Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. April 2017 (720 16 283 / 87) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts bei einer erstmaligen befristeten Rentenzu- sprache Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Monika Guth , Adv o- katin, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1961 geborene A.____ ist gelernter Metallba uschlosser. Im Jahr 1982 zog er sich bei einem Motorradunfall eine Beckenluxationsfraktu r der linken Hüfte sowie Verletzungen am linken Knie zu. Von Oktober 1983 bis Oktober 1985 a bsolvierte er eine von der Schweizeri- schen Invalidenversicherung (IV) finanzierte Umschu lung zum Metallbauzeichner. Die Schwei- zerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), bei der A.____ im Zeitpunkt des Unfalles obligato- risch unfallversichert gewesen war, sprach ihm nach mehreren Rückfällen mit Verfügung vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Juni 2003 für die verbleibenden Unfallfolgen ab 1 . August 2002 eine IV-Rente von 30 % sowie eine Integritätsentschädigung von 10 % zu. Mit Ver fügung vom 18. März 2005 und Ein- spracheentscheid vom 14. Juli 2005 lehnte die Suva eine r evisionsweise beantragte Erhöhung der IV-Rente ab. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft , Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), bestätigte in der Folge mit Urteil vom 8. Februar 2006 (725 05 261/33) die Auffassung der Suva und wies die vom Versicherten erhobene Beschwerde ab. Am 2. Juni 2006 erlitt A.____ beim Treppenlaufen eine Distorsion des rechten Fussgelenks. Bei festgestellter Tibialis posterior-Insuffizienz erfolgte am 8. Dezember 2006 ein operativer Eingriff. Mit Verfügung vom 3. August 2010 und Einspracheentschei d vom 29. September 2010 lehnte die Suva eine revisionsweise Erhöhung der 30 %-igen IV-R ente erneut ab. Zudem wurde der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für die Rest folgen des Unfalles vom 2. Juni 2006 (rechter Fuss) verneint. Mit Urteil vom 5. Mai 2011 bestätigte das Kantonsgericht den angefoch- tenen Einspracheentscheid und wies die dagegen von A._ ___ erhobene Beschwerde ab (725 10 323/115). A.2 Am 23. Januar 2013 meldete sich A.____ unter Hin weis auf gesundheitliche Beein- trächtigungen der linken Hüfte beim Sitzen, Gehen, Stehen, Heben und Liegen sowie des rech- ten Fusses beim Gehen, Stehen und Heben zum Leistungsbe zug bei der IV an. In der Folge klärte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und erwerblichen Verhält- nisse ab und liess bei der Rehaklinik B.____ eine Evaluat ion der funktionellen Leistungsfähig- keit des Versicherten durchführen (EFL, Bericht vom 18. De zember 2013). Mit Verfügung vom 19. Mai 2014 sprach sie A.____ vom 1. August 2013 bis 31. März 2014 eine befristete halbe IV- Rente zu. Die dagegen vom Versicherten beim Kantonsge richt erhobene Beschwerde hiess dieses mit Urteil vom 15. Januar 2015 (720 14 180/10) in dem Sinne gut, als es die angefochte- ne Verfügung aufhob und die Angelegenheit zu weitere n medizinischen Abklärungen (Einho- lung eines polydisziplinären Gutachtens in internistischer, orthopädischer, rheumatologischer und psychiatrischer Fachrichtung) an die IV-Stelle zurückwies. In der Folge gab die IV-Stelle bei der Swiss Medical A ssessment- and Business-Center AG (SMAB AG), St. Gallen, eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag. Die SMAB AG erstattete ihr Gutachten am 7. Dezember 2015. Anlässlich der Kon sensbesprechung gelangten die Fach- ärzte zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des Versichert en in der bisherigen Tätigkeit und in einer vergleichbaren leidensangepassten, dem Belastung sprofil entsprechenden Tätigkeit nicht eingeschränkt sei. Gestützt auf dieses Gutachten sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 8. Juli 2016 erneut vom 1. August 2013 bis 31. März 2014 eine halbe IV-Rente zu. Für die Zeit ab dem 1. April 2014 lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente ab, da ab dem 13. Dezember 2013 kein rentenbegründender IV-Grad mehr vorliege. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Dr. Monika Guth, mit Eingabe vom 7. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er li ess unter o/e-Kostenfolge beantra- gen, es seien ihm auch für den Zeitraum nach dem 13. D ezember 2013 die gesetzlichen Leis- tungen zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur Ein holung von weiteren medizinischen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abklärungen und zur anschliessenden Neuberechnung an di e Beschwerdegegnerin zurückzu- weisen. C. Mit Verfügung vom 8. September 2016 bewilligte d ie instruierende Präsidentin der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Dr. Monika Guth. D. Mit Vernehmlassung vom 23. November 2016 beantragt e die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. E. In der Folge zog das Kantonsgericht die Akten der Su va bei und räumte den Parteien die Gelegenheit ein, sich dazu vernehmen zu lassen. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 17. Januar 2017 mitteilen, dass er auf eine Stellun gnahme in Bezug auf die Verfügung der Suva vom 19. September 2016, mit welcher ein unfallka usaler IV-Grad von 30 % bestätigt wor- den sei, verzichte. Auch die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akt en wird – soweit für die Entscheidung notwendig – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob beim Beschwe rdeführer auch nach dem 13. Dezember 2013 ein rentenbegründender IV-Grad vorliegt. 3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). E rwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeg lichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erw erbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 3.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nich t durch zumutbare Eingliederungs- massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindeste ns 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindesten s 40 % invalid (Art. 8 ATSG) Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % be steht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditäts- grad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG anwendbar. Danach ist der IV-Grad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (BGE 130 V 343 E. 3.4.2). 3.4 Eine rückwirkend ergangene Verfügung über eine bef ristete oder im Sinne einer Re- duktion abgestufte IV-Rente umfasst einerseits die Zuspre chung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeit punkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd). Ob eine für den Rentenansp ruch erhebliche Änderung des Invalidi- tätsgrades eingetreten und damit der für die Befristu ng oder Abstufung erforderliche Revisions- grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sa chverhalts im Zeitpunkt der Rentenzu- sprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 130 V 343 E. 3.5). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgab e ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die z uletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen u nd nach ihren persönlichen Ver- hältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerwei se noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhau- ser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsa- che Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens- stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patie ntinnen und Patienten aussagen (135 V 465 E. 4.5). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahm en einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiell en Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass ei ne Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vor nherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betr euung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der ander en Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut- achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen E xperten anderseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu st ellen und zum Anlass weiterer Abklä- rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu ander slautenden Einschätzungen gelan- gen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektive r ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung un erkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf da s polydisziplinäre Gutachten der SMAB AG vom 7. Dezember 2015. Nach orthopädischer, psychiatri scher, internistischer und rheuma- tologischer Untersuchung gelangen die Fachärzte zum Schluss, dass keine Diagnosen vorlie- gen würden, die sich auf die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit auswirken wür- den. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfäh igkeit (auch bezogen auf die zuletzt Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeübte Tätigkeit) halten sie eine beginnende Coxarthrose links, ein rezidivierendes lumbales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Reizung, ein geringes me diales und retropatellares Schmerzsyndrom im linken Kniegelenk bei medialer und ret ropatellarer Chondromalazie und Chondrocalcinose, eine geringe Bewegungseinschränkung des rechten oberen Sprunggelenks nach Distorsionstrauma desselben, einen Senk-Spreizfuss be idseits mit leichter Plattfusskom- ponente rechts sowie Nikotinabusus fest. Gemeinsam kommen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des Exploranden in der bisheri gen Tätigkeit und in einer vergleichba- ren leidensgerechten, dem Belastungsprofil entsprechend en Tätigkeit nicht eingeschränkt sei. Er sei in der Lage, körperlich leichte bis gelegentlich m ittelschwere, vorwiegend sitzende Tätig- keiten, mit kürzerem Stehen und Gehen, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne gehäuf- tes Bücken und ohne ständigen Witterungseinfluss sowie s ämtliche seinem Kenntnisstand ent- sprechende Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verrichten. Retrospektiv habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lediglich währe nd den stationären Behandlungen und Rehabilitationsmassnahmen bestanden. Die 100 %-ige Arbe itsunfähigkeit vom 11. September 2014 bis ca. November 2014 sei durchaus nachvollziehbar, die nachfolgende Arbeitsunfähigkeit von 50 % lasse sich aus gutachterlicher Sicht nicht mehr na chvollziehen, da die in den Akten beschriebenen Restbeschwerden und die aktuellen Befunde dies nicht begründen würden. 5.2 Das SMAB-Gutachten beantwortet die gestellten Fra gen umfassend, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beeinträchtigungen, wurde in Kenntnis und in Auseinander- setzung mit den Vorakten erstellt und ist in der Darlegu ng der medizinischen Zustände und Zu- sammenhänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvoll- ziehbarer Weise hergeleitet. Das Gutachten wird damit d en von der Rechtsprechung entwickel- ten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische St ellungnahme gerecht. Dem Gutach- ten ist volle Beweiskraft zuzuerkennen, falls keine konkrete n Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb). 5.3 Der Beschwerdeführer bringt gegen die Beweistaug lichkeit des Gutachtens zunächst vor, dass die Gutachter zu Unrecht die Schlussfolgerung ge zogen hätten, dass bei ihm kein hoher Leidensdruck vorhanden sei. Er stehe nach wie vor in physiotherapeutischer Behand- lung, um seine Beschwerden zu lindern und nehme zudem regelmässig Ponstan 500 sowie Mephadolor 500 ein. Der Beschwerdeführer bezieht sich bei seinem Einwand insbe sondere auf die Beurteilung von Dr. med. C.____, Facharzt für Rheumatologie und Inne re Medizin. Dr. C.____ hält in seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 30. Oktober 2015 gestützt auf die Untersuchung vom 26. Oktober 2015 fest, dass der Explorand keine ausreichend wirksame Medikation in Anspruch nehme und auch keine physiotherapeutische Behandlung dur chführe, was gegen einen hohen Leidensdruck spreche. Die Beurteilung von Dr. C.____ e rfolgte unter Berücksichtigung der An- gaben des Beschwerdeführers anlässlich der Anamnese, won ach er derzeit keine Behandlun- gen durchführe, aber wöchentlich Ponstan einnehme. Au ch gegenüber dem Internisten Dr. med. D.____, Facharzt für Innere Medizin und Onkologie FMH, hielt er fest, dass intermittie- rend Physiotherapie durchgeführt worden sei, aktuell abe r keine stattfinde. In Bezug auf die aktuelle Medikation gab er zur Auskunft, dass er wöchentl ich Ponstan und Mephadolor einneh- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht me. Auch dem vom Beschwerdeführer ausgefüllten Fragebo gen des Gutachtens kann ent- nommen werden, dass bis Juli 2015 eine Physiotherapie stat tgefunden hat und eventuell ab Oktober 2015 wieder eine durchgeführt wird. Ein inhaltlicher Widerspruch zwischen den Ausfüh- rungen der Fachärzte und den Angaben des Beschwerdefüh rers ist damit nicht auszumachen. Dr. C.____ geht zudem nicht davon aus, dass der Beschwerd eführer keine Medikamente ein- nimmt, sondern er stellt lediglich fest, dass die eingeno mmenen nicht genügend wirksam sind. Zudem stützt er seine Beurteilung, dass die Selbsteinschätz ung des Beschwerdeführers, er könne maximal 50 % arbeiten, aus rheumatologischer Sich t klar zu tief bemessen sei, aus- schliesslich auf von ihm korrekt erhobene objektive Befund e (Teilgutachten, S. 4). Inwiefern Dr. C.____ hier von einer falschen Prämisse ausgeht, legt der Beschwerdeführer nicht dar. 5.4 Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, das Gutach ten sei nicht nachvollziehbar, weil die Gutachter von einer Selbstlimitierung ausgehen wü rden. Diese Einschätzung stehe im Wi- derspruch zu den Leistungen der Suva, denn diese habe eine unfallkausale Restarbeitsfähigkeit von lediglich 70 % festgestellt. Die Anmeldung bei der IV sei erfolgt, da er an zusätzlichen Be- schwerden leide, die zwischenzeitlich ein erhebliches Ausmass angenommen hätten. Dr. med. E.____, Facharzt für Chirurgie FMH und Suva Kreisarzt, stellt anlässlich seiner Unter- suchung vom 19. Mai 2015 sowohl in Bezug auf das linke Knie als auch auf den rechten Fuss und die linke Hüfte lediglich leichte Einschränkungen fe st. Anlässlich der kreisärztlichen Unter- suchung vom 20. Mai 2016, die nach der Arthroskopie des l inken Kniegelenks gemacht wurde, hält er in Bezug auf den rechten Fuss fest, dass sich keine grundlegenden Befundänderungen ergeben hätten. Betreffend das linke Kniegelenk sei le diglich eine diskrete Einschränkung der Beweglichkeit festzustellen. Auch die linke Hüfte sei in ihrer Funktion leicht eingeschränkt. Hin- zu sei eine Meniskusproblematik gekommen. Diesbezüglich gestalte sich der postoperative Ver- lauf komplikationslos, wenn auch ein bisschen protrahier t. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht seien dem Versicherten daher körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechsel- belastende Tätigkeiten ganztags zumutbar ohne Tätigkei ten in Zwangshaltung wie kauernder oder kniender Arbeitsposition. Auch das repetitive Treppengehen sollte vermieden werden. Die Würdigung der Berichte von Dr. E.____ zeigt, dass di ese weder bezüglich der Diagnosen noch im Hinblick auf die funktionellen Einschränkungen dem SMAB-Gutachten widersprechen. Einzig in Bezug auf das Treppensteigen besteht eine Di fferenz, die jedoch für den Entscheid, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit noc h zuzumuten ist, nicht ausschlag- gebend ist. Soweit die Suva – basierend auf der gleich lautenden ärztlichen Einschätzung – in der Verfügung letztlich eine andere rechtliche Würdig ung des Sachverhalts vorgenommen hat, vermag dies die Beweiskraft des SMAB-Gutachtens nicht in Zw eifel zu ziehen. Die Vorgehens- weise der Beschwerdegegnerin ist mit der bundesgerichtli chen Praxis vereinbar, wonach die Invalidenversicherung nicht an die Entscheide der Unfallversicherung gebunden ist (BGE 133 V 549 E. 6.1). 5.5 Soweit der Beschwerdeführer rügt, dass die Gutachte r nicht auf die angestammte Tä- tigkeit, sondern auf die Tätigkeit als Metallbauzeichner abgestellt hätten, vermag auch dieser Einwand die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen. Der Beschwerdeführer liess Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich vor über dreissig Jahren zum Metallbauzeichner umschule n und war bis 2003 in diesem Beruf tätig. Somit ging das Gutachterteam zu Recht davon aus, dass die angestammte Tätigkeit diejenige als Metallbauzeichner ist. Die Tätigkeit als Metallbauschlosser ist zur Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit nicht relevant. 5.6 Der Beschwerdeführer beruft sich weiter auf verschi edene Berichte behandelnder Ärz- te. Diese würden für die von ihm geklagten Beschwerden sprechen. Im Gutachten sind die Be- richte von Dr. med. Dr. Dipl. Ing. F.___ vom 15. Oktobe r 2012, von Dr. med. G.____, Oberarzt der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Spita ls H.____, vom 20. Juni 2012, von Dr. med. I.____ vom 28. Juni 2013 und vom 19. Juli 2013, sowie von Prof. Dr. med. Dr. phil. J.____ vom 24. April 2013, alle unter den Vorakten aufgelistet. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Gutachter davon Kenntnis hatten. Die Würdigung de r Berichte zeigt weiter, dass diese so- wohl betreffend Diagnosen als auch betreffend funktion elle Einschränkungen – in der Regel wurden leichte oder geringe Einschränkungen attestiert – nicht den Beurteilungen der Gutachter widersprechen. Sie sind damit nicht geeignet, die Beweiskraft des Gutachtens in Zweifel zu zie- hen. Auch der Bericht Prof. Dr. med. K.____, Leiter Traum atologie des Spitals L.____, vom 19. Au- gust 2016, gibt keinen Anlass zu weiteren medizinischen Ab klärungen. Prof. K.____ beschreibt den gleichen Befund wie die orthopädische Gutachterin Dr. med. M.____, Fachärztin für Ortho- pädie und Traumatologie, nämlich eine leichtgradige e ingeschränkte Hüftbeweglichkeit links. Beide Fachärzte kommen zudem zum Schluss, dass der Beschwerde führer aufgrund der be- ginnenden Coxarthrose an diskreten belastungsunabhäng igen Schmerzen im Bereich des lin- ken Hüftgelenks leidet. Eine zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung ist damit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Der Beschwerdeführer beruft sich im Weiteren auf die A rztberichte von Dr. med. N.____, FMH Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankungen, vom 25. September 2013, vom 13. Juni 2014 und vom 19. April 2016. Die von Dr. N.____ erhobenen Befu nde und die Beurteilungen der Funktio- nalität unterscheiden sich ebenfalls nicht wesentlich von d enjenigen des Gutachtens. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit liegen insoweit übereinstimmende Einschätzungen vor, als die SMAB Gut- achter und Dr. N.____ davon ausgehen, dass schwer belast ende Tätigkeiten nicht mehr mög- lich sind. Einzig betreffend die Höhe des Pensums bestehen unterschiedliche Auffassungen, denn Dr. N.____ geht davon aus, dass nur noch ein Pensu m von 50 % möglich ist. Da er aber nicht darlegt, weshalb nur noch ein reduziertes Pensum möglich ist, vermag seine Einschätzung das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Auch der Besc hwerdeführer nennt keine Gründe, weshalb es ihm aufgrund der festgestellten Befunde nicht mehr möglich sein sollte, in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit in einem Pensum vo n 100 % zu arbeiten. Die Berichte von Dr. N.____ enthalten damit keine Aspekte, die von de n Gutachtern unentdeckt geblieben wären und die Anlass bieten würden, weitere Abklärungen in die Wege zu leiten. Der Beschwerdeführer weist sodann auf den Bericht seiner Hausärztin Dr. med. O.____, FMH Allgemeinmedizin, vom 31. August 2016, hin. Diese befü rwortet aufgrund der Knie- und Hüft- problematik für die aktuell ausgeübte Tätigkeit eine A rbeitsunfähigkeit von 50 %. Eine Begrün- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung, weshalb die Arbeitsfähigkeit in zeitlicher Hinsich t eingeschränkt sein sollte, hält Dr. O.____ nicht fest. Dr. med. P.____, Facharzt für Orth opädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, RAD, führt dazu in seiner S tellungnahme vom 19. September 2016 nachvollziehbar aus, dass Dr. O.____ die Arbeitsunf ähigkeit aus therapeutischer Sicht festgesetzt habe. Zudem stütze sie sich primär auf die subj ektiven Angaben des Beschwerde- führers. Sie präsentiere aber keine neuen wegweisenden medizinischen Befunde, die eine an- derslautende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wie sie im SMAB-Gutachten vorgenommen wor- den sei, nahelegen würden. Der Beschwerdeführer zitiert im Weiteren den Bericht v on Dr. med. Q.____, FMH Orthopädi- sche Chirurgie, vom 18. April 2016, aus dem hervorgehe , dass am linken Knie mässig starke Restbeschwerden bestünden. Dieser Bericht wurde zeitlich nach der Begutachtung und auch nach der Arthroskopie am linken Knie erstellt. Es stel lt sich somit die Frage, ob dieser Bericht Anlass zu weiteren Abklärungen bietet. Dr. Q.____ hält bezüglich des rechten Sprunggelenks eine relativ gute Situation fest. Es würden noch eine l eicht eingeschränkte Dorsalextension und teilweise noch Schmerzen bestehen, wobei die Funktional ität jedoch ordentlich gut sei. Seine Beurteilung unterscheidet sich damit nicht wesentlich vo n derjenigen des Gutachtens. Auch Dr. M.____ hält fest, dass sich bei der Untersuchung nur ein e gering eingeschränkte Dorsalexten- sion des rechten Sprunggelenkes zeige mit einem gering ve rmehrten Umfang im Bereich der Malleolengabel. Dr. Q.____ hält weiter fest, dass sich klinisch eine Hoffa Hypertrophie und eine leichte Reizung des Ligamentums Patellae zeige, was funkti onell aufgrund der Schmerzen leicht einschränkend sein könne. Diesbezüglich könne übe r eine leicht verminderte Arbeitsfä- higkeit diskutiert werden. Im Vordergrund stünden aber die Beschwerden bezüglich der Hüfte und des Rückens. Dr. Q.____ empfahl eine IV-Abklärung d urch einen Hüft-Rückenspezialist. Dr. M.____ stellt ebenfalls fest, dass der Beschwerdeführe r Befunde am linken Knie aufweise, die gelegentlich auftretende belastungsabhängige Beschwerden erklären würden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vertritt sie damit nich t die Auffassung, dass er ein be- schwerdefreies Knie habe. Die Schlussfolgerung von Dr. M. ____, dass die Beschwerden im linken Knie keine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführ ers in zeitlicher Hinsicht verursachen würden, ist auch unter Berücksichtigung des Berichts von Dr. Q.____ nachvollziehbar. Denn Dr. Q.____ legt weder eine Arbeitsunfähigkeit fest noch definiert er ein Belastungsprofil bezüglich des linken Knies. Auch er spricht lediglich von einer le ichten Einschränkung. Dem Bericht vom 18. August 2016 kann entnommen werden, dass der Beschw erdeführer eine Reizung im Knie- gelenk aufweist. Da er aber keine neuen Diagnosen ode r Befunde enthält, die auf eine wesent- liche Verschlechterung hindeuten würden, besteht kein Anlass zu weiteren Abklärungen. 6.1 Aus dem Gesagten folgt, dass keine konkreten Indizien gegen die Beweistauglichkeit des SMAB-Gutachtens sprechen. Das Gutachterteam hat eine zuverlässige medizinische Beur- teilung vorgenommen, auf die abgestellt werden kann. D ie Gutachter haben die Angaben des Beschwerdeführers, was er noch machen kann und was nicht, bei der Festsetzung des Profils berücksichtigt. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern nach Absc hluss der jeweiligen Rehabilitations- phasen nach einem operativen Eingriff eine Aufrechterhaltung der zeitlichen Beschränkung des Pensums notwendig sein sollte. Entscheidend dürfte vorliegend sein, dass sich die funktionellen Einschränkungen, die sich aus den Restfolgen der beiden U nfälle in der linken Hüfte, dem lin- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ken Knie und dem rechten Fuss ergeben haben, auf eine l eichte, dem Leiden angepasste Tä- tigkeit in zeitlicher Hinsicht nicht auswirken. Die konkrete diagnostische Einordnung durch die Fachärzte spielt eher eine untergeordnete Rolle. Auf d ie Einholung weiterer medizinischer Be- richte kann deshalb verzichtet werden. 6.2 Es ist somit mit der Beschwerdegegnerin davon auszug ehen, dass dem Beschwerde- führer eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelsch were, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit kürzerem Stehen und Gehen, ohne Zwangshaltungen der Wi rbelsäule, ohne gehäuftes Bücken und ohne ständigen Witterungseinfluss sowie sämtliche sei nem Kenntnisstand entsprechenden Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugemut et werden können. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Metallbauzeichner sowie einer vergleichbaren leidensangepass- ten Tätigkeit ist nicht eingeschränkt. Retrospektiv bestand gemäss gutachterlicher Einschätzung lediglich eine 100 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähi gkeit während den stationären Behand- lungen und Rehabilitationsmassnahmen. 7.1 In der angefochtenen Verfügung nahm die Beschwer degegnerin den Einkommensver- gleich vor. Die konkreten Berechnungen, die vom Beschwerde führer nicht bestritten werden, sind nicht zu beanstanden. Es kann diesbezüglich vollumfäng lich auf die entsprechenden Aus- führungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden. 7.2 Der Beschwerdeführer stellt sich jedoch auf den Stan dpunkt, dass bei der zeitlichen Bemessung der IV-Rente nicht berücksichtigt worden sei, d ass er gemäss UVG Unfallschein vom 11. September 2014 bis 14. September 2015 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, wes- halb dieser Zeitraum bei der Rentenberechnung zu berü cksichtigen sei. Zudem habe ab dem 15. September 2015 die Arbeitsfähigkeit lediglich 5 0 % betragen, was bei der Rentenberech- nung ebenfalls zu berücksichtigen sei. 7.3 Dr. med. R.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, RA D, hält in seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2015 zum Beginn und dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit fest, dass vom 18. Juni 2012 bis 1. Januar 2013 eine 100 %-ige Arbeitsunf ähigkeit, vom 2. Januar 2013 bis 12. Dezember 2013 eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit und vom 13. Dezember 2013 bis 10. Septem- ber 2014 keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen habe. Vom 11. September 2014 bis 17. No- vember 2014 habe aufgrund der Operation des rechten F usses eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden. Am 11. September 2014 wurde eine Zystenauffüllung am rechten Fuss durch Dr. Q.____ vorgenommen. Anlässlich der Kontrolle vom 1 4. November 2014 hält Dr. Q.____ fest, dass die Beschwerden zurückgegangen seien. Es komme noc h zu leichten Schwellungen. Auch anlässlich der Kontrolle vom 16. Dezember 2014 ber ichtet Dr. Q.____ nur von leichten Druckdolenzen und leichten Schmerzen bei längerer Steh- und Laufbelastung. In Anbetracht des Befunds, den Dr. Q.____ erhoben hat, erweist sich die Einschätzung der SMAB Gutachter, dass ab Mitte November 2014 wieder eine ganztägige lei densangepasste Tätigkeit möglich sei, als schlüssig. In diesem Sinne kann der Unfallschein UVG ni cht ausschlaggebend sein, da ihm nicht die gleiche Beweiskraft zukommt wie einem Gutachten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dasselbe gilt auch für die Zeit nach der Kniearthroskopi e. Die Operation, bei der eine Knorpel- glättung medial sowie eine mediale wie auch laterale Teilmeniscektomie und Plicarresektion vorgenommen wurden, fand am 13. Januar 2016 statt. Sechs Wochen nach der Operation stellt Dr. Q.____ anlässlich der Kontrolle vom 23. Februar 20 16 nur noch leichte Restbeschwerden fest, trotzdem attestiert er dem Beschwerdeführer ab de m 1. März 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, was nicht ganz nachvollziehbar ist. Anlässlich der Kontrollen vom 14. April 2016, vom 28. Juni 2016 und vom 18. August 2016 attestiert Dr. Q .____ dem Beschwerdeführer denn auch keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Es ist damit mit d er Beschwerdegegnerin davon auszuge- hen, dass lediglich postoperativ bis Ende Februar 2016 e ine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit be- stand. 7.4 Die Anmeldung des Beschwerdeführers ging am 4. Feb ruar 2013 bei der Beschwerde- gegnerin ein. Da gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG der Rentena nspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann, werden die Leistungen vorliegend korrekterweise ab 1. August 2013 ausgerichtet. Bis zum 12. Dezember 2013 bestand eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Der B eschwerdeführer hat damit, in Anwen- dung von Art. 88a Abs. 1 IVV und gestützt auf den Eink ommensvergleich der Beschwerdegeg- nerin, bei einem IV-Grad von 58 % bis Ende März 2014 A nspruch auf eine halbe IV-Rente. Da- nach beträgt der IV-Grad 0 %, da dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit ganztags zugemutet werden kann. Die dem Beschwerdeführe r nach den beiden Operationen attestierten 100 %-igen Arbeitsunfähigkeiten überschrei ten die Dreimonatsgrenze von Art. 88a Abs. 2 IVV nicht, weshalb sie keinen Rentenanspruch begründen können. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gutachter der SMAB AG den Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers und seine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, die auch als Verweistätigkeit herangezogen werden kann, widerspruchsfrei und nachvollziehbar beurteilt haben. Die Beschwerdegegnerin prüfte daher den Rentenanspruch des Beschwerde- führers zu Recht gestützt auf das Gutachten der SMAB AG vo m 7. Dezember 2015. Ebenfalls hat sich gezeigt, dass sich die Befristung und die Höhe der Rente mit den medizinischen Be- richten vereinbaren lassen. Der Beschwerdeführer hat dam it Anspruch auf eine halbe IV-Rente vom 1. August 2013 bis 31. März 2014. Somit ist die Besc hwerde gegen die Verfügung vom 8. Juli 2016 abzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlege n sind. Da ihm mit Verfügung vom 8. September 2016 die unentgeltliche Prozessführung be willigt wurde, gehen die Verfahrens- kosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer ebenfalls die unentgeltli che Verbeiständung mit seiner Rechts- vertreterin bewilligt wurde, ist diese für ihre Bemühu ngen aus der Gerichtskasse zu entschädi- gen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 15. Dezember 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 13.85 Stunden und Auslagen von insgesamt Fr. 61.30 geltend gemacht. Gemäss § 3 Abs. 2 de r Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreterin ist desha lb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘057.80 (13.85 Stunden à Fr. 200.-- und Auslage n von Fr. 61.30 zuzüglich 8 % Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘057.80 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht