B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4061/2009 und E-4062/2009 U r t e i l v o m 28 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis. Parteien A._______, und B._______, beide Angola, vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, Berner Rechts- beratungsstelle für Menschen in Not, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wiedererwägung (Vollzug der Wegweisung); Verfügungen des BFM vom 9. Juni 2009 / N_______ und N_______. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 10. September 2002 an der Emp- fangsstelle (heute Empfangs - und Verfahrenszentrum ; EVZ ) Basel um Asyl nach. Sie sei in C._______ aufgewachsen und habe bis zur Ausreise dort gelebt. Nach zwölf Jahren Schulbesuch sei sie zur (…) ausgebildet worden und habe dann einen (…) besucht. Am (…) 2002 habe sie ihren Heimatstaat über den Flughafen Luanda verlassen , sei nach D._______ gelangt, von dort auf dem Landweg weitergereist und am (…) 2002 illegal in die Schweiz gelangt. Sie begründete ihr Asylgesuch damit, dass ihr Lebenspartner und Vater ihrer Tochter am 28. August 2002 von Angehörigen der Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA) umgebracht worden sei, weil er Informat i- onen der Bewegung an die Nationale Union für die völlige Unabhängi g- keit Angolas (UNITA) weitergegeben habe. Anlässlich der Trauerfeierlich- keiten im Norden Angolas seien sie und ihre Tochter von den Angehör i- gen des Ermordeten zur Teilnahme an traditionellen Riten gezwungen worden. Nach der Beerdigung sei sie nach C._______ zurückgekehrt, während sie ihre Tochter bei der Familie ihres Lebenspartners habe z u- rücklassen müssen. Mehrere Male sei sie von MPLA -Angehörigen, die bei ihr noch geheime Dokumente vermutet hätten, aufgesucht und b e- droht worden. Schliesslich habe sie zu Verwandten fliehen können, w o sie sich bis zur Ausreise aufgehalten habe. Dort sei sie an dem Blut, das sie im Verlaufe der traditionellen Beerdigungsriten habe trinken müssen, schwer erkrankt. Nonnen hätten sie gepflegt und ihre Ausreise organ i- siert. Ansonsten habe sie in Angola keine Probleme gehabt. A.b Mit Verfügung vom 27. Februar 2004 wies das damals zuständige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mangels Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Gründe ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies die damal s zuständige Schwei- zerische Asylrekurskommision (ARK) mit Urteil vom 12. Juli 2004 ab. Sie bestätigte die vom BFF vorgenommene Würdigung der Vorbringen der Beschwerdeführerin als unglaubhaft und stellte ergänzend fest, sie seien nicht asylrelevant. Den Vol lzug der Wegweisung erachtete sie als zulä s- sig, zumutbar und möglich, wobei sie das tragfähige soziale Beziehung s- netz, die überdurchschnittliche Ausbildung der Beschwerdeführerin sowie den Umstand, dass ihre damals gut fünfjährige Tochter noch in Angola le- be, hervorhob. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 3 B. B.a Der Beschwerdeführer suchte ebenfalls am 10. September 2002 an der Empfangsstelle Basel um Asyl nach. Er habe seit dem Kleinkindesa l- ter und bis 2000 in C._______ gelebt. Anschliessend habe er sich bis im Mai 2002 in der Region (…) aufgehalten, bevor er nach C._______ zu- rückgekehrt sei. Er gab an, während elf Jahren die Schule besucht und mit einer Ausbildung in (…) begonnen zu haben. Auch der Beschwerd e- führer gab an, Angola am (…) 2002 über den Flughafen Luanda verla s- sen und von dort her ko mmend auf dem Landweg am (…) 2002 illegal in die Schweiz eingereist zu sein. Zur Begründung seines Asylgesuches hatte der Beschwerdeführer unter anderem geltend gemacht, einige seiner Geschwister hätten der UNITA angehört, und er selbst habe für Rebellen Waren transportiert. Im Som- mer 2002 sei er von bewaffnete n Angehörigen der Anti-Terroreinheiten verhaftet und während rund zwei Monaten festgehalten worden; in dieser Zeit habe er Schreckliches gesehen und sei misshandelt worden . Ein Wächter habe ihm zur Flucht verholfen und ihn bis zur Ausreise versteckt. B.b Mit Verfügung vom 25. Februar 2003 wies das BFF das Asylgesuch des Beschwerdeführers mangels Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Gründe ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies die ARK mit Urteil vom 12. Juli 2005 ab. Sie bestätigte die vom BFF vorgenommene Würd i- gung der Vorbringen als unglaubhaft. Den Vollzug der Wegweisung e r- achtete sie als zulässig, zumutbar und möglich, wobei sie hervorhob, dass der Beschwerdeführer in Angola noch über verwandtschaft liche Be- ziehungen verfügen dürfte und eine gute Ausbildung absolviert habe. C. Mit gemeinsamer Eingabe vom 30. Mai 2009 gelangten die Beschwerd e- führenden an das BFM und beantragten die Wiedererwägung der Verfü- gungen des BFF vom 27. Februar 2004 und 25. Februar 2003 bezüglich des Wegweisungsvollzugs und ihre vorläufig A ufnahme. In verfahren s- rechtlicher Hinsicht begehrten sie die Sistierung aller Vollzugsmassna h- men und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung ihres Gesuches machten im Wesentlichen geltend, der Wegweisungsvollzug sei völkerrechtswidrig, weil er ihr Recht auf Famil i- enleben in unzulässiger Weise tangiere, nachdem sie hier in der Schweiz dank einer Methode der künstlichen Fortpflanzungsmedizin – der In-Vitro- Fertilisation (IVF) – endlich Aussicht auf die Gründung einer Familie hä t-E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 4 ten. Diese Möglichkeit hätten sie in ihrem Heimatland nicht. Darüber hi n- aus wären sie dort als kinderlose Familie marginalisiert und mangels s o- zialer Beziehungen sowie wirtschaftlicher Existenzmög lichkeiten konkret gefährdet. Insgesamt erweise sich der Vollzug der Wegweisung nach A n- gola als unzulässig und unzumutbar. D. Mit separaten Verfügungen vom 9. Juni 2009 wies das BFM das Wiede r- erwägungsgesuch ab. Mangels Erfolgsaussichten de r Begehren wies es auch die Gesuche um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ab und erhob von ihnen je eine Gebühr von Fr. 300. −. Es hielt schliesslich fest, die Verfügungen vom 27. Februar 2004 und 25. Februar 2003 seien rechtskräftig und vollstreckbar, und allfälligen Beschwerden komme keine aufschiebende Wirkung zu. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, der Schutzbereich von Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) umfasse nicht das Recht auf die zukünftige Gründung einer Familie. Dass kinderlose Famil i- en in Ango la marginalisiert würden, stimme nicht mit den Erkenntnissen des BFM überein, und warum es den Beschwerdeführenden nicht geli n- gen sollte, mit ihren Verwandten wieder in Kontakt zu treten und in ihrem Heimatstaat eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen, zumal sie beide gut ausgebildet seien und die Beschwerdeführerin auch über Berufserfah- rung verfüge, sei nicht nachvollziehbar. E. Mit gemeinsamer Rechtsmitteleingabe vom 23. Juni 2009 gelangten die Beschwerdeführenden an das Bundesverwaltungsgericht und beantra g- ten sinngemäss die Aufhebung der BFM -Verfügungen vom 9. Juni 2009 sowie ihre vorläufige Aufnahme. In formeller Hinsicht begehrten sie die Zusammenlegung ihrer Verfahren, di e Sistierung aller Vollzugsmassna h- men und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung machten sie im Wesentlichen geltend, das Bundesg e- richt habe festgehalten, dass der Wunsch nach Kindern eine elementare Erscheinung der Persönlichkeitsentfaltung darstelle, selbst wenn es offen gelassen habe, ob Art. 8 EMRK ein Recht auf künstliche Befruchtung b e- gründe. Angesichts des langen Bürgerkrieges in Angola, des Umstandes, dass sie aus C._______ und nicht aus E._______ stammten, sowie der schlechten Infrastruktur in ihrem Heimatland sei naheliegend, dass sie ih-E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 5 re verwandtschaftlichen Beziehungen nicht wieder herstellen könnten. Angesichts ihrer langen Abwesenheit sowie des jahrelangen Arbeitsu n- terbruches komme ihnen die gute Ausbildung bei einer wirtschaftlichen Eingliederung kaum zu Gute. Entgegen der Auffassung des BFM würden kinderlose Paare in Angola sehr wohl marginalisiert. F. F.a Mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2009 gab der zuständige I n- struktionsrichter des Bundesverwaltungsgericht s dem Antrag der B e- schwerdeführenden auf Zusammenlegung ihrer Verfahren statt. Das sinngemässe Gesuch um Aussetzung des Vollzugs sowie jenes um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege lehnte er ab und erhob einen Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 1200.−. Zur Begründung führte er vorab aus, es dürfte kaum eine gegenüber der Situation bei Eintritt der Rechtskraft der ursprünglichen Verfügungen ve r- änderte Sachlage vorliegen , die für den Entscheid relevant sei . Im Übr i- gen umfasse zwar der Anspruch nach Art. 8 Abs. 1 EMRK auch ein Recht auf Zugang zu Methoden der künstlichen Fortpflanzung , das aber den Schranken von Art. 8 Abs. 2 EMRK unterliege; vorliegend könne kein An- spruch auf Aufenthalt in der Schweiz aus der Bestimmung abgeleitet wer- den. Dem Vollzug der Wegweisung dürften auch sonst keine Hindernisse entgegenstehen, weshalb das öffentliche Interesse am Vollzug der rechtskräftig verfügten Wegweisung das Interesse der Beschwerdefü h- renden, sich während des Verfahrens in der Schweiz aufhalten zu dürfen, überwiege. Die gleichen Gründe liessen die Beschwerde als aussichtslos erscheinen, ganz abgesehen vom Umstand, dass es an der für die G e- währung der unentgeltlichen Prozessführung vorausgesetzten Bedürfti g- keit fehlen dürfte, nachdem die Beschwerdeführenden in d er Lage seien, eine IVF-Behandlung zu finanzieren. F.b Der Kostenvorschuss wurde von den Beschwerdeführenden innert angesetzter Frist einbezahlt. G. G.a Mit Eingabe vom 10. Juli 2009 beantragten die Beschwerdeführe n- den sinngemäss die wiedererwägungsweise Aufhebung der Zwischenver- fügung vom 30. Juni 2009 und insbesondere die Sistierung des Wegwe i- sungsvollzugs. Sie hielten fest, der Eingriff in ihren sich aus Art. 8 Abs. 1 EMRK ergebenden Anspruch sei nicht verhältnismässig, zumal dem ö f- fentlichen Interesse mit einer milderen Massnahme, namentlich einer bis E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 6 zur erfolgreichen IVF-Behandlung befristeten vorläufigen Aufnahme, hätte Rechnung getragen werden können. G.b Mit Zwischenverfügung vom 17. Juli 2009 wies der Instruktionsrichter das Wiedererwägungsgesuch ab und hielt fest, die rechtskräftig verfügten Wegweisungen blieben vollstreckbar, und die Beschwerdeführenden hä t- ten den Ausgang des Verfahrens im Ausland abzuwarten. H. H.a Mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2009 lud der Instruktionsrichter das BFM zur Vernehmlassung ein. H.b Mit Vernehmlassungen vom 5. August 2009 hielt das BFM an den angefochtenen Verfügungen und deren Begründung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. I. I.a Mit Eingabe vom 23. Juni 2010 zeigte der Stellvertreter der heutigen Rechtsvertreterin die Übernah me des Mandates an, reichte die entspr e- chenden Vollmachten zu den Akten und kündigte die Einreichung von Arztberichten an. I.b Mit Eingabe vom 28. Juni 2010 liess d ie Beschwerdeführerin einen ärztlichen Bericht vom 24. März 2010 der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern [ UPD]) und einen solchen vom 14. April 2010 (Psychiatr i- sche Dienste Biel -Seeland [PDB]) einreichen. Sie machte geltend, durch den Brand am 25. Februar 2010 im Durchgangszentrum (DZ) Lyss seien bei ihr Angstzustände ausgelöst wo rden, die eine stationäre Behandlung vom (…) 2010 in der Klinik der UPD zur Folge gehabt hätten. Der Vollzug der Wegweisung erweise sich unter diesen Umständen sowie der allge- meinen Lage der Unsicherheit und medizinisch unzureichenden Verso r- gungslage in ihrem Heimatland als unzumutbar. Die Fachärzte halten in ihren Berichten im Wesentlichen fest, die B e- schwerdeführerin berichte unter anderem, im Heimatland zuletzt im Mil i- tärdienst der Rebellen gewesen und dort missbraucht worden zu sein. Seit dem Branderei gnis im DZ Lyss leide sie unter starker Verzweiflung und Suizidgedanken; die Bilder von schreienden Menschen und dem Feuer kämen ihr immer wieder ins Gedächtnis, und sie träume davon. Die Ärzte schliessen auf eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Sie zeichnen eine ungünstige gesundheitliche Prognose ohne adäquate E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 7 Behandlung. Mit einer stationären Therapie und im weiteren Verlauf en g- maschig geführten ambulanten Behandlung sei diese deutlich günstiger. J. Mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2010 lud de r Instruktionsrichter das BFM im Verfahren der Beschwerdeführerin zur ergänzenden Verneh m- lassung ein. Dieses hielt fest, aufgrund fehlender aktueller Angaben zu deren gesundheitlichen Zustand sei eine Stellungnahme nicht möglich. K. K.a Am 20. Juli 2010 kündigte die Rechtsvertreterin die Nachreichung des Austrittsberichts der Klinik der UPD an. K.b Mit Zwischenverfügung vom 3. August 2010 setzte der Instruktion s- richter den Beschwerdeführenden Frist zur Einreichung de s angekündig- ten ärztlichen Berichtes an. K.c Am 17. August 2010 reichten die Beschwerdeführenden drei mediz i- nische Berichte (der UPD vom 30. April und vom 31. Mai 2010 sowie der PDB vom 12. August 2010) ein. Sie machten beide geltend, sich in ps y- chiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung zu befinden. Betreffend die Beschwerdeführerin halten die Fachärzte im Wesentlichen fest, im Verlaufe der stationären Therapie vom (…) 2010 hätten sich die Anspannungszustände und Ängste zwar gebessert, seien aber nicht gänzlich verschwunden. Während Tagesurlauben im DZ (…) sei die Sym- ptomatik wieder verstärkt aufgetreten. Trotz Therapie klage die B e- schwerdeführerin bei bestehender Anämie weiterhin über häufigen Schwindel, Kreislaufschwäche, Unwohlsein, Müdigkeit und Kopfschme r- zen. Die geschilderten Symptome se ien mit der Diagnose PTBS verei n- bar. Aufgrund der soziobiographischen Anamnese und Erzählungen von Kriegserlebnissen sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Jugend im Bürgerkrieg stark traumatisiert worden sei. Nach der Rückkehr ins DZ (…) sei sie wieder vermehrt von Flashbacks betroffen gewesen, die Feuer und schreiende Menschen gezeigt hätten. Bereits am (…) 2010 habe sie zur Krisenintervention bei akuter Belastungsreaktion und im Vordergrund stehender Insomnie erneut hospitalisiert wer den müssen. Unter Medikation und in der beschützenden Umgebung der St a- tion sei es zu einer raschen Besserung der Schlaflosigkeit gekommen , und auf ihren eigenen Wunsch sei sie am 31. Mai 2010 wieder entlassen worden. Weiterhin befinde sie sich in ambulante r Behandlung und sie E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 8 werde an der psychoedukativen Gru ppe für traumatisierte Migrantinnen teilnehmen. Betreffend den Beschwerdeführer hält der behandelnde Arzt der PDB in seinem Bericht vom 12. August 2010 fest, er sei in Angola mehrmals i n- haftiert und von einer Spezialeinheit der Regierung misshandelt worden. Seit seinem Aufenthalt in der Schweiz, insbesondere nach dem Brande r- eignis im DZ Lyss vom Februar 2010 , leide er an wiederauftretenden Bi l- dern aus jener Zeit sowie dem Brandereignis. Er sei innerlich unruhig, lei- de an Konzentrations- und Schlafstörungen. In Belastungssituationen ha- be er mehrmals dekompensiert, sei bewusstlos geworden oder nicht mehr ansprechbar gewesen. Vermutlich sei von einer PTBS auszugehen. L. L.a Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2010 lud der Instruktionsrich- ter das BFM zur ergänzenden Vernehmlassung ein. L.b Mit Vernehmlassung vom 31. August 20 10 hielt das BFM an den a n- gefochtenen Verfügungen und deren Begründung fest. Ergänzend führte es aus, es bestünden aufgrund der Aktenlage keine An haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführenden in ihrem Heimatland konkret an Leib und Leben gefährdet wären. M. M.a Mit Eingabe vom 23. Dezember 2010 machte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden geltend, sie sei von den PDB kontaktiert wor- den. Man hab e ihr mitgeteilt, dass di e Beschwerdeführenden Zeugen e i- nes Einbruchs ins D Z (…) geworden seien. Ihr psychischer Zustand sei dadurch erneut destabilisiert worden. Die behandelnden Ärzte hätten auf Anfang Februar 2011 aktuelle medizinische Berichte in Aussi cht gestellt, und es werde darum ersucht, diese vor einem Entscheid abzuwarten. M.b Am 22. Februar 2011 reichte die Rechtsvertreterin nebst einem U n- terstützungsschreiben eines Seelsorgers vom 8. Februar 2011 einen aus- führlichen ärztlichen Bericht der PDB vom 1 8. Februar 2011 betreffend die Beschwerdeführerin ein. Darin hält die behandelnde Ärztin fest, die nach den beiden Klinikaufen t- halten vorübergehend erreichte leichte Stabilisierung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin habe leider nur während k urzer Zeit angehalten. Sie fühle sich im DZ ständig bedroht und verängstigt durch laute Stimmen der Mitbewohner; dies löse immer wieder Erinnerungen an E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 9 traumatische Erlebnisse aus. Weiterhin leide sie unter starken Schlafst ö- rungen, und der geringste Stress bewirke unmittelbar eine eindeutige Verschlechterung ihres bereits instabilen und fragilen psychischen Z u- standes. Trotz all dieser Belastungen habe sich die Beschwerdeführerin gut in der Schweiz integriert; sie spreche sehr gut Deutsch, recht gut Französisch und verstehe problemlos Schweizerdeutsch. Die Ärztin diag- nostiziert unter anderem eine komplexe PTBS nach unzähligen, bis in die Kindheit zurückreichenden Gewalterfahrungen, inklusive wiederholten Vergewaltigungen sowie dem Verlust der ganzen Familie in der Kindheit. Die Beschwerdeführerin benötige nebst einer medikamentösen vorerst eine stabilisierende Therapie als Vorbereitung einer spezifischen Behand- lung der PTBS sowie eine stützende psychiatrisch -psychotherapeutische Therapie für das Aushalten der ungeklärten Situation in der Schweiz. Des weiteren würde sie eine eigentliche, längerfristige spezifische Trauma - Therapie mit Stabilisation und Trauma -Konfrontation benötigen. Eine so l- che könne nur in einer für die Patientin angstfreien und sicheren Umg e- bung durchgeführt werden. Ohne eine solche Behandlung sei davon au s- zugehen, dass sich der durch Kriegserlebnisse und damit verbunden mehrfachen massiven Traumata schwer gestörte psychische Zustand der Beschwerdeführerin mit grosser Wahrscheinlichkeit versch lechtern wü r- de, und man mit einer Chronifizierung ihrer PTBS bis hin zu einer anda u- ernden invalidisierenden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembela s- tung rechnen müsse. Mit adäquater Behandlung unter entsprechend s i- cheren Bedingungen dürfte sich ihr psychischer Zustand soweit verbe s- sern, dass sie ihren Pflegeberuf wieder voll ausüben und dadurch ein u n- abhängiges Leben führen könnte. N. Am 9. August 2011 teilte die Rechtsvertreterin mit, die Beschwerdeführe- rin befinde sich aufgrund akuter Suizidalität erneut in stationärer Behand- lung in der Klinik der UPD. Auch der Beschwerdeführer befinde sich au f- grund einer PTBS in psychotherapeutischer Behandlung. Betreffend die Beschwerdeführerin geht a us dem gleichzeitig eingereic h- ten Bericht der UPD vom 28. Juli 2011 hervor, dass sie am (…) 2011 von den PDB zum dritten stationären Aufenthalt überwiesen wurde zur Krisen- intervention bei akuter Suizidalität. Sie habe bei der Aufnahme berichtet von seit einer Woche best ehenden Suizidgedanken, von denen sie sich immer schwerer distanzieren könne. Ein beim BFM anstehender Termin habe Verzweiflung und Angst ausgelöst, ausgeschafft zu werden. Die Be- schwerdeführerin komme aus ihrem Strudel der Angst kaum noch heraus. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 10 Die Beobachtungen im stationären Rahmen hätten gezeigt, dass in den Situationen, in denen die Patientin ängstlich angespannt sei – solche könnten bereits durch laut sprechende Personen ausgelöst werden – auch eine deutliche Hypotonie verbunden mit Tachykardie bestehe. Dies könne ein Ausmass annehmen, dass die Patienti n kurz vor der Bewuss t- losigkeit stehe. Gemäss Fremdanamnese durch eine beim DZ (…) tätige Person sei dies dort bereits mehrfach vorgekommen. Durch medikamen- töse Therapie seien nur geringe Erfolge in der Therapie der Beschwerd e- führerin zu erzielen; die Auslöser der suizidalen Krisen lägen im psych o- sozialen Bereich. Sie benötige zur Therapie der PTBS eine über lange Zeit gehende psychotherapeutische Betreuung. In einem ruhigeren Ra h- men als dies im DZ Büren der Fall sei, und bei zusätzlicher ambulanter psychotherapeutischer Behandlung, könnte es zu einer deutliche Stabil i- sierung des psychischen Zustandsbildes mit selteneren Hospitalisationen der Patientin kommen. Aus dem ärztlichen Zeugnis vom 29. Juni 2011 sowie dem Bericht vom 1. Juli 2011 einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie geht her- vor, dass der Beschwerdeführer nach traumatisierenden Erlebnissen in Angola unter einer PTBS leide; die Symptome seien innere Unruhe, Flashbacks und Hoffnungslosigkeit. Sie hätten sich seit dem Branderei g- nis im DZ Lyss verstärkt. Der Beschwerdeführer hege Suizidabsichten für den Fall, dass er in sein Heimatland zurückkehren müsse. O. O.a Mit Eingabe vom 22. November 2011 beantragte die Rechtsvertret e- rin gestützt auf den vorläufigen Austrittsbericht der Klinik vom 16. N o- vember 2011 die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. Aus dem Bericht geht namentlich hervor, dass sich die Beschwerdeführe- rin vom (…) Juni 2011 bis am (…) November 2011 in stationärer Behand- lung befunden habe; die Diagnose lautet auf eine komplexe PTBS mit Exazerbation der Symptomatik durch anstehenden Asylentscheid mit l a- tenter Suizidalität sowie Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt. O.b Mit Zwischenverfügung vom 28. November 2011 setzte der Instrukt i- onsrichter den Vollzug der Wegweisung svollzug bis zum Abschluss des Verfahrens aus. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 11 P. Mit Eingabe vom 10. Januar 2012 reichte die Rechtsvertreterin den defini- tiven Austrittsbericht der UPD vom 14. Dezember 2012 zu den Akten. Auf den Inhalt wird, sofern für einen Entscheid wesentlich, in den Erwägu n- gen eingegangen. Q. Q.a Mit Eingabe vom 26. April 2012 erkundigte sich die Rechtsvertreterin nach dem Verfahrensstand. Sie teilte mit, der Beschwerdeführer habe e i- ne gute Arbeitsstelle (…) angeboten erhalten, da er fliessend fünf Spr a- chen spreche. Er könnte sich ohn e weiteres hier in die Arbeitswelt inte g- rieren, würde er über einen entsprechenden Status verfügen. Der G e- sundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtere sich demg e- genüber angesichts des ungewissen Verfahrensausgangs. Q.b Mit Zwischenverfügung vom 7. Ma i 2012 teilte der Instruktionsrichter der Rechtsvertreterin mit, das Verfahren werde im Verlaufe des Sommers zum Abschluss gebracht. R. R.a Mit Zwischenverfügung vom 6. August 2012 forderte der Instruktion s- richter die Rechtsvertreterin der Besch werdeführenden zu r Einreichung ihrer Kostennote auf. R.b Am 7. August 2012 reichte die Rechtsvertret erin eine Kostennote über Fr. 2901.20 zu den Akten. S. Am 16. August 2012 gab die Rechtsvertreterin einen vom selben Tag da- tierten und von der Therapeutin sowie der Oberärztin unterschriebene Be- richt der PDB zu den Akten. Daraus geht im Wesentlichen hervor, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor psychiatrisch -psychotherapeutisch behandelt werde. Die Wohnsituation im Durchgangsheim – die lauten Stimmen, Streit und Agressionen – sei äusserst belastend für sie. Zwar habe sie ein Teilzeit-Praktikum (…) antreten können, das sie etwas stab i- lisiere. Der geringste Stress werfe sie jedoch zurück. Sie versuche mit e i- sernem Willen gute Arbeit zu leisten, habe dann aber in ihrer Freizeit ke i- ne Reserve mehr und leide massiv unter ihren Be schwerden. Ihr psychi- scher Zustand sei immer noch äusserst instabil . Die im Bericht vom 18. Februar 2011 (vgl. Sachverhalt, Bst. M.b) bestünden nach wie vor. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 12 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu d en B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Wiedererwägungsentscheide können, wie die ursprüngliche Verfügung, auf dem ordentli chen Rechtsmittelweg an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. Das Bundesve r- waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bunde s- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Ein Anspruch auf Wiedererwägung, abgeleitet namentlich aus dem Rechtsverweigerungsverbot (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) besteht unter anderem dann, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehung sweise seit dem Urteil der E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 13 mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in erheblicher Weise verändert hat und somit die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Der Gesuchsteller hat dabei hinreichend substanziiert darzutun, worin die sich seit der rechtskräftigen Entscheidung erheblich veränderte Sach - oder Rechtslage begründet liegt (BVGE 2010/27 E. 2.1.1 f. m.w.H.). 3.2 Die Beschwerdeführenden machten in ihrem Wiedererwägungsg e- such vom 30. Mai 2009 geltend, die Sachlage habe sich seit den Urteilen der ARK vom 12. Juli 2004 (Beschwerdeführerin) und vom 12. Juli 2005 (Beschwerdeführer) insofern verändert, als sie inzwischen in der Schweiz in medizinischer Behandlung seien, um ihrem Kinderw unsch Nachac h- tung zu verschaffen. Weil eine entsprechende Behandlung in ihrem He i- matland nicht zur Verfügung stehe, erweise sich ein Vollzug der Wegwe i- sung dorthin als unzulässig oder unzumutbar. Hinzu komme, dass inzw i- schen nicht mehr davon ausgegangen we rden könne, sie verfügten in Angola über ein soziales Netz, nachdem es ihnen nicht mehr gelungen sei, zu ihren Angehörigen Kontakt aufzunehmen. Ob sie damit eine Veränderung der Sachlage im oben (E. 3.1) umschri e- benen Sinne dargetan hatten, ist zweifelhaft (vgl. Zwischenverfügung vom 30. Juni 2009, oben Bst. F), kann aber im heutigen Zeitpunkt offen bleiben. Tatsache ist, dass das BFM auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten ist und es materiell geprüft hat. Im heutigen – massgeblichen – Zeitpunkt hat sich die Sachlage seit dem Eintritt der Rechtskraft der ursprünglichen Verfügungen vom 27. Februar 2004 und vom 25. Februar 2003 auf jeden Fall erheblich im oben u m- schriebenen Sinne verändert. Das BFM hatte Gelegenheit, sich im Ra h- men von Schriftenwec hseln zu diesen sich im Wesentlichen seit dem Frühjahr 2010 ergebenden neuen Sachumständen zu äussern und hat dies, wenn auch äusserst knapp, getan. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens wird die Frage sein, ob im heu- tigen Zeitpunkt dem Vollzug der Wegwe isung Hindernisse entgegenst e- hen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist. Demgegenüber sind die Nichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft, die Verweigerung von Asyl und die Wegweisung als solche nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. 4. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 14 4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bunde sgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 4.2 Die Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind alternativer Natur: Ist eine von ihnen erfüllt, gilt der Vollzug der Wegweisung als un durch- führbar, und die weitere Anwesenheit in der Schweiz ist gemäss den Be- stimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln. Gegen eine allfäll i- ge Aufhebung der vorläufigen Aufnahme steht dem weggewiesenen Asyl- suchenden wiederum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 112 AuG i. V. m. Art. 84 Abs. 2 AuG), wobei in jenem Verfahren die Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dann- zumal herrschenden Verhältnisse von Neuem zu prüfen sin d (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 m.w.H.). 4.3 Die Beschwerdeführenden begründeten ihr Wiedererwägungsgesuch vom 30. Mai 2009 hauptsächlich mit der IVF -Behandlung, die sie in der Schweiz begonnen hätten; weil sie einen durch Artikel 8 EMRK geschütz- ten Anspruch dara uf hätten, erweise sich der Vollzug der Wegweisung nach Angola, wo ihnen der Zugang zu dieser Behandlungsmethode nicht zur Verfügung stehe, als unzulässig , zumindest als unzumutbar. Wie b e- reits in der Zwischenverfügung vom 30. Juni 2009 (Sachverhalt, Bst. F) ausgeführt, dürfte diesem Argument kaum Erfolg beschieden sein. Hinzu kommt, dass der Sachverhalt in Bezug auf die IVF -Behandlung im heuti- gen Zeitpunkt kaum liquid sein dürfte. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit der ursprünglichen Begründung des Wiedererwägungsgesuchs, der diesbezüglichen Begründung in der angefochtenen Verfügung vom 9. Juni 2009 und den Einwänden in der Rechtsmitteleingabe vom 23. Juni 2009 erübrigt sich aber bereits au f- grund des Umstandes, dass sich der Wegweisungsvollzug heute , wie der nachfolgenden Erwägung zu entnehmen ist, aufgrund neu hinzugeko m- mener Umstände als unzumutbar erweist. Und dass sich auch eine Au s- einandersetzung mit den beiden anderen Kriterien (Unzulässigkeit und Unmöglichkeit des Vollzugs) erübrigt, ergibt sic h aus der alternativen Na- tur der Wegweisungsvollzugshindernisse. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 15 5. 5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht z u- mutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in i h- ren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Diese Be- stimmung findet unter anderem Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr aufgrund einer medizinischen Notlage einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären . Dabei kann nur dann auf Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs geschlossen werden, wen n eine notwendige medizin i- sche Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und wenn die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt (BVGE 2009/51 E. 5.5 m.w.H. und BVGE 2009/2 E. 9.3.2). 5.2 5.2.1 Den Akten sind keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass die B e- schwerdeführerin vor dem Brand im DZ Lyss vom Februar 2010 in phys i- scher oder psychischer Hinsicht beeinträchtigt gewesen wäre. Demge- genüber wurde dieses Ereignis offensichtlich zum Auslöser gesundheitli- cher Beschwerden, die sich seit diesem Vorfall trotz engmaschiger Th e- rapie – darunter mehrere stationäre Behandlungen in der UPD-Klinik – nicht verbessert, sondern soweit verschlimmert haben, dass bis heute von einer äusserst labilen psychischen Gesundheit der Beschwerdeführe- rin ausgegangen werden muss. Für den Verlauf , die Diagnosen, die durchgeführten und indizierten Therapien wird auf den Sachverhalt ve r- wiesen (Bst. I.b, K.c, M.b, N, O.a, P , S). Nach der letzten stationären B e- handlung in der Klinik der UPD, die gute 5 Monate gedauert hat, hielten die behandelnden Fachpersonen fest, nach wie vor sei die Beschwerd e- führerin psychisch sehr instabil und äusserst abhängig von beschütze n- den und Sicherheit gebenden Lebensumständen. Sie verfüge über ke i- nerlei Reserven, sei von ihrem Leben sehr gezeichnet und habe künftigen Widrigkeiten kaum noch etwas entgegenzusetzen. Sie zeige sich e r- schöpft, ausgelaugt und kaum mehr belastbar. Bereits die Rückkehr ins DZ (…) habe eine unmittelbare Zus tandsverschlechterung und Deko m- pensation der Beschwerdeführerin bewirkt, so dass sie noch am selben Abend vom Personal des DZ wieder in die Klinik zurückgebracht worden sei. Erst nach Klärung der Umstände nach Austritt, habe sie am 2. D e- zember 2011 entlassen werden können. Eine Rückkehr nach Angola wür- de nach Ansicht der medizinischen Fachpersonen zu einer Traumareakt i- vierung mit Intrusionen und drängenden Suizidgedanken führen; eine Selbstgefährdung wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben (Austritts- bericht UPD vom 14. Dezember 2011). Laut telefonischer Auskunft der E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 16 die Beschwerdeführerin seit Jahren begleitenden Leiterin des DZ (…), vom 2. und 16. August 2012 habe sich die Situation bis heute nicht we- sentlich verändert. Die Beschwerdeführe rin und ihr Lebe nspartner (der Beschwerdeführer) seien nach wie vor in ambulanter medizinischer B e- handlung, und die Wohnsituation im DZ sei, im Speziellen für die B e- schwerdeführerin, sehr belastend. Nachdem der Vollzug der Wegweisung ausgesetzt worden sei, habe man ihr erlaubt, während zweier Nachmitta- ge (…) auszuhelfen; das wirke zwar in gewissem Masse stabilisierend , sei aber vom Pensum her die Grenze dessen, was sie aufgrund ihrer labi- len gesundheitlichen Situation leisten könne. Würde sich die Wohnsituati- on nicht bald ändern, befürchte sie eine erneute Dekompensation bis zur Notwendigkeit einer erneuten Hospitalisierung. 5.2.2 Aus den Arztberichten wird deutlich, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den sie behandelnden medizinischen Fachpersonen eine von ihren im Rahmen des Asylverfahrens gemachten Vorbringen gänzlich ab- weichende Schilderung der Ereignisse vor ihrer Ausreise aus Angola g e- macht hat. So habe sie ihre gesamte Familie im Bürgerkrieg verloren , als sie noch ein Kind gewesen sei. Daraufhin habe sie als Strassenki nd ge- lebt, bis sie mit vierzehn Jahren als Kindersoldatin rekrutiert worden sei. Im Camp sei sie von fünf Männern vergewaltigt worden. Das später zur Welt gebrachte Kind sei gestorben, als es vier Jahre alt gewesen sei, weil sie es im Camp nicht habe ernähren können. Sie habe nicht nur Gewalt am eigenen Leib erfahren und sei sexuell ausgebeutet worden, sondern habe auch sonst entsetzliche Szenen mit ansehen müssen . Im Krieg sei sie verwundet und von den Rebellen in Geiselhaft genommen worden (Arztbericht vom 18. Februar 2011, vgl. Sachverhalt Bst. M.b). Diese zu den Angaben während des Asylverfahrens krass im Wide r- spruch stehenden und weitgehend neuen Vorbringen scheinen zunächst die im Rahmen des ordentlichen Asylverfahrens erfolgte Qualifizierung der geltend gemachten Gründe als unglaubhaft absolut zu bestätigen. Auf der anderen Seite kann der Hinweis der behandelnden Fachärztin im Be- richt vom 18. Februar 2011 (vgl. Sachverhalt, Bst. M.b), wonach die Auf- nahme einer genauen Anamnese, im besonderen bezüg lich geordneter Angaben von Gewalterfahrungen bei einer sequentiellen Traumatisierung (z.B. wiederholte Vergewaltigungen, Zeuge von Totschlag, Vergewaltigung und Mord), wie sie hier vorliege, äusserst schwierig sei, nicht ganz ausser Acht gelassen werden . Es sei ein bekanntes Symptom einer komplexen PTBS, dass die sequentiellen traumatischen Erlebnisse oft nur bruchtei l- haft in Erinnerung kämen und dies nicht etwa chronologisch und geor d-E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 17 net, sondern chaotisch. Viele Informationen, welche die Patientin in den letzten Wochen den behandelnden Personen gegeben habe, erzähle sie zum ersten Mal. Dies hänge damit zusammen, dass es grosses Vertra u- en in eine Therapeutin brauche, um solche Erlebnisse erzählen zu kö n- nen. Wichtig scheine, dass die erste Übersetzerin beim Interview in Basel die Beschwerdeführerin eingeschüchtert habe. Diese habe sich daraufhin kaum getraut, die Fragen zu beantworten. Dem Umstand, dass Opfer von traumatisierenden Ereignissen oft erst viel später über ihre Erlebnisse sprechen können , wird im Übrigen vom Bundesverwaltungsgericht in konstanter Praxis Rechnung getragen (BVGE 2009/51 E.4.2.3 m.w.H). Letztlich braucht die Frage nicht abschliessend geklärt zu werden, weil sie für einen Entscheid in der vorliegenden Sache nicht wesentlich ist. Aufgrund der eingereichten, von fachlich kompetenter Seite erstellten ärztlichen Berichte, erachtet es das Bundesverwaltungsgericht nämlich als erstellt, dass die Beschwerdeführerin massive traumatische Erlebni s- se – welcher Art auch immer – zu bewältigen hat; trotz engmaschiger und geeigneter Therapie seit über zwei Jahren und dem von den Ärzten be s- tätigten eigenen Engagement ist ihr physischer und psychischer Gesun d- heitszustand im heutigen Zeitpunkt labil. 5.2.3 Auch der Beschwerdeführer ist physisch und psychisch angeschla- gen und befindet sich in fortgesetzter ambulanter medizinischer Behan d- lung (vgl. Sachverhalt, Bst. K.c und N), wenn er sich auch in einem be s- seren Gesundheitszustand als die Beschwerdeführerin befinden dürfte. Dies geht schon aus dem Umstand hervo r, dass es im Frühjahr offenbar vorab an seinem Aufenthaltsstatus gelegen habe, dass er eine Arbeit s- stelle nicht habe antreten können. Gemäss telefonischer Mitteilung der Leiterin des DZ (…) und langjährigen Betreuerin sei aber auch sein Z u- stand labil; regelmässig verliere er das Bewusstsein. Es braucht hier nicht näher auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers eingegangen zu werden, weil er, wie zu zeigen sein wird, bereits gestützt auf den Grundsatz der Einheit der Familie, der beim Anordnung des V ollzugs der Wegweisung zu berücksichtigen ist, vorläufig aufzunehmen ist. 5.2.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im heutigen Zeitpunkt, sowohl in physischer als vor allem auch in psychischer Hinsicht äusserst l abil ist. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie bereits in gering belastenden Situationen erneut dekompensieren könnte; dabei ist mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer drohenden Selbstgefährdung auszugehen. Auch der Beschwer-E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 18 deführer ist sowohl kör perlich als auch psychisch angeschlagen und be- darf zukünftig adä quater Behandlung. Hinsichtlich der Beschwerdeführ e- rin ist davon auszugehen, dass sie auch in Zukunft, vermutlich über meh- rere Jahre hinweg, einer engmaschigen adäquaten Therapie bedarf. Ei- ner solchen dürfte eher Erfolg beschieden sein, wenn sie vor dem Hinte r- grund gesicherter Verhältnisse stattfinden würde. 5.3 5.3.1 Nach dem Gesagten wird offensichtlich, dass sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Angola im heutigen Zeitpunkt als unzumutbar im unter E. 5.1 umschriebenen Sinne erweist. Die Gefahr einer Dekompensation mit akuter Suizidalität dürfte bereits im Zeitpunkt der Eröffnung eines negativen Entscheides bestehen. Unabhängig davon ist aber auch davon auszugehen, dass sie in ihrem Heimatland nicht Z u- gang zu der von ihr dringend benötigten Behandlung hätte. Die medizin i- sche Infrastruktur ausserhalb der Hauptstadt Luandas wurde während des beinahe dreissig Jahre andauernden Krieges weitgehend zerstört. Auch wenn nach dem Krieg – insbesondere d ank der Entwicklung im Erdölsektor – ein markanter wirtschaftlicher Aufschwung eingesetzt hat, und sowohl die angolanische Regierung als auch internationale Geldg e- ber mit dem Wiederaufbau des Gesundheitswesens begonnen haben, vermag dies a n die ser Einschätzung nichts zu ändern. Punktuell wird zwar von Verbesserungen berichtet, zahlreiche Spitäler seien errichtet worden oder befänden sich im Bau. Ein grosses Problem sei aber das fehlende medizinische Fachpersonal; zahlreiche mediz inische Zentren seien deswegen nicht funktionstüchtig. Auch die Qualität der Infrastruktur sei oft mangelhaft. Insgesamt besteht trotz gewis ser bemerkenswerter Entwicklungen im Verlauf der letzten Jahre im regionalen Vergleich auch heute noch eine schlechte medizinische Versorgungslage in Angola. Was die Behandlung psychischer Leiden im Besonderen betrifft, sind den dem Gericht zur Verfügung stehenden Quellen keine Hinweise zu en t- nehmen, dass in C._______, dem rund 600 km von Luanda entfernten Herkunftsort der Beschwerdef ührenden, psychiatrische Kliniken oder psychiatrische Abteilungen in Spitälern überhaupt existieren. Demgegen- über gebe es in Luanda zumindest eine psychiatrische Klinik, verschi e- dene Quellen berichten aber über eine Überbelegung (Stand 2011). Ins- gesamt sind die Quellen in dieser Hinsicht spärlich, teilweise wide r- sprüchlich. Zusammenfassend muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin in Angola mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht Zugang zu der von ihr benötigten engmaschigen medizinischen B ehand-E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 19 lung hätte. Auf weitere Umstände, die im Einzelfall – begünstigend oder erschwerend – im Zusammenhang mit der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs eine Rolle spielen könn ten, braucht vorliegend nicht mehr eingegangen zu werden. Weil mit grosser Wahrsc heinlichkeit davon aus- zugehen ist, dass die Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Angola im heutigen Zeitpunkt zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträch- tigung ihres Gesundheitszustandes führen würde , ist der Vollzug der Wegweisung als unzumutbar zu qualifizieren. 5.3.2 Nach Art. 44 Abs. 1 in fine AsylG hat das BFM bei der Anordnung des Vollzugs der Wegweisung den Grundsatz der Einheit der Familie zu beachten. Gemäss konstanter Rechtsprechung geht diese Bestimmung über die Tragweite von Art. 8 EMRK hinaus, indem die vorläufige Au f- nahme des einen Familienmitglieds "in der Regel" auch zur vorläufigen Aufnahme der anderen Familienmitglieder führt. In personeller Hinsicht umfasst der Begriff der Familie dabei den Ehepartner und die minderjä h- rigen Kinder, wobei der in dauerhaft eheähnlicher Gemeinschaft lebende Partner dem Ehepartner gleichzustellen ist. Die Beschwerdeführenden haben zwar stets angegeben, unabhängig voneinander in die Schweiz gelangt und sich erst hier kennengelernt zu haben. Ob dies angesichts d es Umstandes, dass sie nach ihren beidsei- tigen Angaben Angola am (…) 2002 per Flugzeug Richtung D._______ verlassen zu haben, auf dem Landweg weitergereist zu sein und am 10. September 2002 in die Schweiz eingereist zu sein, stimmt, muss stark bezweifelt w erden. Vorliegend spielt das aber insofern keine Rolle , als den Akten zu entnehmen ist, dass sie offensichtlich in dauerhafter eh e- ähnlicher Gemeinschaft leben. Entsprechend einer telefonischen Mitte i- lung vom 16. August 2012 seitens ihrer Betreuerin , der Le iterin des DZ (…), beabsichtigen die Beschwerdeführenden, noch im laufenden Jahr zu heiraten; entsprechende Hinweise ergeben sich auch aus den vor - instanzlichen Akten. Nach dem Gesagten ist auch der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG (vgl. nachfolgend E. 6) – gestützt auf die vorläufi- ge Aufnahme seiner Lebenspartnerin, der Beschwerdeführerin , vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Ob seine individuellen Umstände auch für sich allein zur Qualifikation des Wegweisungsvollzugs als unzumutbar und zu seiner vorläufigen Annahme geführt hätten, kann demzufolge letztlich offenbleiben. E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 20 6. Den Akten lassen sich keinerlei Hinweise entnehmen, wonach die B e- schwerdeführenden einen der Tatbestände von Art. 83 Abs. 7 AuG (Au s- schluss der vorläufigen Aufnahme) erfüllen würden, weshalb sie aufgrund des unzumutbaren Wegweisungsvollzugs beziehungsweise gestützt auf den zu berücksichtigenden Grundsatz der Einheit der Familie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen sind. 7. Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen , die angefochtenen Verfügungen sind aufzuheben und das BFM ist anzuweisen, die B e- schwerdeführenden vorläufig aufzunehmen. Es ist ferner anzuweisen, die gemäss den Dispositivziffern 3 der an gefochtenen Verfügungen erhob e- nen Gebühren von jeweils Fr. 300. – an die Beschwerdeführenden z u- rückzuerstatten, sofern sie bezahlt worden sind 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Der am 15. Juli 2009 einbezahlte Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 1200.− ist zurückzuerstatten. 8.2 Den Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsiegens im B e- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in der Ko s- tennote vom 7. August 2012 geltend gemachte Arbeitsaufwand der erst vier Monate nach dem die gesundheitlichen Probleme der Beschwerd e- führerin auslösenden Brandereignis vom 25. Februar 2010 eingesetzten Rechtsvertretung von elf Stunden erscheint angemessen, der Mehrwert - steueranteil ist ausgewiesen und die Spesenpauschale von Fr. 50. − ist nicht zu beanstanden. Der verrechnete Stundenansatz von Fr. 240.− be- wegt sich im Rahmen von Art. 10 Abs. 2 VGKE. Somit hat das BFM den Beschwerdeführenden in Anwendung der vorgenannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 2901.20 auszu- richten. (Dispositiv nächste Seite) E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen , und die Verfügungen vom 9. Juni 2009 werden aufgehoben. 2. Das BFM wird angewiesen, die Beschwerdeführenden vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. 3. Das BFM wird angewiesen, die gemäss Dispositivziffern 3 der angefoc h- tenen Verfügungen erhobenen Gebühren von je Fr. 300.– den Beschwer- deführenden zurückzuerstatten, sofern die bereits bezahlt worden sind. 4. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der am 15. Juli 2009 einbe- zahlte Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 1200.− wird zurückerstattet. 5. Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das B e- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung i m Betrag von Fr. 2901.20 (inkl. Mehrwertsteueranteil und Spesen) auszurichten. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführe nden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Stöckli Esther Karpathakis Versand: E-4061/2009 und E-4062/2009 Seite 22 Zustellung erfolgt an: – die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe nden (Einschreiben; Bei - lage: Formular "Zahladresse" und Kuvert) – das B FM, Asyl und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr (in zweifacher Ausfertigung, mit den Akten N_______ und N_______ (per Kurier) – die kantonale Migrationsbehörde (in Kopie)