<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>OH.2016.00007</span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><br/></p><p>II. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Mosimann als Einzelrichter<br/>Gerichtsschreiber Volz</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 17. August 2017</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Rechtsanwalt Daniel U. Walder</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">walder anwaltskanzlei</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Forchstrasse 33, Postfach 1012, 8032 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Kanton Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegner</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Kantonale Opferhilfestelle</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Kaspar Escher-Haus, Postfach, 8090 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, geboren 1981, lebte seit dem 27. März 2009 von ihrem tunesischen Ehegatten, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Y.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, getrennt, als sie sich mit diesem im Rahmen eines eheschutzrechtlichen Verfahrens über die Folgen des Getrenntle</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bens einig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">te. Gestützt auf diese Vereinbarung wurden ihre gemeinsamen Kinder, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Z.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, geboren 2004, und </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">A.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, geboren 2006, mit Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung des Vize</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">präsidenten</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 26. März 2009 unter die elterli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">che Obhut der Mutter gestellt. Dem Vater wurde ein Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">suchs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">recht an jedem Wo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chenende sowie ein Ferienbesuchsrecht von zwei Wo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen im Jahr eingeräumt. Dieses wurde mit dem Zusatz verbunden, dass der Vater mit den Kindern - ab</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gesehen von Reisen nach Frankreich, Italien und Deutschland - nicht ins Aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">land und insbesondere nicht nach Tunesien reisen dürfe. In der Folge besorgte der Vater für seine beiden Kinder tunesische Reise</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pässe und ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">brachte die Kin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">der anlässlich des Besuchswochen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">endes vom 19. August 2010 ohne Wissen und Ein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">verständnis der Mutter nach Tunesien. An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schliessend erwirkte der Vater in Tunesien am Bezirksgericht E.___ ein </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Ur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">teil, wonach die elterliche Obhut über die Kin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">der dem Vater beziehungsweise dem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Grossvater väterlicherseits zu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gesprochen wurde. Sodann erwirkte er in Tunesien ein be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hördliches Aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">reise</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">verbot für die Kinder (vgl. Urk. 10/80 S. 9 und Urk. 14/12/1 S. 2). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Urteil des Obergerichts des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Kantons Zürich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 10. September</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2012 (Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">/80) wurde festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Winterthur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 19. Januar 2012 (Urk. 10/53) insofern in Rechtskraft erwachsen sei, als dass darin Y.___ der mehrfachen qualifizierten Freiheitsberaubung und Ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führung im Sinne von Art. 183 Ziff. 2 in Verbindung mit Art. 184 Abs. 4 des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Strafgesetzbu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ches (StGB), des mehrfachen Entziehens von Unmündigen im Sinne</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> von Art. 220 StGB und der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 22 StGB zum Nachteil der Geschädigten schuldig ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">spro</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen wurde (Dispositiv Ziffer 1). Das Obergericht verpflich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tete den Täter zur Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zahlung einer Genugtuung von Fr. 30‘000.-- an die Geschädigte (Dispositiv Ziffer 2) und stellte dem Grundsatz nach </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">eine Verpflichtung des Täters zur Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zahlung von Schaden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">satz an diese fest. Zur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Bestimmung der Höhe des Scha</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">denersatzes wurde die Geschädigte auf den </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zivilweg verwiesen (Dispositiv Ziffer 3). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Auch ihre beiden Kinder </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> mit ihren Schadenersatz- und Genugtuungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">begehren auf den Weg des Zivil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">prozesses verwiesen (Dispositiv Ziffer 4). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 29. September 2010 stellte die Geschädigte bei der Direk</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tion der Justiz des Kantons Zürich ein Gesuch um Ausrichtung finan</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zieller Leistungen der Op</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hilfe. Am 8. Mai 2012 ersuchte die Geschädigte die Kantonale Opferhilfe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stelle um Übernahme der Kosten ihrer Rechtsvertretung in Tunesien durch Rechtsan</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">walt Gaza Anis im Betrag von Fr. 9‘000.-- (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. 10</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">/57/1). Mit Verfügung vom</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 5. Juni 2012 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(Urk.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> 10</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">/60)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hiess die Kantonale Opfer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hilfestelle das Gesuch der Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ten um Über</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nahme der Kosten der Rechtsvertretung in Tunesien durch Rechts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">anwalt Gaza Anis im Umfang von Fr. 5‘000.-- gut und wies das Gesuch um Über</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nahme der Kosten der Rechtsvertretung in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Tunesien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> im Mehrbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">trag ab. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In Gutheissung der von der Geschädigten dagegen erhobenen Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">de verpflichtete das hiesige Gericht mit Urteil OH.2012.00007 vom 1. November 2012 die Kantonale Opferhilfestelle zur Übernahme der Anwalts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kosten in Tunesien im gesamten Umfang von Fr. 9‘000.--. Dieses Urteil ist un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">angefochten in Rechts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kraft erwachsen (vgl. Urk. 14/12/1 S. 3).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 28. Juni 2013 ersuchte die Geschädigte die Kantonale Opferhilfestelle um Übernahme von Kosten einer Reise nach Tunesien und um Übernahme der Kos</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ten der Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Chokki Ahmed vor dem Kas</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sa</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ti</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">onsgericht in Tunesien im Betrag von Fr. 9‘500.--. Mit Verfügung vom 9. Juli 2013 hiess die Kantonale Opfer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hilfestelle das Gesuch der Geschädigten um Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter im Sinne von Reisekosten für eine Reise nach Tunesien im Umfang von Fr. 1‘759.15 gut und wies das Gesuch im übersteigenden Umfang ab. Das Gesuch um Kostenbeiträge für län</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gerfristige Hilfe Dritter im Sinne von Anwaltskosten in Tunesien im Betrag von Fr. 9‘500.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> wies die Kantonale Opferhilfestelle ab. Die gegen die Verfügung vom 9. Juli 2013 am 2. September 2013 erhobene Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerde der Geschädigten wies das hiesige Gericht mit Urteil OH.2013.00012 vom 29. August 2014 (Pro</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zess Nr. OH.2013.00012) ab (Urk. 15/3/1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 26. Juli 2012 (Urk. 10/77) wurde der Geschädigten eine Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- zugesprochen. Diese Verfügung ist un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">an</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gefochten in Rechtskraft erwachsen. Mit Schreiben vom 5. Februar 2013 (Urk. 10/83) wies die Kantonale Opferhilfestelle die Geschädigte darauf hin, dass in Bezug auf die Genugtuung im Opferhilfegesetz die Gewährung eines Vor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schusses nicht vorgesehen sei, weshalb in Bezug auf die Genugtuung ihrer bei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den Kinder die Ausrichtung eines Vorschusses nicht möglich sei (S. 1), und teilte ihr mit, dass es in Bezug auf die Ausrichtung einer Genugtuung an ihre beiden Söhne zwei Möglichkeiten gebe: Einerseits könnte diesen ohne wei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tere Abklärungen je eine Genugtuung im Betrag von Fr. 5‘000.-- zugesprochen wer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den, andererseits könnte der Entscheid aufgeschoben werden bis Klarheit be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stehe, ob und in welchem Ausmass eine psychische Beeinträchtigung bestehe </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(S. 1 f.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">), worauf die Geschädigte </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die Kantonale Opferhilfestelle </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">am </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">13. Februar 2013 (Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">/84) ersuchte</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, ihr</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">en Söhnen eine Genugtuung im Betrag von je Fr. 5‘000.-- als Akontozahlungen zuzusprechen und die Abklärungen, ob und in welchem Ausmasse bei diesen psychische Beeinträchti</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gungen vorliege, zu einem späteren Zeitpunkt vorzunehmen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 19. Februar 2013 (Urk. 10/85) trat die Kantonale Opferhilfe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stelle auf das Gesuch der Geschädigten auf eine Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- nicht ein (Dispositiv Ziffer V), stellte fest, dass über die Gesu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">che ihrer beiden Söhne für Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter und um Entschädigung nach Eingang entsprechender substantiierter Gesuche mit sepa</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">raten Verfügungen entschieden werde und sprach ihren beiden Söhnen je eine Genugtuung im Betrag von je Fr. 5‘000.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zu (Dispositiv Ziffer IV), wobei sie deren Gesuche auf Gewährung von Vorschüssen abwies. Bezüglich des Nicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">eintretens auf das Gesuch der Geschädigten auf eine Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- (Dispositiv Ziffer V) ist die Verfügung vom 19. Februar 2013 un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">angefochten in Rechtskraft erwachsen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In Gutheissung der gegen die Verfügung vom 19. Februar 2013 erhobenen Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerde der beiden Söhne der Geschädigten hob das hiesige Gericht mit Urteil OH.2013.00001 vom 9. September 2014 (Urk. 14/12/1) deren </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dispositiv Ziffer IV </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">und </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wies </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die Sache mit der Feststellung, dass die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">beiden Söhne der Geschä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">digten </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Anspruch auf eine Genugtuung im Betrag von mindestens je Fr.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">5‘000.-- haben, an </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die die Kantonale Opferhilfestelle zu ergänzenden Sachverhaltsab</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">klärungen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">und erneuter Verfügung über den Anspruch der Söhne der Geschä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">digten </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">je auf eine </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Fr. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">5‘000.-- übersteigende Genugtuung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zurück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 23. Oktober 2014 (Urk. 10/100) sistierte die Kantonale Opfer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hilfestelle die Verfahren Ausrichtung einer zusätzlichen Genugtuung an die beiden Kinder der Geschädigten bis zu deren Rückkehr in die Schweiz.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nachdem die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich den Täter beschuldigt hatte, nichts für die Rückführung seiner beiden Söhne in die Schweiz unter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nommen und sich deshalb erneut der mehrfachen Entführung und des mehrfa</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen Entziehens von Unmündigen schuldig gemacht zu haben (vgl. Urk. 9/1/2 S. 3 f.), sprach das Bezirksgericht Dielsdorf den Täter mit Urteil vom 28. August 2015 (Urk. 9/1/2) der qualifizierten Entführung und des Entziehens von Un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mündigen schuldig, bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und verpflichtete ihn, der Geschädigten eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- zu be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zahlen und verpflichtete ihn, dem Grundsatz nach der Geschädigten Schaden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ersatz zu leisten, wobei die Geschädigte für die Festsetzung der Höhe auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen wurde, ebenso ihre beiden Söhne mit ihren Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren (Urk. 9/1/2 S. 41 f.). Das Obergericht des Kantons Zürich bestätigte mit Urteil SB160062 vom 15. Dezember 2016 (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">www.gerichte-zh.ch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">) das erstinstanzliche Urteil im Schuld- und Strafpunkt, wobei es die Freiheitsstrafe teilweise als Zusatzstrafe zur früheren obergerichtli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen Verurteilung ausfällte. Ebenso bestätigte das Obergericht die Höhe der Genugtuung und die Verweise (Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen) auf den Weg des Zivilprozesses. Die vom Täter gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 15. Dezember 2016 erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 6B_248/2017 vom 17. Mai 2017 ab, soweit es auf die Beschwerde eintrat. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 17. März 2016 (Urk. 9/1, Urk. 9/1/1) ersuchte die Geschädigte die Kantonale Opferhilfestelle um Zusprache einer Genugtuung von Fr. 10‘000.-- (Urk. 9/1/1 S. 6). Mit (begründeter) Verfügung vom 15. April 2016 (Urk. 9/4 = Urk. 2) wies die Kantonale Opferhilfestelle das Gesuch der Geschädigten um Ausrichtung einer Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- (Dispositiv Ziffer 1) ab. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gegen die Verfügung vom 15. April 2016 (Urk. 2) erhob die Geschädigte am 18. Mai 2016 Beschwerde (Urk. 1) und bean</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">trag</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">te, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- zuzusprechen; eventuell sei Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung aufzuheben es sei ihr eine angemessene Genugtuung zuzusprechen; subeventuell sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Kantonale Opferhilfestelle zurückzuweisen. Gleichzeitig stellte die Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schädigte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung (S. 2). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Mit Eingabe vom 18. Juli 2016 (Urk. 8) beantragte die Kantonale Opferhil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">festelle die Abweisung der Beschwerde, worauf die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 8. September 2016 (Urk. 11) ihr Gesuch vom 18. Mai 2016 um unentgeltli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">che Rechtsvertretung zurückzog und mit Eingabe vom 26. Oktober 2016 (Urk. 20) auf eine Replik verzichtete, wovon dem Beschwerdegegner am 27. Oktober 2016 eine Kopie zugestellt wurde (Urk. 21). Der Beschwerdegegner liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Einzelrichter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rügt </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mit ihrer Beschwerde vom 18. Mai 2016 (Urk. 1) unter anderem </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">29 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">der Bun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">desverfassung, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">BV), nam</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">entlich der Begründungspflicht </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">und des Willkürverbots (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">9 BV</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> und Art. 6 der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, EMRK</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sie bemängelt insbesondere, dass der Beschwerdegeg</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ner in der angefochtenen Verfügung vom 15. April 2016 (Urk. 2) seine Rechts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">auffassung, wonach bei einer wiederholten strafrechtlichen Verurteilung des Täters wegen eines Dauerdelikts nur eine opferhilferechtliche Genugtuung zu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zusprechen sei, nicht in rechtsgenügender Weise begründet habe und damit der Begründungspflicht nicht in genügender Weise nachgekommen sei (S. 5). Im Folgendein ist daher vorerst </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zu prüfen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Begründungspflicht ist ein wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ches Gehör</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">29 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2 BV und </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Ziff. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1 EMRK</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">; vgl. auch § 8 Abs. 1 des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Verwaltungsrechtspflegegesetz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">es, VRG)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">möglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Die Begrün</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dungspflicht bedeutet nicht, dass sich die Behörde mit jedem einzelnen Vor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bringen und jedem einzelnen Aktenstück ausdrücklich auseinandersetzen muss. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das rechtliche Gehör verlangt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> indes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, dass die Behörde die wesentlichen Punkte nennt, die für ihren Entscheid relevant waren. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 139 IV 179 E. 2.2). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">D</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ie Begründung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">muss </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">so abgefasst </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, dass sich </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die b</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">etroffene </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Person </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu geben vermag und gegebenenfalls</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">in voller Kennt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nis der Gründe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ein Rechtsmittel ergreifen kann (BGE 136 I 229 E. 5.2; vgl. auch </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">§ </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1 VRG). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich die Verfügung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bringen ausdrücklich widerlegt. Es genügt, wenn die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 130 II 530 E. 4.3, 129 I 232 E. 3.2, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das rechtliche Gehör beinhaltet ein Recht auf Anhörung vor Erlass einer Verfü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung. Die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Parteien </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">müssen sich </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zu den Grundlagen des Entscheids, insbesondere zum Sachverhalt sowie zu den anwendbaren Rechtsnormen, vorweg äussern und ihre Standpunkt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">e einbringen können, wobei der Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt ist, we</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nn der Entscheid weder auf nachträglich eingetretenen oder den Parteien unbekannten tatsächlichen Umständen noch auf neuen, un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vorhersehbaren Rechtsgrundlagen beruht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Patrick Sutter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Kommentar zum Bun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">desgesetz über das Verwaltungsverfahren</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, VwVG, St. Gallen 2008, Art. 29 VwVG N 14).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Anspruch auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rechtliches</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Gehör ist von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts H 4/05 vom 19. April 2005 E. 2). Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390; 127 V 431 E. 3d/aa S. 437).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Eine nicht besonders schwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wiegende Verletzung des recht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 mit Hinweisen). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Heilung eines </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Verfahrensmangels bewirkt per se keine unzulässige Verkürzung des Instanzenzuges (BG</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">E 110 Ia 81 E. 5d mit Hinweis), soll aber </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die Ausnahme bleiben (BGE 125 V 368 E. 4c/aa, 124 V 183 E. 4a).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Eingabe vom 17. März 2016 (Urk. 9/1) ersuchte die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner um die Zusprache einer Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- und stützte sich dabei auf das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 28. August 2015 (Urk. 9/1/2), worin der Täter </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">der qualifizierten Entführung und des Entziehens von Unmündigen während der Zeit seit Erlass des Urteils </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des Bezirksgerichts </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Winterthur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 19. Januar 2012 bis zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung beim Bezirksgericht </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dielsdorf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 27. August 2015 (Urk. 9/1/2 S. 34) schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren bestraft sowie</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 10'000.-- an die Beschwerdeführerin verpflichtet wurde. In der Folge erliess der Beschwerdegeg</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ner die angefochtene Verfügung vom am 15. April 2016 (Urk. 2). Der Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">degegner sah davon ab, ein Beweisverfahren durchzuführen und verzichtete auf die Einholung weiterer Unterlagen vor Erlass der angefochtenen Verfügung. Da die angefochtene Verfügung somit weder </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">auf nachträglich eingetretenen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, weder auf der Beschwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">unbekannten tatsächlichen Umständen noch auf neuen, unvorhersehbaren Rechtsgrundlagen beruht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">e, ist eine Verletzung des Anspruchs auf rechtlichen Gehörs im Sinne einer mangelnder Anhörung vor Verfügungserlass vorliegend nicht erstellt. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Beschwerdegegner nahm in der angefochtenen 15. April 2016 (Urk. 2) zu der von der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 17. März 2016 (Urk. 9/1) vertretenen Rechtsauffassung, wonach gestützt auf das strafrechtliche Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 28. August 2015 ein Anspruch auf eine zusätzli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">che opferhilferechtliche Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- ausgewiesen sei, Stellung und begründete die Verneinung des Leistungsanspruchs der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerdeführerin damit, dass bei mehreren strafrechtlichen Verurteilungen we</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen eines Dauerdelikts nur eine opferhilferechtliche Genugtuung zuzusprechen sei (Urk. 2 S. 3), dass die Weisungen des Bundesamtes für Justiz für Eltern beim Tod eines Kindes eine Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- bis Fr. 20‘000.-- vorsehe, weshalb die der Beschwerdeführerin bis anhin bereits zugesprochene Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- angemessen erscheine und ein An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">spruch auf eine zusätzliche Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- zu vernei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nen sei (Urk. 2 S. 4). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In Würdigung der gesamten Umstände is</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">t davon auszugehen, dass sich der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerdegegner</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin in genügender Weise auseinander setzte. Eine Verletzung des Anspruchs </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rechtliches</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Gehör </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">im Sinne einer Verletzung der Begründungspflicht </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ist darin nicht zu erblicken. Die Begründungspflicht verlangt denn auch nicht, dass sich die Behörde mit je</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">der tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">setzt (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vorstehend E. 1.2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Da vorliegend Ansprüche für Straftaten, welche </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">im Zeitraum seit Erlass des Ur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">teils </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des Bezirksgerichts Winterthur vom 19. Januar 2012 bis zum Erlass des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 28. August 2015 (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urteil B160062 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Obergericht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">s</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Kantons Zürich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vom 15. Dezember 2016 S. 21; </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">www.gerichte-zh.ch) </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">beziehungsweise </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bis zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung beim Bezirks</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gericht Dielsdorf vom 27. August 2015 (Urk. 9/1/2 S. 34) verübt wurden, im Streite stehen, gelangen vorliegend die mate</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">riellen Vorschriften des am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen totalre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dierten Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) zur Anwendung. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Hilfe nach dem OHG er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hält jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer), und zwar unabhängig davon, ob der Täter oder die Täterin ermittelt </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">worden ist, ob sie vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt oder ob sie sich schuld</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">haf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">t verhalten haben (Art. 1 Abs. 1 und 3 OHG). Dem Opfer werden gemäss Art. 1 Abs. 2 OHG dessen Ehegatte oder Ehegattin, dessen Kinder und Eltern so</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wie andere Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahe stehen (Angehörige), gleich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gestellt.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bereits unter Geltung des alten Opferhilfegesetzes vom 4. Oktober 1991 in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung (aOHG) galt gemäss konstanter Rechtsprechung, dass es sich bei der opferrechtlichen Genugtuung um eine staatliche Hilfeleistung handelt (BGE 125 II 173 E. 2b, 556 E. 2a), weshalb die Opferhilfebehörde bei der Prüfung der Angemessenheit einer Genugtuung nicht an das Erkenntnis des Strafgerichts gebunden ist (Urteil 1C_286/2008 vom 1. April 2009 E. 4 mit Hinweisen). Gemäss der Rechtsprechung hat die opfer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hilferechtliche Genugtuung nicht gleich hoch wie die zivilrechtliche zu sein. Sie darf tiefer angesetzt werden, da sie nicht vom Täter, sondern - als Akt der Soli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">darität - von der Allgemeinheit bezahlt wird. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dies konnte nament</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lich dann zu einer Reduktion gegenüber der zivil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rechtlichen Genugtuung führen, wenn diese auf Grund von subjektiven, täterbezogenen Merk</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">malen erhöht wurde (Urteil des Bundes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gerichts 1A.235/2000 vom 21. Februar 2001 E. 3a mit Hinweisen).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Das Bundesgericht bezeichnete es indes als sinnvoll, wenn sich die Bemessung der Genugtuung nach Opferhilfegesetz nicht zu weit von den zivilrechtlichen Grund</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sätzen, wie sie die Strafgerichte im Adhäsionsverfahren (vgl. Art. 9 aOHG) anwenden, entferne (BGE 132 II 117 E. 2.2.4 mit Hinweisen). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Im Rahmen der Revision des Opferhilfegesetzes bildete die Genugtuung einen der zentralen Punkte. Gemäss der Gesetzesbotschaft des Bundesrates komme der Genugtuung eine wichtige symbolische Rolle zu, denn mit ihr anerkenne das Gemeinwesen die schwierige Situation des Opfers (Botschaft vom 9. November 2005 zur Totalrevision des Opferhilfegesetzes, BBl 2005 7223 Ziff. 2.3.2). Dem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">entsprechend hat das Opfer auch nach dem revidierten, am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Opferhilfegesetz Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung es rechtfertigt. Die Art. 47 und 49 des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Obligatio</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nenrecht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">s (OR</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sind gemäss Art. 22 Abs. 1 OHG sinngemäss anwendbar, wie dies bereits nach der Praxis zum aOHG galt. Ebenso ist die Genugtuung weiter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hin nach der Schwere der Beeinträchtigung zu bemessen (Art. 23 Abs. 1 OHG). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Unter Beeinträchtigung ist dabei, wie im Zivil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">recht, die Verletzung der</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> persönli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Verhältnisse, beziehungsweise</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> das kon</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">krete Ausmass des Eingriffes in die Persönlichkeitsrechte zu verstehen (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Urteil des Bundesgerichts 1C_542/2015 vom 28. Januar 2016 E. 3.2; Peter Gomm, Opferhilfegesetz, 3. Aufl., Bern 2009, Art. 23 OHG N 5). Bei der Bestim</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mung des Genugtuungsbetrages sind die sub</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">jektive Empfind</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">keit der geschä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">digten Person sowie der Umstand zu berück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sichtigen, auf welche Weise und wie schwerwiegend sie in ihrer besonderen Si</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tuation von der objek</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tiven Schädigung getroffen und in ihrer konkreten Le</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bensführung beeinträch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tigt wird. Die Höhe der Genugtuung hängt entscheidend von der Art und Schwere der Schädigung beziehungsweise von der Schwere der Beeinträch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ti</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gung als Folge dieser Schädi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gung sowie von der Aussicht ab, durch die Zahlung eines Geld</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">betrages den körperlichen oder seelischen Schmerz spür</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bar zu lindern (BGE 118 II 410 E. 2a). Weitere Bemessungskriterien für die Höhe der Genug</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tuung sind die Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit der be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">troffe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nen Person.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Kriterien, die den Genugtuungsanspruch erhöhen, aber auch reduzieren, ist eben</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">falls angemessen Rechnung tragen. Zu gewichten sind als wichtigste Krite</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rien insbesondere die Leidenszeit, Dauerschmerzen, Komplikationen im Heil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">verlauf, besondere Auswirkungen auf Beruf, Freizeit und Familienleben, ästhe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tische Schä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den, Pflegebedürftigkeit und Drittabhängigkeit bei besonders schwerer Invali</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">di</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tät und bei Angehörigen der Grad der Verwandtschaft und die Nähe der Bezieh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ung zum Opfer. Sodann können</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> das Alter des Opfers, die Dauer des Spitalauf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hal</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tes, die Schmerzhaftigkeit einer Operation, bleibende und entstellende </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Narben, die Auswirkungen auf das berufliche und private Leben, die Intensität und</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> die Dauer der psychischen Folgen, die Abhängigkeit von Dritten, A</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">uswir</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kungen der Tatwiederholung und</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> die fehlende Ermittlung oder Verurteilung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">der Täterschaft eine Rolle spielen. Des Weiteren </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">können </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">unter an</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">derem auch </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">län</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gerdauernde Angst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">erlebnisse, wie sie beispielsweise bei Frei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">heitsberau</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">en,</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Entführungen und Straftaten gegen die se</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">xuelle Integrität vorkommen können, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">genug</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">erhöhend </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">berücksichtigt werden </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Peter </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gomm, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">a.a.O., Art. 23 OHG N 6</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Neu ist im Vergleich zur Regelung des aOHG ist insbersondere, dass die Genug</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ung der Opferhilfe durch Höchstbeträge beschränkt wird. Für das Opfer beträgt sie gemäss Art. 23 Abs. 2 lit. a OHG höchstens Fr. 70'000.--, für Ange</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hörige Fr. 35'000.--. Die Festlegung von Höchstbeträgen führte zu einer klaren Abkoppelung der opferhilferechtlichen von der zivilrechtlichen Genugtuung (vgl. Peter Gomm, a.a.O., Art. 23 OHG N 4). Sie bringt den gesetzgeberischen Willen zum Ausdruck, bei der Bemessung klar tiefer anzusetzen als die zivil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rechtliche Praxis (BBl 2005 7226 Ziff. 2.3.2). Die nach Privatrecht üblicherweise gewährten Beträge können jedoch einen Hinweis darauf geben, welche Beein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">trächtigungen höhere Genugtuungen rechtfertigen. Der Spielraum bei der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">messung der Genugtuung im Opferhilferecht ist jedoch deutlich geringer als im Privatrecht (BBl 2005 7226). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss der Botschaft des Bundesrates (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">BBl 2005 7165</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">) sind die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Höchstbeträge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> von Art. 23 Abs. 2 OHG </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">für die schwersten Verletzunge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">n vorbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hal</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ten, was in der Regel auf zu 100 % Invalide zutrifft. Ausgehend von diesen Überle</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gungen ging der Bundesrat davon aus, dass sich die Genugtuungssummen für Opfer, die in ihrer körperlichen Integrität verletzt wurden, in folgenden Band</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">breiten zu be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wegen haben (BBl 2005 7227):</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Fr. 55‘000.-- bis Fr. 70‘000.-- für sehr starke Beeinträchtigungen der Bewe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">gungsfähigkeit oder der intellektuellen sowie sozialen Fähigkeiten (beispielsweise Tetraplegie)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Fr. 40‘000.-- bis Fr. 55‘000.-- für starke Beeinträchtigungen der Bewe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">gungsfähigkeit oder der intellektuellen sowie sozialen Fähigkeiten (bei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">spielsweise Paraplegie, vollständige Erblindung, Verlust des Gehörs)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Fr. 20‘000.-- bis Fr. 40‘000.-- für Beeinträchtigungen der Bewegungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">fähig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">keit, Verlust einer wichtigen Funktion oder eines wich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">tigen Organs (beispielsweise Hemiplegie, Verlust eines Armes oder eines Beines, sehr starke und schmerzhafte Verletzung der Wirbelsäule, Verlust der Genita</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">lien oder der Fortpflanzungsfähigkeit, schwere Entstellung)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">bis zu Fr. 20‘000.-- für weniger schwer wiegende Beeinträchtigungen (bei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">spielsweise Verlust der Nase, eines Fingers, des Geruchs- oder des Geschmackssinns)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> 2.8</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Um </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Opfer mit ausserordentlich schweren Beeinträchtigungen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nicht zu be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">teili</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen sowie in Nachachtung der Grundsätze der Rechtsgleich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">heit und der Rechtssicherheit muss d</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ie Plafonierung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">daher </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zwangsläufig zu ei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ner allge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nen Senkung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sämtlicher Genugtuungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">träge im</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Vergleich zum Haftpflichtrecht führen (Bundesamt für Justiz, Leitfaden zur Bemessung der Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nugtuung nach Opferhilfegesetz, Bern 2008, S. 5; www.bj.admin.ch). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dies hat zur Folge, dass die Genugtuung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> einer degressiven Skala festzu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">setzen ist, die von den im Privatrecht gewährten Beträgen una</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bhängig ist. Die im Privat</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">recht üblicher</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">weise gewährten Beträge können jedoch einen Hinweis darauf ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ben, welche Beeinträchtigungen höhere Genugtuungen rechtfertigen. Insgesamt sollten die zu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sprochenen Genugtuungssummen im Opferhilferecht klar tiefer ausfallen als die gestützt auf das Zivilrecht zugesprochenen Beträge. In Anbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tracht eines Medians der zugesprochenen zivilrechtlichen Genugtuungen im Jahre 2004 von Fr. 5‘000.-- solle der Median der opferhilferechtlichen Genugtuun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen gemäss der Botschaft des Bundesrates bei ungefähr Fr. 3‘000.-- zu liegen kommen (BBl 2005 7226). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der Betrag von Fr. 70'000.-- entspreche ungefähr zwei Dritteln des üblichen haftpflichtrechtlichen Grundbetrags bei dauernder Invalidität, der bei Fr. 100'000.-- angesetzt werde (BBl 2005 7225 Ziff. 2.3.2). Ein zwingender Au</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">to</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">matismus im Sinne einer „Zwei-Drittel-Regel" ergibt sich daraus nicht. Viel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mehr wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es der Praxis überlassen wer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den solle, einen Tarif zu entwickeln (BBl 2005 7226 Ziff. 2.3.2; Urteil des Bun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">desgerichts 1C_542/2015 vom 28. Januar 2016 E. 4.2). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.9</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Für die Beeinträchtigungen der psychischen Integrität </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">haben</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> der Bundesrat (BBl 2005</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> 7227) und das Bundesamt für Justiz (Bundesamt für Justiz, Leitfaden zur </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bemessung der Genugtuung nach Opferhilfegesetz, Bern 2008, S. 11; </span><a href="http://www.bj"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">www.bj</span> </a><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ad</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">min.ch)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> auf Vorschläge für Bandbreiten für die im Vergleich zum Haft</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">pflicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">recht tieferen Genugtuungen nach OHG verzichtet. Der Bundesrat be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gründet dies damit, dass einerseits psychische Beeinträchtigungen mit einer Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">einträch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tigung der physischen oder der sexuellen Integrität einhergehen, wes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">halb in diesen Fällen die Bandbreiten für diese Beeinträchtigung massgebend seien. Fälle, in denen eine Straftat ausschliesslich zu einer Beeinträchtigung der psy</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chischen Integrität führten, seien sehr selten und sehr unterschiedlich. Mög</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lich sei dies etwa bei Entführung, Freiheitsberaubung, Geiselnahme, Raub, Dro</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hung. Zudem lägen die im Haftpflichtrecht dafür zugesprochenen Genugtuun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen weit auseinander. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Da insbesondere bei den Delikten gegen die Freiheit die Dauer und Intensität der</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Verletzung der Freiheitsrechte sehr unterschiedlich sein kann, liegen die haft</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">pflicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rechtlichen Genugtuungen bei diesen Delikten in der Höhe weit aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eina</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nder. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Eine kurze Freiheitsberaubung ohne Gewalteinwirkung führt in der Regel zu einer tiefen, eine lange Geiselnahme mit Gewalteinwirkung zu einer sehr ho</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hen Genugtuung. Bei einer Beeinträchtigung der psychischen Integrität auf Grund von Delikten gegen die Freiheit können mangels einer Festlegung von Bandbreiten durch den Bundesrat daher Genugtuungen im gesamten Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rahmen v</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">on Fr. 0.-- bis Fr. 70‘000.-- zugesprochen werden (Peter Gomm, a.a.O., Art. 23 N 26).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2.10</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Aus Präjudizien lassen sich durch Vergleich Anhaltspunkte für die</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Beur</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">teilung der angemessenen Genugtuungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">summe gewinnen (BGE 112 II 131 E. 2; Brehm, a.a.O., N 63 zu Art. 47 OR; Urteil des Bundesgerichts 6S.232/2003 vom 17. Mai 2004 E. 2.1 f.), wobei die Höchstgrenzen nach Art. 23 Abs. 2 OHG und der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">messungsrahmen des Bundesrates für die einzelnen Bereiche zu berücksichtigen sind (Peter Gomm, a.a.O., Art. 23 OHG N 7). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der Beschwerdegegner ging in der angefochtenen Verfügung vom 15. April 2016 (Urk. 2) davon aus, dass das Aufrechterhalten des Dauerzustandes nach einem ersten Strafurteil zwar als selbständige Tat zu werten sei, dass bei der Strafzumessung indes die Summe der wegen des Dauerdelikts zugesprochenen Strafen dem Gesamtverschulden angemessen zu sein habe und die tatbestands</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mässige Höchststrafe insgesamt nicht überschreiten dürfe. Gleiches gelte auch für die opferhilferechtliche Genugtuung. Es könne für das Dauerdelikt gesamt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">haft nur eine Genugtuung zugesprochen werden. Vorliegend gelte es zudem zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin auf deren ausdrücklichen Wunsch bereits vor Beendigung des Dauerdelikts eine Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- zugesprochen worden sei (Urk. 2 S. 3). In Berücksichtigung der gesamten Umstände und insbesondere der Praxis gemäss dem Leitfaden des Bundesamtes für Justiz zur Bemessung der Genugtuung gemäss OHG, wonach für Eltern bei Tötung eines Kindes eine Genugtuung im Betrag von Fr. 10‘000.-- bis Fr. 20‘000.-- vorgesehen sei, erweise sich die der Beschwerdeführerin bereits zugesprochene Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- dem gesamten Dauer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">delikt als angemessen, weshalb ein Anspruch auf eine zusätzliche Genugtuung nicht ausgewiesen sei (Urk. 2 S. 4). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass der Beschwerdegegner die Zusprache der ursprünglichen Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- nicht unter der Bedingung beziehungsweise dem Vorbehalt erfolgt sei, dass damit auch Ansprüche auf Genugtuungen infolge allfällige weiterer strafrechtlicher Verurteilungen des Täters wegen der gleichen Dauerdelikte bereits enthalten gewesen seien. Vielmehr stehe mit der erneuten strafrechtlichen Verurteilung des Täters ein ganz anderer Tatzeitraum zur Debatte (Urk. 1 S. 6). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Das Bezirksgericht Winterthur stellte im Urteil vom 19. Juli 2012 (Urk. 10/70) bei der Bemessung der Genugtuung der Beschwerdeführerin fest, dass diese </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">im Zusammenhang mit der Entführung ihrer Kinder durch ihren eigenen Mann seelische Höllenqualen und damit seelisches Unbill erlitten </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">habe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">und dass in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Würdigung aller Umstände </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eine Genugtuung im Betrag von Fr. 30‘000.-- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ange</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">messen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> erscheine (E. 3).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der Beschwerdegegner ging in der ursprünglichen Verfügung vom 26. Juli 2012 (Urk. 10/77) davon aus, dass nicht bekannt sei, inwiefern die Beschwerdeführe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rin durch die Straftat konkret beeinträchtigt werde, dass eine </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">star</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ke </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">psychischen Beeinträchtigung mit wesentlichen Auswirkungen auf das gesamte Leben der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerdeführerin jedoch notorisch sei. Es gelte indes zu berücksichtigen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dass die Beschwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den Aufenthaltsort </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ihrer </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Kinder </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kenne und zu diesen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">re</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gelmässig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">telefonisc</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hem und persönlichem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Kontakt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> stehe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Sodann hielten sich die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Kinder </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Verwandten in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Tunesien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">auf </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">und führ</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">t</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">en ein g</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eregeltes Le</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ben mit Schulbesuch, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass die Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">deführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">durch die Freiheitsberaubung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> und </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Entführung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ihrer </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Kinder als Ange</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hörige gleich stark oder stärker betroffen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">beim Tod</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> der Kinder. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Durch eine </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">versuchte Erpressung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">durch den Täter sei sie zwar </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zusätzlich </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">belastet wor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den (S. 4). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Da </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sich die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die Kinder </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zu diesem Zeitpunkt </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">jedoch bereits in </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Tunesien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">aufgehalten hätten, sei nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin dadurch zusätzlich schwer traumatisiert worden sei. In </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Berücksichtigung des Leitfadens des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bundesamtes für Justiz zur Bemessung der opferhilferechtlichen Genugtuung, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">der konkreten Umstände </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sowie der Praxis des</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerdegegners erscheine</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">daher </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eine Genugtuung in der Höhe von Fr.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">20'000.- als angemessen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> (S. 5). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Das Obergericht des Kantons Zürich bestätigte mit Urteil SB160062 vom 15. Dezember 2016 (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">www.gerichte-zh.ch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">) das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf die Höhe der Genugtuung. Das Obergericht erwog, dass der Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 19. Juli 2012 eine Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nugtuung von Fr. 30'000.-- und mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 28. August 2015 zusätzlich eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- zugesprochen worden sei, weshalb die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gesamtsumme von </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Fr. 40'000.-- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sich im oberen Bereich der Spanne bei der zugesprochenen Genugtuungen, welche für den Verlust ei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nes Kindes infolge fahrlässiger Tötung gerichtsüblich ist, bewege. Das Oberge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">richt erwog, dass einerseits das Verschulden des Täters vorliegend</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">weit höher zu gewichten </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">als bei einer fahrlässigen Tötung, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dass </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">andererseits die beiden Kinder </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">der Beschwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">am Leben</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> seien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Sodann gelte es zu berücksich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tigen, dass d</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">as seelische Leiden eines Elternteils, dessen Kinder, welche er ab Geburt betreut u</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nd ihm ab dem Alter von vier beziehungsweise</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sechs Jahren fast vollständig entzogen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">worden seien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, sehr gross</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sei, und dass ein s</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">olche</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">s</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> lebensprägend</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zusätzlich gelte es zu berücksichtigen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, dass die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">heute nicht mehr nach </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Tunesien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> reisen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">könne</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, um ihre Kinder zu besuchen. Eine zusätzliche Genug</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tuung von Fr. 10'000.-- erscheine</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> deshalb </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">als </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">angemessen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">und </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">keinesfalls </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">als </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zu tief</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> (S. 29)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Das Bundesgericht bestätigte mit Urteil 6B_248/2017 das obergerichtliche Urteil in Bezug auf die Höhe der Genugtuung und erwog diesbezüglich, dass im ersten bundesgerichtlichen Verfahren (Urteil des Bundesgerichts 6B_694/2012 vom 27. Juni 2013 E. 3.1-3.3) berücksichtigt worden sei, dass die Beschwerdeführe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rin seit Ende August 2010 von ihren Kindern getrennt gewesen sei, dass sie diese nur unter schwierigen Umständen in Tunesien habe besuchen können, und dass sie in Tunesien eine grundlose Verhaftung hätte befürchten müssen. In der Zwischenzeit sei die Entfremdung von ihren Kindern nach einer weiteren Tren</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nungsphase von rund dreieinhalb Jahren fortgeschritten und der Kontakt mit ihren Kindern sei nahezu abgebrochen. Die Beschwerdeführerin wage sich nicht mehr nach Tunesien und habe ihre Kinder letztmals im Sommer 2013 gesehen. Indem die Vorinstanz für den andauernden Entzug und die damit ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bundenen psychischen Folgen eine zusätzliche Genugtuung von insgesamt Fr. 10'000.-- festgesetzt habe, habe sie ihr Ermessen nicht verletzt (E. 6.3). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In der angefochtenen Verfügung vom 15. April 2016 (Urk. 2) erwog der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">degegner, dass das Aufrechterhalten des Dauer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zustandes nach </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dem ersten Urteil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">des Täters </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zwar als selbständige Tat zu werten</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">,</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> dass der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">de</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin indes nur gesamthaft eine </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">opferhilferechtliche Genugtuung, ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">spre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chend der Schwere der als Folge de</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">s Dauerdelikts erlittenen Beein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">träch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tigung zuzusprechen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sei. Sodann sei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zu berücksichtigen, dass </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die Zusprechung einer Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- vor Beendigung des Delikts </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">auf aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">drück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">li</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Wunsch der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerdeführerin erfolgt sei, weshalb schon aus diesem Grunde ein Anspruch auf eine zusätzliche Genugtuung zu verneinen sei (S. 3). Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine die zugesprochene Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- übersteigende zusätzliche Genugtuung wäre jedoch selbst dann zu verneinen, wenn bis zur Beendigung des Delikts hätte zugewartet werden können. Denn einerseits habe das Bundesamt für Justiz eine </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bandbreite </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">für die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Höhe der Genugtuung beim Verlust eines Kindes </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zwi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schen Fr. 10'000.-- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bis </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Fr. 20'000.--</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> festgesetzt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. Andererseits sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zu berücksich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tigen, dass sich die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">beiden heute 12 und 10 Jahre alten Söhne der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin seit ihre Entführung am </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">9. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">August</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2010 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">in Tunesien</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bei der Familie ihres </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Vaters</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> aufhielten, wo es ihnen grundsätzlich gut gehe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. Notorisch </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei zu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dem, dass </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nach dem Verlust eines Kindes von einer grösseren Beeinträchtigung auszugeben</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sei als bei einer Entführung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Somit erscheine vorliegend insgesamt höchstens eine Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- als angemessen, wes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">halb ein Anspruch auf eine zusätzliche Genugtuung zu verneinen sei (S. 4). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der Beschwerdegegner berücksichtigte in der ursprünglichen Verfügung vom 26. Juli 2012 (Urk. 10/77) lediglich die durch die Straftat bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung eingetretenen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">psychischen Beeinträchtigung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">und </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wirkungen auf das Leben der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerdeführerin. Sodann ging sie davon aus, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dass die Beschwerdeführerin regelmässigen telefonischen und persönlichen Kontakt mit ihren Kindern pflege. Dem Wortlaut der Verfügung lassen sich je</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">doch keine Ausführungen entnehmen, dass mit der zugesprochenen Genugtu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ung im Betrag von Fr. 20‘000.-- auch eine Entschädigung für zukünftige seeli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sche Unbill durch eine allfällige Aufrechterhaltung des Dauerdelikts in der Zu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kunft beabsichtigt worden wäre.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Demnach ist davon auszugehen, dass Gegen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">stand der Verfügung vom 26. Juli 2012 (Urk. 10/77), womit der Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin eine Genugtuung im Betrag von Fr. 20‘000.-- zugesprochen wurde, le</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">diglich die Entschädigung seelischer Unbill durch eine vor dem Verfügungszeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">punkt vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Juli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2012 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">verübte Straftat darstellte. Die Verfügung vom 26. Juli 2012 um</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fasst indes nicht die Entschädigung seelischer Unbill, durch welcher eine nach die</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sem Zeitpunkt verübte Straftat beziehungsweise durch ein nach diesem Zeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">punkt anhaltendes Dauerdelikt verursacht wurde. Dem Beschwerdegegner ist daher nicht zu folgen, wenn er die Ansicht vertritt, dass die der Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin mit Verfügung vom 26. Juli 2012 zugesprochene Genugtuung im Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">trag von Fr. 20‘000.-- eine Entschädigung für seelische Unbill, welche durch eine nach diesem Zeitpunkt verübte Straftat verursacht wurde, mitumfasse. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dem Beschwerdegegner ist jedoch insofern zu folgen, als er in der angefochte</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nen Verfügung vom 15. April 2016 (Urk. 2) die Ansicht vertrat, dass bei der Frage nach der Angemessenheit einer Genugtuung für die Folgen eines Dauer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">delikts nicht einzelne Zeiträume separat zu prüfen sind, sondern dass gesamt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">haft eine Genugtuung zu ermitteln, welche den Folgen der gesamten Dauer der Straftat angemessen zu sein hat. Damit übereinstimmend hat Bundesgericht in seinem Urteil 6B_248/2017 vom 17. Mai 2017 in Sachen der Beschwerdeführe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rin erwogen, dass die Zusprache einer zivilrechtlichen Genugtuung an die Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwerdeführerin von insgesamt Fr. 40‘000.-- nicht zu beanstanden sei. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dem Beschwerdegegner ist hingegen nicht zu folgen, wenn er gestützt auf den Anhang des Leitfadens zur Bemessung der Genugtuung nach OHG des Bund</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">amtes für Justiz vom Oktober 2008, wonach Angehörigen beim Tod eines Kin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">des worin eine Genugtuung innerhalb einer Bandbreite von Fr. 10‘000.-- bis Fr. 20‘000.-- zuzusprechen sei. Denn einerseits handelt es sich hierbei nicht um einen zwingenden Automatismus, sondern lediglich um Anhaltspunkte, wobei die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Behörde bei der Bemessung der Genugtuung die Schwere der Beeinträchti</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gung und die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen hat. Den Rechtsanwendenden steht daher zu, auf Grund von Besonderheiten des Einzel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">falls von diesen Bandbreiten nach oben wie nach unten abzuweichen. Ande</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rerseits gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin Opfer eines Dauerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">likts im Sinne einer qualifizierten Entführung und eines Entziehens von Un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mündigen während</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> eines ausserordentlich langen Zeitraums von mehreren Jahren ist. Nach Erlass des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 19. Juli 2012 bis zum Zeitpunkt des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 28. August 2015 wurde die Beschwerdeführerin als Mutter somit erneut Opfer einer Straftat. Im Unterschied zum Zeitraum vor dem 19. Juli 2012 hat die Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schwerdeführerin nach diesem Zeitpunkt ihre Kinder seit dem Sommer 2013 nicht mehr gesehen und wagt sich seither nicht mehr nach Tunesien. Der Kon</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">takt zu ihren Kindern ist seither nahezu abgebrochen. Sodann ist davon auszu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gehen, dass nach einer weiteren Trennungsphase von mehr als drei Jahren die Entfremdung von ihren Kindern gegenwärtig weit fortgeschritten ist und es ist nicht absehbar, ob sie ihre Kinder je wieder wird sehen können. Das seelische Leiden der Beschwerdeführerin, welcher ihre beiden Kinder mithin fast </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">vollstän</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dig entzogen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wurden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">,</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> erscheint daher als</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sehr gross</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Das Geschworenengericht des Kantons Zürich verpflichtete in einem Fall aus dem Jahre 2000 den Täter, welcher ein achtjähriges Kind zwecks Erpressung ei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ner Lösegeldfor</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">de</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rung entführte und dieses während fünf Tagen gefangen hielt, wobei das Op</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fer </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">äusserst schwer beeinträchtigt wurde, eine Genugtuung von Fr. 60‘000.-- zu ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">richten (Hardy Landolt, Genugtuung bei Körperverletzung, in: Klaus Hütte/Hardy</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Landolt [Hrsg.], Genugtuungsrecht Band 2, Zürich/St. Gallen 2013, S. 386).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In einem Fall aus dem Jahre 2008 verpflichtete das Kantonsgericht des Kantons Waadt den Täter, welcher ein Kind nach einem Mordversuch an der Mutter des Kindes nach Spanien entführte, zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 15‘000.-- (Landolt, a.a.O., S. 411). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In einem Entscheid aus dem Jahre 2002 hat das Bundesgericht erwogen, dass die Zusprache einer Genugtuung an die Eltern eines Opfers, welches zwecks Er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">pressung eines Lösegeldes entführt worden und während rund drei Tagen von den Entführern festgehalten wurde, im Betrag Fr. 30‘000.-- an jedes Elternteil angemessen sei (BGE 129 IV 22 E. 7.4). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In Würdigung der gesamten Umstände sowie in Anbetracht der Art und Schwere der immateriellen Unbill, welche die Beschwerdeführerin infolge der im Zeitraum vom 19. Juli 2012 bis 28. August 2015 andauernden Straftat erlitt, erscheint vor dem Hintergrund der erwähnten Präjudizien die der Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">führerin für die Straftat insgesamt zugesprochene zivilrechtliche Genugtuung von Fr. 40‘000.-- beziehungsweise die ihr zusätzlich zugesprochene Genugtu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ung von Fr. 10‘000.-- für die Folgen der im Zeitraum vom 19. Juli 2012 bis 28. August 2015 begangenen Straftat nicht als zu hoch sondern vielmehr als angemessen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Bei der Bemessung der opferhilferechtlichen Genugtuung gilt es vorliegend, jedoch </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die Höchstgrenzen nac</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">h Art. 23 Abs. 2 OHG zu beachten. Da der gesetz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich festgelegte Höchstbetrag von Fr. 70‘000.-- rund 60 % der im Haftpflicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">recht zugespro</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chenen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Höch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stsummen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> der Genugtuung entspricht, erscheint es gerechtfertigt, bei der Bemessung der opferhilferechtlichen Genugtuung die in den zivilrechtlichen Präjudizien zugesprochenen zivilrechtli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen Genugtuungen lediglich im Umfang von 60 % zu berücksichtigen. Diese Vorgehensweise ist ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mäss der Rechtsprechung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nicht zu beanstanden </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urteil des Bundesgerichts 1C_542/2015 vom 28. Januar 2016 E. 4.3).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach Gesagtem ist ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine zusätzliche opferhilferechtliche Genugtuung für die Folgen der im Zeitraum vom 19. Juli 2012 bis 28. August 2015 begangenen Straftat im Umfang von 60 % der Ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nug</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tuung, welche der Beschwerdeführerin mit Urteil des </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Bezirksgericht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">s</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dielsdorf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vom 28. August 2015 (Urk. 9/1/2) zugesprochen wurde, und mithin im Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">trag von Fr. 6‘000.-- (Fr. 10‘000.-- x 0.6) ausgewiesen,.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">7.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">spruch auf Ersatz der Partei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> (§ 34 Abs. 3 GSVGer).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Ausgangsgemäss </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hat die Beschwerdeführerin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Anspruch auf eine Pro</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zess</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">entschädi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> der Schwierigkeit des Prozesses</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">von Fr. 2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Fr. 2‘4</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">00.-- (in</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">klusive Baraus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lagen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Der Einzelrichter erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">In Gutheissung der Beschwerde wird </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">die Verfügung der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich, Kantonale Opferhilfestelle, </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">vom </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">15. April 2016 </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">aufgeho</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">ben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerd</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">e</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">führerin </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Anspruch auf eine Genug</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">tuung im Betrag von Fr. 6‘000.-- </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">hat.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Der Beschwerdegegner wird</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> verpflichtet, </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">der Beschwerdeführerin</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> eine Prozess</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">ent</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">schädi</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">gung von </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Fr. 2‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">) zu bezahlen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwalt Daniel U. Walder</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement, Bundesamt für Justiz</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">5.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">mit</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der EinzelrichterDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>MosimannVolz</p><p></p></div> </div></body></html>