<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 24 des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG; SR 414.20) so zu ändern, dass Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmatura prüfungsfrei zur Primarlehrerausbildung an den Pädagogischen Hochschulen zugelassen werden.</p><p></p><p>Eine Minderheit der Kommission (de Montmollin, Herzog Verena, Jauslin, Locher Benguerel, Nantermod, Weber, Wettstein) beantragt, die Motion abzulehnen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat geht mit der Kommission einig, dass der Förderung der Durchlässigkeit im schweizerischen Bildungssystem eine hohe Bedeutung zukommt.</p><p>Diese Motion betrifft die Schnittstelle zwischen zwei Bildungsbereichen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten: Für die Berufsmaturität (BM) ist primär der Bund zuständig, während die Primarlehrerausbildung an Pädagogischen Hochschulen (PH) in der Kompetenz der Kantone und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) liegt. Im föderalistischen Schweizer Bildungssystem regelt grundsätzlich die für eine Bildungsstufe zuständige Behörde auch die Anforderungen auf dieser Stufe. Änderungen an den Schnittstellen haben Auswirkungen auf beide Bildungsbereiche und müssen daher gemeinsam geprüft werden.</p><p>Wie der Bundesrat bereits in der Stellungnahme zur gleichlautenden Motion <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20204593">20.4593</a> Stadler festgehalten hat, fehlen Inhaberinnen und Inhabern einer BM im Unterschied zu Fachmaturandinnen und Fachmaturanden mit Fachrichtung Pädagogik, je nach Berufsmaturitätsrichtung, die für das PH-Studium notwendigen allgemeinbildenden Kompetenzen in Bereichen wie Sprache, Geografie, bildnerisches und technisches Gestalten, Musik, Bewegung und Sport, Pädagogik, Ethik, Philosophie, Psychologie, Soziologie, naturwissenschaftliche Fächer. Die Ergänzungsprüfung bzw. der Äquivalenznachweis Fachmaturität-Berufsmaturität stellt sicher, dass die Studierenden über die für ein erfolgreiches Studium erforderliche breite Allgemeinbildung verfügen.</p><p>Entgegen der Annahmen in der Begründung der Motion müssen Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmaturität jedoch nicht den gleichen Vorkurs und die gleiche Aufnahmeprüfung wie Berufsleute ohne Berufsmaturität absolvieren. Zudem ist der Stoff, der in den - in den meisten Kantonen freiwilligen - Vorkursen vermittelt wird, nicht identisch mit dem Stoff der Berufsmaturitätsschulen. Die von den jeweiligen PH organisierten Prüfungen tragen den bereits erworbenen Kompetenzen von Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden Rechnung: Je nach Vorbildung können Fächer der Ergänzungsprüfung erlassen werden. Inhaberinnen und Inhaber einer BM haben bei der Ergänzungsprüfung somit andere, erleichterte Bedingungen als Berufsleute ohne Berufsmaturität.</p><p>Der Bundesrat lehnt aus den genannten Gründen diese Motion ab; er ist aber mit einer gemeinsamen Prüfung der aufgeworfenen Fragen zusammen mit der EDK einverstanden und empfiehlt das Postulat 22.4267 zur Annahme.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.