Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. November 2013 (725 13 24 / 281) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Berufskrankheit, weitere medizinische Abklärungen notwendig Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch M arco Albrecht, Advokat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1963 geborene A.____ war seit 1. November 19 93 bei der B.____ als Gärtner tätig und durch die Arbeitgeberin bis 31. Dezember 2006 bei der C____AG und ab 1. Januar 2007 bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit "Schadenme ldung UVG" vom 11. Oktober 2011 wurde der SUVA angezeigt, dass der Versicherte die Arbe it vom 20. Juli 2011 bis 21. Juli 2011 und ab 15. September 2011 wegen Schulterbeschwerden rechts ausgesetzt habe. Nach Durch- führung medizinischer Abklärungen hielt die SUVA mit V erfügung vom 5. April 2012 fest, dass Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Bezug auf die am 11. Oktober 2011 gemeldeten Schult erschmerzen weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung noch eine Berufskrankheit vorliege. In der Folge verneine sie ihre Leistungspflicht. Daran hielt sie auf Einsprach e des Versicherten und dessen Kranken- versicherung D____AG hin mit Entscheid vom 27. Dezember 2012 fest. A.2 Bereits am 9. November 2011 meldete A.____ der C ____AG einen Rückfall zum Unfall vom 10. November 2001. Nach Durchführung der erforderl ichen Abklärungen hielt die C____AG mit Verfügung vom 15. Dezember 2011 fest, das s die Schulterbeschwerden rechts und die damit verbundene Behandlung ab Juni 2011 nicht überwiegend wahrscheinlich in einem Zusammenhang mit dem Unfall vom 10. November 2001 steh en würden. Daran hielt sie auch auf Einsprache des Versicherten hin mit Entscheid vom 17 . Juli 2012 fest. Gegen diesen Ent- scheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Marco Albre cht, Beschwerde beim Kantonsge- richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht; Verfahren Nr. 725 12 278), welche mit Urteil vom 14. Februar 2013 mangels Kausalität rechtskräftig abgewiesen wurde. B. Gegen den Einspracheentscheid der SUVA vom 27. Dezem ber 2012 erhob A.____, wei- terhin vertreten durch Advokat Albrecht, am 29. Janua r 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht (Verfahren Nr. 725 13 24). Er beantragte, in Aufheb ung des Einspracheentscheids vom 27. Dezember 2012 sei festzustellen, dass die SUVA zu Ver sicherungsleistungen verpflichtet ist. Eventuell sei die Sache zwecks weiterer Abklärung an die SUVA zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Albrecht als unentgeltlichen Rechtsvertreter. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass der angefochtene Einspracheentscheid auf unzureichenden medi- zinischen Unterlagen beruhe. C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. März 2013 schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig ist, ob die SUVA zu Recht die Übernahme von Versicherungsleistungen im Zu- sammenhang mit dem am 11. Oktober 2011 gemeldeten Sc hadenfall abgelehnt hat. Nachdem das Kantonsgericht im Verfahren Nr. 725 12 278 die Unf allkausalität der geklagten Schulterbe- schwerden rechts mit Urteil vom 14. Februar 2013 rechtskr äftig verneinte, bleibt zu prüfen, ob die gemeldeten Schulterbeschwerden unter dem Titel einer Berufskrankheit einen Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung begründen. 3.1 Als Berufskrankheiten gelten gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG Krankheiten (Art. 3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiege nd durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gest ützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UV V) vom 20. Dezember 1982 hat der Bundesrat in Anhang 1 zur UVV eine Liste der schädigend en Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte A rbeiten gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle anderen mitbeteiligten Ursachen, mith in im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 f. E. 2a). 3.2 Gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel b ezweckt, allfällige Lücken zu schlies- sen, die dadurch entstehen können, dass die bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur UVV entweder einen schädlichen Stoff, der eine Krankheit ve rursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde. Nach der Rechtsprechung ist die Vorausset- zung des "stark überwiegenden" Zusammenhangs erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75% durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Dabei sind an die Annahme einer Berufskrankheit relativ strenge Anforderungen zu stellen. Ver- langt wird, dass der Versicherte für eine gewisse Dauer einem typischen Berufsrisiko ausge- setzt ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, die gleichzeitig mit der Berufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der Exposi tion (oder Arbeitsdauer) ist die gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen (BGE 126 V 183 E. 2b mit Hinweisen). 4.1 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Berichtes ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Bew eismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 4.2 Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Berichten versiche- rungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-)Beri chten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden , erkennt die Rechtsprechung zwar ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, da ss ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versiche- rungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt (B GE 135 V 469 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 125 V 353. E. 3b/ee). Sie sind aber soweit zu ber ücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Zunächst steht unbestritten fest, dass der Beschwerdefü hrer keine Listenerkrankung gemäss Art. 9 Abs. 1 i.V.m. Art. 14 UVV und Anhang 1 UVV aufweist. Bei der Beurteilung, ob eine Berufskrankheit gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG vorliegt, st ützte sich die SUVA auf den Bericht des Vertrauensarztes Dr. med. E.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 4. April 2012. Darin verneinte er das Vorliegen einer Berufskrankheit. Zur Begründung führte er aus, für eine solche sei ein beruflicher Verursachungsanteil von mindestens 75% gefordert. Konkret bedeute dies, dass von allen Beschäftigen mit gleicher Tätigkeit mind estens 75% berufsbedingt unter den gleichen Beschwerden leiden würden. Der Versicherte ha be im Rahmen seiner beruflichen Tä- tigkeit alle Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau zu verrichten. Nach dem Belastungsprofil vom 4. Januar 2012 sei das Heben und Tragen von mitte lschweren Lasten (10 kg - 25 kg) bis Lendenhöhe sehr oft nötig. Das Heben und Tragen von La sten von mehr als 25 kg bis Lenden- höhe sei aber nie notwendig. Selten sei das Heben von L asten bis 5 kg über Brusthöhe nötig; manchmal das Heben von Lasten von mehr als 5 kg über Bru sthöhe. Insgesamt seien sehr schwere Bauarbeiten oft durchzuführen. Die anderen Bel astungen seien im leichten bis mittle- ren Bereich. Bei diesem Belastungsprofil handle es sich um Tätigkeiten, welche von allen im Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gartenbau Beschäftigen durchgeführt würden. Bezogen auf das Gesamtkollektiv aller im Gar- tenbau Beschäftigten seien die Voraussetzungen für ein e Anerkennung als Berufskrankheit gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG nicht gegeben, da nicht mind esten 75% aller im Garten- und Land- schaftsbau Beschäftigen eine Rotatorenmannschettenmassenru ptur beidseits aufweisen wür- den. Es seien auch keine Studien bekannt, welche einen wahrscheinlichen Zusammenhang von Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau mit dem Au ftreten von Rotatorenmanschettenmas- senrupturen bestätigen würden. 7. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), kommen den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-)Berichten von Sachverständigen, die nicht im Verfah- ren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden, Beweiswert zu, sofern nicht bereits geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen. Solche Zweifel sind vorliegend nicht von der Hand zu weisen. Der Kreisarzt Dr. E.____ geht in seiner Beurteilung vom 4. April 2012 offenbar davon aus, dass eine Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG nur dann ausgewiesen sei, wenn von allen Beschäftigen mit gleicher Tätigkeit mindestens 75% berufsbedingt unter den gleichen Beschwerden leiden. Nach Würdigung der bei den Akten liegenden Arbeitsplatzbeschreibung und der Angaben des Arbeitgebers betreffend die körper lichen Anforderungen der bisherigen Tätigkeit als Gärtner vom 4. Januar 2012 kommt er zu m Schluss, eine Berufskrankheit sei zu verneinen, da nicht mindestens 75% aller im Garten- u nd Landschaftsbau Beschäftigten eine Rotatorenmanschettenmassenruptur beidseits aufweisen würd en. Diese Beurteilung ist nicht stichhaltig. Entgegen der Ansicht des Kreisarztes setzt die Annahme einer Berufskrankheit nicht voraus, dass mindestens 75% aller Beschäftigen mit gleiche r Tätigkeit unter den gleichen Be- schwerden leiden. Vielmehr ist nach ständiger Rechtsprec hung die Voraussetzung des aus- schliesslichen oder stark überwiegenden Zusammenhanges gemä ss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75% durch die ber ufliche Tätigkeit verursacht worden ist. Dr. E.____ verkennt offensichtlich die massgebenden Kriterien für die Beurteilung einer Be- rufskrankheit. Aus diesem Grund ist seine Begründung nicht schlüssig und es bestehen Zweifel an der Richtigkeit der kreisärztlichen Schlussfolgerungen . Auch sein nicht weiter begründeter Hinweis, wonach keine Studien bekannt seien, welche ein en wahrscheinlichen Zusammenhang von Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau mit dem A uftreten von Rotatorenmanschetten- massenrupturen bestätigen würden, ändert daran nichts. In diesem Zusammenhang ist zu er- wähnen, dass es sich bei Dr. E.____ um einen Arzt für Al lgemeinmedizin handelt. Sinnvoller- weise ist für die Beurteilung der zur Diskussion stehenden Frage ein Facharzt für Orthopädie beizuziehen. Insgesamt vermag der Bericht von Dr. E.____ vom 4. April 2012 nicht zu überzeu- gen, weshalb ihm für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit keine ausschlaggebende Beweiskraft zugemessen werden kann. So wie sich die Akten lage präsentiert, ist der massge- bende medizinische Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt , weshalb die umstrittene Frage, ob der Beschwerdeführer eine Berufskrankheit aufweist, au fgrund der bestehenden Aktenlage nicht abschliessend beurteilt werden kann. Folglich ist de r rechtserhebliche Sachverhalt durch geeignete weitere medizinische Abklärungen zu vervollständ igen. Da nicht von vornherein an- genommen werden kann, eine ergänzende Begutachtung ve rmöge zu keinen besseren Er- kenntnissen führen, kann davon nicht abgesehen werden. Damit steht fest, dass der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2012 auf unzur eichenden medizinischen Abklä- rungsergebnissen beruht und deshalb aufzuheben ist. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kön nen die Sozialversicherungsge- richte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streit sache zur neuen Begutachtung an die Ver- waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut- achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahr en anderweitig erhobenen Sachver- halt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig häl t oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Ei ne Rückweisung an die Vorinstanz bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwe ndigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich ei ne Klarstellung, Präzisierung oder Er- gänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. E. 4.4.1 ff). Die Vorinstanz hat es vorliegend unterlassen, einen geeigne ten Facharzt beizuziehen und diesen auf die massgebenden Kriterien für die Beurteilung einer Berufskrankheit hinzuweisen, weshalb sie nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der streitigen Frage vorgenommen hat (vgl. E. 7 hiervor). Da es nicht die Aufgabe der kant onalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfah- ren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vo- rinstanz somit nichts entgegen. Demzufolge ist die Angel egenheit in Aufhebung des angefoch- tenen Einspracheentscheids vom 27. Dezember 2012 zur weite ren Abklärung an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat zu prüfen, ob d ie geklagten Beschwerden des Versicherten durch seine berufliche Tätigkeit verursacht w orden sind. Gestützt auf die Ergeb- nisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über den Anspruch des Beschwerde- führers neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 9. Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- u nd der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weite ren Vorgehen im Sinne der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwe rdegegnerin zurück, so gilt in pro- zessualer Hinsicht die beschwerdeführende Partei als (vol lständig) obsiegende und die Be- schwerdegegnerin als unterliegende Partei (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG sind für d as vorliegende Verfahren keine ordentli- chen Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsiegende Partei ist demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerd egegnerin zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 15. Oktober 2013 für das vorlieg ende Verfahren geltend gemachte Zeit- aufwand von 6 Stunden erweist sich in Anbetracht der si ch stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind sodan n die in der Honorarnote aus- gewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 29.80. Dem Be schwerdeführer ist deshalb eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 1'652.20 (6 Stu nden à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 29.80 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifüh- ren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit ode r Kosten für ein weitläufiges Beweisver- fahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). N ach der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an de n Versicherungsträger zur Ak- tenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs.1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Ein- spracheentscheid der SUVA vom 27. Dezember 2012 aufgeh oben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit sie , nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über de n Leistungsan- spruch des Beschwerdeführers neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 1‘652.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwer tsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht