<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 62 S.264</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">264</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>62 Preisbewertung.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Zulässigkeit eines Bewertungssystems, das Angebote beim Preis in-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nerhalb einer bestimmten Bandbreite gleich bewertet.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 12. September 2003 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen S. AG gegen Gemeinderat Gansingen.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. a) Beanstandet wird von der Beschwerdeführerin die von der</span><br/> <span class="ft1">Vergabebehörde gewählte Methode der Preisbewertung. Sie erachtet</span><br/> <span class="ft1">es als willkürlich, dass die Vergabebehörde ihr Angebot und das um</span><br/> <span class="ft1">1.4% teurere Angebot der P. AG mit der gleichen Punktzahl bewertet</span><br/> <span class="ft1">hat. Der Gemeinderat beruft sich auf den ihm bei der Bewertung</span><br/> <span class="ft1">zustehenden Freiraum. Es sei bewusst auf eine direkte Rangfolge</span><br/> <span class="ft1">verzichtet und ein "Raster" vorgegeben worden, der einen Preisspiel-</span><br/> <span class="ft1">raum fixiere.</span><br/> <span class="ft1">b) Die Beschwerdeführerin irrt, wenn sie vorbringt, beim Preis</span><br/> <span class="ft1">handle es sich um eine mathematische Grösse, die der Vergabebe-</span><br/> <span class="ft1">hörde keinen Spielraum belasse. Auch bei der Bewertung des Preises</span><br/> <span class="ft1">gilt, dass das Verwaltungsgericht die von der Vergabebestelle ge-</span><br/> <span class="ft1">wählte Vorgehensweise respektieren muss, sofern diese nicht völlig</span><br/> <span class="ft1">sachfremd ist oder auf die einzelnen Anbieter unterschiedlich ange-</span><br/> <span class="ft1">wendet wird. Das Verwaltungsgericht hat die Gleichbewertung der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">265</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Angebote innerhalb einer bestimmten Bandbreite der Offertpreise in</span><br/> <span class="ft1">seiner bisherigen Praxis als grundsätzlich zulässig erachtet. Immer-</span><br/> <span class="ft1">hin hat es darauf hingewiesen, dass eine solche Gleichbewertung</span><br/> <span class="ft1">"annähernd gleicher Angebote" nicht dazu dienen dürfe, die Vor-</span><br/> <span class="ft1">schriften des BGBM zu umgehen. Das im BGBM statuierte Gebot</span><br/> <span class="ft1">der Gleichbehandlung einheimischer und auswärtiger Anbieter unter-</span><br/> <span class="ft1">sagt Prozentklauseln und andere Privilegierungen ortsansässiger</span><br/> <span class="ft1">Anbieter. Auch müssten im Hinblick auf das Gleichbehandlungsge-</span><br/> <span class="ft1">bot die Bandbreiten, innerhalb derer eine Gleichbehandlung erfolge,</span><br/> <span class="ft1">gemessen am jeweiligen Auftragswert relativ eng begrenzt sein</span><br/> <span class="ft1">(VGE III/158 vom 26. November 1998 [BE.1998.00289] in Sachen</span><br/> <span class="ft1">G. AG, S. 9 f.; vgl. auch Peter Galli/ André Moser/Elisabeth Lang,</span><br/> <span class="ft1">Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, Zürich 2003, Rz. 423).</span><br/> <span class="ft1">c) Beim von der Vergabestelle verwendeten Preisbewertungs-</span><br/> <span class="ft1">system haben diejenigen Angebote, die sich preislich innerhalb einer</span><br/> <span class="ft1">Bandbreite von 100 - 102% bewegten, die Note 5 bzw. 5 Punkte</span><br/> <span class="ft1">erhalten. 4 Punkte erhielten Angebote zwischen 102 - 105%,</span><br/> <span class="ft1">3 Punkte Angebote zwischen 105 - 110% und 2 Punkte solche zwi-</span><br/> <span class="ft1">schen 110 - 115%. Offerten, die mehr als 15% über dem niedrigsten</span><br/> <span class="ft1">Angebot lagen, bekamen noch einen Punkt.</span><br/> <span class="ft1">Im vorliegenden Fall kommt dem Preis ein Gewicht von 50%</span><br/> <span class="ft1">zu. Damit handelt es sich beim Preis zwar um das gewichtigste Zu-</span><br/> <span class="ft1">schlagskriterium; den verschiedenen qualitativen Aspekten (Erfah-</span><br/> <span class="ft1">rung, Qualität etc.) wird insgesamt aber die gleiche Bedeutung zu-</span><br/> <span class="ft1">gemessen. Diese Kriterien wurden ebenfalls mit Punkten zwischen 5</span><br/> <span class="ft1">und 1 bewertet. Das relativ geringe Gewicht des Preises mit 50%</span><br/> <span class="ft1">lässt die Gleichbewertung von preislich nahe beisammen liegenden</span><br/> <span class="ft1">Angeboten und den Verzicht auf eine absolut differenzierte Preisbe-</span><br/> <span class="ft1">wertung als noch vertretbaren Ermessensentscheid der Vergabebe-</span><br/> <span class="ft1">hörde erscheinen. Die gewählte Bewertungsmethode ist weder völlig</span><br/> <span class="ft1">sachfremd noch wurde sie auf die einzelnen Anbieter unterschiedlich</span><br/> <span class="ft1">angewendet. Es bestehen überdies auch keinerlei Anhaltspunkte für</span><br/> <span class="ft1">eine binnenmarktgesetzwidrige Bevorzugung einheimischer Anbie-</span><br/> <span class="ft1">ter, zumal vorliegend keine einheimischen Unternehmen beteiligt</span><br/> <span class="ft1">waren und es sich um ein Einladungsverfahren handelt, bei dem die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">266</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Vergabebehörde in der Auswahl der einzuladenden Unternehmen</span><br/> <span class="ft1">ohnehin frei war.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>