<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00314</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219861&amp;W10_KEY=4480711&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00314</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.01.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA (Parteientschädigung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Umstritten ist, ob dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren eine Parteientschädigung zugestanden wäre, nachdem das Rekursverfahren erst wegen Noven gutgeheissen werden konnte.]<br/><br/>Nach dem Verursacherprinzip kann die Zusprechung einer Parteientschädigung unabhängig vom Verfahrensausgang versagt werden, wenn die obsiegende Verfahrensbeteiligte das Verfahren schuldhaft verursacht hat (E. 2).<br/><br/>Die Erfüllung seiner Mitwirkungspflicht hätte vorliegend nichts am Ausgang der Verfügung des Migrationsamts geändert. Damit kann dem Beschwerdeführer kein schuldhaftes Verursachen des Rekursverfahrens vorgeworfen werden. Das Migrationsamt hätte in Kenntnis der Noven der Sicherheitsdirektion von sich aus die Gutheissung der Beschwerde beantragen können (E. 3). <br/><br/>Zu entschädigen sind nicht sämtliche erforderlichen Aufwände, sondern nur eine angemessene Parteientschädigung, weshalb die in der Honorarnote geltend gemachte Entschädigung nicht mit der zuzusprechenden Parteientschädigung gleichgesetzt werden kann (E. 4). <br/><br/>Teilweise Gutheissung. <br/></b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERLIEGERPRINZIP">UNTERLIEGERPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 8 Abs. II GebÃ¼hrenO</span><br/><span class="ungerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Grafik 2" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=45739" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00314</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 9. Januar 2020</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Andreas Frei, Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA<br/> (ParteientschÃ¤digung),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1992, StaatsangehÃ¶riger der Slowakei, reiste am 24. August 2016 in die Schweiz ein und ersuchte am Folgetag um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Auf seinem Gesuchsformular gab er an, dass gegen ihn keine Strafuntersuchung laufe und er auch nicht vorbestraft sei.</p> <p class="Urteilstext">A war im Schengener Informationssystem (SIS) zur Verhaftung ausgeschrieben worden, weil er in der Slowakei wegen GefÃ¤hrdung durch das humane Immundefizienz-Virus ("Exposing Others to Human Immunodeficiency [HIV]) zu einer siebenjÃ¤hrigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Mit VerfÃ¼gung vom 5. April 2017 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wegen seiner StraffÃ¤lligkeit ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Den dagegen erhobenen Rekurs hiess die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit VerfÃ¼gung vom 3. Juli 2017 teilweise gut und wies die Sache zwecks AbklÃ¤rung, ob A beabsichtige, sich dem slowakischen Strafvollzug zu entziehen, und, wenn dem nicht so sein sollte, ob die in der Slowakei begangenen Straftaten in der Schweiz strafbar wÃ¤ren, an das Migrationsamt zurÃ¼ck. </p> <p class="Urteilstext">Das Bundesamt fÃ¼r Justiz (BJ) teilte den slowakischen BehÃ¶rden mit Schreiben vom 6. Februar 2018 mit, dass ihr Gesuch um Auslieferung von A mangels Vorliegens der hierfÃ¼r vorausgesetzten doppelten StraffÃ¤lligkeit abgelehnt werde. </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 5. Juli 2018 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ab. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte es aus, dass sich nur auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (nunmehr der EU) und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA) berufen kÃ¶nne, wer frei aus seinem Herkunftsstaat ausreisen kÃ¶nne, was auf A, der von seinem Heimatstaat mit internationalem Haftbefehl gesucht werde, nicht zutreffe. Selbst wenn das FZA zur Anwendung gelangen wÃ¼rde, kÃ¶nne ihm keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden. A erfÃ¼lle weder die Arbeitnehmereigenschaft im Sinn des FZA noch die Voraussetzung fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks erwerbsloser Wohnsitznahme gemÃ¤ss Art. 24 Anhang I FZA. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den am 8. August 2018 dagegen erhobenen Rekurs hiess die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 15. April 2019 gut, soweit er nicht gegenstandslos geworden war, und beauftragte das Migrationsamt A unter Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats fÃ¼r Migration (SEM) eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Weiter wies es das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab, soweit es nicht gegenstandslos geworden war, und sprach keine ParteientschÃ¤digung zu, da die angefochtene VerfÃ¼gung des Migrationsamts zum damaligen Zeitpunkt nicht fehlerhaft gewesen sei und somit die Amtsstelle nicht als unterliegend betrachtet werden kÃ¶nne.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 16. Mai 2019 beantragte A die Aufhebung der Dispositivziffer IV des Rekursentscheids vom 15. April 2019 in Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung im Umfang von Fr. 8'891.50 (inkl. MWST), zahlbar an seine Rechtsvertreterin. Eventualiter sei in Aufhebung der Dispositivziffer IV die Sache an die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckzuweisen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2019 die Abweisung mit dem Hinweis, dass das Zustimmungsverfahren beim SEM noch pendent sei und somit noch nicht definitiv Ã¼ber Obsiegen und Unterliegen entschieden werden kÃ¶nne. </p> <p class="Urteilstext"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet allein die Frage, ob dem BeschwerdefÃ¼hrerin im vorinstanzlichen Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zugestanden wÃ¤re. Das vorliegende Verfahren weist damit einen Streitwert auf und fÃ¤llt deshalb gemÃ¤ss § 38b Abs. 1 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) in die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit, da ein Streitwert von Fr. 20'000.- nicht Ã¼berstiegen wird. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 17 Abs. 2 VRG kann im Rekurs- und im verwaltungsgerichtlichen Verfahren die unterliegende Partei zu einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r die gegnerischen Umtriebe namentlich verpflichtet werden, wenn die rechtsgenÃ¼gende Darstellung komplizierter Sachverhalte sowie schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistands rechtfertigte (lit. a) oder wenn das Rechtsbegehren oder die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegrÃ¼ndet war (lit. b). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Anspruch auf eine ParteientschÃ¤digung verschafft erst ein zumindest Ã¼berwiegendes oder mehrheitliches Obsiegen. Das geschilderte Unterlieger- kann auch durch das Ver-ursacherprinzip bzw. sonstige Ãberlegungen der Billigkeit ergÃ¤nzt oder verdrÃ¤ngt werden (zum Ganzen Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2014 [Kommentar VRG], § 17 N. 19 ff.; VGr, 5. November 2015, VB.2015.00318, E. 8.1 â 28. August 2015, VB.2015.00345, E. 6.1 â 11. Mai 2016, VB.2016.00062, E. 3.2 â 24. November 2017, VB.2017.00575, E. 3 Abs. 2). Das Verursacherprinzip besagt, dass vermeidbare bzw. unnÃ¶tigerweise entstandene Parteikosten unabhÃ¤ngig vom Verfahrensausgang durch jenen Verfahrensbeteiligten zu tragen sind, der sie schuldhaft verursacht hat. Das prozessuale Verschulden liegt im ordnungswidrigen Verhalten des die zusÃ¤tzlichen Kosten verursachenden Verfahrensbeteiligten (zum Ganzen PlÃ¼ss, § 17 N. 25 ff.). </p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Vorinstanz sprach dem BeschwerdefÃ¼hrer trotz Obsiegens keine ParteientschÃ¤digung zu. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie aus, dass die Abweisung des Bewilligungsgesuchs zum Zeitpunkt ihres Erlasses am </span>5. Juli 2018 <span>nicht fehlerhaft gewesen sei, weshalb das Migrationsamt nicht als unterliegende Partei angesehen werden kÃ¶nne. FÃ¼r die Annahme einer echten wirtschaftlichen TÃ¤tigkeit im Sinn des FZA sei ein garantierter regelmÃ¤ssiger Mindestarbeitseinsatz erforderlich. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen VerfÃ¼gung vom 5. Juli 2018 zwar seit dem 20. Juni 2018 bei der C GmbH, Restaurant D, in E als â¦ angestellt gewesen, das Migrationsamt habe hiervon jedoch erst mit Ãbermittlung des entsprechenden Arbeitsvertrags Ende Juli 2018 Kenntnis erhalten. Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer habe in Wahrnehmung seiner Mitwirkungspflicht das Migrationsamt umgehend Ã¼ber seine neue Erwerbssituation informieren mÃ¼ssen. Zum VerfÃ¼gungszeitpunkt sei somit kein ArbeitsverhÃ¤ltnis nachgewiesen gewesen und der BeschwerdefÃ¼hrer habe zum Erlasszeitpunkt Ã¼ber keinen (nachgewiesenen) Anwesenheitsanspruch verfÃ¼gt. Erst nach Erlass der VerfÃ¼gung des Migrationsamts habe er eine BestÃ¤tigung seines damaligen Arbeitsgebers vom 5. August 2018 eingereicht, wonach er ein Mindestpensum von drei EinsÃ¤tzen pro Woche habe, welche nach Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers und gemÃ¤ss Einsatzlisten fÃ¼r Juli 2018 jeweils mindestens vier Stunden umfassten. Ebenfalls nach VerfÃ¼gungserlass habe der BeschwerdefÃ¼hrer eine Lohnabrechnung zu den Akten gelegt, woraus sich eine wÃ¶chentliche Durchschnittsarbeitszeit von 20,91 Stunden ergebe. Seit dem 30. September 2018 sei der BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen eines unbefristeten Vollzeitpensums (42,5 Stunden/Woche) bei der F AG in G als â¦ angestellt, weshalb er einen Anspruch auf Erteilung der verlangten Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA habe. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen vor, die Frage, ob die VerfÃ¼gung des Migrationsamtes zum Zeitpunkt ihres Erlasses fehlerfrei gewesen sei, stelle sich nur, wenn es um die Kosten und ParteientschÃ¤digung des erstinstanzlichen Verfahrens ginge. Da das erstinstanzliche Verfahren unengeltlich gewesen sei und eine ParteienschÃ¤digung gar nicht vorgesehen sei, stelle sich die Frage gar nicht. Aus der VerfÃ¼gung und Vernehmlassung des Migrationsamts gehe eindeutig hervor, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA einzig verweigert worden sei, weil das Migrationsamt die Anwendbarkeit des FZA verneint habe. Die Arbeitnehmereigenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers sei fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nicht ausschlaggebend gewesen. Grund fÃ¼r die Abweisung sei einzig gewesen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer â nach Ansicht des Migrationsamts â aufgrund seiner Verurteilung in der Slowakei eine Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung, Sicherheit und Gesundheit darstelle. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><span>Wie der BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht einwendet, ist nicht ausschlaggebend, ob das Migrationsamt beim Nachweis eines garantierten regelmÃ¤ssigen Mindestarbeitseinsatz das Gesuch gutgeheissen hÃ¤tte, sondern mÃ¼sste ihm eine schuldhafte ProzessfÃ¼hrung vorgeworfen werden kÃ¶nnen. Die Vorinstanz sieht dieses Verhalten im Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Migrationsamt nicht umgehend Ã¼ber die Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit informiert hat. Es ist zwar zutreffend, dass der BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht dazu verpflichtet gewesen wÃ¤re. Vorliegend ist indes nicht davon auszugehen, dass er dadurch das Rekursverfahren hÃ¤tte vermeiden kÃ¶nnen. Das Migrationsamt hat das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit der BegrÃ¼ndung abgewiesen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der StraffÃ¤lligkeit in seinem Heimatland nicht auf das FZA berufen kÃ¶nne. Die Anwendbarkeit des FZA setze nicht nur voraus, dass es der Person erlaubt sei, frei in den Empfangsstaat einzureisen, sondern auch, dass sie ihren Heimatstaat frei und rechtmÃ¤ssig verlassen kÃ¶nne. Dies treffe auf den BeschwerdefÃ¼hrer nicht zu. DarÃ¼ber hinaus falle ins Gewicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer im Bewilligungsverfahren das Vorliegen von auslÃ¤ndischen und schweizerischen Vorstrafen und Strafuntersuchungen verneint habe, obwohl er mit Urteil vom 19. November 2015 vom Kreisgericht H (Slowakei), mit Strafbefehl vom 15. Juni 2017 der Staatsanwaltschaft I und mit Strafbefehl des Untersuchungsamt J vom 16. Juni 2017 strafrechtlich verurteilt worden war. Als EventualbegrÃ¼ndung hielt das Migrationsamt Ã¼berdies fest, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer auch keine Bewilligung zu erteilen wÃ¤re, wenn das FZA zur Anwendung gelangen wÃ¼rde, da er die Arbeitnehmereigenschaft nicht erfÃ¼lle und auch nicht Ã¼ber ausreichend eigene finanzielle Mittel verfÃ¼ge. Am </span>6. August 2018 lehnte das Migrationsamt schliesslich sein am 27. Juli 2018 eingereichtes Gesuch um WiedererwÃ¤gung mit der BegrÃ¼ndung ab, er erfÃ¼lle die Arbeitnehmereigenschaften nicht. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei als â¦ im Restaurant D in E nur auf Abruf angestellt und verfÃ¼ge Ã¼ber keine Mindeststundenzahl pro Woche. Die unmittelbare <span>Ãbermittlung des Arbeitsvertrags bei der C GmbH, Restaurant D, an das Migrationsamt hÃ¤tte nach dem Gesagten nichts am Ausgang der VerfÃ¼gung des Migrationsamts geÃ¤ndert. </span>Damit kann dem BeschwerdefÃ¼hrer kein schuldhaftes Verursachen des Rekursverfahrens vorgeworfen werden. </p> <p class="Erwgung2">Erst nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer eine ArbeitsbestÃ¤tigung vom 29. Oktober 2018 eingereicht hatte, wonach er seit dem 30. September 2018 zu 100 % bei der F AG als â¦ beschÃ¤ftigt sei, konnte die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion seinen Rekurs gutheissen, da er damit einen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsanspruch im Sinn von Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 2 und Art. 6 Abs. 1 erster Satz Anhang I FZA erwirkt hatte. Das Migrationsamt hÃ¤tte <span>in Kenntnis </span>der neuen Festanstellung des BeschwerdefÃ¼hrers der Sicherheitsdirektion von sich aus die Gutheissung der Beschwerde beantragen kÃ¶nnen. Es ist entgegen der Meinung der Vorinstanz damit auch als unterliegend anzusehen. Dass die Vorinstanz die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA unter Vorbehalt der Zustimmung des SEM stellte, Ã¤ndert schliesslich nichts am Ausgang des Rekursverfahrens (Gutheissung). Das Migrationsamt hat als unterliegende Partei dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung zu entrichten. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 8'891.50, entsprechend der von seiner Rechtsvertreterin eingereichten Honorarnote.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 17 Abs. 2 VRG in Verbindung mit § 8 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 28. August 2010 (GebV VGr) ist nach Massgabe des Obsiegens eine angesichts der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeiten des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen. Im Gegensatz zur EntschÃ¤digung fÃ¼r den unentgeltlichen Rechtsbeistand sind nicht sÃ¤mtliche erforderlichen AufwÃ¤nde zu entschÃ¤digen (vgl. auch § 8 Abs. 2 GebV VGr). Bereits aus diesem Grund kann die in der Honorarnote geltend gemachte EntschÃ¤digung nicht mit der zuzusprechenden ParteientschÃ¤digung gleichgesetzt werden. Es rechtfertigt sich, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zuzusprechen. Dies entspricht der Ã¼blicherweise fÃ¼r migrationsrechtliche FÃ¤lle zugesprochene ParteientschÃ¤digung. GrÃ¼nde, hiervon abzuweichen, sind nicht ersichtlich.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Dispositiv-Ziff. IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 15. April 2019 ist aufzuheben und der <span>Beschwerdegegner zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine </span>ParteientschÃ¤digung <span>von Fr. 1'500.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen</span>. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Bei diesem Ausgang erscheint der BeschwerdefÃ¼hrer zwar hinsichtlich der ParteientschÃ¤digung als obsiegend, hinsichtlich der verlangten HÃ¶he der ParteientschÃ¤digung jedoch als unterliegend, weshalb die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu einem Drittel dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine reduzierte ParteienschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 1'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Der Rechtsweg in Nebenpunkten wie den EntschÃ¤digungsfolgen folgt grundsÃ¤tzlich dem in der Hauptsache massgeblichen Rechtsweg (BGE 134 I 159 E. 1.1; PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 17 N. 91). Soweit in der Hauptsache ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht werden kÃ¶nnte, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. </span><span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 15. April 2019 wird aufgehoben. </span><span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine </span><span>ParteientschÃ¤digung <span>von Fr. 1'500.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf: <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 870.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden </span>zu 1/3 <span>dem Beschwerdegegner und zu </span>2/3 dem Beschwerdegegner auferlegt.<span> </span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine </span>ParteientschÃ¤digung <span>von Fr. 1'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>