Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. September 2015 (715 15 47 / 219) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Beitragszeit: Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG, Bejahung des Weiterbestands des Arbeitsverhält- nisses aufgrund der Akten Die arbeitgeberähnliche Stellung führt nicht zu einer Verneinung des Anspruchs des Be- schwerdeführers, da die gemeldete Arbeitslosigkeit ein gekündigtes Anstellungsverhält- nis bei einem Drittbetrieb betraf, welches länger als sechs Monate dauerte. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1953 geborene A.____ meldete sich am 5. März 2013 in seiner Wohngemeinde zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 7. März 2013 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 8. März 2013 entsprechend einem gesuchten Pensu m von 20%. Mit Verfügung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nr. 1129/2013 vom 28. Juni 2013 lehnte die Öffentlich e Arbeitslosenkasse Baselland die An- spruchsberechtigung ab dem 8. März 2013 wegen Nichterfüllung der Beitragszeit ab. Der Versi- cherte könne während der Rahmenfrist für die Beitragsz eit vom 8. März 2011 bis 7. März 2013 lediglich während 4.840 Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung bei der B.____ GmbH in C.____ nachweisen. Danach habe er zunächst Unfall- und anschliessend Krankentaggelder bezogen. Da indessen die tatsächliche Arbeitsunfähigkeit weniger als 100% betragen habe, könne er nicht von der Erfüllung der Beitragszeit befreit werden. Sodann betreibe er seit Jahren eine Vereinswirtschaft, wo er auch arbeite. Erst am 1. Juni 2013 sei im Clublokal ein neuer Mie- ter eingesetzt worden. Die vom Versicherten erhobene E insprache wies die Einspracheinstanz des Kantonalen Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit Baselland (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft, mit Entscheid vom 19. Deze mber 2014 ab. Ergänzend wird festgehalten, dass der Versicherte aufgrund seiner arbeitgeberähnlichen Stellung in dem seit 2007 an der D.____strasse in E.____ betriebenen Lokal nicht anspruchsberechtigt sei. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwa lt Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 2. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei in Aufhe bung des angefochtenen Einspracheent- scheids festzustellen, dass er ab dem 8. März 2013 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Durchf ührung einer Parteiverhandlung mit persönlicher Befragung des Beschwerdeführers beantragt; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Be- gründung wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer be i der B.____ GmbH angestellt ge- wesen sei, als er am 4. November 2010 während der Fahrt zur Arbeit einen Verkehrsunfall erlit- ten habe. Er sei als Folge zu 100% arbeitsunfähig gewe sen. Im Februar 2011 sei er an Krebs erkrankt und nun auch aus diesem Grund zu 100% arbeitsun fähig gewesen. Das Arbeitsver- hältnis mit der B.____ GmbH sei trotz der langen Arbe itsunfähigkeit nie gekündigt worden. Erst am 20. März 2013 habe das zuständige Konkursamt dem Beschw erdeführer mitgeteilt, dass es in den Arbeitsvertrag nicht eintreten werde. Eine arbe itgeberähnliche Stellung sei nicht gege- ben. Die vom Beschwerdeführer gegründete GmbH habe le diglich ein nicht öffentlich zugängli- ches Vereinslokal betroffen, das er nie zwecks Erzielung ein es Erwerbseinkommens geführt habe. Sodann sei er im Zeitpunkt der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung bloss noch als Liquidator im Handelsregister eingetragen; die Gmb H sei zu diesem Zeitpunkt de facto auf- gelöst gewesen. Spätestens ab der endgültigen Löschung im Handelsregister per 9. Dezember 2013 sei eine allfällige arbeitgeberähnliche Stellung indessen dahingefallen. Ohnehin könne der Beschwerdeführer eine beitragspflichtige Beschäftigung in einem Drittbetrieb nachweisen, wo- mit er Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. April 2015 schloss di e Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Es bestünden gewichtige Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer ab 31. Juli 2011 nicht mehr in einem Arbeitsverhältni s mit der B.____ GmbH gestanden habe. Ausserdem verstricke sich der Beschwerdeführer in Widersprüch e. So wäre er, ginge man von einem Fortbestand des Arbeitsverhältnisses mit der B.____ GmbH bis 20. März 2013 aus, im Zeitpunkt der Anmeldung gar nicht arbeitslos gewesen. Tatsache sei, dass der Beschwerdefüh- rer mit dem Betrieb des Vereinslokals Einkommen generie rt habe. Die Durchführung einer Par- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teiverhandlung werde nicht als notwendig erachtet. Sol lte eine solche durchgeführt werden, werde jedoch die Befragung zweier Auskunftspersonen beantragt. D. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hielten d ie Parteien an ihren Anträgen und Begründungen fest. Auf die von der Beschwerdegegnerin beantragte Befragung der Auskunfts- personen wurde verzichtet, da sich eine solche zur Beurtei lung der strittigen Fragen nicht als notwendig erwies. Der Sachverhalt wird – wie aus den n achfolgenden Erwägungen hervor- geht – bereits aus den vorliegenden Akten deutlich. Auf die Ausführungen der Parteien wird soweit notwendig im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligat orische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 12 8 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitsl osenversicherung und die Insolvenzent- schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Ba sel-Landschaft erfüllt, weshalb die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be schwerde zuständig. Auf die im Übri- gen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 2. Februar 2015 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Ar- beitslosenentschädigung ab dem 8. März 2013. 3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nac h Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwei z wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 3.2 Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit ge lten grundsätzlich zweijährige Rah- menfristen (Art. 9 Abs. 1 AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehe- nen Rahmenfrist während mindestens zwölf Monaten eine b eitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist f ür die Beitragszeit beginnt gemäss Art. 9 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für den Lei stungsbezug. Letztere wiederum be- ginnt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG an jenem Tag, an dem sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in wel chem sich die versicherte Person erst- mals zur Erfüllung der Kontrollpflicht auf der Wohnsitzgemeinde meldet (Art. 17 Abs. 2 AVIG). 3.3 An die Beitragszeit angerechnet werden unter ander em Zeiten, in denen die versicher- te Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber w egen Krankheit (Art. 3 ATSG) oder Un- fall (Art. 4 ATSG) keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt (Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG). Nach Art. 6 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) gehören Versicherungsleistungen bei Unfall oder Krankheit zwar nicht zum beitrags- pflichtigen Erwerbseinkommen, selbst wenn sie in Abgelt ung der obligationenrechtlichen Lohn- fortzahlungspflicht des Arbeitgebers bei unverschuldeter Verhinderung des Arbeitnehmers an der Arbeitsleistung wegen Krankheit oder Unfalls erbrac ht werden (Art. 324a und 324b des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR] vom 30. März 1911; BGE 1 28 V 180 f. E. 3d und e mit Hinweisen). Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG bezweckt indessen gerade die se beitragslosen Zeiten innerhalb eines Arbeitsverhältnisses abzudecken (vgl. T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Ul- rich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht , Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel/Genf/München 2007, Rz. 222). Massgeblich für die A nwendung von Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG ist folglich das Vorliegen eines Arbeitsverhältniss es und der Bezug von Taggeldern auf- grund einer gesundheitlich indizierten Arbeitsunfähigkeit. 3.4 Subsidiär besagt Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG, dass j ene Versicherte von der Erfüllung der Beitragszeiten befreit sind, die innerhalb der Rahmenf rist während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und d ie Beitragszeit wegen Krankheit, Unfall oder Mutterschaft nicht erfüllen konnten und in der S chweiz Wohnsitz hatten. Zwischen dem Befreiungsgrund der Krankheit gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG und der Nichterfüllung der Bei- tragszeit muss ein Kausalzusammenhang bestehen (BGE 131 V 280 E. 1.2; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2015, 8C_838/201 4, E. 2; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 239; vgl. dazu auch AVIG-Praxis ALE, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung, gültig ab Januar 2013 [AVIG-Praxis], des Staatssekretariats für Wirt schaft seco, Rz. B182 ff). Als Aus- nahmeklausel vom Grundsatz der Mindestbeitragspflicht gela ngt Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG bei genügender Beitragszeit nicht zur Anwendung (vgl. NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 254). 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl . § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung a ls verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicheru ngsrecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Geri cht hat vielmehr jener Sachverhalts- darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gescheh ensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 5.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die Ablehnung der Anspruchsberechtigung in erster Linie mit der Nichterfüllung der Beitragszeit. Namentlich wird geltend gemacht, dass die vorliegenden Lohnausweise belegen würden, dass das Arbei tsverhältnis mit der B.____ GmbH per 31. Juli 2011 beendet worden sei. Die von der Ar beitgeberin geleisteten Beiträge an die berufliche Vorsorge und die Sozialversicherungen spräche n gar dafür, dass das Arbeitsverhält- nis bereits per 31. Dezember 2010 aufgelöst worden sei. 5.2 Tatsächlich finden sich in den Akten lediglich für die Zeit vom 1. Oktober 2010 bis 31. Juli 2011 Lohnausweise der B.____ GmbH. Aus den vor handenen Lohnabrechnungen für die Zeit von Januar 2011 bis März 2011 geht ausserdem her vor, dass der Beschwerdeführer spätestens ab 16. Dezember 2010 keinen Lohn, sondern Tag gelder der zuständigen Unfallver- sicherung erhielt. Entgegen der Auffassung der Beschwerd egegnerin kann daraus indessen nicht geschlossen werden, dass das Arbeitsverhältnis nach Ab lauf der Auszahlung der Unfall- versicherungstaggelder bzw. in dem Zeitpunkt, in dem kein e Lohnausweise mehr erstellt wur- den, beendet wurde. Vielmehr können die Lohnausweise bloss als Indizien für das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses angesehen werden. Der Beschwer deführer hat anlässlich der heuti- gen Parteiverhandlung ausgeführt, dass die Arbeitgeberin die Unfalltaggelder zunächst nicht an ihn weitergeleitet habe. Aus diesem Grund habe er an schliessend mit der Kollektivkrankentag- geldversicherung vereinbart, dass die Krankentaggelder a n ihn direkt überwiesen werden. Die- se Angaben des Beschwerdeführers werden durch die vorhan denen Akten und insbesondere die eingereichten Kontoauszüge belegt. Unter den vom B eschwerdeführer beschriebenen Um- ständen erscheint es durchaus als nachvollziehbar, dass der a usbezahlte Lohnersatz nicht im- mer rechtzeitig und ab dem Wechsel zur Krankentaggeld versicherung gar nicht mehr mittels Lohnausweisen bzw. Lohnabrechnungen dokumentiert ist. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt aufg elöst gewesen sein musste. Das- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht selbe gilt in Bezug auf das Vorbringen der Beschwerdege gnerin, dass die B.____ GmbH ab 1. Januar 2011 keine Sozialversicherungsbeiträge oder Beiträge betreffend berufliche Vorsorge für den Beschwerdeführer entrichtet hat. Die fehlende n Beitragszahlungen sowie die für das Jahr 2012 fehlende Buchhaltung der B.____ GmbH können dem Beschwerdeführer – insbesondere im Hinblick auf den im Dezember 2012 er öffneten Konkurs der Arbeitgeberin – nicht zur Last gelegt werden. Zu berücksichtigen sind ferner die übrigen vorliegenden Akten. So ist der Arbeitgeberbescheinigung zuhanden der Invalidenversicherung vom 23. Dezember 2011 klar zu entnehmen, dass das Arbeitsverhältnis aus Sicht der Arbeitgeberin zu diesem Zeitpunkt ungekündigt war. Ausschlaggebend ist indessen, dass die A kten entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin keine wirkliche Anhaltspunkte für ei ne Kündigung in den Jahren 2010 bis 2012 enthalten. Eine Kündigung hätte gemäss dem Arbei tsvertrag vom 8. bzw. 28. Oktober 2010 schriftlich erfolgen müssen. Eine solche schriftlich e Beendigung des Anstellungsverhält- nisses ist derweil erst mit dem Schreiben des Konkursamtes C.____ vom 20. März 2013 erfolgt, welches nach der Konkurseröffnung über die B.____ GmbH vom 12. Dezember 2012 die Kon- kursverwaltung übernommen hatte (vgl. hierzu: MANFRED REHBINDER , Berner Kommentar, Band VI, 2. Abteilung, 2. Teilband, 2. Abschnitt, Kommentar zu Art. 331-355 OR, Bern 1992, Art. 337a OR, N. 7). Bis zu diesem Zeitpunkt ist mit überwiegend er Wahrscheinlichkeit davon auszuge- hen, dass das Arbeitsverhältnis trotz der unfall- und kra nkheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers fortbestand. Dafür spricht – obwohl d er Beschwerdeführer sich im Zeitpunkt des Unfalls wahrscheinlich noch in der Probezeit befand – überdies auch der vom Beschwerde- führer eingereichte allgemeinverbindliche Landesmantel vertrag für das Schweizerische Bau- hauptgewerbe 2008 - 2010 (LMV) vom 14. April 2008, w onach eine Kündigung während dem Bezug von Unfall- oder Krankentaggelder ausgeschlossen ist (Art. 21 Abs. 1 LMV). 5.3 Nach dem Ausgeführten ist das umstrittene Vorliege n eines Arbeitsverhältnisses zu bejahen. Die Zeiten, in denen der Beschwerdeführer be i der B.____ GmbH angestellt war und Taggelder bezog, sind folglich gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG an die Beitragszeit anzurech- nen. Die Frage, ob das Arbeitsverhältnis bereits am 11. Oktober 2010 oder erst am 1. November 2010 begann, wie auch diejenige, ob nach dem Schreiben des Konkursamtes C.____ vom 20. März 2013 noch eine Kündigungsfrist zu b erücksichtigen ist, können im vorlie- genden Verfahren offen gelassen werden. Fest steht, d ass der Beschwerdeführer mindestens vom 1. November 2010 bis 20. März 2013 in einem Arbeitsv erhältnis mit der B.____ GmbH stand und während dieser Zeit zunächst Lohnzahlungen un d danach bis 7. März 2013 Taggel- der der Unfall- bzw. Krankentaggeldversicherung erhiel t. Die erforderliche Beitragszeit ist damit in jedem Fall erfüllt. Damit kann die Frage einer subsidiären Anwendung von Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG offengelassen werden (vgl. E. 3.4 hiervor). 6. Streitig und zu prüfen ist des Weiteren, ob der Besc hwerdeführer aufgrund einer ar- beitgeberähnlichen Stellung vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ausgeschlossen ist. 6.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Personen, d ie in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgeber s bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentsch ädigung. Für den Bereich der Ar- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitslosenentschädigung gibt es zwar keine dem Art. 31 A bs. 3 lit. c AVIG entsprechende, un- mittelbar anwendbare Norm. Wie das EVG im Grundsatzentscheid BGE 123 V 234 erwog, kann Kurzarbeit jedoch nicht nur in einer Reduktion der Arb eitszeit, sondern auch darin bestehen, dass der Betrieb für eine gewisse Zeit vollständig stillg elegt wird. Solange ein Arbeitnehmer mit arbeitgeberähnlicher Stellung mit der betreffenden U nternehmung noch in einem Arbeitsver- hältnis steht, hat er aufgrund der Ausschlussbestimmung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Wird das Arbeits verhältnis hingegen gekündigt, so gilt die arbeitgeberähnliche Person nach den Erwägungen i m zitierten Entscheid als arbeitslos und kann somit unter den Voraussetzungen von Art. 8 ff. AVIG Arbeitslosenentschädigung bean- spruchen. Behält sie nach der Entlassung allerdings ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Be- trieb bei und kann dadurch dessen Entscheidungen weit erhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, so läuft die Beanspruchung von Arbeitslose nentschädigung gemäss der Auffas- sung des Bundesgerichts auf eine rechtsmissbräuchliche Umge hung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG hinaus, und es besteht auch bei grundsätzlich gegebe nen Voraussetzungen nach Art. 8 ff. AVIG kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. 6.2 Nimmt die versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung daneben in einem Dritt- betrieb eine Arbeitnehmertätigkeit auf und wird sie dort arbeitslos, kann sie gemäss bundesge- richtlicher Rechtsprechung dann keine Arbeitslosenentschä digung beanspruchen, wenn die Arbeit im Drittbetrieb bloss pro forma erfolgte. Hing egen erscheint der Antrag auf Arbeitslo- senentschädigung nicht mehr missbräuchlich, wenn die Tät igkeit in der dritten Firma eine be- stimmte Mindestzeit gedauert hat. In analoger Anwendu ng von Art. 37 Abs. 4 lit. a AVIV kann einer arbeitgeberähnlichen Person, welche eine Anstellu ng in einem Drittunternehmen verliert, der genannte Anspruch nicht mehr versagt werden, wenn die Beschäftigung im Drittbetrieb we- nigstens sechs Monate gedauert hat (Urteile des EVG vom 31 . März 2004, C 177/03, und vom 2. Juli 2004, C 15/04, E. 2.2; vgl. auch: AVIG-Praxis ALE, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversi- cherung [AVIG-Praxis] Rz. B30). 6.3 Vorliegend war der Beschwerdeführer unbestrittene rmassen bis 9. Dezember 2013 zunächst als Gesellschafter und danach als Liquidator de r F.____ GmbH im Handelsregister eingetragen. Damit hatte er während dieser Zeit eine arbeitgeberähnliche Stellung inne (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2014, 8C_821/2013, E. 2 mit Hinweisen). Indes- sen entspringt die gemeldete und vorliegend umstritten e Arbeitslosigkeit nicht dieser Tätigkeit, sondern der nunmehr gekündigten Anstellung bei der B. ____ GmbH. Da diese Anstellung nach dem unter Erwägung 5 Ausgeführten länger als sechs Monate dauerte, kann dem Beschwerde- führer gemäss der soeben zitierten Rechtsprechung (E. 6.2 hiervor) der Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung nicht unter Hinweis auf seine arbeitge berähnliche Stellung verweigert wer- den. Dabei ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeg egnerin nicht massgeblich, ob der Beschwerdeführer in der (Neben-)Tätigkeit im Vereinsl okal Erwerbseinkommen generiert hat. Allfällige Einkommen wären vielmehr in der Bezugsrahmen frist als Zwischenverdienst anzu- rechnen. 7. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass der Beschwer deführer die erforderliche Beitragszeit erfüllt hat und die gemeldete Arbeitslosig keit nicht unter den Ausschlusstatbestand Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der arbeitgeberähnlichen Stellung fällt. Indessen sind von der Beschwerdegegnerin die weiteren Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen. Ebenfalls wird zu prüfen sein, ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer tatsächlich arbeitslos geworden und ob die Anmeldung gegebenenfalls ver- früht erfolgt ist. Liegen die Anspruchsvoraussetzungen im Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht vor, würden sich die Rahmenfristen für die Beitragszeit u nd den Leistungsbezug entsprechend verschieben (vgl. E. 3.2 hiervor). Die Angelegenheit ist folglich in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids zur Prüfung dieser Fragen sowie der weiteren Anspruchsvoraussetzun- gen ab 8. bzw. 20. März 2013 und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegeg- nerin zurückzuweisen. 8. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene V erfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Er wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die beschwerde- führende Partei als (vollständig) obsiegende und die Be schwerdegegnerin als unterliegende Partei (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6. 2, je mit Hinweisen). Gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorliegende Verfahren keine o rdentlichen Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführe nde Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Par teientschädigung zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 28. Mai 2015 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Zeitaufwand von 11.5 Stun den erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Zuzüglich den Bemühungen für die Vorbereitung und Teilnahme an der Parteiverhandl ung im Umfang von 3.5 Stunden ist der resultierende Zeitaufwand von insgesamt 15 Stunden zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.– zu ent- schädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 90.– . Dem Beschwerdeführer ist de mnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘147.20 (15 Stunden à Fr. 250.– + Aus lagen von Fr. 90.– zuzüglich 8% Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einsprache- entscheid aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerde- führer die Beitragszeit erfüllt hat. Die Angelegenhei t wird zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen an die Beschwerdegeg nerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4‘147.20 auszurichten. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht