<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 80 S.375</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">375</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>80 Abzüge vom Reineinkommen; Kosten des Liegenschaftsunterhalts;</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Energiesparmassnahmen (§ 39 Abs. 2 StG).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Die Kosten für energiesparende Massnahmen an bestehenden Bauten</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sind auch dann abzugsfähig, wenn sie im Zusammenhang mit einer</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Erweiterung des beheizten Gebäudevolumens stehen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">17. Februar 2005 in Sachen P. + Y.L., RV.2004.50384/K 0026</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Die Rekurrenten haben im Jahr 2003 das Dachgeschoss ihres</span><br/> <span class="ft1">Hauses umgebaut. Dabei wurde zur Angliederung des Estrichteils an</span><br/> <span class="ft1">den bereits bestehenden Wohnteil ein Mauerstück von 4 x 2 Meter</span><br/> <span class="ft1">herausgebrochen. Ausserdem wurde das einfache Mauerwerk an der</span><br/> <span class="ft1">linken und rechten Aussenwand des Estrichs zu einem Doppelscha-</span><br/> <span class="ft1">lenmauerwerk mit Wärmeisolation ergänzt und die Dachschräge über</span><br/> <span class="ft1">dem bisherigen Estrichteil wärme- und schallisoliert. Die Rekurren-</span><br/> <span class="ft1">ten beantragen, es seien zusätzlich zum bereits gewährten Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaftsunterhaltskostenabzug 50 % der dadurch entstandenen Kosten</span><br/> <span class="ft1">zum Abzug zuzulassen.</span><br/> <span class="ft1">3. a) Bei Liegenschaften im Privatvermögen können u.a. die</span><br/> <span class="ft1">Unterhaltskosten abgezogen werden (§ 39 Abs. 2 Satz 1 StG). Als</span><br/> <span class="ft1">Kosten für den Unterhalt von Liegenschaften gelten bloss die werter-</span><br/> <span class="ft1">haltenden Aufwendungen (§ 24 Abs. 1 StGV). Den Unterhaltskosten</span><br/> <span class="ft1">sind Investitionen gleichgestellt, die dem Energiesparen und dem</span><br/> <span class="ft1">Umweltschutz dienen, soweit sie bei der direkten Bundessteuer</span><br/> <span class="ft1">abziehbar sind (§ 39 Abs. 2 Satz 2 StG). Massgebend sind damit die</span><br/> <span class="ft1">in Ausführung von Art. 32 Abs. 2 DBG erlassenen Verordnungen des</span><br/> <span class="ft1">Bundesrates über den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Pri-</span><br/> <span class="ft1">vatvermögens bei der direkten Bundessteuer (VAKLP) vom 24. Au-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">376</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gust 1992 und des Eidgenössischen Finanzdepartements über die</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung</span><br/> <span class="ft1">erneuerbarer Energien (VMRE) vom 24. August 1992. Als Inves-</span><br/> <span class="ft1">titionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen,</span><br/> <span class="ft1">gelten nach Art. 5 VAKLP Aufwendungen für Massnahmen, welche</span><br/> <span class="ft1">zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung erneuerbarer</span><br/> <span class="ft1">Energien beitragen. Diese sind in Art. 1 VMRE näher umschrieben.</span><br/> <span class="ft1">Es geht insbesondere um Massnahmen zur Verminderung der Ener-</span><br/> <span class="ft1">gieverluste der Gebäudehülle (lit. a) und Massnahmen zur rationellen</span><br/> <span class="ft1">Energienutzung bei haustechnischen Anlagen (lit. b).</span><br/> <span class="ft1">b) Bei der Erstellung von Neubauten kann kein Abzug für ener-</span><br/> <span class="ft1">giesparende Massnahmen gemacht werden (F. Richner / W. Frei /</span><br/> <span class="ft1">S. Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, Art. 32 DBG</span><br/> <span class="ft1">N 80; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2. Auflage, Muri-</span><br/> <span class="ft1">Bern 2004, § 39 StG N 67; Basellandschaftliche Steuerpraxis,</span><br/> <span class="ft1">Band XIV, S. 26 ff.). Gemäss Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt" des</span><br/> <span class="ft1">KStA, gültig ab 2003, gelten auch energiesparende Bauteile oder In-</span><br/> <span class="ft1">stallationen, die in Zusammenhang mit einer Erweiterung des beheiz-</span><br/> <span class="ft1">ten Gebäudevolumens stehen, oder die in Erweiterungsbauten resp.</span><br/> <span class="ft1">im zusätzlichen beheizten Gebäudevolumen angebracht werden,</span><br/> <span class="ft1">nicht als energiesparende Massnahmen an bestehenden Gebäuden</span><br/> <span class="ft1">(Ziff. 3.4). Begründet wird dies mit dem Gebot der Rechtsgleichheit</span><br/> <span class="ft1">bei Neubauten. Dieser Auffassung kann das Steuerrekursgericht nicht</span><br/> <span class="ft1">zustimmen. Gemäss dem klaren Wortlaut von Art. 1 lit. a Ziff. 1</span><br/> <span class="ft1">VMRE werden Massnahmen zur Wärmedämmung von Böden, Wän-</span><br/> <span class="ft1">den, Dächern und Decken gegen das Aussenklima ohne Einschrän-</span><br/> <span class="ft1">kung (so auch ausdrücklich im VGE vom 18. Juni 2002 in Sachen</span><br/> <span class="ft1">H.R. + A.K.R.) als abzugsfähige Massnahmen zur rationellen</span><br/> <span class="ft1">Energieverwendung bezeichnet. Die vom KStA (erstmals im ab 2003</span><br/> <span class="ft1">geltenden Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt") vorgenommene Aus-</span><br/> <span class="ft1">klammerung bei einer Erweiterung des beheizten (aber schon beste-</span><br/> <span class="ft1">henden) Gebäudevolumens stellt eine unzulässige Einschränkung der</span><br/> <span class="ft1">nach der erwähnten verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung <i>sehr</i></span><br/> <span class="ft1">(schräg im Original) weit gehenden Regelung der VMRE dar. Wenn</span><br/> <span class="ft1">der Verordnungsgeber die erwähnten wärmedämmenden Massnah-</span><br/> <span class="ft1">men nur unter der Voraussetzung des gleichbleibenden beheizten Ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">377</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bäudevolumens steuerlich hätte privilegieren wollen, so hätte er dies</span><br/> <span class="ft1">ausdrücklich erwähnen müssen (z.B. in bestehenden beheizten/be-</span><br/> <span class="ft1">heizbaren bzw. bewohnten/bewohnbaren Gebäuden). Die einzige</span><br/> <span class="ft1">Einschränkung, die der Verordnungsgeber vorgenommen hat, besteht</span><br/> <span class="ft1">jedoch darin, dass sich die energiesparenden Massnahmen nur auf</span><br/> <span class="ft1">bestehende Gebäude (vgl. Art. 5 VAKLP), also nicht auch auf</span><br/> <span class="ft1">Neubauten beziehen. Es sind daher die Kosten für energiesparende</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen abzugsfähig, sofern damit an bestehenden Gebäuden,</span><br/> <span class="ft1">und zwar (im Sinne der vom Gesetzgeber gewollten grosszügigen</span><br/> <span class="ft1">Behandlung energiesparender Massnahmen) unabhängig vom be-</span><br/> <span class="ft1">heizten bzw. beheizbaren Gebäudevolumen, eine energietechnische</span><br/> <span class="ft1">Verbesserung erreicht wird. Der Umstand, dass die (etappenweise)</span><br/> <span class="ft1">energietechnische Sanierung von bestehenden Gebäuden im Ver-</span><br/> <span class="ft1">gleich zur Isolierung von Neubauten steuerlich privilegiert behandelt</span><br/> <span class="ft1">wird, entspricht aufgrund des Wortlautes der Verordnung dem Willen</span><br/> <span class="ft1">des Verordnungsgebers und stellt keine unzulässige Ungleichbehand-</span><br/> <span class="ft1">lung dar. Obwohl das Endergebnis das gleiche ist, ist es oft so, dass</span><br/> <span class="ft1">unterschiedliche Wege zu einer unterschiedlichen steuerrechtlichen</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung führen (vgl. z.B. RGE vom 30. August 1995 in Sachen</span><br/> <span class="ft1">J. + R.S, wo die Kosten für den Einbau eines Kachelofens im Rah-</span><br/> <span class="ft1">men eines Neubaus, jedoch nicht gleichzeitig mit der konven-</span><br/> <span class="ft1">tionellen Heizung, sondern nachträglich zu deren Ergänzung, zur</span><br/> <span class="ft1">Hälfte zum Abzug zugelassen wurden, obwohl das bei einem zeit-</span><br/> <span class="ft1">gleichen Einbau nicht der Fall gewesen wäre).</span><br/> <span class="ft1">c) (...) Erstmalige Investitionen zwecks Schallschutz fallen</span><br/> <span class="ft1">nicht unter die steuerlich privilegierten Massnahmen zur rationellen</span><br/> <span class="ft1">Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien und sind</span><br/> <span class="ft1">daher nicht abzugsfähig.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>