<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die geeigneten Massnahmen zu ergreifen, damit Betriebe, welche im Verhältnis zu ihrer Grösse und Möglichkeit Lehrstellen oder Ausbildungsplätze in anderer Form (Praktikum usw.) anbieten, ein Qualitätslabel erwerben können. Dieses Label besagt, dass sich der entsprechende Betrieb in der Ausbildung junger Menschen engagiert und auszeichnet. Branchenspezifische Gegebenheiten (z. B. erschwerte Ausbildungsmöglichkeiten usw.) sind zu berücksichtigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund setzt sich zusammen mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt für ein ausreichendes Lehrstellenangebot ein. Wie eine aktuelle Untersuchung der Forschungsstelle für Bildungsökonomie der Universität Bern über die Kosten und den Nutzen der Lehrlingsausbildung aus Sicht der Schweizer Betriebe zeigt, bieten heute 30 Prozent der ausbildungsfähigen Unternehmungen Lehrstellen an. Im Jahre 2003 ist es trotz den wirtschaftlichen Strukturveränderungen, dem Konjunkturverlauf und steigenden Schulabgängerinnen- und -abgängerzahlen gelungen, allen interessierten Jugendlichen eine Lehrstelle oder eine Übergangslösung zu vermitteln.</p><p>Das neue Berufsbildungsgesetz enthält zahlreiche Möglichkeiten, damit auch in Zukunft attraktive Lehrstellen angeboten werden. Als Rahmengesetz ist es offen für die Anpassung bestehender Berufsbilder an veränderte Anforderungen und für die Entwicklung neuer Berufe. Die Einführung zweijähriger beruflicher Grundbildungen mit Attest ermöglicht es, dass auch schulisch Schwächere einen anerkannten Abschluss erhalten. Mit branchenbezogenen Berufsbildungsfonds können Trittbrettfahrer in die Pflicht genommen werden.</p><p>Zusätzlich zu diesen Möglichkeiten unterstützt der Bund die Kantone bei der Einsetzung von kantonalen Lehrstellenförderinnen und -förderern, der Gründung von Lehrbetriebsverbünden und bei der Vermittlung und individuellen Begleitung (Mentoring) von Jugendlichen ohne Lehrstellen.</p><p>Es bewährt sich, dass das konkrete Lehrstellenmarketing in den kantonalen Aufgabenbereich fällt. Die Berufsbildungsämter sind mit den Verhältnissen in den Regionen vertraut und pflegen den Kontakt mit den Unternehmungen vor Ort. Sie können dadurch die Entwicklung des Lehrstellenangebotes am besten abschätzen, rechtzeitig geeignete Massnahmen ergreifen und die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche individuell unterstützen. Einige Kantone setzen als Massnahme im Lehrstellenmarketing die Herausgabe eines Labels an ausbildende Betriebe ein.</p><p>Bereits 1998 hat die "Conférence des chefs de service de la formation professionnelle de la Suisse romande et du Tessin" (CRFP) ein Label als offizielles Zeichen der Anerkennung und für Promotionszwecke lanciert. Die Kantone Schwyz und Zug haben sich im Laufe der Zeit an dieser Aktion ebenfalls beteiligt. Der Bund hat das Projekt im Rahmen des Lehrstellenbeschlusses I und II finanziell unterstützt. Die Unternehmungen erhalten das Label von den kantonalen Berufsbildungsämtern gleichzeitig mit der Zustellung des bewilligten Lehrvertrages. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, das Label als elektronische Vorlage für Geschäftsdrucksachen zu beziehen. Die Erfahrungen sind durchaus positiv: Die Distribution baut auf bestehenden Kanälen auf, das Label hat sich als taugliches Marketinginstrument erwiesen und wird von den Unternehmungen geschätzt.</p><p>Im Frühling 2004 hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie zusammen mit der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz vereinbart, das erfolgreiche Label-Projekt der CRFP auf die ganze Schweiz auszudehnen. Damit wird der Effekt des Labels erhöht, und die Unternehmungen erhalten schweizweit eine Anerkennung für ihre Ausbildungstätigkeit. Aufgrund der genannten Erfahrungen wird am Promotionscharakter des Labels bewusst festgehalten. Der Bund wird sich im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Gelder für besondere Leistungen im öffentlichen Interesse (Art. 55 des Berufsbildungsgesetzes) an den Kosten des Projektes beteiligen.</p><p>Um die Qualität der Ausbildungsbetriebe sicherzustellen, sind andere Mittel und Wege vorhanden als ein Label. Die rechtliche Verankerung der Pflicht zur Qualitätsentwicklung stellt einen bedeutsamen Teil des neuen Berufsbildungsgesetzes dar. Im Weiteren ist sie fester Bestandteil der Bildungsverordnungen: Eine ständige Kommission für Berufsentwicklung und Qualität stellt die laufende Anpassung der jeweiligen Ausbildung an die beruflichen Erfordernisse sicher. Eine wichtige Rolle haben auch die kantonalen Berufsbildungsämter im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit. Die Organisationen der Arbeitswelt und die Unternehmungen selber haben schliesslich ein Interesse, für die Qualität ihrer Ausbildungen zu sorgen; geht es doch darum, auch in Zukunft über optimal qualifizierte Fachkräfte verfügen zu können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.