21. Juni 1991 1347 Postulat Hildbrand svizzera, le prestazioni per la vecchiaia. Questo sia attraverso il 2° pilastro obbligatorio, sia attraverso la possibilità offerta agli indipendenti di assicurarsi facoltativamente. Le facilitazioni fiscali introdotte successivamente per la realiz- zazione del risparmio vincolato per la vecchiaia ha ulterior- mente migliorato la situazione. Tuttavia la situazione non può ancora essere considerata ri- solta per tutte le categorie di persone. In particolare gli indi- pendenti a redditi bassi e con attività saltuarie, che non sono obbligati ad assicurarsi al 2° pilastro, sono spesso nella condi- zione di non potersi nemmeno assicurare facoltativamente. Ne risulta una situazione discriminatoria, che va ad aggiun- gersi alla condizione in cui si trovano coloro che, già pensio- nati, non hanno mai potuto assicurarsi a un 2° pilastro e pos- sono contare solo sulle rendite AVS. Si trovano in questa situazione in particolare gli artigiani indi- pendenti e in genere le persone esercitanti delle attività cultu- rali che devono accontentarsi di redditi modesti e irregolari. Il problema non è nuovo. E' già stato sollevato più volte: nel rapporto Clottu nel 1975 e con una mozione Mort poi trasfor- mata in postulato nel 1986. In particolare con l'atto parlamentare citato si chiedeva al Con- siglio federale di introdurre il 2° pilastro per le persone eserci- tanti un'attività culturale. Accettando la proposta sotto forma di postulato il Consiglio federale si dichiarava disposto ad esami- nare il problema. Da allora non sembra che la questione abbia fatto passi in avanti. Limitarsi ad attendere la prossima revisione della Legge sulla previdenza professionale del 1985 non fa altro che prolungare nel tempo la situazione discriminatoria denun- ciata. Si impone almeno la presentazione di un rapporto sulla situa- zione, comprendente proposte e varianti di una possibile base giuridica che permetta, il più presto possibile, alle categorie di persone in questione di avere una loro previdenza professio- nale. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Dichiarazione scritta del Consiglio federale del 15 maggio 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 II Consiglio federale è disposto ad accettare il postulato. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3085 Postulat Hildbrand Ergänzungsleistungen für Nicht-AHV/IV-Rentner Extension du droit aux prestations complémentaires Wortlaut des Postulates vom 20. März 1991 Der Bundesrat wird beauftragt, die Ausarbeitung einer Geset- zesvorlage zu prüfen, welche 1. eine generelle Aufhebung der Beschränkung des Anspru- ches auf Ergänzungsleistungen (EL) auf AHV/IV-Rentenbezü- geroder 2. eine Ausdehnung der Anspruchsberechtigung auf weitere einkommensschwache Gruppen wie Alleinerziehende, Aus- gesteuerte, Arbeitslose usw. vorsieht. Texfe du postulat du 20 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à examiner l'opportunité d'élabo- rer un projet de loi visant 1. à abroger la règle voulant que seuls les bénéficiaires de ren- tes AVS et Al aient droit aux prestations complémentaires ou 2. à étendre le droit aux prestations complémentaires à d'au- tres groupes de la population disposant d'un revenu modeste, tels que les familles monoparentales, les personnes en fin de droits, les chômeurs, etc. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher Peter, Columberg, Darbellay, Dormann, Keller, Meyer Theo, Schmidhalter (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1. Namhafte Untersuchungen bestätigen die Erfahrung, dass in der Schweiz neben dem erfreulich hohen Einkommens- und Lohnniveau grössere Bevölkerungskreise am Rande der Ar- mut leben. Mit den Ergänzungsleistungen (EL) liegt ein er- probtes und ausbaufähiges sozialpolitisch effizientes System vor, welches den wirklich Bedürftigen zugute kommt, ohne den Charakter von Fürsorgeleistungen zu haben. Ausge- schlossen vom Anspruch auf Ergänzungsleistungen sind all jene einkommensschwachen Frauen, Männer und Kinder, welche nicht Anspruch auf eine AHV/IV-Rente haben. Da der Bezug von EL eine Ueberprüfung der gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse neben den staatlichen Renten- einkommen voraussetzt, wäre auch der administrative Mehr- aufwand für eine Ausweitung der EL-Berechtigten vertretbar. Des weiteren muss jeder Einzelfall abgeklärt werden, so dass die Gefahr von Missbräuchen gering zu veranschlagen ist. 2. Unser System der sozialen Sicherheit zielt auf die Gewähr- leistung des Existenzminimums (1. Säule) sowie der Fortset- zung der gewohnten Lebenshaltung im angemessenen Rah- men (1. und 2. Säule). Da beim Aufbau der 1. Säule sowie ins- besondere beim Aufbau der beruflichen Vorsorge eine ge- raume Zeit vorgesehen wurde, in welcher das Ziel des Exi- stenzminimums nicht erreichbar sein dürfte, wurden 1965 die Ergänzungsleistungen zu den AHV- und IV-Renten eingeführt. Die EL haben sich bei aller Fragwürdigkeit der doch tiefen Ein- kommensgrenzen als problemorientierte Sozialmassnahme neben der Fürsorge bewährt. Die EL stellen für den Versicher- ten einen Rechtsanspruch dar und unterscheiden sich auch sonst grundsätzlich von Fürsorgeleistungen (keine Rückzah- lungspflichten, keine Verwandtenunterstützung, keine Natu- ralleistungen). 3. Die erfreuliche Einkommens- und Vermögensentwicklung des grossen Teils der schweizerischen Bevölkerung in den fünziger und sechziger Jahren bis Mitte der siebziger Jahre so- wie in den letzten acht Jahren darf nicht darüber hinwegtäu- schen, dass aufgrund anderer Ursachen statt Alter und Invali- dität Einkommenseinbussen stattfinden, welche Mitbürgerin- nen und Mitbürger verarmen lassen. Dauerarbeitslose, früh- zeitig «ausgebrannte» Arbeitskräfte ohne IV-Berechtigung, al- leinerziehende Mütter und Väter, verarmte Auslandschweizer sind einige Kategorien, in welchen die neuen Armen anzutref- fen sind. 4. Mietzinssteigerungen und Krankenkassenprämien-Auf- schläge allein lassen manches (Familien-)Budget unter die Existenzsicherung schrumpfen. Höhere Inflationsraten treffen die unteren Einkommensschichten härter als den Durch- schnitt. 5. Ansätze wie ein garantiertes Existenzminimum für alle ver- sperren mit deren totalen Anspruch den Weg für pragmatische Lösungen, wie sie die Ausweitung der EL-Berechtigung auf Nicht-AHV/IV-Rentner darstellt. 6. Mit einer gleichzeitigen Anhebung der Einkommensgren- zen der EL auf das Niveau einer echten Existenzgrundlage dürfte die personelle Ausweitung mit einigem finanziellen Auf- wand an Bundes- und Kantonsmitteln verbunden sein. Ge- nauere Unterlagen wären erforderlich. Insbesondere müssten die Einsparungen bei der Fürsorge und bei einem eventuellen Verzicht auf einen Weiterausbau der Arbeitslosenversiche- rung einbezogen werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.Postulat Fäh 1348 N 21 juin 1991 Präsident: Das Postulat wird von Herrn Allenspach bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 91.3120 Postulat Wiederkehr Internationale Umweltinstitution «Grünes Kreuz» Institution écologique internationale «Croix-Verte» Wortlaut des Postulates vom 22. März 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, die Möglichkeiten zur Grün- dung und Ausgestaltung einer internationalen Umweltinstitu- tion «Grünes Kreuz» zu prüfen. Das «Grüne Kreuz» sollte - analog zum Roten Kreuz - eine international tätige Organisa- tion sein, die juristisch privat und im Entscheidungsprozess unabhängig ist, jedoch aus öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Diese Institution (mit Sitz vorzugsweise in der Schweiz) nähme eine beratende und vermittelnde, koordinierende Rolle in wichtigen Umweltfragen ein. Die Beratung würde zum Beispiel auch die Durchführung von Kursen in Umwelt-Management für Regierungs- und Wirt- schaftskader in Oststaaten und Entwicklungsländern beinhal- ten (ähnlich den Kursen, die das IKRK in Sachen Menschen- rechte für Regierungs- und Militärkader zum Beispiel in Ost- staaten durchführt). Das «Grüne Kreuz» hätte auch konkrete Projekte zu unterstüt- zen, zum Beispiel die Schaffung von Tropenwald-Reservaten im Zusammenhang mit Entschuldungsmassnahmen und Ent- wicklungs-Unterstützung. Dazu gehörten die Ausarbeitung und Vermittlung von Management-Konzepten für nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in Drittweltländern ebenso wie die Vermittlung von ökologischem Wissen. Texte du postulat du 22 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il serait possible de créer et de développer une institution écologique internatio- nale «Croix-Verte». Par analogie à la Croix-Rouge, la «Croix- Verte» devrait être une organisation active à l'échelle interna- tionale, privée du point de vue juridique et indépendante dans son processus de décision, tout en étant soutenue par des fonds publics. Cette institution (dont le siège serait située de préférence en Suisse) jouerait un rôle de consultation, de médiation et de co- ordination pour ce qui est des problèmes écologiques impor- tants. Ses activités de consultation comprendraient notamment l'or- ganisation de cours de gestion en matière d'écologie destinés aux cadres des milieux gouvernementaux et économiques dans des pays de l'Est et des pays en développement (comme les cours sur les droits de l'homme organisés par le CICR à l'in- tention des cadres gouvernementaux ou militaires, par exem- ple dans des pays de l'Est). La «Croix-Verte» devrait aussi soutenir des projets concrets, par exemple la création de réserves de forêts tropicales en rapport avec des mesures de désendettement et de soutien au déve- loppement. Elle devrait également elaborerei diffuser des prin- cipes degestion visant une exploitation durabledes ressources naturelles dans les pays du tiers monde ainsi que transmettre des connaissances dans le domaine de l'écologie. Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguelin, Bundi, Caccia, Dünki, Grendelmeier, Hafner Rudolf, Jeanprêtre, Keller, Kühn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Maeder, Meier Samuel, Ruffy, Salvioni, Schmid, Seiler Rolf, Uchtenhagen, Ulrich, Wanner, Weder-Basel, Zbinden Hans (22) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Unser Land hat mit der Schaffung des Roten Kreuzes einen in- ternational anerkannten Beitrag an eine humanere Welt gelei- stet. Das Jubiläumsjahr 1991 ist bestens geeignet, die humani- täre Tradition der Schweiz mit der Lancierung der Idee eines «Grünen Kreuzes» fortzuschreiben: Die gravierenden grenz- überschreitenden bis sogar weltweiten Probleme der Umwelt- erhaltung verlangen nach der Schaffung einer initiativen Insti- tution. Migrationen werden in Zukunft je länger, je mehr auch aus ökologischen Gründen erfolgen - mit der Hilfe zur ökologi- schen Sicherung der Lebensgrundlagen leistet ein «Grünes Kreuz» auch einen Beitrag zur Verminderung von Völkerwan- derungen und entschärft den Asyldruck auf die Schweiz. Das «Grüne Kreuz» wäre - wie das Rote Kreuz - vom Staat un- abhängig, müsste jedoch finanziell durch den Bund unter- stützt werden. Mit dem Einsatz eines neutralen und unabhän- gigen «Grünen Kreuzes» wird auch dem Eindruck begegnet, eine direkte Hilfe der Schweiz an Partnerstaaten könne die Angst des Partners vor Souveränitätsverlusten schüren. Das Rote Kreuz hat bewiesen, dass es solche Aengste nicht weckt. «Grüne Berufe» haben grossen Zulauf; ein «Grünes Kreuz» wäre daher auch der Ort, wo sich junge Schweizerinnen und Schweizer konkret für eine sinnvolle Tätigkeit einsetzen und Solidarität üben könnten. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Das Postulat wird von Herrn Hess Peter bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 90.903 Postulat Fäh Zivilschutz. Uebergangsbestimmungen Protection civile. Dispositions transitoires Wortlaut des Postulates vom 28. November 1990 Der Bundesrat wird gebeten, im Sinne von Uebergangsbe- stimmungen das Höchstalter, welches zum Besuch von Zivil- schutz-Ausbildungskursen und -Übungen verpflichtet, herab- zusetzen. Parallel zu den Regelungen in der Armee ist dabei ein erster Schritt bereits auf den 1. Januar 1991 anzuordnen. Texte du postulat du 28 novembre 1990 Le Conseil fédéral est prié d'abaisser par des dispositions transitoires l'âge maximum auquel les citoyens peuvent être astreints aux cours et aux exercices de protection civile. Comme pour l'armée, les premières mesures devraient entrer en vigueur dès le 1 er janvier 1991. Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es dürfte klar sein, dass das künftige Zivilschutz-Höchstalter auf maximal 52 Jahre festgelegt wird. Als Folge davon dürfte die Motivation jener, die jetzt mit 50 noch in den Zivilschutz einzurücken haben, mit zunehmen- dem Alter abnehmen. Diesen beiden Tatsachen ist mit einer zweckmässigen undSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Hildbrand Ergänzungsleistungen für Nicht-AHV/IV-Rentner Postulat Hildbrand Extension du droit aux prestations complémentaires In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3085 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1347-1348 Page Pagina Ref. No 20 020 064 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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