Verfahrensrecht des Bundes. Art. 61 lit. b ATSG. Keine Nachfristansetzung bei bewusst und geplant eingebauten Mängeln. Anwendungsfall, in dem sich die eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde wortwörtlich mit der im Verwaltungsverfahren erhobenen Einsprache deckt. Obergericht, 8. September 2011, OG V 10 39 Aus den Erwägungen: 2. Die Beschwerde hat den gesetzlichen Formvorschriften zu entsprechen. Sie muss eine gedrängte Darstellung des Sachverhaltes, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Genügt sie diesen Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht der beschwerdeführenden Person eine ang emessene Frist zur Verbesserung, verbunden mit der Androhung, dass sonst nicht auf die Beschwerde eingetreten wird (Art. 61 lit. b ATSG). a) An das Rechtsbegehren sowie an die Begründung der Beschwerde werden nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine allzu strengen Anforderungen gestellt (BGE 2A.603/2002 vom 10.07.2003 E. 2). Dies gilt vor allem dann, wenn Laien die Streitsache selbst führen (Cavelti/Vögeli, Verwaltung sgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz. 914). Vorliegende Verwaltungsgerichtsbeschwerde stellt eine Laieneingabe dar. Hinsichtlich der Sachverhaltsdarstellung und des Rechtsbegehrens hat der Beschwerdeführer die gesetzlichen Formvorschriften eingehalten. Als Ausdruck des Rügeprinzips genügt es, wenn der Beschwerdeführer in der Begrün dung darlegt, in welchen Punkten und weshalb der Sachverhalt oder dessen rechtliche Zu ordnung nicht zutreffend sind (vgl. Ueli Kieser, ATSG -Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 61 Rz. 47). Die Begründung selbst hat nicht zuzutre ffen, allerdings wird gefordert, dass sie sich sachbezogen mit den Erwägun gen des angefochtenen Entscheides auseinandersetzt und falls die V orinstanz auf die Begehren des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, so hat sich die Begründung mit dieser Frage zu befassen (BGE 2A.603/2002 vom 10.07.2003 E. 2; vgl. auch BGE 134 II 244 E. 2.1). b) Die Beschwerdegegnerin bringt vor, der I nhalt der (als Einsprache betitelten) Beschwerde vom 20. Juli 2010 stimme wörtlich mit der Einsprache vom 10. Mai 2010 überein, welche der Beschwerdeführer gegen die von der Beschwerdegegnerin erlassene Verfügung erhoben habe. Eine Auseinander setzung mit den Erwägungen des Einspracheentscheides habe also in keiner Art und Weise stattgefunden. Damit würden sich weitere Bemerkungen erüb rigen. Dies umso mehr, als die Erwägungen des Einspracheentscheides in jeder Hinsicht stichhaltig und zutreffend seien. Die Beschwerde sei daher unbegründet und damit ohne Weiterungen abzuweisen. c) Der Beschwerdeführer führt in seiner Begründung im Wesentlichen aus, die durch das Ereignis vom 20. November 2009 erlittene Körperschädigung stel le eine unfallähnliche Körpersch ädigung i.S.v. Art. 9 Abs. 2 UVV dar, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin festzustellen sei. In seiner Begründung setzt sich der Beschwerdeführer zwar mit dem Sachverhalt auseinander und bringt vor, weshalb die rechtliche Zuordnung der Beschwerdegegnerin aus seiner Sicht nicht zutreffend sei. Jedoch setzt er sich nicht mit den von der Beschwerde gegnerin in ihrem Einspracheentscheid getroffenen Erwägungen auseinander. Vielmehr bezieht er sich auf die Erwägungen, welche die Beschwerde gegnerin zum Erlass ihrer Verfügung bewogen haben. Dies insofern, als sei ne Begründung wortwörtlich derjenigen in der gegen die von der Beschwerdegegnerin erlassenen Verfügung gerichteten Einsprache entspricht und kei ne neuen oder ergänzenden Vorbringen enthält, welche sich auf den Ei nspracheentscheid beziehen würden. Damit verkennt der Beschwerdeführer, dass sich seine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin zu richten hat und nicht gegen die von ihr erlassene Verfügung. Die Begründung des Beschwerdeführers erweist sich somit mangels Auseinandersetzung mit den Erwägungen des Einspracheentscheides der Beschwerdegegnerin als ungenügend. Die minimalen Anforderungen an die Beschwerdebegründung sind somit nicht eingehalten. d) Nach dem Wortlaut von Art. 61 lit. b ATSG und der Rechtsprechung ist grundsätzlich in jedem Fall einer ungenügenden Begründung eine Nachfrist anzusetzen, sofern der Beschwerdewille rechtzeitig und in prozessual gehö riger Form kla r bekundet worden ist. Die Einräumung einer solchen Frist steht nicht im Belieben des kantonalen Versicherungsgerichtes. Vorbehalten ist der Fall eines offenbaren Rechtsmissbrauches (BGE 134 V 163 f. E. 2). Eine Nachfrist soll im Allgemeinen nur zur Verbes serung von nicht absichtlich eingegangenen Mängeln und somit einzig bei Versehen angesetzt werden. Bei bewusst und geplant eingebauten Män geln darf nicht mit einer Nachfrist zur Verbesserung gerechnet werden. Ein solches Vorgehen ist rechtsmis sbräuchlich u nd verdient keinen Schutz (vgl. BGE 131 II 475 E. 1.3; Seethaler/Bochsler, in Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 52 N. 111). Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Einspracheentscheid vom 22. Juni 2010. Der Beschwerdeführ er unterlässt es aber, diesen zum Thema seiner Beschwerde zu machen. Eine Auseinander setzung mit dem besagten Anfechtungsobjekt findet nicht statt. Vielmehr nimmt der Beschwerdeführer Bezug auf die Verfügung der Beschwerdegeg nerin vom 15. April 2010. So deckt sich die Beschwerdebegründung wortwörtlich mit derjenigen, die der Beschwerdeführer im Rahmen des Einspracheverfahrens vorgebracht hat. Da es dem Beschwerdeführer im Rah men des Einspracheverfahrens möglich war eine rechtsgenügliche Begrün dung einzureichen, musste ihm klar sein, dass dieselben Anforderungen auch im Beschwerdeverfahren zu beachten gewesen wären. Doch hat er sich bewusst dafür entschieden, nochmals dieselbe Begründung einzureichen. Unter diesen Umständen erscheint es gerechtfertigt, wenn auf die Ansetzung einer Nachfrist zur Ver besserung der Beschwerdeschrift vom 20. Juli 2010 verzichtet wurde.