B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5564/2013 U r t e i l v o m 2 3 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), seine Ehefrau B._______, geboren (…), und die Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), Türkei, alle vertreten durch Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 30. August 2013 / N (…). E-5564/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit Verfügung vom 9. August 2010 stellte das BFM fest, die B e- schwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die Asylgesuche vom 12. Juli 2010 ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. A.b Mit Urteil vom 17. Dezember 2012 wies das Bundesverwaltungsg e- richt die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 6. Septe m- ber 2010 ab und zog das Dokument " (…)" vom 11. August 2010 ein. Der vorinstanzliche Entscheid vom 9. August 2010 erwuchs somit in Recht s- kraft. Für den detaillierten Inhalt d ieses Verfahrens wird auf die Akten verwiesen. B. B.a Mit einer als " Wiedererwägung/Revision – Wegweisungs-/Ausschaf- fungsstopp; Gesuch um Erteilung der Härtefallbewilligung" bezeichneten Eingabe vom 9. Januar 2013 liessen die Beschwerdeführenden durch ihren damaligen Rechtsvertreter beim Bundesamt unter Beilage mehrerer Dokumente beantragen, die bis am 16. Januar 2013 angesetzte Ausreise- frist sei aufzuheben und die zuständige(n) Instanz(en) sei(en) anzuwe i- sen, vorderhand Vollzugshandlungen zu stornieren/zu unterlassen, falls solche vorbereitet oder in Erwägung gezogen worden seien. Zur Begründung wurde angeführt, der Beschwerde führer sei von F._______ vor (…) gestellt worden. Bei einer Rückkehr würde ihm weiter- hin eine asylrelevante Gefährdung drohen. Dies werde durch das Schre i- ben des türkischen Rechtsanwalts vom 28. Mai 2010 und der Genera l- vollmacht vom (…) bestätigt. Wie dem ärztlichen Schreiben vom 7. Juni 1995 und dem Schreiben des G._______ vom 22. Juni 2012 zu entne h- men sei, habe sein Schwiegervater bei einem Überfall wegen dr Zugehö- rigkeit zur kurdischen Ethnie schwerste Verletzungen erlitten. Der Täter sei vor Gericht ge stellt worden. Aufgrund dieser Feindschaft würde der ganzen Familie Verfolgung drohen. Zudem sei en die Beschwerdeführenden in der Schweiz sozial gut inte - griert. Die Kinder würden erfolgreich die Schulen besuchen. Die Vorau s- setzungen für eine Härtefallbewilligung würden vorliegen. Sie würden ausserdem aufgrund der schweren "Angststörungen" und Depressionen medizinisch-ärztliche Betreuung benötigen. Die Tochter E-5564/2013 Seite 3 C._______ habe Anfang des Jahres (…) einen sexuellen Übergriff durch einen (…) erlitten und benötige entsprechende Therapie. B.b Mit Schreiben vom 16. Januar 2013 machte das BFM die B eschwer- deführenden darauf aufmerksam, dass ein Gesuch um Erteilung einer Härtefallbewilligung in die Kompetenz der kantonalen Migrationsbehörden falle und dort einzureiche n sei. Im Übrigen habe es die Eingabe vom 9. Januar 2013 zur Beurteilung einer allfälligen Revision an das Bunde s- verwaltungsgericht übermittelt. B.c Das Bundesverwaltungsgericht teilte dem B undesamt mit Schreiben vom 22. Januar 2013 mit, es komme nach Durchsic ht der Akten zum Schluss, dass in der an die Vorinstanz gerichteten Eingabe vom 9. Januar 2013 keine hinreichenden Hinweise auf ein Revisionsgesuch vorliegen würden. Die Eingabe vom 9. Januar 2013 werde daher retourniert und das Geschäft gerichtsintern als gegenstandslos von der Geschäftsko n- trolle abgeschrieben. B.d Mit Schreiben vom 30. Mai 2013 teilte der neu mandatierte (mangels Einreichen einer Vertretungsvollmacht vom BFM jedoch nicht berücksic h- tigte) Rechtsvertreter dem Bundesamt mit, die Ehefrau befinde sich seit Dezember 2010 in regelmässiger engmaschiger psychiatrischer Behan d- lung und habe sich wegen akuter Suizidalität wiederholt psychiatrisch hospitalisieren lassen müssen. Im Falle der fehlenden Behandlung müsse mit einer massiven psychischen Dekompensierung gerechnet werden. Die Tochter C._______ befinde sich seit 15. März 2013 in regelmässiger psychologischer Behandlung; sie leide an einer Anpassungsstörung mit Ängsten. In der Therapie werde vor allem der sexuelle Übergriff aus dem Jahr (…) aufgearbeitet. Es liege insbesondere aufgrund der psychologischen Behandlung von C._______ seit Ergehen des Urteils des Bu ndesverwaltungsgerichts vom 17. Dezember 2012 eine erheblich veränderte Sachlage vor, die den Wegweisungsvollzug betreffe. Gemäss Praxis des Gerichts sei die medi- kamentöse Behandlung psychischer Erkrankungen in der Türkei grun d- sätzlich gewährleistet. Gerade in der (…), woher die Beschwerdeführe n- den stammen würden, fehle es jedoch an Fachpersonal, da ein grosser Teil der Psychiater in den grosse n Städten im (…) arbeite. Die Verso r- gung der Ehefrau mit den von ihr benötigten Medikamenten könne daher in deren Heimatstaat als gesichert erachtet werden, jedoch erscheine die E-5564/2013 Seite 4 Erhältlichkeit einer ergänzenden Behandlung für sie und die Tochter C._______ (stationäre Behandlung, Gesprächstherapie) in der Herkunfts- region zweifelhaft. Es werde daher um Erteilung einer vorläufigen Au f- nahme infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ersucht. Dem Schreiben waren ein Arztbericht vom 28. Mai 2013, ein fachpsy cho- logischer Bericht vom 24. Mai 2013 und zwei Austrittsberichte vom 13. Mai 2011 und 20. März 2013 beigelegt. B.e Mit Eingabe vom 19. Juni 2013 an das BFM reichten die Beschwe r- deführenden einen weiteren Arztbericht vom 17. Juni 2013 zu den Akten. B.f Das B undesamt lehnte mit am 2. September 2013 eröffnetem Ent- scheid vom 30. August 2013 das Wiedererwägungsge such ab , erklärte die Verfügung vom 9. August 2010 für rechtskräftig sowie vollstreckbar und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. C. C.a Mit Beschwerde vom 2. Oktober 2013 an das Bundesverwaltungsg e- richt liessen die B eschwerdeführenden durch ihren nunmehrigen Rechts- vertreter in materieller Hinsicht beantragen, der Entscheid vom 30. Au- gust 2013 betreffend Wiedererwägungsgesuch sei aufzuheben und es sei ihnen Asyl zu gewähren ; eventualiter sei von der Wegweisung abzus e- hen, subeventualiter sei die Sache zurückzuweisen. In prozessualer Hin- sicht ersuchten sie um Herstellung der aufschiebenden Wirkung. C.b Mit per Telefax übermittel ter Verfügung vom 4. Oktober 2013 setzte der Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen bis nach summarischer Prüfung der vorinstanzlichen Akten aus. C.c Mit Zwischenverfügung vom 9. Oktober 2013 setzte der Instruktion s- richter den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 112 des Asylgeset- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) aus, forderte den Rechtsve r- treter auf, eine vom Beschwerdeführer unterzeichnete Vollmacht nachz u- reichen und erhob einen Kostenvorschuss von Fr. 1200.–. Der Ko stenvorschuss wurde Innert Frist geleistet, und am 16 . Oktober 2013 ging die unterzeichnete Vollmacht beim Gericht ein. C.d In seiner Vernehmlassung vom 8. November 2013, welche den B e- schwerdeführenden am 11. November 2013 zur Kenntnis gebracht wurde, E-5564/2013 Seite 5 hielt das BFM vollumfänglich an seinen Erwägungen im Entscheid vom 30. August 2013 fest und beantragte ohne erläuternde Ausführungen die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreff ende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Beschwerdegegenstand bilden nach Lehre und Praxis auch Verfügungen, mit denen das BFM ein Gesuch um Wiedererwägung ei nes rechtskräfti- gen Entscheides betreffend den Vollzug einer angeordneten Wegweisung abgewiesen hat. 1.2 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind vo r- liegend erfüllt. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die ver fügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Der Sinn der Wiedererwä - gung – wie auch der Revision – ist nicht die erneute rechtliche Würdigung eines bereits hinlänglich erstellten und endgültig beurteilten Sachverhalts. Es ist unzulässig, ein rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren unter dem Titel eines Wiedererwägungsgesuchs faktisch zu wiederholen, indem die rechtliche Beurteilung der verfügenden Behörde (erneut) in Frage gestellt E-5564/2013 Seite 6 wird; in diesem Fall wird auf das Wiedererwä gungsgesuch nicht eingetre- ten. Zudem ist auf ein Wiedererwägungsge such nicht einzutreten, wenn zu dessen Begründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufg e- stellt werden und aus der Rechtsschrift die tatsächlichen Anhaltspunkte, die auf das Vorliegen eines Wiedererwägungs grundes hindeuten sollen, nicht ersichtlich sind (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vorma- ligen] Schweizerischen Asylrekurskommission EMARK 2005 Nr. 25 E. 4.2, EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a). 3.2 Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesg e- richts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererw ä- gung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6, m.w.H.). Danac h ist auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in w e- sentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage an- zupassen ist. 3.3 Auch Revisionsgründe können einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen, sofern sie sich auf eine rechtskräftige Verfü gung beziehen, die entweder unangefochten blieb oder deswegen niemals einer materiel- len Prüfung unterzogen wurde, weil das angehobene Beschwerdeverfa h- ren mit einem formellen Urteil endete. Ein solchermas sen als qualifizie r- tes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechts mittel ist grun d- sätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens gemäss Art. 66 ff. VwVG zu behandeln (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a, m.w.H.). Gemäss Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG bilden neue erhebliche Tatsachen und neue erhebliche Beweismittel jedoch nur dann einen Revisionsgrund, wenn sie der beschwerdeführenden beziehungsweise gesuchstellenden Person damals trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt sein konnten oder ihr die Geltendmachung oder Beibringung aus entschuldbaren Grün- den nicht möglich war. Gemäss L ehre und Rechtsprechung des Bunde s- gerichts sind Tatsachen nur dan n als neu zu qualifizieren, wenn sie zum Zeitpunkt des ursprünglichen Ent scheides bereits existierten, jedoch erst nachher Kenntnis davon erlangt wurde. Neu eingebrachte Beweismittel können aber auch dann beachtlich sein, wenn sie nachträglich entsta n- den sind, und sich eignen, Tatsachen zu beweisen, die bereits vor En t-E-5564/2013 Seite 7 scheidfällung bekannt waren, aber – mit negativer Konsequenz – unbe- wiesen geblieben sind. Erheblich sind sie, wenn sie im orde ntlichen Ver- fahren zu einem für die asylsuchende Person positiveren Entscheid g e- führt haben könnten (vgl. EMARK 2003 Nr. 13 E. 5a, m.w.H.). 4. 4.1 Zur Begründung des angefochtenen Entscheides verwies die Vorin- stanz bezüglich allfälliger Revisionsgründe auf das S chreiben des Bu n- desverwaltungsgerichts vom 22. Januar 2013, wonach der Eingabe der Beschwerdeführenden vom 9. Januar 2013 diesbezüglich keine hinre i- chenden Hinweise zu entnehmen seien. Was das Wiedererwägungsg e- such betreffe, so werde dieses mit dem verschl echterten psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden seit Rechtskraft des Asyl- entscheides begründet. Für das Kind C._______ werde ein Vorfall sexuel- ler Natur Anfang (…) geltend gemacht, als ein (…) versucht habe, ihre Pyjamahose hinunterzuziehen, und sie von hinten umfasst habe. Sie sei weggelaufen; auf eine Anzeige sei verzichtet worden. Dieses Ereignis habe bewirkt, dass sie sich in psychologische Behandlung habe begeben müssen. Es werde weiter von Mobbing an der Schule berichtet, welches sich aber gelegt habe. Hinsichtlich der vorgebrachten medizinischen Aspekte hielt die Vorinstanz fest, es bestehe auch im Heimatland eine adäquate Behandlung; es stünden dort medizinische Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Störungen in ausreichendem Masse zur Verfügung. Die in den eingereichten Arztberichten festgehaltenen Symptome würden international anerkannten Klassifikationssystemen zugeordnet, welche auch in der Türkei gelten würden. Die Behandlungskonzepte für ps y- chisch kranke oder selbstmordgefährdete Personen seien auf diese Klas- sifikationssysteme abgestellt und würden den üblichen Standards en t- sprechen, auch wenn das allgemeine Niveau im Gesundheitswesen der Türkei nicht demjenigen von Westeuropa und der Schweiz entsprechen möge. Dies sei indessen praxisgemäss kein Grund, die Behandlung no t- wendigerweise in der Schweiz durchzuführen. Suizidalen Gedanken könne beim Vollzug der Wegweisung zuverlässig mit entsprechenden Medikamenten beigekommen werden, womit auch die Reisefähigkeit erstellt werden könne. Die Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzuges sei unter diesen Umständen zu bejahen. Die psychischen Probleme seien zudem in geringerem Umfang bereits Gegenstand des E-5564/2013 Seite 8 Beschwerdeverfahrens gewesen. Es könne deshalb auch dara uf verwie- sen werden. Dies gelte sinngemäss auch für die Probleme der Tochter C._______. Der Vorfall mit dem (…) habe sich im Übrigen vor (…) Jahren zugetragen und könne gemäss Beschreibung nicht als starkes Gewaltereignis angesehen werden, weshalb denn auc h auf eine Anzeige verzichtet worden sei. Es könne davon ausgegangen werden, dass diese s Ereignis nötigenfalls im Heimatland mittels psychologischer Unterstützung verarbeitet werden könne. Das Mobbing in der Schule sei zurückgegangen. Ohnehin spreche dies vielmehr für die Rückkehr in die Türkei, wo das schulische Umfeld besser vertraut sein dürfte. Sollten die Beschwerdeführenden an ihrem angestammten Herkunftsort allenfalls beanspruchte Unterstützung als ungenügend erfahren, so könn- ten sie diese mit Hinwei s auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches erläutert habe, dass Verwandte in (…) leben, auch in einem a n- deren Teil ihres Heimatlandes in Anspruch nehmen. 4.2 In der Rechtsmitteleingabe wird im Wesentlichen vorgebracht, die Be- schwerdeführenden würden in der Türkei vom Staat verfolgt und an Leib und Leben bedroht. Die Verfolgungssituation sei zu beachten, selbst wenn es sich nicht um eine neue Tatsache im eigentlichen Sinn handle. Sollte ihnen kein Asyl gewährt werden, müsse mit Hinweis auf das ärztl i- che Schreiben vom 10. September 2013 wenigstens eine Rückschiebung unterbleiben, weil die erzwungene Rückkehr die Beschwerdeführerin in Lebensgefahr bringen würde. Das BFM habe sich nicht damit auseina n- dergesetzt, ob eine Verfolgungssituation bestehe. Die s sei als Versäu m- nis zu werten und würde die Rückweisung der Sache rechtfertigen. 5. 5.1 Die Beschwerdeführenden weisen auf mehrere mit ihrem Ge such vom 9. Januar 2013 eingereichte Dokumente (Schreiben des türkischen Rechtsanwalts vom 28. Mai 2010 und dessen Generalvollmacht vom (…), Erklärung des türkischen G._______ vom 22. Juni 2012 , Spitalbericht vom 7. Juni 1995) hin und führen ohne substanziierte Begründung an, diese würden die geltend gemachte Verfolgungs situation im Heimatland belegen und seien zu beachten, auch wenn es sich dabei nicht um eine neue Tatsache im eigentlichen Sinn handle. E-5564/2013 Seite 9 Eine Wiedererwägung fällt nicht in Betracht, wenn lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen – und um solche handelt es sich hier offensichtlich – herbeigeführt wer- den soll oder Gründe angeführt werden, die bereits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend g e- macht werden können (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2503/2009 vom 27. April 2009 E. 3.2 , m.w.H.). Zudem ist das BFM im Rahmen eines Rechtsbehelfsverfahrens grundsätzlich nicht verpflichtet, auf im Kontext unerhebliche Behauptungen einer Partei einzugehen. Auf das Begehren, es sei den Beschwerdeführenden Asyl zu gewähren, wird deshalb nicht eingetreten. 5.2 Was den im Beschwerdeverfahren geltend gemachte n psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt, so war das Vor- bringen einer "komplexen psychiatrischen Erkrankung" bereits Gegen - stand des ordentlichen Verfahrens. Die konkret vorgebrachten Beschwer- den wurden vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 17. Dezember 2012 zusammenfassend wiedergegeben mit "Depressionen, zitternde Hände, psychische Probleme, seit sechs Monaten in einer Therapie, Herzklopfen, Gefühle der Atemnot und Beengung, Medikamentenbedarf, bereits (…) wegen starker Depressionen in ärztlicher Behandlung im (…), seit 15. Dezember 2010 in psychotherapeutischer -psychosozialer B e- handlung bei einer Fachperson und nimmt regelmässig Medikamente für die Nerven und zur Beruhigung". Auch wenn das Gericht darauf hinge- wiesen hat, dass die Qualifikation der psychischen Erkrankung keine ärzt- liche Bestätigung finde, hat es festgehalten, dass dieser in der Türkei, wo gesundheitliche, psychologische und psychiatrische Einrichtungen mit entsprechendem Fachpersonal, Medikamenten und Therapien bestü n- den, fachgerecht begegnet werden könne. Den seither eingereichten ärzt- lichen Schreiben ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an einer "schweren Angststörung, Depression mit psychotischen Beschwerden und Dissoziativen Bewegungsstörungen" (vgl. Schreiben Dr. med. H._______ vom 6. Januar 2013) beziehungsweise "mittelgradig depressi- ven Episode mit psychotischen Beschwerden, Angststörung, Dissoziativer Bewegungsstörung und Endometriose" (vgl. Schreiben Dr. med. H._______ vom 28. Mai 2013) leidet und Suizidgefahr bestehe (vgl. Schreiben Dr. med. H._______ vom 10. September 2013). Sie befand sich deswegen vom 3. bis 6. Mai 2011 und vom 22. bis 27. Dezember 2012 in stationärer Behandlung. Mit diesen Arztberichten vermag die Be- schwerdeführerin indessen keine seit dem Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts erheblich veränderte Sachlage darzulegen; die vorgebrach-E-5564/2013 Seite 10 ten Beschwe rden waren in zumindest ähnlichem Ausmass bereits Ge- genstand des Urteils vom 12. Dezember 2012. Eine deutliche Verschlech- terung des Gesundheitszustandes liegt nicht vor und wird bezeichne n- derweise auch nicht behauptet. Dem Beschwerdevorbringen, wonach die erzwungene Rückkehr die B e- schwerdeführerin in Lebensgefahr bringen würde, ist entgegenzuhalten, dass die psychische Erkrankung gravierend sein muss, um dem Vollzug einer Wegweisung entgegenzustehen, und vom Vollzug nicht abzusehen ist, wenn Massnahmen zur Verhinderung des Suizides vorgenommen werden können (vgl. ausführlich Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2968/2012 vom 16. April 2013, mit Verweisen). Die Beschwerdeführerin ist seit Mitte Dezember 2010 in fachärztlicher Behandlung, so dass g e- eignete Massnahmen ergriffen werden können, um die suizidalen Te n- denzen im Zusammenhang mit einer Rückkehr und der im Heimatland vorzufindenden Situation zu thematisieren und therapeutisch sowie medi- kamentös zu behandeln. Der Hinweis des BFM, dass der Besc hwerde- führerin in der Türkei eine adäquate Behandlung zur Verfügung stehe, ist nicht zu beanstanden, wobei ein qualitativ tieferer Standard der medizin i- schen Infrastruktur sowie der Behandlungsmöglichkeiten keinen weiteren Aufenthalt in der Schweiz zu begr ünden vermag (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3). Im Übrigen kann dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführe- rin Rechnung getragen werden, indem die Rückkehr sorgfältig geplant und medizinisch begleitet wird. 5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass offensichtlich ke ine vom or- dentlichen Verfahren wesentlich abweichende Sachlage vorliegt, die zu einer anderen Entscheidung führen könnte. Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass, den angefochtenen Entscheid zu kassieren. De r Ab- weisungsentscheid der Vorinstanz ist dementsprechend zu bestätigen. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten war. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh- renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1200.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die E-5564/2013 Seite 11 Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die erhobenen Verfahrenskosten werden mit dem geleis- teten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet und sind damit g e- deckt. (Dispositiv nächste Seite) E-5564/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten war. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1200.– verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden , das BFM und das I._______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger Versand: