A bteilung V E -1623/2007 {T 0/2} U rteil vom 16. M ai 2007 M itw irkung: R ichter W eber, R ichter D ubey, R ichterin Luterbacher G erichtsschreiber H ardegger B._______, Pakistan, angeblich Afghanistan, w ohnhaft C ._______, vertreten durch D ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 31. Januar 2007 in Sachen Vollzug der W egw eisung (W iedererw ä- gung) / N E._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, I. dass das Bundesam t für M igration (BFM ; vorm als Bundesam t für Flüchtlinge, BFF) m it Verfügung vom 13. N ovem ber 2003 in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers vom 26. August 2003 nicht eintrat, ihn als pa- kistanischen Staatsbürger bezeichnete, die sofortige W egw eisung des Beschw erdefüh- rers anordnete und einer allfälligen Beschw erde gegen die Verfügung die aufschiebende W irkung entzog, dass die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) m it U rteil vom 26. Januar 2004 auf eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschw erde vom 18. D ezem ber 2003 nicht eintrat und dem BFM die Eingabe vom 18. D ezem ber 2003 zur gutscheinenden Behand- lung überw ies, dass das BFM die Eingabe vom 18. D ezem ber 2003 als W iedererw ägungsgesuch ent- gegennahm , dieses m it Verfügung vom 26. Februar 2004 abw ies und die m it dem G e- such eingereichte afghanische Identitätskarte als Fälschung erachtete und einzog, dass die AR K auf eine gegen die Verfügung vom 26. Februar 2004 erhobene Beschw er- de m it U rteil vom 29. April 2004 nicht eintrat, II. dass das BFM m it Verfügung vom 31. Januar 2007 - eröffnet 2. Februar 2007 - ein zw ei- tes W iedererw ägungsgesuch des Beschw erdeführers vom 4. D ezem ber 2006, das auf die Frage des W egw eisungsvollzuges (m assive Verschlechterung der Sicherheitslage in F._______) beschränkt w ar, abw ies und die R echtskraft und Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 13. N ovem ber 2003 feststellte, dass der Beschw erdeführer durch seine R echtsvertreterin m it Eingabe vom 2. M ärz 2007 (D atum der Postaufgabe) gegen diese Verfügung beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde einreichte, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und w egen U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e beantragte, dass in form eller H insicht um G ew ährung der aufschiebenden W irkung der Beschw erde, Aussetzung des W egw eisungsvollzugs, unentgeltliche Prozessführung und am tliche Verbeiständung in der Person der R echtsvertreterin ersucht w urde, dass der Instruktionsrichter m it Zw ischenverfügung vom 19. M ärz 2007 die Beschw erde- begehren als aussichtslos erachtete, das G esuch um Anordnung vollzugshem m ender vorsorglicher M assnahm en abw ies, m ithin den Vollzug der W egw eisung nicht aussetzte, die G esuche um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses abw ies, dass der Beschw erdeführer gleichzeitig zur Bezahlung eines Kostenvorschusses bis zum 3. April 2007 angehalten w urde, w obei für den Säum nisfall das N ichteintreten auf 3 die Beschw erde angedroht w urde, dass der Beschw erdeführer innert der erw ähnten Frist den Kostenvorschuss leistete, dass bezüglich w eiterer Einzelheiten auf die Protokolle, Verfügungen und U rteile bei den Akten verw iesen w ird, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass aus diesen Bestim m ungen die Zuständigkeit des Bundesverw altungsgericht für Be- schw erden gegen Verfügungen des BFM betreffend W iedererw ägungsgesuche zw ar nicht explizit hervorgeht, dass sie sich indessen aus dem in Lehre und Praxis anerkannten U m stand ergibt, w o- nach gegen negative Entscheide der Vorinstanz über W iedererw ägungsgesuche grund- sätzlich diejenigen R echtsm ittel ergriffen w erden können, w elche gem äss R echtsm ittel- ordnung gegen die m it dem W iedererw ägungsgesuch angefochtene Verfügung offenste- hen (vgl. dazu die nach w ie vor zutreffende Praxis der AR K in Entscheidungen und M it- teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2003 N r. 7 E. 2 a.aa S. 43, m .w .H .), dass der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutz- w ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass som it auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde vom 2. M ärz 2007 einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 ff. Vw VG ), dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständi- ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet und der Beschw erdeentscheid sum m arisch begründet w ird (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass ein Anspruch auf W iedererw ägung nam entlich dann besteht, w enn sich der rechts- erhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsw eise seit dem U rteil der m it Beschw erde angerufenen R echtsm ittelinstanz (vgl. EM AR K 1995 N r. 21 E. 1c S. 204) in w esentlicher W eise verändert hat und m ithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist (vgl. die nach w ie vor zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f.), dass ferner auch R evisionsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Vw VG zu einer W iederer-4 w ägung führen können, jedoch nur dann, w enn eine unangefochten gebliebene, form ell rechtskräftig gew ordene Verfügung vorliegt (vgl. die nach w ie vor zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 17 E. 2a S. 103 f.) oder, w enn zw ar vorgängig ein R echtsm ittel ergriffen w orden w ar, die R evisionsgründe sich jedoch nicht auf das Zustandekom m en des im betreffenden Beschw erdeverfahren ergangenen Prozessurteils der R echtsm ittel- instanz, sondern auf die m it Beschw erde angefochtene Verfügung des Bundesam tes be- ziehen (vgl. die nach w ie vor zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 1998 N r. 8 E. 3 S. 53 f.), dass eine W iedererw ägung hingegen dann nicht in Betracht fällt, w enn lediglich eine neue W ürdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeige- führt w erden soll oder G ründe angeführt w erden, die bereits in einem ordentlichen Be- schw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gem acht w erden kön- nen (vgl. die nach w ie vor zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104), dass in der Beschw erde hauptsächlich geltend gem acht w ird, (1) dass die Schlüsse des BFM in der angefochtenen Verfügung nicht geteilt w erden können, die sich hauptsächlich auf die Ergebnisse des Lingua-G utachtens vom 8. O kto- ber 2003 stützten, w eil der Beschw erdeführer nach w ie vor afghanischer Staatsbürger sei und das BFM die in den bisherigen Verfahren geltend gem achten Sachverhalte und eingereichten Bew eism ittel nicht korrekt gew ürdigt habe, (2) dass nam entlich die D etails dem Schreiben vom 22. O ktober 2003 (Beschw erdebei- lage N r. 5) und den übrigen Aktenstücken entnom m en w erden und diese Aufschluss hierüber geben könnten, w arum der Beschw erdeführer vom BFM fälschlicherw eise für einen pakistanischen Staatsbürger gehalten w orden sei, (3) dass der Beschw erdeführer beispielsw eise vor seinem zw anzigsten Altersjahr über 15 Jahre lang in (...) Pakistan zugebracht habe, in Peshaw ar als (...) ausgebildet w orden sei und gearbeitet habe, und er dabei stets Kontakte m it (...) gehabt habe, bevor er erneut in seine W ohnregion F._______, die (...) liege, habe zurückkehren können, (4) dass die vom BFM eingesetzte Fachperson für die Erstellung eines Lingua-G utach- tens eine aus (...) stam m ende Person sei, die m it den Feinheiten des D ialekts von F._______ kaum vertraut sei, w eshalb "höchst fraglich" erscheine, ob sie als G utachter diesen Fall hätte beurteilen dürfen, (5) dass sich inzw ischen die Sicherheitslage in F._______ (...) m assiv verschlechtert habe (vgl. dazu EM AR K 2006 N r. 9), w eshalb ein Vollzug der W egw eisung unzulässig und unzum utbar sei, dass - w ie bereits in der Zw ischenverfügung vom 19. M ärz 2007 festgehalten - der Be- schw erdeführer in den bisherigen Verfahren seine Argum ente gegen einen W egw ei- sungsvollzug frei hat den Asylbehörden darlegen können, w eshalb für das Bundesver- w altungsgericht kein Anlass besteht, eine w eitere Anhörung des Beschw erdeführers durchzuführen (vgl. Beschw erde, S. 4 i.V.m . Beschw erdebeilage N r. 5, S. 2), dass w esentliche Inhalte der in diesem (zw eiten) W iedererw ägungsverfahren geltend gem achten Argum ente (unter anderem die afghanische H erkunft des Beschw erdefüh- rers, unzutreffende Schlüsse des Lingua-G utachters, Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör beziehungsw eise die unzutreffende Erfassung und W ürdigung der 5 geltend gem achten Sachverhalte und eingereichten Bew eism ittel) und eingereichten G e- suchsbeilagen (nam entlich das Schreiben vom 22. O ktober 2003) vor der Zeit des AR K- U rteils vom 26. Januar 2004 respektive 29. April 2004 hätten geltend gem acht und beur- teilt w erden können (vgl. dazu die nach w ie vor zutreffende Praxis der Asylrekurskom - m ission in EM AR K 2000 N r. 24 E. 2 und insbesondere 5 S. 215 ff.), dass es in diesem (zw eiten ausserordentlichen) Verfahren nicht darum gehen kann, Ver- passtes aus früheren Verfahren nachzuholen oder frühere verfahrenserledigende G rün- de, die der Beschw erdeführer selbst geschaffen hat, nachträglich aus der W elt zu schaf- fen, dass die Beschw erdebeilagen N rn. 3 bis 6 (W iedererw ägungsgesuch vom 4. D ezem ber 2006, Schreiben des BFM vom 22. Januar 2007, Beschw erde an die AR K vom 22. M ärz 2004 und Schreiben des Beschw erdeführers vom 22. O ktober 2003) keine neuen Er- kenntnisse enthalten, die in diesem W iedererw ägungsverfahren zw ingend zu einer vor- läufigen Aufnahm e führen könnten, dass die geübte blosse Kritik an ergangenen Verfügungen des BFM und U rteilen der AR K dem Zw eck und Sinn einer W iedererw ägung von rechtskräftig ergangenen Ent- scheiden entgegen steht, dass indessen auch behauptet w ird, die Situation in F._______, der H eim at des Beschw erdeführers in Afghanistan, sei seit der letzten Ü berprüfung zum erheblichen W egw eisungshindernis gew orden, dass indessen die angebliche afghanische H erkunft des Beschw erdeführers in den Vor- verfahren bereits rechtskräftig beurteilt w urde und der Beschw erdeführer in keinem der abgeschlossenen Verfahren hat nachvollziehbar darlegen können (vgl. dazu ordentli- ches Verfahren: Verfügung des BFM vom 13. N ovem ber 2003 und U rteil der AR K vom 26. Januar 2004; erstes ausserordentliches Verfahren: Verfügung vom 26. Februar 2004 und U rteil der AR K vom 29. April 2004), dass er tatsächlich aus Afghanistan stam m t, w eshalb die Argum entation in Bezug auf eine R ückkehr nach Afghanistan in w iederer- w ägungsrechtlicher Sicht nicht stichhaltig ist, dass diesbezüglich darauf hinzuw eisen ist, dass ein W iedererw ägungsgesuch nicht dazu dienen kann, Verw altungsentscheide w iederholt in Frage zu stellen, w eil die eige- ne Beurteilung eines Sachverhaltes anders ausfällt als diejenige der dam it befassten Behörde, dass dem zufolge auch von keinem Verstoss gegen völkerrechtliche G rundsätze (vgl. dazu Beschw erde, S. 4 ff.; Art. 3 EM R K) auszugehen ist, zum al der Beschw erdeführer in einen Staat zurückkehren kann, in dem er "den grössten Teil m eines Lebens" (vgl. Schreiben vom 22. O ktober 2003, S. 2) verbracht und gearbeitet hat und offensichtlich nicht verfolgt ist, dass auch die geltend gem achte Papierlosigkeit (vgl. Beschw erdebeilage N r. 6, S. 2) kein erhebliches W egw eisungshindernis darstellt, zum al es dem Beschw erdeführer ob- liegt, sich die für eine R ückkehr in sein effektives H eim atland notw endigen R eisepapiere zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG ), und zudem aus den Akten keine G ründe für eine U nm öglichkeit des W egw eisungsvollzugs im Sinne der nach w ie vor zutreffenden Praxis der AR K in EM AR K 1997 N r. 27 ersichtlich sind, dass sich ohnehin das Bundesverw altungsgericht eine gew isse Zurückhaltung bei der 6 Beurteilung der M öglichkeit des Vollzugs auferlegt (vgl. auch die nach w ie vor zutreffen- de Praxis der AR K in vorerw ähnter EM AR K-Publikation), dass die angegebenen G ründe und nam entlich auch das eingereichte Schreiben vom 22. O ktober 2003 som it keine in w iedererw ägungsrechtlicher H insicht erheblichen G rün- de darstellen oder m it der R ealität im effektiven H eim atland des Beschw erdeführers zu tun haben, w eshalb keine gegenüber der Situation bei Eintritt der R echtskraft der ur- sprünglichen Verfügung vom 13. N ovem ber 2003 entscheidrelevant veränderte Sachla- ge im Zulässigkeits- und U nzum utbarkeitsbereich eines W egw eisungsvollzugs inzw i- schen eingetreten ist, dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass die G esuche um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG abgew iesen w urden (vgl. Zw ischenverfügung vom 19. M ärz 2007), dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1200.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Be- schw erdeführer aufzuerlegen, m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen und dam it beglichen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 1200.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer durch Verm ittlung seiner R echtsvertreterin, 2 Expl. (einge- schrieben) - Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten und der Bitte, das D ossier um gehend an (...) w eiterzuleiten (R ef.-N r. N E._______; Kopie) - G ._______(Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Beat W eber Thom as H ardegger Versand am :