Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. April 2015 (720 12 325) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenanspruch bei neuropsychologischen Defiziten; ausserordentliche Bemessungs- methode mangels zuverlässiger Geschäftszahlen einer selbständig erwerbstätigen Per- son; Prozentvergleich Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Gertrud Baud , Advok a- tin, Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1957 geborene A.____ ist als selbständige Co iffeuse tätig. Am 10. Dezember 2007 erlitt sie einen Herzinfarkt mit anschliessendem He rzstillstand. In der Folge befand sie sich bis zum 17. Januar 2008 stationär in der Universitätskl inik in B.____, wo weitere Komplikationen wie ein akutes passageres anurisches Nierenversagen und eine AV-Fistel in der rechten Leiste behandelt und operiert wurden. Bis zum 14. Februar 2008 weilte die Versicherte anschliessend Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Rehabilitation. Nach dem Austritt aus der Rehab ilitation nahm sie ihre Arbeit als Coiffeu- se wieder im Umfang von 30% auf. Ab November 2009 erhöhte sie ihr Pensum auf 50%. B. Bereits am 3. November 2008 hatte sich die Versichert e unter Hinweise auf den erlitte- nen Herzinfarkt sowie auf psychische Probleme zum Leistungsbezug bei der Invalidenversiche- rung (IV) angemeldet, wobei sie eine Rente beantragt hatte. Nach Abklärung der gesundheitli- chen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihr die IV-St elle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 6. September 2012 für die Zeit vom 1. D ezember 2008 bis 31. Januar 2010 ge- stützt auf einen IV-Grad von 42% eine befristete Vierte l-Rente zu. Ab 1. November 2009 wurde ein IV-Grad von 3% ermittelt, so dass ein Rentenanspruch ab Februar 2010 verneint wurde. C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertr eten durch Advokatin Getrud Baud, am 22. Oktober 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht des K antons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und bean tragte, es sei ihr ab 1. Dezember 2008 eine ganze, eventualiter eine halbe IV-Rente au szurichten. Subeventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen, namentlich eine kard iologische, internistische sowie eine neuropsychologische Beurteilung einzuholen, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der medizinische S achverhalt nicht umfassend abge- klärt worden sei. Im Weiteren dürfe bei der Ermittlun g des Invalideneinkommens nicht auf die Lohnstrukturerhebung abgestellt werden. Für die Bemess ung der Invalidität sei vielmehr auf den Betätigungsvergleich mit beruflich-erwerblicher Gewichtung abzustellen. D. Mit Vernehmlassung vom 6. November 2012 schloss die I V-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 7. F ebruar 2013 kam das Kantonsge- richt zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung nicht möglich sei, da der medizinische Sachverhalt nicht umfassend abgeklärt worden sei. Der F all wurde deshalb ausgestellt, und es wurde die C.____ zur Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens eingesetzt. Das gerichtliche Gutachten der C.____ erging in der Folge am 23. Dezember 2013. E. Mit Stellungnahme vom 14. März 2014 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr vom 1. Dezember 2008 bis 31. Oktober 2009 eine ganze u nd ab November 2009 ein halbe IV- Rente zuzusprechen; eventualiter seien weitere kardiologische Abklärungen vorzunehmen. Das psychiatrische und neuropsychologische Teilgutachten sei umf assend und schlüssig. Mangel- haft sei hingegen das kardiologische Teilgutachten der C.____. Es bleibe namentlich offen, ob die vermehrte Müdigkeit der Beschwerdeführerin eine k ardiologische Ursache habe. Die IV- Stelle hielt mit Stellungnahme vom 31. März 2014 an ihrem Abweisungsantrag fest. F. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 12. Juni 2014 gelangte das Kantonsgericht zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Beschw erde aufgrund diverser Unklar- heiten und Widersprüchlichkeiten im eingeholten Gerich tsgutachten der C.____, namentlich in Bezug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung, noch immer n icht möglich sei. Das Verfahren wurde deshalb ein weiteres Mal ausgestellt und es wurden der C.____ die noch offenen Fragen zur Stellungnahme unterbreitet. Diese Stellungnahme erging am 21. November 2014. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Stellungnahme vom 18. Dezember 2014 schloss die B eschwerdeführerin auf die Zusprache einer ganzen IV-Rente, da den ergänzenden Er läuterungen der C.____ zufolge auf dem freien Arbeitsmarkt als unselbständige Coiffeuse k eine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Die Arbeit im eigenen Salon als selbständige Coiffeuse sei als Arbeit in einem ge- schützten Rahmen zu betrachten. Die IV-Stelle hielt mit Stellungnahme vom 14. Januar 2015 an ihrem Abweisungsantrag fest. Zur Begründung brach te sie im Wesentlichen vor, dass die Annahme der C.____, wonach die Versicherte spätestens im Zeitpunkt des Erlasses der ange- fochtenen Verfügung im September 2012 depressiv dekompe nsiert sei, nicht haltbar sei. Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands sei echtzeitlich nicht mit dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Von einer mittelgradigen Depressi- on könne daher erst ab Begutachtungszeitpunkt durch die C .____ ausgegangen werden. Fer- ner müsse angenommen werden, dass auch in einer allfäl ligen Verweistätigkeit im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine Arbeitsfähigkeit von noch 70% vorgelegen habe. Sämtliche Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben si ch – soweit sie für den Entscheid von Bedeutung sind – aus den nachfolgenden Erwägungen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind vorliegend allesam t erfüllt, so dass auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 57 5/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der E rfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtlic he Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussag en. Bei der Abschätzung des Beweis- werts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswür digung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und um- fassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Im Ver- waltungsverfahren bei anerkannten Spezialärzten eingeho lte Gutachten, welche aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach E insicht in die Akten erstattet wur- den und bei denen die Ärztinnen und Ärzte bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, haben volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Jedoch sind diese Kriterien nicht mehr erfüllt, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Angaben bestehen (BGE 122 V 162 f. E. 1d). Rechtsprechungsgemäss ist es dem Sozialversicherungsgericht d emnach nicht verwehrt, ge- stützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unt erlagen zu entscheiden. Wie Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Bundesgericht unlängst präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass be i auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellunge n ergänzende Abklärungen vor- zunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtl iche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweisen). Demgegenüber sol l bei Gerichtsgutachten "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinische n Experten abgewichen werden. Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welch e von Versicherungsträgern im Ver- fahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den A nforderungen der Rechtsprechung ent- sprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm ein geholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper- tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schlie sslich lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Ge- richtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätz ungen gelangen (Urteil des Bun- desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, w eil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation e ntspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt g eblieben sind (Urteil des Bundesge- richts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Unter- suchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund e iner Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrsc heinlichkeit für sich hat, der Wirklich- keit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerisch e Sozialversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Lei stungen besteht nur, wenn die Vo- raussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 4.1 Im Zusammenhang mit ihrer Renten ablehnenden Ver fügung stützte sich die IV-Stelle im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____, FMH Psychiatrie und Psy- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chotherapie, vom 23. November 2009 sowie auf das neu ropsychologische Gutachten der Klinik E.____ des Universitätsspitals B.____ vom 12. April 2010. In seinem psychiatrischen Gutachten vom 23. November 2009 diagnostizierte Dr. D.____ einen Status nach Anpassungsstörung. Er führte aus, dass aktuell keine Hinweise mehr auf eine de- pressive Symptomatik vorhanden seien. Aufgrund der subjekti ven Angaben würden sich eben- falls keine Hinweise mehr auf eine gravierende Störung finden lassen. Es sei durchaus nach- vollziehbar, dass sich die Versicherte aufgrund ihrer kardi alen Situation Sorgen mache; auch die weitere Zukunft sei unklar, da sie das Haus verlassen müsse. Daher sei auch ihre berufliche Zukunft ungewiss. Diese Reaktionsweise aber sei als normalp sychologisches Phänomen in einer etwas ungewissen Situation zu werten und entspreche keiner psychischen Störung. Es könne festgestellt werden, dass die Anpassungsstörung mit tlerweile remittiert sei. Subjektiv persistiere aber eine erhöhte Erschöpfbarkeit, die insbeso ndere aus somatischer Sicht noch beurteilt werden müsse. Insgesamt lasse sich aus rein psychia trischer Sicht keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Die bishe rige Tätigkeit sollte der Versicherten daher grundsätzlich wieder zumutbar sein. Inwieweit tats ächlich noch kognitive Beeinträchti- gungen bestünden, müsse allenfalls neuropsychologisch abge klärt werden. Anlässlich der ak- tuellen Untersuchung hätten sich allerdings keine offen sichtlichen Hinweise auf derartige Ein- schränkungen ergeben. Im neuropsychologischen Gutachten der Klinik E.____ des U niversitätsspitals B.____ vom 12. April 2010 diagnostizierte die Ärzteschaft eine l eichte bis mittelschwere (recte:) neuropsy- chologische Störung bei Status nach Reanimation bei Krei slaufstillstand und Kammerflimmern am 10. Dezember 2007. Eine hirnlokalisatorische Zuordn ung der kognitiven Funktionsdefizite sei nicht möglich. Das Ausfallprofil sei äusserst diffus und innerhalb einzelner Funktionsberei- che inkonsistent. Einerseits seien die sprachlichen Berei che teils vermindert, andererseits wie- der altersentsprechend und normgerecht. Diskrepant seien das mittelschwere Defizit der verba- len Erfassungsspanne und der gute Durchgang im verbal-e pisodischen Gedächtnis. Auffällig seien die sehr unterschiedlichen Ergebnisse im figural-ep isodischen Gedächtnis. Bemerkens- wert seien auch die Leistungsschwankungen zur Gnosis und P raxis. Im Vergleich zur neu- ropsychologischen postoperativen Untersuchung vom 15. Janua r 2008 habe sich ein sehr un- einheitlicher Verlauf gezeigt. In den Aufmerksamkeitsfu nktionen seien die Alertness und die Flexibilität derzeit besser, die Ergebnisse in der geteilten Aufmerksamkeit aber schlechter. Über das gesamte Leistungsprofil hinweg sei keine eindeutig e Progredienz erkennbar. Die eigen- anamnestisch geltend gemachte, rasche Ermüdbarkeit habe sich im Rahmen der Untersuchung über drei und dreiviertel Stunden nicht beobachten lass en. Die Konzentrationsschwierigkeiten seien testpsychologisch nicht objektivierbar. Die Explorandi n habe bei guter Leistungsbereit- schaft kooperativ und motiviert mitgearbeitet. Hinweise a uf eine bewusstseinsnahe Symptom- verdeutlichung oder Aggravation bestünden daher nicht. Aufgrund der neuropsychischen Stö- rungen sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beru f als selbständige Coiffeuse zu 70% ge- geben. Eine namhafte Verbesserung der Alltags- und Ber ufsfunktionalität könne durch ein neu- ropsychologisch-kognitives Training wahrscheinlich nicht mehr erwirkt werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die IV-Stelle gab in der Folge einen Abklärungsb ericht für Selbständigerwerbende in Auftrag. Dieser erging am 1. September 2010. Im Rahm en der entsprechenden Abklärungen wurde namentlich ein Betätigungsvergleich mit erwerblich er Gewichtung vorgenommen. Dabei wurde für die Zeit von Dezember 2008 bis September 200 9 eine Erwerbeinbusse von 67,05% und für die Zeit ab Oktober 2009 eine Erwerbseinbusse v on 57,18% ermittelt. Die Abklärungs- person hält in ihrem Bericht vom 1. September 2010 fest , dass aufgrund der Schilderungen der Versicherten sowie aufgrund der Angabe der Arbeitszeiten eine weit höhere Arbeitsunfähigkeit resultiere, als ihr aufgrund des medizinischen Fachgutac htens zugemutet werde. Bei der Tätig- keit als Coiffeuse handle es sich um eine persönliche Die nstleistung verbunden mit stetiger Kommunikation, was eine hohe Konzentration erfordere. Dies gehe der Versicherten massiv an die Substanz, so dass sie maximal das erörterte Arbeitspensum umzusetzen in der Lage sei. Mit Stellungnahme vom 18. November 2010 bekräftige die Abklärungsperson der IV-Stelle, dass die Versicherte nicht mehr dasselbe Kundenpotential wie früher bewältigen könne, da sie immer wieder Ruheinseln einbauen müsse. Der Betätigu ngsvergleich basiere auf der gemein- samen Erhebung mit der Versicherten. Anlässlich des Abklär ungsgesprächs habe nie der Ein- druck von Aggravation bestanden. Die Versicherte sei anlässl ich des Abklärungsgesprächs un- sicher und nach Ablauf einer Stunde auch unkonzentriert gewesen. Das Ergebnis beruhe auf den detaillierten Erörterungen, der Begründung durch die Versicherte und auf dem persönlichen Eindruck der Abklärungsperson anlässlich eines zweieinhalbst ündigen Abklärungsgesprächs vor Ort. Eine Neuaufnahme des Betätigungsvergleichs würd e zu keinem abweichenden Ergeb- nis führen. 4.3 Mit Stellungnahme vom 24. März 2011 führte die Kl inik E.____ aus, dass eine neu- ropsychologische Abklärung die Arbeitsanforderungen im an gestammten Beruf nur in den Grundfunktionen simulieren könne. Anlässlich der Untersuchu ng vom 1. März 2010 habe die Versicherte eine gute Leistungsbereitschaft ohne erkennbare Ermüdung gezeigt. Ein konzentra- tionsbedingter Leistungsabfall nach einer Stunde sei n icht auszumachen gewesen. Trotz der mehrstündigen Abklärung sei keine Pause gemacht worden. Die Testbefunde seien daher nicht mit den subjektiven Angaben der Versicherten vereinbar, wonach sie nach maximal einer Stun- de eine Pause benötige. Inwiefern in der praktischen B erufstätigkeit zusätzliche, somatisch- medizinische Faktoren Einfluss auf die Kognition und die Aufmerksamkeit haben könnten, müs- se durch die entsprechenden Fachdisziplinen beurteilt werden. An der Einschätzung einer noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 70% werde festgehalten. 4.4 Nachdem das Kantonsgericht mit Beschluss vom 7. Februa r 2013 zum Ergebnis ge- langt war, dass eine abschliessende Beurteilung der medi zinischen Verhältnisse nicht möglich sei, ordnete es ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten bei der C.____ an, welches am 23. De- zember 2013 erstattet wurde. Darin diagnostizierten di e Gutachter der C.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten eine mittelgrad ige depressive Episode, eine formal mittel- schwere neuropsychologische Funktionsstörung unklarer Validität bei mittelgradiger depressiver Episode und Status nach Herzstillstand mit Reanimation un d koronarer 2-Ast-Erkrankung nach Kreislaufstillstand mit Kammerflimmern. Ohne Einfluss au f die Arbeitsfähigkeit seien ein Status nach AV-Fistel im Bereich der rechten Leiste, ein Stat us nach akutem passagerem Nierenver- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sagen und ein Status nach Tracheobronchitis zu erheben . In ihrer bisherigen Tätigkeit als selb- ständige Coiffeuse mit eigenem Salon sei die Explorand in in ihrer Leistungsfähigkeit zu 50% eingeschränkt, wobei die Einschränkung vor allem psychiatrisch durch die aktuell mittelschwere Depressivität begründet sei, was wiederum durch die neur opsychologische Testung gestützt werde. Die Explorandin habe sich aus kardiologischer Si cht erstaunlich gut erholt. Sie beklage keine spezifischen Symptome wie Dyspnoe, Angina pectoris, Synkopen oder eine vermehrte Müdigkeit. Aus kardiologischer Sicht sei sie für leichte k örperliche Tätigkeiten vollständig ar- beitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine mittelg radige Depression. Als Ursache der- selben spiele einerseits die schwere kardiale Vorgeschichte eine Rolle, andererseits die erfolgte Trennung vom Ehemann und der bevorstehende Auszug aus dem gemeinsamen Haus. Retro- spektiv sei anzunehmen, dass sie auf die gravierenden Lebe nsveränderungen bei der Tren- nung vom Ehemann und dem Auszug der Töchter depressiv re agiert habe, was damals als An- passungsstörung zu werten gewesen sei. Es sei anzunehmen, dass die 2007 bereits vorbeste- hende depressive Symptomatik unter der somatischen Erkrankung exazerbiert sei und vorüber- gehend das Ausmass einer schweren depressiven Episode entwicke lt habe, was damals psy- chiatrisch aber nicht festgestellt worden sei. Die Diagno se einer Depression erfolge nicht auf- grund der zugrunde liegenden Psychodynamik, sondern auf grund bestehender, beobachtbarer klinischer Symptome in einem zeitlichen Verlauf. Dr. Fasna cht habe die depressive Symptoma- tik als abgeklungen bewertet. In der aktuellen Explora tion würden sich aber klare Befunde er- heben lassen, die ein mittelgradig depressives Bild obj ektivierten. Aus neuropsychologischer Sicht bestünden formal mittelschwere Einschränkungen, a uch wenn die Validität der Befunde und damit das effektive Ausmass der Einschränkung nicht zweif elsfrei erstellt seien. Es sei dennoch von einer authentisch verminderten Belastbarkeit auszugehen, welche im Konsens mit der psychiatrischen Einschätzung quantifiziert werde. Ätio logisch sei von einem Mischbild aus- zugehen aus organischen Folgeschäden aufgrund des Herzstill stands, aus der mittelgradigen Depression und aus latenter negativer Antwortverzerrung. Nach erfolgreicher Behandlung der Depression sollte von einem Leistungsvermögen ausgegan gen werden können, wie es zuletzt im Jahre 2010 anlässlich der Untersuchung durch die Kli nik E.____ bestanden habe. Da die psychiatrischen bzw. neuropsychologischen Beeinträchtigungen vor allem parallele, nicht se- quentielle Tätigkeitsabläufe erschweren würden, sei die Leistungsfähigkeit als selbständige Coiffeuse um 50% reduziert. Unter der Voraussetzung ein es besseren Leistungsbilds sei nach Abklingen der Depression im eigenen Salon ohne Angestel lte eine Arbeitsfähigkeit von 70% realisierbar. Aus neuropsychologischer wie auch psychiatrische r Sicht sei die Explorandin im eigenen Salon am besten eingegliedert. Eine Umstellu ng der Arbeitssituation sei aus medizini- scher Sicht nicht sinnvoll. In einer Verweistätigkeit könne keine höhere Arbeitsfähigkeit erwartet werden, die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit liege im Gegenteil deutlich unter 50%. Ei- ne berufliche Umstellung sei aufgrund der Überforder ung durch die Umstellung und Anpas- sungsleistung, welche die Explorandin nicht zu erbringen in der Lage sei, nicht sinnvoll. Jede anderweitige Tätigkeit würde aber eine höhere Anpassu ngsleistung verlangen, welche sie nicht in ausreichendem Masse erbringen könne. Die von ihr gekl agten Symptome der Müdigkeit und der Konzentrationsstörungen würden sich klinisch und testp sychologisch zwanglos den gestell- ten Diagnosen aus psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht zuordnen lassen. Sie hätten auch einen klar ausgewiesenen Einfluss auf die Leistungsf ähigkeit. Im Weiteren würden sich die Einschätzungen der C.____ im Wesentlichen mit den A usführungen des vor Ort erhobenen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abklärungsberichts der IV-Stelle decken. Aufgrund der aktuellen umfassenden Testung und der klinisch-psychiatrischen Beurteilung sei davon auszugehen, d ass sich die Versicherte eher et- was unterschätze, was die eigene Leistungsfähigkeit angehe, wonach eine 50%-ige Arbeitsleis- tung im eigenen Coiffeursalon möglich sei. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf November 2009 zu datieren. Aus aktueller Sicht müsse davon ausgeg angen werden, dass eine Verbesse- rung der Arbeitsfähigkeit über 50% hinaus nach Novemb er 2009 nicht realistisch gewesen sei und dass die Versicherte in ihrer Gesamtsituation mit e inem höheren Arbeitspensum überfor- dert gewesen wäre, was zu einer Dekompensation der psych ischen Situation geführt hätte. Die damals von Dr. D.____ und der Klinik E.____ eingeschät zte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70% erscheine in einer Gesamtperspektive unter gleichzei tiger Berücksichtigung der Persön- lichkeit, der psychischen Aspekte und der neurokognitiven Leistungseinschränkung als zu hoch. 4.5 Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 12. Juni 2014 gelangte das Kantonsgericht zum Schluss, dass das gerichtliche Gutachten der C.____ vom 23. Dezember 2013 im Wesent- lichen zwar umfassend und schlüssig sei, in einzelnen Punkte n aber noch Erläuterungsbedarf bestehe. Die C.____ scheine sich insofern zu widersprechen, als bereits für das Jahr 2010 eine mittelgradige depressive Episode angenommen, gleichzei tig aber davon ausgegangen werde, dass bei einer Regression der Depression ein neuropsycholog isches Leistungsbild wie im Jahr 2010 und entsprechend eine Arbeitsfähigkeit von 70% e rreicht werden könne. Damit bleibe letztlich unklar, ob die C.____ das bessere neuropsycholog ische Leistungsbild im Jahre 2010 auf eine verbesserte psychische Befindlichkeit in jener Ze it zurückführe oder nicht. Im Weiteren sei die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die Verweistätig keiten mit der Einschätzung, dass die Restarbeitsfähigkeit deutlich unter 50% zu liegen komm e, zu wenig genau quantifiziert. Schliesslich sei das kardiologische Untergutachten insofe rn widersprüchlich, weil das Fehlen einer Dyspnoe und einer vermehrten Müdigkeit als Begründung für eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit genannt werde. Gleichzeitig gehe aber aus dem Hauptgutachten hervor, dass sich die Beschwerdeführerin sehr wohl über eine Dysp noe und über vermehrte Müdigkeit beklagt habe. Die C.____ wurde deshalb aufgefordert, Stellung zu diesen Unklarheiten zu neh- men. Mit Stellungnahme vom 21. November 2014 führt die C. ____ aus, dass in der angestammten Tätigkeit als selbständige Coiffeuse eine Arbeitsfähig keit von 50% bestehe. Diese Einschrän- kung sei aktuell durch die neuropsychologischen Defizite und die mittelgradige Depression be- gründet. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 7 0% sei bei einer adäquaten Behandlung der Depression denkbar. Was die Situation in den Jahren 20 09 und 2010 betreffe, so habe damals wohl tatsächlich eine bessere psychiatrische Situation vo rgelegen. Dr. D.____ habe im Novem- ber 2009 lediglich eine Anpassungsstörung diagnostiziert und eine volle Arbeitsfähigkeit attes- tiert. Die Klinik E.____ habe am 1. März 2010 aufgrun d des Sauerstoffmangels nach Herzstill- stand eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische St örung festgestellt und eine Arbeits- fähigkeit von 70% für möglich gehalten. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass die damals bessere psychische Situation nicht stabil gewesen sei. Aufgrund der aktuellen Anamne- se müsse vielmehr angenommen werden, dass die Versicherte in der Folge depressiv dekom- pensiert sei. Wann genau diese Dekompensation erfolgt sei , könne mangels fachpsychiatri- scher Berichte nicht mehr eruiert werden. Aufgrund der geringen Ressourcen und den Anforde- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen wie die erwartete Wiederaufnahme der Arbeit, die Trennung vom Ehemann, der geplan- te Verkauf der ehelichen Liegenschaft und der dadurch d rohende Verlust des Coiffeursalons, die finanziellen Probleme, der negative IV-Bescheid sowi e das Alleinsein, sei die Versicherte sehr rasch überfordert gewesen. Zusammengefasst sei die da mals zwischen November 2009 und März 2010 vorgelegene Situation retrospektiv für de n damaligen Zeitpunkt als stimmig, je- doch nicht als nachhaltig stabil zu bezeichnen. Der gen aue Zeitpunkt der Dekompensation kön- ne nicht sicher festgelegt werden. Er dürfte jedoch spätestens mit dem negativen Entscheid der IV im September 2012 eingetreten sein. Was die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistä- tigkeit betreffe, sei die Versicherte nicht in der Lage , einer beruflichen Umstellung gerecht zu werden. Aufgrund der Kombination aus kognitiven Einbu ssen und der persönlichen und berufli- chen Situation, wonach die Versicherte sehr lange alle ine gearbeitet habe, sowie aufgrund der auf diesem Hintergrund aufgepfropften psychischen Labilität könne keine berufliche Umstellung geleistet werden. Die Versicherte würde wahrscheinlich sehr rasch gänzlich dekompensieren. Diese Fragilität zeige sich schon heute in der angestammte n Tätigkeit, sobald sich die Versi- cherte nur ein wenig unter Druck gesetzt sehe. Damit betr age die Arbeitsfähigkeit in einer Ver- weistätigkeit letztlich 0%. Jede anderweitige Tätigkeit würde höhere Anpassungsleistungen im Sinne von Flexibilität, Umstellfähigkeit, Anpassung an neue Regeln und Strukturen, Durchhalte- und Gruppenfähigkeit verlangen, welche die Versicherte a ufgrund ihrer Depressivität nicht in ausreichendem Masse zu erbringen in der Lage sei. In di esem Sinne sei der bisherige Arbeits- ort tatsächlich als eine Art geschützter Rahmen anzusehen . Was schliesslich die mögliche kar- diale Symptomatik und deren Auswirkung auf die Arbeitsf ähigkeit betreffe, so beklage die Ex- plorandin schon unter geringem Leistungsdruck ein Engege fühl in der Brust und eine Atemnot. Bei fehlender kardiologischer Beeinträchtigung sei d iese Symptomatik als somatisches Symp- tom im Rahmen der Depression zu werten. Die Selbstwah rnehmung der Explorandin sei im Rahmen der Depression dahingehend verändert, dass sie ih re körperlichen Symptome nicht adäquat wahrnehme und überbewerte. 5. Zu klären ist die der Beschwerdeführerin noch zumutb are Arbeitsfähigkeit. Strittig in diesem Zusammenhang ist insbesondere die Zeit ab November 2009. 5.1 Was allerdings zunächst die Periode seit Ablauf de r einjährigen Wartefrist im Dezem- ber 2008 bis Ende Oktober 2009 betrifft, ist der unbest ritten gebliebenen Einschätzung des re- gionalärztlichen Dienstes (RAD) zufolge auf die Besche inigungen der behandelnden Ärzte der Versicherten abzustellen (vgl. so explizit Beurteilung d es RAD vom 20. April 2010, IV-Dok 31). Demnach war die Versicherte nach ihrem Herzinfarkt bis a m 10. März 2008 zunächst vollstän- dig und danach bis Ende Oktober 2009 im Umfang von 70% arbeitsunfähig. Diese RAD- Beurteilung deckt sich mit den Bescheinigungen der beha ndelnden Ärzte (vgl. Arztberichte von Dr. F.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 1. Dezember 2008 sowie 5. Juni 2009, IV-Dok 6 und 18). Mangels abweichender Einschätzungen erweist sie sich ohne Weiteres als schlüssig. 5.2.1 Für die Zeit ab November 2009 hat die IV-Stel le der angefochtenen Verfügung die me- dizinischen Abklärungsergebnisse des psychiatrischen Gutachtens vo n Dr. D.____ vom 23. November 2009 und der Klinik E.____ vom 12. Apri l 2010 zu Grunde gelegt. Sie ist dem- nach davon ausgegangen, dass der Versicherten die Ausübun g ihrer angestammten Tätigkeit Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht als selbständige Coiffeuse seither wieder im Umfang von 70% zumutbar gewesen sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Bereits anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 7. Februar 2013 hat das Kantonsgericht festgehalten, da ss sich insbesondere das Gutachten der Klinik E.____ vom 12. April 2010 als nicht ausreichen d beweiskräftig erweist. Deren Gut- achter haben es einerseits unterlassen, die Arbeitsfähi gkeit in einer noch zumutbaren Ver- weistätigkeit zu beurteilen. Im Weiteren war ein allfä lliger Zusammenhang zwischen der akten- kundig geklagten Müdigkeit der Versicherten und ihrer k ardiologischen Problematik offen ge- blieben. Letztlich hatten sich auch die geltend gemacht en Konzentrationsstörungen als nicht schlüssig genug abgeklärt erwiesen (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts vom 7. Februar 2013). Nachdem das Gericht anlässlich seiner zweiten Urteilsberatu ng vom 12. Juni 2014 das Verfah- ren aufgrund vereinzelter Unklarheiten ein weiteres Ma l ausgestellt hatte, erweist sich die ge- sundheitliche Situation gestützt auf das gerichtliche Gut achten der C.____ vom 23. Dezember 2013 und deren ergänzende Stellungnahme vom 21. November 2014 aber als nunmehr geklärt. Entgegen der von der Beschwerdegegnerin vertretenen Au ffassung legen die gutachterlichen Aussagen der C.____ nachvollziehbar dar, weshalb ab No vember 2009 von einer Restarbeits- fähigkeit von lediglich 50% als selbständige Coiffeuse au szugehen ist. Die entsprechenden Er- läuterungen sind insofern erhellend, als sie mit überzeu gender Begründung eine zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus kardiologisc hen Gründen nunmehr definitiv aus- schliessen. Einleuchtend ist darüber hinaus aber auch n amentlich die Erklärung der C.____ in deren Stellungnahme vom 21. November 2014, dass der B eschwerdeführerin sowohl in einer allfälligen Verweistätigkeit als auch als angestellte Coiffeuse in unselbständiger Stellung keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr zugemutet werden kann. Es erweist sich in diesem Zu- sammenhang in der Tat als nachvollziehbar, dass die Versi cherte mit der ihr attestierten mittel- gradigen Depression und mit ihren neuropsychologischen D efiziten die Anpassungsleistungen, wie sie notorischerweise just für eine neue Tätigkeit in einer ungewohnten Umgebung voraus- gesetzt werden, nicht mehr aufzubringen in der Lage i st. Dabei leuchtet ein, dass sich die in den Akten mehrfach und letztlich übereinstimmend dokum entierten kognitiven Mängel in der angestammten Tätigkeit als selbständige Coiffeuse wenig er stark auswirken, weil es sich dabei um die Umsetzung bereits bekannter, eingeschliffener Abl äufe in einer vertrauten Umgebung handelt. Der von der Beschwerdeführerin vertretenen, g egenteiligen Auffassung, wonach die soweit ausgewiesene Restarbeitsfähigkeit als Arbeit in e inem geschützten Rahmen zu qualifi- zieren und deshalb gänzlich unverwertbar sei, kann aller dings nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass die C.____ bei der angestammten Tätigkeit von einem geschützten Rahmen spricht. Ihre Erläuterungen beziehen sich jedoch offensich tlich auf den Arbeitsort, in dessen vertrauter Umgebung sich die kognitiven Defizite der Ver sicherten deutlich weniger auf deren Leistungsfähigkeit auswirken. Damit aber erhellt, dass die Beschwerdeführerin dieselbe Tätig- keit als selbständige Coiffeuse, welche sich noch vor Eintr itt ihres Gesundheitsschadens aus- geübt hat, mit einer Leistungseinbusse von 50% auch weiterhin auszuüben in der Lage ist. 5.2.2 Die IV-Stelle stellt sich in ihrer Stellungnahme vom 14. Januar 2015 auf den Stand- punkt, dass die Annahme der C.____, wonach die Versicher te spätestens im Zeitpunkt des Er- lasses der angefochtenen Verfügung im September 2012 d epressiv dekompensiert sei, unhalt- bar sei. Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszusta nds sei echtzeitlich nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit na chgewiesen. Von einer mittelgradi- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Depression könne daher erst ab Begutachtungszeitpunk t durch die C.____ ausgegangen werden. Gestützt auf die im damaligen Zeitpunkt erhob enen Verhältnisse durch Dr. D.____ müsse von einer Restarbeitsfähigkeit von 70% ausgegangen werden. Die C.____ räumt in ihrer Stellungnahme vom 21. November 2014 denn auch ein, da ss der psychiatrische Gesundheits- zustand der Versicherten sowohl im Zeitpunkt der Begut achtung durch Dr. D.____ im Novem- ber 2009 als auch dreieinhalb Monate später anlässlich der Untersuchung durch die Klinik E.____ am 1. März 2010 wohl besser gewesen sei. Dieser Vorbehalt erweist sich als zutreffend. In der Tat hat Dr. D.____ anlässlich seiner Exploration vom 10. November 2009 keine Hinweise mehr auf eine aktuelle, depressive Symptomatik oder ein e sonstige, gravierende psychische Störung gefunden. Bereits dazumal hielt der psychiatrische Gutachter allerdings auch fest, dass es durchaus nachvollziehbar sei, dass sich die Versicherte um ihre kardiale Situation sorge. Ausserdem sei auch die weitere Zukunft unklar, da sie d as Haus verlassen müsse und dadurch auch ihre berufliche Zukunft ungewiss sei. Subjektiv persi stiere eine erhöhte Erschöpfbarkeit. Diese Erhebungen decken sich nun aber mit den Einschätzun gen der C.____ in deren Stel- lungnahme vom 21. November 2014, wonach die Versicherte dazumal aufgrund ihrer geringen Ressourcen und den Anforderungen an die erwartete Wied eraufnahme der Arbeit, der Tren- nung vom Ehemann, des geplanten Verkaufs der ehelichen Liegenschaft und des dadurch dro- henden Verlusts des Coiffeursalons, der einhergehenden finanziellen Probleme und letztlich auch aufgrund des negativen IV-Bescheids sowie des Allei nseins schon dazumal sehr rasch überfordert war. Wenn die C.____ aufgrund dieser let ztlich übereinstimmend erhobenen Belas- tungsfaktoren bereits in ihrem gerichtlichen Hauptgutac hten vom 23. Dezember 2013 zum Er- gebnis gelangt, dass die Gesamtsituation der Versicherten mit einem höheren Arbeitspensum nach November 2009 zu einer Überforderung und zu einer psychischen Dekompensation ge- führt hätte, so erscheint ihre daraus resultierende Schl ussfolgerung als durchaus nachvollzieh- bar und schlüssig, dass die damals von Dr. D.____ und de r Klinik E.____ vorgenommene Ein- schätzung der Restarbeitsfähigkeit in der Gesamtperspek tive als zu hoch erscheint. Entgegen der von der IV-Stelle in deren Stellungnahme vom 14 . Januar 2015 vertretenen Auffassung be- zieht sich diese abweichende Einschätzung der C.____ som it gerade nicht auf den aktuellen Zeitpunkt ihrer Exploration im Jahre 2013. Sie stellt vielmehr eine begründete, retrospektive Einschätzung betreffend die Verhältnisse bereits ab Nov ember 2009 dar. So wird die damalige psychiatrische Verfassung der Versicherten von der C.____ a ls ausgesprochen labil bezeich- net. In diesem Zusammenhang darf nicht übersehen werd en, dass bei der Versicherten bereits schon vor der Begutachtung durch Dr. D.____ eine depre ssive Symptomatik aufgetreten war (vgl. Arztbericht von Dr. P. Ehrhard, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. März 2009, IV-Dok 14). Nachdem depressive Erkrankungen in der Regel schwankend verlaufen, erscheint die von den Gutachtern der C.____ attestierte Dekompen sation mithin als schlüssig. Wann ge- nau die Beschwerdeführerin in der Folge psychisch dekomp ensiert ist, kann unter diesen Um- ständen letztlich dahingestellt bleiben. Massgebend ist, dass die Beschwerdeführerin vor dem letztlich kongruent erhobenen Hintergrund ihrer psychischen Labilität bereits ab November 2009 nicht mehr in der Lage war, einer beruflichen Umstellung – sei es qualitativ oder quantitativ über ein Pensum von 50% hinaus – gerecht zu werden. Diese med izinische Einschätzung der C.____ deckt sich mit den dazumal echtzeitlich vor Ort e rhobenen Feststellungen der Abklä- rungsperson, wonach eine deutlich höhere Arbeitsunfäh igkeit resultiere, als der Versicherten aufgrund des medizinischen Fachgutachtens von Dr. D.____ zugemutet werde (vgl. Abklä- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsbericht für Selbständige vom 1. September 2010) . Für eine geringere Restarbeitsfähigkeit ab November 2009 spricht aber auch, dass sich die bereits dazumal geklagten Symptome der Müdigkeit und der Konzentrationsstörungen zwanglos der mittelgradigen depressiven Episode und der formal mittelschweren neuropsychologischen Funktio nsstörung zuordnen lassen, wie sie letztlich auch durch die Klinik E.____ diagnostiziert worden waren (vgl. gerichtliches Gutach- ten der C.____ vom 23. Dezember 2013). 5.2.3 Die Tatsache, dass die C.____-Gutachter verglichen mit den auf einer Momentauf- nahme beruhenden Schlussfolgerungen insbesondere von Dr. D.____ zu einer abweichenden Würdigung des – gesamthaft betrachtet indes übereinstimm end – erhobenen, labilen Zustands der Versicherten gelangt sind, ist einer umfassenden pol ydisziplinären Begutachtung geradezu inhärent und stellt für sich alleine genommen keinen Gr und für deren Nichtverwertbarkeit dar. Massgebend ist vielmehr, ob das gerichtliche Gutachten der C.____ für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten und der Anamnese a bgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Diese Frage ist dem Gesagten zufolge zu bejahen. Es ist in diesem Zusammenhan g daran zu erinnern, dass bei Gerichtsgutachten „nicht ohne zwingende Gründe“ von den Einschätzungen der medizinischen Experten abgewichen werden soll (vgl. Erwägung 3.3 hie vor). Auch ist darauf hinzuweisen, dass insbesondere eine psychiatrische Exploration naturge mäss nicht ermessensfrei erfolgen kann. Den begutachtenden Fachpersonen ist deshalb ein g ewisser Spielraum zu gewähren, innerhalb dessen verschiedene medizinische Interpretation en möglich, zulässig und zu respek- tieren sind, sofern dabei lege artis vorgegangen worden ist. Daher kann ein Gutachten nicht stets in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärunge n genommen werden, wenn andere Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellb are Gesichtspunkte vorgebracht wer- den, die im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung uner kannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1 und vom 19. September 2006, I 5 1/06, E. 3.1.2). Solche Gesichtspunkte sind vorliegend jedoch nicht ersichtlich. Die Gutachter d er C.____ haben die Versicherte um- fassend untersucht und gelangen bei letztlich kongruente n Beobachtungen sowohl der geklag- ten neuropsychologischen Defizite als insbesondere auch der psychischen Fragilität und Labili- tät zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass die Beschwerdeführe rin ab November 2009 in ihrer angestammten Tätigkeit als selbständige Coiffeuse weiterh in lediglich noch im Umfang von 50% arbeitsfähig war. Daran ist festzuhalten. 5.3 Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die V ersicherte nach ihrem Herzinfarkt bis März 2008 zunächst vollständig und danach b is Ende Oktober 2009 im Umfang von 70% arbeitsunfähig war. Für die Zeit ab November 2009 verbleibt eine durchgehende Restarbeitsfähigkeit als selbständige Coiffeuse im Umfang von noch 50%. Diese Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ab November 2009 ist gemäss Art. 8 8a Abs. 1, Satz 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 mit Wirkung ab Februar 2010 zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrech ung drei Monate angedauert hat Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht und gestützt auf die medizinischen Unterlagen davon au szugehen ist, dass sie auch seither weiterhin angedauert hat. 6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 2.4 hiervor) ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstä- tigen Versicherten grundsätzlich aufgrund eines Einkommensv ergleichs (Art. 16 ATSG) zu be- stimmen. Namentlich bei Selbständigerwerbenden kann sic h eine zuverlässige Ermittlung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen jedoch als schw ierig oder gar unmöglich erwei- sen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermit- teln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungs- vergleich anzustellen (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 IVG i.V. m. Art. 8 Abs. 3 ATSG; vgl. dazu U ELI KIESER , a.a.O. N 13 ff. und N 20 zu Art. 8), und der Invali ditätsgrad ist nach Massgabe der er- werblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähig keit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Zunächst ist anhand des Betätig ungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; diese ist sodann im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung beson- ders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funkti onellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (ausserordentliches Bemessungsverf ahren; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 137 E. 2c; AHI-Praxis 1998 S. 120 E. 1a; Kreisschre iben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] Rz. 3112 ff.). Eine gesetzliche Regelung, welche Bemes- sungsmethode bei selbständig Erwerbenden anzuwenden ist , gibt es nicht. Welche Methode Anwendung findet, hängt somit in erster Linie davon ab , ob sich die hypothetischen Erwerbs- einkommen zuverlässig schätzen lassen (allgemeine Methode) o der nicht (ausserordentliche Methode). 6.2 Die Gegenüberstellung der vor und nach Eintritt e ines invalidenversicherungsrechtli- chen Versicherungsfalls in einem Gewerbebetrieb realisierten Geschäftsergebnisse lässt zuver- lässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbeinbu sse nach Massgabe des allgemeinen Einkommensvergleichs nur dort zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch invalidit ätsfremde Faktoren beeinflusst wor- den sind. Die Bemessung des Invalideneinkommens einer selb stständig erwerbenden Person nach Massgabe der erzielten Betriebsergebnisse kann dahe r nur zu einem rechtskonformen Einkommensvergleich führen, wenn hierfür invaliditätsf remde Faktoren konsequent ausgeson- dert werden können. Abweichend von der AHV-Beitragsb emessung sind demnach invaliditäts- fremde Aufwendungen und Erträge bei der Ermittlung der Vergleichseinkommen aufzurechnen oder auszuscheiden, soweit sie aus den vorgelegten Bilanz en ersichtlich sind oder anhand der Buchhaltungsunterlagen nachgewiesen werden können. Zu diesen ausserordentlichen (nicht im Zusammenhang mit der Behinderung stehenden) Erträgen gehören beispielsweise der Abbau des Warenlagers oder die Auflösung von stillen Reserven. Für den invalidenversicherungsrecht- lichen Einkommensvergleich unbeachtliche Aufwendungen st ellen sodann Unterhalts- und Re- paraturarbeiten, Rückstellungen und Abschreibungen dar (vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 E. 4b). Schliesslich sind für die jeweiligen Geschäftsergebnisse e ines Betriebs häufig schwer über- blickbare Komponenten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituation, der kompensato- rische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbet eiligten oder Mitarbeitern von Be- deutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche inva liditätsfremde Faktoren zurückzu- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht führenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leistungsvermögen des Versicherten beruhenden Einkommensschöpfung andererseits i st in der Regel auf Grund der Buchhaltungsunterlagen allerdings nicht möglich (vgl. AHI-1998 S. 254 E. 4a; BGE 104 V 137 E. 2). 6.3.1 Für die Bemessung der Invalidität ist die IV-Ste lle in der angefochtenen Verfügung da- von ausgegangen, dass die beiden Vergleichseinkommen hin länglich genau beziffert werden können und der IV-Grad deshalb aufgrund eines Einkomm ensvergleichs zu bestimmen sei. Beim Valideneinkommen sei anhand des Auszugs aus dem indi viduellen Konto (IK) auf den tatsächlich erzielten, durchschnittlichen Verdienst der Jah re 2002 bis 2006 und in Bezug auf das Invalideneinkommen auf die statistischen Werte der L ohnstrukturerhebung (LSE) abzustel- len. Auch dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden . In Bezug auf das Valideneinkommen lassen die von der IV-Stelle herangezogenen IK-Einträge der Jahre 2002 bis 2006 bei detaillier- ter Betrachtung keine zuverlässige Ermittlung des mutmas slichen Valideneinkommens zu. So stimmen die jährlichen IK-Auszüge der fraglichen Jahre je weils nicht mit den in den Geschäfts- abschlüssen der Versicherten ausgewiesenen Jahresgewinnen überein. Die Abweichungen sind vielmehr massiv: Das in den IK-Auszügen ausgewiesene Ei nkommen fällt bis zu 43% hö- her aus als der in den entsprechenden Geschäftsabschlüssen ausgewiesene Geschäftsgewinn (vgl. IV-Dok 32, S. 3 f.; IV-Dok 34, S. 14 f.). Insbes ondere aber ist der in den Geschäftsab- schlüssen ausgewiesene Cashflow (Betriebsgewinn vor Abschreibungen) für die Jahre 2004 bis 2006 jeweils rund Fr. 5‘700.— bis Fr. 6‘000.— tiefer a ls der entsprechend im IK-Auszug ersicht- liche Lohn. Dies aber stellt einen offensichtlichen Wi derspruch dar, weil der letztlich ausbezahl- te Verdienst nicht höher als das noch vor Abschreibungen resultierende Brutto-Betriebsergebnis ausfallen kann. Hinzu treten – jedenfalls für das von de r IV-Stelle beim Durchschnitt des Vali- deneinkommens mitberücksichtigte Geschäftsjahr 2004 – weit ere Unsicherheiten in buchhalte- rischer Hinsicht, wie sie bereits im Abklärungsbericht vom 1. September 2010 festgehalten wor- den sind. Insbesondere erweist es sich als nicht erklärbar, d ass im Jahre 2004 – in welchem während der fraglichen Periode 2002 – 2006 der tiefst e Betriebsgewinn und die tiefsten Perso- nalkosten überhaupt angefallen sind – ein im Vergleich zu den übrigen Betriebsjahren just deut- lich höherer Anteil an Sozialkosten angefallen ist, der darüber hinaus die effektiven Personal- kosten um beinahe das Dreifache überstiegen haben soll (vg l. Abklärungsbericht vom 1. Sep- tember 2010, IV-Dok 23, ad Ziffer 5, Einkommensverhältn isse, S. 7). Mangels einer zuverlässi- gen Bestimmung in masslicher Hinsicht vermag daran auch nichts zu ändern, dass diese gros- sen Schwankungen bei den Sozialkosten auf nur ungenaue Geschäftsjahrabgrenzungen zu- rückzuführen seien (vgl. a.a.O., ad Ziffer 5.3, Kommenta r der Abklärungsperson zu den Ge- schäftsabschlüssen). Zumal die IK-Auszüge gemäss den Feststel lungen der Abklärungsperson lediglich bis ins Jahr 2003 mit den Geschäftsabschlüssen – u nd dies jeweils nur annähernd – übereinstimmen (vgl. a.a.O., S. 9), entfällt damit d ie Möglichkeit, die vom Abklärungsdienst der IV-Stelle letztlich ohnehin als rein theoretisch bezeich nete Einkommensermittlung überhaupt zu überprüfen. Dies aber wäre umso mehr von Nöten, als di e IK-Auszüge mit den Steuerunterla- gen ebenfalls nicht korrespondieren (vgl. insbesonder e das Jahr 2006, in welchem ein steuer- bares Einkommen der Versicherten von Fr. 19‘150.—, demge genüber ein Betriebsgewinn von lediglich Fr. 14‘150.— ausgewiesen ist; Details zu den Ve ranlagungen der direkten Bundes- steuer, IV-Dok 3, S. 2 f.). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.2 Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerdeführerin lediglich noch in ihrem angestamm- ten Beruf als selbständige Coiffeuse arbeitsfähig (vg l. oben, Erwägungen 5.2.1 und 5.3 hievor). Sowohl ein Berufswechsel als auch die Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit als angestell- te Coiffeuse sind aus medizinischen Gründen klarerweise au sgeschlossen. In dieser noch zu- mutbaren Tätigkeit als weiterhin selbständig Erwerbstät ige schöpft sie das ihr medizinisch zu- mutbare Restarbeitspensum von 30% (bis Oktober 2009) bzw . von 50% (ab November 2009) vollumfänglich aus. Entgegen der von der IV-Stelle ver nehmlassungweise vertretenen Auffas- sung kann deshalb nicht gesagt werden, dass die Versichert e seit Eintritt ihres Gesundheits- schadens im Dezember 2007 ihrer Schadenminderung nicht rechtsgenüglich nachgekommen wäre. Damit aber verbietet es sich, für die Bemessung de s Invalideneinkommens auf die statis- tischen Angaben der LSE abzustellen. Infolge massiver Umsa tzeinbrüche ab 2008 erweist sich das Heranziehen der Geschäftsabschlüsse der Versicherten nach Eintritt ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung aber ebenfalls als offensichtlich ungee ignet (vgl. Abklärungsbericht vom 1. September 2010, IV-Dok 23, S. 9, ad Ziffer 5.3 sow ie S. 10, ad Ziffer 5.10). Wie die Abklä- rungsperson im Rahmen ihrer Erhebung der wirtschaftli chen Verhältnisse der Beschwerdefüh- rerin bereits im Abklärungsbericht vom 1. September 2010 festgehalten hat, ist eine auch nur annähernd nachvollziehbare Festlegung der massgebenden V ergleichseinkommen deshalb ausgeschlossen (vgl. IV-Dok Nr. 23, S. 11). Davon abgese hen kann nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 IVV der von einer selbständigerwerbenden Person erziel te Betriebsgewinn nicht einfach dem Validen- bzw. Invalideneinkommen gleichgesetzt werden. Laut dieser Bestimmung gelten (vor- behältlich der in Satz 2 lit. a-c erwähnten Ausnahmen) als Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 28 Abs. 2 IVG die mutmasslichen jährlichen Erwerbsei nkommen, von denen Beiträge ge- mäss AHVG erhoben würden. Die damit vorgeschriebene Par allelisierung der invalidenversi- cherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit dem AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkommen gebietet, für den Einkom mensvergleich bei Selbständigerwer- benden die effektiv bezahlten persönlichen AHV/IV/EO-Be iträge zum Betriebsgewinn hinzuzu- zählen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. d Satz 2 AHVG) und dav on den Zinsertrag auf dem im Betrieb ein- gesetzten Eigenkapital abzuziehen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. f AHVG; vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 E. 4b und c). Eine diesen Vorgaben entsprechende, von i nvaliditätsfremden Faktoren unbeein- flusste betriebliche Leistung, wie sie die Beschwerdeführ erin trotz ihrer gesundheitlichen Ein- schränkung erzielen könnte, lässt sich aufgrund der vorliege nden Unterlagen aber ebenfalls nicht ermitteln. Ist dem für die allgemeine Methode d es Einkommensvergleichs notwendigen Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen mithin die Grundlage entzogen, erweist es sich entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassung aber als sachgerecht, das ausserordent- liche Bemessungsverfahren anzuwenden. 6.4 Um beim ausserordentlichen Bemessungsverfahren die e rforderliche erwerbliche Ge- wichtung der verschiedenen, bei einer selbständigen Erwerbstätigkeit anfallenden Betätigungen vornehmen zu können, ist deren wirtschaftlicher Wert im V erhältnis zueinander festzustellen und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeitsbereich in Beziehung zu setzen. Ausgangs- punkt bildet die Festlegung der zeitlichen Anteile der Betätigungsfelder an der Gesamttätigkeit (BGE 128 V 32 E. 3b; AHI 1998 S. 123 E. 3). Bei der Geschäftsführung, welche teilinvalide Selbständigerwerbende in der Regel weiterhin uneing eschränkt ausüben können, muss geprüft Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, welcher Wert ihr im Vergleich zu den übrigen, dem Versicherten nicht mehr oder nur noch reduziert zumutbaren Tätigkeiten zukommt. Dabei ist vom Grundsatz auszugehen, dass der Funktion als Geschäftsführer ein grösseres wirtschaftl iches Gewicht zukommt als der übri- gen branchenspezifischen Tätigkeit (BGE 128 V 33 E. 4b; AHV 1998 S. 123 f. E. 3). 6.5 Auf ein derart differenzierendes Vorgehen kann vorl iegend jedoch verzichtet werden. Ein Blick in den ungewichteten Betätigungsvergleich des Abklärungsdienstes vom 1. September 2010 zeigt, dass die in der Eigenschaft als selbständige Co iffeuse anfallenden Kernaufgaben „Betriebsführung“, Waschen, Schneiden, Föhnen“, „Farb e, Waschen, Schneiden Föhnen“ und „Materialbeschaffung“ annähernd die gesamte Tätigkeit der Versicherten umfassen (vgl. IV-Dok Nr. 23, S. 12). Besonders ist dabei dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich der administ- rative Aufwand auf ein Minimum beschränkt und eine ei gentliche Geschäftsführung bei dem vorliegend zu Diskussion stehenden Einzelpersonenbetrieb we der wirklich ausgewiesen noch vorhanden ist. Damit ist grundsätzlich ausgeschlossen, dass e inem geschäftsführenden Tätig- keitsbereich ein grösseres wirtschaftliches Gewicht als der eigentlichen Kernaufgabe als Coif- feuse zukommt. Ist die Versicherte infolge des aus gesun dheitlichen Gründen bedingten, höhe- ren Zeitaufwands und erhöhten Pausenbedarf nicht meh r in der Lage, dieselbe Anzahl Kunden wie zuvor noch als valide Person zu bedienen, reduziert sich infolge dessen im entsprechenden Verhältnis auch der in den übrigen Tätigkeitsbereichen zuvor ohne gesundheitliche Beeinträch- tigung angefallene Aufwand. Dies gilt – entgegen der vom Abklärungsdienst erhobenen Ver- hältnisse – insbesondere für den Bereich der Reinigung , der notorischerweise gerade bei einer Tätigkeit als Coiffeuse mit den einzelnen Kundenbetr euungen einhergeht. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich die medizinisch ausgewiesene Arbeitsun fähigkeit (vgl. oben, Erwägung 5.3 hiervor) in den einzelnen Tätigkeitsbereichen unb esehen ihrer wirtschaftlichen Gewichtung im Verhältnis stets gleichmässig auswirkt. Damit aber fehlt es beim vorliegenden Einzelperso- nenbetrieb im Ergebnis an unterschiedlich hoch zu bewe rtenden Betätigungsbereichen und es resultiert in Anlehnung an den Prozentvergleich (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2014, 9C_185/2014, E. 3.2) nach Ablauf des Wartejahres mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 bis Januar 2010 gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 70% ein Anspruch auf eine ganze IV- Rente und ab Februar 2010 gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Dieses Ergebnis entspricht letztlich auch der Einschätzung der Abklärungsper- son der IV-Stelle, wonach der Rentenentscheid aufgrun d der medizinischen Aussagen zu be- messen sei (vgl. Stellungnahme zum Abklärungsbericht vom 1 8. November 2010, IV-Dok 40. S. 2). 6.6 Ein identisches Ergebnis ergibt sich, wenn der Inval iditätsbemessung der erwerblich gewichtete Betätigungsvergleich des Abklärungsdienstes zu Grunde gelegt wird (vgl. IV-Dok 23, S. 15 und 16). Die für die Zeit ab Dezember 2008 ausg ewiesene Restarbeitsfähigkeit von 33,09% überschreitet die medizinisch ausgewiesene Restarbeitsfähigkeit von 30% um rund 3%. Bemisst man diese Differenz anhand des im Kernaufgabengebiet der Betriebsführung, des Wa- schens, Schneidens, und Föhnens herangezogenen Jahreslohnes v on Fr. 60‘505.— (vgl. LSE TA7 Ziff. 90-93 F3; Fr. 60‘505.— x 0,03 = Fr. 1‘815.—) , so erhöht sich die korrekterweise auf einer Restarbeitsfähigkeit von lediglich 30% basierend e Erwerbseinbusse in dieser Periode im entsprechenden Umfang auf Fr. 41‘712.— (Fr. 1‘815.— p lus ausgewiesene Erwerbseinbusse Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 39‘897.—). Damit resultiert ebenfalls ein IV-G rad von genau 70%, wie er sich auch in Anlehnung an den Prozentvergleich ergibt (Erwerbseinbu sse von Fr. 41‘712.— dividiert durch Valideneinkommen von Fr. 59'505.—). Gleiches gilt für die Periode ab Februar 2010 (vgl. oben, Erwägung 5.3. hiervor). Hier unterschreitet die vom Abklärungsdienst ab November 2009 evalu- ierte Restarbeitsfähigkeit von 43% die medizinisch zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 50% um 7%, was, wiederum gemessen am Jahreslohn im Kernaufgab engebiet von Fr. 60‘505.— (vgl. LSE TA7 Ziff. 90-93 F3; Fr. 60‘505.— x 0,07 = Fr . 4‘235.—), zu einer Verringerung der Erwerbseinbusse auf Fr. 29‘793.— führen muss (ausgewiesene Erwerbseinbusse von Fr. 34‘028.— abzüglich Fr. 4‘235.—). Somit resultier t ein gewichteter IV-Grad von genau 50% (Erwerbseinbusse von Fr. 29‘793.— dividiert durch Validen einkommen von Fr. 59'505.—), wie er sich auch für diese Periode bereits in Anlehnung an den Prozentvergleich ergibt. Der Be- schwerdeführerin steht deshalb so oder anders mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 bis Januar 2010 ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente und ab Fe bruar 2010 ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente zu. Ihre Beschwerde ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden d ie Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kantonalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Da vorliegend die Vorinstanz unterlegen ist, ist auf die Er hebung von Verfahrenskosten zu verzich- ten und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdef ührerin zurückzuerstatten. Die Auf- wendungen für die gerichtliche Begutachtung durch die C .____ sind demgegenüber der IV- Stelle aufzuerlegen. So sind gemäss Art. 78 Abs. 3 IVV die Kosten von Abklärungsmassnah- men von der IV-Stelle dann zu tragen, soweit sie für di e Zusprechung von Leistungen unerläss- lich waren (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Diese Vorauss etzung ist vorliegend gegeben, nachdem das Gericht am 7. Februar 2013 und 12. Juni 2014 zum Sc hluss gekommen war, dass eine ab- schliessende Beurteilung gestützt auf die jeweils in jene m Zeitpunkt vorgelegene Aktenlage nicht möglich war und insbesondere die Frage der der Versicherten noch verbleibenden Er- werbsfähigkeit näherer Prüfung bedurft hatte. Die Kosten der C.____ für das Gerichtsgutachten vom 23. Dezember 2013 basieren auf dem in Anhang 2 de r modifizierten Vereinbarung zwi- schen dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) und de r jeweiligen Gutachterstelle ge- nannten Ansatz von Fr. 10'631.— zuzüglich medizinischer N ebenleistungen (Urteil des Bun- desgerichts vom 2. Dezember 2014, 9C_271/2014, E. 4.1) . Sie belaufen sich gemäss Rech- nung vom 31. Dezember 2013 auf insgesamt Fr. 11‘586 .30. Zusammen mit den Kosten für die ergänzende Stellungnahme der C.____ vom 21. November 2 014 im Umfang von Fr. 791.40 ergeben sich gerichtliche Begutachtungskosten von total Fr. 12‘377.70, welche die IV-Stelle somit zu tragen hat. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahren s entsprechend ist der Beschwerde- führerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Ihre Rechts- vertreterin hat in ihren drei Honorarnoten vom 17. D ezember 2012, 12. Mai 2014 sowie 27. Ja- nuar 2015 – in Abweichung zur zusammenfassenden Aufst ellung infolge der dort zu berichti- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Auslagen gemäss Honorarnote vom 17. Dezember 2012 richtigerweise im Umfang von Fr. 347.50 statt Fr. 374.50 – einen Zeitaufwand von insgesamt 31 Stunden sowie Auslagen von Fr. 535.55 ausgewiesen, was sich angesichts der mehrfach no twendigen Stellungnahmen, ins- besondere im Zusammenhang mit dem gerichtlichen Begu tachtungsauftrag, im Quervergleich mit gleichgelagerten Fällen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozial- versicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwend ung gelangenden Stundenan- satz von Fr. 250.— zu entschädigen. Damit ist der Beschwer deführerin für das vorliegende Be- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 8‘948.35 (30 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 535.55 zuzüglich 8% M ehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft vom 6. September 2012 aufgeho ben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für die Ze it ab 1. D e- zember 2008 bis Januar 2010 Anspruch auf eine ganze Rent e und mit Wirkung ab 1. Februar 2010 Anspruch auf eine halbe Re nte der Invali- denversicherung hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung der C. ____ in der Höhe von insgesamt Fr. 12‘377.70 werden der IV-Stelle Basel -Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 8‘948.35 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten.