<h2>SubmittedText<h2><p>In jüngster Zeit wurden - übrigens zu Recht - Massnahmen beschlossen, um die störende "Heiratsstrafe" von Ehepaaren aufzuheben, bei welchen beide Ehegatten erwerbstätig sind. Bestehen bleibt diese "Heiratsstrafe" indessen für ehemals doppelverdienende Rentner-Ehepaare. Als Begründung war etwa zu hören, dieser Altersgruppe gehe es ja so gut, dass man sie ohne Weiteres stärker belasten könne. Zudem war aus der Bundesverwaltung die Idee zu vernehmen, man könnte diese besser verdienende Rentnergruppe auch noch zusätzlich zur AHV-Finanzierung beiziehen. Um solche Ideen und Argumente umfassend beurteilen zu können, bräuchte es aber auch die Kenntnis über die effektiven Belastungen. Insbesondere müsste man den Steuerertrag kennen, welcher von den verschiedenen Altersgruppen dem Staat abgeliefert wird, da ja im Verlaufe eines Erwerbslebens in der Regel nicht nur Einkommen und Ersparnisse zunehmen, sondern auch die Belastung mit Steuern, Abgaben und Beiträgen aller Art steigt.</p><p>Es stellen sich daher in Bezug auf die Altersgruppe der 55- bis 75-Jährigen folgende Fragen, um deren Beantwortung ich den Bundesrat höflich bitte:</p><p>1. Welchen Anteil steuert die Gruppe der 55- bis 75-Jährigen an den Gesamtsteuerertrag der direkten Bundessteuer bei (betragsmässig und in Prozenten)?</p><p>2. Kann ermittelt werden, wie hoch dieser Anteil bei den Einkommenssteuern der Kantone und Gemeinden ist?</p><p>3. Wie hoch kann der Anteil dieser Altersgruppe an der Mehrwertsteuer und anderen Abgaben des Bundes geschätzt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Für Auswertungen nach Altersklassen muss auf relativ alte statistische Grundlagen (Steuerperiode 1997/98) zurückgegriffen werden. Damals stellte die Gruppe der 55- bis 75-Jährigen rund einen Viertel der Steuerpflichtigen und steuerte einen Anteil von 36 Prozent an den Ertrag der direkten Bundessteuer der natürlichen Personen bei. Umgerechnet auf den aktuellen Sollertrag der direkten Bundessteuer der natürlichen Personen für die Steuerperiode 2008 (9,4 Milliarden) ergibt sich demnach für die Gruppe der 55- bis 75-Jährigen ein Anteil von rund 3,4 Milliarden. Da der Anteil der 55- bis 75-Jährigen an der ständigen Wohnbevölkerung in den letzten Jahren aber stark zugenommen hat, sollte dieser Anteil eher als Mindestanteil aufgefasst werden.</p><p>2. Dem Bundesrat liegen keine Angaben aus dem kantonalen Bereich vor, die geeignet wären, diese Frage zu beantworten. Vieles spricht jedoch dafür, dass auch bei den Einkommenssteuern der Kantone und Gemeinden die für die direkte Bundessteuer geltenden Anteile in etwa zutreffen dürften.</p><p>3. Mithilfe der offiziellen Haushaltbudgeterhebung wurde die Mehrwertsteuerbelastung in der Altersgruppe 55-jährig oder älter berechnet. Gestützt darauf lässt sich sehr grob schätzen, dass der von der Altersgruppe der 55- bis 75-Jährigen getragene Anteil an den Mehrwertsteuereinnahmen des Bundes knapp unter 30 Prozent liegen dürfte. Über die Belastung mit anderen indirekten Abgaben des Bundes können keine Angaben gemacht werden.</p>  Antwort des Bundesrates.