Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 27. Mai 2015 (810 14 279) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Erteilung der Aufenthaltsbewilligung / Kantonswechsel Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Beat Walther, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschrei- ber i.V. Simon Keller Parteien A. B. ____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Elisabeth Maier , Advok a- tin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Erteilung der Aufenthaltsbewilligung / Kant onswechsel (RRB Nr. 1323 vom 9. September 2014) A. Der kosovarische Staatsangehörige A.B.____, gebo ren am 22. Dezember 1969, reiste am 22. April 1993 im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner Ehefrau B.B.____, geboren am 24. August 1974, in die Schweiz ein. Die Ehepartner haben fünf Kinder: C.____, geboren am 27. Januar 1994, D.____, geboren am 31. Januar 1995 , E.____, geboren am 2. Mai 1996, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht F.____, geboren am 16. März 1999, und G.____, geboren am 23. Juni 2006. Während die Ehe- frau und ihr Sohn lediglich über eine Aufenthaltsbew illigung verfügen, sind die Töchter Schwei- zer Bürgerinnen. A.B.____ verfügte bis zu seiner Abmeldung im Kanton Basel-Stadt am 31. Juli 2013, welche er im Rahmen eines Umzugs in den Kanton B asel-Landschaft vornahm, ebenfalls über eine Aufenthaltsbewilligung. Seither ist kein mig rationsrechtliches Verfahren im Kanton Basel-Stadt hängig (vgl. E-Mail des Justiz- und Sicherh eitsdepartements des Kantons Basel- Stadt an die Sicherheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft vom 9. Dezember 2014). B. A.B.____ trat in den Jahren 1996 bis 2012 mehrfach strafrechtlich in Erscheinung. So wurde er unter anderem wegen Überschreitung der Höchstg eschwindigkeit (mehrfach), Gefähr- dung von Fussgängern, Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzug des Führerausweises, In- verkehrhaltens eines Personenwagens in nicht vorschriftgemä ssen Zustands sowie Unterlas- sens der Meldung von Änderungen im Fahrzeug und des Stan dortwechsels desselben, dem Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweise s und Irreführung der Rechts- pflege verurteilt. Am 15. Februar 2000 wurde er vom Amt für Migration des Kantons Luzern ein erstes Mal verwarnt. Dasselbe Amt drohte ihm am 21. November 2001 die Wegweisung aus der Schweiz an, sollte er zu weiteren Klagen im Gaststaat Anlass geben. Am 28. Oktober 2004 wurde er zudem vom Polizei- und Militärdepartement de s Kantons Basel-Stadt wegen 13 offe- nen Betreibungen sowie zwei Verlustscheinen in der Höh e von Fr. 156‘714.-- erneut verwarnt. Danach folgten drei weitere Verurteilungen: so erfolg te eine Verurteilung durch den Strafbe- fehlsrichter Basel-Stadt am 28. Dezember 2005 wegen ei nes Vergehens sowie einer Übertre- tung gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Busse von Fr. 750.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Des Weiteren wurde er am 18. Juli 2007 vo m Strafgericht Basel-Landschaft zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten, bei ei ner Probezeit von vier Jahren, wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Geldwäscherei verurteilt. Gestützt auf diese Verurteilung erging am 15. Mai 200 8 durch das Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt eine weitere Verwarnung. Am 26. November 2010 wurde er vom Gerichts- präsidium Kulm zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Ta gessätzen à Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 500.-- wegen mehrfacher Veruntreuung verurte ilt. Die letzte Verurteilung ist am 8. Mai 2012 ergangen, als A.B.____ von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt wegen Fahrenlassens ohne Haftpflichtversicherung und Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 40.-- und zu einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt wurde (seit dem 27. Mai 2015 ist dieses Urteil nicht me hr im Strafregisterauszug ersichtlich). Am 16. Januar 2013 schloss A.B.____ mit dem Migrationsamt Basel-Stadt eine Integrationsver- einbarung ab, in welcher er sich unter anderem verpfli chtete, die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung zu respektieren. Am 23. Oktober 2014 wurde ein Verfahren gegen ihn wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit telgesetz eingestellt (vgl. Einstel- lungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel- Stadt vom 23. Oktober 2014). Glei- chentags erging ein Strafbefehl, worin A.B.____ wegen Überlassens eines Motorfahrzeugs an einen Führer ohne erforderlichen Ausweis, zu einer Gel dstrafe von 30 Tagen à Fr. 30.-- verur- teilt wurde. Dagegen hat er am 29. Oktober 2014 Einsprache erhoben. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Die Familie B.____ hatte bereits in den Kantonen Aargau und Luzern Wohnsitz. Am 31. Juli 2013 meldete sie sich im Kanton Basel-Stadt ab und zog nach H.____ in den Kanton Basel-Landschaft. Am 15. August 2013 stellte die Fami lie beim Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für die Ehegatten und den Sohn. D. Während das AfM nach Gewährung des rechtlichen Gehör s A.B.____ mit Verfügung vom 10. März 2014 die Erteilung der Aufenthaltsbewill igung (Kantonswechsel) verweigerte und ihn aufforderte, den Kanton Basel-Landschaft bis spät estens zum 15. April 2014 zu verlassen, entsprach es demgegenüber dem Gesuch der Ehefrau und des Sohnes. E. Die von A.B.____, vertreten durch Dr. Axel Delvoigt , Advokat in Basel, gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 20. März 2014, wurde vom Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) mit Beschluss Nr. 1323 vom 9. September 2014 abgewiesen. Es wurde verfügt, dass A.B.____ den Kanton Basel-Landschaft umgehend zu verlassen habe. F. Mit Eingabe vom 22. September 2014 erhob A.B.___ _, weiterhin vertreten durch Dr. Axel Delvoigt, gegen den Beschluss des Regierungsrats N r. 1323 vom 9. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsge- richt). Er stellte das Begehren, es sei der Entscheid de s Regierungsrates vom 9. September 2014 und die Verfügung vom AfM vom 10. März 2014 aufzuh eben sowie dem Beschwerdefüh- rer die Aufenthaltsbewilligung (Kantonswechsel) zu erte ilen; unter o/e-Kostenfolge, wobei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung mit dem Unterzeichneten als Rechtsbei- stand zu bewilligen sei. G. A.B.____, neu vertreten durch Elisabeth Maier, Adv okatin in Binningen, reichte am 26. November 2014 die Beschwerdebegründung ein und hi elt vollumfänglich an den gestellten Begehren fest. Eventualiter stellte er das Begehren, es sei der angefochtene Entscheid sowie die Verfügung des AfM aufzuheben und ans AfM zur Bewilligung des Kantonswechsels der Ge- samtfamilie, verbunden mit dem Abschluss einer Integratio nsvereinbarung, zurückzuweisen. Darüber hinaus beantragte er, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. H. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2014 wies das Kanton sgericht das AfM an, keine un- mittelbaren Vollzugsmassnahmen bezüglich der Wegweisung des Beschwerdeführers zu unter- nehmen. I. Mit Vernehmlassung vom 13. Januar 2015 schliesst der R egierungsrat auf kostenfälli- ge Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. J. Mit Präsidialverfügung vom 20. Februar 2015 wurde d er Fall der Kammer zur Beurtei- lung im Rahmen einer Parteiverhandlung überwiesen und dem Beschwerdeführer die unentgelt- liche Prozessführung und Verbeiständung gewährt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. An der heutigen Verhandlung nehmen der Beschwerde führer und seine Rechtsvertrete- rin sowie ein Vertreter des Regierungsrats teil; die Pa rteien halten an ihren Begehren und Be- gründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügunge n und Entscheide des Regierungs- rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanton sgericht zulässig. Da weder ein Aus- schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit ge- geben. 2. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befug t, wer durch die angefochtene Ver- fügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an des- sen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführ er Adressat des angefochtenen Entscheids ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen A ufhebung hat und die übrigen for- mellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 3. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsge richtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner sein Ermessen rechtsfehlerhaft ausg eübt hat. Im Weiteren kann beur- teilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig ode r unvollständig festgestellt hat. Die Über- prüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kantonsgerich t im vorliegenden Fall verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario ). 4.1 Streitgegenstand bildet die Frage, ob dem Beschwer deführer die Aufenthaltsbewilligung im Kanton Basel-Landschaft (Kantonswechsel) zu Recht nicht erteilt worden ist. 4.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländeri nnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005, vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständi ge kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Die ausländische Person hat somit gru ndsätzlich keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; PETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/ Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Das AuG gilt für Ausländerinnen und Ausländer, sowe it keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene völkerr echtliche Verträge zur Anwen- dung gelangen (Art. 2 Abs. 1 AuG). Vorweg kann festge halten werden, dass zwischen der Schweiz und dem Kosovo kein Staatsvertrag besteht, der de m Beschwerdeführer einen An- spruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. 5.1 Der Beschwerdeführer macht gestützt auf Art. 37 AuG einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Kanton Basel-Landschaf t (Kantonswechsel) geltend und bringt im Wesentlichen vor, dass vorliegend insofern ein Sonde rfall bestehe, als der Kantonswechsel trotz intakter Familienverhältnisse nur für den Vater verweigert worden sei. Der Kantonswechsel sei indes – sofern die Voraussetzungen vorlägen – der G esamtfamilie zu bewilligen. Gründe, welche gegen eine Gewährung des Kantonswechsels für die ganze Familie sprächen, seien nicht ersichtlich, zumal entgegen der Auffassung des Regi erungsrates keine Widerrufsgründe vorlägen, welche eine Wegweisung des Beschwerdeführers rechtfertigen würden. 5.2 Der Regierungsrat legt in seiner Vernehmlassung vom 23. Dezember 2014 dar, dass der Beschwerdeführer das Gesuch um Erteilung einer Auf enthaltsbewilligung gesetzeswidrig erst nach dem Wohnsitzwechsel gestellt und somit eine frühere Prüfung über das Gesuch durch das AfM verunmöglicht habe. So hätte nicht mehr verhind ert werden können, dass die Familie nach erfolgter Übersiedlung Gefahr laufe, getrennt z u werden. Zudem gehe es nicht an, dass aufgrund einer vorliegenden intakten Familiengemeinsch aft unbedacht aller übrigen Umstände Anspruch auf einen Kantonswechsel bestehe. Die wiederhol te Delinquenz, die Verschuldung und die mangelhafte Integration des Beschwerdeführers könnten nicht einfach ausgeblendet werden. Es lägen sowohl der Widerrufsgrund der länger fristigen Freiheitsstrafe als auch derje- nige des erheblichen oder wiederholten Verstosses gege n die öffentliche Sicherheit und Ord- nung in der Schweiz vor. Zudem sei der Beschwerdeführer aktuell arbeitslos. 5.3 Gemäss Art. 37 Abs. 1 AuG müssen Personen mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung oder einer Aufenthaltsbewilligung, die ihren Wohnor t in einen anderen Kanton verlegen wollen, im Voraus eine entsprechende Bewilligung des neuen Kan tons beantragen (Art. 37 Abs. 1 AuG). Gemäss Abs. 2 haben Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung Anspruch auf den Kan- tonswechsel (und somit auf Erteilung einer Aufenthalt sbewilligung im neuen Kanton), wenn sie nicht arbeitslos sind und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Einzelheiten be- treffend Kantonswechsel sind in der Verordnung über Z ulassung, Aufenthalt und Erwerbstätig- keit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 geregelt. Ausländerin nen und Ausländer können nur in ei- nem Kanton eine Aufenthaltsbewilligung besitzen und d ie Bewilligung gilt für das Gebiet des Kantons, der sie ausgestellt hat (Art. 66 VZAE). Zwei B ewilligungen können folglich nicht auf einmal bestehen. Die alte Bewilligung erlischt dabei n icht schon mit dem Kantons- bzw. Wohn- sitzwechsel, sondern erst mit der Erteilung der neuen B ewilligung in einem anderen Kanton (Art. 61 Abs. 1 lit. b AuG; vgl. A NDREAS ZÜND / LADINA ARQUINT HILL, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 8.13 mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG liegen unter an derem vor, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Mass- nahme im Sinne von Art. 64 oder Art. 61 des Schweizer ischen Strafgesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet wurde (Art. 62 lit. b AuG) oder wenn er erheblich oder wieder- holt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äu ssere Sicherheit gefährdet (Art. 62 lit. c AuG). 5.5 Vor der Abmeldung bzw. dem eigenmächtigen Umzug i n den Kanton Basel-Landschaft war der Beschwerdeführer noch im Besitz einer gültigen Aufenthaltsbewilligung, welche ihm der Kanton Basel-Stadt erteilt hatte. Auch nach bereits e rfolgter Abmeldung im bisherigen Aufent- haltskanton erlöscht die bisherige Aufenthaltsbewilligu ng erst mit der Erteilung der Bewilligung im neuen Kanton. Dadurch wird administrativer Aufwand und eine unnötige Rechtsunsicherheit vermieden (vgl. MARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Migrationsrecht Kommen- tar, Schweizerisches Ausländergesetz [AuG] und Freizügigkeit sabkommen [FZA] mit weiteren Erlassen, 3. Auflage, Zürich 2012, N 1 zu Abs. 1 lit. a unf b von Art. 61). Mit der Verurteilung vom 18. Juli 2007 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten durch das Strafgericht Basel-Landschaft ist vorliegend eine längerfristige Fre iheitsstrafe ausgesprochen worden und der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. b AuG ist damit erfüllt. Demzufolge muss nicht mehr geprüft werden, ob das Verhalten des Beschwerdeführers zugleich a ls schwerwiegender Verstoss ge- gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, wie es die Vorinstanz angenommen hat, zumal dieser Wid errufsgrund in der vorliegenden Konstellation nur subsidiär zur Anwendung kommen würd e (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2, Urteile des Bundesgerichts 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3, 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). Der Beschwerdeführer hat somit keinen Anspruch auf Bewilligung des Kantonswech- sels. 6.1 Des Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, di e Verweigerung des Kantons- wechsels stelle eine Verletzung von Art. 8 Ziff. 1 der K onvention zum Schutz der Menschen- rechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 dar. 6.2 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie dem inhaltli ch gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) v om 18. April 1999 geschütz- ten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens kö nnen ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ab- leiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (ANDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, Europäische Grundrechte-Zeitschrift [Eu GRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können dann verletzt sein, we nn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesen heit untersagt und damit das gemein- same Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bund esgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden A ngehörigen über ein gefestigtes An- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere dann der F all, wenn sie das Schweizer Bür- gerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen o der über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsansp ruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Ein staatlicher Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens liegt indessen r egelmässig nicht vor, wenn den An- gehörigen zugemutet werden kann, ihre Beziehung im Ausl and zu leben. Ist es den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmitgliedern folglich möglich, mit dem Ausländer, dem eine fremdenpolizeiliche Bewilligung verweigert w orden ist, auszureisen, wird der Schutz- bereich von Art. 8 EMRK normalerweise nicht berührt ( BGE 135 I 153 E. 2.1; BGE 122 II 289 E. 3b). 6.3 Der Beschwerdeführer hat vier Töchter, welche alle die schweizerische Staatsbürger- schaft besitzen. Der Sohn und die Ehefrau verfügen demgegenüber über eine Aufenthaltsbewil- ligung. Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht zumindest eines Teils der Kernfamilie des Be- schwerdeführers liegt demnach vor. In Übereinstimmung m it der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seine r Familie eng, tatsächlich und intakt ist, zumal – bis auf die älteste Tochter – sämtlich e Kinder mit dem Vater und der Mutter in einem Haushalt wohnen. Alle Kinder sind in der Schweiz geboren und hier verwurzelt. Die bei- den jüngsten Kinder sind mittlerweile 9 bzw. 16 Jahre alt. Sie befinden sich damit in einem für die Persönlichkeitsentwicklung wichtigen Alter, in welche m ein Wechsel des Umfeldes nicht förderlich ist. Die Töchter haben als Schweizer Bürgeri nnen ein offenkundiges Interesse daran, in der Schweiz zu leben, um von den hiesigen Ausbildungsm öglichkeiten und Lebensbedingun- gen profitieren zu können (vgl. BGE 135 I 153 E. 2.2.3 ). Der Beschwerdeführer kann sich dem- nach auf seinen Anspruch aus dem Schutzbereich von Privat- und Familienleben gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV berufen. 6.4 Indes gilt der grundrechtliche Anspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK nicht absolut. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschütz te Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokrati- schen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öf fentliche Ruhe und Ordnung, das wirt- schaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnun g und zur Verhinderung von strafba- ren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral so wie der Rechte und Freiheiten an- derer notwendig ist. 6.5 Wie bereits in Erwägung 5.5 hiervor festgestellt, wurde der Beschwerdeführer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Verurt eilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe rechtfertigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Ein griff in den grundrechtlich begründeten Anwesenheitsanspruch, denn der angefochtene Entscheid stü tzt sich auf eine gesetzliche Grundlage und er bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinde- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung weiterer strafbarer Handlungen. Er verfolgt dami t öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. 7.1 Vorliegend gilt zu beachten, dass die Aufenthaltsb ewilligung des Beschwerdeführers nicht erloschen ist, sondern erst mit der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in einem anderen Kanton erlöschen würde, was vorliegend nicht der Fall ist (Art. 61 Abs. 1 lit. b AuG). Auch das Vorliegen von Rechtfertigungsgründen nach Art. 8 Abs. 2 EMRK führt nicht automatisch zum Erlöschen der eingeräumten Rechtsansprüche auf Erteilung und Verlängerung ausländerrecht- licher Bewilligungen. Die Bewilligung im neuen Kanto n kann vielmehr nur verweigert werden, sofern der Widerrufsgrund eine Wegweisung aus der Schwe iz rechtfertigen würde. Vom neuen Kanton ist deshalb weiter zu prüfen, ob eine Wegweisu ng aus der Schweiz verhältnismässig wäre (vgl. Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich des Staatssekretariats für Migration [Weisungen AuG], Version vom 25. Oktober 2013 [Stand vom 13. Februar 2015], Ziffer 3.1.8.2.1). Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (MARTINA CARONI , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., N 3 zu Art. 51; A NDREAS ZÜND /LADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/ Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 8.48). Verl angt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist. Analoge Voraussetzun gen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hinblick auf einen Eingriff in Art. 13 BV und aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK im Hinblick auf einen Ein- griff in Art. 8 EMRK (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt auch die EMRK in diesem Zusammenhang eine A bwägung der privaten Interessen an der Verlängerung der Bewilligung und den öffentliche n Interessen an deren Nichtverlängerung. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) stüt zt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis (A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzl ich auch der Prüfung nach Art. 8 EMRK standhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 7.2 Im Rahmen der Interessenabwägung sind namentlich d ie Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergange ne Zeitraum, das Verhalten des Aus- länders während diesem, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohend en Nachteile zu berücksichtigen. Ähn- liche Vorgaben ergeben sich auch aus der Praxis des EGMR (ANDREAS Z ÜND /T HOMAS HUGI YAR , a.a.O., S. 12 f.; BGE 135 II 377 E. 4.3). Demgemä ss sind die Natur und die Schwere der begangenen Delikte sowie die seit der Tatbegehung verst richene Zeit und das seitherige Ver- halten der betreffenden Person zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Dauer des Aufenthaltes der ausländischen Person im Gastgeberstaat und die Intensität ihrer sozialen, kul- turellen und familiären Bindungen sowohl im Gastgebe rstaat als auch im Heimatland. Ebenso ist die familiäre Situation des Betroffenen zu beacht en, namentlich die Dauer seiner Ehe, die Staatsangehörigkeit sämtlicher beteiligter Personen sow ie übrige Umstände, welche Rück- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlüsse auf die effektive Natur der Paarbeziehung erlau ben. Massgebend ist weiter, ob die Ehegattin bzw. der Ehegatte der betreffenden ausländi schen Person bei Aufnahme der familiä- ren Beziehung von deren deliktischen Handlungen gewusst hatte. Ferner spielt auch eine Rolle, welche Probleme die Ehefrau resp. der Ehemann bei ei ner gemeinsamen Ausreise ins Heimat- land des Partners zu gegenwärtigen hätte. Zu prüfen ist sodann, ob aus der Beziehung Kinder hervorgegangen sind und in welchem Alter sich diese gege benenfalls befinden. Insbesondere sind auch die Interessen und das Wohl der Kinder des Bet roffenen von Bedeutung, wobei na- mentlich deren mutmasslichen Schwierigkeiten bei der Rü ckkehr in ihr Heimatland Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des EGMR Kissiwa Koffi gegen d ie Schweiz [38005/07] vom 15. No- vember 2012 § 63; Urteil des EGMR Boultif gegen die S chweiz [54273/00] vom 2. August 2001 § 48). 7.3 Was das Fernhalteinteresse anbetrifft, so muss gemäss d er bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei schweren Straftaten – wozu grundsät zlich auch Drogendelikte aus rein finanziellen Motiven gehören – selbst ein geringes Restri siko weiterer Delinquenz nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 ff. mit Hinweisen). Auch der EGMR akzeptiert ausdrücklich, dass bei Betäubungsmitteldelin quenz von einer gewissen Schwere ein strenger Massstab angelegt wird; gemäss seiner Praxis überwiegt bei Betäu- bungsmitteldelikten regelmässig das öffentliche Interesse a n der Beendigung des Aufenthalts (Urteil des EGMR Kissiwa Koffi gegen die Schweiz [38005 /07] vom 15. November 2012 § 65 ff.). Bei Ausländern, welche sich wie der Beschwerde führer nicht auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei nerseits und der Europäi- schen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) beru- fen können, darf im Rahmen der Interessenabwägung ab gesehen von der aktuellen Gefähr- dung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, welche von der betroffenen Einzelperson aus- geht, namentlich auch generalpräventiven Gesichtspunkte n Rechnung getragen werden (BGE 136 II 5 E. 4.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 ff.). 8.1 Somit bleibt nachfolgend anhand der dargelegten Rechtslage zu prüfen, ob unter Be- rücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falle s die öffentlichen Interessen an einer Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung (Kan tonswechsel) die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib bei seiner Famil ie in der Schweiz zu überwiegen vermö- gen. 8.2 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen Entscheid , dass starke öffentliche Interes- sen an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers bestehen würden, da er mehrmals schwer- wiegend gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Schweiz verstossen habe und sich durch zahlreiche Verwarnungen nicht habe beeindrucken lasse n. Zudem habe er Schulden in beträchtlichem Ausmasse angehäuft. Zu den persönlichen In teressen hält der Regierungsrat fest, dass sich der Beschwerdeführer seit 21 Jahren in der Schweiz aufhalte. Im Kosovo befän- den sich seine Eltern sowie ein Bruder. Zudem sei seine M uttersprache albanisch. Zu seiner Heimat bestünden folglich Anknüpfungspunkte. In der S chweiz würden demgegenüber seine Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ehefrau und seine Kinder wohnen. Eine Trennung träf e seine Kernfamilie bestimmt hart. Der Beschwerdeführer trage jedoch die alleinige Schuld an der möglichen Trennung von seiner Fa- milie. Er habe weder die Chancen der Strafjustiz noch jene der Migrationsbehörden genutzt und sein kriminelles Verhalten trotz vier Verwarnungen fortg esetzt. Ungeachtet der langen Aufent- haltsdauer sei der Beschwerdeführer aufgrund der auf geführten Gründe in der Schweiz insge- samt schlecht integriert. Die öffentlichen Interessen an der Wegweisung des Beschwerdefüh- rers würden deshalb seine privaten Interessen überwiege n. Ein Eingriff in das Recht auf Fami- lienleben nach Art. 8 EMRK erweise sich somit ebenfalls als zulässig. 8.3 Der Beschwerdeführer räumte ein, dass die begangene n Delikte nicht bagatellisiert werden dürften, obschon es sich nicht um Gewaltdelikte ha ndle. Indessen hege er die Absicht, einen Neuanfang gänzlich ohne strafrechtliche Verfehlung en zu wagen. Zu berücksichtigen sei des Weiteren, dass er bereits seit über 20 Jahren in de r Schweiz lebe und seine Familie bes- tens integriert sei. Es bestünden ausreichend soziale Verbindungen im Aufenthaltsstaat. Bezüg- lich der wirtschaftlichen Belange sei darauf hinzuweisen, dass die Familie mittlerweile eine Schuldenberatung in Anspruch genommen habe. Zudem verfüge seine Ehefrau über eine Fest- anstellung. Zwar sei er zurzeit arbeitslos bzw. betätige si ch lediglich im Haushalt, dies liege in- des zum einen an seiner unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit und zum andern am Konkurs seiner Firma. In der Vergangenheit habe er zum Familienunte rhalt beigetragen, indem er als Gipser gearbeitet habe. 8.4 Aus den Verfahrensakten ergibt sich, dass der Beschwerd eführer während seines Auf- enthaltes in der Schweiz unzählige Male strafrechtlich in Erscheinung getreten ist. Neben diver- sen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, wie insbesondere Geschwindig- keitsüberschreitungen (vgl. Strafbefehl vom 19. Mai 2008 vom Bezirksamt Zofingen), die auf- grund des grossen Gefährdungspotentials, welches dem Führ en eines Motorfahrzeugs eigen ist, nicht zu verharmlosen sind (Urteil des Bundesgerichts 2C_241/2011 vom 9. März 2012 E. 3.1), wurde er mit Urteil des Strafbefehlsrichters Basel-Stadt vom 28. Dezember 2005 wegen Vergehen gegen das Waffengesetz verurteilt. Am 18. Ju li 2007 wurde er vom Strafgericht Ba- sel-Landschaft zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 1 5 Monaten wegen qualifizierter Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Geldwä scherei verurteilt. Die letzte Verur- teilung ist am 8. Mai 2012 ergangen, als der Beschwerd eführer von der Staatsanwaltschaft Ba- sel-Stadt wegen Fahrenlassens ohne Haftpflichtversicherung und Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern verurteilt wurde. Etliche l änger zurückliegende Delikte sind mittler- weile aus dem Strafregister entfernt worden. In diesem Zusammenhang gilt es zu erwähnen, dass im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmenden ausländerrechtlichen Inte- ressenabwägung im Strafregister bereits gelöschte Urtei le nicht ausgeblendet werden können. Vielmehr haben sie in die Gesamtbewertung miteinzuflie ssen (Urteil des Bundesgerichts 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 3.2.2). Vier Ve rwarnungen und eine Integrationsverein- barung mit dem Amt für Migration Basel-Stadt vermoch ten sein Verhalten gegenüber der Ein- haltung der schweizerischen Rechtsordnung nicht nachhaltig positiv zu beeinflussen. Trotz sei- ner stetig beteuerten Besserungsabsicht und angeblich ge wonnenen Einsichtsfähigkeit wurde Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht er immer wieder rückfällig, weshalb ihm keine günstig e Prognose gestellt werden kann. Bei der vorliegenden intensiven Delinquenz, wobei insbesondere der Verstoss gegen das Betäu- bungsmittelgesetz zu erwähnen ist (vgl. E. 7.3 hiervor), m uss nach der Rechtsprechung selbst ein geringes Restrisiko weiterer Straffälligkeit nicht in Kauf genommen werden. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer am 28. Oktober 2004 vom Migr ationsamt des Kantons Basel-Stadt wegen seiner Schulden verwarnt wurde. Seit der Integra tionsvereinbarung vom 16. Januar 2013, wo explizit vereinbart wurde, dass er keine neue n Betreibungen ab Februar 2013 be- kommen sollte, kamen zahlreiche weitere Betreibungen h inzu; vom 1. Februar 2013 bis zum 21. Februar 2014 ist der Beschwerdeführer sieben Mal b etrieben worden, gesamthaft geht es um einen Betrag in der Höhe von Fr. 26‘736.--. Mittl erweile hat der Beschwerdeführer zehn Be- treibungen in Höhe von Fr. 95‘647.25 und sieben offen e Verlustscheine in der Höhe von Fr. 37‘056.05 angesammelt (vgl. Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes des Kan- tons Basel-Landschaft vom 27. Mai 2015). Daran ändert ni chts, dass der Beschwerdeführer eine Schuldenberatungsstelle aufgesucht hat, zumal zah lreiche Betreibungen nach deren Auf- suchen ergangen sind. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen bestehen demn ach gewichtige öffentliche Interes- sen, dem Beschwerdeführer, der offensichtlich nicht gewi llt oder nicht fähig ist, sich an die schweizerische Rechtsordnung zu halten und seinen finanzie llen Verpflichtungen nachzukom- men, den Aufenthalt im Kanton Basel-Landschaft zu verweigern. 8.5 In Bezug auf die privaten Interessen ist festzustel len, dass sich der Beschwerdeführer seit mittlerweile 22 Jahren in der Schweiz aufhält. Er spricht deutsch und die gesamte Kernfami- lie des Beschwerdeführers lebt in der Schweiz. Eine T rennung würde ihn und seine Familie si- cherlich hart treffen und es ist von einem gewichtigen p rivaten Interesse des Beschwerdefüh- rers an der Fortführung des ehelichen und familiären Z usammenlebens in der Schweiz auszu- gehen. Über ein grösseres soziales Beziehungsnetz in der Schweiz verfügt der Beschwerdefüh- rer gemäss Akten nicht. Zwar engagiert sich die gesamte F amilie karitativ in einer Kirche, wenn auch der Beschwerdeführer selbst eingesteht, dass haupt sächlich seine Töchter in diesem Zu- sammenhang grosse Dienste leisten. Aus dem Umstand, dass in sbesondere seine Töchter in der Schweiz gut integriert sind, vermag der Beschwerd eführer entgegen seiner Ansicht nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Hinsichtlich der beruflichen Integration ist festzuhalten, dass die Arbeitskraft des Beschwerdeführers nicht als unentbehrlich im Sinne von Art. 18 ff. AuG qualifi- ziert werden kann. Zeitweise arbeitete er als Gipser, e r hat jedoch keine Berufsausbildung ab- solviert und eine von ihm selbstständig geführte Unter nehmung musste im November 2013 Konkurs anmelden. Aufgrund eines Verkehrsunfalls im Oktob er 2013 bezieht der Beschwerde- führer aktuell SUVA-Taggelder. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hat er ausgeführt, nach wie vor keiner entschädigten Erwerbstätigkeit nach zugehen und als Hausmann tätig zu sein. Von einer erfolgreichen beruflichen Integration kann folglich nicht die Rede sein. 8.6 Unbestrittenermassen wird ein Neuanfang in seinem Heimatland mit gewissen Schwie- rigkeiten verbunden sein. Relativierend ist jedoch festzu halten, dass er im Kosovo geboren ist Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht und die prägenden Kinder- und Jugendjahre dort verbr acht hat, weshalb damit zu rechnen ist, dass er sich in seinem Herkunftsland zurechtfinden wird. Al banisch ist seine Muttersprache. Er ist somit mit den Verhältnissen vor Ort, so auch mit K ultur und Sprache, vertraut und verfügt nach wie vor über persönliche Kontakte im Heimatland, so zu seinen Eltern und seinem Bruder. Diese werden ihn bei einer Reintegration im Kosovo unt erstützen können. Der Beschwerdefüh- rer legt nicht substantiiert dar und es ist auch nicht e rsichtlich, weshalb ihm bei einer Rückkehr grosse Schwierigkeiten bei der Reintegration drohen so llten. Dass die Rückkehr mit persönli- chen und wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist, änder t an der Zumutbarkeit nichts. Dem- entsprechend durfte der Regierungsrat ohne Verletzung von Bundes- oder Konventionsrecht zum Ergebnis kommen, die ordnungs- und sicherheitspolizeil ichen Interessen an der Nichtver- längerung der Aufenthaltsbewilligung überwögen die p rivaten Interessen der Beschwerdefüh- rers und seiner Familie an einem weiteren Verbleib in der Schweiz. Angesichts der wiederholten Straffälligkeit und der Schuldenanhäufung wäre eine Wegweisung aus der Schweiz somit ver- hältnismässig. Damit erfolgte die Nichterteilung der Au fenthaltsbewilligung des Beschwerdefüh- rers für den Kanton Basel-Landschaft zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 9. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. 9.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsg ericht kostenpflichtig. Vorlie- gend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1‘800.-- dem unterlegenen Be- schwerdeführer aufzuerlegen beziehungsweise zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechts- pflege der Gerichtskasse zu überbinden. Der geleistete K ostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘100.-- ist dem Beschwerdeführer daher zurückzuerstatten. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind vorliegend wettz uschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar zu- lasten der Gerichtskasse auszurichten. In ihren Honorarn oten vom 18. März 2015 und vom 27. Mai 2015 macht sie einen Aufwand von insgesamt 13.4 1 Stunden geltend. Bei unentgeltli- cher Verbeiständung beträgt das Honorar gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 Fr. 200.- - pro Stunde. Somit beläuft sich das Honorar vorliegend auf Fr. 2‘684.-- plus Auslagen in d er Höhe von Fr. 152.--, mithin Fr. 2‘836.-- (exkl. MWSt), d.h. insgesamt Fr. 3‘062.15 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt). 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘800.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Geri chtskasse. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100 .-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in d er Höhe von Fr. 3‘062.15 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 14. September 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_785/2015) erhoben.