<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00371</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106928&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00371</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.11.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Gestaltungsplan</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gestaltungsplan für eine Grasfermentierungsanlage <br/>in der Landwirtschaftszone<br/><br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten (E. 1).<br/>Der Gestaltungsplan soll ein bestimmtes Projekt ermöglichen, ohne dass im kantonalen Richtplan ein Anordnungsspielraum besteht. Dieser Umstand wird von Vorinstanz, Beschwerdeführerin und Baudirektion unterschiedlich bewertet (E. 2).<br/>Die Planungen der unteren haben denjenigen der oberen Stufen zu entsprechen. Soll durch einen Sondernutzungsplan im Nichtsiedlungsgebiet ein Bauprojekt ermöglicht werden, spielen die Voraussetzungen von Art. 24 ff. RPG eine besondere Rolle (E. 3a).<br/>Die BRK erachtet dabei eine Sondernutzungsplanung nur in den Schranken von Art. 24 ff. RPG als zulässig, nach Auffassung der Beschwerdeführerin muss die Planung insgesamt die Ziele und Grundsätze von Art. 1 und 3 RPG beachten (E. 3b).<br/>Gemäss Bundesgericht erlauben Art. 24 ff. RPG nur in untergeordneten Fällen Abweichungen. Das Zürcher RPG ist noch strenger; insbesondere ergibt sich die Hierarchie der Planungsträger nur aus dem kantonalen Recht. BGE 124 II 391 hat keine ausschlaggebende Bedeutung (E. 3c).<br/>Die strittige Durchstossung des Richtplans ist nicht mehr untergeordneter Natur (E. 3d).<br/>Art. 16a Abs. 3 RPG ist nicht von Bedeutung (E. 3e).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNGSPLAN">GESTALTUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRASTROCKNUNG">GRASTROCKNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LANDWIRTSCHAFTSGEBIET">LANDWIRTSCHAFTSGEBIET</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANHIERARCHIE">PLANHIERARCHIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANMÃSSIGKEIT">PLANMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANUNGSTRÃGER">PLANUNGSTRÃGER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANUNGSZIEL">PLANUNGSZIEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTPLAN">RICHTPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: SONDERNUTZUNGSPLÃNE">SONDERNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERNUTZUNGSPLÃNE">SONDERNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERGEORDNETE ÃNDERUNG/ABWEICHUNG">UNTERGEORDNETE ÃNDERUNG/ABWEICHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 16 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 47 PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 24 RPG</span><br/><span class="ungerade">Art. 26 RPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="BodyText2"><span>I. Am 6. November 2000 âgenehmigteâ der Grosse Gemeinderat der Stadt WÃ¤denswil den Ã¶ffentlichen Gestaltungsplan Beichlen II (GrastrÃ¶chni) vom 1. MÃ¤rz 2000.</span></p> <p class="BodyText2"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>II. Dagegen rekurrierten die beiden Nachbarn B und C an die Baurekurskommission II und verlangten vorerst eine Sistierung des Rekursverfahrens, bis die StimmbÃ¼rger Ã¼ber die Vorlage, gegen welche das fakultative Referendum zustande gekommen war, abgestimmt hÃ¤tten. FÃ¼r den Fall, dass die Referendumsvorlage angenommen wÃ¼rde, verlangten sie die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses, eventuell sei er in der Weise abzuÃ¤ndern, dass eine Erschliessung des Areals von der SchÃ¶nenbergstrasse her nicht zugelassen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>Nach Annahme des Gestaltungsplans durch die StimmbÃ¼rger und DurchfÃ¼hrung des Vernehmlassungsverfahrens hiess die Baurekurskommission II den Rekurs am 23. Oktober 2001 gut und hob den Gestaltungsplan auf. Sie erwog im Wesentlichen, der Plan schaffe eine ausserhalb des Anordnungsspielraums liegende und dem kantonalen Richtplan widersprechende Bauzone. Da die bestehende Grastrocknungsanlage wie auch die geplante Grasfermentierungsanlage nicht landwirtschaftszonenkonform seien und die Voraussetzungen fÃ¼r eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) nicht erfÃ¼llt seien, erweise sich diese Durchstossung des Richtplans als unzulÃ¤ssig.</span></p> <p class="BodyText2"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>III. Gegen diesen Beschluss erhob der Stadtrat namens der Stadt WÃ¤denswil am 23. November 2001 vorsorglich Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, der Rekursentscheid sei aufzuheben und der Abstimmungsbeschluss zu bestÃ¤tigen.</span></p> <p class="BodyText2"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>Am 21. Januar 2002 ermÃ¤chtigte der Grosse Gemeinderat den Stadtrat nachtrÃ¤glich zur Beschwerdeerhebung. Die Baudirektion genehmigte den festgesetzten Gestaltungsplan am 6. Mai 2002. Sie beurteilte den fÃ¼r die Anlage gewÃ¤hlten Standort positiv und erachtete die Abweichung vom Richtplan als untergeordnet und einer nachhaltigen Kulturlandpflege des Gebietes Hirzel dienlich.</span></p> <p class="BodyText2"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>Am 21. Mai 2002 beantragte die Vorinstanz ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Den gleichen Antrag stellten die privaten Beschwerdegegner mit ihrer Beschwerdeantwort vom 26. August 2002. </span></p> <p class="BodyText2"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>Am 3. September 2002 wurde die Grastrocknungsgenossenschaft ZÃ¼richsee linkes Ufer als bisher nicht beteiligte GrundeigentÃ¼merin beigeladen, und es wurden ihr Fristen zur Stellungnahme und zur allenfalls selbstÃ¤ndigen Anfechtung des Rekursentscheides angesetzt. Beide Fristen liess die Genossenschaft unbenutzt verstreichen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) und § 329 Abs. 4 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/8. Juni 1997 (PBG) zur Behandlung der vorliegenden, einen Gestaltungsplan betreffenden Beschwerde zustÃ¤ndig (RB 1998 Nr. 26). Die durch den Rekursentscheid in ihrer Gemeindeautonomie berÃ¼hrte BeschwerdefÃ¼hrerin ist zur Beschwerdeerhebung gemÃ¤ss § 21 lit. b VRG ohne Weiteres legitimiert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Der Ã¶ffentliche Gestaltungsplan Beichlen II soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen fÃ¼r bauliche Anpassungen an der bestehenden Grastrocknungsanlage Beichlen sowie fÃ¼r die Erstellung einer Grasfermentierungsanlage auf den GrundstÃ¼cken Kat.-Nrn. 5287 und 11544 schaffen. Das Gestaltungsplanareal liegt oberhalb der Autobahn A 3 weit ausserhalb des kartographisch dargestellten Siedlungsgebietes des kantonalen Richtplans im weitrÃ¤umigen Landwirtschaftsgebiet zwischen WÃ¤denswil, Richterswil und SchÃ¶nenberg. In seiner Ausdehnung von rund 165 x 40 m erfasst der Plan neben dem bisherigen GebÃ¤ude der Grastrocknung selber (GrundflÃ¤che ca. 34 x 12 m) zusÃ¤tzliche Bereiche fÃ¼r Grassilos sowie einen Baubereich fÃ¼r die Grasfermentierungsanlage von 103.9 x 32.6 m (inkl. der im Freien vorgesehenen Biogasfermenter). Das Areal liegt an der oberen Bergstrasse im Kreuzungsbereich zur SchÃ¶nenbergstrasse, wo Ã¶stlich die kleinrÃ¤umige Kernzone des Weilers Beichlen und sÃ¼dlich das Unterwerk EKZ â ein im kantonalen Versorgungsplan ausgeschiedener Standort â anschliesst. Im Westen des Perimeters beginnt in einem Abstand von rund 50 m das Gebiet des privaten Gestaltungsplans des ehemaligen Autobahnwerkhofs (Beichlen I), der anlÃ¤sslich der gleichen Gemeinderatssitzung festgesetzt und von der Baudirektion ebenfalls genehmigt wurde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit der Rekursinstanz geht die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht davon aus, dass der strittige Gestaltungsplan ein konkretes Vorhaben betrifft und im Landwirtschaftsgebiet liegt, ohne dass der kantonale Richtplan diesbezÃ¼glich einen Anordnungsspielraum fÃ¼r die Ausscheidung einer Bauzone offenliesse. Allerdings beurteilt die Rekursinstanz die Lage als mitten im Landwirtschaftsgebiet fernab eines bestehenden Baugebiets liegend, wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin wie auch die Baudirektion darauf hinweisen, dass die Nachbarschaft zur Kernzone, zum Werkhof und zum Unterwerk EKZ den Standort begÃ¼nstigen. Strittig ist daher im vorliegenden Fall, ob die Voraussetzungen fÃ¼r eine zulÃ¤ssige Durchstossung des kantonalen Richtplans vorliegen, und wie dabei der konkrete Standort der geplanten Anlage zu beurteilen ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">3. a) Die Planungen unterer Stufen haben derjenigen der obern Stufe, die Nutzungsplanungen jeder Art und Stufe der Richtplanung zu entsprechen (§ 16 Abs. 1 PBG). Abweichungen sind nur zulÃ¤ssig, wenn sie sachlich gerechtfertigt und untergeordneter Natur sind (§ 16 Abs. 2 PBG). GemÃ¤ss § 47 PBG sind die Bauzonen innerhalb des Siedlungsgebietes auszuscheiden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>Im Konflikt zwischen kantonalem Nichtsiedlungsgebiet und einem Sondernutzungsplan fÃ¼r ein konkretes Bauprojekt, wie er hier im Streit liegt, spielen die Voraussetzungen von Art. 24 ff. RPG eine besondere Rolle. Soll mit einem Sondernutzungsplan ein Projekt ermÃ¶glicht werden, das in der bestehenden Nichtbauzone auch ohne vorgÃ¤ngige ZonenplanÃ¤nderung als Ausnahme bewilligt werden kÃ¶nnte, so erweist sich die Abweichung vom Richtplan ohne Weiteres als untergeordnet und sachlich gerechtfertigt. Davon gehen sowohl die Vorinstanz als auch die BeschwerdefÃ¼hrerin aus. Ãbereinstimmend mit der Beurteilung im angefochtenen Entscheid anerkennt die BeschwerdefÃ¼hrerin sodann auch, dass die fragliche Grasfermentierungsanlage weder standortgebunden im Sinn von Art. 24 lit. a RPG ist noch einen der AusnahmegrÃ¼nde der Art. 24a ff. RPG fÃ¼r sich in Anspruch nehmen kann. Es fragt sich daher, ob allenfalls andere GrÃ¼nde eine Durchstossung des kantonalen Richtplans rechtfertigen kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Baurekurskommission erachtet eine Sondernutzungsplanung im kantonalen Nichtsiedlungsgebiet ausserhalb des Anwendungsbereichs der Art. 24 ff. RPG generell fÃ¼r unzulÃ¤ssig. Sie beruft sich dafÃ¼r auf ihre stÃ¤ndige Rechtsprechung sowie auf die AusfÃ¼hrungen des Bundesgerichtes in BGE 115 Ib 508, wonach bei einem Nutzungsplan fÃ¼r ein konkretes Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone mindestens die selben Anforderungen erfÃ¼llt sein mÃ¼ssten wie bei einer Anwendung von Art. 24 RPG. Dabei bezeichnet die Rekursinstanz es als schwer nachvollziehbare PraxisÃ¤nderung, wenn das Bundesgericht in BGE 124 II 391 nunmehr eine fÃ¼r ein konkretes Bauvorhaben erfolgte Bauzonenerweiterung auch ohne Standortgebundenheit der Baute zulassen wolle, wenn die PlanÃ¤nderung insgesamt den Zielen und GrundsÃ¤tzen der Nutzungsplanung gemÃ¤ss RPG entspreche.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dagegen bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, der Rechtsprechung der Baurekurskommission liege ein von zu strenger Hierarchie geprÃ¤gtes VerstÃ¤ndnis der Stufenfolge von Richtplanung, Nutzungsplanung und Baubewilligung zu Grund. Die raumplanerische Ordnung mÃ¼sse gesamthaft die Ziele und GrundsÃ¤tze der Art. 1 und 3 RPG erfÃ¼llen. Es genÃ¼ge daher, bei der Nutzungsplanung fÃ¼r ein konkretes Bauvorhaben eine umfassende InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen, wozu auch die Standortfrage gehÃ¶re, die jedoch nicht gleichbedeutend mit der Frage der Standortgebundenheit sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) </span>GemÃ¤ss Art. 9 Abs. 1 und 2 RPG sind RichtplÃ¤ne fÃ¼r die BehÃ¶rden verbindlich und werden Ã¼berprÃ¼ft und nÃ¶tigenfalls angepasst, wenn sich die VerhÃ¤ltnisse geÃ¤ndert haben, sich neue Aufgaben stellen oder eine gesamthaft bessere LÃ¶sung mÃ¶glich ist. Art. 26 Abs. 1 und 2 RPG verlangt, dass NutzungsplÃ¤ne durch eine kantonale BehÃ¶rde genehmigt und dabei auf ihre Ãbereinstimmung mit den vom Bundesrat genehmigten kantonalen RichtplÃ¤nen Ã¼berprÃ¼ft werden. Aus dieser Ordnung hat das <span>Bundesgericht auch in FÃ¤llen, wo offenbar keine § 16 Abs. 2 PBG entsprechende kantonale Norm bestand, abgeleitet, dass Abweichungen vom Richtplan zulÃ¤ssig seien, wenn sie sachlich gerechtfertigt sowie von untergeordneter Bedeutung seien und wenn es nach den UmstÃ¤nden unzumutbar erscheine, vorher den Richtplan fÃ¶rmlich zu Ã¤ndern (BGE 119 Ia 362 E. 4a mit zahlreichen Verweisen, vgl. Pierre Tschannen, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die Raumplanung, Art. 9 Rz. 37). Mit Bezug auf die Hierarchie der PlÃ¤ne, d.h. die Planverbindlichkeit im VerhÃ¤ltnis zwischen Richt- und Nutzungsplanung, wiederholt und konkretisiert § 16 Abs. 2 PBG daher zu einem guten Teil nur, was bereits von Bundesrechts wegen gilt. Jedoch setzt das ZÃ¼rcher Recht generell die Richtplanung weiter gehend als bundesrechtlich erforderlich dafÃ¼r ein, die Nutzungsplanung vorzubestimmen, ohne damit den TrÃ¤gern der Nutzungsplanung den nÃ¶tigen Ermessensspielraum zu entziehen (vgl. BGE 112 Ia 281 E. 3c sowie 107 Ia 77 E. 2c). Soweit sich die kantonale Bestimmung sodann nicht nur auf die Planungsinstrumente, sondern auch auf die verschiedenen Planungsstufen innerhalb des Kantons bezieht, enthÃ¤lt sie zusÃ¤tzlich eine Aussage Ã¼ber die Hierarchie der PlanungstrÃ¤ger, insbesondere das VerhÃ¤ltnis zwischen Kanton und Gemeinden. In dieser Hinsicht bildet § 16 Abs. 2 PBG daher eigenstÃ¤ndiges kantonales Recht, welches die gesetzlichen Schranken der verfassungsmÃ¤ssig garantierten Gemeindeautonomie umschreibt (vgl. Art. 48 KV).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DurchstÃ¶sst eine kommunale Nutzungsplanung wie vorliegend den kantonalen Richtplan, so werden damit nicht nur Fragen des VerhÃ¤ltnisses der beiden Planungsinstrumente untereinander, sondern auch solche des VerhÃ¤ltnisses zwischen Kanton und Gemeinden und damit letztlich der Gemeindeautonomie aufgeworfen. Es ist daher durchaus denkbar, dass in Anwendung von § 16 Abs. 2 PBG strengere Anforderungen an die Voraussetzungen einer zulÃ¤ssigen Durchstossung des kantonalen Richtplans gestellt werden, als dies das Bundesgericht bei der Anwendung von Art. 9 bzw. 26 RPG im Allgemeinen tut. Insofern erscheint die Frage, ob das Bundesgericht mit BGE 124 II 391 eine eigentliche PraxisÃ¤nderung vorgenommen hat und ob diese gerechtfertigt ist, hier nicht von entscheidender Bedeutung. Aufgrund der verÃ¶ffentlichten ErwÃ¤gungen dieses Entscheides ist zudem nicht einmal klar, ob sich das Bundesgericht nur zu den Voraussetzungen einer Bauzonenerweiterung im Allgemeinen oder auch zur speziellen Frage der Durchstossung von kantonalem Landwirtschaftsgebiet Ã¤ussern wollte. Der Entscheid verlangt letztlich nur, dass eine Umzonung von der Landwirtschaftszone in eine Bauzone nach den GrundsÃ¤tzen der Nutzungsplanung gemÃ¤ss Art. 1 und 3 RPG und nicht nach Art. 24 RPG erfolgen mÃ¼sse, eine Vorgabe, die sich ohne Weiteres aus der gesetzlichen Systematik ergibt. Auch soweit sich das Bundesgericht im Zusammenhang mit der Zulassung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur Frage der Anwendbarkeit bzw. Umgehung von Art. 24 RPG bei SondernutzungsplÃ¤nen fÃ¼r ein konkretes Projekt Ã¤usserte und diese Bestimmung nicht auf planungspflichtige Projekte anwandte (vgl. etwa BGE 117 Ib 9 E. 2b), lÃ¤sst sich der Rechtsprechung nichts fÃ¼r die hier interessierende Frage entnehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob § 16 Abs. 2 PBG es den Gemeinden tatsÃ¤chlich verbietet, fÃ¼r ein konkretes Projekt ausserhalb des Anwendungsbereichs der Art. 24 ff. RPG eine Bauzone im kantonal ausgeschiedenen Landwirtschaftsgebiet auszuscheiden, kann im vorliegenden Fall indessen offen bleiben, da das zulÃ¤ssige Mass der Abweichung hier jedenfalls bereits in quantitativer Hinsicht Ã¼berschritten ist (nachfolgend lit. d).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Voraussetzung fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit einer Durchstossung des Richtplans durch einen projektbezogenen Sondernutzungsplan ist sowohl nach Art. 9 RPG als auch nach § 16 Abs. 1 PBG die untergeordnete Natur der Abweichung. Dieses Kriterium beurteilt sich nicht allein aufgrund der FlÃ¤che des Perimeters oder der AnlagengrÃ¶sse, sondern aufgrund aller rÃ¤umlich relevanten Auswirkungen des Projekts. Hierzu gehÃ¶ren insbesondere Art und IntensitÃ¤t der vom Gestaltungsplan ermÃ¶glichten Nutzung im Vergleich zu derjenigen Nutzung, wie sie der Richtplan vorzeichnet. Dabei kann allenfalls auch eine Rolle spielen, welche bisherige â auch zonenwidrige â Nutzung am Ort besteht, in welcher Nachbarschaft sich ein konkreter Gestaltungsplan befindet und inwiefern die damit zugelassene Nutzung wesentliche neue Auswirkungen auslÃ¶st.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall weist der Gestaltungsplan einen Perimeter von ca. 6â600 m<sup>2</sup> auf. Trotz dieser eher geringen FlÃ¤che sind die rÃ¤umlichen Auswirkungen der konkreten, mit dem Gestaltungsplan ermÃ¶glichten Anlage als erheblich zu beurteilen und Ã¼berschreiten die Ã¼blichen Auswirkungen anderer âlandwirtschaftsnaherâ Betriebe Ã¤hnlicher GrÃ¶ssenordnung wie etwa einer Reithalle etc. um einiges. Nach dem Projektbeschrieb soll die Anlage den Grasschnitt aus einem Einzugsgebiet von sechs Gemeinden des Bezirkes Horgen mit vorgesehener ErweiterungsmÃ¶glichkeit auf angrenzende Gebiete verarbeiten. Das jÃ¤hrliche Volumen wird auf 4000 t Trockensubstanz geschÃ¤tzt, davon 2'500 t im Sommerhalbjahr. Dieses Material soll, soweit es nicht dezentral bei den Landwirten einsiliert wird, in Form von nassem Grasschnitt direkt von den Feldern und Strassenborden angeliefert und bei der Anlage verarbeitet oder in ein Grassilo mit einer KapazitÃ¤t von 1000 m<sup>3</sup> eingebracht werden. Wie die Anlieferung im Einzelnen verlaufen soll, ob durch die Bauern und die Unternehmungen des Strassenunterhalts selber oder durch Sammelfahrten, ist nicht festgelegt. Ebenso wenig steht fest, zu welchen Anteilen das Material in nassem, vorgetrocknetem oder bereits trockenem Zustand angeliefert wird. Da die Nasssubstanz das fÃ¼nffache Gewicht der Trockensubstanz aufweist,muss daher im schlechtesten Fall allein im Sommerhalbjahr mit der Anlieferung von bis zu 12â500 t Material gerechnet werden. Ausgehend von einer durchschnittlichen Nutzlast von 8 Tonnen (fÃ¼r AnhÃ¤nger betrÃ¤gt das maximal zulÃ¤ssige Betriebsgewicht je nach der Anzahl der Achsen zwischen 10 und 24 t; vgl. Art. 67 Abs. 1 lit. f bis h der Verkehrsregelverordnung vom 13. November 1962; SR 741.11), ergÃ¤be dies zwischen 1â500 und 2'000 Zulieferfahrten im Sommerhalbjahr, wobei sich diese Fahrten wegen der einheitlichen Vegetations- und Witterungsbedingungen des Einzugsgebietes mÃ¶glicherweise nur auf einige wenige Wochen verteilen. Dazu kommen die fÃ¼r die Auslieferung der Endprodukte, insbesondere der Fasern (38 % der verarbeiteten Trockensubstanz) und Proteinkonzentrate (11% der verarbeiteten Trockensubstanz) notwendigen Fahrten. Die BeschwerdefÃ¼hrerin selber rechnet mit durchschnittlich 20 bis 30 Fahrzeugbewegungen, welche die Anlage tÃ¤glich auslÃ¶sen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erweist sich die Anlage als eigentliche Industrieanlage mit erheblichem Schwerverkehr und den damit verbunden Auswirkungen hinsichtlich LÃ¤rm und Erschliessung. Diese Auswirkungen Ã¼bersteigen nicht nur diejenigen der bestehenden Grastrocknungsanlage, sondern auch diejenigen der bestehenden Bauten in der Nachbarschaft der Anlage betrÃ¤chtlich. Zwar wird bereits heute ein erhebliches Verkehrsvolumen Ã¼ber die SchÃ¶nenbergstrasse abgewickelt (nach Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin rund 3'000 Fahrzeuge an Werktagen), doch dÃ¼rfte es sich dabei angesichts der Bedeutung dieser Strasse zum grÃ¶ssten Teil um Durchgangsverkehr von Personenwagen zwischen WÃ¤denswil und SchÃ¶nenberg handeln. Zudem wÃ¼rde voraussichtlich ein guter Teil des Materials fÃ¼r die Grasfermentierungsanlage aus Horgen, Hirzel und von der Autobahn her ohnehin Ã¼ber die obere Bergstrasse angeliefert, wo auch zwei Ein-/Ausfahrten vorgesehen sind. Diese Strasse ist im Ãbrigen deutlich schmaler als die SchÃ¶nenbergstrasse und verfÃ¼gt ebenso wenig wie jene Ã¼ber einen Fussweg.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden hat die Baurekurskommission II die Durchstossung des kantonalen Richtplans zu Recht als nicht mehr untergeordneter Natur und daher unzulÃ¤ssig bezeichnet. Die Beschwerde ist demgemÃ¤ss abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Damit kann offen bleiben, ob Art. 16a Abs. 3 RPG Ã¼berhaupt noch Raum dafÃ¼r lÃ¤sst, ein Ã¼ber die innere Aufstockung eines Landwirtschaftsbetriebs hinausgehendes Projekt â mit Landwirtschaftsbezug â im kantonalen Landwirtschaftsgebiet mittels eines Gestaltungsplans zuzulassen, wenn der Kanton das entsprechende Gebiet nicht im vorgesehenen Planungsverfahren dafÃ¼r freigegeben hat, wie dies die privaten Beschwerdegegner geltend machen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>