<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-09-30-6B_945-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_945/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 30. September 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Arquint Hill. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Einstellung; Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts Schwyz, Kantonsgerichtsvizepräsident, vom 10. Juni 2020 (BEK 2020 59). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Der Präsident zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft March stellte ein von der Beschwerdeführerin angestrengtes Strafverfahren wegen Körperverletzung am 9. März 2020 ein. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Kantonsgericht Schwyz wegen Verspätung am 10. Juni 2020 nicht ein. </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin wendet sich an das Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Im Verfahren vor Bundesgericht kann es nur noch um die Frage gehen, ob die Vorinstanz auf die kantonale Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung zu Unrecht nicht eingetreten ist. Soweit sich die Beschwerdeführerin mit der materiellen Seite der Angelegenheit befasst, kann sich das Bundesgericht dazu nicht äussern, weil diese nicht zum Verfahrensgegenstand gehört. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, wobei für die Anfechtung des Sachverhalts qualifizierte Rügeanforderungen gelten (vgl. <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz erwägt im Wesentlichen, die Einstellungsverfügung sei der Beschwerdeführerin am 16. März 2020 zugestellt worden. Die zehntägige Beschwerdefrist habe folglich am 17. März 2020 zu laufen begonnen und sei am 26. März 2020 abgelaufen. Die der Post am 24. April 2020 übergebene Beschwerde sei folglich verspätet. Der Fristenstillstand habe gemäss Verordnung über den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) vom 20. März 2020 in Zivil- und Verwaltungsverfahren gegolten. Vorliegend handle es sich jedoch um ein Strafverfahren. Soweit die Beschwerdeführerin insofern vorbringe, die Falschauskunft eines Gerichts dürfe nicht zu ihren Lasten gehen, zeige sie nicht auf, wann und bei welchem Gericht sie die angeblich falsche Auskunft erhalten haben soll. Im Übrigen berufe sie sich weder auf <span class="artref">Art. 94 StPO</span>, jedenfalls nicht begründet, noch auf Umstände betreffend Form der Mitteilung und Zustellung, trotz ausdrücklichen Hinweises. Auf die Beschwerde sei mithin wegen Verspätung nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Was an diesen Erwägungen in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht fehlerhaft sein könnte, ergibt sich aus der Beschwerde nicht. Die Beschwerdeführerin tut nicht dar, dass die Vorinstanz bei ihren tatsächlichen Feststellungen in Willkür verfallen wäre und/oder beim von ihr festgestellten Sachverhalt gegen das Recht verstossen hätte. Eine Auseinandersetzung mit den Erwägungen der Vorinstanz fehlt. Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, von den Kantons- und Bundesbehörden ungenügend darüber aufgeklärt worden zu sein, auf welche Verfahren die Verordnung über den Stillstand der Fristen vom 20. März 2020 Anwendung finde bzw. welche Verfahren davon ausgenommen seien, ist ihr Vorbringen nicht nur neu und damit unzulässig (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>), sondern auch verfehlt (vgl. dazu z.B. nur die Medienmitteilung des Bundesrats vom 20. März 2020 "Coronavirus: Gerichtsferien in Zivil- und Verwaltungsverfahren werden verlängert"). Im Übrigen hätte sich die Beschwerdeführerin bei allfälligen (Verständnis-) Fragen nach der Rechtslage erkundigen können. Warum ihr die Fristwahrung unverschuldet nicht möglich gewesen sein soll, ergibt sich mithin weder aus ihren Ausführungen im kantonalen noch im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> mangels einer tauglichen Begründung nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Angesichts der Aussichtslosigkeit des Verfahrens ist dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht zu entsprechen (<span class="artref">Art. 64 BGG</span>). Der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (<span class="artref">Art. 65 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Schwyz, Kantonsgerichtsvizepräsident, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 30. September 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill </div> </div></body></html>