Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 17. August 2016 (810 15 315) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Ausnahmebewilligung / Besitzstandsgarantie Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Stephan Gass, Christian Haidlauf , Gerichtsschreiber i.V. Alain Meier Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner B.____ , Beigeladene Betreff Rückbau unbewilligter Bauten (RRB Nr. 1615 vom 20. Oktober 2015) A. A.____ ist Eigentümer der in der Landwirtschafts zone gelegenen Parzelle Nr. 2392 des Grundbuches B.____. Er bewirtschaftet die Parzelle hobbymässig. B. Mit Schreiben vom 26. Mai 2014 machte das Bauins pektorat des Kantons Basel- Landschaft (Bauinspektorat) A.____ darauf aufmerksa m, dass auf der Parzelle Nr. 2392 ohne Baubewilligung ein Ersatzgebäude für den bestehende n Schopf, ein neuer Geräteschopf und Verbauungen im Uferbereich der C.____ errichtet wor den seien. Diese baulichen Massnahmen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bedürften einer kantonalen Bewilligung. Das Bauinspekto rat stellte zudem eine Räumungsver- fügung in Aussicht. C. Am 18. Juli 2014 reichte A.____ ein Baugesuch be treffend Sanierung des Geräte- schopfes auf der Parzelle Nr. 2392 ein. Er beantragte, es sei ihm im Rahmen einer Ausnahme- bewilligung zu gestatten, den heutigen Geräteschopf fertig bauen zu können oder das vorlie- gende Baugesuch sei zurückzustellen, bis Klarheit über di e Zonenzuteilung der Parzelle Nr. 2392 bestehe. Dabei machte er im Wesentlichen gelt end, dass der vergrösserte Schopf ursprünglich ähnliche Dimensionen aufgewiesen habe, wie aus einem Foto der "Swisstopo" vom 1. Juli 1982 hervorgehe. Der ursprüngliche Schopf se i damit grösser gewesen, als der im Jahr 2005 vorhandene Schopf, welcher heute als Ausgangspunkt für die Bemessung der Erwei- terung diene. D. Gegen dieses Baugesuch erhoben die kantonale Natur- und Landschaftsschutzkom- mission, B.___ und D.____, Eigentümerin einer Nachbarparzelle, Einsprache. E. Die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel- Landschaft (BUD) traf am 27. Mai 2015 folgenden Entscheid: „1. Die Ausnahmebewilligung für sämtliche Bauten und Anlagen wird verweigert. 2. Die Einsprachen der kantonalen Natur- und Landscha ftsschutzkommission und der B.____ werden gutgeheissen. 3. Auf die Einsprache von D.____ wird nicht eingetret en. 4. Die Backsteinbaute, der Schopf für Kleingeräte und die Baute aus grünem Blech sind samt Fundament, Bodenplatten und wo zutreffend zusätzlichem Mauerwerk vollständig abzubrechen. Das natürliche Terrain ist anschliessend fachgerecht wieder herzustellen. 5. Sämtliche unbewilligt vorgenommenen Uferverbauung en sind zu entfernen. Das Ufer der C.____ entlang der Parzelle 2392 ist auf den Zustand von Januar 2012 zurückzuversetzen, als die letzte fachgerechte Uferbefestigung unter Aufsicht des Tiefbauamtes, Abteilung Wasserbau, vorgenommen worden war. Grundlage für den Rückbau bil det der Entscheid des Tiefbauamtes Nr. W 60/11 vom 12. Oktober 2011 samt zugehörigem „Typ enplan Ufersicherung mit Naturstei- nen WT 1.2 – 1“ und Situationsplan. 6. Für den Rückbau sämtlicher unbewilligt vorgenommene r baulicher Massnahmen wird eine Frist von 6 Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Entschei ds gesetzt. Der Zustand des Ufers ist anschliessend durch das Tiefbauamt, Abteilung Wasserbau zu kontrollieren. 7. Sollte dieser Verfügung gemäss Ziffer 4-6 nicht F olge geleistet werden, wird A.____ hiermit auf Artikel 292 des Schweiz. Strafgesetzbuches aufmerksam gemacht. Die Bestimmung lautet: „Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zus tändigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.“ 8. Sollte der Räumungsaufforderung nicht fristgerecht Folge geleistet werden, so bleibt die Ersatz- vornahme auf Kosten des Pflichtigen vorbehalten. Dem Kanton steht hierfür ein Pfandrecht an der Liegenschaft ohne Eintragung im Grundbuch zu, das a llen anderen Pfandrechten voran- geht.“ Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zur Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, dass d ie Ausnahmebewilligung nicht er- teilt werden könne, da die Backsteinbaute eine Neubaute darstelle, die nicht unter die erweiterte Bestandesgarantie falle. Beim grünen Blechschopf und d em Schopf für Kleingeräte handle es sich um Neubauten, welche somit ebenfalls von der erweit erten Bestandesgarantie ausgenom- men seien. Eine Ausnahmebewilligung aufgrund von Stand ortgebundenheit komme nicht in Frage. Die Uferverbauungen würden sodann nicht einer fachgerechten Uferbefestigung ent- sprechen, da die wasserbautechnischen Anforderungen nicht erfüllt seien. Zudem würden die öffentlichen Interessen am Schutz des Fliessgewässers die p rivaten Interessen von A.____ überwiegen. F. Die von A.____ gegen diesen Entscheid erhobene Besc hwerde wurde mit Beschluss des Regierungsrats des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsr at) Nr. 1615 vom 20. Oktober 2015 abgewiesen. G. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 erhob A.____ geg en den Entscheid des Regie- rungsrats Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaf t, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt sinnge mäss die Aufhebung des angefochte- nen Entscheids und die Erteilung einer Ausnahmebewilligung. H. In der Beschwerdebegründung vom 27. November 2015 f ührt der Beschwerdeführer zusammengefasst aus, dass der Schopf zur Unterbringung von landwirtschaftlichen Geräten vor Ort benötigt werde. Zudem bestehe für den Schopf B esitzstandsgarantie und dieser stelle keinen Störfaktor für Dritte dar, zumal die Identität des Schopfes im sanierten Zustand gewahrt bleibe. Die vom Kanton vorgeschlagene Uferverbauung sei zu wenig tauglich für den Erosions- schutz und der Schutz der Parzelle vor Erosion sei als Grundrecht zu garantieren. I. Mit Vernehmlassung vom 11. Dezember 2015 beantragt B.____, es sei die Beschwer- de abzuweisen. J. In seiner Vernehmlassung vom 22. Dezember 2015 beant ragt der Regierungsrat eben- falls die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge. K. Mit Präsidialverfügung vom 5. Januar 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Der Beweisantrag des Beschwerdeführers auf D urchführung eines Augenscheins wurde abgewiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgeset zlicher Ausschlusstatbestand Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist als Baugesuch steller und Grundeigentümer durch den angefochtenen Entscheid im Sinne von § 47 Abs. 1 lit. a VPO berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiter en formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Vorab ist nicht ersichtlich, welche zusätzlichen wesentl ichen Erkenntnisse der vom Beschwerdeführer beantragte Augenschein hervorbringen könnte. Wie sich aus den nachfol- genden Erwägungen ergibt, ist die Beurteilung der vor liegenden Angelegenheit auf Grund der Akten möglich. Auf die Durchführung eines gerichtlichen Augenscheins kann unter diesen Um- ständen verzichtet werden. 4. Strittig ist, ob die Verweigerung einer Ausnahmebe willigung für den Geräteschopf so- wie den angrenzenden Schopf für Kleingeräte und die A nordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands der Parzelle (inkl. Uferverbauungen) zu Recht erfolgten. Was den grü- nen Blechschopf anbelangt, so wird dessen Rückbau vom Besch werdeführer in der Beschwer- debegründung "zur Kenntnis genommen" und bildet somit nicht mehr Streitgegenstand. 5.1 Zur Ausnahmebewilligung für den neu erstellten G eräteschopf und den angrenzenden Schopf für Kleingeräte erwog der Regierungsrat, dass de r bestehende Holzgeräteschopf mit einer Grundfläche von 10 m 2 entfernt und durch einen Neubau mit einer Fläche von 29.15 m2 ersetzt worden sei. Eine Berufung auf die Bestandesgaran tie sei nicht möglich, da die neue Baute nichts mehr mit der alten zu tun habe und somit der Grundsatz der Identität verletzt sei. Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 des Bundesgese tzes über die Raumplanung (Raum- planungsgesetz, RPG) vom 22. Juni 1979 komme nicht in Frage, da die dafür notwendige Standortgebundenheit der Baute nicht gegeben sei. Es sei gerechtfertigt, den vom Beschwerde- führer unbewilligt erstellten Geräteschopf ersatzlos abzubrechen. 5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sich auf der Parzelle Nr. 2392 seit rund 50 Jahren ein Geräteschopf befinde. Dies lasse sich mit ei ner "Swisstopo"-Fotografie vom 1. Juli 1982 belegen, auf welcher auch die Grösse des Schopfes ersichtlich sei. Beim neuen Gebäude handle es sich nicht um einen Neubau, sondern um eine Sa nierung. Die Identität sei aufgrund der gleichen Dachform, Gebäudehöhe und Flucht gewahrt , weshalb eine Berufung auf die Be- sitzstandsgarantie zulässig sei 6.1.1 Gemäss Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und An- lagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenko nform sind, in ihrem Bestand grund- sätzlich geschützt. Solche Bauten und Anlagen können mit B ewilligung der zuständigen Behör- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht de erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert o der wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind (Abs. 2). Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieser Bestimmung ist gemäss Art. 41 der Raumplanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni 2000, dass die Bauten und Anlagen rechtmässig erstellt oder geändert worden sind, bevor das betref- fende Grundstück Bestandteil des Nichtbaugebiets im Sinn des Bundesrechts wurde (altrechtli- che Bauten und Anlagen). Als solche gelten in erster Li nie Bauten, die in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht vor dem 1. Juli 1972 erstellt o der geändert wurden, als mit dem Inkraft- treten des Gewässerschutzgesetzes erstmals eine klare Tren nung von Bau- und Nichtbauge- biet vorgenommen wurde (vgl. BGE 129 II 396 E. 4.2. 1 mit Hinweisen). Ob der abgerissene Holzschopf ursprünglich rechtmässig erstellt wurde, ist nicht geklärt, kann aber angesichts der nachstehenden Erwägungen offen bleiben. 6.1.2 Mit der in Art. 24c RPG statuierten Besitzstandsg arantie zugunsten bestehender, zo- nenwidrig gewordener Bauten und Anlagen ausserhalb d er Bauzone soll ermöglicht werden, dass sich bestehende Bauten und Anlagen, die einer Nich tbauzone zugewiesen worden sind, unter gewissen Voraussetzungen baulich weiterentwickeln kö nnen. Der Schutz des bisherigen Bestandes altrechtlicher Bauten ergibt sich zwar auch ber eits aus der Verfassung (Art. 26 und Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999). In Art. 24c RPG hat der Bundesgesetzgeber die verfassun gsrechtliche Besitzstandsgarantie indes stark ausgeweitet, indem er über die Aufrechterh altung des bisherigen Bestands auch gewisse Veränderungen und Erweiterungen sowie den Wie deraufbau zulässt ("erweiterte Be- sitzstandsgarantie"; BERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 2 f. zu Art. 24c). 6.1.3 Vorliegend ist zu prüfen, ob der bereits erstellt e Geräteschopf (inkl. angrenzendem Schopf für Kleingeräte) einen zulässigen Wiederaufbau n ach Art. 24c RPG darstellt. Nach Art. 42 Abs. 4 RPV darf ein Gebäude wieder aufgebaut werden, wenn es im Zeitpunkt der Zer- störung oder des Abbruchs noch bestimmungsgemäss nutzbar war und an seiner Nutzung ein ununterbrochenes Interesse besteht. Ein Wiederaufbau l iegt vor, wenn anstelle einer abgebro- chenen oder zerstörten Baute oder Anlage eine neue err ichtet wird. Nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung muss die neue Anlage dem alten Werk in Grösse und Nutzungsart unge- fähr entsprechen. Sie darf daher höchstens eine teilwe ise Änderung mitumfassen (Urteil des Bundesgerichts 1C_268/2010 vom 25. November 2010 E. 3.4 ). Gemäss Art. 42 Abs. 4 RPV darf das Gebäudevolumen nur so weit wieder aufgebau t werden, dass es die nach Art. 42 Abs. 3 RPV zulässigen Flächen umfassen kann, wobei Art. 4 2 Abs. 3 lit. a RPV im Falle eines Wiederaufbaus nicht anwendbar ist. Nach Art. 42 Abs. 3 R PV darf eine Erweiterung ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens weder 30 Prozent noch 100 m2 überschreiten. 6.1.4 Vorab ist festzustellen, dass auf dem Foto der "Sw isstopo" aus dem Jahr 1982 die Grösse des dannzumal bestehenden Gebäudes entgegen der Ar gumentation des Beschwerde- führers nicht ersichtlich ist. Doch selbst wenn das vom Be schwerdeführer behauptete Gebäude ursprünglich bestanden hätte, wurde dieses zwischenzeitlich verkleinert und ist somit für die Besitzstandsgarantie nicht mehr beachtlich. Massgebend ist vielmehr, wie die Vorinstanzen zutreffend ausführen, der zuletzt vorhandene Zustand de s Holzschopfes. Gemäss den vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer eingereichten Plänen wies dieser eine Grundfläche von 10.3 m2 auf. Der neu erstellte Geräteschopf weist demgegenüber eine Grundfläche von 31.8 m2 auf, hinzu kommt der angrenzende Schopf für Kleingeräte mit einer Grundf läche von 3.9 m 2. Die Zunahme der Grundfläche durch die neuen Bauten beträgt somit ca. 2 50 Prozent und überschreitet die ge- mäss Art. 42 Abs. 4 i.V.m. Art. 42 Abs. 3 RPV zulässige E rweiterung von 30 Prozent bei Wei- tem. Der fraglichen Baute kann daher von vornherein keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG erteilt werden. 6.1.5 Selbst wenn die zu bewilligende Baute als Ersat zbaute zu qualifizieren wäre und höchstens im Umfang von Art. 42 Abs. 3 RPV erweitert wo rden wäre, bliebe die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehal ten (Art. 24c Abs. 5 RPG). Diese Formel verweist auf die Ziele und Grundsätze der Raumplanung ( Art. 1 und 3 RPG), mit deren für den Einzelfall massgeblichen Anliegen das Bauvorhaben im Ei nklang stehen muss (WALDMANN /H ÄNNI , a.a.O., N 22 zu Art. 24c). Vorliegend sprechen mehre re Anliegen gegen eine Baute an diesem Standort. So haben Bund und Ka ntone für die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet zu sorgen (Art. 1 Abs. 1 RPG). Nach den Planungsgrundsätzen in Art. 3 RPG sind naturnahe Landschaften und Erholungsräume zu erhalt en (Art. 3 Abs. 2 lit. d RPG) und Flussufer freizuhalten (Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG); nam entlich dürfen nach Art. 41c Abs. 1 der Ge- wässerschutzverordnung (GeschV) vom 28. Oktober 1998 im Gewässerraum nur standortge- bundene, im öffentlichen Interesse liegende Anlagen wi e Fuss- und Wanderwege, Flusskraft- werke oder Brücken erstellt werden. Die bereits erstellt e Baute verstösst auch gegen kantonale Bauvorschriften, indem die Minimalabstände zur Strasse ( Art. 95 lit. a des Raumplanungs- und Baugesetzes [RBG] vom 8. Januar 1998) und zum Waldrand ( Art. 95 lit. e RBG) überschritten werden. Aufgrund der mangelnden Vereinbarkeit mit w ichtigen Anliegen der Raumplanung könnte eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG auc h bei einer nur massvollen Erweite- rung nicht erteilt werden. 6.2 Im Weiteren ist zu prüfen, ob eine Ausnahmebewill igung nach Art. 24 RPG erteilt wer- den kann. 6.2.1 Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG kann erteilt werden, wenn der Zweck der Baute einen Standort ausserhalb der Bauzone erfordert (sog. Standortgebundenheit) und wenn dem Vorhaben keine überwiegenden Interessen entgegenst ehen. Beide Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein (W ALDMANN /H ÄNNI , a.a.O., N 6 zu Art. 24; BGE 123 II 256 E. 5). An die Erfordernisse der in Art. 24 lit. a RPG statuie rten Standortgebundenheit sind strenge Anforderungen zu stellen (BGE 124 II 256 f. E. 4 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf diese nur dann bejaht werden, wenn eine Baute aus technischen oder be- triebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbesch affenheit auf einen Standort aus- serhalb der Bauzone angewiesen ist. Dabei beurteilen si ch die Voraussetzungen nach objekti- ven Massstäben, und es kann weder auf die subjektiven Vorst ellungen und Wünsche des Ein- zelnen, noch auf die persönliche Zweckmässigkeit oder Bequemlichkeit ankommen (BGE 123 II 256 E. 5a; zum Ganzen WALDMANN /H ÄNNI , a.a.O., N 8 ff. zu Art. 24). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2 Einhergehend mit den Ausführungen der Vorinsta nzen ist festzustellen, dass der Be- schwerdeführer am fraglichen Standort nicht auf Aufbew ahrungsräume angewiesen ist. Die Parzelle Nr. 2392 ist mit Motorfahrzeugen problemlos er reichbar und nicht weit vom Siedlungs- gebiet entfernt (ca. 1.7 km bis zu B.____ und ca. 1.1 km zur Wohnadresse des Beschwerdefüh- rers). Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise auf grössere Geräte oder Maschinen, die schwierig zu transportieren wären. Es ist dem Beschwe rdeführer somit ohne weiteres mög- lich, die für die Bewirtschaftung des Landes notwendigen Geräte jeweils mitzubringen. Selbst bei Bejahung der Standortgebundenheit wäre im Übrig en eine Interessenabwägung vorzuneh- men. Wie bereits ausgeführt, stehen den fraglichen Bau ten gewichtige Anliegen der Raumpla- nung entgegen (vgl. E. 6.1.5), welche die Interessen d es Beschwerdeführers überwiegen. Der erstellte Geräteschopf und der angrenzende Schopf für K leingeräte können somit auch nicht aufgrund von Art. 24 RPG bewilligt werden und erwei sen sich deshalb – wie die Vorinstanzen zu Recht festgestellt haben – als gesetzeswidrig. 7.1 Ist eine Baute oder Anlage materiell gesetzeswidrig , hat das noch nicht zur Folge, dass sie beseitigt werden muss. Auch in einem solchen Fall sin d die verfassungs- und verwaltungs- rechtlichen Grundsätze zu berücksichtigen. Zu ihnen gehör en namentlich das öffentliche Inte- resse und die Verhältnismässigkeit, welche Art. 5 Abs. 2 B V als allgemeine Grundsätze rechts- staatlichen Handelns festhält und die zusätzlich auch in A rt. 36 Abs. 2 und 3 BV als Vorausset- zung für Grundrechtseingriffe genannt werden (vgl. Ur teil des Bundesgerichts 1A.32/2004 vom 30. September 2004 E. 5.1). So kann der Abbruch unter bleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder der Abbruch nicht i m öffentlichen Interesse liegt, ebenso wenn der Bauherr in gutem Glauben angenommen hat, e r sei zur Bauausführung ermächtigt, und der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustandes nicht sch werwiegende öffentliche Interes- sen entgegenstehen (vgl. BGE 132 II 21 E. 6; BGE 111 Ib 213 E. 6 ). Grundsätzlich kann sich auch der Bauherr, der nicht gutgläubig gehandelt ha t, gegenüber einem Abbruch- oder Wieder- herstellungsbefehl auf den Grundsatz der Verhältnismässigke it berufen. Er muss indessen in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwäg ungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Mass berücksichtige n (vgl. BGE 123 II 248 E. 4a; BGE 111 Ib 213 E. 6b). 7.2 Der vom Beschwerdeführer rechtswidrig erstellte Gerä teschopf (inkl. Kleinbaute) ver- letzt den Grundsatz der Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet, bei welchem es sich um ein grundlegendes Prinzip des Raumplanungsrechts handelt. Die Bauten verstossen zudem gegen mehrere weitere Prinzipien des Raumplanungsrecht s und kantonale Bauvorschriften (vgl. E. 6.1.5). Die Abweichung vom Gesetz kann dabei kein eswegs als geringfügig eingestuft werden. Der Beschwerdeführer handelte sodann nicht gut gläubig. Aus früheren Verfahren war ihm bekannt, dass die fraglichen Bauten einer Baubewil ligung bedürfen. Den öffentlichen Inte- ressen an der rechtsgleichen Durchsetzung des objektiven Rechts ist unter diesen Umständen ein hohes Gewicht beizumessen. Übermässige Kosten und Aufwe ndungen für den Rückbau macht der Beschwerdeführer nicht geltend; die entsprec henden privaten Interessen des Be- schwerdeführers hätten im Übrigen gegenüber den im Sp iel stehenden öffentlichen Interessen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zurückstehen. Die Anordnung des Abbruchs des Geräteschopfes und des angrenzenden Schopfes für Kleingeräte bzw. der Wiederherstellung de s rechtmässigen Zustands erweist sich gestützt darauf als verhältnismässig. 8. Zu prüfen ist im Weiteren, ob der verfügte Rückbau der Uferverbauungen rechtmässig ist. 8.1 Der Regierungsrat erwog, dass der Beschwerdeführer seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen worden sei, dass die von ihm vorgenommenen U ferverbauungen nicht einer fach- gerechten Uferbefestigung entsprechen würden und som it nicht bewilligungsfähig seien. Unter Aufsicht der Behörden seien Korrekturen vorgenommen wo rden, welche später mit illegalen Baumassnahmen erweitert worden seien. Das eigenmächtige Vorgehen des Beschwerdefüh- rers sei nicht zu rechtfertigen. 8.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Nachbe sserung der Uferverbauung die Parzelle Nr. 2392 vor Erosion schütze. Die vom Kanton vo rgeschlagene und ausgeführte Ufer- verbauung habe sich als zu wenig tauglich erwiesen. Der S chutz der Parzelle vor Erosion sei als Grundrecht zu garantieren. Die Interessenabwägung sei nicht korrekt erfolgt; die Eigentums- rechte des Beschwerdeführers würden die öffentlichen Interessen überwiegen. 8.3 Nach § 14 Abs. 1 des Gesetzes über den Wasserbau und die Nutzung der Gewässer (Wasserbaugesetz, WBauG) vom 1. April 2004 ist der Ufe runterhalt Sache der Anstossenden, wobei gemäss § 14 Abs. 4 WBauG der Uferunterhalt der A ufsicht der kantonalen Fachstelle unterliegt. Veränderungen an öffentlichen Gewässern b edürfen einer Bewilligung der kantona- len Fachstelle (§ 5 Abs. 3 WBauG). Der Beschwerdeführe r ist somit für den Uferunterhalt auf seiner Parzelle zuständig, hat aber bei Veränderungen am Ufer eine Bewilligung einzuholen. Mit Entscheid des Tiefbauamtes Nr. W 60/11 vom 12. Oktob er 2011 wurde dem Beschwerde- führer erlaubt, eine von ihm widerrechtlich erstellte Natursteinverbauung auf der Parzelle Nr. 2392 in den erodierten Uferbereich zu versetzen. A ls Auflage wurde dabei unter anderem vorgesehen, dass die Ausführung der Arbeiten dem eing ereichten Situationsplan vom 16. September 2011 und dem Typenplan WT 1.2-1 des Geschäftsbereiches Wasserbau zu ent- sprechen habe. Dem Beschwerdeführer wurde damit eine – mit Auflagen und Bedingungen versehene – Bewilligung für eine Uferverbauung ausgeste llt. Den von ihm entgegen dieser Be- willigung vorgenommenen Baumassnahmen stehen gemäss den schlüssigen Ausführungen der Vorinstanzen – mit denen sich der Beschwerdeführer nic ht substantiiert auseinandersetzt – ge- wichtige öffentliche Interessen (Unterspülung und Erosion des gegenüberliegenden Ufers sowie Gefährdung des angrenzenden Wanderweges) entgegen, wel che die angeordnete Wiederher- stellung des rechtmässigen Zustands ohne weiteres als rechtmä ssig erscheinen lassen. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl die Verwe igerung der Ausnahmebe- willigung für den Bau eines Geräteschopfes mit angrenze ndem Schopf für Kleingeräte als auch der Rückbau bzw. die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes der Bauten und der Uferverbauungen rechtmässig sind. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 ‘400.-- dem unterlegenen Beschwerde- führer aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 2 VPO). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer erhält für den Rückbau sämtli cher unbewilligt vorgenommenen baulichen Massnahmen eine Frist von 6 Monat en ab Rechtskraft dieses Urteils. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. Der zuviel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V.