Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. August 2017 (720 17 39 / 208) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente aufgrund einer rezidivierenden de- pressiven Störung; Beweistauglichkeit eines psychiatrischen Gutachtens Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin i.V. Isabelle Salathe Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1967 geborene A.____ war zuletzt vom 3. Mai 2004 bis zum 30. April 2014 bei der B.____ in einem Teilzeitpensum als Pflegehelferin t ätig. Am 27. September 2013 meldete sie sich bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an, wobei sie auf Rückenabnutzung und einen Bandscheibenvorfall verwi es. Nach Abklärung der gesundheitli- chen, erwerblichen und hauswirtschaftlichen Verhält nisse sowie der Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens ermittelte die IV-Stelle in Anwend ung der gemischten Bemessungsmethode Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Anteilen von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haush altstätigkeit einen Invaliditätsgrad von 25 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte die IV-Stell e einen Rentenanspruch von A.____ mit Verfügung vom 3. Januar 2017 ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Andr é Baur, am 2. Februar 2017 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean- tragte, es sei die Sache unter Aufhebung der angefoch tenen Verfügung vom 3. Januar 2017 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese zur Arbe itsfähigkeit ein polydisziplinäres Gutachten unter Berücksichtigung der Fachbereiche Rheumato logie, Neurologie, Psychiatrie und Innere Medizin einhole und danach erneut über de n Leistungsanspruch entscheide. Even- tualiter sei ein gerichtliches Gutachten aus dem Fachbe reich Psychiatrie einzuholen. Subeven- tualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3 . Januar 2017 aufzuheben und es sei diese zu verurteilen, ihr ab 1. September 2014 eine g anze Invalidenrente auszurichten. Die Be- schwerdegegnerin sei zudem zu verurteilen, die Leistungen ab 1. September 2016 mit 5 % p.a. zu verzinsen; alles unter o/e-Kostenfolge. Eventualiter sei die unentgeltliche Rechtspflege mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2017 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobenen – Beschwerden der Versicherten vom 2. März 20 17 ist demnach einzutreten. 2. In formeller Hinsicht ist zunächst der Verfahrensantr ag, es sei eine Parteiverhandlung mit Befragung von Sohn und Tochter der Beschwerdeführerin durchzuführen, zu beurteilen. 2.1.1 Ein solcher Antrag kann zum einen auf die Durc hführung einer öffentlichen Verhand- lung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK abzielen. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung be- darf es hierfür im Sozialversicherungsprozess grundsätzlich eines klaren und unmissverständli- chen Parteiantrags (BGE 120 V 8 E. 3d, BGE 119 V 381 E. 3b/dd, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 I 38 E. 5f). Fehlt es an einem solchen, lässt si ch in der Regel gegen ein ausschliess- lich schriftliches Verfahren nichts einwenden. Insbesonder e in Verfahren, die nach der Praxis des betroffenen Kantons üblicherweise ausschliesslich in Schr iftform durchgeführt werden, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht muss sich die Partei, die eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK wünscht, der Notwendigkeit eines entsprechenden Antrags bewusst sein, weshalb dessen Feh- len als Verzicht zu werten ist (BGE 121 I 40 f. E. 6a, BGE 119 Ib 329 ff.). 2.1.2 Ein Antrag auf Durchführung einer Parteiverha ndlung kann sodann aber auch zum Zwecke einer Parteibefragung oder -anhörung gestellt werden oder im Zusammenhang mit wei- teren Beweisanträgen wie der Einvernahme eines Zeugen, der Anhörung eines Sachverständi- gen oder der Vornahme eines Augenscheins erfolgen. In all diesen Fällen handelt es sich beim Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung ledig lich um einen Beweisantrag . Aus ihm allein ist denn auch (noch) nicht auf den Wunsch auf e ine konventionskonforme Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit zu schliessen (BGE 122 V 55 E. 3a mit Hinweisen). 2.2 Vorliegend verlangte die Beschwerdeführerin nicht die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Die beantragte mündliche Parteiverhandlung soll vielmehr dazu dienen, den Sohn und die Tochter der Beschwerdeführerin zu deren Tagesablauf zu befragen. Dabei legt sie indes nicht substantiiert da r, weshalb eine persönliche Befragung erforderlich ist. Namentlich ist nicht ersichtlich, welche entscheidrelevanten Umstände nur im Rahmen einer Befragung durch das Gericht vorgebracht wer den könnten. In Anbetracht des- sen, dass der Tagesablauf der Beschwerdeführerin in den vorliegenden Akten mehrfach be- schrieben wird, ist der Beweisantrag der Beschwerdeführerin abzuweisen. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4. Ausgangspunkt bei der Ermittlung des Invaliditätsgra des bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stü tzt sich der angefochtene Entscheid hin- gegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zwei- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht feln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztliche n Feststellungen ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27 . Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 4.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natu r von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Admi nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbeh alten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die beh andelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – A spekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Im vorliegenden Fall liegen für die Beurteilung d es medizinischen Sachverhaltes zahl- reiche medizinische Berichte und Gutachten vor, welche all esamt vom Gericht gewürdigt wur- den. In der Folge wird indessen lediglich das aktuell e ntscheidrelevante Gutachten wiedergege- ben. Von der Beschwerdeführerin wird geltend gemacht, das Gutachten sei mangelhaft. 6.1 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. C.____, FMH Neurologie, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines bidisziplinären Gutachtens. 6.2 Dr. C.____ hielt in seinem Teilgutachten vom 2. Dezember 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein leicht bis mässig ausgeprägtes, linksbetontes lumbover- tebrales Syndrom und ein leichtes, linksbetontes unteres Cervicalsyndrom fest. Aufgrund der Probleme sowohl im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) als auch im Bereich der Halswirbel- säule (HWS) seien der Explorandin keine körperlich mitt elschweren oder schweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Nicht mehr zumutbar seien auch länger e Zwangsstellungen im Bereich der Wirbelsäule, insbesondere der LWS, repetitive Tätigke iten über Kopf, Arbeiten mit Zug- oder Stossbelastung der Wirbelsäule, repetitive Arbeiten im Kauern oder Bücken, Arbeiten unter Ro- tationsbelastung der LWS und Gewichtsbelastungen über 10 kg. Ebenfalls aufgrund dieser chronifizierten Schmerzproblematik müsse eine Einschränkung der Arbeitseffizienz für jede Tä- tigkeit attestiert werden, indem deutlich vermehrte Pausen erforderlich seien sowie eine deutlich verlängerte Mittagspause. Insgesamt könne diese Einschr änkung der Arbeitseffizienz auf 30 % eingeschätzt werden. Die angestammte Tätigkeit als Pfle gehilfe sei der Explorandin seit dem 20. Januar 2014 nicht mehr zumutbar. Hingegen seien körperlich leichte Tätigkeiten, wirbelsäu- lenadaptiert unter Wechselbelastung, vorwiegend im Sitzen mit einem Gewichtslimit von höchs- tens 10 kg möglich. Solche Tätigkeiten seien ganztags zumutbar, wobei aufgrund eines deutlich vermehrten Pausenbedarfs eine Einschränkung der Arbeit seffizienz um 30 % attestiert werden Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht müsse. Die Einschätzung der Explorandin selber, höchstens n och wenige Stunden pro Tag ar- beiten zu können, sei in diesem Ausmass aus rein neurologischer Sicht nicht nachvollziehbar. 6.3 Dr. D.____ stellte in seinem Teilgutachten vom 19. Dezember 2015 eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärti g leichtgradiger Episode ohne so- matisches Syndrom als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Aufgrund dessen lasse sich seit Mitte 2014 eine Einschränkung der Arbeitsf ähigkeit sowohl in der zuletzt ausge- übten Tätigkeit als Pflegehelferin, wie auch in eine r alternativen Tätigkeit, von 20 % begründen. Retrospektiv sei vorübergehend von einer höheren, etwa 50 %igen Einschränkung der Arbeits- fähigkeit von Dezember 2013 bis zum 13. Mai 2014 auszuge hen gewesen. Zuvor habe von September 2013 bis November 2013 eine 20 %ige Einschrä nkung der Arbeitsfähigkeit bestan- den. Während der Hospitalisation in der Klinik E.____ vom 14. Mai 2014 bis 26. Juni 2014 habe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. 6.4 In der Konsensbesprechung vom 2. Dezember 2015 kamen Dr. C.____ und Dr. D.____ zum Schluss, dass die Explorandin als Pflegehilfe seit m indestens dem 20. Januar 2014 aus somatisch-neurologischen Gründen nicht mehr arbeitsfähig sei. Zuvor sei sie in dieser Tätigkeit aus psychiatrischen Gründen seit September 2013 zu 20 % u nd ab Dezember 2013 zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen. Für e ine Verweistätigkeit wie im neurologischen Gutachten definiert, habe in bidisziplinärem Konsens e ine 20%ige Einschränkung seit Septem- ber 2013, eine 50%ige Einschränkung seit Dezember 2013 bis zum 13. Mai 2014, eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 14. Mai 2014 bis zum 26. Juni 2 014 und seither eine 30 %ige Ein- schränkung, wie im neurologischen Gutachten beschrieben, bestanden. Eine additive Wirkung der Einschränkungen aus psychiatrischer bzw. neurologischer S icht habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochte nen Verfügung vom 3. Januar 2017 bei der Beurteilung des medizinischen Sa chverhaltes auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 2. Dezember 2 015 bzw. 19. Dezember 2015. Sie kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin eine leidensadap tierte Tätigkeit im Umfang von 70 % möglich sei. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4 .3 hiervor) ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezi alärztinnen und -ärzte, welche auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien sind vorliegend nicht ersichtlich. Die beiden Gutachten der Dres. C.____ und D.____ sind in Kenntnis der Vorakten verfasst worden. Ebenso wurden eingehende Untersuchungen durchgeführt, wobei die geklagten Beschwerden berücksichtigt wurden. Die Gutachten vermitteln ein um fassendes Bild über den Gesundheits- zustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten, wesh alb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin auf diese abstellte. 7.2 Daran vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdef ührerin nichts zu ändern. Diese bringt zunächst vor, in formeller Hinsicht hätte statt e inem bidisziplinären ein polydisziplinäres Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten unter Einbezug der Fachbereiche Rheumatolo gie, Neurologie, Psychiatrie und Inne- re Medizin von der IV-Stelle in Auftrag gegeben werde n müssen. Der Beschwerdeführerin kann in dieser Hinsicht nicht gefolgt werden. Indessen ist de r Beschwerdegegnerin zuzustimmen, wenn diese in ihrer Vernehmlassung ausführt, die Ver sicherte sei nie in rheumatologischer Be- handlung gewesen und selbst der behandelnde Internist Dr. med. F.____, FMH Anästhesiologie und Allgemeine Innere Medizin, habe in seinem Bericht vom Oktober 2013 festgehalten, dass die gestellten Diagnosen (Hypothyreose und Dyslipidämie) keinerlei Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit hätten. Es wurden daher alle sich aufdrängend en Disziplinen berücksichtigt. Ebenso wenig kann der Behauptung der Beschwerdeführerin gef olgt werden, dass die polydisziplinäre Begutachtung dem Regelfall entspreche. Ein solcher Grun dsatz lässt sich weder im Kreis- schreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI; gültig am 1. Januar 2010, Stand vom 1. Januar 2017) noch gemäss Rechtsprechung d es Bundesgerichts finden und wird denn auch von der Beschwerdeführerin nicht belegt. Vi elmehr ist im Einzelfall aufgrund der in- volvierten Fachbereiche zu entscheiden, ob eine mono-, bi - oder polydisziplinäre Begutachtung angemessen ist. Im Weiteren führt die Beschwerdeführer in aus, die IV-Stelle habe es verpasst, einen Einigungsversuch durchzuführen. Auch dieser Einwand erweist sich als unbegründet. Aus den Akten geht klar hervor, dass die IV-Stelle die Beschw erdeführerin mit Schreiben vom 14. April 2015 über die Anordnung eines bidisziplinären Gutachtens informiert und ihr Gelegen- heit zur Stellungnahme eingeräumt hatte. Da diese jed och das rechtliche Gehör nicht wahrge- nommen hatte, gab es keinen Anlass zur Durchführung eines Einigungsversuches. Die IV-Stelle hat somit das Gutachten korrekt angeordnet. Aus formell er Hinsicht spricht demnach nichts da- gegen, dass die IV-Stelle auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ abstell- te. 7.3 Weiter moniert die Beschwerdeführerin, das Teilgu tachten von Dr. D.____ erweise sich als unvollständig und nicht schlüssig. Wesentliche Aspekte ha be der Gutachter ausgeblendet und er habe die Explorandin nicht objektiv untersucht. D r. D.____ sei seit Jahren (praktisch) ausschliesslich für Versicherungen tätig, was ihn faktisch zu einem verwaltungsinternen Gut- achter mache. Dr. D.____ nahm bereits im Rahmen des Ei nwandverfahrens mit Schreiben vom 26. September 2016 zu den Vorbringen der Beschwerdefü hrerin Stellung. Darin stellte Dr. D.____ klar, dass er nebst seiner gutachterlichen Tät igkeit zudem als psychoanalytischer Therapeut und darüber hinaus auch sozialpsychiatrisch tätig sei. Im Übrigen hat das Bundesge- richt sich bereits mehrfach ausführlich mit dieser Themat ik befasst und hat festgehalten, dass eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit für einen Versiche rungsträger an sich keine Befangenheit begründet. Dies gilt selbst dann, wenn der betroffene Gutachter bzw. die betroffene Gutachter- stelle ein Einkommen vollständig durch entsprechende Auf träge des Versicherungsträgers er- zielen sollte (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 2010, 9C_299/2010, E. 4.6, vom 7. Januar 2010, 8C_446/2009, E. 5 sowie vom 19. November 2009, 9C_468/2009). Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin kann daher nicht gefolgt werden. 7.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Exploration habe nicht wie im Gut- achten angegeben 110 Minuten, sondern lediglich 60 M inuten gedauert und sei somit zu kurz ausgefallen, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Dr. D.____ hat in seiner Stellungnahme glaubhaft dargelegt, dass er seine Untersuchungen in de r Regel pünktlich, höchstens einmal Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fünf Minuten verspätet beginne, nie jedoch 15 Minuten. Zudem – so führt er aus – hätte die Un- tersuchung, selbst wenn sie mit einer Verspätung von 15 Minuten begonnen hätte, noch 95 Mi- nuten gedauert und nicht – wie von der Beschwerdeführer in geltend gemacht – 60 Minuten. Im Übrigen kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts a us einer – verhältnismäs- sig – kurzen Dauer der psychiatrischen Exploration nicht von vornherein auf eine Sorgfaltswid- rigkeit des Gutachters oder der Gutachterin geschlossen wer den. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollstän dig und im Ergebnis schlüssig ist (Ur- teil des Bundesgerichts vom 15. März 2016, 8C_47/2016, E . 3.2.2). Vorliegend ist die Untersu- chungszeit nicht auffallend kurz ausgefallen, weshalb di e Beschwerdeführerin aus der Explora- tionsdauer nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. 7.5.1 Gerügt wird weiter, dass Dr. D.____ die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung - entgegen der hausärztlichen Diagnostik, den Feststellungen der Klinik E.____ sowie der behandelnden Psychologin - zu Unrecht ve rneint habe. Insbesondere be- gründe Dr. D.____ den Ausschluss der Diagnose lediglich d amit, dass während seiner Explora- tion nur einmal eine mimische und gestische Schmerzreaktio n der Versicherten erkennbar ge- wesen sei. Dies reiche für den Ausschluss der Diagnose nicht. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Dr. D.____ nahm in seiner Beurteilung ausfüh rlich zur Diagnose der anhaltenden so- matoformen Schmerzstörung Stellung und begründete sein e Schlussfolgerung nicht allein da- mit, dass eine ungenügende Schmerzreaktion vorgelegen h abe. So führte er an, dass sich an- lässlich der aktuellen Untersuchung ein Schmerzsyndrom mit a ndauernden Schmerzen unter- schiedlicher Intensität im Bereich der lumbosakralen Wir belsäule mit Ausstrahlung in das linke, seit geraumer Zeit auch in das rechte Bein sowie mit Sch merzen am ganzen Körper feststellen lasse. Den somatischen Akten könne entnommen werden, dass sic h diese Schmerzen bis zu einem gewissen Grad durch körperliche Störungen erklären liessen. Aus psychiatrischer Sicht müsse festgehalten werden, dass Belastungen beständen, die schwerwiegend genug seien, um in einem ursächlichen Zusammenhang mit den Schmerzen z u stehen. Diesbezüglich seien ins- besondere die psychiatrische Krankheit des Sohnes, die fi nanziellen Schwierigkeiten und die früheren Konflikte mit dem Ehemann, insbesondere zum Zeitpunkt der Scheidung im Dezember 2013, sowie die Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu ne nnen. In der aktuellen Untersuchung hinterlasse die Versicherte jedoch nicht den Eindruck, unte r andauernden schweren und quä- lenden Schmerzen zu leiden. Lediglich ein einziges Mal während der 110 Minuten dauernden Exploration, als die Versicherte nach einer Stunde kurz h abe aufstehen müssen, deuteten Mi- mik und Gestik Schmerzen im Bereich der lumbosakralen Wi rbelsäule an. Abgesehen davon sei sie ohne Andeutung von Schmerzen auf dem Stuhl ruhig sitzen geblieben und sie habe sich auch ohne äusserlich sichtbare Behinderung bewegen können . Die Angabe der Versicherten in Bezug auf die Intensität der Schmerzen mit 5 – 8 (bei einer Skala von 1-10) sei mit diesen Be- obachtungen nicht übereinstimmend. Die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen von Dr. D.____ sind differenziert und nachvollziehbar. Es gibt keinen Gr und, nicht darauf abzustellen. Auch hat sich Dr. D.____ mit den vorangegangen Berichten befasst und sich mit der im Austrittsbericht der Klinik E.____ vom 4. Juli 2015 und im Bericht der behandelnden Psychologin G.____ sowie des behandelnden Psychiaters H.____ vom 15. Dezember 2014 aufgeführte Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms mit somatoformen Anteilen befa sst und schlüssig begründet, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht weshalb er diese aus heutiger gutachterlicher Sicht nic ht mehr bestätigen könne. Zudem stan- den die depressiven Episoden in den genannten Berichten im Vordergrund, eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Diagnosekriterien der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung fehlt hingegen. Im Übrigen lässt allein die anderslautende Einschätzung der behandelnden Ärz- te nicht bereits zu, ein externes Gutachten in Frage zu st ellen (vgl. E. 4.4 hiervor). Insbesonde- re trägt die ärztliche Beurteilung von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2017, 9C_599/2016, E. 6.3.2). 7.5.2 Dies gilt auch für die Beurteilung des Schweregra des der depressiven Episode. Dr. D.____ führte an, dass die Symptome der wechselhaft en Stimmung mit bedrückt-trauriger, zum Teil weinerlicher, dann wieder ausgeglichener Stim mung, der zeitweise verminderten Energie, der Müdigkeit, der Durchschlafstörung wegen de r Schmerzen oder Albträume, der Vergesslichkeit, der wechselhaften Konzentrationsfähigkeit, des verminderten Selbstvertrauens sowie des manchmal auftretenden Gefühls einer allgemei nen Sinnlosigkeit und Wertlosigkeit die zur Diagnosestellung einer depressiven Episode notwendigen Kriterien erfüllten. In ursächli- cher Hinsicht seien für die depressiven Beschwerden die an dauernden Schmerzen, aber auch die Kündigung des Arbeitsplatzes sowie die Konflikte mit dem ehemaligen Mann und die Schei- dung im Dezember 2013 zu nennen. Die Depression habe sich gemäss Angaben der Versicher- ten erstmals im Jahr 2010 entwickelt. Ende 2013 und Anfa ng 2014 sei es während der Schei- dungsphase und aufgrund der Kündigung zu einer Verschle chterung gekommen. Aufgrund der längeren Dauer der Depression sei mittlerweile von ein er rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf auszugehen. In der aktuellen Unte rsuchung sei die Stimmung zu Be- ginn zeitweise bedrückt und weinerlich gewesen. Bei Them en, die nicht die Beschwerden be- troffen hätten, sei die Stimmung aufgehellt. Die aff ektive Modulationsfähigkeit sei insgesamt als leichtgradig eingeschränkt zu beurteilen, nicht jedoch die Vitalität. Eine subjektiv von der Explo- randin geklagte andauernde Müdigkeit oder eine verminderte Konzentrationsfähigkeit habe sich klinisch in der Untersuchung nicht feststellen lassen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren sei der Schweregrad der Depression aktuell als leichtgrad ig zu beurteilen. Dazu passe, dass sich anamnestisch keine andauernd bedrückt-traurige und a uch keine gereizt-aggressive Stim- mung, keine andauernd verminderte Energie und zudem ke ine Freud- oder Interesselosigkeit und keine andauernde Lustlosigkeit nachweisen liessen. M it dem Bericht von Dr. H.____ und der Psychologin G.____ vom 15. Dezember 2014 setzte sich Dr . D.____ ebenfalls auseinander und erklärte, dass die dort erhobenen Befunde des schwer deprimierten Affektes, des schwer verminderten Antriebes und der mittelgradigen Affekta rmut sowie der schweren Störung der Vitalgefühle heute in der beschriebenen Intensität nich t mehr bestätigt werden könnten. Somit sei die damalige Diagnose einer schweren depressiven Episo de nicht mehr gegeben. Auch die beschriebenen grossen Erschöpfungsgefühle, welche soziale Akt ivitäten kaum mehr zuliessen, lägen heute nicht mehr in dieser Ausgeprägtheit vor. In der aktuellen Untersuchung habe die Versicherte zu Beginn zwar einen ausgeprägten sozialen Rück zug beklagt, im Verlaufe des Gesprächs, insbesondere über den Tagesablauf, habe ein s olcher aber nicht definiert werden können. Die psychosoziale Funktionsfähigkeit in der Beziehu ng zu ihrer Tochter und ihrem Sohn, aber auch mit dem ebenfalls in X.____ wohnende n Bruder und der Schwägerin sowie deren beiden Kindern, den Eltern sowie den Freundin nen sei weitgehend intakt. Die Therapeu- ten Dr. H.____ und G.____ seien in ihrem Bericht we itgehend auf die subjektiv geklagten Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerden eingegangen. Eine Beschwerdevalidierung sei da gegen nicht vorgenommen wor- den. Die im Austrittsbericht der Klinik E.____ vom 4. Juli 2014 diagnostizierte mittelschwere depressive Episode gelte als Eintrittsdiagnose, zumal di e Stimmung im Psychostatus bei Aus- tritt als ausgeglichen beurteilt worden sei. 7.5.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, d ass keine Rückfrage zur Zwi- schenanamnese im Zeitraum Dezember 2014 bis November 20 15 bei der behandelnden Psy- chologin erfolgt sei, ist Dr. D.____ darin beizupflicht en, dass die Versicherte dazu ausreichend präzise Angaben habe machen können, sowohl zum Tagesabla ufs als auch zur Sozialanamne- se. Daraus liess sich ein verlässliches Bild zur Depression und zu m sozialen Rückzug erstellen (vgl. Bericht von Dr. D.____ vom 26. September 2016). D abei habe sie nie über länger andau- ernde schwere depressive Verstimmungen geklagt. Zusammen m it ihren Ausführungen zum Tagesablauf und zur Sozialanamnese habe er ein verlässli ches Bild über ihre depressive Er- krankung erstellen können. 7.5.4 Im Ergebnis überzeugt die detaillierte Befund- und Diagnoseerhebung sowie die Aus- einandersetzung von Dr. D.____ mit den abweichenden Ar ztberichten, insbesondere auch des- halb, weil er die Situation der Beschwerdeführerin e ingehend beleuchtete und nachvollziehbar wiedergab, wie sich die Stimmungslage im Verlaufe des G esprächs änderte. Somit war es ihm möglich, ein breites Bild der Gemütslage abzugeben und die ganze Bandbreite der Reaktionen und Wahrnehmungen in seine Beurteilung miteinzubeziehen. Schliesslich gestand er der Versi- cherten auch eine verminderte Arbeitsfähigkeit von 20 % zu. 7.6 Zudem kann nicht nachvollzogen werden, weshalb die Beschwerdeführerin vorbringt, Dr. D.____ habe es unterlassen, die Ergebnisse aus den beruflichen Massnahmen zu diskutie- ren, tut er dies doch auf Seite 23 seines Teilgutachte ns. Dasselbe gilt für das Vorbringen der Beschwerdeführerin, Dr. D.____ habe den Tagesablauf d er Beschwerdeführerin absichtlich falsch wiedergegeben. Vergleicht man die diesbezüglichen Schilderungen von Dr. D.____ mit den Schilderungen in den übrigen ärztlichen Unterlagen , so können keine wesentlichen Unter- schiede festgestellt werden. Die übrigen Behauptungen der Beschwerdeführerin betreffend Falschaussagen des Gutachters lassen sich nicht überprüfen und sind daher nicht sachdienlich, weshalb vorliegend nicht näher darauf eingegangen wird. 7.7 Die Beschwerdeführerin moniert weiter, dass es von Dr. D.____ in pflichtwidriger Wei- se unterlassen worden sei, eine Fremdanamnese einzuhole n. Eine solche wäre aufgrund des schwankenden Verlaufs und des Charakter der depressiven Erkrankung unabdingbar gewesen. Eine Fremdanamnese und (schriftliche oder mündliche) A uskünfte der behandelnden Arztper- sonen sind häufig wünschenswert, aber nicht zwingend erfo rderlich. Anfragen beim behandeln- den Arzt sind u.a. wertvoll, wenn sie erweiterte Auskünft e über Persönlichkeit und Compliance des Exploranden erwarten lassen. Die Notwendigkeit der E inholung einer Fremdanamnese bei der behandelnden Arztperson ist in erster Linie eine Fr age des medizinischen Ermessens (Ur- teile des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_444/20 15, E. 4.5 und vom 23. Juli 2014, 8C_323/2014, E. 5.2.1). Dr. D.____ führte in seiner Stellungnahme vom 26. September 2016 aus, dass er zum Zeitpunkt der Begutachtung keine schwere depressive Störung habe feststel- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht len können, welche eine Fremdanamnese erforderlich gem acht hätte. Wie bereits in Erwägung 7.5.3 dargelegt, waren die Angaben der Beschwerdefüh rerin präzise und kohärent genug, um ein zuverlässiges Bild über ihren psychischen Gesundheitszust and machen zu können. Dazu kommt, dass Dr. D.____ auf psychiatrische Unterlagen - wi e unter anderem auf die Berichte von Dr. H.____ vom 15. Dezember 2014, von der Klinik E.____ vom 4. Juli 2014 und vom I.____ vom 29. Oktober 2013 - zurückgreifen konnte. Unt er diesen Umständen sind keine Gründe ersichtlich, die eine Fremdanamnese nahe legten . Es lag deshalb im Ermessen von Dr. D.____, von der Einholung Auskünfte Dritter abzuseh en. Die Beschwerdeführerin legt denn auch nicht substantiiert dar, weshalb im vorliegende n Fall die fehlende Fremdanamnese die Zuverlässigkeit des Gutachtens in Frage stellt (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Februar 2008, 6B_547/2007, E. 2.7). 7.8 Daran ändert auch der Einwand der Beschwerdeführe rin nichts, wonach die Beurtei- lungen von Dr. D.____ nicht nach den neusten Qualitä tsleitlinien der Schweizerischen Gesell- schaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) von 2016 ve rfasst worden seien. So werde unter anderem empfohlen, dass eine Statuserhebung na ch dem AMDP-System zu erfolgen habe (AMDP = Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie). Weder Gesetz noch Rechtsprechung schreiben den psychiatrischen Fac hpersonen eine Begutachtung nach den Richtlinien der AMDP vom 16. Juni 2016 vor (Ur teile des Bundesgerichts vom 12. Juli 2017, 8C_734/2016, E. 3.9, vom 6. Juni 2017, 8C_105/ 2017, E. 4.4 und vom 24. Januar 2017, 9C_715/2016, E. 3.2). Diese stellen lediglich eine Orientierungshilfe für die gutachtenden Fach- personen dar und sollen die Gutachtenspraxis im Hinblick au f die normativ massgeblichen Ge- sichtspunkte konkretisierend anleiten (H ANS -JAKOB MOSIMANN , Beitrag der Leitlinien für die Rechtsprechung, SZS 2016 S. 513). Insbesondere verliert ein Gutachten nicht automatisch sei- ne Beweiskraft, wenn die begutachtende Person sich nicht an die erwähnten Qualitätsrichtlinien anlehnt. Konkret ist nicht ersichtlich, inwiefern die d urch Dr. D.____ vorgenommene klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung un d Verhaltensbeobachtung unge- nügend sein soll und was sich hinsichtlich Qualität und Aussagekraft der Beurteilung ändern würde, wenn er sich an den Qualitätsrichtlinien der SGPP orientiert hätte. 7.9 Schliesslich vermögen auch die Ausführungen des Hausa rztes Dr. F.____ vom 29. November 2016 keine Zweifel an der Schlüssigkeit d es psychiatrischen Gutachtens auf- kommen zu lassen. Dr. F.____ bemängelt die Zumutbarkeit sbeurteilung von Dr. D.____ inso- fern, als diese nicht mit der Konsensbeurteilung vom 2. Dezember 2015 übereinstimme. Entge- gen der Auffassung von Dr. F.____ geht aus dieser Konse nsbesprechung deutlich hervor, dass die ab 20. Januar 2014 von den beiden Gutachtern at testierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus somatisch-neurologischer Sicht, aber nicht aus psychiatrischer Sicht gilt. Ein Widerspruch zur psychiatrischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. D.____ kann daher nicht erblickt werden. Weiter ste llt sich Dr. F.____ mit Verweis auf die Berichte der behandelnden Psychiater und seine eigenen Feststellungen auf den Standpunkt, dass die Versicherte an einer mittelschweren bis zeitweise schweren Depression und einer so- matoformen Schmerzstörung leide. In dieser Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass die Beurtei- lung von psychiatrischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Auswirkung nicht in das Fachgebiet von Dr. F.____ fallen. Seinen diesbezüglich en Schlussfolgerungen kann deshalb Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine ausschlaggebende Beweiskraft zukommen. Ausserdem leg t Dr. D.____ auf Seite 21 f. des Teilgutachtens vom 19. Dezember 2015 ausführlich un d überzeugend dar, weshalb auf die von ihm abweichenden Beurteilungen der behandelnden p sychiatrischen Fachpersonen nicht abgestellt werden kann. Zudem ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Berichte der be- handelnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expe rtise und Therapie grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 9C_705/2007, E 4.1.1 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 125 V 351 E. 3 b/cc). Dies gilt namentlich auch für den therapeutisch tätigen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten oder zur Patientin (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2006, I 655/05. E. 5.4). 7.10 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist deshalb festzu halten, dass die IV-Stelle zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ u nd D.____ abstellte. Die Anträge der Beschwerdeführerin, die Sache sei unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2017 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein polydisziplinäres Gutachten u nter Berücksichtigung der Fachberei- che Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie und Innere Medizin einhole und danach erneut über deren Leistungsanspruch entscheide, bzw. eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten aus dem Fachbereich Psychiatrie einzuholen und danach sei üb er den Anspruch der Beschwerde- führerin zu entscheiden, sind daher abzuweisen. Folgli ch ist festzuhalten, dass die Beschwer- deführerin im Umfang von 30 % arbeitsunfähig ist. 8.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied erungsmassnahmen durch eine ihr zu- mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n icht invalid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Unterva- rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausseror- dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 8.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 8.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem F all sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des E hegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der In validitätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte M ethode der Invaliditätsbemessung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundhe itsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach d en Grundsätzen für Erwerbstäti- ge zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 8.4 Diesbezüglich wird von der Beschwerdeführerin gerü gt, die gemischte Methode könne vorliegend nicht zur Anwendung kommen. Sie habe ihre nebenberufliche Tätigkeit gesundheits- bedingt aufgegeben. Die Arbeitszeitreduktion sei dah er nicht als gewünscht zu interpretieren, sondern vielmehr als Ausdruck einer beschwerdebedingten Ar beitsfähigkeitsminderung. Bei guter Gesundheit wäre sie vollschichtig berufstätig, da sie auf einen entsprechenden Verdienst dringend angewiesen sei. Auf dem Fragebogen zur Ermi ttlung der Erwerbstätigkeit vom 8. März 2016 hat die Beschwerdeführerin allerdings unmi ssverständlich mit ihrer Unterschrift bestätigt, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkungen l ediglich zu 80 % berufstätig wäre und die restliche Zeit für die Familie und den Haushal t aufwenden würde. Damit ist davon aus- zugehen ist, dass die Aussage einen bewussten und reflekti erten Hintergrund hat. Es ist ihr jedenfalls ein grösseres Gewicht beizumessen als der nachtr äglich abgegebenen Erklärung, wonach sie als gesunde Person im Zeitpunkt des Rentenbeg inns zu 100 % erwerbstätig gewe- sen wäre. Dass die Aufgabe der Reinigungstätigkeit in den verschiedenen Arztpraxen per Ende 2006 aus gesundheitlichen Gründen erfolgte, ist aus dem Fragebogen nicht zu entnehmen. Solche Hinweise ergeben sich auch nicht aus den übrige n Akten. Daran ändern auch die von der Beschwerdeführerin genannten Berichte der J.____ vom 12. Oktober 2005 und von Dr. med. K.____, FMH Neurologie, vom 2. November 2005 nichts. Zwar beschrieb Dr. K.____ damals, dass die Versicherte seit Jahren an Lumbalgien leide und im August 2005 einen klei- nen Bandscheibenvorfall auf der Höhe L3/4 ohne radikul äre Symptomatik erlitten habe. Trotz der langjährigen Rückenleiden arbeitete sie jedoch no ch bis Ende 2006. Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass sich ihre Rückenproblematik bis dahin wesentlich verschlechterte, so dass sie deswegen ihre Arbeit als Raumpflegerin hat aufgeben müssen (vgl. dazu Bericht des Universi- tätsspitals vom 3. Februar 2006). Aufgrund dieser Umstä nde kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sie ih re nebenberufliche Erwerbstätigkeit als Raumpflegerin gesundheitsbedingt aufgab. Dies würd e auch ihren eigenen Angaben im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit sprechen , gibt sie doch an, dass sie ihre Ar- beitszeit seit September 2013 aus gesundheitlichen Grün den reduziert habe. Die IV-Stelle hat demnach zu Recht gestützt auf die Aussagen der Beschwerde führerin im Fragebogen zur Er- mittlung der Erwerbstätigkeit eine Aufteilung von 80 % Berufstätigkeit und 20 % Haushaltstätig- keit angenommen. 8.5.1 Weiter rügt die Beschwerdeführerin unter Hinwe is auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09) vom 2. Februar 2016, dass die gemischte Methode gemäss gel tender Rechtsprechung ge- schlechterdiskriminierend sei und Art. 14 in Verbindung mit Art. 8 EMRK verletze. Dem EGMR- Urteil vom 2. Februar 2016 lag der Fall einer Versiche rten zugrunde, welche unter dem Status einer Vollerwerbstätigen eine Invalidenrente beanspru chen konnte und diesen Anspruch allein aufgrund des Umstandes verlor, dass sie wegen der Geburt ihrer Kinder und der damit einher- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehenden Reduktion des Erwerbspensums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstä- tige mit einem Aufgabenbereich qualifiziert wurde. Der EGMR betrachtete es als Verletzung von Art. 14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit Art . 8 EMRK (Recht auf Achtung des Famili- enlebens), dass die sich aus dem Statuswechsel ergebende Ä nderung in den Grundlagen der Invaliditätsbemessung - anstelle des auf Vollerwerbstäti ge anwendbaren Einkommensver- gleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 1 6 ATSG) gelangte nun die gemischte Me- thode (Art. 28a Abs. 3 IVG) zur Anwendung - zur Au fhebung der Invalidenrente führte und sich damit zu Ungunsten der Versicherten auswirkte (BGE 143 I 63 E. 3.3.1). 8.5.2 In seinem zur Umsetzung des EGMR-Urteils vom 2. Fe bruar 2016 ergangenen BGE 143 I 50 ff. entschied das Bundesgericht, dass zwecks Herstellung eines konventionskonformen Zustandes in derartigen Konstellationen fortan auf die Aufhebung der Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG allein zufolge eines Statuswechs els von "vollerwerbstätig" zu "teiler- werbstätig mit Aufgabenbereich" zu verzichten ist (BGE 143 I 59 E. 4.2). Sodann informierte das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) im IV-Rundsch reiben Nr. 355 vom 31. Oktober 2016 i, dass die gemischte Methode in Fällen mit einer "'Di Trizio' ähnliche Ausgangslage" keine Anwendung mehr finde. Namentlich stelle eine Reduktion der Arbeitszeit aus rein familiär be- dingten Gründen infolge Betreuungspflichten gegenübe r minderjährigen Kindern bis auf weite- res keinen Revisionsgrund dar. Dagegen solle die gemischte Methode bei versicherten Perso- nen, die bereits vor der erstmaligen Rentenprüfung te ilerwerbstätig waren, weiterhin angewen- det werden, bis der Bundesrat ein neues Berechnungsmodel l vorstelle. In den bisherigen, nach Eintritt der Rechtskraft des EGMR-Urteils in Sachen 'Di T rizio' gegen die Schweiz vom 2. Feb- ruar 2016 gefällten Entscheiden ist das Bundesgericht im Sinne dieses IV-Rundschreibens Nr. 355 vom 31. Oktober 2016, welches den Charakter einer Verwaltungsweisung hat, vorgegan- gen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_525/ 2016, E. 4.2.2 mit weitern Hinwei- sen). Im Urteil vom 20. Dezember 2016, 9F_8/2016, E. 4 .1) wie das Bundesgericht in Ziff. 4.4 darauf hin, dass das EGMR-Urteil vom 2. Februar 2016 un ter der geltenden Rechtslage nichts daran ändert, dass die gemischte Methode in Fällen, we lche ausserhalb der in E. 4.1 beschrie- benen Konstellation (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 355 des B undesamt für Sozialversicherungs- recht vom 31. Oktober 2016) lägen, weiterhin Anwendun g finden könne. Zu denken sei bei- spielsweise an eine versicherte Person, deren Statusfestse tzung als Teilerwerbstätige mit ei- nem Aufgabenbereich nicht familiär bedingt sei (Urte ile des Bundesgerichts vom 11. August 2016, 9C_179/2016, E. 5 und vom 11. August 2016, 9C_6 50/2015, E. 5.5), oder an die erstma- lige Rentenzusprache an eine während des ganzen massge benden Beurteilungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizieren de versicherte Person (in diesem Sinne auch Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2016, 8C_633/2015, E. 4.3). Aus diesem Urteil lässt sich für den vorliegenden Fall somit keine Unzulässigke it der Anwendung der gemischten Methode ableiten. Gemäss der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist demnach im Fall der Versicherten, in welchem eine erstmalige Re ntenzusprache zur Diskussion steht, das bisherige Recht und das bisherige Berechnungsmodell d er gemischten Methode anzuwen- den. Wie auch die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung v om 17. März 2017 zutreffend geltend macht, kann die Beschwerdeführerin somit aus dem EGMR-Urteil in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 nichts zu ihren Gunsten ablei ten. Folglich hat die IV-Stelle die Invalidität der Versicherten zu Recht nach der gemischten Methode bemessen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.3 Die IV-Stelle hat für die Berechnung des Valid eneinkommens der Beschwerdeführerin auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesam tes für Statistik 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor 86-88, Kompetenzniveau d er Tätigkeit 2, Spalte Frauen, Fr. 5‘168.– monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden, abgestellt. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 0,3 % (vgl. BFS T1.2.10 Nominallohnindex Frau- en 2011-2015) und Umrechnung auf die betriebsüblich e wöchentliche Arbeitszeit von 41,5 Stunden (Quelle: BFS (www.bfs.admin.ch) Dokument je-d-03.02.04.19) x 12 Monate ergab sich ein jährliches Einkommen von Fr. 51‘628.–. Diesbezüg lich macht die Beschwerdeführerin geltend, das Valideneinkommen sei ausgehend vom zuletzt in der angestammten Tätigkeit von ihr erzielten Lohn zu ermitteln und betrage daher Fr . 50‘366.–. In der Tat ist fraglich, weshalb die IV-Stelle das Einkommen vorliegend anhand der LSE und nicht anhand der konkreten Ein- kommensverhältnisse berechnet hat. Es besteht kein Hinwei s darauf, dass die Beschwerdefüh- rerin bei guter Gesundheit nicht weiter für die B._ ___ als Pflegehelferin tätig gewesen wäre. Da jedoch mit der Berechnung nach LSE ein höheres Valideneinkommen resultiert, kann die Frage offengelassen werden. 8.5.4 Sofern die Beschwerdeführerin geltend macht, es sei zum Einkommen als Pflegehelfe- rin bei der B.____ noch ein Einkommen aus einem Neben verdienst aus der Reinigung von Arztpraxen hinzuzurechnen, kann ihr nicht gefolgt werden . Wie in Erwägung 8.4 dargelegt, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre nebe nberufliche Tätigkeit als Raumpfle- gerin aus invaliditätsfremden Gründen aufgab. Es kann deshalb nicht angenommen werden, dass sie diese Reinigungstätigkeit als gesunde Person wei ter ausgeübt hätte. Demzufolge ist das Einkommen aus dem bis 2006 erzielten Nebenverdienst nicht in der Berechnung des Vali- deneinkommens zu berücksichtigen. 8.6 Zur Berechnung des Invalideneinkommens stellte die I V-Stelle auf die LSE des BFS 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau der Tätigkeit 1, Spalte Frauen, Fr. 4‘300.– monatlich, basierend auf 4 0 Wochenstunden, ab. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 0,5 % (vgl. BFS T1.2.10 Nominallohnindex Frauen 2011-2015) und Umrechnung auf die betriebsübli che wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Quelle: BFS (www.bfs.admin.ch) Dokument je-d-03.02.04.19) x 12 Monate ergab sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 54‘062.–. Be i einem zumutbaren Pensum von 70 % resultierte ein Jahreseinkommen von Fr. 37‘843.–. Ebe nso wenig vermag es zu überzeugen, wenn die Beschwerdeführerin ausführt, es sei ein leidensbedingter Abzug (vgl. BGE 126 V 78 f. E. 5a; 134 V 327 f. E. 5.2; 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc) von wenigstens 20 % vorzunehmen. Den geltend gemachten Einschränkungen wurde bereits mit der Arbeitsunfähigkeit von 30 % auf- grund des erhöhten Pausenbedarfs Rechnung getragen. Zudem stellte die IV-Stelle bei der Be- rechnung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 1 ab, wonach nur einfache Tä- tigkeiten auszuführen sind. Daher würde sich ein leidensb edingter Abzug vorliegend als unan- gemessen erweisen. 8.7 Nach Gegenüberstellung von Validen- und Invaliden einkommen resultiert somit im Be- reich der Verweistätigkeit ein Invaliditätsgrad von 21,36 %. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.8 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft vo n Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist be- weiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verf asst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigunge n und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein, sowie in Übereinsti mmung mit den an Ort und Stelle er- hobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil P. des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Ger icht greift, sofern der Bericht eine zuver- lässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Si nne darstellt, in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein schätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am kon kreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil A. des Bunde sgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 8.9 Die IV-Stelle hat zur Ermittlung der Einschränkun g der Versicherten im Haushaltsbe- reich beim Abklärungsdienst die hierfür vorgesehene Abklä rung vor Ort in Auftrag gegeben. In ihrem Abklärungsbericht vom 31. März 2016 ermittelte die Abklärungsperson gesamthaft eine Beeinträchtigung der Versicherten von 15,8 %. Das Ergeb nis der Haushaltsabklärung wird zu Recht von keiner Partei bestritten. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 3. Januar 2017 von einer Einschränkung i m Haushaltsbereich von 15,8 % aus- ging. 8.10 Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, dass nicht geprüft wurde, ob die in den beiden Tätigkeitsbereichen Erwerbstätigkeit und Haus haltstätigkeit vorhandenen Belastungen einander wechselseitig beeinflussen würden. Wie die Be schwerdegegnerin jedoch unter Hin- weis auf die massgebende Rechtsprechung richtig darlegt, können Wechselwirkungen nur unter besonderen Voraussetzungen berücksichtigt werden (BGE 134 V 9 E. 7.3.). Da solche vorlie- gend nicht ersichtlich sind und selbst bei der Annahme e iner Wechselwirkung im Umfang des Maximalansatzes von 15 % kein rentenbegründender Invalidi tätsgrad resultieren würde, muss auf diesen Punkt nicht näher eingegangen werden. 8.11 Insgesamt hält die von der IV-Stelle vorgenommen e Berechnung des Invaliditätsgrades einer Überprüfung stand und erweist sich als rechtens. Es resultiert im Bereich der Verweistä- tigkeit ein Invaliditätsgrad von 21,36 % und im Berei ch der Haushaltstätigkeit ein solcher von 3,16 %. Gesamthaft ergibt sich somit ein Invaliditätsgra d von 25 %, welcher nicht rentenbe- gründend ist. Der Antrag der Beschwerdeführerin, es sei die Verfügung der Beschwerdegegne- rin vom 3. Januar 2017 aufzuheben und es sei diese zu ver urteilen, der Beschwerdeführerin ab 1. September 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichte n, ist daher ebenfalls abzuweisen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dasselbe gilt für den Antrag, die Leistungen seien ab 1 . September 2016 mit 5 % p.a. zu ver- zinsen. 9. Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, d ass die IV-Stelle zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D .____ abgestellt hat. Weiter ist die von der IV-Stelle vorgenommene Berechnung des Invaliditäts grades nicht zu beanstanden. Die IV-Stelle hat den Rentenanspruch der Beschwerdeführe rin daher zu Recht verneint. Die ange- fochtene Verfügung der IV-Stelle vom 3. Januar 2017 i st nicht zu beanstanden und die Be- schwerde ist folglich abzuweisen. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. 10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.– bis 1000.– festgelegt. B ei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmen s einheitlich auf Fr. 800.– fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun aller- dings mit Verfügung vom 6. Februar 2017 die unentgelt liche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.3 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. Februar 2017 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist , ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Jan uar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 20 0.– pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 4. Ju li 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 18,58 Stunden geltend gemacht. Davon fallen rund 15,5 Stunden alleine auf die Ausarbeitung der Beschwerde (rund 10,5 Stunde n) und der Replik (5 Stunden). Dieser Aufwand erweist sich in Anbetracht der sich zu stellende n Sachverhalts- und Rechtsfragen als zu hoch, weshalb er zu kürzen ist. Vorweg ist zu beachte n, dass es sich vorliegend nicht um einen leichten, aber auch nicht um einen schwierigen, sondern um einen durchschnittlichen Fall handelt. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bereits im Vorbescheidverfahren als Anwalt tätig war und sich deshalb im vorliegenden Verfahren nicht neu einarbeiten musste. Ein Blick in das 13-seitige Einw andschreiben vom 9. Mai 2016 zeigt denn auch auf, dass ca. 11 Seiten davon in der 31-seiti gen Beschwerdeschrift vom 2. Februar 2017 übernommen wurden. Unter Berücksichtigung, dass die IV-Stelle dem Rechtsvertreter für das Einwandverfahren zufolge Bewilligung der unentgel tlichen Verbeiständung bereits einen Stundenaufwand von 14,33 Stunden vergütete und damit ein Teil des Aufwandes für die Ausar- beitung der Beschwerde abgegolten wurde, ist eine ange messene Kürzung der geltend ge- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht machten Bemühungen vorzunehmen. Bei der Replik vom 24. April 2017 ist festzustellen, dass diese mehrere Argumente (z.B. zur wirtschaftlichen Abhäng igkeit von Dr. D.____, zur unvoll- ständigen Anamnese, zur Bemessungsmethode) enthält, die bereits im Einwand- und Be- schwerdeverfahren vorgebracht wurden. Die im Zusammenhan g mit der Ausarbeitung der 9-seitigen Replik ausgewiesenen Bemühungen von 5 Stund en erweisen sich deshalb als zu hoch, weshalb sie ebenfalls zu kürzen sind. Im Quervergl eich zu anderen durchschnittlichen Beschwerdeverfahren erscheint eine Reduktion des geltend gemachten Stundenaufwandes von insgesamt 18,58 Stunden um 5 Stunden auf 13,58 Stunde n als gerechtfertigt. Dem Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin ist somit ein Honorar von Fr. 2‘994.95 (13,58 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 57.10. zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse aus- zurichten. 10.4 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich au f § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewä hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2‘994.95 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.