Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2019 (720 19 111 / 198) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts; Überprüfung der Beweistauglichkeit des bidisziplinären Verwaltungsgutachtens sowie Beurteilung des leidensbedingten Abzugs; Einfluss einer Verweistätigkeit in geschütztem Umfeld auf den Invaliditätsgrad; Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Her sberger, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Franziska Abt, Advoka- tin, Aeschengraben 13, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ arbeitete bei der B.____ als Montagearbei terin. In dieser Eigenschaft war sie bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 3. Sep tember 2013 stürzte sie eine Treppe hinunter und verletzte sich an der rechten Schulter. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leis- tungen und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 34 % und eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einbusse in der Integrität von 20 % in Höhe von Fr. 25 '200.-- zu. Die gegen den Rentenent- scheid erhobene Einsprache wurde durch Vergleich vom 13 . Februar 2018 erledigt. Demnach richtet die Suva der Versicherten nunmehr eine 44%ige Invalidenrente aus. A.2 Am 19. März 2014 meldete sich A.____ unter Hinweis auf die beim Unfall erlittenen Schulterverletzungen bei der Eidgenössischen Invalidenversich erung zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) der Versicherten mit Verfügung vom 26. Februar 2019 vom 1. September 2014 bis 30. Juni 2015 eine ganze Invalidenrente, vom 1. Juli 2015 bis 31. Dezember 2015 eine halbe Invalidenrente, vom 1. Januar 2016 bis 31. Mai 2 016 keine Invalidenrente, vom 1. Juni 2016 bis Ende August 2016 eine ganze Invalidenrente und ab 1. September 2016 eine unbefris- tete Viertelsrente zu. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Ad vokatin Franziska Abt Lindner, am 1. April 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die IV-Ste lle sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistunge n zu erbringen. Weiter seien ergän- zende medizinische Gutachten einzuholen; unter o/e-Kost enfolge. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen geltend machen, dass sich die IV-Stelle in ihrem Entscheid auf unzureichende medizinische Unterlagen stütze. Zudem rechtfertige es sich , vom Invalideneinkommen einen leidensbedingten Abzug von 25 % vorzunehmen. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 15. Mai 2 019 unter Hinweis auf eine Aktenbeurteilung ihres Regionalen ärztlichen Diensts (RA D) vom 9. Mai 2019 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 1. April 2019 ist demnach einzutreten. 2. Materiell strittig ist der Rentenanspruch der Beschw erdeführerin. Massgebend für diese Beurteilung sind die tatsächlichen Verhältnisse bis zum E rlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2019. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2 , 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der ve rsicherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Vierte lsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2 , 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikator en, die - unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich er reichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gel ingt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 4.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.5 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwalt ungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Hin gegen kommt Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswe rt zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fach personen. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ei n Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Be stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ä rztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4 .4 in fine mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Im vorliegenden Fall geben im Wesentlichen nachfol gende Berichte Auskunft über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. 5.2 Unter Berücksichtigung der entsprechenden medizinische n Berichte der Suva ist zu- nächst davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab d em Unfallzeitpunkt am 3. September 2013 zu 100 % arbeitsunfähig war. Gemäss Ausführungen des Kreisarztes Dr. med. C.____, FMH Chirurgie, vom 26. August 2014 lag bei der Versicherten ein Status nach schraubenosteosynthetischer Versorgung nach Schultertrauma rechts im Kindesalter, ein Sta- tus nach Sturz auf die rechte Schulter mit Schraubenbr uch, ein Status nach offener Metallent- fernung mit anschliessender Reizung des Nervus axillaris rechts sowie Wundrevision mit Arthro- lyse, Neurolyse und subacromialer Mobilisation vor. Es best ünde eine deutliche Einschränkung der Schulterbeweglichkeit bei Rechtsdominanz. Am 16. M ärz 2015 kam Dr. C.____ zum Schluss, dass von einer weiteren Behandlung im Schulterb ereich keine namhafte Besserung mehr erwartet werden könne. Der Beschwerdeführerin se i eine körperliche Tätigkeit bei einer 50%igen (halbtags) Belastbarkeit zumutbar, sofern sie i m geschützten Umfeld stattfinde. Hier- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei sei darauf zu achten, dass Arbeiten mit dem rechte n Arm über der Horizontalen konsequent zu vermeiden seien. Zu berücksichtigen sei auch, dass die dominante rechte Hand aufgrund der erheblichen Bewegungseinschränkungen des rechten Arm s nur eingeschränkt einsetzbar sei. Am 21. September 2015 fand erneut eine kreisärztli che Untersuchung statt. Dr. C.____ diagnostizierte eine zum Teil unfallunabhängige vorb estehende Glenohumeralarthrose bei Sta- tus nach nicht Suva-versichertem Unfall 1994, bei Status n ach Treppensturz im September 2013 mit Ausriss einer Schraube, die bei der Scapulahal sfraktur angebracht worden sei, bei Status nach Schulterarthroskopie und offener Arthroto mie mit Schraubenentfernung rechts am 27. September 2013 mit resultierender Nervus axillaris- Irritation und letztlich nachgewiesener Axillaris-Schädigung, bei Status nach Operation am 2. Dezember 2013 mit ausgedehnter Adhä- siolyse im Bereich des Plexus und Darstellung des Nervus a xillaris sowie nachfolgender regre- dienter neuropathischer Komponente, bei Status nach Operation am 1. Oktober 2014 mit Schul- terarthroskopie und vollständiger anteroinferiorer Art hrolyse, Bicepstenotomie und glenoidaler Mikrofrakturierung sowie Ostenil-Injektion bei Omarthr ose und Frozen Shoulder-Problematik. Dr. C.____ attestierte nunmehr den Endzustand, da von weiteren Behandlungen keine namhaf- te Besserung des rein unfallbedingten Gesundheitszustan ds mehr erwartet werden könne. In seiner Zumutbarkeitsbeurteilung hielt er fest, dass aufg rund der erheblichen Bewegungsein- schränkung der rechten Schulter mit entsprechender Schmerzh aftigkeit eine leichte körperliche Tätigkeit ganztags unter folgenden Prämissen zumutbar sei : kein Heben und Tragen von Las- ten mit dem dominanten rechten Arm und keine Vibrati onsbelastungen. Idealerweise sollte der rechte Unterarm auf einem Tisch ruhen können, denn die se Stellung könne von der Versicher- ten eingenommen werden. In einer solchen ganztägig au sgeübten Tätigkeit sollte die Be- schwerdeführerin eine Leistung von 70 % erreichen. Die verbleibenden 30 % (entsprechend ca. 2,4 Stunden) wären als zusätzliche über den Tag zu verteil ende Pausen zu verstehen, die zu- sätzlich zu der regulären Pause zu zählen seien. Die Ges amtarbeitsleistung läge demnach bei 70 %. 5.3 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einer Begutachtung der Be- schwerdeführerin. In seinem Teilgutachten vom 26. Juni 2016 diagnostizierte Dr. D.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ausgeprägte Frozen Shoulder rechts mit aufgehobener Abduktion und Innenrotation bei retraktiler Kapsulose/K apsulitis (ICD-10 M75.0). Die Be- schwerdeführerin sei in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Sie sei in einer Verweistätigkeit sitzend, stehend, gehend und durch Verm eidung der Belastung des rechten Arms zu 100 % arbeitsfähig und könne eine Tätigkeit lei chten Ausmasses wechselbelastend problemlos ganztags ausüben. Durch das verlangsamte Arbe itstempo und den erhöhten Pau- senbedarf ergebe sich jedoch eine Einschränkung von 40 %. Dadurch sei die Beurteilung leicht abweichend von jener des Kreisarztes, welcher primär ei ne 50%ige, später jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer Einschränkung von 30 % att estiert habe in einer adaptierten Tätigkeit. Dr. E.____ nannte keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit; ohne Einfluss bestünde eine rezidivierende depressive Störung, derzeit remittie rt (ICD-10 F33.4). Im Rahmen der Un- tersuchung habe die Beschwerdeführerin angegeben, psych isch stabil zu sein, weshalb sie die ab März 2015 durchgeführte psychiatrische Behandlung per Ende Dezember 2015 aufgegeben und nicht wiederaufgenommen habe. Dr. E.____ hielt f est, dass aktuell nicht von einer durch- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gängig vorhandenen depressiven Symptomatik ausgegangen we rden könne. Während der Ex- ploration sei die Beschwerdeführerin weitgehend euthym und lebensbejahend gewesen; eine Reduktion des Antriebs oder des Interesses habe nicht fest gestellt werden können. Beim The- matisieren der konkreten Auswirkungen der Schulterverletzun g werde sie jedoch vorüberge- hend sehr traurig und weinerlich. Sie fände aber wäh rend der Exploration wieder aus dieser Phase heraus. Aus diesem Grund könne gegenwärtig wegen des Fehlens wichtiger Diagnose- kriterien nicht vom Vorliegen einer depressiven Symptomat ik gemäss ICD-10 ausgegangen werden. Dies zeige auch die Auswertung der Hamilton D epressions-Skala. Da in der Vergan- genheit jedoch depressive Episoden festgehalten worden se ien, sei diagnostisch eine rezidivie- rende depressive Störung, zurzeit remittiert (ICD-10 F33.4) zu bejahen. Hingegen könne bei der Beschwerdeführerin keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden, weil beim Entstehen der Problematik des rechten Arms nicht a usreichend psychosoziale Belas- tungsfaktoren vorgelegen hätten. Explizit sei die Besc hwerdeführerin an ihrem neuen Wohnort, in ihrer neuen Beziehung und in ihrem neuen Job sehr glücklich gewesen. Auch heute würden die Schmerzen im rechten Arm hauptsächlich durch körperl iche und nicht durch emotionale Anstrengungen ausgelöst. In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Sc hluss, dass nach eingehender Dis- kussion aller Befunde, dem bisherigen Verlauf und der Aktenlage, die rheumatologische Beur- teilung der Arbeits- und Leistungseinschränkung und dere n künftiger Verlauf im Rahmen der Wiedereingliederung massgebend sei. 5.4 Zum Gutachten liess sich die RAD-Ärztin Dr. med. F._ ___, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, am 8. August 2016 vernehm en. Sie hielt fest, dass auf das Gutach- ten abgestellt werden könne, da die formalen und die inhaltlichen Kriterien erfüllt seien sowie die Beurteilung schlüssig und nachvollziehbar sei. Betre ffend die Standardindikatoren führte Dr. F.____ aus, dass deren Prüfung summarisch vorgenommen worden sei. Die somatisch und psychiatrisch gutachterlich festgestellten Krankheiten seie n hinsichtlich ihrer Symptomatologie, des Krankheitsverlaufs und ihren Auswirkungen auf den Alltag anhand der fachärztlich erhobe- nen ausgeprägten Befunden nachvollziehbar festgestellt und bewertet worden. Zur Behebung des vorliegenden Gesundheitsschadens seien bereits die hierfür indizierten Therapien durchge- führt worden und die Versicherte habe hierbei ausreiche nd mitgewirkt. Hinweise auf eine Ag- gravation oder Simulation hätte die Begutachtung nicht ergeben. Die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit sei auch nach Prüfung der Standardindikatoren vollumfänglich nachvollziehbar. 5.5 Den Berichten der Kliniken G.____ vom 25. Juli 20 17 und 15. Juni 2017, wo die Be- schwerdeführerin vom 18. Mai 2017 bis 13. Juni 2017 ambu lant behandelt wurde, ist als Diag- nose ein Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstö rung, differentialdiagnostisch mittel- gradige depressive Episode mit Somatisierungsstörung zu entnehmen. 5.6 Dr. F.____ und Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie un d Psychotherapie, führten zum Bericht der Kliniken G.____ am 13. September 2017 au s, dass sich daraus keine richtungswei- sende Veränderung des Gesundheitszustands seit der Beguta chtung durch Dr. E.____ am 1. Juli 2016 plausibel nachvollziehen lasse. Der behandelnde Arzt habe beim Behandlungsab- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schluss am 13. Juni 2017 keinen objektiven Psychostatus dokum entiert, sondern lediglich auf eine Verbesserung der depressiven Symptomatik, des Schlafs und der Konzentration hingewie- sen. Die Behandlung sei zudem beendet worden, weil di e Beschwerdeführerin für drei Monate in ihre Heimat gereist sei. 5.7 Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie , führte am 8. Dezember 2017 aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 11. Oktober 201 7 bei ihm in ambulanter psychiatri- scher Behandlung wegen psychischer Folgen ihres traumatisch bedingten, dauernden Schulter- leidens sei. Er habe die Behandlung jedoch nur vorübe rgehend übernommen. Es bestehe eine chronifizierte depressive Störung in der Ausprägung einer leichten bis mittelgradigen Episode. Die Arbeitsunfähigkeit sei im Grunde durch den Funktio nsausfall des rechten Arms und der rechten Hand bei Rechtshändigkeit bedingt. Der psychische Anteil könne nicht isoliert beurteilt werden. Es zeige sich jedoch das Gesamtbild einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit. 5.8 Die Psychotherapeutin Dr. sc. nat., lic. Phil. J.____ , bei welcher die Beschwerdeführerin seit dem 12. Januar 2018 in psychotherapeutischer Behand lung steht, diagnostizierte am 5. April 2018 eine sonstige Reaktion auf schwere Belastung bei dissimulierter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und eine leichte depressive Episode. 5.9 Am 9. Mai 2018 liessen sich Dr. F.____ und Dr. H._ ___ erneut vernehmen und hielten betreffend den Bericht von Dr. J.____ fest, dass sie kei ne Angaben zum Psychostatus mache, so dass die angegebene leichte bis mittelgradige depres sive Episode nicht validiert werden könne. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeits- fähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebn isse, zu denen die Dres. D.____ und E.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 1. Juli 20 16 gelangten. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall im September 2013 nicht mehr in der angestammten Tätigkeit als Logistikerin arbeitsfähig s ei, ihr jedoch seit der Begutachtung im Juni 2016 eine leichte adaptierte Verweistätigkeit zu 6 0 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist trotz der Kritik der Beschwerdeführe rin an den Ausführungen von Dr. E.____ im Ergebnis nicht zu beanstanden. Wie oben a usgeführt (vgl. E. 4.5 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach ten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. D.____ und Dr. E.____ wei st weder formale noch inhaltliche Män- gel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt w ird (vgl. E. 4.4 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchu ngen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Die Versiche rte wurde eingehend somatisch Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und psychiatrisch exploriert. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 5.3 hiervor) wiedergege- benen Darlegungen vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. 6.2.1 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche si ch gegen das Teilgutachten von Dr. E.____ vom 1. Juli 2016 richten, sind nicht geeign et, das vorstehende Beweisergebnis in Frage zu stellen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Beschwerdegegnerin sowohl in Bezug auf die medizinische Beurteilung wie auch betr effend die Arbeitsfähigkeit auf die Aus- führungen der behandelnden Ärzte hätte abstellen müssen . Im Verfügungszeitpunkt lagen drei fachärztliche Berichte von behandelnden Ärzten vor, welchen die Diagnose einer Depression zu entnehmen ist. Im Bericht der Kliniken G.____ vom 25. Juli 2017 wird diese Diagnose jedoch nur als Differentialdiagnose erwähnt. Dr. I.____, der die Beschwerdeführerin lediglich vorüber- gehend behandelte, diagnostizierte am 8. Dezember 201 7 eine chronifizierte depressive Episo- de. Dr. J.____ erwähnte am 5. April 2018 das Vorlie gen einer depressiven Verstimmung, ohne weitere Ausführungen hierzu zu machen. In diesem Zusamm enhang ist auf die Erfahrungstat- sache hinzuweisen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte mit unter im Hinblick auf ihre auf- tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patien- tinnen aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch die behandelnde Ärztes chaft oft wertvolle Erkenntnisse zeiti- gen, doch übersieht die Beschwerdeführerin bei ihrer Kritik, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach -)Arztes einerseits und Begutach- tungsauftrag des oder der amtlich bestellten fachmedizini schen Experten bzw. Expertinnen an- derseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulässt, ein Admini strativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte und Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen ge langen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein sub- jektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Gesicht spunkte benennen, die bei der Begut- achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vg l. Urteile des Bundesgerichts vom 16. September 2013, 9C_425/2013, E. 4.1 und vom 14. Febr uar 2011, 8C_642/2102, E. 5.2). Sol- che Aspekte legt die Beschwerdeführerin nicht substanti iert dar und sind auch nicht ersichtlich. Zunächst fällt auf, dass sich weder die Kliniken G.____ noch Dr. I.____ mit den Einschätzungen von Dr. E.____ auseinandergesetzt haben. Zudem haben sie keine Zumutbarkeitsbeurteilung in einer Verweistätigkeit vorgenommen. Soweit dem Beric ht der Kliniken G.____ die Verdachtsdi- agnose einer PTBS zu entnehmen ist, wird verkannt, dass für diese Diagnose ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmas- ses vorliegen muss (kurz oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervor- rufen würde (vgl. BGE 142 V 342 E. 5.1). Ein solches Ereignis ist den vorliegenden Akten je- doch nicht zu entnehmen. Weiter hat sich Dr. J.____ zwar mit den Ausführungen von Dr. E.____ auseinandergesetzt. Sie bringt dagegen insb esondere vor, dass dieser die Be- schwerdeführerin nicht auf den Tod ihres ersten Kindes an gesprochen habe. Es trifft zu, dass Dr. E.____ die Beschwerdeführerin nicht dazu befragte und in seinem Gutachten Angaben dazu fehlen. Dies vermag den Beweiswert seines Teilgutachtens jedoch nicht zu schmälern. In die- sem Zusammenhang ist festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin allgemein nicht zu die- sem Ereignis äussert, enthalten doch auch die übrigen Akt en keinen Hinweis dazu. Die behan- delnde Therapeutin geht zudem fehl, wenn sie behaupt et, dass Dr. E.____ die Begutachtung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne Dolmetscherin durchgeführt habe. Gemäss Angaben i m Gutachten (Seite 34) wurde die Untersuchung mit Hilfe einer Übersetzerin der K.____ durchgeführt, womit auch sprachliche Missverständnisse bei der Begutachtung ausgeschlossen werden können. Zu beachten ist fer- ner, dass den Berichten der behandelnden Ärzte auch St ellungnahmen zu den somatischen Beschwerden und zur funktionellen Einarmigkeit zu entne hmen sind, obwohl sie nicht über die entsprechende fachärztliche Qualifikation verfügen. Un ter diesen Umständen ist nicht zu bean- standen, dass die Beschwerdegegnerin die Beurteilungen und Einschätzungen der behandeln- den Ärzte im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigte. 6.2.2 Das Gutachten hält entgegen der Auffassung der Be schwerdeführerin auch einer Indika- torenprüfung (vgl. oben E. 4.3) stand. Dabei ist der S chweregrad der Krankheit und die Konsis- tenz des Verhaltens der versicherten Person von zentraler B edeutung, wobei namentlich die Ressourcen im Alltag ausschlaggebend sind. Zu diesen Aspekten enthält das Gutachten von Dr. E.____ vom 1. Juli 2016 hinreichende und überzeug ende Antworten. So wird deutlich, dass die Beschwerdeführerin im Untersuchungszeitpunkt nicht ( mehr) an einer Depression litt. Sie führte im Rahmen der Begutachtung selbst aus, dass sie nicht mehr in einer psychiatrischen Behandlung stehe und keine Medikamente mehr einnehme, weil sie dies als nicht mehr not- wendig empfunden habe. Dr. E.____ beschrieb die Versi cherte denn auch als affektiv euthym, schwingungsfähig und gut spürbar. Zudem seien die Int eressen gut ausgebildet. Damit ent- spricht die Konsistenz des Verhaltens der Beschwerdeführe rin der Befunderhebung durch den Gutachter. Die Darstellung der Symptomatik ist demnach kohärent und plausibel und Dr. E.____ schliesst auch Anhaltspunkte für eine Aggravation oder eine Verdeutlichungstendenz aus (vgl. S. 39 des Gutachtens). Weiter ging Dr. E.____ zu Recht davon aus, dass die Be- schwerdeführerin über genügend persönlichen Ressourcen ver füge. Sie lebt in einer intakten Beziehung, pflegt ausreichende soziale Kontakte mit ihrer Familie und ihren Freudinnen und ein sozialer Rückzug liegt nicht vor. Dies wird im Übrigen au ch von Dr. J.____ bestätigt, welche in ihrem Bericht ausführt, dass die Beschwerdeführerin gut im sozialen Umfeld integriert sei und aktuell in einer guten Ehesituation lebe. Gesamthaft i st daher mit der Beschwerdegegnerin da- von auszugehen, dass eine Einschränkung der Leistungsfähig keit, welche über die im Gutach- ten der Dres. D.____ und E.____ genannte hinausgeht, nicht plausibel ist. Damit ist die Zumut- barkeitsbeurteilung im Gutachten nachvollziehbar, welche die Beschwerdeführerin ab Juni 2016 in einer angepassten Tätigkeit als 60 % arbeitsfähig erachtet. 6.3 Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, da ss das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 2. August 2016 genügend Aufschluss über den Gesundheitszustand der Be- schwerdeführerin gibt. Die von den Gutachtern vorgenom mene Zumutbarkeitsbeurteilung er- weist sich als überzeugend. Das fragliche Gutachten läs st mithin eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten ab Juni 2016 zu, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen H inweisen) auf allfällige zusätzliche Abklärungen verzichtet werden kann. Insgesamt resultiert i n medizinischer Hinsicht, dass die Beschwerdeführerin ab Juni 2016 in einer adaptierten Tätigkeit eine Leistungsbeeinträchtigung von 40 % aufweist. Zuvor war sie gemäss den zu Recht unbest rittenen Angaben des Suva- Kreisarztes Dr. C.____ (vgl. oben E. 5.2) ab dem Zeitpu nkt des Unfalls im September 2013 vollständig arbeitsunfähig. Aufgrund seiner Ausführunge n vom 16. März 2015 hatte sich der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesundheitszustand ab diesem Zeitpunkt verbessert und der B eschwerdeführerin war eine 50%ige Beschäftigung im geschützten Umfang zumutbar. Ab September 2015 war die Be- schwerdeführerin bis zur Begutachtung bei den Dres. D._____ und E.____ aufgrund ihrer Rest- beschwerden sodann wieder zu 70 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit arbeitsfähig. 7.1 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 3.4 hiervor) ist d er Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestim men (Art. 16 ATSG). Die Be- schwerdeführerin bestreitet im vorliegenden Verfahren zu Recht weder die Höhe des der Be- rechnung zugrunde gelegten Valideneinkommens von Fr. 49' 269.-- noch das gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (L SE) berechnete Invalideneinkommen von Fr. 54'062.--. Diesbezüglich kann auf die Ausführung en in der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2019 und im Vorbescheid vom 22. Februar 2017 verwiesen werden. Hingegen bringt sie vor, dass der von der IV-Stelle vom Invalid eneinkommen vorgenommene Abzug zu tief sei. 7.2 Von dem gestützt auf die LSE erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss ver- schiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat da s damalige Eidgenössische Versi- cherungsgericht (EVG) seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellen- löhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon- kreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränku ng, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgra d), welche nach pflichtgemässem Er- messen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Be- rücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkma le letztlich aber auf insgesamt höchs- tens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Zu bea chten ist ferner, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzu gs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür fen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2 mit Hinweis). 7.3 Vorliegend hat die IV-Stelle in Ausübung ihres E rmessens in der angefochtenen Verfü- gung einen grosszügigen Abzug vom Tabellenlohn von 20 % gewährt, was in Würdigung der gegebenen Umstände sowie unter Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale ent- gegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin, die ei nen Abzug von 25 % forderte, nicht zu beanstanden ist. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass den gesundheitlichen Beschwerden bereits mit der Leistungseinbusse Rechnung getragen wi rd. Zudem ist auch mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts kein höherer als der vorliegend gewährte leidensbedingte Abzug bei einer funktionellen Einarmigkeit zu gewähren (Urteil des Bundesgerichts vom 23. März 2009, 8C_971/2008, E. 4.2.6.2). 7.4 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 49'269.-- mit dem Invali- deneinkommen von Fr. 54'062.-- ergibt sich entspreche nd der ärztlich attestierten Arbeitsfähig- keit Folgendes: Beim Ablauf des Wartejahrs im September 2014 war die Beschwerdeführerin in sämtlichen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig und ha tte damit ab 1. September 2014 An- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruch auf eine ganze Rente (Art. 29 Abs. 3 IVG). Ab Mä rz 2015 bestand zwar in einer adap- tierten Verweistätigkeit "im geschützten Umfeld" eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit (vgl. Bericht von Dr. C.____ oben E. 5.2). Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf diese Zumutbarkeitsbeur- teilung des Kreisarztes davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten ab März 2015 rentenwirksam verbessert hatte. Unter Berücksichtigun g von Art. 88a Abs. 1 IVV richtete sie der Beschwerdeführerin gestützt auf eine Arbeitsfäh igkeit von 50 % ab Juli 2015 eine halbe Rente aus. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden . Wie oben in E. 3.4 ausgeführt, ist der Berechnung des Invaliditätsgrads nach Art. 16 ATSG ein Invalideneinkommen zugrunde zu le- gen, welches die versicherte Person bei Ausübung einer ihr zumutbaren Tätigkeit bei ausgegli- chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Da im vorliegenden Fall der Kreisar zt der Beschwer- deführerin ab März 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Umfeld und nicht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt attestierte, durfte die Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung keine Neuberechnung de s Invaliditätsgrads vornehmen. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdeführerin auch über de n 30. Juni 2015 hinaus Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. auch Art. 88a Abs. 1 IVV). Dr. C.____ attestierte sodann ab Septem- ber 2015 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, weshalb der Be schwerdeführerin in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV ab Januar 2016 bei einem Invalidi tätsgrad von 39 % keine Invalidenrente mehr ausgerichtet werden konnte. Unstrittig hat die B eschwerdeführerin sodann von Juni 2016 bis August 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Schliesslich steht ihr gestützt auf die Ergebnisse der bidisziplinären Begutachtung durch die Dr es. D.____ und E.____ bei einer Ar- beitsunfähigkeit von 60 % unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV bei einem Invalidi- tätsgrad von 47 % ab September 2016 eine unbefristete Viertelsrente zu. 7.5 Zusammenfassend ist gestützt auf die vorstehenden Ausf ührungen festzustellen, dass die Beschwerdeführerin - entgegen den Angaben in der angefochtenen Verfügung - auch in der Zeit von anfangs Juli 2015 bis Ende Dezember 2015 Ans pruch auf eine ganze und nicht auf eine halbe Rente hat. In diesem Umfang ist die Beschw erde gutzuheissen. Darüber hinaus er- weist sich angefochtene Verfügung vom 26. Februar 2019 als rechtens, weshalb die Beschwer- de unbegründet ist. 8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Beim Entscheid über die Verlegung der Pro- zesskosten ist somit grundsätzlich auf den Prozessausgang abzust ellen. In casu ist die Be- schwerdeführerin mit ihrem Rechtsbegehren insofern durchgedrungen, als die IV-Stelle ihr vom 1. Juli 2015 bis Ende Dezember 2015 eine ganze und ni cht nur eine halbe Rente auszurichten hat. Da das Obsiegen damit lediglich einen untergeordn eten Teil des Rechtsbegehrens aus- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht macht, rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin Ver fahrenskosten im Umfang von Fr. 600.-- und die übrigen in Höhe von Fr. 200.-- der IV-Stell e aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200.-- zurückzuerstatten. 8.3 In Anbetracht des Prozessausgangs ist der Beschwerd eführerin eine reduzierte Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen (vgl . § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Par teientschädigung zugesprochen wer- den kann). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer in hat im kantonalen Verfahren keine Honorarnote eingereicht. Das Gericht setzt die Parteientschädigung folglich androhungsgemäss nach Ermessen fest (§ 18 Abs. 1 der Tarifordnung für di e Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen und auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwe rdeführerin mit ihrem Rechtsbe- gehren mehrheitlich nicht durchgedrungen ist, erachtet das Gericht eine Parteientschädigung in Höhe von pauschal Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV- Stelle als angemessen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gut geheissen, als festge- stellt wird, dass die Beschwerdeführerin auch in der Z eit vom 1. Juli 2015 bis 31. Dezember 2015 Anspruch auf eine ganze Inva lidenrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten werden der Beschwerdeführerin in Höhe von Fr. 600.-- und der IV-Stelle in Höhe von Fr. 200.-- auferlegt. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 200.- - ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von pauschal Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht