B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1165/2013/wif U r t e i l v o m 2 4 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Donato Del Duca, Rechtsanwalt, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. Januar 2013 / N (…). D-1165/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge gelangte der Beschwerdeführer am 24. April 2009 in die Schweiz, wo er am gleichen Tag im Empfangs - und Verfah- renszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nachsuchte. Dazu wurde er am 7. Mai 2009 vom BFM im EVZ C._______ befragt (Kurzbefragung). B. Mit Verfügung vom 7. Januar 2010 trat das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz nach Griechenland sowie den Wegweisungsvollzug an. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerde- führer am 12. Januar 2010 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens hob das BFM mit Verfügung vom 21. Februar 2011 den am 7. Januar 2010 ergangenen Entscheid auf und nahm das Asylverfahren wieder auf. Daraufhin schrieb das Bunde s- verwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren mit Abschreibungsen t- scheid D-163/2010 vom 25. Februar 2011 als gegenstandslos ab. C. Am 25. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführer in D._______ zu seinen Asylgründen angehört (Anhörung). Anlässlich der Kurzbefragung und der Anhörung machte der Beschwerde- führer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentliche n geltend, er sei tadschikischer Ethnie und stamme aus Kabul, wo er bis im Jahre 1992 mit seiner Familie gewohnt habe. Anschliessend hätten sie als Flüchtlinge in Pakistan gelebt. I m Jahre 2001 seien sie nach Kabul zurückgekehrt . Dort habe er ab zirka 2006 für eine staatliche Organisation namens "(…)" (...) gearbeitet. Seine Aufgabe habe darin bestanden, Informationen über korrupte hochrangige Persönlichkeiten zu sammeln. Im Juni 2008 sei der Arzt Dr. E._______ beim Versuch, ihn zu entführen, umgebracht worden. Er habe seinen Chef F._______ darüber informiert, dass ein Komma n- dant namens G._______ Waffen und Munition unter die Leute bringe, wodurch F._______ auf G._______ aufmerksam geworden sei. Dieser G._______ habe ein en Onkel namens H._______, mit dem sich F._______ später getroffen habe. Bei d iesem Treffen habe sich herau s- gestellt, dass H._______, der Leiter der Polizei des Kreises (…) gewesen sei, sei ne Arbeitspflicht verletzt habe, als Dr. E._______ umgekommen sei. H._______ habe deswegen jedoch zuerst nicht zur Rechenschaft ge-D-1165/2013 Seite 3 zogen werden können, da er vom Oberstaatsanwalt von Kabul , I._______, gedeckt worden sei. Nachdem F._______ sich jedoch an eine noch höhere Stelle gewandt habe, seien H._______ und I._______ von ihren Posten entfernt und festgenommen worden. Daraufhin habe er von Unbekannten sechs oder sieben Telefonanrufe erhalten, in denen er mit dem Tod bedroht und als Verräter beschimpft worden sei. Er gehe davon aus, dass sich G._______ und H._______ an ihm rächen wollten, da F._______ für sie eine Nummer zu gross sei . Aus Angst habe er wenige Tage nach dem letz ten Drohanruf sein Heimatland verlassen und sei in die Schweiz gereist. D. Mit Schreiben vom 15. August 2012 teilte der Beschwerdeführer – han- delnd durch seinen Rechtsvertreter – dem BFM unter anderem mit, er sei während der Pause anlässlich der Anhörung vom 25. Juli 2012 vom Do l- metscher angesprochen worden, da er während des Ramadans als Mu s- lim geraucht habe. Der Dolmetscher habe ihm in der Folge mehrmals vor- geworfen, er sage nicht die Wahrheit, dies insbesondere auf die Frage, wo er seinen letzten Wohnsitz in Afghanistan gehabt habe. Er sei deswe- gen während der Anhörung sehr verunsichert und nervös gewesen. Vor diesem Hintergrund seien vorsorgliche Ablehnungsgründe gegen den Dolmetscher geltend zu machen. E. Im Verfahren vor der Vorinstanz reichte der Beschwerdeführer unter a n- derem die folgenden Beweismittel zu den Akten: Z wei Ausweise der (...), eine Bescheini gung der (...), ein Bestätigungsschreiben der (...) vom 18. August 2009 sowie zwei CDs. F. Mit Verfügung vom 30. Januar 2013 – eröffnet am 4. Februar 2013 – stell- te das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die We g- weisung aus der Schweiz und den Vollzug. Als Begründung führte die Vorinstanz hauptsächlich aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glau bhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. A us- serdem sei der Wegweisungsvollzug nach Kabul zulässig, zumutbar und möglich. Für den weiteren Inhalt wird auf die Verfügung der Vorinstanz verwiesen. D-1165/2013 Seite 4 G. Mit Beschwerde vom 6. März 2013 (Poststempel: 5. März 2013) ans Bun- desverwaltungsgericht liess der Bes chwerdeführer durch seinen Recht s- vertreter in materieller Hinsicht beantragen, es seien die Ziffern 3, 4 und 5 der Verfügung des BFM vom 13. Juni 2012 (recte: 30. Januar 2013) au f- zuheben, und es sei wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs vollzugs die vorläufi ge Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Wiederholung seiner Anhörung unter Beizug eines anderen Dolmetschers. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingeg an- gen. Mit der Beschwerde wurde n die folgenden Dokumente in Kopie eing e- reicht: Ein Ausschnitt aus dem Bericht der Hilfswerkvertretung betreffend die Anhörung des Beschwerdeführers, ein Arbeitszeugnis, ein Arbeitsver- trag, eine Bestätigung der Fürsorgeunabh ängigkeit sowie eine Kostenno- te. H. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters des Bundesverwaltung s- gerichts vom 12. März 2013 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahre ns in der Schweiz abwarten dürfe . Gleichzeitig forderte der Instruktionsrichter den Beschwerdeführer auf, bis zum 27. März 2013 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu bezahlen. I. Am 13. März 2013 traf ein Schreiben des Arbeitgebers des Beschwerd e- führers, datiert vom 8. März 2013, beim Bundesverwaltungsgericht ein. J. Am 27. März 2013 ging der Kostenvorschuss bei der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge-D-1165/2013 Seite 5 hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilu ng der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgeric htsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahmekonstellation liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der B e- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist s o- mit einzutreten. 2. Mit Beschwer de kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachst e- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung des Schriftenwechsels verzichtet. 4. Die Beschwerde richtet sich gemäss den Rechtsbegehren (vgl. Ziffer 2 D-1165/2013 Seite 6 der Anträge) und der Begründung ausschl iesslich gegen den Vollzug der von der Vorinstanz verfügten Wegweisung. Die Verfü gung des BFM vom 30. Januar 2013 ist, soweit sie die Frage der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung betrifft (Ziffn. 1 und 2 des Dispositivs der vorinstanzl i- chen Verfügung), in Rechtskraft erwachsen, und auch die Anordnung der Wegweisung (Ziff. 3 des Dispositivs) ist nicht mehr zu überprüfen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asyl- rekurskommission [ARK; EMARK] 2001 Nr. 21). Gegenstand des vorlie- genden Verfahrens bildet somit – abgesehen von der formellen Rüge – lediglich die Frage, ob das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärt hat. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer macht in formeller Hinsicht geltend, die Vorin- stanz habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verle tzt, da sie, nac h- dem er ihr mit Schreiben vom 15. August 2012 mitgeteilt habe, dass er vom Dolmetscher anlässlich der Anhörung mehrmals der Lüge bezich tigt worden sei , den Dolmetscher nicht mit den Vorwürfen konfrontiert und von diesem keine Stellungnahme einverlangt habe. Die Vorinstanz sei diesem Einwand nicht genügend auf den Grund ge gangen, weshalb die Anhörung zu wiederholen sei, da dieser Mangel nicht im Beschwerdeve r- fahren geheilt werden könne. 5.2 Diese verfahrensrechtliche Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewi r- ken (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ- NER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 5.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bunde s- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchenden die relevanten Akten offenzulegen sind und ihnen das Recht zur Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 2 VwVG) sowie die Möglic h- keit, Einfluss auf die Ermit tlung des rechtserheblichen Sachverhalts zu nehmen, zu gewähren ist. Ausserdem haben die verfügenden Behörden ihrer Pflicht zur Begründung in genügender Weise nachzukommen. 5.4 Bezüglich der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs ist Folgendes festzuhalten: Im Anhörungsprotokoll sind keinerlei Hinweise vorhanden, welche darauf hindeuten , dass der Dolmetscher den B e-D-1165/2013 Seite 7 schwerdeführer anlässlich der Anhörung m ehrmals der Lüge bezichtigt hat, wie das vom Beschwerdeführer vorgebracht wird. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die Richtigkeit und Vol l- ständigkeit des Anhörungsprotokolls mit seiner Unterschrift bestätigt hat, weshalb er sich dessen Inhalt grundsätzlich entgegenhalten lassen muss, zumal er den Dolmetscher bei der Anhö rung "ausgezeichnet" verstanden haben will (vgl. BFM -Akten A 65/16 S. 1). Im Weiteren ist festzustellen, dass die an de r Anhörung anwesende Hilfswerkvertretung auf ihrem U n- terschriftenblatt in Bezug auf die Beobachtung der Anhörung keine B e- merkungen und Einwände angebracht hat (vgl. A 65/16 S. 16), was zwei- fellos der Fall gewesen wäre, hätte der Dolmetscher dem Beschwerd e- führer anlässlich der Anhörung tatsächlich mehrmals vorgeworfen, di e Unwahrheit zu sa gen, da der Hilfswerkvertretung ein solches Ver halten des Dolmetschers mit Sicherheit nicht entgangen wäre . Nach dem G e- sagten ist die Behauptung des Beschwerdeführers, wonach ihn der Do l- metscher anlässlich der Anhörung mehrmals der Lüge bezichtigt habe, lediglich als Schutzbehauptung zu werten. An dies er Einschätzung ä n- dern auch die Äusserungen der Hilfswerkvertretung auf Seite vier des von ihr verfassten Berichts nichts, zumal dort mit keinem Wort erwähnt wird, der Beschwerdeführer habe ihr gegenüber gesagt, der Dolmetscher habe ihn der Lüge bezichtigt . Daher hat die Vorinstanz die vom Beschwerd e- führer im Schreiben vom 15. August 2012 vorgebrachten Ablehnungs- gründe gegen den Dolmetscher zu Recht als unbegründet erachtet und diesbezüglich auf weitere Abklärungen verzichtet. Folglich erweist sich die vom Beschwerdeführer erhobene Rüge, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt , als nicht stich- haltig, weshalb der Antrag, seine Anhörung sei unter Beizug eines and e- ren Dolmet schers zu wiederholen, abzu weisen ist. Bei dieser Sachlage besteht somit keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus fo r- mellen Gründen aufzuheben. 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e-D-1165/2013 Seite 8 weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land g ezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und ander e grausame, unmenschliche oder ernie - drigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Mensc h- rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unte r- worfen werden. 6.2.2 Da rechtskräftig feststeht, dass es dem Beschwerdeführer nicht g e- lungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den He i- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussag en des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in sein Heimatland dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. G emäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm jedoch nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituat ion in Afghani-D-1165/2013 Seite 9 stan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als u n- zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.3.2 Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan ist auf das weiterhin zutreffende Grundsatzurteil BVGE 2011/7 vom 16. Juni 2011 zu verwe i- sen, zumal sich auch den in der Beschwerde erwähnten Berichten bezüg- lich der Situation in Afghanistan keine wesentlich andere Beurteilung der Lage entnehmen lässt. Nach eingehender Lageanalyse stellte das Bu n- desverwaltungsgericht in BVGE 2011/7 fest, dass die Sicherheitslage s o- wie die humanitären Bedingungen in weiten Teilen Afghanistans – ausser allenfalls in den Grossstädten – äusserst schlecht seien, weshalb die S i- tuation in Afghanistan praktisch flächendeckend als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemei- nen Feststellung sei die Lage in der Hauptstadt Kabul zu unterscheiden. Angesichts dessen, dass dort die Sicherheitslage weniger bedrohlich als in den anderen Landesteilen sei sowie sich zumin dest in letzter Zeit nicht verschlechtert habe, und dass die humanitäre Situation im Vergleich zu den übrigen Gebieten etwas weniger dramatisch sei, könne der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter Umständen als zumutbar qualifiziert werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann geg e- ben sein, wenn es sich beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann handle. Angesichts der konstanten Verschlechterung der Lage über die vergangenen Jahre hinweg und der auch in Kabul schwierigen Situ a- tion verstehe es sich aber von selbst, dass die bereits von der vormaligen Beschwerdeinstanz in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen Bedi n- gungen in jedem Einzelfall sorgfältig geprüft werden und erfüllt sein müssten, um die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzug s nach Kabul bejahen zu können. Unabdingbar sei in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rüc k- kehrers als tragfähig erweise; denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden die schwierigen Lebensverhältnisse auch in Kabul D-1165/2013 Seite 10 unweigerlich in eine lebensbedrohende Situation führen (vgl. BVGE a.a.O. E. 9.9). 6.3.3 Der gemäss den Akten heute knapp (…) Beschwerdeführer stammt nach eigenen Aussagen aus der Stadt Kabul, wo er von Geburt – mit Ausnahme der Jahre 1992 bis 2001 – bis zu seiner Ausreise Ende 2008 zusammen mit seiner Familie gewohnt hat . Die Familie besitze Häuser und Läden in Kabul (A 65/16 S. 3). Anlässlich der Kurzbefragung machte der Beschwerdeführer geltend, seine Eltern sowie seine (…) Geschwister hätten zuletzt alle in Ka bul gewohnt; seine Eltern beabsichtigten ebe n- falls, das Land zu verlassen (A 1/11 S. 3). Bei der Anhörung gab der B e- schwerdeführer zu Protokoll, er habe seit seinem Aufenthalt in Pakistan kurz nach seiner Ausreise keinen Kontakt mehr zu seiner Familie , und er wisse nicht, wo sie sich befinde. Von einem ehemaligen Arbeitskollegen habe er erfahren, dass das Haus, wo seine Familie gelebt habe, verla s- sen und von Granatsplittern beschädigt sei (A 65/16 S. 2 f.). In der Rechtsmittelschrift bringt der Beschwerdeführer vor, er habe nach wie vor keinen Kontakt mit seiner Familie; er vermute, dass seine Eltern und Ge- schwister, sofern sie noch am Leben sei en, heute in Indien lebten, da gu- te Freunde des Vaters dorthin geflüchte t seien. Die Behauptung des B e- schwerdeführers anlässlich der Anhörung sowie in der Rechtsmittelschrift, wonach er zu seinen Eltern und seinen (…) Geschwistern keinen Kontakt mehr habe und er nicht wisse, wo sie sich aufhielten, ist unglaubhaft, z u- mal dies im afgha nischen Kontext un realistisch erscheint. Überdies ist diese Aussage in keiner Weise belegt . Mangels anderweitiger verlässl i- cher Anhaltspunkte ist daher davon auszugehen, dass sich seine Eltern und Geschwister nach wie vor in Kabul aufhalten . Angesichts seiner lan- gen Aufenthaltsdauer in dieser Stadt ist zudem davon auszugehen, dass er dort einen Freundes - und Bekanntenkreis hat, auf den er bei einer Rückkehr bei Bedarf zurückgreifen kann. Nach dem Dargelegten ist – entgegen den Vorbringen des Beschwe rdeführers – zu schliessen, dass er in Kabul über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt, welches ihm bei der Reintegration behilflich sein kann. Ins besondere ist anzunehmen , dass er zu Beginn bei seiner Familie respektive bei seinen Freunden und Bekannten wohnen kann, bis er eine eigene Unterkunft gefunden hat. Der Beschwerdeführer, der neben seiner Muttersprache Dari auch Paschtu , Urdu und Englisch spricht, hat gemäss eigenen Aussagen vor seiner Aus- reise aus Afghanistan für die Regierung gearbeitet und sich so seinen Le- bensunterhalt verdient. Zudem konnte er in der Schweiz weitere berufl i- che Erfahrungen sammeln, weshalb davon auszugehen ist, er werde sich bei einer Rückkehr nach Kabul auch beruflich reintegrieren können. In D-1165/2013 Seite 11 diesem Zusammenhang ist auf die Möglichkeit der Beantragung von Rückkehrhilfe durch die Schweiz zu verweisen, die dem Beschwerdefü h- rer den Wiedereinstieg in seine Heimat erleichtern dürft e (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG) . Sodann sind keine weiteren persönlichen Gründe ersich t- lich, aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der – gemäss den Akten – gesunde Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohende S ituation. Entgegen den Vorbri n- gen in der Rechtsmittelschrift erweist sich der Vollzug der Wegweisu ng des Beschwerdeführers nach Kabul somit als zumutbar. Die Ausführu n- gen in der Beschwerde vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ä n- dern, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. 6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Insgesamt ist der d urch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 -4 AuG). Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz gut integriert hat. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von Fr. 600.– (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädi gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie sind durch den am 27. März 2013 in gleicher Höhe geleist e- ten Kostenvorschuss gedeckt. (Dispositiv nächste Seite) D-1165/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600. -- werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Dieser Betrag ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kosten- vorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: