<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2012.00454</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=212257&amp;W10_KEY=4467114&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2012.00454</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.10.2012</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufenthaltsbewilligung:<br/><br/>Streitgegenstand ist die Verlängerung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung an den straffällig gewordenen ausländischen Ehegatten einer Schweizerbürgerin, die mit ihm in ungetrennter Ehe in Familiengemeinschaft mit den gemeinsamen Schweizer Söhnen zusammenlebt. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung beruhe auf einer rechtsfehlerhaften Interessenabwägung (E. 2). <br/><br/>Die Vorinstanz berücksichtigte bei ihrer Interessenabwägung allem voran die begangene Straftat. Von einem schweren Verschulden ausgehend, war die Vorinstanz der Ansicht, dass ein erhebliches öffentliches Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers besteht (E. 5.2). Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 2011 wegen einfachen Raubes sowie mehrfachen Versuches hierzu zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Weil die ausgesprochene Strafe im unteren Teil des vorgegebenen Strafrahmens liegt, kann das Verschulden des Beschwerdeführers entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht als schwer eingestuft werden (E. 6.1). Der Beschwerdeführer ist auch nicht durch eine Vielzahl von Straftaten aufgefallen und hat er sich vorher und seither tadellos verhalten. Es ist ihm insofern eine günstige Prognose zu stellen. Hinzu kommt, dass es nur mit der Anwesenheit in der Schweiz möglich ist, sowohl die Ernährung der Familie sicherzustellen als auch den engen Kontakt zu den Kindern und der Ehefrau bestehenzulassen. Im Ergebnis wiegt deshalb das private Interesse gemessen am öffentlichen Interesse an der Fernhaltung schwerer, weil vorliegend die wirtschaftlichen und familiären Interessen der Schweizer Ehefrau und der Kinder sowie deren Bildungsinteresse am Verbleib in der Schweiz ausschlagend sind. Angesichts dieser gewichtigen privaten Interessen - am selbständigen wirtschaftlichen Fortkommen der Schweizer Ehefrau und der Schweizer Kinder besteht auch ein öffentliches Interesse - erweist sich der Eingriff in das Privat- undFamilienleben unter den vorliegenden besonderen Umständen als nicht gerechtfertigt im Sinne der neueren Bundesgerichtspraxis. Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers ist deshalb zu verlängern. (E. 6.4). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 42 Abs. 1 AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 51 Abs. 1 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 lit. b AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 96 Abs. 1 AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 19 Abs. 1 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 140 Ziff. 1 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 140 Ziff. 2 StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 16 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=15809" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2012.00454</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">3. Oktober 2012</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Martin Zweifel<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle Brunschwig, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Ewa Surdyka. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>A, geboren 1977, tÃ¼rkischer StaatsangehÃ¶riger, heiratete am 9. August 2006 in der TÃ¼rkei die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau C, geboren 1984. Am 7. Februar 2007 reiste er zu seiner Frau in die Schweiz ein, nachdem ihm eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug gewÃ¤hrt wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>2008 wurde der Sohn D, 2011 der Sohn E geboren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 28. MÃ¤rz 2009 wurde A verhaftet und befand sich bis zum 21. April 2009 in Untersuchungshaft. Am 10. Januar 2011 verurteilte ihn das Bezirksgericht ZÃ¼rich zu zwei Jahren Freiheitsstrafe bedingt unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 25 Tagen bei einer Probezeit von zwei Jahren wegen Raubes sowie mehrfachen Versuchs hierzu. Das Urteil erging gestÃ¼tzt auf § 160a Abs. 1 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) ohne BegrÃ¼ndung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 18. April 2011 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von A und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 18. Juli 2011.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>II. </span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 8. Juni 2012 ab. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>III.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 12. Juli 2012 gelangte A mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte, die angefochtenen Entscheide des Migrationsamts und der Sicherheitsdirektion seien aufzuheben; die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlÃ¤ngern; eventualiter sei der BeschwerdefÃ¼hrer zu verwarnen; subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulasten der Staatskasse. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte A die GewÃ¤hrung von unentgeltlicher Rechtspflege und -vertretung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Sicherheitsdirektion beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Migrationsamt verzichtete auf eine Beschwerdeantwort.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 16. Juli 2012 reichte A dem Verwaltungsgericht die EinbÃ¼rgerungsbewilligung vom 9. Juli 2012 seine Frau und die SÃ¶hne betreffend ein. Mit Eingabe vom 27. August 2012 schickte er Kopien der Schweizer IdentitÃ¤tskarten seiner SÃ¶hne und der Ehefrau.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion Ã¼ber Anordnungen etwa betreffend das Aufenthaltsrecht gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 und 3, 19b Abs. 2 lit. b Ziff. 1 sowie §§ 42â44 e contrario des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit der Beschwerde ans Verwaltungsgericht kÃ¶nnen nur Rechtsverletzungen und fÃ¼r den Entscheid erhebliche, unrichtige oder ungenÃ¼gende Sachverhaltsfeststellungen gerÃ¼gt werden (§ 50 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und b VRG). Was das Ermessen betrifft, kann das Verwaltungsgericht dessen vorinstanzliche Handhabung nur auf Ãber- oder Unterschreiten sowie Missbrauch hin prÃ¼fen (§ 50 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 70 ff.).</span></p> <p class="Erwgung1"><span>Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2. </span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Streitgegenstand ist die VerlÃ¤ngerung einer auslÃ¤nderrechtlichen Aufenthaltsbewilligung an den straffÃ¤llig gewordenen auslÃ¤ndischen Gatten einer Schweizer BÃ¼rgerin, die mit ihm in ungetrennter Ehe in Familiengemeinschaft mit den gemeinsamen Schweizer SÃ¶hnen zusammenlebt. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung beruhe auf einer rechtsfehlerhaften InteressenabwÃ¤gung. Er beruft sich auf Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV), Art. 42 Abs. 1 (bzw. 43 Abs. 1) und 96 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 16. Dezember 2005 (AuG) sowie Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.1</span></b><span> Aufgrund von Art. 42 Abs. 1 AuG haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. GemÃ¤ss Art. 51 Abs. 1 AuG erlÃ¶schen die AnsprÃ¼che nach Art. 42 AuG, sofern sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden (lit. a) oder WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AuG vorliegen (lit. b). Einen Widerrufsgrund setzt die auslÃ¤ndische Person namentlich, wenn sie "zu einer lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde" (Art. 62 lit. b AuG, auf welchen Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG verweist). Als "lÃ¤ngerfristig" im Sinn von Art. 62 lit. b AuG ist eine Freiheitsstrafe zu betrachten, deren Dauer ein Jahr Ã¼berschreitet (BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381). Unerheblich ist, ob die Freiheitsstrafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGr, 2C_778/2011 vom 24. Februar 2012, E. 3.1). Verlangt wird, dass sich das genannte Strafmass aus einem einzigen Strafurteil ergibt und nicht bloss durch Zusammenrechnung von kÃ¼rzeren Freiheitsstrafen aus einer Mehrzahl von Erkenntnissen erreicht wird (BGE 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.; zum Ganzen BGr, 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012, E. 3.1; 2C_711/2011 vom 27. MÃ¤rz 2012, E. 3.2.).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2</span></b><span> Soweit ein Widerrufsgrund im Sinn von Art. 63 AuG gegeben ist, muss sich die Massnahme im Einzelfall als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig darstellen (Andreas ZÃ¼nd/Ladina Arquint Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, 2. A., 2009, N. 8.28 S. 326 und N. 8.31 S. 328). GemÃ¤ss Art. 96 Abs. 1 AuG berÃ¼cksichtigen die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden bei der ErmessensausÃ¼bung die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie den Grad der Integration der AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder. Soweit die betroffene Person das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK beanspruchen kann, ist aufgrund von Art. 8 Ziff. 2 EMRK Ã¼berdies eine konventionsrechtliche InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen (BGE 122 II 1 E. 2 S. 5 f.). Diese entspricht den Anforderungen nach Art. 96 Abs. 1 AuG, sodass die PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nach Bundes- und Konventionsrecht in einem gemeinsamen Schritt vorgenommen werden kann (BGr, 2C_54/2012 vom 23. Juli 2012, E. 4.3; 2C_655/2011 vom 7. Februar 2012, E. 10.2; 2C_265/2011 vom 27. September 2011, E. 6.1.2). Bei der PrÃ¼fung sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu beachten (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381; Urteil 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012, E. 3.2). Analoge Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV sodann auch im Hinblick auf einen Eingriff in den Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 BV (BGE 135 I 143 E. 2.1 S. 147; 126 II 425 E. 5a S. 435). Aufgrund der Praxis zu Art. 8 EMRK muss das Ã¶ffentliche Interesse an der Verweigerung der auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligung das private Interesse an deren Erteilung bzw. VerlÃ¤ngerung in dem Sinne Ã¼berwiegen, dass sich der Eingriff in das Privat- und Familienleben als notwendig erweist (BGE 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249; 135 I 143 E. 2.1 S. 147; 153 E. 2.2.1 S. 156; 122 II 1 E. 2 S. 6). Als zulÃ¤ssiges Ã¶ffentliches Interesse fÃ¤llt dabei insbesondere die VerhÃ¼tung von Straftaten in Betracht. Das Bundesgericht zieht zwar regelmÃ¤ssig die RÃ¼ckfallgefahr und den Resozialisierungsgedanken mit in die InteressenabwÃ¤gung gemÃ¤ss Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 96 AuG ein, jedoch ist die negative Prognose Ã¼ber kÃ¼nftiges Verhalten nicht Voraussetzung fÃ¼r die Verweigerung einer Bewilligung.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.1</span></b><span> Das Recht auf Achtung des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Ziff. 1 EMRK kann nur angerufen werden, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern fÃ¼hrt. Die Norm begrÃ¼ndet kein absolutes Recht auf Aufenthalt in einem Konventionsstaat in dem Sinn, dass dieser verpflichtet wÃ¤re, auslÃ¤ndischen Personen die Einreise, die Erteilung oder VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung vorbehaltlos zu gewÃ¤hren bzw. die von Ehepaaren getroffene Wahl des gemeinsamen Wohnsitzes zu respektieren (BGE 137 I 247 E. 4.1 S. 249; 135 I 143 E. 2.1 S. 147; 153 E. 2.1 S. 155; 130 II 281 E. 3 S. 285; 126 II 377 E. 2b/cc S. 383; Urteil des EGMR Gezginci gegen Schweiz vom 9. Dezember 2010 [16327/05], § 54 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hat eine auslÃ¤ndische Person nahe Verwandte in der Schweiz, primÃ¤r die Kernfamilie (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 S. 146), ist die familiÃ¤re Beziehung zu diesen intakt und wird die Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt, kann es das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens verletzen, wenn ihr die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird. Die sich hier aufhaltende nahe verwandte Person muss dabei Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfÃ¼gen, was der Fall ist, wenn sie das SchweizerbÃ¼rgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung bzw. eine Aufenthaltsbewilligung besitzt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 135 I 143 E. 1.3.1 S. 145 f.; 130 II 281 E. 3.1 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Vorliegend kann sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV berufen. Es ist unbestritten, dass er mit seiner Frau und den beiden Kindern, welche alle nunmehr die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit besitzen, zusammenlebt und die Beziehungen intakt sind. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.2</span></b><span> Die Praxis hat zur Notwendigkeit des Eingriffs bei einer gelebten Ehe eine Reihe von Kriterien entwickelt (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f., unter Hinweis auf das Urteil des EGMR Boultif gegen Schweiz vom 2. August 2001 [54273/00], § 48; weiterfÃ¼hrend das Urteil Ãner gegen Niederlande vom 18. Oktober 2006 [46410/99], § 57 ff.). Zu wÃ¼rdigen sind im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten der auslÃ¤ndischen Person wÃ¤hrend dieser Periode, die Auswirkungen auf die primÃ¤r betroffene Person sowie deren familiÃ¤re Situation. Zudem sind die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte von Bedeutung, welche RÃ¼ckschlÃ¼sse auf deren IntensitÃ¤t zulassen (Geburt und Alter etwaiger Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter UmstÃ¤nden nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung sind darÃ¼ber hinaus die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen wÃ¼rden, mÃ¼ssten sie der unmittelbar betroffenen Person in deren Heimat folgen (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; BGr, 2C_141/2012 vom 30. Juli 2012, E. 4.2; 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012, E. 3.3.3; 2C_778/2011 vom 24. Februar 2012, E. 3.3).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Blick auf die Vorgaben der Kinderrechtekonvention â namentlich Art. 3 Abs. 1 des Ãbereinkommens Ã¼ber die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (KRK), wonach das Wohl des Kindes "vorrangig" zu<b> </b>berÃ¼cksichtigen ist â, den Anspruch von Kindern und Jugendlichen auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf FÃ¶rderung ihrer Entwicklung nach Art. 11 BV, die Niederlassungsfreiheit (Art. 24 BV) und das Ausweisungsverbot (Art. 25 Abs. 1 BV; siehe zum Ganzen BGE 135 I 153 E. 2.2.2) darf nie leichthin in Kauf genommen werden, dass ein Schweizer Kind faktisch zur Ausreise ins Ausland gezwungen wird (BGr, 2. September 2009, 2C_697/2008, E. 4.1 mit Hinweisen; BGE 137 I 247; E. 5.2). Ein mit auslÃ¤nderrechtlichen Massnahmen verbundener Zwang zur Ausreise eines Schweizer Kindes ist dabei gemÃ¤ss neuer Rechtsprechung des Bundesgerichts nur zulÃ¤ssig, wenn nebst der Zumutbarkeit der Ausreise besondere, namentlich ordnungs- oder sicherheitspolizeiliche GrÃ¼nde vorliegen, welche die weitreichenden Folgen dieses Zwangs zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 135 I 153 E. 2.2.4; BGr, 15. November 2011, 2C-264/2011, E. 3.4). Das Ã¶ffentliche Interesse an einer restriktiven Einwanderungspolitik allein genÃ¼gt dafÃ¼r nicht (BGr, 2. September 2009, 2C_697/2008, E. 4.1 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>5.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>5.1</span></b><span> Der BeschwerdefÃ¼hrer ist mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 10. Januar 2011 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Dies ist eine "lÃ¤ngerfristige Freiheitsstrafe" (E. 3.1 hievor), was der BeschwerdefÃ¼hrer nicht in Abrede stellt. Mithin erlischt dem Grundsatz nach sein Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Es stellt sich die Frage nach der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit dieser Massnahme.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>5.2</span></b><span> Die Vorinstanz berÃ¼cksichtigte bei ihrer InteressenabwÃ¤gung allem voran die begangenen Straftaten. Obwohl der BeschwerdefÃ¼hrer eine Arbeit, ein kleines Kind und eine erwerbstÃ¤tige Ehefrau gehabt habe, sei er in zwei NÃ¤chten im MÃ¤rz 2009 in ZÃ¼rich auf kÃ¶rperlich offensichtlich unterlegene Frauen losgegangen, habe sie mit einem Messer bedroht, um ihre WertgegenstÃ¤nde zu rauben. Das Strafmass von 24 Monaten deute auf ein schweres Verschulden hin, habe das Strafgericht die vorgesehene Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe bei MitfÃ¼hren eines gefÃ¤hrlichen Gegenstandes (Art. 140 Ziff. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 [StGB]) doch verdoppelt. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer sich seit der Entlassung aus der Untersuchungshaft bewÃ¤hrt habe, schliesse eine weitere StraffÃ¤lligkeit nicht aus, zumal er besonders skrupellos gewesen sei. Bei schweren Straftaten bestehe ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse an der Wegweisung. Sodann sei der BeschwerdefÃ¼hrer erst im Alter von knapp 30 Jahren in die Schweiz eingereist, wo er sich gesellschaftlich kaum integriert habe und seit 2009 nicht mehr erwerbstÃ¤tig sei. In der TÃ¼rkei verfÃ¼ge er Ã¼ber ein intaktes soziales Netz, alle seine Verwandten wÃ¼rden dort leben. Zu seinen Gunsten zu werten seien die beiden Kinder und die Ehefrau. Die Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung sei der Familie des BeschwerdefÃ¼hrers jedoch zuzumuten. Denn auch ihnen wÃ¤re eine Ausreise zumutbar, stamme die Mutter und Ehefrau doch ursprÃ¼nglich ebenfalls aus der TÃ¼rkei.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>5.3</span></b><span> Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, die Vorinstanz habe die Tatsache, dass ihm bezÃ¼glich der RÃ¼ckfallgefahr eine gute Prognose gestellt worden sei, sowie dass er vor und nach dem RaubÃ¼berfall und den Versuchen hierzu in den NÃ¤chten vom 1. MÃ¤rz 2009 und 28. MÃ¤rz 2009 nie strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, nicht genÃ¼gend berÃ¼cksichtigt. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei entgegen der Ansicht der Rekursinstanz nicht aufgrund von Art. 140 Ziff. 2 StGB (MitfÃ¼hren von Schusswaffe oder anderer gefÃ¤hrlicher Waffe) verurteilt worden, sondern aufgrund der Generalklausel des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Der Strafrahmen gehe dabei von einer Geldstrafe nicht unter 180 TagessÃ¤tzen bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer zu 24 Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden sei, bedeutet dies, dass das Gericht von einem nicht schweren Verschulden ausging. Das Strafgericht sei dem Antrag der Staatsanwaltschaft, welche 30 Monate Freiheitsstrafe, davon 18 Monate unbedingt, gefordert habe, wegen des einsichtigen Verhaltens, der aufrichtigen Reue sowie des geringen Tatverschuldens nicht gefolgt. Es kÃ¶nne deshalb nicht die BegrÃ¼ndung aus der Anklageschrift als UrteilsbegrÃ¼ndung herangezogen werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼hre ein intaktes Ehe- und Familienleben. Er betreue die beiden SÃ¶hne wÃ¤hrend der Erwerbsarbeit der Ehefrau, welche seit dem Jahr 2005 zu 100 % als Pflegerin im Pflegezentrum F arbeite. Es sei ihm als Hausmann nicht mÃ¶glich, ein breites Beziehungsnetz zu Schweizern zu unterhalten. Seine mangelnde sprachliche Integration sei insbesondere auf seine geringe Bildung zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe in seiner Heimat lediglich 5 Jahre Primarschule besucht. Er bemÃ¼he sich jedoch derzeit intensiv um bessere Deutschkenntnisse und Ã¼be mit seiner Frau. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Seiner Frau und den Kindern sei eine Ausreise in die TÃ¼rkei nicht zumutbar. Es kÃ¶nne seinen SÃ¶hnen jedoch auch nicht zugemutet werden, von ihrem Vater, welcher derzeit ihre Hauptbezugsperson sei, getrennt aufwachsen zu mÃ¼ssen. Die intensive Vater-Kinder-Beziehung kÃ¶nne Ã¼ber 3000 Kilometer nicht aufrechterhalten bleiben. Die Ehefrau sei auf die Kinderbetreuung durch den Ehemann angewiesen, um weiterhin fÃ¼r den Unterhalt der Familie selbstÃ¤ndig aufkommen zu kÃ¶nnen. Dies alles stelle eine schwere BeeintrÃ¤chtigung des Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK dar.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>6.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>6.1</span></b><span> Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde im Jahr 2011 wegen einfachen Raubes sowie mehrfachen Versuchs hierzu zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Es besteht damit grundsÃ¤tzlich ein Ã¶ffentliches Interesse daran, dem BeschwerdefÃ¼hrer einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz zu verwehren. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Strafurteil erging ohne BegrÃ¼ndung, da sich der BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¤ndig zeigte. Der Verurteilung lagen ein vollendeter Raub sowie drei Raubversuche im MÃ¤rz 2009 zugrunde. Der Schuldspruch bezog sich nachvollziehbar auf "schlichten" Raub nach Art. 140 Ziff. 1 StGB sowie auf drei Raubversuche hierzu. Ein KÃ¼chenmesser ist keine "Schusswaffe oder andere gefÃ¤hrliche Waffe" im Sinn von Art. 140 Ziff. 2 StGB (vgl. Marcel Alexander Niggli/Christopf Riedo, in: Niggli/WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 2. A., Basel, 2007, Art. 140 N. 54 f. in Verbindung mit Art. 139 N. 139 + 130). Ebenso wenig reicht gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Bedrohen des Opfers mit einer Stichwaffe fÃ¼r eine Qualifizierung des Raubes nach Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 oder Art. 140 Ziff. 4 StGB (vgl. Niggli/Riedo, a. a. O., Art. 140 N. 79 ff. und 127 ff.). Da der BeschwerdefÃ¼hrer nach Ziff. 1 von Art. 140 StGB verurteilt wurde und nicht gestÃ¼tzt auf Art. 140 Ziff. 2 oder 3 StGB, kann mithin entgegen der Ansicht der Vorinstanz weder auf eine besondere Skrupellosigkeit noch auf eine besondere Gewaltbereitschaft geschlossen werden. Auch handelt es sich vorliegend nicht um besonders schwere Straftaten, fÃ¼r welche die im Rekursentscheid in Ziff. 6 b) zitierten schweren Gewalt-, Sexual- und Drogendelikte oder wiederholte Delinquenz im Sinn einer kriminellen Karriere betreffenden Bundesgerichtsurteile einschlÃ¤gig wÃ¤ren. Wenn die Vorinstanz vom Vorliegen eines solchen Falles ausgeht, ist dies rechtsfehlerhaft. Vorliegend gewichtet sich die Straftat fÃ¼r sich allein nicht derart schwer wie die den zitierten Entscheiden zugrunde liegenden Straftaten. Auch ist der BeschwerdefÃ¼hrer nicht durch eine Vielzahl von Straftaten aufgefallen, sondern der Widerruf stÃ¼tzt sich nur auf eine Verurteilung. Eine eigentliche kriminelle Karriere mit einer sich zusehends verschlechternden Situation, indem der AuslÃ¤nder â statt sich zu bessern â mit der deliktischen TÃ¤tigkeit fortfÃ¤hrt und sich namentlich immer schwerere Straftaten zuschulden kommen lÃ¤sst (BGr, 24. Februar 2009, 2C_745/2008, E. 4.2; 14. August 2006, 2A.297/2006, E. 2; 17. Oktober 2005, 2A.274/2005, E. 2.2.2; 16. MÃ¤rz 2001, 2A.468/2000, E. 3b), liegt nicht vor.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss stÃ¤ndiger Praxis des Bundesgerichts bildet die Schwere des Verschuldens das zentrale Kriterium bei der Zumessung der Strafe (vgl. Hans WiprÃ¤chtiger, in: Niggli/WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, Art. 47 N. 65 mit Hinweisen). Ausgehend vom Strafrahmen nach Art. 140 Ziff. 1 StGB von Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 TagessÃ¤tzen sowie angesichts dessen, dass die Strafpraxis bei nicht besonders schwerem Verschulden die Strafen in der Regel im unteren bis mittlerem Teil des vorgegebenen Strafrahmens ansiedelt (vgl. WiprÃ¤chtiger, a. a. O., Art. 47 N. 15 + 65), kann das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers â soweit es sich ohne Verhandlungsprotokoll, das bei einem unbegrÃ¼ndet ergangenen Strafurteil sehr dienlich gewesen wÃ¤re, bemessen lÃ¤sst â nicht als schwer eingestuft werden. Er wurde zu 24 Monaten Freiheitsstrafe bedingt verurteilt, obwohl die Strafandrohung eine Freiheitsstrafe bis 10 Jahre unbedingt vorsieht sowie er sich Ã¼berdies neben dem vollendeten Raub auch dreier Raubversuche schuldig machte. Aufgrund der Konkurrenz erhÃ¶hte sich der Strafrahmen gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 StGB auf bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe. Die ausgesprochene Strafe liegt demnach im unteren Teil des vorgegebenen Strafrahmens, was auf ein hÃ¶chstens mittelschweres Tatverschulden hinweist. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>6.2 </span></b><span>Das private Interesse an der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung, auf das sich der BeschwerdefÃ¼hrer beruft, ist ohne Weiteres nachvollziehbar und grÃ¼ndet im Wesentlichen auf der Tatsache, dass er mit der Gattin und den beiden gemeinsamen Kindern zusammenlebe, eine innige Beziehung zu den Kindern unterhalte sowie dass er der Ehefrau durch die Betreuung der Kinder die ErwerbstÃ¤tigkeit ermÃ¶gliche. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird bei einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, zumindest bei einer kurzen Aufenthaltsdauer, keine Bewilligung mehr erteilt, selbst wenn dem Ehepartner die Ausreise nur schwer zugemutet werden kann. Nur beim Vorliegen aussergewÃ¶hnlicher UmstÃ¤nde kann sich eine andere Beurteilung aufdrÃ¤ngen (sog. Reneja-Praxis nach BGE 110 Ib 201; BGE 130 II 176 E. 4.1). Das Bundesgericht hat an dieser Rechtsprechung auch unter neuem Recht festgehalten, wobei es jedoch relativiert, dass es sich bei der "Zweijahresregel" um keine feste Grenze handelt, die nicht Ã¼ber- oder unterschritten werden dÃ¼rfe. Die AbwÃ¤gungen der widerstrebenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen im Einzelfall sind entscheidend (BGE 135 II 377 E. 4.4). Vorliegend wurde die Schwelle von zwei Jahren nicht Ã¼berschritten. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>6.3</span></b><span> Im vorliegenden Fall fÃ¤llt ins Gewicht, dass die Ehefrau und die Kinder zwischenzeitlich eingebÃ¼rgert wurden, was zeigt, dass sie eng mit der Schweiz verbunden sind. Zum Zeitpunkt der Eheschliessung vor 6 Jahren und dem der Geburt des ersten Kindes vor 4,5 Jahren musste die Ehefrau nicht damit rechnen, dass der Ehemann und Kindsvater weggewiesen wÃ¼rde. Die Ehefrau arbeitet seit dem Jahr 2005 in einer Festanstellung zu 100 % als Pflegerin im Pflegezentrum F. Mit ihrem Einkommen von rund Fr. 5'000.- netto bestreitet sie den gesamten Lebensunterhalt der Familie, wÃ¤hrend der Ehemann und BeschwerdefÃ¼hrer seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft die Betreuung der Kinder sicherstellt und den Haushalt fÃ¼hrt. WÃ¼rde der Ehemann weggewiesen, wÃ¤ren die Ehefrau und die Kinder entweder gezwungen, dem BeschwerdefÃ¼hrer in die TÃ¼rkei zu folgen oder ohne diesen in der Schweiz zu verbleiben. Der in der Schweiz insbesondere wirtschaftlich sehr gut integrierten Ehefrau wÃ¤re ein Ausreise nicht zumutbar. Daran Ã¤ndert auch nichts, dass sie ursprÃ¼nglich ebenfalls aus der TÃ¼rkei stammt und sowohl die Sprache beherrscht als auch die Kultur kennt. Sie mÃ¼sste ihre sichere Arbeitsstelle, mit welcher sie die Familie ernÃ¤hrt, in der Schweiz aufgeben. In der TÃ¼rkei, das heisst in der Provinz G im Osten der TÃ¼rkei, sÃ¤he sich die Familie vor das Problem gestellt, dass sie und ihr Mann sich neue Arbeitsstellen suchen mÃ¼ssten, was angesichts der dortigen wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse eine sehr schwierige Lebenssituation fÃ¼r die Familie bedeuten wÃ¼rde. Zwar verfÃ¼gt der Ehemann in der Gegend seines Heimatdorfs H in der Provinz G Ã¼ber ein intaktes soziales Netz. Die Verwandten des Ehemannes leben jedoch unbestritten in Ã¤rmlichen VerhÃ¤ltnissen. Sie wÃ¤ren wohl nicht in der Lage, dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau bei der wirtschaftlichen Integration in der strukturschwachen Provinz G zu helfen. Kommt hinzu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber keine Ausbildung verfÃ¼gt. Er hat vor seiner Ausreise in die Schweiz in H als Hilfsarbeiter auf dem Bau gearbeitet. Dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers in der lÃ¤ndlichen Provinz G der TÃ¼rkei eine Anstellung als Pflegerin finden kÃ¶nnte, scheint sehr unwahrscheinlich, da alte und pflegebedÃ¼rftige Menschen in der TÃ¼rkei traditionell von den AngehÃ¶rigen gepflegt werden. Der Ehefrau ist es aus diesen GrÃ¼nden nicht zuzumuten, ihrem Ehemann in die TÃ¼rkei zu folgen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ebenso wenig ist den Schweizer Kindern eine faktische Wegweisung in Ã¤rmliche und lÃ¤ndliche VerhÃ¤ltnisse in die TÃ¼rkei zumutbar. Sie haben ein evidentes Interesse daran, von den AusbildungsmÃ¶glichkeiten und dem Lebensstandard in der Schweiz profitieren zu kÃ¶nnen. Es besteht daneben ein Ã¶ffentliches Interesse daran, dass Schweizer Kinder in der Schweiz aufwachsen und sich hier ausbilden lassen kÃ¶nnen, um nicht erst im erwerbsfÃ¤higen Alter ohne Sprachkenntnisse und Ausbildung in die Schweiz zurÃ¼ckzukehren. Es wÃ¼rde unter BerÃ¼cksichtigung der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts (E. 4.2 hiervor) dem Kindeswohl widersprechen, mÃ¼ssten die beiden Schweizer SÃ¶hne dem BeschwerdefÃ¼hrer in die TÃ¼rkei in eine ungewisse Zukunft folgen. Ebenso wenig ist ihnen aber eine Trennung von ihrer Hauptbezugsperson, dem BeschwerdefÃ¼hrer, zuzumuten. Eine Fortsetzung der gelebten Ehe und der engen Vater-Kinder-Beziehung bei einer Abschiebung des BeschwerdefÃ¼hrers in die TÃ¼rkei ist sodann illusorisch, da der BeschwerdefÃ¼hrer anschliessend an seine Wegweisung ein dreijÃ¤hriges Einreiseverbot fÃ¼r den Schengenraum erhalten wÃ¼rde (Art. 67 Abs. 2 lit. a AuG). GemÃ¤ss der Praxis des BFM wird ein Einreiseverbot nur ausnahmsweise fÃ¼r Hochzeiten, Beerdigungen und Ã¤hnlich wichtige Familienereignisse suspendiert, nicht aber fÃ¼r "normale" Familienbesuche (BFM, Weisung I. 8., Ziff. 8.9.1.4). Kommt hinzu, dass Suspensionsgesuche gemÃ¤ss der Regelung des BFM in den ersten Jahren des Verbots in der Regel prinzipiell abgelehnt werden (vgl. Marc Spescha, in Spescha/ThÃ¼r/ZÃ¼nd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, 3. A., ZÃ¼rich 2012, Art. 67 N. 7). Die Folge wÃ¤re eine Entfremdung des Vaters von den noch kleinen Kindern, da es der vollzeiterwerbstÃ¤tigen Ehefrau und den Kindern umgekehrt auch nicht mÃ¶glich sein wÃ¼rde, den BeschwerdefÃ¼hrer in der TÃ¼rkei genÃ¼gend oft zu besuchen, um die Beziehungen hinreichend aufrechterhalten zu kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Sodann ist es der Ehefrau nur dann mÃ¶glich, weiterhin selbstÃ¤ndig fÃ¼r den Familienunterhalt zu sorgen, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer die Betreuung der Kinder wÃ¤hrend ihrer Arbeitszeit sicherstellen kann. Aufgrund ihrer Nacht- und Wochenenddienste ist eine ausserfamiliÃ¤re Kinderbetreuung nicht einfach zu bewerkstelligen. MÃ¼sste der BeschwerdefÃ¼hrer ausreisen, wÃ¤re eine selbstÃ¤ndige Versorgung der Familie nicht mehr gesichert. Zumal der BeschwerdefÃ¼hrer von der TÃ¼rkei aus weder zur Kinderbetreuung noch zum Familieneinkommen beitragen kÃ¶nnte. Die Ehefrau kÃ¶nnte als alleinerziehende Mutter wohl nicht mehr einer im Schichtbetrieb organisierten, gut bezahlten 100-%-TÃ¤tigkeit nachgehen. Die Ehefrau und die Kinder sind somit Ã¶konomisch auf die Anwesenheit des BeschwerdefÃ¼hrers angewiesen (vgl. BGr, 2C_954/2011, 11. Juni 2012, E. 3.3.2).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>6.4.</span></b><span> Die vom BeschwerdefÃ¼hrer begangenen Straftaten begrÃ¼nden ein Ã¶ffentliches Interesse an dessen Wegweisung aus der Schweiz. Der BeschwerdefÃ¼hrer zeigte sich jedoch einsichtig und reuig, und das Tatverschulden kann aufgrund der verhÃ¤ngten Strafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe bedingt angesichts des Strafrahmens bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe als nicht schwer eingestuft werden. Er ist auch nicht durch eine Vielzahl von Straftaten aufgefallen, sondern der Widerruf stÃ¼tzt sich im Wesentlichen auf die genannte Verurteilung ab und er hat sich vorher und seither tadellos verhalten. Es ist ihm insofern eine gÃ¼nstige Prognose zu stellen. Negativ ins Gewicht fÃ¤llt sodann, dass der seit 5 Jahren in der Schweiz lebende BeschwerdefÃ¼hrer sich bislang wenig gesellschaftlich integriert hat, was allerdings zu einem Teil aufgrund seiner Rolle als Hausmann sowie seiner Bildungsferne nachvollziehbar erscheint. Das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers am weiteren Aufenthalt fÃ¤llt vorliegend denn auch weniger aufgrund seiner Integration oder der Dauer seiner Anwesenheit stark ins Gewicht, sondern vielmehr, weil es nur mit seiner Anwesenheit in der Schweiz mÃ¶glich ist, sowohl die ErnÃ¤hrung der Familie sicherzustellen als auch den engen Kontakt zu den Kindern und der Ehefrau bestehen zu lassen. Der Ehefrau und den Kindern ist eine Ausreise nicht zumutbar, da die Familie in der TÃ¼rkei in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht wÃ¤re. Die Wegweisung des Ehemanns und Vaters wÃ¼rde deshalb zwangslÃ¤ufig zu einer Familientrennung fÃ¼hren und zusÃ¤tzlich auch die in der Schweiz verbleibende Ehefrau und die Kinder ohne die UnterstÃ¼tzung des BeschwerdefÃ¼hrers in finanzielle und emotionale BedrÃ¤ngnis bringen. Im Ergebnis wiegt deshalb das private Interesse gemessen am Ã¶ffentlichen Interesse an der Fernhaltung schwerer, weil vorliegend die wirtschaftlichen und familiÃ¤ren Interessen der Schweizer Ehefrau und der Kinder sowie deren Bildungsinteresse am Verbleib in der Schweiz ausschlaggebend sind. Angesichts dieser gewichtigen privaten Interessen â am selbstÃ¤ndigen wirtschaftlichen Fortkommen der Schweizer Ehefrau und der Schweizer Kinder besteht auch ein Ã¶ffentliches Interesse â erweist sich der Eingriff in das Privat- und Familienleben unter den vorliegenden besonderen UmstÃ¤nden als nicht gerechtfertigt im Sinn der neueren Bundesgerichtspraxis. Die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers ist deshalb zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>6.5</span></b><span> Die verfÃ¼gte Massnahme erfolgte damit nicht unter gebÃ¼hrender BerÃ¼cksichtigung der dem sicherheits- und ordnungspolitischen Interesse entgegenstehenden gewichtigen privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers. Die vorinstanzliche RechtsgÃ¼terabwÃ¤gung ist damit rechtsfehlerhaft; sie verletzt Art. 8 Ziff. 2 EMRK, Art. 13 Abs. 1 BV sowie Art. 96 Abs. 1 AuG. Die Beschwerde ist gutzuheissen und die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. </span><span>Das Migrationsamt wird hinsichtlich weiterer VerlÃ¤ngerungen erneut zu prÃ¼fen haben, ob die InteressenabwÃ¤gung â insbesondere unter Beachtung des Wohlverhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers â zu einem anderen Ergebnis fÃ¼hrt.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>7.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen, welcher die Rechtsvertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers (vgl. nachfolgend E. 8) fÃ¼r das vorliegende sowie das Rekursverfahren zu entschÃ¤digen hat (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 sowie § 14 VRG; § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>8.1.</span></b><span> Der BeschwerdefÃ¼hrer liess vor Vorinstanz um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung ersuchen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 16 Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht als aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 24). Offensichtlich aussichtslos sind Begehren, deren Aussichten auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 16 N. 32).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Da seine Beschwerde gutzuheissen ist, kÃ¶nnen die Rechtsbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers von vornherein nicht als aussichtslos gelten. Angesichts der Entscheidrelevanz der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR fÃ¼r den vorliegenden Fall war eine Vertretung durch eine AnwÃ¤ltin angezeigt. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist zudem als mittellos zu betrachten: Er ist nicht erwerbstÃ¤tig und bezieht keine Erwerbsersatzleistungen. Die Familie lebt vom Einkommen der Ehefrau von rund netto Fr. 5'000.- pro Monat. Angesichts des Grundbedarfs der vierkÃ¶pfigen Familie von rund Fr. 4'640.- ist der BeschwerdefÃ¼hrer nicht in der Lage, die Anwaltskosten ohne Eingriff in seinen Grundbedarf innert angemessener Frist zu bezahlen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Nebenfolgenregelung des Rekursentscheids ist demnach wie folgt abzuÃ¤ndern: Die Vorinstanz ist einzuladen, die EntschÃ¤digung der beschwerdefÃ¼hrerischen Rechtsvertreterin als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin fÃ¼r das Rekursverfahren festzusetzen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.2</span></b><span> Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt ebenso fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren die GewÃ¤hrung von unentgeltlicher Rechtspflege und -vertretung. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Weil dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren keine Gerichtskosten aufzuerlegen sind, wird das Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung gegenstandslos.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung ist â weil die Beschwerde erfolgreich und der BeschwerdefÃ¼hrer wie dargelegt mittellos ist â gutzuheissen und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person seiner Rechtsvertreterin eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>8.3.</span></b><span> Die ParteientschÃ¤digungen fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren sind auf die jeweiligen EntschÃ¤digungen der unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin anzurechnen (VGr, 22. November 2006, VB.2006.00248, E. 7.3).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<span> </span></span><span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<span> </span></span><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren gewÃ¤hrt und in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren bestellt. </span><span>Diese wird aufgefordert, dem Verwaltungsgericht binnen einer nicht erstreckbaren Frist von 30 Tagen ab Zustellung dieses Beschlusses eine detaillierte Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und die Barauslagen einzureichen, ansonsten die EntschÃ¤digung nach Ermessen festgesetzt wÃ¼rde; </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und erkennt</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Beschwerdegegnerin wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern. Die Sicherheitsdirektion wird eingeladen, die EntschÃ¤digung von RechtsanwÃ¤ltin B als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin fÃ¼r das Rekursverfahren festzusetzen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, RechtsanwÃ¤ltin B fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen. Dieser Betrag wird an die EntschÃ¤digung der unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin fÃ¼r das Rekursverfahren angerechnet. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, RechtsanwÃ¤ltin B fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zu bezahlen. Dieser Betrag wird an die EntschÃ¤digung der unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren angerechnet. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>