2015 Abteilung Steuern 339 der Auszahlung der Kapitalleistung gar nic ht zurückfordern konnte, da ihm das Gemeindesteueramt X. trotz seiner gemäss den eigenen (seitens der Steuerbehörden unbestritten gebliebenen) Angaben rechtzeitigen Interventionen das dafür benötigte Schreiben betreffend zuviel bezahlte Beiträge erst nach der Kapitalauszahlung aushän - digte. Eine Rückerstattung des im Jahr 2012 mangels Erwerbs - einkommens unzulässigerweise auf das V orsorgekonto einbezahlten Beitrages von CHF 6'682.00 war daher nicht mehr möglich. Dasselbe gilt auch für den im Jahr 2013 geleisteten Beitrag von CHF 1'686.00. 3.5. In Gutheissung des Rekurses ist daher die steuerbare Kapital - zahlung von CHF 485'809.00 um CHF 8'368.00 auf CHF 477'441.00 zu reduzieren. 61 Zeitpunkt der Besteuerung von Vorsorgeleistungen aus der 2. Säule (§ 31 Abs. 1 und 2 StG, § 45 Abs. 1 lit. a StG) Keine Überweisung von Pensionskassenguthaben (2. Säule) auf Freizügig- keitseinrichtungen nach der ordentlichen Pensionierung mehr möglich. Die Besteuerung erfolgt im Zeitpunkt des Erreichens des ordentlichen Pesnionsalters. Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern, vom 22. Oktober 2015 in Sachen V .H. (3-RV .2015.97) Aus den Erwägungen 3. 3.1. Die Rekurrentin wurde am X. Mai 2013 64 Jahre alt und er - reichte damit das ordentliche Pensionsalter. Dessen ungeachtet arbei- tete sie bis min destens Ende 2013 für die gleiche Arbeitgeberin wei - ter (vgl. Lohnausweis der O . AG vom 31. Dezember 2013). Gemäss 340 Spezialverwaltungsgericht 2015 den Lohnabrechnungen für die Monate Juni bis Dezember 2013 be - zahlte die Rekurrentin keine Beiträge an die zuständige Pensions - kasse S. mehr. Die Pen sionskasse S. erstellte am 22. Mai 2013 eine Austrittsabrechnung mit einer per 31. Mai 2013 berechneten Austrittsleistung von CHF (…). 3.2. Die Austrittsleistung wurde auf zwei Freizügigkeitskonti über - tragen: CHF (…) wurden mit Valuta 31. Mai 2013 dem Freizügig - keitskonto bei der A.-Bank gutgeschrieben, CHF (…) mit gleicher Valuta dem Freizügigkeitskonto bei der B. -Freizügigkeitsstiftung. Per 31. Dezember 2013 bestanden diese Freizügigkeitskonti unverändert. 4. 4.1. Gemäss § 31 Abs.1 StG sind alle Einkünfte aus der Alters-, Hin- terlassenen- und Invalidenversicherung, aus Einrichtungen der beruflichen V orsorge und aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge, mit Einschluss der Kapitalabfindungen und Rück - zahlungen von Einlagen, P rämien und Beiträgen steuerbar. Als Einkünfte aus beruflicher V orsorge gelten insbesondere Leistungen aus V orsorgekassen, aus Spar- und Gruppenversicherungen sowie aus Freizügigkeitspolicen und Freizügig keitskonten (§ 31 Abs. 2 StG). Dabei werden Kapitalzahlungen aus beruflicher V orsorge der 2. Säu- le (§ 45 Abs. 1 lit. a StG) und Kapitalzahlungen aus gebunde ner V orsorge Säule 3a (§ 45 Abs. 1 lit. b StG) getrennt vom übrigen Einkommen mit einer Jahressteuer zu 40 % des Tarifes erfasst. Die allgemeinen Abzüge und die Sozialabzüge werden nicht berücksich - tigt. Sämtliche im gleichen Jahr ausgerichteten Kapitalzahlungen nach § 45 Abs. 1 lit. a und lit. b StG sind zusammen zu versteuern (§ 45 Abs. 2 StG). 4.2. 4.2.1. Es ist unbestritten, dass die Kapitalzahlun g aus der Säule 3a im Betrag von CHF (…) der Besteuerung nach § 31 Abs. 1 StG i.V .m. § 45 Abs. 1 lit. b StG unterliegt. Dementsprechend hat die Steu - erkommission R. die der Rekurrentin ausbezahlte Kapitalzahlung mit 2015 Abteilung Steuern 341 der Veranlagungsverfügung vom 22. August 2013 erfasst. Die Re - kurrentin hat diese Veranlagung (Jahressteuer) zu Recht nicht angefochten. Umstritten ist (…), ob die von der Rekurrentin auf zwei Frei - zügigkeitskonti übertragene Austrittsleistung aus der 2. Säule zu - sammen mit der Auszahlung aus der Säule 3a der Besteuerung (Jahressteuer) im Jahr 2013 unterliegt. (…) 5. 5.1. Nach Art. 10 Abs. 2 lit. a BVG endet die Versicherungspflicht, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht wird. Anspruch auf Alters- leistungen haben Frauen, die das 64. Altersjahr zurückgelegt haben (Art. 13 Abs. 1 lit. b BVG in der seit dem 1. Januar 2005 gültigen Fassung). Nach Art. 33b BVG kann die V orsorgeeinrichtung in ihrem Reglement zwar vorsehen, dass auf Verlangen der versicherten Per - son deren V orsorge bis zum Ende der Erwerbstätigkeit, höchstens je - doch bis zur V ollendung des 70. Altersjahres, weitergeführt wird. Da- bei handelt es sich um die Weiterführung der bisherigen V orsorge. Der versicherten Person steht bei Beendigung der Erwerbstätigkeit nach Erreiche n des reglementarischen Rücktrittsalters, aber vor Erreichen des maximalen Endalters von 70 Jahren jedoch kein An - spruch auf Barauszahlung nach Art. 5 FZG mehr zu (Hans -Ulrich Stauffer, Berufliche V orsorge, 2. Au flage, Zü rich 2012, S. 253, Rz 691). Für die Freizügigkeitsleistung gilt das FZG (Art. 27 BVG). 5.2. Gemäss Art. 2 Abs. 1 FZG haben Versicherte, welche die V or- sorgeeinrichtung verlassen, bevor ein V orsorgefall eintritt (Freizü - gigkeitsfall), Anspruch auf eine Austrittsleistung. Versicherte können auch eine Austritts leistung beanspruchen, wenn sie die V orsor - geeinrichtung zwischen dem frühestmöglichen und dem ordentlichen reglementarischen Rentenalter verlassen und die Erwerbstä tigkeit weiterführen oder als arbeitslos ge meldet sind. Be stimmt das Reglement kein ordentliches Rentenalter, so ist das Alter nach Art. 13 Abs. 1 BVG massgebend (Art. 2 Abs. 1 bis FZG). Stauffer, a.a.O., S. 450 Rz. 1223, führt dazu aus: 342 Spezialverwaltungsgericht 2015 "Erst mit der Aufnahme von Art. 2 Abs. 1 bis FZG wurde eine klare Rechtsgrundlage geschaffen. Der auf den 1. Januar 2010 in Kraft getre tene Absatz gibt Versicherten das Recht, zwischen dem Eintritt der vor zeitigen Pensionierung einerseits oder der Ausrichtung der Freizügig keitsleistung andererseits zu wählen, wenn sie nach dem Erreic hen des reglementarischen Alters für eine vorzeitige Pensionierung die V orsorgeeinrichtung verlassen und weiter erwerbstätig oder als arbeitslos gemel det sind. falls das Regle - ment kein ordentliches Pensionierungsalter enthält, gilt das BVG-Rücktritts- alter. Somit können Versicherte anstelle der Altersrente die Freizügigkeits - leistung erhalten, wenn ihnen dies vorteil hafter erscheint. Eine reglementarische zwingende vorzeitige Pensionie rung ist nur noch möglich, wenn Versicherte weder ihre Erwerbstäti gkeit fortsetzen noch als arbeitslos gemeldet sind." 5.3. Das Kreisschreiben Nr. 41 "Freizügigkeit in der beruflichen Al - ters-, Hin terlassenen- und Invalidenvorsorge" der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 18. September 2014 behandelt – wie es der Titel sagt – die Auswirkungen des Freizügigkeitsgesetzes im Hin - blick auf steuerliche Be lange. In Bezug auf die in den Erw. 4.1. und 4.2. genannten gesetzlichen Grundlagen in BVG und FZG werden – selbstverständlich – keine neuen oder anderen Grundsätze au fge- stellt. Es ist dabei unbestritten, dass das V orsorgeguthaben im V orsor- gekreislauf bleibt, wenn die Übertragung von einer Pensionskasse auf eine Freizügigkeitseinrichtung berechtigterweise erfolgt. 5.4. Das Reglement der Pensionskasse S. sieht keine Möglichkeit vor, bei fortgesetzter Tätigkeit für das Unternehmen in der Pensions - kasse mit freiwilliger Versicherung gemäss Art. 46 f. BVG zu bleiben (Art. 3 Abs. 4 des Reglementes). 6. 6.1. Die Rekurrentin wurde am X. Mai 2013 64 Jahre alt und wurde per Ende Mai 2013 ordentlich pensioniert. Das Reglement der Pensi- onskasse S. gab ihr nicht die Möglichkeit, das V orsorgeverhältnis bis zum Ende der Erwerbstätigkeit, längstens jedoch bis zum Erreichen des 70. Altersjahres fortzusetzen (Art. 3 Abs. 4 des Reglem entes). 2015 Abteilung Steuern 343 Die Rekurrentin führte ihre Erwerbstätigkeit nach dem Erreichen des ordentlichen Pen sionsalters fort. Die Austrittsleistung liess sie auf zwei Konti bei Freizügigkeitseinrichtungen übertragen. 6.2. Für die Übertragung der Austrittsleistung nac h Erreichen des ordentlichen Rücktrittsalters auf eine Freizügigkeitseinrichtung be - steht entgegen der Auffassung der Rekurrentin keine Möglichkeit. Freizügigkeitsleistungen sind nur bis zum Eintritt eines V orsorge - falles möglich. Der V orsorgefall "Alter" trat mit der Abrechnung und dem Austritt aus der Pensionskasse S. per X. Mai 2013 ein. Art. 2 Abs. 1bis FZG kommt nach Erreichen des ordentlichen Pensionsalters nicht mehr zur Anwendung. Inso fern ist der Verweis auf den BGE 120 V 306 (welcher zudem mit BGE 129 V 381 ff. relativiert wurde) nicht relevant. Art. 12 Abs. 1 und 16 Abs. 1 FZV sind nur dann anwendbar, wenn eine Übertragung auf eine Freizügigkeitseinrichtung im Sinne von Art. 10 FZV überhaupt möglich ist, was hier gerade nicht der Fall ist. 6.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Austrittsleistung der Pensionskasse S. trotz deren unzulässigen Überweisung an zwei Freizügigkeitseinrichtungen mit dem Erreichen des Pensionsalters fällig wurde. Sie ist damit im Jahr 2013 steuerlich zu erfassen. 6.4. Die Steuerkommission R. hat die Austrittsleist ung aus der 2. Säule von CHF (…) zusammen mit der Auszahlung aus der Säule 3a mit einer Jahressteuer zum V orsorgetarif erfasst. Das ist nicht zu beanstanden. 62 Weiterbildungskosten (§ 35 Abs. 1 lit. e StG) Auch bei Sprachkursen muss für die Abzugsfähigkeit der Kosten ein genügend enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit nachge - wiesen werden. Insbesondere sind überwiegend, im Privatbereich des