2006 Beschwerden gegen Einspr acheentscheide des M... 403 weigerung hindeuten würden, sind weder ersichtlich noch werden solche durch die V orinstanz angeführt. 4.6. Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR besteht damit im vorliegenden Fall kein überwiegendes öffentliches Interesse an der Bewilligungsverweigerung. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verweigerung des Familiennachzugs gemäss nationalem Recht nicht zu beanstan- den ist. Hingegen verstösst sie gegen Art. 8 EMRK. (…) 6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Hinblick auf die Rechtsprechung des EGMR zu Art. 8 EMRK gutzuheissen, da in casu die Familienzusammenführung ausserhalb der Schweiz unzumutbar ist und für den mit der Bewilligungsverweigerung ver- bundenen Eingriff in das Familienleben kein überwiegendes öffentli- ches Interesse besteht. Das Migrationsamt ist unter diesen Umständen anzuweisen, das Familiennachzugsgesuch zu bewilligen und den Aufenthalt der Toch- ter des Beschwerdeführers zu regeln. 82 Familiennachzug; Recht auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK Die Verweigerung des Familiennachzuges stellt i.c. keinen Eingriff in das von Art. 8 EMRK geschützte Rechtsgut dar, da es den Betroffenen zu- mutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen (Erw. II./4.3.-5.). Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 12. Septem- ber 2006 in Sachen K.S. betreffend Familiennachzug (1-BE.2006.5). Sachverhalt Der Beschwerdeführer ersuchte am 24. November 2004 um Nachzug seines am 29. Juli 1994 adoptierten Sohnes, dessen Onkel er war. Der Sohn hielt sich bereits von April bis August 2002 im Rahmen eines bewilligten Familiennachzuges in der Schweiz auf und war im Besitze einer Niederlassungsbewilligung, welche nach seiner Ausreise wieder erloschen war. Das erneute Familiennachzugsgesuch 404 Rekursgericht im Ausländerrecht 2006 war mit Verfügung des Migrationsamtes vom 18. Februar 2005 abge- lehnt worden, wogegen der Beschwerdeführer erfolglos Einsprache führte und am 9. Februar 2006 Beschwerde erhob. Aus den Erwägungen II. 4.3. Nachfolgend ist zu klären, ob die Verweigerung des Familiennachzugs effektiv zu einem Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben führt, was nicht der Fall wäre, wenn es den Betroffenen zumutbar ist, das Familienleben im Ausland zu führen. Der Beschwerdeführer heiratete im April 1991 eine in der Schweiz lebende Landsfrau. Am 10. Mai 1991 zog er in die Schweiz nach, wo er seitdem lebt. Die erste Ehe des Beschwerdeführers wurde am 21. August 1997 – rechtskräftig seit 12. September 1997 – geschieden. Am 22. Oktober 1999 heiratete er in seiner Heimat er- neut eine Landsfrau, die dem Beschwerdeführer am 21. November 2001 in die Schweiz nachfolgte. In der Folge gingen aus dieser zwei- ten Ehe zwei gemeinsame Kinder hervor, welche am 15. November 2002 bzw. 13. September 2004 in der Schweiz zur Welt kamen. Am 23. Februar 2001 erlangte der Beschwerdeführer die Niederlassungs- bewilligung. Der Beschwerdeführer liess sich während seines Auf- enthalts in der Schweiz verschiedentlich Verstösse gegen die Rechts- ordnung zuschulden kommen, vorab Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, ferner Widerhandlungen gegen das ANAG , wiederholten Missbrauch der schweizerisch-deutschen Grenzkarte sowie einfache Körperverletzung. Seit 2003 betreiben der Beschwer- deführer und seine Ehefrau, zusätzlich zur Erwerbstätigkeit des Be- schwerdeführers in einer Schokoladefabrik, eine Einzelfirma für Brautmode, wo die Ehefrau den Verkauf besorgt. Der Beschwerdeführer lebt demnach seit über 15 Jahren in der Schweiz. Es stellt sich nun die Frage, ob es dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen zumutbar ist, zwecks Familienzusammen- führung in sein Heimatland zurückzukehren. 2006 Beschwerden gegen Einspr acheentscheide des M... 405 Der Beschwerdeführer reiste ursprünglich als Erwachsener im Rahmen des Familiennachzuges in die Schweiz ein. Er hat demzu- folge seine gesamte Kindheit und auch einen Teil des Erwachsenen- lebens in seiner Heimat verbracht. Im Weiteren hält er sich gemäss eigenen Angaben regelmässig in seinem Heimatland auf. Er ist daher mit den heimatlichen Verhältnissen nach wie vor vertraut. In berufli- cher Hinsicht ist der Beschwerdeführer zur Zeit integriert. Es sind je- doch keine Anzeichen dafür vorhanden, dass er seine berufliche Tä- tigkeit ausschliesslich in der Schweiz ausüben könnte. Weiter ist der Beschwerdeführer in der Schweiz wiederholt straffällig geworden, womit er in gesellschaftlicher Hinsicht nicht als gut integriert ange- sehen werden kann. Betreffend seine jetzige Ehefrau ist festzuhalten, dass sie ebenfalls aus dem Heimatland des Beschwerdeführers stammt und erst seit knapp fünf Jahren hier wohnt. Seine Kinder aus zweiter Ehe sind zwei und vier Jahre alt und damit in der Schweiz noch nicht eingeschult. Es ist unbestritten, dass es vor allem dem Be- schwerdeführer nach derart langem Aufenthalt in der Schweiz nicht leicht fallen dürfte, in sein Heimatland überzusiedeln. Demgegen- über dürfte dies seiner Ehefrau nach lediglich knapp fünf Jahren leichter fallen. Seinen beiden Töchtern dürfte eine Übersiedlung ins Heimatland keine Probleme bereiten, da sie noch nicht einmal einge- schult sind und sich aufgrund ihres Alters fast ausschliesslich an ih- ren Eltern orientieren. Nach dem Gesagten steht fest, dass eine Übersiedlung des Be- schwerdeführers in sein Heimatland zwecks Familienzusammenfüh- rung mit grossem Aufwand verbunden ist. Es sind jedoch keine un- überwindbaren Hindernisse ersichtlich, welche eine solche als unzu- mutbar erscheinen lassen. 4.4. Nachdem es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, zwecks Zusammenführung seiner Familie ins Heimatland überzusiedeln, liegt kein Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben vor. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verweigerung des Familiennachzugs gemäss nationalem Recht nicht zu beanstan- den ist und auch vor Art. 8 EMRK standhält. Die Beschwerde ist da- mit abzuweisen. 406 Rekursgericht im Ausländerrecht 2006 83 Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung; Recht auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK Eingriff in das durch Art. 8 EMRK geschützte Rechtsgut i.c. verneint, da der Betroffene noch über eine Aufenthaltsberechtigung verfügt (Erw. II./5.). Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 22. Septem- ber 2006 in Sachen A.N. betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (1-BE.2005.57). Sachverhalt A. Der Beschwerdeführer reiste am 29. Oktober 2000 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Mit Verfügung vom 5. April 2001 lehnte das Bundesamt für Flücht linge (BFF; heute Bundesamt für Migration [BFM]) das Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Da der V ollzug der Wegweisung nicht zumutbar erschien, ord- nete das BFM gleichzeitig die vorläufige Aufnahme des Beschwerde- führers an. Am 30. November 2003 kam die Tochter des Beschwerdefüh- rers zur Welt, welche er am 22. April 2004 als sein Kind anerkannte. Mit Schreiben vom 11. Februar 2005 ersuchte der Beschwerde- führer um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Mit Verfügung vom 7. Juli 2005 verweigerte das Migrations- amt, Sektion Einreise und Arbeit, dem Beschwerdeführer die Ertei- lung einer Aufenthaltsbewilligung. B. Gegen die Verfügung des Migrationsamtes erhob der Be- schwerdeführer Einsprache. Mit Verfügung vom 16. August 2005 hob das BFM die vorläu- fige Aufnahme des Beschwerdef ührers auf und wies ihn an, bis 11. Oktober 2005 die Schweiz zu verlassen. Dagegen reichte der Be- schwerdeführer am 15. September 2005 Beschwerde bei der schwei- zerischen Asylrekurskommission (ARK) ein. Am 29. August 2005 wies der Rechtsdienst des Migrationsam- tes (V orinstanz) die Einsprache des Beschwerdeführers ab.