A bteilung I A -1587/2006 {T 0/2} U rteil vom 14. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Pascal M ollard, Lorenz Kneu- bühler (Abteilungspräsident). G erichtsschreiber Johannes Schöpf. X._______, ..., Beschw erdeführer, vertreten durch ... gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arz- torstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M ehrw ertsteuer (M W STV 1. Q uartal 1999 bis 4. Q uartal 2000 / Vorsteuer- abzug). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. X._______ betreibt seit dem H erbst 1997 in ... ein Ingenieurbüro. Aufgrund einer am 4. und 5. August 2004 bei diesem U nternehm er durchgeführten Kontrolle w urde er durch die Eidgenössische Steuerverw altung (ESTV) als M ehrw ertsteuerpflichtiger in das von der Verw altung geführte R egister rückw irkend per 1. Januar 1999 eingetragen (M ehrw ertsteuernum m er ...). N achdem die ESTV gravierende M ängel in der Buchhaltung von X._______ festgestellt hatte, m usste sie die U m sätze der Steuerperioden 1. Q uartal 1999 bis 1. Q uartal 2004 m ittels einer Schätzung festlegen. D araus resultierte für die Steuerperioden 1. Q uartal 1999 bis 4. Q uartal 2000 (Zeitraum vom 1. Januar 1999 bis 31. D ezem ber 2000) eine N achforderung gem äss Ergänzungsabrechnung (EA) N r. ... vom 5. August 2004 von Fr. 28'520.-- zuzüglich 5% Verzugszins ab 30. Juni 2002 (m ittlerer Verfall). Am 7. Septem ber 2004 erfolgten durch den M ehrw ertsteuerpflichtigen Zahlungen über die Beträge von Fr. 12'284.90 und Fr. 33'275.70. D ie ESTV erliess auf Ersuchen von X._______ am 9. N ovem ber 2004 unter Berücksichtigung der aus anerkannten Vorsteuerabzügen stam m en- den G utschriftsanzeige (G S) N r. ... vom 28. Septem ber 2004 über Fr. 3'273.-- einen förm lichen Entscheid über eine M ehrw ertsteuerschuld von Fr. 25'247.--, zuzüglich Verzins. G leichzeitig w urde der Beginn der M ehrw ertsteuerpflicht von X._______ per 1. Januar 1999 bestätigt. B. X._______ reichte gegen diesen Entscheid am 17. N ovem ber 2004 bei der ESTV eine Einsprache ein m it dem Begehren, die M ehrw ertsteuer- forderung sei "den tatsächlichen Verhältnissen anzupassen", nam entlich um Fr. 12'901.15 bzw . Fr. 5'090.30 zu reduzieren. Im Einspracheentscheid vom 24. April 2006 erkannte die ESTV in teil- w eiser G utheissung w ie folgt: "1./2. ... 3. D ie Einsprache w ird für die Steuerperioden 1. Q uartal 1999 – 4. Q uartal 2000 im Betrage von Fr. 2'000.-- ... teilw eise gutgeheissen, im Ü brigen aber abgew iesen. 4. X._______ schuldet der ESTV für die Steuerperioden 1. Q uartal 1999 – 4. Q uartal 2000 (Zeit vom 1. Januar 1999 – 31. D ezem ber 2000) noch: Fr. 25'247.-- gem äss Entscheid vom 9. N ovem ber 2004, - Fr. 2'000.-- teilw eise G utheissung, Fr. 23'247.-- M ehrw ertsteuer zuzüglich Verzugszins ab 30. Juni 2002. D ie Zahlung vom 7. Septem ber 2004 über Fr. 12'284.90 w ird an die Steuerschuld angerechnet. 5. ... 6. ..."3 Zur Begründung führte die ESTV insbesondere aus, X._______ habe für die Jahre 1998 bis 2003 sow ie für das 1. Q uartal 2004 keine Buchhaltung geführt, Bank- und Postkontobelege, Q uittungen von Barauslagen sow ie Lieferantenrechnungen seien nicht vollständig vorhanden gew esen. Zu den von ihm eingereichten M ehrw ertsteuerabrechnungen seien keine D e- tails vorhanden gew esen. Es sei nicht klar w ie sich die deklarierten Be- träge zusam m ensetzten. D ie U m satzschätzung der Verw altung habe sich auf den Erfahrungszahlen der ESTV abgestützt. C . M it Eingabe vom 5. M ai 2006 liess X._______ (Beschw erdeführer) gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 24. April 2006 Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) m it dem Begehren erheben, die M ehrw ertsteuerschuld der Jahre 1999 und 2000 sei um Fr. 5'097.95 auf Fr. 18'149.05 zu korrigieren. Er begründete dies im W e- sentlichen dam it, dass von einem Vorsteuerabzug für D rittleistungen für diese beiden Jahre von je Fr. 4'125.--, statt einem solchen von Fr. 3'152.05 für beide Jahre zusam m en, auszugehen sei. D . D ie ESTV beantragt in ihrer Vernehm lassung vom 17. Juli 2006, die Be- schw erde sei kostenpflichtig abzuw eisen. D ie Verw altung brachte insbe- sondere vor, der Beschw erdeführer habe es verabsäum t, durch eine ord- nungsgem äss geführte Buchhaltung alles zu unternehm en, um die Vor- steuern geltend zu m achen. D as U nverm ögen, rechtsgenügliche Belege vorzuw eisen, w elche zum Vorsteuerabzug berechtigten, habe sich der U n- ternehm er selbst zuzuschreiben. D em Beschw erdeführer sei von der Ver- w altung am 5. August 2004 unter Fristansetzung die M öglichkeit einge- räum t w orden, die fehlenden Vorsteuerjournale zusam m en m it den Bele- gen einzureichen. D avon habe dieser G ebrauch gem acht und die ESTV habe ihm die G S N r. ... über den Betrag von Fr. 3'273.-- ausgestellt. D ass durch diese G utschrift m öglicherw eise nicht säm tliche m it Vorsteuer belasteten D rittleistungen abgedeckt w ürden, habe er w egen seiner unge- nügend geführten Aufzeichnungen sich selbst anzulasten. E. M it Schreiben vom 9. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Parteien m it, dass es das hängige Beschw erdeverfahren übernom m en hat. Auf die w eiteren Begründungen der Eingaben w ird – sow eit entscheid- w esentlich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungs- gericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G gegeben ist. Eine solche liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 4 33 VG G . D as Bundesverw altungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde zuständig. Es übernim m t am 1. Januar 2007 die Beurteilung des bei der SR K hängigen R echtsm ittel und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 Streitgegenstand im vorliegenden Beschw erdeverfahren ist lediglich die Steuerschuld des Beschw erdeführers für die Steuerperioden 1. Q uartal 1999 – 4. Q uartal 2000 (Zeit vom 1. Januar 1999 – 31. D ezem ber 2000), w ogegen die Steuerschuld des Beschw erdeführers für die Steuerperioden 1. Q uartal 2001 – 1. Q uartal 2004 (Zeit vom 1. Januar 2001 – 31. M ärz 2004) im U m fang von Fr. 19'875.-- zuzüglich Verzugszins ab 30. Juni 2002 gem äss Ziffer 5 des Einspracheentscheids vom 24. April 2006 in R echts- kraft erw achsen ist. 1.3 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Einsprache- entscheid grundsätzlich in vollem U m fange überprüfen. D er Beschw erde- führer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nange- m essenheit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. AN D R É M O SER , in AN D R É M O SE R /PETER U EBER SA X, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, R z. 2.59; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auf- lage, Zürich 2006, R z. 1632 ff.). D as Bundesverw altungsgericht hat den Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen und ist dabei nicht aus- schliesslich an die Parteibegehren gebunden. G rundsätzlich hat die Be- schw erdestanz das R echt von Am tes w egen anzuw enden. Sie ist an die vorgebrachten rechtlichen Ü berlegungen der Parteien nicht gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 Vw VG ; ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, S. 39 R z. 112). 2. 2.1 D ie Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer (M W STV, AS 1994 1464) stellte – als selbständige, das heisst direkt auf der Ver- fassung beruhende Verordnung – bis zur R egelung des M ehrw ertsteuer- rechts durch den ordentlichen G esetzgeber gesetzesvertretendes R echt dar. D as Bundesgesetz vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20) ist am 1. Januar 2001 in Kraft getreten, w oraus folgt, dass die M ehrw ertsteuerverordnung aufgehoben w urde. Indessen bleiben nach Art. 93 Abs. 1 M W STG die aufgehobenen Bestim m ungen, unter Vorbehalt von Art. 94 M W STG , w eiterhin auf alle w ährend deren G el- tungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen R echtsverhält- nisse anw endbar. Vorliegend kom m t Art. 94 M W STG nicht zur An- w endung. D ie hier in Frage stehende M ehrw ertsteuerforderung betrifft Sachverhalte, w elche in den Jahren 1999 und 2000 verw irklicht w orden sind. Som it finden die Bestim m ungen der M ehrw ertsteuerverordnung auf den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt w eiterhin Anw endung. 2.2 Art. 4 Bst. a und b M W STV bestim m t, dass der M ehrw ertsteuer die gegen 5 Entgelt erbrachten Lieferungen und D ienstleistungen eines nach Art. 17 ff. M W STV Steuerpflichtigen unterliegen, sow eit die U m sätze nicht nach Art. 14 M W STV von der Steuer ausgenom m en oder nach Art. 15 M W STV von ihr befreit sind. Als D ienstleistung gilt jede Leistung, die keine Lieferung eines G egenstandes ist; eine solche liegt auch vor, w enn im m aterielle W erte und R echte überlassen w erden, gleichgültig, ob sie in einer U rkunde verbrieft sind oder nicht und w enn eine H andlung unter- lassen oder w enn eine H andlung oder ein Zustand geduldet w ird (Art. 6 Abs. 1 und 2 M W STV). 2.3 D ie Veranlagung und Entrichtung der M ehrw ertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 35 M W STV; vgl. ER N ST BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des Steuerrechts, 6. Auflage, Zürich 2002, S. 421 ff.; ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU E R /KLAU S A. VALLEN D E R , H andbuch zum M ehrw ert- steuergesetz (M W STG ), Bern 2003, R z. 1731 ff.; ISAB ELLE H O M BER G ER G U T, in: D IEG O C LAVAD E TSC H ER /PIER R E -M AR IE G LAU S ER /G ER H AR D SC H A FR O TH, m w st.com , Basel/G enf/M ünchen 2000, Art. 46 R z. 1). D ies bedeutet, dass der M ehr- w ertsteuerpflichtige nach Art. 37 M W STV selbst und unaufgefordert über seine U m sätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten M ehrw ertsteuer- betrag (Steuer vom U m satz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzu- liefern hat. Ein Verstoss des M ehrw ertsteuerpflichtigen gegen diesen G rundsatz ist als schw erw iegend anzusehen, da durch die N ichteinhaltung dieser Vorschrift der U nternehm er die ordnungsgem ässe Erhebung der M ehrw ertsteuer und dam it das Steuersystem als solches gefährdet (vgl. Entscheide der SR K vom 5. Januar 2000, veröffentlicht in Verw altungs- praxis der Bundesbehörden [VPB] 64.83 E. 2; vom 19. M ai 2004, veröffent- licht in VPB 68.131 E. 2b; vom 24. O ktober 2005, veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2a/bb). 2.4 R eicht der Steuerpflichtige seine M ehrw ertsteuerabrechnungen nicht ein, ist die ESTV berechtigt, eine Erm essenseinschätzung vorzunehm en (Art. 48 M W STV; C AM EN ZIN D / H O N AU E R /VALLEN D E R , a.a.O ., R z. 1680 ff.; U ELI M AN S ER , in: m w st.com , a.a.O ., Art. 60 R z. 1). Sie hat dabei diejenige Schätzungsm ethode zu w ählen, die den individuellen Verhältnissen im Be- trieb des M ehrw ertsteuerpflichtigen sow eit als m öglich R echnung trägt, auf plausiblen Angaben beruht und deren Ergebnis der w irklichen Situation m öglichst nahe kom m t (Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 61 S. 819 E. 3a, ASA 52 S. 238 E. 4). In Betracht fallen einerseits M ethoden, die auf eine Ergänzung oder R ekonstruktion der ungenügenden Buch- haltung hinauslaufen, andererseits U m satzschätzungen aufgrund unbe- strittener Teil-R echnungsergebnisse in Verbindung m it Erfahrungssätzen (ASA 73 S. 233 f. E. 2c/aa, ASA 63 S. 239, ASA 52 S. 239 E. 4; M AN SER , a.a.O ., R z. 4). 2.5 Im Beschw erdeverfahren kann der M ehrw ertsteuerpflichtige die vorge- nom m ene Schätzung der Ausgangsum satzsteuer als solche bestreiten und er hat die M öglichkeit, die erforderlichen Bew eism ittel einzureichen, um die U nrichtigkeit der durch die Verw altung vorgenom m enen Schätzung nach- zuw eisen. Sind die Voraussetzungen einer Erm essenstaxation erfüllt, ob-6 liegt es ihm , den Bew eis für die U nrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (vgl. ASA 61 S. 819, 58 S. 384, 50 S. 432 E. 1b; BG E 105 Ib 186; Ent- scheide der SR K vom 15. O ktober 1999, veröffentlicht in VPB 64.47 E. 5b; vom 29. O ktober 1999 i.S. H . [SR K 1998-102 und SR K 1998-103] E. 5, be- stätigt durch U rteil des Bundesgerichts 2A.580/1999 vom 21. Juni 2000; Entscheid der SR K vom 6. April 2005, veröffentlicht in VPB 69.109 E. 49 ff.). Erst w enn der M ehrw ertsteuerpflichtige den N achw eis dafür erbringt, dass die Vorinstanz m it der Erm essensveranlagung Bundesrecht verletzt bzw . dass ihr dabei erhebliche Erm essensfehler unterlaufen sind, nim m t das Bundesverw altungsgericht eine Korrektur der vorinstanzlichen Schätzung vor (vgl. die entsprechenden Entscheide der SR K vom 5. Janu- ar 2000, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 2, vom 25. August 1998, veröffent- licht in VPB 63.27 E. 5c, und vom 21. Juni 1999 i.S. S. [SR K 1998-138], E. 4c). 2.6 2.6.1 D er Vorsteuerabzug nach Art. 29 ff. M W STV ist ein w esentliches Elem ent der schw eizerischen M ehrw ertsteuer, w elche von ihrem System her als N ettoallphasensteuer ausgestaltet ist. Er erm öglicht es, dass der U nter- nehm er nur seinen effektiven "M ehrw ert" zu versteuern hat. Praktisch funktioniert der Vorsteuerabzug so, dass der M ehrw ertsteuerpflichtige – bei gegebenen (insbesondere form ellen) Voraussetzungen – von der Steuer auf seinem Ausgangsum satz (= Ausgangsum satzsteuer) diejenige Steuern abziehen darf, w elche ihm von seinen Lieferanten und Auftrag- nehm ern überw älzt w urden. D am it reduziert die Vorsteuer seine Zahllast gegenüber der ESTV. D er Vorsteuerabzug ist das G egenstück zur Aus- gangsum satzsteuer. Beide Bereiche sind deshalb auseinanderzuhalten und es ist die Steuer auf dem Ausgangsum satz von der Vorsteuer getrennt zu erm itteln (vgl. C AM EN ZIN D /H O N AU ER /VALLE N D ER , a.a.O ., R z. 1362). D am it ein Vorsteuerabzug geltend gem acht w erden kann, ist grundsätzlich vorausge- setzt, dass die bezogene Lieferung oder D ienstleistung für Zw ecke ge- m äss Art. 29 Abs. 2 Bst. a-d M W STV verw endet w ird (STEPH AN KU H N /PETER SPIN N LE R , M ehrw ertsteuer, M uri/Bern 1994, S. 100). D ie D urchführung des Vorsteuerabzugs verlangt insbesondere auf der Seite der Verw altung nach Belegen, die eine rasche, einfache und effiziente Kontrolle der Selbstver- anlagung zulassen und M issbräuche ausschliessen. Art. 29 Abs. 1 Bst. a M W STV sieht daher vor, dass zum Vorsteuerabzug nur berechtigt ist, w er die geltend gem achten Beträge m it Belegen nach Art. 28 Abs. 1 M W STV nachw eisen kann. D em nach m uss ein M ehrw ertsteuerpflichtiger, um die ihm von einem anderen M ehrw ertsteuerpflichtigen in R echnung gestellte M ehrw ertsteuer von seiner Ausgangsum satzsteuer abziehen zu dürfen, Belege beibringen (Art. 28 Abs. 1 M W STV; BLU M EN STEIN /LO C H ER , a.a.O ., S. 415, 453 f.; U rteile des Bundesgerichts 2A.247/2000 vom 20. April 2001 E. 2c und 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005 E. 5.4). Eine genaue Anw endung dieser Anordnungen durch die ESTV liegt im Interesse einer gerechten und m issbrauchsfreien Erhebung der M ehrw ertsteuer. D ie einzelnen An- forderungen an m ehrw ertsteuerkonform e Belege sind von den M ehrw ert- steuerpflichtigen ohne überm ässigen Aufw and erfüllbar und können auch 7 vom Em pfänger einer Lieferung oder D ienstleistung einfach und rasch überprüft w erden. 2.6.2 Vom W ortlaut der Verordnung her ist nicht eindeutig, ob die Verw altung bloss den Ausgangsum satz schätzen soll, oder ob sie auch eine Schätzung der Vorsteuern vornehm en m uss. D ie SR K hat sich dazu in m ehreren Entscheiden m it der Lehre ausführlich auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekom m en, dass die ESTV nicht verpflichtet ist, bei feh- lenden Belegen auch die Vorsteuer nach pflichtgem ässem Erm essen zu schätzen (vgl. Entscheide der SR K vom 15. O ktober 1999, veröffentlicht in VPB 64.47 E. 5b und vom 1. April 2003, veröffentlicht in VPB 67.127 E. 4a m it H inw eisen zur Lehre). D as Bundesverw altungsgericht sieht keinen An- lass, von dieser R echtsprechung der SR K abzuw eichen. 3. 3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Vorinstanz den U m satz des Beschw erdeführers für die Zeit vom 1. Januar 1999 bis zum 31. D ezem ber 2000 einer Erm essenschätzung unterziehen m usste, da der U nternehm er für die fragliche Zeit keine Buchhaltung vorlegen konnte, keine Kassa- bücher geführt hatte und Bank-, Postkontobelege und Q uittungen von Bar- auslagen sow ie Lieferantenrechnungen nicht vollständig vorhanden w aren. D ie ESTV hat dabei diejenige Schätzungsm ethode gew ählt, die den indivi- duellen Verhältnissen im Betrieb des U nternehm ers sow eit als m öglich R echnung trägt, auf plausiblen Angaben beruht und deren Ergebnis in Ver- bindung m it Erfahrungssätzen der w irklichen Situation m öglichst nahe kom m t. D er Beschw erdeführer bestreitet denn zu R echt die im angefochte- nen Einspracheentscheid zu seinen G unsten revidierte Schätzung der ESTV seines Bruttoum satzes von je Fr. 188'125.-- für das Jahr 1999 und das Jahr 2000 nicht. Er m acht lediglich geltend, es hätten ihm die Vor- steuern auf den durch die Verw altung geschätzten D rittleistungen von je Fr. 55'000.-- für das Jahr 1999 und das Jahr 2000 im U m fang von Fr. 8'250.--, statt lediglich der auf G rund der vorhandenen und eingereich- ten Belege errechneten Vorsteuern von Fr. 3'152.05 gem äss der G S N r. ... vom 28. Septem ber 2004 angerechnet w erden m üssen. D ie D ifferenz daraus ergebe den Betrag zu seinen G unsten von Fr. 5'097.95. 3.2 N ach dem unter E. 2.6.2 Ausgeführten hat die ESTV den Vorsteuerabzug nicht zu schätzen, sondern m uss sich für dessen Berechnung auf die vor- handenen Belege abstützen. D er Beschw erdeführer hat nachträglich, aber fristgerecht seine Vorsteuerjournale für die Perioden 1. Q uartal 1999 bis 4. Q uartal 2000 (Zeitraum vom 1. Januar 1999 bis 31. D ezem ber 2000) eingereicht. D ie ESTV hat in der Folge säm tliche vom Beschw erdeführer vorgelegten Belege (m it Ausnahm e der R echnung der Firm a ... über Fr. 895.--, für w elche auf der Kostenzusam m enstellung keine M ehrw ertsteuer ausgew iesen w urde) für den Vorsteuerabzug anerkannt, w as zur G S N r. ... vom 28. Septem ber 2004 im U m fang von Fr. 3'273.-- geführt hat. D er Beschw erdeführer m acht zu R echt nicht geltend, die Berechnung der Vorsteuer durch die ESTV auf G rund seiner eingereichten Belege sei falsch. W eitere U nterlagen zur Berechnung des Vorsteuerabzugs hat der 8 Beschw erdeführer w eder im Verlaufe des Einsprache- noch im R ahm en des Beschw erdeverfahrens eingereicht. Aus der von ihm eingereichten Jahresrechnung für das Jahr 2005 lassen sich keine R ückschlüsse auf den U m satz und den Vorsteuerabzug für die Jahre 1999 und 2000 ableiten. D er Beschw erdeführer hat das U nverm ögen, rechtsgenügliche Belege vorzulegen, nur sich selbst zuzuschreiben. In einem solchen Fall hat das Bundesgericht darauf verzichtet, die Frage der Schätzung der Vorsteuern durch die Verw altung näher zu prüfen (U rteil des Bundesgerichts 2A.558/2005 vom 8. M ai 2006 i.S. E. 2.3). G leich verhält es sich auch in casu. Bereits aus Kontakten m it der ESTV, die auf das Jahr 1997 zurückgehen, als seine M ehrw ertsteuerpflicht oder seine freiw illige U nter- stellung unter die M ehrw ertsteuerpflicht in Frage stand und abgeklärt w urde, w usste der Beschw erdeführer um die Pflichten eines M ehrw ert- steuerpflichtigen. Er hätte aus diesem G rund schon lange allen Anlass ge- habt, für eine vollständige, auch den Erfordernissen der M ehrw ertsteuer nachkom m ende Buchhaltung zu sorgen. D er Beschw erdeführer w ar ausserdem auf G rund seines U m satzes von m ehr als Fr. 100'000 jährlich ohnehin verpflichtet, sich im H andelsregister eintragen zu lassen und da- m it seine Bücher ordnungsgem äss zu führen (Art. 957 des Bundesge- setzes vom 30. M ärz 1911 betreffend die Ergänzung des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: O bligationenrecht; O R , SR 220] in Ver- bindung m it Art. 52 und 54 H andelsregisterverordnung vom 7. Juni 1937 [H R egV, SR 221.411]). 3.3 Es bleibt deshalb auch kein R aum für die Anw endung des Art. 45a der Verordnung vom 29. M ärz 2000 zum Bundesgesetz über die M ehrw ert- steuer (M W STG V, SR 641.201), w onach allein aufgrund von Form m ängeln keine M ehrw ertsteuerforderung erhoben w ird, w enn erkennbar ist oder die m ehrw ertsteuerpflichtige Person nachw eist, dass durch die N ichtein- haltung einer Form vorschrift des G esetzes oder dieser Verordnung für die Erstellung von Belegen für den Bund kein Steuerausfall entstanden ist. D iese Vorschrift kann nur dort greifen, w o zw ar Belege vorhanden sind, diese aber nicht in einer vom G esetz oder der Verordnung geforderten Form erstellt w urden (vgl. Praxism itteilung der ESTV vom 31. O ktober 2006 zur „Behandlung von Form m ängeln“, online auf: w w w .estv.adm in.ch/d/m w st/dokum entation/praxis/2006.htm ; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1365/2006 vom 19. M ärz 2007 E. 2.3). Sie ist jedoch nicht anw endbar, sow eit der M ehrw ertsteuerpflichtige überhaupt keine Belege vorw eisen kann. 3.4 D ie Beschw erde ist deshalb abzuw eisen. 4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschw erdeführer nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten zu tragen. D ie Ver- fahrenskosten w erden in Anw endung des Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 1'000.-- festgesetzt und m it dem vom Beschw erdeführer geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher H öhe verrechnet. Eine Parteientschädigung an den Beschw erde- führer w ird im U m kehrschluss zu Art. 7 Abs. 1 VG KE nicht ausgerichtet.9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 1'000.-- w erden X._______ aufer- legt und m it dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ver- rechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde) D er Abteilungspräsident: D er G erichtsschreiber: Lorenz Kneubühler Johannes Schöpf R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Be- schw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]).R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am :