Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Juli 2012 (720 10 353) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente (Revision des Rentenanspruchs) Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Marion Wüthrich Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Caroline Franz Wald- ner, Advokatin gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1961 geborene A.____ meldete sich am 3. Febru ar 1998 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung an und beantragte Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie Arbeitsvermittlung. In der Folge verfügte die IV -Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) am 7. Mai 1998, 3. September 1998, 22. Januar 1999, 8. März 1999 sowie 18. Oktober 2000 diver- se berufliche Massnahmen (Arbeitstraining, Einarbeitung in einem geschützten Arbeitsplatz). Nachdem die IV-Stelle den medizinischen und erwerbliche n Sachverhalt abgeklärt hatte, ermit- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht telte sie in Anwendung der allgemeinen Methode des Ei nkommensvergleichs einen Invaliditäts- grad von 62%. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV -Stelle A.____ mit Verfügung vom 13. Dezember 2000 rückwirkend eine halbe Rente sowie eine Zusatzrente für die Ehegattin und eine Kinderrente ab 1. Juni 1999 zu. Infolge eines am 25. März 2001 vom damaligen behan- delnden Psychiater eingereichten Rentenrevisionsgesuchs wu rde aufgrund einer Verschlechte- rung des Gesundheitszustandes mit Verfügung vom 3. Oktobe r 2001 die halbe Rente per 1. April 2001 auf eine ganze Rente erhöht. Im Rahmen einer im Juni 2005 durch die IV-Stelle von Amtes wegen durchgeführten Rentenrevision wurde die ganze Rente (bei einem Invalidi- tätsgrad von 100%) mit Mitteilung vom 9. Dezember 2005 bestätigt. B. Im Dezember 2008 leitete die IV-Stelle eine erneu te Revision des Rentenanspruchs ein. In Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode d es Einkommensvergleichs wurde aufgrund einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des V ersicherten noch ein Invalidi- tätsgrad von 41% festgestellt. Nach Durchführung des Vor bescheidverfahrens wurde mit Verfü- gung vom 15. Oktober 2010 die ganze Rente ab 1. Dezem ber 2010 auf eine Viertelsrente her- abgesetzt. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Dr. Caroline Franz Waldner, Advokatin, am 17. November 2010 Beschwerde beim Sozialversicherungsge richt Basel-Stadt, welches die Beschwerde am 30. November 2010 zuständigkeitshalber a n das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), weiterleitete. Darin beantrag- te er, dass die Verfügung vom 15. Oktober 2010 aufzuheb en und ihm mit Wirkung ab dem 1. November 2010 mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusp rechen sei. Eventualiter sei die Frage der angeblichen Verbesserung seines Gesundheitszu standes mittels eines psychiatri- schen Obergutachtens zu klären; unter o/e-Kostenfolge. Die Beschwerde wurde im Wesentli- chen damit begründet, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. Oktober 2009 w idersprüchlich sei. Insbesondere stehe die Annahme einer starken Verbesserung des Gesund heitszustandes in klarem Gegen- satz zur Schilderung des Krankheitsbildes durch den behan delnden Psychiater Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, weshalb sich das Gutachten als Entscheidungsgrundlage nicht eigne. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Februar 2011 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Die Parteien hielten mit Replik vom 19. April 2011 und in der Duplik vom 22. Juni 2011 an ihren Standpunkten fest. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 22. September 20 11 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der A ngelegenheit gestützt auf die vor- handene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es bes chloss deshalb, den Fall auszustel- len und ordnete zwecks Klärung des psychischen Gesundheitszust andes und dessen Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit ein Gerichtsgutachten an. Zur Begründung führte das Kantons- gericht aus, dass sich das Gericht kein klares Bild vom Verh alten des Beschwerdeführers an- lässlich der Exploration durch Dr. B.____ machen könne. D ie Schilderung weiche zudem stark von derjenigen des behandelnden Psychiaters Dr. C.____ ab. Des Weiteren könne die Alkohol- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht problematik des Beschwerdeführers gestützt auf die vorhandenen Unterlagen nicht ausreichend beurteilt werden und es würden sich in den vorhandenen Akten zudem Differenzen bezüglich der Schwere der narzisstischen Persönlichkeitsstörung erg eben, welche durch das Gutachten von Dr. B.____ nicht hätten restlos beseitigt werden k önnen. Da die von den Parteien vorge- schlagene psychiatrische Gerichtsgutachterin, Dr. med. D.__ __, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, für die Begutachtung nicht zur Verfü gung stand, wurde vom Kantonsge- richt mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. Dezember 2011 PD Dr. med. E.____, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, als Gerichtsgutachter vorgeschlagen. F. Nachdem das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ vom 5. März 2012 am Kantonsgericht eingegangen war, wurde den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Mit Schreiben vom 2. April 2012 teilte der Beschwerdeführer, weiterh in vertreten durch Advokatin Dr. Franz Waldner, mit, dass er gegen das Gutachten von Dr. E.____ keine Einwände geltend mache und er beantrage, dass für die Ermittlung der Rente ab Be gutachtungszeitpunkt im Februar 2012 darauf abzustellen sei. Für die Zeit ab November 2009 sei jedoch auf die echtzeitlichen Ausfüh- rungen des behandelnden Psychiaters Dr. C.____ abzustelle n, in welchen er die Arbeitsfähig- keit bei maximal 40% festlegt. Ab dem 1. November 2010 sei ihm dementsprechend eine Drei- viertelsrente und für die Zeit ab dem 1. Mai 2012 − n ach einer Übergangszeit von drei Monaten − mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. Mit Schrei ben vom 13. April 2012 nahm die IV- Stelle ihrerseits Stellung zum Gutachten und hielt we iterhin an ihrem Abweisungsantrag fest. Trotz der abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. E.____ sei weiterhin auf die Beurteilung von Dr. B.____ abzustellen. Sollte das Kantonsgericht seinen Entscheid auf das Gerichtsgutachten abstützen, sei die ganze Rente des Beschwerdeführers auf eine halbe Rente zu reduzieren. Auf die Vorbringen der Parteien ist nach folgend − soweit notwendig − in den Er- wägungen einzugehen. G. Am 21. Mai 2012 nahm der Beschwerdeführer, erneut vertreten durch Advokatin Dr. Franz Waldner, Stellung zu der von der IV-Stelle im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 13. April 2012 eingeholten zusätzlichen fachärztlichen Be urteilung von Dr. B.____ vom 5. April 2012 und betonte, dass er an den in der Stellungnahme vom 2. April 2012 gestellten Rechtsbe- gehren festhalte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 17. November 2010 ist demnach einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle die ganze Rente des Beschwerdeführers ab 1. Dezember 2010 zu Recht auf eine Viertelsrente her- abgesetzt hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefoch- tenen Verfügung vom 15. Oktober 2010 entwickelt hat. D ieser Zeitpunkt bildet rechtspre- chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü fungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (vgl. BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer du rch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder − als alternative Vor- aussetzung − sogar für die Gesellschaft untragbar (vgl. BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1). Danach ist der Invali ditätsgrad bei erwerbstätigen Versicher- ten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Daz u wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini- schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahm en durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein- ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (vgl. BGE 104 V 136). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (vgl. BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unter- schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentl ichen unverändert gebliebenen Ge- sundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. Urteil des Bun desgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 133 V 114 E. 5.4, BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 13. Dezember 2000 rückwirkend ab 1. Juni 1999 eine halbe IV-Rente zuge- sprochen. Infolge eines im März 2001 gestellten Revisions gesuchs wurde mit Verfügung vom 3. Oktober 2001 die halbe Rente auf eine ganze Rent e erhöht. Im Sommer 2005 leitete die IV- Stelle von Amtes wegen ein weiteres Rentenrevisionsver fahren ein, wobei sie sich in der Folge darauf beschränkte, beim behandelnden Psychiater einen akt uellen Arztbericht einzuholen. Nach dessen Vorliegen teilte die IV-Stelle dem Versiche rten mit Schreiben vom 9. Dezember 2005 mit, dass sie keine rentenbeeinflussende Änderung d es Invaliditätsgrades festgestellt ha- be. Nachdem die IV-Stelle im Dezember 2008 von Amtes we gen eine erneute Überprüfung des Rentenanspruchs des Versicherten eingeleitet und die er forderlichen Abklärungen vorgenom- men hatte, reduzierte sie die laufende ganze IV-Rente des Versicherten mit vorliegend ange- fochtener Verfügung vom 15. Oktober 2010 auf eine Vie rtelsrente. Im Lichte der vorstehend erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurtei lt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die ei ne revisionsweise Aufhebung der bis an- hin ausgerichteten Rente rechtfertigt, demnach durch V ergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 3. Oktober 2001 be standen hat, mit demjenigen im Zeit- punkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2010. Dies wird von den Par- teien zu Recht auch nicht bestritten. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesun dheitszustand und − damit einher- gehend − der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten tatsächlich, wie von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2010 gelte nd gemacht, seit der am 3. Oktober 2001 erfolgten Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde − die Verwaltung und im Streitfall das Gericht − auf Unter lagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BG E 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ä rztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätig- keiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentge- nauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/ Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise s prechen (vgl. BGE 125 V 353 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grund- sätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss A nwendung (vgl. Urteil des Eidge- nössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 B undesgericht, sozialrechtliche Abteilung] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 6.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auflage, Zürich 2010, S. 353; BGE 125 V 353, BGE 122 V 162 E. 1c, 120 V 367 E. 3b). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Be richte behandelnder Ärzte nicht verges- sen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein un beachtlich einzustufen; die einen län- geren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung dur ch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l ässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Ar ztes einerseits und Begutachtungsauf- trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten and erseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) n icht zu, ein Administrativ- oder Gerichts- gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiter er Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen (vgl. Sozialversicherungs- recht Rechtsprechung [SVR] 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2. 2.1 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung au fdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende − Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 mit Hinweisen). 6.5 Demgegenüber folgt aus der bundesgerichtlichen Rech tsprechung, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen ein es von ihm beauftragten medizini- schen Sachverständigen abweicht. Einem Gerichtsgutachten k ommt demnach im Unterschied zu den von den Sozialversicherungsträgern im Verwaltungsve rfahren eingeholten Gutachten beziehungsweise den von versicherten Personen bestellten Pr ivatgutachten höherer Beweis- wert zu (vgl. dazu BGE 135 V 465 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen). 7. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind nach folgende Berichte zu berücksichti- gen: 7.1 Im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 3. Oktober 2 001 stützte sich die IV-Stelle zur Beurteilungen des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfä higkeit des Versicherten auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera- pie vom 23. November 1999, auf welches bereits für den ursprünglichen Rentenbeschluss vom 13. Dezember 2000 abgestellt worden war und auf das vo m behandelnden Psychiater Dr. med. G.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eingereichte Revisionsgesuch vom 25. März 2001 sowie die misslungenen beruflichen Massnahmen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1.1 Dr. F.____ diagnostizierte in seinem Gutachten v om 23. November 1999 eine neuroti- sche depressive Entwicklung bei narzisstischer Persönlichkeit, e inen Status nach Alkoholabu- sus (zum damaligen Zeitpunkt abstinent) und eine regres sive Entwicklung bei Ehekonflikt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer in der freien Wirtschaft in der damals ausgeübten Tätigkeit in der Piano-Restauration eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit, wobei die Prog- nose ungewiss bis eher schlecht sei. 7.1.2 Der behandelnde Psychiater Dr. G.____ diagnostizie rte im Rentenrevisionsgesuch vom 25. März 2001 eine neurotische depressive Entwicklung b ei narzisstischer Persönlichkeit sowie einen chronischen Ehekonflikt. Die Arbeitsunfähigke it betrage mindestens 70%. Weiter hielt er in seinem Bericht fest, dass alle Bemühungen d en angestrebten Erfolg nicht gebracht hätten. Das im Gutachten von Dr. F.____ − trotz ungewi sser und schlechter Prognose − emp- fohlene Arbeitstraining zur Stabilisierung der Psyche b ei gleichzeitiger Rentenverweigerung habe nicht den angestrebten Erfolg gebracht, weshalb er eine Berentung und eine Sistierung des Arbeitstrainings vorschlage. 7.2 Im Rahmen der im Jahr 2005 von der IV-Stelle von Amtes wegen durchgeführten Ren- tenrevision holte die IV-Stelle einen Arztbericht des be handelnden Psychiaters Dr. G.____ ein. Dieser diagnostizierte in seinem Bericht vom 6. Septemb er 2005 als psychiatrische Gesund- heitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfä higkeit eine seit 1998 bestehende Dysthymie. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Handel skaufmann bestehe beim Versicher- ten seit 1999 eine 90%-ige Arbeitsunfähigkeit. 7.3 Im Zusammenhang mit dem aktuellen, von der IV-Ste lle im Dezember 2008 eingeleite- ten Revisionsverfahren sind folgende Berichte zu beachten: 7.3.1 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. H.____, Fa charzt FMH für Neurologie, und den Psy- chiater Dr. B.____ mit der interdisziplinären Begutacht ung des Beschwerdeführers. Im neurolo- gischen Gutachten vom 15. September 2009 konnte Dr. H.____ mit Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit einzig eine leichte, sensomotorische Polyneuropat hie sowie dadurch sekundär verur- sachte Gleichgewichtsprobleme feststellen. Im angestammte n Beruf bestehe aus neurologi- scher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wob ei als angestammte Berufe am ehes- ten jene eines Fotografen, Fotoverkäufers oder eines K aufmanns genannt werden könnten. Im Übrigen seien sämtliche andere Tätigkeiten, welche kein vollständig intaktes Gleichgewichts- system voraussetzten, vollschichtig zu 100% zumutbar. Mit Gutachten vom 17. Oktober 2009 diagnostizierte Dr. B.____ aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymia, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und ein A lkoholabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtigem Substanzgebrauch. Der Versicherte habe sich in der direkten Untersuchungssi- tuation in mehrheitlich ausgeglichener Stimmung befund en. Die affektive Modulationsfähigkeit und Vitalität seien nicht eingeschränkt. Im Vergleich zu den Befunden des Gutachtens vom 23. November 1999 von Dr. F.____ sei eine deutliche V erbesserung der depressiven Sympto- matik festzustellen. Die Stimmungsschwankungen hätten sich i n ihrer Intensität gemildert, der Versicherte beklage sich nicht mehr über Gefühle einer a llgemeinen Sinnlosigkeit und auch Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht mehr über Lustlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit. Au ch Suizidversuche seien keine mehr unternommen worden. Darüber hinaus seien keine Konzent rations- und Aufmerksamkeitsstö- rungen mehr zu erkennen und auch der Gedankengang sei nicht mehr als verlangsamt zu beur- teilen. Insgesamt sei der Schweregrad der depressiven Symptomatik als leichtgradig zu beurtei- len und in diagnostischer Hinsicht am ehesten von einer Dysthymia auszugehen. Aufgrund der Kombination der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und d er Dysthymia sei die Arbeitsfähig- keit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Pianorest auration wie auch in einer alternativen Tätigkeit als zu etwa 20% eingeschränkt zu beurteilen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung des episodischen und aktuellen Substanzgebrauchs im Zusammenha ng mit dem Alkoholabhängig- keitssyndrom sei beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht insge samt von einer 30%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aus gesamtmedizinischer Sicht attestierten die Dres. H.____ und B.____ in der zuletzt ausgeübten sow ie in einer alternativen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30%. Arbeiten die ein intakte s Gleichgewichtssystem voraussetzen wür- den oder auch Tätigkeiten in einem grösseren Team seien dabei nicht mehr zumutbar. 7.3.2 Am 21. April 2010 nahm der behandelnde Psychiat er Dr. C.____ Stellung zum Gutach- ten von Dr. B.____. Zu dessen Gutachten würden sich in diagnostischer Hinsicht keine Einwän- de ergeben. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und ein Alkoholabhängigkeitssyndrom würden zweifellos vorliegen. Gemäss Dr. C.____ sei die depressive Symptomatik jedoch eher auf eine rezidivierende depressive Störung zurückzuführen, als Differentialdiagnose sei indes- sen auch die von Dr. B.____ diagnostizierte Dysthymie zu e rwägen. Die psychiatrischen Befun- de würden im Vergleich zu den durch Dr. B.____ im Okto ber 2009 erhobenen Befunden eine etwas ausgeprägtere Depressivität zeigen, welche sich vor all em in einer dysphorischen Ge- reiztheit manifestieren würde. So bestehe beim Versiche rten eine geringe Modulationsfähigkeit im Affekt. Ferner klage der Versicherte über Todeswünsche , mangelnden Antrieb im Sinne ei- ner fehlenden Motivation für irgendwelche Aktivitäten, rasche Ermüdbarkeit, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust von 8 kg innert weniger Monate sowie über eine fehlende Libido. Des Weiteren mache der Versicherte psychosomatische Äquivalente einer d epressiven Störung wie Herzja- gen und Blähungen geltend. Würde man diagnostisch von e iner rezidivierenden depressiven Störung ausgehen, sei die Diskrepanz zur Diagnose von Dr . B.____ durchaus nachvollziehbar, da bei rezidivierenden depressiven Störungen eine depressi ve Symptomatik wechselnden Aus- masses die Regel sei. Im Einklang mit der Einschätzung v on Dr. B.____, sei jedoch im Ver- gleich zu den von Dr. G.____ erhobenen Befunde eine B esserung der depressiven Symptoma- tik eingetreten. Diese dürfte ihre Erklärung im Umstand finden, dass der Versicherte vor sechs Jahren seine jetzige Lebenspartnerin kennengelernt habe . Demgegenüber sei von Dr. B.____ die narzisstische Persönlichkeitsstörung bei der Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit zu wenig ge- wichtet worden. Der Versicherte stehe in einem dauernde n Spannungsfeld zwischen überhöh- ten Ansprüchen an sich selbst und Versagensängsten, wodurch die Arbeitsfähigkeit ebenfalls geschmälert werde. Dr. C.____ attestierte dem Versiche rten für eine Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft unter Bezugnahme auf die von ihm seit No vember 2009 erhobenen Befunde und des bisherigen Therapieverlaufs eine Arbeitsfähig keit von 40%. Die von Dr. B.____ festge- haltene Arbeitsfähigkeit von 80% sei deutlich zu hoch . Die Diskrepanz zum Gutachten von Dr. B.____ sei dabei am ehesten darauf zurückzuführen, d ass die von Dr. B.____ attestierte Arbeitsfähigkeit nur auf einer einmaligen Untersuchun g beruhe, während sich die Beurteilung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Dr. C.____ auf einen längeren Verlauf stütze. D r. C.____ hielt abschliessend fest, dass sich die von ihm attestierte 40%-ige Arbeitsfähigkeit in der freien Marktwirtschaft nur erfolgreich umsetzen lasse, wenn der Versicherte an einem Arbeitspl atz eingesetzt werde, der möglichst wenig zwischenmenschliche Friktionen und nicht allzu viel Teamfähigkeit erfordere. 7.4 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des a ktuellen medizinischen Sachverhal- tes und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob eine w esentliche Verbesserung des Gesund- heitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten ist, vollu mfänglich auf die Gutachten der Dres. H.____ und B.____ vom 15. September beziehungswei se 17. Oktober 2009. Sie ging dementsprechend davon aus, dass sich der Gesundheitszustan d des Beschwerdeführers seit der Rentenverfügung vom 3. Oktober 2001 in einer anspr uchserheblichen Weise verbessert habe mit der Folge, dass dem Beschwerdeführer nunmehr in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit ein Arbeitspensum im Umfang von 70% zugemutet werden könne. 7.5 Das Kantonsgericht befand in seiner Urteilsberatung vom 22. September 2011, dass das Gutachten von Dr. B.____ kein klares Bild vom Verhal ten des Beschwerdeführers anläss- lich der Exploration ergebe. Die Beurteilung von Dr. B.____ weiche zudem stark von derjenigen des behandelnden Psychiaters Dr. C.____ ab. Des Weiteren könne die Alkoholproblematik des Beschwerdeführers gestützt auf die vorhandenen Unterlagen nicht ausreichend beurteilt werden und es würden sich aus den vorhandenen Akten zudem Diskrepa nzen bezüglich der Schwere der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ergeben, welche du rch das Gutachten von Dr. B.____ nicht hätten restlos beseitigt werden können . Das Kantonsgericht stellte den Fall daher aus und ordnete zwecks Klärung des psychiatrischen Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein Gerichtsgutachten an. 7.6 In dem vom Kantonsgericht in Auftrag gegebenen psyc hiatrischen Gerichtsgutachten vom 5. März 2012 diagnostizierte Dr. E.____ ohne Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit einen Alkoholabusus. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbei tsfähigkeit nannte er eine rezidivie- rende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradige r Episode, eine narzisstische Persön- lichkeitsstörung sowie einen Verdacht auf eine andauernd e Persönlichkeitsänderung nach be- ziehungsweise im Rahmen einer psychischen Erkrankung. Der Versicherte habe anlässlich der Untersuchung seine Beziehungen mit einer gewissen Wertun g geschildert, jedoch immer auch positive Aspekte über die entsprechenden Beziehungen un d Personen einbringen können. So- mit könne ein eigentliches Schwarz-Weiss-Denkmuster und jene Polarisierungstendenz, wie sie für emotional instabile Persönlichkeiten typisch sei, zw ar nicht festgestellt werden, es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass beim Versicherte n − im Einklang mit der von Dr. F.____ bereits im Jahr 1999 gestellten Diagnose − e ine narzisstische Persönlichkeitsstruk- tur vorliege. Für narzisstische Persönlichkeiten sei denn auch typisch, dass sie sich in fusionäre Beziehungen hinein begeben würden. Die suizidale Entw icklung nach der Trennung von seiner Gattin und der darauf folgende berufliche "Niedergang" würden dafür sprechen, dass der Versi- cherte mit dem Abbruch dieser fusionären Beziehungsges taltung eine erhebliche narzisstische Kränkung und Einbusse erlitt. Führe man sich sodann de n langjährigen Verlauf vor Augen, sei erkennbar, dass sich die psychischen Besonderheiten und deren Auswirkungen unterdessen deutlich chronifiziert hätten und es könne auch eine anda uernde Persönlichkeitsstörung in Er- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wägung gezogen werden. Zur affektiven Dimension sei fes tzuhalten, dass der Versicherte im Zeitpunkt der Untersuchung klar eine mittelgradige de pressive Störung zeige. Die subjektiven Angaben des Versicherten würden die Kardinalkriterien für eine depressive Störung erfüllen und der Schweregrad sowie die Kontinuität derselben würden das Ausmass einer leichten depressi- ven Störung übersteigen. Es liege indessen keine schwere d epressive Störung vor, zumal der Versicherte in seinen Tagesaktivitäten deutlich eingeschrä nkter und überdies auch die objekti- ven Untersuchungsbefunde deutlich pathologischer ausfallen müssten. Das psychiatrische Teil- gutachten legt dabei umfangreich dar, dass sich seit der Verfügung im Oktober 2001 eine Ver- besserung der psychischen Situation des Versicherten ergeb en habe. Zu den Funktionsfähig- keiten aus psychiatrischer Sicht führte Dr. E.____ aus, dass die depressive Störung eine Folge der zugrundeliegenden narzisstischen Persönlichkeitsstörung darstelle beziehungsweise eine Folge des narzisstischen Einbruchs sei, den der Versicherte in der zweiten Hälfte der Neunzi- gerjahre erfahren habe. So sei für die Frage der Ar beitsfähigkeit die narzisstische Persönlich- keitsstörung beziehungsweise die Persönlichkeitsänderung, die sich über all die letzten Jahre entwickelt habe, von zentraler Relevanz. Die zugrundelie gende Persönlichkeitsstörung führe denn auch dazu, dass der Versicherte in seiner psychischen Gr undstruktur erheblich fragilisiert und insgesamt psychisch nur reduziert belastbar sei. Dr. E.____ hielt unter Einbezug der ICF- Kriterien (International Classification of Functionin g) zusammenfassend fest, dass beim Versi- cherten eine reduzierte psychische Belastbarkeit − insbesond ere, wenn es darum gehe, mit anderen Personen in Kontakt zu treten − vorliegen wür de, welche zu einer grundsätzlichen Ein- busse der Arbeitsfähigkeit führe. Eine Rest-Arbeitsfäh igkeit bestehe aber weiterhin, sofern ent- sprechende Grundvoraussetzungen, wie das Arbeiten in ei nem kleinen Team mit einem wohl- wollenden Vorgesetzten, berücksichtigt seien. Gleichzeitig müsse ein solides Gleichgewicht zwischen Belastung und Entlastung bestehen. Der Versicher te brauche regelmässig genügend Zeit, um sich auszuruhen und wieder für sich alleine zu se in beziehungsweise ohne Druck der Arbeitswelt sein zu können. Insgesamt könne von qualitative n Funktionseinbussen in der Höhe von 50% ausgegangen werden. Höhere Einbussen bestünden beim Versicherten nicht. Dies werde zusätzlich dadurch untermauert, dass der Versicherte in all den letzten Jahren nie eine depressive Episode entwickelt habe, die über ein mittelg radiges Ausmass hinausgereicht habe. Es bestehe auch keine Alkoholsucht im psychiatrischen Sinne ei ner Alkoholabhängigkeit. Dem- entsprechend habe der Alkoholkonsum keine Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit und die Alko- holproblematik wirke sich nicht invalidisierend aus. In der angestammten Tätigkeit sowie in ei- ner Verweistätigkeit attestierte Dr. E.____ aus psychiat rischer Sicht eine 50%-ige Arbeitsfähig- keit. 8.1 Zwischen den Parteien war bereits anlässlich der Urt eilsberatung des Kantonsgerichts vom 22. September 2011 unbestritten, dass die neurologi schen Beschwerden durch das Gut- achten von Dr. H.____ hinreichend abgeklärt sind und auch keine neurologischen divergieren- den Diagnosen vorliegen. Dies trifft auch heute noch zu. Hinsichtlich des neurologischen Ge- sundheitszustandes des Versicherten ist somit weiterhin von e iner uneingeschränkten Arbeits- fähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie für sämt liche andere Tätigkeiten, welche kein vollständig intaktes Gleichgewichtssystem voraussetzen, auszugehen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Vorliegend umstritten ist somit einzig, ob die psych ischen Beschwerden, wie von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2010 geltend gemacht, seit der Ren- tenverfügung vom 3. Oktober 2001 in einem den Invalid itätsgrad beeinflussenden Umfang ab- genommen haben. 8.2.1 Das Kantonsgericht hat in der ersten Urteilsberat ung beschlossen, dass auf das Gut- achten von Dr. B.____ nicht abgestellt werden kann. Dar auf ist nicht mehr zurückzukommen, sondern es ist einzig zu prüfen, ob zwingende Gründe gege n das angeordnete Gerichtsgutach- ten sprechen. Es bleibt in diesem Verfahrensstadium richt ig gesehen auch kein Raum dafür, dass die IV-Stelle für ihre Stellungnahme zum Gerichtsg utachten wiederum den vormaligen Gutachter beizieht. Die fachmedizinische Würdigung des Ge richtsgutachtens ist bei dieser Ver- fahrenskonstellation vielmehr durch den Regionalen Ärzt lichen Dienst (RAD) vorzunehmen. Da − wie aufzuzeigen ist − keine neuen Erkenntnisse aus der nachträglichen Stellungnahme von Dr. B.____ gewonnen werden können, kann die angesprochenen Frage indes offen bleiben. 8.2.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.5 hiervor) kommt e inem Gerichtsgutachten im Unter- schied zu den von den Sozialversicherungsträgern im Verwal tungsverfahren eingeholten Gut- achten beziehungsweise den von versicherten Personen bestel lten Privatgutachten höherer Beweiswert zu, weshalb das Gericht nicht ohne zwingende Gründe von den Einschätzungen eines von ihm beauftragten medizinischen Sachverständigen abweicht. Solche Gründe liegen keine vor. Das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ ist umfa ssend und die von ihm dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die vorgenommenen Schl ussfolgerungen sind nachvoll- ziehbar und überzeugend. Das Gutachten beruht auf einer eingehenden Untersuchung des Versicherten und es berücksichtigt auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem geht es einlässlich auf die Beschwerden des Versicherten ein und vermittelt ein hinreichendes Bild über dessen Gesundheitszustand. Es wird deutlich, dass es seit Oktober 2001 zu einer Verbesserung der psychischen Situation des Beschwerdeführers gekommen ist. So befinde er sich nicht mehr in einem belastenden Ehe konflikt und im Bericht von Dr. G.____ vom 22. Februar 2009 werde gar festgehalten, dass der B eschwerdeführer aufgrund seiner Be- ziehung zu seiner neuen Lebenspartnerin glücklich erschein e. Zwischen 2005 und Oktober 2009 habe sich der Beschwerdeführer auch nicht mehr in a mbulanter psychiatrischer Behand- lung befunden, was Ausdruck eines verbesserten affektiven Zustands sein könne. Dessen un- geachtet legt das Gutachten schlüssig dar, dass die Störun g auf der Persönlichkeitsebene die überdauernde und für die Frage der Arbeitsfähigkeit relevante Störung ist, welche den Be- schwerdeführer in seiner psychischen Grundstruktur erheblich fragilisiere. Wenn es dem Be- schwerdeführer zwischenzeitlich in seiner affektiven Verfassu ng besser gehe, so sei dies durchaus möglich und habe damit zu tun, dass er in seinem überschaubaren Lebensalltag eine Struktur geschaffen habe, die es ihm erlaube, wieder ei ne bessere affektive Stabilität zu finden. Werde diese überschaubare Struktur aber gestört, drohe jederzeit wieder ein stärkerer depres- siver Einbruch. Der Gutachter kam in Würdigung der anamn estischen Angaben, der Untersu- chungsbefunde sowie der ihm überlassenen Unterlagen zum überzeugenden Schluss, dass der Beschwerdeführer insgesamt psychisch nur reduziert belastb ar sei und aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit sowie in einer Verweistätigkeit eine zumutbare Restarbeits- fähigkeit von 50% bestehe. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2.3 Daran vermag die abweichende Stellungnahme von Dr. B.____ vom 5. April 2012, wel- che der IV-Stelle als Grundlage für die Stellungnahme vom 13. April 2012 diente, nichts zu än- dern. So benennt dessen Bericht keine wichtigen Aspekte, d ie im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Dr. B.____ hielt zwar weiter daran fest, dass zum Zeitpunkt seiner Begutachtung im Oktober 2009 lediglich eine Dysthymie bestanden habe, er bestätigt jedoch, dass − nach Studium der von Dr. E.____ festgehaltenen Untersuchungser- gebnisse − zwischenzeitlich tatsächlich eine Verschlechterung der depressiven Symptomatik feststellbar und die von Dr. E.____ gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Stö- rung nunmehr zu bejahen sei. Dr. B.____ korrigierte seine frühere Beurteilung auch dahinge- hend, dass der Alkoholabusus keine negative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Dies- bezüglich besteht in diagnostischer Hinsicht Übereinstimm ung mit dem Gerichtsgutachten. Wenn Dr. B.____ in Bezug auf die depressive Symptomati k bemängelt, dass die Phasen der Verbesserung zuwenig gewürdigt worden seien, vermag die s die differenzierte Beurteilung von Dr. E.____ nicht in Zweifel zu ziehen. So führte Dr. E.____ nachvollziehbar aus, dass der Be- schwerdeführer aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung in seiner psychischen Grundstruktur derart fragilisiert sei, dass auch eine Verbesserung der depressiven Symptomatik nicht automa- tisch zu einer höheren Arbeitsfähigkeit führen würde und eine zwischenzeitliche Verbesserung aufgrund der dauerhaft reduzierten psychischen Belastbarkeit für die Bemessung der Arbeitsfä- higkeit ohnehin nicht von Bedeutung wäre. Soweit Dr. B.____ einzelne von Dr. E.____ heran- gezogenen ICF-Kriterien anders bewertet und darauf h inweist, dass Dr. E.____ von einem zu hohen Schweregrad der Persönlichkeitsstörung ausgehe, ist entgegen zu halten, dass Dr. E.____ seine Einschätzung − entgegen dem Vorbringe n von Dr. B.____ − auf eine sehr sorgfältige Anamneseerhebung abstützte. So begründet e Dr. E.____ nachvollziehbar und aus- führlich, in welchen Bereichen der Beschwerdeführer Fun ktionseinbussen aufweist, zeigte je- doch auch sehr deutlich das Vorliegen von Restressourcen auf. Wenn Dr. B.____ dabei eine Beeinträchtigung der Durchhaltefähigkeit bezweifelt in dem er den von Dr. E.____ beschriebe- nen Rückzug des Beschwerdeführers in das Mansardenzimmer mit dessen Lesebedürfnis be- gründet, übersieht er, dass der Beschwerdeführer selbst e rklärt, dass er sich zurückziehe, um seine Partnerin und Tochter nicht zu belasten. Es ist desh alb nicht zu beanstanden, wenn Dr. E.____ die Durchhaltefähigkeit im Gesamtkontext al s beeinträchtigt ansieht. Insgesamt ver- mag die Stellungnahme von Dr. B.____ die begründeten Schlussfolgerungen im Gerichtsgut- achten nicht in Frage zu stellen. 9.1 Aus dem Gesagten folgt, dass gestützt auf die vorhand enen medizinischen Unterlagen die Frage, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer im Zei tpunkt der angefochtenen Verfü- gung vom 15. Oktober 2010 arbeitsfähig war, abschliessend beurteilt werden kann. Zusammen- fassend ergibt sich, dass seit der massgeblichen Rentenverfü gung im Oktober 2001 tatsächlich eine Verbesserung in den gesundheitlichen Verhältnissen und mithin auch eine Änderung in der Arbeitsfähigkeit des Versicherten eingetreten ist. Dem Beschwerdeführer verbleibt dem mass- gebenden und schlüssigen Gerichtsgutachten zufolge in psychiatrischer Hinsicht noch eine me- dizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50%. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Bei diesem Ergebnis kann die zwischen den Parteien un strittig gebliebene Frage des Einkommensvergleichs offen gelassen werden. Bei einer no ch verbleibenden Restarbeitsfähig- keit von 50% resultiert ein Invaliditätsgrad von 58% un d mithin ein Anspruch auf eine halbe IV- Rente. Es kann an dieser Stelle auf die in der angefo chtenen Verfügung beziehungsweise auf die in der Vernehmlassung der IV-Stelle genannten Ve rgleichseinkommen verwiesen werden. Die Verfügung der IV-Stelle datiert vom 15. Oktober 2010. Gemäss Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 hat der Beschwerdefüh- rer demnach rückwirkend ab 1. Dezember 2010 Anspruch a uf eine halbe IV-Rente, was zur Gutheissung der vorliegenden Beschwerde führt. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden d ie Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferleg t; gegenüber den Vorinstanzen be- ziehungsweise den kantonalen Behörden werden indes grun dsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Da vorliegend die Vorinstanz unterlegen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskos- ten zu verzichten. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höh e von Fr. 600.-- ist dem Be- schwerdeführer zurückzuerstatten. Die Aufwendungen für die gerichtliche Begutachtung durch Dr. E.____ in der Höhe von Fr. 6'000.-- (vgl. Honorar rechnung vom 5. März 2012) sind demge- genüber der IV-Stelle aufzuerlegen. So sind gemäss Art. 78 Abs. 3 IVV die Kosten von Abklä- rungsmassnahmen von der IV-Stelle dann zu tragen, soweit sie für die Zusprechung von Leis- tungen unerlässlich waren (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4 .2). Diese Voraussetzung ist vorliegend gegeben, nachdem das Gericht mit Beschluss vom 22. Septem ber 2011 zum Schluss gekom- men war, dass eine abschliessende Beurteilung gestützt au f die bis zu jenem Zeitpunkt vorge- legene Aktenlage nicht möglich war. 10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Be schwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist dem Be- schwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seine Rechtsvertreterin hat in ihren Honorarnoten vom 6. Sep tember 2011 und 4. Juni 2012 einen Zeitaufwand von insgesamt 22.83 Stunden sowie Auslagen i n Höhe von Fr. 50.-- ausgewiesen. Dieser Aufwand erweist sich in Anbetracht der sich stelle nden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie der Verfahrensdauer als angemessen. Die Bemühunge n sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Damit ist dem Beschwerdefüh rer für das vorliegende Beschwerde- verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'219.-- (22.83 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 50.-- und 8% Meh rwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird dem Beschwerd eführer rückwir- kend ab dem 1. Dezember 2010 eine halbe Invalidenrente zugespro- chen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 6'000.-- werden der IV-Stelle auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 6'219.-- (inkl. Ausl agen und 8% Mehrwertsteuer) auszurichten. Präsidentin Gerichtsschreiberin