<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2001.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106259&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2001.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.08.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nachsteuer 1991</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einspracheverfahren<br/><br/>Der Pflichtige hat das Recht auf mündliche Vertretung seiner Einsprache, auch wenn sein diesbezügliches Begehren missverständlich ist.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE VERHANDLUNG">MÃNDLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHSTEUERVERFAHREN">NACHSTEUERVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHE BEFRAGUNG">PERSÃNLICHE BEFRAGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTELWEG">RECHTSMITTELWEG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERSTRAFVERFAHREN">STEUERSTRAFVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: VERFAHREN">VERFAHREN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 126 lit. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 141 lit. II StG</span><br/><span class="ungerade">§ 162 lit. III StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><a id="Text2"><span>I. GestÃ¼tzt auf eine bei der von L. beherrschten Firma M. AG durchgefÃ¼hrten BuchprÃ¼fun</span></a><span>g, bei der Leistungen festgestellt wurden, welche die Gesellschaft vom Januar 1988 bis April 1990 fÃ¼r die sich im Besitz der geschiedenen Eheleute L. befindliche Liegenschaft Q. im Gesamtbetrag von Fr. ... erbracht haben soll, leitete das kan­tonale Steueramt am 5. September 1997 gegen L. ein Nach- und Strafsteuerverfahren ein. Infolge der Nichterfassung dieses Guthabens im Abschluss der Gesellschaft per 30. Juni 1990 sei ihm verdeckt Gewinn zugeflossen. Am 15. Januar 1998 wurde eine persÃ¶nliche Befragung durchgefÃ¼hrt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 21. Juli 2000 auferlegte das kantonale Steueramt L. fÃ¼r das Steuerjahr 1991 eine Nachsteuer von Fr. ... Im Ãbrigen stellte es das Nachsteuerverfahren ein. Das Steueramt bestÃ¤tigte die VerfÃ¼gung mit Einspracheentscheid vom 20. November 2000. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. L. gelangte mit Rekurs vom 8. Januar 2001 an das Verwaltungsge­richt, dem er beantragen liess, es sei die VerfÃ¼gung und damit die fÃ¼r das Steuerjahr 1991 auferlegte Nachsteuer ersatzlos aufzuheben, allenfalls sei die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Ausserdem verlangte er die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt verzichtete auf Rekursantwort. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. GemÃ¤ss § 162 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) kann gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts Rekurs beim Verwaltungsgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Zum Vorbringen des Pflichtigen</span> hinsichtlich der Gabelung des Rechtsmittelwegs bzw. Trennung von Nachsteuer- und Hinterziehungsverfahren ist zu bemerken, dass sich der Gesetzgeber insbesondere wegen dem im Hinterziehungsverfahren geltenden Grund­satz der Unschuldsvermutung fÃ¼r das dualistische Verfahrenskonzept entschieden hat. Damit werden die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) nicht verletzt. Die Systematik des StHG, wonach die Nachsteuer (Art. 53 StHG) in einem anderen Kapitel geregelt ist als das Steuerstrafrecht (Art. 55 ff. StHG), spricht auch eher gegen ein vereinigtes Verfahren (Konferenz Staatlicher Steuerbeamter, Steuerharmonisierung, 2. Band: Nachsteuer- und Steuerstrafrecht, Muri 1994, S. 26). Was die zeitliche Abfolge der Verfahren angeht, so hat das ZÃ¼rcher Verwaltungsgericht in stÃ¤ndiger Praxis zunÃ¤chst das Rekursverfahren betreffend das Nachsteuerverfahren anhand genommen und wartet mit der gerichtlichen Beurteilung des Strafbescheids wegen Steuerhinterziehung zu, bis das Nach­­steuerverfahren erledigt ist. Wird zunÃ¤chst das Nachsteuerverfahren und anschlies­send das Steuerhinterziehungsverfahren durchgefÃ¼hrt, so ist dies in verfassungs- und <br/> kon­ven­tionskonformer Weise mÃ¶glich (Andreas Donatsch, Verbot der Verpflichtung zur Selbstbelastung im Steuerhinterziehungsverfahren, ST 75 (2001), S. 718). Obwohl nicht von der Hand zu weisen ist, dass auch gute GrÃ¼nde dafÃ¼r sprechen, das Strafverfahren abzu­schliessen und erst hernach das Nachsteuerverfahren durchzufÃ¼hren, ist an diesem Verfah­rensablauf festzuhalten, zumal der Pflichtige nicht vorbringt, er habe sich anlÃ¤sslich des Nachsteuerverfahrens selbst belastet oder sei zu Handlungen angehalten worden, die er als Angeschuldigter nicht vornehmen mÃ¼sste. Ob die im Nachsteuerverfahren gewonnenen Er­kenntnisse auch im Steuerhinterziehungsverfahren verwertet werden dÃ¼rfen, ist eine im Steu­erhinterziehungsverfahren zu entscheidende Frage der BeweiswÃ¼rdigung. Es gilt indes­sen, dass die strafende Instanz das Tatbe­standselement der hinterzogenen Steuer selbstÃ¤n­dig zu ermitteln hat. <span>Ãber die RÃ¼ge des mangelhaften Strafantrags ist nicht in diesem, son­dern im Steuerhinterziehungsverfahren zu entscheiden, weshalb nicht darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach 162 Abs. 3 StG gelten die Bestimmungen Ã¼ber die VerfahrensgrundsÃ¤tze, das EinschÃ¤tzungs- und das Rekursverfahren sinngemÃ¤ss. </span>Nach § 141 Abs. 2 StG ist der Steu­erpflichtige berechtigt, seine Einsprache vor dem kantonalen Steueramt mÃ¼ndlich zu ver­treten. Will er von diesem Recht Gebrauch machen, so hat er dies rechtzeitig mitzuteilen, was bereits in der Einspracheschrift geschehen kann. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Pflichtige hat in der Einspracheschrift und damit rechtzeitig auf einer mÃ¼ndlichen Vertretung seiner Sache bestanden. Unklar ist, ob sich der Antrag auf persÃ¶nliche Be­fra­gung allein auf den mit der gleichen VerfÃ¼gung erlassenen Strafbescheid bezog oder ob sich das Begehren auch auf das Nachsteuerverfahren erstreckte. Angesichts der in diesem Ver­fahrensstadium engen VerknÃ¼pfung von Nachsteuer- und Hinterziehungsverfahren geht es nicht an, die mÃ¼ndliche Vertretung der Einsprache mit der BegrÃ¼ndung zu verneinen, es wer­de im Einspracheverfahren darauf nicht eingetreten, weil sich das Begehren lediglich auf das Hinterziehungsverfahren beziehe und das kantonale Steueramt dafÃ¼r nicht mehr zu­stÃ¤ndig sei. Wird in der Einspracheschrift eine mÃ¼ndliche Verhandlung verlangt, so hat der Pflich­tige ein Recht darauf, ungeachtet dessen, dass sein Begehren missverstÃ¤ndlich formu­liert war. Wie auch der Rekursschrift zu entnehmen ist, ging der Pflichtige offensichtlich da­von aus, dass im Nachsteuerverfahren der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung fest­gestellt werde. Abgesehen davon soll ein Pflichtiger im Nachsteuerverfahren nicht schlech­ter gestellt sein als im EinschÃ¤tzungsverfahren. Dies gilt infolge der Gabelung des Rechtsmittelwegs auch dann, wenn im anschliessenden Hinterziehungsverfahren eine mÃ¼nd­liche Befragung durchgefÃ¼hrt wird. Das Recht, sich zur Sache mÃ¼ndlich zu Ã¤ussern, hat in den beiden Verfahren unterschiedliche Funktionen. Die mÃ¼ndliche Verhandlung im Nachsteuer- bzw. Einspracheverfahren dient der Feststellung der geschuldeten Nachsteuer. Die AnhÃ¶rung im Rahmen des Hinterziehungsverfahrens bezweckt indessen die Ermittlung der hinterzogenen Steuer und die AbklÃ¤rung der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des Pflichtigen und soll so die Entscheidungsgrundlage fÃ¼r die Strafzumessung schaffen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Schliesslich ist zu bemerken, dass Entscheide laut § 126 Abs. 1 StG den Beteilig­ten mit BegrÃ¼ndung schriftlich mitgeteilt werden. Die Nachsteuer- bzw. EinspracheverfÃ¼gung hat eine Sachverhaltsschilderung, den Verfahrensablauf, die Nachsteuerfaktoren sowie eine Steuerberechnung mit Angaben des genauen Nachsteuerbetrags zu enthalten. Diese Anforderungen hat die EinspracheverfÃ¼gung im Nachsteuerverfahren insbesondere deshalb zu erfÃ¼llen, da - im Gegensatz zum EinschÃ¤tzungsverfahren - kein Verfahren vor der Rekurskommission durchgefÃ¼hrt wird, sondern die Sache direkt an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diesen Voraussetzungen entspricht der Einspracheentscheid nur bedingt. In der Ein­spracheverfÃ¼gung wird der Verfahrensablauf nur ansatzweise dargestellt. Ferner enthÃ¤lt weder die Nachsteuer- noch die EinspracheverfÃ¼gung eine eigene Sachverhaltsschilderung, anhand welcher ersichtlich ist, auf welche Gegebenheiten sich der Entscheid stÃ¼tzt. Dazu kommt, dass sich der Einspracheentscheid zwar mit den geltend gemachten Einwendungen des Pflichtigen auseinandersetzt, jedoch nicht eine eigenstÃ¤ndige BegrÃ¼ndung dafÃ¼r liefert, wes­halb und in welcher HÃ¶he die strittige Forderung gegenÃ¼ber dem Pflichtigen bestand und bei der Firma M. AG als Guthaben hÃ¤tte erfasst werden mÃ¼ssen, bzw. letztlich dem Pflich­tigen als VermÃ¶gensertrag zugeflossen ist. Das Steueramt wird diesen Mangel im zwei­ten Rechtsgang durch AusfÃ¤llung eines gehÃ¶rig abgefassten Einspracheentscheids nachzuholen haben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Rekurs ist somit teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die Sache wird an das kantonale Steueramt zur DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen AnhÃ¶rung und zur AusfÃ¤llung eines gehÃ¶rig begrÃ¼ndeten Einspracheentscheids im Sinn der ErwÃ¤gungen zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>