Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Juli 2014 (725 14 37 / 158) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Kein stillschweigender Fallabschluss bei Vorliegen von Brückensymptomen; bei Rückenbeschwerden als indirekte Unfallfolge greift die medizinische Erfahrungstatsa- che, dass unfallkausale Rückenbeschwerden nach spätestens einem Jahr nicht mehr als unfallkausal zu betrachten sind, nicht Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Bet- tina Brodbeck Parteien A.____ Beschwerdeführerin, vertreten durch B.____ gegen Helsana Unfall AG , Recht , Postfach , 8081 Zürich , Beschwerdege g- nerin Betreff Leistungen (2010.41554.11.3) A1. Die 1979 geborene A.____ war seit Oktober 2011 bei der Firma C.____ als Telefon- beraterin beschäftigt und aufgrund dieses Arbeitsve rhältnisses bei der Helsana Unfall AG Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Helsana) obligatorisch gegen Unfälle und Berufskrankhei ten versichert. Am 14. Dezember 2011 wurde A.____ auf dem Velo seitlich von einem Aut o angefahren und erlitt dabei multiple Prellungen, Zerrungen und Quetschungen. Die Helsana a nerkannte in der Folge ihre Leis- tungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. A2. Mit einem Rückfallfragebogen teilte die Versichert e am 22. März 2013 der Helsana mit, dass sie unter akuten Beschwerden im rechten Bein, in d er rechten Hüfte und im Kreuz leide. Mit Verfügung vom 5. August 2013 verneinte die Helsana die Unfallkausalität der geltend ge- machten Beschwerden und lehnte die Kostenübernahme der weiteren Heilbehandlung ab. Die dagegen durch die Versicherte erhobene Einsprache wies d ie Helsana mit Entscheid vom 16. Dezember 2013 ab. Sie führte dazu aus, dass es sich bei den von der Versicherten gemel- deten Beschwerden um einen Rückfall handeln würde, der nicht als unfallkausal zu qualifizieren sei. Hierbei stützte sie sich auf den Bericht von Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chi- rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 4. Juli 2013. B. Gegen den ablehnenden Einspracheentscheid erhob A. ____, unentgeltlich vertreten durch B.____, am 4. Februar 2014 Beschwerde beim Kant onsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beant ragte sinngemäss, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 16. Dezember 2013 seien ihr weite rhin die gesetzlichen Versiche- rungsleistungen zuzusprechen. Sie stützte sich dabei insb esondere auf die Berichte von Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, und von F.____, Dipl. Physiotherapeutin. C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. April 2014 schloss die Helsana auf Abweisung der Beschwerde. Sie verwies dabei vollumfänglich auf die Ausführungen im Einspracheentscheid. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherungen an wendbar sind, kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsge- richt desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person z ur Zeit der Beschwerdeerhebung ih- ren Wohnsitz hat. Vorliegend befand sich dieser zu diesem Zeitpunkt in G.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichtes Basel-Landsch aft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. De- zember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherung sgericht als einzige gerichtliche In- stanz des Kantons Beschwerden aus dem Bereich der Unfal lversicherung. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des Einspracheentschei- des einzureichen. Die Rechtsmittelfrist ist vorliegend gewahrt, weshalb auf die im Übrigen form- gerecht erhobene Beschwerde einzutreten ist. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die vo n der Beschwerdeführerin geltend ge- machten Beschwerden in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfall vom 14. Dezem- ber 2011 stehen und ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Leistungen aus der obligatori- schen Unfallversicherung hat. 2.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behand lung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflege leistung so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwarte t werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 2.2 Für alle diese Leistungen hat der Unfallversicherer jedoch nur unter der Voraussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang beste ht (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen Störung ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis- tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 14 je mit H inweisen). Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnli- chen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser fahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Vo- raussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungs- begrenzung zu (vgl. BGE 125 V 456 E. 5c, 123 V 98 E. 3b je mit Hinweisen). 3.1 Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherun g (UVV) vom 20. Dezember 1982 hält fest, dass Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und S pätfolgen gewährt werden. Bei ei- nem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern eine r vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar g eheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank- heitsbild führen können (vgl. BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327f. E. 2). 3.2 Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (dam aligen) Unfallversicherers nur auslö- sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerd en und der seinerzeit beim ver- sicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein n atürlicher und adäquater Kausalzu- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sammenhang besteht (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hin- weisen). 3.3 Der Fallabschluss hat jeweils in Form einer Verfügu ng zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur D iskussion steht (BGE 132 V 412 E. 4; Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ei n einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht inner- halb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). Sta nden zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versi- cherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliess e den Fall ab. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausge gangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsve rlauf vor, welcher nur während rela- tiv kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründe te, wird tendenziell eher von einem still- schweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenden Hei- lungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unt er dem Aspekt des Grundfalles zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistun gsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat (U rteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2004, U 344/03, E. 3.3) bzw. wenn Brückensymp tome gegeben sind, die das Ge- schehene über das betreffende Intervall hinweg als Einh eit kennzeichnen. Dies setzt nicht zwingend eine durchgängige ärztliche Behandlung voraus (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2006, U 12/06, E. 4.3 und 4.3.2). 3.4. Sind die geltend gemachten Beschwerden unter dem Titel Grundfall zu prüfen, so ob- liegt es dem Versicherer darzutun, dass diese mit dem im S ozialversicherungsrecht allgemei- nen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nich t mehr auf den Unfall zurückzufüh- ren sind, da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328). Sind die Beschwerden jedoch im Rahmen eines Rück- falles oder als Spätfolge zu prüfen (Art. 11 UVV), so liegt die Beweislast bei der versicherten Person. Bevor sich diese Frage stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrund- satzes richtig und vollständig zu klären (Art. 43 Abs. 1, A rt. 61 lit. c ATSG, SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2, 8C_345/2007). 4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie insbeso ndere der Feststellung des na- türlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin – i st die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab vo n Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreich en Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) wie alle anderen Beweismittel frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheide n hat, ob die vorliegenden Unterla- gen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan spruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinisch en Berichten den Prozess nicht Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdige n und die Gründe abzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 4.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E . 3a, 122 V 157 E. 1c je mit Hinwei- sen). Auch einem reinen Aktengutachten kann voller Bewe iswert zukommen, sofern ein lücken- loser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um di e ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengutac hten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und oh ne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diag nose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werd en. In diesen Fällen kann sehr wohl in einem Aktengutachten das Für und Wider der ver schiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). 4.3 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund ein gehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Be richten versicherungsinterner medizini- scher Fachpersonen und (Akten-)Berichten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden, erkennt die Rechtsprechung zwar ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht di eselbe Beweiskraft wie einem ge- richtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt (BGE 135 V 469 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Rich- tigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des B undesgerichts vom 6. Februar 2008 8C_163/2007 E. 3.2). 6. Im vorliegenden Fall liegen für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes fol- gende medizinische Berichte vor: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Mit Bagatellunfall-Meldung vom 22. Dezember 2011 (Eingang) meldete der Arbeitgeber der Beschwerdeführerin der Helsana den Unfall vom 14. Dezember 2011. Die Beschwerdefüh- rerin sei auf dem Velo gefahren, als sie seitlich von e inem Auto angefahren wurde. Dabei habe sie Prellungen, Quetschungen und Zerrungen an unbestim mten Körperteilen erlitten. Der be- handelnde Arzt Dr. E.____ hielt mit Arztschein vom 23. D ezember 2011 zur Bagatellunfall- Meldung als Diagnose multiple Kontusionen nach fremdverschuldetem Sturz vom Velo fest. 6.2 Mit UVG Zwischenbericht vom 20. März 2013 hielt Dr. E.____ fest, dass anlässlich des Verkehrsunfalls vom 14. Dezember 2011 Kontusionen der Hüfte rechts, der Lendenwirbelsäule, der Schultern und der Fussgelenke diagnostiziert worde n seien. Die letzte Konsultation habe am 18. Dezember 2012 stattgefunden. Unter Physiothera pie habe sich eine rasche Besserung der Beschwerden gezeigt und im Heilungsverlauf hätten ke ine unfallfremden Faktoren mitge- spielt. Gegenwärtig bestehe keine Behandlung mehr. 6.3 Laut dem Fragebogen für Rückfälle vom 22. März 20 13 wurde die unfallbedingte Be- handlung im April 2012 abgeschlossen und ein Rückfall per Dezember 2012 gemeldet. Dazu gab die Versicherte an, dass sie bei Abschluss der unfallbe dingten Behandlung unter Restbe- schwerden im rechten unteren Bein und Fussgelenk, in der linken Schulter sowie unter leichten Kreuzbeschwerden gelitten habe. Am 29. Oktober 2012 seien sodann akute Schmerzen im Bein, in der rechten Hüfte und im Kreuz aufgetreten , welche ihr das Gehen erschwert hätten. Diese neuen Beschwerden seien aufgetaucht, als der erste Schnee gefallen sei und seien dann fortwährend insistenter geworden. Weiter gab die Versi cherte an, dass sie nach wie vor bei Dr. E.____ sowie bei der Physiotherapeutin F.____ in Behandlung sei. 6.4 Mit Bericht vom 3. April 2013 hielt der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. H.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologi e, fest, dass die Frage der Unfallkau- salität aufgrund der vorhandenen Akten nicht beantwort et werden könne. Es würden weitere Angaben des Hausarztes benötigt werden. 6.5 Mit Bericht vom 29. Mai 2013 diagnostizierte Dr. E .____ posttraumatische Tendo- periostosen am Ellbogen links, lumbal und links scapulär. Er führte aus, dass die Versicherte noch immer an den Folgen des Unfalles aus dem Jahre 2 011 leide und dass die Kosten für die Physiotherapie weiterhin zu übernehmen seien. 6.6 Am 25. Juni 2013 berichtete Dr. E.____, die Versi cherte leide unter Schmerzen ausge- hend vom linken Ellbogen bis links scapulär und lumbal. D iese seien dauernd vorhanden. Aus- löser dieser Beschwerden seien Bewegungen in der Wirbel säule. Als objektiver Befund erhob er Myogelosen links paravertebral entlang der ganzen Wi rbelsäule sowie eine Druckdolenz des Ellbogens. Er diagnostizierte eine Epicondylitis humeri ulnaris links sowie ein chronifiziertes spinales Schmerzsyndrom. Die subjektiven Beschwerden seien somit objektivierbar. Weiter bestehe eine deutliche Bewegungseinschränkung der gesa mten Wirbelsäule. Gegenwärtig würden die Beschwerden physiotherapeutisch behandelt we rden. Durch eine fortgesetzte Phy- siotherapie könne eine bessere Beweglichkeit der Lenden wirbelsäule und damit ein besseres Heilungsergebnis erreicht werden. Er erachte die Heilgym nastik in der Physiotherapie als not- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wendig und zweckmässig. Voraussichtlich seien noch zirka 27 Physi otherapiesitzungen not- wendig, sodass die medizinische Behandlung im Herbst 2013 abgeschlossen sein werde. 6.7 Mit Bericht vom 4. Juli 2013 hielt der beratende A rzt der Beschwerdegegnerin Prof. D.____ fest, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den erhobenen Diagno- sen und dem Unfall aus dem Jahre 2011 bei einer Aussage sicherheit von 50 % oder weniger lediglich möglich sei. Er führte dazu aus, dass in der Ec htzeit-Dokumentation anlässlich des Unfallereignisses eine Verletzung des linken Ellbogens n icht dokumentiert worden sei. Der ak- tuelle Bericht von Dr. E.____ vom 25. Juni 2013 diagno stiziere sodann eine Epicondylitis ulnaris, welche sich nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit mit dem Unfall erklären lasse. Ferner sei die gesamte Wirbelsäule bewegungseingeschränkt und es werde ein chronifiziertes Schmerzsyndrom diagnostiziert. Eine strukturelle Verletzung der Wirbelsäule habe jedoch nicht stattgefunden. Ähnlich wie bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule sei nach einem hal- ben Jahr – spätestens jedoch nach einem Jahr – die Symptom atik nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen. Des Weiteren sei auch aufgrund der Häufig keit von spondylogenen Beschwer- den in der Allgemeinbevölkerung ein Kausalzusammenhang abzulehnen. 6.8 Mit Schreiben vom 30. Juli 2013 hielt Dr. E.____ f est, dass die Versicherte beim Unfall von der rechten Seite her angefahren worden und auf d ie linke Körperseite gestürzt sei, wo sie mit dem linken Ellbogen und der linken Schulter aufg eprallt sei. Somit habe sie sich auch ihre Wirbelsäule verdreht. Die aktuellen Beschwerden stünden somit ursächlich mit dem Unfall in Zusammenhang. 6.9 Am 13. September 2013 (Eingang) berichtete die P hysiotherapeutin F.____, sie habe die Versicherte am 3. April 2012 zur Nachbehandlung des Polytraumas nach dem Fahrradunfall übernommen. Vom Zusammenstoss mit dem Auto seien insbeso ndere das rechte Wadenbein und das rechte Hüftgelenk betroffen gewesen. Vom Aufprall auf den Boden seien zusätzlich die linke Hand sowie das Ellbogen- und Schultergelenk betr offen gewesen. Weiter klage die Versi- cherte über Schmerzen bei Belastung und leide durch K ompensation an einer schmerzhaften Überlastung in der Lendenwirbelsäule und im Nackenbereich. Auch sei die Beschwerdeführerin oft müde, was vor dem Unfall kein Problem gewesen sei. Die Therapie sei wegen Wegzugs der Beschwerdeführerin in die Ostschweiz beendet worden, ob wohl diese ansonsten noch weiter- geführt worden wäre. Nachdem die Versicherte wieder i n die Region zurückgezogen sei, habe sich diese sodann am 28. Dezember 2012 wieder bei ihr ge meldet. Das Wadenbein, das Hüft- gelenk sowie die Lendenwirbelsäule seien wiederum am m eisten von Schmerzen betroffen ge- wesen. Die Müdigkeit habe sich jedoch nicht mehr gezeigt . Da die Versicherte körperlich un- glaublich trainiert und aktiv sei, habe sie sich vor allem auf die manuelle Therapie konzentriert. Eine weitere unterstützende Betreuung sei angemessen. 6.10 Mit Bericht vom 12. September 2013 hielt Dr. E._ ___ erneut fest, dass die Versicherte beim Unfall von der rechten Seite her angefahren und sodann auf die linke Körperseite gestürzt sei, wo sie mit dem linken Ellbogen und der linken Schu lter auf die Strasse aufgeprallt sei. Da- bei habe sie sich ihre Wirbelsäule verdreht. Die aktuellen Beschwerden würden damit sehr wohl ursächlich mit dem Unfall im Zusammenhang stehen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zu prüfen ist zunächst, ob die Helsana im angefocht enen Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2013 die erneute Schadensmeldung zu Rech t als Rückfall zum Unfallereignis vom 14. Dezember 2011 geprüft und beurteilt hat. Wie vorstehend in Erwägung 3.3 ausgeführt, hat der Fallabschluss grundsätzlich in Form einer Verfügu ng zu erfolgen. Vorliegend setzte die Helsana in dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Rückfallfragebogen vom 22. März 2013 den Abschluss der unfallbedingten Behandlung auf April 2012 fest, verzichtete in der Fol- ge aber auf den Erlass einer Verfügung oder eines einf achen Schreibens. Somit ist fraglich, ob ein stillschweigender Abschluss vorliegt. Dabei ist entscheide nd, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion standen. B estehen Brückensymptomen, so ist ein solcher jedoch ausgeschlossen (E. 3.3). Vorliegend berichtete die Physiotherapeutin der Versicherten am 13. September 2013, dass sich diese seit d em 3. April 2012 bei ihr in Behand- lung befinde. Die Versicherte selbst gab im Fragebogen vom 22. März 2013 an, sie habe bei Abschluss der Behandlung unter Restbeschwerden im rechten unteren Bein und Fussgelenk, in der linken Schulter und unter leichten Kreuzbeschwerd en gelitten. Es ist somit nicht nachvoll- ziehbar, weshalb die Helsana den Behandlungsabschluss a uf April 2012 festgesetzt hat. Die Versicherte hat nicht nur fortdauernd unter Beschwerden gelitten, sondern befand sich praktisch durchgehend in ärztlicher resp. physiotherapeutischer Behan dlung. Es kann somit vorliegend nicht von einem stillschweigenden Fallabschluss ausgegangen werden und der Leistungsan- spruch der Versicherten ist unter dem Aspekt des Grundfalles zu prüfen. In der Folge ist festzu- stellen, ob zwischen den im März aufgetretenen Beschwerden und dem Unfall vom 14. Dezem- ber 2011 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, w obei diesbezügliche die Beweislast – wie in Erwägung 3.4 – ausgeführt, bei der Beschwer degegnerin liegt. 8. Vorliegend stütze sich die Helsana bei der Beurteil ung der Unfallkausalität auf die Be- richterstattung von Prof. D.____. Sie kommt zum Schluss, d ass der natürliche Kausalzusam- menhang zwischen dem Unfallereignis vom 14. Dezember 201 1 und den geltend gemachen Beschwerden (am linken Ellbogen und an der Wirbelsäu le) nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit gegeben sei. Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber gestützt auf die Ausführungen der behandelnden Ärzte auf den Standpun kt, dass der natürliche Kausalzusam- menhang zu bejahen sei. 8.1. Prof. D.____ verneinte mit Bericht vom 4. Juli 2013 die Unfallkausalität der mit Frage- bogen vom 22. März 2013 geltend gemachten Beschwerden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), kommen den Berichten versicherungsinterner med izinischer Fachpersonen und Sach- verständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden, Beweiswert zu, so- fern nicht (bereits geringe) Zweifel an deren Zuverlä ssigkeit bestehen. Solche Zweifel sind vor- liegend nicht von der Hand zu weisen. Soweit Prof. D .____ argumentiert, anlässlich der Echt- zeit-Dokumentation sei keine Verletzung des Ellbogens fe stgehalten worden, kann ihm nicht gefolgt werden. Zwar ist der Bagatell-Unfallmeldung vom 22. Dezember 2011 lediglich zu ent- nehmen, dass die Versicherte multiple Prellungen, Zerru ngen und Quetschungen erlitten habe. Welche Körperteile konkret betroffen waren, wurde jed och nicht dokumentiert. In der Folge wurden mehrfach Beschwerden am linken Ellbogen festgeh alten. So diagnostizierte Dr. E.____ am 29. Mai 2013 posttraumatische Tendoperiostosen am lin ken Ellbogen. Mit Bericht vom 25. Juni 2013 hielt er fest, die Versicherte leide unter S chmerzen, welche vom linken Ellbogen aus- gehen und diagnostizierte eine Epicondylitis humeri uln aris. Am 30. Juli 2013 und am Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. September 2013 führte er aus, dass die Versicherte vo n der rechten Seite her angefahren wurde und sodann auf die linke Körperseite gestürzt se i, wobei sie mit der linken Schulter und dem linken Ellbogen auf dem Boden aufprallte. Auch betreffend die Rückenbeschwerden überzeugen die Ausführungen von Prof. D.____ nicht. Er führte dazu aus, dass beim Unfall keine strukturelle Verletzung der Wirbelsäule stattgefun- den habe. Es sei somit davon auszugehen, dass die Rücken beschwerden, ähnlich wie bei ei- nem Schleudertrauma der Halswirbelsäule, spätestens nach einem Jahr nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen seien. Dem kann nicht zugestimmt werden. Soweit Prof. D.____ mit Hin- weis auf die Rechtsprechung argumentiert, dass Beschwe rden an der Wirbelsäule spätestens nach einem Jahr nicht mehr als unfallkausal zu betrachte n seien, so übersieht er, dass sich diese medizinischen Erfahrungstatsache auf Fälle bezieht, bei denen die Wirbelsäule durch das Unfallereignis und damit durch einen zurückliegenden Vor fall direkt betroffen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2014, 8C_588/2013, E. 4.3.3). Hingegen können unfallbedingte Fuss- und Beinverletzungen zu andauernden Fehlbelastungen führen, die als indirekte Unfall- folgen später zu unfallkausalen Rückenbeschwerden führen können. Dabei liegt es in der Natur solcher Fehlbelastungsbeschwerden, dass diese erst einige Zeit nach dem Unfall auftreten und nicht direkt traumatisch bedingt sind. Ob solche vorlieg en, muss allerdings im Einzelfall medizi- nisch abgeklärt werden (RKUV 2003 Nr. U 487 S. 337, U 38/01; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2014, 8C_588/2013, E. 4.3.3 je mit weiter en Hinweisen). Vorliegend machte die Versicherte mit dem Fragebogen vom 22. März 2013 Rückenb eschwerden seit Oktober 2012 geltend. Am 25. Juni 2013 diagnostizierte Dr. E.____ Myogelosen links paravertebral entlang der ganzen Wirbelsäule. Es bestehe eine deutliche Bewe gungseinschränkung der gesamten Wirbelsäule. Mit Bericht vom 30. Juli 2013 erklärte er sodann, dass die Beschwerdeführerin von der rechten Seite angefahren auf die linke Seite gestürzt sei. Dabei habe sie sich die Wirbelsäu- le verdreht, womit die aktuellen Beschwerden als unfall kausal einzustufen seien. Daran hielt er mit Bericht vom 12. September 2013 fest. Auch die beh andelnde Physiotherapeutin berichtete am 13. September 2013 über Rückenbeschwerden der Versicherten. Diese leide seit Aufnahme der Behandlung im April 2012 an einer schmerzhaften Üb erlastung der Lendenwirbelsäule und im Nackenbereich, welche durch Kompensation hervorgeruf en werde. Insbesondere die Len- denwirbelsäule sei – nach einem kurzen Unterbruch der Behandlung – auch im Dezember 2012 weiterhin von Schmerzen betroffen gewesen. Ob es sich vo rliegend um Fehlbelastungsbe- schwerden der Wirbelsäule handelt, kann jedoch auch an hand der Berichte des behandelnden Arztes nicht abschliessend beurteilt werden. 9.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt weiterer Abklä- rungen bedarf, da er namentlich in Bezug auf die Ursäch lichkeit der geklagten Beschwerden nicht genügend abgeklärt wurde und widersprüchlich ist. 9.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die S ozialversicherungsgerichte nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zu- rückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfal l selbst ein Gerichtsgutachten ein- zuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderwe itig erhobenen Sachverhalt über- haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder w enn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff). Da die Be- schwerdegegnerin vorliegend nicht alle notwendigen Abklä rungen zur Beurteilung der natürli- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Kausalität vorgenommen hat und es nicht die Aufg abe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückwei- sung an die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung des Bundesge- richts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung des angefochtenen Ein- spracheentscheids vom 16. Dezember 2013 zur weiteren Abkl ärung an die Beschwerdegegne- rin zurückzuweisen. Diese hat die Beschwerdeführerin insbesondere in Bezug auf die Frage, ob die noch bestehenden Beschwerden im linken Ellbogen u nd im Rücken natürlich kausal zum Unfallereignis vom 14. Dezember 2011 sind, von einer un abhängigen Ärzteschaft untersuchen zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche der Beschwerdeführerin neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in dem Sin- ne gutzuheissen. 10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein . Für das vorliegende Verfahren sind demnach keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 11. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vor- liegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffen tlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BG G genannten Voraussetzungen zuläs- sig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgerich t. Die nachstehende Rechtsmittelbeleh- rung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2013 aufgehobe n und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht