<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00421</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106070&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00421</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.05.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kostenübernahme für Privatschulung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Gemeinde ist zur Anfechtung eines Rekursentscheids der Bezirksschulpflege, womit sie zur Kostenübernahme für eine Privatschulung verpflichtet wird, entgegen der sich auf ein Bundesgerichtsurteil stützenden Auffassung der Schulrekurskommission legitimiert; ihre Beschwerde gegen den Nichteintretensbeschluss der Schulrekurskommission ist gutzuheissen und die Sache an die Rekurskommission zurückzuweisen.<br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts und Legitimation der Gemeinde zur Beschwerde gegen den Nichteintretensbeschluss (E. 1). Entwicklung der Rechtsprechung zur Gemeindelegitimation (E. 2a). Zum angefochtenen Rekursentscheid der Bezirksschulpflege und zur Begründung des dagegen erhobenen Rekurses der Gemeinde (E. 2b). Erfordernis der Darlegung legitimationsbegründender Sachumstände (E. 2c und d). Neuere Bundesgerichts- und Verwaltungsgerichtspraxis zur Gemeindelegitimation; Bejahung der Legitimation der Gemeinde aufgrund der ihr auferlegten Verpflichtung zu finanziellen Leistungen sowie wegen Eingriffs in ihre Ermessensfreiheit (E. 2e und f). Aufhebung des Nichteintretensbeschlusses und Rückweisung (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DARLEGUNG">DARLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDELEGITIMATION">GEMEINDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATIONSBEGRÃNDEND">LEGITIMATIONSBEGRÃNDEND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTELBEFUGNIS">RECHTSMITTELBEFUGNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHUMSTAND">SACHUMSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 21 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit VerfÃ¼gung vom 26. Mai 1999 wies das Schul- und Sportdepartement der Stadt ZÃ¼rich ein Gesuch von A.1 und A.2 um Ãbernahme der Kosten fÃ¼r die Schulung ih­rer Tochter G in der Schule D in X ab. Die in der Folge erhobene Einsprache wies der Stadtrat am 24. November 1999 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den von A.1 und A.2 zunÃ¤chst an den Bezirksrat erhobenen und von diesem an die Bezirksschulpflege ZÃ¼rich Ã¼berwiesenen Rekurs hiess diese am 20. Juni 2000 gut und verpflichtete sie die Stadt ZÃ¼rich zur Ãbernahme der Kosten der privaten Schu­lung von G fÃ¼r die Schuljahre 1998/99 und 1999/2000.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Auf den hiergegen erhobenen Rekurs der Stadt ZÃ¼rich trat die Schulrekurs­kom­mission am 20. November 2000 nicht ein mit der BegrÃ¼ndung, die Gemeinde sei ge­mÃ¤ss § 21 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, in der Fas­sung vom 8. Juni 1997) nicht zum Rekurs legitimiert. Sie berief sich dabei insbesondere auf ei­nen Entscheid des Bundesgerichts vom 29. September 2000 (GeschÃ¤fts-Nr. 1P.93/ 2000/boh), welches in Gutheissung einer staatsrechtlichen Beschwerde in einem Streit um die Sonder­schulung und die Verteilung der sich daraus ergebenden Kosten erkannt hatte, dass die Schul­rekurskommission in WillkÃ¼r verfallen sei, wenn sie gestÃ¼tzt auf § 21 lit. b VRG die Gemeinde zum Rekurs zugelassen habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Beschwerde vom 20. Dezember 2000 beantragte die Stadt ZÃ¼rich dem Ver­waltungsgericht, den Beschluss der Schulrekurskommission aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Schulrekurskommission zurÃ¼ckzuweisen, eventuell das Gesuch um KostenÃ¼bernahme abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Las­ten der Beschwerdegegner.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Schulrekurskommission am 1. sowie A.1 und A.2 am 11. Februar 2001 bean­tragten Abweisung der bzw. Nichteintreten auf die Beschwerde, letztere zudem unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) </span>GemÃ¤ss § 5 Abs. 2 des Unterrichtsgesetzes vom 23. Dezember 1859 (in der Fas­sung vom 29. November 1998) entscheidet die Schulrekurskommission abschliessend, so­weit das Verwaltungsrechtspflegegesetz nicht den Weiterzug an das Verwaltungsgericht vorsieht. Ein solcher Weiterzug ist gemÃ¤ss § 41 VRG grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig, und die Strei­tigkeiten um die Ãbernahme von Schulungskosten fallen nicht unter die in § 43 Abs. 1 lit. f VRG (in der Fassung gemÃ¤ss § 42 des Mittelschulge­setzes vom 13. Juni 1999; OS 55, 424 sowie bezÃ¼glich Inkraftsetzung OS 56, 54) fÃ¼r den Schulbereich vorgesehenen Ausnahmen. Sodann entfÃ¤llt seit dem 1. MÃ¤rz 2000 auch der Ausnahmegrund von § 42 VRG, nachdem auf diesen Zeitpunkt das Bundesgesetz vom 8. Oktober 1999 Ã¼ber prozessuale Anpassungen an die neue Bundesverfassung (AS 2000, 416) in Kraft getreten und damit Art. 73 des Bun­desgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren (VwVG) aufgehoben worden ist, welcher in Streitigkeiten be­treffend die verfassungsrecht­liche Garantie des un­ent­geltlichen Primarschulunterrichts die Beschwerde an den Bundes­rat vorsah (vgl. RB 1998 Nr. 29). Das Verwaltungsgericht ist deshalb zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. An­gesichts des Fr. 20'000.- offenkundig Ã¼bersteigenden Streitwerts erfolgt die Behandlung durch die Kammer (§ 38 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Als unterliegende Partei im Rekursverfahren ist die Stadt ZÃ¼rich formell be­schwert. Macht wie hier die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, durch die Verneinung ihrer Legi­timation im Rekursverfahren von einem Verfahrensmangel betroffen zu sein, ist die Legi­timation unabhÃ¤ngig vom Rechtsschutzinteresse in der Sache gegeben (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼­rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 28, mit Hinweisen). Auf die rechtzeitig erhobene Be­schwerde ist deshalb einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. </span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG ist eine Gemeinde zur Be­schwerde berechtigt "zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen".</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu § 21 VRG in der bisherigen Fas­­sung anerkannte die Rekurs- und Beschwerdebefugnis der Gemeinde, wenn sie sich fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrte, wenn sie einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit oder einen Ein­griff in ihr Finanz- oder VerwaltungsvermÃ¶gen geltend machte und wenn sie wie eine Pri­vatperson betroffen war (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 62, mit Hinweisen). Diese Recht­sprechung liegt auch der neuen Bestimmung von § 21 lit. b VRG zugrunde (RB 1998 Nr. 14; KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 21 N. 70). Indem aber § 21 lit. b VRG die Gemeinde zur rekursweisen Wah­rung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen berechtigt, ver­deutlicht die neue Bestimmung einen Ansatz, der in der bisherigen Praxis bereits angelegt, aber nicht durch­gehend entwickelt war: So lÃ¤sst sich die Befugnis der Gemeinde, die Be­willigung fÃ¼r ein Bauvorhaben in der Nachbargemeinde anzufechten, das einen von ihr geplanten Aussichts­punkt beeintrÃ¤chtigt (RB 1993 Nr. 1; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 68), keiner der vor­stehend genannten Kategorien zuordnen, sondern lÃ¤sst sich darÃ¼ber hinausgehend nur mit der Wahrnehmung schutzwÃ¼rdiger kommunaler Interessen begrÃ¼n­den. Damit ist die von der Lehre seit langem geforderte Ausweitung der Gemeindelegiti­mation (Alfred KÃ¶lz, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1978, § 21 N. 79) mindestens punktuell bereits durch die Rechtsprechung zu § 21 VRG in der bisheri­gen Fassung erfolgt. Im Lichte dieser Rechtsprechung lÃ¤sst sich mit dem Hinweis darauf, dass der Gesetzgeber keine gegenÃ¼ber der bisherigen Praxis erwei­terte Gemeindelegitimation angestrebt habe (KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 70), keine ein­schrÃ¤nkende Auslegung von § 21 lit. b VRG rechtfer­tigen; dies gilt um so mehr, als die neue Fassung des Gesetzes wÃ¶rtlich der von Alfred KÃ¶lz (§ 21 N. 79 am Ende) als Aus­weitung der Gemeindelegitimation vorgeschlagenen Umschreibung entspricht, an der sich weitgehend, wenn auch nicht konsequent schon die bisherige Praxis orientiert hat. In Ãber­einstimmung mit dieser Auffassung hat das Verwal­tungs­­gericht in RB 1998 Nr. 13 die Le­gitimation der Gemeinde bejaht bei einer Betrof­fen­heit in Interessen oder Aufgaben, wel­che die Gemeinde wahrnehmen oder erfÃ¼llen muss, oder wenn sich die angefochtene Ver­fÃ¼gung auf einen grossen Teil der Einwohnerschaft auswirkt. Kein schutzwÃ¼rdiges Inte­res­se ist hingegen dann gegeben, wenn die Gemein­de nicht ihr eigenes, sondern kantonales oder Bundesrecht anzuwenden hat, und es ihr ein­zig um die Durchsetzung ihrer eigenen Rechtsauffassung geht (RB 1998 Nr. 14; vgl. auch BGE 125 II 192 E. 2a aa).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Laut Entscheid der Rekurs- und Beschwerdekommission I der Bezirksschulpfle­ge ZÃ¼rich vom 20. Juni 2000 wurde bei G, als sie sich bereits in der ersten Klas­se gelang­weilt hatte, bei einer von den Eltern veranlassten AbklÃ¤rung durch die Psy­chologin Dr. K eine Hochbegabung diagnostiziert. Sie konnte in der Folge die zwei­te Klasse Ã¼berspringen und absolvierte ohne Probleme die dritte Klasse. In der vierten Klas­se traten erneut Schwierigkeiten und depressive Verstimmungen auf, worauf G auf Empfehlung von Dr. K sechs Wochen die vierte Klasse einer deutschen Grund­schu­le am Wohnort der Grosseltern in Deutschland besuchte. Nach der RÃ¼ckkehr klagte sie er­neut Ã¼ber Langeweile. Auf Emp­fehlung der Rektorin und der Klassenlehrkraft der deut­schen Schule sowie von Dr. K mel­deten die Eltern ihre Tochter fÃ¼r das Schuljahr 1998/99 in der Schule D an. Die Rekurs- und Beschwerdekommission erwog, bevor die Kosten einer Pri­vatschulung zu Ã¼bernehmen seien, mÃ¼sste das Schulangebot der Gemeinde so gut als mÃ¶g­lich ausgeschÃ¶pft werden. Ein erneutes Ãberspringen einer Klasse wÃ¤re hier nicht zweck­mÃ¤ssig gewesen und die Kreis­schulpflege habe die ihr zur VerfÃ¼gung stehenden MÃ¶glich­keiten in Zusammenarbeit mit den Eltern ausgeschÃ¶pft. In der Schule D habe sich G wohl ge­fÃ¼hlt. Damit ergebe sich, dass der durch Art. 19 BV garantierte ausreichende Un­ter­richt in der Volksschule, wo G nicht ihrem Potenzial entsprechend habe gefÃ¶rdert werden kÃ¶nnen, nicht gewÃ¤hrleistet ge­wesen sei. Zwar gehe es bei G nicht um Sonder­schulung im Sinn von § 12 des Volksschul­gesetzes vom 11. Juni 1899 (VolksschulG, LS 412.11), doch seien das Sonderklassenreg­lement vom 3. Mai 1984 (LS 412.13) bzw. die zugehÃ¶ri­gen Richtlinien analog anzuwen­den, insbesondere Ziffer 4.3.1 der Richtlinien, wonach eine Sonderschulung in einer nicht als Sonderschule anerkannten Privatschule zu prÃ¼fen sei, wenn ein gleichwertiges Angebot fehle, wie das hier zutreffe. Die Stadt ZÃ¼rich habe des­halb fÃ¼r die Kosten der privaten Schulung von G aufzukommen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In ihrer Eingabe an die Schulrekurskommission brachte der Stadtrat im Wesentli­chen vor, weder aus der Bundesverfassung noch aus dem kantonalen Schulrecht lasse sich ein Anspruch Hochbegabter auf den Besuch von Privatschulen ableiten. Die stÃ¤dtische Volksschule stelle ein breites und differenziertes FÃ¶rderangebot fÃ¼r Hochbegabte zur Ver­fÃ¼gung, mit welchem der Unterforderung von G ausreichend hÃ¤tte begegnet werden kÃ¶n­nen. Die Schule D sei keine fÃ¼r die FÃ¶rderung von G geeignete Schule, sei sie doch we­der eine Sonderschule noch biete sie einen der Ã¶ffentlichen Schule entsprechenden Unter­richt an. In der Folge habe denn auch G die Aufnahme ins Gymnasium nicht geschafft, was auf­grund des ihr zugeschriebenen Potenzials ohne weiteres hÃ¤tte gelingen mÃ¼ssen. Ihre Eltern hÃ¤tten sodann G bereits im Juni 1998 an die Schule D angemeldet, das heisst bevor sie der Kreisschulpflege am 2. Juli 1998 entsprechend Antrag gestellt hÃ¤tten; unter diesen Um­stÃ¤nden lasse sich selbst aus der â unzulÃ¤ssigen â analogen Anwendung der Richtlinien zum Sonderklassenreglement keine Verpflichtung der Stadt zur Ãbernahme der Schu­lungs­kosten an der Schule D konstruieren.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Auch wenn die Stadt in ihrer Rekurseingabe ihre Legitimation nicht ausdrÃ¼cklich begrÃ¼ndet hat, so lÃ¤sst sich dennoch ohne weiteres erkennen, dass sie sich gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Pflicht zur Tragung der Schulungskosten an der Schule D wehren will. Andere legitimationsbegrÃ¼ndende UmstÃ¤nde, wie sie nun mit der Beschwerde geltend gemacht werden, hat sie in ihrem Rekurs nicht dargelegt. Obgleich die Legitima­tion als Pro­zessvoraussetzung von Amtes wegen abzuklÃ¤ren ist, obliegt die Darlegung der legiti­ma­­tionsbegrÃ¼ndenden SachumstÃ¤nde den Parteien und kann eine im Rekursverfahren ver­sÃ¤umte BegrÃ¼ndung der Legitimation nicht im Beschwerdeverfahren nachgeholt werden (RB 1980 Nr. 8; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 29, § 54 N. 10). Allerdings kann hier der Be­schwerdefÃ¼hrerin die unvollstÃ¤ndige Darlegung der legitimationsbegrÃ¼ndenden Sach­um­stÃ¤n­de im Rekursverfahren nicht schaden. Wie die Rekurskommission selber einrÃ¤umt, stellt ihr Nichteintreten auf den Rekurs der Gemeinde eine PraxisÃ¤nderung dar (E. 3 des angefochtenen Beschlusses). Konnte nach der bisherigen Praxis die BeschwerdefÃ¼hrerin ohne weiteres von ihrer Legitimation ausgehen, so hatte sie keinen Anlass die sie begrÃ¼n­den­den UmstÃ¤nde eingehend darzulegen. Die Rekurskommission hÃ¤tte deshalb zur GehÃ¶rs­wahrung die aufgrund des Bundesgerichtsentscheids vom 29. September 2000 ins Auge ge­fasste PraxisÃ¤nderung anzeigen und der BeschwerdefÃ¼hrerin so Gelegenheit zur eingehen­deren BegrÃ¼ndung ihrer Legitimation geben mÃ¼ssen. Aus diesem Grund ist ausnahmsweise die Legitimation fÃ¼r das Rekursverfahren aufgrund der Darlegungen in der Beschwerde­schrift zu prÃ¼fen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) In der Beschwerdeschrift vom 20. Dezember 2000 macht die BeschwerdefÃ¼h­re­rin nun ausdrÃ¼cklich geltend, der angefochtene Rekursentscheid der Bezirksschulpflege stelle einen Eingriff in ihr VerwaltungsvermÃ¶gen dar, was nach der bisherigen Praxis des Verwaltungsgerichts die Legitimation allein schon zu begrÃ¼nden vermÃ¶ge. Sodann mÃ¼sse die Gemeinde auch mit der RÃ¼ge zugelassen werden, die Bezirksschulpflege habe durch un­­richtige Auslegung des kantonalen Rechts das kommunale Recht nicht angewendet bzw. einen der Gemeinde zustehenden qualifizierten Entscheidungs- und Ermessensspielraum missachtet. Ein solcher bestehe jedenfalls im Bereich der HochbegabtenfÃ¶rderung, wo die Stadt ZÃ¼rich eine eigentliche Vorreiter- und Pionierrolle Ã¼bernommen habe.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Das Bundesgericht hat in dem von der Rekurskommission fÃ¼r richtungsweisend gehaltenen Entscheid vom 29. September 2000 sich einerseits an seiner eigenen, nicht durch­wegs konsistenten Praxis zu Art. 48 lit. a VwVG und Art. 103 lit. a des Bundes­rechts­­pflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 orientiert, und andererseits â insbesondere was die Legitimation aufgrund der Betroffenheit im Finanz- und VerwaltungsvermÃ¶gen be­trifft â auf die AusfÃ¼hrungen im Kommentar KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl (§ 21 N. 63) verwiesen. Dort wird eingerÃ¤umt, dass sich aus einer solchen Betroffenheit die Legitimation ableiten liesse, auch wenn weder die Anwendung kommunalen Rechts noch eine qualifizierte Ent­scheidungs- und Ermessensfreiheit in Frage stehe; deshalb mÃ¼sse auch die zÃ¼rcherische Pra­xis dahingehend interpretiert werden, dass ein Eingriff in das Finanz- und Verwal­tungs­vermÃ¶gen allein die Rekurs- und Beschwerdelegitimation nicht zu begrÃ¼nden vermÃ¶ge, und sei entsprechend der Praxis des Bundesgerichts die Legitimation einer Gemeinde zu verneinen, die sich gegen die Verpflichtung zu einer hoheitlichen TÃ¤tigkeit mit finanziellen Folgen wehre. Dieser Schluss der Kommentatoren ist indessen keineswegs zwingend, und aus der bisherigen Praxis, die nach der nur kurze Zeit zurÃ¼ckliegenden Revision des Ver­wal­­tungsrechtspflegegesetzes ohnehin noch nicht als gefestigt erscheint, lÃ¤sst sich eher eine andere Tendenz herauslesen. So ist das Verwaltungsgericht noch vor Inkrafttreten des revi­dierten Verwaltungsrechtspflegegesetzes auf die Beschwerde einer Gemeinde eingetreten, die durch einen Rekursentscheid an der Aufhebung der Unterschutzstellung einer Villa ge­hindert wurde und die ihr Anfechtungsinteresse einzig mit der durch die Unterschutz­stel­lung ausgelÃ¶sten Pflicht zur Leistung von EntschÃ¤digungen in MillionenhÃ¶he begrÃ¼ndet hatte (VGr, 27. November 1997, VB.1997.00055). GestÃ¼tzt auf § 21 VRG in der revidier­ten Fassung ist das Gericht auf die Beschwerde einer Gemeinde eingetreten, die sich gegen einen Rekursentscheid betreffend eine von ihrer eigenen abweichende Bewertung ihrer Lie­­genschaften im FinanzvermÃ¶gen durch die Direktion der Justiz und des Innern wehrte (VGr, 8. November 2000, VB.2000.00064), und ebenso auf Beschwerden von Gemeinden gegen die Verpflichtung zu VermÃ¶gensleistungen an entlassene LehrkrÃ¤fte (VGr, 11. April 2001, PB.2000.00024/25; 14. MÃ¤rz 2001, PB.2000.00029/30 und PB.2000.00018/23), wo­bei in diesen FÃ¤llen die Legitimation unter Hinweis auf RB 1998 Nr. 13 auch bejaht wurde, weil der angefochtene Entscheid die PersonalfÃ¼hrung der Gemeinde und damit eine von ihr wahrzunehmende Aufgabe betreffe. In einem Entscheid vom 20. Januar 2000 (VB.1999. 00101) hat das Verwaltungsgericht erwogen, das<span> Gemeinwesen sei schon nach der bisheri­gen ‑ restriktiveren ‑ Rechtsprechung befugt gewesen, einen Entscheid der Baurekurskom­mission, der seinen Verzicht auf eine Unter­schutz­stellung aufgehoben und die Gemeinde zur Festlegung entsprechender Schutzmassnah­men eingeladen habe, mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weiterzuziehen (VGr, 5. Juli 1994, VB.1994.00072); dass die da­von betroffenen GrundeigentÃ¼mer eine derartige Unterschutzstellung ausdrÃ¼cklich anbe­gehr­­ten, Ã¤ndere daran nichts, denn eine solche vermÃ¶ge in verschiedener Hinsicht Belas­tungen des Gemeinwesens auszulÃ¶sen, so z.B. hin­sichtlich Pflege und Unterhalt (§ 207 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975; PBG) sowie Ãbernahme‑ und Ent­schÃ¤di­gungs­verpflichtungen (§ 214 PBG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Es sind denn auch keine Ã¼berzeugenden GrÃ¼nde erkennbar, welche es verbieten wÃ¼r­­den, die Abwehr einer der Gemeinde auferlegten finanziellen Verpflichtung als schutz­wÃ¼rdiges Interesse der Gemeinde im Sinn von § 21 lit. b VRG aufzufassen. Aus dieser Sicht bestehen erhebliche Zweifel, ob die bisherige Praxis der Schulrekurskommission als willkÃ¼rlich bezeichnet werden durfte. Zu beachten ist auch, dass es sich beim vom Bundes­gericht Ã¼berprÃ¼ften Entscheid der Schulrekurskommission nur aufgrund der besonderen Ã¼bergangsrechtlichen Situation um einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid handelte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin im Rekursverfahren ist deshalb bereits auf­­grund der ihr auferlegten Verpflichtung zu finanziellen Leistungen zu bejahen. Sodann betrifft der Entscheid die Gemeinde in einem Bereich, wo ihr das kantonale Recht eine be­sondere Ermessensfreiheit im Sinn kommunaler Selbstverantwortung eingerÃ¤umt hat (KÃ¶lz/­­Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 62). Selbst wenn man annehmen wollte, dass sich die Proble­matik der Hochbegabung unter § 12 VolksschulG subsumieren lÃ¤sst, wovon die Bildungs­direktion im Rahmen ihres Projekts RESA (Revision sonderpÃ¤dagogisches Angebot) aus­zu­gehen scheint, so Ã¤ndert dies nichts daran, dass das kantonale Recht keine Vorschriften Ã¼ber den Umgang mit Hochbegabten kennt. Insbesondere sieht das Sonderklassenreg­le­ment, das die einzelnen Arten von Sonderklassen und die Sonderschulung Ã¤usserst detail­liert regelt, keine diesbezÃ¼glichen Bestimmungen vor. Damit besteht fÃ¼r die Gemeinden na­turgemÃ¤ss eine qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit, welche die Be­schwer­­defÃ¼hrerin durch ihr Pilotprojekt "BegabtenfÃ¶rderung in Volksschulklassen der Stadt ZÃ¼rich" ausgefÃ¼llt hat. Sie sieht darin zahlreiche Massnahmen vor, welche es erlau­ben sollen, hochbegabte Kinder auch im Rahmen der Volksschule hinreichend zu fÃ¶rdern. Die BeschwerdefÃ¼hrerin muss deshalb befugt sein, einen Rekursentscheid anzufechten, der durch die Zuweisung eines hochbegabten Kindes an eine Privatschule die von ihr im Rah­men ihres (beschrÃ¤nkten) Autonomiebereichs zur VerfÃ¼gung gestellten FÃ¶rderungs­mass­nah­men hinfÃ¤llig macht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) Die Rekurskommission hat bei ihrem Nichteintretensbeschluss hauptsÃ¤chlich auf den Entscheid des Bundesgerichts vom 29. September 2000 abgestellt. In jenem Verfahren berief sich die Gemeinde jedoch ausschliesslich auf i<a id="Text3">hre finanziellen Interessen, weshalb je­ner Entscheid im vorliegenden Fall auch dann nicht ausschlaggebend wÃ¤re, wenn man der Auffassung des Bundesgerichts folgen wollte, wonach die finanziellen Konsequenzen fÃ¼r sich allein die Legitimation der Gemeinde nicht zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen. </a></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Schulrekurskommission auf das Rechts­mittel der BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tte eintreten mÃ¼ssen. Die Beschwerde ist deshalb gutzu­heissen; der angefochtene Beschluss der Schulrekurskommission ist aufzuheben und die Akten sind zum Entscheid in der Sache an die Schulrekurskommission zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Akten werden zu neuer Entscheidung an die Schulrekurskommission zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>