Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Februar 2014 (720 13 291 / 38) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Diet er Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Sandro Jaisli Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch B runo Muggli, Advokat, Hauptstrasse 53, Postfach 564, 4127 Birsfelden gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1954 geborene A.____ arbeitete als Gipser bei der B.____ AG. Am 25. November 2011 rutschte er bei der Arbeit aus und fiel auf das Knie. Daraufhin meldete er sich am 27. April 2012 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklä- rung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse und nach Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens verfügte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) am 10. September 2013 die Ablehnung des Rentenanspruchs gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 32%. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Bru no Muggli, am 8. Oktober 2013 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Er beantragte, unter o/e- Kostenfolge sei die angefochtene Verfügung vom 10. September 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführe r eine Invalidenrente, zumindest eine Viertelsrente, zuzusprechen. C. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2013 wies das Kanto nsgericht das Gesuch des Be- schwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege ab. D. Die IV-Stelle liess sich mit Schreiben vom 23. Oktobe r 2013 zu der Beschwerde ver- nehmen und beantragte deren Abweisung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 8. Oktober 2013 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be schwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 10. September 2013 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mi ndestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wen n sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (vgl. BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (vgl. Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stel- lungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, wel- che anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeüb te Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach i hren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrich tet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, i n: René Schaffhau- ser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialver sicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a; 122 V 160 E. 1c). 4.4 Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass im Sozialversich erungsrecht der übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (vgl. BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 13. Novemb er 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Bew eisanforderungen nicht. Das Ge- richt hat jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläu- fen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 115 V 14 2 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hin- weisen; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 f.). 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind d ie folgenden medizinischen Unterla- gen zu berücksichtigen: 5.2 Mit Arztbericht vom 16. Mai 2012 diagnostizierte Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ei ne Denervierung und Glättung der Patella, eine traumatisierte Femoropatellararthrose r echts und eine Plicaresektion links. Der Wiedereingliederungsversuch in der angestammten Tätigkei t sei gescheitert. Therapeutisch könne er dem Patienten nicht mehr viel bieten. 5.3 Im Austrittsbericht der Rehaklinik D.____ vom 29. Jun i 2012 stellte Dr. med. E.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, beim Beschwer deführer einen deutlichen Reiz- kniegelenkerguss rechts, bedingt durch die schwere retropatelläre Arthrose bei weitgehend feh- lendem Gelenkknorpel lateral, fest. Als Probleme beim Klinikaustritt gab Dr. E.____ das Reiz- knie rechts, ein femoropatelläres Schmerzsyndrom rechts, w elches das Treppensteigen er- schwere und das Knien unmöglich mache, sowie eine eingesc hränkte Beweglichkeit des rech- ten Knies an. Bezugnehmend auf die Arbeitsfähigkeit sei die Tätigkeit als Gipser ab dem 27. Juni 2006 nicht mehr zumutbar, da die Anforderungen (s chwere Arbeit, wiederholtes und län- gerdauerndes Arbeiten im Knien, Ersteigen von Leitern und Gerüsten) zu hoch seien. Für mit- telschwere Arbeiten bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit wobei die Arbeit wechselbelastend, ohne wiederholtes oder längerdauerndes Knien und ohne das Ersteigen von Leitern und Gerüs- ten zu sein habe. Die Chancen auf eine Anstellung in einem anderen Betrieb des ersten Ar- beitsmarktes seien aufgrund der geringen beruflichen Q ualifikation, der langjährigen, aber Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dadurch auch einseitigen Berufserfahrung, des Alters, de r schlechten Deutschkenntnisse und der deutlichen behinderungsbedingten Einschränkungen seitens des rechten Knies, gering. 5.4 Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin, diagnostizie rte mit Arztbericht vom 22. Oktober 2012 eine schwere femoropatellare Arthrose am rechten Knie, einen belastungsabhängigen Kniegelenkserguss, eine Teilmensikektomie, eine chronische Cervicalgie mit Foraminalsteno- sen C3/C4, C5/C6 und C4/C5 sowie eine AC-Gelenksarthros e rechts. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen in sulinbedürftigen Diabetes mellitus und eine arterielle Hypertonie. Die Prognose sei ungünstig und die bisherige Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar. 5.5 Die von der IV-Stelle an Dr. med. G.____, FMH Or thopädie und Physikalische und Re- habilitative Medizin, Regional Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, gerichtete Frage, ob der Beschwerdeführer gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik D. ____ für eine adaptierte mittel- schwere Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, konnte dieser in seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2012 nicht abschliessend beantworten. Die Schmerzklinik D .____ habe nur die unfallbedingten Erkrankungen berücksichtigt. Gemäss Bericht Dr. F.____ vom 22. Oktober 2012 lägen auch unfallunabhängige Erkrankungen vor, welche im Hinblick auf zumutbare Verweistätigkeiten ebenfalls zu berücksichtigen seien. Insofern müsse das Leistun gsbild der Rehaklinik D.____ nach unten korrigiert werden und es sei bei Dr. F.__ __ nachzufragen, welches Leistungsbild für eine Verweistätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch vorliege. 5.6 Auf Anfrage der IV-Stelle präzisierte Dr. F.____ seine Diagnose am 27. Dezember 2012 dahingehend, dass medizinisch-theoretisch eine rein sitzende Tätigkeit zu 100% zumutbar sei. Eine wechselbelastende Tätigkeit, die keine kniende Arbeitsausführung erfordere, sei zu 50% möglich. Zusätzlich bestehe ein schwer einzustellender insulinbedürftiger Diabetes melli- tus, womit es nicht möglich sei, verantwortungsvolle Tät igkeiten auszuüben. Diese Angaben würden seit dem Austritt der Rehaklinik D.____ am 26. Juni 2012 gelten. 5.7 Basierend auf den Angaben von Dr. F.____ vom 27. D ezember 2012 nahm Dr. G.____ am 7. Januar 2013 erneut Stellung und bestätigte die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit des Be- schwerdeführers in seiner bisherigen Tätigkeit als Gips er. Eine leidensangepasste Verweistä- tigkeit in Form einer rein sitzenden Tätigkeit sei aber zu 100% möglich. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 10. September 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbei tsfähigkeit des Versicherten auf die RAD-Stellungnahme von Dr. G.____ vom 7. Januar 2013. Grundlage dieser Stellungnahme bilden insbesondere der Austrittsbericht der Rehaklini k D.____ vom 29. Juni 2012 sowie die Stellungnahmen von Hausarzt Dr. F.____ vom 22. Oktober 2 012 und 27. Dezember 2012. Sie ging demnach davon aus, dass es dem Beschwerdeführer zugem utet werden könne, eine lei- densangepasste Verweistätigkeit in Form einer rein sitze nden Tätigkeit zu 100% auszuüben. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Mit der V orinstanz kann festgehalten werden, dass der RAD-Bericht von Dr. G.____ vom 7. Januar 2013 un d die diesem zugrunde liegenden Arzt- berichte für die streitigen Belange umfassend sind, auf hinreichenden Untersuchungen beruhen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und die geklagten Beschwerden berücksichtigen. Insgesamt e rweisen sich die Berichte sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als a uch bezüglich der daraus gezoge- nen Folgerungen als schlüssig und ergeben ein nachvollzieh bares und einheitliches Bild über den Gesundheitszustand sowie die Leistungsfähigkeit des Versicherten. 6.2 Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, sein Gesun dheitszustand sei ungenügend abgeklärt und es würden ausser Dr. G.____ sämtliche Ärzte davon ausgehen, dass eine rein sitzende Tätigkeit zu 100% nicht ausgeführt werden könne, kann ihm nicht gefolgt werden. Die medizinische Aktenlage ist nicht als widersprüchlich anzuse hen und es liegen keine medizini- schen Unterlagen vor, welche die Behauptung des Beschwer deführers, sämtliche Ärzte würden eine rein sitzende Tätigkeit zu 100% als unzulässig betrachten, belegen würden. Auch wenn Dr. G.____ in seinem Bericht vom 3. Dezember 2012 das Leist ungsprofil nach unten korrigierte, weil zusätzlich zum Austrittsbericht der Rehaklinik D.____ unfallunabhängige Erkrankungen berücksichtigt werden mussten, ändert dies nichts an der Tatsache, dass aus ärztlicher Sicht für rein sitzende Verweistätigkeiten eine 100%-ige Arbeits fähigkeit besteht. Dieses neue Leis- tungsbild wurde sodann auch im Bericht Dr. G.____ vom 7 . Januar 2013 im Hinblick auf die Beurteilung der zumutbaren leidensangepassten Verweistä tigkeiten berücksichtigt. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die verfügbaren medi zinischen Unterlagen eine zuver- lässige Beurteilung der Leistungsfähigkeit gestatten un d dem Versicherten medizinisch- theoretisch eine vollschichtige Verweistätigkeit zuzuerkennen ist. 6.3 Im vorliegenden Fall lassen die vorhandenen medizin ischen Unterlagen demnach eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigk eit des Versicherten zu, weshalb auf die vom Beschwerdeführer beantragte zusätzliche medizini sche Abklärung verzichtet werden kann. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das R echt, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Bewei sabnahme. Beweise sind im Rahmen die- ses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsache n abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelang t das Gericht bei pflichtgemässer Be- weiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unt erlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hin reichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit ver bundene antizipierte Beweiswürdi- gung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprech ung zulässig (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 7.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, seine Restarbeitsfähigkeit lasse sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwerten, weil es für ihn unmöglich sei, eine Ver- weistätigkeit zu finden. 7.2 Gemäss Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invali ditätsgrades von einer ausge- glichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Bei diesem Begrif f, der im Gesetz nicht umschrieben wird, handelt es sich rechtsprechungsgemäss um einen theo retischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, die Leistungsbereiche der Invaliden- bzw. der Unfallversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Bei der Prüfung d er wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinn e von Art. 16 ATSG dort nicht gespro- chen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so ein geschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder da ss sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers mögli ch wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausg eschlossen erscheint (vgl. Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Ferner beinhaltet der Begriff des aus- geglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichge wicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struk- tur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzung en wie auch hinsichtlich des körperli- chen Einsatzes (vgl. BGE 110 V 276 E. 4 mit Hinweisen). Letzteres gilt auch im Bereich der un- und angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob ein Invalider die Möglichkeit hat , seine restliche Erwerbsfähigkeit zu ver- werten und ob er ein rentenausschliessendes Einkommen z u erzielen vermag oder nicht (vgl. BGE 110 V 276 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person u nter den konkreten Arbeitsmarktverhält- nissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, o b sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich verwerten könnte, wenn die verfüg baren Arbeitsplätze dem Angebot an Ar- beitskräften entsprechen würden (vgl. AHI-Praxis 1998 S. 291 E. 3b). Das restliche erwerbliche Leistungsvermögen hat sich mit anderen Worten in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsgemäss unter anderem konjunkturell ausge glichen ist (vgl. Urteil I. des EVG vom 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3; RUDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenmin- derungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Inval iditätsbemessung nach einem ausge- glichenen Arbeitsmarkt, in: R ENÉ S CHAFFHAUSER / FRANZ SCHLAURI [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 35). Bei diesem geht es nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundhei tlich zumutbare) Beschäftigungsmög- lichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von konjunkturel- len Verhältnissen, umfasst. 7.3 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser nicht mehr arbeitsfähig ist. Nach dem massgebenden Ber icht von Dr. G.____ vom 7. Januar 2013 und den weiteren diesem zu Grunde liegenden Arztberichten sind aber leidensangepasste Verweistätigkeiten mit rein sitzender Arbeitsausführun g zu 100% möglich. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer tro tz seiner gesundheitlichen Be- einträchtigungen nach wie vor ein relativ breiter Fäche r von verschiedenen Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen steht. Auch das Alter d es Beschwerdeführers spricht nicht gegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Im Leitentscheid 138 V 457 hat das Bundes- gericht festgelegt, dass für den Zeitpunkt, in welchem d ie Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, auf das Feststehen der medizi- nischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzust ellen sei (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3). Im vorliegenden Fall steht diese medizinische Zumutbarkei t mit Austrittsbericht der Rehaklinik D.____ vom 29. Juni 2012 und den Arztberichten von Dr. F.____ vom 22. Oktober 2012 und 27. Dezember 2012 fest. Im Jahr 2012, welches gemäss obi ger Rechtsprechung als relevanter Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeitpunkt gilt, war der Beschwerdeführer 58 Jahre alt. Die Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2 f.; Urteil des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 f.) stellt auch bei älteren Menschen re lativ hohe Anforderungen an die Unver- wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Das fortgeschrit tene Alter wird, obgleich an sich ein invali- ditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriter ium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten da zu führen kann, dass die einer versi- cherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realis- tischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr d eren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der E influss des Lebensalters auf die Mög- lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausg eglichenen Arbeitsmarkt zu verwer- ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bem essen, sondern hängt von den Umstän- den des Einzelfalls ab (vgl. Urteile 9C_153/2011 vom 22 . März 2012 E. 3.1; 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen). 7.4 In Anwendung dieser Grundsätze hat das EVG beispi elsweise bei einem 60-jährigen, früher in der Textilindustrie tätigen Versicherten, de r aus ärztlicher Sicht für eine angepasste leichte Hilfsarbeit noch zu 100% arbeitsfähig eingestuft wurde, die Erwerbsfähigkeit trotz seines Alters bejaht (vgl. Urteil 376/05 vom 5. August 2005). Bejaht hat das EVG auch die Verwertbar- keit der Restarbeitsfähigkeit eines ebenfalls 60-jährige n Versicherten, dessen Arbeitsfähigkeit aus verschiedenen Gründen zu 30% eingeschränkt war (vgl. Urteil 304/06 vom 22. Januar 2007). Weiter hat das Bundesgericht die Verwertbarke it einer 50%-Arbeitsfähigkeit bei einem 61-jährigen Versicherten bejaht, der nach Ansicht der Ärzte weiterhin im bisherigen Beruf wie in jeder anderen vergleichbaren körperlich leichten bis mit telschweren Tätigkeit arbeiten konnte (vgl. Urteil 831/05 vom 21. August 2006). Schliesslich hat das Bundesgericht die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch bei einem 60-jährigen Versich erten bejaht, dem die Ärzte noch eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit für leichte, wechselbelastet e Tätigkeiten attestiert hatten (vgl. Urteil 9C_918/2008 vom 28. Mai 2008; vgl. weiter G EORGES PESTALOZZI -SEGER , IV: Invaliditätsbe- messung bei Personen, die kurz vor dem AHV-Alter stehen, in: Behinderung und Recht, 2/2013, S. 1ff.). 7.5 Im vorliegenden Fall ist der Beschwerdeführer 100% arbeitsfähig und die ihm zumutba- ren leidensangepassten Tätigkeiten unterliegen nicht d erart vielen Einschränkungen, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entge- genkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden können. Die IV-Stelle ist daher in ihrer Verfügung vom 10. September 2013 zu R echt davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer auf dem hypothetischen ausgeglichenen A rbeitsmarkt genügend Tätigkeiten offenstehen, so dass nicht von realitätsfremden und in d iesem Sinne von unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden kann. 7.6 Im Sinne eines Zwischenergebnisses kann festgestellt we rden, dass sich die IV-Stelle bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer deführers zu Recht auf die Einschätzun- gen im RAD-Bericht Dr. G.____ vom 7. Januar 2013 und den diesem zu Grunde liegenden Art- berichten abstützte. Der Versicherte ist demnach im Rahme n einer rein sitzenden Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Der Beschwerdeführer bemängelt weiter die Berechn ung des Invaliditätsgrades. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versic herten ist Art. 16 ATSG anwendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditäts grad bei erwerbstätigen Versicherten auf- grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird da s Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be- handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durc h eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalid eneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni cht invalid geworden wäre (Vali- deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög lichst genau ermittelt und einan- der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (vgl. BGE 104 V 136). 8.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, au szugehen ist (vgl. Urteil des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlrei chen Hinweisen). Basierend auf den An- gaben des ehemaligen Arbeitgebers des Beschwerdeführers h ätte dieser ohne Gesundheits- schaden als Gipser ein Jahreseinkommen von Fr. 78`000.- (1 3 Monate x Fr. 6`000.-) erzielen können (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 10. Mai 2012). Dieses Valideneinkommen wird vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerde zu Recht nicht beanstandet. 8.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflicherwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nac h Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik pe- riodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) h erangezogen werden (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Im frühestmögl ichen Zeitpunkt des Rentenbeginns im Jahr 2012 könnte der Beschwerdeführer somit ein Invalid eneinkommen von Fr. 53`057.- erzie- len. Grundlage dafür bildet die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2010, Tabelle TA1, Priva- ter Sektor, Total, Anforderungsniveau 4 des Arbeitsplat zes, Spalte Männer, Fr. 4901.- monat- lich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 12-2013, B9.2) x 12 Monate und nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 1% für das Jahr 2011 und 0.8% für das Jahr Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2012 (vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nomi nallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012) ergibt sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 62`420.-. 8.4 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE erh obenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesam t höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht auto matisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die ver sicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterli che Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurtei len, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im E inklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat , nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen können, die eine abwei- chende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen la ssen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). Vorliegend hat die Be- schwerdegegnerin einen leidensbedingten Abzug von 15% vo rgenommen, wodurch sich ein Invalideneinkommen von Fr. 53`057.- ergibt. In Würdigung sämtlicher hier massgebenden Krite- rien erweist sich der vorgenommene Abzug als angemessen und ist demnach nicht zu bean- standen. Für ein Eingreifen des Gerichts in den vorinstan zlichen Ermessensentscheid besteht demnach kein Anlass. 8.5 Dagegen macht der Beschwerdeführer geltend, es könne nicht auf ein Invalidenein- kommen von Fr. 53`057.- abgestellt werden. Dieses, von der Vorinstanz berechnete Invaliden- einkommen, sei absolut unrealistisch. Soweit der Beschwer deführer beantragt, es sei von ei- nem tieferen Invalideneinkommen auszugehen, muss ihm entgegengehalten werden, dass dies nicht möglich ist, da mit dem Anforderungsniveau 4 bere its das tiefstmögliche Niveau herange- zogen wurde. Zudem wurde vom Tabellenlohn ein im Quer vergleich eher grosszügiger leidens- bedingter Abzug von 15% gewährt. Die Berechnung des Inva lideneinkommens ist somit eben- falls nicht zu beanstanden. 8.6 Wenn nun das Invalideneinkommen von Fr. 53`057.- dem Valideneinkommen von Fr. 78`000.- (vgl. E. 8.2 hiervor) gegenübergestellt w ird, ergibt sich ein IV-Grad von 32%. Bei einem Invaliditätsgrad von unter 40% hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Inva- lidenrente (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG). Selbst wenn ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht von 20% berücksichtigt wird, würde bei einem IV-Grad von 36% kein Anspruch auf eine Rente resultieren. 9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle ei nen Rentenanspruch des Versi- cherten zu Recht abgelehnt hat. Die gegen die betreffende Verfügung vom 10. September 2013 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht koste npflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Entsprechend dem Ausgang dieses Verfahr ens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.- werden mit dem von dem Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss verre chnet. Die ausserordentlichen Kosten sind bei diesem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht