<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, unverzüglich alles zu unternehmen, damit die Kosten für die Diätberatung bei fettleibigen Kindern übernommen werden. Die Kinder sollen in diesem Bereich gleich behandelt werden wie die Erwachsenen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass die Zunahme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ein grosses gesundheitspolitisches Problem darstellt. Der Bundesrat verweist in diesem Zusammenhang auf das vom Bundesamt für Gesundheit und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz initiierte Projekt Suisse Balance mit dem Ziel der Förderung eines gesunden Körpergewichtes durch ausgewogene Ernährung und vermehrte Bewegung. Dieses Programm hat den Schwerpunkt der laufenden Präventionsaktivitäten bei Kindern und Jugendlichen gesetzt. Der Bundesrat erhofft sich ebenfalls neue Impulse aus dem internationalen Jahr des Sports und der Sporterziehung (2005).</p><p>Gegenstand der Motion bildet die Kostenübernahme der individuellen Ernährungsberatung durch die obligatorische Krankenversicherung bei Kindern mit Übergewicht. Gemäss den Grundsätzen des Krankenversicherungsgesetzes werden generell nur die Kosten von Leistungen übernommen, die wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Die Frage der Kostenübernahme ist unter diesen Gesichtspunkten zu betrachten.</p><p>Die Wirksamkeit der Ernährungsberatung, kombiniert mit Bewegungsberatung und allenfalls psychologischer Betreuung, ist für Erwachsene in der wissenschaftlichen Literatur belegt. Für Kinder fehlt dieser Wirksamkeitsnachweis bislang. Interdisziplinäre, strukturierte Programme gelten trotzdem als potenziell wirksam, sofern sie eine Änderung nicht nur des Ernährungsverhaltens, sondern auch des Freizeitverhaltens und insbesondere der körperlichen Aktivität anvisieren und sofern sie beim Kind selber, seiner Familie und seiner näheren Umgebung (Schule) ansetzen. Ärztlich geleitete Programme, die diesen Prinzipien folgen, existieren in einigen Schweizer Städten.</p><p>Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt derzeit die Kosten der Ernährungsberatung bei übergewichtigen Erwachsenen, sofern Folgeerkrankungen des Übergewichts vorliegen, nicht jedoch bei übergewichtigen Kindern. Bei den Erwachsenen stellt das Erfordernis, dass gleichzeitig eine Folgekrankheit des Übergewichts vorliegen muss, sicher, dass über den Arzt bzw. die Ärztin, welche die Folgekrankheit behandelt, eine Integration der verschiedenen Ansätze (Ernährungsberatung, Förderung der Bewegung, Behandlung der somatischen Folgekrankheiten, allenfalls psychologische Betreuung) erfolgt. Zudem stellt sich - bei weiterer Gewichtszunahme - oft die Frage der medikamentösen oder gar chirurgischen Behandlung des Übergewichts. Die Ernährungsberatung beim Erwachsenen fügt sich so in den Kontext der ärztlichen Behandlung des Übergewichts und seiner Folgen ein. Die Situation bei Kindern und Jugendlichen ist eine andere. Meist haben sich Folgekrankheiten des Übergewichts glücklicherweise noch nicht eingestellt. Die medizinischen Aspekte des Übergewichts sind eher im Hintergrund, die edukativen Aspekte dagegen im Vordergrund.</p><p>Der Schweizerische Verband diplomierter Ernährungsberater und Ernährungsberaterinnen hat bereits zweimal (2003 und 2004) die Kostenübernahme der Ernährungsberatung auch bei übergewichtigen Kindern beantragt (unterstützt von kinderärztlicher Seite). Die Eidgenössische Leistungskommission (ELK) hat sich beide Male gegen eine Kostenübernahme für die isolierte Ernährungsberatung ausgesprochen, aber eine positivere Haltung in Aussicht gestellt, sobald die Ernährungsberatung in ein ärztlich geleitetes, interdisziplinäres Programm für übergewichtige Kinder eingebettet ist, welches die bekannterweise kritischen Elemente (Kontinuität; Einbezug der Familie und Umgebung; Einflussnahme auf das Ernährungs- und auf das Freizeitverhalten) abdeckt.</p><p>Der Bundesrat betrachtet die Ernährungsberatung für übergewichtige Kinder und Jugendliche als isolierte Einzelmassnahme nicht als Pflichtleistung der Krankenversicherung, denn sie erfüllt in dieser isolierten Form nach Ansicht der zuständigen Fachkommission die Voraussetzungen Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht. Der Vorstoss ist daher abzulehnen. Stattdessen ist der von der ELK skizzierte Weg zu beschreiten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.