B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5695/2014/mel U r t e i l v o m 3 . D e z e m b e r Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Martina Kunert. Parteien A._______, geboren (…), Pakistan, vertreten durch lic. iur. Denis G. Giovanelli, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. September 2014 / N (…). D-5695/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein pakistanischer Staatsbürger mit letztem Wohnsitz in B._______, C._______ (Provinz Punjab ) verliess sein He i- matland eigenen Angaben zufolge am 5. Mai 2011 und gelangte auf dem Landweg am 25 . Juli 2012 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. A.b Bei der Befragung zur Person (BzP) vom 7. August 2012 im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum D._______ gab er an, er sei in der Schule von Mitschülern belästigt worden. Taliban hätten gesagt, er solle Selbs t- mordattentäter werden. Eines Tages hätten sie ihn entführt und während fünf Tagen festgehalten, bis er in der Nacht habe fliehen können. Nach seiner Rückkehr habe er währen d zehn Tagen bei einem Nachbarn U n- terschlupf gefunden und schliesslic h seine Mutter über den Vorfall info r- miert, welche ihm geraten habe, Pakistan zu verlassen. Um seine Reise zu finanzieren, habe sie ein Stück Land verkauft. A.c Am 14. August 2013 hörte das BFM den Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen an. Er machte im Wesen tlichen geltend, dass er und seine Schulkameraden auf dem Schulweg von fremden Männern mit langen Bärten und Turbanen aufgefordert worden seien, ihnen beizutreten. In der Schule sei er von Mitschülern gedrängt worden, ihnen beizutreten und ein Bombentraining zu absolvieren. Er habe grosse Angst vor diesen Me n- schen verspürt und seinen Widerwillen gegen dieses Vorhaben kundg e- tan. Als er eines Tages unterwegs zur Schule gewesen sei, sei ein Mann zu ihm gekommen und habe sich nach einer Adresse erkundigt und ih n aufgefordert, ihn an den fraglichen Ort zu bringen. Als er im Auto Platz genommen habe, habe ihm dieser ein Taschentuch unter die Nase gehal- ten, worauf er bewusstlos geworden sei. Als er nach ei ner unbestimmten Zeit an einem unbekannten Ort aufgewacht sei, sei ihm beschieden wo r- den, er könne nicht zurück zu seinen Eltern, sondern müsse ein Training absolvieren. Zusammen mit 12–15 weiteren jungen Männern habe er g e- lernt, wie man Bom ben baue und mit einer Pistole schiess e. Der Zweck des Trainings sei es gewesen, Selbstmordattentate auszuüben. Nach ungefähr zehn Tagen sei ihm während der Nacht die Flucht gelu n- gen. Er sei durch ihm unbekanntes, gebirgiges Gelände gelaufen und h a- be irgendwann einen Bus gesehen, der ihn mitgenommen habe. Er habe dem Fahrer das V orgefallene geschildert und gesagt, dass er nach B._______ müsse. Der Chauffeur habe ihm ein wenig Geld und etwas D-5695/2014 Seite 3 Essbares mitgegeben und ihn an einem Ort aussteigen lassen, von we l- chem aus er mit einem anderen Bus in seine Heimats tadt gefahren sei. Zuhause angekommen, habe er seinen Eltern von seinen Erlebnissen be- richtet. Sie hätten ihm geraten, das Land zu verlassen, weshalb der Vater ein Grundstück verkauft habe, um die Reise zu finanzieren. Aus Angst vor einer weiteren Entführung habe er die Zeit zwischen seiner Rückkehr und seiner Flucht im Haus eines Freundes verbracht, welches sich ungefähr zwei Fahrradstunden von seinem Wohnort entfernt befunden habe . Die- ser Freund sei auch sein Nachbar und besitze noch dieses andere Haus. Nach acht bis zehn Tagen seien seine Eltern gekommen und hätten ihm gesagt, dass sie einen Mann gefunden hätten, der ihn für viel Geld nach Europa bringen werde. Im Falle einer Rückkehr fürchte er sich vor einer erneuten Entführung. B. Mit Präsidialentscheid der Vormundschaftsbehörde E._______ vom 23. August 2012 wurde für den damals minderjährigen Beschwerdeführer eine Beistandschaft angeordnet. C. Mit Verfügung vom 1. September 2014 – eröffnet am 3. September 2014 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. D. Am 3. Oktober 2014 stellte der Beschwerdeführer durch seinen Recht s- vertreter telefonisch ein Aktenei nsichtsgesuch, welchem selbe ntags mit Verfügung teilweise entsprochen wurde. E. Mit Beschwerde vom 3. Oktober 2014 an da s Bundesverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die Au f- hebung der angefochtenen Verfügung. Es sei ihm Asyl zu gewähren , eventuell sei der Beschwerdeführer nochmals zu den betreffenden Pun k- ten anzuhören. Subeventuell sei festzustellen, dass der Vollzug der Weg- weisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei. Subsubeventualiter sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und auf den Vollzug der Wegweisung sei zu verzichten. In prozessualer Hinsicht wur- de u m Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeistä n-D-5695/2014 Seite 4 dung ersucht . Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung , die Anwaltsvollmacht und weitere Dokumente bei. F. F.a Mit Zwischenverfügung vom 1 4. Oktober 2014 hiess der Instruktions- richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege g e- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG unter der Bedingung gut, dass der Beschwerdeführer innert Frist eine Fürsorgebestätigung nac h- reichen werde und verzichtete dementsprechend auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die Akten überwies er zur Vernehmlassung an die Vorinstanz F.b Mit fristgerecht erfolgter Eingabe vom 29. Oktober 2014 liess der B e- schwerdeführer eine Fürsorgebestätigung des (…) in E._______ und wei- tere Dokumente zu den Akten reichen. G. Mit Eingabe vom 6. November 2014 liess der Beschwerdeführer "aus a k- tuellem Anlass" diverse Zeitungsartikel, einen Reisehinweis für Pakistan des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie eine Teilreisewarnung für Pakistan des Ausw ärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland einreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne v on Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. D-5695/2014 Seite 5 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitim iert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Da d er Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu kommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz diese auch nicht entzogen (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwG) hat, ist auf den Subsubeventualantrag mangels Rechtsschutzint e- resse nicht einzutreten. Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. 2.1 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes gilt für die im Zeitpunkt des Inkraf t- tretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 dieses Gesetzes hängigen Verfahren mit Ausnahme der Absätze 2–4 das neue Recht. 2.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgeset zt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 3.2 3.2.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigen schaft nachwei- sen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlic h-D-5695/2014 Seite 6 keit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründ et oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bun- desverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen i n einem jüngeren Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier vorab verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E.2.2. und 2.3). 3.2.2 Die Realkennzeichen sollen es den entscheidenden Behörden e r- lauben, die Aussagen der asylsuchenden Person mö glichst objektiv und rechtsgleich zu beurteilen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit ist a l- lerdings ein objektivierter, nicht ein objektiver Massstab anzuwenden: In die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Vorbringen müssen auch relevan- te individuelle A spekte der asylsuchenden Person einbezogen werden (vgl. Urteil des BVGer E –1917/2014 vom 21. Mai 2014 E 7.1.2 mit Ve r- weis auf EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). Entsprechend sind bei der Anwe n- dung des Beweismasses gewisse persönliche Umstände der asylsuchen- den Person zu berücksichtigen. Hat diese zum Beispiel überdurchschnit t- liche Schwierigkeiten, sich klar und strukturiert auszudrücken, und liegen dafür objektive Gründe vor, muss das BFM dies im Rahmen der Bewei s- würdigung und der Prüfung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen berüc k- sichtigen. Solche objektiven Gründe können zum Beispiel in einem tiefen Bildungsniveau, geringen intellektuellen Fähigkeiten, dem Alter oder ps y- chischen Problemen liegen. Dies folgt im Übrigen auch aus dem Grun d- satz der freien Beweiswürdigu ng, der für das gesamte Verwaltungs - und Beschwerdeverfahren gilt und die Bundesbehörden und -gerichte ve r- pflichtet, die Beweise frei, umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Art. 19 VwVG in Verbindung mit Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. D e- zember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273]. 4. Gemäss Art. 111a Abs. 1 AsylG kann das Bundesverwaltungsgericht auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten. 5. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 5.1 Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen genügten den Anforderungen an die D-5695/2014 Seite 7 Glaubhaftigkeit nicht, weshalb deren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Anlässlich der Anhörung sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, die behauptete Entführung und die Zeit im Trainingscamp zu substantiieren, obwohl bei einem derart gravierenden Erlebnis damit gerechnet werden dürfe, dass die betroffene Person im Stande sei, über das Vorgefallene ausführlich zu beri chten. Die Aussagen über Art und Dauer der Festhaltung und die Umstände der Rückkehr seien oberfläc h- lich ausgefallen. Die Beschreibung des Schiess- und Bombentrainings sei nicht überzeugend gewesen, beispielsweise habe sich der Beschwerde- führer an keine Vorsichtsmassnahmen erinnern können, obwohl er mit Schwarzpulver hantiert habe und sei auch nicht im Stande gewesen, s ei- nen Tagesablauf zu schildern. Zudem habe er keine Angaben zu den fünf beziehungsweise zehn Tagen seiner Festhaltung machen können . N a- mentlich habe er nicht darlegen können, wozu er das Gelernte hätte a n- wenden sollen, obwohl eine religiös -politische Indoktrinierung in Anbet- racht des fundamental-religiösen Hintergrundes der Entführer zu erwarten gewesen wäre. Zudem sei zu erwarten gewesen, dass er den Ort d er Festhaltung hätte benennen können, da er einen Linienbus benutzt habe, um diesen zu verlassen. Seine Vorbringen seien nicht nur un substantiiert, sondern auch wide r- sprüchlich ausgefallen: Anlässlich der BzP habe er angegeben, die Fes t- haltung habe fünf Tage gedauert, während er im Rahmen der Anhörung eine Zeitspanne von zehn Tagen angegeben habe. Während er be i der BzP ausgeführt habe, von Taliban entführt worden zu sein , habe er a n- lässlich der Anhörung angegeben, nicht zu wissen, welcher Organisation die Entführer ang ehörten. Zudem habe er unterschiedliche Angaben g e- macht, welcher Elternteil das Land für die Finanzierung seiner Flucht b e- zahlt habe und auch bezüglich seines Aufenthalts na ch der Flucht habe er sich widersprochen , indem er im Rahmen der BzP angab, bei einem Nachbarn gewohnt zu haben und anlässlich der Anhörung bei einem Freund, der zwei Fahrradstunden entfernt von seinem Wohnort gewohnt habe. 5.2 Der Beschwerdeführer lässt in d er Beschwerdeeingabe aus führen, betreffend der Glaubhaftigkeit der Vorbringen sei festzuhalten, dass seine Aussagen bezüglich der wesentlichen Einzelheiten in auffallender Weise übereinstimmten, was ein starkes Indiz für die Glaubhaftigkeit der Auss a- gen darstelle. Diese Einschätzung würde auch von der Hilfswerksvertr e- terin geteilt. Der Umstand, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine introvertierte Person ohne ausgesprochenes Sendungsbewusstsein D-5695/2014 Seite 8 handle, wirke sich bei der Befragung durch eine Behörde ent sprechend aus. Zudem habe der Beschwerdeführer bei der Beschaffung von Au s- weispapieren alles ihm Mögliche getan, um eine Kopie des Familie n- buchs aus Pakistan zu besorgen um seine Identität offen zu legen. Dass er kooperiert habe und nicht versucht habe, se ine Identität zu verschle i- ern, unterstreiche seinen Willen, seine Flüchtlingseigenschaft zu bewe i- sen und sei ein starkes Indiz für seine Glaubwürdigkeit und für die darg e- legten Angaben. Betreffend der geltend gemachten Widersprüche sei festzuhalten, dass d er Beschwerdeführer die Frage der Entführung au s- reichend substantiiert und nachvollziehbar beantwortet habe. Erwies e- nermassen gebe es in seiner Herkunftsprovinz F._______ eine grosse und dokumentierte Anzahl von terroristisch motivierten Anschlägen und Vorfällen, eine Entführung zwecks religiös -fundamentalistischer Radikali- sierung sei nichts Aussergewöhnliches und stelle eine reelle und konkrete Gefahr für Jugendliche dieser Gegend dar. Ferner bestehe unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer seinen Entführern namentlich bekannt sei, die Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung durch die sel- ben im Entdeckungsfall. Was die unterschiedlichen Angaben zur Dauer der Entführung angehe, so sei die Diskrepanz von fünf Tagen gering und gebe wieder, dass dem Beschwerdeführer nach einer verhältnismässig kurzen Zeit die Flucht gelungen sei. Des Weiteren sei kein Widerspruch bezüglich den Termini Nachbar und Freund erkennbar. Immerhin biete der Nachbar Unterschlupf vor zur Gewalt neigenden religiösen Fundament a- listen, weshalb es nicht unwahrscheinlich sei, dass Nachbarn auch b e- freundet seien. Was schliesslich den Verkauf des Grundstücks zur Flucht- finanzierung angehe, sei es unwesentl ich, von welchem Elternteil die In i- tiative hierfür ausgegangen sei, da der Entschluss von beiden getragen worden sei. Zusammenfassend müsse festgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer keine Widersprüche vorgeworfen werden könnten, die ihn als generell u nglaubwürdig erscheinen liessen. Da seine Asylvorbri n- gen rechtsrelevant seien, erfülle er die Flüchtlingseigenschaft und habe Anspruch auf Asyl. 5.3 Vorab ist zu prüfen, ob die formellen Rügen begründet sind. Diesb e- züglich wird eine offensichtlich unrichtige, willkürliche Sachverhaltsfes t- stellung und willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz gerügt. Die Vorinstanz habe es unterlassen, durch Nachfragen vom Beschwerde- führer detaillierte Aussagen zu verlangen, soweit diese als zu wenig ko n- kret, detailliert oder differenziert erachtet worden seien. D-5695/2014 Seite 9 5.3.1 Gemäss Lehre und Rechtsprechung liegt Willkür nur dann vor, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situ- ation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechti g- keitsgedanken zuwiderläuft und nicht schon dann, wenn eine andere L ö- sung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHÄFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S.11; ULRICH HÄFELI/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizer i- sches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich 2012, N 811 f. S. 251 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen). Dabei muss die angeblich wil l- kürliche Begründung rechtsgenüglich dargelegt werden (BGE 116 Ia 426 S. 428, mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall wird jedoch weder explizit ausgeführt noch näher dargelegt , inwiefern die gerügten Erw ä- gungen des BFM unter die obgenannte Definition zu subsumieren sind. Vielmehr ist – auch unter Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägu n- gen zum Asylpunkt – festzustellen, dass die vorinstanzlichen Ausführun- gen, die zur Abweisung geführt haben, nachvollziehbar sind und insb e- sondere rechtsstaatlichen Grundsätzen folgen . Die Rüge, wonach d as BFM das Willkürverbot verletzt habe, ist daher als unbegründet zu qualif i- zieren. 5.3.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsä t- zen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie muss die für das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ordnu ngsgemäss darüber Beweis führen. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er fi n- det sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG). Trotz des Untersuchungsgrundsatzes kann sich die entscheidende Behörde in der Regel darauf beschränken , die Vo r- bringen eines Gesuchstellers zu würdigen und die von ihm angebotenen Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission ARK [EMARK] 1995 Nr. 23 E. 5a S. 222). Ein Sachverhalt gilt erst dann als unvollständig festgestellt, wenn in der Begründung des En t- scheides ein rechtswesentlicher Sachumstand übergangen beziehung s- weise überhaupt nicht beachtet wird (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ- NER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfle- ge des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 1043). Entgegen den sich in blossen Behauptungen erschöpfenden Ausführungen in der Beschwerde-D-5695/2014 Seite 10 eingabe hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt durch g e- zieltes Nachfragen zu erstellen versucht. Beispielsweise hat die Befrage- rin anlässlich der Anhörung, a ls der Beschwerdeführer knapp ausführte, er habe die Schule nicht abschliessen können, nachgehakt und sich nach den Gründen erkundigt (act. A14, S. 6). Die geltend gemachte Entführung betreffend hat sie den Beschwerdeführer ebenfalls unterbrochen und ihn aufgefordert, detailliert zu beschreiben, was sich zugetragen habe (act. A14, S. 7). Auch die Ereignisse, die sich während seiner Entführung im Trainingscamp zugetragen haben sollen, versuchte sie durch gezieltes Nachfragen in Erfahrung zu bringen, indem sie etwa fragte, was in den zehn Tagen sonst noch alles passiert sei und was er konkret habe m a- chen müssen. Die Antworten hierauf beschränkten sich jeweils auf einen Satz (act. A 14, S. 7). Wenn in der Eingabe geltend gemacht wird, eine Person mit den Charaktereigenschaften des Beschwerdeführers werde einer Behörde nicht detailliert und wortgewaltig über Ereignisse Auskünfte erteilen, wenn befürchtet werden müsse, dass ein falsches Wort erhebl i- che und vor allem negative Auswirkungen auf die Gutheissung des Asy l- gesuchs zur Folge haben werde, wird implizit eingeräumt, dass sich der Beschwerdeführer bei seinen Aussagen auch von taktischen Überlegu n- gen sein Asylgesuch betreffend hat leiten lassen. Durch das Verschwe i- gen von für das Asylverfahren allenfalls relevanten Sachverhaltsele men- ten hat er seine Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG verletzt und nicht die Vorinstanz ihre Pflicht zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ). Die vorgebrachte Rüge erweist sich somit als haltlos. 5.3.3 Nach dem Gesagten besteht somit keine Veranlassung, die Verf ü- gung des BFM aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Der en tsprechende Antrag ist daher abzuweisen 5.4 Sodann ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Asylgesuch mangels Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu Recht abgewiesen hat. 5.4.1 Vorab ist anzumerken, dass die die allgemeine Sicherheitslage – insbesondere im Zusammenhang mit terroristischen Anschlägen – in der Provinz Punjab betreffenden Beweismittel keine asylrelevante individuelle Gefährdung des Beschwerdeführers zu belegen vermögen. Namentlich geht aus den zu den Akten gereichten Zeitungsartikeln und Reisehinwe i- sen nicht konkret hervor, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr ernsthaften Nachteilen ausgesetzt wäre oder begründete D-5695/2014 Seite 11 Furcht best eht, dass er solchen Nachteilen ausgesetzt würde. Die ein- gangs erwä hnten Beweismittel sind asylrechtlich irrelevant. Eine Ause i- nandersetzung damit erfolgt in den Erwägungen zum Wegeweisungsvol l- zugspunkt. Auch der zu den Akten ge reichte Schulbericht und die Schul- zeugnisse des Beschwerdeführers erweisen sich für das vorliegende Ver- fahren als nicht entscheidwesentlich, da sie das Verhalten und die Fähi g- keiten des Beschwerdeführers zum Inhalt haben und nicht die Asylrel e- vanz seiner Vorbringen. 5.4.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz kommt das Gericht zum Schluss, dass die geltend gemachten Asylvorbringen nicht glaubhaft g e- macht werden konnten. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die zutreffenden Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung ve r- wiesen. Daran vermögen auch die teilweise zutreffenden Ausführungen in der Beschwerdeeingabe nichts zu ändern , wonach es unbedeutend sei, welcher Elternteil Initiant für den Landverkauf gewesen sei und dass ein Nachbar auch ein Freund sein könne, weshalb bezüglich der unterschied- lichen Bezeichnung derselben Person k ein relevanter Widerspruch au s- zumachen sei. Die Aussagen zur angeblichen Entführung und zur Zei t- gestaltung im Trainingscamp fielen trotz Nachfragens spärlich aus und waren teilweise schlicht nicht nachvollziehbar. Auf die Frage etwa, was in den zehn Tagen seiner Entführung sonst noch alles passiert sei, antwo r- tete der Beschwerdeführer lediglich, er habe dieses Training mitmachen müssen. Es erfolgte keine Beschreibung eines Tagesablauf s und er gab auch keine persönlichen Eindrücke wied er, welche darauf schliessen las- sen, dass er das Behauptete auch erlebt hat. Als wenig plausibel erweist sich sodann die Behauptung, dass er zum Selbstmordattentäter hätte ausgebildet werden sollen, ohne dass ihm eröffnet worden wäre, wozu er sich dereinst würde opfern müssen. Es muss vielmehr davon ausgegan- gen werden, dass zunächst eine ideologische Indoktrinierung stattgefu n- den hätte, nicht zuletzt, um sicher zu gehen, dass sich die erworbenen Kenntnisse im Bombenbauen und Pistolenschiessen nicht gegen die En t- führer selbst ric hten würden. Auch die Aussagen zur angeblichen Flucht fallen wenig ausführlich, oberflächlich und unglaubhaft aus. Dass er im Zusammenhang mit der Gefangenschaft vorbrachte, während rund zehn Tagen in einem Zimmer eingesperrt gewesen zu sein (vgl. act. A14, S. 7), lässt sich kaum in Einklang bringen mit der Aussage, wonach er in der Fluchtnacht nicht habe schlafen können, weshalb ihm die Flucht gelu n- gen sei. Seinen Schilderungen folgend hätten die Entführer ausgerechnet in der Nacht, in welcher er keinen Sc hlaf finden konnte, vergessen, das Zimmer abzuschliessen, was für sich betrachtet schon wenig wahrschein-D-5695/2014 Seite 12 lich erscheint. Immerhin sollen sich in diesem Zimmer noch weitere Per- sonen befunden haben und dass letzteres aus Fahrlässigkeit nicht g e- schlossen worden sein soll, ist in Anbetracht der Tragweite einer solchen Flucht als unplausibel zu qualifizieren. Dass zudem keine weiteren Si- cherheitsvorkehrungen zur Fluchtverhinderung bestanden haben sollen, erscheint aus demselben Grund abwegig. Es ist vielmehr davo n auszu- gehen, dass solche Sicherheitsvorkehrungen bestanden haben müssten, weshalb die Behauptung, er sei eines Nachts, als er keinen Schlaf habe finden können, durch die unverschlossene Tür seines Zimmers aus dem Trainingscamp in die Freiheit geflüchtet, von wo aus er weggerannt sei bis ihn schliesslich ein Bus mitgenommen habe, nicht geglaubt werden kann. 5.5 In Würdigung der gesamten Umstände und der Vorbringen de s Be- schwerdeführers ist zusammengefasst festzustellen, dass der Beschwer- deführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft m a- chen kann, weshalb die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt sind. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in de r Beschwerde sowie die zahlreichen Beweismittel im Einzelnen näher einzugehen, da sie an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat das Asylg e- such des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 7.1.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). D-5695/2014 Seite 13 7.1.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweissta n- dard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sin d zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 7.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher od er erniedri- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 7.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers nach Pakistan ist demnach unter de m Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.3.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Besc hwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes D-5695/2014 Seite 14 für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr (« real risk ») nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituati on in Pakistan lässt den We gweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klare r- weise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vol l- zug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrecht- lichen Bestimmungen zulässig. 7.4 7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollz ug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, i st – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.2 Bei den in E. 5.4.1. erwähnten Beweismitteln handelt es sich um mehrere Zeitungsartikel und zwei Reisewarnungen , welche zumindest teilweise einen konkreten regionalen Bezug zum Beschwerdeverfahren vermissen lassen. Beispielsweise bezieht sich die Medienmitteilung vom 13. Dezember 2012 auf den nordwestlichen, an Afghanistan grenzenden Teil Pakistans, während sich Punjab vom Nordosten bis Südwesten P a- kistans erstreckt und an In dien angrenzt (vgl. auch http://www.punjab. gov.pk/about_punjab_geography, abgerufen am 25. November 2014). Das Ausgeführte trifft auch auf die Teilreisewarnung des Auswärtigen Am- tes der Bundesr epublik Deutschland vom 15. Oktober 2014 zu, die sich ebenfalls auf die Nordwestgrenz region beschränkt. Was schliesslich die sich auf Punjab beziehenden Zeitungsartikel anbelangt, ist anzumerken, dass es sich bei Punjab mit einer Gesamtfläche von ungefähr 205 000 km2, 36 Distrikten – einer davon ist F._______ – und rund 70 Mil- lionen Einwohnern um die bevölkerungsreichste Provinz Pakistans ha n- delt (vgl. auch http://www.punjab.gov.pk/punjab_quick_stats, abgerufen am 25. November 2014), in welcher sich in den letzten Jahren unbestri t- tenermassen terroristisch motivierte Anschläge und Entführun gen zug e- tragen haben. Allerdings geht aus diesen Zeitungsartikeln respektive aus der Beschwerde nicht hervor und i st auch nicht ersichtlich, weshalb die Wahrscheinlichkeit, dereinst Opfer eines solchen Ereignisses zu werden, für den Beschwerdeführer grösser respektive konkreter sein soll als für D-5695/2014 Seite 15 die restliche Bevölkerung Punjabs. Nach Erkenntnissen des Gerichts lässt sich eine solche Gefahr zwar nicht restlos ausschliessen, sie ist aber zu gering, um daraus die Unzumutbarkeit der Rückführung abzulei- ten. Mit dem BFM ist einherzugehen, dass weder die in Pakistan her r- schende politische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung sprechen, weshalb von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden kann. Aufgrund der Akten ist sodann auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher N a- tur in eine existenzbedrohende Notlage geraten würde. Es handelt es sich den Akten zufolge um einen heute (…) alleinstehenden Mann ohne aktenkundige gesundheitliche Probleme, der vor seiner Ausreise sein ganzes Leben in Pakistan verbracht hat. Er hat gemäss eigenen Angaben bis zu seiner Ausreise nie arbeiten müssen, sondern besuchte die Schule bis zur zehnten Klasse, verfügt wegen seiner Ausreise im laufenden Schuljahr jedoch über keinen Sch ulabschluss. Seine Familie un d ein Freund, der gemäss Akten über zwei Häuser verfügt, leben in Punjab. Da er in B._______ im C._______ zur Schule gegangen ist, ist davon auszu- gehen, dass er dort abgesehen von den fraglichen Personen auch noch über Freunde und Bekannte verfügt, die ihm insbesondere bei der A r- beitssuche behilflich sein könnten. Es steht ihm im Übrigen auch offen, beim BFM einen Antrag auf individuelle Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 73 f f. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2; SR 142.312]). 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückke hr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug z u Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. D-5695/2014 Seite 16 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Da ihm mit Zw i- schenverfügung vom 14. Oktober 2014 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde und sich an den diesbezüglichen Voraussetzungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 10. Mit Zwischenverfügung vom 14. Oktober 2014 wurde das Gesuch um Beiordnung des Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand gutge- heissen. Mangels Kostennote sieht sich das Gericht veranlasst, den Auf- wand aufgrund der bestehenden Akten gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) und in Relat i- on mit vergleichbaren Dossiers abzuschätzen. Bei der Redaktion der Be- schwerde (einschliesslich des Aktenstudiums) ist von einem dreistünd i- gen Aufwand auszugehen. Die Internetrecherche und die einseitige Ei n- gabe vom 29. Oktober 2014 dürften insgesamt eine weitere Stunde b e- ansprucht haben. Demnach ist das d urch das Bundesverwaltungsgericht auszurichtende amtliche Honorar auf Fr. 1'000.– festzulegen (Aufwand inkl. MWST und Spesen) (Dispositiv nächste Seite) D-5695/2014 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Bundesverwaltungsgericht entrichtet de m als amtliche r Rechtsbei- stand eingesetzten Denis G. Giovannelli ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'000.– (inkl. Auslagen und MWST). 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Martina Kunert Versand: