<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-07-04-1B_304-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1B_304+334/2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 4. Juli 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jametti, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gaby Alther, Staatsanwältin, </div> <div class="para">c/o Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, </div> <div class="para">An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, Postfach 1356, 6301 Zug. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Rechtsverzögerung und Rechtsverweigerung, Ausstand </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerden gegen den Beschluss und die Präsidialverfügung des Obergerichts des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, </div> <div class="para">vom 14. Juni 2022 (BS 2022 37 und 38). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 15. Februar 2022 reichte B.________ gegen ihren Ehemann A.________eine Strafanzeige wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Drohung etc. ein. Gestützt auf den dazu erstellten Polizeirapport vom 1. April 2022 eröffnete die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug am 12. April 2022 ein Strafverfahren gegen A.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> 1B_304/2022 </div> <div class="para">Mit Beschluss vom 14. Juni 2022 hat das Obergericht des Kantons Zug die Beschwerde von A.________ betreffend Rechtsverzögerung und -verweigerung abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden war. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 19. Juni 2022, ergänzt durch eine elektronische Eingabe vom 20. Juni 2022, erhebt A.________ Beschwerde gegen diesen Beschluss. </div> <div class="para">Vernehmlassungen wurden keine eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> 1B_334/2022 </div> <div class="para">Mit Präsidialverfügung vom 14. Juni 2022 ist das Obergericht des Kantons Zug auf das Ausstandsgesuch von A.________ gegen die fallführende Staatsanwältin Gaby Alther nicht eingetreten. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 19. Juni 2022, ergänzt durch eine elektronische Eingabe vom 20. Juni 2022, erhebt A.________ Beschwerde gegen diese Verfügung. </div> <div class="para">Vernehmlassungen wurden keine eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die wörtlich gleichlautenden Beschwerden und Beschwerdeergänzungen betreffen das gleiche Strafverfahren, in denen der Beschwerdeführer der Staatsanwaltschaft Rechtsverweigerung und -verzögerung vorwirft und den Ausstand der fallführenden Staatsanwältin verlangt. Es rechtfertigt sich, die Verfahren zu vereinigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Angefochten sind zwei kantonal letztinstanzliche Entscheide in strafrechtlichen Angelegenheiten. Dagegen steht die Beschwerde nach <span class="artref">Art. 78 ff. BGG</span> offen. Es ist allerdings Sache des Beschwerdeführers, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-127%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page127">BGE 135 III 127</a> E. 1.6; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">134 II 244</a> E. 2.1 und 2.2; je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Obergericht hat dem Beschwerdeführer im angefochtenen Beschluss erläutert, dass die Rechtsverzögerungs- bzw. Rechtsverweigerungsbeschwerde, soweit sie sich auf frühere, von der Staatsanwaltschaft abgeschlossene Untersuchungsverfahren beziehe, gegenstandslos geworden sei. In Bezug auf das aktuelle Verfahren sei der Vorwurf der Rechtsverzögerung unbegründet, sei doch das Strafverfahren gegen ihn gestützt auf den Polizeirapport vom 1. April 2022 am 12. April 2022 eröffnet worden, weshalb die rund vier Wochen danach eingereichte Rechtsverzögerungsbeschwerde nur schon wegen der kurzen Zeitspanne unbegründet sei. Die Staatsanwaltschaft sei zudem nach <span class="artref">Art. 101 Abs. 1 StPO</span> berechtigt gewesen, ihm die Einsicht in das Einvernahmeprotokoll seiner Ehefrau zu verweigern, da er als Beschuldigter zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen noch nicht habe befragt werden können; diesbezüglich liege keine Rechtsverweigerung vor. </div> <div class="para">Auf das Ausstandsgesuch ist das Obergericht nicht eingetreten, weil es nicht hinreichend begründet gewesen sei; die unbelegte, pauschale Behauptung, die Staatsanwältin sei ihm gegenüber feindselig gestimmt, weil sie in früheren Verfahren seine Eingaben "auf einen Paukenschlag" abgelehnt habe, reiche von vornherein nicht aus, sie befangen erscheinen zu lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Der Beschwerdeführer stellt keine Anträge und setzt sich mit diesen Begründungen nicht ansatzweise auseinander. Er legt im Wesentlichen nur seine Sicht der Auseinandersetzungen mit seiner Frau und den Behörden dar: Seine Ehefrau habe ihn falsch beschuldigt, die mit seinem Fall befassten Behörden hätten seine Anzeigen wegen Falschbeschuldigung, Ehrverletzung und Verleumdung mit "sehr fragwürdiger Begründung" nicht an die Hand genommen und ihm - was ihm grosse seelische Qualen zufüge - amtsmissbräuchlich und willkürlich den Kontakt zu seinen Kindern verboten. Dies war indessen nicht Gegenstand der angefochtenen Entscheide, in denen das Obergericht einzig zu beurteilen hatte, ob die fallführende Staatsanwältin befangen war, das Verfahren verschleppt und ihm zu Unrecht Akteneinsicht verweigert hatte. Die Beschwerden gehen damit an der Sache vorbei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerden ist wegen Verletzung der Begründungspflicht nicht einzutreten, wobei auf die Erhebung von Kosten ausnahmsweise verzichtet werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 1B_304/2022 und 1B_334/2022 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, und dem Obergericht des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 4. Juli 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Jametti </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Störi </div> </div></body></html>