<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00333</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223672&amp;W10_KEY=13045535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00333</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.11.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Disziplinarstrafe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Disziplinarstrafe. Ein Disziplinarvergehen verübt gemäss § 23b Abs. 2 lit. b StJVG, wer Einrichtungen und andere Gegenstände in der Vollzugseinrichtung vorsätzlich oder grobfahrlässig beschädigt und dabei einen erheblichen Schaden verursacht (E. 2.1). Gemäss § 19 Abs. 1 der Hausordnung der JVA Pöschwies ist der Gefangene für den Schaden verantwortlich, den er absichtlich oder grobfahrlässig der JVA Pöschwies zufügt. Er hat dafür in angemessenem Umfang aufzukommen (E. 2.2). Die Annahme, dass der Beschwerdeführer ein Buch unter den Standfuss der Fernseher stellte â wie dies Insassen anscheinend regelmässig tun â und die Fernseher dadurch umkippten, erscheint wesentlich plausibler als seine Behauptung, ein ihm nicht wohlgesinnter Aufseher habe die Fernseher geradezu vorsätzlich beschädigt, um ihn in gleichsam konspirativer Absprache mit einem ihm ebenfalls nicht wohlgesinnten Mitgefangenen aus der Normalvollzugsgruppe zu vertreiben. Dass die Fernseher an zwei aufeinanderfolgenden Tagen beschädigt wurden, erscheint zwar tatsächlich als "unsinnig", stützt aber die Einschätzung der Vorinstanzen, wonach sich der Beschwerdeführer â jedenfalls was den zweiten Vorfall betrifft â mindestens grobfahrlässig verhielt und damit den Tatbestand von § 23b Abs. 2 lit. b StJVG erfüllte. Zu Recht erachtete die Justizdirektion schliesslich auch die â mildeste â Sanktion des Verweises in diesem Fall als verhältnismässig. Verhältnismässig erscheint schliesslich auch die angeordnete Beteiligung am verursachten Schaden, wozu sich der Beschwerdeführer nicht äussert (E. 3.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARSTRAFE">DISZIPLINARSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHBESCHÃDIGUNG">SACHBESCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWEIS">VERWEIS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 23b Abs. II lit. b StJVG</span><br/><span class="gerade">§ 23c Abs. I lit. a StJVG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64195" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00333</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. November 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A, zzt. JVA Cazis Tignez,</p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Justizvollzug und Wiedereingliederung, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Disziplinarstrafe,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit DisziplinarverfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2023 bestrafte die Justizvollzugsanstalt (JVA) PÃ¶schwies A wegen mehrfacher grobfahrlÃ¤ssiger BeschÃ¤digung von Einrichtung in der Vollzugseinrichtung unter Verursachung eines erheblichen Schadens mit einem Verweis. Zudem verpflichtete sie A, fÃ¼r den von ihm an den Fernsehern verursachten SchÃ¤den von insgesamt Fr. 700.- im Umfang von Fr. 350.- aufzukommen; der Betrag werde von seinem Freikonto abgezogen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 2. April 2023 erhob A Rekurs bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (fortan: Justizdirektion) und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung der DisziplinarverfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2023. Mit VerfÃ¼gung Nr. 2023-1172 vom 6. Juni 2023 wies die Justizdirektion den Rekurs ab. Die Verfahrenskosten von total Fr. 250.- auferlegte sie A.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>In der Folge gelangte A mit Beschwerde vom 11. Juni 2023 (Poststempel vom 12. Juni 2023) an das Verwaltungsgericht und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 31. MÃ¤rz 2023. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Juni 2023 erÃ¶ffnete das Verwaltungsgericht den Schriftenwechsel und zog die Akten bei. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Eingabe vom 14. Juni 2023 (Datum des Poststempels) liess A dem Verwaltungsgericht in Kopie drei als "Beschwerde" bzw. "Aufsichtsbeschwerde" bezeichnete, Angestellte der JVA PÃ¶schwies betreffende, Schreiben zukommen. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Juni 2023 nahm das Verwaltungsgericht diese Eingabe zu den Akten des vorliegenden Verfahrens VB.2023.00333. Dabei erwog es, am Verwaltungsgericht seien zurzeit mehrere Verfahren hÃ¤ngig, welche Beschwerden von A gegen "den Beschwerdegegner" (gemeint: Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons ZÃ¼rich) zum Gegenstand hÃ¤tten. Da die Eingabe vom 14. Juni 2023 keine Verfahrensnummer trage und keinem hÃ¤ngigen Beschwerdeverfahren zweifelsfrei zugordnet werden kÃ¶nne, indessen nicht davon auszugehen sei, dass A um ErÃ¶ffnung eines neuen (Aufsichts-)Beschwerdeverfahrens habe ersuchen wollen, werde die Eingabe â als nachtrÃ¤gliche Beschwerdebeilage â ausschliesslich zu den Akten des (jÃ¼ngsten) Verfahrens VB.2023.00333 genommen. A stehe es indes offen, schriftlich und unter genauer Angabe der jeweiligen GeschÃ¤ftsnummer die Aufnahme der Eingabe vom 14. Juni 2023 in die Akten eines anderen hÃ¤ngigen Beschwerdeverfahrens zu beantragen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit Eingabe vom 16. Juni 2023 beantragte die Justizdirektion die Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte Justizvollzug und Wiedereingliederung mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2023. Weitere Eingaben erfolgten nicht.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da kein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung gegeben ist, ist nach § 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG der Einzelrichter zum Entscheid berufen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Wie das Verwaltungsgericht bereits mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Juni 2023 erwog, ist nicht davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit seiner Eingabe vom 14. Juni 2023 um ErÃ¶ffnung eines neuen (Aufsichts-)Beschwerdeverfahrens ersuchen wollte (vorn III.B.). Der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¤usserte sich in der Folge denn auch nicht gegenteilig. Ohnehin kommen dem Verwaltungsgericht keine Aufsichtsfunktionen gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner zu (vgl. Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 5 N. 16; Martin Bertschi, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 61, 72 ff. und 85), weshalb es fÃ¼r eine aufsichtsrechtliche ÃberprÃ¼fung des Verhaltens des Beschwerdegegners bzw. dessen Mitarbeitenden nicht zustÃ¤ndig wÃ¤re. GemÃ¤ss § 30 des Straf- und Justizvollzugsgesetzes vom 19. Juni 2006 (StJVG; LS 331) kÃ¶nnen Personen, die sich im Straf- oder Massnahmenvollzug befinden, gegen das Verhalten von Mitarbeitenden des Justizvollzugs bei der Leitung der betreffenden Verwaltungseinheit Beschwerde fÃ¼hren.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 91 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) kÃ¶nnen gegen Gefangene, die in schuldhafter Weise gegen Strafvollzugsvorschriften oder den Vollzugsplan verstossen, Disziplinarsanktionen verhÃ¤ngt werden. Im Kanton ZÃ¼rich ist das Disziplinarrecht fÃ¼r den Straf- und Massnahmenvollzug gestÃ¼tzt auf Art. 91 Abs. 3 StGB in den §§ 23b ff. StJVG geregelt. Nach § 23b Abs. 1 lit. a und lit. b StJVG werden Personen, die in Vollzugseinrichtungen eingewiesen sind, mit Disziplinarmassnahmen belegt, wenn sie unter anderem gegen Hausordnungen, Reglemente oder andere Vollzugsvorschriften oder ihnen im Rahmen der Vollzugsplanung auferlegte Verpflichtungen verstossen. Ein Disziplinarvergehen verÃ¼bt namentlich, wer Einrichtungen und andere GegenstÃ¤nde in der Vollzugseinrichtung vorsÃ¤tzlich oder grobfahrlÃ¤ssig beschÃ¤digt und dabei einen erheblichen Schaden verursacht (§ 23b Abs. 2 lit. b StJVG). In Art. 91 Abs. 2 StGB und § 23c Abs. 1 StJVG sind die zulÃ¤ssigen Disziplinarmassnahmen aufgelistet. Als solche kommt unter anderem ein schriftlicher Verweis infrage (§ 23c Abs. 1 lit. a StJVG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss § 19 Abs. 1 der Hausordnung der JVA PÃ¶schwies (Fassung vom 1. November 2022) ist der Gefangene fÃ¼r den Schaden verantwortlich, den er absichtlich oder grobfahrlÃ¤ssig der JVA PÃ¶schwies zufÃ¼gt. Er hat dafÃ¼r in angemessenem Umfang aufzukommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Bei der Bemessung der Disziplinarstrafe steht der VollzugsbehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Sie ist jedoch nicht vÃ¶llig frei, sondern hat ihr Ermessen pflichtgemÃ¤ss auszuÃ¼ben; sie muss ihre Meinung sorgfÃ¤ltig, gewissenhaft und unvoreingenommen bilden und auf nachvollziehbare Weise begrÃ¼nden, wie sie zu ihrer Ãberzeugung gelangt ist. Ferner hat sie sich an den allgemeinen RechtsgrundsÃ¤tzen und den verwaltungsrechtlichen<span> Grundprinzipien â namentlich dem Rechtsgleichheitsgebot, dem Gebot von Treu und Glauben und dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip â zu orientieren (statt vieler VGr, 27. Januar 2023, VB.2022.00226, E. 3.3).</span> Der Disziplinarentscheid erfolgt aufgrund einer umfassenden WÃ¼rdigung insbesondere der objektiven Schwere des Disziplinarvergehens, des bisherigen Verhaltens im Vollzug und der BeweggrÃ¼nde. Die Massnahme soll zum begangenen Disziplinarvergehen in Beziehung stehen und geeignet sein, kÃ¼nftige VerstÃ¶sse gegen die Anstaltsdisziplin zu verhindern (§ 164 Abs. 2 der Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 [JVV; LS 311.1]). Bei der Beurteilung werden die Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs sinngemÃ¤ss angewendet (§ 165 Abs. 1 JVV).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft angefochtene Entscheide grundsÃ¤tzlich nur auf Rechtsverletzungen hin. Als Rechtsverletzung gelten auch Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼ber- sowie Ermessensunterschreitung (§ 50 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Beschwerdegegner begrÃ¼ndete die Disziplinierung des BeschwerdefÃ¼hrers damit, dass dieser innerhalb von zwei Tagen zwei seiner Fernseher kaputt gemacht habe, indem er jeweils ein Buch unter den Standfuss gelegt habe, wodurch die Fernseher instabil geworden und runtergefallen seien. Beide Fernseher hÃ¤tten ein identisches Schadensbild aufgewiesen, welches gemÃ¤ss zwei Mitarbeitern des technischen Dienstes der JVA PÃ¶schwies auf eine Ã¤ussere Einwirkung zurÃ¼ckzufÃ¼hren sei. SpÃ¤testens bei Erhalt des Ersatzfernsehers hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer wissen mÃ¼ssen, dass der Fernseher sehr instabil sei und zusÃ¤tzlich an StabilitÃ¤t verliere, wenn ein Buch unter den Standfuss gelegt werde. Es kÃ¶nne deshalb mindestens von grobfahrlÃ¤ssiger oder gar eventualvorsÃ¤tzlicher SachbeschÃ¤digung ausgegangen werden. Der Beschwerdegegner stÃ¼tzte sich in der VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2023 namentlich auf zwei GesprÃ¤chsnotizen von Aufsehern der JVA PÃ¶schwies, beide vom 30. MÃ¤rz 2023. GemÃ¤ss der einen GesprÃ¤chsnotiz habe ein Mitgefangener des BeschwerdefÃ¼hrers am 29. MÃ¤rz 2023 erzÃ¤hlt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits am Vorabend auf der Gruppe damit geprahlt habe, wie clever er sei, und dass er seinen Fernseher, der ihm umgekippt sei, nicht selbst bezahlen mÃ¼sse. Zudem habe der BeschwerdefÃ¼hrer gesagt, dass er ein Buch unter den Fernseher gelegt habe; dieser sei dabei umgefallen. Dem Personal gegenÃ¼ber habe er indes gesagt, dass ein Mitarbeiter dafÃ¼r verantwortlich sei. Nach der anderen GesprÃ¤chsnotiz habe ein weiterer Mitgefangener des BeschwerdefÃ¼hrers am 30. MÃ¤rz 2023 im AufsichtsbÃ¼ro angegeben, dass er sich bei diesem nach der Ursache fÃ¼r die VorfÃ¤lle erkundigt habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe ihm gesagt, er habe ein Buch unter den Standfuss der Fernseher gelegt, um besser fernsehen zu kÃ¶nnen; infolgedessen seien die Fernseher umgekippt und zu Schaden gekommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Justizdirektion erwog in der VerfÃ¼gung vom 6. Juni 2023, es sei unbestritten, dass die beiden Fernseher durch Ã¤ussere Einwirkung kaputtgegangen seien. Die Darstellungen des Beschwerdegegners seien schlÃ¼ssig, nachvollziehbar und mit entsprechenden AbklÃ¤rungen zur Ursache des Schadens belegt worden. GrÃ¼nde, weshalb der Beschwerdegegner den BeschwerdefÃ¼hrer zu Unrecht belasten sollte, seien nicht ersichtlich. Zwei Mitarbeiter des technischen Dienstes hÃ¤tten den Ersatzfernseher begutachtet und eine Ã¤ussere Einwirkung als Ursache des Schadens festgestellt, das Herausziehen der Stecker durch einen Mitarbeiter der JVA PÃ¶schwies demgegenÃ¼ber zweifellos als solche ausschliessen kÃ¶nnen. Sodann hÃ¤tten zwei Mitgefangene bestÃ¤tigt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ein Buch unter den Standfuss der Fernseher gestellt habe und diese dadurch umgefallen seien. Anhaltspunkte, dass die Mitgefangenen durch den Aufseher beeinflusst worden wÃ¤ren, lÃ¤gen keine vor. Ihre Aussagen seien glaubhaft und stimmten Ã¼berein. Zudem sei davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner (bzw. die Aufseher) die beiden Mitgefangenen trotz ihrer nur geringen Deutschkenntnisse genÃ¼gend verstanden habe.</p> <p class="Erwgung2">Was der BeschwerdefÃ¼hrer geltend mache, Ã¼berzeuge hingegen nicht. So bringe er vor, der diensthabende Aufseher sei ein bÃ¶swilliger Mensch; er habe die Fernseher kaputtgemacht und die beiden Mitgefangenen zu einer Falschaussage verleitet. Abgesehen von der vermeintlichen Provokation des Aufsehers gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer bestÃ¼nden allerdings keine Anhaltspunkte, welche diese Unterstellungen stÃ¼tzten. Die Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers zu den beiden Mitgefangenen fÃ¼hre nicht dazu, an deren Glaubhaftigkeit zu zweifeln. Sodann gebe es keinerlei Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der Aufseher die beiden Fernseher umgestossen und dies "absichtlich" getan haben sollte. Die Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers seien folglich als Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Es sei auch nicht ersichtlich, weshalb der Fernseher durch das Herausziehen der Stecker umfallen sollte. Ohnehin seien die Stecker gemÃ¤ss den Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers nur beim ersten Fernseher herausgezogen worden, was das identische Schadensbild nicht erklÃ¤ren kÃ¶nne. Wenn der erste Fernseher durch das Herausziehen der Stecker und der Ersatzfernseher durch Umstossen umgefallen sein soll, sei es unwahrscheinlich, dass beide Fernseher genau gleich gefallen sein und denselben Schaden genommen haben sollen. Naheliegend sei vielmehr, dass das Schadensbild durch die gleiche Ursache entstanden sei. Dies kÃ¤me etwa in Betracht, wenn ein Buch unter den Standfuss der Fernseher gestellt worden sei und die Fernseher daraufhin umgekippt seien. Entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer sei nicht von Belang, ob er sich zunÃ¤chst in die Kantine und dann ins AufsichtsbÃ¼ro begeben habe; dies belege auch nicht, dass er den Fernseher nicht selbst kaputt gemacht hat. Ebenso wenig relevant sei, ob der BeschwerdefÃ¼hrer â anlÃ¤sslich der AnhÃ¶rung vom 28. MÃ¤rz 2023 â von sich aus betont habe, die ZellentÃ¼r stets zu schliessen, oder ob er dies auf entsprechende Nachfrage hin gesagt habe. Die "AnhÃ¶rung" (gemeint wohl das entsprechende Protokoll) gebe mÃ¶glichst den Wortlaut der Aussagen wieder, geringfÃ¼gige Abweichungen bedeuteten aber nicht, dass die (Kern-)Aussagen falsch niedergeschrieben worden seien. Demnach sei es auch unerheblich und Ã¤ndere es an der Glaubhaftigkeit des einen Mitgefangenen nichts, wenn nicht der genaue Wortlaut protokolliert worden sei.</p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten â so die Justizdirektion â sei entsprechend den plausiblen AusfÃ¼hrungen des Beschwerdegegners in der Rekursantwort davon auszugehen, dass viele Insassen ein Buch unter den Standfuss des Fernsehers lÃ¤gen, wodurch dieser instabil werde. Es sei naheliegend, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ebenfalls ein Buch unter den Standfuss der Fernseher gelegt habe und sie dadurch heruntergefallen seien. Da der BeschwerdefÃ¼hrer gleich zwei Tage nacheinander einen Fernseher kaputtgemacht habe, kÃ¶nne von einer grobfahrlÃ¤ssigen Handlung ausgegangen werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe bereits beim ersten defekten Fernseher gewusst, dass kein Buch unter den Standfuss gelegt werden sollte. Dass er dies dennoch am Folgetag erneut getan habe, stelle eine Missachtung der elementaren Vorsichtsmassnahmen dar. Er sei demzufolge zu Recht diszipliniert worden und habe fÃ¼r den Schaden anteilsmÃ¤ssig aufzukommen.</p> <p class="Urteilstext"><span>In Bezug auf die Sanktion erwog die Justizdirektion, der BeschwerdefÃ¼hrer sei mit einem Verweis bestraft und es seien ihm zur Schadensdeckung Fr. 350.- â bei einem Gesamtschaden von Fr. 700.- â von seinem Freikonto abgezogen worden. Der Verweis liege im unteren Rahmen der mÃ¶glichen Sanktionen. Die Schadensdeckung liege im mittleren Bereich, sei jedoch als begleitende Massnahme unter BerÃ¼cksichtigung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in den letzten zwÃ¶lf Monaten mehrfach habe diszipliniert werden mÃ¼ssen, angemessen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt nichts vor, was die ErwÃ¤gungen der Justizdirektion, auf die in Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG verwiesen werden kann, infrage stellen wÃ¼rde, zumal er mit Beschwerde lediglich im Wesentlichen bereits im Rekursverfahren geltend Gemachtes wiederholt und sich darauf beschrÃ¤nkt, in pauschaler Weise seine Sicht der Dinge den AusfÃ¼hrungen der Justizdirektion und des Beschwerdegegners gegenÃ¼berzustellen. Die Annahme, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ein Buch unter den Standfuss der Fernseher stellte â wie dies Insassen anscheinend regelmÃ¤ssig tun â und die Fernseher dadurch umkippten, erscheint wesentlich plausibler als die gÃ¤nzlich unbelegte Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers, ein ihm nicht wohlgesinnter Aufseher der JVA PÃ¶schwies habe die Fernseher geradezu vorsÃ¤tzlich beschÃ¤digt, um ihn in gleichsam konspirativer Absprache mit den ihm ebenfalls nicht wohlgesinnten Mitgefangenen "aus dem NV 3 zu vertreiben". Ein unsanftes Herausziehen der Stecker wurde von Mitarbeitern des technischen Dienstes der JVA PÃ¶schwies als Schadensursache ausgeschlossen. Insofern spielt es keine Rolle, dass die Stecker gemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer eingesteckt waren, als dieser den Schaden am zweiten Fernseher feststellte. Dass die Fernseher an zwei aufeinanderfolgenden Tagen beschÃ¤digt wurden, erscheint zwar tatsÃ¤chlich als "unsinnig", stÃ¼tzt aber die EinschÃ¤tzung der Vorinstanzen, wonach sich der BeschwerdefÃ¼hrer â jedenfalls was den zweiten Vorfall betrifft â mindestens grobfahrlÃ¤ssig verhielt und damit den Tatbestand von § 23b Abs. 2 lit. b StJVG erfÃ¼llte. Zu Recht erachtete die Justizdirektion schliesslich auch die â mildeste â Sanktion des Verweises in diesem Fall als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Insofern fielen die zahlreichen vorangehenden Disziplinierungen des BeschwerdefÃ¼hrers gar nicht ins Gewicht. VerhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint schliesslich auch die angeordnete Beteiligung im Umfang von Fr. 350.- am verursachten Gesamtschaden von Fr. 700.-; der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¤ussert sich nicht dazu.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung hat er nicht beantragt und stÃ¼nde ihm mangels Obsiegens auch nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 120.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'120.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Justizdirektion;<br/> c) das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>