B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-3182/2011 U r t e i l v o m 4 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Marisa Graf. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Swissmedic Schweizerisches Heilmittelinstitut, Hallerstrasse 7, Postfach, 3000 Bern 9, Vorinstanz. Gegenstand Heilmittelrecht, Einfuhr von Arzneimitteln, Verfügung vom 5. Mai 2011. C-3182/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Das Zollinspektorat Zürich hielt anfangs 2011 eine an A._______ (im Fol- genden: Beschwerdeführer) adressierte Sendung an der Grenze zurück, welche 180 Tabletten des Arzneimittels X._______ ___ mg und 80 Tablet- ten des Arzneimittels X._______ ___ mg enthielt. Als Absender war d ie Firma Q._______, India, angegeben. Mit Schreiben vom 10. Feb ruar 2011 orientierte das Zollinspektorat das Schwei zerische Heilmittelinstitut, Swissmedic ( im Folgenden: Institut oder Vorinstanz), über diese Mass - nahme (Vorakten act. 1). B. Mit Vorbescheid vom 8. März 2011 informierte das Institut den Beschwer- deführer, dass die Sendung zurückgehalten worden sei. Es wies darauf hin, dass die Einfuhr von in der Schweiz nicht zugelassenen, aber zula s- sungspflichtigen Arzneimitteln durch Privatpersonen nur in der für den Ei- gengebrauch erforderlichen kleinen Menge zulässig sei. Eine kleine Me n- ge entspreche bei erektionsfördernden Arzneimitteln maximal 20 Einze l- dosen. Da die zu importierenden Arzneimittel in der Schweiz nicht zug e- lassen seien und die zurückgehaltenen 260 Tabletten keine kleine Menge darstellten, sei die vorgesehene Einfuhr nicht zulässig. Angesichts der hohen Gesundheitsgefährdung, die von der Anwendung verschreibung s- pflichtiger Arzneimittel in einem nicht medi zinischen und nicht legalen Umfeld ausgehe, sei beabsichtigt, unter Kostenfolge die Vernichtung der zurückgehaltenen Sendung anzu ordnen. Dem Be schwerdeführer wurde Gelegenheit gegeben, sich zur vorgesehenen Verwaltungsmassnahme zu äussern (Vorakten act. 7). C. In seiner Eingabe vom 10. April 2011 beantragte der Beschwerde führer, die zurückgehaltenen Arzneimittel seien ihm herauszugeben. Er machte geltend, es sei diskriminierend und zudem entwürdigend (Art. 7 der Bun- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft v om 18. April 1999 [BV, SR 101]) , da er gezwungen werde, Intimes und Vertrauliches preiszugeben. Das Vorgehen des Instituts diskriminiere ihn wegen seines Alters, seines Geschlechts, seiner Lebensform und seiner Behinderung (Art. 8 BV). Angesichts seines Al ters, den Folgen einer schweren Oper a- tion und fortschreitender Erkrankung sei er auf hohe Dosen des zurüc k- gehaltenen Medikaments angewiesen, die ihm Positives in einem kleinen Lebensbereich bewahrten. Er sei aus finanziellen Gründen nicht in der C-3182/2011 Seite 3 Lage, die fraglichen Arzneimittel in der Schweiz zu erwerben und bezweif- le mangels einer pharmakologischen Analyse der Produkte, dass sie eine Gesundheitsgefahr für ihn darstellten. Sein Spezialarzt unterstütze seinen Entschluss, Z._______-haltige Arzneimittel einzusetzen. D. Mit Verfügung vom 5. Mai 2011 ordnete das Institut – mit im Wesentlichen gleicher Begründung wie im Vorbescheid – die Vernich tung der zu - rückgehaltenen Waren an und auferlegte dem Beschwerde führer eine Gebühr in der Höhe von Fr. 300.–. Ergänzend betonte es, den Beschwer- deführer keineswegs dazu aufgefordert zu haben, Intimes und Vertraul i- ches preiszugeben. Massgebend seien vorliegend die Bestimmungen des Heilmittelrechts und nicht die Bundesverfassung. Zudem berechtige auch ein ärztliches Rezept nicht zum Bezug von Arzneimittelfälschungen über das Internet. E. Gegen diese Ver fügung erhob der Beschwerdeführer am 2. Juni 2011 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die zurüc k- gehaltenen Arzneimittel seien ihm herauszugeben – ohne Kostenauflage mit Ausnahme allfälliger Zollgebühren. Zur Begründung seines Antrags machte der Beschwerdeführer im W e- sentlichen geltend, der Bundesverfassung und den Menschenrechte n komme entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ein übergeordneter Status zu . Er habe seit 6 Jahren mit Wissen seines Arztes und seines Urologen importierte und damit für ihn erschwingliche Z._______- Produkte angewandt, ohne dass er jemals Probleme gehabt habe. Es spiele also keine Rolle, ob es sich bei den zurückgehaltenen Arznei mit- teln um Fälschungen handle. Diese Produkte seien weit weniger gefäh r- lich als das ihm verschriebene Arzneimittel Y ._______. Angesichts der von der Vorinstanz geschilderten hohen Gesundheitsgefahren sei selbst die tolerierte Einfuhrmenge von 20 Tabletten unverständlich. Die Ausfüh- rungen des Instituts beruhten ohnehin auf blossen Mutmassungen. F. In der Folge reichte der Beschwerdeführer am 8. Juni 2011 eine B e- schwerdeergänzung ein, in welcher er geltend machte, d as Vorgehen der Vorinstanz verletze die in der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ga- rantierte Menschenwürde. Das Institut habe ohne jeden Beweis seine In-C-3182/2011 Seite 4 teressen verletzt und zugunsten der Ph armaindustrie entschieden. Z u- dem habe es das Postgeheimnis sowie generell den Kerngehalt der Grundrechte verletzt. Eine Mitarbeiterin der Vorinstanz habe zudem in e i- nem Zeitungsartikel ausgeführt, bei Potenzmitteln sei "keine einzige B e- lastung festgestellt worden". Ein weiterer Mitarbeiter habe ihm gegenüber erklärt, der Entscheid sei nur so ausgefallen, weil er diesen in seiner Stel- lungnahme angegriffen habe. G. Am 14. Juni 2011 leistete der Beschwerdeführer den mit Verfügung vom 9. Juni 2011 einverlangten Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 500.–. H. In seiner Vernehmlassung vom 15. September 2011 beantragte das Insti- tut die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wies es im Wesentlichen darauf hin, dass es im Rahmen seiner Gesetzesanwendung die übergeordnete n Vorschriften der BV und des internationalen Rechts durchaus beachte. Art. 20 Abs. 1 des Heilmit- telgesetzes vom 15. Dezember 2000 (HMG, SR 812.21) schreibe aber vor, dass verwendungsfertige Arzneimittel grundsätzlich nur dann eing e- führt werden dürften, we nn sie in der Schweiz zugelassen oder nicht z u- lassungspflichtig seien. Die vorliegend am Zoll zurück gehaltenen Arznei- mittel seien zulassungspflichtige, aber nicht zugelassene Arzneimittel, die durch Einzelpersonen nur dann eingeführt werden dürften, wenn e ine Ausnahme gemäss Art. 36 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die Bewilligungen im Arzneimittelbereich (AMBV, SR 812.212.1) g e- geben sei (Art. 20 Abs. 2 Bst. a HMG). Danach dürften Einzelpersonen derartige Arzneimittel nur in der für den Eigen gebrauch erforderlichen kleinen Menge einführen, nach ständiger Praxis also in einer Menge, die dem ordentlichen Medikamentenbedarf für einen Monat entspreche. Vo r- liegend sei diese Menge bei beiden zu i mportierenden Arzneimitteln klar überschritten. Diese Grenze sei auf die Bedürfnisse von Touristen abg e- stimmt, was in der Botschaft des Bundesrates zu einem Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte vom 1. März 1999 ( im Folgenden: Botschaft HMG; Separatdruck S. 55) klar festgehalten worden sei. Ohne Bedeutung für die Unzulässigkeit der Einfuhr grösserer Mengen sei das unbelegte Einverständnis der behandelnden Ärzte. Weiter hielt das Institut fest, es bestehe ein gewichtiges öffentliches Int e- resse am Schutz der Gesundheit von Menschen in der Schweiz vo r po-C-3182/2011 Seite 5 tentiellen Gefahren, die von Arzneimitteln ausgehen können . Gerade von zulassungspflichtigen, aber nicht zugelassenen Arzneimitteln gingen e r- hebliche s olche Gefahren aus, würden sie doch – anders als durchaus auch potentiell gefährliche zugelassene Arzneimittel – weder bezüglich ih- rer Sicherheit, noch der Wirksamkeit und Qualität geprüft (Art. 1 und 10 HMG). Die vorliegend unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips a n- geordnete Vernichtung der zurück gehaltenen Arzneimittel entspreche diesem Schutzbedürf nis. Eine mildere Massnahme, etwa die Rückse n- dung der Ware an den Absender, sei ungenügend. Für die gesundheitlichen Probleme gebe es in der Schweiz durchaus auch zugelassene Arzneimittel, so dass dem Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung keineswegs eine Behandlung verunmöglicht werde. Die finanziellen Probleme des Beschwerdeführers bzw. der U m- stand, dass die medikamentöse Therapie mit Z._______ in der Schweiz nicht von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen werde, seien für die Frage der Zulässigkeit der Einfuhr irrelevant. Abschliessend hielt das Institut fest, seine Anordnungen verletzten den Kerngehalt der Grundrechte des Beschwerdeführers nicht und stellten insbesondere ke i- nen Eingriff in die Menschenwürde und das Diskriminierungsverbot dar. I. In seiner Replik vom 22. Oktober 2011 bestätigte der Beschwerdeführer sinngemäss seinen Beschwerdeantrag und im Wesentlichen auch dessen Begründung. Er machte erneut geltend, die Gefährlichk eit der zu impo r- tierenden Arzneimittel sei nie bewiesen worden, das Postgeheimnis und generell der Kerngehalt der Grundrechte seien "allen relativierenden P a- ragraphen" übergeordnet und unantastbar und das Vorgehen der Vori n- stanz stelle eine Erniedrigung seiner Person dar. Zudem stellte er sich auf den Standpunkt, die Beschlagnahmung und drohende Vernichtung der zurückgehaltenen Sendung sei unverhältnismässig und willkürlich. Er wolle die zu importierenden Arzneimittel nur für den Eigengebrauch ve r- wenden und damit nicht etwa Handel treiben, wie das Institut suggeriere. Die Beschlagnahmung treffe ihn in seiner persönlichen Freiheit. Zudem schlug der Beschwerdeführer vor, die zurückgehaltene Sendung in 13 Lieferungen aufgeteilt – und damit als kleine Mengen – herauszugeben. J. Mit Schreiben vom 3. November 2011 verzichtete das Institut auf die Ei n- reichung einer Duplik, sodass der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 8. November 2011 geschlossen werden konnte. C-3182/2011 Seite 6 K. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Beweismittel ist – soweit entsche idrelevant – in den folgenden Erwägungen näher ein - zugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Angefochten ist die Verfügung des Instituts vom 5. Mai 2011, mit welcher angeordnet wurde, dass die an den Beschwerdeführer gerich tete, an der Grenze zurückgehaltene Sendung mit 180 Tabletten des Arzneimittels X._______ ___ mg und 80 Tabletten des Arzneimittels X._______ ___ mg vernichtet werde, und mit welcher dem Be schwerdeführer zudem eine Verwaltungsgebühr von Fr. 300.– auferlegt wurde. 1.1 Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache richtet sich nach Art. 31 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32). Danach beurteilt das Ge - richt insbesondere Beschwerden gegen Verfügungen der An stalten und Betriebe des Bundes (Art. 33 Bst. e VGG). Da das Institut eine öffentlich - rechtliche Anstalt des Bundes bildet (Art. 68 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 über Arzneimittel und Medizinprodukte [HMG, SR 812.21]), die angefochtene Anordnung ohne Zweifel als Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu qualifizieren ist und zudem keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bu n- desverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde z u- ständig. 1.2 Der Beschwerdeführer, der als Partei am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, ist durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt und hat an deren Aufhebung ein schutzwürdiges Interesse (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Verfahrenskostenvorschuss fristge - recht geleistet worden ist, kann auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde eingetreten werden. 2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im Wesent- lichen nach den Vorschriften des VwVG und des VGG. C-3182/2011 Seite 7 2.1 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (ein schliess- lich der Überschreitung oder des Missbrauchs von Ermessen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 84 Abs. 1 HMG in Verbindung mit Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Recht s- anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vor instanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwa l- tungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 3. Umstritten ist im vorliegenden Verfahren im Wesentlichen, ob das Institut zu Recht die Vernichtung der an den Beschwerdeführer gerichteten, an der Grenze zurückgehaltenen Sendung mit Z._______-Präparaten ange- ordnet und diese nicht – wie beantragt – dem Beschwerdeführer heraus- gegeben hat. 3.1 Arzneimittel sind Produkte chemischen oder biologischen Ursprungs, die zur medizinischen Einwirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus bestimmt sind oder angepriesen werden, insbesondere zur Erkennung, Verhütung oder Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Behinderungen (Art. 4 Abs. 1 Bst. a HMG). In verwendungsfertiger Form dürfen sie nur in Verkehr gebrac ht werden, wenn sie vom Institut zugelassen sind – abgesehen von Ausnahmen, die vorliegend nicht von Belang sind (Art. 9 HMG). 3.1.1 Zulassungspflichtige, aber nicht zugelassene, verwendungsfertige Arzneimittel dürfen in der Schweiz nicht in Verkehr gebracht wer den (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 Bst. d und f HMG). Insb e- sondere ist deren Einfuhr untersagt (Art. 20 Abs. 1 HMG) – soweit nicht der Bundesrat in einer Verordnung erlaubt, dass solche Arzneimittel in kleinen Mengen durch Medizinalpersonen oder durch Einzelpersonen für den Eigengebrauch eingeführt werden dürfen (Art. 20 Abs. 2 HMG). 3.1.2 Von dieser Rechtsetzungsdelegation hat der Bundesrat Gebrauch gemacht und in Art. 36 Abs. 1 AMBV die Voraussetzungen umschrieben, C-3182/2011 Seite 8 unter denen ausnahmsweise d ie Einfuhr nicht zugelassener, zulassungs- pflichtiger Arzneimittel durch Einzel personen erlaubt ist. Diese Besti m- mung hat folgenden Wortlaut: "Eine Einzelperson darf verwendungsfertige Arzneimittel, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, in der für den Eigengebrauch erforderlichen kleinen Menge ein- führen." 3.2 Bei den vorliegend vom Zollinspektorat zurückgehaltenen Medik a- menten han delt es sich ohne Zweifel um verwendungsfertige zula s- sungspflichtige Arzneimittel, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Unbestritten ist auch, dass die offenbar in Indien hergestellten Ar z- neimittel X._______ ___ mg und ___ mg in der Schweiz nicht zugelassen sind. Damit steht als Zwischenergebnis fest, dass die Einfuhr der fraglichen Ware nach der gesetzlichen und verord nungsmässigen Ordnung nur z u- lässig wäre, wenn es sich dabei um eine für den Eigengebrauch erfor - derliche kleine Arzneimittelmenge handeln würde. 4. Weder Art. 20 Abs. 2 HMG noch Art. 36 Abs. 1 AMBV legen fest, was u n- ter einer kleinen Menge zu verstehen ist. Damit obliegt die Definition dem Institut als Organ der Rechtsanwendung, wobei ihm ein er heblicher E r- messensspielraum zukommt, den es pflichtgemäss, unter Berücksich - tigung des Willens des Gesetz- und Verordnungsgebers und unter Einhal- tung der verfassungsmässigen Vorgaben wahrzunehmen hat. 4.1 4.1.1 Der Gesetzgeber wollte mit der Beschränkung der ausnahmsweise zulässigen Einfuhr von Arzneimitteln zum Eigengebrauch auf eine kleine Menge sicherstellen, dass "Einzelpersonen wie beispielsweise Touristen, welche ihre Arzneimittel für den Eigengebrauch aus ihrem Herkunftsland mitnehmen", die von ihnen benötigten Arzneimittel auch dann einführen können, wenn sie in der Schweiz nicht zugelassen sind. "Auch im gel - tenden Betäubungsmittelrecht ist vorgesehen, dass kranke Rei sende die benötigten Betäubungsmittel bis zu einem Monatsbedarf ohne Bewil li- gung ein- und ausführen können" (Botschaft HMG, Separatdruck S. 55). Der Bundesrat hat zudem betont, der Eigengebrauch müsse im Heilmi t- telbereich "restriktiv ausgelegt werden, u m Missbräuchen bei dieser Au s- nahmeregelung vorzubeugen" (Botschaft HMG, Separatdruck S. 55), was in den parlamentarischen Debatten unwidersprochen blieb. Entsprechend C-3182/2011 Seite 9 ging er als Verordnungs geber auch davon aus, die Einfuhr durch Einze l- personen sei nur in der "für den Eigengebrauch erforderlichen (mithin sehr kleinen) Menge" zu lässig (Erläuternder Bericht vom 30. Juni 2001 zum Entwurf der AMBV, S. 19). Hintergrund dieser Zurückhaltung von Gesetz- und Verordnungsgeber bildet der in Art. 1 Abs. 1 HMG festg eleg- te Grundsatz, wonach das Heilmittelrecht zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier ge währleisten soll, dass nur qualitativ hoch ste - hende, sichere und wirksame Heilmittel in Verkehr gebracht werden. Di e- ser gesundheitspolizeiliche Zweck setzt eine behördliche Kontrolle der Arzneimittel voraus, die nach dem schweizerischen Recht auf dem Sy s- tem der einzelfallweisen be hördlichen Zulassung von Präparaten beruht (Art. 8 ff. HMG). Im Sinne des Vorsorgeprinzips ist daher möglichst zu verhindern, dass durc h die schweizerischen Zulassungsbehörden nicht geprüfte, potentiell gesund heitsgefährdende Arzneimittel in der Schweiz in Verkehr kommen (vgl. zum heilmittelrechtlichen Vorsorgeprinzip das Urteil des Bun desgerichts 2C_407/2009 vom 18. Januar 2010 E. 3.1 .1; VPB 69.97 E.3.3). 4.1.2 Unter Berücksichtigung des gesundheitspolizeilichen Zwecks der Heilmittelgesetzgebung hielt bereits die Eidgenössische Rekurskommis - sion für Heilmittel (REKO HM) in ständiger Rechtsprechung dafür, die für den Eigengebrauch erforderliche Menge im Sinne von Art. 36 Abs. 1 AMBV sei relativ tief anzusetzen und es sei in Anlehnung an die betä u- bungsmittelrechtlichen Bestimmungen in der Regel von einem Medik a- mentenbedarf für etwa einen Monat auszugehen – in der für das einz u- führende Präparat empfohlenen maximalen Dosierung (vgl. VPB 69.22 E. 3.1, VPB 70.20 E.3.2; vgl. auch die Entscheide der REKO HM 06.183 vom 27. Oktober 2006 E. 6 oder 06.155 vom 28. Februar 2006 E. 4). Die- se Rechtsprechung wurde vom Bundesverwaltungsgericht übernommen und weiter geführt (vgl. etwa die Urteile des Bundesverwaltungs gerichts [BVGer] C -6050/2008 vom 14. Febr uar 2011 E. 3.4 ff. und C-1602/2009 vom 23. Juni 2011 E. 3.3 ff., je mit Hinweisen). 4.1.3 Der monatliche Eigenbedarf bestimmt sich praxisgemäss nach der für das zu importierende Präparat bzw. ein gleichartige s in der Schweiz zugelassenes Präparat in der Arzneimittelinformation empfohlenen max i- malen Tagesdosis (vgl. Urteil des BVGer C-8707/2010 vom 8. März 2013 E. 4.1, Entscheid REKO HM 05.117 vom 27. Januar 2006, E. 5.1.1). C-3182/2011 Seite 10 4.2 Die Beschränkung der Einfuhr zulassungspflichtiger, aber nicht zug e- lassener Arzneimittel zum Eigengebrauch auf die dem üblichen Me - dikamentenbedarf für etwa einen Monat entsprechende Menge hält sich an den dargestellten gesetzlichen Rahmen. Sie ist angesichts der poten - tiellen Gefahren, welche von nicht zugelassenen und damit unzureichend kontrollierten Arzneimitteln ausgehen können, durchaus erfo rderlich und angemessen (vgl. auch das Urteil des BVGer C -3795/2008 vom 30. J a- nuar 2009 E. 3.3). Zudem trägt sie dem Umstand Rechnung, dass die Ermöglichung der Einfuhr zulassungs pflichtiger, aber nicht zugelassener Arzneimittel eine Ausnahme vom generellen Einfuhrverbot gemäss Art. 20 HMG darstellt – und schon aus diesem Grunde restriktiv zu handhaben ist. 4.3 Gemäss Art. 190 BV ist diese s formell-gesetzliche Einfuhrverbot für das Bundesverwaltungsgericht massgebend und muss vom Gericht nicht auf seine Übereinstimmung mit andern Normen der Bundesverfassung oder des internationalen Rechts überprüft werden. Soweit der Beschwer- deführer geltend macht, das Einfuhrverbot an sich verletze seine Grund- bzw. Menschenrechte, kann diese Rüge nicht gehört werden. 4.4 Vorliegend versuchte der Beschwerdeführer, eine Menge von 180 Tabletten des Arzneimittels X._______ ___ mg und 80 Tabletten des Arz- neimittels X._______ ___ mg einzuführen. Die empfohlene Maximaldosis für das vergleichbare, in der Schweiz zugelassene Z._______-Präparat R._______ beträgt ___ mg Z._______ pro Tag (vgl. die Fachinforma tion für R._______; http://www._______, zuletzt besucht am 13. J uni 2013), so dass die einzuführende Menge ins gesamt mindestens 130 Tage des Eigenbedarfs deckt – also mehr als viermal die Menge, die für die D e- ckung eines Monatsbedarfs erforderlich wäre. Die ohnehin in keiner We i- se (etwa durch ein ärztliches Attest) be legte Behauptung des Beschwe r- deführers, sein persönlicher Bedarf sei besonders hoch, ist unbeachtlich, wird doch gerade für ältere Patienten in der Fachinformation eine eher tiefere Dosierung empfohlen. 4.5 Damit steht fest, dass die Einfuhr der vorliegend zu beurteilenden Arzneimittelsendung aufgrund von Art. 20 Abs. 1 HMG verboten und eine Ausnahme gemäss Art. 36 Abs. 1 AMBV aufgrund der zu importierenden grösseren Menge nicht gegeben ist. Der versuchte Import erweist sich damit als rechtswidrig. C-3182/2011 Seite 11 5. Zu prüfen ist weiter, ob die vom Institut angeordnete Vernichtung der am Zoll zurückgehaltenen Arzneimittel rechtmässig ist. 5.1 Der Beschwerdeführer erachtet die Ver nichtung der Ware als unz u- lässig und verlangt deren Herausgabe. Falls nicht die gesamte Bestellung auf einmal freigegeben werden könne, habe das Institut ihm die Ware in mehreren Tranchen herauszugeben. Er macht geltend, das Vorgehen des Instituts verletze den Grundsatz der Menschenwürde (Art. 7 BV), das Diskriminierungsverbot (Art. 8 Abs. 2 BV, vgl. auch Art. 14 EMRK), seinen Anspruch auf Schutz der Gesundheit (körperliche Unversehrtheit, Art. 10 Abs. 2 BV) sowie das Postgeheimnis (Art 13 BV und Art. 8 Abs. 1 EMRK). Der Kerngehalt seiner Grundrechte sei verletzt worden. Weiter wirft er dem Institut sinngemäss vor, willkürlich vorgegangen zu sein, gehe doch von den fraglichen Arzneimitteln keine schwerwiegende Gefahr für die öf- fentliche Gesu ndheit aus. Er sei auch aus fina nziellen Gründen darauf angewiesen, die benötigten Arzneimittel günstiger im Ausland beschaffen zu können. Das Institut macht geltend, von den fraglichen Arzneimitteln gehe eine er- hebliche potentielle Gesundheitsgefahr aus, so dass deren Vernichtung nicht nur eine geeignete, sondern auch eine angemessene Massnahme darstelle. Die gerügten G rundrechtsverletzungen – soweit sie überhaupt vorlägen – lägen im öffentlichen Interesse, basierten auf ausreichenden gesetzlichen Grundlagen und seien verhältnismässig. Eine Verletzung des Kerngehalts von Grundrechten liege nicht vor. Die vom Beschwerde- führer ins Feld geführten finanziellen Nach teile vermöchten die gesun d- heitspolizeilichen Interes sen an der Durch setzung des Heilmittelrechts und an der Sicherung der öffentlichen Gesundheit nicht zu überwiegen. 5.2 Staatliche Massnahmen bedürfen einer Rechts grundlage (Art. 5 Abs. 1 BV), müssen im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV). Auch Grundrechte können eingeschränkt werden, wenn hierfür eine genügende gesetzliche Grundlage besteht, wobei schwerwiegende Einschränkungen grundsätzlich in einem formellen G e- setz vorgesehen sein müssen (Art. 36 Abs. 1 BV). Grundrechtseinschrän- kungen müssen ebenfalls im öffentlichen Interesse liegen oder durch den Schutz der Grundrechte Dritter gerechtfertigt und darüber hinaus verhält- nismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV ). Weiter ist der Kerngehalt der Grundrechte unantastbar (Art. 36 Abs. 4 BV). C-3182/2011 Seite 12 5.2.1 Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung verschiedener Grun d- rechte, die in der Bundesverfassung und teilweise auch in der EMRK g a- rantiert sind. 5.2.1.1 Von einer Verletzung der Menschenwürde des Beschwerdeführers durch die Aufforderung des Instituts, sich zu den vorgesehenen Verwa l- tungsmassnahmen zu äussern (Vorbescheid vom 8. März 2011), kann keine Rede sein. Soweit diesem Grundrecht überhaupt individualrecht- licher Gehalt zukommt und es nicht als Leitgrundsatz für jegliche Staat s- tätigkeit und als Grundlage sowie als Richtschnur für die Durchsetzung anderer Grundrechte zu verstehen ist (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 1ff.), dient es als Auffanggrundrecht dem Schutz vor der Gefährdung elementarer Persönlichkeitsaspekte durch unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung (vgl. PHILIPPE MASTRONARDI, in: B. Ehrenzeller et al. [Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Auflage, Züric h/ St. Gallen, N. 41 zu Art. 7). Den Umständen, dass der Beschwerdeführer vom Institut damit konfron- tiert worden ist, dass die Vernichtung einer an ihn gerichtete Sendung mit erektionsfördernden Arzneimitteln vorgesehen ist , und dass ihm gestützt auf Art. 29 VwVG (vgl. auch Art. 29 Abs. 2 BV) Gelegenheit zur Stellung- nahme gewährt worden ist, kann nicht die Bedeutung einer Missachtung oder gar Negation seiner Werthaftigkeit als Mensch beigemessen werden (vgl. hierzu BGE 132 I 49 E. 5.1 mit Hinweis). Das Institut, dessen Mita r- beitende im Übrigen dem Amtsgeheimnis unterstehen, hat vom B e- schwerdeführer keineswegs verlangt, dass er höchstpersönliche, intime Details preisgibt. Vielmehr stand es dem Beschwerdeführer frei, welche Informationen er zu seiner Entlastung im vorinstanzlichen Verfahren b e- kannt geben wollte, und vermag der Umstand, dass ihm gewisse Informa- tionen peinlich waren, noch keineswegs eine Verletzung seiner Me n- schenwürde zu begründen. Wer nicht kleine Mengen von zulassung s- pflichtigen, aber nicht zugelassenen Arzneimitteln einzuführen versucht, muss damit rechnen, über die Hintergründe des versuchten Imports g e- genüber der zuständigen Behörde Auskunft erteilen zu müssen. 5.2.1.2 Im Übrigen kann offen bleiben, ob das Vorgehen des Instituts und insbesondere die angeordnete Vernichtung der einzuführenden Arzneimit- tel überhaupt zu einer Einschränkung d er übrigen genannten Grundrech- te des Beschwerdeführers geführt haben, sind doch – wie zu zeigen sein wird – die Eingriffsvoraussetzungen gemäss Art. 36 BV gegeben. Zudem C-3182/2011 Seite 13 ist zu betonen, dass das vom Beschwerdeführer angerufene Postg e- heimnis, soweit es als Recht auf Achtung der Korrespondenz in Art. 8 Abs. 1 EMRK garantiert ist, unter dem ausdrücklichen Vorbehalt abwe i- chender staatlicher Gesetzesbestimmungen zum Schutz der Gesundheit steht (Art. 8 Abs. 2 EMRK). 5.2.2 Das Institut hat sicherzustellen, dass die Best immungen der Heil - mittelgesetzgebung eingehalten werden. Gemäss Art. 66 Abs. 1 HMG ist es befugt, diejenigen Verwaltungsmassnahmen zu treffen, welche zum Vollzug des Gesetzes erforderlich sind. Stellt das Institut im Rahmen der Marktüberwachung (Art. 58 HM G) oder eine Zollbehörde anlässlich der Zollabfertigung (Art. 46 AMBV) fest, dass ein eingeführtes oder einzu füh- rendes Arzneimittel den gesetzlichen Vorschriften widerspricht, so kann die Zollbehörde die Zurückhaltung der Arzneimittelsendung (Art. 66 Abs. 3 HMG) sowie deren Kontrolle (Art. 100 Abs. 1 Bst. c des Zollgeset- zes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0 ]) anordnen und das Institut kann anschliessend insbesondere deren Beschlagnahmung, Verwahrung oder Vernichtung anordnen und allenfalls die Einfuhr verbi eten (vgl. Art. 66 Abs. 2 Bst. d und e HMG). Diese Bestimmungen bilden eine ausreiche n- de formell-gesetzliche Grundlage für die Kontrolle von Warenimporten an der Grenze und die Anordnung von Verwaltungsmassnahmen bei rechts- widriger Arzneimitteleinfuhr (vg l. VPB 67.93 E. 6.1). Da Art. 66 Abs. 2 Bst. d HMG eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage für die Vernichtung von nicht dem Heilmittelgesetz entsprechenden Heilmitteln darstellt, bildet diese Bestimmung auch eine ausreichende Rechtsgrund lage für weniger weit gehende und im Gesetz nicht ausdrücklich erwähnte Massnahmen (vgl. das Urteil des BVGer C-1602/2009 vom 23. Juni 2011 E. 4.1.2). Die genannten formell -gesetzlichen Bestimmungen bilden ohne Zweifel eine ausreichende Rechtsgrundlage für die Kont rolle und mithin auch Öffnung von Arzneimittelsendungen und die Anordnung der Vernichtung von illegal einzuführenden Arzneimitteln. 5.2.3 Das Heilmittelrecht dient dazu, die Gesundheit von Mensch und Tier dadurch zu schützen, dass nur quali tativ hoch stehende, sichere und wirksame Heilmittel in Verkehr gebracht werden (Art. 1 Abs. 1 HMG) . An staatlichen Massnahmen, die der Durchsetzung dieses gesundheitspol i- zeilichen Ziels dienen, besteht ohne Zweifel ein ge wichtiges öffentliches Interesse. Die vorliegend durch geführte Beschlagnahmung und Kontrolle der fraglichen Arzneimittelsendung und die verfügte Vernichtung der M e- dikamente dienen der Durchsetzung dieses Interesses. C-3182/2011 Seite 14 5.2.4 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass staatliche Massnahmen zur Erreichung de s im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet, erforderlich sowie angesichts des Eingriffszwecks und der Eingriffswirkung zumutbar sind (vgl. etwa PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 21 Rz. 2 ff., ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, All- gemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, Rz. 586 ff.). 5.2.4.1 Zur Sicherung des gesetzmässigen Zustandes und damit zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ist es angezeigt , Massnahmen anzu- ordnen, welche die illegale Einfuhr und das Inverkehrbringen zulas - sungspflichtiger, aber nicht zugelassener und damit behördlich nicht ge - prüfter Arzneimittel verhin dern. Die vorliegend d urchgeführte Zurückhal- tung der Arzneimittelsendung an der Grenze, deren Öffnung und Kontrolle sowie insbesondere auch die angeordnete Vernich tung der rechtswidrig einzuführenden Präparate sind geeignet, dieses Ziel zu er reichen – und somit aus dieser Sicht nicht zu beanstanden. 5.2.4.2 Von der Verwendung nicht zugelassener und daher unkontrol - lierter Arzneimittel können erhebliche Gesund heitsgefahren ausgehen. Mangels Durchführung eines Zulassungsverfahrens in der Schweiz kann insbesondere die Qualität, allenfalls auch die Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte nicht als ausreichend belegt gelten – selbst dann, wenn die- se im Ausland zugelassen sein sollten, stimmen doch die schweize - rischen und die ausländischen Zulassungsanforderung nicht überein. Vor- liegend kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die ein- zuführenden Arzneimittel qualitative Mängel aufweisen, was im Lichte des Vorsorgeprinzips nicht hinzunehmen ist (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Um Ver- hindern zu können, dass grössere Mengen derartiger Arzneimittel per Post in die Schweiz eingeführt werden, is t die Öffnung zwecks Kontrolle verdächtiger Sendungen ohne Zweifel erforderlich. Vorliegend steht in keiner Weise fest, dass die Produkte tatsächlich den Wirkstoff Z._______ in der angegebenen Dosisstärke enthalten, dass ihre Hilfsstoffe den A n- forderungen genügen und keine unzulässigen Verunreini gungen vor - handen sind. Eine potentielle Gesundheitsgefährdung ist unter diesen Umständen nicht auszuschliessen. Ohne Bedeutung ist auch in diesem Zusammenhang, dass das Institut von einer Analyse der Produkte ab - gesehen hat, geht von ihnen doch auch dann eine erhebliche Gefährdung aus, wenn ihre Zu sammensetzung den Angaben entsprechen sollte. Die potentielle Gefährlichkeit eines Produktes entsteht nicht erst dann, wenn sie erkannt wird. Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen mit C-3182/2011 Seite 15 dem Wirkstoff Z._______, wie etwa das Präparat R._______, sind in der Schweiz als verschrei bungspflichtig zu qualifizieren, da ihre Anwendung die Gesundheit gefährden kann und eine laufende ärztliche Kontrolle u n- abdingbar ist (Art. 23 ff. HMG, Art. 24 VAM). Angesichts der beträchtl i- chen, sich allein schon aus der Ver schreibungspflicht ergebenden G e- sundheitsrisiken des zu beurteilenden, Z._______-haltigen Arzneimittels rechtfertigt sich nach Auffassung des Bundes verwaltungsgerichts die Vernichtung der an der Grenze zu rückgehaltenen Arz neimittelsendung (vgl. etwa die Urteile des BVGer C-6050/2008 vom 14. Februar 2011 E. 4.1.3.2 und C-1281/2007 vom 17. September 2007 E. 2.3). Mildere Massnah men sind aufgrund der konkre ten Gefahrenlage nicht zielführend. Insbesondere fällt eine tranchenweise Herausgabe jeweils einer kleinen Arz neimittelmenge aus Gründen der Verwal tungsökonomie ausser Betracht (vgl. etwa Urteil des BVGer C-2524/2008 vom 19. Januar 2009, Entscheide der REKO HM 0.089 vom 20. De zember 2004 und HM 04.083 vom 6. Dezember 2004, E. 4). Das Um packen von Arzneimitteln ist nicht Aufgabe des Instituts. Da es zudem lau fend Arzneimittelsendun- gen aus dem Aus land auf ihre Rechtmässig keit hin zu überprüfen hat, könnte es ohne unverhältnis mässigen Verwaltungsaufwand nicht bei j e- der Sendung die zulässige Menge laufend ausscheiden und freigeben. Ein derartiges Vorgehen überstiege die Ressourcen des Instituts bei we i- tem. Zu beachten ist weiter, dass eine den Re geln der Guten Herste l- lungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) sowie der Guten Ve r- triebspraxis (Good Distribution Practice, GDP) entsprech ende Lagerung und ein GMP- bzw. GDP-konformes Umpacken der aufzu teilenden Ware unabdingbar wäre. Hierzu ver fügt das Institut weder über geeignete, i n- spizierte Anlagen noch über geschultes Personal und ver ursachte der Beizug Dritter zudem unverhältnismässig hohe Kosten (vgl. zum Ganzen auch das Urteil des BVGer C -6050/2008 vom 14. Februar 2011 E. 4.1.3.2.) Die angeordnete Vernichtung der Arzneimittel erscheint auch aus dieser Sicht als angemessen. 5.2.4.3 Die zu wahrenden Interessen des Gesundheitsschutzes überwie - gen die vom Beschwerdeführer geltend gemachten, im Wesentlichen wirt- schaftlichen Interessen bei weitem, bestehen diese doch in gleicher oder ähnlicher Weise immer dann, wenn wegen rechtswidriger Arznei - mitteleinfuhr Verwaltungs massnahmen angeordnet werden müssen. Es ist nicht ersichtlich, welche besonderen, un zumutbaren wirt schaftlichen Nachteile der Beschwerdeführer aufgrund der gesundheitspolizeilich m o-C-3182/2011 Seite 16 tivierten Vernichtung der fraglichen Präparate erleiden könn te (vgl. da zu den Entscheid der REKO HM 02.002 vom 10. Oktober 2002 E. 5.b/cc). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist in di esem Zusa m- menhang festzuhalten, dass er keineswegs aus gesundheitlichen Grü n- den auf die private Einfuhr von nicht zugelassenen Z._______- Präparaten ange wiesen wäre. Viel mehr ist zu betonen, dass in der Schweiz durchaus medikamentöse Behandlungs alternativen bestehen, die – insbesondere nach dem nun erfolgte n Wegfall des Patentschutzes von R._______ – aus preislicher Sicht eine adäquate Behandlung des Beschwerdeführers durchaus ermöglichen. Zudem steht es dem B e- schwerdeführer frei, bei Bedarf Z._______-Präparate in zulässigen kle i- nen Mengen einzuführen oder allenfalls durch eine Medizinalperson au f- grund einer Bewilligung gemäss Art. 36 Abs. 2 oder 3 AMBV einführen zu lassen. Der vom Beschwerdeführer sinngemäss angerufene Anspruch auf Schutz seiner Gesundhe it umfasst keineswegs ein Recht darauf, entg e- gen den gesetz lichen Be stimmungen potentiell gefährliche, nicht zug e- lassene Arzneimittel in grösseren Mengen importieren zu dürfen. Gleiches gilt auch für die Rüge einer Verletzung des verfassungsmäss i- gen Diskriminierungsverbots. Das Verbot des Privatimports nicht kleiner Mengen zulassungspflichtiger, aber nicht zugelassener Arzneimittel gilt zwar gegenüber jeder Einzelperson, ungeachtet ihres Alters und G e- schlechts, ihrer Lebensform oder allfälliger Behind erung. Die Durch - setzung des Verbots kann aber verschiedene Personengruppen aufgrund derartiger Eigenschaften in unterschiedlicher Weise treffen (insbesondere je nach Geschlecht oder Gesundheitszustand). Da aber der Import kleiner Mengen oder durch Fachper sonen möglich bleibt und in concreto durch- aus Behandlungsalternativen in der Schweiz bestehen, erweist sich die (indirekte) Ungleichbehandlung als gerechtfertigt (vgl. etwa RAINER J. SCHWEIZER, in: Ehrenzeller et al., Die Schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2008, N. 46 zu Art. 8). Angesichts des ver folgten gesundheitspolizeilichen Ziels, das Inverkehr - bringen zulas sungspflichtiger, aber nicht zugelassener Arznei mittel zu verhindern, greift die Zurückhaltung der Arzneimittelsendung an der Grenze, deren Kontrolle und die vom Institut angeordnete Ver nichtung der zurückgehaltenen Arzneimittel nicht in unzumutbarer Weise in die I n- teressen des Beschwerdeführers ein. Die öffent lichen, gesundheitspol i- zeilichen Interessen an der Ver hinderung der Ein fuhr und damit des I n- verkehrsbringens zulassungs pflichtiger, aber nicht zugelassener Arznei -C-3182/2011 Seite 17 mittel überwiegen die privaten, ins besondere finanziellen Interessen des Beschwerdeführers bei weitem, so dass deren Vernichtung sich insg e- samt als verhältnismässig erweist (vgl. Urteil des BVGer C -6050/2008 vom 14. Februar 2011 E. 4.1.3.3). 5.2.5 Der Beschwerdeführer begründet in keiner Weise, weshalb die an - gefochtene Anordnung des Instituts einen Eingriff in den Kerngehalt der Postfreiheit oder anderer Grundrechte darstellen könnte. Ein der artiger Eingriff ist denn auch nicht auszumachen. Es kann demnach festge hal- ten werden, dass die mit der Vernichtung der Arzneimittel ver bundenen allfälligen Grundrechtseingriffe gerechtfertigt sind (Art. 36 BV). 5.3 Damit steht fest, dass die Beschlagnahmung der Ware, deren Kontrol- le und die angeordnete Vernichtung der Arzneimittel sowie die damit a l- lenfalls verbundenen, den Kerngehalt nicht verletzenden Grundrechtsein- griffe auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffent- lichen Interesse stehen und verhältnismässig sind. Die Massnahmen e r- weisen sich damit als rechtmässig und sind nicht zu beanstanden. 6. Weiter ist zu prüfen, ob die Vorins tanz dem Beschwerdeführer zu Recht eine Verwaltungsgebühr von Fr. 300.– auferlegt hat. 6.1 Das Institut kann für seine Verwaltungstätigkeiten – insbesondere für den Aufwand im Zusammenhang mit dem Erlass von Verfügungen – Ge- bühren erheben (Art. 65 Abs. 1 HMG und Art. 1 Bst. a der vorliegend noch anwendbaren [alten] Verordnung des Instituts vom 22. Juni 2006 über die Gebühren des Schweizerischen Heilmittelinstitutes [aHGebV, SR 812.214.5]). Gemäss Art. 2 Abs. 1 Bst. a aHGebV muss eine Gebühr be - zahlen, wer eine Verfügung der Vorinstanz veranlasst. Verfügungen e r- lässt das Ins titut unter anderem dann, wenn es – wie vorliegend – ge- stützt auf Art. 66 HMG die zum Vollzug der Heilmittelgesetzgebung erfo r- derlichen Verwaltungsmassnahmen trifft. 6.2 Gebühren gemäss Art. 2 Abs. 1 Bst. a aHGebV sind dem Veranlasser aufzuerlegen. Veranlasser im Sinne dieser Bestimmung ist insbesondere derjenige, welcher durch sein Verhalten (oder durch das Verhalten seiner Hilfspersonen) zumindest den Verdacht einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit heraufbeschwört und damit die Anordnung einer Verwal - tungsmassnahme erforderlich macht (vgl. das Urteil des BVGer C-1281/2007 vom 17. September 2007, E. 2.4; Entscheide der REKO HM C-3182/2011 Seite 18 05.112 vom 30. Juni 2005, E. 2.2, und HM 04.083 vom 6. Dezember 2004, E. 5.1). Nach ständiger Praxis ist allerdings Voraussetzung für die Gebührenpflichtigkeit eines Veranlassers, dass er nicht nur behördliches Tätigwerden, sondern die Anordnung von bes onderen, in der Regel ge - gen ihn selbst gerichteten Verwaltungsmassnahmen verursacht (vgl. etwa die Entscheide der REKO HM 05.117 vom 27. Januar 2006, E. 5.2, und HM 04.083 vom 6. Dezember 2004, E. 5.1). 6.3 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführ er die Sendung der am Zoll zurückgehaltenen Arzneimittel in Auftrag gegeben hat und so das behördliche Einschreiten verursacht hat. Unter diesen Umständen ist der Beschwerdeführer ohne Zweifel als direkter Verursacher der verfü g- ten, ihn selbst betreffe nden Verwaltungsmassnahme abgabepflichtig und die Vorinstanz hat ihm zu Recht gestützt auf Art. 2 Abs. 1 Bst. a aHGebV eine Verwaltungsgebühr auferlegt. 6.4 Die Höhe der von der Vorinstanz in Rechnung gestellten Gebühr ric h- tet sich im Wesentlichen nach dem Ver waltungsaufwand, der mit Fr. 200.– pro Stunde zu entgelten ist (Art. 3 in Verbindung mit Ziff. V A n- hang aHGebV). Es ist aus den vorinstanzlichen Akten ersichtlich und auch ohne weiteres nachvollziehbar, dass der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren ein Ver waltungsaufwand von 1,5 Stunden angefallen ist. Die sich darau s ergebende Gebühr von Fr. 300.– ist angemessen und ent - spricht ohne Zweifel den Vorgaben des Äquivalenz - und des Kosten - deckungsprinzips. 6.5 Damit steht fest, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht eine Verwaltungsgebühr von Fr. 300.– auferlegt hat. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die versuchte Einfuhr von 180 Tabletten des Arzneimittels X._______ ___ mg und 80 Tabletten des Arz- neimittels X._______ ___ mg rechtswidrig war, und das Institut zu Recht die Vernichtung der Ware angeordnet und dem Beschwerde führer eine Verwaltungsgebühr von Fr. 300.– auferlegt hat. Die Beschwerde vom 2. Juni 2011 erweist sich als unbegründet und ist vollumfänglich abzu - weisen. 8. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. C-3182/2011 Seite 19 8.1 Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht setzen sich aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen zusammen und werden insgesamt auf Fr. 500.– festgelegt (Art. 1, Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie werden dem unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem bereits geleisteten Verfahrenskosten - vorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 8.2 Der obsiegenden Partei kann nach Massgabe ihres Erfolges von A m- tes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Sowohl der Beschwerdeführer als unter - liegende Partei als auch das Institut als Bundesbehörde habe n keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). C-3182/2011 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500. – werden dem Beschwerdeführer auf - erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Verfahrenskostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Departement des Innern Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Stefan Mesmer Marisa Graf Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. u nd 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh ren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: