Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Februar 2017 (720 16 177) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht zu Recht vom 1. August 2013 bis 31. Dezember 2017 bejaht. Ein darüber hinausgehende r Anspruch der Beschwerdeführe- rin auf Rückerstattung ihrer Vorleistungen besteht nicht. Die Beschwerde wird abgewie- sen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Robin Eschbach Parteien SWICA Krankenversicherung AG , Römerstrasse 38 , 8401 Winterthur, Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Beigeladener A.____, vertreten durch B.____ und C._ ___ Betreff Medizinische Massnahmen betr. A.____ A. Der am 19. August 2011 geborene A.____ wurde am 9. Dezember 2012 in D.____ aufgrund einer Hypospadie (angeborene Entwicklungss törung der Harnröhre) behandelt. Seine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eltern, B.____ und C.____, ersuchten daraufhin die S WICA Krankenversicherung AG (SWICA) um Kostengutsprache für die medizinische Behandlung von A.____, welche SWICA gewährte. Am 7. August 2014 wurde die Anmeldung des Geburtsgebr echens bei der IV-Stelle für Versi- cherte im Ausland (IVST) vorgenommen. Mit Schreiben vom 3. September 2014 teilte die IVST mit, die Anmeldung sei zu spät erfolgt, weshalb gestützt auf Art. 48 Abs. 1 IVG keine Leistungs- pflicht der Invalidenversicherung für die Operation vom 9 . Dezember 2012 bestehe. SWICA verwies mit Schreiben vom 15. Oktober 2014 auf die Tatsache, dass sie als anmeldeberechtigte Krankenversicherung erstmals mit Abrechnung vom 3. Feb ruar 2014 Kenntnis vom anspruchs- begründenden Sachverhalt erhalten habe, weshalb die A nmeldung vom 12. August 2014 noch innerhalb der Jahresfrist eingereicht worden sei. Mit Mitteilung vom 29. April 2015 übernahm die IV-Stelle die Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 352 und erteilte Kostengutsprache für medizinische Massnahmen vom 1. August 2013 bis 31. Dezember 2017. Daraufhin ersuchte SWICA die IV-Stelle darum, den Mitteilungsbeginn auf den 9. Dezember 2012 anzupassen. Die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) hiel t schliesslich mit Verfügung vom 17. Mai 2016 an ihrer Mitteilung vom 29. April 2015 fest. Zu r Begründung führte sie im Wesentlichen aus, es sei massgebend, wann die versicherte Person oder i hr gesetzlicher Vertreter vom an- spruchsbegründenden Sachverhalt Kenntnis erhalten habe, dagegen sei unbeachtlich, wenn die Krankenversicherung erst später von dieser Behandlung erfahren habe. B. Hiergegen erhob SWICA am 2. Juni 2016 Beschwerde b eim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte , in Aufhebung der Verfügung vom 17. Mai 2016 sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihre Leistungspflicht bereits ab 9. Dezember 2012 zu anerkennen und SWICA die erbrachten Vorleistungen zu erstatten; unter o/e- Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2016 schloss die I V-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 23. Juni 2016 wurde A.____, vertreten durch seine Eltern, B.____ und C.____, zum Verfahren beigeladen. E. Am 20. August 2016 nahm der Beigeladene zur Verneh mlassung der IV-Stelle vom 22. Juni 2016 Stellung. Die Beschwerdeführerin verzichte te mit Eingabe vom 23. August 2016 auf eine Stellungnahme. Mit Schreiben der Beschwerdeg egnerin vom 31. August 2016 nahm diese erneut zum Verfahren Stellung. F. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 8. Septembe r 2016 wurde der Beschwerde- führerin Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. D abei wolle sie insbesondere zur Frage einer allfälligen Doppelversicherung sowie zur Frage ei ner bereits bestehenden Versicherungs- deckung durch E.____ Stellung beziehen. Die Beschwerdeführerin nahm daraufhin mit Eingabe vom 14. September 2016 Stellung. Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom 20. Sep- tember 2016, dass sie auf die Einreichung einer weitere n Stellungnahme verzichte und verwies auf die angefochtene Verfügung vom 17. Mai 2016 sowie ihre Eingaben vom 22. Juni 2016 und 31. August 2016. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Der Beigeladene liess sich mit Eingabe vom 5. Oktober 2016 erneut zum Verfahren vernehmen. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere Stellungnahme. Die Beschwerdeführerin nahm schl iesslich mit Schreiben vom 19. Oktober 2016 erneut zum Verfahren Stellung. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidi erende Person der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.- durch Präsidialentscheid. Dieser Streitwert ist im vorlie genden Fall mit der beantragten Über- nahme der Behandlungskosten in der Höhe von Fr. 8‘506 .05 unterschritten, weshalb die Ange- legenheit präsidial zu entscheiden ist. Auf die im Übrig en form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 2. Juni 2016 ist einzutreten. 2.1 Strittig und zu prüfen ist, ab welchem Zeitpunkt di e Kosten für die medizinische Behand- lung des Geburtsgebrechens von A.____ von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen und der Beschwerdeführerin ihre Vorleistungen zurückzuerstatten sind. 2.2 Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjah r Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendige n medizinischen Massnahmen (Art. 13 Abs. 1 IVG). Der Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, fü r welche diese Massnahmen gewährt werden (Art. 13 Abs. 2 IVG). Als Geburtsgebrechen gelte n diejenigen Krankheiten, die bei voll- endeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG in Verbin dung mit Art. 1 Abs. 1 Satz 1 der Ver- ordnung über Geburtsgebrechen [GgV] vom 9. Dezember 198 5). Die im Anhang zur GgV ent- haltene Liste der Geburtsgebrechen ist abschliessend. Nur das Eidgenössische Departement des Innern kann eindeutige Geburtsgebrechen, die nicht i n der Liste enthalten sind, als Ge- burtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG bezeichnen. Die blosse Veranlagung zu einem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen. Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang zur GgV aufgeführt. Der Anspruch beginnt gemäss Art. 2 Abs. 1 GgV mit der Einleitung von medizini- schen Massnahmen, frühestens jedoch nach vollendeter Geburt . Als medizinische Massnah- men, die für die Behandlung des Geburtsgebrechens notwe ndig sind, gelten sämtliche Vorkeh- ren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wiss enschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Wei se anstreben (Art. 2 Abs. 3 GgV). Gemäss GgV-Anhang Ziff. 352 wird eine Hypospadie als G eburtsgebrechen angesehen. Vor- liegend wird von den Parteien zu Recht weder bestritten , dass der Beigeladene unter einer Hy- pospadie leidet, noch dass es sich dabei um ein Geburtsge brechen handeln würde. Mit den Parteien ist festzustellen, dass der Beigeladene unter einem Geburtsgebrechen im Sinne von Nr. 352 Anhang GgV leidet. 2.3 Das Erlöschen der Leistungsansprüche ist in Art. 24 ATSG geregelt. Der Anspruch auf ausstehende Leistungen oder Beiträge erlischt fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für wel- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen die Leistung, und fünf Jahre nach dem Ende des Kal enderjahres, für welches der Beitrag geschuldet war. Eine davon abweichende Regelung ist in Art. 48 Abs. 1 IVG enthalten. Gemäss dieser wird die Leistung in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG nur für die zwölf Monate nach- gezahlt, die der Geltendmachung vorangehen, wenn ein e versicherte Person ihren Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, auf medizinische Massnah men oder auf Hilfsmittel mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend macht. Die Leistung wird für einen längeren Zeitraum nachgezahlt, wenn die versicherte Person den an spruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und sie den Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon Kenntnis erhalten hat, geltend macht (vgl. Art. 48 Ab s. 2 lit. a und b IVG). Unter dem an- spruchsbegründenden Sachverhalt ist der körperliche, geistig e oder psychische Gesundheits- schaden zu verstehen, der einen Leistungsanspruch zur Folg e hat. Mit der Kenntnis des an- spruchsbegründenden Sachverhalts ist nicht das subjektive Einsichtsvermögen der versicherten Person gemeint, sondern es geht nach dem Wortlaut von Ar t. 48 Abs. 2 lit. a IVG vielmehr da- rum, ob der anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv f eststellbar ist oder nicht (BGE 120 V 89 E. 4b S. 94; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Mai 2013, 9C_336/2012, E. 4.2). Dabei kommt es allein auf die Kenntnis des anspruchsbegründenden Sa chverhalts, also auf die Kenntnis des entsprechenden Gesundheitszustandes und nicht etwa darauf an, ob sich daraus ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung ableiten lässt (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG]; heute: Bundesgericht) vom 20. Aug ust 2002, I 199/02, E. 2.2). Dass ein objektiv gegebener anspruchsbegründender Sachverhalt nic ht erkennbar gewesen ist oder dass die versicherte Person trotz entsprechender Kenntnis kr ankheitsbedingt daran gehindert wurde, sich anzumelden oder jemanden mit der Anmeldu ng zu betrauen, wird von der Recht- sprechung nur sehr zurückhaltend angenommen (Urteil des B undesgerichts vom 6. Mai 2013, 9C_336/2012, E. 4.2). 2.4 Art. 70 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass die berechtigte Person Vorleistung verlangen kann, wenn ein Versicherungsfall einen Anspruch auf Sozialver sicherungsleistungen begründet, aber Zweifel darüber bestehen, welche Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat. Die be- rechtigte Person hat sich gemäss Art. 70 Abs. 3 ATSG bei den in Frage kommenden Sozialver- sicherungen anzumelden. Art. 71 ATSG hält alsdann die Rückerstattung von Vorleistungen fest. Der vorleistungspflichtige Versicherungsträger erbringt d ie Leistungen nach den für ihn gelten- den Bestimmungen. Wird der Fall von einem anderen Tr äger übernommen, so hat dieser die Vorleistungen im Rahmen seiner Leistungspflicht zurückzue rstatten (vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, N 13 ff. zu Art. 71). 2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Besc hwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entschei d, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen ügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung , die es von allen möglichen Gesche- hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich dabei im vorliegenden Fall wie folgt dar: 3.1 Im Patientenbrief vom 7. Januar 2013, diktiert von Dr. F.____, Ärztin für Allgemeinme- dizin, Spital G.____, wurde die Diagnose einer distal en penilen Hypospadie gestellt. Als Thera- pie wurde ein transglandulärer Urethaldurchzug, Lasche ndrainage aufgeführt. A.____ sei vom 9. Dezember 2012 bis 17. Dezember 2012 in der Kinder- und Jugendchirurgie in Behandlung gewesen. Die stationäre Aufnahme des kleinen Patienten sei am 9. Dezember 2012 zur geplan- ten operativen Sanierung einer distalen penilen Hypospadie erfolgt. Am 10. Dezember 2012 sei der Eingriff in ungestörter Allgemeinnarkose durchgefüh rt worden. Der postoperative Verlauf habe sich, unter antibiotischer Abschirmung mit Unasyn/Ce fepim i.v. und Refobacinsalbe lokal, kompikationslos gestaltet, sodass A.____ am 17. Dezember 20 12 mit blanden Wundverhältnis- sen und problemloser Miktion in häusliche Pflege habe entlassen werden können. 3.2 E.____ erteilte in ihrem Schreiben vom 31. Janua r 2013 Kostengutsprache für die Be- handlung einer distalen Hypospadie vom 9. Dezember 2012 in der Höhe von Euro 10‘633.70. 3.3 Gemäss Empfangsbestätigung der IV-Stelle vom 27. Januar 2015 wurde ihr die An- meldung des Beigeladenen vom 7. August 2014 von der IVST, nach Wohnsitznahme im Kanton Baselland, weitergeleitet. Die IV-Stelle erteilte m it Verfügung vom 17. Mai 2016 Kostengutspra- che für die Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 352 vo m 1. August 2013 bis 31. Dezember 2017 und die ärztlich verordneten Behandlungsgeräte i n einfacher und zweckmässiger Ausfüh- rung. In ihrer Begründung führte sie im Wesentlichen Folgendes aus: Mache eine versicherte Person ihren Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, a uf medizinische Massnahmen oder auf Hilfsmittel mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend, so werde die Leistung in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG nur für die zwölf M onate nachgezahlt, die deren Gel- tendmachung vorangehen (Art. 48 Abs. 1 IVG). Gemäss Ar t. 48 Abs. 2 IVG werde die Leistung für einen längeren Zeitraum als zwölf Monate nachgezah lt, wenn der Versicherte den an- spruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und de n Anspruch spätestens zwölf Monate nach Kenntnis geltend mache. Vorliegend sei der Gesundheitsschaden spätestens am 9. Dezember 2012 (Beginn stationärer Aufenthalt zwecks operativer Sanierung der Hypospadie) bekannt gewesen. Dass die Krankenkasse erst später von di esen Behandlungen erfahren ha- be, respektive noch Abklärungen vornehmen müsse, vermöge ke ine weitergehende Nachzah- lung als die unter Art. 48 Abs. 1 IVG festgehaltene zu begründen. Die Anmeldung für IV- Leistungen sei am 12. August 2014 bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland eingegangen. In der Folge könnten keine Leistungen vor dem August 2013 durch die IV übernommen werden. 3.4 Hiergegen erhob SWICA am 2. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, sie hab e nach Erhalt der Rechnung vom 3. Februar 2014 für einen stationären Aufenthalt mit der Diagnose Hypospadie (Geburtsgebre- chen Nr. 352) und Durchführung von weiteren Abklärungen am 7. August 2014 die Anmeldung bei der Invalidenversicherung vorgenommen. Laut Bunde srecht habe der Träger, der Vorleis- tungen erbringt, ein eigenes Anmelde- und Beschwerder echt (BGE 135 V 106). Vorliegend sei SWICA als vorleistungs- und anmeldeberechtigte Person n icht bekannt gewesen, dass ein Ge- burtsgebrechen vorliege und die Invalidenversicherung leistungspflichtig sei. Sie habe unbestrit- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenermassen erst nach Eingang der Rechnung vom 3. Febr uar 2014 von der Behandlung und damit vom anspruchsbegründenden Sachverhalt (Geburtsgebrechen Nr. 352) Kenntnis erhalten und habe die Anmeldung am 7. August 2014 an die IV-Stelle veranlasst. Damit habe SWICA als vorleistungspflichtiger Träger, der vom anspruchsbegründe nden Sachverhalt erst mehr als zwölf Monate später erfahren habe, ihre Anmeldung rech tzeitig vorgenommen und daher An- spruch auf Rückerstattung der Vorleistungen. Zudem habe das Bundesgericht festgestellt, dass eine unterlassene Anmeldung durch die versicherte Person nicht zu einem Rechtsverlust für den vorleistungspflichtigen Versicherungsträger führen dürfe. Gerade im vorliegenden Fall wür- de aber das Vorgehen der IV-Stelle dazu führen, dass d ie vorleistungspflichtige Krankenversi- cherung die Möglichkeit verliere, ihre Vorleistung vom p rimären Versicherungsträger zurückzu- erhalten, ohne selbst die Möglichkeit gehabt zu haben, rechtzeitig zu reagieren, (BGE 135 V 106). Dies würde das System aushebeln, wonach es nicht im Belieben der versicherten Person stehe, sich beim zuständigen Versicherungsträger anzumelde n. Die Krankenversicherung, die ausschliesslich als subsidiär haftende Versicherung dastehe, w ürde immer zu spät kommen, wenn die versicherte Person nicht kooperiere und durch di e Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht die Leistungen des primären Versicherungsträgers auf Koste n des nichtpflichtigen Versiche- rungsträgers verwirke. Das sei systemwidrig und stossend, wü rde es doch im Belieben der ver- sicherten Person stehen, den primären Leistungsträger zulasten des Sekundären zu schonen. Dies sei weder vom Gesetzgeber noch der Rechtsprechung gewollt. 3.5 In ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das von der Beschwerdeführerin wiederholt erwähnte Bundesgerichtsurteil (BGE 135 V 106) befasse sich einzig damit, ob der Kostenträger, der Vorleistungen erbringt, ein eigenes Anmelde- und Beschwerderecht habe. Dies werde je doch seitens der IV-Stelle nicht bestritten, weshalb das Urteil nicht zur Klärung der ei gentlich interessierenden Fragestellung, ob die Voraussetzungen von Art. 48 Abs. 2 IVG erfüll t sind, beitrage. Beim Geburtsgebrechen Nr. 352 handle es sich um eine angeborene Entwicklungsst örung der Harnröhre. In der Regel werde eine Hypospadie direkt nach der Geburt erkannt. Auffälligste Merkmale seien die Vor- hautschürze, die Fehllage der Harnröhrenmündung und de r nach unten und hinten gerichtete Harnstrahl beim Wasserlassen. In seltenen Fällen bestehe eine geschlossene, ringförmige Vor- haut bei der Fehlmündung des Harnröhrenausgangs, hier könne die Hypospadie erst verspätet erkannt werden. Beim Versicherten sei im Alter von 16 M onaten ein stationärer Aufenthalt im Spital G.____ zur operativen Behebung der Fehlbildun g vom 9. Dezember 2012 bis 17. De- zember 2012 erfolgt. Bei dieser Ausgangslage sei erstel lt, dass dem Versicherten respektive seinen Eltern der anspruchsbegründende Sachverhalt be reits seit der Geburt des Beigelade- nen, spätestens jedoch seit Spitaleintritt am 9. Dezember 2012 bekannt gewesen sei. Um einen Leistungsanspruch entsprechend dem Rechtsbegehren der B eschwerdeführerin zu generieren, hätte die Anmeldung spätestens im Dezember 2013 bei der IV-Stelle eingehen müssen. In Art. 48 Abs. 2 IVG gehe es einzig um die Kenntnis der ve rsicherten Person, respektive deren Vertreter. Nach dem klaren Wortlaut von Art. 71 ATSG beschränke sich die Rückerstattungs- pflicht auf den Rahmen der Leistungspflicht des überneh menden Trägers. Die Leistungspflicht der IV-Stelle beginne im August 2013, weshalb erst ab diesem Zeitpunkt Vorleistungen der Be- schwerdeführerin zurückerstattet werden können. Die Voraussetzungen für eine weitergehende Rückzahlung seien nicht erfüllt. Dem Antrag der Beschwerdeführerin Folge zu leisten, würde im Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ergebnis eine Erweiterung der Leistungspflicht der IV -Stelle aufgrund ihrer Rückerstattungs- pflicht bedeuten. Dies widerspreche jedoch dem klaren Wortlaut von Art. 48 Abs. 2 IVG und Art. 71 Satz 2 ATSG und wäre somit rechtswidrig. 3.6 Am 20. August 2016 nahmen die Eltern des Beigelad enen zur Vernehmlassung der IV- Stelle vom 22. Juni 2016 Stellung. Als der Beigeladen e im August 2011 in H.____ geboren worden sei, hätten die Ärzte ihnen in den ersten Tagen nach der Geburt mitgeteilt, dass ihr Sohn mit einer Hypospadie geboren worden sei. Ihnen sei erklärt worden, dass eine solche Missbildung in der Regel im Alter von ca. 18 Monaten o perativ korrigiert werde und sie in ca. einem Jahr bei einem Kinderchirurgen vorstellig werden sollten. Die Missbildung sei damals vom Kinderarzt als „nicht schwer“ und die Prognose als „gu t“ bewertet worden. Sie hätten die Missbildung nicht mit einer Invalidität in Verbindung gebracht und damit auch nicht daran ge- dacht, dass diese bei der IV angemeldet werden müsste. I m Sommer 2012 seien sie beim Kin- derchirurgen vorstellig geworden und die Operation hab e man auf Dezember 2012 terminiert. C.____ habe eine Vorauszahlung im Krankenhaus in der Höhe von ungefähr Fr. 10‘000.-- ge- leistet und bei E.____ eine Kostengutsprache eingeholt. 3.7 Mit Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 31. August 2 016 brachte diese vor, aus der Stellungnahme der Eltern des Beigeladenen vom 20. Aug ust 2016 sei ersichtlich, dass die vor- liegende Hypospadie bereits wenige Tage nach der Gebur t bekannt gewesen sei. Ebenso sei zu diesem Zeitpunkt in Aussicht gestellt worden, dass diese etwa im Alter von 18 Monaten ope- rativ korrigiert werden sollte. Der anspruchsbegründend e Sachverhalt im Sinne von Art. 48 Abs. 2 IVG sei somit kurz nach der Geburt objek tiv feststellbar gewesen. Davon zu un- terscheiden sei die Rechtsunkenntnis über einen Anspruch . Aus ihr liessen sich keine Vorteile ableiten (BGE 124 V 215 E. 2b/aa S. 220). Weiter gehe aus der Stellungnahme vom 20. August 2016 hervor, dass die Kosten für den Krankenhausaufent halt von der Mutter des Beigeladenen vorfinanziert und im Anschluss von der ebenfalls involviert en Krankenversicherung E.____ rückerstattet worden seien. Dass die Beschwerdeführerin g emäss ihren Angaben erstmals am 3. Februar 2014 Kenntnis vom anspruchsbegründenden Sachverhalt erlangt habe, sei demnach auf ein Koordinationsproblem zwischen den beiden beteil igten Krankenversicherungen zurück- zuführen und habe keinen Einfluss auf die Leistungspflicht der Invalidenversicherung. 3.8 Mit Eingabe der Beschwerdeführerin vom 14. Septe mber 2016 nahm diese erneut zum Verfahren Stellung. Sie brachte vor, ein Tatbestand, der die Befreiung von der obligatorischen Krankenversicherungspflicht nach Art. 3 KVG i.V.m Art 1 KVV voraussetzen würde (Art. 2 KVV: Ausnahmen), liege nicht vor. Die Familie von A.____ se i aufgrund ihres Schweizer Wohnsitzes trotz Auslandaufenthalt sowohl KVG- als auch IV-versichert und unterstehe daher dem Schwei- zerischen Sozialversicherungsrecht. Zudem sei SWICA die Rech nung des Spitals G.____ für den Spitalaufenthalt des Beigeladenen vom 9. Dezember 2012 bis 17. Dezember 2012 zuge- stellt worden und von ihr nach den Bestimmungen des KV G abgerechnet und übernommen worden. Daher stehe ihr ein Rückerstattungsrecht gemäss Ar t. 70 ATSG zu, sofern die Voraus- setzungen für die Kostenübernahme durch die Invalidenver sicherung erfüllt seien. Würde der Versicherte aufgrund des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei- nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit gliedstaaten andererseits über die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Freizügigkeit (FZA) vom 21. Juni 1999, in Kraft getret en am 1. Juni 2002, einem anderen Sozi- alrecht unterstehen, so wäre schliesslich auch die Schweize rische Invalidenversicherung nicht zuständig, was offenbar nicht bestritten werde. Allfälli ge Behauptungen über Doppelversiche- rung oder Zahlung Dritter sei nicht belegt und werde bestritten sowie durch die eingereichten Dokumente widerlegt. Als obligatorische Krankenversicherung, die Leistungen für eine Behand- lung im Ausland übernommen habe, habe SWICA ein Inte resse an der Feststellung des tat- sächlich leistungspflichtigen Trägers, damit sie ihre als su bsidiäre Versicherung erbrachten Leistungen allenfalls zurückfordern könne. Im vorliegen den Verfahren sei daher materiell zu prüfen, ob die von SWICA für die Behandlung des Gebur tsgebrechens erbrachten Leistungen von der Invalidenversicherung zurück zu erstatten seien. 3.9 Die Eltern des Beigeladenen liessen sich mit Eingabe vom 5. Oktober 2016 erneut zum Verfahren vernehmen. Ihrer Meinung nach seien sie nicht doppelversichert nach KVG, da E.____ keine Krankenversicherung nach KVG sei. Vielmehr ha ndle es sich bei E.____ um eine Zusatzversicherung. Der Arbeitgeber von B.____ versichere s ämtliche entsandte Arbeitnehmer weltweit bei E.____. Weil dies in der Schweiz dem KVG nicht genüge, würden die Arbeitneh- mer, welche von der Schweiz aus entsandt würden zusätzlich n ach KVG bei SWICA versichert. Auch seien sie der Meinung, dass die Rückerstattung nicht doppelt ausgerichtet worden sei. Auf der Abrechnung der SWICA sei nicht ersichtlich, an wen die Zahlung der Fr. 8‘506.05 entrichtet worden sei. Sie hätten das Geld jedenfalls erhalten. S ie gingen davon aus, dass SWICA die Rechnung des Krankenhauses von E.____ erhalten habe un d ihre Kostenbeteiligung auch an E.____ ausgerichtet habe. 3.10 Mit Eingabe vom 19. Oktober 2016 nahm die Beschwe rdeführerin schliesslich erneut zum Verfahren Stellung und führte aus, SWICA habe den KVG-Anteil von Fr. 8‘506.05 an der Auslandrechnung im Gesamtbetrag von Euro 10‘633.70 an E.____ ausbezahlt, die als Zusatz- versicherung vorgeleistet habe. Die Eingabe der Beigelad enen vom 5. Oktober 2016 entspre- che den Tatsachen. Zusammenfassend habe SWICA zugunsten de s Beigeladenen KVG- Leistungen im Umfang von Fr. 8‘506.05 ausgerichtet, d ie von der zuständigen Invalidenversi- cherung zurückzuerstatten seien. 4.1 Gemäss Art. 13 Abs. 1 ATSG bestimmt sich der Wohnsit z einer Person nach den Art. 23 bis 26 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Nach Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der Wohnsitz einer Person an de m Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Wie die Beschwerdeführe rin zu Recht vorbringt, ist die Familie von A.____ aufgrund ihres Schweizer Wohnsitzes trotz Ausla ndaufenthalt sowohl KVG- als auch IV-versichert und untersteht dem Schweizerischen So zialversicherungsrecht. Dies wird im Übrigen von den Parteien nicht bestritten. Ebenso ist zu Recht unbestritten, dass beim Beigela- denen keine Doppelversicherung besteht. 4.2 In Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG wird die Lei stung nur für die zwölf Monate nachgezahlt, die der Geltendmachung vorangehen, wenn eine versicherte Person ihren An- spruch auf eine Hilflosenentschädigung, auf medizinische M assnahmen oder auf Hilfsmittel mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend ma cht (vgl. E. 2.3 hiervor). Die Leis- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung wird gemäss Art. 48 Abs. 2 lit. a und b IVG für einen längeren Zeitraum nachgezahlt, wenn die versicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverha lt nicht kennen konnte und sie den Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon K enntnis erhalten hat, geltend macht. Unter dem anspruchsbegründenden Sachverhalt ist d er körperliche, geistige oder psy- chische Gesundheitsschaden zu verstehen, der einen Leistungsanspruch zur Folge hat. Mit der Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts ist nicht d as subjektive Einsichtsvermögen der versicherten Person gemeint, sondern es geht vielmeh r darum, ob der anspruchsbegrün- dende Sachverhalt objektiv feststellbar ist oder nicht (vgl. E. 2.3 hiervor). Die Beschwerdeführe- rin macht im Wesentlichen geltend, dass sie als anmeldebe rechtigte Krankenversicherung erstmals mit Abrechnung vom 3. Februar 2014 Kenntnis vo m anspruchsbegründenden Sach- verhalt erhalten habe, weshalb die Anmeldung vom 12. August 2014 noch innerhalb der Jahres- frist eingereicht worden sei. Vorerst ist zu prüfen, ob der Beigeladene selbst die Voraussetzun- gen von Art. 48 Abs. 2 erfüllt. Aufgrund ihrer Ausführ ungen vom 29. August 2016 zeigt sich, dass die Eltern des Beigeladenen den anspruchsbegründe nden Sachverhalt bereits im Jahr 2011 gekannt haben. So führten diese in ihrer Stellungnahme aus, die Ärzte hätten ihnen in den ersten Tagen nach der Geburt am 19. August 2011 mitge teilt, dass ihr Sohn unter einer Hypos- padie leide. Ihnen sei erklärt worden, dass eine solche Missbildung in der Regel im Alter von ungefähr 18 Monaten operativ korrigiert werde und sie in einem Jahr bei einem Kinderchirurgen vorstellig werden sollten. Eine Kenntnis vom Geburtsgebr echen und der Behandlungsbedürftig- keit der Hypospadie hat demnach bereits zu diesem Zeitp unkt bestanden. Daran ändern auch ihre fehlenden Rechtskenntnisse nichts, zumal es allein auf die Kenntnis des entsprechenden Gesundheitszustandes und nicht darauf ankommt, ob sich dar aus ein Anspruch ableiten lässt (vgl. E. 2.3 hiervor). Zu keinem anderen Ergebnis würde es im Übrigen führen, wenn als rele- vanter Zeitpunkt der Kenntnis die operative Behandlung des Geburtsgebrechens am 9. Dezem- ber 2012 gesehen würde, was wie ausgeführt nicht der Fall ist. Ein Anspruch des Beigeladenen auf Auszahlung der IV-Leistungen für einen längeren Z eitraum im Sinne von Art. 48 Abs. 2 be- steht demnach nicht. 4.3 Schliesslich ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin, wie von ihr geltend gemacht wird, einen solchen Anspruch im Sinne von Art. 48 Abs. 2 IVG hat. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, sie habe den Sachverhalt erst mit Erhalt der Rechnung vom 3. Februar 2014 kennen können und de n Anspruch folglich innerhalb der zwölf-monatigen Frist im Sinne von Art. 48 Abs. 2 lit. b IVG geltend gemacht, kann ihr nicht ge- folgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbr ingt, geht es nach dem klaren Wort- laut von Art. 48 Abs. 2 IVG einzig um die Kenntnis der versicherten Person, respektive deren Vertreter. Selbst wenn die Beschwerdeführerin als Vert reterin des Beigeladenen gehandelt hät- te, hätte sie sich die Kenntnis seiner Eltern über den anspruchsbegründenden Sachverhalt ent- gegenhalten müssen. Wie ausgeführt, bestand diese berei ts zum Zeitpunkt der Geburt von A.____, weshalb die Anmeldung nach Ablauf der zwölf-mo natigen Frist erfolgt ist (vgl. E. 4.2 hiervor). Soweit sich die Beschwerdeführerin bei der Be gründung ihres Anspruchs auf das An- melderecht gemäss BGE 135 V 106 stützt, kann ihr nicht gefolgt werden, zumal der Sachverhalt im genannten Entscheid nicht dem Vorliegenden entsprich t. Das Bundesgericht befasste sich ausschliesslich mit dem Anmelderecht des vorleistungspflichtig en Sozialversicherungsträgers, welches im Übrigen vorliegend nicht bestritten wird. Aus dem zitierten Urteil des Bundesgerichts Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann jedoch nicht entnommen werden, dass das Anmelderech t dem vorleistungspflichtigen So- zialversicherungsträger weitergehende Ansprüche einräumen würde. Dies entspräche im Übri- gen nicht den Absichten des Gesetzgebers, zumal in Art. 48 IVG ausdrücklich nur auf die versi- cherte Person abgestellt wird. 5. Es ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin ihre L eistungspflicht zu Recht vom 1. August 2013 bis 31. Dezember 2017 bejaht hat. Ein darüber hinausgehender Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rückerstattung ihrer Vorleistunge n besteht demnach nicht, zumal die Vorleistungen vom übernehmenden Sozialversicherungsträ ger nur im Rahmen seiner Leis- tungspflicht zurückzuerstatten sind (vgl. E. 2.4 hiervor). 6. Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausführu ngen festzustellen, dass das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist, weshalb die Beschwerde ab- zuweisen ist. 7. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden Verfahrenskosten in der Regel der unter- liegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb sie die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese werden m it dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. Die ausserordentl ichen Kosten sind dem Verfahrensaus- gang entsprechend wettzuschlagen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 2. März 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_176/2017 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht