<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament bis zur nächsten Session in einem Bericht aufzuzeigen, wie er in Zukunft den Feuerbrand frühzeitig und effizienter bekämpfen und wie er einen erleichterten Einsatz von Antibiotika zur Bekämpfung des Feuerbrandes ermöglichen will.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Strategie zur Feuerbrandbekämpfung ist in einer Richtlinie festgehalten, die im Jahr 2000 erstellt und 2006 zusammen mit den zuständigen Kantonsbehörden vollständig überarbeitet wurde. Die Zielsetzungen hängen von der phytosanitären Situation im jeweiligen Gebiet ab:</p><p>a. In befallsfreien Gebieten sollen die Massnahmen die Einschleppung des Feuerbrandes über Vermehrungsmaterial verhindern, das für den Anbau von Kulturen eingesetzt wird.</p><p>b. In Gebieten mit einzelnen Befallsherden bezwecken die Massnahmen deren Tilgung.</p><p>c. In Befallszonen, in denen der Feuerbrand verbreitet ist und eine Tilgung nicht mehr möglich ist, haben die Massnahmen die Reduktion des Infektionspotenzials zum Ziel, um die Rahmenbedingungen für die Obstproduktion und die Erzeugung von Obstgehölzen zu erhalten.</p><p>Allen Bekämpfungsmassnahmen ist gemeinsam, dass sie das Infektionspotenzial möglichst gering halten und dadurch die Gefahr der Ansteckung von Obstgärten, Baumschulen und anderen schutzwürdigen Hochstammkulturen eindämmen sollen. Die wichtigsten Bekämpfungsmassnahmen gegen den Feuerbrand sind:</p><p>- Kontrolle des Gesundheitszustandes des in Baumschulen produzierten Pflanzenmaterials, gestützt auf die Bestimmungen über den Pflanzenpass;</p><p>- vorsorgliche Rodung von Wirtspflanzen des Feuerbrandes in der Nähe von Obstgärten und Baumschulen;</p><p>- Rodungsaktionen bezüglich befallener Pflanzen zur Verhinderung der Ansteckung von noch gesunden Pflanzen.</p><p>Die Umsetzung dieser Massnahmen ist Aufgabe der Kantone. Der Bund gewährt den Kantonen eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 50 Prozent der durch die Massnahmen entstandenen Kosten. Seit 1997 wurden an die Kantone 29,5 Millionen Franken ausgerichtet.</p><p>Die direkte Bekämpfung gegen die Feuerbrandinfektionen zum Zeitpunkt der Kernobstblüte ist mit einer bestimmten Anzahl von bereits zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ebenfalls möglich. Diese wirken indessen nur teilweise.</p><p>Der Antibiotikaeinsatz gegen den Feuerbrand wirft die Frage nach dem Risiko für die öffentliche Gesundheit auf. Dieser Aspekt ist sorgfältig zu untersuchen. In der Zwischenzeit ist ein Gesuch eingegangen, das Anlass gibt, den Einsatz von Streptomycin zu untersuchen. Klar ist bereits heute: Ein Streptomycineinsatz kann schliesslich nur als Ergänzung zu den obengenannten Massnahmen in Betracht gezogen werden.</p><p>Unabhängig von der Frage des Antibiotikaeinsatzes zur Feuerbrandbekämpfung ist der Einfluss der Obstbaustruktur bestimmter Gebiete auf die Entwicklung dieser Krankheit zu analysieren. Die Verflechtung von Erwerbsobstanlagen und Baumschulen mit Hochstamm-Obstgärten auf den Feldern scheint problematisch zu sein und bedarf daher einer Abklärung. Der Einsatz bereits zugelassener Pflanzenschutzmittel ist ebenfalls zu unterstützen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.