<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">484</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>97 Tempo-30-Zone</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Voraussetzungen</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Fehlende Verhältnismässigkeit, wenn nur an wenigen Orten eine Ver-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>letzung der Lärmgrenzwerte behoben werden könnte (Erw. 6)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Erforderlichkeit flankierender Masssnahmen (Erw. 7)</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom 26. August</span><br/> <span class="ft5">2013 (BVURA.13.183).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">485</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">Nach Art. 32 Abs. 3 SVG kann insbesondere die vom Bundesrat</span><br/> <span class="ft1">festgesetzte Höchstgeschwindigkeit von der zuständigen Behörde</span><br/> <span class="ft1">aufgrund eines Gutachtens herab- oder heraufgesetzt werden. Diese</span><br/> <span class="ft1">Bestimmung wird in Art. 108 SSV näher ausgeführt. Absatz 2 dieser</span><br/> <span class="ft1">Bestimmung nennt die Voraussetzungen der Herabsetzung der allge-</span><br/> <span class="ft1">meinen Höchstgeschwindigkeit, und Absatz 5 regelt näher, welche</span><br/> <span class="ft1">abweichenden Höchstgeschwindigkeiten zulässig sind; lit. e dieses</span><br/> <span class="ft1">Absatzes erwähnt als innerorts zulässige Temporeduktionsmassnah-</span><br/> <span class="ft1">men die Tempo-30-Zonen (Art. 22a SSV) und die Begegnungszonen</span><br/> <span class="ft1">(Art. 22b SSV). Nach Art. 32 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 108</span><br/> <span class="ft1">Abs. 4 SSV ist vor der Festlegung abweichender Höchstgeschwin-</span><br/> <span class="ft1">digkeiten durch Gutachten abzuklären, ob die Massnahme nötig,</span><br/> <span class="ft1">zweck- und verhältnismässig ist oder ob andere Massnahmen vorzu-</span><br/> <span class="ft1">ziehen sind. Nach Art. 108 Abs. 6 SSV regelt das Eidgenössische De-</span><br/> <span class="ft1">partement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation</span><br/> <span class="ft1">(UVEK) die Einzelheiten für die Festlegung abweichender Höchst-</span><br/> <span class="ft1">geschwindigkeiten und legt insbesondere für Tempo-30-Zonen und</span><br/> <span class="ft1">Begegnungszonen bezüglich Ausgestaltung, Signalisierung und Mar-</span><br/> <span class="ft1">kierung die Anforderungen fest. Das UVEK hat dazu die VO Tempo-</span><br/> <span class="ft1">30-Zonen erlassen, die in Art. 3 insbesondere die Anforderungen an</span><br/> <span class="ft1">das von Art. 32 Abs. 3 SVG und Art. 108 Abs. 4 SSV geforderte Gut-</span><br/> <span class="ft1">achten und in Art. 5 Massnahmen zur Gestaltung des Strassenraums</span><br/> <span class="ft1">festlegt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2A.38/2006 vom 13. Ju-</span><br/> <span class="ft1">li 2006, in: ZBl 108/2007 S. 611 und Urteil 1C_206/2008 vom 9. Ok-</span><br/> <span class="ft1">tober 2008).</span><br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat D. [der hier gegen die Nachbargemeinde K.</span><br/> <span class="ft1">Beschwerde führt] erachtet die Tempo-30-Zone auf der Spange nicht</span><br/> <span class="ft1">als zulässig aufgrund deren Klassifizierung und Bedeutung; hier</span><br/> <span class="ft1">müsse das Ziel sein, den Verkehr möglichst rasch und ohne Belas-</span><br/> <span class="ft1">tung weiterer Ortsteile und Quartiere auf die übergeordnete Strasse</span><br/> <span class="ft1">zu bringen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">486</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 1C_160/2012 vom</span><br/> <span class="ft1">10. Dezember 2012 was folgt ausgeführt:</span><br/> <span class="ft5">"4.1 Tempo-30-Zonen kennzeichnen Strassen in Quartieren oder Sied-</span><br/> <span class="ft5">lungsbereichen, auf denen besonders vorsichtig und rücksichtsvoll gefahren</span><br/> <span class="ft5">werden muss und die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h beträgt (Art. 22a</span><br/> <span class="ft5">SSV). Sie sind in der Verordnung des UVEK vom 28. September 2001 über</span><br/> <span class="ft5">die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszonen (SR 741.213.3) näher gere-</span><br/> <span class="ft5">gelt.</span><br/> <span class="ft5">4.1.1 Tempo-30-Zonen sind grundsätzlich auf Nebenstrassen mit mög-</span><br/> <span class="ft5">lichst gleichartigem Charakter beschränkt (Art. 2a Abs. 5 SSV).</span><br/> <span class="ft5">Der Bundesrat führte dazu aus, Erfahrungen mit Tempo-30-Zonen im</span><br/> <span class="ft5">In- und Ausland hätten gezeigt, dass die Zonensignalisation nur auf sied-</span><br/> <span class="ft5">lungsorientierten Strassen mit gleichartigen Merkmalen die gewünschte</span><br/> <span class="ft5">Wirkung entfalten, nicht aber auf verkehrsorientierten Strassen, wie insbe-</span><br/> <span class="ft5">sondere signalisierte Hauptstrassen, die eine andere Funktion hätten und</span><br/> <span class="ft5">entsprechend auszugestalten seien. Bei solchen Strassen mit Durchgangs-</span><br/> <span class="ft5">verkehr seien die Autofahrer im Allgemeinen überfordert, wenn Verkehrs-</span><br/> <span class="ft5">massnahmen mit einer Zonensignalisation grossflächig für alle Innerorts-</span><br/> <span class="ft5">strassen, d.h. für ganz unterschiedliche Strassenkategorien, angeordnet wür-</span><br/> <span class="ft5">den (Botschaft des Bundesrats zur Volksinitiative 'für mehr Verkehrssicher-</span><br/> <span class="ft5">heit durch Tempo 30 innerorts mit Ausnahmen [Strassen für alle]',</span><br/> <span class="ft5">BBl 2000, S. 2896).</span><br/> <span class="ft5">Sind Geschwindigkeitsbegrenzungen aus Gründen der Verkehrssicher-</span><br/> <span class="ft5">heit auf Hauptstrassen oder verkehrsorientierten Nebenstrassen notwendig,</span><br/> <span class="ft5">werden sie grundsätzlich nach Art. 108 Abs. 5 lit. d SSV (und nicht durch</span><br/> <span class="ft5">Zuweisung zu einer Tempo-30-Zone nach lit. e) angeordnet und mit dem</span><br/> <span class="ft5">Signal 'Höchstgeschwindigkeit' angezeigt. Dieses gilt - wenn das Signal</span><br/> <span class="ft5">nicht wiederholt wird - nur bis zur nächsten Verzweigung (vgl. Botschaft,</span><br/> <span class="ft5">a.a.O.).</span><br/> <span class="ft5">4.1.2 Ausnahmsweise und bei besonderen örtlichen Gegebenheiten</span><br/> <span class="ft5">kann auch ein Hauptstrassenabschnitt in eine Tempo-30-Zone einbezogen</span><br/> <span class="ft5">werden, namentlich in einem Ortszentrum oder in einem Altstadtgebiet</span><br/> <span class="ft5">(Art. 2a Abs. 6 SSV), d.h. an Orten, an denen das Fussgängeraufkommen</span><br/> <span class="ft5">am grössten ist. Wie das ASTRA in seiner Vernehmlassung erläutert, ist an</span><br/> <span class="ft5">Fälle gedacht, in denen eine Hauptstrasse, auf der die Geschwindigkeit auf</span><br/> <span class="ft5">30 km/h herabgesetzt werden soll, unmittelbar an eine Tempo-30-Zone an-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">487</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">grenzt. Hier wäre es unpraktikabel, bei den Übergängen jeweils die Tempo-</span><br/> <span class="ft5">30-Zone aufheben und Tempo 30 anordnen zu müssen und umgekehrt."</span><br/> <span class="ft1">Ausserdem hat das Bundesgericht auch schon entschieden, dass</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zonen unter den Voraussetzungen von Art. 108 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">SSV auch auf Hauptstrassen grundsätzlich zulässig sind und für als</span><br/> <span class="ft1">(verkehrsorientierte) Durchgangsstrassen (gemäss Durchgangsstras-</span><br/> <span class="ft1">senverordnung vom 18. Dezember 1991 [SR 741.272]) bezeichnete</span><br/> <span class="ft1">Hauptstrassen insoweit keine abweichende Regelung gilt (vgl.</span><br/> <span class="ft1">BGE 136 II 539 E. 2.2 und 3.4). ...</span><br/> <span class="ft1">6.</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zonen dürfen nur bei Erfüllung einer oder mehrerer</span><br/> <span class="ft1">der in Art. 108 Abs. 2 lit. a bis d SSV aufgezählten Voraussetzungen</span><br/> <span class="ft1">angeordnet werden, d.h. wenn eine Gefahr nur schwer oder nicht</span><br/> <span class="ft1">rechtzeitig erkennbar und anders nicht zu beheben ist, bestimmte</span><br/> <span class="ft1">Strassenbenützer eines besonderen, nicht anders zu erreichenden</span><br/> <span class="ft1">Schutzes bedürfen, auf Strecken mit grosser Verkehrsbelastung der</span><br/> <span class="ft1">Verkehrsablauf verbessert werden kann oder dadurch eine im Sinne</span><br/> <span class="ft1">der Umweltschutzgesetzgebung übermässige Umweltbelastung</span><br/> <span class="ft1">(Lärm, Schadstoffe) vermindert werden kann. Der Grundsatz der</span><br/> <span class="ft1">Verhältnismässigkeit ist dabei zu wahren.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat K. führt diesbezüglich an, die beiden Kurven-</span><br/> <span class="ft1">bereiche ... seien zu eng für gewisse Lastwagen. Zwar ist die Kurve</span><br/> <span class="ft1">für gewisse Lastwagen tatsächlich zu eng, so dass diese die Gegen-</span><br/> <span class="ft1">fahrbahn mitbenutzen oder ausholen müssen, allerdings stellt dies</span><br/> <span class="ft1">nach Meinung des Sachverständigen, an der zu zweifeln kein Anlass</span><br/> <span class="ft1">besteht, keine gefährliche Situation dar. Die Situation ist nicht aus-</span><br/> <span class="ft1">sergewöhnlich, der Anteil an Lastwagen am Gesamtverkehr klein</span><br/> <span class="ft1">und die Sichtverhältnisse gut (bzw. könnten ohne grossen Aufwand</span><br/> <span class="ft1">durch die Gemeinde durchgesetzt werden). Demzufolge liegt in casu</span><br/> <span class="ft1">keine Gefährdungssituation vor, die nur schwer oder nicht rechtzeitig</span><br/> <span class="ft1">erkennbar und nicht anders zu beheben ist. Ausserdem wird die</span><br/> <span class="ft1">räumliche Situation durch die Geschwindigkeitsreduktion nicht ver-</span><br/> <span class="ft1">ändert und wurde von der Gemeinde nicht geprüft, ob die Kurven-</span><br/> <span class="ft1">situation nicht mit (einfachen) gestalterischen Mitteln verbessert</span><br/> <span class="ft1">werden könnte. Es liegen damit keine Gefahrensituationen vor, wel-</span><br/> <span class="ft1">che die Einführung der Tempo-30-Zone begründen könnten, ganz</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">488</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">abgesehen davon, dass die Erforderlichkeit der Massnahme und de-</span><br/> <span class="ft1">ren Verhältnismässigkeit im vorliegenden Zusammenhang vom Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat K. nicht geprüft wurden.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat K. führt den Lärm als Begründung an. Die</span><br/> <span class="ft1">Tempo-30-Zone darf angeordnet werden, wenn dadurch eine im</span><br/> <span class="ft1">Sinne der Umweltschutzgesetzgebung übermässige Umweltbelastung</span><br/> <span class="ft1">(Lärm, Schadstoffe) vermindert werden kann. Es geht dabei um die</span><br/> <span class="ft1">Einhaltung der anwendbaren Grenzwerte. Bestehende ortsfeste Anla-</span><br/> <span class="ft1">gen wie Strassen müssen so weit saniert werden, als dies technisch</span><br/> <span class="ft1">und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist und dass die</span><br/> <span class="ft1">Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 13 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">LSV).</span><br/> <span class="ft1">Die Spange grenzt unter anderem an Wohnzone (auf einer</span><br/> <span class="ft1">Länge von rund 100 m nordöstlich der Spange). In der Wohnzone</span><br/> <span class="ft1">gelten die Empfindlichkeitsstufe (ES) II und damit die Immissions-</span><br/> <span class="ft1">grenzwerte von 60 dB(A) Tag und 50 dB(A) Nacht. Nach der Grob-</span><br/> <span class="ft1">schätzung der Lärmbelastung (vgl. das Berechnungstool Strassen-</span><br/> <span class="ft1">lärm des BVU unter www.ag.ch/geoportal &gt; Online Karten &gt; Stras-</span><br/> <span class="ft1">senlärm) weist die Spange bei einem DTV von 4'000 mit einem An-</span><br/> <span class="ft1">teil Schwerverkehr von 5 % tags bzw. 3 % nachts bei einer Ge-</span><br/> <span class="ft1">schwindigkeit von 50 km/h ein Emissionsniveau von 72 dB(A) am</span><br/> <span class="ft1">Tag und 60 dB(A) in der Nacht auf (in 1 m Abstand von der Stras-</span><br/> <span class="ft1">senachse). Die Immissionsgrenzwerte der ES II werden in rund 16 m</span><br/> <span class="ft1">Abstand (von der Strassenachse) eingehalten. Demzufolge liegt eine</span><br/> <span class="ft1">gewisse übermässige Umweltbelastung im Sinne der Umwelt-</span><br/> <span class="ft1">schutzgesetzgebung vor. Wenn die Geschwindigkeit auf 30 km/h re-</span><br/> <span class="ft1">duziert wird, kann der Immissionsgrenzwert schon in einem Abstand</span><br/> <span class="ft1">von 11 m zur Strassenachse eingehalten werden. Eine Temporeduk-</span><br/> <span class="ft1">tion um 20 km/h reduziert die Immissionen um rund 2 dB(A). Ange-</span><br/> <span class="ft1">sichts der Tatsache, dass beim Strassenverkehrslärm (ab einer gewis-</span><br/> <span class="ft1">sen Verkehrsdichte, bei gleich bleibender Verkehrszusammensetzung</span><br/> <span class="ft1">und Verkehrsverteilung über die Zeit) in der Regel die Erhöhung des</span><br/> <span class="ft1">Beurteilungspegels um 1 dB(A) gerade noch wahrgenommen werden</span><br/> <span class="ft1">kann und einer Steigerung des DTV um rund 25 % entspricht (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Urteil des Bundesgerichts 1C_496/2009 vom 16. Juli 2010), ist der</span><br/> <span class="ft1">Schluss zu ziehen, dass mit der umstrittenen Temporeduktion eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">489</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">merkliche Verbesserung betreffend eine im Sinne der Umweltschutz-</span><br/> <span class="ft1">gesetzgebung übermässige Umweltbelastung (Lärm) erzielt werden</span><br/> <span class="ft1">kann (vgl. Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB 59.63], Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid des Bundesrats vom 19. Juni 1995).</span><br/> <span class="ft1">Hier ist aber im Rahmen der Verhältnismässigkeit zu berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigen, dass wohl nur sehr wenige Bereiche von einer Immissions-</span><br/> <span class="ft1">grenzwertüberschreitung betroffen sind. Die Lärmimmissionen wer-</span><br/> <span class="ft1">den bei bestehenden Gebäuden in der Mitte der offenen Fenster lärm-</span><br/> <span class="ft1">empfindlicher Räume ermittelt, in noch nicht überbauten Bauzonen</span><br/> <span class="ft1">dort, wo nach dem Bau- und Planungsrecht Gebäude mit lärm-</span><br/> <span class="ft1">empfindlichen Räumen erstellt werden dürfen (vgl. Art. 39 LSV).</span><br/> <span class="ft1">Die Spange verursacht nur auf den ersten 16 m ab Strassenachse in</span><br/> <span class="ft1">der ES II Grenzwertüberschreitungen, einige der bestehenden Gebäu-</span><br/> <span class="ft1">de in der ersten Bautiefe (bzw. deren lärmempfindliche Räume) sind</span><br/> <span class="ft1">aber weiter davon entfernt. In der ES III werden die Immissions-</span><br/> <span class="ft1">grenzwerte bereits im Abstand von 5 m ab Strassenachse und somit</span><br/> <span class="ft1">noch im Strassenraum eingehalten. In 9 m Abstand zur Strassenachse</span><br/> <span class="ft1">(in etwa der Stelle, an dem ein Gebäude erstellt werden darf) betra-</span><br/> <span class="ft1">gen die Werte 60 dB(A) bzw. 48 dB(A) und liegen demzufolge</span><br/> <span class="ft1">bereits um 5 bzw. 7 dB(A) unter den Immissionsgrenzwerten. Auch</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der Unterlagen des Ingenieurbüros S. ist davon auszugehen,</span><br/> <span class="ft1">dass nur auf den Parzellen 1464 und 1465 die Immissionsgrenzwerte</span><br/> <span class="ft1">überschritten werden. ... Abgesehen davon gilt betreffend die noch</span><br/> <span class="ft1">unüberbauten Parzellen, dass Neubauten mit lärmempfindlichen</span><br/> <span class="ft1">Räumen nur bewilligt werden dürfen, wenn die Immissionsgrenz-</span><br/> <span class="ft1">werte eingehalten werden können (vgl. Art. 31 LSV; vgl. betr. der</span><br/> <span class="ft1">Reduktion der Höchstgeschwindigkeit aufgrund einer übermässigen</span><br/> <span class="ft1">Umweltbelastung mit Lärm: VPB 59.63).</span><br/> <span class="ft1">Angesichts der vorhandenen Unterlagen kann davon ausgegan-</span><br/> <span class="ft1">gen werden, dass nur wenige Punkte von einer Immissionsgrenzwert-</span><br/> <span class="ft1">überschreitung und demzufolge von der Voraussetzung einer im</span><br/> <span class="ft1">Sinne der Umweltschutzgesetzgebung übermässigen Umweltbelas-</span><br/> <span class="ft1">tung betroffen sind, welche eine Tempo-30-Zone zu rechtfertigen</span><br/> <span class="ft1">vermag. Sollte sich der Gemeinderat K. auf einen anderen Stand-</span><br/> <span class="ft1">punkt stellen, wäre dies mit dem nach den rechtlichen Grundlagen</span><br/> <span class="ft1">geforderten Gutachten nachzuweisen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">490</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">7.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat K. hat im Rahmen der Einführung der Tempo-</span><br/> <span class="ft1">30-Zone auf der Spange allein die Verkehrsregelung "Kein Vortritt"</span><br/> <span class="ft1">bei der Einmündung der F.-Strasse in den N.-Weg widerrufen. Weder</span><br/> <span class="ft1">wurde die Vortrittsregelung auf der Verzweigung W.-Strasse /</span><br/> <span class="ft1">N.-Weg geändert, noch die beiden Fussgängerstreifen entfernt oder</span><br/> <span class="ft1">andere Massnahmen angeordnet. Zwar ist eine vom Rechtsvortritt</span><br/> <span class="ft1">abweichende Regelung oder die Anordnung von Fussgängerstreifen</span><br/> <span class="ft1">in Tempo-30-Zonen nicht grundsätzlich ausgeschlossen (vgl. Art. 4</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die Be-</span><br/> <span class="ft1">gegnungszonen), aber diese verkehrsrechtlichen Massnahmen sind</span><br/> <span class="ft1">nur unter besonderen Voraussetzungen zulässig. Dass solche in casu</span><br/> <span class="ft1">gegeben sind, wird weder behauptet noch (im Rahmen eines verlang-</span><br/> <span class="ft1">ten Gutachtens) belegt.</span><br/> <span class="ft1">Es kann wie oben dargestellt davon ausgegangen werden, dass</span><br/> <span class="ft1">im Bereich der Spange gewisse Immissionsgrenzwertüberschreitun-</span><br/> <span class="ft1">gen zu verzeichnen sind. Eine Temporeduktion kann in einem sol-</span><br/> <span class="ft1">chen Fall helfen, die übermässige Lärmbelastung zu mindern.</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzung ist aber, dass die real gefahrene Geschwindigkeit auch</span><br/> <span class="ft1">tatsächlich reduziert wird. Eine Geschwindigkeitslimite, die zwar</span><br/> <span class="ft1">herabgesetzt, nicht aber respektiert wird, kann sodann negative bzw.</span><br/> <span class="ft1">gefährliche Auswirkungen anstelle der angestrebten Vorteile haben.</span><br/> <span class="ft1">Insbesondere für die schwächsten Strassenbenutzer, namentlich die</span><br/> <span class="ft1">Fussgänger, die betagten Personen und die Kinder, welche sich da-</span><br/> <span class="ft1">durch in einer falschen Sicherheit wiegen aufgrund eines nur ver-</span><br/> <span class="ft1">meintlich geschwindigkeitsreduzierten Verkehrs (vgl. VPB 62.26,</span><br/> <span class="ft1">Urteil des Bundesrats vom 19. November 1997). Es ist somit im</span><br/> <span class="ft1">Rahmen der Einführung einer Tempo-30-Zone zur Erreichung der</span><br/> <span class="ft1">angestrebten Ziele und der Vermeidung negativer Folgen von ent-</span><br/> <span class="ft1">scheidender Bedeutung, dass die gefahrene der erlaubten Geschwin-</span><br/> <span class="ft1">digkeit möglichst entspricht.</span><br/> <span class="ft1">Der N.-Weg ist relativ lang, gerade und gut ausgebaut. Das Er-</span><br/> <span class="ft1">scheinungsbild der Strasse verleitet objektiverweise zu einem schnel-</span><br/> <span class="ft1">len Fahren. Der Ausbaustandard der Strasse ist derart, dass bei Ein-</span><br/> <span class="ft1">führung von Tempo 30 allein ohne weitergehende Massnahmen nicht</span><br/> <span class="ft1">ohne weiteres damit gerechnet werden kann, dass die reduzierte</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">491</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Tempolimite tatsächlich eingehalten wird. Die gefahrenen Geschwin-</span><br/> <span class="ft1">digkeiten unterstützen diese Annahme. Messungen durch die Regio-</span><br/> <span class="ft1">nalpolizei im Zeitraum vom 5. bis 12. Oktober 2011 haben ergeben,</span><br/> <span class="ft1">dass auf der Spange in Fahrtrichtung Zentrum eine Durchschnittsge-</span><br/> <span class="ft1">schwindigkeit (Vd) von 34.9 km/h erreicht wird und 85 % der Fahr-</span><br/> <span class="ft1">zeuge maximal (V85) 43 km/h fahren. In Richtung A. (Stadtaus-</span><br/> <span class="ft1">wärts) lagen die Werte bei zwei Messungen vom 12. bis 19. Oktober</span><br/> <span class="ft1">und 26. Oktober 2011 bis 5. November 2011 bei 43.7 bzw. 43 km/h</span><br/> <span class="ft1">(Vd) und 51 bzw. 50 km/h (V85).</span><br/> <span class="ft1">Lokale Geschwindigkeitsbeschränkungen ohne flankierende</span><br/> <span class="ft1">bauliche und gestalterische Massnahmen an der Strassenanlage als</span><br/> <span class="ft1">Mittel zur Verkehrsberuhigung werden nicht als sinnvoll, sondern im</span><br/> <span class="ft1">Gegenteil als nutzlos und wegen ihrer praktischen Undurchsetzbar-</span><br/> <span class="ft1">keit als schädlich für die Verkehrsdisziplin und die Verkehrssicher-</span><br/> <span class="ft1">heit erachtet (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 7. Ap-</span><br/> <span class="ft1">ril 2005, in: ZBl 106/2005, S. 594 f.). Erfahrungen haben gezeigt,</span><br/> <span class="ft1">dass die reine Signalisation von 30 km/h die effektiv gefahrene Ge-</span><br/> <span class="ft1">schwindigkeit kaum beeinflusst. Eine merkliche Senkung des Ge-</span><br/> <span class="ft1">schwindigkeitsniveaus kann in der Regel nur durch gestalterische</span><br/> <span class="ft1">oder bauliche Massnahmen erreicht werden. Die Stärke der Mass-</span><br/> <span class="ft1">nahme ist abhängig von der zu erwirkenden Geschwindigkeitsreduk-</span><br/> <span class="ft1">tion (vgl. VPB 62.26 sowie W</span><span class="ft5">ERNER</span> <span class="ft1">R</span><span class="ft5">YTER</span><span class="ft1">, 10 Jahre Tempo 30 -</span><br/> <span class="ft1">eine Erfolgsgeschichte, in Umwelt Aargau, Nr. 8 Januar 2000 und</span><br/> <span class="ft1">H.P.</span> <span class="ft1">L</span><span class="ft5">INDEMANN</span><span class="ft1">, T</span><span class="ft5">H</span><span class="ft1">.</span> <span class="ft1">K</span><span class="ft5">OY</span><span class="ft1">, Auswirkungen von Zonensignalisationen</span><br/> <span class="ft1">[Tempo 30] in Wohngebieten auf die Verkehrssicherheit in VSS -</span><br/> <span class="ft1">Strasse und Verkehr, Heft 9/2000; Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft1">2A.38/2006 vom 13. Juli 2006). Gemäss der Broschüre der Abteilung</span><br/> <span class="ft1">Tiefbau "Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen" vom 23. Dezem-</span><br/> <span class="ft1">ber 2011 (www.ag.ch/verkehr &gt; Strasseninfrastruktur &gt; Kampagne</span><br/> <span class="ft1">sicher-im-verkehr.ch &gt; Tempo-30-Zone) ist eine Zone mit von der</span><br/> <span class="ft1">Höchstgeschwindigkeit abweichender Geschwindigkeit nur zulässig,</span><br/> <span class="ft1">wenn die getroffenen Massnahmen die Geschwindigkeit in aus-</span><br/> <span class="ft1">reichendem Mass senken. Als Richtlinie für Tempo-30-Zonen sind</span><br/> <span class="ft1">folgende Werte anzustreben:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">492</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft1">Verzicht auf Signalisation und Massnahmen, wenn V50 % und</span><br/> <span class="ft1">V85</span> <span class="ft1">% nicht grösser als 30</span> <span class="ft1">km/h sind (Begegnungszone:</span><br/> <span class="ft1">20 km/h).</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft1">Beschränkung auf die Signalisation, wenn V85</span> <span class="ft1">% zwischen</span><br/> <span class="ft1">30 und 40 km/h liegt (Begegnungszone: 20 bis 30 km/h).</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft1">Signalisation und Realisierung von baulichen Massnahmen, wenn</span><br/> <span class="ft1">V50 % deutlich höher als 30 km/h und V85 % höher 40 km/h ist</span><br/> <span class="ft1">(Begegnungszone: 20 km/h und 30 km/h). Falls keine signalisati-</span><br/> <span class="ft1">onstechnischen oder baulichen Massnahmen ergriffen würden,</span><br/> <span class="ft1">könnte die Zone nicht eingeführt werden.</span><br/> <span class="ft1">Nach Art. 3 lit. g der Verordnung über die Tempo-30-Zonen und</span><br/> <span class="ft1">die Begegnungszonen hat das Gutachten eine Aufzählung und Um-</span><br/> <span class="ft1">schreibung der Massnahmen, die erforderlich sind, um die angestreb-</span><br/> <span class="ft1">ten Ziele zu erreichen, zu umfassen. Angesichts des oben Angeführ-</span><br/> <span class="ft1">ten, insbesondere angesichts des gefahrenen Geschwindigkeitsni-</span><br/> <span class="ft1">veaus und dem Ausbaustandard der Spange, liegt der Schluss nahe,</span><br/> <span class="ft1">dass bei Einführung der Tempo-30-Zone auf der Spange das ange-</span><br/> <span class="ft1">ordnete Geschwindigkeitsniveau kaum oder schlecht befolgt werden</span><br/> <span class="ft1">wird und daher wohl zusätzliche Massnahmen notwendig sind, damit</span><br/> <span class="ft1">die reduzierte Geschwindigkeit eingehalten und die damit verfolgten</span><br/> <span class="ft1">Ziele erreicht und die mit einer Missachtung der Höchstgeschwindig-</span><br/> <span class="ft1">keit verbundenen negativen Folgen verhindert werden können. Sol-</span><br/> <span class="ft1">che flankierenden Massnahmen sind betreffend die Spange aber we-</span><br/> <span class="ft1">der vorgesehen, noch liegen diesbezüglich irgendwelche Ausführun-</span><br/> <span class="ft1">gen oder Begründungen vor, auch nicht bezüglich eines allfälligen</span><br/> <span class="ft1">Verzichts auf solche Massnahmen, sollte der Gemeinderat K. der</span><br/> <span class="ft1">Meinung sein, solche seien nicht notwendig.</span><br/> <span class="ft1">Unter den gegebenen Umständen müssen die vorhandenen Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheidgrundlagen bzw. das erforderliche Gutachten (vgl. insbeson-</span><br/> <span class="ft1">dere Art. 3 lit. g und 4 f. der Verordnung über die Tempo-30-Zonen</span><br/> <span class="ft1">und die Begegnungszonen) als ungenügend betrachtet werden und</span><br/> <span class="ft1">sind die angefochtene Einführung der Tempo-30-Zone auf der</span><br/> <span class="ft1">Spange sowie der damit verbundene Widerruf von "Kein Vortritt" bei</span><br/> <span class="ft1">der Einmündung F.-Strasse in den N.-Weg aufzuheben.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">493</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">8.</span><br/> <span class="ft1">Vor der Festlegung einer abweichenden Höchstgeschwindigkeit</span><br/> <span class="ft1">ist mit einem Gutachten abzuklären, ob die Massnahme nötig,</span><br/> <span class="ft1">zweck- sowie verhältnismässig ist oder ob andere Massnahmen</span><br/> <span class="ft1">vorzuziehen sind (Art. 108 Abs. 4 SSV). Es sei darauf hingewiesen,</span><br/> <span class="ft1">dass die Verordnung bei der Verfolgung des Ziels der Verminderung</span><br/> <span class="ft1">einer übermässigen Umweltbelastung explizit darauf hinweist, dass</span><br/> <span class="ft1">dabei der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu wahren ist (Art. 108</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 lit. d Satz 2 SSV). Vor einer Änderung der Höchstgeschwin-</span><br/> <span class="ft1">digkeit müssen ausserdem andere geeignete Massnahmen überprüft</span><br/> <span class="ft1">werden. Sind diese undurchführbar oder unverhältnismässig, kommt</span><br/> <span class="ft1">eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit in Frage, sofern da-</span><br/> <span class="ft1">durch eine Verminderung der Umweltbelastung erzielt werden kann</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion Kanton</span><br/> <span class="ft1">Bern vom 31. Juli 2007 [RA Nr. 140/2006/20]). Es fehlen diesbezüg-</span><br/> <span class="ft1">liche Ausführungen und die Grundlagen erscheinen daher auch aus</span><br/> <span class="ft1">diesem Grund als unvollständig.</span><br/> <span class="ft1">Im Rahmen der Prüfung der flankierenden Massnahmen ist so-</span><br/> <span class="ft1">dann auch Folgendes zu bedenken: Die Spange weist zwar einen</span><br/> <span class="ft1">nicht sehr grossen, aber trotzdem nicht unwesentlichen Anteil</span><br/> <span class="ft1">Schwerverkehr auf. Dieser stammt einerseits aus den Arbeitszonen</span><br/> <span class="ft1">von K. und X. Die Spange weist anderseits aber auch Lastwagen-</span><br/> <span class="ft1">Durchgangsverkehr auf. Dieser Lastwagenverkehr soll nicht fern-</span><br/> <span class="ft1">gehalten werden und lässt sich wohl ohne Fahrverbot für Lastwagen</span><br/> <span class="ft1">auch nicht auf ein unwesentliches Mass reduzieren. Es kann davon</span><br/> <span class="ft1">ausgegangen werden, dass auch nach Einführung einer Tempo-30-</span><br/> <span class="ft1">Zone auf der Spange in relevantem Ausmass Schwerverkehr vorhan-</span><br/> <span class="ft1">den sein wird. Im Rahmen der Prüfung von flankierenden Massnah-</span><br/> <span class="ft1">men ist dem nicht vernachlässigbaren Schwerverkehr auf der Spange</span><br/> <span class="ft1">Rechnung zu tragen und es ist zu vermeiden, dass flankierende</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen auf der Spange mit Lastwagenverkehr zu gefährlichen</span><br/> <span class="ft1">Situationen oder zusätzlichem Lärm führen oder unerwünschte Ver-</span><br/> <span class="ft1">lagerungen (etwa Schwerverkehr durch die Altstadt von K.) bewir-</span><br/> <span class="ft1">ken (gemäss Art. 3 lit. f Verordnung über die Tempo-30-Zonen und</span><br/> <span class="ft1">die Begegnungszonen hat das Gutachten Überlegungen zu möglichen</span><br/> <span class="ft1">Auswirkungen der geplanten Massnahme auf die ganze Ortschaft</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">494</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">oder auf Teile der Ortschaft sowie Vorschläge zur Vermeidung all-</span><br/> <span class="ft1">fälliger negativer Folgen zu enthalten).</span><br/> <span class="ft1">9.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Entscheidgrundla-</span><br/> <span class="ft1">gen in relevantem Umfang nicht genügen, um beurteilen zu können,</span><br/> <span class="ft1">ob die Einführung der Tempo-30-Zone auf der Spange im Hinblick</span><br/> <span class="ft1">auf das zu erreichende Ziel (Reduzieren einer übermässigen Lärmbe-</span><br/> <span class="ft1">lastung) nötig, zweck- und verhältnismässig ist (vgl. dazu Urteil des</span><br/> <span class="ft1">Bundesgerichts 1C_17/2010 vom 8. September 2010).</span><br/></div> </div> </body> </html>