B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-252/2013 U r t e i l v o m 4 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. Martina Culic, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 3. Januar 2013 / N._______ D-252/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer – ein eritreischer Staatsangehöriger und et h- nischer Tigrin er – sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im Jahr 2001 verliess und über den B._______ bis nach C._______ gelangte, wo er sich mehrere Monate aufhielt, um sodann mit dem B oot nach Italien weiterzureisen, wo er am 18. Oktober 2004 ein Asylgesuch stellte, dass er Italien nach einigen Tagen bereits wieder verlassen habe, um nach D._______ zu gelangen, wo e r in den Jahren 2005 und 2006 um Asyl nachsuchte, dass er im Jahr 2007 nach Italien zurückgeschickt worden sei und sich fortan bis zur Einreise in die Schweiz mit einem "Permesso di Soggiorno" (gültig bis 7. Mai 2011) in E._______ und F._______ aufgehalten habe, dass er lediglich i m Jahr 2009 für circa fünf Monate nach C._______ zu- rückgekehrt sei, um nach der Leiche seines Bruders zu suchen, in der Folge aber wieder in den Dublinraum eingetreten sei, dass er bereits am 16. Januar 2012 in die Schweiz einzureisen versuchte, ihm die Einreise mangels gültige r Reisedokumente allerdings verweigert wurde, weshalb er gleichentags wieder an Italien übergeben wurde (vgl. act. A4/6), dass er am 26. September 2012 mit dem Zug von F._______ nach G._______ und danach mit einem Auto in die Schweiz gefahren sei, wo er am folgenden Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der summarische n Befragung im EVZ H._______ vom 4. Oktober 2012 geltend machte, er sei zwangsrekrutiert worden , habe jedoch glücklicherweise in der Menschen ansammlung untertauchen und schliesslich entkommen können, dass er in Eritrea nicht frei leben könne und bei einer Rückkehr befürchte, zwangsrekrutiert zu werden, dass das Bundesamt dem Beschwerdeführer anlässlich der summar i- schen Befragung im EVZ H._______ vom 4. Oktober 2012 das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens beziehungsweise D._______ für das vor-D-252/2013 Seite 3 liegende Asylverfahren, zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid s o- wie einer damit verbundenen Rückschiebung dorthin gewährte, dass der Beschwerdeführer hierzu im Wesentlichen vorbrachte, er wün- sche mit seiner Lebenspartnerin, I._______, (N _______) und ihrem g e- meinsamen Kind, J._______, in der Schweiz leben zu können, dass das BFM mit Verfügung vom 3. Januar 2013 – eröffnet am 11. Janu- ar 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach A b- lauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer verfügte, dass die Vorinstanz zur Begründung ihrer Verfügung anführte, auf ein Asylgesuch werde nicht eingetreten, wenn Asylsuchende in einen Drit t- staat ausreisen könnten, der für die Durchführung des Asyl- und Wegwei- sungsverfahrens staatsvertraglich zuständig sei, dass sich die Schweiz mit der Umsetzung des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur B e- stimmung des zustän digen Staates für die Prüfung eines in einem Mi t- gliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin -Assoziie- rungsabkommen [DAA], SR 0.142.392.68) verpflichtet habe, die Veror d- nung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin-II-Verordnung) anzuwenden, dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent- raleinheit Eurodac) ergeben habe, d ass der Beschwerdeführer am 18. Oktober 2004 in Italien sowie am 28. Januar 2005 und am 5. Mai 2006 in D._______ um Asyl ersucht habe, D-252/2013 Seite 4 dass dem Beschwerdeführer bei der Einreichung seines Asylgesuches in der Schweiz ein vom 23. Februar 2010 bis am 7. Mai 2011 gültiger itali e- nischer Aufenthaltstitel abgenommen worden sei, dass das BFM gestützt darauf die italienischen Behörden am 1. Nove m- ber 2012 um Übernahme des Beschwerd eführers gemäss Art. 9 Abs. 4 Dublin-II-Verordnung ersucht habe, dass die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum Übernahmeersuchen keine Stellung genommen hätten, dass somit in Anwendung von Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-Verordnung die Zu- ständigkeit für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens am 2. Januar 2013 auf Italien übergangen sei, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs im EVZ vorgebracht habe, in der Schweiz bei seiner Freundin und seinem Kind bleiben zu wollen und er sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen könne, dass das BFM hierzu anmerkte, gemäss Art. 2 Bst. i Dublin-II-Verordnung fielen unter den Begriff "Familienangehörige" unter anderem Ehegatten und nicht verheiratete Partner, welche eine dauerhafte Beziehung führten, dass in diesem Zusammenhang auch Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) zu beachten sei, dass die Aussagen des Beschwerdeführers und seiner Freundin sich in verschiedenen Punkten widersprächen und basier end auf diesen Auss a- gen nicht von einer dauerhaften Beziehung im Sinne von Art. 2 Bst. i Dub- lin-II-Verordnung i.V.m. Art. 8 EMRK ausgegangen werden könne, dass folglich die Ausführungen des Bes chwerdeführers die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen vermöchten, weshalb die Überstellung nach Italien – vorbe- hältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung der Überste l- lungsfrist – bis spätestens am 2. Juli 2013 zu erfolgen habe, dass somit auf das Asylgesuch nicht eingetreten werde, D-252/2013 Seite 5 dass die Folge eines Nichteintretensentscheids gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz sei und der B e- schwerdeführer in e inen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG fände, weshalb das Nonrefoulement-Gebot bezüglich des Heimat - oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen sei und auch keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer Rückkehr nach Italien bestünden, dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe g e- gen die Zumutbarkeit der Wegweisung nach Italien sprächen und der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. Januar 2013 (Post- stempel) durch seine Rechtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liess und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, sich für das Asylgesuch des Beschwerdeführers für z u- ständig zu erachten und sein Asy lgesuch zu prüfen, die aufschiebende Wirkung sei herzustellen und die Vorinstanz sowie die Vollzugsbehörden seien im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuwe i- sen, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen, dass des Weiteren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, die unterzeichnende Anwältin als amtliche Vertreterin beizuordnen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, dass der Beschwerdeführer zur Begründung im Wesentlichen vorbrachte, er wohne mit seiner Lebenspartnerin und dem gemeinsamen Sohn z u- sammen und pflege eine intensive Beziehung zu ihnen, dass folglich eine dauerhafte Beziehung im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin- II-Verordnung zwischen ihm, seiner Part nerin und seinem Sohn bestehe und er sich folglich auf Art. 7 Dublin-II-Verordnung berufen könne, we s- halb sein Asylgesuch in der Schweiz behandelt werden müsse, dass er seinen Sohn lediglich aufgrund fehlender Zivilstandspapiere nicht habe anerkennen können und auch eine Ehe mit seiner Partnerin aus be- sagtem Grund nicht habe geschlossen werden können, D-252/2013 Seite 6 dass er darüber hinaus einen einklagbaren Anspruch auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin -II- Verordnung i.V.m. Art. 8 EMRK habe, zumal er sich gestützt auf das g e- festigte Anwesenheitsrecht seiner Lebenspartnerin (Ausweis B aufgrund der Gewährung von Asyl) – das Kind wurde in die Flüchtlingseigenschaft seiner Mutter einbezogen und erhielt ebenfalls Asyl – direkt auf Ar t. 8 EMRK berufen könne, welcher ihm das Recht verleihe, mit seiner L e- benspartnerin und dem gemeinsamen Kind zusammenleben zu können, dass die Schweiz mit einer Rücküberstellung nach Italien übergeordnetes Recht verletze und sie folglich völkerrechtlich ve rpflichtet sei, dem B e- schwerdeführer, seiner Lebenspartnerin und dem gemeinsamen Sohn die Führung des Familienlebens zu ermöglichen, dass die Schweiz ebenfalls gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung i.V.m. Art. 10 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes ( KRK, SR 0.107) verpflichtet sei, ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben, zumal besagte Bestimmung die Vertragsstaaten verpflichte, Aus- und Einreiseanträge zum Zweck der Familienzusammen- führung wohlwollend, human und beschleunigt zu bearbeiten, dass zwar Art. 10 KRK weder dem Kind noch den Eltern einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Familienzusammenführung verleihe, jedoch in jüngsten Entscheiden ausgeführt worden sei, die Kindesinteressen se i- en stärker zu gewichten, dass folglich das Kind das berechtigte Interesse am Verbleib des B e- schwerdeführers in der Schweiz habe, um weiterhin mit ihm zusamme n- leben zu können, dass sich schliesslich der Beschwerdeführer mit guten Erfolgschancen um die Bewilligung zur Wiederein reise in die Schweiz zwecks Verein i- gung mit seiner hier asylberechtigten Kernfamilie bemühen könnte, sollte er nach Italien überstellt werden, dass eine derartig erzwungene vorübergehende Trennung der familiären Einheit sachlich unnötig und unter humanitär em Gesichtspunkt unang e- messen sei, dass der Beschwerde führer als Beweismittel eine Kopie der Aufenthalt s- bewilligung der Lebenspartnerin sowie des Kindes zu den Akten reichte, D-252/2013 Seite 7 dass das Bundesverwaltungsgericht am 18. Januar 2013 den Vollzug der Wegweisung per sofort aussetzte, dass mit Schreiben vom 21. Januar 2013 die Faxkopie der Fürsorgebe - stätigung vom 17. Januar 2013 der Asylkoordination der Stadt K._______ nachgereicht wurde, dass die vorinstanzlichen Akten am 21. Januar 2013 beim Bundesverwal- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des B FM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufg e- zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), D-252/2013 Seite 8 dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide , mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 - 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht e ingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5.), und sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensen t- scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Ents cheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1.), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen kön nen, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertragl ich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass der vorinstanzlichen Feststellung, der Beschwerdeführer verfüge über einen am 7. Mai 2011 abgelaufenen italienischen Aufenthaltstitel, auf Beschwerdeebene nichts entgegengehalten wird und sich diese Fes tstel- lung mit den Akten deckt, dass das BFM am 1. November 2012 ein Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers an Italien stellte, dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in Art. 18 Abs. 1 Dublin -II-Verordnung vorgesehenen Frist u nbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-Verordnung), dass der Beschwerdeführer somit ohne weiteres in einen Drittstaat (vo r- liegend Italien) ausreisen kann, welcher für die Prüfung seines As ylan- trags staatsvertraglich zuständig ist, dass er indessen in seiner Rechtsmitteleingabe vorbringt, Art. 7 Dublin-II- Verordnung sei einschlägig, zumal seine Lebenspartnerin sowie sein D-252/2013 Seite 9 Sohn anerkannte Flüchtlinge seien , ihnen in der Schweiz Asyl gewährt worden sei und sie über eine Aufenthaltsbewilligung verfügten, auf deren Erteilung und Erneuerung ein Anspruch bestehe, dass gemäss dieser Bestimmung derjenige Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylantrags zuständig ist, in welchem Asylsuchende einen Familien- angehörigen haben, dem das Recht auf Aufenthalt in diesem Mitglie d- staat in seiner Eigenschaft als Flüchtling gewährt wurde, dass gemäss Art. 2 Bst. i Dublin -II-Verordnung unter den Begriff "Famil i- enangehörige" lediglich Ehegatten, nicht verheiratete Partn er, die eine dauerhafte Beziehung führen, und minderjährige Kinder fallen, dass die Vaterschaft des Beschwerdeführers rechtlich nicht erwiesen ist, zumal er – entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift – in der Geburtsurkunde von J._______ nicht als Vater eingetragen ist (vgl. Do s- sier N._______act. A9/16) und keine anderen Beweismittel zu den Akten gereicht wurden, welche zu einer gegenteiligen Annahme führen, dass somit J._______ kein Familienangehöriger des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin-II-Verordnung ist, dass der Beschwerdeführer weiter geltend macht, mit seiner Lebenspar t- nerin eine dauerhafte Beziehung im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin -II- Verordnung zu führen, dass zur Definition der dauerhaften Beziehung die Rechtsprechung und Praxis zu Art. 8 EMRK herangezogen werden kann, gemäss welcher als wesentliche Faktoren für das Bestehen einer tatsächlich gelebten Bezi e- hung das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verflochtenheit, die Länge und Stabi lität der Beziehung sowie das Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berüc k- sichtigen sind (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER, Europäische Mensche n- rechtskonvention, 4. Aufl., München/Basel/Wien 2009, S. 204; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäisch en Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999, S. 365; LUZIUS WILDHABER in: Internationaler Ko m- mentar zur Europäischen Menschenrechtskonvention, Hrsg.: Wolfram Karl, 12. Lfg., Köln/Berlin/München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137; EGMR, K. und T. gegen Finnlan d [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 2001, B e- schwerde Nr. 25702/94, § 150), D-252/2013 Seite 10 dass bis anhin trotz angeblichen Bestrebungen seitens des Beschwerd e- führers und seiner Partnerin keine gültig geschlossene Ehe zwischen den beiden vorliegt, dass sie sich gemäss eigenen Angaben des Beschwerdeführers im Juli beziehungsweise August 2009, als er Italien verlassen hatte, um in C._______ nach der Leiche seines Bruders zu suchen, trafen, eine B e- ziehung anfingen und bis im März 2010 zusammenlebten, dass seine Partnerin hingegen aussagte, den Beschwerdeführer im Jahre 2008 in C._______ kennengelernt und Anfang des Jahres 2009 mit ihm eine Beziehung begonnen zu haben, dass der Beschwerdeführer zudem ausführte, C._______ im März 2010 alleine verlassen und seine damals bereits schwangere Partnerin dort zu- rückgelassen zu haben, dass seine Partnerin indessen zu Protokoll gab , der Beschwerdeführer habe sich bei ihrer Ausreise aus C._______ im Juni 2010 noch in C._______ aufgehalten, dass die jeweiligen Aussagen in genannten Punkten widersprüchlich aus- gefallen sind und folglich Zweifel am Bestehen der Beziehung aufko m- men lassen, dass der Beschwerdeführer und seine Partnerin zwischen März bezie- hungsweise Juni 2010 und September 2012 getrennt lebten und erst wie- der seit der Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz zusamme n- leben, dass sie nun zwar seit beinahe vier Monaten als Paar zusammenwohnen, indessen noch keine lange und stabile Beziehung im Sinne der Rech t- sprechung besteht, dass nach dem Gesagten – in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen – somit weder von einer Partnerschaft im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin-II-Verordnung noch von einer tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK ausgegangen werden kann, dass sich der Beschwerdeführer nicht auf Art. 7 Dublin-II-Verordnung be- rufen kann, zumal weder J._______ noch seine Partnerin Familienange-D-252/2013 Seite 11 hörige im Sinne dieser Bestimmung sind, und folglich die Zuständigkeit Italiens nicht widerlegt werden konnte, dass der Beschwerdeführer sodann geltend macht, die Schweiz treffe die völkerrechtliche Verpflichtung, das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung i.V.m. Art. 8 EMRK auszuüben, dass er damit seine Forderung nach einer Ausübung des Selbstei ntritts- rechts im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung mit dem Vorbri n- gen verbindet, mit der Durchsetzung der nach Dublin-II-Verordnung fest- stehenden Zuständigkeit würden zwingende Normen des Völkerrechts verletzt, womit sich im Falle der Begründeth eit seiner Vorbringen die For- derung nach einer Ausübung des Selbsteintrittsrechts ausnahmsweise als zulässig erweisen würde (vgl. dazu BVGE 2010/45 E. 5 S. 635 f.), dass indessen bereits festgestellt wurde, der Beschwerdeführer und se i- ne Partnerin erfüllten die Voraussetzung der tatsächlich gelebten Bezi e- hung im Sinne von Art. 8 EMRK nicht, weshalb Art. 8 EMRK mit einer Überstellung nach Italien nicht verletzt wird und der Beschwerdeführer folglich keinen Anspruch auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz hat, dass auch die in der Rechtsmitteleingabe gemachten Ausführungen zum Kindeswohl an der Zuständigkeit Italiens nichts zu ändern vermögen, z u- mal die Vaterschaft des Beschwerdeführers nicht rechtsgenüg end be- gründet wurde beziehungsweise nicht hinlänglich erwiesen ist, dass auch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) in casu nicht einschlägig ist, zumal keine human i- tären Gründe ersichtlich sind, die einen Selbsteintritt rechtfertigen wü r- den, und durch eine restriktive Praxis der Auslegung besagter Besti m- mung sichergestellt werden soll, dass das Zuständigkeitssystem der Dub- lin-II-Verordnung nicht unterhöhlt wird (vgl. BVGE 2011/9 E. 8.1 S. 121), dass in diesem Zusammenhang auch der Einwand des Beschwerdefü h- rers, eine vorübergehende Trennung der familiären Einheit sei sachlich unnötig und unangemessen, nicht zu überzeugen vermag, zumal noch keine familiäre Einheit im rechtlichen Sinne besteht, dass der Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2430/2012 vom 3. August 2012 unbehelflich ist, da – im Gegensatz D-252/2013 Seite 12 zum vorliegenden Verfahren – in jenem die Vaterschaft des Beschwerde- führers feststand und mithin ein anderer Sachverhalt vorliegt, dass es dem Beschwerdeführer und seiner Partnerin obliegt, sich bei den zuständigen kantonalen Behörden nach den notwendigen Schritten für die Erteilung einer allfälligen künftigen Einreisebewilligung des B e- schwerdeführers aus familiären Gründen zu erkundigen, sollten die erfo r- derlichen Voraussetzungen dannzumal erfüllt sein, dass Italien somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerde - führers gemäss der Dublin-II-Verordnung zuständig und entsprechend verpflichtet ist, ihn gemäss Art. 17 bis Art. 19 Dublin-II-Verordnung aufzu- nehmen, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und, da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides und deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645), dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG stellt, sondern vor der Prüfung des Nic hteintre- tens im Rahmen der Ausübung des Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Dublin-II- Verordnung, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg - weisung nach Italien zu bestätigen ist, dass der Beschwerdeführer demnac h nicht darzutun vermag, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung des BFM zu bestätigen ist, D-252/2013 Seite 13 dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wi r- kung sowie auf Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses als g e- genstandslos erweisen, dass die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen sind, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos z u bezeich- nen waren und folglich die kumulativen Voraussetzungen für die Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-252/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: