<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00756</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221174&amp;W10_KEY=13013475&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00756</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.04.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Beschwerdeführerin war mit einem Schweizer verheiratet und hat mit diesem eine 13-jährige Tochter, über welche sie die Obhut hat. Die Beschwerdeführerin ist seit rund 13 Jahren sozialhilfeabhängig und hat damit den Widerrufsgrund des Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG gesetzt (E. 2.3). Die Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung ist indessen auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zu verweigern, wenn sich diese Massnahme als verhältnismässig erweist (E. 2.5). Die Beschwerdeführerin trifft ein erhebliches Verschulden an ihrem Sozialhilfebezug, da sie seit Januar 2007 kein Erwerbseinkommen erwirtschaftete und daneben kaum Bemühungen zu Aus- oder Weiterbildung ersichtlich sind (E. 2.6.2). Überdies ist sie verschuldet (E. 2.7). Ihrer 13-jährigen Tochter, welche über das Schweizerbürgerrecht verfügt, ist die Ausreise nach Albanien mit ihrer Mutter nicht zumutbar. Offengelassen, ob eine vollständige Betreuung der Tochter durch ihren Vater derzeit in Betracht kommen würde (zum Ganzen E. 2.8). Damit erweist sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin gegenwärtig als unverhältnismässig (E. 2.10). Gutheissung bzw. Gegenstandslosigkeit des UP/URB-Gesuchs. Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUFSGRUND">WIDERRUFSGRUND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 42 Abs. 1 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 KRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=51522" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00756</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. April 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, eine 1977 geborene albanische StaatsangehÃ¶rige, reiste letztmals am 1. August 2006 zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit im Kulturbereich in die Schweiz ein, wo ihr eine Kurzaufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Nachdem sie am 3. Januar 2007 in C den Schweizer D (geboren 1966) geheiratet hatte, wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 26. Oktober 2007 reiste E (albanischer StaatsangehÃ¶riger, geboren 2000), der Sohn von A aus erster Ehe, in die Schweiz ein, wo ihm ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Im Jahr 2007 brachte A ihre Tochter F zur Welt, welche wie ihr Vater die Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft besitzt. </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 8. April 2008 wurde den Eheleuten A/D das Getrenntleben bewilligt und F fÃ¼r die Dauer desselben unter die Obhut von A gestellt. Deren Aufenthaltsbewilligung wurde in der Folge unter Bejahung eines nachehelichen HÃ¤rtefalls regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngert, zuletzt mit GÃ¼ltigkeit bis am 2. Januar 2019. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 16. Dezember 2015 wurde die Ehe zwischen A und D geschieden, Tochter F unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen und die Obhut fÃ¼r F der Mutter zugeteilt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 12. November 2016 reiste der italienische StaatsangehÃ¶rige G (geboren 1988) in die Schweiz ein. Am 23. November 2016 schlossen er und A in Winterthur die Ehe. Die Gesuche von G um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wurden vom Migrationsamt abgewiesen; per 3. Februar 2018 meldete er sich nach Italien ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>A und ihre beiden Kinder werden seit dem 31. Juli 2008 von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Aufgrund ihres Sozialhilfebezugs wurde sie vom Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 16. Februar 2012 verwarnt. Im Rahmen der VerlÃ¤ngerung ihrer Bewilligung bzw. im Zusammenhang mit einem Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung wurde sie aus demselben Grund mit Schreiben vom 18. September 2013 sowie vom 17. Februar 2014 ermahnt. Mit VerfÃ¼gung vom 10. Februar 2016 wurde A erneut auslÃ¤nderrechtlich verwarnt. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2017 lehnte das Migrationsamt ein erneutes Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung ab und wies sie abermals auf die mÃ¶glichen Folgen des anhaltenden Sozialhilfebezugs hin. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 17. Mai 2018 meldete A sich und ihre Tochter in K (SG) an und ersuchte um Bewilligung des Kantonswechsels; per 1. Juni 2018 zogen sie und F nach L (SG). Das Gesuch um Kantonswechsel wurde vom Migrationsamt des Kantons St. Gallen mit VerfÃ¼gung vom 21. Januar 2019 abgewiesen. In der Folge kehrte A und ihre Tochter nach Winterthur zurÃ¼ck, wo sie am 28. Februar 2019 um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ersuchte. </p> <p class="Urteilstext">Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs wies das Migrationsamt das Gesuch von A um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung mit VerfÃ¼gung vom 1. November 2019 ab und wies sie aus der Schweiz weg. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die dagegen erhobenen Rekurse wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 30. September 2020 ab, soweit sie nicht gegenstandslos waren (Dispositiv-Ziff. I), setzte A eine neue Ausreisefrist bis 31. Dezember 2020 an (Dispositiv-Ziff. II), <span>nahm die Verfahrenskosten von Fr. 1'395.- infolge gewÃ¤hrter Kostenfreiheit, unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht, auf die Staatskasse (Dispositiv-Ziff. III), bestellte ihr in der Person ihres Vertreters einen unentgeltlichen Rechtsbeistand und entschÃ¤digte Rechtsanwalt B unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht </span>von A <span>mit Fr. 754.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse (Dispositiv-Ziff. IV) und sprach in Dispositiv-Ziff. V keine ParteientschÃ¤digung zu. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>A liess am 30. </span>Oktober <span>2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. "Eventualiter" ersuchte sie um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege und -verbeistÃ¤ndung. </span></p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 5. November 2020 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. Am 22. MÃ¤rz 2021 reichte der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin seine Honorarnote ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>FÃ¼r AngehÃ¶rige der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Union und deren FamilienangehÃ¶rige hat das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) nur insoweit Geltung, als das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (nunmehr EuropÃ¤ische Union [EU]) und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen [FZA, SR 0.142.112.681]) keine abweichende Bestimmung oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz eine fÃ¼r den betroffenen AuslÃ¤nder bzw. die betroffene AuslÃ¤nderin vorteilhaftere Regelung enthÃ¤lt (Art. 2 Abs. 2 AIG). </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist â soweit ersichtlich â weiterhin mit einem italienischen StaatsangehÃ¶rigen verheiratet. Aus der Ehe mit G kann sie jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, da sich dieser nicht in der Schweiz aufhÃ¤lt und hier auch Ã¼ber keinen Aufenthaltsanspruch verfÃ¼gt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nach Art. 42 Abs. 1 AIG haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach AuflÃ¶sung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung etwa dann weiter, wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG). Vorliegend ist im Fortbestand der elterlichen Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu ihrer minderjÃ¤hrigen Schweizer Tochter, die unter ihrer Obhut steht, ein wichtiger Grund zum Verbleib im Land zu erblicken (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.4.1; VGr, 3. November 2020, VB.2020.00486, E. 3).<i> </i></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG erlischt, wenn WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AIG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG). GemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung dabei unter anderem widerrufen werden, wenn die auslÃ¤ndische Person oder eine Person, fÃ¼r die sie zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. PraxisgemÃ¤ss rechtfertigt sich der Widerruf bei einem Sozialhilfebezug von mehr als Fr. 80'000.- wÃ¤hrend mindestens zwei bis drei Jahren (VGr, 25. MÃ¤rz 2020, VB.2019.00709, E. 2.2 Abs. 1 â 21. August 2019, VB.2019.00322, E. 2.1). Dabei muss konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit bestehen; blosse finanzielle Bedenken genÃ¼gen nicht. Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. Ein Widerruf kommt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft fÃ¼r ihren Lebensunterhalt sorgen wird (BGr, 11. September 2014, 2C_1058/2013, E. 2.3 â 22. Juli 2011, 2C_268/2011, E. 6.2.3, je mit Hinweisen; VGr,<span> </span>29. Mai 2019, VB.2018.00423, E. 3.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihre beiden Kinder werden seit dem 31. Juli 2008 von <span>der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt, wobei E per Juli 2018 aus der UnterstÃ¼tzungseinheit herausgenommen wurde. Am 8. September 2020 beliefen sich die bezogenen UnterstÃ¼tzungsleistungen auf Ã¼ber Fr. 450'000.-. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin auch seither auch kein Erwerbseinkommen erwirtschaften konnte, ist dieser Betrag weiter angewachsen. Die Kriterien der Dauerhaftigkeit und der Erheblichkeit des FÃ¼rsorgebezugs im Sinn der Rechtsprechung sind dadurch erfÃ¼llt (vgl. BGr, 30. Januar 2019, 2C_714/2018, E. 2.1, mit zahlreichen Hinweisen).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Prognose der Entwicklung der finanziellen VerhÃ¤ltnisse ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin seit ihrer Heirat mit D am </span>3. Januar 2007 k<span>einer ErwerbstÃ¤tigkeit mehr nachging. Ein Gesuch um Leistungen der Invalidenversicherung wurde mit VerfÃ¼gung vom 25. September 2017 abgewiesen. Schliesslich lassen auch die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Unterlagen bezÃ¼glich einer TÃ¤tigkeit als selbstÃ¤ndige Kosmetikerin nicht auf eine baldige AblÃ¶sung von der Sozialhilfe schliessen. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.2 </b>Nach dem Gesagten besteht eine erhebliche Gefahr, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin weiterhin Sozialhilfe beziehen wird. Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG ist demzufolge zu bejahen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Liegt ein Widerrufsgrund vor, ist weiter zu prÃ¼fen, ob ein Widerruf bzw. â wie vor­-liegend â die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist (Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 8 Abs. 2 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101] bei â wie vorliegend unstreitig â erÃ¶ffnetem Schutzbereich der konventionsrechtlichen Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV; Art. 96 Abs. 1 AIG; vgl. BGr, 14. Dezember 2016, 2C_562/2016, E. 2.2 â 20. Juli 2015, 2C_1109/2014, E. 2.6). Dabei sind vor allem die HintergrÃ¼nde, warum die auslÃ¤ndische Person sozialhilfeabhÃ¤ngig wurde, ihre bisherige Verweildauer sowie der Grad ihrer Integration in der Schweiz zu berÃ¼cksichtigen (BGr, 2. Februar 2016, 2C_120/2015, E. 3.1 â 20. Juli 2015, 2C_1109/2014, E. 2.1 â 11. September 2014, 2C_1058/2013, E. 2.5). Mit Blick auf die Vorgaben des Ãbereinkommens vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) sowie die verfassungsrechtlichen Gebote staatsbÃ¼rgerrechtlicher Natur soll ein Schweizer Kind nur dann dazu verpflichtet werden, dem sorge- und obhutsberechtigten auslÃ¤ndischen Elternteil in dessen Heimat zu folgen, wenn namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeiliche GrÃ¼nde vorliegen, welche die damit fÃ¼r das Schweizer Kind durch die Ausreise verbundenen weitreichenden Folgen zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 137 I 247 E. 4.2.1, 136 I 285 E. 5.2; BGr, 2C_883/2018, E. 6.1, je mit Hinweisen). </p> <p class="Urteilstext">Der Leitgedanke von Art. 3 KRK bzw. Art. 11 Abs. 1 BV, wonach das Kindesinteresse bei allen Entscheiden vorrangig berÃ¼cksichtigt werden soll, wird auslÃ¤nderrechtlich im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung von Art. 8 Abs. 2 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 BV berÃ¼cksichtigt. Dabei verschaffen die Kinderrechtskonvention und der Anspruch auf Schutz der Kinder und Jugendlichen gemÃ¤ss Art. 11 BV nach Praxis des Bundesgerichts keine Ã¼ber die Garantien von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV hinausgehenden eigenstÃ¤ndigen BewilligungsansprÃ¼che (BGE 143 I 21 E. 5.5.2 mit Hinweisen; BGr, 6. Juli 2015, 2C_648/2014, E. 2.3; VGr, 25. MÃ¤rz 2020, VB.2019.00709, E. 2.4 Abs. 2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.6.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrerin ist kein Vorwurf zu machen, wenn sie in der Zeit nach der Geburt ihrer Tochter (im Dezember 2007) keine Arbeitsstelle suchte. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann aber selbst einer alleinerziehenden Mutter bereits wieder eine (teilweise) ErwerbstÃ¤tigkeit zugemutet werden, sobald ihr (jÃ¼ngstes) Kind das dritte Altersjahr vollendet hat (BGr, 20. MÃ¤rz 2019, 2C_730/2018, E. 5.2.1 â 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 5.2.1 â 9. August 2016, 2C_218/2016, E. 3.2.2.2; vgl. VGr, 12. Juni 2019, VB.2019.00160, E. 4.2.2). Da sich der damalige Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund seiner ErwerbstÃ¤tigkeit nicht um die Kinderbetreuung hat kÃ¼mmern kÃ¶nnen bzw. ab dem 3. April 2008 getrennt von ihr lebte, ist der Sozialhilfebezug in den ersten Jahren nach der Geburt der Tochter F demnach entschuldbar. </span></p> <p class="Erwgung3"><span>Seit Dezember 2010 wÃ¤re der BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch eine TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit zumutbar. Entsprechende SuchbemÃ¼hungen gehen aus den Akten jedoch nicht hervor, obwohl die BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner immer wieder angab, auf Stellensuche zu sein. Des Weiteren hat die BeschwerdefÃ¼hrerin lediglich zwischen dem 19. August 2013 und dem 18. Februar 2014 an einem Arbeitsintegrationsprogramm teilgenommen; im Jahr 2018 hat sie ausserdem gemÃ¤ss eigenen Angaben im Rahmen eines Programms der Hilfswerke der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) einen Arbeitseinsatz in einem Altersheim geleistet. Weitere TÃ¤tigkeiten auf dem (zweiten) Arbeitsmarkt gehen aus den Akten jedoch nicht hervor. Zuungunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin ist ferner zu gewichten, dass sie mit Schreiben vom</span><span> </span>18. September 2013, vom 17. Februar 2014 und vom 5. Dezember 2017 ermahnt und Ã¼berdies mit VerfÃ¼gungen vom 16. Februar 2012 und vom 10. Februar 2016 auslÃ¤nderrechtlich verwarnt worden war<span>. Ihr war deshalb bereits seit mehreren Jahren bewusst, dass von ihr (verstÃ¤rkte) BemÃ¼hungen zur wirtschaftlichen Integration erwartet wurden. Indem sich die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bereits aufgrund der mehrfachen Verwarnungen und Ermahnungen durch den Beschwerdegegner intensiver um eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt bemÃ¼hte, ist die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit spÃ¤testens ab der Verwarnung vom 16. Februar 2012 als zumindest teilweise selbstverschuldet zu qualifizieren. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt vor, sie habe wegen eines Autounfalls im Jahr 2002 gesundheitliche Probleme. Ihre Beschwerden in der rechten Schulter und die damit verbundenen chronischen Schmerzen wÃ¼rden es ihr verunmÃ¶glichen, einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen. Dr.</span><span> </span><span>med. I fÃ¼hrte diesbezÃ¼glich am 20. Oktober 2015 Folgendes aus: "Die ArbeitsunfÃ¤higkeit kann ich nicht beurteilen, gemÃ¤ss Patientin ist sie nicht fÃ¤hig zu arbeiten (â¦). Da sie aber den Haushalt zuhause mit Hilfe der Kinder macht, ist sie sicherlich zu mind 50% in einer leichten kÃ¶rperlichen Arbeit arbeitsfÃ¤hig". Dr.</span><span> </span><span>med. J attestierte ihr am 27. September 2017 eine "ArbeitsunfÃ¤higkeit von ca. 70%, d.h. die [BeschwerdefÃ¼hrerin] kann schÃ¤tzungsweise eine leichtere Arbeit mit einem Pensum von 30% ausfÃ¼hren". Des Weiteren ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons ZÃ¼rich ein Leistungsbegehen der BeschwerdefÃ¼hrerin mit VerfÃ¼gung vom 25. September 2017 abwies; die AbklÃ¤rungen durch den regionalen Ã¤rztlichen Dienst hÃ¤tten "aus somatischer und psychiatrischer Sicht" keinen IV-relevanten Gesundheitsschaden ergeben. Die gesundheitlichen EinschrÃ¤nkungen der BeschwerdefÃ¼hrerin vermÃ¶gen demnach den andauernden Sozialhilfebezug nicht zu entschuldigen; vielmehr ist der BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss Ã¼bereinstimmender EinschÃ¤tzung mehrerer Ãrzte eine TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit zumutbar. Der dem Verwaltungsgericht eingereichte Untermietvertrag fÃ¼r ein Kosmetik-Studio sowie das "Zertifikat Beautyausbildung" vermÃ¶gen schliesslich nicht zu belegen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nunmehr tatsÃ¤chlich einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgeht, zumal keine Belege zu allfÃ¤lligen EinkÃ¼nften beigebracht wurden. Ohnehin nahm die BeschwerdefÃ¼hrerin diese TÃ¤tigkeit erst unter dem Druck des migrationsrechtlichen Verfahrens auf. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.6.2 </span></b><span>Insgesamt trifft die BeschwerdefÃ¼hrerin ein erhebliches Verschulden an ihrem Sozialhilfebezug, da sie seit Januar 2007 kein Erwerbseinkommen erwirtschaftete und daneben kaum BemÃ¼hungen zu Aus- oder Weiterbildung ersichtlich sind. Daran Ã¤ndern auch die EinschÃ¤tzungen der Sozialberatung Winterthur, wonach die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrer Schadenminderungspflicht nachkomme, nichts. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.7 </span></b><span>Zu ihren Ungunsten ist sodann zu gewichten, dass gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber 50 Verlustscheine </span>im Betrag von Ã¼ber Fr. 70'000.- registriert sind<span>. </span>Strafrechtlich ist die BeschwerdefÃ¼hrerin bisher nur im Bagatellbereich in Erscheinung getreten<span>. Insgesamt kann ihr jedoch keine gelungene Integration attestiert werden. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.8 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.8.1 </span></b>Die heute 44-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt sich seit August 2006 und somit seit rund 14,5 Jahren in der Schweiz auf. Sie spricht albanisch, deutsch und italienisch. <span>In Albanien besuchte sie die Schule und absolvierte eine Ausbildung an Fachschule H in Tirana. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verbrachte mithin die prÃ¤genden Kinder- und Jugendjahre in ihrer Heimat, bevor sie im Alter von 29 Jahren letztmals in die Schweiz einreiste. Sie hielt sich auch immer wieder ferienhalber in Albanien auf, teilweise wÃ¤hrend mehrerer Monate pro Jahr. In ihrer Heimat leben ihre Mutter und ihr Bruder mit seiner Familie. Ihr Vater lebt in Deutschland und ihre Schwester in den USA. Mit der Sprache und Kultur ihrer Heimat ist sie demnach weiterhin vertraut; eine soziale und berufliche Wiedereingliederung erscheint nicht allzu stark erschwert. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.8.2 </b>Das private Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin an einem Verbleib in der Schweiz grÃ¼ndet insbesondere in der Tatsache, dass ihre Schweizer Tochter F hier lebt. Letztere wurde hier geboren und besucht die 1. Klasse der Oberstufe, wo sie gemÃ¤ss ihrer Klassenlehrerin gut integriert sei und insbesondere durch ihre hohe Sozialkompetenz auffalle. Sie ist heute rund 13 Jahre alt; eine Ausreise nach Albanien zusammen mit ihrer Mutter ist ihr demnach nicht zumutbar (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4). Die Heimat ihrer Mutter kennt F denn auch lediglich von wenigen Ferienaufenthalten. Eine Ausreise wÃ¼rde sie ausserdem vollstÃ¤ndig aus ihrem gewohnten Umfeld reissen; so wÃ¼rden etwa ihre regelmÃ¤ssigen Kontakte zu ihrem Vater sowie zu ihrer Grossmutter vÃ¤terlicherseits, welche im Tessin lebt, stark erschwert. Ebenso verhÃ¤lt es sich mit Blick auf den Kontakt zu ihrem heute volljÃ¤hrigen Stiefbruder E, mit welchem sie aufgewachsen ist. Ohnehin hat F als<span> Schweizer BÃ¼rgerin einen staatsbÃ¼rgerrechtlichen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf eine Schweizer Schulbildung (vgl. BGE 135 I 153 E. 2.2.3; VGr, </span>10. Juni 2020, <span>VB.2020.00147, E. 3.5).</span></p> <p class="Urteilstext">Zwar mÃ¼sste F vorliegend nicht mit der BeschwerdefÃ¼hrerin ausreisen, da F zu ihrem Vater ziehen und mit ihm in der Schweiz verbleiben kÃ¶nnte. Dieser erklÃ¤rte gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner, dass er bereit wÃ¤re, "die Obhut von F zu Ã¼bernehmen". Er hat sich jedoch in den letzten Jahren lediglich im Rahmen seines Besuchsrechts an der Kinderbetreuung beteiligt. Ob eine vollstÃ¤ndige Betreuung von F durch ihren Vater in Betracht kÃ¤me, braucht jedoch derzeit nicht abschliessend beurteilt zu werden. Denn fÃ¼r F wÃ¤re eine Trennung von ihrer Mutter und damit ihrer Hauptbetreuungsperson mit einer grossen HÃ¤rte verbunden, und die Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin zeitigte somit erhebliche Auswirkungen auf das MÃ¤dchen. Davon geht auch die Klassenlehrperson von F aus, wenn sie ausfÃ¼hrt, es sei "daher wichtig, dass F nun in ihrem derzeit stabilen Umfeld wohnen bleiben, zur Schule gehen und aufwachsen darf". Mit Blick auf den Umstand, dass F praktisch ihr ganzes Leben unter alleiniger Obhut der BeschwerdefÃ¼hrerin aufwuchs, ist davon auszugehen, dass eine Obhutsumteilung zum jetzigen Zeitpunkt dem Kindswohl widersprechen wÃ¼rde. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.9 </b>Zusammengefasst erscheint das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber den gewichtigen privaten Interessen insbesondere ihrer minderjÃ¤hrigen Schweizer Tochter, gemeinsam mit ihrer Mutter hier aufwachsen zu kÃ¶nnen, als untergeordnet.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.10 </b>Nach dem Gesagten erweist sich die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin jedenfalls im gegenwÃ¤rtigen Zeitpunkt als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist jedoch mit Nachdruck <span>darauf hinzuweisen, dass sich diese Beurteilung auf ihre aktuelle Situation bezieht und sie nicht davon entbindet, sich in Zukunft verstÃ¤rkt fÃ¼r die Integration in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse und insbesondere in den Arbeitsmarkt einzusetzen und auch sonst zu keinen weiteren Klagen Anlass zu geben. Sollte der BeschwerdefÃ¼hrerin die berufliche, sprachliche und soziale Integration nicht gelingen, wÃ¼rde nÃ¤mlich mit zunehmendem Alter ihrer Tochter die vorstehend vorgenommene InteressenabwÃ¤gung immer weniger zu ihren Gunsten ausfallen. SpÃ¤testens mit der VolljÃ¤hrigkeit von F wÃ¤re der weitere Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrerin erneut zu prÃ¼fen. Ebenso kommt eine frÃ¼here ÃberprÃ¼fung ihres Aufenthalts in Betracht, etwa nachdem F die obligatorische Schule absolviert bzw. eine Lehre begonnen hat, sofern die Betreuung von F durch D zu diesem Zeitpunkt sichergestellt werden kÃ¶nnte. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdegegner einzuladen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 teilweise in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung im Beschwerdeverfahren wird somit gegenstandslos. </p> <p class="Erwgung2">Des Weiteren hat der Beschwerdegegner antragsgemÃ¤ss eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- fÃ¼r das Rekurs- und Fr. 1'500.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren (jeweils zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Mit der Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekursverfahren sind die vom unentgeltlichen Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin im Rekursverfahren geltend gemachten Kosten abgegolten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ersucht um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren. Das Gesuch ist angesichts ihrer ausgewiesenen Mittellosigkeit und unter BerÃ¼cksichtigung des Verfahrensausgangs gutzuheissen (§ 16 Abs. 1 f. VRG). Demnach ist den BeschwerdefÃ¼hrenden in der Person ihres Vertreters, Rechtsanwalt B, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (GebV VGr, LS 175.252) wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung ent­-schÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung (des Obergerichts) Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (LS 215.3) seit dem 1. Januar 2015 fÃ¼r RechtsanwÃ¤ltinnen und RechtsanwÃ¤lte in der Regel Fr. 220.- pro Stunde.</p> <p class="Urteilstext">Der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin macht fÃ¼r das Beschwerdeverfahren insgesamt einen Aufwand von <span>von 4 Stunden und 39 Minuten sowie Barauslagen von Fr. 60.- zuzÃ¼glich 7,7 % Mehrwertsteuer geltend.</span> Der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin ist demnach fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 1'166.40 zu entschÃ¤digen. Dieser Betrag ist mit der Zusprechung der ParteientschÃ¤digung abgegolten.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: <span>Soweit ein </span>Anwesenheitsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 geltend gemacht wird<span>, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zu ergreifen. Ansonsten </span>steht die subsidiÃ¤re<span> Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG)</span>. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 1. November 2019 sowie die Dispositiv-Ziff. I, II und IV des Rekursentscheids vom 30. September 2020 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Urteilstext">In AbÃ¤nderung der Dispositiv-Ziff. III und V des Rekursentscheids vom 30. September 2020 werden die Rekurskosten dem <span>Beschwerdegegner </span>auferlegt <span>und dieser verpflichtet, dem Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, dasjenige um unentgeltliche Rechtsvertretung gutgeheissen und der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, Rechtsanwalt B fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>