<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00312</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206095&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00312</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Rechtzeitigkeit einer Rechtsmitteleingabe per Fax (Rekurs in einer Sozialhilfeangelegenheit)<br/><br/>Streitgegenstand ist allein die Rechtzeitigkeit des Rekurses (E. 2).<br/>Anforderungen an die Einreichung eines Rekurses (E. 3.1). Aus dem gesetzlichen Erfordernis der Schriftform wird abgeleitet, dass eine handschriftliche Unterzeichnung notwendig ist. Insofern ist ein Fax-Rekurs mangelhaft (E. 3.3). Formelle Mängel sind zwar grundsätzlich verbesserungsfähig, wenn der Formfehler auf ein blosses Versehen oder prozessuale Unbeholfenheit zurückzuführen ist; Fallbeispiele (E. 3.4). Bei einer Rekurseinreichung per Fax muss sich aber der Rekurrent des Mangels bewusst sein, weshalb regelmässig von einer Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung abzusehen ist. Dies schliesst nicht aus, dass die Rechtsmittelbehörde den Absender innerhalb der Frist auf den Mangel aufmerksam macht, soweit dies nach den zeitlichen Umständen noch möglich ist. Diese strenge Betrachtungsweise ist jedenfalls bei Rechtsmitteleingaben zu befolgen. Anders verhält es sich in Fällen, in denen die Einhaltung behördlicher und daher erstreckbarer Fristen zu beachten ist oder Fax-Eingaben akzeptiert werden (z.B. Fristerstreckungsgesuche). Diese Praxis steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundes im Verwaltungsprozess und der Zürcher Gerichte im Zivilprozess. Hinweis auf gegenteilige Ansicht in der Rechtsprechung und Lehre (E. 3.5). Die konkreten Umstände lassen das Nichteintreten der Vorinstanz auf den Rekurs nicht rechtswidrig erscheinen (E. 3.6).<br/>Abweisung (E. 3.7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAX">FAX</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHFRIST">NACHFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTZEITIGKEIT">RECHTZEITIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSFRIST">REKURSFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHRIFTLICHKEIT">SCHRIFTLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT">ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHRIFT">UNTERSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBESSERUNG">VERBESSERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 131 GVG</span><br/><span class="gerade">§ 22 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 23 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 53 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 7</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A bezieht seit Oktober 2002 Sozialhilfe. Zwecks Anpassung an die neuen Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe in der Fassung vom Dezember 2004 setzte die zustÃ¤ndige Stellenleitung der Sozialen Dienste der Stadt ZÃ¼rich am 11. Juli 2005 den monatlichen Grundbedarf neu auf Fr. 549.- (Kopfquotenanteil des Grundbedarfs fÃ¼r einen Dreipersonenhaushalt von Fr. 1'786.-) fest. Die dagegen erhobene Einsprache, womit A die Ausrichtung von Sozialhilfe in der bisherigen HÃ¶he verlangte, wies die Einspracheinstanz der stÃ¤dtischen SozialbehÃ¶rde am 24. Januar 2006 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A mit Fax vom 21. MÃ¤rz 2006 Rekurs bei der SozialbehÃ¶rde, welche die Eingabe am 22. MÃ¤rz 2006 dem Bezirksrat ZÃ¼rich weiterleitete. Dieser forderte den Rekurrenten am 7. April 2006 auf, binnen 10 Tagen eine verbesserte Eingabe mit Antrag, BegrÃ¼ndung, Originalunterschrift unter Beilage des angefochtenen Entscheids einzureichen, ansonsten auf den Rekurs nicht eingetreten werde. Nachdem A diese prozessleitende Anordnung nach deren ersten Zustellung nicht abgeholt hatte, reichte er am 29. April 2006 eine neue Rekursschrift, versehen mit der Originalunterschrift, ein. </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat ZÃ¼rich beschloss am 24. Mai 2006, auf den Rekurs nicht einzutreten. Er erwog, die dreissigtÃ¤gige Rekursfrist habe nach Ablauf der postalischen Abholfrist spÃ¤testens am 21. Februar 2006 zu laufen begonnen und am 22. MÃ¤rz 2006 geendet. Die Faxeingabe vom 21. MÃ¤rz 2006 sei somit innert Frist erfolgt; dass sie fÃ¤lschlicherweise an die EinsprachebehÃ¶rde statt an den Bezirksrat gerichtet worden sei, lasse fÃ¼r sich allein nicht auf einen ungÃ¼ltigen Rekurs schliessen. Ein solcher Schluss ergebe sich jedoch aus einem anderen Grund: Nach der (nÃ¤her dargelegten) Praxis mÃ¼sse eine fristgerecht per Fax Ã¼bermittelte Rechtsschrift noch innert Frist handschriftlich unterzeichnet oder durch ein eigenhÃ¤ndig unterzeichnetes Exemplar ersetzt werden, ansonsten das Rechtsmittel ungÃ¼ltig sei. Zur Verbesserung dieses Mangels brauche keine Nachfrist angesetzt zu werden. Daraus, dass der Bezirksrat im vorliegenden Fall gleichwohl eine solche Nachfrist angesetzt habe, kÃ¶nne der Rekurrent nichts zu seinen Gunsten ableiten; im Zeitpunkt dieser prozessleitenden Anordnung habe die RekursbehÃ¶rde noch keine Kenntnis davon gehabt, dass die <span>Rechtsmittelfrist</span> bereits abgelaufen sei. Auf den Rekurs sei demnach nicht einzutreten, weil er nicht binnen der Rekursfrist in rechtsgÃ¼ltiger Form erhoben worden sei.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Beschluss erhob A mit vom 16. Juli 2006 datierter Eingabe am 2. August 2006 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, es sei ihm Sozialhilfe im bisherigen Umfang zu gewÃ¤hren. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. August 2006 wurden die Akten des Bezirksrats beigezogen. In seinem Ãbermittlungsschreiben beantragte dieser Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Aufgrund des geringen Streitwerts lÃ¤ge die Entscheidungskompetenz an sich beim Einzelrichter (§ 38 Abs. 2 VRG). Weil sich jedoch eine Frage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt, ist der Fall von der Kammer zu behandeln (§ 38 Abs. 3 VRG). Auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen sind erfÃ¼llt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zu beurteilen ist einzig, ob der Bezirksrat auf den Rekurs zu Recht nicht eingetreten ist. WÃ¤re der Nichteintretensbeschluss aufzuheben, so oblÃ¤ge die materielle ÃberprÃ¼fung des Einspracheentscheids bzw. der darin bestÃ¤tigten Herabsetzung der Sozialhilfe an den BeschwerdefÃ¼hrer dem Bezirksrat, an den diesfalls die Angelegenheit zurÃ¼ckzuweisen wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 22 Abs. 1 VRG ist der Rekurs innert dreissig Tagen seit der Mitteilung (Zustellung) einzureichen. Die Rekursschrift muss gemÃ¤ss § 23 VRG einen Antrag und dessen BegrÃ¼ndung enthalten; der angefochtene Entscheid ist beizulegen oder genau zu bezeichnen (Abs. 1). GenÃ¼gt die Rekursschrift diesen Anforderungen nicht, wird dem Rekurrenten eine kurze Frist zur Behebung des Mangels angesetzt, unter der Androhung, dass sonst auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde (Abs. 2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Rekursfrist begann hier spÃ¤testens am 21. Februar 2006 zu laufen und endete demzufolge spÃ¤testens am 22. MÃ¤rz 2006. Es kann diesbezÃ¼glich auf die zutreffende ErwÃ¤gung des Bezirksrats verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 2 Satz 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach stÃ¤ndiger Praxis wird aus dem fÃ¼r Rechtsmitteleingaben geltenden Erfordernis der Schriftform (§ 22 VRG; vgl. bezÃ¼glich der Beschwerde § 53 VRG) abgeleitet, dass die Rekurs- bzw. Beschwerdeschrift handschriftlich unterzeichnet sein muss. Um Manipulationen und FÃ¤lschungen mÃ¶glichst auszuschliessen, muss die Unterschrift im Original vorliegen. Dies ist bei der Ãbermittlung per Fax nicht mÃ¶glich, weshalb auf diesem Weg Ã¼bermittelte Rechtsmitteleingaben regelmÃ¤ssig mit einem formellen Fehler behaftet sind (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 11 N. 10, § 22 N. 13, § 23 N. 6, § 53 N. 8, § 56 N. 8).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Formelle MÃ¤ngel in Rechtsschriften sind grundsÃ¤tzlich verbesserungsfÃ¤hig. Nach der Praxis ist daher zu deren Verbesserung gestÃ¼tzt auf § 23 Abs. 2 VRG in der Regel eine Nachfrist anzusetzen, und zwar nicht nur bezÃ¼glich der in § 23 Abs. 1 VRG ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnten formellen MÃ¤ngel. § 23 Abs. 2 VRG bezweckt die Vermeidung eines Ã¼berspitzten Formalismus; die Vorschrift wird daher nach stÃ¤ndiger Praxis differenziert in dem Sinn angewendet, dass eine Nachfristansetzung nur dann als geboten erscheint, wenn im Einzelfall anzunehmen ist, dass der Formfehler auf ein blosses Versehen oder prozessuale Unbeholfenheit zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 23 N. 27 mit zahlreichen Hinweisen). Wird etwa ein Rekurs per Post ohne Unterschrift (sei es durch den Rekurrenten selber oder dessen Vertreter) eingereicht, so kann angenommen werden, der Mangel beruhe auf einem Versehen, weshalb eine Nachfrist anzusetzen ist. Prozessuale Unbeholfenheit ist in der Regel dann anzunehmen, wenn ein nicht rechtskundiger Rekurrent die Rekursschrift ohne Antrag und/oder ohne BegrÃ¼ndung einreicht; auf eine Nachfristansetzung bei solchen MÃ¤ngeln ist dagegen zu verzichten, wenn die mangelhafte Rechtschrift von einem rechtskundigen Vertreter eingereicht worden ist; denn es geht nicht an, dass die rekurrierende Partei sich mittels einer bewusst mangelhaften Rekursschrift eine VerlÃ¤ngerung der Rekursfrist durch Ansetzung einer Nachfrist im Sinn von § 23 Abs. 2 VRG verschafft. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>In AnknÃ¼pfung an diese GrundsÃ¤tze wird in der Praxis bei per Fax eingereichten Rekursschriften nicht nur davon ausgegangen, dass sie wegen der fehlenden Originalunterschrift mit einem formellen Mangel behaftet sind, sondern auch davon, dass dieser Mangel nach Ablauf der Rekursfrist nicht mehr verbessert werden kÃ¶nne, weshalb von der Ansetzung einer Nachfrist (welche die Verbesserung nach Ablauf der Rekursfrist ermÃ¶glichen wÃ¼rde) regelmÃ¤ssig abzusehen ist. Eine Nachfristansetzung hÃ¤tte in solchen FÃ¤llen eine ungerechtfertigte Fristerstreckung zugunsten des Rekurrenten zur Folge; denn wer zur Ãbermittlung der Rechtschrift ein FaxgerÃ¤t benÃ¼tzt, muss sich bewusst sein, dass bei dieser Art der Ãbermittlung eine Originalunterschrift von vornherein nicht mÃ¶glich ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 11 N. 10 mit Hinweisen; letztmals bestÃ¤tigt in VGr, 30. Juni 2006, VB.2006.00260). Anders als bei per Post Ã¼bermittelten Rechtschriften mit fehlender Originalunterschrift, bei denen ohne konkrete gegenteilige Anhaltspunkte auf ein blosses Versehen geschlossen werde kann, rechtfertigt sich bei Fax-Eingaben eine VerlÃ¤ngerung der Rekursfrist mittels Nachfristansetzung nicht. </p> <p class="Erwgung2">Diese Praxis schliesst es nicht aus, dass die RechtsmittelbehÃ¶rde den Absender einer per Fax Ã¼bermittelten Rechtsmitteleingabe <i>innerhalb der laufenden Rekursfrist</i> auf den Mangel aufmerksam macht, sofern dies nach den zeitlichen UmstÃ¤nden noch als mÃ¶glich und sinnvoll erscheint (was jedenfalls bei kurz vor Ablauf der Rechtsmittelfrist eingehenden Telekopien nicht zutrifft). Dabei handelt es sich indessen nicht um eine Nachfristansetzung im Sinn von § 23 Abs. 2 VRG; vielmehr wird der Betroffene damit auf die MÃ¶glichkeit hingewiesen, den Formmangel noch innerhalb der Rechtsmittelfrist zu heilen. Die dargelegte Praxis gilt mit Bezug auf <i>Rechtsmitteleingaben</i> (Rekurse und Beschwerden). Die ihr zugrunde liegende strenge Betrachtungsweise rechtfertigt sich, weil es bei Rechtsmitteleingaben um die Einhaltung gesetzlicher, und damit grundsÃ¤tzlich nicht erstreckbarer Fristen (§ 12 Abs. 1 Satz 1 VRG) geht und weil solche Rechtsmittel von Gesetzes wegen (§ 22 Abs. 1, § 23 VRG) bestimmte Formerfordernisse erfÃ¼llen mÃ¼ssen. Anders verhÃ¤lt es sich mit Rechtsschriften, deren Einreichung an die Einhaltung grundsÃ¤tzlich erstreckbarer, âbehÃ¶rdlicherâ Fristen (§ 12 Abs. 1 Satz 2 VRG) gebunden sind. Anders verhÃ¤lt es sich auch mit prozessualen Parteihandlungen, fÃ¼r welche die schriftliche Form gesetzlich nicht ausdrÃ¼cklich vorgesehen ist; insbesondere akzeptiert das Verwaltungsgericht per Fax Ã¼bermittelte Gesuche um Erstreckung (behÃ¶rdlicher) Fristen.</p> <p class="Erwgung2">Diese Praxis steht denn auch im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Verwaltungsrechtspflege im Bund (Art. 52 des Bundesgesetzes Ã¼ber das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 und Art. 30 Abs. 2 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943/4. Oktober 1991; BGE 121 II 252 = Pra 85/1996 Nr. 147), desgleichen mit der zivilprozessualen Praxis der ZÃ¼rcher Gerichte (§ 131 Abs. 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976; Obergericht, 2. August 1994 = ZR 95/1996 Nr. 38). In einem neueren Urteil vom 30. August 2005 (IP.254/2005, www.bger.ch) hat das Bundesgericht allerdings das Vorgehen einer kantonalen Rechtsmittelinstanz, welche davon absah, einen Einsprecher auf den Formmangel der per E-Mail erhobenen Einsprache aufmerksam zu machen, als Ã¼berspitzt formalistisch gewÃ¼rdigt. Sodann wird die dargelegte Praxis in einem Teil der Lehre als zu streng kritisiert (Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 608 und 937; Peter Schmid, Die Verwaltungsbeschwerde an den Bundesrat, Bern 1997, S. 190 f.; Robert Hauser/Erhard Schweri, Kommentar zum zÃ¼rcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, ZÃ¼rich 2002, § 131 N. 17). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Der vorliegende Fall bietet indessen keinen Anlass, von der dargelegten Praxis abzurÃ¼cken. In Unterschied zum vorliegenden Sachverhalt hatte das Bundesgericht im Entscheid vom 30. August 2005 nicht eine Faxeingabe, sondern eine per E-Mail erhobene Einsprache zu beurteilen; zudem wÃ¤re dort eine Verbesserung der Einsprache innerhalb der Einsprachefrist noch ohne weiteres mÃ¶glich gewesen, wÃ¤hrend hier der Rekurs wie dargelegt (E. 3.2) am zweitletzten Tag der Rekursfrist und zudem entgegen der klaren Rechtsmittelbelehrung bei der unrichtigen Instanz eingereicht wurde, welche die Eingabe dem Bezirksrat als der zustÃ¤ndigen RekursbehÃ¶rde Ã¼berwies. Dieser war es nicht mÃ¶glich, den Rekurrenten zu einer Heilung des Mangels innerhalb der Rekursfrist zu veranlassen (vgl. Rekursentscheid E. 3.2). Daraus, dass sie ihm hiefÃ¼r zunÃ¤chst am 7. April 2006 (in Unkenntnis des Ablaufs der Rekursfrist am 22. MÃ¤rz 2006) eine Frist von 10 Tagen zur Verbesserung angesetzt hat, kann der BeschwerdefÃ¼hrer nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn auf diese Anordnung durfte die RekursbehÃ¶rde vor Erledigung des Verfahrens zurÃ¼ckkommen. Anders wÃ¤re nach Treu und Glauben dann zu entscheiden, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer durch diese Fristansetzung von einer Heilung des Mangels innerhalb der Rekursfrist abgehalten worden wÃ¤re. Das trifft indessen nach dem dargelegten zeitlichen Ablauf nicht zu. Schliesslich ist zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die prozessleitende Anordnung des Bezirksrats vom 7. April 2006 nicht abholte und erst am 29. April 2006 â nach Ablauf der siebentÃ¤gigen Abholfrist und einer zweiten Zustellung â mit einer formgÃ¼ltigen Eingabe an den Bezirksrat gelangte. Unter all diesen UmstÃ¤nden erscheint es weder als Ã¼berspitzt formalistisch noch sonst wie als rechtswidrig, wenn der Bezirksrat auf den Rekurs nicht eingetreten ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die Gerichtskosten sind dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Urteilstext">4. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>