<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00413</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105984&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00413</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.03.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausweisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>41-jähriger jugoslawischer Staatsangehöriger mit Niederlassungsbewilligung. Seit 1983 als Saisonnier und seit 1988 mit der Familie in der Schweiz. Überwiegende private Interessen (gute Arbeitszeugnisse, geringes Rückfallrisiko, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache, Unzumutbarkeit der Ausreise für die Kinder) trotz 5 1/2 Jahre Zuchthaus wegen Betäubungsmittel-delikten.<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATION">INTEGRATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESOZIALISIERUNG">RESOZIALISIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLRISIKO">RÃCKFALLRISIKO</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUMUTBARKEIT">ZUMUTBARKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 10 lit. I a ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 11 lit. III ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 lit. III ANAV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 50 lit. II c VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A, jugoslawischer StaatsangehÃ¶riger, geboren 3. Februar 1959, reiste 1983 erst­mals als Saisonnier in die Schweiz ein. Am 25. August 1986 wurde die Saison­bewilligung in eine Jahresaufenthaltsbewilligung umgewandelt. Am 5. April 1995 gewÃ¤hr­te ihm der Kanton ZÃ¼rich schliesslich die Niederlassungsbewilligung. Seit 1982 ist A verheiratet mit seiner Landsfrau C. Diese Ã¼bersiedelte im Rahmen des Familiennnachzugs zusammen mit der 1986 geborenen Ã¤ltesten Tochter D Ende 1988 in die Schweiz. In den Jahren 1989, 1992 und 1993 wurden die weiteren Kinder E, F und G geboren. Die Kinder besitzen die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich, die Ehefrau die Jahresaufenthaltsbewil­ligung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Bezirksanwaltschaft ZÃ¼rich bestrafte A am 29. Juni 1992 wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundesgesetz Ã¼ber das Kriegsmaterial mit einer Busse von Fr. 800.-, worauf er mit VerfÃ¼gung vom 19. August 1992 fremdenpolizeilich verwarnt wurde. Am 26. April 1997 wurde A inhaftiert und mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich am 7. April 1998 wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz und gegen die Verordnung Ã¼ber den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch jugosla­wische StaatsangehÃ¶rige sowie wegen GeldwÃ¤scherei mit sechseinhalb Jahren Zuchthaus bestraft. Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich reduzierte die Strafdauer mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 5. Oktober 1998 auf fÃ¼nfeinhalb Jahre. Am 25. April 2000 wurde A in Halb­freiheit versetzt. Die bedingte Entlassung nach VerbÃ¼ssung von zwei Dritteln der Strafe stellte das Amt fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼­rich mit VerfÃ¼gung vom 5. Oktober 2000 auf den 25. Dezember 2000 in Aussicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit den im MÃ¤rz 2000 eingeleiteten AbklÃ¤rungen prÃ¼fte die Fremdenpolizei Ent­fer­nungs­massnahmen, woraufhin der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich A am 8. November 2000 fÃ¼r die Dauer von zehn Jahren aus der Schweiz auswies. </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>III. Hiergegen gelangte A am 13. Dezember 2000 mit Beschwerde rechtzeitig an das Verwaltungsgericht mit folgenden AntrÃ¤gen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1.<span> </span></span><span>Der Entscheid des Regierungsrats des Kantons ZÃ¼rich vom 8. No­vem-<br/> ­ber 2000 sei aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2.<span> </span></span><span>Auf eine Wegweisung sei zu verzichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3.<span> </span></span><span>Eventuell: Eine Ausweisung sei anzudrohen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4.<span> </span></span><span>Es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r dieses Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und der unterzeichnende Anwalt sei als un­entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich schloss am 23. Januar 2001 namens des Regierungsrats auf Abweisung der Be­schwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremden­poli­zei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 8. Ju­ni 1997 [VRG]). Dies ist der Fall bei einer Ausweisung, die von einer kantona­len Be­hÃ¶r­de aufgrund von Art. 10 f. des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufent­halt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) angeordnet wird (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943/24. MÃ¤rz 1995).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die gegen den BeschwerdefÃ¼hrer ausgesprochene Ausweisung stÃ¼tzt sich auf seine strafrechtliche Verurteilung und damit auf den Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG. Nach dieser Bestimmung kann ein AuslÃ¤nder aus der Schweiz ausgewiesen wer­den, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Bei ei­ner solchermassen begrÃ¼ndeten Ausweisung ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht und damit auch die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegen den ent­sprechenden Regierungsratsbeschluss zulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Zudem kann Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der den Schutz des Familienlebens garantiert, Grundlage fÃ¼r einen Anspruch auf eine Aufent­halts­be­willigung bilden. Darauf kann sich der AuslÃ¤nder berufen, der nahe Verwandte mit gefestigtem An­wesenheitsrecht â Schweizer BÃ¼rgerrecht oder Niederlassungsbewilligung â in der Schweiz hat. Unter die familiÃ¤ren Beziehungen, die einen Be­willigungsanspruch verschaffen kÃ¶nnen, fallen in erster Linie jene zwischen Ehe­gatten so­wie zwischen Eltern und minderjÃ¤hrigen Kindern, die im gemeinsamen Haushalt leben (vgl. BGE 118 Ib 145 E. 4, 120 Ib 257 E. 1c, 126 II 335 E. 2a). Vorliegend verfÃ¼gen die drei minderjÃ¤hrigen Kinder des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Ein AuslÃ¤nder kann gemÃ¤ss der bereits wiedergegebenen Bestimmung von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Ver­brechens oder Vergehens gerichtlich bestraft worden ist. Dieser Ausweisungsgrund ist im vorliegenden Fall unstreitig verwirklicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Ausweisung soll indessen nur verfÃ¼gt wer­den, wenn sie nach den gesamten UmstÃ¤nden verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG). Dabei ist namentlich auf die Schwere des Verschuldens des Aus­lÃ¤n­ders, auf die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie auf die ihm und seiner Fa­milie drohenden Nachteile abzustellen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung zum Bun­desgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 1. MÃ¤rz 1949, ANAV). Bei schwe­ren Straf­ta­ten und vor al­lem bei RÃ¼ck­fall besteht jedoch ein bedeutendes Ã¶ffentliches In­ter­es­se an ei­ner Aus­wei­sung, wo­bei die ge­sam­ten UmstÃ¤nde des Einzel­falls den Aus­schlag ge­ben (BGE 122 II 433 E. 2c</span><span>). </span><span>An eine Ausweisung sind sodann um so stren­gere An­for­de­run­gen zu stel­len, je lÃ¤n­ger ein AuslÃ¤nder in der Schweiz an­we­send war (BGE 125 II 521 E. 2b; G. Mal­in­verni, Kom­men­tar zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Basel/ZÃ¼rich/Bern 1995, Art. 69<sup>ter</sup> Rz. 84). Eine solche InteressenabwÃ¤gung gebietet auch das in Art. 8 EMRK verbÃ¼rgte Grundrecht auf Schutz des Familienlebens. Ein Ein­griff in diese Rechtsgarantie ist nur insoweit statt­haft, als er ge­setz­lich vor­ge­se­hen ist und eine Mass­nahme dar­stellt, die in einer de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaft fÃ¼r die na­tio­na­le Si­cher­heit, die Ã¶f­fent­li­che Ru­he und Ord­nung, das wirt­schaft­liche Wohl des Lan­des, die Ver­teidigung der Ord­nung und zur Ver­hinderung von straf­ba­ren Hand­lun­gen, zum Schutz der Ge­sund­heit und Moral so­wie der Rechte und Frei­hei­ten an­de­rer not­wen­dig ist (Art. 8 Abs. 2 EMRK).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss §§ 50 und 51 VRG kann mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde jede Rechts­verletzung und jede fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Fest­stellung des Sachverhalts angefochten werden. Laut § 50 Abs. 2 lit. c VRG kommt dem Verwaltungsgericht keine freie NachprÃ¼fung des Ermessens der VerwaltungsbehÃ¶rde zu, soweit kein Ermessensmissbrauch bzw. keine ErmessensÃ¼berschreitung vorliegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Ausweisung soll wie gesehen nur verfÃ¼gt werden, wenn sie nach den ge­samten UmstÃ¤nden angemessen erscheint. Das Bundesgericht hat ausgefÃ¼hrt, dass die ver­schiedenen Gesichtspunkte, auf die bei der PrÃ¼fung der Angemessenheit der Aus­weisung abzustellen ist, die richtige Anwendung von Bundesrecht betreffen und inso­fern frei zu prÃ¼fen seien. Jedoch sei es dem Bundesgericht verwehrt, sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der zustÃ¤ndigen kantonalen BehÃ¶rde zu setzen (vgl. BGE 114 Ib 1 E. 1b, 122 II 433 E. 2a, 125 II 521 E. 2a). GemÃ¤ss Art. 98a Abs. 3 OG haben die von den Kanto­nen zu be­stel­lenden richterlichen BehÃ¶rden eine ÃberprÃ¼fung mindestens im gleichen Um­fang wie fÃ¼r die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zu gewÃ¤hrleisten. Somit ergibt sich, dass die Frage der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Auswei­sung im Sinn von Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV vom Verwaltungsgericht frei Ã¼berprÃ¼ft werden muss, es dem kantonalen Gericht jedoch verwehrt ist, sein eigenes Ermessen, im Sinn einer Ãber­prÃ¼fung der ZweckmÃ¤ssigkeit bzw. OpportunitÃ¤t, an die Stelle des­jenigen der zustÃ¤ndigen kantonalen BehÃ¶rde zu setzen (vgl. BGE 116 Ib 353 E. 2b, 122 II 433 E. 2a, 125 II 521 E. 2a). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Der Regierungsrat hat das strafrechtliche Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers aus­fÃ¼hrlich gewÃ¼rdigt und hierfÃ¼r zutreffend auf die ErwÃ¤gungen der Strafgerichte abge­stellt. Das Bezirksgericht ZÃ¼rich hatte in seinem Urteil vom 7. April 1998 erkannt, dass das Tatverschulden des BeschwerdefÃ¼hrers mit Bezug auf die BetÃ¤ubungsmitteldelikte sowohl in objektiver wie in subjektiver Hinsicht sehr schwer wiege. Diese Beurtei­lung beruht auf der Tatsache, dass eine grosse Drogenmenge im Spiel war, der Beschwer­defÃ¼hrer am Dro­genhandel mit einem erheblichen Tatbeitrag (Ãberwachung) beteiligt war und er die Taten in erster Linie zum eigenen finanziellen Vorteil begangen hatte. Diesen ErwÃ¤gungen schloss sich der obergerichtliche Appellationsentscheid im wesentlichen an; die Strafre­duktion erfolgte namentlich mit Blick auf den guten Leumund des Beschwerde­fÃ¼hrers ei­nerseits und auf dessen sehr kooperatives Verhalten in der Untersuchung ander­seits. Ferner verwies das Gericht auf den geringen Verdienst des BeschwerdefÃ¼hrers aus dem Drogen­handel, welcher in keinem VerhÃ¤ltnis zur GrÃ¶sse des GeschÃ¤fts gestanden habe. Schliess­lich billigte das Obergericht dem BeschwerdefÃ¼hrer zu, dass er das Unrecht seines Han­delns einsah und seine Taten bereute.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Insgesamt liegt dennoch ein offenkundig schweres Verschulden vor, welches eine Ausweisung auch bei lÃ¤ngerem Aufenthalt in der Schweiz grundsÃ¤tzlich rechtfertigen kann. Immerhin darf nicht unbeachtet bleiben, dass das erstinstanzlich urteilende Bezirksgericht ausdrÃ¼cklich davon absah, gegen den BeschwerdefÃ¼hrer eine Landesverweisung auszufÃ¤l­len. Zur BegrÃ¼ndung verwies das Gericht auf das Vorleben des BeschwerdefÃ¼hrers und Ã¤usserte die Erwartung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach der StrafverbÃ¼ssung wieder in der Schweiz arbeiten kÃ¶nne; sein Lebensmittelpunkt befinde sich in der Schweiz und es sei davon auszugehen, dass die Chancen der Resozialisierung hier besser seien als im Heimat­land. Im Berufungsverfahren wurde der Verzicht auf die Landesverweisung nicht weiter thematisiert. Trotz der mehrjÃ¤hrigen Freiheitsstrafe hat das Bezirksgericht beim Beschwer­defÃ¼hrer somit offensichtlich keine schwere Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ord­nung ausmachen kÃ¶nnen. Die Resozialisierungschancen des BeschwerdefÃ¼hrers haben sich inzwischen wei­ter verbessert: Die guten Arbeitszeugnisse, die der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤h­rend seinen be­ruflichen TÃ¤tigkeiten im Strafvollzug erhielt, sind zweifellos eine tragfÃ¤hige Basis fÃ¼r eine berufliche Weiterentwicklung in der Freiheit. Vor diesem Hintergrund vermag die im Jahre 1992 ausgefÃ¤llte Busse und die damit einherge­hende fremdenpolizeiliche Verwarnung im selben Jahr keine relevanten Bedenken hin­sichtlich der</span><span> </span><span>Re­so­zia­li­sierungschancen des Be­schwerdefÃ¼hrers zu wecken. Das RÃ¼ckfallri­siko, welchem bei der vorliegend in Frage ste­henden schweren Tat erhebliche Bedeutung zukommt (vgl. </span><span>BGE 120 Ib 6 E. 4c)</span><span>, erscheint somit eher gering. Insgesamt besteht somit zwar ein nicht unwesentliches Ã¶ffentliches In­teresse daran, A zur Abwendung einer GefÃ¤hrdung we­sentlicher PolizeigÃ¼ter von der Schweiz fernzuhalten; angesichts der verhÃ¤ltnismÃ¤ssig geringen RÃ¼ckfallgefahr macht die vorgefallene Straftat entgegen der Auffassung des Regierungsrats einschneidende frem­denpolizeiliche Massnahmen (gemeint wohl eine Ausweisung) nicht grundsÃ¤tzlich unum­gÃ¤nglich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Diesem Interesse des Staates an einer Ausweisung sind die Interessen des Be­schwerdefÃ¼hrers bzw. seiner Familie an einem Verbleib in der Schweiz gegenÃ¼berzustel­len.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Der BeschwerdefÃ¼hrer kam erstmals im Jahr 1983 als Saisonnier in die Schweiz und lebt nun hier ununterbrochen seit rund 13 Jahren. Davon war er wÃ¤hrend der letzten knapp vier Jahre im GefÃ¤ngnis bzw. in Halbfreiheit. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1997 hatte er in der Schweiz gearbeitet, damals seit neun Jahren bei der SBB zunÃ¤chst als Ran­gierarbeiter und seit 1991 als GruppenfÃ¼hrer; die Beurteilung am Arbeitsplatz war sehr gut. Er beherrscht die deutsche Sprache. All dies spricht zwar klar gegen die Ausweisung des BeschwerdefÃ¼hrers, wÃ¼rde fÃ¼r sich allein aber nicht ausreichen, um die Massnahme als unzumutbar erscheinen zu lassen. Denn mit Recht weist die Vorinstanz darauf hin, dass der BeschwerdefÃ¼hrer noch regelmÃ¤ssig Kon­takt zu seinen Verwandten im Kosovo und in Ma­zedonien pflegt. Da der BeschwerdefÃ¼hrer zudem seine ganze Jugend im damaligen Jugos­lawien verbracht hatte, er dort auch den MilitÃ¤rdienst absolvierte und ihm daher Sprache und MentalitÃ¤t seiner Heimat bestens ver­traut sind, wÃ¤re die Integration in seiner Heimat durchaus mÃ¶glich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Massgeblich zu beachten sind allerdings â wie dargelegt â auch die mit einer allfÃ¤lligen Ausweisung verbundenen Nachteile fÃ¼r die Familie des Betroffenen (Art. 16 Abs. 3 ANAV). Es ist unbestritten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bis zu seiner Verhaftung ein intaktes Familienleben gefÃ¼hrt hat. Ebenso fÃ¼hrte er gemÃ¤ss eigenen, unwidersprochenen Angaben auch wÃ¤hrend dem Strafvollzug regelmÃ¤ssigen Kontakt zu seiner Ehefrau und seinen vier minderjÃ¤hrigen Kindern: Die Familie habe ihn im GefÃ¤ngnis regelmÃ¤ssig be­sucht; in den Hafturlauben sei er jeweils nach Hause gegangen. Dies wird durch seine Ehe­frau bestÃ¤tigt. Das VerhÃ¤ltnis zur Ehefrau mag zwar getrÃ¼bt sein (vgl. Entscheid der Vorin­stanz E. 4b), dennoch muss von einer gelebten Beziehung des Be­schwerdefÃ¼hrers zu seiner Ehefrau und den Kindern ausgegangen werden. Es bestehen je­denfalls keine Zweifel an den zitierten Angaben der Ehefrau, wonach sich die Familie wÃ¤h­rend des Strafvollzugs regelmÃ¤ssig getroffen hat. FÃ¼r die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsfrage ist daher zu prÃ¼fen, ob den hier wohnenden Familienmitgliedern zugemutet werden kann, der auszuweisenden Person in den Heimatstaat zu folgen. Einem Kind kann zugemutet werden, dem ausgewiesenen Elternteil namentlich dann zu folgen, wenn es noch in einem anpas­sungsfÃ¤higen Alter ist. Hat sich das Kind in der Gesellschaft des Gaststaates aber integriert und seit mehreren Jah­ren dort bereits die Schule besucht, kann von ihm hingegen nicht mehr in jedem Fall er­wartet werden, dem ausgewiesenen Elternteil zu folgen; der Famili­ennachzug wÃ¤re dann EMRK-widrig bzw. unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig (Mark E. Villiger, Hand­buch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 24 N. 580 f.; BGE 122 II 289 E. 3c). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) FÃ¼r die Ehefrau, die im Jahre 1988 in die Schweiz Ã¼bersiedelte, ist eine RÃ¼ck­kehr in ihre Heimat, wo sie aufgewachsen ist, zumutbar. Anders ist die Sachlage bezÃ¼glich der Kinder. Die Ã¤lteste 1986 geborene Tochter wohnt seit ihrem zweiten Altersjahr in der Schweiz, die Ã¼brigen drei Kinder seit Geburt â mithin lÃ¤sst sich ohne weiteres sagen, dass alle Kinder bisher in der Schweiz aufgewachsen sind. BezÃ¼glich der beiden jÃ¼ngsten inzwi­schen 8 und 9-jÃ¤hrigen Kinder kann wohl noch knapp von einem anpassungsfÃ¤higen Alter gesprochen werden. Der 12-jÃ¤hrige E und die 15-jÃ¤hrige D befinden sich dage­gen in einem Alter, in welchem erfahrungsgemÃ¤ss bereits ein Sozialnetz aufgebaut, die allgemeine und die schulische Integration im Gastland weit fortgeschritten ist und die Ver­pflanzung in die formelle Heimat eine grosse HÃ¤rte bedeuten wÃ¼rde. Dies um so mehr, als die Kinder ge­mÃ¤ss unwidersprochener Aussage der Mutter nicht albanisch sprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Ausweisung hÃ¤tte somit jedenfalls fÃ¼r einen Teil der Familie des Beschwer­defÃ¼hrers eine grosse HÃ¤rte zur Folge. Entweder fÃ¼hrt die Ausweisung zur Trennung der gelebten Familienbeziehung oder zu einem Herausreissen der Kinder aus ihrer bisherigen, mindestens teilweise langjÃ¤hrigen sozialen Umgebung. DemgegenÃ¼ber ist ein Ã¶ffentliches Interesse fÃ¼r die Ausweisung des BeschwerdefÃ¼hrers angesichts seiner Beteiligung am BetÃ¤ubungsmittelhandel von anfangs 1997 zwar vorhanden, angesichts des gesamten Um­feldes und dem eher geringen RÃ¼ckfallrisikos des BeschwerdefÃ¼hrers heute â wie gese­hen â eher gering zu veranschlagen. Die InteressenabwÃ¤gung muss daher unter Einbezug sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde, die von der Vorinstanz namentlich mit Bezug auf die der Familie drohenden Nachteile weitgehend Ã¼bergangenen worden sind, zum Vorrang der familiÃ¤ren Interessen gegenÃ¼ber dem Ã¶ffentlichen Interesse an einer Ausweisung fÃ¼hren. Mit der ge­genteiligen Auffassung hat die Vorinstanz den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤s­sigkeit miss­achtet bzw. das ihr zukommende Ermessen Ã¼berschritten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Die Beschwerde ist demgemÃ¤ss gutzuheissen und der Ausweisungsbeschluss des Regierungsrats aufzuheben. Nachdem ein Ausweisungsgrund vorliegt, ist dem Beschwer­defÃ¼hrer gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 3 ANAV allerdings die Ausweisung anzudrohen fÃ¼r den Fall, dass er erneut strafrechtlich verurteilt wird oder dass sein Verhalten in anderer Hinsicht zu schweren Klagen Anlass gibt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person von FÃ¼rsprecher B bewilligt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird gutgeheissen. <span>Der Beschluss des Regierungsrats vom 8. No­vem­ber 2000 wird aufgehoben.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die Ausweisung angedroht fÃ¼r den Fall, dass er erneut strafrechtlich verurteilt wird oder dass sein Verhalten in anderer Hinsicht zu schweren Klagen Anlass gibt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3.<span> </span></span><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>