<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">4D_14/2012 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 15. März 2012 </div> <div class="para">I. zivilrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Klett, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch, </div> <div class="para">Bundesrichter Kolly, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Huguenin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________ AG, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Urs Helfenfinger, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Y.________, </div> <div class="para">2. Z.________, </div> <div class="para">3. Q.________, </div> <div class="para">4. R.________, </div> <div class="para">alle vier vertreten durch Rechtsanwalt Konrad Reber, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerinnen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Kostenentscheid, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Zivilabteilung, 1. Zivilkammer, vom 21. Dezember 2011. </div> <div class="para">In Erwägung, </div> <div class="para">dass das Obergericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 21. Dezember 2011 die oberinstanzliche Parteientschädigung der Klägerinnen/Beschwerdeführerinnen (hier: Beschwerdegegnerinnen) gemäss Ziffer IV. des Entscheides der 1. Zivilkammer vom 15. November 2011 gestützt auf die Kostennote vom 28. November 2011 auf insgesamt Fr. 1'101.60 festsetzte; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass die Beschwerdeführerin diesen Entscheid mit Beschwerdeschrift vom 2. Februar 2012 beim Bundesgericht anfocht; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass in der Beschwerdeschrift (S. 2) vorgebracht wurde, die Beschwerde sei wegen des Fristenstillstandes vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar rechtzeitig eingereicht worden; der angefochtene Entscheid gelte als am 3. Januar 2012 zugestellt und die Rechtsmittelfrist habe an diesem Tag zu laufen begonnen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass der Anwalt der Beschwerdeführerin mit Präsidialschreiben vom 7. Februar 2012 aufgefordert wurde, sich bis zum 20. Februar 2012 zur Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu äussern; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass der Anwalt der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. Februar 2012 um Wiederherstellung der Beschwerdefrist ersuchte mit der Begründung, er sei vom 30. Januar bis und mit 1. Februar 2012 infolge Krankheit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass der Anwalt der Beschwerdeführerin in der Eingabe insbesondere vorbrachte, er habe seine Krankheit in der Beschwerdeschrift nicht erwähnt, weil er im Zeitpunkt des Verfassens keine Veranlassung dazu gesehen habe, und wie sich aus der Beschwerdeschrift ergebe, habe er <span class="artref">Art. 44 BGG</span> falsch interpretiert und sei davon ausgegangen, dieser Artikel finde auch für die Mitteilung eines angefochtenen Entscheides Anwendung, der während den Gerichtsferien zugestellt wird; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass der Anwalt der Beschwerdeführerin dem Bundesgericht am 5. März 2012 ein Arztzeugnis einreichte, in welchem bestätigt wurde, dass dieser ab dem 30. Januar bis und mit dem 1. Februar 2012 infolge Krankheit arbeitsunfähig gewesen sei; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass der angefochtene Entscheid der Beschwerdeführerin nach ihren eigenen Angaben während der Weihnachtsgerichtsferien (18. Dezember bis und mit dem 2. Januar; <span class="artref">Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG</span>) zugestellt wurde; </div> <div class="para">dass die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheides beim Bundesgericht erhoben werden musste (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/117" type="start"></artref>Art. 117 BGG</span><artref id="CH/173.110/100/1" type="end"></artref>); </div> <div class="para">dass gemäss <span class="artref">Art. 46 Abs. 1 BGG</span> gesetzlich oder richterlich nach Tagen bestimmte Fristen während den Gerichtsferien stillstehen; </div> <div class="para">dass gemäss <span class="artref">Art. 44 Abs. 1 BGG</span> Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses ausgelöst werden, am folgenden Tag zu laufen beginnen; </div> <div class="para">dass - wie aus der Entstehungsgeschichte des BGG hervorgeht - mit dieser Formulierung klargestellt wurde, dass im Fall der Mitteilung des angefochtenen Entscheides während der Gerichtsferien die Frist am ersten Tag nach den Gerichtsferien zu laufen beginnt (Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 S. 4202 ff., S. 4297); </div> <div class="para">dass auf diese gegenüber der Praxis zu <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 OG</span> (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=28.02.2012&amp;to_date=18.03.2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-60%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page60">BGE 122 V 60</a> E. 1b) abweichende Regelung des am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen BGG bereits in einem Urteil des Bundesgerichts vom 13. Januar 2006 hingewiesen wurde, das als <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=28.02.2012&amp;to_date=18.03.2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-153%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page153">BGE 132 II 153</a> (E. 4.2) amtlich veröffentlicht und auch in ZBl 107/2006 S. 167 abgedruckt worden ist; </div> <div class="para">dass nach dieser gesetzlichen Regelung die dreissigtägige Beschwerdefrist im vorliegenden Fall am 3. Januar 2012 zu laufen begonnen hat und am 1. Februar 2012 abgelaufen ist, weshalb die am folgenden Tag der Post übergebene Beschwerdeschrift verspätet eingereicht worden und auf die Beschwerde nicht einzutreten ist; </div> <div class="para">dass gemäss <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 BGG</span> eine Frist wiederhergestellt werden kann, wenn eine Partei unverschuldeterweise abgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln, sofern die Partei unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass der Anwalt der Beschwerdeführerin gemäss seiner eigenen Darstellung im Zeitpunkt des Verfassens der Beschwerdeschrift angenommen hat, dass die Beschwerde rechtzeitig eingereicht werde, wenn die Beschwerdeschrift am 2. Februar 2012 der Post übergeben werde; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">dass die mit dem Arztzeugnis bestätigte - in der Beschwerdeschrift aber mit keinem Wort erwähnte - Arbeitsunfähigkeit vom 30. Januar bis und mit dem 1. Februar somit nicht Ursache der Verspätung war und deshalb auch kein unverschuldetes Hindernis im Sinne von <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 BGG</span> bilden kann; </div> <div class="para">dass das Gesuch um Fristwiederherstellung somit abzuweisen ist, weil kein unverschuldetes Hindernis vorgelegen hat, und auf die Beschwerde wegen Verspätung nicht einzutreten ist; </div> <div class="para">dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/66/3" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/66/1" type="start"></artref>Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG</span><artref id="CH/173.110/66/3" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/3" type="end"></artref>); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">erkennt die Präsidentin: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Das Gesuch um Fristwiederherstellung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, 1. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 15. März 2012 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Klett </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Huguenin </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>