20. März 1987 507 Motion Nauer Raoul, Martin, Mühlemann, Gehen, Oester, Salvioni, Soldini (13) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'interdiction de consommer le poisson des lacs tessinois, de même que la révélation que des champignons accusaient une concentration élevée de radionucléides radioactifs de césium a soulevé l'inquiétude de la population. D'autre part, il semble qu'il n'y a pas unanimité entre les chimistes des divers départements cantonaux et l'Office fédéral de la santé publique. L'Office fédéral semble minimi- ser le danger pour la santé des concentrations de nucléides radioactifs alors que les offices cantonaux prennent au sérieux les mêmes doses en interdisant, notamment dans le canton de Berne, la consommation de certains champi- gnons. D'autres produits de la terre pourraient encore présenter une dose de césium, voire de strontium 90, qui représente un danger pour le corps humain sans qu'on puisse déjà le mesurer aujourd'hui. Certaines récoltes de cet automne pourraient également représenter un danger si toutes les mesures de contrôle ne sont pas prises et la population parfaitement avertie des dangers qu'elle pourrait courir en absorbant ces denrées. Il est même à prévoir que des problèmes pourraient surgir lorsque les agriculteurs fourrageront des animaux avec le foin ramassé en mai dernier qui contenait 46 000 becquerel par kilogramme ce qui se situe nettement au-dessus du seuil de tolérance. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 décembre 1986 Actuellement aucune denrée alimentaire sur le marché en Suisse ne présente une concentration de césium radioactif dangereuse pour la santé. Toutes les mesures que nous avons prises après l'accident à la centrale nucléaire de Tchernobyl s'insèrent dans un processus d'optimisation basé sur le principe de radioprotection, admis sur le plan international, selon lequel les doses de rayonnement inévita- bles doivent être tenues aussi faibles que cela est raisonna- blement possible. L'évaluation des denrées alimentaires sous les aspects radiologiques relève de la compétence de la Confédération. La concentration de radionucléides dans les denrées ali- mentaires n'est pas le seul facteur qui détermine le degré de danger; il faut encore tenir compte de la quantité de denrées consommée. Il ressort des discussions menées jusqu'ici sur le plan inter- national que l'une des leçons les plus importantes à tirer de cette contamination radioactive transnationale était qu'il fallait accroître les attributions des gouvernements centraux afin d'assurer une évaluation uniforme de la situation et urie coordination des mesures. Les démarches isolées, non coordonnées, des cantons, créent des divergences à l'inté- rieur du pays et une incertitude inutile. Les services fédéraux savent que l'affourragement, cet hiver, avec du foin pourra provoquer une légère augmenta- tion des concentrations d'activité dans les denrées alimen- taires (lait, viande). Les études effectuées montrent cepen- dant qu'il ne faut pas s'attendre à des effets significatifs sur celles-ci. On a néanmoins augmenté la fréquence des prélè- vements d'échantillons et des mesures, et la population sera informée comme il convient. Depuis le début du mois de mai, plus de 50 communiqués de presse ont été publiés en relation avec la radioactivité dans les denrées alimentaires. L'Office fédéral de la santé a publié en septembre un rapport sur la situation de la contamination radioactive en Suisse et organisé en octobre un symposium scientifique. La rapport complet de ce symposium devrait être publié fin janvier 1987. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Les revendications de la motionnaire étant réalisées, le Conseil fédéral propose de classer la motion. Abgeschrieben - Classé #ST# 86.933 Motion Nauer Neubauten. Verwendung von giftigen Werkstoffen Travaux du bâtiment. Utilisation de substances toxiques Wortlaut der Motion vom 8. Oktober 1986 Der Bundesrat wird ersucht, möglichst rasch die Verwen- dung von Werkstoffen im Innenraumbereich von Bauten gesetzlich zu regeln. Texte de la motion du 8 octobre 1986 Le Conseil fédéral est chargé de prendre le plus rapidement possible des dispositions légales régissant l'utilisation clés matériaux à l'intérieur des bâtiments. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Borei, Bratschi, Chopard, Clivaz, Deneys, Eggli-Winterthur, Fankhauser, Gloor, Hubacher, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Meyer-Bern, Neukomm, Pitteloud, Rechsteiner, Rei- mann, Renschier, Robbiani, Ruffy, Stamm Walter, Uchten- hagen, Weber-Arbon (28) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Bauwesen sind in den letzten Jahrzehnten laufend neue Werkstoffe entwickelt und zur Anwendung gebracht wor- den. Ein überwiegender Teil dieser neuen Werkstoffe, ob Spanplatten, Isolationsschäume, Klebstoffe, Bodenbeläge, Farben, Lacke, Beton usw., enthalten in wachsendem Masse chemische Stoffe, über deren Giftigkeit und Gesundheitsge- fährdung nur wenig bekannt ist. Die neuen, hohen Anforde- rungen an die Wärmeisolierung bei Hochbauten werden den Prozess für eine noch weitergehende Chemisierung bei den Baumaterialien beschleunigen. Für das Baugewerbe und die Bauherrschaften, aber auch für die Konsumenten sind die Folgen dieser «Chemisierung» längst nicht mehr über- blickbar. Leider finden sich weder im Luftreinhaltekonzept noch in der Umweltschutzgesetzgebung Anhaltspunkte für Massnahmen zur Reduktion oder Verhinderung der «Wohn- und Arbeitsraumgifte». Eine weitere Zunahme von mit che- mischen Stoffen versetzten Werkstoffen, welche zur Vergif- tung von Innenräumen führen, ist darum zu befürchten. Eine Regelung ähnlich der Lebensmittelgesetzgebung drängt sich für die Verwendung von Werkstoffen in Innenräumen dringend auf. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. Februar 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 février 1987 Alle für die Verwendung in Innenräumen oder im Bauwesen hergestellten oder importierten Chemikalien müssen unter Angabe ihrer vollständigen Zusammensetzung dem Bun- desamt für Gesundheitswesen zur Beurteilung ihrer Giftig- keit angemeldet werden. Entsprechend ihrer toxikologi- schen Gefährlichkeit werden sie in eine Giftklasse eingeteilt. Bei Produkten, die über eine kürzere oder längere Zeitdauer Gifte an die Umgebung abgeben können, wie dies z. B. bei Holzschutzmitteln zutreffen kann, wird die LangzeittoxizitätMotion Ruffy 508 20 mars 1987 für die Giftklasseeinteilung prinzipiell mitberücksichtigt, sofern sie wengier als tausendfach unter der Gefährlich- keitsgrenze für Mensch und Tier liegt. Die Quellen möglicher Schadstoffemissionen im Innen- raumbereich sind indessen sehr vielfältig und kaum abschliessend erfass- oder kontrollierbar. In Frage kommen beispielsweise Spanplatten, Isolationsschäume, Klebstoffe, Farben und Lacke, Spannteppiche und andere Bodenbe- läge, Möbel, Beton, Mörtel usw. Durch das Zusammenwir- ken vieler verschiedener Quellen kann es in Innenräumen zu hohen Konzentrationen einzelner oder verschiedener Schadstoffe kommen, die bei entsprechender Veranlagung gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Folge haben können. Der Bundesrat ist sich dieses Problems, das durch den wachsenden Einsatz chemischer Stoffe in Bau- und Werk- stoffen zunehmend komplexer wird, durchaus bewusst. Arti- kel 13 des Giftgesetzes gibt ihm die Möglichkeit, die Ver- wendung bestimmter giftiger Stoffe zu bestimmten Zwecken zu verbieten, wenn Leben oder Gesundheit auf keine andere Weise zu schützen sind. Von dieser Kompetenz hat er ver- schiedentlich Gebrauch gemacht und die Verwendung ein- zelner Stoffe in der Verordnung über verbotene giftige Stoffe eingeschränkt oder ganz verboten. Er hat aber bisher mit einer generellen Regelung des Schadstoffproblems im Innenraumbereich noch zugewartet, weil er der Ansicht ist, dass die ganze Problematik in Anbetracht ihrer Komplexität zunächst einer genauen Abklärung bedarf und vorerst die wissenschaftlichen und juristischen Grundlagen für eine mögliche Regelung erarbeitet werden müssen. Einige der Probleme seien hier erwähnt. Lieber die tatsächli- che Gefährdung, die von Innenluftschadstoffen ausgeht, ist zum Teil noch recht wenig bekannt. Es fehlen insbesondere grössere epidemiologische Untersuchungen am Menschen, die beim komplexen multifaktoriellen Geschehen wissen- schaftlich fundierte Beurteilungskriterien liefern könnten. Die Meinungen über die Gefährlichkeit einzelner Stoffe sind zudem vielfach kontrovers, und die wissenschaftliche Dis- kussion hierüber ist noch nicht abgeschlossen. Ein generel- les Verbot für Stoffe, von denen tatsächlich eine Gesund- heitsgefährdung ausgeht, lässt sich unter Umständen nicht rechtfertigen, wenn erst die massive Kumulation verschiede- ner Quellen zu einer gefährlichen Schadstoffkonzentration führt. Oft entscheidet erst der Endverbraucher, ob ein bestimmtes Produkt, das als Schadstoffquelle in Frage kom- men kann, überhaupt im Innenraumbereich angewendet oder installiert wird. Zahl und Art der Schadstoffquellen sind vielfältig und nie endgültig erfassbar oder voraussehbar, zumal sie nicht selten erst nach und nach und von verschie- denster Seite eingebracht werden. Eine allfällige Regelung müsste deshalb eine Vielzahl von möglichen verantwortli- chen Adressaten ins Auge fassen, gleichzeitig aber sachge- recht und leicht vollziehbar bleiben. Aehnliche Probleme, vor allem im Bereich der Durchführbarkeit, stellen sich dann, wenn für bestimmte Schadstoffe Grenzwerte festge- legt würden. Der Bundesrat ist bereit, die Angelegenheit einer eingehen- den Prüfung zu unterziehen und gegebenenfalls die nötigen Schritte zu unternehmen, wenn sich zeigen sollte, dass das bestehende gesetzliche Instrumentarium nicht ausreicht, um das Problem einer Lösung zuzuführen. Er weist jedoch darauf hin, dass dies angesichts der Komplexität des The- mas und der beschränkten personellen Mittel einige Zeit beanspruchen wird. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.938 Motion Ruffy Bodenstatistik Données statistiques sur le sol Wortlaut der Motion vom 9. Oktober 1986 Der Bundesrat wird beauftragt, im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes betreffend die amtlichen statistischen Auf- nahmen in der Schweiz in Zusammenarbeit mit den Kanto- nen für die Erhebung der Daten, die den Boden betreffen, ein zuverlässiges System zu schaffen. Dieses System sollte es erlauben, die Entwicklung der Bodennutzung, die Verteilung des Grundeigentums nach grossen Eigentümerkategorien und die Bodenpreise je Nut- zungsart zu messen. Darüber hinaus wird der Bundesrat beauftragt, die Kantone in ihren Bemühungen zur allgemeinen Einführung der auto- matischen Registrierung (Digitalverfahren) der Nutzungs- pläne der Gemeinden zu unterstützen. Dieses Verfahren ist für eine sinnvolle Bodennutzung unersetzlich. Texte de la motion du 9 octobre 1986 Le Conseil fédéral est chargé, dans le cadre de la révision de la loi concernant les relevés statistiques en Suisse, de mettre en place en collaboration avec les cantons un système crédible de prélèvement des données portant sur le sol. Il devra permettre de mesurer l'évolution de l'occupation des sols, la répartition de la propriété foncière (par grandes catégories de propriétaires) et le prix des terrains selon leur affectation. De plus, le Conseil fédéral est chargé de soutenir les efforts des cantons de manière à généraliser l'enregistrement auto- matique (digitalisation) des plans d'affectation communaux en tant que mesure indispensable pour assurer une utilisa- tion judicieuse du sol. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Berger, Bircher, Borei, Bratschi, Brélaz, Bühler- Tschappina, Bundi, Carobbio, Chopard, Christinat, Clivaz, Cottet, Cotti Flavio, Darbellay, Deneys, Dünki, Eggenberg- Thun, Fankhauser, Fehr, Fetz, Frey, Friedli, Früh, Gloor, Grassi, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Hofmann, Hösli, Houmard, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Kühne, Lanz, Leuenber- ger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appen- zell, Magnin, Martignoni, Martin, Mauch, Meyer-Bern, Morf, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Nebiker, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Ogi, Pini, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner, Reichling, Reimann, Renschier, Riesen-Fri- bourg, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Salvioni, Savary-Fribourg, Schnyder-Bern, Seg- müller, Seiler, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Van- nay, Weber Monika, Weber-Arbon, Weder-Basel, Widmer, Zehnder, Ziegler, Zwingli, Zwygart (86) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Les difficultés soulevées par l'absence de statistique concernant le sol d'une manière générale sont de plus en plus nombreuses et l'on trouve de plus en plus de textes officiels qui le déplorent. Il serait faux de croire que ceux qui dénoncent ces lacunes agissent par simple curiosité, à la recherche d'une connais- sance purement gratuite. En raison de l'imprécision qui règne à l'échelle nationale en matière d'occupation du sol, de propriété foncière et de prix du sol, l'application de certaines lois telle celle sur l'aména- gement du territoire devient de plus en plus difficile et l'évaluation des mesures prises pour savoir si elles répon- dent bien à des options politiques fondamentales quasi impossible. Ces incertitudes autorisent les discours les plusSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Nauer Neubauten. Verwendung von giftigen Werkstoffen Motion Nauer Travaux du bâtiment. Utilisation de substances toxiques In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.933 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1987 - 08:00 Date Data Seite 507-508 Page Pagina Ref. No 20 015 246 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.