Baurekursgericht des Kantons Zürich 3. Abteilung G.-Nr. R3.2016.00196 BRGE III Nr. 0265/2016 Entscheid vom 7. Dezember 2016 Mitwirkende Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichter Walter Linsi , Baurichter Eugen Staub, Gerichtsschreiberin Elena Marioni-Quadranti in Sachen Rekurrierende 1. T. L., [….] 2. H. und N. S., [….] 3. O. U., [….] 4. A. E., [….] gegen Rekursgegnerschaft 1. Baukommission Egg, Forchstrasse 145, 8132 Egg b. Zürich 2. Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Egg, Forchstrasse 123, 8132 Egg b. Zürich betreffend Baukommissionsbeschlüsse vom 24. Mai 2016 und 13. Juni 2016 (Wiede r- erwägung); Anordnung von Massnahmen betreffend Kirchenglockengeläut der evangelisch-reformierten Kirche, Egg ______________________________________________________ R3.2016.00196 Seite 2 hat sich ergeben: A. Am 16. Januar 2014 reichten T. und A. L., H. und N. S ., O. U. sowie A. E. bei der Gemeinde Egg eine Lärmklage ein. Mit dieser beantragten sie, die evangelisch-reformierte Kirche Egg habe auf die nächtlichen Stunde n- schläge zu verzichten, und es sei das Abendläu ten zu verkürzen sowie dessen Lautstärke zu reduzieren. Des Weiteren wurde bea ntragt, dass die evangelisch-reformierte Kirche A. E. die Kosten für das von ihm veranlasste Privatgutachten zurückzuerstatten habe. Mit Beschluss vom 24. Mai 2016 befand die Ba ukommission über diese Klage und beschloss folgendes: "1. Die Kirchenpflege der evangelisch -reformierten Kirche Egg wird zu fo l- gender Massnahme verpflichtet: a. Für die Zeit von 22.00 bis 07.00 Uhr wird eine Lärmreduktion der nächtlichen Glockenschläge insoweit angeordnet, als die Immiss i- onen bei den in der ES II beurteilten Immissionsorten um 10 dBA zu reduzieren sind. Ausgangspunkt sind die heutigen Maximalp e- gel LAFmax. b. Zur Erreichung der Lärmreduktion um 10 dBA wird die evang e- lisch-reformierte Kirchge meinde Egg verpflichtet, innert sechs Monaten seit Rechtskraft dieses Beschlusses bei der Glocke e i- nen elektrischen Klöppel anstelle des bisherigen mechanischen Klöppels zu montieren und die Anschlagsstärke in der Nacht de r- art einstellen zu lassen, dass di e Immissionen um 10 dBA red u- ziert werden. c. Die Wirkung der angeordneten Massnahme ist von der evang e- lisch-reformierten Kirchgemeinde Egg innert der nämlichen Frist mittels einer Immissionsmessung zu überprüfen und zu dokume n- tieren. Als relevanter Immissi onsort für die durchzuführende Me s- sung gilt das Gebäude [….]. 2. Für das Glockengeläut am Tag bzw. das Ein- und Ausläuten des Sonn- tags werden keine Massnahmen verfügt. (…) 4. Die Aufwendungen zur Ermittlung des Sachverhaltes werde n der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Egg im Umfang von Fr. 11'612.95 nach Eintritt der Rechtskraft dieses Beschlusses separat in Rechnung gestellt und sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen; im Übrigen werden sie auf die Gemeindekass e geno m- men. R3.2016.00196 Seite 3 5. Der Antrag von A. E. , ihm die Kosten für das Privatgutachten der " X AG" im Umfang von Fr. 8'316.00 zu ersetzen, wird abgewiesen. (…)" Mit Beschluss vom 13. Juni 2016 erfolgte insofern eine Wiedererwägung, als Dispositiv -Ziffer 1.b dahingehend neu gefasst wurde, als ein Magne t- hammer anstelle des bisherigen Fallschlaghammers zu montieren sei. B. Die Lärmkläger erhoben am 1. Juli 2016 mit gemeinsamer Eingabe gegen die beiden genannten Beschlüsse Rekurs mit den folgenden Anträgen: "1. Es sei Ziffer 1.a. des Beschlusses abzuändern und es sei die evang. - ref. Kirchgemeinde Egg zu verpflichten, die Immissionen der Stunde n- schläge zwischen 22 Uhr bis 7 Uhr auf höchstens 44 dBA (im offenen Fenster) zu reduzieren. Eventualiter sei sie zu verpflichten, die Immi s- sionen um mindestens 29,8 dBA zu reduzieren. 2. Es seien Ziffern 1.b und c. des Beschlusses abzuändern und die Frist zur Reduktion der Immissionen und zur anschliessenden Lärmme s- sung und Dokumentation auf zwei Monate zu verkürzen (statt 6 Mona- te). 3. Es sei Ziffer 1.c. des Beschlusses abzuändern und es sei die Kontrol l- messung durch die EMPA vorzunehmen, im Auftrag der Baukommiss i- on und auf Kosten der Kirchgemeinde; und zwar bei Gebäude [….]. 4. Es sei Ziffer 2 des Beschlusses aufzuheben und es sei die evang. -ref. Kirchgemeinde Egg zu verpflichten, ab sofort das Geläut um 19.01 Uhr an Samstagen und Sonntagen nur mit Glocke 4 und nur während 4 M i- nuten ertönen zu lassen (statt mit allen Glocken während 14 Minuten). 5. Es sei Ziffer 4 des Beschlusses abzuändern und die evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Egg zu verpflichten, die Aufwendungen zur Ermittlung des Sachverhaltes in vollem Umfang von CHF 23'225.85 (statt nur CHF 11'612.95) zu bezahlen. 6. Es sei Z iffer 5 des Beschlusses aufzuheben und es sei die evang. -ref. Kirchgemeinde Egg zu verpflichten, dem Rekurrenten A. E. die von ihm vorgeschossenen Kosten des Lärmmessberichts " X AG " vom 13.5.2013 zu ersetzen, nämlich Fr 8'316.--. 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MWSt, zu Lasten der Rekursgegnerin." Des Weiteren stellten sie ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massna h- men. R3.2016.00196 Seite 4 C. Am 6. Juli 2016 wurde vom Rekurseingang Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. D. Mit Präsidialverfügung vom 12. Juli 2016 wurde vom Hinschied des Reku r- renten A. L. Kenntnis genommen, und er wurde nicht mehr weiter im Rubrum aufgeführt. E. Die Vorinstanz nahm mit Eingabe vom 15. Juli 2016 zum rekurrentischen Antrag um Erlass vorsorglicher Massnahmen Stellung. Die private Rekur s- gegnerin liess sich hierzu mit Eingabe vom 18. Juli 2016 vernehmen. Die Rekurrierenden nahmen am 27. Juli 2016 zu diesen Rechtseingaben Ste l- lung. Mit Präsidialverfügung vom 28. Juli 2016 wurde ü ber die ersuchten vorsorglichen Massnahmen befunden. F. Am 6. September 2016 erstattete die Vorinstanz ihre Rekursantwort und schloss darin auf Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei. Die private Rekursgegnerin schloss in ihrer Vernehmlass ung ebenfalls auf Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. Die Rekurrierenden reichten am 23. September 2016 ihre Replik zu den Akten. Mit Präsidialverfügung vom 26. Septembe r 2016 wurde die Rekur s- gegnerschaft eingeladen zu duplizieren. Die Dupliken wurden am 13. Okt o- ber 2016 eingereicht. G. Am 7. November 2016 führte die 3. Abteilung des Baurekursgerichts im Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. R3.2016.00196 Seite 5 H. Auf d ie Feststellungen anlässlich des Lokaltermins und auf die Parteivo r- bringen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachst e- henden Erwägungen Bezug genommen. Es kommt in Betracht: 1. Bereits im Jahre 2013 hatten Anwohner ein Lärm gutachten bei der Firma X AG in Auftrag gegeben. Daraufhin revidierte die eva ngelisch-reformierte Kirchgemeinde im Oktober 2013 ihre Läuteordnung. Die Revision umfasste u.a. den Verzicht auf die nächtlichen Viertelstunde nschläge und auf das Geläut am Sonntagmorgen um 8:01 Uhr. Des Weit eren wurde das Frühge- läut (Montag bis Freitag) von 6:01 Uhr auf 07:01 Uhr verlegt. In der Nacht (22:00 Uhr bis 7:00 Uhr) sollte auch gemäss der ne uen Läuteordnung zur vollen Stunde die Anzahl Stunden mit der Gl ocke 1 angegeben werden. Das samstägliche und sonntägliche Abendläuten um 19:01 Uhr sollte we i- terhin 14 Minuten und mit allen fünf Glocken geschl agen werden. Die R e- kurrierenden und weitere Anwohner reichten bei der Bezirkskirchenpflege Rekurse gegen die neue Läuteordnung ein und verlangten den Verzicht auf das nächtliche Zeitschlagen sowie eine Reduktion des Abendläutens an Samstagen und Sonntagen. Die Bezirkskirchenpflege wies mit Beschluss vom 25. März 2014 die Rekurse ab (act. 25.72). In der Folge erhob en die Rekurrierenden die vorstehend genannte Lär m- klage. Die Vorinstanz zog ihrerseits ein Fachbüro für Akustik, die YZ AG, bei. Dieses nahm gestützt auf das Lärmgutac hten und auf die Messungen der X AG eine Lärmbeu rteilung für die Empfin dlichkeitsstufe (ES) III vor (Kurzbericht Nr. 1 vom 15. J anuar 2015, act. 25.10). Diese wurde sämtl i- chen Ve rfahrensbeteiligten zwecks Stellun gnahme zugestellt. Am 16. N o- vember 2015 legte die YZ AG sodann ein Lärmgutachten hinsichtlich der in der dem Kirchturm nah egelegenen ES II anzutreffe nden Lärmimmissionen vor. Auch dieser Bericht wurde allen Verfahren sbeteiligten zugestellt. Am 22. Februar 2016 unternahm die Baukommission mit e inem Kirchturmtech- R3.2016.00196 Seite 6 niker eine Begehu ng des Kirchturmes, um mögl iche technische Massna h- men abzuklären. Am 24. Mai 2016 erging der angefochtene Beschluss. 2. Die Wohnung des rekurrierenden Ehepaars S. [….] liegt rund 68 m nördlich der reformierten Ki rche. D azwischen b efindet sich ein Teil des Frie dhofs. Die Wohnungen der weit eren Rekurrierenden liegen nördlich der Wohnung des Ehepaares S. und weisen e inen Abstand von 105 m zum besagten Gotteshaus auf. Sämtliche Wohnungen liegen in der Wohn - und Gewerbe- zone (WG60) und sind der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III zugeteilt. Zum Rekurs ist berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat (§ 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). Mit dieser Umschreibung verlangt das Gesetz zunächst eine besondere, beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand, kraft derer der Rekurrent stärker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit von der ang e- fochtenen Verfügung betroffen ist. Sog. Popularbeschwerden sind mithin nicht zulässig. Sind Störungen durch Immissionen zu beurteilen, kann bei der Beurteilung der Betroffenheit nicht primär auf die Distanz zur Lärmquelle abgestellt werden. Massgeblich sind vielmehr die tatsächlichen Lärmimmissionen beim Rechtsmittelkläger. Die Rekurrierenden liessen wie bereits ausgeführt im Jahre 2013 ein Lär m- gutachten durch die X AG ausarbeiten. Dieses wies für die Stundenschläge am geöffneten Fenst er der L iegenschaft [….] 79 dB(A) bzw. 80 dB(A) und beim Gebäude [….] einen Wert von 74 dB(A) aus. Das Ve rwaltungsgericht führte in se inem Entscheid vom 6. O ktober 2010 (VB.2010.00304) aus, wenn die Rechtsmittelbefugnis aus I mmissionen abgeleitet werde, müssten diese für die Beschwerdeführer deu tlich wah rnehmbar sein. Dabei sei j e- doch nicht auf das zulässige Mass der Immiss ionen abzustellen, sondern auf ein deu tlich tieferes Mass. Gestützt auf eine Stellungnahme des Bu n- desamtes für Umwelt (BAFU) wurde dabei davon ausgegangen, dass eine kritische Schwelle, ab welcher mit Au fwachreaktionen zu rechnen sei, bei 60 dB(A) beim Ohr der schlafenden Person g emessen liege. Das Verwa l- tungsgericht gelangte daher zum Schluss, dass die Rekurslegi timation ge- R3.2016.00196 Seite 7 geben sei, wenn im offenen Fen ster gemessen ein maximaler Schallpegel von 60 dB(A) erreicht werde. Die von Mark Brink, Sarah Omlin, Christian Müller, Reto Pieren und Mathias Basner "An event -related analysis of awa- kening reactions due to nocturn al church bell noise" (Science of the Total Environment, 409 [24], 5210 -5220, nachfolgend: ETH -Studie) lag damals noch nicht vor. Das Baurekursgericht hatte in seinem Entscheid BRGE II Nr. 0193/2015 vom 15. Dezember 2015 (www.baurekursgericht -zh.ch) so- wohl den nächtlichen Viertelstundenschlag als auch die nächtliche Zeita n- gabe von Kirchenglocken zu beurteilen. Das Gericht befand in jenem En t- scheid gestützt auf die ETH -Studie und die s oeben wiedergegebene Rechtsprechung, die Rekurslegitimation sei bereits da nn gegeben, wenn ein L AF, max von 40 dB(A) im offenen Fenster erreicht werde. Bei vierte l- stündlich auftretenden Kirchglockenimmissionen trete nämlich bei Anna h- me eines neunstündigen Schlafs die erste zusätzliche Aufwachreaktion b e- reits bei Immissionen von 40 dB(A) beim Ohr der schl afenden Person g e- messen ein (bestätigt mit VB.2016.00052 vom 12. Mai 2016, www.vgr.zh.ch). Bei stündlich auftretenden Kirchglockenimmissionen, wie sie hier zu beu r- teilen sind, tritt bei Annahme eines neunstündigen Schlafs die ers te zusätz- liche Aufwachreaktion bei Immissionen von 55 dB(A) beim Ohr der schl a- fenden Person gemessen ein. Bei Zugrundelegung eines acht - oder si e- benstündigen Schlafs verschiebt sich der Pegel leicht nach oben, liegt aber unterhalb von 60 dB(A) (vgl. Beurte ilung Alltagslärm, Vollzugshilfe im U m- gang mit Alltagslärm, Bundesamt für Umwelt [BAFU], 2014, S. 56, nachfo l- gend: Vollzugshilfe). Der zum Rekurs legitimierende, im offenen Fenster gemessene Pegel ist mithin auch bei einem stündlich eintretenden Ereignis gestützt auf diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse nach unten zu korrigieren. Die Rekurslegitimation ist somit bei einem stündlich eintrete n- den Ereignis bei Erreichung eines L AF, max von 55 dB(A) im offenen Fenster zu bejahen. Aufgrund der gemachten Lärmmessungen steht fest, dass dieser Pegel bei den rekurrentischen Wohnungen erzielt wird. Die Rekurrierenden sind mi t- hin legitimiert, sich gegen den nächtlichen Stundenschlag zur Wehr zu se t- zen. Angesichts ihrer räumlichen Beziehung und den getätigten Lä rmmes- sungen trifft dies zweifelsohne auch auf das Abendgeläut am Samstag und Sonntag zu. Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, R3.2016.00196 Seite 8 sind die Rekurrierenden mit ihrem lärmrechtlichen Rügen zum Rekurs z u- zulassen. Anders verhält es sich hingeg en hinsichtlich ihres Rekursantrags Ziffer 5. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Rekurrierenden mehr als die Allg e- meinheit davon betroffen sein sollen, dass der privaten Rekursgegnerin l e- diglich die Hälfte der Gutachterkosten auferlegt und die Kosten im Übrigen auf die Gemeindekasse genommen wurden. Auf diese Rüge ist daher nicht einzutreten. Sodann ist einzig der Rekurrent A. E. mit dem Rekursantrag Ziffer 6 zuzulassen, da die Kosten für das Gutachten der X AG von ihm be- glichen wurden. 3. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Beschluss in lärmrechtlicher Hi n- sicht, in der Lärmbeurteilung der YZ AG (welche gestützt auf die Vollzug s- hilfe ausgearbeitet wurde) seien die Lärmimmissi onen nachts in der ES III als störend bezeichnet worden, was einem Wert zwischen dem Planungs - und Immissionsgrenzwert entspreche. Die Zei tschläge tagsüber seien gar als höchstens geringfügig störend bewertet worden. In der ES II hingegen sei bei den dem Kirchturm am nächsten g elegenen Liegenschaften sowohl tagsüber als auch nachts von erheblich störenden Immissionen auszug e- hen, was Immissionen zwischen dem I mmissionsgrenzwert (IGW) und dem Alarmwert (AW) entspreche. Von einer erheblichen Störung seien zwischen zehn und 20 Liegenschaften b etroffen. Es seien daher Massnahmen zu prüfen, um die Lärmimmissionen minde stens unter den Immissionsgren z- wert zu senken. Die Werte in der ES II se ien bei gekipptem und geöffnetem Fenster gemessen worden. Gemäss ständiger Rechtsprechung seien j e- doch einzig die Werte bei gekipptem Fenster massgeblich. Um in der ES II die Immissionen unter den IGW se nken zu können, sei eine Reduktion der Lärmimmissionen von 10 - 15 dB(A) notwendig. Auch ein vollständiger Ve r- zicht auf die Stundenschläge würde das Problem lösen . Tagsüber würde nur eine deutliche Reduktion der Lau tstärke zu einer anderen Bewertung führen. Die von den Anwohnern ve rlangte Verkürzung des Geläuts an den Samstag- und Sonntagabenden h abe auf die Bewertung der Immissionen gemäss der Vollzugshilfe keinen Einfluss. Würde das Geläut nur mit der Glocke vier ausgeführt, würde dies eine Reduktion von 10 - 15 dB(A) b e- wirken. Eine Verkleidung des Kirc hturms komme aus mehreren Gründen nicht in Frage (welche im angefoc htenen Beschluss näher ausgeführt we r- R3.2016.00196 Seite 9 den). Der nächtliche Stundenschlag entspreche in der Gemeinde einer Tradition, welche von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert und g e- schätzt werde. Die Gemeinde sei trotz ihrer Nähe zu Zürich nach wie vor sehr ländlich geprägt. Die Baukommission e rachte daher das Interesse am Läuten der Kirchenglocken als Ausdruck des Brauchtums und der örtlichen Gepflogenheiten als uneingeschränkt wichtig, was es im Rahmen der Int e- ressenabwägung zu berücksichtigen gelte. 4.1. Die Rekurrierenden monieren zunächst die nä chtlichen Stundenschläge. Sie rügen, dass die Vorinstanz im angefochtenen Beschluss auf die Werte bei gekipptem Fenster abgestellt habe. Das Bundesgericht habe in einem früheren Entscheid, welcher die ES III betroffen habe, ausgeführt, es sei nicht bundesr echtswidrig, die Messwerte im Rauminnern bei gekipptem Fenster als relevant zu bezeichnen. Diese Rechtsprechung sei nach E r- scheinen der ETH -Studie jedoch als überholt zu bezeichnen. Im Übrigen habe das Bundesgericht in einem Entscheid vom 30. November 2011 be- funden, es müsse möglich sein, die Fenster ganz zu öffnen, weshalb die Immissionen an der Gebäudehülle massgeblich seien. Auch seien die R e- kurrierenden nicht nur legitimiert, die Überschreitung der Grenzwerte auf ih- rem Grundstück zu rügen, sondern sie k önnten generell die Rechtswidri g- keit der Anlage einschliesslich der Überschreitung von Grenzwerten bei anderen Grundstücken vorbringen. Wer legitimiert sei, dürfe nämlich alle Rechtsverletzungen rügen. Es seien mithin auch jene Werte heranzuzi e- hen, welche in den Messberichten am höchsten ausgefallen seien, auch wenn diese nicht die rekurrentischen Grundstücke betroffen hätten. Des Weiteren sei die Akzeptanz des nächtlichen Zeitschlagens nicht hinre i- chend abgeklärt worden. Die Ausführungen der Vorinstanz bas ierten ledig- lich auf Annahmen. Bereits im Jahre 1965 hätten sich Anwohner der Kirche gegen das nächtliche Zeitschlagen gewehrt. Der vorliegende Rekurs werde von zahlreichen Anwohnern unterstützt. Werde die Wohnung Messpunkt 1 des Gutachtens der X AG mit der Wohnung Messpunkt 4 des Gutachtens der YZ AG verglichen, welche lediglich 25 m voneina nder entfernt lägen, ergäben sich erhebliche Differenzen. Während im ersten Bericht ein L AF, max von rund 80 dB(A) gemessen worden se i, lägen die We rte der zweitg e- nannten Wohnung rund 5 bis 6 dB(A) da runter. Die Messungen der YZ AG wiesen zudem stetig abnehmende Lärmpegel aus, wofür keine wisse n- R3.2016.00196 Seite 10 schaftlichen Gründe vo rlägen. Es sei daher angemessen, für die Kontrol l- messungen die neutrale EMPA beizuziehen. Die Wohnungen der Rekurri e- renden lägen zwar in der ES III, die relativ stark befahrene Forchstrasse sei bei i hnen jedoch nicht zu hören. Wie hoch nächtliche Immissionen sein dürften, könne anhand der Anhänge der LSV er sehen werden. In den E r- wägungen habe die Vorinstanz sodann verlangt, dass die Immissionen um 10 dB(A) bis 15 dB(A) zu reduzieren seien. Schlussendlich sei aber nur e i- ne Reduktion um 10 dB(A) verfügt worden. Des Weiteren werde im ang e- fochtenen B eschluss auc h nicht fes tgehalten, welcher L AF, max als Au s- gangswert diene. Zudem wolle die Vori nstanz mit der Lärmreduktion bewi r- ken, dass in der ES II keine e rhebliche Störung mehr auftreten werde. Dies sei aber verfehlt. In dieser Zone seien nämlich vielmehr keine s törenden Anlagen zugelassen. Gemäss der Vol lzugshilfe müsse mithin in der ES II die Störungskat egorie 0 erreicht we rden, was der Einhaltung der Pl a- nungswerte entspreche. Die Immissionen seien daher um 29,8 dB(A) zu senken. Die vorzunehme nden Kontrollmessungen seien sodann durch ein neutrales Organ, also die EMPA durchz uführen. Auch sei es nicht ang e- bracht, diese beim Gebäude [….] durchzuführen, da ein dortiger B ewohner Mitglied der Kirche npflege gewesen sei. Auch sei das Gebäude [….] nicht massgeblich, da gemäss dem Bericht der YZ AG dort tiefere Werte anfallen würden. Zudem sei der privaten Rekursgegnerin eine kürz ere Frist a nzu- setzen, um den Glockenhammer auszuwechseln. Sie h abe bereits Vorab- klärungen getätigt, weshalb für den Ersatz weniger als sechs Monate benö- tigt würden. 4.2. Die Vorinstanz hält dem entgegen, bei den nächtlichen Glockenschlägen sei auf die zusätzlich daraus resultierenden Aufwachreaktionen abzuste l- len, weshalb die Immissionen am Ohr einer schlafenden P erson und damit bei gekipptem Fenster zu messen seien. Sie habe sodann aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten festste l- len können, dass der nächtliche Stundenschlag in Egg akzeptiert werde und einer geschätzten Tradit ion entspreche. Die von den Rekurrierenden genannten Abweichungen in den Lärmgutachten der beiden Akustikbüros liessen sich durchaus fachtechnisch erklären. In den Erwägungen sei de s- halb von einer Reduktion von 10 dB(A) bis 15 dB(A) die Rede, weil das von der Vorinstanz beigezogene Akustikbüro die in der ES II eintretenden I m- missionen sowohl bei geöffnetem als auch bei gekipptem Fenster beurteilt R3.2016.00196 Seite 11 habe. Die YZ AG habe in ihrer Stellungnahme vom 1. Juli 2016 die mas s- geblichen L AF, max festgehalten. Der nächtliche Zei tschlag vermittle bei e i- nem Grossteil der Bevölkerung ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit, was voraussetze, dass er im weitläufigen Gebiet der Gemeinde auch wah r- genommen werden könne. Die von den Rekurriere nden beantragte Lär m- reduktion würde dazu führen, dass dem nicht mehr so wäre. 4.3. Die private Rekursgegnerin hält zusammengefasst den rekurrentischen Ausführungen entgegen, die durchgeführten Diskussionen und Umfragen hätten gezeigt, dass dem nächtlichen Stundenschlag ein h oher Stellenwert zukomme. Die Lärmreduktion um 10 dB(A) genüge, um überall weniger als eine zusätzliche Aufwachreaktion zu verursachen. 4.4. Replizierend bringen die Rekurrierenden vor, bei der hier massgeblichen Gemeinde handle es sich um eine Agglomerat ionsgemeinde. Nur noch we- nige Bauern würden hier arbeiten. Es herrsche eine rege Bautätigkeit. Ein Mitglied der Baukommission, welches ebenfalls einen Lärmantrag eing e- reicht hatte, sei bei der Beschlussfassung in den Ausstand getreten. Die Ansicht der Lärm schutz-Befürworter sei daher bei der Beschlussfassung nicht vertreten gewesen und sei von der Baukommission nicht berücksic h- tigt worden. Die private Rekursgegnerin habe auch keine Umfrage durchge- führt. Vielmehr seien nach einer Versuchsphase, in welcher au f die Viertel- stundenschläge verzichtet worden war, Rückmeldungen eingegangen. Eine Mehrheit habe sich damals gegen das Beibehalten der Stunden - und Vier- telstundenschläge ausgesprochen. Eine von den Rekurrierenden initiierte Unterschriftensammlung habe erge ben, dass 141 Einwohner von Egg sich von den Glocken gestört fühlten. 4.5. Die Vorinstanz hält dem entgegen, 6 % der Bevölkerung der Gemeinde würden im primären Sektor tätig sein, was deutlich über dem kantonalen Durchschnitt liege. Auch die vielen Verein e würden die ländliche Prägung der Gemeinde bezeugen. Das von den Rekurrierenden genannte Ba u- kommissionsmitglied habe gestützt auf das Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG) in den Ausstand treten müssen, was aber keineswegs auf eine fe h- R3.2016.00196 Seite 12 lerhafte Entscheidfind ung hindeute. Die Umfrage habe sodann ergeben, dass eine Mehrheit für die Beibehaltung des nächtlichen Stundenschlags sei. Auch seien 170 Personen mit der Änderung der Läuteordnung nicht einverstanden gewesen. Diese hätten die Beibehaltung der alten Ordnun g gewünscht. 4.6.1. Das Glockenspiel der reformierten Kirche ist eine mit einer Baute dauerhaft verbundene ortsfeste Einrichtung und damit eine Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) und Art. 2 Abs. 1 der Lär m- schutzverordnung (LS V). Die Kirche samt ihrem Läutewerk bestand u n- bestrittenermassen bereits vor dem 1. Januar 1985, weshalb sie aus u m- weltschutzrechtlicher Sicht als altrechtliche Anlage gilt und damit grun d- sätzlich die Immissionsgrenzwerte einzuhalten hat (Art. 13 LSV). Sie ist folglich zu sanieren, wenn sie den Vorschriften des Umweltschutzgesetzes nicht genügt (Art. 16 Abs. 1 USG). Eine Sanierung ist mithin dann zu ergrei- fen, wenn die Anlage wesentlich zur Überschreitung der Immissionsgren z- werte beiträgt. Sie ist so zu san ieren, dass sie die Immissionsgrenzwerte einhält. Sanierungsbedürftig ist eine Anlage aber auch dann, wenn die Vo r- schriften der Art. 11 Abs. 2 und 3 USG nicht eingehalten werden (André Schrade/Heidi Wiestner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Hrsg. Vereinigung für Umweltrecht/Helen Kelle r, Zürich 1998 ff., Art. 16 Rz. 23 ff., Rz. 43). Diesen zufolge sind Emissionen im Rahmen der Vorso r- ge unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung so weit zu begre n- zen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Abs. 2). Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen (Abs. 3). Solche Begrenzungen werden gemäss Art. 12 Abs. 2 USG durch Verordnungen oder, soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar auf das Umwel t- schutzgesetz abgestützte Verfügungen vorgeschrieben. Schutzmassna h- men nach Art. 12 Abs. 2 USG sind nicht erst zu ergreifen, wenn d ie Um- weltbelastung schädlich oder lästig wird, sondern es müssen gestützt auf das Vorsorgeprinzip schon sämtliche unnötigen Emissionen vermieden werden. Dies ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im strengen Sinne nicht nötige Lärm völlig unters agt werden müsste. Es gibt keinen a b- soluten Anspruch auf Ruhe; vielmehr sind geringfügige, nicht erhebliche R3.2016.00196 Seite 13 Störungen hinzunehmen (Art. 15 USG). Einer sanierungsbedürftigen Anl a- ge können jedoch Erleichterungen gewährt werden (vgl. Art. 14 LSV). Die Lärmim missionen ortsfester Anlagen sind grundsätzlich anhand der vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte (Anhänge 3 - 8 LSV) zu beurteilen (Art. 40 Abs. 1 LSV). Für die Lärmbelastung durch Glockenspiele hat der Bundesrat keine Grenzwerte festgelegt. Fehl en solche Werte, so müssen die Lärmimmissionen im Einzelfall nach den Kriterien der Art. 15, 19 und 23 USG bewertet werden (Art. 40 Abs. 3 LSV). Im Rahmen dieser Einzelfallbeurteilung sind der Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufi g- keit seines Auftretens sowie die Lärmempfindlichkeit bzw. Lärmvorb e- lastung zu berücksichtigen. Dabei ist nicht auf das subjektive Lärmempfi n- den einzelner Personen abzustellen, sondern es ist eine objektivierte B e- trachtung unter Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfind lich- keit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen. Dabei gilt es zu beachten, dass die Lärmschutzvorschriften des Umweltschutzgesetzes in erster Linie auf G e- räusche zugeschnitten sind, die als unerwünschte Nebenwirkungen einer bestimmten Tätigkeit auftreten. Grund sätzlich lassen sich solche Lär m- emissionen mit geeigneten Massnahmen an der Quelle reduzieren, ohne dass dadurch die entsprechenden Tätigkeiten als solche in Frage gestellt würden. Geräusche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten Akt i- vität ausmachen, wie beispielsweise das Läuten von Kirchen - oder Kuhglo- cken sowie das Musizieren können indessen nicht völlig vermieden oder in der Lautstärke wesentlich reduziert werden, ohne dass zugleich der Zweck der sie verursachenden Tätigkeit vereitelt würde. De rartige Lärmemissi o- nen als unnötig und unzulässig zu qualifizieren, würde nichts anderes hei s- sen, als gleichzeitig die betreffenden Aktivitäten generell als unnötig zu b e- trachten. In der Rechtsprechung werden solche Emissionen zwar aufgrund des Umweltschutzgesetzes beurteilt, aber zugleich unter Berücksichtigung des Interesses an der den fraglichen Lärm verursachenden Tätigkeit nicht vollständig untersagt, sondern bloss einschränkenden Massnahmen unte r- worfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. März 1998 in Pra 1998 Nr. 170 S. 904; BGE 126 II 366 E.2d S.369). Solche Massnahmen best e- hen in der Regel in einer Einschränkung der Betriebszeiten, da eine Reduk- tion der Schallintensität zumeist den mit der betreffenden Tätigkeit verfol g- ten Zweck vereiteln würde. Dabei ist eine Interessenabwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung und dem Interesse an der lärmveru r- sachenden Tätigkeit vorzunehmen. Vorliegend gilt es dabei zu berücksic h- tigen, dass das hier strittige Zeitverkünden nicht unter die Kultusfreiheit fällt R3.2016.00196 Seite 14 (vgl. hierzu VB.2004.00240 vom 27. April 2005, www.vgr.zh.ch, mit weit e- ren Hinweisen). Den örtlichen Behörden ist sodann ein gewisser Beurte i- lungsspielraum zuzugestehen, soweit es sich um Anlässe mit lokaler Au s- prägung oder Tradition handelt (vgl. z u alledem mit weiteren Hinweisen BGr 1C_297/2009). 4.6.2. Für die Einzelfallbeurteilung können unter Umständen fachlich genügend abgestützte private Richtlinien herangezogen werden (vgl. BGE 137 II 30, E. 3, mit weiteren Hinweisen). Auf die in den Anhänge n zur Lärmveror d- nung enthaltenen Grenzwerte kann entgegen rekurrentischer Ansicht hi n- gegen nicht zurückgegriffen werden, da die im jeweiligen Anhang enthalte- nen Belastungsgrenzwerte bzw. die darin vorgeschriebenen Mess - und Be- urteilungsverfahren auf bestim mte Lärmarten zugeschnitten sind und sich daher auf andersartige Lärmemissionen nicht ohne weiteres übertragen lassen. Im Anhang zur Vollzugshilfe des BAFU wird eine Beurteilungsmethode e r- läutert, mit welcher die Quantifizierung der Störwirkung von Kirche nglocken ermittelt werden kann. Die Störung wird dabei für den Tag und die Nacht anhand von mehreren Kategorien separat ermittelt. Für die Nachtphase werden die Aufwachreaktionen (AWR), die Empfindlichkeitsstufe des b e- troffenen Gebiets (ES), die spezielle Personengruppe (SP) sowie die Lärm- vorbelastung (OG) addiert (Störung = AWR + ES + SP + OG). Die einze l- nen Kategorien sind dabei in Gewichtungsfaktoren ( -2 bis + 3) unterteilt, so dass etwa die ES I mit einem Gewichtungsfaktor von +1 zu Buche schlägt, während die ES III einem Gewichtungsfaktor von -1 entspricht. Addiert werden mithin die für die einzelnen Kategorien im Einzelfall zu eruierenden Gewichtungsfaktoren. Die Summe derselben entspricht alsdann einer St ö- rungskategorie. Anhand der vom BAFU zur Verfüg ung gestellten Excel - Tabelle lässt sich die jeweilige Störungskategorie ablesen (vgl. www.bafu.admin.ch/publikationen). Für die Eruierung der Aufwachreaktionen verweist das BAFU auf die vo r- genannte ETH-Studie. Anhand einer Grafik lässt sich dabei feststell en, wie viele zusätzliche Aufwachreaktionen bei einem berechneten oder geme s- senen L AF,max innen anfallen. Die Aufwachreaktionen sind sowohl nach Schlafdauer als auch nach Anzahl Läuteereignisse dargestellt. Das Di a- gramm präsentiert sich wie folgt: R3.2016.00196 Seite 15 (Quelle: Anhang A2 der Vollzugshilfe Beurteilung Alltagslärm des BAFU, 2014; ursprüngliche Quelle: M. Brink, S. Omlin, Ch. Müller, R. Pieren und M. Basner; An event -related analysis of awakening reactions due to nocturnal church bell noise, Science of the Total Environment, 409(24), 5210-5220) Der Vollzugshilfe zufolge sind die zusätzlichen Aufwachreaktionen wie folgt zu gewichten: AWR/Nacht << 1 0 AWR/Nacht < 1 + 1 AWR/Nacht >= 1 + 2 AWR/Nacht >= 3 + 3 Die vom Bundesamt erarbeitete Beurteilungsmethode kann als massgebl i- che Richtlinie herangezogen werden. Dabei gilt es zunächst, das Lärmgu t- achten in den von den Rekurrierenden gerügten Punkten zu überprüfen. 4.6.3. Der von den Rekurrierenden beigezogene Gutachter nahm bei den reku r- rentischen Liegenschaf ten [….] sowie bei einem weiteren Wohnhaus [….] der ES III Lärmmessungen vor. Die Messungen e rfolgten vor Veröffentl i- chung der Vollzugshilfe und der ETH -Studie. Die Messungen wurden am geöffneten Fenster und teilweise auf der Terrasse de r Liege nschaft [….] vorgenommen. Aufgrund der Fotos ist davon auszug ehen, dass die Me s- sungen bei der Wohnung [….] vorgenommen worden sind. Für den Stu n- denschlag wurde bei der [….] (Wohnung 2) ein L AFmax,aussen von 74 dB(A), an der […..] (Wohnung 1) ein so lcher von 79 dB(A) bis 80 dB(A) und bei der Liege nschaft [….] (Wohnung 3) ein L AFmax,aussen von 66 dB(A) g emes- sen. Das von der Vorinsta nz beigezogene Akustikbüro ermittelte anhand dieser Messungen die Mittelwerte des L AFmax,aussen für den Stundenschlag. In der R3.2016.00196 Seite 16 Wohnung 1 beträgt dieser 79,8 dB(A), in der Wohnung 2 73,9 dB(A) und in der Wohnung 3 66,3 dB(A). Für die Eruierung des L AF,max,innen am Ohr einer schlafenden Person wurden von diesen Werten 15 dB(A) in Abzug g e- bracht, da von einem leicht geöffneten, also gekipptem Fenster ausgega n- gen wurde. Für den L AF,max, innen der drei Liegenschaften wurden folgende Werte ausgewiesen: Wohnung 1 64,8 dB(A) Wohnung 2 58,9 dB(A) Wohnung 3 51,3 dB(A) Diese Werte wurden alsdann anhand der ETH -Studie und der Vollzugshilfe beurteilt. Die Lärmbeurteilung für die lärmexponierteste Liegenschaft, Wo h- nung 1, anhand der Vollzugshilfe und der ETH -Studie fiel da her wie folgt aus: Anlagecharakteristiken Lärmsituation Kirchenglocken Rechtliche Einordnung USG öffentliche oder konzessionierte Anlage Rechtliche Einordnung Alte Anlage Quellencharakteristiken Wertung Störungszeit In der Nacht Aufwachreaktionen WAR/Nacht >=1 2 Empfängercharakteristiken Wertung Empfindlichkeitsstufe III -1 Sensible Personen Keine 0 Örtliche Gegebenheiten, Lärmvo r- belastung der ES entsprechender Hintergrundpegel 0 Ergebnis Wertung Störend (zwischen PW und IGW) Vorsorgliche Massnahmen prüfen prüfen 1 Bei der Wohnung 1 ist mit ein bis zwei zusätzlichen Aufwachreaktionen (AWR) zu rechnen, was einem Gewichtungsfaktor von + 2 entspricht. Bei der Wohnung 2 ist gemäss der vorstehend wiedergegebenen Grafik mit ca. einer und bei der Wohnung 3 mit weniger als einer AWR zu rechnen. Der ebenfalls für die Lärmbeurteilung massgebliche Umgebungslärm wurde als für die ES III üblicher Lärm beurteilt. R3.2016.00196 Seite 17 Die Rekurrierenden sind der Auffassung, dass die örtlichen Gegebenheiten falsch beurtei lt worden seien, sei doch bei ihrem Grundstück die lärmige Forchstrasse kaum zu hören. Anlässlich des Lokaltermins waren die […]strasse und die [….]strasse im Bereich der rekurrentischen Grundstücke wenig befahren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Gewerbebetriebe (grössere und kleinere Ladengeschäfte) nördlich der reku rrentischen Grundstücke angesiedelt sind und die Kunden grossmehrheitlich von No r- den her über die [….]strasse anreisen und daher die rekurrent ischen Grundstücke nicht passieren. Es ist jedoch nichts ungewöhnliches, dass in Wohn- und Gewerbezonen Gewerbebetriebe nicht gleichmässig über die gesamte Zone verteilt sind, sondern sich diese oft an einem Ort massieren. Namentlich nachts ist es gerade bei Wohn - und Gewerbezonen na ch Be- triebsschliessung oft ruhig. Ausserordentliche Umstände, welche eine vom Gutachten abweichende Beurteilung der örtlichen Gegebenheiten rechtfe r- tigen würden, liegen mithin nicht vor. Die vorstehend wiedergeg ebene Lärmbeurteilung für die Wohnung 1 ist somit nicht zu beanstanden. 4.6.4. In der Folge liess die Vorinstanz Lärmmessungen in der ES II vornehmen. Gemessen wurde dabei am [….] (Messpunkt 4), an der [….] (Messpunkt 5) und an der [….] (Messpunkt 6). Daraus r esultierten die fo lgenden durc h- schnittlichen LAF,max: MP 4 MP 5 MP 6 Mitte des offenen Fensters 73,8 dB(A) 65,3 dB(A) 56,1 dB(A) Innen, bei geöffnetem Fenster 72,0 dB(A) 56,5 dB(A) 50,0 dB(A) Innen bei spaltbreit geöffnetem oder gekipptem Fenster 59,6 dB(A) 47,0 dB(A) 40,2 dB(A) Die Rekurrierenden erachten diese Messungen deshalb als nicht nachvol l- ziehbar, weil die Werte des Messpunkte s 4 unterhalb jener der Wohnung 1 liegen, obschon die Liegenschaften nur 25 m voneinander entfernt sind. Das von der Vorinstanz beigezogene Akustikbüro nahm hierzu Stellung. Es führte aus, die Differenz sei darauf zurückzuführen, dass bei der Wo h- nung 1 wegen der Dachvorsprünge und der verglasten Sitzplatzabdeckung Reflexionen resultiert seien, welche beim gemessenen Immissionspegel rund 3 dB(A) ausgemacht hätten. Zudem weise der Messpunkt 4 einen rund 9 m grösseren Abstand zum Kirchturm aus, was einem Unterschied von rund 1,2 dB(A) entspreche. Des Weiteren sei die Schallausbreitung zu den beiden Messpunkten nicht dieselbe. Einerseits sei die Abschirmung R3.2016.00196 Seite 18 des Glockenturms je nach Abstrahlung verschieden und andererseits kön n- ten Reflexionen an den umliegenden Liegenschaften zu Pegelunterschi e- den führen. All dies erkläre die unterschiedlichen Immissionspegel für die beiden Messorte. Bei M esspunkt 4 sei während vier Nächten gemessen worden. Die Immissionen seien deshalb nicht stets gleich hoch ausgefallen, weil Wind- und Temperaturverhältnisse sich auf die Immissionen auswirken würden. Um diese Einflüsse möglichst gering zu halten, seien 34 Ereignis- se beurteilt worden. Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und decken sich mit den anlässlich des Lokaltermins gemachten Feststellungen. So zeigte sich etwa, dass die Öffnungen des Kirchturms gegen die Wohnrä u- me der Liegenschaft [….] gerichtet sind. Die Wohnräume des Messpunktes 4 sind es hingegen nicht (vgl. Prot. S. 10 Foto Nr. 3 und Prot. S. 11 Foto Nr. 5). Es besteht daher kein Anlass, an der Richtigkeit der in der ES II vorg e- nommenen Messungen zu zweifeln. Für Messpunkt 4 wurden daher zu Recht bei offenem Fenster drei zusätzl i- che Aufwachreaktionen und bei gekipptem Fenster eine zusätzliche Au f- wachreaktion prognostiziert (vgl. Schema E. 4. 6.2). Dies ergab folgende Lärmbeurteilung: Anlagecharakteristiken Lärmsituation Kirchenglocken Rechtliche Einordnung USG öffentliche oder konzessionierte Anlage Rechtliche Einordnung Alte Anlage Quellencharakteristiken Wertung Störungszeit In der Nacht Aufwachreaktionen WAR/Nacht >=1 2 Empfängercharakteristiken Wertung Empfindlichkeitsstufe II 0 Sensible Personen Keine 0 Örtliche Gegebenheiten, Lärmvo r- belastung der ES entsprechender Hintergrundpegel 0 Ergebnis Wertung Erheblich störend (zwischen IGW und AW) Massnahmen prüfen (oder falls keine Massnahmen umsetzbar, Erleichterungen gewähren) prüfen 2 R3.2016.00196 Seite 19 Die streitbetroffene Anlage ist mithin sanierungsbedürftig. Ihre Immissionen sind folglich derart zu reduzieren, dass sie unter den Immissionsgrenzwert fallen. Des Weiteren sind Massnahmen im Sinne des Vorsorgeprinzips zu prüfen (vgl. Art. 13 LSV). Es gilt daher nachfolgend zu untersuchen, ob sich die von der Vorinstanz getroffenen Lärmminderungsmassnahmen als hi n- reichend erweisen. 4.6.5. Die Rekurrierenden erachten die verfügte Reduktion schon deshalb als u n- zureichend, weil auf die Immissionen bei geöffnetem und nicht bei gekip p- tem Fenster abzustellen sei. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar ist g e- mäss Art. 39 Abs. 1 LSV in der Mitte des offenen Fensters zu messen. Di e- se Norm ist aber auf Lärmimmissionen zugeschnitten, für welche in den Anhängen der LSV durch den Bundesrat Grenzwerte festgelegt worden sind. Es handelt sich dabei um Geräusche, welche als unerwünschte N e- benwirkung einer bestimmten Tätigkeit auftreten. Sind hingegen wie hier Immissionen zu prüfen, die den eigentlichen Z weck einer bestimmten T ä- tigkeit ausmachen, ist es angebracht, den unterschiedlichen Situationen mit stärkeren und schwächeren Lärmbelastungen Rechnung zu tragen (vgl. BRGE II Nr. 0193/2015, E., 5.3.3, vom 15. Dezember 2015, www.baurekursgericht-zh.ch; Alain Griffel, Heribert Rausch; in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Ergänzungsband zur 2. Auflage, Zürich 2011, Art. 15 Rz. 27). Daran ändern auch die von den Rekurrierenden genannten Bundesgerichtsentscheide nichts (BGr 1C_331/2011 vom 30. November 2011, BGE 142 II 100 vom 16. März 2016, www.bger.ch). In beiden Bu n- desgerichtsentscheiden waren nämlich nicht etwa Immissionen zu prüfen, die in den Anhängen der LSV nicht normiert sind, sondern es ging um die Beurteilung der vom Flughafen Kloten bzw. von einer In dustriezone ausge- hende Immissionen (vgl. Anhänge 5 und 6 LSV). Anders als hier waren mithin unerwünschte Nebenwirkungen einer bestimmten Tätigkeit zu würd i- gen. Nicht ersichtlich ist sodann, inwiefern aus der ETH -Studie eine Abkehr von der bisherigen bundes gerichtlichen Rechtsprechung abgeleitet werden soll. Es kann daher festgehalten werden, dass die bei gekipptem Fenster gemessenen Werte für die Beurteilung der von der Vorinstanz verfügten Lärmreduktion massgeblich sind. Die von der Vorinstanz verfügte Lärmreduktion um 10 dB(A) führt mithin bei der lärmexponiertesten Wohnung der ES II (Messpunkt 4) zu einem durc h- schnittlichen LAF,max,innen von 49,6 dB(A). Dies entspricht weniger als einer R3.2016.00196 Seite 20 zusätzlichen Aufwachreaktion. Mit der Reduktion des Lärmpegels geht folg- lich auch eine Verbesserung der Schlafsituation einher. Dasselbe gilt für die den Immissionen am stärksten ausgese tzte Wohnung (Wohnung 1) der ES III. Die verfügte Massnahme führt dort zu einem durchschnittlichen LAF,max,innen von 54,8 dB(A), was einer zusätzlichen Aufwachreaktion en t- spricht, weshalb auch hier eine Reduktion der zusätzlichen Aufwachreakt i- onen erzielt wird. An der gesamthaften lärmrechtlichen Beurteilung für die ES III ändert sich hingegen nichts, schlägt doch die eine zusätzliche Au f- wachreaktion nach wie vor mit einem Gewichtungsfaktor von +2 zu Buche. Hingegen führt die Massnahme in der ES II dazu, dass bei den Aufwachr e- aktionen lediglich noch ein Gewichtungsfaktor von +1 anfällt, weshalb auch hier mit dieser Massnahme die Immissionen nur noch als störend und somit zwischen den Planungs - und den Immissionsgrenzwerten liegen werden, womit Art. 13 Abs. 3 LSV entsprochen wird. Unzutreffend ist das rekurrent i- sche Vorbringen, wonach in der ES II nur keine erheblichen Störungen z u- lässig seien und mithin die Planungswerte einzuhalten seien. Altanlagen dürfen vielmehr auch in der ES II grundsätzlich Immissionsgrenzwerte e r- reichen und mithin störend wirken. 4.6.6. Zu prüfen ist noch, ob weitergehende Massnahmen gestützt auf das Vo r- sorgeprinzip zu ergreifen waren (vgl. Art. 13 Abs. 2 lit. a LSV). Gemäss dem Vorsorgeprinzip sind Emissionen so weit zu begrenzen, als dies tec h- nisch und betrieblich möglich und auch wirtschaftlich tragbar ist. Da hier die von einer kirchlichen Anlage ausgehenden Immissio nen zu beurteilen sind, ist der Aspekt der wirtschaftlichen Tragbarkeit durch eine Verhältnismä s- sigkeitsprüfung zu ersetzen. Im Rahmen einer solchen Prüfung mass das Bundesgericht in mehreren Präjudizien, welche vor Publikation der ETH - Studie ergingen, dem Interesse an der Beibehaltung der Tradition des Gl o- ckengeläuts grösseres Gewicht zu als dem Ruhebedürfnis einzelner (vgl. etwa anstatt vieler BGr 1A.159/2005 vom 20. Februar 2006, www.bger.ch). Als Indiz für die lokale Verankerung stützte sich das höchste Gericht in sei- nem Entscheid vom 18. Januar 2010 (BGr 1C_297/2009, www.bger.ch) auch auf die Bevölkerungsmeinung, welche sich in vorgenommenen Me i- nungsumfragen niedergeschlagen hatte. In seinem letztgenannten En t- scheid trug das Bundesgericht dabei auch dem Umstand Rechnung, dass ein verhältnismässig kleiner Kreis von betroffenen Anwohnern vorlag. Das Baurekursgericht erwog unter Anwendung der Vollzugshilfe in seinem En t- R3.2016.00196 Seite 21 scheid vom 15. Dezember 2015 (BRGE II Nr. 0193/2015), in welchem s o- wohl der Viertelstunde nschlag als auch die Zeitangabe strittig waren, dass auf den Viertelstundenschlag zu verzichten sei. Damit würden weniger z u- sätzliche Aufwachreaktionen anfallen und gleichzeitig werde mit dem Erhalt der Stundenschläge (Zeitangabe) der Tradition weiterhin R echnung getra- gen. Soweit ersichtlich sind noch keine, gestützt auf die neue ETH -Studie gefällte Bundesgerichtsentscheide ergangen. Zweifelsohne wäre vorliegend das Einstellen des Stundenschlags mit ke i- nem erheblichen Aufwand verbunden. Dies liesse sich ein fach bewerkstel- ligen. Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass die strittigen Immissionen nicht eine unerwünschte Nebenerscheinung, sondern den eigentlichen Zweck des Glockengeläuts darstellen. Dem Lärmgutachten zufolge ist bei zehn bis 26 Liegenschaften – wird auf die bisherigen Lärmimmissionen a b- gestellt – mit lärmrechtlich erheblichen Störungen zu rechnen (vgl. Lär m- gutachten der YZ AG, act. 25.8, S. 20). Es ist davon auszugehen, dass als Folge der von der Vorinstanz verfügten Lärmredukt ion die Anzahl betroff e- ner Liegenschaften weiter abnehmen wird. Bei der Mehrheit der zur G e- meinde gehörenden Liegenschaften sind mithin nicht lärmrechtlich releva n- te Immissionen zu erwarten. Die private Rekursgegn erin führte nach der im Mai 2013 erfolgten Versuchsphase eine schriftliche Umfrage durch (act. 32). Darin sprachen sich 43 Personen für die Zeita nsage nachts und 63 gegen diese aus. Wie sich aus der Auswertung der Umfrage ergibt, setzten sich die Befürworter des nächtlichen Glocke nschlags aus 13 Pe rsonen zu- sammen, die in einem Abstand von bis zu 150 m zur Kirche wohnten. Die weiteren 30 hingegen wohnten 150 m bis 400 m von der Kirche entfernt. Am 13. Juni 2013 fand sodann eine Kirc hgemeindeversammlung statt, an welcher rund 150 Personen teilnahmen, darunter auch Angehörige anderer Konfessionen und Konfessionslose. An dieser Veranstaltung sprachen sich fast 75 % der Teilnehmer für den Erhalt des nächtlichen Stundenschlags aus. Etwas mehr als die Hälfte wollte gar am Viertelstundenschlag festha l- ten. In etwa gleich viele gaben sodann zu Protokoll, dass sie sich mit einer Abschaffung des Stundenschlags nicht abfinden könnten. Obschon der Stundenschlag der Kirchenglocken in der heutigen Zeit, in welcher jeder Haushalt über mehrere Uhren verfügt, an Bedeutung verloren hat, zeigen die getätigten Abklärungen klar auf, dass rund die Hälfte aller teilnehmenden Personen mit dieser Tradition noch eng verbunden ist. Wenn die ortskundige Baubehörde daher erwogen hat, dass ein nicht une r- R3.2016.00196 Seite 22 hebliches öffentliches Interesse am Erhalt des nächtlichen Stundenschlags vorliegt, so ist dies nicht zu beanstanden. Der Verzicht auf den nächtlichen Stundenschlag wäre angesichts dieser Akzeptanz und dem Umstand, dass eine geringe Anzahl Liegenschaften von den Immissionen in lärmrec htlich relevantem Ausmass betroffen sind, unverhältnismässig. Ebenfalls nicht angebracht ist eine weitere Reduktion der Schallintensität. Mit der verfügten Reduktion um 10 dB(A) wird erreicht, dass sowohl in der ES II als auch in der ES III nicht mit mehr als einer zusätzlichen Aufwachreaktion zu rechnen ist. Dies bedeutet namentlich in der ES III, in welcher die Rekurrierenden wohnen, eine deutliche Verbesserung. Bis anhin war mit ein bis zwei z u- sätzlichen Aufwachreaktionen zu rechnen. Wird in Betracht gez ogen, dass bei mehr als einer zusätzlichen Aufwachreaktion gesundheitliche B e- schwerden auftreten können, bedeutet d ie verfügte Lärmreduktion um 10 dB(A) eine deutliche Verbesserung der Situation (vgl. Sarah Omlin/Mark Brink; Awakening effects of church bell noise; Geographical extrapolation of the results of a polysomnographic field study, Noise Health 2013; 15:332 - 41). Hinzu kommt, dass die Gemeinde über ein weitläufiges Gebiet verfügt, selbst wenn der etwas abseits gelegene Weiler Esslingen nicht berücksi ch- tigt wird. Angesichts der Akzeptanz des Glockengeläuts besteht durchaus auch ein öffentliches Interesse daran, einen möglichst grossen Teil des Gemeindegebiets an dieser Tradition teilhaben zu lassen. Der angefocht e- ne Beschluss ist hinsichtlich des nächt lichen Stundenschlags daher nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz hat vielmehr im angefochtenen Beschluss unter Beizug aller massgeblichen Umstände eine sorgfältige Interessena b- wägung vorgenommen. Der Umstand, dass ein die Lärmklagen unterstü t- zendes Baubehö rdenmitglied, welches selbst gegen die geänderte Läut e- ordnung Rekurs bei der Bezirkskirchenpflege erhoben hatte (act. 25.98), an der Beschlussfassung nicht teilgenommen hat, zeugt von einer umsichtigen Beschlussfassung. Entgegen rekurrentischer Auffassung war nämlich die Nichtteilnahme des besagten Mitglieds an der Beschlussfassung gestützt auf § 5a VRG geradezu geboten. 4.6.7. Die Rekurrierenden erachten sodann die für das Anbringen des neuen Klöppels angesetzte Frist als zu lange. Den Rekurrierenden ist dahinge- hend zuzustimmen, dass das Anbringen des Klöppels durchaus weniger Zeit beanspruchen dürfte. Indes gilt es zu berücksichtigen, dass innert sechs Monaten ab Rechtskraft des Entscheids nicht nur diese Massnahme zu ergreifen ist, sondern auch die Kontr ollmessungen durchzuführen sind. R3.2016.00196 Seite 23 Für die Anbringung des neuen Klöppels stehen mithin der privaten Rekur s- gegnerin weniger als sechs Monate zur Verfügung. Die verfügte Frist ist daher nicht zu beanstanden. 4.6.8. Die Rekurrierenden erachten es sodann als un angebracht, die Lärmme s- sungen beim Gebäude [….] durchzuführen, weil dort ein Mitglied der Kirc h- gemeinde wohne. Die Rekurrierenden verkennen dabei, dass die Lär m- messungen nicht durch die Bewohner, sondern durch ein von der pr ivaten Rekursgegnerin bea uftragtes Akustikbüro vorzunehmen sein werden. An der Objektivität desselben von vornherein zu zweifeln und die EMPA zu beauftragen, besteht kein Anlass. Sodann ist auch gegen Kontrollmessu n- gen beim Messpunkt 5 nichts einzuwenden. Treten bei diesem wegen d es neuen Klöppels Lärmreduktionen in einem gewissen Umfang ein, reduzi e- ren sich im gleichen Ausmasse auch die Lärmimmissionen bei den übrigen Immissionsorten. 4.6.9. Insoweit die Rekurrierenden den angefochtenen Beschluss als lückenhaft empfinden, weil dieser den vom nächtlichen Stundenschlag einzuhaltenden durchschnittlichen LAF,max nicht benenne, kann ihnen ebenfalls nicht gefolgt werden. Wie hoch die durchschnittlichen L AF,max heute bei den Messpun k- ten 4 und 5 [….] in der Mitte des offenen Fensters und innen bei vollständig bzw. bei spaltbreit geöffnetem Fenster sind, ergibt sich klar aus dem Gu t- achten vom 16. November 2015. Dieses war auch Grundlage für den ang e- fochtenen Beschluss und wird in diesem auch mehrfach zitiert. Es is t daher hinreichend klar, wie hoch der durchschnittliche LAF,max nach Austausch des Klöppels höchstens ausfallen darf. U nmassgeblich wird dabei sein, ob i n- nen oder aussen gemessen wird, da eine Reduktion des L AF,max,aussen eine entsprechende Reduktion des LAF,max, innen zur Folge hat und umgekehrt. 5.1. Die Rekurrierenden wenden sich des Weiteren gegen das sog. Abendlä u- ten, welches samstags und sonntags um 19:01 während 14 Minuten ertönt. Auch hierzu machen sie geltend, die Vorinstanz habe ungenüg end abg e- klärt, ob die Lautstärke und die Dauer des Abendläutens nach wie vor al l- gemein geschätzt würden. Die fünfte und schwerste Glocke sei erst im Ja h- re 1956 eingebaut worden. Der Einbau und damit eine Erhöhung der Lau t- R3.2016.00196 Seite 24 stärke sei einzig deshalb erfolgt, weil damals Sport und Vergnügen nach Meinung der Kirche die Bevölkerung abgelenkt und die Kirche den Wunsch gehegt habe, mehr Kirchenbesucher anzulocken. Die Anwohner der Kirche würden heute an den Wochenenden insgesamt währen d mindestens 42 Minuten (Einläuten des Gottesdienstes, Hochzeiten, etc.) beschallt. En t- gegen vorinstanzlicher Auffassung würde eine Verkürzung des Abendlä u- tens sehr wohl eine Reduktion der Störung mit sich bringen. Bei einer Da u- er von 14 Minuten sei es den Anwohnern nicht möglich, gemü tlich zu e s- sen, zu lesen oder sich zu unterhalten. Die aufgenommenen Tätigkeiten müssten vielmehr abgebrochen werden und die Anwohner müssten sich ins Gebäudeinnere begeben. Hingegen könnte bei einer nur vierminütigen St ö- rung durchaus das Ende derselben ab gewartet werden. Ein Abbruch der aufgenommenen Tätigkeit sei alsdann nicht notwendig. Der von der Vori n- stanz beigezogene Gutachter habe das Geläut als "sehr laut" qualifiziert. Das Geläut beeinträchtige die abendliche Erholung und Besinnlichkeit. Gemäss Re chtsprechung dürften nur in Ausnahmefällen Erleichterungen gesprochen werden. Dies treffe auf ein wöchentlich eintretendes Ereignis nicht zu. 5.2. Die Vorinstanz und die private Rekursgegnerin halten dem entgegen, w e- gen des ländlichen Charakters gehöre das Glockengeläut zum Brauchtum. Auch werde unbestrittenermassen seit mindestens 60 Jahren mit fünf Gl o- cken geläutet. Die streitbetroffene Kirche sei eine der ältesten bauhistor i- schen Zeugen der Gemeinde. Die umliegenden Wohnhäuser seien alle später gebaut wo rden. Zudem könnten sich die unmittelbaren Anwohner auf das Geläut einstellen, ohne substantiell an Lebensqualität zu verlieren. Würde dem rekurrentischen Antrag gefolgt, würde dies zu einer empfindl i- chen Beeinträchtigung einer althergebrachten Tradition f ühren, die in der christlich geprägten Gesellschaft und in der massgeblichen ländlichen G e- meinde nach wie vor eine hohe Bedeutung habe und von einem Grossteil der Bevölkerung geschätzt werde. Da die Gemeinde über drei Ortsteile ve r- füge, müsse das Geläut ei ne gewisse Intensität aufweisen, um überall g e- hört zu werden. 5.3. Auch für das Abendläuten, welches wie die Zeitverkündung zum bürgerl i- chen Läuten zu zählen ist (vgl. VB.2007.00214 vom 6. Mai 2009, R3.2016.00196 Seite 25 www.vgr.zh.ch) sind die Lärmimmissionen im Einzelfall nac h den Kriterien der Art. 15, 19 und 23 USG zu bewerten (Art. 40 Abs. 3 LSV). Die Vol l- zugshilfe des BAFU kann auch hier wieder herangezogen werden. Anlässlich des Lokaltermins konnte sich die 3. Abteilung des Baurekursg e- richts an verschiedenen Standorten e inen Eindruck über die Tonalität und die Lautstärke des Geläuts machen. Dabei wurde festgestellt, dass nicht a l- le Glocken gleichzeitig zu läuten beginnen. Die Lautstärke steigt vielmehr kontinuierlich an und ist nach rund zwei Minuten, nachdem auch die let zte und grösste Glocke eingeschaltet worden ist, am lautesten. Gegen Ende des Geläuts nimmt dann die Lautstärke wieder kontinuierlich ab, werden doch von der grössten Glocke ausgehend die Glocken nacheinander au s- geschaltet. Das Geläut wurde von der Rekursi nstanz als "laut" empfunden. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass selbst die grösste Glocke keine st ö- rende Tonalität aufweist. Die Klänge der einzelnen Glocken sind vielmehr aufeinander abgestimmt. Sie bewirken beim Zusammenspiel ein sti m- mungsvolles Geläut. Der von der Vorinstanz beigezogene Akustiker beurteilte für die ES II und für die ES III auch das Abendgeläut anhand der Vollzugshilfe. Diese sieht wie für die nächtliche Zeitansage verschiedene Kategorien und Gewic h- tungsfaktoren für die Beurteilung de r Lärmimmissionen vor. Der Gutachter bewertete das Glockengeläut in der ES II bei Messpunkt 4 als "sehr laut" (bei den weiteren Messpunkten als "laut") und in der ES III als "laut bis sehr laut". Für die ES II ergibt dies folgendes Bild: Anlagecharakteristiken Lärmsituation Kirchenglocken Rechtliche Einordnung USG öffentliche oder konzessionierte Anlage Rechtliche Einordnung Alte Anlage Quellencharakteristiken Wertung Störungszeit In sensiblen Tageszeiten 1 Wahrnehmbarkeit Sehr laut 3 Häufigkeit Selten 0 Charakter des Lärm Sehr stark ton- und impulshaltig 2 Empfängercharakteristiken Wertung Empfindlichkeitsstufe II 0 R3.2016.00196 Seite 26 Sensible Personen Keine 0 Örtliche Gegebenheiten, Lärmvorbelastung der ES entsprechender Hintergrundpegel 0 Ergebnis Wertung Erheblich störend (zwischen IGW und AW) Massnahmen prüfen (oder falls keine Massnahmen umsetzbar, Erleichterungen gewähren) prüfen 2 Für die ES III fiel die Beurteilung einzig in der Kategorie "Empfindlichkeit s- stufe" anders aus, nämlich mit einem Gewicht ungsfaktor von -1, was dazu führte, dass hier die Immissionen als zwischen den Planungs - und Immissi- onsgrenzwerten liegend angenommen wurden, so dass für die ES III einzig Massnahmen im Sinne des Vorsorgeprinzips zu prüfen wären. Würde das Geläut hingegen abweichend vom Gutachten lediglich als "laut" umschri e- ben, schlägt der entsprechende Gewichtungsfaktor ("Wahrnehmbarkeit") mit +2 zu Buche. Unter Berücksichtigung aller übrigen Faktoren ergäbe dies für die ES II eine Gesamtsumme (Wertung) von 1,67, was gle ichbe- deutend mit Immissionen zwischen den Planungs - und den Immission s- grenzwerten wäre. In der ES III ergäbe dies gar die Einhaltung der Pl a- nungswerte (Gesamtsumme 0,67). Wird hingegen wie im Gutachten auf ein "sehr lautes" Geläut angenommen und auf die ES II abgestellt, liegt mithin auch hinsichtlich des Abendläutens ein Sanierungsfall vor. Das Baurekursgericht hat in seinem Entscheid vom 15. Dezember 2015 erwogen, Lärmkläger könnten sich einzig gegen die Lärmimmissionen bei ihre eigenen Liegenschaften zu r Wehr setzen (BRGE II Nr. 0193/2015, www.baurekursgericht-zh.ch). Daran ist festzuhalten. Aber selbst wenn die Immissionen in der ES II berücksichtigt würden und ein Sanierungsfall a n- genommen würde, ist der vorinstanzliche Entscheid nicht zu beanstanden. Wie bereits vorstehend erwähnt wurde, können sanierungspflichtigen Anla- gen Erleichterungen gewährt werden. Art. 17 USG ermöglicht es den Vol l- zugsbehörden, Ausnahmen vom Gesetz zu gewähren, was einzig gestützt auf das Verhältnismässigkeitsprinzip nicht zulä ssig wäre. Die sich entg e- genstehenden Interessen sind dabei gegeneinander abzuwägen (André Schrade/Heidi Wiestner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Hrsg. Vereinigung für Umweltrecht/Helen Keller, Zürich 1998 ff., Art. 17 Rz.11 ff.). Es ist dahe r entgegen rekurrentischer Auffassung durchaus zulässig, dass wiederkehrende Ereignisse von der Erleichterung profitieren, wird diese R3.2016.00196 Seite 27 doch der Anlage zugesprochen und wird für deren Erteilung nicht ein selt e- nes Ereignis vorausgesetzt. Nach Art. 14 Abs. 1 L SV gewährt die Behörde Erleichterungen, soweit die Sanierung unverhältnismässige Betriebsei n- schränkungen oder Kosten verursachen würde (Bst. a) oder wenn überwie- gende Interessen namentlich des Ortsbild -, Natur - und Landschaftsschu t- zes, der Verkehrs - und Be triebssicherheit sowie der Gesamtverteidigung der Sanierung entgegenstehen (Bst. b). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, fällt das Abendläuten zwar in eine sensible Zeit der Tagphase, doch können sich die Anwohner auf das G e- läut einstellen. Auch konnte a nlässlich des Lokaltermins festgestellt we r- den, dass bereits im Gebäudeinnern die Immissionen nicht mehr als "e r- heblich störend" zu beurteilen sind. Im Weiteren bringt die Rekursgegne r- schaft zu Recht vor, dass das Abendläuten am Samstag - und Sonnta g- abend in der christlichen Welt von grosser Tradition ist. Dabei ist diese Tr a- dition keineswegs nur auf die ländlichen Gebiete beschränkt. Selbst städt i- sche Gemeinden, wie etwa Thalwil und die rund 13'000 Einwohner zähle n- de Gemeinde Meilen kennen das Ein - und Ausläuten des Sonntags mit a l- len Glocken und in vergleichbarer Länge (www.kirchemeilen.ch, www.kirche-thalwil.ch). Auch in der hier massgeblichen Gemeinde wird das streitbetroffene Geläut unbestrittenermassen seit 60 Jahren in der heutigen Form ausgeübt. Dass dieses in der Bevölkerung verankert ist, zeigen die Resultate der bereits genannten Umfrage und der Kirchgemeindeversam m- lung auf. Die Teilnehmer beider Umfragen wurden u.a. angefragt, ob sie e i- ner Reduzierung des Ein - und Ausläutens von 14 auf neun Minuten zu- stimmen würden und beide Male sprachen sich 50 % der Angefragten für das Beibehalten des 14 -minütigen Geläuts aus. Zwar mag es sein, dass der Sonntagabend um 19 Uhr für viele Personen eine besinnliche Zeit ist. Jedoch ist es gerade auch Sinn und Zweck d es Ein - und Ausläuten des Sonntags, die Bevölkerung auf den für das Christentum wichtigen Sonntag aufmerksam zu machen und die Bevölkerung zum Nachdenken anzuregen. Wenn die Vorinstanz angesichts all dieser Umstände hinsichtlich des sams- täglichen und sonnt äglichen Abendläutens in seiner bisherigen Form fes t- gehalten hat und damit eine Erleichterung im Sinne von Art. 17 USG erteilt hat, ist dies nicht zu beanstanden. Für die ES III sprächen die nämlichen Überlegungen gegen das Ergreifen lärmreduzierender Massnahmen gestützt auf das Vorsorgeprinzip. R3.2016.00196 Seite 28 Es kann daher festgehalten werden, dass hinsichtlich des Ein - und Ausläu- ten des Sonntags keine lärmmindernden Massnahmen zu ergreifen sind. 6. Die rekurrentischen Vorbringen sodann, wonach wegen der Messu ng bei gekipptem Fenster und der unklaren Ausgangswerten gegen Art. 6 EMRK verstossen worden sei, kann aufgrund des vorstehend Dargelegten nicht gefolgt werden. Inwiefern die Immissionen gegen Art. 8 EMRK und Art. 14 EMRK sowie gegen die Kinderschutzkonven tion verstossen sollen, wird von den Rekurrierenden nicht substantiiert, weshalb nicht darauf einzug e- hen ist. Im Übrigen ergibt sich aus den vorstehenden Ausführungen, dass die lärmrechtliche Beurteilung der Vorinstanz nicht zu beanstanden ist. 7.1. Weiter ist das rekurrentische Vorbringen zu prüfen, wonach dem Rekurre n- ten A. E. die Kosten für das von ihm in Auftrag gegebene Gutachten z u- rückzuerstatten seien. Der von der Vorinstanz beigezogene Gutachter habe nämlich für die Beurteilung der in d er ES III anfallenden Immissionen auf jenes Gutachten abgestellt. Dieses sei mithin Teil der von der Ba ukommis- sion vorgenommenen Sachverhaltsabklärung. Des Weiteren bei nhalte die Rechnung auch eine Aufwendung, welche die private Rekursge gnerin in Auftrag gegeben habe. Diese habe ihn nämlich an die Kirchg emeindever- sammlung vom 13. Juni 2013 eingeladen, an welcher er auch ein Referat gehalten habe. 7.2. Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass nach ständiger Rechtsprechung und Lehre Privatgutachten nicht entsc hädigungspflichtig seien. Zwar sei im Gutachten der YZ AG auf das vom Rekurrenten veranlasste Lärmgutachten Bezug genommen worden. Dies habe aber die Sachverhaltsabklärung nicht nennenswert erleichtert. Da das Privatgutachten von der pri vaten Rekurs- gegnerin stets bestritten worden sei, habe eine u mfassende und unabhä n- gige Neubeurteilung durch die YZ AG vorgenommen werden müssen. Der Vortrag anlässlich der Kirchgemeindeversammlung habe ohnehin nichts zur Sachverhaltsermittlung beigetragen, weshalb dieser Aufwand dem Reku r- renten nicht zurückzuerstatten sei. R3.2016.00196 Seite 29 7.3. Die private Rekursgegnerin ist sodann der Auffassung, der von der Baub e- hörde beigezogene Akustiker habe sich einzig mit dem Privatgutachten auseinandergesetzt. Die ses sei keineswegs Bestandteil des behördlichen Gutachtens geworden. 7.4. Die Gebührenverordnung zum Vollzug des Umweltrechts (GebV UR) ist für die Beurteilung dieses Rechtsbegehrens nicht einschlägig, findet die Ve r- ordnung doch einzig auf Amtshandlungen der Behörden und Verwaltung s- stellen von Kanton und Gemeinden Anwendung, die gestützt auf Vorschri f- ten über den Schutz der Umwelt vorgenommen werden (§ 1 GebV UR). Zu prüfen ist daher noch, ob gestützt auf § 17 VRG der rekurrentische A n- spruch begründet ist. Diese Norm regelt abschliessend die Entschäd i- gungsansprüche, welche die Verfahrensbeteiligten im Verwaltungs - und Verwaltungsrechtspflegeverfahren für die von ihnen aufgewendeten Kosten geltend machen können (vgl. Alain Griffel, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zü- rich/Basel/Genf 2014, § 17 Rz. 6). Ausschlaggebend ist dabei der U m- stand, dass die vorliegend strittigen Kosten nicht im Rahmen des Rekur s- verfahrens, sondern für das Verfahren vor der kommunalen Behörde ang e- fallen sind. Während nämlich im Rahmen von Re kursverfahren getätigte Aufwendungen für Parteigutachten unter gewissen Voraussetzungen en t- schädigt werden können (vgl. Alain Griffel, § 17 Rz. 77.), entfällt ein solcher Anspruch bei Verfahren vor den Verwaltungsbehörden von vornherein (§ 17 Abs. 1 VRG). Aus Art. 9 der Bundesverfassung (BV) sodann ergibt sich der Anspruch auf eine Parteientschädigung im Verwaltungsverfahren nur, wenn die Abweisung des Entschädigungsbegehrens einer privaten Partei gegenüber dem Gemeinwesen in stossender Weise dem Gerechti g- keitsempfinden zuwiderliefe (Alain Griffel, § 17 Rz 12). Ein solcher Fall liegt indes nicht vor. Lärmklagen können unabhängig von Lärmgutachten erh o- ben werden. Es ist alsdann Sache der Gemeinde, den Sachverhalt abz u- klären. Wenn der Rekurrent vor Erhebung se iner Lärmklage von sich aus Sachverhaltsermittlungen getroffen hat, so hat er die entsprechenden Ko s- ten folglich selber zu tragen. R3.2016.00196 Seite 30 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Rekurs abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. [….]