<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00359</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106681&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00359</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.05.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Asbestsanierung des Stadthauses Kloten.<br/><br/>Anwendbares Recht (Erw. 1). Bewertung der Angebote (Erw. 2). Die Anbietenden haben keinen Anspruch darauf, dass über einen allfälligen Ausschluss vom Verfahren infolge Mängel der eingereichten Offerte mit separatem Entscheid vorweg entschieden wird (Erw. 4a). Untergeordnete Widersprüche zu den Ausschreibungsunterlagen rechtfertigen nicht den Ausschluss vom Verfahren (Erw. 4b). Eine Rücknahme des ursprünglichen Angebots durch nachträgliche Änderung der Offertsumme ist vor Ablauf der Geltungsdauer nicht möglich. Das nachträglich geänderte neue Angebot ist verspätet und damit unzulässig (Erw. 4d). Verletzt eine Partei verfahrensrechtliche Regeln, erhält sie ungeachtet ihres Obsiegens keine Parteientschädigung (E. 5b).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANGEBOT">ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSSGRUND">AUSSCHLUSSGRUND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMVORSCHRIFTEN">FORMVORSCHRIFTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KALKULATIONSFEHLER/-IRRTUM">KALKULATIONSFEHLER/-IRRTUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OFFERTMÃNGEL">OFFERTMÃNGEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISDIFFERENZ">PREISDIFFERENZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHNUNGSFEHLER">RECHNUNGSFEHLER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHREIBFEHLER">SCHREIBFEHLER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TEILNAHMEBEDINGUNGEN">TEILNAHMEBEDINGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSMÃNGEL">VERFAHRENSMÃNGEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 14 lit. I IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">§ 22 SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 26 lit. I d SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 27 SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 30 SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 31 lit. I SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2002 Nr. 52</span><br/><span class="gerade">RB 2002 Nr. 49</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Schreiben vom 5. September 2001 lud die Stadt X drei Unternehmer zur Einreichung von Angeboten fÃ¼r die Spritzasbest-Sanierung in fÃ¼nf Geschossen des Stadthau­ses X ein. Mit Beschluss vom 23. Oktober 2001 vergab der Stadtrat X die Arbeiten an die E AG, in ZÃ¼rich. Dieser Beschluss wurde der zweitplatzierten B AG, in Y, am 29. Oktober 2001 erÃ¶ffnet. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die B AG am 8. November 2001 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte den "Widerruf" der Vergabe und Neuentscheid durch die Beschwerdeinstanz, ev. die RÃ¼ckweisung an den Stadtrat X. Nachdem die Stadt X in der Beschwerdeantwort darauf hingewiesen hatte, dass sie die Arbeiten bereits am 2. November 2001 vergeben habe, Ã¤nderte die BeschwerdefÃ¼hrerin mit Replik vom 8. Fe­bruar 2002 ihr Begehren dahingehend ab, es sei festzustellen, dass die Vergabe der Bauarbeiten fÃ¼r die Asbestsanierung im Stadthaus X an die E AG rechtswidrig sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerde­gegnerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Stadt X liess die Abweisung der Beschwerde und Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung beantragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, im Rahmen der nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nde wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Ver­einbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach § 31 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) <br/> erfolgt der Zuschlag â sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt â auf das wirtschaftlich gÃ¼nstigste An­gebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis zu beachten, wo­bei neben dem Preis insbesondere die fol­genden Kriterien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen: QualitÃ¤t, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Ãkologie, ZweckmÃ¤s­sigkeit, technischer Wert, Ãsthetik, Kre­a­tivitÃ¤t, Lehrlingsausbildung, Infrastruk­tur.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die fÃ¼r eine Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien legt die vergebende Be­hÃ¶rde im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Um die notwen­dige Transparenz des Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B) zu gewÃ¤hrleisten, muss die Festlegung der Zuschlagskriterien zu Beginn des Verfahrens erfolgen, und sie sind den In­teressenten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV). Die Kriterien sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aufzufÃ¼hren oder es ist zumindest die relative Bedeutung, die den einzelnen Kriterien zukommt, ersichtlich zu machen (BGE 125 II 86 E. 7c; vgl. VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13 E. 3b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin ist diesen Anforderungen nachgekommen und hat in den Submissionsunterlagen unter dem Titel "Bewertung und Gewichtung der Zuschlagskriterien" Letztere wie folgt aufgelistet: "Offertsumme" mit einer Maximalpunktzahl von 100, "QualitÃ¤t (ArbeitsausfÃ¼hrung, Materialwahl)" mit einer Maximalpunktzahl von 25; die total maximale Punktzahl betrug mithin 125.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der VergabebehÃ¶rde steht beim Urteil darÃ¼ber, welches Angebot anhand der Zu­schlagskriterien das wirtschaftlich gÃ¼nstigste sei, ein erheblicher Ermessensspielraum zu (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a, mit Hinweisen). In dieses Ermessen greift das Verwaltungsgericht, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B; vgl. auch § 50 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG]) nicht ein. Zu prÃ¼fen ist dagegen eine allfÃ¤llige Ãber­schreitung oder ein Missbrauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVÃ¶B; vgl. § 50 Abs. 2 lit. c VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Was das Zuschlagskriterium der "Offertsumme" (preislich gÃ¼nstigstes Angebot) betrifft, so hat die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einer Offertsumme von Fr. 159'272.75 gemÃ¤ss Protokoll OffertÃ¶ffnung bzw. Fr. 177'511.05 gemÃ¤ss korrigierter Angebotssumme das tiefste Angebot eingereicht. Das Angebot der Mitbeteiligten E AG liegt mit Fr. 194'171.75 rund 22% (gegenÃ¼ber der Eingabesumme) bzw. 9,4% (gegenÃ¼ber der korrigierten Angebots­summe) Ã¼ber dem Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrt als Grund fÃ¼r den Zuschlag an die Mitbeteiligte in ihrer Beschwerdeantwort und in der Duplik zusammengefasst aus, bei der PrÃ¼fung der Offerten durch die Liegenschaften­verwaltung der Stadt X sei bei der wichtigsten Position der Offerte, der Asbestentfernung (Pos. 300) eine krasse Differenz festgestellt worden. WÃ¤hrend die Mitbeteiligte pro m2 Fr. 90.- eingesetzt habe und damit auf einen Offertpreis fÃ¼r diese Position von Fr. 103'500.- gekommen sei, habe die BeschwerdefÃ¼hrerin nur einen m2-Preis von Fr. 32.- eingesetzt, womit sich eine Offertsumme fÃ¼r diese Position von Fr. 36'800.- ergeben habe. Diese Preisdifferenz habe damit rund Fr. 70'000.- bzw. 300% betragen. Unter dem Aspekt der QualitÃ¤t kÃ¶nne es sich die Beschwerdegegnerin nicht leisten, gerade in der Hauptarbeit einen Unternehmer ein­zusetzen, der offensichtlich falsch kalkuliert habe, so dass eine sorgfÃ¤ltige ArbeitsausfÃ¼hrung nicht gewÃ¤hrleistet sei. Die Asbestentfernung hÃ¤nge wesentlich von der QualitÃ¤t der Arbeit ab, d.h. wie sauber abgekratzt und entsorgt werde. Aufgrund dieser krassen Diskrepanz habe die Liegenschaftenverwaltung am 10. Oktober 2001 mit dem Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin telefoniert und dieser mitgeteilt, bezÃ¼glich der Pos. 301 habe der Konkurrent Fr. 90.-/m2 eingesetzt, weshalb etwas nicht stimmen kÃ¶nne. Herr F von der Beschwer­defÃ¼hrerin habe am gleichen Tag in einem RÃ¼ckruf erklÃ¤rt, es sei ein Fehler passiert, er mÃ¼sse in jener Position Fr. 48.-/m2 einsetzen, was zu einer PreiserhÃ¶hung auf Fr. 55'200.- fÃ¼r diese Position fÃ¼hre. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe damit das Angebot berichtigt und eine Preiskorrektur so vorgenommen, dass sie immer noch im Gesamten unter der Offerte der Konkurrentin zu liegen komme. <br/> <br/> Da es sich bei dieser Korrektur nicht um eine Berichtigung eines sichtbaren Rechnungs- oder Schreibfehlers, sondern um einen Kalkulationsirrtum gehandelt habe, sei dieses Korrekturangebot am 10. Oktober 2001 verspÃ¤tet eingegangen. Weiter sei das Zuschlagskriterium der QualitÃ¤t nicht erfÃ¼llt. Ein Kalkulationsfehler in der wichtigsten Vergabeposition bei der Asbestentfernung weise auf eine unseriÃ¶se Offertstellung hin. Der RÃ¼ckschluss auf die Vertragsleistung sei zulÃ¤ssig. Schliesslich habe die BeschwerdefÃ¼hrerin die Ausschreibungsunterlagen abgeÃ¤ndert, indem sie ihrem Angebot ein abgeÃ¤ndertes Leistungsverzeich­nis beifÃ¼gte. Darin sei insbesondere unter der Pos. 11.113.00 betreffend bauseitig zu erbrin­gende Leistungen die Rede von der ZurverfÃ¼gungstellung einer Bauschuttmulde fÃ¼r asbestfreie AbfÃ¤lle, wÃ¤hrenddem auf S. 3, Pos. 307 "Abfallentsorgung" der Submissionsbedingungen ausdrÃ¼cklich festgehalten sei, dass keine Mulden zur VerfÃ¼gung stÃ¼nden. Damit sei der Leistungsinhalt abgeÃ¤ndert worden. Die Nicht-Be­rÃ¼ck­sichtigung des Angebotes der BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. deren Ausschluss sei zu Recht erfolgt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Diesen AusfÃ¼hrungen hÃ¤lt die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift und in ihrer Replik entgegen, allein aufgrund eines Preises kÃ¶nne grundsÃ¤tzlich keine verlÃ¤ssliche Aussage zur QualitÃ¤t der offerierten Arbeit gemacht werden. Es treffe zu, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund einer Nachkontrolle feststellte, dass ihr bei der fraglichen Leis­tungsposition "Asbest-Entfernung" (Pos. 300 bzw. 301) ein interner Rechnungs- oder Kalkulationsfehler unterlaufen war. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe versehentlich vergessen, auch die Kosten fÃ¼r den RÃ¼ckbau sÃ¤mtlicher Schutzabdeckungen einzurechnen. Diesen Rech­nungs- oder Kalkulationsfehler habe die BeschwerdefÃ¼hrerin telefonisch mitgeteilt, was weder submissionsrechtlich unzulÃ¤ssig noch verwerflich sei. Die Beschwerdegegnerin sei rechtlich in keiner Weise verpflichtet gewesen, das berichtigte Angebot entgegenzuneh­men. Entgegen den AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin sei die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht vom Submissionsverfahren <i>ausgeschlossen</i> worden. Ein rechtsgÃ¼ltiger Verfahrens­aus­schluss wÃ¼rde die Einhaltung der ordentlichen VerfÃ¼gungsform erfordern. Eine derartige Mitteilung, wonach sie vom Verfahren ausgeschlossen worden sei, habe die Beschwerde­fÃ¼hrerin jedoch nicht erhalten. In materieller Hinsicht wÃ¼rde ein Verfahrensausschluss das Vorliegen eines Ausschlussgrundes nach § 26 SubmV voraussetzen. Ein derartiger Grund liege hier nicht vor. Die blosse Abgabe eines falschen Einheitspreises stelle von vorn­herein keine "falsche Auskunft" im Sinn von § 26 Abs. 1 lit. b SubmV dar. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe auch nicht unzulÃ¤ssigerweise den Angebotstext abgeÃ¤ndert, indem sie eigene spezielle Bedingungen (drittletztes Blatt) in ihre Offerte integrierte. Schliesslich habe die BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht gegen das Verbot von Angebotsrunden verstossen. Der offerierte falsche Einheitspreis sei wegen eines internen Rechnungs- oder Kalkulations­­fehlers der BeschwerdefÃ¼hrerin zustande gekommen. Diesen Fehler habe die Beschwer­de­fÃ¼hrerin jedoch weder zu einer Nachforderung noch zu minderwertiger Leistung berechtigt. Vielmehr wÃ¤re die BeschwerdefÃ¼hrerin verpflichtet gewesen, den Auftrag zum offerier­ten Preis fachgerecht auszufÃ¼hren und sie wÃ¤re hierzu auch bereit gewesen. Die Anfrage der Liegenschaftenverwaltung X sei submissionsrechtlich insofern unkorrekt gewe­sen, als sich diese zuerst an die mitbeteiligte E AG gewandt und diese direkt mit dem Konkurrenzpreis konfrontiert habe und anschliessend an die BeschwerdefÃ¼hrerin gelangte und auf die grosse Differenz hinwies. Aus dem Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Rechnungsfehler zu berichtigen versuchte, kÃ¶nne die Beschwerdegegnerin nichts zu ihren Guns­ten ableiten. Selbst unter BerÃ¼cksichtigung der nachtrÃ¤glichen PreiserhÃ¶hung sei das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin preislich immer noch weit unter dem Konkurrenzange­bot gelegen. Die Beschwerdegegnerin sei nicht verpflichtet gewesen, auf das nachtrÃ¤glich erhÃ¶hte Angebot einzutreten. Die QualitÃ¤t der offerierten Arbeit sei in keiner Weise in Frage gestanden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. MÃ¤ngel einer Offerte kÃ¶nnen zum Ausschluss der betreffenden Anbieterin vom Verfahren fÃ¼hren. Diese Rechtsfolge ist jedoch nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesentliche MÃ¤ngel handelt (vgl. VGr, 16. Juni 1999 = RB 1999 Nrn. 4, 61 = BEZ 1999 Nr. 25 = ZBl 101/2000, S. 265 E. 6). § 26 Abs. 1 lit. d SubmV sieht den Ausschluss vor, wenn ein An­bieter wesentliche Formvorschriften verletzt hat, insbesondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots oder Ãnderung des Angebotstextes. Auch nach Art. 19 Abs.</span> <span>3 des Bundesgesetzes vom 16.</span> <span>Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (BoeB) sind nur Angebote mit wesentlichen Form­fehlern vom Verfahren auszuschliessen. Diese Vorschriften sind Ausdruck des aus Art. 29 der Bundesverfassung abgeleiteten Verbots des Ã¼berspitzten Formalismus (vgl. Eid­genÃ¶ssische Rekurskommission Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 18. Dezember 1997, Baurecht 4/98 S. 126 Nr. 334; dazu Bemerkung Peter Gauch, Baurecht 4/98, S. 127).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin muss einem Anbieter der Ausschluss vom Verfahren nicht mit einer eigenstÃ¤ndigen VerfÃ¼gung erÃ¶ffnet werden. Dies gilt nicht nur beim Ausschluss infolge NichterfÃ¼llen der Eignungskriterien (vgl. RB 2000 Nr. 70 E. 6c = BEZ 2000 Nr. 25), sondern auch beim Ausschluss infolge MÃ¤ngel der eingereichten Offerte. Es steht der vergebenden BehÃ¶rde frei, im Rahmen des Zuschlages Ã¼ber den Ausschluss zu befinden. In solchen FÃ¤llen impliziert die ZuschlagsverfÃ¼gung den Ausschluss (vgl. EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, Entscheid vom 7. November 1997 in: Baurecht 4/98, S. 126 Nr. 335 E. 3; Entscheid vom 8. Februar 2000 in: Baurecht 4/2000, S. 124 Nr. S30). Dem nicht berÃ¼cksichtigten Anbieter entsteht dadurch kein Rechtsnachteil, kann er doch mit der Anfechtung der ZuschlagsverfÃ¼­gung auch geltend machen, er sei zu Unrecht vom Verfahren ausgeschlossen worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat der ausgefÃ¼llten Offerte neben einer Referenzliste sowie einer PrÃ¤sentation der Firma eine Seite "Spezielle Bedingungen bei Arbeiten mit asbesthaltigen Stoffen" beigefÃ¼gt. Es handelt sich dabei vorwiegend um Massnahmen, wel­che der Unternehmer bei Arbeiten mit asbesthaltigen Stoffen zu berÃ¼cksichtigen hat, so die Beachtung einschlÃ¤giger Verordnungen und Richtlinien sowie SUVA-MerkblÃ¤tter, die Unterweisung der an den Arbeiten beteiligten Personen Ã¼ber die Gesundheitsrisiken und ent­sprechenden Personen- und Umweltschutzmassnahmen, das Verbot der Freilegung und Bearbeitung von asbesthaltigen Stoffen vor Sanierungsbeginn, die Anordnung, dass UnterdruckhaltegerÃ¤te auch ausserhalb der Arbeitszeit eingeschaltet sein mÃ¼ssen, die Garantie der Einhaltung bestimmter RaumluftqualitÃ¤t, die Information des verantwortlichen Chauffeurs bei Transport der asbesthaltigen AbfÃ¤lle usw. Daneben enthÃ¤lt dieses Beiblatt auch den Hinweis, dass bauseits eine "Bauschuttmulde fÃ¼r asbestfreie AbfÃ¤lle" zur VerfÃ¼gung zu stellen ist. Letzteres steht in Widerspruch zu den Ausschreibungsunterlagen, S. 3, Pos. 307 "Abfallentsorgung", wonach keine Mulden zur VerfÃ¼gung stehen. Dieser Widerspruch ist aber vÃ¶llig untergeordneter Natur und hÃ¤tte auf einfachste Weise bereinigt werden kÃ¶nnen. Er rechtfertigt auf keinen Fall den Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren, weil diese den Angebotstext unzulÃ¤ssigerweise abgeÃ¤ndert habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Auch der Kalkulationsirrtum, welcher der BeschwerdefÃ¼hrerin unterlaufen sei, bzw. die krasse Differenz in der Position "Asbestentfernung" rechtfertigt keinen Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren. Vorab ist festzuhalten, dass der Vergleich einzelner Positionen zwischen den einzelnen Anbietern oft wenig aussagekrÃ¤ftig ist. Dies zeigt sich sehr schÃ¶n im vorliegenden Fall, wo die BeschwerdefÃ¼hrerin wohl hinsichtlich der Position 300 "Asbestentfernung" einen Offertpreis eingesetzt hatte, welcher nur rund 1/3 jenem der Mitbeteiligten entsprach, anderseits aber in der Position 101 "Baustelleninstallation" mit Fr. 50'000.- einen Preis einsetzte, welcher mehr als viermal so hoch war wie jener des Mitbewerbers (Fr. 12'000.-). Gesamthaft gesehen lag das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin rund 22% (Eingabesumme) bzw. 9,4% (korrigierte Angebotssumme) unter dem Angebot der Mitbeteiligten, was bei der vorliegenden Arbeitsgattung nicht als aussergewÃ¶hn­lich bezeichnet werden kann. Zudem spricht die Submissionsverordnung kein grundsÃ¤tzliches Verbot von Unterangeboten aus (RB 1999 Nr. 55 = BEZ 1999 Nr. 13; auch zum Folgenden). Nach § 30 SubmV kann die Vergabestelle, wenn sie ein Angebot erhÃ¤lt, das un­gewÃ¶hnlich niedriger ist als andere eingereichte Angebote, beim Anbieter Erkundigungen einziehen, um sich zu vergewissern, dass dieser die Teilnahmebedingungen einhalten und die Auftragsbedingungen erfÃ¼llen kann; unzulÃ¤ssig ist auf jeden Fall ein Ausschluss, ohne dass der Anbieter Gelegenheit erhalten hat, die SeriositÃ¤t seines Angebots darzutun. Vorbehalten ist der Ausschluss von Angeboten, die gegen Vorschriften des Wettbewerbsrechts verstossen, namentlich beim Versuch eines marktmÃ¤chtigen Anbieters (oder eines Zusammenschlusses von Bietern; vgl. § 26 Abs. 1 lit. e SubmV), die Mitbewerber durch gezieltes Unterbieten ihrer Preise vom Markt zu verdrÃ¤ngen. FÃ¼r Letzteres bestehen hier keinerlei Anhaltspunkte. Vorliegend hÃ¤tte es mithin genÃ¼gt, wenn die Beschwerdegegnerin sich bei der BeschwerdefÃ¼hrerin vergewissert hÃ¤tte, dass diese die Teilnahmebedingungen einhÃ¤lt und die Auftragsbedingungen erfÃ¼llt. Es bestand kein Grund, aus der Preisdifferenz zu schliessen, die BeschwerdefÃ¼hrerin werde die Arbeiten, insbesondere die Asbestentfernung selber, qualitativ nicht einwandfrei ausfÃ¼hren. Hierzu bestand umso weniger Anlass, als die BeschwerdefÃ¼hrerin auf Schadstoffsanierungen, insbesondere Asbest, spezialisiert ist und gemÃ¤ss Referenzliste schon bei verschiedenen grÃ¶sseren Vorhaben Asbestsanierungen vorgenommen hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Wer im Submissionsverfahren eine Offerte einreicht, bleibt wÃ¤hrend einer bestimmten Zeit an dieses Angebot gebunden. Eine Ãnderung dieses Angebots ist wÃ¤hrend dessen Geltungsdauer nur zulÃ¤ssig, soweit es um die Berichtigung offensichtlicher Fehler wie Rechnungs- oder Schreibfehler im Sinn von § 27 Abs. 2 SubmV geht. </span>Der "Kalkulationsirrtum" der BeschwerdefÃ¼hrerin war kein solcher Fehler: Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 8. November 2001 ausfÃ¼hrt, hat sie am 9. Oktober 2001 ihr Angebot auf Fr. 177'511.05 korrigiert. Diese Ãnderung der Offertsumme gab nur dann Sinn und kann nicht anders verstanden werden, als dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr ursprÃ¼ng­liches Angebot nicht mehr aufrecht erhalten wollte. Eine RÃ¼cknahme des <i>ursprÃ¼nglichen </i>Angebots vor Ablauf der Geltungsdauer ist jedoch nicht mÃ¶glich. Das <i>nachtrÃ¤gliche </i>neue Angebot ist dagegen verspÃ¤tet und damit unzulÃ¤ssig. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) <span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 i.V. mit § 70 VRG). Ein Anspruch auf ParteientschÃ¤digung steht ihr von vornherein nicht zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die VergabebehÃ¶rde darf den Vertrag mit dem von ihr ausgewÃ¤hlten Anbieter erst dann abschliessen, wenn sie nicht mehr damit rechnen muss, dass gegen ihren Entscheid eine Beschwerde eingeht oder einer ein­gegangenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt wird (Art. 14 Abs. 1 IVÃ¶B). Im Sinn einer einfach zu handhabenden Regel ist es ihr erlaubt, den Vertrag zu schliessen, sobald ihr vom Verwaltungsgericht eine Frist fÃ¼r die Be­schwerdeantwort angesetzt wird, ohne dass gleichzeitig eine â allenfalls vorlÃ¤ufige â Anordnung betreffend Erteilung der aufschiebenden Wirkung getroffen wird (RB 1999 Nr. 66 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372 E. 1). Diese Regel hat die Beschwerdegegnerin vorliegend missachtet, indem sie den Vertrag Ã¼ber die Asbestentfernung bereits am 2. No­vember 2001 und damit weit vor der Fristansetzung fÃ¼r eine Beschwer­deantwort abschloss. Der allgemeine Hinweis auf âgesundheitliche ErwÃ¤gungenâ vermag keine aus­serordentliche Dringlichkeit zu begrÃ¼nden, die zu einer Durch­­brechung der allgemeinen Regel fÃ¼hren wÃ¼r­de. Hat sich somit die Beschwerdegegnerin Ã¼ber verfahrensrechtliche Re­geln hinweggesetzt, so rechtfertigt es sich ungeachtet ihres Obsiegens nicht, ihr eine ParteientschÃ¤digung zuzuspre­chen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N.34).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>