<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00631</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222850&amp;W10_KEY=13045536&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00631</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.11.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 03.08.2023 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wegen Scheinehe: Die Ehegatten lebten zwei Jahre getrennt voneinander und hatten aussereheliche Kontakte bzw. Beziehungen. Der Beschwerdeführer macht geltend, seit dem Zusammenzug würden sie im Sinne einer sog. amor superveniens eine tatsächliche Ehe führen.] Die Vorinstanz hat begründet, weshalb dem Zusammenzug der Ehegatten keine massgebende Bedeutung zumass und es auf weitere Abklärungen verzichten kann. Es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Untersuchungspflicht vor (E. 2). Es ist zum Zeitpunkt der Heirat von einer Scheinehe auszugehen und es liegen keine auÃergewöhnlichen Umstände vor, die einen Willen der Ehegatten erkennen lassen, nachträglich eine echte eheliche Gemeinschaft zu schaffen (E. 3). Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erweist sich verhältnismässig (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AMOR SUPERVENIENS">AMOR SUPERVENIENS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=59780" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00631</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">30. November 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1989, StaatsangehÃ¶riger des Kosovo, heiratete am 28. MÃ¤rz 2012 in seiner Heimat die gleichaltrige, aus dem Kosovo stammende Schweizer BÃ¼rgin C und reiste am 27. Juli 2012 in die Schweiz ein. Am 7. August 2012 erhielt er im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung, letztmals verlÃ¤ngert bis zum 26. Juli 2016. Am 8. Oktober 2015 kam es zur Trennung. Die Ehegatten liessen sich am 8. Oktober 2017 scheiden. Mit VerfÃ¼gung vom 23. Mai 2016 wies das Migrationsamt A aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg (Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 10. Juli 2017, Urteil des Verwaltungsgerichts vom 15. November 2017). In der Folge setzte ihm das Migrationsamt eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 15. Januar 2018. </p> <p class="Sachverhalt2">Am 15. Januar 2018 reichte A ein Gesuch um Vorbereitung der Heirat mit der in der Schweiz aufenthaltsberechtigten slowakischen StaatsangehÃ¶rigen D (geboren 1990)ein . WÃ¤hrend des Ehevorbereitungsverfahrens wurde der Aufenthalt von A geduldet. Am 19. April 2018 heirateten A und D, woraufhin ihm im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde, zuletzt befristet bis 31. Mai 2023. A zog am 31. Dezember 2018 aus der ehelichen Wohnung aus. Mit VerfÃ¼gung vom 17. Juni 2022 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A, wies ihn aus der Schweiz weg und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 16. September 2022.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II.</b></p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen am 21. Juli 2022 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 14. September 2022 ab und setzte A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 16. Dezember 2022.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III.</b></p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 20. Oktober 2022 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 14. September 2022 und den Verzicht auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Es sei die ihm bis am 16. Dezember 2022 angesetzte Frist zum Verlassen der Schweiz aufzuheben und den Vorinstanzen zu verbieten, ihn aus der Schweiz wegzuweisen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanzen zur weiteren SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen die aufschiebende Wirkung zukomme, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. Oktober 2022 merkte der AbteilungsprÃ¤sident an, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zukomme und setzte ihm Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses aufgrund der offenen Kosten bei der ZÃ¼rcher Justiz in der HÃ¶he von Fr. 28'964.45, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.</p> <p class="Urteilstext">A leistete die Kaution fristgerecht.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt in prozessualer Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]) <span>bzw. rÃ¼gt sinngemÃ¤ss eine Verletzung der Untersuchungspflicht </span>durch die Vorinstanz. Diese habe vom BeschwerdefÃ¼hrer angebotene Beweismittel (Wohnungskontrolle, erneute und aktuelle Befragung der Ehegatten, Nachbarn und Drittpersonen) nicht abgenommen und willkÃ¼rlich auf einen veralteten Sachverhalt abgestellt. DarÃ¼ber hinaus soll die Vorinstanz "voreingenommen" agiert haben, indem sie unÃ¼blich rasch entschieden habe und die ErwÃ¤gungen des Migrationsamts ausfÃ¼hrlicher dargestellt habe als die RekursbegrÃ¼ndung. Sie habe dem erneuten Zusammenleben der Eheleute a priori keine Bedeutung beigemessen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Zum Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gehÃ¶rt das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu Ã¤ussern sowie das Recht auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen, rechtserheblichen Beweismittel (BGE 127 I 54 E. 2b). Art. 29 Abs. 2 BV rÃ¤umt keinen Anspruch auf eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung ein (BGE 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425 E. 2.1). Auch steht die Verfassungsgarantie einer vorweggenommenen BeweiswÃ¼rdigung nicht entgegen. Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Ãberzeugung gebildet hat und ohne WillkÃ¼r annehmen kann, seine Ãberzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geÃ¤ndert (BGE 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425 E. 2.1; BGr, 5. Juni 2013, 2C_906/2012, E. 2.1; 10. Oktober 2011, 2C_276/2011, E. 2.1, nicht publiziert in BGE 137 II 393). <span>GemÃ¤ss § 4a VRG haben VerwaltungsbehÃ¶rden die bei ihnen eingeleiteten Verfahren befÃ¶rderlich zu behandeln und ohne Verzug zu erledigen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Vorinstanz begrÃ¼ndete den Verzicht auf die Erhebung der angebotenen Beweismittel im angefochtenen Entscheid wie folgt: Alleine aus dem Umstand, dass die Befragung der Ehegatten vom 9. April 2021 17 Monate her sei und die Ehefrau sich per 1. Mai 2021 an der Wohnadresse des BeschwerdefÃ¼hrers angemeldet habe und im Rekursverfahren eine aktuelle WohnsitzbestÃ¤tigung eingereicht worden sei, kÃ¶nne nicht auf einen aufrichtigen Ehewillen des BeschwerdefÃ¼hrers und eine tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung geschlossen werden. So ergebe sich nach der Rechtsprechung, dass die BegrÃ¼ndung einer wirklichen Lebensgemeinschaft gewollt war nicht notwendigerweise schon daraus, dass die Ehegatten wÃ¤hrend einer gewissen Zeit zusammengelebt und (angeblich) intime Beziehungen unterhalten hÃ¤tten; ein derartiges Verhalten kÃ¶nne auch nur dazu dienen, den wahren Aufenthaltszweck den BehÃ¶rden gegenÃ¼ber zu verschleiern (vgl. BGr, 8. Januar 2019, 2C_599/2018, E. 3.2). Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer habe es denn auch unterlassen, einfach beibringbare minimale Sachbeweise vorzulegen, die seinen Standpunkt einigermassen glaubhaft erscheinen lassen wÃ¼rden. Sie sei deshalb nicht gehalten, weitere AbklÃ¤rungen vorzunehmen, wie etwa eine Wohnungskontrolle, die (erneute) Befragung der Ehegatten, der Nachbarn oder weiterer Drittpersonen. Hinzu komme, dass sich die Ehegatten auf eine Wohnungskontrolle und eine Befragung vorbereiten kÃ¶nnten. Daher sei daraus kein Mehrwert zu erwarten. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b><span>Entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers erfÃ¼llen das Rekursverfahren und der Rekursentscheid die gesetzlichen Anforderungen. So geht die Vorinstanz auf die geltend gemachte SachverhaltsÃ¤nderung ein und begrÃ¼ndet in ihrem Entscheid, weshalb sie dem Zusammenzug der Ehegatten keine massgebende Bedeutung zumass und auf weitere AbklÃ¤rungen verzichtet hat. </span>Die Vorinstanz macht dabei deutlich, dass sie die vom BeschwerdefÃ¼hrer dargelegten UmstÃ¤nde und angebotenen Beweismittel nicht fÃ¼r geeignet hÃ¤lt, den rechtserheblichen Sachverhalt anders zu wÃ¼rdigen. Damit nennt die Vorinstanz die fÃ¼r sie entscheidenden Ãberlegungen und ist der BegrÃ¼ndungspflicht insgesamt GenÃ¼ge getan. Ob die Vorinstanz den Angaben und offerierten Beweismitteln des BeschwerdefÃ¼hrers zu Recht keine bzw. nur eine geringe Beweiskraft beimass, betrifft dagegen die BeweiswÃ¼rdigung und damit die Feststellung des Sachverhalts und ist an dieser Stelle nicht zu prÃ¼fen. <span>Eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs und des Untersuchungsgrundsatzes ist nach dem Gesagten nicht auszumachen. Ob die Vorinstanz den Sachverhalt richtig gewÃ¼rdigt hat und zu Recht zum Schluss gekommen ist, dass die Voraussetzungen fÃ¼r den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA des BeschwerdefÃ¼hrers erfÃ¼llt sind, ist im Nachfolgenden zu prÃ¼fen. Sodann ist entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers auch keine Voreingenommenheit der Vorinstanz darin erkennbar, dass sie relativ rasch entschieden hat, sondern ist sie aufgrund des Beschleunigungsgebots dazu gehalten. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Streitgegenstand bildet der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, welche dem BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA) erteilt worden war. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden (vgl. BGE 130 II 113 E. 8 f.; EuGH, 13. Februar 1985, Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985, 567 ff., N. 18 ff.). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>Sowohl nach innerstaatlichem Recht (vgl. Art. 51 AIG) als auch nach den freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Regelungen entfÃ¤llt aber ein Aufenthaltsanspruch, wenn dieser rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht wird, namentlich um Vorschriften des AuslÃ¤ndergesetzes und dessen AusfÃ¼hrungsbestimmungen Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen. MissbrÃ¤uchlich ist dabei insbesondere die Berufung auf eine inhaltlose Ehe, die einzig zur Aufenthaltssicherung geschlossen wurde oder aufrechterhalten wird (vgl. BGE 139 II 393 E. 2.1; BGE 130 II 113 E. 9; BGE 127 II 49 E. 4a; BGr, 10. Mai 2017, 2C_1027/2016, E. 3.1). Der Widerruf bzw. das ErlÃ¶schen einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist im FreizÃ¼gigkeitsabkommen nicht geregelt und richtet sich deshalb nach innerstaatlichem Recht; die landesrechtlichen Voraussetzungen zum ErlÃ¶schen oder zum Widerruf dÃ¼rfen aber nicht so ausgestaltet sein, dass sie einen staatsvertraglich gewÃ¤hrleisteten Anspruch auf Aufenthalt vereiteln (BGr, 29. November 2018, 2C_381/2018, E. 5.2.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.3 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt es in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.4 </b>Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen (BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3). Weiter kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (vgl. BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2). Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder eine fÃ¼r das eheliche Zusammenwohnen ungeeignete Wohnung bezogen haben wollen (vgl. auch BGr, 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2). Ein starkes Indiz fÃ¼r eine Scheinehe bilden aussereheliche Intimkontakte, zumindest wenn diese Ã¼ber vereinzelte SeitensprÃ¼nge hinausgehen und eine die eheliche Gemeinschaft konkurrenzierende Parallelbeziehung nahelegen (vgl. BGr, 24. Mai 2016, 2C_706/2015, E. 3.2, diesbezÃ¼glich auch publiziert in BGE 142 II 265 und in Praxis 106 [2017] Nr. 10). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.5 </b>Zwar obliegt der Beweis fÃ¼r eine rechtsmissbrÃ¤uchlich geschlossene oder aufrechterhaltene (Schein-)Ehe grundsÃ¤tzlich der BehÃ¶rde. Weisen die Indizien indessen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, obliegt der Gegenbeweis dem betroffenen AuslÃ¤nder (VGr, 21. Februar 2017, VB.2017.00009, E. 4.1.4; VGr, 22. Januar 2014, VB.2013.00586, E. 3.2; vgl. PlÃ¼ss, § 7 N. 28). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen deuten vorliegend insbesondere folgende Indizien auf eine Scheinehe hin: dass der Entschluss zur Ehe dann gefasst wurde, als das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 15. November 2017 erging. Der Vorschlag zur Heirat â den Angaben der Ehefrau zufolge â ist vom BeschwerdefÃ¼hrer ausgegangen und spontan erfolgt, die Verlobungszeit war kurz, es fand keine Hochzeitsfeier statt und die Ehefrau kennt nur einen der beiden Trauzeugen mit vollem Namen. Weiter wusste die Ehefrau nichts von der drohenden Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers, das Ehepaar hatte wÃ¤hrend mehr als zwei Jahren getrennte Wohnsitze und aufgrund der Aussagen der Ehegatten vom 9. April 2021 war nicht davon auszugehen, dass sie wÃ¤hrend dieser Zeit eine eheliche Gemeinschaft unterhielten bzw. hat der BeschwerdefÃ¼hrer das Beziehungssetting bewusst so gestaltet, dass er und seine Ehefrau mÃ¶glichst wenig Zeit zusammen verbrachten. Sodann hÃ¤tten die Ehegatten anlÃ¤sslich der Befragung vom 9. April 2021 zahlreiche (teilweise eklatant) widersprÃ¼chliche Aussagen gemacht. Weiter sei dem BeschwerdefÃ¼hrer wegen der Absicht eine Umgehungsehe eingehen zu wollen, die Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe mit seiner ersten Ehefrau verweigert worden, weil u.<span> </span>a. aktenkundig sei, dass er seit vielen Jahren versuche, in Europa eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Seine frÃ¼heren diesbezÃ¼glichen BemÃ¼hungen seien gescheitert und er habe den Wunsch, anstatt im Kosovo in der Schweiz zu leben. Schliesslich habe sich seine erste Ehefrau nach der Trennung dahingehend geÃ¤ussert, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nie ein Eheleben mit ihr habe fÃ¼hren wollen. Er habe sich nur um sich selbst und um seine Familie im Kosovo gekÃ¼mmert. Sie habe nicht gewusst, was er mache, wo er sei und was mit seinem Gehalt passiere. Gewisse Andeutungen, Handlungen und Fragen, wie "WÃ¼rdest du mich verlassen und meinen Bruder heiraten, damit er in die Schweiz kommen kann?", habe sie als "Scheinehe seinerseits" empfunden. Sie habe nie Liebe oder Zuneigung des BeschwerdefÃ¼hrers gespÃ¼rt. Sie habe sich in ihrer Ehe nicht geliebt, sondern nur geduldet gefÃ¼hlt. Sie sei von ihm manipuliert und angelogen worden. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die Vorinstanz hat damit gewichtige Indizien dargelegt, welche fÃ¼r eine Scheinehe sprechen. Es liegt folglich am BeschwerdefÃ¼hrer, den Gegenbeweis anzutreten und die angefÃ¼hrten Indizien zu entkrÃ¤ften.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen vor, dass sich bei den Befragungen kleine Unstimmigkeiten und WidersprÃ¼che ergeben hÃ¤tten, spreche vielmehr gegen eine Absprache und damit gegen eine Scheinehe. Dies hÃ¤nge auch damit zusammen, dass sie wÃ¤hrend zwei Jahren getrennte Wohnsitze gehabt hÃ¤tten und nun seit dem 1. Mai 2021 zusammenwohnen wÃ¼rden. Es treffe zwar zu, dass er ohne die Heirat die Schweiz hÃ¤tte verlassen mÃ¼ssen, das alleine sei jedoch kein gewichtiges Indiz fÃ¼r eine Scheinehe, treffe dies doch auf jeden DrittstaatsangehÃ¶rigen zu. Auch der Umstand, dass sie wÃ¤hrend zwei Jahren getrennte Wohnsitze gehabt hÃ¤tten, spreche gegen eine Scheinehe. Ehepaare, die nur zum Schein heirateten, wÃ¼rden alles daransetzen, wenigstens zum Schein einen gemeinsamen Wohnsitz zu haben, um sich nicht dem Verdacht einer Scheinehe auszusetzen. Sie hÃ¤tten das Getrenntleben gegenÃ¼ber dem Migrationsamt stets offen kommuniziert. Es habe auch plausible GrÃ¼nde fÃ¼r das Getrenntleben gegeben. Sodann sei auch der Umstand, dass sie jeweils getrennt ihre HeimatlÃ¤nder besuchten, kein wirkliches Indiz fÃ¼r eine Scheinehe, sondern habe dies wiederum plausible GrÃ¼nde. Wie viele andere binationale Ehen hÃ¤tten sie zu wenig Ferien, um diese gemeinsam zu verbringen. Gemeinsame Reisen seien zudem coronabedingt nicht oder nur erschwert mÃ¶glich gewesen. Die Vorinstanz habe aber vor allem willkÃ¼rlich auf einen veralteten Sachverhalt abgestellt und die neuere Entwicklung ausser Acht gelassen, die klar gegen eine Scheinehe sprechen wÃ¼rde bzw. aufzeigte, dass die Ehegatten jedenfalls in letzter Zeit eine tatsÃ¤chliche Ehe (im Sinn eines sog. amor superveniens) fÃ¼hren wÃ¼rden. Seit dem 1. Mai 2021, also seit bald 1½ Jahren, wÃ¼rden sie zusammen an der gleichen Adresse wohnen. Davon mÃ¼sse zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers ausgegangen werden, da alle angebotenen Beweise (Wohnungskontrolle, erneute Befragung der Ehegatten und Befragung von Nachbarn und Drittpersonen) nicht abgenommen worden seien. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Dem BeschwerdefÃ¼hrer gelingt es nicht, die zahlreichen Indizien, welche fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe sprechen, zu entkrÃ¤ften: In Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass angesichts der Vorgeschichte und des zeitlichen Ablaufs der Geschehnisse, der Umstand, dass er die Schweiz ohne die Heirat hÃ¤tte verlassen mÃ¼ssen, als gewichtiges Indiz fÃ¼r eine Scheinehe anzusehen ist. Auch sind entgegen seinem Einwand keine plausiblen GrÃ¼nde fÃ¼r die getrennten Wohnsitze erkennbar. Wie die Vorinstanz unbestritten festgestellt hat, machte der Arbeitsweg des BeschwerdefÃ¼hrers keine getrennten Wohnsitze erforderlich, unterschied sich der Arbeitsweg von seiner bzw. der Wohnung seiner Ehefrau mit den Ã¶ffentlichen Verkehrsmitten zeitlich nicht wesentlich. Sodann sind auch in der Depression und den besseren MÃ¶glichkeiten fÃ¼r SeitensprÃ¼nge bzw. aussereheliche AffÃ¤ren keine GrÃ¼nde zu sehen, die ein Getrenntleben trotz gelebter Beziehung plausibel erklÃ¤ren wÃ¼rden. Es trifft auch nicht zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das "vorÃ¼bergehende Getrenntleben" stets offen kommuniziert hatte. Wie das Migrationsamt in seiner VerfÃ¼gung vom 17. Juni 2022 festhielt, hat es nur vom Zuzug des BeschwerdefÃ¼hrers nach E erfahren, weil die Gemeinde ihn amtlich angemeldet hat, nachdem er sich trotz mehrfacher Aufforderung der Gemeinde nicht ordentlich angemeldet hatte. Sodann trifft es entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zu, dass WidersprÃ¼che in der Befragung gegen das Vorliegen einer Scheinehe sprechen. Die zahlreichen WidersprÃ¼che sprechen vielmehr dafÃ¼r, dass die Ehe nicht wirklich gelebt wurde, zumal die Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau teilweise eklatant voneinander abweichen. Das Migrationsamt hat in seiner VerfÃ¼gung vom 17. Juni 2022 die zahlreichen WidersprÃ¼che umfassend aufgezeigt. Es kann vollumfÃ¤nglich darauf verwiesen werden, um unnÃ¶tige Wiederholungen zu vermeiden. Die WiedersprÃ¼che werden vom BeschwerdefÃ¼hrer auch nicht bestritten. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanzen aufgrund der zahlreichen Indizien zum Schluss gelangten, dass es sich vorliegend zumindest bis zum (angeblichen) Zusammenzug im Mai 2021 um eine Scheinehe gehandelt hat. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht denn auch wie bereits vor der Vorinstanz vorwiegend die Situation einer amor superveniens (nachtrÃ¤glich eingetretene echte Lebensgemeinschaft) geltend. Er bringt vor, dass sie jedenfalls in letzter Zeit eine tatsÃ¤chliche Ehe fÃ¼hren wÃ¼rden. Von einer solchen ist jedoch nur sehr restriktiv auszugehen. Die Beteiligten mÃ¼ssen schlÃ¼ssig darlegen, dass sie den Willen haben, eine eheliche Gemeinschaft zu fÃ¼hren und nicht nur die Absicht haben, zusammenzuwohnen. In dieser Hinsicht kann die blosse Tatsache, an der gleichen Adresse zu wohnen, nicht als ausreichend angesehen werden, da sonst jedem Missbrauch TÃ¼r und Tor geÃ¶ffnet wÃ¤re (vgl. BGE BGE 121 II 1 E. 2d; BGr, 29. April 2015, 2C_1033/2014, E. 3.2.3). Im vorliegenden Fall ist zum Zeitpunkt der Heirat von einer Scheinehe auszugehen und liegen keine aussergewÃ¶hnlichen UmstÃ¤nde vor, die einen Willen der Ehegatten erkennen lassen, nachtrÃ¤glich eine echte eheliche Gemeinschaft zu schaffen. Der BeschwerdefÃ¼hrer reichte abgesehen von einer WohnsitzbestÃ¤tigung keinerlei Sachbeweise ein und machte keinerlei substanziierten Angaben, die erkennen lassen wÃ¼rden, dass die beiden nunmehr eine tatsÃ¤chlich gelebte eheliche Beziehung fÃ¼hren wÃ¼rden. Es wÃ¤re am rechtskundig vertretenen BeschwerdefÃ¼hrer gewesen, im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG solche Sachbeweise einzubringen oder zumindest substanziierte Angaben hierzu zu machen (vgl. BGr, 13. November 2018, 2C_723/2018, E. 5.2; BGr, 5. Dezember 2017, 2C_555/2017, E. 3.3, unter anderem mit Hinweis auf BGE 138 II 465 E. 8.6.4). Dies hat er jedoch auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren unterlassen. Dem BeschwerdefÃ¼hrer gelingt es damit nicht, in Ã¼berzeugender Weise darzutun, dass die QualitÃ¤t der Beziehung eine entscheidende Wendung genommen hat und nunmehr eine echte Ehegemeinschaft vorliegt (vgl. BGr, 16. August 2022, 2C_193/2022, E. 3.2.2; BGr, 5. Februar 2016, 2C_883/2015, E. 3.4). Auf weitere Beweisabnahmen, insbesondere auf eine Wohnungskontrolle, die Befragung der Ehegatten, der Nachbarn sowie von Drittpersonen, hat die Vorinstanz in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung ohne Weiteres verzichten dÃ¼rfen. Es kann deshalb auch davon abgesehen werden, die Sache an die Vorinstanz zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid zurÃ¼ckzuweisen. Der entsprechende Eventualantrag ist hiermit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Der Widerruf einer einmal erteilten Bewilligung setzt neben einem Widerrufsgrund auch die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit desselben voraus. Nach Art. 96 Abs. 1 AIG sind dabei die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie die Integration der AuslÃ¤nderin oder des AuslÃ¤nders zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b><span>Es besteht grundsÃ¤tzlich ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse am Widerruf von Aufenthaltsbewilligungen, die auf einer Scheinehe beruhen (BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 5).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b><span>Diesem erheblichen Ã¶ffentlichen Interesse sind die privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers gegenÃ¼berzustellen. Dabei sind die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers in Betracht zu ziehen. Als entgegenstehende private Interessen kÃ¶nnen etwa eine lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz, die familiÃ¤re Situation bzw. die BeziehungsverhÃ¤ltnisse, die Arbeitssituation, die Integration, die finanzielle Lage, Sprachkenntnisse oder die bei einer RÃ¼ckkehr in das Heimatland drohenden Nachteile ins Gewicht fallen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt zwar seit Mitte 2012 und folglich seit Ã¼ber zehn Jahren in der Schweiz, wie die Vorinstanz indes zutreffend festgehalten hat, war sein Aufenthalt ab Mitte 2016 nur noch prozeduraler Natur und beruhte seither auf der TÃ¤uschung der BehÃ¶rden. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann auch nicht als gut integriert bezeichnet werden. Zwar geht er einer ErwerbstÃ¤tigkeit nach und bezieht keine Sozialhilfe, jedoch ist er mit rund Fr. 94'000.- verschuldet und wiederholt straffÃ¤llig geworden. So hat er zwischen 2015 und 2016 drei Strafbefehle zu insgesamt 150 TagesÃ¤tzen Geldstrafe und 2021 ein Strafurteil zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten (bedingt ausgesprochen) erwirkt. Die RÃ¼ckkehr in den Kosovo erscheint ihm auch zumutbar. Er ist im Alter von 23 Jahren in die Schweiz eingereist. Er hat damit seine prÃ¤genden Kindheitsjahre und einen Teil seines Erwachsenenlebens im Heimatland verbracht. Er hat sein Heimatland immer wieder ferienhalber besucht. Es ist davon auszugehen, dass er nach wie vor mit der Sprache und Kultur im Heimatland vertraut ist. Insgesamt erweist sich somit der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1">Der VollstÃ¤ndigkeit halber ist zu erwÃ¤hnen, dass fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens (Art. 96 Abs. 1 AIG) ebenso wenig Anlass besteht wie fÃ¼r die Annahme eines HÃ¤rtefalls (Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG), zumal beides in der Beschwerdeschrift auch nicht behauptet wurde. </p> <p class="Erwgung1"> </p> <p class="Erwgung1">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 1 VRG) und es steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. BGr, 18. Juni 2007, 2D_3/2007 bzw. 2C_126/2007, E. 2.2). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG im Umkehrschluss). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann <span>im Sinne der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden.</span> Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Im Namen des Verwaltungsgerichts</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Vorsitzende</span><span>: Die Gerichtsschreiberin:</span></p> <p class="Erwgung2"> </p> <p class="Urteilstext"><br/> <br/> <br/> </p> <p class="Urteilstext">Versandt:</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>