<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über den Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel (UPF) in der Schweiz und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit (insbesondere im Zusammenhang mit den nichtübertragbaren Krankheiten [NCD]), auf die Umwelt und auf die schweizerische landwirtschaftliche Produktion zu erarbeiten. Der Bericht soll zudem Empfehlungen enthalten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Einen Zusammenhang zwischen der Gesundheit und dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel ("ultra-processed food", UPF) herzustellen, ist schwierig und setzt aufwändige Studien voraus. Zwischen den gesundheitlichen Auswirkungen eines Verarbeitungsgrades und der Tatsache, dass solche Lebensmittel oft viel Salz und/oder Zucker enthalten, zu unterscheiden, ist dabei nicht einfach. Das Thema ist gleichwohl von Interesse und wird weltweit erforscht, die Ergebnisse sind bisher jedoch noch umstritten. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat hierzu Anfang 2023 ein Projekt in Auftrag gegeben, das den Zusammenhang zwischen dem Konsum von UPF und den Essgewohnheiten untersucht. Die Ergebnisse werden 2024 vorliegen.</p><p>Die nationale Ernährungserhebung menuCH hat gezeigt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten zu süss, zu salzig und zu viel Fleisch essen, aber nicht genug Obst und Gemüse. Eine unausgewogene Ernährung trägt zu Übergewicht und Fettleibigkeit bei und erhöht das Risiko, an nichtübertragbaren Krankheiten zu erkranken.</p><p>Deshalb zielt die Schweizer Ernährungsstrategie unter anderem darauf ab, die Rezepturen für verarbeitete Lebensmittel zu verbessern und den Anteil an Obst und Gemüse zu erhöhen. Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht auf dem Grad der Verarbeitung eines Produkts, sondern auf der Reduktion von Zucker und Salz.</p><p>Darüber hinaus ist bereits bekannt, dass die Umweltwirkungen von UPF sich je nach Produktegruppe unterscheiden. Grundsätzlich ist die Umweltwirkung von tierischen Produkten signifikant höher als von pflanzlichen Lebensmitteln. Wie in der Stellungnahme des Bundesrates zur Interpellation 21.3915 Egger "Keine einseitigen Massstäbe bei der Beurteilung von Fleisch und Fleischersatzprodukten" aufgezeigt, schneiden beispielsweise verarbeitete Fleischersatzprodukte bei Ökobilanzen in der Regel deutlich besser ab als Fleisch.</p><p>Schliesslich könnten UPF für die Landwirtschaft einen zusätzlichen Absatzmarkt für die Rohstoffe der Schweizer Agrarproduktion darstellen. Generell fördert die Agrarpolitik eine klima-, umwelt- und tierfreundliche Produktion von Lebensmitteln und eine Regionalisierung der Wertschöpfungsketten.</p><p>Vor diesem Hintergrund würde ein Bericht derzeit keinen zusätzlichen Nutzen bringen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.