<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 94 S.415</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">415</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>94 Kapitalleistung aus beruflicher Vorsorge 2. Säule zwecks</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Wohneigentumsförderung; Jahressteuer (§ 34 Abs. 3 lit. a aStG).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Bei Rückzahlung einer Kapitalleistung aus 2. Säule bei Ver-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>äusserung des damit erworbenen Wohneigentums ist die er-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>neute Kapitalleistung zwecks Wiedererwerb von Wohneigen-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>tum wiederum voll steuerpflichtig.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">30. August 2001 in Sachen G., RV. 2001.50061/K 6287</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">1. Gemäss "Meldung über Vorbezüge für Wohneigentumsförde-</span><br/> <span class="ft5">rung" vom 4. Dezember 1995 hat W. G. von der "Personalvorsorge-</span><br/> <span class="ft5">stiftung S. " am 31. August 1995 aus 2. Säule eine Kapitalleistung</span><br/> <span class="ft5">von Fr. 30'000.-- erhalten.</span><br/> <span class="ft5">2. Mit Verfügung vom 4. Juni 1996 hat die StK H. (damaliger</span><br/> <span class="ft5">Wohnsitz</span> <span class="ft5">von W. G.) auf einem Betrag von Fr. 24'000.-- (Fr. 30'000.--</span><br/> <span class="ft5">abzüglich Freibetrag von 20 % = Fr. 6'000.--) eine Jahressteuer zu</span><br/> <span class="ft5">40 % des Tarifs B (W. G. war damals verheiratet) erhoben. Mit Kor-</span><br/> <span class="ft5">rektur-Verfügung vom 23. Februar 1998 wurde die Jahressteuer auf-</span><br/> <span class="ft5">gehoben und der Steuerbetrag von Fr. 647.10 (zuzüglich Vergütungs-</span><br/> <span class="ft5">zins von 6 %) zurückerstattet, weil W. G. die Fr. 30'000.-- an die</span><br/> <span class="ft5">"Personalfürsorgestiftung S. " zurückbezahlt hat.</span><br/> <span class="ft5">3. Gemäss "Meldung über Vorbezüge für Wohneigentumsförde-</span><br/> <span class="ft5">rung" vom 27. Juni 1997 hat W. G. von der "Personalvorsorgestiftung</span><br/> <span class="ft5">S. " am 30. Juni 1997 aus 2. Säule eine Kapitalleistung von</span><br/> <span class="ft5">Fr. 110'000.-- erhalten.</span><br/> <span class="ft5">4. Mit Verfügung vom 26. September 1997 hat die StK R.</span><br/> <span class="ft5">(neuer Wohnsitz von W. G.) auf einem Betrag von Fr. 88'000.--</span><br/> <span class="ft5">(Fr. 110'000.-- abzüglich Freibetrag von 20 % = Fr. 22'000.--) eine</span><br/> <span class="ft5">Jahressteuer zu 40 % des Tarifs A (W. G. wurde zwischenzeitlich</span><br/> <span class="ft5">geschieden) erhoben.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">416</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">2. a) Der Rekurrent hat am 31. August 1995 von der "Personal-</span><br/> <span class="ft5">vorsorgestiftung S." aus der 2. Säule eine Kapitalleistung von</span><br/> <span class="ft5">Fr. 30'000.-- zwecks Finanzierung einer Eigentumswohnung in H.</span><br/> <span class="ft5">erhalten. Die StK H. hat unbestrittenermassen zu Recht auf einem</span><br/> <span class="ft5">Betrag von Fr. 24'000.-- (Fr. 30'000.-- abzüglich Freibetrag von</span><br/> <span class="ft5">20 %) eine Jahressteuer zu 40 % des Tarifs B erhoben. Aufgrund der</span><br/> <span class="ft5">Scheidung des Rekurrenten hat dieser im Jahr 1995 die Wohnung in</span><br/> <span class="ft5">H. wieder verkauft und im Jahr 1997 in R. eine neue Wohnung ge-</span><br/> <span class="ft5">kauft.</span><br/> <span class="ft5">b)</span> <span class="ft5">Art. 30d BVG lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft7">"1 Der bezogene Betrag muss vom Versicherten oder von seinen Er-</span><br/> <span class="ft7">ben an die Vorsorgeeinrichtung zurückbezahlt werden, wenn:</span><br/> <span class="ft7">a. das Wohneigentum veräussert wird;</span><br/> <span class="ft7">b. ...</span><br/> <span class="ft7">c. ...</span><br/> <span class="ft7">4 Will der Versicherte den aus einer Veräusserung des Wohneigentums</span><br/> <span class="ft7">erzielten Erlös im Umfang des Vorbezugs innerhalb von zwei Jahren wie-</span><br/> <span class="ft7">derum für sein Wohneigentum einsetzen, so kann er diesen Betrag auf eine</span><br/> <span class="ft7">Freizügigkeitseinrichtung überweisen.</span><br/> <span class="ft7">..."</span><br/> <span class="ft5">c) Den Akten liegt eine von der Vertreterin des Rekurrenten</span><br/> <span class="ft5">eingereichte Kopie eines Einzahlungsscheines bei, aus welchem</span><br/> <span class="ft5">hervorgeht, dass K. und H. F. am 6. März 1997 zugunsten der "Per-</span><br/> <span class="ft5">sonalvorsorgestiftung S." für W. G. Fr. 30'000.-- einbezahlt haben.</span><br/> <span class="ft5">Die Fr. 30'000.-- wurden also im Sinne von Art. 30d Abs. 1 lit. a</span><br/> <span class="ft5">BVG an die Vorsorgeeinrichtung, von welcher der Vorbezug</span><br/> <span class="ft5">stammte, zurückbezahlt und nicht im Sinne von Art. 30d Abs. 4 BVG</span><br/> <span class="ft5">auf eine Freizügigkeitseinrichtung überwiesen. Diese Rückzahlung</span><br/> <span class="ft5">der Fr. 30'000.-- an die Vorsorgeeinrichtung war denn auch der</span><br/> <span class="ft5">Grund für die Rückerstattung des Steuerbetrages von Fr. 647.10</span><br/> <span class="ft5">durch die StK H. (vgl. Art. 14 Abs. 2 der Verordnung über die Wohn-</span><br/> <span class="ft5">eigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge [WEFV]</span><br/> <span class="ft5">vom 3. Oktober 1994, Art. 83a Abs. 2 BVG). Dass die Rückerstat-</span><br/> <span class="ft5">tung des Steuerbetrages ohne ein Gesuch seitens des Rekurrenten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">417</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">erfolgte (vgl. Art. 14 Abs. 3 WEFV, wonach für die Rückerstattung</span><br/> <span class="ft5">des Steuerbetrages ein schriftliches Gesuch an diejenige Behörde zu</span><br/> <span class="ft5">richten ist, die ihn erhoben hat), vermag an deren Rechtmässigkeit</span><br/> <span class="ft5">nichts zu ändern. Der Einwand, die Rückerstattung sei nicht mittels</span><br/> <span class="ft5">einer anfechtbaren Verfügung erfolgt, ist aktenwidrig. Die Korrektur-</span><br/> <span class="ft5">Verfügung vom 23. Februar 1998 war mit einer Rechtsmittelbeleh-</span><br/> <span class="ft5">rung versehen. Die rekurrentische Konstruktion der "treuhänderi-</span><br/> <span class="ft5">schen Deponierung" des Vorbezuges von Fr. 30'000.-- bei der Vor-</span><br/> <span class="ft5">sorgeeinrichtung ist gesetzlich nicht vorgesehen und daher keine</span><br/> <span class="ft5">(steuerlich) anzuerkennende Alternative für eine Überweisung an</span><br/> <span class="ft5">eine Freizügigkeitseinrichtung zwecks Wiedereinsetzung für Wohn-</span><br/> <span class="ft5">eigentum. Die Vorinstanz ist daher gestützt auf die Meldung vom</span><br/> <span class="ft5">27. Juni 1997 unter den vorliegenden Umständen zu Recht bei der</span><br/> <span class="ft5">Erhebung der Jahressteuer (§ 34 Abs. 3 lit. a aStG) von einer Kapi-</span><br/> <span class="ft5">talleistung von Fr. 110'000.-- (und nicht lediglich Fr. 80'000.--) aus-</span><br/> <span class="ft5">gegangen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>