Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. November 2012 (725 12 174 / 296) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Kausalitätsbeurteilung im Zusammenhang mit einem Rückfall Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen AXA Versicherungen AG , General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1967 geborene A.____ arbeitet seit 1. April 2 000 bei B.____ und ist durch den Ar- beitgeber bei der AXA Versicherungen AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit einer von A.____ mitunt erzeichneten Unfallmeldung vom 25. November 2003 hatte der Arbeitgeber der AXA Ver sicherungen AG mitgeteilt, dass sich die Versicherte am 14. November 2003 beim „Ein- und Auslad en von Rohstoffen“ am „Knie links und rechts“ verletzt habe. Der erstbehandelnde Arzt Dr. m ed. C.____, Allgemeinmedizin FMH, hatte laut seinen Angaben im Formular “Erstes Arztzeugn is“ vom 12. Dezember 2003 bei Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ am 17. November 2003 eine „Kniedistorsion links“ diagnostiziert. Nach Eingang der Un- fallmeldung war die AXA Versicherungen AG für die Kost en der ärztlichen Behandlung durch Dr. C.____ aufgekommen. Diese hatte sich in der Folge a uf insgesamt drei Konsultationen be- schränkt, von denen die letzte anfangs März 2004 erfolgt w ar. Zu einer unfallbedingten Arbeits- unfähigkeit war es damals nicht gekommen. Am 24. Juni 2011 gelangte B.____, der Arbeitgeber de r Versicherten, über seinen für ihn zu- ständigen Kundenberater an die AXA Versicherungen AG. Er liess dieser per e-mail mitteilen, dass der Unfall vom 14. November 2003 „nach längeren Be schwerden“ der Versicherten neu abgeklärt werden müsse. Zudem reichte B.____ der AXA Versicherungen AG am 28. Juni 2011 nochmals eine “Unfallmeldung UVG“ betreffend das Unfallereignis vom 14. November 2003 ein. Die AXA Versicherungen AG betrachtete diese beiden Mit teilungen als Rückfallmeldung der Versicherten zum Unfallereignis vom 14. November 2003 un d prüfte sie in der Folge unter die- sem Aspekt. Gestützt auf die Ergebnisse ihrer Abklärungen lehnte die AXA Versicherungen AG mit Verfügung vom 22. Dezember 2011 eine Leistungspfli cht für den gemeldeten Rückfall mit der Begründung ab, dass dieser nicht mit überwiegende r Wahrscheinlichkeit in einem natürli- chen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 14. November 2003 stehe. Daran hielt die AXA Versicherungen AG auf Einsprache v on A.____ hin mit Einspracheent- scheid vom 26. April 2012 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vert reten durch Advokat Jan Herr- mann, am 26. Mai 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei der ange fochtene Entscheid aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr „die ge setzlichen Leistungen aus UVG“ auszu- richten. Eventualiter sei seitens des Gerichts eine klärende medizinische Stellungnahme bei neutraler Stelle einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. August 2012 beant ragte die AXA Versicherungen AG die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Be- findet sich dieser im Ausland, so ist das Versicherungsgerich t desjenigen Kantons zuständig, in welchem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in welchem ihr letzter schweize- rischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. Vorliegend hat die Be schwerdeführerin Wohnsitz in Deutsch- land. Der Sitz ihres (letzten) schweizerischen Arbeitg ebers befindet sich jedoch in D.____, so- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Beha ndlung der vorliegenden Beschwer- de zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicher- ten vom 26. Mai 2012 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in nach Eingang der “Unfallmeldung UVG“ vom 28. Juni 2011 zu Recht die erneute Übernahm e von Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 14. November 2003 abgelehnt hat. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss U VG setzt - unter anderem - vor- aus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetre tenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des n atürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr oblieg enden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.1 Nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversiche rung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tat bestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d). Bei einem Rückfal l handelt es sich um das Wiederauffla- ckern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher- weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; vo n Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit o rganische oder psychische Veränderun- gen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbi ld führen können. Rückfälle und Spät- folgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unf allereignis an (Kranken- und Unfall- versicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Entsprechend könne n sie eine Leistungspflicht des Un- fallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut gelt end gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesu ndheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang gilt es klarzustellen, dass der Un- fallversicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rück fall nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausa- len Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. 3.2 Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammen- hangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicher ungs- recht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftre ten der gesundheitlichen Beeinträch- tigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den W ahrscheinlichkeitsbeweis des natürli- chen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Be- weislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherte n Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversi- cherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden , spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil G. des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3 mit Hinweis). 4.1 Laut Unfallmeldung vom 25. November 2003 hatte si ch die Versicherte am 14. Novem- ber 2003 beim „Ein- und Ausladen von Rohstoffen“ am „ Knie links und rechts“ verletzt, worauf der erstbehandelnde Arzt Dr. C.____ am 17. November 20 03 eine „Kniedistorsion links“ diag- nostiziert hatte (vgl. die Angaben im Formular “Erstes A rztzeugnis“ vom 12. Dezember 2003). Nach Eingang der Unfallmeldung war die Beschwerdegegne rin für die Kosten der ärztlichen Behandlung durch Dr. C.____ aufgekommen. Diese hatte sich allerdings auf drei Konsultatio- nen beschränkt, von denen die letzte anfangs März 2004 st attgefunden hatte. Zu einer unfall- bedingten Arbeitsunfähigkeit war es damals nicht gekommen. 4.2 Am 24. Juni 2011 wurde die Beschwerdegegnerin dur ch ihren für den Arbeitgeber der Versicherten zuständigen Kundenberater per e-mail info rmiert, dass der vorstehend erwähnte Fall „nach längeren Beschwerden“ der Versicherten neu abgeklärt werden müsse. Zudem reich- te der Arbeitgeber der Versicherten am 28. Juni 2011 seinerseits nochmals eine “Unfallmeldung UVG“ betreffend das Unfallereignis vom 14. November 200 3 ein. Die Beschwerdegegnerin be- trachtete diese beiden Mitteilungen als Rückfallmeldun g der Versicherten zum Unfallereignis Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 14. November 2003 und prüfte und beurteilte sie in der Folge unter diesem Aspekt. Dem- gegenüber macht die Versicherte geltend, ihre unfallbedingten Beschwerden seien nie vollstän- dig abgeklungen. Soweit sie damit zum Ausdruck bringen will, dass in der vorliegenden Streitig- keit nicht ein Rückfall, sondern Leistungsansprüche aus dem Grundfall zur Beurteilung stünden, kann ihr jedoch nicht gefolgt werden. Wie den Akten e ntnommen werden kann, hat die Be- schwerdegegnerin den auf das Unfallereignis vom 14. Nove mber 2003 zurückzuführenden Grundfall formlos abgeschlossen, indem sie die Rechnung des erstbehandelnden Arztes nach der dritten Konsultation vom 2. März 2004 beglichen hat. Berücksichtigt man, dass es sich beim Ereignis vom 14. November 2003 um einen leichten Unfall gehandelt hat, der zu keiner Arbeits- unfähigkeit geführt und der über diese drei Konsultationen beim Hausarzt hinaus keine weiteren medizinischen Behandlungen erfordert hat, ist der (for mlose) Fallabschluss im März 2004 nicht zu beanstanden (vgl. dazu auch Urteil H. des Bundesgeri chts vom 26. Juli 2012, 8C_234/2012, E. 5.1). Somit hat die Beschwerdegegnerin aber den vo n der Versicherten im Juni 2011 erneut geltend gemachten Leistungsanspruch zu Recht als Rückfall meldung betrachtet und als solche geprüft und beurteilt. 5. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Be urteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die recht sanwendende Behörde regelmäs- sig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.1.1 Die Beschwerdegegnerin holte zur Beurteilung der Frage, ob zwischen den von der Ver- sicherten erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, eine fachärzt- liche Stellungnahme bei Dr. med. E.____, Orthopädische Chirurgie FMH, ein. Dieser hält in sei- nem gestützt auf die Akten verfassten Bericht vom 4. N ovember 2011 fest, bereits die Darstel- lung des initialen Ereignisses sei diskrepant, werde dies es doch in der Unfallmeldung vom 25. November 2003 ganz anders geschildert als im Zeugni s des erstbehandelnden Arztes vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. Dezember 2003. Ungeachtet dieser im Nachhinein w ohl nicht mehr konklusiv auflösbaren Diskrepanz sei es gemäss den vorliegenden Unterlagen in d er Folge nicht mehr zu behand- lungsbedürftigen Beschwerden gekommen, sodass es nun we itgehend spekulativ erscheine, wenn ein Kausalzusammenhang der 2011 aufgetretenen K nieprobleme mit denjenigen von 2003 hergestellt werde. Ein solcher sei eher unwahrschein lich, er könne allenfalls als möglich bezeichnet werden. 6.1.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegneri n kann dieser Stellungnahme von Dr. E.____ für die Beurteilung des vorliegend strittig en natürlichen Kausalzusammenhangs zwi- schen dem neuen Beschwerdebild und dem Grundfall kein ausschlaggebender Beweiswert bei- gemessen werden. Der Bericht von Dr. E.____ ist ausge sprochen kurz ausgefallen und er be- schäftigt sich überdies hauptsächlich mit dem ursprüngli chen Unfallereignis vom 14. November 2003 bzw. mit den Diskrepanzen in den damaligen Unfallschilderungen. Sein wesentlicher Man- gel liegt aber im Umstand, dass er mit keinem Wort auf die neueren, d.h. auf die nach der Rück- fallmeldung von Ende Juni 2011 verfassten medizinischen Ber ichte der Klinik F.____ und des behandelnden Arztes Dr. med. G.____, Chirurgie FMH, eingeht. Dies wäre aber im Hinblick auf eine abschliessende Beurteilung der Kausalitätsfrage a ngezeigt gewesen, zumal der behan- delnde Arzt die heutigen Beschwerden als unfallbeding t erachtet. Auf die Beurteilung von Dr. E.____ vom 4. November 2011 kann demnach nicht abgestellt werden. 6.2.1 Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, dass die strittige Unfallkausalität gestützt auf die Einschätzung ihres behandelnden Arztes Dr. G.___ _ bejaht werden könne. Dieser hält denn auch in einer Stellungnahme zu Handen des Rechtsver treters der Versicherten vom 15. Mai 2012 ausdrücklich fest, dass die anlässlich der Operation vom 14. Juli 2011 behobenen Schädigungen an beide Knien mit überwiegender Wahrsch einlichkeit auf das Unfallereignis vom 14. November 2003 zurückzuführen seien. Die Versichert e habe eine typische Kniedistor- sion beidseits erlitten, welche eine Mensikushinterhorn läsion verursachen könne. Zudem habe die Versicherte seit dem Ereignis immer wieder wechselnde mediale Kniegelenksschmerzen mit zum Teil Einklemmungen gehabt. Dr. C.____ habe denn a uch bereits damals klinisch die Me- niskusverletzung als Verdachtsdiagnose festgehalten. Die Kniegelenksarthroskopie habe als- dann auch eine isolierte Meniskushinterhornläsion erge ben, wobei die Risse nicht mehr glatt begrenzt und somit nicht mehr frisch gewesen seien. Be i sonst absolut einwandfreiem Kniege- lenk sei es wegen der Inkongruenz bei diesen Hinterhorn rissen zu einem Knorpelschaden an dieser Stelle gekommen. Der restliche Knorpel sei in Ord nung gewesen. Würde es sich bei den Kniegelenksbeschwerden um eine chronisch zunehmende Situa tion (auf Grund der Arbeitssitu- ation usw.) handeln, wären noch weitere Knorpelläsione n resp. Probleme in den Kniegelenken gefunden worden. 6.2.2 Die Ausführungen von Dr. G.____ reichen - entg egen der Darstellung der Versicherten - nicht aus, um einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den im Juni 2011 geltend ge- machten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 14. Novem ber 2003 mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Dr. G.____ zeigt zwar schlüssig auf, dass vorliegend nicht von degenerativen Veränderung en in den beiden Knien auszugehen sei. Damit ist aber nicht erstellt, dass sich die Versicherte die fraglichen Verletzungen tatsäch- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich anlässlich des hier einzig und allein zur Diskussion stehenden Ereignisses vom 14. Novem- ber 2003 zugezogen hat. Die im Juli 2011 festgestellten und operativ behobenen Beeinträchti- gungen können ebenso gut vor oder nach diesem Datum e ntstanden sein. Der Hinweis, dass die Versicherte vor dem fraglichen Ereignis immer beschwe rdefrei gewesen sei, beruht ebenso wie die Darstellung, dass die Versicherte seit dem Ereig nis immer wieder wechselnde mediale Kniegelenksschmerzen mit zum Teil Einklemmungen gehabt h abe, nicht auf den Untersu- chungsergebnissen von Dr. G.____ oder früheren Abklärun gen anderer (Fach-) Ärzte, sondern ausschliesslich auf den Schilderungen der Beschwerdeführer in selber. Dies genügt nicht, um einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Grundfa ll und den heutigen Beschwer- den bejahen zu können. 6.3 Nach dem Gesagten stellt sich die Frage, ob der med izinische Sachverhalt zusätzlicher Abklärungen bedarf. Davon kann jedoch aus den nachfolgen den Überlegungen abgesehen werden. Wie die Beschwerdeführerin selber bestätigt, hat sie sich im Zusammenhang mit ihren Kniebeschwerden zwischen der letzten Konsultation bei Dr. C.____ anfangs März 2004 und der erneuten Geltendmachung des Leistungsanspruchs im Juni 2011 - somit also während mehr als sieben Jahren - keiner ärztlichen Behandlung mehr unterz ogen. Die medizinischen Akten ent- halten denn auch kein einziges echtzeitliches Dokument, welches aus dieser doch recht langen Zeitspanne stammt. Dies ist insofern von Relevanz, als die Unfallversicherung, welche für den durch das Unfallereignis verursachten Schaden aufgekomme n ist, spätere Gesundheitsstörun- gen nur zu übernehmen hat, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (vgl. E. 3.2 hier- vor). Solche Brückensymptome müssen nach der bundesgerichtl ichen Rechtsprechung aber gestützt auf ärztliche Stellungnahmen beurteilt werden . (Urteil H. des Bundesgerichts vom 26. Juli 2012, 8C_234/2012, E. 4 mit Hinweisen). Ent gegen der Ansicht der Versicherten erge- ben sich die von ihr geltend gemachten Brückensymptome nich t in rechtsgenüglicher Weise aus den vorliegenden ärztlichen Berichten, insbesondere auch nicht aus der von ihr zusammen mit der Beschwerde eingereichten Stellungnahme von Dr. G.____ vom 15. Mai 2012 (vgl. E. 6.2 hiervor). Wie das Bundesgericht weiter festgehalten hat, reichen entsprechende Aussagen me- dizinischer Laien nicht aus, um in rechtsgenüglicher Art den Beweis für die geltend gemachten Brückensymptome zu erbringen (Urteil H. des Bundesgerichts vom 26. Juli 2012, 8C_234/2012, E. 4 mit Hinweisen). Aus diesem Grund kann die Beschwerd eführerin auch aus der zu den Ak- ten gegebenen schriftlichen Bestätigung ihres Arbeitge bers vom 2. April 2012, wonach sie „während all der Jahre immer wieder, je nach Belastung , mehr oder weniger grosse Schmerzen und Probleme mit ihren Knien hatte, die sie dann mit rezeptfreien Medikamenten zu behandeln versuchte“, für das hier interessierende Beweisthema nich ts zu ihren Gunsten ableiten. Somit fehlt es im vorliegenden Fall aber an rechtsgenüglich na chgewiesenen Brückensymptomen zwischen dem Unfallereignis vom 14. November 2003 und de n von der Versicherten im Juni 2011 geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. 6.4 An diesem Beweisergebnis - dem Fehlen nachgewiesener Brückensymptome - vermö- gen auch eine nachträgliche Begutachtung oder zusätzliche medizinische Abklärungen nichts zu ändern. Unter diesen Umständen kann aber davon abge sehen werden, dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin stattzugeben, wonach seitens des Gerichts eine klärende medizinische Stellungnahme bei neutraler Stelle einzuholen sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korr elat - die Pflicht der Behörde zur Be- weisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmä ssigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Ge- langt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass ein beantragtes Beweismittel am relevanten Sachverhalt nichts zu ändern vermag, kann auf dieses verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgericht- licher Rechtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit za hlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6.5 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass das Vor liegen eines natürlichen Kau- salzusammenhangs zwischen den von der Versicherten im Juni 2011 geltend gemachten Be- schwerden und dem Unfallereignis vom 14. November 2003 nicht mit dem erforderlichen Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Unter diesen Umständen ist aber nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die er neute Übernahme von Versiche- rungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 14. November 2003 abgelehnt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid v om 26. April 2012 erhobene Beschwer- de ist demnach abzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 6. Februar 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_117/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht