Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Oktober 2016 (715 16 170 / 263) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Aufgrund des rechtsgenüglich nachgewiesenen Lohnflusses erfüllt der Beschwerdefüh- rer die für einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erforderliche Beitragszeit. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Mark Grieder Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1990 geborene A.____ meldete sich am 4. März 2016 bei der Öffentlichen Arbeits- losenkasse Baselland (Kasse) zur Arbeitsvermittlung an und machte ab dem 1. April 2016 einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend. Mit der Anmeldung reichte er unter anderem zwei Arbeitgeberbescheinigungen ein. Demnach hatte er vom 1. Juli 2012 bis 30. August 2015 als Kellner im Restaurant B.____ in C.____ und dana ch vom 1. September 2015 bis 30. März 2016 – ebenfalls als Kellner – im Restaurant D.____ in E.____ gearbeitet. Beide Arbeitgeber- bescheinigungen wurden von seinem Vater unterzeichn et, welcher an beiden Arbeitsstellen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht jeweils der Geschäftsführer war. Im Auszug über das Individuelle Konto (IK) vom 23. März 2016 sind Lohnzahlungen für die Zeit von Juli bis Septembe r 2012 und von März 2013 bis Dezember 2014 ausgewiesen. Eingereicht wurden ausserdem diverse Qu ittungen über Barzahlungen. Auf Forderung der Kasse reichte der Vater von A.____ sodann eine Aufstellung der Ausgleichskas- se F.____ über ausgezahlte Löhne ein, die sich mit dem IK-Auszug decken. Gleichzeitig bestä- tigte er, dass er ab November 2015 den Lohn seines So hnes nicht mehr habe ausbezahlen können. Die Kasse lehnte in der Folge den Anspruch mit Verfügung vom 12. April 2016 ab, da der Versicherte die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten nicht erfüllt habe. Hiergegen erhob A.____ am 21. April 2016 Einsprache, welche mit Entsche id vom 25. Mai 2016 abgewiesen wurde. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 27. Mai 20 16 Beschwerde beim Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht ( Kantonsgericht). Er machte darin sinngemäss geltend, dass er stets gearbeitet und immer seine Beiträge bezahlt habe und daher auch Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe. C Mit Schreiben vom 3. Juni 2016 bestätigte der Vater v on A.____, dass der Lohn stets in bar bezahlt worden sei. D. Mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2016 schloss die Kasse auf Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann geg en Einspracheentscheide der Versicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicheru ngsgericht erhoben werden. Ört- lich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung Wohnsitz hat. Diese Regelung entspricht nun allerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (ALV) nicht der bis vor Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständig keitsordnung, weshalb der Bundesrat in Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorisch e Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtli- che Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 ATSG zu regeln. Nach Art. 128 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 19 83 richtet sich die Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Kassenverfü- gungen sinngemäss nach Art. 119 AVIV. Diese Bestimmung e rklärt in Abs. 1 lit. a für die Ar- beitslosenentschädigung den Ort, wo die versicherte Person die Kontrollpflicht erfüllt, als mass- gebend. Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Kont rollpflicht im Kanton Basel-Landschaft erfüllt, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassun gs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgeri cht als Versicherungsgericht als einzi Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Eins pracheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachli ch zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Die Beschwerde vom 27. Mai 2016 ist fristgerecht erfolgt und genügt den formellen Anforderungen einer Laienbeschwerde, d a erkennbar ist, dass der Beschwerde- führer die Aufhebung des Entscheids wünscht. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenent schädigung (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. a AVIG), wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Bei- tragszeit befreit ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 13 und 14 AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten e ine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (vgl. AVIG-Praxis B143). 2.2 Art. 13 Abs. 1 AVIG setzt eine beitragspflichtige B eschäftigung voraus. Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem Bundes- gesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (A HVG) vom 20. Dezember 1946 obli- gatorisch versichert und für Einkommen aus unselbständige r Tätigkeit beitragspflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezie ht (vgl. BGE 122 V 251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitragspflicht einer versicherten unselbständigen Person entsteht mit der Leis- tung der Arbeit. Beiträge sind indessen erst bei Reali sierung des Lohn- oder Entschädi- gungsanspruchs geschuldet (vgl. BGE 111 V 166 f. E. 4 a und b). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG de shalb vorausgesetzt, dass die versi- cherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäfti gung ausgeübt und der Arbeitgeber für diese Beschäftigung tatsächlich auch einen Lohn entricht et hat (vgl. BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 28. Februar 2003, C 127/02, E. 1). Mit dem Erfordernis des Nachweises ef- fektiver Lohnzahlung sollen Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Ar- beitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden (vgl. A rbeitsrecht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 2001 Nr. 27 S. 228 E. 4c). Als Beweis für den t atsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein Post- oder Bankk onto, welches auf den Namen des Ar- beitnehmers lautet. Bei behaupteter Barauszahlung sind hohe Anforderungen an den Nachweis des Lohnflusses zu stellen. Dazu geeignet sind einerseits Lo hnquittungen oder durch die Steu- erverwaltung mit Lohnausweis deklarierte Einkommen, and ererseits durch Treuhandbüros ge- führte Geschäftsbücher sowie Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern – allenfalls in Form von Zeugenaussagen –, jeweils in Verbindung mit einem ents prechenden individuellen Kontoaus- zug der AHV (vgl. AVIG-Praxis B148). Höchstens Indizien fü r tatsächliche Lohnzahlungen bil- den Arbeitgeberbescheinigungen und vom Arbeitnehmer unterzeichnete Lohnabrechnungen oder AHV-Lohnblätter sowie Steuererklärungen (vgl. BGE 133 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen; Ur- teil des EVG vom 28. Juli 2004, C 250/03, E. 2.1; ARV 2004 Nr. 10 S. 115 ff.; vgl. auch: BARBARA KUPFER BUCHER , Der Nachweis des Lohnflusses als Voraussetzung für den Ans pruch auf Arbeitslosenentschädigung, in: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und beruf- liche Vorsorge [SZS] 2005, S. 138 f.). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Für Personen, die vor der Anmeldung zum Bezug von L eistungen der ALV keine ar- beitgeberähnliche Stellung innehatten, gelingt der Nachweis des Lohnbezuges und damit der beitragspflichtigen Beschäftigung in der Regel mittels Arbeitgeberbescheinigungen und Lohnab- rechnungen. Hat die Arbeitslosenkasse jedoch begründete Z weifel, ob der Arbeitgeber das Ar- beitsverhältnis mit der versicherten Person korrekt beschei nigt oder ob ein solches überhaupt bestanden hat, muss sie weitergehende Abklärungen treffe n. Begründete Zweifel können sich z.B. bei Anstellungsverhältnissen unter Verwandten ergeben (vgl. AVIG-Praxis B145). 2.4 In BGE 131 V 444 ff. hat das EVG präzisierend festg ehalten, die bisherige Rechtspre- chung sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine b eitragspflichtige Beschäftigung über- haupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis tatsächli- cher Lohnzahlungen erbracht ist. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs.1 lit. e AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 AVIG sei die f aktische Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer die einzi ge Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. BGE 113 V 352 f.). Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer selbstständigen Ansp ruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftig ung. Das im Gesetz zwar nicht ausdrück- lich genannte, nach ständiger Rechtsprechung aber massgeb liche Erfordernis der genügenden Überprüfbarkeit der beitragspflichtigen Beschäftigung d iene der Verhinderung von Missbräu- chen (vgl. Urteil des EVG vom 29. Dezember 2005, C 258/0 4, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am Nachweis einer tatsächlich ausgeübten unselbstständigen Tätigkeit, sei das Anspruchserfor- dernis nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG und Art. 13 AVI G nicht gegeben. Dies gelte auch dann, wenn als Lohn bezeichnete oder auf ein als solches bezeic hnetes Lohnkonto erfolgte Zahlun- gen des Arbeitgebers bestehen würden. Dieser Umstand bil de eben nur, aber immerhin, ein bedeutsames Indiz für eine beitragspflichtige Beschäftigung (vgl. BGE 131 V 451 E. 3.2.2). 2.5 In zwei weiteren Urteilen (vgl. Urteile des EVG vo m 18. August 2006, C 83/2006 und vom 6. März 2007, C 111/2006) hat die höchstrichterliche Rechtsprechung ebenfalls präzi- sierend festgehalten, dass der Umstand, dass eine tatsächli che Lohnzahlung nicht hinreichend belegt werden könne, nicht bedeute, dass der Anspruch au f Arbeitslosenentschädigung kurzer- hand abzulehnen wäre. Massgebend sei nach dem klaren Wort laut des Gesetzes einzig, dass innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit eine beitragspflichtige Beschäftigung während der Mindestdauer von zwölf Monaten rechtsgenüglich dargetan sei. Soweit eine beitragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen, der exakt ausbezahlte Lohn j edoch unklar geblieben sei, habe eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (vgl. Urteil des EVG vom 18. August 2006, C 83/2006, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 45 1 E. 3.2.3). Was die Einkommenshöhe betreffe, habe sich die mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöhe diesfalls grundsätzlich zu Un- gunsten der versicherten Person auszuwirken (vgl. Urteil de s Bundesgerichts vom 6. März 2007, C 111/2006, E. 3.4). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten de r Parteien (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO i.V.m. Art. 61 Satz 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge- richt dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiese n annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat d as Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jen er Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die w ahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, je mit Hinweisen). 4.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwe rdeführers auf Leistungen der ALV und in diesem Zusammenhang die Frage, ob er innerhalb der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit gemäss Art. 9 Abs. 1 und 3 AVIG vom 1. April 2014 bis 31. März 2016 eine bei- tragspflichtige Beschäftigung von mindestens zwölf Monat en nachweisen kann. Dabei ist na- mentlich das Kriterium des Lohnflusses umstritten. 4.2 Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 7. April 20 16 sei der Beschwerdeführer vom 1. Januar 2012 bis 30. August 2015 im Restaurant B. ____ in C.____ als Kellner angestellt gewesen. Danach habe er gemäss der zweiten Arbeitgeberb escheinigung, die ebenfalls am 7. April 2016 ausgestellt wurde, per 1. September 20 15 zum Restaurant D.____ in E.____ ge- wechselt, wo er bis zum 30. März 2016 wiederum als Kell ner beschäftigt gewesen sei. An bei- den Arbeitsorten seien die Löhne nur in bar ausbezahl t worden (vgl. Schreiben des Vaters des Beschwerdeführers vom 3. Juni 2016). Vom Beschwerdeführ er wurden zudem die Arbeitsver- träge von beiden Arbeitsorten, Quittungen für die Ausz ahlung des Barlohnes zwischen April 2014 bis Oktober 2015, Auszüge seines IK-Kontos von 2012 b is 2016, die Auszüge der Aus- gleichskasse F.____ von 2012 bis 2015 sowie die Postkontoa uszüge von 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2015 eingereicht. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Die Beschwerdegegnerin hat aufgrund entsprechende r Abklärungen erwogen, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine beitra gspflichtige Beschäftigung nachgewie- sen, da sich aus den massgebenden Unterlagen kein Lohnflu ss verifizieren liesse. Es stehe nicht fest, ob und wie viel der – in der fraglichen Zeit bei seinem Vater angestellte – Beschwer- deführer tatsächlich Lohn erhalten habe, weshalb auch der versicherte Verdienst ni cht hinrei- chend zuverlässig bestimmbar sei. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass sich anhand der eingereichten Unterlagen ein Lohnfluss hinreichend nach- weisen lasse. 4.4 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen kann der B eschwerdeführer den Lohnfluss in der massgebenden Rahmenfrist für mindestens 13 Monate na chweisen. Aus den eingereichten Postkontoauszügen (vgl. Verzeichnis der Vernehmlassung vom 21. Juli 2016, Nr. 63 – 97) ist ersichtlich, dass in regelmässigen Abständen Einzahlungen au f das Postkonto des Beschwer- deführers getätigt wurden, die vom Zeitpunkt und der Höhe her grundsätzlich als Lohnzahlun- gen qualifiziert werden können. So betrug der Bruttol ohn zwischen dem 1. April 2014 und 31. Juli 2015 nach Arbeitsvertrag und IK-Auszug Fr. 3‘ 412.--. Nach Abzug der Sozialleistungen sowie Kost und Logis von Fr. 500.-- wurden demnach nett o Fr. 2‘407.80 ausbezahlt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann aus der Tat sache, dass die effektiv auf dem Postkonto einbezahlten Beträge tiefer waren als die ge ltend gemachten Löhne, nicht geschlos- sen werden, dass es sich nicht um Lohn handelt. Denn es erscheint naheliegend, dass der Be- schwerdeführer nicht den ganzen Barlohn einbezahlt hatt e, sondern einen Teil für laufende Be- dürfnisse verwendete. So sind auf den Postkontoauszügen von April 2014 bis April 2015 – mit Ausnahme der Monate Oktober 2014 und März 2015 – Einza hlungen von jeweils rund Fr. 2‘000.-- getätigt worden. Im Mai und Juni 2015 si nd zudem Fr. 700.-- sowie Fr. 3‘300.-- ein- bezahlt worden, was im Durchschnitt wiederum dem „Stan dardbetrag“ von Fr. 2‘000.-- ent- spricht. Neben der gleichbleibenden Höhe dieser 13 Ein zahlungen wurden sie auch jeweils in derselben Poststelle in C.____ getätigt. Da sich aus den Akten keine andere Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers ergibt, kann nur darauf geschlossen werd en, dass es sich dabei um Lohn- zahlungen aus dem Restaurant B.____ in C.____ handelt . Da zudem keine Hinweise auf miss- bräuchliche Einzahlungen vorliegen, besteht auch kein A nlass an dieser Sachverhaltsdarstel- lung zu zweifeln. Damit ist der Lohnfluss für 13 Monate innerhalb der massgebenden Rahmen- frist für die Beitragszeit erstellt. Ob darüber hinau s weitere Lohnflüsse nachweisbar sind – ins- besondere solche aus dem Anstellungsverhältnis mit dem R estaurant D.____ in E.____ – kann in der Folge offengelassen werden. 4.5 Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist die widersprechende Lohnhöhe in der Arbeitgeberbescheinigung im Vergleich zu den Lohnquittungen für den Nachweis des Lohn- flusses nicht entscheidend. Während den nachgewiesenen 13 Monaten mit Lohnfluss hatte der Beschwerdeführer gemäss Arbeitgeberbescheinigung einen Lohn von Fr. 3‘400.--. Dass dies den Bruttolohn darstellt, zeigt der Vergleich mit dem ebenfalls eingereichten Arbeitsvertrag. Die gemäss Lohnquittung ausbezahlten Fr. 2‘550.-- müssen d aher dem Nettolohn gegenüberge- stellt werden. Dieser wird mit Fr. 2‘407.80 ausgewiese n (vgl. hiervor, E. 4.4). Die geringe Diffe- renz von Fr. 142.20 zwischen dem Nettolohn und der quitt ierten Barlohnzahlung vermag den Lohnfluss insbesondere daher nicht zu widerlegen, als die Unklarheit über den exakt ausbe- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zahlten Lohn gemäss Bundesgerichtspraxis zwar eine Korrektu r des versicherten Verdiensts bewirkt, jedoch dem Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung nicht automatisch entgegensteht. Die mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöhe wirkt sich diesfalls aber grundsätzlich zu Unguns- ten der versicherten Person aus (vgl. hiervor, E. 2.5). E benso ist für den Nachweis des Lohn- flusses nicht entscheidend, ob der Lohn für das Jahr 201 5 bei der Ausgleichskasse F.____ ge- meldet und die Beiträge auf das IK einbezahlt worden sind. Dafür steht einzig der frühere Ar- beitgeber – in casu der Vater des Beschwerdeführers – in der Pflicht, da der Beschwerdeführer darauf keinen Einfluss hatte. Durch den nachgewiesenen Lo hnfluss wurde zudem aufgezeigt, dass die monatlichen Lohnzahlungen über Fr. 500.-- lage n, wodurch auch die Mindestgrenze des versicherten Verdienstes erreicht wurde. 5. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der Beschwe rdeführer durch die vorgelegten Belege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen konnte, dass er die Min- destbeitragszeit von zwölf Monaten erfüllt hat. Der Fa ll ist zur Abklärung der weiteren Voraus- setzungen gemäss Art. 8 ff. AVIG an die Vorinstanz zurü ckzuweisen. Dabei sind die Unsicher- heiten hinsichtlich der Höhe der ausbezahlten Löhne b ei der Berechnung des versicherten Ver- dienstes zu berücksichtigen (vgl. hiervor, E. 2.5). 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind bei dem anwal tlich nicht vertretenen Beschwerde- führer wettzuschlagen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bstständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 13 3 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegen- den Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zw ischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentl ich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einsprach eentscheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 25. Mai 2016 aufgeho- ben und festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Bei tragszeit er- füllt. Die Angelegenheit wird zur Prüfung der weiter en Anspruchsvo- raussetzungen gemäss Art. 8 ff. AVIG an die Vorinstanz zur ückgewie- sen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht