B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5886/2014 U r t e i l v o m 1 7 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter William Waeber; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 24. September 2014 / N _______. D-5886/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer – ein eritreischer Staatsangehöriger – seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge um den 29. April 2014 illegal ver- liess und via B._______ und C._______ am 25. Juni 2014 mit dem Boot nach Italien gelangte, dass sie auf hoher See auf gegriffen und zur Küste begleitet worden sei- en, dass man ihn registriert, nicht jedoch daktyloskopiert habe, dass sie sodann im Flugzeug zu einer Touristenstadt gebracht worden seien, deren Namen er nicht kenne, dass er sich von dort via D._______ mit dem Zug in die Schweiz begeben habe, dass der Beschwerdeführer am 3. Juli 2014 illegal in die Schweiz einreis- te, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum E._______ um Asyl nachsuchte, dass das BFM ihm anlässlich der Befragung zur Person am 16. Juli 2014 das rechtliche Gehör zum möglichen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31), zur Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zu einer allfälligen Überstellung dorthin gewährte und ihm Gelege nheit gab, sich dazu zu äussern, dass er in diesem Zusammenhang erklärt e, er sei in die Schweiz g e- kommen, weil er zu H ause gehört habe, dass es ein friedliches, gerech- tes Land sei, dass jeder wisse, dass es in Italien weder Arbeit noch Unterstützung für Flüchtlinge gebe, dass das BFM am 23. Juli 2014 die italienischen Behörden um Übernah- me des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsang e- hörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf D-5886/2014 Seite 3 internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), ersuch- te, dass die italienischen Behörden innert Frist zum Übernahmeersuchen keine Stellung nahmen, dass das BFM mit Verfügung vom 24 . September 2014 – eröffnet am 7. Oktober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2014 nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien verfügte, den Beschwerdefü h- rer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlas sungsfall – auffor- derte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den Kan ton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenve r- zeichnis aushändigte, und feststell te, eine allfällige Beschwerde gegen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheides insb e- sondere ausführte, die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens sei gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europ ä- ischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestell ten As ylantrags (Dublin -Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.689]) und unter Anwendung von Art. 22 Abs. 7 Du b- lin-III-VO am 24. September 2014 auf Italien übergegangen, da die itali e- nischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum Übernahmeers u- chen keine Stellung genommen hätten, dass zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er gehört habe, bei der Schweiz handle es sich um ein friedliches und gerechtes Land, einerseits darauf hinzuweisen sei, dass Italien ein funktionierender Rechtsstaat sei, wo Rechtssicherheit und Friede herrsche, dass andererseits festzuhalten sei, dass der geäusserte Wunsch nach e i- nem weiteren Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständi g- keit für das Asyl - und Wegweisungsverfahren habe, da es grundsätzlich nicht Sache der betreffenden Person sei, den für ihr Asylverfahren z u- ständigen Staat selber zu bestimmen, sondern dessen Bestimmung alle i- ne den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliege, D-5886/2014 Seite 4 dass Italien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der EMRK sei, dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestünden, dass sich Italien nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens nicht zu wide r- legen vermöchten, dass seine Überstellung nach Italien – vorbehältlich einer allfälligen U n- terbrechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 29 Dublin -III- VO) – bis spätestens am 24. März 2015 zu erfolgen habe, dass auf sein Asylgesuch demnach nicht eingetreten werde, dass das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass es diesbezüglich anführte, aufgrund dessen, dass der Beschwerd e- führer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschi e- bung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non -Refoulement- Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen, dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle seiner Rückkehr nach Italien gegeben seien, dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien demnach zulässig sei, dass weder die in Italien herrschende Situa tion noch andere Gründe g e- gen die Zumutbarkeit der Wegweisung dorthin sprechen würden, dass zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach es in Italien keine Arbeit und keine Unterstützung für Flüchtlinge gebe, festzuhalten sei, dass Italien die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (sog. Aufnahmerichtlinie), welche zahlreiche Mindestnormen für die Au f- nahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhalte, umgesetzt habe, dass er die Möglichkeit habe, nach seiner Ankunft in Italien ein Asylg e- such einzureichen, womit er Zugang zur Aufnahmerichtlinie und Verfa h-D-5886/2014 Seite 5 rensrichtlinie erhalte und sich an die zuständigen Behörden wenden kö n- ne, um eine Unterkunft und sozialstaatliche Unterstüt zung zu bekommen oder falls er Hilfe bei der Arbeitssuche in Anspruch nehmen möchte, dass jedoch darauf hinzuweisen sei, dass in keinem Staat eine Garantie auf eine bezahlte Erwerbstätigkeit bestehe, dass er zudem bei einer der in Italien zahlreich vorhandenen karitativen Organisationen um Hilfe ersuchen könne, dass vorliegend auch keine begründeten Anhaltspunkte dafür bestünden, dass er nach einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage ge- raten würde, dass demnach der Vollzug der Wegweisung dorthin zumutbar sei, dass der Wegweisungsvollzug ausserdem technisc h möglich und pra k- tisch durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12 . Oktober 2014 (Post- stempel vom 13. Oktober 2014) gegen die se Verfügung beim Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerde erhob und darum bat, seine Beschwerde umfassend zu prüfen und das BFM zu veranlassen, auf das Asylgesuch einzutreten, dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen wird, dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Oktober 2014 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V. m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), D-5886/2014 Seite 6 dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an dere n Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art . 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründ en ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unri chtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der B e- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vori n- stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.), dass auf Asylgesuche in der Re gel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass auf das vorliegend zu beurteilende Gesuch das Dublin- Assoziierungsabkommen Anwendung findet, dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 D-5886/2014 Seite 7 (AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staatsvertraglichen Zuständigkeit zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festl e- gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO), zu e r- folgen hat, dass die Dublin-II-VO durch die Dublin-III-VO abgelöst worden ist, welche ab dem 1. Januar 2014 in allen S taaten der Europäischen Union a n- wendbar ist, dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin -III-VO (Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac -Besitzstands) der Bundesrat der Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umse t- zen werde, dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, dass gemäss der übergangsrechtlichen Bestimmung der Dublin -III-VO diese auf alle Anträge auf internationalen Schutz und damit auf Asylgesu- che anwendbar ist, die ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden (vgl. Art. 49 Dublin-III-VO zweiter Satz), dass die Bestimmungen der Dublin -III-VO (vollständig) anwendbar sind, wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederaufnahme ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden, dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2014 datiert und das Übernahmeersuchen des BFM an Italien am 23. Juli 2014 erfolg- te, weshalb vorliegend die Dublin-III-VO zur Anwendung gelangt, dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen g e- stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung z u- ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), D-5886/2014 Seite 8 dass der Beschwerdeführer am 25. Juni 2014 illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin Mitgliedstaaten einreiste, dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen des BFM vom 23. Juli 2014 unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit It a- liens für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens au s- ging, dass der Be schwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend macht , er sei von den italienischen Behörden weder je erfasst worden (Fingerabdrücke oder andere biometrische Daten) noch habe er in Italien ein Asylgesuch eingereicht, dass Italien ihm lediglich a ls Transitland für die Reise in sein endgültiges Zielland gedient habe, dass der Grund für den rund zweiwöchigen Verbleib in Italien in der O r- ganisation der Durchreise liege, welche einige Tage in Anspruch geno m- men habe, dass eine direkte Einreise in die S chweiz, beispielsweise auf dem Luf t- weg, aus organisatorischen Gründen (Aufhebung des Botschaftsasyls 2012) nicht möglich gewesen wäre, dass somit aus seiner Sicht die Schweiz für sein Asylverfahren zuständig sei, dass der Umstand, wonach die italienischen Behörden auf die Anfrage des Dublin Office Switzerland nicht reagiert hätten, keinen Beweis dafür bilde, dass Italien für das Verfahren zuständig wäre, dass genauso gut die Uneinigkeit über die Zuständigkeit oder gar ein Kommunikationsproblem der Grund für die fehlende Antwort gewesen sein könnte, dass darüber hinaus hinlänglich bekannt sei, dass die italienischen B e- hörden mit dem gegenwärtigen Ansturm von Flüchtlingen überfordert se i- en, D-5886/2014 Seite 9 dass eine Abschiebung nach Italien nicht zumutbar sei, weil dort die A us- sicht auf ein Leben unter menschenwürdigen Umständen und auf ein fa i- res Asylverfahren derzeit nicht gegeben sei, dass eine derart rigide Auslegung der Dubliner Bestimmungen daher problematisch sei, dass zahlreiche Berichte vor Ort tätiger Flüchtlingsor ganisationen sowie Urteile von d eutschen Gerichten zeigten, dass in Italien Hilfe bei der S u- che nach Unterkunft und Arbeit sowie Rechtssicherheit keinesfalls g e- währleistet seien, dass er in der Hoffnung aus Eritrea geflüchtet sei, hier in der Schweiz Schutz zu bekommen, dass ihm stattdessen mit der Abschiebung nach Italien erneut die Gefahr von Willkür und existenzieller Not drohe, dass weder die bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs geäusserte n Einwände noch die auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen an der Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl - und Wegwei- sungsverfahrens etwas ändern können und auch keinen Anlass zur Au s- übung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin- III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) begründen, dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz ersichtlich sind, zumal Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandl ung oder Stra fe (FoK, SR 0.105) und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, und sich aus den Akten keine ko n- kreten Hinweise ergeben, wonach Italien sich nicht an die daraus resultie- renden massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen halten würde, dass der Beschwerdeführer den italienischen Behörden übergeben wird, die damit die Möglichkeit haben, sich um ihn gebührend zu kümmern und sein Asyl- und Wegweisungsverfahren durchzuführen, dass Italien an die Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Au f- nahmerichtlinie [Neufassung]), gebunden ist und demnach dafür besorgt D-5886/2014 Seite 10 sein muss, den Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermögli- chen, dass Dublin -Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unte r- bringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsor- ganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen anne h- men, dass bei dieser Sachlage die vom Beschwerdeführer geäusserte n Argu- mente, in Italien sei weder ein Leben unter menschenwürdigen Umstä n- den noch Hilfe bei der Suche nach Unterkunf t und Arbeit gewährleistet und es gebe dort keine Unterstützung für Flüchtlinge, unbegründet sind, dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwer- deführer würde im Falle einer Rückkehr nach Italien wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage geraten, dass im Weiteren davon ausge gangen werden darf, dieser Staat aner- kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber- kennung des inte rnationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) erge- ben, dass der Beschwerdeführer demnach auch aus den Vorbringen, in Italien bestehe keine Aussicht auf ein faires Asylverfahren, die Rechtssicherheit sei nicht gewährleistet und es drohe Willkür, nichts zu s einen Gunsten abzuleiten vermag, dass er sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die dafür zuständigen B e- hörden beziehungsweise karitativen Organisationen wenden kann, dass es in Anbetracht der Umstände insgesamt keinen Grund für eine Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, dass an dieser Stelle festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz- suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staa t selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb der Beschwerde- führer aus dem Vorbringen, er sei in die Schweiz gekommen, weil er g e- hört habe, d ass es sich um ein friedliches und gerechtes Land handle, nichts zu seinem Vorteil ableiten kann, D-5886/2014 Seite 11 dass laut Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO für den Fall, dass innerhalb der Frist von zwei Monaten gemäss Absatz 1 beziehungsweise der Frist von e i- nem Monat gemäss Absatz 6 keine Antwort erteilt wird, davon auszug e- hen ist, dass dem Aufnahmegesuch stattgegeben wird, was die Verpflich- tung nach sich zieht, die Person aufzunehmen und angemessene Vo r- kehrungen für die Ankunft zu treffen, dass die italienischen Behörden vorliegend innert Frist zum Überna h- meersuchen keine Stellung nahmen, weshalb das BFM gestützt auf Art. 22 Abs. 7 Dublin -III-VO zu Recht davon ausging, Italien sei mit der Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens einverstanden, dass damit der konkrete Grund für die fehlende Reaktion – entgegen an- derslautender Einschätzung – unerheblich ist, dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungs- vollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentschei- des gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägu n- gen Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-5886/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: