<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2002.00024</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106725&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2002.00024</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 16.09.2003 gutgeheissen und den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufgehoben. </td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>ausserordentliche Einkünfte (Steuerjahr 1998)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausserordentliche Einkünfte, Bemessungslücke<br/><br/>Die im Lückenjahr ausgerichtete Dividende in der Höhe des Dreifachen derjenigen der Vorjahre an das die Gesellschaft beherrschende Aktionärsehepaar qualifiziert nicht als ausserordentliche Einkunft. Abweichende Minderheitsmeinung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSERORDENTLICHE EINKUNFT">AUSSERORDENTLICHE EINKUNFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHERRSCHUNG">BEHERRSCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEMESSUNGSSYSTEM">BEMESSUNGSSYSTEM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIVIDENDE">DIVIDENDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN">EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENAKTIENGESELLSCHAFT">FAMILIENAKTIENGESELLSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSFÃHIGKEITSPRINZIP">LEISTUNGSFÃHIGKEITSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuerrechtliche GrundsÃ¤tze mit Verfassung ST: STEUERHARMONISIERUNG">STEUERHARMONISIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SYSTEMWECHSEL">SYSTEMWECHSEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 154 lit. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 275 StG</span><br/><span class="ungerade">Art. 69 StHG</span><br/><span class="gerade">Art. 72 StHG</span><br/><span class="ungerade">Art. 73 StHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Die Eheleute P. hielten 522 von 540 Namenaktien A Ã Fr. 1'000.- nom. und sÃ¤mtliche 600 Namenaktien B Ã Fr. 100.- nom. der Q. AG. Sie schenkten per 31. Dezember 1997 je 134 Aktien A und 100 Aktien B ihren beiden SÃ¶hnen. Nachdem die Gesellschaft den Eheleuten wÃ¤hrend Jahren je­weils eine Dividende von 40 % des Nennwerts der Aktien, d.h. von Fr. 232'800.-, ausgerichtet hatte, schÃ¼ttete sie am 27. September 1998 fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 1997 eine Dividen­de von Fr. 735'000.- aus, was 250 % des Nennwerts der den Eheleuten verbliebenen Aktien entsprach.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das kantonale Steueramt wÃ¼rdigte die Dividende mit EinschÃ¤tzungsentscheid vom 26. Oktober 2000 und Einspracheentscheid vom 17. Januar 2001 im Unterschiedsbetrag von Fr. 502'600.- â richtig: Fr. 502'200.- â zwischen der in den Vorjahren jeweils ausgerich­teten Dividende vom Fr. 232'800.- und der im Jahr 1998 erfolgten Dividendenzahlung von Fr. 735'000.- als ausserordentliche Einkunft und veranlagte die Eheleute P. hierfÃ¼r mit einer separaten Jahressteuer.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Die Steuerrekurskommission II schÃ¼tzte den Standpunkt des kantonalen Steueramts mit Entscheid vom 30. Januar 2002. Sie hiess den Rekurs der Pflichtigen bloss inso-weit gut, als sie den erwÃ¤hnten, dem Steueramt unterlaufenen Rechnungsfehler richtigstell­te. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom 18. MÃ¤rz 2002 liessen A und B dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei festzustellen, dass sie im Steuerjahr 1998 keine ausserordentlichen EinkÃ¼nfte erzielt hÃ¤tten. Ausserdem verlangten sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission II auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Ausserordentliche EinkÃ¼nfte, die im Kalenderjahr 1998 oder in einem in diesem abgeschlossenen GeschÃ¤ftsjahr erzielt wurden und nach altem Recht â d.h. unter der Herrschaft des frÃ¼heren, auf 1. Januar 1999 aufgehobenen Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) â zusammen mit dem Ã¼brigen Einkommen im Steuerjahr 1999 zu besteuern gewesen wÃ¤ren, unterliegen laut § 275 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) in seiner ursprÃ¼nglichen Fassung in der Steuerperiode 1999 einer separaten Jahressteuer, soweit sie die mit ihrer Erzielung zusammenhÃ¤ngenden oder ausserordentlichen Aufwendungen so­wie die verrechenbaren Verluste Ã¼bersteigen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Als ausserordentliche EinkÃ¼nfte gelten gemÃ¤ss Abs. 2 dieser Vorschrift Kapitalabfindungen fÃ¼r wiederkehrende Leistungen, aperiodische VermÃ¶gensertrÃ¤ge wie EinkÃ¼nfte aus der VerÃ¤usserung oder RÃ¼ckzahlung von Obligationen mit Ã¼berwiegender Einmalverzinsung und Substanzdividenden, Lotteriegewinne und realisierte stille Reserven wie Kapital- und Aufwertungsgewinne auf geschÃ¤ftlichen VermÃ¶genswerten, die AuflÃ¶sung von RÃ¼ckstellungen und die Unterlassung geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndeter Abschreibungen und RÃ¼ckstellungen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der Bundesgesetzgeber hat â aus Anlass des Ãbergangs vom ursprÃ¼nglich festgelegten Differenzsteuerverfahren zum Jahressteuerverfahren bei dem den Kantonen frei stehenden Wechsel des Systems der zeitlichen Bemessung â mit Novelle vom 9. Oktober 1998, in Kraft seit 1. Januar 1999, Art. 69 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) abgeÃ¤ndert. Er hat neu in Abs. 1 bestimmt, dass die Einkommenssteuer der natÃ¼rlichen Personen fÃ¼r die erste Steuerperiode (n) nach dem Wechsel der zeitlichen Bemessung von der Vergangen­heits- zur Gegenwartsbemessung gemÃ¤ss Art. 16 StHG nach neuem Recht veranlagt wird. Laut Art. 69 Abs. 2 StHG unterliegen ausserordentliche EinkÃ¼nfte, die in der Steuerperiode vor dem Wechsel oder in einem GeschÃ¤ftsjahr erzielt werden, das in dieser Periode abgeschlossen wird, fÃ¼r das Steuerjahr, in dem sie zugeflossen sind, einer vollen Jahressteuer; vorbehalten bleibt Art. 11 Abs. 2 und 3 StHG (Satz 1). Aufwendungen, die mit der Erzielung der ausserordentlichen EinkÃ¼nfte unmittelbar zusammenhÃ¤ngen, kÃ¶nnen abgezogen werden (Satz 2). Nach Art. 69 Abs. 3 StHG gelten als ausserordentliche EinkÃ¼nfte insbesondere Kapitalleistungen, aperiodische VermÃ¶gensertrÃ¤ge, Lotteriegewinne sowie ausser­ordentliche ErtrÃ¤ge aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit. Bei einem Wechsel im Sinn von Art. 16 StHG, d.h. von der Vergangenheits- zur Gegenwartsbemessung mit einjÃ¤hriger Steuerperiode, gelten gemÃ¤ss Art. 69 Abs. 7 StHG die Abs. 1 bis 6 dieser Bestimmung ab 1. Januar 1999 (Satz 1). Vorbehalten bleiben die kantonalen Verfahren zum Wechsel der zeit­lichen Bemessung, die von Art. 69 Absatz 1 abweichen und seit 1. Januar 1999 in Kraft stehen (Satz 2).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Aus Art. 69 Abs. 7 StHG ergibt sich, dass die Abs. 1 bis 6 dieser Bestimmung ab 1. Januar 1999 fÃ¼r Kantone â wie den Kanton ZÃ¼rich â gelten, welche die zeitliche Bemessung wechseln und hierfÃ¼r kein vom Jahressteuerverfahren abweichendes Verfahren (z.B. das Differenzsteuerverfahren) vorgesehen haben, das bereits am 1. Januar 1999 in Kraft ist. Der Bundesgesetzgeber hat sich mit dieser â zeitlich spÃ¤teren und daher vorgehenden â An­ordnung Ã¼ber die Regelung von Art. 72 Abs. 1 und 2 StHG hinweggesetzt, wonach erst nach Ablauf der achtjÃ¤hrigen Ãbergangsfrist, also ab 1. Januar 2001, das Bundesrecht des StHG direkt Anwendung findet, wenn ihm das kantonale Steuerrecht widerspricht. Angesichts der zeitlichen Dringlichkeit der Umsetzung in das kantonale Recht kann nicht beanstandet werden, dass der Regierungsrat insoweit gestÃ¼tzt auf Art. 72 Abs. 3 StHG die erforderlichen vorlÃ¤ufigen Vorschriften mit Verordnung des Regierungsrats Ã¼ber den Vollzug von Art. 69 StHG vom 14. Oktober 1998 [OS 54, 718] getroffen hat. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund von § 1 der erwÃ¤hnten regierungsrÃ¤tlichen Verordnung unterliegen demnach im Jahr 1998 oder in einem GeschÃ¤ftsjahr, das in diesem Jahr endet, anfallende aus­serordentliche EinkÃ¼nfte, die nach den bemessungsrechtlichen Bestimmungen des alten Steuergesetzes (vom 8. Juli 1951) im Steuerjahr 1999 zu besteuern gewesen wÃ¤ren, in Abweichung von § 275 Abs. 1 StG (siehe vorstehend ErwÃ¤gung 1a), im Steuerjahr 1998 â so­mit nicht in der Steuerperiode 1999 â gesamthaft einer separaten Jahressteuer.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts (vgl. RB 1992 Nr. 26 = StE 1994 B 64.1 Nr. 2) ist bei der Auslegung des Begriffs der ausserordentlichen EinkÃ¼nf­te nicht nur auf die drei typischen Beispiele der Kapitalabfindungen, der Liquidations- und der Lotteriegewinne abzustellen. Entscheidend ist vor allem der Zweck, der diesem Be­griff im Rahmen der gesetzlichen Bemessungsordnung der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheitsbemessung zukommt, welche kraft § 56 ff. des gemÃ¤ss § 268 StG aufgehobenen Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 fÃ¼r die Steuerjahre bis 1998 galt und nach § 49 ff. in Verbindung mit § 269 StG mit dem Wechsel zur Gegenwartsbemessung fÃ¼r die Steuerjahre ab 1999 beendet wird. Das System der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheitsbemessung beruht nÃ¤mlich auf der Fiktion, das Einkommen des dem Steuerjahr vor­angegangenen Kalenderjahrs sei gleich hoch wie jenes des Steuerjahrs (RB 1986 Nr. 48 mit Hinweisen). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zweck der Sonderregelung der ausserordentlichen EinkÃ¼nfte ist es, mit der Steuergerechtigkeit nicht zu vereinbarende erhebliche DisparitÃ¤ten zwischen wirtschaftlicher<br/> Leis­tungsfÃ¤higkeit und Steuerbelastung zu beheben. In diesem Licht sind EinkÃ¼nfte dann als ausserordentlich zu wÃ¼rdigen, wenn sie aperiodischer Natur sind, also wirtschaftlich nicht dem entsprechenden Bemessungsjahr zugeordnet werden kÃ¶nnen, ferner wenn sie nicht aus einer Quelle fliessen, aus welcher der Steuerpflichtige normalerweise sein Einkommen schÃ¶pft. Schliesslich kÃ¶nnen auch EinkÃ¼nfte allein aufgrund ihrer ungewÃ¶hnlichen HÃ¶he als ausserordentlich gelten (RB 1994 Nr. 42). Alle EinkÃ¼nfte, deren zweimalige BerÃ¼cksichtigung bei der Steuerbemessung zu Beginn der Steuerpflicht als stossend und unvereinbar mit dem LeistungsfÃ¤higkeitsprinzip erscheinen wÃ¼rde, sind nÃ¤mlich ausserordentliche EinkÃ¼nfte im Sinn des Gesetzes und mÃ¼ssen demzufolge nach dem PrÃ¤judiz des Verwaltungsgerichts vom 21. November 2001 (SB.2001.00036, verÃ¶ffentlicht auf http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung) auch bei Beendigung des Bemessungssystems der Sonderregelung von § 275 Abs. 1 und 3 StG bzw. von Art. 69 Abs. 1 StHG bzw. von § 1 der diese Bestimmung vollziehenden regierungsrÃ¤tlichen Verordnung unterworfen werden. Denn es ist kein sachlicher Grund dafÃ¼r erkennbar, weshalb der kantonale Gesetzgeber fÃ¼r den sys­tembedingten Wechsel von der Vergangenheits- zur Gegenwartsbemessung mit der AufzÃ¤hlung in § 275 Abs. 2 StG (in der ursprÃ¼nglichen Fassung) einen anderen Begriff der ausserordentlichen Einkommenselemente gewÃ¤hlt haben sollte als fÃ¼r den auf anderen TatbestÃ¤nden â ZwischeneinschÃ¤tzung (§§ 59 ff. aStG) oder Beendigung der Steuerpflicht (§ 58 aStG) â beruhenden Bemessungswechsel. Die AufzÃ¤hlung einzelner Arten von aus­serordentlichen EinkÃ¼nften in § 275 Abs. 2 StG kann infolgedessen dem Sinn und Zweck dieser Norm nach vernÃ¼nftigerweise nur beispielhaft und nicht als abschliessend verstanden werden. Entgegen dem durch die AufzÃ¤hlung insoweit zu engen Wortlaut sind somit alle Dividenden â nicht nur Substanzdividenden â als ausserordentliche EinkÃ¼nfte zu wÃ¼rdigen, welche die vorstehend umschriebenen, von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen erfÃ¼llen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Frage, ob die streitbetroffene, im Jahr 1998 zugeflossene Dividende 1997 der Q. AG von Fr. 735'000.- im Umfang von Fr. 502'200.- eine ausserordentliche Einkunft dar­stellt, ist infolgedessen ausschliesslich unter dem Gesichtswinkel des vorliegend noch anwendbaren Bemessungssystems der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergan­genheitsbemes­sung und im Licht der hierzu soeben (unter ErwÃ¤gung a) wiedergegebenen Ãberlegungen der Rechtsprechung zu beantworten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach Auffassung der Rekurskommission II erweisen sich die 1998 empfangenen Dividenden im Vergleich zur frÃ¼heren AusschÃ¼ttungspraxis der Gesellschaft betragsmÃ¤ssig und bezogen auf den Nennwert der Beteiligung "als erst- und letztmalig, mithin einmalig und daher (in gewissem Sinn) als ungewÃ¶hnlich". </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ãnderungen in der AusschÃ¼ttungspraxis sind indessen nur dann bemessungsrechtlich beachtlich, wenn sie die Einkommensquelle selber oder den Zufluss aus einer bestimm­­ten Einkommensquelle strukturell tiefgreifend umgestalten, z.B. wenn der AusschÃ¼t­tungszeitpunkt neu in ein anderes Jahr verlegt wird und auf diese Weise das VerhÃ¤ltnis von wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤higkeit und Steuerbelastung des Steuerpflichtigen in unhaltbarer Weise verzerrt wird (VGr, 25. MÃ¤rz 1998, SB.97.00033). Werden in Abkehr einer stÃ¤ndigen Praxis lediglich hÃ¶here Dividenden ausgeschÃ¼ttet, so erweisen sich solche AusschÃ¼t­tungen nur dann als ausserordentlich, wenn die ErhÃ¶hung ungewÃ¶hnlich hoch ausfÃ¤llt. So hat das Verwaltungsgericht im Entscheid RB 1994 Nr. 42 die jÃ¤hrlichen Honorareinnahmen eines Rechtsanwalts allein seiner HÃ¶he nach als ausserordentlich gewÃ¼rdigt, weil sie sich auf das 18-fache des Durchschnittseinkommen der Vorjahre beliefen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die im Jahr 1998 den BeschwerdefÃ¼hrenden ausgerichtete Dividende 1997 der Q. AG von Fr. 735'000.- betrÃ¤gt rund das Dreifache der frÃ¼heren AusschÃ¼ttungen von jeweils Fr. 232'800.-. Bezogen auf das VerhÃ¤ltnis der Dividende zum Aktiennenn­wert ergibt sich sogar eine ErhÃ¶hung auf rund das Sechsfache, nÃ¤mlich auf 250 % statt bis­her 40 %. Der Anstieg ist zwar sehr stark ausgefallen, kann aber entgegen der Ansicht der Vorinstanz noch nicht als ungewÃ¶hnlich bezeichnet werden. Es wÃ¤re daher auch nicht stos­send und mit dem LeistungsfÃ¤higkeitsprinzip vereinbar, derartig hohe Dividenden bei der Steuerbemessung zu Beginn der Steuerpflicht zweimal zu berÃ¼cksichtigen. Die 1998 zugeflossene Dividende der Q. AG bildet daher bei den Pflichtigen keine aus­serordentliche Einkunft.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. ... </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Der vorliegende Entscheid betrifft einen Sachverhalt, der in die Zeit der in Art. 72 Abs. 1 StHG vorgesehenen achtjÃ¤hrigen, am 31. Dezember 2000 abgelaufenen Frist zur Anpassung der kantonalen Gesetzgebung an das Steuerharmonisierungsgesetz fÃ¤llt. WÃ¤h­rend der Ãbergangsfrist sind die Vorschriften dieses Gesetzes nicht anwendbar, und zwar selbst dann, wenn der Kanton sein Steuerrecht bereits an das Gesetz angepasst hat (BGE 123 II 588 E. 2d S. 587). Die in Art. 73 StHG gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide vorgesehene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit zur ÃberprÃ¼fung der Anwen­dung des kantonalen Steuerrechts selbst dann nicht vor dem 1. Januar 2001 zulÃ¤ssig, wenn das kantonale Recht dem Steuerharmonisierungsgesetz bei dessen Inkrafttreten bereits entspricht oder diesem spÃ¤ter, jedoch vor dem 1. Januar 2001, angepasst wird. WÃ¤hrend der Ãbergangsfrist sind bei der Rechtsanwendung somit einzig die Schranken der verfassungsmÃ¤ssigen Rechte zu beachten, deren Verletzung mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rÃ¼gen ist (Art. 84 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die entschiedene Sache liegt jedoch insofern anders, als sich der Gesetzgeber selber Ã¼ber die Anpassungsfrist von Art. 72 Abs. 1 StHG hinweggesetzt hat (siehe vorstehend Er­wÃ¤gung 1c). Unter den gegebenen besonderen UmstÃ¤nden kÃ¶nnte vertreten werden, dass aus­nahmsweise die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Sinn von Art. 73 StHG bzw. § 154 Abs. 1 StG zulÃ¤ssig wÃ¤re. DarÃ¼ber hat aber das Bundesgericht zu befinden. Das Verwaltungs­gericht begnÃ¼gt sich deshalb mit dem vorliegenden Hinweis an die Parteien und verzichtet auf eine entsprechende Rechtsmittelbelehrung im nachfolgenden Entscheiddispositiv.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerde wird gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden im Steuerjahr keine ausserordentlichen EinkÃ¼nfte erzielt haben.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">Abweichende Meinung einer Minderheit des Verwaltungsgerichts:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine Minderheit des Gerichts hat gestÃ¼tzt auf § 138 Abs. 4 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 folgende Ansicht zu Protokoll gegeben:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Die Minderheit schliesst auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. FÃ¼r die Auslegung des Begriffs der ausserordentlichen EinkÃ¼nfte kann an die Er­wÃ¤gungen der Gerichtsmehrheit angeknÃ¼pft werden. Demnach sind ausserordentliche EinkÃ¼nfte nicht nur auf die drei typischen Beispiele der Kapitalabfindungen, der Liquidations- und der Lotteriegewinne beschrÃ¤nkt. Ebenso wenig sind sie auf andere EinkommenszuflÃ¼sse einmaliger Natur oder auf solche, die aus untypischen Quellen stammen, begrenzt. Nach der Praxis des Gerichts kÃ¶nnen EinkÃ¼nfte allein auf Grund ihrer ungewÃ¶hnlichen HÃ¶he als ausserordentlich gelten. Dies ist auch dann unbestritten, wenn die Kriterien der aussergewÃ¶hnlichen EinkÃ¼nfte im Sinn der altrechtlichen Regeln Ã¼ber die ZwischeneinschÃ¤tzung fÃ¼r die Auslegung des Begriffs beigezogen werden. Allein helfen diese offensichtlich dort nicht weiter, wo es darum geht, EinkÃ¼nfte auf Grund ihrer HÃ¶he und nicht ihrer Herkunft oder Natur als ordentlich oder ausserordentlich zu beurteilen. Dasselbe gilt fÃ¼r das Hilfskri­terium, ob eine zweimalige BerÃ¼cksichtigung der fraglichen EinkÃ¼nfte zu einem stossenden und mit dem LeistungsfÃ¤higkeitsprinzip nicht vereinbaren Ergebnis fÃ¼hren wÃ¼rde, mit welchem die Frage gleichsam nur umgekehrt gestellt, nicht aber einer Antwort nÃ¤her gefÃ¼hrt wird.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Einer Beurteilung nÃ¤her fÃ¼hrt einzig die vom Verwaltungsgericht ebenfalls verwendete Regel, wonach das betreffende Einkommen im streitigen Steuerjahr im Vergleich mit dem periodischen Fluss der Einkommensquelle und unter BerÃ¼cksichtigung deren Natur zu einer unhaltbaren Verzerrung von wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤higkeit und Steuerbelastung des Pflichtigen fÃ¼hrt (vgl. VGr, 8. Mai 2002, SB.2002.00008).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. In einen gewissen Abstand zu den eigenen Entscheidkriterien begibt sich die Gerichtsmehrheit, wenn sie bei DividendenausschÃ¼ttungen offenbar den Vergleich mit dem bisherigen Dividendenfluss und der Natur der EinkÃ¼nfte nicht zulassen will, ebenso wenig den Effekt der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit (wobei nur gemeint sein kann: der streitigen Einkommensquelle) und deren VerhÃ¤ltnis zur Steuerbelastung (gemeint ist wiederum analog: der durch den streitigen Einkommensteil ausgelÃ¶sten Steuereffekt), sondern nur die ungewÃ¶hnliche ErhÃ¶hung der DividendenausschÃ¼ttung â isoliert â gelten lassen will. Bei der Verneinung des aussergewÃ¶hnlichen Charakters der ErhÃ¶hung des ausgeschÃ¼tteten Betrags beruft sie sich dabei einzig auf einen in RB 1994 Nr. 42 verÃ¶ffentlichten Entscheid, wo eine 18-fache ErhÃ¶hung des frÃ¼heren durchschnittlichen Einkommens eines Rechtsanwalts als ausserordentlich gewÃ¼rdigt wurde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Indessen vermag ein solch augenfÃ¤lliges und wohl nicht zu Zweifeln Anlass gebendes Beispiel nicht die untere Grenze zwischen ordentlichem und ausserordentlichem Einkommen zu markieren. BerÃ¼cksichtigt man im vorliegenden Fall, dass eine AusschÃ¼ttung zur Beurteilung ansteht, die mehr als das Dreifache der frÃ¼heren jahrelang gepflegten Dividendenzahlung betrÃ¤gt und â gemessen am Aktiennennwert â gar mehr als eine Versechsfachung ausmacht, mÃ¼ssten besondere objektiv-wirtschaftliche UmstÃ¤nde auf Seiten der ausschÃ¼ttenden Kapitalgesellschaft sichtbar sein, um den Anschein der Ausserordentlichkeit zu beseitigen. Solches ist jedoch nicht der Fall. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. BerÃ¼cksichtigt man zusÃ¤tzlich â im Sinn der anerkannten Auslegung â das VerhÃ¤ltnis des Zuflusses zur steuerlichen Belastung, mithin die LeistungsfÃ¤higkeitskomponen­te, ist nicht zu Ã¼bersehen, dass die Pflichtigen in der fraglichen Familienaktiengesellschaft die beherrschende Mehrheit bilden. Die in ihrer Macht liegende Dividendenpolitik hat eine unmittelbare Auswirkung auf ihr persÃ¶nliches Einkommen. Die durch die Dividende fÃ¼r das Jahr 1997 bewirkte Steigerung der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit â zu beurteilen ist der Mehrzufluss gegenÃ¼ber den Vorjahren in der GrÃ¶ssenordnung von einer halben Mil­lion Franken â steht in keinem objektiv nachvollziehbaren VerhÃ¤ltnis zur einkommenssteuerlichen Nichterfassung dieser Differenz. Es ist nicht einzusehen, weshalb dieses konkrete wirtschaftliche Umfeld bei der Beurteilung, ob eine ausserordentliche Einkunft vorliegt, keine BerÃ¼cksichtigung finden soll. Anders wÃ¤re allenfalls bei einer Gesellschaft mit breit gestreutem Aktionariat zu entscheiden. Solche Verzerrungen in der wirtschaftlichen Leis­tungsfÃ¤higkeit und steuerlichen Erfassung wollte der Gesetzgeber ausgleichen. Deshalb mÃ¼ssen die im Vergleich zu den Vorjahren erhÃ¶hten DividendenzuflÃ¼sse nicht nur aus der Sicht der Dividendenpolitik, sondern auch aus derjenigen der einkommenssteuerlichen LeistungsfÃ¤higkeit als ausserordentliche EinkÃ¼nfte qualifiziert werden. Der EinschÃ¤tzung der Steuerrekurskommission, wonach es sich um einmalige und letztlich ungewÃ¶hnliche EinkÃ¼nfte handelt, ist beizupflichten, was zu einer Abweisung der Beschwerde fÃ¼hren muss.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>