<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 132 S.540</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">540</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>132</b></span> <span class="ft2"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf</b></span><br/> <span class="ft2"><b>das Freizügigkeitsabkommen, wenn das Führen eines gemeinsamen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Haushaltes durch die Ehegatten ausser Betracht steht (Erw. II/6).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 18. Oktober</span><br/> <span class="ft3">2002</span> <span class="ft3">in</span> <span class="ft3">Sachen</span> <span class="ft3">A.Z.</span> <span class="ft3">gegen</span> <span class="ft3">einen</span> <span class="ft3">Entscheid</span> <span class="ft3">der</span> <span class="ft3">Fremdenpolizei</span><br/> <span class="ft3">(BE.2001.00017).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 6. Mit dem Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens</span><br/> <span class="ft1">(FZA) am 1. Juni 2002 unterstehen die Bedingungen der Erteilung</span><br/> <span class="ft1">von Aufenthaltsbewilligungen an EG-Staatsangehörigen und deren</span><br/> <span class="ft1">Familienangehörigen neuen Regeln, welche es im vorliegenden Fall</span><br/> <span class="ft1">zu berücksichtigen gilt. Da die Ehefrau des Beschwerdeführers die</span><br/> <span class="ft1">deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und somit Bürgerin eines Mit-</span><br/> <span class="ft1">gliedstaates der Europäischen Gemeinschaft ist, bleibt zu prüfen, ob</span><br/> <span class="ft1">dem Beschwerdeführer allenfalls nach den Normen des FZA eine</span><br/> <span class="ft1">Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist.</span><br/> <span class="ft1">a) Der Beschwerdeführer reiste am 24. August 2001 nach Ju-</span><br/> <span class="ft1">goslawien aus, wo er bis zum heutigen Zeitpunkt wohnhaft ist. Nach-</span><br/> <span class="ft1">dem aufgrund der vorstehenden Erwägungen feststeht, dass die</span><br/> <span class="ft1">Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdefüh-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">541</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rers zu Recht erfolgte, ist nicht von einer eigentlich andauernd vor-</span><br/> <span class="ft1">handenen Aufenthaltsbewilligung auszugehen. Damit ist im Folgen-</span><br/> <span class="ft1">den nicht eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gemäss FZA</span><br/> <span class="ft1">zu prüfen, sondern ein allfälliger Anspruch auf Erteilung einer neuen</span><br/> <span class="ft1">Bewilligung unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer im Ausland wohnt.</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA hat der</span><br/> <span class="ft1">Ehegatte eines EG-Staatsangehörigen, welcher in der Schweiz ein</span><br/> <span class="ft1">Aufenthaltsrecht hat, das Recht bei diesem Wohnung zu nehmen.</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein einer angemessenen</span><br/> <span class="ft1">Wohnung. Da der Familiennachzug nach FZA - wie derjenige nach</span><br/> <span class="ft1">ANAG - der Familienzusammenführung dient, ist der Anspruch auf</span><br/> <span class="ft1">Nachzug des Ehegatten davon abhängig, dass die Eheleute tatsäch-</span><br/> <span class="ft1">lich den Willen zum Führen einer Lebensgemeinschaft haben. Für</span><br/> <span class="ft1">die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Famili-</span><br/> <span class="ft1">ennachzugs gemäss FZA wird demnach (neben der angemessenen</span><br/> <span class="ft1">Wohnung) vorausgesetzt, dass die Eheleute nach der Einreise des</span><br/> <span class="ft1">nachgezogenen Ehegatten auch tatsächlich einen gemeinsamen</span><br/> <span class="ft1">Haushalt führen. Geben die Eheleute in einem späteren Zeitpunkt das</span><br/> <span class="ft1">Zusammenleben auf, ohne dass die Ehe aufgelöst wird, besteht das</span><br/> <span class="ft1">Aufenthaltsrecht des nachgezogenen Ehegatten weiter. Dies gilt auch</span><br/> <span class="ft1">für den Fall, dass die Trennung von dauerhafter Natur ist (vgl. Wei-</span><br/> <span class="ft1">sungen und Erläuterungen des Bundesamtes für Ausländerfragen</span><br/> <span class="ft1">[BFA] über die schrittweise Einführung des freien Personenverkehrs</span><br/> <span class="ft1">[Weisungen VEP] Ziff. 8.6. mit Verweis auf das Urteil des Gerichts-</span><br/> <span class="ft1">hofes der Europäischen Gemeinschaften [EuGH] [Rs. 267/83]</span><br/> <span class="ft1">Diatta/Land Berlin Slg. 1985).</span><br/> <span class="ft1">c) Die Ehefrau der Beschwerdeführers ist deutsche Staatsange-</span><br/> <span class="ft1">hörige und arbeitet in der Schweiz. Sie ist im Besitz der Niederlas-</span><br/> <span class="ft1">sungsbewilligung und somit gemäss Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a</span><br/> <span class="ft1">Anhang I FZA grundsätzlich zum Nachzug ihres Ehemannes berech-</span><br/> <span class="ft1">tigt.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer verliess im August 2000 die eheliche</span><br/> <span class="ft1">Wohnung und lebte während der Zeitspanne eines Jahres getrennt</span><br/> <span class="ft1">von seiner Ehefrau in der Schweiz. Danach kehrte er nach Jugosla-</span><br/> <span class="ft1">wien zurück, wo er bis zum heutigen Zeitpunkt wohnhaft ist. Den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">542</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Akten ist zu entnehmen, dass sich die Beziehung der Eheleute wäh-</span><br/> <span class="ft1">rend der langen Trennungszeit sehr stark abgekühlt hat und mit ei-</span><br/> <span class="ft1">nem Wiederaufleben nicht zu rechnen ist. Die Rückkehr des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers in die Schweiz soll dazu dienen, die ehelichen Ver-</span><br/> <span class="ft1">hältnisse zu klären, wobei ein Zusammenwohnen der Ehegatten nach</span><br/> <span class="ft1">der Rückkehr des Beschwerdeführers zur Zeit ausser Betracht steht.</span><br/> <span class="ft1">Unter diesen Umständen ist die Erteilung einer neuen Aufenthalts-</span><br/> <span class="ft1">bewilligung an den Beschwerdeführer im Rahmen von Art. 3 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA zu verneinen, da die Voraussetzung</span><br/> <span class="ft1">des Führens eines gemeinsamen Haushaltes im Zeitpunkt der Ein-</span><br/> <span class="ft1">reise nicht erfüllt ist.</span><br/> <span class="ft1">d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer aus den Bestimmungen des FZA keinen Anspruch auf Erteilung</span><br/> <span class="ft1">einer Aufenthaltsbewilligung ableiten kann.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>