Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Juni 2017 (720 16 330 / 150) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zumutbarkeit der Geschäftsaufgabe Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Jan Herrmann , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der am 6. Januar 1959 geborene A.____ ist gelern ter Polymechaniker. Seit Juli 1988 arbeitet er als selbstständiger Schreiner. Am 6. Oktober 2013 meldete er sich unter Hinweis auf eine Diskusprotrusion sowie Arthrose in den Knien u nd in der linken Schulter bei der Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem di e IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie beim Versi- cherten einen IV-Grad von 26%. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie einen Anspruch von Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Werner Frei auf eine Rente nach durchgeführtem Vorbesch eidverfahren mit Verfügung vom 1. September 2016 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Jan Herrmann, am 29. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Besch werde sei die Verfügung vom 1. September 2016 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm basierend auf einem IV-Grad von mindestens 50% zumindest eine halbe Rente zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass es ihm nicht zuzumuten sei, seine seit nunmehr 28 Jahren ausgeübte selbstständige Erwerbstätigkeit als Schreiner mit ei- genem Ladengeschäft aufzugeben. Zudem werde er die ihm attestierte Restarbeitsfähigkeit von 80% in einer Verweistätigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zufolge der konkreten Umstände, insbesondere auch im Hinblick auf sein Alter, nicht verwerten können. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Dezember 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik 19. Januar 2017 hielt der Beschwerdeführ er an seinen Anträgen fest, wobei er in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Durchführung ei ner Parteiverhandlung mit Parteibefra- gung beantragte. Diesen Antrag wies die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht, mit Verfügung vom 24. Janua r 2017 mit der Begründung ab, er ziele nicht auf Durchführung einer Parteiverhandlung nach Art. 6 Ziffer 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. N ovember 1950 (EMRK; in Kraft ge- treten für die Schweiz am 28. November 1974), sondern sei als Beweisantrag zu verstehen. Eine Parteibefragung erscheine aufgrund des Aktenstande s als entbehrlich. Vorbehalten bleibe der Entscheid des urteilenden Dreiergerichts. E. Am 31. Januar 2017 hielt der Rechtsvertreter des Ver sicherten am Antrag auf Durchfüh- rung eine Parteiverhandlung fest. Ausserdem verwies er a uf ein bundesgerichtliches Präjudiz, wonach die Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit ku rz vor Eintritt ins AHV-Rentenalter nicht zumutbar sei. Am 2. Februar 2017 ging eine weit ere Eingabe ein, der ein Bericht von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. Januar 2017 beilag. F. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. Februar 201 7 auf die Einreichung einer Dup- lik. Zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 2. Februar 20 17 und zum Bericht von Dr. B.____ vom 30. Januar 2017 nahm sie unter Hinweis auf die Ausf ührungen von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 10. Feb- ruar 2017, am 16. Februar 2017 Stellung. G. Am 21. Februar 2017 reichte der Rechtsvertreter de s Beschwerdeführers eine weitere Stellungnahme ein. Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin , unter Hinweis auf die Stellungnah- me des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 17. März 2017, am 21. März 2017 Stellung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Am 27. März 2017 reichte der Rechtsvertreter des Versic herten einen weiteren Bericht von Dr. B.____ vom 7. März 2017 ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 29. September 2016 ist einzutreten. 2. In formeller Hinsicht ist zunächst der Verfahrensant rag, es sei eine Parteiverhandlung mit Parteibefragung durchzuführen, zu beurteilen. 2.1.1 Ein solcher Antrag kann zum einen auf die Durchf ührung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK abzielen. Nach höchst richterlicher Rechtsprechung bedarf es hierfür im Sozialversicherungsprozess grundsätzlich eines klare n und unmissverständlichen Parteiantrags (BGE 120 V 8 E. 3d, BGE 119 V 381 E. 3 b/dd, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 I 38 E. 5f). Fehlt es an einem solchen, lässt si ch in der Regel gegen ein ausschliess- lich schriftliches Verfahren nichts einwenden. Insbesonder e in Verfahren, die nach der Praxis des betroffenen Kantons üblicherweise ausschliesslich in Schr iftform durchgeführt werden, muss sich die Partei, die eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK wünscht, der Notwendigkeit eines entsprechenden Antrags bewusst sein, weshalb dessen Feh- len als Verzicht zu werten ist (BGE 121 I 40 f. E. 6a, BGE 119 Ib 329 ff.). 2.1.2 Ein Antrag auf Durchführung einer Parteiverha ndlung kann sodann aber auch zum Zwe- cke einer Parteibefragung oder -anhörung gestellt werden oder im Zusammenhang mit weiteren Beweisanträgen wie der Einvernahme eines Zeugen, der Anhörung eines Sachverständigen oder der Vornahme eines Augenscheins erfolgen. In all diesen Fällen handelt es sich beim An- trag auf Durchführung einer Parteiverhandlung ledigl ich um einen Beweisantrag . Aus ihm allein ist denn auch (noch) nicht auf den Wunsch auf eine konve ntionskonforme Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit zu schliessen (BGE 122 V 55 E. 3a mit Hinweisen). 2.2 Vorliegend verlangte der Rechtsvertreter des Beschw erdeführers nicht die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Die beantragte mündliche Par- teiverhandlung soll vielmehr dazu dienen, ihn zu seinen persönlichen Umständen zu befragen. Dabei legt er indes nicht substantiiert dar, weshalb e ine persönliche Befragung erforderlich ist. Namentlich ist nicht ersichtlich, welche Entscheid relevante n Umstände nur im Rahmen einer Befragung durch das Gericht vorgebracht werden könnten. In Anbetracht dessen, dass der Rechtsvertreter in seinen schriftlichen Eingaben die persönlichen Situation des Beschwerdefüh- rers beschrieb und entsprechende Beweismittel eingereicht e, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine persönliche Situation, die er i m Rahmen einer Befragung durch das Gericht vorbringen wollte, in den schriftlichen Eingab en hinreichend dargelegt hat, weshalb der Entscheid der Instruktionsrichterin vom 24. Januar 2017 z u bestätigen und der Beweisantrag des Beschwerdeführers abzuweisen ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Materiell streitig und zu prüfen ist der Rentenanspr uch des Beschwerdeführers. Mass- gebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2016 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bild et rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 4.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1) 4.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 5.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 5.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Sc hlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 7. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 8.1 Die IV-Stelle beauftragte das Spital D.____ mit einem Gutachten, welches am 26. Mai 2015 erstattet wurde. Darin wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbospondylo- genes Schmerzsyndrom, eine Periatropathia humeroscapularis tendinopathica links und Poly- arthrose diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit lägen ein cervicovertebrales Schmerzsyndrom und ein plantarer Fersensporn links vor. I m Vordergrund stünden die belas- tungsabhängigen Beschwerden im Bereich des Achsenskeletts i n erster Linie tieflumbal lokali- siert. Aufgrund der Osteochondrosen und der Spondylolisth ese bestünde sowohl eine Beein- trächtigung für längeres Stehen und Sitzen sowie für das Tragen von Lasten über 10 kg. Wir- belsäulenzwangshaltungen seien zu vermeiden. Aufgrund der Gonarthrose bestünden Ein- schränkungen beim Treppensteigen sowie für kniende Täti gkeiten. Aufgrund der Periathropa- thia tendinopathica humeroscapularis links seien Überkopfa rbeiten zumindest links nicht mög- lich. Es sei anzunehmen, dass die Fingerpolyarthosen auch die feinmotorischen Tätigkeiten in zunehmendem Masse beeinträchtigen würden, wobei der zeit liche Verlauf hierfür derzeit nicht eingeschätzt werden könne. Die bisherige Tätigkeit als Schreiner sowie mittelschwere Ver- weistätigkeiten seien dem Versicherten seit mindestens März 2013 noch im Umfang von 50% zumutbar. Dabei seien die erforderlichen regelmässigen Pausen und Positionswechsel zu be- rücksichtigen. Für eine wechselbelastende leichte Verweistä tigkeit, etwa Lager- oder Verkaufs- arbeiten, betrage die Arbeitsfähigkeit 80%. Nach Dur chführung von medizinischen Massnah- men könne die Arbeitsfähigkeit von 80% auf 100% gesteigert werden. 8.2 Die IV-Stelle ging demzufolge davon aus, dass dem V ersicherten die bisherige Tätigkeit als selbstständiger Schreiner seit mindestens März 2013 noc h im Umfang von 50%, und ange- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht passte Verweistätigkeiten aber im Umfang von 80% zumutba r sind. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.3 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund ein gehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigke it der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten erweist sich sow ohl in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogen en Schlussfolgerungen als überzeugend. Der Beschwerdeführer hat zu Recht nicht be anstandet, dass die IV-Stelle darauf abgestellt hat. Demnach ist davon auszugehen, dass dem Versicherten die bisherige Tätigkeit als Schreiner seit mindestens März 2013 noch im Umfang v on 50% möglich ist. Leichte Ver- weistätigkeiten sind ihm aber im Umfang von 80% zumutbar. 9. Die von der IV-Stelle vorgenommene Bemessung des Va lideneinkommens aufgrund des Abklärungsberichts für Selbstständigerwerbende vom 7. Janua r 2016 von Fr. 85‘116.-- hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet. Unbestritt en ist auch die Feststellung der IV- Stelle, wonach der Beschwerdeführer in einer angepasst en Verweistätigkeit mit einem Pensum von 80% gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik (BfS) ein Jahreseinkommen vo n Fr. 62‘847.-- und damit ein hö- heres Einkommen erzielen könnte als in seinem angestammt en Beruf als selbstständiger Schreiner, welches mit Fr. 41‘463.-- beziffert wurde. Streitig ist aber, ob dem Beschwerdeführer, welcher weiterhin in seiner eigenen Unternehmung im Rahmen von 50% tätig ist, wo er aber seine Restarbeitsfähigkeit von 80% in adaptierter Täti gkeit nicht voll ausschöpft, ein Berufs- wechsel in eine unselbständige angepasste Tätigkeit zuzumuten ist. 10.1 Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invali denversicherung ganz allgemein der Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare sel- ber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Als Richtschnur bei der Interessenabwägung kann gelten, dass die Anforderun gen an die Schadenminderungs- pflicht zulässigerweise dort strenger sind, wo eine erhöh te Inanspruchnahme der Invalidenver- sicherung in Frage steht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des B undesgerichts vom 8. Juli 2004, I 365/03, E. 4.2 mit Hinweisen; BGE 113 V 32). Ein R entenanspruch ist dann zu verneinen, wenn die versicherte Person selbst ohne Eingliederungsmassn ahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein re ntenausschliessendes Erwerbseinkom- men zu erzielen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Sep tember 2011, 8C_460/2011, E. 2 mit Hinweisen). 10.2 Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeits fähigkeit beurteilt sich (auch bei vorge- rücktem Alter; BGE 138 V 457 E. 3.1) bezogen auf eine n ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1 ATSG), wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2016, 8C_910/2015, E. 4.2.1 mit Hinweisen, in: SVR 2016 IV Nr. 58 S. 190). Das fortgeschritte- ne Alter wird, obwohl an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht anerkannt, das zusammen mit weiteren persönlichen und b eruflichen Gegebenheiten dazu füh- ren kann, dass die einer versicherten Person verbliebene R esterwerbsfähigkeit auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr na chgefragt wird, und dass ihr deren Ver- wertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflich t nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgegli- chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach eine r allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. In Frage kommen beispielsweise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen , der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhande- ne Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, berufliche r Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (BGE 138 V 457 E. 3.1; Urteil vom 19. Mai 2016, 8C_910/2015, E. 4.2.2, in: SVR 2016 IV Nr. 58 S. 190). 10.3.1 Für den Zeitpunkt, in dem die Frage nach der V erwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3). Die medizinische Zumutbar- keit steht fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesb ezüglich eine zuverlässige Sachver- haltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.4; Ur teil vom 24. November 2016, 8C_665/2016, E. 5.3). 10.3.2 Das von der Verwaltung eingeholte Gutachten des Spitals D.____ vom 26. Mai 2105 bringt Klarheit über die Arbeitsfähigkeit des Beschwe rdeführers und bildet genügende medizini- sche Grundlage für den Rentenentscheid (vgl. E. 8.2 hie rvor). Demnach ist für die Rentenbe- rechtigung die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit am 26. Mai 2015 entscheidend. Wenn der Beschwerdeführer einwendet, es sei wegen einer vo n der IV-Stelle verschuldeten Verfah- rensverzögerung vom Verfügungserlass am 1. September 201 6 als massgebendem Zeitpunkt auszugehen, kann ihm nicht gefolgt werden. Nach Abklärun g der gesundheitlichen Situation mussten die erwerblichen Verhältnisse abgeklärt werden, was bei selbstständig Erwerbenden in aller Regel mit einem grösseren Aufwand verbunden ist. Der Abklärungsbericht für Selbststän- digerwerbende datiert vom 7. Januar 2016. Nur zwei Monate später erging am 9. März 2016 der Vorbescheid. Der Zeitaufwand für das Einwandverfahren von rund einem halben Jahr bewegt sich in einem angemessenen Rahmen. Bei dieser Sachlage ist der Vorinstanz keine Verzöge- rung des Verfahrens vorzuwerfen. Demnach besteht kein G rund, für die Beurteilung der Ver- wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf den Verfügungszeitpunkt abzustellen. 11. Streitig ist, ob dem Beschwerdeführer die Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann. Dieser stellt sich mit Blick auf sei n mittlerweile fortgeschrittenes Alter und seiner seit 28 Jahren andauernden Selbstständigkeit a uf den Standpunkt, dass ihm ein Berufswechsel nicht zumutbar sei und sich die Restarbeitsfä higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwerten lasse. Zu beachten sei, dass er immer wieder schlechte Tage zu verzeichnen habe, an welchen er kaum arbeitsfähig sei. Au sserdem sei zu erwarten, dass sich seine Arbeitsfähigkeit in den nächsten Jahren zunehmen d verschlechtern werde. Die Restar- beitsfähigkeit werde im Rahmen seiner selbstständigen Erwerbsfähigkeit bestmöglich verwertet. Zudem sei ihm weder möglich noch zumutbar, sich in di e Struktur eines Angestelltenverhältnis- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ses einzuordnen. Würde er gezwungen, seine Selbstständigk eit aufzugeben, wäre ernsthaft zu befürchten, dass er psychisch dekompensiere. 12.1 Der Auffassung des Beschwerdeführers kann nicht bei gepflichtet werden. Wie oben (vgl. E. 10.3.1 hiervor) ausgeführt ist für die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter das Feststehen der medizinischen Z umutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs- tätigkeit und somit der 26. Mai 2015 entscheidend. In diesem Zeitpunkt verblieben dem Be- schwerdeführer rund 9½ Jahre bis zum ordentlichen Rentena lter. Diese Aktivitätsdauer lässt einen Berufswechsel als zumutbar erscheinen. Daran änder t auch sein Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juli 2014, 9C_272/2014, nic hts, bestand dort doch eine markant kürzere Aktivitätsdauer von weniger als drei Jahren. Vielm ehr ist mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2017, 8C_678/2016, bei dem d ie Zumutbarkeit eines Berufswech- sels bei einer Aktivitätsdauer von vier Jahren resp. drei Jahren und neun Monaten bejaht wur- de, davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer trotz des vorgerückten Alters zuzumu- ten ist, sich in ein neuer Tätigkeitsbereich einzuarbeit en. Dagegen spricht zwar die langjährige Tätigkeit als Selbständigerwerbender, was den Wechsel i n einen unselbständigen Erwerb nicht einfach macht. Indes sind ihm nach der Beurteilung im massgebenden Gutachten des Spitals D.____ vom 26. Mai 2105 (vgl. E. 8.1 hiervor) wechsel belastende leichte Verweistätigkeiten, etwa Lager- oder Verkaufsarbeiten mit einer Einschränku ng von 20% möglich und zumutbar. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführer unterliegt die ihm zumutbare Tätigkeit denn auch nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu be- zeichnen wäre (vgl. E. 10.2 hiervor). Unter Berücksichtig ung, dass der ausgeglichene Arbeits- markt auch Nischenarbeitsplätze umfasst (Urteil des Bundesge richt vom 11. Februar 2015, 8C_740/2014, E. 3.4.3 mit Hinweis), ist vielmehr davon auszugehen, dass auf dem ausgegli- chenen Arbeitsmarkt durchaus die entsprechende Nachfrag e für die den gesundheitlichen Ein- schränkungen des Beschwerdeführers zumutbare Tätigkeiten b esteht. Dies gilt umso mehr, als er aufgrund seiner Ausbildung zum Polymechaniker vielsei tig einsetzbare berufliche Fähigkei- ten aufweist und als selbständig Erwerbender Schreiner a uch Erfahrungen im administrativen Bereich sammeln konnte, sodass bei ihm auch ohne besonde re Einarbeitung verschiedene un- selbständige Tätigkeiten in Frage kommen. Zwar ist er an gesichts seines Alters und der beste- henden gesundheitlichen Beschwerden nicht leicht vermitt elbar, dennoch sind ihm zumutbare Tätigkeiten zweifellos nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kön nten. Insgesamt liegen keine Grün- de vor, die dem Beschwerdeführer die Annahme einer un selbständigen Erwerbstätigkeit unzu- mutbar machen würden. 12.2.1 Daran vermögen auch die im vorliegenden Verfahr en eingereichten Berichte von Dr. B.____ vom 30. Januar 2017 und 7. März 2017 nichts zu ändern. Am 30. Januar 2017 hielt er fest, dass er den Beschwerdeführer erstmals am 25. Janu ar 2017 getroffen habe und diag- nostizierte eine gegenwärtig leichtgradige depressive St örung sowie akzentuierte Persönlich- keitszüge mit narzisstisch-abhängigen Anteilen. Der Versicherte verfüge nur über eingeschränk- te Ressourcen. Er sei zwar in der Lage, meist alleinarbei tend seine Leistungen zu erbringen. Die Ressourcen würden aber weder für eine Arbeit in e inem engen, fremdstrukturierten Betrieb Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht noch für eine berufliche Umschulung ausreichen. Am 7. Mä rz 2017 bekräftigte er seine Anga- ben im Bericht vom 30. Januar 2017 und hielt ergänzend fest, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Schreiner aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei. 12.2.2 Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer Dr. B. ____ erstmals am 25. Januar 2017 und damit nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2016 aufsuchte und leichte Störungen aus dem depressiven Formenkreis invalid enversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts vom 18. November 2015, 9C_125/2015, E. 7.2.1 mit Hinweisen) ist mit diesen Be richten die Unzumutbarkeit für einen Berufswechsel aus psychischen Gründen für den Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Dies gilt umso mehr, als aus den vorliegenden Akten keine Anzeichen für eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Erkrankung des Beschwerdeführers ergeben, weshalb in antizipierter Bew eiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche medizini sche Abklärungen verzichtet und da- von ausgegangen werden kann, dass dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer unselbstän- digen Erwerbstätigkeit im Umfang von 80% medizinisch zumutbar ist. 13. Nach dem Gesagten ist die Zumutbarkeit der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätig- keit zu bejahen. Zumindest muss sich der Beschwerdeführer im Rahmen der ihm zumutbaren Schadenminderungspflicht anrechnen lassen, was er in ei ner angepassten Tätigkeit auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu erzielen noch i n der Lage wäre. Da ihm auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbleibende (Rest)Arbeitsfähigkeit noch verwerten kann , ist ihm deren Verwertung auch ge- stützt auf die Selbsteingliederungslast zumutbar. Nachde m sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes w egen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzunehmen wäre und die Berechnung auch vom Versicherten nicht beanstandet wurde, erübrigt sich e ine detaillierte Auseinandersetzung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkommensver gleich. Es ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein rentenausschlie ssendes Erwerbseinkommen er- zielen könnte. Die angefochtene Verfügung vom 1. September 2016, mit welcher ein Rentenan- spruch des Beschwerdeführers abgewiesen wurde, ist im Erge bnis nicht zu beanstanden. Bei dieser Sachlage sowie der Tatsache, dass der Beschwerdefüh rer spätestens seit dem Vorbe- scheid weiss, dass er seiner Schadenminderungspflicht nicht h inreichend nachkommt, besteht kein Raum für eine befristete Übergangsrente. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 14. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Der anwaltlich vertretene Be- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer ersuchte um Auferlegung einer moderaten Gerichtsgebühr, ohne jedoch ein förmliches Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu stellen . Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- leistete, kann darauf ge- schlossen werden, dass er in der Lage ist, die ordentlichen Kosten des vorliegenden Verfahrens zu tragen. Daher besteht kein Grund für eine Reduktio n der Gerichtsgebühr. Die Verfahrens- kosten werden deshalb mit dem vom Beschwerdeführer geleist eten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang ent- sprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenslosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht