<h2>SubmittedText<h2><p>Der Service public ist in Gefahr. In regelmässigen Abständen legt der Bundesrat neue Liberalisierungs- und Rationalisierungsprojekte vor. Immer mehr Zweige des öffentlichen Sektors öffnen sich dem Markt, einige unter dem Druck der Europäischen Union: die Post, die Telekommunikation, der Energiebereich - bald auch das Gas, das Wasser, die Eisenbahnen und morgen auch die Postwege? Ein herausragendes Beispiel für die Risiken, die die Liberalisierung mit sich bringt, liefert die Post: Schliessung von Postbüros vor allem in ländlichen Gebieten, Konzentration der Sortierzentren im Mittelland - und warum nicht bald auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr in den Bergtälern?</p><p>Ein solches Katastrophenszenario führt, gemeinsam mit der wahrscheinlichen Redimensionierung der Regionalpolitik, zu einer beschleunigten Entvölkerung des Alpenbogens.</p><p>Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Bundesrat vorgibt zu ignorieren, wie schlimm sich die Lage präsentiert. Er handelt nämlich aus der Situation heraus, fast emotional, in Sachfragen, die ebenso heikel wie wichtig sind. Unter dem Druck ultraliberaler Strategien, der Strategien aus der Finanzwelt oder der Verfechter einer ausgeglichenen Haushaltpolitik, kürzt und liberalisiert der Bundesrat hier ein bisschen und da ein wenig. Dies ohne umfassendes Konzept und ohne in jedem Fall die katastrophalen Konsequenzen seines Tuns abzuschätzen. Angesichts dieser Besorgnis erregenden Situation ersuche ich ihn, einen Bericht über die Zukunft der Berggebiete vorzulegen. Darin soll er seine Strategie und seine Vorstellung des Service public umreissen und darstellen, wie er sich für den Service public einsetzen will. Im Bericht soll auch ein Inventar erstellt werden über alle Arbeitsplätze, die in den vergangenen zehn Jahren in den Berggebieten im Service public abgebaut worden sind. Insbesondere sind die Arbeitsplätze aufzuführen, die im Zusammenhang mit Liberalisierungen, für die der Bundesrat eingetreten ist oder noch immer eintritt, verloren gegangen sind.</p><p>Schliesslich ersuche ich den Bundesrat, einen Katalog der Gesetzesänderungen zu unterbreiten, die notwendig sind, um zu vermeiden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Berggebiete ihre Zukunft den Geschichtsbüchern entnehmen müssen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2>Der Bundesrat ist bereit, das Postulat in dem Sinne entgegenzunehmen, dass er das Anliegen des Postulanten in seinen weiteren Arbeiten zur Neuen Regionalpolitik berücksichtigen wird und dass er die aktuelle Lage und die Herausforderungen der Grundversorgung in seinem Ende 2003 vorliegenden Bericht zum Service Public darlegt. Ein separater Bericht wird hingegen nicht verfasst.