<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 32 S.120</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">120</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>32</b></span> <span class="ft2"><b>Ästhetische Berurteilung von Dachflächenveränderungen in der Dorf-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>kern-Schutzzone.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Rechtsgrundlagen (Erw. 1).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Anforderungen an die gesetzliche Grundlage bei Nutzungsbeschrän-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>kungen, die dem Schutz des Ortsbildes dienen; Verhältnis des Orts-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>bildschutzes zum Gebot der inneren Verdichtung (Erw. 4).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Bedeutung der Dachflächen für das Ortsbild; Beurteilung von Dach-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>flächenveränderungen unter dem Aspekt der inneren Verdichtung,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>der Randlage der Bauparzelle und der spezifischen Gestaltung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. 5).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 18. Juni 2007 in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen Eheleute U. und Mitbeteiligte gegen BVU (WBE.2006.103).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">121</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Sachverhaltszusammenfassung</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">Mit Beschluss vom 24. Mai 2004 erteilte der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">Obersiggenthal den Eheleuten U. die Bewilligung für den Abbruch</span><br/> <span class="ft1">der Scheune und für eine Neubaute mit 4 Wohnungen und Tiefgarage</span><br/> <span class="ft1">am Kirchweg 122 (Parzelle Nr. 623 und 624) in Kirchdorf (Gemein-</span><br/> <span class="ft1">de Obersiggenthal). Mit Schreiben vom 14. Januar 2005 bewilligte</span><br/> <span class="ft1">die Bauverwaltung Obersiggenthal ein zusätzliches Dachfenster auf</span><br/> <span class="ft1">der Nordseite unter der Voraussetzung, dass das Fenster die Masse 55</span><br/> <span class="ft1">x 78 cm einhalte und oberkant Fenster auf der gleichen Höhe ange-</span><br/> <span class="ft1">bracht werde wie die links daneben liegenden Dachflächenfenster.</span><br/> <span class="ft1">Mit Gesuch vom 5. April 2005 ersuchten die Eheleute U. um eine</span><br/> <span class="ft1">Bewilligung für den zusätzlichen Einbau eines Dachflächenfensters</span><br/> <span class="ft1">auf der Südseite der vorgenannten Liegenschaft. Nachdem der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat Obersiggenthal festgestellt hatte, dass der Einbau des</span><br/> <span class="ft1">Dachflächenfensters bereits erfolgt war und zudem noch weitere un-</span><br/> <span class="ft1">bewilligte Dachflächenveränderungen vorgenommen worden waren,</span><br/> <span class="ft1">verfügte er am 11. Mai 2005 einen Baustopp, worauf die Bauherr-</span><br/> <span class="ft1">schaft am 18. Mai 2005 ein nachträgliches Gesuch um Bewilligung</span><br/> <span class="ft1">der Dachflächenveränderungen stellte. Mit Beschluss vom 20. Juni</span><br/> <span class="ft1">2005 wies der Gemeinderat Obersiggenthal dieses Gesuch ab und</span><br/> <span class="ft1">ordnete den Rückbau der ohne Bewilligung bzw. nicht bewilligungs-</span><br/> <span class="ft1">konform ausgeführten Dachflächenveränderungen an (auf der Nord-</span><br/> <span class="ft1">seite: drei Glasziegelfelder im Traufbereich, drei Glasziegelfelder in</span><br/> <span class="ft1">der oberen Dachhälfte sowie ein falsch montiertes Dachflächenfens-</span><br/> <span class="ft1">ter; auf der Südseite Glasziegelfeld im Traufbereich und ein Dachflä-</span><br/> <span class="ft1">chenfenster westlich der Lukarne). Eine dagegen erhobene Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsbeschwerde wies das BVU mit Entscheid vom 23. Februar 2006</span><br/> <span class="ft1">ab.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II.</span><br/> <span class="ft1">Strittig ist vor Verwaltungsgericht, ob die formell rechtswidrig</span><br/> <span class="ft1">realisierten Dachflächenveränderungen (Glasziegelfelder und Dach-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">122</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">flächenfenster) an der Nord- und Südseite der Liegenschaft am</span><br/> <span class="ft1">Kirchweg 122 in Kirchdorf unter ästhetischen Gesichtspunkten be-</span><br/> <span class="ft1">willligungsfähig sind oder nicht (...).</span><br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">1.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Zonenplan der Gemeinde Obersiggenthal vom 5. De-</span><br/> <span class="ft1">zember 1996 (genehmigt durch den Grossrat am 31. März 1998) liegt</span><br/> <span class="ft1">die streitbetroffene Liegenschaft in der Dorfkern-Schutzzone (DK).</span><br/> <span class="ft1">Nach § 9 der Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Ober-</span><br/> <span class="ft1">siggenthal vom 5. Dezember 1996 ([BNO]; gleiches Genehmigungs-</span><br/> <span class="ft1">datum wie der Zonenplan) umfasst diese Zone den alten Kern von</span><br/> <span class="ft1">Kirchdorf. Sie bezweckt die Erhaltung und Sanierung der bestehen-</span><br/> <span class="ft1">den Nutzungsart und Bausubstanz (Abs. 1). Bestehende Bauten kön-</span><br/> <span class="ft1">nen unter Wahrung des vorhandenen Umfangs, der First- und Trauf-</span><br/> <span class="ft1">höhen umgebaut und erneuert werden, sofern dadurch ihre wesent-</span><br/> <span class="ft1">lichen Merkmale erhalten bleiben. Wesentliche Merkmale sind na-</span><br/> <span class="ft1">mentlich Dachform, Fassadengliederung, Bausubstanz, Materialien</span><br/> <span class="ft1">und Farbgebung (Abs. 3). Neubauten müssen sich betreffend Stel-</span><br/> <span class="ft1">lung, Abmessung, Dachform, Fassadengliederung, Materialien, Far-</span><br/> <span class="ft1">ben und Freiraumgestaltung gut in die bestehende Bebauung einfü-</span><br/> <span class="ft1">gen. Die herkömmliche Bauweise ist zu berücksichtigen (Abs. 4).</span><br/> <span class="ft1">Sowohl die Vorinstanz als auch die Beschwerdeführer gehen über-</span><br/> <span class="ft1">einstimmend und zutreffend von der Anwendbarkeit dieser Bestim-</span><br/> <span class="ft1">mung aus.</span><br/> <span class="ft1">1.2.</span><br/> <span class="ft1">Wie § 9 Abs. 4 BNO verankert auch § 42 BauG ein Einfügungs-</span><br/> <span class="ft1">bzw. Einordnungsgebot. Nach dieser Vorschrift haben sich Gebäude</span><br/> <span class="ft1">hinsichtlich ihrer Grösse, Gestaltung und der Oberfläche des Baukör-</span><br/> <span class="ft1">pers sowie dessen Aussenraumes so in die Umgebung einzuordnen,</span><br/> <span class="ft1">dass eine gute Gesamtwirkung entsteht (Abs. 1). Bauten, Anschrif-</span><br/> <span class="ft1">ten, Bemalungen, Antennen und Reklamen dürfen insbesondere</span><br/> <span class="ft1">Landschaften sowie Orts-, Quartier- und Strassenbilder nicht beein-</span><br/> <span class="ft1">trächtigen (Abs. 2). Was das Einordnungsgebot betrifft, geht jedoch §</span><br/> <span class="ft1">9 Abs. 4 BNO als Spezialvorschrift der Dorfkern-Schutzzone DK der</span><br/> <span class="ft1">allgemeineren Regel des § 42 BauG vor. Mit Fragen des Ortsbild-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">123</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">schutzes befasst sich ferner § 40 BauG. Allerdings ist davon auszu-</span><br/> <span class="ft1">gehen, dass § 9 BNO die ästhetischen Anforderungen an Bauten in</span><br/> <span class="ft1">der Dorfkern-Schutzzone DK abschliessend regelt; § 40 BauG ent-</span><br/> <span class="ft1">hält lediglich allgemeingültige Planungsgrundsätze, welche im Ein-</span><br/> <span class="ft1">zelfall vor den spezifischen Zonenvorschriften zurückzutreten haben.</span><br/> <span class="ft1">1.3.</span><br/> <span class="ft1">Das Ortsbild von Kirchdorf figuriert im Bundesinventar der</span><br/> <span class="ft1">schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS; siehe Anhang zur</span><br/> <span class="ft1">Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder</span><br/> <span class="ft1">der Schweiz vom 9. September 1981 [VISOS; SR 451.12]). Die</span><br/> <span class="ft1">betreffende Parzelle befindet sich im ISOS-Perimeter, Gebiet G 1,</span><br/> <span class="ft1">und gehört zum alten Dorf bzw. zur bäuerlichen Altbebauung. Dieser</span><br/> <span class="ft1">Dorfteil ist in das ISOS mit dem Erhaltungsziel A aufgenommen</span><br/> <span class="ft1">worden. Danach sind alle Bauten, Anlageteile und Freiräume integral</span><br/> <span class="ft1">zu erhalten und störende Eingriffe zu beseitigen. Dem ISOS lässt</span><br/> <span class="ft1">sich weiter das Folgende entnehmen (ISOS, Inventar der schützens-</span><br/> <span class="ft1">werten Ortsbilder der Schweiz, Ortsbilder von nationaler Bedeutung,</span><br/> <span class="ft1">Kanton Aargau I, Aarau-Klingnau, hrsg. vom Eidgenössischen De-</span><br/> <span class="ft1">partement des Innern, Bern 1988, S. 373 ff. sowie Erläuterungen zum</span><br/> <span class="ft1">ISOS):</span><br/> <span class="ft1">"Das alte Dorf zeichnet sich noch heute durch eine gesamthaft</span><br/> <span class="ft1">gut erhaltende Bausubstanz aus. Durch die oftmals abgedrehte oder</span><br/> <span class="ft1">abgewinkelte Stellung der Bauten zueinander entstehen wechselvolle</span><br/> <span class="ft1">Raumabfolgen mit kleinen Hofbildungen und verengten Durchgän-</span><br/> <span class="ft1">gen. Grossvolumige, langgestreckte Bauernhäuser, zum Teil mit</span><br/> <span class="ft1">mehreren Wohn- und Oekonomieteilen unter einem durchlaufenden</span><br/> <span class="ft1">Längsfirst, weisen mit den sandsteingefassten Tenntoren und den ge-</span><br/> <span class="ft1">schlossenen Giebelfronten auf die Einflüsse des Jurahauses hin.</span><br/> <span class="ft1">Durch die verdichtete Bauweise mit markanten Einzelbauten hebt</span><br/> <span class="ft1">sich der Zentrumsbereich sowohl baulich wie räumlich von der übri-</span><br/> <span class="ft1">gen Altbebauung ab. Die eng um die Strassenkreuzung gruppierten</span><br/> <span class="ft1">Bauten umschliessen hier zusammen mit der mächtigen, geschwun-</span><br/> <span class="ft1">genen Kirchhofmauer einen schönen Dorfplatz. Neben der Kirche</span><br/> <span class="ft1">(...), die durch ihre zentrale Lage sowohl das äussere wie innere Orts-</span><br/> <span class="ft1">bild dominiert, sind es vor allem ein typologisch interessantes</span><br/> <span class="ft1">Doppelbauernhaus (...), der Gasthof Hirschen (...), die alte Pfarr-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">124</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">scheune (...) sowie das stattliche Pfarrhaus (...) mit seinem charakte-</span><br/> <span class="ft1">ristischen Mansartdach, welche die bauliche Hauptakzente in der</span><br/> <span class="ft1">Ortsmitte bilden. Die äusseren Bereiche der Altbebauung weisen</span><br/> <span class="ft1">mehrheitlich bescheidenere Bauernhäuser mit Stilmerkmalen des</span><br/> <span class="ft1">19. Jahrhunderts auf (...). Obwohl die Umnutzung der bäuerlichen</span><br/> <span class="ft1">Altbauten zu reinen Wohnzwecken vielfach schon vollzogen ist,</span><br/> <span class="ft1">blieb der ursprüngliche Gesamtcharakter durch relativ geringe Ein-</span><br/> <span class="ft1">griffe in die Altbausubstanz und die gut erhaltenen bäuerlichen</span><br/> <span class="ft1">Zwischenbereiche bewahrt. (...)."</span><br/> <span class="ft1">Das ISOS ist für sich allein nicht grundeigentümerverbindlich</span><br/> <span class="ft1">(VGE III/29 vom 22. April 1993 [BE.92.00047], S. 9 mit Hinweis).</span><br/> <span class="ft1">Rechtsverbindlich ist ausschliesslich seine Umsetzung in der Nut-</span><br/> <span class="ft1">zungsplanung (vgl. auch § 40 Abs. 1 lit. f BauG). Die Gemeinde</span><br/> <span class="ft1">Obersiggenthal hat das Inventar insoweit umgesetzt, als sie das Ge-</span><br/> <span class="ft1">biet G 1 gemäss ISOS im Rahmen der Nutzungsplanung mehrheit-</span><br/> <span class="ft1">lich (und inklusive der streitbetroffenen Liegenschaft) der Dorfkern-</span><br/> <span class="ft1">Schutzzone DK zugeordnet hat, für welche nach § 9 BNO besondere</span><br/> <span class="ft1">Gestaltungsvorschriften gelten.</span><br/> <span class="ft1">1.4.</span><br/> <span class="ft1">Bezüglich der anwendbaren Rechtsgrundlagen ist somit zusam-</span><br/> <span class="ft1">menfassend festzuhalten: Massgebend für die ästhetische Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">der Dachgestaltung ist § 9 Abs. 4 BNO, der unter anderem verlangt,</span><br/> <span class="ft1">dass sich Neubauten bezüglich Dachform und Materialien gut in die</span><br/> <span class="ft1">bestehende Bebauung einordnen.</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer stellen das Interesse an einer uneinge-</span><br/> <span class="ft1">schränkten Wohnnutzung der streitbetroffenen Liegenschaft in ver-</span><br/> <span class="ft1">schiedener Hinsicht über die Anliegen des Ortsbildschutzes. Es ist</span><br/> <span class="ft1">daher zu erörtern, wie diese unterschiedlichen Anliegen zu gewichten</span><br/> <span class="ft1">sind und ob im konkreten Fall eine hinreichende gesetzliche</span><br/> <span class="ft1">Grundlage besteht, die Wohnnutzung aus Gründen des Ortsbildschut-</span><br/> <span class="ft1">zes einzuschränken.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">125</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">Nach § 7 BNO ist die zulässige Anzahl der Vollgeschosse in der</span><br/> <span class="ft1">Dorfkern-Schutzzone DK nicht von vornherein begrenzt. Der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat hat die zulässige Anzahl Geschosse in dieser Zone unter</span><br/> <span class="ft1">Abwägung der privaten und öffentlichen Interessen im Einzelfall</span><br/> <span class="ft1">bzw. in einem Reglement festzuhalten (Abs. 1 und 4). Vorliegend ge-</span><br/> <span class="ft1">hen sowohl der Gemeinderat als auch die Beschwerdeführer davon</span><br/> <span class="ft1">aus, dass eine Wohnnutzung des Dachgeschosses im konkreten Fall</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich zulässig ist. Das entspricht auch dem öffentlichen In-</span><br/> <span class="ft1">teresse an einer Verdichtung der Wohnnutzung innerhalb bestehender</span><br/> <span class="ft1">Bauvolumen und damit dem Gebot einer haushälterischen Nutzung</span><br/> <span class="ft1">des Bodens (vgl. auch Art. 3 Abs. 3 RPG; § 46 BauG). Der Orts-</span><br/> <span class="ft1">bildschutz richtet sich dagegen nach § 9 Abs. 4 BNO. Diese Norm</span><br/> <span class="ft1">enthält zwar ein Eingliederungsgebot, ist jedoch relativ unbestimmt</span><br/> <span class="ft1">formuliert. Insbesondere macht sie keine detaillierte Aussage zur Ge-</span><br/> <span class="ft1">staltungsweise von Bauten im Allgemeinen oder von Dächern im Be-</span><br/> <span class="ft1">sondern. Gleichwohl bildet § 9 Abs. 4 BNO grundsätzlich eine genü-</span><br/> <span class="ft1">gende gesetzliche Grundlage, um die Errichtung von Bauten wegen</span><br/> <span class="ft1">eines Beeinträchtigungsmangels zu verweigern, auch wenn diese</span><br/> <span class="ft1">sonst den baupolizeilichen Vorschriften genügen würden (vgl. allge-</span><br/> <span class="ft1">mein BGE 114 Ia 345 f.; AGVE 1993, S. 380 mit Hinweis).</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Anliegen einer uneingeschränkten Wohnnutzung der Lie-</span><br/> <span class="ft1">genschaft und dasjenige des Ortsbildschutzes stehen in einem gewis-</span><br/> <span class="ft1">sen Spannungsverhältnis zueinander: Während § 7 BNO eine Wohn-</span><br/> <span class="ft1">nutzung des Dachgeschosses grundsätzlich erlaubt, kann die Anwen-</span><br/> <span class="ft1">dung von § 9 Abs. 4 BNO zu einer Einschränkung der Wohnnutzung</span><br/> <span class="ft1">aus Gründen des Ortsbildschutzes führen. Zum Verhältnis dieser ge-</span><br/> <span class="ft1">genläufiger Interessen lässt sich festhalten: Wo eine Wohnnutzung</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der einschlägigen Zonenvorschriften prinzipiell erlaubt ist,</span><br/> <span class="ft1">bildet eine allgemeine Ästhetikbestimmung wie § 9 Abs. 4 BNO kei-</span><br/> <span class="ft1">ne genügende gesetzliche Grundlage, um die Wohnnutzung aus</span><br/> <span class="ft1">Gründen des Ortsbildschutzes generell zu unterbinden. Eine derart</span><br/> <span class="ft1">weitgehende Einschränkung der Wohnnutzung aus Gründen des</span><br/> <span class="ft1">Ortsbildschutzes würde vielmehr eine spezifische Vorschrift zum</span><br/> <span class="ft1">Schutz des Ortsbildes voraussetzen bzw. eine klare gesetzliche</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">126</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Grundlage, welche den Interessen am Ortsbildschutz gegenüber</span><br/> <span class="ft1">demjenigen an der uneingeschränkten Wohnnutzung den Vorrang</span><br/> <span class="ft1">einräumt. Lässt jedoch die Anwendung der allgemeinen Ästhetikvor-</span><br/> <span class="ft1">schrift Raum für eine sinnvolle und wohnhygienisch unbedenkliche</span><br/> <span class="ft1">Wohnnutzung, wiegt der mit dem Ortsbildschutz verbundene Eingriff</span><br/> <span class="ft1">in die Eigentumsfreiheit weniger schwer. In solchen Fällen bildet im</span><br/> <span class="ft1">Allgemeinen auch eine ästhetische Generalklausel eine genügende</span><br/> <span class="ft1">gesetzliche Basis, um die Wohnnutzung aus gestalterischen Gründen</span><br/> <span class="ft1">einzuschränken (vgl. zum Zusammenhang zwischen der Schwere des</span><br/> <span class="ft1">Eingriffs in die Eigentumsfreiheit und den Anforderungen an die</span><br/> <span class="ft1">gesetzliche Grundlage AGVE 1993, S. 380 f.; 1989, S. 251 mit Hin-</span><br/> <span class="ft1">weisen). Sollen Werte wie die Einheitlichkeit einer bestehenden</span><br/> <span class="ft1">Überbauung den Beurteilungsmassstab abgeben, kann dies naturge-</span><br/> <span class="ft1">mäss nur in einer offenen Norm geschehen, die der Behörde ein Er-</span><br/> <span class="ft1">messen zubilligt bzw. mit unbestimmten Begriffen operiert (AGVE</span><br/> <span class="ft1">1993, S. 380). Allerdings darf eine Baubewilligung auch in solchen</span><br/> <span class="ft1">Fällen nicht wegen jedes noch so geringfügigen Beeinträchtigungs-</span><br/> <span class="ft1">mangels verweigert werden. Die Eigentumsgarantie verlangt, dass</span><br/> <span class="ft1">ein hinreichendes öffentliches Interesse an der Bewilligungsverwei-</span><br/> <span class="ft1">gerung besteht und dass diese nicht gegen das Prinzip der Verhältnis-</span><br/> <span class="ft1">mässigkeit verstösst (vgl. ZBl 82/1981, S. 123 f.).</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">Vorliegend steht fest, dass die für Neubauten geltenden Mini-</span><br/> <span class="ft1">malmasse für Fensterflächen nach § 29 BNO eingehalten sind. Zu-</span><br/> <span class="ft1">sätzliche Dachdurchbrüche wie die streitbetroffenen sind daher aus</span><br/> <span class="ft1">wohnhygienischen Gründen nicht notwendig. Der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">Obersiggenthal verbietet Dachdurchbrüche im Übrigen nicht gene-</span><br/> <span class="ft1">rell. Vielmehr bewilligt er ausweislich der Akten (notwendige) Gau-</span><br/> <span class="ft1">ben, Lukarnen und Querfirste in massvoller Kombination mit</span><br/> <span class="ft1">Schrägfenstern, sofern die Dachgestaltung den ästhetischen Anforde-</span><br/> <span class="ft1">rungen genügt. Dabei geht es dem Gemeinderat in ästhetischer Hin-</span><br/> <span class="ft1">sicht darum, dass die Dächer als ruhige Flächen in Erscheinung tre-</span><br/> <span class="ft1">ten und nur mit wenigen gleichartigen Elementen durchbrochen wer-</span><br/> <span class="ft1">den. Als Richtschnur dient dem Gemeinderat (in Anlehnung an § 16</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 ABauV) ferner die Regel, dass die Dachdurchbrüche 1/3 der</span><br/> <span class="ft1">Dachlänge nicht überschreiten sollen. Dachdurchbrüche lässt der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">127</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Gemeinderat grundsätzlich nur im unteren Bereich des Daches zu,</span><br/> <span class="ft1">der weniger gut einsehbar ist. Schliesslich steht er Kombinationen</span><br/> <span class="ft1">von verschiedenen Belichtungselementen kritisch gegenüber.</span><br/> <span class="ft1">Folglich wendet der Gemeinderat Obersiggenthal § 9 BNO so</span><br/> <span class="ft1">an, dass eine sinnvolle und wohnhygienisch unbedenkliche Wohn-</span><br/> <span class="ft1">nutzung der Dachgeschosse in der Dorfkern-Schutzzone möglich</span><br/> <span class="ft1">bleibt. Solange dies sichergestellt ist, bildet § 9 Abs. 4 BNO grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich eine genügende Grundlage, um die Eigentumsfreiheit von</span><br/> <span class="ft1">Grundeigentümern im Interesse des Ortsbildschutzes einzuschrän-</span><br/> <span class="ft1">ken.</span><br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">§ 9 Abs. 4 BNO lässt dem Gemeinderat bei der ästhetischen Be-</span><br/> <span class="ft1">urteilung von Dachflächenveränderungen ein weites Ermessen. Dies</span><br/> <span class="ft1">bedeutet jedoch nicht, dass der Gemeinderat bei seiner ästhetischen</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung von Bauvorhaben völlig frei ist. Er hat bei seinem</span><br/> <span class="ft1">Ermessensentscheid den Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung</span><br/> <span class="ft1">zu beachten. Ausserdem hat er insbesondere das Rechtsgleichheitsge-</span><br/> <span class="ft1">bot, das Verhältnismässigkeitsprinzip und die Pflicht zur Wahrung</span><br/> <span class="ft1">der öffentlichen Interessen zu befolgen (vgl. Ulrich Häfelin / Georg</span><br/> <span class="ft1">Müller / Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage,</span><br/> <span class="ft1">Zürich 2006, Rz. 441).</span><br/> <span class="ft1">5.1.</span><br/> <span class="ft1">In diesem Kontext stellt sich zunächst die Frage, ob der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat Obersiggenthal bei seinem Ermessensentscheid den Sinn</span><br/> <span class="ft1">und Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet hat. Die Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer tragen verschiedene Argumente vor, die unter diesem Ge-</span><br/> <span class="ft1">sichtspunkt zu prüfen sind.</span><br/> <span class="ft1">5.1.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer rügen zunächst, das Gesetz verlange ein</span><br/> <span class="ft1">"Einfügen" und nicht ein "Angleichen". Der BNO lasse sich zudem</span><br/> <span class="ft1">nicht entnehmen, dass Dachflächen harmonisch sein müssten. Es ge-</span><br/> <span class="ft1">be auch keine gesetzliche Grundlage, dass Dachflächenfenster nur im</span><br/> <span class="ft1">unteren Bereich und nur mit Zurückhaltung geöffnet werden dürften.</span><br/> <span class="ft1">§ 9 Abs. 4 BNO stellt an die ästhetische Gestaltung von Bauten</span><br/> <span class="ft1">in der Dorfkernzone besondere Anforderungen, indem er vorschreibt,</span><br/> <span class="ft1">dass sich Neubauten in die bestehende Bebauung einfügen müssen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">128</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">§ 9 Abs. 4 BNO bezweckt damit den Schutz des Ortsbildes in der</span><br/> <span class="ft1">Dorfkern-Schutzzone. Die Dachgestaltung hat wesentlichen Einfluss</span><br/> <span class="ft1">auf das Ortsbild, was der als Fachperson befragte Vertreter der kanto-</span><br/> <span class="ft1">nalen Ortsbildpflege an der verwaltungsgerichtlichen Augenscheins-</span><br/> <span class="ft1">verhandlung unterstrichen hat. Namentlich Ausmass, Gestaltung und</span><br/> <span class="ft1">Platzierung von Dachdurchbrüchen wirken sich auf den Eindruck</span><br/> <span class="ft1">aus, den eine Siedlung vermittelt. Dabei ist es sachlich auch geboten,</span><br/> <span class="ft1">auf Details zu achten; der Gesamteindruck aus all den Einzelheiten</span><br/> <span class="ft1">macht in solchen Dorfkernen erst das Wesen des Ortsbildes aus (vgl.</span><br/> <span class="ft1">auch AGVE 1983, S. 209 mit Hinweis). Eine Regulierung der Dach-</span><br/> <span class="ft1">gestaltung dient daher grundsätzlich dem Interesse am Ortsbild-</span><br/> <span class="ft1">schutz, wie es in § 9 Abs. 4 BNO zum Ausdruck kommt. Da sich</span><br/> <span class="ft1">Neubauten auch bezüglich ihrer Dachgestaltung in die Umgebung</span><br/> <span class="ft1">einfügen müssen, ist es durchaus richtig, wenn die Vorinstanz vom</span><br/> <span class="ft1">Erfordernis einer "harmonischen" Dachgestaltung spricht.</span><br/> <span class="ft1">Unter dem Aspekt des Ortsbildschutzes geht es dem Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rat darum, dass die Dächer als ruhige Flächen in Erscheinung treten</span><br/> <span class="ft1">und nur mit wenigen gleichartigen Elementen durchbrochen werden.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat konnte sich in der Vergangenheit bei der Beurtei-</span><br/> <span class="ft1">lung von Dachgestaltungsmassnahmen zwar nicht auf spezifische</span><br/> <span class="ft1">Vorschriften oder Arbeitsgrundlagen berufen, welche die ästheti-</span><br/> <span class="ft1">schen Anforderungen an Dachgestaltungen in generell-abstrakter</span><br/> <span class="ft1">Weise umschreiben, er hat sich jedoch bei seiner Beurteilung im</span><br/> <span class="ft1">Einzelfall objektiver und grundsätzlicher Kriterien bedient:</span><br/> <span class="ft1">So diente ihm als Richtschnur die Regel, dass Dachdurchbrüche</span><br/> <span class="ft1">in der Regel 1/3 der Dachlänge nicht überschreiten sollen. Auch</span><br/> <span class="ft1">wenn sich § 16 Abs. 1 ABauV auf die Geschossigkeit bezieht, bleibt</span><br/> <span class="ft1">es dem Gemeinderat unbenommen, bei der ästhetische Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">von Dachflächenveränderungen eine solche Drittelsregel anzuwen-</span><br/> <span class="ft1">den. Das erscheint insbesondere deshalb gerechtfertigt, weil das Ver-</span><br/> <span class="ft1">hältnis von Dachlänge und Dachdurchbrüchen eine Aussage über die</span><br/> <span class="ft1">Einheitlichkeit und Geschlossenheit einer Dachfläche zulässt. Es</span><br/> <span class="ft1">liegt auf der Hand, dass mit dem Ausmass der Dachdurchbrüche</span><br/> <span class="ft1">auch die Einheitlichkeit der Dachlandschaft schwindet. Der Gemein-</span><br/> <span class="ft1">derat liess ferner Dachdurchbrüche nur im unteren Bereich des Da-</span><br/> <span class="ft1">ches zu, der weniger gut einsehbar ist, was ebenfalls sachlich ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">129</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rechtfertigt und nachvollziehbar erscheint. Schliesst steht der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat auch Kombinationen von verschiedenen Belichtungsele-</span><br/> <span class="ft1">menten kritisch gegenüber. Auch diese Haltung dient in objektiv</span><br/> <span class="ft1">nachvollziehbarer Weise der Erhaltung einer ruhigen Dachlandschaft.</span><br/> <span class="ft1">Durch die Anwendung solcher objektiver und grundsätzlicher Krite-</span><br/> <span class="ft1">rien hat der Gemeinderat dem Gebot der Rechtssicherheit und</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgleichheit Genüge getan.</span><br/> <span class="ft1">Dem Gemeinderat muss ausserdem attestiert werden, dass es</span><br/> <span class="ft1">sich bei den Anliegen des Ortsbildschutzes nicht um ein blosses Lip-</span><br/> <span class="ft1">penbekenntnis handelt. Das zeigte auch der verwaltungsgerichtliche</span><br/> <span class="ft1">Augenschein. Es ist dem Gemeinderat Obersiggenthal gelungen, die</span><br/> <span class="ft1">Dachlandschaft in der Dorfkern-Schutzzone weitgehend ruhig und</span><br/> <span class="ft1">geschlossen zu halten. Diese ist geprägt von zahlreichen grossen,</span><br/> <span class="ft1">nicht oder nur durch relativ kleine Öffnungen durchbrochenen Dach-</span><br/> <span class="ft1">flächen. Dies beurteilt der Vertreter der kantonalen Ortsbildpflege</span><br/> <span class="ft1">genau so. Der heutige Zustand der Dachlandschaft lässt darauf</span><br/> <span class="ft1">schliessen, dass der Gemeinderat die Anliegen des Ortsbildschutzes</span><br/> <span class="ft1">schon in der Vergangenheit ernst genommen hat. Gleichzeitig spricht</span><br/> <span class="ft1">die Beschaffenheit der Dachlandschaft gegen die Behauptung der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer, der Gemeinderat würde in ihrem Fall besonders</span><br/> <span class="ft1">strenge Massstäbe anlegen.</span><br/> <span class="ft1">5.1.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, das Gebot der in-</span><br/> <span class="ft1">neren Verdichtung führe dazu, dass die Dachgeschosse heute genutzt</span><br/> <span class="ft1">werden sollen und können. Obwohl sich die massgebenden tatsächli-</span><br/> <span class="ft1">chen und rechtlichen Bedürfnisse grundlegend verändert hätten, lasse</span><br/> <span class="ft1">die Praxis des Gemeinderats keinerlei Veränderungen zu.</span><br/> <span class="ft1">Es trifft jedoch nicht zu, dass der Gemeinderat keinerlei Verän-</span><br/> <span class="ft1">derungen an den bestehenden Gebäuden zulässt. Er bewilligt inner-</span><br/> <span class="ft1">halb bestimmter Grenzen Dachdurchbrüche, was eine sinnvolle und</span><br/> <span class="ft1">wohnhygienisch unbedenkliche Wohnnutzung der Dachgeschosse er-</span><br/> <span class="ft1">möglicht. Eine solche Nutzung ist auch im konkreten Fall gewähr-</span><br/> <span class="ft1">leistet. Wenn der Gemeinderat die Anliegen des Ortsbildschutzes im</span><br/> <span class="ft1">Übrigen stärker gewichtet als die Nutzungsinteressen der betroffenen</span><br/> <span class="ft1">Grundeigentümer mag darin aus der Sicht der Beschwerdeführer eine</span><br/> <span class="ft1">konservative Grundhaltung zum Ausdruck kommen, eine solche</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">130</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Praxis verstösst jedoch nicht gegen Sinn und Zweck der gesetzlichen</span><br/> <span class="ft1">Ordnung. Sie liegt vielmehr klar innerhalb des Beurteilungsspiel-</span><br/> <span class="ft1">raumes, der dem Gemeinderat auf Grund der Gemeindeautonomie</span><br/> <span class="ft1">zugebilligt werden muss. Es geht hier um die Entscheidung einer</span><br/> <span class="ft1">Frage, die von typisch lokaler Bedeutung ist; der Gemeinderat muss</span><br/> <span class="ft1">hier unter verschiedenen Lösungsmöglichkeiten auswählen können,</span><br/> <span class="ft1">sofern und soweit er seine Wahl mit entsprechenden Argumenten un-</span><br/> <span class="ft1">terlegen kann (AGVE 2002, S. 210). Vorliegend lässt sich die Praxis</span><br/> <span class="ft1">des Gemeinderats mit dem Aspekt des Ortsbildschutzes ohne</span><br/> <span class="ft1">weiteres begründen. Da sie Raum lässt für eine sinnvolle und wohn-</span><br/> <span class="ft1">hygienisch unbedenkliche Wohnnutzung der Dachgeschosse, kommt</span><br/> <span class="ft1">auch der Frage keine entscheidende Bedeutung zu, ob sich die Be-</span><br/> <span class="ft1">lichtungssituation durch die rechtswidrig realisierten Dachöffnungen</span><br/> <span class="ft1">entscheidend verbessert hat. Jedenfalls vermögen die Glasziegelfel-</span><br/> <span class="ft1">der im Traufbereich die Belichtungssituation in den darunter liegen-</span><br/> <span class="ft1">den Wohnung nicht wesentlich zu verbessern. Insofern schliesst sich</span><br/> <span class="ft1">das Verwaltungsgericht auf Grund eigener Feststellungen anlässlich</span><br/> <span class="ft1">des Augenscheins der Auffassung der Fachperson an.</span><br/> <span class="ft1">Da die Dachdurchbrüche bei der streitbetroffenen Liegenschaft</span><br/> <span class="ft1">ein ästhetisch problematisches Ausmass erreicht haben, erscheint es</span><br/> <span class="ft1">entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer im konkreten Fall</span><br/> <span class="ft1">auch vertretbar, einem Bauherrn aus Gründen des Ortsbildschutzes</span><br/> <span class="ft1">die künstliche Belichtung und Belüftung einer einzelnen Nasszelle</span><br/> <span class="ft1">zuzumuten. Bei Altbauten ist es nicht unüblich, dass Nasszellen</span><br/> <span class="ft1">gefangene Räume sind, die künstlich belichtet und belüftet werden</span><br/> <span class="ft1">müssen (so auch bei Neubauten wie z.B. Terrassenwohnungen). Die</span><br/> <span class="ft1">Anordnung künstlicher Belichtungs- und Belüftungsmassnahmen</span><br/> <span class="ft1">verstösst weder gegen Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung</span><br/> <span class="ft1">noch stellt sie einen schwerwiegenden Eingriff in die Eigentumsfrei-</span><br/> <span class="ft1">heit dar, der eine spezifische gesetzliche Grundlage voraussetzen</span><br/> <span class="ft1">würde. Eine solche Anordnung kann und darf sich mithin auch auf</span><br/> <span class="ft1">eine ästhetische Generalklausel stützen.</span><br/> <span class="ft1">5.1.3</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer führen ferner ins Feld, ihr Grundstück</span><br/> <span class="ft1">liege an der Peripherie der Dorfkern-Schutzzone. Die Nachbarliegen-</span><br/> <span class="ft1">schaften müssten sich nicht "gut in die bestehende Bebauung ein-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">131</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">fügen". Entsprechend uneinheitlich sei im konkreten Fall der Mass-</span><br/> <span class="ft1">stab für die zu wählenden Materialien etc.</span><br/> <span class="ft1">Nachdem das streitbetroffene Grundstück in der Dorfkern-</span><br/> <span class="ft1">Schutzzone DK liegt, gelten dafür die besonderen ästhetischen An-</span><br/> <span class="ft1">forderungen gemäss § 9 Abs. 4 BNO. Mithin müssen sich Bauvor-</span><br/> <span class="ft1">haben auf dieser Parzelle in die bestehende Bebauung einfügen. Die</span><br/> <span class="ft1">periphere Lage dieser Liegenschaft in der Dorfkern-Schutzzone DK</span><br/> <span class="ft1">und ihre Nähe zur Zone W2, für die weniger strenge Gestaltungsvor-</span><br/> <span class="ft1">schriften gelten, ändern daran grundsätzlich nichts. Der Massstab für</span><br/> <span class="ft1">die Einordnung ergibt sich nicht oder nicht nur aus dem Zustand der</span><br/> <span class="ft1">tatsächlichen Bebauung, sondern aus den Vorschriften der Dorfkern-</span><br/> <span class="ft1">Schutzzone DK (vgl. AGVE 1983, S. 209 mit Hinweisen). Ausser-</span><br/> <span class="ft1">dem sind die Vorschriften der angrenzenden Zone W2 sowie die</span><br/> <span class="ft1">bauliche Struktur dieser Zone für den Ortsbildschutz irrelevant (vgl.</span><br/> <span class="ft1">AGVE 1983, S. 208 mit Hinweis). Naturgemäss muss bezüglich der</span><br/> <span class="ft1">Zonenunterteilung irgendwo eine Grenze gezogen und aus Gründen</span><br/> <span class="ft1">der Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit dann auch strikte beachtet</span><br/> <span class="ft1">werden (AGVE 2002, S. 211 mit Hinweis). Die Zuteilung des fragli-</span><br/> <span class="ft1">chen Grundstücks zur Dorfkern-Schutzzone DK ist im Übrigen sach-</span><br/> <span class="ft1">lich begründet. Das zeigt sich namentlich darin, dass es nach dem</span><br/> <span class="ft1">ISOS ebenfalls zum "alten Dorf" gehört. Zu erwähnen ist ausserdem,</span><br/> <span class="ft1">dass die Liegenschaft am Kirchweg 122 am höhergelegenen nördli-</span><br/> <span class="ft1">chen Rand der Dorfkern-Schutzzone liegt und infolge dieser Lage</span><br/> <span class="ft1">besonders ortsbildbestimmend ist. Wer nämlich den schützenswerten</span><br/> <span class="ft1">Dorfkern optimal überblicken will, ist auf einen erhöhten Standort im</span><br/> <span class="ft1">Norden des Dorfkerns angewiesen.</span><br/> <span class="ft1">Hinzu kommen zwei weitere Aspekte, welche die Vertreter der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinde anlässlich der Augenscheinsverhandlung eingebracht ha-</span><br/> <span class="ft1">ben: Zum einen würde der Gedanke des Ortsbildschutzes weitgehend</span><br/> <span class="ft1">ausgehöhlt, wenn man bei kleinen Schutzzonen alle peripher gelege-</span><br/> <span class="ft1">nen Liegenschaften privilegiert behandeln wollte. Zum anderen er-</span><br/> <span class="ft1">scheint zum Schutz des Zonenzentrums gerade die ästhetische</span><br/> <span class="ft1">Gestaltung am Zonenrand sehr wichtig, weil eine klare Grenze die</span><br/> <span class="ft1">ästhetische Qualität des Zentrums schützt und akzentuiert. Dazu</span><br/> <span class="ft1">passt auch das vom Berater der Gemeinde verwendete Bild eines</span><br/> <span class="ft1">"Wellenbrechers".</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">132</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">5.1.4.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer kritisieren ausserdem, die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">habe nicht zwischen Dachflächenfenstern und Glasziegelfeldern</span><br/> <span class="ft1">unterschieden, obwohl sich diese nicht nur optisch, sondern auch von</span><br/> <span class="ft1">ihrer Funktion her unterscheiden würden. Diese Bauteile dürften</span><br/> <span class="ft1">rechtlich nicht gleich behandelt werden.</span><br/> <span class="ft1">Wie auch der Vertreter der kantonalen Ortsbildpflege an der Au-</span><br/> <span class="ft1">genscheinsverhandlung ausgeführt hat, bestehen zwischen Dach-</span><br/> <span class="ft1">flächenfenstern und Glasziegeln nicht nur funktionelle, sondern</span><br/> <span class="ft1">ebenfalls gewisse optische Unterschiede. Während Dachflächenfens-</span><br/> <span class="ft1">ter umrahmt sind und als "schwarzes Loch" in Erscheinung treten,</span><br/> <span class="ft1">übernehmen Glasziegel die kleinmassstäbliche Ziegelstruktur. Bei-</span><br/> <span class="ft1">den Belichtungsmöglichkeiten ist jedoch gemeinsam, dass ein Ma-</span><br/> <span class="ft1">terialwechsel stattfindet und sie, je nach Lichteinfall, als Spiegel</span><br/> <span class="ft1">wirken, welcher das Ortsbild stört (vgl. AGVE 1983, S. 210). Es</span><br/> <span class="ft1">verstösst daher nicht gegen Sinn und Zweck der gesetzlichen Ord-</span><br/> <span class="ft1">nung, Glasziegelfelder und Dachfenster unter dem Aspekt des Orts-</span><br/> <span class="ft1">bildschutzes nach denselben Grundsätzen zu beurteilen.</span><br/> <span class="ft1">5.2.</span><br/> <span class="ft1">Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanzen den Sinn und Zweck</span><br/> <span class="ft1">der gesetzlichen Ordnung bei der ästhetischen Beurteilung der ein-</span><br/> <span class="ft1">zelnen Dachgestaltungsmassnahmen missachtet bzw. ihren Ermes-</span><br/> <span class="ft1">sensspielraum überschritten haben.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz stellte bei der Beurteilung der Glas<i>ziegelfelder</i></span><br/> <span class="ft1">auf das Kriterium einer ruhigen und undurchbrochenen Dachland-</span><br/> <span class="ft1">schaft ab. Sie folgte der Auffassung des Ortsbildschutz-Sachverstän-</span><br/> <span class="ft1">digen, wonach Dachflächen nur im unteren Bereich und nur mit Zu-</span><br/> <span class="ft1">rückhaltung zu öffnen seien. Ausserdem dürfe die Gesamtwirkung</span><br/> <span class="ft1">des Daches durch den Einbau von Glasziegelfeldern nicht überladen</span><br/> <span class="ft1">und damit störend wirken. Insofern ist der Entscheid der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">nicht zu beanstanden. Die Glasziegelfelder durchbrechen das Dach</span><br/> <span class="ft1">teilweise relativ grossflächig. Sie führen zu einem Materialwechsel</span><br/> <span class="ft1">und wirken, je nach Lichteinfall, als Spiegel. Die Glasziegelfelder</span><br/> <span class="ft1">haben ausserdem zur Folge, dass die vom Gemeinderat zur Beur-</span><br/> <span class="ft1">teilung der Geschlossenheit und Einheitlichkeit der Dachfläche</span><br/> <span class="ft1">herangezogene Drittelsregel auf beiden Dachseiten verletzt wird. Be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">133</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sonders störend wirken sich die Glasziegelfelder auf der Nordseite</span><br/> <span class="ft1">aus, welche infolge ihrer Hanglage besonders ortsbildbestimmend</span><br/> <span class="ft1">ist. Auf dieser Hausseite befinden sich zudem drei Glasziegelfelder</span><br/> <span class="ft1">knapp unterhalb des Firstes, wo sie besonders auffallen. Zusätzliche</span><br/> <span class="ft1">Unruhe schafft die Kombination verschiedener Belichtungselemente</span><br/> <span class="ft1">(Glasziegel und Dachfenster) auf relativ engem Raum. Die Vor-</span><br/> <span class="ft1">instanzen haben daher zu Recht festgehalten, dass die Dachflächen</span><br/> <span class="ft1">wegen der Glasziegelfelder unruhig wirken und das Ortsbild stören.</span><br/> <span class="ft1">Den Vorinstanzen ist ferner darin beizupflichten, dass das nach-</span><br/> <span class="ft1">träglich eingebaute <i>Dachflächenfester auf der Nordseite</i> ebenfalls zur</span><br/> <span class="ft1">unruhigen Erscheinung der Dachfläche beiträgt. Der Grund liegt dar-</span><br/> <span class="ft1">in, dass dieses Fenster wegen seiner Höhenlage aus der Reihe der üb-</span><br/> <span class="ft1">rigen fällt und auf Grund der unmittelbaren Nähe zur Dachgaube ein-</span><br/> <span class="ft1">gezwängt wirkt. Es erscheint deshalb mit Sinn und Zweck der ge-</span><br/> <span class="ft1">setzlichen Ordnung bzw. mit den Anliegen des Ortsbildschutzes ver-</span><br/> <span class="ft1">einbar, die nachträgliche Baubewilligung für dieses Fenster zu</span><br/> <span class="ft1">verweigern. Die Vorinstanzen vermochten sich insofern auf vernünf-</span><br/> <span class="ft1">tige und sachliche Gründe stützen. Sie haben in vertretbarer Weise</span><br/> <span class="ft1">auf eine Beeinträchtigung des Ortsbildes geschlossen. Die künstliche</span><br/> <span class="ft1">Belichtung und Belüftung dieser einen Nasszelle erscheint zumutbar</span><br/> <span class="ft1">(siehe vorne Ziff. 5.1.2.).</span><br/> <span class="ft1">Teilweise anders verhält es sich bezüglich des nachträglich</span><br/> <span class="ft1">eingebauten <i>Dachflächenfensters auf der Südseite</i>. Was die Vorin-</span><br/> <span class="ft1">stanzen hiergegen vorbringen, überzeugt nicht. Der Gemeinderat ver-</span><br/> <span class="ft1">weigerte die nachträgliche Baubewilligung für dieses Fenster mit der</span><br/> <span class="ft1">Begründung, es verlasse den Gleichschritt mit den doppelt gesetzten</span><br/> <span class="ft1">Schrägfenstern. Damit widerspreche dieses Fenster dem Gebot der</span><br/> <span class="ft1">optischen Einpassung und sei sozusagen ein Fehltritt. Allerdings hat</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinderat mit seiner Baubewilligung vom 24. Mai 2004 auf</span><br/> <span class="ft1">der Nordseite des Hauses eine Dachgestaltung bewilligt, bei der ein</span><br/> <span class="ft1">einzelnes Dachfenster ebenfalls den Gleichschritt der sonst doppelt</span><br/> <span class="ft1">gesetzten Schrägfenster verliess. Es sind keine Gründe ersichtlich,</span><br/> <span class="ft1">weshalb eine solche Anordnung auf der Südseite nicht bewilligt</span><br/> <span class="ft1">werden kann. Der frühere Fachberater der Gemeinde hielt in seiner</span><br/> <span class="ft1">Stellungnahme vom 30. Oktober 2003 denn auch eine Gestaltung mit</span><br/> <span class="ft1">doppelt und einfach gesetzten Fenstern für möglich. Es ist daher</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">134</span></div> <div class="page" id="S15"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nicht schlüssig, wenn der Gemeinderat die Bewilligung für dieses</span><br/> <span class="ft1">zusätzliche Dachfenster auf der Südseite wegen des fehlenden</span><br/> <span class="ft1">Gleichschritts mit den übrigen, doppelt gesetzten Schrägfenstern ver-</span><br/> <span class="ft1">weigert. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt berücksichtigte</span><br/> <span class="ft1">im angefochtenen Entscheid zusätzlich, dass das Dachflächenfenster</span><br/> <span class="ft1">im westlichen Teil nicht bündig sei mit den Dachöffnungen im</span><br/> <span class="ft1">Neubau, was eine Disharmonie im Verlauf der Dachlinie bewirke.</span><br/> <span class="ft1">Die von der Vorinstanz angesprochenen Fensterreihen befänden sich</span><br/> <span class="ft1">jedoch auch dann auf unterschiedlichen Höhen, wenn auf der</span><br/> <span class="ft1">südwestlichen Dachseite kein zusätzliches Fenster eingebaut worden</span><br/> <span class="ft1">wäre. Der Umstand, dass die beiden Fensterreihen auf der Südseite</span><br/> <span class="ft1">nicht dieselbe Flucht haben, wird durch das auf dieser Seite</span><br/> <span class="ft1">zusätzlich eingebaute Dachflächenfenster nicht wesentlich verstärkt.</span><br/> <span class="ft1">Es widerspricht daher Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung, die</span><br/> <span class="ft1">Bewilligung für dieses Fenster zu verweigern, zumal dieses auf der</span><br/> <span class="ft1">tiefer gelegenen südlichen Seite liegt, welche weniger ortsbild-</span><br/> <span class="ft1">bestimmend ist (siehe vorne Erw. 5.1.3.). Auch wenn berücksichtigt</span><br/> <span class="ft1">wird, dass den Einwohnergemeinden in Fragen der Ästhetik ein weit-</span><br/> <span class="ft1">gehendes Ermessen zugebilligt werden muss, ist der angefochtene</span><br/> <span class="ft1">Entscheid in diesem Punkt zu korrigieren bzw. die Beschwerde inso-</span><br/> <span class="ft1">fern gutzuheissen. Die Sache ist dementsprechend an den Gemein-</span><br/> <span class="ft1">derat zurückzuweisen mit der Anweisung, dem Beschwerdeführer die</span><br/> <span class="ft1">nachträgliche Baubewilligung für den Einbau dieses Dachfensters</span><br/> <span class="ft1">auf der Südseite zu erteilen, sofern auch die übrigen baupolizeilichen</span><br/> <span class="ft1">Vorschriften eingehalten sind.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>