<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp327136"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>98 V 121<br/><br/><br/><div class="paraatf">33. Auszug aus dem Urteil vom 10. Februar 1972 i.S. Leuch gegen Krankenkasse der Schweizerischen Bundesbahnen und Versicherungsgericht des Kantons Zürich</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp328480"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Im kantonalen Krankenversicherungsprozess gemäss <span class="artref">Art. 30bis KUVG</span> besteht kein bundesrechtlicher Anspruch auf Parteientschädigung. <div class="paratf">Ein entsprechender Kostenentscheid kann daher mit Verwaltungsgerichtsbeschwerdenichtwegen Verletzungdes kantonalen Rechtes selbständig angefochten werden (<span class="artref">Art. 128 OG</span>). </div> </div> </div> <a name="idp333920"></a> <a name="idp339376"></a> <br/><div> <a name="idp344784"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 121</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page121"></a><div class="center pagebreak">BGE 98 V 121 S. 121</div> </div> <div class="paraatf">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp346944"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Gegenstand der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist allein die Frage, ob dem Beschwerdeführer durch die Vorinstanz zu Recht keine Parteientschädigung zugesprochen worden ist. Zu prüfen ist daher, ob dieser Kostenentscheid mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde selbständig angefochten werden kann.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp348592"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Gemäss <span class="artref">Art. 128 OG</span> beurteilt das Eidg. Versicherungsgericht letztinstanzlich Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verfügungen im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/173.110/98/h" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/98/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/97" type="start"></artref>Art. 97 und 98 lit. b bis h OG</span><artref id="CH/173.110/98/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/98/h" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/h" type="end"></artref> auf dem Gebiete der Sozialversicherung. Für den Begriff der mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbaren Verfügungen verweist Art. 97. OG auf Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren. Nach Art. 5 Abs. 1 VwG gelten als <a name="page122"></a><div class="center pagebreak">BGE 98 V 121 S. 122</div>Verfügungen Anordnungen der Behörden im Einzelfall, die sich auföffentliches Recht des Bundes stützen (und im übrigen noch weitere, hinsichtlich ihres Gegenstandes näher umschriebene Voraussetzungen erfüllen).</div> <div class="paraatf">Aus <span class="artref">Art. 101 lit. b OG</span> ergibt sich, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen Verfügungen über Verfahrenskosten und Parteientschädigungen zulässig ist, wenn in der Hauptsache die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zulässig ist.</div> <div class="paraatf">Der Entscheid in der Hauptsache entspricht dem Verfügungsbegriff des Art. 5 VwG. Er fällt unter <span class="artref">Art. 98 lit. g OG</span> und ist der Verwaltungsgerichtsbeschwerde durch keine Ausschlussbestimmung entzogen. Das Eidg. Versicherungsgericht hat deshalb auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Verfügung über die Parteientschädigung einzutreten, wenn diese sich auf öffentliches Recht des Bundes stützt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp363984"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>Die Kantone haben gemäss <span class="artref">Art. 30bis Abs. 3 KUVG</span> das Rekursverfahren zu regeln.</div> <div class="paraatf">Im Gegensatz zu <span class="artref">Art. 85 Abs. 2 lit. f AHVG</span>, anwendbar auch auf dem Gebiete der Invalidenversicherung (<span class="artref">Art. 69 IVG</span>), der Ergänzungsleistungen (<span class="artref">Art. 7 Abs. 2 ELG</span>), der Erwerbsersatzordnung (<span class="artref">Art. 24 Abs. 2 EOG</span>) und der Familienzulagen für landwirtschaftliche Arbeitnehmer und Kleinbauern (<span class="artref">Art. 22 Abs. 3 FLG</span>), sowie im Gegensatz zu <span class="artref">Art. 56 Abs. 1 lit. e MVG</span> schreibt das KUVG in Streitsachen weder gegen die Krankenkassen (Art. 30bis) noch gegen die SUVA (Art. 121) vor, dass der obsiegenden Partei eine Parteientschädigung zugesprochen werden müsse (vgl. auch Art. 54 Abs. 2 AIVG). Diese Differenzierung innerhalb der eidgenössischen Sozialversicherungsgesetzgebung hat der Richter und haben die Parteien hinzunehmen (EVGE 1967 S. 64 Erw. 5 und S. 193 Erw. 5). Das Eidg. Versicherungsgericht hat aber wiederholt entschieden, dass es den Kantonen prinzipiell freisteht, dem obsiegenden Versicherten eine Parteientschädigung zuzusprechen (EVGE 1967 S. 64 Erw. 5 und S. 193 Erw. 5, 1968 S. 173 Erw. 5).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp377904"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>Aus dem Gesagten folgt, dass in Krankenkassenstreitigkeiten kein bundesrechtlicher Anspruch auf Parteientschädigung besteht. Ein entsprechender kantonaler Kostenentscheid kann daher mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht selbständig angefochten werden, weil er sich nicht auf öffentliches <a name="page123"></a><div class="center pagebreak">BGE 98 V 121 S. 123</div>Recht des Bundes stützt und somit den Verfügungsbegriff von Art. 5 VwG nicht erfüllt (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 OG</span>).</div> <br/><div> <a name="idp381984"></a><span class="big bold" id="dispositiv">Dispositiv</span> </div> <br/><div class="paraatf">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:</div> <div class="paraatf">Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht ein getreten.</div> </div></body></html></html>