<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">1P.721/1999/hzg </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>14. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident </div> <div class="para">der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter </div> <div class="para">Aeschlimann, Ersatzrichter Seiler und Gerichtsschreiber </div> <div class="para">Haag. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Albert W e i b e l</u>, Kaiserstuhlerstrasse 47, Weiach, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter </div> <div class="para">Hübner, Limmatquai 3, Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Gemeinderat W e i a c h</u>, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons Z ü r i c h</u>, 1. Abteilung, </div> <div class="para">1. Kammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Quartierplan, </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Mit Beschluss vom 16. Dezember 1997 setzte </div> <div class="para">der Gemeinderat Weiach gestützt auf § 158 des kantonalen </div> <div class="para">Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) den </div> <div class="para">Quartierplan Nr. 3 "See-Winkel" fest. Das Quartierplangebiet </div> <div class="para">umfasst rund 9 ha bisher weitgehend unüberbautes Wohn- und </div> <div class="para">Gewerbegebiet. Es wird nördlich durch die Kaiserstuhler- </div> <div class="para">strasse begrenzt. Der Quartierplan sieht drei Teile ("West", </div> <div class="para">"Mitte" und "Ost") vor, die je durch neu zu erstellende, </div> <div class="para">von der Kaiserstuhlerstrasse abzweigende Quartierstrassen </div> <div class="para">erschlossen werden sollen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Albert Weibel ist Eigentümer des Grundstücks </div> <div class="para">altKat.Nr. 364 (neu Nr. 7), das im Teil "Mitte" des Quar- </div> <div class="para">tierplanperimeters liegt. Die Parzelle grenzt nördlich an </div> <div class="para">die Kaiserstuhlerstrasse. Sie ist rund 100 m tief. Auf ihrem </div> <div class="para">nördlichen Teil befindet sich eine Autoreparaturwerkstätte </div> <div class="para">mit Tankstelle und Werkhallenanbau. Der südliche Teil ist </div> <div class="para">mit einer eingeschossigen Einstellhalle überbaut. Gemäss </div> <div class="para">Quartierplan soll der südliche Teil des Grundstücks von </div> <div class="para">Westen her mit der neu zu erstellenden Quartierstrasse "im </div> <div class="para">See" erschlossen werden, während die unmittelbare Zufahrt </div> <div class="para">ab der Kaiserstuhlerstrasse für den nördlichen und den mitt- </div> <div class="para">leren Parzellenbereich beibehalten wird. Der südliche Teil </div> <div class="para">des Grundstücks wurde mit dem generellen Flächenabzug von </div> <div class="para">8,816 % (entsprechend ca. 180 m2) belastet. Zudem wurde im </div> <div class="para">südlichen Teil der Parzelle entlang der Ostgrenze ein Strei- </div> <div class="para">fen im Halte von rund 322 m2 abgetrennt und der Nachbarpar- </div> <div class="para">zelle altKat. Nr. 365 (neu: Nr. 8) zugeschieden. Der Parzel- </div> <div class="para">le von Albert Weibel wurde dafür im nördlichen Teil auf der </div> <div class="para">Westseite ein Streifen von rund 221 m2 angefügt. Der südli- </div> <div class="para">che und der mittlere Teil der Parzelle (insgesamt 1735 m2) </div> <div class="para">wurden zudem in den Kostenverteiler für die Erschliessungs- </div> <div class="para">strasse Teil "Mitte" sowie für die Kanalisation und die </div> <div class="para">Trink- und Löschwasserleitungen aufgenommen. Schliesslich </div> <div class="para">wurde die gesamte Parzelle in den Kostenverteiler für die </div> <div class="para">Administrativkosten des Quartierplanverfahrens einbezogen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Albert Weibel erhob gegen den Quartierplan- </div> <div class="para">beschluss zunächst erfolglos Rekurs an die kantonale Bau- </div> <div class="para">rekurskommission I und anschliessend Beschwerde an das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit dem Antrag, sein </div> <div class="para">Grundstück sei aus dem Quartierplanverfahren zu entlassen, </div> <div class="para">eventuell von der Kostenbeitragspflicht auszunehmen. Zudem </div> <div class="para">seien die bisherigen Grenzen des Grundstücks zu belassen. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht erwog mit Urteil vom 6. Oktober 1999, </div> <div class="para">der Quartierplan habe auch für bereits überbaute Grundstücke </div> <div class="para">baurechtskonforme Verhältnisse zu schaffen. Die Festsetzung </div> <div class="para">der Erschliessungsanlagen habe sich nach der objektiv mögli- </div> <div class="para">chen baulichen Nutzung und nicht nach der bestehenden Über- </div> <div class="para">bauung zu richten. Die Parzelle des Beschwerdeführers sei </div> <div class="para">ungenügend erschlossen, da bei einer gemäss Bauordnung mög- </div> <div class="para">lichen künftigen Überbauung (Zone WG3) der südliche Teil </div> <div class="para">der Parzelle nicht mehr wie bisher unmittelbar über die </div> <div class="para">Kaiserstuhlerstrasse erschlossen werden könnte; vielmehr </div> <div class="para">müsste dieser Teil über die neu zu erstellende Quartier- </div> <div class="para">strasse "im See" rückwärtig erschlossen werden. Dass dieser </div> <div class="para">Teil mit dem allgemeinen Landabzug belastet und in den </div> <div class="para">Kostenverteiler einbezogen worden sei, sei deshalb nicht </div> <div class="para">zu beanstanden. Hinsichtlich der Neufestlegung der Parzel- </div> <div class="para">lengrenze habe der Gemeinderat sein Ermessen nicht über- </div> <div class="para">schritten. Auch die Belastung mit Administrativkosten </div> <div class="para">sei rechtmässig. </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Albert Weibel erhebt staatsrechtliche Beschwerde </div> <div class="para">mit dem Antrag, den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzu- </div> <div class="para">heben, eventuell die Sache zur Neuentscheidung an das Ver- </div> <div class="para">waltungsgericht zurückzuweisen. Zudem beantragt er Erteilung </div> <div class="para">der aufschiebenden Wirkung, die Durchführung eines Augen- </div> <div class="para">scheins und die Einholung eines Gutachtens über die Frage </div> <div class="para">der Notwendigkeit des Einbezugs seines Grundstücks in den </div> <div class="para">Quartierplan. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>D.- </u> </div> <div class="para"> Der Gemeinderat Weiach beantragt Abweisung der </div> <div class="para">Beschwerde. Das Verwaltungsgericht schliesst auf Abweisung, </div> <div class="para">soweit auf die Beschwerde einzutreten sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>E.- </u> </div> <div class="para"> Mit Verfügung des Präsidenten der I. öffentlich- </div> <div class="para">rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 22. Dezember </div> <div class="para">1999 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung beigelegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung </u> </div> <div class="para">: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> a) Das angefochtene Urteil ist ein kantonal </div> <div class="para">letztinstanzlicher Endentscheid, gegen den auch im Bund </div> <div class="para">kein anderes Rechtsmittel gegeben ist. Die staatsrecht- </div> <div class="para">liche Beschwerde ist zulässig (<span class="artref">Art. 84 Abs. 2, <artref id="CH/173.110/86/1" type="start"></artref>Art. 86 </span></div> <div class="para">Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/87" type="start"></artref>Art. 87 OG<artref id="CH/173.110/86/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/84/2" type="end"></artref>). Der Beschwerdeführer ist als </div> <div class="para">Eigentümer eines in den Quartierplan einbezogenen Grund- </div> <div class="para">stücks zur staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 88 OG</span>). Auf die Beschwerde ist einzutreten, so- </div> <div class="para">weit sich der Beschwerdeführer nicht auf unzulässige </div> <div class="para">Noven beruft (s. nachfolgende E. 2e). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Sachverhalt ergibt sich mit genügender </div> <div class="para">Klarheit aus den Akten. Auf die Durchführung des beantragten </div> <div class="para">Augenscheins und die Einholung eines Gutachtens kann ver- </div> <div class="para">zichtet werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung </div> <div class="para">der Eigentumsgarantie und von <span class="artref">Art. 4 aBV</span>. Es bestehe </div> <div class="para">kein genügendes öffentliches Interesse am Quartierplan </div> <div class="para">"See-Winkel", da dieser im Widerspruch zu übergeordneten </div> <div class="para">Planungszielen liege. Das Verwaltungsgericht habe sodann </div> <div class="para">eine ungenügende Interessenabwägung vorgenommen, da es </div> <div class="para">auf die subjektive Interessenlage des Beschwerdeführers </div> <div class="para">nicht Rücksicht genommen habe. Das private Interesse des </div> <div class="para">Beschwerdeführers an einer Entlassung aus dem Quartierplan </div> <div class="para">überwiege, da sein Grundstück im Gegensatz zu den benach- </div> <div class="para">barten Grundstücken bereits hinreichend erschlossen und </div> <div class="para">vollständig überbaut sei. Es profitiere von der vorgese- </div> <div class="para">henen neuen Quartierstrasse in keiner Weise. Deshalb seien </div> <div class="para">sein Einbezug in den Kostenverteiler und der ihm auferlegte </div> <div class="para">Landabzug für Erschliessungsanlagen nicht zulässig. Auch </div> <div class="para">bezüglich der Wasser- und Kanalisationsleitungen stehe sein </div> <div class="para">Kostenanteil in keinem angemessenen Verhältnis zum Vorteil. </div> <div class="para">Die ihm auferlegte Beitragspflicht verletze das Äquivalenz- </div> <div class="para">prinzip. Durch die Abtretung des Landstreifens im Süden und </div> <div class="para">die Impropriation des Streifens im Norden werde zudem der </div> <div class="para">Anspruch auf wertgleichen Realersatz verletzt, da der neu </div> <div class="para">zugeteilte Streifen baulich nicht genutzt werden könne, </div> <div class="para">während der abzutretende Streifen für eine Erweiterung </div> <div class="para">der Einstellhalle nutzbar wäre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Eine Eigentumsbeschränkung ist mit Art. 22ter </div> <div class="para">aBV bzw. <span class="artref">Art. 26 BV</span> nur vereinbar, wenn sie auf gesetzlicher </div> <div class="para">Grundlage beruht, im überwiegenden öffentlichen Interesse </div> <div class="para">liegt, verhältnismässig ist und, sofern sie eine Enteignung </div> <div class="para">darstellt oder einer solchen gleichkommt, gegen volle Ent- </div> <div class="para">schädigung erfolgt (<span class="artref"><artref id="CH/101/26/2" type="start"></artref>Art. 36 und 26 Abs. 2 BV</span><artref id="CH/101/36" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-117%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page117">BGE 121 I 117</a> </div> <div class="para">E. 3b S. 120; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page362">119 Ia 362</a> E. 3a S. 366; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">117 Ia 412</a> E. 4b </div> <div class="para">S. 419, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Der Einbezug des Grundstücks des Beschwerde- </div> <div class="para">führers in den Quartierplan stellt in mehrfacher Beziehung </div> <div class="para">eine Eigentumsbeschränkung dar. Er hat einen entschädigungs- </div> <div class="para">losen generellen Landabzug zur Erstellung von Erschliessungs- </div> <div class="para">anlagen und eine Neuzuteilung der Grundstücksfläche zur Fol- </div> <div class="para">ge, verbunden mit einer (ausgleichspflichtigen) Minderzutei- </div> <div class="para">lung. Der Einbezug in den Quartierplan bewirkt zudem eine </div> <div class="para">Kostenpflicht für die zu erstellenden Erschliessungsanlagen </div> <div class="para">und die Verfahrenskosten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Der Beschwerdeführer bestreitet mit Recht nicht </div> <div class="para">das Vorhandensein einer genügenden gesetzlichen Grundlage. </div> <div class="para">Eine solche ist mit den <span class="artref">§<artref id="CH/745.1/123" type="start"></artref>§ 123 ff. PBG</span><artref id="CH/745.1/123" type="end"></artref> gegeben. Er bestrei- </div> <div class="para">tet jedoch, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse </div> <div class="para">am Einbezug seiner Liegenschaft in den Quartierplan bestehe. </div> <div class="para">Das Bundesgericht prüft grundsätzlich frei, ob ein öffent- </div> <div class="para">liches Interesse besteht, ob dieses das entgegenstehende </div> <div class="para">private Interesse überwiegt und ob der Eingriff in das </div> <div class="para">Grundrecht verhältnismässig ist. Es auferlegt sich jedoch </div> <div class="para">eine gewisse Zurückhaltung, soweit die Beurteilung von </div> <div class="para">einer Würdigung der örtlichen Verhältnisse abhängt, welche </div> <div class="para">die kantonalen Behörden besser überblicken (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page362">BGE 119 Ia 362</a> </div> <div class="para">E. 3a S. 366). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) Der Beschwerdeführer bestreitet ein öffentliches </div> <div class="para">Interesse am Quartierplan, da weder die tatsächliche Bevöl- </div> <div class="para">kerungsentwicklung noch die kommunale Richtplanung einen </div> <div class="para">Bedarf an der Überbauung "See-Winkel" ausweise. Zudem lege </div> <div class="para">auch die Fluglärmbelastung eine Redimensionierung der über- </div> <div class="para">grossen Bauzonen nahe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese Vorbringen stellen Noven dar, die im Ver- </div> <div class="para">fahren der staatsrechtlichen Beschwerde grundsätzlich nicht </div> <div class="para">zulässig sind ( <u>Walter Kälin</u>, Das Verfahren der staatsrecht- </div> <div class="para">lichen Beschwerde, 2. Aufl., Bern 1994, S. 369 f.). Auf die </div> <div class="para">Beschwerde ist diesbezüglich nicht einzutreten. Im Übrigen </div> <div class="para">sind sie auch unbegründet. Das Quartierplangebiet liegt in </div> <div class="para">einer rechtskräftigen Bauzone. Die Gemeinde ist grundsätz- </div> <div class="para">lich gehalten, diese zu erschliessen (<span class="artref">Art. 19 Abs. 2 RPG</span>). </div> <div class="para">Es bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass im Quar- </div> <div class="para">tierplanperimeter die Planungswerte für die Lärmbelastung </div> <div class="para">überschritten werden. Zu prüfen ist aber im Folgenden, ob </div> <div class="para">das öffentliche Interesse am Quartierplan die privaten In- </div> <div class="para">teressen des Beschwerdeführers überwiegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> a) Das Verwaltungsgericht hat erwogen, nach </div> <div class="para">seiner Rechtsprechung komme eine Entlassung eines Grund- </div> <div class="para">stücks aus dem Quartierplanverfahren nur in Frage, wenn </div> <div class="para">kumulativ das betreffende Grundstück für die Gesamter- </div> <div class="para">schliessung nicht benötigt werde und nach objektiven </div> <div class="para">Gesichtspunkten in jeder Hinsicht baureif sei oder aus </div> <div class="para">sachlichen Gründen für eine Überbauung nicht in Betracht </div> <div class="para">komme. Diese Rechtsprechung weckt Bedenken: Die mit einem </div> <div class="para">Quartierplan verbundenen Belastungen der Eigentümer sind </div> <div class="para">dadurch gerechtfertigt, dass der Plan nicht nur öffentli- </div> <div class="para">chen Interessen, sondern zugleich auch privaten Interessen </div> <div class="para">der betroffenen Grundeigentümer dient: Er ermöglicht eine </div> <div class="para">im öffentlichen Interesse liegende, geordnete Überbauung </div> <div class="para">des Landes. Gleichzeitig verschafft er dem Grundeigentümer </div> <div class="para">eine Erschliessung und ermöglicht so die Überbauung des </div> <div class="para">Grundstücks und damit die Erzielung eines Mehrwerts (vgl. </div> <div class="para">BGE 121 I 65 E. 5b/aa S. 71; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">117 Ia 412</a> E. 2c S. 416; Ur- </div> <div class="para">teil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 1980 in ZBl 84/1983 </div> <div class="para">S. 179, E. 2b; <u>Brandt/Moor</u>, Kommentar RPG, Zürich 1999, </div> <div class="para">Art. 18 Rz. 110). Dass ein solches privates Interesse tat- </div> <div class="para">sächlich vorliegt, ist Voraussetzung für die mit dem Ein- </div> <div class="para">bezug eines Grundstücks in den Quartierplan verbundenen </div> <div class="para">Belastungen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F100-IA-223%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page223">BGE 100 Ia 223</a> E. 3c S. 230). Ist jedoch ein </div> <div class="para">Grundstück bereits hinreichend erschlossen und erfährt es </div> <div class="para">auch sonst durch den Quartierplan keinen Vorteil, so ist </div> <div class="para">sein Einbezug nicht gerechtfertigt (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">BGE 117 Ia 412</a> </div> <div class="para">E. 2c und d S. 417 f.). Wenn nun nach der Rechtsprechung </div> <div class="para">des Verwaltungsgerichts ein Grundstück bereits baureif ist </div> <div class="para">und einzig deshalb in einen Quartierplan einbezogen wird, </div> <div class="para">weil es für die Gesamterschliessung benötigt wird, so fehlt </div> <div class="para">es am Vorteil, welcher den Einbezug in das Quartierplan- </div> <div class="para">gebiet und die damit verbundenen Eigentumsbeschränkungen </div> <div class="para">und finanziellen Belastungen rechtfertigt. Das betreffende </div> <div class="para">Grundstück kann gegebenenfalls auf dem Weg der Enteignung </div> <div class="para">(gegen volle Entschädigung) für die Erstellung von Er- </div> <div class="para">schliessungsanlagen herangezogen, nicht aber - mit den </div> <div class="para">geschilderten nachteiligen Folgen - in den Quartierplan </div> <div class="para">einbezogen werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F100-IA-223%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page223">BGE 100 Ia 223</a> E. 3c S. 230). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Massgebend ist demnach, ob das Grundstück des </div> <div class="para">Beschwerdeführers hinreichend erschlossen ist. Das trifft </div> <div class="para">unbestrittenermassen für den nördlichen Teil der Liegen- </div> <div class="para">schaft zu. Die kantonalen Instanzen haben diesen Teil denn </div> <div class="para">auch nicht mit dem generellen Flächenabzug belastet und </div> <div class="para">nicht in den Kostenverteiler für die Erschliessungsanlagen </div> <div class="para">einbezogen. Streitig ist hingegen, ob die Erschliessung </div> <div class="para">für den südlichen Teil der Parzelle ausreicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Die dort gelegene Einstellhalle wird heute </div> <div class="para">über den nördlichen Grundstücksteil direkt von der Kaiser- </div> <div class="para">stuhlerstrasse her erschlossen. Das Verwaltungsgericht geht </div> <div class="para">jedoch davon aus, dass dieser Teil baulich unternutzt sei. </div> <div class="para">Eine weitergehende Ausnützung oder auch nur eine verkehrs- </div> <div class="para">intensivere Nutzung der bestehenden Halle hätte Mehrverkehr </div> <div class="para">zur Folge, der nicht mehr unmittelbar in die Kaiserstuhler- </div> <div class="para">strasse geführt werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auch der Beschwerdeführer stellt letztlich nicht </div> <div class="para">in Abrede, dass bei einer intensiveren Nutzung des südlichen </div> <div class="para">Parzellenteils, wie sie aufgrund der Zonenordnung zulässig </div> <div class="para">wäre, die direkte Erschliessung über die Kaiserstuhlerstras- </div> <div class="para">se ungenügend sein könnte. Es besteht kein Anspruch darauf, </div> <div class="para">dass eine direkte Erschliessung in eine Durchgangsstrasse </div> <div class="para">bewilligt oder beibehalten wird (nicht publiziertes Urteil </div> <div class="para">des Bundesgerichts vom 24. August 1998 i.S. H., E. 5 und 6). </div> <div class="para">Hinsichtlich der Erschliessung mit Wasserzufuhr und Kanali- </div> <div class="para">sation räumt der Beschwerdeführer selber ein, dass die Ein- </div> <div class="para">stellhalle lediglich über einen 1-Zoll-Anschluss an das Was- </div> <div class="para">sernetz verfügt und nicht an die Kanalisation angeschlossen </div> <div class="para">ist. Für eine intensivere Nutzung des südlichen Parzellen- </div> <div class="para">teils wäre diese Erschliessung offensichtlich ungenügend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Indessen bestreiten auch die kantonalen Instanzen </div> <div class="para">nicht, dass die bisherige Erschliessung durch den direkten </div> <div class="para">Zugang zur Kaiserstuhlerstrasse für den bestehenden Garagen- </div> <div class="para">betrieb des Beschwerdeführers ausreicht und beibehalten wer- </div> <div class="para">den kann. Ebensowenig machen sie geltend, für den bestehen- </div> <div class="para">den Betrieb sei der bisherige Wasser- und Kanalisationsan- </div> <div class="para">schluss ungenügend. Die mit dem Quartierplan neu vorgesehene </div> <div class="para">Erschliessung bringt somit für den bisherigen Betrieb des </div> <div class="para">Beschwerdeführers keinerlei Vorteile. Das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">geht jedoch davon aus, es sei unerheblich, ob der Beschwerde- </div> <div class="para">führer selber eine zusätzliche Ausnützung des rückwärtigen </div> <div class="para">Parzellenteils plane. Entscheidend sei, dass eine solche </div> <div class="para">objektiv möglich sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Massgebend ist somit die Frage, ob für die Interes- </div> <div class="para">senabwägung einzig auf die abstrakt und objektiv mögliche </div> <div class="para">bauliche Ausnützung, oder auch auf die konkreten subjektiven </div> <div class="para">Interessen des betroffenen Grundeigentümers abzustellen sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Die hinreichende Erschliessung im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 19 Abs. 1 RPG</span> muss sich nach den zonengerechten Bau- </div> <div class="para">möglichkeiten der zu erschliessenden Fläche richten (BGE 121 </div> <div class="para">I 65 E. 3a S. 68; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">117 Ia 412</a> E. 2c S. 416 f.). Das ergibt </div> <div class="para">sich daraus, dass Erschliessungsanlagen für einen gewissen </div> <div class="para">Zeithorizont erstellt werden müssen und nicht im Voraus ge- </div> <div class="para">sagt werden kann, mit welcher Intensität die beteiligten </div> <div class="para">Grundstücke in Zukunft genutzt werden. Dementsprechend ist </div> <div class="para">der Einbezug eines Grundstücks in einen Quartierplan nicht </div> <div class="para">erst dann zulässig, wenn dies für die bestehende Nutzung </div> <div class="para">erforderlich ist, sondern bereits dann, wenn dadurch eine </div> <div class="para">bessere zukünftige Nutzung ermöglicht wird (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">BGE 117 Ia 412</a> </div> <div class="para">E. 2c S. 417; Urteil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 1980 </div> <div class="para">in ZBl 84/1983 S. 179, E. 2b und c). Desgleichen ist nach </div> <div class="para">Lehre und Rechtsprechung die Auferlegung von Mehrwertbei- </div> <div class="para">trägen für die Kosten der Erschliessung bereits dann zu- </div> <div class="para">lässig, wenn eine Anschlussmöglichkeit besteht, unabhängig </div> <div class="para">davon, ob der Grundeigentümer davon tatsächlich Gebrauch </div> <div class="para">macht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IA-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241">BGE 106 Ia 241</a> E. 3b S. 242; <u>André Jomini</u>, Kommentar </div> <div class="para">RPG, Zürich 1999, Art. 19 Rz. 59; <u>Vera Marantelli-Sonanini</u>, </div> <div class="para">Erschliessung von Bauland, Diss. Bern 1997, S. 98 u. 105). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) Das kann jedoch nicht bedeuten, dass sämtli- </div> <div class="para">che Belastungen mit dem Hinweis auf eine künftige bessere </div> <div class="para">Nutzung und ungeachtet der konkreten Situation des Betrof- </div> <div class="para">fenen zulässig wären. Es ist nicht zu übersehen, dass die </div> <div class="para">zitierte Lehre und Rechtsprechung hauptsächlich anhand un- </div> <div class="para">überbauter Grundstücke entwickelt wurde. Wird solches Land </div> <div class="para">durch einen Quartierplan erschlossen, so erhält dadurch </div> <div class="para">der Eigentümer die Möglichkeit, sein bisher nicht über- </div> <div class="para">bautes Grundstück in den Grenzen des bau- und planungs- </div> <div class="para">rechtlich Zulässigen möglichst optimal zu überbauen und </div> <div class="para">damit einen wirtschaftlichen Vorteil aus den im Rahmen des </div> <div class="para">Quartierplans erstellten Erschliessungsanlagen zu reali- </div> <div class="para">sieren. Das ist in der Regel für den Eigentümer wirtschaft- </div> <div class="para">lich vorteilhaft (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-65%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page65">BGE 121 I 65</a> E. 5b/aa S. 71; <u>Christian</u> </div> <div class="para"> <u>Lindenmann</u>, Beiträge und Gebühren für die Erschliessung </div> <div class="para">nach zürcherischem Planungs- und Baurecht, Diss. Zürich </div> <div class="para">1989, S. 88, 94; <u>Schürmann/Hänni</u>, Planungs-, Bau- und </div> <div class="para">besonderes Umweltschutzrecht, 3. Aufl., Bern 1995, S. 220, </div> <div class="para">226). Die Eigentumseinschränkung, die darin liegt, dass </div> <div class="para">auch möglicherweise nicht bauwillige Eigentümer indirekt </div> <div class="para">zur Überbauung veranlasst werden, wird damit gerechtfertigt, </div> <div class="para">dass bisher nicht überbautes Land der Überbauung zugeführt </div> <div class="para">wird, was als hinreichendes öffentliches Interesse betrach- </div> <div class="para">tet wird ( <u>EJPD/BRP</u>, Erläuterungen zum Bundesgesetz über die </div> <div class="para">Raumplanung, Bern 1981, N 24 zu Art. 19; <u>Jomini</u>, a.a.O., </div> <div class="para">Art. 19 Rz. 59; <u>Marantelli-Sonanini</u>, a.a.O., S. 105 f.). </div> <div class="para">Damit ist in der Regel kein finanzieller Verlust verbunden. </div> <div class="para">Der Eigentümer kann das Grundstück nutzbringend überbauen </div> <div class="para">oder zu einem Preis verkaufen, der weit über dem Ertragswert </div> <div class="para">des unüberbauten Grundstücks liegt. Der durch die Erschlies- </div> <div class="para">sungsmassnahmen geschaffene Mehrwert kann tatsächlich reali- </div> <div class="para">siert werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bei bereits überbauten Grundstücken kann es sich </div> <div class="para">jedoch anders verhalten; ein Quartierplan stellt hier oft </div> <div class="para">eine schwerwiegende Eigentumsbeschränkung dar (vgl. BGE 106 </div> <div class="para">Ia 364 E. 2 S. 366 f.) : Insbesondere bei Gewerbebetrieben, </div> <div class="para">welche die baurechtlich zulässigen Überbauungsmöglichkeiten </div> <div class="para">nicht voll ausschöpfen, kann eine intensivere Überbauung </div> <div class="para">zwar rechtlich und technisch möglich, aber für den betref- </div> <div class="para">fenden Betrieb unnötig und wirtschaftlich weder sinnvoll </div> <div class="para">noch tragbar sein. In solchen Fällen stellt eine zusätz- </div> <div class="para">liche Erschliessung, die eine intensivere Überbauung er- </div> <div class="para">möglichen würde, allenfalls einen hypothetischen Vorteil </div> <div class="para">dar, der jedoch praktisch nicht oder zumindest nicht kurz- </div> <div class="para">fristig oder nur um den Preis einer Veräusserung des Grund- </div> <div class="para">stücks und einer Aufgabe des Betriebs realisierbar ist. Den </div> <div class="para">mit dem Einbezug in den Quartierplan verbundenen Abgaben </div> <div class="para">und sonstigen Nachteilen steht damit kein tatsächlicher </div> <div class="para">Vorteil gegenüber. Derartige Situationen sind im Lichte </div> <div class="para">der Eigentumsgarantie deshalb anders zu beurteilen als </div> <div class="para">der bisher meist betrachtete Fall, dass Eigentümer nicht </div> <div class="para">überbauter Grundstücke durch den Bau von Erschliessungs- </div> <div class="para">anlagen zur Überbauung veranlasst werden. Das abstrakte </div> <div class="para">Interesse an einer maximal zulässigen baulichen Ausnutzung </div> <div class="para">kann in solchen Fällen nicht unbesehen das konkrete Inte- </div> <div class="para">resse des betroffenen Eigentümers überwiegen. Vielmehr ist </div> <div class="para">die Verhältnismässigkeit im Einzelfall zu prüfen (BGE 121 </div> <div class="para">I 65 E. 5a/cc und 5c S. 71 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F100-IA-223%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page223">100 Ia 223</a> E. 3 S. 226 ff.; </div> <div class="para"> <u>Schürmann/Hänni</u>, a.a.O., S. 200 f.; vgl. auch BGE 119 Ia </div> <div class="para">21 E. 1a S. 24 f.: Berücksichtigung betrieblicher Gegeben- </div> <div class="para">heiten). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Aus diesen Überlegungen folgt, dass für den Ein- </div> <div class="para">bezug bereits überbauter Grundstücke in einen Quartierplan </div> <div class="para">nicht einzig auf die durch die vorgesehene Erschliessung </div> <div class="para">objektiv ermöglichte bessere Ausnützung, sondern auch auf </div> <div class="para">die subjektive Situation der betroffenen Eigentümer abzu- </div> <div class="para">stellen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> f) Das Verwaltungsgericht hat einzig als aus- </div> <div class="para">schlaggebend betrachtet, dass durch den Quartierplan eine </div> <div class="para">bessere Ausnützung objektiv möglich sei. Es hat deshalb zu </div> <div class="para">Unrecht die subjektive Situation des Beschwerdeführers gar </div> <div class="para">nicht geprüft. Der Sachverhalt ist jedoch aufgrund der Akten </div> <div class="para">hinreichend klar, so dass das Bundesgericht die erforderli- </div> <div class="para">che Interessenabwägung selbst vornehmen kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> g) Nach dem bisher Ausgeführten (E. 3c) ist </div> <div class="para">nicht zweifelhaft, dass die zusätzliche Erschliessung </div> <div class="para">(Strasse "im See", Kanalisation und Wasserleitung) für </div> <div class="para">den Fall einer intensiveren Nutzung des südlichen Parzel- </div> <div class="para">lenteils erforderlich ist. Sie bedeutet demnach für den </div> <div class="para">Fall einer solchen Nutzung auch einen Mehrwert, da ohne </div> <div class="para">diese Erschliessung eine intensivere Überbauung des süd- </div> <div class="para">lichen Teils gar nicht bewilligt werden könnte. Dieser </div> <div class="para">durch die Erschliessung geschaffene Vorteil rechtfertigt </div> <div class="para">denn auch den generellen Flächenabzug. Zwar kann dieser </div> <div class="para">Vorteil vorderhand nicht realisiert werden, doch behindert </div> <div class="para">der Flächenabzug den bestehenden Betrieb des Beschwerde- </div> <div class="para">führers nicht. Jedenfalls macht dieser nicht geltend, durch </div> <div class="para">die Abtretung der rund 180 m2 werde die Benützung der Werk- </div> <div class="para">stätte oder der Einstellhalle verunmöglicht oder auch nur </div> <div class="para">erschwert. Auch bei Berücksichtigung der konkreten, aktuel- </div> <div class="para">len Interessenlage des Beschwerdeführers ist somit der </div> <div class="para">Flächenabzug nicht unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> h) Analoges gilt für den Landabtausch (Abtretung </div> <div class="para">des Streifens im Süden, Impropriation des Streifens im Nor- </div> <div class="para">den). Aus der Eigentumsgarantie folgt ein Anspruch auf wert- </div> <div class="para">gleichen Realersatz und - sofern dies nicht möglich ist - </div> <div class="para">Geldausgleich in der Höhe des Verkehrswertes (BGE 122 I </div> <div class="para">120 E. 5 S. 127; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-21%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page21">119 Ia 21</a> E. 1a S. 24 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IA-41%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page41">116 Ia 41</a> E. 5a </div> <div class="para">S. 50; <u>Schürmann/Hänni</u>, a.a.O., S. 227). Der Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer macht nicht geltend, dass der Verkehrswert des ihm neu </div> <div class="para">zugeteilten Streifens geringer sei als derjenige des von ihm </div> <div class="para">abzutretenden Streifens (unter Berücksichtigung der Minder- </div> <div class="para">zuteilung infolge des generellen Landabzugs). In abstrakter </div> <div class="para">Weise ist somit die Wertgleichheit nicht in Frage gestellt. </div> <div class="para">Ebenso wenig wird durch den Abtausch der Betrieb der Garage </div> <div class="para">in der bisherigen Form in Frage gestellt. Der Beschwerde- </div> <div class="para">führer bringt einzig vor, auf dem abgetrennten Streifen </div> <div class="para">im südlichen Teil hätte er die bestehende Einstellhalle </div> <div class="para">erweitern können. Es ergeben sich jedoch weder aus den </div> <div class="para">Akten noch aus den Rechtsschriften des Beschwerdeführers </div> <div class="para">Hinweise darauf, dass eine solche Erweiterung konkret ge- </div> <div class="para">plant wäre. Zudem wäre eine Erweiterung der Halle auch in </div> <div class="para">nördlicher Richtung denkbar. Bei einer grundsätzlichen Neu- </div> <div class="para">gestaltung der Überbauung würde sodann der im nördlichen </div> <div class="para">Teil impropriierte Streifen eine bessere bauliche Ausnützung </div> <div class="para">des nördlichen Teils erlauben. Es kann somit nicht gesagt </div> <div class="para">werden, dass der Landabtausch den Grundsatz des wertgleichen </div> <div class="para">Ersatzes verletzt. Mit gewissen Unterschieden zwischen altem </div> <div class="para">und neuem Besitzstand muss sich der Eigentümer bei einer </div> <div class="para">Landumlegung abfinden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F100-IA-223%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page223">BGE 100 Ia 223</a> E. 3a S. 227). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> i) Eine wesentliche Belastung könnte sich </div> <div class="para">hingegen aus der mit dem Einbezug in den Quartierplan </div> <div class="para">verbundenen Beitragspflicht für die Erschliessungsanlagen </div> <div class="para">ergeben. Der Beschwerdeführer wird nach seinen Angaben mit </div> <div class="para">Erschliessungsbeiträgen von Fr. 157'200.-- belastet (Kanali- </div> <div class="para">sation: Fr. 63'700.--; Wasserzufuhr: Fr. 29'700.--; Strasse: </div> <div class="para">Fr. 63'800.--). Für den Fall einer künftigen intensiveren </div> <div class="para">Überbauung des südlichen Parzellenteils dürfte dieser Auf- </div> <div class="para">wand ohne weiteres durch den entsprechenden Mehrwert kompen- </div> <div class="para">siert werden. Solange der Beschwerdeführer hingegen sein </div> <div class="para">bisheriges Gewerbe betreibt und daher aus der neuen Er- </div> <div class="para">schliessung keinen Nutzen hat, könnte sich die Pflicht </div> <div class="para">zur Zahlung eines Beitrags in solcher Höhe im Lichte des </div> <div class="para">bisher Ausgeführten (E. 3e) in der Tat als unverhältnis- </div> <div class="para">mässig erweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Indessen steht zur Zeit die Beitragsforderung </div> <div class="para">nicht zur Diskussion. Der Quartierplan legt einzig den </div> <div class="para">Kostenverteiler für den Fall der plangemässen und voll- </div> <div class="para">ständigen Realisierung der Erschliessungsanlagen fest. </div> <div class="para">Dass und wann der Beschwerdeführer die entsprechenden </div> <div class="para">Beiträge zu leisten haben wird, steht noch nicht fest, </div> <div class="para">sondern wird nach Massgabe der <span class="artref">§<artref id="CH/745.1/166" type="start"></artref>§ 166 ff. PBG</span><artref id="CH/745.1/166" type="end"></artref> festgelegt </div> <div class="para">werden. Es wird Sache des Gemeinderates sein, zu gegebener </div> <div class="para">Zeit die Kosten so festzulegen, dass für den Beschwerde- </div> <div class="para">führer keine unverhältnismässige Belastung entsteht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit abzu- </div> <div class="para">weisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichts- </div> <div class="para">kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in </div> <div class="para">Verbindung mit <span class="artref">Art. 153 und <artref id="CH/173.110/153^a" type="start"></artref>Art. 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153" type="end"></artref>). Nachdem das Ver- </div> <div class="para">waltungsgericht teilweise von unzutreffenden Annahmen ausge- </div> <div class="para">gangen ist (E. 3a und f) und sich der Beschwerdeführer inso- </div> <div class="para">fern in guten Treuen zur Beschwerdeführung veranlasst sehen </div> <div class="para">konnte, rechtfertigt sich eine Reduktion der Gerichtsgebühr </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 156 Abs. 3 OG</span>). Die Gemeinde Weiach hat keinen An- </div> <div class="para">spruch auf Parteientschädigung, nachdem sie nicht anwalt- </div> <div class="para">lich vertreten war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem </div> <div class="para">Gemeinderat Weiach und dem Verwaltungsgericht des Kantons </div> <div class="para">Zürich, 1. Abteilung, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 14. März 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>