Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Dezember 2015 (720 15 228 / 333) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Der Beschwerdeführer weist keine relevante Leistungsbeeinträchtigung auf. Die vorlie- genden medizinischen Gutachten geben auch genügend Aufschluss über die massge- benden Indikatoren gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Schmerz- rechtsprechung (BGE 141 V 281 ff.). Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka- tin, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene A.____ arbeitet seit 1. März 1 990 als Strassenbauer beim B.____. Am 22. Juni 2012 meldete er sich unter Hinweis auf Schulter- und Nackenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach durchgeführten gesund- heitlichen und erwerblichen Abklärungen, erfolglose n Eingliederungsmassnahmen sowie der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Durchführung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-S telle mit Verfügung vom 15. Juni 2015 den Leistungsanspruch von A.____ bei einem IV-Grad von 25 %. B. Mit Schreiben vom 29. Juni 2015 erhob A.____, vertr eten durch Advokatin Raffaella Biaggi, gegen diese Verfügung Beschwerde beim Kanton sgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, die Verfügung der IV-Stelle vom 15. Juni 2015 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, dem Beschwerdeführer mindestens eine halbe Invalidenrente ab Dezember 2012 auszurichten; eventualiter sei ein Gutachten durch das Gericht einzuholen. Subeventualiter sei die Sac he zur Neubeurteilung und Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei sen. Ausserdem sei dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. C. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 12. August 2015 die Abweisung der Beschwerde. D. Der Beschwerdeführer zog mit Schreiben vom 17. August 2015 seinen Antrag um Be- willigung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück. E. Mit Replik vom 7. September 2015 hielt der Beschwer deführer an seinen Rechtsbe- gehren fest. F. Die IV-Stelle nahm mit Duplik vom 18. September 20 15 Stellung und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 15. Juni 2015 gestützt auf den Sachverhalt, wi e er sich damals präsentiert hat, einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussic htlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was vom Be schwerdeführer – zu Recht – nicht bestritten wird. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99 , E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und n icht rein subjektiver ärztlicher Interpretati- on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 51 4/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerde führers liegen im Wesent- lichen die folgenden ärztlichen Berichte und Gutachten vor: 5.1 Dr. med. C.____, FMH Neurochirurgie, diagnostizi erte am 8. Februar 2012 einen Ver- dacht auf radikuläres Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom C 8 links sowie einen Zustand nach redikulärem Reizsyndrom und sensiblem Ausfallsyndrom C6 links 2010 und nach mehrfachen Wurzelblockaden C6, C7 und C8 im Jahre 2010, 2011 und 2012 ohne wesentliche Besserung der Symptomatik. 5.2 Mit Bericht vom 16. Februar 2012 führte PD Dr. me d. D.____, FMH Neurologie, aus, insgesamt könne eine Ulnarisneuropathie links trotz des de utlichen Reizsyndroms des Nerves im Sulcusabschnitt elektroneurographisch nicht nachgewies en werden. Bei Druckdolenz auch des n. medianus am linken Handgelenk mit Tinel-Phänome n und positivem Phalen bestätige sich ein mässig ausgeprägtes Carpaltunnelsyndrom links. 5.3 Mit Zwischenbericht vom 22. Februar 2012 hielt Dr. C.____ fest, der Patient habe sich mit der aktuellen MRT der HWS vorgestellt. Eine Myelogr aphie sei im Merian Iselin-Spital auf- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht grund der guten Beurteilbarkeit der Bilder nicht vor genommen worden. Eine Wurzelkompressi- on C8 links könne nicht diagnostiziert werden, allenfalls eine Foramenstenose HWK6/7 links, wo eine mögliche Irritation der Wurzel C7 links erfolgen könnte. Ein Hinweis auf eine eindeutige radikuläre Ursache gebe es bildgebend wie auch klinisch el ektrophysiologisch bekanntermas- sen leider nicht. 5.4 Dr. med. E.____, Facharzt interventionelle Schme rztherapie und FMH Anästhesiologie, gibt mit Schreiben vom 15. Juli 2012 an, der Patien t sei im Oktober 2010 erstmals zugewiesen worden. Im November 2010 sei erstmals eine Wurzelinfil tration C6 links durchgeführt worden. Die Schmerzen seien leicht zurückgegangen, jedoch ohne anhaltende Wirkung. In der Folge sei im Dezember die Infiltration wiederholt worden, wora uf eine deutliche Besserung eingetreten sei. Im November 2011 habe sich der Patient erneut geme ldet mit Rezidiv der Beschwerden. In der Folge sei ein MRI der HWS angefertigt worden, wo bei eine Alteration der Wurzel C8 links erkennbar gewesen sei. Aus diesem Grund sei eine Infiltr ation der Wurzel C8 links im Januar 2012 erfolgt. Die Charakteristik des Schmerzes habe sich dahin verändert, dass sich der Schmerz hauptsächlich im Bereich des Versorgungsgebietes des Nervus suprascapularis mani- festiert habe, währendem die radikuläre Komponente eh er in den Hintergrundgetreten sei. Es sei deswegen im April 2012 eine Infiltration des Nervus suprascapularis erfolgt. 5.5 Mit Schreiben vom 13. Februar 2013 hielt Dr. E._ ___ als Diagnose ein zerviko- spondylogenes Schmerzsyndrom, einen Status nach selektiver Wu rzelblockade C8 links vom 11. Januar 2012 und vom 3. August 2012, sowie einen S tatus nach gezielt gesteuertem Peri- duralkatheter vom 29. Januar 2013 fest. Bei der telefo nischen Konsultation vom 6. Februar 2013 habe der Patient angegeben, die Schmerzen seien teilweise wieder zurückgekehrt, aller- dings nicht mehr in der gleichen Intensität wie vor dem letzten Eingriff. 5.6 PD Dr. med. F.____, Leitender Arzt Schmerztherapi e des G.____, hielt mit Schreiben vom 17. Juli 2013 im Wesentlichen folgende Diagnosen fest: - Sensomotorischer zervikoradikulärer Schmerz C8 links … - St. n. Tens 2013 ohne Verbesserung - St. n. Scalenusblockade 2013 ohne Schmerzverbesserung - CTS links - St. n. CTS-OP rechts 05/2007 In seiner Beurteilung gab er an, beim Patienten würden chronifizierte, weitgehend therapieresis- tente Beschwerden vorliegen. Die Schmerzen seien von kli nisch neuropathischem Charakter (wellenförmiger Verlauf, einschiessende Schmerzen) mit Ausstrahlung entlang von Dermato- men) mit nur unsicher bildgeberischem Korrelat (MRI mit fraglicher Foraminalstenose). Die bes- te Schmerzfreiheit habe mittels Epiduralkatheter erre icht werden können, alle weiteren distalen Interventionen hätten nur einen geringfügigen bis keinen schmerzverbessernden Effekt gezeigt. 5.7 Mit Schreiben vom 19. November 2013 führte Dr. me d. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie, Oberärztin am G.____, aus, am 18. Septembe r 2013 sei eine Infiltration der medial Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht branches auf Höhe C4, C5 und C6 erfolgt, jedoch absol ut ohne Symptomverbesserung. Eine Lidocain/Ketalar-Infusionstherapie habe lediglich ein e leichte Schmerzreduktion während der Dauer der Infusion bewirkt. Lyrica habe nur bis 50 mg a ufdosiert werden können, bei erhebli- chen Nebenwirkungen und fehlender Wirkung. 5.8 Mit Bericht vom 17. April 2014 diagnostizierte Dr. H.____ einen Verdacht auf C6- Radkiulopathie links. Der Patient biete relativ klar da s Bild einer zumindest sensorischen C6- Radikulopathie links, motorisch sei die Kraft erhalten. In der Bildgebung (MRI aus dem Jahr 2012) habe sich vor zwei Jahren eher rechtsbetont eine Foraminalstenose durch eine Diskopa- thie für die C6 Wurzel angedeutet. Links sei das Foramen, soweit beurteilbar, frei. 5.9 Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Medizin, hielt mit Schreiben vom 10. Mai 2014 fol- gende Arbeitsunfähigkeit fest: - 100 % vom 15.10. - 20.10.2013 - 100 % vom 15.11. - 23.11.2013 - 100 % vom 03.12. - 19.12.2013 - 50 % vom 04.02. - 15.03.2014 - 100 % vom 05.05. - 20.05.2014 Nicht mehr ausführen könne der Versicherte schwere Arbe iten mit dem linken Arm, Heben von Lasten, Arbeiten, die mit Kopfrotation verbunden seien . Langfristig könne er Arbeiten ohne Be- lastung der HWS und des linken Armes, z.B. Büro etc., aus führen. Der Versicherte sei in einer angepassten Tätigkeit lange Zeit voll arbeitsfähig gew esen. Dabei habe es immer wieder Un- terbrüche gegeben, wenn die Schmerzen trotz massiver Schme rztherapie nicht aushaltbar ge- wesen seien bei und nach der Arbeit. 5.10 Mit Schreiben vom 20. Mai 2014 hielt Dr. med. J._ ___, FMH Neurologie, folgende Di- agnosen fest: - Verdacht auf radikuläres Reiz- (und sensibles Ausfall-?) Syndrom der Wurzel C6 links bei kernspintomographisch neuroforaminaler Stenose C5/6 laut Angabe - Karpaltunnelsyndrom links; leichtgradig - Status nach Karpalkanalspaltung rechts 2007 In seiner Beurteilung führte Dr. J.____ aus, klinisch kön ne ein Zervikalsyndrom nachgewiesen werden und das radikuläre Provokationsmuster sei am li nken Arm positiv. Eine zuverlässige Zuordnung zu einer Radix sei allerdings rein klinisch schw ierig, am Vorderarm gebe der Patient die Schmerzen eher ulnar lokalisiert an mit einer Ausst rahlung in die von der Sensibilitätsstö- rung betroffenen Finger III und IV, explizit nicht in den Daumen. Die Klinik sei diesbezüglich nicht weiter hilfreich, dies weil die Muskeleigenreflexe symmetrisch auslösbar seien und radiku- läre Paresen fehlen würden. Die Symptomatik werde aus n eurologischer Sicht überlagert durch ein linksseitiges Karpaltunnelsyndrom, welches die Daumena bduktionsparese und möglicher- weise auch zumindest einen Teil der Sensibilitätsstörung in der Hand erkläre; der neurographi- sche Befund sei allerdings leichtgradig. Ob die im Vor dergrund stehenden Schmerzen im Be- reich der linken Scapula radikulärer Natur seien, könne nicht zuverlässig beurteilt werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.11 In ihrer Beurteilung vom 18. September 2014 gab Dr. H.____ an, zwischenzeitlich habe nochmals eine diagnostische C6-Wurzelinfiltration links stattgefunden. Es habe sich keine signi- fikante Schmerzänderung ergeben. Somit ergebe sich aus ihrer Sicht zum aktuellen Zeitpunkt keine Indikation für eine operative Intervention, dies aus zwei Gründen: Zum einen lasse sich die C6-Radikulopathie durch die ihnen zur Verfügung stehenden diagnostischen Verfahren nicht klar beweisen. Zum anderen bestehe im Falle der Operat ion das Risiko, die bereits vorbeste- hende Foraminalstenose für die C4- und C7-Wurzel rechts zu verschlechtern. Der Versicherte sei für leichte Tätigkeiten nach einer gewissen Phase der Re-Konditionierung sicherlich wieder arbeitsfähig, schwere Tätigkeiten seien dem Versicherten voraussichtlich langfristig nicht mehr zumutbar. Mittelschwere Tätigkeiten seien abhängig vom w eiteren Verlauf möglicherweise be- dingt möglich. Sämtliche wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten wie die Einnahme von Zwangshal- tungen oder das Überkopfarbeiten seien zu vermeiden. 5.12 Dr. med. K.____, FMH für Rheumatologie und Inn ere Medizin, stellte in seinem Gut- achten vom 9. Dezember 2014 folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: - Zervikospondylogenes Syndrom links mit/bei - degenerativen Veränderungen der HWS mit Protrusi onen C3/4, C4/5, C6/7, mehrsegmentalen neuroforaminalen Stenosen C3/4 rechts > links, C5/6 links > rechts, C6/7 rechts (MRI 26.04.2014) Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: - Carpaltunnelsyndrom links, leichtgradig (20.05.2014 Dr. J.____) - Arterielle Hypertonie - Hypercholesterinämie - St. n. Carpaltunnelsyndrom-OP rechts 05/2007 Dr. K.____ führte zur aktuellen gesundheitlichen Situa tion unter anderem aus, die klinische Un- tersuchung habe einen Exploranden gezeigt, welcher mit unauffälligem Gangbild von der War- tezone ins Untersuchungszimmer gekommen sei. Zeitweilig sei er halb rechts von ihm gestan- den oder er sei rechts von ihm gesessen. Der Versicherte ha be dann seinen Stuhl gedreht, da- mit er den Kopf nicht drehen müsse. Es sei eine neutra le Beschwerdeschilderung erfolgt. Beim Ausziehen sei er nicht behindert gewesen, er habe das O berteil problemlos überkopf ausgezo- gen ohne Beeinträchtigung von Seiten der Schultern, e r habe dabei den Arm links auf 180° ge- hoben. Die HWS-Untersuchung habe altersentsprechend normale Werte gezeigt, bei der Links- rotation habe er nach 40° abgebrochen und sei ausgewichen und habe angegeben dass er da- bei starke Schmerzen habe. Dies sei deutlich diskrepant zum Befund auf der Untersuchungslie- ge. Als er den umgekehrten Lasègue auf der Untersuchu ngsliege in Bauchlage habe testen wollen, habe der Versicherte spontan eine Bauchlage mi t nach links orientiertem Kopf einge- nommen, wobei er problemlos auf 60° rotiert habe ohn e jegliche Schmerzangabe. Dies zeige, dass eine Rotation möglich sei. Der Provokationstest mit Reklination und Rotation nach beiden Seiten habe Schmerzen im linken Arm ausgelöst, sodass d ies rein deskriptiv als radikuläres Zeichen hätte gewertet werden müssen. Aufgrund der ob igen Diskrepanzen und auch in Anbe- tracht der Vorgeschichte mit normalem EMG (normalen Infiltrationen) sei dies sehr vorsichtig zu Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht werten. Dieser Provokationstest sei für ihn nicht als p ositiv zu werten, dies insbesondere da sich bei einer derartigen Positivität, wie er sie hier sch ildere, längstens im Verlauf einer 4jährigen Schmerzanamnese Atrophien ausgebildet habe n müssten. Er gehe also nicht von einer radikulären Reizsituation aus. Die Schultern seie n aktiv und passiv frei beweglich, wobei er links etwas verzögert gehoben habe gegenüber rechts, a ber dies bei voller Funktion. An den Armen sei die Kraft normal, es würden sich keine Atrophien finden lassen, d.h. das Umfangplus am rechten Unterarm sei im Rahmen der Rechtshändigkeit zu sehen. Zusammenfassend be- stehe also rein deskriptiv ein zervikospondylogenes Syndrom l inks, dies bei deutlich degenera- tiven Veränderungen der HWS, eine radikuläre Situati on in der Vergangenheit könne letztend- lich aufgrund der Befunde nicht ausgeschlossen werden, ei ne intermittierend radikuläre Situati- on zum heutigen Zeitpunkt wäre theoretisch möglich, a llerdings wären dann auch entsprechen- de Befunde im Sinne einer Atrophie, einer Reflexdif ferenz oder eines positiven EMG-Befundes oder zumindest eines Ansprechens bei einer der stattgehab ten Infiltrationen zu erwarten. Da alle diese Kriterien nicht erfüllt seien, gehe er akt uell nicht von einer radikulären Reizung aus. Die Situation, dass die Schmerzen einfach permanent ( jeden Tag, dauernd, in der gleichen Schmerzintensität) vorhanden seien und dass jegliche thera peutische Massnahmen nicht ge- holfen hätten, spreche klar für eine psychogene Mitbete iligung der Beschwerden. Demgemäss würde es sich nicht nur um eine rein mechanische Beschwerd eproblematik handeln. Aufgrund der deutlich degenerativen Veränderungen sei die Bel astbarkeit des Achsenorgans einge- schränkt. Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. K.____ aus, in der bi sherigen Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0 %. Für eine körperlich an gepasste Verweistätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Gemäss Krankenkarte habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 9. November 2011 bis 9. April 2012 bestanden. Ab dem 10. April 2012 habe er in der Ver- weistätigkeit mit einem 60%-Pensum zu arbeiten begonn en. Im Sinne einer Angewöhnungs- phase könne dies für eine Dauer von etwa sechs Wochen akzeptiert werden. Dem folgend gehe er davon aus, dass ab Juni 2012 eine Arbeitsfähigkeit v on 100 % im Verweisprofil bestanden habe, dies bis heute und auch weiterhin. Gestützt auf ein Schreiben von Dr. I.____ vom 10. Mai 2014 sei der Explorand wegen kurzfristigen Exazerbationen jeweils für einige Tage arbeitsunfä- hig gewesen. Dies sei zu akzeptieren, ändere aber an de r langfristigen, oben stehenden Beur- teilung nichts. 5.13 Dr. med L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Gutachten vom 9. Dezember 2014 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) fest. In seiner Beurteilung führte er aus, eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht. Eine ausgeprägte psychiatrische Komorbidität liege nicht vor. Eine schwere chronische körperliche Begleiterkrankung liege ebenfalls nicht vor. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen. Hinweise auf unbewusste Konflikte würden fehlen, ein pri- märer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiat rischer Sicht könne es dem Explo- randen zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerd en die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können. Es bestehe kein Hinweis, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht jemals eingeschränkt gewesen sei. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gestützt auf eine telefonische Konsensbesprechung mit Dr. K.____ wurde aus bidisziplinärer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepa ssten Verweistätigkeit festgehalten. Da aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte die rheumato- logische als Gesamtbeurteilung für die Fächer Rheumatologie und Psychiatrie. 5.14 Die X.____-Ärztin Dr. med. M.____, FMH für Physi kalische und Rehabilitative Medizin, kam in ihrem Schreiben vom 24. Juli 2015 zum Schluss, da ss auf das Gutachten von Dr. K.____ abgestellt werden könne. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass der Ver- sicherte aufgrund radiologisch nachgewiesener degenerati ver Veränderungen an der HWS mit Foraminalstenosen (MRT HWS vom 24.09.2010, 11.12.201 2 und vom 26.04.2014, Röntgen HWS vom 02/2014) im Verlauf mehrfach sowohl neurolog isch als auch neurochirurgisch gese- hen worden sei. Hierbei sei zu klären gewesen, ob al lenfalls eine radikuläre Symptomatik vor- liege und wenn ja, ob eine solche operativ behoben we rden könne. Zu keinem Zeitpunkt habe eine eindeutige radikuläre Symptomatik klinisch oder neu rographisch nachgewiesen werden können, weshalb auch keine OP-Indikation habe gestellt werden können. Bis auf Dr. H.____, die den Versicherten für angepasste Tätigkeiten als arbeitsfähig beurteilt habe, hätten die betei- ligten Fachärzte keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit genommen. Gemäss Aktenlage habe der Versicherte ab April 2012 eine körperlich angepasste Täti gkeit wieder aufgenommen und bis dato fortsetzen können. Dass sich der Versicherte auch ab Juni 2012 immer wieder in ärztlicher Kontrolle befunden habe, bedeute nicht, dass er eine angepasste Tätigkeit ab Juni 2012 nicht mehr hätte ausüben können und sei auch kein Indiz dafü r, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe. Zur Beurteilung der Funktionalität des Bewegungsapparates in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei aus medizinischer Sicht eine Beg utachtung durch einen erfahrenen rheumatologischen Gutachter (wie in diesem Falle dur ch die Begutachtung durch Dr. K.____ geschehen) ausreichend, um auch eine allfällige radiku läre Symptomatik und deren Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit fachkompetent beurteilen zu können. 5.15 Med. pract. N.____, Fachärztin für Psychiatrie (D) und Fachärztin Neurologie (D), führ- te aus, dass die Förster-Kriterien sich inhaltlich mit vie len Indikatoren gemäss neuer Bundesge- richtsrechtsprechung überschneiden würden. Sie gelangte zum Schluss, dass nach Prüfung der Standardindikatoren gemäss neuer Rechtsprechung aus ärzt licher Sicht abschliessend davon ausgegangen werden könne, beim Beschwerdeführer würden sich genügend Ressourcen ab- bilden, die eine volle Arbeitsfähigkeit begründen würden. 5.16 In ihrer Beurteilung vom 15. September 2015 hi elt Dr. M.____ fest, die Angaben des Versicherten würden sich widersprechen. Zum einen solle nach Auffassung des Versicherten die radikuläre Symptomatik nach der Pensumsreduktion au f 50 % und infolge der Behandlung verschwunden sein. Zum anderen gebe der Versicherte an, d ass die radikuläre Symptomatik auf die Behandlung nur zeitweilig angesprochen habe, was impliziere, dass die radikuläre Symptomatik weiterhin bestehe. De facto sei in den fachär ztlich durchgeführten Abklärungen weder messtechnisch noch klinisch eine radikuläre Symptomatik o bjektiviert worden. Ausser- dem bestätige der Versicherte selbst, dass eine allfällige radikuläre Symptomatik verschwunden sei. Der Umstand, dass die zahlreichen Infiltrationsbeha ndlungen keine wesentliche Besserung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der subjektiven Beschwerden gebracht hätten, spreche ge gen eine rein mechanische Proble- matik und für eine psychogene Mitbeteiligung im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung. Weiter sei auch keine körperliche Schonung im Rahmen d er Begutachtung durch Dr. K.____ festgestellt worden. Bei einer langanhaltenden, neur onalen Schädigung wären klinisch Scho- nungszeichen im Sinne von Muskelatrophien/Umfangdifferenzen zu erwarten. Dies sei nicht der Fall. In den durchgeführten klinischen neurologisch-neurochirurgischen Abklärungen hätte keine radikuläre Symptomatik objektiviert werden können und s omit habe auch keine Indikation für eine Dekompressions-OP erhoben werden können. 6. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 15. Juni 2015 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Gutachten von Dr. K.____ und Dr. L.____ vom 9 . Dezember 2014. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie oben aus geführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die begutachtenden Fachärzte haben den Versicherten ei ngehend untersucht, sie gehen in ihren Berichten einlässlich auf seine Beschwerden ein, si e hatten Einsicht in die bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen und sie vermitteln zus ammen ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Dr. K.____ hat sich mit den wesentlichen früheren ärztlichen Beurteilungen auseinandergesetzt. P sychiatrischerseits liegen keine weite- ren Beurteilungen vor, so dass Dr. L.____ auch nicht Stellung zu nehmen hatte. Dr. K.____ führte aus, dass rein deskriptiv ein zervikospondylogenes Syndrom links bei deutlich degenerativen Veränderungen der HWS bestehe. Eine ra dikuläre Situation in der Vergangen- heit könne letztendlich aufgrund der Befunde nicht ausgeschlossen werden, eine intermittierend radikuläre Situation zum heutigen Zeitpunkt sei theoretisch möglich, allerdings würde man dann auch entsprechende Befunde im Sinne einer Atrophie, einer Reflexdifferenz oder eines positi- ven EMG-Befundes oder zumindest ein Ansprechen bei eine r der stattgehabten Infiltrationen erwarten. Da alle diese Kriterien nicht erfüllt seien , gehe er aktuell nicht von einer radikulären Reizung aus. Da ausserdem die Schmerzen permanent und i n der gleichen Intensität vorhan- den seien und keine therapeutischen Massnahmen geholfen hätten, sei von einer psychogenen Mitbeteiligung an den Schmerzen auszugehen. Damit er klärt Dr. K.____ nachvollziehbar, wes- halb nicht von einer radikulären Situation, die im Üb rigen auch bildgebend nicht objektiviert wurde, auszugehen ist. Dr. L.____ kam aus psychiatrischer Sicht zum Schluss, dass kei ne Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Als Diagnose ohne A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) fest. Dem Exploranden könne aber zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Wil lensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu könne n. Die Ausführungen und Schlussfol- gerungen von Dr. L.____ sind nachvollziehbar und überzeugend. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die IV-Stelle ging demzufolge zu Recht davon aus, dass d er Beschwerdeführer in einer ange- passten Tätigkeit ohne heben über 10 kg, ohne stossen oder ziehen, ohne arbeiten mit dauernd inklinierter oder reklinierter HWS und ohne dauernd ü berkopf oder dauernd in Zwangsstellun- gen zu arbeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. 6.1 Der Beschwerdeführer wendet gegen das Gutachten vo n Dr. L.____ ein, dass es inso- fern nicht beweistauglich sei, als es keinen Aufschluss über die massgeblichen Indikatoren ge- be, welche gemäss der neuesten bundesgerichtlichen Schm erzrechtsprechung zu würdigen seien. Vorweg ist festzuhalten, dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierte anhaltende somato- forme Schmerzstörung unter die bundesgerichtliche Schmerzrechtsprechung fällt. Mit Leitentscheid vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur invalidisie- renden Wirkung von somatoformen Schmerzstörungen und verg leichbaren psychosomatischen Leiden revidiert und sich von der bisherigen Überwindb arkeitsvermutung verabschiedet (BGE 141 V 281 ff.). Gemäss dieser neuen Rechtsprechung sol l nun in einem strukturierten Beweis- verfahren das tatsächliche Leistungsvermögen der versichert en Person ergebnisoffen und ein- zelfallgerecht bewertet werden. Das Bundesgericht hat zu diesem Zweck einen Katalog von Indikatoren umschrieben, anhand welcher eine ergebnisof fene, symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen sol l. Diese neue Praxis ist gemäss Bun- desgericht ex nunc anwendbar. Bereits getroffene Abklä rungen und bereits erstellte Gutachten verlieren aber nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob die vorhandenen Abklärungen genügen, um eine schlüssige Beur teilung im Lichte der massgebli- chen neuen Indikatoren vornehmen zu können. Unter Umständ en kann auch eine punktuelle Ergänzung der bisherigen Abklärungen genügen. Was das B eweismass und die Beweislast angeht, so hat sich aufgrund des bundesgerichtlichen Lei tentscheids nichts geändert. Im Fol- genden ist somit zu prüfen, ob anhand des vorliegenden Gutachtens von Dr. L.____ die mass- geblichen Indikatoren genügend transparent sind, um a bwägen zu können, ob die Zumutbar- keitsbeurteilung auch den Anforderungen der neuen Rechtsprechung standhält. Das Bundesgericht hat die massgeblichen Abklärungen in zwe i Bereiche eingeteilt. In einem ersten Teil sind unter dem Stichwort des funktionellen Schweregrades drei Indikatoren- Komplexe, welche wiederum in weitere Indikatoren unte rteilt sind, zu klären. In einem zweiten Teil sind die Ergebnisse aus dem ersten Teil einer Konsistenzprüfung zu unterziehen. 6.2.1 Der erste Indikatoren-Komplex steht unter dem Ti tel “Gesundheitsschädigung“. Dabei stellt sich zunächst die Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde. Zu würdigen ist die Schwere des Krankheitsgeschehens, wie star k die Alltagsfunktionen beein- trächtigt und ob Hinweise auf Aggravation oder Simulation ersichtlich sind. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im vorliegenden Fall geht aus dem Gutachten von Dr. L. ____ hervor, dass der Beschwerdefüh- rer um 22.30 Uhr ins Bett gehe und um 05.00 Uhr aufs tehe. Mit der Arbeit beginne er um 06.00 Uhr und er arbeite täglich 4 ½ Stunden. Nach der Arb eit lege er sich hin und ruhe sich aus. Dann mache er meistens einen Spaziergang. Der Haushalt werde von seiner Ehefrau geführt, die Söhne seien dabei behilflich. Er habe regelmässig Kontakt mit seinen drei in der Region lebenden Brüdern und deren Familien. Er habe auch Ko ntakte mit den Arbeitskollegen und mit seinen Freunden. Samstags gehe er gelegentlich mit sein er Ehefrau in den Ausgang, an den Wochenenden hätten sie Kontakt mit Verwandten und Fr eunden. Der Gutachter kommt zum Schluss, dass der Explorand im Alltag durch psychopatholo gische Symptome nicht einge- schränkt sei. Dem ist gestützt auf die Schilderungen des B eschwerdeführers zweifellos zuzu- stimmen. Die diagnoserelevanten Befunde und das Krankh eitsgeschehen sind als leicht einzu- stufen. Die Frage der Aggravation wird von Dr. L.____ nicht b eantwortet, er stellt aber fest, dass sich der Beschwerdeführer selbst nur noch als sehr beschränkt ar beitsfähig ansehe. Dr. K.____ führte aus, der Beschwerdeführer habe seine Beschwerden neutral geschildert. Demzufolge ging Dr. K.____ nicht von einer bewussten Aggravation oder Simulation aus. Er wies jedoch auf Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den objektiv erhebbaren Befunden hin. Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht den Behan dlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz. Dabei sind Verlauf und Ausgang der bishe r durchgeführten Therapien und Ein- gliederungsversuche zu würdigen und zu prüfen, ob die therapeutischen Möglichkeiten ausge- schöpft wurden. Der Beschwerdeführer war seit dem 10. April 2012 zu 60 % in einer leidensangepassten Tätig- keit arbeitstätig. Im Verlaufe des Jahres 2013 reduziert e er sein Pensum auf 50 %. Zur Schmerzbehandlung wurden diverse Infiltrationen durchg eführt. Eine Operation wurde nicht empfohlen. Der Beschwerdeführer begibt sich auch regelmä ssig in physiotherapeutische Be- handlung. Psychiatrischerseits werden keine Behandlungen durchgeführt; der Gutachter schlägt auch keine Behandlungsmassnahmen vor. Insgesamt scheinen die therapeutischen Möglichkei- ten weitgehend ausgeschöpft zu sein. Als weiterer Indikator sind die Komorbiditäten zu wür digen. Der psychischen Komorbidität ist nach der neuen Praxis keine vorrangige Bedeutung mehr einzuräumen, vielmehr sind auch körperliche Begleiterkrankungen zu würdigen. Aus psychiat rischer Sicht wurde eine somatofor- me Schmerzstörung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigke it diagnostiziert. Weitere Diagno- sen wurden vom psychiatrischen Gutachter keine gestellt. A ls körperliche Erkrankungen beste- hen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikospond ylogenes Syndrom links mit/bei dege- nerativen Veränderungen der HW mit Protrusionen C3/4, C4/5, C5/6, C6/7, mehrsegmentalen neuroforaminalen Stenose C3/4 rechts > links, C5/6 lin ks > rechts, C6/7 rechts. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehen ein C arpaltunnelsyndrom links, leichtgradig, eine arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie sowie ein Status nach Carpaltunnelsyndrom- OP rechts 05/2007. Insgesamt liegt keine psychische Komorb idität vor und die somatischen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Befunde sind als gering einzustufen, sodass der Beschwerdef ührer in Bezug auf den Indikator „Komorbiditäten“ nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 6.2.2 Im zweiten die Persönlichkeit betreffenden Indika toren-Komplex wird nach der Persön- lichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur gefragt um die persönlichen Ressourcen zu eruieren. Aus den gutachterlichen Ausführungen von Dr. L.____ ge ht hervor, dass beim Beschwerdefüh- rer keine vorbestehenden, psychosozialen Belastungssituation en vorliegen. Ebenso diagnosti- ziert er keine weiteren psychiatrischen Störungen. Zur Un tersuchung führt der Gutachter aus, der Beschwerdeführer habe sich differenziert ausgedrückt. Während der ganzen Untersuchung habe er nie Zeichen von Konzentrationsschwäche gezeigt. E r habe gut auf die gestellten Fra- gen eingehen können. Die Merkfähigkeit und die Gedächt nisleistungen seien intakt gewesen. Er habe kein Gedankenabreissen, keine Neologismen und ke ine Gedankenleere gezeigt. In seinen Schilderungen seien keine Hinweise auf überwe rtige Ideen erkennbar gewesen. Wahn- haftes Denken oder Wahnvorstellungen seien nicht vorha nden gewesen. Es habe keine An- haltspunkte für illusionäre Verkennungen, akustische, o ptische, olfaktorische oder taktile Hallu- zinationen gegeben. Der Explorand habe einen klaren un d guten Bezug zur Realität und zu seiner Person gehabt. Er habe sich gegenüber der Umgeb ung klar abgrenzen können. Gedan- kenausbreitung oder Fremdbeeinflussungserlebnisse seien n icht vorhanden gewesen. Er habe keine Zwangsgedanken geäussert und Hinweise auf Zwangshandlungen seien nicht vorhanden gewesen. Er habe nicht über Ängste berichtet und keine Phobien erwähnt. Aus seinen Schilde- rungen hätten sich keine Hinweise auf Veränderungen de r Stimmung und des Antriebes im Laufe des Tages ergeben. Der Explorand habe nicht über einen Lebensverleider, Suizidgedan- ken oder -phantasien berichtet. Gestützt auf diese Festste llungen sind aus Sicht der Persön- lichkeit des Beschwerdeführers durchaus persönliche Ressourcen vorhanden. 6.2.3 Im dritten Indikatoren-Komplex ist unter dem Ti tel „sozialer Kontext“ zunächst die Ab- grenzung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vo rzunehmen. Diese Faktoren blei- ben als invaliditätsfremd nach wie vor unbeachtlich. Im vorliegenden Fall sind keine invaliditäts- fremden Faktoren ersichtlich. Wie sich aus den Angaben des Beschwerdeführers weiter ergibt, pflegt er gute soziale Kontakte sowohl familiärer als au ch freundschaftlicher Natur. Die Bezie- hungsfähigkeit ist somit erhalten. Auch kann von einem sozialen Rückzug nicht die Rede sein. 6.3 Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die „Konsistenzprüfung“ vorzuneh- men. Dabei ist zu prüfen, ob die vom Gutachter bzw. von der IV-Stelle festgestellten Auswir- kungen auf die Leistungsfähigkeit aufgrund des medizini sch festgestellten Gesundheitsscha- dens anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfre i mit überwiegender Wahrschein- lichkeit nachgewiesen sind. Ein wichtiger Indikator ist dabei die Frage, ob die diskutierte Ein- schränkung in der Erwerbsfähigkeit gleich ausgeprägt ist wie die Einschränkungen in den sons- tigen Lebensbereichen. Ferner ist zu beachten, ob di e versicherte Person Therapieangebote wahrnimmt oder mögliche Behandlungen auslässt. Vorlieg end ist der Beschwerdeführer, wie aus seinen Schilderungen ersichtlich, im täglichen Lebe n nicht wesentlich eingeschränkt. Dies entspricht auch der von den Gutachtern angenommen Arb eitsfähigkeit in einer angepassten Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tätigkeit. Der Beschwerdeführer nimmt eine physiotherap eutische Behandlung in Anspruch, wobei unklar ist in welcher Intensität diese beansprucht wird. Eine Intensivierung der Physiothe- rapie oder die Aufnahme weiterer bzw. anderer Therap ieformen wurde von den Gutachtern nicht erwähnt. Psychiatrische Behandlungen oder Medikatio n stehen nicht zur Diskussion. Der Beschwerdeführer scheint zwar offen für weitere Behandl ungsangebote, sollten solche vorge- schlagen werden. Dennoch ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer auf Grund der nur geringen Beeinträchtigungen im Alltag und insbes ondere der guten sozialen Situation aus- reichend persönliche Ressourcen vorhanden sind. Insgesamt erscheint die von den Gutachtern veranschlagte und von der IV-Stelle in der ange- fochtenen Verfügung berücksichtigte Arbeitsfähigkeit von 1 00 % in einer angepassten Tätigkei- ten durchaus in Übereinstimmung mit den Einschränkung en des Beschwerdeführers im Alltag zu sein. 7. Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, da ss die Gutachten von Dr. L.____ und Dr. K.____ genügend Aufschluss über die massgebliche n Indikatoren geben, die gemäss der neuen Schmerzrechtsprechung zu berücksichtigen sind. D es Weiteren ist die von den Gut- achtern vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung auch in Würdigung der nach neuer Recht- sprechung zu berücksichtigenden Indikatoren überzeugend, so dass auf die Gutachten vollum- fänglich abgestellt werden kann. Damit ist von einer 1 00%igen Erwerbsfähigkeit in einer den Einschränkungen angepassten Verweistätigkeit auszugehen. Der Antrag auf Anordnung eines Gerichtsgutachtens ist demzufolge abzuweisen. 8. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), i st der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Die IV-Stelle errechnete in ihrer Verfügung vom 15. Juni 2015 einen rentenausschlie ssenden Invaliditätsgrad. Der Ein- kommensvergleich ist nicht zu beanstanden und er wird vom Beschwerdegegner auch nicht bestritten. Insofern besteht kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c). Demzufolge ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kanton alen Versicherungsgericht kosten- pflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wi e dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einhei tlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerde führer unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu verrechnen sind. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsp rechend wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht