<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2006.00004</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206060&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2006.00004</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erbschaftssteuer</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Treuhandverhältnis War es dem Pflichtigen zu Lebzeiten der Erblasserin aufgrund öffentlicher Bestimmungen gleichermassen untersagt, das zivilrechtliche Eigentum oder die wirtschaftliche Verfügungsmacht über das im Kanton Zürich gelegene Nachlassgrundstück zu erlangen und wäre ein entsprechender Treuhandvertrag nichtig gewesen, muss dem behaupteten Treuhandverhältnis auch im Erbschaftssteuerverfahren die Anerkennung versagt bleiben. Das Grundstück bildet deshalb Bestandteil des Nachlasses (und ging nicht schon zu Lebzeiten der Erblasserin in das Eigentum des Pflichtigen über). Abweisung des Rekurses.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGENTUMSVERHÃLTNISSE">EIGENTUMSVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Erbschafts- und Schenkungssteuer ST: STEUERPFLICHT">STEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREUHANDVERHÃLTNIS">TREUHANDVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNGSGEWALT">VERFÃGUNGSGEWALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICHE BETRACHTUNGSWEISE">WIRTSCHAFTLICHE BETRACHTUNGSWEISE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 Abs. 1 lit. g BewG</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 Abs. 1 lit. a BewG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 lit. a BewG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 Abs. II lit. c ESchG</span><br/><span class="gerade">§ 6 ESchG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Juni 2001 verstarb die im Ausland wohnhaft gewesene K. Sie hinterliess als gesetzliche Erben ihren halbbÃ¼rtigen Bruder G und ihre vollbÃ¼rtige Schwester I. Die Erblasserin war unter anderem EigentÃ¼merin der Liegenschaften Kat.Nrn. 01 und 02 an der N-Strasse 03, 04 und 05 in Y. Diese Liegenschaften waren ihr im Rahmen der Zusatzvereinbarung vom 18. Dezember 1998/5. Januar 1999 zum Erbteilungsvertrag vom 30. Dezember 1994 im Nachlass ihrer Mutter L zum Anrechnungswert von Fr. 5'814'000.- zugeteilt worden, nachdem sich die Ãbertragung auf G wegen seiner deutschen StaatsangehÃ¶rigkeit als nicht durchfÃ¼hrbar erwiesen hatte. Er erhielt als Ausgleich eine verzinsbare Forderung gegen seine Halbschwester Marianne in HÃ¶he des Anrechnungswerts, welche zum Zeitpunkt ihres Ablebens fÃ¤llig und durch Vererbung der Liegenschaften an G getilgt werden sollte. K hatte aber auch die MÃ¶glichkeit, die Liegenschaften zu Lebzeiten zu verÃ¤ussern und die Ausgleichsforderung durch den VerkaufserlÃ¶s zu tilgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 23. Juli 2003 auferlegte die Finanzdirektion der als Alleinerbin eingesetzten A mit Sitz in Ãbersee sowie den acht VermÃ¤chtnisnehmerinnen und VermÃ¤chtnisnehmern, darunter auch G und I, Erbschaftssteuern von insgesamt Fr. 1'810'148.-. Sie legte dabei ein NachlassvermÃ¶gen von Fr. 34'321'075.- zugrunde und besteuerte davon einen quotalen Anteil von 15,86%, wobei sie unter anderem auch die Liegenschaften N-Strasse 03, 04 und 05 in Y zum NachlassvermÃ¶gen rechnete.</p> <p class="Urteilstext">Mit Einsprache vom 25. August 2003 beantragten die Pflichtigen, diese Liegenschaften von der Besteuerung auszunehmen und auf dieser Grundlage einen quotalen Anteil von 2,07% des Nachlasses im Kanton ZÃ¼rich zu besteuern. Zur BegrÃ¼ndung machten sie im Wesentlichen geltend, die Zusatzvereinbarung vom 18. Dezember 1998/5. Januar 1999 sei als Treuhandvertrag zu betrachten. K habe fÃ¼r ihren Halbbruder die Liegenschaften lediglich treuhÃ¤nderisch gehalten. Dieser sei "materiell [...] zu jeder Zeit EigentÃ¼mer" der Liegenschaft in Y gewesen, weshalb diese nicht als Bestandteil des Nachlasses von K besteuert werden dÃ¼rften.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Finanzdirektion wies die Einsprache am 3. MÃ¤rz 2006 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 5. April 2006 an das Verwaltungsgericht wiederholten die Pflichtigen ihren Einspracheantrag und verlangten Ã¼berdies eine ParteientschÃ¤digung. Zudem ersuchten sie im Hinblick auf eine VerstÃ¤ndigung zwischen den liechtensteinischen und den zÃ¼rcherischen SteuerbehÃ¶rden, das Verfahren bis 31. Mai 2006 zu sistieren und ihnen anschliessend eine kurze Nachfrist zur ErgÃ¤nzung der Rekursschrift anzusetzen.</p> <p class="Urteilstext">Die Finanzdirektion schloss am 9. Mai 2006 auf Abweisung des Rechtsmittels, "unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolge".</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Sistierung, die vorlÃ¤ufige Einstellung eines Verfahrens, ist im Steuergesetz zwar nicht geregelt, aber auch nicht ausgeschlossen. Sie ist sinnvoll, wenn der Entscheid vom Ausgang eines andern Verfahrens abhÃ¤ngt oder wesentlich beeinflusst<span> </span>wird<span>.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Sistierungsbegehren der Pflichtigen ist infolge Zeitablaufs gegenstandslos geworden. Nach Ablauf der Rekursfrist bleibt grundsÃ¤tzlich kein Raum fÃ¼r eine ErgÃ¤nzung der Rekursschrift. Deshalb ist hierfÃ¼r auch keine Nachfrist anzusetzen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Gegen den Einspracheentscheid der Finanzdirektion kann der Steuerpflichtige kraft § 43 Abs. 1 des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 28. September 1986 (ESchG) beim Verwaltungsgericht Rekurs erheben. Nach § 43 Abs. 4 ESchG sind die Be­stimmungen des Steuergesetzes Ã¼ber das Rekursverfahren bei EinschÃ¤tzungen fÃ¼r die Staatssteuer sinngemÃ¤ss anwendbar (vgl. § 147 ff. des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Mit Rekurs kÃ¶nnen laut § 43 Abs. 2 ESchG alle MÃ¤ngel des angefochtenen Ent­scheids sowie des vorangegangenen Verfahrens gerÃ¼gt werden. Dabei sind neue tatsÃ¤chli­che Behauptungen und Beweismittel zulÃ¤ssig (VGr, 22. November 2000, ZStP 2001, S. 148 E. 1a mit Verweisungen). Das Verwaltungsgericht hat damit die gleiche freie und umfassende PrÃ¼fungsbefugnis wie die Finanzdirektion im Einspra­cheverfahren. Immerhin erfolgt im Rahmen des Rekursverfahrens eine Erweiterung der dem Pflichtigen obliegenden Mitwirkungspflicht in dem Sinn, als dieser den von ihm geforderten Nachweis durch eine substanziierte Sachdarstellung und Beschaffung oder Bezeichnung von Beweismitteln fÃ¼r die Richtigkeit seiner Darstel­lung anzutreten hat. Fehlt es daran, trifft das Verwaltungsgericht keine weitere Untersuchungs­pflicht; namentlich hat es nichts vorzukehren, um sich fehlende Grundlagen zu beschaffen (RB 1987 Nr. 35). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Steuerpflicht im Kanton ZÃ¼rich besteht nicht nur, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich hatte, sondern auch, wenn im Kanton gelegene GrundstÃ¼cke oder Rechte an solchen Ã¼bergehen (§ 2 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit § 6 ESchG). Der Erbschaftssteuer unterliegen gemÃ¤ss § 3 Abs. 1 ESchG alle VermÃ¶gensÃ¼bergÃ¤nge (ErbanfÃ¤lle und Zuwendungen) kraft gesetzlichen Erbrechts oder aufgrund einer VerfÃ¼gung von Todes wegen. Der Anspruch auf die Erbschaftssteuer entsteht mit ErÃ¶ffnung des Erbgangs <span>(</span>§ 7 lit. a ESchG), also nach Art. 537 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) mit dem Tod des Erblassers (RB 1993 Nr. 31). Steuerbar sind alle Ã¼bergehenden VermÃ¶gensrechte, wie die Rechte aus Eigentum, beschrÃ¤nkte dingliche Rechte, Forderungen, Nutzniessungen, Rechte auf Renten und andere periodische Leistungen (§ 6 ESchG). Berechnet wird die Steuer vom Verkehrswert, den das Ã¼bergegangene VermÃ¶gen im Zeitpunkt der Entstehung des Steueranspruchs aufweist (§ 13 Abs. 1 in Verbindung mit § 7 lit. a ESchG; VGr. 24. November 1999, ZStP 2000 S. 150). Nach diesem Stichtag richtet sich nicht nur die persÃ¶nliche Steuerpflicht, sondern auch die hier vorab interessierende rechtliche Qualifikation des behaupteten TreuhandverhÃ¤ltnisses hinsichtlich der Nachlassliegenschaften N-Strasse 03, 04 und 05 in Y. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Verwendet der Gesetzgeber in einer Steuerrechtsnorm zivilrechtliche Begriffe, ist deren zivilrechtliche Bedeutung grundsÃ¤tzlich auch fÃ¼r das Steuerrecht massgebend. Auch dem Zivilrecht entnommene Begriffe mÃ¼ssen jedoch aus dem steuerrechtlichen Bedeutungszusammenhang heraus verstanden werden (RB 1982 Nr. 64; Felix Richner/Walter Frei, Kommentar zum ZÃ¼rcher Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz, ZÃ¼rich 1996, § 1 N. 165 ff., § 23 N. 6). Vor dem Hintergrund des fÃ¼r das Erbschaftssteuerrecht massgeblichen zivilrechtlichen VermÃ¶gensÃ¼bergangs muss daher bei dem in § 6 ESchG verwendeten Eigentumsbegriff an den zivilrechtlichen Eigentumsbegriff angeknÃ¼pft werden. Dieser kennt aber kein "wirtschaftliches" Eigentum (vgl. BGE 78 II 445). GrundstÃ¼cke kÃ¶nnen infolge des Grundbuchsystems vom Erwerber nur im eigenen Namen und fÃ¼r einen Dritten nur in seinem Namen erworben werden (von Thur/Peter, Allgemeiner Teil des Schweizerischen Obligationenrechts, 1. Band, 1979, S. 388 N. 14). Wer sich als Erwerber im Grundbuch eintragen lÃ¤sst (Art. 655 f. ZGB), kann nicht geltend machen, er habe das GrundstÃ¼ck nicht im eigenen Namen, sondern fÃ¼r einen Dritten erworben und sei daher nicht steuerpflichtig (RB 1992 Nr. 53). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Pflichtigen machen geltend, G habe seit dem Tod seiner Stiefmutter L am 21. August 1994 als wirtschaftlich Berechtigter eine eigentÃ¼merÃ¤hnliche Stellung hinsichtlich der Liegenschaften N-Strasse 03, 04 und 05 in Y gehabt. Schon vor Abschluss der Zusatzvereinbarung vom 18. Dezember 1998/5. Januar 1999 (zum Erbteilungsvertrag vom 30. Dezember 1994) mit seiner Halbschwester K habe er diese Liegenschaften allein verwaltet und die mit deren Verwaltung zusammenhÃ¤ngenden Kosten und Abgaben bezahlt. Anderseits habe er auch den Nutzen der Liegenschaften bezogen. Auch wenn diese Zusatzvereinbarung aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht als Treuhandvertrag habe bezeichnet werden kÃ¶nnen, weil ein solcher aus zivilrechtlicher Sicht unzulÃ¤ssig gewesen wÃ¤re, mÃ¼sse der Kanton ZÃ¼rich die eigentÃ¼merÃ¤hnliche Stellung von G aus steuerrechtlicher Sicht anerkennen und dÃ¼rfe er deshalb das Grundeigentum in Y nicht als Bestandteil des NachlassvermÃ¶gens von K besteuern.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b> Es ist unbestritten, dass K zum Zeitpunkt ihres Todes am 17. Juni 2001 im Grundbuch als EigentÃ¼merin der erwÃ¤hnten Liegenschaften in Y eingetragen war. Diese sind denn auch am 30. Oktober 2003 an die A als Alleinerbin Ã¼bergegangen und von dieser gleichentags als VermÃ¤chtnis an G Ã¼bertragen worden.</p> <p class="Erwgung2">Die streitbetroffenen Liegenschaften wurden bewusst und mit gutem Grund auf K eingetragen, weil G als "Person im Ausland" gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber den Erwerb von GrundstÃ¼cken durch Personen im Ausland vom 16. Dezember 1983 (BewG) der Erwerb dieser Liegenschaften untersagt worden war (vgl. Ziff. I 2 des Erbteilungsvertrags vom 30. Dezember 1994 und BGr, 27. August 1997, 2A.590/1996/has) und er daran nur durch auf diesem Weg â als gesetzlicher Erbe seiner Halbschwester und somit Ã¼ber den Erwerbsgrund von Art. 7 lit. a BewG â die Bewilligung zur grundbuchlichen Ãbertragung der Liegenschaften auf seine Person erlangen konnte. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Bewilligungspflicht unterliegt nicht nur die grundbuchliche Ãbertragung von Grundeigentum, sondern â nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Betrachtungsweise â jedes RechtsgeschÃ¤ft, das einer Person im Ausland die tatsÃ¤chliche VerfÃ¼gungsmacht Ã¼ber ein bewilligungspflichtiges GrundstÃ¼ck verschafft. Als Erwerb eines GrundstÃ¼cks gilt deshalb auch der Erwerb anderer Rechte, die dem Erwerber eine Ã¤hnliche Stellung wie dem EigentÃ¼mer des GrundstÃ¼cks verschaffen kÃ¶nnen (Art. 4 Abs. 1 lit. g BewG). Somit war es G aufgrund Ã¶ffentlichrechtlicher Bestimmungen gleichermassen untersagt, das zivilrechtliche Eigentum Ã¼ber die GrundstÃ¼cke in Y oder die wirtschaftliche VerfÃ¼gungsmacht darÃ¼ber zu erlangen. (VGr, 10. Januar 2001, SB.2000.00042, StR 2001, 355 = ZStP 2001, 139). </p> <p class="Erwgung2">Die Argumentation der Pflichtigen, fÃ¼r die Erbschaftssteuer sei der "Ã¼bereinstimmende wirkliche Wille der Parteien [â¦] zu beachten und nicht einzelne Klauseln, die von den Parteien in der Absicht gebraucht wurden, die wahre Beschaffenheit des Vertrages zu verbergen und ihn 'genehmigungsfÃ¤hig' zu machen", verdient nach dem vorstehend Gesagten keinen Schutz. Eine solche Vereinbarung, die der Umgehung des Bundesbeschlusses Ã¼ber den Erwerb von GrundstÃ¼cken durch Personen im Ausland bezweckt, wÃ¤re denn auch nichtig (Ernst A. Kramer/Bruno Schmidlin, Berner Kommentar Band VI, 1. Abteilung, 1. Teilband, Bern 1986, Art. 18 OR N. 133). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Abgesehen davon fehlt es an einer wesentlichen Voraussetzung fÃ¼r das behauptete wirtschaftliche Eigentum von G: Wirtschaftliches Eigentum setzt nÃ¤mlich voraus, dass wesentliche Teile der VerfÃ¼gungsgewalt Ã¼ber eine Liegenschaft Ã¼bertragen worden sind, insbesondere das Recht, die Rechtsnachfolge frei zu bestimmen. </p> <p class="Erwgung2">Entgegen der Auffassung der Pflichtigen verlieh die Zusatzvereinbarung vom 18. Dezember 1998/5. Januar 1999 G nicht das Recht, jederzeit den Verkauf des Grundeigentums zu verlangen, sondern lediglich die Tilgung seiner Forderung. Im Beschluss des Bezirksrats BÃ¼lach vom 23. Oktober 1998 ist denn auch von "uneingeschrÃ¤nktem Eigentum" von K die Rede, welche "nicht an Weisungen von G gebunden" sei und insbesondere "die Liegenschaften jederzeit verÃ¤ussern" kÃ¶nne, "um die Ausgleichsschuld zu liquidieren". Zudem hatte diese gemÃ¤ss der erwÃ¤hnten Zusatzvereinbarung den vollen Nutzen aus den Liegenschaften; denn sie konnte ihrer Zinspflicht "durch Abtretung des nach Bezahlung sÃ¤mtlicher Kosten (inkl. derjenigen fÃ¼r den angemessenen Unterhalt der Liegenschaften) verbleibenden Nettoertrages der Liegenschaften an G nachkommen".</p> <p class="Urteilstext">Aus all dem Gesagten folgt, dass die streitbetroffenen GrundstÃ¼cke Bestandteil des NachlassvermÃ¶gens von K bildeten und daher vom Kanton ZÃ¼rich besteuert werden durften.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> Daran vermÃ¶gen die von den Pflichtigen ins Feld gefÃ¼hrte GemeinnÃ¼tzigkeit der Alleinerbin und die GefÃ¤hrdung einzelner gemeinnÃ¼tziger Projekte durch die hohen Erbschaftssteuern nicht zu Ã¤ndern. Wie die Finanzdirektion im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt hat, kann die damit verbundene Steuerbelastung nicht als konfiskatorisch bezeichnet werden und steht sie daher im Einklang mit den rechtsstaatlichen GrundsÃ¤tzen. Von einer unzulÃ¤ssigen Doppelbesteuerung kann ebenfalls keine Rede sein. </p> <p class="Urteilstext">Das fÃ¼hrt zur Abweisung des Rekurses.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten den Pflichtigen aufzuerlegen und fÃ¤llt eine Par­teientschÃ¤digung zu ihren Gunsten ausser Betracht (§ 151 Abs. 1 bzw. § 152 StG und § 17 Abs. 2 <span>des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [</span>VRG], je in Verbindung mit § 153 Abs. 4 und § 162 Abs. 3 StG). <span>Dem Rekursgegner steht ebenfalls keine ParteientschÃ¤digung zu, da die Begehren der Rekurrierenden nicht offensichtlich unbegrÃ¼ndet waren und ihm kein seine gewÃ¶hnlichen amtlichen Aufgaben Ã¼bersteigender Aufwand erwachsen ist (§ 43 Abs. 4 ESchG in Verbindung mit § 152 StG, § 153 Abs. 4 StG und § 17 Abs. 2 VRG; vgl. RB 1986 Nr. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Der Rekurs wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 44'440.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 44'500.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Rekurrierenden je zu 1/9 auferlegt, unter solidarischer Haftung eines jeden fÃ¼r die gesamten Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden keine zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>