<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 232/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Krähenbühl </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 11. Mai 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">S.________, 1941, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Zürich" Versicherungs-Gesellschaft, Hauptsitz, Mythenquai </div> <div class="para">2, 8002 Zürich, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Basel </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Als selbstständigerwerbender Inhaber eines Ateliers </div> <div class="para">für Innendekorationen in X.________ hatte der 1941 </div> <div class="para">geborene S.________ für die Zeit ab 1. August 1987 bei der </div> <div class="para">"Zürich" Versicherungs-Gesellschaft eine freiwillige Taggeldversicherung </div> <div class="para">abgeschlossen. Vereinbart war ein versicherter </div> <div class="para">Jahresverdienst von Fr. 81'600.-. </div> <div class="para">Am 12. September 1989 stürzte S.________ vom Fahrrad. </div> <div class="para">Dabei zog er sich offene Schürfwunden am linken Knie sowie </div> <div class="para">an der rechten Schulter und am rechten Ellenbogen zu. Nachdem </div> <div class="para">der Fall zunächst per 28. September 1989 hatte abgeschlossen </div> <div class="para">werden können, wurde S.________ vom Chirurgen Dr. </div> <div class="para">med. E.________ wegen heftiger Schulterschmerzen ab </div> <div class="para">13. Februar 1990 erneut zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben. </div> <div class="para">Die "Zürich" zahlte S.________ für die Zeit ab </div> <div class="para">13. Februar 1990 bis 30. November 1991 Taggelder in Höhe </div> <div class="para">von Fr. 58'712.- aus. Verfügungsweise forderte sie diesen </div> <div class="para">Betrag am 14. Mai 1993 indessen zurück, weil die ausgerichteten </div> <div class="para">Sozialversicherungsleistungen den mutmasslich entgangenen </div> <div class="para">Verdienst übersteigen würden. Mit einer weiteren Verfügung </div> <div class="para">stellte sie am 7. September 1995 sämtliche Leistungen </div> <div class="para">rückwirkend ab 1. Januar 1994 ein. Mit Einspracheentscheid </div> <div class="para">vom 15. Januar 1996 reduzierte sie ihre Rückerstattungsforderung </div> <div class="para">auf Fr. 35'707.- und hielt des Weiteren an </div> <div class="para">der auf den 1. Januar 1994 verfügten Leistungseinstellung </div> <div class="para">fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Basel-Stadt mit Entscheid vom </div> <div class="para">1. Juni 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- S.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er </div> <div class="para">beantragt die Aufhebung des kantonalen Entscheids mit Rückweisung </div> <div class="para">an die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hinsicht </div> <div class="para">verlangt er, es seien "Beschwerdeergänzung nach EMRK </div> <div class="para">zuzulassen" und "eine mündliche Verhandlung nach EMRK </div> <div class="para">Art. 6.Abs.1ff anzusetzen". </div> <div class="para">Die "Zürich" schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Das Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para">hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde richtet sich gegen </div> <div class="para">den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons </div> <div class="para">Basel-Stadt vom 1. Juni 1999, in welchem dieses einerseits </div> <div class="para">die Rückforderung der beschwerdegegnerischen Versicherungsgesellschaft </div> <div class="para">von Fr. 35'707.- geschützt und andererseits </div> <div class="para">die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 1. Januar </div> <div class="para">1994 bestätigt hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- a) Nicht stattzugeben ist dem formellen Begehren, </div> <div class="para">es sei "Beschwerdeergänzung nach EMRK zuzulassen". Der Beschwerdeführer </div> <div class="para">hat während der gesetzlichen Rechtsmittelfrist </div> <div class="para">Gelegenheit gehabt, seine Einwände gegen den angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid darzulegen. Anspruch auf eine Ergänzung </div> <div class="para">der Beschwerdeschrift nach Ablauf der Rechtsmittelfrist besteht </div> <div class="para">nicht. Nachdem sich in der Beschwerdeantwort der "Zürich" </div> <div class="para">vom 4. August 1999 keine Argumente finden, die dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer nicht schon bekannt gewesen wären oder mit </div> <div class="para">welchen er nicht zu rechnen hatte, ist auch kein zweiter </div> <div class="para">Schriftenwechsel durchzuführen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Anlass zur Ansetzung einer mündlichen Verhandlung </div> <div class="para">im Sinne von <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span> besteht ebenfalls nicht. </div> <div class="para">Eine solche hätte bereits im kantonalen Verfahren verlangt </div> <div class="para">werden müssen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-47%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page55">BGE 122 V 55</a> Erw. 3a mit Hinweisen). Nachdem </div> <div class="para">der Beschwerdeführer von der ihm dazu am 30. November/ </div> <div class="para">1. Dezember 1998 vom kantonalen Gericht ausdrücklich eingeräumten </div> <div class="para">Gelegenheit innert der bis 16. Dezember 1998 angesetzten </div> <div class="para">Frist keinen Gebrauch gemacht hat, ist diesbezüglich </div> <div class="para">von einem Verzicht auszugehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-47%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page55">BGE 122 V 55</a> f. Erw. 3a </div> <div class="para">und Erw. 3b/bb). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Mit seinem Hinweis auf eine bereits am 22. Januar </div> <div class="para">1999 eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet </div> <div class="para">der Beschwerdeführer das kantonale Verfahren insofern, als </div> <div class="para">die Vorinstanz gemäss Mitteilung vom 5. Januar 1999 auf ein </div> <div class="para">am 31. Dezember 1998 gestelltes Begehren um Erstreckung der </div> <div class="para">Replikfrist nicht eingetreten ist. </div> <div class="para">Aus dem vorinstanzlichen Verfahrensprotokoll ergibt </div> <div class="para">sich, dass der Schriftenwechsel am 23. November 1998 als </div> <div class="para">geschlossen erklärt worden ist, nachdem innert der bis </div> <div class="para">17. November 1998 laufenden Frist zur Einreichung einer </div> <div class="para">Replik - abgesehen von der am 10. November 1998 erfolgten </div> <div class="para">Bekanntgabe der Mandatsbeendigung des Rechtsvertreters des </div> <div class="para">Beschwerdeführers - keine weitere Rechtsschrift eingegangen </div> <div class="para">ist. Dies ist den Parteien am 24. November 1998 mitgeteilt </div> <div class="para">worden. Da somit Ende Dezember 1998 gar keine Frist mehr </div> <div class="para">lief, welche hätte erstreckt werden können, ist die Vorinstanz </div> <div class="para">auf das Erstreckungsbegehren vom 31. Dezember 1998 zu </div> <div class="para">Recht nicht eingetreten. Da die Frist für die Einreichung </div> <div class="para">einer Replik im Übrigen bereits wiederholt erstreckt worden </div> <div class="para">war, bestand auch kein Anlass, eine solche neu anzusetzen. </div> <div class="para">Die unverzügliche Verfahrensfortsetzung war angesichts des </div> <div class="para">den Sozialversicherungsprozess auch im Unfallversicherungsbereich </div> <div class="para">beherrschenden Raschheitsprinzips (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. a UVG) nicht nur zulässig, sondern umso mehr geboten, </div> <div class="para">als das Verfahren im Hinblick auf ein ebenfalls den Beschwerdeführer </div> <div class="para">betreffendes, mit Urteil des Eidgenössischen </div> <div class="para">Versicherungsgerichts vom 23. Juni 1998 (publiziert in RKUV </div> <div class="para">1998 Nr. U 315 S. 575) abgeschlossenes Verfahren ab Oktober </div> <div class="para">1996 bis Oktober 1998 - mit Einverständnis der Parteien - </div> <div class="para">schon zwei Jahre lang sistiert gewesen war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Wie schon die Beschwerdegegnerin stützte sich die </div> <div class="para">Vorinstanz bei der Beurteilung der auf Ende 1993 verfügten </div> <div class="para">Leistungseinstellung auf das Gutachten des Dr. med. </div> <div class="para">H.________ von der Klinik und Poliklinik für Orthopädische </div> <div class="para">Chirurgie des Spitals Y.________ vom 25. November 1993. </div> <div class="para">Entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">besteht kein Grund, dessen Zuverlässigkeit in </div> <div class="para">Frage zu stellen. Es kann diesbezüglich auf die sorgfältige </div> <div class="para">Begründung im kantonalen Entscheid verwiesen werden, welcher </div> <div class="para">seitens des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">nichts beizufügen ist. Ohne Einholung weiterer medizinischer </div> <div class="para">Stellungnahmen ist demnach davon auszugehen, dass die </div> <div class="para">Ende 1993 noch angegebenen Schulter- und Ellenbogenbeschwerden </div> <div class="para">nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit </div> <div class="para">auf den Fahrradunfall vom 12. September 1989 zurückzuführen </div> <div class="para">waren. Gegen die beanstandete Einstellung der Versicherungsleistungen </div> <div class="para">ist unter diesen Umständen nichts einzuwenden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- Des Weitern wendet sich der Beschwerdeführer - unter </div> <div class="para">Kritik am bereits erwähnten Urteil des Eidgenössischen </div> <div class="para">Versicherungsgerichts vom 23. Juni 1998 (RKUV 1998 Nr. </div> <div class="para">U 315 S. 575) - gegen die Rückerstattungsforderung der </div> <div class="para">"Zürich" von Fr. 35'707.-. In diesem ebenfalls den heutigen </div> <div class="para">Beschwerdeführer betreffenden Urteil hatte das Eidgenössische </div> <div class="para">Versicherungsgericht die von der Waadt Versicherungen </div> <div class="para">wegen anhaltenden krassen Missverhältnisses zwischen vereinbartem </div> <div class="para">versichertem Verdienst und real erzielten Einkommensverhältnissen </div> <div class="para">unter maximaler Ausschöpfung der wegen </div> <div class="para">Überversicherung angezeigten Kürzungsmöglichkeit verfügte </div> <div class="para">vollumfängliche Leistungsverweigerung geschützt. Erneut </div> <div class="para">will der Beschwerdeführer auch im vorliegenden Verfahren </div> <div class="para">Gewinnungskosten, insbesondere angeblich an seine Ehefrau </div> <div class="para">und weitere Angestellte ausbezahlte Löhne, bei der Bestimmung </div> <div class="para">des in der freiwilligen Taggeldversicherung versicherten </div> <div class="para">Verdienstes mit berücksichtigt haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Die Ausführungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">bieten für das Eidgenössische Versicherungsgericht </div> <div class="para">indessen keine Veranlassung, auf seine publizierte Rechtsprechung </div> <div class="para">zum versicherten Verdienst in der freiwilligen </div> <div class="para">Taggeldversicherung für Selbstständigerwerbende (<span class="artref"><artref id="CH/832.20/4" type="start"></artref>Art. 4 und </span></div> <div class="para">5 UVG<artref id="CH/832.20/5" type="end"></artref>, <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 UVG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 138 UVV</span>) </div> <div class="para">zurückzukommen. Wie in RKUV 1998 Nr. U 315 S. 577 f. </div> <div class="para">Erw. 2c/aa dargelegt, ist der versicherbare Verdienst auch </div> <div class="para">im vorliegenden Fall in Anlehnung an die für die Beitragserhebung </div> <div class="para">in der Alters- und Hinterlassenenversicherung </div> <div class="para">massgebenden Regeln festzusetzen. Dementsprechend sind - </div> <div class="para">wie in <span class="artref">Art. 9 Abs. 2 lit. a AHVG</span> für die Bestimmung des </div> <div class="para">beitragspflichtigen Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit </div> <div class="para">vorgesehen - Gewinnungskosten vom rohen Einkommen </div> <div class="para">in Abzug zu bringen. Auch aus dem in RSKV 1981 Nr. 452 </div> <div class="para">S. 128 publizierten, jedoch die Krankenversicherung betreffenden </div> <div class="para">Urteil vom 2. März 1981 kann der Beschwerdeführer </div> <div class="para">nichts anderes ableiten. </div> <div class="para">Daraus folgt, dass die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">geforderte Rückweisung an die Vorinstanz zwecks </div> <div class="para">Abklärung von an die Ehefrau des Beschwerdeführers ausgerichteten </div> <div class="para">Lohnzahlungen überflüssig ist, da diesen für die </div> <div class="para">Bestimmung des vorliegend einzig interessierenden versicherbaren </div> <div class="para">Verdienstes in der freiwilligen Taggeldversicherung </div> <div class="para">zum Vornherein keine Bedeutung zukommt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Da somit auf Grund der konkreten Umstände mit der </div> <div class="para">Vorinstanz von einem anhaltenden krassen Missverhältnis </div> <div class="para">zwischen dem vereinbarten versicherten Verdienst und den </div> <div class="para">vom Beschwerdeführer effektiv erzielten Einkünften auszugehen </div> <div class="para">ist, war die von der beschwerdegegnerischen Versicherungsgesellschaft </div> <div class="para">vorgenommene Kürzung der Taggeldleistungen </div> <div class="para">durchaus angezeigt. Betraglich ist die erhobene Rückerstattungsforderung, </div> <div class="para">wie schon die Vorinstanz zutreffend </div> <div class="para">festgehalten hat, nicht in Frage gestellt worden. Es erübrigt </div> <div class="para">sich deshalb, darauf näher einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Basel-Stadt und dem Bundesamt für </div> <div class="para">Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 11. Mai 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident Der Gerichts </div> <div class="para">der III. Kammer: schreiber: </div> </div></body></html>