B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-124/2014 U r t e i l v o m 2 0 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber Alain Degoumois. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik, alle vertreten durch Annelise Gerber, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Dezember 2013 / N (…). E-124/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden stellten am 6. Februar 2011 ihr e ersten Asyl- gesuche, welche die Vorinstanz mit Verfügung vom 24. August 2011 a b- wies, die Beschwerdeführenden aus der Schweiz weg wies und den Vol l- zug der Wegweisung anordnete. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Die Beschwerdeführenden reisten gemäss eigenen Ang a- ben am 17. Oktober 2011 freiwillig nach Mazedonien aus. B. Am 11. April 2012 stellten di e Beschwerdeführenden ein zweites Asylg e- such in der Schweiz . Am 16. April 201 2 wurden sie im Empfangs - und Verfahrenszentrum Altstätten getrennt voneinander zur Person befragt (BzP). Die Vorinstanz hörte sie am 21. Juni 2012 zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er habe Textilwa- ren auf verschiedenen lokalen Märkten verkauft. Im November 2011 habe er sich auf dem Nachhauseweg von der Arbeit befunden, als er von drei Polizeibeamten angehalten worden sei. Obwohl er ihnen seine Verkaufs- lizenz und die Unterlagen seine s Unternehmens gezeigt habe, hätten sie seine gesamte Ware beschlagnahmt. Er habe mit den Polizeibeamten zu sich nach Hause fahren müssen, wo sein Haus durchsucht worden und die gesamte restliche Ware beschlagnahmt respektive zerstört worden sei. Auch sei er von den Polizeibeamten geschlagen worden. Zum Zei t- punkt der Durchsuchung sei seine Frau, nicht jedoch seine Kinder anw e- send gewesen. Am nächsten Tag sei er zu einem Anwalt gegangen und habe Klage gegen die dr ei Polizeibeamten eingereicht. Auch diese seien von einem Anwalt vertreten worden. An der Gerichtsverhandlung vom (…) sei der Richter zum Schluss gekommen, dass die Polizeibeamten ihre Arbeit ordnungsgemäss erledigt hätten. Er sei zur Bezahlung von En t- schädigungen an die Polizeibeamten und den Gerichtskosten verurteilt worden. Diese könne er sich jedoch nicht leisten. Alles sei nur gesch e- hen, weil er Roma sei. Offenbar sei zudem der Anwalt der Polizeibeamten der Sohn des vorsitzenden Richters gewesen. Weil er die Entschädigun- gen nicht habe bezahlen können, sei er von den drei Polizeibeamten mit dem Tod bedroht und auch geschla gen worden, als er diese zufällig wi e- der angetroffen habe. Nach diesem Vorfall habe er sich entschieden, Ma- zedonien mit seiner Familie zu verlassen. Im Weiteren machte der B e- schwerdeführer diverse medizinische Probleme – vor allem psychischer Art – geltend. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein G e-E-124/2014 Seite 3 richtsurteil, einen Polizeibericht über die Beschlagnahme der Ware, eine Gerichtsvorladung, einen Haftbefehl, eine Privatklage gegen die Polize i- beamten sowie ein en Zahlungs- bzw. Eintreibungsbefehl (ordre de r e- couvrement) ein. Die Beschwerdeführerin gab an, wegen der Problem e ihres Ehemannes ausgereist zu sein. Zudem leide sie unter Problemen psychischer Art, ha- be kranke Schilddrüsen sowie Beschwerden mit dem Magen. Die Ärzte in Skopje wollten sie aber nicht behandeln, wahrscheinlich weil sie Roma sei. Die beiden Kinder der Beschwerdeführenden machten keine eigenen Ver- folgungsgründe geltend, sondern beriefen sich auf die Probleme ihres Va- ters mit der Polizei. C. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2013 (eröffnet am 13. Dezember 2013) stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführend en erfüllten die Flüch t- lingseigenschaft nicht. Sie lehnte die Asylgesuche ab, wies die B e- schwerdeführenden aus der Schweiz weg und beauftragte den zuständ i- gen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. D. Mit Eingabe vom 9. Januar 2014 ( Übermittlung per Fax am 1 0. Januar 2014 sowie postalisch mit Poststempel vom 11. Januar 2014) reichten die Beschwerdeführenden mittels ihrer Rechtsvertreterin und unter Beilage der auf Seite 5 der Eingabe aufgeführten Beweismittel (zwei ärztliche B e- richte) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragten, die Verfügung des BFM vom 11. April 2012 sei in Wiedererwägung zu ziehen, es sei die Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festz u- stellen und als Folge davon sei für sie die vorläufige Aufnahme anzuor d- nen. In proze ssualer Hinsicht beantragten sie die Widerherstellung der aufschiebenden Wirkung sowie die Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege. E. Mit Eingabe vom 15. Januar 2014 reichten die Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertreterin zwei ärztliche Berichte vom (…) zu den Ak- ten. F. Mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2014 erteilte die damals zustä n-E-124/2014 Seite 4 dige Instruktionsrichterin den Beschwerdeführenden Frist zur Präzisi e- rung ihrer Rechtsbegehren, wies das Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Prozessführung sowie Verzicht auf Kostenvorschusserhebung ab und forderte innert Frist die Bezahlung eines Kostenvorschusses. G. Mit Schreiben vom 3. Februar 2014 präzisierten die Beschwerdeführe n- den durch ihre Rechtsvertreterin ihre Rechtsbegehre n und beantragten, es sei die Verfügung des BFM vom 12. Dezember 2013 aufzuheben, es sei ihnen Asyl in der Schweiz zu gewähren, es sei gegebenenfalls die Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und als Folge davon sei für sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen, es sei gegebenen- falls die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und als Folge davon sei für sie die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In pr o- zessualer Hinsicht beantragten sie die Widerherstellung der aufschiebe n- den Wirkung sowie die Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege. H. Am 31. Januar 2014 traf der eingeforderte Kostenvorschuss fristgerecht ein. I. Mit Eingabe vom 10. Februar 2014 reichten die Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertreterin zwei ärztliche Berichte vom (…) zu den Ak- ten. J. Mit Verfügung vom 21. Februar 2014 forderte die damals zuständige I n- struktionsrichterin die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung auf. K. Mit Schreiben vom 27. Februar 2014 liess sich die Vorinstanz dahing e- hend vernehmen, dass die Beschwerde keine neuen Tatsachen oder B e- weismittel enthalte, welche geeignet wären, ihren Standpunkt im vorli e- genden Verfahren zu ändern. Demzufolge werde die Abweisung der B e- schwerde beantragt. E-124/2014 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 A sylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerd e- führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingse i- genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). E-124/2014 Seite 6 3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glau b- haftmachen der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 4. 4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung im Wesentl i- chen zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. So habe eine Abklärung bei der Schweizer Vertretung in Kosovo ergeben, dass die eingereichten Dokumente gefälscht seien. Der von den Beschwerdeführenden erwähnte Anwalt habe die se gemäss Abklärung nie vertre ten. Überdies existierten der genannte Richter sowie die g e- nannte Gerichtsschreiberin am lokalen Gericht gar nicht, noch habe der erwähnte Gegenanwalt drei Polizeibeamte verteidigt. Vielmehr seien die vorgebrachten Polizeibeamten unbekannt oder hätten zumindest nicht bei der lokalen Polizeibehörde gearbeitet. Der Beschwerdeführer werde nicht von der mazedonischen Polizei gesucht, weshalb ausgeschlossen we r- den könne, dass er eine Haftstrafe von 290 Tagen verbüssen müsse. Das Zusammenleben der Roma und der Mazedonier in E._______ sei gröss- tenteils friedlich und die R oma hätten die genau gleichen Rechte wie alle anderen Volksgruppen. Auch könnten sie ihre Rechte ohne Probleme vor Gericht geltend machen. Die ganzen Vorbringen der Beschwerdeführe n- den seien sehr professionell aufgezogen worden, seien jedoch nie in di e- ser Weise geschehen. Das Motiv zum Verlassen von Mazedonien sei en einzig und allein die medizinischen Probleme der Beschwerdeführenden gewesen. Den Ergebnissen der Abklärung der Schweizer Vertretung vor Ort hätten die Beschwerdeführenden nichts Substanzielles entgegen set- zen können. Auf das Eingehen der Asylrelevanz der Vorbringen gemäss Art. 3 AsylG könne somit verzichtet werden. Sie erfüllten die Flüchtling s- eigenschaft nicht und ihre Asylgesuche würden abgelehnt. 4.2 Die Beschwerdeführenden vermögen in der Rechtsmitteleingabe nicht darzulegen, inwiefern der Schluss der Vorinstanz, sie erfüllten mangels Glaubhaftigkeit der Vorbringen die Flüchtlingseigenschaft nicht, Bunde s- recht verletzen soll. Solches ist auch nicht ersichtlich. Die umfassenden Abklärungen der Sch weizerischen Botschaft in Kosovo widerlegen die von den Beschwerdeführenden vorgebrachten Fluchtgründe mit aller Deutlichkeit (BFM-Akten, B26/4). Es gibt weder Anzeichen, noch best e- hen irgendwelche Gründe, an der Richtigkeit der behördlichen Abkläru n- gen zu zweifeln. Auf Vorhalt vermochten die Beschwerdeführenden den E-124/2014 Seite 7 Abklärungsergebnissen auch nichts Substanzielles entgegenzusetzen, sondern brachten lediglich in pauschaler Weise vor, sie vermuteten, die befragten Personen oder Institutionen hätten wahrschein lich aus Angst falsche Angaben gemacht (BFM -Akten, B30/1). Dies muss als reine Schutzbehauptung gewertet werden. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden und ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 4.3 Die Beschwerdeführenden haben somit nichts vorgebracht, das g e- eignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat die Asylgesuche zu Recht abgelehnt. 5. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der R egel die Wegwei- sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylg e- such ablehnt oder darauf nicht eintritt; es berücksichtigt dabei den Grund- satz der Einheit der Familie. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An- spruch auf Erteilung einer solchen ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die We g- weisung ist nicht zu beanstanden. 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesen heitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 6.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Sch weiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da de n Beschwerdeführenden die Flüch t- lingseigenschaft nicht zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschi e- bungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 EMRK; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]). E-124/2014 Seite 8 Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden (Unglaubhaftigkeit) noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Mazedonien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Der Vo llzug der Wegweisung ist demnach sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be- stimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unz u- mutbar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allg e- meiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. In Mazedonien herrscht im heutigen Zeitpunkt keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb der Wegweisungsvollzug grundsätzl ich als zumutbar zu bezeichnen ist. 6.3.2 Betreffend die medizinischen Probleme der Beschwerdeführenden führt die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen aus, der Vollzug der Wegweisung sei nur dann unzumutbar, wenn die Be- schwerdeführenden in ihrem Heimatland keinen Zugang zu einer minima- len gesundheitlichen Grundversorgung hätten. Es gäbe keinen Anspruch auf Verbleib in der Schweiz, nur weil die medizinische Versorgung im Heimatstaat nicht den hohen hiesigen Standards entspreche. Die g e- sundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführenden könnten in ihrem Heimatstaat effektiv behandelt werden. Es stünden psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen in diversen Kliniken in den grossen Städten zur Verfügung. Auch in kleineren Ortschaften seie n in den "Me n- tal Health" Zentren solche Behandlungen erhältlich. Schilddrüsenoperat i- onen gehörten in den meisten Spitälern zu Routineeingriffen. Die pos t- operativen Behandlungen könnten von einem Arzt oder Endokrinologen sichergestellt werden. Im Süden von E._______, in F._______, befinde sich ein Spital, welches bei Bedarf die Patienten auch in die Universität s- klinik von Skopje oder in ein "General Hospital" einweisen könne. Beide Spitäler verfügten über endokrinologische Abteilungen. Auch gäbe es kei- ne Anh altspunkte dafür, dass Lumboischialgie (Rückenbeinschmerz), Prostatabeschwerden oder eine Reizung beziehungsweise Schädigung der Nervenwurzeln im Bereich der Halswirbel (radiculopathie cervicale) nicht mit der vorhandenen medizinischen Infrastruktur in Maz edonien be- handelt werden könne. Bezüglich der Finanzierung der Behandlungen sei E-124/2014 Seite 9 festzuhalten, dass die Mehrheit der mazedonischen Bevölkerung kra n- kenversichert sei. Um in den Genuss einer Krankenversicherung zu kommen, sei eine Arbeitsbestätigung oder eine Arbeitslosennachweis er- forderlich. Eine Kostenbeteiligung der Versicherten werden vor allem für Spezialbehandlungen verlangt. Die Beschwerdeführenden könnten sich an ihre im Heimatstaat lebenden Familienangehörigen wenden, falls sie gewisse Kosten für die Behandlungen tragen müssten. Die Beschwerdeführenden ihrerseits bringen durch ihre Rechtsvertreterin bezüglich der gesundheitlichen Probleme vor, es brauche gemäss ärztl i- chem Bericht (Beilage 2) eine weitere Schilddrüsenoperation mit a n- schliessender Medikation als Ersatz für die Schilddrüsenhormone. Auch sei eine monatliche Injektion von Vitamin B12 erforderlich, die auf unb e- stimmte Zeit andauere. Eine Weiterbehandlung in Maze donien sei nicht gewährleistet. Die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführe nden stehen dem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen. Die Vorinstanz hat ausführlich begründet, dass die von den Beschwerdeführenden benötigte medizin i- sche Versorgung in Mazedonien erhältlich ist. Die Ausführungen basieren zudem auf umfassenden internen Abklärungen zur medizinischen Versor- gung in Mazedonien (BFM-Akten, B31/7). Es kann vollumfänglich auf die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Dem mit der Beschwerde eingereichte n Bericht vom (…) von G._______ wonach eine nicht fachge rechte Nachbehandlung der Beschwerdeführerin in M a- zedonien befürchtet werden müsse, kann somit nicht gefolgt werden. Damit erübrigen sich auch Ausführungen zum Bericht vom (…) von H._______. Die ärztlichen Berichte vom (…) und (…) stehen nach dem Gesagten zumindest in Bezug auf den Beschwerdeführer keiner Wegwei- sung in seinen Heimatstaat entgegen. Solches wird auch nicht geltend gemacht. Bezüglich der Beschwerdeführerin äussert sich der behandel n- de Arzt in seinen Berichten vom (…) und (…) dahingehend, dass diese die Schweiz nicht vor Stabilisierung ihres psychischen Zustands während drei bis vier Monaten verlassen könne. Sie sei des weiteren am Knie ope- riert worden und leide unter Schmerzen. Der psychische Zustand sei sehr instabil, weshalb sie Medikamente bedürfe. Ausser den Kniebeschwerden werden im ärztlichen Bericht jedoch keine weiteren gesundheitlichen Probleme genannt, auf welche sich die Erwägungen der Vorinstanz nicht bereits beziehen. Dass die neu aufgetretenen Kniebeschwer den einem Wegweisungsvollzug entgegenstehen wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Die Möglichkeit einer psychischen Behandlung im E-124/2014 Seite 10 Heimatstaat hat die Vorinstanz – wie erwähnt – ohne Einschränkungen bejaht. Somit kann dem Bericht von I._______ nicht gefolgt wer den, zu- mal dieser nicht näher begründet, weshalb der Vollzug der Wegweisung aus medizinischer Sicht nicht möglich sei n solle. Im Übrigen sind seit der Ausstellung des ärztlichen Berichts weitere vier einhalb Monate verga n- gen, weshal b von einem verbesserten Zustand auszugehen ist, insb e- sondere da dem Gericht keine aktuellen Berichte über den Gesundheit s- zustand der beweisbelasteten Beschwerdeführe nden vorliegen. Auch sind keine weiteren Gründe ersichtlich, die gegen die Zumutbarkeit de s Wegweisungsvollzugs sprechen. 6.3.3 Im vorliegenden Fall ist unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs weiter auf das Kindeswohl des nun sech s- zehnjährigen Sohnes D._______ einzugehen. Den Akten ist zu entne h- men, dass er bereits in Mazedo nien mehrere Jahre die Schule besuchte und an die mazedonischen Verhältnisse gewöhnt war (BFM -Akten, B7/10 S. 3). Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des erst zwe i- jährigen Aufenthalts in der Schweiz ist davon auszugehen, dass eine Rückkehr nach Mazedonien keine derartige Entwurzelung zur Folge hä t- te, dass eine Rückkehr dorthin dem Kindswohl abträglich wäre. D._______ kann in eine ihm vertraute Kultur zurückkehren, wo auch we i- tere Verwandte (BFM -Akten, B7/10 S. 4) leben. Selbst wenn eine Wi e- dereingliederung in Mazedonien mit gewissen Reintegrationsschwieri g- keiten verbunden sein dürfte, ist dennoch davon auszugehen, dass er die Schule dort fortsetzen kann und ihm nach kurzer Zeit eine Eingliederung ins dortige Schulsystem und das gesamte Umfeld gelingen dürfte. 6.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumutbar. 6.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bu n- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu bea nstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. E-124/2014 Seite 11 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh- renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und mit dem einbezahl- ten Kostenvorschuss zu verrechnen. Das Gesuch um u nentgeltliche Rechtspflege ist bereits mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2014 a b- gewiesen worden. (Dispositiv nächste Seite) E-124/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskos- ten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Willisegger Alain Degoumois Versand: