B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1608/2020 U r t e i l v o m 2 6 . J a n u a r 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichter Lorenz Noli, mit Zustimmung von Richter Walter Lang, Gerichtsschreiber Kevin Schori. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt, Clivia Wullimann & Partner Rechtsanwälte und Notariat, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 14. Februar 2020 / N (…). E-1608/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer ersuchte am 9. März 2016 in der Schweiz um Asyl. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 15. März 2016 und der Anhörung vom 21. Dezember 2017 machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Er sei tamilischer Ethnie und stamme aus B._______, wo er zuletzt gelebt habe. Aufgrund der Kämpfe zwischen der Sri-Lankischen Armee (SLA) und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) in C._______ sei er von 1994 bis 1996 vorübergehend mit der Familie im Vanni -Gebiet gewesen. Wäh- rend er nach der Rückkehr nach C._______ die Schule besucht habe, seien Schülerinnen und Schüler von den LTTE für Demonstrationen gegen die Präsenz der SLA mitgenommen worden. So sei er im Jahr 20 (…) an drei Demonstrationen gegen ein SLA -Camp beteiligt gewesen. Zweimal habe es sich um friedliche Demonstr ationen gehandelt, einmal sei e s zu Sachbeschädigungen der Demonstrierenden am SLA-Camp und daraufhin zu einem Gewalteinsatz der Sicherheitskräfte gekomm en. Die Behörden hätten die Demonstrationsteilnehmenden fotografiert und in der Folge nach diesen gefahndet. In diesem Zusammenhang seien drei Schüler festge- nommen worden. Einmal habe er auch seinem Cousin, welcher LTTE-Mit- glied gewesen sei, bei den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten am Hel- dentag geholfen. Darüber hinaus habe er keinerlei Kontakte zu den LTTE gehabt oder diesen anderweitig geholfen. Im Jahr 20(…) sei er wieder ins Vanni-Gebiet gegangen. Um dort nicht von den LTTE zwangsrekrutiert zu werden, sei er im Jahr 20 (…) zunächst nach D._______ gegangen und habe schliesslich zusammen mit seiner älteren Schwester Sri Lanka ver- lassen, um nach Indien zu gehen (Anhörung) respektive habe er ab 20(…) bei einem Onkel in C._______ gelebt (B zP). Nachdem er C._______ 20(…) verlassen habe, sei vom Criminal Investigation Department (CID) zuhause nach ihm und seiner Schwester gefragt worden. Nachdem er (…) Jahre lang in Indien gelebt habe, habe er sich i m Jahr 2015 ent schieden wieder nach Sri Lanka zurückzukehren. Im (…) 2015 sei er ganz legal über den Flughafen Colombo eingereist, ohne befragt oder anderweitig irgend- wie behelligt worden zu sein. Danach habe er sich auch noch beim Dorf- vorsteher registriert. Rund zehn Monate nach seiner Einreise se i er dann (…) 2016 vom CID zuhause aufgesucht worden. Während die Beamten im Haus gewesen seien und seinen Vater zu seinem Aufenthaltsort befragt hätten, habe er sich im Garten der Nachbarn versteckt. Daraufhin habe ihm sein Vater zur Ausreise geraten. Am Folgetag sei er zunächst zu einem E-1608/2020 Seite 3 Onkel gegangen und am Abend nach Colombo weitergereist. Vorsichts- massnahmen habe er auf dem Weg dorthin keine ergriffen. Am (…) 2016 habe er Sri Lanka wiederum über den Flughafen Colombo verlassen und sei via Katar in die Türkei geflogen. Von dort aus sei er mit einem LKW und einem Auto bis in die Schweiz gelangt, wo er am (…) 2016 angekommen sei. Nach seiner Ausreise sei er einmal zuhause gesucht worden. Sein Va- ter habe den Beamten gesagt, dass er im Ausland sei. Danach sei nichts mehr geschehen. Der Beschwerdeführer reichte die folgenden Dokumente und Beweismittel ein: eine Identitätskarte im Original, die Kopie eines Auszugs aus dem Ge- burtenregister, je einen indischen und einen sri -lankischen Führerschein sowie Kopien von Zeitungsartikeln. B. Mit Verfügung vom 14. Februar 2020 – eröffnet am 18. Februar 2020 – ver- neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Auf die Begründung wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C. Mit Beschwerde vom 19. März 2020 an das Bundesverwaltungsgericht be- antragte der Beschwerdeführer die vollumfängliche Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit und / oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und die Gewährung der vorläufigen Aufnahme. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der un entgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand. Auf die Be- gründung wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Der Beschwerdeführer legte verschiedene Medienartikel betreffend die Si- tuation in Sri Lanka ins Recht. D. Mit Zwischenverfügung vom 20. März 2020 bestätigte der Instruktionsrich-E-1608/2020 Seite 4 ter dem Beschwerdeführer den Eingang seiner Beschwerde und stellte sei- nen rechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz für die Dauer des Verfahrens fest. E-1608/2020 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül- tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG ; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. E-1608/2020 Seite 6 4. 4.1 Der Beschwerdeführer erhebt in seiner Beschwerdeeingabe verschie- dene formelle Rügen. Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls ge- eignet wären, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt eine unvollständige und unrichtige Abklärung des Sachverhalts respektive eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung durch die Vorinstanz sowie eine Verletzung des rechtli- chen Gehörs. Das SEM habe die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen nur sehr summarisch begründet, was in Anbetracht der einschneidenden Kon- sequenzen sehr kriti sch zu betrachten sei. Überdies habe das SEM das rechtliche Gehör verletzt, indem es unterlassen habe, seine Vorbringen tat- sächlich zu hören beziehungsweise ernsthaft zu prüfen. Es habe die Ko- härenz und Konkretheit seiner Aussagen verkannt und mit blossen Mut- massungen und summarischen beziehungsweise unsubstanziierten Be- gründungen die Glaubhaftig keit seiner Vorbringen verkannt . Schliesslich habe das SEM das Untersuchungsgebot verletzt, indem es die politischen Veränderungen nicht gebührend berücksichtigt habe. Es sei verpflichtet, den aktuellen Stand der Länderanalyse in Sri Lanka für die Erwägungen zu evaluieren und zu aktualisieren. Ausserdem habe das SEM keine kon- krete Beurteilung seines Falles anhand von Risikofaktoren vorgenommen und es gehe aus der Verfügung nicht hervor, inwiefern im konkreten Fall nach dem Machtwechsel die Wegweisung zulässig sei. Auch habe das SEM es unterlassen, eine individuelle Prüfung der Zumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs vorzunehmen. 4.2 Die Begründung dieser formellen Rügen beschränkt sich in der Haupt- sache auf Ausführungen zur Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Alleine der Umstand, dass das SEM den vorgebrachten Sachverhalt für ungl aubhaft befand und zu einer anderen Einschätzung als der Beschwerdeführer ge- langt, bedeutet noch keinen formellen Mangel. Mithin verwechselt der Be- schwerdeführer hier formelle Fragen mit dem Aspekt der von der Vo- rinstanz vorgenommenen materiel len Würdigung des Sachverhalts . So- dann ist nicht ersichtlich, inwiefern der Sachverhalt vom SEM nicht voll- ständig abgeklärt worden wäre; die Beschwerde liefert hierfür denn auch keine Anhaltspunkte. Die Rüge der unrichtigen beziehungsweise willkürli- chen Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung scheint sich im Re- sultat auf die vom SEM vorgenommene Glaubhaftigkeitsprüfung zu bezie- hen, was – wie erwähnt – eine Frage der materiellen Würdigung ist. Dass E-1608/2020 Seite 7 dies durch das SEM willkürlich geschehen ist, ist klar nicht erkennb ar, zu- mal sich das Gericht – wie nachfolgend ausgeführt – den vorinstanzlichen Erwägungen anschliesst. Insofern der Beschwerdeführer sinngemäss eine Verletzung der Begrün- dungspflicht rügt, ist festzustellen, dass das SEM seinen Entscheid hinrei- chend und un ter Verweis auf die relevanten P rotokollstellen sowie unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts be- gründet hat. Obschon das SEM lediglich auf die einschlägigen Seiten des Anhörungsprotokolls verwies, war es dem Beschwerdeführer aufgrund der Ausführungen des SEM möglich, die exakten Protokollstellen, auf welche Bezug genommen wurde, zu eruieren. Schliesslich war es dem Beschwer- deführer möglich, die vorinstanzliche Verfügung mit seiner Beschwerdeein- gabe sachgerecht anzufechten. Die Rügen, es seien weder die Risikofak- toren noch die individuelle Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geprüft worden, sind sodann klar aktenwidrig. Das SEM hat in seiner Verfügung sowohl eine Prüfung der Risikofaktoren unter Bezugnahme auf die ein- schlägige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. a.a.O. S. 4; vgl. auch Ausführungen in E. 7.3), als auch der individuellen Zuläs- sigkeits- und Zumutbarkeitskriterien vorgenommen (vgl. a.a.O. S. 6; vgl. auch Ausführungen in E. 9.3). Die entsprechenden Rügen sind somit nicht zu hören. Schliesslich ist auch keine Verletzung des Untersuchungsgebots betref- fend die Situation in Sri Lanka ersichtlich. Das SEM hat im Asylentscheid die aktuelle Lage in Sri Lanka unter Verweis auf mehrere Quellen berück- sichtigt und gewürdigt. Inwiefern dies, wie vom Beschwerdeführer gerügt, «nicht gebührend» geschehen sei, führte er nicht aus. Alleine der Umstand, dass das SEM zum einen in seiner Länderpraxis zu Sri Lanka einer ande- ren Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertrete n, und es zum anderen aus sachlichen Gründen auch zu einer anderen Würdigung der Gesuchs- vorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht weder für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung noch stellt dies eine Verlet- zung der Begründungs- beziehungsweise Beweiswürdigungspflicht dar (vgl. auch Urteil des BVGer D-4909/2017 E. 2.2). 4.3 Nach dem Ausgeführten erweisen sich die prozessualen Rügen des Beschwerdeführers als nicht stichhaltig. Eine Rückweisung der Sache an das SEM fällt demnach ausser Betracht, womit das Gericht in der Sache zu entscheiden hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG). E-1608/2020 Seite 8 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigensch aft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge- richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.). 6. 6.1 Die Vorinstanz kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit genügten. Seine Aussagen zu sämtlichen Be- suchen des CID – welche sich hauptsächlich auf Angaben von Drittperso- nen stützten – seien oberflächlich geblieben. Bezüglich der Suchen im Jahr 20(…) habe er lediglich angegeben, man habe sich nach seinem Aufent- haltsort erkundigt und gesagt, dass sein Vater die Behörden informieren müsse, wenn er etwas Neues erfahre. Auch zur Suche im Jahr 2016, wel- che er teilweise selber miterlebt habe, habe er keine substanziierten Anga- ben machen können. Obwohl er aufgefordert worden sei, so detailliert wie möglich zu schildern, seien seine diesbezüglichen Aussagen vage geblie- ben. Dies betreffe sowohl die Angaben zur Suchaktion an sich, als auch seine Flucht zu den Nachbarn oder das darauffolgende Gespräch mit sei- nem Vater. Schliesslich seien auch seine Antworten auf die Fragen zur letz- ten Suche nach ihm, welche nach seiner Ausreise noch im Jahr 2016 er-E-1608/2020 Seite 9 folgt sei, ebenso vage geblieben. Seine Vorbringen seien damit nicht hin- reichend begründet, um als glaubhaft eingeschätzt werden zu können. Zu- dem erscheine wenig plausibel, dass er bei der Einreise in Sri Lanka im (…) 2015 am F lughafen Colombo keinerlei Schwierigkeiten gehabt habe und auch nicht befragt worden sei. Dies, zumal er vorbrachte, angeblich bereits zuvor im Visier der Behörden gestanden zu haben und wegen Er- eignissen von vor der Ausreise im Jahr 20(…) behelligt worden zu sein. Nach der freiwilligen Rückkehr des Beschwerdeführers aus Indien im (…) 2015 sei er noch monatelang bis (…) 2016 in Sri Lanka wohnhaft gewesen, ohne glaubhaften Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehenden Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri -lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, wes- halb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Be- hörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Diese Einschätzung vermöge auch der Ausgang der am 16. November 2019 er- folgten Präsidentschaftswahl nicht umzustossen. Die eingereichten Zeitungsartikel enthielten keinerlei Hinweis auf seine Person. Diese seien somit nicht geeignet, sowohl seine Teilnahme an den in den Artikeln erwähnten Protesten als auch insbesondere die angebliche Suche des CID nach seiner Person zu belegen. Er habe zudem davon ge- sprochen, im Jahr 20(…) an Protesten teilgenommen zu haben. Die einge- reichten Zeitungsartikel beziehen sich aber auf Proteste im (…) 20(…). 6.2 Im Asylpunkt äusserte sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwer- deeingabe zunächst zur Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Entgegen der Ansicht des SEM seien seine Vorbringen bezüglich der Suche des CID nach seiner Person substanziiert und glaubhaft ausgefallen. Was sich am Abend nach dem E._______-Fest abgespielt habe, habe er detailliert ge- schildert. Er sei in der Lage gewesen, die Worte seines Vaters zu zitieren. Seine Aussage, dass immer der Vater die Tür geöffnet habe, zeige eindeu- tig zusätzliche Realkennzeichen. Angesichts des unangekündigten CID - Besuchs, wobei er nur einen Bruchteil der Situation selbst erlebt habe, sei eine detailliertere und ausführlich ere Schilderung der Geschehnisse gar nicht möglich gewesen. Dass er zudem einige Details, welche er an der BzP geschildert habe, an der Anhörung nicht noch einmal erwähnte, sei zum einen der langen Zeitdauer zwischen der BzP und der Anhörung sowie der Art der Fragestellung geschuldet. So sei er an der Anhörung bloss ge-E-1608/2020 Seite 10 fragt worden, was zuhause vorgefallen sei. Im Weiteren seien seine Aus- sagen konsistent und betreffend die zeitlichen Abläufe präzise gewesen. Er habe alle ihm gestellten Fragen glaubhaft beantwortet. Sodann habe das SEM seine Vorbringen betreffend seine Berührungs- punkte zu den LTTE nicht in Frage gestellt . Dies und die Suche des CID nach ihm seien ausreichend gewesen, um bei ihm eine Furcht vor asylre- levanten Verfolgungsmassnahmen auszulösen. Beim vorinstanzlichen Ar- gument der problemlosen Einreise nach Sri Lanka im Jahr 2015 trotz an- geblicher Suche nach ihm handle es sich um eine unbegründete Mutmas- sung. Es sei ohne weiteres möglich, dass er den Flughafen Colombo bei- spielsweise aufgrund fehlender Koordination der Behörden oder auch aus blossem Zufall ohne jegliche Behelligungen habe passieren können. Dies vermöge die Glaubhaftigkeit nicht umzustossen. Sodann habe das SEM in keiner Weise begründet, inwiefern die geschilderten Ereignisse keine asyl- relevanten Verfolgungsmassnahmen darstellten und sich mit der pauscha- len Verneinung der Glaubhaftigkeit begnügt. Die Suchaktion des CID vom (…) 2016 sei bei der Beurteilung der Risikofaktoren ignoriert worden. Die- ses Ereignis zeige, dass entgegen der Ans icht des SEM ein Verfolgungs- interesse seitens der sri-lankischen Behörden bestanden habe. Die vorlie- gende Verfolgung und die durch die sri -lankischen Behörden ergriffenen Massnahmen seien ausreichend, um eine asylrelevante Verfolgung zu be- gründen. 7. 7.1 Nach P rüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht für unglaubhaft respektive nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG befunden hat. Der Beschwerdeführer vermag den zutreffenden Ar- gumenten des SEM in seiner Beschwerdeeingabe nichts Stichhaltiges zu entgegnen, zumal seine Argumentation auf teilweise falschen Annahmen fusst. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann mit den nachfolgenden Ausführungen daher im Wesentlichen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz gemäss angefochtener Verfügung (dort E. II) und obiger Zu- sammenfassung (E. 6.1) verwiesen werden. 7.2 Es ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen des Be- schwerdeführers die für die Bejahung der Glaubhaf tigkeit erforderliche Substanz vermissen lassen. Seine Schilderung des CID -Besuchs nach dem E._______-Fest ist frei von Realkennzeichen und beschränkt sich auf die knappe Aufzählung von einfachen Handlungsketten ohne persönliche E-1608/2020 Seite 11 Note (vgl. A17, F47 f., F51 f.; A3, Ziff. 7.01). Die diesbezügliche Beschwer- deargumentation überzeugt nicht. So hat der Beschwerdeführer einzig ei- nen Satz des Vaters in direkter Rede wiedergegeben («Ich glaube die CID ist da», vgl. A17, F47). Das angeblich darauffolgende Gespräch mi t dem Vater gab er mit lediglich zwei Sätzen in indirekter Rede wieder. Auch unter Berücksichtigung dessen, dass er bei der Suche des CID zuhause nicht anwesend gewesen sei, wären deutlich substanziiertere Schilderungen zu erwarten gewesen, insbesondere betreffend das darauffolgende Gespräch mit seinem Vater. Dies, zumal er noch am selben Abend nach Colombo gegangen sei und davon habe ausgehen müssen, seine Familie möglich- erweise zum letzten Mal zu sehen (vgl. A17, F52 ff.). Da das SEM die an- gebliche Suche nach ihm im Jahr 2016 für unglaubhaft befand, brauchte es konsequenterweise nicht noch deren Asylrelevanz zu prüfen; die ent- sprechenden Beschwerdeargumente zielen daher ins Leere. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 eigenen An- gaben zufolge ohne Komplikationen über den Flughafen Colombo in Sri Lanka einreisen konnte, ist ein sehr starkes Indiz dafür, dass zu diesem Zeitpunkt kein Interesse an seiner Person seitens der sri -lankischen Be- hörden bestand. Dass er aus blossem Zufall oder aufgr und fehlender be- hördlicher Koordination nicht angehalten worden sei, stellt eine reine Schutzbehauptung dar. Dies erklärt auch nicht, weshalb er trotz angeblich bereits im damaligen Zeitpunkt vorhandener subjektiver Furcht vor Verfol- gung gleichwohl nach Sr i Lanka zurückkehrte – und dies erst noch über den Flughafen von Colombo, wo die strengsten Sicherheitsvorkehrungen zu erwarten waren. Eine tatsächlich verfolgte Person – oder eine Person, welche sich verfolgt glaubt – wäre wohl kaum freiwillig ein derartiges Risiko eingegangen. Weiter kommt hinzu, dass er nicht nur 2015 über den Flug- hafen von Colombo einreiste, sondern dann 2016 über denselben Flughaf- ten auch wieder ausreiste und sich – bei einer effektiven Verfolgung – somit gleich ein weiteres Mal dem Eigenrisiko einer Verhaftung ausgesetzt hätte. Seine Vermutung, der Staat habe anlässlich seiner Einreise 2015 wohl ein- fach keine Aufmerksamkeit durch eine Verhaftung am Flughafen erzeugen wollen, ist kaum lebensnah. Ferner erklärt dies auch nicht, weshalb er da- nach noch zehn Monate lang gänzlich unbehelligt geblieben sei. 7.3 Bezüglich allfälliger Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 (vgl. a.a.O. E. 8.5), deren Vorliegen zur Bejahung der Flücht lingseigenschaft führen könnten, kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der an- gefochtenen Verfügung (dort E. II Ziff. 2) verwiesen werden. Sein früherer E-1608/2020 Seite 12 angeblicher (sehr entfernter) Berührungspunkt zu den LTTE (einmalige Un- terstützung eines Cousins bei den Vorbereitungen zu den Heldentagsfeier- lichkeiten 20(…), als er noch ein minderjähriger Schüler gewesen sei) ist als sehr geringfügig zu bezeichnen. Wie das SEM zu Recht feststellte, ver- mochten allfällige im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Risikofaktoren kein Verfolgungsinteresse seitens der sri -lankischen Behörden auszulö- sen. Die tamilische Ethnie des Beschwerdeführers sowie die längere Lan- desabwesenheit stellen lediglich schwach risikobegründende Faktoren dar. Gesamthaft betrachtet ist kaum davon auszugehen, dass er von den sri - lankischen Behörden als Gefahr wahrgenommen würde und somit gefähr- det wäre. Eine allfällige Strafe und Überprüfung respektive Befragung auf- grund der Einreise ohne ordentliche Identitätspapiere stellt keinen erns t- haften Nachteil im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG dar. 7.4 Nach dem Ausgeführten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine asylrechtlich relevante Gefährdung im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka glaubhaft zu machen. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm eine solche im Falle einer Rückkehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit drohen würde. Folglich hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 8. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange- ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, E-1608/2020 Seite 13 wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz erachtete den Vollzug der Wegweisung für zulässig, zu- mutbar und möglich. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, könne auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung nicht an- gewandt werden. Die allgemeine Menschenrechtss ituation in Sri Lanka lasse den Wegweisungsvollzug auch nicht als generell unzulässig erschei- nen. Weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten ergäben sich An- haltspunkte dafür, dass ihm im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Auch nach den jüngsten Präsidentschaftswahlen sei nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt auszugehen. Auch in indi- vidueller Hinsicht spreche nichts gegen die Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs: er sei ein junger, gesunder Mann, mit einer mindestens zehnjährigen Schulbildung. Sein Vater habe die Familie durch die Arbeit finanziert; dass er selber in Sri Lanka nie gearbeitet habe sei damit zu er- klären, dass er im Alter von (…) Jahren das erste Mal ausgereist sei und seither die überwiegende Zeit im Ausland gelebt habe. Vor diesem Hinter- grund sei es ihm zuzumuten, abgesehen von der Unterstützung durch die Familie, selber für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Mit seinen Eltern stehe er in Kontakt und es gehe seiner Familie gut. Weiter lebten auch Onkel und Tanten in Sri Lanka, zwei Schwestern lebten in F._______ und E-1608/2020 Seite 14 je ein Onkel und eine Tante in G._______. Damit verfüge er insgesamt über ein tragfähiges Beziehungsnetz. 9.4 Diesen Argumenten des SEM hielt der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht lediglich pauschal entgegen, dass wohl jeder nach Sri Lanka zu- rückgeschaffte tamilische Gesuchsteller Opfer von Verhaftung und von Verhören werden könnte. Dies vor allem im Lichte der Machtergreifung des neuen Premiers. Von einer solchen Gefahr wäre auch bei ihm auszugehen, weshalb der Vollzug der Wegweisung unzulässig und unzumutbar sei. 9.5 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihm nicht. Die allgemeine Menschen- rechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzu- lässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.2). Es ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hi n- weise darauf, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In - und Ausland) hin ausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Daran vermögen der Regierungs- wechsel vom November 2019 sowie die seither veränderte Lage in Sri E-1608/2020 Seite 15 Lanka nichts zu ändern. Der Wegweisungsvollzug erweist sich somit als zulässig. 9.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.6.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge- mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord - und Ost- provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri- terien bejaht werden kann (vgl. Referenzu rteil des BVGer E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt- vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lanki- schen Regierung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Aus- nahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammen- hängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. statt vie- ler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 9.6.2 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Diesbezüglich ist auf die zutreffen- den Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu ver- weisen (dort E. III Ziff. 2), denen sich das Gericht vollumfänglich an- schliesst. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). E-1608/2020 Seite 16 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt ric htig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und unentgeltlichen Verbeistän- dung gemäss aArt. 110a Abs. 1 AsylG. Aufgrund der vorstehenden Erwä- gungen ergibt sich, dass sich die Begehren als aussichtslos erweisen und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu deren Gewährung fehlt. 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit dem vorliegend instruktionslos ergehenden, verfahrensabschliessenden Urteil in der Sache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig. (Dispositiv nächste Seite) E-1608/2020 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und amtli- cher Verbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Lorenz Noli Kevin Schori Versand: