A bteilung IV D -3083/2007 spn/m al {T 0/2} U rteil vom 10. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter W espi, R ichter Scherrer, G erichtsschreiber M auerhofer A ._______, geboren _______, Benin, vertreten durch lic. iur. C hristian Affentranger, R echtsanw alt und N otar, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. A pril 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw ei- sung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer – eigenen Angaben zufolge ein Staatsangehöriger von Be- nin aus dem D orf B._______ (im Südw esten von Benin) – am 12. O ktober 2005 in der Schw eiz um Asyl ersuchte, dass er am 17. O ktober 2005 vom BFM kurz befragt und am 28. N ovem ber 2005 von der zuständigen kantonalen Behörde zu seinen G esuchsgründen angehört w urde, dass er dabei betreffend seine H erkunft angab, zw ar stam m e sein Vater ursprünglich aus N igeria und seine M utter ursprünglich aus Togo, er sei aber ein Staatsangehöriger von Benin, da er dort geboren und aufgew achsen sei (vgl. act. A1, Ziff. 1.6 und Ziff. 12, sow ie A8, S. 15 unten), dass er zur Begründung seines G esuches zur H auptsache geltend m achte, er habe sei- ne H eim at im Septem ber 2005 verlassen, da er befürchtet habe, er w erde – w ie schon sein Vater, sein Bruder und seine M utter – von seinem O nkel um gebracht, dass er in diesem Zusam m enhang ausführte, seine Fam ilie habe in B._______ eine Palm ölplantage besessen, w o auch sein O nkel eine Palm ölplantage besitze, die Plantage seiner Fam ilie sei jedoch besser gew esen, als jene des O nkels, dass m utm asslich aus diesem G rund sein Vater im Jahre 2002 vom O nkel anlässlich ei- ner Tauffeier vergiftet w orden sei, dass die Fam ilie nach diesem Ereignis nicht zur Polizei, sondern zum Q uartierchef ge- gangen seien, w elcher aber Angst gehabt habe, da der O nkel viel von Voodoo verstehe, dass der O nkel nach dem Tod des Vaters ihre Plantage für sich beansprucht und ihnen das Betreten derselben verboten habe, dass sein Bruder im Jahre 2004 an einem Schlangenbiss gestorben sei, nachdem er sich trotzdem auf ihre Plantage begeben habe, dass seine M utter im Jahre 2005 an Schw ellungen der H ände gestorben sei, nachdem sie den O nkel im Streit geohrfeigt habe, dass der Beschw erdeführer nach diesen Ereignissen – nach dem Tod seiner Angehöri- gen durch Voodoo – in B._______ bei einem H eiler gew ohnt habe, dass ihm dort eines N achts im Traum sein Vater erschienen sei und ihm zur Flucht aus- ser Landes geraten habe, da sein O nkel auch ihn elim inieren w olle, um endgültig an die Plantage der Fam ilie zu gelangen, dass er sich daraufhin noch in der gleichen N acht auf den W eg gem acht habe, um Benin zu verlassen, w orauf er per Anhalter nach C ._______ gelangt sei, von w o er m it einem Schiff Italien und anschliessend m it der Eisenbahn die Schw eiz erreicht habe, dass das BFM m it Verfügung vom 23. April 2007 – eröffnet am 27. April 2007 – in An- w endung von Art. 34 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eintrat, verbunden m it der Anordnung der W egw eisung aus der Schw eiz und des W egw eisungsvollzuges, 3 dass das BFM zur Begründung seines Entscheides ausführte, gem äss Beschluss des Bundesrates vom 8. D ezem ber 2006, in Kraft seit dem 1. Januar 2007, handle es sich bei Benin um einen verfolgungssicheren Staat, und m it seinen offensichtlich unglaubhaf- ten Vorbringen gelinge es dem Beschw erdeführer nicht, die Verm utung fehlender Verfol- gung zu w iderlegen, dass das BFM ferner den W egw eisungsvollzug als zulässig, zum utbar und m öglich er- kannte, dass der Beschw erdeführer – handelnd durch seinen R echtsanw alt – am 3. M ai 2007 gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhob, dass er in seiner Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und das Eintre- ten auf sein Asylgesuch, eventualiter die G ew ährung einer vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz, respektive die Sistierung des angeordneten W egw eisungsvollzuges und die Erteilung einer provisorischen Aufenthaltsbew illigung beantragte, dass er ferner um Erlass der Verfahrenskosten sow ie um unentgeltliche Verbeiständung durch seinen R echtsanw alt ersuchte, dass er in seiner Eingabe an seinen G esuchsvorbringen festhielt und geltend m achte, aufgrund der Vorkom m nisse, die zum Tod seiner Angehörigen geführt hätten, habe auch er den Tod befürchtet, und da er zudem von schlim m en Träum en geplagt w orden sei, w elche seine Furcht noch verstärkt hätten, habe er keinen anderen W eg gesehen, als seinen H eim atstaat zu verlassen, dass er im W eiteren angab, er w erde dem nächst eine Schw eizer Staatsangehörige hei- raten, der gem einsam e H eiratsw unsch sei beim zuständigen Zivilstandsam t deponiert und das zivilstandsam tliche Vorbereitungsverfahren sei am Laufen, dass er diesbezüglich geltend m achte, er w erde nach seiner H eirat, und dam it in Kürze, Anspruch auf Erteilung einer frem denpolizeilichen Aufenthaltsbew illigung haben, w es- halb eine Ausreise innert der ihm vom BFM angesetzten Ausreisefrist bis zum 23. M ai 2007 unverhältnism ässig, m ithin unzum utbar w äre, w eshalb sein Aufenthalt nach den frem denpolizeilichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln sei, dass die vorinstanzlichen Akten am 4. M ai 2007 beim Bundesverw altungsgericht eintra- fen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen des BFM auf dem G ebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ),4 dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]), dass die vorliegende Beschw erde – w ie nachfolgend aufgezeigt – offensichtlich unbe- gründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Be- schw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; ver- einfachtes Verfahren), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide auf die Ü ber- prüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beschw erdeinstanz bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Ver- fügung aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen lässt (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Asylrekurskom m ission [EM AR K], 2004 N r. 34, S. 240 f., Erw . 2.1.), dass dem nach die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgew ährung nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens bilden, dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie des W egw ei- sungsvollzuges m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht diesbe- züglich volle Kognition zukom m t, dass gem äss Art. 34 Abs. 2 AsylG auf G esuche oder Beschw erden von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten (sogenannte "safe countries") nicht eingetreten w ird, ausser es gebe H inw eise auf Verfolgung, dass die fehlende Verfolgung im H erkunftsland som it lediglich verm utet w ird und w ider- legt w erden kann, dass der Bundesrat Benin m it Beschluss vom 8. D ezem ber 2006, in Kraft seit 1. Januar 2007, zum "safe country" erklärt hat, in w elchem nach seinen Feststellungen Sicherheit vor Verfolgung besteht (Art. 34 Abs. 1 AsylG ), dass dieser Beschluss zw ar erst im Verlauf des Verfahrens ergangen ist, dieser U m - stand jedoch einer Anw endbarkeit von Art. 34 Abs. 2 AsylG nicht entgegen steht (vgl. dazu EM AR K 1994 N r. 6), dass dem nach die G rundvoraussetzung für einen N ichteintretensentscheid in Anw en- dung von Art. 34 AsylG erfüllt ist, dass som it auf das G esuch des Beschw erdeführers nicht einzutreten ist, es sei denn, seinen Vorbringen w ären H inw eise auf Verfolgung zu entnehm en, dass bei der Prüfung, ob H inw eise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein w eiter Verfol- gungsbegriff gilt, der alle erlittenen oder befürchteten N achteile um fasst, die von M en- schenhand zugefügt w erden, und zw eites nur einem tiefen Bew eism ass G enüge getan w erden m uss, w eshalb auf ein G esuch einzutreten ist, w enn Verfolgungshinw eise gel- tend gem acht w erden, die nicht bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbar sind (vgl. dazu EM AR K 2004 N r. 5 m .w .H .), dass aufgrund der Akten – im Sinne der Erw ägungen des BFM – festzustellen ist, dass 5 der Beschw erdeführer m it seinen offensichtlich unglaubhaften Vorbringen die Verm u- tung fehlender Verfolgung nicht zu w iderlegen verm ag, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers aufgrund der Akten als haltlos zu erkennen sind, da die behaupteten N achstellungen von Seiten eines O nkels, w elcher seine Ange- hörigen m ittels Voodoo um gebracht habe, vorab plakative Elem ente aufw eisen, durch- w egs oberflächlich sind und sich als insgesam t nicht nachvollziehbar erw eisen, dass auf Beschw erdeebene nichts Stichhaltiges vorgebracht w ird, w as einen anderen Schluss rechtfertigen könnte, dass dem zufolge – auch unter Berücksichtigung eines w eiten Verfolgungsbegriffes und eines tiefen Bew eism asses – keine rechtserheblichen H inw eise auf Verfolgung erkenn- bar sind, w eshalb der N ichteintretensentscheid in Anw endung von Art. 34 Abs. 2 AsylG zu bestätigen ist, dass die Anordnung der W egw eisung zu bestätigen ist, da der Beschw erdeführer – ab- gesehen vom bisherigen Asylbew erberstatus – zurzeit w eder über eine Aufenthaltsbe- w illigung verfügt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142. 311]; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass bei dieser Sachlage zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W eg- w eisung entgegenstehen, da die Vorinstanz eine vorläufige Aufnahm e anzuordnen hat (gem äss den Bestim m ungen des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), w enn der Vollzug der W egw ei- sung als unzulässig, unzum utbar oder unm öglich zu erkennen ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass aufgrund der bestehenden Aktenlage keine G ründe ersichtlich sind, die in rechtser- heblicher W eise gegen den vom BFM angeordneten Vollzug der W egw eisung sprechen, m ithin von der Zulässigkeit, Zum utbarkeit und M öglichkeit des W egw eisungsvollzuges auszugehen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, da der Beschw erdeführer keine H inw eise auf Verfolgung darzulegen verm ochte und auch keine glaubhaften Anhaltspunkte für eine m enschenrechtsw idrige Behandlung im Sinne von Art. 3 EM R K ersichtlich sind, dass in diesem Zusam m enhang festzuhalten ist, dass die vom Beschw erdeführer beab- sichtigte H eirat m it einer Schw eizer Staatsangehörigen dem W egw eisungsvollzug auch unter Berücksichtigung von Art. 8 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) nicht entgegen steht, dass die geltend gem achten H eiratspläne auch nicht gegen die Zum utbarkeit des W eg- w eisungsvollzuges sprechen, da eine H eirat durch einen allfälligen W egw eisungsvollzug nicht verunm öglicht w ürde und es dem Beschw erdeführer zuzum uten ist, das Ehevorbe- reitungsverfahren in seinem H eim atstaat abzuw arten, dass im Ü brigen – entgegen den anders lautenden Beschw erdevorbringen – kein Anlass zur Annahm e besteht, die beabsichtigte Eheschliessung stehe kurz bevor, sondern da- von auszugehen ist, es w ürden erst adm inistrative Vorbereitungen laufen, w elche gege- benenfalls noch M onate in Anspruch nehm en können, da der Beschw erdeführer w eiter- hin keine Identitätspapiere zu den Akten gereicht hat und sich zudem seine Angaben zu seiner Person gegenüber dem Zivilstandsam t von jenen im Asylverfahren teils deutlich 6 unterscheiden (vgl. Beschw erdebeilage 5), dass im Ü brigen im Falle des Beschw erdeführers – sow eit ersichtlich ein junger, gesun- der M ann, der über eine abgeschlossende Schulbildung verfügt – keine individuellen Vollzugshindernisse zu erblicken sind und auch die allgem einen Verhältnisse in Benin nicht gegen den Vollzug der W egw eisung sprechen, dass vorliegend schliesslich auch von der M öglichkeit des W egw eisungsvollzugs auszu- gehen ist, dass unter diesen U m ständen der angeordnete W egw eisungsvollzug zu bestätigen ist, m ithin die Anordnung einer vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht fällt, dass nach vorstehenden Erw ägungen die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die eingereichte Beschw erde als offensichtlich unbegründet im vereinfachten Verfahren abzuw eisen ist, dass aufgrund der gesam ten Aktenlage die Beschw erdeanträge als aussichtslos be- zeichnet w erden m üssen, w eshalb das G esuch um Erlass der Verfahrenskosten und um unentgeltliche Verbeiständung – unbesehen der geltend gem achten prozessualen Be- dürftigkeit – abzuw eisen ist (vgl. dazu Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG ), dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- dem Beschw erde- führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG sow ie Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben; Beilage: Einzah- lungsschein) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung (R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Lorenz M auerhofer Versand am :