<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Standard berschrift1"><span id="_GoBack"></span><span class="Standard berschrift1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Standard berschrift1"><img src="word/media/image1.png"/></p></td></tr></table><div><div><p><span>AL.2021.00161</span></p></div><div><p><span> </span></p></div><div><p><span> </span></p></div><p><br/></p><div><p>II. Kammer</p></div><div><p>Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende<br/>Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser<br/>Sozialversicherungsrichterin Sager<br/>Gerichtsschreiberin Schüpbach</p></div><p class="Standard berschrift2"><span class="Standard berschrift2">Urteil</span><span class="Standard berschrift2"> vom </span><span class="Standard berschrift2">25. Januar 2022</span></p></div><p class="Standard StandardEinzug"><span class="Standard StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Abteilung Arbeitslosenversicherung</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegner</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der X.___ GmbH war vom 17. März bis 31. August 2020 Kurzarbeitsentschä</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">digung ausgerichtet worden (Urk. 10/3, Urk. 10/18, Urk. 10/20). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Voranmeldung von Kurzarbeit, datiert vom 13. Januar 2021, stellte die X.___ GmbH bei der Arbeitslosenversicherung Antrag auf Kurzarbeitsent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schä</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">digung für ihre Autowerkstatt ab dem 22. Dezember 2020 (Urk. 10/1). Mit Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fü</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung vom 19. Januar 2021 erhob das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) teil</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weise Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schädigung und hielt fest, die Zustimmung zur Auszahlung von Kurzarbeits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">entschädigung könne vom 1. Januar bis zum 31. März 2021 erfolgen. Dies unter dem Vorbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">halt, dass die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien (Urk. 10/4). Die dagegen erho</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bene Einsprache vom 11. Februar 2021 (Urk. 10/5) hiess das AWA mit Entscheid vom 26. April 2021 (Urk. 10/7 = Urk. 2) teilweise gut. Es hob die Verfügung vom 19. Januar 2021 auf, erhob teilweise Einspruch gegen die Auszahlung von Kurz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">arbeitsentschädigung und hielt fest, es könne – sofern die übrigen Anspruchs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">voraussetzungen erfüllt seien - Kurzarbeitsentschädigung vom 22. Dezember 2020 bis 21. Juni 2021 ausgerichtet werden.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dagegen erhob die X.___ GmbH am 20. Mai 2021 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung ab dem 1. September 2020 (Urk. 1, Urk. 6). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">antwort vom 23. August 2021 schloss der Beschwerdegegner auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was der Beschwerdeführerin am 30. August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 16. November 2021 fand vor dem hiesigen Gericht eine Instruktionsverhand</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lung statt (Protokoll S. 4). Im Nachgang zur Instruktionsverhandlung hat keine der Parteien eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 EMRK verlangt. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span id="AL071"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht, wenn der Arbeitsausfall anre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bar sowie voraussichtlich vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">übergehend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">arbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 31 Abs. 1 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">.</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">b und d des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">entschädigung, AVIG). Ein Arbeitsausfall ist unter anderem anre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bar, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurück</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zufüh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ren und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">.</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">a AVIG).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span id="AL077"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Beabsichtigt ein Arbeitgeber, für seine Arbeitnehmer Kurzarbeitsentschädigung geltend zu machen, so muss er dies der kantonalen Amtsstelle mindestens zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit schriftlich voranmelden. Der Bundesrat kann für Ausnahmefälle kürzere Voranmeldefristen vorsehen (Art. 36 Abs. 1 AVIG). Er hat von dieser Kompetenz Gebrauch gemacht und die Voranmeldefrist für Kurzarbeit ausnahmsweise auf drei Tage festgesetzt für Fälle, in denen der Arbeitgeber nach</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">weist, dass die Kurzarbeit wegen plötzlich eingetretener Umstände, die nicht vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">aussehbar waren, eingeführt werden muss (Art. 58 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIV).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verordnun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">äusseren</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. a des Regierungs- und Verwal</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungsorganisationsgesetzes, RVOG).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 28. Februar 2020 rief der Bundesrat aufgrund erster bestätigter Fälle von an Covid-19 (Coronavirus) erkrankten Personen die «besondere Lage» nach Art. 6 des Bundesgesetzes über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Men</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schen (</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Epidemiengesetz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">EpG</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">) in der Schweiz aus und erliess eine erste Verord</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Covid-19-Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ord</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nung; SR 818.101.24). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 16. März 2020 stufte der Bundesrat die Situation als «ausserordentliche Lage» nach Art. 7 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">EpG</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> ein. Mit Verordnung 2 über Mass</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Covid-19-Verordnung 2; SR 818.101.24, Stand 17. März 2020) ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hängte der Bundesrat die Schliessung von öffentlich zugänglichen Einrichtungen für das Publikum. Von der Schliessung betroffen waren insbesondere Einkaufs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">läden, Märkte, Restaurations</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">betriebe sowie </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Unter</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">haltungs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">- und Freizeitbetriebe (Art. 6 Abs. 2 Covid-19-Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ordnung 2, Stand 17. März 2020). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">In der Verordnung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslo</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">senversicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Covid-19-Verordnung Arbeitslosenver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sicherung, SR 837.033) entschied der Bundesrat, dass der Arbeit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">geber in Abwei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chung von Art. 36 Abs. 1 AVIG und Art. 58 Abs. 1 bis 4 AVIV keine Voranmel</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">defrist abwarten müsse, wenn er beabsichtige, für seine Arbeit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeitsent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schädigung geltend zu machen (Art. 8b Abs. 1 Covid-19-Verordnung Arbeits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">losenversicherung, Stand 26. März 2020). </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">In Ab</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">weichung von Art. 36 Abs. 1 AVIG ist die Voranmel</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dung zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">als sechs Monate dauert (Art. 8</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">c</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Covid-19-Verordnung Arbeits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">losenversicherung, Stand 26. März 2020). </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss Art. 9 Abs. 1 Covid-19-Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ordnung Arbeitslosenver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sicherung (Stand 26. März 2020) trat die Verordnung rückwirkend auf den 17. März 2020 in Kraft.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungEinzug"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungEinzug">Mit der Änderung vom 8. April 2020 wurde der Geltungszeitraum der Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung (einschliesslich ihrer bisherigen Änderun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungEinzug">gen) vom 1. März bis zum 31. August 2020 festgesetzt (vgl. Art. 9; AS 2020 1201).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Bundesrat hat am 20. Mai 2020 entschieden, schrittweise aus den </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Covid</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">-Massnahmen der Arbeitslosenversicherung auszusteigen (Medienmitteilung des Bundesrats vom 20. Mai 2020). Am 12. August 2020 beschloss er die Änderung und Verlängerung der Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung (vgl. Er</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">läuterungen zur Änderung der Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung vom August 2020). Mit Wirkung ab 1. Juni 2020 bzw. 1. September 2020 wurden (unter anderem) Art. 8b und Art. 8c aufgehoben und der Geltungszeitraum der Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung (mit Ausnahme von Art. 7) bis zum 31. Dezember 2022 verlängert (Änderung vom 12. August 2020, AS 2020 3569). Aufgrund der Aufhebung von Art. 8c galt ab 1. September 2020 wieder eine maximale Bewilligungsdauer von Kurzarbeit von drei Monaten (Art. 36 Abs. 1 AVIG).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.5</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Art. 17 des (dringlichen) Bundesgesetzes vom 25. September 2020 über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz, SR 818.102; in Kraft getreten am 26. Sep</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tember 2020) wurde der Bundes</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rat ermächtigt, unter anderem den Ablauf des Verfahrens zur Voran</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">meldung von Kurzarbeit abweichend vom AVIG zu regeln (</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. d).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">m 18. Dezember 2020 beschloss der Bundesrat die geltenden </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Mass</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nahmen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> zur Eindämmung der Epidemie zu verschärfen und ein Verbot von Restaurations-, Bar- und Clubbetrieben sowie von Diskotheken und Tanzlokalen anzuordnen (Art. 5a Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage, Stand 22. Dezember 2020).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.6</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 19. März 2021 beschloss </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die Bundesversammlung, das am 25. September 2020</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> in Kraft getretene Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ord</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz, SR 818.102) abzuändern. Gemäss Art. 17b Abs. 1 Covid-19-Gesetz (Stand 20. März 2021) ist in Abweichung von Art. 36 Abs. 1 AVIG keine Voranmelde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">frist für Kurzarbeit einzuhalten. Sodann ist die Voranmeldung zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger als sechs Monate dauert. Für rückwirkende Anpassungen einer bestehenden Voranmeldung ist ein entsprechendes Gesuch bis am 30. April 2021 bei der kantonalen Amtsstelle einzureichen. Betriebe, die aufgrund der seit dem </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">18. Dezember 2020 beschlossenen behördlichen Massnahmen von Kurzar</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">beit betroffen sind, wird des Weiteren der Beginn der Kurzarbeit in Abweichung von Art. 36 Abs. 1 AVIG auf Gesuch hin neu rückwirkend auf das Inkrafttreten der entsprechenden Massnahme bewilligt. Das Gesuch ist bis zum 30. April 2021 bei der kantonalen Amtsstelle einzureichen (Art. 17b Abs. 2 Covid-19-Gesetz). Die Gesetzesänderung wurde für dringlich erklärt und am 20. März 2021 Art. 17b Abs. 1 Covid-19-Gesetz rückwirkend auf den 1. September 2020 in Kraft gesetzt.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.7</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Weisung 2021/06: Aktualisierung «Sonderregelung aufgrund der Pandemie» vom 19. März 2021 legte das Staatssekretariat für Wirtschaft (</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Seco</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">) fest, dass eine rückwirkende Erteilung einer Bewilligung nur für Betriebe möglich ist, die von den ab 18. Dezember 2020 beschlossenen Massnahmen betroffen sind (S. 11). Die Betriebe können bis am 30. April 2021 ein schriftliches Gesuch bei der kantona</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">len Amtsstelle einreichen, um ab dem Inkrafttreten der entsprechenden Mass</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nah</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">me Kurzarbeitsentschädigung zu beziehen, unabhängig vom Einreichungsda</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tum der Voranmeldung (S. 12). Betriebe, die zwar zum Zeitpunkt der Schliessung über eine gültige Bewilligung verfügten, diese aber nicht rechtzeitig erneuert ha</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ben, haben (nach altem Recht) keinen ununterbrochenen Anspruch auf Kurzar</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">beits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">entschädigung. Um eine Ungleichbehandlung von Betrieben, die sich zu Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ginn oder während der Dauer der behördlichen Massnahmen in derselben Situa</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tion befinden, zu vermeiden, können auch diese Betriebe ein Gesuch einreichen, um lückenlos Kurzarbeitsentschädigung beziehen zu können (S. 13).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.8</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gemäss allgemein gültigem intertemporalrechtlichen Grundsatz sind der Beurtei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lung einer Sache grundsätzlich jene Rechtsnormen zugrunde zu legen, die in Gel</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklichte. Dieser Grundsatz gilt sowohl für Bundesgesetze und kantonale Erlasse als auch für bundesrechtliche Verordnun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen (statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_298/2013, 8C_340/2013 vom 20. Dezember 2013 E. 6.3.1).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Eine Rückwirkung von Gesetzesbestimmungen ist eine systemfremde Ausnahmeregelung. Mit Inkrafttreten der neuen Gesetzesbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stimmungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat der Gesetzgeber einen rückwirkenden Anspruch auf Kurzarbeit für betroffene Betriebe explizit beschlos</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sen und Art. 17b Abs. 1 Covid-19-Gesetz trat rückwirkend auf den 1. September 2020 in Kraft, womit sich die Rechtsnormen im Zeit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">raum zwischen Erlass der Verfügung vom </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">9. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Januar 2021</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> (Urk. 10/4)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">und </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Erlasses des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einspracheentschei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 26. April 2021</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> nachträglich geändert haben.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Beschwerdegegner führte zur Begründung des angefochtenen Entscheids vom 26. April 2021 (Urk. 2) an, gemäss den vorliegenden Akten habe die Beschwer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deführerin am 14. Januar 2021 per E-Mail eine Voranmeldung eingereicht, welche auf den 3. August 2020 datiert sei und mit welcher Kurzarbeit ab dem 1. September 2020 beantragt werde. Die Beschwerdeführerin habe geltend ge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">macht, die entsprechende Voranmeldung mit E-Mail vom 3. August 2020 einge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">reicht zu ha</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ben. Die erwähnte E-Mail sei jedoch bei ihnen zu keinem Zeitpunkt eingegangen (S. 2). Festzuhalten sei, dass die von der Beschwerdeführerin eingereichten Un</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">terlagen zwar allenfalls zu belegen vermöchten, dass die E-Mail am 3. August 2020 abgesendet worden sei. Einen Nachweis dafür, dass die E</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mail den Be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerdegegner tatsächlich auch erreicht habe, vermöge die Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin damit jedoch nicht beizubringen. Da das AWA im August 2020 keine Voranmel</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dung erhalten habe und keine Bestätigung der Zustellung der E-Mail vom 3. August 2020 vorliege, sei vorliegend von Beweislosigkeit auszugehen. Im Falle der Beweislosigkeit falle der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte habe ableiten wollen. Nach dem Ge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sagten habe die Beschwerdeführerin das Risiko der E-Mailsendung zu tragen. Die Bewilligung der Kurzarbeit könne daher nicht rückwirkend ab dem 1. September 2020 erteilt werden. Allerdings könne das Datum der Einreichung der Abrech</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nung gemäss Art. 29 Abs. 3 ATSG als Einreichungsdatum der Voran</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">meldung ak</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zeptiert werden, wenn Betriebe ohne gültige Bewilligung eine Abrechnung ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">reichen würden. Gemäss Mitteilung der zuständigen Arbeits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">losen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kasse vom 22. Dezember 2020 habe die Beschwerdeführerin die Abrechnung der Kurzar</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">beitsentschädigung am 22. Dezember 2020 eingereicht. Somit könne dieses Da</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tum als </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einreichedatum</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> der Voranmeldung akzeptiert werden (S. 2 f.). Gemäss Art. 17b Abs. 1 COVID-19 Gesetz, welcher rückwirkend ab dem 1. September 2020 in Kraft getreten sei, sei keine Voranmeldefrist einzuhalten. Massgebend für den Beginn der Anspruchsberechtigung sei das Datum des Post</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stempels/der E-Mail-Übermittlung. Da die Beschwerdeführerin die Abrechnung am 22. Dezember 2020 eingereicht habe, könne die Bewilligung zur Kurzarbeit entsprechend ab diesem Datum erteilt werden (S. 3).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Beschwerde vom 20. Mai 2021 (Urk. 1), ergänzt am 22. Juni 2021 (Urk. 6), machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe fristgerecht am 3. August 2020 die Anmeldung für die Kurzarbeit per E-Mail eingereicht. Durch den E-Mail Serverlog gehe klar hervor, dass der Server die Anmeldung entgegengenommen habe. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin bereits vor dem 22. Dezem</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ber 2020 Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung hat.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im Sozialversicherungsrecht ist der Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhalts</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">darstellung zu fol</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen, die es von allen möglichen Geschehens</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">abläufen als die Wahrschein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lichste erachtet. Es darf eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist (statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2015 vom 6. April 2016 E. 5.2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im Sozialversicherungsprozess, welcher von der Untersuchungsmaxime beherrscht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> wird, tragen die Parteien in der Regel eine objektive Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 125 V 195 E. 2, 117 V 264 E. 3b). </span><span> </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Für den Nachweis einer </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">uneingeschriebenen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Sendung trägt allein die Beschwer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">deführerin die Beweislast. Selbst wenn die Beweis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">losigkeit auf einem Fehler der Post beruhen würde, hätte dafür ebenfalls die beweisbelastete Beschwerdeführe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rin einzustehen. Nur sie hat es in der Hand, dieses Beweisrisiko zu vermeiden, sei es durch Aufgabe einer ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">geschriebenen Postsendung, sei es mittels rechtzeitiger Nachfrage bei der Arbeits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">losenkasse, ob die </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">uneingeschrieben</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> aufgegebene Sen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dung eingetroffen sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 76/06 vom 3. Juli 2006 E. 2.2). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Auch wenn in einer Verwaltung Dokumente verloren gehen können, geht die Rechtsprechung davon aus, dass die versicherte Person für die Tatsache und die Rechtzeitigkeit der Zustellung die Folgen der Beweislosigkeit trägt. Der Umstand allein, dass ihre Aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">führungen in Bezug auf die Zustellung plausibel erscheinen, genügt dabei nicht, um eine tatsächliche Zustellung zu beweisen. Im Falle eines Versands durch die Post dient der Poststempel dem Nachweis, dass die Sendung am letzten Tag der Frist der Post übergeben wurde (BGE 145 V 90 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen, E. 6.1.1).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Grundsätzlich zulässig ist auch die elektronische Übermittlung </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">an die Behörde. In einem solchen Fall hat die versicherte Person zu beweisen, dass das Formular spätestens am letzten Tag der Frist in den Machtbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">reich der Behörde gelangt ist (BGE 145 V 90 E. 2-6).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> Der Absender ist deshalb gehalten, sich den Empfang der elektronisch verschickten Sendung vom Adres</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">saten bestätigen zu lassen und – im Falle des Ausbleibens der Bestätigung – den postalischen Weg zu nutzen (E. 6.2.2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Vorliegend erklärte die Beschwerdeführerin, das Voranmeldeformular für Kurz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">arbeit am 3. August 2020 ausgefüllt und dieses sodann per E-Mail versandt zu haben </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(Urk. 6). Das Risiko, dass die Sendung beim Empfänger ankommt, trug demnach sie (vgl. vorstehend E. 3.1-3.2). Laut den Angaben des Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gegners ist diesem das von der Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin erwähnte, angeblich am 3. August 2020 ausgefüllte Voran</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">melde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">formular für Kurz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">arbeit nicht zugestellt worden (Urk. 2). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Bei - wie vorliegend – bestrittener Sendung per E-Mail ohne Zustell</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nach</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weis ist im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abzustellen (Urteil des Bundesge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">richts 9C_830/2015 vom 6. April 2016 E. 5.3.2). Mithin ist davon auszugehen, dass die Zustellung des am 3. August 2020 ausgefüllten Formulars zur Voran</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mel</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dung von Kurzarbeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, zumal die Beschwerdeführerin nicht beweisen konnte, dass dieses in den Macht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bereich der Behörde gelangt ist. Daran vermögen die geltend gemachten Angaben betreffend das Absenden des Formulars durch die Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdegegner anlässlich der Instrukti</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">onsverhandlung vom 16. November 2021 darauf hinwies, dass die zwei in Bezug auf die Kurzarbeit betriebenen Mailadressen des AWA seit jeher eine automati</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sche Antwort generieren würden (vgl. Urk. 16-17), wobei die Beschwerdeführerin eine solche nicht vorzulegen vermochte. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, aus dem E-Mail Serverlog gehe klar hervor, dass die E-Mail vom 3. August 2020 vom Server entgegengenommen worden sei, ist festzuhalten, dass auch mit den diesbezüglichen Unterlagen (Urk. 3, Urk. 7/B3) dessen Zustellung beziehungsweise Empfang durch die ent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">spre</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chende Stelle nicht belegt werden kann. Schliesslich ändert auch der Nach</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weis des Versands der E-Mail nichts daran, dass der Antrag beim Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gegner im fraglichen Zeit</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">raum nicht einging, trug doch - wie vorstehend dargelegt (E. 3.1-3.2) - die Beschwerdeführerin das Risiko, dass die Sendung beim Emp</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fänger ankommt. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Weisung 2021/06: Aktualisierung «Sonderregelung aufgrund der Pandemie» vom 19. März 2021 legte das Staatssekretariat für Wirtschaft (</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Seco</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">) fest, dass Betriebe, die ohne eine gültige Bewilligung eine Abrechnung einreichen, von den Arbeitslosenkassen darauf hingewiesen werden, dass eine Voranmeldung auf dem korrekten Formular bei der kantonalen Amtsstelle einzureichen sei und setzt da</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">für eine Frist von zwei Wochen. Das Datum der Einreichung der Abrechnung gilt gemäss Art. 29 Abs. 3 ATSG als Einreichungsdatum der Voranmeldung (S. 11). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.5</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Aktenkundig ist eine von der Beschwerdeführerin am 22. Dezember 2020 ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sandte Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung (vgl. Urk. 10/3). Aufgrund dieses (Poststempel)Datums hat die Beschwer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">deführerin keine Voranmeldefrist abzuwarten (E. 1.3-1.4, E. 3.3). Damit ist die </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Kurz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">arbeits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">entschädigung - wie im </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">angefochtenen Entscheid festgehalten (Urk. 2)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> ab dem 22. Dezember 2020 aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zurichten, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gen erfüllt sind.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Der angefochtene </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Einspracheentscheid</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vom 26. April 2021 (Urk. 2) erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Das Gericht erkennt:</span><span id="BeginnMateriell"></span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Die </span><span id="Text1"></span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Beschwerde</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> wird abgewiesen.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">X.___ GmbH</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">seco</span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"> - Direktion für Arbeit</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">sowie an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Arbeitslosenkasse 01 000</span></p><p class="Standard Rechtsmittelbelehrung"><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">ge</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Standard Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Standard Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><br/></p><p><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>Grieder-MartensSchüpbach</p><p></p></div> </div></body></html>