<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00166</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105774&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00166</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.09.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 11.05.2001 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vorrangige familiäre Beziehung<br/><br/>Das aussereheliche Kind eines in der Schweiz niedergelassenen Ausländers mit einer nicht mit ihm in Wohngemeinschaft lebenden Ausländerin ohne Aufenthaltsbewilligung hat keinen Rechtsanspruch aus Art. 8 EMRK auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn das Kind die vorrangige familiäre Beziehung nicht zum Elternteil mit Niederlassungsbewilligung hat. Damit fällt auch ein allfälliger - vom Kind abgeleiteter - Anspruch aus Art. 8 EMRK der Mutter und der Stiefgeschwister dahin.<br/>BGE-Nr. 2A.10/2001</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSPRUCHSGRUNDLAGE">ANSPRUCHSGRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ASYLVERFAHREN">ASYLVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSICHTSLOSIGKEIT">AUSSICHTSLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEILADUNG">BEILADUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERLICHE BEZIEHUNG">ELTERLICHE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GETRENNT LEBEND">GETRENNT LEBEND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLEINKIND">KLEINKIND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 14 AsylG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 16 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A.1 ist Mutter der in ihrer Heimat geborenen Kinder A.2 und A.3. Sie reiste 1996 mit ihrem Sohn A.2 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Dieses wies die Schwei­zerische Asylrekurskommission als letzte Instanz rechtskrÃ¤ftig ab. Das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlingswesen (BFF) setzte A.1 und ihrem Sohn eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis 30. September 1997. Weil A.1 inzwischen schwanger geworden war, erstreckte das BFF die Ausreisefrist vorerst bis 15. Januar 1998. Anfang Januar 1998 gebar sie den Sohn A.4. B., welcher die Niederlassungsbewilligung in der Schweiz besitzt, anerkannte die Va­terschaft und verpflichtete sich zu Unterhaltszahlungen. Die Eltern des Sohns schliessen eine Heirat aus.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 24. April 1998 stellte A.1 fÃ¼r sich und ihre Kinder A.2 und A.4 das Gesuch um Aufenthalt im Kanton ZÃ¼rich gestÃ¼tzt auf Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK). Im Mai 1998 reiste die Tochter A.3 in Begleitung von Drittpersonen in die Schweiz ein. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde, welche die Familie betreute, stellte fÃ¼r A.3 am 15. Mai 1998 ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Mutter. Nach Einholung einer Stellungnahme teilte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Fremdenpolizei) den Gesuchstellenden mit, dass sie auf die Gesuche nicht eintrete, weil ihnen von Bundesrechts wegen kein Anspruch auf ein Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung zustehe. Das BFF zog die nachgereiste Tochter A.3 in das Asyl- bzw. Wegweisungsverfahren ihrer Mutter ein.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. A.1 liess fÃ¼r sich und ihre drei Kinder Rekurs und Aufsichtsbeschwerde gegen die NichteintretensverfÃ¼gung der Fremdenpolizei beim Regierungsrat erheben. Sie beantragte, es sei den Rekurrierenden der Aufenthalt im Kanton ZÃ¼rich zu bewilligen. Mit Beschluss vom 15. MÃ¤rz 2000 entschied der Regierungsrat, der Rekurs werde abgewiesen und der Aufsichtsbeschwerde keine Folge gegeben. Sodann wies der Regierungsrat die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit an, die WegweisungsverfÃ¼gung des BFF per 31. Mai 2000 zu vollziehen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde liess A.1 fÃ¼r sich und ihre drei Kinder folgende AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="EinzugZitat">"1. Es sei festzustellen, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zukomme und die BeschwerdefÃ¼hrer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten kÃ¶nnen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">2. Es sei der Beschluss des Regierungsrates des Kantons ZÃ¼rich vom 15. MÃ¤rz 2000 aufzuheben und die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich anzuweisen, den BeschwerdefÃ¼hrern <br/> Nrn. 1 - 4 eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich zu<br/> erteilen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">3. Es sei B. [...] zum Beschwerdeverfahren beizuladen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">4. Es sei den BeschwerdefÃ¼hrern die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und in der Person des Unterzeichneten einen unentgeltlichen Rechtsbeistand beizugeben.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Staatskasse."</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">WÃ¤hrend die Beschwerdegegnerin auf Beschwerdeantwort verzichtete, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Im Hinblick auf die eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat das BFF die Ausreisefrist bis 30. September 2000 erstreckt. Aus diesem Grund erweist sich das Gesuch um aufschiebende Wirkung bzw. Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r die Dauer des Verfahrens als gegenstandslos.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben die Beiladung des Vaters von A.4 beantragt. Der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden hat mit der Beschwerde eine Vollmacht von B. eingereicht. Es wird geltend gemacht, der Kindsvater hÃ¤tte von Beginn des Verfahrens an "Parteistellung beanspruchen kÃ¶nnen". Nunmehr habe dieser den Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden ebenfalls mit seiner Vertretung beauftragt. Unter dem Begriff der Beiladung versteht die Lehre die Prozessbeteiligung einer Person, die zwar schutz­wÃ¼rdige Interessen am Ausgang eines Verfahrens hat, jedoch von der Vorinstanz nicht als Partei zugelassen worden ist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, § 21 N. 110). Obwohl sich B. bis vor Verwaltungsgericht nicht am Verfahren beteiligt hat, berechtigt ihn sein schutzwÃ¼rdiges Interesse als Vater von A.4 zur Teilnahme am Beschwerdeverfahren. Indem er sich hinter die vom gemeinsamen Vertreter eingereichte Beschwerdeschrift stellt, beansprucht er sinngemÃ¤ss Parteistellung. Dies entspricht auch der Meinung von KÃ¶lz/<br/> Bosshart/RÃ¶hl, wonach der Beigeladene, welcher vom Entscheid in seinen rechtlichen Interessen betroffen ist, als Partei mit allen Rechten und Pflichten zu behandeln sei (§ 21 N. 112). Demzufolge ist B., welcher von der allfÃ¤lligen Wegweisung seines Sohns betroffen ist, als BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 5 in das Rubrum aufzunehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Die Fremdenpolizei war auf die Gesuche um Aufenthaltsbewilligung von A.1 und A.2 gestÃ¼tzt auf Art. 12f des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 (vgl. gleichlautend Art. 14 des neuen Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG]) nicht eingetreten. Nach dieser Vorschrift kann vom Zeitpunkt der Einreichung eines Asylgesuchs bis zur Ausreise nach dessen rechtskrÃ¤ftiger Ablehnung oder bis zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchfÃ¼hrbarem Vollzug kein Verfahren um Erteilung einer frem­denpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet werden, ausser es besteht ein Anspruch darauf. Die Fremdenpolizei hat einen solchen Anspruch verneint. FÃ¼r den nach Ein­tritt der Rechtskraft geborenen Sohn A.4 und die spÃ¤ter eingereiste Tochter A.3 ging sie von derselben Rechtslage aus, da die minderjÃ¤hrigen Kinder praxisgemÃ¤ss in das Asylverfahren einbezogen worden seien.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Im Rekursentscheid bemÃ¤ngelte der Regierungsrat, dass der 1998 geborene Sohn A.4 nie formell in das "seine Mutter und seinen Bruder A.2 betreffende Asyl- und Wegweisungsverfahren" einbezogen worden sei. Die Rechtsauffassung der Vorinstanz sei zwar mit Bezug auf A.1 - A.3 zutreffend, fÃ¼r A.4 indessen stehe Art. 14 Abs. 1 AsylG der Einleitung eines Verfahrens um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung nicht entgegen. Zudem stelle sich beim Sohn A.4, welcher das Kind eines in der Schweiz niedergelassenen AuslÃ¤nders ist, die Frage nach einem Rechtsanspruch, welcher der Rechtsfolge von Art. 14 Abs. 1 AsylG entgegenstehe. In der Folge prÃ¼fte der Regierungsrat - unter Heilung der durch die Fremdenpolizei verursachten Rechtsverweigerung - den Rechtsanspruch von A.4. Er gelangte zum Schluss, dass ein Anspruch aus Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) nicht zur Diskussion stehe, da ein Zusammenleben der Eltern mit ihrem Sohn im gemeinsamen Haushalt nicht vorgesehen sei. Einen Rechtsanspruch aus Art. 8 EMRK sah der Regierungsrat nicht verwirklicht, weil der Sohn A.4 die vorrangige elterliche Beziehung zu seiner Mutter unterhalte, welche ausserdem die elterliche Gewalt innehabe und die Obhut ausÃ¼be. Die weiteren angerufenen Anspruchsgrundlagen seien nicht gegeben. Nach PrÃ¼fung der Gesuche im Rahmen des freien Ermessens gemÃ¤ss Art. 4 ANAG beschloss die Vorinstanz deren Abweisung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Wesentlichen damit begrÃ¼ndet, dass ein Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r A.4 zu bejahen sei und als Folge daraus der Mutter des Kleinkinds auch ein Anspruch erwachse, was wiederum die Aufenthaltsberechtigung der Ã¼brigen minderjÃ¤hrigen Kinder nach sich ziehe. Der Aufenthaltsanspruch des Sohns A.4 stÃ¼tze sich auf Art. 8 EMRK, denn bereits der regelmÃ¤ssige Kontakt und die Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltszahlungen genÃ¼gten, um sich auf den Schutz dieser Bestimmung berufen zu kÃ¶nnen. Da eine "Ausweisung" und nicht ein Familiennachzug zu beurteilen sei, sei nicht die vorrangige Beziehung zu einem Elternteil, sondern nach der Praxis des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte vielmehr massgebend, "ob der nicht obhutsberechtigte Elternteil dadurch, dass er aus dem Land ausreisen mÃ¼sse, seine eigene, weniger enge Beziehung zu seinem Kind weiterhin leben" kÃ¶nne. Die Wegweisung der Mutter mit allen Kindern wÃ¼rde es B. verunmÃ¶glichen, die Beziehung zu seinem Sohn zu leben. Blosse Besuche oder Ferienaufenthalte kÃ¶nnten dafÃ¼r keine Abhilfe schaffen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]) Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung der AuslÃ¤nder einen Anspruch aus Bundesrecht oder aufgrund eines Staatsvertrags hat (vgl. Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Oktober 1943). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">GestÃ¼tzt auf die zutreffenden und von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht bestrittenen ErwÃ¤gungen des Regierungsrats, auf die gemÃ¤ss § 71 VRG in Verbindung mit § 28 VRG verwiesen werden kann, steht im vorliegenden Fall in erster Linie ein Rechtsanspruch des minderjÃ¤hrigen A.4 ausschliesslich gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK in Frage, weshalb das Verwaltungsgericht auf seine Beschwerde (und die von B.) einzutreten hat. Was A.1 - A.3 betrifft, kÃ¤me ein Rechtsanspruch nur bei Bejahung eines Aufenthaltsrechts von A.4, gestÃ¼tzt auf die nÃ¤mliche Konventionsnorm, in Betracht. Ohne einen Anspruch von A.4 steht A.1 - A.3 Art. 14 AsylG entgegen, welcher die Einleitung eines Verfahrens um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung ausschliesst. Besteht jedoch die MÃ¶glichkeit, dass A.4 einen Anspruch auf Aufenthalt hat, und ist als Folge eines positiven Entscheids diese MÃ¶glichkeit auch bei den Ã¼brigen BeschwerdefÃ¼hrenden gegeben, so fÃ¼hrt dies dazu, dass das Verwaltungsgericht auf die Beschwerden aller BeschwerdefÃ¼hrenden einzutreten hat. Die PrÃ¼fung, ob die mÃ¶glichen RechtsansprÃ¼che aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklicht sind, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen (BGE 122 II 289 E. 1d S. 294).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Auch wenn Art. 8 Abs. 1 EMRK die familiÃ¤re Beziehung getrennt lebender Eltern zu ihren Kindern schÃ¼tzt, rÃ¤umt diese Bestimmung grundsÃ¤tzlich nicht demjenigen Elternteil ein Recht auf Nachzug eines Kinds ein, der ein weniger enges VerhÃ¤ltnis zum Kind hat als der andere Elternteil oder sonstige Verwandte, die fÃ¼r das Kind sorgen (BGE 124 II 361 E. 3a S. 366 f., mit Hinweisen; vgl. auch Jochen Frowein/Wolfgang Peukert, EMRK-Kommentar, 2. A., Kehl/Strassburg/Arlington 1996, Art. 8 Rz. 26). Es gibt in solchen FÃ¤llen keinen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug des Kinds oder wie im vorliegenden Fall, auf Verbleib des Kinds beim zurÃ¼ckbleibenden Elternteil. Der Anspruch setzte vielmehr voraus, dass das Kind zum hier ansÃ¤ssigen Vater die vorrangige familiÃ¤re Beziehung unterhielte. Kriterien dafÃ¼r sind unter anderen, bei welchem Elternteil das Kind bisher gelebt hat oder welcher Elternteil das Sorgerecht hat (BGE 122 II 392). Von diesen GrundsÃ¤tzen ist der Regierungsrat zu Recht ausgegangen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die vorrangige familiÃ¤re Beziehung des Kleinkinds A.4 besteht aufgrund der Aktenlage unzweifelhaft zu seiner Mutter, was von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht in Abrede gestellt wird. Sie halten denn auch selber fest, dass A.4 aufgrund seines Alters auf die Betreuung durch die Mutter angewiesen ist. Die Beziehung zum getrennt lebenden Vater Ã¤ussert sich gemÃ¤ss den AusfÃ¼hrungen in der Beschwerdeschrift darin, dass dieser seinen Sohn mindestens einmal pro Woche besucht und monatliche UnterhaltsbeitrÃ¤ge von Fr. 550.- leistet. Damit ist keinesfalls ausgeschlossen, dass B. eine liebevolle Beziehung zu seinem Sohn unterhÃ¤lt. Gleichwohl ergibt sich aus den UmstÃ¤nden eindeutig, dass die vorrangige Beziehung zur Mutter besteht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die BeschwerdefÃ¼hrenden vertreten die Auffassung, es komme nicht allein auf das Kriterium der vorrangigen Beziehung an, sondern zusÃ¤tzlich darauf, ob der nicht obhutsberechtigte Elternteil seine eigene, weniger enge Beziehung zum Kind weiterhin leben kÃ¶nne. Sie beziehen sich dabei auf einen Entscheid des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte, welcher festgestellt hat, dass die Ausweisung eines Elternteils, trotz fehlender vorrangiger Beziehung zum Kind, unter UmstÃ¤nden gegen Art. 8 EMRK verstossen kÃ¶nne.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Dem betreffenden Urteil lag indessen ein anderer Sachverhalt zugrunde. Es ging um eine Ausweisung des von der Kindsmutter geschiedenen Vaters, wobei Mutter und Kind die StaatsbÃ¼rgerschaft des ausweisenden Staats besassen. Ausserdem war die Tatsache, dass der Vater aufgrund seines gefestigten Aufenthalts bereits eine mehrjÃ¤hrige Beziehung zu seinem Kind hatte aufbauen kÃ¶nnen, ein wesentliches Kriterium. Weil die Aufhebung der Aufenthaltsberechtigung einem schwerwiegenden Eingriff in eine bestehende Rechtslage bedeutete, galt es fÃ¼r den EuropÃ¤ischen Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte, die Familienbeziehung im Licht von Art. 8 EMRK in die AbwÃ¤gung einzubeziehen. Zum einen ist im vorliegenden Fall nicht die Anwesenheitsberechtigung des nicht obhutsberechtigten Vaters umstritten und zum anderen geht es nicht um eine Ausweisung, sondern um die erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung von A.1 - A.4. Die bereits seit 30. September 1997 rechtskrÃ¤ftig zum Verlassen der Schweiz aufgeforderten A.1 und A.2 erhielten aufgrund der Schwangerschaft von A.1 ein provisorisches Bleiberecht. Das nach Geburt von A.4 angestrengte Verfahren um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, dem auch A.3 nach ihrer Einreise beigetreten ist, hat den BeschwerdefÃ¼hrenden weiterhin den vorlÃ¤ufigen Verbleib in der Schweiz erlaubt. Eine AbwÃ¤gung mit dem Status der Niederlassungsbewilligung und deren Aufhebung im Rahmen der Voraussetzungen fÃ¼r eine Ausweisung steht deshalb von vornherein nicht zur Diskussion, weshalb eine analoge Anwendung der erwÃ¤hnten Rechtsprechung gar nicht in Frage kommen kann. Dasselbe gilt fÃ¼r die darauf beruhenden Entscheide des Bundesgerichts, welche sich bezÃ¼glich des Sachverhalts ebenfalls vom vorliegenden Fall unterscheiden. Ging es doch in BGE 120 Ib 1und 120 Ib 22 darum, ob die Beziehung des nicht obhutsberechtigten Elternteils zu seinem schweizerischen Kind zu einem Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung fÃ¼hren konnte. Somit bleibt es beim Kriterium der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung, was dazu fÃ¼hrt, dass kein Rechtsanspruch von A.4 auf Aufenthalt in der Schweiz aufgrund von Art. 8 EMRK besteht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Weil, wie in ErwÃ¤gung 3 ausgefÃ¼hrt, ein Anspruch von A.1 - A.3 auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nur denkbar wÃ¤re, wenn ein solcher fÃ¼r A.4 feststÃ¼nde, fÃ¼hrt dessen Verneinung auch zur Ablehnung eines Rechtsanspruchs von A.1 - A.3. Dies wiederum bewirkt, dass diesen aufgrund von Art. 14 AsylG kein Anspruch auf ein Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung zustand. Dies entspricht dem Entscheid der Vorinstanzen, was die Abweisung der Beschwerde zur Folge hat. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">Das Gesuch um Bewilligung unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen;</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>