<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-09-21-6F_25-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6F_25/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 21. September 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterin van de Graaf, </div> <div class="para">Bundesrichter Hurni, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Unseld. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Gesuchstellerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Güterstrasse 33, Postfach, 8010 Zürich, </div> <div class="para">Gesuchsgegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich 1. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 20. Juni 2022 (6B_1362/2020). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Bezirksgericht Bülach sprach die Gesuchstellerin am 23. Oktober 2013 der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/311.0/305^2/1" type="start"></artref>Art. 305 <sup>bis</sup> Ziff. 1 und 2 lit. c StGB</span><artref id="CH/311.0/305^2/2/c" type="end"></artref> (Anklage Ziff. I und IV A, B und C), des Diebstahls im Sinne von <span class="artref">Art. 139 Ziff. 1 StGB</span> (Anklage Ziff. I), des Betrugs im Sinne von <span class="artref">Art. 146 Abs. 1 StGB</span> (Anklage Ziff. VII), der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von <span class="artref">Art. 251 Ziff. 1 StGB</span> (Anklage Ziff. IV A und B), der Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne von <span class="artref">Art. 253 Abs. 1 StGB</span> (Anklage Ziff. III) sowie der Gehilfenschaft zu mehrfachem Steuerbetrug im Sinne von § 261 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997 (StG/ZH; LS 631.1) i.V.m. <span class="artref">Art. 25 StGB</span> und zu mehrfachem Steuerbetrug im Sinne von <span class="artref">Art. 186 Abs. 1 DBG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 25 StGB</span> (Anklage Ziff. II) schuldig. Von den Vorwürfen der Unterdrückung von Urkunden im Sinne von <span class="artref">Art. 254 Abs. 1 StGB</span> (Anklage Ziff. V), der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/311.0/305^bis/1" type="start"></artref>Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. c StGB</span><artref id="CH/311.0/305^bis/2/c" type="end"></artref> (Anklage Ziff. VI) und der Urkundenfälschung im Sinne von <span class="artref">Art. 251 StGB</span> (Anklage Ziff. VI) sprach es sie frei. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 4. September 2020 sprach das Obergericht des Kantons Zürich die Gesuchstellerin von den Vorwürfen gemäss Anklage Ziff. II teilweise frei (Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von <span class="artref">Art. 251 Ziff. 1 StGB</span>; Dispositiv-Ziff. 2). Im Übrigen bestätigte es die erstinstanzlichen Schuldsprüche (Dispositiv-Ziff. 1). Die erstinstanzlichen Freisprüche erwuchsen unangefochten in Rechtskraft. </div> <div class="para">Das Bundesgericht wies die von der Gesuchstellerin gegen die zweitinstanzlichen Schuldsprüche wegen Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne von <span class="artref">Art. 253 Abs. 1 StGB</span> (Anklage Ziff. III) und wegen Gehilfenschaft zu mehrfachem Steuerbetrug im Sinne von <span class="artref">§ 261 Abs. 1 StG</span>/ZH i.V.m. <span class="artref">Art. 25 StGB</span> und zu mehrfachem Steuerbetrug im Sinne von <span class="artref">Art. 186 Abs. 1 DBG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 25 StGB</span> (Anklage Ziff. II) erhobene Beschwerde in Strafsachen am 20. Juni 2022 ab. Bezüglich der Schuldsprüche gemäss Anklageziffern I, IV und VII hiess es die Beschwerde der Gesuchstellerin gut und es wies die Angelegenheit zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurück (Urteil 6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022). </div> <div class="para">Die Gesuchstellerin ersucht bezüglich der Anklagepunkte II und III um Revision des bundesgerichtlichen Urteils vom 20. Juni 2022 und einen Freispruch von den entsprechenden Vorwürfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 61 BGG</span> erwachsen Entscheide des Bundesgerichts am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft. Das Gericht kann auf ein eigenes Urteil zurückkommen, wenn einer der vom Gesetz (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/121" type="start"></artref>Art. 121-123 BGG</span><artref id="CH/173.110/123" type="end"></artref>) abschliessend aufgezählten Revisionsgründe vorliegt. Der Revisionsgrund ist frist- und formgerecht geltend zu machen. Es obliegt dem Gesuchsteller aufzuzeigen, welcher Revisionsgrund inwiefern vorliegen soll, ansonsten auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten ist (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page238">BGE 147 III 238</a> E. 1.2.1; Urteil 6F_8/2021 vom 20. Juli 2021 E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gesuchstellerin zitiert als Revisionsgründe die Bestimmungen von <span class="artref">Art. 122 lit. c und <artref id="CH/173.110/123" type="start"></artref>Art. 123 BGG</span><artref id="CH/173.110/122/c" type="end"></artref> sowie <span class="artref">Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO</span>. <span class="artref">Art. 122 BGG</span> gelangt indes offensichtlich nicht zur Anwendung, da in der vorliegenden Angelegenheit kein Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) erging (vgl. <span class="artref">Art. 122 lit. a BGG</span>). Die Gesuchstellerin behauptet auch nicht rechtsgenügend, es lägen neue, vor dem zu revidierenden Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel vor, weshalb auch ein Revisionsgrund im Sinne von <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. b BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO</span> von vornherein zu verneinen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gesuchstellerin beruft sich weiter auf <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span>. Danach kann die Revision eines Entscheids des Bundesgerichts verlangt werden, wenn das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat. Auf einem Versehen im Sinne von <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> beruht eine Feststellung, wenn sie darauf zurückzuführen ist, dass das Bundesgericht eine bestimmte Aktenstelle übersehen oder unrichtig (nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut) wahrgenommen hat (Urteile 6F_19/2022 vom 25. Juli 2022 E. 2; 6F_16/2020 vom 3. Juni 2020 E. 2.1; 6F_32/2015 vom 16. Februar 2016 E. 2; je mit Hinweisen). Eine unzutreffende beweismässige oder rechtliche Würdigung unterliegt nicht der Revision (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page17">BGE 122 II 17</a> E. 3; Urteile 6F_19/2022 vom 25. Juli 2022 E. 2; 2F_13/2022 vom 17. März 2022 E. 2.4). Der Revisionsgrund von <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> kann zudem nur angerufen werden, wenn die unberücksichtigten Tatsachen als erheblich zu bezeichnen sind. Davon ist auszugehen, wenn deren Berücksichtigung zugunsten des Gesuchstellers zu einer anderen Entscheidung hätte führen müssen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page17">BGE 122 II 17</a> E. 3; Urteile 6F_19/2022 vom 25. Juli 2022 E. 2; 2F_10/2022 vom 15. März 2022 E. 3.5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dass das Bundesgericht im Urteil vom 20. Juni 2022 in den Akten liegende erhebliche Tatsachen im Sinne von <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> aus Versehen nicht berücksichtigt haben könnte, kann der Eingabe der Gesuchstellerin ebenfalls nicht entnommen werden. Letztere stört sich bezüglich Anklageziffer II (Schuldsprüche wegen Gehilfenschaft zu mehrfachem Steuerbetrug) und Anklageziffer III (Schuldspruch wegen Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne von <span class="artref">Art. 253 Abs. 1 StGB</span>) vielmehr an der rechtlichen Würdigung durch das Bundesgericht, welche jedoch keiner Revision zugänglich ist. Dies gilt insbesondere, soweit die Gesuchstellerin bezüglich Anklageziffer II vorträgt, "zu hohe Lohnentnahmen" seien keine verdeckten Gewinnausschüttungen. Bezüglich Anklageziffer III macht die Gesuchstellerin zwar geltend, das Bundesgericht habe die Genehmigung von D.________ vom 10. Oktober 2012 zur Anmeldung seiner Löschung als Verwaltungsrat der G.________ AG übersehen. Diese Genehmigung von D.________, welche gemäss dem von der Gesuchstellerin zitierten Schreiben ihres Rechtsanwalts im Zusammenhang mit einer im November 2012 erfolgten Wiedereintragung von D.________ als Verwaltungsrat der G.________ AG erfolgte, ist für die Beurteilung des angeklagten Sachverhalts, welcher sich im Januar 2010 zutrug, indes unerheblich. Der Gesuchstellerin wird in Anklageziffer III vorgeworfen, im Januar 2010 die unterschriftliche Einwilligung von D.________ zu seiner Löschung als Verwaltungsrat der G.________ AG vorgetäuscht zu habe. Dass dieser fast zwei Jahre später - im Gegenzug gegen seine Wiedereintragung als Verwaltungsrat - erklärte, seine Austragung vom Februar 2010 ausdrücklich zu genehmigen, tut nichts zur Sache, zumal es sich bei <span class="artref">Art. 253 Abs. 1 StGB</span> um ein Offizialdelikt handelt. </div> <div class="para">Insgesamt macht die Gesuchstellerin keine Revisionsgründe im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/173.110/121" type="start"></artref>Art. 121-123 BGG</span><artref id="CH/173.110/123" type="end"></artref> geltend, sondern sie wendet sich gegen die rechtliche Würdigung durch das Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Gesuchstellerin kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden der Gesuchstellerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 21. September 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Unseld </div> </div></body></html>