<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">89</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>20 Vorsorglicher Führerausweisentzug; Anordnung einer fachärztlichen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Begutachtung.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Rechtmässigkeit der Anordnung einer fachärztlichen Begutachtung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>angesichts des eingestandenen Cannabiskonsumverhaltens (seit län-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gerer Zeit in beträchtlichem Ausmass und gewohnheitsmässig).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Unverhältnismässigkeit der Anordnung eines vorsorglichen Führer-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ausweisentzuges, wenn nach der Aktenlage mit den vom Beschwer-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>deführer eingestandenen Cannabiskonsumgewohnheiten allein und</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ohne hinzukommende manifeste Verdachtsgründe zu wenig intensive</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">90</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>Anhaltspunkte vorliegen, dass der Beschwerdeführer andere Ver-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>kehrsteilnehmer als Folge einer allfälligen Cannabisabhängigkeit in</b></span><br/> <span class="ft2"><b>erhöhtem Mass gefährden könnte, wenn er bis zum Vorliegen der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>fachärztlichen Begutachtung weiterhin zum Verkehr zugelassen wür-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>de.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 12. August 2010 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen K.A. gegen den Entscheid des Departements Volkswirtschaft und In-</span><br/> <span class="ft5">neres (WBE.2010.160).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">1.1. (...)</span><br/> <span class="ft1">1.2.</span><br/> <span class="ft1">Der vorsorgliche Führerausweisentzug kann nur dann angeord-</span><br/> <span class="ft1">net werden, wenn genügend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein</span><br/> <span class="ft1">Fahrzeuglenker ein besonderes Risiko für die anderen Verkehrteil-</span><br/> <span class="ft1">nehmer darstellt, die erforderlichen Abklärungen zur Fahreignung</span><br/> <span class="ft1">aber nicht der Dringlichkeit entsprechend vorgenommen werden</span><br/> <span class="ft1">können. Beim vorsorglichen Führerausweisentzug handelt es sich</span><br/> <span class="ft1">lediglich um eine Zwischenverfügung im Rahmen eines Sicherungs-</span><br/> <span class="ft1">entzugsverfahrens. Gemäss Art. 30 VZV kann der Führerausweis</span><br/> <span class="ft1">vorsorglich entzogen werden, wenn ernsthafte Bedenken an der</span><br/> <span class="ft1">Fahreignung bestehen. Voraussetzung für einen vorsorglichen Füh-</span><br/> <span class="ft1">rerausweisentzug ist gemäss der Rechtsprechung, dass der Fahrzeug-</span><br/> <span class="ft1">führer andere Verkehrsteilnehmer im Vergleich zu den übrigen Fahr-</span><br/> <span class="ft1">zeugführern in erhöhtem Masse gefährden könnte, würde er während</span><br/> <span class="ft1">der Verfahrensdauer zum Verkehr zugelassen (BGE 106 Ib 115,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 2b). Diese Regelung trägt der besonderen Interessenlage Rech-</span><br/> <span class="ft1">nung, welche bei der Zulassung von Fahrzeugführern zum Strassen-</span><br/> <span class="ft1">verkehr zu berücksichtigen ist. Angesichts des grossen Gefährdungs-</span><br/> <span class="ft1">potentials, welches dem Führen eines Motorfahrzeugs eigen ist, er-</span><br/> <span class="ft1">lauben schon Anhaltspunkte, die den Fahrzeugführer als besonderes</span><br/> <span class="ft1">Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer erscheinen lassen und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">91</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorg-</span><br/> <span class="ft1">lichen Ausweisentzug.</span><br/> <span class="ft1">Der strikte Beweis für die Fahreignung ausschliessende Um-</span><br/> <span class="ft1">stände ist nicht erforderlich; wäre dieser erbracht, müsste unmittelbar</span><br/> <span class="ft1">der Sicherungsentzug selber verfügt werden. Umgekehrt bedeutet</span><br/> <span class="ft1">dies, dass, sobald der Beschwerdeführer nachweisen kann, dass die</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzungen eines Sicherungsentzuges mit grosser Wahrschein-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit gestützt auf einen geänderten Sachverhalt nicht mehr gege-</span><br/> <span class="ft1">ben sind, er beim Strassenverkehrsamt die Aufhebung des vorsorgli-</span><br/> <span class="ft1">chen Führerausweisentzugs verlangen kann. Eine umfassende Aus-</span><br/> <span class="ft1">einandersetzung mit sämtlichen Gesichtspunkten, die für oder gegen</span><br/> <span class="ft1">einen Sicherungsentzug sprechen, braucht erst im anschliessenden</span><br/> <span class="ft1">Hauptverfahren zu erfolgen (BGE 125 II 492, Erw. 2b; 122 II 359,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3a mit Hinweisen). Falls die erforderlichen Abklärungen also</span><br/> <span class="ft1">nicht der Dringlichkeit entsprechend rasch und abschliessend getrof-</span><br/> <span class="ft1">fen werden können, soll der Ausweis bis zum Sachentscheid vorläu-</span><br/> <span class="ft1">fig entzogen werden können (BGE 122 II 359, Erw. 3a, 125 II 492,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 2b). Die Wiedererteilung des Führerausweises wird vom günsti-</span><br/> <span class="ft1">gen Ausgang einer fachärztlichen Untersuchung abhängig gemacht.</span><br/> <span class="ft1">Wird anlässlich der Abklärung die Fahreignung wegen eines Alko-</span><br/> <span class="ft1">hol- oder Drogenproblems tatsächlich verneint, erfolgt ein "definiti-</span><br/> <span class="ft1">ver" Führerausweisentzug (Sicherungsentzug) auf unbestimmte Zeit,</span><br/> <span class="ft1">der mit einer Sperrfrist verbunden wird (Art. 16d Abs. 2 SVG).</span><br/> <span class="ft1">Der vorsorgliche Entzug während eines Sicherungsentzugsver-</span><br/> <span class="ft1">fahrens bildet zum Schutz der allgemeinen Verkehrssicherheit die</span><br/> <span class="ft1">Regel (BGE 127 II 122, Erw. 5; 125 II 396, Erw. 3 = Pra 89/2000,</span><br/> <span class="ft1">Nr. 88). Dies ergibt sich aus dem genannten Sinn und Zweck des Si-</span><br/> <span class="ft1">cherungsentzugs.</span><br/> <span class="ft1">1.3.</span><br/> <span class="ft1">Nachdem der Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanz-</span><br/> <span class="ft1">lichen Entscheide beantragt, ist nachfolgend zu prüfen, ob zu Recht</span><br/> <span class="ft1">eine fachärztliche Begutachtung angeordnet wurde (siehe hinten</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3) und ob die Akten zu Recht begründete Zweifel an der</span><br/> <span class="ft1">Fahreignung des Beschwerdeführers aufkommen lassen und dement-</span><br/> <span class="ft1">sprechend genügend Anhaltspunkte für einen vorsorglichen Siche-</span><br/> <span class="ft1">rungsentzug vorliegen (siehe hinten Erw. 4).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">92</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Das DVI ging in Anlehnung an die Strafakten von folgendem</span><br/> <span class="ft1">Sachverhalt aus:</span><br/> <span class="ft1">" 2.</span><br/> <span class="ft1">a)</span><br/> <span class="ft1">Am 13. Juni 2009 wurde der Beschwerdeführer als Lenker</span><br/> <span class="ft1">eines Personenwagens zur polizeilichen Kontrolle angehal-</span><br/> <span class="ft1">ten. Bei der Effektenkontrolle wurden 19 Minigrips Mari-</span><br/> <span class="ft1">huana mit einem Gesamtgewicht von 57 Gramm aufgefun-</span><br/> <span class="ft1">den und sichergestellt. Im Laufe von polizeilichen Befragun-</span><br/> <span class="ft1">gen in diesem Zusammenhang hat der Beschwerdeführer ge-</span><br/> <span class="ft1">mäss den polizeilichen Feststellungen Anzeichen von Denk-</span><br/> <span class="ft1">und Konzentrationsstörung aufgewiesen. Zudem hat er zu</span><br/> <span class="ft1">Protokoll gegeben, dass er seit langer Zeit Cannabis (Mari-</span><br/> <span class="ft1">huana) konsumiere und jeweils nicht mehr genau wisse, was</span><br/> <span class="ft1">am vorangegangenen Tag passiert sei (...).</span><br/> <span class="ft1">b)</span><br/> <span class="ft1">Infolgedessen verzeigte die Kantonspolizei Aargau den Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer beim Bezirksamt X. wegen Widerhandlung</span><br/> <span class="ft1">gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 BetmG), falscher</span><br/> <span class="ft1">Anschuldigung (Art. 303 StGB) und Irreführung der Rechts-</span><br/> <span class="ft1">pflege (Art. 304 StGB). Das entsprechende Strafverfahren ist</span><br/> <span class="ft1">noch hängig.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf diese Feststellungen, insbesondere den Äusse-</span><br/> <span class="ft1">rungen des Beschwerdeführers im polizeilichen Ermittlungs-</span><br/> <span class="ft1">verfahren, erliess das Strassenverkehrsamt die angefochtene</span><br/> <span class="ft1">Verfügung."</span><br/> <span class="ft1">2.2. (...)</span><br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art. 30 i.V.m. Art. 108 Abs. 3 VZV kann der Führeraus-</span><br/> <span class="ft1">weis bis zur Abklärung von Ausschlussgründen sofort vorsorglich</span><br/> <span class="ft1">entzogen werden. Bei dieser Art des Entzuges handelt es sich um ei-</span><br/> <span class="ft1">nen Sicherungsentzug in Form einer vorsorglichen Massnahme. Er</span><br/> <span class="ft1">dient zur Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Führern. Ob der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">93</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">vorsorgliche Entzug des Führerausweises zu Recht erfolgt ist, hängt</span><br/> <span class="ft1">also davon ab, ob aufgrund der Aktenlage genügend konkrete An-</span><br/> <span class="ft1">haltspunkte bestehen, welche das Vorliegen eines Ausschlussgrundes</span><br/> <span class="ft1">wahrscheinlich erscheinen lassen (AGVE 1997, S. 472; 1982,</span><br/> <span class="ft1">S. 214 f.)</span><br/> <span class="ft1">Da die vorsorglichen Sicherungsentzüge im Interesse der Ver-</span><br/> <span class="ft1">kehrssicherheit unverzüglich zu erlassen sind, können sie grundsätz-</span><br/> <span class="ft1">lich unabhängig von einer Verkehrsregelverletzung oder einer ande-</span><br/> <span class="ft1">ren Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz angeordnet</span><br/> <span class="ft1">werden und dauern so lange, als der Ausschlussgrund anhält. Ein Si-</span><br/> <span class="ft1">cherungsentzugsverfahren erfolgt mithin allein aus Gründen der Ver-</span><br/> <span class="ft1">kehrssicherheit und ist unabhängig vom Verschulden des betroffenen</span><br/> <span class="ft1">Fahrzeuglenkers. Dementsprechend ist es, anders als bei einem War-</span><br/> <span class="ft1">nungsentzug, auch nicht angezeigt, den Abschluss eines allenfalls</span><br/> <span class="ft1">parallel durchzuführenden Strafverfahrens abzuwarten. Davon abge-</span><br/> <span class="ft1">sehen hat das Bundesgericht in BGE 122 II 359 ausdrücklich festge-</span><br/> <span class="ft1">halten, dass die Verfahrensgarantien von Art. 6 EMRK - insbesonde-</span><br/> <span class="ft1">re die Unschuldsvermutung gemäss Art. 6 Ziff. 2 EMRK - auf das</span><br/> <span class="ft1">Verfahren betreffend Erlass vorsorglicher Sicherungsentzüge keine</span><br/> <span class="ft1">Anwendung finden. Mithin darf ein Sicherungsentzugsverfahren ein-</span><br/> <span class="ft1">geleitet und allenfalls ein vorsorglicher Führerausweisentzug ange-</span><br/> <span class="ft1">ordnet werden, ohne dass ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt.</span><br/> <span class="ft1">Demzufolge braucht vorliegend der Ausgang des Strafverfahrens</span><br/> <span class="ft1">nicht abgewartet zu werden.</span><br/> <span class="ft1">2.4.</span><br/> <span class="ft1">Aus den beigezogenen Akten geht hervor und ist vom Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unbe-</span><br/> <span class="ft1">stritten geblieben, dass er regelmässig Cannabis konsumierte. So</span><br/> <span class="ft1">konnten beim Beschwerdeführer anlässlich seiner Kontrolle als Len-</span><br/> <span class="ft1">ker des Personenwagens mit dem Kennzeichen (...) am 13. Juni</span><br/> <span class="ft1">2009 19 Minigrip Marihuana mit einem Gesamtgewicht von</span><br/> <span class="ft1">57 Gramm vorgefunden und sichergestellt werden. Bei der anschlies-</span><br/> <span class="ft1">send durchgeführten Hausdurchsuchung wurden am Wohnort des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers weitere 39 Minigrip Marihuana mit einem Ge-</span><br/> <span class="ft1">samtgewicht von 117 Gramm sichergestellt. Im Rahmen des gegen</span><br/> <span class="ft1">ihn u.a. wegen des Verdachts auf Handel mit Marihuana angehobe-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">94</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nen Strafverfahrens anerkannte der Beschwerdeführer, regelmässig</span><br/> <span class="ft1">Marihuana zu konsumieren, letztmals am 7. Juni 2009, als er an sei-</span><br/> <span class="ft1">nem Wohnort in Y. einen "Joint" geraucht habe. Anlässlich seiner</span><br/> <span class="ft1">Einvernahme am 16. Juni 2009 gab der Beschwerdeführer hin-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich seines Konsums zu Protokoll, vor ca. zwei Jahren das erste</span><br/> <span class="ft1">Mal Marihuana geraucht zu haben. Andere Drogen habe er hingegen</span><br/> <span class="ft1">- auch in der Vergangenheit - nicht konsumiert. Wegen Konsums</span><br/> <span class="ft1">von Marihuana sei er bereits zweimal angezeigt worden. Mit dem</span><br/> <span class="ft1">Konsum von Marihuana aufgehört habe er deswegen jedoch nicht.</span><br/> <span class="ft1">Pro Woche habe er durchschnittlich jeweils ungefähr drei Gramm</span><br/> <span class="ft1">Marihuana konsumiert, somit total rund 250 Gramm seit Januar/Fe-</span><br/> <span class="ft1">bruar 2008.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Wie bereits erörtert (siehe vorne Erw. 2.3), kann ein Si-</span><br/> <span class="ft1">cherungsentzugsverfahren eingeleitet und allenfalls ein vorsorglicher</span><br/> <span class="ft1">Führerausweisentzug angeordnet werden, ohne dass ein rechtskräf-</span><br/> <span class="ft1">tiges Strafurteil vorliegt; dies muss ebenso für die Anordnung einer</span><br/> <span class="ft1">fachärztlichen Begutachtung gelten. Die Wiedererteilung des Führer-</span><br/> <span class="ft1">ausweises wird vom günstigen Ausgang einer fachärztlichen Unter-</span><br/> <span class="ft1">suchung abhängig gemacht. Wird anlässlich der Abklärung die Fahr-</span><br/> <span class="ft1">eignung tatsächlich verneint, erfolgt ein "definitiver" Führerausweis-</span><br/> <span class="ft1">entzug (Sicherungsentzug) auf unbestimmte Zeit, der mit einer</span><br/> <span class="ft1">Sperrfrist verbunden wird (Art. 16d Abs. 2 SVG). Der Führerausweis</span><br/> <span class="ft1">kann nur zurückgegeben werden, wenn die Person die Behebung des</span><br/> <span class="ft1">Mangels nachgewiesen hat, der die Fahreignung ausgeschlossen hat</span><br/> <span class="ft1">(Art. 17 Abs. 3 SVG). Der Sicherungsentzug greift damit tief in den</span><br/> <span class="ft1">Persönlichkeitsbereich des Betroffenen ein. Gemäss der bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richtlichen Rechtsprechung ist daher eine genaue Abklärung der per-</span><br/> <span class="ft1">sönlichen Verhältnisse von Amtes wegen vorzunehmen. Das Aus-</span><br/> <span class="ft1">mass der notwendigen behördlichen Nachforschungen, namentlich</span><br/> <span class="ft1">die Frage, ob eine fachärztliche Begutachtung vorgenommen werden</span><br/> <span class="ft1">soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles und liegt im</span><br/> <span class="ft1">pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 126 II 185,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 2a).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">95</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Nach der Rechtsprechung erlaubt ein regelmässiger, aber kon-</span><br/> <span class="ft1">trollierter und mässiger Haschischkonsum für sich allein noch nicht</span><br/> <span class="ft1">den Schluss auf eine fehlende Fahreignung (BGE 127 II 122,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 4b; BGE 124 II 559, Erw. 4d und 4e). Ob diese gegeben ist,</span><br/> <span class="ft1">kann ohne Angaben über die Konsumgewohnheiten des Betroffenen,</span><br/> <span class="ft1">namentlich über Häufigkeit, Menge und Umstände des Cannabiskon-</span><br/> <span class="ft1">sums und des allfälligen Konsums weiterer Betäubungsmittel und/</span><br/> <span class="ft1">oder von Alkohol, sowie zu seiner Persönlichkeit, insbesondere hin-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich Drogenmissbrauch im Strassenverkehr, nicht beurteilt wer-</span><br/> <span class="ft1">den (BGE 124 II 559, Erw. 4e und 5a). Ein die momentane Fahr-</span><br/> <span class="ft1">fähigkeit beeinträchtigender Cannabiskonsum kann hingegen Anlass</span><br/> <span class="ft1">bieten, die generelle Fahreignung des Betroffenen durch ein Fachgut-</span><br/> <span class="ft1">achten näher abklären zu lassen (BGE 128 II 335, Erw. 4b m.w.H.).</span><br/> <span class="ft1">Die (blosse) Anordnung einer verkehrsmedizinischen Abklärung der</span><br/> <span class="ft1">Fahreignung (im Hinblick auf die Prüfung eines allfälligen Siche-</span><br/> <span class="ft1">rungsentzuges) setzt konkrete Anhaltspunkte dafür voraus, dass der</span><br/> <span class="ft1">fragliche Inhaber des Führerausweises mehr als jede andere Person</span><br/> <span class="ft1">der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines</span><br/> <span class="ft1">Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewähr-</span><br/> <span class="ft1">leistet (BGE 127 II 122, Erw. 3c; 124 II 559, Erw. 3d, je m.w.H.).</span><br/> <span class="ft1">Dies kann namentlich der Fall sein, wenn es sich um einen "starken"</span><br/> <span class="ft1">Konsumenten von Cannabis handelt und weitere Indizien auf</span><br/> <span class="ft1">verkehrsgefährdendes</span> <span class="ft1">Verhalten</span> <span class="ft1">hinweisen</span> <span class="ft1">(BGE 127 II 122,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 4b; 124 II 559, Erw. 4a-g, je m.w.H.).</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">3.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Aus den beigezogenen Akten erhellt, dass der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer seit Juni 2007 bzw. spätestens anfangs 2008 wöchentlich Mari-</span><br/> <span class="ft1">huana konsumierte. In mengenmässiger Hinsicht gestand der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer im Rahmen der Ermittlungen im Strafverfahren ei-</span><br/> <span class="ft1">nen Umfang von drei Gramm pro Woche zu. Obwohl der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer gemäss eigenen Angaben in der Vergangenheit von der Po-</span><br/> <span class="ft1">lizei bereits zweimal wegen des Konsums von Marihuana verzeigt</span><br/> <span class="ft1">worden war und damit um dessen Strafbarkeit wusste bzw. wissen</span><br/> <span class="ft1">musste, und obwohl der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">96</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">seinen Verfehlungen vom 13. Juni 2009, welche Anlass zu dem nach</span><br/> <span class="ft1">wie vor hängigen Strafverfahren gaben, neun Tage Untersuchungs-</span><br/> <span class="ft1">haft erstanden hatte, hörte er dennoch nicht mit dem Konsum von</span><br/> <span class="ft1">Marihuana auf und konsumierte er weiterhin Marihuana, wie er</span><br/> <span class="ft1">einerseits im Strafverfahren ausdrücklich zugegeben hatte und sich</span><br/> <span class="ft1">andererseits aus der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ergibt, in wel-</span><br/> <span class="ft1">cher der Beschwerdeführer anführte, mittlerweile - d.h. seit Ende</span><br/> <span class="ft1">Dezember 2009 - kein Cannabis mehr zu konsumieren. Damit ge-</span><br/> <span class="ft1">steht der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren indes ein,</span><br/> <span class="ft1">solche Rauschmittel bis Ende Dezember 2009 zu sich genommen zu</span><br/> <span class="ft1">haben, und zwar auch nach dem am 4. Dezember 2009 durch das</span><br/> <span class="ft1">Strassenverkehrsamt angeordneten (vorsorglichen) Sicherungsent-</span><br/> <span class="ft1">zug. Davon abgesehen erscheint fraglich, inwiefern die Behauptung</span><br/> <span class="ft1">des Beschwerdeführers, seit Ende Dezember 2009 kein Cannabis</span><br/> <span class="ft1">mehr zu konsumieren, tatsächlich zutrifft. Einerseits ist bei der Wür-</span><br/> <span class="ft1">digung der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Cannabisabstinenz</span><br/> <span class="ft1">auch zu berücksichtigen, dass er ein erhebliches Interesse an deren</span><br/> <span class="ft1">Feststellung hat, steht doch einerseits eine - im vorliegenden Verfah-</span><br/> <span class="ft1">ren nicht zu beurteilende - strafrechtliche Verurteilung und anderer-</span><br/> <span class="ft1">seits ein damit einhergehender Führerausweisentzug im Raum, so</span><br/> <span class="ft1">dass den Angaben des Beschwerdeführers, welcher um den Erhalt</span><br/> <span class="ft1">seines Führerausweises bangt, nicht ohne weiteres Glauben ge-</span><br/> <span class="ft1">schenkt werden kann. Andererseits blieb die behauptete Cannabisab-</span><br/> <span class="ft1">stinenz vom Beschwerdeführer bis heute gänzlich unbelegt und steht</span><br/> <span class="ft1">somit beweislos da, was insofern erstaunt, als sie sich in der Zwi-</span><br/> <span class="ft1">schenzeit mit der Verurkundung entsprechender Blut- oder Urintests</span><br/> <span class="ft1">problemlos hätte nachweisen lassen. Aus dem Umstand, dass das</span><br/> <span class="ft1">DVI auf das Schreiben des Vertreters des Beschwerdeführers vom</span><br/> <span class="ft1">25. März 2010 in seinem Entscheid vom 21. April 2010 keinen Be-</span><br/> <span class="ft1">zug genommen hat, vermag der i.S.v. § 23 VRPG mitwirkungs-</span><br/> <span class="ft1">pflichtige Beschwerdeführer hier nichts zu seinen Gunsten abzulei-</span><br/> <span class="ft1">ten, da er anwaltlich vertreten war und sein rechtskundiger Vertreter</span><br/> <span class="ft1">um die Möglichkeit von Blut- oder Urintests wissen musste und sol-</span><br/> <span class="ft1">che Tests ohne weiteres als Beweise hätten ins Recht gelegt werden</span><br/> <span class="ft1">können. Demnach braucht im Rahmen des vorliegenden vorsorgli-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">97</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">chen Sicherungsentzugsverfahrens nicht weiter auf den diesbezügli-</span><br/> <span class="ft1">chen Einwand des Beschwerdeführers eingegangen zu werden.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.</span><br/> <span class="ft1">Es kommt hinzu, dass im Schlussbericht der Kantonspolizei</span><br/> <span class="ft1">Aargau vom 14. November 2009 bemerkt wird, die durch den Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer in den protokollarischen Befragungen gemachten</span><br/> <span class="ft1">Aussagen seien mit der notwendigen Vorsicht zu werten, da er auf-</span><br/> <span class="ft1">grund seines längeren und fortwährenden Konsums von Marihuana</span><br/> <span class="ft1">bereits Anzeichen von Denk- und Konzentrationsstörungen aufweise.</span><br/> <span class="ft1">In der Konfrontationseinvernahme vom 18. Juni 2009 habe er selbst</span><br/> <span class="ft1">zu Protokoll gegeben: "Ich konsumiere seit langer Zeit und weiss</span><br/> <span class="ft1">morgen nicht mehr genau, was heute war".</span><br/> <span class="ft1">Wenn auch zutreffend ist, dass dem Beschwerdeführer im Straf-</span><br/> <span class="ft1">verfahren keine Aussage- oder Wahrheitspflicht obliegt, und nicht</span><br/> <span class="ft1">ausgeschlossen werden kann, dass die entsprechenden Aussagen des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers im Strafverfahren (auch) zu Verteidigungs-</span><br/> <span class="ft1">zwecken erfolgt waren, so bedeutet dies entgegen der Meinung des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers dennoch nicht gleichzeitig, dass die im Schluss-</span><br/> <span class="ft1">bericht der Kantonspolizei Aargau vom 14. November 2009 rappor-</span><br/> <span class="ft1">tieren "Denk- und Konzentrationsstörungen" lediglich vorgetäuschte</span><br/> <span class="ft1">"Wissenslücken" darstellen und allein auf "Falschaussagen" beruhen,</span><br/> <span class="ft1">wie der Beschwerdeführer namhaft machen will. Mit Blick auf den</span><br/> <span class="ft1">Umstand, dass die befragenden Polizeibeamten medizinische Laien</span><br/> <span class="ft1">und damit nicht befähigt sind, rund um die rapportieren "Denk- und</span><br/> <span class="ft1">Konzentrationsstörungen" eine stichhaltige medizinische Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">abzugeben und einzuschätzen, ob die "Wissenslücken" bloss vorge-</span><br/> <span class="ft1">täuscht oder durch den Cannabiskonsum des Beschwerdeführers in-</span><br/> <span class="ft1">diziert sind, sowie angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer im Strafverfahren - insbesondere während der Untersuchungshaft</span><br/> <span class="ft1">- zu den ihm angelasteten Verfehlungen widersprüchliche Angaben</span><br/> <span class="ft1">gemacht und frühere Aussagen zurückgezogen hatte, bestehen zwar</span><br/> <span class="ft1">zu wenig erhärtete und hinreichende Anhaltspunkte für den von der</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz geäusserten Verdacht, der Beschwerdeführer leide an</span><br/> <span class="ft1">(kognitiven) Gedächtnisstörungen. Die Vorinstanz übersieht in die-</span><br/> <span class="ft1">sem Zusammenhang, dass nicht unbesehen der beim Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer bestehenden Cannabisproblematik einzig gestützt auf die erwähn-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">98</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ten Angaben im Schlussbericht vom 14. November 2009 auf das Vor-</span><br/> <span class="ft1">liegen eines Verdachts kognitiver Störungen geschlossen werden</span><br/> <span class="ft1">darf. Indes ist deswegen nicht ersichtlich, weshalb der eingangs ge-</span><br/> <span class="ft1">schilderte Eindruck der Polizeibeamten im Strafverfahren nicht als</span><br/> <span class="ft1">Indiz für die Beurteilung einer Suchtproblematik im vorliegenden</span><br/> <span class="ft1">Verfahren berücksichtigt werden darf, zumal kein Grund ersichtlich</span><br/> <span class="ft1">ist, weshalb die rapportierenden Polizeibeamten den Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer zu Unrecht hätten "Denk- und Konzentrationsstörungen"</span><br/> <span class="ft1">bezichtigen bzw. falsche Angaben im Protokoll anbringen sollen.</span><br/> <span class="ft1">Weder die Formulierungen im Schlussbericht vom 14. November</span><br/> <span class="ft1">2009 noch die Ausführungen im Polizeirapport vom 16. Oktober</span><br/> <span class="ft1">2009 lassen darauf schliessen, dass die rapportierenden Polizei-</span><br/> <span class="ft1">beamten ein besonderes Interesse an der Verzeigung und Bestrafung</span><br/> <span class="ft1">des Beschwerdeführers verfolgt hätten. Im Gegenteil, dem Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer wird im Schlussbericht vom 14. November 2009 ein</span><br/> <span class="ft1">anständiges Verhalten während der Untersuchungshaft attestiert.</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.</span><br/> <span class="ft1">Aus den beigezogenen Akten erhellt unzweideutig, dass der</span><br/> <span class="ft1">heute 19 Jahre alte Beschwerdeführer als regelmässiger - und</span><br/> <span class="ft1">nicht bloss gelegentlicher - Cannabiskonsument zu gelten hat, wel-</span><br/> <span class="ft1">cher während mindestens zwei Jahren wöchentlich Marihuana in</span><br/> <span class="ft1">nicht zu vernachlässigendem Umfang von drei Gramm - so viel hat</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführer im Rahmen der Ermittlungen im Strafverfah-</span><br/> <span class="ft1">ren zumindest zugestanden - konsumierte. Dass der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer lediglich jeweils an den Wochenenden Cannabis konsumiert ha-</span><br/> <span class="ft1">ben soll, wie er vor Verwaltungsgericht vorbringt, findet mangels</span><br/> <span class="ft1">entsprechender Aussagen im Rahmen des Strafverfahrens in den</span><br/> <span class="ft1">Akten keine Stütze, so dass die entsprechende Behauptung nicht als</span><br/> <span class="ft1">erwiesen angesehen werden kann.</span><br/> <span class="ft1">Es kommt hinzu, dass es gesicherter wissenschaftlicher Er-</span><br/> <span class="ft1">kenntnis entspricht, dass der Cannabisrausch die Fahrtüchtigkeit be-</span><br/> <span class="ft1">einträchtigt. Der gelegentliche Cannabiskonsument, der nicht mit Al-</span><br/> <span class="ft1">kohol oder anderen Drogen mischt, ist jedoch in der Regel in der</span><br/> <span class="ft1">Lage, konsumbedingte Leistungseinbussen als solche zu erkennen</span><br/> <span class="ft1">und danach zu handeln. Demgegenüber ist bei andauerndem bzw. re-</span><br/> <span class="ft1">gelmässigem und gleichzeitig hohem Konsum von einer mindestens</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">99</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">geringen Bereitschaft und Fähigkeit auszugehen, zuverlässig zwi-</span><br/> <span class="ft1">schen dem Drogenkonsum und der Teilnahme am Strassenverkehr zu</span><br/> <span class="ft1">trennen (Bundesverfassungsgericht [BVerfG], 1 BvR 2062/96 vom</span><br/> <span class="ft1">20. Juni 2002, Absätze 33 ff.). Die Neigung, unter Substanzeinfluss</span><br/> <span class="ft1">zu fahren, verstärkt sich mit zunehmendem Konsum. Deshalb kann</span><br/> <span class="ft1">regel- oder gar gewohnheitsmässiger Cannabiskonsum zumindest</span><br/> <span class="ft1">berechtigte Zweifel an der Fahreignung begründen, die gegebenen-</span><br/> <span class="ft1">falls weitere Abklärungen im Rahmen einer Eignungsprüfung (oder</span><br/> <span class="ft1">von Auflagen) rechtfertigen. Ausschliesslich vereinzelter Cannabis-</span><br/> <span class="ft1">konsum - wie er im Falle des Beschwerdeführers hier klar zu vernei-</span><br/> <span class="ft1">nen ist - ohne zusätzliche fahreignungsbeeinträchtigende Umstände</span><br/> <span class="ft1">wird dies demgegenüber regelmässig nicht zulassen. Allerdings ist</span><br/> <span class="ft1">der gelegentliche Konsument von Cannabisprodukten nicht ohne</span><br/> <span class="ft1">weiteres von einem regel- oder gewohnheitsmässigen Konsumenten</span><br/> <span class="ft1">zu unterscheiden, zumal entsprechende Erklärungen des Betroffenen</span><br/> <span class="ft1">nicht stets als wahr unterstellt werden können (Entscheid des</span><br/> <span class="ft1">Bundesgerichts vom 13. April 2006 [6A.11/2006], Erw. 3.3).</span><br/> <span class="ft1">Wenn die Vorinstanz bei den gegebenen Umständen die Anord-</span><br/> <span class="ft1">nung einer eingehenden fachärztliche Begutachtung des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führers bestätigte, so kann ihr keine Rechtsverletzung vorgeworfen</span><br/> <span class="ft1">werden. Die unbestrittene Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit</span><br/> <span class="ft1">längerer Zeit in beträchtlichem Ausmass und gewohnheitsmässig</span><br/> <span class="ft1">Cannabis konsumierte und darauf selbst nach Eröffnung eines Straf-</span><br/> <span class="ft1">verfahrens und des vorliegenden Sicherungsentzugsverfahrens nicht</span><br/> <span class="ft1">verzichten konnte, und er anlässlich seiner Befragungen während der</span><br/> <span class="ft1">Untersuchungshaft in seinem (Aussage-)Verhalten nach Einschät-</span><br/> <span class="ft1">zung der rapportierenden Polizeibeamten Auffälligkeiten offenbarte,</span><br/> <span class="ft1">welche auf "Denk- und Konzentrationsstörungen" hinweisen könn-</span><br/> <span class="ft1">ten, bilden hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer unter dem Einfluss von regelmässigem Cannabis-</span><br/> <span class="ft1">konsum die Tendenz haben könnte, gesetzliche Vorschriften zu miss-</span><br/> <span class="ft1">achten, die der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer dienen. Bei einem</span><br/> <span class="ft1">solchen Konsumverhalten ist zudem nicht auszuschliessen, dass der</span><br/> <span class="ft1">Betroffene ausser Stande ist, eine drogenkonsumbedingte zeitweilige</span><br/> <span class="ft1">Fahruntüchtigkeit rechtzeitig als solche zu erkennen oder trotz einer</span><br/> <span class="ft1">solchen Erkenntnis von der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">100</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">abzusehen. Jedenfalls darf diese Beurteilung aufgrund der entgegen-</span><br/> <span class="ft1">stehenden, hinreichend aussagekräftigen Anzeichen für den vom Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer eingestandenen Verdacht, dass er mindestens regel-</span><br/> <span class="ft1">mässig Cannabis konsumiert, nicht leichthin als unbegründet abgetan</span><br/> <span class="ft1">werden. Angesichts seines eingestandenen Cannabiskonsums er-</span><br/> <span class="ft1">weckt der Beschwerdeführer vielmehr eine gewisse Befürchtung,</span><br/> <span class="ft1">dass er mehr als jede beliebige andere Person Gefahr laufen könnte,</span><br/> <span class="ft1">sich in einem Zustand ans Steuer zu setzen, der das sichere Lenken</span><br/> <span class="ft1">des Fahrzeuges nicht mehr gewährleistet, zumal auch eine blosse</span><br/> <span class="ft1">Suchtgefährdung für einen Sicherungsentzug genügen kann, und es</span><br/> <span class="ft1">lässt sich der Verdacht, dass der Beschwerdeführer Drogenkonsum</span><br/> <span class="ft1">und Strassenverkehr nicht ausreichend zu trennen vermöchte, ange-</span><br/> <span class="ft1">sichts der besonderen Schwierigkeiten des Nachweises sowohl des</span><br/> <span class="ft1">die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Konsums als auch der Ab-</span><br/> <span class="ft1">hängigkeit von Cannabis (vgl. BGE 124 II 559, Erw. 3c und d) nicht</span><br/> <span class="ft1">ausschliessen. Im Übrigen kann erst aufgrund der hier streitigen</span><br/> <span class="ft1">fachärztlichen Untersuchung geprüft werden, wie häufig und intensiv</span><br/> <span class="ft1">der Cannabiskonsum tatsächlich ist, ob der Beschwerdeführer zu-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich andere Drogen bzw. Alkohol oder Medikamente konsumiert</span><br/> <span class="ft1">und wie sein psychischer und gesundheitlicher Gesamtzustand sich</span><br/> <span class="ft1">insgesamt auf die Frage der Fahreignung auswirkt.</span><br/> <span class="ft1">3.3.4.</span><br/> <span class="ft1">Vorliegend wird nicht ausser Acht gelassen, dass nicht jeder</span><br/> <span class="ft1">Cannabiskonsum zwingend die Fahrfähigkeit beeinträchtigt und Can-</span><br/> <span class="ft1">nabiskonsumenten - ebenso wie solche von Alkohol - in der Lage</span><br/> <span class="ft1">sein können, die Gefährlichkeit der Droge im Strassenverkehr zu er-</span><br/> <span class="ft1">kennen und nach einem die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Kon-</span><br/> <span class="ft1">sum auf das Autofahren zu verzichten. Nach der dargelegten Praxis</span><br/> <span class="ft1">darf auch nicht gefolgert werden, präventive verkehrsmedizinische</span><br/> <span class="ft1">Abklärungen seien erst zulässig, wenn mehrere Anzeichen für eine</span><br/> <span class="ft1">pathologische Sucht bzw. schwere Gesundheitsstörungen vorliegen</span><br/> <span class="ft1">oder wenn es bereits zu einem Verkehrsunfall gekommen ist. Zwar</span><br/> <span class="ft1">darf nicht bei jedem Cannabiskonsumenten ohne weiteres eine man-</span><br/> <span class="ft1">gelnde Fahreignung vermutet und eine entsprechende verkehrsmedi-</span><br/> <span class="ft1">zinische Abklärung angeordnet werden. Diesbezüglich ist auch eine</span><br/> <span class="ft1">möglichst rechtsgleiche Praxis im Vergleich zum Alkoholmissbrauch</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">101</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">am Steuer anzustreben (vgl. BGE 126 II 185, Erw. 2; 124 II 559,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3c-d). Mögliche Anzeichen dafür, dass eine verkehrsmedi-</span><br/> <span class="ft1">zinische Abklärung der Fahreignung von regelmässigen Cannabis-</span><br/> <span class="ft1">konsumenten geboten sei, beschränken sich allerdings nicht zum</span><br/> <span class="ft1">Vornherein auf Resultate von Messungen des Cannabis-Wirkstoffge-</span><br/> <span class="ft1">halts (THC-Gehalt) im Blut des Lenkers. Vielmehr können sich ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechende Anhaltspunkte - wie im vorliegenden Fall - auch aus</span><br/> <span class="ft1">dem eingestandenen Konsumverhalten des Lenkers ergeben. Bei An-</span><br/> <span class="ft1">zeichen von übermässigem Haschischkonsum, der zur Gefährdung</span><br/> <span class="ft1">der Verkehrssicherheit führt, darf eine Prüfung der Fahreignung an-</span><br/> <span class="ft1">geordnet werden (vgl. BGE 127 II 122, Erw. 4b; 124 II 559,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3d). Schliesslich ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der Begutachtung nichts zu befürchten hat, sollten seine</span><br/> <span class="ft1">Angaben tatsächlich zutreffen, denn das Gutachten würde diesfalls</span><br/> <span class="ft1">seine Fahreignung bestätigen. Auf der anderen Seite könnte durch</span><br/> <span class="ft1">eine allfällige negative Begutachtung die Verkehrssicherheit für die</span><br/> <span class="ft1">anderen Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden, indem der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer nach entsprechender Begutachtung mittels definiti-</span><br/> <span class="ft1">vem Sicherungsentzug vom Verkehr ferngehalten werden könnte.</span><br/> <span class="ft1">Eine Abwägung dieser Interessen ergibt zweifellos die Notwendig-</span><br/> <span class="ft1">keit, dass beim Beschwerdeführer eine eingehende fachärztliche</span><br/> <span class="ft1">Begutachtung durchgeführt wird.</span><br/> <span class="ft1">3.3.5.</span><br/> <span class="ft1">Die Anordnung einer eingehenden fachärztlichen Begutachtung</span><br/> <span class="ft1">des Beschwerdeführers zur umfassenden Prüfung von dessen Fahr-</span><br/> <span class="ft1">eignung durch das Strassenverkehrsamt war unter diesen Umständen</span><br/> <span class="ft1">zu Recht erfolgt und ist auch heute noch angemessen. Es liegt darin</span><br/> <span class="ft1">weder eine unrichtige Rechtsanwendung noch eine Ermessens-</span><br/> <span class="ft1">überschreitung oder ein Ermessensmissbrauch.</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">Es stellt sich die Frage, inwieweit der vom Strassenverkehrsamt</span><br/> <span class="ft1">angeordnete und von der Vorinstanz bestätigte vorsorgliche Entzug</span><br/> <span class="ft1">des Führerausweises (noch) gerechtfertigt ist.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">102</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">Wie bereits geschildert, ist nach der Rechtsprechung des Bun-</span><br/> <span class="ft1">desgerichts der vorsorgliche Entzug des Führerausweises gerechtfer-</span><br/> <span class="ft1">tigt, wenn Anzeichen dafür bestehen, dass ein Fahrer eine besondere</span><br/> <span class="ft1">Gefahr für die anderen Strassenbenützer darstellt und dass seine Fä-</span><br/> <span class="ft1">higkeit, ein Fahrzeug zu lenken, ernsthaft bezweifelt werden muss.</span><br/> <span class="ft1">Das ist unter anderem dann der Fall, wenn ärztliche Untersuchungen</span><br/> <span class="ft1">oder auch das Verhalten des Fahrzeugführers insgesamt konkrete</span><br/> <span class="ft1">Hinweise für eine Sucht ergeben (BGE 122 II 359, Erw. 3a;</span><br/> <span class="ft1">125 II 396, Erw. 3). Wenn dabei gemäss Gesetz bis zur Abklärung</span><br/> <span class="ft1">von Ausschlussgründen der Führerausweis entzogen werden kann, so</span><br/> <span class="ft1">ist die Entzugsbehörde auf ihr Ermessen verwiesen und hat sie</span><br/> <span class="ft1">ungeachtet, dass der vorsorgliche Entzug in solchen Fällen die Regel</span><br/> <span class="ft1">bildet (BGE 125 II 396, Erw. 3), summarisch eine Abwägung der</span><br/> <span class="ft1">massgeblichen Interessen vorzunehmen und mindestens die Dring-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit des Entzugs zu begründen (vgl. BGE 127 II 122, Erw. 5).</span><br/> <span class="ft1">Wie alle hoheitlichen Massnahmen muss auch ein (vorsorglicher)</span><br/> <span class="ft1">Führerausweisentzug dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit ge-</span><br/> <span class="ft1">recht werden.</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">4.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Weder das Strassenverkehrsamt noch die Vorinstanz haben in</span><br/> <span class="ft1">ihren Entscheiden die Dringlichkeit des angeordneten vorsorglichen</span><br/> <span class="ft1">Entzugs des Führerausweises hinreichend schlüssig begründet. Dass</span><br/> <span class="ft1">nicht unbesehen der beim Beschwerdeführer bestehenden Cannabis-</span><br/> <span class="ft1">problematik einzig gestützt auf die Angaben im Schlussbericht vom</span><br/> <span class="ft1">14. November 2009 betreffend "Denk- und Konzentrationsstörun-</span><br/> <span class="ft1">gen" auf das Vorliegen eines Verdachts kognitiver Störungen ge-</span><br/> <span class="ft1">schlossen werden darf, wurde bereits erörtert (siehe vorne</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3.3.2). Umstände, welche auch bei der gebotenen summari-</span><br/> <span class="ft1">schen Prüfung der für den sofortigen Entzug vorausgesetzten Ge-</span><br/> <span class="ft1">fährlichkeit des Beschwerdeführers für den Strassenverkehr mitzu-</span><br/> <span class="ft1">berücksichtigen sind, haben die Vorinstanzen nicht bzw. nicht aus-</span><br/> <span class="ft1">reichend gewürdigt. So ist zwar ausweislich der Akten nicht bekannt,</span><br/> <span class="ft1">ob der Beschwerdeführer schon einmal ein Motorfahrzeug unter</span><br/> <span class="ft1">Drogeneinfluss gelenkt hat. Fest steht indes, dass ihm bislang kein</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">103</span></div> <div class="page" id="S15"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Vorfall von Fahren unter Drogeneinfluss angelastet wurde und der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer bisher nicht als Konsument illegaler Rauschmittel,</span><br/> <span class="ft1">welcher danach in fahrunfähigem Zustand als Lenker eines Motor-</span><br/> <span class="ft1">fahrzeugs am Strassenverkehr teilgenommen hatte, aktenkundig ge-</span><br/> <span class="ft1">worden ist. Darüber hinaus verfügt der Beschwerdeführer unbestrit-</span><br/> <span class="ft1">tenermassen über einen ungetrübten automobilistischen Leumund</span><br/> <span class="ft1">und es mussten gegenüber ihm bisher - auch aus anderen Gründen -</span><br/> <span class="ft1">noch keine Führerausweisentzüge oder andere Administrativmass-</span><br/> <span class="ft1">nahmen verhängt werden. Das Fahrverhalten des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft1">anlässlich der polizeilichen Kontrolle am 13. Juni 2009 muss</span><br/> <span class="ft1">mangels entgegenstehender Anhaltspunkte in den beigezogenen Ak-</span><br/> <span class="ft1">ten als unauffällig gewertet werden. Ebenso wenig ergeben sich aus</span><br/> <span class="ft1">den Akten hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sich an-</span><br/> <span class="ft1">lässlich der polizeilichen Kontrolle am 13. Juni 2009 eine merkbare</span><br/> <span class="ft1">Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit des Beschwerdeführers feststel-</span><br/> <span class="ft1">len liess, andernfalls von der Polizei wohl entsprechende Abklärun-</span><br/> <span class="ft1">gen, insbesondere ein Drogenschnelltest und eine ärztliche Unter-</span><br/> <span class="ft1">suchung, angeordnet worden wären, bzw. die Polizei diesfalls umge-</span><br/> <span class="ft1">hend entsprechende Mitteilung an das Strassenverkehrsamt gemacht</span><br/> <span class="ft1">hätte. Ferner ist auch nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer ne-</span><br/> <span class="ft1">ben Cannabis Alkohol konsumiert (was bereits bei geringeren Men-</span><br/> <span class="ft1">gen zu relevanten Ausfallerscheinungen führen kann; vgl.</span><br/> <span class="ft1">BGE 124 II 559, Erw. 4b m.w.H.), und es bestehen auch keine Hin-</span><br/> <span class="ft1">weise auf den Konsum sog. harter Drogen. Nach heutiger Aktenlage</span><br/> <span class="ft1">liegen jedoch mit den vom Beschwerdeführer eingestandenen</span><br/> <span class="ft1">Cannabiskonsumgewohnheiten allein und ohne hinzukommende</span><br/> <span class="ft1">manifeste Verdachtsgründe für die Annahme, der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">sei gefährdet, in berauschtem Zustand als Lenker am motorisierten</span><br/> <span class="ft1">Strassenverkehr teilzunehmen, zu wenig intensive Anhaltspunkte vor,</span><br/> <span class="ft1">dass der Beschwerdeführer andere Verkehrsteilnehmer als Folge</span><br/> <span class="ft1">einer allfälligen Cannabisabhängigkeit in erhöhtem Mass gefährden</span><br/> <span class="ft1">könnte, wenn er bis zum Vorliegen der fachärztlichen Begutachtung</span><br/> <span class="ft1">weiterhin zum Verkehr zugelassen würde. Die bestehenden Anhalts-</span><br/> <span class="ft1">punkte sind im jetzigen Zeitpunkt zu wenig erhärtet, als dass erheb-</span><br/> <span class="ft1">liche Zweifel an dessen Fahreignung aufkommen müssten, weil sich</span><br/> <span class="ft1">ein erhärteter Verdacht aufdrängte, dass der Beschwerdeführer Mühe</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">104</span></div> <div class="page" id="S16"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bekundete, Cannabiskonsum und Verkehrsteilnahme trennen zu kön-</span><br/> <span class="ft1">nen.</span><br/> <span class="ft1">4.3.2.</span><br/> <span class="ft1">Einer gewissen Wahrscheinlichkeit einer besonderen Gefähr-</span><br/> <span class="ft1">dung des Strassenverkehrs steht der Entzug des Führerausweises ge-</span><br/> <span class="ft1">genüber, welcher, auch wenn er bloss provisorisch erfolgt, einen er-</span><br/> <span class="ft1">heblichen Eingriff in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen dar-</span><br/> <span class="ft1">stellt, dessen unmittelbare Folgen weit einschneidender sind als die</span><br/> <span class="ft1">angeordnete Abklärung von Ausschlussgründen. Da zudem diese</span><br/> <span class="ft1">Abklärung erfahrungsgemäss längere Zeit beansprucht, erweist sich</span><br/> <span class="ft1">der vorsorgliche Entzug des Führerausweises unter den hier gegebe-</span><br/> <span class="ft1">nen Umständen gestützt auf die vorliegende Aktenlage als unverhält-</span><br/> <span class="ft1">nismässig. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass sich das nicht</span><br/> <span class="ft1">auszuschliessende Restrisiko eines Fahrens unter Drogeneinfluss</span><br/> <span class="ft1">durch den bisherigen faktischen vorsorglichen Führerausweisentzug</span><br/> <span class="ft1">vermindert haben dürfte. Der angefochtene vorsorgliche Sicherungs-</span><br/> <span class="ft1">entzug ist deshalb zusammenfassend aufzuheben, wobei offen blei-</span><br/> <span class="ft1">ben kann, ob der vorsorgliche Führerausweisentzug unter den dama-</span><br/> <span class="ft1">ligen Umständen zu Recht angeordnet worden war. Diesbezüglich</span><br/> <span class="ft1">hat sich der Beschwerdeführer die für ihn nachteilige Ausgangslage</span><br/> <span class="ft1">durch seine nach eigener Darstellung Verteidigungszwecken dienen-</span><br/> <span class="ft1">den (Falsch-) Aussagen im Strafverfahren selber zuzuschreiben.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>