<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00384</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106670&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00384</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.05.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 16.12.2002 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Feststellung der rechtmässigen Abstellplätze + Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Feststellung der rechtmässigen Abstellplätze in der Winterthurer Altstadt: Legitimation (E. 1). Hinreichende Begründung (E. 2). Untergang der Bestandesgarantie infolge neubauähnlicher Umgestaltung. (E. 3). Verhältnismässigkeit der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands (E. 4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALLGEMEINVERFÃGUNG">ALLGEMEINVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSPFLICHT">BEGRÃNDUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BESTANDESGARANTIE">BESTANDESGARANTIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUBAUÃHNLICH">NEUBAUÃHNLICH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTMÃSSIGER ZUSTAND">RECHTMÃSSIGER ZUSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNG">WIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 26 BV</span><br/><span class="gerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2001 Nr. 65</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 3. Januar 2001 erliess der Bauausschuss der Stadt Winterthur einen Beschluss betreffend die "Feststellung der rechtmÃ¤ssigen AbstellplÃ¤tze in der Winterthurer Altstadt". In Dispositiv Ziffer I und II des Beschlusses wurden die rechtmÃ¤ssigen bzw. diejenigen Ab­stellplÃ¤tze aufgefÃ¼hrt, fÃ¼r welche noch der Nachweis einer rechtsgenÃ¼genden Zufahrt zu erbringen sei. In Ziffer III wurde festgestellt, dass mit diesen Aufstellungen die AbstellplÃ¤t­ze fÃ¼r jedes GrundstÃ¼ck in der Altstadt verbindlich festgestellt seien; jene GrundstÃ¼cke, die nicht aufgefÃ¼hrt seien bzw. fÃ¼r welche der Nachweis gemÃ¤ss Ziffer II nicht rechtzeitig erbracht werde, verfÃ¼gten Ã¼ber keine ParkierungsmÃ¶glichkeit auf dem GrundstÃ¼ck. In Dispositiv Ziffer VII wurde angeordnet, dass bei allen als MotorfahrzeugabstellplÃ¤tze genutzten FlÃ¤chen, die gemÃ¤ss Dispositiv Ziffern I bis III nicht als rechtmÃ¤ssig anerkannt seien, allfÃ¤llige Markierungen bzw. Tafeln zu beseitigen seien; die neue Parkordnung werde nach Ablauf von 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft durchgesetzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss gelangten zahlreiche GrundeigentÃ¼mer an die Baurekurs­kommission IV, darunter B als EigentÃ¼mer des GrundstÃ¼cks Kat.Nr. 1 am. Diese Liegenschaft verfÃ¼gt rÃ¼ckseitig Ã¼ber einen Hof­raum mit einer befestigten FlÃ¤che von 7 x 3 m, der bisher fÃ¼r das Abstellen von zwei Fahrzeugen genutzt worden ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission IV hiess am 25. Oktober 2001 den Rekurs von B gut und ergÃ¤nzte Dispositiv Ziffer I des angefochtenen Beschlusses vom 3. Januar 2001 um zwei AbstellplÃ¤tze auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 1. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 29. November 2001 liess die Stadt Winterthur dem Verwal­tungsgericht beantragen, den Rekursentscheid aufzuheben und festzustellen, dass das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 1 Ã¼ber keinen Abstellplatz verfÃ¼ge. Eventuell sei in teilweiser Gut­heis­sung der Beschwerde nur ein Parkplatz als rechtmÃ¤ssig zu anerkennen. Die Kosten des Ver­fahrens seien der Gegenpartei aufzuerlegen und diese zu einer UmtriebsentschÃ¤digung zu verpflichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission IV beantragte am 17. Januar 2002 Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdegegner liess am 21. Februar 2002 Nichteintreten auf die Beschwerde, eventuell Abweisung beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BegrÃ¼ndung des Rekursentscheids sowie die Parteivorbringen werden, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. GemÃ¤ss § 21 lit. b in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) sind Gemeinden zu Rekurs und Beschwerde berech­tigt zur Vertretung der von ihnen vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen. Da Art. 8 Abs. 1 der stÃ¤dtischen Verordnung Ã¼ber die FahrzeugabstellplÃ¤tze vom 27. Oktober 1986 (AbstellplatzV 86) die Altstadt "zum Schutz des Stadtbildes" von AbstellplÃ¤tzen frei halten will, betrifft die vorliegende Streitigkeit Ã¼ber die RechtmÃ¤ssigkeit bestehender ParkplÃ¤tze spezifische kommunale Interessen, zu deren Wahrnehmung die BeschwerdefÃ¼hrerin legiti­miert ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Wie die Baurekurskommission zutreffend erwogen hat, stellt der angefochtene Beschluss des Bauausschusses der Stadt Winterthur vom 3. Januar 2001, weil er sich an einen individuell bestimmten Personenkreis richtet, keine AllgemeinverfÃ¼gung dar. GemÃ¤ss § 10 Abs. 1 VRG musste der Beschluss den betroffenen GrundeigentÃ¼mern schriftlich mitgeteilt und gemÃ¤ss Abs. 2 dieser Bestimmung begrÃ¼ndet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>BezÃ¼glich der Aus­fÃ¼hr­lichkeit einer BegrÃ¼ndung lassen sich keine allgemeinen Regeln aufstellen, sondern die Anforderungen richten sich nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalls und den Interessen des Betroffenen. Die BegrÃ¼ndung einer Anordnung erscheint als an­gemessen, wenn sie so ab­gefasst ist, dass sich der Betroffene Ã¼ber die Tragweite des Ent­scheids Rechenschaft zu geben und allenfalls in voller Kenntnis der GrÃ¼nde ein Rechtsmit­tel zu ergreifen vermag; in diesem Sinn mÃ¼ssen wenigstens kurz die Ãberlegungen genannt sein, von denen sich die BehÃ¶rde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stÃ¼tzt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 10 N. 39 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der angefochtene Beschluss des Bauausschusses der Stadt Winterthur vom 3. Januar 2001 nennt die fÃ¼r die Beurteilung der RechtmÃ¤ssigkeit bestehender ParkplÃ¤tze massgeblichen Ãberlegungen. Jedenfalls im Zusammenhang mit dem vor Erlass der VerfÃ¼gung durchgefÃ¼hrten Einwendungsverfahren waren die betroffenen GrundeigentÃ¼mer ohne weiteres in der Lage zu erkennen, aus welchen GrÃ¼nden ihre AbstellplÃ¤tze aufgehoben werden sollten, und hat deshalb die Baurekurskommission insofern zutreffend einen Verfahrensman­gel verneint. Zwar ist es anscheinend wegen eines MissverstÃ¤ndnisses Ã¼ber den vereinbarten Termin nicht zu einer Besprechung zwischen den Parteien gekommen, doch ist bereits dem Schreiben des Bauamts vom 16. Juli 1999 an die damalige Vertreterin des Beschwerdegegners zu entnehmen, dass die RechtmÃ¤ssigkeit der beiden AbstellplÃ¤tze nicht anerkannt werden sollte, weil im Zusammenhang mit der am 7. Januar 1985 erteilten Umbaubewilligung rechtskrÃ¤ftig festgestellt worden sei, dass die Liegenschaft Ã¼ber keine eigene ParkplÃ¤tze verfÃ¼ge. Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin im Lauf des Verfahrens grundstÃ¼cksbezogen weitere, im angefochtenen Beschluss bereits allgemein geltend gemachte GrÃ¼nde nachgeschoben hat fÃ¼r den Fall, dass die beiden PlÃ¤tze auf der Liegenschaft der Beschwerdegegnerin grundsÃ¤tzlich Bestandesgarantie geniessen sollten, lÃ¤sst den angefochtenen Beschluss nicht als unzureichend begrÃ¼ndet erscheinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) WÃ¤hrend die Vorinstanz davon ausgegangen ist, durch den am 7. Januar 1985 bzw. 3. Juni/31.Oktober 1987 bewilligten Umbau sei die Besitzstandsgarantie fÃ¼r die damals bestehenden AbstellplÃ¤tze untergegangen, hÃ¤lt die Beschwerdegegnerin dafÃ¼r, die Be­schwerde sei schon deshalb abzuweisen, weil sie sich fÃ¼r die schon vor dem damaligen Um­bau bestehenden ParkplÃ¤tze weiterhin auf diese Garantie berufen kÃ¶nne.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Wie die Baurekurskommission unwidersprochen festgestellt hat, wurden aufgrund der Baubewilligung vom 7. Januar 1985 bzw. den zugehÃ¶rigen Ãnderungsbewilligungen vom 3. Juni und 31. Oktober 1987 an der Liegenschaft fÃ¼r insgesamt 2,3 Mio. Fran­ken eingreifende bauliche Ãnderungen vorgenommen. Zudem wurden neu auch das erste und zweite Obergeschoss fÃ¼r gewerbliche Spielzwecke genutzt und im Dachgeschoss statt Einzelzimmern Wohnungen eingebaut. Diese umfassenden Ãnderungen hat die Baurekurskommission ohne Rechtsverletzung als neubauÃ¤hnliche Umgestaltung wÃ¼rdigen kÃ¶n­nen. Die Beschwerdegegnerin bringt nichts vor, was diese WÃ¼rdigung in Frage stellen wÃ¼rde. Durch eine solche neubauÃ¤hnliche Umgestaltung wird das Bestandesprivileg fÃ¼r den Vorschriften widersprechende, bestehende AbstellplÃ¤tze beseitigt, sofern diese mit dem umgestalteten Objekt eine rechtliche und wirtschaftliche Einheit bilden (Bundesgericht, 18. Januar 1990, ZBl 91/1990, S. 354, E. 3c/bb [<span>BaronenschÃ¼r</span>]). Letzteres trifft fÃ¼r den Hofraum, welcher mit dem Ersatz des frÃ¼heren Velounterstands durch einen kombinierten Velo/Container-Einstellraum ebenfalls neu gestaltet wurde, ohne weiteres zu. Zu­dem standen die ParkplÃ¤tze bereits mit dem zur Zeit der ersten Umbaubewilligung geltenden Recht in Widerspruch, liess doch schon der damals geltende Art. 8 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die FahrzeugabstellplÃ¤tze vom 24. November 1980 (AbstellplatzV 80) in der Alt­­stadt nur AbstellplÃ¤tze "fÃ¼r einen besonders ausgewiesenen Eigenbedarf fÃ¼r Wohnungen" zu. Ein solcher wurde damals nicht geltend macht, was auch erklÃ¤rt, dass die umstrittenen zwei ParkplÃ¤tze im Hinterhof weder in der Parkplatzberechnung noch auf den BaueingabeplÃ¤nen erschienen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission ist somit zutreffend davon ausgegangen, dass auf Grund der neubauÃ¤hnlichen Umgestaltung der Liegenschaft fÃ¼r vor dem Umbau genutzte AbstellplÃ¤tze keine Besitzstandsgarantie geltend gemacht werden kann. Dass, wie die Beschwerde­gegnerin geltend macht, in einer Parkplatzberechnung der Bauherrschaft vom 27. Oktober 1986 ein Bedarf von 8 ParkplÃ¤tzen errechnet wurde, ohne dass dies dazu fÃ¼hrte, dass die bereits in der Baubewilligung vom 7. Januar 1985 fÃ¼r 6 ParkplÃ¤tze auferlegte Verpflich­tung zur Leistung einer Ersatzangabe angepasst wurde, lÃ¤sst nicht den Schluss zu, da­mit sei der Fortbestand der in keinem Plan verzeichneten AbstellplÃ¤tze im Hofraum anerkannt bzw. seien diese formell bewilligt worden. Vielmehr ist in der Baubewilligung vom 3. Juni 1987 ausdrÃ¼cklich festgehalten worden, das Bauvorhaben erfordere keine zusÃ¤tzlichen PflichtabstellplÃ¤tze, was sich ohne weiteres damit erklÃ¤ren lÃ¤sst, dass am 1. Mai 1987 die revidierte Abstellplatzverordnung vom 27. Oktober 1987 in Kraft gesetzt worden war, welche in der Altstadt die Zahl der PflichtabstellplÃ¤tze verringerte, indem in Art. 4 die Her­ab­setzung auf 25 % des Normbedarfs anders als in der bisherigen Verordnung nicht nur fÃ¼r Wohnungen, sondern fÃ¼r sÃ¤mtliche Nutzungen fÃ¼r anwendbar erklÃ¤rt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unzutreffend ist auch der Einwand der Beschwerdegegnerin, der vorliegende Fall lasse sich nicht mit demjenigen vergleichen, der dem erwÃ¤hnten Bundesgerichtsfall [<span>BaronenschÃ¼r]</span> zu Grunde liegt. Der einzige Unterschied liegt darin, dass in jenem Fall im Zusammenhang mit dem Umbau die bisherigen ParkplÃ¤tze in den BaueingabeplÃ¤nen ausgewiesen und dafÃ¼r das Bestandesprivileg geltend gemacht wurde, wÃ¤hrend im vorliegenden Fall weder BaueingabeplÃ¤ne noch Parkplatzberechnung vorbestehende ParkplÃ¤tze verzeichnen, so dass sich die Frage der BewilligungsfÃ¤higkeit bzw. des Bestandesprivilegs damals gar nicht stellte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Dass die beiden FahrzeugabstellplÃ¤tze als Ausnahmen bewilligt werden kÃ¶nnten, wird zu Recht nicht geltend gemacht (vgl. § 220 Planungs- und Baugesetz vom 7. September 1975 [PBG]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Erweisen sich die PlÃ¤tze als unrechtmÃ¤ssig, so stellt sich die Frage nach der Wieder­herstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands (§ 341 PBG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Baurekurskommission hÃ¤lt den Anspruch des Gemeinwesens auf Wiederherstellung fÃ¼r verwirkt, weil die ParkplÃ¤tze mehr als 30 Jahre unangefochten als solche genutzt worden seien. Damit Ã¼bersieht die Vorinstanz, dass mit der neubauÃ¤hnlichen Umgestal­tung der Liegenschaft Kat.Nr. 1 das Bauvorhaben insgesamt dem neuen Recht zu entsprechen hatte; durch eine neubauÃ¤hnliche Umgestaltung geht nicht nur die Bestandesgarantie sondern jeder Anspruch auf FortfÃ¼hrung baurechtswidriger ZustÃ¤nde verloren. Ab­ge­sehen davon, hÃ¤tte eine Berufung auf die Verwirkung des Beseitigungsanspruchs jedenfalls zusammen mit den Baueingaben fÃ¼r das Umbauvorhaben geltend gemacht werden mÃ¼s­sen. Nachdem aber die ParkplÃ¤tze im Hinterhof in den seinerzeitigen Baueingaben und Parkplatz­berechnungen nicht verzeichnet waren, kann sich der Beschwerdegegner auch aus diesem Grund nicht mehr auf den unangefochtenen Fortbestand dieser Nutzung berufen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Beschwerdegegner hÃ¤lt die Beseitigung der AbstellplÃ¤tze auf GrÃ¼nden des Ver­trauensschutzes und der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit fÃ¼r unzulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was den Vertrauensschutz betrifft, so verkennt der Beschwerdegegner, dass er sich nicht auf den unangefochtenen Bestand der ParkplÃ¤tze berufen kann, nachdem er diese sel­ber in den BaueingabeplÃ¤nen fÃ¼r sein Umbauprojekt nicht ausgewiesen hat. Wenn zwischen diesem Umbau in den Jahren 1985 â 87 und dem Beginn der BemÃ¼hungen der BeschwerdefÃ¼hrerin um die RÃ¤umung unrechtmÃ¤ssiger ParkplÃ¤tze im Jahr 1998 die Nutzung der beiden ParkplÃ¤tze im Hinterhof des Beschwerdegegners toleriert worden ist, so reicht diese Frist jedenfalls nicht aus, um den Anspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin auf Wiederherstel­lung des rechtmÃ¤ssigen Zustands untergehen zu lassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sodann erweist sich die Beseitigung auch nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Der Schutz der Altstadt als Baudenkmal sowie der Schutz der Bewohner vor Immissionen sind Ã¶ffentliche Interessen, welche gegenÃ¼ber allfÃ¤lligen privaten Interessen im Regelfall Ã¼berwiegen (Bundesgericht, 18. Januar 1990, ZBl 91/1990, S. 354, E. 3d [<span>BaronenschÃ¼r</span>]). UmstÃ¤nde, welche die Beseitigung der ParkplÃ¤tze im vorliegenden Fall als besonders einschneidend erscheinen liessen, sind nicht erkennbar. Die Aufhebung der ParkplÃ¤tze erfordert keinen baulichen Aufwand. Dass das Fehlen von AbstellplÃ¤tzen auf der Liegenschaft selber die Vermietung erschwert, trifft wohl zu, gilt aber fÃ¼r die meisten Altstadtliegenschaften. Die angesetzte Anpassungsfrist von sechs Monaten reicht zudem aus, um die erforderlichen Verhandlungen Ã¼ber die bestehenden MietverhÃ¤ltnisse zu fÃ¼hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Damit erweist sich die Beschwerde als begrÃ¼ndet und ist gutzuheissen. DemgemÃ¤ss wird der Rekursentscheid aufgehoben und werden auf dem GrundstÃ¼ck des Beschwer­degegners keine AbstellplÃ¤tze als rechtmÃ¤ssig anerkannt sowie die bestehenden PlÃ¤tze aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der Rekursentscheid aufgehoben und werden auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 1 des Beschwerdegegners keine Abstell­plÃ¤tze als rechtmÃ¤ssig anerkannt sowie die beiden bestehenden PlÃ¤tze aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>