Beschluss vom 17. Oktober 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Roy Garré, Gerichtsschreiber Martin Eckner Parteien A., Beschwerdeführer gegen BUNDESAMT FÜR KOMMUNIKATION, Beschwerdegegner Gegenstand Hausdurchsuchung (Art. 48 f. VStrR) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: BV.2013.17 - 2 - Sachverhalt: A. A. hatte bei der Billag AG ein en empfangsbereiten Radio registriert, wel- chen er am 24. Februar 2011 abmelde te (bestätigt mit Verfügung vom 17. März 2011). Ein Kontrolleur der Billag AG besuchte A. am 27. November 2012, 19.55 Uhr, wobei er nicht in die Wohnung gelassen wurde. Gemäss Protokoll bestätigte A. dabei im Gespräch, einen PC mit In- ternet sowie ein Smartphone zu besitzen. Der Kontrolleur sah durch die o f- fene Wohnungstür zwei Flachbildschirme (Urk. 1). Die Billag AG meldete A. am 4. März 2013 dem Bakom wegen Verdachts einer Widerhandlung gegen die Radio - und Fernsehgesetzgebung (unter Beilage eines Auszugs aus dem Auto-Index; Urk. 1). B. Im Rahmen der "Vorabklärungen" bestätigte das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich dem Bakom am 5. April 2013 rechtshilfeweise, dass A. nicht als Halter von Motorfahrzeugen aufgeführt sei (Urk. 2). Am 15. Mai 2013 erhielt A. eine Frist, um sich gegenüber dem Bakom zur Strafanzeige zu äus sern (Urk. 3). Er verneinte am 27. Mai 2013, Emp- fangsgebühren zu schulden (Urk. 4). Der untersuchende Beamte des Ba- kom unternahm am 17. Juli 2013 einen eigenen Kontrollversuch, ohne Zu- tritt zur Wohnung zu erhalten . A. beschwerte sich bei diesem Anlass über die Kontrolle der Billag AG (Urk. 5). T ags darauf eröffnete das Amt eine Strafuntersuchung wegen einer Widerhandlung ge gen Art. 101 RTVG (Busse bis Fr. 5'000.--; Urk. 6). C. Das Bakom erliess ebenfalls am 18. Juli 2013 eine Verfügung, worin sie die Anbieter von drahtgebundenen sowie mobilen Fernseha ngeboten zur Aus- kunft verpflichtete. Weder B., C. noch D. konnten aktuelle Vertragsbezi e- hungen melden. E. GmbH bestätigte, dass A. ein Digital-TV-Angebot be- ziehe. Das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich bestätigte dem B a- kom am 18. Juli 2013, dass weder A. noch sein Einzelunternehmen ein Mo- torfahrzeug hielten (Urk. 7). Am 23. August 2013 gelangte das Bakom mit Fragen bezüglich Wahrnehmungen bei und Ablauf der Kontrolle an den Kontrolleur ("Field Agent") der Billag AG. Die ausführliche Antwort traf am 11. September 2013 ein (Urk. 8). D. Am 2. Oktober 2013 erliess das Bakom einen Hausdurchsuchungsbefehl, der in der Wohnung von A. gleichentags um 8 Uhr vollzogen wurde (Urk. 9). Gemäss Durchsuchungsprotokoll wurden mehrere Computer mit Internetanschluss und zwei Mobiltelefone (davon ein Smartphone) aufg e-- 3 - funden und fotografiert. Auf eine Beschlagnahme sei verzichtet worden (Urk. 10, 11). E. A. beschwerte sich gleichentags schriftlich über die Hausdurchsuchung, den unverhältnismässigen Einsatz mit vier Beamten und die Verletzung seiner Privatsphäre. Er verlangt eine Entschuldigung und die Einstellung al- ler Verfahren gegen ihn (Urk. 12, act. 1). A. telefonierte am 4. Oktober 2013 mit dem untersuchenden Beamten des Bakom und teilte danach mit E-Mail vom gleichen Tag mit : "Die Beschwerde gegen die Durchsuchung hat sich in diesem Fall erledigt." (Urk. 14). Das Bakom überwies die Beschwerde mit einer Stellungnahme am 8. Oktober 2013 der Beschwerdekammer zur Beurteilung. Das Amt bea n- tragt, die Beschwerde sei als gegenstandslos geworden abzuschreiben oder, falls darauf eingetreten werde, abzuweisen (act. 2). Auf Nachfrage des Gerichtsschreibers bestätigte A., dass er an seiner Beschwerde nicht festhalte (act. 3). Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit z u- sammenhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bu n- desstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 26 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG und Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht [Organisationsreglement BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]). Die Beschwerde ist innert dre i- er Tage, nachdem der Beschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich mit Antrag und kurzer Begrü n- dung einzureichen (Art. 28 Abs. 3 VStrR). 1.2 Zwar wäre auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre- ten, doch ist das Verfahren wegen Rückzugs der Beschwerde als erledigt von der Geschäftskontrolle abzuschreiben (vgl. hierzu sinngemäss ZIEG- LER, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 386 StPO N. 4). 2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind mangels wesentlichen Aufwands keine Gerichtsgebühren zu erheben. - 4 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erl e- digt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben. 2. Es werden keine Gerichtsgebühren erhoben. Bellinzona, 17. Oktober 2013 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - A. - Bundesamt für Kommunikation Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassn ahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).