B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 465 25 60 Fax +41 (0)58 465 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-4158/2021 stm/syr/fem Z w i s c h e n e n t s c h e i d v o m 2 1 . F e b r u a r 2 0 2 2 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Christian Winiger, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiber Cyrill Schäke. In der Beschwerdesache Parteien Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW), Hegibachstrasse 47, 8032 Zürich, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Brigitta Kratz, Badertscher Rechtsanwälte AG, Mühlebachstrasse 32, Postfach, 8024 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, KBB / Rechtsdienst, Fellerstrasse 21, 3003 Bern, Vergabestelle. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen - Zuschlag betreffend das Projekt Vollzug Zielvereinbarungen post 2020 Los 2 (SIMAP-Meldungsnummer 1214049; Projekt-ID 193696). B-4158/2021 Seite 2 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. Am 24. September 2019 schrieb das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL (im Folgenden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Infor- mationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel "(19144) 805 Vollzug Zielvereinbarungen post 2020" einen Dienstleistungsauftrag im offenen Verfahren aus (Meldungsnummer: 1096603). Bedarfsstelle der vorliegenden Ausschreibung ist das Bundes- amt für Energie (BFE), welches sich unter anderem für die Senkung der CO2-Emissionen einsetzt. Ein zentrales Instrument zur Senkung der CO2- Emissionen sind Zielvereinbarungen, die zwischen dem Bund oder den Kantonen und den Unternehmen getroffen werden. Insgesamt wurden da- für sechs Lose ausgeschrieben, wovon drei mit der vorliegenden Aus- schreibung beschafft werden (Lose Nr. 2, 3 und 4). Streitgegenständlich für das vorliegende Beschwerdeverfahren ist Los Nr. 2, mittels welchem eine IT-Lösung (webbasierte Plattform) für die Erarbeitung, Umsetzung und Überwachung der Zielvereinbarungen beschafft wird. Weiter wurden als Los Nr. 3 die Konzeptionierung einer Geschäftsstelle (Geschäftsorganisa- tionskonzept) sowie als Los Nr. 4 die Konzeptionierung einer Zertifizie- rungsstelle ausgeschrieben. Ein Anbieter kann ein Angebot auf eines oder mehrere dieser Lose einreichen. B. B.a Das Los 2 wurde mit Verfügung vom 5. Februar 2020 (publiziert auf SIMAP am 7. Februar 2020; Meldungsnummer: 1118861) der X._______ AG, (Sitz des Unternehmens), zugeschlagen. B.b Gegen die Zuschlagsverfügung betreffend das Los 2 erhob die Ener- gie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) am 27. Februar 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Mit Urteil B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2" wurde die angefochtene Zuschlags- verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vergabestelle zurückgewiesen. Das Urteil wurde materiell namentlich damit begründet, dass die Bewertungsmetho- den sowohl in Bezug auf das Zuschlagskriterium ZK01 "Preis" mangels Gewichtung der Option 5 "Weiterentwicklungen" als auch in Bezug auf das qualitätsbezogene Zuschlagskriterium ZK03 "Auftragsanalyse" mangels hinreichender Möglichkeit zur Differenzierung der Qualität der Angebote vergaberechtswidrig seien. B-4158/2021 Seite 3 C. Im Anschluss widerrief die Vergabestelle mit Verfügung vom 10. Februar 2021 (SIMAP-Meldungsnummer 1179341) den mit Verfügung vom 7. Feb- ruar 2020 publizierten Zuschlag des Loses 2. D. Nachdem sich die Vergabestelle mit Schreiben vom 10. Februar 2021 bei den bisherigen Anbietern über deren Bereitschaft, ein überarbeitetes An- gebot einzureichen, erkundigt hatte, stellte sie den dazu bereiten Anbiete- rinnen mit E-Mail vom 26. März 2021 die gestützt auf das Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 überarbeite- ten Ausschreibungsunterlagen, namentlich das Pflichtenheft, den Rah- menvertrag, den Anforderungskatalog und das Preisblatt (hiernach: Pflich- tenheft, Rahmenvertrag, Anforderungskatalog oder Preisblatt in der Ver- sion vom 26. März 2021) zu. Sie wies die Anbieterinnen in ihrem E -Mail vom 26. März 2021 darauf hin, dass während der erneuten Evaluation nur die Zuschlagskriterien ZK01 "Preis" und ZK03 "Auftragsanalyse" evaluiert und für die übrigen Positionen die Ergebnisse der ersten Evaluation gültig bleiben würden. Zugleich erhielten die Anbieterinnen Gelegenheit, ihr An- gebot hinsichtlich ZK01 "Preis" und ZK03 "Auftra gsanalyse" anzupassen und das überarbeitete Angebot bis zum 21. April 2021 bei der Vergabe- stelle einzureichen. E. Mit Schreiben vom 1. April 2021 liess die Energie -Agentur der Wirtschaft der Vergabestelle Bemerkungen zu den überarbeiteten Ausschreibungsun- terlagen zukommen. Sie machte geltend, dass die angepassten Ausschrei- bungsunterlagen nicht der Erwägung 5.6 des Urteils des Bundesverwal- tungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 betreffend das ZK03 "Auftragsanalyse" entsprechen würden. Eine hinreichende Qualitätsdiffe- renzierung sei aufgrund der gewählten Bewertungsmethodik zum ZK03 "Auftragsanalyse" nicht möglich. Auch die Anpassung in Bezug auf die Be- wertungsmethodik zum ZK01 "Preis" würde diese Grundproblematik nicht entschärfen. Sie würde im Gegenteil dazu führen, dass der Wettbewerb noch verstärkt über den Preis bei unverändert hoher geschätzter Stunden- zahl stattfinde. F. In der Folge gingen für das Los Nr. 2 fristgerecht zwei Angebote ein, näm- lich dasjenige der Energie-Agentur der Wirtschaft, Zürich, sowie dasjenige der X._______ AG, (Sitz des Unternehmens). B-4158/2021 Seite 4 G. Am 20. August 2021 wurde der Zuschlag für das Los Nummer 2 (IT- Dienste) im Beschaffungsverfahren "(19144) 805 Vollzug Zielvereinbarun- gen post 2020" erneut der X._______ AG (im Folgenden: Zuschlagsemp- fängerin) erteilt und am 27. August 2021 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer 1214049) publiziert. H. Mit an die Energie -Agentur der Wirtschaft gerichtetem Schreiben vom 25. August 2021 nahm die Vergabestelle zur Frage, warum diese nicht be- rücksichtigt worden sei, namentlich dahingehend Stellung, dass sie zwar beim ZK01 "Preis" die vollen 300 Punkte, aber beim ZK03 "Auftragsana- lyse" nur 30 von 400 Punkten erlangt habe. Am 14. September 2021 fand ausserdem ein telefonisches Debriefing zwischen der Vergabestelle und der Energie-Agentur der Wirtschaft statt. I. I.a Gegen den am 27. August 2021 auf SIMAP publizierten Zuschlag erhob die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW; im Folgenden: Beschwerdefüh- rerin) mit Eingabe vom 16. September 2021 Beschwerde ans Bundesver- waltungsgericht. Sie beantragt, es sei der Zuschlag vom 20. August 2021 aufzuheben und zum Preis von total Fr. 1'243'750.- der Beschwerdeführe- rin zu erteilen. Ev entualiter sei das Vergabeverfahren zu wiederholen mit der Anweisung an die Vergabestelle, den Zuschlag der Beschwerdeführe- rin zu erteilen oder subeventualiter, die Bewertungsmethode zum ZK03 im Sinne der Erwägungen des Urteils des Bundesverwaltungsgericht s B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 anzupassen. Sollte die aufschie- bende Wirkung nicht erteilt werden und der Vertrag bereits abgeschlossen sein, sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags vom 20. August 2021 festzu- stellen. In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung (vorab superprovisorisch) zu erteilen. Weiter seien die vorinstanzlichen Akten einzuholen und der Be- schwerdeführerin sei umfassende Akteneinsicht zu gewähren. Der Be- schwerdeführerin sei Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerdeschrift nach Akteneinsicht zu ergänzen. Die Akten aus dem Verfahren B -1185/2020 seien beizuziehen. Die Anträge stellt die Beschwerdeführerin unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vergabestelle. I.b Zur Begründung hält die Beschwerdeführerin namentlich fest, sie habe den Zuschlag nicht erhalten, obwohl sie im Vergleich zur ersten Offerte zu B-4158/2021 Seite 5 einem tieferen und die Zuschlagsempfängerin im Vergleich zum ersten Durchgang zu einem höheren Preis offeriert habe. Wenn die Vergabestelle im zweiten Durchgang in krasser Diskrepanz zum ersten Durchgang das Angebot der Beschwerdeführerin beim Zuschlagskriterium ZK03 – im Ver- gleich zur Zuschlagsempfängerin, deren Offerte mit 370 von 400 Punkten bewertet worden sei – nur noch m it 30 statt mit (meint: im Rahmen der ersten Evaluation) 400 Punkten bewertet habe, würden die Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts zur differenzierten Qualitätsbewertung der Auftragsanalysen der Anbieterinnen in treu - und rechtswidriger Weise ad absurdum geführt (Beschwerde, Rz. 37). Die Beschwerdeführerin habe sich in guten Treuen darauf verlassen dürfen, dass ihre Auftragsanalyse vollumfänglich genüge (Beschwerde, Rz. 36 und Rz. 43). Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im zweiten Durchgan g eine gezielte Abwertung der Auftragsanalyse der EnAW vorgenommen worden sei (Be- schwerde, Rz. 30 und Rz. 48). Die Anpassungen der Vergabestelle in Be- zug auf die Subkriterien und die Bewertungsmethode für die Zuschlagskri- terien ZK01 und ZK03 genügten ausserdem nicht für eine hinreichend dif- ferenzierte Bewertung unter qualitativen Kriterien. Es gebe nun zwar Sub- kriterien, die einzeln bewertet werden. An der nur drei Stufen umfassenden Bewertungsmethode "Taxonomietyp B" sei hingegen nichts geändert wor- den (Beschwerde, Rz. 33 und Rz. 40 ff.). J. Mit superprovisorischer Anordnung vom 17. September 2021 untersagte der Instruktionsrichter bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, nament- lich den Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin. Ausserdem wurde der Vergabestelle bis zum 8. Oktober 2021 Frist angesetzt, um zu den prozessualen Anträgen der Beschwerdeführerin, insbesondere zur Ertei- lung der aufschiebenden Wirkung, Stellung zu nehmen. Zudem wurde sie ersucht, innert derselben Frist die vollständigen Akten einzureichen und von der Akteneinsicht auszunehmende Aktenstücke zu bezeichnen bzw. Abdeckungsvorschläge einzureichen. Die Beschwerdeführerin wurde auf- gefordert, bis zum 17. September 2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 9'000.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten. B-4158/2021 Seite 6 K. Die Zuschlagsempfängerin hat darauf verzichtet, sich als Partei am vor- liegenden Verfahren zu beteiligen. L. L.a Innert erstreckter Frist erstattete die Vergabestelle mit Eingabe vom 8. Oktober 2021 ihre Vernehmlassung zu den prozessualen Anträgen. Sie beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Hinsichtlich der prozessualen Anträge stellt sie namentlich die Rechtsbegehren, der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen, der Beschwerde sei die su- perprovisorisch gewährte aufschiebende Wirkung zu entziehen und die Ak- teneinsicht sei nur in diejenigen Vorakten zu gewähren, die im beigelegten Aktenverzeichnis als der Akteneinsicht zugänglich bezeichnet werden. Die Vergabestelle stellt ihre Anträge unter Kostenfolge zu Lasten der Be- schwerdeführerin. Mit ihrer Eingabe vom 8. Oktober 2021 reichte die Vergabestelle zugleich die Vergabeakten (Vorakten 1-11) jeweils in einer ungeschwärzten Version zuhanden des Gerichts mit Aktenverzeichnis und einer geschwärzten Fassung zuhanden der Beschwerdeführerin ein. L.b Zur Begründung führt die Vergabestelle aus, dass die Beschwerdefüh- rerin ihre vergaberechtlichen Rügen auf einen einzigen Punkt beschränken würde, nämlich darauf, dass die Bewertung der Auftragsanalyse (ZK03) wi- dersprüchlich, rechtsfehlerhaft oder gar rechtswidrig sei. Die Auffassung der Beschwerdeführerin sei unzutreffend. Dazu merkt sie an, die Be- schwerdeführerin habe im ersten Beschwerdeverfahren den Preiswettbe- werb bemängelt, im zweiten Verfahren dagegen, dass die Abstufungen der Qualitätskriterien zu einem zu starken Bewertungsunterschied geführt hät- ten. Bei einer solch widersprüchlichen Sichtweise stelle sich die Frage, ob es der Beschwerdeführerin tatsächlich um mehr Qualitätswettbewerb gehe (Vernehmlassung, Rz. 23 f.). Die Vergabestelle habe weiter in Umsetzung des Urteils des Bundesver- waltungsgerichts B -1185/2020 vom 1. Dezember 2020 das ZK03 mit ZK03.1, ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 arithmetisch verfeinert und die Anfor- derungen an die Zuschlagskriterien detaillierter und auftragsspezifischer formuliert (Vernehmlassung, Rz. 26 ff.). Auf die qualitätsorientierten Anpas- sungen habe die Beschwerdeführerin in ihrer ne u eingereichten Auf- tragsanalyse kaum reagiert. Die Beschwerdeführerin habe sich hauptsäch- lich darauf beschränkt, den Preis zu senken und sie habe die Anforderun- gen an die Auftragsanalyse nur am Rande beachtet. Sie habe offenbar B-4158/2021 Seite 7 nicht realisiert, dass den p räzisierten Unterkriterien von ZK 03 und ihrer Taxonomie eine grössere Beachtung zu schenken sei (Vernehmlassung, Rz. 30). Dies sei auch der Grund, weshalb die Bewertung der neu einge- reichten Auftragsanalyse zwangsläufig tiefer ausfallen musste als die Be- wertung in der Evaluation im ersten Durchgang im Jahr 2020 (Vernehmlas- sung, Rz. 31). In diesem Lichte nicht nachvollziehbar seien die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe darauf vertrauen dürfen, dass die ur- sprüngliche Bewertung ihrer Auftragsanalyse noch immer als Referenz- grösse anzusehen sei. Gerade vor dem Hintergrund von Treu und Glauben hätte von der Beschwerdeführerin erwartet werden dürfen, dass sie die neue Chance nutzt und ihre Auftragsanalyse sorgfältig und anhand der prä- zisierten Zuschlagsk riterien überarbeitet und ausgestaltet (Vernehmlas- sung, Rz. 32). L.c Zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung bringt die Vergabestelle vor, die vorgebrachten Rügen seien weder geeignet noch genügend substantiiert, um eine Erfolgsaussicht zu begründen. Zur Dring- lichkeit legt sie dar, die vorliegende Beschaffung sei eine Teilbeschaffung der sechs Lose der Gesamtbeschaffung "Zielvereinbarung post 2020". Die Gewährung der aufschiebenden Wirkung würde nicht nur die Beschaffung der IT-Lösung an sich, sondern auch diejenige der von der IT-Lösung ab- hängigen weiteren fünf Lose verzögern. Erschwerend komme hinzu, dass es im Rahmen der Gesamtbeschaffung bereits zu grösseren Verzögerun- gen gekommen sei (Vernehmlassung zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 41). Spätestens ab Januar 2022 sei kein Leistungsbezug mehr unter den bestehenden Verträgen möglich respektive fehle die beschaffungs- rechtliche Grundlage, um Leistungen zu beziehen. Damit die bestehenden Zielvereinbarungen lückenlos begleitet sowie neue Zielvereinbarungen je- derzeit abgeschlossen werden können, werde es notwendig, diese Arbei- ten für einen bestimmten Zeitraum und im Sinne einer Übergangslösung freihändig zu vergeben. Dabei würden die bisherigen Anbieterinnen, somit auch die Beschwerdeführerin, zum Zuge komm en (Vernehmlassung zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 42 f.). Demnach überwiege das öffentliche Interesse an einem möglichst zeitnahen Bezug der Leistungen dasjenige der Beschwerdeführerin, eine erneute Möglichkeit auf den Zuschlag zu er- halten (Vernehmlassung zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 42 ff.). M. Die Beschwerdeführerin reichte ebenfalls am 8. Oktober 2021 eine unauf- geforderte Stellungnahme zur Dringlichkeit des Beschaffungsverfahrens mit neuen Beweismitteln ein. Sie bringt vor, die Bedarfsstelle habe am B-4158/2021 Seite 8 29. September 2021 entschieden, den Auftrag für den Vollzug des Zielver- einbarungssystems als Übergangslösung ab 1. Januar 2022 freihändig an die Anbieterinnen act und EnAW zu vergeben. Die unbestreitbare Notwen- digkeit einer solchen Übergangslösung für das Zielvereinbarungssystem ergebe sich aus der Ablehnung des revidierten CO2-Gesetzes. Im Rahmen der Übergangslösung sei vorgesehen, dass die bisherigen IT -Lösungen der beiden Anbieterinnen act und EnAW weiterverwendet und Anpassun- gen daran vorgenommen werden sollen. Damit sei erstellt, dass der Zu- schlag betreffend das Los 2 IT-Lösung nicht dringlich ist. N. N.a Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 12. Oktober 2021 wurde die Vergabestelle namentlich ersucht, einen Evaluationsbericht zuhanden des Bundesverwaltungsgerichts, allfällige dem Gericht noch nicht offenge- legte, dem Evaluationsbericht angehängte Bewertungen zu ZK01, ZK02 und ZK04 und ein Aktenverzeichnis zuhanden der Beschwerdeführerin ein- zureichen. Die Zuschlagsempfängerin wurde ersucht, dem Gericht bis zum 18. Oktober einen Abdeckungsvorschlag für die von der Vergabestelle ein- gereichte Evaluation des Angebots der Zuschlagsempfängerin gemäss ZK03 "Auftragsanalyse" einzureichen. N.b Die Vergabestelle erklärte mit Eingabe vom 13. Oktober 2021 unter anderem, dass keine weiteren dem Evaluationsbericht angehängten Be- wertungen bestünden. Sie reichte ein Aktenverzeichnis zuhanden der Be- schwerdeführerin ein, wobei dieses der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 14. Oktober 2021 zugestellt und zugleich verfügt wurde, dass die Ak- ten aus dem Verfahren B-1185/2020 beigezogen werden. N.c Die Zuschlagsempfängerin erklärte am 18. Oktober 2021, dass sie sich der Offenlegung der ihr mit Verfügung vom 12. Oktober 2021 zugestellten Evaluation ihres Angebots gemäss ZK03 (Vorakte 8, Anhang zum Evalua- tionsbericht) gegenüber der Beschwerdeführerin nicht widersetze. Das- selbe erklärte mit Blick auf diesen Umstand unmittelbar anschliessend auch die Vergabestelle. N.d Mit Verfügung vom 19. Oktober 2021 wurde die Bewertung des ZK 03 (Vorakte 8, Anhang zum Evaluationsbericht) der Beschwerdeführerin zu- gestellt. B-4158/2021 Seite 9 O. Innert Frist reichte die Vergabestelle mit Eingabe vom 22. Oktober 2021 die ihr freigestellte Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerdeführerin zur Dringlichkeit ein. Sie bringt vor, es bestehe hohe Dringlichkeit, die IT -Lö- sung so schnell wie möglich zu beziehen. P. P.a Innert erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 29. Oktober 2021 ihre Replik zur au fschiebenden Wirkung ein. Sie beantragt, die su- perprovisorisch erteilte aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei auf- recht zu erhalten und das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei gutzuheissen. P.b Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, der Taxonomietyp B unter ZK03 mit nur drei Stufen erlaube keine hinreichend differenzierende Bewertung (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 7 ff., Rz. 15). Die An- bieterinnen seien weder aufgefordert worden, "angepasste Auftragsanaly- sen noch umfassend überarbeitete Auftragsanalysen oder gar Angebote einzureichen". Die Zuschlagsempfängerin habe offenbar ein überarbeite- tes Angebot eingereicht. Ein neues Angebot hätte bereits aus Gleichbe- handlungsgründen nicht akzeptiert und entsprechend bewertet werden dürfen (Rz. 8 f.). Zur Interessenabwägung beim Begehren um aufschiebende Wirkung lässt sie sich namentlich dahingehend vernehmen, dass ein überwiegendes In- teresse der Vergabe- bzw. Bedarfsstelle am sofortigen Vertragsabschluss mit der Zuschlagsempfängerin in Anbetracht der von der Bedarfsstelle am 29. September 2021 aufgegleisten Übergangslösung nicht ersichtlich sei (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 39). Q. Mit Verfügung vom 1. November 2021 wurde die Replik der Vergabestelle zugestellt und der Schriftenwechsel zur aufschiebenden Wirkung ge- schlossen. B-4158/2021 Seite 10 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Am 1. Januar 2021 ist das totalrevidierte Bundesgesetz vom 21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1), die dazu- gehörende Verordnung vom 12. Februar 2020 üb er das öffentliche Be- schaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) sowie das revidierte GATT/WTO- Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswe- sen, Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 2012 (Govern- ment Procurement Agreement [GPA 2012, SR 0.632.231.422]) in Kraft ge- treten. Gemäss Art. 62 BöB werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes eingeleitet wurden, nach bisherigem Recht zu Ende ge- führt (vgl. Urteil des BVGer B-1565/2021 vom 15. Juni 2021 S. 3 f. "Man- gelanlage Wäscherei"; Zwischenentscheid des BVGer B -3238/2021 vom 18. Oktober 2021 E. 1 "Google / Public Cloud"). Folglich ist auf das hier zu beurteilende, mit Ausschreibung vom 7. Dezember 2020 eingeleitete Ver- fahren das alte Recht anwendbar (Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [aBöB, AS 1996 508 ff.] und Ver- ordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Dezember 1995 [aVöB; AS 1996 518 ff. bzw. AS 2009 6149 ff.]). 2. 2.1 Gegen Verfügungen betreffend den Zuschlag oder den Ausschluss in Vergabeverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 27 Abs. 1 i. V. m. Art. 29 Bst. a und d aBöB). Das Bundesverwal- tungsgericht entscheidet auch über Gesuche um Erteilung der aufschie- benden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 aBöB). 2.2 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor- schriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, sowei t das aBöB und das Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) nichts Anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 aBöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 aBöB kann die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 2.3 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rahmen der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwal- tungsgericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenent- scheid des BVGer B -3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugs- weise publiziert in BVGE 2009/19 , E. 1.2 mit Hinweisen; vgl. dazu PETER B-4158/2021 Seite 11 GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentli- chen Beschaf fungsrechts, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 1340 mit Hinweisen). 3. Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil B-1185/2020 vom 1. Dezem- ber 2020 festgestellt, dass das vorliegende Beschaffungsvorhaben von ei- ner subjektiv unterstellten Auftraggeberin verantwortet wird (E. 1.4.2), dass die zu beurteilende Beschaffung als in den objektiven Anwendungsbereich des Gesetzes fallend zu qualifizieren ist (E. 1.4.3), dass die einschlägigen Schwellenwerte erreicht werden (E. 1.4.4) und dass kein Ausnahmetatbe- stand vorliegt (E. 1.4.5). Dies wird namentlich von der Vergabestelle auch im Rahmen der Anfechtung des zweiten Zuschlags vom 20. August 2021 nicht bestritten, womit insoweit vollumfänglich auf die genannten Erwägun- gen des Urteils B -1185/2020 vom 1. Dezember 2020 verwiesen werden kann. Auch die neu eingereichten Offerten übersteigen die Schwellenwerte deutlich. So hat die Zuschlagsempfängerin ein Angebot in der Höhe von Fr. 695'900.- für den Grundauftrag und Fr. 872'500.- für die Optionen ein- gereicht. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig. 4. 4.1 Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bildet der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 aBöB vor, dass der Beschwerde von Ge- setzes wegen keine aufschiebende Wirku ng zukommt. Demnach kann diese vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden (Art. 28 Abs. 2 aBöB). Vorliegend enthält die Beschwerde ein entsprechen- des Begehren. 4.2 Das aBöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspre- chung u nd Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründ e, die für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenentschei d des BVGer B -6837/2010 vom 16. November 2010 E. 2.1 mit Hinweisen "Lüftung Belchentunnel"). Dass der Gesetzge-B-4158/2021 Seite 12 ber im aBöB den Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Ge- setzes wegen gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anord- nung im Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung die- ser Frage als notwend ig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur aus- nahmsweise gewährt haben wollte (vgl. zum Ganzen die Zwischenent- scheide des BVGer B-1185/2020 vom 7. Mai 2020 E. 2.2 "Zielvereinbarun- gen post 2020 Los 2" und B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", aus- zugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1 mit Hinweisen). 4.3 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszu- gehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. Dasselbe gilt für den Fall, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach nicht eingetreten wer den kann (Zwischenentscheid des BVGer B-5293/2015 vom 4. November 2015 E. 3.1 "E-Mail-Services für Ratsmit- glieder"). Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt oder bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschie- bende Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. In die Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidge- nössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen (BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 (E. 2.2) "Vermessung Durchmesserlinie" im Grundsatz zu eigen gemacht hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerin an der Auf- rechterhaltung der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effektiven Rechtsschutzes besteht (Zwischenentscheid des BVGer B-6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 2 "Hörgeräte"). Diesen gegenüber stehen die öffentli- chen Interessen, die die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der GATT-Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, ge- gen den automatischen Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzöge- rungen und erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGe r B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im Rahmen der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. Nov ember 1994 in der Fas- sung vom 15. März 2001 (IVöB 1994/2001) fest, dass dem öffentlichen In- teresse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht zukommt (Urteil des BGer B-4158/2021 Seite 13 2P .103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen "Telefonanlage Uni- versitätsspital Basel"; in diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3 "Presta- tions de planification à Grolley/FR"). Auch allfällige Interessen Dritter, na- mentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Beteiligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX Ziff. 2 und 7 Bst. a des GATT/WTO-Übereinkommens vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procur ement Agreement [GPA, AS 1996 609 ff.]) – die Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illuso- risch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweis "Vermessung Durchmesserlinie"; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 IV/3 E. 3.3 "Mobile Warn- anlagen" sowie den Zwischenentscheid des BVGer B -3238/2021 vom 18. Oktober 2021 E. 2.3 "Google / Public Cloud"). 5. 5.1 5.1.1 Das aBöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur Beschwerdelegitimation, weshalb diese nach dem allgemeinen Verfah- rensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 26 Abs. 1 aBöB bzw. Art. 37 VGG in Verbindung mit Art. 48 VwVG; BGE 141 II 14 E. 2.3 "Monte Ceneri", BGE 137 II 313 E. 3.2; Urteile des BVGer B-1606/2020 vom 11. Feb- ruar 2022 E. 4.2.1 "Mediamonitoring ETH-Bereich" und B-5601/2018 vom 24. April 2019 E. 4.4 "Betankungsanlagen". Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). 5.1.2 Die Beschwerdeführerin ist prima facie formell beschwert, denn sie hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilgenommen, und sie ist durch die angefochtene Verfügung auch offensichtlich besonders berührt, weil ihr, nachdem sie als Anbieterin Rang 2 erreicht hatte, der Zuschlag nicht erteilt wurde. 5.1.3 Die Beschwerdeführerin begründet ihr Aufhebungs- und eventualiter gestelltes Rückweisungsbegehren namentlich mit einem Verstoss gegen die Vorgaben aus dem Urteil des BVGer B -1185/2020 vom 1. Dezember B-4158/2021 Seite 14 2020 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2", weil die dreistufige Taxonomie Typ B des ZK03 "Auftragsanalyse", die keine hinreichend differenzierte Be- wertung der Auftragsanalyse erlaube, trotz der Vorgaben des Bundesver- waltungsgerichts unverändert beibehalten worden sei (Beschwerde, Rz. 33). Zugleich beanstandet sie, wenn nun die Bedarfsstelle die Auf- tragsanalyse der EnAW im zweiten Durchgang in nahezu maximaler Ab- weichung von der Bewertung im ersten Durchgang nur noch mit 30 statt mit 400 Punkten bewerte (gegenüber 370 der Zuschlagsempfängerin zu- erkannten Punkten), würden damit die Vorgaben des Bundesverwaltungs- gerichts einer differenzierten Qualitätsbewertung der Auftragsanalyse der Anbieterinnen in treu- und rechtswidriger Weise ad absurdum geführt (Be- schwerde, Rz. 32 ff., Rz. 39 ff.). Würde namentlich der Argumentation be- treffend die Bewertungsmethode gefolgt, so hätte die Beschwerdeführerin nebst der Aufhebung des Zuschlags auch eine Chance auf (erneute) An- passung der Ausschreibungsunterlagen, was ihr allenfalls die Möglichkeit eines neuen Angebots und damit eine reelle Chance auf den Zuschlag im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eröffnen würde (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.5 "Monte Ceneri" sowie den Zwischenentscheid des BVGer B-7062/2017 vom 16. Februar 2018 E. 7.2 "IT-Dienste ASALfutur", je mit Hinweisen). Die Legitimation der Beschwerdeführerin wird seitens der Vergabestelle auch nicht bestritten. 5.2 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 6. 6.1.1 Die Beschwerdeführerin rügt die mangelnde Umsetzung der verga- berechtlichen Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Urteil B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020, di e das Zuschlagskriterium ZK03 "Auftragsanalyse" betreffen (Beschwerde, Rz. 32 ff.). 6.1.2 Die detaillierte Beschreibung für das ZK03 "Auftragsanalyse" erfolgt im angepassten Anforderungskatalog vom 26. März 2021 unter "Katalog Zuschlagskriterien Nachverhandlung (nur ZK01 und ZK03)" (Anforde- rungskatalog, Anhang 001, S. 3 ff.) und lautet wie folgt: […] B-4158/2021 Seite 15 Der Anbieter hat seine Taxierungen oder Dokumentationen in den Blau eingefärbten Zellen aufzuführen. […] Katalog der Anforderungen – Zuschlagskriterien Nr. Frage und Nachweis Angewendete Taxonomie Anbietertaxierung Dokumentation der Leistungen Max. Punkte ZK01 Preis Taxonomie gemäss Ziff. 6.3 im Pflichtenheft Angaben hier einfügen 300 ZK03 Auftragsanalyse Die Auftragsanalyse soll die folgenden Punkte plausibel und nachvollziehbar be- schreiben:  Vorgehen  Terminplan und Organisation  Herausforderung- en und Massnahmen  Besondere Funktionalitäten Nachweis Beschreibung auf maximal 10 A4 Sei- ten. (Summe ZK03.1 – ZK03.4 = 400 Punkte) ZK03.1 Vorgehen In der Auftragsanalyse wird das Vorgehen nach der Methodik Hermes aufgezeigt. Dabei wird bewertet, ob die Me- thodik korrekt beschrie- ben ist bezüglich des vorliegenden Auftrags. Taxonomietyp B Die volle Punktzahl wird vergeben, wenn das Vor- gehen plausibel und nach- vollziehbar aufgezeigt wird, mit konkretem Bezug zur Realisierung einer IT Lösung. Die halbe Punktzahl wird vergeben, wenn das Vor- gehen plausibel und nach- vollziehbar aufgezeigt wird, mit geringem oder keinem Bezug zur Realisie- rung der IT Lösung. Keine Punktzahl wird vergeben, wenn die oben genannten Anforderungen □ volle Punktzahl □ halbe Punktzahl □ keine Punkte Angaben hier einfügen 60 B-4158/2021 Seite 16 an die Beschreibung des Vorgehens nicht erfüllt sind. ZK03.2 Terminplan und Orga- nisation In der Auftragsanalyse wird der Terminplan und die Organisation für die Realisierung aufgezeigt. Dabei wird bewertet ob der Ter- minplan plausibel ist und alle wesentlichen Bestandteile enthält und ob die Organisa- tion zum Vorhaben passt. Taxonomietyp B Die volle Punktzahl wird vergeben, wenn der Terminplan realistisch und plausibel ist und in der Organisation die benötigten Rollen und Verantwortungen sowie Stellvertretungen aufgezeigt werden. Die halbe Punktzahl wird vergeben, wenn die Beschreibung des Terminplans und der Organisation genügend ist. Es dürfen geringe Abweichungen zur Beschreibung für die volle Punktzahl bestehen. Keine Punktzahl wird vergeben, wenn die oben genannten Anforderungen an die Beschreibung nicht erfüllt sind. □ volle Punktzahl □ halbe Punktzahl □ keine Punkte Angaben hier einfü- gen 60 ZK03.3 Herausforderungen und Massnahmen In der Auftragsanalyse werden die Herausfor- derungen und Mass- nahmen bezogen auf den vorliegenden Auf- trag aufgeführt. Die Herausforderungen beziehen sich auf IT- spezifische Herausfor- derungen, die sich aus der Realisierung der IT Lösung ergeben. Taxonomietyp B Die volle Punktzahl wird vergeben, wenn fünf zent- rale Herausforderungen sowie geeignete Massnah- men dazu beschrieben werden. halbe Punktzahl wird ver- geben, wenn drei oder vier zentrale Herausforderun- gen sowie geeignete Mass- nahmen dazu beschrieben werden. Keine Punktzahl wird vergeben, wenn weniger als drei zentrale Herausforderungen sowie geeignete Massnahmen dazu beschrieben werden. □ volle Punktzahl □ halbe Punktzahl □ keine Punkte Angaben hier einfü- gen 140 ZK 03.4 Besondere Funktion- alitäten In der Auftragsanalyse sind die besondere Funktionalitäten der Taxonomietyp B Die volle Punktzahl wird vergeben, wenn mindes- tens zwei im Auftrag nicht beschriebene Funktionen mit einem messbaren □ volle Punktzahl □ halbe Punktzahl □ keine Punkte Angaben hier einfü- gen 140 B-4158/2021 Seite 17 angebotenen IT Lö- sung beschrieben Mehrwert für die Bedarfs- stelle aufgeführt werden. halbe Punktzahl wird ver- geben, wenn eine im Auf- trag nicht beschriebene Funktion mit einem mess- baren Mehrwert für die Bedarfsstelle aufgeführt wird. Keine Punktzahl wird ver- geben, wenn die oben ge- nannten Anforderungen an die Beschreibung nicht er- füllt sind. 6.2 6.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, auch die neue, für das ZK03 "Auftragsanalyse" gewählte Bewertungsmethode verstosse gegen verga- berechtliche Grundsätze, weil die Vergabestelle die Vorgaben gemäss dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1185/2020 vom 1. Dezember 2020 mangelhaft umgesetzt habe. Die Punktevergabe erfolge nach wie vor nach dem Muster "schwarz oder weiss" (Beschwerde, Rz. 39 ff.). Zugleich bemängelt sie, die Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts zu einer dif- ferenzierten Qualitätsbewertung der Auftragsanalyse würden ad absurdum geführt, wenn die Auftragsanalyse der Beschwerdeführerin im neuen An- gebot nur noch mit 30 statt mit 400 Punkten bewertet werde (Beschwerde, Rz. 37). Auf diesen Punkt wird indessen im Wesentlichen im Rahmen der eigentlichen Bewertungsrügen einzugehen sein (vgl. E. 7 hiernach). 6.2.2 Die Vergabestelle hält in Bezug auf die Ausgestaltung der Vergabe- kriterien nach den Vorgaben des Urteils B -1185/2020 vom 1. Dezember 2020 fest, sie habe die Taxonomie zum ZK 03 "Auftragsanalyse" verfeinert, um einen grösseren Qualitätswettbewerb zu ermöglichen. Während 40 Prozent der Punkte ursprünglich in einer dreistufigen Taxonomie bewer- tet worden seien, würden diese in der überarbeiteten Version in einer ge- samthaft gerechnet 12-stufigen Taxonomie bewertet. Zusätzlich zur arith- metischen Verfeinerung habe die Vergabestelle die Anforderungen an die Zuschlagskriterien inhaltlich präzisiert. Das frühere ZK03 "Auftragsana- lyse" und seine Taxonomie seien nicht bloss aufgeteilt, sondern in den ein- zelnen Unterkriterien ZK03.1, ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 detailliert und B-4158/2021 Seite 18 auftragsspezifischer formuliert worden (Vernehmlassung zur aufschieben- den Wirkung, Rz. 25 ff.). 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 21 Abs. 1 aBöB erhält das wirtschaftlich günstigste An- gebot den Zuschlag. Dieses wird ermittelt, indem verschiedene Kriterien berücksichtigt werden, insbesondere Termin, Qualität, Preis, Wirtschaft- lichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Zweckmässigkeit der Leistung, Ästhetik, Umweltverträglichkeit oder technischer Wert. Die Vergabebe- hörde hat daher für jedes Beschaffungsgeschäft einen Katalog von Zu- schlagskriterien festzulegen (vgl. Art. 21 Abs. 2 aBöB und Art. 27 Abs. 1 Satz 1 aVöB; Urteil des BVGer B -2457/2020 vom 23. August 2021 E. 7.4.1.1 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 1"; GALLI/MOSER/LANG/STEI- NER, a.a.O., Rz. 831). Bei den Zuschlagskriterien handelt es sich um Merk- male, die ein Angebot in mehr oder minder hohem Mass besitzt und die ein Abwägen des wirtschaftlichen Werts ermöglichen; man spricht diesbezüg- lich auch von der relati ven Natur der Zuschlagskriterien (vgl. E LISABETH LANG, Der Grundsatz der Transparenz im öffentlichen Beschaffungsrecht, Festschrift 100 Jahre Aargauischer Anwaltsverband, 2005, S. 124). Als Be- urteilungsmatrix wird in der Praxis das Gesamtsystem von Zuschlags- und Unterkriterien inklusive der für jedes Kriterium festgelegten Gewichtung be- zeichnet (Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 4.2.1; Urteil des BVGer B-891/2009 vom 5. November 2009 E. 3.1 "Kurierdienst BAG I"; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 24. Februar 2015 E. 4.1 "Casermettatunnel"). 6.3.2 Die Zuschlagskriterien sind im Einzelfall zu bestimmen und unter An- gabe ihrer Gewichtung bekannt zu geben (Urteile des BVGer B-6295/2017 vom 25. Februar 2020, auszugs weise publiziert in BVGE 2020 IV/2, E. 6.2 "Produkte zur Aussenreinigung I", B -4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.3 "Strombeschaffung für die Post" und B-891/2009 vom 5. November 2009 E. 3.1 "Kurierdienst BAG I" ; MATTHIAS HAUSER, Zu- schlagskriterien im Submissionsrecht, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2001, S. 1405 ff., S. 1406; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 831). Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien verfügt die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in welchen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraussetzungen eingreift (Urteile des BVGer B -4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.2 "Strombeschaffung für die Post ", B-6742/2011 vom 2. September 2013 E. 2.2 "6-Streifen-Ausbau Härkingen-Wiggertal" und B-6082/2011 vom B-4158/2021 Seite 19 8. Mai 2012 E. 2.2 "Kontrollsystem LSVA"). Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Ausgestaltung der Bewertungsmethode ( BVGE 2018 IV/2 E. 7.2 "Produkte zur Innenreinigung I ", Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 10.5 "Casermettatunnel"; vgl. auch Art. 31 aBöB und dazu wiederum GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O. , Rz. 1388 und 1390 mit Hinweisen ; siehe zum Ganzen Urteil des BVGer B-2457/2020 vom 23 . August 2021 E. 7.4.1.2 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 1"). 6.3.3 Bei der Wahl der Bewertungsmethode hat die Vergabestelle zu be- achten, dass bei einem gewichtigen qualitativen Zuschlagskriterium von Bedeutung ist, dass genügend Differenzierungsmöglichkeiten bestehen, damit keine Diskrepanz zwischen der bekannt gegebenen und der effekti- ven Gewichtung auftritt (BVGE 2018 IV/2 E. 7.4 "Produkte zur Innenreini- gung I"; Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 5.6 "Ziel- vereinbarungen post 2020 Los 2"). Vorliegend ist die Qualität mit insgesamt 70 Prozent und das ZK 03 "Auftragsanalyse" mit 40 Prozent hoch gewich- tet (Pflichtenheft, S. 27). Dieselbe Gewichtung lag bereits der im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 zu be- wertenden Beurteilungsmatrix unter ZK03 "Auftragsanal yse" zugrunde, in der das Bundesverwaltungsgericht die gewählte Beurteilungsmatrix inso- fern bemängelte, als unter der Auftragsanalyse für die Beschreibung eines der Aspekte "Vorgehen", "Terminplan und Organisation", "Herausforderun- gen und Massnahmen" und " besondere Funktionalitäten" je ein Punkt er- teilt wurde, wenn diese Aspekte plausibel beschrieben bzw. aufgezeigt wurden, wobei je nachdem, wie viele Punkte erlangt wurden, eine andere Gesamtpunktzahl resultierte. Diese Beurteilungsmatrix führe im Ergebnis dazu, dass die Bewertung so vorzunehmen wäre, wie wenn es darum ge- hen würde, die Frage nach einem Mindestverständnis der Auftragsanalyse mit JA oder NEIN zu beantworten (Urteil des BVGer B -1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 5.6 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2"). 6.3.4 Wie gemäss den ursprünglichen Ausschreibungsunterlagen werden unter ZK03 "Auftragsanalyse" vier Beurteilungsgesichtspunkte unterschie- den, wobei diese als Subkriterien ZK03.1 "Vorgehen", ZK03.2 "Terminplan und Organisation", ZK03.3 "Herausforderu ngen und Massnahmen" und ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten" in die Beurteilungsmatrix einfliessen. Für jeden dieser Gesichtspunkte wird die volle, die halbe oder keine Punkt- zahl erteilt, je nachdem, ob die dafür aufgestellten Anforderungen erfüllt sind. Dabei fällt auf, dass mit der neuen Ausschreibung die Anforderungen entsprechend dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1185/2020 B-4158/2021 Seite 20 vom 1. Dezember differenziert wurden, sodass sie eine hinreichende Be- wertung der tatsächlichen Qualität eines Angebots zulassen. Ein Angebot erlangt namentlich unter dem ZK03.1 "Vorgehen" Punkte, wenn das Vor- gehen zumindest nach der Methodik "Hermes" aufgezeigt und die Metho- dik bezüglich des vorliegenden Auftrags korrekt beschrieben ist. Weiter er- zielt das Angebot unter ZK03.2 "Terminplan und Organisation " Punkte, wenn der Terminplan und die Organisation für die Realisierung aufgezeigt werden. Es wird bewertet, ob der Terminplan plausibel ist und alle wesent- lichen Bestandteile enthält und ob die Organisation zum Vorhaben passt. Beim ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" werden Punkte ver- geben, wenn Herausforderungen und Massnahmen bezogen auf den vor- liegenden Auftrag aufgeführt werden, die sich auf IT -spezifische Heraus- forderungen beziehen, welche sich aus der Realisierung e iner IT-Lösung ergeben. Schliesslich werden Punkte für "Besondere Funktionalitäten" ver- geben, wobei diese in der angebotenen IT -Lösung beschrieben werden müssen (Anforderungskatalog vom 26. März 2021, S. 5). Insbesondere aufgrund der detaillierteren Beschr eibung, welche Vorgaben an die Erfül- lung eines der Kriterien gestellt sind, um die halbe oder die volle Punktzahl zu erreichen, ist es möglich, dass die Vergabestelle tatsächliche Qualitäts- unterschiede der Angebote stärker als gemäss den ursprünglichen Aus- schreibungsunterlagen berücksichtigt. Die Beurteilungsmatrix nach ZK03 "Auftragsanalyse" erweist sich demnach mit Blick auf den der Vergabe- stelle zustehenden Ermessensspielraum als offensichtlich rechtskonform. Die Beschwerdeführerin dringt somit mit ihrer Rüge, die Punktevergabe mit der Beurteilungsmatrix unter ZK03 "Auftragsanalyse" gemäss dem Anfor- derungskatalog vom 26. März 2021 erfolge nach wie vor nach dem Muster "schwarz oder weiss", nicht durch. 6.4 6.4.1 Weiter bringt die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Be- wertung des ZK 03 "Auftragsanalyse" vor, bei der Einladung zu erneuter Offerte vom 26. März 2021 sei aufgrund der mangelhaften Umsetzung der Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts davon auszuge hen gewesen, dass unverändert dem Preis massgebliches Gewicht zukommen würde. Die Beschwerdeführerin habe sich in guten Treuen stets auch darauf ver- lassen, dass ihre Auftragsanalyse, die von der Bedarfsstelle ursprünglich mit den vollen 400 Punkten bewertet worden sei, den qualitativen Anforde- rungen der Vergabestelle weiterhin genüge, sei ihre Auftragsanalyse doch im ersten Durchgang nicht bemängelt worden. Da die Hauptanforderungen B-4158/2021 Seite 21 im zweiten Durchgang dieselben geblieben seien, worauf sich die Be- schwerdeführerin verlassen habe, und das Angebot im krassen Wider- spruch zum ersten Durchgang mit lediglich 30 Punkten bewertet worden sei, sei das Vertrauen der Beschwerdeführerin verletzt worden. Es sei ein anderer Massstab angewandt worden, ohne dass dies eine Fo lge der vergaberechtlichen Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts wäre (Be- schwerde, Rz. 42 ff.). 6.4.2 Die Vergabestelle hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin habe auf die qualitätsorientierten Anpassungen in ihrer neu eingereichten Auf- tragsanalyse kaum reagiert. Offenbar realisiere sie nicht, dass den präzi- sierten Unterkriterien von ZK03 "Auftragsanalyse" und ihrer Taxonomie bei der neuen Auftragsanalyse eine grössere Beachtung zu schenken sei. Dies sei auch der Grund, warum die Bewertung der neu eingereicht en Auf- tragsanalyse zwangsläufig tiefer habe ausfallen müssen als die Bewertung in der Evaluation des ersten Durchgangs im Jahre 2020. Die einzelnen in der Offerte der Beschwerdeführerin fehlenden Elemente zu den ZK03.1, ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 seien ihr dann auch im schriftlichen Debriefing transparent aufgezeigt worden. Vor diesem Hintergrund nicht nachvollzieh- bar seien die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe darauf ver- trauen dürfen, dass die ursprüngliche Bewertung ihrer Auftragsanalyse noch imm er als Referenzgrösse anzusehen sei (Vernehmlassung der Vergabestelle, Rz. 30 ff.). 6.4.3 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie habe sich darauf verlassen dürfen, dass ihre erste Auftragsanalyse, die im Rah- men der ersten Evaluation mit den vo llen 400 Punkten bewertet worden war, den im Kern unverändert gebliebenen Anforderungen der Vergabe- stelle unter ZK03 "Auftragsanalyse" aufgrund des Vertrauensschutzes auch im erneuten Verfahren vollumfänglich genüge (Beschwerde, Rz. 35 f., Rz. 42 ff.). Die Anbietenden dürfen im Rahmen der Beurteilung ihrer Offerten durch die Vergabestelle nach ständiger Rechtsprechung da- rauf vertrauen, dass die Vergabestelle – jedenfalls soweit sie nicht ein ei- genes Verständnis transparent macht – die ausgewählten Beurteilungskri- terien im herkömmlichen Sinne versteht (Zwischenentscheid B-3238/2021 vom 18. Oktober 2021 E. 6.6.1 "Google / Public Cloud "; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 861). Dieser Gedanke ist dem für die Auslegung von Verträgen geltenden Vertrauensgrund satz verwandt. Übergeordnet ergibt sich das Handeln nach Treu und Glauben einerseits als allgemeines Verhaltensgebot im Sinne von Art. 5 Abs. 3 BV. Anderer- seits verdichtet sich dieses zum Grundrecht der Bürger als auf Art. 9 BV B-4158/2021 Seite 22 gestützter Anspruch (vgl. zum Ganzen CHRISTOPH ROHNER, in: Ehrenzel- ler/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesver- fassung, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2014, Rz. 36 zu Art. 9 BV). Dabei setzt der Schutz des Vertrauens der Privaten in das Handeln der Behörden jedenfalls eine Vertrauensgrundlage voraus (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL- LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zü- rich/St. Gallen 2020, Rz. 627). Im vorliegenden Fall wurden die Beschaf- fungskriterien gemäss den im Ergebnis von der Beschwerdeführerin erstrit- tenen Vorgaben des Gerichts im Sinne einer besseren Differenzierungs- möglichkeit überarbeitet, was der Qualität ein deutlich höheres Gewicht gibt. Entsprechend hat sich die für die Neubeurteilung der Offerten anhand des ZK03 "Auftragsanalyse" gemäss den Ausschreibungsunterlagen vom 26. März 2021 anzuwendende Bewertungsmethode eindeutig geändert (vgl. E. 6.3.4 hiervor). Die diesbezüglich angepasste Taxonomie wurde der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zugestellt (Beschwerde, Rz. 35; E-Mail der Vergabestelle an die Beschwerdeführerin vom 26. März 2021). Die Anpassung der Ausschreibungsunterlagen nach den Vorgaben des Urteils des Bundesverwaltungsg erichts B-1185/2020 vom 1. Dezem- ber 2020 betrifft die vertiefte Prüfung der qualitativen Kriterien. Die erneute Bewertung in diesem Punkt erfolgt daher differenzierter. Die Anbieterin musste demnach, worauf die Vergabestelle richtigerweise hinweist, das von der Vergabestelle gewählte, den gerichtlichen Vorgaben entspre- chende Vorgehen als Fingerzeig dahingehend verstehen, dass es sich loh- nen würde, diese Passage ihrer Offerte zu überarbeiten. Es fehlt demnach prima facie bereits an der angerufenen Vertrauens grundlage. Die Umset- zung der Vorgaben unter ZK03 "Auftragsanalyse" gemäss Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 führt gerade nicht dazu, dass erwartet werden darf, dass im Rahmen einer erneuten Vergabe dieselbe Bewertung unter ZK03 vorgenommen wird. Dass die Be- schwerdeführerin trotzdem im Wesentlichen lediglich formale Anpassun- gen vorgenommen hat, ändert daran nichts. Im Übrigen spricht auch der Umstand, dass die Zuschlagsempfängerin die Auftragsanalyse im Rahmen der Überarbeitung der Offerte – substanzieller als die Beschwerdeführerin – angepasst hat, dafür, dass das Vorgehen der Vergabestelle nicht dahingehend missverstanden werden konnte, dass mit demselben Angebot eine vergleichbare Punktzahl erreicht werden würde. 6.4.4 Die Beschwerdeführerin dringt somit prima facie mit ihrer Rüge, sie habe sich darauf verlassen dürfen, dass ihr im ersten Durchgang nicht be- mängeltes und zugleich neu eingereichtes Angebot e rneut eine hohe B-4158/2021 Seite 23 Punktzahl erhalten wird, zumindest insoweit nicht durch, als aufgrund der grösseren Bedeutung der Qualitätsunterschiede entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin durchaus nicht davon auszugehen war, dass mit einem im Wesentlichen unveränderten Angebot die gleiche Punktzahl er- reicht werden würde. 7. 7.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin in Bezug auf die konkrete Be- wertung, das Gleichbehandlungsgebot sei im Rahmen der Bewertung der Offerte der Beschwerdeführerin unter ZK03 "Auftragsanalyse" verletzt wor- den, die Bewertung sei willkürlich erfolgt und die Vergab estelle habe das ihr zustehende Ermessen überschritten. Die Offerten beider Anbieter seien im ersten Durchgang unter ZK03 "Auftragsanalyse" gleich mit der vollen Punktzahl von 400 Punkten bewertet worden, während im zweiten Durch- gang die Offerte der Beschwerdeführerin 30 Punkte und diejenige der Zu- schlagsempfängerin 370 Punkte erhalten habe. Es sei nicht vorstellbar, dass die Offerten nach dem gleichen Massstab bewertet worden seien (Be- schwerde, Rz. 39 ff.). Es gäbe weder eine arithmetische noch eine andere objektiv nachvollziehbare Erklärung für eine solch krass widersprüchliche Bewertung der Auftragsanalyse der EnAW durch dieselbe Bedarfsstelle in den beiden Durchgängen bei grundsätzlich unverändert gebliebenen Hauptanforderungen (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 23). Es gäbe auch keine objektiven Gründe für eine derart unterschiedliche Bewer- tung der Auftragsanalysen durch dieselbe Bedarfsstelle in den beiden Durchgängen bei unverändert gebliebenen Hauptanforderungen (Replik zur aufschiebenden Wirkung , Rz. 27). Es sei schliesslich nicht wider- sprüchlich, wenn sie einerseits verbleibende Mängel der Bewertungsme- thode zur Bewertung der Auftragsanalyse ZK03 "Auftragsanalyse" und an- dererseits die konkrete Bewertung der Auftragsanalyse durch die Bedarfs- stelle und damit den Zuschlagsentscheid als willkürlich rüge (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 20). 7.2 Die Vergabestelle äussert sich zur Bewertung, sie habe die eingegan- gene Auftragsanalyse pflichtbewusst nach der transparent bekanntgege- benen Taxonomie vorgenommen. Auch vermöge die Beschwerdeführerin nicht beschaffungsrechtlich überzeugend darzulegen, in welchem Aspekt ihr die Vergabestelle mehr Punkte hätte geben müssen (Vernehmlassung, Rz. 34). B-4158/2021 Seite 24 7.3 7.3.1 Im Rahmen der Offertbewertung kommt der Vergabestelle ein gr os- ser Ermessensspielraum zu, in welchen das Bundesverwaltungsgericht nicht eingreift (Art. 31 aBöB). Eine Korrektur der Noten- beziehungsweise Punktgebung kommt daher nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, sondern vielmehr als rech tsfehlerhaft erweist (vgl. Urte il des BVGer B-6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.2 f. "Kontrollsystem LSVA"; Zwischenentscheide des BVGer B-6762/2011 vom 26. Januar 2012 E. 4.1 "Nachträge für die Systematische Sammlung des Bundesrechts " und B-4621/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 6.3 mit Hinweisen "GIS-Software für Rail Geo System"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1388; vgl. zum Ganzen das Urteil des BVGer B -1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 4.2.3 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2" ). Im Rahmen der Rechts- konformitätsprüfung kann auch das Gebot der Gleichbehandlung der An- bietenden relevant sein (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-3302/2019 vom 24. September 2019 E. 11.3 "Stahlwasserbauten Ritomsee" und zum Ganzen grundlegend MARTIN BEYELER, Ziele und Instrumente des Verga- berechts, Zürich 2008, Rz. 192 mit Hinweisen). 7.3.2 Soweit sich einzelne Bewertungsrügen (vgl. E. 7.1 hiervor) als ganz oder teilweise begründet erweisen, setzt eine erfolgreiche Rüge gegen die erneute Bewertung unter ZK03 "Auftragsanalyse" ausserdem voraus, dass die neue, gerichtlich zuerkannte Punktzahl so hoch ist, dass das Angebot der Beschwerdeführerin insgesamt dasjenige der Zuschlagsempfängerin in der Gesamtpunktzahl übertrifft (vgl. das Urteil des BVGer B -743/2007 vom 16. Dezember 2011 E. 3 "trattamento acque Monte Ceneri" und den Zwischenentscheid des BVGer B -3302/2019 vom 24. September 2019 E. 12.3 "Stahlwasserbauten Ritomsee"). 7.3.3 Ausgangspunkt zur Beantwortung der Frage, bei welcher Punktever- teilung dies der Fall ist, ist die Rangliste für das Los 2 "IT-Lösung". Gemäss dem Pflichtenheft vom 26. März 2021 findet anhand der Zuschlagskriterien eine detaillierte Bewertung der Angebote statt. Die Pun kteskala ist mass- gebend für die Schlussrangliste in der Endabrechnung (Pflichtenheft, S. 27). Die Rangliste nach der Durchführung der Vergabe im vorliegenden Verfahren präsentiert sich im Evaluationsbericht wie folgt (Evaluationsbe- richt, S. 7): B-4158/2021 Seite 25 Rang Anbie- ter Punkte Qualitäts- kriterien Punkte ZK 1 Preis in CHF exkl. MwSt. (Ge- wichtetes Total) Punkte ZK 1 Preis Punktetotal Erreichte Punkte in % vom Punk- temaximum ZK 2 Referenzen ZK 3 Auftragsanalyse ZK 4 Benutzerfreundlichkeit Total Qualitätspunkte Maximale Punktzahl 200 400 100 700 300 1000 1 X._______ AG, (…) 200 370 100 670 1’496’100 172 842 84% 2 Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) 200 30* 100 330 1'243’750 300 630 63% Rangliste Zuschlagsempfänger Los 2 * Das Evaluationsteam hat festgestellt, dass der Anbieter EnAW bei der Zweitevaluation nur noch ein Punktetotal von 30 Punkten bei ZK3 erhält. Das Resultat resultiert aus den vom Verwaltungsgericht angeordneten detaillierten Bewer- tungskriterien zur Nachverhandlung. Der Anbieter EnAW ist in der Nachverhandlung nicht in der Tiefe auf die einzelnen Kriterien eingegangen (vgl. Anhang 2) und hat infolgedessen nur einen niedrigen Erfüllungsgrad des ZK3 erreicht. 7.3.4 Mit der vorliegenden Ausschreibung zum Los 2 konn ten demnach insgesamt 1'000 Punkte erzielt werden. Davon entfallen auf das ZK01 "Preis" maximal 300 Punkte, wovon die Beschwerdeführerin 300 Punkte und die Zuschlagsempfängerin 172 Punkte erlangte. Demgegenüber konn- ten bei den qualitativen Kriterien ZK02 "Referenzen", ZK03 "Auftragsana- lyse" und ZK04 "Benutzerfreundlichkeit" 700 Punkte erreicht werden. Beide Anbieter erzielten bei den Kriterien ZK02 und ZK04 die maximale Punkt- zahl, namentlich von 200 Punkten beim ZK02 und von 100 Punkten beim ZK04. Die Angebote der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsempfän- gerin unterscheiden sich jedoch in qualitativer Hinsicht, soweit es um die Auftragsanalyse gemäss ZK03 geht. Unter ZK03 erreichte die Beschwer- deführerin 30 Punkte und die Zuschlagsempfängerin 370 Punkte (Evalua- tionstabelle in E. 0 hiervor). B-4158/2021 Seite 26 Von den gesamthaft 1'000 erzielbaren Punkten erhielt somit die Beschwer- deführerin 630 Punkte und die Zuschlagsempfängerin 842 Punk te. Die Punktedifferenz zwischen der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsemp- fängerin beträgt daher 212 Punkte. Vor dem Hintergrund, dass die Ange- bote gemäss den Zuschlagskriterien bewertet werden, wobei die Schluss- abrechnung unter Einbezug aller Zuschlagsk riterien massgebend ist (Pflichtenheft vom 26. März 2021, S. 27), würde die Beschwerdeführerin den Zuschlag erhalten, wenn sie zusätzlich 213 Punkte einholt. Um die Punkte aufzuholen, greift die Beschwerdeführerin ihre Bewertung unter dem ZK03 "Auftragsanalyse" an (vgl. E. 7.1 hiervor). Von den bereits er- reichten 30 Punkten unter ZK03 "Auftragsanalyse" könnte die Beschwer- deführerin noch 370 zusätzliche Punkte einholen, womit die Möglichkeit besteht, dass sie die Zuschlagsempfängerin einholt. Bei gleichbleibender Punktzahl der Zuschlagsempfängerin unter ZK03 (370 Punkte) müsste das Angebot der Beschwerdeführerin demnach statt mit 30 mit 243 Punkten bei ZK03 bewertet werden, um den Zuschlag zu erhalten. 7.3.5 Zu prüfen ist demnach im Folgenden, ob die Bewertung des Ange- bots der Beschwerdeführerin unter ZK03 "Auftragsanalyse" prima facie im Rahmen des der Vergabestelle zustehenden Ermessens lag und falls dies verneint wird, ob di e Beschwerdeführerin prima facie die Punktedifferenz zur Zuschlagsempfängerin auszugleichen vermag, indem sie unter ZK 03 "Auftragsanalyse" mindestens weitere 213 Punkte erzielt, sodass sie die Zuschlagsempfängerin in der Gesamtpunktzahl übertrifft. 7.4 7.4.1 Im Rahmen des Subkriteriums ZK03.1 "Vorgehen" wird verlangt, dass sich die Angebote auf die Methodik "Hermes" abstützen. Punkte wer- den erteilt, wenn das Vorgehen plausibel und nachvollziehbar aufgezeigt wird und einen konkreten Bezug zur Realisierung einer IT Lösung aufweist. Dafür werden bis zu 60 Punkte gesprochen (Anforderungskatalog Nach- verhandlung, S. 3 f.). Das Angebot der Beschwerdeführerin erhielt unter ZK03.1 "Vorgehen" 0 Punkte (Evaluation des Angebots der Beschwerde- führerin unter ZK03, S. 1). Die Vergabestelle begründet dies wie folgt (An- hang zum Evaluationsbericht, Evaluation des Angebots der Beschwerde- führerin unter ZK03, S. 1): B-4158/2021 Seite 27 Bewertung von ZK3.1: Die Beschreibung der Methodik Zusammenfassung des Evaluationsteams mit den Feststellungen, welche für die Bewer- tung ausschlaggebend sind: • Die Beschreibung der Methodik nach HERMES in Kapitel 3 ist inhaltlich aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Hermes Handbuch) entnommen. Der Bezug zum vorliegenden Auftrag wird nicht beschrieben. Die Beschreibun g sagt deshalb nichts darüber aus, wie der vorliegende Auftrag unter der Verwendung der Methodik nach Hermes abgewickelt werden soll. • In der Auftragsanalyse wird bezüglich Vorgehen eine agile Methodik vorgeschlagen. Die Beschreibung ist generisch und inhaltlich aus öffentlich verfügbaren Quellen entnommen ohne Bezug zum vorliegenden Auftrag. Es ist im Angebot nicht nachvollziehbar, für wel- che Arbeiten die Auftraggeberin einbezogen wird und welche Mitwirkung erwartet wird. Ergebnis: Keine Punktzahl, weil zwar die Methodik Hermes und die Methodik DevOps beschrieben werden, jedoch das Vorgehen nicht beschrieben wird und kein Bezug zum vorliegenden Auftrag aufgezeigt wird (gemäss Beschreibung der Anforderung). Punktzahl: 0 7.4.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt an dieser Bewertung zum ZK03.1 "Vorgehen", dass es gar nicht notwendig sei, einen Bezug zum vor- liegenden Auftrag herzustellen , wenn aus dem Anforderungskatalog zu ZK03.1 weiter hervorgehe, dass der Bezug zu einer beliebigen IT -Lösung gemeint sei. Zudem gebe Hermes die gesamte Methodik und das Vorge- hen genau vor. Hermes sei ein standardisiertes Verfahren mit Handbü- chern. Es müsse deshalb nicht viel projektspezifisch definiert werden. Die Zuschlagsempfängerin habe ferner offenbar die Methodik “Hermes” aus- führlich dargestellt, was bei der Beschwerdeführerin wiederholt negativ be- wertet worden sei. Wenn die Methodik so ausführlich dargestellt wurde, stelle sich die Frage, wieviel Platz dann für die anderen Aspekte geblieben sei. Schliesslich sei unklar, wie es zusammenpassen würde, wenn im Eva- luationsbericht die angeblich fehlende Tiefe der Auftragsanalyse der Be- schwerdeführerin bemängelt wird und in der dem Evaluationsbericht ange- hängten Übersicht über die Evaluation festgehalten wird, dass die Auf-B-4158/2021 Seite 28 tragsanalyse der Beschwerdeführerin viel Text enthalte, diejenige der Zu- schlagsempfängerin hingegen viele Bilder aufweise (Replik zur aufschie- benden Wirkung, Rz. 14 ff.). 7.4.3 7.4.3.1 In Bezug auf die Beanstandung der Beschwerdeführerin, die An- wendung der HERMES-Methoden sei nicht als Zuschlagskriterium geeig- net, weil diese Methoden standardisiert seien, weshalb nicht viel projekt- spezifisch angepasst werden müsse, ist zunächst auf die HERMES-Metho- den einzugehen. Gemäss der Definition der Bundeskanzlei sind die HER- MES-Methoden eine Projektmanagementmethode für Projekte im Bereich der Informatik, der Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten sowie der Anpassung der Geschäftsorganisation. Es bestehen HERMES-Metho- den zum Projekt- oder Programmmanagement. Beim Projektmanagement sind Szenarien vorgesehen. Die Anbieter können Standardszenarien an die Bedürfnisse ihrer Organisation und des Projekts anpassen (zum Bei- spiel für IT-Infrastruktur). Ein Szenario ist aus Modulen zusammengesetzt. Ein Modul enthält verteilt über die Projektphase n Initialisierung, Konzept, Realisierung und Einführung die thematisch zusammengehörigen Aufga- ben und Ergebnisse und die beteiligten Rollen. Zum Beispiel besteht beim Modul "Projektführung" in der "Konzeptphase" die Aufgabe "Risiken mana- gen" (WEB-Lösung unter www.hermes.admin.ch, abgerufen am 8. Novem- ber 2021). Selbst bei der Wahl der Projektmanagementmethode mit einem Standardszenario sind demnach die Module auf das Projekt anzupassen, indem dargelegt wird, wie die HERMES-Methoden angewandt werden. So wären beim Modul "Projektführung" in der Konzeptphase mögliche Risiken zu benennen, weshalb das vorliegend strittige Projekt "IT -Lösung für die die Erarbeitung, Umsetzung oder Überwachung der Zielvereinbarungen" nicht angemessen realisiert werden könnte und wie mit diesen Risiken um- zugehen wäre. Somit setzt eine gute Beurteilung anhand des in Frage ste- henden qualitativen Zuschlagskriteriums voraus, dass fallweise der Kon- kretisierungsbedarf in Bezug auf die Anwendung der HERMES-Methoden erkannt wird. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vergabestelle die zusätzliche Darstellung in Bildern, soweit diesen im Kontext eine gewisse Aussagekraft zukommt, positiv bewertet. 7.4.3.2 Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin, wenn die Auftragsana- lyse (durch die Zuschlagsempf ängerin) detailliert dargestellt worden sei, bleibe für die Darstellung weiterer Aspekte kein Platz. Die Zuschlagsemp- fängerin hätte somit die zulässige Anzahl von 10 Seiten gemäss ZK03 B-4158/2021 Seite 29 überschritten. Die Beschwerdeführerin hat ein fünfseitiges Dokument mit dem Titel "Auftragsverständnis Los 2" mit Ausführungen zur Einleitung, zur Grundleistung und zu den Optionen sowie ein neunseitiges Dokument "Auftragsanalyse Los 2 " mit Angaben zu den einzelnen ZK03.1, ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 eingereicht samt einem eins eitigen Anhang "Termin- plan Los 2". Die Zuschlagsempfängerin hat demgegenüber 11 1/2 Seiten zur Auftragsanalyse unter ZK03 vorgelegt. Da das Angebot der Zuschlags- empfängerin die maximale Seitenzahl von 10 Seiten nur geringfügig über- schreitet und auch die Be schwerdeführerin die Vorgaben zur Seitenzahl nicht einhält, liegt prima facie keine unzulässige Bevorzugung des Ange- bots der Zuschlagsempfängerin hinsichtlich der zulässigen Anzahl Seiten vor. 7.4.4 7.4.4.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, bei der Bewertung de s ZK03 "Auftragsanalyse" und damit auch des ZK03.1 "Vorgehen" würde eine Ungleichbehandlung gegenüber der Bewertung des Angebots der Be- schwerdeführerin bestehen, sie sei willkürlich und die Vergabestelle würde mit der Bewertung ihr Ermessen überschreiten ( Beschwerde, Rz. 39 ff.). Zu prüfen bleibt demnach, ob die beanstandete Punktevergabe unter ZK03.1 "Vorgehen" noch im Ermessen der Vergabestelle lag. 7.4.4.2 Die Vergabestelle bringt vor, die Beschwerdeführerin habe sich nicht mit den HERMES -Methoden auseinandergesetzt. Die Beschwerde- führerin wählte eines der HERMES -Szenarien des Projektmanagements und ergänzte es mit einem eigenen Modul zur Umsetzung der IT -Lösung. Sie umschreibt ausserdem ihr Vorgehen mit der sogenannten DevOps Me- thode (etymologisch eine Kombination von "development" und "IT operati- ons"). Die Wahl eines prima facie geeigneten Szenarios der HERMES-Me- thoden, innert dem die IT -Lösung und ein Modu l zur Umsetzung der Lö- sung aufgezeigt werden, weist darauf hin, dass sich die Beschwerdeführe- rin in die HERMES-Methoden eingelesen hat und diese auch anzuwenden wusste. Durch die Wahl des Szenarios und des relevanten Moduls wurde auch ein Zusammenhang zum vorliegenden Auftrag "IT -Lösung für die Überarbeitung, Umsetzung und Überwachung der Zielvereinbarungen" hergestellt. Das spricht dafür, die Offerte der Beschwerdeführerin insoweit nicht mit 0 Punkten zu bewerten. Es lässt sich indessen auch argumentie- ren, um die halbe Punktzahl zu erreichen, hätte prima facie statt einer Ko- pie der öffentlich verfügbaren Informationen zum Szenario eine Begrün-B-4158/2021 Seite 30 dung der Wahl des Szenarios und eine Verknüpfung des gewählten Sze- narios und Moduls mit der IT-Lösung stattfinden sollen. Zum Beispiel wäre je Modul darzulegen gewesen, welche konkreten Aufgaben, Ergebnisse und Rollen in den einzelnen Projetphasen des Projekts "IT-Lösung für die Erarbeitung, Umsetzung und Überwachung der Zielvereinbarungen " be- stehen (vgl. E. 7.4.3.1 hiervor). Damit ergibt sich, dass es so oder anders rechtlich nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdeführerin nicht die volle Punktzahl erhalten hat. Als Massstab kann auch das Angebot der Zu- schlagsempfängerin beigezogen werden, das die vollen 60 Punkte erhielt. Die Zuschlagsempfängerin stellte die Projektphasen Konzeption, Realisie- rung und Einführung gemäss Methodik “Hermes” dar, wobei sie für den vorliegenden Auftrag relevante Aspekte beschrieben hat. Ausserdem stellte sie den Bezug zur zu entwickelnden IT-Lösung tatsächlich her (Eva- luation des Angebots der Zuschlagsempfängerin unter ZK03, S. 1). Ob die Vergabestelle in rechtlich haltbarer Weise zum Schluss gekommen ist, dass die Beschwerdeführerin das Vorgehen nicht, wie dies in ZK03.1 für die halbe Punktzahl gefordert wäre, plausibel oder nachvollziehbar aufge- zeigt hat, kann demgegenüber mit Blick auf die nachfolgenden Ausführun- gen offen bleiben. Mehr als 30 von 60 Punkten stehen der Beschwerdefüh- rerin jedenfalls nicht zu. 7.5 7.5.1 Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die Bewertung unter dem ZK03.2 "Terminplan und Organisation". Das Subkriterium ZK03.2 sieht vor, dass der Terminplan und die Organisation für die Realisierung aufzuzeigen sind. Dabei wird bewertet, ob die Organisation zum Vorhaben passt. Soweit die volle Punktzahl infrage steht, sind zudem die in der Or- ganisation benötigten Rollen und Verantwortungen sowie Stellvertretungen aufzuzeigen. Für die Erreichung der vollen Punktzahl muss ferner der Ter- minplan plausibel sein und alle wesentlichen Bestandteile enthalten. Eine Anbieterin kann unter ZK03.2 bis zu 60 Punkte erlangen (Anforderungska- talog, S. 4). Die Beschwerdeführerin erreichte unter dem ZK03.2 gesamt- haft 30 Punkte (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03.2, S. 3). Di e Vergabestelle begründet diese Bewertung wie folgt (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 2): B-4158/2021 Seite 31 Bewertung von ZK3.2: Zusammenfassung des Evaluationsteams mit den Feststellungen, welche für die Bewer- tung ausschlaggebend sind: • Die A nbieterin weist darauf hin, dass der vorgegebene Zeitrahmen für ein komplexes Projekt dieser Grössenordnung als ambitiös zu betrachten sei. Es wird nicht aufgezeigt, wie die Projektorganisation mit den verschiedenen Akteuren (Projektauftraggeber, Auf- tragnehmer und Subunternehmen) ausgestaltet wird. • In der Auftragsanalyse wird die Organisation für die Realisierung nur genügend aufge- zeigt. Es ist nicht aufgezeigt, wie die Organisation, mit der in Kapitel 3.2 von der Anbie- terin beschriebenen agilen Methodik vorgesehen ist. Die Aufgaben und Verantwortungen der Rollen und die Zusammenarbeit mit der Auftraggeberin in der agilen Entwicklung sind ungenügend beschrieben. Insbesondere ist der Einbezug der Bedarfsstelle bei fachlichen Fragestellungen nicht ersichtlich und wurde nicht beschrieben. • Bei einigen Rollen sind keine Personen und keine Stellvertretungen genannt. Zum Qua- litäts- und Risikomanager werden zum Beispiel keine Aussagen gemacht, wer diese Rol- len in der gezeigten Projektorganisation übernimmt. Insgesamt ist die Beschreibung der Organisation als genügend zu betrachten. Bei einer Auftragserteilung müssten die einzelnen Rollen und Verantwortungen geklärt werden und die Inkonsistenzen bezüglich der agilen Rollen bereinigt werden • Im Terminplan sind am E nde der Entwicklung 4 Wochen für Testing eingeplant. Der Terminplan zeigt eine klassische Projektmethodik auf. Gleichzeitig wird im Text beschrie- ben, dass die entwickelten Funktionalitäten zeitnah, wie in der Agilität (von der Anbieterin vorgeschlagene Methodik) üblich, auf einem Testsystem getestet und Erkenntnisse zu- rückgemeldet werden können. Diese Darstellung ist widersprüchlich und daher nicht re- alistisch und plausibel. Ein Testing bei der Datenmigration fehlt. • Die Anbieterin beschreibt, dass das Testing im Los 5 erfolgen wird (siehe Zusatzdoku- ment Auftragsverständnis Los 2, Unterkapitel 2.3). Das ist falsch. Gemäss Pflichtenheft Kap. 3.3.1 Grundleistung Los 2 wird im Rahmen der Methode nach Hermes ein Testkon- zept, eine Testfallbeschreibung und ein Te stplan von der Anbieterin verlangt. Mit den Leistungen in Los 5 wird nur geprüft, ob die Berechnungen der Ziel - und Kennwerte mit der Richtlinie übereinstimmen. Es fehlt damit ein wesentlicher Bestandteil im Terminplan. B-4158/2021 Seite 32 Insgesamt ist die Beschreibung des Terminplans als genügend zu betrachten. Bei einer Auftragserteilung müssten die Unklarheiten und Inkonsistenzen bezüglich des beschrie- benen agilen Vorgehens bereinigt werden und die fehlenden Bestandteile geplant wer- den. Ergebnis: Halbe Punktzahl wird vergeben, weil einerseits in der Organisation die Rol- len und Verantwortungen nicht nachvollziehbar aufgeführt sind, die Stellvertretungen nicht aufgeführt sind und der Zusammenhang zum agilen Vorgehen und der Einbezug der Auftraggeberin unklar ist. Andererseits ist der Terminplan teilweise nicht plausibel und es wurde ein wesentlicher Bestandteil nicht aufgenommen. Punktzahl: 30 7.5.1.1 Die Beschwerdeführerin legt zur Begründung des ZK03.2 "Termin- plan und Organisation" dar, zu Unrecht werde ihr vorgeworfen, den Quali- täts- und Risikomanager nicht benannt zu haben, denn dieser müsse ge- mäss den HERMES-Methoden vom Auftraggeber eingesetzt werden (Rep- lik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 14). 7.5.1.2 Zur Bewertung unter ZK03.2 "Terminplan und Organisation" ist hin- sichtlich der "Organisation" festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin eine Organisationsstruktur gewählt hat, die auch die Rolle des Auftragge- bers enthält und ausserdem Erklärungen zu Subunternehmen und deren Aufgaben angebracht werden. Insofern kann der Vergabestelle nicht voll- umfassend gefolgt werden, wenn sie vorbringt, die Beschwerdeführerin habe nicht aufgezeigt, wie die Projektorganisation mit den verschiedenen Akteuren (Projektauftraggeber, Auftragnehmer und Subunternehmen) aus- gestaltet wird. Allerdings fehlt eine klare Beschreibung der durch die Beschwerdeführerin in ihrer Organisationsstruktur aufgezeigten Rollen, Verantwortungen und der damit verbundenen Aufgaben. Die Darstellung der Beschwerdeführerin beschränkt sich auf allgemeine Ausführungen zu den bereits vorhandenen Kompetenzen in ihrer Organisation, wobei stattdessen prima facie eine Or- ganisationstruktur mit Rollen, Verantwortungen und Aufgaben, wie sie im Organigramm dargestellt wurden, näher zu beschreiben gewesen wären. Das Angebot der Zuschlagsempfängerin als Vergleichsmassstab zeigt auf, dass die Aufgaben (wenn auch im Terminplan) umfassend und detailliert B-4158/2021 Seite 33 beschrieben wurden. Zur von der Beschwerdeführerin beschriebenen agi- len Methode ist ferner festzuhalten, dass der von der Beschwerdeführerin dargelegte Einbezug der Bedarfs - und Geschäftsstelle tatsächlich nicht weiter ausgeführt wird. Damit kann offen bleiben, ob der Qualitäts- und Ri- sikomanager von der Auftragnehmerin einzusetzen ist. Gesamthaft betrachtet erweist sich die Bewertung mit der halben Punktzahl prima facie als rechtskonform, weil für die volle Punktzahl die Rollen, Ver- antwortungen und Aufgaben zwingend darzulegen sind, wobei für die halbe Punktzahl eine Abweichung von der für die volle Punktzahl notwendi gen Darstellung zulässig ist (Anforderungskatalog, S. 4). Es ist prima facie nicht zu beanstanden, wenn eine wenig tiefgehende Darstellung der Orga- nisation, namentlich der Rollen, Verantwortungen und Aufgaben zur Ertei- lung der halben Punktzahl führt (Anforderungskatalog, S. 4). 7.5.2 7.5.2.1 Zum dargelegten Terminplan ist festzuhalten, dass die Beschwer- deführerin ihrem Angebot eine Excel-Tabelle zum Terminplan beigelegt und in ihrem Angebot zusätzlich ausgeführt hat, es solle ein "agiles Vorgehen" gewählt werden. Gemäss dieser Tabelle besteht ein Testing von jeweils vier Wochen für das Modul "Zielvereinbarung" und das Modul "Monitoring". Die Beschwerdeführerin nimmt dabei entgegen der Darstellung der Vergabe- stelle im Zusatzdokument Auftragsverständnis Los 2 im Unterkapit el 2.3 nicht nur Bezug darauf, dass die Testabnahme im Los 5 erfolgt, sondern auch, dass ihr (wie im Pflichtenheft in Ziff. 3.3.1 vorgegeben) die Erstellung des Testkonzepts obliegt. Prima facie erfüllt die Beschwerdeführerin damit ihre Pflichten zur Erstellung des Testkonzepts. Der Vergabestelle ist indes zu folgen, soweit sie vorbringt, es bestehen Widersprüche im Terminplan, weil neben dem vorgesehenen Testing bei der Einführung zusätzlicher Funktionalitäten ein zeitnahes Testsystem bestehen soll. Ausser dem ist das Testing prima facie insofern unvollständig, als in der Rubrik Datenmig- ration ein Testing für die Datenmigration fehlt. Schliesslich könnte der Ter- minplan detaillierter darstellen, welche Ziele zu welchem Zeitpunkt erreicht werden sollen. Die Verwendung des Begriffs "agil" kompensiert dies nicht, soweit nicht ausgeführt wird, was dies im konkreten Zusammenhang be- deutet. Die Zuschlagsempfängerin stellte in ihrer Auftragsanalyse denn auch gerade die Zielerreichung umfassend und detailliert dar. Es lag somit prima facie im Ermessen der Vergabestelle, den Terminplan der Beschwer- deführerin lediglich als genügend zu bewerten mit der Begründung, der B-4158/2021 Seite 34 Terminplan sei gemäss dem Bewertungsschema nach ZK03.2 für die volle Punktzahl nicht vollständig, genügend realistisch und plausibel. 7.5.3 Nach dem Gesagten entspricht die Bewertung der Vergabestelle mit der halben Punktzahl beziehungsweise mit 30 Punkten der Taxonomie nach ZK03.2 "Terminplan und Organisation", wonach für die halbe Punkt- zahl "geringe Abweichungen zur Beschreibung für die volle Punktzahl be- stehen" dürfen. Namentlich ist prima facie die Organisation nicht ausrei- chend beschrieben und beim Terminplan bestehen prima facie leichte Wi- dersprüche, dieser ist unvollständig und könnte umfassender und detail- lierter ausfallen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass auch bei der Bewertung des Angebots der Zuschlagsempfängerin unter ZK03.2 ein strenger Massstab angewandt wurde, indem dargelegt wird, dass obwohl die Organisation zum Vorhaben passe und die benötigten Rol- len und Verantwortungen aufgezeigt worden seien, die Stellvertretungen nicht genannt wurden, was bereits zu einem Abzug führte (Evaluation des Angebots der Zuschlagsempfängerin unter ZK03, S. 2). 7.6 7.6.1 Zudem beanstandet die Beschwerdeführerin auch die Bewertung an- hand des ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" . Das Zu- schlagskriterium ZK03.3 verlangt, dass in der Auftragsanalyse die Heraus- forderungen und Massnahmen bezogen auf den Auftrag aufgeführt wer- den. Die Herausforderungen beziehen sich auf IT-spezifische Herausfor- derungen, die sich aus der Realisierung der IT-Lösung ergeben. Die Anzahl erreichter Punkte hängt davon ab, wie viele zentrale Herausforderungen sowie geeignete Massnahmen beschrieben werden. Eine Anbieterin kann unter ZK03.3 bi s zu 140 Punkte erzielen (Anforderungskatalog, Anhang 001 zum Pflichtenheft, S. 4 f.). Die Beschwerdeführerin hat unter ZK03.3 gesamthaft 0 Punkte erlangt (Evaluation des Angebots der Beschwerde- führerin unter ZK03, S. 6). Nicht strittig sind die Bewertunge n der Mass- nahmen "Verschiedene Anspruchsgruppen" und "Wartbar- und Erweiter- barkeit", da die Vergabestelle bei diesen die Nennung als zentrale Heraus- forderung und Massnahme al s erfüllt erachtet hat. Demnach hat die Be- schwerdeführerin gemäss der Bewertung der Vergabestelle zwei "Heraus- forderungen und Massnahmen" ausreichend beschrieben (Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin, S. 4 ff.). B-4158/2021 Seite 35 7.6.2 7.6.2.1 Die Vergabestelle bewertet das Angebot der Beschwerdeführerin nach ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" zunächst im Hinblick auf die von der Vergabestelle als Herausforderung geschilderte "Projektab- wicklung". Die Anforderungen an die Beschreibung der Herausforderung und geeigneter Massnahmen seien in diesem Punkt nicht erfüllt, wobei die Vergabestelle folgende Begründung vorbringt (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 4): Herausforderungen und Massnahmen Befund Projektabwicklung (Kapitel 5.1 der Auftragsanalyse) Die Anbieterin nennt in ihrem Angebot die Projektabwicklung als eine zentrale Herausforderung. Die Projektabwicklung wird als eine zentrale Herausforde- rung gewertet. Es ist keine geeignete Massnahme aus der Beschreibung erkennbar. Vielmehr wird geschildert , welche Erfahrungen bereits vorhanden sind, dies aber ohne Bezug zur Projektabwicklung der IT -Lösung. Die simple Erwäh- nung von Erfahrungen kann nicht als Massnahme gewertet werden, da hier nicht beurteilt werden kann, wie tatsächlich mit den Herausforderu ngen um- gegangen wird und ob diese geeignet und zielführend sind. Diese Herausforderung und Massnahmen werden nicht als erfüllt anerkannt. 7.6.2.2 Die Beschwerdeführerin bemerkt zu dieser Begründung für die Be- wertung, dass – wenn die Projektabwicklung als Heraus forderung zu se- hen sei – alles als Massnahme gelte, was zur Lösung dieses Problems führe, mitunter auch die Auswahl eines Teams mit den geeigneten Skills und Erfahrungen (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 14). 7.6.2.3 Es liegt prima facie im Ermessen der Vergabestelle, die Projektab- wicklung als Herausforderung anzuerkennen. So soll die IT-Lösung für die Erarbeitung neuer Zielvereinbarungen am 31. März 2022 und für das Mo- nitoring am 31. November 2022 in Betrieb sein (Pflichtenheft vom 26. März 2021, S. 11), wobei die IT-Lösung verschiedene Leistungen und Verträge umfasst (Pflichtenheft vom 26. März 2021, S. 7 f.). Soweit die Vergabe- stelle darauf hinweist, dass die simple Erwähnung von Erfahrung nicht als B-4158/2021 Seite 36 Massnahme tauge, um dieses Projekt abzuwickeln, ist ihr pr ima facie zu folgen. So ist die Erfahrung in ähnlichen Projekten ohne Weiteres bereits gegeben und damit keine im Hinblick auf eine konkrete Herausforderung zu ergreifende Massnahme. Zwar wäre prima facie eine Darstellung der Personalpolitik eine Massnahme , die zur Projektrealisierung taugen könnte, indem sie argumentativ so verwendet wird, dass aufgezeigt wird, welche Mitarbeitenden weshalb in welcher Form in die Projektabwicklung involviert werden sollen. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihre Personalpolitik erwähnt, wonach erfahrene Mitarbeitende für die Umset- zung der IT-Lösung einzusetzen sind, ist im Rahmen einer Auftragsanalyse in der Tendenz zu allgemein. Die Vergabestelle hat daher prima facie den ihr zustehenden Ermessens- spielraum beachtet, wenn sie die zentrale Herausforderung der Projektab- wicklung mit den dargelegten Massnahmen als nicht erfüllt betrachtet hat mit der Begründung, die Massnahmen zur Projektabwicklung würden le- diglich die Schilderung von Erfahrungen darstellen, ohne einen Be zug zu Massnahmen zur Projektabwicklung herzustellen. 7.6.3 7.6.3.1 Weiter sieht die Vergabestelle die von der Beschwerdeführerin dar- gelegte "Datenmigration" als zentrale Herausforderung an, wobei sie diese Herausforderung und Massnahmen als nicht erfüllt erachtet mit folgender Begründung (Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin, S. 5): Herausforderungen und Massnahmen Befund Datenmigration (Kap. 5.3 der Auftragsanalyse) Die Anbieterin nennt in ihrem Angebot die Datenmigration als eine zentrale Herausforderung. Die Datenmigration wird als eine zentrale Herausforderung gewertet. Es ist eine Massnahme aus der Beschreibung erkennbar: «Es ist sehr wichtig, dass die Daten bezüglich zwingend und optional zu mig- rierender Datenfelder sehr gut analysiert werden.» Darüber hinaus werden keine Massnahmen genannt. B-4158/2021 Seite 37 Die genannte Massnahme für diese Herausforderung ist allein nicht geeignet und zu wenig detailliert für die Behandlung der genannten Herausforderung. Diese Herausforderung und Massnahmen werden nicht als erfüllt anerkannt. 7.6.3.2 Die Beschwerdeführerin wendet gegen die Bewertung der von ihr genannten Datenmigration als zentrale Herausforderung und Massnahme ein, die von ihr vorgebrachte Massnahme liege darin, nur diejenigen Daten zu migrieren, die künftig einen Nu tzen haben. Es würde keinen logischen Unterschied zur von der Zuschlagsempfängerin vorgeschlagenen Import- vorlage geben (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 14). 7.6.3.3 Zur Bewertung der Vergabestelle ist zunächst festzuhalten, dass die Vergabestelle prima facie im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens gehandelt hat, indem sie die Datenmigration als Herausforderung bezeich- nete. Gemäss Pflichtenheft vom 26. März 2021 sollen alle Datensätze, die zwischen den bisherigen Leistungserbringern act und EnAW und den Bun- desämtern BAFU und BFE begründet wurden, migrieren, was insgesamt 3'000 Datensätze betreffe (Pflichtenheft, S. 14). Die Migration eines hohen Datenvolumens birgt prima facie das Risiko einer fehlerhaften Übertragung und stellt damit eine Herausforderung dar. Dagegen hat die Vergabestelle prima facie das ihr zustehende Ermessen überschritten, indem sie im Rahmen der Beurteilung der Offerte der Be- schwerdeführerin zur Bewältigung der Datenmigration die Mass nahme, wonach Daten vor ihrer Migration auf ihren Nutzen in der IT-Lösung analy- siert werden, für sich allein als nicht geeignete und zu wenig detaillierte Massnahme zur Behandlung der Herausforderung der Datenmigration an- erkannte. Aus der Umschreibung der Beschwerdeführerin ergibt sich auch, dass Daten vor de r Migration analysiert und sondiert werden sollen, was dazu beiträgt, Datenleichen zu verhindern, sodass prima facie ein Nutzen zur Übersichtlichkeit gestiftet wird. Vor allem aber ist prima facie nicht er- sichtlich, worin sich diese Beschreibung von der du rch die Vergabestelle als geeignete Massnahme der Zuschlagsempfängerin unterscheidet, die sie wie folgt zitiert: "Ausserdem werden Validierungsregeln definiert, wel- che beim Import geprüft werden" (Bewertung des Angebots der Zuschlags- empfängerin unter ZK03, S. 5). Daher erweist es sich jedenfalls mit Blick auf das Gleichbehandlungsgebot prima facie als nicht rechtskonform, B-4158/2021 Seite 38 wenn die Vergabestelle die Herausforderung und Massnahme bei der Da- tenmigration nicht als erfüllt anerkennt. 7.6.4 7.6.4.1 Schliesslich erachtet die Vergabestelle die von der Beschwerdefüh- rerin als zentrale Herausforderung genannte "Schnittstellenanpassung" nicht als separate zentrale Herausforderung und die Massnahme nicht als beschrieben. Dies begründet sie folgendermassen (Bewertung des Ange- bots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 6): Herausforderungen und Massnahmen Befund Schnittstellenanpassung (Kapi- tel 5.5 der Auftragsanalyse) Die Anbieterin nennt in ihrem Angebot die Schnittstellenanpassung als eine zentrale Herausforderung. Die genannte Herausforderung ist insbesondere durch die mangelnde Tiefe der Beschreibung nicht von der Herausforderung 5.4 Wartbar - und Erweiter- barkeit zu unterscheiden. Sie wird nicht als separate zentrale Herausforde- rung gewertet. Es ist eine Massnahme aus der Beschreibung erkennbar: «Durch den Einsatz des Applikationsframeworks wsHeron der Firma weroSoft ist eine flexible Anbindung verschiedener Schnittstellen mit ihren proprietären Datenformaten und Protokollen möglich und in Zukunft einfach anpassbar.»  Es ist nicht beschrieben, um was es geht beim Applikationsframework und was der Nutzen ist. Diese Herausforderung und Massnahmen werden nicht als erfüllt anerkannt, da die Herausforderung sowie die Massnahmen zu ähnlich sind zur zentralen Herausforderung Wart- und Erweiterbarkeit. 7.6.4.2 Die Beschwerdeführerin hält zur Bewertung der Schnittstellenan- passung fest, es handle sich bei Schnittstellen zum Bundesamt für Energie (BFE) um eine IT-spezifische Herausforderung, wobei als Massnahme ein Framework von Werosoft genannt werde (Replik zur aufschiebenden Wir- kung, Rz. 14). B-4158/2021 Seite 39 7.6.4.3 Die Vergabestelle bewegt sich mit ihrer Bewertung der Schnittstel- lenanpassung im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens, weil die Wart- bar- und Erweiterbarkeit prima facie eng mit den Schnittstell enanpassun- gen zusammenhängt. Es ist namentlich prima facie davon auszugehen, dass durch die Schnittstellen die IT-Lösung erweitert werden kann, womit die Schnittstellenlösung auch als Massnahme zur Wartbar - und Erweiter- barkeit erachtet werde könnte. So wer den durch die als Massnahme ge- nannte Softwarelösung tatsächlich weitere Anbindungen ermöglicht. Die Beschwerdeführerin zählt in ihrem Angebot gerade die Möglichkeiten der Anbindung auf, die sich aus der Anwendung des Applikationsframeworks ergeben, womit d er Vergabestelle prima facie nicht gefolgt werden kann, wenn sie sich auf die fehlende Umschreibung bezieht . Somit ist die Beur- teilung, dass sich die Herausforderung und Massnahme der Schnittstellen- anpassung im vorliegenden Zusammenhang nicht von Wartbar- und Erwei- terbarkeit der IT-Lösung trennen lassen, prima facie mit Blick auf den Er- messensspielraum der Vergabestelle aus rechtlicher Sicht nicht zu bean- standen. 7.6.5 Die Beschwerdeführerin hat somit im Rahmen des ZK03.3 "Heraus- forderungen und Massnahmen" prima facie gesamthaft drei Herausforde- rungen und geeignete Massnahmen benannt und beschrieben, namentlich "Verschiedene Anspruchsgruppen", "Wartbar - und Erweiterbarkeit" und prima facie auch die "Datenmigration", womit dem Angebot gemäss der Taxonomie unter ZK03.3 für die Beschreibung von drei bis vier zentralen Herausforderungen sowie geeigneten Massnahmen dazu gesamthaft 70 Punkte zu erteilen sind, um eine insoweit rechtskonforme Bewertung zu erreichen. 7.7 7.7.1 Ferner bemängelt die Beschwerdeführerin die Bewertung unter dem Zuschlagskriterium ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten". Das ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten" verlangt, dass in der Auftragsanalyse beson- dere Funktionalitäten der angebotenen IT -Lösung beschrieben werden. Massgebend für die Anzahl Punkte ist, wie viele der im Auftrag beschrie- benen Funktionen mit einem messbaren Mehrwert für die Bedarfsstelle aufgeführt werden. Eine Anbieterin kann unter ZK03.4 bis zu 140 Punkte erhalten (Anforderungskatalog, S. 5). Vorab führt die Vergabestelle im Rah- men ihrer Bewertung anhand des ZK03.4 aus, in der Auftragsanalyse der Beschwerdeführerin würden im Kapitel 5.6 "Besondere Funktionalitäten" fünf Funktionalitäten aufgeführt, worauf in den Kapiteln 5.7, 5.8 und 5.9 B-4158/2021 Seite 40 weitere Beschreibungen von Elementen folgten, die aus Sicht der Anbiete- rin von Nutzen sein könnten (Evaluation des Angebots der Beschwerde- führerin unter ZK03, S. 7). Die Beschwerdeführerin erhielt 0 Punkte, weil sie überhaupt keine besondere Funktionalität mit einem Mehrwert für die Bedarfsstelle aufgezeigt habe (Evaluation des Angebots der Beschwerde- führerin unter ZK03, S. 9). 7.7.2 7.7.2.1 Die Vergabestelle bewertet zunächst d ie von der Beschwerdefüh- rerin vorgebrachte besondere Funktionalität "QS [Qualitätssicherung] in Echtzeit in der Applikation mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz ". Sie bewertet die Funktionalität folgendermassen (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin, S. 7): Besondere Funktionalitäten Befund QS in Echtzeit in der Applikation mit Unterstüt- zung von künstlicher Intelligenz (Kapitel 5.6.1 der Auftragsanalyse) Die beschriebene Funktionalität ist Teil des Pflichtenhefts (Option 5) und in den Anforderungen bereits enthalten. Die QS in Echtzeit in der Applikation mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz wird daher nicht als besondere Funk- tionalität gewertet. 7.7.2.2 Die Beschwerdeführerin führt zu dieser Bewertung aus, soweit der Bewertung der fehlende messbare Mehrwert für die Vergabestelle entge- gengesetzt werde, sei darauf hinzuweisen, dass der Nutzen nicht aus einer subjektiven Sicht, sondern aus einer objektiven und effektiv messbaren Warte beurteilt werden solle. Es stelle sich die Frage, inwiefern es sich da- bei überhaupt um ein sachgerechtes Bewertungskriterium handle, welches überdies nicht in nachvollziehbarer Weise messbar sei. So könne der Nut- zen einer Qualitätssicherung in Echtzeit objektiv nicht bemängelt werden, wenn diese im Rahmen de r Grundleistung und damit ohne Zusatzkosten umgesetzt werde (Replik zur aufschiebenden Wirkung, S. 11 f.). 7.7.2.3 Es liegt im Rahmen des Ermessens der Vergabestelle, eine Funk- tionalität mit einem Zusatznutzen zu fordern, worunter eine gemäss den Ausschreibungsunterlagen noch nicht vorgesehene und damit "neue" Funktionalität verstanden wird. Ebenso sprengt es nicht das Ermessen der Vergabestelle, wenn sie als Zusatznutzen beziehungsweise "Mehrwert für B-4158/2021 Seite 41 die Bedarfsstelle" den objektiv messbaren Mehrwert zum Abschluss und zur Abwicklung einer Zielvereinbarung sieht. Die Vergabestelle bezieht sich denn auch auf den Mehrwert im Sinne eines Mehrwerts für die Abwicklung von Zielvereinbarungen. So führt sie im Rahmen der Evaluation des Ange- bots der Zuschlagsempfängerin zu Z K03.4 "besondere Funktionalitäten" namentlich zur Funktionalität "Konfigurierbarkeit von Importvorlagen" auf, mit der dadurch beschleunigten Abwicklung von Zielvereinbarungen werde der Aufwand minimiert und die Benutzerfreundlichkeit erhöht, weshalb ein Zusatznutzen gegeben sei (Evaluation des Angebots der Zuschlagsemp- fängerin unter ZK03, S. 6). 7.7.2.4 Von Bedeutung ist demnach zunächst, ob eine besondere Funktio- nalität mit einem messbaren Mehrwert für die Bedarfsstelle gemäss Be- schreibung des ZK03.4 "Besondere Fu nktionalitäten" im Anforderungska- talog (Anforderungskatalog, S. 5) besteht. Zur Bewertung der Vergabe- stelle, die von der Beschwerdeführerin unter ZK03.4 "Besondere Funktio- nalitäten" dargelegte "Qualitätssicherung durch die Nutzung künstlicher In- telligenz" sei ohnehin im Pflichtenheft enthalten und daher keine beson- dere Funktionalität, ist festzuhalten, dass im Pflichtenheft vom 26. März 2021 für die Option 5 "Weiterentwicklungen" unter anderem Angaben zur "Qualitätssicherung durch Nutzung künstlicher Intell igenz" gefordert wer- den. Gemäss Kapitel 2.5.1 des Pflichtenhefts vom 26. März 2021 (S. 16) werden unter anderem durch den Abgleich verschiedener Eingabe- felder und bestehender Daten neue Einträge auf Fehler überprüft und dem Nutzer mögliche fehlerhafte Eint räge angezeigt. Die Beschwerdeführerin spezifiziert in ihrer Analyse dieses Vorgehen und verweist, soweit sich diese Spezifikation auf die Nutzung künstlicher Intelligenz bezieht, auf die Option 5. Gesamthaft betrachtet liegt die Funktionalität jedoch zu nahe, als dass die Qualifikation als neue Funktionalität mit besonderem Nutzen er- stritten werden könnte, weil die vorgetragene Qualitätssicherung von der Grundidee her (Qualitätssicherung) und vom Vorgehen her (Abgleich von Daten, Einsatz künstlicher Intelligenz) stark der Qualitätssicherung gemäss Pflichtenheft vom 26. März 2021 entspricht. Es lag somit im Ermessen der Vergabestelle, die Qualitätssicherung durch künstliche Intelligenz mit Blick auf die diesbezüglichen Anforderungen gemäss Pflichtenheft nicht als Neu- heit mit besonderem Mehrwert und damit auch nicht als besondere Funk- tionalität mit einem Zusatznutzen, mit dem sich das Angebot der Beschwer- deführerin von demjenigen anderer Anbieter abhebt , zu sehen . Demzu- folge lag es prima facie auch im Ermessen der Vergabestelle, der Be- schwerdeführerin für die Aufführung der Qualitätssicherung in Echtzeit in B-4158/2021 Seite 42 der Applikation mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz keine Punkte zu erteilen. 7.7.3 7.7.3.1 Die Vergabestelle bewertet die von der Beschwerdeführerin darge- legten Funktionalitäten " Korrekturmanagement" und "Änderungswesen". Sie erachtet diese nicht als besondere Funktionalität mit folgender Begrün- dung (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 5): Besondere Funktionalitäten Befund Korrekturmanagement (Kapitel 5.6.2 der Auf- tragsanalyse) Die beschriebene Funktionalität ist Teil der Richtlinie zu den Zielvereinbarungen und somit Teil der Ausschreibung und in den Anforderungen bereits enthalten. Zudem ist diese Funk- tionalität bei den be stehenden und abzulösenden IT -Lösun- gen bereits implementiert und somit nichts Neues. Das Korrekturmanagement wird daher nicht als besondere Funktionalität bewertet. Änderungswesen Zielvereinbarungen (Kapi- tel 5.6.3 der Auftragsanalyse) Die beschriebene Funktionalität ist Teil der Richtlinie zu den Zielvereinbarungen und somit Teil der Ausschreibung und in den Anforderungen bereits enthalten. Zudem ist diese Funk- tionalität bei den bestehenden und abzulösenden IT -Lösun- gen bereits implementiert und somit nichts Neues. Das Änderungswesen Zielvereinbarungen wird daher nicht als besondere Funktionalität gewertet. 7.7.3.2 Die Beschwerdeführerin legt zur Begründung dar, entgegen der Vergabestelle würden das " Korrekturmanagement" und das "Änderungs- wesen" in den Anforderungen zum Los 2 nicht aufgeführt werden. In Kapi- tel 8.4.4 "Korrektur von fehlerhaften Eingaben im Monitoring" der "Richtli- nie zu Zielvereinbarungen mit dem Bund zur Steigerung der Energieeffizi- enz und Verminderung der CO2-Emissionen" sei lediglich von Möglichkei- ten von Korrekturen die Rede (Replik zur aufschiebenden Wirkung, S. 11 f.). B-4158/2021 Seite 43 7.7.3.3 Zu prüfen ist demnach, inwiefern das "Änderungswesen" und "Kor- rekturmanagement" neuartig sind (vgl. E. 7.7.2.3 hiervor). Der Entwurf vom 10. September 2019 der " Richtlinie zu Zielvereinbarungen mit dem Bund zur Steigerung der Energieeffizienz und Verminderung der CO 2-Emissio- nen" (Vorakte 1.7 im Verfahren B -1185/2021), die gemäss Kopfzeil e der Titelseite dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK und dem Bundesamt für Energie BFE zuzu- rechnen ist, beschreibt Zielvereinbarungen. Gegenstand der Richtlinie ist gemäss Ausführungen auf der Titelseite name ntlich, wie Zielvereinbarun- gen für die Rückerstattung des Netzzuschlags, den Vollzug des Grossver- brauchermodells in den Kantonen oder als freiwillige Massnahme verwen- det werden. Die Richtlinie beschreibt betreffend Monitoring in Kapitel 8.4.4 "Korrektur von fehlerhaften Eingaben im Monitoring" die Situation, dass eine fehlerhafte Eingabe für ein bereits abgeschlossenes Monitoring der aktuellen oder einer früheren Periode festgestellt wird. In diesem Fall über- prüfe der Bund, ob die entsprechenden Werte im Monitoring korrigiert wer- den müssen. Fehlerhafte Eingaben können vom Unternehmen, vom Ener- gieberater und vom Bund erkannt und gemeldet werden. Ausserdem wer- den Details dazu bekannt gegeben, worin die fehlerhaften Eingaben liegen können. Ferner wird erläutert, dass für die rückwirkende Korrektur eine Ba- gatellgrenze gilt. Insofern wird in Kapitel 8.4.4 bereits eine Form des Ände- rungswesens und Korrekturmanagements vorgegeben. Das von der Be- schwerdeführerin dargelegte Korrekturwesen und Änderungsmanagement gleicht demjenigen gemäss Kapitel 8.4.4 der Richtlinie zu Zielvereinbarun- gen mit dem Bund zur Steigerung der Energieeffizienz und Verminderung der CO2-Emissionen in Bezug auf einzelne Prozessschritte. Darüber hin- aus beschreibt das Angebot der Beschwerdeführerin zusätzliche Prozess- schritte. Der Neuigkeitsgehalt dieser zusätzlichen Prozessschritte ist aber prima facie nicht ausgeprägt, womit es im Ermessen der Vergabestelle lag, mit Blick auf die ohnehin bereits bestehenden Vorgaben nicht von einem eigentlichen Zusatznutzen auszugehen (vgl. E. 7.7.2.3 hiervor). Da das von der Beschwerdeführerin dargelegte Änderungswesen dazu dient, Korrekturen zu erfassen, kann es prima facie nicht vom Korrekturma- nagement unterschieden werden. Die Bewertung der Vergabestelle, wo- nach die Beschwerdeführerin mit den besonderen Funktionalitäten "Kor- rekturmanagement" und "Änderungswesen" keine besonderen Funktiona- litäten mit einem Mehrwert für die Bedarfsstelle vorgebracht hat und daher auch keine Punkte erhält, liegt demnach prima facie im Rahmen des der Vergabestelle zustehenden Ermessens. B-4158/2021 Seite 44 7.7.4 7.7.4.1 Die Vergabestelle beurteilt weiter die als besondere Funktionalitä- ten bezeichnete " Massnahmenbewirtschaftung" und " Vorschau/Auswir- kungen" auf die Zielerreichung. Diese seien keine besondere Funktionali- tät, wobei für beide die Begründung wie folgt ausfällt (Evaluation des An- gebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 8): Besondere Funktionalitäten Befund Massnahmenbewirtschaftung (Kapitel 5.6.4 der Auftragsanalyse) Die Beschreibung zu 5.6.4 ist sehr knapp. Die vorgestellte Idee ist keine besondere Funktionalität und es wurde kein (messbarer) Mehrwert für die Bedarfsstelle aufgezeigt. Die Massnahmenbewirtschaftung wird daher nicht als be- sondere Funktionalität gewertet. Vorschau/Auswirkungen auf Zielerreichung (Kapitel 5.6.5 der Auftragsanalyse) Die Beschreibung zu 5.6.5 ist sehr knapp. Die vorgestellte Idee ist keine besondere Funktionalität und es wurde kein (messbarer) Mehrwert für die Bedarfsstelle aufgezeigt. Die Vorschau/Auswirkungen auf die Zielerreichung wird da- her nicht als besondere Funktionalität gewertet. 7.7.4.2 Zur Bewertung der Vergabestelle in Bezug auf die "Massnahmen- bewirtschaftung" ist zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin Vorschläge eingebracht hat, die sich zur Massnahmenbewirtschaftung im Hinblick auf die Erreichung der in den Zielvereinbarungen festgelegten Ziele eignen. So hat sie mehrere IT -Lösungen präsentiert, mit denen die Massnahmenbewirtschaftung benutzerfreundlicher ausgestaltet wird. Da- mit bringt sie für die Vergabestelle neuartige Funktionalitäten vor, welche zur Abwicklung von Zielvereinbarungen dienen. Dabei lässt sich die ge- nannte Vorschau prima facie als weiteres Instrument zur nutzerfreundli- chen Massnahmenbewirtschaftung verstehen und nicht als eigenständige Funktionalität. Insofern verletzt die Vergabestelle prima facie wohl den ihr zustehenden Ermessensspielraum, wenn sie vorbringt, die "Massnahmen- bewirtschaftung" und "Vorschau auf die Zielerreichung" seien auch in Kom- bination nicht als besondere Funktionalität mit einem Mehrwert im Sinne eines Zusatzwertes für die Abwicklung der Zielvereinbarungen (vgl. E. 7.7.2.3 hiervor). Die Voraus setzung ist für diese Funktionalität daher B-4158/2021 Seite 45 prima facie eher als erfüllt zu betrachten, womit der Beschwerdeführerin unter dem ZK 03.4 prima facie entgegen der Beurteilung der Vergabestelle wohl eine beschriebene Funktionalität zuzuerkennen ist. Dies kann a ber letztlich mit Blick auf die Gesamtbewertung (vgl. E. 7.8 hiernach) offen blei- ben. 7.7.5 7.7.5.1 Weiter bewertet die Vergabestelle die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Funktionalität " Massnahmen aus dem Check -up-Tool" der Beschwerdeführerin. Diese Massnahmen seien keine besondere Funktio- nalität, wobei die Vergabestelle folgende Begründung vorbringt (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 8): Funktionalitäten Befund Massnahmen aus dem Check -up-Tool der EnAW (Kapitel 5.7 der Auftragsanalyse) Die Übernahme der Massnahmen aus PEIK ist im TS02 vor- gegeben. Zudem handelt es sich nicht um eine Funktionalität der angebotenen IT -Lösung (technische Lösung), sondern um ein Element des Zielvereinbarungssystems, für das die IT- Lösung eingesetzt werden soll (fachlicher Inhalt). Die Massnahmen aus dem Check-up-Tool wird nicht als be- sondere Funktionalität gewertet. 7.7.5.2 Wie in Erwägung 7.7.2.3 hiervor erwähnt, besteht ein Mehrwert für die Vergabestelle, wenn die dargelegte Funktionalität nicht ohnehin von der Anbieterin verlangt werden würde und der Abwicklung der Zielvereinba- rung dient. Das Bundesamt für Energie BFE stellt für kleinere Unterneh- men, für die sich der Abschluss einer Zielvereinbarung nicht lohnt, die Platt- form PEIK "Professionelle Energieberatung für KMU " zur Verfügung. Die Plattform enthält einen umfangreichen Massnahmenkatalog zur Planung und Evaluation von Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Verminderung der CO 2-Emissionen (Pflichtenheft vom 26. März 2021, S. 5). Gemäss der technischen Spezifikation TS02 "PEIK Massnahmen" müssen alle Massnahmen aus dem PEIK Tool nach Anhang 041 "Liste der Effizienzmassnahme PEIK" übernommen werden (Anforder ungskatalog, S. 8). Auch die Beschwerdeführerin bietet mit ihrem Angebot "Massnah- men aus dem Check -up-Tool" Massnahmen für Zielvereinbarungen im Rahmen der IT -Lösung an. Aus dem Angebot der Beschwerdeführerin B-4158/2021 Seite 46 ergibt sich allerdings nicht, welche konkreten Massnahmen das Check-up- Tool enthält und inwiefern sich diese Massnahmen von den PEIK Mass- nahmen unterscheiden. Es ist prima facie auch unklar, inwiefern diese In- tegration eine Besonderheit der IT-Lösung darstellt. Damit bleibt auch un- klar, ob die Integration des Check-up Tools in die IT-Lösung einen Mehrwert bietet. Es lag insofern prima facie im Ermessen der Vergabestelle, der Be- schwerdeführerin unter dem Kriterium "Massnahmen aus dem Check -up- Tool" keine Punkte zu erteilen (Evaluation des Angebots der Beschwerde- führerin unter ZK03, S. 8). 7.7.6 7.7.6.1 Die Vergabestelle hat ausserdem die von der Beschwerdeführerin dargelegte "Schnittstelle für den Beraterpool " als mögliche Funktionalität geprüft. Sie hat die Schnittstelle nicht als besondere Funktionalität aner- kannt, wobei sie dafür folgende Begründung vorgebracht hat (Angebot der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 8): Funktionalitäten Befund Schnittstelle Beraterpool (Kapitel 5.8 der Auf- tragsanalyse) Die Schnittstelle für den Beraterpool hat keinen Nutzen und keinen Mehrwert für die Bedarfsstelle. Die gesetzliche Grund- lage fehlt. Ob ein Datenaustausch über eine bidirektionale Schnittstelle aus Gründen des Datenschutzes überhaupt möglich ist, ist zurzeit offen. Die Schnittstelle Beraterpool wird nicht als besondere Funk- tionalität gewertet. 7.7.6.2 Zu den Ausführungen der Vergabestelle ist festzuhalten, dass die Idee einer Schnittstelle, über die ein Beraterpool einen besonderen Zugang zur IT-Lösung erhält, prima facie grundsätzlich als besondere Funktionali- tät gelten kann. Die Vergabestelle hat indessen das ihr zustehende Ermes- sen beachtet, indem sie die Idee, insbesondere deren Umsetzbarkeit, als zu wenig ausgereift bezeichnet hat. So bestehen keine Ausführungen der Beschwerdeführerin dazu, wie diese Funktionalität ausgestalt et sein soll und inwiefern sie einen Beitrag zur Erfassung und zum Monitoring von Ziel- vereinbarungen leistet. Auch allfällige Anmerkungen zur Umsetzung dieser Funktionalität wurden nicht angebracht. Es wird vielmehr lediglich die Idee an sich formuliert. Insofern liegt die Bewertung der Vergabestelle, gestützt B-4158/2021 Seite 47 auf die sie das Kriterium der besonderen Funktionalität für die Schnittstelle im Beraterpool als nicht erfüllt ansah, im Rahmen des ihr zustehenden Er- messens. 7.7.7 7.7.7.1 Schliesslich bewertet die Vergabestelle die vorgebrachte Konformi- tätsbewertung ISO 50'001. Die Vergabestelle führt aus, die Konformitäts- bewertung ISO 50'001 sei keine besondere Funktionalität, was sie wie folgt begründet (Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 8 f.): Funktionalitäten Befund Konformitätsbescheinigung ISO 50'001 (Kapi- tel 5.9 der Auftragsanalyse) Die Konformitätsbescheinigung hat keinen Nutzen und keinen Mehrwert für die Bedarfsstelle. Die gesetzliche Grundlage fehlt. Die Anbieterin hat nicht verstanden, dass sie nicht be- liebige Funktionen in die IT -Lösung der Auftraggeberin ein- bauen darf. Der Bund würde mit diesem Angebot private An- bieter konkurrenzieren. Die Konformitätsbescheinigung wird nicht als besondere Funktionalität gewertet. 7.7.7.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet, eine Softwareapplikation, die ISO 50'001 konform sei, weise objektiv einen unbestreitbaren Mehrwert auf (Replik zur aufschiebenden Wirkung, S. 11 f.). 7.7.7.3 Die "Konformitätsbescheinigung ISO 50'001" stellt prima facie keine besondere Funktionalität der Softwarelösung dar, sondern entspricht einer Bescheinigung ihrer Qualität. Aus dem Angebot der Beschwerdefüh- rerin geht auch nicht hervor, inwiefern diese Bescheinigung eine beson- dere Funktionalität aufweisen soll. Demnach durfte die Vergabestelle im Rahmen des ihr zustehenden Ermessensspielraums prima facie zum Schluss kommen, dass die dargestellte Konformitätsbescheinigung unter dem Gesichtspunkt des ZK03.4 nicht als besondere Funktionalität zu be- urteilen ist. B-4158/2021 Seite 48 7.7.8 Mit Blick auf das in Erwägung 7.8.4.2 Festgehaltene ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführerin unter dem ZK03.4 "besondere Funktionalitä- ten" die Beschreibung einer derartigen Funktionalität zuzuerkennen ist, wo- mit ihr gemäss der Taxonomie unter ZK03.4 70 Punkte zu erteilen sind. Die Bewertung mit 0 Punkten hält damit der Rechtskontrolle nicht stand. 7.8 Insgesamt ist in Bezug auf die Bewertung anhand des ZK03 "Auf- tragsanalyse" festzuhalten, dass die Beurteilung der Vergabestelle prima facie den ihr zustehenden Ermessensspielraum teilweise sprengt. S oweit die Beschwerdeführerin also geltend macht, die Bewertung sei darauf aus- gerichtet gewesen, die Auftragsanalyse der Beschwerdeführerin gezielt ab- zuwerten (Beschwerde, Rz. 48), ist diese Auffassung nicht offensichtlich haltlos. Selbst die prima facie ins Auge gefassten gerichtlichen Korrekturen sind indessen mit Blick auf das Gesamtresultat nicht entscheidend. So liegt die Punktzahl der Beschwerdeführerin unter ZK03.1 "Vorgehen" gemäss Bewertung durch die Vergabestelle bei 0 Punkten und neu gemäss gericht- licher Feststellung bestenfalls bei 30 Punkten, unter ZK03.2 "Terminplan und Organisation" bei 30 Punkten und auch nach Rechtskontrolle bei 30 Punkten, unter ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" bei 0 Punk- ten aufgrund rechtskonformer Neubewertung bei 70 Punkten und schliess- lich unter ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten" bei 0 Punkten und mit kor- rigierter Bewertung allenfalls bei 70 Punkten. Die Beschwerdeführerin ver- mag daher prima facie insgesamt maximal 170 zusätzliche Punkte zu er- zielen. Selbst wenn die Resultate der Evaluation beim ZK 03 also im dar- gestellten Sinne besser ausfallen bzw. ausgefallen wären, erzielt die Be- schwerdeführerin damit nicht die geforderten zusätzlichen 213 Punkte (vgl. E. 7.3.4 hiervor), um die Zuschlagsempfängerin punktemässig einholen zu können. Damit dringt die Beschwerdeführerin mit ihren Bewertungsrügen insgesamt nicht durch. 8. Zusammenfassend ergibt sich demnach, dass die Rüge der Beschwerde- führerin, die erneute Ausgestaltung des ZK03 "Auftragsanalyse" trage den Erwägungen des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2" nicht Rechnung, prima facie offensichtlich unbegründet ist (E. 6.2, E. 6.3.4). Ausserdem er- weist sich auch die Rüge der Beschwerdeführerin, sie habe darauf ver- trauen dürfen, dass bei der erneuten Eingabe desselben Angebots eine gleich hohe Punktzahl wie im ersten Durchgang erzielt wird, prima facie als offensichtlich unbegründet (E. 6.4, E. 6.4.4). Die Rüge der Beschwerdefüh-B-4158/2021 Seite 49 rerin, sie habe unter der Bewertung nach ZK03 eine höhere Punktzahl er- halten müssen, ist dag egen prima facie in Bezug auf einzelne Teilbewer- tungen begründet. Indessen ist ihr Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung gleichwohl prima facie offensichtlich unbegründet, weil die Ge- samtrechnung ergibt, dass die Beschwerdeführerin selbst bei ern euter Punktvergabe gesamthaft weniger Punkte erreicht als die Zuschlagsemp- fängerin (vgl. E. 7.8 hiervor). 9. Erweist sich eine Beschwerde prima facie als offensichtlich unbegründet, so erübrigt sich eine Interessenabwägung (vgl. E. 4.3 hiervor; Zwischen- entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3238/2021 vom 18. Oktober 2021 E. 8.1 "Google / Public Cloud"). Demnach ist das Gesuch um Ertei- lung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen. 10. Schliesslich verlangt die Beschwerdeführerin "möglichst umfassende" Ein- sicht in die Vergabeakten. Mit Blick auf das bis zum Ergehen des Zwi- schenentscheids über die aufschiebende Wirkung geltende qualifizierte Beschleunigungsgebot ist die Gewährung der Akteneinsicht indessen teil- weise ins Hauptverfahren zu verschieben (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B -1606/2020 vom 11. Juni 2020 E. 8 " Mediamonitoring ETH-Be- reich"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1371 mit weiteren Hinwei- sen). Dies rechtfertigt sich vorliegend umso mehr, als der Beschwerdefüh- rerin mit Verfügung vom 19. Oktober 2021 die strittige Be wertung anhand des ZK 03 "Auftragsanalyse" vollständig offengelegt worden ist. Aufgrund der erhaltenen Unterlagen kann sich die Beschwerdeführerin demnach ohne Weiteres ein Bild von der Ausgangslage machen, namentlich mit Blick auf die Anfechtung des vorliegenden Entscheids (vgl. Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3238/2021 vom 18. Oktober 2021 E. 8.1 "Google / Public Cloud "). Das Akteneinsichtsbegehren ist demzufolge einstweilen abzuweisen, soweit diesem im Rahmen der Instruktion nicht bereits entsprochen worden ist. Die Anordnungen betreffend die Aktenein- sicht und den Schriftenwechsel im Hauptverfahren erfolgen mit separater Verfügung. 11. Über die Kosten für den vorliegenden Zwischenentscheid wird mit dem Ent- scheid in der Hauptsache zu befinden sein. B-4158/2021 Seite 50 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird abgewiesen. 2. 2.1 Der Akteneinsichtsantrag der Beschwerdeführerin wird einstweilen ab- gewiesen, soweit diesem nicht bereits im Rahmen der Instruktion entspro- chen worden ist. 2.2 Weitere Anordnungen betreffend die Akteneinsicht im Hauptverfahren bleiben vorbehalten. 3. Die Instruktion des Schriftenwechsels im Hauptverfahren erfolgt mit sepa- rater Verfügung. 4. Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheids wird mit dem Endentscheid befunden. 5. Diese Verfügung geht an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 204859; Gerichtsur- kunde, vorab in elektronischer Form) – die Zuschlagsempfängerin (Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form; einstweilen nur im Dispositiv) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Marc Steiner Cyrill Schäke B-4158/2021 Seite 51 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Fr ist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 24. Februar 2022