<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00459</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205643&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00459</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.02.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 06.04.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassung, Wegweisung und Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung; Verweigerung des Familiennachzugs. Zuständigkeit (E. 1). Als eigenes und selbständiges Niederlassungsrecht erlischt die einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit Wegfall der Ehe nicht automatisch, sondern sie kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 ANAG widerrufen werden (E. 2). Die Niederlassungsbewilligung lässt sich kraft Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG widerrufen, wenn sie der Ausländer durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG muss der Behörde wahrheitsgetreu über alles Auskunft gegeben werden, was für den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Dazu gehört auch die Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche Kinder hat (E. 3.1). Der Beschwerdeführer hat bei der Stellung des Gesuchs um Erteilung der Niederlassungsbewilligung seinen damals circa vier Monate alten nichtehelichen Sohn in Serbien-Montenegro verschwiegen. Es kann daher offen gelassen werden, ob die mittlerweile aufgelöste Ehe nur aus fremdenrechtlichen Gründen aufrechterhalten worden ist (E. 3.2). Den vorgebrachten Beweisanträgen liegen unsubstanziierte Behauptungen zu Grunde, weshalb nicht darauf einzugehen ist (E. 3.3). Der Widerruf muss verhältnismässig sein, was vorliegend der Fall ist (E. 4.1+2). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 6). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLÃNDERRECHTSEHE">AUSLÃNDERRECHTSEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISANTRAG">BEWEISANTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNG">WEGWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 3 Abs. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. I ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 Abs. IV ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 133 ZPO</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1976, StaatsangehÃ¶riger von Serbien-Montenegro, heiratete dort 1996 eine Schweizer BÃ¼rgerin mit Jahrgang 1974. Mitte Januar 1997 reiste er in die Schweiz ein und erhielt gestÃ¼tzt auf Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) eine mehrmals verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung sowie im MÃ¤rz 2002 die Niederlassungsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil des Bezirksgerichts X vom 29. Januar 2003, in Rechtskraft erwachsen anfangs MÃ¤rz 2003, wurde die Ehe geschieden. Mitte MÃ¤rz 2003 heiratete A in seiner Heimat eine 1976 geborene serbisch-montenegrinische StaatsangehÃ¶rige. Darauf ersuchte er fÃ¼r sie und den gemeinsamen Sohn, geboren im August 2001, um Familiennachzug.</p> <p class="Urteilstext">Am 28. November 2003 widerrief die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrations­amt) die Niederlassungsbewilligung von A; das Gesuch um Bewilligung des Nachzugs der Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes wies sie gleichzeitig ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamtes vom 28. November 2003 liess A mit Eingabe vom 29. Dezember 2003 Rekurs an den Regierungsrat erheben. Dieser wies den Rekurs mit Beschluss vom 17. August 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 22. September 2005 liess A Beschwerde vor Verwaltungsgericht erheben und folgende AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"1.1. Es sei Angefochtenes aufzuheben und das Verfahren im Sinne der ErwÃ¤gungen zwecks DurchfÃ¼hrung der zum Beweis anerbotenen Personen zurÃ¼ckzuweisen oder die Befragungen durch das Gericht durchzufÃ¼hren und in der Folge die Niederlassungsbewilligung nicht zu widerrufen, ev. sei die Niederlassungsbewilligung direkt weiterhin zuzusprechen bzw. diese nicht zu widerrufen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>1.2. Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen seien zu Lasten Kanton zu erkennen."</span></p> <p class="Urteilstext">Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrats am 4./5. Oktober 2005 Abweisung der Beschwerde. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend auf Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden Ã¼ber den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG]). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist insoweit auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer richtet seine Beschwerde zudem gegen die Verweigerung des Familiennachzugs fÃ¼r seine Ehefrau und den noch minderjÃ¤hrigen Sohn. Hier ist die Beschwerde nur zulÃ¤ssig, sofern der oder die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf Erteilen einer Bewilligung hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG; BGE 128 II 145 E. 1.1.1). Einen solchen Anspruch verleihen Art. 17 Abs. 2 ANAG, Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (SR 101) Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von hier niedergelassenen und daher gefestigt anwesenheitsberechtigten Personen mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit bei ErfÃ¼llen weiterer Bedingungen (vgl. BGE 127 II 60 E. 1, 129 II 249 E. 1 f.). Wie sich sogleich zeigt, erfolgte jedoch der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu Recht. Deshalb entfÃ¤llt ein Anspruch auf Familiennachzug von vornherein und kann auf den entsprechenden Antrag nicht eingetreten werden (vgl. auch VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 1 Abs. 2, und 8. Juni 2005, VB.2005.00086, E. 1 Abs. 2 [beides unter www.vgrzh.ch]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 7 Abs. 1 des ANAG hat der auslÃ¤ndische Ehegatte eines Schweizer BÃ¼rgers Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren hat er Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung. Kein Anspruch besteht indessen, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung von AuslÃ¤ndern und namentlich jene Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder zu umgehen (Art. 7 Abs. 2 ANAG). Erfasst wird davon die so genannte Scheinehe bzw. AuslÃ¤nderrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen. Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies jedoch nicht, dass dem auslÃ¤ndischen Ehepartner der Aufenthalt weiterhin gestattet werden muss. Zu prÃ¼fen ist diesfalls, ob nicht insofern Missbrauch vorliegt, als die Ehe, auf welche sich der AuslÃ¤nder im Verfahren auf Erteilung einer Niederlassung beruft, nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft besteht (BGE 128 II 145 E. 2.1+2).</p> <p class="Urteilstext">Als eigenes und selbstÃ¤ndiges Niederlassungsrecht erlischt die einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit Wegfall der Ehe nicht automatisch, sondern sie kann allenfalls widerrufen werden, und zwar nicht nach den allgemeinen Regeln Ã¼ber den Widerruf von VerfÃ¼gungen, sondern ausschliesslich unter den Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 ANAG. Dies gilt insbesondere â aber nicht nur â fÃ¼r den Fall, dass sich nachtrÃ¤glich Indizien ergeben, welche die mittlerweile aufgelÃ¶ste Ehe, auf die sich der AuslÃ¤nder berufen hat, als Scheinehe oder bloss aus fremdenpolizeilichen GrÃ¼nden aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen (VGr, 9. November 2005, VB.2005.000163, E. 3, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Niederlassungsbewilligung lÃ¤sst sich kraft Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG widerrufen, "wenn sie der AuslÃ¤nder durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat" (RB 1999 Nr. 41 E. 1; Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, 2. A., ZÃ¼rich 2004, S. 58 f.; Andreas ZÃ¼nd, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, Basel etc. 2002, S. 207 ff., Rz. 6.16 f. â alles mit Hinweisen, auch zu den folgenden beiden AbsÃ¤tzen).</p> <p class="Urteilstext">Das TÃ¤uschen der BewilligungsbehÃ¶rde hat absichtlich erfolgt zu sein, wobei Eventualvorsatz genÃ¼gt. Nicht zwingende Voraussetzung bildet, dass bei richtigen Angaben eine Bewilligung verweigert worden wÃ¤re; immerhin muss es sich um wesentliche Tatsachen handeln, das heisst solche, die den behÃ¶rdlichen Entscheid Ã¼berhaupt zu beeinflussen vermochten (vgl. auch BGr, 20. Juni 2002, 2A.57/2002, E. 2.2, und 21. November 2003, 2A.551/2003, E. 2.1, sowie 2. Mai 2005, 2A.10/2005, E. 2.1 [alles unter www.bger.ch]). </p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der AuslÃ¤nder verpflichtet, der BehÃ¶rde wahrheitsgetreu Ã¼ber alles Auskunft zu geben, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Hiervon ist er selbst dann nicht befreit, wenn die FremdenpolizeibehÃ¶rde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst hÃ¤tte ermitteln kÃ¶nnen. Wesentlich sind dabei nicht nur UmstÃ¤nde, nach denen die Fremdenpolizei ausdrÃ¼cklich fragt, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid relevant sind. Dazu gehÃ¶rt etwa die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der BegrÃ¼ndung einer neuen Ehe oder die Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche Kinder hat. Ein Erschleichen der Niederlassungsbewilligung kann nach der bundesgerichtlichen Praxis auch darin liegen, dass die Angaben, auf die sich die BehÃ¶rden bei der seinerzeitigen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt hatten oder die bei spÃ¤teren VerlÃ¤ngerungen der Aufenthaltsbewilligung oder bei Erteilung der Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als massgebend betrachtet werden durften, falsch oder unvollstÃ¤ndig waren (dazu BGr, 21. November 2003, 2A.551/2003, E. 2.1 â 20. Februar 2004, 2A.485/2003, E. 2.1 â 9. November 2004, 2A.628/2004, E. 2.1 â 2. Mai 2005, 2A.10/2005, E. 2.1 [alles unter www.bger.ch]). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bei der Stellung des Gesuchs um Erteilung der Niederlassungsbewilligung am 10. Dezember 2001 den BehÃ¶rden seinen damals circa vier Monate alten nichtehelichen Sohn in Serbien-Montenegro verschwiegen, als er behauptete, er unterhalte keinerlei Beziehungen mehr zu seiner Heimat. Wie die Vorinstanz Ã¼berzeugend darlegt, kann mit guten GrÃ¼nden davon ausgegangen werden, dass ihm die Existenz seines Sohnes bekannt war. Wegen des Rechts auf Familiennachzug ist das Vorhandensein minderjÃ¤hriger Kinder bei der Erteilung der Niederlassungsbewilligung zweifellos von Bedeutung (BGr, 21. November 2003, 2A.551/2003, E. 2.2, und 20. Februar 2004, 2A.485/2003, E. 2.3, sowie 2. Mai 2005, 2A.10/2005, E. 2.3 [alles unter www.bger.ch]). Es handelt sich somit um eine wesentliche Tatsache, das heisst um eine, die den behÃ¶rdlichen Entscheid bei Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu beeinflussen vermochte. Die in Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG verankerte Voraussetzung fÃ¼r den Widerruf der am 21. MÃ¤rz 2002 erteilten Niederlassungsbewilligung wurde daher zu Recht bejaht. Im Ãbrigen kann nach § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz verwiesen werden.</p> <p class="Urteilstext">Es kann daher offen gelassen werden, ob die mittlerweile aufgelÃ¶ste Ehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und einer Schweizer BÃ¼rgerin lediglich aus fremdenrechtlichen GrÃ¼nden aufrechterhalten worden ist. DafÃ¼r wÃ¼rden immerhin verschiedene GrÃ¼nde sprechen. So hat die eheliche Gemeinschaft lediglich im Jahre 1997 und insgesamt wÃ¤hrend weniger als eines Jahres bestanden. Nachdem die Beschwerdegegnerin davon Kenntnis erhalten hatte, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau nicht mehr zusammenwohnten, ersuchte sie die Eheleute, die GrÃ¼nde fÃ¼r das Getrenntleben zu nennen und mitzuteilen, wann mit der (Wieder-)Aufnahme der ehelichen Wohngemeinschaft zu rechnen sei. Die Ehefrau reagierte nicht; der BeschwerdefÃ¼hrer brachte am 6. April 1998 im Wesentlichen vor, er lebe seit dem 15. Dezember 1997 von seiner Ehefrau getrennt, weil ihre ArbeitsplÃ¤tze zu weit voneinander entfernt lÃ¤gen. Sobald er eine Arbeitsstelle und eine preisgÃ¼nstige Wohnung in Y gefunden habe, gedenke er das eheliche Zusammenleben wieder aufzunehmen; eine Scheidung sei nicht vorgesehen. Eine Wiederaufnahme der ehelichen Wohngemeinschaft hat in den darauffolgenden Jahren allerdings nicht stattgefunden. Bereits wenige Monate nach Ablauf der FÃ¼nfjahresfrist Mitte Januar 2002 bzw. nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung im MÃ¤rz 2002 haben die Eheleute am 27. September 2002 ein gemeinsames Scheidungsbegehren eingereicht. Im August 2001 wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer ein nichteheliches Kind geboren, dessen Mutter er zehn Tage nach Rechtskraft der Scheidung in Serbien-Montenegro ehelichte, was zumindest auf eine wÃ¤hrend der frÃ¼heren Ehe gelebte Beziehung mit einer anderen Frau schliessen lÃ¤sst. Vor diesem Hintergrund scheint auch seine Aussage im Rahmen der Beantragung der Niederlassungsbewilligung zumindest fragwÃ¼rdig, die Chancen hÃ¤tten sich nochmals verbessert, dass die eheliche Wohngemeinschaft mit seiner (damaligen) Ehefrau wieder aufgenommen werde.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst die Befragung seiner ersten Ehefrau beantragen, um darzutun, dass sie ihm "den Seitensprung damals verziehen" habe. Auch sei die Scheidung nur auf ihren Wunsch erfolgt; er habe nur ungern und auf ihr DrÃ¤ngen eingewilligt. Indem die Vorinstanz auf die nicht offensichtlich untauglichen anerbotenen Beweise verzichtet habe, habe sie das rechtliche GehÃ¶r in schwerwiegender Weise verletzt.</p> <p class="Urteilstext">Auf BeweisantrÃ¤ge der Parteien ist nur einzugehen, wenn ihnen substanziierte Behauptungen zu Grunde liegen (vgl. § 60 VRG in Verbindung mit § 133 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 [ZPO]; Richard Frank et al., Kommentar zur zÃ¼rcherischen Zivilprozessordnung, 3. A., ZÃ¼rich 1997, vor § 133 ff. ZPO N. 8, § 133 ZPO N. 5). Die Behauptungen erweisen sich vorliegend allesamt als unsubstanziiert. Da das Verschweigen des unehelichen Sohnes fÃ¼r sich genommen die Voraussetzungen des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu erfÃ¼llen vermag, sind die zum Beweis angebotenen Aussagen auch irrelevant. Wie dargelegt (vorn 3.2), kann dahin gestellt bleiben, ob die Ehe bloss aus fremdenrechtlichen GrÃ¼nden aufrechterhalten worden ist. Unbeachtlich und gÃ¤nzlich unÃ¼berzeugend ist ferner auch die Behauptung, die zweite Ehe sei nur eingegangen worden, weil "die ganze Familie der heutigen Ehefrau meines Mandanten extremen unmenschlichen Druck auf ihn ausgeÃ¼bt hat, er mÃ¼sse sie heiraten, jetzt wo er wieder frei sei und so das Kind quasi ehelich machen".</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes fÃ¼hrt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung auch tatsÃ¤chlich zu widerrufen ist. Es muss beim entsprechenden Entscheid vielmehr jeweils den besonderen UmstÃ¤nden des Einzelfalls angemessen Rechnung getragen werden (zum Ganzen BGE 112 Ib 473 E. 4+5; BGr, 10. Dezember 2004, 2A.346/2004, E. 2.2 mit Hinweisen, www.bger.ch = Pra 94/2005 Nr. 100; VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 2.3, und 8. Juni 2005, VB.2005.00086, E. 5.1 [beides unter www.vgrzh.ch]). </p> <p class="Erwgung2">Der Widerruf muss verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein, wobei den Verwaltungsinstanzen ein gewisses Ermessen zukommt (BGr, 11. September 2003, 2A.399/2003, E. 2.2.3, www.bger.ch). Dessen AusÃ¼bung prÃ¼ft das Verwaltungsgericht laut § 50 VRG in Verbindung mit Art. 98a sowie 104 OG nur auf Ãberschreiten oder Missbrauch hin. Beim Entscheid analog Art. 11 Abs. 3 ANAG gilt es sinngemÃ¤ss auch Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (SR 142.201) anzuwenden. Danach erscheinen namentlich als wichtig: "die Schwere des Verschuldens des AuslÃ¤nders; die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz; die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile" (Satz 1; vgl. VGr, 17. November 2004, VB.2004.000353, E. 2.3, www.vgrzh.ch); allenfalls genÃ¼gt eine Verwarnung (Satz 2).</p> <p class="Erwgung2">FÃ¼r den Widerruf einer Bewilligung kommt es innerhalb der bereits dargelegten Kriterien stark auf den guten oder bÃ¶sen Glauben der berechtigten Person an (vgl. BGE 112 Ib 473 E. 5b ff.; Alain Wurzburger, La jurisprudence rÃ©cente du Tribunal fÃ©dÃ©ral en matiÃ¨re de police des Ã©trangers, Bern 1997, S. 60 f.; ferner BGr, 16. MÃ¤rz 2000, 2A.366/1999, E. 3c, www.bger.ch). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers, er unterhalte keine Beziehungen zu seiner Heimat mehr, obwohl ihm seine heutige Ehefrau nur wenige Monate zuvor einen Sohn geboren hat, lÃ¤sst zweifellos auf BÃ¶sglÃ¤ubigkeit schliessen. Sodann erscheint eine RÃ¼ckkehr nach Serbien-Montenegro auch zumutbar. Zwar hat der BeschwerdefÃ¼hrer ungefÃ¤hr acht Jahre und damit den grÃ¶ssten Teil seines Erwachsenenlebens in der Schweiz verbracht. Auch war er stets berufstÃ¤tig und nie von FÃ¼rsorgeleistungen abhÃ¤ngig; zudem hat er sich nie strafbar gemacht. Ins Gewicht fÃ¤llt jedoch insbesondere, dass er noch wÃ¤hrend seiner Ehe mit einer Schweizer BÃ¼rgerin eine Beziehung zu seiner heutigen Ehefrau in seinem Heimatland pflegte und mit dieser auch ein Kind hat, das dort geboren ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer verfÃ¼gt daher zweifellos nach wie vor Ã¼ber intensive Kontakte in seinem Heimatland. Umgekehrt sind Anzeichen fÃ¼r eine besonders intensive Integration des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz nicht ersichtlich. Die Ehefrau und der Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers haben ferner â abgesehen vom Kontakt zum BeschwerdefÃ¼hrer â keine Beziehungen zur Schweiz und hielten sich, soweit ersichtlich, noch nie hier auf. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Widerrufs zu bejahen. Es liegt kein qualifizierter Ermessensfehler der verfÃ¼genden BehÃ¶rde vor, weshalb der vorinstanzliche Entscheid nicht zu beanstanden ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst ist die Beschwerde somit unbegrÃ¼ndet und abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dem BeschwerdefÃ¼hrer steht in Bezug auf den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen (vgl. vorn 1 Abs. 1).</p> <p class="Urteilstext">Indem die Kammer vom Fehlen eines Anspruchs auf Familiennachzug ausgegangen ist (vgl. vorn 1 Abs. 2), hat sie bereits die Frage verneint, ob sich insofern eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erheben lasse. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs mÃ¼sste prinzipiell trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet werden (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hinsichtlich der RÃ¼ge, der vorangegangene kantonale Sachentscheid habe Verfahrensgarantien verletzt). Vorliegend gilt dies allerdings nur, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer zugleich auch den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung ans Bundesgericht weiterziehen sollte, ansonsten die Anspruchsgrundlage fÃ¼r den Familiennachzug definitiv entfallen wÃ¤re (VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 4, und 8. Juni 2005, VB.2005.00086, E. 8 [beides unter www.vgrzh.ch]).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>