A bteilung II B -7401/2006 {T 0/2} U rteil vom 24. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H ans U rech (vorsitzender R ichter), R ichterin M aria Am gw erd, R ichter D avid Aschm ann; G erichtsschreiber M arc H unziker A ._______, vertreten durch H errn R echtsanw alt Bernard Volken, Beschw erdeführerin gegen Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Vorinstanz betreffend Zurückw eisung des M arkeneintragungsgesuchs N r. 55569/2004 Form m arke B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 19. August 2004 beantragte die Beschw erdeführerin M arkenschutz für eine dreidim ensionale M arke für "com potes; confitures; fruits conservés, séchés ou cuits; crèm es (produits laitiers); crèm es fouettées; m arm elades; gelées com estibles; pulpes de fruits; salades de fruits; yaourts; flans; m ousses aux fruits; crèm e aux oeufs" in Klasse 29 und für "produits de ca- cao, cake au riz, crèm e anglaise, crèm es glacées, glaces alim entaires, m iel, pâtisserie, poudings, yaourts glacés (glaces alim entaires), chocolat liégeois, café liégeois, m ousses au chocolat, gâteaux de riz, riz au lait, gâ- teaux de sem oule, clafoutis, crèm es caram el" in Klasse 30. D ie M arke hat folgendes Aussehen: B. M it Schreiben vom 19. Januar 2005 beanstandete das Eidgenössische In- stitut für G eistiges Eigentum (IG E, Vorinstanz) das H interlegungsgesuch und m achte geltend, dass das hinterlegte Zeichen im beanspruchten W a- rensegm ent eine banale Verpackungsform darstelle, w elches durch keines der zw eidim ensionalen Elem ente w esentlich beeinflusst w erde, und som it nach Art. 2 Bst. a des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (M SchG , SR 232.11) nicht als M arke eingetragen w erden könne. C . In ihrer Stellungnahm e vom 16. Februar 2005 versuchte die Beschw erde- führerin die Argum ente der Vorinstanz zu entkräften. D iese blieb jedoch m it Schreiben vom 16. Juni 2005 bei ihrer Auffassung. D . M it Eingaben vom 8. und 16. August 2005 m achte die Beschw erdeführerin die D urchsetzung der Form geltend und verw ies auf deren Zulassung durch das Europäische H arm onisierungsam t für den Binnenm arkt. D as In- stitut hielt m it Schreiben vom 4. O ktober 2005 an der Zurückw eisung fest, da auf G rund von D rittelem enten der m arkenm ässige G ebrauch des Zei- chens nicht aus den D urchsetzungsbelegen erkennbar sei und die Belege keinen genügend langen m arkenm ässigen G ebrauch zeigen w ürden. Auch hätten nach ständiger Praxis ausländische Entscheidungen in der Schw eiz keine präjudiziellen W irkungen. E. M it Schreiben vom 10. N ovem ber 2005 bat die Beschw erdeführerin um Er- lass einer beschw erdefähigen Verfügung. M it M itteilung vom 3. Februar 2006 ergänzte die Vorinstanz ihre Beanstandungen basierend auf ihren neuen R ichtlinien vom 1. Juli 2005 und gew ährte der Beschw erdeführerin das rechtliche G ehör. M it Zuschrift vom 10. Februar 2006 verzichtete die Beschw erdeführerin auf eine w eitere Stellungnahm e und ersuchte um Er- 3 lass einer beschw erdefähigen Verfügung. F. M it Verfügung vom 10. M ai 2006 verw eigerte die Vorinstanz der hinter- legten Form w egen G em eingutcharakters nach Art. 2 Bst. a M SchG die Eintragung. G . M it Eingabe vom 9. Juni 2006 reichte die Beschw erdeführerin Beschw erde bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für G eistiges Eigentum ein. Sie beantragte, die Verfügung vom 10. M ai 2006 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuw eisen, die M arke in der aktuellen Form in das M arkenregister einzutragen. Eventuali- ter sei die Verfügung aufzuheben und die Streitsache sei unter Anordnung der erneuten Prüfung der Verkehrsdurchsetzung zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. H . Zur Begründung brachte die Beschw erdeführerin im W esentlichen vor, dass im beanspruchten W arensegm ent zw ar eine Vielzahl von Verpa- ckungsform en existiere, die bauchigen Seitenw ände sow ie die etw a gleich grosse U nter- und O berseite unüblich seien und vom G ew ohnten und Er- w arteten abw eichen w ürden. D es W eiteren w erde der G esam teindruck durch die zw eidim ensionalen Elem ente w esentlich beeinflusst. Es sei un- bestritten, dass der Schriftzug "Bonne M am an" nur auf der O berseite der hinterlegten Form angebracht sei. Bei der Entnahm e des Produktes aus dem R egal w ürde der D urchschnittskonsum ent im Lebensm ittelbereich je- doch gerade diese Seite w ahrnehm en. Karom uster w ürden gem äss den von der Vorinstanz ins Feld geführten Abbildungen entw eder auf M arm ela- degläserdeckel aufgedruckt oder als gleichförm iges rundes Tuch über die Ö ffnung gespannt. D agegen könne das Vichy-M uster in einer rechteckigen Form nicht als banal gelten. Auch sei das M uster leicht verzogen, w as w ie- derum für ein unterscheidungskräftiges zw eidim ensionales Elem ent spre- che. D ieses w erde durch den Farbanspruch "G rün" noch verstärkt, habe die Vorinstanz doch kein Beispiel beizubringen verm ocht, in w elchem ein genau dem Farbanspruch der Beschw erdeführerin entsprechendes Vichy- M uster verw endet w orden sei. D a der Schutzbereich entsprechend eng sei, rücke auch ein Freihaltebedürfnis in w eite Ferne. Auch kom m e der Farbe, w eil sie in keiner W eise auf irgendein Arom a Bezug nehm e, erst R echt U nterscheidungskraft zu. Ferner sei unbestritten, dass die hinter- legte Form zusam m en m it zusätzlichen Elem enten auf dem M arkt verw en- det w erde. D ie Zusatzbestandteile w ürden jedoch lediglich den Konsu- m enten über die enthaltene G eschm acksrichtung inform ieren. D a sie nicht unterscheidungskräftig seien, sei der m arkenm ässige G ebrauch des Zei- chens nachgew iesen. D ie der Vorinstanz in Bezug auf die Verkehrsdurch- setzung eingereichten U nterlagen w ürden deshalb den gestellten Anforder- ungen genügen und hätten von ihr entsprechend geprüft w erden m üssen. Im Ü brigen sei darauf hinzuw eisen, dass das fragliche Kennzeichen beim Europäischen H arm onisierungsam t ins M arkenregister eingetragen w orden sei. I. M it Vernehm lassung vom 13. Septem ber 2006 beantragt die Vorinstanz, die Beschw erde unter Kostenfolge abzuw eisen. Zur Begründung verw eist 4 sie auf den Schriftenw echsel und führte ergänzend aus, dass bei banalen W aren- oder Verpackungsform en, die m it unterscheidungskräftigen zw eidi- m ensionalen Elem enten kom biniert seien, der Ausschlussgrund des G e- m einguts nur dann entfalle, w enn die zw eidim ensionalen Elem ente den dreidim ensionalen G esam teindruck w esentlich beeinflussen w ürden. D ies sei jew eils nur der Fall, w enn sie die Form als G anzes um fassten. D age- gen verm öge ein unterscheidungskräftiger Schriftzug, der nur auf einer Seite einer banalen, quaderförm igen Verpackung angebracht sei, den drei- dim ensionalen C harakter dieser Verpackung nicht w esentlich zu beeinflus- sen. Auch seien die Verpackungsm erkm ale ästhetisch bedingt und w ürden deshalb vom Konsum enten nicht als H inw eis auf die betriebliche H erkunft der dam it verpackten W aren verstanden. Ebenfalls könne aus dem N icht- vorhandensein eines Freihaltebedürfnisses nicht auf die konkrete U nter- scheidungskraft geschlossen w erden. D ie Vorinstanz erklärt w eiter, dass sie bei banalen W aren- und Verpackungsform en ein dem oskopisches G ut- achten als geeignetstes Bew eism ittel erachte. D a es sich vorliegend um eine banale Verpackungsform handle, deren W ahrnehm ung als M arke selbst nach intensivem G ebrauch zw eifelhaft erscheine, könne allein ge- stützt auf die D urchsetzungsbelege keine G laubhaftm achung der Ver- kehrsdurchsetzung angenom m en w erden. Im Ü brigen seien die einge- reichten Belege sow ohl in zeitlicher als auch in m aterieller H insicht unge- nügend. Einerseits sei die Zeitspanne von knapp zw ei Jahren nicht geeig- net die Verkehrsdurchsetzung glaubhaft zu m achen. Andererseits sei auf der Seite der Verpackung neben beschreibenden W ort- und Bildelem enten der Schriftzug "Bonne M am an" gut lesbar angebracht. D ieser stelle unbe- strittenerm assen ein unterscheidungskräftiger W ortbestandteil und som it ein D rittelem ent dar, auf G rund dessen die eingereichten Belege nicht ge- eignet seien, die Verkehrsdurchsetzung der Verpackungsform glaubhaft zu m achen. J. Am 15. N ovem ber 2006 teilte die R ekurskom m ission für G eistiges Eigen- tum den Parteien m it, dass die Akten des Beschw erdeverfahrens per 1. Ja- nuar 2007 an das Bundesverw altungsgericht als neu zuständige Be- schw erdebehörde überw iesen w ürden. M it Schreiben vom 22. Januar 2007 bestätigte das Bundesverw altungsgericht die Ü bernahm e der hängigen Beschw erde. K. M it Eingabe vom 2. Februar 2007 verzichtete die Beschw erdeführerin auf die D urchführung einer öffentlichen Verhandlung. L. M it Schreiben vom 23. M ärz 2007 beantragte die Vorinstanz, das Be- schw erdeverfahren bis zum Entscheid des Bundesgerichts in einem hän- gigen Parallelverfahren zu sistieren. M it Stellungnahm e vom 14. M ai 2007 erklärte sich die Beschw erdeführerin m it einer allfälligen Sistierung einver- standen. Auf die Argum ente der Parteien w ird, sow eit sie für den Entscheid erheb- lich erscheinen, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D er Entscheid der Vorinstanz vom 10. M ai 2006 stellt eine Verfügung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw al- tungsverfahren dar (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). D iese Verfü- gung kann im R ahm en der allgem einen Bestim m ungen der Bundesverw al- tungsrechtspflege beim Bundesverw altungsgericht angefochten w erden (Art. 44 ff. Vw VG i.V.m . Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, VG G , SR 173.32). G em äss Art. 53 Abs. 2 VG G übernim m t das Bundesverw altungsgericht bei Zuständigkeit die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eid- genössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel, w obei die Beurteilung nach neuem Verfahrensrecht erfolgt. 2. D ie Beschw erdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an ih- rer Aufhebung oder Änderung. Sie ist daher zur Beschw erdeführung legiti- m iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgerecht be- zahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 48 ff. Vw VG ). Auf die Verw altungsbeschw erde ist daher einzutreten. 3. N ach der Legaldefinition von Art. 1 Abs. 1 M SchG ist die M arke ein Zei- chen, das geeignet ist, W aren oder D ienstleistungen eines U nternehm ens von solchen anderer U nternehm en zu unterscheiden. Art. 1 Abs. 2 M SchG zählt Beispiele von M arkenform en auf. D anach können M arken aus W ör- tern, Buchstaben, Zahlen, bildlichen D arstellungen, dreidim ensionale For- m en oder Verbindungen solcher Elem ente untereinander oder m it Farben bestehen. 4. Vom M arkenschutz ausgeschlossen sind nach Art. 2 Bst. a M SchG Zei- chen, die G em eingut sind, da ihnen die erforderliche U nterscheidungskraft fehlt oder an ihnen ein Freihaltebedürfnis besteht. D ies gilt auch für dreidi- m ensionale M arken, die in der Form der gekennzeichneten W are selbst bestehen können ("Form m arken"), sow ie für Kom binationen solcher For- m en m it zw eidim ensionalen Bestandteilen. O b in ihrem Zusam m enspiel der unterscheidungskräftige Teil dom iniert, hängt nach einer Form ulierung des Bundesgerichts davon ab, ob die angem eldete Form durch ihre Eigen- heiten auffällt, vom G ew ohnten und Erw arteten abw eicht und so im G e- dächtnis der Abnehm er haften bleibt (BG E 120 II 310 E. 3b The O riginal, BG E 129 III 525 E. 4.1 Lego). Eine nur individuelle und erinnerbare aber im Sinne dieser Form el nicht auffällige, ungew ohnte oder unerw artete Form w ird das Publikum in der R egel nicht als H inw eis auf eine betrieb- liche H erkunft der entsprechenden W are oder D ienstleistung ansehen, da W aren und D ienstleistungen stets durch Leistung geform ter G egenstände geliefert oder erbracht w erden (P. H EIN R IC H /A. R U F, M arkenschutz für Pro- duktform en?, sic! 2003, 402, M . STR E U LI-YO U SSEF, Zur Schutzfähigkeit von Form m arken, sic! 2002, 796, BG E 130 III 334 E. 3.5 Sw atch).6 5. Als gew ohnt und erw artet - und dam it als nicht unterscheidungskräftig im Sinne der vorstehenden Ausführungen - hat die R echtsprechung einerseits technisch beeinflusste Form en und M erkm ale bezeichnet, deren O riginali- tät nicht genügend über die technischen G estaltungsvorgaben hinausgeht (BG E 129 III 519 E. 2.4.3-4 Lego, BG E 131 III 129 E. 4.3 Sm arties). Ande- rerseits w urden G ew ohnheiten und Erw artungen der Form gestalt auch m it kulturellen Zusam m enhängen und G ebrauchskonventionen der gekenn- zeichneten W are begründet (BG E 131 III 130 E. 4.4 Sm arties, R KG E in sic! 2004, 675 E. 5 Eiform , R KG E in sic! 2003, 499 E. 9 W eissblaue Sei- fenform , R KG E in sic! 2003, 805 E. 5 Zahnpastastränge, R KG E in sic! 2001, 129 E. 7 Baum kuchen). D ie G ew ohnheiten und Erw artungen sind in einem repräsentativen Branchenquerschnitt abstrakt zu erm itteln, ohne dass die angem eldete Form m it einzelnen Konkurrenzprodukten verglichen w ird (BG E 131 III 134 E. 7.2 Sm arties, R KG E in sic! 2005, 472 E. 8 W a- benstruktur, R KG E in sic! 2000, 299 E. 4 Fünfeckige Tablette), und die äs- thetischen M erkm ale der Form sind in ihrem Zusam m enspiel im G esam t- eindruck zu w ürdigen (BG er in sic! 2000, 286 E. 3b R unde Tablette, BG E 120 II 311 E. 3c The O riginal, R KG E in sic! 2006, 265 E. 7 f. Tetra- pack, R KG E in sic! 2000, 702 E. 4 Tablettenform ). An das M ass des H er- kunftsbezugs sind dabei keine übertriebenen Anforderungen zu stellen. Vielm ehr kann sich dieser auch aus einer Kom bination an sich gem ein- freier Elem ente ergeben (M . LU C H SIN G ER , D reidim ensionale M arken, Form - m arken und G em eingut, sic! 1999, 196, C . W ILLI, M arkenschutzgesetz, Zü- rich 2002, N . 124 zu Art. 2 M SchG ; R KG E in sic! 2004, 502 E. 9 Eistorte). In einzelnen Produktgattungen m ag sich das Publikum stärker an die U n- terscheidung herkunftsbestim m ender Produktform en gew öhnt haben (M . STR EU LI-YO U SSEF, a.a.o., 797). Einfache und banale Form en sind dem Verkehr aber grundsätzlich freizuhalten (P. H EIN R IC H /A. R U F, a.a.o., 401 m .w .H ., BG E 131 III 130 E. 4.4 Sm arties). Auch besteht ein absolutes Frei- haltebedürfnis bei Form en, die das W esen der W are ausm achen oder die technisch notw endig sind (BG E 129 III 518 E. 2.4.1-2 Lego, Art. 2 Bst. b M SchG ). 6. D ie Schutzfähigkeit eines Zeichens ist nach M assgabe des H interlegungs- gesuches zu prüfen (R KG E in sic! 2006, 265 E. 5 Tetrapack). D ie hinter- legte Form besteht aus einem quaderähnlichen G ebilde m it offenen Stirn- seiten und leicht nach aussen gew ölbten Seitenw änden. An den O berkan- ten befinden sich jew eils zw ei Schlitze, w elche der Fixierung der beiden Einzelportionen dienen. D ie O berseite und ca. 20 % der Seitenflächen sind m it einem grünw eissen Karo- bzw . Vichy-M uster überzogen. Ebenfalls ist auf der oberen Fläche in einer der Ecken in denselben Farben der Schrift- zug "Bonne M am an" angebracht. D ie Vorinstanz hat der hinterlegten Ver- packungsform den M arkenschutz im W esentlichen m it der Begründung verw eigert, dass die Form als solche funktional bedingt und som it banal sei, w oran die zw eidim ensionalen Elem ente m angels U nterscheidungskraft nichts ändern könnten. Im Bereich der beanspruchten W aren w ürde eine Vielfalt an D arreichungs- bzw . Verpackungsform en existieren. Auch sei durchaus üblich, m ehrere Einzelportionen als eine Einheit darzureichen, 7 w obei es m annigfaltige M öglichkeiten der Zusam m enfassung der einzel- nen Portionen gebe. Beim vorliegenden Zeichen seien die gew ölbten Sei- tenw ände und die Schlitze funktional bedingt. D as Vichy-M uster sei im be- anspruchten W arensegm ent in jeglichen Farben üblich, w eshalb es als ba- nal zu gelten habe. D er Abnehm er sehe im M uster lediglich ein ästhe- tisches Elem ent und erkenne darin keinen H inw eis auf die betriebliche H erkunft des Zeichens. Im Ü brigen sei der Schriftzug "Bonne M am an" nicht genügend lesbar und beeinflusse, da er lediglich auf einer Seite an- gebracht sei, den G esam teindruck der Form nicht w esentlich. 7. M assgebend für die Beurteilung eines Zeichens ist stets die W ahrnehm ung der von ihm angesprochenen Verkehrskreise. Vorliegend sind dies insbe- sondere die Endverbraucher von Lebensm itteln. Aus ihrem Blickw inkel ist zu entscheiden, ob die hinterlegte Form vom im fraglichen W arensegm ent G ew ohnten und Erw arteten abw eicht. D ie beanspruchten W aren w erden gew öhnlich in Plastikbechern oder in G läsern vertrieben. D abei w erden oft - dies ist insbesondere bei D esserts w ie Yoghurts, C rem en und Puddings üblich - m ehrere Einzelportionen zu grösseren Verkaufseinheiten zusam - m engefasst. D azu w erden die einzelnen Behälter in der R egel entw eder m ittels gem einsam er D eckelfolie zusam m engehalten oder sie w erden m it- einander in einem Kartonquader verpackt, w obei Aussparungen an den O berkanten der Verpackung der Fixierung der Becheroberränder dienen. Beim hinterlegten Zeichen handelt es sich um ein quaderähnliches G ebil- de. Es unterscheidet sich von einem Kubus durch seine bauchigen Seiten- w ände sow ie der gegenüber der U nterseite schm aleren O berseite. D ie ab- gerundete Form entspricht den gew ölbten G läsern der beinhalteten Einzel- portionen. D ie kleinere O berseite dient in Verbindung m it den an der O ber- kante angebrachten Schlitzen der Fixierung der beiden Becher. D iese Be- standteile sind allesam t funktionell und verfügen kaum über Kennzeich- nungskraft. Es bleibt som it zu prüfen, ob die zw eidim ensionalen Elem ente den dreidim ensionalen G esam teindruck w esentlich beeinflussen können. In früheren Zeiten dienten m it dicken Stofffetzen verschlossene G läser der Lagerung von selber Eingem achtem . H eutzutage ist es bei Konfitüren und G elée im m er noch verbreitet, über den D eckel entw eder ein Tüchlein zu spannen oder diesen m it dem bei Stoffen geläufigen Karom uster zu bedru- cken. D am it soll w ohl dem Konsum enten suggeriert w erden, dass das je- w eilige Produkt m it der Q ualität von hausgem achten Erzeugnissen m ithal- ten könne. Zum indest auf M arm eladegläsern erkennt dem nach der Abneh- m er im Vichy-M uster lediglich ein ästhetisches Elem ent und keinen H in- w eis auf die betriebliche H erkunft der W are. D as Karom uster findet m an in vielen Farbtönen, insbesondere R ot, Blau, G rün und G elb sind in Kom bina- tion m it der Farbe W eiss sehr verbreitet. D er von der Beschw erdeführerin geltend gem achte Farbanspruch G rün ist daher nicht geeignet, die U nter- scheidungskraft w esentlich zu verstärken. D es W eiteren lässt sich nur schw er erkennen, dass das M uster bei der hinterlegten Form leicht verzo- gen ist. Auch kom m t der Schriftzug "Bonne M am an" auf G rund seiner ge- ringen G rösse sow ie der verw endeten Farben G rün und W eiss auf dem Karom uster kaum zur G eltung. Selbst w enn sich das Argum ent der Be-8 schw erdeführerin, w onach bei der Produktplatzierung insbesondere die O berseite zur G eltung kom m e, nicht ganz von der H and w eisen lässt, so beeinflusst der Schriftzug doch das Zeichen im G esam teindruck nicht w e- sentlich. Es lässt sich dem nach festhalten, dass auch die verw endeten zw eidim ensionalen Elem ente als solche kaum unterscheidungskräftig sind. 8. W ie das Bundesgericht im Entscheid R unde Tablette ausgeführt hat, m üsste die O riginalität bei einer aus gem einfreien Elem enten zusam m en- gesetzten M arke "zum indest in der Verbindung der einzelnen Elem ente lie- gen, indem m ehrere gem einfreie Elem ente in überraschender W eise kom - biniert w erden" (BG er in sic! 2000, 286 E. 3c R unde Tablette; vgl. R KG E in sic! 2000, 702 E. 4 Tablettenform ). Karom uster w erden häufig auf M arm e- ladegläserdeckel aufgedruckt oder auf runden Tüchlein über die D eckel gespannt. Vorliegend ist das M uster auf die die G läser beinhaltende Kar- tonverpackung geprägt. D ie Kom bination des als Q ualitätshinw eis dienen- den Vichym usters m it einer gängigen, quaderähnlichen Verpackungsform erzeugt jedoch keinen unterscheidungskräftigen G esam teindruck. D ie hin- terlegte Verpackungsform ist für das beanspruchte W arensegm ent üblich und w eicht nicht vom Erw arteten und G ew ohnten im Sinne der bundesge- richtlichen R echtsprechung ab. Sie w eist som it über kein charakteri- stisches G esam terscheinungsbild auf, das im G edächtnis haften bleibt. D araus kann gefolgert w erden, dass die hinterlegte dreidim ensionale Form insgesam t als banal beurteilt w erden m uss. 9. Ist das zur D iskussion stehende Zeichen als G em eingut zu qualifizieren, bleibt zu prüfen, ob es allenfalls infolge Verkehrsdurchsetzung einzutragen ist. Verkehrsdurchsetzung bedeutet, dass eine bestim m te Form Kenn- zeichnungskraft erlangt hat, dass sie von einem erheblichen Teil der Ad- ressaten im W irtschaftsverkehr als individualisierender H inw eis auf be- stim m te Produkte eines bestim m ten U nternehm ens verstanden w ird (BG E 130 III 331 E. 3.1 Sw atch). Je banaler ein Zeichen ist, desto höhere Anforderungen sind an den N achw eis der Verkehrsdurchsetzung zu stellen (vgl. BG E 130 III 333 E. 3.4 Sw atch; M . SC H N EID ER in sic! Sondernum m er 125 Jahre M arkenhinterlegung, Zürich 2005, 62). 10. D ie Vorinstanz hat die Verkehrsdurchsetzung m it den Argum enten ver- neint, dass kein m arkenm ässiger G ebrauch des Zeichens nachgew iesen sei und die geltend gem achte G ebrauchsdauer ebenfalls nicht genüge. D ieser Auffassung kann sich das Bundesverw altungsgericht anschliessen. Einerseits w eisen die auf den D urchsetzungsbelegen der Beschw erdefüh- rerin abgebildeten Verpackungsform en im G egensatz zum hinterlegten Zeichen auf m indestens einer der beiden w eissen Seitenw ände neben be- schreibenden Zusatzinform ationen gut lesbar den unbestrittenerm assen kennzeichnungskräftigen Schriftzug "Bonne M am an" auf. Andererseits las- sen sich den Belegen keine H inw eise entnehm en, w ieso sich die angem el- dete Form entgegen ihrer Banalität bereits nach einer G ebrauchsdauer von lediglich rund drei Jahren durchgesetzt haben sollte. D ie Beschw erde- führerin konnte die Verkehrsdurchsetzung folglich nicht glaubhaft m achen. 9 11. Im Ü brigen gilt es anzum erken, dass dem Eintrag einer G em einschafts- m arke keine präjudizielle W irkung zukom m t. Er gilt lediglich als Indiz für die Eintragbarkeit in der Schw eiz (BG E 129 III 229 E. 5.5 M asterpiece). D ie Eintragung von Form m arken hängt von individuellen G ew ohnheiten und Erw artungen in der Schw eiz ab, über die ausländische Eintragungen nichts aussagen (R KG E in sic! 2003 S. 136 E. 7 C ool Action). 12. D ie Beschw erde ist abzuw eisen und die Verfügung der Vorinstanz zu be- stätigen, w om it sich eine m aterielle Behandlung deren Sistierungsge- suches erübrigt. Bei diesem Ausgang hat die Beschw erdeführerin die Ver- fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind m it dem geleis- teten Kostenvorschuss zu verrechnen. 13. D ie Spruchgebühr (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). In M arkeneintragungsverfah- ren ist dafür das Interesse der beschw erdeführenden Partei am Aufw and einer neuen M arkeneintragung und an der Vorbereitung der M arkteinfüh- rung im Fall der R ückw eisung der hängigen M arkenanm eldung zu veran- schlagen. Es w ürde allerdings zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den relativ geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschre- ckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnachw eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der Streitw ert darum nach Erfahrungsw erten auf Fr. 25'000.-- festzulegen (J. ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbsprozess, sic! 2002 S. 505; L. M EYER , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüter- rechte und Firm en, sic! 2001 S. 559 ff., LU C A S D AVID , in: R oland von Büren / Lucas D avid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbs- recht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 7 Abs. 3 VG KE).10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung bestä- tigt. 2. D ie Kosten des Beschw erdeverfahrens im U m fang von Fr. 2'500.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvor- schuss von Fr. 2'500.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 55569/2004; m it G erichtsurkunde) - dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (m it G erichtsur- kunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans U rech M arc H unziker R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundes- gericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am :