Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 29. Januar 2020 (810 19 36) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuch für Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Hans Furer, Jgnaz Jermann , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschrei- berin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Sven Oppliger, Advokat gegen Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Beschwer- degegnerin B.____ und C.____ , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde D.____ , Beigeladene Betreff Baugesuch für Einfamilienhaus mit Einliegerw ohnung (Entscheid der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft vom 30. Oktober 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. B.____ und C.____ reichten am 11. Oktober 2017 (Po steingang) beim Bauinspektorat des Kantons Basel-Landschaft (Bauinspektorat) ein Bauge such (Baugesuch Nr. X) für ein Ein- familienhaus mit Einliegerwohnung auf der Parzelle Nr. 1994, Grundbuch D.____, ein. B. Gegen das Bauvorhaben erhoben während der gesetzli chen Auflagefrist sowohl die Gemeinde D.____ als auch A.____, nachfolgend vertreten durch Sven Oppliger, Advokat, Ein- sprache beim Bauinspektorat. Nachdem die Gesuchsteller am 13. Dezember 2017 bereinigte Pläne eingereicht hatten, zog die Gemeinde ihre Ein sprache zurück. Mit Schreiben vom 22. Januar 2018 teilte A.____ dem Bauinspektorat mit, dass er an seiner Einsprache vollum- fänglich festhalte. Mit Entscheid vom 15. Juni 2018 wies das Bauinspektorat die Einsprache ab, soweit es darauf eintrat. Zur Begründung wurde im Wese ntlichen festgehalten, dass eine exak- te Recherche des ursprünglichen gewachsenen Terrains nach 30 Jahren gemäss § 8 Abs. 1 RBV nicht mehr zwingend erforderlich sei. Aufgrund der Ortsverhältnisse und des seit 30 Jah- ren unveränderten Terrains sei dasjenige Terrain in d en Baugesuchsunterlagen als massge- bend im Sinne von § 8 Abs. 1 lit. b RBV zu bezeichnen. E ine Herabsetzung der Baute um 1.10 m sei aus diesem Grund nicht erforderlich. Weiter halte das Bauprojekt die zonenrechtli- chen Bestimmungen sowie die baugesetzlichen Vorschriften allesamt ein. C. Gegen den Entscheid des Bauinspektorats vom 15. Juni 2 018 erhob A.____ mit Eingabe vom 28. Juni 2018 Beschwerde bei der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft (Baurekurskommission). Er beantragte, es sei der Entscheid des Bauinspektorats vollumfäng- lich aufzuheben. Demnach sei in Gutheissung der Beschwerd e das angefochtene Baugesuch Nr. X vollumfänglich abzuweisen. Eventualiter sei die Sache in Gutheissung der Beschwerde an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. D. Nach einem Augenschein vor Ort am 30. Oktober 2018 wies die Baurekurskommission die Beschwerde mit Entscheid vom 30. Oktober 2018 ab. Zur Begründung wurde im Wesentli- chen ausgeführt, dass die bestehende Liegenschaft auf der Parzelle Nr. 1994 im Jahre 1950 erstellt worden sei, was der Höhenlinienplan 1962-19 67, auf welchem dieses Gebäude einge- zeichnet sei, bestätige. Der am Augenschein angetroffen e Geländeverlauf bestehe somit seit mehr als 50 Jahren und sei heute im dicht besiedelten G ebiet "E.____" als ortstypisch anzuse- hen. Nach so langer Zeit sei der ursprüngliche Geländeve rlauf aufgrund dieser Überbauung nicht mehr eindeutig erkennbar. Daraus folge, dass die Anwendung von § 8 Abs. 1 lit. b RBV in casu nicht zu beanstanden sei und auf den aktuellen sowi e seit mehr als 30 Jahren bestehen- den Geländeverlauf abgestellt werden könne. Hinzu komme , dass die Anwendung von § 8 Abs. 1 lit. a RBV und damit die Rekonstruktion des nat ürlichen, ursprünglichen Geländeverlaufs vorliegend ohnehin überaus schwierig sei. Zwar habe d er Beschwerdeführer eine Höhenmodel- lierung des ehemals gewachsenen Terrains der F.____ AG eingereicht. Die Ergebnisse dieser Vermessung seien jedoch nicht gänzlich nachvollziehbar und würden gewisse Fragen aufwer- fen. Da der Verordnungsgeber den Behörden gerade so lche aufwendigen und streitbaren Ge- ländeermittlungen habe ersparen wollen, könne die Beu rteilung dieser Höhenmodellierung of- fengelassen werden. Die in diesem Zusammenhang vom Besch werdeführer geltend gemachte Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes sei zudem nicht zu erkennen. Im Rahmen seines Baugesuchs im Jahr 2013 habe der Beschwerdeführer keine Terrainanpassung vornehmen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht müssen bzw. sei aus den betreffenden Bauunterlagen nicht ersichtlich, dass dies von Behör- denseite verlangt worden sei. Weiter würden die baugesetzlichen Vorschriften in Bezug auf das Attikageschoss vollumfänglich eingehalten. E. Mit Eingabe vom 12. Februar 2019 erhob A.____ geg en den Entscheid der Baurekurs- kommission Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt, es sei der angefochtene Entscheid der Baure- kurskommission aufzuheben. Demzufolge sei das Baugesuch der Beschwerdegegner abzuwei- sen, unter o/e-Kostenfolge. F. Mit Eingabe vom 13. Mai 2019 liess sich die Gemeinde vernehmen und beantragt die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. G. Das Bauinspektorat liess sich mit Eingabe vom 24. Juni 2019 vernehmen und schliesst auf Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. H. Mit Verfügung vom 12. Juli 2019 wurde der Fall de r Kammer zur Beurteilung überwiesen und eine Parteiverhandlung mit vorgängigem Augenschein angeordnet. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetze s (RBG) vom 8. Januar 1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die V erfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheid e der Baurekurskommission beim Kantonsgericht angefochten werden. Demnach ist das Kanto nsgericht zur Beurteilung der vor- liegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Da auch die übrigen formellen Voraus- setzungen gegeben sind, ist auf die verwaltungsgerichtliche Beschwerde einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nac h § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3.1 Der Beschwerdeführer macht zur Hauptsache geltend, dass beim Baugesuchsverfah- ren der Beschwerdegegner der ursprüngliche Terrainver lauf des Grundstücks (Parzelle Nr. 1994) hätte rekonstruiert werden müssen, um die Gebäudehöhe richtig festzustellen. Seiner Ansicht nach dürfe nicht unbesehen der bestehende Terrainverlauf als massgebend angesehen werden, da § 8 Abs. 1 lit. a der Verordnung zum Raump lanungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 1998 als gewachsenes Terrain den ursprünglic hen Geländeverlauf des Grund- stücks bezeichne. Lediglich subsidiär, wenn der ursprünglich e Terrainverlauf nicht mehr oder nur mit grossem Aufwand nachzuweisen sei, könne auf § 8 Abs. 1 lit. b RBV zurückgegriffen und auf den Geländeverlauf abgestellt werden, wie e r seit mindestens 30 Jahren bestehe. § 8 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 1 lit. b RBV könne somit nur subsidiär und nicht a lternativ zu § 8 Abs. 1 lit. a RBV ange- wendet werden. Das vom Beschwerdeführer beauftragte Ve rmessungsbüro erbringe ohne grossen Aufwand den Beweis, dass das ursprüngliche Terrain auf der Parzelle Nr. 1994 tiefer verlaufen sei als das heute bestehende Terrain. Wenn die Vorinstanzen nicht in der Lage seien, diese Höhenmodellierung des Vermessungsbüros nachzuvollzie hen, müsse ein gerichtliches Gutachten bzw. ein Obergutachten zu dieser Frage eingeh olt werden. Der Beschwerdeführer werde nämlich entgegen den Ausführungen der Vorinstan z massiv durch das projektierte Bau- vorhaben, insbesondere wegen des Aussichtsverlustes, beeinträchtigt. 3.2.1 Gemäss § 9 Ziffer 3 des Zonenreglements Siedlung der Gemeinde D.____ (ZRS) vom 13. Oktober 2004 wird die Gebäudehöhe ab Oberkante So ckelgeschoss bis zum höchsten Punkt der rohen Dachkonstruktion gemessen. Die Oberkante der Sockelgeschossdecke darf maximal 1 m über dem höchsten und maximal um das in den zonenspezifischen Bestimmungen angegebene Mass über dem tiefsten Punkt des gewachsenen Terrains liegen (§ 9 Ziffer 1). Zur Definition des gewachsenen Terrains wird im ZRS auf § 8 RBV verwiesen. Gemäss § 8 Abs. 1 RBV gilt als gewachsenes Terrain: der natürliche, ursprün gliche Geländeverlauf des Baugrund- stückes (lit. a) oder der Geländeverlauf, wie er seit m indestens 30 Jahren vor der Baueingabe besteht (lit. b). Wurde das Terrain innert den letzte n 30 Jahren verändert und ist eine genaue Bestimmung des gewachsenen Terrains aufgrund von künstli chen Terrainveränderungen (Bau- ten und Anlagen) auch nach Einsicht in die früheren B aubewilligungsakten nicht mehr oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand möglich, wird der für das Bauvorhaben massgebende Ge- ländeverlauf nach Anhörung der Gemeinde von der Baube willigungsbehörde festgelegt (§ 8 Abs. 2 RBV). 3.2.2 Das Kantonsgericht hat bereits festgehalten, dass die Bestimmungen in § 8 Abs. 1 lit. a und lit. b RBV alternativ gelten, was sich schon grammatikalisch aus der Verbindung der beiden Varianten mit dem Wort "oder" ergibt (Urteil des Ka ntonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 9 Juni 2010 [810 09 2 08] E. 10.2). Die Gliederung einer ge- setzlichen Bestimmung in lit. a und lit. b ist üblich un d dient insbesondere der Verständlichkeit und Übersichtlichkeit, ohne dass damit eine Abstufung o der Priorisierung der einzelnen Literas gemeint ist. Im Gegensatz dazu gilt § 8 Abs. 2 RBV gege nüber Abs. 1 subsidiär und findet nur Anwendung, sofern der Terrainverlauf weder nach lit . a noch nach lit. b des § 8 Abs.1 festge- stellt werden kann. Das gewachsene Terrain ist somit ent weder der ursprüngliche, natürliche Verlauf des Terrains oder aber der Geländeverlauf, wi e er seit mindestens 30 Jahren vor Bau- eingabe besteht. Die Variante in lit. b ist dabei ni cht subsidiär zum ursprünglichen Verlauf, son- dern eine gleichwertige Alternative. Bei der begriffl ichen Auslegung des gewachsenen Terrains setzt das Bundesgericht dieses weder gleich mit dem urspr ünglichen Geländeverlauf noch prio- risiert es den ursprünglichen Verlauf. Das Bundesgericht tendiert vielmehr zu einer dynami- schen Anwendung des Begriffs "gewachsenes Terrain" und hält fest, dass sich ein Abweichen vom jeweils aktuellen gestalteten als gewachsenem Terrain zum eruierbaren Geländeverlauf nur dort aufdränge, wo kumulativ diese Abweichung offensichtlich sei und das Abstellen auf das bestehende Terrain zu baupolizeilich unhaltbaren Ergebnissen führe (Urteil des Bundesgerichts 1C_157/2016 vom 6. September 2016 E. 3.4.2). Demzufo lge wird gerade nicht verlangt – wie vom Beschwerdeführer behauptet –, dass beim Gelingen de s Nachweises des abweichenden Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Terrainverlaufs zwingend auf diesen abgestellt werden mü sse. Im Gegenteil muss die Abwei- chung des aktuellen gestalteten Terrains vom ursprünglichen Geländeverlauf offensichtlich sein und das Abstellen auf den aktuellen Terrainverlauf mu ss zu baupolizeilich unhaltbaren Ergeb- nissen führen, damit nicht auf den bestehenden Gelände verlauf abgestellt werden darf. Als ge- wachsenes Terrain muss demzufolge grundsätzlich nicht der G eländeverlauf gelten, wie er seit Urzeiten besteht, sondern es ist dabei vielmehr auf das du rch planerische sowie bauliche Mas- snahmen entwickelte bzw. gewachsene Gelände abzustellen. 3.3 In eigenem Interesse hat der Beschwerdeführer die F.____ AG beauftragt, das Gelän- de auf der Parzelle Nr. 1994 zu vermessen und eine R ekonstruktion des ursprünglichen Ter- rains vorzunehmen. Diesem erstellten Höhenlinienplan vo m 20. Juli 2018 zufolge sei das ur- sprüngliche Terrain gesamthaft tiefer verlaufen mit Abweichungen von jeweils ca. 1 m Differenz zum bestehenden Terrainverlauf. Der Beschwerdeführer un terlässt es jedoch, sich zu diesen Abweichungen zu äussern und sich mit dem bestehenden Höh enlinienplan 1962-1967, welcher einen anderen Verlauf zeigt, auseinanderzusetzen. Obs chon die Vorinstanz in ihrem Entscheid explizit aufzeigt, welche Punkte sie im eingereichten Hö henmodell vom 20. Juli 2018 nicht gänzlich nachvollziehen kann (E. 2.9 des angefochtenen Entscheids), stützt sich der Beschwer- deführer in seiner vorliegenden Beschwerde weiterhin a uf dieses Höhenmodell vom 20. Juli 2018, ohne jedoch auf die fraglichen Punkte einzugehe n und diese zu erklären. Anlässlich des heutigen Augenscheins stellt der vom Beschwerdeführer beauftragte Geometer seine Vermes- sung vor und hält fest, dass es auf der Parzelle Nr. 19 94 wohl zu Aufschüttungen gekommen sei, welche die Abweichungen erklären würden. Es handle sich bei seinem Höhenmodell jedoch um eine Interpretation des Terrains, wie es ursprünglich ausgesehen haben könnte. Der Geo- meter gehe dabei von der grösstmöglichen Plausibilität a us, man könne jedoch nicht mit Si- cherheit wissen, ob seine Interpretation tatsächlich dem ursprünglichen Terrain entspreche. Daraus erhellt, dass das vom Beschwerdeführer eingereic hte Höhenmodell eine mögliche Vari- ante des ursprünglichen Geländeverlaufs darstellt. Das Terrain auf der Parzelle Nr. 1994 könnte diesem Modell zufolge 1 m tiefer verlaufen sein als das bestehende Gelände. Tatsächlich könn- te es jedoch auch anders ausgesehen haben. Der natürliche, ursprüngliche Geländeverlauf des Baugrundstückes kann demzufolge – entgegen der Annahme des Beschwerdeführers – nicht mit Sicherheit festgestellt werden. 3.4 Vorliegend jedoch unbestritten und mit Sicherheit feststellbar ist, dass auf den Terrain- verlauf der Parzelle Nr. 1994 nachweislich seit mehr al s 30 Jahren nicht in irgendeiner Form eingewirkt und die auf dieser Parzelle stehende Liegens chaft vor mehr als 30 Jahren erstellt und ebenfalls seither nicht verändert wurde (vgl. Höhe nlinien 1962-1967 inkl. bestehende Lie- genschaft auf der Parzelle Nr. 1994). Anlässlich des heut igen Augenscheins zeigt sich zudem, dass sich die Parzelle Nr. 1994 ortstypisch in das Quartie r um den Y.____weg und den Z.____weg einfügt und sich die benachbarten Grundstücke auf ähnlicher Höhenlage befinden. Es entsteht der Eindruck, dass dieses Quartier in den Ha ng gebaut wurde, was vielmehr für Abgrabungen in diesem Gebiet als für Aufschüttungen sp rechen würde. Der Beschwerdeführer macht zudem nicht geltend, dass während den letzten 30 Jahren auf dem betreffenden Grund- stück Terrainveränderungen vorgenommen worden seien oder ein abweichender Terrainverlauf deutlich erkennbar sei. Der Geländeverlauf, wie er seit mindestens 30 Jahren vor der Bauein- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gabe bestanden hat, steht somit offensichtlich und vorbe haltlos fest. Anhaltspunkte für die Vor- nahme einer Rekonstruktion des ursprünglichen Terrains haben folglich nicht bestanden. 3.5 Mit Blick auf die Rechtssicherheit und Transparenz im Bauverfahren ist vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegner und die Behörden in Bezug auf das strittige Baugesuch die aktuelle Höhe des Grundstücks als Referenz für die Berechnung der Gebäude- höhe verwenden. Dies ist insbesondere dadurch gerechtfe rtigt, dass sich das heutige Grund- stück unstrittig seit mehr als 30 Jahren in demselben Zu stand befindet. Das Bauprojekt der Be- schwerdegegner wirkt sich, wie der Beschwerdeführer gelten d macht, für ihn ungünstig aus, weil ihm dadurch die Aussicht eingeschränkt wird. Dieser U mstand führt jedoch nicht zu baupo- lizeilich unhaltbaren Ergebnissen. Der Beschwerdeführer hat sich bewusst dafür entschieden, auf seinem Grundstück eine eingeschossige Liegenschaft zu bau en, obschon er hätte wissen müssen, dass in der Bauzone W2a, in welcher sich sein sowie das strittige Grundstück befin- den, mit zwei Vollgeschossen gebaut werden darf und fol glich vor seinem Grundstück eine Lie- genschaft erstellt werden könnte, welche die zulässige Gesch osszahl voll ausschöpft. Die Ein- schränkung seiner Aussicht hat der Beschwerdeführer unter den vorliegenden Umständen hin- zunehmen und kann daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. 3.6 Die Anwendung von § 8 Abs. 1 lit. b RBV war vorli egend gerechtfertigt und ist nicht zu beanstanden. Die diesbezügliche Rüge des Beschwerdefüh rers ist unbegründet, womit sich auch die beantragte Einholung eines Gutachtens erübrigt. 4.1 Im Weiteren moniert der Beschwerdeführer, dass er im Rahmen seines Baubewilli- gungsverfahrens (Baugesuch Nr. X) vom Bauinspektorat an gewiesen worden sei, eine Rekon- struktion des ursprünglichen Terrains vorzunehmen. Im dam aligen Einspracheverfahren sei ebenfalls geltend gemacht worden, die Höhe seines Gru ndstücks entspreche nicht dem ur- sprünglich gewachsenen Terrain. Es stelle einen Verstoss ge gen das Gebot der Rechtssicher- heit nach Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 dar, wenn im vorliegenden Baubewil ligungsverfahren die Bauherrschaft nicht von Amtes wegen dazu verpflichtet werde, die Terrai nkonstruktion auf ihrer Parzelle Nr. 1994 vorzunehmen. 4.2 Eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots gemäss Ar t. 8 Abs. 1 BV liegt vor, wenn durch staatliches Handeln Unterscheidungen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, ode r wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen, wenn also im wesentlichen Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Unglei ches nicht nach Massgabe seiner Un- gleichheit ungleich behandelt wird. Eine Verletzung de r Rechtsgleichheit liegt einmal in der un- gleichen Behandlung nämlicher Sachverhalte oder im Un terlassen von Differenzierungen, die sich aufgrund der Verhältnisse aufgedrängt hätten (BGE 142 V 488 E.7.1). 4.3 Die Vorinstanz hat zu Recht auf den Einspracheentsch eid vom 29. November 2013 verwiesen und festgehalten, dass die vom Beschwerdeführ er damals eingereichte Terrainauf- nahme der F.____ AG vom Bauinspektorat nicht beanstande t und auf diese abgestellt worden Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei. Eine weitere Auseinandersetzung mit § 8 RBV habe in jenem Entscheid nicht stattgefun- den. Diese Terrainaufnahme wurde damals zeitgleich mit dem Baugesuch des Beschwerdefüh- rers eingereicht. Es ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass anschliessend noch andere Ter- rainaufzeichnungen verlangt oder eingereicht wurden. I m E-Mail des Architekten vom 21. Juni 2013, auf welches sich der Beschwerdeführer stützt, wird zum einen eine Aussage des Bauin- spektorates wiedergegeben, wonach der Geometer beauftr agt sei, bei der Geländeaufnahme den natürlichen, ursprünglichen Terrainverlauf des Bau grundstücks anzugeben. Falls diese Aussage überhaupt so vom Bauinspektorat gemacht wurde , wird damit lediglich in allgemeiner Form ein Auftrag an einen Geometer umschrieben. Ob de r Beschwerdeführer dazu verpflichtet wurde, eine Rekonstruktion des Terrains durch einen Geo meter vorzunehmen, geht daraus nicht hervor. Zudem datiert das E-Mail vom 21. Juni 20 13 und wurde somit erst nach dem Hö- henkurvenplan vom 2. April 2013, auf welchen sich das Bauinspektorat im Einspracheentscheid stützt, verfasst. Entscheidend ist jedoch die zweite Aussage in diesem E-Mail, wonach sich die F.____ AG bei ihren damaligen Vermessungen ebenfalls auf den Höhenlinienplan 1962-1967 gestützt und das bestehende Terrain als massgeblich bezei chnet hat. Es wurde somit auch beim Baugesuchsverfahren des Beschwerdeführers auf das bestehende Terrain abgestellt. Den Akten lässt sich kein Hinweis darauf entnehmen, dass von Be hördenseite eine Rekonstruktion des ursprünglichen Terrains verlangt worden wäre. Viel mehr geht daraus hervor, dass die F.____ AG in ihrer Vermessung damals auf das bestehende Terrain verwiesen und das Bauin- spektorat diese Vermessung als massgeblich angesehen hat. Eine Verletzung des Rechts- gleichheitsgebotes liegt demzufolge nicht vor und die dahingehende Rüge ist unbegründet. 5.1 Der Beschwerdeführer moniert ferner, dass die "sp itze Ecke" (Rücksprung) des Attika- geschosses beim Bauprojekt der Beschwerdegegner nicht verm asst sei und dieses gegenüber dem darunterliegenden Baukörper um mindestens 2 m zur ückzuversetzen sei. Ergänzend ver- weist er auf Ziffer 9 in der Beschwerdeeingabe an die Baurekurskommission und darin wiede- rum auf seine Einsprachebegründung vom 9. November 201 7 und in dieser Eingabe auf § 15 ZRS. 5.2 Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wird de r Beschwerdeführer vom Gericht aufgefordert, nochmals anhand seines eingereichten Pl ans des Attikageschosses (Beschwer- debeilage 5) die fehlende Vermassung aufzuzeigen und zu erläutern, was mit "y ist zu vermas- sen" gemeint sei. Der Beschwerdeführer kann sich dazu nich t äussern bzw. gibt an, nicht mehr genau zu wissen, was damit gemeint sei, und dass demzufo lge wohl doch alles vermasst sei. Obschon der Beschwerdeführer nicht mehr an seiner Rüge festhält, ist zum projektierten Attika- geschoss abschliessend zu bemerken, dass dieses, wie berei ts beide Vorinstanzen zu Recht festgestellt haben, vollumfänglich den Bestimmungen in § 15 ZRS entspricht, der Grundrissplan des Attikageschosses alle notwendigen Massangaben enthält und die maximal zulässigen Masse zudem nicht vollständig ausgeschöpft wurden. 6. Nach dem Gesagten sind die vom Beschwerdeführer vorgeb rachten Rügen unbegrün- det und die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Es bleibt über die Verteilung der Kosten zu entsch eiden. Dem Verfahrensausgang ent- sprechend werden die Verfahrenskosten gemäss § 20 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 20 Abs. 3 VPO der unterliegenden Partei auferlegt. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 2'200.-- sind somit ausgangsgemäss dem Beschwerdeführ er aufzuerlegen und mit dem ge- leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- zu verrechnen. 7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessen e Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemäss § 21 Abs. 2 VPO wird dem Kanton keine Par- teientschädigung zugesprochen, während Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben Anspruch auf eine Parteientschädigung haben, sofern de r Beizug eines Anwalts bzw. einer An- wältin gerechtfertigt war. Weder die privaten Beschwer degegner noch die Gemeinde sind an- waltlich vertreten. Die Parteikosten sind dementsprechend wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 20. Mai 2020 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 1C_279/2020) erhoben.