<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 271/99 Tr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>III. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Keel </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 18. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, 1949, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>In Erwägung, </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> dass der 1949 geborene A.________, gelernter Schreiner </div> <div class="para">und seit 1986 Verkaufsangestellter bei der X.________ AG, </div> <div class="para">am 28. März 1994 bei einem Skiunfall eine schwere Humerus- </div> <div class="para">trümmerfraktur links erlitt, welche mehrere Operationen er- </div> <div class="para">forderlich machte, </div> <div class="para"> dass er sich am 16. Mai 1995 erstmals bei der IV-Stel- </div> <div class="para">le des Kantons Zürich anmeldete, welche ihm nach Abklärung </div> <div class="para">der medizinischen und beruflich-erwerblichen Verhältnisse </div> <div class="para">mit Verfügung vom 20. Oktober 1995 bei einem Invaliditäts- </div> <div class="para">grad von 59 % mit Wirkung ab 1. März 1995 eine halbe Rente </div> <div class="para">zusprach, </div> <div class="para"> dass A.________, nachdem ihm seine Arbeitgeberin auf </div> <div class="para">den 30. Juni 1996 gekündigt hatte, am 28. Juli 1996 erneut </div> <div class="para">an die IV-Stelle gelangte und um Berufsberatung, Umschulung </div> <div class="para">und Arbeitsvermittlung ersuchte, </div> <div class="para"> dass im Verlaufe des Verwaltungsverfahrens die Stadt </div> <div class="para">Y.________ ihn und seine Frau auf den 1. Januar 1997 als </div> <div class="para">Hauswart-Ehepaar in der Alterssiedlung Z.________ wählte, </div> <div class="para"> dass die IV-Stelle mit unangefochten in Rechtskraft </div> <div class="para">erwachsener Verfügung vom 13. August 1996 die Rente re- </div> <div class="para">visionsweise aufhob und am 25. Oktober 1996 das Begehren um </div> <div class="para">berufliche Eingliederungsmassnahmen abschrieb, </div> <div class="para"> dass der Versicherte am 25. November 1996 erneut um </div> <div class="para">die Zusprechung einer Rente ersuchte, worauf die IV-Stelle </div> <div class="para">die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten nochmals ab- </div> <div class="para">klärte und schliesslich mit Verfügung vom 15. April 1997 </div> <div class="para">bei einem Invaliditätsgrad von 17 % den Anspruch auf eine </div> <div class="para">Invalidenrente verneinte, </div> <div class="para"> dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich </div> <div class="para">die von A.________ hiegegen erhobene Beschwerde mit Ent- </div> <div class="para">scheid vom 30. März 1999 abwies, </div> <div class="para"> dass A.________ mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde die </div> <div class="para">Zusprechung einer halben Rente und den Verzicht auf weitere </div> <div class="para">berufliche Massnahmen beantragt, </div> <div class="para"> dass er im Weitern das Rechtsbegehren stellt, die IV- </div> <div class="para">Stelle sei zu verpflichten, den Rentenanspruch frühestens </div> <div class="para">nach Abschluss des Falles revisionsweise erneut zu prüfen, </div> <div class="para">eventualiter ein medizinisches Aktengutachten bei einer ge- </div> <div class="para">eigneten unabhängigen Stelle einzuholen, in welchem die zu- </div> <div class="para">mutbare Arbeitsleistung per 1. Oktober 1995 beurteilt wer- </div> <div class="para">de, und es sei ihm eine angemessene Frist zur ergänzenden </div> <div class="para">Beschwerdebegründung zu gewähren, weil er annehmen müsse, </div> <div class="para">dass ihm die Verwaltung nicht alle Akten zur Verfügung ge- </div> <div class="para">stellt habe, </div> <div class="para"> dass die IV-Stelle auf Stellungnahme verzichtet und </div> <div class="para">sich das Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen </div> <div class="para">lässt, </div> <div class="para"> dass auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde insoweit </div> <div class="para">nicht eingetreten werden kann, als sinngemäss beantragt </div> <div class="para">wird, es sei festzustellen, dass auf weitere berufliche </div> <div class="para">Massnahmen verzichtet wird, da die Voraussetzungen für die </div> <div class="para">Zulässigkeit von Feststellungsbegehren im verwaltungsge- </div> <div class="para">richtlichen Beschwerdeverfahren nicht erfüllt sind (vgl. </div> <div class="para">BGE 121 V 317 Erw. 4a mit Hinweisen), </div> <div class="para"> dass im angefochtenen Entscheid die vorliegend massge- </div> <div class="para">benden gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze über den </div> <div class="para">Begriff der Invalidität (<span class="artref">Art. 4 Abs. 1 IVG</span>), den Umfang des </div> <div class="para">Rentenanspruchs (<span class="artref"><artref id="CH/831.20/28/1^bis" type="start"></artref><artref id="CH/831.20/28/1" type="start"></artref>Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG</span><artref id="CH/831.20/28/1^bis" type="end"></artref><artref id="CH/831.20/1^bis" type="end"></artref>), die Bemes- </div> <div class="para">sung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen nach der </div> <div class="para">allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (<span class="artref">Art. 28 </span></div> <div class="para">Abs. 2 IVG; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-135%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 104 V 136</a> Erw. 2a und b) sowie die Bedeu- </div> <div class="para">tung der ärztlichen Auskünfte im Rahmen der Invaliditäts- </div> <div class="para">schätzung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page134">BGE 115 V 134</a> Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V </div> <div class="para">158 Erw. 1) zutreffend dargelegt werden, worauf verwiesen </div> <div class="para">werden kann, </div> <div class="para"> dass dies ebenso gilt für den Grundsatz, wonach die </div> <div class="para">Verwaltung (und im Beschwerdeverfahren der Richter) im Fal- </div> <div class="para">le des Eintretens auf eine Neuanmeldung nach vorausgegange- </div> <div class="para">ner Ablehnung eines Rentenbegehrens (<span class="artref">Art. 87 Abs. 4 IVV</span>) </div> <div class="para">analog zu <span class="artref">Art. 41 IVG</span> zu prüfen hat, ob seit Erlass der </div> <div class="para">früheren rechtskräftigen Verfügung eine für den Rentenan- </div> <div class="para">spruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetre- </div> <div class="para">ten ist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page198">BGE 117 V 198</a> Erw. 3a mit Hinweis), </div> <div class="para"> dass die Vorinstanz gestützt auf die medizinischen </div> <div class="para">Akten davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszu- </div> <div class="para">stand des Beschwerdeführers im vorliegend massgebenden Ver- </div> <div class="para">gleichszeitraum vom 13. August 1996 bis zum Erlass der Ab- </div> <div class="para">lehnungsverfügung am 15. April 1997 nicht wesentlich ver- </div> <div class="para">schlimmert hat, </div> <div class="para"> dass über den Gesundheitszustand in der Zeit nach dem </div> <div class="para">13. August 1996 einzig der Bericht des Dr. med. S.________, </div> <div class="para">Neurologie FMH, vom 23. Oktober 1996 Auskunft gibt, </div> <div class="para"> dass dieser Arzt ausführte, dass es "nach der Pseudo- </div> <div class="para">arthrose-Revisionsoperation am 20.6.96 am linken Oberarm zu </div> <div class="para">einer postoperativen sensomotorischen Ulnarisparese links </div> <div class="para">auf Ellbogenhöhe, aufgepfropft auf ein residuelles sensomo- </div> <div class="para">torisches Ausfalls-Syndrom des N. radialis links" gekommen </div> <div class="para">sei, sodass insgesamt eine deutliche Behinderung bestehe </div> <div class="para">und der Patient "sicher nicht mehr als 50 % arbeitsfähig" </div> <div class="para">sei, </div> <div class="para"> dass der Betrachtungsweise der Vorinstanz, wonach Dr. </div> <div class="para">med. S.________ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nur auf </div> <div class="para">die Tätigkeit bei der X.________ AG bezogen habe und - in </div> <div class="para">Übereinstimmung mit dem Bericht des Dr. med. G.________, </div> <div class="para">Chrirurg FMH und Leitender Arzt des Spitals H.________, vom </div> <div class="para">23. Juli 1996 - von einer vollen Arbeitsfähigkeit für </div> <div class="para">leichtere Tätigkeiten ausgehe, nicht gefolgt werden kann, </div> <div class="para">weil der Arzt bei seiner Aussage keine derartige Dif- </div> <div class="para">ferenzierung vornahm, </div> <div class="para"> dass aus der allgemein gehaltenen Stellungnahme des </div> <div class="para">Dr. med. S.________ nicht hervorgeht, worauf er bei der Ar- </div> <div class="para">beitsfähigkeitsschätzung Bezug nahm, </div> <div class="para"> dass unter diesen Umständen eine schlüssige ärztliche </div> <div class="para">Stellungnahme zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähig- </div> <div class="para">keit des Beschwerdeführers in der Zeit nach dem 13. August </div> <div class="para">1996 nicht vorliegt, weshalb auch nicht beurteilt werden </div> <div class="para">kann, ob im massgebenden Vergleichszeitraum eine für den </div> <div class="para">Rentenanspruch relevante Verschlechterung eingetreten ist, </div> <div class="para"> dass die Sache deshalb an die IV-Stelle zurückgewiesen </div> <div class="para">wird, damit sie die erforderlichen Abklärungen veranlasse, </div> <div class="para">insbesondere bei Dr. med. S.________ eine entsprechende </div> <div class="para">Präzisierung zum Bericht vom 23. Oktober 1996 einhole, </div> <div class="para"> dass sich bei diesem Ergebnis die wegen Unvollständig- </div> <div class="para">keit der Akten beantragte Ansetzung einer Nachfrist zur Er- </div> <div class="para">gänzung der Beschwerdeschrift erübrigt und der Versicherte </div> <div class="para">im Rahmen der von der IV-Stelle vorzunehmenden Ergänzung </div> <div class="para">der Unterlagen erneut Akteneinsicht verlangen kann, </div> <div class="para"> <u>erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird, soweit darauf </div> <div class="para"> einzutreten ist, in dem Sinne teilweise gutgeheissen, </div> <div class="para"> dass der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des </div> <div class="para"> Kantons Zürich vom 30. März 1999 und die Verwaltungs- </div> <div class="para"> verfügung vom 15. April 1997 aufgehoben werden, und es </div> <div class="para"> wird die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit </div> <div class="para"> sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, </div> <div class="para"> über den Rentenanspruch neu verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, der Ausgleichskasse </div> <div class="para"> des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversi- </div> <div class="para"> cherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 18. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>