<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00129</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224744&amp;W10_KEY=13045530&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00129</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.02.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 13.08.2025 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligungen und Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Niederlassungsbewilligung des drittstaatsangehörigen Beschwerdeführers 1 infolge eines auf einer Scheinehe beruhenden Anwesenheitsrechts. Widerruf der vom Vater abgeleiteten Niederlassungsbewilligung seiner Kinder, der Beschwerdeführenden 3 und 4, sowie Nichtverlängerung der vom Ehemann abgeleiteten Aufenthaltsbewilligung der Ehefrau und Kindsmutter, der Beschwerdeführerin 2.] Mit der strafgerichtlich rechtskräftig festgestellten Scheinehe des Beschwerdeführers 1 und einer Schweizer Staatsangehörigen liegt ein Widerrufsgrund vor (E. 2.1 f.). Der Aufenthalt des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz ist seit bald zwanzig Jahren bewilligt, weshalb er sich auf sein Recht auf Privatleben nach Art. 8 Abs. 1 EMRK berufen kann. Das gilt nicht für die nachgezogene, erst seit rund neun Jahren hier weilende Beschwerdeführerin 2 (E. 2.6 f.). Insgesamt überwiegt das öffentliche Interesse an der Wegweisung der Beschwerdeführenden zufolge des unter Falschangaben erschlichenen Aufenthaltsrechts deren privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Auch für den neunjährigen, schulpflichtigen Sohn und die vierjährige Tochter ist die Ausreise mit der Familie zumutbar (E. 3). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF">WIDERRUF</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. 1 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=69630" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00129</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 27. Februar 2025</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, Gerichtsschreiber Michael Spring. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. D, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">die BeschwerdefÃ¼hrenden 3 und 4 gesetzlich <br/> vertreten durch die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 <br/> und 2, diese vertreten durch RA G, substituiert durch MLaw H,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, <br/> </span><span>Postfach, 8090 ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligungen und<br/> NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, ein 1978 geborener StaatsangehÃ¶riger der TÃ¼rkei, reiste 2006 in die Schweiz ein und heiratete hier eine Schweizer BÃ¼rgerin. Das Migrationsamt erteilte ihm daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung. 2007 wurde die Ehe geschieden. Am 30. Juni 2008 heiratete A die 1955 geborene Schweizerin E, woraufhin ihm wiederum eine Aufenthaltsbewilligung erteilt und regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngert wurde. Seit Juni 2012 lebten die Eheleute getrennt. Am 21. August 2014 verweigerte die Vorinstanz A die Erteilung der Niederlassungsbewilligung und verlÃ¤ngerte daraufhin seine Aufenthaltsbewilligung. Im Juni 2015 wurde die zweite Ehe von A geschieden. </p> <p class="Urteilstext">Am 5. November 2015 heiratete A die tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige B. Zusammen mit dem 2016 geborenen gemeinsamen Sohn, C, reiste diese im Mai 2016 in die Schweiz ein. Das Migrationsamt erteilte ihnen eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann bzw. Vater. Im Juni 2018 erteilte das Migrationsamt A und C die Niederlassungsbewilligung. 2020 ging aus der Ehe die Tochter D hervor. Auch ihr wurde die Niederlassungsbewilligung erteilt. </p> <p class="Sachverhalt2">Am 27. August 2020 sprach das Bezirksgericht F A wegen TÃ¤uschung der BehÃ¶rden durch das FÃ¼hren einer Scheinehe mit E schuldig. Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich und das Bundesgericht schÃ¼tzten den Schuldspruch. </p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf die rechtskrÃ¤ftige Verurteilung wegen BehÃ¶rdentÃ¤uschung widerrief das Migrationsamt am 27. November 2023 die Niederlassungsbewilligungen von A, C und D und wies das Gesuch von B um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Einen hiergegen gefÃ¼hrten Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 6. Februar 2024 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, B, C und D fÃ¼hrten am 7. MÃ¤rz 2024 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten, es sei der Rekursentscheid vom 6. Februar 2024 aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, vom Widerruf der Niederlassungsbewilligungen von A und seinen Kindern abzusehen. Die Aufenthaltsbewilligung von B sei zu verlÃ¤ngern. Weiter sei festzustellen, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme und A, B, C und D wÃ¤hrend des Verfahrens in der Schweiz aufenthaltsberechtigt seien. Ihnen sei sodann eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren und fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zuzusprechen.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 11. MÃ¤rz 2024 forderte das Verwaltungsgericht A auf, eine Kaution in HÃ¶he von Fr. 2'070.- zu leisten. Diese ging fristgerecht ein. Mit selbiger Anordnung stellte das Verwaltungsgericht fest, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukomme. </p> <p class="Sachverhalt2">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 12. MÃ¤rz 2024 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthalts- und Niederlassungsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der Beschwerdegegner hat die Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 gestÃ¼tzt auf Art. 63 Abs. 1 lit a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG, SR 142.20) widerrufen. GemÃ¤ss dieser Bestimmung ist der Widerruf mÃ¶glich, wenn die auslÃ¤ndische Person oder ihre Vertretung im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Dabei ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen oder vollstÃ¤ndigen Angaben mit Sicherheit verweigert worden wÃ¤re. Es genÃ¼gt, wenn die Bewilligungserteilung bei Offenlegung der VerhÃ¤ltnisse ernsthaft in Frage gestellt gewesen wÃ¤re (BGE 142 II 265 E. 3.1; BGr, 9. April 2018, 2C_334/2017, E. 2.2). Der Widerrufsgrund ist etwa erfÃ¼llt, wenn die betroffene Person eine Parallelbeziehung im Ausland unterhÃ¤lt, ohne die BehÃ¶rden im Bewilligungsverfahren darÃ¼ber in Kenntnis zu setzen (vgl. BGr, 5. MÃ¤rz 2021, 2C_606/2020, E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 142 II 265 E. 3.2, und BGr, 25. Februar 2019, 2C_144/2019, E. 2.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Dem Widerruf liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer 1 am 30. Juni 2008 die 23 Jahre Ã¤ltere E geheiratet hatte, wurde das Ehepaar polizeilich befragt. Da nicht genÃ¼gend Indizien fÃ¼r eine Scheinehe bestanden, wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug erteilt und regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngert. Am 7. Mai 2013 beantragte er die Erteilung der Niederlassungsbewilligung und gab an, nicht mehr mit seiner Ehefrau zusammenzuleben. Am 23. Juni 2014 wurden die Ehegatten erneut polizeilich befragt. Die Vorinstanz verweigerte dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 daraufhin die Niederlassungsbewilligung, verlÃ¤ngerte aber mangels hinreichender Indizien fÃ¼r eine Scheinehe seine Aufenthaltsbewilligung. Am 5. Juni 2018 erteilte sie dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 sodann die Niederlassungsbewilligung. Infolge eines anonymen Schreibens wurde 2019 ein Strafverfahren gegen den BeschwerdefÃ¼hrer 1 eingeleitet. Das Bezirksgericht F befand ihn am 27. August 2020 der TÃ¤uschung der BehÃ¶rden gemÃ¤ss Art. 118 Abs. 1 AIG durch das FÃ¼hren einer Scheinehe mit E schuldig. Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich und das Bundesgericht bestÃ¤tigten den Schuldspruch.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Vorinstanz hat erwogen, indem der BeschwerdefÃ¼hrer 1 das Migrationsamt Ã¼ber seine dauerhafte Beziehung mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nicht in Kenntnis gesetzt habe, habe er wesentliche Tatsachen nicht offengelegt bzw. verschwiegen und damit den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG gesetzt. Es kÃ¶nne offenbleiben, ob zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und E von Anfang an eine Scheinehe bestanden habe. Erstellt sei, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 ab Ende 2010 â weniger als drei Jahre nach der Eheschliessung mit E â mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eine Parallelbeziehung gefÃ¼hrt habe, weshalb die Voraussetzungen fÃ¼r die ihm am 1. September 2014 erteilte und regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung nie erfÃ¼llt gewesen seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden halten dem entgegen, das Obergericht habe in seinem Strafurteil festgehalten, dass es erstellt sei, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 und die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 seit dem 14. Dezember 2010 gekannt und am 18. Juli 2011 religiÃ¶s geheiratet hÃ¤tten. Nicht erstellt sei demgegenÃ¼ber, dass es bereits im Dezember 2010 zu einer "religiÃ¶sen Verlobung" gekommen sei. Zu diesem Zeitpunkt hÃ¤tten die beiden noch keine Parallelbeziehung gefÃ¼hrt. Beim Verschweigen der religiÃ¶sen Heirat vom 18. Juli 2011 handle es sich damit nicht um eine TÃ¤uschung Ã¼ber ein entscheidwesentliches Sachverhaltselement, weil der BeschwerdefÃ¼hrer 1 bereits seit dem 1. Juli 2011 â mithin zu einem Zeitpunkt vor der religiÃ¶sen Heirat â mehr als drei Jahre mit E in ehelicher Haushaltsgemeinschaft gelebt habe. Das habe auch das Obergericht in verbindlicher Weise anerkannt, indem es davon ausgegangen sei, dass der Ehewille im Mai 2012 erloschen sei. Selbst wenn der BeschwerdefÃ¼hrer 1 die religiÃ¶se Heirat offengelegt hÃ¤tte, wÃ¤re sein VerlÃ¤ngerungsanspruch gestÃ¼tzt auf die bis Ende 2018 gÃ¼ltige Fassung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht ernsthaft in Frage gestellt worden, da er bereits damals bestens in der Schweiz integriert gewesen sei und mit E zusammengewohnt habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Es ist erstellt und nicht strittig, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 spÃ¤testens ab dem Zeitpunkt ihrer religiÃ¶sen Heirat am 18. Juli 2011 eine parallel zur Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers 1 mit E gefÃ¼hrte Beziehung unterhalten haben. Ebenso erstellt und unstrittig ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 dies in den Verfahren, welche jeweils in der VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung und schliesslich in der Erteilung der Niederlassungsbewilligung resultierten, nicht offengelegt hatte. Entgegen dem DafÃ¼rhalten der BeschwerdefÃ¼hrenden sind die verschwiegenen UmstÃ¤nde wesentlich im Sinn der Widerrufsbestimmung. Das gilt unabhÃ¤ngig davon, ob die Parallelbeziehung seit Ende 2010 oder seit Juli 2011 bestand. So oder anders wÃ¤re die anspruchsbegrÃ¼ndende eheliche Gemeinschaft und wÃ¤ren damit auch die Voraussetzungen fÃ¼r einen weiteren Verbleib in der Schweiz und die spÃ¤tere Erteilung der Niederlassungsbewilligung bei Offenlegung der VerhÃ¤ltnisse ernsthaft in Frage gestellt gewesen und hÃ¤tten einer nÃ¤heren ÃberprÃ¼fung bedurft. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 hat mit seinem Verhalten im Ergebnis einen Widerrufsgrund gemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG gesetzt. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 3 und 4 mÃ¼ssen sich das Verhalten ihres Vaters, der sie zusammen mit der Mutter gesetzlich vertritt, anrechnen lassen, sodass auch fÃ¼r sie ein Widerrufsgrund vorliegt (vgl. BGr, 6. Februar 2018, 2C_483/2017, E. 4.6). Als MinderjÃ¤hrige teilen sie das auslÃ¤nderrechtliche Schicksal ihrer Eltern (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4 mit Hinweisen). Als Folge des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 verliert im Weiteren die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ihre von diesem abgeleitete Aufenthaltsbewilligung. Ein eigenstÃ¤ndiges Anwesenheitsrecht basierend auf dem Anspruch auf Achtung des Privatlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV, SR 101) hat sie in Anbetracht ihrer Aufenthaltsdauer von rund neun Jahren und ihrer normalen, aber nicht Ã¼berdurchschnittlichen Integration noch nicht erworben (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9). Das gilt umso mehr, als sie sich das tÃ¤uschende Verhalten ihres Ehemannes ab dem Zeitpunkt der Aufnahme der Parallelbeziehung anzurechnen lassen hat. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Da die Aufenthaltsbeendigung zu keiner Trennung der Familienmitglieder fÃ¼hren wÃ¼rde und die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht geltend machen, dass es in rechtlicher Hinsicht unmÃ¶glich wÃ¤re, das Familienleben in der TÃ¼rkei weiterzufÃ¼hren, wird nicht in das Recht auf Achtung des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV eingegriffen (vgl. BGE 137 I 247 E. 4.1.1; BGr, 11. August 2022, 2C_4/2022, E. 7.5.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.8 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.8.1 </b>Unter bestimmten UmstÃ¤nden kann eine auslÃ¤nderrechtliche Fernhaltemassnahme in das Recht auf Privatleben nach Art. 8 EMRK eingreifen. Eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration genÃ¼gen dafÃ¼r nicht; erforderlich sind vielmehr besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (BGE 144 II 1 E. 6.1; 130 II 281 E. 3.2.1; 126 II 377 E. 2.c; 120 Ib 16 E. 3.b; vgl. auch BGE 138 I 246 E. 3.2.1). Im Sinn einer Leitlinie gilt Ã¼berdies, dass der Anspruch nach zehnjÃ¤hrigem rechtmÃ¤ssigem Aufenthalt in der Schweiz tangiert ist. Weil davon ausgegangen werden kann, dass nach einer solchen Zeitdauer in der Schweiz enge soziale Bindungen bestehen, bedarf es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung in diesen FÃ¤llen besonderer GrÃ¼nde (BGE 146 I 185 E. 5.2; 144 I 266 E. 3.9) bzw. ist bei Vorliegen einer mindestens zehnjÃ¤hrigen bewilligten Landesanwesenheit der Anspruch auf Schutz des Privatlebens gestÃ¼tzt auf eine GesamtabwÃ¤gung zu beurteilen (BGE 144 I 266 E. 3.8). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.8.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 lebt seit rund 19 Jahren in der Schweiz. Die Falschangabe im Bewilligungsverfahren stellt einen Widerrufs- und keinen Nichtigkeitsgrund dar (BGr, 12. Januar 2015, 2C_748/2014, E. 3.1; vgl. aber BGr, 29. November 2006, 2A.420/2006, E. 2.3). Es geht bei Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG um ein nachtrÃ¤gliches Dahinfallen der Bewilligung, nicht um eine ursprÃ¼ngliche UngÃ¼ltigkeit. Der Ã¼ber zehnjÃ¤hrige Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers 1 gilt damit im Sinn der Rechtsprechung als <i>bewilligt</i> und der BeschwerdefÃ¼hrer 1 kann sich auf sein Recht auf Privatleben berufen. Der Umstand, dass er sein Aufenthaltsrecht durch TÃ¤uschung erschlichen bzw. aufrechterhalten hat (hinten E. 3.4.1), ist nicht fÃ¼r die Frage relevant, ob der Schutzbereich des Rechts auf Privatleben tangiert ist. Vielmehr sind diese UmstÃ¤nde (erst) bei der im Rahmen des Grundrechtseingriffs vorzunehmenden InteressenabwÃ¤gung nach Art. 8 Abs. 2 EMRK zu berÃ¼cksichtigen (vgl. BGr, 25. Februar 2019, 2C_144/2019, E. 2.4; VGr, 15. April 2021, VB.2020.00510, E. 2.6).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Strittig ist die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Bewilligungswiderrufs bzw. der NichtverlÃ¤ngerung der Bewilligung. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die PrÃ¼fung, ob eine migrationsrechtliche Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist (vgl. Art. 96 AIG, Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 8 Abs. 2 EMRK), setzt eine AbwÃ¤gung zwischen dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Beendigung der Anwesenheit der betroffenen Person(en) und den privaten Interessen an deren Verbleib voraus. Ausgangspunkt fÃ¼r die Beurteilung der persÃ¶nlichen Interessen bilden namentlich der Grad der Integration und die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile. Zu beachten ist auch die QualitÃ¤t der sozialen, kulturellen und familiÃ¤ren Beziehungen sowohl im Gast- als auch im Heimatland (vgl. statt vieler BGr, 17. Januar 2020, 2C_709/2019, E. 4 mit Hinweisen). Von massgeblicher Bedeutung sind im Weiteren insbesondere die von der Wegweisung betroffenen Interessen der Kinder der auslÃ¤ndischen Person. Das Kindeswohl ist in der InteressenabwÃ¤gung ein wesentliches Element unter anderen (vgl. Art. 11 Abs. 1 BV; Art. 3 des Ãbereinkommens vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kindes [SR 0.107]; BGE 144 I 91 E. 5.2; 143 I 21 E. 5.5). FÃ¼r Kinder, die schulpflichtig â und damit nicht mehr in einem anpassungsfÃ¤higen Alter im engeren Sinn â sind, wird ein Umzug in die Heimat zusammen mit dem sorgeberechtigten auslÃ¤ndischen Elternteil in der Regel als zumutbar erachtet, wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und eine entsprechende Kulturvermittlung im familiÃ¤ren Rahmen mit den VerhÃ¤ltnissen im Heimatland vertraut sind (vgl. etwa BGr, 17. Januar 2019, 2C_709/2019, E. 6.2.2, und 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 6.5). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, ihre Wegweisung sei krass unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig und stelle eine Verletzung ihres Anspruchs auf Achtung des Privat- und Familienlebens dar. Der BeschwerdefÃ¼hrer 3 sei in der Schweiz in tiefgehender Weise verankert. Die Vorinstanz habe insofern lediglich gemutmasst, dass es den Kindern gelingen sollte, sich in der TÃ¼rkei einzugliedern. Die Verbleibeinteressen der beiden Kinder habe sie weder ermittelt noch diesen irgendeine Bedeutung beigemessen, geschweige denn eine vorrangige. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 sei seinerseits in die hiesige Gesellschaft bestens integriert. Indem die Vorinstanz nicht nur der langen Aufenthaltsdauer aufgrund der TÃ¤uschung ein geringes Gewicht beigemessen habe, sondern auch die hervorragende Integrationsleistung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zu schmÃ¤lern versuche, verletze sie Bundes- und Konventionsrecht. Tatsache sei, dass er abgesehen vom Verschweigen der Parallelbeziehung bestens in der Schweiz integriert sei. Das Gleiche gelte fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2. Das allfÃ¤llige Setzen eines Widerrufsgrundes kÃ¶nne ihr nicht angelastet werden, weshalb ihre bisherige Aufenthaltsdauer und die damit einhergehende Integration nicht an Bedeutung verlÃ¶ren. Wenngleich mit der Vorinstanz von einem im Grundsatz erheblichen Ã¶ffentlichen Interesse an der Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrenden ausgegangen werden kÃ¶nne, Ã¼berwiege dieses vorliegend nicht. So hÃ¤tte ein VerlÃ¤ngerungsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers 1 auch dann noch bestanden, wenn er die religiÃ¶se Heirat mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 offengelegt hÃ¤tte. Er habe sich mithin sein Aufenthaltsrecht in der Schweiz nicht erschlichen, sondern bis zum Beginn der Beziehung mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 bereits Ã¼ber fÃ¼nf Jahre rechtmÃ¤ssig in der Schweiz gelebt, was aufgrund seiner hervorragenden Integration ebenfalls zu seinen Gunsten ins Gewicht falle. Hinzu komme schliesslich, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 die RÃ¼ckkehr in die TÃ¼rkei nicht ohne Weiteres zumutbar sei und er als AngehÃ¶riger der kurdischen Minderheit aufgrund seiner politischen MeinungsÃ¤usserungen Verfolgungshandlungen ausgesetzt wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Das Ã¶ffentliche Interesse an der Beendigung der Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrenden ist durch das Vorliegen eines gesetzlichen Widerrufsgrundes ausgewiesen. Vor dem Hintergrund der auf einer TÃ¤uschung basierenden langjÃ¤hrigen Anwesenheit der Familie ist es als gewichtig einzustufen (vgl. BGr, 14. Dezember 2023, 2C_122/2023, E. 5.3 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Als private Interessen fallen die lange Anwesenheit insbesondere des BeschwerdefÃ¼hrers 1 sowie die Interessen der Kinder ins Gewicht. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden zu Ersterem geltend machen, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe sein Aufenthaltsrecht in der Schweiz nicht erschlichen, sondern aufgrund der Dauer der Ehe mit E zumindest einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung erworben, ist ihnen nicht zu folgen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 schon vor der religiÃ¶sen Hochzeit am 18. Juli 2011 mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eine Parallelbeziehung fÃ¼hrte. Das ergibt sich bereits aus der allgemeinen Lebenserfahrung, wonach eine Paarbeziehung in aller Regel deutlich vor der Hochzeit â sei diese religiÃ¶s oder zivil â ihren Anfang nimmt. Den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden zu folgen, hiesse demgegenÃ¼ber anzunehmen, dass die Parallelbeziehung zum fÃ¼r die nacheheliche BewilligungsverlÃ¤ngerung entscheidenden Zeitpunkt am 30. Juni 2011 noch nicht bestand und erst bei der wenige Tage spÃ¤ter stattfindenden religiÃ¶sen Trauung gelebt wurde. Das ist nicht glaubhaft. In seinem Urteil spricht auch das Obergericht an verschiedenen Stellen von einer von den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 seit Ende 2010 gelebten Beziehung. Weiter fÃ¼hrt es aus, es kÃ¶nne offenbleiben, ob von Beginn an eine Scheinehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und E gefÃ¼hrt worden sei, obschon dafÃ¼r zahlreiche Indizien bestÃ¼nden. Dass die Vorinstanz unter diesen UmstÃ¤nden zum Schluss kam, die zeitlichen Voraussetzungen fÃ¼r eine BewilligungsverlÃ¤ngerung seien 2014 aufgrund einer zu kurzen Dauer der ehelichen Gemeinschaft nicht erfÃ¼llt gewesen, ist nicht zu beanstanden. </p> <p class="Erwgung2">Demnach wurde die Ehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und E spÃ¤testens mit der Aufnahme der Parallelbeziehung ab Ende 2010 nicht mehr gelebt und ist der Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers 1 seit mindestens 14 Jahren als durch TÃ¤uschung aufrechterhalten zu erachten. Die Bedeutung dieser Aufenthaltsdauer ist rechtsprechungsgemÃ¤ss massgeblich zu relativieren und der darauf basierenden Integration kommt in der InteressenabwÃ¤gung nur geringes Gewicht zu (vgl. BGr. 24. Juni 2022, 2C_538/2021, E. 4.4.1, und 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 5). <span>Zudem stellt der Umstand, dass der Aufenthalt durch falsche oder unvollstÃ¤ndige Angaben im Bewilligungsverfahren erschlichen wurde, grundsÃ¤tzlich einen besonderen Grund dar, welcher eine Aufenthaltsbeendigung auch noch nach einem mehr als zehnjÃ¤hrigen Aufenthalt zu rechtfertigen vermag (BGr, 25. Februar 2019, 2C_144/2019, E. 2.4). Ein tÃ¤uschendes Verhalten gegenÃ¼ber den BehÃ¶rden zur Umgehung der Zulassungsvoraussetzungen soll in der Regel nicht belohnt werden (BGr, 19. August 2019, 2C_391/2019, E. 3.2.2). </span>Auch wenn dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 im Weiteren zugute zu halten ist, dass er beruflich sowie sozial integriert ist und keine Betreibungen vorliegen, so geht seine Integration zudem nicht Ã¼ber das zu Erwartende hinaus. Das Gleiche gilt fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2. Den Eheleuten ist eine RÃ¼ckkehr in ihr Heimatland, in dem sie den Ã¼berwiegenden Teil ihres Lebens verbracht haben, darunter die prÃ¤genden Kindheits- und Jugendjahre, sodann zumutbar. </p> <p class="Erwgung2">Nichts am Gesagten zu Ã¤ndern vermÃ¶gen die dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 in der TÃ¼rkei gemÃ¤ss seinen AusfÃ¼hrungen drohenden Verfolgungshandlungen. Selbst wenn darin keine nachgeschobene Schutzbehauptung erkannt wird, ist Folgendes festzuhalten: Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem kÃ¼rzlich ergangenen asylrechtlichen Referenzurteil zu den hier interessierenden StraftatbestÃ¤nden festgehalten, dass sich alleine aus der HÃ¤ngigkeit staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren wegen PrÃ¤sidentenbeleidigung und Propaganda fÃ¼r terroristische Organisationen noch keine begrÃ¼ndete Furcht vor mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft eintretenden Verfolgungsmassnahmen ergibt. Es verneinte dementsprechend die FlÃ¼chtlingseigenschaft des dortigen BeschwerdefÃ¼hrers und erachtete dessen Wegweisung als zulÃ¤ssig und zumutbar (vgl. BVGr, 8. November 2024, E-4103/2024, E. 8 ff.). Dasselbe hat vorliegend fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden zu gelten. Sie machen sodann keine anderen GrÃ¼nde fÃ¼r eine Unzumutbarkeit der Wegweisung geltend und solche sind auch nicht ersichtlich. Namentlich sind bei ihnen keine gesundheitlichen Probleme zu erkennen und stammen sie nicht aus einer der vom schweren Erdbeben im Februar 2023 betroffenen tÃ¼rkischen Provinzen (vgl. Art. 83 Abs. 4 AIG; BVGr, 8. November 2024, E-4103/2024, E. 13.3).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b>Der kurz nach seiner Geburt in die Schweiz eingereiste, heute neunjÃ¤hrige und schulpflichtige BeschwerdefÃ¼hrer 3 schliesslich hat zweifelsohne ein erhebliches Interesse daran, in seinem aktuellen schulischen und sozialen Umfeld zu verbleiben. Die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz, dass er und auch seine Schwester der tÃ¼rkischen Sprache mÃ¤chtig seien und ihr Heimatland von gelegentlichen Ferienbesuchen kennen wÃ¼rden, bleiben vor Verwaltungsgericht jedoch unwidersprochen. Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus den Akten. Es ist deshalb rechtsprechungsgemÃ¤ss davon auszugehen, dass er mit den Gepflogenheiten in der TÃ¼rkei vertraut ist und ihm zugemutet werden kann, die Schweiz mit seinen Eltern zu verlassen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 4 ist mit vier Jahren sodann noch in einem anpassungsfÃ¤higen Alter, weshalb auch ihr die Ausreise mit ihrer Familie zugemutet werden kann (vgl. zum Ganzen etwa BGr, 11. August 2022, 2C_4/2022, E. 7.5.3 â 24. Juni 2022, 2C_538/2021, E. 4.4.3 â 7. Oktober 2021, 2C_311/2021, E. 4.4.2). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.3 </b>Der Widerruf der Niederlassungsbewilligungen und die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung erweisen sich somit als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Auf eine KindsanhÃ¶rung im Sinn von Art. 12 Abs. 2 <span>KRK </span>konnte unter den dargestellten UmstÃ¤nden verzichtet werden. Die Interessen der BeschwerdefÃ¼hrenden 3 und 4 sind mit jenen ihrer Eltern gleichlÃ¤ufig und eine Familientrennung ist nicht vorgesehen. <span>Die rechtskundig vertretenen BeschwerdefÃ¼hrenden hatten ausserdem die MÃ¶glichkeit, alle von ihnen als relevant erachteten UmstÃ¤nde und insbesondere auch die Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrenden 3 und 4 in das Verfahren einzubringen (zum Ganzen etwa VGr, 30. August 2023, VB.2023.00301, E. 2 mit Hinweisen). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 unter solidarischer Haftung auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion; <br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>