Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Februar 2015 (720 14 306) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente, Beweiswert von Gutachten, Einkommensvergleich Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Tobias Rebmann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Natalie Matiaska, Advo- katin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1967 geborene A.____ war von April 2000 bis Januar 2007 bei der B.____ AG tätig. Nach Verlust dieser Stelle war er bis August 2008 arbeitslos. Am 1. August 2008 trat er eine Stelle bei der C.____ AG als Maschinenführer a n, jedoch wurde ihm noch in der Probezeit auf den 30. Oktober 2008 gekündigt. B. Am 2. September 2009 meldete sich A.____ bei der der Eidgenössischen Invaliden- versicherung unter Hinweis auf psychische und physi sche Beschwerden an. Nachdem Arbeits- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vermittlungs- und Integrationsbemühungen (u.a. ein Be lastbarkeits- und Aufbautraining im D.____) erfolglos geblieben waren, klärte die IV-Stel le Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesund- heitlichen und erwerblichen Verhältnisse näher ab und veranlasste zu diesem Zwecke ein poly- disziplinäres Gutachten (Rheumatologie, Pneumologie, P sychiatrie) bei der E.____, welches am 7. Oktober 2013 erstattet wurde. Gestützt darauf und nach Durchführung des Vorbescheid- verfahrens verfügte die IV-Stelle am 15. September 20 14 die Zusprache einer befristeten gan- zen Rente für die Zeit von 1. Mai 2011 bis 31. August 2 011. Für die Zeit von 1. Mai 2010 bis 1. Mai 2011 sowie ab 1. September 2011 wurde ein Rentenanspruch gestützt auf einen IV-Grad von 30% verneint. C. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vert reten durch Rechtsanwältin Natalie Matiaska, am 2. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgeri cht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt d ie Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer Dreiviertelrente, eventualiter einer halben Rente ab 1. Mai 2010 sowie einer ganzen Rente für die Zeit von 1. Mai 2011 bis 31. August 2011; unter o/e-Kostenfolge. Eventua- liter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. D. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2014 wurde dem Beschwe rdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advo- katin Natalie Matiaska als Rechtsvertreterin bewilligt. E. Mit Vernehmlassung vom 6. November 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 15 . September 2014, sodass die örtliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) blei bt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 12 5 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi- ckelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von be- handelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahr ungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen ( BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der Ab- schätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer- den. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behan delnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt- nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Beg utachtungsauftrag des amtlich be- stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrati v- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urtei l des Bundesgerichts vom 28. Januar 2013, 8C_733/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). 4. Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahren angefochtenen Verfügung vom 15. September 2014 bildet das von der IV-Stelle in Au ftrag gegebene polydisziplinäre Gutach- ten der E.____ vom 7. Oktober 2013. Die Gutachter hie lten darin fest, dass beim Beschwerde- führer auf der psychisch-geistigen Ebene seit November 2 008 eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Ausprägung, chronifiziert anm utend, ohne somatisches Syndrom (ICD- 10 F33.10) vorliege. Dadurch sei die Arbeitsfähigkeit l eichtgradig (30%) eingeschränkt. Auf der körperlichen Ebene liege beim Beschwerdeführer eine Psor iasis-assoziierte Arthritis (ICD-10 M09.00) vor, die aber als wenig aktiv beurteilt werden dürfe. Ein Befall des Achsenskeletts liege nicht vor. Durch dieses Gelenkleiden sei die Arbeitsfähig keit des Versicherten leichtgradig ein- geschränkt, in der bisherigen Tätigkeit wie auch in ein er angepassten Verweistätigkeit. Im so- zialen Bereich bestünden viele psychosoziale Belastungsmomente. Im Vordergrund stünden die Spannungen innerhalb der Familie, aber auch die Tat sache, dass sich der Versicherte selber als nicht mehr arbeitsfähig ansehe. Zudem sei zu erw ähnen, dass das psychische Leiden in erster Linie reaktiv auf die erfolgte Kündigung zurückzuf ühren sei. Unterhalten werde diese Symptomatik mittlerweile durch die familiären Spannun gen. Sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei der B.____ AG sowie für eine angepasste Verweistätigkeit legten die Gutachter rückwirkend folgende Arbeitsunfähigkeiten fest: 100% vo n November 2008 bis spätestens 31. Dezember 2009, 30% vom 1. Januar 2010 bis 17. Okto ber 2010, 100% vom 18. Oktober 2010 bis 24. Oktober 2010 (Besuch der Tag esklinik der L.____), 30% vom 25. November 2010 bis 20. Februar 2011, 100% vom 21. Februar 2011 bis 27. Mai 2011 (Be- such der Tagesklinik der L.____) und 30% ab 28. Mai 2011 bis auf weiteres. 5. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass auf die Erg ebnisse des genannten Gutach- tens nicht abgestellt werden könne. 5.1.1 Zunächst rügt er die fehlende Schlüssigkeit des G utachtens. Er bringt vor, dass die Teilgutachter von unterschiedlichen angestammten Tätigke iten ausgingen. Der Rheumatologe Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie, beschreibe diese als Mitarbeiter in der Herstellung von Kunststoffdeckeln, während der Psychiater Dr. med. G.___ _, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, von einer Anstellung als Maschinenführer in der Herstellung von Zelten im Schichtbetrieb ausgehe. Da der letzte Arbeitgeber die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Maschinenführer 3- Schicht angebe, gehe das rheumatologische Teilgutachten von einer unzutreffenden Tätigkeit aus, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. 5.1.2 Die IV-Stelle hält diesen Einwand für unbegrün det. Selbst wenn von einer unterschied- lichen Umschreibung der bisherigen Tätigkeit des Beschwer deführers in den rheumatologi- schen und psychiatrischen Teilgutachten ausgegangen werde, sei davon auszugehen, dass die Gutachter aufgrund der Akten und Angaben des Beschwerde führers ein korrektes Bild der bis- herigen Tätigkeiten hätten gewinnen können. Entscheide nd sei, dass es sich in beiden Fällen um schwere bis mittelschwere Hilfsarbeiten handle. Aufgr und der nur kurzen Tätigkeit als Ma- schinenführer bei der C.____ AG könne ohnehin nicht auf die dortige Arbeit abgestellt werden. 5.1.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist kein Widerspruch zwischen den Teilgutachten auszumachen. Beide Gutachter stützen sich p rimär auf die frühere Tätigkeit bei der B.____ AG. Im psychiatrischen Teilgutachten werden zw ar beide Tätigkeiten geschildert, bei der Beantwortung der spezifischen Fragen bezieht sic h Dr. G.____ jedoch klar auf die B.____ AG. Der Beschwerdeführer legt auch nicht dar, inwiefern sich die beiden Tätigkeiten in einer für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit rele vanten Weise unterscheiden sollen. Mit der IV- Stelle ist davon auszugehen, dass es sich jeweils um mittelschw ere bis schwere Hilfsarbeiten handelt. Die Rüge des Beschwerdeführers ist demnach unbegründet. 5.2.1 Nach Ansicht des Beschwerdeführers sei sodann die F olgerung von Dr. F.____, wo- nach die maximal 20%-ige Einschränkung der Leistungsfäh igkeit vor allem im Verlauf des ers- ten Halbtages durch verlangsamtes Arbeitstempo und vermehrten Pausenbedarf begründet sei, nicht schlüssig. Dr. F.____ begründe diese Aussage nicht näher, obwohl sie dem Umstand ent- gegenstehe, dass der Beschwerdeführer bei Belastungen b zw. Mehrbelastungen mit einer Zu- nahme des Schmerzerlebens reagiere, wie sich aus dem Schl ussbericht des D.____ (Elemen- tare Abklärung) vom 25. März 2012 ergebe. 5.2.2 Die IV-Stelle führt dazu aus, der Beschwerdefüh rer verkenne, dass aus gesamtmedizi- nischer Sicht in angepasster Tätigkeit von einer Einschränkung von 30% auszugehen sei. Diese Einschränkung berücksichtige nicht nur den Leistungsabbau am Morgen, sondern gestatte dem Beschwerdeführer auch am Nachmittag, entsprechende Ruhezeiten einzunehmen, bei denen er sich nicht nur psychisch, sondern auch physisch regenerieren könne. 5.2.3 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers findet si ch zwar nicht im Hauptgutach- ten, wohl aber im rheumatologischen Teilgutachten ei ne Begründung für die Annahme einer grösseren Schmerzproblematik in der ersten Tageshälfte. De r Beschwerdeführer äusserte sich gegenüber Dr. F.____ dahingehend, dass die Schmerzen speziell am Morgen stark seien und sich im Verlauf des Nachmittags etwas bessern würden. Auf grund dieser Angaben ist die ge- nannte Einschätzung von Dr. F.____ nicht zu beanstanden. Im Übrigen geht der Beschwerde- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht führer bei der Frage einer allfälligen Addition der Arbeitsunfähigkeitsgrade selber davon aus, dass er in rheumatologischer Hinsicht vor allem in der erst en Tageshälfte eingeschränkt sei (vgl. E. 5.7.1 hiernach). Demgemäss ist diese Rüge ebenfalls unbegründet. 5.3.1 Bezüglich der psychiatrischen Beurteilung wendet d er Beschwerdeführer ein, dass die fehlende Berücksichtigung der somatisch nicht vollständig e rklärbaren Schmerzen am Bewe- gungsapparat nicht berücksichtigt worden sei, indem di e Diagnose auf eine rezidivierende de- pressive Störung mittelgradiger Ausprägung, ohne somatisches Syndrom laute. Dr. G.____ räume ein, dass sich seiner Beurteilung entziehe, ob für die Schmerzsymptomatik hinzutretende somatische Ursachen mitbegründend sein könnten. Diese Frage hätte jedoch im Rahmen einer polydisziplinären Abklärung beantwortet werden müssen. Di e Unkenntnis über mögliche soma- tische Ursachen habe zu einer unvollständigen psychiatrischen Diagnose geführt. Richtiger- weise hätte eine nicht vollständige somatische Erklärba rkeit zur ergangenen Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung oder zur Zusatzdiagnose „mit somatischem Syndrom“ führen müssen, wie dies seitens der L.____ mit Bericht vom 16. A pril 2012 und Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit Bericht vom 5. November 2012 erfolgt sei. Dr. G.____ be- gründe nicht, welche diagnostischen Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung, einer chro- nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren oder einer Somatisie- rungsstörung er für erfüllt halte und welche nicht, was die Überprüfbarkeit ausschliesse. Es feh- le auch an einer Diskussion der abweichenden Diagnose der behandelnden Ärzte. 5.3.2 Die IV-Stelle verweist auf die Stellungnahme de s Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 4. November 2014, wonach es sich vorliegend um eine verstärkte Schmerzwahr- nehmung im Rahmen der vorhandenen Depression handle und deshalb die Schmerzen am Bewegungsapparat nicht berücksichtigt werden könnten. 5.3.3 Dr. G.____ hat die Verneinung der vom Beschwerd eführer vertretenen Diagnose ent- gegen dessen Darstellung einlässlich begründet. In seinem Teilgutachten erläutert er, dass die Schmerzsymptomatik bereits vor der Depression bestanden habe, sich aber mit der Stim- mungsverschlechterung verstärkt habe. Wegen fehlender Schmerzausweitung und fehlendem Hinzutreten neuer Schmerzqualitäten schliesst der Gutachter, dass die depressive Grundstim- mung für die veränderte Schmerzwahrnehmung verantwortlich sei. Anzumerken ist, dass die L.____ bereits im Bericht vom 27. Juni 2011 zur Diagnose einer depressiven Episode ohne so- matisches Syndrom gelangten. Richtig ist, dass der Gutachter festhält, die Kriterien eines so- matischen Syndroms seien knapp nicht erfüllt, ohne dies näher zu spezifizieren. Diesbezüglich ist auf den RAD-Bericht vom 4. November 2014 zu verweisen, wonach es in den medizinischen Unterlagen keine Hinweise gebe, dass mindestens vier der im Bericht genannten Kriterien (deutlicher Interessenverlust oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitä- ten; mangelnde Fähigkeit auf Ereignisse oder Aktivitäten emotional zu reagieren, auf die norma- lerweise reagiert würde; Früherwachen; Morgentief; objektiver Befund einer ausgeprägten psychomotorischen Hemmung oder Agitiertheit; deutlicher Appetitverlust; Gewichtsverlust; deut- licher Libidoverlust) und damit die Voraussetzung für das Vorliegen eines somatischen Syn- droms vorlägen. Damit zielt auch diese Rüge ins Leere. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.1 Ferner beanstandet der Beschwerdeführer, dass der psychiatrische Gutachter trotz Diagnose einer mittelgradig ausgeprägten depressiven Stö rung nur eine leichtgradige Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% annehme. Aufgru nd der Bundesgerichtspraxis be- gründe eine solche Störung in der Regel eine Arbeitsu nfähigkeit von 50%. Der in der angefoch- tenen Verfügung auf Einwand hin erfolgten Aussage, es seien im psychiatrischen Teilgutachten viele psychosoziale Belastungsmomente erkannt worden, sei zu entgegnen, dass diese IV- relevant seien. Der Beschwerdeführer erscheine laut Gutac hten als emotional abhängig von seiner sozialen Umgebung. Es deute vieles darauf hin, da ss es ihm nicht möglich sei, sich aus dem für ihn belastenden Umfeld zu lösen. Auch der Ta gesablauf spreche angesichts der mehr- fachen Mühe mit Aufstehen und des Im-Bett-Bleibens bis 1 1 Uhr nicht für eine nur leichte Ein- schränkung. Er habe auch ausgeführt, dass er sich sehr alle in fühle. Tatsächlich würden sich seine Kontakte vor allem auf die Ehefrau und die Kind er beschränken, und diese seien emotio- nal schwierig und belastend. 5.4.2 Die IV-Stelle verweist auf die RAD-Berichte vom 25. Juli 2014 und 4. November 2014, wonach die psychiatrische Diagnosestellung auch die aus de r psychischen Symptomatik resul- tierenden Fähigkeitsstörungen und die zahlreichen psychoso zialen Belastungsfaktoren berück- sichtige. Diese müssten bei der Beurteilung der Arbeit sfähigkeit jedoch unberücksichtigt blei- ben. 5.4.3 Zu den Auswirkungen der depressiven Störung auf di e Arbeitsfähigkeit ist mit dem Be- schwerdeführer davon auszugehen, dass bei einer mittelgra digen depressiven Störung in der Rechtsprechung regelmässig von einer Arbeitsunfähigkeit von 40-50% ausgegangen wird. Der Tagesablauf des Beschwerdeführers spricht nicht für eine geringere Einschränkung. Im vorlie- genden Fall ist die vom Beschwerdeführer geltend gemac hte emotionale Abhängigkeit von der sozialen Umgebung im psychiatrischen Teilgutachten jedoch nicht in einer Weise hervorgeho- ben worden, als dass ihr die vom Beschwerdeführer zugem essene Bedeutung zukommen könnte. Im Rahmen des Mini-ICF-Ratings für Aktivitäts- u nd Partizipationsstörungen bei psychi- schen Erkrankungen hielt Dr. G.____ denn unter anderem fest, dass dem Versicherten bei der Kontaktfähigkeit zu Dritten, bei der Gruppenfähigkeit und bei der Fähigkeit zu familiären bzw. intimen Beziehungen nur eine leichte Beeinträchtigung attestiert werden könne. Das gesamthaf- te Ergebnis entspreche schliesslich auch nur einer aktuell leichten Beeinträchtigung. Daher liegt die 30%-ige Arbeitsunfähigkeit bei der genannten Diagnose sicherlich am unteren Rand, gleich- zeitig ist sie aufgrund der durch komplexe Verfahren er folgten Begründung und mangels kon- kreter Anhaltspunkte nicht zu beanstanden. 5.5.1 Im Weiteren setze sich das Gutachten nach Ansicht de s Beschwerdeführers ungenü- gend mit den Ergebnissen der beruflichen Abklärung ausei nander. Er habe während neun Mo- naten an beruflichen Massnahmen teilgenommen und das A rbeitstraining sei abgebrochen worden, weil die gesetzten Ziele für eine Eingliederu ng in der freien Wirtschaft nicht hätten ein- gehalten werden können. Das Gutachten gehe demgegenü ber pauschal davon aus, dass die Einschätzung einer lang anhaltenden 100%-igen Arbeits unfähigkeit für jegliche Tätigkeit in der freien Wirtschaft medizinisch nicht gerechtfertigt und n icht nachvollziehbar sei, sondern wohl auf der therapeutischen Nähe beruhe. Dem sei entgegen zu halten, dass den Abklärungsper- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sonen des D.____ eine solche Nähe nicht nachgesagt werden könne. Die Gutachter hätten sich deshalb mit den entsprechenden Beobachtungen auseinander setzen müssen. 5.5.2 Die IV-Stelle verweist auf die Rechtsprechung, w onach die Feststellung des Gesund- heitszustands und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit den medizinischen Fachpersonen vorbe- halten bleibe (vgl. E. 3.1 hiervor). Die Gutachter hät ten ihre Beurteilung vorliegend in Kenntnis der entsprechenden Akten vorgenommen. Ein Bericht über eine praktische berufliche Abklärung könnte ohnehin nur bei einer kooperativen Haltung der versicherten Person aussagekräftig sein. Diese sei vorliegend aufgrund der Hinweise auf eine subj ektive Krankheits- und Behinderungs- überzeugung sowie eine Selbstlimitierung des Beschwerdeführers zu verneinen. 5.5.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kommt den medizinischen Abklärungen gegenüber denjenigen der Fachleute der Berufsberatun g/beruflichen Eingliederung zwar ein grösseres Gewicht zu. Indessen darf Ergebnissen leistungso rientierter beruflicher Abklärungen nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Rest arbeitsfähigkeit abgesprochen werden: Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkei t in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausfü hrlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz des Versicherten effektiv realisiert und gemäss Ein- schätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, ver mag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen ei ner klärenden medizinischen Stel- lungnahme grundsätzlich unabdingbar (Urteil des Bundes gerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Aus dem Abschlussbericht der ber uflichen Massnahmen vom 13. Juli 2012 ergibt sich, dass die Massnahmen abgebroche n werden mussten, weil der Be- schwerdeführer - nach anfänglicher positiver Entwicklung - im Belastbarkeits- und Aufbautrai- ning zunehmend gesundheitlich begründete Absenzen aufwi es. Insoweit kann dem Abklä- rungsbericht nicht bereits aufgrund fehlender Kooper ationsbereitschaft die Aussagekraft abge- sprochen werden. Andererseits ist in Erwägung zu ziehen, dass der Hausarzt des Beschwerde- führers, Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medi zin, mit Bericht vom 13. August 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers o hne mögliche Wideraufnahme der beruflichen Tätigkeit bereits ab 1. Januar 2009 fest hielt. Indem die Gutachter der E.____ aus- führen, dass eine langanhaltende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit in der freien Wirtschaft aufgrund der erhobenen Berichte nicht gerech tfertigt erscheine und deren Attestie- rung wohl auf therapeutischer Nähe beruhe, haben sie sich augenscheinlich mit den abwei- chenden Ergebnissen des Hausarztes auseinander gesetzt. Zwi schen den Feststellungen des Hausarztes und den Ergebnissen der beruflichen Abklärun g besteht keine offensichtliche Dis- krepanz, zumal dem Abschlussbericht der beruflichen Massnahme n auch keine Hinweise auf neue oder zusätzliche Beschwerden zu entnehmen sind. Demnac h vermögen die abweichen- den Ergebnisse der beruflichen Massnahme das E.____-Guta chten auch nicht in Zweifel zu ziehen bzw. hat für die Gutachter kein Anlass bestanden, si ch mit den Beobachtungen der Ab- klärungspersonen der beruflichen Massnahmen vertieft auseinander zu setzen. 5.6.1 Alsdann beanstandet der Beschwerdeführer die rückwi rkende Einschätzung der Ar- beitsfähigkeit auf mehr als drei Jahre vor der Begutac htung. Die im Gutachten festgelegten Pe- rioden der Arbeitsunfähigkeit nähmen keinen Bezug auf die echtzeitlichen medizinischen Unter- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lagen, etwa auf den Bericht der L.____ vom 27. Juni 2011. Im Weiteren ergäben sich aus dem Schlussbericht des D.____ vom 25. März 2012 sowie aus dem Abschlussbericht der beruflichen Massnahmen vom 13. Juli 2012, dass die körperlichen Beschw erden anlässlich des Arbeitstrai- nings zugenommen und der Beschwerdeführer von seinem H ausarzt für mehrere Wochen krankgeschrieben worden sei, was letztlich zum Abbruch der M assnahmen geführt hätte. Die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch die E.____-Gu tachter könne daher frühestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung Gültigkeit beanspruchen. 5.6.2 Die IV-Stelle verweist auf die Stellungnahme de s RAD vom 4. November 2014, worin festgehalten wird, dass die gutachterliche Einschätzung u nter Berücksichtigung des im Bericht der L.____ vom 27. Juni 2011 beschriebenen Symptomatik erfolgt sei. Was die Zunahme der Beschwerden während der beruflichen Massnahme betrifft, so wird ebenfalls auf den genannten RAD-Bericht verwiesen, wonach nicht sicher eruierbar sei , aus welchen Gründen die berufli- chen Massnahmen hätten abgebrochen werden müssen. Auch die entsprechenden Krank- schreibungen durch den Hausarzt seien nicht überzeugend bzw . beweiskräftig. Insgesamt sei deshalb von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers ab Feb- ruar 2011 und einer Verbesserung ab Mai 2011 auszugehen. 5.6.3 Rückwirkende Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit sind mit Vorsicht zu würdigen, insbe- sondere bei Vorliegen von psychischen Beschwerden (Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2010, 8C_418/2010, E. 5.3). Im vorliegende n Falle reicht die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit, gemessen am Untersuchungszeitpunkt, rund 4.5 Jahre zurück. Es ist festzuhal- ten, dass im Bericht der L.____ vom 27. Juni 2011 eine fast gleichlautende Diagnose gestellt wird wie im E.____-Gutachten vom 7. Oktober 2013, nä mlich eine rezidivierende depressive Störung mittelgradiger Ausprägung, ohne somatisches Syndr om, bestehend seit November 2008. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutac hten ist daher unter Berücksichtigung der bereits von den L.____ beschriebenen Symptomatik erfolg t, allerdings mit unterschiedlichem Ergebnis. Soweit der Hausarzt des Beschwerdeführers mit Bericht vom 13. August 2012 ab 1. Januar 2009 eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attesti erte, kann wiederum auf die nachvollzieh- bare Begründung der E.____-Gutachter verwiesen werden, wonach eine derartige Beurteilung aufgrund der behobenen Befunde nicht gerechtfertigt erscheine und wohl auf therapeutischer Nähe beruhe (vgl. auch E. 5.5.3 hiervor). Damit wird i ndes noch nicht nachvollziehbar, weshalb bis 31. Dezember 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit, da nach bis zum ersten Eintritt in die Ta- gesklinik der L.____ (am 18. Oktober 2010) nur noch eine 30%-ige Arbeitsunfähigkeit vorgele- gen haben soll. Einzige Grundlage hierfür bildet der Bericht von Dr. med. K.____, FMH Psychi- atrie und Psychotherapie, vom 11. Januar 2010, wonach d er Beschwerdeführer bis 31. Dezember 2009 100% arbeitsunfähig sei. Der Bericht ist allerdings sehr widersprüchlich, da Dr. K.____ trotz Diagnose einer 100%-igen Arbeitsunf ähigkeit festhielt, er seien ihm zu den so- matischen Einschränkungen keine Angaben möglich, während aus psychiatrischer Sicht die derzeitigen Einschränkungen als eher gering einzuschätzen seien. In der Folge stellte er dem Beschwerdeführer weitere Arztzeugnisse aus, welche bis Mi tte März eine volle Arbeitsunfähig- keit bestätigen. Es ist festzuhalten, dass aufgrund der w idersprüchlichen Angaben von Dr. K.____ eine volle Arbeitsunfähigkeit ab Januar 201 0 nicht mit überwiegender Wahrschein- lichkeit nachgewiesen ist. Insofern kann davon ausgegange n werden, dass ab Januar 2010 bis Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum zweiten Tagesklinikaufenthalt (21. Februar 2011) kei ne über 30% hinausreichende bzw. keine zeitlich ausreichende Arbeitsunfähigkeit vorlag. 5.7.1 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, e s könne nicht angenommen wer- den, dass die gemäss Gutachten aus rheumatologischer Sicht begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% einfach in der psychiatrisch begründeten Leistun gsverminderung von 30% aufgehe. Gemäss rheumatologischem Teilgutachten sei er vor allem i n der ersten Tageshälfte einge- schränkt, womit am Nachmittag von einer rheumatologisch mehr oder weniger uneingeschränk- ten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. In psychischer Hinsicht sei hingegen anzunehmen, dass sich die Belastbarkeit mit Konzentrationsvermögen, Stresstoleranz und Arbeitstempo im Verlauf des Tages verringere und dementsprechend am Nachmittag vo n einer höheren psychisch be- dingten Leistungsverminderung auszugehen sei. Somit sei das Leistungsvermögen über den ganzen Tag zu mehr als 30% eingeschränkt. Eine Leistungse inschränkung von 40% dürfte die- sen Besonderheiten Rechnung tragen. 5.7.2 Hierzu äusserte sich die IV-Stelle in der Vernehm lassung vom 6. November 2014 nicht. Indes gilt, dass bei Zusammentreffen verschiedener Gesundh eitsbeeinträchtigungen der Tatsa- che Rechnung zu tragen ist, dass sich deren erwerbliche Ausw irkungen in der Regel über- schneiden, weshalb der Grad der Arbeitsfähigkeit aufgr und einer sämtliche Behinderungen um- fassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder ge schätzten Arbeitsfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteile des EVG vom 3. März 2003, I 850/ 02, E. 6.4.1 und vom 11. November 2002, I 368/01 E. 2.4). Diesem Grundsatz trägt das Gutachten Rechnung, indem im Wissen um die unterschiedlichen Leistungseinschränkungen eine gesamthaft um 30% redu- zierte Arbeitsfähigkeit ermittelt wurde. Es bestehen im Weiteren keine Hinweise, wonach die Regenerationsfähigkeit in einer durch die eine Krank heit bedingte Pause durch die andere Krankheit beeinträchtigt würde. Somit ist vorliegend weder eine volle noch eine teilweise Additi- on angezeigt. 6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Guta chten für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurt eilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Gutachter si nd begründet (vgl. E. 3.2 hiervor). Demgemäss erfüllt es die von der Rechtsprechung verlangten Kriterien, um vollen Beweiswert zu erlangen (vgl. E. 3.2 hiervor) und es kann vorliegend darauf abgestellt werden. 7. Wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. 2.5 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 8.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist e ntscheidend, was die versi- cherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenb eginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 135 V 59 E. 3.1 mit Hinweis, 131 V 51 E. 5.1.2) . Die Einkommensermittlung hat so konk- ret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätig- keit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, i st Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintri tt der Gesundheitsschädigung erziel- te, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkomme nsentwicklung angepasste Verdienst (BGE 135 V 59, 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). 8.2 Die IV-Stelle stützte sich für die Bemessung des Vali deneinkommens vorliegend auf die Tabellenlöhne entsprechend der Schweizerischen Lohn strukturerhebung (LSE) des Bun- desamts für Statistik (BFS). Konkret errechnete die IV- Stelle einen massgeblichen Lohn von Fr. 61‘925.--, basierend auf der LSE 2010, Tabelle 1 A, Privater Sektor Total, Anforderungsni- veau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Männer, Fr. 4‘901.-- monatlich, umgerechnet auf 41.7 Stun- den pro Woche sowie unter Berücksichtigung der Nominallo hnentwicklung von 1% im privaten Sektor Total. 8.3 Der Beschwerdeführer rügt, dass die IV-Stelle das Va lideneinkommen vorliegend unter Zuhilfenahme der Tabellenlöhne gemäss LSE berechnet ha be. Aus den Akten ergebe sich ein Gehalt bei der C.____ AG von Fr. 74‘095.-- bzw. gemä ss Auskunft des Arbeitgebers vom 19. November 2009 sogar von Fr. 79‘142.30. Auch bei s einer vorletzten Stelle bei der B.____ AG habe er 2006 ein Einkommen von Fr. 5‘000.-- erzielt , was deutlich über dem damals durch- schnittlichen LSE-Lohn gelegen habe. Im Weiteren habe der Beschwerdeführer gemäss IK- Auszug von 2001 bis 2006 ein AHV-pflichtiges Einkommen zwischen Fr. 60‘000.-- und 66‘300.-- erzielt. Aufgrund der über acht Jahre erzielten Einkomme n sei ein Abstellen auf den deutlich tieferen Durchschnittslohn der LSE im Anforderungsnivea u 4 nicht gerechtfertigt. Vielmehr sei der zuletzt erzielte Lohn bei der C.____ AG, angepasst an die zwischenzeitliche Nominallohn- entwicklung, anzuwenden. 8.4 Ging eine Arbeitsstelle aus invaliditätsfremden Grü nden verloren und wäre die versi- cherte Person somit auch ohne gesundheitliche Beeinträc htigung nicht mehr an der bisherigen Stelle tätig, so ist von dem unter E. 8.1 hiervor genan nten Grundsatz abzuweichen. Das Vali- deneinkommen ist demgemäss nicht aufgrund der Lohnanga ben des letzten Arbeitgebers, son- dern gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss LSE zu ermi tteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1 mit Hinwei sen). Im vorliegenden Falle hat der Be- schwerdeführer sowohl die Stelle bei der B.____ AG als auch diejenige bei der C.____ AG aus invaliditätsfremden Gründen, namentlich aus wirtschaftl ichen Gründen bzw. aufgrund von Um- strukturierungen sowie aufgrund ungenügender Qualifikation, verloren. Vor diesem Hintergrund hat die IV-Stelle zu Recht auf den entsprechenden Ta bellenlohn abgestellt, zumal der Be- schwerdeführer nicht mit überwiegender Wahrscheinlichke it nachweist, dass er ohne Gesund- heitsschaden einen Lohn erzielen könnte, welcher mit d emjenigen bei der B.____ AG ver- gleichbar wäre. 9.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwer bstätigkeit aus, bei der kumulativ besonders Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallo hn, gilt grundsätzlich der tatsächliche Verdienst als Invalideneinkommen. Ist kein solcher tatsächl ich erzielter Verdienst gegeben, na- mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden- falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kann nach der Rechtsprechung wiederum auf die LSE-Tabellenlöhne ab gestellt werden (vgl. BGE 135 V 301 E. 5.2 mit Hinweisen). 9.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von st atistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert all enfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versic herte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsscha- dens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzf ähig sind, in der Regel das entspre- chende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeite r nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (vgl. BGE 134 V 327 E. 5.2). Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmal e, wie Art und Ausmass der Behin- derung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs- grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (vgl. BGE 124 V 323 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die ihr verbl iebene Arbeitsfähigkeit auch auf ei- nem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnit tlichem erwerblichem Erfolg verwer- ten kann (vgl. BGE 126 V 79 f. E. 5b/aa; Urteil des B undesgerichts vom 15. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2). Ohne für jedes zur Anwendung ge langende Merkmal separat quantifi- zierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkma le auf das Invalideneinkommen (lei- densbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Be- schäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einze lfall nach pflichtgemässem Ermes- sen gesamthaft zu schätzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/bb m it Hinweisen). Der Abzug darf 25% nicht übersteigen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/cc; Urteile d es Bundesgerichts vom 15. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2 und vom 17. Juli 2009, 9C_368/2009, E. 2.1). Die Einschätzung des leidensbedingten Abzugs ist stets eine Ermessensentscheidung . Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrolli erende richterliche Behörde ihr Er- messen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Es geht vielmeh r um die Frage, ob der zu überprü- fende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehend en Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall g etroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozi alversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen d er Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei chende Ermessensausübung als naheliegend erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis). 9.3 Bei der Berechnung des Invalideneinkommens ging di e IV-Stelle von einer adaptierten Tätigkeit in einem 100%-igen Pensum mit einer 30%-ig en Leistungsminderung aus. Die Be- rechnung entsprach bis auf einen Abzug von 30% der Bere chnung des Valideneinkommens (vgl. E. 8.2 hiervor). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, es müsse ein l eidensbedingter Abzug gewährt werden. Das Leistungsprofil in einer Verweistätigkeit sei stark eingeschränkt, es sei ihm nur noch Teilzeitarbeit möglich und es würde ihm für die n och zumutbaren Tätigkeiten die entspre- chende Berufserfahrung fehlen. Demzufolge und aufgrun d Vorliegens weiterer persönlicher Merkmale wie seine Nationalität sowie ungenügende Deu tschkenntnisse sei ein Abzug von 15- 20% angemessen. 9.5 Es wird auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts ve rwiesen, wonach keine rechts- genügliche Grundlage bestehe, um bei einem vollzeitlich mit reduzierter Leistungsfähigkeit täti- gen Versicherten eine über die Einschränkung der Leistun gsfähigkeit hinausgehende, überpro- portionale Lohneinbusse anzunehmen und - in Analogie zum bisherigen Abzugsfaktor Beschäf- tigungsgrad oder als eigenständiges neues Merkmal - beim leidensbedingten Abzug zu berück- sichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2013, 8C _366/2013 E. 4.3). Die Umschrei- bung des Profils der Verweistätigkeit im E.____-Gutacht en mutet hingegen in der Tat sehr komplex an (u.a. einfache, gut strukturierte Tätigkeiten ; Schichtarbeiten zu vermeiden; individu- elle Wahl für Wechselposition sollte gegeben sein; mono tone, vorgebeugte, kniende, kauernde oder sitzende Tätigkeit sollte vermieden werden; bei sit zenden Positionen wäre unbedingt eine uneingeschränkte Möglichkeit zur Durchführung und Real isierung von Wechselpositionen oder Unterbrüche für Lockerungs- und Dehnungsübungen sicherzust ellen; Werkzeuggriffe, Bedien- knöpfe oder ähnliches sollten gemäss ergonomischen Empfehl ungen gestaltet und angepasst sein). Bei näherer Betrachtung halten sich die Einschrän kungen indes in Grenzen, insbesonde- re beim vorliegend massgeblichen Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4. Ferner spielen Nationalität und Sprachkenntnisse innerhalb dieses Anf orderungsniveaus eine untergeordnete Rolle. Daher ist der Ermessensentscheid der IV-Stelle ni cht zu beanstanden. Im Übrigen würde selbst bei Gewährung eines grosszügigen Abzugs von 10% kei n rentenbegründender IV-Grad resultieren. 10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle m it Verfügung vom 15. Septem- ber 2014 zu Recht für die Periode vom 1. Mai 2011 bis 31. August 2011 eine befristete ganze Rente zugesprochen hat. Einen weiteren Rentenanspruch mit Wirkung ab 1. Mai 2010 hat die IV-Stelle zu Recht abgelehnt. Die angefochtene Verfü gung der IV-Stelle ist im Ergebnis daher nicht zu beanstanden, womit sich die dagegen erhobene B eschwerde als unbegründet erweist und demzufolge abzuweisen ist. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht allerdings mit Verfügung vom 9. Oktober 2014 die unen tgeltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Okt ober 2014 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwe rdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 6. Januar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 12 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stelle nden Sachverhalts- und Rechts- fragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind so dann die ausgewiesenen Ausla- gen von Fr. 72.--. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'669.80 (12 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 72. -- + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse auszurichten. 11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘669.80 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.