A bteilung II B -7492/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 12. Juli 2007 M itw irkung: R ichter D avid Aschm ann (Vorsitz), R ichter M arc Steiner, R ichterin Vera M arantelli; G erichtsschreiber Thom as Zogg A ._______, vertreten durch A. W . M etz & C o. AG , H ottingerstrasse 14, Postfach, 8024 Zürich, Beschw erdeführerin gegen B ._______, vertreten durch Schm auder & Partner AG , Zw ängiw eg 7, 8038 Zürich, Beschw erdegegnerin Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend W iderspruchsverfahren N r. 7549: A R O M A TA / A R O M A TH ER A B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdegegnerin ist Inhaberin der IR -M arke N r. 622'236 AR O - M ATA. D iese w urde am 21. Juli 1994 bei der O rganisation M ondial de la Propriété Intellectuelle (O M PI) ursprünglich für "Papier, carton et produits en ces m atières; produits d'im prim erie (non com pris dans d'autres classes)" in der Klasse 16 hinterlegt. Für die Schw eiz hat die M arke per 21. April 2004 ein nachträgliches Benennungsdatum (désignation posté- rieure). B. G estützt auf diese M arke erhob die Beschw erdegegnerin am 13. M ai 2005 W iderspruch gegen die Schw eizer W ortm arke N r. 530'175 AR O M ATH ER A, w elche für "Papierprodukte für persönliche und H aushaltszw ecke, näm lich Papiertücher, Papierservietten, Papiertaschentücher, Toilettentücher, G e- sichtstücher und andere W eichpapierprodukte (sow eit nicht in anderen Klassen enthalten)" in der Klasse 16 registriert und am 15. Februar 2005 im Schw eizerischen H andelsam tsblatt N r. 32 publiziert w orden w ar. In der Begründung zum W iderspruch führte die Beschw erdegegnerin aus, dass die beanspruchten W aren der strittigen M arken identisch beziehungsw eise zum indest gleichartig und die M arken aufgrund ihrer visuellen und klangli- chen Ü bereinstim m ung sehr ähnlich seien. Aus diesem G rund bestehe zw ischen der angefochtenen M arke und der W iderspruchsm arke eine er- hebliche Verw echslungsgefahr. C . Am 7. Juni 2005 erliess die Vorinstanz gegen die W iderspruchsm arke eine provisorische teilw eise Schutzverw eigerung aus absoluten Ausschluss- gründen. G leichzeitig setzte sie der Beschw erdegegnerin eine Frist zur Stellungnahm e an. D as W iderspruchsverfahren w urde bis zum Entscheid über diese Schutzverw eigerung sistiert. M it Schreiben vom 22. August 2005 beantragte die Beschw erdegegnerin die Einschränkung der W ider- spruchsm arke auf "Papier, carton et produits en ces m atières". D ies w urde von der Vorinstanz akzeptiert (déclaration de refus partiel in der G azette O M PI 2005/25), w orauf die Schutzverw eigerung aufgehoben und das W i- derspruchsverfahren N r. 7549 fortgesetzt w urde. D . D ie Beschw erdeführerin verneinte m it Schreiben vom 16. D ezem ber 2005 das Bestehen einer Verw echslungsgefahr zw ischen den strittigen M arken und schloss auf kostenfällige Zurückw eisung des W iderspruchs. Sie be- gründete dies dam it, dass die sich gegenüberstehenden M arken klanglich sehr verschieden seien und die W iderspruchsm arke keine Kennzeich- nungskraft habe, da der Begriff "Arom a" für die beanspruchten W aren be- schreibend sei. E. M it Schreiben vom 17. M ärz 2006 bestritt die Beschw erdegegnerin den be- schreibenden C harakter des Begriffs "Arom a" für die von ihr bean- spruchten W aren. Arom a w erde vom D urchschnittskonsum enten im Sinne von G eschm ack verstanden und im m er im Zusam m enhang m it N ahrungs- m itteln verw endet. Papier- und Kartonprodukte w ürden dagegen nicht m it einem bestim m ten Arom a in Verbindung gebracht.3 F. In der D uplik vom 18. M ärz 2006 hielt die Beschw erdeführerin an ihrer Auf- fassung, dass "Arom a" für Papiertücher beschreibend sei, vollum fänglich fest. Sie beantragte erneut die kostenfällige Zurückw eisung des W ider- spruchs, da eine Ü bereinstim m ung in kennzeichnungsschw achen Elem en- ten noch keine Verw echslungsgefahr begründe. G . M it Entscheid vom 22. N ovem ber 2006 hiess die Vorinstanz den W ider- spruch gut und w iderrief die Eintragung der angefochtenen M arke. Zur Be- gründung führte sie aus, dass bezüglich der beanspruchten W aren W a- renidentität bestehe. W eiter seien die strittigen M arken klanglich und be- züglich ihres Schriftbildes sehr ähnlich. "Arom a" sei im Zusam m enhang m it den beanspruchten W aren nicht beschreibend, w eshalb der W iderspruchs- m arke eine durchschnittliche Kennzeichnungskraft zugesprochen w erden könne. D urch Abändern der Endung "-a" zu "-hera" w erde der G esam tein- druck der angefochtenen M arke nicht genügend verändert, um vom über- einstim m enden Elem ent "Arom a" bzw . vom übernom m enen Zeichenbeginn "Arom at-" abzulenken. D ie Verw echslungsgefahr zw ischen den beiden Zei- chen m üsse aus diesem G rund bejaht w erden. H . G egen diesen Entscheid erhob die Beschw erdeführerin am 20. D ezem ber 2006 im Sinne einer Teilanfechtung Beschw erde vor der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Eigentum . D abei stellte sie folgende An- träge: "1.Es sei die Verfügung des Eidgenössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 22. N ovem ber 2006 aufzuheben und der W iderspruch in dem U m fange zurück- zuw eisen, dass die M arke 530'175 eingetragen bleibt für "Papiertaschentücher und G esichtstücher". 2. Es sei die D urchführung einer m ündlichen Verhandlung anzuordnen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschw erdegegne- rin." I. M it Verfügung vom 21. Februar 2007 forderte das Bundesverw altungsge- richt die Vorinstanz und die Beschw erdegegnerin zur Einreichung einer Beschw erdeantw ort auf. M it Schreiben vom 23. M ärz 2007 verzichtete die Vorinstanz auf w eitere Ausführungen, verw ies auf die Begründung des an- gefochtenen Entscheids und beantragte die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. M it Eingabe vom 26. M ärz 2007 reichte die Beschw erdegeg- nerin ihre Beschw erdeantw ort ein und stellte folgende Anträge: "D ie Anträge der Beschw erdeführerin seien abzuw eisen und der W iderspruch N r. 7549 sei vollum fänglich gutzuheissen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschw erdeführerin / W i- derspruchsgegnerin." Auf die Begründung der Beschw erde und der Beschw erdeantw ort sow ie auf die eingereichten Bew eism ittel w ird – sofern für den Entscheid relevant – direkt in den entsprechenden Erw ägungen eingegangen.4 J. Am 24. M ai 2007 w urde in Bern eine m ündliche und öffentliche Verhand- lung durchgeführt, an w elcher die R echtsvertreter der Beschw erdeführerin und der Vorinstanz erschienen, w ährend die Beschw erdegegnerin auf eine Teilnahm e verzichtete. Sow ohl die Beschw erdeführerin als auch die Vorin- stanz hielten an ihren Anträgen und der Begründung aus dem Schriften- w echsel fest. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Entscheide der Vorinstanz in W iderspruchsachen zuständig (Art. 31 f. und 33 lit. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G ; SR 173.32]). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG ; SR 172.021) am 20. D ezem ber 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschw erdeführerin zur Beschw erde legitim iert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. D ie Beschw erdeführerin schränkt in der Beschw erde die W aren, für w elche Schutz beansprucht w ird, auf "Papiertaschentücher und G esichtstücher" ein. Es liegt som it eine Teilanfechtung vor. D er Entscheid der Vorinstanz vom 22. N ovem ber 2006 ist im nicht angefochtenen U m fang in R echtskraft erw achsen. Sow eit das Bundesverw altungsgericht angesichts der Bestim - m ung des Streitgegenstandes aufgrund der Parteibegehren überhaupt be- fugt ist, die angefochtene Verfügung zu G unsten einer Partei zu ändern (reform atio in m elius, Art. 62 Abs. 1 Vw VG ; vgl. aber auch AN D R É M O SER /PE- TER Ü BER SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Ba- sel 1998, R z. 2.13), ist diesbezüglich jedenfalls im W iderspruchsverfahren Zurückhaltung geboten (M O SER / Ü BER SAX, a.a.O ., R z. 3.92; TH O M AS M ER KLI / AR TH U R AESC H LIM AN N / R U TH H ER ZO G , Kom m entar zum G esetz über die Verw al- tungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 73 N . 3). Im vorliegen- den Fall besteht zur Abw eichung vom G rundsatz der Bindung an die Par- teibegehren keinerlei Anlass. 3. Vom M arkenschutz sind Zeichen ausgeschlossen, die einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistungen re- gistriert sind, so dass sich daraus eine Verw echslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [M SchG ; SR 232.11]). D ie Beurteilung der Verw echslungsgefahr richtet sich nach der Ähnlichkeit der Zeichen im Erinnerungsbild des Letztabnehm ers (BG E 121 III 377 E. 2a S. 378 Boss; BG E 119 II 473 E. 2d S. 477 R adion; BVG er B- 7504/2006 vom 8. M ärz 2007 E. 2 C hic / Lip C hic; BVG er B-7442/2006 vom 18. M ai 2007 E. 2 Feel 'n learn / See 'n learn) und nach der G leichar- tigkeit der W aren und D ienstleistungen, für die die M arken eingetragen sind. Zw ischen diesen Elem enten besteht eine W echselw irkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind um so höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher sich die W aren sind, und um gekehrt (LU C A S D AVID , Kom m entar zum M arkenschutzgesetz, in: H einrich H onsell / N edim Peter Vogt / Lucas 5 D avid (H rsg.), M arkenschutzgesetz M uster- und M odellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, Art. 3 N . 8). Eine Verw echslungsgefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ist dann anzunehm en, w enn das jüngere Zeichen die ältere M arke in ihrer U nterscheidungsfunktion beeinträchtigt. Eine solche Beeinträchtigung ist gegeben, sobald zu befürchten ist, dass die m assgeb- lichen Verkehrskreise sich durch die Ähnlichkeit der M arken irreführen las- sen und W aren, die das eine oder andere Zeichen tragen, dem falschen M arkeninhaber zurechnen (BG E 122 II 382 E. 1 S. 384 Kam illosan; BG E 127 III 160 E. 2a S. 165 f. Securitas). Bei der Beurteilung der Verw echs- lungsgefahr ist insbesondere die Kennzeichnungskraft der M arken in Be- tracht zu ziehen, da schw ache M arken keinen grossen Schutzum fang ver- dienen (D AVID , a.a.O , Art. 3 N . 13; BG E 122 III 382 E. 2a S. 385 f. Kam il- losan; BVG er B-7491/2006 vom 16. M ärz 2007 E. 2 Yeni R aki / Yeni Efe; BVG er B-7442/2006 vom 18. M ai 2007 E. 2.2 Feel 'n learn / See 'n learn). 4. D ie Vorinstanz hat festgestellt, dass "Arom a" bzw . AR O M ATA im Zusam - m enhang m it Papier und Karton kein üblicher Begriff sei. D ie W ider- spruchsm arke w eise auf keine erw artete Eigenschaft dieser Produkte hin, da das Arom a eines Papiers oder Kartons nicht ein gängiges Kaufkriterium sei. D em zufolge erkannte die Vorinstanz der W iderspruchsm arke eine durchschnittliche Kennzeichnungskraft zu (angefochtener Entscheid, S. 9; Plädoyer der Vorinstanz vom 24. M ai 2007). D ie Beschw erdeführerin bringt dagegen vor, dass der Begriff "Arom a" für Papierw aren w ie Papiertaschentücher beschreibend und freihaltebedürftig sei. D er G eruch von Papierprodukten sei für den Konsum enten entschei- dend, w enn diese am Körper eingesetzt w ürden. "Arom a" sei deshalb eine übliche Beschreibung für eine w esentliche Eigenschaft von Papierw aren (vgl. Beschw erde vom 20. D ezem ber 2006, S. 6; Plädoyer der Beschw er- deführerin vom 24. M ai 2007). D ie Beschw erdegegnerin bestreitet diese Auffassung. Sie ist – w ie die Vor- instanz – der M einung, dass "Arom a" für Papier- und Kartonw aren in der Klasse 16 eine kennzeichnungskräftige Bezeichnung darstelle. "Arom a" w erde vom D urchschnittskonsum enten im Sinne von G eschm ack verstan- den und im m er m it N ahrungsm itteln oder zum indest m it essbaren Produk- ten in Verbindung gebracht. 5. Beschreibende Angaben sind Zeichen, die auf den Kennzeichnungs- gegenstand Bezug nehm en, indem sie eine direkte Aussage über be- stim m te Eigenschaften der zu kennzeichnenden W aren oder D ienstleis- tung m achen. D azu gehören unter anderem direkte H inw eise auf M ate- rialeigenschaften. Vorausgesetzt ist, dass der beschreibende C harakter für einen erheblichen Teil der m assgeblichen Verkehrskreise ohne besondere G edankenarbeit zu erkennen ist (C H R ISTO PH W ILLI, Kom m entar M arken- schutzgesetz, D as schw eizerische M arkenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen M arkenrechts, Zürich 2002, Art. 2 N . 45, 54 und 57; BG E 127 III 160 E. 2b.aa S. 166 Securitas; BVG er B-7442/2006 vom 18. M ai 2007 E. 2.3 Feel 'n learn / See 'n learn).6 Produkte aus Papier können einen bestim m ten D uft haben. Insbesondere Papiertaschentücher und G esichtstücher w erden in der sensiblen R egion der R iechorgane verw endet. D er D uft solcher Papierprodukte ist deshalb ein zu beachtendes Kaufkriterium . Kein Konsum ent w ird ein Taschentuch nochm als kaufen, das er als m uffig in Erinnerung hat. D agegen w ird er sich an einen erfrischenden Lavendel- oder w ohltuenden R osenduft beim Kauf von Taschentüchern erinnern. D er G eruch von Papierprodukten ist deshalb für die zur Beurteilung stehenden W aren ein erhebliches Kaufkri- terium . Entgegen der Auffassung der Beschw erdegegnerin und der Vorinstanz w ird der Begriff "Arom a" nicht nur im Sinne von G eschm ack verstanden und nur im Zusam m enhang m it N ahrungsm itteln benutzt. Zw ar trifft es zu, dass der Begriff "Arom a" regelm ässig dazu verw endet w ird um auf den G eschm ack von Essw aren hinzuw eisen (z.B. Speiseeis m it Erdbeeraro- m a). In der Literatur w ird die Arom aw ahrnehm ung denn auch als "G esam t- eindruck, den w ir bei Speisen und G etränken durch die Zusam m enarbeit von G eruchs- und G eschm ackssinn erleben" um schrieben (BR U C E G O LD STEIN , W ahrnehm ungspsychologie, 2. Aufl., H eidelberg / Berlin 2002, S. 605). D er Begriff "Arom a" kann nach dieser D efinition jedoch nicht ein- zig auf den G eschm ackssinn reduziert w erden. Vielm ehr w ird ein Arom a in der Kom bination von G eruchs- und G eschm ackssinn w ahrgenom m en. Zw ar ist die W iderspruchsm arke für Papier und Karton im Allgem einen (inkl. Papeterieartikel) eingetragen. W ie die Vorinstanz und die Beschw er- deführerin zu R echt geltend m achen, w erden Papier, Karton und Produkte aus diesen M aterialien nicht gegessen. D a jedoch der G eruchs- und der G eschm ackssinn bei der Arom aw ahrnehm ung nahe beieinander liegen, w ird dem D urchschnittskonsum enten im Bezug auf die beanspruchten W a- ren – Produkte aus Papier – ohne G edankenaufw and klar, dass sich der Begriff "Arom a" in diesem Fall auf den D uft des entsprechenden Produkts bezieht. "Arom a" w ird vom D urchschnittsabnehm er situationsbedingt auch als D uft, den ein Produkt verström t, verstanden. D ie W iderspruchsm arke ist deshalb insbesondere in Bezug auf Papierw aren w ie Taschentücher oder G esichtstücher beschreibend. Es braucht seitens der Konsum enten keinen Fantasieaufw and, um in der M arke AR O M ATA in Bezug auf die be- anspruchten W aren einen H inw eis auf eine w ichtige Eigenschaft des Pro- duktes, näm lich ihr spezifisches Arom a, zu sehen. Entgegen der Auffas- sung der Beschw erdegegnerin und der Vorinstanz ist deshalb bei der W i- derspruchsm arke von einem kennzeichnungsschw achen Zeichen auszuge- hen. 6. D er Schutzum fang einer M arke bestim m t sich nach ihrer Kennzeichnungs- kraft. Für schw ache M arken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für starke. Bei schw achen M arken genügen daher schon bescheidene- re Abw eichungen, um eine hinreichende U nterscheidbarkeit zu schaffen (W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 113 f.; BG E 122 III 382 E. 2a S. 385 Kam illosan; BVG er B-7442/2006 vom 18. M ai 2007 E. 2.2 Feel 'n learn / See 'n learn; BVG er B-7504/2006 vom 8. M ärz 2007 E. 4 f. C hic / Lip C hic). Eine Ver- w echslungsgefahr kann aber nicht allein desw egen ausgeschlossen w er-7 den, w eil die M arken in gem einfreien M arkenbestandteilen übereinstim - m en. Vielm ehr ist die Kennzeichnungskraft im R ahm en einer G esam tbe- trachtung zu berücksichtigen (BG E 122 III 382 E. 5b S. 389 Kam illosan; BG E 127 III 160 E. 2b.cc S. 167 Securitas; Entscheid der R ekurskom m issi- on für geistiges Eigentum [R KG E] vom 13. Septem ber 2005 in sic! 12/2005 882 E. 6 S. 882 Blue M oon / Bluecoon; W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 133). D er G esam teindruck von W ortm arken w ird zunächst durch den Klang und durch das Schriftbild bestim m t; gegebenenfalls kann auch ihr Sinngehalt von entscheidender Bedeutung sein. D en Klang prägen insbesondere das Silbenm ass, die Aussprachekadenz und die Aufeinanderfolge der Vokale, w ährend das Schriftbild vor allem durch die W ortlänge und durch die Ei- genheiten der verw endeten Buchstaben gekennzeichnet w ird (BG E 122 III 382 E. 5a S. 388 Kam illosan; BG E 121 III 377 E. 2b S. 379 Boss; BVG er B-7442/2006 vom 18. M ai 2007 E. 4.2 Feel 'n learn / See 'n learn; Ent- scheid der R KG E vom 19. April 1999 in sic! 4/1999 418 E. 5 S. 419 Koenig / Sonnenkönig; Entscheid der R KG E vom 16. Januar 2003 in sic! 4/2003 345 E. 5 f. S. 346 M obilat / M obigel). D ie M arken AR O M ATA und AR O M ATH ER A stim m en zunächst im kenn- zeichnungsschw achen Zeichenanfang – "Arom a" – überein. Sie unter- scheiden sich jedoch in der Endung die bei der W iderspruchsm arke auf "-ta" und bei der angefochtenen M arke auf "-thera" lautet. Im Klang lässt sich ein unterschiedliches Silbenm ass (vier Silben bei AR O M ATA und fünf Silben bei AR O M ATH ER A) und eine unterschiedliche Vokalfolge feststel- len (a-o-a-a gegen a-o-a-e-a). D as "-th" in der angefochtenen M arke führt zudem dazu, dass das "T", im G egensatz zur W iderspruchsm arke, sanft ausgesprochen w ird. In der klanglichen G esam tw irkung unterscheiden sich deshalb die beiden Zeichen gerade in m ehreren Punkten. D ass sich die Schriftbilder w egen der Ü bereinstim m ung im Zeichenanfang und des iden- tischen letzten Buchstabens gleichen, lässt sich nicht bestreiten. D ennoch fällt im Schriftbild auf, dass die angefochtene M arke erheblich – näm lich um drei Buchstaben – länger ist. Zudem sticht bei der angefochtenen M ar- ke (w enn sie klein geschrieben w erden) optisch das "-th" in der Zeichen- m itte hervor. D ie aufeinanderfolgenden H ochzeichen in der M itte geben der angefochtenen M arke eine auffallend andere Sym m etrie. Auch im Schriftbild lassen sich deshalb gew isse U nterschiede feststellen. O b sich die beiden M arken auch durch einen erkennbar anderen Sinngehalt unter- scheiden, erscheint fraglich. D ie Vorinstanz hat zw ar festgestellt, dass die Endung "-thera" allusiv für Therapie sei und die M arke die Assoziation zu Arom atherapie w ecke (angefochtener Entscheid, S. 9). In Bezug auf die beanspruchten W aren ist aber doch ein gew isser G edankenaufw and not- w endig, um diesen Zusam m enhang zu sehen. D urch die Verschiedenheit in Klang und Schriftbild unterscheiden sich die strittigen M arken in w esentlichen Elem enten. Aus diesem G rund besteht keine genügende Zeichenähnlichkeit. In Anbetracht des eingeschränkten Schutzum fangs der W iderspruchsm arke ist selbst bei W arenidentität eine8 Verw echslungsgefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ausge- schlossen. D ie Frage der W arengleichartigkeit kann vorliegend deshalb of- fen gelassen w erden. 7. D ie Beschw erde ist aus diesen G ründen gutzuheissen. D er M arke AR O - M ATH ER A w ird für die W aren Papiertaschentücher und G esichtstücher Schutz für die Schw eiz gew ährt. D ie Beschw erdeführerin hat den Entscheid der Vorinstanz lediglich teilw ei- se angefochten. Sie beschränkte in ihrer Beschw erde den Schutzanspruch auf Papiertaschentücher und G esichtstücher (ursprünglich: Papierprodukte für persönliche und H aushaltszw ecke, näm lich Papierservietten, Papierta- schentücher, Toilettentücher, G esichtstücher und andere W eichpapierpro- dukte [sow eit nicht in anderen Klassen enthalten]). M it Blick auf das vorin- stanzliche Verfahren obsiegt die Beschw erdeführerin dam it etw a zu einem Viertel. D ie Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens in der H öhe von Fr. 800.-- sind deshalb zu einem Viertel von der Beschw erdegegnerin und zu drei Vierteln von der Beschw erdeführerin zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Im Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht obsiegt die Beschw erdeführerin vollum fänglich. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die G erichtsgebühr der Beschw erdegegnerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie G erichtsgebühr ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streit- sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 des R eglem ents über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im Be- schw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht ist dafür ein Streitw ert zu veranschlagen (Art. 4 VG KE). Im W iderspruchsverfahren besteht dieser Streitw ert vor allem im Schaden der beschw erdeführenden Partei im Fall ei- ner M arkenverletzung durch die angefochtene M arke. Es w ürde aber zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den relativ geringen Kosten des erst- instanzlichen Verfahrens abschreckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnachw eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streit- w ertrelevanter Angaben ist der Streitw ert darum nach Erfahrungswerten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbsprozess, in sic! 7/8 2002 493 S. 505; LEO N Z M EYER , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, in sic! 6/2001 S. 559 ff., LU C AS D AVID , D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, SIW R I/2, 2. Aufl. Basel 1998, S. 29 f.). In Anw endung dieser G rundsätze w ird vorlie- gend die G erichtsgebühr auf Fr. 4'000.-- festgesetzt. 8. Im vorinstanzlichen Verfahren obsiegte die Beschw erdeführerin etw a zu ei- nem Viertel (vgl. E. 7). D ie Beschw erdeführerin hat der Beschw erdegegne- rin deshalb für das erstinstanzliche Verfahren eine anteilsm ässige Partei- entschädigung in der H öhe von Fr. 1'500.-- zu bezahlen (Art. 34 M SchG ).9 Im Beschw erdeverfahren hat dagegen die Beschw erdegegnerin der voll- um fänglich obsiegenden Beschw erdeführerin eine Parteientschädigung für "ihr erw achsene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten" zu bezah- len (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D a die Beschw erdeführerin keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung aufgrund der Akten zu bestim m en und w ird auf Fr. 3'500.-- festgesetzt (Art. 8 und 14 Abs. 2 VG KE). 9. G egen dieses U rteil steht keine Beschw erde am Bundesgericht offen (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). Es ist rechtskräftig. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, Ziff. 1 und 3 des Entscheids des Eid- genössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 22. N ovem ber 2006 im W iderspruchsverfahren N r. 7549 w erden teilw eise aufgehoben, und die Vorinstanz w ird angew iesen, der M arke N r. 530'175 AR O M A TH ER A be- schränkt auf die W aren Papiertaschentücher und G esichtstücher in der Klasse 16 den Schutz für die Schw eiz zu gew ähren. 2. D ie Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens von Fr. 800.-- w erden zu Fr. 600.-- der Beschw erdeführerin und zu Fr. 200.-- der Beschw erdegegnerin auferlegt. D ie Beschw erdeführerin hat der Beschw erdegegnerin dam it Fr. 600.-- zu bezahlen. D ieser Betrag w ird m it der Parteientschädigung der Beschw erdeführerin verrechnet (Ziff. 5). 3. D ie Kosten des Beschw erdeverfahrens von Fr. 4'000.-- w erden der Be- schw erdegegnerin auferlegt. D er von der Beschw erdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-- w ird zurückerstattet. 4. D ie Beschw erdeführerin hat der Beschw erdegegnerin für das vorinstanzli- che Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen. D ie Beschw erdegegnerin hat der Beschw erdeführerin für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu bezahlen. D ie Ansprüche w erden verrechnet (Ziff. 5). 5. D ie Parteientschädigung der Beschw erdegegnerin aus dem Verfahren vor erster Instanz (Fr. 1'500.--) sow ie ihr Anspruch auf teilw eise Erstattung der W iderspruchsgebühr (Fr. 600.--) w erden m it der Parteientschädigung der Beschw erdeführerin vor dem Bundesverw altungsgericht (Fr. 3'500.--) ver- rechnet. D ie Beschw erdegegnerin hat der Beschw erdeführerin total Fr. 1'400.-- zu bezahlen.10 6. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben, m it Beilage) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. 7549) (eingeschrieben, m it Beilagen) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: D avid Aschm ann Thom as Zogg Versand am : 18. Juli 2007