B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2102/2012 U r t e i l v o m 1 9 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. Parteien A._______, c/o B._______, vertreten durch lic. iur. Adrian Fiechter, Rechtsanwalt, C._______, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Rentenrevision (Verfügung vom 15. März 2012). C-2102/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Verfügung vom 18. Mai 1999 hiess die IV -Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) das Gesuch um Invalidenrente der Beschwerdeführerin vom 15. September 1997 gut und sprach ihr eine halbe Rente zu mit Wir- kung ab 1. Oktober 1996 ( IV-act. 33). Nach durchgeführter Rentenrevisi- on stellte die IVSTA mit Verfügung vom 15. August 2001 fest, dass rück- wirkend ab dem 1. Februar 2000 ein Anspruch auf eine volle Rente b e- stehe (IV-act. 75). Die folgende Rentenrevision im Jahre 2006 ergab kei- ne rentenbeeinflussende Änderung (IV-act. 108). B. Im Rahmen des nächsten Revisionsverfahrens liess die IVSTA die Be- schwerdeführerin durch das medizinische Zentrum D._______ (MZR) im Mai 2011 interdisziplinär begutachten. Das interdisziplinäre Gutachten vom 16. Mai 2011 (IV-act. 233) liess die IVSTA dem internen ärztlichen Dienst (RAD) zukommen, welcher am 16. August 2011 (IV-act. 238) dazu Stellung nahm. Gestützt darauf teilte die IVSTA der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 16. November 2011 mit, dass kein Anspruch mehr auf eine Rente bestehe, da sich ihr Gesundheitszustand seit dem 1. J a- nuar 2006 verbessert habe ( IV-act. 239). Dagegen erhob die Beschwer- deführerin am 13. Dezember 2011 formell Einwand ( IV-act. 242) und reichte am 8. Februar 2012 eine Stellungnahme dazu ein. C. Mit Verfügung vom 15. März 2012 stellte die Vorinstanz fest, dass ab dem 1. Mai 2012 kein Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversich e- rung bestehe, und sie ent zog einer allfälligen Beschwerde die aufschi e- bende Wirkung (IV-act. 257). Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 19. April 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bea n- tragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und es sei ihr wei- terhin e ine volle IV -Rente zuzusprechen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte sie, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu e r- teilen (recte: wiederherzustellen), der Beschwerdeführerin die unentgeltli- che Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren. D. Mit Zwischenverfügungen vom 30. April 2012 forderte das Bundesverwal- tungsgericht die Beschwerdeführerin auf, das Formular "Gesuch um u n- entgeltliche Rechtspflege" einzureichen und ersuchte die Vorinstanz um Vernehmlassung. Das Formular ging am 14. Juni 2012 beim Bundesver-C-2102/2012 Seite 3 waltungsgericht ein. Mit Eingabe vom 25. Mai 2012 beantragte die Vorin- stanz die Abweisung des Antrags auf Wiederherstellung der aufschieben- den Wirkung der Beschwerde. Mit Zwischenverfügung vom 18. Juni 2012 wies das Bundesverwaltungsger icht das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab und stellte die Vernehmlassung der Vor- instanz vom 25. Mai 2012 der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme zu. E. Mit Zwischenverfügung vom 3. Juli 2012 forderte das Bundesverwa l- tungsgericht die Beschwerdeführerin auf, Beweismittel betreffend die ge l- tend gemachten Auslagen und Schulden einzureichen und ersuchte die Vorinstanz um Vernehmlassung. Die Beschwerdeführerin reichte die B e- weismittel am 27. Juli 2012 ein. Mit Zwischenverfügung vom 16. Au gust 2012 wies das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab und erhob einen Kostenvorschuss. Mit Eingabe vom 31. August 2012 beantragte die Beschwerdeführerin die Ratenzahlung für den Kostenvorschuss. Die Vernehmlassung der Vor instanz ging am 4. September 2012 beim Bundesverwaltungsgericht ein. Mit Zwischenver- fügung vom 11. September 2012 hiess das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch um Ratenzahlung gut und stellte die Vernehmlassung der Vorinstanz der Beschwerdeführerin zur Replik zu. Die Raten wurden frist- gerecht bis am 31. Dezember 2012 bezahlt. F. Am 25. Januar 2013 reichte die Beschwerdeführerin die Replik innert (zweimal erstreckter) Frist ein und stellte zusätzlich den Antrag, es sei eventualiter ein neutrales rheumatologi sches/psychiatrisches Gutachten zu erstellen. Die Replik wurde der Vorinstanz am 31. Januar 2013 zur Duplik zugestellt. Die Duplik ging am 25. Februar 2013 beim Bundesve r- waltungsgericht ein und wurde der Beschwerdeführerin zur Kenntni s- nahme zugestellt. Am 1. März 2013 schloss das Bundesverwaltungsge- richt den Schriftenwechsel. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland C-2102/2012 Seite 4 (Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG, SR 831.20]) zuständig. Als Verfügungsadressa- tin ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1] ). Auf die frist - und formge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bunde srecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts s o- wie Unangemessenheit des Entscheids gerügt werden (Art. 49 VwVG). 3. Die Beschwerdeführerin hat Wohnsitz in Ägypten. Da z wischen der Schweiz und Ägypten kein Sozialversicherungsabkommen besteht, sind vorliegend ausschliesslich schweizerische Rechtsvorschriften anwendbar. In zeitlicher Hinsicht kommen grundsätzlich diejenigen Rechtsnormen zur Anwendung, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatb e- standes Geltung haben. Das Bundesverwaltungsgericht stellt auf den Sachverhalt ab, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 15. März 2012) verwirklicht hat (BGE 131 V 242 E. 1.1 S. 243 m.w.H.). Massgebend sind daher vorab die ab 1. Januar 2008 a n- wendbaren Bestimmungen des ATSG und des IVG (5. IVG -Revision, in Kraft seit 1. Januar 2008, AS 2007 5129) . Die Bestimmungen des ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a; in Kraft seit 1. Januar 2012) sind hier sachlich nicht einschlägig. 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz h a- be ihre Begründungspflicht verletzt. Sie gelange pauschal mit Verweis auf die im Sachverhalt zitierten Gutachte n zum Schluss , dass sich ihr G e- sundheitszustand verbessert habe, ohne die genauen Stellen in den Gu t- achten zu bezeichnen. 4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Gehörsanspruch umfasst als Mitwirkungsrecht alle Befugni s- se, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren C-2102/2012 Seite 5 Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Damit korreliert die Pflicht der B e- hörden, dass sie die Vorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in i h- rer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die B e- gründung mu ss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentl i- chen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten la s- sen und auf die es ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich is t, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinande r- setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 4.3 Die Beschwerdeführerin verkennt den Gehalt der Begründungspflicht. Die angefochtene Verfügung ist einlässlich begründet und nennt die w e- sentlichen Überlegungen, von denen sich die Vorinstanz bei ihrem En t- scheid hat leiten lassen. Die Vorinstanz war nicht gehalten, die Stellen in den Gutachten anzugeben , auf welche sie sich stützt . Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Der Begründungspflicht ist damit Genüge getan. 5. 5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass ab dem 1. Mai 2012 kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente be- steht. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem 1. Januar 2006 verbessert. Es bestünden keine konstanten starken Schmerzen mehr und der Haushalt könne bei guter Einteilung selber e r- ledigt werden. Das weichteilrheumatisch e Schmerzsyndrom sei in Ägy p- ten in der Wärme gut kontrolliert, und die histrionische Persönlichkeitsstö- rung habe keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe aus psychiatrischer und rheumatologischer Sicht eine Verbesserung des G e- sundheitszustandes. Die von der Beschwerdeführerin zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Floristin oder Antiquitätenhändlerin sowie eine angepasste, körperlich leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit in sitzender oder wechselnder Position sei zu 100% ganztags zumutbar. 5.2 Die Beschwerdeführerin richtet sich gegen die Beweiswürdigung und die anschliessende Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz. Sie bestreitet eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes; a ufgrund ihrer zahlre i-C-2102/2012 Seite 6 chen Beschwerden müsse von einer massiven Verschle chterung ausge- gangen werden . Das Gutachten de s MZR sei veraltet. Die Vorinstanz stütze sich nicht auf einen neuen Sachverhalt, sondern würdige diesen lediglich anders, weshalb die neuere Rechtsprechung zu den somatofo r- men Schmerzstörungen nicht zur Anwendung komme (Beschwerdeakten, act. 1, insbes. S. 7 ff., 11 und 12). Replicando bringt die Beschwerdefüh- rerin vor, dass die Schmerzstörungen in Ägypten gut kontrolliert seien, sie aber dort keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen könne. Selbst wenn eine Möglichkeit bestünde, müsste von einem praktisch vernachlässigbaren Einkommen ausgegangen werden. Sie beantragt eine neutrale Begutach- tung im Sinne eines "Obergutachtens", reicht verschiedene Unterlagen zu den Akten und offeriert eine Parteiaussage als Beweis (Beschwerdea k- ten, act. 26). 6. Gemäss Art. 17 ATSG wird die Rente, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert, von A m- tes wegen oder auf Gesuch h in für die Zukunft entsprechend erhöht, he r- abgesetzt oder aufgehoben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen t- liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine I n- validenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des G e- sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die e r- werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 m.w.H). D a- gegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen e i- nes im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; Urteil BGer 9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1.2 m.w.H.). 7. 7.1 Die Vorinstanz stützt sich bei der Revisionsverfügung vom 15. März 2012 auf das bidisziplinäre Gutachten der Klinik E._______ vom 21. April 2008 (psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. F._______; interni s- tisch und rheumatologische Begutachtung durch Dr. med. G._______), das Gutachten von Dr. med. H._______ vom 3. Februar 2009, das Gut- achten von Dr. med. I._______ vom 5. März 2009 und das interdisziplinä- re Gutachten des MZR vom 16. Mai 2011. C-2102/2012 Seite 7 7.2 Dem bidisziplinären Gutachten der Klinik E._______ (IV-act. 111 f.) ist aus psychiatrischer Sicht zu entnehmen, dass die früher gestellte Dia g- nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstö rung korrigiert werden müsse (IV-act. 111 S. 12). Die Beschwerdeführerin leide nicht permanent an schweren Schmerzen, diese würden nur schubweise kommen und dann zum Teil zu Blockaden führen. Das Kriterium "andauernd" gemäss ICD-Kriterien sei nicht oder nicht mehr erfüllt. Auch vermittle sie nicht den Eindruck einer von schwersten Schmerzen gequälten Frau, sodass auch hier gegenüber früher eine gewisse Richtigstellung gemacht werden müsse. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit mehr at- testiert werden. Aus internistischer und rheumatologischer Sicht bestehe seit 1995 ein unspezifisches weichteilrheumatisches Beschwerdebild (zervikobrachi a- les und thorakospondylogenes Syndrom, ausgeprägte muskuläre Ha l- tungsinsuffizienz und muskuläre Dysbalance, Fehlhaltung der Wirbelsä u- le, diskrete degenerative Veränderungen der mittleren Halswirbelsäule, Protrusionen C3/4 und C4/5 ohne neurologische Affektionen) , welches Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (IV-act. 112 S. 18). Es bestehe kein Fibromyalgiesyndrom, sondern ein generalisiertes Schmerzsyndrom, da in der Untersuchung die Anzahl der Fibromyalgie -typischen Tenderpoints gemäss den Diagnosekriterien der ACR von 1990 deutlich übertroffen wurden. Es bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Flori stin und Antiquitätenhändlerin eine halbtä gige Arbeitsunfähigkeit. Bei einer Ve r- weistätigkeit in leichter, wechselbelastender Funktion mit maximal zu han- tierenden Lasten bis 10kg Gewicht könne eine ganztägige Arbeitsfähi g- keit zugemutet werden (IV-act. 112 S. 17 und S. 20 f.). 7.3 Dr. med. H._______, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, kommt in seinem Gutachten vom 3. Februar 2009 ( IV-act. 113) zum Schluss, dass seit Ende 2005/Anfang 2006 eine leichte wechselbelaste n- de Verweistätigkeit zumutbar sei. Es müsse sich um eine leichte wec h- selbelastende Tätigkeit handeln, ohne Heben von Lasten über 10kg bzw. Tragen von Las ten über 5kg . Er halte im Gegensatz zu den Gutachtern der Klinik E._______ die Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms für z u- lässig. Ob es sich nunmehr um ein generalisiertes chronisches Schmer z- syndrom oder ein Fibromy algiesyndrom handle, sei mehr eine "philoso- phische", denn eine streng medizinisch zu klärende Frage. Entscheidend sei, dass sich in der Einschätzung des Leistungskalküls keine wese ntli- chen Unterschiede ergäben (IV-act. 113 S. 19). C-2102/2012 Seite 8 7.4 Dr. med. I._______, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, kommt in seinem Gutachten vom 5. März 2009 (IV-act. 114) zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung und einer Fibromyalgie leide. Die Fibromyalgie sei ein Krankheitskonzept, das auch Überschneidungen mit den somatoformen Störungen zeige. Die histrionische Persönlichkeitsstörung habe die Entwicklung der Fibromya l- gie wesentlich beei nflusst. Die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit or i- entierten sich aber ganz entschieden an den körperlichen Beschwerden, sodass bezüglich des Leistungskalküls auf die Ausführungen von Dr. med. H._______ verwiesen werde (IV-act. 114 S. 12/13). 7.5 Dem rheumatologischen Teilgutachten des interdisziplinären Gutach- tens des MZR ist zu entnehmen, dass ein nicht näher spezifizierbares, in- konstant ausgeprägtes weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom mit pan- paravertebraler Ausdehnung bestehe, wobei die Situation gemäss Anga- ben der Beschwerdeführerin in Ägypten gut kontrolliert sei. Aufgrund der diskreten strukturellen Veränderungen , axial und inkonstant reproduzie r- baren Weichteilbefunden sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tä- tigkeit als Floristin und Antiquitätenhändlerin und in jeder anderen leichten bis höchstens mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit 100% aus- gewiesen und als zumutbar zu beurteilen (IV-act. 233 S. 82). Aus dem psychiatrischen Teilgutachten geht hervor, dass keine anhaltend somatoforme S chmerzstörung vorliege. Es li ege zwar eine histrionische Persönlichkeitsstörung vor, diese habe aber keine Auswirkung auf die A r- beitsfähigkeit, zumal die Beschwerdeführerin bis 1995 (Unfalldatum) trotz der seit der Jugendzeit bestehenden Persönlichkeitsstö rung arbeitsfähig gewesen sei . Die noch 2009 relevante Schmerzsymptomatik scheine heute keine Rolle mehr zu spielen. Rückwirkend könne von einer Arbeit s- fähigkeit ab Ende 2005/Anfang 2006 ausgegangen werden. Die B e- schwerdeführerin sei im zuletzt ausgeübten Beruf als Floristin und Ant i- quitätenhändlerin voll arbeitsfähig (IV-act. 233 S. 97). 8. 8.1 Entgegen der Auffassung der Beschwerde trifft nicht zu, dass die Vor- instanz lediglich einen unveränderten Sachverhalt anders würdig t. Sie stützt sich auf zahlreiche Gutachten, die unter anderem klar ergeben, dass sich der Gesundheitszustand seit 2006 verbessert hat und ihr nu n- mehr eine volle Arbeitsfähigkeit in ihrer bisherigen Tätigkeit oder in einer leidensangepassten Tätigkeit zuzumuten ist (zuletzt IV-act. 233 S. 97). C-2102/2012 Seite 9 8.2 Ebenso trifft nicht zu, dass die Begutachtungen unter Zugrundelegung der neueren Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen erfolgt sind. Vielmehr wird teils ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es unabhängig von der neuen Rechtsprechung notwendig ist, bei jeder Ve r- laufsprognose die Diagnosekriterien erneut zu überprüfen (z.B. IV -act. 111 S. 14). Die Gutachten sind alle in den medizinischen Zusammenhä n- gen einleuchtend und kommen zu schlüssigen , übereinstimmen den Er- gebnissen. Sie beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der vorhandenen Vorak- ten (Anamnese) erstellt worden. Den Gutachten kommt grundsätzlich vol- ler Beweiswert zu; sie entsprechen den bundesrechtlichen Vorgaben (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 m.H.). 8.3 Die Kritik der Beschwerdeführerin an den Gutachtern in fachlicher oder persönlicher Hinsicht geht fehl. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, die darauf schliessen lassen würden, dass es den Gutachtern an fachli- cher Kompetenz mangeln könnte o der sie aus sachfremden, gegen die Person der Beschwerdeführerin gerichteten Mo tiven gehandelt hätten . Der Antrag, ein neutrales "Obergutachten" einzuholen, ist abzuweisen. Die auf Beschwerdeebene in Aussicht gestellten, anerbotenen oder ei n- gereichten Beweismittel (Bericht von Dr. med. J._______, Parteiaussage, Merkblätter, Literatur, usw.) vermöchten an der Beweiswürdigung, wie sie die Vorinstanz gestützt auf eine umfangreiche Begutachtung vorgeno m- men hat, nic hts zu ändern. Die Beweisanträge sind in antizipierter B e- weiswürdigung abzuweisen. 8.4 Sodann geht das Beschwerdevorbringen, das Gutachten des MZR vom 10. März 2011 sei veraltet und deshalb als "unbeachtliche Parteib e- hauptung" zu qualifizieren, fehl. Die Vorinstanz hat das Verfügungsverfah- ren bereits im November 2011 eingeleitet. Abgesehen davon geht aus den Akten nicht hervor, dass sich der Gesundheitszustand zwischen März 2011 und März 2012 wesentlich verändert hätte. Rechts - und Sachver- haltsänderungen, die nach dem Erlass der streitigen Verfügung ( hier: 15. März 2012) eintreten, können im Beschwerdeverfahren grundsätzlich oh- nehin nicht berücksichtigt werden (vgl. BGE 130 V 329 sowie BGE 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). 8.5 Schliesslich ist das Vorbringen, das weichteilrheumatische Schmerz- syndrom sei in Ägypten in der Wärme gut kontrolliert, im Heimatland sei aber von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, unbehelflich. Die Gutachten machen die 100% -Arbeitsfähigkeit in der angestammten C-2102/2012 Seite 10 und jeder anderen zumutbaren Tätigkeit nicht davon abhängig, dass die Beeinträchtigungen durch Wärme kontrolliert werden können. Im Übrigen kommt es für den Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 7 ATSG) wie auch den Einkommensvergleich für die In validitätsbemessung nicht darauf an, ob der Versicherte im Inland oder Ausland wohnhaft ist (vgl. BGE 110 V 276 E. 4b). 9. Zusammenfassend ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz nicht zu b e- anstanden. Die medizinischen Gutachten als Entscheidungsgrundlagen hat sie zutreffend gewürdigt. Gestützt darauf steht in tatsächlicher Hi n- sicht fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin er- heblich, in einem rentenausschliessenden Mass verbessert hat. Bei die- ser Sachlage erübrigt es sich, einen Vergleich mit der letzten rechtskräfti- gen Verfügung zum Rentenanspruch anzustellen (dazu BGE 133 V 108 E. 5.4), auf die Invaliditätsbemessung einzugehen (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3) oder die (vollständige) Erwerbstätigkeit (vgl. Art. 7 ATSG) zu erör- tern. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 10. 10.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV -Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 -1'000 Franken festzul e- gen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Für das vorliegende Verfahren sind die Verfah- renskosten auf Fr. 400. – festzusetzen und der Beschwerdeführerin als unterlegene Partei aufzuerlegen, nachdem das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 16. August 2012 abgewiesen werden musste. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– sind mit dem geleis- teten Kostenvorschuss von Fr. 400.– zu verrechnen. 10.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundes - behörde hat die IVSTA jedoch keinen Anspruch auf Parteient schädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) C-2102/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400. – werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 400.– verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Willisegger Linda Rindlisbacher C-2102/2012 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu ent halten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: