Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 15. April 2014 (400 14 32) ___________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Gegendarstellungsrecht nach Art. 28g ff. ZBG Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind , Jurastrasse 2 , 4142 Münchenstein, vertreten durch Prof. Dr. Pascal Grolimund, Advokat und Laura Manz, Advokatin, Hirschgässlein 11, Postfach 257, 4010 Basel, Klägerin und Berufungsklägerin gegen Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG , Buceriusstrasse, Eingang Speersort 1, DE-20095 Hamburg, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Herbert Pfortmüller, Scheuchzerstras- se 64, 8006 Zürich, Beklagte und Berufungsbeklagte Zeit Online GmbH , Buceriusstrasse, Eingang Speersort 1, DE-20079 Hamburg, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Herbert Pfortmüller, Scheuchzerstras- se 64, 8006 Zürich, Beklagte und Berufungsbeklagte Gegenstand Personenrecht / Gegendarstellung Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Arles- heim vom 9. Januar 2014 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Für einen Artikel zum Beratungsangebot der Stiftung S chweizerische Hilfe für Mutter und Kind (im Folgenden „SHMK“ genannt), nahm die Jou rnalistin A.____ unter falschem Namen und mit einer falschen Vita selbst eine Beratung in Anspruch, wobei sie sich als Hilfe suchende Schwangere ausgab. Mit E-Mail vom 23. August 20 13 teilte die Journalistin dem Stiftungspräsidenten der SHMK, B.____, mit, dass der A rtikel erscheinen würde, nannte ihm die verschiedenen Punkte, welche im Artikel thematisiert würden und gab ihm Frist zur Stel- lungnahme. Mit E-Mail vom 26. August 2013 nahm die SH MK Stellung. In der Printausgabe der Zeitschrift DIE ZEIT, Ausgabe für die Schweiz, vom 29. August 2013, S. 12 f., wurde so- dann der Artikel „Hanna, wir helfen Ihnen – Wie Abtr eibungsgegner arbeiten. Ein Selbstver- such“ publiziert wie auch die Stellungnahme der SHMK. Der Beitrag wurde zudem auf der Website der DIE ZEIT ONLINE ebenfalls veröffentlicht. Der Artikel enthielt Ausführungen, bezüglich welcher die SHMK eine Gegendarstellung verl angte. Nachdem dies durch den Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG und die Zeit O nline GmbH, welche den besagten Artikel veröffentlichten, abgelehnt wurde, gelangte di e SHMK an das Bezirksgericht Arles- heim und beantragte die Gutheissung der geltend gema chten Gegendarstellung. Der Präsi- dent des Bezirksgerichts Arlesheim hiess mit Entscheid vom 9. Januar 2014 die Gegendar- stellung teilweise gut und verurteilte die Gesuchsbeklagt en mit Ziffer 1 des Dispositivs, in- haltlich Folgendes zu veröffentlichen : „Falsch ist die Behauptung der Journalistin, die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind habe politische Absichten, wie zum Beispiel die Volksinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“. Richtig ist, dass die SHMK keiner politischen Tätigkeit nachgeht“ . Die weitergehende Gegendarstellung wies die Vorinstanz ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob die SHMK mit Eingabe vom 10. Februar 2014 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Berufung mit folgenden Rechtsbegeh- ren: „1. Es sei der Entscheid des Gerichtspräsidenten des Bezirksge richts Arlesheim vom 9. Januar 2014 in dem Sinne aufzuheben, dass die Ber ufungsbeklagten zusätzlich zum bereits vom Bezirksgericht Arlesheim verfügten Gegend arstellungstext unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB zu verpflichten seie n, folgenden Gegendarstel- lungstext der Berufungsklägerin in der nächstmöglichen Print-Ausgabe der DIE ZEIT sowie auf DIE ZEIT ONLINE zu veröffentlichen: Nicht richtig ist, dass hinter der SHMK ein Verein steht (Verein C.____), bzw. die Stif- tung zu diesem Verein gehöre. Richtig ist, dass die St iftung von jeder anderen Orga- nisation unabhängig ist. Es trifft auch nicht zu, dass die SHMK durch irgendwelche Standesregeln oder ein Be- rufsethos verpflichtet sei, in der professionellen Beratun g bei Schwangerschaftskon- flikt die Ausdrücke „Schwangerschaft“, „Embryo“ oder „Fötu s“ anstelle von „Kind“ zu verwenden. Richtig ist vielmehr, dass der Ausdruck „Schwanger schaft“ nur für den Zustand der Frau, nicht aber für das Kind zutreffend ist, und die Bezeichnung „Emb- ryo“ nur bis zur achten Schwangerschaftswoche medizinisch ko rrekt ist. Im diskutier- ten Fall befand sich die Frau in der neunten Schwange rschaftswoche. Ab diesem Zeitpunkt lautet der medizinisch korrekte Begriff „Fötu s“. Doch keine Frau sagt von Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich, sie sei mit einem „Fötus“ schwanger, sondern mit e inem „Kind“. Die Kritik an der SHMK geht auch fehl, weil selbst die kritisierende Jou rnalistin die Frage stellte: „Was, wenn das Kind dem wahren Vater gleicht?“. Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK), Postfach, 4011 Basel 2. Die Gegendarstellung sei an gleicher Stelle und in gleicher Weise wie der Artikel „Hannah, wir helfen Ihnen“ vom 29. August 2013 zu veröffentlichen. 3. Es seien die o/e-Kosten des erstinstanzlichen sowie des v orliegenden Verfahrens den Berufungsbeklagten aufzuerlegen. 4. Eventualiter sei der Kostenentscheid des erstinstanzlich en Verfahrens aufzuheben und die o/e-Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO angemessen auf die Parteien zu verteilen, wobei von einem mindestens hälftigen Obsiegen der Berufungsklägerin auszugehen sei. 5. Unter o/e-Kostenfolge.“ Auf die Ausführungen in der Berufung wird, soweit er forderlich, in den Erwägungen einge- gangen. Die Gesuchsbeklagten haben ihrerseits gegen den gutgehe issenen Teil der Gegendarstel- lung Berufung erklärt, welche im Verfahren Nr. 400 14 33 behandelt wird. C. Die Berufungsbeklagten beantragten in ihrer Berufung santwort vom 10. März 2014 die Berufung sei abzuweisen, der erstinstanzliche Entscheid betr effend Kosten und Entschädi- gungen sei zu bestätigen, der Berufungsklägerin seien sä mtliche zweitinstanzlichen Kosten aufzuerlegen und es sei den Berufungsbeklagten für das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Prozessentschädigung (einschliesslich MWST) zuzu sprechen. Auf die Aus- führungen in der Berufungsantwort wird, soweit erford erlich, ebenfalls in den Erwägungen eingegangen. D. Die Berufungsklägerin reichte mit Eingabe vom 21. März 2014 eine Stellungnahme zu der Berufungsantwort ein, zu welcher die Berufungsbekla gten mit Eingabe vom 26. März 2014 ihrerseits wiederum eine Stellungnahme vorbrachte n. Auf die Ausführungen in diesen Eingaben wird ebenfalls in den Erwägungen, soweit erforderlich, eingegangen. E. Mit Verfügung vom 13. März 2014 schloss die Präsidentin d es Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel und ordnete den Entscheid aufgrund der Akten an. Erwägungen 1. Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sind gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO mit Berufung anfechtbar. Angefochten ist ein erstinstanzl icher Endentscheid in einer nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit, so dass die Berufung das zulässige Rechtsmittel ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Für Ansprüche aus Gegendarstellungen ist das summarische Verfahren anwendbar (Art. 249 lit. a Ziff. 1 ZPO). Die Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 i.V.m. mit Art. 314 Abs. 1 ZPO innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entsch eids beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schrift lich und begründet einzureichen. Der begründete vorinstanzliche Entscheid wurde der Beruf ungsklägerin bzw. deren Rechts- vertreter am 31. Januar 2014 zugestellt. Die Berufungsfrist von zehn Tagen endete somit am 10. Februar 2014 und ist eingehalten. Da auch die übr igen Formalien erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. Zuständig für die Beurteilung der Berufung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts. 2. Gemäss Art. 317 ZPO können im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismit- tel nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vo rgebracht werden konnten (lit. b). Die Berufungsbeklagten reichten mit ihrer Berufungsant wort neue Vorbringen und Beilagen hinsichtlich der ZEWO-Zertifizierung der SHMK ein. Ob es sich dabei um zulässige Noven im Sinne von Art. 317 ZPO handelt, braucht nicht beantwor tet zu werden, da die ZEWO- Zertifizierung für den vorliegenden Fall ohnehin nicht von Bedeutung ist (siehe Erwägung Ziffer 5.4 dieses Entscheids). 3. Streitig ist im vorliegenden Fall die von der Berufu ngsklägerin beantragte Gegendar- stellung zum publizierten Artikel „Hannah, wir helfen Ihnen – Wie Abtreibungsgegner a rbei- ten. Ein Selbstversuch“ . Wer durch Tatsachendarstellungen in periodisch erscheinen den Medien in seiner Persönlichkeit unmittelbar betroffen ist, hat Anspruch auf Gegendarstellung (Art. 28g Abs. 1 ZGB). Dass der im Streit liegende Ar tikel in periodisch erscheinenden Medi- en publiziert wurde, ist nicht umstritten, so dass auf d iese Voraussetzung nicht weiter einzu- gehen ist. Der Anspruch auf Gegendarstellungen besteht nur hinsichtlich Tatsachenbehaup- tungen. Als Tatsache gilt, was bewiesen werden kann ode r könnte und einer objektiven Feststellung zugänglich ist. Es geht um Aussagen, welche konkrete, der Vergangenheit oder Gegenwart angehörende Geschehnisse oder Zustände der A ussenwelt oder des menschli- chen Seelenlebens betreffen und am Wahrheitsstab messba r sind. Werturteile, die blosse Ansichten einer Person über eine andere Person oder über eine bestimmte Sachlage vermit- teln, wie auch Meinungsäusserungen, Bewertungen, Vermu tungen, Schlussfolgerungen und künftige Entwicklungen sind nicht gegendarstellungsfähi g. Die Abgrenzung kann allerdings Schwierigkeiten bereiten. Eine persönliche Betroffenh eit im Sinne von Art. 28g Abs. 1 ZBG liegt vor, wenn die in Frage stehende Tatsachendarstell ung in der Öffentlichkeit ein ungüns- tiges Bild der angesprochenen natürlichen oder juristischen Person entstehen und ihr berufli- ches oder soziales Ansehen beeinträchtigt erscheinen lässt. Die Persönlichkeit muss nicht notwendigerweise verletzt sein. Die Betroffenheit muss ab er den Bereich der Persönlichkeit erfassen. Die Tatsachenbehauptung muss einen „nachteilig en Anschein“ erwecken; in der Regel geht es um die Ehre. Massgebend ist dabei das Empfinden eines Durchschnittslesers. Nach dem Gesetzeswortlaut muss die Betroffenheit „unmittelbar“ sein. Dies trifft zu, wenn die Tatsachendarstellung direkt den Persönlichkeitsbereich ei ner bestimmten, individualisierba- ren Person anspricht (BGE 114 II 388, E. 2; M ATTHIAS SCHWAIBOLD , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 4. Aufl., B asel 2010, Art. 28g N 2 ff.; R EGINA E. AEBI -MÜLLER , in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Pri- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vatrecht, Personen- und Familienrecht inkl. Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, N 2 f. zu Art. 28g-l ZGB). Betreffend Form und Inhalt ist der Text der Gegendarstellung in knapper Form auf den Gegenstand d er beanstandeten Darstellung zu beschränken (Art. 28h Abs. 1 ZGB). Die Gegendarstellung kann verweigert werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder gegen das Recht ode r die guten Sitten verstösst (Art. 28h Abs. 2 ZGB). Der entsprechende Nachweis, dass die Tatsa chenbehauptung in der Gegen- darstellung unrichtig ist, obliegt dem Medienunternehm en, welches den vollen Gegenbeweis zu erbringen hat (R EGINA E. AEBI -MÜLLER , a.a.O., N 7 zu Art, 28g-l ZGB; M ATTHIAS SCHWAIBOLD , a.a.O., Art. 28h N 7 f.). 4. Die Berufungsklägerin beantragte mit der Berufung, wi e auch bereits bei der Vor- instanz, die folgende Gegendarstellung: „ Es trifft auch nicht zu, dass die SHMK durch ir- gendwelche Standesregeln oder ein Berufsethos verpflichtet sei, in der professionellen Bera- tung bei Schwangerschaftskonflikt die Ausdrücke „Schwange rschaft“, „Embryo“ oder „Fötus“ anstelle von „Kind“ zu verwenden. Richtig ist vielmehr, dass der Ausdruck „Schwangerschaft“ nur für den Zustand der Frau, nicht aber für das Kind zutreffend ist, und die Bezeichnung „Embryo“ nur bis zur achten Schwangerschaftswoche medizin isch korrekt ist. Im diskutierten Fall befand sich die Frau in der neunten Schwangerschaf tswoche. Ab diesem Zeitpunkt lau- tet der medizinisch korrekte Begriff „Fötus“. Doch keine Frau sagt von sich, sie sei mit einem „Fötus“ schwanger, sondern mit einem „Kind“. Die Krit ik an der SHMK geht auch fehl, weil selbst die kritisierende Journalistin die Frage stellte: „Was, wenn das Kind dem wahren Vater gleicht?“. 4.1 Die Vorinstanz führte hierzu unter Ziffer 4.3 der Entsch eidbegründung aus, die Journa- listin habe die SHMK mit Mail vom 23. August 2013 vorgä ngig über den geplanten Artikel informiert und dieser verschiedene Aussagen unterbreit et, welche im Artikel thematisiert würden. Sie habe der SHMK die Möglichkeit gegeben, vo rab zu diesen Punkten Stellung zu nehmen. Mit Ausnahme der Einleitung hätten die Gesu chsbeklagten die gesamte Stellung- nahme der SHMK gleichzeitig und darstellungsmässig im un mittelbaren Anschluss an den streitbezogenen Artikel veröffentlicht. Damit sei für alle Punkte, über welche die Gesuchsklä- gerin vorinformiert gewesen sei und zu denen sie vorab ha be Stellung nehmen können, kein schützenswertes Interesse an einer Gegendarstellung mehr gegeben. Die Journalistin habe in ihrer E-Mail unter Ziffer 2 der thematisierten Pu nkte geschrieben: „Die Beratungen der SHMK verstossen gegen das Berufsethos einer professionel len Beratung wie sie von öffent- lich finanzierten Beratungsstellen ähnlicher Art vertreten wird. Eine solche Beratung zeichnet sich insbesondere durch ihre Ergebnisoffenheit aus und hat das Ziel, Frauen dabei zu unter- stützen, selbstbestimmt „informierte Entscheidungen“ zu t reffen“. Zu diesem Punkt habe sich die SHMK in der abgedruckten Stellungnahme bereits ge äussert, indem sie schreibe „Unse- re Beratung richtet sich nicht nach den Gepflogenheiten staatlicher Beratungsstellen, son- dern nach dem Leitbild unserer Stiftung“ und „Die „ergebnisoffene“ Beratung der staatlichen Beratungsstellen lehnen wir ab“ . Die Vorinstanz kam zum Schluss, es fehle daher an einem schützenswerten Interesse dieses Teils der Gegendarstellung und diese sei in diesem Punkt abzuweisen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die Berufungsklägerin moniert, die Vorinstanz habe in Erwägung Ziffer 4.3 den Sach- verhalt unrichtig festgestellt oder diesen zumindest unz utreffend gewürdigt. Die Berufungs- klägerin sei in der E-Mail vom 23. August 2013 mit dem Vorwurf konfrontiert worden, dass ihre Beratung gegen das Berufsethos einer professionell en Beratung verstosse, da diese nicht ergebnisoffen sei. Im Zentrum sei die Ergebnisoff enheit gestanden, zu welcher die Be- rufungsklägerin auch Stellung genommen habe. Im E-Mai l sei dagegen die Aussage von D.____, die Berufungsklägerin verletze Standesregeln sowie Berufsethos, indem ihre Berate- rinnen nicht von Embryo und Fötus, sondern von einem Kin d sprechen würden, nicht thema- tisiert worden. Die beiden Vorwürfe seien nicht identi sch, weshalb die Feststellung der Vo- rinstanz, die Berufungsklägerin habe bereits Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt und daher kein schutzwürdiges Interesse an einer Gegendarstellu ng, unzutreffend sei. Die Tat- sachenbehauptung, es gäbe Standesregeln sowie ein Beruf sethos, welche die SHMK ver- letzt habe, indem sie von „Kind“ und nicht von „Fötus“ und „Embryo“ gesprochen habe, sei tatsachenwidrig und geeignet, ein negatives Bild von d er SHMK zu zeichnen. Folgerichtig seien die Voraussetzungen für eine Gegendarstellung erfüllt. 4.3 Die Berufungsbeklagten verwiesen auf die vorinstanzlich en Erwägungen und führten aus, die hierunter verlangte Gegendarstellung erfülle die gesetzlichen Vorschriften nicht, da keine unmittelbare Betroffenheit bestehe, auf weiten Strecken der konkrete Bezug zum be- anstandeten Artikel fehle, die Gegendarstellung offen sichtlich unrichtig und zudem zu lang und weitschweifig sei. Der Verstoss gegen das Berufsetho s sei Hauptthema gewesen und der Stiftungspräsident B.____ habe entgegnet, „Unsere Beratung richtet sich nicht nach den Gepflogenheiten staatlicher Beratungsstellen“. Er habe „carte blanche“ gehabt und habe qualitativ und quantitativ antworten können, was und wie viel er gewollt habe. 4.4 Es stellt sich die Frage, ob die SHMK Anspruch auf die beantragte Gegendarstellung hat, nachdem ihre Stellungnahme bereits publiziert wur de. Die Journalistin hat mit E-Mail vom 23. August 2013 dem Stiftungspräsidenten B.____ be schrieben, welche Punkte sie im Artikel thematisieren werde und zählte diese sodann in acht Ziffern auf. In Ziffer 1 wurde ausgeführt, die SHMK-Beratungen würden nicht unabhä ngig und professionell stattfinden, wie dies auf ihrer Website versprochen werde, sondern einzig darauf abzielen, Frauen dazu zu bringen, auf eine Abtreibung zu verzichten. In Ziffer 2 wurde der SHMK vorgeworfen, ihre Beratung verstosse gegen das Berufsethos einer professione llen Beratung wie sie von öf- fentlich finanzierten Beratungsstellen ähnlicher Art vert reten werde. Eine solche Beratung zeichne sich insbesondere durch ihre Ergebnisoffenheit aus und habe das Ziel, Frauen dabei zu unterstützen, selbstbestimmt „informierte Entscheidun gen“ zu treffen. In den weiteren Zif- fern wurde unter anderem auf die Beratungsmethoden e ingegangen und ausgeführt, die Frauen würden über Abtreibungen in einer Weise aufge klärt, die nicht mit den aktuellen me- dizinethischen Standesregeln vereinbar seien; es würden Methoden beschrieben, die nicht mehr angewandt werden und die Beschreibungen von Abtre ibungen seien drastisch ein- schüchternd und nicht professionell. Auch die Fristenregelungen seien kein Thema; vielmehr würde den Frauen vermittelt, dass Abtreibungen nicht le gal seien, sondern bloss nicht be- straft würden. Die Frauen würden in der Beratung dur ch suggestive Fragen unter emotiona- len Druck gesetzt und zu einer Entscheidung für das Kind gedrängt. Das Behalten des Kin- des werde als einzige Option aufgezeigt. Die Journalisti n gab dem Stiftungspräsidenten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ bis zum 26. August 2013 Zeit zur Stellungnahme. Den Artikel schickte sie ihm nicht vorab zu. Mit E-Mail vom 26. August 2013 sandte der Sti ftungspräsident der Journalistin die Stellungnahme der SHMK zu. Er schrieb darin unter and erem „Unsere Beratung richtet sich nicht nach den Gepflogenheiten staatlicher Beratungsste llen, sondern nach dem Leitbild un- serer Stiftung“ und “Die „ergebnisoffene“ Beratung der staatlichen Beratun gsstellen lehnen wir ab“ . Am 29. August 2013 wurde der streitbezogene Artikel veröffentlicht wie auch unmit- telbar anschliessend die Stellungnahme von B.____ im ge samten Umfang. Mit Schreiben vom 10. September 2013 wandte sich die Berufungsklägerin an die Berufungsbeklagten und forderte sie zur Veröffentlichung der ausformulierten Gegendarstellung auf, was die Beru- fungsbeklagten jedoch ablehnten. Eine Gegendarstellung soll dem Betroffenen ermögliche n, einer Tatsachendarstellung, die ihn in seiner Persönlichkeit berührt, eine eigene Versi on entgegenzustellen, dies im Sinne einer Art „Waffengleichheit“. Das Ziel der Gegendarste llung, nämlich im Bereich der öffentli- chen Medien in einem gewissen Umfang gleich lange Spiesse zu schaffen, ist erreicht, wenn die Gegendarstellung publiziert wurde und damit an das gleiche Publikum gelangt ist wie der ursprüngliche Artikel (BGE 137 III 433, E. 4.3.1). Im Artikel wurde Folgendes ausgeführt: „In den Beratungen, wie sie D.____ kennt, wird von „Schwangerschaft“ gesprochen, allenfalls von „Embryo“ oder „Fötus“. Zur Beschreibung ei- nes Abbruchs verwende man „korrekte und wertfreie“ Beze ichnungen. Die SHMK-Beraterin verwendet keines der Wörter, die den Standesregeln ent sprechen würden und die verwen- det, wer nicht gegen das Berufsethos verstossen will. Bei der SHMK spricht man vom ersten Tag vom Kind“ . In diesem Abschnitt wird ausgeführt, welche Begriffe in den Beratungen, wie sie D.____ kennt, verwendet werden. Diesbezüglich ist au f einen weiteren, vorgängigen Ab- schnitt im streitbezogenen Artikel auf S. 12 in der erste n Spalte, unten, einzugehen, welcher lautet: „Was würde Hannah erwarten, wenn sie nicht bei der SHMK Hilfe suchen würde, son- dern bei einer staatlich anerkannten Beratungsstelle? „ Unser oberstes Prinzip ist die Ergeb- nisoffenheit der Beratung. Wir informieren neutral, unterstützen Frauen und Paare in ihrer Entscheidungsfindung, zeigen verschiedene Lösungsmöglichkeiten auf und weisen auf Risi- ken hin“, sagt D.____ von Sexuelle Gesundheit Schweiz, der Dachorganisation dieser Bera- tungsstellen.“ Aus dem Gesamtkontext ergibt sich, dass die Beratung de r SHMK mit den Beratungen der staatlich anerkannten Beratungsstellen, für welche D.____ arbeitet, vergli- chen wird. Es wird dargestellt, nach welchen Regeln di e Beratungen der staatlich anerkann- ten Beratungsstellen durchgeführt werden. Dabei wird insbesondere auf die Ergebnisoffen- heit hingewiesen und auf die Verwendung der Begriffe . Ob es allgemeine Regeln und ein Berufsethos für die Beratungen hinsichtlich Schwangerscha ftsabbrüche gibt, wird von keiner Partei ausgeführt und ist auch nicht (gerichts-)notorisch . Das spielt vorliegend jedoch inso- fern keine Rolle, als dem Durchschnittsleser im Gesamtkont ext klar ist, dass es um den Ver- gleich mit den Beratungen der staatlich anerkannten Be ratungsstellen geht sowie deren Standesregeln und Berufsethos. Mit dem Vorwurf, die SHMK verstosse mit ihren Beratungen gegen das Berufsethos einer professionellen Beratung wie sie von öffentlichen Beratungs- stellen ähnlicher Art vertreten werde, wurde die SHMK bereits im Mail vom 23. August 2013, Ziffer 2, konfrontiert und ihr die Möglichkeit zur Ste llungnahme gewährt. B.____ führte in der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht publizierten Stellungnahme aus, dass sich die Beratungen der SHMK nicht nach den Gepflo- genheiten staatlicher Beratungsstellen richten, sondern nach dem eigenen Leitbild. Damit ist die Sicht der SHMK bezüglich des Vergleichs mit den Ber atungsregeln der staatlich aner- kannten Beratungsstellen und dem in diesem Zusammenha ng erwähnten Berufsethos durch die publizierte Stellungnahme bereits veröffentlicht u nd eine weitere Gegendarstellung dies- bezüglich hinfällig. Überdies bringt die SHMK nicht vo r, dass sie die Begriffe „Embryo“ und „Fötus“ verwende, sondern sie rechtfertigt, weshalb es in der im Artikel beschriebenen Bera- tung angebrachter gewesen sei, vom Kind zu sprechen. E s handelt sich dabei um eine Mei- nungsäusserung, welche nicht gegendarstellungsfähig ist, da Meinungen nicht Inhalt einer Gegendarstellung bilden können, sondern nur „Tatsachen gegen Tatsachen“ (S CHWAIBOLD , a.a.O., Art. 28h N 3). Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Journalistin im E-Mail ausführte, eine professionelle Beratung zeichne sich insbesondere du rch die Ergebnisoffenheit aus. Durch die Verwendung des Wortes „insbesondere“ wird d eutlich, dass es sich um keine ab- schliessende Nennung von Regeln einer professionellen Ber atung handelt. Der SHMK wäre es offen gestanden, auf weitere Regeln einzugehen bzw. ihr eigenes Leitbild näher zu erör- tern. Die Berufungsinstanz gelangt aufgrund dieser Er wägungen zum Schluss, dass es der SHMK, nachdem ihre Stellungnahme veröffentlicht worden ist, an einem schutzwürdigen Interesse an der Gegendarstellung für den Absatz hinsicht lich Standesregeln, Berufsethos und Verwendung der Begriffe fehlt. 5. Die Berufungsklägerin beantragte in der Berufung, wie schon bei der Vorinstanz, im Weiteren folgende Gegendarstellung: „ Nicht richtig ist, dass hinter der SHMK ein Verein steht (Verein C.____), bzw. die Stiftung zu diesem V erein gehöre. Richtig ist, dass die Stif- tung von jeder anderen Organisation unabhängig ist“. 5.1 Die Vorinstanz führte unter Erwägung 4.5.1 aus, mit di eser Gegendarstellung beziehe sich die Berufungsklägerin auf die Passage des streitbezogen en Artikels, in welcher zu- nächst die Fragen, welche im Artikel beantwortet werde n sollen, aufgeführt würden: „Ich will wissen, wie eine Beratung der SHMK abläuft. Ob sie pro fessionell, unabhängig und kompe- tent ist, wie dies versprochen wird.“ Anschliessend würden mehrere Thesen als indirekte rhetorische Fragen in den Raum gestellt: „Oder ob die politische Mission des Vereins C.____, der hinter der SHMK steht und der gegen jede Form der Abtreibung kämpft, bis ins Beratungszimmer reicht. Ich tue dies, weil die Öffentl ichkeit ein Recht hat, zu wissen, mit wem die Spitäler in Olten, Einsiedeln, Davos und bald auch in Bellinzona kooperieren, wenn sie sich von der SHMK Babyfenster finanzieren und unterh alten lassen“. Die Vorinstanz er- wog unter Ziffer 4.5.2 betreffend dieses Teils der Geg endarstellung, der Charakter der als indirekte Frage formulierten These als gegendarstellung sfähige Tatsachenbehauptung sei nicht bestritten. Indem die Gesuchsklägerin auf ihrer W ebsite selber angebe, sie sei vom Verein C.____ gegründet worden, müsse die Tatsachenbe hauptung, dass hinter der Ge- suchsklägerin der Verein C.____ stehe, als richtig betracht et werden, weshalb das Gesuch diesbezüglich abzuweisen sei. 5.2 Die Berufungsklägerin moniert diese Annahme der Vorin stanz. Sie führte in der Beru- fung aus, es werde nicht bestritten, dass die SHMK vom Ver ein C.____ errichtet worden sei. Die Journalistin habe der Leserschaft jedoch nicht mitt eilen wollen, wer die SHMK errichtet Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe. Mit ihrer Tatsachenbehauptung, der Verein C._ ___ stehe hinter der SHMK, hätten die Berufungsbeklagten vielmehr das Bild gezeichnet, die Be rufungsklägerin sei ein integrieren- der Bestandteil des Vereins C.____ und werde von diesem beherrscht, gesteuert und gar vorgeschoben oder benutzt. Es entstehe beim Leser die Assoziation einer Marionette, die für die Zwecke des Vereins C.____ missbraucht werde. Es liege auf der Hand, dass aufgrund der Errichtung der SHMK durch den Verein C.____ keine swegs erwiesen sein könne, dass der Verein C.____ hinter der SHMK stehe. Die diesbezü gliche Feststellung der Vorinstanz erweise sich demnach als unzutreffend. Die Tatsachenbehauptung sei im Weiteren unrichtig. Die SHMK habe einen klaren Auftrag, der im Statut um schrieben sei und mit den Tätigkeiten verfolgt werde. Politisch engagiere sich die SHMK nicht. Sie sei eine selbständige Rechts- person und rechtlich unabhängig vom Verein C.____. Die Unabhängigkeit ergebe sich auch aus der ZEWO-Zertifizierung, welche voraussetze, dass das Hilfswerk keiner politischen Tä- tigkeit nachgehe. Mit Ausnahme von B.____ sei keines der fünf Stiftungsratsmitglieder im Vorstand des Vereins C.____ aktiv. Die Tatsachenbehauptun g sei geeignet, ein negatives Bild von der Berufungsklägerin zu zeichnen. Sie erwecke den Eindruck, dass die Stiftungstä- tigkeit nicht dem eigentlichen Zweck folge, sondern jen em des Vereins C.____, und unter- stelle der rein karitativ tätigen SHMK implizit politisches Engagement. 5.3 Die Berufungsbeklagten entgegnen, die gesetzlichen Vora ussetzungen für eine Ge- gendarstellung seien auch hier nicht erfüllt. Es fehle an einer unmittelbaren Betroffenheit und überdies sei die verlangte Gegendarstellung offensichtli ch unrichtig. Es sei nicht bestritten, dass der Verein C.____ die juristische Mutter der SHMK sei. Beide Organisationen würden in der Abtreibungsfrage, ihrer einzigen Frage, eine rech tskonservative, christlich- fundamentalistische, nur auf das von ihr so verstandene Wo hl des Kindes ausgerichtete An- schauung vertreten. Der Zweck beider Organisationen sei der Kampf gegen die Abtreibung und auch die Bilder und Videos, mit welchen beide Org anisationen gegen die Abtreibung kämpfen würden, seien auf weiten Strecken die gleiche n. Die Berufungsbeklagten habe nichts anderes getan, als die Beziehung der beiden Organisationen zueinander wahrheitsge- treu zu thematisieren. Dazu gehöre auch der unbestritte ne Hinweis auf die personelle Ver- flechtung; B.____ präsidiere beide Organisationen. Di e subjektive Wahrnehmung der Beru- fungsklägerin sei abwegig und entspreche nicht dem, was d er Durchschnittsleser objektiv betrachtet verstehe. Es stehe im Artikel nicht, die SHMK gehöre dem Verein C.____ oder dass die Stiftung vom Verein abhängig sei, so dass eine Gegendarstellung nicht zulässig sei. Dass die beiden Organisationen juristisch unabhängig sei en, werde nicht bestritten. Die ZEWO-Zertifizierung, weswegen die Berufungsbeklagte vers uche, sich politisch vom Verein C.____ abzugrenzen, stehe auf dem Spiel. 5.4 Im streitbezogenen Artikel befindet sich folgende Passa ge: „ Ich will wissen, wie eine Beratung der SHMK abläuft. Ob sie professionell, unabh ängig und kompetent ist, wie dies versprochen wird. Oder ob die politische Mission des Verei ns C.____, der hinter der SHMK steht und der gegen jede Form der Abtreibung kämpft, bis ins Beratungszimmer reicht “. Ent- gegen den Ausführungen der Berufungsklägerin sieht da s Kantonsgericht in dieser Passage nicht, dass das Bild gezeichnet werde, die Berufungskläger in sei ein integrierender Bestand- teil des Vereins C.____ und sie von diesem beherrscht, g esteuert und gar vorgeschoben oder benutzt werde. Es wird lediglich gesagt, dass der V erein C.____ hinter der SHMK ste- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht he. Dies bedeutet noch lange nicht, dass die SHMK vom Ve rein C.____ gesteuert oder be- herrscht werden muss. Vielmehr wird damit gesagt, dass de r Verein C.____ das Engage- ment der SHMK gutheisst und unterstützt. Die Interpretation der Berufungsklägerin entspricht nicht der Auffassung des Durchschnittslesers. Die zitierte Passage bzw. die Aussage, dass der Verein C.____ hinter der SHMK stehe, vermag die Berufungsklägerin beim Durch- schnittsleser nicht in ein ungünstiges Licht zu rücken, so dass es bereits an der persönlichen Betroffenheit mangelt. Das Kantonsgericht schliesst sich üb erdies der Auffassung der Vo- rinstanz an, dass die Tatsachenbehauptung, der Verein C._ ___ stehe hinter der Gesuchs- klägerin, als richtig betrachtet werden muss. Die SHMK wurde vom Verein C.____ gegrün- det, was unbestritten ist. Dies zeigt, dass der Verein h inter der Stiftung steht. Auf der Websi- te der SHMK ist ein Link auf den Verein C.____ und au f der Website des Vereins C.____ wiederum befindet sich ein Link auf die SHMK. Dies zeigt , dass der Verein auch heute noch, Jahre nach der Gründung, hinter der Stiftung steht, an sonsten wohl kein Link auf die jeweils andere Website hinweisen würde. Weiter besteht eine p ersonelle Verflechtung insofern, als B.____ sowohl Präsident der SHMK wie auch des Vereins C.____ ist. Die Tatsachenbehaup- tung, dass der Verein C.____ hinter der SHMK steht, ist daher als richtig zu betrachten und die diesbezügliche Gegendarstellung auch aus diesem Grun d, nebst der fehlenden persönli- chen Betroffenheit, abzuweisen. Dass die SHMK juristisch unabhängig ist, schliesst nicht aus, dass der Verein C.____ hinter ihr stehen kann, so dass dieses Argument nicht hilfreich ist. Soweit die Parteien in ihren Ausführungen Bezug auf allfällige politische Verflechtungen und Absichten nehmen, ist darauf nicht einzugehen, wei l die von der Vorinstanz bewilligte und angeordnete Gegendarstellung, wonach die SHMK kei ner politischen Tätigkeit nachge- he, nicht Gegenstand dieser Berufung ist. Die Gesuchsbekla gten haben diesbezüglich eine eigene Berufung eingereicht, welche im Verfahren Nr. 400 14 33 behandelt wird. Auch die ins Feld geführte ZEWO-Zertifizierung ist für die Bea ntwortung der Frage, ob der Verein C.____ hinter der SHMK stehe, nicht von Bedeutung. 6. Die weiteren von der Vorinstanz vorgenommenen Kürzunge n des Gegendarstellungs- texts werden von der Berufungsklägerin formell nicht bea nstandet und sind nicht Gegen- stand der Rechtsbegehren. Auf die diesbezüglich dennoch erfolgten Ausführungen der Beru- fungsklägerin ist daher nicht weiter einzugehen. 7. Entsprechend diesen Ausführungen ist die vorliegende B erufung abzuweisen. Betref- fend der vorinstanzlichen Kostenverteilung ist zu berücksich tigen, dass die Berufung der Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG und der Zeit O nline GmbH im Verfahren Nr. 400 14 33 gutgeheissen wurde und die Ziffer 1 des Entscheid s des Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim vom 9. Januar 2014 im genannten Berufungsverf ahren aufgehoben wurde. Ent- sprechend dem Ausgang des vorliegenden Berufungsverfahren sowie des Berufungsverfah- rens Nr. 400 14 33 resultiert die vollumfängliche Abwe isung des Gesuchs um Gegendarstel- lung. Die Vorinstanz hat mit Entscheid vom 9. Januar 201 4, Ziffer 2, die Gerichtskosten der Gesuchsklägerin auferlegt und die Gesuchsklägerin überdies verpflichtet, den Gesuchsbe- klagten eine Parteientschädigung zu bezahlen. Dieser vor instanzliche Kostenentscheid ent- spricht nunmehr dem Ausgang des Verfahrens und ist daher nicht zu ändern. Der Eventu- alantrag der Berufungsklägerin hinsichtlich der vorinstan zlichen Kostenverteilung – welcher auf der teilweisen Gutheissung des vorinstanzlichen Entsch eids basiert – ist angesichts der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht vollumfänglichen Abweisung des Gesuchs hinfällig. Dies gi lt umso mehr, als die Berufungs- klägerin lediglich die Verteilung der Kosten monierte, nicht jedoch die vorinstanzlich festge- legte Höhe der Gerichtskosten und der Parteientschädigun g, so dass auch auf die Höhe nicht einzugehen ist. 8. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Berufungsverfa hrens zu entscheiden. Die Entscheidgebühr wird in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V . mit § 8 Abs. 1 lit. g der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170.31) auf CHF 1‘000.00 fest- gesetzt und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens de r Berufungsklägerin auferlegt. Die Berufungsklägerin hat den Berufungsbeklagten für da s Berufungsverfahren ebenfalls eine Parteientschädigung zu entrichten. Nachdem der Rech tsvertreter der Berufungsbeklag- ten für das Berufungsverfahren keine Honorarnote einge reicht hat, ist die Parteientschädi- gung in Anwendung von § 18 Abs. 1 TO vom Gericht von Am tes wegen festzusetzen. Ge- mäss § 2 Abs. 1 TO berechnet sich das Honorar in Prozessen mit unbestimmtem Streitwert nach dem Zeitaufwand. Angesichts des Umfangs der Beru fungsantwort von rund 4,5 Seiten und der Eingabe vom 26. März 2014 sowie in der Annahm e, dass noch eine Parteibespre- chung erforderlich war, wird ein Aufwand von 6 Stunden als angemessen betrachtet. Der Stundenansatz von CHF 250.00 ist angebracht; bereits di e Vorinstanz hat zu diesem Ansatz berechnet, was von keiner Partei moniert wurde. Die Auslagen werden auf CHF 50.00 ge- schätzt. Da die Berufungsbeklagten ihren Sitz im Ausland h aben, ist bei der Parteientschädi- gung kein Zusatz für die Mehrwertsteuer zu berücksichtigen . Somit resultiert eine Parteient- schädigung von CHF 1‘550.00 inkl. Auslagen von CHF 50.00. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Die Berufung wird abgewiesen. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zu ergä nzen, dass die Be- rufung der Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG und der Zeit Onli- ne GmbH im Verfahren Nr. 400 14 33 gutgeheissen wurde und die Zif- fer 1 des Entscheids des Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim vom 9. Januar 2014 aufgehoben und durch folgenden Entsche id ersetzt wur- de: "1. Das Gesuch wird abgewiesen.“ II. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren von CHF 1‘000.00 wird der Berufungsklägerin auferlegt. Die Berufungsklägerin hat den Berufungsbeklagten für da s vorliegende Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von CHF 1‘5 50.00 (inkl. Auslagen von CHF 50.00) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiberin Karin Arber Die Klägerin/Berufungsklägerin hat gegen diesen Entscheid Beschwerde an das Schweizeri- sche Bundesgericht (Verfahrensnummer 5A_474/2014) erhoben.