A bteilung II B -7410/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin M aria Am gw erd (Vorsitz), R ichter D avid Aschm ann, R ichter H ans U rech; G erichtsschreiber Thom as Zogg. P._______, vertreten durch A. W . M etz & C o. AG , H ottingerstrasse 14, Postfach, 8024 Zürich, Beschw erdeführerin gegen Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend M arkeneintragungsgesuch N r. 50606/2005 – M A STER PIEC E B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin hat am 25. Januar 2005 beim Eidgenössischen Institut für G eistiges Eigentum (IG E) die Eintragung der W ortm arke M AS - TER PIEC E für folgende W aren der Klasse 3 beantragt: Toilettenseifen, Parfüm eriew aren, M ittel zur Körper- und Schönheitspflege, ätherische Ö le, H aarw ässer, M ittel zur R einigung, Pflege und Verschöne- rung der H aut, Kopfhaut und H aare, D eodorants und Antitranspirantien für den persönlichen G ebrauch. B. D ie Vorinstanz beanstandete am 3. O ktober 2005 das hinterlegte Zeichen m it der Begründung, es handle sich um eine qualitativ anpreisende Anga- be, w elche zum G em eingut gehöre und nicht schutzfähig sei. C . In der Stellungnahm e vom 13. O ktober 2005 m achte die Beschw erdeführe- rin geltend, dass die Verw endung des englischen Begriffs M ASTER PIEC E für eine Toilettenseife als originell bew ertet w erden m üsse und das Zei- chen zum M arkenschutz zugelassen w erden könne. Zudem brachte die Beschw erdeführerin vor, dass es bereits andere eingetragene M ASTER - PIEC E M arken gebe und das angem eldete Zeichen auch aufgrund des R echtsgleichheitsgebots eingetragen w erden m üsse. D . In w eiteren Stellungnahm en vom 24. N ovem ber 2005 und vom 9. Januar 2006 ergänzten die Vorinstanz und die Beschw erdeführerin ihre Vorbrin- gen. G em äss der Vorinstanz sei der Ausdruck M ASTER PIEC E (= M eister- w erk, M eisterstück) nicht nur für urheberrechtliche W erke, sondern auch für W aren w ie Toilettenseifen oder H aarprodukte eine qualitative und rein w erbem ässige Angabe. Zudem könne sich die Beschw erdeführerin auch nicht auf das R echtsgleichheitsgebot berufen, da die ins Feld geführten Präzedenzfälle entw eder zeitlich w eit zurück lägen oder zusätzlich eine grafische Ausgestaltung hätten und deshalb kennzeichnungskräftig seien. D ie Beschw erdeführerin bringt dagegen vor, dass es sich beim Begriff M ASTER PIEC E um eine sym bolische Angabe handle, die eingetragen w erden könne. Zudem w iederholte sie ihren Anspruch auf G leichbehand- lung. E. D ie Vorinstanz hielt jedoch an ihrem Standpunkt fest. M it Verfügung vom 27. M ärz 2006 w ies sie das M arkeneintragungsgesuch für säm tliche bean- tragten W aren der Klasse 3 zurück. F. H iergegen erhob die Beschw erdeführerin am 26. April 2006 Beschw erde an die Eidgenössische R ekurskom m ission für G eistiges Eigentum und stellte folgende R echtsbegehren:3 1. Es sei das Zeichen M ASTER PIEC E (M arkenanm eldung N r. 50606/2005) als M arke im schw eizerischen M arkenregister einzutragen. 2. U nter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. G . M it Schreiben vom 9. Juni 2006 verzichtete die Vorinstanz auf die Einrei- chung einer Vernehm lassung und beantragte, unter H inw eis auf die Be- gründung des angefochtenen Entscheids, die Beschw erde unter Kostenfol- ge zulasten der Beschw erdeführerin abzuw eisen. H . M it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 w urde das Verfahren per 1. Januar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen. I. M it Schreiben vom 31. Juli 2006 beantragte die Beschw erdeführerin bei der Eidgenossischen R ekurskom m ission für G eistiges Eigentum die D urchführung einer m ündlichen und öffentlichen Verhandlung. D iese fand am 19. Juli 2007 vor dem Bundesverw altungsgericht statt. J. Auf die dargelegten und w eiteren Vorbringen der Parteien w ird, sow eit sie rechtserheblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Eintragungsverfügungen der Vorinstanz in M arkensachen zuständig (Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). Es hat das vorliegende Verfahren am 1. Januar 2007 von der Eidgenössischen R ekurskom m ission für G eistiges Eigentum übernom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 in Verbindung m it Art. 22a Abs. 1 des Verw altungsverfah- rensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. Als M arkenanm el- derin ist die Beschw erdeführerin zur Beschw erde legitim iert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. N ach Art. 2 lit. a des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (M SchG , SR 232.11) sind Zeichen des G em einguts vom M arkenschutz ausgeschlossen, es sei denn, sie hätten sich als M arke für die W aren oder D ienstleistungen, für die sie beansprucht w erden, im Verkehr durch- gesetzt. Als G em eingut sind Zeichen anzusehen, die nicht zur Identifikati- on von W aren oder D ienstleistungen dienen können und vom Publikum nicht als H inw eis auf eine bestim m te Betriebsherkunft verstanden w erden (LU C A S D AVID , Kom m entar zum M arkenschutzgesetz, in: H einrich H onsell, N edim Peter Vogt, Lucas D avid [H rsg.], Kom m entar zum schw eizerischen Privatrecht, M arkenschutzgesetz / M uster- und M odelgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, Art. 2 N . 5). D er Begriff Zeichen des G em einguts ist ein Sam -4 m elbegriff für beschreibende Angaben, Freizeichen sow ie für elem entare Zeichen. D er G rund für den Schutzausschluss ist im Freihaltebedürfnis oder in der fehlenden U nterscheidungskraft des Zeichens begründet (Ent- scheid der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Eigentum [R KG E] vom 17. Februar 2003 in: sic! 6/2003 495 E. 2 R oyal C om fort; C H R ISTO PH W ILLI, Kom m entar M arkenschutzgesetz, D as schw eizerische M arkenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen M arkenrechts, Zürich 2002, Art. 2 N . 34). 2.1 Als beschreibende Angaben gelten Zeichen, die unm issverständlich auf den Kennzeichnungsgegenstand Bezug nehm en, indem sie eine direkte Aussage über bestim m te Eigenschaften der zu kennzeichnenden W aren oder D ienstleistung m achen. D ies sind nam entlich Angaben, die geeignet sind, im Verkehr als H inw eis auf Art, Zusam m ensetzung, Q ualität, Q uanti- tät, Bestim m ung, G ebrauchszw eck, W ert, U rsprungsort oder H erstellungs- zeitpunkt aufgefasst zu w erden (BG E 118 II 182 E. 3b D uo; W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 45). Blosse G edankenverbindungen oder Anspielungen, die nur entfernt auf die W are hindeuten, genügen indessen nicht, um eine M arke als G em eingut zu qualifizieren. Enthält die M arke einen Sachbegriff, m uss der gedankliche Zusam m enhang m it der W are derart sein, dass ihr be- schreibender C harakter ohne Fantasieaufw and zu erkennen ist (BG E 127 III 166 f. E. 2 b aa Securitas; Entscheid der R KG E vom 17. Februar 2003 in: sic! 6/2003 495 E. 2 R oyal C om fort; D AVID , a.a.O ., Art. 2 N . 6). 2.2 N ach ständiger R echtsprechung des Bundesgerichts sind allgem eine Q ua- litätshinw eise sow ie reklam ehafte Anpreisungen, die auf W aren und D ienstleistungen irgendw elcher Art angew endet w erden können, vom M ar- kenschutz ausgenom m en. Schutzunfähig können insbesondere auch beschreibende Ausdrücke sein, die aus gängigen englischen W örtern zusam m engesetzt sind, w ie sie in W erbung und M arketing m ehr und m ehr verw endet w erden. D iese m üssen allen G ew erbetreibenden zur Verfügung stehen und sind som it freihaltebedürftig (BG E 129 III 227 E. 5.1 = Pra 92 N r. 139 S. 754 M asterpiece; U rteil des Bundesgerichts 4A.6/1998 vom 10. Septem ber 1998 in: sic! 1/1999 30 Sw issline; U rteil des Bundesge- richts 4A.7/1997 vom 23. M ärz 1998 in: sic! 4/1998 397 E. 1 Avantgarde; Entscheid der R KG E vom 17. Februar 2003 in: sic! 6/2003 495 E. 2 R oyal C om fort; W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 79). 3. Setzt sich die M arke aus W örtern einer anderen als einer schw eizerischen Landessprache zusam m en, so ist auf die Sprachkenntnisse der angespro- chenen Verkehrskreise abzustellen. D ie englische Sprache ist dem schw eizerischen D urchschnittsverbraucher zum indest in den G rundzügen vertraut, so dass nicht nur einfache W örter m it leicht verständlichem Sinn- gehalt, sondern auch kom plexere Aussagen verstanden w erden (W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 17). Englische Begriffe m üssen m it anderen W orten be- rücksichtigt w erden, sofern sie einem nicht unbedeutenden Teil der Bevöl- kerung unseres Landes bekannt sind (BG E 129 III 228 E. 5.1 = Pra 92 N r. 139 S. 755 M asterpiece).5 4. Vorliegend w ird der M arkenschutz für W aren der W arenklasse 3 beantragt, d.h. für Toilettenseifen, Parfüm eriew aren, M ittel zur Körper- und Schön- heitspflege, ätherische Ö le, H aarw ässer, M ittel zur R einigung, Pflege und Verschönerung der H aut, Kopfhaut und H aare, D eodorants und Antitrans- pirantien für den persönlichen G ebrauch. Es handelt sich also um alltägli- che Toiletten- und Körperpflegeartikel. Solche w erden sow ohl vom End- konsum enten, als auch von Zw ischenhändlern w ie D rogerien, Apotheken oder Kosm etikstudios nachgefragt. Bei diesen Abnehm erkreisen ist von durchschnittlichen Englischkenntnissen auszugehen. M ASTER PIEC E kann auf D eutsch m it "M eisterw erk" oder "M eisterstück" übersetzt w erden (Langscheidts H andw örterbuch Englisch, Berlin / M ünchen 2001, S. 385). Entgegen den Ausführungen der Beschw erdeführerin ist dieser Begriff zum G rundw ortschatz der englischen Sprache zu zählen und kann daher auch in der Schw eiz als bekannt vorausgesetzt w erden (BG E 129 III 228 E. 5.2 = Pra 92 N r. 139 S. 755 M asterpiece). 4.1 N ach allgem einem Verständnis definiert M ASTER PIEC E im Englischen ein Produkt, w elches andere überragt. D abei kann der Begriff M eisterw erk oder M eisterstück sow ohl für einen G egenstand als auch für eine intellek- tuelle Leistung verw endet w erden. Entgegen der Auffassung der Beschw erdeführerin ist deshalb das jüngste Präjudiz des Bundesgerichts über die Eintragungsfähigkeit des Begriffs M ASTER PIEC E (BG E 129 III 225 = Pra 92 N r. 139 – M asterpiece) für den vorliegenden Fall durchaus einschlägig, äussert es sich doch über den allgem einen W ortsinn des in Frage stehenden Zeichens. Im besagten Präjudiz hat das Bundesgericht festgehalten, "dass der Ausdruck M ASTER PIEC E nach seinem allgem einen W ortsinn bei der durchschnittlichen schw eizerischen Bevölkerung unm ittelbar und ohne besonderen Fantasieaufw and einen Zusam m enhang m it der Q ualität oder der Vorzüglichkeit der angebotenen W are oder D ienstleistung im Vergleich m it konkurrierenden W aren oder D ienstleistungen assoziiert. Es handelt sich folglich um eine Q ualitätsbezeichnung die zum Allgem eingut gehört" (BG E 129 III 228 E. 5.2 = Pra 92 N r. 139 S. 755 M asterpiece). Es gibt keinen ersichtlichen G rund, w eshalb die zitierte Erw ägung nicht auf den vorliegenden Fall zutreffen sollte. Einerseits handelt es sich beim zitierten Entscheid ebenfalls um ein Produkt, dass sich an die durchschnittliche schw eizerische Bevölkerung richtete, andererseits w ird in der besagten Erw ägung geradezu betont, dass der Ausdruck M ASTER PIEC E sow ohl für G egenstände, als auch für eine intellektuelle Leistung beschreibend ist (BG E 129 III 228 E. 5.2 = Pra 92 N r. 139 S. 755 M asterpiece). 4.2 Zusam m enfassend kann festgehalten w erden, dass M ASTER PIEC E als Q ualitätsbezeichnung und als W erbeslogan für W aren und D ienstleistun- gen verstanden w ird. D abei spielt es keine R olle, ob für ein W erk eines intellektuell oder handw erklich tätigen Schöpfers oder für einen M assenar- tikel gew orben w ird. Es liegt in der N atur der w erbem ässigen Anpreisung, durch Ü bertreibungen die Aufm erksam keit des Konsum enten zu erha- schen. D iese sind sich dem entsprechend daran gew öhnt, dass für alltägli- che Artikel m it Superlativen gew orben w ird (Entscheid der R KG E vom 17. Februar 2003 in: sic! 6/2003 496 E. 3 R oyal C om fort). Es bedarf des-6 halb keiner Fantasie, um vom Ausdruck M ASTER PIEC E auf die vorzügli- che Q ualität des um w orbenen Produkts zu schliessen – dies auch in Be- zug auf die beantragten W aren der Klasse 3. Eine solche Q ualitätsbe- zeichnung enthält keinen betrieblichen H erkunftshinw eis und entbehrt jegli- cher U nterscheidungskraft. Auch m it Blick auf die übrigen Konkurrenten m uss das Zeichen für W erbezw ecke freigehalten w erden. Aus diesen G ründen ist der Ausdruck M ASTER PIEC E für Toiletten- und Körperpflege- artikel zw eifelsohne als G em eingut zu qualifizieren. 5. D ie Beschw erdeführerin verw eist auf die beim europäischen H arm onisie- rungsam t erfolgte Eintragung der G em einschaftsm arke N r. 4757531 – M ASTER PIEC E. Sie w ertet dies als Indiz für die Schutzfähigkeit der Bezeichnung M ASTER PIEC E in der Schw eiz. M assgeblich für die absolu- ten Ausschlussgründe sind jedoch die Verhältnisse in der Schw eiz. Aus- ländischen Entscheiden kom m t keine präjudizierende W irkung zu. G rund- sätzlich unerheblich ist die in anderen Ländern erfolgte Eintragung (W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 9). D er U m stand, dass eine Bezeichnung im Ausland als M arke registriert w urde, ist folglich nur ein Kriterium unter m ehreren, die zu berücksichtigen sind (BG E 129 III 229 E. 5.5 = Pra 92 N r. 139 S. 756 M as- terpiece). Angesichts des klaren G em eingutscharakters der Bezeichnung M ASTER PIEC E hat der Eintragungsentscheid des europäischen H arm oni- sierungsam tes keine Indizw irkung. Es handelt sich nicht um einen G renz- fall, bei dem allenfalls der Blick in die ausländische Prüfungspraxis den Ausschlag für die Eintragung gäbe. 6. D ie Beschw erdeführerin beruft sich schliesslich auf das G leichbehand- lungsgebot und den G rundsatz des Vertrauens in Verw altungshandlungen. Sie verw eist dabei auf die W ortm arke M ASTER PIEC E der A._______ (M arken N r. 352'368) und auf die W ort-Bildm arke M AS TER PIEC E der C ._______ (M arken N r. P-421'207) die bereits ins M arkenregister aufgenom m en w urden. N ach dem verw altungsrechtlichen G leichbehandlungsgrundsatz sind juristische Sachverhalte nach M assgabe ihrer G leichheit gleich zu behandeln. D ie gleiche Behörde darf nicht ohne sachlichen G rund zw ei rechtlich gleiche Sachverhalte unterschiedlich beurteilen. N icht erforderlich ist, dass die Sachverhalte in all ihren tatsächlichen Elem enten identisch sind (W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N . 28). D em gegenüber besteht kein Anspruch auf G leichbehandlung im U nrecht, selbst w enn eine bisher abw eichende Praxis bestanden haben sollte. Ins- besondere besteht dann kein Anspruch auf G leichbehandlung, w enn ernst- hafte und sachliche G ründe für die Praxisänderung sprechen, die Ände- rung grundsätzlich erfolgt und das Interesse an der richtigen R echtsan- w endung gegenüber der R echtssicherheit überw iegt. Frühere – allenfalls fehlerhafte – Entscheide sollen nicht als R ichtschnur für alle Zeiten G el- tung haben (Entscheid der R KG E vom 19. O ktober 1999 in: sic! 6/1999 645 E. 5 U ncle Sam ). U nter diesem Blickw inkel ist die Eintragungspraxis des IG E nicht in Stein gem eisselt. Vielm ehr ist im Verlaufe der Zeit verän- derten U m ständen R echnung zu tragen.7 6.1 D er Ausdruck M ASTER PIEC E w urde in BG E 129 III 225 als allgem einer Q ualitätshinw eis für W aren und D ienstleistungen qualifiziert. D ieses jüngs- te Eintragungsgesuch für den Begriff M ASTER PIEC E w urde aus diesem G rund zurückgew iesen. D as G leichbehandlungsgebot w äre stark strapa- ziert, w enn lediglich zw ei Jahre später das gleiche Zeichen eingetragen w ürde, selbst w enn es für eine andere W aren- und D ienstleistungsklasse beantragt w urde. D agegen stam m t die von der Beschw erdeführerin ins Feld geführte Eintragung der reinen W ortm arke M ASTER PIEC E aus dem Jahr 1986 (M arken N r. 352'368, gehörend der A._______). In den letzten zw anzig Jahren hat sich die Eintragungspraxis des IG E w esentlich fortgebildet und an die veränderten U m stände in der W irtschaft und G esellschaft angepasst. Insbesondere w as die Englischkenntnisse des schw eizerischen D urchschnittspublikum s anbelangt, sind aufgrund technischer Entw icklungen (z.B. Internet / englische und am erikanische Fernsehsender), politischer Entscheidungen (z.B. Einführung von Frühenglisch an den Prim arschulen) und beruflicher Zw änge (in der Arbeitsw elt w erden in diversen Berufen Englischkenntnisse vorausgesetzt) w esentliche Fortschritte gem acht w orden. D ieser Veränderung der U m stände m uss bei der Eintragungspraxis R echnung getragen w erden. G estützt auf die Eintragung des Zeichens M ASTER PIEC E aus dem Jahr 1986 kann die Beschw erdeführerin daher keinen Anspruch auf G leichbehandlung herleiten. 6.2 Bei der zw eiten von der Beschw erdeführerin erw ähnten Eintragung für die M arke M ASTER PIEC E (M arken N r. P-421'207, gehörend der C ._______) handelt es sich um eine W ort-Bildm arke m it einem Farbanspruch für G rün, Blau, R ot, O range und Schw arz. Sie zeichnet sich durch einen speziellen Schriftzug und durch eine besondere grafische G estaltung aus. D iese M arke kann schon deshalb nicht unter dem Titel des G leichheitsgebots ins Feld geführt w erden, da G leiches nicht m it G leichem verglichen w ird. So hat sich das Bundesgericht im bereits viel zitierten BG E 129 III 225 m it eben dieser M arke der C ._______ für D ienstleistungen der Klasse 36 auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekom m en, dass sie als reine W ortm arke zum G em eingut gehöre und nicht eingetragen w erden könne. D ie Beschw erdeführerin kann deshalb auch m it dem H inw eis auf die Eintragung der W ort-Bildm arke M ASTER PIEC E der C ._______ (M arken N r. P-421'207) nichts zu ihren G unsten ableiten. 7. D ie Beschw erde erw eist sich dem zufolge als unbegründet. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten der Beschw erdeführe- rin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 7 Abs. 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). 8. D ie Spruchgebühr (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 VG KE). In M arkeneintra-8 gungsverfahren ist dafür das Interesse der beschw erdeführenden Partei am Aufw and einer neuen M arkeneintragung und an der Vorbereitung der M arkteinführung im Fall der R ückw eisung der hängigen M arkenanm eldung zu veranschlagen. Es w ürde allerdings zu w eit führen und könnte im Ver- hältnis zu den relativ geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens ab- schreckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnachw eise im Ein- zelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der U m fang der Streitsache darum nach Erfahrungsw erten auf Fr. 25'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H E R , D er Streitw ert im Im m aterialgü- ter- und W ettbew erbsprozess, in: sic! 7/8 2002 S. 505; LEO N Z M EYE R , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, in: sic! 6/2001 S. 559 ff.; LU C AS D AVID , in: R oland von Büren / Lucas D avid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). D em nach ist eine Spruchgebühr von Fr. 3'500.-- zu erheben, w elche teilw eise m ittels des geleisteten Kostenvorschusses zu decken ist. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung bestä- tigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 3'500.-- w ird der Beschw erdeführerin auferlegt und nach R echtskraft dieses U rteils m it dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- verrechnet. D ie Beschw erdeführerin hat dam it noch Fr. 1'000.-- zu bezahlen. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (R echtsvertreter; m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 50606/2005; m it G erichtsurkunde) - dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (zur Kenntnis) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: M aria Am gw erd Thom as Zogg R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundes- gericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am : 26. Juli 2007