Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 14. Juli 2020 (400 20 50) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Aus dem Gehörsanspruch folgt nicht, dass die Parteien vor Urteilsfällung auf den für das Urteil wesentlichen Sachverhalt hinzuweisen sind (E. 2.2). Wird eine Klage auf Definitiver- klärung des Bauhandwerkerpfandrechts mit der Forder ungsklage verbunden, liegt eine objektive Klagenhäufung vor und die Streitwerte der beiden Ansprüche sind nach Art. 93 Abs. 1 ZPO zusammenzurechnen (E. 4.2 ff.). Die Kombination der Forderungsklage mit der Pfandeintragungsklage führt nicht zum Wegfall des ob ligatorischen Schlichtungsverfah- rens gemäss Art. 198 lit. h ZPO (E. 5.2 f.). Rechtzeitigkeit der Prüfung der Prozessvoraus- setzungen durch das Gericht nach Art. 59 und 60 ZPO (E. 6.3). Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richter Philipp Spitz (Ref.), Richterin Barbara Jermann-Richterin; Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco Parteien A.____ AG , vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Dieter M. Troxler, Wasserturmplatz 2, 4410 Liestal, Klägerin und Berufungsklägerin gegen B. ____ B.____ , vertreten durch Advokat Pascal Riedo, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz, Beklagter und Berufungsbeklagter C.____ B.____ , vertreten durch Advokat Pascal Riedo, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz, Beklagte und Berufungsbeklagte Gegenstand def. Bauhandwerkerpfandrecht, Parzelle Nr. 2083, GB X.____ / Forderung Berufung gegen das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 5. Dezember 2019 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 22. Juni 2017 bestätigte die Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost eine zuvor superprovisorisch bewilligte Vorm erkung der vorläufigen Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts auf der Parzelle Nr. 208 3 des Grundbuches X.____ für eine Werklohnforderung der A.____ AG gegenüber den Grunde igentümern B.____ B.____ und C.____ B.____ in Höhe von CHF 30'993.90 nebst Zinsen zu 5 % seit 12. Mai 2017 und Kosten. Die A.____ AG erhielt eine zweimal um je einen Monat erstreckbare Frist von 30 Tagen zur Ein- reichung einer schriftlich begründeten Klage auf Defin itiverklärung des Bauhandwerkerpfand- rechts. Sie wurde darauf hingewiesen, dass die Vormerkung im Grundbuch wieder gelöscht werde, sollte die Klage nicht innert dieser Frist angehoben werden. B. Mit Verfügung vom 3. Juli 2017 erstreckte die Gerichtspr äsidentin auf Antrag der A.____ AG vom 29. Juni 2017 hin die Frist zur Einreichung einer schriftlich begründeten Klage auf Defi- nitiverklärung des Bauhandwerkerpfandrechts vorperemptorisch bis zum 28. August 2017. C. Mit Eingabe an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost vom 19. Juli 2017 ersuchte die nicht anwaltlich vertretene A.____ AG (fortan auch als Klägerin bezeichnet), das provisorisch eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht aufrecht zu erhalten. Sie begründete ihr Begehren sum- marisch und legte ihrer Eingabe diverse Beweisurkunden zwecks Substantiierung ihrer Forde- rung bei. Daraufhin erklärte ihr die Zivilkreisgerichtspr äsidentin mit Schreiben vom 2. August 2017, dass es sich vorliegend um ein ordentliches Verfah ren handle und die Klage deshalb ins- besondere klar formulierte Rechtsbegehren, sämtliche Ta tsachenbehauptungen, die Bezeich- nung der einzelnen Beweismittel sowie das Datum und d ie Unterschrift zu enthalten habe. Mit der Klage seien sämtliche verfügbaren Urkunden, welche als Beweismittel dienen sollen, einzu- reichen. Die Zivilkreisgerichtspräsidentin empfahl der A.____ AG den Beizug eines Anwaltes und wies darauf hin, dass sie weiterhin die Möglichkeit habe , eine Klage beim Gericht einzureichen, die den Anforderungen von Art. 221 Abs. 1 ZPO entspreche. D. Mit Zuschrift vom 18. August 2017 fragte die A.____ AG die Zivilkreisgerichtspräsidentin an, ob "die Summe des geschuldeten Betrages auf CHF 29'900.00" festgelegt werden könne, um das Verfahren zu vereinfachen. Gleichzeitig legte sie die ihrer Ansicht nach massgeblichen Be- weisurkunden ins Recht. Als Reaktion darauf erwog die Zi vilkreisgerichtspräsidentin am 22. Au- gust 2017, dass eine Beschränkung der Klage jederzeit zulässig sei; auch eine Teilklage sei zu- lässig, jedoch habe eine Klage im vereinfachten Verfahren ebenso klare Rechtsbegehren zu ent- halten. Da die beiden Eingaben vom 19. Juli 2017 und 18. August 2017 keine klaren Rechtsbe- gehren enthalten würden, habe die Klägerin innerhal b einer nicht erstreckbaren Nachfrist bis Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 28. August 2017 klar formulierte Rechtsbegehren zu stel len. Sie habe dabei insbesondere dar- zulegen, ob sie lediglich eine Klage auf Definitiverklärung des Bauhandwerkerpfandrechtes oder zusätzlich auch eine Forderungsklage gegen die Beklagten e rheben wolle. Bei Nichteinhaltung dieser Nachfrist würden die Eingaben der Klägerin vom 19. Juli 2017 und 18. August 2017 als nicht erfolgt gelten. E. Die Klägerin verlangte in der Folge am 24. August 201 7 eine weitere Fristerstreckung von einem Monat, um einen Anwalt beiziehen zu können. Die Zivilkreisgerichtspräsidentin entsprach mit Verfügung vom 28. August 2017 diesem Begehren und erstreckte die Frist zur Einreichung einer schriftlich begründeten Klage auf Definitiverklär ung des Bauhandwerkerpfandrechts bis zum 28. September 2017. F. Mit Klage vom 28. September 2017, eingegangen per IncaMail beim Zivil kreisgericht Basel-Landschaft Ost am 27. September 2017, stellte die A.____ AG, vertreten durch Rechtsan- walt Dr. Dieter M. Troxler, folgende Rechtsbegehren: 1. Die Beklagten seien in solidarischer Haftung zu ve rpflichten, der Klägerin teilklageweise Fr. 30'000.00 nebst Verzugszins zu 5 % seit dem 12. Ma i 2017 zu bezahlen; es sei Vormerk zu nehmen vom Mehrforderungsvorbehalt und weiterer Klage. 2. Es sei das auf Parzelle Nr. 2083, GB X.____, provisorisch eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht für eine Forderung von Fr. 30'000.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 12. Mai 2017 definitiv einzutragen. 3. Unter o/eo-Kostenfolge. Die A.____ AG bezeichnete ihre Eingabe als "Klage im vereinfachten Verfahren" und in prozessu- aler Hinsicht ersuchte sie die Zivilkreisgerichtspräsidentin, die Parteien zur mündlichen Hauptver- handlung zu laden. Als Streitgegenstand gab die Klägerin ihre Werklohnforderung sowie die Pro- sequierung des Bauhandwerkerpfandrechts an. Ihrer Klage legte sie elf Beilagen bei und sie be- hielt sich die Einreichung weiterer Urkunden ausdrücklich vor. Vorbehalten blieben ausserdem "Zeugenbenennungen, Expertise, Augenschein, Editionen und amtlicher Aktenbeizug". Die Klä- gerin verzichtete in ihrer Klage vom 28. September 2017 auf Tatsachenbehauptungen. G. Mit Verfügung vom 29. September 2017 stellte die Zivil kreisgerichtspräsidentin die Klage samt Beilagen an die Beklagten mit Frist zur Einreichun g von Beweismitteln sowie Stellung von Beweisanträgen zu. Von der Klägerin verlangte sie die Leistung eines Kostenvorschusses in Höhe von CHF 3'000.00. Im Weiteren kündigte sie an, die Parteien nach Eingang des Kostenvor- schusses zur Hauptverhandlung zu laden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Am 10. November 2017 beantragten die durch Advokat Pa scal Riedo vertretenen Beklag- ten einerseits, dass die Klägerin ihre Klagebeilagen 4 bis 9 im Original einzureichen habe. Ande- rerseits ersuchten sie die Zivilkreisgerichtspräsidentin, der D.____ GmbH, von der Streitverkün- dung Kenntnis zu geben und ihr Gelegenheit zu bieten, dem vorliegenden Verfahren beizutreten. Am 30. November 2017 teilte die D.____ GmbH mit, dass sie sich nicht als Partei am Prozess beteiligen werde. I. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 stellte die Klägerin den Antrag, es sei das schriftliche Verfahren anzuordnen, da sie sich nicht mehr sicher sei, ob sich der vorliegende Rechtsstreit für ein mündliches Verfahren eigne. Gleichzeitig liess sie verfügungsgemäss die Klagebeilagen 4 bis 9 im Original sowie weitere Beweismittel einreichen. Daraufhin ordnete die Gerichtspräsidentin am 14. Dezember 2017 antragsgemäss das schriftliche Verfahren an und forderte die Berufungs- klägerin auf, eine Klagebegründung zu erstatten. J. Mit Eingabe vom 2. März 2017 , eingegangen per IncaMail beim Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost am 27. Februar 2018 , reichte die Klägerin ihre schriftliche Klagebegründung ein, die sie als "Klage im ordentlichen Verfahren" betitelt e. Darin hielt sie an ihren mit Klage vom 28. September 2017 bereits gestellten Rechtsbegehren fest. Die Beklagten beantragten demge- genüber in der Klageantwort vom 27. August 2018 die kostenfällige Abweisung der Klage. Zudem sei das Grundbuchamt Basel-Landschaft anzuweisen, das auf Parzelle Nr. 2083 im Grundbuch X.____ zugunsten der Klägerin provisorisch eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht zu löschen. K. Auf expliziten Antrag der Klägerin vom 8. September 20 18 wurde mit Verfügung vom 10. September 2018 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. In der Replik vom 30. Januar 2019 bzw. Duplik vom 1. Juli 2019 hielten beiden Parteien an ihren bisherigen Anträgen fest. L. Mit Beweisverfügung vom 29. Juli 2019 hielt die Zivilkreisgerichtspräsidentin fest, dass ihrer Ansicht nach von einem Streitwert in Höhe von CHF 60'000.00 auszugehen sei. Gestützt darauf überwies sie den Fall der Dreierkammer des Zivilkreisgerich ts zur Beurteilung und von der Klä- gerin forderte sie einen weiteren Kostenvorschuss von CHF 3'000.00 ein. Gleichzeitig wies sie die Parteianträge bezüglich Zeugenbefragungen und Anordnung eines Gutachtens ab. M. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 5. Dezember 2019 er suchte die Klägerin um Gut- heissung ihrer bereits gestellten Anträge, während di e Beklagten die Abweisung der Klage beantragten, soweit darauf einzutreten sei. Ergänzend erklärten die Beklagten, dass die schriftlich begründete Klage vom 2. März 2017 (Posteingang per IncaMail am 27. Februar 2018 ) nicht innert Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Prosekutionsfrist eingereicht worden sei. Demgegenüber wendete die Klägerin ein, dass feh- lende Prozessvoraussetzungen während des Prozesses nie moniert worden seien. Die Gegen- partei habe diesbezüglich bisher auch keine Einrede er hoben. Aufgrund der irreführenden Pro- zessführung des Zivilkreisgerichts seien bei einem allfälligen Nichteintretensentscheid jene Kos- ten, welche aufgrund der falschen Instruktion entstand en seien, vom Kanton zu tragen. Im An- schluss an die Schlussvorträge der Parteien beriet die Dreierkammer den Fall und sie kam dabei zum Schluss, dass auf die Klage nicht eingetreten werd e. Die Gerichtskosten des vorliegenden Verfahrens von CHF 4'000.00 (ohne schriftliche Urteilsbegründung) respektive CHF 5'000.00 (bei schriftlicher Klagebegründung) sowie die Gerichtskosten de s Vorverfahrens in Höhe von CHF 800.00 auferlegte die Dreierkammer der Klägerin. Diese wurde zudem verpflichtet, den Be- klagten eine Parteientschädigung von CHF 16'166.75 zu bezahlen. N. Gegen das schriftlich begründete Urteil der Vorinstanz vom 5. Dezember 2019 erhob die Klägerin am 24. Februar 2020 Berufung beim Kantonsge richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, mit dem Antrag (Ziffer 1), es sei das angefocht ene Urteil kostenfällig aufzuheben und die Streitsache im Sinne der kantonsgerichtlichen Erwägun gen zu neuer und vollständiger Beurtei- lung an die erste Instanz zurückzuweisen. Werde Antrag Zi ffer 1 verworfen, sei jedenfalls das Kostendispositiv aufzuheben und die ordentlichen sowie ausserordentlichen Kosten seien wie folgt zu liquidieren: Die Klägerin habe den Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 7'086.00 (inkl. Auslagen und MWST) sowie die Gerichtskosten von maxi mal CHF 2'500.00 zu bezahlen und zulasten der Gerichtskasse des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost seien der Klägerin CHF 7'000.00 und den Beklagten CHF 9'030.00 zu vergüte n. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte die Klägerin (nachfolgend: Berufungsklägerin), vorläufig von der Erhebung eines Ge- richtskostenvorschusses für das Berufungsverfahren abzusehen, da sie wegen schwerwiegender Mängel des angefochtenen Urteils, namentlich wegen willkürlicher Prozessleitung durch die Vo- rinstanz, quasi gezwungenermassen das Rechtsmittel habe ergreifen müssen. O. Mit Verfügung vom 25. Februar 2020 wies das instruieren de Gerichtspräsidium des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, darauf hin, dass es praxisgemäss immer ei- nen Kostenvorschuss verlange, sofern keine unentgeltliche R echtspflege beantragt werde. Von dieser Praxis sei nicht ohne Not abzuweichen, um eine re chtsgleiche Vorschusspraxis zu ge- währleisten. Allfällige Formfehler der Vorinstanz würd en keinen Grund darstellen, um auf einen Kostenvorschuss zu verzichten. In Abweisung des klägerischen Verfahrensantrags forderte das Gerichtspräsidium die Berufungsklägerin zur Leistung ei nes Kostenvorschusses von CHF 4'000.00 auf, den letztere anschliessend fristgerecht in die Gerichtskasse der Rechtsmittelinstanz einbezahlte. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht P. Am 11. Mai 2020 reichten die Beklagten (nachfolgend: Berufungsbeklagten) ihre Beru- fungsantwort ein. Darin verzichteten sie auf einen konkreten Antrag mit der Begründung, sie hät- ten vor erster Instanz eine Klageabweisung beantragt, also ein prozesserledigendes Sachurteil. Der angefochtene Nichteintretensentscheid sei von der Vorinstanz von Amtes wegen ausgespro- chen worden. Bei einer Gutheissung der Berufung seien demnach die ordentlichen Kosten zulas- ten der Gerichtskasse zu verlegen und die ausserordentlichen Kosten wettzuschlagen. Eventua- liter sei der Entscheid über die ausserordentlichen Koste n des Rechtsmittelverfahrens mitsamt dem Entscheid in der Hauptsache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit hierüber nach Mas- sgabe des endgültigen Verfahrensausganges entschieden werden könne. Im Falle einer Bestäti- gung des Nichteintretensentscheids der Vorinstanz sei deren Kostenentscheid zu belassen und die zweitinstanzlichen Kosten nach dem Ausgang zu verlegen. Q. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 12. Mai 2020 wur de der Schriftenwechsel für ge- schlossen erklärt und der Entscheid der Dreierkammer auf Grundlage der Akten in Aussicht ge- stellt. Die Urteilsberatung der Dreierkammer des Kanton sgerichts, Abteilung Zivilrecht, fand am 14. Juli 2020, 10:30 Uhr, in Anwesenheit von Rechtsanwa lt Dr. Dieter M. Troxler für die Beru- fungsklägerin und von Advokatin Dominique Anwander für die Berufungsbeklagten statt. In den nachstehenden Erwägungen des Gerichts werden die Begründungen der Berufungsanträge wie- dergegeben, soweit sie für die Beurteilung des Falle s rechtserheblich sind. Wiederholende und weitschweifige Parteivorbringen werden dabei in ihren wesentlichen Zügen dargestellt. Erwägungen 1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit kann Berufung erhoben werden, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbe- gehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Diese Streit- wertgrenze ist vorliegend erreicht. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheid- begründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Be- gründung des Urteils des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 5. Dezember 2019 ging am 24. Januar 2020 bei der Berufungsklägerin ein. Die Berufungsfrist endete damit am Sonntag, 23. Februar 2020, und verlängerte sich gestützt auf Art. 142 Abs. 3 ZPO bis zum nächsten Werk- tag. Durch die Berufung vom 24. Februar 2020 wurde die 30-tägige Rechtsmittelfrist eingehalten. Der verfügte Kostenvorschuss von CHF 4'000.00 wurde von der Berufungsklägerin ebenfalls frist- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerecht in die Gerichtskasse einbezahlt. Die Berufungsklägerin ist als Adressatin des angefoch- tenen Urteils beschwert. Sie macht eine mehrfache unrichtige Rechtsanwendung sowie eine will- kürliche Sachverhaltsermittlung durch die Vorinstanz im Sinne von Art. 310 lit. a und b ZPO gel- tend. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreierkamm er der Abteilung Zivilrecht des Kan- tonsgerichts für die Beurteilung der vorliegenden Berufung zuständig. Zumal sämtliche Prozess- voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung vom 24. Februar 2020 einzutreten. 2.1 Die Berufungsklägerin rügt zunächst eine Verletzung de s rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz. Sie bringt im Wesentlichen vor, dass die Urteilsberatung der Dreierkammer des Zivil- kreisgerichts Basel-Landschaft Ost im Anschluss an die Schl ussvorträge der Parteien an der Hauptverhandlung vom 5. Dezember 2019 einstimmig einen Nichteintretensentscheid ergeben habe. Erst durch diese Beratung seien den Parteien die Entscheidgründe kundgetan worden. Die Berufungsklägerin habe keine Gelegenheit gehabt, sich vorgängig zum überraschenden Nicht- eintretensentscheid zu äussern. Sie habe insbesondere kein e Möglichkeit gehabt, sich zur Kla- genhäufung und Streitwertberechnung sowie zum obliga torischen Schlichtungsverfahren, wel- ches einer Werklohnklage vorangehe, zu äussern. 2.2 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrech t, kann sich der Ansicht der Berufungsklägerin nicht anschliessen. Das Recht auf Anhöru ng bezieht sich in erster Linie auf Tatsachen und nur ausnahmsweise auf Rechtsfragen (BGE 130 III 35 E. 5). Nach bundesgericht- licher Rechtsprechung besteht kein verfassungsrechtlicher Anspruch der Parteien, zur rechtli- chen Würdigung der durch sie in den Prozess eingeführte n Tatsachen besonders angehört zu werden. Ebenso wenig folgt aus dem Gehörsanspruch, da ss die Parteien vorgängig auf den für den Entscheid wesentlichen Sachverhalt hinzuweisen wäre n (BGE 108 Ia 293 E. 4c; OGer ZH PF120062 vom 5. Februar 2013 E. 2.3.2). Eine Ausnahm e besteht nur dann, wenn ein Gericht seinen Entscheid mit einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, auf welchen sich die betei- ligten Parteien nicht berufen haben und mit dessen Erheblichkeit sie vernünftigerweise nicht rech- nen mussten (BGE 126 I 19 E. 2c; BGE 124 I 49 E. 3c; BGE 123 I 63 E. 2d; OGer ZH PF120062 vom 5. Februar 2013 E. 2.3.2). 2.3 Die Berufungsklägerin nahm in ihrer Klagebegründung datiert mit 2. März 2017 (Postein- gang per IncaMail am 27. Februar 2018 ) sowohl in Bezug auf die Klagenhäufung und die dami t zusammenhängende Streitwertberechnung als auch bezüglich der anzuwendenden Verfahrens- art Stellung. Im Wesentlichen erklärte sie, dass aufgrun d der objektiven Klagenhäufung von Pfandeintragungs- und Werklohnklage ein Streitwert von CHF 60'000.00 vorliegen könnte. Die Zusammenrechnung der Streitwerte der beiden Klagen s ei jedoch aufgrund der Akzessorietät Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Pfandeintragungsrechts zur Werklohnforderung fragli ch, zumal die Pfandsumme und der Werklohn identisch seien. Sie gehe deshalb davon aus, dass das ordentliche Verfahren zur An- wendung gelange. In der Klageantwort vom 27. August 2018 setzten sich auch die Berufungsbe- klagten mit diesen Rechtsfragen auseinander, wobei sie im Ergebnis die Meinung der Berufungs- klägerin unterstützten. Nach Durchführung des zweiten Schriftenwechsels äusserte sich sodann die Zivilkreisgerichtspräsidentin zur objektiven Klagenhäufung, Streitwertberechnung und implizit auch zur anwendbaren Verfahrensart: In der Beweisverf ügung vom 29. Juli 2019 hielt sie nach Prüfung der sich stellenden Rechtsfragen zusammenfassen d fest, dass ihrer Ansicht nach vor- liegend zwei voneinander unabhängige Ansprüche zu prüfe n seien, weshalb von einem kumu- lierten Streitwert von CHF 60'000.00 auszugehen sei. Dies habe zur Folge, dass die Dreierkam- mer zur Beurteilung der Klage zuständig sei. Die Zivilkreisgerichtspräsidentin gab damit auch zu erkennen, dass das ordentliche Verfahren anwendbar war, denn nach § 4 Abs. 1 i. V. m. § 3 Abs. 1 EG ZPO ist die Dreierkammer nicht für die Beurteilun g von Fällen, die im summarischen oder vereinfachten Verfahren ergehen, zuständig (vgl. dazu auch nachstehende Erwägung 3.2). Die Behauptung der Berufungsklägerin, sie habe sich im vo rinstanzlichen Verfahren weder zur Klagenhäufung noch zur Streitwertberechnung oder Verfahrensart äussern können, widerspricht somit der Aktenlage. Die Berufungsklägerin liess sich nich t nur in der Klagebegründung vom 2. März 2017 (Posteingang per IncaMail am 27. Februar 2018 ) zu diesen Rechtsfragen verneh- men, sondern sie hatte insbesondere nach Erhalt der Bewe isverfügung vom 29. Juli 2019 die Möglichkeit gehabt, in Ausübung ihres Replikrechts zu den Erwägungen der Gerichtspräsidentin Stellung zu beziehen. Zudem hätte sie sich an der Hauptverhandlung vom 5. Dezember 2019 zu diesen Rechtsfragen äussern können. Die Berufungsklägerin liegt daher falsch mit ihrer Behaup- tung, sie hätte mit einem für sie überraschenden Nichtei ntretensentscheid durch die Vorinstanz nicht rechnen können, zumal sich die Parteien anlässlich d er Hauptverhandlung auch über die Folgen bei einer allfälligen Nichteinhaltung der Prozessvoraussetzungen geäussert hatten. Eine Gehörsverletzung durch die Vorinstanz ist nicht ersichtlich. 2.4 Was die fehlende Klagebewilligung als Nachweis eine r durchgeführten Schlichtungsver- handlung anbelangt, kann sich die Berufungsklägerin nich t auf ihr Anhörungsrecht berufen, da das Vorhandensein oder Fehlen einer Klagebewilligung eine Tatsache darstellt. Die vorinstanzli- che Gerichtspräsidentin war weder verpflichtet, die Beru fungsklägerin auf das Vorhandensein oder Fehlen einer Klagebewilligung hinzuweisen noch ihr den Ausgang des Verfahrens vor Ent- scheidfällung anzukünden oder mitzuteilen, zumal einzig die Dreierkammer des Gerichts für die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung ihrer Klage zuständig war. Daran ändert selbstverständlich nichts, dass die Zivilkreis- gerichtspräsidentin für die Prozessleitung verantwortlich zeichnete (Art. 124 Abs. 1 und 2 ZPO, § 7 Abs. 1 EG ZPO). Eine Gehörsverletzung durch die Vorinstanz liegt auch hier nicht vor. 3.1 Die weitere Rüge der Berufungsklägerin, dass die vorinstanzliche Gerichtspräsidentin für den Nichteintretensentscheid zuständig gewesen sei, ist u nter Hinweis auf § 7 Abs. 4 EG ZPO unberechtigt. Nach dieser Bestimmung ist das Präsidium des mit einem Fall befassten Gerichts – damit ist die Dreierkammer des betreffenden Gerichts g emeint – für die Abschreibung eines Verfahrens bei Beendigung ohne Entscheid sowie für Nichteintretensentscheide bei offensichtli- chem Fehlen von Prozessvoraussetzungen zuständig. Offensichtliche Mängel bei den Prozess- voraussetzungen liegen vor, wenn sich beispielsweise aus den Verfahrensakten eindeutig ergibt, dass das angerufene Gericht örtlich oder sachlich unzuständig ist, einer Verfahrenspartei augen- scheinlich die Partei- und Prozessfähigkeit fehlt oder d ie Frist zur Erhebung der Klage bzw. die Nachfrist zur Leistung eines verfügten Kostenvorschusses nicht eingehalten ist. Vorliegend kann aber in Bezug auf die sich stellenden prozessualen Hauptfragen, ob bei einer Klagenhäufung der Streitwert der Pfandeintragungsklage mit demjenigen der Forderungsklage gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO zusammenzuzählen ist sowie ob für den Forderungsan spruch gestützt auf Art. 198 lit. h ZPO das Schlichtungsverfahren entfällt, aufgrund der uneinheitlichen Meinungen in der Rechts- literatur nicht von einer offensichtlich klaren Rechtslage gesprochen werden (vgl. dazu Erwägun- gen 4.2 ff. und 5.2). Damit war ausschliesslich die Dreierkammer für einen allfälligen Nichteintre- tensentscheid zuständig (§ 7 Abs. 4 EG ZPO e contrario). 3.2 Unzutreffend ist sodann die Behauptung der Berufungsklä gerin, wonach die urteilende Dreierkammer der Vorinstanz die Klage vom 28. Septembe r 2017 im vereinfachten Verfahren hätte an die Hand nehmen und beurteilen müssen. Nach § 4 Abs. 1 EG ZPO sind die Dreierkam- mern der Zivilkreisgerichte für alle Fälle sachlich und funktional zuständig, die nicht in die Zustän- digkeit der Zivilkreisgerichtspräsidien oder des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, als einziger kantonaler Instanz fallen. § 3 Abs. 1 EG ZPO hält sodann fest, dass die Zivilkreisgerichtspräsidien sämtliche Fälle beurteilen, für die das vereinfachte oder das summarische Verfahren zur Anwen- dung gelangen. Nachdem die Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost im Rah- men der Urteilsberatung am 5. Dezember 2019 zur Überzeu gung gelangt war, dass der Streitwert der Pfandeintragungs - und Forderungsklage insgesamt CHF 60'000.00 beträgt, hat sie unter Hinweis auf Art. 243 Abs. 1 und 2 ZPO die Anwendung des ordentlichen Verfahrens bestätigt (siehe Erwägungen 4 und 5 des angefochtenen Urteils). Ob der von der Berufungsklägerin gerügte vorinstanzliche Entscheid bezüglich der Streitwertkumulation zu schützen ist, wird sich in den nachfolgenden Erwägungen 4.1 ff. zeigen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Im Hauptpunkt bemängelt die Berufungsklägerin die von der Vorinstanz vorgenommene Klagenhäufung und die damit zusammenhängende Kumulation der Streitwerte des teilklageweise eingeklagten Pfandeintragungs- und Forderungsanspruchs von je CHF 30'000.00. Eine Klagen- häufung sei nach Ansicht der Berufungsklägerin nur zulässig, wenn eine Mehrzahl unabhängiger Ansprüche im Recht liegen würde. Akzessorisch zur Hauptford erung stehende Nebenrechte oder Nebenbegehren seien voneinander nicht unabhängig. Dementsprechend wür- den akzessorische Nebenrechte in Anwendung von Art. 91 Abs. 2 ZPO bei der Streitwertermitt- lung keine Berücksichtigung finden. Auch die gleichzeitige Geltendmachung einer Forderung und eines entsprechenden Pfandeintragungsrechts sei als nicht unabhängig zu betrachten. Gemäss BGer 4A_183/2011 vom 16. Juni 2011 E. 1.1 sei eine A ddition von Werklohn und Pfandsumme falsch, womit auch keine Klagenhäufung vorliegen könne. Die Berufungsklägerin wirft der Vo- rinstanz damit eine falsche Rechtsanwendung vor und geht von einem Streitwert ihrer Gesamt- klage von CHF 30'000.00 aus. 4.2 Vereint die klagende Partei in ihrer Klage mehrere A nsprüche gegen dieselbe Partei, so sind Art. 90 und 93 Abs. 1 ZPO für die Zulässigkeit ein er sog. objektiven Klagenhäufung sowie für die Streitwertermittlung massgebend. Die Klagenhäufung nach Art. 90 ZPO setzt voraus, dass für die Ansprüche das gleiche Gericht sachlich zuständig ( lit. a) und die gleiche Verfahrensart anwendbar ist (lit. b). Art. 93 Abs. 1 ZPO sieht sodan n vor, dass bei einfacher Streitgenossen- schaft und objektiver Klagenhäufung die geltend gemacht en Ansprüche zusammengerechnet werden, sofern sie sich nicht gegenseitig ausschliessen. Wä hrend im Schrifttum das Verhältnis von Art. 90 und 93 Abs. 1 ZPO kontrovers diskutiert wird , hat sich das Bundesgericht in einem Grundsatzentscheid vom 9. Dezember 2016 dafür ausgesprochen, dass zunächst eine Streitwer- termittlung nach Art. 93 Abs. 1 ZPO zu erfolgen hat und in einem zweiten Schritt die Vorausset- zungen der gleichen sachlichen Zuständigkeit und der gle ichen Verfahrensart gemäss Art. 90 ZPO auf Grundlage der bereits addierten Streitwerte zu prüfen sind. Damit wird die klagende Partei aus prozessökonomischen Gründen in die Lage versetzt, auch mehrere Ansprüche gegen dieselbe Gegenpartei in einer Klage zu vereinen, die aufgrund ihrer Streitwerte einzeln betrachtet nicht in der gleichen Verfahrensart und vom gleichen G ericht zu beurteilen wären (BGE 142 III 788 E. 4.2.1, 4.2.3; BSK ZPO-KLAUS , 3. Aufl., 2017, Art. 90 N 20 f., 24). 4.3 Gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO werden bei einer objektiven K lagenhäufung die Streitwerte derjenigen eingeklagten Ansprüche, die sich gegenseitig ausschliessen, nicht zusammengerech- net. In der Lehre ist umstritten, ob bei einer gleichzeitigen Geltendmachung eines Anspruchs auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts im Grundbuch und der Werklohnforderung von sich gegenseitig ausschliessenden Ansprüchen im Sinne von Art. 93 Abs. 1 ZPO auszugehen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist. Namentlich mit Blick auf das erhöhte wirtschaftliche Gesamtinteresse am Prozess spricht sich ein gewichtiger Teil der Lehre für die Zusammenrechnun g der Ansprüche aus. Ein anderer Teil der Lehre vertritt demgegenüber die Auffassung, dass e s sich um voneinander abhängige An- sprüche handelt, welche nicht zusammenzurechnen seien ( eine aktuelle Übersicht der Litera- turmeinungen findet sich im Entscheid des Zürcher Handelsgerichts HG160078/HG170240 vom 15. Januar 2018, E. 4.3, in ZR 118/2019 S. 3). Auch die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu dieser Frage ist uneinheitlich: während es sich im BGer 4D_30/2009 vom 1. Juli 2009 E. 1.1 für eine Zusammenrechnung der Ansprüche ausgesprochen hatte, lehnte das Bundesgericht in BGE 106 II 22 E. 1, BGE 55 II 39 E. 1, BGer 4C.95/2003 vom 25. August 2003 E. 2 sowie im von der Berufungsklägerin angeführten BGer 4A_183/2011 vom 16 . Juni 2011 E. 1.1 eine Zusammen- rechnung ab (vgl. OGer ZH RB130014-O/U vom 4. Juni 201 3 E. 2.3 und 2.4). Auf kantonaler Ebene sind die publizierten Entscheide des Zürcher Obe r- und Handelsgerichts zu erwähnen, welche zur Bestimmung des Streitwerts stets eine Zusamm enrechnung des gleichzeitig geltend gemachten Pfandeintragungs- und Werklohnanspruches vornehmen (OGer ZH RB130014 vom 4. Juni 2013 E. 2.4; HGer ZH HG160078/HG170240 vom 15. Januar 2018 E. 4.3 f., in ZR 118/2019 S. 3; S CHMID , Das Verfahren vor Handelsgericht: aktuelle prozessuale Probleme, in ZZZ 42/2017 S. 129, 145). 4.4 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, schliesst sich der Rechtsauf- fassung der Vorinstanz und der Zürcher Gerichte an, nach welcher die Streitwerte der Pfandein- tragungsklage und der Werklohnklage der Berufungsklägerin zusammenzurechnen sind. Ein Pfandeintragungsanspruch ist zwar akzessorisch mit der Werklohnforderung verknüpft, denn bei Fehlen einer Werklohnforderung im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB besteht a priori kein Pfandeintragungsrecht. Diese Akzessorietät bedeutet aller dings nicht, dass die beiden Ansprü- che nicht unabhängig voneinander geltend gemacht werden können. Während die sachenrecht- liche Pfandeintragungsklage darauf abzielt, den zugrunde liegenden Werklohnanspruch pfand- rechtlich zu sichern, geht es bei der Forderungsklage um die materielle Prüfung des eigentlichen Werklohnanspruches. Neben dem Zweck sind auch die Anspruchs voraussetzungen der beiden Klagen unterschiedlich, denn bei der Pfandeintragungsklage sind zusätzlich zur materiellen Be- urteilung des Forderungsanspruches noch zu prüfen, ob es sich um eintragungsberechtigte For- derungen im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziffer 3 ZGB, die innerhalb von vier Monaten nach Voll- endung der Arbeit vorläufig in das Grundbuch eingetragen (Art. 938 Abs. 2 ZGB) und für welche keine hinreichende Sicherheit geleistet worden ist (Art . 839 Abs. 3 ZGB). Es handelt sind dem- nach um zwei unterschiedliche Ansprüche, mit denen verschiedene Zwecke verfolgt werden und Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht welche nicht die gleiche "wirtschaftliche Leistung" zum G egenstand haben, dient der eine An- spruch doch dem direkten Erhalt von Geld und der andere "nur" der Sicherung dieses Anspruches (OGer ZH RB130014-O/U vom 4. Juni 2013 E. 2.4). Entsprechend haben der Pfandeintragungs- und Werklohnanspruch je einen eigenen Streitwert, wel cher trotz Akzessorietät unterschiedlich hoch sein kann. Wie die Vorinstanz bereits ausgeführt hat, ist es denkbar, dass der Forderungs- betrag die Pfandsumme übersteigt, beispielweise weil i n Anwendung von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB nur ein Teil der erbrachten Leistungen pfandber echtigt ist. Zumal die beiden Ansprüche unstreitig separat eingeklagt und aufgrund der verschied enen Anspruchsvoraussetzungen vom Gericht unterschiedlich beurteilt werden können, schlie ssen sich die Klage auf definitive Pfand- rechtseintragung im Grundbuch und die Klage auf Bezahlung der Werklohnforderung somit nicht gegenseitig aus. Infolgedessen sind die Streitwerte der gleichzeitig erhobenen Pfandeintragungs- und Werklohnklage der Berufungsklägerin gemäss Art. 93 Ab s. 1 ZPO zusammenzurechnen, selbst wenn vorliegend die Grundeigentümer des pfandb elasteten Grundstücks mit den Werk- lohnschuldern identisch sind und die Werklohnforderung gleich hoch ist wie die Pfandsumme (so auch BGer 4D_30/2009 vom 1. Juli 2009 E. 1.1, bei dem die gleich hohen Streitwerte der Forde- rungs- und Pfandsumme trotz Identität von Werklohnschul dner und Grundeigentümer zusam- mengerechnet wurden). Denn es ist nicht einzusehen, we shalb stets von einem einzigen Streit- wert, beispielsweise derjenige der Werklohnforderung, ausgegangen werden sollte, unabhängig davon, ob von Anfang an nur einer der beiden Ansprüche oder beide gleichzeitig geltend gemacht werden oder ob im Verlauf des Verfahrens die Beurteil ung einer der beiden Ansprüche noch hängig oder bereits abgeschlossen ist (dazu HGer ZH HG160 078/ HG170240 vom 15. Januar 2018, E. 4.4, in ZR 118/2019 S. 3). 4.5 Die Berufungsklägerin liegt im Übrigen falsch mit ihrer Annahme, dass der Pfandeintra- gungsanspruch als akzessorisches Nebenrecht zur Werklohnforderung bei der Streitwertbemes- sung nicht berücksichtigt werden dürfe wie die Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens ge- mäss Art. 91 Abs. 1 ZPO. Die Berufungsklägerin verkennt hierbei, dass Zinsen und Kosten, wenn sie wie der Pfandeintragungsanspruch selbständig eingeklag t werden können, zum Streitwert hinzuzurechnen sind (BSK ZPO-R ÜEGG /R ÜEGG , 3. Aufl., 2017, Art. 91 N 5; BK ZPO-S TERCHI , 2012, Art. 91 N 7). Die Berufungsklägerin kann sodann a us dem von ihr zitierten BGer 4A_183/2011 vom 16. Juni 2011 E. 1.1 nichts für sich abl eiten, denn zum einen hatte jener Fall einen nicht vergleichbaren Sachverhalt zum Gegenstand und der Bundesgerichtsentscheid erging in Anwendung von Art. 53 Abs. 1 und 2 BGG und der damals massgebenden Prozessbe- stimmungen des Kantons Waadt. Die Schweizerische Zivilprozessordnung und insbesondere Art. 93 Abs. 1 ZPO waren damals nicht anwendbar. Zum ande ren befassen sich der Entscheid Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4A_183/2011 vom 16. Juni 2011 E. 1.1 sowie die bereit s in der vorstehenden Erwägung 4.3 er- wähnten BGE 106 II 22 E. 1, BGE 55 II 39 E. 1 und BGer 4C.95/2003 vom 25. August 2003 E. 2 soweit ersichtlich einzig mit der Streitwertbestimmung der Pfandklage und nicht mit dem Streit- wert, wenn gleichzeitig die definitive Eintragung eines Pfandrechts und der Werklohn eingeklagt werden (so auch OGer ZH RB130014 vom 4. Juni 2013 E. 2.4.b). 4.6 Der Streitwert, der nach Art. 91 Abs. 1 ZPO durch di e Rechtsbegehren bestimmt wird, ohne Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens und gr undsätzlich ohne Eventualbegehren hinzuzurechnen, beträgt vorliegend je CHF 30'000.00 fü r die Pfandeintragungs- und die Forde- rungsklage. Diese beiden Streitwerte sind nach den vorst ehenden Erwägungen 4.2 bis 4.5 zu- sammenzurechnen und ergeben einen massgeblichen Streit wert der eingeklagten Ansprüche von CHF 60'000.00. Entgegen der Ansicht der Berufungsklä gerin ist der ermittelte Streitwert in vermögensrechtlichen Streitigkeiten nicht nur für die Festlegung der mutmasslichen Gerichtskos- ten und des nach Art. 98 ZPO zu erhebenden Kostenvorschusses relevant, sondern unter ande- rem auch für die Bestimmung der anzuwendenden Verfahrensart und der sachlichen Gerichtszu- ständigkeit. Auf Grundlage dieses Streitwerts ist ebenso die Zulässigkeit der Klagenhäufung ge- mäss Art. 90 ZPO zu prüfen. Für die gemeinsame Beurteilung der Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts und der Werklohnklage ist nach § 4 Abs. 1 i. V. m. § 3 EG ZPO die Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost sachlich zuständig, da kein Fall von Art. 243 Abs. 2 und 3 ZPO oder Art. 248 ff. ZPO vorliegt und bei einem Streitwert von CHF 60'000.00 das ordentliche Verfahren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 1 ZPO e contra- rio). Die Voraussetzungen von Art. 90 ZPO sind damit i m Sinne der bundesgerichtlichen Recht- sprechung erfüllt. In BGE 142 III 788 E. 4 hat das Bu ndesgericht offengelassen, ob hinsichtlich der Zulässigkeit einer objektiven Klagenhäufung neben Art. 90 ZPO auch Art. 15 Abs. 2 ZPO zu prüfen ist, welcher zusätzlich einen sachlichen Zusammenh ang zwischen den Klagen verlangt, damit das angerufene Gericht für alle Klagen örtlich zuständig ist. Da sich vorliegend die Pfand- eintragungsklage und die Werklohnklage aus demselben Lebe nssachverhalt ableiten, nämlich aus Gipserarbeiten, welche die Berufungsklägerin im Janu ar und Februar 2017 in der Liegen- schaft der Berufungsbeklagten an der Y.____strasse 26 in X .____ ausgeführt haben soll, wäre der allenfalls erforderliche sachliche Konnex zwischen den beiden Klagen nach Art. 15 Abs. 2 ZPO ohnehin gegeben. Die objektive Klagenhäufung führ t dazu, dass das Gericht die beiden geltend gemachten Ansprüche der Berufungsklägerin im selben Verfahren zu beurteilen hat. Eine Trennung der Ansprüche wurde von den Parteien nicht bea ntragt und Art. 125 lit. b ZPO ver- pflichtet das Gericht nicht dazu, gemeinsam eingereicht e Klagen von Amtes wegen zu trennen, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumal eine solche Trennung nicht zu einer Vereinfachun g des Prozesses geführt hätte (dazu auch nachstehende Erwägung 6.2). 4.7 Zusammenfassend kann in Bestätigung der vorinstanzlichen Erw ägungen festgehalten werden, dass eine objektive Klagenhäufung durch die Berufungsklägerin mit einem Gesamtstreit- wert von CHF 60'000.00 vorliegt, welche die Anwendun g des ordentlichen Verfahrens gemäss Art. 219 ff. ZPO nach sich zieht und deren Beurteilung in die Kompetenz der Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost fällt. Eine falsche Rechtsanwendung durch die Vorinstanz liegt nicht vor und die entsprechende Rüge der Berufungsklägerin erweist sich als unbegründet. 5.1 Die Berufungsklägerin macht sodann eine Rechtsverweigerung und -vereitelung durch die Vorinstanz geltend, welche sie im Wesentlichen damit begründet, dass die Vorinstanz auf die Werklohnklage aufgrund der fehlenden Schlichtung zu Unre cht nicht eingetreten sei. Gemäss einem Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Waadt vom 27. März 2013 (in JdT 2013 III 99) und mehreren Literaturstellen sei auch die For derungsklage, sofern sie sich gegen die Partei richte, implizit im Ausnahmekatalog eines Schlichtu ngsverfahrens von Art. 198 lit. h ZPO enthalten. Mit Blick auf Art. 227 ZPO werde der überspitzte Formalismus der Vorinstanz deutlich, da im Rahmen einer Klageänderung auch die Forderungskl age nachträglich in das Verfahren eingebracht werden könne, ohne vorgängig eine Schlichtung durchführen zu müssen. Ferner sei ungeklärt geblieben, warum die Vorinstanz auf die Pfandeintragungsklage allein nicht eingetreten sei, zumal für diese keine Schlichtung erforderlich sei. Die Vorinstanz habe das Recht willkürlich angewendet und sie habe entsprechend ihrer Fragepflichten bei den Berufungsbeklagten nach- fragen müssen, ob sie auf eine eventuelle Schlichtung ve rzichten würden, soweit dies nicht be- reits gestützt auf das prozessuale Verhalten der Berufu ngsbeklagten, welche sich vorbehaltlos eingelassen habe, hätte klar sein müssen. 5.2 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, kann den Ausführungen der Berufungsklägerin nicht folgen. Gemäss bundesgerichtliche r Rechtsprechung ist die Liste der Ausnahmen gemäss Art. 198 ZPO abschliessend (BGer 4A_176 /2019 vom 2. September 2019 E. 4.3). Die Klagenhäufung nach Art. 90 ZPO fällt n icht darunter (BGer 4A_413/2012 vom 14. Januar 2013 E. 6.1; OGer ZH LB130063 vom 17. Septemb er 2014 E. III.3.c, in ZR 113/2014 S. 271; OGer ZH LB120028 vom 13. August 2012 E. 3.2.b). Folglich gilt der Grundsatz, dass die Prozessvoraussetzungen und damit das Vorliegen einer gültigen Klagebewilligung für jeden An- spruch gesondert zu prüfen sind. Da die Werklohnklage der Berufungsklägerin nicht im Ausnah- mekatalog von Art. 198 ZPO enthalten ist, erfordert die gerichtliche Geltendmachung dieses An- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruches zwingend ein vorgängiges Schlichtungsverfahren un d die Ausstellung einer Klagebe- willigung nach Art. 209 ZPO. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn (nach einer vorläufigen Eintragung) eine Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts zusammen mit einer Leistungsklage aus Werkvertrag eingeleitet werden soll, selbst wenn sich die Leistungs- klage gegen dieselbe Partei richtet (OGer ZH LB130063 vom 17. September 2014 E. III.3.c, in ZR 113/2014 S. 271; S CHRANK , Das Schlichtungsverfahren nach der Schweizerischen Zivilp ro- zessordnung; Diss. 2014, Rz. 94 S. 54 f.). Entgegen dem von der Berufungsklägerin angeführten Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Waadt vom 27. März 2013 bildet das Beschleu- nigungsgebot kein Grund, auf das Schlichtungsverfahren zu verzichten, zumal das Schlichtungs- verfahren bereits vor oder während des Verfahrens um vo rläufige Eintragung des Bauhandwer- kerpfandrechts angerufen werden kann. Ein Verzicht auf das Schlichtungsverfahren lässt sich sodann auch nicht dadurch rechtfertigen, dass das Gericht nach Art. 124 Abs. 3 ZPO jederzeit versuchen kann, eine Einigung zwischen den Parteien zu erzielen. Denn das Massnahmeverfah- ren kann gemäss Art. 253 ZPO mündlich oder schriftlich dur chgeführt werden, womit sich nicht in jedem Fall die Möglichkeit für Schlichtungsversuche er gibt. Dem Entscheid des Kantonsge- richts des Kantons Waadt vom 27. März 2013 kann daher nic ht gefolgt werden (vgl. auch OGer ZH LB130063 vom 17. September 2014 E. III.3.c). Schli esslich geht es bei den Literaturstellen, auf welche die Berufungsklägerin zu diesem Thema verweist, ausschliesslich um mit der Kinder- unterhaltsklage kombinierte Vaterschaftsklage, für welche Art. 303 Abs. 2 ZPO explizit die gleich- zeitige Geltendmachung dieser beiden Klagen zulässt und womit eine vorgängige Schlichtung nicht zuletzt aufgrund des anzuwendenden Summarverfahren s entfällt (DIKE ZPO- GASSER /R ICKLI , 2. Aufl., 2014, Art. 303 N 2; BSK ZPO-M ORET /STECK , 3. Aufl., 2017, Art. 303 N 15). Die objektive Klagenhäufung von Art. 303 Abs. 2 ZP O ist damit nicht mit dem vorliegenden Fall vergleichbar. 5.3 Die Vorinstanz hat folglich zu Recht die Prozessvoraussetz ungen für die Pfandeintra- gungsklage und Werklohnklage der Berufungsklägerin separat geprüft. Ihr Ergebnis, wonach auf die Forderungsklage mangels Durchführung eines vorgängigen Schlichtungsverfahrens nicht ein- getreten werden kann, ist nicht zu beanstanden. Von einem überspitzten Formalismus kann keine Rede sein. Die Berufungsklägerin irrt sich zudem, wenn sie die Geltendmachung der Werklohn- klage im Rahmen einer Klageänderung gemäss Art. 227 ZPO in einem laufenden Verfahren über die definitive Eintragung eines Pfandrechts im Grundbuch als zulässig erachtet, ohne ein vorgän- giges Schlichtungsverfahren für die Werklohnklage einlei ten zu müssen. Eine Klageänderung stellt keine Ausnahme im Sinne von Art. 198 ZPO dar, welche ein obligatorisches Schlichtungs- verfahren entfallen lässt. Unzutreffend ist des Weiteren die Behauptung der Berufungsklägerin, Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Vorinstanz hätte allein auf die Pfandeintragungsklage eintreten können. Da die Pfandeintra- gungsklage gestützt auf Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO, welcher für Klagen im ordentlichen Verfahren massgebend ist, auch die Tatsachenbehauptungen zu enthal ten hat und die Berufungsklägerin darauf verzichtet hatte, in der Klage vom 28. September 2017 schriftliche Tatsachenbehauptun- gen vorzubringen, um ihre Klage substantiiert zu begründen, ist die Vorinstanz richtigerweise auf die Pfandeintragungsklage nicht eingetreten. Der Vorwurf der Rechtsverweigerung oder -vereite- lung respektive der willkürlichen Rechtsanwendung durch die Vorinstanz geht daher fehl. 5.4 Aus der richterlichen Fragepflicht gemäss Art. 56 ZPO kann nicht abgeleitet werden, dass die Vorinstanz bei den Berufungsbeklagten hätte nachfr agen sollen, ob sie auf eine eventuelle Schlichtung verzichten würden, da die Parteien einzig bei Streitigkeiten mit einem Streitwert von mindestens CHF 100'000.00 (Art. 199 Abs. 1 ZPO) bzw. die klagende Partei nur in ganz bestimm- ten Fällen (Art. 199 Abs. 2 ZPO), die hier nicht einsc hlägig sind, auf die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens verzichten können. Fehlen zudem wie hier die erforderliche Klagebewil- ligung für die Werklohnklage respektive eine formell h inreichende Klage im Sinne von Art. 221 ZPO, so kann sich die Gegenseite – anders als die Berufu ngsklägerin behauptet – nicht gültig auf das Verfahren einlassen. Durch Einlassung gemäss Art. 18 ZPO wird im Übrigen einzig die örtliche Gerichtszuständigkeit begründet, welche vorliegend unbestritten ist (BSK ZPO-INFANGER , 3. Aufl., 2017, Art. 18 N 12). Hinsichtlich der behaupteten Möglichkeit des nachträglichen Beibrin- gens der Klagebewilligung im Prozess ist richtig zu stellen , dass eine gültige Klagebewilligung eine Klagevoraussetzung darstellt, welche im Zeitpunkt der Klageeinleitung vorliegen muss. Fehlt eine solche, liegt nicht ein verbesserungsfähiger Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO vor, weshalb das fehlende Schlichtungsverfahren nicht nachgeholt und auf die Klage nicht eingetreten werden kann (BGE 140 III 70 E. 5; OGer ZH LB150054 vom 13. Januar 2016 E. 2a). 6.1 Die Berufungsklägerin beklagt sich wiederholt über eine ihrer Meinung nach unfaire und irreführende Prozessleitung durch die Vorinstanz und sie wirft ihr insbesondere ein widersprüch- liches Handeln im Prozess sowie überspitzten Formalismus vor . In der Verfahrensleitung durch die Zivilkreisgerichtspräsidentin, welche in der vorstehen den Sachverhaltsdarstellung auf den Seiten 2 bis 6 abgebildet ist, lässt sich jedoch keine Gesetzesverletzung, wie sie die Berufungs- klägerin behauptet, erkennen. Die Prozessleitungshandlungen des Gerichts gemäss Art. 124 ff. ZPO haben dem Anspruch der prozessualen Fairness zu genü gen, namentlich dem Prinzip der Waffengleichheit für die beteiligten Parteien und demjenigen von Treu und Glauben (KUKO ZPO- WEBER , 2. Aufl., 2014, Art. 124 N 3). Der Grundsatz von Treu und Glauben ist aber nicht nur vom Gericht einzuhalten, sondern es haben nach Art. 52 ZPO alle am Verfahren beteiligte Personen Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach Treu und Glauben zu handeln. Der Berufungsklägerin ist zwar zuzustimmen, dass die Zivil- kreisgerichtspräsidentin in der Verfügung vom 22. August 2017 festgehalten hatte, eine Be- schränkung der Klage sei zulässig und auch eine Teilklage sei möglich, die Berufungsklägerin habe jedoch auch bei einer Klage im vereinfachten Verfahren klar formulierte Rechtsbegehren zu stellen. Die Vorderrichterin führte zudem aus, die Ber ufungsklägerin habe gleichzeitig darzule- gen, ob sie lediglich eine Pfandeintragungsklage oder zusätzlich auch eine Forderungsklage ge- gen die Berufungsbeklagte erheben wolle. Damit sicherte die Vorderrichterin jedoch keineswegs zu, dass unabhängig von den konkreten Rechtsbegehren, die noch gestellt werden würden, oder von der Verknüpfung der Pfandeintragungsklage mit einer zusätzlichen Forderungsklage das ver- einfachte Verfahren zur Anwendung gelangen und die Vorinstanz auf die Klage eintreten werde. Genau dies behauptet die Berufungsklägerin im Berufung sverfahren. Eine solche Interpretation der Verfügung vom 22. August 2017 kann jedoch objektiv betrachtet nicht nachvollzogen werden, zumal die Berufungsklägerin im Zeitpunkt der Klageeinreichung anwaltlich beraten war und daher wissen oder zumindest erkennen musste, dass eine Kombination der Pfandeintragungs- mit einer Werklohnklage je nach Streitwert ein ordentliches Verfa hren nach Art. 219 ff. ZPO auslösen könnte. Von der anwaltlich beratenen Berufungsklägerin darf erwartet werden, dass sie sich vor- gängig zur Einreichung ihrer Pfandeintragungs- und Werklohnklage über die einzuhaltenden Pro- zessvoraussetzungen informiert. Bei rechtlicher Unklarheit, ob die Forderungsklage einer vorgän- gigen Schlichtung nach Art. 197 ff. ZPO bedarf bzw. ob die Streitwerte bei einer kombinierten Pfandeintragungs- und Werklohnklage zusammengerechnet werden, hätte die anwaltlich vertre- tene Berufungsklägerin entsprechend den anwaltlichen So rgfaltspflichten auf eine Kombination der beiden Klagen verzichten oder andere prozessual zulässige Wege beschreiten müssen. Bei- spielsweise hätte die Berufungsklägerin eine weitere (hier nachperemptorische) Fristerstreckung zur Einreichung der Klage auf definitive Pfandeintrag ung in das Grundbuch beantragen können mit der Begründung, dass sie für die Forderungsklage noch das Schlichtungsverfahren durchfüh- ren müsse. Oder sie hätte nach fristgerechter Pfandeintragungsklage die Sistierung des Verfah- rens verlangen können, bis eine Klagebewilligung vorg elegen hätte und die Forderungsklage hätte eingereicht werden können. Die beiden selbständigen Klagen hätten anschliessend auf An- trag einer Partei oder von Amtes wegen vereinigt werden können (Art. 125 lit. c ZPO). Nachdem die Berufungsklägerin zum Zeitpunkt der Klageeinreichung am 27. September 2017 diesen pro- zessualen Unsicherheiten keine genügende Beachtung schenkte , hat sie nun die Folgen ihrer Unvorsicht zu tragen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Die weitere Interpretation der Prozessleitung durch di e Berufungsklägerin, wonach die Vorinstanz sie nach Einreichung der Klage habe vorbehaltlos gewähren lassen und so zum Aus- druck gebracht habe, dass die prozessualen Vorkehrungen der Berufungsklägerin allesamt kor- rekt seien, geht ebenfalls fehl. Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz insbesondere vor, nach Eingang der schriftlichen Klagebegründung am 27. Febr uar 2018, in welcher die Berufungsklä- gerin die Unsicherheiten in Bezug auf den Streitwert signalisiert habe, das Verfahren nicht auf die Frage des massgebenden Streitwerts beschränkt zu haben . Nach Art. 124 Abs. 1 ZPO ist das Gericht ausschliesslich für die Prozessleitung und den Erlass der notwendigen prozessleitenden Verfügungen zwecks zügiger Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens zuständig. Die Art der Verfahrensleitung liegt weitgehend im Ermessen des Gerichts (BGE 140 III 159 E. 4.2). Ge- stützt auf Art. 125 ZPO kann das Gericht zwecks Vereinfach ung des Prozesses insbesondere das Verfahren auf einzelne Fragen oder auf einzelne Rechtsbegehren beschränken (lit. a) oder gemeinsam eingereichte Klagen trennen (lit. b). Die i n Art. 125 ZPO nicht abschliessend aufge- zählten prozessvereinfachenden Instrumente sind auf Antrag einer Partei, im Einvernehmen bei- der Parteien oder von Amtes wegen durch das Gericht anzuo rdnen und gelten für alle Verfah- rensarten und in jedem Verfahrensstadium (BSK ZPO-GSCHWEND , 3. Aufl., 2017, Art. 125 N 3). Aus Art. 124 und 125 ZPO lässt sich jedoch keine Pflicht des Gerichts ableiten, von Amtes wegen gemeinsam eingereichte Klagen zu trennen oder das Verfahren auf einzelne Rechtsfragen oder Rechtsbegehren zu beschränken. Entschliesst sich die klagend e Partei, in einem der Dispositi- onsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) unterliegenden Verfahren mehrere Klagen gegen dieselbe Per- son in einer Klageschrift einzureichen, so hat das Gericht diese Klagen antragsgemäss zu beur- teilen, sofern im konkreten Fall keine offensichtlichen Gründe für eine Vereinfachung des Prozes- ses nach Art. 125 ZPO vorliegen, die im Interesse der Parteien für eine beförderliche und zweck- mässige Beurteilung der Klage sprechen. Aus diesen Gründen durfte die Berufungsklägerin von der Vorinstanz nicht erwarten, dass sie von sich aus die Pfandeintragungs- und Werklohnklage trennen und in separaten Verfahren behandeln würde. Ebenfalls durfte die Berufungsklägerin nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass die Vorinstanz von Amtes wegen den Prozessstoff auf die Streitwertfrage beschränken würde, ohne zuvor der Gegenpartei das rechtliche Gehör zu gewähren und diese zur Klageantwort aufzufordern. Vielmehr hätte die Berufungsklägerin selber rechtzeitig entsprechende Verfahrensanträge stellen könn en, was sie aber unterlassen hat. Im Übrigen kann der Vorinstanz in verfahrensleitender Hinsicht nicht vorgeworfen werden, einen un- nötigen doppelten Schriftenwechsel durchgeführt zu ha ben, da es die Berufungsklägerin war, welche einen zweiten Schriftenwechsel beantragt hatte. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Im Rahmen der Verfahrensleitung hat das Gericht von Amt es wegen das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen zu prüfen (Art. 59 ZPO). Auch wenn diese Prüfung sobald als möglich und vor der materiellen Behandlung der Klage erfolge n soll, besteht von wenigen Ausnahmen abgesehen keine gesetzliche Pflicht, wann sie stattzufi nden hat. Es besteht daher auch keine zeitliche oder verfahrensmässige Vorgabe in Art. 60 ZPO, aus der abgeleitet werden könnte, das Verfahren dürfe nicht fortgesetzt werden, bis sämtliche in diesem Stadium bzw. nach einem Zu- warten abklärbaren Prozessvoraussetzungen vorliegen. Angesichts der Möglichkeit, einen Man- gel zu verbessern, wäre eine solche Regel auch nicht prakt ikabel (BGE 140 III 159 E. 4.2.4). Folglich müssen die Prozessvoraussetzungen nach allgemeine r Rechtsauffassung erst im Zeit- punkt der Urteilsfällung vorliegen (BGE 140 III 159 E. 4.2.4; 133 III 539 E. 4.3; BSK ZPO- RÜEGG /R ÜEGG , 3. Aufl., 2017, Art. 59 N 3). Der instruierenden Zivilkreisgerichtspräsidentin kann daher vorliegend nicht vorgeworfen werden, dass sie nac h Eingang der Pfandeintragungs- und Forderungsklage am 27. September 2017 keine zeitintensiven Rechtsabklärungen zum Streitwert und zur Zulässigkeit der Forderungsklage ohne vorgängiges Schlichtungsverfahren traf. Dass die Vorderrichterin zunächst auf die Ausführungen in der Klage abstellte und von einem vereinfach- ten Verfahren ausging, ist vor diesem Hintergrund ebenfalls nicht zu beanstanden. Nach Eingang der schriftlichen Klagebegründung durch die Berufungsklägerin am 27. Februar 2018 durfte und musste die Vorderrichterin der Gegenpartei nach Art. 245 Abs. 2 ZPO die Möglichkeit gewähren, dazu Stellung zu nehmen. Auf Antrag der Berufungskläge rin wurde sodann ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt, so da ss die Vorderrichterin nicht bereits im Anschluss an die Klageantwort verpflichtet war, eine Be weisverfügung mit vorangehender Prü- fung der Prozessvoraussetzungen und der Beweisanträge zu e rlassen. Nach Abschluss des Schriftenwechsels nahm die Vorderrichterin die entsprech ende Prüfung vor und gemäss Beweisverfügung vom 29. Juli 2019 entschied sie sich für eine Zusammenrechnung der Streit- werte der Pfandeintragungs- und Werklohnklage. Der Pr üfungszeitpunkt der Prozessvorausset- zungen steht im Einklang mit der oben zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung und ist da- her als rechtzeitig zu betrachten. Eine Verletzung von zivilprozessualen Bestimmungen durch die Vorderrichterin liegt nicht vor. Für die Berufungsklägerin mag es allenfalls unbefriedigend gewe- sen sein, dass ihr erst mit der Beweisverfügung vom 29. Juli 2019 die Ansicht der Vorderrichterin hinsichtlich der Streitwertberechnung und der Zuständigkeit der Dreierkammer mitgeteilt wurde. Doch selbst wenn die Vorderrichterin nach Einreichung d er Pfandeintragungs- und Forderungs- klage durch die Berufungsklägerin umgehend auf die Stre itwertkumulation und die Bestimmun- gen des ordentlichen Verfahrens hingewiesen hätte, wozu sie wie erwähnt nicht verpflichtet war, wäre es gleichwohl zu einem Nichteintretensentscheid dur ch die Dreierkammer der Vorinstanz gekommen. Zum selben Ergebnis wäre die Vorinstanz gela ngt, wenn sie nach Klageerhebung Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht die beiden Klagen auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen getrennt hätte, da die Mängel der Pfandeintragungsklage (fehlende Tatsachenbehauptu ngen) und der Forderungsklage (feh- lende Klagebewilligung) geblieben wären. Dass das ersti nstanzliche Klageverfahren vorliegend rund zwei Jahre gedauert hat und mit hohen Kosten verb unden war, ist grösstenteils auf das Verhalten der Berufungsklägerin zurückzuführen, welche nicht nur eine schriftliche Klagebegrün- dung, sondern auch die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragt hatte. Das Ge- richt ist nicht verpflichtet, darüber zu wachen, dass der P artei Kosten erspart werden, die sich wegen ihres eigenen Verhaltens in der Folge als unnütz erweisen könnten (BGE 140 III 159 E. 4.2.1). 6.4 Dem Einwand der Berufungsklägerin, dass die vorinstanzliche Richterin in der Beweisver- fügung vom 29. Juli 2019 nicht explizit auf das ordentli che Verfahren hingewiesen habe, ist zu entgegnen, dass ein Blick in die massgeblichen Gesetzesbest immungen genügt hätte, um zu erkennen, dass bei einem Streitwert von CHF 60'000.00 das ordentliche Verfahren nach Art. 219 ff. ZPO zur Anwendung gelangt. Die Behauptung der Berufungsklägerin, aufgrund des erwähnten fehlenden Hinweises zum anwendbaren Verfahren sei die Verfügung vom 22. August 2017 nach wie vor gültig und es gelte das vereinfachte Verfahren, ist rechtlich unhaltbar und nicht zu hören. 7. Die Berufungsklägerin macht eine willkürliche Sachverhal tsermittlung durch die Vor- instanz geltend mit der Begründung, diese habe im angefochtenen Urteil erwogen, dass auch die Berufungsklägerin in ihrer nachträglich eingereichten Klagebegründung den Standpunkt vertreten habe, es sei das ordentliche Verfahren anwendbar, was aus Sicht der Berufungsklägerin nicht zutreffend sei. Auf diese Rüge ist mangels Rechtserheblichkeit nicht weiter einzugehen. Nicht die Parteien entscheiden darüber, welche Verfahrensart z ur Anwendung gelangt, sondern das Ge- richt. Immerhin bezeichnete die Berufungsklägerin ihre Klage in der schriftlichen Klagebegrün- dung vom 2. März 2017 , eingegangen per IncaMail am 27. Februar 2018 , explizit als "Klage im ordentlichen Verfahren". 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren we- der eine unrichtige Rechtsanwendung noch eine unrichtig e Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz darlegen kann, was zur Abweisung der Berufung vom 24. Februar 2020 führt. Insbe- sondere kann der Berufungsklägerin nicht gefolgt werden, wenn sie der Vorinstanz eine unfaire und widersprüchliche Prozessleitung vorwirft. Obwohl es ex post betrachtet wünschenswert ge- wesen wäre, wenn die instruierende Vorderrichterin di e fehlenden Prozessvoraussetzungen in einem früheren Verfahrensstadium dargelegt hätte, lie gt keine Verletzung von Prozessleitungs- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorschriften durch die Vorinstanz vor. Dementsprechend ist entgegen den Ausführungen der Be- rufungsklägerin der vorinstanzliche Kostenentscheid zu b estätigen, zumal die Vorinstanz eine Reduktion der Gerichtsgebühr von CHF 6'000.00 auf CHF 4'000.00 (ohne schriftliche Klagebe- gründung) bzw. CHF 5'000.00 (mit schriftlicher Klagebegründung) vorgenommen hat, da sie die Klage nur in formeller und nicht in materieller Hin sicht prüfen musste. Die Parteientschädigung für die Berufungsbeklagten in Höhe von CHF 16'116.75 (inkl. Auslagen und MWST) erachtet die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, a ngesichts des Streitwertes von CHF 60'000.00 und der eingereichten Rechtsschriften als tarifkonform und wird von der Berufungsklä- gerin der Höhe nach nicht beanstandet. 9. Der Nichteintretensentscheid auf die Pfandeintragungsklage der Berufungsklägerin durch die Vorinstanz hat zur Folge, dass die Vormerkung der vo rläufigen Eintragung eines Bauhand- werkerpfandrechts auf der Parzelle Nr. 2083 des Grundbu ches X.____ für eine Forderung von CHF 30'993.90 nebst Zins zu 5 % seit 12. Mai 2017 und Kosten aus dem Grundbuch zu löschen ist. Nachdem im Dispositiv des angefochtenen Urteils de r Vorinstanz eine entsprechende Lö- schungsanweisung an das Grundbuchamt Basel-Landschaft feh lt und es sich hierbei um eine Rechtsfrage handelt, ist das Urteil der Vorinstanz von Amtes wegen mit der Anweisung an das Grundbuchamt zu ergänzen, damit die Vormerkung der vor läufigen Eintragung des erwähnten Bauhandwerkerpfandrechts auf der Parzelle Nr. 2083 gelöscht wird. 10. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens zu be- finden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und En tschädigungsfolgen sind die Bestim- mungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO sind die Prozesskosten der unterlie- genden Partei, hier also der Berufungsklägerin, aufzuerlegen. Diese hat nicht nur für die Gerichts- kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens aufzukommen, sonde rn der obsiegenden Berufungs- beklagten auch eine Parteientschädigung für das Berufungsverfahren zu bezahlen. Für Endent- scheide mit einem Streitwert von mehr als CHF 30'000. 00 und bis zu CHF 100'000.00 ist eine Gerichtsgebühr zwischen CHF 1'500.00 und CHF 10'000.00 festzulegen. Die Dreierkammer des Kantongerichts, Abteilung Zivilrecht, legt die Entscheidgebühr auf CHF 4'000.00 fest (§ 9 Abs. 1 i. V. mit § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 3 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, SGS 170.31). Die streitwertabhängige Parteientschädigung bemisst sich laut Art. 105 Abs. 2 ZPO nach der kanto- nalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO, SGS 178.112). Die Honorarrechnung ist nach § 18 Abs. 1 TO spätestens in der Hauptverhand lung bzw. im Beschwerdeverfahren mit der letzten Rechtsschrift einzureichen, ansonsten das Gericht die Parteientschädigung von Am- tes wegen nach Ermessen festsetzen kann. Diese gesetzl iche Vorgabe ist auch auf das Beru- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungsverfahren vor der Rechtsmittelinstanz analog anzuwe nden. Der Rechtsvertreter der Beru- fungsbeklagten hat es unterlassen, seine Honorarnote einzureichen, weshalb die Parteientschä- digung für die Berufungsbeklagten von Amtes wegen nach Ermessen festzulegen ist. Laut § 10 TO bemisst sich diese für die Vertretung vor zweiter In stanz nach den für die erste Instanz gel- tenden Grundsätzen gemäss §§ 7 und 8 TO, wobei sie ohne schriftliche Begründung im Beru- fungsverfahren nur 50 % und mit einer solchen bis zu 100 % des jeweils geltenden Grundhono- rars und allfälliger Zuschläge gemäss § 8 TO beträgt. Da die Berufungsbeklagten im Berufungs- verfahren eine 3,5-seitige Rechtsschrift eingereicht und auf Berufungsanträge verzichtet haben, ist das Grundhonorar in Anwendung von § 7 Abs. 1 lit. f i. V. m. § 10 TO auf CHF 4'000.00 fest- zulegen. Ein Auslagenersatz und eine allfällige Mehrwer tsteuer sind mangels Geltendmachung entsprechend §§ 15, 16 und 17 TO nicht geschuldet (K GE BL 400 19 196 vom 19. November 2019 E. 10; 400 19 237 vom 3. Dezember 2019 E. 9.1). Demnach wir d erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Ziffer 1 des Urteils des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 5. Dezember 2019 (Verfahren 140 17 1605 I) wird wie folgt ergänzt: Die Zivilrechtsverwaltung Basel-Landschaft, Grundbuchamt, wird ange- wiesen, die Vormerkung der vorläufigen Eintragung e ines Bauhandwer- kerpfandrechts auf der Parzelle Nr. 2083 des Grundbuch es X.____ , bewilligt für eine Forderung von CHF 30'993.90 nebst Zins zu 5 % seit 12. Mai 2017 und Kosten, zu löschen. Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die Entscheidgebühr von CHF 4'000.00 für das Berufungsverfahren wird der Berufungsklägerin auferlegt. Die Forderung des Staates wird mit dem von der Beruf ungsklägerin ge- leisteten Kostenvorschuss von CHF 4'000.00 verrechnet. Die Berufungsklägerin hat den Berufungsbeklagten eine Parteientschädi- gung von CHF 4'000.00 zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco