<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00553</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204923&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00553</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.03.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Niederlassungsbewilligung<br/><br/>Der beantragte Nachzug der 17 1/2jährigen Tochter, welche seit ihrer Geburt im Heimatland lebt und für die bisher kein Nachzugsgesuch gestellt wurde - zumindest konnten anderweitige Behauptungen durch keinerlei Indizien glaubhaft gemacht werden - erscheint als rechtsmissbräuchlich. Die völlig haltlosen Behauptungen des Vertreters der Beschwerdeführenden sind als mutwillige Prozessführung im Sinne des "contempt of court" zu beurteilen, weshalb er mit einer Busse bestraft wird.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABHÃNGIGKEITSVERHÃLTNIS">ABHÃNGIGKEITSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CONTEMPT OF COURT">CONTEMPT OF COURT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARFEHLER">DISZIPLINARFEHLER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTWILLIGE PROZESSFÃHRUNG">MUTWILLIGE PROZESSFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORDNUNGSSTRAFE">ORDNUNGSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 2 OrdnungsstrafG</span><br/><span class="ungerade">Art. 4a OrdnungsstrafG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 19 S. 72</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der mazedonische StaatsangehÃ¶rige A, geboren 1956, ist mit einer Landsfrau verheiratet. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen, von denen der 1981 geborene Sohn in der Schweiz lebt. Zwei weitere Kinder, die 1979 und 1986 geborenen TÃ¶chter, leben seit ihrer Geburt in Mazedonien.</p> <p class="Urteilstext">A seinerseits lebt seit 1989 im Kanton ZÃ¼rich und besitzt seit 1996 die Niederlassungsbewilligung. Im Jahr 1993 reiste seine Ehefrau mit dem zweiten der drei Kinder, dem 1981 geborenen Sohn E, zum Ehemann, wo sie die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann bzw. Vater erhielten. Im Jahr 2001 wurde auch der Ehefrau die Niederlassungsbewilligung erteilt.</p> <p class="Urteilstext">Am 25. April 2004 ersuchte A bei der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) um die Einreise- und Niederlassungsbewilligung fÃ¼r die noch minderjÃ¤hrige Tochter C, geboren 1986. Am 27. August 2004 lehnte die Direk­tion das Gesuch ab. Sie erwog, aufgrund des Zeitpunkts des Gesuchs und des Alters der Tochter werde kein gemeinsames Familienleben beabsichtigt, sondern es werde bezweckt, dieser bessere Ausbildungs- und ErwerbsmÃ¶glichkeiten zu bieten. Dieser Zweck werde vom Familiennachzugsrecht nicht beabsichtigt, weshalb sich das Gesuch als rechtsmissbrÃ¤uchlich erweise. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 10. November 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 16. Dezember 2004 liess A in seinem und im Namen seiner Ehefrau sowie der Tochter Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben. Sie beantragten die Aufhebung des Beschlusses des Regierungsrats und die Erteilung "der Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung" fÃ¼r die Tochter, unter "Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten Kanton". DarÃ¼ber hinaus stellten sie das Gesuch, "im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sei die Einreise der derzeit betreuungslosen Tochter und deren Aufenthalt in der Schweiz im Kanton ZÃ¼rich bei ihren Eltern fÃ¼r die Dauer des Verfahrens zu bewilligen." Dieses Gesuch wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. Dezember 2004 abgewiesen.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, <span>beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats dem Gericht, die Beschwerde sei abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><b><span>1.</span></b></p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur zulÃ¤ssig, wenn durch eine Anordnung einer VerwaltungsbehÃ¶rde eine Bewilligung verweigert wird, auf welche die betroffenen Personen grundsÃ¤tzlich einen Rechtsanspruch aus Bundes- oder VÃ¶lkerrecht haben (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG]; BGE 126 II 425 E. 1; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>1.2.1 </b>Einen Anspruch auf Nachzug der minderjÃ¤hrigen Kinder kann Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) vermitteln, wenn beabsichtigt wird, dass die Kinder mit ihren Eltern zusammenwohnen. Bei der PrÃ¼fung des Anspruchs ist dabei auf das Alter der Kinder im Zeitpunkt der Gesuchstellung abzustellen (BGE 129 II 249 E. 1.2). In diesem Zeitpunkt war die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 noch nicht volljÃ¤hrig. Da die Beschwerde davon ausgeht, dass ein gemeinsames Familienleben beabsichtigt ist, ist grundsÃ¤tzlich ein gesetzlicher Rechtsanspruch gegeben. Auf die Beschwerde ist mithin diesbezÃ¼glich einzutreten. Ob sich aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde die mÃ¶glichen RechtsansprÃ¼che verwirklichen lassen, ist Gegen­stand der nachfolgenden materiellen PrÃ¼fung (BGE 128 II 145 E. 1.1.5).</p> <p class="Erwgung3"><b>1.2.2 </b>Ein Anspruch auf Nachzug kann sich zudem aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und â hier nicht weitergehend â Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 ergeben. Im Gegensatz zum Anspruch gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG ist jedoch der fÃ¼r den Bestand des Anspruchs massgebliche Sachverhalt im Zeitpunkt der gerichtlichen Beurteilung zu betrachten (BGE 129 II 11 E. 2). Dies fÃ¼hrt dazu, dass fÃ¼r die 1986 geborene BeschwerdefÃ¼hrerin 2 der Rechtsanspruch aus Konvention und Verfassung verwirkt ist, es sei denn, es liege ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis zwischen Eltern und Tochter vor, welches zuliesse, von der Altersgrenze abzusehen (120 Ib 257 E. 1e und f; RB 2001 Nr. 35).</p> <p class="Urteilstext">Nachdem ein derartiges AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis in der Rekursschrift hÃ¶chstens sinngemÃ¤ss geltend gemacht worden war und der Regierungsrat in seinem Entscheid das Vorliegen eines solchen abgelehnt hat, behaupten die BeschwerdefÃ¼hrenden in der Beschwerde erstmals und ausfÃ¼hrlich das Bestehen eines besonderen AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnisses zwischen Eltern und Tochter. Dies ist zulÃ¤ssig (§ 52 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die fÃ¼r die Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK vorausgesetzte besondere AbhÃ¤ngigkeit der nunmehr volljÃ¤hrigen Tochter von ihren Eltern bestehe darin, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ohne mÃ¤nnlichen Schutz an ihrem Wohnort "in der allgemeinen Volksansicht als sog. vogelfrei und als dem leichten Gewerbe zugehÃ¶rig" gelte und so unmÃ¶glich "in einem krisengeschÃ¼ttelten Gebiet" ohne vÃ¤terlichen Beistand zurÃ¼ckbleiben kÃ¶nne. Dies, zumal "die spÃ¤tpubertierende Tochter [...] gerade in ihrer hochkritischen Phase ihres weiblichen Lebens unbedingt die starke vÃ¤terliche FÃ¼hrung [brauche], um auch nicht unerwÃ¼nschten MÃ¤nnern unverhofft in die Pranken zu geraten". Mit diesen und weiteren durch nichts belegten Ã¤hnlichen Behauptungen vermÃ¶gen die BeschwerdefÃ¼hrenden allerdings nicht auch nur ansatzweise eine AbhÃ¤ngigkeit darzutun, wie sie von der erwÃ¤hnten Rechtsprechung gefordert ist, geschweige denn eine solche zu belegen. Im Gegenteil enthÃ¤lt die Beschwerde gerade bezogen auf die Eigenschaften der BeschwerdefÃ¼hrerin 2, mit denen die Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK belegt werden soll, letztlich unauflÃ¶sbare WidersprÃ¼che zur Aktenlage und zur Schilderung in der Rekursschrift. In Letzterer wird nÃ¤mlich etwa die nunmehr in der Beschwerde als "spÃ¤tpubertierende Tochter" und als "Ã¼berdurchschnittlich unselbstÃ¤ndiges MÃ¤dchen" bezeichnete BeschwerdefÃ¼hrerin 2 noch als "hochintelligent" charakterisiert und ist â wie im Ãbrigen und bezeichnenderweise auch in den vom BeschwerdefÃ¼hrer dem Migrationsamt eingereichten Unterlagen â keine Rede von irgendeiner besonderen AbhÃ¤ngigkeit. Klarzustellen ist in diesem Zusammenhang schliesslich die mehrfach vorgebrachte aktenwidrige Behauptung, alle noch nicht verstorbenen nahen Verwandten der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 lebten im Kanton ZÃ¼rich: GemÃ¤ss eidesstattlicher ErklÃ¤rung des BeschwerdefÃ¼hrers vom 17. Mai 2004 sowie seiner Eingabe vom 21. Juli 2004 lebt nÃ¤mlich seine â verheiratete â Ã¤lteste Tochter in der selben Ortschaft in Mazedonien wie die BeschwerdefÃ¼hrerin 2, und zwar sogar an der gleichen Adresse.</p> <p class="Urteilstext">Abschliessend ist festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer von keiner BehÃ¶rde daran gehindert wird, seiner Tochter an deren Wohnsitz beizustehen, wenn deren dramatisch geschilderte Situation einer echten Sorge entspringen sollte.</p> <p class="Urteilstext">Da die Beziehung zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 und ihren Eltern nicht mehr unter dem Schutz von Art. 8 EMRK steht, ist diesbezÃ¼glich auf die Beschwerde nicht einzutreten. Unter diesen UmstÃ¤nden erÃ¼brigt sich ein Eingehen auf die in der Beschwerdeschrift enthaltenen AusfÃ¼hrungen zu Art. 8 Abs. 2 EMRK und den dort aufgefÃ¼hrten RechtfertigungsgrÃ¼nden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden erhebt Beschwerde im Namen des Vaters (BeschwerdefÃ¼hrer), der Mutter (BeschwerdefÃ¼hrerin 1) und der nachzuziehenden Tochter (BeschwerdefÃ¼hrerin 2). Aktenkundig ist allerdings lediglich eine Vollmacht des BeschwerdefÃ¼hrers. Das Verwaltungsgericht beurteilt im Beschwerdeverfahren Anordnungen letztinstanzlicher kantonaler VerwaltungsbehÃ¶rden (§ 41 VRG), hier des Regierungsrats. Wer nicht Partei im vorinstanzlichen Verfahren war, kann begriffsmÃ¤ssig gegen den Entscheid der Vorinstanz auch nicht Beschwerde fÃ¼hren. Der Regierungsrat hat die Parteistellung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1, welche die dem Vertreter fÃ¼r das Rekursverfahren erteilte Vollmacht nicht unterzeichnet hatte, aus prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nden offen gelassen und aus dem nÃ¤mlichen Grund auch darauf verzichtet, von der im Verlaufe des Rekursverfahrens volljÃ¤hrig gewordenen BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eine Vollmacht einzuverlangen. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, war doch auf den Rekurs des BeschwerdefÃ¼hrers ohnehin einzutreten, da dieser nÃ¤mlich aus den vom Regierungsrat zutreffend wiedergegebenen GrÃ¼nden ein eigenes Interesse an der Bewilligungserteilung hatte. An dieser Situation hat sich auch fÃ¼r das vorliegende Verfahren nichts geÃ¤ndert, weshalb auch das Verwaltungsgericht davon absieht, zusÃ¤tzliche Vollmachten einzuverlangen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Wird durch ungebÃ¼hrliche Eingaben die WÃ¼rde und AutoritÃ¤t der BehÃ¶rden missachtet (so genannter "contempt of court"), sind die Gerichte berechtigt, derartige Disziplinarfehler von bei ihnen in mÃ¼ndlichen oder schriftlichen Verfahren stehenden Privaten durch Ordnungsstrafe zu rÃ¼gen (§ 1 des Gesetzes betreffend die Ordnungsstrafen vom 30. Oktober 1866 [OrdStG]). Als Disziplinarfehler gilt dabei jedes Verhalten<span class="SC2617"><span>, </span></span><span class="SC2617"><span>das geeignet ist, den ordnungsgemÃ¤ssen Gang, das Ansehen oder die VertrauenswÃ¼rdigkeit der staatlichen TÃ¤tigkeit zu beeintrÃ¤chtigen</span></span> (vgl. § 2 OrdStG), wozu auch die mutwillige ProzessfÃ¼hrung gehÃ¶rt (vgl. Art. 31 Abs. 2 OG; Jean-FranÃ§ois Poudret, Commentaire de la loi fÃ©dÃ©rale d'organisation judiciaire, Articles 1-40, Bern 1990, S. 192 f.). Als Ordnungsstrafe kann dabei unter anderem eine Geldbusse von bis zu Fr. 1'000.- verhÃ¤ngt werden (§ 4 Abs. 1 Ziff. 2 in Verbindung mit § 328 Abs. 1 der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919), wobei fÃ¼r die Strafzumessung sowie den Vollzug der Bussen die einschlÃ¤gigen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 anwendbar sind (§ 4a OrdStG). Wird mutwillig prozessiert, ergibt sich mithin der Disziplinarfehler aus dem aktenkundigen Verhalten des Betroffenen selbst, erÃ¼brigt es sich unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten, diesem vor Erlass des Disziplinarentscheids das rechtliche GehÃ¶r zu gewÃ¤hren, da eine zusÃ¤tzliche AnhÃ¶rung den Sachverhalt in der Regel nicht weiter zu klÃ¤ren vermag (BGE 111 Ia 273 E. 2c).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat hat nicht nur die anzuwendende, den Rechtsanspruch vermittelnde Norm von Art. 17 Abs. 2 ANAG zutreffend benannt, deren fÃ¼r die Konstellation der BeschwerdefÃ¼hrenden massgebende Auslegung sowie den Anwendungsbereich im Licht der Praxis richtig dargestellt, sondern angesichts der ihm vorliegenden Akten auch umfassend und zutreffend dargelegt, weshalb sich das Nachzugsgesuch fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 als rechtsmissbrÃ¤uchlich erweist. Auf diese AusfÃ¼hrungen, denen das Verwaltungsgericht vorbehaltlos beitritt, kann verwiesen werden (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden setzen sich â bezeichnenderweise â mit diesen den Rechtsmissbrauch ihres Nachzugsgesuchs darlegenden ErwÃ¤gungen des Regierungsrats auch nicht auseinander, sondern beschrÃ¤nken sich â wenn auch wortreich â darauf, der Beschwerdegegnerin Rechtsmissbrauch vorzuwerfen, weil diese "entgegen notorischer Praxis der Schweizer BehÃ¶rden" ein 1993 fÃ¼r die Gesamtfamilie gestelltes Nachzugsgesuch abschlÃ¤gig beantwortet habe, obwohl sÃ¤mtliche Voraussetzungen hierfÃ¼r erfÃ¼llt gewesen seien. Vorab ist dazu darauf hinzuweisen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mangels Niederlassungsbewilligung zum damaligen Zeitpunkt noch keinen auf Art. 17 Abs. 2 ANAG abstÃ¼tzbaren Anspruch auf Familiennachzug hatte, sondern dieser nach den Regeln von Art. 38 ff. der Verordnung vom 6. Oktober 1986 Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder im freien Ermessen zu beurteilen war. Dazu kommt, dass sich die durch nichts untermauerte Behauptung, das Gesuch sei 1993 fÃ¼r die Gesamtfamilie gestellt worden, angesichts der gerichtsnotorisch zu beobachtenden Nachzugsmuster bei Personen aus dem Kulturkreis der BeschwerdefÃ¼hrenden als unglaubhaft erweist. Selbst wenn das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden zutrÃ¤fe, so ist nirgends auch nur mit einer Silbe angetÃ¶nt, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer nach Erlangung der Niederlassungsbewilligung im Jahr 1996 bis zum 25. April 2004 gewartet hat, um ein (weiteres) Nachzugsgesuch fÃ¼r seine nunmehr 17 ½ Jahre alte jÃ¼ngste Tochter zu stellen und fÃ¼r die 1979 geborene Ã¤lteste Tochter gar nie ein (weiteres) solches gestellt hat. Ein solches Prozessieren kann im Licht des von den BeschwerdefÃ¼hrenden den BehÃ¶rden Vorgeworfenen nur als mutwillig bezeichnet werden. Dies trifft insbesondere auch auf die Behauptung zu, es dÃ¼rfe dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht angelastet werden, dass er in dem nach seiner Behauptung im Jahr 1993 eingereichten "Familiennachzugsgesuch allenfalls aus Versehen vergessen hatte den Namen von C explizit auch noch aufzufÃ¼hren". Derartiges Verhalten stellt eine mit einer Ordnungsstrafe zu rÃ¼gende Disziplinarwidrigkeit dar. Der Disziplinarfehler des Vertreters der BeschwerdefÃ¼hrenden ergibt sich dabei aus den Akten, und es ist nicht ersichtlich, dass dessen vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung zur weiteren Erhellung des Sachverhalts beitragen wÃ¼rde, weshalb darauf verzichtet werden kann (vgl. vorstehende E. 2.2). Eine dem Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegende Busse von Fr. 200.- erweist sich im Licht von § 4a OrdStG als angemessen.</p> <p class="Urteilstext">Unter diesen UmstÃ¤nden erÃ¼brigt sich auch ein â bezeichnenderweise nicht beantragter â Beizug der Akten des BeschwerdefÃ¼hrers zur ÃberprÃ¼fung des im vorliegenden Verfahren geltend Gemachten und ist die Beschwerde vollumfÃ¤nglich abzuweisen, so weit Ã¼berhaupt auf sie eingetreten werden kann.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen und ist ihm keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext">Der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden, D, wird mit einer Geldbusse von Fr. 200.- bestraft.</p> <p class="Urteilstext">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'260.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann, soweit er sich gegen die Verweigerung der Niederlassungsbewilligung richtet, innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>