<h2>SubmittedText<h2><p>Wie die islamische Immigration nimmt auch die Zahl der islamischen Banken zu und wirft neue Fragen und Probleme in Bezug auf das Nebeneinanderbestehen unterschiedlicher Rechtsmodelle und unterschiedlicher ethischer und religiöser Haltungen auf.</p><p>Wie stark ist das islamische Bank- und Finanzwesen in der Schweiz vertreten? Stellen die Prinzipien des islamischen Bankwesens (Verbot von Spekulationen, Förderung sozialer Investitionen, gerechte Verteilung von Gewinnen und Verlusten, Vermeidung von Überverschuldung, Vorschlag eines gemeinsamen Risikomanagements) einen Wettbewerbsnachteil oder einen Wettbewerbsvorteil für den Finanzplatz Schweiz dar? Stellen sie eine Gefahr oder einen Vorteil für unsere christlichen und laizistischen Werte dar? Welcher Meinung ist der Bundesrat?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Faisal Private Bank (Switzerland) ist gemäss Kenntnis der Finma die einzige Bank in der Schweiz, die als "full sharia compliant" betrachtet wird. Bei der Faisal Private Bank handelt es sich um eine vergleichsweise kleine Bank mit einer Bilanzsumme (Ende 2010) von 105 367 000 Franken. Andere Banken aus dem Nahen Osten, die in der Schweiz aktiv sind, wie beispielsweise QNB (Qatar), NBK (Kuwait), NBAD (Abu Dhabi), üben in der Schweiz das klassische Private Banking aus. Vor allem Schweizer Banken bieten in und von der Schweiz aus, aber auch über ihre Tochtergesellschaften im Ausland Scharia-konforme Produkte und Dienstleistungen an.</p><p>Es liegt im wirtschaftlichen Interesse der Schweizer Banken und des Schweizer Finanzplatzes, Produkte anzubieten, die das Kundenbedürfnis bestmöglich abdecken. Finanzprodukte, die den Prinzipien des Islams entsprechen, können ein diesbezügliches Angebot sein.</p><p>Alle in der Schweiz tätigen Banken müssen über eine Bewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) verfügen und werden von dieser beaufsichtigt. Sämtliche Finanzintermediäre haben Sorgfaltspflichten gemäss Geldwäschereigesetz zu erfüllen. Damit ist der Einklang mit der schweizerischen Rechtsordnung gegeben.</p>  Antwort des Bundesrates.