<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00382</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204353&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00382</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.07.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Neubau eines Mehrfamilienhauses: Öffentlicher Weg als Zufahrt, Wegabstand.<br/><br/>Die Vorinstanz hat den Weg, der dem streitbetroffenen Grundstück sowie mindestens einer weiteren Parzelle als gesetzliche Erschliessung dient und damit einem unbestimmten Benützerkreis offen steht, zu Recht als öffentlich im Sinn von § 265 Abs. 1 PBG qualifiziert. Zu diesem Weg hat der geplante Neubau einen Abstand von 3,5 m einzuhalten (§ 265 Abs. 1 PBG bzw. Art. 12 Abs. 1 BZO Zürich). Da sich der Mangel der Abstandsunterschreitung durch das Bauvorhaben nicht mittels Nebenbestimmungen gemäss § 321 Abs. 1 PBG heilen lässt, hat die Vorinstanz die Baubewilligung ohne Rechtsverletzung aufheben können (E. 2.4).<br/>Der Umstand, dass bei Einhaltung des gebotenen Wegabstands die maximal zulässige Ausnützung nicht ausgeschöpft werden kann, begründet keine besonderen Verhältnisse nach § 220 Abs. 1 PBG und vermag deshalb die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nicht zu rechtfertigen (E. 3).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSUNTERSCHREITUNG">ABSTANDSUNTERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSVORSCHRIFT">ABSTANDSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSFUNKTION">ERSCHLIESSUNGSFUNKTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGABSTAND">WEGABSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 220 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 265 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 321 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 Abs. I BZO99 ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 17. Dezember 2002 erteilte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich der EigentÃ¼merin A die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r ein Mehrfamilienhaus mit Doppelgarage an der L-Strasse in ZÃ¼rich. Gleichzeitig bewilligte sie die Aufhebung der Grenze zwischen der bisherigen Einfamilienhausliegenschaft Kat.-Nr. 01 und der Zufahrtsparzelle Kat.-Nr. 02, welche beide im Eigentum der Bauherrschaft stehen und mit einer GesamtflÃ¤che von 673 m<sup>2</sup> den Baugrund fÃ¼r den Neubau bilden. Die bisherige Wegparzelle Kat.-Nr. 02 dient heute neben der bisherigen Einfamilienhausliegenschaft der Bauherrin drei weiteren Liegenschaften als gesetzliche Erschliessung und ist mit entsprechenden Fahr- und Wegrechten belastet, die gemÃ¤ss Ziffer I.B.2 der Baubewilligung auf die neu zu bildende Parzelle zu Ã¼bertragen sind.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese Bewilligung liessen C sowie D und E als EigentÃ¼mer von zwei der durch die Wegparzelle Kat.-Nr. 02 erschlossenen GrundstÃ¼cken Rekurs an die Baurekurskommission I erheben, welche das Rechtsmittel nach einem Augenschein am 12. September 2003 guthiess und die Baubewilligung aufhob.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 17. Oktober 2003 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, den Rekursentscheid aufzuheben und die Sache zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gegenparteien. Ãberdies sei das Verfahren einstweilen zu sistieren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. Oktober 2003 wurde das Verfahren sistiert und am 5. Februar 2004 wieder aufgenommen, nachdem eine einvernehmliche Regelung gescheitert war.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz beantragte am 13. Februar 2004 Abweisung und die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich am 2. MÃ¤rz 2004 Gutheissung der Beschwerde. C, D und E liessen am 7. April beantragen, die Beschwerde sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist zur Anfechtung des sie belastenden Rekursentscheids offenkundig legitimiert, weshalb auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde einzutreten ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Baurekurskommission hat die Baubewilligung in erster Linie wegen Unterschreitung des Wegabstands aufgehoben, der hier gemÃ¤ss § 265 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) bzw. nach Art. 12 Abs. 1 der Bau- und Zonenordnung von 1992/1999 Teile IâVI (BZO) 3,5 m betrage. Die heute eine eigene Parzelle bildende Stichstrasse Kat.-Nr. 02 reiche von der L-Strasse bis in die dritte Bautiefe und werde mit dem Neubauvorhaben unbestrittenermassen acht Wohneinheiten auf vier GrundstÃ¼cken als Zufahrt dienen. In solchen FÃ¤llen sei ein Abstand vom Strassengebiet einschliesslich des Kehrplatzes unabdingbar. Die Vereinigung der Zufahrtsparzelle mit dem BaugrundstÃ¼ck sei statthaft, solange die Wegrechte auf die neue Parzelle Ã¼bertragen wÃ¼rden. Ebenso kÃ¶nne die servitutarisch gesicherte WegflÃ¤che hier auf die fÃ¼r zehn Wohneinheiten erforderliche Minimalbreite von 3,6 m reduziert werden. Der Neubau unterschreite den so ermittelten Abstand um rund einen Meter und die Nordfassade des Mehrfamilienhauses bzw. die Ostfassade der angebauten Garage stÃ¼nden unzulÃ¤ssigerweise direkt am Kehrplatz. Dieser werde auf ein Mass von 6 x 6 m verkleinert, sodass Fahrzeuge nur noch erschwert oder unter Beanspruchung der Einfahrt auf der Nachbarparzelle Kat.-Nr. 03 gewendet werden kÃ¶nnten. Zwar dÃ¼rfe auf die L-Strasse auch rÃ¼ckwÃ¤rts ausgefahren werden, doch bestehe weder Anlass noch Anspruch auf Aufhebung des nach den Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 nÃ¶tigen Kehrplatzes und einer entsprechenden Verschlechterung der verkehrsmÃ¤ssigen Erschliessung. Die gesetzliche Ordnung verlange bei Zufahrtswegen einen Abstand von durchgehend 3,5 m, der hier verletzt werde. Die Baubewilligung sei schon aus diesem Grund aufzuheben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, die Vorinstanz sei von der Erschliessung von acht Wohneinheiten ausgegangen, ohne zu prÃ¼fen, inwiefern die BenÃ¼tzung des Wegs durch AnstÃ¶sser rechtlich zulÃ¤ssig sei. Den AnstÃ¶ssern in der ersten Bautiefe stehe dieses Recht nur im vorderen Teil der Wegparzelle zu, weshalb der hintere Teil nur noch der Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks und der gegenÃ¼berliegenden Parzelle Kat.-Nr. 03 diene, weshalb dieser Wegabschnitt nicht mehr als Ã¶ffentlich zu wÃ¼rdigen sei. Zwar verfÃ¼ge auch die zuhinterst an die Wegparzelle anstossende Liegenschaft Kat.-Nr. 04 Ã¼ber ein Fuss- und Fahr­wegrecht, doch sei dieses GrundstÃ¼ck Ã¼ber die M-Strasse erschlossen. Ãber einen Kehrplatz mÃ¼sse der Zufahrtsweg nicht verfÃ¼gen; es genÃ¼gten die auf den anstossenden Grund­stÃ¼cken bestehenden KehrmÃ¶glichkeiten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerschaft macht in formeller Hinsicht geltend, die tatsÃ¤chliche Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass die AnstÃ¶sserliegenschaften in der ersten Bautiefe nur ein auf den vorderen Teil der Wegparzelle beschrÃ¤nktes Fuss- und Fahrwegrecht hÃ¤tten, sei neu und deshalb gemÃ¤ss § 52 Abs. 2 VRG nicht mehr zulÃ¤ssig. Sie setze sich auch nicht mit der ErwÃ¤gung der Vorinstanz auseinander, dass wegen der Verkleinerung des Kehrplatzes die verkehrsmÃ¤ssige Erschliessung verschlechtert werde, sodass die Beschwerde schon aus diesem Grund abzuweisen sei. Der Zufahrtsweg, der acht Wohneinheiten auf vier GrundstÃ¼cken erschliesse, sei auf Grund seiner Erschliessungsfunktion klar ein Ã¶ffentlicher Weg im Sinn von § 265 PBG, der auch den allen Wegberechtigten dienenden Kehrplatz umfasse. Der Wegabstand sei deshalb massiv unterschritten und der an der Ostfassade vorgesehene Erker rage sogar ins Weggebiet hinein.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die formellen EinwÃ¤nde der Beschwerdegegnerschaft sind unbegrÃ¼ndet. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat bereits im Rekursverfahren geltend gemacht, der hintere Teil des Wegs diene nur dem BaugrundstÃ¼ck und der diesem gegenÃ¼berliegenden Parzelle Kat.-Nr. 03. Wenn sie nun ausfÃ¼hren lÃ¤sst, die AnstÃ¶sser in der ersten Bautiefe seien zur BenÃ¼tzung dieses hinteren Teils nicht berechtigt, so ist das lediglich eine PrÃ¤zisierung und keine gemÃ¤ss § 52 Abs. 2 VRG unzulÃ¤ssige neue Tatsachenbehauptung. Sodann hat die Vorinstanz auf die Verschlechterung der Erschliessung im Zusammenhang mit der Verkleinerung der KehrplatzflÃ¤che hingewiesen. Dieser ErwÃ¤gung tritt die BeschwerdefÃ¼hrerin mit dem Einwand entgegen, ein Zugangsweg brauche keinen Kehrplatz, sondern es genÃ¼gten die KehrmÃ¶glichkeiten auf den anstossenden GrundstÃ¼cken. Es kann deshalb keine Rede davon sein, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin den Bauverweigerungsgrund einer ungenÃ¼genden Erschliessung akzeptiert habe.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts, von der abzuweichen kein Grund besteht, kommt es bei der WÃ¼rdigung, ob ein Weg als Ã¶ffentlich oder als privat zu gelten hat, nicht auf die EigentumsverhÃ¤ltnisse, sondern auf die Erschliessungsfunktion des Wegs an. Das Verwaltungsgericht hat in einem Fall, wo eine im Miteigentum stehende Parzelle dem einen GrundstÃ¼ck als gesetzliche Zufahrt diente und gleichzeitig die Funktion des Fuss­gÃ¤ngerzugangs fÃ¼r die Bewohner eines auf dem NachbargrundstÃ¼ck geplanten Neubaus zu Ã¼bernehmen hatte, einen Ã¶ffentlichen Weg angenommen. Der Weg werde in einem solchen Fall von einem unbestimmten Benutzerkreis und fÃ¼r mehr als ein einziges GrundstÃ¼ck beansprucht. Damit liege im Sinn von § 265 Abs. 1 PBG ein Ã¶ffentlicher Weg vor (RB 1987 Nr. 77; RB 1982 Nr. 149 = BEZ 1982 Nr. 20; bestÃ¤tigt in VGr, 5. September 2001, BEZ 2001 Nr. 48).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die heutige Wegparzelle Kat.-Nr. 02 dient unbestrittenermassen auch in ihrem hinteren Teil nicht nur dem BaugrundstÃ¼ck, sondern ebenso der gegenÃ¼berliegenden Einfamilienhausliegenschaft Kat.-Nr. 03 als gesetzliche Erschliessung. Zudem verfÃ¼gt auch die zuhinterst an die Wegparzelle anstossende Liegenschaft Kat.-Nr. 04 Ã¼ber ein Fuss- und Fahrwegrecht, das jederzeit wieder beansprucht werden kÃ¶nnte. Damit stellt der Weg nicht bloss eine grundstÃ¼cksinterne Erschliessung dar, sondern er steht als gesetzliche Erschliessung von mindestens zwei GrundstÃ¼cken einem unbestimmten BenÃ¼tzerkreis offen. Die Vor­instanz hat deshalb den Weg zutreffend als Ã¶ffentlich qualifiziert. Ob der Wegabstand nach Art. 12 Abs. 1 BZO, wo nach dem Wortlaut der Bestimmung nicht zwischen Ã¶ffentlichen und privaten Wegen unterschieden wird, auch bei Privatwegen 3,5 m betragen muss, braucht nicht entschieden zu werden. Ebenfalls braucht der Frage nicht weiter nachgegangen zu werden, ob die Fuss- und Fahrwegrechte der AnstÃ¶sser in der ersten Bautiefe sich nur auf diesen Wegabschnitt beziehen. Immerhin ist anzumerken, dass im Rahmen einer vorfrageweisen PrÃ¼fung viel dafÃ¼r spricht, dass die als eigene Parzelle ausgeschiedene und mit einem Kehrplatz ausgestattete Stichstrasse den berechtigten GrundstÃ¼cken in ihrer gesamten Ausdehnung, das heisst einschliesslich des Kehrplatzes, als Erschliessung dienen soll. NÃ¶tigenfalls wird aber der Zivilrichter den Umfang der Dienstbarkeiten zu bestimmen haben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>BetrÃ¤gt der gebotene Wegabstand 3,5 m, so wird er durch den geplanten Neubau auch dann unterschritten, wenn als Weggebiet nicht die heutige Parzelle Kat.-Nr. 02 angenommen wird, sondern mit der Vorinstanz lediglich ein 3,6 m breiter Streifen. Auch in diesem Fall betrÃ¤gt die Abstandsunterschreitung unbestritten rund einen Meter.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diese Abstandsunterschreitung betrifft die gesamte Ostfassade des geplanten Neubaus und insbesondere auch die interne Erschliessung. Der Mangel des Bauvorhabens kann deshalb nicht ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden, sondern bedarf tief greifender ProjektÃ¤nderungen. Die Vorinstanz hat deshalb ohne Rechtsverletzung die Baubewilligung aufheben kÃ¶nnen, statt sie gemÃ¤ss § 321 Abs. 1 PBG durch entsprechende Nebenbestimmungen zu ergÃ¤nzen. Das gilt umso mehr, als ein Zufahrtsweg, wenn er als Stichstrasse ausgebildet ist, gemÃ¤ss Anhang zu den Zugangsnormalien Ã¼ber eine KehrmÃ¶glichkeit verfÃ¼gen muss, wobei eine rechtliche Sicherung auf Privatgrund genÃ¼gt. Mit dem geplanten Neubau geht der bestehende Kehrplatz verloren, ohne dass eine (rechtliche gesicherte) KehrmÃ¶glichkeit neu geschaffen wird. Dass das Wenden auf bestehenden oder neu geplanten AbstellplÃ¤tzen grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich bleibt, genÃ¼gt schon deshalb nicht, weil keine GewÃ¤hr dafÃ¼r besteht, dass diese fÃ¼r WendemanÃ¶ver tatsÃ¤chlich zur VerfÃ¼gung stehen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beansprucht nÃ¶tigenfalls die Erteilung einer Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Unterschreitung des Wegabstands. Der Umstand, dass bei Beachtung des gebotenen Wegabstands die maximal zulÃ¤ssige AusnÃ¼tzung nicht ausgeschÃ¶pft werden kann, begrÃ¼ndet indessen keine besonderen VerhÃ¤ltnisse im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG und vermag die Erteilung einer Ausnahmebewilligung deshalb nicht zu rechtfertigen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde erweist sich damit als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. AusganggemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), die Ã¼berdies zu einer UmtriebsentschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerschaft zu verpflichten ist (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'590.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerschaft verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>