<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">1A.7/2000/boh </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>18. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter</i> </div> <div class="para">Aeschlimann, Bundesrichter Féraud und Gerichtsschreiber </div> <div class="para">Steinmann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Pro Natura - Ligue suisse pour la protection de la nature</u>, </div> <div class="para">Wartenbergstrasse 22, Basel, Beschwerdeführerin, vertreten </div> <div class="para">durch Maître Raphaël Dallèves, Passage Raphy-Dallèves, Case </div> <div class="para">postale 239, Sion </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und </div> <div class="para"> <u>Kommunikation (UVEK)</u>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Sistierung, </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Das Baudepartement des Kantons Wallis hat am </div> <div class="para">18. Oktober 1996 Pläne für ein Strassenprojekt der Haupt- </div> <div class="para">strasse A 509 in Gampel-Steg-Goppenstein (Umfahrung von </div> <div class="para">Gampel/Steg) öffentlich aufgelegt. Dagegen hat die Pro </div> <div class="para">Natura Einsprache eingelegt und den das Projekt bewilli- </div> <div class="para">genden Entscheid des Staatsrates des Kantons Wallis am </div> <div class="para">29. September 1999 beim Kantonsgericht des Kantons Wallis </div> <div class="para">angefochten. Das Beschwerdeverfahren ist zur Zeit noch hän- </div> <div class="para">gig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Realisierung dieses Projektes erfordert u.a. </div> <div class="para">auch Bewilligungen für eine Verlegung einer Gasleitung und </div> <div class="para">für eine Rodung. Das Bundesamt für Energie (BFE) bewilligte </div> <div class="para">die Umlegung der Gasleitung mit Verfügung vom 29. März 1999. </div> <div class="para">Am 1. September 1999 erteilte das Bundesamt für Umwelt, Wald </div> <div class="para">und Landschaft (BUWAL) die erforderliche Rodungsbewilligung. </div> <div class="para">Diese beiden Bewilligungen sind an die Voraussetzung ge- </div> <div class="para">knüpft, dass das Strassenprojekt tatsächlich realisiert </div> <div class="para">wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Pro Natura hat die Bewilligungen des BFE und </div> <div class="para">des BUWAL am 29. April/11. Mai 1999 bzw. am 4. Oktober 1999 </div> <div class="para">beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Ener- </div> <div class="para">gie und Kommunikation (UVEK) angefochten. Diese Beschwerde- </div> <div class="para">verfahren sind zur Zeit noch hängig. Die Pro Natura erhielt </div> <div class="para">Gelegenheit, sich zu den Beschwerdeantworten hinsichtlich </div> <div class="para">der Gasleitung mit einer Replik vernehmen zu lassen. Das </div> <div class="para">Rodungsverfahren ist, soweit ersichtlich, noch nicht instru- </div> <div class="para">iert worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Im Laufe des Beschwerdeverfahrens betreffend die </div> <div class="para">Gasleitung ersuchte die Pro Natura das Departement mit Ein- </div> <div class="para">gabe von 24. November 1999 darum, die beiden Beschwerden </div> <div class="para">zeitlich und materiell zu koordinieren bzw. zusammenzulegen. </div> <div class="para">Darüber hinaus verlangte sie, dass sie gleichzeitig und in </div> <div class="para">umfassender Weise zu den Beschwerdeantworten hinsichtlich </div> <div class="para">der beiden eidgenössischen Verwaltungsbeschwerdeverfahren </div> <div class="para">und des kantonalen Verwaltungsgerichtsverfahrens Stellung </div> <div class="para">nehmen könne. Dementsprechend ersuchte sie darum, im Rahmen </div> <div class="para">des Verfahrens bezüglich der Gasleitung die Frist zur Replik </div> <div class="para">"sine die" zu sistieren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das UVEK wies das Sistierungsbegehren mit Entscheid </div> <div class="para">vom 24. Dezember 1999 ab. Es führte aus, die beiden Be- </div> <div class="para">schwerdeverfahren auf Bundesebene würden zeitlich koordi- </div> <div class="para">niert und auf das kantonale Verfahren abgestimmt, sodass Be- </div> <div class="para">schwerden beim Bundesgericht gleichzeitig eingereicht werden </div> <div class="para">könnten. Aus diesen Gründen sei der Schriftenwechsel fortzu- </div> <div class="para">führen. Der Pro Natura wurde demnach erneut Frist bis zum </div> <div class="para">31. Januar 2000 für die Replik im Rahmen des die Gasleitung </div> <div class="para">betreffenden Verfahrens gesetzt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Gegen diesen Entscheid des UVEK hat die Pro Natura </div> <div class="para">beim Bundesgericht am 12. Januar 2000 Verwaltungsgerichts- </div> <div class="para">beschwerde eingelegt, um dessen Aufhebung ersucht und ver- </div> <div class="para">langt, dass das UVEK ihre beiden Verwaltungsbeschwerden </div> <div class="para">gleichzeitig behandelt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Der angefochtene Entscheid des Departementes ist </div> <div class="para">ein Zwischenentscheid im Sinne von <span class="artref">Art. 45 VwVG</span>. Es ist frei </div> <div class="para">und von Amtes wegen zu prüfen, ob dagegen die Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde zulässig ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=02.01.2000&amp;to_date=21.01.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-409%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page409">BGE 124 II 409</a> E. 1 S. 411). </div> <div class="para">Die zehntägige Frist nach <span class="artref">Art. 106 Abs. 1 OG</span> für die Anfech- </div> <div class="para">tung von Zwischenentscheiden ist eingehalten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Zwischenentscheide sind beim Bundesgericht nur an- </div> <div class="para">fechtbar, soweit Endentscheide des betroffenen Sachgebietes </div> <div class="para">mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde weitergezogen werden kön- </div> <div class="para">nen (<span class="artref">Art. 101 lit. a OG</span>). Wie es sich damit im Allgemeinen </div> <div class="para">und hinsichtlich der Anrufung der Rekurskommission UVEK, die </div> <div class="para">ihre Tätigkeit am 1. Januar 2000 aufgenommen hat (vgl. </div> <div class="para">AS 1999 3497), verhält, kann im vorliegenden Fall offen </div> <div class="para">bleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Zwischenverfügungen können nach <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 OG</span> </div> <div class="para">(in Verbindung mit <span class="artref">Art. 5 und <artref id="CH/172.021/45" type="start"></artref>Art. 45 VwVG</span><artref id="CH/172.021/5" type="end"></artref>) nur angefochten </div> <div class="para">werden, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil </div> <div class="para">bewirken können. Der nicht wieder gutzumachende Nachteil </div> <div class="para">braucht nicht rechtlicher Natur zu sein, vielmehr genügt be- </div> <div class="para">reits ein schutzwürdiges Interesse an der sofortigen Aufhe- </div> <div class="para">bung oder Abänderung der Zwischenverfügung. Die Anfechtung </div> <div class="para">ist auch möglich aus wirtschaftlichen Interessen, sofern die </div> <div class="para">Beschwerdeerhebung nicht lediglich zur Verhinderung einer </div> <div class="para">Verlängerung oder Verteuerung erfolgt (vgl. zum Ganzen </div> <div class="para">BGE 120 Ib 97 E. 1c S. 99 f., 124 V 22 E. 2a S. 25, mit Hin- </div> <div class="para">weisen). Es ist zu prüfen, ob die angefochtene Verfügung in </div> <div class="para">diesem Sinne einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zur </div> <div class="para">Folge hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im vorliegenden Fall geht es der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">darum, im Verfahren betreffend die Verlegung der Gasleitung </div> <div class="para">gleichzeitig wie in jenem betreffend die Rodung replizieren </div> <div class="para">zu können. Dieses Anliegen ist nachvollziehbar. Doch stellt </div> <div class="para">der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in den beiden Ver- </div> <div class="para">fahren getrennte Replikschriften einzureichen hat - sofern </div> <div class="para">die Instruktionsbehörde im Verfahren betreffend die Rodung </div> <div class="para">die Beschwerdeführerin überhaupt zu einer Replik einlädt -, </div> <div class="para">keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil dar. Die Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin hat - nach ihrer vorgängigen Beschwerde- </div> <div class="para">erhebung - auch im Falle von getrennten Replikschriften die </div> <div class="para">Möglichkeit, ihren Standpunkt in umfassender Weise darzu- </div> <div class="para">legen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=02.01.2000&amp;to_date=21.01.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 120 Ib 99</a> S. 100). Im Übrigen wird im ange- </div> <div class="para">fochtenen Entscheid eine zeitliche Koordination der beiden </div> <div class="para">Beschwerdeverfahren sowie des kantonalen Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsverfahrens in Aussicht gestellt. Dieses Vorgehen er- </div> <div class="para">möglicht zudem eine materielle Koordination bei der Behand- </div> <div class="para">lung der beiden vor dem Departement hängigen Verfahren. Die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin erleidet daher durch den angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bei dieser Sachlage erweist sich die vorliegende </div> <div class="para">Beschwerde als unzulässig und ist auf die Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Mit dem Entscheid wird das Gesuch um Gewährung der </div> <div class="para">aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. Es wird Sache des </div> <div class="para">Departementes sein, allenfalls darüber zu entscheiden, ob </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin die Replikfrist in Anbetracht des </div> <div class="para">vorliegenden Verfahrens zu erstrecken sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführerin sind angesichts ihres Unter- </div> <div class="para">liegens die bundesgerichtlichen Kosten aufzuerlegen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 156 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para"> <u>im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht </div> <div class="para">eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin sowie dem </div> <div class="para">Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und </div> <div class="para">Kommunikation schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 18. Januar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>