Interpellation Brügger Cyrill 1242 N 17 juin 1994 hältnismässige Härte für die schwer betroffenen Menschen bedeuten. Ein Arbeitsbewilligungsstopp ist auch aus humani- tären und wirtschaftlichen Gründen nicht zu verantworten. Deshalb frage ich den Bundesrat an: 1. ob er nicht auch der Auffassung ist, dass sich die Verhält- nisse im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien seit der Be- schlussfassung im Herbst 1991 grundlegend verändert haben und aus humanitären Gründen eine Überprüfung des damali- gen Entscheides erfordern; 2. ob er bereit ist, eine flexible, den humanitären Grundsätzen der Schweiz und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rech- nung tragende Übergangslösung zu treffen. Texte de l'interpellation du 3 mars 1994 En automne 1991, le Conseil fédéral a décidé d'exclure l'ex- Yougoslavie des pays de recrutement traditionnels tels que les décrit l'article 8 de l'ordonnance limitant le nombre des étran- gers (OLE). Pour éviter que ne se produisent des situations cri- tiques, il a prévu une période transitoire de deux à trois ans, la- quelle échoit le 1er novembre 1994. Il entend donc, de toute évidence, ne plus délivrer à partir de cette date de permis de travail de la catégorie A aux ressortissants des pays de l'ex- Yougoslavie. L'arrêté du Conseil fédéral et son intention de ne plus accorder de permis de travail à ces personnes ont suscité incompréhen- sion et mécontentement dans de larges milieux. En effet, si des personnes originaires de l'ex-Yougoslavie, ayant long- temps travaillé en Suisse où elles sont totalement intégrées, n'obtenaient plus de permis de travail, il en résulterait d'énor- mes difficultés pourtoute l'économie, notamment pour l'hôtel- lerie et le bâtiment L'activité économique de régions entières s'en trouverait ébranlée. Une mesure aussi draconienne péna- liserait d'autant plus ces individus qu'ils souffrent de la guerre et des pénuries incroyables qui sévissent dans plus d'une de ces républiques. C'est, pour des raisons humanitaires et éco- nomiques, faire preuve d'irresponsabilité que de ne plus leur accorder de permis de travail. Je pose donc au Conseil fédéral les deux questions suivantes: 1. Ne pense-t-il pas comme moi que, depuis qu'il a adopté l'ar- rêté en question - soit en 1991 -, la situation a radicalement changé dans les pays de l'ex-Yougoslavie et qu'il doit, pour des raisons humanitaires, revoir sa décision? 2. Est-il disposé à adopter une solution transitoire qui soit sou- ple et qui tienne compte des principes humanitaires de la Suisse et des impératifs économiques? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Bezzola, Blatter, Bühler Simeon, Bürgi, Dormann, Engler, Fischer-Seengen, Fi- scher-Sursee, Hari, Hildbrand, Loeb François, Neuenschwan- der, Oehler, Ruckstuhl, Rutishauser, Schmidhalter, Schnider, Seiler Hanspeter, Steinegger (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mai 1994 Der Bundesrat hatinseinemBerichtvom15. Mai1991 zur Aus- länder- und Flüchtlingspolitik dargelegt, dass gesamtwirt- schaftliche, europa- und integrationspolitische Gründe eine Öffnung des Arbeitsmarktes gegenüber dem EU- und Efta- Raum als unumgänglich erscheinen lassen. Im Rahmen der schrittweisen Umsetzung des im Bericht für die Zulassung von ausländischen Arbeitskräften vorgestellten Dreikreisemodells wurden mit Entscheid vom 23. September 1991 die Gebiete des ehemaligen Jugoslawien dem äusseren Kreis zugeord- net Personen mit Jahres- oder Niederlassungsbewilligungen sind von diesem Entscheid nicht betroffen. 1. Der Bundesrat ist im humanitären Bereich keinesfalls untä- tig geblieben. Nach der Zuordnung zum äusseren Kreis und der Einräumung einer Übergangsfrist zur Umsetzung dieser Massnahme wurde jugoslawischen Arbeitskräften sowie Tou- risten und anderen Besuchern aus den Kriegsgebieten der Verbleib in der Schweiz über den Ablauf ihrer Bewilligungen hinaus bis auf weiteres grosszügig gestattet Ihren Ehegatten, Eltern und Kindern wurde zudem die Einreise ermöglicht Diese Sonderregelung für besonders gefährdete Gruppen wurde laufend den veränderten Verhältnissen angepasst Mit zusätzlichen, gezielten humanitären Aufnahmeaktionen zu- gunsten von Kriegsvertriebenen und ehemaligen Kriegsge- fangenen sowie mit der Not- und Wiederaufbauhilfe des Schweizer Katastrophenhilfekorps vor Ort wird weiterhin aktiv und im Rahmen der Möglichkeiten unseres Landes zur Linde- rung des menschlichen Leides in den Gebieten des ehemali- gen Jugoslawien beigetragen. 2. Am 31. Oktober 1994 läuft die im Entscheid vom 23. Sep- tember 1991 gesetzte Übergangsfrist für die Zulassung von Arbeitskräften aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien aus. Aufgrund dessen dürften spätestens ab diesem Zeit- punkt grundsätzlich keine Bewilligungen mehr an Saison- niers aus diesem Gebiet erteilt werden. Der Bundesrat will vorerst jedoch von dieser restriktiven Massnahme absehen. Zum einen möchte er dadurch den betroffenen Arbeitneh- mern aufgrund der gegenwärtigen schwierigen Lage in ihrem Herkunftsland entgegenkommen. Zum anderen trägt er gleichzeitig den aktuellen Gegebenheiten und den Schwie- rigkeiten bei der Anpassung der Rekrutierungspraxis der Sai- sonwirtschaft Rechnung. Der Bundesrat hat deshalb ein Massnahmenpaket in Aussicht genommen, welches vor einem definitiven Entscheid den Kan- tonen, den politischen Parteien sowie den Spitzenverbänden der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen zur Ver- nehmlassung unterbreitet worden ist Die Möglichkeit zur or- dentlichen Umwandlung von Saison- in Jahresbewilligungen soll bis Ende 1994 bestehenbleiben. Dies gestattet es den Sai- sonniers, die noch vordem Bundesratsbeschluss von 1991 in die Schweiz eingereist sind, bis dahin unter den bisherigen Voraussetzungen eine Jahresbewilligung mit Familiennach- zug zu erhalten. Die übrigen Arbeitnehmer aus den Gebieten des ehemaligen Jugoslawien, die ordnungsgemäss zwischen dem 1. November 1993 und dem 31. Oktober 1994 mit einer Saisonbewilligung in der Schweiz gearbeitet haben, sollen im Jahre 1995 nochmals Saisonbewilligungen erhalten können, danach grundsätzlich nicht mehr. Für Härtefälle ist dannzumal eine angemessene Regelung zu treffen. Präsidentin: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nurteilweise befriedigt und verlangt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit #ST# 94.3134 Interpellation Brügger Cyrill Umgehung des Wirtschaftsembargos gegen Serbien durch Schweizer Firmen Inobservation par des entreprises suisses de l'embargo économique contre la Serbie Wortlaut der Interpellation vom 17. März 1994 Offiziell hat die Schweiz im Juni 1992 die wirtschaftlichen Be- ziehungen mit Serbien unterbrochen und sich damit dem Wirt- schaftsembargo der Uno angeschlossen. Meldungen zufolge versuchen Schweizer Firmen mit Erfolg, diese weltweit beach- teten Wirtschaftssanktionen zu umgehen.17. Juni 1994 N 1243 Interpellation Brügger Cyrill Ich erlaube mir, dem Bundesrat in diesem Zusammenhang folgende Fragen zu stellen: 1. Ist der Bundesrat darüber unterrichtet, dass Schweizer Fir- men das Wirtschaftsembargo gegen Serbien umgehen? 2. Laut Aussenhandelsstatistik haben die Exporte nach Maze- donien in den Bereichen Maschinen, Elektronik, Farbstoffe, Zi- garetten, Chemikalien, Kunstdünger gegenüber 1992 im letz- ten Jahr übermässig zugenommen. Wie erklärt sich der Bun- desrat diese massive Zunahme, nachdem bekannt ist, dass der junge Staat Mazedonien nahe am wirtschaftlichen Ruin steht? 3. Im speziellen ist bekanntgeworden, dass die Handelsbezie- hungen der Firmen Ciba, Basel, und Bezema, Montlingen, mit Mazedonien massiv zugenommen haben. Kann der Bundes- rat diese Meldung bestätigen, und, wenn ja, wie ist diese Tat- sache zu erklären? 4. Hat der Bundesrat Kenntnis von Meldungen über Verletzun- gen des Embargos, welche offenbar vom Embargo-Überwa- chungszentrum in Brüssel erstattet worden sind? Was ge- schieht mit solchen Meldungen? Wie werden diese weiterver- folgt und -je nachdem - geahndet? 5. Wie kann der Bundesrat garantieren, dass Endverbraucher- zertifikate auf ihren Wahrheitsgehalt zuverlässig geprüft wer- den können? 6. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, die Aktivitäten von Zweig- und Aussenstellen zu überwachen, welche in der Schweiz die Interessen serbischer Handelsfirmen wahr- nehmen? 7. Warum und unter welchen Bedingungen kann der Chemie- konzern Ciba nach wie vor in Belgrad eine offizielle Vertretung unterhalten? 8. Wie hoch schätzt der Bundesrat den aussenpolitischen Schaden ein, der durch die Verletzung des Uno-Embargos durch Schweizer Firmen entsteht? Texte de l'interpellation du 17 mars 1994 Officiellement, la Suisse a rompu ses relations économiques avec la Serbie en juin 1992 et, du même coup, elle s'est jointe à l'embargo économique décrété par l'ONU. Or, on rapporte que des entreprises suisses essaient, non sans succès, de contourner les sanctions décrétées, lesquelles sont respec- tées par nombre de pays. Dans ce contexte, je me permets d'adresser au Conseil fédéral les questions suivantes: 1. Est-il informé du fait que des entreprises suisses contour- nent les sanctions économiques imposées à la Serbie? 2. Les statistiques de notre commerce extérieur révèlent que nos exportations en Macédoine de machines, de matériel électronique, de colorants, de cigarettes, de produits et d'en- grais chimiques ont enregistré l'an dernier une croissance très supérieure à celle de 1992. Comment le Conseil fédéral expli- que-t-il ce phénomène, vu que la jeune République de Macé- doine est au bord de la ruine économique? 3. On a appris en particulier que les maisons Ciba, de Baie, et Bezema, Montlingen, avaient considérablement développé leurs échanges commerciaux avec la Macédoine. Le Conseil fédéral peut-il confirmer la nouvelle? Et si oui, comment expli- que-t-il ce fait? 4. Le Conseil fédéral a-t-il eu connaissance de cas de violation de l'embargo, cas qui sont, semble-t-il, communiqués par le centre de surveillance de l'embargo sis à Bruxelles? Qu'ad- vient-il de ces communications? Quel est leur suivi et don- nent-elles lieu, selon le cas, à des poursuites? 5. Comment le Conseil fédéral peut-il garantir que les certifi- cats attestant l'identité du consommateur final d'un produit sont susceptibles de faire l'objet d'un contrôle fiable? 6. Comment peut-on, selon lui, surveiller les activités des servi- ces commerciaux extérieurs agissant dans notre pays pour le compte de firmes serbes? 7. Pourquoi et à quelles conditions la maison Ciba continue-t- elle à avoir une représentation officielle à Belgrade? 8. A combien estime-t-il les torts causés à la politique étran- gère de notre pays par les violations, par des firmes suisses, de l'embargo décrété par l'ONU? Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Béguelin, Borei François, Bundi, Eggenberger, Fankhauser, von Feiten, Goll, Hafner Ursula, Jeanprêtre, Leemann, Leuenberger Ernst, Marti Werner, Meyer Theo, Ruffy, Spielmann, Strahm Rudolf, Vollmer, Ziegler Jean, Züger (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Umgehungsgeschäfte gegen das Wirtschaftsembargo der Uno werden über Mittelsmänner getätigt, welche im Auf- trag von Export-lmport-Handelsfirmen mit Hauptsitz in Bel- grad agieren. Dabei wird Mazedonien, das als junger Staat sehr stark von Serbien abhängig ist, als Durchgangsland benutzt. Dieses Durchbrechen der Wirtschaftssanktionen durch Schweizer Firmen bringt die Schweizer Aussenpolitik in ein schiefes Licht und schadet zudem ganz allgemein dem Anse- hen der Schweiz, denn einmal mehr kann damit nachgewie- sen werden, dass auch Schweizer es fertigbringen, mit dem Elend der anderen Geld zu verdienen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 18. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 mai 1994 1. Bisher wurden bereits mehr als ein Dutzend Untersu- chungsverfahren wegen möglicher Embargoverletzungen eingeleitet, die grosse Mehrheit davon durch die Zollverwal- tung wegen Bannbruchs (Umgehung der Zollkontrolle, Falschdeklaration), der Rest durch das Bundesamt für Aus- senwirtschaft (Vermittlungsgeschäfte). Zwei Verfahren wurden abgeschlossen. In beiden Fällen wurden Strafen wegen Bann- bruchs ausgesprochen. Bei den Gebüssten handelt es sich al- lerdings nicht um Mitarbeiter von Schweizer Firmen. 2. DieZahlenderAussenhandelsstatistikfürdasJahr 1993sind nicht vergleichbar mit jenen des Jahres 1992, da die Exporte nach Mazedonien erst seit dem 1. Mai 1992 separat ausgewie- sen werden. Auch unter Berücksichtigung dieser Tatsache ist für 1993 jedoch eine nicht unerhebliche Zunahme der schwei- zerischen Ausfuhren feststellbar. Ein Grund mag darin liegen, dass vor dem Embargo Serbien Mazedoniens wichtigster Han- delspartner war und Mazedonien nun gezwungen ist, seine Im- porte aus anderen Ländern, darunter aus der Schweiz, zu be- ziehen. Es darf dabei auch nicht vergessen werden, dass die schweizerischen Exporte nach den anderen Staaten des Bal- kans, Zentral- und Osteuropas in dieser Zeitspanne generell zugenommen haben, dies trotz des starken Schrumpfens der Wirtschaft in diesen Ländern. Inwieweit die Rolle von Mazedo- nien als Drehscheibe für illegale Ausfuhren nach Serbien zu ei- ner Zunahme der schweizerischen Exporte führte, kann nicht beurteilt werden (vgl. auch Antwort auf Frage 8). 3. Die beiden genannten Firmen, Ciba Geigy AG, Basel, und Bezema AG, Montlingen, haben gegenüber dem Bundesamt für Aussenwirtschaft zu den in der Presse veröffentlichten Vor- würfen Stellung genommen. Gemäss den Richtlinien der Ciba werden mazedonische Händler nur beliefert, wenn eine schriftliche Bestellung des Endabnehmers aus Mazedonien vorliegt und dieser Endabnehmer ein regelmässiger Kunde der Ciba ist. Vorübergehend - während der befristeten Gültig- keit einer entsprechenden EG-Regelung - hatte Ciba sogar nur bei Vorliegen einer Importlizenz Waren ab der Schweiz nach Mazedonien geliefert. Die Bezema ihrerseits hat mitge- teilt, dass die Verkäufe nach Mazedonien nach einem Ein- bruch im Jahre 1991 in den beiden folgenden Jahren deutlich angestiegen sind und heute unter Berücksichtigung der Preis- entwicklung wieder im früheren Rahmen liegen. 4. DasSamcomm (Sanctions Assistance Missions Command, das KSZE/EU-Überwachungszentrum) in Brüssel informiert die Schweiz regelmässig über mögliche Embargoverletzun- gen. Liegen fundierte Hinweise vor, werden Ermittlungen ein- geleitet. Von den unter Punkt 1 erwähnten Untersuchungsver- fahren wurden sieben aufgrund von Meldungen des Sam- comm eröffnet. 5. Der Export nach Mazedonien ist unter den Uno-Sanktionen nicht bewilligungspflichtig. Es können deshalb keine Endver- braucherzertifikate verlangt werden.Interpellation Hegetschweiler 1244 N 17juin1994 6. Die Aktivitäten von bekannten Zweig- und Aussensteilen, welche in der Schweiz die Interessen serbischer Handelsfir- men wahrnehmen, werden insofern überwacht, als ihre Kon- ten seit der Verschärfung des Embargos im April 1993 gesperrt und Zahlungen bewilligungspflichtig sind. 7. Die Ciba ist seit über 40 Jahren in Jugoslawien tätig. Ihr Büro in Belgrad führte ursprünglich wissenschaftliche und technische Beratungsaufträge aus. Seit Einführung des Em- bargos ist seine Tätigkeit auf Koordinationsaufgaben im Zu- sammenhang mit Lieferungen unter Uno-Bewilligung redu- ziert Finanziert wird das Büro durch die Begleichung von Alt- forderungen in Lokalwährung. 8. Die notorische Verletzung des Uno-Embargos, insbeson- dere an der mazedonisch-serbischen Grenze, ist dem Sam- comm und der Uno seit langem bekannt, ohne dass dagegen Massnahmen ergriffen worden sind. Wöchentlich sollen bis zu 500 Lastwagen die Grenze nach Serbien überqueren. Welt- weit sind vom Samcomm über 2000 mutmassliche Umge- hungsfälle registriert worden. Es handelt sich dabei nicht um ein spezifisch schweizerisches Problem. Präsidentin: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt und verlangt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit #ST# 94.3161 Interpellation Hegetschweiler Alpen-Initiative und Fertigstellung des Zürcher Nationalstrassennetzes Initiative des Alpes. Achèvement du réseau zurichois des routes nationales Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1994 Im Nationalrat hat während der Frühjahrssession 1994 die Dis- kussion zu elf dringlichen Interpellationen stattgefunden, die nach Annahme der Alpen-Initiative eingereicht worden waren. Die Fragen betreffen die Auswirkungen der Alpen-Initiative auf Bau und Projektierung der Transitstrassen im Alpengebiet Aufgrund der Stellungnahme des Vorstehers des Eidgenössi- schen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartementes stel- len sich für die Planung und den Bau der Nationalstrassen im Räume Zürich folgende Fragen: 1. Gibt es Hemmnisse-wenn ja, welche?-, die dem raschen Entscheid des Bundesrates über die neue generelle Linienfüh- rung der N 4 im Knonauer Amt mit der Tunnelvariante «Islis- berg lang» entgegenstehen? 2. Hat das Baubewilligungsverfahren der Westumfahrung von Zürich mit Uetlibergtunnel Auswirkungen auf den anstehen- den Entscheid für die N 4? 3. Ist der Bundesrat bereit, in der für die Sommersession ver- sprochenen Vorlage über die Auswirkungen der Alpen-Initia- tive auf den Strassenbau im Alpengebiet auch finanzielle Um- lagerungen auf Projekte ausserhalb des Alpengebietes vorzu- sehen? 4. Ist der Bundesrat bereit, bei möglichen Umlagerungen die prekäre Verkehrssituation im Räume Zürich/Knonauer Amt an- gemessen zu berücksichtigen? Texte de l'interpellation du 18 mars 1994 Au Conseil national, pendant la session de printemps 1994, un débat a eu lieu concernant onze interpellations urgentes dé- posées à la suite du vote en faveur de l'initiative des Alpes. Ces interventions posaient des questions au sujet des répercus- sions de l'initiative sur l'établissement des projets et l'aména- gement des routes de transit dans la zone alpine. Considérant l'avis exprimé par le chef du Département fédéral des transports, des communications et de l'énergie, les ques- tions suivantes se posent au sujet de la planification et de la réalisation des routes nationales dans la région de Zurich: 1. Existe-t-il des obstacles, et si oui lesquels, qui s'opposent à une prompte décision du Conseil fédéral concernant le nou- veau tracé général de la N 4 dans le district de Knonau selon la variante d'un long tunnel de l'Islisberg? 2. La procédure d'autorisation du contournement ouest de Zu- rich par le tunnel de l'Uetliberg a-t-elle des incidences sur la décision pendante concernant la N 4? 3. Le Conseil fédéral est-il disposé à prévoir des transferts fi- nanciers en faveur de travaux routiers situés hors de l'espace alpin dans le projet relatif aux conséquences de l'acceptation de l'initiative pour les constructions routières dans la zone al- pine, qu'il a promis pour la session d'été? 4. Est-il prêt, en cas de transfert financier, à prendre dûment en considération la situation difficile en matière de trafic que connaît la région Zurich/district de Knonau? Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Baumberger, Bezzola, Binder, Cincera, Fischer-Seengen, Frey Walter, Mau- rer, Verterli (9) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Am Zusammenschluss der Nationalstrassen im Knonauer Amt und südwestlich von Zürich wird seit über 20 Jahren pro- jektiert und geplant Vom Verkehrsaufkommen her müssten diese Lücken längst geschlossen sein. Tägliche kilometer- lange Staus auf der Westtangente in Zürich und am Autobahn- ende bei Birmensdorf sind eine unerträgliche Situation für die betroffene Wohnbevölkerung wie für die Automobilisten. In zwei Jahren wird das Autobahnteilstück Cham bis Knonau er- öffnet Dadurch wird der Verkehr durch die Ämtler Dörfer und Birmensdorf nochmals massiv zunehmen. Die Beschleuni- gung der Projektierung und der Realisierung der erwähnten Nationalstrassen-Teilstücke ist dringlich, sowohl aus der Sicht der betroffenen Bevölkerung wie auch im übergeordneten In- teresse. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 18. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 mai 1994 Der Bundesrat kennt die prekären Verkehrsverhältnisse im Knonauer Amt und südwestlich von Zürich. Er ist darum der Meinung, dass die in diesem Raum bestehenden Lücken des Nationalstrassennetzes so rasch wie möglich geschlossen werden sollen. Deshalb hat der Bundesrat den Kanton Zürich immer wieder mit Nachdruck darauf hingewiesen, die Realisie- rung der flankierenden Massnahmen voranzutreiben, damit der bestehende Abschnitt der N 4 bis Knonau möglichst bald eröffnet werden kann. Strassenbau vorhaben erfordern mit Blick auf die möglichen Umwelteinwirkungen sorgfältige und umfassende Planungs- und Projektierungsarbeiten, was selbstredend einen grösseren Zeitaufwand beansprucht. Aus- serdem sind die nicht beeinflussbaren Verzögerungen wegen Einsprachen und Beschwerden zu bedenken. Demgegen- über sieht der Bundesrat keinen unmittelbaren Zusammen- hang zwischen der Annahme der Alpen-Initiative und der Rea- lisierung der hier in Frage stehenden Teilstrecken des Natio- nalstrassennetzes. Die einzelnen Fragen können deshalb wie folgt beantwortet werden: 1. Das generelle Projekt der N 4 im Knonauer Amt befindet sich zurzeit in der Vernehmlassung bei den interessierten Bun- desämtern. Erst das Ergebnis dieser Ämterkonsultation wird zeigen, wie das neue generelle Projekt im Vergleich zu jenem von 1975 zu beurteilen ist Im jetzigen Stadium sind indessen keine besondern Hemmnisse erkennbar. Die Kostenfrage wird aber wohl eingehend zu diskutieren sein. 2. Die Westumfahrung von Zürich und die N 4 durch das Kno- nauer Amt werden in Fudern miteinander verknüpft GegenSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Brügger Cyrill Umgehung des Wirtschaftsembargos gegen Serbien durch Schweizer Firmen Interpellation Brügger Cyrill Inobservation par des entreprises suisses de l'embargo économique contre la Serbie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3134 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.06.1994 - 08:00 Date Data Seite 1242-1244 Page Pagina Ref. No 20 024 233 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.