Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. November 2015 (720 15 151 / 294) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision (Verbesserung des Gesundheitszustandes); der Beschwerdeführer weist aktuell keine relevante Leistungsbeeinträchtigung m ehr auf; die vorliegenden medizini- schen Gutachten geben genügend Aufschluss über die massgebenden Indikatoren ge- mäss der neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka- tin, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ meldete sich am 26. Sep tember 2005 unter Hinweis auf eine Hüftarthrose und wiederkehrende Schmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversiche- rung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht hältnisse sowie nach Durchführung eines Vorbescheidverfahre ns lehnte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 13. September 2006 zunächst ab, hob die Verfügung jedoch anschliessend zwecks Durch- führung weiterer Abklärungen wieder auf. Mit Verfügu ng vom 9. November 2010 sprach die IV- Stelle dem Versicherten für den Zeitraum vom 1. Septem ber 2006 bis 31. Januar 2008 eine halbe, vom 1. Februar 2008 bis 31. August 2008 eine ganze, vom 1. September 2008 bis 31. Dezember 2009 erneut eine halbe, vom 1. Januar 2010 bis 31. Juli 2010 eine ganze und ab 1. August 2010 wiederum eine halbe Rente zu. Diese Ve rfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Im März 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ei ne Revision der Rente ein. Nachdem sie die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse abge klärt hatte, ermittelte sie bei A.____ einen Invaliditätsgrad von 0%, worauf sie die laufende halbe Rente des Versicherten nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 23. März 2015 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats aufhob. B. Hiergegen erhob A.____ am 24. April 2015 Beschwer de beim Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantra gte sinngemäss, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Mit Ein- gabe vom 6. Mai 2015 wurde die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung beantragt. C. Mit Verfügung vom 27. Mai 2015 wurde dem Beschwerd eführer die unentgeltliche Pro- zessführung bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. D. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2015 schloss die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eingeholte Stellungnahme auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Replik vom 20. Juli 2015 beantragte der Beschwer deführer, nunmehr vertreten durch Advokatin Raffaela Biaggi, es sei ihm in Aufhebu ng der angefochtenen Verfügung vom 23. März 2015 weiterhin mindestens eine halbe Invaliden rente auszurichten. Eventualiter sei der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt mittels ein er gerichtlichen Expertise abzuklären; subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei dem Beschwerdeführer neben dem Kostenerlass auch die unentgeltliche Verbeiständung zu bewilligen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründu ng wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt von d er Beschwerdegegnerin ungenügend abgeklärt worden sei. Das bei der Begutachtungsstelle B._ ___ eingeholte Gutachten sei noch auf der Grundlage der früheren Rechtsprechung der Über windbarkeitsvermutung bei somato- formen Schmerzstörungen erstellt worden. Eine Beurteilung nach der neuen Indikatorenprüfung ergebe, dass der Beschwerdeführer kaum noch über Ressour cen verfüge und aufgrund der somatoformen Schmerzstörung in seiner Arbeitsfähigkeit relevant eingeschränkt sei. Sollte das Gericht eine Beurteilung anhand der Standardindikator en nicht für möglich erachten oder zu einem anderen Schluss kommen, sei eine Nachbegutachtung anzuordnen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Verfügung vom 22. Juli 2015 wurde dem Beschwe rdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokatin Biaggi als Rechtsvertreterin bewilligt. G. In ihrer Duplik vom 21. September 2015 verwies die Beschwerdegegnerin auf die RAD- Stellungnahme vom 25. August 2015, worin eine Prüfu ng der Standardindikatoren vorgenom- men worden sei und hielt fest, dass der Beschwerdeführer über ausreichende Ressourcen ver- füge, um eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu begründen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 24. April 2015 ist demnach ei nzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 30. April 2015 hinaus Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. Mär z 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe- fugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Diese Definitionen e ntsprechen den vor Inkrafttreten des ATSG per 1. Januar 2003 von der Rechtsprechung entwi ckelten Begriffen in der Invalidenversi- cherung (BGE 130 V 343 ff.). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt in der Re gel nicht zu einer materiellen Revision Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrech tlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderun gen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obw ohl sich der beurteilte Gesundheitszu- stand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine u nterschiedliche Ausübung des medizini- schen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurü ckzuführen (Urteil des Bundesge- richts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4 .1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 7 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 9. November 2010 rückwirkend für den Zeitraum vom 1. September 2006 bis 31. Juli 2010 mehrere befristete Renten in unterschiedlicher Höhe und schliesslich ab 1. August 2010 eine unbefristete halbe Ren te zu. Nachdem sie im März 2011 von Amtes wegen eine Revision des laufenden Rentenanspru chs eingeleitet hatte, ermittelte die IV-Stelle nunmehr einen Invaliditätsgrad des Versi cherten von 0 %. Gestützt auf dieses Er- gebnis hob sie deshalb die laufende halbe Rente des Versicherten mit Verfügung vom 23. März 2015 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung fo lgenden Monats auf. Im Lichte der vor- stehend erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Ände- rung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist , die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, demnach d urch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 9. November 2010 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 23. März 2015. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach d em für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigu ng (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den – den medizinische n Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile J. des Schweizerischen Bundesgerichts vom 29. August 2 011, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 6. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdef ührers sind im Wesentli- chen die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 Bei der Rentenzusprache vom 9. November 2010 stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes voll umfänglich auf ein bei der Begutach- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsstelle C.____ einngeholtes polydisziplinäres Gutacht en vom 1. September 2009. Darin stellten die involvierten internistischen, orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen Fachärzte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit: (1) chronische Schmer- zen in der Hüftregion beidseits bei Coxarthrose beidseit s, Status nach Implantation einer Ober- flächenersatzprothese Hüfte rechts (11/2007), Status nach arthroskopischer Arthrolyse, Labrumteilresektion, Microfracturing und Offset-Nachkor rektur Hüfte rechts (05/2007) sowie Status nach chirurgischer Hüftluxation und Offset-Korr ektur (11/2005); (2) ein Verdacht auf Im- pingement der Schultern beidseits; (3) chronische lumb osakrale Rückenschmerzen bei Osteo- chondrose L5/S1; (4) ein Thorakovertebralsyndrom bei F unktionsstörung Th2/Th3 links und C6 links; (5) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung ( ICD-10 F45.4) mit somatischen und psychischen Faktoren sowie (6) eine depressive, disphorische Ve rstimmung leichten bis mittle- ren Grades (ICD-10 F32.1/2). Ohne Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit seien ein leicht ausge- prägtes Cervicalsyndom bei Zustand nach HWS-Schleudertra uma im September 2008 sowie ein Zustand nach Carpaltunnelsyndrom-Operationen rec hts am 27.02.2006 und links am 27.03.2006 festzustellen. Schwere handwerkliche Tätigkeite n seien dem Exploranden aus or- thopädischer Sicht nicht mehr zumutbar. Eine zeitlich beg renzte Tätigkeit im Bürobereich (z.B. im früheren Beruf als Programmierer) unter Beachtung einer Hebe- und Traglimite von 5 kg, ohne Überkopfarbeiten, bei regelmässigem Wechsel der Kö rperposition könne dem Exploran- den noch in einem Pensum von 60 % zugemutet werden. N ach Sanierung des linken Hüftge- lenks dürfe nach einem halben Jahr oder einem Jahr eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit um ca. 20 % bis 30 % möglich sein. Es empfehle sich eine orth opädische Nachbeurteilung. Der neurologische Gutachter hielt fest, dass in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht sei d er Explorand – einerseits aufgrund der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, andererseits aufgrund der affektiven Störung ver- bunden mit einer krankheitswertigen Symptomatik – auch in einer körperlich angepassten, geis- tig wenig anspruchsvollen Tätigkeit zu 40 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Gesamt- medizinisch gingen die involvierten Fachärzte davon aus, d ass nach Operation der linken Hüfte und anschliessender Rehabilitation per 1. Dezember 200 9 eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 60 % gegeben sei. Derzeit sei der Explorand noch zu 100 % arbeitsunfähig. 6.2 Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens gab di e Beschwerdegegnerin zu- nächst ein polydisziplinäres (internistisch, psychiatrisch, or thopädisch) Gutachten bei der Be- gutachtungsstelle D.____ in Auftrag. Im Gutachten vom 3. April 2012 erhoben die involvierten Gutachter folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arb eitsfähigkeit: (1) chronisch- intermittierende, vorwiegend periartikuläre Schmerzen in der Hüfte beidseits (IC-10 M79.65) mit Oberflächenersatz-Hüfttotalprothese links seit 07.10.2009 und rechts seit 14.11 2007 (Z96.6) und bei Status nach arthroskopischer Gelenkstoilette und Offset-Nachkorrektur rechts am 21.05.2007 und nach chirurgischer Hüftluxation und Offse t-Korrektur rechts am 04.11.2005 (Z98.8); (2) ein chronisches lumbal betontes panvertebral es Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10 M54.5) bei Osteochondrose L5/S1 (M4 7.86); (3) ein klinisch allenfalls leichtgradiges subakromiales Rest-Impingement Schulter rechts (ICD-10 M75.4) bei leichtgradi- gen degenerativen Veränderungen glenohumeral und im Bereich der Rotatorenmanschette (M19.11) und bei Status nach Refixation der Supraspinat ussehne nach traumatischem Abriss 1998 (Z98.8). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden (1) eine anhal- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), bei anamnestisch multilokularem Schmerzsyndrom, in vielen Bereichen ohne eindeutig objek tivierbares Korrelat (ICD-10 R52.1), (2) ein fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauc h (ICD-10 F17.1) sowie (3) ein Status nach Karpaltunnelspaltung beidseits 2006 ohne wesentlich e Restbeschwerden (ICD-10 Z98.8) aufgeführt. Ab dem Zeitpunkt der Untersuchung sei der Explorand aus gesamtmedizinischer Sicht in einer körperlich leichten Tätigkeit mit wechse lnden Positionen, jedoch zumindest teil- weise auch sitzend, bei einer Hebe- und Traglimite von 10 kg, ohne Zwangshaltungen des Rumpfes oder der unteren Extremitäten, sowie ohne repetitive Überkopfbewegungen der Arme, sowohl in zeitlicher Hinsicht wie auch leistungsmässig uneingeschränkt arbeitsfähig. Im Gegen- satz zur Einschätzung im Gutachten der Begutachtungsstel le C.____ vom 1. September 2009 bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbe itsfähigkeit. Als einzige psychi- atrische Diagnose könne eine somatoforme Schmerzstörung, jedoch ohne psychische Komor- bidität, festgestellt werden. Die ehemals vorhandene de pressive Störung sei nicht mehr nach- weisbar, wodurch sich aus psychiatrischer Sicht eine Verbess erung ergebe. Dem Exploranden könne zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung auf- zubringen, um einer angepassten Tätigkeit ganztags nachzugehen. Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin hin bestätigten d ie Gutachter der Begutachtungsstelle D.____ mit Schreiben vom 19. Juli 2012 und 28. Augus t 2012, dass sich der gesundheitliche Zustand des Versicherten seit der Begutachtung im Jahr 200 9 verändert habe. Namentlich sei die für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verantwo rtliche depressive Störung nicht mehr nachweisbar. Eine genaue Rückdatierung der Verbesserung sei mangels echtzeitlicher Arztbe- richte nicht möglich, weshalb die Verbesserung als ab dem Untersuchungszeitpunkt eingetreten gelte. Abweichende Arztberichte seien im Gutachten vom 3. April 2012 berücksichtigt worden. 6.3 Aufgrund der im ersten Vorbescheidverfahren geäusser ten Kritik am Gutachten der Begutachtungsstelle D.____ und aufgrund des inzwischen er folgten Zeitablaufs erachtete die Beschwerdegegnerin eine weitere Begutachtung für notw endig. Die mit der internistischen, or- thopädischen und psychiatrischen Begutachtung beauftragte Begutachtungsstelle B.____ hielt im Gutachten vom 30. September 2014 als Diagnose mit Au swirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Hüftbeschwerden beidseits, rechts mehr als links, bei Sta tus nach verschiedenen operativen Eingriffen inklusive Totalprothesen beidseits in den Jahren 2005, 2007 und 2009 fest. Als Diag- nosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt en die involvierten Fachärzte ein chroni- sches lumbovertebrales Syndrom bei Osteochondrose L5/S1, ein chronisches Cervicalsyndrom bei Status nach HWS-Distorsion (Auffahrunfall) am 17.0 9.2008, einen Status nach offener Schulteroperation rechts nach Unfall 1998, einen Stat us nach Carpaltunnelsyndrom-Sanierung beidseits 2006, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine anhaltende leichte depressive Verstimmung sowie einen Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit narzisstischen, paranoiden und ängstlich-vermeide nden Zügen (ICD-10 F61.0) fest. Gesamthaft beurteilt erachte man den Exploranden unt er Berücksichtigung der somatischen und psychiatrischen Aspekte in der zuletzt ausgeübten Täti gkeit als Programmierer sowie in einer anderen adaptierten, körperlich leichten bis mit telschweren Tätigkeit unter Vermeidung von Arbeiten auf rutschigem Gelände oder in absturzgefäh rdeten Positionen seit der Begutach- tung durch die Begutachtungsstelle D.____ als weitgehend arbeitsfähig. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Nachdem die IV-Stelle einen Bericht des behandelnd en Arztes Dr. med. E.____, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, vom 27. Oktober 2014 erhalten hatte, leitete sie diesen zur Stellungnahme an die Gut achter der Begutachtungsstelle B.____ weiter. In ihrem Antwortschreiben vom 21. Januar 2015 hielten die involvierten Fachärzte der Begutachtungsstelle B.____ fest, dass die vom behandelnde n Rheumatologen aufgeführten somatischen Diagnosen keine neue Einschätzung bedingen würden. Vielmehr werde im Bericht kein objektiver Befund beschrieben; die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit werde bloss mit den subjektiven Klagen des Versicherten begründet. Auch a us den übrigen neu vorliegenden medizinischen Berichten ergäben sich keine neuen Aspekt e. An der Einschätzung der Arbeits- fähigkeit im Gutachten vom 30. September 2014 werde deshalb festgehalten. 6.5 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilu ng des aktuellen Gesundheits- zustandes in der angefochtenen Verfügung vom 23. März 201 5 vollumfänglich auf die Ergeb- nisse der bei den Begutachtungsstellen D.____ und B.____ eingeholten Gutachten. Sie ging dementsprechend davon aus, dass sich der Gesundheitszustand d es Beschwerdeführers in massgeblicher Wiese verbessert habe und er nunmehr seit 5 . März 2012 in der zuletzt ausge- übten Tätigkeit als Programmierer sowie in leidensada ptierten Verweistätigkeiten vollständig arbeitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indi zien liegen hier keine vor. Die Gutach- ten der Begutachtungsstellen D.____ und B.____ weisen w eder formale noch inhaltliche Män- gel auf, sie sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) – für die streiti- gen Belange umfassend, sie beruhen auf allseitigen Unt ersuchungen, sie berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der B eurteilung der medizinischen Situation ein, sie setzen sich mit den vorhandenen abwei chenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und sie sind in den Schlussfolgerungen übe rzeugend. Insbesondere nehmen die Gutachter auch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfäh igkeit des Versicherten vor. Sofern der Beschwerdeführer rügt, dass der rechtserhebliche Sach verhalt im Zeitpunkt der Verfügung noch nicht genügend abgeklärt gewesen sei, da im Rahmen des Beschwerdeverfahrens noch eine Stellungnahme des RAD erstellt worden sei, ist ihm entgegen zu halten, dass diese Stel- lungnahme erst aufgrund der Ausführungen in der Beschw erde vom 24. April 2015 und den damit eingereichten medizinischen Unterlagen notwendig geworden war. Daraus kann jeden- falls nicht auf eine grundsätzlich ungenügende Abklärung geschlossen werden. 6.6 Die Gutachten der Begutachtungsstellen D.____ und B.____ erweisen sich nach dem Ausgeführten als beweistauglich. Dementsprechend kann vo n einer massgebenden Verbesse- rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im Verg leich zur ursprünglichen Ren- tenzusprache am 9. November 2010 ausgegangen werden. S omit hat die IV-Stelle aber in der angefochtenen Verfügung vom 23. März 2015 das Vorliege n der Revisionsvoraussetzungen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Art. 17 ATSG zu Recht bejaht. Im Rahmen der Prüfung des aktuellen Rentenanspruchs des Versicherten ist die IV-Stelle sodann auf der Grundlage der damals geltenden Schmerzrecht- sprechung des Bundesgerichts (vgl. dazu E. 8 hiernach) gest ützt auf die Beurteilungen der Gutachter der Begutachtungsstellen D.____ und B.____ zu treffend davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der früheren Tätigk eit als Programmierer sowie die Aus- übung einer leidensadaptierten Verweistätigkeit wieder im Umfang von 100 % zumutbar ist. 7.1 Gemäss lit. a Abs. 1 SchlB IVG, gültig seit 1. Ja nuar 2012, werden Renten, die bei pa- thogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ern ohne nachweisbare organi- sche Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Ände- rung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 A TSG nicht erfüllt, so wird die Rente her- abgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen einer ordentlichen Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Abs. 4 Sc hlB IVG sieht vor, dass Abs. 1 dieser Be- stimmung keine Anwendung findet auf Personen, die im Z eitpunkt des Inkrafttretens dieser Än- derung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung einge- leitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der I nvalidenversicherung beziehen. Im Gegen- satz zur Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG, welche Bestimmung eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes, der erwerblichen A uswirkungen oder die Anwendung einer anderen Art der Bemessung der Invalidität vorau ssetzt (BGE 130 V 343 E. 3.5), findet lit. a SchlB IVG daher bereits dann Anwendung, wenn zum Zeitpunkt bei Erlass der ursprüngli- chen rentenzusprechenden Verfügung pathogenetisch-ätio logisch unklare syndromale Be- schwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage vo rgelegen haben. Ist diese Frage zu bejahen, ist innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttr eten des ersten Massnahmepakets der 6. IV-Revision neu zu prüfen, ob die Voraussetzungen na ch Art. 7 ATSG zum Zeitpunkt der Überprüfung erfüllt sind. 7.2 Selbst wenn im Fall des Beschwerdeführers das Vorli egen der Revisionsvorausset- zungen des Art. 17 ATSG nicht ausgewiesen gewesen wäre, hätte die IV-Stelle in der ange- fochtenen Verfügung vom 23. März 2015 die laufende Ren te des Versicherten – wiederum ge- stützt auf die damals massgebende bundesgerichtliche Schmer zrechtsprechung (vgl. dazu E. 8 hiernach) – wohl (auch) aufgrund der Schlussbestimmung von lit. a Abs. 1 SchlB IVG aufheben können. Im Lichte der damaligen höchstrichterlichen Rech tsprechung wäre nämlich laut den übereinstimmenden Einschätzungen der Gutachter der Beg utachtungsstellen D.____ und B.____ davon auszugehen gewesen, dass der Versicherte durch aus in der Lage sei, die soma- toforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zum utbaren Willensanstrengung zu über- winden. 8.1 Nun gilt es allerdings zu beachten, dass das Bundesgeri cht mit dem Grundsatzurteil BGE 141 V 281 ff. seine bisherige Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen an- haltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichba re psychosomatische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermögen, gru ndlegend überdacht und teilweise geändert hat. Der Beschwerdeführer der Auffassung, dass i n seinem Fall in Anwendung dieser neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung eine relev ante Einschränkung der Arbeits- fähigkeit zu bejahen sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2.1 Nach der neuen Schmerzrechtsprechung des Bundesgeri chts, die auf laufende Verfah- ren wie das vorliegende Anwendung findet (vgl. BGE 141 V 309 E. 8 und 137 V 266 E. 6), kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit weiterhin nu r anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch - in Nachachtung der verfassungs- und gesetzmässigen Vor- gaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassung der Schwe izerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeur- teilung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteil t, und es braucht medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschrä nkt ist. Indes hält das Bundesge- richt - der seit längerem namentlich aus medizinischer, ab er auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnun g tragend - an der Überwind- barkeitsvermutung nicht weiter fest (BGE 141 V 294 E. 3. 5). Anstelle des bisherigen Re- gel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturierter, normat iver Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregr ad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen u nd symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird. (Urteil A. des Bundesgerichts vom 29. J uni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit Hin- weisen; BGE 141 V 307 f. E. 6). 8.2.2 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Ste llungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Anforde- rungen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahin gehend konkretisiert, dass aus den medizi- nischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und - in der Folge - Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargeta n werden kann, trägt weiterhin die ma- teriell beweisbelastete versicherte Person die Folgen. E ine anhaltende somatoforme Schmerz- störung und vergleichbare Leiden können somit eine Inval idität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlich en Anspruchsgrundlage im Einzel- fall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit zumindest überwiegen- der Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Ausm ass nachgewiesen sind (Urteil A. des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.2; BGE 141 V 307 f. E. 6). 8.2.3 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Li chte dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten – wie das hier vorliegende Guta chten der Begutachtungsstelle B.____ – nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen e iner gesamthaften Prüfung des Einzel- falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhob enen Rügen entscheidend, ob ein Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrun dlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 309 E. 8 mit Hinweis). 8.3 Das Bundesgericht hat die massgeblichen Abklärungen in zwei Bereiche eingeteilt: In einem ersten Teil sind unter dem Stichwort des funktion ellen Schweregrades drei Indikatoren- Komplexe zu klären, welche wiederum in weitere Indikato ren unterteilt sind. In einem zweiten Teil sind die Ergebnisse aus dem ersten Teil einer Konsistenzprüfung zu unterziehen. 8.3.1 Der erste Indikatoren-Komplex steht unter dem Ti tel “Gesundheitsschädigung“. Dabei stellt sich zunächst die Frage nach der Ausprägung der d iagnoserelevanten Befunde. Zu würdi- gen ist die Schwere des Krankheitsgeschehens, wie stark d ie Alltagsfunktionen beeinträchtigt sind und ob Hinweise auf Aggravation oder Simulation e rsichtlich sind. Im vorliegenden Fall geht aus dem Gutachten der Begutachtungsstelle B.____ he rvor, dass Beschwerdeführer allei- ne in einer 1 ½-Zimmer-Wohnung lebt. Zum Tagesablauf wird festgehalten, dass er in der Re- gel zwischen sechs und sieben Uhr aufstehe, Kaffee trink e, kleinere Einkäufe erledige und et- was lese. Er koche sich das Mittagessen, nachmittags meditie re er, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen und massiere sich selbst. Er müsse aber im mer wieder ein- bis zweistündi- ge Pausen einlegen und sich hinlegen. Abends sei er zu Hause. Ausserdem gehe er einmal pro Woche zum Chiropraktiker, ein- bis zweimal wöchentlich zur Physiotherapie, einmal pro Woche in die Akupunktur und je einmal wöchentlich ins Hallenbad und in die Sauna. Er organisiere sich die Termine so, dass er fast jeden Tag eine Anwendung h abe. Die Frage der Aggravation wird im Gutachten der Begutachtungsstelle B.____ ausdrücklich verneint. Der orthopädische Gut- achter beschreibt aber, dass der Explorand während der U ntersuchung praktisch bei allen Ma- növern starke Schmerzen angebe, jedoch bloss sehr verschwom mene Angaben betreffend Schmerzlokalisation, -quantität und -qualität mache. 8.3.2 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht d en Behandlungs- und Eingliede- rungserfolg bzw. die entsprechende -resistenz. Dabei sind Verlauf und Ausgang der bisher durchgeführten Therapien und Eingliederungsversuche zu w ürdigen und zu prüfen, ob die the- rapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Dies ist vorliegend klar zu verneinen. Laut den Gutachtern der Begutachtungsstelle B.____ falle au f, dass der Versicherte eine eigentliche psychiatrische Behandlung bis anhin nicht gesucht habe. Di e eingesetzten Psychopharmaka seien möglicherweise nicht ausreichend hoch dosiert und g enügend lange eingenommen wor- den. Dem Versicherten sei es aber aus psychiatrischer Sich t durchaus zumutbar, sich einer intensiveren psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Hierbei sollte, so die Gutachter der Begutachtungsstelle B.____ weiter, nicht nur die bisher relativ wirkungslose Behandlung mit Psychopharmaka optimiert werden, sonde rn vor allen Dingen auch eine Psy- chotherapie erfolgen. 8.3.3 Als weiterer Indikator sind die Komorbiditäten zu würdigen. Der psychischen Komorbi- dität ist nach der neuen Praxis keine vorrangige Bedeut ung mehr einzuräumen, vielmehr sind auch körperliche Begleiterkrankungen zu würdigen. Vorlie gend wurden neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als weitere psychiatrische Diag nosen eine anhaltende leicht- gradige depressive Verstimmung und – allerdings lediglich als Verdachtsdiagnose – eine Per- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sönlichkeitsstörung mit narzisstischen und paranoiden Zügen erhoben. Körperliche Begleiter- krankungen liegen keine vor, der Versicherte klagt zwar über beträchtliche Hüftbeschwerden beidseits, laut Gutachten der Begutachtungsstelle B.___ _ fanden sich jedoch aus orthopädi- scher Sicht weder klinisch, radiologisch, mittels SPECT-CT und MRI noch laborchemisch Hin- weise für eine relevante Pathologie im Bereich der bei dseits eingesetzten Hüftkappen. Insge- samt, d.h. aus psychiatrischer und aus somatischer Sicht, si nd die Komorbiditäten daher als eher gering einzuschätzen. 8.3.4 Im zweiten, die Persönlichkeit betreffenden Ind ikatoren-Komplex wird nach der Persön- lichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur gefragt , um die persönlichen Ressourcen zu eruieren. Gemäss den Ausführungen im Gutachten der B egutachtungsstelle B.____ habe der Versicherte anlässlich der psychiatrischen Untersuchung b esonnen, freundlich und koope- rativ gewirkt, zeitlich und örtlich sei er orientiert g ewesen und das Abstraktionsvermögen sei intakt. Subjektiv habe der Versicherte über eine beeint rächtigte Konzentration und Aufmerk- samkeit berichtet; affektiv bezeichne er sich gedrückt und be lastet, er könne sich nicht mehr freuen und auch nicht traurig sein. Laut dem psychiatrischen Gutachter der Begutachtungsstelle B.____ hätten sich aber keine Ängste, Zwänge oder gar P anikattacken gefunden. Ebenso hät- ten sich keine Hinweise auf ein Beeinflussungserleben g ezeigt. Die Ich-Funktionen würden in- takt erscheinen. Der Versicherte berichte allerdings, dass er seit Jahren das Gefühl habe, „in einem falschen Film zu sein.“ Im Lichte dieser gutachterli chen Feststellungen erscheinen somit die persönlichen Ressourcen – jedenfalls in einem gewisse n Masse – noch erhalten zu sein. 8.3.5 Im dritten Indikatoren-Komplex ist unter dem Ti tel „sozialer Kontext“ zunächst die Ab- grenzung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vo rzunehmen. Diese Faktoren blei- ben als invaliditätsfremd nach wie vor unbeachtlich. I m Fall des Beschwerdeführers liegen sol- che Faktoren vor, welche die funktionelle Beeinträchtig ung des Versicherten direkt negativ be- einflussen. Zu erwähnen ist der Umstand, dass die Beziehu ng zu seiner Partnerin vor ein paar Jahren gescheitert ist, wobei sich die Partnerin nach Dar stellung des Versicherten „wegen sei- ner zahlreichen medizinischen Probleme“ von ihm distanziert habe. Sodann kann auch die mehrjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt zu diesen ungü nstigen Einflüssen auf das Krank- heitsgeschehen gezählt werden. 8.3.6 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht a uch in diesem Indikatoren-Komplex – wie im Indikatoren-Komplex der Persönlichkeit – die E ruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds. Beachtlich sind dabei die Verankerung u nd Vernetzung im sozialen Umfeld und die daraus mobilisierbaren Ressourcen. Der Beschwerd eführer lebt alleine in einer 1 1/2– Zimmer-Wohnung und sein Freundeskreis hat sich laut seinen Angaben reduziert. Dementspre- chend hat der Versicherte lediglich ein bescheidenes sozial es Umfeld, von welchem eine ge- wisse Stütze ausgeht. Anderseits verfügt der Versicherte aber über eine gute Ausbildung und Intelligenz sowie über Sprachkenntnisse und er ist auch in der Lage, sich für seine Interessen einzusetzen. Somit liegen durchaus Faktoren vor, die den Beschwerdeführer in seiner Ressour- cenaktivierung unterstützen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4 Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die „Konsistenzprüfung“ vorzuneh- men. Dabei ist zu prüfen, ob die gutachterlich festges tellten Auswirkungen auf die Leistungsfä- higkeit aufgrund der medizinisch festgestellten Gesundheitsbeeinträchtigung anhand der Indika- toren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Ein wichtiger Indikator ist dabei die Frage, ob die di skutierte Einschränkung in der Erwerbsfä- higkeit gleich ausgeprägt ist wie die Einschränkungen in den sonstigen Lebensbereichen. Fer- ner ist zu beachten, ob die versicherte Person Therapiean gebote wahrnimmt oder mögliche Behandlungen auslässt. Vorliegend unterzieht sich der Ve rsicherte, wie ausgeführt, keiner Psy- chotherapie und es erfolgt eine unzureichende psychopharmakologische Behandlung. Aufgrund der Indikatoren ist eine gewisse Einschränkung der Leistu ngsfähigkeit sicherlich plausibel, ebenso sind aber auch noch beträchtliche Restressourcen erkennbar, welche auch im Rahmen des Erwerbslebens verwertbar sein dürften. Insgesamt sch eint deshalb die von den Gutachtern der Begutachtungsstelle B.____ veranschlagte vollständig e Arbeitsfähigkeit in der früheren Tä- tigkeit als Programmierer und in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit durchaus im Einklang mit den geringen Einschränkungen der Beschwerdeführers im Alltag zu stehen. 8.5 Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, dass das Gutachten der Begutach- tungsstelle B.____ vom 30. September 2014 genügend Auf schluss über die massgeblichen Indikatoren gibt. Des Weiteren vermag die von den Guta chtern vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auch in Würdigung de r nach neuer Rechtsprechung zu be- rücksichtigenden Indikatoren zu überzeugen, so dass vollum fänglich darauf abgestellt werden kann. Somit ist auch in Anwendung der neuen bundesgerich tlichen Schmerzrechtsprechung davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer im Zeitpunkt der strittigen Rentenaufhebung keine relevante Leistungsbeeinträchtigung mehr vorlag. 9. Hat demnach beim Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung sowohl in der früheren Tätigkeit als Progra mmierer als auch in leidensadaptierten Verweistätigkeiten wieder eine vollständige Arbeitsfäh igkeit bestanden, so ist zweifellos davon auszugehen, dass dieser (wieder) in der Lage ist, ein r entenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Auf die Vornahme eines eigentlichen Einkomme nsvergleichs kann unter diesen Um- ständen verzichtet werden. Aus dem Gesagten folgt deshalb als Ergebnis, dass die die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 23. März 2015 die laufende halbe Rente des Versicherten zu Recht auf das Ende des der Verfügung folgenden Monat s aufgehoben hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 600 .-- festgesetzt werden, ihm zu auf- erlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mi t Verfügung vom 27. Mai 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wett- zuschlagen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 22. Juli 2015 überdies die unent- geltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin b ewilligt worden ist, ist diese für ihre Be- mühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (TO) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 2. Oktober 2015 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 10.416 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erwei st. Grundsätzlich nicht zu bean- standen sind auch die ausgewiesenen Auslagen, wobei der Ansatz für Kopiaturen gemäss § 15 Abs. 1 TO Fr. 1.50 beträgt. Der Rechtsvertreterin des B eschwerdeführers ist demnach ein Ho- norar in der Höhe von Fr. 2‘331.40 (10.416 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 75.50 sowie 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird der Rechts- vertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Hö he von Fr. 2‘331.40 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) au s der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht