<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00666</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223664&amp;W10_KEY=13045524&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00666</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.11.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Beschwerdeführerin ist seit zehn Jahren zum Zweck einer Ausbildung aufenthaltsberechtigt. Nachdem sie 2018 ihr erstes Masterstudium abschloss, begann die Beschwerdeführerin ein zweites Masterstudium. Dieses verfolgte sie allerdings nicht ernsthaft, erwarb keine ECTS-Punkte und legte keine Prüfungen ab (E. 3.3). Sodann hat sie im Frühling 2023 sowieso die maximale Studienzeit erreicht. Ihr Aufenthaltszweck ist erreicht/weggefallen (E. 3.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNG">AUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUDIENDAUER">STUDIENDAUER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 27 Abs. 1 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=63769" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00666</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">22. November 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Elias Ritzi.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, eine 1986 geborene tunesische StaatsangehÃ¶rige, reiste am 24. September 2013 zum Zweck eines Betriebswirtschaftsstudiums an der UniversitÃ¤t Freiburg in die Schweiz ein. Am 15. Oktober 2013 erteilte ihr das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung zur Ausbildung.</p> <p class="Urteilstext">Im FrÃ¼hlingssemester 2018 schloss A ihr Betriebswirtschaftsstudium ab und begann im Herbstsemester 2018 ein Masterstudium der Volkswirtschaftslehre an der UniversitÃ¤t Freiburg, worauf ihr das Migrationsamt ihre Bewilligung verlÃ¤ngerte.</p> <p class="Sachverhalt2">WÃ¤hrend ihrer Anwesenheit versuchte A wiederholt, eine Ãnderung des Zwecks ihrer Aufenthaltsbewilligung zu erwirken. Mit VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Migration und BevÃ¶lkerung des Staats Freiburg vom 13. November 2015 wurde ihr eine von ihr beantragte Arbeitserlaubnis verweigert. Am 16. April 2018 ersuchte A das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich um eine Ãnderung ihres Aufenthaltszwecks zu "Ausbildung und ErwerbstÃ¤tigkeit". Dieses Gesuch wurde am 15. Mai 2018 sinngemÃ¤ss als gegenstandslos abgeschrieben. Am 6. Februar 2019 stellte sie erneut ein Gesuch um Ãnderung des Aufenthaltszwecks und Bewilligung einer ErwerbstÃ¤tigkeit, welches erfolgslos blieb. Am 24. Februar 2020 ersuchte A um eine Aufenthaltsbewilligung zur Heiratsvorbereitung mit dem SchweizerbÃ¼rger C. Am 27. Juli 2021 beantragte sie gestÃ¼tzt auf ihre Verlobung mit dem SchweizerbÃ¼rger D sinngemÃ¤ss die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Auch diese Gesuche blieben erfolglos.</p> <p class="Urteilstext">Am 30. Dezember 2021 ersuchte A um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung zu Ausbildungszwecken. Das Migrationsamt wies dieses Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 8. Juni 2022 ab und wies A aus der Schweiz weg.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion wies einen dagegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 27. September 2022 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A liess am 2. November 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht fÃ¼hren und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid vom 27. September 2022 aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung von A zu verlÃ¤ngern. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 10. November 2022 ausdrÃ¼cklich auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt stillschweigend auf Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 AIG kÃ¶nnen AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder fÃ¼r eine Aus- oder Weiterbildung zugelassen werden, wenn die Schulleitung bestÃ¤tigt, dass die Aus- oder Weiterbildung aufgenommen werden kann (lit. a), eine bedarfsgerechte Unterkunft zur VerfÃ¼gung steht (lit. b), die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind (lit. c) und die auslÃ¤ndische Person die persÃ¶nlichen und bildungsmÃ¤ssigen Voraussetzungen fÃ¼r die vorge­sehene Aus- oder Weiterbildung erfÃ¼llt (lit. d). Diese Voraussetzungen werden in Art. 23 (und Art. 24) VZAE konkretisiert. GemÃ¤ss Art. 23 Abs. 2 VZAE erfÃ¼llt die auslÃ¤ndische Person die persÃ¶nlichen Voraussetzungen nach Art. 27 Abs. 1 lit. d AIG namentlich, wenn keine frÃ¼heren Aufenthalte und Gesuchsverfahren oder anderen UmstÃ¤nde darauf hinweisen, dass die angestrebte Aus- oder Weiterbildung lediglich dazu dient, die allgemeinen Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern zu umgehen. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach dem â als Kann-Vorschrift formulierten â Art. 27 AIG besteht nicht (BGr, 6. Juni 2019, 2C_521/2019, E. 3.2; BVGr, 13. MÃ¤rz 2020, F-217/2019, E. 5.2.3). Die MigrationsbehÃ¶rden haben das ihnen damit eingerÃ¤umte Ermessen pflichtgemÃ¤ss auszuÃ¼ben (Art. 96 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Aufenthalt zur Aus- oder Weiterbildung stellt einen vorÃ¼bergehenden Aufenthalt dar, weshalb die betroffene Person gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 2 AIG GewÃ¤hr fÃ¼r die gesicherte Wiederausreise bieten muss. Sie muss also den Willen haben, die Schweiz nach ErfÃ¼llung des Aufenthaltszwecks beziehungsweise nach Abschluss der Ausbildung wieder zu verlassen (VGr, 19. Juni 2019, VB.2019.00260, E. 4.1). Dies gilt auch fÃ¼r Studierende, welche in der Schweiz eine Hochschule oder Fachhochschule besuchen wollen. Auch wenn letztere nach einem Abschluss in der Schweiz wÃ¤hrend sechs Monaten eine Stelle suchen kÃ¶nnen und unter gewissen Voraussetzungen einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt haben (vgl. Art. 21 Abs. 3 AIG), handelt es sich auch bei deren Aufenthalt zur Aus- bzw. Weiterbildung um einen vorÃ¼bergehenden (VGr, 27. Oktober 2020, VB.2020.00373, E. 3.1.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Aus- oder Weiterbildungen werden gemÃ¤ss Art. 23 Abs. 3 VZAE in der Regel fÃ¼r lÃ¤ngstens acht Jahre bewilligt. Ausnahmen sind nur in hinreichend begrÃ¼ndeten FÃ¤llen mÃ¶glich, wenn sie einer zielgerichteten Aus- oder Weiterbildung dienen, und mÃ¼ssen dem SEM zur Zu­stimmung unterbreitet werden (vgl. Art. 4 Abs. b lit. 1 der Verordnung des EJPD vom 13. August 2015 Ã¼ber die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide [SR 142.201.1]). Dies kann der Fall sein, wenn die Ausbildung einen logischen Aufbau hat (beispielsweise Internat, Gymnasium, Diplomstudium, Doktorat), zielgerichtet ist und nicht zur Umgehung der strengeren Zulassungsvoraussetzungen benutzt wird (vgl. VGr, 14. MÃ¤rz 2012, VB.2011.00811, E. 5.1).</p> <p class="Erwgung2">AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder, die sich zu Aus- oder Weiterbildungszwecken in der Schweiz aufhalten, mÃ¼ssen ihre Zwischen- und SchlussprÃ¼fungen innerhalb nÃ¼tzlicher Frist ablegen. Dies ist von den kantonalen MigrationsbehÃ¶rden zu Ã¼berprÃ¼fen. ErfÃ¼llen sie diese Anforderung nicht, wird der Zweck ihres Aufenthalts als erreicht erachtet und die Aufenthaltsbewilligung nicht verlÃ¤ngert. Ein Wechsel der fachlichen Ausrichtung wÃ¤hrend der Aus- oder Weiterbildung oder eine zusÃ¤tzliche Ausbildung wird nur in hinreichend begrÃ¼ndeten AusnahmefÃ¤llen bewilligt (VGr, 27. Oktober 2020, VB.2020.00373, E. 3.1.2).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin begann im Herbstsemester 2013 ein Masterstudium der Betriebswirtschaftslehre an der UniversitÃ¤t Freiburg mit einem Gesamtumfang von 90 ECTS. Dieses Studium schloss sie im FrÃ¼hlingssemester 2018 ab. Im darauffolgenden Herbstsemester 2018 schrieb sie sich an derselben UniversitÃ¤t fÃ¼r den Masterstudiengang in Volkswirtschaftslehre ein.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin studiert seit nunmehr Ã¼ber zehn Jahren an der UniversitÃ¤t Freiburg. Sie hat die maximale Bewilligungsdauer nach Art. 23 Abs. 3 VZAE bereits zum heutigen Zeitpunkt deutlich Ã¼berschritten, womit fÃ¼r eine weitere VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ein Ausnahmefall vorliegen mÃ¼sste. Angesichts der Studiendauer stellt sich die Frage, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr Studium zielgerichtet verfolgt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin absolvierte ihr erstes Masterstudium in Betriebswirtschaftslehre mit einer Regelstudienzeit von eineinhalb Jahren (vgl. die BroschÃ¼re der UniversitÃ¤t Freiburg zu diesem Thema: https://www.calameo.com/read/0036591153235f1c8b2e2; vgl. Benotungssystem und ECTS an der UniversitÃ¤t Freiburg auf der Website der UniversitÃ¤t Freiburg) in insgesamt zehn Semestern und schloss im FrÃ¼hlingssemester 2018 ab. Nach Abschluss ihres ersten Masterstudiums begann sie im Herbstsemester 2018 ein weiteres Masterstudium in Volkswirtschaftslehre, wobei sie im Herbst 2019 die UniversitÃ¤t Freiburg verliess und das Studium ein Jahr lang nicht weiterverfolgte. Im Herbstsemester 2020 schrieb sie sich wieder fÃ¼r das Masterstudium der Volkswirtschaftslehre ein.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt vor, die lange Studienzeit sei nicht der mangelnden Ernsthaftigkeit des Studierens geschuldet, sondern eine Folge ihrer Fremdsprachigkeit und der Ãnderung ihrer LebensumstÃ¤nde nach dem Umzug in die Schweiz. Sie treibe ihr Studium ernsthaft voran. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist aufgrund ihrer Mitwirkungs- und insbesondere ihrer Beweisbeschaffungspflicht gehalten, die Vorbringen Ã¼ber ihren Studienfortschritt mit geeigneten Dokumenten zu substanziieren. Die BeschwerdefÃ¼hrerin war sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren anwaltlich vertreten. Es wÃ¤re ihr ohne Weiteres mÃ¶glich gewesen, ihren behaupteten Studienfortschritt beispielsweise mit einem Zwischenleistungsnachweis zu substanziieren. Sie vermag jedoch keinerlei Belege dafÃ¼r vorzulegen, dass sie seit 2018 Studienfortschritte erzielte oder ECTS-Punkte erlangte. Es ist daher davon auszugehen, dass sie seit dem Herbstsemester 2018 an der UniversitÃ¤t Freiburg keine PrÃ¼fungen ablegte oder ECTS-Punkte erlangte.</p> <p class="Urteilstext">Stattdessen versuchte die BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend ihrer Anwesenheit in der Schweiz insgesamt dreimal gestÃ¼tzt auf eine ErwerbstÃ¤tigkeit und zweimal gestÃ¼tzt auf eine beabsichtigte Heirat mit SchweizerbÃ¼rgern eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.</p> <p class="Urteilstext">Diese UmstÃ¤nde begrÃ¼nden erhebliche Zweifel am ernsthaften Willen der BeschwerdefÃ¼hrerin, ihre Ausbildung in der Schweiz voranzutreiben, und legen den Schluss nahe, dass sie mit ihrer Immatrikulation an der UniversitÃ¤t Freiburg seit 2018 lediglich versucht, die allgemeinen Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern zu umgehen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Im Ãbrigen ist inzwischen ohnehin davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mehr an der UniversitÃ¤t Freiburg studiert. Bei den Akten liegt sodann ein Schreiben der UniversitÃ¤t Freiburg vom 14. April 2020 an die BeschwerdefÃ¼hrerin, in welchem letzterer mitgeteilt wird, sie habe bis im FrÃ¼hlingssemester 2023 Zeit, ihr Masterstudium der Volkswirtschaftslehre abzuschliessen, ansonsten sie infolge Erreichens der Maximalstudienzeit exmatrikuliert werde. Auch die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst bringt vor, sie habe noch bis ins FrÃ¼hlingssemester 2023 Zeit gehabt, ihr Studium abzuschliessen. Diese Frist ist inzwischen abgelaufen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Aufenthaltszweck der BeschwerdefÃ¼hrerin ist erreicht bzw. weggefallen. Deswegen kann die BeschwerdefÃ¼hrerin entgegen ihrer Ansicht auch nichts daraus ableiten, dass der Beschwerdegegner zuvor ihre Aufenthaltsbewilligung jahrelang verlÃ¤ngert und diese insbesondere in Kenntnis der Aufnahme eines zweiten Masterstudiums noch zweimal erneuert hatte, wobei die letzte VerlÃ¤ngerung ausdrÃ¼cklich «letztmals», zum (zielstrebigen) Abschluss des zweiten Masterstudiums, gewÃ¤hrt worden war. Der Beschwerdegegner konnte zunÃ¤chst noch nicht wissen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr zweites Studium nicht ernsthaft verfolgen wÃ¼rde, und es kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er ihr eine letzte Frist zum Studienabschluss gewÃ¤hrte, nachdem sie zwischendurch verschiedene Aufenthaltsgesuche aus anderen GrÃ¼nden gestellt hatte, die alle gescheitert waren. Dass er spÃ¤ter das streitige VerlÃ¤ngerungsgesuch ablehnte und bei diesem Entscheid auch die GesamtumstÃ¤nde berÃ¼cksichtigte, ist korrekt. Die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin ist nicht zu beanstanden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Daran vermag auch das sinngemÃ¤sse Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin, eine Wegweisung sei ihr aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht zumutbar, nichts zu Ã¤ndern. Sie beschrÃ¤nkt sich auf die Einreichung eines Dokuments, aus dem sich ergibt, dass sie am 20. Oktober 2022 in einer Sprechstunde bei einem Facharzt FMH fÃ¼r Psychiatrie und Psychotherapie war. Weder der Facharzt in seinem Bericht noch die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst Ã¤ussern sich dazu, inwiefern sie gesundheitlich eingeschrÃ¤nkt sein soll. Bereits vor mehr als einem Jahr stellte die BeschwerdefÃ¼hrerin die Einreichung eines âausfÃ¼hrlicheren Berichtsâ in Aussicht, reichte diesen aber bis heute nicht ein. Weitere GrÃ¼nde, welche gegen eine Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin sprÃ¤chen, macht sie nicht geltend.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Ihr ist sodann keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das SEM.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>