A bteilung IV D -5457/2007 gar/geg {T 0/2} U rteil vom 21. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter R obert G alliker, Fulvio H aefeli, G érald Bovier, G erichtsschreiber G regor G eisser A._______, unbekannter H erkunft, angeblich Irak, (...), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 9. A ugust 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw ei- sung / (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer am 8. N ovem ber 2005 erstm als in der Schw eiz um Asyl nachsuchte und in der Folge für die Schw eizer Behörden als verschw unden galt, w eshalb das seinerzeit laufende Verfahren durch das BFM als gegenstandslos gew orden abgeschrieben w urde, dass ebenso das zw eite vom Beschw erdeführer in der Schw eiz gestellte Asylgesuch vom 29. O ktober 2006 infolge seines unbekannten Aufenthalts durch die Vorinstanz form ell erledigt w urde, dass der Beschw erdeführer unter der rubrizierten Identität, nam entlich als irakischer Staatsangehöriger - ohne rechtsgenügliche D okum ente einzureichen - am 26. Juni 2007 zum dritten M al in der Schw eiz um Asyl ersuchte, dass er anlässlich der sum m arischen Befragung im B._______ vom 3. Juli 2007 im W esentlichen geltend m achte, er sei schon vorher in der Schw eiz gew esen, entsprechend hier bleiben und ein norm ales Leben führen zu w ollen, dass ihm sein G rossvater seinerzeit denn auch em pfohlen habe, seine H eim at zu verlassen, in w elcher vor Jahren sein Vater erm ordet w orden sei, dass eine vom BFM (Fachstelle "Lingua") beauftragte Expertenperson am 24. Juli 2007 in Form eines Telefongesprächs m it dem Beschw erdeführer eine landeskundlich- kulturelle und linguistische Analyse zur Verifizierung seines Sozialisierungsortes durchführte, dass das Bundesam t dem Beschw erdeführer am 30. Juli 2007 zu den R esultaten der Lingua-Analyse und zum beabsichtigten Erlass einer N ichteintretensverfügung das rechtliche G ehör gew ährte, dass das BFM m it Verfügung vom 9. August 2007 - eröffnet am 13. August 2007 - in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 15. August 2007 (Poststem pel) gegen die- sen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht sinngem äss Beschw erde einreichte, dass die vorinstanzlichen Akten am 16. August 2007 beim Bundesverw altungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Ver-3 w altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde, an deren Form als Laienbeschw erde keine allzu hohen Anforderun- gen zu stellen sind, einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (Entscheidun- gen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell zu prüfen hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf Asylgesuche nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel fest- steht, dass das Bundesam t seinen auf den Tatbestand der Identitätstäuschung fussenden Ent- scheid im Kern auf die R esultate der vorerw ähnten Lingua-Analyse stützt, dass es in seinen Entscheiderw ägungen m it Verw eis auf die Expertise im W esentlichen das N ichtw issen beziehungsw eise m angelhafte W issen des Beschw erdeführers zur Stadt Bagdad, zur R egierungszeit Saddam H usseins, bezüglich traditioneller irakischer Kleidungsstücke, dortiger kulinarischer Spezialitäten sow ie der irakischen W ährung anführt, dass es im W eiteren die vom G utachter festgestellten D ifferenzen zw ischen der vom Be- schw erdeführer gesprochenen und der im Irak vorherrschenden Ausprägung der arabischen Sprache aufführt sow ie abschliessend zur Erkenntnis gelangt, der Beschw erdeführer habe die Behörden über seine Identität getäuscht, dass diese Schlussfolgerung der Vorinstanz nach Prüfung der Akten durch das Bundesverw altungsgerichts zu bestätigen und dem zufolge vorliegend der Tatbestand der Identitätstäuschung als erfüllt zu erachten ist, w obei vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erw ägungen verw iesen w erden kann (vgl. Art. 109 Abs. 3 BG G i.V.m . 4 Art. 6 AsylG ), dass dazu ergänzend festzuhalten bleibt, dass der in Art. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) definierte Begriff der Identität im asylrechtlichen Sinn unter anderem die Staatsangehörigkeit um fasst und in casu der Beschw erdeführer gem äss der bei den Akten liegenden Lingua-Analyse eindeutig ('sans équivoque') nicht, w ie von ihm geltend gem acht, aus dem Staatsgebiet des Irak stam m t, dass das Bundesverw altungsgericht Lingua-Analysen des BFM nicht als Sachverständi- gengutachten (Art. 12 Bst. e Vw VG ; Art. 57 ff. des Bundesgesetz vom 4. D ezem ber 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m . Art. 19 Vw VG ), sondern als schriftliche Auskünfte einer D rittperson (Art. 12 Bst. c Vw VG ; Art. 49 BZP i.V.m . Art. 19 Vw VG ) anerkennt, ihnen indessen - sofern bestim m te Anforderungen an die fachliche Q ualifikation, O bjektivität und N eutralität des Experten w ie auch an die inhaltli- che Schlüssigkeit und N achvollziehbarkeit der Analysen erfüllt sind - erhöhten Bew eis- w ert zum isst (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 14 E. 7 S. 89; 1998 N r. 34 S. 284 ff.), dass dem nach Lingua-Analysen - unter Vorbehalt der erw ähnten Voraussetzungen - ge- eignet sind, den N achw eis einer Identitätstäuschung in Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu erbringen (vgl. EM AR K 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.), dass dem im vorliegenden Fall zu beurteilenden Analysebericht m angels H inw eisen auf Voreingenom m enheit oder ungenügende Sachkenntnis des Experten beziehungsw eise auf fehlende Sorgfalt bei der Analysearbeit erhöhter Bew eisw ert zu bescheinigen ist, dass gestützt auf die Lingua-Analyse m it hinreichender Sicherheit als erstellt zu erachten ist (vgl. EM AR K 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.), dass der Beschw erdeführer nicht, w ie von ihm geltend gem acht, aus dem Irak (Bagdad) stam m t, und som it von einer Identitätstäuschung durch Angabe einer tatsachenw idrigen Staatsangehörigkeit auszugehen ist, dass der Beschw erdeführer dieser Einschätzung bereits im R ahm en des ihm vorinstanz- lich gew ährten rechtlichen G ehörs keine stichhaltigen Argum ente entgegenzuhalten ver- m ochte, zum al er sein N ichtw issen - w enig überzeugend - m it seinem jugendlichen Alter beim Verlassen des Iraks [Alter von 14 respektive 15 Jahren, vgl. C 1 S. 4] bezie- hungsw eise - pauschalisierend - m it G edächtnislücken zu erklären versuchte, dass er der Verfügung des BFM ebenso in seiner Beschw erdeeingabe nichts Substan- zielles entgegenhält, vielm ehr an seiner irakischen Staatsangehörigkeit festhält sow ie lediglich seine bereits anlässlich der Kurzbefragung angesprochene Perspektivenlosig- keit m it Bezug auf seine angebliche H eim at w iederholt, dass das BFM nach dem G esagten zu R echt in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG ), vorlie- gend der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt hat und der Beschw erdeführer zu- dem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 21), w es- halb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und dem nach vom Bundesam t zu R echt angeordnet w urde, dass das Bundesam t, ist der Vollzug nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich, 5 das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern regelt (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesge- setzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]), dass die Zulässigkeit, Zum utbarkeit und M öglichkeit des Vollzugs grundsätzlich von Am - tes w egen zu prüfen ist, diese U ntersuchungspflicht jedoch nach Treu und G lauben ihre G renzen an der M itw irkungspflicht der beschw erdeführenden Person findet (Art. 8 AsylG ), die im Ü brigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG ), und es nicht Sache des Bundesverw altungsgerichts ist, nach allfälligen W egw eisungshindernissen in hypothetischen H erkunftsländern zu forschen, dass der Beschw erdeführer deshalb die Folgen seiner m angelhaften M itw irkung respek- tive Verheim lichung seiner w ahren Identität und H erkunft zu tragen hat, indem verm u- tungsw eise davon auszugehen ist, es w ürden einer W egw eisung in den tatsächlichen H eim atstaat keine landes- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG entgegenstehen (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 3.2.2. S. 4 f.), dass nach dem G esagten som it keine W egw eisungshindernisse vorliegen und der vom Bundesam t verfügte Vollzug der W egw eisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst a VG G i.V.m . Art. 1 bis 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Be- schw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (durch Verm ittlung des BFM , B._______, m it der Bitte, dieses U rteil dem Beschw erdeführer gegen beigelegte Em pfangsbestätigung auszuhändigen, ihm die Verfügung notfalls zu übersetzen und die Em pfangsbestätigung dem Bundesverw altungsgericht zukom m en zu lassen; Beilagen: Einzahlungsschein, Em pfangsbestätigung) - das BFM , B._______, m it der Bitte, die beigelegte Beschw erdeakte in Kopie im D ossier abzulegen (R ef.-N r. [...]; vorab per Telefax) - C ._______ (per Telefax) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: R obert G alliker G regor G eisser Versand am :