A bteilung II B -2215/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 8. M ai 2007 M itw irkung: R ichter Frank Seethaler (vorsitzender R ichter), R ichter Stephan Breitenm oser, R ichter R onald Flury; G erichtsschreiber Kaspar Plüss A ._______, Beschw erdeführer gegen K aufm ännischer Verband Schw eiz, H öhere Fachprüfung für Experten in R echnungslegung und C ontrolling, Postfach 1853, 8027 Zürich, Erstinstanz B undesam t für B erufsbildung und Technologie (B B T), Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend H öhere Fachprüfung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Im Frühjahr 2005 legte der Beschw erdeführer die höhere Fachprüfung für diplom ierte Experten in R echnungslegung und C ontrolling ab. M it Verfü- gung vom 13. M ai 2005 teilte ihm der Verein für höhere Prüfungen im R echnungsw esen und C ontrolling (Erstinstanz) m it, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. Aus dem N otenblatt geht hervor, dass seine Leis- tungen im Fach „Steuern“ (schriftlich) m it der N ote 2.5 und in der Prüfung im Fach „M ündlich“ m it der N ote 3.0 als ungenügend bew ertet w urden, und dass auch seine G esam tnote von 3.7 ungenügend w ar. M it Schreiben vom 21. M ai 2005 richtete sich der Beschw erdeführer direkt an die beiden Exa- m inatoren der Prüfung „M ündlich“ und führte aus, die ungenügende Be- w ertung sei für ihn nicht nachvollziehbar. Am 2. Juni 2005 erhob der Beschw erdeführer beim Bundesam t für Berufs- bildung und Technologie (BBT) Beschw erde, die er m it Eingabe vom 23. Juni 2005 ergänzte. Sinngem äss stellte er den Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, seine N oten seien in den Fächern „Betriebs- und Volksw irtschaftslehre“, „C ontrolling“, „Steuern“, „internationale R ech- nungslegung“ und „M ündlich“ anzuheben, seine Prüfung sei als bestanden zu erklären und es sei ihm das D iplom für Experten in R echnungslegung und C ontrolling auszuhändigen. Zur Begründung m achte er im Zusam m en- hang m it der Prüfung im Fach „Steuern“ vom 11. M ärz 2005 geltend, er sei gegenüber anderen Kandidierenden benachteiligt gew esen: Er habe – im G egensatz zu anderen Kandidierenden – nicht im Voraus gew usst, dass der Autor dieser Prüfung von einer 3-stündigen Prüfungsdauer ausgegan- gen sei, obw ohl für die Prüfung effektiv nur 2 Stunden zur Verfügung stan- den. W äre er über diesen U m stand inform iert gew esen, so w äre er über den grossen Prüfungsum fang w eniger beunruhigt gew esen, hätte eine Se- lektion treffen können und w äre ruhiger an die Lösung der Aufgaben her- angegangen. Ferner äusserte sich der Beschw erdeführer ausführlich zur Prüfung „M ündlich“ vom 12. April 2005. Er gelangte zum Schluss, dass seine Prüfungsleistung erheblich unterbew ertet w orden sei. Ausserdem habe einer der Exam inatoren unm ittelbar nach der Prüfung seinen Vortrag gelobt. D er Beschw erdeführer verw eist im W eiteren auf seine reichhaltige praktische Erfahrung im Bereich der geprüften Them atik und auf einen Brief seines Vorgesetzten, in w elchem dieser sein U nverständnis über die nicht bestandene Prüfung zum Ausdruck bringt. Schliesslich sei auch zu beachten, dass der Beschw erdeführer bei seinem ersten Prüfungsversuch (im Jahr 2004) in der Prüfung im Fach „M ündlich“ die N ote 4.5 erzielt habe. M it Stellungnahm e vom 13. O ktober 2005 beantragte die Erstinstanz die Abw eisung der Beschw erde. Sie führte aus, nach Ü berprüfung der Be- schw erde könnten die N oten im Fach „Steuern“ auf 3.0 und im Fach „Be- triebs- und Volksw irtschaftslehre“ auf 4.5 angehoben w erden. In den übri- gen Fächern ergäben sich keine Änderungen. Auch m it der neuen N oten- sum m e von 30.5 sei die Prüfung nicht bestanden. Ihrer Stellungnahm e leg-3 te die Erstinstanz die Berichte der Experten (zu den schriftlichen Prüfun- gen) sow ie der Exam inatoren (zur m ündlichen Prüfung) bei. M it R eplik vom 25. N ovem ber 2005 hielt der Beschw erdeführer an seiner Beschw erde fest. Er befasste sich eingehend m it den Ausführungen der Experten und Exam inatoren. Zum Fach „M ündlich“ brachte er im W esentli- chen vor, die Kritikpunkte der Exam inatoren in den Prüfungsberichten sei- en vage geblieben, und die Prüfung sei unterbew ertet w orden. Ausserdem habe sich der erste Exam inator überhaupt nicht m it seinen Argum enten befasst, und dem zw eiten Exam inator fehle es an praktischer Erfahrung. M it Entscheid vom 16. M ärz 2006 w ies das Bundesam t für Berufsbildung und Technologie (Vorinstanz) die Beschw erde ab. Es erw og, der Be- schw erdeführer sei in der Prüfung im Fach „Steuern“ gegenüber anderen Kandidierenden nicht benachteiligt w orden, und bei der Prüfung im Fach „M ündlich“ liege keine U nterbew ertung vor. D ie Exam inatoren der Prüfung im Fach „M ündlich“ hätten nachvollziehbar und schlüssig aufgezeigt, w as vom Kandidaten im Vortrag und im nachfolgenden Prüfungsgespräch er- w artet w orden sei, und inw iefern er den Anforderungen nicht genügt habe. D er Prüfungsablauf sei in den Berichten sehr ausführlich aufgezeigt w or- den, und es sei auch für Laien einleuchtend ausgeführt w orden, w ie die Exam inatoren zu ihrer Bew ertung gekom m en seien. D em gegenüber habe der Beschw erdeführer nicht überzeugend darzulegen verm ocht, dass die Erklärungen der Exam inatoren unglaubw ürdig und die Bew ertungen völlig unangem essen gew esen seien. Zu R echt nicht in die Bew ertung eingeflos- sen seien der erste Prüfungsversuch des Beschw erdeführers (im Jahr 2004) sow ie der Brief seines Vorgesetzten. B. G egen den Entscheid der Vorinstanz führte der Beschw erdeführer am 11. April 2006 Verw altungsbeschw erde bei der R ekurskom m ission EVD . Erneut brachte er vor, seine Leistungen im Fach „M ündlich“ seien zu tief bew ertet w orden. Er beantragte eine neutrale Expertise und eine Anhe- bung der N ote von 3 auf 4.5. W eiter bem ängelte er, dass sich die Exam i- natoren nicht nochm als m it seiner R eplik auseinandergesetzt hätten. Im Fach "internationale R echnungslegung" beantragte er die Anhebung der N ote auf 4.5. Schliesslich m achte der Beschw erdeführer erneut geltend, dass er in der Prüfung im Fach "Steuern" benachteiligt gew esen sei, w eil er nicht über die gleichen Inform ationen betreffend die zeitliche Konzeption der Prüfung verfügt habe w ie andere Kandidierende. C . Vorinstanz und Erstinstanz schlossen m it Stellungnahm en vom 22. Juni 2006 bzw . vom 10. Juli 2006 auf Abw eisung der Beschw erde. D abei führte die Erstinstanz aus, gem äss Bericht des Fachvorstandes vom 15. Juni 2006 könne die N ote im Fach "internationale R echnungslegung" auf 4.5 angehoben w erden. M it Eingabe vom 15. August 2006 bekräftigte der Be- schw erdeführer nochm als seinen Standpunkt. D . Am 24. Januar 2007 gab das Bundesverw altungsgericht die Ü bernahm e des Verfahrens bekannt.4 Am 1. M ärz 2007 w urden der Erstinstanz verschiedene Fragen unterbrei- tet, w elche sie m it Eingabe vom 17. April 2007 beantw ortete. D er Be- schw erdeführer nahm hierzu am 21. April 2007 Stellung. Seine Eingabe w urde den übrigen Verfahrensbetroffenen zur Kenntnis gebracht. Auf die erw ähnten und w eiteren Vorbringen der Parteien w ird – sow eit sie sich für den Entscheid als rechtserheblich erw eisen – in den nachfolgen- den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht prüft von Am tes w egen und m it freier Kog- nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf die Be- schw erde einzutreten ist (vgl. BG E 130 I 312 E. 1, BG E 129 I 173 E.1; FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, Bern 1983, S. 73 f.; ALFR ED KÖ LZ / ISABELLE H ÄN ER , Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zü- rich 1998, R z. 410). D er Beschw erdeentscheid der Vorinstanz vom 16. M ärz 2006 stellt eine Verfügung nach Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Verw altungs- verfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) dar. D iese Verfü- gung w ar bisher bei der R ekurskom m ission EVD (R EKO /EVD ) angefoch- ten, w elche vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das Bundes- verw altungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig w ar (vgl. Art. 61 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BBG [zit. in E. 2.1], aufgehoben gem äss Ziff. 35 des Anhangs zum VG G ). M it Inkrafttreten des VG G beurteilt nunm ehr das Bundesverw altungsge- richt Beschw erden gegen Entscheide der Vorinstanz, und zw ar auch dann, w enn sie noch vor dem 1. Januar 2007 bei der R EKO /EVD eingereicht w urden (vgl. Art. 61 Abs. 2 BBG i.V.m . Art. 31, Art. 33 Bst. d und Art. 53 Abs. 2 VG G ). D er Beschw erdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom m en und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an ihrer Aufhebung oder Än- derung, w eshalb er zur Beschw erde legitim iert ist (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgem äss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 32 ff. VG G i.V.m . Art. 44 ff. Vw VG ). 2. G em äss Art. 26 ff. des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 13. D ezem ber 2002 (BBG , SR 412.10) ist die höhere Berufsbildung w eit- gehend Sache der zuständigen O rganisationen der Arbeitsw elt. D iese re- geln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Q ualifikationsverfahren, Ausw eise und Titel (vgl. Art. 28 Abs. 2 BBG ). Sie berücksichtigen dabei die anschliessenden Bildungsgänge. D ie Vorschriften unterliegen der G eneh- m igung durch das Bundesam t (Art. 27 und 28 BBG ). Bereits nach dem al-5 ten Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 19. April 1978 (aBBG ), das per 1. Januar 2004 durch das heute geltende BBG abgelöst w urde, konn- ten die Berufsverbände vom Bund anerkannte Berufsprüfungen und höhe- re Fachprüfungen veranstalten (Art. 51 Abs. 1 aBBG und Art. 44 Abs. 1 der dam als geltenden, am 1. Januar 2004 durch die Verordnung über die Be- rufsbildung vom 19. N ovem ber 2003 [BBV, SR 412.101] abgelösten, alten Verordnung über die Berufsbildung vom 7. N ovem ber 1979 [aBBV]). D ie Berufsverbände hatten in diesem Zusam m enhang ein R eglem ent aufzu- stellen, das der G enehm igung des Eidgenössischen Volksw irtschaftsde- partem ents bedurfte (Art. 51 Abs. 2 aBBG und Art. 45 aBBV). G estützt auf die dam als geltenden D elegationsbestim m ungen des aBBG hat der Schw eizerische Kaufm ännische Verband am 29. M ai 1999 ein „R eglem ent über die H öhere Fachprüfung Expertin/Experte in R echnungslegung und C ontrolling“ erlassen, das am 5. N ovem ber 1999 vom Eidgenössischen Volksw irtschaftsdepartem ent genehm igt w urde. G em äss Art. 2 Abs. 1 die- ses R eglem ents kann der Inhaber des D iplom s für R echnungslegung und C ontrolling in einem M ittel- oder G rossbetrieb eine Kaderposition überneh- m en. Voraussetzung für das D iplom ist das Bestehen einer Prüfung (Art. 21 Abs. 1 des R eglem ents). G eprüft w erden 6 Fächer, w obei das Fach "C ontrolling" sow ie die Fallstudie doppeltes G ew icht haben (Art. 16 des R eglem ents). U m die Prüfung zu bestehen, ist eine Schlussnote von m in- destens 4.0 nötig; höchstens eine Fachnote darf unter 4.0 liegen und keine Fachnote unter 3.0 (Art. 19 des R eglem ents). G em äss Art. 14 Abs. 2 des Prüfungsreglem ents nehm en m indestens zw ei Experten an der Prüfung im Fach „M ündlich“ teil und bew erten sie; dabei erstellt ein Experte ausführli- che N otizen über das Prüfungsgespräch. D ie N otensituation des Beschw erdeführers präsentiert sich heute w ie folgt: "C ontrolling“ N ote 4 (G ew icht 2); "Internationale R echnungslegung" N ote 4.5 (G ew icht 1); "Steuern" N ote 3 (G ew icht 1); "BW L/VW L" N ote 4.5 (G e- w icht 1); „Fallstudie“ N ote 4 (G ew icht 2), „M ündlich“ N ote 3 (G ew icht 1). Som it beträgt der N otendurchschnitt des Beschw erdeführers 3.875. U m die Prüfung zu bestehen, m üsste eine der beiden ungenügenden N oten um einen vollen N otenw ert auf 4.0 angehoben w erden. 3. N ach Art. 49 Vw VG (i. V. m . Art. 37 VG G ) können m it der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht (ein- schliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Erm essens), die unrichti- ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit der angefochtenen Verfügung gerügt w er- den. Bei der Ü berprüfung von Exam ensleistungen auferlegte sich seinerzeit die R EKO /EVD entsprechend der Praxis des Bundesrates (VPB 62.62 E. 3; VPB 56.16 E. 2.1), des Bundesgerichts (BG E 121 I 225 E. 4b, BG E 118 Ia 488 E. 4c, BG E 106 Ia 1 E. 3c) sow ie anderer verw altungsunabhängiger R ekurskom m issionen (VPB 66.62 E. 4) Zurückhaltung, indem sie in Fra- gen, die seitens der Verw altungsjustizbehörden naturgem äss schw er über- prüfbar sind, nicht ohne N ot von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prü- fungsorgane und Experten abw ich. Für das Bundesverw altungsgericht sind 6 keine G ründe ersichtlich, von der Praxis der R EKO /EVD abzuw eichen. D as G ericht hat sich som it bei der Ü berprüfung von Exam ensleistungen im oberw ähnten R ahm en Zurückhaltung aufzuerlegen (vgl. BVG E B- 2202/2006 vom 25. Januar 2007 E. 3). Eine solche Zurückhaltung ist aller- dings nur bei der Bew ertung von Prüfungsleistungen angebracht. Sind da- gegen die Auslegung und die Anw endung von R echtsvorschriften streitig oder w erden Verfahrensm ängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die angeru- fene R echtsm ittelbehörde die erhobenen Einw endungen m it freier Kogniti- on zu prüfen. Andernfalls begeht sie eine form elle R echtsverw eigerung (vgl. BVG E B-2202/2006, a.a.O ., m it w eiteren H inw eisen). 4. D er Beschw erdeführer rügt in der Prüfung im Fach "Steuern" eine U n- gleichbehandlung gegenüber anderen Prüfungsteilnehm ern, w eil er – im G egensatz zu anderen Kandidierenden – nicht gew usst habe, dass der Verfasser der 2-stündigen Prüfung im Fach "Steuern" vom 11. M ärz 2005 von einer 3-stündigen Prüfung ausgegangen sei. D iese R üge bezieht sich auf einen allfälligen M angel im Prüfungsablauf und ist daher m it voller Ko- gnition zu prüfen. 4.1 D ie Erstinstanz m acht geltend, die Kandidierenden hätten Anfang Februar 2005 einen Prüfungsplan erhalten. Aus diesem sei ersichtlich, dass die Prüfung im Fach "Steuern" vom 11. M ärz 2005 2 Stunden dauere. D en Kandidierenden sei im m er die Prüfungsdauer von 2 Stunden kom m uniziert w orden. Zum Prüfungszeitpunkt hätten alle Kandidierenden einen identi- schen Kenntnisstand über den Zeitrahm en im Fach "Steuern" gehabt. Es sei nicht richtig, dass für einzelne Prüfungsteilnehm er ein Vorteil bestan- den habe. D er Erstinstanz seien keine anderen Kandidierenden bekannt, die die gleiche R üge w ie der Beschw erdeführer vorgebracht hätten. 4.2 D ie D arstellung des Sachverhalts durch die Erstinstanz w eicht von jener des Beschw erdeführers ab. D er Beschw erdeführer m acht einen Inform ati- onsvorsprung einzelner Kandidierender bezüglich des zeitlichen Prüfungs- konzepts geltend, w ährend die Erstinstanz von einem identischen Inform a- tionsstand aller Prüfungsteilnehm er ausgeht. Es steht som it „Aussage ge- gen Aussage“. W essen Sachverhaltsdarstellung zutrifft, lässt sich im N achhinein nicht m ehr m it letzter Sicherheit feststellen. Angesichts dieser Situation ist von Bedeutung, dass die Sachverhaltsdar- stellung der Erstinstanz glaubw ürdig und schlüssig w irkt. U nbestritten ist, dass die Erstinstanz davon ausging, die Prüfung im Fach „Steuern“ könne in 2 Stunden gelöst w erden, und dass sie dies den Kandidierenden so m it- teilte. D ass sich ein M itglied der Prüfungskom m ission oder der Verfasser der Prüfungsaufgaben in rechtsw idriger W eise m it abw eichenden Inform a- tionen an einzelne Kandidierende gew endet hätten, ist dem gegenüber nicht nachgew iesen und darf nicht leichthin angenom m en w erden. D ies um so w eniger, als der Beschw erdeführer keine näheren Angaben hierzu m achen kann. Zu bezw eifeln ist auch, ob eine derartige Inform ation, w enn sie überhaupt gegeben w urde, objektiv richtig gew esen w äre, zum al die Erstinstanz als zuständiges O rgan von einer anderen Beurteilung des Zeit- bedarfs ausging. H inzu kom m t, dass offenbar keine gleichartigen R ügen 7 anderer Kandidierender eingegangen sind, w as bei einem so gravierenden M angel im Prüfungsablauf, w ie er vom Beschw erdeführer geltend gem acht w ird, m it hoher W ahrscheinlichkeit zu erw arten gew esen w äre. D er Be- schw erdeführer, der seine Behauptung grundsätzlich zu bew eisen hat (Art. 8 ZG B; vgl. BG E 114 II 289 E. 2a), verm ag die Angaben der Erstinstanz je- denfalls nicht zu w iderlegen. D a es der Beschw erdeführer ist, der aus der von ihm behaupteten R egelverletzung R echt ableiten w ill, hat die Bew eis- losigkeit vorliegend zur Folge, dass nicht von einer U ngleichbehandlung der Kandidierenden ausgegangen w erden darf (vgl. unveröffentlichter Ent- scheid der R EKO /EVD vom 1. April 2005 [H B/2004-10] E. 5.2.3, sow ie vom 17. O ktober 2001 [00/H B-034] E. 6.4). D ie R üge erw eist sich dem - nach als nicht stichhaltig. 5. D er Beschw erdeführer m acht w eiter geltend, er sei im Fach „M ündlich“ un- terbew ertet w orden. D iese R üge betrifft die Bew ertung einer Prüfungsleis- tung. Sie w ird vom Bundesverw altungsgericht m it eingeschränkter Kogniti- on geprüft (vgl. oben, E. 3). 5.1 D ie Exam inatoren haben die Bew ertung der Prüfung des Beschw erdefüh- rers im Fach „M ündlich“ ausführlich begründet. D er erste Exam inator führt in seinem Prüfungsbericht zusam m enfassend Folgendes aus: D er Vortrag des Beschw erdeführers sei zu kurz gew esen. Er habe sich zum eist auf for- m ale Aspekte eines Konzernabschlusses konzentriert und kaum m aterielle Lösungsansätze zu den Anforderungen an ein Testat entw ickelt. Auch bei den rein form alen Aspekten sei der Vortrag lückenhaft gew esen. Bei den Anschlussfragen habe der Beschw erdeführer m ehrheitlich falsche Antw or- ten gegeben oder habe m it H ilfe der Exam inatoren an die richtigen Antw or- ten herangeführt w erden m üssen (w ird unter Beizug von Beispielen ausge- führt). D ie Anzahl und Q ualität der Antw orten seien auch im anschliessen- den Frageteil der Prüfung ungenügend gew esen. D er Beschw erdeführer habe zur Lösung von verschiedenen Fallbeispielen keine Vorschläge ent- w ickelt und nicht erkannt, w elche Problem e sich in den betreffenden Fällen aus fachlicher Sicht stellten. Bei allen angeschnittenen Them en habe die Zeit nicht für vertiefte Fragen auf einem angem essenen Prüfungsniveau gereicht, da bereits bei den Einstiegsfragen – bisw eilen m it H eranführen – nach der Antw ort habe gesucht w erden m üssen. Teilw eise habe der Be- schw erdeführer Fragen nicht beantw orten können, die selbst ein Buchhal- ter hätte w issen m üssen. D er Kandidat habe eine ungenügende Leistung erbracht, so dass keine Aufw ertung der N ote vorgenom m en w erden könne. D er zw eite Exam inator bem ängelt beim Vortrag des Beschw erdeführers die Them entreue (zu grosse G ew ichtung der Softw are und des Konten- plans), die U nvollständigkeit (erhebliche Anzahl von nicht behandelten As- pekten, die schw erpunktm ässig hätten berücksichtigt w erden m üssen), die nicht adressatengerechte Präsentation (zu lange Ausführungen über den Kontenplan m it trivialen Beispielen) sow ie die zu kurze D auer. D ie zum Vortrag gestellten Fragen im zw eiten Prüfungsteil seien vom Beschw erde- führer nur zögerlich und erst nach H ilfestellung beantw ortet w orden, ob- w ohl das N iveau eher leicht gew esen sei. Bei den Fragen zu w eiteren The- m en sei es trotz H ilfestellung nicht gelungen, zielführende Lösungsansätze 8 auf dem fachlich geforderten N iveau zu diskutieren. Zum Teil sei der Ein- druck entstanden, der Beschw erdeführer habe sich m it dem Them a im Vorfeld der Prüfung überhaupt nicht auseinandergesetzt. D er Kandidat habe seine „geistige Bew eglichkeit“ in diesem dritten – eher schw ierigeren – Teil der Prüfung nicht unter Bew eis stellen können. 5.2 D er Beschw erdeführer w endet ein, aufgrund der Aufgabenstellung der Prü- fung im Fach „M ündlich“ sei er davon ausgegangen, dass er dem Verw al- tungsrat ein G robkonzept für den Aufbau einer Konzernrechnung vorlegen m üsse und dabei eine einfache Buchhaltung zu verw enden habe. Er habe dies in seinem Vortrag grösstenteils um gesetzt. Auch habe er m ehrm als darauf hingew iesen, dass er von einem G robkonzept und nicht von einem D etailkonzept ausgehe, w as bei den Exam inatoren allerdings keine R eakti- on hervorgerufen habe. Aufgrund des Adressatenkreises (Verw altungsrat) sei er davon ausgegangen, dass er zum Ablauf der Konsolidierung nicht Stellung nehm en m üsse. D er Vortrag sei zw ar etw as kurz ausgefallen, doch die Struktur sei logisch und die Präsentation gut gew esen; einer der Exam inatoren habe den Vortrag denn auch unm ittelbar nach der Prüfung gelobt. Einige Fragen der Experten habe er (der Beschw erdeführer) in der Tat nicht oder falsch beantw ortet. D och ein perfekter Vortrag w äre ange- sichts der zur Verfügung stehenden Zeit kaum m öglich gew esen, und an fachlichem Tiefgang habe es nicht gefehlt. Auch m üsse berücksichtigt w er- den, dass es im Fach „M ündlich“ nicht nur eine, sondern viele Lösungen gebe. Es treffe nicht zu, dass er sich im Bereich der Konsolidierung nicht auskenne: Er verfüge in diesem G ebiet über zahlreiche persönliche Erfah- rungen und sei m assgeblich am Aufbau der Konzernrechnung seines Ar- beitgebers beteiligt gew esen. D ie beiden Experten hätten in ihren Prü- fungsberichten an vielen Stellen nicht präzise argum entiert. Aus den Be- richten gehe nicht hervor, auf w elche Fragen der Beschw erdeführer w el- che Antw orten gegeben habe und w elches die richtige Lösung gew esen w äre. D er erste Exam inator sei in seiner Stellungnahm e nicht auf die Argu- m ente des Beschw erdeführers eingegangen, und einzelne Passagen sei- nes Berichts seien frei erfunden gew esen. Entgegen den Exam inatoren habe der Beschw erdeführer nicht an alles oder vieles „herangeführt“ w er- den m üssen. Es gelte ausserdem in R echnung zu stellen, dass einer der Exam inatoren nur über w enig Erfahrungen im Abnehm en m ündlicher Prü- fungen auf D iplom stufe verfüge. Ferner sei die Bew ertung für ihn auch deshalb nicht nachvollziehbar, w eil er im Jahr 2004, d.h. beim ersten Prü- fungsversuch, in der Prüfung im Fach „M ündlich“ die N ote 4.5 erhalten habe, obw ohl ihm das Them a w eniger vertraut gew esen sei als beim zw ei- ten Prüfungsversuch. Insgesam t liege entw eder ein grosses M issverständ- nis oder eine nicht nachvollziehbare U nterbew ertung vor. 5.3 D ie Vorinstanz erw og, aus den Stellungnahm en der Exam inatoren w erde ersichtlich, zu w elchen Them en der Beschw erdeführer befragt w orden sei und w elche M ängel seine Antw orten aufgew iesen hätten. D er Vortrag habe nur 7 M inuten gedauert und sei deshalb effektiv zu kurz gew esen. Ausser- dem habe der Vortrag zum eist form ale Aspekte eines Konzernabschlusses behandelt. M ateriell seien hingegen kaum Lösungsansätze geboten w or-9 den, die zeigten, w elche Anforderungen erfüllt w erden m üssten, um ein Testat zu erhalten. D am it habe der Vortrag nicht den erforderlichen fachli- chen Tiefgang erreicht. Bei der Bew ertung hätten die Exam inatoren be- rücksichtigen dürfen, dass der Beschw erdeführer H ilfestellungen benötigt habe und dass die Antw orten schleppend erfolgt seien. D er Prüfungsablauf sei von den Exam inatoren insgesam t sehr ausführlich aufgezeigt w orden. Es sei auch für Laien einleuchtend ausgeführt w orden, w ie die Bew ertung zustande gekom m en sei. D em gegenüber verm öge der Beschw erdeführer nicht überzeugend darzulegen, dass die Ausführungen der Exam inatoren unglaubw ürdig und die Bew ertung völlig unangem essen seien. Es stim m e zw ar, dass in den Prüfungsberichten die Stellungnahm en zu den An- schlussfragen z.T. knapp ausgefallen seien. D a sich der Beschw erdeführer aber selber auch nicht eingehender dam it auseinandergesetzt habe, könne er daraus nichts zu seinen G unsten ableiten. Zu R echt seien einzig die in der Prüfungssession 2005 erbrachten Leistungen bew ertet w orden, nicht aber anderw eitige fachliche Leistungsausw eise, Briefe von Vorgesetzten oder frühere Prüfungsergebnisse. 5.4 G em äss der G erichtspraxis ist grundsätzlich auf die M einung der Exam ina- toren abzustellen, solange konkrete H inw eise auf deren Befangenheit feh- len und die Beurteilung der Prüfung nicht als fehlerhaft oder völlig unange- m essen erscheint. Vorausgesetzt w ird allerdings, dass ihre Stellungnah- m en insofern vollständig sind, als darin substanziierte R ügen des Be- schw erdeführers beantw ortet w erden, und dass die Auffassung der Exam i- natoren,Beschw erdeführer den Anforderungen an eine genügende Subs- tanziierung seiner R ügen nicht gerecht, w enn er sich einfach darauf be- schränkt zu behaupten, seine Lösung sei vollständig und korrekt, ohne die- se Behauptung näher zu begründen oder zu belegen (vgl. R EKO /EVD H B/2004-10, E. 6.1.1). 5.5 Im vorliegenden Fall erachtet das Bundesverw altungsgericht die Prüfungs- berichte der Exam inatoren als sachlich und nachvollziehbar. Aus den Aus- führungen der Exam inatoren geht klar hervor, inw iefern die Antw orten des Beschw erdeführers falsch w aren oder den gestellten Erw artungen nicht entsprachen, und w ie die richtigen Antw orten gelautet hätten. D ie Prü- fungsberichte sind keinesw egs zu vage abgefasst. D ie Ausführungen der Exam inatoren sind in sich schlüssig. D er Bericht des zw eiten Exam inators setzt sich besonders eingehend m it den R ügen des Beschw erdeführers auseinander. D ie beiden Exam inatoren stim m en in den w esentlichen Punkten, die zur Prüfungsbew ertung geführt haben, überein. D ie Entgegnungen des Beschw erdeführers verm ögen die Ausführungen der Exam inatoren nicht zu entkräften oder als unglaubw ürdig erscheinen zu lassen. Es besteht m ithin kein Anlass, von einer U nterbew ertung der Prüfung im Fach „M ündlich“ auszugehen oder einen externen G utachter beizuziehen. D er Beizug von externen Experten w äre im Fall von m ündli- chen Prüfungen ohnehin problem atisch: N otizen und Berichte von Eindrü- cken solcher Prüfungen verm ögen nie säm tliche Eindrücke einer Prüfung w iederzugeben, so dass eine objektive Ü berprüfbarkeit kaum m öglich er- scheint. 10 6. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass die Beschw erde sich als unbe- gründet erw eist und abgew iesen w erden m uss. 7. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschw erdeführer grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskos- ten w erden m it dem vom Beschw erdeführer am 8. M ai 2006 geleisteten Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'000.- verrechnet. D em unterliegenden Beschw erdeführer ist keine Parteientschädigung aus- zurichten (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ; Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE; SR 173.320.2]). 8. D ieser Entscheid kann nicht m it Beschw erde in öffentlich-rechtlichen An- gelegenheiten an das Bundesgericht w eitergezogen w erden (Art. 1 Abs. 2 VG G i. V. m . Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht, BG G , SR 173.110). Er ist dem nach endgültig. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 800.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt und m it dem am 8. M ai 2006 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Vorinstanz (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Erstinstanz (eingeschrieben, m it Beilagen) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Frank Seethaler Kaspar Plüss Versand am : 25. M ai 2007