B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4282/2011/mel U r t e i l v o m 1 3 . N o v e m b e r 2 0 12 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, Richterin Contessina Theis; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy, Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), und deren Kind C._______, geboren (…), Sri Lanka, alle vertreten durch Andreas Aerni, c/o Freiplatzaktion Basel Asyl und Integration, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. Juni 2011 / N _______. D-4282/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Sri Lanka am 5. Januar 2005 und hielt sich bis Ende Juni 2008 in Frankreich auf. Von Juni 2008 bis November 2008 weilte er in Deutschland und wurde mittels Dublin-Entscheid nach Frankreich zurückgeführt. Am 21. Novem- ber 2008 gelangte er von Frankreich aus illegal in die Schweiz, wo er noch am selben Tag ein Asylgesuch stellte. A.b. Die Beschwerdeführerin verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 24. Mai 2008. Vom 25. Mai 2008 bis zum 14. November 2008 hielt sie sich nach eigenen Angaben in Deutschland auf, wo sie ein Asylgesuch einreichte. Am 21. November reiste sie von Frankreich aus in die Schweiz ein. Hier stellte sie am selben Tag ihr Asylgesuch. A.c. Am 26. November 2008 fanden im Empfangs - und Verfahrenszent- rum (EVZ) D._______ die Befragungen zur Person (BzP) statt. Dabei machten die Beschwerdeführenden geltend, sie seien tamil ischer Ethnie und stammten aus Jaffna. A.d. Am 7. September 2009 kam die gemeinsame Tochter C._______ der Beschwerdeführenden in der Schweiz zur Welt. A.e. Am 15. und 22. Oktober 2009 wurden die Beschwerdeführenden di - rekt zu ihren Asylgründen angehört. B. B.a. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, zwischen 1990 und 2001 hätten ihn Angehörige der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) mehrmals zum Beitritt aufge- fordert. Im Jahr 2001 habe er für die LTTE Waren transportier en müssen. Auf einem Warentransport sei er angegriffen und zunächst für eine W o- che in E._______ und danach für drei Wochen in F._______ festgehalten worden, wo man ihn verhört und geschlagen habe. Dank Geldzahlungen sei er freigelassen worden, habe aber in G._______ wöchentlich Unter- schrift leisten müssen. Im Juli 2001 sei er nach Indien gereist. Anfang 2003 sei er wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt. Während seines Au f- enthaltes in Colombo zwische n 2003 und 2005 sei er von singhales i- schen Nachbarn schikaniert worden. Einmal sei er zusammen mit Freu n- den von der Polizei eine Nacht lang festgehalten worden. Nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka habe er erfahren, dass die People's Liberation D-4282/2011 Seite 3 Organisation of Tamil Eelam (PLOTE) ein Familiengrundstück in H._______ an neun andere Familien abgegeben habe. Sein Vater habe Klage eingereicht. In der darauf folgenden Verhandlung sei festgelegt worden, dass das Grundstück seiner Familie zurückzugeben sei und die neuen Familien innert einer bestimmten Frist das Grundstück zu verla s- sen hätten. Dies sei jedoch nicht geschehen. Die Gerichtsverhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. B.b. Die Beschwerdeführerin machte zur Begründung ihres Asylgesuches im Wesentlichen geltend, im Juli 2006 sei sie von Italien aus nach Sri Lanka zurückgekehrt, wo sie sich mit ihren Eltern im Vanni-Gebiet nieder- gelassen habe. Dort sei sie aufgefordert worden, sich der LTTE anz u- schliessen. Schliesslich habe die LTTE sie gezwungen, mitzugehen. Im LTTE-Lager sei sie an Malaria erkrankt. Eine Frau habe ihr geholfen, von dort zu fliehen. Zu Haus e angekommen, hätten ihre Eltern sie nach C o- lombo geschickt. Unte rwegs sei sie an einem Checkpoint in I._______ festgenommen worden, weil sie falsche Papiere auf sich getragen habe. Sie sei zwischen April und Mai 2008 während eines Monats in einem Po- lizeigefängnis bei H._______ festgehalten worden, wo man sie vergewa l- tigt habe. Ein Freund ihres Onkels habe sie zwei Tage später aus dem Gefängnis abgeholt und z u Freunden gebracht. Sie sei gegen Geld fre i- gekommen. B.c. Am 14. Oktober 2010 fand die standesamtliche Trauung der B e- schwerdeführenden in [einer Schweizer Stadt] statt. C. C.a. Mit Verfügung vom 29. Juni 2011 – eröffnet am 1. Juli 2011 – lehnte das BFM die Asylgesuch e ab und ordnete die Wegweisung de r Be- schwerdeführenden aus der Schweiz an. Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, die Vorbringen der Beschwerdeführenden erfüllten teils die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) und teils diejenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht. C.b. Die Beschwerdeführerin habe im Verlauf des Asylverfahrens wider - sprüchlich ausgesagt. So habe sie bei der direkten Anhörung zu ihren Asylgründen vom 22. Oktober 2009 auf die Frage, wann sie das letzte Mal von der LTTE bedrängt worden sei, geantwortet, sie könne sich daran nicht erinnern (vgl. Akten der Vorinstanz A36/9, S. 2 F. 13). Gemäss ihrer Darstellung an der BzP sei aber die LTTE letztmals am 24. Mai 2008 ge-D-4282/2011 Seite 4 kommen (vgl. A3/10, S. 5) . Des Weiteren habe die Beschwerdeführerin bei der BzP erklärt, sie sei nur mit dem Passierschein nach Colombo auf - gebrochen, wobei sie explizit ausgesagt habe, sie habe ihre Identitätskar- te nicht mitgenommen (vgl. A3/10, S. 5). Ihren Aussagen bei der direk ten Anhörung zu ihren Asylgründen vom 15. Oktober 2009 zufolge, habe sie sowohl einen Passierschein als auch eine Identitätskarte auf sich getr a- gen, was gerade dazu geführt habe, dass sie festgenommen worden sei , weil die Personalien der beiden Dokumente nicht übereingestimmt hätten (A35/16, S. 5 F. 27). Dieser Widerspruch habe nicht geklärt wer den kön- nen (vgl. A36/9 S. 6 F. 65). Anlässlich der direkten Anhörung vom 15. Ok- tober 2009 habe die Beschwerdeführerin z unächst davon gespro chen, dass der Freund des Onkels versprochen habe, sie komme gegen Lös e- geld frei (vgl. A35/16, S. 5 F. 30). Später, als sie aufgefordert worden sei, die Umstände ihrer Freilassung genauer auszuleuchten, wolle sie von i h- ren Peinigern selbst von der Freilassung durch Lösegeld erfahren ha ben (A36/9, S. 5 F. 55). Auch habe sie zunächst angegeben, der Freund ihres Onkels habe s ie abgeholt und zu Freunden von ihm gebracht (vgl. A35/16, S. 8 F. 67), währendem sie später am Morgen ihrer Freila ssung zum Freund ihres Onkels gebracht worden sein wolle (vgl. A35/16, S. 10 F. 88 f.). Aufgrund der Widersprüche bestünden Zweifel am Wahrheitsge - halt ihrer Vorbringen. Darüber hinaus seien ihre Aussagen und Beschreibungen durchgehend unsubstanziiert, wirkten stereotyp und wiederholten sich in derselben Art und Weise, so dass der Eindruck entstehe, sie habe die Geschichte kon - struiert und auswendig gelernt. Beispielsweise beschreibe sie den Raum, in dem sie während eines Monats gefangen gehalten worden sei n wolle, als gefängnisähnlichen Raum, in welchem sich Pappkartons befunden hätten (A35/16, S. 10 S. 8 f. F. 71 - F. 73). Mehr habe sie über den Raum und die Umgebung des Gefängnisses, in dem sie einen Monat zuge - bracht haben wolle, nicht sagen können. Ihre Erklärung, es sei dunkel gewesen, weswegen sie nichts habe erkennen können (A35/16, S. 9 F.77), sei stereotyp. Sie habe weder den Namen noch den Ort des G e- fängnisses (vgl. A35/16, S. 8 F. 65 f.) gekannt, noch habe sie sagen kö n- nen, wohin sie der Freund ih res Onkels nach der Freilassung ge bracht habe (vgl. A35/16, S. 8 F. 68). Trotz ihrer Aussage, immer wieder verhört worden zu sein (vgl. A35/16, S. 9 F. 74), habe sie nicht mehr über die gel- tend gemachten Verhöre sagen können, als dass sie gefragt wor den sei, woher sie komme und ob sie bei der LTTE gewesen sei (A36/9, S. 5 F. 44). D-4282/2011 Seite 5 Die Darstellung der Vergewaltigung sei unscharf, in sich unschlüssig und wirke insgesamt verzettelt. Zudem erscheine es stereotyp, dass die Be - schwerdeführerin ausgerechnet währe nd der Vergewaltigung in Ohn - macht gefallen sei. Auch falle auf, dass sich die freie Schilderung des Ge- schehnisses in knappen und vagen Angaben erschöpfe. Zudem hätten sämtliche Angaben zum Vorfall einzeln erfragt werden müssen. Die Art und Weise, wie sie das Geschehnis geschildert habe, wirke ausserdem unpersönlich, als habe sie den Vorfall nicht selbst erlebt. Das Protokoll vermittle den Eindruck, als habe die Beschwerdeführerin ih- re Vorbringen fortlaufend während der Anhörung zur Sache entworfen und mit neuen Elementen ergänzt: So habe sie zunächst zu Protokoll g e- geben, sie sei von der Polizei in H._______ in einem gefängnisartigen Lager festgehalten worden. Zunächst sei einer gekommen und als sie versucht habe, sich zu wehren, habe er sie an den Haaren gezogen. Daraufhin seien noch zwei Leute gekommen, welche sie festgehalten hät- ten. Sie sei bewusstlos geworden und als sie wieder zu sich gekommen sei, sei ihr Kleid voller Blut gewesen und sie habe ein neues Kleid erha l- ten (vgl. A35/16, S. 5 F. 31). Spät er habe die Beschwerdeführerin hinzu- gefügt beziehungsweise habe man von ihr erfahren, dass das Kleid ze r- rissen worden sei (vgl. A35 /16, S. 5 F. 33), und es vor der angeblichen Vergewaltigung zu einem Handgefecht zwischen der Beschwerdeführerin und den Tätern gekommen sei, an dessen Ende sie zu Boden gestossen worden sei und mit dem Kopf aufgeschlagen habe (vgl. A35/16, S. 6 F. 37). Dann habe man erfahren, dass das Kleid zerrissen sei, als sie zu Boden gefallen sei (vgl. A35/16, S. 6 F. 39). Als sie aus der Ohnmacht erwacht sei, sei sie nackt gewesen . Ihr Kleid habe sie in eine Ecke g e- worfen vorgefunden (vgl. A35/16, S. 7 F. 46). Im Raum habe sie ein ande- res Kleid vorgefunden (A35/16, S. 7 F. 47), und ihre Brust sei gequetscht gewesen (vgl. A35/16, S. 7 F. 50 ). Man habe sie eines Nachts von I._______, wo sie vom Militär festgehalten worden sei, zur Vergewalti- gung mitgenommen und früh morgens wieder zurückgebracht (vgl. A35/16, S. 7 F. 57 f.). Demgegenüber habe sie im weiteren Verlauf der Anhörung erklärt, sie sei doch nicht mitgenommen worden, sondern sie sei in dem Raum, in dem sie untergebracht gewesen sei, vergewaltigt worden (vgl. A35/16, S. 8 F. 64). Aufgrund des Gesagten sei festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen sei, die geltend gem achten Fluchtgründe überzeugend darzulegen. D-4282/2011 Seite 6 C.c. Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, er befürchte, auch nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen Verfolgung s- massnahmen seitens der sri-lankischen Behörden. Diese Vorbringen könnten aber prinzipiell keine Furcht vor Verfolgung im Sinne des Asylge- setzes objektiv begründen, selbst wenn man die Glaubhaftigkeit der en t- sprechenden Sachverhaltsvorbringen voraussetze. Die sri-lankischen Sicherheitsbehörden hätten den Beschwerdeführer im Jahr 2001 nicht a us der Haft entlassen, wenn sie ihn tatsächlich politi - scher Aktivitäten zugunsten der LTTE verdächtigt hätten. Seine damalige Freilassung spreche dafür, dass die sri-lankischen Sicherheitsbehörden ihn keines nennenswerten Engagements für die LTTE verdächt igt hätten. Zwar sei ihm nach der Freilassung eine Meldepflicht auferlegt worden. Dieser sei er aber nach kurzer Zeit nicht mehr nachgekommen, da er nach Indien ausgereist sei. Dem Umstand, dass er nach seiner Rückkehr aus Indien erneut vorübergehend festg ehalten worden sei, komme kein objektiver Verfolgungscharakter zu, da es sich nicht um eine gezielte Festnahme gehandelt habe. Schliesslich sei nicht davon auszugehen, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine behördliche gesuchte Per - son handeln könne un d strafrechtliche Verfolgungsmassnahmen gegen ihn vorlägen. Denn wäre dem so gewesen, wäre der Beschwerdeführer nicht wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Im Übrigen komme derarti - gen Massnahmen indessen bereits auf Grund ihrer geringen Intensität in der Regel kein Verfolgungscharakter zu. Solche Personenkontrollen ziel - ten einzig darauf ab, die Infiltrierung von LTTE -Kämpfern in die Zivilg e- sellschaft zu unterbinden, was in asylrechtlicher Hinsicht keine relevante Verfolgungssituation darstelle. Zudem se i der Beschwerdeführer Anfang 2003 erneut für zwei Jahre nach Sri Lanka zurückgekehrt und habe sich dadurch freiwillig unter den Schutz seines Heimatlandes gestellt. Damit entfalle die Asylrelevanz der zuvor geltend gemachten Vorbringen ohnehin. In der Zwischenzeit habe sich die Situation in Sri Lanka grundlegend g e- ändert. Der Krieg sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde sich das gesamte Land erstmals seit 1983 wi e- der unter Regierungskontrolle. Die im Krieg vorgekommenen massiven Übergriffe durch die LTTE, die Sicherheitskräfte und weitere Dritte seien stark zurückgegangen. Auch wenn nach wie vor zum Teil recht scharfe Kontrollen du rchgeführt würden, bestünde für die Sicherheitskräfte Sri Lankas kein Anlass mehr, flächendeckend nach Mitgliedern oder Symp a-D-4282/2011 Seite 7 thisanten der LTTE zu suchen, da diese Organisation zerschlagen und eine Vielzahl von Kadern getötet beziehungsweise inhaftiert worden oder ausser Landes geflüchtet sei. Dem sei anzufügen, dass der Beschwerdeführer nicht über ein Profil ver- füge, das ihn zum heutigen Zeitpunkt gegenüber den sri-lankischen Be- hörden noch verdächtig mache. Er sei eigenen Angaben zufolge kein Mit- glied der LTTE. Seine Aktivitäten für die Bewegung lägen zudem über ein Jahrzehnt zurück und hätten sich auf einen lokal sehr begrenzten Raum beschränkt. Aus den Akten seien somit keine genügenden konkreten Hinweise dafür zu erkennen, welche darauf hindeuteten, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit erheblicher Wahrscheinl ichkeit damit zu rechnen hätte, in absehbarer Zukunft seitens der heimatlichen Behörden oder anderer Gruppierungen Verfolgungsmassnahmen im Si n- ne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. Der geltend gemachte Landstreit sei unter dem Gesichtspunkt des Asy l- gesetzes nicht beachtlich, da es sich um ein legitimes zivilrechtliches Ver- fahren handle. Bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen des B e- schwerdeführers einzugehen. An dieser Einschätzung könnten auch die eingereichten Beweismittel nichts ändern, zumal sie sich auf Umstände beziehen würden, deren Glaubhaftigkeit nicht in Zweifel gezogen werde. D. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 2. August 2011 liessen die Beschwerdeführenden die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die Gewährung von Asyl in der Schweiz beantragen. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges und als Folge davon den Beschwerdeführe nden die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. Es sei den B e- schwerdeführenden die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Es sei fest - zustellen, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe und den Beschwerdeführenden sei zu allfälligen Stellungnahmen des Beschwer - degegners ein Replikrecht zu gewähren. D-4282/2011 Seite 8 E. Am 4. August 2011 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein - gang der Beschwerde. F. F.a. Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2012 teilte das Bundesverwal- tungsgericht den Beschwerdeführenden mit, sie könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Über das Gesuch um Gewäh - rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah - ren (VwVG, SR 172.021) werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Ver - beiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen und auf die Erhebung eines Kosten vorschusses wurde verzichtet. Zudem wurde den Beschwerdeführenden unter Hinweis auf die Säumnisfolge die Gelegen - heit eingeräumt, sich bis am 12. April 2012 zum vorinstanzlichen Lände r- bericht zu Sri Lanka vernehmen zu lassen sowie ein aktuelles die B e- schwerdeführerin betreffendes Arztzeugnis sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber den Asylbe - hörden einzureichen. F.b. Mit Eingabe vom 12. April 2012 nahmen die Beschwerdeführenden fristgerecht Stellung und reichten ein den Beschwerdeführer betreffendes Arztzeugnis vom 12. April 2012 ins Recht. D essen Gesundheitszustand habe sich mittlerweile verschlechtert. Er leide neu ebenfalls an PTBS und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Ein aktuelles, die B e- schwerdeführerin betreffendes Arztzeugnis werde nachgereicht. F.c. Mit Eingabe vom 25. April 2012 reichten die Beschwerdeführenden den in Aussicht gestelltem ärztlichen Bericht die Beschwerdeführerin be - treffend vom 10. April 2012 ein. G. Mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2012 beantragte die Vorinstanz die Ab- weisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, bereits im Zeitpunkt des Asylentscheides sei bekannt gewesen, dass die Beschwerdeführerin unter einer PTBS leide. Dies sei auch in den Erwägungen zur Zumutbar- keit des Wegweisungsvollzuges berücksichtigt worden. Der gesundheitli - che Zustand der Beschwerdeführerin belege indessen die Asylvorbringen D-4282/2011 Seite 9 nicht. Die gesundheitlichen Probleme müssten nicht zwangsläufig durch die geltend gemachten Vorbringen ausgelöst worden sein, sondern könn- ten auch durch andere Faktoren entstanden sein. Bezüglich der allgemei- nen Lageeinschätzung und zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wurde auf das Grundsatzurteil BVGE 2011/24 sowie auf die angefochtene Verfügung verwiesen. H. Mit Replik vom 17. Juli 2012 führten die Beschwerdeführenden unter a n- derem aus, das BFM ignoriere zahlreiche Veränderungen im Gesund - heitszustand der beiden erwachsenen Beschwerdeführenden sowie die auf Beschwerdeebene vorgebrachten Einwände bezüglich der in Sri La n- ka vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Erkranku n- gen. Bei der Beschwerdeführerin hätten sich die Symptome der PTBS verschlimmert, sie habe einen weiteren Suizidversuch unternom men und insbesondere beabsichtigt, ihre Tochter in einen erweiterten Suizid einzu- beziehen. Der Bericht vom 10. April 2012 zeige eindrücklich, wie labil die Beschwerdeführerin sei. Da die Betreuung der Tochter nicht mehr g e- währleistet gewesen sei, sei eine Meldung beim Kinder - und Jugendamt erforderlich gewesen. Die Situation habe sich erst im Frühjahr 2012 s o- weit stabilisiert, dass die Beschwerdeführerin wieder an Gesprächen h a- be teilnehmen können. Die Vorinstanz habe auch ausser Acht gelas sen, dass sich auch der Gesundheitszustand des Beschw erdeführers be - sorgniserregend verschlechtert habe und er nun selbst regelmässige psy- chotherapeutische Behandlung benötige. Im Gegensatz zur Vorinstanz gingen sie nicht davon aus, dass ihre gesundheitlichen Probleme in Sri Lanka adäquat behandelt werden könnten. I. Mit Eingabe vom 20. September 2012 legten die Beschwerdeführenden ein weiteres die Beschwerdeführerin betreffendes ärztliches Zeugnis vom 18. September 2012 ins Recht. Demnach leide sie nach wie vor unter den Symptomen der PTBS. Komorbid zu den Sy mptomen der PTSD zeige sich bei ihr noch immer ein mittelgradiges depressives Zustandsbild ohne somatisches Syndrom . Eine psychiatrisch -psychotherapeutische Weiter- behandlung sei derzeit dringend indiziert und notwendig. D-4282/2011 Seite 10 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor instanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des As yls endgültig, ausser bei Vorliegen ei nes Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren ric htet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs weise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, D-4282/2011 Seite 11 die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben. Die angefoch- tene Verfügung stelle den Sachverhalt ung enügend fest und die daraus gezogenen, unsubstantiierten und ebenso unzutreffenden Folgerungen der Vorinstanz würden ohne Weiteres eine erhebliche Rechtsverletzung darstellen. Soweit sich das BFM auf die UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 sowie auf die Dienstreise des BFM berufe beziehungsweise sich auf diese Quellen abstütze, gelange es zu einer einseitigen und unvollständi - gen Lagebeurteilung, die entscheidende Aspekte der aktuellen Si - cherheits- und Menschenrechtslage der tamilischen Bevölkerung im Os - ten und Norden Sri Lankas unbeachtet lasse. 5. 5.1. Der Anspruch der Beschwerdepartei auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 VwVG) umfasst verschiedene Teilgehalte, d ie als Mitwirkungsrechte und Informationsansprüche au s- gestaltet sind. Zu nennen ist unter anderem das Recht auf Einsicht in die Verfahrensakten (Art. 26-28 VwVG), das der betroffenen Person ermögli - chen soll, die Grundlagen eines sie betreffenden Entscheid s zu kon - trollieren und gegebenenfalls wirksam und sachbezogen Stellung zu be - ziehen (vgl. etwa MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 255, m.w.N.; STEPHAN C. BRUNNER, in: Christoph A u- er/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, Zü- rich/ St. Gallen 2008, Art. 26, N 2; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwal- tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 295; BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Z ü- rich/ Basel/Genf 2009, Art. 26, N 4 ff., 32 f.). Demnach ist den Parteien D-4282/2011 Seite 12 grundsätzlich Einsicht in die Akten zu ge währen, und dieses Recht darf nur ausnahmsweise verweigert werden. Unter die als Beweismittel di e- nenden Aktenstücke im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG fallen in s- besondere die im konkreten Fall tatsächlich als Beweismittel herangez o- genen Aktenstücke sowie ausserdem alle Unterlagen, w elche grundsätz- lich geeignet sind, in einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu di e- nen (dazu BGE 132 V 387 E. 3.2 S. 389, 121 I 225 E. 2a S. 227, 119 Ib 12 E. 6b S. 20; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 19 94 Nr. 1 E. 3a; vgl. zudem WALD- MANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 26, N 58). Des Weiteren ist im vorliegenden Zusammenhang auf die Begründungspflicht hinzuweisen. Die Begrü n- dung eines Entscheids soll der betroffenen Per son die Tatsachen und Rechtsnormen zur Ken ntnis bringen, die für die entscheidende Behörde massgeblich waren. Damit soll der Adressat des Entscheids ausserdem in die Lage versetzt werden, den Entscheid sachgerecht anzufechten (vgl. FELIX UHLMANN/ ALEXANDRA SCHWANK, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 35, N 10, 17). 5.2. In der angefochtenen Verfügung ist kein ausdrücklicher Hinweis auf einen konkreten Dienstreisebericht enthalten. Indessen ist unbestritten, dass das Bundesamt im September 2010 eine Dienstreise nach Sri La n- ka durchführte, u m Erkenntnisse zur dortigen Lage nach dem Ende des Bürgerkriegs sowie zur Frage zu gewinnen, ob und inwiefern sich die Zumutbarkeit einer allfälligen Rückkehr sri-lankischer Asylsuchender in ih- ren Heimatstaat verändert habe. In der angefochtenen Verfügung ist zu- dem von "Erkenntnissen" des BFM die Rede, wobei in diesem Zusa m- menhang auf die erwähnte Dienstreise sowie die UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 hingewiesen wird. Es werden keine anderweitigen Quellen genannt. Somit ist objektiv davon auszugehen, dass die Erkenntnisse des Bundesamts, welche zur Begründung einer Praxisänderung in Bezug auf die Beurteilung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Sri Lanka herangezogen werden, unter anderem auf die Dienstreise vom Herbst 2010 zurückgehen. Mit anderen Worten stützt sich die angefoc h- tene Verfügung in entscheidwesentlicher Weise auf die Informationen, welche auf grund der Reise einer Delegation des BFM nach Sri Lanka gewonnen wurden. 5.3. Ungeachtet dessen, ob in der angefochtenen Verfügung ein konkre - ter Bericht zur fraglichen Dienstreise und mithin ein spezifisches Akten - stück genannt wird oder ob nur auf die Dienstreise an sich verwiesen wird, ist festzustellen, dass das aus dem verfassungsmässigen Anspruch D-4282/2011 Seite 13 auf rechtliches Gehör resultierende Recht des Beschwerdeführers auf In- formation über die wesentlichen Entscheidgrundlagen im vorliegenden Fall nicht ausreichend gewahrt worden ist. Indem sich das BFM in der angefochtenen Verfügung argumentativ wesentlich auf die Erkenntnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom Herbst 2010 gestützt hat, wäre es je- denfalls unter dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht gehalten gewe- sen, den Beschwerdeführenden diese Erkenntnisse mit angemessener Transparenz offenzulegen. Eine knappe Wiedergabe lediglich der wic h- tigsten aus der Dienstreise gezogenen Schlüsse, wie mit der angefocht e- nen Verfügung geschehen, wird dem Informationsanspruch de r Be- schwerdeführenden nicht gerecht. Der Anspruch de r Beschwerdeführen- den auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise setzt vielme hr voraus, dass ihnen diese zumindest in Form einer schriftli chen Zusammenfa s- sung zugänglich gemacht werden. Dabei hat diese Zusammenfassung al- le wesentlichen Aspekte wiederzugeben, welche für die aufgrund der Dienstreise getroffenen Einschätzungen von konkreter Bedeutung sind. 5.4. Das BFM hat sich auf den Dienstreisebericht des BFM vom Septem - ber 2010 in der angefochtenen Ver fügung gestützt, nähere diesbezügli- che Ausführungen jedoch unterlassen. Bei dieser Sachlage ist festzustel - len, dass das BFM den Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtli- ches Gehör verletzt hat. Dieser Anspruch ist sodann formeller Natur, wes- halb seine Verletzung grundsätzlich ohne weiteres - das heisst ungeach- tet der materiellen Auswirkungen - zur Aufhebung des daraufhin ergange- nen Entscheides führt (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371 mit weiteren Hinweisen, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Ausgehend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat a l- lerdings die Rechtsprechung aus prozessökonomischen Gründen Leitli - nien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verfü - gung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, die Beschwerdeführenden dazu Stellung nehmen können und der Beschwerdei nstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit ve r- tretbarem Au fwand hergestellt werden kann (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b S. 15 ff. und EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1 S. 265; vom BVGer best ä- tigt in BVGE 2007/30 E. 8.2, im gleichen Sinne BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine Heilung die Ausnahme bleiben soll). D-4282/2011 Seite 14 5.5. Das Bundesverwaltungsgericht hat das BFM im Rahmen eines ande- ren hängigen Verfahrens mit Schreiben vom 29. November 2011 ang e- wiesen, die Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 schriftlich zusammenzufassen und dem Bundesverwaltungsgericht zu übermitteln. Daraufhi n übermittelte das BFM mit Schreiben vom 22. Dezember 2011 die verlangte Zusammenfassung der Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010. 5.6. Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2012 wurde de n Beschwerde- führenden eine Kopie der erwähnten Zusamm enfassung übermittelt. Gleichzeitig wurde ihnen die Gelegenheit gegeben, dazu bis am 1 2. April 2012, eine Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe vom 1 2. April 2012 liessen sie sich diesbezüglich vernehmen. Angesichts der den Beschwer- deführenden gewährten Gelegenheit zur Stellungnahme kann der vorli e- gende Verfahrensmangel als geheilt erachtet werden (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). 6. 6.1. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP , SR 273) verpflichtet die Behörde nicht, alles und jedes, was wünschbar wäre, abzuklären. Bei der Auswahl der Beweismittel berücksichtigt sie vielmehr deren Tauglichkeit und B e- weiskraft (vgl. KÖLZ/ HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs - rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 276). Zusätzliche A b- klärungen sind insofern nur dann vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender A n- haltspunkte Anlass besteht. Von beantragten Beweisvorkehren kann a b- gesehen werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotenen Beweis keine wesentlich neuen Erkenntnisse zu vermitteln vermag oder wenn die Be- hörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend würdi - gen kann (vgl. KÖLZ/HÄNER a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162, mit Hinweis). Gelangt die Behörde bei pflichtgemässer B e- weiswürdigung zur Überzeugung, der zu beweisende Sachverhalt sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis nicht geeignet, weitere Abklärungen herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel ver - zichtet werden. Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass zusätzliche Abklärungen im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu neuen sachdienlichen E r-D-4282/2011 Seite 15 kenntnissen führen könnten beziehungsweise auch im vorinstanzlichen Verfahren nicht entscheiderheblich gewesen wären: In antizipierter B e- weiswürdigung ist festzustellen, dass eine ergänze nde, vertiefte Sac h- verhaltsfeststellung bei der Beurteilung des vorliegenden Verfahrens nicht zu einem anderen Entscheid führen könnte. Die entsprechenden Be - weisanträge werden demnach abgewiesen. Auch gilt es an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass alle in der Umstand, dass das BFM eine andere Schlussfolgerung zog als die Beschwerdeführenden, keine Verletzung der Untersuchungspflicht darstellt, weshalb sich die entspre chende Rüge als unbegründet erweist. 7. 7.1. Das Bundesverwaltungsgericht teilt die Auffassung des BFM, wonach die Vorbringen der Beschwerdeführerin aufgrund aufgezeigten Unsti m- migkeiten sowie der wenig begründeten Darstellung der Ereignisse nicht geglaubt werden können. Auffallend ist, dass die Beschwerdeführerin überhaupt keine näheren Angaben zu ihrem Aufenthaltsort während der rund einmonatigen Gefangenschaft machen konnte. Ihren diesbezügl i- chen Schilderungen lässt sich lediglich entnehmen , dass sie dort Schuh- geräusche vernommen haben will, die sie heute noch höre (vgl. A35/16 S. 5 f. F. 33 ff.), und sich Pappkartons in dem Raum befunden hätten (vgl. A35/16 S. 8 F. 59 ; S. 9 F. 72 f. ). Ausserdem wirkt ihre Darstellung plakativ und auch unter Berücksichtigung der Schwere und persönlichen Tragweite, die eine Vergewaltigung für eine Frau – gleich welchen kultu- rellen Hintergrunds – bedeutet, wirken die diesen Sachverhalt betreffe n- den Ausführungen der Beschwerdeführerin rudimentär und abstrakt. Auch wenn Frauen sich nicht zum eigentlichen Tathergang äussern wollen oder können, sind sie erfahrungsgemäss zu einer differenzierten und anschau- lichen Darstellung ihrer inneren Befindlichkeiten imstande, die sich nebst den allgemein bekannten Reaktionen von Gewaltopfern durch Aussagen auszeichnen, die von einer subjektiven Sichtweise geprägt sind. Die Be- schwerdeführerin konnte jedoch weder ihren Ekel beschreiben, den sie nach der Vergewaltigung gefühlt hatte, noch die dabei erlittenen Schmer - zen. Gesamthaft betrachtet fehlen vorliegend sowohl Anzeichen einer persönlichen Betroffenheit als auch Hinweis auf hervorg erufene psy chi- sche Reaktionen oder einen Leidensdruck, welche aber erfahrungs ge- mäss bei derartigen Vorbringen zu erwarten wären. Da die entsprechen - den Ausführungen der Beschwerdeführerin eine – wie in solchen Fällen übliche – persönlich gefärbte innere Betroffenheit vermissen lassen, sind die von der Beschwerdeführerin dargelegte Gefangennahme und die von ihr während dieser Zeit erlittene Vergewaltigung als unglaubhaft einzustu-D-4282/2011 Seite 16 fen. Auch auf Beschwerdeebene verzichtete die Beschwerdeführerin dar - auf, diesbezüglich konkretere Angaben zu ma chen. Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, die Beschwerdeführerin habe eine erfundene Ge - schichte als wahr erzählen wollen. Auch der Umstand, wonach die Be - schwerdeführerin erwiesenermassen an einer PTBS leide t, vermag zu keiner anderen Einschätzung zu führen. Selbst die klare Diagnose einer Trauma bedingten psychischen Krankheit vermag die Asylbehörden nicht zu binden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -2818/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 6.6.), zumal mit psychiatrisch -psychotherapeuti- schen Mitteln nicht sicher erschlossen werden kann, ob tatsächlich in der Vorgeschichte ein Ereignis vorlag und wie dieses geartet war; da psychi - sche Symptome bezüglich ihrer Verursachung nicht spezifisch sind, er - laubt demnach die Symptomatologie keine Rekonstruk tion der objektiven Seite des traumatisierenden Ereignisses (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D-3550/2006 vom 13. August 2007 E. 4.1.). Somit können die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Vorb ringen, die sie zur Flucht bewogen haben sollen, nicht geglaubt werden. 7.2. Nach Prüfung der Akten des Beschwerdeführers durch das Gericht, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz, festzustellen, dass die Asylvor- bringen des Beschwerdeführers den Anforderun gen an die Flüchtlingse i- genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist (vgl. Bst. C.c. vorstehend). Auch die Beschwerd evorbringen sind nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu führen, zumal der B e- schwerdeführer den Erwägungen des BFM nichts Substanzielles entg e- gen hält und im Wesentlichen an der Asylrelevanz seiner Vorbringen fest- hält. Auch die auf Beschwerdeebene geltend gemachte Erkrankung des Beschwerdeführers an PTBS vermag zu keiner anderen Einschätzung zu führen. Es kann hier zu Vermeidung von Wiederholungen auf die obe n- stehenden Ausführungen im Zusammenhang mit der klaren Diagnos e ei- ner Trauma bedingten psychischen Krankheit beziehungsweise auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -2818/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 6.6. verwiesen werden. 7.3. Zudem spricht der Umstand, dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge Sri Lanka über den Flughafen Colombo ( …), dem einzi- gen internationalen Flughafen Sri Lankas, verlasen konnten, im sri - lankischen Kontext gegen eine asylrelevante Verfolgung (vgl. A2/10 S. 6; A3/10 S. 6). D-4282/2011 Seite 17 7.4. Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf die weite- ren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da diese nicht geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Würdigung der Akten - lage zu führen. Es ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführenden einen flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachverhalt weder nachgewiesen noch glaubhaft gemacht haben. Die Feststellung des Bundesamtes, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, ist de m- entsprechend zu bestätigen. Das BFM hat demnach die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt. 8. 8.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E.9 S. 733 mit weiteren Hinweisen). 9. 9.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bund esgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge - mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs - tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ueber - sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 9.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-4282/2011 Seite 18 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten ( EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäi - schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN - Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde ( vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation i n Sri Lank a lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarer weise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der We g-D-4282/2011 Seite 19 weisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Be - stimmungen zulässig. 9.4. Es ist festzuhalten, dass der EGMR grundsätzlich keinen durch die EMRK geschützten Anspruch auf Verbleib in einem Konventionsstaat a n- erkennt, um weiterhin in den Genuss medizinischer, sozialer oder anderer Formen der Unterstützung zu kommen; nur bei Vorliegen aussergewöh n- licher Umstände anerkennt der EGMR ausnahmsweise, dass bei einem kranken Ausländer der Vollzug einer Entfernungsmass nahme gegen Art. 3 EMRK verstossen könnte (vgl. Urteil des EGMR vom 27. Mai 2008 i.S. N. gegen Vereinigtes Königreich [Beschwerde Nr. 26565/05], Ziff. 42; vgl. auch EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f.). Seit de m Urteil D. gegen Vereinigtes Königreich im Jahre 1997 hat der EGMR in keinem einzigen Fall festgestellt, dass der in Aussicht genommene Vollzug der Wegwe i- sung eines Ausländers wegen dessen Gesundheitszustands eine Verle t- zung von Art. 3 EMRK begründen würd e (vgl. Urteil des EGMR vom 27. Mai 2008 i.S. N. gegen Vereinigtes Königreich, Ziff. 34). Die Tatsache, dass die Lebenserwartung eines Ausländers im Falle seiner "Auswe i- sung" deutlich herabgesetzt würde, reicht nach der Rechtsprechung des EGMR für sich ge nommen nicht aus, um eine Verletzung von Art. 3 EMRK zu begründen (vgl. EGMR, a.a.O., Ziff. 42). Der EGMR hält es für geboten, die im Beschwerdeverfahren D. gegen Vereinigtes Königreich festgelegte und in der späteren Rechtsprechung angewendete hohe Schwelle beizubehalten: Er erachtet diese Schwelle für richtig, da der b e- hauptete drohende Schaden nicht aus den absichtli chen Handlungen oder Unterlassungen staatlicher Behörden oder nichtstaatlicher Akteure resultiert, sondern stattdessen aus einer natürlich auftretenden Krankheit und dem Fehlen ausreichender Ressourcen für ihre Behandlung im He i- mat- oder Herkunftsstaat (vgl. a.a.O., Ziff. 43). Ob wohl viele der in ihr enthaltenen Rechte soziale und wirtschaftliche Implikationen haben, zielt die EMRK im Wesentlichen auf den Schutz der bürgerlichen und polit i- schen Rechte ab (vgl. EGMR, a.a.O., Ziff. 44). Überdies wohnt der EMRK als Ganzer die Suche nach einem fairen Aus gleich zwischen den Anfo r- derungen des allgemeinen Interesses der Ge meinschaft und den Erfor- dernissen des Schutzes der Grundrechte des Einzelnen inne; Fortschritte der medizinischen Forschung zusammen mit sozialen und wirtschaftl i- chen Unterschieden zwischen verschiedenen Ländern bringen es mit sich, dass sich das Niveau der im Konventionsstaat verfügbaren Behand- lung deutlich von jener im Herkunftsstaat unter scheiden kann (vgl. EGMR, a.a.O., Ziff. 44). Während es angesichts der grundlegenden B e- deutung von Art. 3 EMRK im System der Konvention notwendig ist, dass D-4282/2011 Seite 20 sich der EGMR ein gewisses Mas s an Flexibilität be wahrt, um "Auswe i- sungen" in Ausnahmefällen zu verhindern, verpflichtet Art. 3 EMRK einen Vertragsstaat nicht dazu, solche Ungleichheiten durch die Gewährung von kostenloser und unbeschränkter Gesundheitsversorgung für alle Aus- länder o hne Aufenthaltsrecht in seinem Gebiet zu mil dern (vgl. EGMR, a.a.O., Ziff. 44). Das Gegenteil festzustellen, würde den Konventionsstaa- ten eine zu grosse Bürde auferlegen (vgl. EGMR, a.a.O., Ziff. 44). Fol g- lich gebietet Art. 3 EMRK nicht die Aufnahme kranker oder pflegebedürfti- ger Personen aus Staaten, in denen mangels eines ausge bauten G e- sundheitssystems im Heimatstaat schlechtere Behandlungsmöglichkeiten als im Aufenthaltsstaat zur Verfügung stehen (so schon EMARK 2004 Nr. 6 E. 7b S. 41 f. und EMARK Nr. 7 E. 5c.bb S. 47 f.). Ein im Vergleich zur Schweiz allfälliger schlechterer medizinischer Standard in Sri Lanka für die weitere medizinische Betreuung der Beschwerdeführenden stellt unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK somit kein relevantes völkerrecht- liches Vollzugshindernis dar. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.5. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 9.6. Gemäss öffentlich zugänglichen Quellen ist heute im Heimatstaat der Beschwerdeführenden von einer seit Ende des bewaffneten Konflikts zwi- schen der sri-lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich ver- besserten Menschenrechts- und Sicherheitslage auszugehen, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet (vgl. BVGE 2011/24 E.12 S. 509) . Laut UNHCR "bedürfen Personen aus dem Norden des Landes in Übereinstimmung mit den einschlägigen Prinzipien und Kr iterien des Flüchtlingsrechts oder komplementären Schutzformen nicht länger alleine wegen der Gefahr von Schäden, die durch wahlloses Vorgehen verursacht werden, internationalen Schutzes" (vgl. a.a.O., mit Hinweis). Die Lage präsentiert sich jedoch nicht in allen Landesteilen gleich und muss differenziert betrachtet werden. Insbesondere die Lage in der Nor d-D-4282/2011 Seite 21 provinz von Sri Lanka ist nach Einschätzung des Bundesverwaltungsg e- richts differenziert einzuschätzen, da sich die Situa tion gebietsweise sehr unterschiedlich präsentiert (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2. S. 510). Insb e- sondere in den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierung s- kontrolle stehen, das heisst die Distrikte Jaffna und in den südlichen Te i- len der Distrikte Vavuniya und Mannar, scheine d er Alltag eingekehrt zu sein. Die Lage in Jaffna habe sich namentlich nach der Öffnung der Ve r- bindungsstrasse A9 (Hauptverkehrsachse zwischen Kandy in der Zen t- ralprovinz nach Jaffna) im November 2009 deutlich gebessert und die Versorgungslage sei entspannt (vgl. a.a.O. E. 13.2.1. S. 510). Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass in den genannten Provin - zen (Distrikt Jaffna und die südlichen Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar) keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und die dortige pol i- tische Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. das zur Pub - likation vorgesehene Länderurteil BVGE 2011/24 E. 13.2.1. S. 510). 9.7. Zu prüfen bleibt die individuelle Zumutbarkeit der Wegweisung für die Beschwerdeführenden. Nebst der allgemeinen Zumutbarkeit (beispiels - weise die sozio -ökonomischen und medizinischen Aspekte und das Ki n- deswohl) ist dabei auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen (vgl. a.a.O E. 13.2.1.1. f. S. 511). Für Personen, die aus der Nord - provinz stammen, bildet die Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 das entscheidende zeitliche Moment. Dabei sind für Personen, die wie die Beschwerdeführenden, aus Jaffna stammen und die dieses Gebiet vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, die ak- tuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugshin zu überprüfen (vgl. a.a.O. S. 511). 9.8. Seinen Angaben zufolge verliess d er Beschwer deführer Jaffna und lebte von Anfang 2003 bis Januar 2005 in Colombo . Danach begab er sich nach Europa (vgl. A2/10 S. 1). Die Beschwerdeführerin wurde von der Armee vertrieben und lebte unter anderem in J._______ im Bezirk Jaffna (ausserhalb des Vanni-Gebietes), in K._______, in L._______ und ungefähr vier oder fünf Jahre , jedenfalls bis im Jahr 2003 in Colombo (vgl. A35/16 S. 3 F.5 - F.14). Danach kehrte sie als Neunzehnjährige für ungefähr ein Jahr nach Jaffna (ausserhalb des Vanni -Gebietes) zurück und begab sich im Jahr 2004 nach Italien, bevor sie wieder ins Vanni - Gebiet zurückkehrte. Die Beschwerdeführenden haben somit den grös s-D-4282/2011 Seite 22 ten Teil ihres Lebens in Sri Lanka verbracht, wo ihren Angaben zufolge der Vater des Beschwerdeführers noch immer in M._______, Bezirk H._______ (vgl. A2/10 S. 4), beziehungsweise die El tern und der Bruder der Beschwerdeführerin in J._______ (vgl. A3/10 S. 3) leben. Die B e- schwerdeführerin hat nur zwischendurch im Vanni-Gebiet gelebt. 9.9. 9.9.1. Mit Eingabe vom 25. April 2012 wurden unter anderem gesundheit- liche Probleme der Beschwerdeführerin geltend gemacht, zu deren U n- termauerung ein ärztlicher Bericht vom 10. April 2012 der Universitären Psychiatrischen Dienste N._______ (UPD) eingereicht wurde. Demnach leidet die Beschwerdeführerin an einer posttraumatischen Belastungsst ö- rung sowie einer mittelgradi g depressiven Episode ohne somatisches Syndrom. Die Beschwerdeführerin habe einen Suizidversuch begangen, hege noch immer Suizidgedanken und ihr Ehemann mache sich grosse Sorgen bezüglich eines erweiterten Suizides. Insgesamt sei sie dreimal stationär behandelt worden . Im Verlauf einer teilstationären Behandlung habe sie sich zunächst motiviert gezeigt, dann aber sei sie nur noch u n- regelmässig in die Tagesklinik gekommen. Nachdem die a usserhäusliche Betreuung ihrer Tochter besser organisiert worden sei, habe sie ab Fe b- ruar 2012 wieder regelmässig an den wöchentlichen Gesprächen teilg e- nommen. Dabei habe sich ergeben, dass sie die Medikation abgesetzt habe, und zu einer erneuten antidepre ssiven Medikation nicht bereit sei. Da sie zu diesem Zeitpunkt vorwiegend unter Schlafstörungen mit Al b- träumen gelitten habe, habe sie sich lediglich bereit erklärt, ein Medik a- ment mit Seroquel 25 mg für die Nacht einzunehmen. 9.9.2. 9.9.2.1 Entgegen den Ausführungen a uf Beschwerdeebene hat sich die Beschwerdeführerin gemäss dem eingereichten ärztlichen Bericht vom 10. April 2012 der UPD glaubhaft von ihren Suizidgedanken distanziert (vgl. S. 2 des ärztlichen Berichts) . Auch gilt es dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sie die ihr in der Schweiz zu Teil gewordene medizinische Hilfe teilweise nicht in genügenden Umfang beansprucht hat. So nahm sie an den Gesprächstherapien nur unregelmässig teil und verweigerte sich einer weiteren antidepressiven Medikation. Zudem wurde bereits im ärztlichen Bericht der Universität sklinik für Frauenheilkunde [eines Schweizer Spitals] vom 22. April 2010 ausdrücklich festgehalten, dass ei- ne Psychotherapie im eigentlichen Sinne aufgrund der sprachlichen D-4282/2011 Seite 23 Schwierigkeiten wie auch der kulturelle n Unterschiede nicht möglich b e- ziehungsweise nicht erfolgsversprechend sei (vgl. A46/3 S.3). 9.9.2.2 Gemäss dem ärztlichen Zeugnis vom 18. September 2012 leidet die Beschwerdeführerin nach wie vor unter den Symptomen der PTBS . Seit dem 18. April 2012 sei sie bei der Sprechstunde für MigrantInnen der Universitätsklinik und Poliklinik N._______ in Behandlung. Sie sei intern von der Tagesklinik der UPD zur weiteren Behandlung zugewiesen wo r- den. Bisher hätten zwölf jeweils einstün dige Konsultationen in deutscher Sprache stattgefunden. Ergänzend dazu habe die Beschwerdeführerin einmal wöchentlich an einer gruppentherapeutischen Bewegungsgruppe teilgenommen und absolviere die psycho edukative Gruppe für traumat i- sierte Migrantinnen, di e ebenfalls wöchentlich stattfinde. Diese beiden Gruppen seien Angebote der Sprechstunde für MigrantInnen (Psychiatr i- sche Poliklinik). Abschliessend wurde festgehalten, dass eine psychia t- risch-psychotherapeutische Weiterbehandlung derzeit dringend indizier t und notwendig sei. Die veränderte Einstellung der Beschwerdeführerin zum Therapieangebot in der Schweiz vermag grundsätzlich – wie unter Ziffer 9.9.4. ausgeführt wird – nicht zu einer anderen Betrachtungsweise hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen. 9.9.3. Gemäss dem ärztlichen Bericht der UPD vom 12. April 2012 den Beschwerdeführer betreffend, leide dieser an PTBS und einer anhalte n- den somatoformen Schmerzstörung. Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 12. August 2011 in Behandlung. Zuerst sei er in der Krisenambu- lanz behandelt worden, anschliessend habe ihn die Sprechstunde für MigrantInnen übernommen. Bisher hätten elf psychotherapeutische Si t- zungen mit Übersetzung im Abstand von ungefähr zwei Wochen stattg e- funden. Anlässlich des letzten Termins vom 3. April 2012 habe der B e- schwerdeführer von einer unveränderten Schmerzsymptomatik berichtet sowie von einer psychopathologischen Symptomatik, welc he sich insb e- sondere durch Nachhallerinnerungen, Fremdheitsgefühl bezüglich der Umwelt und anderer Personen sowie starkem Traumerleben ausdrücken würde. Bezüglich seiner Kopfschmerzen seien neurologische Abkläru n- gen im Gange. Ausserdem erhalte der Beschwer deführer drei Medika - mente regelmässig sowie eines in Reserve, welches er nach Bedarf a n- wenden könne. Der Beschwerdeführer habe schon zeitweise Selbs t- mordgedanken gehegt, Hinweise für eine akute Selbst - und Fremdg e- fährdung bestünden jedoch nicht, auch halt e ihn die Familie und die Z u- kunft seiner Tochter deutlich davon ab. D-4282/2011 Seite 24 9.9.4. Öffentlich zugänglichen Quellen zufolge existieren auch in Sri La n- ka psychiatrische Betreuungsmöglichkeiten. In der Provinz Colombo be- finden sich drei "unités de psychiatrie intensive" und eine "unité d'hospita- lisation de longue durée" (vgl. World Health Organization & Ministry of Healthcare and Nutrition, Expansion of Mental health Services in Sri La n- ka, 11.06.2011, <http://www.whosrilanka.org/LinkFiles/Maps & Charts Ex- pansion of Mental Health Services in Sri Lanka.pdf >, besucht am 4. Juli 2012). Colombo verfügt über ein Drittel des gegenwärtigen mediz i- nischen Personals in Sri Lanka und profitiert von einer starken Konzentra- tion der medizinischen Infrastruktur im internationalen Vergleich (vgl. LMD The Voice of Business (Colombo), Health Care Hurdles, 1. Februar 2012 sowie World Health Organization Count ry Office for Sri Lanka, Mental Health Update, 06.2008, <http://www.whosrilanka.org/LinkFiles/WHO Sri Lanka Home Page Mental Health Fact sheet.pdf>, besucht am 06. Juli 2012 ["Mental health care is still mainly concentrated and pr o- vided in large psychiatric hospitals in Colombo an d the areas surroun d- ing"]. Im Übrigen befinden sich die drei g rössten Klinke n bezi e- hungsweise psychiatrischen Einrichtungen im Distrikt Colombo (vgl. Su- man Fernando & Chamindra Weerackody, Challenges in developing community mental health services in Sri Lanka, in: Journal of Health Management, 11(1), 2009, p. 200, <https://secureweb.mcgill.ca > trauma- globalhealth > trauma-globalhealth > FernandoWeerackodyJournalofHe- althManagement.pdf > besucht am 06 . Juli 2012) . Die grösste der drei Kliniken, das "Angoda Teaching Hospital" wurde renoviert und entwickelte sich in den Jahren 2009 bis 2012 zum "National Institute of Mental Health". An der Klinik, die mit 800 Betten und einem Ambulatorium au s- gestattet ist, arbeiten 8 Psychiater sowie rund fünfzig Assistenten und 335 Krankenpfleger (vgl. The Sunday Times (Colombo), Ang oda Comes A Long Way From Those Bad Days, <http://sundaytimes.lk/120401/ Plus/plus_011.html>, besucht am 06 . Juli 2012 ). Auch in Jaffna existiert eine medizinische Inf rastruktur, wenn auch in bescheidenerem Umfang. Dort gibt es zwei "unités de psychiatrie inten sive" sowie zwei "unités de soins intermédiaries" (vgl. World Health Organization & Ministry of Healthcare and Nutrition, Expansion of Mental health Services in Sri La n- ka, 11.06.2011, <http://www.whosrilanka.org/LinkFiles/Maps & Charts E x- pansion of Mental Health Services in Sri Lanka.pdf > besucht am 04. Juli 2012). Es gibt zwei Einrichtungen m it 26 und 25 Betten, an denen sechs beziehungsweise drei Krankenpfleger angestellt sind, die keine spezielle psychiatrische Ausbildung haben und die eine 24stündige Betreuung g e- währleisten müssen. Beide Klinken verfügen nicht über einen festang e- stellten Psychiater, vielmehr kommt zweimal pro Woche ein "consultant" D-4282/2011 Seite 25 des "Teaching Hospital" in Jaffna (vgl. Regional Directorate for Hea lth Services, Mental Health Services, RDHS Division, Jaffna -2011, 2011, <http://www.jaffnahealth.org/updates/2011 14.pdf>, besucht am 05 . Juli 2012). Zudem gibt es in Jaffna sechs Ambulatorien, von denen jedoch l e- diglich das "Teaching Hospital" in Jaffna sechs Tage in der Woche ambu- lante Patienten aufnimmt (vgl. Regional Directorate for Health Services, Mental Health Services, RDHS Division, Jaffna -2011, 2011, <http://www.jaffnahealth.org/updates/2011 14.pdf>, besucht am 05 . Juli 2012). Die Beschwerdeführenden können somit in ihrer angestammten Umgebung auf eine, wen n auch bescheidene medizinische Infrastruktur zurückgreifen, wo unter anderem auch das den Beschwerdeführer pl a- gende Fremdheitsgefühl obsolet werden würde. Seinen eigenen Angaben zufolge lebte der erwachsene Beschwerdeführer vor seiner Ausreise ge- raume Zei t in Colombo . D ie Beschwerdeführer in lebte als Heranwac h- sende vier oder fünf Jahre dort, bevor sie als 19jährige nach Jaffna z u- rückkehrte (vgl. die vorstehenden Ausführungen unter E. 9.8. mit Hinwei- sen). Somit ist davon auszugehen, dass sie sich erneut in Colombo zu- rechtfinden werden und dort auf das im Verlauf ihres mehrjährigen Au f- enthaltes aufgebaute soziale Netz zurückgreifen können. Ihre Ortswech- sel innerhalb Sri Lankas sowie die Bereitschaft alleine in die Schweiz (und im Falle der Beschwerdeführerin auch nach Italien) zu reisen, lassen auf die Fähigkeit schliessen, sich an veränderte Verhältnisse anzupas- sen. Es ist ihnen deshalb zuzumuten, dorthin zurückzukehren und die dort angebotene medizinische Infrastruktur in Anspruch zu nehmen. 9.9.5. Sollte sich bei den Beschwerdeführenden noch in der Schweiz eine markante Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes einstellen, ist die Vollzugsbehörde verpflichtet, alle notwendigen Massnahmen dagegen zu treffen (eventuell Einräumung einer gewissen Zeitspanne für den Voll- zug, Verabreichung entsprechender Medikamente, Beizug spezialisierte medizinischer Fachpersonen, etc). 9.10. Im Rahmen der Befragungen hat der Beschwerdeführer vorgetra - gen, er habe in Sri Lanka acht Jahre lang die Schule besucht und danach als Fotograf gear beitet (vgl. A2/10 S. 3). Die Beschwerdeführerin hat ih - ren Angaben zufolge in Sri Lanka zwölf Jahre lang die Schule besucht, sie will aber dort nie berufstätig gewesen sein (vgl. A3/10 S. 2). Auch in Italien, wohin sie sich im Jahr 2004 begeben habe, um z u arbeiten, habe sie keine Stelle gefunden (vgl. a.a.O.). D-4282/2011 Seite 26 9.11. Aufgrund der persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführenden ist vom Vorliegen begünstigender Faktoren auszugehen. Es ist somit a n- zunehmen, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Sr i Lanka auf ein existierendes, tragfähiges familiäres Netz stossen werden. Bei der Wiedereingliederung in Sri Lanka, wo der Vater des Be - schwerdeführers sowie die Eltern der Beschwerdeführerin und ihr Bruder noch immer leben (vgl. die vorstehenden Ausführungen unter E. 9.8. mit weiteren Hinweisen), können ihnen ihre Angehörigen gegebenenfalls U n- terstützung gewähren. Zudem hat die Familie der Beschwerdeführerin über einen Zugang zu finanziellen Mitteln verfügt, um ihr den Schulbe - such in ihrer Heimat , ihre Reise und ihren Aufenthalt in Italien sowie ihre Reise in die Schweiz zu finanzieren. Auch ihrer Schwester wurde im Jahr 2008 ein Sprachaufenthalt in England ermöglicht (vgl. A3/10 S.3). Den Aussagen der Beschwerdeführenden zufolge haben sie auch Ve rwandte im Ausland. So leben die Mutter und drei Schwestern des Beschwerd e- führers in Indien, eine Schwester in Deutschland und eine in Kanada (vgl. a.a.O.). Ausserdem lebt eine Tante mütterlicherseits in England, wo auch zwei Onkel der Beschwerdeführerin l eben (vgl. A3/10 S. 3). Ein weiterer Onkel lebt in Deutschland und eine Tante in Frankreich (vgl. a.a.O.). Auf- grund der Gepflogenheiten im Heimatland der Beschwerdeführenden kann davon ausgegangen werden, dass ihnen ihre im Ausland lebenden Verwandten, soweit dies erforderlich sein sollte, finanzielle Zuwendungen zu kommen lassen. Das gemeinsame Kind der Beschwerdeführenden wird im September drei Jahre alt. Es ist somit in einem Alter, in dem es noch stark an seine Eltern gebunden und von ihnen abhängig ist und noch keine Beziehungen zu seiner näheren Umgebung ausbilden konnte. Das Kind ist gemäss Akten- lage gesund und weist keinerlei Verhaltensauffälligkeiten auf noch benö - tigt es eine besondere Betreuung. Somit erweist sich der Vollzug auch unter dem Aspekt des Kindswohls als zumutbar. 9.12. Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der We g- weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.13. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten D-4282/2011 Seite 27 fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 11. 11.1. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG haben auf Antrag hin diejenigen Pe r- sonen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, welche nicht über die erforderlichen Mittel verfügen und deren Begehren nicht aussichtslos er - scheinen. 11.2. Die Beschwerdeführenden stellten mit der Beschwerde unter ande- rem den Antrag, ihnen sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren. Die von den Beschwerdeführenden gestellten Rechtsbegehren erscheinen im Zeitpunkt der Beschwerde ein- gabe nicht aussichtslos und von ihrer Bedürftigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG kann ausgegangen werden. 11.3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist deshalb gutzuheissen. Es werden ke i- ne Verfahrenskosten erhoben. 11.4. Beschwerdeführenden ist auch trotz materieller Abweisung der Be - schwerde eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen, wenn ein Verfahrensmangel, welcher grundsätzlich zur Kassation der angefoch- tenen Verfügung hätte führen müssen, im B eschwerdeverfahren geheilt wird (vgl. EMARK 2003 Nr. 5). Vorliegend wurde den Beschwerdefüh - renden das rechtliche Gehör zum vorinstanzlichen Länderbericht vom 22. Dezember 2011 zu Sri Lanka nicht schon durch die Vorinstanz, so n- dern erst auf Beschwerdeebene gewährt. Dieser Mangel wurde erst durch die nachträgliche Gewährung der Akteneinsicht sowie die Möglic h- keit einer Stellungnahme durch die Beschwerdeführenden geheilt. Für die diesbezüglichen Aufwendungen der Beschwerdeführenden ist ihnen trotz Abweisung i hrer Beschwerde eine vom BFM auszurichtende Parteien t- schädigung zuzusprechen, die in Anwendung der zu berücksichtigenden Faktoren auf Fr. 500. -- zu bemessen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und E nt-D-4282/2011 Seite 28 schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-4282/2011 Seite 29 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 500.-- auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: