<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp300160"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>99 V 43<br/><br/><br/><div class="paraatf">14. Auszug aus dem Urteil vom 24. Jannar 1973 i.S. Rossi gegen Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen und Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp301488"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Für die Bemessung der Invalidität von Personen, welche vorwiegend erwerbstätig waren, bevor sie invalid wurden, ist die Behinderung in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich unerheblich (Ausschluss kumulativer Anwendung von <span class="artref"><artref id="CH/831.20/5/1" type="start"></artref>Art. 28 und 5 Abs. 1 IVG</span><artref id="CH/831.20/28" type="end"></artref>). <div class="paratf"> </div> </div> </div> <a name="idp306656"></a> <a name="idp311696"></a> <br/><div> <a name="idp316640"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 43</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page43"></a><div class="center pagebreak">BGE 99 V 43 S. 43</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Nach der neuesten Rechtsprechung muss die Erwerbstätigkeit, die eine hauptsächlich im eigenen Haushalt und mit der Kindererziehung beschäftigte Versicherte für Drittpersonen ausübt, bei der Invaliditätsschätzung nach der spezifischen Methode des <span class="artref">Art. 27 IVV</span> angemessen berücksichtigt werden, sofern die erwerbliche Betätigung zum Aufgabenbereich der betreffenden Hausfrau gehört. Dies trifft dann zu, wenn das Erwerbseinkommen, welches die Versicherte ohne Invalidität wahrscheinlich erzielen würde, einen wesentlichen Teil des <a name="page44"></a><div class="center pagebreak">BGE 99 V 43 S. 44</div>gesamten Familieneinkommens bildet (Urteil vom 25. Oktober 1972 i.S. Schönauer [<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1973&amp;to_year=1973&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-V-259%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page259">BGE 98 V 259</a> ]).</div> <div class="paraatf">Heute vertritt das Bundesamt die Auffassung, dass bei einer bis zur Invalidierung vorwiegend erwerbstätig gewesenen Hausfrau, deren Rentenanspruch nach <span class="artref">Art. 28 IVG</span> beurteilt werden muss, die Behinderung in der Besorgung des Haushalts bei der Invaliditätsschätzung angemessen zu berücksichtigen sei. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Während es im Urteil Schönauer lediglich darum ging, den Aufgabenbereich der Hausfrau im Sinn des <span class="artref">Art. 27 Abs. 1 IVV</span> genauer zu umschreiben, bedeutet das vom Bundesamt verfochtene neue Postulat einen Eingriff in die Praxis, wonach ein Versicherter nicht gleichzeitig als Erwerbstätiger und als Nichterwerbstätiger behandelt werden darf. Die angemessene Mitberücksichtigung nichterwerblicher Nebenaufgaben lässt sich bei der Invaliditätsschätzung nach <span class="artref">Art. 28 IVG</span> mit der geltenden Regelung des - gesetzmässigen - <span class="artref">Art. 27 IVV</span> nicht vereinbaren, jedenfalls solange der Bundesrat auf Grund von <span class="artref">Art. 28 Abs. 3 IVG</span> nichts anderes vorschreibt. Demzufolge ist an der geltenden Praxis festzuhalten.</div> </div></body></html>