Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. September 2014 (715 14 166) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Rückforderung von unrechtmässig bezogenen Leistungen; Vorliegen des guten Glau- bens verneint Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.___, Beschwerdeführerin gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Rückforderung A.1 A.___ arbeitete ab Mai 2007 in einem Teilzeitpe nsum von circa 40%bei der Firma B.___. Das Arbeitsverhältnis wurde wegen der schlechten Au ftragslage durch die Arbeitgeberin per Ende Juni 2009 aufgelöst. In der Folge meldete sich A.____ am 10. Juni 2009 bei der Öffentli- chen Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft (Kasse) zum Bezug von Leistungen an. Im Antrags- formular gab sie an, bereit und in der Lage zu sein , in einem 40% Pensum einer Arbeit nachzu- gehen. Ab 1. Juli 2009 bezog sie gestützt auf einen versicherten Verdienst von Fr. 3‘019.-- pro Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Monat Arbeitslosenentschädigung. Am 31. Juli 2010 meld ete sie sich von einem weiteren Leis- tungsbezug ab. A2. Nachdem das Bundesamt für Wirtschaft (seco) eine Kont rolle im Rahmen des Bundes- gesetzes über die Schwarzarbeit durchgeführt hatte, in formierte es die Kasse über allfällige Doppelbezüge von A.____. Die Kasse klärte in der Folge den Sachverhalt ab und holte gestützt auf die Angaben im individuellen Konto von A.____ bei m C.____ und bei der Firma D.____ Auskünfte ein. Mit Verfügung Nr. 260/2012 vom 30. Juli 2012 forderte sie sodann den Betrag von Fr. 17‘508.05 für zu Unrecht bezogene Arbeitslosenent schädigung (ALE) von A.____ zu- rück. Zur Begründung führte sie aus, dass die Versicherte weder auf den von ihr unterzeichne- ten Formularen „Angaben der versicherten Person“ für di e Monate Juli 2009 bis Juli 2010 noch in ihrem Antragsformular für Arbeitslosenentschädigung ihre Beschäftigungen bei der Firma D.____ und beim C.____ erwähnt habe. Aus diesen nunm ehr nachträglich anzurechnenden Einkommen würde ein Rückforderungsbetrag im Umfang von insgesamt Fr. 17‘508.05 resultie- ren. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. B. Mit Schreiben vom 24. Juli 2013 stellte A.____ ein Gesuch um Erlass der Rückforde- rung. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass die Anmeldung beim Regiona- len Arbeitsvermittlungszentrum in X.____ (RAV) erfolgt sei, nachdem sie ihre 40% Stelle bei der B.____ verloren habe. Sie sei damals auf der Suche na ch einer Arbeit gewesen, welche diese ersetzt. Sie habe nie eine Bereicherungsabsicht gehabt u nd sie habe in gutem Glauben gehan- delt. Weiter führte sie aus, sie verdiene in ihrer Teil zeitanstellung momentan Fr. 1‘108.--, wes- halb die Forderung der Kasse ihre finanziellen Möglichk eiten übersteige. Mit Verfügung vom 6. September 2013 lehnte die kantonale Amtsstelle des KIGA Baselland (KIGA) das Erlassgesuch der Versicherten mangels Vorliegen des guten Glaubens ab. Eine hiergegen erhobene Einspra- che der Versicherten wies das KIGA mit Entscheid vom 25. April 2014 ebenfalls ab. C. Hiergegen erhob A.____ mit Eingabe vom 31. Mai 20 14 Beschwerde beim Kantonsge- richt des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche rungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einsprache entscheids und die Gutheissung des von ihr gestellten Erlassgesuchs. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass sie nie die Absicht gehabt habe, sich unrechtmässig zu bereichern. D. Das KIGA schloss mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2014 auf Abweisung der Beschwer- de und verwies für die Begründung auf den angefochten en Einspracheentscheid vom 25. April 2014. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obli gatorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit Art. 57 des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist ein Gericht als letzte kantonale Instanz für Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beurteilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozia lversicherung sachlich zuständig. Örtlich zuständig für die Beurteilung von Beschwerden g egen Verfügungen einer kantonalen Amtsstelle ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 12 8 Abs. 2 der Verordnung über die obliga- torische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschäd igung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desselben Kantons. Nach § 54 A bs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Kan- tonsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Ba sel-Landschaft zur Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 100 AVIG zust ändig. Das angerufene Kantons- gericht ist demzufolge für die Behandlung der Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage , ob der Beschwerdeführerin die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rückforderung erlass en werden kann. Die Frage der Rechtmässigkeit der verfügten Rückforderung kann demgege nüber nicht mehr überprüft wer- den, nachdem gemäss den vorliegenden Akten die Beschwe rdeführerin die Verfügung Nr. 260/2012 vom 30. Juli 2012 nicht angefochten hat. D ie Verfügung ist daher in Rechtskraft erwachsen und das Kantonsgericht ist vorliegend an die b etreffenden Feststellungen der Vo- rinstanz gebunden, weshalb darüber nicht erneut befund en werden kann (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 25. April 2005, C 243/04, E. 2). 3.1 Das KIGA begründet die Abweisung des Gesuchs um Erla ss der Rückforderung im We- sentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin die zu Un recht ausbezahlten Leistungen der Kasse nicht gutgläubig bezogen habe. Die Versicherte hab e auf dem Formular „Angaben der versicherten Person“ für die Monate Juli 2009 bis Juli 20 10 die Frage, ob sie bei einem oder mehreren Arbeitgebern gearbeitet habe, unterschriftl ich verneint, obwohl sie während dieser Zeit für die Firma D.____ in Liestal tätig gewesen se i. Sie habe damit nicht vergessen, eine der gestellten Fragen zu beantworten, sondern habe bei di eser das Nein angekreuzt. Damit habe sie nicht nur die Meldepflicht verletzt, sondern auch ein e unwahre Angabe gemacht, was den guten Glauben in Bezug auf die bezogenen Leistungen zwingend ausschliesse. Die Versicherte sei bei der Entgegennahme der ALE somit nicht gutgläu big gewesen, weshalb es an einer der beiden kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für di e Gutheissung eines Erlassgesuches fehle. 3.2 Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, der unrechtmässige Leistungsbezug könne ihr nicht zum Vo rwurf gemacht werden. Sie habe sich nur betreffend den Wegfall der Beschäftigung bei der Firma B.____ für den Leistungsbezug angemeldet. Aus diesem Grund habe sie weder Meldepfl ichten verletzt noch unrechtmässig Leistungen bezogen. Überdies bedeute die Rückerstattung der zu Unrecht bezogenen Taggel- der eine grosse Härte. 4. Nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, der gemäss Art. 95 Abs. 1 AVIG auch auf Rückforderungen im Bereich der Arbeitslosenversicherung an wendbar ist, sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. War der Leistungs empfänger beim Bezug jedoch gut- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gläubig und würde die Rückerstattung eine grosse Härte bedeuten, so wird sie auf Gesuch hin – sofern beide Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind – g anz oder teilweise erlassen (vgl. Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG i.V.m. Art. 4 der Verordnu ng über den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts [ATSV] vom 11. September 2002). Der Erlass der Rückforderungsschuld setzt somit einerseits den gutgläubigen Leistungsbezug un d andererseits das Vorliegen einer grossen Härte voraus. 5. Zu prüfen ist die Erlassvoraussetzung des guten Glauben s. 5.1 Die schweizerische Rechtsordnung geht grundsätzlich vo n der Vermutung des guten Glaubens aus. Dieser Grundsatz folgt aus Art. 3 Abs. 1 de s Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) und hat für die gesamte schweizerische Rechtsordn ung Gültigkeit. Wer sich auf den gu- ten Glauben beruft, muss diesen nicht beweisen. Gemäss Ar t. 8 ZGB ist vielmehr beweispflich- tig, wer die gesetzliche Vermutung von Art. 3 Abs. 1 ZGB stürzen will. Daher muss im konkreten Einzelfall sorgfältig geprüft werden, ob Gründe vorliegen, welche die Gutgläubigkeit ausschlies- sen. Nach der Rechtsprechung ist zu unterscheiden zwischen de m guten Glauben als fehlen- dem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob jemand bei zu mutbarer Aufmerksamkeit den be- stehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen (ARV 1998 Nr. 41, S. 237). Ein gutgläubiger Bezug einer Sozialversicherungsleistung liegt vor, wenn d as Bewusstsein über den unrecht- mässigen Leistungsbezug fehlt, sofern dieses Fehlen in ei ner objektiven Betrachtungsweise unter den konkret gegebenen Umständen entschuldbar ist. Der gute Glaube ist insbesondere dann zu bejahen, wenn sich die empfangende Person keiner groben Nachlässigkeit schuldig gemacht hat (vgl. U ELI KIESER , Kommentar zum ATSG, Zürich/Basel/Genf 2009, Rz 33 zu Art. 25). Mit anderen Worten: Leichte Fahrlässigkeit vermag den guten Glauben nicht auszuschlies- sen (vgl. UELI KIESER , Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversich erungsrechts [ATSG], in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, SBVR-XIV , Soziale Sicherheit, 2. Aufl., 2007, N 86 S. 264). Der gute Glaube fehlt noch nicht , wenn nur in leicht schuldhafter Weise gegen Meldepflichten verstossen wurde (vgl. BGE 110 V 1 80). Die Annahme, dass Nachlässig- keit die Vermutung des guten Glaubens aufhebe, darf n ur mit Zurückhaltung getroffen werden (SVR 2007 ALV Nr. 5 E. 2). 5.2 Guter Glaube liegt beim Bezug einer Leistung je denfalls dann nicht vor, wenn die un- rechtmässige Auszahlung auf vorsätzliches oder grobfahrlässi ges Verhalten des Leistungsbe- zügers zurückzuführen ist. Bei nachweisbar absichtlichem, bösw illigem Bezug von unrechtmäs- sigen Leistungen entfällt der gute Glaube von vornherei n (ZBJV 1995 S. 474). Somit kann sich nicht auf den guten Glauben berufen, wer bei der Anmeldung von Leistungsansprüchen und der Abklärung der Verhältnisse vorsätzlich oder grobfahrlässig Tatsachen verschwiegen oder un- richtige Angaben gemacht hat, eine Meldepflicht vorsätzlich oder grobfahrlässig nicht oder nicht rechtzeitig erfüllt oder als unrechtmässig erkennbare Leistungen vorsätzlich oder grobfahrlässig entgegengenommen hat. Grobfahrlässig handelt, wer bei der Anmeldung oder der Abklärung der Verhältnisse in arglistiger oder grobfahrlässiger W eise Tatsachen verschwiegen oder un- richtige Angaben macht, wenn beispielsweise eine Meld epflicht arglistig oder grobfahrlässig nicht oder nicht rechtzeitig erfüllt wurde oder wenn unrechtmässige Leistungen arglistig oder grobfahrlässig entgegengenommen wurden (vgl. auch G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band II, N 41 zu Art. 95). Auch die bundesgerichtliche Recht- sprechung hat in konstanter Praxis ausgeführt, grobe Fah rlässigkeit sei dann gegeben, wenn jemand das ausser Acht lasse, was jedem verständigen Men schen in gleicher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten mü ssen (vgl. BGE 108 V 202 E. 3a mit weiteren Hinweisen; BGE 110 V 180 E. 3c). Die Leistung beziehende Person darf somit das von ihr geforderte, zumutbare "Mindestmass an Sorgfalt " beim Leistungsempfang nicht fehlen lassen. Wie auch in anderen Bereichen beurteilt sich die geforderte Sorgfalt nach einem objek- tiven Massstab, wobei jedoch das den Betroffenen in ihre r Subjektivität Mögliche und Zumutba- re nicht ausgeblendet werden darf (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 17. März 2010, 8C_784/2009, E. 3.1). 6.1. Unbestritten und aufgrund der Lohnabrechnungen und der entsprechenden Formulare "Bescheinigung über Zwischenverdienst" ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom Juli 2009 bis Juni 2010 für die Firma D.____ u nd vom Juli 2009 bis Juli 2010 für C.____ gearbeitet hat. Ebenso steht fest, dass die Beschwerdeführerin im Formular "Antrag auf Arbeitslosenentschädigung" vom 10. Juni 2009 die Frage 13, ob sie gegenwärtig noch Ein- kommen aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstä tigkeit erziele, mit einem „Nein“ be- antwortet. Auch in den Formularen "Angaben zur versicherten Person fü r den Monat“ Juli 2009 bis Juli 2010 kreuzte sie auf die Frage, ob sie bei einem oder mehreren Arbeitgebern gearbeitet habe, "Nein" an. Somit stellt sich die Frage, ob und i n welchem Grad die Beschwerdeführerin durch Verschweigen ihres Zwischenverdienstes ihre Melde- und Auskunftspflicht verletzt hat. 6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie sich bei der Arbeitslosenkasse nur für den Wegfall ihrer Arbeit bei der B.____ angemeldet habe. Deshalb habe sie die Beschäftigung bei der Firma D.____ nicht angegeben. Zudem habe sich im Laufe der Zeit beim Ausfüllen der Formulare ein Automatismus ergeben, der zur Fehlerhaftigkeit geführt habe, die aber höchstens als leichte Fahrlässigkeit bezeichnet werden könne. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt wer- den. Die Beschwerdeführerin war alleine verantwortli ch für die korrekten Angaben gegenüber der Arbeitslosenkasse. Entgegen ihrer Auffassung hätte ihr, die über abgeschlossene Ausbil- dungen als Kauffrau und als Betriebswirtin verfügt, bei m Ausfüllen der Formulare bei Anwen- dung der ihr obliegenden Sorgfalt ohne weiteres bewusst sein müssen, dass ihre Anstellung bei mehreren Arbeitgebern von Bedeutung war und sie dies zu melden hatte. Dies umso mehr, als sie sowohl bei der Firma D.____ wie auch beim C.____ bereits seit längeren angestellt war. Da sie die klare und unmissverständliche Frage, ob sie bei ei nem oder bei mehreren Arbeitgebern in den Kontrollperioden Juli 2009 bis Juli 2010 tätig war, mit "Nein" beantwortete, gab sie an, überhaupt nicht gearbeitet zu haben, was aber offensi chtlich nicht zutraf. Beim Ausfüllen des Anmeldeformulars hat die Beschwerdeführerin folglich ni cht das Mindestmass an Aufmerksam- keit aufgewendet, welches von einer pflichtbewussten Pe rson in dieser Situation verlangt wer- den darf. Somit liegt zumindest eine nicht leicht zu ne hmende Pflichtwidrigkeit vor, welche die Berufung auf den guten Glauben ausschliesst. 6.3 Soweit die Beschwerdeführerin aus der Tatsache, da ss die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft die durch das KIGA am 9. Oktober 2012 einger eichte Strafanzeige gegen sie mit Verfügung vom 31. Januar 2013 einstellte, etwas zu ihren Gunsten abzuleiten versucht, kann Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihr nicht gefolgt werden. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft das Verfahren nicht weiter verfolgte, weil sie den subjektiven Tatbestand des Betrugs nach Art. 146 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937 als nicht erfüllt erachtete. Ob die Staatsanwaltschaft unter diesen Umständen verpflichtet gewe- sen wäre zu prüfen, ob die spezifisch sozialversicherungsrecht lichen Straftatbestände im Sinne von Art. 105 und Art. 106 AVIG erfüllt sind, kann offe nbleiben. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Bejahung des Betrugstatbestands eine Täuschungsab sicht und einen Vorsatz voraus- setzt. Demgegenüber musste im vorliegenden Fall geprüft werden, ob die Beschwerdeführerin gutgläubig war. Da der gute Glaube bereits bei grobfahrlässigem Verhalten - wie im vorliegende Fall - zu verneinen ist, geht die Argumentation der Be schwerdeführerin auch unter diesem As- pekt fehlt. 7. Zusammengefasst ergibt sich, dass zumindest eine nicht leicht wiegende, mithin grob- fährlässige Pflichtverletzung vorliegt, weswegen sich d ie Beschwerdeführerin nach der ein- gangs zitierten Rechtsprechung nicht auf den guten Gla uben berufen kann. Der weiter geltend gemachte Einwand der grossen Härte für die Beschwerdefü hrerin muss bei dieser Sach- und Rechtslage nicht mehr gesondert geprüft werden, da das S cheitern an der kumulativ erforderli- chen Erlassvoraussetzung (guter Glaube) bereits für sich gen ügt, um den Einspracheentscheid vom 25. April 2014 als rechtmässig zu qualifizieren. Die Beschwerde erweist sich somit als un- begründet und ist abzuweisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht