<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00373</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205832&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00373</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.05.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Submission von Bodenbelägen für ein Spital.<br/><br/>Legitimation: Die Submissionsbeschwerde steht auch zur Verfügung, um nach Vertragsschluss die Rechtswidrigkeit einer Zuschlagsverfügung feststellen zu lassen (Art. 18 Abs. 2 IVöB; E. 2).<br/>Ausschluss wegen Unvollständigkeit des Angebots (§ 28 lit. h SubmV). Die Auffassung der Vergabebehörde, dass der von der Beschwerdeführerin offerierte Belag nicht dem ausgeschriebenen "Typ" entspricht, ist nicht rechtsverletzend. Das Angebot weicht in einem wesentlichen Punkt von der Ausschreibung ab, was zum Ausschluss führt. (E. 3.5).<br/>Variante ohne Grundangebot. Eine Variante ohne gleichzeitiges Grundangebot ist nicht generell ausgeschlossen. Das Fehlen des ausschreibungskonformen Grundangebots führt aber dazu, dass bei Ablehnung der Unternehmervariante kein Angebot des betreffenden Anbieters verbleibt (E. 4.4). <br/>Verletzung verschiedener Formerfordernisse (E. 5). Verlangt die Vergabebehörde die Behebung eines Mangels des Angebotes und kommt der Anbieter dieser Aufforderung nicht nach, so ist ein Ausschluss gerechtfertigt, auch wenn der Mangel ursprünglich nicht zum direkten Ausschluss berechtigt hätte (E. 5.4).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS EINES ANBIETERS">AUSSCHLUSS EINES ANBIETERS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BODENBELAG">BODENBELAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMERFORDERNIS">FORMERFORDERNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMVORSCHRIFTEN">FORMVORSCHRIFTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUSTER">MUSTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISLICH GÃNSTIGSTES ANGEBOT">PREISLICH GÃNSTIGSTES ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERNEHMERVARIANTE">UNTERNEHMERVARIANTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVOLLSTÃNDIGES ANGEBOT">UNVOLLSTÃNDIGES ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VARIANTE">VARIANTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WESENTLICHER MANGEL">WESENTLICHER MANGEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 19 Abs. III BoeB</span><br/><span class="gerade">Art. 18 Abs. II IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 28 lit. h SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit einer Ausschreibung vom 1. Juli 2005 erÃ¶ffnete das Hochbauamt des Kantons ZÃ¼rich im offenen Verfahren verschiedene Submissionen fÃ¼r die Sanierung des Hauses D des Spitals F, darunter die Arbeitsgattung "BKP 281 BodenbelÃ¤ge aus Gummigranulat".</p> <p class="Urteilstext">Innert Frist gingen fÃ¼nf Angebote ein mit nicht bereinigten OffertbetrÃ¤gen zwischen Fr. 742'672.85 und Fr. 1'471'749.45. Mit Beschluss vom 7. September 2005 erteilte das Hochbauamt des Kantons ZÃ¼rich den Zuschlag der C AG. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie aus, es seien zwei gÃ¼ltige Angebote mit BetrÃ¤gen von Fr. 1'341'656.35 bis Fr. 1'471'749.45 und drei Unternehmervarianten mit BetrÃ¤gen von Fr. 742'672.85 bis Fr. 1'053'345.25 eingegangen; der Auftrag werde an die C AG mit dem preislich gÃ¼nstigsten Angebot vergeben.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 19. September 2005 erhob die A AG beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des Hochbauamtes. Sie beantragte zur Hauptsache, der angefochtene Vergabeentscheid sei aufzuheben und der Zuschlag sei ihr zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Gleichzeitig ersuchte die BeschwerdefÃ¼hrerin, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Das Hochbauamt des Kantons ZÃ¼rich stellte mit der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2005 Antrag auf Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Im Weiteren schloss es auf Abweisung des Gesuches um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Die Mitbeteiligte liess sich nicht vernehmen. In Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 21. September 2005 und 27. Oktober 2005 wurde der Beschwerde vorlÃ¤ufig aufschiebende Wirkung erteilt. Mit VerfÃ¼gung vom 21. Dezember 2005 wies der AbteilungsprÃ¤sident das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab. Mit Schreiben vom 27. MÃ¤rz 2006 teilte das Hochbauamt des Kantons ZÃ¼rich dem Verwaltungsgericht mit, dass der Vertrag mit der C AG am 16. Januar 2006 abgeschlossen worden sei.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen werden, soweit rechtserheblich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = <span class="urteilstextchar">BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 Ã¼ber den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen; andernfalls fehlt ihnen das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Vorliegend ist die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin ohne weiteres zu bejahen, da sie geltend macht, zu Unrecht vom Vergabeverfahren ausgeschlossen worden zu sein und mit Fr. 742'672.85 das preislich gÃ¼nstigste Angebot eingereicht zu haben. Dass eine Zuschlagserteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin infolge des Vertragsabschlusses mit der Mitbeteiligten nicht mehr mÃ¶glich ist, Ã¤ndert an der Legitimation nichts, zumal die Submissionsbeschwerde auch dafÃ¼r zur VerfÃ¼gung steht, nach Vertragsschluss die Rechtswidrigkeit einer ZuschlagsverfÃ¼gung feststellen zu lassen (Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin ist â wie nachfolgend darzulegen sein wird â unvollstÃ¤ndig. Ein solches Angebot berechtigt gemÃ¤ss § 28 lit. h der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV) â ausser bei untergeordneten MÃ¤ngeln (RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 E. 6) â zum Ausschluss eines Anbieters von der Teilnahme. Zu einem unvollstÃ¤ndigen Angebot gehÃ¶ren auch solche, bei welchen die Anbieter von den Bedingungen in den Ausschreibungsunterlagen abweichen oder diese abÃ¤ndern. Ãber den Ausschluss eines Anbieters kann die vergebende BehÃ¶rde im Rahmen des Zuschlages befinden (VGr, 24. Mai 2002, BEZ 2002 Nr. 52 E. 4a).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>In dem Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen bildenden Leistungsverzeichnis war der einzubauende Bodenbelag wie folgt umschrieben:</p> <p class="Urteilstext">"FliessbelÃ¤ge<br/> Gummigranulat-BÃ¶den<br/> Lieferung und Einbau eines Gummigranulatbelages 8 mm stark<br/> Marke, Typ: HALTOPEX oder gleichwertiges Material<br/> Farbe: Schwarz Nr. 9013<br/> Mit Offerte Muster in A4-GrÃ¶sse beilegen<br/> ShorehÃ¤rte der Granulate: 85 - 90 Shore<br/> ElastizitÃ¤tsgrenze bei Stempeldruck 60 kg/cm<sup><span>2</span></sup><br/> WÃ¤rmeleitfÃ¤higkeit: 0.18 W/mk<br/> OberflÃ¤che geschliffen und gespachtelt inkl. Feinschliff"</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die Arbeiten fÃ¼r Fr. 742'672.85 mit dem Produkt "E" offeriert. Ein Muster legte sie ihrem Angebot vom 12. August 2005 nicht bei. Mit Schreiben vom 23. August 2005 forderte die Bauleitung die BeschwerdefÃ¼hrerin auf, die im Positionstext erwÃ¤hnten Eigenschaften zu bestÃ¤tigen und gemÃ¤ss Positionstext ein Muster A4 einzureichen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin liess hierauf der Bauleitung ein Muster des Produktes "E", verschiedene technische Informationen sowie ein Deckblatt ihres Angebotes mit dem Vermerk "Unternehmervariante" zukommen. In gleicher Weise enthielt das Begleitschreiben den Vermerk "Unternehmervariante".</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Das vergebende Gemeinwesen ist bei der Umschreibung des Gegenstands einer Beschaffung grundsÃ¤tzlich frei (RB 1999 Nr. 69 = BEZ 1999 Nr. 15; RB 2001 Nr. 47 = BEZ 2001 Nr. 25). Der Beschwerdegegner hat die Eigenschaften der einzubauenden FliessbelÃ¤ge/Gummigranulat-BÃ¶den wie in ErwÃ¤gung 3.2 dargestellt umschrieben. Als Typ wurde das Produkt "Haltopex oder gleichwertiges Material" vorgeschrieben. Er hat damit auch die Rechtsprechung berÃ¼cksichtigt, wonach grundsÃ¤tzlich nicht nur ein einziges Produkt oder Fabrikat vorgeschrieben werden darf, sondern mit dem Hinweis "oder gleichwertig" zum Ausdruck bringen muss, dass auch andere Produkte zulÃ¤ssig sind, wobei der Anbieter, der ein anderes Produkt offeriert, die Gleichwertigkeit der technischen Spezifikationen des von ihm offerierten Produktes nachzuweisen hat (RB 2001 Nr. 47 E. 2d = BEZ 2001 Nr. 25).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Das Produkt "Haltopex" wie auch das von einem anderen Anbieter offerierte Produkt "G" sind <i>monolithische </i>BelÃ¤ge, die nur aus einer einzigen Schicht bestehen. Sie werden vor Ort fugenlos flÃ¼ssig eingebracht. Anschliessend wird die OberflÃ¤che geschliffen, gespachtelt und versiegelt. Kleinere Unebenheiten im Unterboden kÃ¶nnen problemlos ausgeglichen werden.</p> <p class="Urteilstext">DemgegenÃ¼ber handelt es sich beim Produkt "E" der BeschwerdefÃ¼hrerin um einen modularen, d.h. aus mehreren Schichten bestehenden <i>Fertig-Bodenbelag</i>. Er wird nicht â wie ausgeschrieben â als Fliessbelag eingebracht, sondern als Platten oder in Bahnen auf dem Untergrund aufgeklebt. Er ist damit auch nicht fugenlos. Anschliessend wird eine Deckschicht aufgetragen, die mit einer Farbbeschichtung versehen wird.</p> <p class="Urteilstext">Es ist offenkundig, dass sich mit einem flÃ¼ssig aufgetragenen Bodenbelag Unebenheiten des Untergrundes besser ausgleichen lassen als mit vorfabrizierten BelÃ¤gen. Der Hinweis der BeschwerdefÃ¼hrerin, dies sei unerheblich, habe doch der Unterlagsboden-(Vor)Unternehmer allfÃ¤llige Unebenheiten auszugleichen, ist aus mehreren GrÃ¼nden verfehlt. Zum einen handelt es sich hier um eine Sanierung und ist der Untergrund wie vorgefunden zu bearbeiten. Selbst bei einem Neubau wÃ¤ren aber die Vorteile in zeitlicher und fertigungstechnischer Hinsicht offensichtlich, wenn Unebenheiten des Unterlagsbodens gleichzeitig mit dem Fliessbelag ausgeglichen werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Leistungsverzeichnis soll der Bodenbelag unter anderem auch in den Nasszellen mit zweiseitigem GefÃ¤lle (2 - 5 cm) eingebaut werden. Auch in diesem Zusammenhang bestehen offensichtlich Unterschiede in der FunktionalitÃ¤t der beiden Bodentypen, kann doch das GefÃ¤lle bei einem Fliessboden direkt beim Einbringen der flÃ¼ssigen Gummigranulatmischung eingebracht werden.</p> <p class="Urteilstext">Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin selber ausfÃ¼hrt ist das von ihr offerierte Produkt "deutlich elastischer" als das ausgeschriebene Produkt "Haltopex". Der Einwand des Beschwerdegegners, dies sei beim Herumschieben der Spitalbetten nachteilig, ist durchaus nachvollziehbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Wenn der Beschwerdegegner unter diesen UmstÃ¤nden zum Schluss gelangte, das von der BeschwerdefÃ¼hrerin offerierte Fabrikat entspreche nicht der ausgeschriebenen "Marke, Typ: Haltopex oder gleichwertiges Material", so war dies nicht rechtsverletzend. Ob das Material "E" die BedÃ¼rfnisse der Klinik F ebenfalls erfÃ¼llen wÃ¼rde, kann offen bleiben, denn es ist nicht Sache der Rechtsmittelinstanzen, sondern der vergebenden Instanz, vor der Umschreibung von Gegenstand und Umfang eines Ã¶ffentlichen Auftrages eine sachgerechte BedÃ¼rfnisabklÃ¤rung vorzunehmen (RB 1999 Nr. 69 = BEZ 1999 Nr. 15). Massgebend ist allein, dass der von der BeschwerdefÃ¼hrerin offerierte Belag keinen "Fliessbelag" darstellt und nicht dem ausgeschriebenen "Typ" entspricht, sondern die aufgezeigten wesentlichen Unterschiede aufweist. Ob das offerierte Fabrikat auch hinsichtlich ShorehÃ¤rte, Rutschfestigkeit, DampfdurchlÃ¤ssigkeit, RissÃ¼berbrÃ¼ckung, ReparaturanfÃ¤lligkeit und Ãsthetik gleichwertig sei, was umstritten ist, kann hierbei offen bleiben. Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin wich in einem wesentlichen Punkt von der Ausschreibung ab, was gemÃ¤ss § 28 lit. h SubmV zum Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Vergabeverfahren fÃ¼hrt. Die Beschwerde ist schon aus diesem Grund unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der Beschwerdegegner macht geltend, beim Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin handle es sich um eine Unternehmervariante. Da er diese Variante abgelehnt habe und ablehnen durfte, erweise sich das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin als unvollstÃ¤ndig, was ebenfalls zum Ausschluss vom Vergabeverfahren fÃ¼hre.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss den Ausschreibungsunterlagen waren Unternehmervarianten ausdrÃ¼cklich als zulÃ¤ssig erklÃ¤rt worden. Varianten waren in jedem Fall klar zu kennzeichnen, als besondere Beilage einzureichen und ausreichend zu umschreiben. Einem Unternehmer war es im vorliegenden Vergabeverfahren daher freigestellt, eine Variante zu den von der Auftraggeberin verlangten Anforderungen zu unterbreiten (VGr, 3. November 1999, BEZ 1999 Nr. 36 E. 3a/bb). BeschrÃ¤nkt sich ein Unternehmer indessen auf das Angebot einer Variante, so hat er ein unvollstÃ¤ndiges Angebot eingereicht, welches nach geltender Vergabepraxis zum Ausschluss des betreffenden Anbieters fÃ¼hrt, sofern die Variante abgelehnt wird (VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00212 E. 4a). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat in ihren ergÃ¤nzenden Angaben an den Beschwerdegegner vom 30. August 2005 sowohl im Begleitschreiben als auch im geÃ¤nderten Deckblatt ihr Angebot ausdrÃ¼cklich als "Unternehmervariante" bezeichnet. Bei dieser Kennzeichnung darf sie nach dem auch im Beschaffungsrecht geltenden Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, ZÃ¼rich/Basel/Genf 2003, Rz. 613 ff.) von der Vergabestelle behaftet werden. Vorliegend hat die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst in ihrer Beschwerdeschrift vom 19. September 2005 unmissverstÃ¤ndlich festgehalten, sie habe mit dem Beschichtungssystem "E" eine Unternehmervariante vorgeschlagen. Erst in der Replik wurde geltend gemacht, die Verwendung des Begriffs "Unternehmervariante" sei nicht im "rechtstechnischen Sinn" erfolgt. Es ist einer Vergabestelle indessen nicht zuzumuten, ein vom Anbieter als "Unternehmervariante" bezeichnetes Angebot daraufhin zu untersuchen, ob dieses trotz dieser formalen Kennzeichnung allenfalls materiell als Grundangebot entgegenzunehmen sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin durfte von der Vergabestelle mithin als Unternehmervariante behandelt werden. Eine Variante ohne gleichzeitiges Grundangebot ist nicht von vornherein ausgeschlossen; das Fehlen des ausschreibungskonformen Grundangebots fÃ¼hrt aber dazu, dass bei Ablehnung der Variante (vgl. E. 3.5) â die in weitem Rahmen im Ermessen der VergabebehÃ¶rde liegt â kein Angebot des betreffenden Anbieters verbleibt, das in die Auswertung einbezogen werden kann (vgl. VGr, 20. Juli 2004, VB.2004.00006 E. 2.1, www.vgrzh.ch; VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00212 E. 4a). Da die BeschwerdefÃ¼hrerin kein Grundangebot eingereicht hat, durfte sie deshalb auch ohne Rechtsverletzung vom Verfahren ausgeschlossen werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der Beschwerdegegner begrÃ¼ndet den Ausschluss schliesslich auch mit der fehlenden Unterschrift auf dem Formular "Angaben zur Unternehmung" und dem verspÃ¤teten Nachreichen von Mustern und technischen Informationen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erachtet es demgegenÃ¼ber als "Ã¼berspitzt formalistisch und unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig", wenn das Angebot wegen der fehlenden Unterschrift und der falschen MustergrÃ¶sse ausgeschlossen wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Wie bereits erwÃ¤hnt ist der Ausschluss eines Anbieters vom Verfahren wegen MÃ¤ngeln einer Offerte nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesentliche MÃ¤ngel handelt (RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 E. 6, auch zum Folgenden). § 28 lit. h SubmV sieht den Ausschluss vor, wenn Anbietende wesentliche Formerfordernisse verletzt haben, insbesondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebotes oder Ãnderung des Angebotstextes. Auch nach Art. 19 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (BoeB) sind nur Angebote mit wesentlichen Formfehlern vom Verfahren auszuschliessen. Diese Vorschriften sind Ausdruck des aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) abgeleiteten Verbotes des Ã¼berspitzten Formalismus.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Den Ausschreibungsunterlagen lag ein zweiseitiges Formular "Angaben zur Unternehmung fÃ¼r Anbieterinnen und Anbieter im Submissionsverfahren" bei. Am Ende des Formulars erfolgte der fettgedruckte und eingerahmte Hinweis, dass bei Nichteinreichen der Nachweise oder bei Fehlen der verlangten Angaben die Anbietende ausgeschlossen wird. Ebenfalls fettgedruckt und separat eingerahmt stand weiter am Ende des Formulars, dass die Unternehmung mit der nachfolgenden Unterschrift die Richtigkeit aller Angaben bestÃ¤tigt und die jeweils zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden und Einrichtungen ermÃ¤chtigt, der Vergabestelle AuskÃ¼nfte Ã¼ber allfÃ¤llige Steuer- und SozialabgabenausstÃ¤nde, betreibungsrechtliche VorgÃ¤nge und weitere Angaben im Rahmen der Selbstdeklaration zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die Angaben zur Unternehmung auf diesem Formular unvollstÃ¤ndig ausgefÃ¼llt und beispielsweise die genaue Firmenbezeichnung, die Anschrift, Telefon- und Fax-Nummern, E-Mail-Adresse und GeschÃ¤ftszweck offen gelassen. Auch fehlt die verlangte Unterschrift auf diesem Formular. Diese MÃ¤ngel sind nicht unwesentlich. Weist wie hier eine Vergabestelle auf einem Erhebungsformular ausdrÃ¼cklich und sogar eingerahmt und in fetter Schrift darauf hin, dass ein Fehlen der verlangten Angaben den Ausschluss des Anbietenden zur Folge hat, so darf vom Anbietenden beim AusfÃ¼llen des Formulars erhÃ¶hte Aufmerksamkeit verlangt werden, und stellt die Rechtsfolge des Ausschlusses keinen Ã¼berspitzten Formalismus dar, wenn â wie hier â der Anbieter trotzdem wesentliche Angaben zur genauen Firmenbezeichnung, Gesellschaftszweck usw. unterlÃ¤sst. Auf jeden Fall war vorliegend der Ausschluss gerechtfertigt, weil kumulativ auch die Unterschrift fehlte, welche ebenfalls in fetter Schrift und eingerahmter Form auf dem Formular verlangt wurde. Damit fehlte eine BestÃ¤tigung der selbstdeklarierten Angaben durch die BeschwerdefÃ¼hrerin und war der VergabebehÃ¶rde eine Verifizierung verunmÃ¶glicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>GemÃ¤ss Ausschreibungsunterlagen war der Offerte ein Muster des Gummi-Granulatbodens in A4-GrÃ¶sse beizulegen. Diese Bedingung hat die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht erfÃ¼llt, was der Beschwerdegegner als wesentlichen Mangel wertete, hat doch die Bauleitung die BeschwerdefÃ¼hrerin mit Schreiben vom 23. August 2005 aufgefordert bis 30. August 2005 ein "Muster A4 (Ã¼bereinstimmend mit Positionstext)" nachzureichen. Dieser Aufforderung ist die BeschwerdefÃ¼hrerin â entgegen den Behauptungen in der Replik â nicht nachgekommen, weist doch das hierauf eingereichte Muster nur die Masse von ca. 4 x 14 cm auf, statt 21 x 30 cm (A4). Es ist damit mehr als 10 x kleiner als das verlangte Muster und damit auch nicht uneingeschrÃ¤nkt vergleichbar mit den anderen Mustern. Verlangt eine VergabebehÃ¶rde die Behebung eines Mangels des Angebotes und kommt der Anbieter dieser Aufforderung nicht nach, so ist ein Ausschluss gerechtfertigt, auch wenn der Mangel ursprÃ¼nglich nicht zum direkten Ausschluss berechtigt hÃ¤tte. Die Beschwerde ist auch deshalb unbegrÃ¼ndet und folglich abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG); eine ParteientschÃ¤digung steht ihr von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Hingegen hat sie dem Beschwerdegegner fÃ¼r dessen Umtriebe im Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 [GebV VGr]). Bei der Bemessung der EntschÃ¤digung ist zu berÃ¼cksichtigen, dass der Beschwerdegegner mit der Beschwerdeantwort zumindest teilweise die â von ihm ohnehin geschuldete â BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheids nachgeholt hat; in Betracht fÃ¤llt daher vor allem der Aufwand, der ihm mit der Ausarbeitung der Duplik entstanden ist. Als angemessen erweist sich eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="MsoNormal"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'210.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>