<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Änderung des Obligationenrechts vorzulegen: Wer Mitglied des Verwaltungsrates einer AG oder der Geschäftsleitung einer GmbH werden will, soll Mindestanforderungen erfüllen müssen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Amt als Verwaltungsrat oder Geschäftsführer erfordert primär Kenntnisse im Geschäftsbereich des Unternehmens, und die Anforderungen können je nach Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen. Heute gibt es für Verwaltungsräte und Geschäftsführer keine gesetzliche Pflicht, sich in den Bereichen Buchführung, Rechnungslegung, Recht, Personalwesen, Sozialversicherung, Steuern usw. auskennen zu müssen. Lediglich bei einzelnen bewilligungspflichtigen Tätigkeiten (z. B. im Bankwesen) verlangt das Gesetz für Führungspersonen spezifische Fachkenntnisse.</p><p>Die Stossrichtung der Motion Abate dürfte insbesondere für KMU einen starken Eingriff bedeuten, weil damit einzelnen Personen die Fähigkeit abgesprochen würde, ein Unternehmen in der Form einer Kapitalgesellschaft zu leiten. Für diese Personen würde die Wirtschaftsfreiheit stark eingeschränkt. Es liegt letztlich in der Verantwortung und im Interesse der jeweiligen Gesellschafter und Gesellschafterinnen, kompetentes Führungspersonal zu finden und einzustellen.</p><p>Auch aus praktischen Gründen dürfte die Umsetzung der Motion sehr schwierig werden. Es stellt sich die Frage, welche Kenntnisse überhaupt vorausgesetzt werden können, wie der Nachweis gelingen soll und welche Sanktionen im Unterlassungsfall drohen. Ferner können sich mehrere Personen, die je nicht alle geforderten Anforderungen erfüllen, gegenseitig ergänzen und andere wertvolle Erfahrungen in die Führung eines Unternehmens einbringen. In jedem Fall müsste mit einem Mehraufwand für alle Beteiligten und einer erhöhten Bürokratie gerechnet werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.