Initiative parlementaire 1952 N 5 décembre 1985 auf noch zusätzliche Straffung durchaus diskutiert werden können. Im Forschungs- und Hochschulbereich, das wissen wir, ist die ETH Bundessache. Diese Strukturen werden in enger Zusammenarbeit mit Schulrat, mit Leitung der ETH, vor allem aber durch den Bundesrat, überprüft und dort, wo notwendig, gestrafft. Sie kennen den Hayek-Bericht, Sie kennen den Bericht des Wissenschaftsrates, und ich habe mit Interesse von ihrer Zielsetzung Kenntnis genommen. Bei den kantonalen Hochschulen gilt ein Gleiches, nur ist dort die Rechtslage anders, indem die Kantone in erster Linie zu handeln haben. Dass wir via Hochschulförderungs- gesetz Koordinationen sicherstellen können und müssen, ist Ihre und meine Auffassung. Die entsprechenden Revisionen sind in Vorbereitung. Noch die Frage von Frau Robert über Mehrjahresplanung: Wir haben in meinem Bundesamt und in der Kommission eine Mehrjahresplanung 1986 bis 1991 durchgeführt, und zwar in Anlehnung an die Zielsetzung auch des Wissen- schaftsrates. Das wird in einzelnen Sektoren zu Veränderun- gen führen, zu Gewichtsverschiebungen innerhalb einzelner Fachbereiche, beispielsweise von der Mechanik zu den Mecatronics, das heisst zur Kombination von Mechanik und Elektronik, ganz im Ziele unserer, ich glaube, auch gemein- samen Beurteilung der Notwendigkeiten. Herr Giudici hat sich sodann nach seinem von uns allen so geschätzten Heimatkanton erkundigt, ob der auch in irgend- einer Weise partizipiere. Auch Tessiner Firmen wurden und werden vom Bund selbstverständlich bei Projekten mitfinan- ziert. Ein typisches Beispiel, das kürzlich Publizität erhielt: Unternehmerpreis 1985. Herr Martinelli (Schmiede Mecca- nica) finanzierte ein Projekt mit, das an der Uni Neuenburg am Institut für Materialforschung durchgeführt worden ist. Ein typisches Beispiel - ich finde das beglückend. Bereits der erste Preisträger, das mag die welschen Partner interes- sieren, Herr Rochat von Valtronic SA, war mit seiner Firma an einem mit einem ETH-lnstitut durchgeführten Projekt beteiligt. Diese Beispiele zeigen, dass die Kommission zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (KWF) - ich möchte ihr dafür danken - einen guten Spürsinn für neue oder in der Umbruchphase stehende Firmen hat. Sie ist nicht einfach auf Besitzstandwahrung ausgerichtet. Das entspricht dem gestern doch zu verspürenden optimisti- schen Grundzug, den Sie in die Debatte einbringen und für den ich mich bedanke, weil sehr oft das Gegenteil der Fall ist. Wir können ja nicht nur aus der Defensive leben, wir müssen nach vorne schreiten, das Gute bewahren und Neues wagen. Ich komme zum Schluss. Herr Allenspach hatte Angst, ich könnte einen Volksentscheid unterlaufen. Er drückte sich allerdings in der Fragestellung so aus, dass er mir Glauben schenkt, dass ich es niemals täte. Ich habe mich dann anschliessend gefragt: Wenn er schon so überzeugt sei von mir, weshalb er die Frage überhaupt noch stelle. Aber das bleibt sein Geheimnis. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich Volksentscheide jederzeit respektiere. Ich gehörte sonst nicht an dieses Pult. Das ist für uns gemeinsames «Erbgut» und wird auch in den kommenden Generationen noch so bleiben. Also von Unterlaufen irgendeines Volksent- scheides keine Spur! Mit Blick auf unsere Verordnung ist der Fall abgesehen davon völlig klar. Sie können in Artikel 15 Absatz 2 lesen: Die Bundesbeiträge dürfen nicht für die Finanzierung von Risikokapital, das zur Kommerzialisierung einer Innovation notwendig ist, beansprucht werden. Das heisst zu deutsch, dass Sie höchstens die Mitfinanzierung bis zum Prototyp in diesen Zusammenhang stellen müssen. Das ist ja dann wohl auch in der Blickrichtung des verehrten Arbeitgeberverban- des für die Unternehmen sinnvoll - sonst würde ich zur dortigen Philosophie meinerseits ein paar Fragen stellen, aber nicht hier, sondern im privaten Gespräch. Mir scheint, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich hier gemeinsam für diese Vorlage einsetzen sollen, müssen. Ich bedanke mich bei Ihnen allen, die Sie diese eigene Entschlussfassung getroffen haben, und möchte Ihnen empfehlen, die Vorlage so zu verabschieden. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 137 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Bundesrat - Au Conseil fédéral #ST# 82.225 Parlamentarische Initiative Sprachliche Minderheiten Initiative parlementaire Minorités linguistiques Herr Oester unterbreitet namens der Petitions- und Gewähr- leistungskommission den folgenden schriftlichen Bericht: Am 16. Dezember 1982 reichte Nationalrat Longet in der Form des ausgearbeiteten Entwurfs (Art. 27 Geschäftsregle- ment des Nationalrates) eine parlamentarische Initiative ein. Wortlaut der Initiative Der Artikel 116 der Bundesverfassung wird wie folgt geän- dert: 1, Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, das Fran- zösische, das Italienische und das Rätoromanische. 2. Der Bund sorgt dafür, dass die bedrohten Sprachgemein- schaften, insbesondere ihr Gebiet, erhalten bleiben. Texte de l'initiative L'article 116 de la constitution fédérale est modifié comme suit: 1. Les langues officielles de la Confédération sont: l'alle- mand, le français, l'italien et le romanche. 2. La Confédération veille à la sauvegarde, notamment terri- toriale, des communautés linguistiques menacées. Die PGK hörte am 6. Juli 1983 den Initianten an und führte eine allgemeine Aussprache durch. Dabei ging es insbeson- dere darum abzuklären, wie hoch die mutmasslichen Kosten einer Einführung des Rätoromanischen als Amtssprache des Bundes sein würden. Die Kommission verlangte auch Auskunft darüber, welche Massnahmen der Bundesrat für Förderung und Erhaltung des Rätoromanischen bisher getroffen hat und noch zu treffen gedenkt. Am 24. August 1983 setzte die Kommission ihre Beratungen fort. Sie prüfte die Angaben des Eidg. Departementes des Innern bezüglich der ungefähren Kosten einer Einführung des Rätoromanischen als vierte Amtssprache. Trotz aller Sympathie, die sie dem Vorstoss entgegenbringt, ist die Kommission der Meinung, dass der vom Initianten vorge-5. Dezember 1985 N 1953 Parlamentarische Initiative schlagene Weg der Verfassungsrevision die Probleme des Rätoromanischen nicht lösen würde. Sie beschloss daher mit 11 zu 1 Stimmen - bei 2 Enthaltungen - der parlamenta- rischen Initiative keine Folge zu geben. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben und sie abzuschreiben. Proposition de la commission La commission propose de ne pas donner suite à l'initiative parlementaire et de la classer. Développement de l'auteur de l'initiative 1. En février 1938, le peuple et les cantons décidaient par plus de 550 000 oui contre 50 000 non de consacrer l'exis- tence de la langue romanche dans la constitution. A l'unani- mité, l'Assemblée fédérale avait adopté la proposition du Conseil fédéral, donnant suite à une initiative cantonale que le Grand Conseil des Grisons, lui aussi unanime, avait dé- posée. A l'unanimité des votes correspondait la modestie du contenu. Les initiants ne demandaient pas que leur langue obtienne le statut de langue officielle, qu'elle soit l'égale des trois autres. Le coût de l'adaptation à opérer et l'existence de cinq langues romanches écrites les conduisit à ne récla- mer en ces temps troublés qu'une sorte de reconnaissance symbolique. En 1938, face aux dangers extérieurs, à la montée des théories ethniques et raciales, face à la mise en doute du romanche comme langue à part entière, il importait d'affir- mer que le romanche était bien une langue «ayant son caractère propre et son droit à l'existence» (FF 1937 II 22). Dans son message, le Conseil fédéral insista sur la nature de notre système politique, fondé sur le fédéralisme et le res- pect des minorités, et la volonté politique de vivre ensemble: notre principe unificateur est la diversité! Plus que de soutenir concrètement le romanche, il s'agissait en 1938 de se serrer les coudes et de reprendre conscience de notre identité. «Les Grisons mettent aujourd'hui l'accent principal de leur requête non pas sur un encouragement matériel, direct ou indirect, de leur langue, mais sur une reconnaissance idéale et aussi solennelle que possible de celle-ci» déclara le Conseil fédéral (FF 1937 II 21). Constater qu'il y a dans notre pays quatre langues natio- nales implique toutefois également faire en sorte que cette réalité demeure - sans que le texte constitutionnel de 1938 ne s'explique sur la portée pratique de ce devoir moral de sauvegarde de la Confédération. Avec le recul, on voit que le vote de 1938 n'a en fait pas résolu grand chose; au contraire, pourrait-on dire, puisqu'il a fait croire à nos concitoyens que le problème de la survie du romanche était réglé, pris en charge par les pouvoirs publics. 2. Le recul du romanche se poursuit. Sur leur territoire originel, les romanches sont moins nombreux qu'il y a un siècle. En chiffres relatifs leur part s'est réduite à la moitié: 40% de la population grisonne parlait romanche en 1880 contre 22% aujourd'hui. Le territoire romanche s'est forte- ment morcelé, et l'on constate un repli sur les deux extré- mités du canton, la Surselva et la Basse Engadine. Le fait que tout romanche pratique tant soit peu l'allemand conduit inéluctablement à la généralisation de l'idiome le plus «utile». L'allemand est la langue de l'information, de la formation, des relations avec l'extérieur et notamment avec la Confédération. Privé d'arrière-pays, privé de centre, le romanche se désagrège. L'évolution économique touche le romanche en plein coeur. Les communes encore romanches sont presque toutes sises dans les zones les moins favorisées économiquement. Les jeunes émigrent, et les nouveaux arrivants s'installent sans que l'on n'exige d'eux une assimilation quelconque: on s'adresse à eux en allemand. Ces dernières années, la conscience de l'identité régionale s'est toutefois fortement développée. Grâce aux travaux du professeur Schmid, l'unification de la langue écrite est en bonne voie. Et pendant que l'Assemblée fédérale s'apprête à voter une loi de subvention pour les minorités grisonnes, le Département fédéral de l'intérieur examine un substantiel rapport destiné à faire le point sur les mesures concrètes à prendre. 3. Les demandes de nos compatriotes de langue romanche à l'égard de la Confédération sont en fait de deux ordres: 3.1. Quei dans ses rapports avec les romanches, elle s'adresse à eux dans leur langue, ce qui implique un effort de traduction bien plus systématique que ce qui se fait actuellement; 3.2. Que le romanche soit protégé dans son étendue territo- riale, c'est-à-dire que l'on exige l'assimilation des arrivants, comme cela est partout ailleurs le cas dans le pays. Il est aussi clair, toutefois, qu'une survie du romanche ne peut s'envisager en soi, sans survie économique des régions où on le parle encore. La politique régionale utilisera donc deux volets complémentaires: le culturel et l'économique. 4. Les menaces s'aggravent. Mais la volonté de survie s'ac- croît parmi les romanches. Seuls, ils ne peuvent faire face. Ils ont besoin de notre appui. Aujourd'hui, deux réserves qui ont caractérisé l'article de 1938 peuvent tomber: - La langue écrite s'unifie. - Le coût des traductions ne saurait être opposé à l'accom- plissement d'une tâche essentielle de la Confédération: la sauvegarde de l'identité du pays. D'ailleurs en 1937 déjà, le Conseil fédéral constatait: «Le fait même qu'il s'agit d'une langue parlée par une petite fraction seulement de notre peuple nous paraît le fondement d'une obligation spéciale pour le pays» (FF 37 II 19). Pas plus que nous pouvons laisser tomber les régions économiquement défavorisées, nous ne pouvons abandonner les minorités culturelles de notre pays. 5. La question du romanche met le doigt sur l'insuffisance de notre politique à l'égard des communautés minoritaires. Confiante dans sa tolérance traditionnelle envers ces der- nières, qui est un de ses principes de base, la Suisse fédéra- liste a cru pouvoir se passer d'une politique explicite et clairement formulée. La non-coïncidence des limites politi- ques et de celles des langues a longtemps été le reflet de cette politique libérale. L'évolution des modes de vie et des structures économiques fait s'accélérer le nivellement culturel, et provoque un mou- vement de concentration économique. Nivellement linguisti- que et déséquilibre croissant centre-périphérie sont les deux illustrations d'un même phénomène, qui risque de vider le fédéralisme de son contenu. 6. On admet communément que notre droit linguistique comprend - dans le domaine individuel, le droit de chacun d'user et de cultiver la langue de son choix; - dans le domaine public, le maintien des aires de répartition traditionnelles des langues, autrement dit le devoir, pour le nouvel arrivant, d'user de la langue du lieu où il a élu domicile. De ce fait, le bilinguisme permanent est rare et pratiquement limité aux villes de Bienne, Fribourg et Sierre. La politique culturelle répondra donc tant au besoin individuel de s'épa- nouir dans sa culture propre que celui de la communauté d'éviter la formation de ghettos culturels. Par ailleurs, quelle que soit la dimension du territoire où elles sont parlées, les langues ont droit à une reconnais- sance officielle: l'administration des cantons de Berne, des Grisons, du Valais, de Fribourg se doivent d'être bi-, voire trilingues- ceci sans préjudice d'un statut particulier par les lieux d'accueil d'administrations fédérales. Le temps est venu d'expliciter ces règles constitutionnelles non écrites, en complétant notre droit en matière linguis- tique. Revenir à une situation normale pour les usagers du romanche, prévenir une dégradation dans les rapports entre les autres langues, tel est notre objectif. 7. Commentaire à la modification constitutionnelle pro- posée.Initiative parlementaire 1954 N 5 décembre 1985 ad al.1) II s'agit de mettre à égalité nos concitoyens de langue romanche. Les rapports entre la Confédération et ces citoyens doivent pouvoir avoir lieu en langue romanche sur tous les plans. ad al.2) II est institué ici un devoir de la Confédération de veiller à la sauvegarde des entités linguistiques menacées, et notamment de leur territoire, tant en ce qui concerne les limites de ce dernier que son homogénéité. La législation d'application (loi sur les langues) définira la prise en compte de patois et dialectes. Erwägungen der Kommission 1. Am 20. Dezember 1982 äusserte sich der Bundesrat zu einer Reihe von Massnahmen, die zur Förderung und zur Erhaltung des Rätoromanischen und zur Unterstützung der italienischsprachigen Minderheiten ergriffen werden sollen. Er beauftragte die Bundeskanzlei und die Departements abzuklären, in welchem Rahmen und mit welcher Kosten- folge die Empfehlungen einer Arbeitsgruppe umgesetzt wer- den können. Diese hatte den Auftrag erhalten, die Eingaben der Lia Rumantscha/Ligia Romontscha und der Pro Grigioni Italiano zu prüfen und dem Bundesrat einen Bericht mit einem Zehn-Punkte-Programm-Massnahmen indirekter Art zur Förderung und Erhaltung des Rätoromanischen und zur Stärkung des Italienischen in den italienischsprachigen Gebieten Graubündens - zu unterbreiten (vgl. 3 1/2 SPRA- CHIGE SCHWEIZ Zustand und Zukunft des Rätoromani- schen und des Italienischen in Graubünden, Desertina Ver- lag, 1982). Das Bundesamt für Kultur sammelt zur Zeit die Ergebnisse dieser Abklärung und wird sie in einem Beitrag zuhanden der Richtlinien für die nächste Legislaturperiode formulie- ren. Dabei soll auch die Frage diskutiert werden, ob die Vorschläge der Arbeitsgruppe ohne Ausweitung des Art. 116 Abs. 2 der Bundesverfassung durchführbar sind oder ob sie die Revision des Amtssprachenartikels voraussetzen. Eine weitere Frage wird jene sein, ob sich eine Revision der Bundesverfassung aus anderen Gründen empfiehlt. Die Kommission ist mit dem Initianten der Meinung, dass das Rätoromanische unterstützt und erhalten werden muss. Sie stimmt den Schlussfolgerungen der eingesetzten Arbeitsgruppe ausdrücklich zu und begrüsst die bereits getroffenen Massnahmen des Bundesrates. Sie konnte fest- stellen, dass in den letzten Jahren einiges zur Förderung der vierten Landessprache geschehen ist (vgl. Bericht der Arbeitsgruppe, S. X - XIII). Die Verwirklichung der Vor- schläge der Arbeitsgruppe soll auch für die nächste Zukunft diese Unterstützung sichern. 2. Die Kommission fragte sich, ob die parlamentarische Initiative einen zusätzlichen Weg aufzeige, um diese Bestre- bungen zu verstärken. Nach eingehender Diskussion kam sie jedoch zum Schluss, dass die Revision von Art. 116 der Bundesverfassung im Sinne des Initianten wenig für die Förderung des Rätoromanischen mit sich brächte. Diese Landessprache müsse mit Massnahmen unterstützt werden, die den Bürger im Alltag persönlich betreffen. Dies scheint ihr bei der Uebersetzung von Publikationen des Bundes und seiner Regiebetriebe kaum zuzutreffen. Ein Minderheitenschutz ist nach Auffassung der Kommis- sion und des Initianten nur dann als sinnvoll zu betrachten, wenn er in ganzheitlichem Sinne betrieben wird. Eine ein- zelne Massnahme sollte nur dann ergriffen werden, wenn sie in ein Ganzes eingebettet wird. Das gilt insbesondere für Subventionen zur direkten Sprach- und Kulturförderung. Diese werden sinnlos, wenn nicht gleichzeitig versucht wird, den Trägern der bedrohten Sprache und Kultur die Lebens- grundlagen zu erhalten. Die Kommission möchte überhaupt den Gedanken der regionalen Eigenständigkeit in den Vordergrund eines Min- derheitenschutzes stellen. Nur wenn die Bevölkerung in der Sprachregion bleiben kann, sind sprach- und kulturför- dernde Massnahmen sinnvoll und nötig. In diesem Sinne befürwortet sie nachdrücklich - neben der vom Bund vorge- sehenen Hilfe - eine aktive Politik der regionalen Wirt- schaftsförderung. 3. Die Kommission äusserte auch aus föderalistischen Ueberlegungen Bedenken gegen den Vorstoss von Natio- nalrat Longet. Die Verwirklichung der parlamentarischen Initiative würde ihres Erachtens einen Eingriff in die Kompe- tenz von Kanton und Gemeinden bedeuten. Das Bundesen- gagement solle nur dort einsetzen, wo den Privaten und dem Kanton Graubünden die Mittel und die Möglichkeiten fehlen. Als erforderliche und sinnvolle Bundesaufgaben betrachtet die Kommission die Verwirklichung der dem Bun- desrat von der Arbeitsgruppe unterbreiteten Vorschläge. 4. Schliesslich geht die Kommission davon aus, dass der finanzielle und personelle Aufwand, der für die Einführung des Rätoromanischen als Amtssprache erforderlich wäre - das Eidg. Departement des Innern beziffert allein Ueberset- zungs- und Drucklegungskosten auf jährlich ca. 4,8 Millio- nen Franken - im Verhältnis zu den konkreten Ergebnissen zu gross wäre. Ein besonders schwieriges Problem liegt überdies in der Vielfalt der rätoromanischen Idiome. Ob der gegenwärtig unter dem Namen «Rumänisch Grischun» lau- fende Versuch zu einer allseits anerkannten Schriftsprache führen wird, ist schwer zu beurteilen. Schliesslich ist zu beachten, dass die Rekrutierungsbasis für geeignete Ueber- setzer im Vergleich mit dem Italienischen äusserst schmal wäre. Fischer-Hägglingen, Berichterstatter: Wie Sie aus dem schriftlichen Bericht ersehen, wurde diese Petition im Jahre 1983 behandelt. Damals galt noch das alte Reglement. Nun haben wir ja seit einigen Monaten das neue Reglement. Der Initiant hat in der September-Session diese Initiative zurückgezogen. Er kann dies an und für sich nach dem Reglement nicht mehr tun, weil die Behandlung in der Kommission bereits stattgefunden hat. Darum müssen wir heute noch eine offizielle Abschreibung vornehmen. Ich beantrage Ihnen, diese Initiative abzuschreiben. Die Begründung finden Sie in der schriftlichen Unterlage. Auf der anderen Seite wurde die Initiative zurückgezogen. M. Longet: Je serai bref, mais je pense qu'il est nécessaire, au lendemain de la réception d'un président de notre conseil de langue romanche, de voir ce qu'il reste des discours de fête et des intentions qui ont été proclamées. Je ne reviendrai pas sur la situation du romanche - elle vous est connue - sur sa lente et peut-être inexorable érosion, j'aimerais simplement rappeler les deux exigences centrales des Romanches qui se battent pour le maintien de leur langue, à savoir: que la Confédération s'adresse à eux dans leur langue et qu'elle veille au principe de territorialité des langues, fondement de la paix linguistique dans ce pays. Vous savez qu'un certain nombre de communes dans le canton des Grisons n'ont plus la force d'imposer aux nou- veaux arrivants l'usage de la langue du lieu et qu'elles les reçoivent en allemand. Cette évolution est inacceptable. Vous avez pris connaissance du rapport de la commission. Mon initiative date maintenant de trois ans, elle a été dépo- sée peu avant le rapport du Département fédéral de l'inté- rieur sur la situation du romanche. Ce rapport propose un certain nombre de mesures et je note avec satisfaction que la commission qui a traité mon initiative soutient ces recom- mandations. On peut supposer après ce débat, que le Conseil national se rallie aux propositions de ce rapport. Parmi celles-ci, il y a la reconnaissance de la nécesssité de modifier l'article 116 de la constitution qui traite des lan- gues. Pour le reste, je dois dire - et il faut le dire, même si ce n'est pas très agréable - que la commission n'a pas bien travaillé. Je ne reviendrai pas sur le refus de considérer les amende- ments que j'ai proposés à mon initiative. On voulait en prendre le libellé tel quel pour tirer prétexte de ses aspects jugés excessifs pour ne pas entrer en matière, alors qu'entre temps, comme je l'ai dit, la proposition du Département de l'intérieur créait d'autres bases sur lesquelles il était parfai- tement possible de travailler. La commission n'a donc pas voulu faire son travail législatif sérieusement et, pire, on y a entendu des choses tout à fait inacceptables. Certains collé-5. Dezember 1985 N 1955 Delegierter für das Flüchtlingswesen gués se sont demandés s'il était judicieux de dépenser de l'argent pour cette cause, la plupart des Romanches parlant l'allemand. Ce genre de raisonnement est tout à fait inadmis- sible et pourtant, certains l'on tenu. J'espère que les deux ans qui se sont passés depuis les discussions en commission ont fait évoluer les esprits. Je crois que c'est effectivement le cas. A preuve, le vote, lors de la session d'automne, de la motion Bundi, vote qui m'a permis de retirer mon initiative. Ce n'est que pour des raisons formelles, comme Monsieur le président de la com- mission vient de le rappeler, que ce conseil doit procéder au classement de l'initiative. Je me rallie à cet avis puisque je l'ai retirée; il s'agit d'une question purement réglementaire. J'aimerais toutefois rappeler encore que ce qui se passe aujourd'hui dans les Grisons nous annonce à nous Romands ainsi qu'à nos amis tessinois exactement ce qui nous attend si nous ne prenons pas garde à l'équilibre dans ce pays. Même si certains d'entre nous ne se considèrent pas comme combattants d'une minorité, nous constatons que toutes les situations sont fondamentalement solidaires. Nous espérons donc que la motion Bundi permettra d'at- teindre l'objectif visé, c'est-à-dire la révision de l'article 116 de la constitution, et nous n'accepterons pas que le romanche devienne une sorte de costume du dimanche, un folklore à l'usage des touristes. Präsident: Die Kommission beantragt, der parlamentari- schen Initiative keine Folge zu geben und sie abzu- schreiben. Abgeschrieben - Classé #ST# 85.055 Delegierter für das Flüchtlingswesen Délégué pour les problèmes des réfugiés Botschaft und Beschlusse.ntwurf vom 6. November 1985 (BBI III, 315) Message et projet d'arrêté du 6 novembre 1985 (FF III, 303) Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière Präsident: Der Nationalrat wird die Botschaft des Bundesra- tes über die Revision des Asylgesetzes in der Frühjahrsses- sion beraten. Die Fraktionspräsidentenkonferenz beantragt, alle persönlichen Vorstösse zu diesem Thema ebenfalls in der Frühjahrssession zu beraten, da bereits in der Herbst- session eine entsprechende Debatte stattfand. Die Frak- tionspräsidentenkonferenz hat Ihnen vorgeschlagen, bei diesem Geschäft eine organisierte Debatte durchzuführen, beschränkt auf die Kommissionsberichterstatter und Frak- tionssprecher. Die sozialdemokratische Fraktion stellt einen Ordnungsantrag, es sei auf eine organisierte Debatte zu verzichten. Bäumlin: Es wird vorgeschlagen, die Eintretensdebatte zu beschränken, und zwar nach Artikel 64 unserer Ratsregle- ments. Die sozialdemokratische Fraktion ist der Meinung, dass diesem Antrag nicht Folge zu geben ist. Eine organisierte Debatte, so wie sie vorgeschlagen wurde, ist keine Debatte. Es wird einfach so sein, dass ein paar Standpunkte abgelesen werden, und das halten wir für politisch unhaltbar, für nicht vertretbar. Es ist so - ob wir das wollen oder nicht, ob wir es für sachlich richtig oder unbegründet halten -, dass die Asylan- tenfrage zurzeit das Politikum Nummer eins darstellt. Das ist so, nicht nur wegen der TV-Sendung von gestern, nicht nur wegen des Artikels in der Schweizer Illustrierten. Es ist wirklich das Politikum Nummer eins. Sie könnten zwar sagen, das Problem des Delegierten, der eingeführt werden soll, betreffe nur einen technischen Teilaspekt. Gut, das mag so sein. Aber auch diesen technischen Teilaspekt, dieses organisatorische Teilproblem haben wir im Zusammenhang der Probleme zu diskutieren, die sich jetzt stellen, die heute aktuell sind. Das können wir nur in der Eintretensdebatte. In der Eintretensdebatte sollen wir sagen, was wir von die- sem Delegierten allenfalls erwarten, was wir von ihm viel- leicht auch nicht erwarten; was neben der Straffung des Verfahrens, neben der gesteigerten Effizienz, die man erwar- tet, ausserdem noch zu geschehen hätte. Nur die Eintretens- debatte ist der Ort, wo wir die Dinge politisch gewichten können. Bedenken Sie auch den Zeitpunkt, in dem wir uns mit dieser Vorlage befassen. Wir befassen uns mit ihr wenige Tage, nachdem der Bundesrat die Verordnung zum Asylgesetz revidiert hat, und zwar in einer Art und Weise, die auch zu Kritik Anlass gibt. Wir diskutieren, nachdem der Bundesrat Absichtserklärungen in bezug auf die erneute Revision des Asylgesetzes publiziert hat, also in einer Zeit, in der alle diese Fragen zur Diskussion stehen. Wir sind der Meinung, unser Rat sei es der Oeffentlichkeit schuldig, die Vorlage über den Delegierten im Zusammen- hang der Gesamtproblematik der Asylantenfrage zu disku- tieren. Hier können und dürfen wir einfach nicht kneifen. Wenn die Wellen der öffentlichen Meinung so hoch schla- gen wie jetzt, dürfen wir uns nicht um die Diskussion - um eine wirkliche, offene Diskussion - drücken; wir nehmen sonst unsere verfassungsmässige Aufgabe als zentrales Organ in unserem politischen System nicht wahr! Noch ein weiteres Argument: Auch innerhalb der grossen Fraktionen denkt man über dieses Problem nicht unisono; es gibt differenzierte Meinungen, es gibt Nuancen. Auch diese sollten zum Ausdruck kommen können. «Ja» zur Rationalisierung des Ratsbetriebes. Wir müssen immer wieder rationalisieren, wir müssen uns beschränken, wir müssen auch manchmal die Redefreiheit einschränken. Aber wir müssen doch auch sehen, wann und wo wir das tun. Die Rationalisierung des Parlamentsbetriebes darf nicht unsere Arbeit um die politische Substanz bringen. Darum bitte ich Sie, dem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zu entsprechen. Fischer-Hägglingen, Berichterstatter: Ich bitte Sie, diesen Ordnungsantrag abzulehnen. Wir haben im September eine ausgedehnte Debatte über das Flüchtlingsproblem gehabt. Frau Bundesrätin Kopp hat damals dargelegt, mit welchen Massnahmen der Bundesrat das Problem der Flüchtlinge angehen will. Sie hat dargelegt, dass er einerseits eine Revision der Verordnung und ande- rerseits eine Aenderung des Gesetzes will, und sie hat auch mitgeteilt, dass er einen Delegierten wählen wird. Wir haben uns damals mit diesen Vorschlägen des Bundes- rates auseinandergesetzt. Wir haben ihm mitgeteilt, wieweit wir mit seinen Vorschlägen einverstanden sind. Nun ist der Bundesrat daran, diese Vorschläge, die er damals vorgelegt hat, zu konkretisieren. Die Vorlage über den Delegierten liegt vor, die Botschaft über die Revision des Gesetzes wird uns ebenfalls in den nächsten Tagen zugestellt. Die Verord- nung ist geändert worden. Die Aenderung liegt im Kompe- tenzbereich des Bundesrates. Wir werden im März, wenn die Verhandlungen in den beiden Kommissionen normal laufen, über die Revision des Asylge- setzes diskutieren. Ich glaube, dannzumal ist es an der Zeit, erneut über die Problematik der Asylanten zu reden. Im heutigen Zeitpunkt aber hat sich eigentlich nicht viel gegen- über der Situation im September geändert. Darum bitte ich Sie, heute auf eine ausgedehnte Debatte zu verzichten. Herr Bäumlin hat gesagt, nur in der Eintretensdebatte könne man darlegen, welche Kompetenzen der Delegierte hat. Die Eintretensdebatte wird ja nicht abgeschnitten. Jeder Frak-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Parlamentarische Initiative Sprachliche Minderheiten Initiative parlementaire Minorités linguistiques In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 04 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.225 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.12.1985 - 08:00 Date Data Seite 1952-1955 Page Pagina Ref. No 20 013 920 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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