<h2>SubmittedText<h2><p>Vor etwa zehn Jahren war es noch üblich, Asbest zur Herstellung von feuerfesten Textilien zu verwenden (die Materialien wurden behandelt, um ihre Verbrennung oder Zersetzung durch grosse Wärmeeinwirkung zu begrenzen, zu verzögern oder zu verhindern). Auch Zement, Isolationsplatten (thermische Isolation, Schallisolation) und Bremsbeläge wurden so hergestellt. Obwohl die krebserregenden Eigenschaften des Asbests seit über zwanzig Jahren bekannt waren, wurde er in der Schweiz erst Anfang der achtziger Jahre verboten. Die Zahl der Todesfälle durch Brustfellkrebs (Pleuralmesothelium) ist schlagartig angestiegen. Seit 1985 verursacht diese seltene Krankheit jährlich mehr als zwanzig Todesfälle.</p><p>Diese besondere Form von Lungenkrebs war Gegenstand einer Untersuchung, mit der eine Gruppe von Wissenschaftlern diejenigen Lungenkrankheiten erforschen und bekämpfen wollte, die durch Einatmen von Kleinstpartikeln entstehen. Die Forschergruppe setzte sich aus Ärzten, Chemikern, Biologen und Mineralogen zusammen. Anscheinend sind nur Fachleute für Mineralien in der Lage, die zahlreichen, knapp ein Tausendstel Millimeter grossen Teilchen aus Quarz, Eisen, Aluminium, Schiefer usw. in den Lungen eines verstorbenen Erwachsenen festzustellen.</p><p>Die Forscher konnten den Zusammenhang zwischen dem Asbest und Brustfellkrebs bestätigen: in 168 von 179 Fällen fanden sie in den Lungen der Opfer mikroskopisch kleine Asbestfasern. Asbest besteht aus einer Gruppe von sechs verschiedenen Mineralien. Durch genaue Untersuchung der Kristallstrukturen konnten die Forscher aber den bekannten weissen Asbest (er macht 95 Prozent der industriellen Produktion aus) nur bei einem Drittel der 179 Fälle nachweisen. Lediglich bei 7 Fällen war ausschliesslich weisser Asbest nachweisbar. Dagegen fand man in den übrigen 161 Fällen blauen oder braunen Asbest, obwohl diese Sorten in der Industrie am seltensten verwendet werden.</p><p>Es wird vermutet, dass weisser Asbest - vom Einatmen bis zum Tod verstreichen oft dreissig und mehr Jahre - durch spezielle weisse Blutkörperchen der Lungenwände nach und nach aufgelöst wird. Blaue und braune Asbestfasern sind dagegen unzerstörbar. Der weisse Asbest wird daher als "weniger krebserregend" erachtet als die anderen Sorten.</p><p>Die Forscher haben sich auch den Berufsgruppen mit erhöhtem Brustfellkrebsrisiko zugewandt: Ein Fünftel der Todesfälle entfällt zum Beispiel auf die Konstrukteure und Reparateure von Eisenbahn-Rollmaterial. In diesem Industriezweig wird Asbest zwar bereits seit zehn Jahren nicht mehr verwendet, doch wird das alte Material weiterhin instandgehalten und repariert. In den grossen Werkstätten, in denen das geschieht, atmet auch Asbest ein, wer nicht direkt am Abbau von Isolationsplatten beteiligt ist: Die Wissenschafter haben nachgewiesen, dass sich zwei von drei Arbeitern passiv vergiften, da die Mikrofasern vom Luftstrom verteilt werden und mehrere Stunden im Raum schweben.</p><p>Da sich die hier in Frage stehende Krebsform nur sehr langsam entwickelt, wird die Zahl der Todesfälle erst in rund zwanzig Jahren abnehmen. 1992 hat die Schweiz den Asbestgehalt am Arbeitsplatz auf maximal 250 Partikel pro Liter Luft begrenzt. Dies ist weltweit eine der strengsten Normen.</p><p>Weitere Forschungsergebnisse der genannten Studie zeigen, dass eines von sieben Todesopfern mit dem Asbest nicht am Arbeitsplatz in Kontakt kam.</p><p>Die Ergebnisse der Studie veranlassen mich, den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen zu ersuchen:</p><p>1. Wie viele Todesfälle, die möglicherweise durch Asbestvergiftung verursacht worden waren, haben die Bundesbetriebe (SBB, PTT, EMD, usw.) zu beklagen?</p><p>2. Wenn eines von sieben Opfern mit dem Asbest nicht am Arbeitsplatz in Kontakt kam, wo dann?</p><p>3. Gibt es Asbestquellen, von denen die Öffentlichkeit bis heute keine Kenntnis hat?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Vergleiche französicher Text.</p>