B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2258/2016 plo U r t e i l v o m 1 9 . A u g u s t 2 0 1 6 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Sara Steiner. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des SEM vom 31. März 2016 / N (…). D-2258/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess Syrien eigenen Angaben zufolge (…) 2014 beziehungsweise kurz nach dem Tod ihres Sohnes im (…) 2013 und gelangte über die Türkei mit einem Visum am 15. Februar 2014 in die Schweiz, wo sie am 18. Februar 2014 ein Asylgesuch stellte. Am 28. Feb- ruar 2014 wurde sie summarisch befragt und am 23. Juli 2014 einlässlich angehört. Zur Begründung ihres Gesuc hes gab sie im Wesentlichen an, in Syrien herrsche Bürgerkrieg. Sie habe sich auch an Demonstrationen beteiligt, wobei man sie mit Tränengas beworfen habe. Letztes Jahr sei ihr auch anlässlich einer Demonstration eine Platzwunde am Kopf zugefügt worden. Es seien Fotos von ihnen geschossen worden, welche im Fernsehen ge- zeigt worden seien. Danach seien sie in der Nacht mehrmals von Beamten des Nachrichtendienstes aufgesucht und geschlagen worden. Sie hätten ihnen vorgeworfen, dass sie an den Demonstrationen t eilnähmen und bei der Partei seien, und gefragt, weshalb sie die kurdische Flagge trügen. Im- mer wenn sie gekommen seien, habe sie ihre Söhne weggeschickt und sei dann an ihrer Stelle geschlagen worden. Sie sei auch aufs Revier mitge- nommen worden, bis sich ihre Söhne gemeldet hätten. Ihr Sohn B._______ sei vor der Revolution jahrelang im Gefängnis gewesen. Ihr Sohn C._______ sei anlässlich von Demonstrationen mehrmals unterwegs ver- folgt und geschlagen worden. Eines Tages sei er zu Hause geschlagen und ihm dabei ein Arm gebrochen worden. Er se i mitgenommen worden und am nächsten Tag hätten sie seine Leiche vor der Haustüre gefunden. Dies sei am (…) 2013 geschehen. Seit dem Tod von C._______ seien sie nicht mehr gekommen beziehungsweise seien sie wieder gekommen und hätten ihren Sohn B._______ verlangt. Nach C._______ Tod habe sie das letzte Mal an einer Demonstration teilgenommen. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie eine CD mit Fotografien von sich an Demonstrationen in Syrien und ein Video von der Beerdigung ihres Soh- nes sowie eine E-Mail zu den Akten, in der die schweizerische Vertretung bestätigte, dass der Termin für ihren Sohn C._______ nach dessen Ermor- dung gelöscht worden sei. B. Mit Verfügung vom 31. März 2016 – eröffnet am 2. April 2016 – wies das SEM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, ordnete die Wegweisung D-2258/2016 Seite 3 an und nahm sie wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig auf. C. Mit Eingabe vom 11. April 2016 (Poststempel: 12. April 2016) erhob die Be- schwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwalt ungsge- richt Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung und die Asylgewährung. D. Mit Zwischenverfügung vom 15. April 2016 erhob die Instruktionsrichterin einen Kostenvorschuss, welcher bis zum 2. Mai 2016 einzuzahlen sei. E. Der einverlangte Kostenvorschuss wurde am 2. Mai 2016 fristgerecht be- zahlt. F. In seiner Vernehmlassung vom 25. Mai 2016, welche der Beschwerdefüh- rerin am 27. Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde, hielt die Vorinstanz vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. G. Mit Eingabe vom 30. Mai 2016 reichte die Beschwerdeführerin weitere Be- weismittel zu den Akten und führte aus, sie gehe immer an Demonstratio- nen und Sitzungen und kämpfe für ihr Land. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebi et betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). D-2258/2016 Seite 4 Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. D en frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-2258/2016 Seite 5 4. 4.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM aus, die Teilnahme an Demonstrationen sei nicht glaubhaft. Die Aussagen der Beschwerde- führerin seien diesbezüglich kna pp und wiederholend ausgefallen. Selbst unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Verfassung während der An- hörung sei festzustellen, dass ihre diesbezüglichen Aussagen im Vergleich mit den Schilderungen bei anderen Themen wie ihren Söhnen repetitiv und stereotyp ausgefallen seien. Die Zeitperiode ihrer Teilnahme habe sie nicht angeben können und sich in Widersprüche verstrickt. Sie habe behauptet, keinen klaren Kopf zu haben und sich nicht mehr erinnern zu können. Be- zeichnenderweise habe sie im freien Bericht angegeben, sie habe Syrien aufgrund des Bürgerkrieges verlassen und habe den Vorfall mit dem Sohn erwähnt. Nach weiteren Gründen gefragt, habe sie zuerst von der Haft ih- res anderen Sohnes erzählt und sei erst am Schluss auf die Demonstrati- onen eingegangen. Schliesslich lägen auch keine Beweismittel vor, die ihre Teilnahme belegen würden. Zu den im Fernsehen aufgetauchten Bildern habe sie keine Angaben machen und diese auch nicht beschaffen können. Ihre Schilderungen vermittelten eher den Eindruck, dass sie lediglich auf- grund ihrer Söhne in Kontakt mit den Behörden gekommen sei. Ausserdem werfe ihre Motivation für die Demonstrationsteilnahmen Fragen auf. So habe sie erklärt, grosse Angst vor den Behörden gehabt zu haben und von diesen geschlagen und bedroht worden zu sein. Dennoch habe sie weiter an Demonstrationen teilgenommen. Aufgrund ihres niedrigen politischen Profils sei nicht nachvollziehbar, wieso sie sich während Jahren einer sol- chen Bedrohung hätte aussetzen sollen. Doch selbst wenn sie an De- monstrationen teilgenommen hätte, wäre ihr Enga gement nicht über das eines gewöhnlichen Bürgers hinausgegangen. Es sei davon auszugehen, dass die syrischen Behörden ihre Söhne, die politisch aktiv gewesen seien, ins Visier genommen hätten. Dabei sei auch nicht auszuschliessen, dass sie bei der Beschwerdeführerin zu Hause nach ihren Söhnen gefragt hät- ten. Ihre Aussagen seien zudem auch widersprüchlich. So habe sie an der Befragung angegeben, nach dem Tod von C._______ seien die Beamten nicht mehr gekommen, während sie an der Anhörung gesagt habe, sie sei weiter belästigt worden. An der Befragung habe sie verneint, jemals in Haft gewesen zu sein, während sie an der Anhörung angegeben habe, sie sei öfters von den Behörden aufs Revier und dort für unbestimmte Zeit festge- halten worden. Ihre Angaben zu den Festnahmen seien zudem wiederho- lend und an Realkennzeichen mangelnd und sie habe keine ungefähren Zeitangaben machen können. D-2258/2016 Seite 6 Der schwierigen Situation aufgrund des Bürgerkrieges komme keine Asyl- relevanz zu. Die Beschwerdeführerin sei keinen konkreten Verfolgu ngs- massnahmen ausgesetzt gewesen. Im Zusammenhang mit ihren Söhnen sei auch nicht von einer Reflexver- folgung auszugehen. Familienangehörige von gesuchten Personen könn- ten zwar in Syrien Reflexverfolgungsmassahmen erleiden, beispielsweise wenn die Armee nach einer geflüchteten Person fahnde und vermute, die Familienangehörigen hätten Kontakt mit dieser. Die Intensität solcher Mas- snahmen sei jedoch unterschiedlich. Nachforschungen nach dem Verbleib von Geflüchteten erwiesen sich insbesondere dann als heikel, wenn die Familienangehörigen selber politische Aktivisten oder den Behörden als staatskritisch bekannt seien. Solchen Personen werde die Unterstützung der gesuchten Person rein aufgrund ihres Profils unterstellt. Vorliegend seien solche Voraussetzungen nicht gegeben. Den Akten seien keine Hin- weise zu entnehmen, welche darauf schliessen liessen, dass die Be- schwerdeführerin eine Person sei, welche bei den Behörden missliebig in Erscheinung getreten sei. Zusammenfassend sei nicht zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin wegen ihres familiären Umfeldes mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von Reflexverfolgungs- massnahmen ernsthaften Ausmasses betroffen werden könnte. Dem As- pekt, dass ihre Söhne politisch aktiv gewesen seien, komme demnach keine asylrelevante Bedeutung zu. 4.2 Die Beschwerdeführerin entschuldigte sich in ihrer Beschwerde für ihr Verhalten an der Anhörung. Sie sei psychisch nicht gesund und zu dieser Zeit auch am Fasten für ihren verstorbenen Sohn gewesen. Sie habe die Wahrheit erzählt, dass der eine Sohn umgebracht worden und der andere im Gefängnis gewesen sei. Sie sei auch an vielen Demonstrationen gewe- sen und kämpfe für ihr Land. Auch hier in der Schweiz nehme sie regel- mässig an Demonstrationen teil. 4.3 In seiner Vernehmlassung hielt die Vorinstanz vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 4.4 In ihrer Replik führte die Beschwerdeführerin aus, sie gehe immer an Demonstrationen und Sitzungen und kämpfe für ihr Land. Ein weiterer Sohn von ihr sei in Syrien verschwunden. Es gehe ihr psychisch nicht gut und sie denke immer an ihre Kinder. Sie gehe auch oft zum Arzt, weil sie nicht schlafen könne und nachdenklich sei. D-2258/2016 Seite 7 Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie eine CD mit dem Video von der Beerdigung ihres Sohnes zu den Akten. Die angeblich auch auf der CD befindlichen Fotografien von Demonstrationen in der Schweiz konnten nicht gefunden werden. Auf eine entsprechende Nachforderung kann aber angesichts des Ausgangs des vorliegenden Verfahrens verzichtet werden. 5. 5.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge- gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent- liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick- sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanziierte, im Wesent- lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilde rung der dargelegten Vor- kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte- nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Kor rektheit, Originalität, hinrei- chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch- lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei- lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele- mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub- stanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor- bringen zwar möglich ist, aber in Wür digung der gesamten Aspekte we- sentliche und überwiegende Umstände g egen die vorgebrachte Sachver- haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 5.2 Zunächst gilt es darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin während der Anhörung in einem erschöpften Zustand gewesen ist. So gab auch die Hilfswerksvertreterin an, die Beschwerdeführerin habe praktisch die ganze Anhörung hindurch geweint. In der Beschwerde entschuldigte sich die Beschwerdeführerin für ihr Verhalten an der Anhörung. Sie sei psy- chisch nicht gesund und zu die ser Zeit auch am Fasten für ihren verstor- benen Sohn gewesen. Sogar das SEM selber wies in seiner Verfügung darauf hin, dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, sie habe keinen klaren Kopf und könne sich nicht mehr erinnern. Vor diesem Hintergrund D-2258/2016 Seite 8 ist da s unsubstantiierte und widersprüchliche Aussageverhalten der Be- schwerdeführerin in gewisser Weise nachvollziehbar und kann ihr nur be- dingt vorgehalten werden. Auch nachvollziehbar scheint, dass ihre Erzäh- lungen zu den Ereignissen, die ihre Söhne betreffen, angesichts von deren jahrelanger Inhaftierung beziehungsweise Ermordung ausführlicher aus- gefallen sind. Die Beschwerdeführerin gab zudem an, sie habe über lange Zeit hinweg an verschiedenen Demonstrationen teilgenommen, was ein gewisses repetitives Aussageverhalten erklären dürfte. In Bezug auf den Zeitrahmen grenzte sie immerhin den Zeitraum nach Ausbruch der Revo- lution bis nach dem Tod ihres Sohnes ein. Als unsubstantiiert sind ihre Aus- sagen zu den Demonstrationen hingegen nicht zu bezeichnen. So sagte sie aus, sie seien mit Nachbarn und allen Leuten aus ihrer Strasse hinge- gangen. Sie selber habe dabei keine Aufgabe gehabt (vgl. Akten des SEM A12 F30 f.). Als Motivation nannte sie die Ermordung ihrer Kinder und den Kampf für ihre Rechte (vgl. A12 F64 f.). Weiter erzählte sie, sie seien ge- schlagen worden – wobei ihr eine Platzwunde am Kopf zugefügt worden sei (vgl. A5 S. 7) –, mit Tränengas beworfen und mit Wasser bespritzt wor- den und es sei auf sie geschossen worden (vgl. A12 F25, F53 und F82 ff.). Auch sprach sie davon, dass Fotos von ihr an der Demonstration am Fern- sehen gezeigt worden seien. Sie erzählte realitätsnah, wie ihre Verwandten sie angerufen und gesagt hätten, sie hätten ihr Bild am Fernsehen gese- hen, bis sie aber da gewesen sei, seien die Bild er schon wieder weg ge- wesen (vgl. A12 F33 und F95). Man kann sich die Szene nach ihrer Erzäh- lung bildlich vorstellen. Vor diesem Hintergrund ist auch nachvollziehbar, dass sie keine genaueren Angaben zu den Bildern machen konnte, da sie sie nicht selber gesehen hat. Zudem reichte die Beschwerdeführerin Foto- grafien von sich an den Demonstrationen in Syrien zu den Akten. Die Ar- gumentation des SEM, angesichts der Angst, die die Beschwerdeführerin vor den Behörden gehabt habe, sei nicht davon auszugehen, dass sie wei- ter demonstriert hätte, verma g in keiner Weise zu überzeugen, können doch gerade die Angst vor dem und die Bedrohung durch das Regime und solche schrecklichen Taten wie die Ermordung des eigenen Kindes Men- schen dazu animieren, sich gegen das Regime zu wehren. So gab die Be- schwerdeführerin denn auch an, sie seien „gezwungen“ gewesen, an den Demonstrationen teilzunehmen, weil ihre Kinder ermordet worden seien (vgl. A12 F64 f.). Das SEM gibt zwar weiter zu bedenken, dass die Be- schwerdeführerin im freien Bericht zuerst angegeben habe, sie habe Sy- rien aufgrund des Bürgerkrieges verlassen , und habe in zweiter Linie auf ihre Söhne hingewiesen. Immerhin wies sie aber an der Befragung schon im zweiten Satz (A5 S. 7) beziehungsweise an der Anhörung auf die zweite Frage hin (A12 F25) von sich selber aus auf ihre Demonstrationsteilnahme D-2258/2016 Seite 9 hin. Zudem gilt es zu beachten, dass die Ereignisse eng miteinander ver- woben sind. So bringt die Beschwerdeführerin die Sachen, die ihre Söhne erlebt haben, und ihre eigene Verfolgu ng eng zusammen, basiert diese doch neben ihren Demonstrationsteilnahmen auf der Verfolgung ihrer Söhne. Dass sie auch wegen der Söhne in Kontakt mit den Behörden ge- kommen ist, spricht nicht gegen eine Verfolgung der Beschwerdeführerin. In Bezug auf den Wi derspruch mit den Mitnahmen aufs Revier kann fest- gehalten werden, dass die Beschwerdeführerin an der Befragung die Frage „Waren sie jemals in Haft?“ (vgl. A5 S. 7) verneinte, während an der Anhörung gefragt wurde „Waren Sie in Syrien je inhaftiert oder wurden Sie je von den Behörden mitgenommen?“ (vgl. A12 F73). Vor diesem Hinter- grund ist nicht unlogisch, dass sie die kurzzeitigen Mitnahmen, bei denen sie lediglich warten musste, bis ihre Söhne sich meldeten und dann jeweils freigelassen wurde, erst an der Anhörung erwähnte. Zudem geht auch das SEM davon aus, dass die Söhne gesucht worden sein konnten, und die Mitnahmen aufs Revier waren gemäss Angaben der Besch werdeführerin gerade wegen ihrer Söhne . Gewisse Zweifel an den Aussagen der Be- schwerdeführerin bleiben aber aufgrund der Tatsache bestehen, dass sie an der Befragung sagte, nach dem Tod von C._______ seien die Beamten nicht mehr gekommen, während sie an der Anhörung aussagte, sie seien wieder gekommen und hätten nach ihrem Sohn B._______ verlangt. 5.3 Nach Abwägung der Argumente, die für die Glaubhaftigkeit, und denje- nigen, die dagegen sprechen, kommt das Bundesverwaltungsgericht ins- gesamt zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, die zu beurteilende Ver- folgungsgeschichte entspreche in den wesentlichen Punkten den Tatsa- chen, höher ist. Bei einer Gesamtbeurteilung aller massgeblichen Aspekte überwiegen die für die Richtigkeit der Asylvorbringen der Beschwerdefüh- rerin sprechenden Elemente gegenüber den Unglaubhaftigkeitsindizien. Der Beschwerdeführerin ist es demnach gelungen, den zur Begründung ihres Asylgesuches vorgetragenen Sachverhalt in den wesentlichen Punk- ten glaubhaft zu machen. 6. In einem weiteren Schritt ist die Asylrelevanz der geltend gemachten Nach- teile zu prüfen. 6.1 Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flücht- lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche D-2258/2016 Seite 10 im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrschein- lichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungs- motive drohen oder zugefügt worden sein. Weiter ist massgeblich, ob die geltend gemachte Gefährdungslage noch aktuell i st. Geht die Verfolgung von nichtstaatlichen Akteuren aus, ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführe- rin staatlichen Schutz beanspruchen kann (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, 2011/51 E. 6.1, 2010/57 E. 2, 2008/12 E. 5). 6.2 Begründet ist die Furcht vor Verfolgung, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Aus- reise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirk- licht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahr- scheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen damit hin- reichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und da- mit den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden. Dabei ha t die Beurtei- lung einerseits aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu erfol- gen und ist andererseits durch das von der betroffenen Person bereits Er- lebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu er- gänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.1, 2011/51 E. 6.2, 2010/57 E. 2). 6.3 Wie durch eine Vielzahl von Berichten belegt ist, gehen die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 gegen tatsächliche oder vermeintliche Regimegegner mit grösster Brutali- tät und Rücksichtslosigkeit vor. Personen, die sich an regimekritischen De- monstrationen beteiligt haben, sind in grosser Zahl von Verhaftung, Folter und willkürlicher Tötung betroffen. Mit anderen Worten haben Personen, die durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Re- gimes identifiziert werden, eine Behandlung zu erwarten, die einer flücht- lingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG gleichkommt (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D -5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.7.2). 6.4 Vorliegend gilt es die Frage zu beantworten, ob die Beschwerdeführe- rin aufgrund ihres eigenen politischen Engagemen ts und desselben ihrer Söhne im asylrechtlichen Sinn als verfolgt gilt. Staatliche Repressalien ge- gen Familienangehörige politischer Aktivisten können als sogenannte Re- flexverfolgung flüchtlingsrechtlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG sein. D-2258/2016 Seite 11 Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflexverfolgung zu werden, besteht vor allem dann, wenn nach einem flüchtigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit der ge- suchten Person in engem Kontakt steht. Diese Wahrschein lichkeit erhöht sich, wenn ein nicht unbedeutendes politisches Engagement der reflexver- folgten Person für illegale politische Organisationen hinzukommt oder ihr unterstellt wird (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 10.1). Das SEM schreibt selber, es sei davon auszugehen, dass die syrischen Behörden die Söhne der Beschwerdeführerin, die politisch aktiv gewesen seien, ins Visier ge- nommen hätten. Dabei schloss es auch nicht aus, dass sie bei der Be- schwerdeführerin zu Hause nach ihren Söhnen gefragt hätten. Weiter schreibt es, dass sich Nachforschungen der Sicherheitsorgane dann als heikel erwiesen, wenn die Familienangehörigen selber politische Aktivisten oder den Behörden als staatskritisch bekannt seien. Zwar kann bei der Be- schwerdeführerin nicht von einer exponierten politischen Aktivistin gespro- chen werden. Dennoch ist im Sinne der obigen Erwägungen davon auszu- gehen, dass sie an Demonstrationen teilgenommen hat. Auch erscheint glaubhaft, dass diesbezügliche Fotografien von ihr im Fernsehen erschie- nen sind. Weiter ist auch nicht auszu schliessen, dass sie wegen ihrer Söhne verschiedene Male aufs Revier mitgenommen wurde. Vor diesem Hintergrund ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Nachforschungen vorliegend auch für die Beschwerdeführerin selber heikel waren. Von der Intensität her sind diese Verfolgungsmassnahmen als genügend intensiv zu bezeichnen, wurde die Beschwerdeführerin doch geschlagen und be- droht und fürchtete sich vor dem Hintergrund des sen, was ihren Söhnen zugestossen ist – jahrelange Haft und Ermordung –, verständlicherweise vor weitergehenden Repressionsmassnahmen. In Bezug auf die asylrecht- liche Motivation hält das SEM selber fest, die syrischen Behörden hätten die Söhne wegen ihres politischen Engagements ins Visier genommen. Zu- dem gab die Beschwerdeführerin an, die Behörden hätten immer gefragt, weshalb sie an Demonstrationen teilnähmen und die kurdische Fahne mit- nähmen (vgl. A12 F26). Es ist somit von einer politisch motivierten Re- flexverfolgung auszugehen. Auch der zeitliche und kausale Zusammen- hang ist vorliegend gegeben, reiste doch die Beschwerdeführerin kurz nach der Ermordung ihres Sohnes beziehungsweise spätestens (...) Mo- nate später aus Syrien aus. Zudem gab sie an, sie wäre auch ohne die Einladung der Schweizer Botschaft ausgereist, und wies darauf hin, dass es nicht schön sei , die eigene Heimat und Familie zu verlassen (vgl. A12 F67), was insbesondere angesichts ihres hohen Alters nachvollziehbar ist. D-2258/2016 Seite 12 6.5 Insgesamt ist es im vo rliegenden Fall als glaubhaft zu erachten, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer politischen Aktivitäten und dersel- ben ihrer Söhne im Zeitraum seit dem Ausbruch des derzeitigen Konflikts in Syrien durch die staatlichen Sicherheitskräfte als Regimegegnerin iden- tifiziert worden ist. Es erweist sich somit, dass sie im Falle einer Rückkehr nach Syrien zum heutigen Zeitpunkt ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte. 7. Im Anschluss daran ist sodann die Frage zu beantworten, ob sich die fest- gestellte Gefährdung auf ganz Syrien erstreckt oder ob die Beschwerde- führerin allenfalls in ihrer Heimatregion vor einem allfälligen Zugriff der staatlichen syrischen Behörden im Sinne einer innerstaatlichen Fluchtal- ternative geschützt wäre. 7.1 Anlass zu dieser Frage bietet im vorliegenden Fall der Umstand, dass die Beschwerdeführerin aus Kamischli in der Provinz al -Hasaka stammt. Diese Region wird zum heutigen Zeitpunkt zu einem bedeutenden Teil von der syrisch-kurdischen Partei PYD (Partiya Yekitîya Demokrat; Demokrati- sche Einheitspartei) und deren bewaffneten Organisation YPG (Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidigungseinheiten) kontrolliert, während sich die Truppen des staatlichen syrischen Regimes in gewissem Ausmass zurück- gezogen haben. 7.2 Die Voraussetzungen für die Bejahung eines solchen subsidiären Schutzes vor Verfolgung sind hoch anzusetzen. Neben weiteren Kriterien muss die schutzgewährende Körperschaft – ein Staat oder allenfalls auch ein Quasi-Staat – hohe Anforderungen an Organisation, Stabilität und Dau- erhaftigkeit erfüllen. Adäquater Schutz kann nur von einer stabilen und or- ganisierten Autorität gewährt werden, die das betreffende Gebiet und des- sen Bevölkerung uneingeschränkt kontr olliert (vgl. dazu im Einzelnen BVGE 2015/3 E. 6.7.5.2, 2011/51 E. 8, 2008/12 E. 7.2.6.2, jeweils m.w.H.). 7.3 In BVGE 2015/3 wurde im Zusammenhang mit der Prüfung einer inner- staatlichen Aufenthaltsalternative in Nordsyrien festgehalten, dass die PYD als derzeit stärkste syrisch-kurdische Partei sich zwar stark bemüht zeige, ihre politische und militärische Kontrolle über die mehrheitlich kurdisch be- siedelten Teile Nordsyriens – so insbesondere die nordöstliche Region um die Städte Kamischli und Derik – auszubauen und zu festigen. In den durch die PYD kontrollierten und als "Kantone" bezeichneten Gebieten seien im Verlauf der beiden letzten Jahre gewisse behördliche Strukturen aufgebaut D-2258/2016 Seite 13 worden. Ausserdem gelte seit Juli 2014 auch hier eine militärische Wehr- pflicht im Rahmen der YPG. Indessen könne zum heutigen Zeitpunkt nicht davon ausgegangen werden, dass die genannten kurdischen Akteure ihre Machtposition in einem Ausmass zu konsolidieren vermöchten oder in na- her Zukunft konsolidieren könnten, sodass von einer stabilen und uneinge- schränkten Autorität gesprochen werden könnte. In der fraglichen Region seien nach wie vor syrische Regierungstruppen präsent, und die Entwick- lung der Lage zeige sich generell instabil. Zudem seien die PYD und die YPG in jüngster Zeit zunehmend von verschiedener Seite unter Druck ge- raten, dabei insbesondere vom I S (Islamischer Staat), welcher nicht nur gegen die staatlichen syrischen Truppen vorgehe, sondern auch eine mili- tärische Bedrohung für die mehrheitlich kurdisch kontrollierten Gebiete Nordsyriens darstelle. Angesichts dessen sei die Lage in und um die kur- disch kontrollierten Teilgebiete ("Kantone") Nordsyriens offensichtlich als ausgesprochen volatil zu bezeichnen, und die weitere Entwicklung der mi- litärischen und politischen Situation müsse auch für diese Teile Syriens als ungewiss eingestuft werden. Insgesamt würden die PYD und deren militä- rische Organisation YPG in Nordsyrien keine derart gefestigte territoriale Kontrolle ausüben, dass von der Möglichkeit eines adäquaten Schutzes vor Verfolgungsmassnahmen seitens des staatlichen syr ischen Regimes gesprochen werden könnte. Eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative sei folglich nicht gegeben (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.7.5.3 und dort zitierte Quel- len). 7.4 In Ergänzung zu diesen Erwägungen ist festzuhalten, dass sich die Si- tuation in Syrien auch im Jahr 2015 nicht entspannt hat. Vielmehr ist aus verschiedenen Quellen ersichtlich, dass sich neben der YPG im nordsyri- schen Gebiet immer wieder neue Gruppierungen zusammenschliessen, so etwa die Jabhat al-akrad, und dass sich auch wieder neue und wechselnde Allianzen bilden. Es finden in wechselnden Abständen Eroberungen und ein Zurückdrängen einzelner Milizen, Verbände oder des IS statt. De facto stellen die YPG die regulären Streitkräfte der kurdischen Autonomieregie- rung in den nordsyrischen Kantonen, weil sich die meisten kurdischen Kämpfer diesen Volksverteidigungseinheiten angeschlossen haben; zu- dem wird die YPG auch von einigen Christen und Arabern unterstützt. Die Machtsituation ist indessen komplex und unbeständig. So werden bei- spielsweise Teile der Stadt al-Hasaka und ihres Umfeldes durch eine Viel- zahl unterschiedlicher Akteure kontrolliert. Auch in der Herkunftsgegend der Beschwerdeführerin (Kamischli) erscheinen die Machstrukturen volatil (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -2512/2015 vom 13. April 2016 E. 5.8.4 und dort zitierte Quellen). D-2258/2016 Seite 14 7.5 Nach dem Gesagten ist in der Herkunftsregion der Beschwerdeführerin keine innerstaatliche Aufenthaltsalternative gegeben. 8. Insgesamt erfüllt die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten die Voraus- setzungen für die Anerkennung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG. Den Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, die auf das Vorliegen von Asyl- ausschlussgründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, weshalb ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren ist (vgl. Art. 49 AsylG). Somit ist die Beschwerde gutzu- heissen und die Verfügung der Vorinstanz vom 31. März 2016 aufzuheben. Die Vorinstanz ist anzuweisen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling zu anerkennen und ihr Asyl zu gewähren. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der von der Beschwerdeführerin am 2. Mai 2016 einbezahlte Kostenvorschuss ist ihr zurückzuerstatten. 9.2 Angesichts ihres Obsiegens w äre der Beschwerdeführerin in Anwen- dung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr notwendiger- weise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Da die Beschwerdeführe- rin nicht vertreten wurde, ist davon auszugehen, dass ihr keine Kosten in diesem Sinne entstanden sind. (Dispositiv nächste Seite) D-2258/2016 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die Beschwerdeführerin wird als Flüchtling anerkannt und das SEM wird angewiesen, ihr Asyl zu gewähren. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Der von der Beschwerdeführerin am 2. Mai 2016 einbezahlte Kostenvor- schuss wird ihr zurückerstattet. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner Versand: