<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>UV.2016.00210</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p>II. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Sager<br/>Ersatzrichterin Romero-Käser<br/>Gerichtsschreiberin Tiefenbacher</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 14. November 2017</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Rechtsanwalt Urs Schaffhauser</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Anwaltskanzlei Seidenhof, Advokatur Notariat Mediation</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Seidenhofstrasse 14, 6003 Luzern</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Suva</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Rechtsabteilung</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Postfach 4358, 6002 Luzern</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___, geboren 1986, arbeitete als Assistentin Restaurant Mana</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ger bei der Y.___ und war dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert (Urk. 8/1). Am 7. Mai 2015 stürzte sie sich in suizidaler Absicht aus einer Höhe von 15 m aus einem Fenster und erlitt ein Polytrauma (vgl. Urk. 8/19).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 8. Dezember 2015 verneinte die Suva eine Leistungspflicht </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mit der Begründung, der Gesundheitsschaden sei absichtlich herbeigeführt worden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> (Urk. 8/75). Die hiergegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 8. Januar 2016 (Urk. 8/83) wies sie mit Entscheid vom 11. August 2016 ab (Urk. 8/93 = Urk. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Eine vom Krankenversicherer erhobene Einsprache vom 21. Dezember 2015 (Urk. 8/79) wurde am 12. Februar 2016 zurückgezogen (Urk. 8/88/2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gegen den Einspracheentscheid vom 11. August 2016 (Urk. 2) erhob die Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cherte am 15. September 2016 Beschwerde mit dem Antrag, die Suva sei zu </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deantwort vom 5. Oktober 2016 schloss die Suva auf Abweisung der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerde (Urk. 7).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 1. November 2016 holte das Gericht weitere Arztberichte ein (Urk. 9), </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">welche der Beschwerdegegnerin am 23. Dezember 2016 zur fachärztlichen ergän</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zenden Stellungnahme unterbreitet wurden (Urk. 22). Die Beschwerdegegnerin reichte diese am 16. Januar 2017 ein (Urk. 24; Psychiatrische Beurteilung der Suva vom 13. Januar 2017, Urk. 25).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Replik vom 31. März 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">begehren fest (Urk. 28). Die Beschwerdegegnerin erneuerte mit Duplik vom 7. April 2017, welche der Beschwerdeführerin am 11. April 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 31), den Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 30). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Am 1. Januar</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2017 sind die am 25. September</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2015 beziehungsweise am 9. Novem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">versicherung (UVV) in Kraft getreten. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wirklicht hat </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">7. Mai 2015</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wendung finden und in</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> dieser Fassung zitiert werden.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalls, Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">) </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhn</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">li</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1). Hat die versicherte Person den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich herbeigeführt, so besteht gemäss Art. 37 Abs. 1 UVG mit Ausnahme der Bestattungskosten kein Anspruch auf Versiche</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rungsleis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">en. Diese Bestimmung findet indes keine Anwendung, wenn die versicherte Per</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">son zur Zeit der Tat ohne Verschulden gänzlich unfähig war, vernunftgemäss zu handeln, oder wenn die Selbsttötung, der Selbsttötungsversuch oder die Selbst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">verstümmelung die eindeutige Folge eines versicherten Unfalles war (Art. 48 UVV).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die leistungsansprechende Person muss, da sie das Vorliegen eines Unfalles zu beweisen hat, auch die Unfreiwilligkeit der Schädigung und bei Suizid oder -versuch die Urteilsunfähigkeit nach </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">16 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des Zivilgesetzbuches (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ZGB</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zur Zeit der Tat nachweisen (Urteil des Bundesger</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ichts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 8C_663/2009 vom 2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">7. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">April 2010 E.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2 mit weiteren Hinweisen). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Den Parteien obliegt jedoch in dem vom Unter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">suchungsgrundsatz beherrschten Sozialversicherungsprozess keine subjektive Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führungslast im Sinne von Art. 8 ZGB. Eine Beweislast besteht nur inso</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Dass die versicherte Person absichtlich aus dem Leben geschieden ist oder schei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den wollte, darf nur dann als nachgewiesen gelten, wenn gewichtige Indi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zien jede andere den Umständen angemessene Deutung ausschliessen. Deshalb </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ist in solchen Fällen zunächst von der durch den Selbsterhaltungstrieb gege</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ne</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">n Vermutung auszugehen, es liege keine Selbsttötung bzw. kein Selbsttö</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">such vor, und sodann zu fragen, ob derart überzeugende Umstände vor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">liegen, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dass diese Vermutung widerlegt wird (RKUV 1996 Nr. U 247 S.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">S.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">168 E.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2a und</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">b</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">; Urteile </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des Bundesgerichts U </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">256/03 vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">9. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Januar 2004, E. 3.3, und U</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">197/02 vom 1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">März 2003, E. 5.3). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Urteilsfähigkeit der versicherten Person ist in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">B</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ezug auf die in Frage steh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ende konkrete Handlung und unter Würdigung der bei ihrer Vornahme herrsch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">e</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nden objektiven und subjektiven Verhältnisse zu prüfen. Ob die Tat ohne Wissen und Willen erfolgte, ist nicht entscheidend; denn eine Absicht, und sei es auch nur in Form eines völlig unreflektierten, dumpfen Willensimpulses, ist stets festzustellen; sonst liegt keine Selbsttötung bzw. kein Suizidversuch vor. Massgeblich ist einzig, ob im entscheidenden Moment jenes Minimum an Besinnungsfähigkeit zur kritischen, bewussten Steuerung der endothymen (d.h. vor allem der triebhaften innerseelischen) Abläufe vorhanden war. Damit eine Leistungspflicht des Unfallversicherers entsteht, muss mit anderen Worten eine Geisteskrankheit, Geistesschwäche usw. nachgewiesen sein, welche im Zeitpunkt der Tat, unter Würdigung der herrschenden objektiven und subjektiven Um</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stände sowie in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">B</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ezug auf die in Frage stehende Handlung, die Fähigkeit </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gänzlich aufgehoben hat, vernunftgemäss zu handeln. Es muss deshalb mit über</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wiegender Wahrscheinlichkeit eine Geisteskrankheit oder eine schwere Störung des Bewusstseins nachgewiesen sein, also psychopathologische Symptome wie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Wahn, Sinnestäuschungen, depressiver Stupor (plötzlicher Erregungszustand mi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">t Selbsttötungstendenz), Raptus (plötzlicher Erregungszustand als Symptom einer seelischen Störung) u.a.m. Dazu muss das Motiv zum Suizid oder Suizidversuch aus der geisteskranken Symptomatik stammen, mit anderen Worten muss die Tat </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">„</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">unsinnig" sein. Eine blosse </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">„</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Unverhältnismässigkeit" der Tat, indem der Suizident seine Lage in depressiv-verzweifelter Stimmung einseitig und voreilig einschätzt, genügt zur Annahme von Urteilsunfähigkeit nicht. Für deren Nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weis ist nicht bloss die zu beurteilende Suizidhandlung von Bedeutung und so</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> nicht allein entscheidend, ob diese als unvernünftig, uneinfühlbar oder abwegig erscheint. Vielmehr ist auf Grund der gesamten Umstände, wozu das Verhalten und die Lebenssituation der versicherten Person vor dem Selbsttötungsereignis insgesamt gehören, zu beurteilen, ob sie in der Lage gewesen wäre, den Suizid oder Suizidversuch vernunftmässig zu vermeiden oder nicht. Der Umstand, dass die Suizidhandlung als solche sich nur durch einen krankhaften, die freie Willensbetätigung ausschliessenden Zustand erklären lässt, stellt nur ein Indiz </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">für das Vorliegen von Urteilsunfähigkeit dar (RKUV 1996 Nr. U 267 S. 309 E. 2b;</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> erwähntes Urteil U 256/03, E. 3.2). An deren Nachweis sind keine strengen Anforderungen zu stellen; er gilt als geleistet, wenn eine durch übermächtige Triebe gesteuerte Suizidhandlung als wahrscheinlicher erscheint als ein noch in erheblichem Masse vernunftgemässes und willentliches Handeln (RKUV 1996 Nr. U 267 S. 309 E. 2c; erwähntes Urteil U 197/02, E. 5.3). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Wie die einzelnen Beweis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mittel zu würdigen sind, ist in BGE 125 V 351 E.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3 S.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">352 ff. festgelegt. Hin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">31 E. 5.1 S. 232 mit Hinweis).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Sui</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versuchs gänzlich unfähig war, vernunftgemäss zu handeln. Nicht streitig und durch die Akten ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin am 7. Mai 2015 in suizidaler Absicht aus dem Fenster gesprungen ist.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dr. Z.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte im Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">richt vom 11. September 2015 (Urk. 8/52 = Urk. 8/53) mit, die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">füh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rerin sei nur einmal, am 4. November 2014, in seiner Sprechstunde gewesen. Er diagnostizierte eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2). Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass es ihr seit Anfang des Jahres schlecht gehe und sie im Juli einen Selbstmordversuch unternommen habe, nach welchem sie im A.___ notfall</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mässig betreut worden sei.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dr. B.___, Psychologische Psychotherapeutin, berichtete am 9. Novem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ber 2015 (Urk. 8/70), die Beschwerdeführerin sei seit 4. November 2014 in ihrer Behandlung gewesen. Sie leide an einer rezidivierenden depressiven Störung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mit somatischen Anteilen (F33.11) im Rahmen eines Erschöpfungszustandes nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Burnout bei Verdacht auf eine ängstlich-selbstunsichere Persönlichkeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">störung (F60.6). Sie wirke erschöpft und etwas konfus. Es werde eine Ambivalenz deut</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich, zwischen kämpfen und sich „durchzubeissen“ und gleichzeitig „die Flinte ins Korn zu werfen“. Im Kontakt entstehe der Eindruck von Flüchtigkeit, so, als traue sie sich eine stabile Kontaktaufnahme nicht zu. Es seien keine Bewusst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">seinsstörungen offenbar, auch sei sie zu allen Qualitäten orientiert. Die Konzen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tration sei eingeschränkt bei Grübelgedanken und Sorgenketten. Es gebe keine Hinweise auf Konfabulationen. Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen würden verneint, im Affekt zeige sich die Beschwerdeführerin dys</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">phorisch mit einem hohen Schamgefühl, dem Gefühl zu versagen und Zukunfts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ängsten. Wut und Ärger auf die eigene Person seien ebenfalls deutlich. Der Antrieb sei leicht gemindert, werde eher so beschrieben, dass sie zwar planvoll ihr Handeln beginne, jedoch rasch in Zweifel gerate, ob der eingeschlagene Weg korrekt sei, und „innerlich stehen bleibe“ und sich als „blockiert“ erlebe. Sie berichte von Suizidgedanken und Suizidalität in den letzten Monaten, die sie auch zur Einweisung (Juli 2014) ins A.___ geführt habe. Aktuell könne sie sich glaubhaft von einer aktuellen Suizidalität distanzieren, wobei sie als latent suizidal einzuschätzen sei (S. 3). Eine akute Suizidalität beziehungsweise eine klare Absicht, sich umbringen zu wollen, sei am 6. Mai 2015 nicht erkennbar gewesen (S. 4).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Laut Bericht der C.___ vom 15. September 2015 (Urk. 8/54) war die Beschwerdeführerin dort zwischen dem 12. und 16. Dezember 2014 für zwei Konsultationen. Es wurde eine rezi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">di</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1) diag</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nos</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tiziert. Es sei eine Krisenintervention mit Krisenplan und Psychoedukation durchgeführt worden.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach dem Sturz war die Beschwerdeführerin vom 7. Mai bis 11. Juni 2015 zur Erst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versorgung im D.___, Klinik für Unfallchirurgie. Die Ärzte nannten im Austrittsbericht vom 12. Juni 2015 (Urk. 8/19) neben den somatischen Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere depressive Episode mit Suizidversuch (S. 1 unten). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdeführerin leide bekanntermassen seit ihrem 13</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Lebensjahr an einer depressiven Störung mit rezidivierenden Episoden (Anamnese S.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im Verlauf sei es einmalig </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nachts zur Agitation mit Selbstgefährdung gekommen. Mehrheitlich sei die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin aber gut </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zu führen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> und kooperativ gewesen, jedoch sehr verlangsamt. Die Suizidalität habe persistiert und es seien tägliche Visiten durch die Kollegen der Psychiatrie erfolgt. Bei weiter persistierender Suizidalität sei für die Verle</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Normalstation eine Sitzwache organisiert sowie eine antidepressive und anxiolytische Therapie begonnen worden. Aktuell gebe die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">füh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rerin an, keine Suizidgedanken, -handlungsabsichten oder –pläne zu haben. Sie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">möchte ihrer T</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">herapie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">eine Chance geben und probieren</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zu leben (S. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dem psychiatrischen/psychotherapeutischen Konsilium des D.___ vom 8. Mai 2015 (Urk. 21) kann entnommen werden, dass eine Exploration der Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin am 8. Mai 2015 nicht möglich gewesen sei. Die Beschwerdeführerin öffne auf Ansprache hin zwar die Augen, gebe aber keine verbalen Äusserungen auf Fragen (S. 1). Im Verlauf habe sie sich am 10. Mai 2015 dahingehend geäussert, dass sie immer wieder daran gedacht habe, sich umzubringen, aber der Sprung eher eine Kurzschlusshandlung gewesen sei. Sie sei in allen Moda</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">litäten orientiert, es gebe keine Hinweise auf grobe mnestische Störungen. For</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">malgedanklich sei sie stark verlangsamt und eingeengt auf ihre subjektiv hoffnungslose Situation. Aktuell bestünden keine Hinweise auf Wahnerleben, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen (S. 3). Dies ergab sich auch anlässlich der Folgeuntersuchungen (vgl. S. 5, S. 8 f., S. 11 f., S. 14 ff.). Am 10. Juni 2015 wurde erstmals darüber berichtet, dass sich die Beschwerdeführerin von Suizid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gedanken distanziere (S. 16).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Vom 11. Juni bis 31. August 2015 weilte die Beschwerdeführerin in der E.___. Im Austrittsbericht vom 28. August 2015 (Urk. 8/59) wurde ein Status nach Fenstersturz bei vorbestehend rezidivierender depressiver Störung, aktuell seit 24. August 2015 eindeutige Hinweise auf das Vorliegen einer bipo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lar-affektiven Störung, gegenwärtig submanische Episode, diagnostiziert (S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dem psychosomatischen Konsilium vom 26. August 2015 (Urk. 13) kann ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nommen werden, dass seit der Jugendzeit eine wechselnd stark ausgeprägte de</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pressive Symptomatik mit immer wiederkehrenden suizidalen Impulsen bestan</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den haben. Das äussere Leben habe die Beschwerdeführerin mit zwei abge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schlosse</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nen Ausbildungen bei guten intellektuellen und sozialen Ressourcen durchaus erfolgreich bewältigt. Sie sei jedoch immer durch die depressive Erkrankung belastet geblieben. Auch intensive und längerfristige psycho</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">thera</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">peutische Behandlungen sowie die persönliche Beschäftigung mit ihrer Situa</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tion habe nicht verhindern können, dass sie im Frühjahr 2015 in zunehmende Verzweiflungszustände geraten sei, welche schliesslich im sehr ernsthaften Suizidversuch gegipfelt hätten, wobei sich die Beschwerdeführerin mehrfach überlegt habe, auf welche Weise sie aus dem Leben scheiden könnte. Sie sei sehr überrascht gewesen, als sie nach dem Sturz zwar mit zerschlagenen Knochen, aber mit intaktem Kopf und Verstand aufgewacht sei und realisiert habe, dass sie nun eine weitere Lebenschance bekommen habe (S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdeführerin war vom 31. August bis 15. Oktober 2015 in der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">F.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> hospitalisiert. Dem Austrittsbericht vom 1. Dezember 2015 (Urk. 8</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">/74) sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 1):</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">bipolare affektive Störung II, gegenwärtig hypomanische Episode (F31.0)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Status nach vorsätzlicher Selbstbeschädigung durch Sturz aus grosser Höhe</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zum Suizidversuch habe die Beschwerdeführerin berichtet, dieser sei aus einem plötzlichen Impuls heraus erfolgt, obwohl sie sich zuvor schon seit längerem mit Suizidgedanken beschäftigt habe. Suizidpläne habe es aber nicht gegeben. Sie habe Probleme am Arbeitsplatz gehabt und am betreffenden Tag habe sie sich frühmorgens in den 5. Stock ihres Hauses begeben und sei hinunterge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sprungen. Dabei hätten sich für sie nur 3 Fragen gestellt: Ob sie zur Sedierung eine Tablette nehmen solle, ob der Sturz aus dem 5. Stock für einen Suizid aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">reiche und ob sie jetzt springen oder zu spät zur Arbeit erscheinen solle. Als sie realisiert habe, dass sie den Sprung überlebt habe, habe sie sich zunächst da</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rüber geärgert und den misslungenen Suizidversuch bereut (S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Während des gesamten Aufenthaltes habe die Beschwerdeführerin als hypoman imponiert. Es hätten sich eine deutlich gehobene oder gereizte Stimmung sowie eine gesteigerte Aktivität, Gesprächigkeit, Ablenkbarkeit und Konzentrations</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwierigkeiten sowie teilweise Distanzlosigkeit im interpersonellen Kontakt gezeigt (S. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Am 22. Oktober 2015 trat die Beschwerdeführerin zur stationären Behandlung in die G.___ ein. Mit Bericht vom 17. Dezember 2015 (Urk. 3/4) wurde als psychiatrische Diagnose eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode, bei Status nach Suizid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">versuch durch Sturz aus dem Fenster (5. Sock) am 7. Mai 2015 genannt (S. 1). Es zeigten sich keine Hinweise auf Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Im Affekt sei die Beschwerdeführerin im Gespräch über den Aufenthalt in der F.___ leicht dysphorisch, ansonsten euthym. Im Antrieb sei sie laut eigener Aussage gesteigert. Im Gespräch sei sie leicht logorrhoisch, psy</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chomotorisch sei sie ruhig. Der Schlaf-Wach-Rhythmus sei leicht gestört. Inter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mittierend habe sie Suizidgedanken, distanziere sich jedoch klar von akuter </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Suizidalität, diesbezüglich sei sie absprache- und bündnisfähig. Zusammen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fassend</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> ergebe sich kein Anhalt für akute Selbst- und Fremdgefährdung (S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.8</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Konsiliararzt der Beschwerdegegnerin, stellte in der Aktenbeurteilung vom 24. November 2015 (Urk. 8/73) folgende Diagnosen (S. 17):</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2">mit zwanghaft perfektionistischen und ängstlich-vermeidenden Zügen</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">rezidivierende depressive Störung (F33)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2">bestehend seit spätestens dem 20. Lebensjahr</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1 Diagnose2">mit teilweise schweren depressiven Episoden</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">DD: bipolare affektive Störung (F31)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die psychischen Dekompensationen mit depressiver Symptomatik beruhten jeweils auf der durch die Persönlichkeitsstörung geprägten Psychodynamik (S. 17).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der insgesamt schlechte psychische Zustand habe vor allem (respektive wahr</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">scheinlich praktisch ausschliesslich) mit der beruflichen Situation zusammenge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hangen. Dieser Lebensbereich sei für die stark leistungsorientierte, perfektionis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tische und zugleich immer wieder zutiefst verunsicherte Beschwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">grundsätzlich sowohl aussergewöhnlich wichtig als auch aussergewöhnlich prob</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lematisch (S. 18). Am Tag vor dem Suizidversich habe sich die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin durch die Tatsache, dass sie erstmals allein eine bestimmte Abrechnung habe machen müssen, ohne dafür wirklich eingeführt worden zu sein, stark überfordert gefühlt. Nachdem sie – durch die Psychotherapeutin dazu ermutigt – die Abrechnung gemacht habe, habe sie aufgrund ihrer perfektionistischen Art und ihrer Versagensängste wahrscheinlich intensiv darunter gelitten, dass es bei dieser Abrechnung offenbar Probleme gegeben habe. Es sei davon auszu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gehen, dass sich die Beschwerdeführerin am 7. Mai 2015 durch den Gang zur Arbeit emotional massiv überfordert gefühlt habe. Im Moment, als sie dies hätte tun sollen, habe sie sich unter einem intensiven psychischen Druck befunden und habe sich, statt sinnvollere Auswege zu wählen, sehr wahrscheinlich aus </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dem Moment und aus ihren intensiven Gefühlen heraus für den „Ausweg Suizid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">“ entschieden (S. 19).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Obwohl die Beschwerdeführerin unter einem hohen Leidensdruck und starker seelischer Not heraus sowie in wahrscheinlich impulsiver Weise gehandelt habe, sei insgesamt nicht davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt ihres Suizid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versuchs gänzlich unfähig gewesen sei, vernunftgemäss zu handeln. Es sei auf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">grund der Akten davon auszugehen, dass sie trotz der zeitweilig recht schweren depressiven Zustände nie unter psychotischen Symptomen gelitten habe. Es sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin am 7. Mai 2015 weder submanisch noch manisch gewesen sei. Ihre Fähigkeit, über Einsicht in die Folgen ihres Handelns zu verfügen, sei vorhanden gewesen. Zugleich sei ihre Fähigkeit, ihr Verhalten entsprechend dieser Einsicht zu steuern, deutlich vermindert, aber nicht aufgehoben gewesen (S. 19 unten f.).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In der Aktenbeurteilung vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">13. Januar 2017 (Urk. 25) schloss sich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dr. H.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">aufgrund der in der Zwischenzeit ergangenen Berichte der Meinung an, es sei eine bipolare Störung (F31) zu diagnostizieren. Er erwog, dass keine Hinweise auf eine erhebliche Bewusstseinsstörung zum Zeitpunkt des Fenstersturzes vor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">legen hätten (S. 19) und hielt an der Einschätzung betreffend das vernunft</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gemässe Handeln der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Suizidversuchs fest (S. 21).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die nach dem Suizidversuch weitergehenden Behandlungen haben ergeben, dass</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> bei der Beschwerdeführerin nicht eine rezidivierende depressive Störung (F33), son</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dern eine bipolare affektive Störung (F31) zu diagnostizieren ist (vgl. E. 4.5-4.8).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bei einer bipolaren affektiven Störung (F31) handelt es sich um eine Störung, die durch wiederholte (d.h. wenigstens zwei) Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau der betreffenden Person deutlich gestört </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sind. Es treten einmal eine gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb und erhöhte</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Aktivität (Manie oder Hypomanie) auf, dann wieder eine Stimmungssenkung, verminderter Antrieb und verminderte Aktivität (Depression). Manische Episo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den beginnen in der Regel abrupt und dauern zwischen 2 Wochen und 4 bis </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5 Monaten (im Mittel etwa 4 Monate). Depressionen tendieren zu längerer D</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">auer (im Mittel etwa 6 Monate). Episoden beider Art folgen oft einem belastenden Lebensereignis oder einem anderen psychischen Trauma (Internationale Klassifi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">linien, Horst Dilling, Werner Mombour, Martin H. Schmidt [Hrsg.] 10. Auflage, Bern 2015 S. 164 f.).</span></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In welcher Episode sich die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Suizid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">suchs befunden hat, ist nicht von Belang. Im Endeffekt ist erheblich, ob sie in einem Zustand war, in welchem sie gänzlich ausser Stande war, vernunftgemäss zu handeln. Sowohl im depressiven als auch im manischen Zustand können </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">psy</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chotische Zustände vorkommen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(vgl. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Internationale Klassifikation psychi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">scher</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Störungen, a.a.O., F31.2 und 31.5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In den Berichten der die Beschwerdeführerin vor dem Suizidversuch behan</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">delnden Ärzte und Psychotherapeuten (E. 4.1-4.3) finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass bei der Beschwerdeführerin jemals psychotische Zustände beobach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tet worden sind. Auch drei Tage nach dem Ereignis erschien die Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">de</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin dem Psychiater des D.___ (E. 4.4) somnolent und bewusstseinsklar, und er konnte keine Hinweise auf Wahnerleben, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen erkennen. Im psychosomatischen Konsilium der E.___ (E. 4.5), in welchem ein sehr plötzlich und für alle überraschend aufgetretener Stimmungsumschlag ohne ersichtlichen äusseren Anlass ins submanische bis manische Zustandsbild beschrieben wurde, wurden ebenfalls keine psychotische Störungen erwähnt. Die Beschwerdeführerin imponierte mit Affektinkontinenz, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Schlaflosigkeit, Angetriebenheit, erheblichen Konzentrationsstörungen, Ideen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">flüch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">keit und im sozialen Umgang leichten Regelverletzungen (S. 2). Auch die Psychiater der F.___ (E. 4.6) beschrieben keine psychotischen Symptome, sondern hielten fest, dass keine Hinweise auf inhaltliche Denk</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">stö</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rungen, keine Sinnestäuschungen und keine Wahn- oder Ich-Störungen vorlä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen (S. 4), obwohl die Beschwerdeführerin während des gesamten Aufenthaltes hypoman imponierte und eine deutlich gehobene oder gereizte Stimmung und eine gesteigerte Aktivität, Gesprächigkeit, Ablenkbarkeit und Konzentrations</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwierigkeiten sowie teilweise Distanzlosigkeit im interpersonellen Kontakt hatten beobachtet werden können. Schliesslich gab es auch gemäss Bericht der G.___ (E. 4.7) keine Hinweise auf Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Ange</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sichts dieser ärztlichen Feststellungen erscheint es nicht überwiegend wahr</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">scheinlich, dass die Beschwerdeführerin kurz vor und im Moment des Suizid</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">versuchs psychotische Symptome aufgewiesen hat.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Im Weiteren kann auch aus den gemäss medizinischen Berichten von der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwerdeführerin selber gemachten Schilderungen über den Ereignisablauf nicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> gefolgert werden, dass der Suizidversuch in einem Zustand gänzlicher Urteils</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">unfähigkeit verübt worden ist: So berichtete sie laut psychiatrischem Konsilium des D.___ (E. 4.4) schon drei Tage nach dem Sturz, dass sie sich schäme, nicht von einer genügenden Höhe gesprungen zu sein und es bereue, noch zu leben (S. 3). Gemäss Konsilium der E.___ (E. 4.5) sagte sie aus, sehr überrascht gewesen zu sein, dass sie nach dem Sturz mit intaktem Kopf und Verstand aufgewacht sei (S. 2). Gegenüber den Psychiatern der G.___ (E. 4.6) schilderte sie ihre Gedanken vor dem Sprung, nämlich dass sie sich gefragt habe, ob sie zur Sedierung eine Tablette nehmen sollte, ob der Sturz aus dem 5. Stock für einen Suizid ausreiche und ob sie springen oder zu spät zur Arbeit erscheinen soll. Sie habe sich ohne zwingende Gründe für den Sprung entschieden und habe sich, nachdem sie realisiert habe, dass sie den Sprung überlebt habe, darüber geärgert und das Misslingen bereut (S. 2). All diese Aussagen seitens der Beschwerdeführerin deuten eher darauf hin, dass sie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sich in vollem Bewusstsein dazu entschieden hatte, aus dem Fenster zu springen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Insoweit sich die Beschwerdeführerin darauf beruft, zum Suizidversuch sei es für das Umfeld überraschend gekommen, ist dem entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin drei Tage nach dem Versuch ausgesagt hat - und dies später auch immer wieder wiederholt hat -, dass sie immer wieder daran gedacht habe, sich umzubringen und die Psychiater des D.___ (E. 4.4) noch einen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Monat nach dem Ereignis das Eigengefährdungspotential als deutlich erhöht an</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nommen haben (S. 15). Dass sie den Suizidversuch gegenüber den Psychia</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tern</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> des D.___ eher als Kurzschlusshandlung bezeichnet hatte (vgl. E. 4.4), ist wohl im Zusammenhang damit zu sehen, dass sie immer wieder Suizidgedanken ohne konkrete Durchführungspläne hatte und sie sich am besagten Morgen kurz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fristig, statt wie geplant zur Arbeit zu gehen, dafür entschied, den Suizid mit einem Sprung aus dem Fenster zu vollziehen. Trotz Spontanaktion überlegte sie sich vorgängig, ob sie sich sedieren sollte, und wog die beiden Möglichkeiten, aus dem Fenster zu springen oder zu spät bei der Arbeit zu erscheinen, ab.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Ferner zielt die Rüge der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt, ins Leere. Zwar haben sich psychia</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">trische Gutachten grundsätzlich auf eine persönliche Untersuchung abzustützen. Eine direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu begutachtenden Person rückt indessen dann in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und sich neue </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Untersuchungen erübrigen (Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2008 vom 17. April</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> 2009 E. 6.2 mit Hinweisen). Die Frage, in welcher Verfassung sich die Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">deführerin befunden hatte, als sie sich aus dem Fenster stürzte, bezieht sich auf die wenigen Augenblicke vor dem Sprung aus dem Fenster und ist retrospektiv nur noch mittels anamnestischer Angaben ihrerseits zu ermitteln. Anamnestische Angaben finden sich indes bereits in den Akten, und diese wurden teilweise zeitnah zum Ereignis erhoben. Inwieweit eine Begutachtung so lange nach dem Ereignis zu neuen Erkenntnissen führen sollte, ist daher nicht ersichtlich. Weitere Abklärungen sind daher nicht nötig (antizipierte Beweis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wür</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">digung BGE 124 V 90).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Schliesslich ist gestützt auf die überzeugenden Ausführungen von Dr. H.___ (Urk. 25 S. 20 f.) davon auszugehen, dass das eingenommene Medikament zum Zeitpunkt des Suizidversuchs die Urteilsfähigkeit nicht ungünstig beeinflusste. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach dem Dargelegten ist eine überwiegende Wahrscheinlichkeit der gänzlichen Urteilsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Suizidversuchs nicht ausgewiesen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht verfügt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwalt Urs Schaffhauser</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Suva</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Gesundheit</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p></p><p class="Normal Heading3"><br/></p><p class="Normal Heading3"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>MosimannTiefenbacher</p></div> </div></body></html>