Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. April 2013 (725 12 377) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Basler Versicherung AG , Hauptsitz, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bay- erdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Die 1965 geborene A.____ arbeitet bei B.____ und ist aufgrund dieses Anstellungsver- hältnisses obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- un d Nichtbetriebsunfällen bei der Bas- ler Versicherung AG (Basler) versichert. Laut Bagatellunfall-Meldung vom 28. Juni 2011 verletz- te sich die Versicherte im März 2010 beim Skifahren an der linken Hüfte. Die Basler klärte in der Folge den rechtserheblichen Sachverhalt ab. Mit Verfü gung vom 2. Mai 2012 teilte sie der Ver- sicherten mit, dass es sich beim geschilderten Ereignis n icht um einen Unfall oder eine unfall- ähnliche Körperschädigung im Sinne der geltenden gesetzlichen Bestimmungen handle und sie Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihre Leistungspflicht deshalb ablehne. Die hiergegen erhobene Einsprache wies die Basler mit Entscheid vom 24. Oktober 2012 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 2 9. November 2012 (Poststem- pel) Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte dessen Aufhebung. Im Wesentlichen machte sie geltend, dass sie aufgrund des harten Aufpralls und des nachfolge nden Zufallkommens einen Unfall erlitten habe. Die Bagatellunfallmeldung vom 28. Jun i 2011 habe das Ereignis nicht richtig wie- dergegeben. Sie habe die Meldung jedoch nicht visiert und auch nicht als korrekt bestätigt. Mit- tels MR-Arthrographie sei eine ventrale Labrumläsion festgestellt worden, die kausal zum Distorsionstrauma vom März 2010 sei. C. Die Basler, vertreten durch Advokat Dr. Manfred Bayer dörfer, liess sich am 27. November 2012 zur Beschwerde vernehmen und beantra gte deren Abweisung. Sie hielt sinngemäss fest, aufgrund der Gesamtwürdigung sei davon auszugehen, dass weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung (UKS) vorlie ge und ihre Leistungspflicht deshalb zu verneinen sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die formellen Voraussetzungen zur Beschwerdeanhebu ng sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfa llversicherung (UVG) vom 20. März 1981 gewährt die Unfallversicherung Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl- len und Berufskrankheiten. Die Natur der Gesundheitsschädi gung ist kein Kriterium, um einen Schadensfall eher als Unfall oder Krankheit einzustufen . Entscheidend sind die unmittelbare Ursache der Schädigung und die Art ihrer Entstehung (vg l. A LEXANDRA RUMO -JUNGO , Recht- sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, B undesgesetz über die Unfall- versicherung, Zürich 2003, S. 18 ff.). 2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die plötzl iche, nicht beabsichtigte schädi- gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors au f den menschlichen Körper. Der ungewöhnliche Faktor kann dabei in einer unkoordinierten, programmwidrigen Körperbewegung bestehen (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 111 ff.). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vg l. Urteil vom 20. März 2008, U 8C_781, E. 2.2) liegt der ungewöhnliche äussere Faktor darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas "Programmwidriges" gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn der Versi- cherte stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst, oder wenn er, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausfüh rt oder auszuführen versucht (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 420 E. 2b mit Hinweisen). Eine solc he Programmwidrigkeit liegt somit dann vor, wenn der körperschädigende innere Vorgang sich entw eder als Folge einer bestimmten Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sinnfälligen Überanstrengung oder aber als Reaktion des Körpers auf ein sinnfälliges äusseres Ereignis, bzw. als instinktive Abwehrmassnahme gegenüber einer von aussen drohenden, ebenfalls augenfälligen Gefahr darstellt (Urteil des E idgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung] 1932 S. 48 ff. E. 2 S. 52; vgl. auch ALFRED MAURER , Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 1 76 f.). Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwel t - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (B GE 130 V 117 E. 2.1 S. 118 mit Hinweisen). 3.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegen den Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 125 V 195). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweis- anforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener S achverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrschei nlichste würdigt (L OCHER , a.a.O., S. 451 f.; BGE 121 V 208 E. 6b, 117 V 195 E. 3b). 3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrun dsatz beherrscht. Danach haben die Verwaltung und gegebenenfalls das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz sch liesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversi cherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte; für eine anspruchsbegründende Tatsache liegt somit die objektive Be- weislast beim Leistungsansprecher (vgl. BGE 121 V 208 E. 6a; L OCHER , a.a.O., S. 451). Das schweizerische Sozialversicherungsrecht kennt keinen Grunds atz, wonach die Versicherungs- organe im Zweifel zu Gunsten des Versicherten zu entsch eiden haben; ein Anspruch auf Leis- tung besteht also nur, wenn die Voraussetzungen dafür m it überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983, S. 259). Diese Beweisregel gre ift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsat zes aufgrund einer Beweiswürdi- gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest di e Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b; S VR 2001, KV, Nr. 50, E. 4b mit weite- ren Hinweisen). 3.3 Was speziell den Unfallbeweis anbelangt, sind die ei nzelnen Umstände des Unfallge- schehens vom Leistungsansprecher bzw. der Leistungsanspreche rin glaubhaft zu machen. Kommt er bzw. sie dieser Forderung nicht nach, indem un vollständige, ungenaue oder wider- sprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen ein es unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspfl icht des Versicherers (SVR 2001, KV, Nr. 50, S. 146 E. 4c). Im Streitfall darf zudem b erücksichtigt werden, dass die "Aussagen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der ersten Stunde" der versicherten Person erfahrungsgemäss unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (vgl. Urteil des EVG vom 14. Februar 2005, U 265/03, E. 5.2.2; BGE 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b; SVR 2001 KV Nr. 50 S. 146 E. 4c). Zur Glaubhaftmachung eines Unfal lereignisses müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben n amhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich übe r die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. Ur teile des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, U 234/04, un d vom 19. Mai 2004, U 236/03). Wech- selt die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewich t zu, als jenen nach Kenntnis einer ablehnenden Verfügung des Versicherers (vgl. BGE 1 21 V 47; Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1). Zu ergänzen ist, dass nebst der Verwaltung auch dem Ge- richt ein nicht unerheblicher Beurteilungsspielraum bei der Entscheidung zukommt, ob im Ein- zelfall die Ungewöhnlichkeit gegeben sei (vgl. BGE 112 V 202 E. 1). 3.4 Der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des Unfall es oder auch der UKS erfül- lenden Ereignisses lässt sich nur selten durch medizinische F eststellungen ersetzen. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen da s Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel lediglich die Bedeutung von Ind izien zu (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinisch e Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zw ar eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall auch Erei gnisse, denen der Charakter der Un- gewöhnlichkeit oder der Plötzlichkeit abgeht (vgl. A LFRED BÜHLER , Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 267). 4. Zwischen den Parteien ist zunächst der rechtserhebli che Sachverhalt in Bezug auf das Ereignis vom März 2010 strittig. 4.1.1 Gemäss Angaben in der Bagatellunfallmeldung vo m 28. Juni 2011 sei die Beschwerde- führerin im März 2010 beim Skifahren über einen Buckel gefahren und habe bei der Landung hart aufgeschlagen. Sie sei nicht gestürzt, trotzdem hab e der Aufschlag den Rücken zusam- mengestaucht. Nach diesem Vorfall habe sie gedacht, dass e s ohne Arzt gehe. Nach mehr als 5 Monaten habe sie wegen den Schmerzen trotzdem einen A rzt aufsuchen müssen. Dieser habe diagnostiziert, dass es sich um einen Folgeschaden des Unfalls handeln müsse. 4.1.2 Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin führte die Beschwerdeführerin am 2. Dezember 2011 aus, dass sie beim Skifahren hart aufges etzt habe und gestürzt sei. Die Schmerzen hätten sich direkt danach entwickelt. In der Fol ge seien sie bei bestimmten Bewe- gungen aufgetreten. Vor dem (nunmehr genau datierte n) Ereignis vom 12. März 2010 habe sie keine Beschwerden am betroffenen Körperteil, der linken Hüfte, gehabt. 4.1.3 Nachdem die Basler mit Verfügung vom 2. Mai 2012 und in der Folge auch im Einspra- cheentscheid vom 24. Oktober 2012 der Beschwerdeführerin mitteilte, sie anerkenne das Er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht eignis vom 12. März 2010 nicht als Unfall und werde daher auch keine Versicherungsleistungen erbringen, wurde am 26. November 2012 ein Rektifikat der Unfallmeldung durch die Arbeitgebe- rin erstellt. Diesem ist zu entnehmen, dass sich nach nochm aliger detaillierte Nachfrage heraus gestellt habe, dass die Beschwerdeführerin - nicht wie i n der Unfallmeldung vom 28. Juni 2011 beschrieben - doch gestürzt sei. 4.1.4 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren führte die Be schwerdeführerin aus, dass sie zweifelsfrei durch den harten Aufprall auf den Boden und das anschliessende Zufallkommen einen Unfall erlitten habe. Leider sei der Sturz bei der Unfallaufnahme nicht richtig interpretiert worden. Die Unfallmeldung sei von ihr aber nicht visie rt und damit auch nicht als korrekt bestä- tigt worden. 4.2 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin sind unter Berücksichtigung des gesamten Beweismaterials nicht stichhaltig. Zunächst ist festzuste llen, dass die Unfallmeldung erst mehr als ein Jahr nach dem Ereignis im März 2010 (ohne konkr ete Datumsangabe) erstellt wurde. Unter diesen Umständen konnte weder die Unfallversicher ung noch das Kantonsgericht eine zeitnahe Sachverhaltsabklärung vornehmen, weshalb sich di e Beweismaxime der "Aussagen der ersten Stunde" (vgl. E. 3.3) nur bedingt anwenden lässt. Auffallend ist dennoch, dass die erste Unfallmeldung vom 28. Juni 2010 eine genaue Darlegung des Ereignisses enthält. Daraus muss geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin im März 2010 beim Skifahren über einen Buckel gefahren und bei der Landung hart aufgesc hlagen ist. Ein Sturz wird jedoch expli- zit nicht erwähnt. Ein solcher wird auch vom erstbehande lnden Arzt, PD Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, in seinem Bericht vom 26. August 2010 nicht erwähnt. Erst am 2. Dezember 2011 führte die Beschwerdeführerin aus, dass es beim fraglichen Ereignis vom nunmehr genau da tierten 12. März 2010 zu einem Sturz gekommen sei. Diese Sachverhaltsdarstellung wurde i n der Folge auch nach erfolgter Leistungsverweigerung durch die Beschwerdegegnerin am 26. November 2012 durch die Ar- beitgeberin wiederholt. Diese Aussagen überzeugen nicht und erwecken vielmehr den Eindruck eines in Hinblick auf versicherungsrechtliche Leistungsansp rüche konstruierten Sachverhaltes. Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin - wie vorliegend moniert - die Unfall- meldung vom 28. Juni 2011 nicht selbst unterzeichnete . Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der darin enthaltene Sachverhalt mit ü berwiegender Wahrscheinlichkeit den Angaben der Beschwerdeführerin entspricht, wurden doch d etaillierte Angaben zum Gesche- hensablauf gemacht und ein Sturz explizit nicht erwähnt. Wäre es zu einem Sturz gekommen, wie von der Beschwerdeführerin im weiteren Verlauf de s Verfahrens behauptet, hätte dieser in die Unfallmeldung Eingang gefunden. Es sind jedenfall s keine Gründe ersichtlich, weshalb die Arbeitgeberin einen von den Angaben der Beschwerdefüh rerin abweichenden Sachverhalt in der Unfallmeldung hätte festhalten sollen. Auch die Aussage von Dr. med. E.____, FMH Ortho- pädische Chirurgie, vom 15. Mai 20012 ändert daran ni chts. Dr. E.____ attestierte in seinem Schreiben, dass die Beschwerdeführerin im März 2010 einen Sturz mit Hüftdistorsion erlitten habe. Dr. E.____ bestätigt damit zwar die Hüftdistorsion. Den ebenfalls erwähnten Sturz konnte aber auch Dr. E.____ nicht rechtsgenüglich belegen, war er ja nicht Augenzeuge des Gescheh- nisses vom März 2010. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Aus diesen Gründen ist festzustellen, dass sich der Sach verhalt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignete, wie er in der Bagatellunfallmeldung vom 28. Juni 2011 geschildert wurde. Demgemäss ist davon auszugehen, dass die Beschwerdef ührerin im März 2010 beim Skifahren über eine Buckel gefahren und dabei hart aufgeschlagen, aber nicht gestürzt ist. 5.1 Nachdem der massgebende Sachverhalt feststeht, ist in einem weiteren Schritt zu prü- fen, ob das Ereignis als plötzliche, nicht beabsichtigte sch ädigende Einwirkung eines unge- wöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper zu qualifizier en ist, mithin der Unfallbegriff im Sin- ne von Art. 4 ATSG (vgl. E. 2.2 vorstehend) erfüllt ist. 5.2.1 Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverl etzung das Merkmal der Unge- wöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 118 E. 2.2). Hin- gegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rech tssinne dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant. Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhären- te Risiko einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derart iges Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKU V 2004 Nr. U 502 S. 185 E. 4.4). Ver- läuft die Bewegung unkoordiniert, liegt der ungewöh nliche äussere Faktor darin, dass die kör- perliche Bewegung durch etwas Programmwidriges gestört w ird, was beispielsweise dann zu- trifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine refle xartige Abwehrhaltung ausführt oder aus- zuführen versucht. Wo sich die Schädigung auf das Körper innere beschränkt und sie erfah- rungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Verän- derungen eines Körperteils innerhalb eines durchaus nor malen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden se in (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b). 5.2.2 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde bei einem Skifahrer im Sinne eines Grenzfalles bejaht, der im buckligen Gelände auf einer vereisten Stelle ausglitt und danach - ohne zu stürzen - unkontrolliert auf den Boden aufschlug (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 420 ff.). Als Programmwidrigkeit wurde in jenem Urtei l das Ausgleiten auf der vereisten Stelle, das sich daraus ergebende unkontrollierte Anfahren ein es Buckels, das Abgehobenwerden bei verdrehter Oberkörperhaltung und das harte Aufschlagen g esehen (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 424 f. E. 4). Mangels Ungewöhnlichkeit des äusseren Fakt ors wurde der Unfallbegriff hingegen nicht als erfüllt betrachtet, wenn es beim Skifahren auf einer steilen, buckligen Piste und Kom- pression in einer Wellenmulde zum Auftreten einer Disku shernie kommt (nicht veröffentlichtes Urteil des EVG vom 16. Mai 1991, U 16/91, zitiert in RKUV 1999 Nr. U 345 S. 426 E. 5). 5.3 Der vorliegend geschilderte Sachverhalt lässt dara uf schliessen, dass die Beschwerde- führerin beim Skifahren über einen Buckel gefahren und bei der Landung hart aufgeschlagen ist. Dieser Sachverhalt erfüllt das Merkmal des ungewöhn lichen äusseren Faktors im Sinne der vorstehenden Ausführungen nicht. Das harte Aufschlagen n ach dem Überfahren eines Buckels beim Skifahren als solches ist nicht aussergewöhnlich, geli ngt das Befahren von Buckeln doch Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht oftmals nicht optimal. Aus diesem Grund mangelt es dies en Bewegungsabläufen mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit an der für die Bejahung des Unfallbegriffs notwendigen Programm- widrigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 20 08, 8C_781/2007, E. 2.3). Die Rechtsfrage, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor den natürlichen Bewegungsablauf beein- flusst hat, ist daher zu verneinen (vgl. BGE 122 V 232 E. 1.; RKUV 1993 Nr. U 165 E. 3b). Da damit die in Art. 4 ATSG genannten - kumulativ zu erf üllenden - Voraussetzungen nicht gege- ben sind, stellt das Ereignis vom März 2010 keinen Unfall im Rechtssinne dar. 6. Zu prüfen ist im Weiteren, ob der Vorfall vom März 2010 als UKS im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV) zu qualifi- zieren ist. Die Beschwerdegegnerin verneinte dies mit Bl ick auf die Rechtsprechung des Bun- desgerichts (vgl. BGE 129 V 466) in ihrem Einspracheent scheid vom 24. Oktober 2012 und in der Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2013 mit der üb erzeugenden Begründung, dass es sich weder bei der vorliegend diagnostizierten ventralen Labrumläsion nach Hüftdistorsion noch bei der Offset-Störung des Schenkelhalses um eine UKS laut der abschliessenden Aufzählung solcher Verletzungen gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV handle. Dieser Auffassung ist bei- zupflichten. Auf die Prüfung des für die Bejahung einer UKS nebst der Körperverletzung zusätz- lichen Erfordernisses des äusseren schädigenden Faktors kan n somit vorliegend verzichtet werden. 7. Nach dem Ausgeführten liegt weder ein Unfall noch e ine UKS vor. Die Beschwerde- gegnerin hat demnach ihre Leistungspflicht für das Ere ignis vom März 2010 zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 8. Gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorlieg ende Verfahren keine ordentlichen Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind we ttzuschlagen; die obsiegende Be- schwerdegegnerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g ATSG schränkt den Anspruch auf eine Parteientschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Partei ein. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.