BRKE III Nr. 281 und 282/1991 vom 18. Dezember 1991 in BEZ 1992 Nr. 6 3. Die Rekurrenten wenden gegen die in der Nachbarschaft geplante Abstellflä- che für 34 Personenwagen im wesentlichen ein, die Anlage bewirke u nzumutbare Lärmimmissionen, zumal sie von den Schichtarbeitern der zugehörigen Industriebe- triebe auch nachts rege benützt werde. Im gleichen Sinne st örend würde sich die allfällige Vermietung oder unentgeltliche Überlassung der Abstellfläche für Grossa n- lässe wie Messen, Ja hrmärkte usw. auswirken, weshalb eine derartige Nutzung vo r- sorglich zu verbieten sei. Gemäss der seit dem 1. Oktober 1990 in Kraft stehenden Vorschrift von Ziffer 1.2.2 des Anhanges zur Verordnung über das baurechtliche Verfahren vom 19. April 1978 (Bauver fahrensverordnung, BVV) fällt die Erteilung bau rechtlicher Bewilligu n- gen von Anlagen in Betrieben bezüglich ihrer Übereinstimmung mit den Vorschri ften über die Luftreinhaltung und den Lärmschutz - ausgenommen in den Städten Zürich und W interthur - in die u nmittelbare Zuständigkeit der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich (vgl. auch den Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 5. September 1990, RRB Nr. 2975/1990, Ziffer 11.3; Krei s- schreiben der Direktion der öffentlichen B auten vom 26. September 1990, Ziffer 3). Dies unabhängig davon, ob di ese Betriebe der Arbeitsgesetzgebung unte rstellt sind oder nicht. Von dieser Zuständigkeitsordnung erfasst werden zunächst alle herkömmlichen Industrie- und Gewerbebetriebe bezüglich säm tlicher Betriebsanlagen (Produkti- onsmaschinen, W erkstätten, Ventilatoren, Abluftanlagen, W erkplätze, Güteru m- schlagflächen, Garagen, Parkplätze etc.), und zwar unabhängig von der Grösse der Anlage. Zudem ist die Zuständigkeit der Volkswirtschaftsdirektion g rundsätzlich auch bei der Beurteilung von Diens tleistungsbetrieben (Läden, Praxen, Büros, Ateliers etc.) gegeben, soweit sich Lärmschutz - und/oder Luftreinhaltefragen stellen. Ebenso fallen betriebsähnliche Anl agen wie Tankstellen, Autowaschanlagen, Glassa mmel- stellen, Sportanlagen (Schwim mbäder, Tennisplätze etc.) in die Zuständigkeit der Volkswirtschaftsdirektion. Anlässlich der Revision der Bauverfahrensverordnung hielt der Regierungsrat denn auch fest, dass die beim Vollzug der Vorschriften über die Luft reinhaltung und den Lärmschutz, insbesondere aber auch bei Sanierungsa nordnungen zu lösenden Sach- und Rechtsfragen oftmals auch bei kleinen B etrieben komplex seien. Viele Gemeinden könnten anhand der wenigen zu beurteilenden Betriebe nicht da sjenige Mass an Erfahrung sammeln, welches einen Vollzug der einschlägigen Erlasse ohne - 2 - unvertretbaren administrativen Au fwand erst ermögliche (vgl. RRB Nr. 2975/1990). In der Tat erheischt die sachgerechte und einheitliche Anwendung der komplexen Vorschriften des Umwe ltschutzrechts in aller Regel eine umfassende kantonale Zu- ständigkeit. Eine differenzierte Interpre tation des in Ziffer 1.2.2 Anhang BVV ve r- wendeten Begriffes " Anlagen in Betri eben" rechtfertigt sich daher nicht, sondern es ist die Zuständigkeitsfrage zur Beurteilung der oftmals schwierigen und hei klen Lärmschutz- und Luftreinhaltefragen ausgehend von der umweltschutzrechtlichen Problemstellung und nicht etwa von einer wirtschaftl ichen oder anderen Definition des Anlage- bzw. Betriebsbegriffes her auszulegen. 4. Die vorliegend umstrittene Fahrzeugparkierungsanlage für 34 Personenw a- gen auf dem Fabrikareal der W eberei X. ist nordwestlich des bestehenden Gebäu- dekomplexes G2 und G5 vorgesehen. Die Abstellplätze sollen vorab den auf dem Baugrundstück angesiedelten Industriebetrieben dienen. Beim Bauvorhaben handelt es sich um eine neue ortsfeste Anlage, welche als verschiedenen Industrieb etrieben zugehörig zu qualifizieren ist. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind anhand der Vorschriften der Luf treinhalteverordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV) und der Lärmschutzverordnung vom 15. September 1986 (LSV) zu prüfen (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Verbi ndung mit Art. 1 Abs. 1 und 2 lit. a LSV sowie Art. 2 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 LRV). Die kommunale Ba u- behörde war demnach nur zur baurechtlichen Beurteilung des Parkplatzes zuständig und hätte bezüglich der Pr üfung der Übereinstimmung des Projekts mit den Vo r- schriften des Lärmschutzes und der Luftreinhaltung in der Baubewilligung einen B e- willigungsvorbehalt zugun sten der Volkswirtschaftsdirektion statuieren und die Akten an die Kantonale Behörde überweisen müssen. 5. Demzufolge sind die Rekurse aus formellrechtlichen Gründen gutzuheissen, soweit darauf einzutreten war. Der Gemeinderat ist in Rückweisung der Akten einzu- laden, den Beschluss vom 4. September 1991 durch den erwähnten Bewilligung s- vorbehalt zu ergänzen.