<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2C_398/2007 /ble </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 30. August 2007 </div> <div class="para">II. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Hungerbühler, Müller, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Dubs. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Mathias Reinhart, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Amt für öffentliche Sicherheit, Ausländerfragen, des Kantons Solothurn, Ambassadorenhof, 4509 Solothurn, </div> <div class="para">Haftgericht des Kantons Solothurn, Franziskanerhof, Barfüssergasse 28, 4502 Solothurn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Verlängerung der Ausschaffungshaft gemäss <span class="artref">Art. 13b Abs. 2 ANAG</span>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das Urteil des Haftgerichts des Kantons Solothurn vom 19. Juli 2007. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">1.1 X.________ (geb. 1982), nach eigenen Angaben aus Mauretanien stammend, reiste am 13. Oktober 2001 in die Schweiz ein und stellte in Vallorbe ein Asylgesuch. Das Bundesamt für Flüchtlinge (heute Bundesamt für Migration) trat mit Entscheid vom 6. Mai 2002 auf das Asylgesuch nicht ein und wies X.________ aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobene Beschwerde lehnte die Schweizerische Asylrekurskommission am 14. Juni 2002 ab. </div> <div class="para">Am 16. Mai 2002 stellte das mauretanische Konsulat in Genf für X.________ einen Laissez-passer aus; den damals zuständigen Behörden des Kantons Freiburg gelang es jedoch nicht, den Betroffenen aus der Schweiz auszuschaffen. Darauf wurde ein zweiter Laissez-passer ausgestellt und auf den 2. September 2003 ein Flug gebucht. X.________ galt jedoch ab dem 1. September 2003 als verschwunden und trat den Flug nicht an. </div> <div class="para">Am 27. Dezember 2004 ersuchte X.________ ein zweites Mal um Asyl und wurde dem Kanton Solothurn zugeteilt. Das Asylgesuch wurde am 30. Juni 2005 als gegenstandslos abgeschrieben, nachdem X.________ am 31. März 2005 erneut untergetaucht war. Am 28. September 2006 wurde er in Genf angehalten und am Tag darauf in den Strafvollzug versetzt. </div> <div class="para">1.2 Im Anschluss an die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nahm das Amt für öffentliche Sicherheit des Kantons Solothurn X.________ am 30. Januar 2007 für drei Monate in Ausschaffungshaft, welche vom Haftgericht des Kantons Solothurn am 31. Januar 2007 genehmigt und am 26. April 2007 um drei Monate verlängert wurde. Mit Urteil vom 19. Juli 2007 bewilligte das Haftgericht eine (weitere) Verlängerung der Ausschaffungshaft bis zum 24. Januar 2008. </div> <div class="para">1.3 Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 14. August 2007 beantragt X.________, Ziffer 1 des Urteils des Haftgerichts des Kantons Solothurn vom 19. Juli 2007 aufzuheben und ihn sofort aus der Haft zu entlassen. Zudem ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung. </div> <div class="para">Ein Schriftenwechsel ist nicht angeordnet worden. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">2.1 Die gegen den Beschwerdeführer angeordnete Ausschaffungshaft dient der Sicherstellung des Vollzugs von dessen im vorliegenden Verfahren nicht mehr überprüfbaren (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 2 S. 58; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-II-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page193">128 II 193</a> E. 2.2 S. 197 ff.) asylrechtlichen Wegweisung und mithin einem vom Gesetz vorgesehenen Zweck (<span class="artref">Art. 13b Abs. 1 ANAG</span>). Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 bzw. Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>) weigert sich der Beschwerdeführer, in sein Heimatland zurückzukehren und hat seine Identität und Herkunft bisher nicht offengelegt. Er gibt an, aus Mauretanien zu stammen. Zwei Versuche, ihn dorthin auszuschaffen, hat er vereitelt. Nachdem ihn am 8. Mai 2007 eine Delegation aus Guinea als Staatsangehörigen dieses Landes anerkannt hatte, stellte ihm die Botschaft der Republik Guinea einen Laissez-passer aus. Der Beschwerdeführer weigerte sich jedoch, am 26. Mai 2007 den Rückflug nach Conakry anzutreten. Aufgrund seines bisherigen Verhaltens - er ist zudem bereits zweimal untergetaucht - kann nicht davon ausgegangen werden, dass er bereit wäre, sich im Fall seiner Freilassung an behördliche Anordnungen zu halten und freiwillig in sein Heimatland zurückzukehren. Der Haftgrund von <span class="artref">Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG</span> (Untertauchensgefahr) ist somit nach wie vor gegeben. </div> <div class="para">2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, eine Ausschaffung nach Guinea sei wegen der dort herrschenden politischen Verhältnisse nicht möglich. Die Zumutbarkeit der Ausschaffung muss im Wegweisungsverfahren bzw. im entsprechenden ausländerrechtlichen Verfahren geprüft werden; zu ihrer Beurteilung ist das Bundesgericht nicht zuständig (vgl. <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 4 BGG</span>). Ein Einschreiten im Haftprüfungsverfahren rechtfertigt sich einzig bei augenfälliger Unzulässigkeit (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page247">BGE 125 II 247</a> E. 2 S. 220; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-59%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">121 II 59</a> E. 2c S. 62). </div> <div class="para">Bis anhin wurde betreffend Guinea im Übrigen kein genereller Ausschaffungsstopp verfügt. Im jetzigen Zeitpunkt bestehen somit keine triftigen Gründe zur Annahme, der Beschwerdeführer könne überhaupt nicht aus der Schweiz ausgeschafft werden. Die Rückschaffung kooperationsunwilliger Staatsangehöriger von Guinea nimmt erfahrungsgemäss viel Zeit in Anspruch, was eine längere Hafterstreckung als im Allgemeinen üblich rechtfertigen kann. Der Umstand allein, dass der Vollzug einer Wegweisung nicht leicht fällt, lässt diesen nicht bereits als in absehbarer Zeit undurchführbar erscheinen (vgl. <span class="artref">Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 4.1.3 S. 61 mit Hinweisen). Gerade wegen solcher Schwierigkeiten hat der Gesetzgeber die Haftdauer erhöht und die Möglichkeit der Haftverlängerung - inzwischen bis zu maximal achtzehn Monaten (vgl. <span class="artref">Art. 13b Abs. 2 ANAG</span> in der seit dem 1. Januar 2007 gültigen Fassung vom 16. Dezember 2005 [AS 2006 4745 ff.]) - geschaffen (Urteil 2C_1/2007 vom 5. Februar 2007 E. 4.3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 4.1.2 S. 60 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat es in der Hand, seine Haft zu verkürzen, indem er sich zu einem unbegleiteten Rückflug bereit erklärt. Es bestehen zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Behörden nicht weiterhin mit Nachdruck darum bemühen werden, die Wegweisung auch gegen seinen Willen zu vollziehen (<span class="artref">Art. 13b Abs. 3 ANAG</span>; Beschleunigungsgebot; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=13.08.2007&amp;to_date=01.09.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-488%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page488">BGE 130 II 488</a> E. 4 S. 492 mit Hinweis). </div> <div class="para">2.3 Angesichts der geringen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers und seines bisherigen Verhaltens musste das Haftgericht den angeblich unzulässigen Haftbedingungen bzw. -vorkommnissen nicht weiter nachgehen und konnte es bei einem Hinweis auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen bewenden lassen, zumal eine Haftentlassung selbst dann nicht in Frage gekommen wäre, wenn die Vorwürfe zugetroffen hätten. </div> <div class="para">2.4 Die angefochtene Haftverlängerung verletzt somit kein Bundesrecht. Für alles Weitere wird auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">3.1 Die im Sinne von <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> offensichtlich unbegründete Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren abzuweisen. </div> <div class="para">3.2 Der Beschwerdeführer beantragt, ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu gewähren; dem Ersuchen kann nicht entsprochen werden, da sein Rechtsbegehren aufgrund der zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil zum Vornherein als aussichtslos einzustufen war (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/64/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/64/1" type="start"></artref>Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/64/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Es kann jedoch davon abgesehen werden, eine Gerichtsgebühr zu erheben (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Amt für öffentliche Sicherheit, Ausländerfragen, des Kantons Solothurn und dem Haftgericht des Kantons Solothurn sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 30. August 2007 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>