B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Abteilung IV D-193/2012/sps U r t e i l v o m 6 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), Äthiopien, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 12. Mai 2011 / N (…). D-193/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit schriftlicher, nicht unterschriebener Eingabe vom 6. Mai 2010 , welche am 10. Mai 2010 der schweizerischen Botschaft in B._______ zugegan- gen ist, beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss, es sei ihm die Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung eines Asylverfahrens zu bewilligen. Im Wesentlichen machte er geltend, dass er der ethnischen Gruppierung der Sliti angehöre und aus diesem Grund sowie wegen se i- ner Zugehörigkeit zum Islam in seinem Heimatland Probleme bekommen habe. Sein Vater sei aus diesen Gründen umgebracht worden und er se l- ber habe das (...) deswegen nicht beenden können. Zudem sei er als (...) infolge seiner ethnischen und rel igiösen Zugehörigkeit entlassen worden, worauf er für eine gewisse Zeit, nämlich bis er wieder eine Arbeit als (...) gefunden habe, auf der Strasse habe leben müssen. Er gehöre keiner Partei an. Während der Studentenunruhen in den Jahren 2005 und 2006 sei er zusammen mit andern (...) als Unruhestifter bezeichnet und für 25 Tage mit einem Arbeitsverbot belegt worden. Eines Tages auf dem Weg nach Hause sei er von drei (...), welche der Ethiopian Peoples’ Revolutionary Democratic Front ( EPRDF) angehören würden, beinahe zu Tode geprügelt worden. Um weiteres Unheil zu vermeiden, habe er seine Arbeit als (...) aufgegeben und fortan als (…) in einer Fabrik gearbeitet. Dort sei er ständig von Mitgliedern der ERPDF überwacht worden. Schliesslich seien seine zwei Brüder vergiftet und dadurch irr geworden. Aus diesen Gründen habe sich der Beschwerdeführer entschieden, C._______ zu gehen, wo er von drei Mitgliedern der EPRDF verfolgt wor- den sei. Diese hätten drei Mal versucht , ihn umzubringen. Trotz einer An- zeige bei der Polizei und der Inhaftierung der Täter hätten sie dem B e- schwerdeführer weiterhin nachspioniert. Der United Nations High Co m- missioner for Refugees (UNHCR) habe ihn als Flüchtling anerkannt; i n- dessen werde er weiterhin von diesen Männern bedroht und fühle sich deshalb C._______ nicht sicher. Der Eingabe des Beschwerdeführers la- gen ein C._______ Flüchtlingsausweis, eine Anzeige, Patientenblätter und andere medizinische Ak ten, eine Arbeitsbestätigung und eine Ve r- warnung des Arbeitgebers in Kopie bei. B. Mit Schreiben vom 16. Juli 2010 teilte das BFM dem Beschwerdefüh rer mit, dass gemäss Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) das BFM Asylsuchend en für weitere Abklärungen zu den Asylgründen die Einreise in die Schweiz bewilligen könne, falls es D-193/2012 Seite 3 diesen nicht zugemutet werden könne, im Drittstaat (hier: C._______) zu bleiben oder in ein anderes Land weiterzureisen. Gemäss aktueller En t- scheidpraxis würden solche Einreisebewilligungen sehr restriktiv gehan d- habt. Eine Einreisebewilligung in die Schweiz setze zunächst (im Sinne einer Vorbedingung) eine akute und schwere Gefährdung von Leib und Leben des Asylsuchenden voraus. Weitere Faktoren bei der Prü fung der Frage einer Einreisebewilligung seien die Schutzmöglichkeiten im ge - genwärtigen Drittland (hier: C._______), die Beziehungsnähe zur Schweiz und die zu erwartende Integration in der Schweiz. Da der UNHCR alle Eritreer (recte: Äthiopier), die im C._______ Zuflucht such- ten, ungeachtet ihrer Fluchtgründe registriere und einem Flüchtlingslager zuweise, und sich zusammen mit den C._______ Behörden um die Grundversorgung kümmere, erachte das BFM den Verbleib von Schut z- suchenden C._______ als zumutbar, wes halb es entsprechende Asylg e- suche in der Regel ablehne. Diese Praxis sei durch die höchstrichterliche Rechtsprechung der Schweiz in Asylangelegenheiten, also durch das Bundesverwaltungsgericht, bestätigt worden, das etwa im Urteil (…) fest- gehalten habe, d ass die betreffenden Personen C._______ nicht u n- überwindbaren Schwierigkeiten gegenüberstünden und aufgrund des vom UNHCR und den C._______ Behörden garantierten Schutzes ein dortiger Verbleib erwartet werden könne. Die Erfolgsaussichten für die Er- teilung einer Einreisebewilligung seien auch im vorliegenden Fall gering. Gleichzeitig räumte das BFM dem Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, sich bis zum 15. September 2010 zur Frage zu äussern, ob er an seinem Asylgesuch festhalten wolle oder nicht. C. Mit Einga be vom 6. August 2010, welche am 10. August 2010 bei der schweizerischen Botschaft in B._______ einging, hielt der Beschwerd e- führer an seinem Asylgesuch fest. D. Mit Schreiben vom 31. Dezember 2010 teilte das BFM dem Beschwerd e- führer mit, dass gemäss Mitteilung der Schweizer Botschaft in B._______ vom 23. März 2010 eine Befragung vor Ort aufgrund des starken Anstiegs der Asylgesuche, des begrenzten Personalbestandes sowie fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr möglich sei. Gleich zeitig ersuchte das BFM den Beschwerdeführer zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwor - tung konkreter Fragen zu dessen Aufenthalt in Äthiopien, zu Familiena n- gehörigen und Verwandten in Drittstaaten und zum Aufenthalt C._______. D-193/2012 Seite 4 E. Mit Stellungnahme vom 15. Januar 2011 (Posteingang Botschaft: 20. Ja- nuar 2011) beantwortete der Beschwerdeführer das Schreiben des BFM vom 31. Dezember 2010. F. Mit Verfügung vom 12. Mai 2011 verweigerte das BFM dem Beschwerde- führer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Schilderungen des B e- schwerdeführers liessen dar auf schliessen, dass seine Schwierigkeiten mit den äthiopischen Behör den asylbeachtlich sein könnten. Indessen könne aufgrund des vollstän dig erstellten Sachverhaltes davon ausg e- gangen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, welche e i- ne Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz als notwendig e r- scheinen lasse. Im Folgenden sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG ent- gegenstehe, wonach einer Person das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Au f- nahme zu bemühen. Der Beschwerdeführer habe sich eigenen Angaben zufolge beim UNHCR C._______ registrieren lassen, den Flüchtlingsst a- tus erhalten, aber nie in ei nem Flüchtlingslager gelebt. Die zahlreichen Flüchtlinge C._______ verfügten nicht über ein fr eies Aufenthaltsrecht für das ganze Land, sondern würden nach ihrer Registrierung einem Flüch t- lingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Verso r- gung erhielten. Es sei dem Beschwerdeführer zuzumuten, sich zu diesem Zweck in das ihm z ugewiesene Flüchtlingslager zu begeben. In diesem Sinne habe auch das Bundesverwaltungsgericht entschieden, für somal i- sche Flüchtlinge sei der Aufenthalt in äthiopischen Flüchtlingslagern grundsätzlich zumutbar. Diese Schlussfolgerung müsse auch für Flüch t- linge C._______ gelten, weil diese den gleichen Aufenthaltspflichten u n- terstünden wie die Flüchtlinge in Äthiopien. Im Weiteren erachte das BFM die vom Beschwerdeführer geäusserte Befürchtung, nach Äthiopien ve r- schleppt zu werden, als unbegründet. Das BFM verfüge namentlich mit der Schweizer Botschaft im C._______ über sehr gute Informationen über die Lage vor Ort. Gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für Äthiopier, die C._______ vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt seien, gering. Nach dem Gesagten b e- nötige der Beschwerdeführer den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht und es sei ihm zuzumuten, C._______ zu verbleiben. D-193/2012 Seite 5 G. Mit englischsprachiger und nicht unterzeichneter Eingabe vom 3. Juni 2011 an das BFM erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 12. Mai 2011. Dabei beantragte er sin n- gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Guthei s- sung seiner Beschwerde. Im Wesentlichen wiederholte er seine bereits im erstinstanzlichen Verfahren dargelegten Vorbringen und ergänzte diese mit weiteren Vorkommnissen. So machte er insbesondere geltend, er sei im Mai 2011 auf dem Weg nach Hause von drei Personen aufgefordert worden, sich zu ergeb en. Nachdem er diese als Vertreter der äthiop i- schen Regierung erkannt habe, habe er sich gewehrt und schliesslich seien andere Personen dazwischen gekommen, worauf die drei in einem Personenwagen davongefahren seien. Er habe den UNHCR darüber i n- formiert, worauf man ihn an die Polizei verwiesen habe. Die Polizei habe ihm indessen gesagt, er hätte den Vorfall sofort melden müssen. Die äthiopischen Behörden hätten auch seine Freunde engagiert, welche ihn telefonisch hätten erreichen sollen. Nun verweigere er a uch die Entg e- gennahme von Telefonanrufen. Er müsse ständig den Aufenthaltsort wechseln. Diese Kriminellen würden nie aufhören ihn zu verfolgen, we s- halb er um sorgfältige Prüfung seiner Beschwerde ersuche. H. In Ergänzung zu seiner Eingabe vom 3. Juni 2011 r eichte der Beschwe r- deführer die vom 22. Dezember 2011 datierte und unterzeichnete Ergä n- zung seiner Beschwerde zu den Akten. Darin macht er geltend, er habe seine Adresse schon 16 Mal gewechselt und befinde sich nirgendwo. Die äthiopischen Behörden würden i mmer noch nach seiner Person trachten und täglich erlebe er Tragödien. Am 16. September 2011 sei er während seines Aufenthaltes in einem Internetdienst von drei Personen herausg e- holt und aufgefordert worden, keine Informationen mehr an die oppositi o- nellen Parteien Äthiopiens zu übertragen. Man habe versucht ihn zu ve r- letzen, aber er habe fliehen können. Am 11. Oktober 2011 und am 5. Dezember 2011 seien während seiner Arbeitszeit vier Personen g e- kommen und hätten beide Male das Gleiche verlangt. Als er sich das zweite Mal geweigert habe, hätten sie ihn umbringen wollen. Da jemand dazwischen gekommen sei, hätten sie sich davongemacht. Am 9. D e- zember 2011 habe ihn ein Mann mit seinem Auto umbringen wollen, als er die Strasse überquert habe. Er sei gerannt und h abe damit sein Leben gerettet. D-193/2012 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM g e- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bunde s- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreic hung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 1.4. Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge - fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indessen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerd e- eingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren B e- gründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden we r- den kann. 1.5. Die Eröffnung der angefochtenen Verfügung kann mangels Vorliegen entsprechender Belege wie Rückschein oder Empfangsbestätigung nicht festgestellt werden. Gestützt auf die Auskunft des BFM per E-Mail soll die vorinstanzliche Verfügung am 31. Mai 2011 ausgehändigt worden sein. Mangels Zustellcouvert und Eingangsstempel kann a uch nicht festgestellt werden, wann die Beschwerde den schweizerischen Behörden zugega n- gen ist. Gestützt auf die Angaben des BFM und zugunsten des B e-D-193/2012 Seite 7 schwerdeführers wird unter den gegebenen Umständen von der Rech t- zeitigkeit der Beschwerdeerhebung ausgegangen. 1.6. Die Beschwerdeeingabe vom 3. Juni 2011 enthält zwar keine eige n- händige Unterschrift des Beschwerdeführers und aus den Akten ist kein Vertretungsverhältnis ersichtlich. Gestützt darauf leidet die Eingabe vom 3. Juni 2011 unter einem Formmangel. Da indessen die Eingabe des B e- schwerdeführers vom 22. Dezember 2011, welche eine eigenhändige U n- terschrift enthält, als Beschwerdeergänzung und damit als Teil seiner B e- schwerde zu betrachten ist, kann praxisgemäss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerde vom Beschwerdeführer unterzeichnet ist. Den Akten können zudem keine Hinweise entnommen werden, gestützt auf welche davon auszugehen wäre, dass die Eingaben vom 3. Juni 2011 und vom 22. Dezember 2011 nicht als Einheit zu betrachten wären. 1.7. Auf die – abgesehen von den erwähnten Mängeln – trotzdem insge- samt frist - und formgerechte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bund esrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmu ng eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachst e- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ist die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freihei t aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder D-193/2012 Seite 8 aber wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint. 4.2. Gemäss Art. 3 AsylG wird ein Ausländer als Flüchtling anerkannt, wenn er in seinem Heimatstaat oder im Land, wo er zuletzt wohnte, we - gen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehöri gkeit zu einer bestimm - ten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Anschauungen erns t- haften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten n a- mentlich die Gefährdung von L eib, Leben oder Freiheit sowie Massna h- men, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland be- findet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der An - wendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu prüfen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung erforderli- chen Schutz gewähren soll. Dabei sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglic h- keit und objektive Zumutbarkeit der and erweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs - und Assimilationsmöglichkeiten in B e- tracht zu ziehen (vgl. Zusammenfassu ng der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5. 5.1. Zunächst ist aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers übe r- einstimmend mit der Vorinstanz darauf zu schliessen, dass die von ihm vorgebrachten Schwierigkeiten mit den äthiopischen Behörden in asy l- rechtlicher Hinsicht relevant erscheinen können. Im Hinblick auf die E r- wägungen in Ziff. 5.2 die ses Urteils kann die Frage, ob der Beschwerd e- führer tatsächlich einer Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt ist, ebenso offen bleiben wie die Frage, ob seine Vorbringen als glaubhaft zu erachten sind oder nicht, da es ihm selbst im Fall einer Bej ahung einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung und der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zuzumuten ist, sich trotzdem weiterhin C.______ aufzuhalten. D-193/2012 Seite 9 5.2. Mit Blick auf die Frage, ob es dem Beschwerdeführer zugemutet wer - den kann, sich in einem anderen Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (Art. 20 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 2 AsylG), ergibt die Prüfung der Akten, dass sich die diesbezüglichen Erwägungen in der angefochtenen Verfü - gung als zutreffend erweisen. Der Beschwerdeführer befindet sich g e- mäss seinen An gaben in der Eingabe vom 15. Januar 2011 (vgl. A8/1) seit Dezember 2007 C._______, wo er gestützt auf seine Aussagen und die eingereichte Kopie seines Flüchtlingsausweises vom UNHCR als Flüchtling registriert ist. Es mag zutreffen, dass es C._______ in verein- zelten Fällen zu Entführungen von äthiopischen Staatsangehörigen ge- kommen ist. Die Tatsache indessen, dass der Beschwerdeführer seit etwa 4 Jahren als Flüchtling C._______ lebt, spricht im Ergebnis dagegen, dass hinsichtlich seiner Person diesbezüglich eine konkrete Gefahr b e- steht. Soweit er behauptet, er werde C._______ fast täglich von Mitgli e- dern der EPRDF beziehungsweise von Vertretern der äthiopischen B e- hörden verfolgt, misshandelt und mit dem Tod bedroht, bestehen erhebl i- che Zweifel an seinen Angaben. So sind seine diesbezüglichen Aussagen durchwegs substanzlos und eintönig ausgefallen; vielmehr erscheinen sie so oberflächlich, dass sie auch von einer Drittperson nacherzählt worden sein könnten. Ein persönlicher Bezug zum Beschwerdeführer oder Ang a- ben, welche auf ein persönliches Erleben der geltend gemachten Situat i- onen Hinweise ergeben würden, fehlen den Vorbringen. Zudem trifft es – entgegen den Aussagen des Beschwerdeführers – nicht zu, dass der UNHCR nichts für die von ihm registrierten Personen unternimmt. Vie l- mehr werden diese einem Flüchtlingslager zugewiesen, wo ihnen eine Unterkunft, Verpflegung und – soweit nötig – medizinische Betreuung zu- kommt. Eine allenfalls erfolgte Festnahme des Beschwerdeführers C._______ dürfte somit vielmehr darin begründet liegen, dass er sich bi s- her offenbar geweigert hat, sich in dem ihm zugewiesenen Flüchtlingsl a- ger aufzuhalten. Dass sich der UNHCR in keiner Weise für ihn eingesetzt hätte, ist im Übrigen eine blosse Behauptung des Beschwerdeführers, welche mit den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts, wonach der UNHCR durchaus bemüht ist, sich C._______ aufhaltende Flüchtlin- ge zu unterstützen, in Widerspruch steht. Folglich sind die vorgebrachten Nachteile C._______ nicht als glaubhaft zu betrachten. Im Übrigen ist es dem Beschwerdeführer grundsätzlich zuzumuten, sich künftig in dem ihm zugewiesenen Flüchtlingslager aufzuhalten, um allfäl lige weitere Inhafti e- rungen und allfällige andere Probleme zu vermeiden. Im vorliegenden Fall tritt hinzu, dass beim Be schwerdeführer keinerlei Anhaltspunkte für eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz bestehen. Eine Abwägung D-193/2012 Seite 10 der Gesamtumstände im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AsylG führt somit vor- liegend zum Schluss, dass ihm ein Verbleib C._______ zuzumuten ist. 6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bu n- desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers aus d em Ausland zu Recht abgelehnt und ihm die Einreise in die Schweiz verweigert. Die Be - schwerde ist deshalb abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal - tungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhe - bung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-193/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizer Vertretung in B._______ und das BFM. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: