B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1432/2021 U r t e i l v o m 1. J u n i 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), Sri Lanka, vertreten durch Matthias Rysler, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung des SEM vom 25. Februar 2021 / N_______. D-1432/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer reichte am (...) ein erstes Asylgesuch in der Schweiz ein. Er führte zur Begründung im Wesentlichen aus, noch vor sei- ner Geburt habe sein (Nennung Verwandter) die Familie verlassen und sei den B._______ beigetreten. Seither sei der Aufenthaltsort des (Nennung Verwandter) unbekannt. Am (...) hätten sich unbekannte Personen – mut- masslich Beamte – nach seinem (Nennung Verwandter) erkundigt und so- wohl seine wie auch die Personalien des (Nennung Verwandter) aufge- nommen. Am (...) habe er von denselben Personen Anrufe erhalten. Er sei beschimpft, bedroht und aufgefordert worden vorbeizukommen. Daraufhin habe er am (...) Anzeige erstattet. Am (...) sei er mit einem Freund auf dem Motorrad von einer Person angehalten und geschl agen worden. Es seien weitere Personen mit Stöcken und Messern bewaffnet dazugekommen, welche ihn ebenfalls geschlagen und mit dem Messer verletzt hätten. Durch schreiende Passanten auf der Strasse seien die Angreifer in die Flucht geschlagen worden. Aufgrund seiner Verletzungen habe er im Spital behandelt werden müssen und sei in der Folge ausgereist. Nach der Aus- reise habe sich noch einmal eine Person nach ihm erkundigt. A.b Mit Verfügung vom 8. August 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Eine dagegen am 11. September 2017 erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D -5149/2017 vom 21. Januar 2019 ab. B. B.a Am 28. Februar 2019 reichte der Beschwerdeführer ein zweites Asyl- gesuch ein. Er führte zur Hauptsache an, er befürchte aufgrund seiner frü- her geltend gemachten und zusätzlich auch gestützt auf neue Asylgründe bei einer Rückkehr nach Sri Lanka eine asylrelevante Verfolgung. So sei nach dem Putschversuch in Sri Lanka eine Veränderung der politischen Lage eingetreten. Mahinda Rajapaksa sei zwar nicht mehr im Amt, seine Macht sei damit jedoch nicht geschmälert, da dessen politische Ideen den Kurs der neuen Regierung bestimmen würden. B.b Mit Verfügung vom 12. April 2019 lehnte das SEM das Mehrfachge- such ab, soweit es darauf ein trat, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug und forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz bis zum 7. Juni 2019 zu verlassen. D-1432/2021 Seite 3 B.c Die dagegen erhobene Beschwerde vom 20. Mai 2019 wies das Bun- desverwaltungsgericht mit Urteil D -2421/2019 vom 22. August 2019 ab, soweit es darauf eintrat. C. Am 20. September 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM eine als "Asylgesuch (Mehrfachgesuch)" betitelte Eingabe ein. Darin machte er zur Begründung im Wesentlichen geltend, er habe von seiner (Nennung Ver- wandte) im (...) erfahren, dass sein (Nennung Verwandter) in den Jahren (...) bis (...) in (Nennung Funktion) für die B._______ tätig gewesen sei und Sri Lanka im Jahr (...) in Richtung C._______, wo er in der Folge als Flücht- ling anerkannt worden sei , verlassen habe . Sein (Nennung Verwandter) habe im Jahr (...) in C._______ (Nennung Handlung) und befinde sich seit- her dort in Haft. Angesichts dieser Umstände sei er bei einer Rückkehr in seine Heimat wegen der Verwandtschaft zu seinem (Nennung Verwandter) einer erheblichen und ernstzunehmenden Gefährdung infolge (Nennung Grund) und auch einer Verfolgungsgefahr vonseiten der sri-lankischen Be- hörden ausgesetzt. Der Eingabe lagen bei: (Aufzählung Beweismittel). D. Das SEM überwies diese Eingabe des Beschwerdeführers am 15. Januar 2021 zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung. Das Bundesverwaltungsgericht erachtete sich für die Behandlung der Eingabe vom 20. September 2019 als nicht zuständig und retournierte diese dem SEM mit Schreiben vom 22. Januar 2021 zur gutscheinenden Behandlung. E. Das SEM lehnte die in der Folge als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch entgegengenommene Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. Septem- ber 2019 mit Verfügung vom 25. Februar 2021 ab, soweit es darauf eintrat, erklärte die Verfügungen vom 8. August 2017 und vom 12. April 2019 als rechtskräftig und vollstreckbar, hiess das Gesuch um Erlass der Verfa h- renskosten gut , verzichtete auf die E rhebung von Gebühren und stellte fest, dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu- komme. F. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom D-1432/2021 Seite 4 29. März 2021 Beschwerde beim Bundesverwal tungsgericht. Er bean- tragte, es seien die Beschwerde und insbesondere sämtliche im Verfahren eingereichten Beweismittel (Bstn. a – g der in der angefochtenen Verfü- gung aufgeführten Dokumente) materiell zu prüfen und es sei festzustellen, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze. Es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustel- len und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei er wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläu fig aufzunehmen, eventualiter sei die Sache zu erneuter sowie rechtskonfor- mer Prüfung und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuwe isen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Wiederherstellung der aufschieben- den Wirkung der Beschwerde, um vorsorgliche Sistierung des Wegwei- sungsvollzugs, um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung eines Rechtsbeistands von Amtes wegen. G. Die Instruktionsrichterin setzte den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer superprovisorischen Massnahme am 31. März 2021 per sofort einstweilen aus. H. Sie wies mit Zwischenverfügung vom 9. April 2021 die Gesuche um Ge- währung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beigabe eines unent- geltlichen Rechtsbeistandes ab und forderte den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1500.– bis zum 26. April 2021 auf. Der Kostenvorschuss wurde am 22. April 2021 bezahlt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be- handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM. Da Wiederer- wägungsentscheide gemäss Lehre und Praxis grundsätzlich wie die ur- sprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezo- gen werden können, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). D-1432/2021 Seite 5 1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge- reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltu ngsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzich- tet. 4. 4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge- regelt (Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 4.2 Das Wiedererwägungsgesuch bezweckt primär die Anpassu ng einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene er- hebliche Veränderung der Sachlage (BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unangefochten blieb oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem bloss en Prozessentscheid abgeschlos- sen wurde, können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiederer- wägung begründen (vgl. zum sog. "qualifizierten Wiedererwägungsge- such" BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H. sowie Entscheidungen und Mitteilun- gen der Schweizerischen Asyl rekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a). Darüber hinaus sind Revisionsgründe, welche sich auf Beweismit- tel abstützen, welche erst nach Abschluss eines Beschwerdeverfahrens entstanden sind, stets unter dem Titel der Wiedererwägung bei der Vorin- stanz einzubringen, da solche neu entstandenen Beweismittel keine Grundlage für ein Revisionsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht D-1432/2021 Seite 6 darstellen können (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a [letzter Satz] BGG; BVGE 2013/22). 5. 5.1 Das SEM hat die Eingabe vom 20. September 2019 unter dem Titel der (qualifizierten) Wiedererwägung behandelt. Im Ergebnis hat es das Wie- dererwägungsgesuch – soweit es seine fun ktionelle Zuständigkeit be- jahte – abgewiesen. 5.2 Das Gericht kommt zum Schluss, dass sich das SEM – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – in korrekter Anwendung der dies- bezüglich relevanten Gesetzeslage und in Berücksichtigung der einschlä- gigen Rechtsprechung (vgl. BVGE 2013/22) zu Recht als unzuständig für die Beurteilung jener Beweismittel erachtet hat, die vor dem Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts D -5149/2017 vom 21. Januar 2019 entstanden sind. Dazu zählen die mit dem Wiedererwägungsgesuch eingereichten (Nennung Beweismittel) (vgl. angefochtener Entscheid, S. 4 und die dort in Ziff. II 2. Bstn. a bis d aufgeführten Unterlagen), weshalb sie einer Wieder- erwägung nicht zugänglich sind. 5.3 Die in diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer erhobene Rü - ge, die erst über ein Jahr nach Einreichung vorgenommene rechtliche Ein- ordnung seiner Eingabe durch die Vorinstanz habe eine revisionsweise Überprüfung des geltend gemachten Sachverhalts quasi verunmöglicht und sei als rechtswidrig zu erachten, erweist sich als nicht stichhaltig. So vermag er daraus – auch wenn die späte Durchführung eines Meinungs- austausches im Sinne von Art. 8 VwVG durch die Vorinstanz als unglück- lich zu erachten und den Akten zufolge auf die hohe Arbeitslast beim SEM zurückzuführen ist – nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Abgesehen da- von, dass es ihm grundsätzlich auch im Lichte der beim erwähnten Mei- nungsaustausch geäusserten Argumente nicht verwehrt blieb, ein Revisi- onsbegehren zu stellen, ist namentlich festzuhalten, dass die Vorinstanz seine Vorbringen in der Eingabe vom 20. September 2019 (stichwortartige Erwähnung dieser Vorbringen) dennoch gestützt auf die nach Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-2421/2019 vom 22. August 2019 ergangenen Beweismittel – zutreffend unter dem Titel der (qualifizierten) Wiedererwägung – einer ganzheitlichen und materiellen Prüfung unte rzo- gen hat. Es ist vor diesem Hintergrund nicht einzusehen, inwiefern dem Beschwerdeführer durch das Vorgehen der Vorinstanz ein Nachteil er- wachsen sein sollte. Im Übrigen ist ein fehlerhaftes – mithin rechtswidri- ges-– Vorgehen der Vorinstanz nicht zu erkennen. D-1432/2021 Seite 7 5.4 Der Beschwerdeführer rügt ferner eine Verletzung der Untersuchungs- maxime respektive eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts so- wie der Begründungspflicht. 5.4.1 Das SEM hat einerseits die Pflicht, den rechtserheblichen Sachver- halt richtig und voll ständig abzuklären (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) und hierzu alle für das Verfahren rechtlich relevanten Umstände abzuklä- ren sowie ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Dabei hat es alle sach- und entscheidwesentlichen Tatsachen und Ereignisse in de n Akten festzuhalten (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 m.w.H.). Andererseits ergibt sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) das Recht der Parteien auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betroffe- nen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhalts sichert, so- wie die Pflicht der Behörde, die Vorbringen sorgfältig und ernsthaft zu prü- fen sowie in der Entscheidfindung zu berücksichtigen. Unerlässliches Ge- genstück dazu bildet die Pflicht der Parteien, an der Feststellung des Sach- verhalts mitzuwirken (Art. 8 AsylG). 5.4.2 Zur Begründung der formellen Rüge wird vorgebracht, die Verfügung des SEM beruhe insbesondere auf einer unvollständigen und unrichtigen Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts und lasse Wesentliches aus, um die Gefährdung des Beschwerdeführers ohne Nennung triftiger Gründe von der Hand zu weisen. Die Vorinstanz fälle damit einen weder sachlich richtigen, noch hinreichend begründeten Entscheid. Es ergeben sich nach Prüfung der Akten keine hinreichenden Anhaltspun kte, welche den Schluss zulassen würden, das SEM habe den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig abgeklärt, mithin den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Die Vorinstanz hat zunächst eine rechtliche Qualifikation der Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. September 2019 vorgenommen und sich an- schliessend mit seinen Ausführungen und Beweismitteln auseinanderge- setzt. Soweit sie sich für die Beurteilung einzelner Beweismittel als nicht zuständig erachtete, legte sie die Gründe für diesen Entscheid dar. Der Umstand, dass sie nach einer gesamtheitlichen Würdigung der Parteivor- bringen respektive der Situation in Sri Lanka zu einem anderen Schluss als der Beschwerdeführer gelangte, stellt keine unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts oder Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Zudem ist auch keine Verletzung der Begründungspflicht zu erkennen, weil es dem Beschwerdeführer möglich war, sich ein Bild über die Tragweite des vorinstanzlichen Entscheides zu machen und diesen – wie die vorlie- gende Beschwerde zeigt – sachgerecht anzufechten (vgl. BGE 129 I 232 D-1432/2021 Seite 8 E. 3.2). Soweit der Beschwerdeführer anführt, die Vorinstanz habe Wesent- liches ausgelassen, zumal im Lichte des geltend gemachten und weitge- hend belegten Sachverhalts von einer relevanten Gefährdung seiner Per- son ausgegangen werden müsse, vermengt er die sich aus dem Untersu- chungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Wiedererwägungs- gründe betrifft. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde vom SEM insge- samt richtig und vollständig festgestellt und es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. 5.5 Die Rügen einer rechtswidrigen Vorgehensweise des SEM sowie der Verletzung formellen Rechts erweisen sich als unbegründet. Der Eventual- antrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen. 6. 6.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung der Verfügung in materieller Hin- sicht fest, es seien lediglich (Aufzählung Dokumente) Gegenstand des Wiedererwägungsverfahrens. Auch wenn der Beschwerdeführer aufgrund der neu gewonnenen (...) Erkenntnisse betreffend seinen (Nennung Ver- wandter) subjektiv Furcht empfinden möge, erscheine diese Furcht objektiv nicht begründet. Sein (Nennung Verwandter) äussere im S chreiben vom (...) die Furcht, dass (Nennung Grund für die Furcht); auch die Armee stelle deswegen eine Gefahr für den Beschwerdeführer dar. Das SEM führte zum Inhalt dieses Schreibens aus, dass der Beschwerdeführer in seinen voran- gehenden Asylverfahren die angeführten Verfolgungsmassnahmen nicht habe glaubhaft machen können. Es sei daher nicht ersichtlich, weshalb er nun künftig von (Nennung Personen) verfolgt werden sollte. Zudem man- gelten solche Übergriffe auch an einem Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG . Überdies sei nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer im Falle tat- sächlicher Behelligungen durch (Nennung Personen) keinen behördlichen Schutz erhalten könnte. Ebenso wenig bestünden Anhaltspunkte dafür, dass er als Sohn einer (...) (Nennung Verwandte) und eines (...) (Nennung Verwandter) als der (Nennung Bezeichnung) betrachtet würde. An dieser Einschätzung vermö chten weder die (Nennung Beweismittel) b etreffend den (Nennung Verwandter) noch der (Nennung Beweismittel), welche kei- nerlei direkten Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen würden, etwas zu ändern. Sodann könne aus den in Frage stehenden Dokumenten nicht ab- geleitet werden, dass er im Falle der Rückkehr dem tatsächlichen Risiko von Folter oder unmenschlicher beziehungsweise erniedrigender Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Weder die im Heimatstaat herrschende D-1432/2021 Seite 9 politische Situation noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den Heimatstaat sprechen. 6.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in der Rechtsmitteleingabe in mate- rieller Hinsicht, er habe in seinem Ge such vom 20. September 2019 auf- gezeigt, dass er der Sohn eines (Nennung Verwandter) sei, der bei den B._______ gewesen und ausser Landes geflohen sei. Das Motiv für das in den vorangehenden Asylverfahren geltend gemachte plötzliche Interesse an ihm im (Nennung Zeitpunkt) und die Serie von Behelligungen und An- griffen auf seine Person werde vor diesem Hintergrund nun nachvollzieh- bar, wo vormals der entscheidende Hinweis gefehlt habe. Trotz Nachfor- schungen und Fragen habe ihm aus seinem Umfeld niemand die Wahrheit über seinen (Nennung Verwandter) erzählt; diese Umstände seien in der Folge zu seinen Ungunsten unbewiesen geblieben. Unter Einbezug dieser gewichtigen Risikofaktoren zeige sich insbesondere auch ein gänzlich an- deres Risikoprofil. Er müsse im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ohne gültigen Pass und nach jahrelangem Aufenthalt in der Schweiz – was bei den sri -lankischen Behörden die Vermutung entstehen l assen dürfte, er habe hierzulande Asyl beantragt – damit rechnen, dass den heimatlichen Behörden seine Person und diejenige seines (Nennung Verwandter) sowie dessen (Nennung Handlung) in C._______ bekannt seien. Es sei davon auszugehen, dass den Behörden bei einer Überprüfung seiner Person im Falle einer Rückkehr der Rückschluss von ihm auf seinen (Nennung Ver- wandter) gelinge und er dementsprechend eine menschenrechtswidrige Behandlung zu befürchten habe. Zudem befürchte er auch Verfolgung durch (Nennung Personen) des von seinem (Nennung Verwandter) (Nen- nung Handlung/Grund). Diese nicht -staatliche Verfolgung stelle für ihn ebenso eine ernsthafte Bedrohung im Sinne eines "real risk " dar, wobei angesichts seines Risikoprofils und der aktuellen politischen Situation in Sri Lanka nicht von einem ausreichenden Schutzwillen und der Schutzfä- higkeit der Behörden ausgegangen werden könne. 7. 7.1 Das SEM hat in zutreffender Weise festgehalten , dass es dem Be- schwerdeführer mit seinen Vorbringen zu den ihm bislang angeblich nicht bekannten Erkenntnissen über seinen (Nennung Verwandter) sowie den wiedererwägungsrechtlich relevanten Beweismitteln (Nennung Beweismit- tel) nicht gelingt, Wiedererwägungsgründe darzutun. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die im Resultat zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Ausführungen in der Be- schwerde sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu führen. D-1432/2021 Seite 10 7.2 Der Beschwerdeführer vermag insbesondere nicht aufzuzeigen, inwie- fern den sri-lankischen Behörden die geltend gemachte Inhaftierung seines (Nennung Verwandter) und deren Hintergründe sowie insbesondere des- sen B._______-Vergangenheit nun auf einmal bekannt geworden sein soll- ten, nachdem sich gemäss seinen Ausführungen in der Beschwerde (vgl. dort S. 5) die (Nennung Verwandte) und auch das nähere Umfeld bezüglich der B._______-Tätigkeit des (Nennung Verwandter) stets bedeckt gehalten haben. Da er seine diesbezüglichen Ausführungen nicht näher zu konkre- tisieren vermag, sind sie als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren. Hinzukommt, dass im ersten Asylverfahren die angeblich im Jahr (...) auf den Beschwerdeführer verübten Übergriffe als unglaubhaft qualifiziert wur- den, wobei sich d ie damalige Einschätzung nicht allein auf Zweifel am plötzlichen behördlichen Interesse an seinem (Nennung Verwandter) stützte, sondern insbesondere auch – infolge substanzloser Angaben – auf gewichtige Zweifel an der Schilderung des Tathergangs durch den Be- schwerdeführer. Demzufolge vermag der Umstand der nun lediglich dem Beschwerdeführer bekannt gewordenen Vergangenheit seines (Nennung Verwandter) weder die Glaubhaftigkeit der Vorfälle des Jahres (...) in einem anderen Licht erscheinen zu lassen noch taugt dies – entgegen der in der Beschwerde gezogenen Schlussfolgerung – zur Annahme eines gänzlich anderen Risikoprofils. Zudem ist es nicht nachvollziehbar, weshalb der Be- schwerdeführer gerade jetzt von Seiten der (Nennung Personen) eine (Nennung Grund) befürchten müsste, zumal er sich nach (Nennung Hand- lung) seines (Nennung Verwandter) im (Nennung Zeitpunkt) noch rund (Nennung Dauer) in seiner Heimat aufhielt, ohne dass es in dieser Zeit zu irgendwelchen (Nennung Massnahmen) ihm oder anderen Familienange- hörigen gegenüber gekommen wäre. Es liegen demnach auch im heutigen Zeitpunkt keine Risikofaktoren vor, welche auf ein aktuell be stehendes Verfolgungsinteresse seitens der sri - lankischen Behörden am Be schwerdeführer schliessen lassen, weshalb die beachtliche Wahrscheinlichkeit einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zu verneinen ist (vgl. auch Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 8.5.5). Diese Einschätzung wird durch die in der Rechts- mitteleingabe dargelegte Menschenrechtslage in Sri Lanka als Folge der Präsidentschaftswahlen von November 2019 und die daran anknüpfenden Ereignisse nicht in Frage gestellt. In diesem Zusammenhang ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso- nen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Ein solcher Bezug wird vom Beschwerdeführer jedoch we- der dargetan noch ist ein solcher ersichtlich. D-1432/2021 Seite 11 7.3 Im Weiteren kommt das Gericht zum Schluss, dass die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als (weiterhin) zulässig und zumutbar be- zeichnet hat. Es bestehen auch im Hinblick auf die vorliegend zu berück- sichtigenden Beweismittel (vgl. E. 7.1 vorstehend), der vom Beschwerde- führer angeführten politischen Entwicklungen und der aktuellen Situation in Sri Lanka weiterhin keine Anhaltspunkte, die den Schluss zuliessen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr die Aufmerksamkeit der sri- lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich ziehen und ihm eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen würde. Weiterhin stehen e benso weder die derzeitige allgemeine Lage in Sri Lanka noch individuelle Gründ e der Zumutbarkeit eines Weg- weisungsvollzugs entgegen. 7.4 Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten nicht gelungen Gründe darzulegen, die zu einer Wiedererwägung de r vorinstanzlichen Entscheide vom 8. August 2017 und 12. April 2019 führen könnten. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Mit dem materiellen Entscheid in der Hauptsache wird der prozessuale An- trag, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustel- len hinfällig. Der am 31. März 2021 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Urteil dahin. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1500.– fest- zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 22. April 2021 in der gleichen Höhe geleistete Kosten- vorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) D-1432/2021 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber Versand: