Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. April 2019 (725 19 12 / 90) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Adäquanzprüfung: Sturz auf Eisfläche mit Brustwirbelfraktur als leichter Unfall qualifiziert; Bemessung des Invalideneinkommens eines gelernten Kochs und Küchenchefs anhand des Tabellenlohnes der LSE, Kompetenzniveau 2 Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1973 geborene A.____ war vom 6. Juni 2012 bi s 30. April 2013 im Restaurant Hotel B.____ in X.____ als Küchenchef angestellt und durc h den Arbeitgeber bei der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatoris ch gegen die Folgen von Unfällen und Be- rufskrankheiten versichert. Am 15. Januar 2014 erli tt er einen Unfall, als er auf einer Eisfläche ausrutschte und auf den Rücken fiel. Dabei zog er s ich eine Fraktur des Brustwirbelkörpers (BWK) 11 zu. Nach Eingang der durch den Arbeitgeber erstatteten Unfallmeldung erbrachte die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Suva für diesen Unfall die gesetzlichen Leistungen (Hei lbehandlung, Taggelder). Nach einer im Auftrag der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) er folgten Umschulung im kaufmänni- schen Bereich mit Erwerb des Handelsdiploms im Sommer 20 18 sprach die Suva A.____ mit Verfügung vom 14. September 2018 für die verbleibende n Unfallfolgen mit Wirkung ab 1. Okto- ber 2018 eine Invalidenrente basierend auf einem Erwe rbsunfähigkeitsgrad von 17 % und eine Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden vo n 7,5 % zu. Eine vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache hiess die Suva mit Entscheid vom 11. Dezember 2018 dahinge- hend teilweise gut, als sie den Invaliditätsgrad auf 18 % erhöhte. Im Übrigen wies sie die Ein- sprache ab. B. Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2018 erhob A.____ am 10. Januar 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er sinngemäss, es sei der angefochtene Einspracheent- scheid aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente be i einem Invaliditätsgrad von 41 % und eine Integritätsentschädigung bei einer Einbusse von 60 % zuzusprechen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass entgegen der Ansicht d er Suva der adäquate Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfallereignis und seinen psychische n Beeinträchtigungen zu be- jahen sei. Zudem sei die von der Suva vorgenommene Bere chnung des Integritätsschadens nicht nachvollziehbar. Ausserdem beanstandete er den von der Suva vorgenommenen Ein- kommensvergleich. C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. Februar 2018 schloss d ie Suva auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Y.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 10. Januar 2019 ist demnach einzutreten. 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs. 1 de r Übergangsbestimmungen zur Ände- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoch Versi cherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestim mungen zugetragen haben, und für Be- rufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind , nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in d er obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine an gemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, fa lls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt vora us, dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit , Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri- tätsschaden) ein natürlicher und adäquater Kausalzusamme nhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusamm enhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Nach der Rechtsprechung gilt ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfol ges, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E . 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funkti on einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Ob bei Vorli egen eines natürlichen Kausalzusam- menhangs zwischen dem versicherten Ereignis und der einget retenen gesundheitlichen Schä- digung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtser hebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Pra xis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 56/06, E. 6.2.2 am Ende; BGE 112 V 30 E. 1b). 3.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Stehen hingegen psy- chische Unfallfolgeschäden zur Beurteilung, so hat eine be sondere Adäquanzprüfung zu erfol- gen. Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzu sammenhangs im Einzelfall zu ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht langen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn e r eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 3.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen . Dies bedeutet, dass das So- zialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig dav on, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügb aren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wi- dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erle digen, ohne das gesamte Be- weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes ei- nes Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagte n Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.1 In medizinischer Hinsicht ist unbestritten, dass sich de r Versicherte anlässlich des Unfal- lereignisses vom 15. Januar 2014 eine Fraktur des BWK 11 zuzog. Für die Unfallfolgen er- brachte die Suva denn auch die gesetzlichen Leistungen. Nachdem sie mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 vorerst die Versicherungsleistungen per 15. Mai 2016 eingestellt hatte, ordne- te sie im Einspracheverfahren eine kreisärztliche Untersuchung an. Dr. med. C.____, FMH Chi- rurgie, kam am 22. Dezember 2016 zum Schluss, dass die gekl agten Beschwerden zumindest teilweise auf das Unfallereignis 15. Januar 2014 zurückzuf ühren seien. Er empfahl eine statio- näre Rehabilitationsbehandlung über mehrere Wochen. In der Folge kam die Suva auf ihre Ein- stellungsverfügung vom 24. Oktober 2016 zurück und sprach dem Versicherten weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu (vgl. Schreiben v om 22. Januar 2017). Vom 21. Feb- ruar 2017 bis 4. April 2017 hielt sich der Versicherte s odann in der Klinik D.____ auf. In ihrem Austrittsbericht vom 7. April 2017 diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine ventrale Kom- pressionsfraktur BWK 11 mit Keilwirbelbildung ohne neurologische Ausfälle, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, eine c hronische Schmerzstörung mit somati- schen und psychischen Faktoren, akzentuierte Persönlichkeitszüge von asthenischer, passiver, inadäquater und selbstschädigender Ausprägung, rezidivierende Gichtschübe und eine Adiposi- tas per magna. Aufgrund seiner somatischen Leiden bestehe in der angestammten Tätigkeit als Koch keine Arbeitsfähigkeit mehr. Einer leidensangepasst en, leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Verweistätigkeit (Stehen, Gehen, Sit zen am Stück bis max. 1,5 Stunden) könne der Versicherte ganztags nachgehen, sofern er keine längerdauernden vorgeneigten und/oder verdrehten Rumpfpositionen einnehmen müsse. Di e psychischen Beeinträchtigungen begründeten keine arbeitsrelevante Leistungseinschränkung . Nach erfolgreichem Abschluss Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Umschulung im kaufmännischen Bereich erfolgte eine kre isärztliche Untersuchung bei Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Tra umatologie des Bewegungsapparates. In seiner Beurteilung vom 25. Juli 2018 hielt dieser einen Status nach Sturz im Januar 2014 mit Kompressionsfraktur des BWK 11, aktuell knöchern in Kei lform ausgeheilt mit Restbeschwer- den, fest. Hinsichtlich der strukturellen Unfallfolgen sei von einer weiteren Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten, weshalb ein Endzustand vorliege. Für die Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit verwies er auf den Austr ittsbericht der Klinik D.____ vom 7. April 2017. Da es keine Hinweise auf eine zwischenzeitli che Verschlechterung des Gesund- heitszustandes des Versicherten gebe, sei diese Zumutbarke itsbeurteilung nach wie vor gültig. Der Versicherte sei somit auch in der Lage, eine Büroarbeit ganztags auszuführen. 4.2 In Würdigung der medizinischen Aktenlage kam die S uva im angefochtenen Entscheid bzw. in der ihm zugrunde liegenden Verfügung zum Schl uss, dass dem Versicherten gestützt auf den Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 7. April 2017 und der kreisärztlichen Beurteilung vom 25. Juli 2018 die Ausübung der bisherigen Tätigkei t als Koch nicht mehr zumutbar sei. Hingegen könne er eine leidensangepasste, leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tä- tigkeit, z.B. im Büro, zu 100 % ausführen. Diese Einschä tzung ist nicht zu beanstanden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt zwar Bericht en versicherungsinterner Ärzte nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren na ch Art. 44 ATSG eingeholten Gutach- ten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichts gutachten. Ihnen kommt aber Beweis- wert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchs- frei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2009, 8C_620/2009, E. 4.2; BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweis). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte - etwa in Form abweichender fachär ztlicher Einschätzungen - ersichtlich, die Anlass geben könnten, an der Richtigkeit der Festst ellungen der Ärzte der Klinik D.____ zu zweifeln (vgl. zur Qualifikation von medizinischen Stellungnahmen der Klinik D.____ als verwal- tungsinterne Berichte: BGE 136 V 117). Es ist vielmehr f estzuhalten, dass deren Beurteilung in jeder Hinsicht zu überzeugen vermag, beruht sie doch auf Erkenntnissen, welche die beteiligten Ärzte im Wesentlichen aus eingehenden, im Rahmen eines sechswöchigen stationären Aufent- halts des Versicherten erfolgten medizinischen und berufli chen Abklärungen in physischer und psychischer Hinsicht gewonnen haben. Sodann befassen sie sich hinreichend mit den übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen und sie gehen auf sämtliche vom Versicher- ten geklagten Beschwerden ein. Sodann überzeugt ihre Z umutbarkeitsbeurteilung, welche sich auf klinische Untersuchungen und bildgebende Abklärunge n stützt. Zum gleichen überzeugen- den Schluss gelangte auch Dr. E.____ anlässlich seiner U ntersuchung vom 25. Juli 2018, wes- halb davon auszugehen ist, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem stati- onären Aufenthalt in der Klinik D.____ nicht wesentl ich verändert hat. Mit Blick auf die erfolgte Umschulung im kaufmännischen Bereich wies er zudem darauf hin, dass dem Versicherten gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der Ärztesch aft der Klinik D.____ auch eine Büroar- beit zu 100 % zumutbar sei. Diese Einschätzung ist in Anbetracht des im Bericht der Klinik D.____ vom 15. Januar 2014 formulierten Zumutbarkeitsp rofil (mittelschwere bis leichte, wech- selbelastende Tätigkeit ohne längerdauernde vorgeneigte r und/oder verdrehter Rumpfposition und ununterbrochenes Stehen, Gehen sowie Sitzen bis maxim al ca. 1 ½ Stunde) durchaus nachvollziehbar. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Während der Versicherte die Zumutbarkeitsbeurteilu ng der Ärzteschaft der Klinik D.____ und von Dr. E.____ in somatischer Hinsicht nicht beanstandet, stellt er sich auf den Standpunkt, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfalle reignis und seinen seither be- stehenden psychischen Beeinträchtigungen gegeben sei. Die Suva verneinte die Adäquanz, ohne den natürlichen Kausalzusammenhang zu prüfen (vgl. Ziffer 6 des Einspracheentscheides vom 11. Dezember 2018). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Gemäss Rechtsprechung durfte sie – nachdem sie den adäquaten Kausalzusammenha ng verneint hatte - die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2; SVR 1995 U 23 S 68 E. 3c) . Im Rahmen der Prüfung des adäqua- ten Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen Beeinträcht igungen und dem Unfall vom 15. Januar 2014 nahm sie eine Qualifikation des Un fallereignisses nach seiner Schwere vor und gelangte zur Auffassung, dass es sich beim Unfaller eignis vom 15. Januar 2014 um einen leichten Unfall handle. Die Beurteilung stimmt mit der bundesgerichtlichen Praxis überein. So hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: Bundesgericht) ein Ereignis, bei dem die betroffene Person auf einer Eisfläche ausrutsc hte, auf den Rücken stürzte sowie mit dem Kopf auf den Boden prallte und sich dabei eine Co mmotio cerebri sowie eine Contusio/Distorsio im Bereich der Wirbelsäule, des Becken s und der Hüftgelenke zuzog, als leichten Unfall qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2003, U 78/02, E. 5.3, teilweise publiziert in SVR 2003 UV Nr. 12 S. 35 ff.; vgl. auch Urteil des EVG vom 2. Dezember 2002, U 145/02 [Sturz bei Eisregen mit Schenkelhalsbruch ]). Ist ein Ereignis als leichter Unfall zu betrachten, kann der adäquate Kausalzusammenhang zw ischen dem Unfall und einer an- schliessend eingetretenen psychischen Gesundheitsstörung in d er Regel ohne weiteres ver- neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebense rfahrung, aber auch unter Einbezug un- fallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden d arf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu ve rursachen. Dem Unfallereignis man- gelt es an der erforderlichen Schwere, welche allgemei n geeignet wäre, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu führen (BGE 115 V 133 E. 6a). 5.2 Mit diesem Ergebnis soll keineswegs zum Ausdruck gebracht werden, dass der Versi- cherte nicht unter den seit dem Sturz vom 15. Januar 2 015 bestehenden psychischen Be- schwerden leidet. Jedoch können diese Beeinträchtigungen im Lichte der vorstehenden Ausfüh- rungen nicht als adäquate Folge des Ereignisses anerkann t werden, weshalb sie bei der Beur- teilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit keine Berücksich tigung finden können. Die Ärzteschaft der Klinik D.____ hat deshalb aus juristischer Sicht zu R echt die psychischen Diagnosen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als nicht massgebend erachtet. 5.3 Als Zwischenergebnis lässt sich demnach festhalten, dass d ie Suva bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit zu Recht den adäquaten Kausalzusam- menhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Bee inträchtigungen verneint hat. Was die Auswirkungen der somatischen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versi- cherten anbelangt, steht unbestrittenermassen fest, dass der Versicherte seinen gelernten Be- ruf als Koch nicht mehr ausüben kann. Hingegen ist er g estützt auf die medizinischen Berichte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Lage, eine leichte bis mittelschwere, wechselbela stende, leidensangepasste Tätigkeit ganztags auszuführen. 6.1 Ausgehend von dieser Zumutbarkeitsbeurteilung ist zu prüfen, wie sich die gesundheit- lichen Beeinträchtigungen auf den Erwerb auswirken. Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestim- mung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs- einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 6.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns n ach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss di e bisherige Tätigkeit ohne Ge- sundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59 E. 3.1 und 135 V 300 E. 5.1). Der zuletzt bezogene Ver dienst ist nur dann als Valideneinkom- men heranzuzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinl ichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre. Erfolgte der Stellenverlust aus i nvaliditätsfremden Gründen, ist der Vali- denlohn anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). 6.3 Der Versicherte arbeitete zuletzt vom 6. Juni 2012 bis 30. April 2013 als Küchenchef im Restaurant B.____. Aus der Kündigung vom 29. April 20 13 und der Arbeitgeberbescheinigung vom 23. April 2013 geht hervor, dass dem Versicherten aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde. Daraus folgt, dass der Versicherte seine bis zum Unfall ausgeübte Tätigkeit als Küchen- chef im Restaurant B.____ auch dann nicht mehr hätte au süben können, wenn er gesund ge- blieben wäre. Somit hat die Suva bei der Ermittlung des Validenlohns zu Recht nicht an den letzten vom Versicherten beim Restaurant B.____ effektiv erzielten Lohn angeknüpft, sondern diesen anhand von Durchschnittswerten bestimmt. Dabei hat sie im angefochtenen Ein- spracheentscheid vom 11. Dezember 2018 die Tabelle TA1_t irage_skill_level der LSE 2016 herangezogen. Auf der Grundlage des Durchschnittslohnes der Männer in der Branche 55 - 56 “Gastgewerbe/Beherbung, Gastronomie“, Kompetenzniveau 4 (Tätigkeiten mit komplexer Prob- lemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fa kten- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen), hat sie für das hier ma ssgebende Jahr 2018 ein Validen- einkommen von Fr. 81'348.69 errechnet. Die von der Suva vorgenommene Berechnung ist nicht zu beanstanden und wird vom Versicherten auch nicht konkret bemängelt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in we lcher die versicherte Person konkret steht. Vorliegend ist der Versicherte im massgebenden Ze itpunkt keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Im Einkommensvergleich ist deshalb von e inem hypothetischen Invalidenein- kommen auszugehen (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 und 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen). 7.2 Vorliegend hat die Suva das Invalideneinkommen e benfalls anhand der Tabellenlöhne der LSE 2016 berechnet. Laut Tabelle TA1_tirage_skill_ level belief sich der Zentralwert für die im Kompetenzniveau 2 beschäftigten Männer im Sektor 3 (Dienstleistungen) auf Fr. 5'312.--. Nach Anpassung dieses Tabellenlohnes an die betriebsübli che Wochenarbeitszeit und der bis 2018 erfolgten Nominallohnentwicklung ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 100 % ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 5'587 .56 monatlich bzw. Fr. 67'050.67 jährlich. 7.3 Der Versicherte macht geltend, dass die IV-Stelle zu Unrecht auf das Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung/Administration, Bedienung von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst, F ahrdienst) abgestellt habe. Er ver- füge im Dienstleistungssektor über keine beruflichen und praktischen Erfahrungen, weshalb lediglich das Kompetenzniveau 1 (einfache körperliche und handwerkliche Arbeiten) massge- bend sein könne. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden . Der rund 45-jährige Versicherte ist gelernter Koch und arbeitete seit seiner Ausbildung ausschliesslich in diesem Beruf. Im Juni 2018 erwarb er im Rahmen einer Umschulungsmassnahme das Handelsdiplom; er hatte aber – worauf er zu Recht hinweist – (noch) keine Gelegenheit, im kaufmännischen Bereich zu arbei- ten und besitzt daher keine fachspezifische Erfahrung aus serhalb seines angestammten Berufs als Koch. Mit Blick auf die Tatsache, dass der Versicherte zuletzt als Küchenchef tätig war, ist davon auszugehen, dass er unter anderem für die Leitun g, Koordination, Dienstplangestaltung des Küchenbetriebs, Erstellen von Menüplänen, Einkauf der Lebensmittel und Verbrauchsmate- rial der Küche und für Einhaltung des Verpflegungsbudg ets zuständig war und Verantwortung über das Küchenpersonal hatte. Zudem gelang es ihm, er folgreich eine Umschulung im kauf- männischen Bereich abzuschliessen. Damit verfügt er über Fähigkeiten, welche über das Kom- petenzniveau 1 hinausgehen. Auch wenn er noch keine Be rufserfahrung im kaufmännischen Bereich sammeln konnte, kann er seine Fähigkeiten bei der Ausübung einer Verweistätigkeit im Dienstleistungssektor nutzbar machen. Unter diesen Umständ en ist das Vorgehen der Suva, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf das Komp etenzniveau 2 abzustellen, nicht zu bemängeln. 8.1 Weiter ist der Versicherte der Auffassung, dass vom h ypothetisch ermittelten Invaliden- einkommen ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen sei. Wird das Invalidenein- kommen - wie vorliegend - auf der Grundlage von statisti schen Durchschnittswerten ermittelt, sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das Bundesge- richt seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenl ohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset- zen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstä nden des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, An zahl Dienstjahre, Nationali- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Der sogenannte Leidensabzug soll aber nicht automatisch, son- dern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspu nkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allge- meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merk- male letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begr enzen (BGE 134 V 322 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b). Zu beachten ist ferner, dass allfällige ber eits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu ein er doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2 mit Hinweis). 8.2 Vorliegend hat die Suva keinen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn gewährt. Gemäss der Zumutbarkeitsbeurteilung der Ärzteschaft der Klinik D.____ ist es dem Versicher- ten möglich, eine leichte bis mittelschwere, wechselbela stende Verweistätigkeit mit höchstens ca. 1 ½ Stunden ununterbrochenem Stehen, Gehen oder S itzen auszuüben. Dabei seien län- gerdauernde vorgeneigte und/oder verdrehte Rumpfposit ionen zu vermeiden. Der Dienstleis- tungssektor umfasst leichte bis mittelschwere Arbeiten gemä ss diesem Zumutbarkeitsprofil. Es besteht daher kein Grund, die gesundheitlichen Einschrä nkungen unter dem Titel des leidens- bedingten Abzugs zu berücksichtigen, ansonsten eine unzulä ssige doppelte Anrechnung des- selben Faktors erfolgen würde. Die Tatsache, dass der Ver sicherte nicht mehr in der Lage ist, körperlich schwere Arbeiten zu verrichten, rechtfertigt ge mäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesg erichts vom 6. März 2009, 9C_492/2008, E. 3.3). Es liegen auch keine anderen Um stände vor, die eine Erhöhung des Ab- zugs vom Tabellenlohn rechtfertigen würden. Solche werd en vom Versicherten auch nicht gel- tend gemacht. Das Vorgehen der Suva ist demnach nicht zu beanstanden. 8.3 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 81'348.69 und des Invali- deneinkommens von Fr. 67'050.67 resultiert eine Eink ommenseinbusse von Fr. 14'298.02 und somit ein Invaliditätsgrad von 17,57 % bzw. gerundet 1 8 % (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.). Die Suva hat somit dem Versicherten im an gefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2018 zu Recht eine Invalidenrente bei ei nem Invaliditätsgrad von 18 % zuge- sprochen. 9.1 Abschliessend zu prüfen ist, ob der Versicherte Anspruc h auf eine höhere Integritätsent- schädigung hat. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versiche rte Person Anspruch auf eine an- gemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den U nfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20 . Dezember 1982 gilt ein Integritäts- schaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des g anzen Lebens mindestens in glei- chem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn d ie körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integ ritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jah resverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gel- ten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht a bschliessenden Skala häufig vor- kommende und typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen). 9.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höch stbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für speziel le oder nicht aufgeführte Integritätsschä- den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert ab geleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In die- sem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizi- nischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebene n Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewä hrleistet werden soll, mit dem An- hang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 9.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundhei tlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztli- che Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht mö glich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht er wartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ä rztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 9.5 Die Suva sprach dem Versicherten im angefochtenen E ntscheid eine Integritätsentschä- digung bei einer Einbusse von 7,5 % zu. Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung des Kreisarz- tes Dr. E.____ vom 25. Juli 2018. Dieser hielt darin fest, dass die Fraktur des BWK 11 in Keil- form ausgeheilt sei und der Kyphosewinkel 10° betrage. Er ging dabei in der Schmerzfunktions- skala vom Wert ++ aus (gewisse Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt). Gestützt auf die Tabelle 7.1 ("Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffekt ionen") ermittelte er als Mittelwert einen Integritätsschaden von 7,5 %. 9.6 Der Versicherte macht in seiner Beschwerde sinngemäss ge ltend, dass der Integritäts- schaden aufgrund der sehr starken schmerzhaften Funktionse inschränkungen der Wirbelsäule gemäss UVV Anhang 3 50 % betrage. Unter zusätzlicher Be rücksichtigung des eingeschränk- ten Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit sei d ie Einbusse auf insgesamt 60 % fest- zusetzen. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Der Integritätsschaden ist einzig nach Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem medizinischen Befund und unabhängig von subjektiven F aktoren zu beurteilen (vgl. Erwä- gung 9.4). Sehr starke schmerzhafte Funktionseinschränkunge n der Wirbelsäule gemäss der Skala von Anhang 3 zur UVV können deshalb nur berücksicht igt werden, soweit sie sich durch ein organisches Substrat erklären lassen (Urteil des Bun desgerichts vom 23. April 2014, 8C_49/2014, E. 4). Gemäss den hier massgebenden versiche rungsmedizinischen Beurteilun- gen ergeben sich keine objektiven Hinweise, dass beim Ve rsicherten sehr starke Funktionsein- schränkungen aufgrund der am 15. Januar 2014 erlittene n Fraktur bestehen. Solche werden vom Versicherten auch nicht näher konkretisiert. Es liegen somit keine triftigen Gründe vor, von der kreisärztlichen Einschätzung des Integritätsschadens abz uweichen (Urteil des Bundesge- richts vom 3. Mai 2011, 8C_133/2011, E. 4.2.2). Was die geltend gemachten Einschränkungen des Gedächtnisses und der Konzentration anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass auch der in Art. 24 UVG normierte Anspruch auf eine angemessene Int egritätsentschädigung voraussetzt, dass zwischen der Schädigung der geistigen oder psychischen I ntegrität und dem massgebli- chen Unfallereignis ein natürlicher und adäquater Kaus alzusammenhang besteht. Da die ge- klagten Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit nic ht als adäquat-kausale Folge des Sturzes vom 15. Januar 2014 betrachtet werden können (vg l. Erwägung 5.1), hat der Kreisarzt bei der Bemessung des Integritätsschadens zu Recht nur di e körperlichen Beeinträchtigungen berücksichtigt. Eine Erhöhung der Integritätsentschädigu ng ist demnach ausgeschlossen, wes- halb sich die kreisärztliche Einschätzung des Integritätsschaden von 7,5 % als rechtens erweist. 9.7 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass de r angefochtene Einspracheent- scheid der Suva vom 11. Dezember 2018 zu bestätigen ist. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. 10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren v or dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.