<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 80 S.295</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">295</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>80</b></span> <span class="ft2"><b>Abzüge vom Roheinkommen; Kosten des auswärtigen Wochenaufenthalts</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(§ 35 Abs. 1 lit. c StG; § 14 StGV).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die Kosten des auswärtigen Wochenaufenthalts können nur dann als</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Berufskosten abgezogen werden, wenn die tägliche Rückkehr an den</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Wohnort unmöglich oder unzumutbar ist bzw. der Grund für die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nicht tägliche Rückkehr in erster Linie beruflicher Natur ist.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Bei einer Fahrzeit von rund 70 Minuten von Tür zu Tür ist die täg-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>liche Rückkehr zumutbar.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">25. März 2004 in Sachen J.K., RV.50020/K 8346</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Der Rekurrent arbeitet in G.. Sein Hauptsteuerdomizil befin-</span><br/> <span class="ft1">det sich in F.. An den Wochentagen wohnt er an der S.strasse in Zü-</span><br/> <span class="ft1">rich. Der Rekurrent führt aus, durch den Wochenaufenthalt habe er</span><br/> <span class="ft1">eine Zeitersparnis von über zwei Stunden pro Tag und über 500</span><br/> <span class="ft1">Stunden im Jahr. Dies sei der Hauptgrund, weshalb er ein Zimmer in</span><br/> <span class="ft1">Zürich bezogen habe. Streitig ist vorab, ob der Rekurrent die Kosten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">296</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">für den Wochenaufenthalt in Zürich als Berufskosten in Abzug brin-</span><br/> <span class="ft1">gen kann.</span><br/> <span class="ft1">3. a) Steuerpflichtige, die sich während der Woche notwendi-</span><br/> <span class="ft1">gerweise am Arbeitsort aufhalten, jedoch an arbeitsfreien Tagen re-</span><br/> <span class="ft1">gelmässig nach Hause zurückkehren und deshalb da steuerpflichtig</span><br/> <span class="ft1">bleiben (Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter), können</span><br/> <span class="ft1">für die Mehrkosten der Unterkunft die Kosten eines Zimmers als Be-</span><br/> <span class="ft1">rufsauslagen abziehen (§ 35 Abs. 1 lit. c StG in Verbindung mit § 14</span><br/> <span class="ft1">StGV).</span><br/> <span class="ft1">b) Die Regelung der Mehrkosten für auswärtigen Wochenauf-</span><br/> <span class="ft1">enthalt in § 14 StGV lautet inhaltlich gleich wie die bis 31. Dezem-</span><br/> <span class="ft1">ber 2000 gültige Regelung gemäss § 12 aStGV. Die dazu ergangene</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung kann also zur Beurteilung des vorliegenden Falles</span><br/> <span class="ft1">herangezogen werden.</span><br/> <span class="ft1">c) Die Kosten des auswärtigen Wochenaufenthaltes können nur</span><br/> <span class="ft1">dann als Berufsauslagen abgezogen werden, wenn die tägliche</span><br/> <span class="ft1">Rückkehr an den Wohnort (Hauptsteuerdomizil) unmöglich oder un-</span><br/> <span class="ft1">zumutbar ist bzw. der Grund für die nicht tägliche Rückkehr in erster</span><br/> <span class="ft1">Linie beruflicher Natur ist. Keine berufsbedingten Aufwendungen</span><br/> <span class="ft1">sind die Mehrkosten des Wochenaufenthaltes am Arbeitsort oder in</span><br/> <span class="ft1">einer umliegenden Gemeinde, wenn dieser lediglich der Bequem-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit oder anderen persönlichen Vorteilen des Steuerpflichtigen</span><br/> <span class="ft1">dient (StE 1998 B 22.3 Nr. 62 = ASA 66 S. 632 = StR 52 S. 304;</span><br/> <span class="ft1">VGE vom 14. Dezember 1999 in Sachen R.F.; RGE vom 1. März</span><br/> <span class="ft1">2001 in Sachen J.W., mit weiteren Hinweisen = AGVE 2001 S. 411).</span><br/> <span class="ft1">4. a) Der Rekurrent begründet die Miete der Wohnung in Zü-</span><br/> <span class="ft1">rich mit einer täglichen Zeitersparnis von zwei Stunden pro Tag.</span><br/> <span class="ft1">Diese Zeitersparnis sagt indes nichts darüber aus, ob dem Rekurren-</span><br/> <span class="ft1">ten die tägliche Fahrt vom Hauptsteuerdomizil in F. an den Arbeitsort</span><br/> <span class="ft1">zumutbar ist oder nicht. Zur Prüfung der Zumutbarkeit der täglichen</span><br/> <span class="ft1">Rückkehr an den Wohnort ist, anders als bei den Fahrtkosten zwi-</span><br/> <span class="ft1">schen Wohn- und Arbeitsstätte (vgl. RGE vom 19. Juni 2003 in Sa-</span><br/> <span class="ft1">chen J.S.), nur auf die effektive Fahrzeit abzustellen, nicht aber auf</span><br/> <span class="ft1">die tägliche Zeitersparnis. Diese Unterscheidung ergibt sich aus dem</span><br/> <span class="ft1">Umstand, dass bei den Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">stätte die Notwendigkeit der Fahrt zur Berufsausübung unumstritten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">297</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ist und lediglich das Transportsmittel zur Diskussion steht, während</span><br/> <span class="ft1">bei den Wochenaufenthaltskosten die Erforderlichkeit der Woh-</span><br/> <span class="ft1">nungsmiete zur Berufsausübung zu prüfen ist.</span><br/> <span class="ft1">b) aa) Der Rekurrent benötigt nach eigenen Angaben für die</span><br/> <span class="ft1">Fahrt vom Wohnort in F. an den Arbeitsplatz von Tür zu Tür mit den</span><br/> <span class="ft1">öffentlichen Verkehrsmitteln morgens 1 Stunde 11 Minuten bei Ab-</span><br/> <span class="ft1">fahrt um 7.48 Uhr und abends 1 Stunde 12 Minuten bei Abfahrt um</span><br/> <span class="ft1">18.00 Uhr.</span><br/> <span class="ft1">bb) Das Steuerrekursgericht erachtete in anderen Fällen eine</span><br/> <span class="ft1">Fahrdauer mit dem Zug an zwei Abenden pro Woche und an den</span><br/> <span class="ft1">Samstagen von über 90 Minuten (RGE vom 1. März 2001 in Sachen</span><br/> <span class="ft1">J.W.) und allgemein von 54 Minuten (RGE vom 13. April 2000 in</span><br/> <span class="ft1">Sachen G.R.) als grundsätzlich zumutbar. Dabei handelt es sich im</span><br/> <span class="ft1">zweiten Fall nur um die Fahrzeit vom Hauptbahnhof in Zürich nach</span><br/> <span class="ft1">Z., ohne das erforderliche Tram in Zürich und den Fussmarsch in Z..</span><br/> <span class="ft1">Daher ist auch dem Rekurrenten bei einer Fahrzeit von rund 70 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nuten pro Weg von Tür zu Tür die tägliche Rückkehr nach F. zumut-</span><br/> <span class="ft1">bar.</span><br/> <span class="ft1">Hinzu kommt, dass zwischen F. und G. morgens und abends je</span><br/> <span class="ft1">eine andere Verbindung zur Verfügung steht, bei denen die Fahrdauer</span><br/> <span class="ft1">17 bzw. 16 Minuten kürzer sind als bei den vom Rekurrenten berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigten Verbindungen, und bei denen die Ankunft morgens und die</span><br/> <span class="ft1">Abfahrt abends je eine halbe Stunde früher sind. Damit würden die</span><br/> <span class="ft1">Fahrten von Tür zu Tür bei gleich langer Arbeitszeit lediglich</span><br/> <span class="ft1">54 bzw. 56 Minuten betragen.</span><br/> <span class="ft1">cc) Die Wohnungsmiete in Zürich ist somit nicht beruflich be-</span><br/> <span class="ft1">dingt, sondern dient aufgrund der täglichen Zeitersparnis den per-</span><br/> <span class="ft1">sönlichen Vorteilen des Rekurrenten. Damit sind die Voraussetzun-</span><br/> <span class="ft1">gen für den Abzug der Mehrkosten für den auswärtigen Wochenauf-</span><br/> <span class="ft1">enthalt nicht erfüllt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>