B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-47/2013 U r t e i l v o m 2 1 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richterin Contessina Theis, Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Russland, vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler, BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2012 / N (…). D-47/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin reichte am 3. Oktober 2011 zusammen mit ihrer Mutter C._______ (N […]) im Empfangs - und Verfahrenszent rum (EVZ) D._______ ein Asylgesuch ein, wo sie am 21. Oktober 2011 befragt wurde. Am 22. November 2012 wurde sie in E._______ zu ihren Asy l- gründen angehört. A.b Anlässlich der Befragung und der Anhörung machte die Beschwerde- führerin im Wesentlichen geltend, sie sei tsc hetschenischer Ethnie und in F._______ (Tschetschenien) geboren, wo sie bis zu ihrer Ausreise gelebt habe. Sie habe vier Geschwister; ihr Vater sei im Jahre 2004 gestorben. Da sich G._______, ihr Onkel mütterlicherseits , im Jahre 1995 den W i- derstandskämpfern angeschlossen habe und seither verschollen sei, ha- be die Familie immer wieder Probl eme mit den Behörden gehabt. Die Familienmitglieder seien regelmässig besucht, geschlagen und bedroht worden. Im Sommer 2007 sei ein anderer Onkel mütterlicherseits vor den Augen ihrer Mutter und ihrer Grossmutter erschossen worden. Seit Herbst 2007 sei ihre Mutter mit ihrem Stiefvater H._______, dem Cousin ihres verstorbenen Vaters, zusammen, was noch mehr Probleme veru r- sacht habe, da eine solche Beziehung in Tschetschenien aus kulturellen Gründen nicht erlaubt sei und I._______, der Bruder ihres verstorbenen Vaters, der mit Kadyrow kollaboriere, diese Beziehung nicht billige. Im Jahre 2010 sei ihre Familie von Leuten Kadyrows abgeführt und in einen Keller am Stadtrand gebracht worden, wo man ihre Mutter heftig zusam- mengeschlagen und gezwungen habe, Dokumente zu unterschreiben. Danach sei ihre Mutter vier Tage lan g bewusstlos gewesen. In der Nach vom 24. auf den 25. September 2011 seien sechs Männer in die Woh- nung ihrer Familie eingedrungen und hätten ihren Stiefvater misshandelt sowie begonnen , sie und ihre Mutter auszuziehe n. Die Männer hätten nach dem verschollen Onkel G._______ gefragt und gedroht, sie zu ver- gewaltigen beziehungsweise sie und ihre Mutter nackt zu fotografieren und die Fotos ins Internet zu stellen. Daraufhin hätten ihr Bruder sowie ihr Stiefvater die Männer abgelenkt, wes halb sie zusammen mit ihrer Mutter durchs Fenster hätten fliehen können. Noch in der gleichen Nacht seien sie mit dem Bus nach Moskau gefahren, von wo sie mit einem Lastwagen in die Schweiz gelangt seien. Für die übrigen Aussagen wird auf die A k- ten verwiesen. D-47/2013 Seite 3 B. In ihrer Eingabe vom 14. November 2012 machte die neu mandatierte Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe rin geltend, diese sei gesundheit- lich angeschlagen, weshalb sie sich in psychiatrischer Behandlung befi n- de. C. Im Verfahren vor der Vorinstanz gab die Beschwerdeführerin einen fremdsprachigen Geburtsschein (in Kopie) zu den Akten. D. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2012 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, lehnte deren Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Es begründete seinen ablehnenden Entscheid im Wesentlichen damit, dass verschiedene wesentliche Vorbringen der Beschwerdeführerin w i- dersprüchlich seien. Beispielsweise habe sie bei der Befragung geltend gemacht, ihr Stiefvater sei 2010 , als sie alle in einen Keller geschleppt worden seien, a uch dabei gewesen und geschlagen worden; sie selbst sei in den Nierenbereich geschlagen worden. Demgegenüber habe sie anlässlich der Anhörung erklärt, ihr Stiefvater sei bei diesem Vorfall nicht dabei ge wesen, und man habe sie nicht angefasst. Zusätzlich zu ihren eigenen widersprüchlichen Aussagen hätten wesentliche Vorbringen den Schilderungen ihrer Mutter widers prochen. So seien die Darstellungen der beiden bezüglich des Überfalls auf die Familie im September 2012 (recte: 2011) in verschiedenen Punkten unterschiedlich ausgefallen. Ins- besondere habe die Beschwerdeführerin angegeben, der Überfall habe etwa um zwanzig Uhr stattgefunden und nach ihrer Flucht aus dem Fens- ter hätten sie und ihre Mutter den Nachtbus nach Moskau genomme n, während ihre Mutter zu Protokoll gegeben habe, der Vorfall habe sich kurz nach Mitternacht ereignet , und sie seien erst am nächsten Morgen mit dem Bus nach Moskau gereist. Zudem habe die Beschwerdeführerin beispielsweise nicht differenziert schildern können, wie ihr die maskierten Männer ihren Inlandpass im September 2 011 weggenommen hätten, sondern habe sich in unglaubhafte Erklärungen verstrickt. Überdies habe sie nicht angeben können, in welchem Dorf ihre verheiratete Schwester lebe, obwohl sie erklärt habe, dass sie (Schwester) bei diesem Überfall im September 2011 bei ihnen zu Besuch gewesen sei, weshalb davon auszugehen sei, dass die Famili e wisse, in welchem Dorf diese nach der D-47/2013 Seite 4 Heirat mit ihrem Mann gelebt habe. Desglei chen habe die Beschwerde- führerin auch nichts über die Heirat ihrer Mutter mit ihrem Stiefvater s a- gen können, was nicht nachvollziehbar sei. Ausserdem widerspreche die von der Beschwerdeführerin geschilderte Flucht aus dem Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock jeglicher Logik des Handelns, zumal nicht nachvollzogen werden könne, wie sie und ihre Mutter es geschafft haben sollten, vor den Augen von angeblich sechs maskierten Män nern aus dem Fenster zu klettern ohne dabei behindert zu werden. Falls sie es trotzdem geschafft haben sollten , aus dem Fenster zu springen, könne davon ausgegangen werden, dass die Männer so schnell wie möglich aus dem Haus gerannt und ihnen gefolgt wären , was jedoch nich t der Fall gewesen sei . Schliesslich werde darauf hingewiesen, dass die B e- schwerdeführerin eher oberflächliche Kenntnisse von F._______ habe, obwohl sie ihr Leben lang dort gewohnt haben wolle. In Anbetracht der Tatsache, dass zudem ihr Stiefvater gemäss dem LINGUA-Gutachten mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht aus Tschetschenien stamme, ihre Mutter in Kasachstan geboren, ihr erster Ehemann dort gestorben und sie auch in Kasachstan wieder geheiratet habe sowie zwei ihrer Geschwister (g e- mäss den eingereichten Geburtsscheinen im Dossier ihrer Mutter) in I n- guschetien geboren seien, blieben einige Zweifel an der Herkunft der B e- schwerdeführerin. Angesichts der unzähligen Widersprüche, Lücken und unlogischen Elementen in den Schilderungen der Besc hwerdeführerin könne auch der Umstand, dass sie aufgrund ihres jungen Alters und ihre r allfälligen psychischen Probleme nicht jedes Detail korrekt wiede r- zugeben vermöge, die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen nicht umstossen. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten daher den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zul ässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. Für die weitere Begründung wird auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen. E. Mit Beschwerde vom 4. Januar 2013 an das Bundesverwaltungsgericht liess die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin die nachst e- hend aufgeführten Anträge stellen: 1. Die Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2012 sei aufzuheben. 2. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingse i- genschaft erfülle und es sei ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren. D-47/2013 Seite 5 3. Eventualiter sei festzustellen, dass für die Beschwerdeführerin eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht zumutbar respektive nicht zulässig sei, weshalb die Vorinstanz anzuweisen sei, ihren Aufenthalt im Ra h- men einer vorläufigen Aufnahme zu regeln. 4. Bei der Beurteilung des vorliegenden Falles sei die Einheit der Familie zu berücksichtigen und das Dossier der Mutter sowie des Stiefvaters der Beschwerdeführerin, C._______ und H._______ (N […]), beizu- ziehen. 5. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bew illi- gen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Auf die Begründung der Beschwerdebegehren wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Mit der Rechtsmittelschrift wurden die folgenden Dokumente zu den A k- ten gereicht: Ein ärztlicher Kurzbericht von med. pract. J._______ und K._______ (Psychologin) vom 18. Dezember 2012 (in Kopie) sowie me h- rere Berichte über Tschetschenien. F. Mit Eingabe vom 15. Januar 2013 liess die Beschwerdeführerin durch i h- re Rechtsvertreterin eine Fürsorgebestätigung vom 24. Dezember 2012 zu den Akten reichen. G. Mit Verfügung des Instruktionsrichters des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. April 2013 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass g e- mäss Rechtsprechung des Bundesve rwaltungsgerichts eine asylgesuc h- stellende Person mit den Aussagen anderer Personen – beispielsweise des Ehepartners – zu konfrontieren sei, sofern diese ihren eigenen Anga- ben in wesentlichen Punkten widersprächen, um allfällige Erklärungen vorbringen oder Missverständnisse beheben zu können. Die Vorinstanz sei diesen Anforderungen im vorinstanzlichen Verfahren nicht vollumfäng- lich nachgekommen, da sie die Beschwerdeführerin nur teilweise mit den ihren Vorbringen widersprechenden Aussagen ihrer Mutter konfr ontiert habe, weshalb dieses Versäumnis mit vorliegender Verfügung nachzuh o- len sei. Der Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit gegeben, sich bis zum 30. April 2013 zu den widersprechenden Vorbringen schriftlich zu äussern. D-47/2013 Seite 6 H. Mit Eingabe vom 29. April 2013 reichte die Beschwerdeführerin eine Stel- lungnahme ein. Auf deren Inhalt wird – soweit wesentlich – in den nac h- folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahmekonstellation liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Die B e- schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und ha t ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der R e-D-47/2013 Seite 7 gel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG kann das Bundesverwaltungsgericht auch in solchen Fällen auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten. 4. 4.1 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist eine asylgesuchstellende Person mit den Aussagen anderer Personen – bei- spielsweise des Ehepartners – zu konfrontieren, sofern diese ihren eig e- nen Angaben in wesentlichen Punkten widersprechen, um allfällige Erklä- rungen vorbringen oder Missverständnisse beheben zu können (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.1 S. 263, EMARK 1994 Nr. 14 E. 5.b S. 120 f.). Nach Durchsicht der Akten ist festzustellen, dass die Vorinstanz diesen Anforderungen im vorinstanzlic hen Verfah ren nicht vollumfänglich nachgekommen ist , da sie die Beschwerdeführerin nur teilweise mit den ihren Vorbringen widersprechenden Aussagen ihrer Mut- ter konfron tierte. Dadurch verletzte das BFM den Anspruch der B e- schwerdeführerin auf rechtliches Gehör. 4.2 Ausgehend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat die Rechtsprechung aus prozessökonomischen Gründen Leitlinien für e i- ne Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird. Hierzu muss der Beschwerdeführer oder die Beschwe r- deführerin Stellung nehmen können und der Beschwerdeinstanz im stre i- tigen Fall die freie Überprüfungsbefu gnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommen. Die festgestellte Verletzung darf zudem nicht schwerwiegender Natur sein und die fehlende Entscheidreife muss durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den können (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4). 4.3 Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 16. Ap- ril 2013 Gelegenheit ge geben, sich zu den ihren Vorbringen widerspr e- chenden Aussagen ihrer Mutter zu äussern. Mit Ein gabe vom 29. April 2013 nahm die Beschwerdeführerin dazu Stellung. Den aufgezeigten Wi- dersprüchen kommt im Gesamtkontext lediglich eine marginale Bede u- tung zu, welche letztlich keinen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis der angefochtenen Verfügung hatten. Angesichts der nicht schwerwi e- genden Verletzung, der auf Beschwerdeebene gewährten Möglichkeit zur D-47/2013 Seite 8 Stellungnahme und unter Berücksichtigung der vollen Kognition des G e- richts, kann die Gehörsverletzung mithin als geheilt betrachtet werden. Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung die Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2012 aus formellen Gründen aufzuheben. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, we- gen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbe h- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wider- sprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, w enn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbri n- gen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesam t- würdigung die Gründe, die für die Richtig keit der Sachverhaltsdarstellung D-47/2013 Seite 9 des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). 6. 6.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführe rin den W ortlaut sämtlicher Protokolle mit ih rer Unterschrift bestätigt hat und sich deshalb ihre Aussagen grundsätzlich entgegenhalten lassen muss , zumal sie di e übersetzenden Personen bei der Befragung beziehungsweise Anhörung gut verstanden ha ben will (vgl. Akte n BFM A 7/12 S. 10, A 22/16 S. 1). 6.2 Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass den Aussagen einer asylsu- chenden Person im Empfangszentrum zu den Asylgründen angesichts des summarischen Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein beschränkter Beweiswert zukommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 6.2.1 S. 66 und dort zitierte, weiterhin gültige Praxis). W i- dersprüche dürfen nur dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der Anhörung beim BFM diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits bei der Befragung im Empfangszentrum zumindest ansatzweise erwähnt werden. 6.3 6.3.1 Zusätzlich zu den im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Verfolgungsvorbringen (vgl. vorstehend Bst. A.b) bringt die Beschwerd e- führerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor, ihr drohe bei einer Rückkehr in ihr Heimatland mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Zwang s- verheiratung durch ihren Onkel I._______, der damit die Scha nde ihrer Mutter reinigen wolle. Ihr werde es kaum möglich sein, sich gegen diese Verheiratung zur Wehr zu setzen. 6.3.2 Diese erst auf B eschwerdestufe geltend gemachten Asylvorbringen sind als nachgeschoben und daher unglaubhaft zu beurte ilen. Anlässlich der Befragung und der Anhörung erwähnte die Beschwerdeführerin mit keinem Wor t, dass ihr in ihrem Heimatland eine Zwangsverheiratung durch ihren Onkel I._______ drohe, obwohl sie ausreichend Gelegenheit dazu gehabt hätte. Da es sich dabei um ein wesentliches Sachverhalts- element bezüglich ihrer Asylgründe han delt, wäre von ihr zu er warten gewesen, dass sie dies bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht D-47/2013 Seite 10 hätte, zumal sie anlässlich der Befragung beziehungsweise der Anhörung ausdrücklich auf ihre Mitwirkungs- respektive Wahrheitspflich t aufmer k- sam gemacht wurde (A 7/12 S. 2, A 22/16 S. 2) und die Protokolle mit ih- rer Unterschrift genehmigte sowie die Frage, ob es noch weitere Gründe gebe, implizit verneinte (A 22/16 F110 ). Die geltend gemachte Zwang s- verheiratung durch ihren Onkel I._______ ist auch deshalb unglaubhaft, da schon die im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Asylgründe nicht geglaubt werden kön nen (vgl. nachstehend E. 6.4.3). Nach dem Gesagten ist zu schliessen, dass es sich bei die sem erst auf Beschwe r- destufe geltend gemac hten Vorbringen der Beschwerdeführerin lediglich um ein Konstrukt und frei Erfundenes han delt, um ihrem Asylgesuch mehr Nachdruck zu verleihen. 6.4 6.4.1 Die Vorinstanz hat die von der Beschwerdeführerin im vorinstanzli- chen Verfahren geltend gemachten Asylgründe als unglaubhaft beurteilt. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die Vorinstanz diesen Vorbringen zu Recht gestützt auf Art. 7 AsylG die Glaubhaftigkeit abgesprochen hat. 6.4.2 Die Mutter der Beschwerdeführerin C._______ sowie deren zweiter Mann H._______ (beide N […]) haben in der Schweiz ebenfalls ein Asy l- gesuch eingereicht. Wie in der Beschwerde beantragt, hat d as Bundes- verwaltungsgericht diese Verfahrensakten zur Beurteilung der vorliege n- den Beschwerde beigezogen. 6.4.3 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Verfolgungsvorbringen der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft sind, zumal sie sich diesbezüglich er- heblich widersprüchlich äusserte. So gab sie anlässlich der Befragung zu Protokoll, ihr Stiefvater H._______ sei im Jahre 2010, als sie alle in einen Keller geschleppt worden seien, auch dabei gewesen und geschlagen worden; sie selbst habe man ebenfalls in den Nierenbereich geschlagen (A 7/12 S. 8 f.). Demgegenüber sagte sie bei der Anhör ung aus, ihr Stief- vater sei zum Zeitpunkt des Vorfalls im Jahre 2010 nicht anwesend ge- wesen und ihr habe man nichts getan (A 22/16 F 69 ff.). Zudem machte die Beschwerdeführerin anlässlich Anhörung im Zusammenhang mit dem Ereignis im Keller zuerst geltend, sie habe i hre bewusstlose Mutter nicht normal ins Krankenhaus bringen können, da sie sehr grosse Angst g e- habt habe, dass man sie umbringe (A 22/16 F69 f.), wohin gegen sie kurz darauf vorbrachte , die Mutter sei mit der Ambulanz ins Spital gefahren worden, wo man ihr eine Spritze gegeben habe (A 22/16 F75 f.). Als der D-47/2013 Seite 11 Beschwerdeführerin diese widersprüchlichen Aussagen vorgehalten wu r- den, war sie nicht in der Lage, den Wi derspruch aufzulösen (A 22/16 F78). Überdies gab die Beschwerdeführerin anlässlich der Befra gung zu Protokoll, ihr Inlandpass sei ihr beim vorletzten Überfall im Jahre 2009 oder 2010 abgenommen worden. Si e hätten kein Geld gehabt, einen neuen ausstellen zu lassen (A 7/12 S. 6). Demgegenüber sagte die Be- schwerdeführerin bei der Anhörung aus , ihr Inlandpa ss sei ihr beim let z- ten Vorfall im September 2011 weggenommen worden (A 22/16 F8 f.). Ausserdem machte die Beschwerdeführerin bei der Befragung geltend, die Männer hätten beim Überfall in der Nacht vom 24. auf den 25. Se p- tember 2011 ihrer Mutter gegenüber gedroht, sie (Beschwerdeführerin) zu vergewaltigen (A 7/12 S. 8) . Demgegenüber erklärte sie anlässlich der Anhörung, die Männer hätten gedroht, sie und ihre Mutter nackt zu fot o- grafieren und die Fotos ins Internet zu stellen (A 22/16 F36). 6.5 Gegen die Glaubh aftigkeit der von der Beschwerdeführerin im v o- rinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Asylgründe spricht auch die Ta t- sache, dass die Aus sagen ihrer Mutter C._______ zu den erwähnten Er- eignissen teilweise erheblich ihren Schilderungen widersprechen. Bei- spielsweise gab ihre Mutter bei ihrer Anhörung vom 20. November 2012 zu Protokoll, der Überfall durch die maskierten Männer in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011 habe sich ungefähr um halb ein Uhr nachts ereignet und nach ihrer Flucht aus dem Fen ster seien sie erst am nächsten Morgen mit dem Bus nach Moskau gereist (A 35/17 F35, F40 [N (…)]). Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin anlä sslich ihrer Anhörung vor, der Vorfall in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011 habe sich so gegen 20 Uhr zugetragen und sie und ihre Mutter hät- ten noch in derselben Nacht den Bus nach Moskau genommen (A 22/16 S. 7 ). Die Ausführungen in der Stellungnahme vom 29. April 2013 sind nicht geeignet, diese widersprüchlichen Aussagen zu erklären, zumal die Beschwerdeführerin in der Anhörung geltend machte, es sei "tiefe Nacht" gewesen, als si e nach Moskau losgefahren seien (A 22/16 F55). Zudem sagte die Mutter der Beschwerdeführerin be i ihrer Anhörung aus, bei e i- nem Überfall im Jahre 2010, bei dem sie Dokumente hab e unterschrei- ben müssen, sei sie zusammen mit ihren Kindern in den Keller ihres d a- maligen Wohnhauses geführt worden (A 35/17 F97 f.). Bezüglich dieses Vorfalls gab die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Anhörung hingegen zu Protokoll, sie sei zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern mit dem Auto aus der Stadt F._______ zu einem bewaldeten Stück Land gebracht worden, wo sie in einen bunkerähnlichen Keller gesperrt worden seien (A 2216 F69 ff.). Die Vorbringen in der Stellungnahme vom 29. April D-47/2013 Seite 12 2013 sind nicht geeignet, diese widersprüchlichen Aussagen aufzulösen zumal den Akten nicht entnommen werden kann, sie seien getrennt in den Bunker gebracht worden. Für die Unglaubhaftigkeit der Vorbr ingen spricht zudem der Um stand, dass die Aussagen der Beschw erdeführerin bezüglich der geltend g e- machten Überfälle durch die maskierten Männer im Jahre 2010 respekti- ve in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011 wenig detailliert und unsubstanziiert ausgefallen sind (vgl. A 22/16 F35 ff. ). Den diesbezügl i- chen Vorbringen der Beschwerdeführe rin fehlen die notwendigen Rea l- kennzeichen einer Erzählung. Namentlich ist den Äusserungen nicht der erforderliche Detailreichtum einer auf tatsächlich erlebten Ereignissen ba- sierenden Schilderung zu entnehmen, was nicht nachvo llziehbar ist, han- delt es sich bei den geltend gemachten Überfällen doch um einschne i- dende Erlebnisse. Realitätsfremd erscheint überdies die Behauptung der Beschwerdeführe- rin, wonach es ihr und ihrer Mutter C._______ in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011 gelungen sein soll, den maskierten Männern durch das Fenster zu entkommen, zumal sic h zu dieser Zeit zirka sechs Männer in der Wohnung aufgehalten haben sollen und die Mutter der Be- schwerdeführerin von ihnen vor dem Sprung erheblich misshand elt wor- den sein soll (A 22/16 F35 ff; A 35/17 F28 [N (…)]). Unglaubhaft ist ausserdem die Aussage der Beschwerdeführerin, sie und ihre Familie seien bis zum Zeitpunkt ihrer Ausreise in ihrer Heimat wegen der Teilnahme ihres Onkels mütterlicherseits am ers ten Tschetschenien- krieg und dessen Verschollenheit von den Kadyrow -Leuten verfolgt wo r- den, zu mal der Onkel bereits seit dem ersten Tschetschenienkrieg ver- schollen sein sol l und sich die Situation in Tschetschenien gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwalt ungsgerichts seither grundlegend ve r- ändert hat. So haben insbesondere unzählige ehemalige Widerstand s- kämpfer Amnestie erhalten und können heute ohne Furcht in Tschetsche- nien ein normales Leben führen. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, es handle sich bei den im vo- rinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Verfolgungsvorbringen der Beschwerdeführerin um ein Sachverhaltskonstrukt, weshalb auch nic ht geglaubt werden kann, dass sie bei einer Rückkehr in ihr Heimatland von den Kadyrow-Leuten beziehungsweise I._______ verfolgt würde, wie das von ihr behauptet wird. An dieser Beurteilung vermögen weder die Au s-D-47/2013 Seite 13 führungen in der Beschwerde noch die eingereichten Beweismittel etwas zu ändern. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf zahlreiche weitere Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen. Da die vorgebrachten Verfolgungsvorbringen den umschrie- benen Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht genügen, kann darauf verzichtet werden, deren Asylrelevanz zu prüfen. 6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass sie in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle der Rück- kehr in ihre Heimat befürchten müsste. Sie erfüllt somit die Vorausse t- zungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz das Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Weg weisung aus der Schweiz und ord net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländer rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen A nspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dez ember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge - mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei d er Flüchtlingseigenschaft, das hei sst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 8.2 D-47/2013 Seite 14 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nac h Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1 999 ( BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip der Nichtrückschiebung im vorli e- genden Verfahren keine Anw endung finden. Eine Rückkehr der Be- schwerdeführerin nach Tschetschenien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung nach Ts chetschenien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre . Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Das ist jedoch vo r- liegend nicht der Fall, da – wie vorstehend unter Ziffer 6.3 ff. der Erwä- gungen dargelegt wird – die geltend gemachte Verfolgungssituation nicht geglaubt werden kann. Auch die allgeme ine Menschenrechtssituation in Tschetschenien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. D-47/2013 Seite 15 Gemäss dem ärztlichen Kurzberic ht von med. pract. J._______ und K._______ (Psychologin) vom 18. Dezember 2012 leidet die Beschwer- deführerin unter einer ängstlichen und depres siven Symptomatik. Dieses gesundheitliche Problem stellt selbst dann unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK kein völkerrechtliches Vollzugshindernis dar, wenn in ihrem Hei- matland der medizinische Standard schlechter als in der Schweiz wäre, da die Ausweisung einer unter gesundheitlichen Beschwerden leidenden Person nur unter ganz aussergewöhnlichen Umständen eine Verletzung von Art. 3 EMRK zur Folge hat (v gl. Urteil des EGMR vom 27. Mai 2008 i.S. N. gegen Vereinigtes Königreich [Grossbritannien], Ziffn. 34, 42, 43, 44, Beschwerde Nr. 26565/05; BVGE 2009/2 E. 9.1.3; EMARK 2004 Nr. 6 E. 7 S. 40 ff.). Solche ganz aussergewöhnlichen Umstände sind vorli e- gend nicht gegeben. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkret e Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Entgegen der Behauptung in der Beschwerde hat sich Sicherheits- lage in Tschetschenien in den letzten Jahren kontinuierlich und nachhaltig verbessert (vgl. BVGE 2009/52). Es herrscht heute keine Situation allg e- meiner Gewalt mehr (vgl. BVGE, a.a.O. E. 10.2.2 f. und 10.2.5). Parallel zur Stabilisierung der Sicherheit hat sich auch die Menschenrechtslage deutlich verbessert. Wahllose Personenkontrollen und Inhaftierungen durch das russische Militär kommen nicht mehr vor. Drastisch zurückg e- gangen sind vor allem auch die Fälle von Verschwindenlassen und En t- führungen von Personen. Nach Einschätzung der UNO und des Internat i- onalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) besteht heute in Tschetsch e- nien auch keine humanitäre Krise mehr. Aus Russland aber auch aus Eu- ropa kehren vermehrt Personen unterschiedlichen Profils freiwillig nach Tschetschenien zurück. Die Rückkehr abgewiesener Asylsuchender nach Tschetschenien ist daher grundsätzlich zumutbar. Es bleibt demnach zu prüfen, ob individuelle Gründe vorliege n, die eine Rückkehr der B e- schwerdeführerin in ihren Heimatstaat als unzumutbar erscheinen lassen. D-47/2013 Seite 16 Insbesondere ist zu prüfen, ob die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin ein individuelles Vollzugshindernis bilden. 8.3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin, deren Vor- bringen nicht als glaubhaft zu erachten sind, keiner Kategorie von Pers o- nen zuzuordnen ist, welche weiterhin konkret gefährdet sein könnten (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3 ), zumal damit zu rechnen ist, dass sie gemein- sam mit ihrer Mutter C._______ und ihrem Stiefvater H._______ nach Tschetschenien zurückkehren wird, da mit Urteil des Bundesverwaltungs- gerichts D-45/2013 vom 21. Mai 2013 auch deren Asylgesuche rechtskräftig a b- gewiesen wurden. Daher ist die Zumutbarkeit des Wegweisungs vollzugs diesbezüglich zu bejahen. 8.3.4 Im eingereichten ärztlichen Kurzbericht von med. pract. J._______ und K._______ vom 18. Dezember 2012 wird im Wesentlichen darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin unter einer ängstlichen und depressiven Symptomatik leide. Bezüglich Behandlung der Beschwerd e- führerin wird im Bericht ausgeführt, dass diese aus der Fortführung der begonnenen psychiatrischen -therapeutischen Behand lung bestehe. Es wird im Bericht festgehalten, dass ein Thera pieabbruch zum jetzigen Zeitpunkt eine deutliche Verschlechterung der psychischen Verfassung nach sich ziehen dürfte. Soweit die Beschwerdeführerin in der Rechtsmit- telschrift geltend macht, sie leide an Nierenproblemen, ist festzuhalten , dass sie es trotz Zumutbarkeit – befindet sie sich doch schon seit Anfang Oktober 2011 in der Schweiz – und der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) bis heute unterlassen hat, diese vorgebrachten gesundheit- lichen Beschwerden mit einem ärztlichen Zeugnis zu bele gen. Daher ist davon auszugehen, dass sie unter keinen ernsthaften Nierenproblemen leidet. 8.3.5 Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann im Rahmen der Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs g e- schlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt, wobei als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet wird, welche zur Gewäh r- leistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unz u-D-47/2013 Seite 17 mutbarkeit liegt jedenfalls dann noch nicht vor, we nn im Heimat - oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/ 2 E. 9.3.2, mit e i- nem Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und 5b). 8.3.6 Nach Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts ist die medizin i- sche Grundversorgung in Tschetschenien heute wieder flächendeckend gewährleistet, nachdem in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, die durch die beiden Kriege zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen und die Ausbildu ng des medizinischen Personals zu fördern. Grundsätzlich sind – bis auf einige wenige komplizierte Operatio- nen – alle medizinischen Behandlungen in der Republik Tschetschenien möglich. Für nicht vor Ort verfügbare Behandlungen besteht die Möglic h- keit, in a ndere Teile der Russischen Föderation zu reisen. Die russische Verfassung garantiert allen Bürgern zudem eine kostenlose medizinische Grundversorgung (vgl. VERONIKA RÜDISSER, Russische Föderat i- on/Tschetschenische Republik, in: Länderinformation n°15, Öster reichi- scher Integrationsfons, Wien Oktober/November 2012, S. 25 f.; BAA, R e- publik Österreich, Bundesasylamt, Bericht zum Forschungsaufenthalt, Russische Föderation – Republik Tschetschenien, Wien Dezember 2011, S. 45 ff.; Internationale Organisation für Migration [IOM], Länderinformati- onsblatt, Russische Föderation, Juni 2012, S. 32 ). In Tschetschenien gibt es drei Krankenhäuser für psychisch Kranke, sowie weitere Krankenhä u- ser, die sich mit Personen, die an der Schwelle zu psychischen Krankhe i- ten stehen, b eschäftigen (vgl. BAA, a.a.O. S. 48). Aufgrund des soeben Ausgeführten ist – entgegen der Behauptung in der Rechtsmittelschrift – anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin die notwendige medizinische Behandlung hinsichtlich der bei ihr diagnostizierten ängst lichen und d e- pressiven Symptomatik in Tschetschenien grundsätzlich erhältlich m a- chen kann, zumal gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin davon auszugehen ist, dass sie vor ihrer Ausreise aus Tschetschenien immer in der Hauptstadt F._______ gelebt hat, w ohin sie allenfalls zurückkehren kann. Die Rückkehr in den heimatlichen Kultur - und Sprachraum dürfte der Genesung der Beschwerdeführerin sicherlich förderlich sein. Da der Beschwerdeführerin die geltend gemachte Verfolgungssituation nicht geglaubt werden kann (vgl. vorstehend E. 6.3 ff.), sind ihre gesund- heitlichen Beschwerden nicht darauf zurückzufüh ren, sondern müssen eine andere Ursache haben. Es ist demnach auch nicht anzunehmen, sie werde bei ei ner Rückkehr nach Tschetschenien eine Retraumatisierung erleiden. Wie in E. 8.3.3 dargelegt, wird die Beschwerdeführerin gemein-D-47/2013 Seite 18 sam mit ihrer Mutter C._______ und ihrem Stiefvater H._______ nach Tschetschenien zurückkehren, weshalb d avon auszugehen ist , die B e- schwerdeführerin werde in Tschetschenien bei einer a llenfalls notwendi- gen privaten Finanzierung medizinischer Behandlungen durch den – ge- mäss den Akten – gesunden Stiefvater unterstützt. Der Beschwerdeführe- rin ist es überdies unbenommen, beim BFM einen Antrag auf medizin i- sche Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). Betre f- fend die weitere Finanzierung der medizinischen Behandlung ist festz u- halten, dass der Wegweisungsvollzug auch zumutbar ist, wenn die med i- zinische Behandlung nicht lebenslang sichergestellt ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5e). Der Umstand, dass die Behandlungsmöglichkeiten im He r- kunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz entspr e- chen, macht d en Vollzug der Wegweisung für die Beschwerdeführe rin nicht unzumutbar; dies wäre einzig dann der Fall, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich ziehen wür de (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2.), was vorliegend aufgrund der Akten sowie der in der Heimat bestehenden Behandlungsmöglichkeiten nicht zutrifft. Es ist damit zusammenfassend festzustellen, dass d ie gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin kein Wegweisungsvollzugshindernis darstellen. 8.3.7 Auch sind keine sonstigen individuellen Gründe ersichtlich, welche gegen die Zumutbarkeit einer Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Tschetschenien sprechen würden. Sie hat gemäss eigenen Angaben bis zu ihrer Ausreise im September 2011 imme r in F._______ gelebt (A 7/12 S. 4), weshalb sie mit den Lebensumständen in Tschetschenien bestens vertraut sein dürfte. Aufgrund ihres langjährigen Aufenthalts in F._______ ist zudem davon auszugehen, dass sie dort über ein grosses Bezi e- hungsnetz verfügt, das ihr bei der Reintegra tion behilflich sein wird . Wie erwähnt ist überdies anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht nur zusammen mit ihrer Mutter C._______, sondern auch mit ihrem Stiefvater H._______ in die Heimat zurückkehren wird, der sie bei der Wiederei n- gliederung unterstützen kann. Im Wei teren ist darauf hinzuweisen , dass die Beschwerdeführerin über eine gute Schulbildung verfügt . In diesem Zusammenhang ist auf die Möglichkeit der Beantragung von Rückkehrhil- fe durch die Schweiz zu verweisen, die der Beschwerdeführerin den Wie- dereinstieg in ihre Heimat erleichtern dürfte (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 73 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungs- fragen [AsylV 2, SR 142.312]). Festzustellen ist, dass blosse soziale und D-47/2013 Seite 19 wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht genügen, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustell en (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2, BVGE 2010/41 E.8.3.6). Nach Berücksichtigung aller wesentlicher Entscheidungselemente erweist sic h der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Tschetschenien als zumutbar. Die Ausführu n- gen in der Beschwerde vermö gen an dieser Einschätzung nichts zu ä n- dern. 8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2 008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich tig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache wird das Gesuch um Ve r- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 11. 11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann die Beschwerdeinstanz eine bedürftige P artei, de- ren Begehren nicht aussichtslos erscheinen, auf Gesuch davon befreien, Verfahrenskosten zu bezahlen. 11.2 Es ist von der Bedür ftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Auch können die Begehren der Beschwerde (zumindest im Wegwe i- sungsvollzugspunkt) nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das G e-D-47/2013 Seite 20 such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist somit gutz u- heissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 12. Obwohl die Beschwerdeführerin in der Sache selbst unterliegt, ist ihr eine anteilsmässige Parteientschädigung auszurichten, da ihr dadurch, dass die Vorinstanz das rechtliche Gehör nicht korrekt gewährte, zusätzliche Umtriebe erwachsen sind. Dies darf ihr kostenmässig nicht zum Nachteil gereichen (vgl. BVGE 2007/9 E. 7.2.5 S. 109; EMARK 2003 Nr. 5 E. 7 S. 35 f. m.w.H.). Da sich der erforderliche Aufwand der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin für das Verfassen der Stellungnahme vom 29. April 2013 hinre ichend zuverlässig abschätzen lässt, kann auf das Nachfo r- dern einer Kostennote verzichtet werden (Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Unter Berücksic hti- gung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9 - 13 VGKE) ist das BFM anzuweisen, der Beschwerdeführerin eine anteilsmässige Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 300 .– (inkl. allfällige Mehrwertsteuer und Auslagen) auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-47/2013 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdefü hrerin eine Parteientsch ä- digung in der Höhe von Fr. 300.-- zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: