Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Oktober 2013 (715 13 36) ___________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung der Anspruchsberechtigung; 12-monatige Beitragszeit während dafür vor- gesehener Rahmenfrist mangels Nachweises einer beitragspflichtigen Beschäftigung nicht erfüllt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch O zan Polatli, Advokat, Advokatur Gysin & Roth, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32 , 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. A.____ meldete sich am 15. September 2011 bei seine r Wohngemeinde B.____ zur Ar- beitsvermittlung an. Weiter ersuchte er am 3. Oktober 2011 die Arbeitslosenkasse Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft (Kasse) um Ausrichtung von Taggeldern ab 1. Oktober 2011. Die Kasse klärte in der Folge den rechtserheblichen Sachverhalt ab und ver fügte am 19. Januar 2012 die Ableh- nung der Anspruchsberechtigung. Sie begründete diesen Entscheid dahingehend, dass A.____ während der Rahmenfrist für die Beitragszeit, welche vom 3. Oktober 2009 bis zum 2. Oktober 2011 gedauert habe, nicht während mindestens 12 Monaten einer beitragspflichtigen Beschäfti- gung nachgegangen sei. Die gegen die ablehnende Verf ügung durch den Versicherten erhobe- ne Einsprache wurde mit Entscheid vom 20. Dezember 2012 abgewiesen. B. Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, welc he der Versicherte, vertreten durch Advokat Otan Polatli, am 1. Februar 2013 beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), erhob. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2012 sei aufzuheben und seine Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ab 3. Oktober 2011 sei zu bejahen. Weiter stellte er das Rechtsbegehren, es seien ihm die gesetz- lichen Leistungen zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge. Zudem seien ihm die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche Verbeiständung mit dem Unterzeichneten zu bewilligen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer, es sei die Kasse anzuweisen, ihm umgehend sämtliche entscheidrelevanten Verfahrensa kten zur Einsicht zukommen zu las- sen und es sei ihm nach Eingang der angeforderten Unt erlagen eine angemessene Frist zur ergänzenden Beschwerdebegründung zu gewähren. Schliesslich sei ihm zu allfälligen Ausfüh- rungen der Kasse das Replikrecht einzuräumen. Zur Begr ündung brachte er im Wesentlichen vor, dass er in der Rahmenfrist für die Beitragszeit während 14,73 Monaten einer beitragspflich- tigen Beschäftigung nachgegangen sei, weshalb er ab 3. Oktober 2011 Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung habe. C. Mit Verfügung vom 5. Februar 2013 gelangte das Kan tonsgericht zum Schluss, dass die Beschwerdeschrift den gesetzlichen Anforderungen entsp reche. Aus diesem Grund wurde von der Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung abg esehen. Weiter wurde auch der Antrag abgewiesen, wonach die Kasse dem Beschwerdeführer alle entscheidrelevanten Verfah- rensakten zur Einsichtnahme zukommen zu lassen habe. D. Am 22. April 2013 ging die Vernehmlassung der Kasse ein, in welcher die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge beantragt wurde. E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien (Replik vom 30. Mai 2013/Duplik vom 5. August 2013) an den bereits gemachten Ausführungen und Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowi e Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjen igen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontro llpflicht erfüllt. Vorliegend kommt der in B.____ wohnhafte Beschwerdeführer im Kanton Basel- Landschaft seinen Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherung sträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenen tschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. a AVIG), wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Bei- tragszeit befreit ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 13 und 14 AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafü r vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitrags- zeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während minde stens zwölf Monaten eine beitrags- pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für d en Leistungsbezug. Letztere wiederum beginnt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG an jenem Tag, an de m sämtliche Anspruchsvoraussetzun- gen erfüllt sind. Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in welchem sich die versicherte Person erstmals zur Erfüllung der Kontrollpflicht auf der Wohn sitzgemeinde meldet (vgl. Art. 17 Abs. 2 AVIG). 2.2 Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arbeit slosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlasse nenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbstständiger Tätigkeit beitragspflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne vo n Art. 5 Abs. 2 AHVG bezieht (vgl. BGE 122 V 251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitrag spflicht einer versicherten unselbststän- digen Person entsteht mit der Leistung der Arbeit. Bei träge sind indessen erst bei Realisierung des Lohn- oder Entschädigungsanspruchs geschuldet (vgl. BGE 111 V 166 f. E. 4a und b). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG deshalb vorausgesetzt, dass die versicherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäftigung aus- geübt und der Arbeitgeber für diese Beschäftigung ta tsächlich auch einen Lohn entrichtet hat (vgl. BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 28. Febr uar 2003, C 127/02, E. 1). Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung solle n Missbräuche im Sinne fiktiver Lohn- vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ve rhindert werden (vgl. ARV 2001 Nr. 27 S. 228 E. 4c). Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entspre- chende Zahlungen auf ein Post- oder Bankkonto, welches auf den Namen des Arbeitnehmers lautet. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnqui ttungen sowie Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern – allenfalls in Form von Zeugenaussagen – in Betracht. Höchstens Indizien für tat- sächliche Lohnzahlungen bilden Arbeitgeberbescheinigung en und vom Arbeitnehmer unter- zeichnete Lohnabrechnungen oder AHV-Lohnblätter sowie Steuererklärungen (vgl. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht BGE 133 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen; Urteil des EVG vo m 28. Juli 2004, C 250/03, E. 2.1; ARV 2004 Nr. 10 S. 115 ff.; vgl. auch: B ARBARA KUPFER BUCHER , Der Nachweis des Lohnflus- ses als Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentsc hädigung, in: SZS 2005, S. 138 f.). 2.3 In BGE 131 V 444 ff. E. 3.3 hat das Bundesgericht festgehalten, die bisherige Recht- sprechung sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine be itragspflichtige Beschäftigung überhaupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führ e, wenn und soweit der Nachweis tat- sächlicher Lohnzahlungen erbracht ist. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs.1 lit. e i.V.m. Art. 13 Abs. 1 AVIG sei die faktische Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer die einzi ge Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. BGE 113 V 352 f.). Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer selbstständigen Ansp ruchsvoraussetzung zu, wohl aber jenes eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter U mständen ausschlaggebenden Indi- zes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftig ung. Dies bedeute mit anderen Wor- ten, dass eine beitragspflichtige Beschäftigung nicht nur dann Beitragszeiten bildend ist, wenn und soweit der Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung erbra cht ist. Für eine solche den klaren Wortlaut des Art. 13 Abs. 1 AVIG einschränkende Auslegu ng sprächen keine triftigen Gründe. Das im Gesetz zwar nicht ausdrücklich genannte, nach ständig er Rechtsprechung aber mass- gebliche Erfordernis der genügenden Überprüfbarkeit der beitragspflichtigen Beschäftigung die- ne der Verhinderung von Missbräuchen (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts vom 29. Dezember 2005, C 258/04, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am Nachw eis einer tatsächlich ausgeübten un- selbstständigen Tätigkeit, sei das Anspruchserfordernis na ch Art. 8 Abs. 1 lit. e und Art. 13 AVIG nicht gegeben. Dies gelte auch dann, wenn als Lohn bezeichnete oder auf ein als solches bezeichnetes Lohnkonto erfolgte Zahlungen des Arbeitge bers bestehen würden. Dieser Um- stand bilde eben nur, aber immerhin, ein bedeutsames Indiz für eine beitragspflichtige Beschäf- tigung (vgl. BGE 131 V 451 E. 3.2.2). 2.4 In zwei weiteren Urteilen (vom 18. August 2006, C 83/2006, und vom 6. März 2007, C 111/2006) hat die höchstrichterliche Rechtsprechung sch liesslich präzisierend festgehalten, dass der Umstand, dass eine tatsächliche Lohnzahlung nicht hinreichend belegt werden könne, nicht bedeute, dass der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung kurzerhand abzulehnen wäre. Massgebend sei nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes einzig, dass innerhalb der Rahmen- frist für die Beitragszeit eine beitragspflichtige Beschä ftigung während der Mindestdauer von zwölf Monaten rechtsgenüglich dargetan sei. Soweit eine beitragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen, der exakt ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben sei, habe eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (vgl. Urteil des EVG vom 18. August 2006, C 83/2006, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 451 E. 3 .2.3). Was die Einkommenshöhe betref- fe, habe sich die mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöh e in diesem Fall grundsätzlich zu Un- gunsten der versicherten Person auszuwirken (vgl. Urteil d es Bundesgerichts vom 6. März 2007, C 111/2006, E. 3.4). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten de r Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO i.V.m. Art. 61 Satz 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge- richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen anne hmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofer n das Gesetz nicht etwas Abwei- chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol gen, die es von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 1 26 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, je mit Hinweisen). 4. Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der Rahmenfrist für die Beitragszeit, welche vom 3. Oktober 2009 bis zum 2. Oktob er 2011 dauerte, während mindestens zwölf Monaten einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist. 4.1.1 Der Beschwerdeführer gibt zunächst an, vom 1. A pril 2010 bis 17. August 2010 bei der C.____ gearbeitet zu haben. Weiter sei er vom 1. Sep tember 2010 bis Ende Dezember 2010 sowie vom 1. April 2011 bis 30. September 2011 bei de r D.____ beschäftigt gewesen. Insgesamt sei er während der Rahmenfrist für die Beitr agszeit im Sinne von Art. 9 Abs. 3 AVIG während 14,5 Monaten einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen. 4.1.2 Vorweg ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in den Monaten Mai, Juni und Juli 2010 die Lohnzahlungen der C.____ sowie in den Monate n Juni, Juli, August und September 2011 jene der D.____ mittels Banküberweisungen belegt . Da die Auszahlung des Lohnes auf ein auf den Namen des Versicherten lautendes Bank- oder Postkonto gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 131 V 444 E. 1.2) als Beweis für den tatsächlien Lohnfluss genügt, ist für diese Zeit (wohl in Übereinstimmung mit der Vo rinstanz) und gestützt auf die weiteren Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter E. 2 vorstehend gemachten Ausführungen davon a uszugehen, dass er während diesen 7 Monaten die gesetzlichen Voraussetzunge an eine beitragspflichtige Beschäftigung erfüllt. 4.2 Fraglich ist jedoch, ob der Beschwerdeführer auch f ür die übrigen Monaten, von denen er behauptet, gearbeitet zu haben, diesen Nachweis erbringen kann. 4.2.1.1 Der Beschwerdeführer führt aus, er habe berei ts im Monat April 2010 und auch im Monat August 2010 bis zu deren Konkurs bei der C.____ gearbeitet. In diesen Monaten habe er den Lohn bar bezogen. Hierzu ist festzustellen, dass auf d en Lohnabrechnungen für diese beiden Monate, welche am 13. Oktober 2011 bei der Be schwerdegegnerin eingereicht wurden, ein Barbezug vermerkt ist. In den Akten finden sich jed och keine weitergehenden Unterlagen wie zum Beispiel Lohnquittungen, welche die effektive A uszahlung der Löhne für die Monate April 2010 und August 2010 bestätigen würden. Erst n achdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer auf diesen Mangel hingewiesen hatte, reichte er am 21. Dezember 2011 von ihm unterzeichnete Lohnabrechnungen für die Monate Ap ril 2010 und August 2010 ein. Diese erst nachträglich unterschriebenen und eingereichten Un terlagen vermögen den Beweis einer effektiven Lohnauszahlung jedoch nicht zu erbringen. 4.2.1.2 Daran ändert auch die Bestätigung der Steuer verwaltung des Kantons Basel- Landschaft vom 13. Dezember 2013 nichts, wonach der Be schwerdeführer in der Zeit vom 1. April 2010 bis 31. Juli 2010 ordnungsgemäss die Quell ensteuer entrichtet habe. Ein Blick auf die Lohnabrechnungen für die besagte Zeit zeigt indes , dass dem Beschwerdeführer keine Quellensteuer vom Lohn abgezogen wurde. Damit ist auch bezüglich der Quellensteuer davon auszugehen, dass diese nachträglich und nur aufgrund de r von der Vorinstanz monierten fehlenden Unterlagen einbezahlt wurde. Auffallend i st auch, dass gemäss Quellensteuernachweis vom 13. Dezember 2011 der Lohn für den Monat April 2010 mit Fr. 2'093.15 beziffert wurde, während der Lohnabrech nung ein Betrag von Fr. 1‘842.01 zu entnehmen ist. Der Monat August 2010 wurde zudem nicht für die Erhebung der Quellensteuer gemeldet. 4.2.1.3 Auch das Kündigungsschreiben der C.____ vom 18. August 2010 reicht entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht, um den Nachwe is einer beitragspflichtigen Beschäftigung erbringen zu können; es ist höchstens als Indiz dafür zu werten. 4.2.1.4 Gesamthaft betrachtet ist deshalb davon auszuge hen, dass der Nachweis einer beitragspflichtigen Beschäftigung für die Monate April 2010 und August 2010 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht erbracht ist. 4.2.2.1 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, er habe in der Zeit vom 1. September 2010 bis 31. Dezember 2010 bei der D.____ gearbeitet. Den Akten sind für diese Zeitspanne keine Unterlagen für den effektiven Lohnfluss mittels B anküberweisung zu entnehmen; der rechtsgenügliche Beweis für die Verrichtung einer beitr agspflichtigen Beschäftigung fehlt somit (vgl. E. 2.2 vorstehend). Dass der Lohn anscheinend bar ausbezahlt wurde, wiegt diesen Mangel nicht auf, kann der Beschwerdeführer diese Aussage wiederum nicht belegen. So sind Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Lohnabrechnungen für diese vier Monate, welche auc h am 13. Oktober 2011 der Beschwerdegegnerin eingereicht wurden, mit Ausnahme de s Monats September 2010 abermals nicht unterschrieben. Erst am 21. Dezember 2011 gingen bei der Kasse unterzeichnete Lohnabrechnung ein. Wie bereits oben in Erwägung 4.2.1.1 ausgeführt, bilden die nachträglich eingereichten Lohnabrechnungen jedoc h beweismässig kein taugliches Mittel, um die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigu ng nachzuweisen. Damit steht für den Zeitabschnitt September 2010 bis Dezember 2010 fest, da ss einzig in Bezug auf den Monat September 2010, bei welchem die Lohnabrechnung von A nfang an mit einer unterschriftlichen Quittierung versehen war, der Lohnfluss nicht hinreiche nd belegt ist. Ob aufgrund der Quittierung des Lohnerhaltes der Monat September 2010 als beitragspflichtiger bezeichnet werden kann, kann jedoch letztlich offen gelassen werden , denn selbst unter Berücksichtigung dieses Monats kann insgesamt der Nachweis einer 12-monat igen beitragspflichtigen Beschäftigung nicht erbracht werden. 4.2.2.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er habe am 17. November 2010 einen Unfall erlitten und in der Folge Taggelder der Schwe izerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bezogen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass aufgrund der Unfallmeldung bei der SUVA und der möglichen Taggeldzahlungen noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der erforderliche Lohnfluss nachgewiese n werden kann. In Bezug auf die SUVA-Taggelder ist ohnehin festzustellen, dass auf diese - anders als bei der Arbeitslosenent- schädigung, wo unter anderem auch Prämien für die Unfa llversicherung erhoben werden und damit während der Arbeitslosigkeit ein Versicherungsschutz b esteht (Art. 22a Abs. 4 AVIG) - keine Prämien für die Arbeitslosenversicherung erhoben w erden. Das entsprechende Ersatz- einkommen selber (SUVA-Taggelder) ist demzufolge auch beim versicherten Verdienst nicht zu berücksichtigen. Dies ergibt sich auch aus Art. 3 Abs. 1 AVI G, wonach sich die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung am massgebenden Lohn nach AHV-Ge setzgebung bemessen, wo nur "echte" Arbeitseinkünfte berücksichtigt werden (Art . 5 Abs. 2 AHVG). Art. 3 Abs. 2 AVIG setzt den Beitragssatz sodann in Beziehung zum versicherten V erdienst in der Unfallversiche- rung, der sich aber wiederum nach AHV-Recht bemisst (Art . 22 Abs. 2 UVV). Damit bilden die SUVA-Taggelder keinen Nachweis für den Bestand einer beitragspflichtigen Beschäftigung. 4.2.2.3 Gegen die Annahme eines beweismässig nachvollzieh baren Lohnfluss in den Monaten Oktober bis Dezember 2010 spricht auch - entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers - die den Angaben in den Lohnabrechnungen widersprec hende Quellensteuerrechnung für diese Periode. Am 21. Dezember 2011 erhob die Steuerve rwaltung, nachdem sie die D.____ erfolglos gemahnt hatte, für den Monat Oktober 2010 Q uellensteuern auf einem Lohn von Fr. 4‘104.90, während der Lohnabrechnung ein solcher von Fr. 3‘609.21 zu entnehmen ist. Im Monat November 2010 betrug der Lohn gemäss Lohnabrech nung Fr. 3‘072.20 und für die Quellensteuer wurde ein Betrag von Fr. 3‘658.25 gelte nd gemacht. Schliesslich stimmen auch die Angaben für den Monat Dezember 2010 nicht überei n. Die Quellensteuer wurde auf einen Lohn von Fr. 3‘178.60 abgerechnet. Der Lohn selbst betrug lediglich Fr. 2‘683.65. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.2.4 Damit gelingt es dem Beschwerdeführer auch fü r diesen Zeitabschnitt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, den Nachweis eines e ffektiven Lohnflusses und damit einer beitragspflichtigen Beschäftigung zu erbringen. 4.2.3.1 Schliesslich ist zu prüfen, in welchem Umfang der Beschwerdeführer bei der D.____ im Jahr 2011 bis Ende September 2011 (Ende Rahmenfrist fü r die Beitragszeit) einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist. Wie oben bereits ausgeführt (vgl. E. 4.1.2), ist dieser Nachweis aufgrund der Banküberweisungen für d ie Monate Juni bis September 2011 erbracht. Strittig sind aber die Monate März 2011 bis Mai 2011. Zunächst ist betreffend den Monat Mai 2011 festzustellen, dass für diesen Monat von Anfang an eine quittierte Lohnabrechnung eingereicht wurde. Ob damit auch eine beitragspflichtige Beschäftigung rechtsgenüglich nachgewiesen ist, kann letztlich offen blei ben, denn - wie bereits in Erwägung 4.2.2.1 vorstehend bezüglich den Monat September 2010 ausgeführt - belegt der Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung dieses Monats nicht, dass er gesamthaft während 12 Monaten einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist. Für die Monate März 2011 und April 2011 fehlte ursprünglich eine Quit tierung des Lohnerhaltes auf der Lohnabrechnung. Diese wurde wiederum erst nachträgli ch eingereicht, weshalb ihre Beweistauglichkeit - wie bereits mehrfach erwähnt - zu verneinen ist. Dieser Schluss ist erst recht in Bezug auf die ebenfalls nachträglich eingereich te und quittierte Lohnabrechnung für den Monat Februar 2011 zu ziehen, nachdem der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben in der vorliegenden Beschwerde ohnehin erst ab April 2011 bei der D.____ arbeitete. 4.2.3.2 Entgegen seinen Ausführungen kann eine beitra gspflichtige Beschäftigung wiederum auch nicht durch die Quellensteuerzahlungen belegt wer den. Diesbezüglich ist - wie bereits für den Zeitabschnitt September 2010 bis Dezember 2010 auf gezeigt - festzustellen, dass keine einzige Angabe im Quellensteuerabrechnungsformular vo m 9. Januar 2012, welches von der Arbeitgeberin ausgefüllt wurde, mit den behaupteten Lohnbezügen übereinstimmt. Auffallend ist zudem, dass auch für den Monat Februar 2011 auf einen B ruttolohn von Fr. 3‘192.-- eine Quellensteuer erhoben wurde, obwohl der Beschwerdeführ er - wie bereits erwähnt - im Monat Februar 2011 gar nicht gearbeitet hat. Diese Tatsache h interlässt einen äusserst zweifelhaften Eindruck des gesamten Geschäftsgebahrens der D.____. 4.2.3.3 Auch die Angaben im IK-Auszug für die Monate April 2011 bis September 2011 weisen diverse Ungereimtheiten auf. So ist für diesen Zeitabsch nitt ein Eintrag von Fr. 27‘000.-- zu entnehmen, was grundsätzlich auf die Ausübung einer beit ragspflichtigen Beschäftigung hinweist. Dem eingetragenen Betrag steht jedoch die b ei der Quellensteuerabrechnung aufgeführte Lohnsumme von Fr. 43'546.-- gegenüber. Zwar sind in diesem Betrag auch Steuern für die Monate Februar 2011 und März 2011 enthalten. Dennoch erscheint die Differenz von mehr als Fr. 16‘000.-- bezogen auf zwei Monatslöhne al s sehr hoch und unglaubwürdig. Dies umso mehr, als davon auszugehen ist, dass der Beschwerdefü hrer in dieser Zeit gar nicht gearbeitet hat. 4.2.3.4 Schliesslich gelingt dem Beschwerdeführer der N achweis einer beitragspflichtigen Beschäftigung auch in Bezug auf die Behauptung nicht, er sei in den fraglichen Monaten weder Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fürsorgeabhängig gewesen noch habe er Arbeitslosentagge lder bezogen. Dies kann höchstens als Indiz gewertet werden, welchem aber aufgrund der zahllosen Widersprüche im vorliegenden Fall kein besonderes Gewicht beigemessen und aus welchem nichts zugunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden kann. 4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Nachweis ein er beitragspflichtigen Beschäftigung während der Rahmenfrist für die Beitra gszeit vom 3. Oktober 2009 bis 2. Oktober 2011 während höchsten 7 Monaten (Mai bis Juli 2010 und Juni bis September 2011) belegt ist. Für die darüber hinaus behaupteten Monate (April 2010, August 2010 [bis zum Konkurs der Arbeitgeberin], September - Dezember 2010 sowie März - April 2011] gelingt es dem Beschwerdeführer nicht mit überweigender Wahrschein lichkeit, den effektiven Lohnfluss aufzuzeigen, weshalb keine beitragspflichtige Beschäftig ung anzunehmen ist. Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers die Monate September 2010 und Mai 2011 berücksichtigt würden, wäre vorliegend nicht von einer 12-monatigen beitragspflichtigen Beschäftigung im Sinne von Art. 9 Abs. 3 AVIG auszugehen. Die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers ist daher zurecht verneint worden. Der angefochtene Ein spracheentscheid vom 20. Dezember 2012 ist demnach nicht zu beanstanden und die dagegen e rhobene Beschwerde ist abzuweisen. 5.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 5.2 Abschliessend ist der Antrag des Beschwerdeführers um unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu prüfen. Einer Beschwerde führenden Person wird, wo die Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt (Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG). Gemäss Praxis ist die unentgeltliche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bewilligen, wenn der Prozess nicht offensichtlich aus- sichtslos erscheint, die betroffene Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeiständung notwen- dig oder doch geboten ist. Diese Voraussetzungen sind vo rliegend erfüllt: Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers kann gestützt auf die von ihm eingere ichten Unterlagen bejaht werden. So- dann ist die Beschwerde nicht als aussichtslos und die anwal tliche Vertretung als geboten zu bezeichnen. Der Rechtvertreter des Beschwerdeführers hat i n der Honorarnote vom 17. Sep- tember 2013 einen Zeitaufwand von insgesamt 10,166 S tunden ausgewiesen, wobei 9,833 Stunden durch ihn persönlich erbracht wurden und 0.333 Stunden auf den Aufwand des Volon- tärs entfallen. Zudem machte er Auslagen von Fr. 77.50 gelten, was - ebenso wie der Aufwand - umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (Tarifordnung) vom 17. N ovember 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde ; der Entschädigungsanspruch für den durch den Volontär getätigten Aufwand beträgt gemäss § 3 Abs. 3 Tarifordnung Fr. 120.-- pro Stunde. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist desh alb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘037.40 (9,8333 Stunden à Fr. 180.-- und 0,333 Stunden à Fr. 120.-- plus Auslagen von Fr. 77.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'037.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.