<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, folgende Fragen abzuklären:</p><p>1. Muss der Fokus der Tarifsysteme nicht auf einer möglichst hohen Kundenfreundlichkeit und Einheitlichkeit liegen? Wie können eine Harmonisierung der Tarifsysteme und dadurch eine höhere Kundenfreundlichkeit erreicht werden?</p><p>2. Welche Kosten verursacht das heutige System durch Doppelspurigkeiten und unterschiedliche Logistik-, Marketing- und Softwarelösungen?</p><p>3. Wie kann die Effizienz der Tarifsysteme verbessert und der Aufwand minimiert werden? Würde eine stärkere Koordination des Angebotes Sinn machen?</p><p>4. Gibt es Alternativen zu den heutigen Tarifsystemen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat teilt die Meinung, dass das Tarif- und Vertriebssystem des öffentlichen Verkehrs (ÖV) möglichst einfach, kundenfreundlich und berechenbar sein sollte. Die Kompetenzen des Bundes sind im Bereich der Tarife aber begrenzt. So steht dem Bund nur die Kompetenz zu, die Anwendung der Tarife bezüglich Gleichbehandlung der Kunden zu überwachen und das Anbieten des sogenannten direkten Verkehrs, das heisst durchgehende Fahrausweise über mehrere Verkehrsunternehmen, zu fördern sowie bei Tariferhöhungen im nichtbestellten Verkehr zu intervenieren. Es ist dagegen Sache der Transportunternehmen oder des Tarifverbundes, das Tarifsortiment und die Vertriebssysteme festzulegen. Die heutige Tariflandschaft mit den verschiedenen Tarifverbünden und dem direkten Verkehr stellt eine Herausforderung für die ÖV-Branche dar. Es war bei der Entwicklung der Tarifsysteme zentral, den Bedürfnissen der Kundschaft zu entsprechen. Es ist abzuwägen, inwieweit regionale und kundenspezifische Besonderheiten eine Abweichung von Standardlösungen rechtfertigen. Zudem sind die Einnahmen zu sichern.</p><p>Um die Kundenorientierung kurzfristig zu verbessern, hat die ÖV-Branche folgende Massnahmen aufgegleist: An verschiedenen Billettautomaten werden die Wahlmöglichkeiten der Route für eine Fahrt von A nach B auf die gängigsten eingegrenzt. Zudem haben die SBB entschieden, dass keine erhöhten Zuschläge bezahlen muss, wer aufgrund eines Versehens ein fehlerhaftes Billett gelöst hat. Des Weiteren bringen die SBB an ihren Automaten eine gut sichtbare Hotline-Telefonnummer an, auf welche die Reisenden im Falle von Unsicherheiten anrufen können.</p><p>2. Der Bund beteiligt sich nur im Rahmen des Bestellverfahrens des regionalen Personenverkehrs finanziell an den Amortisationskosten von Vertriebssystemen sowie zu einem geringen Teil an Projektkosten. Die Kosten werden mehrheitlich von den Transportunternehmen und den Tarifverbünden finanziert. Der Bund verfügt über keine Übersicht über die schweizweiten Kosten der Tarif- und Vertriebssysteme.</p><p>3. Auf Mitte 2015 ist die Einführung des neuen "Swiss Pass" geplant. Der "Swiss Pass" ist die neue Mobilitätskarte des öffentlichen Verkehrs im Kreditkartenformat mit integriertem Chip. Auf diesen Zeitpunkt hin werden Halbtax- und Generalabonnemente sowie ausgewählte Verbundfahrausweise integriert. Weitere Zusatzleistungen stehen der Kundschaft offen. Dieser Pass deckt vorläufig den Abonnementsbereich ab, eine Erweiterung wird schrittweise umgesetzt. </p><p>4. Um die Tarifsysteme mittel- und langfristig optimal aufeinander abzustimmen und zu vereinheitlichen, haben die Transportunternehmen und die Verbünde in den letzten zwei Jahren koordinierende Gremien geschaffen und Projekte angestossen. Damit soll die im Personenbeförderungsgesetz verankerte Vision "Eine Reise, ein Ticket" besser umgesetzt werden. So wird mit dem "Zukünftigen Preissystem ÖV Schweiz" (ZPS) ein neues Fundament für den Zugang zum öffentlichen Verkehr gelegt. Die veralteten Verkaufs- und Vertriebssysteme werden abgelöst und erneuert. Die aus Kundensicht "künstlichen" Systemgrenzen werden aufgehoben, sodass für eine Reise im ÖV nur noch ein einziges Billett gelöst werden muss. Die Einführung des ZPS ist per 2018 vorgesehen. Mit den technischen und fachlichen Möglichkeiten des neuen Preissystems und des "Swiss Pass" werden benutzerfreundliche Angebote realisiert werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.