Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 29. Juni 2022 (810 21 120) ____________________________________________________________________ Personalrecht Auszahlung von Ferientagen Besetzung Vorsitzender Hans Furer, Kantonsrichterin Ana D ettwiler, Kantonsrich- ter Markus Clausen, Daniel Häring, Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Claudia von Wartburg, Advokatin gegen Kantonsspital Baselland , Rechtsabteilung, Mühlemattstrasse 24, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Auszahlung von Ferientagen (Verfügung des Kantonsspitals Baselland vom 26. April 2021) A. A.____ war gemäss erstem Arbeitsvertrag vom XX.XX.X XXX bis XX.XX.XXXX und ge- mäss zweitem Arbeitsvertrag vom XX.XX.2019 bis zum 29. Feb ruar 2020 jeweils befristet beim Kantonsspital Baselland (nachfolgend Kantonsspital) als A ssistenzärztin angestellt. Im Hinblick auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses per Ende Fe bruar 2020 wurde A.____ am 24. Ja- nuar 2020 schriftlich darauf hingewiesen, der Austrit t sei so zu planen, dass das Zeit- und Feri- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht enkonto ausgeglichen sei. Im System wurden A.____ schluss endlich vom 17. Februar 2020 bis 21. Februar 2020 fünf Ferientage eingetragen. Gegen diese Eintragung wehrte sich A.____ primär mit der Begründung, diese fünf Ferientage seie n auf die Kompensationstage gelegt wor- den, die zwingend nach einem Nachtdienst zu erfolgen hätten. B. Nach verschiedener Korrespondenz wies das Kantonsspital m it Verfügung vom 26. April 2021 das Gesuch von A.____, nachfolgend immer durch Adv okatin Claudia von Wartburg ver- treten, um Auszahlung von fünf Ferientagen ab. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vo m 11. Mai 2021 beim Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kan tonsgericht), Beschwerde und bean- tragte, es sei die Verfügung vom 26. April 2021 auf zuheben und es sei das Kantonsspital zu verpflichten, ihr eine Ferienentschädigung in der Höhe von Fr. 2'305.-- brutto zu bezahlen (Ziff. 1). Eventualiter sei die Angelegenheit in Auf hebung der Verfügung des Kantonsspitals zur Neubeurteilung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen (Z iff. 2). Es sei ihr eine angemes- sene Parteientschädigung zuzusprechen (Ziff. 3). Unter o /e-Kostenfolge (Ziff. 4). Mit Eingabe vom 12. Juli 2021 reichte die Beschwerdeführerin die ergänzende Beschwerdebegründung ein. D. Der Beschwerdegegner beantragte in seiner Vernehml assung vom 8. September 2021 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. E. Mit Eingabe vom 21. Dezember 2021 reichte die Besc hwerdeführerin die Replik ein. F. Am 24. Februar duplizierte der Beschwerdegegner. G. Mit Verfügung vom 6. April 2022 überwies das Gerich tspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. Am 12. April 2022 reichte die Rechtsvertrete- rin der Beschwerdeführerin ihre Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1. Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 i.V.m. § 25 des Spitalgesetzes (Spitalgesetz) vom 17. November 2011 und Ziff. 18.4 Abs. 3 des Gesamtarb eitsvertrages Kantonsspital Basel- land/Psychiatrie Baselland (GAV) vom 1. Juli 2015 könne n letztinstanzliche Verfügungen und Entscheide der Organe des Kantonsspitals Baselland und de r Psychiatrie Baselland nach den allgemeinen Bestimmungen über die Verwaltungsrechtspfl ege beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, angefochten werden. Da die Beschwerdeführerin Adressa- tin des angefochtenen Entscheids ist, ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat und die übrigen formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, kann auf die Beschwerde grundsätzlich eingetreten werden. Zu prüfen ist jedoch, in welchem Umfang auf die Beschwerde einzutreten ist. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2.1. Die Beschwerdeführerin hatte in ihrem Schreib en vom 19. August 2020 an das Kan- tonsspital den Antrag auf Auszahlung von fünf Ferienta gen und damit des Betrages von Fr. 2'305.-- brutto gestellt. In der Beschwerde vom 1 1. Mai 2021 an das Kantonsgericht stellte die Beschwerdeführerin wiederum das Rechtsbegehren, es sei ihr eine Ferienentschädigung in der Höhe von Fr. 2'305.-- brutto zu bezahlen. In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 12. Juli 2021 wurde im Rechtsbegehren hingegen der geforderte Betrag auf Fr. 2'497.-- erhöht. 1.2.2. Gemäss § 6 Abs. 1 VPO können die Parteien die Anträge, die sie im vorinstanzlichen Verfahren zur Sache gestellt haben, zwar einschränken, n icht aber ausdehnen oder inhaltlich verändern. Dadurch soll verhindert werden, dass im verw altungsgerichtlichen Verfahren der Streitgegenstand gemäss vorinstanzlichem Verfahren erweit ert wird (R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 4. Auflage, Basel 2021, Rz. 1611). Folglich kann auf das Rechtsbegehren nur im Rahmen der Forderung, es sei der Betrag von Fr. 2'305.-- brutto zu bezahlen, eingetreten werden. Im Übri- gen könnte auf die Forderung in der Höhe von Fr. 2'49 7.-- auch deshalb nicht eingetreten wer- den, weil dieser Betrag erst in der ergänzenden Besch werdebegründung und damit erst nach Ablauf der 10-tägigen Beschwerdeschrift, innert welcher gemäss § 5 Abs. 1 VPO ein klar um- schriebenes Begehren beim Kantonsgericht eingereicht we rden muss, beim Kantonsgericht eingegangen ist. 2. Bei der Beurteilung der Beschwerde ist die Kogniti on des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefoch tenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Untersc hreitung oder Missbrauch des Er- messens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellu ng des Sachverhalts zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfällige s Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin per B eendigung des Arbeitsverhältnisses und damit per Ende Februar 2020 noch fünf Ferientag e zu Gute hatte, während fünf Tagen, nämlich vom 17. bis 21. Februar 2020, frei hatte und wusste, dass sie diese fünf Tage frei ha- ben würde. Bestritten ist, ob es sich bei diesen Tagen e ntsprechend der Ansicht der Beschwer- deführerin um Kompensationstage oder entsprechend de r Auffassung des Beschwerdegegners um Ferientage handelte. 3.2. Der Beschwerdegegner macht geltend, die fünf Fe rientage seien im Rahmen der Aus- trittsplanung im Dienstplan für den Monat Februar 202 0 für die Zeit vom 17. bis 21. Februar 2020 eingetragen worden. Anhand des Logbuchs des Zeitp lanungs- und Zeiterfassungssys- tems könne eindeutig belegt werden, dass die strittigen Ferientage der Beschwerdeführerin am 4. Februar 2020 im Rahmen der Austrittsplanung einge tragen worden seien und die Beschwer- deführerin bereits am 4. Februar 2020 vom Dienstplan und damit von den Ferientagen Kenntnis gehabt habe. Dies gehe auch aus der E-Mail der planu ngsverantwortlichen Person an den Vor- gesetzten der Beschwerdeführerin vom 11. Februar 2022 h ervor. Die Beschwerdeführerin habe danach am 6. Februar 2020 durch Drängen und ohne Rücks prache mit ihrem Vorgesetzten die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Änderung der Ferientage in Kompensationstage veranlasst , obwohl sie per Ende Januar 2020 bereits ein Minussaldo von 11.15 Stunden und damit keine n Anspruch auf Kompensation ge- habt habe. Die Planerin, welche keine Weisungsbefugnis g egenüber der Beschwerdeführerin gehabt habe, habe den Plan gemäss dem Wunsch der Beschwer deführerin angepasst, ohne mit dem Vorgesetzten der Beschwerdeführerin Rücksprache zu nehmen. Die Planerin sei da- von ausgegangen, die Beschwerdeführerin habe dies mit den zuständigen Personen im Vorfeld abgesprochen. Als der Wechsel (von Ferientagen in Komp ensationstage) festgestellt worden sei, sei die Beschwerdeführerin umgehend darüber inform iert worden, dass die ursprüngliche Ferienplanung gelte. Am 17. Februar 2020 seien diese Tage im Zeiterfassungssystem dann wieder als Ferientage rückverbucht worden. Somit sei der Beschwerdeführerin spätestens am 6. Februar 2020 bekannt gewesen, dass sie Ferien vom 1 7. bis 21. Februar 2020 zu beziehen habe. Die Ferienplanung sei von Seiten des Kantonsspita ls damit nicht rückwirkend vorgenom- men worden. Nur die Korrektur im Zeiterfassungssystem der durch die Beschwerdeführerin ver- anlassten Änderung der verbuchten Ferien- in Kompensat ionstage zur ursprünglichen Eintra- gung als Ferien (analog der Fassung vom 4. Februar 202 0) sei rückwirkend erfolgt. Da die Be- schwerdeführerin bis zu ihrem Austritt einen negativen Zeitsaldo gehabt habe, habe kein An- spruch auf Kompensation bestanden. Aus diesem Grund seien im Rahmen der Austrittsplanung die restlichen Ferientage abgebaut worden. Zudem könn ten entgegen der Aussage der Be- schwerdeführerin die Assistenzärzte und -ärztinnen während ihrer Einsätze auf der Intensiv- pflegestation (IPS) ihre Ferien beziehen. Die Assistenz ärzte und -ärztinnen wüssten, dass sie Ferien in den Zeiten beziehen könnten, in denen sie ni cht in eine Schicht eingeteilt seien. Es bestehe keine Vorschrift, wonach in den gesetzlich vorgeschr iebenen Ruhezeiten nicht auch Ferien bezogen werden könnten. Gestützt auf den GAV und das Reglement Arbeitszeit (Reg- lement Arbeitszeit) vom 4. Juni 2015 sei die Verbuchung der fünf Tage als Ferien richtig gewe- sen. 3.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Dienst plan auf der IPS erfolge nach einer starren Regelung und sei immer gleich. Ihr sei vorgäng ig mitgeteilt worden, dass sie während dieser Zeit keine Ferien beziehen könne. Sie habe mün dlich den Antrag auf Bezug der Ferien- tage am Ende ihres Arbeitsverhältnisses gestellt, jedoch darauf nie eine Antwort erhalten. Dafür habe sie feststellen müssen, dass im Dienstplan für den Mo nat Februar überhaupt keine Ferien eingetragen worden seien. Am 18. Februar 2021 sei ih r mitgeteilt worden, dass der Dienstplan geändert worden sei und an den ursprünglich eingetra genen Kompensationstagen, welche im- mer nach einem Nachtdienst zwingend erfolgen würden, neu Ferien rückwirkend ab dem 17. Februar 2021 verbucht worden seien. Entgegen den Ausführungen des Kantonsspitals sei es nicht so, dass die verbleibenden Ferientage im Zeit erfassungssystem bereits am 4. Februar verbucht und die Ferientage wieder gestrichen und Komp ensationstage eingetragen worden seien. Es sei auch nicht nachvollziehbar, wie dem Logbuch zu entnehmen sei, dass sie am 4. Februar 2020 von den Ferientagen Kenntnis erhalten habe. Im ursprünglichen Dienstplan für Februar 2020 seien keine Ferien eingetragen gewesen. Sie sei davon ausgegangen, es seien Kompensationstage. Aus den E-Mails vom 18. und 19. Februar 2020 gehe hervor, dass sie erst am 18. Februar 2020, um 16.34 Uhr, von ihren Ferien erfahren habe. In der E-Mail vom 19. Februar 2020 habe das Kantonsspital sogar ausgefüh rt, dass, sollte das Arbeitsgesetz das Icon Ferien in den Tagen vom 17. bis 21. Februar verbi eten, gerne andere Tage damit verse- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen werden könnten. Eine rückwirkende Anordnung von Fer ien sei nicht zulässig. Die Anord- nung müsse frühzeitig, d.h. mindestens 3 Monate im Voraus, erfolgen. Der Erholungszweck von Ferien sei in ihrem Fall nicht erreicht worden, da w ährend der Kompensationstage immer damit gerechnet werden müsse, für jemanden einzuspringen. Der Zweck von Ferien sei die Erholung. Dafür müsse die Arbeitnehmerin aber wissen, dass sie Feri en habe und nicht erreichbar sein müsse. Tatsache sei, dass die Beschwerdeführerin im Janua r 2020 bei ihrem Vorgesetzten angefragt habe, ob sie die verbleibenden fünf Ferient age am Schluss ihrer Tätigkeit nehmen könne. Dies sei ihr jedoch – wie auch aus dem eingereich ten Dienstplan hervorgehe – nicht zugestanden worden. Sie habe damit trotz ihrer Bemühun gen die Ferien nicht erhalten. Entge- gen den Ausführungen des Beschwerdegegners könne dies nicht dazu führen, dass die Ferien eigenmächtig rückwirkend verbucht würden. Es bleibe festzuhalten, dass die Beschwerdeführe- rin vor den Kompensationstagen viele Tage am Stück gearb eitet habe, weshalb arbeitsrechtlich nichts Anderes möglich gewesen sei, als ihr danach frei zu geben. Ansonsten würde gegen das Arbeitsgesetz verstossen. Rückwirkend diese Tage in Ferie ntage umzubuchen, sei rechtlich keinesfalls zulässig. Die während der Ferienzeit und dam it nachträglich eingetragenen und mit der Arbeitnehmerin nicht abgesprochenen Ferien seien nicht als Ferien zu qualifizieren. 4.1.1. Gemäss Ziff. 5 Abs. 1 GAV gilt der GAV für da s gesamte voll- und teilzeitlich beschäftig- te Personal des Kantonsspitals Baselland und der Psychiatrie Baselland mit Ausnahme von hier nicht interessierenden Ausnahmen gemäss Ziff. 5 Abs. 2 u nd 3 GAV. Das Reglement Arbeits- zeit ist Bestandteil des GAV und gilt für die Mitarbei tenden des Kantonsspitals Baselland und der Psychiatrie Baselland, die dem GAV unterstehen. Der GAV ist öffentlich-rechtlicher Natur. Er stützt sich auf § 11 Spitalgesetz (Ziff. 4 Abs. 1 GAV). Das Spitalgesetz geht dem GAV vor. Können dem Spitalgesetz und dem GAV keine Vorschriften entnommen werden, so gelten sinngemäss die Bestimmungen des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuches (Obligationenrecht, OR) vom 30. Mär z 1911 und das Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (Ar beitsgesetz, ArG) vom 13. März 1964 (Ziff. 4 Abs. 2 GAV). 4.1.2. Die Sollarbeitszeit, der Ferienbezug und die F erienansprüche bei Beendigung des Ar- beitsverhältnisses werden in den Ziffn. 11.2, 11.8, un d 11.11 GAV geregelt. Gemäss Ziff. 11.2 Abs. 3 GAV erbringen die Mitarbeitenden ihre Arbeitsz eit gemäss den Weisungen der vorge- setzten Person und durch Selbstorganisation so, dass di e Bedürfnisse der internen und exter- nen Kunden erfüllt werden. Nach Ziff. 11.8 Abs. 1 GA V sind die Ferien im gegenseitigen Ein- vernehmen frühzeitig festzulegen. Die Wünsche der Mita rbeitenden sollen berücksichtigt wer- den, soweit es die betrieblichen Verhältnisse erlauben . Ziff. 11.11 GAV statuiert, dass alle Feri- enguthaben vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu bezi ehen sind. In Ausnahmefällen kann die Anstellungsinstanz jedoch mit der betreffenden Person vereinbaren, dass die nicht bezogenen Ferien finanziell abgegolten werden. 4.2. Die Beilage 4 der Vernehmlassung des Beschwerdegeg ners besteht aus einem oberen und einem unteren Teil. Im unteren Teil steht unter dem Titel Logbuch "Dienst planen" das Da- tum des 4. Februar 2020 und der 20. Februar 2020 wi rd als Ferientag markiert, jedoch lassen sich im unteren Teil keine weiteren Ferientage finden . Aus dem oberen Teil der Beilage 4 der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vernehmlassung wird zwar ersichtlich, dass bei der Beschw erdeführerin vom 17. bis 21. Februar 2020 Ferien eingetragen wurden. Diese tr agen wie die Anmerkung vom 4. Februar 2020 die gelbe Farbe. Jedoch wird in dem Teil auch fe stgehalten, dass die Beschwerdeführerin vom 22. bis 29. Februar 2020 nicht gearbeitet hat. Di es konnte der Beschwerdegegner am 4. Februar 2020 gar nicht wissen, da sich die Beschwerd eführerin Ende Februar vom 22. bis 29. Februar 2020 krank meldete. Es ist damit davon auszuge hen, dass der obere Teil der Bei- lage 4 der Vernehmlassung Ende Februar oder anfangs M ärz 2020 erstellt bzw. fertig gestellt wurde. Damit ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgesc hlossen, dass auch der Eintrag be- züglich der Ferien vom 17. bis 21. Februar 2020 später als am 4. Februar 2020 vorgenommen wurde. Vor allem aber lässt sich – entsprechend dem Einw and der Beschwerdeführerin – dem Logbuch nicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 4. Februar 2020 von den Ferien Kenntnis gehabt habe. Jedoch geht aus der E-Mail vom 6. Februar 2020 von B.____, Teamlei- ter HR Zeitwirtschaft, an C.____ und der E-Mail vom 1 1. Februar 2020 von C.____ an Dr. D.____, leitender Arzt, Intensivstation, dass der F erienbezug vom 17. bis 21. Februar 2020 zu jenem Zeitpunkt bereits Thema zwischen der Beschwerdefü hrerin und dem Beschwerde- gegner gewesen war. So wird in der E-Mail von C.____ an Dr. D.____ vom 11. Februar 2020 ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin die Ferien vom 17. bis 21. Februar 2020 nehmen könne, Letztgenannte aber damit nicht einverstanden sei , da gemäss ihrer Auffassung ihr die Kompensation zustehe. Die Abteilung HR sei aber mit d er Kompensation nicht einverstanden, da ihr Arbeitssaldo bereits Minusstunden aufweise. Aus d iesem Mailverkehr ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem 6. Februar 202 0, aber auf jedem Fall zwischen dem 6. und dem 11. Februar 2020, Kenntnis davon haben mu sste, dass vom 17. bis 21. Februar 2020 Ferientage vorgesehen waren. Ansonsten ergebe d ie Bemerkung in der E-Mail vom 11. Februar 2020, dass die Beschwerdeführerin bereits zu jenem Zeitpunkt mit dem Ferienbe- zug nicht einverstanden gewesen und der Ansicht sei, es han dle sich um Kompensationstage, keinen Sinn. Diese E-Mails decken sich auch mit den Ausfüh rungen des Beschwerdegegners, die Eintragung sei auf Veranlassung der Beschwerdeführe rin geändert worden, ohne dass die Ferien bewilligt worden seien, und mit dem Logbuch, g emäss welchem am 6. Februar 2020 die Planung geändert worden sei. Damit ist erstellt, dass der Beschwerdegegner die fraglichen Ta- ge vor dem 6. Februar 2020 als Ferientage eingetrag en hatte, womit keine rückwirkende Feri- enanordnung vorliegen kann. Aus diesen E-Mails muss zud em der Schluss gezogen werden, dass die Beschwerdeführerin spätestens am 11. Februar 2 020 wusste, dass sie in der fragli- chen Zeit frei habe, sie jedoch keinesfalls mit Gewisshe it davon ausgehen konnte, es handle sich bei der fraglichen Zeit um Kompensationstage. Der Behauptung, dass sie erst mit der E- Mail vom 18. Februar 2020 davon erfahren habe, dass sie vom 17. bis 21. Februar 2020 Ferien habe, kann nicht beigepflichtet werden. Die Beschwerd eführerin war im Bilde, dass sie in der fraglichen Zeit frei haben würde und bei pflichtgemä sser Sorgfalt hätte sie begründete Zweifel daran haben müssen, dass diese Tage als Kompensationstag e verbucht würden. Vielmehr ist es wohl so, dass sie erst am 18. Februar 2020 erfahren hat, dass der Beschwerdegegner defini- tiv nicht mit ihrer eigenmächtigen Veranlassung der Änd erung von Ferientagen in Kompensati- onstage einverstanden sei, weshalb es bei der ursprünglichen Planung (Ferientage) bleibe. 4.3. Des Weiteren geht aus den E-Mails von Dr. D.____ an die Beschwerdeführerin vom 18. und vom 19. Februar 2020 hervor, dass die Beschwerd eführerin ihrem Vorgesetzten "ein- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mal" mitgeteilt hatte, dass ihr noch fünf Ferientage zuständen (E-Mail vom 18. Februar 2020). Weiter zeigt sich darin, dass die Beschwerdeführerin nic ht damit einverstanden gewesen sei, dass die fraglichen fünf Tage als Ferien- und nicht Komp ensationstage deklariert worden seien. Dr. D.____ erklärt dort weiter, dass Ferien während Ro tationen anteilsmässig genommen wer- den müssten. Aus der Starrheit des IPS-Dienstplanes gehe hervor, dass die Ferien nicht frei wählbar seien. Sie habe jedoch von dieser Starrheit K enntnis gehabt, als sie die IPS-Rotation gewünscht habe. Der starre IPS-Dienstplan lasse aber vie le Fenster offen, während derer die Beschwerdeführerin Ferien beziehen könne. Sie habe di es lange im Voraus gewusst. Es liege in der Verantwortung der Arbeitnehmerin, Ferien zu beantragen und einzuziehen. Es treffe nicht zu, dass alle "Freitage" im IPS-Plan, also alle Tage, a n denen die Beschwerdeführerin nicht gearbeitet habe, Kompensationstage seien. 4.4. Die Parteien hatten einen befristeten Arbeitsvert rag abgeschlossen. Somit wusste die Beschwerdeführerin von Anbeginn, dass ihr Arbeitsverhält nis per Ende Februar 2020 enden würde und sie bis dann das Ferien- und Zeitkonto zu re geln hatte. Zusätzlich wurde sie mit Schreiben vom 24. Januar 2020 schriftlich darauf hingewi esen, der Austritt sei so zu planen, dass das Zeit- und Ferienkonto ausgeglichen sei. Aus dem Umstand, dass ihrem im Januar gegenüber ihrem Vorgesetzen geäusserten Wunsch, die Feri en Ende Februar 2020 zu neh- men, nicht entsprochen worden sei bzw. sie auf diesen Wu nsch keine Antwort erhalten habe, kann nicht gefolgert werden, dass sie von ihrer Verantw ortung, ihre Ferien mit dem Arbeitgeber zu planen, entbunden werde. Vielmehr hätte sie ihren Vorgesetzen, falls dieser auf eine allfälli- ge Anfrage nicht reagiert oder ihrem Wunsch nicht entsprochen hat, nochmals darauf hinweisen müssen, mit ihr die Ferien in gegenseitigem Einverneh men zu planen und eine andere Lösung bezüglich Ferientage zu finden. Die Beschwerdeführerin wusste, dass und bis wann sie ihre Ferien im Einvernehmen mit ihrem Vorgesetzen zu planen und zu beziehen hatte. 4.5. Aufgrund der obigen Ausführungen ist der Einwan d der Beschwerdeführerin, sie habe nicht gewusst, dass sie Ferien gehabt habe, weshalb sie sich nicht habe erholen können, nicht zu hören. Die Beschwerdeführerin wusste, dass sie in der fraglichen Zeit frei hatte und durfte nicht mit begründeter Sicherheit davon ausgehen, dass es sich dabei um Kompensationstage handelte. Sie hat überdies nicht substantiiert darge legt, dass sie als Arbeitnehmerin während der Kompensationszeit erreichbar und einsatzbereit se in müsse. Es kann durchaus sein, dass das Ärztepersonal während der Kompensationszeiten ange fragt wird, zu arbeiten. Auf jeden Fall hat die Beschwerdeführerin nicht substantiiert darg etan, dass die Ärzte und Ärztinnen ver- pflichtet wären, erreichbar zu sein und dieser Anfrage Folge zu leisten. Dem Argument der Be- schwerdeführerin, sie habe sich während der fraglichen Zeit nicht erholen können, weshalb die- se Zeit nicht als Ferienzeit gelten könne, ist demnach nicht zu folgen. Ebenso ist unstrittig, dass die Beschwerdeführerin per Ende Januar 2022 ein Minussa ldo hatte und somit keine geleistete Arbeitszeit angehäuft worden war, die hätte kompensier t werden können. Sodann ergibt sich weder aus dem GAV noch aus dem Reglement ein Ferienver bot während der Tätigkeit auf der IPS. Allenfalls kann der Arbeitnehmer aufgrund des starren IPS-Dienstplanes seine Ferien nicht frei wählen. Wie Dr. D.____ in seiner E-Mail festhi elt, war dies der Beschwerdeführerin aber bekannt, als sie sich für die IPS-Rotation entschieden h atte. Dies wird von der Beschwerdefüh- rerin auch nicht bestritten. Überdies liegt es in der N atur der Sache, dass für den Fall, dass so Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht kurz vor Vertragsbeendigung noch Ferientage vorliegen, und der Zeit- und Feriensaldo per En- de des Vertragsverhältnisses auszugleichen ist, die Ferien nicht – wie von der Beschwerdefüh- rerin gefordert – drei Monate oder auch schon nur ein paar Wochen im Voraus geplant werden können, da gar nicht so viel Zeit zur Verfügung steht, in der die Ferien gelegt werde können. Die Beschwerde ist demzufolge aus den obgenannten Gründen abzuweisen. 5. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichti g. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in de r Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Ve rfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'300.-- sind demzufolge der unterliegen den Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'300.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin