B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3240/2011 U r t e i l v o m 2 8 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richter Markus König, Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), Beschwerdeführende, und deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. Mai 2011 / N (…). E-3240/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin, eine (…) aus F._______, verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge zusammen mit ihren beiden älteren Kindern am (…) auf dem Luftweg . Sie gelangte am gleichen Tag – im Besitz ihres Reisepasses und eines Besuchervisums – über den Flughafen Zürich in die Schweiz, wo sie am 5. März 2008 für sich und die Kinder um Asyl nachsuchte. Nach der Kurzbefragung vom 20. März 2008 im G._______ und der am 28. März 2008 erfolgten Zuweisung an H._______ wurde die Beschwerdeführerin am 5. Mai 2008 in (…) zu ihren Asylgründen ang e- hört. Zur Begründung ihres Gesuches führte sie an, sie könne nicht wie u r- sprünglich geplant zurückreisen, weil Nachbarn ihr erzählt hätten, dass am (...) in der Nacht unbekannte, in Zivil gekleidete Personen ihren in F._______ zurückgebliebenen Ehemann festgenommen, gefesselt und mit verbundenen Augen in einem weissen Fahrzeug abtransportiert hä t- ten. Sie hätten ihm vorgeworfen, einen jungen Tamilen in seinem (...) be- schäftigt und bei sich zu Hause beherbergt zu haben , der verdächtigt werde, Aktivist der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) zu sein und an einem Bombenanschlag vom (...) im Bahnhof von F._______ mitgewirkt zu haben. Des Weiteren hätten sie auch ihn der LTTE -Mitgliedschaft be- zichtigt und ihm vorgeworfen, dass er seine Familie ins Ausland geschickt habe. Vor seinem Abtransport hätten sie das ganze Haus durchsucht und Kleider des jungen Mannes mitgenommen . Sie und ihr Mann hätten die- sen jungen Mann, der jedes Wochenende frei gehabt habe und jeweils mit unbekanntem Ziel weggegangen sei, bei sich aufgen ommen und ord- nungsgemäss bei der Polizei gemeldet. Er habe den (...) geführt, was ihr ermöglicht habe, zusammen mit den beiden Kindern (...) in der Schweiz zu besuchen. Am (...) sei der junge Mann weggegangen und nicht mehr zurückgekommen. Die Polizei habe den Nachbarn, die sich nach dem Verbleib ihres Ehemannes erkundigt hätten, gesagt, sie hätten diesen nicht festgenommen. Für die weiteren Aussagen wird auf die Akten und die nach stehenden Er- wägungen verwiesen. A.b Der Beschwerdeführer, ebenfalls ein (…) aus F._______, verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am (…) auf dem Luftweg und gelangte über (…) am 17. (...) in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nac h- suchte. Am 19. (...) wurde er im G._______ summarisch zu seiner Pe r-E-3240/2011 Seite 3 son, zu seinen Gesuchsgründen und zum Reiseweg befragt und daselbst am 13. Juli 2009 zu seinen Asylgründen angehört. Am 15. Juli 2009 e r- folgte seine Zuweisung an H._______. Zur Begründung seines Gesuches führte er an, sein Angestellter (...), der in einem seiner (...) in F._______ gearbeitet und bei ihm zu Hause g e- wohnt habe, sei seit dem (...) verschwunden, vermutlich sei er vom CID (Criminal Investigation Department) verdächtigt worden, die LTTE fina n- ziell zu unterstützen. Am (...) sei er (Beschwerdeführer) um ungefähr (...) von Männern in Zivil, von denen er annehme, dass es sich um Mitarbeiter des CID gehandelt habe, bei einem seiner (...) festgenommen und mit ei- nem Auto in ein Haus an eine n ihm unbekannten Ort verbracht worden . Dort habe man ihn in einen kleinen Raum gesperrt und immer wieder aufgefordert, den Aufenthaltsort von (...) bekanntzugeben. Dabei sei er regelmässig geschlagen und misshandelt worden. Er sei auch wiederholt geohrfeigt worden, weil (…) habe. Am (…) sei e r mit der Auflage , in F._______ zu bleiben und sich zur Verfügung zu halten, nicht weit von ei- nem seiner (…) freigelassen worden. Dabei habe man ihm , nachdem er den Männern erklärt habe, keinen Reisepass zu besitzen, seine Ident i- tätskarte abgenommen. Aus A ngst vor einer weiteren Festnahme sei er mit Hilfe (…) und eines (…) Schleppers, der seinen echten Reisepass zu- rückbehalten habe, unter Vorweisung eines auf einen anderen Namen lautenden Reisepasses über (…) ausgereist. Für die weiteren Aussagen wird auf die Akten und die nachstehenden Er- wägungen verwiesen. B. Am (…) brachte die Beschwerdeführerin E._______ zur Welt. C. Mit Verfügung vom 5. Mai 2011 stellte das BFM fest, die Beschwerdefüh- renden und ihre Kinder erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte deren Asylgesuche vom 5. März 2008 (Beschwerdeführerin) und vom 17. (...) (Beschwerdeführer) ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt an, zwar tauchten angesichts der Ungereimtheiten in den Vorbringen der Beschwerdeführenden erhebliche Zweifel an deren Wahrheitsgehalt auf. Da ihre Aussagen jedoch offen- sichtlich den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu en t-E-3240/2011 Seite 4 sprechen vermöchten, könne darauf verzichtet werden, diese auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu prüfen. Die Situation in Sri Lanka stelle sich heute ganz anders dar als zum Zeitpunkt der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungshandlungen: Der Krieg zwischen der sri -lankisch- en Regierung und den separatistischen LTTE sei im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende gegangen. Seither befinde sich das ganze Land wi e- der unter der Kontrolle der Regierung und es sei zu keinen terroristischen Aktivitäten der LTTE mehr gekommen. Die Sicherh eits- und Menschen- rechtslage sei zwar noch nicht in allen Teilen des Landes zufriedenste l- lend, aber die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entführungen, Ve r- schleppungen und Tötungen sei erheblich zurückgegangen. Der B e- schwerdeführer sei denn auch seinen Aussagen zufolge bezeichnender- weise im (...) freigelassen worden. Die sri -lankischen Behörden würden Übergriffe von kriminellen Einzeltätern auf die Zivilbevölkerung ahnden. Bei seiner Aussage anlässlich der Kurzbefragung, er sei wohl von Mita r- beitern des CID festgenommen und festgehalten worden, handle es sich um eine blosse Vermutung. Selbst wenn dem so wäre, könne davon au s- gegangen werden, dass die sri -lankischen Behörden zum Zeitpunkt se i- ner Entlassung keine ernsthaften Verdachtsmomente mehr gehegt hä t- ten, weil sonst mit Sicherheit ein Verfahren gegen ihn eingeleitet und er weiterhin festgehalten worden wäre. Vor diesem Hintergrund und in B e- rücksichtigung seines apolitischen Profils seien seine Vorbringen nicht geeignet, eine objektiv begründete Furcht vor z ukünftiger asylrelevanter Verfolgung darzutun. Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuchs sei in der Regel die Wegwei- sung aus der Schweiz und deren Vollzug vorliegend zulässig, zumutbar und möglich. D. Mit Rechtsmitteleingabe vom 6. Juni 2011 beantragten die Beschwerde- führenden durch ihren Rechtsvertreter in materieller Hinsicht die Aufh e- bung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an das BFM zur Neubeurteilung wegen Verletzung formellen Rechts, eve n- tualiter zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung, eventualiter unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Feststellung der Flüchtlingseigenschaft die Gewährung von Asyl, eventualiter unter Aufhebung der Dispositivziffern 3 und 4 der angefochtenen Verfügung die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. E-3240/2011 Seite 5 Des Weiteren beantragten sie, es sei ihnen vollständige Einsicht in die gesamten Asyl- und Vollzugsakten, insbesondere in den von der Vori n- stanz in der angefochtenen Ver fügung zitierten Dienstreisebericht vom Herbst 2010, und in allfällige weitere Lageanalysen (COI [Country Infor- mation]) des Bundesamtes zu Sri Lanka zu gewähren. In prozessualer Hinsicht beantragten sie, es sei dem unterzeichneten Anwalt vor der Gutheissung der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde ei- ne angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote und zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen, und es sei ihm mit- zuteilen, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welche Bundesverwa l- tungsrichterin und welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschre i- berin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren betraut seien und wel- che Richter an einem Entscheid mitwirk ten. Zudem sei Ihnen eine ange- messene Frist zur Einreichung spezialärztlicher Gutachten betreffend den Beschwerdeführer anzusetzen. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten sie diverse Dokumente (gemäss Beilagenverzeichnis auf S. 26 der Beschwerdeschrift) zu den Akten. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Dok u- mente wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. E. Mit Zwischenverfügung vom 16. Juni 2011 stellte der Instruktionsrichter fest, die Beschwerdeführenden und ihre Kinder dürften den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wies er die Anträge auf Ansetzen einer angemessenen Frist zur Einreichung spezialärztlicher Gutachten betreffend den Beschwerdeführer und auf Bekanntgabe des Spruchgremiums ab, verlegte den Entscheid über die weiteren Verfa h- rensanträge gegebenenfalls auf einem spä teren Zeitpunkt und forderte sie unter Androhung des Nichteintretens (auf die Beschwerde) auf, bis zum 1. Juli 2011 entweder einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu Guns- ten der Gerichtskasse einzuzahlen oder eine Fürsorgebestätigung einz u- reichen. F. F.a Mit Eingabe vom 1. Juli 2011 liessen die Beschwerdeführenden unter Ver- weis auf eine gleichzeitig eingereichte Bestätigung des (…) vom 23. Juni 20011 betreffend Unterstützungsbedürftigkeit beantragen, sie seien von E-3240/2011 Seite 6 der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien, e ventualiter sei auf die Erhebung des Kostenvorschusses zu verzichten. Gleichzeitig erneuerten sie mit entsprechender Begründung ihre Begehren, es sei das Spruc h- gremium bekanntzugeben und eine angemessene Frist zur Einreichung spezialärztlicher Gutachten be treffend den Beschwerdeführer anzuse t- zen. F.b Mit Verfügung vom 15. Juli 2011 verzichtete der Instruktionsrichter an- tragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, hiess den A n- trag auf Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten gut und wies die ern eut gestellten Begehren, es sei wiedererwägungsweise das Spruchgremium bekanntzugeben und eine angemessene Frist zur Einre i- chung spezialärztlicher Gutachten betreffend den Beschwerdeführer a n- zusetzen, ab. G. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2011 ergänzte der Rechtsvertreter unter Verweis auf das zwischenzeitlich ergangene Länderurteil des Bundesver - waltungsgerichts E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 ( BVGE 2011/24) seine vorgängig gemachten Ausführungen und reichte n ebst seiner Ko s- tennote gleichen Datums diverse Dokumente (gemäss Beilagenverzeich- nis auf S. 13 der Rechtsschrift) zu den Akten. H. Am 3. April 2012 teilte der Instruktionsrichter den Beschwerdeführenden mit, der Bericht "Sri Lanka. Erkenntnisse der Dienstreise 5. bis 17. Se p- tember 2010" vom 22. Dezember 2011 und die Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 23. Januar 2012 im Verfahren D-3747/2011 würden zu den Akten genommen. Des Weiteren räumte er den Beschwerdefü h- renden die Gelegenheit ein, bis zum 1 8. April 2012 eine allfällige Ergä n- zung zu den Akten zu reichen. Die Beschwerdeführenden liessen ihre ergänzende Stellungnahme samt Beilagen (gemäss Beilagenverzeichnis auf S. 10 der Stellungnahme) am 18. April 2012 zu den Akten reichen. I. Mit Eingabe vom 18. Mai 2012 reichte der Rechtsvertreter unter Verweis auf bereits in der ergänzenden Stellungnahme vom 18. April 2012 g e- machte Ausführungen diverse Dokumente (gemäss Beilagenverzeichnis E-3240/2011 Seite 7 auf S. 4 der Eingabe) zu den Vermögensverhältnissen seiner Mandanten und derjenigen der (…) ein. J. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 3. Oktober 2012 die Abweisung der Beschwerde. J.a Zur Begründung führte es an, die Behauptung in der Beschwerd e- schrift, wonach die Vorbringen zu keinem Zeitpunkt in Zweifel gez ogen und zudem nicht auf deren Asylrelevanz geprüft worden seien, entspr e- che nicht den Tatsachen. In der angefochtenen Verfügung seien die ge l- tend gemachten Gesuchsgründe sehr wohl auf ihre Flüchtlingsrelevanz untersucht worden und zudem sei ausgeführt wor den, angesichts der Ungereimtheiten in den Aussagen bestünden erhebliche Zweifel an deren Wahrheitsgehalt; aufgrund der offensichtlich fehlenden Asylrelevanz kö n- ne jedoch (aus prozessökonomischen Gründen) darauf verzichtet we r- den, diese einer Glaubhaftigkeitsprüfung zu unterziehen. Die Vorbringen hielten einer vertieften Glaubhaftigkeitsprüfung nicht stand. So seien beispielsweise bereits die Aussagen der Beschwerdefü h- renden zu grundsätzlichen Fragen betr effend ihren Angestellten, der die Ursache für die ge ltend gemachte Verfolgung gewesen sein soll, wide r- sprüchlich ausgefallen. Der Beschwerdeführer habe angeführt, dieser ha- be ungefähr ein Jahr in seinem (...) gearbeitet, die Beschwerdeführerin hingegen habe dessen Beschäftigungsdauer mit sechs Monaten beziffert. Des Weiteren habe der Angestellte den Angaben des Beschwerdeführers zufolge allein im (...) gearbeitet, weil dort aus Platzgründen nur eine Pe r- son habe arbeiten können. Im Widerspruch dazu habe die Beschwerd e- führerin ausgesagt, ihr Ehemann und der An gestellte hätten gemeinsam im (...) gearbeitet. Angesichts dieser divergierenden Aussagen müsse be- zweifelt werden, dass ein junger Tamile bei ihnen gewohnt und in einem ihrer (...) gearbeitet habe. Unstimmig seien des Weiteren die Aussagen zur Freizeit des Angestellten, da der Beschwerdeführer diesbezüglich ausgesagt habe, dieser habe jeweils einen Tag pro Woche frei gehabt, wogegen die Beschwerdeführerin vorgebracht habe, der junge Tamile ha- be jedes Wochenende frei gehabt. Nicht zu vereinbaren sei auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihr Ehemann habe dem Angestellten auf dessen Wunsch hin am (...) frei gegeben, worauf dieser nicht mehr zurückgekehrt sei, mit der Aussage des Beschwerdeführers, der Mitarbei- ter sei erst am (...) untergetaucht, nachdem er zuvor noch im Salon gea r-E-3240/2011 Seite 8 beitet habe. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin nur von einem (…) gesprochen habe. J.b Des Weiteren habe der Beschwerdeführer widersprüchliche Angab en zu seiner angeblichen Festnahme gemacht. So sei er gemäss Angaben bei der Kurzbefragung in seinem (...) festgenommen worden, seine (…) Angestellten hätten sich dort aufgehalten, weil das (…) geöffnet gewesen sei. Anlässlich der Anhörung habe er demgegen über ausgesagt, er sei auf dem Weg zur Arbeit vor diesem (...) festgenommen worden, er wisse nicht, ob jemand seine Festnahme gesehen habe, er habe dort niema n- den bemerkt. Er sei gepackt und umgehend in den Bus verfrachtet wo r- den. In seinem (...) hätten sich (…) respektive (…) Personen aufgehalten, er wisse nicht, ob diese etwas gesehen hätten. Zudem habe er im EVZ zu Protokoll gegeben, er sei nach seiner Festnahme an einen unbekannten Ort in ein Haus verbracht und dort eineinhalb Jahre festgehalten worden. Bei der Anhörung habe er indessen ausgesagt, er sei zuerst noch nach Hause gefahren worden, wo die Verfolger sein Haus durchsucht hätten. Sein diesbezüglicher Erklärungsversuch, man habe ihm im EVZ aufg e- tragen, sich kurz z u halten, vermöge angesichts der Länge, der Ausführ- lichkeit und der vielen gestellten Fragen bei der Kurzbefragung nicht zu verfangen. Auch die Aussagen der Beschwerdeführerin zur Festnahme ihres Eh e- mannes seien widersprüchlich ausgefallen. So habe sie bei der Kurzb e- fragung ausgesagt, ihr e Nachbarn hätten bei seiner Mitnahme wissen wollen, weshalb dieser abgeführt werde. Die in Zivil gekleideten Personen hätten ihnen gesagt, ihr Ehemann habe ein LTTE -Mitglied beherbergt. Im Widerspruch dazu habe sie bei der Anhörung zu Protokoll gegeben, diese hätten den Nachbarn mit „Das geht Sie nichts an, halten Sie den Mund!“ geantwortet. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer widersprüchliche Aussagen zu seiner Freilassung gemacht habe, da er im EVZ angeführt habe, er wisse nicht, weshalb er am (...) freigelassen worden sei, bei der Anhörung hi n- gegen behauptet habe, er vermute, er sei auf freien Fuss gesetzt worden, weil er (…). Ferner habe er bei der Anhörung ausgesagt, der (...), in wel- chem sein Angestellter gearbeitet habe, sei geschlossen worden, we l- chen Umstand er bei der Kurzbefragung mit keinem Wort erwähnt, so n- dern lediglich von (…) gesprochen und nichts in dieser Richtung ang e- deutet habe. E-3240/2011 Seite 9 J.c Des Weiteren sei festzustellen, dass die Vorbringen der Beschwerd e- führenden teilweise realitätsfremd seien. Insbesondere sei nicht nachvoll- ziehbar, dass die Beschwerdeführerin und deren Familie sowie der in der Schweiz (…) des Beschwerdeführers nichts unternommen hätten, um e t- was über den Verbleib des verschwundenen Ehemannes in Erfahrung zu bringen. Bekanntlich würden Verwandte von verschwundenen Personen in Sri Lanka in dieser Hinsicht diverse Anstrengungen unternehmen (be i- spielsweise über das CICR [Comité international de la Croix -Rouge], die Human Rights Commission usw.). Es komme der Verdacht auf, dass d er Beschwerdeführer den schweizerischen Asylbehörden aus irgendeinem Grund seinen Reisepass vorenthalte, zumal seine Behauptung, er sei mit einem falschen, auf eine andere Identität lautenden Pass gereist und ha- be das Risiko auf sich genommen, die strengen Kontrollen im Flughafen (…) mit seinem auf seine Personalien lautenden Geburtsschein im Han d- gepäck zu passieren, realitätsfremd sei. Zudem entstehe aufgrund seiner Schilderungen ohne subjektive Prägung nicht der Eindruck, dass er die geltend gemachte Gefa ngenschaft tatsächlich erlebt habe. Seine Auss a- gen erschöpften sich in Allgemeinplätzen, die in dieser Form ohne weit e- res von jeder beliebigen Person nacherzählt werden könnten. J.d Im Übrigen sei augenfällig, dass der Beschwerdeführer seine Asy l- vorbringen im Verlaufe des Verfahrens aufgebauscht und er versucht ha- be, diese asylrechtlich anzupassen. Beispielsweise habe er im EVZ z u- nächst ausgesagt, die Verfolger hätten ihm keinen auf seine Person g e- münzten Vorwurf gemacht, sie hätten ihn lediglich aufgefordert, ihnen seinen Angestellten zu übergeben. Bei der Anhörung habe er indessen behauptet, sie hätten ihm vorgeworfen, um die (…) und die (…) seines Angestellten an die LTTE gewusst zu haben , was er bestritten habe. Die Entführer hätten ihm nicht g eglaubt und behauptet, er lüge. Auf B e- schwerdeebene würden die Ereignisse noch dramatischer dargestellt, in- dem behauptet werde, der Angestellte habe seine erheblichen (…) über den (...) der Beschwerdeführenden und die entsprechenden Telefonate über deren T elefonanschluss abgewickelt. Der Beschwerdeführer sei festgehalten worden, weil er verdächtigt worden sei, in die Terrorfinanzi e- rung der LTTE involviert zu sein. Er sei sicher, dass er in den Augen der sri-lankischen Behörden als Mittäter gelte. Hierzu sei anzumerken, dass diese bei einem solchen Verdacht mit Si cherheit ein Gerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet hätten. Noch weitergehend werde in der Beschwe r- deergänzung vom 18. Mai 2012 angeführt, er werde verdächtigt, mit se i- nem beträchtlichen Vermögen die LTTE unterstützt zu haben. E-3240/2011 Seite 10 Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer im EVZ auf entsprechende Frage hin ausgeführt habe, während seiner Gefangenschaft habe man ihn geohrfeigt und geschlagen. Die Frage, ob sonst noch Spezielles vo r- gefallen sei, habe er verneint. Bei der Anhörung habe er indessen geltend gemacht, er sei sehr schwer misshandelt worden. Die ersten sechs oder sieben Tage sei er andauernd einvernommen und geschlagen worden. Die Peiniger hätten (…), er habe deshalb noch immer (…). Zudem habe er wegen der erlittenen Schläge heute noch (…); er sei auch zwei - oder dreimal ohnmächtig geworden, aber niemand habe sich um ihn gekü m- mert. Der Raum, in dem er bis zu seiner Freilassung festgehalten worden sei, sei derart klein gewesen, dass er seine Beine nicht habe ausstrecken können. J.e In der Beschwerdeschrift vom 6. Juni 2011 werde gerügt, das Bun- desamt habe es unterlassen, ein spezialärztliches Gutachten zu (…) des Beschwerdeführers einzuholen, und es werde ein entsprechender Bericht in Aussicht gestellt. Ein solcher Bericht habe jedoch entgegen der Ankün- digung bisher keinen Eingang in die Akten gefunden. Vor diesem Hinte r- grund seien die Vorbringen als unglaubhaft zu qualifizieren, es erübrige sich, auf weitere vorhandene Ungereimtheiten einzugehen. Die (…) der Beschwerdeführerin und (…) seien in der Schweiz wohnhaft. Sie sei anlässlich ihrer Einreise lediglich im Besitz eine s einmonatigen Besuchervisums gewesen, habe jedoch aufgrund der Angaben auf dem Rückflugticket erwiesenermassen von vornherein beabs ichtigt, ihren Auf- enthalt in der Schweiz um weitere eineinhalb Monate zu verlängern. A n- gesichts dieser Sachlage komme der Verdacht auf, dass die Beschwerde- führerin ihren Aufenthalt nach Ablauf der Visumsdauer mit dem Einre i- chen ihres Asylgesuchs legalisier t habe, was bekanntlich immer wieder vorkomme. J.f Zu dem in der Beschwerdeergänzung unter Verweis auf das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011 gemachten Vorbringen, die Beschwerdeführenden gehörten zur Risik o- gruppe „der Personen, die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügten“, weil sie und (...) der Beschwerdeführerin über mehrere Bankkonten in Sri Lanka verfügten, letztere ihrer Tochter alle Vollmachten und Berechtigu n- gen betreffend ihre wertvolle Liegenschaft in F._______ bereits übertra- gen hätten, der Beschwerdeführer seit (…) mit der Verwaltung der Li e- genschaft betraut sei und ebenfalls Häuser sowie (...) besitze, sei der Richtigkeit halber anzumerken, dass dieser seinen Angaben bei der A n-E-3240/2011 Seite 11 hörung zufolge bloss Mieter und nicht Eigentümer der (…) sei. Des Weite- ren sei er seit (…) Eigentümer eines respektive seit (…) zweier Grundstü- cke in (...). Zudem habe er eine Lebensversicherung über eine beträchtl i- che Summe abgeschlossen. Die Frage der Authentizität der im B e- schwerdeverfahren diesbezüglich eingereichten Dokumente könne ma n- gels Relevanz offengelassen werden, zumal den Angaben entnommen werden könne, dass die Beschwerdeführenden bereits seit mehreren Jahren über diese Vermögenswerte verfügen würden. Es sei somit nicht ersichtlich, weshalb sie gerade zum jetzigen Zeitpunkt Verfolgungsmas s- nahmen zu befürchten hätten. Darüber hinaus sei festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer als (...) nicht in einem als politisch heikel zu b e- zeichnenden (...)sbereich betätigt habe. G emäss Einschätzung des Bu n- desamtes sei nicht davon auszugehen, dass er das Augenmerk einer p a- ramilitärischen Gruppierung auf sich ziehen könnte. Unwahrscheinlich sei auch, dass er in Sri Lanka als besonders vermögender (…) wahrgenom- men werde. Unbesehen davon bleibe es (…) der Beschwerdeführerin un- benommen, die ihr übertragenen Vollmachten und Rechte an ihrer Li e- genschaft wieder auf sich zu übertragen, sollten die Beschwerdeführe n- den subjektiv befürchten, als wohlhabende Personen verfolgt zu werden. Festzuhalten sei, dass selbst bei deren Zugehörigkeit zur besagten Ris i- kogruppe angesichts der unglaubhaften Vorbringen und ihrer apolitischen Profile kein Verfolgungsmotiv im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu erkennen wäre. Ein Verfolgungsinte- resse wäre deshalb lediglich gemeinrechtlich motiviert und bei der Zulä s- sigkeit des Wegweisungsvollzugs zu prüfen. Für die Annahme des Beste- hens eines „real risk“ im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der M enschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) müssten jedoch konkrete Anhaltspunkte vorha n- den sein, die vorliegend fehlen würden. J.g Bei den weiteren Vorbringen im Rechtsmittelverfahren, der B e- schwerdeführer habe erfahren, dass die ehemalige Verfolgergruppe sein Haus beobachte, Angehörige des CID sich in der Nachbarschaft über seinen Verbleib erkundigt hätten und ein Nachbar einen beim Armeeg e- heimdienst tätigen Bekannten erkannt habe, welche Vorkommnisse die noch immer andauernde Verfolgungsge fahr belegen würden, handle es sich um durch nichts gestützte Parteibehauptungen, die angesichts der unglaubhaften Fluchtgründe der Beschwerdeführenden jeglicher Grun d- lage entbehrten. E-3240/2011 Seite 12 Schliesslich werde in der Beschwerdeergänzung vom 18. April 2012 vo r- gebracht, der Beschwerdeführer nehme alljährlich am (…) am (…) in (…) teil. Zudem habe er am (…) an (…) teilgenommen. Bekanntlich vermöch- ten exilpolitische Aktivitäten in diesem geringen Ausmass keine subjekt i- ven Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 3 AsylG zu b egründen, weshalb sich eine eingehendere Auseinandersetzung mit diesem zusätzlichen Vorbringen erübrige. K. In ihrer Replik vom 23. Oktober 2012 hielten die Beschwerdeführenden an ihren Rechtsbegehren fest. Zur Stützung ihrer Ausführungen reichten sie diverse, zum Teil bereits mit der Beschwerde und den weiteren Einga- ben ins Recht gelegte Dokumente (gemäss Beilagenverzeichnis auf S. 2 f. der Replik) ein. Auf die Begründung wird nachstehend eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilu ng der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach d em VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind vo r- liegend erfüllt. E-3240/2011 Seite 13 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Die Beschwerdeführenden stellen den Hauptantrag, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung, eventuell zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung, an das BFM zurückzuweisen. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwa l- tungsrechtspflege, 2. Aufl ., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ande r- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor E r- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bewe i- se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen B e- weisanträgen gehört zu werden und an der Erhe bung wesentlicher B e- weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, dass sie die Vorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Das gilt für alle form- und fristgerechten Äus- serungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfr a- ge geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abge- fasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachg e-E-3240/2011 Seite 14 recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen- nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die es ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vo r- bringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, eine Verletzung desselben führt deshalb grundsätzlich – das heisst ungeachtet der mat e- riellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen En t- scheides (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f., BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Die Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomis chen Gründen ist auf Beschwerdeebene möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerd e- instanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tat- bestand und Rechtsanwendung zukom mt sowie die festgestellte Verle t- zung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). 3.3 3.3.1 Zum Antrag, es sei den Beschwerdeführenden vollständige Einsicht in die gesamten Asyl - und Vollzugsakten, insbesondere in den von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zitierten Dienstreisebericht vom Herbst 2010 und in allfällige wei tere Lageanalysen (COI) des Bu n- desamtes zu Sri Lanka , zu gewähren, ist Folgendes festzuhalten: In der angefochtenen Verfügung wird zwar entgegen den Ausführungen in der Beschwerde kein Dienstreisebericht erwähnt, aber ausdrücklich auf eine Dienstreise hingewiesen, die Vertreter des Bundesamtes im Herbst 2010 nach Colombo sowie in den Osten und Norden von Sri Lanka unterno m- men hätten, um sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Situation zu ve r- schaffen. In der angefochten en Verfügung wird angeführt, nach eing e- hender Überprüfung der Lage in Sri Lanka und insbesondere auch in Be- rücksichtigung der UNHCR -Richtlinien zur Feststellung des internation a- len Schutzbedarfs sri -lankischer Asylsuchender vom 5. Juli 2010 sei das Bundesamt zum Schluss gekommen, dass sich die allgemeine Siche r- heitslage in Sri Lanka seit Mait 2009 deutlich entspannt habe. Es sei ebenfalls festgestellt worden, dass sich die Lebensbedingungen soweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei. Andere Quellen werden nicht genannt. E-3240/2011 Seite 15 Somit ist objektiv davon auszugehen, dass sich die Erkenntnisse des Bundesamts, welche zur Begründung der Praxisänderung hinsichtlich der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs herangezogen werden, auch auf das Ergebnis der Dienstreise vom Herbst 2010 stützen. Mit anderen Worten stützt sich die angefochtene Verfügung in für den Entscheid w e- sentlicher Weise auf Erkenntnisse, welche aufgrund der Reise einer D e- legation des BFM nach Sri Lanka gewonnen wurden. Ungeachtet dessen, ob in der angefochtenen Verfügung ein konkreter Bericht zur fraglichen Dienstreise und mithin ein spezifisches Aktenstück genannt wird oder ob nur auf die Dienstreise an sich verwiesen wird, ist festzustellen, dass das aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör resulti e- rende Recht der Beschwerdeführenden auf Information über die wesentli- chen Entscheidungsgrundlagen im vorliegenden Fall nicht ausreichend gewahrt worden ist. Das BFM wä re unter dem Gesichtspunkt der B e- gründungspflicht gehalten gewesen, den Beschwerdeführenden diese Er- kenntnisse mit angemessener Transparenz offenzulegen. Die knappe Wiedergabe lediglich der wichtigsten Schlussfolgerungen in der ang e- fochtenen Verfügung wird dem Informationsanspruch der Beschwerdefüh- renden nicht gerecht. 3.3.2 Bezüglich des Antrags der Beschwerdeführenden, es seien ihnen – über die Ergebnisse der erwähnten Dienstreise hinaus – auch die ande- ren relevanten Herkunftsländerinformationen, auf welche die Vorinstanz ihren Entscheid stütze, offenzulegen, ist festzuhalten, dass sich nach Sinn und Zweck des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs die en t- sprechenden Informationsrechte auf jene Erkenntnisquellen der entsche i- denden Behörde richten, die tatsächlic h argumentativ herbeigezogen b e- ziehungsweise als Grundlage für den Entscheid genannt werden. Unter Berufung auf das Akteneinsichtsrecht kann es somit nicht darum gehen, Zugang zu irgendwelchen nicht konkret benannten Dokumenten zu e r- langen. In Bezug auf die UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 ist im Übr i- gen festzustellen, dass diese öffentlich zugänglich sind – so auch im I n- ternet –, weshalb diesbezüglich keine Verletzung des Akteneinsicht s- rechts beziehungsweise der Begründungspflicht vorliegt. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass in der angefochtenen Verfügung darauf verzichtet wurde, bezüglich dieses Dokumentes die relevanten Passagen anzugeben. 3.3.3 Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass die Vori n- stanz den Beschwerdeführenden zu Unrecht keine Einsicht in das Ergeb- nis der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 gewährt und da-E-3240/2011 Seite 16 durch ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt hat. Angesichts der Tatsache, dass der Instruktionsrichter den Beschwerdeführenden mit Ver- fügung vom 3. April 2012 mitteilte, der Bericht "Sri Lanka, Erkenntnisse der Dienstreise 5. bis 17. September 2010" vom 22. Dezember 2011 und die diesbezügliche Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 23. Januar 2012 im Verfahren D -3747/2011 würden zu den Akten genommen, und ihnen zusätzlich die Gelegenheit einräumte, innert Frist eine allfällige E r- gänzung zu den Akten zu reichen, wovon diese am 18. April 2012 Gebrauch machten, ist ihrem Antrag auf Akteneinsicht und auf rechtliches Gehör entsprochen worden, womit der gerügte Verfahrensmangel als ge- heilt zu betrachten ist. Hinsichtlich der anderen, von der Vorinstanz verwendeten Herkunftslä n- derinformationen wurde die Akteneinsicht zu Recht verweigert , weshalb der diesbezügliche Antrag abgewiesen wird. 3.4 3.4.1 Sodann wird in der Rechtsmittelschrift gerügt, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, da sie ohne ausreichende Begründung von der ständigen Praxis, wonach der Wegweisungsvollzug von Tamilen in die Nord- und Ostprovinz unzumutbar sei, abgewichen sei. 3.4.2 Aus dem An spruch auf rechtliches Gehör folgt unmittelbar die b e- hördliche Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG), wonach die verf ü- gende Behörde ihre Überlegungen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt, substan ziiert nennen muss. Eine hinrei- chende Begründung bildet die Grundlage für eine sachgerechte Anfec h- tung der Verfügung und stellt daher eine unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Beschwerdeinstanz dar. 3.4.3 Hinsichtlich dieser Rüge ist festzustel len, dass das BFM in der a n- gefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend dif- ferenziert aufgezeigt hat, weshalb es zum Schluss gelangt ist, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt habe und sich die Lebensbedingungen insoweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, während im ehemals vo n den LTTE kontrollierten Vanni -Gebiet die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Das B undesamt muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsichtlich der Frage der generellen Zumutbarkeit E-3240/2011 Seite 17 des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländ er abgewiesener Asyls u- chender an die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts halten, es ist aber befugt, mit einlässlicher Begründung von einer bestehenden Praxis a b- zuweichen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das BFM den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwic k- lungen in Sri Lanka aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zumutbar einschätzt, ist daher nicht zu beanstanden. Das Bundesverwa l- tungsgericht hat sich im Übrigen kurz nach Erlass der angefochtenen Ver- fügung in seinem Urteil E -6220/2011 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur aktuellen Situation in Sri Lanka geäussert und eine Anpa s- sung seiner in BVGE 2008/2 publizierten Praxis vorgen ommen, welche mit derjenigen des BFM im Ergebnis weitgehend übereinstimmt. Inwiefern die Vorinstanz mit ihrem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbetracht der insgesamt ausgewogenen und differenzierten Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht ersichtlich. Nach dem Gesagten geht auch die in der Eingabe vom 23. Dezember 2011 erhobe- ne Rüge, wonach die Vorinstanz bezüglich der Situation im Norden und Osten Sri Lankas eine unrichtige Sachverhaltsabklärung und -feststellung vorgenommen habe, fehl. 3.5 3.5.1 Ausserdem wird in der Rechtsmittelschrift gerügt, die Vorinstanz ha- be ihre Begründungspflicht verletzt, indem sie es unterlassen habe, w e- sentliche Teile des Sachverhalts in der Verfügung zu erwähnen und somit auch zu würdigen respektive vollständig festzustellen. Insbesondere habe das BFM den für die Verfolgungsgeschichte zentralen Sachverhalt der Verfolgungsmotivation und -ursache der unbekannten Gruppe nicht ermit- telt. Der Beschwerdeführer sei nicht – wie es die angefochtene Verfügung impliziere – einfach "freigelassen" worden. Es sei auch mitnichten so, dass nach seiner Freilassung im (...) seitens der sri-lankischen Behörden keine ernsthaften Verdachtsmomente mehr gegen ihn vorgelegen hätten, ansonsten er von den Verfolgern nicht ang ewiesen worden wäre, in F._______ zu bleiben und ihnen jederzeit zur Verfügung zu stehen. Nicht berücksichtigt worden sei zudem, dass die Verfolger dem Beschwerd e- führer seine Identitätskarte abgenommen hätten. Ausserdem hätten diese einen der (...) nach seiner Inhaftierung geschlossen. Dies zeige, dass er unter einem spezifischen Verdacht seitens seiner Verfolger gestanden sei. Anders sei die Beschlagnahmung seiner Identitätskarte, die Anw e- senheitspflicht in F._______ und die Schliessung seines (...) nicht zu ver- stehen. Es würde auch jeglicher Logik entbehren, eine Person über 18 E-3240/2011 Seite 18 Monate zu inhaftieren, ohne dass spezifische Verdachtsmomente gegen ihn bestanden hätten, zumal eine solche Massnahme erhebliche Re s- sourcen benötige und erhebliche Kosten ve rursache. Hier hätten die B e- schwerdeführenden zum zentralen Sachverhalt der Verfolgungsursache betreffend die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Geldtransaktionen an die LTTE und zum Verfolgungsmotiv der unbekannten Gruppierung eingehend befragt werden müs sen, um überhaupt ermitteln zu können, ob dies heute einer asylrelevanten Verfolgung in seinem Herkunftsland entgegenstehe. Das BFM durfte sich bei der Begründung seiner Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und war nicht gehalten, sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung ause i- nanderzusetzen (BGE126 I 97 E. 2.b S.102 f.). Es ist festzustellen, dass den Akten keine Hinweise zu entnehmen sind, wonach das B undesamt den Sachverhalt ungenügend festgestellt bez iehungsweise sich mit di e- sem nicht auseinandergesetzt hätte. Insbesondere ist darauf hinzuwe i- sen, dass die von den Beschwerdeführenden im erstinstanzlichen Verfah- ren vorgebrachten Verfolgungsvorbringen von der Vorinstanz zu Recht als nicht glaubhaft beurteilt wurden (vgl. nachfolgend E. 5.1). Die von den Beschwerdeführenden erhobene Rüge, die Vorinstanz habe ihre Begrü n- dungspflicht verletzt, indem sie es unterlassen habe, wesentliche Teile des Sachverhalts in der Verfügung zu erwähnen und somit auch zu wü r- digen respektive vollständig festzustellen, ist daher unbegründet. 3.6 3.6.1 In der Rechtsmittelschrift wird überdies (sinngemäss) vorgebracht, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt, da sie sich bei der Entscheid findung einzig auf die UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 gestützt und es versäumt habe, a k- tuelle und relevante Herkunftsländerinformationen beizuziehen. 3.6.2 Diese Rüge entbehrt jeder Grundlage. Der angefochtenen Verf ü- gung kann – insbesondere auch in Berücksichtigung der aktuellen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/24) – nicht entnommen werden, inwiefern das BFM die aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfü gung (nebst der Dienstreise) nur die Richtlinie des UNHCR erwähnt wurde, kann nicht der Schluss gezogen werden, sie sei die einzige Informationsquelle für den Entscheid gewesen. Davon wird im Übrigen auch in der Beschwerdeschrift – trotz der entsprechenden E-3240/2011 Seite 19 Rüge – selber nicht ernsthaft ausgegangen, weil gleichzeitig auch geltend gemacht wurde, das B undesamt habe bei der Entscheidfindung wohl nicht nur auf die UNHCR -Richtlinie abgestellt, sondern weitere Länderi n- formationen zugezogen, welche jedoch nicht off engelegt worden seien, weshalb das rechtliche Gehör auch aus diesem Grund verletzt worden sei. Abgesehen davon, dass sich die vorgebrachten Rügen somit gege n- seitig ausschliessen und damit an einem inneren Widerspruch leiden, ist hinsichtlich der Rüge, die Länderinformationen seien nicht offengelegt worden, auf die vorstehende Erwägung 3.3. 2 f. zu verweisen. Da sich ferner das BFM mit ausreichender Begründung und unter Hinweis auf die Entwicklung der Sicherheitslage und der Lebensumstände zum Wegwe i- sungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefochtenen Ve r- fügung keine hinreichenden Anhaltspunkte zu entnehmen, welche den Schluss zuliessen, das BFM habe seine Begründungspflicht verletzt. In s- gesamt ist deshalb auch die in diesem Zusammenhang geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet. Die Beschwerdeführen- den konnten sich in ihrer Rechtsmitteleingabe zu den in der angefocht e- nen Verfügung angeführten Argumenten ausführlich äussern. 3.7 Hinsichtlich der weiteren Rüge de r Beschwerdeführenden in der Rechtsmittelschrift, die Vorinstanz habe den Sachverhalt weder vollstä n- dig noch richtig abgeklärt, da sie es unterlassen habe, deren Vorbringen auch entlang der vom UNHCR dargestellten Risikoprofile zu prüfen und zu beurteilen, ist festzuhalten , dass das BFM in der angefochtenen Ve r- fügung unter anderem ausführte, der Beschwerdeführer verfüge über kein politisches Profil, das ihn zum jetzigen Zeitpunkt mit erheblicher Wah r- scheinlichkeit einer Verfolgung seitens der Behörden aussetzen würde. Daraus wird deutlich, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verf ü- gung sehr wohl die Flüchtlingseigenschaft de r Beschwerdeführenden un- ter Berücksichtigung der in den UNHCR -Richtlinien vom 5. Juli 2010 au f- geführten Risikoprofile geprüft hat. 3.8 3.8.1 In der Rechtsmitt elschrift wird ausserdem vorgebracht, die Vori n- stanz habe den Sachverhalt auch deshalb unvollständig abgeklärt, weil sie es unterlassen habe, die Beschwerdeführenden nochmals anzuhören. Die Situation in Sri Lanka präsentiere sich heute – nach Beendigung des Bürgerkrieges – wesentlich anders als damals und dadurch mögliche r- weise auch die Gefährdungssituation de r Beschwerdeführenden. Ange- sichts des Grundsatzes, dass die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft stets vor dem Hintergrund der aktuellen Situation e rfolgen müsse, hätten E-3240/2011 Seite 20 die Beschwerdeführenden vor Erlass der angefochtenen Verfügung zwin- gend nochmals zu ihrer asylrelevanten Gefährdungssituation angehört werden müssen. 3.8.2 Bezüglich dieser Rüge ist festzuhalten, dass die Untersuchung s- pflicht der Behörden i hre Grenzen an der Mitwirkungspflicht eines G e- suchstellers findet (vgl. Art. 8 AsylG), der auch die Substanziierungslast trägt (vgl. Art. 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwe r- deführenden nach ihren letzten Befragungen (Anhörung en vom 5. Mai 2008 [Beschwerdeführerin] und vom 15. Juli 2009 [Beschwerdeführer] ) bis zum Ergehen der angefochtenen Verfügung keine aktuellen Ereigni s- se zu Handen des BFM zu vermelden hatten, weshalb das Bundesamt zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm und in sbesondere darauf verzichtete, d ie Beschwerdeführenden nochmals anzuhören. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges erheblich geändert hat, z u- mal die Vorinstanz bezüglich d ieser Veränderung ausreichend informiert ist. Nach dem Gesagten ist auch die Rüge, wonach die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig festgestellt habe, da sie die Beschwerdefüh- renden nicht nochmals angehört habe, unbegründet. 3.8.3 Die Beschwerdeführenden beanstanden des Weiteren offen geblie- bene Sachverhaltselemente, ohne sich mit den Feststellungen in der a n- gefochtenen Verfügung auseinanderzusetzen. Statt dessen stellen sie ihnen eigene Fragen gegenüber, die ihrer Ansicht nach hätten gestellt werden können (Beschwerde, S. 12/13). Damit zeigen sie nicht auf, i n- wieweit die Sachverhaltsfeststellung im Lichte der einschlägigen Recht s- normen unvollständig sein soll, und solches ist auch nicht ersichtlich. 3.9 Somit wurde der relevante Sachverhalt entgegen der Auffassu ng der Beschwerdeführenden vom BFM hinreichend abgeklärt ; es sind keine Fragen ersichtlich, die einer näheren Prüfung bedürfen. Daher ist auch der Antrag in der Rechtsmittelschrift, es seien zu verschiedenen Punkten des Sachverhalts und der sich daraus ergebenden Gefährdung zusätzl i- che Abklärungen vorzunehmen, abzuweisen, da nicht ersichtlich ist, i n- wiefern diese geeignet wären, zu einer anderen Einschätzung der flüch t- lingsrechtlichen Relevanz der Vorbringen zu führen. Die Rüge de r Be- schwerdeführenden, d er Sachverhalt sei unvollständig erhoben worden, erweist sich daher nicht als stichhaltig. Folglich ist auch deren Eventual- begehren, wonach die Verfügung des BFM vom 5. Mai 2011 aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rech tser-E-3240/2011 Seite 21 heblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück- zuweisen sei, abzuweisen. Nach dem Gesagten erweisen sich ebenso die beantragten weiteren Abklärungen durch das Bundesverwaltungsg e- richt als gegenstandslos, die verdeckt im Lauftext gestellten Verfahrens- anträge (vgl. beispielsweise Beschwerdeschrift S. 10) sind unter Hinweis auf die den Beschwerdeführenden obliegende Mitwirkungspflicht abz u- weisen. 3.10 Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen zum Ki n- deswohl bei der Prüfung des Wegweisungsvollzugs – aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb das Begehren der Beschwerdeführenden, die Verfügung des BFM vom 5. Mai 2011 sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, abzuweisen ist. An dieser Einschätzung ändert – entge- gen der Behauptung in der Rechtsmittelschrift – auch der Umstand nichts, dass die angefochtene Verfügung unter einem Verfahrensmangel (unvollständige Gewährung der Akteneinsicht) litt, zumal der festgestellte Mangel nicht schwerwiegend ist und daher auf Beschwerdeebene geheilt werden konnte. 4. 4.1 Die Beschwerdeführenden führen zum materiellen Recht aus, die Vor- instanz habe Bundesrecht, insbesondere Art. 3 und 7 AsylG, verletzt. 4.2 4.2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner- träglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluch t- gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nac h- teile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beacht - licher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise E-3240/2011 Seite 22 befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfol - gungsmotive durch Organe des Heimatstaates ode r durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden dr o- hen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37; EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüch t- lingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.; EMARK 2006 Nr. 18 E. 10 S. 201 ff., EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die im Zeitpunkt der Ausreise vorhandene Verfolgung oder begründete Furcht vor einer solchen. Letztlich ist indessen der Zeitpunkt des Asylent - scheides massgeblich, das heisst, es ist zu prüfen, ob die Furcht vor e i- ner absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. Dabei sind Verän - derungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid zugunsten und zulasten der asylsuchenden Person zu be- rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a S. 20; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: UEBERSAX/RUDIN/HUGI YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M. 1990, S. 135 ff.). 4.2.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwe i- sen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlic h- keit für gegeben häl t. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Vorliegend ist festzustellen, dass die gesuchsbegründenden Vorbri n- gen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen verm ö- gen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die in der Vernehm- lassung des BFM aufgezeigten und insgesamt schlüssigen Unstimmigkei- ten in zentralen Punkten der Asylvorbringen verwiesen werden. Die En t-E-3240/2011 Seite 23 gegnungen in der Replik sind mangels Stichhaltigkeit nicht geeignet, an dieser Beurteilung etwas zu ändern. Insbesondere ist entgegen dem diesbezüglichen Vorbringen in der Replik festzustellen, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung an- führte, angesichts von nicht namentlich erwähnten Ungereimtheiten in den Aussagen bestünden erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen, aufgrund der offensichtlich fehlende n Asylrelevanz könne j e- doch ( aus prozessökonomischen Gründen) darauf verzichtet werden, diese einer Glaubhaftigkeitsprüfung zu unterziehen. Hinzu kommt, dass sich die unstimmigen Aussagen zum angeblich unter- getauchten Angestellten (Dauer des Arbeitsverhältnisses, Anzahl der B e- schäftigten im [...], Anzahl Freitage des Angestellten pro Woche, Zeitpunkt seines Verschwindens, Anzahl der […]) nicht damit erklären lassen, dass die Beschwerdeführerin rund eineinhalb Jahre vor ihrem Ehemann in die Schweiz eingereist sei und deshalb lediglich über indirektes Wissen ve r- füge. Unlogisch erscheint in diesem Zusammenhang die Entgegnung, der Beschwerdeführer sei im Gegensatz zu seiner Ehefrau der direkte Vorge- setzte des jungen Tamilen gewesen, weshalb er besser Bescheid üb er dessen Arbeitsverhältnis wisse, und wenig später angeführt wird, es sei angesichts der erst zwei Jahre später erfolgten Anhörung durchaus nach- vollziehbar, dass er nicht mehr genau gewusst habe, wie lange dieses gedauert habe. Hinzuzufügen ist, dass bei solchen Ereignissen auch in Berücksichtigung des Zeitablaufs erwartet werden kann, dass sich die be- troffene Person zumindest an die Dauer des Arbeitsverhältnisses ihres Angestellten zu erinnern vermag. Als unbehelflich erweist sich der Erklärungsversuch, d ie Beschwerdefüh- rerin habe den Angestellten eigenen Angaben zufolge nicht gut gekannt, und sie wisse nicht, wie viele Kilometer der (…) vom Haus entfernt liege, was zeige, dass sie nur sehr wenig über die (...)stätigkeit ihres Eheman- nes, geschweige denn üb er diejenige des Angestellten, gewusst habe. Die Beschwerdeführerin hätte nämlich ohne weiteres aussagen können, sie wisse nicht, wie lange das Arbeitsverhältnis gedauert habe, statt einen genauen Zeitraum zu nennen. Bei dieser Unstimmigkeit in den Aussage n handelt es sich entgegen der Behauptung in der Replik um einen zentr a- len Punkt in den Vorbringen, weil die behaupteten Nachstellungen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Person des Angestellten erfolgt sein sollen. E-3240/2011 Seite 24 5.2 Als wenig stichhaltig erweist sic h der Einwand, der aufgezeigte W i- derspruch in den Aussagen zur Anzahl Personen, die im (...) gearbeitet hätten, sei konstruiert, weil die Beschwerdeführerin gefragt worden sei, wie viele Personen zusammen mit ihrem Ehemann im (...) gearbeitet hät- ten. Diesb ezüglich ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin diese Frage ohne weiteres hätte richtigstellen und darauf verweisen können, dass lediglich der untergetauchte Angestellte dort gearbeitet habe. Zu- dem gab sie explizit zur Antwort, ihr Mann und dieser Junge, nur zwei Personen, hätten dort gearbeitet (vgl. Akten BFM A9/13 S. 7), bei welcher Aussage sie sich behaften lassen muss. Die Behauptung, der Beschwer- deführer habe bei der Kurzbefragung erklärt, er führe einen eigenen (…), der aber in (…) unterteilt sei – in (…) und in (…) – erweist sich als akten- widrig, zumal dieser auf die Frage nach der letzten ausgeübten Tätigkeit zunächst anführte, (…) gewesen zu sein und einen eigenen (…) beses- sen zu haben, und wenig später auf die Frage nach der Adresse des (…) antwortete, er habe zwei (…), das eine heisse (…) und das andere (…) (vgl. A14/12 Frage 8). Nicht zu überzeugen vermag die Entgegnung, der Beschwerdeführer sei vor dem (…), im Raum, wo (…), festgenommen worden. Eine Durchsicht der Protokolle ergibt nämlich, dass dieser bei der Kur zbefragung unmiss- verständlich aussagte, er sei am (...) um (…) in seinem (…) in Anwesen- heit seiner (…) Angestellten festgenommen worden ( vgl. A14/12 S. 6), und im Widerspruch dazu bei der Anhörung anführte, er sei unterwegs vom (…) zum (…) gewesen, als er festgenommen worden sei, um später schliesslich auf entsprechende Frage hin zu antworten, er sei vor dem (...) respektive in einem der Räume vor dem (...), der nur für die Besucher sei, verhaftet worden (vgl. A18/18 Fragen 50 ff.). 5.3 Wenig überzeugend ausgefallen ist sodann das weitere Vorbringen , der Beschwerdeführer habe bei der Kurzbefragung den Umstand, dass er nach seiner Festnahme zuerst nach Hause verbracht worden sei, deshalb nicht erwähnt, weil er dort nicht ausführlich habe erzählen dürfen, zumal eine Durchsicht des Protokolls keine Hinw eise darauf enthält, er sei vor oder während der freien Schilderung seiner Gesuchsgründe zur Kürze angehalten oder unterbrochen worden. Diese Unterlassung lässt sich a n- gesichts der Tatsache, dass es sich bei der Hausdurchsuchung nach der Festnahme um einen zentralen Punkt in den Asylvorbringen handelt, auch nicht damit erklären, die Frage bei der Kurzbefragung, wohin der Beschwerdeführer nach seiner Festnahme gebracht und festgehalten worden sei (vgl. A14/12 S. 6), beziehe sich mehr auf den Ort der Festha l-E-3240/2011 Seite 25 tung als auf den Weg zum Inhaftierungsort . Als unbehelflich erweist sich in diesem Zusammenhang die weitere Entgegnung, der Beschwerdefü h- rer habe aus dem gleichen Grund die Schliessung des (…) nicht erwähnt, zumal er auf die Frage bei der Kurzbefragung, ob das (...) heute noch be- stehe, antwortete, ja, es werde von seinen Mitarbeitern weitergeführt, er habe (…) (vgl. A14/12 S. 3). 5.4 Was die vom Bundesamt angeführte Unstimmigkeit in den Aussagen des Beschwerdeführers zum Entlassungsmotiv anbelangt, ist festz ustel- len, dass es sich dabei in der Tat nicht um einen Widerspruch handelt. Dieser Umstand ist indessen angesichts der insgesamt widersprüchlichen und realitätsfremden Schilderungen nicht geeignet, die Vorbringen glau b- hafter erscheinen zu lassen. Als nicht überzeugend erweist sich die Entgegnung zu der von der Vori n- stanz in der Vernehmlassung zu Recht aufgezeigten Unstimmigkeit in den Aussagen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Antwort, die die En t- führer den Nachbarn auf deren Frage gegeben hätten, da diese Diver- genz nicht damit erklärt werden kann, sie habe nur nacherzählt, was ihr die Nachbarn berichtet hätten. Zudem handelt es sich dabei entgegen der diesbezüglichen Behauptung auch nicht um ein absolut irrelevantes D e- tail. 5.5 Des Weiteren ist mit de r Vorinstanz festzustellen, dass die Schild e- rungen des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen realitätsfremd ausgefallen sind. Insbesondere wäre dieser mit Sicherheit nicht aus der Gefangenschaft entlassen worden, sondern es wäre ein Gerichtsverfa h- ren gegen ihn eingeleitet worden, wenn er – wie von ihm behauptet – der Kollaboration mit de n LTTE verdächtigt worden wäre. Zudem hätten die Entführer als Angehörige des CID ohne weiteres herausfinden können , dass der Beschwerdeführer entgegen seiner Zusicherung ihnen gege n- über nicht nur über eine Identitätskarte, sondern auch über einen (echten) Reisepass verfügt hätte . Auch würde es aus Sicht der Entführer wenig Sinn machen, den Beschwerdeführer über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren ohne Ergebnisse festzuhalten und ihn schliesslich ohne Lösegeld- forderung lediglich mit der Auflage, sich ihnen bei Bedarf zur Verfügung zu halten, freizulassen, um ihm so die Gelegenheit zu verschaffen, aus Sri Lanka auszureisen. Als realitätsfremd erweist sich in diesem Zusa m- menhang zudem seine Antwort auf eine entsprechende Frage bei der Kurzbefragung, sein Reisepass sei vom Schlepper zurückbehalten wo r-E-3240/2011 Seite 26 den, da er angab, er sei mit einem gefälschten Pass über den Flughafen (…) ausgereist. 5.6 Zudem ist nach Durchsicht der Akten festzustellen, dass die gesuchs- begründenden Vorbringen im Verlaufe des Verfahrens aufgebauscht wur- den, und dieser Umstand entgegen den Ausführungen in der Replik nicht mit der Struktur des schweizerischen Asylverfahrens , mit einer detaillie r- ten und ausführlichen Schilderung der Asylgründe bei der Anhörung oder einer eingehenden Auseinandersetzung mit der Argumentation in der a n- gefochtenen Verfügung auf Beschwerdeebene begründet werden kann . Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die diesbezüglich en Aus- führungen in der Vernehmlassung verwiesen werden. Die in der Replik aufgeführten Beispiele für eine subjektive Prägung der Schilderungen des Beschwerdeführers bei der Anhörung und die Entgeg- nungen zur Argumentation in der Vernehmlassung, es sei reali tätsfremd, dass sich die Verwandten nicht nach seinem Verbleib erkundigt hätten, sind aufgrund der vorstehenden Erwägungen und nicht zuletzt auch auf- grund der Tatsache, dass es die Beschwerdeführenden unterlassen h a- ben, trotz der ihnen obliegenden Mitwirkungspflicht ärztliche Berichte zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers einzureichen oder wenig s- tens ihre erfolglos gebliebenen Bemühungen beispielsweis e bei der Be- schaffung von Dokumenten, welche die Schliessung des (…) belegen könnten, offenzulegen, nicht geeignet, an dieser Beurteilung et was zu ändern. 5.7 5.7.1 Was das geltend gemachte Risikoprofil (Personen, die über b e- trächtliche finanzielle Mittel verfügen) anbelangt, kann vorab auf die ins- gesamt schlüssigen Ausführungen in der Vernehmlassung verw iesen werden. Ergänzend ist zu den Entgegnungen in der Replik festzustellen, dass der Beschwerdeführer in seinen als nicht glaubhaft qualifizierten Vorbringen zur Begründung seines Asylgesuchs nicht geltend gemacht hat, die Entführer hätten während seiner Inhaftierung oder bei seiner nach Beendigung des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE im (…) erfolgten Freilassung Lösegeld von ihm gefordert. Die ins Recht gelegten Beweismittel vermögen das angeblich grosse Vermögen der Familie nicht zu belegen. Die beiden Liegenschaften in (...) sollen beispielsweise einen Wert von (…) sri-lankischen Rupien haben, E-3240/2011 Seite 27 was gemäss aktuellem Wechselkurs umgerechnet einem Betrag von (…) entspricht; die Summe der (…) beträgt heute (…), der jährliche Mietwert der Liegenschaft in F._______ (…). Die Befürchtung, die Beschwerdeführe nden könnten Opfer einer Entfü h- rung werden, erweist sich vor diesem Hintergrund als objektiv unbegrün- det. 5.7.2 Soweit die Beschwerdeführenden auf Beschwerdeebene (sinng e- mäss) geltend mach en, sie wiesen ein weiteres Risikoprofil auf, da sie aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren würden, ist Folgendes festzuhalten: Der Umstand, dass sie sich s eit einigen Jahren in der Schweiz aufhalten und hier um Asyl ersucht haben, vermag nicht zur A n- nahme einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, da aufgrund ihrer unglaubhaften Vorbringen keine Anhaltspunkte dafür b e- stehen, sie hätten sich im nahen Umfeld der LTTE bewegt. An dieser Ein- schätzung vermögen auch die vom Beschwerdeführer vorgelegten D o- kumente nichts zu ändern. Dies gilt insbesondere für die Vielzahl an ei n- gereichten Berichten, die sich entweder zur allgemeinen Situation in Sri Lanka oder zu einzelnen Fällen von Menschenrechtsverletzungen äu s- sern, indessen ohne konkreten Bezug zu den Personen der Beschwerde- führenden und deren individuellen Asylvorbringen sind. 5.8 Nach dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass das BFM zu Recht zur Beurteilung gelangt ist, die Beschwerdeführenden hätten keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft gemacht respektive erfüllten kein Risi- koprofil im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und erfüllten somit die Flüchtlingseigenschaft im Sinne des Art. 3 AsylG nicht. Die Asylgesuche wurden demnach zu Recht abgelehnt. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen betreffend Asyl in der Rechtsmittelschrift sowie in den weiteren Eingaben und auf die als Beweismittel einger eichten Dokumente einzugehen, zumal diese insg e- samt nicht zu einem anderen Entscheid zu führen vermögen. 6. Zum Vorbringen in der Beschwerdeergänzung vom 18. April 2012, die Beschwerdeführenden hätten subjektive Nachfluchtgründe gesetzt, weil der Beschwerdef ührer alljährlich am (…) am (…) in (…) teilnehme und zudem am (…) an (…) in (…) anwesend gewesen sei, ist Folgendes fest- zustellen: E-3240/2011 Seite 28 Zunächst erscheint offensichtlich, dass sich die von ihm erwähnten B e- drohungen auf Personen beziehen, die sich durch ihre exilpolitische Tä- tigkeit in konkreter Weise exponieren. Der Beschwerdeführer machte kei- ne näheren Angaben dazu, welches seine individuelle Funktion bei die- sen Anlässen gewesen sein soll. Angesichts dessen besteht kein Anlass zur Annahme, er habe sich persö nlich in einer Art und Weise exilpolitisch betätigt, die ihn besonders exponieren würde. Somit liegen keine A n- haltspunkte dafür vor, dass er in Sri Lanka wegen der Beteiligung an exi l- politischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführenden und ihre Kinder verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht a n- geordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 8. 8.1 Ist der Voll zug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG, Art. 83 Abs. 1 AuG). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs- tens glaubhaft zu machen. 8.2 8.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl age konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. E-3240/2011 Seite 29 8.2.2 Das Bundesamt führte in der angefochtenen Verfügung zur Zumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs in indi vidueller Hinsicht an, die B e- schwerdeführenden hätten seit (…) bis zu ihrer Ausreise in F._______ ge- lebt. In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen zur allgemeinen Sit u- ation in Sri Lanka werde der Wegweisungsvollzug als zumutbar erachtet, da weder die vo r Ort herrschende Sicherheitslage noch individuelle Gründe dagegen sprechen würden. Die Beschwerdeführenden seien g e- sund und hätten die letzten Jahre vor ihrer Ausreise in F._______ (…) be- trieben. Somit sei davon auszugehen, dass ihr wirtschaftliches Fortk om- men im Falle ihrer Rückkehr gewährleistet sei. Des Weiteren sei anz u- nehmen, dass sie dort angesichts ihres langjährigen Aufenthaltes über ein Beziehungsnetz verfügten. Hinzu komme, dass (...) und (…) der Be- schwerdeführerin sowie (…) des Beschwerdeführers in der Schweiz wohnhaft seien , welche Personen die Beschwerdeführenden nach ihrer Rückreise in der Anfangsphase allenfalls finanziell unterstützen könnten. 9. 9.1 9.1.1 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen G e- sichtspunkt von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über die Rec h- te des Kindes (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6 S. 749, BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 367 f.; Ent scheidungen und Mit- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 6 E. 6. S. 55 ff.). 9.1.2 Art. 35 Abs. 1 VwVG verpflichtet die Behörden, schriftliche Ver - fügungen zu begründen. Die Begründungspflicht konkretisiert den Grun d- satz des rec htlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] ). Sie ermöglicht es den Verfügungsadressaten, wirksam Beschwerde zu führen, und verhindert, dass sich die Behörden von unsachgemässen Motiven leiten lassen (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, RZ. 354 ff.). E-3240/2011 Seite 30 9.1.3 Die Vorinstanz verfügt im Bereich der Anordnung des Wegwei - sungsvollzugs (im Gegensatz zum Bereich de r Anordnung der Weg - weisung; Art. 44 Abs. 1 AsylG) über einen erheblichen Ermessens - spielraum. Dieser Umstand wirkt sich direkt auf die erforderliche Be - gründungsdichte aus: Im Rahmen der Prüfung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs sind die Vorbri ngen der betroffenen Person, ihre persönliche Situation sowie die allgemeine Lage im Heimat - oder He r- kunftsstaat zu würdigen, und die auf diese Weise erlangten Befunde sind an verhältnismässig offenen Rechtsbegriffen zu messen. Die Begründung des angeordneten Wegweisungsvollzugs hat demnach dichter und au s- führlicher auszufallen, als wenn lediglich – wie bei der Anordnung der Wegweisung – eine gesetzlich vorgeschriebene Rechtsfolge angewandt wird. Die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs kann sich aus der allgemeinen Lage im Heimatstaat oder aus den persönlichen Verhältni s- sen der betroffenen Person ergeben. Zur Begründung einer Verfügung, mit welcher die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt wird, hat die Vorinstanz daher einer - seits ausdrücklich darzutun, dass die betroffene Person im Heimat - oder Herkunftsstaat unter Würdigung der dort herrschenden politischen, s i- cherheitstechnischen und wirtschaftlichen Verhältnissen keiner konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Anderseits muss dargelegt werden , dass auch aufgrund der persönlichen Situation der betroffenen Person keine konkrete Gefährdung zu befürchten ist. Insgesamt gilt es, die humanit ä- ren Aspekte im Zusammenhang mit der Situation, in der sich die betroff e- ne Person bei einer Rückkehr ins Heima tland befinden würde, gegen das öffentliche Interesse am Vollzug der Wegw eisung abzuwägen. Aus der Begründung muss ersichtlich sein, dass diese Abwägung vorgenommen wurde (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 4 E. 5.1 S. 44 f., mit weiteren Hinwe i- sen). 9.2 9.2.1 Vorliegend ist festzustellen, dass die Begründung zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der angefochtenen Verfügung keine Hinwei- se darauf enthält, das BFM habe im Sinne der vorgenannten Erwägung (E. 9.1.1) die Situation der Kinder der Beschwerdeführenden unter dem Blickwinkel des Kindeswohls gewürdigt und im Rahmen einer gesamtheit- lichen Beurteilung sämtliche Kriterien einbezogen, die im Hinblick auf e i- nen Wegweisungsvollzug wesentlich erscheinen (Alter, Reife, Abhängi g- keiten, Art [Nähe, Intensität, Tragfähigkeit] der Beziehungen, Eigenschaf- ten ihrer Bezugsperson [vor allem Unterstützungsbereitschaft und E-3240/2011 Seite 31 -fähigkeit]). Insbesondere wäre zu veranschlagen gewesen, dass sich (…) (geboren […]) und (…) (geboren […]) bereits seit dem (…) in der Schweiz befinden und schulpflichtig sind. (…) ist am (…) in der Schweiz geboren und hat sich überhaupt noch nie in Sri Lanka aufgehalten. Ger a- de diese Aspekte, die Dauer des Aufenthaltes und die Geburt in der Schweiz, sind im Hinblick auf die Prüfu ng der Chancen und Hindernisse bei einer Reintegration im Heimatland bei einem Kind als gewichtige Fa k- toren zu werten. Diese Unterlassung erschwert nicht nur eine sachg e- rechte Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung durch die betroffene Person, sondern s chränkt auch die Möglichkeit des Bundesverwaltung s- gerichts ein, den erstinstanzlichen Entscheidfindungsprozess zu überpr ü- fen. Bei dieser Sachlage muss festgestellt werden, dass das Bundesamt der ihm obliegenden Begründungspflicht nicht nachgekommen ist und damit den Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör ver- letzt hat. 9.2.2 Nachdem feststeht, dass die Vorinstanz die Begründungspflicht ver- letzt hat, bleibt zu prüfen, ob dieser Mangel geheilt werden kann oder zur Kassation der angefochtenen Verfügun g führen muss. Entsprechend der formellen Natur des rechtlichen Gehörs sind Entscheide mit mangelhafter Begründung im Beschwerdeverfahren ungeachtet ihrer allfälligen mat e- riellen Richtigkeit grundsätzlich aufzuheben. Im Beschwerdeverfahren kann die Gehörsv erletzung jedoch unter Umständen geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz über die volle Kognition verfügt, die fehle n- de oder mangelhafte Begründung im Beschwerdeverfahren nachgeliefert respektive verbessert wird und die betroffene Partei dazu angehört wird (vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 366). Vorliegend hat es die Vorinstanz u n- terlassen, in ihrer Vernehmlassung vom 3. Oktober 2012 eine rechtsge- nügliche Begründung für den angeordneten Wegweisungsvollzug unter dem Aspekt des Kind eswohls nachzuliefern, obw ohl sich die Sachlage seit dem Einreichen der Beschwerde auch insofern geändert hat, als die Beschwerdeführerin am (…) ihr(…) (…) in der Schweiz zur Welt brachte. Vor diesem Hintergrund bleibt kein Raum für eine Heilung des als schwerwiegend zu qualifizier enden Verfahrensmangels, weshalb die a n- gefochtene Verfügung hinsichtlich der Anordnung des Wegweisungsvol l- zugs zu kassieren ist. 10. Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung vom 5. Mai 2011 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung des Wegweisungsvollzugs im Sinne der Erwägungen an E-3240/2011 Seite 32 die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Soweit weitergehend ist die Beschwer- de abzuweisen. 11. 11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens (hälftiges Obsiegen) wären die reduzierten Verfahrens kosten grundsätzlich de n Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Weil indessen mit Zwischenverf ü- gung vom 15. Juli 2011 der Antrag auf Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gutgeheissen wurde und auf- grund der Akten nach wie vor von der prozessualen Bedürftigkeit der B e- schwerdeführenden auszugehen ist, sind diese von deren Bezahlung zu befreien. 11.2 Den teilweise obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführe nden ist zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung fü r die ih nen er- wachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzuspr e- chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Entsprechend dem Grad des Durch- dringens ist diese Entschädigung um die Hälfte zu reduzieren. Der in der eingereichten Kostennote vom 23. Dezember 2011 geltend gemachte Ar- beitsaufwand von 22,13 Stunden und der in der Eingabe vom 18. April 2012 zusätzlich geltend gemachte Aufwand von 6 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 2 40.– erscheint unter Berücksichtigung von U m- fang und Schwierigkeit des vorliegenden Verfahrens nicht angemessen, zumal nur die notwe nigen Kosten zu ersetzen sind. Unter Berücksicht i- gung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE), der Praxis in Vergleichsfällen und der bis zur Urteilsfällung erfolgten weiteren Eingaben des Rechtsvertreters ist die Vorinstanz anzuweisen, den Be- schwerdeführenden für das Rechtsmittelverfahren eine Parteientschäd i- gung von insgesamt Fr. 2500.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) E-3240/2011 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als damit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung im Wegweisungsvollzugspunkt beantragt wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung vom 5. Mai 2011 werden auf- gehoben. Die Sache w ird zur Neubeurteilung des Wegweisungsvollzugs im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3. Die Beschwerdeführenden werden von der Bezahlung der Verfahrenskos- ten befreit. 4. Die Vorinstanz wird angewiesen, d en Beschwerdeführenden für das Rechtsmittelverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2500.– auszu- richten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Peter Jaggi Versand: