Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. Oktober 2017 (810 17 86) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Sozialhilfeabhängigkeit Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber i.V. Florian Jenal Beteiligte A. A. ____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet , Ad- vokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 0429 vom 28. März 2017) A. Am 6. April 2002 reiste A.A.____, Staatsangehöri ger Tunesiens, geboren 1974, in die Schweiz ein. Am 9. April 2002 heiratete er die Schw eizerin B.A.____, ehemals B.B.____, gebo- ren 1979, woraufhin ihm die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt wurde. 2003 wurde die gemeinsame Tochter C.A.____ geboren. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Urteil vom 19. Januar 2007 bewilligte das Bezirksg ericht C.____ den Ehegatten per 29. Oktober 2006 das Getrenntleben. Der Kindsmutter wu rde die Obhut der gemeinsamen Tochter C.A.____ zugeteilt und A.A.____ wurde ein wö chentliches Besuchsrecht eingeräumt. Seine Unterhaltsverpflichtung gegenüber seiner Tochter C.A.____ wurde auf monatlich Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen festgesetzt. Ausserdem w urde er dazu verpflichtet, jährlich jeweils bis Ende Dezember einen zusätzlichen Betrag in d er Höhe von Fr. 1‘600.-- zugunsten seiner Tochter zu leisten. C. Mit Schreiben vom 26. April 2012 verwarnte das Amt für Migration des Kantons Basel- Landschaft (AfM) A.A.____ ausländerrechtlich wegen Sozi alhilfebezugs mit Unterbrüchen seit März 2010 in der Höhe von rund Fr. 44‘000.-- und for derte ihn auf, alle zumutbaren Anstren- gungen zu unternehmen, um finanziell unabhängig zu werden. D. 2013 wurde D.A.____ geboren, die zweite gemeinsame Tochter von A.A.____ und B.A.____. E. Mit Schreiben vom 18. Juni 2013 verwarnte das AfM A.A.____ erneut ausländerrecht- lich, da sein Sozialhilfebezug auf rund Fr. 99‘500.-- angestiegen war und er ausserdem Verlust- scheinsschulden in der Höhe von rund Fr. 19‘500.-- angehäuft hatte. Das AfM forderte A.A.____ deshalb auf, alles Zumutbare zu tun, um sich von der Sozi alhilfe loszulösen und seinen finanzi- ellen Verpflichtungen nachzukommen. Bis August 2016 stieg sein Sozialhilfebezug sodann wei- ter an bis auf rund Fr. 160‘000.--. F. Mit Schreiben vom 9. August 2016 gewährte das AfM A .A.____ das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine allfällige Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und eine Wegwei- sung aus der Schweiz. A.A.____ nahm seinen Gehörsanspruch mit Schreiben vom 31. August 2016 wahr. G. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2016 gewährte das AfM der Ehefrau von A.A.____ und dessen älterer Tochter das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine allfällige Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung A.A.____s und dessen damit verbu ndener Wegweisung aus der Schweiz. Während B.A.____ das rechtliche Gehör mit Schr eiben vom 25. Oktober 2016 wahr- nahm, blieb eine Stellungnahme von C.A.____ aus, auch nachdem sie vom AfM mit Schreiben vom 11. November 2016 erneut auf ihren Gehörsanspruch hingewiesen worden war. H. Mit Verfügung vom 1. Dezember 2016 teilte das AfM A .A.____ mit, dass es seine Auf- enthaltsbewilligung nicht verlängern werde und wies ih n an, die Schweiz spätestens per 31. Januar 2017 zu verlassen. I. Gegen diesen Entscheid erhob A.A.____, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat, Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Dieser wies die Beschwerde mit Beschluss vom 28. März 2017 ab. J. Gegen den Entscheid des Regierungsrats erhob A.A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, am 29. März 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltung srecht (Kantonsgericht). Am 31. Mai 2017 reichte er die Beschwerdebegründung nach. In seine r Beschwerde beantragt er, dass der Entscheid des Regierungsrats vollumfänglich aufzuheben u nd die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, eventualiter die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück- zuweisen sei. Alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellt der Beschwer- deführer das Begehren, dass die unentgeltliche Rechtspfl ege mit unentgeltlicher Verbeistän- dung durch Advokat Dr. Nicolas Roulet zu gewähren sei. K. Mit Schreiben vom 20. Juni 2017 reichte der Beschwerde gegner seine Vernehmlas- sung ein. Darin beantragt er die Abweisung der Beschwe rde unter o/e-Kostenfolge und hält an seinen Ausführungen im Entscheid vom 28. März 2017 fest. L. Mit Eingabe vom 22. Juni 2017 reichte der Beschwerde führer weitere Kopien von Be- werbungsschreiben ein. M. Mit präsidialer Verfügung vom 27. Juni 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen und den Parteien angezeigt, dass über die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zusammen mit der Hauptsache entschieden werde. N. Mit Eingaben vom 4. Oktober und vom 17. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer Belege für seine jüngsten Bewerbungsbemühungen ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des a ngefochtenen Entscheids berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebun g. Auch die weiteren formellen Vo- raussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegwei- sung zu Recht erfolgten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG im Rahmen der gesetzlich en Vorschriften und Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbs- tätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung eine r Aufenthaltsbewilligung hat die ausländi- sche Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen dies vor (vgl. BGE 133 I 185 E. 2.3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zwi schen der Schweiz und Tune- sien kein Staatsvertrag besteht, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. 4.1 Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person au f Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG insbesondere dann vor, we nn diese mit einer Person mit schweizerischer Staatsbürgerschaft verheiratet ist und mi t ihr zusammenwohnt. Infolge rechts- kräftiger Regelung des Getrenntlebens mit Urteil des Ge richtspräsidenten des Bezirksgerichts C.____ vom 19. Januar 2007 rückwirkend per 29. Oktober 20 06 ist der ursprüngliche Anspruch des Beschwerdeführers auf Anwesenheit nach Art. 42 Abs. 1 AuG unstreitig spätestens zu die- sem Zeitpunkt weggefallen. Es ist jedoch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen anderweiti- gen Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung geltend machen kann. 4.2.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 AuG besteht nach Auflösung der Familiengemeinschaft der An- spruch des ausländischen Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mi ndestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration vorliegt (lit. a) oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weite- ren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit . b). Art. 50 AuG kommt erst zur Anwen- dung, wenn mindestens faktisch von einer definitiven Auf lösung der Familiengemeinschaft aus- zugehen ist. Die Dreijahresgrenze nach Art. 50 Abs. 1 l it. a AuG gilt hierbei absolut und darf nicht unterschritten werden (Urteil des Bundesgerichts 2C _660/2010 vom 4. Februar 2011 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Massgeblicher Zeitpun kt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist gemäss der bundesgeri chtlichen Rechtsprechung in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft; demgegen über ist nicht relevant, wie lange die Ehe nach Beendigung des Zusammenlebens formell noch best anden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2). Im vorliegenden Fall haben die Ehegatten am 4. April 2002 geheiratet. Das Ehepaar hat auf den 29. Oktober 2006 das Getrenntleben aufgenomm en, wobei die Ehe bis heute nicht ge- schieden worden ist. Die Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG bestand daher für die Dauer von rund vier Jahren und sechs Monaten. Di e Ehegemeinschaft hat somit unbe- stritten über drei Jahre bestanden, womit die in Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG genannte Vorausset- zung der dreijährigen Ehegemeinschaft erfüllt ist. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.2 Als Nächstes gilt es zu prüfen, ob eine erfolgreich e Integration des Beschwerdeführers vorliegt. Zu bejahen ist eine erfolgreiche Integration , wenn die ausländische Person die rechts- staatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung res pektiert sowie den Willen zur Teil- nahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (Art. 77 Abs. 4 der Verordnung über Zulassun g, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007; vgl. auch M ARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/ Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, N 5 zu Art. 50 AuG). Der Begriff der Integration wird zudem in Art. 4 AuG sowie in Art. 4 der Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern (VIntA) vom 24. Oktober 2007 umschrieben (weiterführend: Weisungen Integration des Staatssekret ariat für Migration, Stand 1. Ja- nuar 2015; MARTIN PHILIPP WYSS , in: Uebersax/Rudin/HugiYar/Geiser [Hrsg.], Ausländerr echt, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Auslände rinnen und Ausländern in der Schweiz, Basel 2009, N 26.1 ff.). Eine erfolgreiche I ntegration ist zu verneinen, wenn eine Per- son kein Erwerbseinkommen erwirtschaften kann, welches ih ren Konsum zu decken vermag, und während einer substanziellen Zeitdauer von Soziallei stungen abhängig ist. Eine erfolgrei- che Integration setzt indessen nicht voraus, dass die au sländische Person eine gradlinige Kar- riere in einer besonders qualifizierten Tätigkeit abso lviert hat. Ebenso wenig ist nötig, dass ein hohes Einkommen erzielt wird. Berufliche Stabilität kann auch durch die Ausübung einfacher Tätigkeiten im mittleren oder niedrigen Lohnsegment erreicht werden, beispielsweise in der Reinigungsbranche. Entscheidend ist, dass die ausländische Person für sich sorgen kann, kei- ne (nennenswerten) Sozialhilfeleistungen bezieht und si ch nicht verschuldet (Urteil des Bun- desgerichts 2C_385/2014 vom 19. Januar 2015 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.2.3 Vorliegend ist mit dem Beschwerdegegner festzuhal ten, dass es dem Beschwerdefüh- rer während seiner langjährigen Anwesenheit in der Sch weiz nicht gelungen ist, sich beruflich zu integrieren. Zwar war er vom 1. September 2002 bis zum 03. Juni 2008 als Kellner im Res- taurant D.____ in E.____ angestellt. Nachdem dieses Anstellungsverhältnis jedoch arbeitgeber- seitig beendet worden war, gelang es dem Beschwerdeführer nicht mehr, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass e r in der Folge unregelmässig bei diversen Arbeitgebern angestellt war und die Arbeitsverh ältnisse jeweils nur von relativ kurzer Dauer waren. Wie aus den Akten ersichtlich ist, war der Beschwerdeführer über die F____ AG ab dem 3. Dezember 2009 als Kellner beim Restaurant G .____ in H.____ angestellt, wobei das Datum der Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses nicht ersichtlich ist, sowie ebenfalls über die F____ AG vom 20. Juli 2010 bis im Oktober 2010 als Betr iebsmitarbeiter bei der I.____. Weiter lässt sich den Akten entnehmen, dass der Beschwerdeführer b ei der Stadt C.____ vom 1. Au- gust 2010 bis am 31. Januar 2011 mit einem 50 % Pensum im Rahmen eines Beschäftigungs- programms angestellt war. Schliesslich war der Beschwerde führer im Februar 2017 für zwei Wochen beim J.____ in K.____ angestellt. Gemäss Ausführ ungen des Beschwerdeführers ab- solvierte er ausserdem vom Januar 2012 bis im Juni 2012 ein Bewerbungstraining bei L.____ in M.____ und arbeitete anschliessend vom Juni 2012 bis im Dezember 2013 temporär und auf Abruf bei der N.____ und vom Dezember 2013 bis im D ezember 2014 bei der O.____ in P.____. Zwar finden sich in den dem Kantonsgericht vorl iegenden Akten keine Belege für die vom Beschwerdeführer angeführten Tätigkeiten, da der Beschwerdegegner sie aber nicht be- streitet, kann davon ausgegangen werden, dass sie den T atsachen entsprechen. Mit dem Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdegegner festzuhalten ist aber, dass der Beschwerde führer als Folge seiner unregel- mässigen Arbeitstätigkeit zunächst vom 1. März 2010 bis zum 31. August 2010 und sodann seit dem 1. Juli 2011 von der Sozialhilfe unterstützt werden musste. Bis zum Entscheid des Be- schwerdegegners ergab sich ein vom Beschwerdeführer unbe strittener Sozialhilfebezug von insgesamt Fr. 182‘438.--. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass dieser Betrag erheblich ist im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre chung zu Art. 62 lit. e AuG, wonach bereits ein Betrag in der Höhe von Fr. 50‘000.-- als e rheblich anzusehen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1 .3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3). Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Unbestritten ist auch, dass der Beschwerdeführer seit Juli 2011 und damit über ein e erhebliche Dauer Sozialhilfe bezieht. Neben der Sozialhilfeabhängigkeit waren auf den Beschwerdeführer im Betreibungsregister des Kantons Basel-Landschaft per 7. März 2017 zehn Betreibu ngen in der Höhe von insgesamt Fr. 33‘931.75 sowie vierzehn Verlustscheine in der Höh e von insgesamt Fr. 42‘648.95 regis- triert. In seinem Schreiben vom 31. August 2016 macht de r Beschwerdeführer geltend, dass er nach der Trennung von seiner Ehefrau im Oktober 2006 persönliche und gesundheitliche Prob- leme gehabt habe, welche zur unregelmässigen Arbeitstätigkeit geführt hätten. Diese Probleme seien nach seiner Ansicht der Grund für seine Arbeitslo sigkeit gewesen. Sie seien mittlerweile aber aus der Welt geräumt und er wolle arbeiten. Der zeit ist der Beschwerdeführer aber unbe- strittenermassen ohne Erwerbseinkommen und weiterhin au f die Sozialhilfe angewiesen. In Anbetracht der Sozialhilfeabhängigkeit sowie der Schuld en kann vorliegend nicht von einer ge- lungenen wirtschaftlichen Integration gesprochen werden . Der Beschwerdeführer ist auch ge- sellschaftlich und sozial nicht besonders integriert. So h at er mit Schreiben vom 31. August 2016 angegeben, in der Schweiz – abgesehen von seiner Ehefrau und seinen beiden Töch- tern – weder Verwandte noch Freunde zu haben, womit es als unglaubwürdig einzustufen ist, dass er nun in seiner Beschwerde behauptet, zahlreiche F reunde in der Schweiz zu haben. Auch ist weder geltend gemacht worden noch ersichtlich, d ass er sich in sonst einer Form ge- sellschaftlich engagieren würde, etwa als Mitglied in ei nem Club oder Verein. Für den Be- schwerdeführer sprechen einzig seine guten Sprachkenntnisse. Insgesamt kann daher mit dem Beschwerdegegner geschlossen werden, dass aufgrund der b eruflichen Situation, der verur- sachten Sozialhilfekosten, der hohen Schulden und der w eiteren genannten Umstände keine erfolgreiche Integration im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vorliegt. 5.1 Weiter besteht nach Auflösung der Ehe ein Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Wichtige Gründe können ge- mäss Art. 50 Abs. 2 AuG namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliede rung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint. Es handelt sich dabei um keine abschliessende A ufzählung (vgl. Urteil des Bundes- gerichts 2C_635/2009 vom 26. März 2010 E. 5.3.1 mit wei teren Hinweisen). Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG bezweckt, schwerwiegende Härtefälle zu vermeiden und lässt Behörden einen gewis- sen Ermessensspielraum in humanitärer Hinsicht (vgl. BGE 136 II 4 E. 5.3, in: Die Praxis [Pra] 5/2010, S. 360; Urteil des Bundesgerichts 2C_216/2009 vo m 20. August 2009 E. 2.1). Bei der Beurteilung des Härtefalles sind alle Gesichtspunkte und Besonderheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen (BGE 124 II 112 E. 2 mit Hinweisen). Si nd die Voraussetzungen von Art. 50 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 1 lit. b AuG erfüllt, besteht ein grundsätzlicher Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsbewilli- gung und der Entscheid darüber steht nicht im Ermessen d er Behörden (Urteil des Bundesge- richts 2C_711/2009 vom 30. April 2010 E. 2.2). Sind hingegen die Voraussetzungen von Art. 50 AuG im Einzelfall nicht erfüllt, führt dies zum Anspr uchsverlust und der Entscheid über die Ver- längerung der Bewilligung steht alsdann im behördlich en Ermessen (A NDREAS Z ÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände rrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 8.52). 5.2 Der Beschwerdeführer beruft sich auf die enge Bezie hung zu seinen Kindern, wobei eine schützenswerte Beziehung zu in der Schweiz anwesenheit sberechtigten Kindern grund- sätzlich als wichtiger Grund nach Art. 50 Abs. 1 lit. b A uG in Frage kommt (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.1). Bei gegebenen Voraussetzungen kann sich die au sländische Person auch auf den in Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte u nd Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 garant ierten Anspruch auf Fami- lienleben berufen, wobei Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 einen inhaltlich iden tischen Anspruch vermittelt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb). Es ist somit nachfolgend zu prüfen, ob ein wichtiger persönlicher Grund für einen weiteren Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schwei z in der Form einer grundrechtlich geschützten Beziehung zu seinen Schweizer Kindern vorliegt. 5.3 Der nicht obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann die familiäre Beziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränktem Rahmen pf legen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Elternteil daue rhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Fa- milienleben ist es grundsätzlich ausreichend, wenn das Besu chsrecht im Rahmen von Kurz- aufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobe i allenfalls die Modalitäten des Be- suchsrechts entsprechend auszugestalten sind (BGE 139 I 315 E. 2.2; Urteil des Bundesge- richts 2C_385/2014 vom 19. Januar 2015 E. 5.2.1). Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts kann ein weitergehendes Recht nur im Fall einer besonders engen wirtschaftli- chen und affektiven Familienverbindung zugestanden werd en, wenn diese aufgrund der zwi- schen den Ländern liegenden Distanz, die das Aufenthaltsl and des Kindes vom Herkunftsland seines Elternteils trennt, praktisch nicht aufrecht erhalt en werden kann und die ausländische Person in der Schweiz ein einwandfreies Verhalten an de n Tag gelegt hat (BGE 140 I 145 E. 3.2; BGE 139 I 315 E. 2.2; Urteil des Bundesgericht s 2C_385/2014 vom 19. Januar 2015 E. 5.2.1). 5.3.1 Nach der Rechtsprechung wird zunächst eine besonde rs enge affektive Familien- verbindung vorausgesetzt. Bei nicht obhutsberechtigte n ausländischen Elternteilen eines hier aufenthaltsberechtigten Kindes, welche aufgrund eine r inzwischen aufgelösten ehelichen Ge- meinschaft mit einem/einer schweizerischen Staatsangehörig en oder einer Person mit Nieder- lassungsbewilligung bereits eine Aufenthaltsbewilligu ng für die Schweiz besassen, ist das Er- fordernis der besonderen Intensität der affektiven Beziehung bereits dann als erfüllt anzusehen, wenn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heut igem Massstab üblichen Besuchs- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechts ausgeübt wird. In jedem Fall kommt es darauf an, dass das Besuchsrecht kontinuierlich und reibungslos ausgeübt wird. Das formelle Ausmass des Be suchsrechts ist mit anderen Wor- ten nur insoweit massgeblich, als dieses auch tatsächlich wa hrgenommen wird (BGE 139 I 315 E. 2.5; Urteil des Bundesgerichts 2C_582/2013 vom 2. Ap ril 2014 E. 2.2; T HOMAS HUGI YAR , "Bis dass der Tod Euch scheidet" - Übersicht über die migrations-rechtlichen Folgen in Krisensi- tuationen, Jusletter vom 17. März 2014, N 18). 5.3.2 Gemäss Ziffer 2 des Urteils des Gerichtspräsidenten d es Bezirksgerichts C.____ vom 19. Januar 2007 hat der Beschwerdeführer im Minimum das Recht und die Pflicht seine ältere Tochter C.A.____ wöchentlich einen Tag zu betreuen. E in väterliches Kindsferienrecht wurde nicht festgelegt. Die Kindsmutter bestätigte mit Schreib en vom 25. Oktober 2016, dass der Be- schwerdeführer das Besuchsrecht wöchentlich wahrnehme und darüber hinaus die ältere Toch- ter C.A.____ teilweise auch an Samstagen betreue (Schreiben des AfM zur Erteilung des recht- lichen Gehörs vom 5. Oktober 2016). Ausserdem gibt die K indsmutter im fraglichen Schreiben an, dass der Beschwerdeführer auch die jüngere Tochter D.A.____ wöchentlich betreue, jeweils von Sonntag bis Montag. Ebenfalls im fraglichen Schreibe n führt die Kindsmutter aus, dass die beiden Töchter ein herzliches Verhältnis zu ihrem Vater hätten. Diese Aussagen bestätigte die Kindsmutter sodann mit E-Mail vom 4. Dezember 2016. In Anbetracht dieser Umstände ist da- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein nach heutigem Massstab tendenziell bereits überdurchschnittliches Besuchsrecht wahrnimmt und somit da s Erfordernis der besonderen Intensität der affektiven Beziehung erfüllt ist. 5.4.1 Weiter wird nach der ständigen Bundesgerichtspraxi s verlangt, dass der nicht obhuts- berechtigte ausländische Elternteil auch in wirtschaftli cher Hinsicht eine besonders enge Ver- bindung zu seinem Kind pflegt (BGE 139 I 315 E. 2.5 ). Der Unterhalt ist dabei voraussetzungs- los, d.h. unabhängig von den konkreten Verhältnissen wie etwa der Besuchsrechtsregelung geschuldet (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Z ivil- gesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 2 zu Art. 276 ; BGE 120 II 177 E. 3b). Darüber hinaus kann unter gewissen Umständen eine besonders enge wirtscha ftliche Beziehung auch bei feh- lenden Unterhaltszahlungen bejaht werden, etwa wenn die affektiven Beziehungen besonders eng sind und sich der Elternteil intensiv um das Kind küm mert, damit etwa der andere einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachgehen kann (Urteil 2C_1125/2014 vom 9. September 2015 E. 4.6.1). Auch unter diesem Aspekt kommt es darauf an, dass die Unterstützung kontinuierlich und reibungslos erfolgt. 5.4.2 Gemäss Ziffer 4 des Urteils des Gerichtspräsidenten d es Bezirksgerichts C.____ vom 19. Januar 2007 hat der Beschwerdeführer zugunsten seiner Tochter C.A.____ der Kindsmutter monatlich einen Betrag in der Höhe von Fr. 650.-- zu bezahlen. Zusätzlich hat er unter demsel- ben Titel der Mutter jährlich einen Betrag in der Hö he von Fr. 1‘600.-- zu bezahlen. Wie den Akten zu entnehmen ist und vom Beschwerdeführer anerkannt wird, ist er jedoch aufgrund sei- ner Sozialhilfeabhängigkeit nicht in der Lage, Unterh altszahlungen für seine beiden Töchter zu leisten. Der Beschwerdeführer macht dafür geltend, dass er Betreuungs- und Naturalunterhalt in einem namhaften Umfang leiste. So betreue er seine Töchter wöchentlich an zwei Tagen und komme auch etwa für Lebensmittel, Schuhe und Kleidung auf und habe bisher an jedes Ski- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Pfadilager der älteren Tochter einen finanziellen Beitrag geleistet. Ausserdem habe er für beide Töchter ein Sparkonto eingerichtet, wobei das Sparkonto für die ältere Tochter mittlerwei- le einen Saldo in der Höhe von Fr. 1‘000.-- aufweise. Entsprechend sei im Lichte der bundesge- richtlichen Rechtsprechung eine enge wirtschaftliche Bezi ehung vorliegend zu bejahen. Der Beschwerdegegner führt aus, es scheine so, dass der Beschw erdeführer gewisse Betreuungs- aufgaben wahrnehme und in geringem Umfang Naturalle istungen erbringe. Indessen sei nicht ersichtlich, dass dieser Betreuungs- und Naturalunterhalt zu einer nennenswerten Entlastung der Kindsmutter führte und dieser ermöglichen würde, e iner regelmässigen Arbeitstätigkeit nachzugehen. Entsprechend vermöge der geleistete Betreu ungs- und Naturalunterhalt im vor- liegenden Fall auch im Lichte der vom Beschwerdeführer zitierten bundesgerichtlichen Recht- sprechung bei weitem keine enge wirtschaftliche Beziehung zu begründen (vgl. oben E. 5.4.1). Damit sei aufgrund der fehlenden Unterhaltszahlungen keine besonders enge wirtschaftliche Beziehung zu den beiden Töchtern gegeben. 5.4.3 Die Ausführungen des Beschwerdeführers, er leist e einen gewissen Betreuungs- und Naturalunterhalt, sind angesichts der Bestätigung durch d ie Kindsmutter glaubhaft gemacht (vgl. insbesondere die E-Mail der Kindsmutter vom 4. De zember 2016). Entsprechend ist zu beurteilen, ob der geleistete Betreuungs- und Natural unterhalt vorliegend im Gesamtzusam- menhang aller Umstände wesentlich ins Gewicht fällt, s odass gegebenenfalls eine enge wirt- schaftliche Beziehung zu den beiden Töchtern zu bejahen w äre (vgl. Urteil 2C_1125/2014 vom 9. September 2015 E. 4.6.1). Sowohl der Beschwerdefü hrer als auch dessen Ehefrau sind von der Sozialhilfe abhängig, weshalb die Unterhaltszahlu ngen vom Gemeinwesen bevorschusst werden müssen (vgl. die Beschwerdeschrift im vorliegenden Verfahren sowie die Schreiben von B.A.____ vom 25. Oktober 2016 und vom 8. Mai 2013). Es drängt sich in diesem Zusammen- hang die Frage auf, welches Gewicht diesen nichtgele isteten Unterhaltszahlungen zufolge So- zialhilfeabhängigkeit zukommt. Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit . e AuG kann eine Aufenthaltsbewilli- gung widerrufen oder nicht verlängert werden, wenn d er betroffene Ausländer auf Sozialhilfe angewiesen ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung i st hierfür aber vorausgesetzt, dass der Ausländer verschuldet sozialhilfeabhängig ist (Ur teil 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.2). Diese Rechtsprechung fusst auf dem Gebot der Verhältnismässigkeit, welches in Art. 5 Abs. 2 BV verbrieft ist und zwar nicht den Rang eines verfassungsmässigen Rechts, aber immerhin den eines verfassungsmässigen Prinzips hat (BGE 135 V 172 E. 7.3.2). Es drängt sich daher auf, auch bezüglich der nichtgeleisteten U nterhaltszahlungen auf das Verschulden des Beschwerdeführers abzustellen. Sollte der Beschwerdef ührer verschuldet sozialhilfeabhän- gig und damit einhergehend verschuldet mittellos sein, käme dem geleisteten Betreuungs- und Naturalunterhalt ein geringeres Gewicht zu und eine e nge wirtschaftliche Beziehung zu den Töchtern fiele angesichts der nichtgeleisteten Unterhaltszahlungen ausser Betracht. 5.4.4 Der Beschwerdeführer macht hinsichtlich seines Verschu ldens an seiner Sozialhilfeab- hängigkeit geltend, dass er sich regelmässig und bei viel en Arbeitgebern um eine neue Stelle beworben habe. Er habe entsprechend alles Zumutbare un ternommen, um sich von der Sozial- hilfe zu lösen, weswegen man ihm kein Verschulden vorw erfen könne. Dies werde von der So- zialhilfebehörde der Gemeinde C.____ sowie von der Sozi alberatung Q.____ bestätigt. Insbe- sondere sei der Beschwerdeführer auch persönlich bei Arb eitgebern vorstellig geworden, um Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich um Stellen zu bewerben. Der Beschwerdegegner macht demgegenüber geltend, dass der Beschwerdeführer nicht alle zumutbaren Anstrengungen unternommen habe, um sich von der Sozialhilfe zu lösen. Die Bewerbungen, welche der Beschw erdeführer im Verfahren vor dem Beschwerdegegner eingereicht hatte, beträfen einzig di e Monate Oktober bis Dezember des Jahres 2016. Diese Bewerbungen seien erst unter dem Dru ck des laufenden Wegweisungsver- fahrens eingereicht worden. Ausserdem sei dem Beschwerde führer seine Stelle, welche er am 1. Februar 2017 im Zentrum Passwang in Breitenbach an getreten habe, bereits nach zwei Wo- chen fristlos gekündigt worden, da er ohne Grund nicht mehr zur Arbeit erschienen sei. Ent- sprechend sei das Verschulden des Beschwerdeführers gross. 5.4.5 Vorliegend ist einzuräumen, dass sowohl die Sozial hilfebehörde der Gemeinde C.____ (vgl. E-Mail der Sozialhilfebehörde C.____ vom 25. Apr il 2016) als auch die Sozialberatung Q.____ (vgl. E-Mail der Sozialberatung Q.____ vom 11. Dezember 2014; Schreiben der Sozial- beratung Q.____ vom 13 Dezember 2016) dem Beschwerdefü hrer bescheinigen, sich ernsthaft um eine Stelle bemüht zu haben. Indessen ist vorliegen d auch darauf hinzuweisen, dass die Bewerbungsschreiben des Beschwerdeführers, soweit sie sich in den Akten befinden, relativ standardisiert sind. Insofern stellt sich die Frage, ob d erartige Bewerbungsschreiben auf dem heutigen Stellenmarkt noch als erfolgversprechend und damit als geeignete Stellensuche ange- sehen werden können. Mit dem Beschwerdegegner ist ausserd em festzuhalten, dass nicht er- sichtlich ist, warum der Beschwerdeführer seine im Februa r 2017 angetretene Stelle beim J.____ in K.____ bereits nach zwei Wochen wieder verlor. Der Beschwerdegegner wirft dem Beschwerdeführer sogar sowohl in seinem Entscheid vom 2 8. März 2017 als auch in seiner Vernehmlassung vom 20. Juni 2017 ein grosses Verschulden am Verlust dieser Stelle vor. An- gesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer diesen Vor wurf in keiner Weise bestritten hat, kann kein anderer Schluss gezogen werden, als dass e r tatsächlich nach zwei Wochen unentschuldigt und grundlos zwei Tage der Arbeit ferng eblieben ist und deswegen seine Stelle verlor. Damit ist sein Verschulden am Stellenverlust gro ss. Entsprechend kann die Frage offen- bleiben, ob die vorangegangenen Stellenbewerbungen d es Beschwerdeführers den Anforde- rungen genügten und welche Bedeutung den zahlreichen während des kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens eingereichten Bewerbungen allenfa lls zukäme. Denn angesichts der Tatsache, dass er eine ihm zumutbare Stelle mutwillig n ach kurzer Zeit wieder verloren hat, hat er nicht alles Zumutbare unternommen, um sich von der Sozialhilfe zu lösen. Damit ist auch die Sozialhilfeabhängigkeit verschuldet. Wenn die Sozialhilf eabhängigkeit verschuldet ist, geht da- mit auch einher, dass die Unterhaltszahlungen für die b eiden Töchter des Beschwerdeführers verschuldet nicht geleistet wurden und werden. Denn wer verschuldet keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist verschuldet mittellos. Damit fällt auch de r durch den Beschwerdeführer geleistete Betreuungs- und Naturalunterhalt nicht besonders ins Ge wicht. Unter diesen Umständen muss eine besonders enge wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinen beiden Töchtern verneint werden. 5.5 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass sich der Besch werdeführer nicht erfolgreich auf sein konventions- und verfassungsmässig geschütztes Recht au f Familienleben berufen kann sowie dass kein nachehelicher Härtefall vorliegt. Er verfügt demnach über keinen Rechts- anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Beschwe rdeführers auf Er- teilung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren V erlängerung im Ermessen der Behörde. Da- zu bedarf es eines Ermessensentscheids, welcher nach den a llgemeinen Grundsätzen pflicht- gemäss und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfa lls zu treffen ist (vgl. Z ÜND / ARQUINT HILL , a.a.O., N 8.44). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung ha ben die Behörden ge- mäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. Im angefo chtenen Entscheid vom 28. März 2017 hat der Regierungsrat, welchem volle Kognition im Be reich der Ermessensprüfung zukommt, diese Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichtig ung sämtlicher Umstände des Einzelfal- les beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begrü ndet. Somit hat sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Interessen auseinandergesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Eine weitergehende inhaltliche Angemessenhei tskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (vgl. E. 2). Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsb ewilligung ermessensweise zu verlän- gern. 7.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die N ichtverlängerung der Aufenthaltsbewil- ligung verhältnismässig ist, d.h. ob sie dazu dient, ein öffentliches Interesse durchzusetzen, ob sie hierzu geeignet ist, ob es kein milderes Mittel gibt, und ob die durchzusetzenden öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Bewilligung d ie privaten Interessen des Beschwerde- führers am Verbleib in der Schweiz gestützt auf eine um fassende Güterabwägung überwiegen (Art. 96 AuG; vgl. B ENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 201 0, N 10 ff. zu Art. 96). Infrage kom- mende öffentliche Interessen sind vorliegend das Durchsetz en der Einwanderungspolitik der Schweiz sowie der Schutz des Fiskus und der notwendigen Mit tel für die Aufrechterhaltung des sozialen Netzes vor zukünftiger Belastung (KGE VV vom 18. November 2009 [810 09 127] E. 7.2). Bei der Interessenabwägung stellt sich im Rahm en des Widerrufs oder der Nichtverlän- gerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG insbesondere die Frage des Selbstverschuldens der Sozialhilfeabhängigkeit. Fälle unverschuldeter Notlage sollen nicht zum Widerruf wegen Sozialhilfeabhängigkeit führen (Urtei l des Bundesgerichts 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 4.1). Intensive familiäre Beziehungen oder die vorgängige Asylgewährung vermögen die öffentlichen Interessen ebenfalls zu relat ivieren. Namentlich sind der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). 7.2 Eine Wegweisung ist für die Verwirklichung der vorl iegenden öffentlichen Interessen geeignet. Mildere Massnahmen sind nicht ersichtlich, insbes ondere da der Beschwerdeführer bereits zweimal erfolglos ermahnt und verwarnt wurde. Somit bleibt zu prüfen, ob die Mass- nahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizier en ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Interessenabwä gung vorgenommen werden. Für den Beschwerdeführer spricht vorliegend, dass er im Alter von 28 Jahren in die Schweiz einge- reist ist und sich seither seit fünfzehn Jahren und sechs Mona ten in der Schweiz aufhält. Ge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss ab einer zehnjährigen Anwesenheitsdauer von einem grossen Interesse am weiteren Verbleib in der S chweiz ausgegangen werden (BGE 119 Ib 1 E. 4c). Dieses vorhandene private Interesse wird allerdings durch die vorliegenden weite- ren Umstände relativiert. Der Beschwerdeführer ist in Anbetracht seines langjährigen Aufenthal- tes in der Schweiz schlecht integriert. Die wirtschaftliche Integration ist angesichts der Sozialhil- febezüge und Schulden nicht gegeben (vgl. oben E. 4.2 .3). Die Sozialhilfeabhängigkeit ist aus- serdem selbstverschuldet (vgl. oben E. 5.4.5). In beruf licher Hinsicht ist zu beachten, dass er zuletzt im Februar 2017 eine Stelle angenommen hatte , welche er aber bereits nach zwei Wo- chen verschuldet wieder verlor. Angesichts der Stellensuchbemühungen über längere Zeit, wel- che schliesslich erfolgreich waren, durch den Beschwerdefüh rer sogleich aber wieder zunichte gemacht wurden, kann entsprechend auch nicht damit ger echnet werden, dass er demnächst wieder ein Erwerbseinkommen erzielen wird. Es muss ent sprechend davon ausgegangen wer- den, dass der Beschwerdeführer auch weiterhin auf die S ozialhilfe angewiesen sein wird. Auch übt der Beschwerdeführer keine besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Sicht eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. Die soziale Integration des Beschwerdeführers ist zwar teilwei se vorhanden, da seine Ehefrau und seine beiden Töchter in der Schweiz leben. Gemäss eigen en Angaben im Schreiben vom 31. August 2016 hat der Beschwerdeführer jedoch über diese sozialen Kontakte hinaus keine Freunde in der Schweiz, womit es als unglaubwürdig ein zustufen ist, dass er nun in seiner Be- schwerde behauptet, zahlreiche Freunde in der Schweiz zu haben. Auch andere persönliche Verbindungen zur Schweiz scheint er nicht zu haben. Schli esslich ist auch weder geltend ge- macht worden noch ersichtlich, dass er eine Mitgliedschaf t in einem Club oder einem Verein besässe. Demgegenüber leben gemäss Aussagen des Beschwerde führers sowohl seine Eltern als auch zwei seiner Schwestern und zwei seiner Brüder in s einer Heimat Tunesien (vgl. Schreiben vom 31. August 2016). Weiter ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer erst im Alter von 28 Jahren in die Schweiz gekommen ist und somit seine gesamte Kindheit und Ju- gend sowie einen Teil seines Erwachsenenlebens in Tunesien verbracht hat. Er ist mit den dor- tigen Verhältnissen vertraut und der dortigen Sprache mächtig. Durch seine Eltern sowie seine vier Geschwister hat er sodann im Falle einer Rückkehr in seine Heimat ein soziales Netz, dass ihm behilflich sein kann. Den Kontakt zu seinen Kindern kann der Beschwerdeführer auch aus Tunesien aufrechterhalten, sei dies durch die Wahrnehmung seines Besuchsrechts im Rahmen von Kurzaufenthalten oder mittels moderner Kommunikationsmittel. Insgesamt spricht die lange Aufenthaltsdauer sowie die affektive Beziehung zu seinen Töchtern für ein grosses Interesse am Verbleib in der Schweiz. Hingegen fallen die Sozial hilfeabhängigkeit, die Verschuldung, die berufliche Situation und die mangelhafte soziale Int egration zuungunsten des Beschwerdefüh- rers ins Gewicht. Überdies erscheint die Rückkehr nach Tunesi en als zumutbar. Mangels einer besonders intensiven wirtschaftlichen Beziehung zu seinen beiden Töchtern (vgl. oben E. 5.3 ff.) lassen auch die Vorgaben des Übereinkommen s vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK) die Intere ssenabwägung vorliegend nicht zugunsten des Beschwerdeführers ausfallen (Urteil des Bund esgerichts 2C_956/2012 vom 22. Februar 2013 E. 3.4.3). In Würdigung der gesamten Umstände erweist sich der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung somit als verhältnismässig. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Festzuhalten bleibt schliesslich, dass der Beschwerdegegne r die Voraussetzungen für die Erteilung einer Härtefallbewilligung im Sinne v on Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG unter Berücksich- tigung aller Umstände des Einzelfalls geprüft und das Vo rliegen eines Härtefalls zu Recht ver- neint hat (vgl. E. 8 des angefochtenen Entscheids). Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewil- ligung des Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Der Beschwe rdeführer stellt das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Ve rbeiständung. Unter Berücksichtigung der eingereichten Unterlagen ist die Bedürftigkeit de s Beschwerdeführers für das vorliegende Beschwerdeverfahren nachgewiesen. Da auch die übrigen Voraussetzungen von § 22 Abs. 1 und 2 VPO erfüllt sind, ist dem Gesuch zu entsprechen. 9.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantons- gericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen di e Gerichtsgebühren sowie die Be- weiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend sind die Verfahren skosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu erlegen. Zufolge Gewährung der un- entgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 9.3 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zuge- sprochen werden. Die Parteikosten sind demzufolge wettzu schlagen (§ 21 Abs. 1 VPO e contrario). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. In seiner Honorarno- te vom 25. Juli 2017 macht der Rechtsvertreter des Beschw erdeführers einen Aufwand von 15 Stunden à Fr. 135.--, erbracht durch Volontäre, sow ie 0.5 Stunden à Fr. 200.--, erbracht durch ihn selbst, geltend. Jedoch sind für die Zeit ab dem 29. März 2017 und damit für das Verfahren vor Kantonsgericht nur 5.5 Stunden durch Volontäre und 0.5 Stunden durch den Rechtsvertre- ter des Beschwerdeführers geltend gemacht. Nur diese L eistungen können im vorliegenden Verfahren berücksichtigt werden. Was die vom Rechtsvertre ter des Beschwerdeführers selbst erbrachten 0.5 Stunden anbelangt, können diese inde ssen ebenfalls nicht berücksichtigt wer- den, da es als notorisch anzusehen ist, dass der Klient de n mandatsführenden Anwalt zu Be- ginn des Mandats instruiert und erst danach das Mandat an einen Volontär abgegeben wird. Somit muss angenommen werden, dass die geltend gemachten 0.5 Stunden zu Beginn des Mandats und damit vor dem 29. März 2017 angefallen sin d. Die geltend gemachten 5.5 Stun- den für Aufwendungen durch Volontäre sind bezüglich ihr es Umfangs nicht zu beanstanden. Indessen wird für durch Volontäre erbrachte Leistungen lediglich ein Stundensatz von Fr. 100.-- als angemessen erachtet (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnu ng für die Anwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers somit ein Honorar i n der Höhe von Fr. 1‘374.50 (5.5 Stunden x Fr. 100.-- zuzüglich Spesen in der Höhe von Fr. 722.70 sowie 8 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Proze ssführung und Verbeiständung bewilligt. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 5. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘374.50 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 11. Januar 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_23/2018) erhoben.