B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-3973/2019, F-3959/2019 U r t e i l v o m 1 6 . A u g u s t 2 0 1 9 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Yannick Antoniazza-Hafner, Gerichtsschreiber Julius Longauer. Parteien Benedikt Homberger, Rechtsanwalt, Gesuchsteller, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Amtliches Honorar; Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts F-1525/2019 und F-2719/2019 vom 19. Juli 2019 (N […], Dublin-Zuständigkeitsverfahren). F-3973/2019, F-3959/2019 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass Rechtsanwalt Benedikt Homberger (Gesuchsteller) vor dem Bundes- verwaltungsgericht an den Rechtsmittelverfahren F -1525/2019 und F-2719/2019 als Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden mitwirkte, dass mit Urteil vom 19. Juli 2019 das Bundesverwaltungsgericht die beiden bis dahin separat geführten Verfahren vereinigte und die Beschwerden ab- wies, wobei es den Beschwerdeführenden in beiden Verfahren antragsge- mäss die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsanwalt Homberger als amtlichen Anwalt gewährte, dass das Bundesverwaltungsgericht bei der Festsetzung des Honorars, das dem Gesuchsteller a ls amtlichen Anwalt zustand, die im Verfahren F-1525/2019 am 21. Mai 2019 eingereichte Kostennote übersah, dass es daher das amtliche Honorar gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) aufgrund der Akten und für beide Verfahren zusammen auf pauschal Fr. 1’500.- festsetzte, dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 5. August 2019 das Bundesver- waltungsgericht auf dessen Irrtum hinwies, dass er bei glei cher Gelegenheit die Kostennote für das Verfahren F-2719/2019 ins Recht legte und auf der Grundlage beider Kostennoten eine Anpassung des amtlichen Honorars verlangte, dass rechtskräftige Urteile des Bundesverwaltungsgerichts nur auf dem Weg der Revision durch das Bundesverwaltungsgericht selbst abgeändert werden können, dass die Eingabe des Gesuchsellers als Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Juli 2019 hinsichtlich der Hono- rarfestsetzung im Verfahren F-1525/2019 einerseits und Verfahren F-2719/2019 andererseits zu werten ist, dass die Eingabe daher zwei Revisionsgesuche enthält, die unter den Ge- schäftsnummern F-3959/2019 (betrifft F-2719/2019) und F-3973/2019 (be- trifft F-1525/2019) erfasst wurden und die aus prozessökonomischen Grün- den zu vereinigen sind, F-3973/2019, F-3959/2019 Seite 3 dass für die Revision von Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts Art. 121 bis 128 BGG sinngemäss gelten (Art. 45 VGG), dass auf Inhalt, Form, Verbesserung und Ergänzung eines Revisionsge- suchs Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung findet (Art. 47 VGG), dass der Gesuchsteller als amtlicher Anwalt zur Einlegung eine s Revisi- onsgesuchs hinsichtlich seines Honorars legitimiert und die 90-tägige Re- visionsfrist des Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG gewahrt ist, dass die Revision eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nur aus ei- nem der in Art. 121 bis Art. 123 BGG abschliessend genannten Gründe verlangt werden kann, dass dies unter anderem der Fall ist, wenn das Gericht in den Akten lie- gende erhebliche Tatsachen aus Versehen nich t berücksichtigt hat (Art. 121 Bst. d BGG), dass der Gesuchsteller zu Recht darauf hinweist, das Bundesverwaltungs- gericht habe seine im Verfahren F -1525/2019 eingereichte Kostennote übersehen, und diese Tatsache erheblich ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), dass der Gesuchsteller im Verfahren F-2719/19 dagegen keine Kostennote ins Recht gelegt hat, eine solche vielmehr erst nachträglich zusammen mit der hier zu beurteilenden Eingabe vom 5. August 2019 eingereicht wird, dass sich der Gesuchsteller folglich auf den Revisionsgrund des Art. 121 Bst. d BGG berufen kann, dies jedoch nur in Bezug auf das Verfahren F-1525/2019, dass in Bezug auf das Verfahren F -2719/2019 weder ein Revisionsgrund behauptet wird noch sich ein solcher aus den Vorbringen des Gesuchstel- lers ergibt, dass daher auf das Revisionsgesuch F- 3959/2019 (betrifft F-2719/2019), nicht eingetreten werden kann, während einem Eintreten auf das Revisi- onsgesuch F-3973/2019 (betrifft F-1525/2019) nichts entgegensteht, dass in einem ersten Schritt auf der Grundlage der Kostennote des Ge- suchstellers vom 21. Mai 2019 die Höhe des amtlichen Honorars für das Verfahren F-1525/2019 zu bestimmen ist, F-3973/2019, F-3959/2019 Seite 4 dass die Art. 8 bis 11 VGKE über die Entschädigungen an Parteien sinn- gemäss für amtlich bestellte Anwälte anwendbar sind (Art. 12 VGKE), dass unnötiger Aufwand im Rahmen der Vertretung durch einen amtlichen Anwalt nicht entschädigt wird (Art. 8 Abs. 2 VGKE), dass ein amtlicher Anwalt Anspruch auf die Ausrichtung eines Honorars und den Ersatz seiner Aus lagen hat , zuzüglich der darauf entfallende n Mehrwertsteuer, wenn eine Steuerpflicht besteht (Art. 9 Abs. 1 VGKE), dass sich die Höhe des amtlichen Honorars nach dem notwendigen Zeit- aufwand auf der Grundlage eines Stundenansatzes von mindestens 200 und höchstens 400 Franken bemisst (Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE), dass das Bundesverwaltungsgericht bei amtlicher Vertretung auf dem Ge- biet des Asylrechts (unter Einschluss der Dublin -Verfahren) in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 200. - bis Fr. 220. - ausgeht (vgl. etwa Urteile des BVGer D-6409/2017 vom 21. Februar 2018 E. 11 und D-4649/2016 vom 24. Februar 2017 E. 8.2), dass dieser Umstand dem G esuchsteller durchaus bekannt ist (vgl. etwa Urteile des BVGer D-4815/2018 vom 26. März 2019 E. 10.2, E-2610/2018 vom 12. März 2019 E. 14.2), dass der Gesuchsteller in seiner Kostennote vom 21. Mai 2019 einen Be- trag von insgesamt Fr. 3’153.90 in Rechnung stellt, wovon Fr. 3'125 .- auf das Honorar (12.5 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250 .-), Fr. 28.90 auf Auslagen und Fr. 242.90 auf die Mehrwertsteuer (7.7 % auf Fr. 3'153.90) entfallen, dass die Art und die Höhe der Auslagen zu keinen Bemerkungen Anlass geben und ohne weiteres übernommen werden können, dass jedoch der vom Gesuchsteller in Rechnung gestellte Stundenansatz entsprechend den obenstehenden Ausführungen von Fr. 250.- auf Fr. 220.- zu kürzen ist, dass ferner der geltend gemachte zeitliche Aufwand des Gesuchstellers von 12.5 Stunden auch unter Berücksichtigung des mehrfachen Schriften- wechsels und der rechtlichen Schwierigkeiten der Streitsache als zu hoch gegriffen erscheint, F-3973/2019, F-3959/2019 Seite 5 dass nämlich der Gesuchsteller die beschwerdeführenden Parteien bereits im erstinstanzlichen Verfahren vor dem SEM vertreten hatte und somit mit ihrer Angelegenheit in tatsäch licher und rechtlicher Hinsicht vertraut war, bevor er im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens tätig wurde, dass die Vorbefassung den für das Rechtsmittelverfahren notwendigen Aufwand spürbar reduziert haben dürfte, dass es sich mit Blick auf den aktenkundigen Aufwand, die Komplexität und Bedeutung der Sache rechtfertigt, von einem notwendigen Arbeitsaufwand von 8 Stunden auszugehen, woraus auf der Grundlage eines Stundenan- satzes von Fr. 220.- ein Honorar im Betrag von Fr. 1'760.- resultiert, dass das Honorar von Fr. 1'760.- zuzüglich der Auslagen von Fr. 28.90 und Mehrwertsteuerzuschlag von Fr. 137.70 (7.7 %), einen für das Verfahren F-1525/2019 zu vergütenden Gesamtbetrag von Fr. 1'926.60 ergibt, dass in einem zweiten Schritt die dem Gesuchsteller mit Urteil vom 19. Juli 2019 gesamthaft zugesprochene Pauschale von Fr. 1'500.- in die auf die Verfahren F-1525/2019 und F -2719/2019 entfallenden Anteil e aufzuglie- dern ist, dass es sich anbietet, diese Aufgliederung entsprechend den Beträgen vor- zunehmen, die der Gesuchsteller für die Verfahren F -1525/2019 (Fr. 3'396.80) und F-2719/2019 (Fr. 1'755.80) in seinen beiden Kostenno- ten in Anspruch nimmt, dass dieses Verhältnis rund 2 (F-1525/2019) zu 1 (F-2719/2019) beträgt, weshalb Fr. 1'000.- dem Verfahren F-1525/2019 und Fr. 500.- dem Verfah- ren F-2719/2019 zuzuordnen sind, dass in einem dritten Schritt der auf das Verfahren F-1525/2019 entfallende Anteil von Fr. 1'000.- durch den im Rahmen des vorliegenden Verfahrens neu berechneten Betrag von Fr. 1’926.60 zu ersetzen ist, dass sich daher das amtliche Honorar für die Verfahren F-1525/2019 und F-2719/2019 neu auf Fr. 2’426.60 beläuft (Fr. 1’926.60 für das Verfahren F-1525/2019 zuzüglich Fr. 500.- für das Verfahren F-2719/2019), dass somit das Revisionsgesuch F-3973/2019 teilweise gutzuheissen, und das dem Gesuchsteller aus der Gerichtskasse auszurichtende amtliche Honorar in Abänderung der Ziffer 3.4 des Dispositivs des Urteils vom 19. Juli 2019 auf neu Fr. 2’426.60 festzusetzen ist, F-3973/2019, F-3959/2019 Seite 6 dass es sich bei diesem Ausgang des Verfahrens trotz teilweisen Unterlie- gens des Gesuchstellers rechtfertigt, auf die Erhebung von Verfahrenskos- ten zu verzichten (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 6 Bst. b VGKE), dass eine Parteientschädigung nicht zuzusprechen ist, da nicht ersichtlich ist, inwiefern dem Gesuchsteller, der sich darauf beschränkte, das Bundes- verwaltungsgericht auf wenigen Zeilen auf dessen Irrtum aufmerksam zu machen, durch das Revisionsverfahren verhältnismässig hohe bzw. n icht mehr verhältnismässig geringe Kosten erwachsen sind (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 4 VGKE). Dispositiv S. 7 F-3973/2019, F-3959/2019 Seite 7 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Revisionsverfahren F-3959/2019 und F-3973/2019 werden vereinigt. 2. Auf das Revisionsgesuch F- 3959/2019 wird nicht eingetreten. 3. Das Revisionsgesuch F- 3973/2019 wird teilweise gutgeh eissen, und die Ziffer 3.4 des Dispositivs des Urteils F-1525/2019 und F -2719/2019 vom 19. Juli 2019 wird wie folgt geändert: «Für seine Bemühungen wird Rechtsanwalt Benedikt Homberger aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2’426.60 ausgerichtet.» 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Parteient- schädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an: – den Gesuchsteller (…) – die Vorinstanz (…) – Migrationsamt des Kantons Thurgau Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Andreas Trommer Julius Longauer Versand: