A bteilung I A -2026/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. A pril 2007 M itw irkung: R ichter Beat Forster (Vorsitz); R ichter Pierre Leu; R ichter M arkus M etz; G erichtsschreiber Sim on M üller. A._______ Beschw erdeführer, gegen Eidgenössisches Starkstrom inspektorat (EStI), Luppm enstrasse 1, 8320 Fehraltorf, Vorinstanz betreffend M ängelbehebung an elektrischen N iederspannungsinstallationen, Verfü- gung vom 6. N ovem ber 2006. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 23. Juni 2005 führte die SicuroC entral AG im Auftrag der C entral- schw eizerischen Kraftw erke Luzern eine periodische Sicherheitskontrolle der elektrischen Installationen in Liegenschaften von A._______ durch. D abei stellte sie verschiedene M ängel fest, w elche sie in einem Kontrollbericht festhielt. Für die Behebung dieser M ängel setzte sie eine Frist bis 20. O ktober 2005 an. M it Erinnerungsschreiben vom 27. O ktober 2005 und vom 19. Januar 2006 setzte sie zw ei N achfristen von je rund drei M onaten an. N ach Ablauf dieser Fristen stellte sie den Kontrollbericht am 12. M ai 2006 dem eidgenössischen Starkstrom inspektorat (EStI) zu. B. D as EStI forderte A._______ m it Schreiben vom 17. Juli 2006 auf, die im Kontrollbericht festgestellten M ängel bis am 17. O ktober 2006 beheben zu lassen. Für den U nterlassungsfall drohte es eine gebührenpflichtige Verfügung an. C . M it Verfügung vom 6. N ovem ber 2006 verlangte das EStI unter Androhung einer Busse im U nterlassungsfall die Behebung der M ängel und die Einreichung des Sicherheitsnachw eises bis am 6. Januar 2007. Für den Erlass dieser Verfügung erhob es eine G ebühr von Fr. 400.-. D . G egen diese Verfügung erhob A._______ am 12. N ovem ber 2006 Beschw erde an die Eidgenössische R ekurskom m ission für Infrastruktur und U m w elt (R EKO /IN U M ). Er beantragt sinngem äss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Verlängerung der Instandstellungsfrist bis nach einem vorgesehenen U m bau der Liegenschaften im W inter 2007/2008 sow ie den Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten. Zur Begründung führt er aus, er beabsichtige, die Liegenschaft um zubau- en. Im R ahm en dieses U m baus w ürden die elektrischen Installationen er- neuert. Er habe dies dem Kontrolleur auch m itgeteilt. E. Per 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverw altungsgericht zuständig- keitshalber das Verfahren. F. In seiner Vernehm lassung vom 8. Februar 2007 beantragt das EStI die Ab- w eisung der Beschw erde. Es führt aus, der Eigentüm er einer Liegenschaft sei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen stets den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entsprechen. D em Beschw erdefüh- rer seien angem essene Fristen zur Behebung der festgestellten M ängel gesetzt w orden. D ieser habe die Fristen jedoch ungenutzt verstreichen las- sen. D er Beschw erdeführer habe zw ar anlässlich der Kontrolle angekün- digt, die O bjekte um bauen zu w ollen. In den seither verstrichenen m ehr als eineinhalb Jahren sei jedoch nichts in dieser R ichtung unternom m en w or- den. D as EStI sei im Ü brigen zum Erlass einer Verfügung in dieser Frage befugt. Aus Sicherheitsgründen w äre lediglich denkbar, die O bjekte kom - plett strom los zu m achen. Eines der O bjekte sei jedoch ein W ohnhaus, w eshalb diese M öglichkeit ausser Betracht falle. 3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Behandlung von Beschw erden ge- gen Verfügungen des EStI und zur Ü bernahm e des vorliegenden Verfah- rens von der R EKO /IN U M zuständig (Art. 21 und 23 des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1902 betreffend die elektrischen Schw ach- und Starkstrom - anlagen [EleG ; SR 734.0] i.V.m . Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G ; SR 173.32]). D ie Beschw erdelegitim ation (Art. 48 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG ; SR 172.021]) sow ie die üb- rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 52 und 63 Abs. 4 Vw VG ) sind er- füllt, so dass auf die Beschw erde einzutreten ist. 2. G estützt auf Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 7. N ovem ber 2001 über elektrische N iederspannungsinstallationen (N IV; SR 734.27) hat der Eigen- tüm er dafür zu sorgen, dass die elektrischen Installationen ständig den ge- setzlichen Anforderungen entsprechen. Er m uss auf Verlangen den ent- sprechenden Sicherheitsnachw eis erbringen und M ängel unverzüglich be- heben lassen (Art. 5 Abs. 1 und 3 N IV). W erden bei einer Kontrolle M ängel festgestellt, setzen die N etzbetreiberin oder das EStI gem äss Art. 40 Abs. 2 N IV eine angem essene Frist zu deren Behebung. W erden die M än- gel innerhalb der gesetzten Frist nicht behoben, übergibt die N etzbetreibe- rin die D urchsetzung dem EStI. 3. D ie gem äss der angefochtenen Verfügung zu behebenden M ängel der In- stallationen des Beschw erdeführers w urden im R ahm en einer Kontrolle ge- m äss N IV in der Fassung vom 6. Septem ber 1989 (AS 1989 1834) festge- stellt. U m stritten ist im vorliegenden Verfahren nicht die Kontrolle, sondern die Pflicht des Eigentüm ers zur M ängelbehebung, für die m angels einer abw eichenden Ü bergangsbestim m ung das geltende R echt m assgebend ist. 4. D er Beschw erdeführer m acht zunächst geltend, er habe nie eine Vertrags- vereinbarung m it H inw eis auf die gesetzlichen Bestim m ungen unterschrie- ben und bestreitet das R echt der Vorinstanz, die angefochtene Verfügung zu erlassen. N achdem vorliegend kein vertragliches Verhältnis im Streit steht, ist davon auszugehen, dass m it dieser R üge die Kom petenz der Vor- instanz bestritten w ird, in der vorliegenden Angelegenheit zu verfügen. 4.1 D ie Vorinstanz führt dazu aus, ihre Verfügungskom petenz sei in keiner der genannten Bestim m ungen ausdrücklich geregelt. Sie ergebe sich aber aus Art. 3 und 21 Ziff. 2 EleG i.V.m . Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 7. D e- zem ber 1992 über das Eidgenössische Starkstrom inspektorat (nachfol- gend Vo EStI, SR 734.24), w onach das EStI Aufsichts- und Kontrollinstanz für elektrische Anlagen, die nicht dem Bundesam t für Verkehr unterstün- den, sei. Auch die Erhebung einer G ebühr sei durchaus zulässig (Art. 41 N IV). 4.2 D ie Vorinstanz beruft sich zurecht darauf, dass sich aus ihrer Aufsichts- kom petenz auch eine Verfügungskom petenz ergebe. W er zur Erfüllung ei-4 ner Verw altungsaufgabe zuständig ist, ist – abw eichende R egelungen vor- behalten – auch zuständig, dam it verbundene Verw altungsrechtsverhält- nisse durch Verfügung zu regeln (BG E 115 V 375 E. 3a, PIER R E TSC H AN N EN / U LR IC H ZIM M ER LI, Allgem eines Verw altungsrecht, 2. Aufl. Bern 2005, § 28 R z. 19). D ie Aufsicht über die elektrischen Installationen ist eine Verw al- tungsaufgabe, die dem EStI durch Art. 1 Abs. 1 Vo EStI übertragen w or- den ist. N am entlich übernim m t das EStI gem äss Art. 40 Abs. 3 N IV die D urchsetzung, w enn nach zw eim aliger M ahnung der Sicherheitsnachw eis nicht eingereicht w ird. 4.3 D as EStI w ar dam it zum Erlass der angefochtenen Verfügung kom petent, die Beschw erde erw eist sich in diesem Punkt als unbegründet. 5. W eiter m acht der Beschw erdeführer geltend, er sei sich keiner Schuld be- w usst. D abei geht er m öglicherw eise davon aus, bei der auferlegten Ver- w altungsgebühr handle es sich um eine Busse. Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich indessen nicht um eine verw altungsrechtliche Sanktion, sondern um eine Aufforderung zur H erstellung des rechtm äs- sigen Zustandes, verbunden m it der Androhung einer Busse (vgl. dazu U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungs- recht, 5. Aufl. Zürich 2006, R z. 1150). D aneben w urden die angefallenen Verw altungsgebühren in R echnung gestellt, jedoch nicht eine Busse aus- gesprochen. Eine solche Kostenauferlage ist auch ohne Verschulden des Betroffenen zulässig. 6. U nklar ist, w as der Beschw erdeführer m it seiner R üge, es seien ihm nie die gesetzlichen Bestim m ungen zugestellt w orden, geltend m acht. G e- setzes- und Verordnungsbestim m ung brauchen zu ihrer Verbindlichkeit nicht den Adressaten eröffnet zu w erden, sondern w erden durch Publikati- on in der Am tlichen Sam m lung des Bundesrechts (AS) w irksam (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die Sam m lungen des Bundesrechts und das Bundesblatt [PublG , SR 170.512]). Sow eit in den Ausführungen des Beschw erdeführers die R üge einer ungenügenden Be- gründung der angefochtenen Verfügung zu sehen ist, erw eist sie sich als nicht stichhaltig. D ie Verfügung w eist eine kurze Begründung auf, in der die w esentlichen G esichtspunkte dargelegt und die m assgeblichen recht- lichen Bestim m ungen zitiert w erden. Aus der Begründung ist ersichtlich, von w elchen Ü berlegungen sich die Vorinstanz leiten liess und versetzt den Beschw erdeführer in die Lage, die Tragw eite der Entscheidung zu be- urteilen und sie in voller Kenntnis der U m stände an eine höhere Instanz w eiterzuziehen (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1706). D ie Begründung ist dam it nicht zu beanstanden. 7. Ferner m acht der Beschw erdeführer geltend, da der U m bau seiner Liegen- schaften unm ittelbar bevorstehe, sei die Instandstellung der Installationen unverhältnism ässig, entsprechend sei die Instandstellungsfrist zu verlän- gern. 7.1 D ieser Argum entation kann nicht gefolgt w erden. D as vom Beschw erde- führer angeführte Projekt ist zu w enig konkret, um eine Fristverlängerung zu rechtfertigen. W eder hat der Beschw erdeführer einen Term inplan für 5 den U m bau vorgelegt, noch hat er, w ie eine R ückfrage der Vorinstanz bei der zuständigen Bauverw altung ergeben hat, ein Baugesuch eingereicht. D er Beschw erdeführer hat zw ar das U m bauprojekt bei der Kontrolle vom 23. Juni 2005 erw ähnt, seither jedoch keine konkreten Schritte zur R ealisierung des Projektes unternom m en. 7.2 N achdem das Kontrollorgan und die Vorinstanz bereits dreim al m ehrm ona- tige Fristen zur M ängelbehebung angesetzt haben, scheint es angem es- sen, dass die Vorinstanz nunm ehr in verbindlicher Form eine letzte Frist verfügte. Ist nicht absehbar, ob und w ann die Liegenschaften um gebaut w erden, liegt kein G rund vor, diese Frist zu verlängern. 8. Schliesslich bem ängelt der Beschw erdeführer die Erhebung einer Verw al- tungsgebühr. G em äss Art. 41 N IV erhebt das EStI für Verfügungen nach dieser Verordnung G ebühren nach Art. 9 und 10 Vo EStI. D as EStI erhebt für seine Verfügungen eine G ebühr von höchstens Fr. 1'500.- (Art. 9 Abs. 1 Vo EStI). G em äss Art. 9 Abs. 2 Vo EStI richtet sich die H öhe der G ebühren nach dem entstandenen Aufw and. D em EStI kom m t innerhalb dieses G ebührenrahm ens ein erheblicher Erm essensspielraum zu. D ie er- hobene G ebühr bew egt sich im unteren Bereich der von der Verordnung vorgegebenen Bandbreite. D as EStI hatte bei der Bearbeitung der Angele- genheit einigen Aufw and zu betreiben, so w ar das vom Kontrollorgan überw iesene D ossier und die M ängelanzeige zu prüfen, eine N achfrist an- zusetzen, die Einhaltung der Frist zu kontrollieren und schliesslich eine an- fechtbare Verfügung auszuarbeiten. Fr. 400.- erscheinen dam it im vorlie- genden Fall als angem essen. D ie Erhebung der G ebühr ist w eder im G rundsatz noch in der H öhe zu beanstanden. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschw erdeführer als unter- liegende Partei und er hat die Verfahrenskosten von Fr. 1000.-- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind m it dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben H öhe zu verrechnen (Art. 5 Abs. 3 der Verordnung vom 10. Sep- tem ber 1969 über Kosten und Entschädigungen im Verw altungsverfahren [SR 172.041.0]). 10. D em Beschw erdeführer als unterliegender Partei steht keine Parteient- schädigung zu (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D er Beschw erdeführer hat innerhalb von drei M onaten ab R echtskraft des vorliegenden Entscheides der Anordnung des EStI in den Ziffern 1 und 2 der Verfügung vom 6. N ovem ber 2006 nachzukom m en. 3. D ie Verfahrenskosten w erden auf Fr. 1'000.-- festgesetzt und dem Be- schw erdeführer auferlegt. Sie w erden m it dem geleisteten Kostenvor- schuss verrechnet. 4. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen.6 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (eingeschrieben, R ef-N r. W -2718) - dem G eneralsekretariat U VEK (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Beat Forster Sim on M üller R echtsm ittelbelehrung G egen das vorliegende U rteil kann eine Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten beim Bundesgericht erhoben w erden. D ie Beschw erde ist innert 30 Tagen seit der Ausfertigung des angefochtenen U rteils zu erheben. D ie R echtsschrift ist in einer Am ts- sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eis- m ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w er- den (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110). Versand am :