<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00327</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205411&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00327</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.10.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufschiebung der Schliessungsstunde</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fortsetzung zu VB.2005.00014:<br/>Eine Gemeinde ist nicht befugt, die Öffnungszeiten eines Gastgewerbebetriebs, dem die dauernde Hinausschiebung der Schliessungsstunde bewilligt wurde, an hohen Feiertagen und deren Vorabenden einzuschränken. Das kantonale Recht regelt sowohl die Schliessungszeiten von Gastwirtschaften als auch die an hohen Feiertagen untersagten Veranstaltungen abschliessend. Dabei erlaubt es ausdrücklich Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen. Es besteht mit anderen Worten kein Raum für eine polizeilich motivierte kommunale Regelung. Der kantonale Gesetzgeber hat eine solche durch das Gastgewerbe- sowie das Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz abschliessend getroffen (E. 3).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHWERDELEGITIMATION">BESCHWERDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FEIERTAG">FEIERTAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GASTGEWERBE">GASTGEWERBE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMEMISSIONEN">LÃRMEMISSIONEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHLIESSUNGSSTUNDE">SCHLIESSUNGSSTUNDE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 16 Abs. III GastgewerbeG</span><br/><span class="ungerade">§ 3 Abs. 3 lit. F RLG</span><br/><span class="gerade">§ 6 RLG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 54 S. 142</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A stellte anfangs Mai 2003 das Gesuch fÃ¼r ein Patent zur FÃ¼hrung einer Gastwirtschaft fÃ¼r die Disco D in X. Der Gemeinderat X erteilte ihm mit Beschluss vom 20. Mai 2003 das Patent und ordnete zugleich versuchsweise die dauernde Ausnahme von der Schliessungsstunde fÃ¼r ein Jahr an. Am 6. Juli 2004 bewilligte der Gemeinderat A die definitive Aufschiebung der Schliessungsstunde donnerstags, freitags und samstags je bis 04.00 Uhr. An den hohen Feiertagen sowie an deren Vorabenden mÃ¼sse die Disco D hingegen zur ordentlichen Schliessungsstunde, das heisst um 24.00 Uhr, geschlossen werden.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit Schreiben vom 8. Oktober 2004 ersuchten die Verantwortlichen der Disco D den Gemeinderat, den Beschluss vom 6. Juli 2004 in WiedererwÃ¤gung zu ziehen und insoweit neu zu fassen, als die Schliessungsstunde auch an Vorabenden vor hohen Feiertagen und an diesen selbst bis 04.00 Uhr hinausgeschoben werden solle. Der Gemeinderat lehnte das WiedererwÃ¤gungsgesuch mit Beschluss vom 16. November 2004 fÃ¶rmlich ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Einen dagegen erhobenen Rekurs As hiess die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons ZÃ¼rich mit VerfÃ¼gung vom 23. Dezember 2004 gut und hob den angefochtenen Beschluss des Gemeinderates X insoweit auf, "als damit die Schliessungsstunde an hohen Feiertagen und den Vorabenden hierzu bis 24.00 Uhr beschrÃ¤nkt worden ist".</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Auf Beschwerde der Gemeinde X hin hob das Verwaltungsgericht die VerfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion â wegen Verletzung des Anspruchs auf Unbefangenheit â mit Entscheid vom 20. April 2005 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an die Rekursinstanz zurÃ¼ck (zum Ganzen VB.2005.00014, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 15. Juli 2005 hiess die Volkswirtschaftsdirektion den Rekurs As erneut gut.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob die Gemeinde X am 11. August 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der VerfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten As.</p> <p class="Urteilstext">Die Volkswirtschaftsdirektion beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; A liess ebenfalls beantragen, die Beschwerde abzuweisen, zusÃ¤tzlich unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gemeinde X.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Anord­nungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit die Gesetzgebung keine abweichende ZustÃ¤n­digkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungs­rechts­pflegegeset­zes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Da im Bereich der zu beurteilenden Streitsache kein Ausnahmetatbestand nach den §§ 42 f. VRG vorliegt, fÃ¤llt sie in die Entscheidungs­kompetenz des Ver­wal­tungsgerichts.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG sind Gemeinden, andere KÃ¶rperschaften oder Anstalten des Ã¶ffentlichen Rechts zur Wahrung der von ihnen vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht legitimiert. Die BeschwerdefÃ¼hrerin stÃ¼tzt die Weigerung, dem Beschwerdegegner die Aufschiebung der Schliessungsstunde auch an Vorabenden hoher Feiertage und an diesen Tagen selbst zu genehmigen, auf Art. 75 der Polizeiverordnung der Gemeinde X. Die Vorinstanz und der Beschwerdegegner sind demgegenÃ¼ber der Auffassung, dass weder das Gastgewerbegesetz vom 1. Dezember 1996 (GastgewerbeG, LS 935.11) noch das Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz vom 26. Juni 2000 (RLG, LS 822.4) bezÃ¼glich der Hinausschiebung der Schliessungsstunde an oder vor hohen Feiertagen Raum fÃ¼r gemeindeeigenes Ermessen liessen, das kantonale Recht diese Frage mithin abschliessend regle.</p> <p class="Urteilstext">Die Kammer hat im ersten Rechtsgang in PrÃ¤zisierung der bisherigen verwaltungsgerichtlichen Praxis zur Beschwerdelegitimation von Gemeinden festgehalten, dass sich diese zwar nicht fÃ¼r die richtige Auslegung und Anwendung des kantonalen Rechts wehren kÃ¶nnten; indessen sei eine Gemeinde zur Beschwerde legitimiert, wenn sie die unrichtige Anwendung und Durchsetzung des kommunalen Rechts rÃ¼ge. Die Gemeinde mÃ¼sse daher mit der RÃ¼ge zugelassen werden, das kommunale Recht werde wegen falscher Auslegung kantonalen Rechts Ã¼berhaupt nicht angewendet (VGr, 20. April 2005, VB.2005.00014, E. 4 f., mit Hinweisen, www.vgrzh.ch; Alfred <span>KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999</span>, § 21 N. 65+72). â Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat dem Beschwerdegegner mit VerfÃ¼gung vom 6. Juli 2004 die dauernde Aufschiebung der Schliessungsstunde genehmigt, da bis zu diesem Zeitpunkt keine Meldungen Ã¼ber schwerwiegende NachtruhestÃ¶rungen vorgelegen hÃ¤tten. Mit neuerlicher VerfÃ¼gung vom 16. November 2004 hat die BeschwerdefÃ¼hrerin dies bestÃ¤tigt und festgehalten, dass gestÃ¼tzt auf Art. 75 der kommunalen Polizeiverordnung keine Bewilligungen fÃ¼r die Aufschiebung der Schliessungsstunde fÃ¼r die Vorabende hoher Feiertage und fÃ¼r diese Tage selbst erteilt wÃ¼rden. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 16 GastgewerbeG werden dauernde Ausnah­men von der Schliessungszeit bewilligt, wenn die Nachtruhe und die Ã¶ffentliche Ordnung nicht beeintrÃ¤chtigt werden; vorbehalten bleiben EinschrÃ¤nkungen nach dem Planungs-, Bau- und Umweltschutzrecht. Bei be­rech­tigten Zweifeln, ob die Nachtruhe der Anwohner gewÃ¤hrleistet werden kann, kann die Bewilligung fÃ¼r einen befri­steten Versuch erteilt werden (§ 9 Abs. 2 der Verordnung zum Gastgewerbegesetz vom 16. Juli 1997 [GastgewerbeV, LS 935.12]). Die Bewilligung zur Aufschiebung der Schliessungsstunde kann gemÃ¤ss § 10 Abs. 1 GastgewerbeV jederzeit,<span> </span>namentlich bei wiederholten NachtruhestÃ¶rungen, <span>wieder entzogen werden</span>.</p> <p class="Urteilstext"><span>Bei der LokalitÃ¤t des Beschwerdegegners handelt es sich um eine ortsfeste An­lage im Sinn von Art. 7 Abs. 7</span> des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983<span> (USG) und von Art. 2 Abs. 1 der LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV), in der ein gewerbli­ches Unternehmen betrieben wird, das den bundes­rechtlichen Bestimmun­gen Ã¼ber den LÃ¤rmschutz unterliegt. Ein Gastgewerbelokal muss den Anforderungen von Art. 25 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV genÃ¼gen, das heisst der Be­trieb muss ein Im­missions­niveau einhalten, bei wel­chem nach richterlicher Beurteilung hÃ¶chstens geringfÃ¼gige StÃ¶­rungen auftreten. Der Beurteilung sind alle LÃ¤rm­emissionen zu Grunde zu legen, die dem Restaura­tionsbe­trieb zuzurechnen sind. Das sind neben den GerÃ¤uschen, die im Lokal erzeugt wer­den, auch die SekundÃ¤r­emissionen, das heisst GerÃ¤usche, die durch die bestimmungsge­mÃ¤sse Nut­zung der Anlage ausserhalb des GebÃ¤udes entstehen, namentlich der von den Be­su­chern beim Betreten oder Verlassen des Lokals verursachte LÃ¤rm. Auch der StrassenverkehrslÃ¤rm kann bei der Frage nach den Betriebszeiten eines Restaurationslokals ins Gewicht fallen (zum Ganzen BGE 123 II 325 E. 4; BGr, 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 3.1 f., www.bger.ch; VGr, 12. Juni 2002, VB.2002.00107, E. 2b, www.vgrzh.ch â je mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin genehmigte dem Beschwerdegegner grundsÃ¤tzlich die dauernde Hinausschie­bung der Schlies­sungsstunde. Wie die Kammer bereits im Entscheid vom 20. April 2005 ausfÃ¼hrte, bildet die Frage, ob LÃ¤rmemissionen gegen eine solche Hinausschiebung sprechen wÃ¼rden, nicht Gegenstand dieses Verfahrens (VB.2005.00014, E. 3.3 Abs. 2, www.vgrzh.ch). Der im vorliegenden Verfahren erstmals von der BeschwerdefÃ¼hrerin ins Recht gelegte LÃ¤rmschutznachweis vom 7. April 2003 ist daher unbeachtlich. Im Beschwerdeverfahren ohne eigentliche gerichtliche Vorinstanz sind neue Tatsachenbehauptungen zwar selbst dann zulÃ¤ssig, wenn sie bereits vor der Vorinstanz hÃ¤tten vorgebracht werden kÃ¶nnen. Das gilt aber nur, soweit sie Begehren stÃ¼tzen, die sich im Rahmen des Streitgegenstands halten (§ 52 Abs. 2 VRG e contrario; KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 52 N. 7+12+17; VGr, 7. April 2004, VB.2003.00465, E. 2.2.1, mit Hinweis, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Hinzu kommt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aus der bundesrechtlichen Umweltschutzgesetzgebung nichts zugunsten ihres Standpunktes ableiten kann, wonach an hohen Feiertagen des kantonalen Rechts ein anderer Massstab betreffend den LÃ¤rmschutz gelten solle als gewÃ¶hnlich (vgl. zum LÃ¤rmbekÃ¤mpfungsrecht und zum System der Belastungsgrenzwerte <span class="Erwgung1Char">Heribert Rausch/Arnold Marti/Alain Griffel, Hrsg. Walter Haller, Umweltrecht, ZÃ¼rich etc. 2004, Rz. 266 ff.)</span>. Indessen schliesst das Bundesrecht nicht aus, dass die Kantone zum Schutz vor schÃ¤dlichen Emissionen, insbesondere zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ruhe, eigene Regelungen aufstellen. <span>In diesem Zusammenhang ist es auch zulÃ¤ssig, nach Massgabe des kantonalen Rechts die Ã¶rtliche Polizeiverordnung zur WÃ¼rdigung von Emissions­beschrÃ¤nkungen beizuziehen (VGr, 12. September 2001, VB.2001.00111, E. 4b mit Hinweisen, www.vgrzh.ch).</span><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zu prÃ¼fen bleibt mithin, ob das kantonale Recht Raum lÃ¤sst fÃ¼r die von der BeschwerdefÃ¼hrerin in Art. 75 ihrer Polizeiverordnung getroffene Regelung, wonach keine Bewilligungen fÃ¼r die Aufschiebung der Schliessungsstunde an Vorabenden hoher Feiertage und diesen Tagen selbst erteilt wÃ¼rden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Wie bereits ausgefÃ¼hrt, werden nach § 16 GastgewerbeG dauernde Ausnahmen von der Schliessungszeit bewilligt, wenn die Nachtruhe und die Ã¶ffentliche Ordnung nicht beeintrÃ¤chtigt werden; vorbehalten bleiben EinschrÃ¤nkungen nach dem Planungs-, Bau- und Umweltschutzrecht. Durch diese Bestimmung werden dauernde Ausnahmen von der Schliessungszeit nicht mehr von besonderen VerhÃ¤ltnissen und einem entsprechenden BedÃ¼rfnis abhÃ¤ngig gemacht. Entscheidend soll demnach allein sein, dass der Betrieb einer Gastwirtschaft mit verlÃ¤ngerter Ãffnungszeit zu keiner BeeintrÃ¤chtigung geschÃ¼tzter PolizeigÃ¼ter fÃ¼hre; und im Ãbrigen sei das Ausgehverhalten der BevÃ¶lkerung nicht staatlich zu ordnen (Weisung des Regierungsrates zum Gastgewerbegesetz, ABl 1994, 1232 ff., 1246+1251). Sodann wird in lit. C Ziff. 13 der Weisun­gen und Richtlinien der Direktion der Finanzen zum Gastgewerbegesetz vom 17. Juli 1997 (ABl 1997, 974) hervorgehoben, dass die Bewilligung zur dauernden Hinausschie­bung der Schlies­sungsstunde gemÃ¤ss § 16 GastgewerbeG erteilt werden muss, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung erfÃ¼llt sind (ZonenkonformitÃ¤t/LÃ¤rmschutz).</p> <p class="Urteilstext">Wie gesehen stehen die in § 16 GastgewerbeG vorgesehenen EinschrÃ¤nkungen einer dauernden Hinausschiebung der Schliessungsstunde fÃ¼r den Betrieb des Beschwerdegegners hier nicht in Frage (vorn 2). Indessen behÃ¤lt § 9 Abs. 4 GastgewerbeV fÃ¼r die hohen Feiertage die Bestimmungen des Gesetzes Ã¼ber die Ã¶ffentlichen Ruhetage und Ã¼ber die Verkaufszeit im Detailhandel vom 14. MÃ¤rz 1971 (RuhetagsG; GS 8, 299) ausdrÃ¼cklich vor. Das besagte Gesetz ist zwischenzeitlich durch das am 1. Dezember 2000 (OS 56, 354) in Kraft getretene Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz ersetzt worden. Freilich findet dieses, wie auch sein VorgÃ¤nger, unabhÃ¤ngig vom Vorbehalt in § 9 Abs. 4 GastgewerbeV Anwendung, wenn die ZulÃ¤ssigkeit von BetÃ¤tigungen an Ã¶ffentlichen Ruhetagen bzw. hohen Feiertagen zu beurteilen ist, auch wenn wie hier die BetÃ¤tigung in Zusammenhang mit dem Betrieb eines Gastgewerbes erfolgt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Bis zum Inkrafttreten des neuen Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetzes waren an hohen Feiertagen unter anderem Tanzveranstaltungen verboten (§ 3 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit § 1 Abs. 2 RuhetagsG). Nunmehr sieht § 3 Abs. 1 lit. f in Verbindung mit § 1 Abs. 2 RLG vor, dass Tanzveranstaltungen auch an hohen Feiertagen stattfinden kÃ¶nnen, sofern sie in geschlossenen RÃ¤umen stattfinden. GemÃ¤ss der regierungsrÃ¤tlichen Weisung entspricht diese Liberalisierung den heutigen Anschauungen und Lebensgewohnheiten (ABl 1999, 418 f.).</p> <p class="Urteilstext">§ 3 Abs. 1 lit. f RLG erlaubt Tanzveranstaltungen, die in geschlossenen RÃ¤umen stattfinden. DemgegenÃ¼ber hiess es im Entwurf des Regierungsrates zuhanden des Kantonsrates, dass nur jene Veranstaltungen vom Verbot ausgenommen seien, die in geschlossenen RÃ¤umen stattfinden und nach aussen keine StÃ¶rungen verursachen. Eine StÃ¶rung nach aussen im Sinne dieser Bestimmung kÃ¶nne auch durch Publikumsverkehr mÃ¶glich sein (ABl 1999, 416+420+422). Der Gesetzgeber hat den Passus "nach aussen keine StÃ¶rungen verursachen" aus KlarheitsgrÃ¼nden bewusst gestrichen, um nicht TÃ¼r und Tor fÃ¼r unsichere Interpretationen zu Ã¶ffnen (Prot. KR 1999-2003, S. 4202 f.; vgl. auch den Antrag der parlamentarischen Kommission vom 27. MÃ¤rz 2000, ABl 2000, 360 ff., 361).</p> <p class="Urteilstext">Die Entstehungsgeschichte und die parlamentarische Debatte zu § 3 Abs. 1 lit. f RLG zeigen somit klar auf, dass der Gesetzgeber betreffend die ZulÃ¤ssigkeit von Tanzver­anstaltungen und weiteren im Gesetz genannten Veranstaltungen eine abschliessende kantonale Regelung treffen wollte. Vor diesem Hintergrund ist auch der Vorbehalt weiterer Vorschriften in § 6 RLG zu verstehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach § 6 RLG bleiben die Vorschriften des Arbeitsgesetzes sowie weitere gesetzliche Bestimmungen Ã¼ber Ruhe und Ordnung an Ã¶ffentlichen Ruhetagen vorbehalten. Aus dem Sinn und Zweck des Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetzes im Allgemeinen und von § 3 RLG im Besonderen sowie aus dem Wortlaut von § 6 RLG folgt dabei, dass sich der angefÃ¼hrte Vorbehalt nur auf â dem kantonalen Recht Ã¼bergeordnete â Vorschriften des Bundes oder aber auf andere kantonalgesetzliche Bestimmungen Ã¼ber die Ruhe und Ordnung an Ã¶ffentlichen Ruhetagen bezieht. So verweist die regierungsrÃ¤tliche Weisung (ABl 1999, 423) auf das Gesetz Ã¼ber Jagd und Vogelschutz vom 12. Mai 1929 (LS 922.1) und das Markt- und Wandergewerbegesetz vom 18. Februar 1979 (LS 935.31), wobei Ersteres in § 29 Abs. 1 die Jagd an<span class="UrteilstextChar"> Sonn- und Ã¶ffentlichen Ruhetagen sowie zur Nachtzeit verbietet und Letzteres in § 23 Abs. 1 MÃ¤rkte und die AusÃ¼bung von Wandergewerben an hohen Feiertagen untersagt.</span></p> <p class="Urteilstext">Daraus erhellt, dass die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde nicht befugt ist, die Ãffnungszeiten eines Gastgewerbebetriebs, dem die dauernde Hinausschiebung der Schliessungsstunde bewilligt wurde, an einem hohen Feiertag einzuschrÃ¤nken. Das kantonale Recht regelt sowohl die Schliessungszeiten von Gastwirtschaften als auch die an hohen Feiertagen untersagten Veranstaltungen abschliessend. Dabei erlaubt es ausdrÃ¼cklich Tanzveranstaltungen in geschlossenen RÃ¤umen. Es besteht mit anderen Worten kein Raum fÃ¼r eine sich auf § 74 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (LS 131.1) abstÃ¼tzende (wirtschafts-)polizeilich motivierte Regelung der Gemeinde. Der kantonale Gesetzgeber hat eine solche durch das Gastgewerbe- und das Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz abschliessend getroffen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die Beschwerde ist nach dem Gesagten unbegrÃ¼ndet und folglich abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Ausserdem hat sie dem Beschwerdegegner eine angemessene ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das vorliegende Verfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner verlangt zudem, die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des ersten Rechtsgangs vor Verwaltungsgericht (VB.2005.00014) entsprechend dem Ausgang des jetzigen Entscheides zu verlegen. Dabei Ã¼bersieht er â unabhÃ¤ngig von der formellen Rechtskraft des Dispositivs des Entscheides vom 20. April 2005 â, dass nur bei solchen Zwischenentscheiden Ã¼ber die Kosten erst im Endentscheid zu befinden ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 29), bei welchen die nÃ¤mliche BehÃ¶rde im gleichen Rechtsgang entscheidet, was bei einem RÃ¼ckweisungsentscheid (vgl. zu dessen Rechtsnatur KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 28 N. 40, § 48 N. 16-18) gerade nicht der Fall ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Sollte entgegen ErwÃ¤gung 2 dieses Entscheides die Meinung verfochten werden wollen, die Verweigerung der Aufschiebung der Schliessungsstunde an hohen Feiertagen nach kantonalem Recht lasse sich auf die bundesrechtliche Umweltschutzgesetzgebung abstÃ¼tzen, so wÃ¤re dies mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht geltend zu machen (vgl. Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 906 f.). Im Ãbrigen ist es Sache der Parteien abzuschÃ¤tzen, ob sie zur Erhebung der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde legitimiert sind und wie jene von der staatsrechtlichen Beschwerde abzugrenzen ist.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>