<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00172</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205163&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00172</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verkehrsanordnung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Tempo-30-Zone (Erweiterung der Zone in Oberwinterthur; Beschwerde der Stadt gegen die Rekursverfügung des Statthalters)<br/><br/>Zuständigkeiten bei der Anfechtung von Verkehrsanordnungen. Auch eine Gemeinde ist zur Beschwerdeführung berechtigt (E. 1).<br/>Keiner der Beschwerdegegner wohnt d i r e k t am betroffenen Strassenzug. Die Vorinstanz bejahte die Rekurslegitimation unter Hinweis darauf, dass die Rekurrenten (jetzt Beschwerdegegner) die Strasse mehr oder weniger regelmässig befahren (E. 2.1). Die Legitimation zur Anfechtung von Verkehrsanordnungen war nach früherer Praxis weit gefasst, während die Legitimationsvoraussetzungen zur Anfechtung von baulichen Massnahmen eher enger umschrieben sind (E. 2.2). Ausgehend von diesem engeren Legitimationsbegriff genügt es für die Begründung der Legitimation noch nicht, dass eine Strasse regelmässig befahren wird. Vielmehr ist vorauszusetzen, dass mit der Verkehrsanordnung ein Nachteil verbunden ist, der den Rechtsmittelkläger in besonderer Weise trifft, was jedenfalls für unbedeutende Verkehrsverlangsamungen nicht zutrifft (E. 2.2). Es ist überhaupt fraglich, inwiefern Strassenanstösser durch eine Temporeduktion von 50 auf 30 km/h betroffen werden, da eine solche Massnahme die Verkehrssicherheit erhöht und dadurch gerade dem Schutz der Anwohner dient. Die Beeinträchtigung der Zufahrtsverhältnisse zu den Grundstücken durch eine Temporeduktion ist an der zusätzlichen Wegzeit zu messen. Konkret beträgt die zusätzliche Fahrzeit nur gerade 19 Sekunden. Zudem ist fraglich, ob der betroffene Strassenabschnitt angesichts der schmalen, nicht übersichtlichen Strassenführung mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h befahren werden kann. Die Vorinstanz hätte mangels Legitimation auf die Rekurse nicht eintreten dürfen (E. 2.3). Ausserdem haben die Rekurrenten ihr angeblich schutzwürdiges Interesse nicht hinreichend dargelegt, weshalb auch diesem Grund auf die Rekurse nicht eingetreten werden durfte (E. 2.4).<br/>Gutheissung der Beschwerde der Stadt.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETROFFENHEIT">BETROFFENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENANLIEGER/-ANSTÃSSER">STRASSENANLIEGER/-ANSTÃSSER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENANLIEGER/-ANSTÃSSER">STRASSENANLIEGER/-ANSTÃSSER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TEMPO-30-ZONE">TEMPO-30-ZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSANORDNUNG">VERKEHRSANORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 98a Abs. III OG</span><br/><span class="ungerade">Art. 103 lit. a OG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. IV SVG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 38 S. 9</span><br/><span class="ungerade">RB 2005 Nr. 9 S. 60</span><br/><span class="gerade">ZBL 2005 Nr. 106 S. 597</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 7. April 2004 beschloss der Stadtrat Winterthur, dass die Rychenbergstrasse, Abschnitt Stadlerstrasse bis BÃ¤umlistrasse, sowie die Strasse Im Geissacker, Abschnitt Rychenbergstrasse bis Grabenackerstrasse, in die bestehende Tempo-30-Zone âOberi Dorfâ integriert und beide StrassenzÃ¼ge als Zone mit HÃ¶chstgeschwindigkeit 30 km/h signalisiert werden (Disp.-Ziff. 1a). Weiter sollten die auf der Rychenbergstrasse und der Strasse Im Geissacker bestehenden FussgÃ¤ngerstreifen, die Vortrittsregelungen auf der Rychenbergstrasse (âkein Vortrittâ bei den EinmÃ¼ndungen Pestalozzistrasse, Im Geissacker, Kirchweg und Gebhartstrasse) sowie die bestehenden Parkfelder auf der Rychenbergstrasse und der Strasse Im Geissacker bestehen bleiben (Disp.-Ziff. 1b). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss wandten sich A sowie weitere acht Anwohner aus dem Quartier mit zwei Rekurseingaben an den Statthalter des Bezirks Winterthur und beantragten die Aufhebung der HÃ¶chstgeschwindigkeit 30 km/h auf der Rychenbergstrasse. Mit RekursverfÃ¼gung vom 15. MÃ¤rz 2005 vereinigte der Statthalter die Rekurse (Disp.-Ziff. 1), hiess sie gut (Disp.-Ziff. 2) und hob den angefochtenen Beschluss auf (Disp-Ziff. 3). Die Kosten des Rekursverfahrens wurden auf die Staatskasse genommen (Disp.-Ziff. 4).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese RekursverfÃ¼gung erhob der Stadtrat Winterthur am 13. April 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, es seien deren Disp.-Ziffn. 2 bis 4 aufzuheben und der angefochtene Beschluss des Stadtrates zu bestÃ¤tigen, unter den gesetzlichen Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2005 beantragten die Beschwerdegegner die Beschwerdeabweisung unter den gesetzlichen Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Der Statthalter von Winterthur liess sich am 20. Mai 2005 vernehmen und beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei der strittigen Ausdehnung der Tempo-30-Zone handelt es sich um eine funktionelle Verkehrsanordnung im Sinn von Art. 3 Abs. 4 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG, SR 741.01). Gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide Ã¼ber solche Massnahmen ist seit dem 1. Januar 2003 die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht mÃ¶glich (Art. 3 Abs. 4 Satz 3 SVG), nachdem dagegen frÃ¼her die Verwaltungsbeschwerde an den Bundesrat erhoben werden konnte. Seit dem gleichen Zeitpunkt steht damit gemÃ¤ss der Grundordnung von § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) auch innerkantonal die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zur VerfÃ¼gung (nachdem dieses Rechtsmittel bis Ende 2002 wegen der WeiterzugsmÃ¶glichkeit an den Bundesrat ausgeschlossen war, vgl. Art. 42 VRG).</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 4 Satz 4 SVG sind die Gemeinden zur BeschwerdefÃ¼hrung an das Bundesgericht berechtigt, wenn Verkehrsmassnahmen auf ihrem Gebiet angeordnet werden. Da die Kantone die Beschwerdebefugnis in denjenigen Verfahren, in denen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulÃ¤ssig ist, mindestens im gleichen Umfang wie fÃ¼r diese zu gewÃ¤hrleisten haben (Art. 98a Abs. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943, OG, SR 173.110), ist damit auch die innerkantonale Beschwerdelegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin zu anerkennen. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Von den neun Beschwerdegegnern wohnt nur der Beschwerdegegner 1 selber an dem von der SignalisationsÃ¤nderung betroffenen ca. 400 m langen Abschnitt der Rychenbergstrasse, und zwar an dessen sÃ¼dwestlichem Beginn, dort allerdings in zweiter Bautiefe. Die Beschwerdegegner 2 und 9 haben ihre Wohnadressen nÃ¶rdlich von der Rychenbergstrasse, jedoch noch im Nahbereich des fraglichen Strassenabschnittes, wÃ¤hrend die Ã¼brigen Beschwerdegegner bereits im weiteren Quartier wohnen, am weitesten weg wohnt der Beschwerdegegner 7, dessen Adresse in einer Luftliniendistanz von Ã¼ber 800 m vom fraglichen Strassenabschnitt entfernt liegt.</p> <p class="Urteilstext">In ihren beiden Rekurseingaben hatten die Rekurrenten ihren Widerstand gegen die Ausdehnung der Tempo-30-Zone ausschliesslich mit allgemeinen sachlichen Bedenken begrÃ¼ndet und unter anderem darauf hingewiesen, dass die Rychenbergstrasse in ihrer Funktion als Umfahrung des Dorfzentrums Oberwinterthur sowie als Busstrecke nicht behindert werden solle. In der Rekursvernehmlassung hatte sich der Stadtrat Winterthur mit diesen Bedenken inhaltlich auseinander gesetzt, ohne die Rekurslegitimation der Rekurrenten zu bezweifeln. In seiner RekursverfÃ¼gung stellte der Statthalter zu dieser Frage fest, dass die Rekurrenten an oder zumindest in der nÃ¤heren Umgebung der Rychenbergstrasse wohnen wÃ¼rden und ein tatsÃ¤chliches oder rechtliches Interesse an der Aufhebung der Zonensignalisation darin erblickt werden kÃ¶nne, dass sie das betroffene Gebiet mehr oder weniger regelmÃ¤ssig befahren wÃ¼rden, was auf der Hand liege. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Zu Rekurs und Beschwerde gegen eine funktionelle Verkehrsanordnung im Sinne von Art. 3 Abs. 4 SVG ist berechtigt, wer durch diese berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Ãnderung oder Aufhebung hat (§ 21 lit. a VRG). Mit dieser Bestimmung gewÃ¤hrt das kantonale Recht die Legitimation in gleichem Masse wie das Bundesrecht gemÃ¤ss Art. 103 lit. a OG und erfÃ¼llt damit den nach Art. 98a Abs. 3 OG minimal zu gewÃ¤hrleistenden Verfahrensstandard. </p> <p class="Urteilstext">Nach der Praxis des bis Ende 2002 in diesen Beschwerdesachen zustÃ¤ndigen Bundesrates, wurde der Kreis der beschwerdeberechtigten Privaten gegen Verkehrsanordnungen relativ weit gefasst. GestÃ¼tzt auf Art. 48 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG), der mit Art. 103 lit. a OG wÃ¶rtlich Ã¼bereinstimmt, wurden alle Verkehrsteilnehmer zur Anfechtung zugelassen, welche die von der Anordnung betroffene Strasse mehr oder weniger regelmÃ¤ssig befahren. Diese RegelmÃ¤ssigkeit war gegeben, wenn die Fahrten Ã¼ber eine lÃ¤ngere Zeitspanne und in gleichmÃ¤ssigen, eher kurzen zeitlichen AbstÃ¤nden durchgefÃ¼hrt wurden. Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse wurde in der Regel bejaht, wenn ein BeschwerdefÃ¼hrer die Strasse als Anwohner oder Pendler befuhr, jedoch verneint, wenn die Strasse nur selten befahren wurde, sei es, um im Winter einige Male zu einem Winterkurort zu gelangen oder an einem fremden Ort die Ferien zu verbringen (vgl. VPB 65/2001 Nr. 114 E. 4b mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Wesentlich strenger sind demgegenÃ¼ber die Legitimationsanforderungen bei der Anfechtung von baulichen Massnahmen, die etwa beim Strassenbau durchaus der gleichen Zielsetzung wie funktionelle Verkehrsanordnungen dienen kÃ¶nnen. Soweit sich die bauliche Massnahme auf das Raumplanungsgesetz vom 22. Juni 1979 (RPG, SR 700) stÃ¼tzt, muss die Legitimation zur Anfechtung der baulichen Massnahme hier ebenfalls mindestens im Umfang von Art. 103 lit. a OG gewÃ¤hrleisten werden (Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG). Generell gilt nicht jeder noch so geringfÃ¼gige Nachteil, den ein RechtsmittelklÃ¤ger von einem Bauvorhaben befÃ¼rchtet, als legitimationsbegrÃ¼ndend. Bei einer BeeintrÃ¤chtigung durch Immissionen etwa verlangt die Praxis ein gewisses Minimum an zusÃ¤tzlicher Belastung von den Anfechtenden. So hÃ¤ngt die Legitimation zur Anfechtung einer Mobilfunkanlage davon ab, ob sich die betroffene Liegenschaft in einem Umkreis befindet, in welchem die Immissionen in der Hauptstrahlrichtung theoretisch mindestens 10 % des Anlagegrenzwertes erreichen (BGE 128 II 168 E. 2.3). Bei Verkehrsimmissionen wird darauf abgestellt, ob die Mehrimmissionen deutlich wahrnehmbar seien und sich vom allgemeinen Strassenverkehr unterscheiden lassen, was bei einer allgemeinen Verkehrszunahme von 5 - 10 % nicht der Fall ist (RB 1985 Nr. 9 = BEZ 1985 Nr. 47). </p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf diese Rechtsprechung aus dem Bereich des Planungs- und Baurechts hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass auch eine Strassensperrung, welche zusÃ¤tzliche Verkehrsimmissionen auf einer Umgehungsstrecke befÃ¼rchten lÃ¤sst, nur dann angefochten werden kann, wenn der Mehrverkehr beim eigenen GrundstÃ¼ck ein wahrnehmbares Mass erreicht. Es hat in diesem Fall ausdrÃ¼cklich verworfen, dass die tÃ¤gliche BenÃ¼tzung einer Strasse, deren Verkehr durch Geschwindigkeitsbegrenzungen und Staubildungen verlangsamt wird, eine legitimationsbegrÃ¼ndende BeziehungsnÃ¤he verschaffe (vgl. VGr, 4. Dezember 2003, VB.2003.00304 [Limmatquai-Sperrung], E. 2.2 und 2.3, <span>www.vgrzh.ch </span>und teilweise in RB 2003 Nr. 13). In einem Fall von Strassenkorrektionsmassnahmen hat es das Bundesgericht ebenfalls als zulÃ¤ssig erachtet, wenn nicht allen StrassenbenÃ¼tzern, welche diese mehr oder weniger regelmÃ¤ssig befahren, das Beschwerderecht eingerÃ¤umt wird. Als schutzwÃ¼rdiges Interesse dÃ¼rfe nur eine deutlich wahrnehmbare BeeintrÃ¤chtigung in speziellen fassbaren Interessen verstanden werden. Eine blosse Erschwerung bei der Befahrung des Strassennetzes, wie sie sowohl durch Verkehrsanordnungen als auch durch bauliche Massnahmen entstehen kÃ¶nne und wie sie jeder StrassenbenÃ¼tzer im Rahmen des Gemeingebrauchs in Kauf nehmen mÃ¼sse, genÃ¼ge nicht. Obwohl es bei diesem Entscheid um die Anwendung von kantonalem Verfahrensrecht ging und sich das Bundesgericht daher auf eine WillkÃ¼rprÃ¼fung beschrÃ¤nken konnte, wies es ausdrÃ¼cklich darauf hin, dass auch die Beschwerdelegitimation nach Art. 103 lit. a OG im Ergebnis nicht weiter gehe (BGE 113 Ia 426 E. 3). Zur Abgrenzung gegenÃ¼ber der verpÃ¶nten Popularbeschwerde ist daher ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der Anfechtung einer Verkehrsanordnung generell nur dann zu bejahen, wenn diese dem RechtsmittelklÃ¤ger einen Nachteil zufÃ¼gt, der ihn in besonderer Weise trifft. Nicht begrÃ¼ndet wird ein solches Interesse bei bloss unbedeutenden Verkehrsverlangsamungen auf einer regelmÃ¤ssig befahrenen Strecke, wenn etwa eine bisher ungeregelte Kreuzung neu mit einem Lichtsignal gesteuert werden soll oder eine zulÃ¤ssige HÃ¶chstgeschwindigkeit auf einer kÃ¼rzeren Strecke herabgesetzt wird (VGr, 8. April 2004, VB.2003.00480 [Aufhebung eines Weges im Hinblick auf die Realisierung des neuen Hardturm-Stadions in ZÃ¼rich], <span>www.vgrzh.ch </span>sowie BEZ 2004 Nr. 29 und auszugsweise fÃ¼r den RB 2004 vorgesehen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Bei einer Temporeduktion von 50 km/h auf 30 km/h fragt es sich vorab, inwiefern die StrassenanstÃ¶sser als Bewohner durch diese in erster Linie zu ihrem Schutz angeordnete Massnahme Ã¼berhaupt betroffen sein kÃ¶nnen. Die generelle Geschwindigkeitsreduktion dÃ¼rfte die Verkehrsbelastung auf der Strasse reduzieren und umgekehrt die Verkehrssicherheit erhÃ¶hen, sodass die Anwohner dadurch keinen Nachteil erleiden. Soweit damit allerdings die eigene Zufahrt zu ihren GrundstÃ¼cken erschwert wird, ist ihre Situation zu vergleichen mit derjenigen der Ã¼brigen Verkehrsteilnehmer, die diese Strasse mit der gleichen RegelmÃ¤ssigkeit benÃ¼tzen. Ob diese Behinderung ein relevantes, die Legitimation begrÃ¼ndendes Ausmass erreicht, hÃ¤ngt massgebend von der mutmasslichen zusÃ¤tzlichen Wegzeit ab, welche durch die Massnahme in Kauf genommen werden muss. </p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall wurde die Temporeduktion Ã¼ber einen zusÃ¤tzlichen Abschnitt der Rychenbergstrasse von rund 400 m angeordnet. Diese Wegstrecke wird bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h in rund 29 Sekunden zurÃ¼ckgelegt, wÃ¤hrend dafÃ¼r mit einem Tempo von nur 30 km/h 48 Sekunden benÃ¶tigt werden. Die zusÃ¤tzliche Fahrzeit von 19 Sekunden bildet angesichts der gesamthaft tÃ¤glich verbrachten Wegzeiten von und zum Wohnort eine so geringfÃ¼gige BeschrÃ¤nkung oder Behinderung, dass sie keine hinreichende Betroffenheit zur Anfechtung der BeschrÃ¤nkung zu begrÃ¼nden vermag. Ausserdem ist Ã¼berhaupt fraglich, ob dieses StrassenteilstÃ¼ck mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h befahren werden kann. Wie die Fotos zeigen, verlÃ¤uft der ca. 5 - 6 m breite Strassenabschnitt in einer langgestreckten Kurve. An den nÃ¶rdlich gelegenen, mit Bepflanzungen versehenen Strassenrand fÃ¼hren HauseingÃ¤nge und -einfahrten. Auf der sÃ¼dlichen Seite befinden sich Parkfelder, die zu einem Teil auch die StrassenflÃ¤che beanspruchen. Die verhÃ¤ltnismÃ¤ssig schmale, nicht sehr Ã¼bersichtliche StrassenfÃ¼hrung zwingt zu einer vorsichtigen Fahrweise.</p> <p class="Urteilstext">Der Statthalter hÃ¤tte daher auf die Rekurse der Rekurrenten nicht eintreten dÃ¼rfen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die Rekurrenten haben im vorliegenden Fall selber auch gar nicht ausgefÃ¼hrt, dass sie regelmÃ¤ssig Auto fahren und die Tempo-30-Zone die Zufahrt zu ihren GrundstÃ¼cken in relevanter Weise behindern wÃ¼rde. Auch haben sie nicht etwa geltend gemacht, selber regelmÃ¤ssig den Bus zu benÃ¼tzen und von allfÃ¤lligen durch die Signalisation zu erwartenden zusÃ¤tzlichen VerspÃ¤tungen betroffen zu sein. Sie wehrten sich vielmehr mit sehr allgemeinen EinwÃ¤nden gegen die Anordnung, ohne dass sie diese Anordnung in Beziehung zu ihren eigenen Interessen gesetzt hÃ¤tten. Auch nach der frÃ¼heren bundesrÃ¤tlichen Rechtsprechung war die besondere BeziehungsnÃ¤he vom BeschwerdefÃ¼hrer jeweils selber darzulegen, da sich seine BegrÃ¼ndungspflicht auch auf die Frage der Beschwerdebefugnis erstreckte. Dabei genÃ¼gte die Behauptung, jemand sei von einer Verkehrsanordnung berÃ¼hrt, allein noch nicht, um die Beschwerdeberechtigung anzuerkennen. Die Betroffenheit und somit ein schutzwÃ¼rdiges Interesse musste aufgrund des konkreten Sachverhalts glaubhaft erscheinen (VPB 65/2001 Nr.114 E. 4b mit Hinweisen). Dies stimmt mit der zu § 21 lit. a VRG entwickelten Praxis Ã¼berein, wonach das qualifizierte eigene bzw. schutzwÃ¼rdige Interesse in der Rekursschrift mehr oder weniger ausfÃ¼hrlich darzulegen ist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 29 f. und 41).</p> <p class="Urteilstext">Der Statthalter hÃ¤tte daher auf die Rekurse bereits wegen der fehlenden Darlegung der fÃ¼r die Rekursberechtigung massgebenden UmstÃ¤nde nicht eintreten dÃ¼rfen. DemgemÃ¤ss ist die Beschwerde gutzuheissen und der Rekursentscheid im angefochtenen Umfang aufzuheben.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwerdegegnern je anteilig aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Da der Statthalter im Rekursentscheid zufolge der Ãbernahme der Kosten auf die Staatskasse keine Kosten festgesetzt hat, ist die Sache zur nachtrÃ¤glichen Festlegung an ihn zurÃ¼ckzuweisen. Die Kosten des Rekursverfahrens sind ausgangsgemÃ¤ss und entsprechend den zwei verschiedenen Rekurseingaben zur HÃ¤lfte dem Beschwerdegegner 1 und je anteilig den Beschwerdegegnern 2 bis 9 aufzuerlegen.</p> <p class="Urteilstext">Die Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrerin sind jedoch nicht gegeben, da die Verteidigung einer umstrittenen Verkehrsanordnung zu den Ã¼blichen Aufgaben einer Stadtverwaltung gehÃ¶rt und die BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht zum Beizug eines externen Rechtsvertreters veranlasst wurde (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden die Disp.-Ziffn. 2 bis 4 des Rekursentscheids vom 15. MÃ¤rz 2005 aufgehoben und der angefochtene Beschluss des Stadtrates Winterthur vom 7. April 2004 bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Sache wird an den Statthalter des Bezirks Winterthur zur Festlegung von Rekurskosten zurÃ¼ckgewiesen. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner 1 zur HÃ¤lfte und den Beschwerdegegnern 2 bis 9 je zu einem Sechzehntel unter solidarischer Haftung fÃ¼r die HÃ¤lfte der Kosten auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Beschwerdegegnern 1 bis 9 je zu einem Neuntel unter solidarischer Haftung fÃ¼r den Gesamtbetrag auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>