9. Oktober 1986 N 1493 Interpellation Günter #ST# 86.528 Interpellation Schule Ufererosion am Rhein Erosion des rives du Rhin Wortlaut der Interpellation vom 19. Juni 1986 Die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glazio- logie der ETH in Zürich hat im Auftrag des KantonsThurgau die Gefährdung der Rheinuferlandschaft zwischen dem Untersee und Schaffhausen untersucht und die Ergebnisse in einem Bericht «Wellenerosion am Rhein» zusammenge- fasst. Die Untersuchung hat nun ergeben, dass die «in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten in beschleunigtem Masse eingetretene Ufererosionen primär den boots- und schiffs- bedingten Wellen zugeschrieben werden müssen». Als wichtigste Massnahme zum Schütze des Ufers wird im Bericht eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung für Kursschiffe und Motorboote vorgeschlagen. Ich gebe davon aus, dass der Bundesrat bzw. die betroffe- nen Verwaltungstellen von diesem aufschlussreichen Bericht Kenntnis erhalten haben und wünsche vom Bundes- rat über folgende Fragen Auskunft: 1. Wie beurteilt der Bundesrat den Bericht «Wellenerosion am Rhein» der ETH Zürich inbezug auf die Untersuchungs- ergebnisse und die Empfehlungen? 2. Ist der Bundesrat bereit, die Bestimmungen der Boden- see-Schiffahrts-Ordnung BSO vom I.Juni 1973 aufgrund dieser Erkenntnisse zu überprüfen, insbesondere was die Frage von Geschwindigkeitsbeschränkungen anbetrifft? 3. Ist der Bundesrat bereit, Verhandlungen mit der Bundes- republik Deutschland aufzunehmen, um die BSO in Arti- kel 10.03 Buchstabe c entsprechend abzuändern? Texte de l'interpellation du 19 juin 1986 Sur mandat du canton de Thurgovie, l'Institut de recherches pour l'aménagement des eaux, l'hydrologie et la glaciologie de l'EPF à Zurich a étudié la mise en danger des rives du Rhin entre le Bodan inférieur (Lac de Constance) et Schaf- fhouse; il a ensuite établi un condensé de cette étude dans un rapport intitulé «Wellenerosion am Rhein» (Erosion des rives du Rhin par les vagues - trad.). Cette enquête a révélé que c'est en premier lieu aux vagues occasionnées par les barques et les bateaux qu'il faut attribuer l'érosion des rives qui, au cours des deux ou trois dernières décennies, s'est produite de manière accélérée. Ce rapport propose, en guise de principale mesure destinée à protéger les rives, une limitation générale de la vitesse des bateaux de ligne et des embarcations à moteur. Partant de l'idée que tant le Conseil fédéral que les services administratifs intéressés ont eu connaissance de ce rapport instructif, je souhaite obtenir du gouvernement des rensei- gnements sur les points suivants: 1. Quel jugement porte-t-il sur le rapport «Wellenerosion am Rhein» de l'EPF de Zurich pour ce qui touche aux résultats de l'enquête et aux recommandations qu'on y trouve? 2. Le Conseil fédéral est-il prêt à réexaminer les dispositions de la convention du 1er juin 1973, relative à la navigation sur le lac de Constance, en particulier pour ce qui se rapporte à la question des limitations de vitesse? 3. Est-il disposé à engager des négociations avec la Républi- que fédérale d'Allemagne en vue de modifier en consé- quence la convention susmentionnée, à l'article 10.03, lettre c? Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September 1986 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1986 1. Bereits im April 1986 hat der Kanton Thurgau das Bundes- amt für Wasserwirtschaft (BWW) um eine Beurteilung des in seinem Auftrag durch die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich erstellten Berichtes «Wellenerosion am Rhein» gebeten. In der Folge unterbreitete das BWW den Bericht den interessierten Bun- desstellen zur Stellungnahme. Die Bundesämter für Forst- wesen und Landschaftsschutz, für Umweltschutz und für Verkehr wie auch das Bundesamt für Wasserwirtschaft sind von der Richtigkeit der Untersuchungsergebnisse überzeugt und unterstützen die Empfehlungen. Das BWW hat den Kanton Thurgau im August 1986 darüber orientiert. Der Bundesrat unterstützt grundsätzlich die vorgeschlage- nen Massnahmen zum Schütze der Rheinufer, und zwar sowohl die aktiven Massnahmen (Geschwindigkeitsbe- schränkungen) wie die passiven (Uferschutzmassnahmen). Aus Gründen des Landschaftsschutzes und aus finanziellen Erwägungen hat dabei die Durchsetzung der aktiven Mass- nahmen erste Priorität. 2. Gemäss dem Uebereinkommen über die Schiffahrt auf dem Bodensee vom I.Juli 1973 (Inkraftsetzung I.Januar 1976) hat die internationale Schiffahrtskommission für den Bodensee die Aufgabe, unter Berücksichtigung der Bedürf- nisse des Verkehrs auf dem See, der Erfordernisse des Umweltschutzes sowie der Erkenntnisse von Wissenschaft und Technik u.a. -«Angelegenheiten festzulegen, die in,den Schiffahrtsvor- schriften einheitlich zu regeln sind, und dafür Vorschläge auszuarbeiten», -sowie «Empfehlungen betreffend die Bootsschiffahrt an die Vertragsstaaten zu richten und Aenderungen geltender Vorschriften vorzuschlagen». Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das Problem der Geschwindigkeitsbeschränkung und anderer organisatori- scher Massnahmen im Rahmen dieser Kommission grenz- überschreitend diskutiert und weiter verfolgt werden muss, und er erwartet von diesem Gremium konkrete Vorschläge. Das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsde- partement (EVED) wird der Schweizer Delegation entspre- chende Aufträge erteilen. Der Bundesrat ist überzeugt, dass mit diesem Vorgehen der Vollzug der aktiven Massnahmen zum Schütze der Ufer des Rheins rasch und international abgesichert ermöglicht wird. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 86.317 Interpellation Günter Ausverkauf schweizerischer Verlagshäuser Bradage de maisons d'édition suisses Wortlaut der Interpellation vom 4. März 1986 Vor etwas mehr als einem Jahr wurde das alteingesessene Berner Verlagshaus Hans Huber von einem deutschen Ver- lag übernommen. Letzten Herbst teilte der Verlag Birkhäu- ser dieses Schicksal. Nach Angaben informierter Kreise wur- den in beiden Fällen sehr hohe Summen auf den Tisch gelegt. So schreibt ein bekannter Schweizer Verleger resig- nierend in einem Brief: «.... die Kaufpreisvorstellungen der Eigner waren jedoch derart überrissen, dass nur ausländi- sche Giganten mit (vorläufig noch?)grossen Finanzreserven und damit ohne direktes Aufwand/Ertragsdenken.... in Frage kommen konnten».Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Schüle Ufererosion am Rhein Interpellation Schüle Erosion des rives du Rhin In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.528 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1986 - 08:00 Date Data Seite 1493-1493 Page Pagina Ref. No 20 014 698 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.