B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1697/2012 U r t e i l v o m 1 7 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richter Francesco Parrino, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien Personalvorsorgestiftung der X._______ AG, Beschwerdeführerin, gegen BSABB, BVG- und Stiftungsaufsicht beider Basel, Eisengasse 8, Postfach, 4001 Basel, Vorinstanz. Gegenstand Berufliche Vorsorge (Prüfgebühr der Stiftungsaufsicht; Verfügungen betr. 2009 und 2010). C-1697/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 5. Juli 2010 und vom 17. Juni 2011 (Beschwerdebei- lage) hat die A._______ AG im Namen der Personalvorsorgestiftung der X._______ AG die Jahresrechnungen 2009 und 2010 jeweils inklus ive Revisionsbericht beim Amt für Stiftungen und berufliche Vorsorge Basel- Landschaft in Liestal eingereicht. B. Per 1. Januar 2012 sind die Geschäfte des Amts für Stiftungen und beruf- liche Vorsorge Basel-Landschaft der BSABB, BVG- und Stiftungsaufsicht beider Basel (nachfolgend: BSABB oder Vorinstanz), übertragen worden (vgl. BSABB-act. 1 § 27). C. Mit Verfügungen vom 5. März 2012 (Beschwerdebeilage) schloss die Vor- instanz die Kontrolle der eingereichten Jahresrechnungen und Revisions- berichte der Personalvorsorgestiftung der X._______ AG ab und stellte für 2009 und 2010 eine Prüfgebühr von je Fr. 1'800.- in Rechnung. D. Gegen die Verfügungen vom 5. März 2012 erhob die Personalvorsorg e- stiftung der X._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Einga- be vom 28. März 2012 (BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundesverwa l- tungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügun- gen und die Neufestsetzung der Prüfgebühr auf je Fr. 400.-. Zur Begrün- dung führte sie im We sentlichen aus, sie habe die Berichte und die Ja h- resrechnungen fristgerecht dem Amt für Stiftungen und berufliche Vorsor- ge Basel-Landschaft eingereicht. Es sei nicht gerechtfertigt, dass mit dem Übertrag der Geschäfte auf die Vorinstanz nun wesentlich höhere Gebüh- ren zu entrichten seien, zumal die Prüfung noch durch das Amt für Sti f- tungen und berufliche Vorsorge Basel -Landschaft vorgenommen worden sei. E. Am 10. April 2012 (BVGer -act. 4) ist der mit Zwischenverfügung vom 3. April 2012 (BVGer -act. 2) einverlan gte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 500.- beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. F. Mit Vernehmlassung vom 15. Mai 2012 (BVGer -act. 6) beantragte die C-1697/2012 Seite 3 Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass es – entgegen den Behauptungen der B e- schwerdeführerin – nicht zutreffe, dass die Prüfung vom Amt für Stiftu n- gen und berufliche Vorsorge Basel-Landschaft vorgenommen worden sei. Die BSABB habe die Geschäfte der aufgelösten BVG - und Siftungsauf- sicht des Kantons Basel-Stadt und des Amts für Stiftungen und berufliche Vorsorge Basel-Landschaft per 1. Januar 2012 mit Inkrafttreten eines Ver- trags zwischen den beiden Kantonen Basel -Stadt und Basel -Landschaft übernommen. Zufolge Priorisierung von anderen, dringenden Geschäften sei es den beiden früher zuständigen Aufsichtsbehörden nicht mehr mö g- lich gewesen, die von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen bis zum 31. Dezember 2011 zu prüfen. Deshalb habe die BSABB die Un- terlagen schliesslich geprüft und gestützt auf die durch den Verwaltungs- rat erlassene Gebührenordnung die Prüfgebühren festgelegt. G. Mit Replik vom 28. Juni 2012 (BVGer-act. 8) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest. H. Mit Duplik vom 19. Juli 2012 (BVGer-act. 10) hielt auch die Vorinstanz an ihrem Antrag fest. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten B e- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Dazu gehören die Verfügu n- gen der Aufsichtsbehörden im Bereich der beruflichen Vorsorge nach Art. 74 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche C-1697/2012 Seite 4 Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG, SR 831.40) in Ver- bindung mit Art. 33 lit. i VGG. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt in casu nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beu r- teilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Ver- waltungsakte der BSABB, BVG- und Stiftungsaufsicht beider Bas el, vom 5. März 2012, welche ohne Zweifel Verfügung en im Sinne von Art. 5 VwVG sind. 1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin durch die ange- fochtenen Verfügungen berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG beschwerdelegitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG ) eingereicht und der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde, ist darauf einzutreten. 2. 2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We- sentlichen nach den Vorschriften des VwVG und des VGG. Die Besti m- mungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgeme i- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1), insbesond ere dessen 2. Abschnitt über das Sozialversicherungsverfahren, sind vorli e- gend mangels eines entsprechenden Verweises (vgl. Art. 2 ATSG) nicht anwendbar. 2.2 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah- rensrechtlicher Hinsicht in der Reg el diejenigen Rechtssätze massg e- bend, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangs - bestimmungen. 2.3 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Recht s- sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 130 V 329 E. 2.3 und 127 V 466 E. 1). Mit der Revision des BVG per 1. Januar 2012 (sog. "Strukturreform", AS 2011 3393, BBl 2007 5669) wurde die Aufsicht in der beruflichen Vorsorge neu organisiert und es wurden neue Bestimmungen in Art. 61 ff. BVG aufgenommen. Übergangsbestimmungen zum anwen d-C-1697/2012 Seite 5 baren Recht im Aufsichtsbereich enthält die Gesetzesänderung keine; dementsprechend gelangt das im Zeit punkt des angefochtenen En t- scheids in Kraft stehende Recht zur Anwendung. Die angefochtenen Ve r- fügungen datieren vom 5. März 2012, weshalb vorliegend das BVG in seiner Fassung vom 19. März 2010 ("Strukturreform", AS 2011 3393, BBl 2007 5669, in Kraft seit 1. Januar 2012), die Verordnung über die Be- aufsichtigung und Registrierung von Vorsor geeinrichtungen (BVV 1, SR 831.435.1) in ihrer Fassung vom 10. und 22. Juni 2011 (AS 2011 3425, in Kraft seit 1. Januar 2012) und die Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) in ihrer Fassung vom 16. November 2011 (AS 2011 5679, in Kraft seit 1. Januar 2012) anwendbar sind. 3. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die Vorinstanz für die Prüfung der Jahresrechnungen 2009 und 201 0 zu Recht eine Prüfgebühr von je Fr. 1'800.- in Rechnung gestellt hat. 3.1 3.1.1 Die Kantone bezeichnen die zuständige Behörde für die Aufsicht über die Vorsorgeeinrichtungen sowie die Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dienen, mit Sitz im Kantonsgebiet (Art. 61 Abs. 1 BVG). Die Kantone können gemeinsame Aufsichtsregi o- nen bilden und dafür eine Aufsichtsbehörde bezeichnen (Art. 61 Abs. 2 BVG). Die Aufsichtsbehörde ist eine öffentlich -rechtliche Anstalt mit eige- ner Rechtspersönlichkeit. Sie unterliegt in ihrer Tätigkeit keinen Weisu n- gen (Art. 61 Abs. 3 BVG). Die Aufsichtsbehörde wacht gemäss Art. 62 Abs. 1 BVG darüber, dass die Vorsorgeeinrichtungen, die Revisionsstellen für berufliche Vorsorge, die Experten für berufliche Vorsorge sowie die Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dienen, die gesetzlichen Vorschriften einhalten und dass das Vorsorgevermögen zweckgemäss verwendet wird, indem sie insbesondere: die Übereinstimmung der statutarischen und reglementarischen Bes timmungen der Vorsorgeeinrichtungen und der Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge di e- nen, mit den gesetzlichen Vorschriften prüft (lit. a); von der Vorsorgeei n- richtung sowie von der Einrichtung, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dient , jährlich Berichterstattung fordern, namentlich über ihre Geschäftstätigkeit (lit. b); Einsicht in die Berichte der Kontrollstelle und C-1697/2012 Seite 6 des Experten für berufliche Vorsorge nimmt (lit. c); die Massnahmen zur Behebung von Mängeln trifft (lit. d); Streitigkeiten betreffend das Recht der versicherten Person auf Information gemäss den Artikeln 65a und 86b Absatz 2 beurteilen; dieses Verfahren ist für die Versicherten in der Regel kostenlos (lit. e). Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben stützt sich die Aufsichtsbehörde auf die Berichte der Experten für berufliche Vorsorge und der Revisionsstellen (Art. 62a Abs. 1 BVG). Die Kosten für aufsichtsrechtliche Massnahmen gehen zulasten der Vorsorgeeinrichtung oder Einrichtung, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dient, welche die Massnahme verursacht hat (Art. 62a Abs. 3 BVG). 3.1.2 Gestützt auf Art. 61 Abs. 2 BVG haben die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft am 8./14. Juni 2011 den Vertrag über die BVG-und Stif- tungsaufsicht beider Basel (BVG - und Stif tungsaufsichtsvertrag; SG 833.100 [Basel-Stadt] respektive SGS 211.2 [Basel-Landschaft]) a b- geschlossen. Die BSABB bezweckt die gemeinsame Erfüllung der den Kantonen nach Art. 61 ff. BVG obliegenden Aufgaben (§ 2 Abs. 1 BVG - und Stiftungsaufsichtsvertrag). Gemäss § 17 Abs. 1 BVG- und Stiftungs- aufsichtsvertrag erhebt die BSABB für ihre Tätigkeit Gebühren. Die G e- bühren decken die Kosten (einschliesslich der Einlagen in den Reserv e- fonds) und bestehen aus einer jährlichen Aufsichtsgebühr und Gebühren für Verfügungen und Dienstleistungen (§ 17 Abs. 2 lit. a und b BVG - und Stiftungsaufsichtsvertrag). Die Aufsichtsgebühr wird aufgrund des Brutt o- vermögens bemessen. Die Gebühren für Verfügungen und Dienstleistu n- gen werden den Vorsorgeeinrichtungen und Stiftungen nach effektivem Aufwand in Rechnung gestellt (§ 17 Abs. 3 BVG- und Stiftungsaufsichts- vertrag). Der Verwaltungsrat legt die Gebührenordnung fest (§ 6 lit. j BVG- und Stiftungsaufsichtsvertrag). Gemäss § 9 Abs. 1 der Ordnung vom 23. Januar 2012 über die beruflic he Vorsorge (nachfolgend: Or d- nung), die der Verwaltungsrat erlassen hat, erhebt die BSABB für ihre Tä- tigkeit Gebühren gemäss Anhang. Dem An hang der O rdnung sind G e- bührenansätze für die jährliche Grundgebühr, die sich an den jeweiligen Bilanzsummen orientie rt, sowie Gebüh ren für spezielle, nach Aufwand verrechnete Handlungen zu entnehmen. Die Berichte und Rechnungen von Vorsorgeeinrichtungen und Stiftungen sowie die hängigen Verfahren werden per Datum der Betriebsaufnahme von der BSABB zur Bearbe i- tung übernommen. Die aus solchen Geschäften entstehenden Gebühren verbleiben bei der BSABB (§ 30 BVG- und Stiftungsaufsichtsvertrag). Der C-1697/2012 Seite 7 Vertrag tritt per 1. Januar 2012 in Kraft (vgl. § 31 BVG- und Stiftungsauf- sichtsvertrag). 3.2 Die Beschwerdeführer in machte geltend , es sei nicht gerechtfertigt, dass für die Prüfung der von ihr fristgerecht am 5. Juli 2010 respektive am 17. Juni 2011 eingereichten Unterlagen die erst seit 1. Januar 2012 geltenden Gebührenansätze zur Anwendung kämen, zumal diese w e- sentlich höher seien als die bisherigen. Im konkreten Fall bedeute dies für sie pro Jahr einen Aufschlag von Fr. 400.- auf Fr. 1'800.-. Im Übrigen – so die Beschwerdeführerin – sei ohnehin davon auszugehen, dass die Pr ü- fung noch von der "alten Stelle BL" durchgeführt worden sei. 3.3 Die Vorinstanz führte aus , weder im BVG - und Stiftungsaufsichtsver- trag noch in der Ordnung sei eine Übergangsfrist statuiert. Bis zum 31. Dezember 2011 sei das Amt für Stiftungen und berufliche Vorsorge für die Beschwerdeführerin zuständig gewesen und al le in diesem Zeitpunkt noch hängigen Geschäfte seien per 1. Januar 2012 auf die BSABB übe r- tragen worden. Normalerweise würden die eingereichten Unterlagen ab dem 2. Halbjahr des Einreichungsjahres und im 1. Halbjahr des folgenden Kalenderjahres geprüft. Dabei werde aber nicht stur auf das Eingangsd a- tum abgestellt, sondern die zu prüfenden Vorsorgeeinrichtungen und Sti f- tungen würden einer Risikotriage unterzogen und gestützt darauf prior i- siere man die Prüfung derjenigen Unterlagen, die aufgrund der individuel- len Situation (namentlich Unterdeckung, andere gravierende Situationen, aufsichtsbehördliche Massnahmen) als dringend angesehen würden. Die Beschwerdeführerin habe sich nicht in einer solchen Situation befunden, so dass die Prüfung ihrer Unterlagen nicht als dringend eingestuft worden sei. Zudem habe gegen Ende 2011 auch die Umstrukturierung der Au f- sicht Aufwand verursacht, was eine n Verarbeitungsstopp zur Folge g e- habt habe. Diese Umstände hätten dazu geführt, dass die Prüfung erst nach dem 31. Dezember 2011 durch die BSABB und nicht mehr durch das Amt für Stiftungen und berufliche Vorsorge stattgefunden habe. Die BSABB sei mangels Übergangsbestimmungen gezwungen gewesen, alle per 1. Januar 2012 bei den vormaligen Aufsichtsbehörden noch hängigen Geschäfte zu übernehmen und ihre Tätigkeit von Beginn weg selbst zu fi- nanzieren. Da in den Kantonen Basel -Stadt und Basel -Landschaft die Gebühren immer erst nach Abschluss der Prüfung und nicht bereits – wie in anderen Kantonen teilweise üblich – bei Einreichung der zu prüfenden Unterlagen erhoben worden seien, komme die auf die BSABB anwendba- re Gebührenordnung vorliegend zu Anwendung , da jene die Prüfung C-1697/2012 Seite 8 durchgeführt habe und somit die Aufwendungen den Stiftungen nach i h- ren Ansätzen in Rechnung zu stellen seien. 3.4 3.4.1 Gemäss Art. 61 Abs. 3 BVG ist die Aufsichtsbehörde eine öffentlich- rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit und unterliegt in ihrer Tätigkeit keinen Weisungen. Es war folglich zulässig und auch notwendig, dass sich die BSABB durch die Ver tragsbestimmungen des BVG - und Stiftungsaufsichtsvertrags ein en Rahmen für ihre Tätigkeit gesetzt hat. Aus dem Anhang der zum Vertrag erlassenen Ordnung ist ersichtlich, dass sich die Grundgebühren für die Aufsicht nach der Bilanzsumme rich- ten. Bei einer B ilanzsumme von Fr. 500'001.- bis Fr. 1'000'000.- beträgt die Grundgebühr Fr. 1'800.-. Die Beschwerdeführerin wies per 31. Dezember 2009 eine Bilanzsumme von Fr. 978'282.10 und per 31. Dezember 2010 eine solche von Fr. 956'290.89 aus. Aufgrund dieser Bilanz summen ist die Erhebung der Grundgebühr von Fr. 1'800.- pro Jahr somit grundsätzlich nicht zu bea n- standen. 3.4.2 Bei der Anwendbarkeit von neuen Bestimmungen ist zwischen Be- stimmungen des formellen und des materiellen Rechts zu unterscheiden, und es gilt Folgen des: Formelles Recht (Verfah rensrecht) ist sofort a n- wendbar (vgl. BGE 130 V 1 E. 3.2) und beim materiellen Recht ist dasj e- nige Recht anzuwenden, das bei der Verwirklichung des Sachverhalts in Kraft stand. Rechtsprechungsgemäss ist die Frage der Verfahrens kosten als forme l- les Recht zu betrachten (vgl. VPB 70.7 E. 7b/aa und VPB 70.8 E. 5a/aa, weshalb grundsätzlich von der sofortigen Anwendbarkeit der neuen G e- bührenansätze auszugehen ist. Eine Ausnahme ist zu machen, wenn aufgrund der Anwendung des neuen Verfahrensrechts die Kontinuität des materiellen Rechts nicht gewährleistet ist (BGE 115 II 97 E. 2c) oder wenn keine Kontinuität zwischen altem und neuem verfahrensrechtlichen System besteht, weil mit dem neuen Recht eine grundlegend neue Ve r- fahrensordnung g eschaffen worden ist (BGE 136 II 187 E. 3.1, 130 V 1 E. 3.2, 112 V 356 E. 4a; ULRICH MEYER/PETER ARNOLD, Inter temporales Recht, in: ZSR 2005 I S. 115 ff und 135 ff.) Das Bundesgericht hat s o- dann auch den Grund satz der Anwendbarkeit des für die Privaten m ilde- ren Rechts (lex mitior) als Ausdruck allgemeiner in tertemporalrechtlicher C-1697/2012 Seite 9 Erwägungen bezeichnet (BGE 127 II 209 E. 2b). Er gilt demnach auch im intertemporalen Verfahrensrecht (vgl. BGE 115 II 97 E. 2c, 111 V 46; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [B Ger] 2A.312/2004 vom 22. April 2005 E. 2.3). Vorbehalten bleiben die gesetzlichen Bestimmungen. Sofern vo r- handen, sind demnach die gesetzlichen Übergangsvorschriften massg e- bend (vgl. zum Ganzen: ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auf- lage, Zürich 2013, Rz. 130 ff.). Vorliegend ist die Anwendung des neuen Rechts in Bezug auf die Verfah- renskosten, also formelles Recht, strittig. Gemäss obgenanntem Grun d- satz ist dieses so fort anwendbar und die Gebührenfrage somit nach den neuen Bestimmungen der BSABB zu lösen. Ein Ausnahmefall im obg e- nannten Sinn (namentlich: Kontinuität des materiellen Rechts oder Kont i- nuität zwischen dem alten und dem neuen verfahrensrechtlichen System) liegt nicht vor, da im Wesentlichen nur die zuständige Behörde gewec h- selt hat, aber nicht ein komplett neues System geschaffen worden ist. E i- ne übergangsrechtliche Bestimmung, auf welche man abstellen könnte, ist zudem nicht vorhanden. Unter Vorbehalt, das s die gesetzliche Grun d- lage für die Erhebung dieser Gebühr genügend ist, ist somit kein Grund ersichtlich, warum nicht auf die neue verfahrensrechtliche B estimmung abzustellen wäre. 3.4.3 Die Bundesverfassung erhebt in Art. 5 Abs. 1 BV das Gesetzmä s- sigkeitsprinzip zu einem allgemeinen rechtsstaatlichen Grundsatz. Art. 164 Abs. 1 BV konkretisiert das Legalitätsprinzip für die Bundesg e- setzgebung. Dem Legalitätsprinzip entsprechend müssen Abgaben – von Kanzleigebühren abgesehen – rechtssatzmässig festgelegt sein. De n rechtsanwendenden Behörden darf kein übermässiger Spielraum verble i- ben, und die Abgabepflichtigen müssen voraussehbar und rechtsgleich sein (vgl. Art. 164 Abs. 1 lit. d BV und [für Steuern] Art. 127 Abs. 1 BV; BGE 132 II 371 E. 2.1, 131 II 735 E. 3.2 und 130 I 113 E. 2.2 je mit Hi n- weisen). Delegiert das Gesetz die Kompetenz zur rechtssatzmässigen Festlegung einer Abgabe an den Verordnungsgeber, so muss es zumi n- dest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand und die Beme s- sungsgrundlagen festlegen. Die se Anforderungen hat die Rechtspr e- chung für die Abgabenbemessung bei gewissen Arten von Abgaben gelo- ckert: Sie dürfen namentlich dort herabgesetzt werden, wo das Mass der Abgabe durch überprüfbare verfassungsrechtliche Prinzipien (Kostend e- ckungs- und Äquivalenzprinzip) begrenzt wird und die erwähnte Schut z- funktion nicht allein der Gesetzesvorbehalt erfüllt (vgl. BGE 132 II 371 C-1697/2012 Seite 10 E. 2.1). Der Umfang des Legalitätsprinzips ist demnach je nach der Art der Abgabe differenziert zu beurteilen. Das Prinzip darf inde s weder se i- nes Gehalts entleert noch in einer Weise überspannt werden, dass es mit der Rechtswirklichkeit und dem Erfordernis der Praktikabilität in einen u n- lösbaren Widerspruch geriete. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei Gebühren eine g e- wisse Pauschalisierung zulässig und das Kostendeckungsprinzip würde selbst dann nicht verletzt, wenn eine Gebühr im Einzelfall höher wäre, als die dafür aufgewendeten Kosten (vgl. dazu Urteil des BGer 2P .87/2006 vom 14. Februar 2007 E. 3.5). 3.4.4 Dass es sich vorl iegend um eine Aufsichtsabgabe handelt, kann nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Die von der Vorinstanz vorg e- nommenen Prüfungen sind typisch aufsichtsrechtlicher Natur und erfo l- gen gestützt auf Art. 62 BVG. Bei Gebühren steht der Abgabe eine staatliche Gegenleistung gegenüber, welche dem Abgabepflichtigen in der Regel individuell zurechenbar ist (sogenannte Individualäquivalenz). In einem gewissen Umfang ist dies auch bei Aufsichtsgebühren der Fall, doch handelt es sich letztlich oft um Mischrechnungen von individuell zurechenbarem und pauschal ang e- rechnetem Aufwand. Die Erhebung der Gebühren erfolgt grundsätzlich kraft Sachzusammenhangs, das heisst gestützt auf eine Sachkompetenz der die Gebühren erhebende Behörde. Die staatliche Gegenleistung als solche und der erforderliche Sachzusammenhang stehen hier nach Au f- fassung des Bundesverwaltungsgerichts ausser Frage. Strittig ist, ob die erhobene Gebühr der erbrachten Aufsichtsleistung äquivalent ist. Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht behauptet hat, dass die i m Rahmen ihrer Prüfung getätigten Aufwendungen im Ve r- hältnis zur Aufsicht über andere vergleichbare Vorsorgeeinrichtungen we- niger Aufwand verursacht hätte. Wie weit das Äquivalenzprinzip bei Au f- sichtsabgaben überhaupt zur Üb erprüfung der Abgabe herangezogen werden kann ist zudem strittig, da die mit der Aufsichtsabgabe finanzierte Amtstätigkeit den einzelnen Abgabepflichtigen nicht individuell zugerec h- net werden kann (vgl. Gutachten des Bundesamtes für Justiz vom 15. Juli 1999 in: VPB 64.25; Botschaft des Bundesrates betreffend das Bunde s- gesetz über die Erhebung von Gebühren und Abgaben im Bereich des UVEK vom 22. Oktober 2003 Ziff. 1.1.2 [BBl 2003 7769] sowie die en t-C-1697/2012 Seite 11 sprechenden Nichteintretensbeschlüsse der Eidgenössischen Rä te [AB 2004 S 842 und 2005 N 1833]). Dass die Jahresgebühr bisher nur Fr. 400.- betrug, ein Betrag, der die Aufwendungen der früheren, kantonalen Aufsichtsbehörde möglicherwei- se nicht deckte und somit eine gewisse Quersubventionierung nötig machte, stellt kein Argument dar, welches die neuen Gebührenansätze in Frage zu stellen vermöchte. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die von der Vorinstanz genannten, von der Struktur her vergleichbaren Au f- sichtsbehörden ähnliche Gebührenansätze kennen, so dass a uch unter diesem Blickwinkel nicht davon auszugehen ist, dass die von der BSABB erhobene Gebühr übermässig hoch ist. 3.4.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die von der Vori n- stanz erhobene Gebühr auf einer genügenden gesetzlichen Grundla ge beruht, da der BVG - und Stiftungsaufsichtsvertrag die Kompetenz zum Erlass der Gebührenordnung korrekt an den Verwaltungsrat delegiert hat und dieser schliesslich die Ordnung mit den Gebührenansätzen erlassen hat. Somit gibt es keinen Grund, im Sinne der Ausführungen unter E. 3.4.2 zufolge unklarer gesetzlicher Grundlage im Zweifelsfalle das für den Betroffenen günstigere Recht anzuwenden. Auch unter dem Aspekt des Äquivalenzprinzips sind die Gebühren nicht zu beanstanden, da sich die Gebühren an einem objektiven Krit erium, der Bilanzsumme der zu prüfenden Einrichtung, orientieren, was grundsätzlich ein taugliches und ein gebräuchliches Kriterium darstellt und auch von anderen Aufsichtsbe- hörden so angewandt wird (vgl. das Gebührenreglement der Bernischen BVG- und Stiftungsaufsicht, BSG 212.223.2). Schliesslich ist in Bezug auf die anwendbaren Bestimmungen unter Hinweis auf die Ausführungen in E. 2.3 hiervor festzustellen, dass mangels Übergangsbestimmungen für die im Jahr 2012 erfolgte Prüfung zwingend auf die neuen, für die BSABB geltenden Bestimmungen abzustellen war . Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass die BSABB darauf angewiesen ist, mit den e r- hobenen Gebühren die bei ihr anfallenden Kosten zu decken und aus diesem Grund bei Erlass der neuen Ordnung bewusst auf Übergangsbe- stimmungen verzichtet worden ist. D ie Verfügungen der Vorinstanz sind somit nicht zu beanstanden. Die Beschwerde gegen die Verfügungen vom 5. März 2012 ist somit a b- zuweisen und die angefochtenen Verfügungen sind zu bestätigen. C-1697/2012 Seite 12 4. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und über eine allfällige Parteientschädigung. 4.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten, welche vorliegend auf Fr. 500.- festzulegen sind, aufzuerlegen und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 4.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der obsiegenden Vor- instanz ist als Behörde keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE) und die unterliegende Beschwerdeführerin hat ke i- nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). C-1697/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.- festgesetzt und der B e- schwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem von der Beschwerdefü h- rerin geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen – die Oberaufsichtskommission BVG Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: