<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament Bericht und Antrag zur umweltgerechten Bewältigung des Verkehrs im Knonauer Amt vorzulegen. Dieser soll mindestens folgende Themenbereiche umfassen:</p><p>- Aufschlüsselung des im Knonauer Amt zirkulierenden Verkehrs (öffentlicher und privater) nach Herkunft und Ziel, nach Tageszeiten sowie nach Personen- und Güterverkehr;</p><p>- Kosten des Baues der A 4 im Knonauer Amt (fehlender Teil plus Teil der Westumfahrung, der zur Funktionstüchtigkeit der A 4 notwendig ist, Überdeckung des Teilstückes bei Knonau);</p><p>- Kosten einer neuen Bahnlinie von Zürich ins Knonauer Amt durch den Uetliberg, und zwar in folgenden Varianten:</p><p>1. als Teil der Neat-Zufahrt (Stuttgart-)Zürich-Luzern-Seelisberg-Gotthard-Italien (doppelspurig, hochgeschwindigkeitstauglich);</p><p>2. als Teil einer S-Bahn-Verbindung Knonauer Amt-Zürich mit Uetlibergtunnel zur Abkürzung der Urdorfer Schleife (allenfalls einspurig);</p><p>3. Kombination der Ziffern 1 und 2;</p><p>- Massnahmenpaket zur Umlagerung des Personen- und Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene, inklusive Angabe der Kosten der einzelnen Massnahmen;</p><p>- Abschätzung der Kosten und Auflistung der Vor- und Nachteile einer Bahnverbindung (Stuttgart-)Zürich-Uetliberg-Knonauer Amt-Rotkreuz-Luzern-Seelisberg-Gotthard-Mailand gegenüber der SBB-Variante (Vollausbau) Zürich-Thalwil-Litti-Zug-Arth-Goldau-Gotthard.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Postulat verlangt die Erarbeitung eines umfassenden Verkehrskonzeptes für das Knonauer Amt unter Einbezug des Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs. Vor Inbetriebnahme der A 4 im Knonauer Amt mit dem Islisbergtunnel soll der öffentliche Verkehr aufgewertet werden, wozu einerseits die Variante der Zufahrt aus Zürich zur Gotthardachse der Neat erneut zu überprüfen wäre und alternativ oder ergänzend das Regionalverkehrsangebot mittels neuer Infrastrukturen (Uetlibergtunnel) zu verbessern wäre.</p><p>Bei der Erarbeitung nationaler Verkehrsinfrastrukturen wie des Autobahnnetzes sowie des übergeordneten Eisenbahnnetzes mit den Zufahrten zur Neat muss sich der Bund von einer gesamtschweizerischen Sicht leiten lassen. Beim Einbezug der Ostschweiz in das Konzept der schweizerischen Alpentransversalen wurde die im Postulat erwähnte Variante Uetliberg im Jahre 1991 neben weiteren Möglichkeiten vergleichend untersucht (Einbezug der Ostschweiz in Alptransit. Zweckmässigkeitsprüfung). Es zeigte sich, dass die Variante Uetliberg für die Stadt Zürich und die nördliche Ostschweiz zwar einen geringfügig grösseren Nutzen stiften würde als die Variante Zimmerberg-/Hirzeltunnel. Letztere dient aber der gesamten Ostschweiz am optimalsten. Aus übergeordneter Sicht ist deshalb die Variante Uetliberg, welche nur schlecht etappierbar wäre, abzulehnen.</p><p>Zudem hätte ein Zurückkommen auf den damaligen Entscheid weitere Verzögerungen im Anschluss von Zürich und der Ostschweiz an die Neat zur Folge, da die Machbarkeit und Akzeptanz der Uetlibergvariante noch nicht nachgewiesen ist. Im Gegensatz dazu ist der Stand der Projekte Zürich-Thalwil und Zimmerbergtunnel bereits weit fortgeschritten: Die Strecke Zürich-Thalwil ("Bahn 2000") ist bereits im Bau; der Zimmerbergtunnel vom Nidelbad bei Thalwil bis Litti bei Baar und der Hirzeltunnel (Alptransit) sind entscheidungsreif. Im Rahmen der Beratungen der Finanzierungsvorlage FöV wird der Realisierungszeitraum gegenwärtig im Parlament behandelt. Für neue Bahnstrecken im Mittelland ist mit 50 bis 80 Millionen Franken pro Kilometer Doppelspur zu rechnen. Ferner würden bereits begonnene Investitionen, z. B. bei der Neubaustrecke Zürich-Thalwil, entwertet.</p><p>Ein erheblicher Infrastrukturausbau der S-Bahn-Verbindungen zwischen Zürich und dem Knonauer Amt mit einem Uetlibergtunnel zwischen den Räumen Engel/Allmend und Wettswil ist aufgrund der Nachfragepotentiale aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu verantworten. Demgegenüber kann ein bedarfsgerechter Ausbau der bestehenden Linien Sinn machen. Ausserdem kann die Führung allfälliger Eilzüge dieselbe Fahrzeitersparnis mit wesentlich geringeren Investitionen bringen. Vorsorglich ist im kantonalen Richtplan die bedarfsgerechte Erweiterung der bestehenden Strecke gesichert. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat sich mehrfach im gleichen Sinne geäussert.</p><p>Ob im Hinblick auf die Eröffnung der durchgehenden A 4 das öffentliche Verkehrsangebot im Knonauer Amt zu überprüfen ist, liegt nicht in der Zuständigkeit des Bundesrates. Die Bestellung regionaler Verkehrsangebote und die Erstellung der diesbezüglichen kleinräumigen Planungsgrundlagen sind Aufgabe der betroffenen Kantone. Der Bund hätte hierfür auch nicht die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen.</p><p>Die Kosten des Baus der A 4 bzw. der A 20 im Knonauer Amt beträgt gemäss heutiger Schätzungen 2729 Millionen Franken. Diese verteilen sich folgendermassen auf die einzelnen Projekte:</p><p>- Bergermoos-Fildern: 1434 Millionen Franken;</p><p>- Fildern-Knonau: 1150 Millionen Franken;</p><p>- Knonau-Kantonsgrenze Zug: 145 Millionen Franken.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.