Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. Oktober 2022 (715 22 148 / 248) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die Arbeitslosenkasse hat vorliegend zu Recht eine Einstellung von 31 Tagen wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit verfügt. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei ber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Simon Schneider, Rechtsanwalt, Hauser Junker Anwaltsbüro, Schwarztorstrasse 7, Postfach, 3001 Bern gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1980 geborene A.____ stand vom 14. Januar 2002 bis 31. Dezember 2021 in einem Arbeitsverhältnis mit der B.____. Mit Vereinbarung v om 8. April 2021 einigten sich die Parteien über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses in gegensei tigem Einvernehmen per 31. Dezem- ber 2021. Am 30. Januar 2022 stellte A.____ bei der Ö ffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) Antrag auf Arbeitslosenentschädigung a b 1. Januar 2022. Mit Verfügung vom 4. Februar 2022 stellte die Arbeitslosenkasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslo- sigkeit ab dem 1. Januar 2022 für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einspracheinstanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewe rbe und Arbeit (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, wies eine dagegen erhobene Einsprache mit Entscheid vom 8. April 2022 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Simon Schneider, mit Schreiben vom 24. Mai 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantra gte sie, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei von der Verfügung von Einstelltagen abzusehen. Eventualiter sei die An- zahl Einstelltage auf fünf zu reduzieren. C. Mit Vernehmlassung vom 27. Juni 2022 beantragte d ie Beschwerdegegnerin, die Be- schwerde sei abzuweisen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obli gatorische Arbeitslosenver-si- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslo- senversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zu- ständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi cherung und die Insolvenzentschädi- gung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgeric ht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die im Üb- rigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 (VPO) entscheidet die präsidiere nde Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Bei einem Taggeld von Fr. 300 .90 und 31 zur Diskussion stehenden Einstelltagen beläuft sich der Streitwert auf Fr. 9'327.90. Die Angelegenheit ist daher präsidial zu entscheiden. 2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerd eführerin infolge selbstverschul- deter Arbeitslosigkeit zu Recht für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung einge- stellt hat. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungs- sanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- u nd Verschuldensprinzip be- herrscht (THOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/ Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, 3. Auflage, Basel 2016, Rz. 828). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AVIG ist der Versicher te in der Anspruchsberechtigung ein- zustellen, wenn er zu Lasten der Versicherung auf Lohn- oder Entschädigungsansprüche gegen- über seinem bisherigen Arbeitgeber verzichtet hat. Demg egenüber ist eine versicherte Person gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in der Anspruchsberec htigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosen- versicherung liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Versiche- rung die Haftung nicht übernimmt (vgl. Urteil des Bun desgerichts vom 3. Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2, mit Hinweis). Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als selbstverschuldet, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Ar- beitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a A VIV). Die Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine fristlose Auflösung des Arbeitsver- hältnisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obli- gationenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das Verhalten muss auch nicht zwingend eine Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Per- son durch ihr sonstiges Verhalten innerhalb und ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherun gsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit liegt unter anderem auch dann vor, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses „im gegenseitigen Einvernehmen“ gilt aus der Sicht des Arbeitslosenversicherungsrechts grundsätzlich als Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer (ARV 1979 Nr. 23; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Nach ständiger Rechtspre- chung ist aber zu prüfen, ob eine versicherte Person unmi ssverständlich vor die Wahl gestellt worden ist, selber zu kündigen (bzw. das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen auf- zulösen) oder aber die Kündigung der Arbeitgeberin e ntgegen zu nehmen (B ARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufla ge, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 209). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Am 17. Oktober 1991 ist für die Schweiz das Übere inkommen Nr. 168 der Internationa- len Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsf örderung und den Schutz gegen die Ar- beitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Übereinkommen) in Kra ft getreten. Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens können Leistungen verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, da ss die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt somit voraus, dass die versicherte Person vorsätzlich zu ihrer Ent- lassung beigetragen hat (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 26. April 2006, C 6/06, E. 1.1 und C 11/06, E. 1 je mit Hinweisen auf BGE 124 V 236 E. 3b). Im Sozialversicherungsrecht handelt vorsätzlich, wer eine Tat mit Wissen und Willen begeht, oder mindestens im Sinn des Eventual- vorsatzes in Kauf nimmt (J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 52). Eine zumindest eventualvorsätzli che Herbeiführung der Arbeitslosig- keit liegt beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Pe rson auf Grund einer Verwarnung weiss, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbeitgeber nicht – oder nicht mehr – toleriert und zu einer Kündigung führen wird, sie aber dennoch die ihr nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen zumutbare Anstrengung zu einer Änderung des beanstandeten Verhaltens nicht aufbringt (vgl. BVR 1999 S. 379 E. 5c). Hat eine versicherte Person nur grob fahrlässig zur Kün- digung durch den Arbeitgeber beigetragen, ist eine Ei nstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens nicht zulässig. Auch wenn die Vorgesetzten dies an- ders interpretieren, ist nicht ausgeschlossen, dass die versicherte Person wirklich nicht erkannte, was von ihr erwartet wurde (K UPFER BUCHER , a.a.O., S. 213, unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 26. April 2006, C 6/06, E. 3.2). 2.4 Beim Einstellungsgrund nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV genügt der im Sozialversiche- rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit nicht, sondern das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten muss klar fe ststehen (N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 835). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermögen blosse Behauptun- gen des Arbeitgebers den Nachweis für ein schuldhaftes Verhalten der versicherten Person nicht zu erbringen, wenn sie von dieser bestritten werden un d nicht durch andere Beweise oder Indi- zien bestätigt erscheinen (BGE 112 V 245 E. 1 mit Hinwe isen; ARV 1993/94 Nr. 26 S. 183 f. E. 2a; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 837 mit Hinweisen). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu auf- grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den A kten ergebender Anhaltspunkte hinrei- chender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mitwirkungs pflicht kommt als allgemeiner Verfah- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Anwendung und bedeutet das ak- tive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung des Sach verhalts (vgl. THOMAS LOCHER , Grund- riss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2014, S. 542, 598; FRITZ GYGI , Bundesverwal- tungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig auf die Parteivorbringen und ins- besondere auf die Aussagen der Arbeitgeberin angewiese n. Diese sollte eine Sachverhaltsdar- stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünsti gen Licht erscheinen zu lassen. So- lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist auf diese abzustel- len. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig a uf deren Aussagen zu den Umständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, wenn diese bestritten und durch keine weiteren Indizien gestützt werden (BGE 112 V 242 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vor sätzlich ausgeübt wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches auch bewiesen werden und nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsrechts erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit erstellt sein (Urteile des EVG vom 26. April 2006, C 11/06, E. 3, vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220 E. 3b/bb; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 835). Bei Differenzen zwischen der Arbeit- geberin und der Arbeitnehmerin darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschlossen werden, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann (BGE 112 V 242 E. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2017, 8C_99/2017, E. 5.4; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 837). 4. Gestützt auf die vorliegenden Akten stellt sich der rech tserhebliche Sachverhalt wie folgt dar: 4.1 Im Schreiben "Aktive Mitwirkung bei der Aufarbeitun g schwerer Vorwürfe" der B.____ vom 12. Dezember 2018 – von der Beschwerdeführerin unterzei chnet am 13. Dezember 2018 – wird festgehalten, dass die Beschwerdeführerin am 2. November 2018 Mobbingvorwürfe gegen ihren direkten Vorgesetzten erhoben habe. In der Situationsa nalyse wird ausgeführt, dass die Mob- bingvorwürfe von der Arbeitnehmerin zurückgenommen wo rden seien. Es habe sich um einen Konflikt am Arbeitsplatz gehandelt. Die Arbeitnehmerin werde mit dem Vorgesetzten ein klären- des Gespräch führen. Sie bestätige, die Mobbingvorwürfe zurückzunehmen und entschuldige sich beim Vorgesetzten. Es werde von der Arbeitnehmerin erwartet, weiter die psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, Therapiesitzungen zu besuchen und ärztlichen Anord- nungen zu folgen. In den Bereichen Selbst- und Sozia lkompetenz würden die Einhaltung der Verhaltens-/Kompetenzziele nach der Zielvereinbarung 2019 erwartet, wie bei allen Mitarbeiten- den, ungeachtet derer Stellung. Die Nichteinhaltung der formulierten Erwartungen könne zu per- sonalrechtlichen Massnahmen bis hin zur Auflösung des Arbe itsvertrages führen. Diese Mitwir- kungserwartung gelte ab sofort für die Dauer von vier Monaten. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Am 31. Oktober 2019 erliess die Arbeitgeberin eine Mahnung nach Art. 10 Abs. 3 des Bundespersonalgesetzes (BPG) vom 24. März 2000. Darin wurde im Wesentlichen festgehalten, das Verhalten der Beschwerdeführerin habe wiederholt zu Kritik Anlass gegeben. Die verschie- denen Vorkommnisse seien jeweils zeitnah mit der Versicherten besprochen worden. Im Dezem- ber 2018 habe die B.____-Leitung mit der Beschwerdef ührerin eine Vereinbarung über die Zu- sammenarbeit und aktive Mitwirkung bei der Aufarbeitun g von Konflikten abgeschlossen. Die Vereinbarung sei auf vier Monate befristet gewesen und habe im April 2019 mit einem Abschluss- gespräch geendet. Ab August 2019 habe die Arbeitnehmerin die B.____-Stelle als Fachfrau ver- stärkt. Der Aushilfeeinsatz sei ursprünglich bis Ende Ja nuar 2020 geplant gewesen. Die Vorge- setzten hätten sie vermehrt auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang sowie einen angepassten Umgangston hinweisen müssen. Es seien diverse Gespräche bezüglich ihrem Ver- halten gegenüber Deklaranten, Vorgesetzten und Mitarbeitern geführt worden. Insbesondere sei ihr am 26. September 2019 klar mitgeteilt worden, da ss ihr Verhalten nicht toleriert werde. Der neueste Vorfall datiere vom 15. Oktober 2019 bei der B .____-Stelle anlässlich ihres Springer- Einsatzes in der Ausfuhr. Ihre Dienstchefin habe sie auf die noch zu erledigenden Vorabfertigun- gen aufmerksam gemacht, wobei in der Folge ein Disput entstanden sei, bei welchem sie sich sowohl in der Wortwahl, dem Tonfall wie in der Lauts tärke vergriffen habe. Zu dieser Zeit seien ca. fünf Deklaranten und zwei Chauffeure am Schalter g ewesen, welche das Ganze mitbekom- men hätten. Die Vorgesetzte habe sie unverzüglich darauf aufmerksam gemacht, dass sie nicht in dieser aggressiven Weise mit ihr sprechen dürfe. Am 16. Oktober 2019 sei der Vorfall mit ihr, der Dienstchefin und der B.____-Leitung besprochen u nd ihr mitgeteilt worden, dass dieses er- neute Vorkommnis sowie eine Arbeitsverweigerung nicht akzeptiert werde. Der B.____-Inspektor habe ihr an diesem Gespräch ebenfalls mitgeteilt, dass der Aushilfeeinsatz bei der B.____-Stelle per Ende Oktober 2019 beendet werde. Daraufhin habe sie das Zimmer verlassen, obwohl das Gespräch noch nicht beendet gewesen sei. Es wurde weiter festgestellt, dass sie sich mit ihrem aggressiven und barschen Tonfall gegenüber der Dienstchef in, vor Mitarbeitern und vor Publi- kum, in einer Art und Weise verhalten habe, welches vo n der B.____-Verwaltung keinesfalls to- leriert werde. Erschwerend komme hinzu, dass ihr die E rwartungen der Arbeitgeberin an ihre Mitarbeitenden wiederholt mitgeteilt worden und somit bekannt seien. Ihr Verhalten genüge den geltenden Anforderungen nicht und verletze die Treuepflicht gegenüber der B.____-Verwaltung. Ebenfalls schädige sie durch ihr Verhalten und die Ause inandersetzung vor Publikum das gute Ansehen der B.____. Des Weiteren wurden die Erwartungen an die Beschwerdeführerin formuliert. Es werde ein unta- deliges Verhalten und Auftreten gegenüber Vorgesetzten, B.____-Beteiligten und Mitarbeitenden erwartet. Sie müsse provozierende und verletzende Bemerkungen vermeiden und auf provokati- ves Verhalten und verbale Angriffe verzichten. Sie habe die Anweisungen ihrer Vorgesetzten zu befolgen und sich kritikfähig zu zeigen. Ein Davonlaufen aus Gesprächen werde nicht akzeptiert. Meinungsverschiedenheiten und Konfliktsituationen würden mit fairem und konstruktivem Verhal- ten mit den direkt Betroffenen geklärt. Im Umgang mit den internen und externen Partnern / B.____-Beteiligten sei ein sachlicher und anständiger Umgangston mit passender Wortwahl zu treffen. Als Massnahmen wurden im Wesentlichen festgehalten: Sie werde unverändert und un- eingeschränkt als Fachfrau bei der B.____-Stelle eingesetzt. Sie habe ein externes Coaching in Anspruch zu nehmen und Strategien zu entwickeln, wie sie sich in anspruchsvollen beruflichen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Situationen sowie im Umgang mit Vorgesetzten, Mitar beitern und Kunden verhalten könne. Im Weiteren habe sie die Möglichkeit, sich von der Personal- und Sozialberatung des Bundes unter- stützen und beraten zu lassen. Als Konsequenzen wurden angeführt, dass sie in der Personal- beurteilung 2019 in der Sozialkompetenz in Stufe 1 als ungenügend beurteilt werde und die Ge- samtbeurteilung 2019 in Stufe 2 festgelegt werde (die Beurteilung erstreckt sich von Stufe 1 - 4, wobei Stufe 1 die schlechteste Qualifikation bedeutet ). Würden die Verhaltensregeln erneut schwerwiegend verletzt oder würde sie im Bereich der Selb st- und Sozialkompetenz erneut als ungenügend beurteilt, könne die Arbeitgeberin das Arb eitsverhältnis gestützt auf Art. 10 Abs. 3 Bundespersonalgesetz auflösen. Dieses Schreiben wurde von der Beschwerdeführerin nicht un- terzeichnet. 4.3 In der Personalbeurteilung November 2018 - Oktober 2019 wurde die Beschwerdefüh- rerin u.a. in den Rubriken "Fachkompetenz" in Stufe 3, "Selbstkompetenz" Stufe 2, "Sozialkom- petenz" Stufe 1, "Umgang mit Veränderungen" Stufe 3 eingereiht. Die Erfüllung der Leistungs- vereinbarung wurde mit Stufe 3 angegeben. In der Ges amtbeurteilung erreichte die Beschwer- deführerin Stufe 2, was als genügend bezeichnet wird. Am 18. Dezember 2019 hat die Beschwer- deführerin unterschriftlich bestätigt, dass das Beurteilungsgespräch stattgefunden habe. 4.4 In der Personalbeurteilung November 2019 - Oktober 2020 wurde die Beschwerdefüh- rerin durchgehend – auch in der Gesamtbeurteilung – i n die Stufe 3 eingereiht. 4.5 Mit Schreiben der B.____ vom 17. Februar 2021 wur de der Beschwerdeführerin mitge- teilt, dass die Arbeitgeberin beabsichtige, das Arbeitsve rhältnis aufgrund des wiederholten und trotz vorgängiger Mahnung anhaltende ungebührende Ve rhalten im Dienst aufzulösen. Die Ar- beitgeberin wies darin auf die verschiedenen Vorkommnisse und insbesondere auf die im De- zember 2018 abgeschlossene Vereinbarung über die Zusammenarbeit und aktive Mitwirkung bei der Aufarbeitung von Konflikten sowie die Mahnung nach Art. 10 Abs. 3 des Bundespersonalge- setzes vom 31. Oktober 2019 hin. Zudem sei es am 27. Jan uar 2021 erneut zu einem schwer- wiegenden Fehlverhalten der Arbeitnehmerin gekommen. Weil sie sich in einem Schriftwechsel mit einem Deklaranten von ihren Vorgesetzten nicht unte rstützt gefühlt habe, habe sich die Be- schwerdeführerin gegenüber ihrer direkten Vorgesetzten, in Anwesenheit mehrerer anderer Mit- arbeitenden, äusserst respektlos und sehr verletzend geäussert. Die Dienstchefin habe versucht die Situation zu deeskalieren, habe die Diskussion ins Bü ro des Abteilungsleiters verlagert und versucht zusammen mit ihm, die Beschwerdeführerin zu beschwichtigen. Nach Information durch den Abteilungsleiter habe der Chef B.____-Süd gleichentags das Gespräch mit der Beschwerde- führerin gesucht. Auch ihm gegenüber habe sie sich sehr emotional und aufbrausend verhalten. Eine sachliche Diskussion habe nicht geführt werden können und die Beschwerdeführerin habe sich uneinsichtig gezeigt und die Fehler nur bei ihrer Vorgesetzten gesucht. Anlässlich der Be- sprechung vom 17. Februar 2021 sei ihr dargelegt worde n, aus welchen Gründen das Arbeits- verhältnis mit ihr unter Berücksichtigung der ordentlichen Kündigungsfrist aufgelöst werde. Gleichzeitig sei ihr ein Vorschlag für eine einvernehml iche Auflösung des Arbeitsverhältnisses vorgelegt und ihr Frist eingeräumt worden, mitzuteilen, ob sie mit der einvernehmlichen Auflösung einverstanden sei. Sollte sie damit nicht einverstanden sein, werde ihr Frist gegeben, im Rahmen des rechtlichen Gehörs Stellung zu nehmen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Mit Schreiben vom 12. März 2021 nahm die Beschwerde führerin durch ihren Rechtsver- treter Stellung. Im Wesentlichen wurde vorgebracht, die Arbeitgeberin habe widersprüchlich ge- handelt, indem sie trotz der schweren Vorwürfe vorsehe, dass die Beschwerdeführerin während der Kündigungsfrist weiterarbeiten solle und nicht f reigestellt werde. Es stelle sich somit die Frage, ob die angegebenen Kündigungsgründe nicht nur vorgeschoben seien. Zudem habe die Beschwerdeführerin nach der Mahnung vom 31. Oktober 20 19 insbesondere in den Bereichen Sozial- und Selbstkompetenz gute Leistungen gezeigt. Entsprechend sei sie in der Personalbe- urteilung 2020 in beiden Bereichen mit einer 3 beur teilt worden. Dass nun das Ereignis vom 27. Januar 2021 direkt zur Kündigung führe, sei ange sichts der guten Leistungen gemäss der Personalbeurteilung 2020 und des langjährigen Arbeitsverhältnisses unverhältnismässig. 4.7 Am 8. bzw. 12. April 2021 schlossen die Parteien ein e Vereinbarung betreffend Auflö- sung des Arbeitsverhältnisses per 31. Dezember 2021. Dabe i wurde unter anderem vereinbart, dass die Arbeitgeberin die Arbeitnehmerin bei der Su che nach einer neuen beruflichen Heraus- forderung mit einem durch die Arbeitgeberin finanzierten Newplacement unterstütze. Des Weite- ren wurde festgehalten, dass der Arbeitnehmerin ein wo hlwollendes Zwischenzeugnis und am Ende des Arbeitsverhältnisses ein dem Zwischenzeugnis entsprechendes Arbeitszeugnis ausge- stellt werde. 5. Vorweg kann ergänzend zum dargelegten Sachverhalt f estgehalten werden, dass in den Personalbeurteilungen 2016/2017 sowie 2018 keine Beanstandungen aufgeführt wurden und die Beschwerdeführerin in den diversen Beurteilungspositionen jeweils in den Stufen 3 oder 4 einge- reiht wurde. Ebenfalls kann festgehalten werden, dass die Parteien zu Recht davon ausgehen, dass die "einvernehmliche" Auflösung des Arbeitsverhältnisses arbeitslosenversicherungsrecht- lich als Kündigung durch die Arbeitgeberin zu werten i st (vgl. Ziff. 2.3 hiervor). Es bleibt nun zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin Anlass zur Kündigung gegeben hat. 5.1 Die der Beschwerdeführerin von der Arbeitgeberin in den verschiedenen Schreiben ("Ak- tive Mitwirkung bei der Aufarbeitung schwerer Vorwürfe" vom 12. Dezember 2018, Mahnung nach Art. 10 Abs. 3 Bundpersonalgesetz vom 31. Oktober 2019, Schreiben betreffend beabsichtigte Auflösung des Arbeitsverhältnisses vom 17. Februar 2021) vorgeworfenen Verfehlungen stellen ohne Zweifel jeweils eine Verletzung arbeitsrechtlicher Pflichten dar. Die erhobenen Vorwürfe werden von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift nicht bestritten. Vorgebracht wird jedoch, dass die Beschwerdeführerin nach der Mahnung vom 31. Oktober 2019 bis zum Vor- kommnis am 27. Januar 2021, welches zum Schreiben betref fend beabsichtigte Kündigung führte, insbesondere in den Bereichen Sozial- und Selb stkompetenz gute Leistungen gezeigt habe. Angesichts dieser guten Leistungen gemäss der Pe rsonalbeurteilung 2020 und des lang- jährigen Arbeitsverhältnisses sei eine direkte Kündigung wegen eines Vorkommnisses am 27. Ja- nuar 2021 unverhältnismässig. Widersprüchlich habe sich die Arbeitgeberin auch insofern ge- zeigt, dass sie die beabsichtigte Kündigung mit der wesentlichen Störung des Dienstbetriebs und des Reputationsschadens durch die Beschwerdeführerin begründet habe, aber die Beschwerde- führerin dennoch bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiterbeschäftigen wollte. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Diese Vorbringen vermögen nicht zu überzeugen. Es ist zwar der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass sie nach der Mahnung im November 2019 bis zum 27. Januar 2021 gemäss der Personalbeurteilung 2020 gute Leistungen gezeigt hat. Dies ändert nichts daran, dass sie sowohl Ende 2018 als auch Ende 2019 nach den oben aufg eführten Vorkommnissen auf ihre Pflichten hingewiesen werden musste und ihr auch möglich e personalrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung angedroht wurden. Aus den aufge führten Schreiben ergibt sich zudem, dass es zu weiteren – nicht dokumentierten – Vorkommnissen und anschliessenden Gesprächen mit Vorgesetzten gekommen ist, in welchen sie darauf hingewiesen wurde, sich respektvoll, wert- schätzend und in angepasstem Umgangston zu äussern. Dass sich die Beschwerdeführerin zu- mindest am 27. Januar 2021 nicht darangehalten hat, ist unbestritten. Damit hat sie zweifellos durch ihr Verhalten zumindest eventualvorsätzlich eine Kün digung des Arbeitsverhältnisses durch ihre Arbeitgeberin in Kauf genommen. Auch die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin sich bereit erklärte, eine Vereinbarung betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. De- zember 2021 mit der Beschwerdeführerin abzuschliessen, änd ert nichts daran, dass die Be- schwerdeführerin ihre Arbeitslosigkeit selbst verschuldet hat. Auch ist darin, dass zunächst vor- gesehen war, die Beschwerdeführerin bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiter zu beschäftigen, kein Widerspruch zu erkennen, zumal immer noch die Mögl ichkeit bestanden hätte, die Be- schwerdeführerin nötigenfalls freizustellen. Des Weiteren kann auch aus der ärztlichen Beschei- nigung von Dr. med. C.____ vom 14. Februar 2022, worin ausgeführt wird, dass die vorliegende psychiatrische Problematik wesentlich zu Konfliktsituationen am ehemaligen Arbeitsplatz beige- tragen habe, in Bezug auf das Selbstverschulden der Arbeitslosigkeit nichts zu Gunsten der Be- schwerdeführerin abgeleitet werden. Aus dieser Bescheinigung ist keine Diagnose ersichtlich, die begründeten Anlass dazu gibt, ein eventualvorsätzliches Handeln zu verneinen. Auch kann aus diesem Schreiben nicht geschlossen werden, dass ein Verbleib der Beschwerdeführerin an ihrer Arbeitsstelle nicht mehr zumutbar gewesen wäre. Des W eiteren ist anzufügen, dass die Be- schwerdeführerin in der Zwischenzeit ihre neue Anstellung von einem 50 % auf ein 100 %-Pen- sum erhöhen konnte, was den Schluss zulässt, dass sie durchaus in der Lage ist, sich angemes- sen in ein Arbeitsverhältnis einzufügen. 5.3 Dem Gesagten zufolge steht fest, dass die Beschwerdef ührerin mit ihrem Verhalten das Risiko, arbeitslos zu werden, zumindest eventualvorsätzlic h in Kauf genommen hat. Das durch die damalige Arbeitgeberin beanstandete Verhalten ist ausgewiesen und ein Verschulden an ihrer Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 AVIV demnach zu be- jahen. Die von der Kasse verfügte Einstellung in der An spruchsberechtigung erweist sich dem- nach als rechtmässig. 6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltage korrekt ermittelt wurde. Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Ar t. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leich- tem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschul- den. Bei der individuellen Verschuldensbeurteilung im Bereich des schweren Verschuldens in- nerhalb der von 31 bis 60 Tagen reichenden Skala ist zun ächst grundsätzlich vom Mittelwert Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht auszugehen, das heisst von einer durchschnittlichen Dauer von 45 Einstellungstagen. Unter Be- rücksichtigung der gegebenen Umstände des konkreten Einzelfalls ermöglicht diese Vorgehens- weise einerseits eine Verschärfung der verwaltungsrechtlichen Sanktion, wenn das Verschulden der versicherten Person besonders schwer wiegt, anderseits beim Vorliegen von Milderungsgrün- den eine angemessene Reduktion. Sachgerechte Ermessensbetätigung erfordert, den gesamten Ermessensspielraum nach oben und unten in einer dem jeweiligen Verschulden entsprechenden Weise zu nutzen (BGE 123 V 153 E. 3c). Den Verfügung sinstanzen wird dabei ein grosser Er- messenspielraum zugestanden, weshalb bei der Beurteilung der Einstellungsdauer durch das kantonale Versicherungsgericht Zurückhaltung geboten ist. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozial- versicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die angefochtene Verfügung auch auf de- ren Angemessenheit zu überprüfen. Es darf aber sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen, vgl. auch BGE 126 V 353 E. 5d). 6.2 Unter Berücksichtigung aller Umstände ist die vorinsta nzliche Ermessensbetätigung nicht zu beanstanden. Vorliegend hat die Arbeitslosenkasse das Verhalten der Versicherten als schweres Verschulden qualifiziert. Zunächst ist die Vorinstanz zwar nicht vom Mittelwert von 45 Einstellungstagen bei schwerem Verschulden, sondern praxisgemäss von 36 Einstellungstagen für die selbstverschuldete Arbeitslosigkeit ausgegangen. Bei der Festlegung der Dauer der Ein- stellung wurden zu Gunsten der Beschwerdeführerin die P robleme am Arbeitsplatz sowie das Verhalten der ehemaligen Arbeitgeberin bereits mit fünf Tagen als verschuldensmindernd berück- sichtigt. Innerhalb des vorgesehenen Rahmens hat die Arbeitslosenkasse eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 31 Tagen verfügt. Die von der Arbeitslosenkasse ver- fügten 31 Einstelltage befinden sich im untersten Bereich des aufgeführten Spektrums von 31 bis 45 Tagen, weshalb kein Grund besteht, in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen; zumal keine triftigen Gründe ersichtlich sind, welche eine weitere Reduktion rechtfertigen würden. 6.3 Gestützt auf die obigen Ausführungen ist die von de r Vorinstanz vorgenommene Einstel- lung der Beschwerdeführerin in der Anspruchsberechtigun g mit 31 Einstellungstagen nicht zu beanstanden, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist. 7. Gemäss Art. 61 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten- pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos- tenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichts- kosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwil- lig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorl iegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht