<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00203</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106385&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00203</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.11.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung/Niederlassungsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anspruchsvoraussetzung<br/><br/>Es besteht kein Anspruch auf Nachzug der Tochter, da die Eltern im Zeitpunkt der Gesuchstellung nur im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung waren. Bei Erhalt der Niederlassungbewilligung war die Tochter bereits volljährig. <br/>Der Niederlassungs- und Konsularvertrag zwischen der Schweiz und Serbien begründet keinen Anspruch auf Familiennachzug.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSDAUER">AUFENTHALTSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GROSSMUTTER">GROSSMUTTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSANSPRUCH">RECHTSANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSVERTRAG">STAATSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSDAUER">VERFAHRENSDAUER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 lit. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A., StaatsangehÃ¶riger der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien), weilte in den Jahren 1989 bis 1992 als Saisonarbeiter in der Schweiz. 1992 wurde seine Saison- in eine Jahresaufenthaltsbewilligung umgewandelt. 1993 reiste seine Ehefrau in die Schweiz und erhielt die (Jahres-)Aufent­haltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 17. Mai 1999 stellte A. das Gesuch um Bewilligung des Nachzugs seiner beiden Kinder B., geboren am 17. September 1981, und C., geboren 1983. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich wies die Gesuche am 23. Juli 1999 ab. Gegen diesen Entscheid reichte A. innerhalb der Rekursfrist ein WiedererwÃ¤gungsgesuch ein, welches eventuell als Rekurs an den Regierungsrat weiterzuleiten sei. Nachdem die Direktion auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch nicht eingetreten war, Ã¼berwies sie die Eingabe an den Regierungsrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Der Regierungsrat teilte dem Rekurrenten mit, dass das GeschÃ¤ft als Rekurs behandelt werde. Am 10. Dezember 1999, wÃ¤hrend laufenden Rekursverfahrens, wurde A. die Niederlassungsbewilligung erteilt. Nachdem der Regierungsrat bei den Parteien des Verfahrens zusÃ¤tzliche AbklÃ¤rungen getroffen hatte, entschied er am 16. Mai 2001, dass der Sohn C. in die Niederlassungsbewilligung seines Vaters einzubeziehen sei. Mit Bezug auf die Tochter B. wies er den Rekurs ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 21. Juni 2001 reichte A. Beschwerde an das Verwaltungsgericht ein, welchem er den Antrag stellte, der die Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung seiner Tochter verweigernde Entscheid sei aufzuheben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend die beschwerdebeklagte Direktion sich nicht Ã¤usserte, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats dem Gericht die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundesrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Oktober 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) haben ledige Kinder unter 18 Jahren grundsÃ¤tzlich Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung, sofern sie mit ihren Eltern zusammenwohnen. Einen Rechtsanspruch kann auch Art. 8 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK) begrÃ¼nden, welche Vorschrift einem ledigen und minderjÃ¤hrigen Kind das Zusammenleben mit seinen in der Schweiz wohnenden Eltern garantiert, sofern diese Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfÃ¼gen und die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (vgl. BGE 118 Ib 153 E. 1c S. 157, 119 Ib 81 E. 1c S. 84). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der BeschwerdefÃ¼hrer macht sinngemÃ¤ss geltend, seine Tochter zum Zweck des Zusammenlebens mit den Ã¼brigen Familienmitgliedern nachziehen zu wollen. Es stellt sich die Frage, ob im massgeblichen Zeitpunkt sein Aufenthaltsrecht gefestigt und die Tochter minderjÃ¤hrig war. Nur beide Kriterien erfÃ¼llt sind, kann ein Rechtsanspruch aus den genannten RechtssÃ¤tzen abgeleitet werden und kann das Verwaltungsgericht eine materielle PrÃ¼fung vornehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis der Tochter von ihren Eltern auf Grund einer kÃ¶rperlichen oder seelischen BeeintrÃ¤chtigung gegeben sei, welcher Umstand allenfalls einen Aufenthaltsanspruch auch nach Erreichen der VolljÃ¤hrigkeit der Tochter zu begrÃ¼nden vermÃ¶chte, ist den Akten nicht zu entnehmen. Auf die entsprechende Frage im Rahmen des Rekurses beim Regierungsrat hatte der BeschwerdefÃ¼hrer lediglich zwei Arzt­zeugnisse eingereicht, welche undatiert sind und beiden Kindern mit annÃ¤hernd gleichlautendem Text eine depressive Erkrankung seit einem Jahr bescheinigen. Als Grund wird in beiden FÃ¤llen angegeben, der Vater lebe getrennt von der Ã¼brigen Familie. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte die Zeugnisse nicht erlÃ¤utert. In seinem WiedererwÃ¤gungsgesuch bzw. Rekurs an den Regierungsrat vom 11. August 1999 war von einer Erkrankung keine Rede. In der Beschwerde an das Verwaltungsgericht wird auf das eingereichte Arztzeugnis hingewiesen und ausgefÃ¼hrt, die Tochter sei "wegen der Ungewissheit Ã¼ber die Zukunft psychisch erkrankt". Obwohl volljÃ¤hrig, sei sie sehr mit der Familie verbunden; eine Trennung wÃ¤re fÃ¼r alle Seiten schmerzhaft. Auf Grund der UmstÃ¤nde muss davon ausgegangen werden, dass die Erkrankung der Tochter erst aufgebracht wurde, als der Sachbearbeiter des Regierungsrats seine Untersuchung auf dieses Thema gelenkt hatte. Dass die Ã¤rztliche Stel­lungnahme erst als Folge dieses Hinweises verfasst wurde, muss auch daraus geschlossen werden, dass praktisch gleichlautende Zeugnisse mit Bezug auf beide Kinder abgefasst wurden, dass das Datum des Ã¤rztlichen Befunds in beiden FÃ¤llen unbestimmt ist und dass die BegrÃ¼ndung - der Vater der Kinder lebe getrennt von der Ã¼brigen Familie - die UmstÃ¤n­de, dass beide Eltern zusammen im Ausland leben, verfÃ¤lscht oder ungenau zum Ausdruck bringt. Der Regierungsrat hat zu Recht ein besonderes Betreuungs- oder PflegebedÃ¼rfnis der Tochter verneint. Das Gericht schliesst sich dieser AktenwÃ¼rdigung an und stellt fest, dass eine besondere gesundheitliche BeeintrÃ¤chtigung oder Behinderung der Tochter, die eine AbhÃ¤ngigkeit von ihren Eltern bewirkte, nicht behauptet worden ist. Auch wenn das Ã¤rztliche Zeugnis zum Nennwert genommen wÃ¼rde, lÃ¤sst dieses keinen Schluss darauf zu, dass die erwachsene Tochter in besonderem Mass auf die UnterstÃ¼tzung durch ihre Eltern angewiesen wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dies fÃ¼hrt dazu, dass am Erfordernis der MinderjÃ¤hrigkeit der Tochter als Voraussetzung fÃ¼r einen Rechtsanspruch festgehalten werden muss.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) aa) Im Zeitpunkt des Nachzugsgesuchs vom 17. Mai 1999 war die Tochter 17 ½-jÃ¤hrig. Der BeschwerdefÃ¼hrer erhielt die Niederlassungsbewilligung am 10. Dezember 1999, als die Tochter seit rund zwei Monaten volljÃ¤hrig war. Nach dem klaren Wortlaut von Art. 17 Abs. 2 ANAG kÃ¶nnen nur minderjÃ¤hrige (und unverheiratete) Kinder in die Niederlassungsbewilligung der Eltern einbezogen werden. Ein Rechtsanspruch auf dieser Gesetzesgrundlage ist damit ausgeschlossen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Ob die in Art. 8 EMRK verbriefte Garantie der Achtung des Familienlebens einer fremdenpolizeilichen Massnahme entgegenstehen kann, bemisst sich nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts auf Grund der VerhÃ¤ltnisse im Zeitpunkt der Beurteilung der Streitfrage (BGE 120 Ib 263). Heute hat die Tochter des BeschwerdefÃ¼hrers bereits das 20. Altersjahr vollendet. Selbst wenn man, wie der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt, die lange Verfahrensdauer bei der RekursbehÃ¶rde nicht zu seinen Ungunsten annÃ¤hme, muss er sich entgegenhalten lassen, dass er um den Nachzug seiner Tochter erst ersuchte, als diese bereits 17 ½ Jahre alt war. Noch in jenem Zeitpunkt verfÃ¼gte der BeschwerdefÃ¼hrer indessen nicht Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht, was nach stÃ¤ndiger Praxis zu Art. 8 EMRK Voraussetzung fÃ¼r den Kindernachzug ist (BGE 119 Ib 93 ff., 126 II 342). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Das von der Rechtsprechung des Bundesgerichts aufgestellte Erfordernis des gefestigten Aufenthalts bedeutet, dass die den Nachzug verlangenden Eltern ihrerseits entweder Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung oder die Aufenthaltsbewilligung auf Grund eines Rechtsanspruchs verfÃ¼gen. Dieses Erfordernis ist verschiedentlich kritisiert worden mit dem Argument, dass mit dem Erschwernis des gefestigten Aufenthalts - im Sinn einer unbefristeten Aufenthaltsberechtigung auf Grund eines Rechtsanspruchs - die Garantie der Achtung des Privat- und Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK vereitelt werde (vgl. Peter Uebersax in: Bernhard Ehrenzeller (Hrsg.), Aktuelle Fragen des schweizerischen AuslÃ¤nderrechts, St. Gallen 2001, S. 28 - 31; Mark Villiger, Handbuch der EMRK, 2. A., ZÃ¼rich 1999, S. 372, Rz. 578). Es wird vorgeschlagen, dass ein langjÃ¤hriger Aufenthalt auf Grund wiederholter VerlÃ¤ngerungen der Jahresaufenthaltsbewilligung fÃ¼r das Nachzugsrecht von FamilienangehÃ¶rigen gleich zu behandeln sei wie eine gefestigte Aufenthaltsberechtigung; etwa in Analogie zur Praxis, nach welcher nach zehnjÃ¤hrigem Aufenthalt in der Regel die Niederlassung gewÃ¤hrt wird (Uebersax, S. 31).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer vermag auf einen annÃ¤hernd zehnjÃ¤hrigen Aufenthalt im Rahmen der Jahresaufenthaltsbewilligung zu verweisen; berÃ¼cksichtigte man die vorangegangenen Jahre als Saisonarbeiter, wÃ¼rde die Grenze von zehn Jahren sogar Ã¼berschritten. Indessen braucht die Frage einer PraxisÃ¤nderung nicht weiter verfolgt zu werden, weil das Nachzugsgesuch aus anderem Grund abzuweisen ist:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Im Bereich des Familiennachzugs bei nachtrÃ¤glicher Umgestaltung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse verfolgt das Bundesgericht grundsÃ¤tzlich eine strenge Praxis. Der in der FamilienzusammenfÃ¼hrung bestehende Zweck des Familiennachzugs wird insbesondere auch dann nicht erreicht, wenn der sich in der Schweiz aufhaltende AuslÃ¤nder jahrelang von seinem Kind getrennt lebt und es erst kurz vor Vollendung des 18. Altersjahrs zu sich holt. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt in solchen FÃ¤llen der Verdacht nahe, dass nicht das familiÃ¤re Zusammenleben angestrebt werde, sondern die mÃ¶glichst einfache Erlangung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung. Das Bundesgericht sieht darin einen Rechtsmissbrauch, anerkennt andererseits aber auch, dass es gute GrÃ¼nde geben kann, die Familiengemeinschaft in der Schweiz erst nach Jahren herzustellen; solche GrÃ¼nde mÃ¼ssten sich jedoch aus den UmstÃ¤nden des Einzelfalls ergeben (BGE 125 II 585 E. 2a S. 587 mit Hinweisen). Ernsthaft kÃ¶nne sich die Frage des nachtrÃ¤glichen Familiennachzugs da­rum in der Regel nur bei Kindern stellen, die zwar wÃ¤hrend mehrerer Jahre im Ausland von anderen FamilienangehÃ¶rigen (anderer Elternteil, Grosseltern usw.) betreut worden, zum Zeitpunkt der Gesuchstellung aber noch lÃ¤ngst nicht 18 Jahre alt seien und wenn GewÃ¤hr geboten sei, dass sie sich unter FÃ¼hrung des hier lebenden Elternteils in der Schweiz angemessen integrieren kÃ¶nnten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die gemeinsame Tochter des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau stand nur vier Monate vor Vollendung ihres 18. Altersjahrs, als das Nachzugsgesuch gestellt wurde. Sie lebte - zusammen mit ihrem jÃ¼ngeren Bruder - bereits fÃ¼nfeinhalb Jahre ohne ihre Eltern in ihrer Heimat; der Vater hatte die Familie als Saisonarbeiter schon rund fÃ¼nf Jahre frÃ¼her verlassen. Die Tochter hat in ihrer Heimat ihre Schulausbildung abgeschlossen und ist dort integriert. Dadurch, dass das Gesuch kurz vor ihrer VolljÃ¤hrigkeit gestellt wurde, muss der Schluss gezogen werden, dass mit diesem nicht in erster Linie das familiÃ¤re Zusammenleben, sondern das berufliche Fortkommen in der Schweiz beabsichtigt war. Ginge es in ers­ter Linie um das Zusammenleben als Familie, ist nicht einzusehen, warum die Eltern nicht beabsichtigt hatten, ihre Tochter frÃ¼her zu sich zu holen. Im Sinn der angefÃ¼hrten Rechtsprechung erscheint das unmittelbar vor der VolljÃ¤hrigkeit gestellte Gesuch als rechtsmissbrÃ¤uchlich. Diese EinschÃ¤tzung drÃ¤ngt sich auf unbesehen davon, ob der Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers einen Nachzug grundsÃ¤tzlich ermÃ¶glicht hÃ¤tte oder nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich auf den Niederlassungs- und Konsularvertrag zwischen der Schweiz und Serbien vom 16. Februar 1888 (SR 0.142.118.181). Nach der Praxis der BehÃ¶rden sind bilaterale VertrÃ¤ge der Schweiz mit dem Ausland, welche vor dem ersten Weltkrieg abgeschlossen wurden, nicht mehr verbindlich. Zudem regelt diese im vorletzten Jahrhundert abgeschlossene Vereinbarung - wie auch Ã¤hnliche NiederlassungsvertrÃ¤ge mit anderen Staaten aus dieser Zeit - nicht, ob den AngehÃ¶rigen der Vertragsstaaten ein Anspruch auf Niederlassungsbewilligung zusteht (vgl. Peter Kottusch, Die Niederlassungsbewilligung gemÃ¤ss Art. 6 ANAG, ZBl 1986, S. 521; Uebersax, S. 35); ins­besondere sprechen sie sich nicht zum Nachzugsrecht von FamilienangehÃ¶rigen aus (Philip Grant, La protection de la vie familiale et de la vie privÃ©e en droit des Ã©trangers, Basel 2000, S. 206 f.). Da die Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers selbst nicht in Frage steht, erÃ¼brigt es sich auch, der Frage nachzugehen, inwieweit die vor Ã¼ber 100 Jahren mit Serbien geschlossene Vereinbarung Ã¼berhaupt GÃ¼ltigkeit fÃ¼r die heutigen Staaten des ehemaligen Jugoslawien entfaltet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass ein Rechtsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf Nachzug der Tochter aus dem nationalen Recht von vornherein ausgeschlossen ist. Einem Anspruch aus Art. 8 Abs. 1 EMRK steht der Umstand entgegen, dass im massgeblichen Zeitpunkt der fÃ¼r den Anspruch erforderliche gefestigte Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers nicht gegeben war. Selbst wenn man diesen annÃ¤hme, mÃ¼sste ein Rechtsanspruch wegen rechtsmissbrÃ¤uchlicher Anrufung von Anfang an als nicht bestehend gewÃ¼rdigt werden. Endlich vermag der bilaterale Vertrag zwischen der Schweiz und Serbien aus dem Jahr 1888 fÃ¼r den Kindernachzug keinen Anspruch zu begrÃ¼nden. Da die VorprÃ¼fung ergeben hat, dass kein Rechtsanspruch gegeben ist, kann das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde nicht eintreten (vgl. E. 1a und b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>