<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 130 S.521</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">521</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>130</b></span> <span class="ft2"><b>Verletzung der Mitwirkungspflicht.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Ist die Beantwortung einer Frage dem Betroffenen zumutbar und er-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>scheint seine Mitwirkung als notwendig, ist das Gericht gemäss § 21</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Abs. 2 VRPG berechtigt, die verweigerte Mitwirkung nach freiem</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Ermessen zu würdigen (Erw. II/3a bis c).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 18. Oktober</span><br/> <span class="ft3">2002</span> <span class="ft3">in</span> <span class="ft3">Sachen</span> <span class="ft3">D.T.</span> <span class="ft3">gegen</span> <span class="ft3">einen</span> <span class="ft3">Entscheid</span> <span class="ft3">der</span> <span class="ft3">Fremdenpolizei</span><br/> <span class="ft3">(BE.2002.00005).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 3. a) Nachdem zunächst am 15. Mai 2002 die nachzuzie-</span><br/> <span class="ft1">hende Tochter des Beschwerdeführers und am 15. Juli 2002 auch</span><br/> <span class="ft1">seine Ehefrau die Schweiz verlassen haben, wurde der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer zweimal mit Verfügung beziehungsweise Beschluss aufgefor-</span><br/> <span class="ft1">dert, zur Frage Stellung zu nehmen, wo sich seine Tochter aufhalte</span><br/> <span class="ft1">und wie ihre Zukunftsplanung aussehe. Der Beschwerdeführer rea-</span><br/> <span class="ft1">gierte auf beide Anfragen nicht, obschon er mit Beschluss vom</span><br/> <span class="ft1">16. August 2002 unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht</span><br/> <span class="ft1">wurde, dass das Gericht bei erneutem Nichteinreichen einer</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">522</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Stellungnahme davon ausgehe, dass sich der Nachzug der Tochter als</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr notwendig erweise. Der Beschwerdeführer wurde zudem</span><br/> <span class="ft1">auf seine Mitwirkungspflicht gemäss § 21 des Gesetzes über die</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsrechtspflege (VRPG) vom 9. Juli 1968 hingewiesen,</span><br/> <span class="ft1">wonach bei Verweigerung der notwendigen und zumutbaren</span><br/> <span class="ft1">Mitwirkung das Verhalten des Betroffenen nach freien Ermessen</span><br/> <span class="ft1">gewürdigt werden könne.</span><br/> <span class="ft1">b) Der Beschwerdeführer hat das Verfahren eingeleitet. Er ist</span><br/> <span class="ft1">somit verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken</span><br/> <span class="ft1">(§ 21 Abs. 1 VRPG). Dass die Beantwortung der Frage, ob der</span><br/> <span class="ft1">Nachzug der Tochter nach wie vor erforderlich sei, im Sinne von</span><br/> <span class="ft1">§ 21 Abs. 2 VRPG notwendig und für den Beschwerdeführer auch</span><br/> <span class="ft1">zumutbar ist, erscheint offensichtlich und bedarf keiner weiteren</span><br/> <span class="ft1">Ausführungen. Damit steht auch fest, dass das Gericht berechtigt ist,</span><br/> <span class="ft1">die verweigerte Mitwirkung nach freiem Ermessen zu würdigen.</span><br/> <span class="ft1">Dem Beschwerdeführer wurde bereits erläutert, dass das Gericht ein</span><br/> <span class="ft1">erneutes Ausbleiben einer Stellungnahme dahingehend deuten werde,</span><br/> <span class="ft1">dass der Nachzug der Tochter nicht mehr notwendig sei. Nachdem</span><br/> <span class="ft1">der</span> <span class="ft1">Beschwerdeführer</span> <span class="ft1">trotz</span> <span class="ft1">dieser</span> <span class="ft1">klaren</span> <span class="ft1">Erläuterung</span> <span class="ft1">keine</span><br/> <span class="ft1">Stellungnahme einreichte, ist das Ausbleiben einer Reaktion nur so</span><br/> <span class="ft1">zu deuten, dass offenbar auch der Beschwerdeführer den Nachzug</span><br/> <span class="ft1">seiner Tochter nicht mehr als notwendig erachtet.</span><br/> <span class="ft1">c) Nachdem aufgrund der vorliegenden Beweise davon auszu-</span><br/> <span class="ft1">gehen ist, dass sich der Nachzug der Tochter nicht (mehr) als not-</span><br/> <span class="ft1">wendig erweist, ist der Familiennachzug zu verweigern und die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerde abzuweisen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>