17. März 1993 N 465 Parlamentarische Initiative. Geschäftsprüfungsdelegation Man kann im Rückblick sagen, dass die vom Bund geführte und initiierte Tarifpolitik bei den Bahnen den negativen Trend der siebziger Jahre gebrochen hat. Wir haben seit der Einfüh- rung des Halbpreisabonnementes 22 Prozent Mehrverkehr auf der Schiene. «Die Tarifmassnahmen von 1986»-das ist ein «NZZ»-Zitat - «haben sich zum besten Förderungsmittel für den öffentlichen Verkehr entwickelt.» Man kann sich jetzt natürlich zu Recht die Frage stellen, was das kostet und was das den Bund bisher gekostet hat. Da müssen wir einfach auch von den Gesamtrelationen ausge- hen. Wir haben heute Kosten von über 2 Milliarden Franken, die für die Bahnen vom Bund übernommen werden. Von die- sen Kosten entfallen etwa 1 bis 2 Prozent auf Tarifverbilli- gungsmassnahmen. Von der Kostenseite her gesehen, sind diese Tarifverbilligungsmassnahmen somit nicht relevant. Für die Betriebskosten der Bahnen können wir auch sagen: Die Fixkosten sind an sich gegeben, und je mehr Leute man auf das bestehende Schienenangebot kriegt, desto besser ist die Auslastung, und desto höher wird auch der Mehrertrag. Nun in die Gegenwart: Wir hatten in den letzten zwei, drei Jah- ren sehr grosse Tarifsprünge zu verzeichnen und beim Halb- preisabonnement eine Erhöhung von 100 auf 150 Franken, von 1987 bis heute also eine Erhöhung um 50 Prozent, wenn die letzte Tariferhöhung realisiert werden sollte. Das ist der Grund für diese parlamentarische Initiative. Ich bin der Meinung - und mit mir eine knappe Minderheit der Kommission; in der Kommission wurde der Initiative mit 11 zu 10 Stimmen keine Folge gegeben -, dass sich das Par- lament wie Mitte der achtziger Jahre, 1986, als wir uns für die- sen Tarifbeschluss ausgesprochen haben, wiederum mit den Tarifen, mit der langfristigen Ausrichtung der Tarife bei den Bahnen insgesamt, befassen sollte. Es geht um eine ganzheit- liche Betrachtung der Verkehrspolitik. Wir können nicht nur über die Investitionen sprechen, wir müssen auch über den wichtigen Bereich der Tarife im Bild sein und die entsprechen- den Signale setzen. Wenn Sie der parlamentarischen Initiative Folge geben, haben Sie überhaupt zu keinem Preis Stellung genommen, sondern Sie haben sich im Grundsatz dafür ausgesprochen, dass sich das Parlament wieder - wie das 1986 der Fall war - grundsätz- lich der Frage annimmt, wie die Tarife langfristig auszurichten sind. Meiner Meinung nach sollten wir das tun. Ich bitte Sie deshalb, der Initiative Folge zu geben, damit die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen einen konkre- ten Vorschlag für einen neuen Bundesbeschluss vorlegen kann. Präsident: Der Antrag Baumberger ist zurückgezogen wor- den; er wird direkt in die Kommission eingebracht. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit (keine Folge geben) Für den Antrag der Minderheit (Folge geben) 49 Stimmen 36 Stimmen #ST# 89.243 Parlamentarische Initiative (PU K 89.006) Geschäftsprüfungskommission. Bildung einer Delegation Initiative parlementaire (CEP 89.006) Commission de gestion. Constitution d'une délégation Differenzen - Divergences Zusatzbericht der Kommission vom 21. November 1991 (BB11992 VI487) Rapport complémentaire de la commission du 21 novembre 1991 (FF 1992 VI 447) Stellungnahme des Bundesrates vom 23. Dezember 1992 (BBI1993I165) Avis du Conseil fédéral du 23 décembre 1992 (FF 19931145) Siehe Jahrgang 1991, Seite 1827 - Voir année 1991, page 1827 Kategorie IV, Art. 68 GRN -Catégorie IV, art. 68 RCN B. Rechte der Geschäftsprüfungskommissionen B. Droits des Commissions de gestion Frau Zölch, Berichterstatterin: Dieses Geschäft hat eine sehr lange Vorgeschichte, die ich nur gekürzt wiedergeben will. Die PUK EJPD hatte mit einer parlamentarischen Initiative be- antragt, eine Delegation der GPK zu schaffen, die spezielle Verfahrensrechte besitzt. Dieses Anliegen haben wir unterdes- sen verwirklicht Das Geschäftsverkehrsgesetz ist ergänzt wor- den, und die GPK-Delegation besteht. Während der Gesetzgebungsarbeiten brachte die GPK des Nationalrates in unserer Kommission zusätzlich Anträge ein, um die Informations- und Verfahrensrechte der GPK selber zu verbessern. Die Kommission und - am 19. September 1991 - auch unser Rat stimmten den entsprechenden Aenderungen der Artikel 47ter und 47quater des Geschäftsverkehrsgeset- zes zu. Der Bundesrat konnte sich insbesondere mit der Aenderung von Artikel 47quater Absatz 2 nicht befreunden. Dort geht es um die Frage, in welchen Fällen der Bundesrat die Heraus- gabe von Amtsakten verweigern kann. Nachdem der Stände- rat die Vorlage zweigeteilt hatte und auf den Beschluss B nicht eingetreten war, beschloss der Nationalrat einzutreten und den Beschluss B an die Kommission zurückzuweisen, damit vom Bundesrat eine schriftliche Stellungnahme eingeholt wer- den könne. Diese Stellungnahme zum Zusatzbericht der Kommission vom 21. November 1991 ist im April 1992 eingetroffen, dann aber als provisorisch bezeichnet worden. An der Kommis- sionssitzung vom 6. Mai 1992 beschloss die Kommission, an den bisherigen Beschlüssen des Nationalrates festzuhalten. Am 2. Oktober 1992 fand eine Aussprache zwischen den GPK und dem Bundesrat über die Informationsrechte der GPK und die Definition des Oberaufsichtsrechts statt. Offensichtlich näherten sich die Standpunkte einander an. Der Bundesrat unterbreitete dann am 23. Dezember 1992 seine definitive Stellungnahme zum Zusatzbericht unserer Kommission. Er verzichtet danach darauf, den Begriff «Oberaufsicht» im Ge- schäftsverkehrsgesetz festzuschreiben, erwartet aber vom Parlament, dass es dafür auf eine Aenderung des Absatzes 2 von Artikel 47quater verzichtet. Diesem Anliegen hat die Kommission an ihrer Sitzung vom 10. März 1993 mit 8 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung ent- sprochen. Sie ist mehrheitlich zur Auffassung gelangt, dass der geltende Text des Absatzes 2 von Artikel 47quater offener formuliert sei und dass es ohnehin darum gehe, dass zwi-Initiative parlementaire. Bâtiment du Parlement 466 N 17 mars 1993 sehen der GPK und dem Bundesrat ein gutes, ein konstrukti- ves Klima herrsche. Die Bedenken, wonach der Begriff «Amtsgeheimnis» und die Formulierung des «noch nicht abgeschlossenen Verfahrens» zu wenig klar definiert seien, wurden von den Sprechern der GPK in unserer Kommission nicht mehr gleich stark gewichtet wie früher. Die anderen Vorschriften in den Artikeln 47ter und 47quater Absatz 3bis werden einstimmig aufrechterhalten. Im Namen der Kommission beantrage ich Ihnen, den neuen Anträgen der Kommission zuzustimmen, wie Sie sie auf der Fahne finden. M. Eggly, rapporteur: MmeZölch a rappelé les points essen- tiels du long parcours législatif qui a précédé l'examen auquel nous procédons aujourd'hui après une séance de commis- sion qui s'est tenue le 10 mai. Je ne répéterai donc pas en lan- gue française un historique qui vient d'être fait; cela n'aurait pas de sens. Après les votes intervenus au Conseil national les 19 septembre et 2 octobre 1991 ainsi qu'au Conseil des Etats le 26 septembre 1991, il ne s'agit plus aujourd'hui que de l'article 47quater alinéa 2 de la loi sur les rapports entre les conseils. Dans la loi actuelle, le texte prévoit que le Conseil fé- déral peut se refuser à produire tel ou tel document demandé par la Commission de gestion, mais qu'il doit alors présenter un rapport spécial en lieu et place des documents demandés. Le gouvernement peut agir de la sorte pour sauvegarder un secret de fonction; il s'agit bien entendu d'un secret de fonc- tion important et pas de n'importe quel secret, faute de quoi l'exception deviendrait la règle. Ou encore, il peut refuser si des intérêts personnels, dignes d'être protégés, sont en cause. Et enfin, lorsqu'une procédure n'est pas terminée, ce qui suppose que la communication demandée soit de nature à compromettre la procédure. A cette formulation générale le projet de modification de l'article 47quater alinéa 2 voulait donc substituer un libellé plus précis et dire que les documents devaient être classés se- crets: procès-verbal du Conseil fédéral, proposition portant sur des affaires en cours et en fait, il faut dire des affaires «en cours» et non pas «en suspens»; «affaires en suspens» est contesté au sein du Conseil fédéral. Enfin, protection de la per- sonnalité, donc opposée à la divulgation des documents, et procédure individuelle ouverte seraient des motifs d'exception comme dans le texte actuel. On peut soutenir les deux points de vue. En faveur du texte proposé, on pouvait relever qu'une liste assez précise serait de nature à éviter des débats qui peuvent s'avérer parfois déli- cats et qu'il est par conséquent préférable de se montrer sou- cieux du détail du texte. Cela dit, même le texte proposé sup- pose une application entre partenaires, gouvernement et Par- lement, et ne suppose pas une lutte entre adversaires. Car au fond, le gouvernement pourrait, s'il le voulait, faire de toute façon obstacle à l'exercice de la haute surveillance du Parle- ment, par exemple en classant secrets tous documents em- barrassants, même rétrospectivement. Les deux pouvoirs, gouvernement et législatif, sont donc contraints finalement à un minimum de confiance réciproque en toute circonstance. De ce point de vue, la clause générale contenue dans le texte actuel est préférable et permet un dialogue que le président de la Confédération et le Chancelier ont déclaré vouloir, en ce qui les concerne, constructif, transparent, de nature à faciliter le travail parlementaire. C'est donc en fonction des assurances données à cet égard que la commission a décidé par 8 voix contre 7 et avec 1 abstention d'en rester au texte actuel et qu'elle vous propose de faire de même. Je terminerai en disant que j'ai lu ici le rap- port en français de M. Poncet Ingress Neuer Antrag der Kommission .... Ziffern 1 und 11, nach Einsicht in den Zusatzbericht der Kommission des Nationalrates vom 21. November 1991 und in die Stellungnahme des Bundesrates vom 23. Dezember 1992, beschliesst: Préambule Nouvelle proposition de la commission .... chiffres 1 et 11 de la constitution, vu le rapport complémen- taire de la commission du Conseil national du 21 novembre 1991 et l'avis du Conseil fédéral du 23 décembre 1992, arrête: Angenommen -Adopté Art.47terAbs.2,3 Neuer Antrag der Kommission Festhalten am Beschluss vom 19. September 1991 Art.47teral.2,3 Nouvelle proposition de la commission Maintenir la décision du 19 septembre 1991 Angenommen -Adopté Art. 47quater Abs. 2,3bis Neuer Antrag der Kommission Abs. 2 Unverändert Abs. 3bis Festhalten am Beschluss vom 19. September 1991 Art.47quateral.2,3bis Nouvelle proposition de la commission Al. 2 Inchangé Al. 3bis Maintenir la décision du 19 septembre 1991 Angenommen-Adopté Ziff. II Neuer Antrag der Kommission Festhalten am Beschluss vom 19. September 1991 Ch. II Nouvelle proposition de la commission Maintenir la décision du 19 septembre 1991 Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 79 Stimmen Dagegen 6 Stimmen An den Ständerat-Au Conseil des Etats #ST# 92.402 Parlamentarische Initiative (Kommission 90.228) Parlamentsgebäude. Erweiterungsbau Initiative parlementaire (Commission 90.228) Bâtiment du Parlement. Agrandissement Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Herr Hubacher unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht: Vorgeschichte Im Bericht vom 16. Mai 1991 der Kommission des Nationalra- tes 90.228 zur parlamentarischen Initiative Petitpierre wurdenSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Parlamentarische Initiative (PUK 89.006) Geschäftsprüfungskommission. Bildung einer Delegation Initiative parlementaire (CEP 89.006) Commission de gestion. Constitution d'une délégation In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.243 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.03.1993 - 15:00 Date Data Seite 465-466 Page Pagina Ref. No 20 022 392 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.