<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-04-30-2C_645-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_645/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 30. April 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Hänni, Ryter, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Quinto. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Arne-Patrik Heinze, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatssekretariat für Bildung, </div> <div class="para">Forschung und Innovation SBFI, </div> <div class="para">Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Höhere Fachprüfung für Elektroinstallateure 2023 </div> <div class="para">(Fristwiederherstellungsgesuch Kostenvorschuss </div> <div class="para">Vorinstanz), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des </div> <div class="para">Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung II, </div> <div class="para">vom 11. November 2024 (B-1710/2024). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ absolvierte im Herbst 2023 zum dritten Mal die eidgenössische höhere Fachprüfung "diplomierter Elektroinstallateur". Mit Verfügung vom 24. November 2023 stellte die zuständige Prüfungsbehörde EIT.swiss fest, dass A.________ diese Prüfung nicht bestanden hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 22. Dezember 2023 Beschwerde beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Mangels fristgerechter Bezahlung des eingeforderten Kostenverschusses in der Höhe von Fr. 860.-- trat das SBFI mit Verfügung vom 15. Februar 2024 auf die Beschwerde nicht ein. Mit Verfügung vom 12. März 2024 stellte das SBFI fest, dass A.________ mit Schreiben vom 27. Februar 2024 sinngemäss ein Gesuch um Fristwiederherstellung gestellt habe und verfügte dessen Abweisung. Darüber hinaus ordnete es die Rückerstattung des inzwischen überwiesenen Kostenvorschusses an. </div> <div class="para">Die gegen die Verfügungen vom 15. Februar 2024 und 12. März 2024 erhobene Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht wies dieses mit Urteil vom 11. November 2024 ab, soweit es darauf eintrat. Das Bundesverwaltungsgericht erwog, dass es sich bei der Fristansetzung für die Erhebung eines Kostenvorschusses um eine behördliche Frist nach <span class="artref">Art. 63 Abs. 4 VwVG</span> handle, deren Festsetzung im behördlichen Ermessen liege, und dass die Behörden nicht zur Ansetzung einer Nachfrist verpflichtet seien. Weiter liege kein Wiederherstellungsgrund vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 20. Dezember 2024 gelangt A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) an das Bundesgericht und beantragt, dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. November 2024 aufzuheben sei, die Frist zur Einzahlung des Kostenvorschusses wiederherzustellen und auf die Beschwerde vom 22. Dezember 2023 einzutreten sei; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. </div> <div class="para">Mit Präsidialverfügungen je vom 23. Dezember 2024 wurden ein Kostenvorschuss erhoben sowie die Akten ohne Vernehmlassung eingeholt. </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht prüft die Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-II-66%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page66">BGE 149 II 66</a> E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Angefochten ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, mit welchem das Nichteintreten mangels fristgerechter Bezahlung des Kostenverschusses sowie die Abweisung eines Fristwiederherstellungsgesuches im Rahmen eines prüfungsrechtlichen Verfahrens bestätigt wurde. Gegen Nichteintretensentscheide ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nur zulässig, wenn ein materieller Entscheid mit diesem Rechtsmittel anfechtbar wäre (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-145%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page145">BGE 135 II 145</a> E. 3.2; Urteil 2C_135/2024 vom 7. Mai 2024 E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Gemäss Art. 83 lit. t BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen. Der Ausschlussgrund kommt zur Anwendung, wenn der angefochtene Entscheid die Bewertung der intellektuellen oder physischen Fähigkeiten eines Kandidaten zum Gegenstand hat und diese Frage vor Bundesgericht strittig ist. Sind jedoch andere Entscheide in Zusammenhang mit einer Prüfung strittig, so insbesondere solche organisatorischer oder verfahrensrechtlicher Art, bleibt das Rechtsmittel zulässig (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 1.2; Urteile 2C_652/2023 vom 14. Juni 2024 E. 1.2; 2C_122/2024 vom 5. März 2024 E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> In der (ursprünglichen) Beschwerde werden die Organisation und der Ablauf der Prüfung gerügt. Damit wird materiell nicht das Ergebnis einer bestimmten Prüfung, sondern die Modalitäten der Erbringung von Leistungsnachweisen beanstandet. Die Ausnahmebestimmung von Art. 83 lit. t BGG greift deshalb nicht. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Die übrigen Eintretensvoraussetzungen (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2, <artref id="CH/173.110/86/1/a" type="start"></artref>Art. 86 Abs. 1 lit. a, <artref id="CH/173.110/89/1" type="start"></artref>Art. 89 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/89/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/86/1/a" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref>) sind gegeben; auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>) ist einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundes- und Völkerrecht gerügt werden (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/95/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/95/a" type="start"></artref>Art. 95 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/95/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>), prüft jedoch unter Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und Begründungspflicht (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>) nur die geltend gemachten Vorbringen, sofern weitere rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-II-337%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page337">BGE 149 II 337</a> E. 2.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">147 I 73</a></span> E. 2.1). Mit Blick auf die Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte Rüge- und Substanziierungspflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). In der Beschwerde ist klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheides darzulegen, inwiefern Grundrechte verletzt worden sein sollen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-I-248%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page248">BGE 149 I 248</a> E. 3.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-I-104%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page104">148 I 104</a></span> E. 1.5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Eine Berichtigung oder Ergänzung der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist von Amtes wegen (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>) oder auf Rüge hin (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>) möglich (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-II-337%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page337">BGE 149 II 337</a> E. 2.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">147 I 73</a></span> E. 2.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht unter anderem geltend, die Verweigerung des Rechtsschutzes bei einem formell ordnungsgemäss eingelegten Rechtsmittel sei unverhältnismässig, wenn der Kostenvorschuss letztlich, wenn auch verspätet, einbezahlt worden sei und nicht in Frage stehe, dass die Verfahrenskosten beglichen würden. Ohnehin wäre die Frist zur Einzahlung des Kostenvorschusses wiederherzustellen gewesen. Sein Recht auf ein faires Verfahren sowie auf eine wirksame Beschwerde sei in unverhältnismässiger Weise verkürzt worden. Damit macht er sinngemäss überspitzten Formalismus geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BV</span> verbietet überspitzten Formalismus als besondere Form der Rechtsverweigerung. Eine solche liegt vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften überspannte Anforderungen stellt und den Rechtssuchenden den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt. Wohl sind im Rechtsgang prozessuale Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht demnach mit <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BV</span> in Widerspruch. Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch kein schutzwürdiges Interesse gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-12%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page12">BGE 149 III 12</a> E. 3.3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-V-152%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page152">142 V 152</a> E. 4.2 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt das Nichteintreten auf ein Rechtsmittel mangels rechtzeitiger Leistung des Kostenvorschusses in der Regel keinen überspitzten Formalismus dar, wenn der Gesuchsteller über die Höhe des Vorschusses, die Zahlungsfrist und die Säumnisfolgen rechtsgenüglich informiert worden ist (Urteile 2C_133/2024 vom 17. Mai 2024 E. 5.3; 2C_313/2022 vom 21. September 2022 E. 5.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Gemäss vorliegend anwendbarem Art. 63 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) wird von einer beschwerdeführenden Person ein Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten erhoben. Die Bestimmung legt weiter fest, dass zur Leistung des Kostenvorschusses eine angemessene Frist anzusetzen ist unter Androhung des Nichteintretens. Die in <span class="artref">Art. 63 Abs. 4 VwVG</span> vorgesehene Angemessenheit bezieht sich ausschliesslich auf den Zeitraum zur Vorschussleistung (Urteile 2C_847/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 2.2; 2C_703/2009 vom 21. September 2010 E. 4.3). Der beschwerdeführenden Person, deren Zahlungsfähigkeit vermutet wird, muss unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Verfahrens genügend Zeit zur Verfügung gestellt werden, um den geforderten Betrag verfügbar zu machen und überweisen zu können. Bei der Fristansetzung zur Leistung des Kostenvorschusses steht der Behörde ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Im Einzelfall stehen der zur Vorschussleistung verpflichteten Partei verschiedene Mittel zur gebührenden Wahrung ihrer Rechte zur Verfügung: Sie kann eine Fristerstreckung beantragen, wenn sie eine längere Frist benötigt (<span class="artref">Art. 22 Abs. 2 VwVG</span>), um Verzicht auf die Vorschussleistung ersuchen oder, wenn besondere Gründe vorliegen (63 Abs. 4 Satz 3 VwVG), die unentgeltliche Rechtspflege verlangen, wenn sie innert nützlicher Frist nicht über den erforderlichen Betrag verfügt (<span class="artref">Art. 65 VwVG</span>). Eine übermässige Erschwernis des Zugangs zum Gericht bzw. eine überspitzt formalistische oder unverhältnismässige Regelung resultiert aus dieser Fristenordnung nicht (vgl. zu <span class="artref">Art. 63 VwVG</span> Urteile 1C_247/2022 vom 16. Juni 2022 E. 3.2; 9C_410/2018 vom 19. Juli 2018 E. 3.2.2; 2C_703/2009 vom 21. September 2010 E. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Unbestritten ist, dass das SBFI den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 10. Januar 2024 aufgefordert hat, bis am 29. Januar 2024 einen Kostenvorschuss von Fr. 860.-- zu leisten, und ihn dabei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht hat, im Falle des Nichtleistens des Kostenvorschusses innert der angesetzten Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. Ebenfalls unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss erst nach Ablauf der angesetzten Frist, mithin fast einen Monat später, am 27. Februar 2024, bezahlt hat. </div> <div class="para">Wenn <span class="artref">Art. 63 Abs. 4 VwVG</span> korrekt angewendet worden ist (formrichtige Eröffnung der Kostenschussverfügung, angemessene Frist zur Vorschusszahlung, nicht übersetzter Betrag, übliche Zahlungsmodalitäten, konkreter Hinweis auf die Säumnisfolgen), was vorliegend zutrifft, ist mit dem Hinweis auf das Verbot des überspitzten Formalismus nichts zu gewinnen, auch nicht, wenn der Normzweck durch nachträgliche Einzahlung letztlich erreicht worden ist. Vor diesem Hintergrund sind die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach das fristgerechte Leisten des Kostenvorschusses keine Sachurteilsvoraussetzung sei und eine entsprechend strenge Handhabe dieser Vorleistungspflicht in unverhältnismässiger Weise ein gerechtes Verfahren verunmögliche, unbehelflich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht die Frist nicht wiederhergestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 VwVG</span> wird die Frist wieder hergestellt, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter unverschuldeterweise abgehalten worden sind, binnen Frist zu handeln, sofern er unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Rechtsprechungsgemäss ist die Wiederherstellung der Frist gestützt auf <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 VwVG</span> nur bei klarer Schuldlosigkeit der betroffenen Prozesspartei und ihrer Vertretung zu gewähren, d.h. wenn die Partei oder ihr Vertreter auch bei gewissenhaftem Vorgehen nicht rechtzeitig hätten handeln können (Urteile 2C_1011/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 4.4; 2C_177/2019 vom 22. Juli 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen; 2C_699/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 3.2). In Frage kommt objektive Unmöglichkeit zeitgerechten Handelns wie beispielsweise bei Naturkatastrophen, Militärdienst oder schwerwiegender Erkrankung, oder subjektive Unmöglichkeit, wenn zwar die Vornahme einer Handlung, objektiv betrachtet, möglich gewesen wäre, die betroffene Person aber durch besondere Umstände, die sie nicht zu vertreten hat, am Handeln gehindert worden ist. In Betracht kommen hier insbesondere unverschuldete Irrtumsfälle (Urteile 2C_177/2019 vom 22. Juli 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen; 2C_1096/2013 vom 19. Juli 2014 E. 4.1; 2C_699/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 3.2). Es ist jedoch ein strenger Massstab anzuwenden. Insbesondere stellt ein auf Unachtsamkeit zurückzuführendes Versehen kein unverschuldetes Hindernis dar (Urteil 2C_177/2019 vom 22. Juli 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-312%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page312">BGE 143 V 312</a> E. 5.4.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Was der Beschwerdeführer geltend macht, vermag in keiner Weise die rechtsprechungsgemäss geforderte Schuldlosigkeit zu belegen. Im Gegenteil: So führt der Beschwerdeführer an, die Aufforderung zur Einzahlung des Kostenvorschusses sei infolge eines Versehens der zuständigen Mitarbeiterin im Sekretariat nicht persönlich an den Beschwerdeführer übermittelt worden. Damit habe der Beschwerdeführer nicht persönlich erkennen können, dass die Einzahlung eines Kostenvorschusses gefordert sei. Auch für den Verfahrensbevollmächtigten des Beschwerdeführers sei nicht erkennbar gewesen, dass die Einzahlung des Kostenvorschusses noch ausstehe. Dieses Versehen der nach den Worten des Beschwerdeführers gut ausgebildeten, eingehend angeleiteten und im Regelfall sehr sorgfältig arbeitenden Mitarbeiterin des Sekretariats sei weder dem Verfahrensbevollmächtigten des Beschwerdeführers noch gar dem Beschwerdeführer selbst anzurechnen. Die Nachlässigkeit sei weder für den Verfahrensbevollmächtigten noch den Beschwerdeführer vermeidbar gewesen. Und überdies verfüge der Vertreter des Beschwerdeführers über ein im Regelfall sehr zuverlässiges elektronisches Fristenkontrollsystem, gleichzeitig könnten auch bei einem eingehenden, automatisierten und menschlich kontrollierten System zur Registrierung von Fristen im Einzelfall Fehler passieren. </div> <div class="para">Die Ausführungen des Beschwerdeführers machen deutlich, dass die verspätete Einzahlung auf nichts anderes als auf ein menschliches Versehen zurückzuführen ist, das ohne Weiteres vermeidbar gewesen wäre und vor allem in keiner Weise unverschuldet ist. Ein Grund für eine Wiederherstellung der Frist nach <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 VwVG</span> liegt nicht vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde erweist sich als unbegründet. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/3" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 und 3 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/3" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/3" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung II, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 30. April 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: C. Quinto </div> </div></body></html>