B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 465 25 60 Fax +41 (0)58 465 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-5488/2021 stm/bda/fma Z w i s c h e n v e r f ü g u n g v o m 6 . A p r i l 2 0 2 2 In der Beschwerdesache Parteien A._______ AG, vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. Christoph Jäger und/oder MLaw Thomas Geiger, Kellerhals Carrard Bern KIG,Effingerstrasse 1, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB, Infrastruktur, Hilfikerstrasse 3, 3000 Bern 65,vertreten durch die Rechts- anwälte Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb, Felix Tuchschmid und Isabelle Hanselmann, Walder Wyss AG, Seefeldstrasse 123, Postfach, 8034 Zürich, Vergabestelle, und B._______ AG, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Schneider Heusi Schneider Rechtsanwälte AG, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen - Zuschlag betreffend das Projekt "Mobilfunk in Bahntunneln TFK 2020", (SIMAP-Meldungsnummer 1230069; Projekt-ID 209076), B-5488/2021 Seite 3 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. Am 30. Oktober 2020 schrieben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, Infrastruktur (im Folgenden: Vergabestelle), auf der Internetplattform SIMAP (Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen der Schweiz) unter dem Projekttitel "Mobilfunk in Bahntunneln TFK 2020" (Pro- jekt-ID 209076) einen Lieferauftrag im offenen Verfahren aus (SIMAP-Mel- dungsnummer: 1153229). B. Am 26. November 2021 wurde der Zusch lag im Beschaffungsverfahren "Mobilfunk in Bahntunneln TFK 2020" an die B._______ AG erteilt und am 27. November 2021 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer: 1230069) publiziert . Als Preis ( Gesamtpreis) wurden Fr. 72'769'402.67 ohne MWST angegeben (vgl. Ziff. 3.2 der am 27. November 2021 publi- zierten Zuschlagsverfügung). C. C.a Am 17. Dezember 2021 gelangte A._______ AG (im Folgenden: Be- schwerdeführerin) mit Beschwerde gegen die am 27. November 2021 publizierte Zuschlagsverfügung vom 26. November 2021 an das Bundes- verwaltungsgericht. Sie verlangt namentlich, die Zuschlagsverfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, die B._______ AG auszuschliessen und der Zuschlag sei dem Angebot der Beschwerdeführerin zu erteilen, eventuali- ter sei die Sache zur Neubeurteilun g, subeventualiter zur Wiederholung des Vergabeverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Vergabestelle zu- rückzuweisen und subsubeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der ange- fochtenen Verfügung festzustellen und die Vergabestelle zu verurteilen, der Beschwerdeführerin die entstandenen Offertkosten zu entschädigen. C.b In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin insbeson- dere, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Vergabestelle sei bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung der Vertragsschluss mit der B._______ AG superprovisorisch einstweilen zu untersagen. D. Mit superprovisorischer Anordnung vom 20. Dezember 2021 untersagte der Instruktionsrichter bis zu m Entscheid über den Antrag betreffend die B-5488/2021 Seite 4 Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, nament- lich den Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin. E. E.a Mit Eingabe vom 20. Januar 2022 reichte die Vergabestelle ihre Ver- nehmlassung zu den pr ozessualen Anträgen der Beschwerdeführerin in- nert erstreckter Frist ein. Sie beantragt unter Kostenfolge zulasten der Be- schwerdeführerin namentlich, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit da- rauf eingetreten werden kann, wobei sie folgende prozessuale Begehren stellt: 1. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen und die der Beschwerde superprovisorisch erteilte aufschiebende Wirkung sei zu entziehen. 2. Eventualiter: Es sei der Vergabestelle für die Dauer des Verfahre ns zu erlauben, der Zuschlagsempfängerin den Auftrag bis zu einem ma- ximalen Auftragsvolumen von CHF 5,000,000.– zu erteilen. 3. Es sei für die Frage der aufschiebenden Wirkung kein weiterer Schrif- tenwechsel durchzuführen. 4. Die Verfahren mit Geschäfts-Nr. B-5488/2021 und B-5500/2021 seien zu vereinen. E.b Die Vergabestelle begründet ihren Eventualantrag damit, dass aus Verhältnismässigkeitsüberlegungen (Art. 5 Abs. 2 BV) es der Vergabestelle zu erlauben sei, den Auftrag bis zu einem maximalen Auftragsvolumen von CHF 5’000’000.– zu erteilen. Dies würde es der Vergabestelle immerhin ermöglichen, die dringlichsten Projekte (Gotthard -Scheiteltunnel, Oberer Hauenstein Tunnel, Zürich Kernnetz Wipkingen Käferberg und Vorprojekt Gotthard Basistunnel) während der Dauer des Verfahrens weiter voranzu- treiben und die Nachteile der Verzögerung durch das Beschwerdeverfah- ren soweit wie möglich zu verhindern bzw. zu mitigieren (Vernehmlassung, Rz. 132). Ergänzend führt die Vergabestelle aus, dass keine selbstverschuldete Dringlichkeit vorliege und sie das Projekt rechtzeitig ausgeschrieben habe (Vernehmlassung, Rz. 126 f.). F. Mit Stellungnahme vom 20. Januar 2022 zum Antrag auf aufschiebende Wirkung beantragt die Beschwerdegegnerin, es sei keine aufschiebende B-5488/2021 Seite 5 Wirkung zu gewähren. Das Vo rhaben sei für die Beschwerdegegnerin dringlich, zumal sie aufgrund der momentan vorherrschenden weltweiten Lieferengpässe im Elektronik- und Rohstoffmarkt auf baldige Klarheit an- gewiesen sei, um weitere Folgeverzögerungen des Projektes zu vermei- den (Vernehmlassung Beschwerdegegnerin, Rz. 14). G. G.a Mit Eingabe vom 21. Februar 2022 beantragt die Beschwerdeführerin, die Rechtsbegehren und prozessualen Haupt - und Eventualanträge der Vergabestelle und der Beschwerdegegnerin seien abzuweisen. G.b Sie repliziert zum Vorbringen der Beschwerdegegnerin , die geltend gemachten Verzögerungen hätten grundsätzlich alle Anbieterinnen betrof- fen (Replik, Rz. 104). G.c Die Beschwerdeführerin führt zur Dringlichkeit und zum Eventualan- trag der Vergabestelle insbesondere aus, der Vergabestelle gelinge es nicht, allfällige gravierende Folgen einer Verzögerung darzulegen. Die Be- schwerdeführerin erwähnt namentlich, dass Erkenntnisse aus dem Lötsch- berg-Basistunnel zeigen würden, dass das eingesetzte Tunnel-Equipment länger und ohne terminlichen Druck betrieben werden könne, als von der Vergabestelle dargestellt (Replik, Rz. 96 ff.). Schliesslich argumentiert die Beschwerdeführerin, dass ein Vorabbezug eine massiv präjudizierende Wirkung hätte. So würden allfällige Infrastruk- turanpassungen (z.B. aufgrund des Hardware-Wechsels) und weitere Voll- zugsvorkehrungen der Beschwerdegegnerin den Ausgang des hängigen Beschwerdeverfahrens präjudizieren (Replik, Rz. 105 ff.). H. H.a Die Vergabestelle reichte mit Eingabe vom 28. Februar 2022 ihre Dup- lik ein. Sie entgegnet den Ausführungen der Beschwerdeführerin unter an- derem, dass die Dringlichkeit nicht selbstverschuldet sei. Die Vergabestelle habe das Projekt rechtzeitig ausgeschrieben und die aufgekommenen Ver- schiebungen seien der mit Covid -19 begründeten Verschiebungsanfrage einer Anbieterin sowie zahlreichen Rückfragen geschuldet (Duplik Verga- bestelle, Rz. 63 ff.). Weiter führt die Vergabestelle aus, dass der von der Beschwerdeführerin aufgebrachte Vergleich des Gotthard-Scheiteltunnels mit dem Lötschberg-B-5488/2021 Seite 6 Basistunnel aufgrund unterschiedlicher Umweltbedingungen in den Tun- neln nicht zielführend sei (Duplik Vergabestelle, Rz. 65). H.b Zur Frage der präjudizierenden Wirkung führt die Vergabestelle schliesslich aus, dass eine negative präjudizierende Wirkung auch deswe- gen nicht ersichtlich sei, weil der Einbau einer Anlage der C._______ in einigen wenigen Tunnel n, bei denen Dringlichkeit vorliege , nicht verhin- dere, dass nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens in den verbleiben- den Tunneln Anlagen von anderen Herstel lern eingebaut werden (Duplik Vergabestelle, Rz. 71). I. Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 8. März 2022 eine Stel- lungnahme zur Duplik der Vergabestelle vom 28. Februar 2022 ein. In Be- zug auf die Dringlichkeit und den Eventualantrag führt die Beschwerdefüh- rerin namentlich aus, dass sich problemlos weitere Beispiele von Tunneln anführen lassen, in welchen Tunnelfunkanlagen während über fünfzehn Jahren unter vergleichbaren Bedingungen in Betrieb standen bzw. stehen. Weiter unterstreicht die Beschwer deführerin, dass einem Vorabbezug er- hebliche präjudizielle Wirkung zukomme, da eine entsprechende Umrüs- tung der Tunnelfunkanlagen mit einem beträchtlichen zeitlichen und finan- ziellen Aufwand verbunden sei, zu welchem verschiedene Initialaufwen- dungen dazukommen würden (Stellungnahme zur Duplik, Rz. 25 ff.). J. Die Vergabestelle reichte schliesslich mit Eingabe vom 16. März 2022 eine auf die Frage der Dringlichkeit begrenzte Stellungnahme ein. In Bezug auf den von der Beschwerdeführerin aufgebrachten Vergleich mit anderen Tunnelfunkanlagen bringt die Vergabestelle unter anderem vor, ein solcher Vergleich sei unbehelflich, da die vorgebrachten Vergleichstunnels aus ei- ner anderen Anlagegeneratio n mit komplett unterschiedlicher Bauform seien (Stellungnahme Vergabestelle vom 16. März 2022, Rz. 1 ff.). K. Mit Verfügung vom 21. März 2022 wurde festgehalten, dass ein weiterer Schriftenwechsel im Zwischenverfahren zur aufschiebenden Wirkung nicht vorgesehen ist. B-5488/2021 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Am 1. Januar 2021 ist das totalrevidierte Bundesgesetz vom 21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1), die dazu- gehörende Verordnung vom 12. Februar 2020 über das öffe ntliche Be- schaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) sowie das revidierte GATT/WTO- Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswe- sen, Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 2012 (Govern- ment Procurement Agreement [GPA 2012, SR 0.632.231.422]), in Kraft ge- treten. Gemäss Art. 62 BöB werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes eingeleitet wurden, nach bisherigem Recht zu Ende ge- führt (Urteil des BVGer B -3156/2021 vom 29. September 2021 E. 1.2 "MÜLS Tunnel Schlund und Spier [A2 Luzern]"). Der hier zu beurteilende Auftrag "Mobilfunk in Bahntunneln TFK 2020 " wurde am 30. Oktober 2020 im offenen Verfahren ausgeschrieben (Projekt- ID 209076; Meldungsnummer: 1153229). Mit Publikation auf der Internet- plattform SIMAP vom 16. Februar 2021 (Meldungsnummer: 1180285) wurde die Ausschreibung dahingehend berichtigt, dass die Frist für die Ein- reichung des Angebots vom 31. März 2021 auf den 28. April 2021 sowie das Datum der Offertöffnung vom 2. April 2021 auf den 3. Mai 2021 nach hinten verschoben wurden. Folglich ist auf das hier zu beurteilende, mit Publikation der Ausschreibung vom 30. Oktober 2020 eingeleitete und mit am 16. Februar 2021 einzig hin- sichtlich der Eingabefrist und der Offertöffnung berichtigte Verfahren prima facie das alte Recht anwendbar (Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [aBöB, AS 1996 508 ff.] und Ver- ordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Dezember 1995 [aVöB; AS 1996 518 ff. bzw. AS 2009 6149 ff.]). 2. 2.1 Die aufschiebende Wirkung wird im öffentlichen Beschaffung swesen lediglich auf Gesuch hin erteilt (Art. 28 Abs. 2 aBöB), wobei bei nicht offen- sichtlich unbegründeten Beschwerde n eine Interessenabwägung vorzu- nehmen ist (BVGE 2017 IV/3 E. 3.2 "Mobile Warnanlagen"). Wenn eine hinreichende Dringlichkeit der Beschaffung ganz oder teilweise zu bejahen ist, kann im Rahmen dieser Abwägung auch offengelassen werden, ob die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Es können auch vorsorgliche Massnahmen getroffen werden, welche im Ergebnis zu einer teilweisen B-5488/2021 Seite 8 Gewährung der aufschiebenden Wirkung führen (Zwischenverfügung B-3526/2013 vom 16. August 2013 E. 3.3 "HP Monitore"). 2.2 Nach Art. 39 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) leitet der Instruktionsrichter das Verfahren bis zum En- dentscheid. Das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird im Rahmen der Anfechtung eines Zuschlags aufgrund der den End ent- scheid präjudizierenden Wirkung praxisgemäss in Dreierbesetzung beur- teilt (Zwischenentscheid des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Micro- soft", auszugsweise publiziert in: BVGE 2009/19, E. 1.2 mit Hinweisen; vgl. auch PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Auflage 2 013, Rz. 1340 mit Hin- weisen). Demgegenüber entscheidet der Instruktionsrichter allein über die Anträge, der Vergabestelle sei der Bezug einer ersten Tranche der in Frage stehen- den Lieferungen zu bewilligen, sofern Dringlichkeit geltend gemacht wird, die in Frage stehenden Lieferungen unterteilbar sind und die beantragte Erlaubnis zum Leistungsbezug nur einen kleinen, die Anordnungen in Be- zug auf die gesamte Leistung nicht übermässig präjudizierenden Anteil des Beschaffungsgegenstands zum Gegenstand hat (vgl. dazu die Zwischen- verfügung des BVGer B-3380/2021 vom 8. September 2021, S. 3 mit Hin- weisen "Identity and Access Management"). Dabei wird keine Hauptsa- chenprognose gemacht, da diese praxisgemäss dem Dreierspruchkörper vorbehalten ist, sondern es wird lediglich eine Interessenabwägung vorge- nommen (Zwischenverfügung des BVGer B -4959/2021 vom 27. Januar 2022 S. 6 "Weichenschleifmaschinen"). 3. 3.1 Gegenstand der vorliegenden Ausschreibung ist der Lieferauftrag ver- schiedener Module von Tunnelfunkanlagen sowie Design, Planung, Liefe- rung, Einbau, Inbetriebsetzung und Zusammenschaltung aller notwendi- gen Module in Zusammenarbeit mit den SBB -Fachdiensten und anderen Lieferanten der SBB AG zu einem funktionierenden Gesamtsystem. Zu- dem soll die Anbieterin über den gesamten Life Cycle (12 Jahre) Support und Unterhalt gewährleisten und die Möglichkeit bieten, die Tunnelfunkan- lage auf dem Stand der Technik zu halten (Ziff. 2.6 der Ausschreibung). B-5488/2021 Seite 9 3.2 Nachdem die Vergabestelle ausdrücklich anerkennt, dass die vorlie- gend zu beurteilende Vergabe in den Staatsvertragsbereich fällt (Stellung- nahme vom 20. Januar 2022, Rz. 7), ist prima facie davon auszugehen, dass das Beschaffungsgesetz auf die vorliegende Beschaffung anzuwen- den ist. 4. 4.1 Namentlich Dienstleistungen, in Bezug auf welche dauernder oder re- gelmässiger Bedarf besteht, sind für die Vergabestelle oft unverzichtbar, weshalb es sich mit Blick auf das Verhältnismässigkeitsgebot rechtfertigen kann, eine Teilmenge zur Beschaffung freizugeben (Zwischenverfügungen B-3238/2021 vom 20. September 2021 "Google / Public Cloud", B-3526/2013 vom 16. August 2013 E. 4.1 "HP-Monitore"; vgl. dazu neuer- dings MANUEL KREIS, Etablierung sog. Teilfreigaben in Vergabeverfahren, in: dRSK, publiziert am 11. März 2022, Rz. 12). 4.2 Die vorliegend mit Lieferauftrag (Ausschreibung, Ziff. 1.8) ausgeschrie- benen Tunnelfunkanlagen bilden Teil der notwendigen Infrastruktur eines Tunnels, weshalb ihre Instandhaltung und regelmässige Erneuerung zu ge- währleisten ist. Es handelt sich dabei vorliegend nicht um eine Lieferung in Bezug auf welche dauernder oder regelmässiger Bedarf besteht . Tunnel- funkanlagen sind prima facie über mehrere Jahre einsatzfähig. So wurden die ausgeschriebenen Tunnelfunkanlagen zwischen 2009 und 2017 instal- liert und erreichen bald ihr Lebensende, weshalb sie in der Periode von 2022 bis 2028 zu ersetzen sind (Ausschreibungsbedingungen, Kap. 1.4). Damit kann sich die Lage ergeben, dass der Betrieb eines Tunnels ohne den Ersatz der Tunnelfunkanlagen nic ht mit hinreichender Sicherheit ge- währleistet werden kann, was ebenfalls Dringlichkeit begründen kann. Dasselbe kann für ein Vorprojekt gelten, solange sichergestellt ist, dass keine nicht hinnehmbare präjudizierende Wirkung eintritt. 4.3 Die Vergabestelle begründet ihren dringenden Bedarf damit, im streit- betroffenen Vergabeverfahren seien zahlreiche Tunnelfunkanlagen ausge- schrieben, die im Zeitraum zwischen 2022 und 2028 ersetzt werden müss- ten. Der Zeitplan sei abhängig vom Zustand der Anlage, von einem mögli- chen Zutritt zur Anlage, von anderen Bauvorhaben im Tunnel oder auf der Strecke sowie von der allgemeinen Verkehrsplanung. Die dringli chsten Projekte seien der Gotthard-Scheiteltunnel, das Vorprojekt Gotthard Basis- tunnel, Zürich Kernnetz Wipkingen Käferberg und Oberer Hauenstein Tun- nel (Vernehmlassung, Rz. 132). B-5488/2021 Seite 10 Nachfolgend ist somit zuerst die Dringlichkeit der als von der Vergabestelle als am dringlichsten eingestuften Projekte zu prüfen. 4.4 4.4.1 Zum Gotthard-Scheiteltunnel führt die Vergabestelle aus, dieser sei durch den Bau der zweiten Röhre für den Gotthard Strassentunnel termi- niert. Der Aushub der zweiten Röhre für den Gotthard Strassentunnel solle über den Gotthard -Scheiteltunnel abtransportiert werden. Die Aushubar- beiten für den Strassentunnel würden auf der Südseite ab Mitte 2023 star- ten und bis mindestens Ende 2027 dauern. Die Arbeiten zum Ersatz der Tunnelfunkanlage im Gotthard -Scheiteltunnel müssten bei einer Projekt- dauer von 18 Monaten bereits im ersten Quartal des Jahres 2022 beginnen (Vernehmlassung, Rz. 110 ff.). Es sei nicht möglich, den Ersatz der Tunnelfunkanlage im Gotthard-Schei- teltunnel auf einen Zeitpunkt nach der Fertigstellung der zweiten Röhre des Gotthard Strassentunnels (2028) zu legen, denn eine Verschiebung würde aufgrund des Alters der Anlage mit notfallmässigen Reparaturarbeiten ein- hergehen. Die bereits heute aufgrund von Empfangsproblemen geplagte Anlage hätte ihre Lebensdauer im Jahr 2028 bei Weitem überschritten (Vernehmlassung, Rz. 112 ff.). 4.4.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet, Erkenntnisse aus dem Lötsch- berg-Basistunnel, der über die identische D._______ Ausrüstung wie im Gotthard-Scheiteltunnel verfüge, würden zeigen , dass das eingesetzte Tunnel-Equipment länger und ohne terminlichen Druck betri eben werden könnte, als von der Vergabestelle dargestellt. Ein Betrieb der Tunnelfunk- anlagen sei damit bis ins Jahr 2030 sichergestellt (Replik, Rz. 98 ff.). Es liessen sich problemlos weitere Beispiele anführen, in welchen Tunnel- funkanlagen während über fünfzehn Jahre unter vergleichbaren Bedingun- gen (Steingewölbe und offene Nischen für das Equipment) in Betrieb stan- den beziehungsweise stehen würden. Als Beispiel nennt die Beschwerde- führerin den Lötschberg -Scheiteltunnel, den Grenchenberg -Tunnel, den Hondrich-Tunnel und den Mittalgrabtunnel (Stellungnahme zur Duplik , Rz. 26). 4.4.3 Die Vergabestelle hält dem entgegen, der Vergleich des Lötschberg- Basistunnels mit dem Gotthard -Scheiteltunnel sei nicht zielführend. Der Anlagezustand und Zeitpunkt eines notwendigen Ersatzes einer Tunnel- funkanlage werde nicht nur durch das Alter, sondern vielmehr durch die B-5488/2021 Seite 11 Umweltbedingungen im Tunnel bestimmt. So würden sich die Tunnelfunk- anlagen im Lötschberg-Basistunnel in modernen, sauber betonierten und klimatisierten Querschläger n befinden, wohingegen die Tunnelfunkanla- gen im Gotthard Scheiteltunnel offen zur Fahrröhre stehen und einen ho- hen Wassereintritt aufweisen würden. Entsprechend sei weiterhin davon auszugehen, dass ein Verschieben de s Ersatzes der Tunnelfunkanlagen auf das Jahr 2028 unter anderem zu nicht hinnehmbaren Verzögerungen beim Abtransport des Aushubmaterials und beim Bau des Gotthard Stras- sentunnels führen würde (Duplik Vergabestelle, Rz. 65 ff.). Bezüglich weiterer Tunnelvergleiche führt die Vergabestelle ergänzend aus, dass auch diese nicht korrekt seien und es sich um einen Vergleich von Äpfeln mit Birnen handle. So seien die seitens der Beschwerdeführerin beschriebenen Anlagen namentlich aus anderen Anlagengenerationen mit unterschiedlichen Bauformen (Stellungnahme Vergabestelle vom 16. März 2022, Rz. 1 ff.). 4.4.4 4.4.4.1 Aufgrund der hohen Bedeutung des Gotthard Strassentunnels für den Strassenverkehr und die Volkswirtschaft besteht an der speditiven Ab- wicklung des Projektes "Zweite Röhre Gotthardstrassentunnel" prima facie ein gesteigertes öffentliches Interesse. Während des Zeitraums zwischen den Jahren 2023 und 2027 sollen die Aushubarbeiten stattfinden. Der Aus- hub soll über den Gotthard-Scheiteltunnel abtransportiert werden. Die Ar- beiten zum Ersatz der Tunnelfunkanlage im Scheiteltunnel müssen bei ei- ner Projektdauer von 18 Monaten im ersten Quartal des Jahres 2022 be- ginnen, damit ab 2023 täglich Züge mit Aushub durch den Gotthard-Schei- teltunnel verkehren können (vgl. Vernehmlassung, Rz. 111 f.). 4.4.4.2 Aus den Ausschreibungsunterlagen ergibt sich, dass die Tunnel- funkanlagen in naher Zukunft zu erneuern sind (Ausschreibungsbedingun- gen, Kap. 1.4 ; Ausschreibungsunterlage "Leistungsumf ang", Kap. 4.2). Gemäss Angaben der Vergabestelle (Stellungnahme vom 16. März 2022, Rz. 2) würde die Anlage im Gotthard-Scheiteltunnel bei Verzicht auf das von der Vergabestelle beantragte Vorgehen voraussichtlich deutlich über die Lebensdauer hinaus betrieben, womit jedenfalls altersbedingte Ausfälle wahrscheinlich sind. Die Anlage im Gotthard -Scheiteltunnel ist demnach innert absehbarer Zeit zu erneuern. Prima facie kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die Tunnelfunkanlage im Gotthard-Scheitel- tunnel bis ins Jahr 2028 betrieben werden könnte , wie dies gemäss der B-5488/2021 Seite 12 Beschwerdeführerin mit Bezug zu anderen Tunneln gilt. Mit zunehmendem Alter besteht jedoch das durchaus konkrete Risiko eines Ausfalls der An- lage mit Folgen für den Betrieb des Tunnels. Derartige Risiken sind aus Sicht der Vergabestelle als Tunnelbetreiberin und aus Sicht der Eidgenos- senschaft insgesamt mit Blick auf das Strassentunnelprojekt nicht zumut- bar. Damit ist die Verschiebung des Ersatzes der Tunnelfunkanlage im Gotthard-Scheiteltunnel ins Jahr 2028 aufgrund der Akten keine Option. 4.4.4.3 Der Bau der zweiten Röhre des Gotthard Strassentunnels ab 2023 begründet demnach prima facie im Sinne einer hinreichenden Dringlich- keit, dass alles unternommen wird, damit die in die Planung des Baus mit- einbezogene Transportroute über den Gotthard -Scheiteltunnel ab 2023 einsatzbereit ist. Dies verlangt wiederum, dass der Ersatz der Tunnelfunk- anlage im Gotthard -Scheiteltunnel bereits im Vorfeld, das heisst im Jahr 2022, beginnen kann. 4.4.5 Es ergibt sich somit, dass die Dringlichkeit bezüglich dem Gotthard- Scheiteltunnel als hinreichend erscheint , um den Anträgen der Vergabe- stelle insoweit zu entsprechen. 4.5 4.5.1 Zum Vorprojekt Gotthard Basistunnel führt die Vergabestelle aus, dass der Gotthard Basistunnel Tag und Nacht befahren werde und der Zu- tritt nur während zweier Nächte pro Woche möglich sei. In diesen Nächten müssten alle Gewerke gleichzeitig ihre Anlagen reparieren, warten und kontrollieren. Die Betreiberorganisation Gotthard Life Cycle Management (GLCM) gebe für jede Anlage ein verbindliches Zeitfenster vor. Bei der Ter- minierung des Ersatzes des Tunnelfunksystems sei zu berücksichtigen, dass ein Vorprojekt notwendig werde, in dem verschiedene Varianten zu erarbeiten seien, der Anbieterin gewisse Erfahrungen im Tunnel ermöglicht und vor Ort "Proofs of Concept" durchgeführt würden. Nach Abschluss des Vorprojekts sei eine einjährige Bauprojektphase erforderlich, in welcher die im Vorprojekt ausgewählte Variante von der Anbieterin entwickelt und die konkrete Ausführung detailliert geplant werde. Nur mit der Vorprojekt- und Bauprojektphase, in welche die berücksichtigte Anbieterin einzubinden sei, werde es möglich, das Ausführungsprojekt sachgerecht und während der von der Gotthard Life Cycle Management (GLCM) zugeteilten Periode aus- zuführen. Bereits in den Ausschreibungsunterlagen sei auf diese Dringlich- keit des Ersatzes der Tunnelfunkanlage im Gotthard Basistunnel hingewie- sen worden (Vernehmlassung, Rz. 114 ff.). B-5488/2021 Seite 13 4.5.2 Zur Dringlichkeit bezüglich des Vorprojekts Gotthard Basistunnel ist zunächst festzuhalten, dass es prima facie sehr plausibel erscheint, dass bei einem Tunnel in der Grössenordnung des Gotthard Basistunnels für den Ersatz der Tunnelfunkanlagen hoher Koordinationsbedarf mit dem Er- satz weiterer Gewerke besteht. Es ist daher nachvollziehbar, wenn für den Ersatz ausschliesslich bestimmte Zeitfenster vorgesehen werden können. Gemäss Kapitel 4.2 der Ausschreibungsunterlage "Leistungsumfang" vom 15. Oktober 2020 (Vernehmlassung, Beilage 36) ist für den Gotthard Ba- sistunnel bereits ab Anfang 2022 mit Koordinations- und Vorbereitungsar- beiten zu rechnen. Die SBB gehe für die Vorbereitungsarbeiten momentan von einer Grössenordnung von bis zu 1000 Manntagen in der Periode 2022/2023 aus (Kapitel 4.2 "Vorläufiger Projektplan"). Prima facie besteht demnach Dringlichkeit bereits in Bezug auf das Vorprojekt, welches bald in Angriff genommen werden sollte. 4.5.3 Es ergibt sich somit, dass die der Anbieterseite frühzeitig transparent gemachte Dringlichkeit bezüglich des Vorprojekts im Gotthard Basistunnel als hinreichend erscheint, um den Anträgen der Vergabestelle insoweit zu entsprechen. 4.6 4.6.1 In Bezug auf das Projekt Zürich Kernnetz Wipkingen Käferberg führt die Vergabestelle aus, dass die Eigentümerin im Wipkingertunnel die Fahrbahn, Gewölbehülle und Kabelanlagen saniere. Wenn der Ersatz der Tunnelfunkanlage gleichzeitig mit dem Sanierungsprojekt erfolge, könnten zahlreiche Synergien genutzt werden, welche der Vergabestelle erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen und zusätzlich nicht die Gefahr mit sich bringen würden, dass im Falle getrennt er Sanierungen die bestehenden Tunnelfunkanlagen beschädigt würden. Um das Planungsprojekt nicht zu verzögern, müssten die technischen Angaben der Tunnelfunkanlage von der Anbieterin entsprechend bereits im Jahr 2022 geliefert werden. Dieser Zeitplan sei gefährdet, wenn der Beschwerde die aufschiebende Wirkung gegeben würde. Ferner würde eine Verschiebung des Ersatzes der Tun- nelfunkanlage auf einen späteren Zeitpunkt erhebliche Mehrkosten nach sich ziehen (Vernehmlassung, Rz. 120 ff.). 4.6.2 Aus dem von der Verga bestelle beigelegten Auszug der Website https://news.sbb.ch "Strecke Zürich HB-Wipkingen während eines Jahres B-5488/2021 Seite 14 gesperrt" vom 17. Mai 2021 (Auszug vom 18. Januar 2022; Vernehmlas- sung, Beilage 38) ergibt sich, dass die Strecke Zürich HB –Zürich Wipkin- gen von Ende 2023 bis Ende 2024 zwecks Umbau des Bahnhofs Wipkin- gen und Sanierung des Wipkingerviadukts gesperrt wird. Dabei w erden auch einige Stellen im Wipkingertunnel saniert. Die Arbeiten im Bahnhof und im Tunnel würden unter Betrieb ausgeführt. Der Betrieb de r S24 ab Zürich Wipkingen Richtung Zürich Oerlikon könnte somit aufrecht erhalten bleiben. Für einen Ersatz der Tunnelfunkanlage ab Ende 2023 ist somit prima facie nicht ersichtlich, inwiefern bereits heute ein Handlungsbedarf betreffend Vorabbezug besteht. Jedenfalls substantiiert die Vergabestelle nicht weiter, weshalb die technischen Angaben der Tunnelfunkanlagen bereits im Jahr 2022 zu liefern sind. Damit ist auch nicht weiter darauf einzugehen, dass die geltend gemachten Mehrkosten für den Fall der Verweigerung des Vor- abbezugs nicht hinreichend substantiiert sind. 4.6.3 Es ergibt sich somit, dass die Dringlichkeit bezüglich des Zürich Kern- netz Wipkingen Käferberg nicht als hinreichend erscheint. Insoweit ist der Antrag auf Erlaubnis eines Vorbezugs abzuweisen. 4.7 4.7.1 Zum Oberen Hauenstein Tunnel führt die Vergabestelle aus, dieser liege auf der Ersatzstrecke des Hauenstein Basistunnels während dessen Sanierung zwischen 2023 und 2027. Im Rahmen dieser Sanierung würden nächtliche Abschnittssperren, Totalsper ren an den Wochenenden und eventuelle tunnelweite Einspursperren des Hauenstein Basistunnels nötig sein. Ein Ersatz der Tunnelfunkanlage im Oberen Hauenstein Tunnel sei deshalb während dieses Zeitraums schwierig. Im Zusammenhang mit einer allfälligen Verschiebung auf den Zeitpunkt nach der Sanierung des Hauen- stein Basistunnels wird vorgebracht, dass die Tunnelfunkanlage im Oberen Hauenstein Tunnel bereits heute ihr Lebensende erreicht habe (Vernehm- lassung, Rz. 123 ff.). 4.7.2 Gemäss dem von der Vergabestelle eingereichten Auszug der Webs- ite https://news.sbb.ch "Grundinstandsetzung Hauenstein -Basistunnel" (Auszug vom 18. Januar 2022; Vernehmlassung, Beilage 40) sind während der Sanierung des Hauenstein Basistunnels drei Typen von Sperrungen vorgesehen, namentlich a bschnittsweise Einspursperrungen nachts über die ganze Bauzeit, Totalsperren an manchen Wochenenden und eventuell B-5488/2021 Seite 15 tunnelweite Einspursperren im Sommer. Bei nächtlichen Sperren könne der Tunnel von einer reduzierten Anzahl Züge befahren werden. Während einigen Wochenenden seien Totalsperren des Tunnels unvermeidbar. Der Weg über den Oberen Hauenstein Tunnel wird demnach prima facie nur sporadisch als Ausweichroute genutzt, solange der Hauenstein Basis- tunnel saniert wird . Im Gegensatz zur insoweit nicht vergleichbaren Aus- gangslage beim Gotthard-Scheiteltunnel, der für den Abtransport des Aus- hubs für den Bau der zweiten Röhre genutzt wird, ergibt sich beim Oberen Hauenstein Tunnel nicht, dass dieser permanent aufgrund der Sanierung im Hauenstein Basistunnel beansprucht wird. 4.7.3 Die Dringlichkeit bezüglich des Oberen Hauenstein Tunnels erscheint daher prima facie nicht als hinreichend, um einen Vorabbezug zu begrün- den. 4.8 Zusammenfassend kann damit bezüglich der Dringlichkeit der einzel- nen Projekte festgehalten we rden, dass die Dringlichkeit des Gotthard - Scheiteltunnels und des Vorprojekts Gotthard Basistunnel als hinreichend zu beurteilen ist, während die Dringlichkeit für den Oberen Hauenstein Tun- nel und das Zürich Kernnetz Wipkingen Käferberg nicht als hinreiche nd erscheint, um insoweit die Erlaubnis eines Vorabbezugs zu bewilligen. Da- bei ist die Dringlichkeit aus Sicht der öffentlichen Auftraggeberseite wesent- lich, wogegen die seitens der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Dringlichkeit aufgrund der (nicht best rittenen) Lieferkettenprobleme (Ver- nehmlassung Beschwerdegegnerin, Rz. 14) nicht derart ist, dass mit Blick auf diese in Bezug auf sämtliche vier Projekte ein Vorabbezug bewilligt werden müsste. 5. 5.1 5.1.1 Im Weiteren beanstandet die Beschwerdeführerin, die Dringlichkeit sei von der Vergabestelle selbst verschuldet , da die Vergabestelle ver- pflichtet sei, Beschaffungsgeschäfte so langfristig zu planen, dass auch bei Rechtsmittelverfahren keine Dringlichkeit eintreten kann (Beschwerde, Rz. 33). Die Vergabestelle schreibe ihre Aufträge im Tunnelfunkbereich un- gefähr alle fünf Jahre aus und verfüge entsprechend über die Kompetenz und das Wissen, periodische Neuvergaben zeitgerecht zu planen. Es könne der Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund nicht zum Nachteil B-5488/2021 Seite 16 ausgelegt werden, wenn die Vergabestelle nur Verzögerungen von einigen wenigen Monaten eingeplant habe (Replik, Rz. 100 ff.). 5.1.2 Die Vergabestelle entgegnet, die Dringlichkeit sei nicht selbst ver- schuldet, da sie das Projekt rechtzeitig ausgeschrieben habe und sich die Verschiebung der Eingabefrist aufgrund einer Anfrage einer Anbieterin im Zusammenhang mit den damals geltenden Covid -19-Massnahmen erge- ben habe ( Vernehmlassung, Rz. 126 f.) . Es sei unzutreffend, dass die Vergabestelle Aufträge im Bereich Tunnelfunk alle fünf Jahre ausschreibe. So habe die letzte Ausschreibung im Jahr 2013 stattgefunden. Eine Aus- schreibung der heute dringlichen Projekte habe zu dem Zeitpunkt keinen Sinn gemacht. Entsprechend lasse sich bei der Vergabestelle kein Pla- nungsfehler ausmachen (Duplik Vergabestelle, Rz. 64 und 69). Ausserdem habe sich der Rollout der Inbetriebnahme der 2023 ausgeschriebenen Tun- nelfunkanlagen aufgrund technischer Probleme der neu entwickelten Anla- gegeneration um gut drei Jahre verzögert (Ste llungnahme Vergabestelle vom 16. März 2022, Rz. 3). 5.2 5.2.1 Nach Möglichkeit sind Beschaffungsgeschäfte samt Durchführung des eigentlichen Submissionsverfahrens und eines allfälligen Rechtsmittel- verfahrens so langfristig zu planen, dass grundsätzlich keine Dringl ichkeit eintreten kann (Urteil des BGer 2C_339/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.2 "IT / Glarus / Umstrukturierung Gemeinden "; Zwischenentscheide des BVGer B-4958/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 5.3 "Projektcontrollingsystem Alp- Transit“, B-6160/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 13 "Laborneubau ETH Basel" und B-3580/2021 vom 30. November 2021 E. 7.2 "Identity and Ac- cess Management"). 5.2.2 Zugleich kann eine selbstverschuldete Dringlichkeit nicht dazu füh- ren, dass sich das Gericht daran gehindert sieht, einer Beschwerde zur Vermeidung substantiiert dargelegter gravierender Folgen einer Verzöge- rung im Einzelfall nicht gleichwohl die aufschiebende Wirkung zu versagen (vgl. zum Ganzen GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1328 m.H.). Dabei ist es grundsätzlich Sache der Ver gabestelle, allfällige gravierende Folgen einer Verzögerung, welche die Nichterteilung der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde begründen sollen, substantiiert darzulegen (Zwischenentscheide des BVGer B-998/2014 vom 26. Oktober 2014 E. 7.2 "Datentransport BIT I", B-6160/2017 E. 14.1 "Laborneubau ETH Basel" und B-5488/2021 Seite 17 B-3580/2021 vom 30. November 2021 E. 7.2 "Identity and Access Man- agement"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1328). 5.3 Die Interessensabwägung beim Vorabbezug (vgl. E. 2.2 hiervor) folgt derselben Logik. Vorliegend kann bezüglich des Gotthard-Scheiteltunnels und des Vorprojekts Gotthard Basistunnel insbesondere mit Blick auf die relevanten Sicherheitsaspekte und die Risiken für den Bahnbetrieb jeden- falls nicht nur von Dringlichkeit, sondern darüber hinaus von substantiiert dargelegten gravierenden Folgen einer Verzögerung im Einzelfall gespro- chen werden, womit ein Vorabbezug – im Unterschied beispielsweise zu geringfügigen Mehrkosten – auch im Falle einer selbstverschuldeten Dring- lichkeit bewilligt werden kann. Demnach kann im vorliegenden Fall offen- bleiben, ob hinsichtlich der in Frage stehenden Projekte selbstverschuldete Dringlichkeit vorliegt. 6. Zu prüfen bleibt, ob sich die Erlaubnis eines Vorabbezugs in Bezug auf den Gotthard-Scheiteltunnel und das Vorprojekt Gotthard Basistunnel in nicht hinnehmbarer Weise präjudizierend auf die definitive Vergabe auswirkt. 6.1 6.1.1 Die Vergabestelle bringt vor, aus Verhältnismässigkeitsüberlegungen sei es der Vergabestelle eventualiter für die Dauer des Verfahrens zu er- lauben, der Zuschlagsempfängerin den Auftrag bis zu einem maximalen Auftragsvolumen von Fr. 5'000'000.– zu erteilen. Dies entspreche 6.87 Prozent der gesamthaft zug eschlagenen Leistungen im Wert von Fr. 72'769'402.67 und würde es der Vergabestelle erlauben, die dringlichs- ten Projekte (Gotthard -Scheiteltunnel, Oberer Hauenstein Tunnel, Zürich Kernnetz Wipkingen Käferberg und Vorprojekt Gotthard Basistunnel) wäh- rend de r Dauer des Verfahrens voranzutreiben (Vernehmlassung, Rz. 132). 6.1.2 Die Vergabestelle legt weiter dar, dass eine negativ präjudizierende Wirkung der Vergabe eines Bruchteils der Auftragssumme nicht ersichtlich sei. Ausserdem würden die Projekte , die im Rahmen der Ausschreibung vergeben werden, jeweils voneinander völlig unabhängige Tunnelfunkan- lagen betreffen. So würde der Einbau einer Anlage der C._______ in eini- gen wenigen Tunneln, bei denen Dringlichkeit vorliege , nicht verhindern, dass nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens in den verbleibenden B-5488/2021 Seite 18 Tunneln Anlagen von anderen Herstellern eingebaut werden (Duplik Verga- bestelle, Rz. 71). 6.1.3 Die Beschwerdeführerin entgegnet, dass ein Vorabbezug durch all- fällige Infrastrukturanpassungen wie zum Beispiel aufgrund des Hardware- Wechsels sowie weiteren Vollzugsvorkehrungen eine präjudizierende Wir- kung habe. Ferner sei eine Übergangslösung zur Gewährleistung der Funktionalität beider Anlagetypen, wenn schon, mit der Beschwerdeführe- rin und der Beschwerdegegnerin zuzulassen (Replik, Rz. 105 f.). 6.1.4 Die Beschwerdeführerin hält schliesslich fest, dass einem zumindest teilweise beantragten Systemwechsel eine erhebliche und vergaberecht- lich nicht mehr hinnehmbare präjudizierende Wirkung zukomme, da die be- stehenden Tunnelfunkanlagen nicht mit der angebotenen M ultiband-Lö- sung übereinstimmen würden und daher zunächst ausgebaut und umge- rüstet werden müssten. Ausserdem würden verschiedene weitere Initial- aufwendungen wie etwa für die Management -Software oder die Umschu- lung des eingesetzten Personals anfallen. Schliesslich sei es wenn schon denkbar, der Vergabestelle zu erlauben, die Wartung der Anlagen durch die aktuellen Betreiber/Hardware-Lieferanten vornehmen zu lassen. Da die Vergabestelle jedoch keinen entsprechenden Antrag stelle, sei sie darauf zu behaften (Stellungnahme zur Duplik, Rz. 28). 6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.2 hiervor) kann der Instruktionsrichter nur Anträge bewilligen, bei denen die beantragte Erlaubnis zum Leistungs- bezug nur einen kleinen, die Anordnungen in Bezug auf die gesamte Leis- tung nicht ü bermässig präjudizierenden Anteil des Beschaffungsgegen- stands zum Gegenstand hat (siehe auch Zwischenverfügung B-3238/2021 vom 20. September 2021, S. 5 "Google / Public Cloud"). Vorliegend handelt es sich bei den eventualiter beantragten Fr. 5 Mio. um einen geringfügigen Teil des gesamten Beschaffungsvolumens von Fr. 72'769'402.67 (exkl. MWST; vgl. Ziff. 3.2 der am 27. November 2021 publizierten Zuschlagsver- fügung). Dies präjudiziert das Endurteil mit Blick auf das Beschaffungsvolumen zwar in Bezug auf die beantragte Summe bis zu einem gewissen Grad, aber in noch hinnehmbarer Weise. Zu prüfen bleibt daher, ob durch den Einsatz der Technologie der Subunternehmerin der Beschwerde gegnerin ein e nicht mehr hinnehmbare präjudizierende Wirkung eintritt. B-5488/2021 Seite 19 6.3 Die bestehende Tunnelfunkanlage im Gotthard-Scheiteltunnel wurde nicht von der aktuellen Zuschlagsempfängerin erstellt (vgl. Vernehmlas- sung, Rz. 19 ). Es ist daher gerechtfertigt, der Vergabestelle die Wahl zu lassen, ob sie die Wartung oder Beschaffung mit der bisherigen Anbieterin vorantreibt oder die Leistung bei der Beschwerdegegnerin bezieht. Tat- sächlich kann es sein, dass mit einem allfälligen Technologiewechsel ge- wisse Initialkosten oder Kompatibilitätsprobleme entstehen. Indessen hat die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang nicht einen im Rahmen der Interessenabwägung überwiegenden Anspruch darauf, dass die Tech- nologie der C._______ in der Schweiz nicht Fuss fasst. Demnach liegt es in Bezug auf den Gotthard-Scheiteltunnel im Ermessen der Vergabestelle, ob der Ersatz der Tunnelfunkanlagen mit der Beschwerdegegnerin vorge- nommen oder ob vorerst nur Wartungsarbeiten oder aber eine Neuausrüs- tung durch die aktuelle Betreiber in/Hardware-Lieferantin vorgenommen werden sollen. Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, dass der Verga- bestelle mangels entsprechenden Antrags diese Wahl nicht zu lassen sei, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Die Alternative, wonach (mit deren Zu- stimmung) auch mit der bisherigen Anbieterin zusammengearbeitet wer- den kann, ist im wohlverstandenen Interesse derselben, weil so gerade keine zuungunsten der Beschwerdeführerin präjudizierende Wirkung durch eine neu eingesetzte Technologie eintritt. 6.4 Hinsichtlich des Gotthard Basistunnels ist noch darauf einzugehen, ob das Vorprojekt vom Hauptprojekt trennbar ist bzw. ob und wie insoweit eine nicht mehr hinnehmbare präjudizierende Wirkung vermieden werden kann. 6.4.1 Die Dringlichkeit liegt in Bezug auf den Gotthard Basistunnel nament- lich für den Start des Vorprojekts vor. Der Vorabbezug aufgrund der Dring- lichkeit bedingt, dass die zu liefernde Leistung unterteilbar ist (vgl. E. 2.2 hiervor). Im Rahmen des Vorprojekts sind verschiedene Varianten zu erar- beiten, der Anbieterin gewisse Erfahrungen im Tunnel zu ermöglichen und vor Ort "Proofs of Concept" durchzuführen. Prima facie ist das Vorprojekt Gotthard Basistunnel damit vom Hauptprojekt trennbar. Und es ist Sache der Vergabestelle zu bestimmen, ob sie bereit ist, zwei parallele Vorpro- jekte erarbeiten zu lassen, um in Bezug auf zwei verschiedene Technolo- gien über ein solches zu verfügen. Ein einmal begonnenes Vorprojekt führt nicht d azu, dass die involvierte Anbieterin zwingend das Hauptprojekt durchzuführen hat. Die Vergabestelle wird sich im weiteren Verlauf des Ver- fahrens auch nicht darauf berufen können, dass aufgrund der getätigten B-5488/2021 Seite 20 Investitionen nur noch eine Anbieterin in Frage komme; vielmehr tätigt sie diese auf eigenes Risiko. 6.4.2 Zusammenfassend kann zum Gotthard Basistunnel festgehalten werden, dass bezüglich des Vorprojekts nicht nur hinreichende Dringlich- keit vorliegt, sondern auch das Gesamtprojekt nicht in nicht hinnehmbarer Weise präjudiziert wird. Soweit zwei Vorprojekte erarbeitet werden, macht die Beschwerdeführerin zu Recht geltend, dass dadurch Mehrkosten ent- stehen. Dies liegt im Rahmen der Risikoabwägung indessen im Ermessen der Vergabestelle (vgl. Art. 31 aBöB). Die Beschwerdeführerin kann nicht gestützt auf das Gesetzesziel des wirtschaftlichen Mitteleinsatzes (vgl. dazu Art. 1 Abs. 1 Bst. c aBöB) die Festlegung auf ein Vorprojekt, basierend auf nur einer bestimmten Technologie, erzwingen. 7. 7.1 Die Vergabestelle substantiiert den von ihr für den Vorabbezug bean- tragten Betrag von Fr. 5 Mio. nicht weiter in Bezug auf die Frage, wie dieser Betrag auf die unterschiedlichen dringlichen Tunnelprojekte aufgeschlüs- selt werden soll, sondern führt lediglich aus, dass dies 6.87 Prozent der gesamthaft zugeschlagenen Leistungen entsprechen würde (vgl. Ver- nehmlassung, Rz. 132; Duplik Vergabestelle, Rz. 71). 7.2 Diese wohl mangelhafte Substantiierung rechtfertigt allerdings mit Blick auf die sich im Wesentlichen aus den Vorakten ergebende Aufschlüsslung der Auftragssumme (vgl. E. 7.3 hiernach) keine Abweisung des Eventu- alantrags der Vergabestelle. 7.3 Es ergibt sich aus den Vorakten, dass im Durchschnitt der Angebote der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegnerin und der Beschwerde- führerin im Parallelverfahren B-5500/2021 der Teilbetrag für den Gotthard- Scheiteltunnel prima facie rund Fr. 1.5 Mio. bzw. den Anbieterpreis und für das Vorprojekt Gotthard Basistunnel prima facie rund Fr. 2.8 Mio. beträgt. 8. Nach dem Gesagten ist somit für die einzelnen Projekte zusammenfassend Folgendes festzuhalten: 8.1 Betreffend den Gotthard-Scheiteltunnel ist der Vergabestelle ein Vor- abbezug für Leistungen in der Höhe von maximal Fr. 1.5 Mio. bzw. des Anbieterpreises zu gewähren. Es liegt dabei im Ermessen der Vergabe- stelle, ob der Ersatz der Tunnelfunkanlagen mit der Beschwerdegegnerin B-5488/2021 Seite 21 vorgenommen wird, oder ob entweder vorerst nur Wartungsarbeiten oder (dessen Einverständnis vorausgesetzt) eine Neuausrüstung durch die ak- tuelle Betreiberin/Hardware-Lieferantin vorgenommen werden. 8.2 Betreffend den Oberen Hauenstein Tunnel und das Zürich Kernnetz Wipkingen Käferberg ist kein Vorabbezug zu gewähren. 8.3 Betreffend das Vorprojekt Gotthard Basistunnel ist der Vergabestelle ein Vorabbezug für Leistungen in der Höhe von Fr. 2.8 Mio. zu gewähren, wobei sich der Betrag entsprechend erhöht, wenn mehrere Anbie terinnen beigezogen werden. Dabei ist die Vergabestelle darauf hinzuweisen, dass das Vorprojekt nicht präjudizierend sein darf für den eigentlichen Ersatz der Tunnelfunkanlage im Gotthard Basistunnel (vgl. E. 6.4.1 hiervor). Es ist da- bei der Vergabestelle überlassen, ob sie das Vorprojekt nur mit der Zu- schlagsempfängerin oder mit zwei in Frage kommenden Technologien bzw. Anbieterinnen durchführt. Dabei ist sicherzustellen, dass für den Fall, dass der Aufwand für das Vorprojekt Fr. 3.5 Mio. (und damit die Ausgaben ge- mäss Vorabbezug wohl auch Fr. 5 Mio.) überschreitet, dies dem Gericht angezeigt wird. B-5488/2021 Seite 22 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Vergabestelle wird erlaubt, entsprechend dem Betrag von Fr. 1.5 Mio. bzw. dem Anbieterpreis für den "Gotthard-Scheiteltunnel" nach ihrer Wahl entweder Leistungen bei der Beschwerdegegnerin zu beziehen oder bei der bisherigen Betreiberin/Hardware-Lieferantin Wartungsdienstleistungen oder eine neue Anlage zu beziehen. 2. Der Vergabestelle wird erlaubt, entsprechend dem Betrag von Fr. 2.8 Mio. für das "Vorprojekt Gotthard Basistunnel" Leistungen von einer am stritti- gen Beschaffungsverfahren teilnehmenden Anbieterin nach ihrer Wahl zu beziehen. Soweit sie zwei Anbieterinnen berücksichtigen bzw. zwei Vorpro- jekte erarbeiten will, erhöht sich der Betrag entsprechend. 3. Soweit der Aufwand für das "Vorprojekt Gotthard Basistunnel" Fr. 3.5 Mio. übersteigen sollte, wäre dies dem Gericht unaufgefordert anzuzeigen. 4. Soweit weitergehend wird der Antrag auf Erlaubnis eines Vorabbezugs von Teilleistungen abgewiesen. 5. Über die Kosten der vorliegenden Zwischenverfügung wird mit dem End - entscheid befunden werden. B-5488/2021 Seite 23 6. Diese Verfügung geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und die Beschwerdegegnerin. Der Instruktionsrichter: Der Gerichtsschreiber: Marc Steiner Cyrill Schäke Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Fr ist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 7. April 2022 Zustellung erfolgt an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Einschreiben, vorab in elektronischer Form) B-5488/2021 Seite 24 – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 209076; Rechtsvertreter; Einschreiben, vorab in elektronischer Form) – die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreter; Einschreiben, vorab in elektronischer Form)