A bteilung III C -166/2006 {T 0/2} U rteil vom 27. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Bernard Vaudan; R ichterin R uth Beutler; G erichtsschreiber D aniel G rim m . A._______, Beschw erdeführer, vertreten durch R echtsanw alt C hristian Koch, Postfach 1011, 8501 Frauenfeld, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Einreisesperre. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er aus Bangladesh stam m ende A._______ (geboren _______, nachfolgend Beschw erdeführer) reiste am 5. N ovem ber 2003 in die Schw eiz ein und ersuchte um Asyl. D as Asylgesuch w urde vom Bundes- am t für Flüchtlinge (BFF, heute Bundesam t für M igration [BFM ], hiernach: Bundesam t) m it Verfügung vom 18. N ovem ber 2003 abgelehnt und gleich- zeitig die W egw eisung angeordnet (Ausreisefrist: 13. Januar 2004). Eine dagegen erhobene Beschw erde w ies die Schw eizerische Asylrekurskom - m ission (AR K) m it U rteil vom 12. Januar 2004 ab, w orauf dem Beschw er- deführer neu eine Frist bis zum 12. M ärz 2004 eingeräum t w urde, um die Schw eiz zu verlassen. Auf ein erstes R evisionsgesuch vom 13. Juli 2004 trat die AR K am 12. August 2004 in der Folge nicht ein. Auch danach ver- anlasste ausserordentliche R echtsm ittelverfahren blieben ohne Erfolg. Ein W iedererw ägungsgesuch gegen den Vollzug der W egw eisung lehnte das Bundesam t am 9. D ezem ber 2005 ab. D ie AR K bestätigte diesen Ent- scheid am 17. August 2006. Ein R evisionsgesuch gegen das U rteil vom 17. August 2006 w urde am 11. Septem ber 2006 ebenfalls abgew iesen. B. Parallel dazu leitete der Beschw erdeführer am 1. Septem ber 2005 beim Zi- vilstandsam t W einfelden ein Ehevorbereitungsverfahren ein, da er beab- sichtigte, eine Schw eizer Bürgerin zu heiraten. M it Entscheid des Am tes für H andelsregister und Zivilstandsw esen des Kantons Thurgau vom 18. Juli 2006 w urde das diesbezügliche Verfahren sistiert. G egen den Sis- tierungsentscheid w urde am 1. Septem ber 2006 beim D epartem ent für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau R ekurs eingelegt. M it G esuch vom 18. Septem ber 2006 beantragte der Parteivertreter schliesslich so- w ohl beim M igrationsam t des Kantons Thurgau als auch beim Ausländer- am t des Kantons St. G allen die Erteilung einer vorläufigen Aufenthaltsbe- w illigung an seinen M andanten zw ecks Vorbereitung der Eheschliessung. Beiden Aufenthaltsgesuchen w urde am 16. O ktober 2006 nicht stattgege- ben. C . N achdem die zuständigen Vollzugsbehörden die notw endigen R eisedoku- m ente beschafft hatten, w urde der Beschw erdeführer am 19. O ktober 2006 in Ausschaffungshaft genom m en und am 22. O ktober 2006 nach D haka ausgeschafft. D . Aufgrund dieses Sachverhalts verhängte die Vorinstanz über den Be- schw erdeführer m it D atum vom 19. O ktober 2006 eine ab dem 23. O ktober 2006 gültige Einreisesperre für die D auer von drei Jahren und entzog einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung. Zur Begründung führte sie an, der Beschw erdeführer habe sich grobe Zuw iderhandlungen gegen frem denpolizeiliche Vorschriften zu Schulden kom m en lassen (N ichtbefol- gen einer behördlich angesetzten Ausreisefrist). Zudem sei seine Anw e- senheit aus vorsorglich arm enrechtlichen G ründen unerw ünscht. E. M it Beschw erde vom 17. N ovem ber 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) beantragt der Beschw erdeführer durch 3 den Parteivertreter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung der unentgeltlichen R echtsverbeiständung. Im W esentlichen lässt er vorbringen, im Beschw erdeverfahren gegen den W iedererw ä- gungsentscheid des BFM vom 9. D ezem ber 2005 habe die AR K das Aus- länderam t des Kantons St. G allen m it Faxschreiben vom 12. Januar 2006 angew iesen, vor konkreten Vollzugshandlungen m it der Asylrekursinstanz Kontakt aufzunehm en. D e facto habe m an dem fraglichen R echtsm ittel da- m it die aufschiebende W irkung erteilt. Aus diesem G runde hätte dem Be- schw erdeführer nach Erlass der AR K-U rteile vom 17. August 2006 bzw . 11. Septem ber 2006 eine neue Ausreisefrist angesetzt w erden m üssen, w as nicht geschehen sei. Folglich habe er auch keine Ausreisefrist m issachten können. D es W eiteren seien keine Anhaltspunkte für das Vor- liegen vorsorglich arm enrechtlicher G ründe ersichtlich. D er Beschw erde- führer verfüge über eine gute Ausbildung und er w äre jederzeit bereit ge- w esen zu arbeiten. F. D ie Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehm lassung vom 19. D ezem ber 2006 auf Abw eisung der Beschw erde. G . M it Zw ischenverfügung vom 20. Februar 2007 lehnte das Bundesverw al- tungsgericht das G esuch um unentgeltliche R echtspflege sam t Verbeistän- dung ab. H . R eplikw eise hält der R echtsvertreter am 19. M ärz 2007 an seinem Antrag auf Aufhebung der Fernhaltem assnahm e fest. I. Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ägun- gen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Einreisesperre unterliegen der Be- schw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Auslän- der [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der beim In- krafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidge- nössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das G esetz nichts an- deres bestim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 4 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesge- richt [BG G , SR 173.110]). 1.4 Als Verfügungsadressat ist der Beschw erdeführer zur Anfechtung der er- lassenen Einreisesperre legitim iert. Auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gut- heissen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publizierten U rteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 3. 3.1 D ie eidgenössische Behörde kann, für höchstens drei Jahre, die Einreise- sperre verhängen über Ausländerinnen oder Ausländer, die sich grobe oder m ehrfache Zuw iderhandlungen gegen frem denpolizeiliche oder ande- re gesetzliche Bestim m ungen und gestützt darauf erlassene behördliche Verfügungen haben zuschulden kom m en lassen. W ährend der Einreise- sperre ist den Betroffenen jeder G renzübertritt ohne ausdrückliche Er- m ächtigung der verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 Satz 2 und 3 AN AG ). 3.2 G estützt auf diesen Tatbestand kann eine Fernhaltem assnahm e angeord- net w erden, w enn der Ausländer objektiv gegen frem denpolizeiliche Vor- schriften verstossen hat und ihm sein G esetzesverstoss zum Vorw urf ge- reicht. Als grob im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 2 AN AG ist eine Zuw ider- handlung gegen frem denpolizeiliche Bestim m ungen – unabhängig vom Verschulden des Ausländers – im m er dann zu qualifizieren, w enn sie zen- trale, für das Funktionieren der frem denpolizeilichen O rdnung w ichtige Be- reiche berührt (vgl. auch Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.2). 3.3 Eine Einreisesperre kann ferner über unerw ünschte Ausländerinnen und Ausländer verhängt w erden (Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG ). Als "uner- w ünscht" im Sinne dieser Bestim m ung gelten nach ständiger Praxis Frem - de, deren Vorleben bzw . konkretes Verhalten darauf schliessen lässt, dass sie nicht w illens oder nicht fähig sind, sich in die geltende O rdnung einzu- fügen oder deren Fernhaltung im öffentlichen Interesse liegt (vgl. BG E 129 lV 246 E. 3.2 S. 251 f.; VPB 63.1, 62.28, 60.4, 58.53; ferner PETER SU LG ER BÜ EL, Vollzug von Fernhalte- und Entfernungsm assnahm en gegenüber Frem den nach dem R echt des Bundes und des Kantons Zürich, D iss. Zü- rich 1984 = Europäische H ochschulschriften, R eihe ll, R echtsw issenschaft, 5 Bd. 352, Bern usw . 1984, S. 79 f. m it w eiteren N achw eisen). D ie Einreise- sperre stellt aber keine Strafe im Sinne eines sozialethischen U nw ertur- teils, sondern eine präventivpolizeiliche Adm inistrativm assnahm e zum Schutz der öffentlichen O rdnung und Sicherheit dar (VPB 63.1, 62.28, 60.4, 58.53). D er unbestim m te R echtsbegriff des "unerw ünschten Auslän- ders" gem äss Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG ist dabei nach den üblichen M e- thoden dem Sinn und Zw eck des G esetzes entsprechend auszulegen (vgl. FR ITZ G YG I, Verw altungrecht, Bern 1986, S. 147; FR AN C E SC O BER TO SS A, D er Beurteilungsspielraum , D iss. Bern 1984, ASR H eft 489, S. 39). 4. 4.1 W ie aus dem Sachverhalt hervorgeht, w ies das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers am 18. N ovem ber 2003 ab und ordnete die W egw ei- sung aus der Schw eiz an. M it U rteil der AR K vom 12. Januar 2004 w urde dieser negative Asylentscheid rechtskräftig und vollziehbar. Sow ohl das BFM als auch das für den W egw eisungsvollzug zuständige Ausländeram t des Kantons St. G allen forderten den Betroffenen daraufhin explizit auf, das Land bis zum 12. M ärz 2004 zu verlassen (vgl. die entsprechenden Schreiben vom 16. Januar 2004 bzw . 20. Januar 2004). D ie seither in W ie- dererw ägungs- und R evisionsverfahren ergangenen Verfügungen und U r- teile bringen hinlänglich zum Ausdruck, dass der fragliche Asylentscheid ohne neuerliche Ausreiseaufforderung vollstreckbar w ar (vgl. beispielsw ei- se den Entscheid des BFM vom 9. D ezem ber 2005 oder die U rteile der AR K vom 17. August 2006 und vom 11. Septem ber 2006). D er H inw eis auf das Faxschreiben der AR K vom 12. Januar 2006 erw eist sich daher als un- behelflich. In derartigen Konstellation w ird im Ü brigen nur dann eine neue Ausreisefrist gew ährt, w enn die Beschw erdeinstanz in Verfahren betref- fend W iedererw ägung oder R evision den Vollzug aussetzt und die Be- handlung des ausserordentlichen R echtsm ittels länger als zw ei Jahre dau- ert (vgl. Kreisschreiben des BFM vom 28. N ovem ber 2005 betreffend die N euansetzung von Ausreisefristen nach AR K-U rteil), w as vorliegend nicht zutraf. Es w ar som it nicht nötig, den Beschw erdeführer nach den vorer- w ähnten U rteilen der AR K nochm als ausdrücklich zur Ausreise anzuhalten. 4.2 D er Parteivertreter verw eist sodann auf die übrigen Verfahren (Ehevorbe- reitungsverfahren, Aufenthaltsverfahren), die sein M andant in die W ege leiten liess. Indessen haben die zuständigen Behörden der Kantone Thur- gau und St. G allen in besagten Verfahren nie vom negativen Asylentscheid abw eichende Anordnungen getroffen, m it anderen W orten w urde dem Be- schw erdeführer zu keiner Zeit ausdrücklich erlaubt, sich w eiterhin hierzu- lande aufzuhalten. Folglich durfte er auch nicht in guten Treuen anneh- m en, m an w erde ihm eine neue Ausreisefrist ansetzen. Zu ergänzen w äre, dass behördliche Entscheide und Anordnungen keiner M ahnung bedürfen, um R echtsw irksam keit zu erlangen. D er Beschw erdeführer ist der Auffor- derung, das Land bis zum 12. M ärz 2004 zu verlassen, unbestrittener- m assen nicht nachgekom m en. M it seinem Verhalten hat er dem nach eine behördliche Anordnung im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 2 AN AG m issach- tet und som it den Fernhaltegrund der groben Zuw iderhandlung gegen frem denpolizeiliche Bestim m ungen und gestützt darauf erlassene behördli-6 che Verfügungen gesetzt. 5. 5.1 D ie Vorinstanz begründet ihren Standpunkt ausserdem m it vorsorglich ar- m enrechtlichen Ü berlegungen. Ausländerinnen und Ausländer, die m ittel- los sind, können in der Tat als unerw ünscht im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG gelten, w eil in solchen Fällen oftm als die G efahr besteht, dass sie auf sozialhilferechtliche U nterstützung angew iesen sind oder ver- sucht sein könnten, ohne Bew illigung ein Erw erbseinkom m en zu erzielen bzw . auf andere unerlaubte W eise zu G eldm itteln zu gelangen. Ihre Anw e- senheit w ird deshalb als potenzielle G efährdung von R echtsgütern be- trachtet. M it dem Begriff der M ittellosigkeit verknüpft die Praxis m ithin die M öglichkeit der U nterstützung durch die öffentliche H and, aber auch die G efahr von Verstössen gegen frem denpolizeiliche Vorschriften oder von sonstigem strafbarem Verhalten. D ies setzt eine gew isse W ahrscheinlich- keit voraus, dass die ausländische Person über keinerlei finanzielle M ittel verfügt, auf die sie im Bedarfsfall unverzüglich zurückgreifen könnte (vgl. die U rteile des Bundesverw altungsgerichts C -796/2007 vom 4. Juli 2007 und C -793/2007 vom 2. Juli 2007). 5.2 D ie in Asylverfahren entstandenen Fürsorge-, Ausreise- und Vollzugskos- ten sow ie die Kosten von R echtsm ittelverfahren sind grundsätzlich rücker- stattungspflichtig (Art. 85 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.20]). Vorliegend steht fest, dass die Ausschaffungskosten (Ausschaffungshaft, Flugticket, etc.) von der öffentlichen H and übernom - m en w urden. H inzu kom m en die sonstigen Vollzugskosten, nam entlich die Aufw endungen für die Papierbeschaffung und die Vorbereitung der Ausrei- se. Inw iew eit Ausstände von den verschiedenen R echtsm ittelverfahren be- stehen, ist nicht bekannt. D en Akten des Ausländeram tes des Kantons St. G allen lässt sich zudem entnehm en, dass der Beschw erdeführer w äh- rend seiner Anw esenheit hierzulande von der öffentlichen Fürsorge unter- stützt w erden m usste. Eine Erw erbstätigkeit w urde ihm nie bew illigt. Ent- sprechend verfügt er, w ie sein R echtsvertreter bestätigte, w eder über ein festes Einkom m en noch über Verm ögen. D as m it der Beschw erdeschrift vom 17. N ovem ber 2006 gestellte G esuch um unentgeltliche R echtsverbei- ständung spricht für sich. Ebenso w enig liegen U nterstützungserklärungen von nahen Angehörigen oder Bekannten vor, so dass davon auszugehen ist, dass der Betroffene vorderhand nicht in der Lage sein w ird, für die diesbezüglichen (erheblichen) Kosten aufzukom m en. D as Ausländeram t des Kantons St. G allen sah sich denn im R ahm en der Vollzugsunterstüt- zung veranlasst, dem BFM ein G esuch um Ü bernahm e der Fürsorgekos- ten zu unterbreiten. O b der Beschw erdeführer verschuldet oder unver- schuldet nicht im stande w ar, seinen Aufenthalt in der Schw eiz aus eigenen M itteln zu bestreiten, spielt m it Blick auf die betroffenen R echtsgüter der- w eil keine R olle. R elevant ist einzig, dass bei einer W iedereinreise in die Schw eiz – gestützt auf die aktuelle Aktenlage – ein arm enrechtliches R isi- ko bestünde. D am it sind auch die Voraussetzungen für die Verhängung ei- ner Einreisesperre gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG (U nerw ünscht- heit der ausländischen Person) erfüllt.7 6. 6.1 Es bleibt zu prüfen, ob die M assnahm e in richtiger Ausübung des Erm es- sens ergangen und angem essen ist. D er G rundsatz der Verhältnism ässig- keit steht dabei im Vordergrund. U nter diesem G esichtspunkt ist eine w er- tende Abw ägung vorzunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der M assnahm e einerseits und den von der M assnahm e beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. D ie Stellung der verletz- ten oder gefährdeten R echtsgüter, die Besonderheiten des ordnungsw idri- gen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelaste- ten bilden dabei den Ausgangspunkt der Ü berlegungen (vgl. statt vieler U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungs- recht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S. 127 f.). 6.2 D as Verhalten des Beschw erdeführers ist zw eifelsohne geeignet, die frem - denpolizeiliche O rdnung ernsthaft zu beeinträchtigen. W ie aus den Akten hervorgeht, traf er trotz rechtskräftig abgew iesenem Asylgesuch keinerlei Anstalten, die Schw eiz aus freien Stücken zu verlassen und brachte m it seinem Tun w iederholt zum Ausdruck, im Asylverfahren gefällte negative Entscheide nicht zu akzeptieren. Auch ausserhalb des Asylbereichs er- w eckte er den Eindruck, keine M ittel zu scheuen, um Zeit zu gew innen und zu einem Aufenthaltsrecht zu gelangen. Es genügt in diesem Zusam m en- hang der Verw eis auf das beim Zivilstandsam t W einfelden eingeleitete Ehevorbereitungsverfahren und die beiden inzw ischen abgeschlossenen Aufenthaltsverfahren. Ein gew ichtiges öffentliches Interesse an der Fern- haltung des Beschw erdeführers ergibt sich ebenfalls aus dessen Q ualifi- zierung als unerw ünschte Person. So entstanden dem G em einw esen durch sein Vorgehen erhebliche Kosten für die Vorbereitung und D urchfüh- rung der Ausreise. Ebenfalls übernom m en w erden m ussten bis zur Aus- schaffung zudem die Fürsorgekosten. D ie geringe Bereitschaft des Be- schw erdeführers, behördlichen Entscheiden Folge zu leisten und die H öhe der verursachten Fürsorgeaufw endungen verm itteln das Bild einer G ering- schätzung hiesiger Konventionen und G esetzesnorm en. Sow ohl aus G e- neral- als auch auch spezialpräventiven G ründen besteht som it ein erhebli- ches öffentliches Interesse daran, ihn m it einer Einreisesperre zu belegen. 6.3 Persönliche Interessen w erden in diesem Verfahren keine geltend ge- m acht. Solche könnten höchstens in der Beziehung des Beschw erde- führers zu seiner Schw eizer Freundin erblickt w erden. Eine Aufhebung oder H erabsetzung der Einreisesperre käm e jedoch erst im Falle einer Eheschliessung in Frage. Eine baldige H eirat erscheint aufgrund der ak- tuellen Begebenheiten (Ausschaffung des Betroffenen in sein H eim atland, die Voraussetzungen für das Eingehen einer Ehe sind laut dem Ehevorbe- reitungsverfahren m om entan nicht erfüllt) allerdings w enig w ahrscheinlich. W as die Angem essenheit der verhängten Adm inistrativm assnahm e in ihrer D auer anbelangt, gilt es überdies zu bedenken, dass die Vorinstanz – da in casu auch der Fernhaltegrund der U nerw ünschtheit gegeben ist (siehe die vorangehenden E. 5.1 u. 5.2) – nicht an den zeitlichen R ahm en von Art. 13 Abs. 1 Satz 2 AN AG gebunden gew esen w äre. Eine w ertende G e- w ichtung der privaten und öffentlichen Interessen führt deshalb zum 8 Schluss, dass die auf drei Jahre befristete Einreisesperre eine verhältnis- m ässige und angem essene M assnahm e zum Schutz der öffentlichen O rd- nung und Sicherheit darstellt. 7. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden ist. D ie Beschw erde ist daher ab- zuw eisen. 8. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Be- schw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R e- glem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt. Sie sind durch den am 3. M ärz 2007 geleisteten Kostenvorschuss ge- deckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten R ef-N r. _______ retour) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf D aniel G rim m Versand am :