<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat führt auf der Grundlage des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (Avig, Art. 7, 59, 60, 62) als Massnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einen von der Arbeitslosenkasse finanzierten Weiterbildungsurlaub ein. Während des Urlaubs wird die beurlaubte Person von einer erwerbslosen Person ersetzt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Idee, ein Instrument zu schaffen, das die Bildungsnachfrage der Erwerbstätigen fördert und gleichzeitig die Reintegration von Arbeitslosen unterstützt, ist zu prüfen. Verschiedene Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sich grosse Gruppen der erwerbstätigen Bevölkerung beruflich zuwenig oder gar nicht weiterbilden. Bildung ist aber das eigentliche Humankapital der Erwerbstätigen und in einer "knowledge based economy" wie der schweizerischen Wirtschaft ein zentraler Wettbewerbsfaktor.</p><p>Die Motion schlägt vor, in Anlehnung an das dänische Modell ("educational leave") einen Bildungsurlaub zu schaffen, der dem Erwerbstätigen erlauben soll, sich während drei bis zwölf Monaten weiterzubilden. Während dessen Abwesenheit wird der Beurlaubte an seinem Arbeitsplatz durch eine arbeitslose Person ersetzt.</p><p>Der Bildungsurlaub soll durch die Arbeitslosenversicherung (ALV) finanziert werden. Im dänischen Modell bekommt der Beurlaubte von der ALV einen Betrag in der Höhe des Taggeldes, auf das er im Falle von Arbeitslosigkeit Anrecht hätte. Die Versicherung übernimmt zudem die Ausbildungskosten. Gleichzeitig zahlt der Arbeitgeber der Person, die den Beurlaubten ersetzt, den Lohn.</p><p>Im Rahmen des in der Schweiz geltenden Avig ist das dänische Modell in dieser Form nicht möglich. Dem Gesetz zufolge muss eine Person arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sein, um Anspruch auf Unterstützung durch die ALV zu haben. Es ist deshalb nicht möglich, den Bildungsurlaub selbst durch die ALV zu finanzieren.</p><p>Eine Anpassung des dänischen Modells wäre zu prüfen. So könnte die ALV der arbeitslosen Person, die den Beurlaubten ersetzt, ein Taggeld auszahlen. Der Arbeitslose könnte seine Qualifikation durch die Stellvertretung verbessern und neue Referenzen erlangen. Ein Arbeitsloser, der sich im Temporäreinsatz bewährt hat, würde zweifellos in vielen Fällen rasch eine feste Anstellung finden, sei es im Einsatzbetrieb oder in einem anderen Unternehmen. Auf jeden Fall aber würden sich seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.</p><p>Der beurlaubte Erwerbstätige seinerseits hätte die Garantie, dass er nach Ablauf des Urlaubs an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehren könnte. Sein Vertrag würde weiterlaufen, und er bekäme weiterhin den Lohn von seinem Arbeitgeber, wenn auch eventuell nicht zu 100 Prozent. Die Finanzierung der Ausbildung müsste noch in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie untersucht werden.</p><p>Ein solches Modell könnte durchaus für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber interessant sein. Der Arbeitslose könnte seine Wiedereingliederung vorantreiben, der Erwerbstätige könnte sich besser qualifizieren und sich damit vor Arbeitslosigkeit schützen, und der Arbeitgeber würde von einem besser ausgebildeten Angestellten profitieren. Auf jeden Fall könnte der Bildungsurlaub nur mit dem Einverständnis des Arbeitgebers durchgeführt werden. Dies böte eine Garantie dafür, dass ausschliesslich berufs- und marktnahe Weiterbildungen gewählt würden.</p><p>Der Bildungsurlaub im oben beschriebenen Sinne könnte eine sinnvolle neue arbeitsmarktliche Massnahme sein. Der Bundesrat schlägt vor, dass eine Arbeitsgruppe zusammen mit den Sozialpartnern einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet, und beauftragt das Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit, dessen Realisierung im Sinne eines Pilotprojektes zu prüfen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.