Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Geschäfts-Nr.: PP140048- O/U.doc Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- berin lic. iur. S. Subotic Beschluss vom 9. Dezember 2014 in Sachen A._____, Beklagter und Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ gegen B._____, Klägerin und Beschwerdegegnerin vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ und / oder Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ betreffend Forderung (Gutachten) Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 17. Oktober 2014 (FV120058-F) - 2 - Erwägungen: 1.1. Die Parteien stehen seit dem 18. Dezember 2012 v or Vorinstanz in einem Forderungsprozess. Mit seiner Klageantwort vom 13. März 2013 (Urk. 7/14) reich- te der Beklagte und Beschwerdeführer (fortan Beklagter) drei Gutachten (Gutac h- ten Prof. Dr. C._____ vom 18. April 2010 (Urk. 7/16/2), Gutachten Prof. Dr. D._____ vom 14. Oktober 2011 (Urk. 7/16/7) und Gutachten E._____ AG vom 6. Januar 2011 (Urk. 7/16/3) ein. In ihrer Replik vom 31. Mai 2013 (Urk. 26) bean- tragte die Klägerin und Beschwerdegegnerin (fortan Klägerin), die drei Gutachten seien aus den Akten zu weisen. Diesen prozessualen Antrag hiess die Vorinstanz mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 (Urk. 2) gut und hielt fest, dass die drei Gu t- achten im weiteren Verfahren nicht berücksichtigt würden. 1.2. Hiergegen erhob der Beklagte mit Eingabe vom 5. November 2014 B e- schwerde mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2): " 1. Die Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 17. Oktober 2014 sei aufzuheben. 2. Die aus dem Recht gewiesenen Gutachten der Profes. C._____ und D._____ sowie das Gutachten des E._____ seien als Be- weismittel zuzulassen und der Prozess vor erster Instanz unter Berücksichtigung derselben weiterzuführen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwer- degegnerin." 2.1. Der angefochtene Entscheid stellt eine prozessleitende Verfügung dar, wel- che nur unter de r Voraussetzung von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO mit Beschwerde anfechtbar ist. Der Entscheid, ob unter den konkret dargelegten Umständen ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil nach Art. 319 lit. b ZPO droht oder nicht, liegt im (pflichtgemässen) Ermessen des Gerichts (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2013, 2. Aufl., N 13 zu Art. 319 ZPO). Die Beweislast für das Best ehen der Gefahr eines solchen Nachteils trägt die B e- schwerde führende Partei, falls die Gefahr nicht von vornherein offenkundig ist (Sterchi, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, a.a.O., N 15 zu Art. 319 ZPO). Fehlt die Rechtsmittelvor aussetzung des drohenden, nicht - 3 - leicht wieder gutzumachenden Nachteils, so ist auf die Beschwerde nicht einz u- treten (zum Ganzen: OGer ZH PE110026 vom 6. Februar 2012; OGer ZH RB130002 vom 21. März 2013 = ZR 112/2013 Nr. 52). Beim Entscheid, eines oder mehr ere Beweismittel in einem Verfahren nicht zuzu- lassen bzw. nicht zu beachten, handelt es sich um einen Beweisentscheid. Jeder Beweisentscheid erschwert in einem gewissen Mass die Lage der davon betroff e- nen Partei(en); insofern ist ein Nachteil durchaus zu b ejahen. Entscheidend für die Zulässigkeit einer Beschwerde ist jedoch nicht das Vorliegen eines Nachteils als solchen, sondern dass derselbe nicht leicht wiedergutzumachen ist. Diese V o- raussetzung ist bei einem Beweisentscheid grundsätzlich zu verneinen, denn der durch einen allenfalls unrichtigen Beweisentscheid entstehende Nachteil kann r e- gelmässig mit dem Rechtsmittel gegen den Endentscheid korrigiert werden (H a- senböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweize- rischen Zivilprozessordnung, a.a.O., N 25 zu Art. 154 ZPO; Schmid, in: Obe r- hammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, Basel 2014, 2. Aufl.,N 5 zu Art. 154 ZPO; differenzierend Leu, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE - Kommentar zur ZPO, Zürich/St. Gallen 2011, N 169 ff. zu Art. 154 ZPO). 3.1. Der Beklagte macht in seiner Beschwerde keinen nicht leicht wieder gutz u- machenden Nachteil geltend, weshalb die Voraussetzung von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO nicht erfüllt ist. Der Umstand, dass die Vorinstanz offenbar davon ausz uge- hen scheint, die Voraussetzung von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO sei im konkreten Fall erfüllt (vgl. Urk. 2 S. 2), ändert hieran nichts. Der Beklagte ist anwaltlich vertreten und hätte somit wissen müssen, dass er einen nicht leicht wieder gutzumachen- den Nachteil darzutun hat, damit auf seine Beschwerde eingetreten werden kann. Er wird in einem allfälligen Rechtsmittel gegen den Endentscheid der Vorinstanz Gelegenheit haben, die Nichtbeachtung der von ihm eingereichten Beweismittel zu rügen. 3.2. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unzuläs- sig, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Dementsprechend kann auf die Einho- lung einer Beschwerdeantwort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). - 4 - 4.1 Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 9 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 500.– festzusetzen. 4.2 Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem unterliegenden Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 4.3. Der Klägerin ist mangels relevanter Umtriebe für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beklagten auf- erlegt. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 1, sowie an das Bezirksgericht Horgen, Einzelgericht im vereinfachten Verfahren, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen B e- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich in der Hauptsache um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 30'000.–. - 5 - Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Zürich, 9. Dezember 2014 Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. S. Subotic versandt am: mc