<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">302</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>58</b></span> <span class="ft2"><b>Kapitalzahlungen aus gebundener Vorsorge 3a (§ 45 Abs. 1 lit. b StG).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kapitalzahlungen aus gebundener Vorsorge 3a zu Wohneigentumsför-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>derungszwecken können nur alle fünf Jahre geltend gemacht werden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Art. 3 Abs. 3 BVV 3 i.V.m. Art. 3 Abs. 4 BVV 3). Zwei oder mehrere Ka-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>pitalzahlungen innerhalb von fünf Jahren werden zur Satzbestimmung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zusammengerechnet.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Steuerrekursgerichtes vom 18. November 2010 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen K. + D.M. (3-RV.2010.38)</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">3.1.1.</span><br/> <span class="ft1">Es ist unbestritten, dass die beiden Kapitalzahlungen der F. Vor-</span><br/> <span class="ft1">sorgestiftung vom 30. Dezember 2008 und 27. Januar 2009 von je</span><br/> <span class="ft1">CHF 25'000.00 unter dem Titel der Wohneigentumsförderung er-</span><br/> <span class="ft1">folgten und von den Rekurrenten zur Amortisation ihrer Hypothek</span><br/> <span class="ft1">verwendet wurden. Ebenso ist unbestritten, dass es sich bei der F.</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgestiftung um eine der beruflichen Vorsorge dienende, aner-</span><br/> <span class="ft1">kannte Vorsorgeform (gebundene Vorsorge; Säule 3a) im Sinne von</span><br/> <span class="ft1">Art. 82 BVG sowie von Art. 1 der Verordnung über die steuerliche</span><br/> <span class="ft1">Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen</span><br/> <span class="ft1">(BVV 3) vom 13. November 1985 handelt.</span><br/> <span class="ft1">3.1.2.</span><br/> <span class="ft1">Zu prüfen, ist ob der Bezug von je CHF 25'000.00 aus der ge-</span><br/> <span class="ft1">bundenen Vorsorge (Säule 3a) zwecks Wohneigentumsförderung in</span><br/> <span class="ft1">zwei aufeinander folgenden Jahren zulässig ist.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Art. 82 BVG regelt die Gleichstellung anderer Vorsorgeformen</span><br/> <span class="ft1">neben den in das Register für die berufliche Vorsorge eingetragenen</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeeinrichtungen (Art. 48 ff. BVG). Arbeitnehmer und Selb-</span><br/> <span class="ft1">ständigerwerbende können auch Beiträge für weitere, ausschliesslich</span><br/> <span class="ft1">und unwiderruflich der beruflichen Vorsorge dienende, anerkannte</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeformen steuerlich abziehen (Art. 82 Abs. 1 BVG). Der Bun-</span><br/> <span class="ft1">desrat legt in Zusammenarbeit mit den Kantonen die anerkannten</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeformen und die Abzugsberechtigung für Beiträge fest</span><br/> <span class="ft1">(Art. 82 Abs. 2 BVG). Unter anderem gestützt auf Art. 82 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">BVG hat der Bundesrat die BVV 3 erlassen.</span><br/> <span class="ft1">3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Art. 3 BVV 3 lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft3">"Art. 3</span> <span class="ft3">Ausrichtung der Leistungen</span><br/> <span class="ft3">1 (...)</span><br/> <span class="ft3">2 Eine vorzeitige Ausrichtung der Altersleistungen ist zulässig bei</span><br/> <span class="ft3">Auflösung des Vorsorgeverhältnisses aus einem der folgenden</span><br/> <span class="ft3">Gründe:</span><br/> <span class="ft3">(...)</span><br/> <span class="ft3">3 Die Altersleistung kann ferner vorher ausgerichtet werden für:</span><br/> <span class="ft3">a. Erwerb und Erstellung von Wohneigentum zum Eigenbedarf;</span><br/> <span class="ft3">b. Beteiligungen am Wohneigentum zum Eigenbedarf;</span><br/> <span class="ft3">c. Rückzahlung von Hypothekardarlehen.</span><br/> <span class="ft3">4 Eine solche Ausrichtung kann alle fünf Jahre geltend gemacht wer-</span><br/> <span class="ft3">den.</span><br/> <span class="ft3">5 Die Begriffe Wohneigentum, Beteiligungen und Eigenbedarf richten</span><br/> <span class="ft3">sich nach den Artikeln 2-4 der Verordnung vom 3. Oktober 1994 über</span><br/> <span class="ft3">die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge.</span><br/> <span class="ft3">6 (...)"</span><br/> <span class="ft1">Art. 3 Abs. 4 BVV 3 wurde gestützt auf Art. 20 der Verordnung</span><br/> <span class="ft1">vom 3. Oktober 1994 über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln</span><br/> <span class="ft1">der beruflichen Vorsorge (WEFV) in die BVV 3 eingefügt und ist</span><br/> <span class="ft1">seit dem 1. Januar 1995 in Kraft.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">304</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">4.1.1.</span><br/> <span class="ft1">Das Vorsorgesystem in der Schweiz basiert auf dem sogenann-</span><br/> <span class="ft1">ten 3-Säulenkonzept. Die erste Säule besteht aus der staatlichen Vor-</span><br/> <span class="ft1">sorge (AHV/IV/EL) und hat zum Ziel, den Existenzbedarf von Rent-</span><br/> <span class="ft1">nern, Invaliden und Hinterlassenen zu decken. Die zweite Säule be-</span><br/> <span class="ft1">ruht auf der beruflichen Vorsorge und unterteilt sich in den obligato-</span><br/> <span class="ft1">rischen und den überobligatorischen Teil. Die erste Säule zusammen</span><br/> <span class="ft1">mit dem obligatorischen Teil der zweiten Säule BVG bildet die obli-</span><br/> <span class="ft1">gatorische Vorsorge. Leistungen aus der ersten und zweiten Säule</span><br/> <span class="ft1">sollen bei niedrigen und mittleren Einkommen den gewohnten Le-</span><br/> <span class="ft1">bensstandard im Alter sicherstellen. Die dritte Säule als private Al-</span><br/> <span class="ft1">tersvorsorge (gebundene Vorsorge Säule 3a und freie Vorsorge Säule</span><br/> <span class="ft1">3b) gibt die Sicherheit, im Alter den gewohnten Lebensstandard</span><br/> <span class="ft1">weiterzuführen. Der Staat unterstützt die private Altersvorsorge.</span><br/> <span class="ft1">4.1.2.</span><br/> <span class="ft1">Aus dieser Vorsorgekonzeption ergibt sich, dass die einzelnen</span><br/> <span class="ft1">Säulen als Einheit zu betrachten sind, wobei die dritte Säule in die</span><br/> <span class="ft1">steuerlich privilegierte Säule 3a und die steuerlich nicht privilegierte</span><br/> <span class="ft1">Säule 3b unterteilt wird. Entsprechend sind auch die den jeweiligen</span><br/> <span class="ft1">Säulen zuzuordnenden angesparten Gelder als Einheit zu betrachten,</span><br/> <span class="ft1">unabhängig davon, ob die Beiträge bzw. Gelder bei verschiedenen</span><br/> <span class="ft1">Ausgleichskassen (erste Säule), bei verschiedenen beruflichen Vor-</span><br/> <span class="ft1">sorgeeinrichtungen (zweite Säule) oder bei verschiedenen anerkann-</span><br/> <span class="ft1">ten Vorsorgeformen im Sinne von Art. 82 BVG (Säule 3a) einbezahlt</span><br/> <span class="ft1">wurden. Konzeptionelle Gründe sprechen somit gegen die Auffas-</span><br/> <span class="ft1">sung des Rekurrenten.</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">4.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Art. 1 BVV 3 definiert die im Sinne von Art. 82 BVG als aner-</span><br/> <span class="ft1">kannt geltenden Vorsorgeformen. In Art. 3 BVV 3 ist nur von Al-</span><br/> <span class="ft1">tersleistung[en] die Rede. Eine Differenzierung nach verschiedenen</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeeinrichtungen, mit welchen Sparverträge im Sinne von</span><br/> <span class="ft1">Art. 1 Abs. 3 BVV 3 abgeschlossen und bei welchen Vorsorgegelder</span><br/> <span class="ft1">einbezahlt wurden, wird nicht vorgenommen. Es lässt sich aus dem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">305</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Gesetzeswortlaut also kein anderer Schluss ziehen, als dass die Ge-</span><br/> <span class="ft1">samtheit der bei anerkannten Vorsorgeformen angesparten Gelder die</span><br/> <span class="ft1">in Art. 3 Abs. 2 BVV 3 erwähnten Altersleistungen bzw. die in Art. 3</span><br/> <span class="ft1">Abs. 3 BVV 3 erwähnte Altersleistung bilden.</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die zeitliche Beschränkung der Möglichkeit einer Ausrichtung</span><br/> <span class="ft1">von Geldern der Säule 3a auf ein Intervall von fünf Jahren bezieht</span><br/> <span class="ft1">sich auf die Altersleistung(en) als Gesamtheit der bei einer oder bei</span><br/> <span class="ft1">verschiedenen anerkannten Vorsorgeeinrichtungen angesparten Gel-</span><br/> <span class="ft1">der. Mithin sprechen auch gesetzessystematische Gründe gegen die</span><br/> <span class="ft1">Auffassung des Rekurrenten.</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">Art. 3 Abs. 3 BVV 3 entspricht inhaltlich Art. 1 Abs. 1 WEFV,</span><br/> <span class="ft1">der wie folgt lautet:</span><br/> <span class="ft3">"1 Die Mittel der beruflichen Vorsorge dürfen verwendet werden für:</span><br/> <span class="ft3">a. Erwerb und Erstellung von Wohneigentum;</span><br/> <span class="ft3">b. Beteiligungen am Wohneigentum;</span><br/> <span class="ft3">c. Rückzahlung von Hypothekardarlehen."</span><br/> <span class="ft1">Art. 5 WEFV regelt den Mindestbetrag und die Begrenzung.</span><br/> <span class="ft1">Der Mindestbetrag für den Vorbezug beträgt (grundsätzlich) 20 000</span><br/> <span class="ft1">Franken (Art. 5 Abs. 1 WEFV). Ein Vorbezug kann ebenfalls nur alle</span><br/> <span class="ft1">fünf Jahre geltend gemacht werden (Art. 5 Abs. 3 WEFV).</span><br/> <span class="ft1">Gemäss der bis Ende 1994 geltenden Fassung von Art. 3 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">BVV 3 konnte ein Vorbezug für die Wohneigentumsförderung nur</span><br/> <span class="ft1">ein einziges Mal verlangt werden (vgl. Danielle Yersin, L'évolution</span><br/> <span class="ft1">du droit fiscal en matire de prévoyance professionnelle, in: ASA 62</span><br/> <span class="ft1">S. 129 ff. [S. 143]). Durch die mit der WEFV per 1. Januar 1995 in</span><br/> <span class="ft1">Kraft gesetzte Änderung von Art. 3 Abs. 3 - 5 BVV 3 wurden die</span><br/> <span class="ft1">Wohneigentumsförderungsmassnahmen mit Mitteln der Säule 3a mit</span><br/> <span class="ft1">den entsprechenden Massnahmen mit Mitteln der zweiten Säule ko-</span><br/> <span class="ft1">ordiniert (Maute/Steiner/Rufener, Steuern und Versicherungen, Über-</span><br/> <span class="ft1">blick über die steuerliche Behandlung von Versicherungen, 2. Auf-</span><br/> <span class="ft1">lage, Muri/Bern 1999 S. 210).</span><br/> <span class="ft1">Dieser Umstand, dass ursprünglich - auch bei mehreren Säule</span><br/> <span class="ft1">3a-Konten - nur ein einziger Bezug von Mitteln der Säule 3a zu</span><br/> <span class="ft1">Wohneigentumszwecken möglich war, spricht für eine restriktive</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">306</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Auslegung von Art. 3 Abs. 4 BVV 3 und dagegen, dass ein Bezug in</span><br/> <span class="ft1">kürzeren Intervallen als der gesetzlichen Fünfjahresfrist möglich ist,</span><br/> <span class="ft1">auch wenn eine Person über zwei oder mehrere Säule 3a-Konten ver-</span><br/> <span class="ft1">fügt. Wie das Kantonale Steueramt in der Vernehmlassung festhält,</span><br/> <span class="ft1">hätte der Verordnungsgeber in diesem Fall auf die Festlegung der</span><br/> <span class="ft1">Fünfjahresfrist verzichten können.</span><br/> <span class="ft1">4.4.</span><br/> <span class="ft1">In der Antwort vom 21. August 1996 auf die Motion "Immobi-</span><br/> <span class="ft1">lien-Leasing. Steuerliche Behandlung" von Nationalrat Jean-Philippe</span><br/> <span class="ft1">Maitre vom 13. Juni 1996 (Motion 96.3272) hat der Bundesrat unter</span><br/> <span class="ft1">anderem Folgendes ausgeführt:</span><br/> <span class="ft3">"Während ein Vorbezug dieser Gelder bis und mit 1994 grundsätzlich</span><br/> <span class="ft3">nur einmal zulässig war, ist es seit 1995 möglich, die im Rahmen der Säule</span><br/> <span class="ft3">3a angesparten Mittel alle fünf Jahre für den Erwerb oder die Amortisation</span><br/> <span class="ft3">von Wohneigentum einzusetzen."</span><br/> <span class="ft1">Mit der Wendung "die im Rahmen der Säule 3a angesparten</span><br/> <span class="ft1">Mittel" bringt der Bundesrat als Verordnungsgeber zum Ausdruck,</span><br/> <span class="ft1">dass nach einem Kapitalbezug die Gesamtheit der auf einem oder</span><br/> <span class="ft1">mehreren Vorsorgekonto 3a angelegten Gelder der fünfjährigen Be-</span><br/> <span class="ft1">zugssperre unterliegen und nicht jedes einzelne Vorsorgekonto 3a ge-</span><br/> <span class="ft1">sondert zu betrachten ist.</span><br/> <span class="ft1">4.5.</span><br/> <span class="ft1">Das KStA weist in seiner Vernehmlassung zutreffenderweise</span><br/> <span class="ft1">auch auf den "Aspekt der Gleichbehandlung aller Vorsorgesparenden</span><br/> <span class="ft1">Säule 3a mit Bezug auf die Wohneigentumsförderung" hin. Es wäre</span><br/> <span class="ft1">in der Tat mit dem von der Verfassung geschützten Grundsatz der</span><br/> <span class="ft1">Gleichbehandlung (Art. 8 BV) nicht zu vereinbaren, wenn eine Per-</span><br/> <span class="ft1">son, welche mehrere Konti der gebundenen Selbstvorsorge unterhält,</span><br/> <span class="ft1">im Unterschied zu einer Person, die nur über ein solches Konto ver-</span><br/> <span class="ft1">fügt, alle Jahre einen Bezug vornehmen könnte.</span><br/> <span class="ft1">4.6.</span><br/> <span class="ft1">4.6.1.</span><br/> <span class="ft1">Im Kreisschreiben Nr. 18 der Eidgenössischen Steuerverwal-</span><br/> <span class="ft1">tung (KS Nr. 18 ESTV), Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Ver-</span><br/> <span class="ft1">rechnungssteuer, Stempelabgaben, betreffend die "Steuerliche Be-</span><br/> <span class="ft1">handlung von Vorsorgebeiträgen und -leistungen der Säule 3a" vom</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">307</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">17. Juli 2008 wird ebenfalls vorbehalt- und ausnahmslos die Auffas-</span><br/> <span class="ft1">sung vertreten, ein Vorbezug von Geldern der gebundenen Selbstvor-</span><br/> <span class="ft1">sorge könne "alle fünf Jahre geltend gemacht" werden (S.</span> <span class="ft1">8</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 6.2.b).</span><br/> <span class="ft1">4.6.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Kreisschreiben (wie Wegleitungen, Merkblätter, Richtli-</span><br/> <span class="ft1">nien, Rundschreiben und Weisungen) gehören weder zum Bundes-</span><br/> <span class="ft1">recht noch zum kantonalen Recht. Sie vemögen deshalb keine Rechte</span><br/> <span class="ft1">oder Pflichten der Bürger zu begründen und binden die rechts-</span><br/> <span class="ft1">anwendenden Behörden sowie die Gerichte nicht. Derartige "Vor-</span><br/> <span class="ft1">schriften" dienen einer einheitlichen Anwendung des Gesetzes; ihnen</span><br/> <span class="ft1">kommt der Stellenwert einer Meinungsäusserung der Verwaltung</span><br/> <span class="ft1">über die Auslegung des anwendbaren Bundesrechts bzw. kantonalen</span><br/> <span class="ft1">Rechts zu (vgl. BGE 131 II 1 Erw. 4.1; VGE vom 1. Dezember 2008</span><br/> <span class="ft1">in Sachen B. + T.S. [WBE.2008.89]).</span><br/> <span class="ft1">4.6.3.</span><br/> <span class="ft1">Im Sinne der vorstehenden Erwägungen (Erw. 4.1 bis 4.5) er-</span><br/> <span class="ft1">weist sich das KS Nr. 18 ESTV bzw. die darin zum Ausdruck kom-</span><br/> <span class="ft1">mende Rechtsauffassung bezüglich der vorliegenden Streitfrage als</span><br/> <span class="ft1">gesetzeskonform und ist folglich nicht zu beanstanden.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>