<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00149</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221232&amp;W10_KEY=13013475&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00149</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.04.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 18.11.2021 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Verspäteter Familiennachzug: Der Vater ist aufgrund der eingetragenen Partnerschaft mit einem Schweizer aufenthaltsberechtigt. Der nachträgliche Familiennachzug seiner Tochter wird damit begründet, dass das Umfeld in Brasilien bei der Kindsmutter nicht kindgerecht sei.] Für die Fristenberechnung ist nicht das Datum ihrer Einreise, sondern der Zeitpunkt der Anmeldung massgebend. Die Beschwerdeführerin kann aus dem Umstand, dass sie vor Ablauf der Nachzugsfrist in die Schweiz eingereist ist, nichts zu ihren Gunsten ableiten (E. 3). Es liegen keine zureichenden Gründe vor, welche eine Wiederherstellung der Frist rechtfertigen würden. Es wäre am Vater gewesen, sich rechtzeitig über die formellen und materiellen Nachzugsvoraussetzungen zu informieren. Eine behördliche Auskunftspflicht besteht nicht (E. 4). Es sind keine wichtigen Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug gegeben, die das verspätete Nachzugsgesuch rechtfertigen würde. Es ist davon auszugehen, dass die Mutter, wie bereits in den Jahren zuvor, die Beschwerdeführerin betreuen kann. Eine Rückkehr ist der Beschwerdeführerin zumutbar (E. 5). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG">NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNG">WIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52784" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00149</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. April 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, gesetzlich vertreten durch B, dieser vertreten durch RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die 2010 geborene A, StaatsangehÃ¶rige von Brasilien, reiste am 11. Dezember 2019 in Begleitung ihrer Mutter, der brasilianischen StaatsangehÃ¶rigen E, geboren 1972, von Kolumbien herkommend zu ihrem in der Schweiz lebenden Vater B, geboren 1977. B ist kolumbianischer StaatsangehÃ¶riger und verfÃ¼gt aufgrund der eingetragenen Partnerschaft mit dem Schweizer BÃ¼rger C, geboren 1974, Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Am 26. Januar 2020 ersuchte B um Nachzug von A. Am 4. Februar 2020 reiste E ohne ihre Tochter in ihr Heimatland Brasilien zurÃ¼ck. </p> <p class="Sachverhalt2">Nachdem das Migrationsamt B darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ihm und damit auch seiner Tochter nur dann ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz eingerÃ¤umt werden kÃ¶nne, wenn er mit seinem eingetragenen Partner zusammenwohne, bezogen er, C und A per 4. Juni 2020 eine gemeinsame Wohnung in D. Mit VerfÃ¼gung vom 27. Oktober 2020 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Vater ab, wies A aus der Schweiz weg und setzte ihr Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 31. Dezember 2020. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den gegen die Verweigerung des Familiennachzugs erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 20. Januar 2021 ab, soweit sie diesen nicht als gegenstandslos betrachtete, wies A aus der Schweiz weg und setzte ihr eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 15. MÃ¤rz 2021. Die AntrÃ¤ge betreffend Bewilligung des Aufenthalts wÃ¤hrend des Verfahrens bzw. Ausreisefrist und Vollzugstopp waren aufgrund der prozessleitenden Anordnung der Sicherheitsdirektion vom 27. November 2020 gegenstandslos geworden. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 25. Februar 2021 liess A, vertreten durch ihren Vater <span>B, </span>dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der vorinstanzliche Rekursentscheid aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, A die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an das Migrationsamt zur Neubeurteilung zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte sie, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sie infolge der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde den Beschwerdeentscheid bei ihrem Vater abwarten kÃ¶nne und es sei das Migrationsamt anzuweisen, bis zum Abschluss des Verfahrens auf weitere Vollziehungsmassnahmen zu verzichten. Weiter sei ihr fÃ¼r das Beschwerde- und fÃ¼r das Rekursverfahren eine angemessene EntschÃ¤digung zu gewÃ¤hren. Eventualiter sei ihr fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin beizugeben, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 1. MÃ¤rz 2021 hielt der AbteilungsprÃ¤sident fest, dass A Ã¼ber kein vorbestehendes Anwesenheitsrecht verfÃ¼ge und die Zulassungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfÃ¼llt seien, weshalb sie Ã¼ber kein prozedurales Anwesenheitsrecht verfÃ¼ge und den Bewilligungsentscheid nach Ablauf der ihr angesetzten Ausreisefrist grundsÃ¤tzlich im Ausland abwarten mÃ¼sse, es sich aber gleichwohl rechtfertige, ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz wÃ¤hrend der HÃ¤ngigkeit des vorliegenden Verfahren zu dulden, weshalb vorerst von Vollzugshandlungen abzusehen sei. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 44 Abs. 1 lit. aâc des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) kann auslÃ¤ndischen Ehegatten und Kindern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen bzw. zusammenwohnen wollen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Zudem dÃ¼rfen keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezogen werden (Art. 44 Abs. 1 lit. d AIG) und kann die Aufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 44 Abs. 4 AIG neu vom Abschluss einer Integrationsvereinbarung abhÃ¤ngig gemacht werden. Weiter darf der Nachzug nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheinen und es dÃ¼rfen keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG vorliegen (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.7 mit Verweis auf die Regelung fÃ¼r Niedergelassene in Art. 51 Abs. 2 AIG). <span>Anders als die Nachzugsbestimmungen betreffend Ehegatten und Kinder von Schweizerinnen und Schweizern und Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 42 bzw. 43 AIG) rÃ¤umt die vorgenannte Bestimmung keinen Nachzugsanspruch ein; die BehÃ¶rden entscheiden vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (BGE 137 I 284 E. 1.2 und E. 2.3.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Sofern keine wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug vorliegen, hat der Familiennachzug innert den Nachzugsfristen von Art. 47 AIG bzw. Art. 73 VZAE und unter allfÃ¤lliger BerÃ¼cksichtigung der Ã¼bergangsrechtlichen Bestimmungen von Art. 126 Abs. 3 AIG zu erfolgen. Bei Kindern ist bis zum vollendeten zwÃ¶lften Altersjahr innert fÃ¼nf Jahren nach Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses um Nachzug zu ersuchen, danach gilt eine einjÃ¤hrige Nachzugsfrist (Art. 73 Abs. 1 und 2 VZAE bzw. Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG). Die Fristen beginnen mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG). Sinn und Zweck der Fristenregelung ist, die Integration der Kinder zu erleichtern. Durch einen frÃ¼hzeitigen Nachzug sollen diese unter anderem eine mÃ¶glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen kÃ¶nnen (Botschaft vom 8. MÃ¤rz 2002 zum AuG, BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.7; BGE 133 II 6 E. 5.4; BGr, 22. MÃ¤rz 2016, 2C_147/2015, E. 2.4.1). Die Regelung des Familiennachzugs ist, wie aus der parlamentarischen Debatte hervorgeht, zudem ein Kompromiss zwischen den kontrÃ¤ren Anliegen, das Familienleben zu ermÃ¶glichen und die Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005 S 305 ff.). Den Fristen in Art. 47 AIG kommt somit auch die Funktion der Einwanderungsbegrenzung zu. Auch hierbei handelt es sich um ein legitimes Interesse, um im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK das Recht auf Familienleben einzuschrÃ¤nken (BGE 137 I 284 E. 2.1 S. 288; Urteil 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). Mit dem Familiennachzug soll zwar grundsÃ¤tzlich ein gemeinsames Familienleben in der Schweiz ermÃ¶glicht werden. Wenn aber eine Familie freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dann dokumentiert sie damit, dass ihr an einem gemeinsamen Familienleben nicht sehr viel liegt, sodass das Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung Ã¼berwiegt, solange nicht wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde etwas anderes nahelegen (BGr, 18. Mai 2015, 2C_914/2014, E. 4.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Letztlich ist aber immer im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, ob ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug gerechtfertigt erscheint (vgl. BGr, 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 3.1 und 5.4.1). Sind die Nachzugsbedingungen nicht erfÃ¼llt, darf ein Familiennachzug selbst dann verweigert werden, wenn die in der Schweiz anwesende auslÃ¤ndische Person einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung ihrer eigenen Aufenthaltsbewilligung (gefestigtes Aufenthaltsrecht) hat und damit gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) grundsÃ¤tzlich ein Anspruch auf Familiennachzug besteht (BGE 137 I 284 E. 2.7; BGr, 5. September 2013, 2C_983/2012, E. 2.4.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin liess am 23. Dezember 2014 die Partnerschaft mit seinem damals in der Schweiz niedergelassenen Partner eintragen. Das Gesuch um Familiennachzug hÃ¤tte folglich bis <span>am 23. Dezember 2019 eingereicht werden mÃ¼ssen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist e</span>ntgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrerin f<span>Ã¼r die Fristenberechnung </span>nicht das Datum ihrer Einreise, sondern der Zeitpunkt der Anmeldung massgebend (vgl. E. 2.2). <span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann deshalb aus dem Umstand, dass sie vor Ablauf der Nachzugsfrist in die Schweiz eingereist ist (am 11. Dezember 2019), nichts zu ihren Gunsten ableiten. Das am 26. Januar 2020 gestellte Gesuch erweist sich nach dem Gesagten als verspÃ¤tet. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht zunÃ¤chst geltend, angesichts der UmstÃ¤nde im vorliegenden Fall rechtfertige sich eine Wiederherstellung der versÃ¤umten Nachzugsfristen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Im Interesse der Rechtssicherheit kann nicht ohne zureichenden Grund von einer Frist abgewichen werden; dementsprechend streng sind die Voraussetzungen fÃ¼r eine Wiederherstellung von Fristen (vgl. BGr, 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 4.2; 20. Februar 2015, 2C_303/2014, E. 6.3.2; 19. Juli 2014, 2C_1096/2013, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Der Umstand, dass die Nachzugsfristen gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 AIG relativ knapp versÃ¤umt wurden und zwischen der Einreise der BeschwerdefÃ¼hrerin und der Gesuchseinreichung Feiertage lagen, rechtfertigt es nicht, diese wiederherzustellen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist nicht nachvollziehbar und wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht substanziiert ausgefÃ¼hrt, weshalb ihr Vater das Familiennachzugsgesuch nicht fristgerecht hat einreichen kÃ¶nnen, zumal er angibt, dass er bereits einige Wochen vor der Einreise der BeschwerdefÃ¼hrerin mit der Planung des Familiennachzugs begonnen habe. Entgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrerin handelte die Vorinstanz auch nicht Ã¼berspitzt formalistisch, wenn sie bei dieser Sachlage die Voraussetzungen fÃ¼r eine Fristwiederherstellung als nicht gegeben erachtete. Ihre Schlussfolgerung ist gesetzeskonform, sachlich begrÃ¼ndet und nachvollziehbar. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Auch die von der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgeworfene Frage, ob hinsichtlich der Familiennachzugsfristen nicht eine behÃ¶rdliche Auskunftspflicht anzunehmen sei, ist zu verneinen. Wohl sahen Art. 56 Abs. 1 und Abs. 2 AIG (in der Fassung vom 16. Dezember 2005) vor, dass Bund, Kantone und Gemeinden fÃ¼r eine angemessene Information der AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder Ã¼ber die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz, insbesondere Ã¼ber ihre Rechte und Pflichten, sorgen sowie auf bestehende Angebote zur IntegrationsfÃ¶rderung hinweisen. GemÃ¤ss gefestigter Praxis des Bundesgerichts wollte der Gesetzgeber mit der nÃ¤mlichen Bestimmung jedoch nicht eine umfassende Informationspflicht der MigrationsbehÃ¶rden statuieren, die diese verpflichten wÃ¼rde, alle auslÃ¤ndischen Personen Ã¼ber sÃ¤mtliche sie betreffenden Fristen aktiv zu informieren (vgl. BGr, 27. April 2020, 2C_948/2019, E. 2.3.5; 21. September 2018, 2C_323/2018, E. 7.2.1; 26. August 2013, 2C_97/2013, E. 4.1 f., mit weiteren Hinweisen). Besondere UmstÃ¤nde, welche die unterbliebene Auskunft einer unrichtigen Auskunft gleichstellen und es der BeschwerdefÃ¼hrerin damit erlauben wÃ¼rden, sich auf den verfassungsmÃ¤ssigen Vertrauensschutz (Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]) zu berufen (vgl. BGE 131 V 472 E. 5; BGr, 26. August 2013, 2C_97/2013, E. 4.2; VGr, 26. August 2020, VB.2020.00396, E. 3.3), sind vorliegend nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Daran vermag auch der Umstand, dass sich die Rechtsvertreterin der BeschwerdefÃ¼hrerin bezÃ¼glich dieser Frage in einem anderen Fall an den Menschengerichtshof (EGMR) gewandt hat, nichts zu Ã¤ndern. Wie die Rechtsvertreterin angibt, hat der EGMR schliesslich keinen Entscheid fÃ¤llen mÃ¼ssen, weil ihre damaligen Klienten zwischenzeitlich in einem anderen Kanton eine Aufenthaltsbewilligung erhalten hatten. Es liegt kein Entscheid des EGMR vor, der eine andere Betrachtungsweise zulassen wÃ¼rde. Eine solche Schlussfolgerung lÃ¤sst sich auch die unbelegte Behauptung, der EGMR habe der Schweiz einen Vergleich angeboten, ihren damaligen Klienten eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, nicht zu. Es ist nach dem Gesagten weiterhin der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu folgen und eine behÃ¶rdliche Auskunftspflicht zu verneinen. Es wÃ¤re demnach am Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin gewesen, sich rechtzeitig bei den zustÃ¤ndigen Stellen Ã¼ber die formellen und materiellen Nachzugsvoraussetzungen zu informieren oder sich anderweitig rechtzeitig fachkundig beraten zu lassen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin schliesslich geltend macht, es liege eine Ungleichbehandlung vor, da die BehÃ¶rden FlÃ¼chtlingen und vorlÃ¤ufig aufgenommenen AuslÃ¤ndern eine KurzinformationsbroschÃ¼re abgeben wÃ¼rden, worin auch die Familiennachzugsfristen aufgefÃ¼hrt seien, kann ihr nicht gefolgt werden. Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) ist verletzt, wenn ein Erlass hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen trifft, fÃ¼r die ein vernÃ¼nftiger Grund in den zu regelnden VerhÃ¤ltnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn er Unterscheidungen unterlÃ¤sst, die sich aufgrund der VerhÃ¤ltnisse aufdrÃ¤ngen (vgl. statt vieler BGr, 19. Juli 2017, 2C_301/2016, E. 4.2). Wie festgehalten wurde, besteht keine Informationspflicht vonseiten der BehÃ¶rden aktiv Ã¼ber mÃ¶gliche Fristen zu informieren. Wenn eine BehÃ¶rde eine InformationsbroschÃ¼re abgibt, tut sie dies auf freiwilliger Basis und kann in der Nichtabgabe keine Ungleichbehandlung gesehen werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die weiteren von den BeschwerdefÃ¼hrenden vorgebrachten UmstÃ¤nde, die ein fristgerechtes Nachzugsgesuch verhindert haben sollen, sind abschliessend im Rahmen von Art. 47 Abs. 4 AIG zu prÃ¼fen (vgl. VGr, 2. Oktober 2018, VB.2018.00497, E. 2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>GemÃ¤ss dieser Bestimmung wird ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug nur bewilligt, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde vorliegen (vgl. auch Art. 73 und 75 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 [VZAE; Fassung vom 24. Oktober 2007]). <span>FÃ¼r den Nachzug von Kindern liegt gemÃ¤ss Wortlaut von Art. 75 VZAE ein wichtiger familiÃ¤rer Grund vor, wenn das Kindeswohl einzig durch einen solchen <br/> Nachzug gewÃ¤hrleistet werden kann. Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist dabei nach der Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall (BGr, 12. November 2019, 2C_555/2019, E. 6.1; 21. September 2018, 2C_323/2018, E. 8.2.1; 20. Februar 2015, 2C_303/2014, E. 6.3.2; 20. Juni 2012 2C_888/2011, E. 3.1). Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frÃ¼hzeitigen Nachzug unter anderem auch eine mÃ¶glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen (BGr, 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 3.2, mit Hinweis auf die Materialien). Ein wichtiger Grund liegt etwa vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung des Kindes im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist. PraxisgemÃ¤ss liegen keine solchen GrÃ¼nde vor, wenn im Heimatland alternative PflegemÃ¶glichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch vermieden werden kann, dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsnetz gerissen werden. An den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2 und E. 2.3.1; BGr, 12. November 2019, 2C_555/2019, E. 5.3, mit zahlreichen weiteren Hinweisen). </span>An den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die es hier erwarten (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.2; BGr, 21. April 2020 2C_1011/2019, E. 3.3.3). <span>Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen bildet nach dem Willen des Gesetzgebers sodann die Ausnahme und nicht die Regel (BGr, 27. April 2020, 2C_948/2019, E. 3.2; 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 3.3; 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 4.4). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht im Wesentlichen geltend, sie kÃ¶nne nicht mehr mit ihrer Mutter zusammenleben. Die Mutter wohne in einer kleinen 2,5-Zimmerwohnung mit vier Erwachsenen zusammen. Die Mutter weigere sich, alleine mit der BeschwerdefÃ¼hrerin in eine eigene Wohnung in der NÃ¤he der Familie zu ziehen. Sie kÃ¶nne sich eine Wohnung finanziell auch nicht leisten. Das Geld, welches sie vom Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin erhalte, verwende sie umgehend fÃ¼r Dritte. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe von ihrer Mutter nie genÃ¼gend und nie gesundes Essen erhalten, obwohl der Vater dafÃ¼r bezahlt habe. Die Mutter sei unfÃ¤hig, alleine zu leben, was aus Schreiben Dritter, sogar des Bruders der Mutter, hervorgehe. Ein wichtiger Grund sei schliesslich darin zu sehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits Ã¼ber ein Jahr in der Schweiz lebe. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrerin obliegt aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht, das Vorliegen wichtiger familiÃ¤rer GrÃ¼nde nachzuweisen, da sie die Beweislast fÃ¼r diejenigen Tatsachen trÃ¤gt, aus denen sie Rechte ableiten will (vgl. § 7 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG und Art. 90 AIG). Dies ist ihr nicht gelungen. </span>Die Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin sind nicht geeignet, einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug zu begrÃ¼nden: Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist nicht davon auszugehen, dass die Mutter mit ihren Eltern, ihrer Grossmutter und ihrer erwachsenen Tochter in ein und derselben Wohnung zusammenlebt. Der Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin hatte im Widerspruch dazu angegeben, dass die Mutter in einer Wohnung lebe, die zu einem GebÃ¤udekomplex gehÃ¶re, in dem auch ihre Mutter sowie ihre BrÃ¼der lebten. Im Unterschied zum vorinstanzlichen Verfahren macht die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mehr geltend, dass auch die (angeblich drogen- und alkoholabhÃ¤ngigen) BrÃ¼der der Mutter in derselben Wohnung leben wÃ¼rden. Sie bringt vor, die WohnverhÃ¤ltnisse mit bis zu vier bis fÃ¼nf Erwachsenen sei nicht adÃ¤quat fÃ¼r ein kindgerechtes Aufwachsen. Es sei fÃ¼r sie jedoch unmÃ¶glich zu beweisen, dass die Familie zusammenlebe, weil es in Brasilien keine KreisbÃ¼ros gebe, die eine WohnsitzbestÃ¤tigung ausstellen wÃ¼rden. Sie beantragt, sie sei diesbezÃ¼glich persÃ¶nlich zu befragen und reicht ein Video ein, welches die RÃ¤umlichkeiten zeigen soll. Von einer Befragung der BeschwerdefÃ¼hrerin kann indes abgesehen werden und auch das Video ist als Beweismittel nicht geeignet, da die momentane Wohnsituation der Mutter vorliegend nicht ausschlaggebend ist. Wie die Vorinstanz weiter zutreffend festgehalten hat, kann die Mutter mit der BeschwerdefÃ¼hrerin in einer anderen Wohnung Wohnsitz nehmen. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend macht, die Mutter kÃ¶nne sich eine Wohnung nicht leisten und sei auch nicht in der Lage, ihr anvertrautes Geld zu verwalten, kann wiederum auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden. Der Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin kann auf andere Weise sicherstellen, dass die UnterstÃ¼tzung seiner Tochter zugutekommt, indem er beispielsweise seine Zahlungen an die Eltern der Mutter Ã¼berweist oder die Miete direkt bezahlt. Es ist nicht ersichtlich und wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht substanziiert dargelegt, weshalb die Mutter nicht wie bereits in den Jahren zuvor, allenfalls mit UnterstÃ¼tzung ihrer Eltern oder weiteren Verwandten, die BeschwerdefÃ¼hrerin betreuen kann. Kein wichtiger Grund ist schliesslich in Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz in dem Umstand zu sehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits Ã¼ber ein Jahr in der Schweiz lebt. <span>Ãnderungen der BetreuungsverhÃ¤ltnisse kÃ¶nnen nicht durch SachumstÃ¤nde belegt werden, welche allein Folge einer vorweggenommenen, eigenmÃ¤chtigen Verlagerung des Lebensmittelpunktes eines Kindes in die Schweiz sind. Die Erforderlichkeit des Nachzugs hat sich vielmehr im UngenÃ¼gen der bisherigen Betreuungssituation im Heimatland zu offenbaren, ansonsten die BehÃ¶rden vor vollendete Tatsachen gestellt werden kÃ¶nnten und der sich rechtskonform verhaltende BÃ¼rger benachteiligt wÃ¼rde (vgl. BGE 129 II 249 E. 2.; BGE 133 II 6 E. 6.3.2; BGr, 1. April 2016, 2C_781/2015, E. 4.3). Dass der Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht Ã¼ber die Nachzugsfristen Bescheid gewusst haben soll und das Migrationsamt sie nicht auf ihre Ausreisepflicht nach Art. 17 Abs. 1 AIG hingewiesen haben soll, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Damit ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangt, dass keine wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug gegeben sind, die das verspÃ¤tete Nachzugsgesuch rechtfertigen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Sodann ist im Sinn der vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen festzuhalten, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin noch in einem anpassungsfÃ¤higen Alter befindet und ihr bisheriges Leben Ã¼berwiegend in SÃ¼damerika bei ihrer Mutter verbracht hat, weshalb ihr eine RÃ¼ckkehr dorthin zumutbar erscheint. Hinweise, die auf einen schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefall schliessen lassen wÃ¼rden oder Vollzugshindernisse, sind keine ersichtlich.</p> <p class="Erwgung2">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Die Gerichtskosten sind grundsÃ¤tzlich der unterliegenden Partei aufzuerlegen, welcher diesfalls auch keine ParteientschÃ¤digung zusteht (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG). PraxisgemÃ¤ss kann das Verwaltungsgericht jedoch auf eine Kostenauflage gegenÃ¼ber minderjÃ¤hrigen Parteien verzichten und die Gerichtskosten stattdessen allein den (auch) im Namen ihrer Kinder prozessierenden Eltern Ã¼berbinden (vgl. z.<span> </span>B. VGr, 11. Juli 2018, VB.2018.00254, E. 6; VGr, 22. August 2018, VB.2018.00405, E. 6.1). Dies muss grundsÃ¤tzlich auch dann mÃ¶glich sein, wenn sich die Eltern nicht selbst als Partei am Verfahren beteiligen und lediglich als gesetzliche Vertreter des Kindes auftreten, da diesfalls das Verfahren gleichwohl durch die Eltern und nicht das Kind initiiert wurde und diese gemÃ¤ss Art. 276 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) im Rahmen ihrer FÃ¼rsorge- und UnterstÃ¼tzungspflicht zivilrechtlich ohnehin fÃ¼r die Prozesskosten ihres Kindes aufzukommen hÃ¤tten (vgl. BGE 127 I 202 E. 3c). Damit gebieten auch das in § 13 Abs. 2 Satz 2 VRG statuierte Verursacherprinzip und BilligkeitserwÃ¤gungen eine Kostenauflage zulasten des im Namen des Kindes prozessierenden Elternteils.</p> <p class="Erwgung1">Aus diesen GrÃ¼nden sind die Verfahrenskosten vorliegend dem Vater und nicht der minderjÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen und sind keine ParteientschÃ¤digungen zuzusprechen. Aufgrund der vorgenommenen Kostenauflage ist der Vater gesondert in den Mitteilungssatz aufzunehmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ersucht um unentgeltliche Rechtspflege. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 16 N. 46).</p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Einem wie vorliegend ausfÃ¼hrlich begrÃ¼ndeten Rekursentscheid, der gemÃ¤ss der geltenden Rechtslage eine umfassende WÃ¼rdigung vorgenommen hat, mÃ¼sste jedoch Substanzielles entgegengesetzt werden, soll nicht die Gefahr bestehen, dass das Rechtsmittel als aussichtslos bezeichnet wird (vgl. BGr, 19. Januar 2012, 2C_872/2011, E. 4). Dies ist der BeschwerdefÃ¼hrerin nach dem Gesagten nicht gelungen. Die vorliegende Beschwerde erweist sich deshalb und auch wegen der klaren Rechtslage als offensichtlich aussichtslos, weshalb dem Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und dem Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung nicht entsprochen werden kann. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>