<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00513</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204895&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00513</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.03.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe Gegen den Auftrag des Regierungsrates an das Migrationsamt, erneut Frist zum Verlassen des Kantonsgebiets anzusetzen, ist die Beschwerde ans Verwaltungsgericht ausgeschlossen (1.2). Weil der Regierungsrat seine Rechtsmittelbelehrung jedoch auch auf diese Anordnung bezog, kommt der dagegen erhobenen Beschwerde trotz der Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichts aufschiebende Wirkung zu (2.1). Im Ausländerrecht ist aufgrund der bundesgerichtlichen Auslegung von Art. 30 Abs. 3 BV eine mündliche Verhandlung nur dann geboten, wenn das Verfahrensrecht eine solche vorschreibt oder beweisrechtliche Gründen gegeben sind (was hier allerdings nicht der Fall ist; 2.2). In diesem Fall liegen mehrere Indizien für eine Scheinehe vor: vereinbartes Entgelt (3.1), kurze Dauer der Bekanntschaft vor der Eheschliessung (3.2), gänzliches Fehlen eines Zusammenlebens (3.3) sowie die Absicht, eine drohende Wegweisung durch die Heirat abzuwenden (3.4). Selbst wenn sich der Beschwerdeführer aufgrund einer Doppelbürgerschaft (Schweiz und Italien) seiner Ehefrau auf das FZA berufen könnte, wäre die Beschwerde abzuweisen, da daraus resultierende Freizügigkeitsrechte ebenfalls unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs stehen (4). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSBEWILLIGUNG">ARBEITSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWÃRDIGUNG">BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLAUBHAFTIGKEIT">GLAUBHAFTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDIZIEN">INDIZIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE VERHANDLUNG">MÃNDLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE VERHANDLUNG">ÃFFENTLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLSTRECKUNGSVERFÃGUNG">VOLLSTRECKUNGSVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORBEHALTLOSE RECHTSMITTELBELEHRUNG">VORBEHALTLOSE RECHTSMITTELBELEHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNG">WEGWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZEUGENEINVERNAHME">ZEUGENEINVERNAHME</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 7 Abs. 2 ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 30 Abs. 3 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 OG</span><br/><span class="gerade">§ 59 Abs. 1 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">A (geboren 1967; TÃ¼rke) reiste im September 2002 in die Schweiz ein. Nach Heirat einer Schweizerin erhielt er im Februar 2003 eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. Am 31. Oktober 2003 lehnte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit sein Gesuch um BewilligungsverlÃ¤ngerung wegen Rechtsmissbrauchs ab und setzte ihm gleichzeitig Frist zum Verlassen des Kantonsgebiets an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 3. November 2004 ab und beauftragte die Direktion, eine neue Frist zum Verlassen des Kantonsgebiets anzusetzen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 29. November 2004 verlangte A beim Verwaltungsgericht die Aufhebung des Rekursentscheids, der vorn unter I erwÃ¤hnten VerfÃ¼gung sowie der "verfÃ¼gten Wegweisung". Weiter ersuchte er um VerlÃ¤ngerung seiner Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung und verlangte eine ParteientschÃ¤digung. Der Regierungsrat beantragte die Abweisung der Beschwerde; die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete demgegenÃ¼ber stillschweigend darauf, die Beschwerde zu beantworten.</p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet zunÃ¤chst, dass ihm keine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. â Im AuslÃ¤nderrecht ist die Beschwerde ans Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. h des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht wiederum ist nur dann gegeben, wenn das Bundesrecht einen Anspruch auf eine Bewilligung einrÃ¤umt (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943, OG). Ein solcher Anspruch besteht fÃ¼r einen AuslÃ¤nder, der mit einer Schweizerin verheiratet ist (Art. 7 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder, ANAG). Ob eine Scheinehe vorliegt, ist nicht im Rahmen der Eintretensfrage, sondern der materiellen Beurteilung zu prÃ¼fen (BGE 128 II 145 E. 1.1.5; VGr, 19. September 2001, VB.2001.00168, E. 1a, www.vgrzh.ch). Soweit sich die Beschwerde gegen die Bewilligungsverweigerung wendet, ist folglich darauf einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt auch die VerlÃ¤ngerung seiner Arbeitsbewilligung. Wie sich aus seiner BeschwerdebegrÃ¼ndung ergibt, misst er der Arbeitsbewilligung keine selbststÃ¤ndige Bedeutung zu, sondern versteht diese als Teil des Aufenthaltsrechts. Folglich erÃ¼brigt sich eine gesonderte PrÃ¼fung der ZulÃ¤ssigkeit dieses Rechtsbegehrens (BGE 128 II 145 E. 1.1.1; VGr, 26. Januar 2005, VB.2004.00439, E. 1.1, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt mit seinem zweiten Rechtsbegehren sinngemÃ¤ss die Aufhebung des vorinstanzlichen Auftrags an die Beschwerdegegnerin, ihm eine neue Frist zum Verlassen des Kantonsgebiets anzusetzen. â Die Wegweisung ist die logische Folge der Bewilligungsverweigerung und mithin eine VollstreckungsverfÃ¼gung (VGr, 7. Juli 2004, VB.2004.00061, E. 1.2, www.vgrzh.ch). Da sie nicht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 OG), steht nach dem Gesagten (1.1) dagegen auch nicht die Beschwerde ans Verwaltungsgericht zur VerfÃ¼gung. Soweit sich die Beschwerde gegen die vorinstanzliche Anordnung einer neuen Fristansetzung wendet, ist daher nicht darauf einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt in prozessualer Hinsicht sodann die GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung (unten 2.1) sowie mÃ¼ndliche Befragungen (2.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer scheint bei seinem Antrag, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, zu Ã¼bersehen, dass dieser bereits von Gesetzes wegen (§ 55 Abs. 1 VRG) aufschiebende Wirkung zukommt. â Wenn eine Vorinstanz des Verwaltungsgerichts mit ihrer Rechtsmittelbelehrung die Beschwerde als zulÃ¤ssig erklÃ¤rt, so besteht aufschiebende Wirkung unabhÃ¤ngig davon, ob das Gericht zustÃ¤ndig ist oder nicht (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 55 N. 2). Der Regierungsrat versah den angefochtenen Entscheid mit einer vorbehaltlosen Rechtsmittelbelehrung, die sich nicht nur auf den Entscheid in der Sache bezog (Dispositiv-Ziffer I), sondern auch auf die angeordnete Fristansetzung zum Verlassen des Kantonsgebiets (Dispositiv-Ziffer II). Der vorliegenden Beschwerde kam damit auch in Bezug auf letztgenannte Anordnung aufschiebende Wirkung zu. Die Beschwerdegegnerin durfte ihr folglich bis zum instanzabschliessenden Entscheid des Ver­waltungsgerichts nicht entsprechen (VGr, 7. Juli 2004, VB.2004.00061, E. 1.2, www.vgrzh.ch, mit Hinweisen). Der prozessuale Antrag stÃ¶sst damit ins Leere.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die Befragung von sich und seiner Ehefrau. Es mÃ¼sse ihm "im Rahmen einer Konfrontation" die MÃ¶glichkeit gegeben werden, "sich zu den widersprÃ¼chlichen Aussagen seiner Ehefrau â¦ zu Ã¤ussern". â Aufgrund von § 60 Satz 1 VRG werden Beweise nur insoweit erhoben, als sie zur AbklÃ¤rung des Sachverhalts erforderlich sind. Aufgrund der Aussagen der beiden Ehegatten lÃ¤sst sich der zu beurteilende Sachverhalt mit hinreichender Deutlichkeit ermitteln (hinten 3). Eine Befragung kann deshalb unterbleiben (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 60 N. 11).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer mit seinen BeweisantrÃ¤gen ein Begehren um eine mÃ¼ndliche Verhandlung verknÃ¼pft, ist dieses ebenfalls abzuweisen. Art. 30 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantiert einen Anspruch auf eine Ã¶ffentliche (und damit mÃ¼ndliche) Verhandlung nur, soweit dafÃ¼r (hier freilich nicht vorhandene) beweisrechtliche GrÃ¼nde vorliegen oder wenn sich ein solcher Anspruch aus dem anwendbaren Verfahrensrecht oder Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ableiten lÃ¤sst (BGE 128 I 288 E. 2.6). Das Verfahrensrecht (§ 59 Abs. 1 Satz 1 VRG) garantiert jedoch keinen derartigen Anspruch, ebenso wenig der auf den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern nicht anwendbare Art. 6 Abs. 1 EMRK (VGr, 26. Januar 2005, VB.2004.00439, E. 1.2, www.vgrzh.ch). Ein Anspruch "auf Konfrontation" (wohl: von Belastungszeugen; vgl. Art. 32 Abs. 2 Satz 2 BV in Verbindung mit Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK) ist hier ebenso wenig gegeben, da keine strafrechtliche Anklage zu beurteilen ist.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auch aus Art. 29 Abs. 2 BV lÃ¤sst sich kein Anspruch auf eine mÃ¼ndliche Stellungnahme zu den Aussagen der Ehefrau ableiten. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ausreichend Gelegenheit, zur Sachverhaltsdarstellung seiner Frau Stellung zu beziehen (vgl. BGr, 23. September 2004, 2A.527/2004, E. 2.2; BGr, 13. Feb­ruar 2001, 2A.424/2000, E. 2a und 2b â beides auf www.bger.ch).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Art. 7 Abs. 2 ANAG besteht kein Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn die Ehe mit einer Schweizerin eingegangen worden ist, um die Vorschriften Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung von AuslÃ¤ndern zu umgehen. Der Tatbestand der Scheinehe kann in aller Regel nur mittels Indizien ermittelt werden, so etwa aufgrund eines vereinbarten Entgelts (hinten 3.1), der kurzen Dauer der Bekanntschaft vor der Eheschliessung (3.2), der kurzen Dauer bzw. dem gÃ¤nzlichen Fehlen eines ehelichen Zusammenlebens (3.3) sowie der Tatsache, dass eine drohende Wegweisung durch die Heirat abgewendet werden konnte (3.4; BGE 122 II 289 E. 2b, 128 II 145 E. 3.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet die Aussagen seiner Ehefrau, fÃ¼r die Heirat bezahlt zu haben. Seine Ehefrau machte solche Aussagen zunÃ¤chst aufgrund einer anderen Angelegenheit: Nachdem sie im Rahmen eines PfÃ¤ndungsvollzugs falsche Angaben Ã¼ber ihr Einkommen gemacht hatte, gab sie (offenbar im Laufe der anschliessenden Strafuntersuchung wegen PfÃ¤ndungsbetrugs) dem Betreibungsamt eine ErklÃ¤rung ab. Darin gab sie nicht nur zu, im Betreibungsverfahren falsche Angaben gemacht zu haben, sondern erklÃ¤rte darÃ¼ber hinaus, dass ihre "Ehe â¦ eine Scheinehe" sei, wofÃ¼r ihr Fr. 32'000.- versprochen worden seien. Bei der Bezirksanwaltschaft sagte die Ehefrau aus, sie habe den BeschwerdefÃ¼hrer "wegen dem Geld" geheiratet; er habe ihr den Betrag angeboten, weil "er eine Aufenthaltsbewilligung â¦ wollte". In einer Polizeieinvernahme bestÃ¤tigte sie diese Aussage. Die Beschwerdegegnerin gab dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Folge Gelegenheit, sich dazu zu Ã¤ussern. Daraufhin erklÃ¤rte die Ehefrau in einem Schreiben an die Beschwerdegegnerin, dass ihr der BeschwerdefÃ¼hrer nur angeboten habe, ihr wegen ihrer Schulden finanziell zu helfen (und dies in der Folge auch getan habe). Die Polizei sei zu Unrecht von einer Heirat gegen Entgelt ausgegangen. â Letztere ErklÃ¤rung erscheint nicht glaubhaft. Soweit damit suggeriert wird, die Schlussfolgerungen von Polizei und Bezirksanwaltschaft beruhten auf einer falschen EinschÃ¤tzung oder gar einem MissverstÃ¤ndnis, geht das Schreiben Ã¼ber einige Tatsachen hinweg. Die Ehefrau bestÃ¤tigte drei Mal hintereinander, fÃ¼r die Heirat ein Entgelt erhalten zu haben. WÃ¤hrend sie sich in der schriftlichen ErklÃ¤rung gegenÃ¼ber dem Betreibungsamt auf die Angabe des Betrags beschrÃ¤nkte, machte sie gegenÃ¼ber der Bezirksanwaltschaft und der Polizei Ã¤usserst ausfÃ¼hrliche Angaben. Die Befragung bei der Polizei erfolgte wegen Verdachts auf Erleichterung des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 23 Abs. 2 ANAG. Auch wenn sich diese Anschuldigung spÃ¤ter als unzutreffend erweisen sollte, ist dennoch zu beachten, dass die Ehefrau zu Beginn der Befragung auf ihr Aussageverweigerungsrecht hingewiesen wurde. Dasselbe gilt fÃ¼r die Befragung durch den Bezirksanwalt: Als juristischer Laie konnte die Ehefrau nicht erkennen, dass die Fragen zur Scheinehe nicht wegen eines strafrechtlich relevanten Handelns gestellt wurden (bzw. werden konnten). Obwohl sich die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers â aus ihrer Sicht â dem Risiko einer Verurteilung aussetzte, machte sie bei beiden Befragungen von ihrem Aussageverweigerungsrecht nicht Gebrauch, sondern schilderte in allen Details, wie es zur Bezahlung der Heirat kam. Diese Schilderungen sind ohne weiteres plausibel, da die Ehefrau aufgrund der durchgefÃ¼hrten Betreibung(en) dringend auf Geld angewiesen war und die Offerte zum Eingehen einer Ehe gegen Bezahlung somit eine willkommene Gelegenheit darstellte, um die missliche finanzielle Situation zu verbessern. Unter diesen UmstÃ¤nden erweisen sich ihre nachtrÃ¤glichen Beteuerungen als unglaubhaft, dies umso mehr, als das Schreiben vom 21. August 2003 nicht von der Ehefrau selbst, sondern vom damaligen Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers aufgesetzt wurde. Ob die Ehefrau beim Verfassen dieses Schreibens Ã¼berhaupt anwesend war, kann offen gelassen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, seine Ehefrau kurz nach der Einreise in die Schweiz und der Scheidung von seiner damaligen Frau kennen gelernt zu haben. Sie hÃ¤tten sich in der Folge einige Male getroffen, worauf er ihr einen Heiratsantrag gemacht habe. Auf die Frage, wieso er dies getan habe, antwortet er zunÃ¤chst, sie habe ihm "sehr gefallen"; in der Folge gab er an, nicht aus Liebe geheiratet zu haben, sondern aufgrund einer "psychischen Leere". Die Ehefrau sagte demgegenÃ¼ber beim Bezirksanwalt aus, den BeschwerdefÃ¼hrer vor dem Standesamt zum ersten Mal gesehen zu haben. Eine Bekannte habe sie gefragt, ob sie ihn heiraten mÃ¶chte. Bei der Polizei gab die Ehefrau an, den BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend eines Ferienaufenthalts in der TÃ¼rkei am Strand kennen gelernt zu haben. Sie hÃ¤tten aber weder Adresse noch Telefonnummer ausgetauscht. Dass ausgerechnet er von der Kollegin vermittelt wurde, sei reiner Zufall gewesen. Jedenfalls seien beide sehr erstaunt gewesen, als sie sich beim Zivilstandsamt wieder getroffen hÃ¤tten. â Ob die Ehefrau den BeschwerdefÃ¼hrer tatsÃ¤chlich in den Ferien kennen gelernt hat, kann offen bleiben. Fest steht jedenfalls, dass dem Eheschluss keine Beziehung voranging, in der der Entschluss zum Eingehen einer Ehe hÃ¤tte reifen kÃ¶nnen. Nach dem soeben (vorn 3.1) Gesagten ist vielmehr auf die detaillierten Angaben abzustellen, welche die Ehefrau bei der Polizei und bei der Bezirksanwaltschaft machte. Danach war die Ehe arrangiert; die Ehegatten haben sich nicht etwa gemeinsam zur Heirat entschlossen, sondern vielmehr die Ehefrau mit der als Mittelsperson fungierenden Bekannten. DafÃ¼r spricht auch, dass sich die Ehefrau bei einer Befragung durch die Beschwerdegegnerin nicht einmal an das genaue Datum der Heirat erinnern konnte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer sagte weiter aus, er habe wegen des Arbeitswegs unter der Woche ab und zu bei einem Cousin Ã¼bernachtet und "nur ab und zu" bei seiner Frau. Ansonsten habe er bei der Ehefrau nur Ã¼bers Wochenende gewohnt. Er habe jedoch keinen eigenen SchlÃ¼ssel zur Wohnung; dieser liege vielmehr im Briefkasten, zu dem er wiederum einen SchlÃ¼ssel besitze). Seine Ehefrau gab demgegenÃ¼ber an, dass der BeschwerdefÃ¼hrer jeweils nur die Post hole; er habe weder bei ihr gewohnt noch Ã¼bernachtet. â Diese Aussagen der Ehefrau erweisen sich im Gegensatz zu ihren spÃ¤teren Angaben und jenen ihres Mannes als glaubhaft. Die Ehegatten scheinen sich jedenfalls kaum zu kennen. So steht fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht (oder jedenfalls nicht ausreichend) Deutsch spricht und seine Ehefrau (wenn Ã¼berhaupt) nur rudimentÃ¤r tÃ¼rkisch, so dass die Ehegatten bei gelegentlichen Treffen auf eine Ãbersetzung durch Verwandte bzw. Bekannte des BeschwerdefÃ¼hrers angewiesen waren. In einer Befragung durch die Beschwerdegegnerin konnte die Ehefrau nicht mit Sicherheit angeben, wie viele Kinder der BeschwerdefÃ¼hrer hat, ebenso wenig deren Alter oder deren Namen. Damit ist davon auszugehen, dass die Ehegatten keine eheliche Gemeinschaft fÃ¼hrten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Nach dem Gesagten diente die Heirat einzig dem Zweck, dem BeschwerdefÃ¼hrer ein Aufenthaltsrecht zu verschaffen. HÃ¤tte er sich dieses Recht nicht gegen Entgelt verschaffen kÃ¶nnen, hÃ¤tte er die Schweiz aufgrund seines Visums drei Monate nach Einreise wieder verlassen mÃ¼ssen. Damit liegt ein vergleichsweise eindeutiger Fall einer Scheinehe vor. Diese fÃ¤llt nicht in den Schutzbereich von Art. 13 Abs. 1 BV bzw. Art. 8 Abs. 1 EMRK (BGE 122 II 289 E. 3a; Luzius Wildhaber in: Internationaler Kommentar zur EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, Art. 8 N. 349). Da der BeschwerdefÃ¼hrer auch sonst keine anspruchsbegrÃ¼ndenden Kontakte einging, braucht die GrundrechtskonformitÃ¤t der Bewilligungsverweigerung nicht geprÃ¼ft zu werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers wurde in Italien geboren. Ginge man davon aus, dass sie deswegen auch Ã¼ber die italienische StaatsbÃ¼rgerschaft verfÃ¼gte, Ã¤nderte dies am soeben Gesagten nichts. GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 Satz 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. a des Anhangs I zum Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) hat der Ehegatte des AngehÃ¶rigen eines Vertragsstaats (hier: Italien) zwar das Recht, bei diesem Wohnung zu nehmen. Es fragt sich, ob diese Bestimmung vorliegend Ã¼berhaupt zur Anwendung gelangt (dazu und zum Folgenden VGr, 24. MÃ¤rz 2004, VB.2004.00017, E. 2.2, www.vgrzh.ch). Aus den Akten geht kein Hinweis hervor, dass die Ehefrau das Schweizer BÃ¼rgerrecht erst nach Inkrafttreten des FreizÃ¼gigkeitsabkommens (1. Juni 2002) erworben hÃ¤tte. Geht man davon aus, dass die Ehefrau schon seit lÃ¤ngerem Schweizerin ist, wohnte und arbeitete sie anfangs Juni 2002 somit nicht aufgrund eines Aufenthaltsrechts aus dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen in der Schweiz, sondern wegen ihres Schweizer BÃ¼rgerrechts. Ob der BeschwerdefÃ¼hrer aus dem Abkommen Ã¼berhaupt ein Recht ableiten kÃ¶nnte, kann jedoch offen gelassen werden. Ein solches Recht steht â genauso wie jenes gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 Satz 1 ANAG â unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs (BGE 130 II 113 E. 9.5; BGr, 6. August 2004, Pra 94/2005 Nr. 15 E. 3.1). Die Beschwerde wÃ¤re somit selbst dann abzuweisen, wenn sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf das FreizÃ¼gigkeitsabkommen berufen kÃ¶nnte.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die GerichtsgebÃ¼hr dem Verfahrensausgang entsprechend dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Ver­waltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>