<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00620</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222066&amp;W10_KEY=13013468&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00620</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.01.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (Wiederaufnahme VB.2020.00348)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. [Der 59-jährige Beschwerdeführer stammt aus der Demokratischen Republik Kongo (Kinshasa). Er lebt seit 34 Jahren in der Schweiz. Seit dem Jahr 2000 ist er von der öffentlichen Fürsorge abhängig. Nachdem das Verwaltungsgericht eine gegen die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gerichtete Beschwerde abgewiesen hatte (VB.2020.00348), hiess das Bundesgericht (2C_26/2021) die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gut und wies die Sache zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurück. Das Verwaltungsgericht nahm daraufhin das Verfahren wieder auf (VB.2021.00620) und hörte den Beschwerdeführer persönlich an.] Voraussetzungen für das Vorliegen des Widerrufsgrunds nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG (E. 4.2). Abgesehen von kurzen Unterbrüchen ist der Beschwerdeführer seit 21 Jahren sozialhilfeabhängig. Die bezogenen Unterstützungsleistungen belaufen sich auf Fr. 657'260.-. Damit ist der Widerrufsgrund ohne Weiteres erfüllt. Nachdem der Beschwerdeführer zwar zahlreiche kleine Arbeitseinsätze leisten konnte, aber trotz teilweise unbefristeten Arbeitsverträgen die Arbeitsstellen nicht lange halten konnte, ist auch die Gefahr der künftigen Fürsorgeabhängigkeit erfüllt (E. 4.3). Der Sozialhilfebezug muss als überwiegend selbstverschuldet gelten (E. 4.6). Bei der Verhältnismässigkeitsprüfung fällt die lange Anwesenheitsdauer von 34 Jahren in der Schweiz ins Gewicht (E. 4.7.1). Zu berücksichtigen ist auch die Frage, welche Zustände der Betroffene im Heimatstaat antreffen würde und ob ihm im Hinblick darauf die Rückkehr zumutbar scheint (E. 4.7.3). Das Bundesverwaltungsgericht hielt im Referenzurteil E-731/2016 fest, dass die sozioökonomische Lage im Allgemeinen und in Kinshasa prekär ist. Vor diesem Hintergrund gilt eine Rückkehr in die Demokratische Republik Kongo nur als zumutbar, wenn der letzte Wohnsitz der betroffenen Person in Kinshasa oder einer anderen, über einen Flughafen verfügende Stadt im Westen des Landes war, oder wenn die Person in einer dieser Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt. In der Regel ist der Wegweisungsvollzug in die Demokratische Republik Kongo nicht zumutbar, wenn die betroffene Person im vorangeschrittenen Alter ist (E. 4.7.4). Der Beschwerdeführer spricht zwar Tschiluba, Lingala und Französisch und war auch stets in der Hauptstadt Kinshasa wohnhaft. Er verfügt dort aber über keinerlei soziales Netz und insbesondere keine näheren Familienmitglieder mehr. Letztmals hielt er sich 2015 dort auf, um nach Brazzaville zu reisen, um das Grab seiner Mutter zu besuchen. Das fehlende Netzwerk und das fortgeschrittene Alter stellen auch eine berufliche Wiedereingliederung in der Demokratischen Republik Kongo infrage (E. 4.7.5). Das sehr hohe Interesse an der Wegweisung wird durch das noch höhere private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz überwogen (E. 4.7.6). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=55892" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00620</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">12. Januar 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung<br/> (Wiederaufnahme VB.2020.00348),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1963, StaatsangehÃ¶riger der Demokratischen Republik Kongo (Kinshasa), reiste am 17. September 1987 in die Schweiz ein, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Mit VerfÃ¼gung vom 11. MÃ¤rz 1988 wurde das Asylgesuch abgewiesen; hiergegen ergriff A ein Rechtsmittel. GestÃ¼tzt auf die am 4. November 1989 geschlossene Ehe mit der Schweizerin C wurde A am 22. Januar 1990 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. In der Folge zog A die Beschwerde gegen den Asylentscheid zurÃ¼ck, worauf das Verfahren als durch RÃ¼ckzug erledigt abgeschrieben wurde. Am 15. September 1993 wurde die Ehe geschieden. Die Aufenthaltsbewilligung wurde A verlÃ¤ngert, zuletzt bis 3. November 2018. A ist Vater von fÃ¼nf Kindern (D, geboren 1976; E, geboren 1976; F, geboren 1983; G, geboren 1993; H, geboren 1996).</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Seit dem 1. April 2000 wird A von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt. Der bezogene Betrag belief sich per 12. Oktober 2021 auf Fr. 657'260.55. Mit VerfÃ¼gung vom 16. April 2015 verwarnte das Migrationsamt A wegen dessen Sozialhilfebezugs und stellte ihm die NichtverlÃ¤ngerung bzw. den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung in Aussicht fÃ¼r den Fall, dass er weiterhin von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden mÃ¼sse. Am 2. Februar 2016 und 9. Januar 2018 wies das Migrationsamt A erneut auf die Folgen des Bezugs von Sozialhilfe hin. Am 25. Oktober 2018 stellte A ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Das Migrationsamt wies dieses mit VerfÃ¼gung vom 2. Juli 2019 ab und wies A aus der Schweiz weg. Zum Verlassen der Schweiz setzte es ihm Frist bis 2. Oktober 2019. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Einen hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 23. April 2020 ab. Dabei setzte sie A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 23. Juli 2020.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 25. Mai 2020 beantragte A dem Verwaltungsgericht, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Eventualiter sei das Migrationsamt anzuweisen, beim Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) die vorlÃ¤ufige Aufnahme zu beantragen. Zudem ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person von Rechtsanwalt B; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil vom 11. November 2020 (VB.2020.00348) wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde von A ab. Ferner gewÃ¤hrte es ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und bestellte ihm in der Person von Rechtsanwalt B einen unentgeltlichen Rechtsbeistand. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>IV. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangte A mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Mit Urteil vom 20. August 2021 (2C_26/2021) hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut und hob das Urteil des Verwaltungsgerichts auf. Dabei wies es die Angelegenheit zur rechtsgenÃ¼glichen Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung im Sinn der ErwÃ¤gungen an das Verwaltungsgericht zurÃ¼ck. Dies in der ErwÃ¤gung, dass das Verwaltungsgericht das rechtliche GehÃ¶r des BeschwerdefÃ¼hrers verletzt habe, indem es in Abweichung vom Migrationsamt und der Sicherheitsdirektion ohne entsprechende BegrÃ¼ndung und in entscheidrelevanter Weise auf einen vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichten Lebenslauf abgestellt habe, gemÃ¤ss welchem dieser wÃ¤hrend sechs Jahren in der Demokratischen Republik Kongo eine Boutique betrieben habe. Ausser dem Lebenslauf ergÃ¤ben sich aus den Akten jedoch keinerlei Hinweise, die fÃ¼r den Bestand der Boutique oder die TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers in der Demokratischen Republik Kongo sprÃ¤chen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>V. </b> </p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf die RÃ¼ckweisung des Bundesgerichts erÃ¶ffnete das Verwaltungsgericht das vorliegende Verfahren (VB.2021.00620).</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 6. Oktober 2021 forderte die AbteilungsprÃ¤sidentin i.V. A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) auf, eine aktuelle BestÃ¤tigung der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge Ã¼ber den gesamten UnterstÃ¼tzungsumfang sowie einen aktuellen Betreibungsregisterauszug einzureichen. Zudem lud sie die Parteien zur persÃ¶nlichen Befragung des BeschwerdefÃ¼hrers am 24. November 2021 ein. Mit der DurchfÃ¼hrung der persÃ¶nlichen Befragung betraute die Kammer die AbteilungsprÃ¤sidentin i.V. Die eingeforderten Unterlagen gingen innert Frist ein.</p> <p class="Urteilstext">An der Verhandlung vom 24. November 2021 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer namentlich zu seiner Beziehung zum Heimatland, zu seinem Gesundheitszustand und zu seiner beruflichen und finanziellen Situation befragt. Das Verhandlungsprotokoll wurde den Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Da die eheliche Gemeinschaft mit einer Schweizerin weniger als fÃ¼nf Jahre gelebt und noch vor Inkrafttreten des damaligen AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, heute: AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz [AIG]) geschieden wurde, hat der BeschwerdefÃ¼hrer weder gestÃ¼tzt auf die Bestimmungen des bis Ende 2007 massgebenden Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) noch gestÃ¼tzt auf Art. 42 Abs. 1 und 3 AIG bzw. Art. 50 Abs. 1 AIG (jeweils in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung) Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung oder VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung (vgl. BGr, 23. Mai 2018, 2C_340/2018, E. 2.3; BGr, 19. Juli 2011, 2C_124/2011, E. 4 mit Hinweisen; VGr, 2. MÃ¤rz 2018, VB.2017.00791, E. 3.1 [nicht auf www.vgr.zh.ch verÃ¶ffentlicht]). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht aufgrund seiner langen Aufenthaltsdauer von heute 34 Jahren in der Schweiz einen Aufenthaltsanspruch gestÃ¼tzt auf das Recht auf Privatleben nach Art. 8 Ziff. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sowie Art. 13 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) geltend. Darauf kann sich berufen, wer besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich vorweisen kann (BGE 130 II 281 E. 3.2.1), wobei nach einer rund zehnjÃ¤hrigen Aufenthaltsdauer regelmÃ¤ssig von so engen sozialen Beziehungen in der Schweiz ausgegangen werden kann, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf, beispielsweise wenn die Integration trotz der langen Aufenthaltsdauer zu wÃ¼nschen Ã¼brig lÃ¤sst (BGE 144 I 266 E. 3.4 und 3.8 f. sowie BGr, 17. September 2018, 2C_441/2018, E. 1.3.1). So vermag insbesondere auch die jahrelange schuldhafte SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit Eingriffe in die konventions- und verfassungsmÃ¤ssig geschÃ¼tzten Beziehungen zu legitimieren (BGr, 6. Oktober 2020, 2C_429/2020, E. 5.4; BGr, 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 6.3). Wie nachfolgend aufgezeigt wird, lÃ¤sst die Integration des BeschwerdefÃ¼hrers trotz seiner langjÃ¤hrigen Aufenthaltsdauer aufgrund seines jahrelangen Sozialhilfebezugs zu wÃ¼nschen Ã¼brig, weshalb er aus dem Recht auf Achtung des Privatlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach Art. 33 Abs. 3 AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung verlÃ¤ngert werden, wenn keine WiderrufsgrÃ¼nde gemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Die VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung liegt bei auslÃ¤ndischen Personen, die keinen Aufenthaltsanspruch haben, im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der AuslÃ¤nderbehÃ¶rden (Tamara NÃ¼ssle in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 33 N. 33; Peter Bolzli in: Marc Spescha et al., Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 33 AIG N. 7). In solche Ermessensentscheide kann das Verwaltungsgericht nur eingreifen, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler vorliegt, insbesondere wenn der Entscheid sich von sachfremden Motiven leiten lÃ¤sst (vgl. Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [VRG-Kommentar], § 50 N. 25 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde Bewilligungen, ausgenommen Niederlassungsbewilligungen, widerrufen, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder oder eine Person, fÃ¼r die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Diesen Widerrufsgrund erfÃ¼llt, wer erheblich und dauerhaft von Sozialhilfe abhÃ¤ngig ist, wobei indes diese Voraussetzungen weniger streng zu handhaben sind als beim Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (vgl. BGr, 3. Juli 2014, 2C_877/2013, E. 3.2.1; VGr, 13. Februar 2020, VB.2019.00595, E. 2.2). Nach der Rechtsprechung muss konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit bestehen; blosse finanzielle Bedenken genÃ¼gen nicht (vgl. BGr, 14. Oktober 2019, 2C_234/2019, E. 5.1). Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. Ein Widerruf soll in Betracht kommen, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft fÃ¼r ihren Lebensunterhalt sorgen wird (BGE 122 II 1 E. 3c; BGr, 26. August 2020, 2C_423/2020, E. 3.2; BGr, 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 3.2). Ob der Widerrufsgrund des Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG erfÃ¼llt ist, wird objektiv bzw. ohne RÃ¼cksicht auf ein allfÃ¤lliges Verschulden des Sozialhilfebezugs beurteilt; massgeblich sind die HÃ¶he der ausgerichteten BeitrÃ¤ge und die prognostische Beurteilung, ob in absehbarer Zeit eine AblÃ¶sung von der Sozialhilfe erfolgen kann (BGr, 26. August 2020, 2C_423/2020, E. 3.3; BGr, 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 3.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Abgesehen von kurzen UnterbrÃ¼chen ist der BeschwerdefÃ¼hrer seit 21 Jahren sozialhilfeabhÃ¤ngig. Die bezogenen UnterstÃ¼tzungsleistungen sind immens (insgesamt Fr. 657'260.55 per 12. Oktober 2021). Im Zeitraum vom 31. Oktober 2018 bis 11. Februar 2020 war die UnterstÃ¼tzung durch die Ã¶ffentliche FÃ¼rsorge nur noch marginal (Fr. 731.95). Die Vorinstanz fÃ¼hrte diesen bescheidenen Zuwachs zutreffend auf den bis zum Ablauf der Rahmenfrist am 15. Januar 2020 erfolgten Bezug von Arbeitslosentaggeldern zurÃ¼ck (siehe Kontoauszug des Sozialdiensts I vom 12. Oktober 2021). Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer am 8. Juni 2020 eine unbefristete Stelle bei der Firma J (im Personalverleih, vermittelt durch K AG) als Produktionsmitarbeiter â¦ zu einem 80%-Pensum bei einem Stundenlohn von Fr. 25.45 (brutto, exkl. Sonderzulagen) antreten konnte, vermochte er sich fÃ¼r drei Monate (August bis Oktober 2020) von der Sozialhilfe zu lÃ¶sen. Da er die Stelle als Produktionsmitarbeiter bereits per 28. August 2020 wieder verlor, ist er seit November 2020 wieder voll fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig. Angesichts des bisher bezogenen Betrags und der sehr langen Dauer der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist der Widerrufsgrund gemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG ohne Weiteres erfÃ¼llt. Insbesondere liegt auch die Gefahr der kÃ¼nftigen FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit vor: Wohl konnte er zahlreiche kleinere ArbeitseinsÃ¤tze leisten, so zuletzt bei der L AG mit Einsatz als Hilfsmechaniker bei der Firma M (befristet vom 16. August bis 20. August 2021) sowie einzelnen EinsÃ¤tzen im September 2021. Trotz teilweise unbefristeten ArbeitsvertrÃ¤gen konnte er die Arbeitsstellen jedoch nicht lange halten, so etwa die im Juli 2019 angetretene Arbeitsstelle im 30%-Pensum bei der N AG als ... bei der Firma M, welche er bereits Ende August 2019 wieder verlor oder die oben erwÃ¤hnte Stelle bei der Firma J. Ob sich der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der fehlenden Aufenthaltsbewilligung, seines Alters und seiner Krankheitsgeschichte nicht entsprechend in den Arbeitsmarkt habe integrieren kÃ¶nnen, wie er vorbringt, ist unter dem Aspekt der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu prÃ¼fen und fÃ¼hrt nicht zum Dahinfallen des Widerrufsgrunds von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG (vgl. BGr, 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Liegt ein Widerrufsgrund vor, kann offengelassen werden, ob der BeschwerdefÃ¼hrer mit Einreichen des von ihm erstellten Lebenslaufs, wonach er in den Jahren 2009 bis 2015 als SelbstÃ¤ndigerwerbender eine Boutique in der Demokratischen Republik Kongo betrieben habe und deren Inhaber gewesen sei, was sich als falsch herausstellte, zugleich den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG (Falschangaben im Bewilligungsverfahren) erfÃ¼llte.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht zwingend zum Widerruf bzw. zur NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsabwÃ¤gung (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AIG; Art. 8 Ziff. 2 EMRK) ist insbesondere zu prÃ¼fen, ob die auslÃ¤ndische Person ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit verschuldet hat (BGr, 7. Juli 2020, 2C_122/2020, E. 3.2). Ferner sind fÃ¼r die Beurteilung, ob eine auf Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG gestÃ¼tzte aufenthaltsbeendende Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei, namentlich die Schwere des Verschuldens der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit, der Grad der Integration und die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen. Zu beachten ist sodann die QualitÃ¤t der sozialen, kulturellen und familiÃ¤ren Beziehungen sowohl im Gast- als auch im Herkunftsland (BGr, 6. Mai 2021, 2C_730/2020, E. 4.3; BGr, 17. Januar 2020, 2C_709/2019, E. 4 Abs. 2 mit Hinweisen). Es ist eine AbwÃ¤gung zwischen den Ã¶ffentlichen Interessen an der aufenthaltsbeendenden Massnahme und den persÃ¶nlichen Interessen der auslÃ¤ndischen Person an einem Verbleib in der Schweiz vorzunehmen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Um ein mÃ¶gliches Verschulden der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit zu beurteilen, ist auf den beruflichen Werdegang und die Krankheitsgeschichte des BeschwerdefÃ¼hrers nÃ¤her einzugehen: Aus den Akten ergibt sich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer vor seinem Bezug von Sozialhilfe von 1993â1995 und ab Oktober 1996â1999 arbeitslos war und auch Arbeitslosentaggelder bezog. Einzig von Februar bis Oktober 1996 ging der BeschwerdefÃ¼hrer einer existenzsichernden Arbeit nach. WÃ¤hrend seiner Arbeitslosigkeit wurde er von der sozialen Arbeitsvermittlung O in I fÃ¼r kurzfristige Stunden- und TageseinsÃ¤tze als Hilfsarbeiter vermittelt und war im Jahr 1999 fÃ¼r das Stellennetz P als Aushilfschauffeur tÃ¤tig. Von Juni bis Oktober 2001 war er fÃ¼r die Firma Q als Aushilfe tÃ¤tig. Von 2002â2008 war er wieder fÃ¼r die Arbeitsvermittlung O in I als Umzugs- und Lagerarbeiter sowie als Reinigungsmitarbeiter tÃ¤tig, wobei er im Jahr 2003 keine AuftrÃ¤ge fÃ¼r die Arbeitsvermittlung O ausfÃ¼hrte. In seinem VerlÃ¤ngerungsgesuch fÃ¼r die Aufenthaltsbewilligung vom 13. Oktober 2008 gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, zu 100 % arbeitsunfÃ¤hig zu sein. GemÃ¤ss Schreiben seines Arztes Dr. med. R vom 1. November 2008 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer wegen Schmerzen an beiden Knien und am RÃ¼cken, wegen erhÃ¶hten Leberwerten, SchilddrÃ¼senunterfunktion, ThalassÃ¤mie und psychischen Problemen (Panikattacken, Depression, Agoraphobie) behandelt. Zudem litt der BeschwerdefÃ¼hrer an einer chronischen MuskelentzÃ¼ndung. Der BeschwerdefÃ¼hrer meldete sich am 7. April 2008 bei der IV an. Am 13. November 2010 gab Dr. med. R an, der BeschwerdefÃ¼hrer sei seit vier Jahren wegen Krankheit zu 100 % arbeitsunfÃ¤hig. Mit VerfÃ¼gung vom 5. Februar 2011 wies die SVA ZÃ¼rich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers ab. Das Sozialversicherungsgericht bestÃ¤tigte diesen Entscheid mit Urteil vom 31. Januar 2013 (IV.2011.00236) und attestierte dem BeschwerdefÃ¼hrer eine 100%-ige ArbeitsfÃ¤higkeit. Dabei beurteilte es die folgenden Diagnosen: ...</p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Schreiben vom 5. November 2013 von Dr. med. R kÃ¶nne der BeschwerdefÃ¼hrer nach wie vor keiner AktivitÃ¤t nachgehen. In seinen VerlÃ¤ngerungsgesuchen fÃ¼r die Aufenthaltsbewilligungen vom 22. Oktober 2013 und 18. Oktober 2014 gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, er sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfÃ¤hig. Der Hausarzt Dr. med. R bestÃ¤tigte mit Schreiben vom 28. Oktober 2014 die bisherigen Leiden des BeschwerdefÃ¼hrers. Im Jahr 2015 verbesserte sich die gesundheitliche Situation des BeschwerdefÃ¼hrers und er war gemÃ¤ss VerlÃ¤ngerungsgesuch vom 27. Oktober 2015 wieder auf Stellensuche. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2015 teilte das Sozialamt I dem Migrationsamt dagegen wieder mit, der BeschwerdefÃ¼hrer sei psychisch und physisch stark eingeschrÃ¤nkt und kÃ¶nne nicht arbeiten. Die Gesundheit lasse keine Erwerbsintegrationsmassnahmen zu. Kurz zuvor, am 21. November 2015, informierte Dr. med. R das Migrationsamt Ã¼ber eine erfreuliche Verbesserung des Gesundheitszustands des BeschwerdefÃ¼hrers und die Wiederaufnahme der Stellensuche. Von November 2015 bis Dezember 2017 war der BeschwerdefÃ¼hrer temporÃ¤r angestellt bei der L AG (Einsatz beim â¦ ,). Anschliessend arbeitete er von Juni 2019 bis August 2019 zu 30 % fÃ¼r die N AG. Im August und im September 2019 leistete er je einen eintÃ¤gigen Einsatz bei der Firma S. Im Juni 2020 konnte er bei Firma J (im Personalverleih, vermittelt durch K AG) im Bereich â¦ eine unbefristete Stelle zu einem 80%-Pensum antreten; diese Stelle verlor er bereits per 28. August 2020 wieder. Vom 16. August bis 10. September 2021 arbeitete er wieder (siehe Lohnabrechnungen L AG per 16./21. September 2021). An der Befragung vom 24. November 2021 gab der BeschwerdefÃ¼hrer zu seiner aktuellen gesundheitlichen Verfassung an, seine Gesundheit sei nicht sehr gut. Er nehme Medikamente gegen Depressionen, fÃ¼r das Herz und gegen Infekte. Seiner Meinung nach sei er in dem Umfang arbeitsfÃ¤hig, wie man ihm Arbeit gebe. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Krankheits- und Arbeitshistorie des BeschwerdefÃ¼hrers lÃ¤sst sich wie folgt summieren: Der BeschwerdefÃ¼hrer leistete in den vergangenen 21 Jahren primÃ¤r KurzeinsÃ¤tze fÃ¼r Arbeitsvermittlungsunternehmen. WÃ¤hrend seines 34-jÃ¤hrigen Aufenthalts ging er nur wenige Monate einer existenzsichernden TÃ¤tigkeit nach. Erst unter dem Druck des auslÃ¤nderrechtlichen Verfahrens trat er im Juni 2020 die 80%-Stelle bei der Firma J (im Personalverleih, vermittelt durch K AG) an, die er nach kÃ¼rzester Zeit wieder verlor. Als Grund fÃ¼r seine Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung gibt der BeschwerdefÃ¼hrer primÃ¤r gesundheitliche GrÃ¼nde an, insbesondere in den Jahren 2008â2015. Indessen plagten ihn die Leiden gemÃ¤ss Angaben in der Beschwerde nicht erst seit 2008; ab 2006 und insbesondere ab 2008 hÃ¤tten sie sich lediglich in dem Masse akzentuiert, dass an fortgesetzte ArbeitstÃ¤tigkeit nicht zu denken gewesen sei. Dagegen ging die IV im Jahr 2011 (bestÃ¤tigt durch das Sozialversicherungsgericht im Jahr 2013) davon aus, die Leiden des BeschwerdefÃ¼hrers hÃ¤tten keinen Einfluss auf seine ArbeitsfÃ¤higkeit. Es ist dem BeschwerdefÃ¼hrer zuzugestehen, dass seine gesundheitlichen Beschwerden im Bewerbungsprozess sicherlich hinderlich waren. Gesundheitliche Beschwerden liegen zwar auch noch heute vor, indessen ohne ersichtlichen Einfluss auf die ArbeitsfÃ¤higkeit. Selbst unter Miteinbezug der jahrelangen gesundheitlichen Schwierigkeiten ist jedoch nicht zu ergrÃ¼nden, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer die letzten 34 Jahre nicht nutzte, um sich beruflich zu qualifizieren oder weiterzubilden. Die Ausbildung als â¦ in der Demokratischen Republik Kongo in den Jahren 1980â1983 reichte offenkundig nicht aus, um im Schweizer Arbeitsmarkt nachhaltig Fuss zu fassen. Ebenso bemÃ¼hte er sich nicht weiter um sprachliche Integration, obwohl er selbst davon ausgeht, die deutsche Sprache nicht sehr gut zu beherrschen. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht weiter die Faktoren fehlende Aufenthaltsbewilligung und Alter fÃ¼r die Schwierigkeiten beim Berufseinstieg verantwortlich. Wohl spielt der Faktor Alter beim 59-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrer auf dem Arbeitsmarkt heute eine Rolle. Indessen besteht die unstete Erwerbssituation seit Jahrzehnten. Ferner existiert die Ungewissheit mit Bezug auf den auslÃ¤nderrechtlichen Aufenthaltsstatus erst seit drei Jahren; zuvor war dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung stets (zuletzt bis November 2018) verlÃ¤ngert worden. Insgesamt erscheint die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit â trotz gewisser Anstrengungen, Arbeit zu finden â, als Ã¼berwiegend selbstverschuldet und besteht ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers. Angesichts des hohen, jahr(zehnte)langen Sozialhilfebezugs bleibt unverstÃ¤ndlich, weshalb das Migrationsamt einen Widerrufsgrund nicht schon frÃ¼her prÃ¼fte und jahrelang tatenlos blieb. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.7 </b>Fraglich ist, ob sich die Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers auch unter BerÃ¼cksichtigung seiner privaten Interessen und der Ã¼brigen UmstÃ¤nde als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist. </p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.7.1 </span></b><span>Ins Gewicht fÃ¤llt zunÃ¤chst die sehr lange Aufenthaltsdauer des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz von 34 Jahren. Auch spricht der BeschwerdefÃ¼hrer Deutsch, wenn auch nach eigener EinschÃ¤tzung nicht sehr gut. Der auf Deutsch durchgefÃ¼hrten polizeilichen Befragung vom 14. Mai 2019 konnte er zumindest problemlos folgen. An der Befragung vom 24. November 2021 benÃ¶tigte er eine Dolmetscherin. Was die soziale Integration anbelangt, gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, Bekannte und Freunde aus der Schweiz und auch Bekannte aus anderen LÃ¤ndern, u.</span><span> </span><span>a. Afrika, zu haben. Verschiedene Landsleute verfassten fÃ¼r ihn SolidaritÃ¤tsschreiben (siehe SolidaritÃ¤tsschreiben von T, U und V). Auch der Pfarrer der Katholischen Kirche I (Pfarrei W) engagierte sich fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer, welcher Teil der Kirchengemeinde sei. Die Pfarrei sei sogar ein StÃ¼ck weit dessen Familie. Ferner beschreibt eine Mitarbeiterin des Vereins X, wo der BeschwerdefÃ¼hrer seit vielen Jahren regelmÃ¤ssig verkehrt, den BeschwerdefÃ¼hrer als sehr sympathischen Menschen. Insgesamt darf daher von einer gelungenen sozialen Integration in der Schweiz ausgegangen werden. Auch in strafrechtlicher Hinsicht hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich wohlverhalten. Dem Strafbefehl vom 10. Juni 2020 wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren, welcher eine Busse von Fr. 300.- zur Folge hatte, kommt untergeordnete Bedeutung zu. Die Verurteilung wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Arbeitslosenversicherungsgesetz (30 Tage GefÃ¤ngnis bedingt) im Jahr 1999 liegt weit zurÃ¼ck und ist nur der VollstÃ¤ndigkeit halber aufzufÃ¼hren. In wirtschaftlicher Hinsicht vermochte sich der BeschwerdefÃ¼hrer jedoch nicht zu integrieren: Neben seinem langjÃ¤hrigen erheblichen Sozialhilfebezug weist der BeschwerdefÃ¼hrer auch 20 Verlustscheine in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 39'602.43 auf. Dies ist insbesondere deshalb verwunderlich, da der Lebensunterhalt vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe gedeckt sein sollte. FÃ¼r die neuen Verlustscheine konnte der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich der Befragung keine plausible ErklÃ¤rung liefern. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.7.2 </span></b><span>In beruflicher Hinsicht konnte der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend 34 Jahren nicht Fuss fassen. Die unbefristete Anstellung per Juni 2020 mÃ¼ndete bereits zwei Monate spÃ¤ter in einer KÃ¼ndigung. Was die FamilienverhÃ¤ltnisse anbelangt, so weiss der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼</span><span>ber den Verbleib der 1976 geborenen ZwillingstÃ¶chter nichts; folglich besteht kein Kontakt. Weitere Kinder leben in Y (eine Tochter mit ihrem Kind), </span><span>in Z (ein Sohn mit seinen beiden Kindern) und in Deutschland (jÃ¼ngste Tochter). Mit Ausnahme der jÃ¼ngsten Tochter, mit welcher er hÃ¤ufiger spreche, pflegt er zu seinen weiteren Kindern nur sporadischen Kontakt. Ein </span><span>besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis im Sinn von Art. 8 EMRK zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seinen in der Schweiz lebenden erwachsenen Kindern, welches seine Anwesenheit in der Schweiz erforderlich machen wÃ¼rde, ist somit von Vornherein nicht ersichtlich (vgl. dazu BGE 147 I 268 E. 1.2.3; BGr, 27. Mai 2021, 2C_396/2021, E. 3.1). Die gelegentlichen Kontakte liessen sich auch von seinem Heimatland aufrechterhalten. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.7.3 </span></b><span>Zur VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung gehÃ¶rt ferner auch die PrÃ¼fung der Frage, welche ZustÃ¤nde der Betroffene im Heimatstaat oder einem Drittstaat antreffen wÃ¼rde, und ob ihm im Hinblick hierauf eine RÃ¼ckkehr zumutbar erscheint. Als Grundsatz ist davon auszugehen, dass den Betroffenen aus der RÃ¼ckkehrpflicht in der Regel kein ernstlicher Nachteil erwÃ¤chst, soweit sie mit der Heimat nicht ausschliesslich noch die StaatsbÃ¼rgerschaft verbindet. Der Heimatstaat kann jedoch in kurz- oder lÃ¤ngerfristiger Hinsicht mit wirtschaftlichen, sozialpolitischen oder umweltrelevanten Problemen konfrontiert sein, die sich, je nach Ausmass, unterschiedlich stark auf die LebensumstÃ¤nde des Betroffenen auswirken kÃ¶nnen. Diese Auswirkungen sind nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung in die InteressenabwÃ¤gung miteinzubeziehen. Bestehen auf Grund eines (BÃ¼rger-)Kriegs, einer Situation allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage im Heimatstaat im Fall einer RÃ¼ckreise Anzeichen fÃ¼r eine konkrete GefÃ¤hrdung des Betroffenen, so enthalten die bei der InteressenabwÃ¤gung zu berÃ¼cksichtigenden Kriterien Elemente, welche auch bei der PrÃ¼fung der Unzumutbarkeit eines Vollzugs einer Wegweisung zur Anwendung gelangen kÃ¶nnen (Art. 83 Abs. 4 AIG; BGE 137 II 305 E. 3.2; BGr, 6. MÃ¤rz 2018, 2C_740/2017, E. 5.2.1; BGr, 2. Februar 2016, 2C_120/2015, E. 3.2 f. mit weiteren Hinweisen). Die zustÃ¤ndige MigrationsbehÃ¶rde hat die entsprechenden AbklÃ¤rungen vorzunehmen oder vornehmen zu lassen; sie kann die Problematik nicht in das Vollzugsverfahren der Wegweisung verschieben (BGr, 8. Januar 2018, 2C_396/2017, E. 7.6).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.7.4 </span></b><span>Das Bundesverwaltungsgericht hielt in einem Referenzurteil vom 20. Februar 2017 (E-731/2016, E. 7.3) zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den Kongo (Kinshasa) fest, dass die sozioÃ¶konomische Lage im Allgemeinen und in Kinshasa im Besonderen prekÃ¤r ist. Vor dem Hintergrund der Lage in der Demokratischen Republik Kongo erachtet das Bundesverwaltungsgericht die RÃ¼ckkehr von Personen grundsÃ¤tzlich nur als zumutbar, wenn der letzte Wohnsitz der betroffenen Person in Kinshasa oder einer anderen, Ã¼ber einen Flughafen verfÃ¼genden Stadt im Westen des Lands war, oder wenn die Person in einer dieser StÃ¤dte Ã¼ber ein gefestigtes Beziehungsnetz verfÃ¼gt. Trotz Vorliegens der vorstehend genannten Kriterien erscheine der Vollzug der Wegweisung jedoch â nach sorgfÃ¤ltiger PrÃ¼fung und AbwÃ¤gung der individuellen UmstÃ¤nde â in aller Regel nicht zumutbar, wenn die zurÃ¼ckzufÃ¼hrende Person Kinder in ihrer Begleitung hat, fÃ¼r mehrere Kinder verantwortlich ist, sich bereits in einem vorangeschrittenen Alter oder in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befindet oder wenn es sich bei ihr um eine alleinstehende, nicht Ã¼ber ein soziales oder familiÃ¤res Netz verfÃ¼gende Frau handelt (vgl. auch BVGr, 2. September 2021, D-5554/2020, E. 8.2.1; BVGr, 6. April 2020, E-1480/2020, E. 8.4.1; BVGr, 31. MÃ¤rz 2017, D-2834/2016, E. 5.3.2; VGr, 16. Dezember 2020, VB.2020.00664, E. 4.3.1.1; VGr, 24. Oktober 2018, VB.2018.00327, E. 5.3.1.2). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.7.5 </span></b><span>Mit Blick auf die Demokratische Republik Kongo ist festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Sprachen Tschiluba (Muttersprache), Lingala und FranzÃ¶sisch spricht, wobei Letztere offizielle Amtssprachen der Demokratischen Republik Kongo sind. Zwar war der BeschwerdefÃ¼hrer vor seiner Ausreise stets in Kinshasa wohnhaft. Inzwischen verfÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer in der Demokratischen Republik Kongo jedoch Ã¼ber keinerlei soziales Netz mehr. So hat er dort insbesondere keine nÃ¤heren Familienmitglieder mehr. Sein Vater starb als er ein Jahr alt war; die Mutter starb, als er noch keine zwanzig Jahre alt war. Auch die Schwestern sind lÃ¤ngst verstorben. Letztmals hielt sich der BeschwerdefÃ¼hrer im Jahr 2015 in der Demokratischen Republik Kongo auf, als er von Kinshasa nach Brazzaville reiste, um das Grab seiner Mutter zu besuchen. An der Befragung vom 24. November 2021 gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, keine Bekannte oder Familie mehr vor Ort zu haben. Ein gewisses soziales Netzwerk im Heimatland wÃ¤re jedoch unabdingbar, um dem heute 59-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrer nach jahrzehntelanger Abwesenheit eine soziale Wiedereingliederung zu ermÃ¶glichen. Das fehlende Netzwerk und das fortgeschrittene Alter stellt auch eine berufliche Wiedereingliederung in der Demokratischen Republik Kongo â in einem der Ã¤rmsten LÃ¤nder der Welt â stark infrage. Es scheint nicht realistisch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer beruflich wird Fuss fassen kÃ¶nnen. Bei der beruflichen Wiedereingliederung kÃ¶nnten auch seine gesundheitlichen Probleme hinderlich sein. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.7.6 </span></b><span>Zusammenfassend liegt ein sehr hohes Ã¶ffentliches Interesse an der Wegweisung des allein lebenden BeschwerdefÃ¼hrers aufgrund seines immensen Sozialhilfebezugs vor. Aufgrund des langjÃ¤hrigen Aufenthalts in der Schweiz und mangels bestehender Kontakte zum Heimatland Ã¼bersteigen die privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers das hohe Ã¶ffentliche Interesse dennoch. Dabei hat nicht zuletzt das jahrelange Zuwarten des Migrationsamts dazu gefÃ¼hrt, dass die Ã¶ffentlichen Interessen im heutigen Zeitpunkt hinter die privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers zurÃ¼cktreten mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern. Dies entbindet den BeschwerdefÃ¼hrer jedoch nicht davon, sich ernsthaft um seine berufliche Eingliederung zu kÃ¼mmern. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des kantonalen Verfahrens sind neu zu regeln und beurteilen sich grundsÃ¤tzlich nach Massgabe des Verfahrensausgangs (Unterliegerprinzip, § 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a sowie § 17 Abs. 2 VRG). DemgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen. Aufgrund der neuen Kostenverlegung sind die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Zudem ist dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Dabei erscheint eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- fÃ¼r das Rekursverfahren und fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine solche von Fr. 2'700.- als angemessen. Da dem mittellosen BeschwerdefÃ¼hrer im Verfahren VB.2020.00348 die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt wurde und Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt wurde, wurde Rechtsanwalt B bereits mit Fr. 1'900.- (Mehrwertsteuer inklusive) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die dem BeschwerdefÃ¼hrer zuzusprechende ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'750.- ist daher mit der EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands zu verrechnen und hat das Migrationsamt die ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren im Umfang von Fr. 1'900.- an die Kasse des Verwaltungsgerichts zu leisten. Damit wird das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren gegenstandslos. FÃ¼r das Rekursverfahren wird dem mittellosen BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf § 16 Abs. 2 VRG (in Verbindung mit § 16 Abs. 1 VRG) in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Da bereits die Vorinstanz Rechtsanwalt B als unentgeltlichen Rechtsbeistand einsetzte, wurde die EntschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 2'186.30 (inkl. Mehrwertsteuer) von der Staatskasse bereits ausbezahlt. Die fÃ¼r das Rekursverfahren zugesprochene ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- ist an die bereits ausbezahlte EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsbeistand anzurechnen, womit die ParteientschÃ¤digung bereits ausgerichtet ist. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekursverfahren Nr. 2019.0529 und das Beschwerdeverfahren werden als gegenstandslos geworden abgeschrieben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. FÃ¼r das Rekursverfahren Nr. 2019.0529 wird Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Seine EntschÃ¤digung betrÃ¤gt Fr. 686.30 und ist bereits geleistet worden. Die Nachzahlungspflicht nach § 16 Abs. 4 VRG im Umfang von Fr. 686.30 bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtbeistands fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 2. Juli 2019 und der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 23. April 2020 werden aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Kosten des Rekursverfahrens Nr. 2019.0529 in der HÃ¶he von Fr. 1'410.- werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren Nr. 2019.0529 eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. Die an Rechtsanwalt B bereits ausbezahlte EntschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 2'186.30 (Mehrwertsteuer inbegriffen) ist daran anzurechnen, womit die ParteientschÃ¤digung bereits ausgerichtet ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'500.-- (inkl. Beweisverhandlung); die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 3'570.--</u> Total der Kosten</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'750.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. An die ParteientschÃ¤digung ist im Umfang von Fr. 1'900.- die bereits geleistete EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsbeistand anzurechnen. In diesem Umfang ist die ParteientschÃ¤digung an die Kasse des Verwaltungsgerichts zu leisten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>10. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>11. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="urteilstext0"><u><span>Abweichende Meinung einer Minderheit der Kammer:</span></u></p> <p class="erwgung20"><span>(§ 71 VRG in Verbindung mit § 124 des Gesetzes Ã¼ber die Gerichts- und BehÃ¶rdenorganisation im Zivil- und Strafprozess vom 10. Mai 2010 [GOG; LS 211.1])</span></p> <p class="Urteilstext">Nach Ansicht der Kammerminderheit ist die Beschwerde aus folgenden GrÃ¼nden abzuweisen:</p> <p class="Urteilstext">Zuzustimmen ist der Kammermehrheit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG erfÃ¼llt hat. Entgegen der Kammermehrheit erachtet die Kammerminderheit die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers jedoch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Denn das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers erweist sich aufgrund seines immensen Sozialhilfebezugs, von welchem er sich auch nicht mehr lÃ¶sen wird, als enorm hoch. Dass das Migrationsamt den Widerrufsgrund nicht frÃ¼her prÃ¼fte, ist unverstÃ¤ndlich. Andererseits erhielt der BeschwerdefÃ¼hrer durch diese jahrzehntelange UntÃ¤tigkeit des Migrationsamts so viele Chancen, sich zu bewÃ¤hren und zu integrieren, wie wohl kaum eine andere Person. Nichtsdestotrotz ist die Integration des BeschwerdefÃ¼hrers in sprachlicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht im Vergleich zum langjÃ¤hrigen Aufenthalt in der Schweiz als weit unterdurchschnittlich zu beurteilen. DemgegenÃ¼ber ist der BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Heimatland zumindest sprachlich gut integriert. Vor seiner Ausreise hat er in Kinshasa gelebt. Laut Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (E. 4.7.4) erweist sich die RÃ¼ckkehr grundsÃ¤tzlich als zumutbar, wenn der letzte Wohnsitz Kinshasa war. Dies ist auch vorliegend der Fall. Daran vermag das Alter des BeschwerdefÃ¼hrers (59) nichts zu Ã¤ndern. Die Kammerminderheit verkennt nicht, dass es fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer nicht einfach sein wird, im Heimatland wieder Fuss zu fassen. Aber es ist ihm durchaus zuzumuten, Kontakte zu reaktivieren und neue Kontakte zu knÃ¼pfen; dies umso mehr, als der BeschwerdefÃ¼hrer ansonsten in der Schweiz in erheblichem Ausmass weiter von der Ã¶ffentlichen UnterstÃ¼tzung abhÃ¤ngig bleiben wÃ¼rde. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Heimatland, wo er aufgewachsen ist und immerhin Ã¼ber 20 Jahre gelebt hat, Ã¼ber Ã¼berhaupt kein soziales Netz mehr verfÃ¼gen soll, erweist sich als eine Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers, die zu Ã¼berprÃ¼fen oder zu widerlegen faktisch unmÃ¶glich ist. Selbst wenn sie zutreffen sollte, unterscheidet sich seine Situation nicht von der Situation anderer alleinstehender Ã¤lterer Landsleute in der Demokratischen Republik Kongo, deren soziales Netz klein ist. Schliesslich spricht auch der Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers nicht gegen dessen RÃ¼ckkehr.<span> Die Medikamente, deren er aktuell bedarf, sind in der Demokratischen Republik Kongo (Kinshasa) verfÃ¼gbar, fÃ¼r deren Finanzierung er fÃ¼r die Dauer von maximal sechs Monaten medizinische RÃ¼ckkehrhilfe beantragen kÃ¶nnte (Art. 60 Abs. 3 lit. c AIG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 1 lit. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG] und Art. 75 der Asylverordnung 2 Ã¼ber Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2], siehe dazu BVGr, 28. Oktober 2011, E-5776/2008, E. 7.3.3).</span></p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten Ã¼berwiegt nach Auffassung der Kammerminderheit das enorm hohe Ã¶ffentliche Interesse an einer Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers dessen hohes privates Interesse an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz. Die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers erweist sich demnach trotz seines Alters und der Dauer des bisherigen Aufenthalts als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Angemerkt sei, dass es mit Blick auf Art. 28 AIG (und Art. 8 BV) fraglich erschiene, daneben einen zusÃ¤tzlichen Aufenthaltsanspruch mit erheblich erleichterten Voraussetzungen speziell fÃ¼r Ã¤ltere (und insb. kranke) Personen aus bestimmten LÃ¤ndern zu schaffen.</p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>