TPF 2005 148 148 undvonderVorinstanz –übe rpauschaleBehauptungenhinaus – auchnicht dargetan,inwiefernderUntersuchungszweckzumheutigenZeitpunktdurch die GewährungderAkteneinsichtnochgef ährdetsein könnte.Obschondie Vorinstanznichtgehaltenist,dieobjektivenGr ünde fürdieVerweigerung derAkteneinsicht „vollumfänglich“ offenzulegen(H AUSER/SCHWERI/ HARTMANN,SchweizerischesStrafprozessrecht,6.Aufl.,Basel2005, § 55 N.18),sokannesdochnichtangehen,dasssiedieAkteneinsichttrotzein- lässlicherEinvernahmedesBeschuldigtendurchdieBeschwerdegegnerin nurwegenderfehlendeneigenenEinvernahmeundohneeinekonkreter- sichtlicheGef ährdungdesUntersuchungszwecksverweigert.Dasgiltumso mehr,alsdieBeschwerdegegnerinimErmittlungsverfahrenunbestrittener- massens ämtlichenVerteidigerndie Möglichkeitdervollumf änglichen Akteneinsichter öffneteundhiervonerwiesenermassenzweiVerteidiger vonMitbeschuldigtenGebrauchgemachthaben(wobeieinerderbeiden 1226Kopienerstellenliess).DieseAkteneinsichtdurchdieMitbeschuldig- tenkannvonderVorinstanz,wenngleichsieimRahmenderVoruntersu- chungvonderBeschwerdegegnerin unabhängig ist(vgl.hierzuBGE131I 66,67ff.E.4),nichtr ückgängig gemachtwerdenundl ässtdieKollusions- gefahrbzw.eineGef ährdungdesUntersuchungszweckesaufgrundder EinsichtdesBeschwerdef ührersindieAktenebenfallsals äusserstunwahr- scheinlicherscheinen.InsgesamthatdieVorinstanz,indemsiedemBe- schwerdeführertrotzdervorer wähnten Umstände dieAkteneinsichtver- weigerte,denihrzustehendenErmessensspielraumverletzt.DieBeschwer- de ist demgemäss gutzuheissen. TPF 2005148 39.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen Bundesanwaltschaft vom 7. Juli 2005(BB.2005.43) Revision. Einstellung des Verfahrens; selbständige Einziehungsverfügung. Art.58StGB,Art.29Abs.1BV,Art.229ff.BStPbzw.Art.31SGG,Art.136 ff. OG Eineimselb ständigen EinziehungsverfahrenergangeneEinzieh ungsverfügung desBundesanwalts,gegenwelchekeinRechtsmittelerhobenwurde,kannana- logdenUrteilenundEntscheidendesBundesstrafgerichtsmittelsRevision angefochtenwerden.TPF 2005 148 149 Révision. Classement de la procédure; ordonnance de confiscation autonome. Art.58CP,art.29al.1Cst.,art.229ss.PPF,respectivementart.31LTPF, art. 136 ss. OJ Paranalogieaveclesjugementsetar rêts duTribunal pénalfédéral, lesordon- nancesdeconfiscationautonomesrenduesparleprocureur général delaCon- fédération peuventfaire l’objetd’uneprocédure de révision sielles n’ont pas été entreprises par une autre voie de droit. Revisione. Desistenza dal procedimento; decisione di confisca indipendente. Art.58CP,art.29cpv.1Cost.,art.229esegg.PPrisp.art.31LTF,art.136e segg. OG Unadecisionediconfiscapresadalprocuratoregenerale nell’ambito diuna proceduradiconfiscaindipendente,controlaqualenon è stato interpostoalcun rimediogiuridico, può essereimpugnatamedianterevisioneanalogamentealle sentenze e alle decisioni del Tribunale penale federale. Zusammenfassung des Sachverhalts: ImRahmenderEinstellungeinesgegenB.undMitbeteiligteinsbesondere wegenVerdachtsderBeteiligunganeinerkriminellenOrganisationgef ühr- tenVerfahrenszogdieBundesanwaltschaft(BA)mitVerf ügung vom 26. Januar1998denSaldoeinesbeschlagnahmtenKontosvonA.(bisauf einenfreigegebenenBetragvonUSD8Mio.)zuGunstendesBundesein, daeinekriminelleHerkunftderdeponiertenGeldernichtauszuschliessen undderengesetzm ässigeHerkunftbisdatonichtnachgewiesenwordenwar. DerVertretervonA.verzichtetegleichentagsnamensundauftragsvonA. auf die Einlegung einesRechtsmittels. A.ersuchtemitEingabevom23.April2005um „RevisiongegendieEin- ziehungsverfügung vom26.Januar 1998“ beiderBA.Dieseer klärtemit Schreibenvom23.Mai2005,dasseinZur ückkommenaufdenEinzie- hungsentscheidausserFragestehe,dasichdermassgeblicheSachverhalt nichtg eänderthabeundkeineneuenTatsachengeltendgemachtworden seien.A.beantragtemittelsBeschwerdevom31.Mai2005,dieBAseiin dieserAngelegenheitzurAufnahmeeinesRevisionsverfahrenszuverpflich- ten. Die Beschwerdekammer tratauf dieBeschwerde nicht ein.TPF 2005 148 150 Aus den Erwägungen: 2.2 Das(ausserordentliche)RechtsmittelderRevisionistnurgegenUrteile derStrafkammerdesBundesstrafgerichts(Art.229ff.BStP)sowiegegen EntscheidederBeschwerdekammer(Art.31Abs.1SGGi.V.m.Art.136ff. OG)vorgesehen,nichtabergegenAmtshandlungendesBundesanwalts oderdesUntersuchungsrichters.SoweiteinEinziehungsentscheidakzesso- risch – imRahmeneinesStrafurteils – ergehtodereineselbst ändige Einzie- hungsverfügung imBeschwerdeverfahren(Art.73Abs.2bzw.120 bis Abs.2 BStP) überprüftwird,stellensichhinsichtlicheinerallf älligenRevision demnachkeinebesonderenFragen.Andersverh ält essichdagegenbeiden im selbständigenEinziehungsverfahrenergangenenEinziehungsverf ügun- gendesBundesanwalts(Art.58f.StGBi.V.m.Art.73Abs.1bzw.120 bis Abs.1BStP;vgl. S CHMID,Strafprozessrecht,4.A., Zürich2004,N758f.; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN,SchweizerischesStrafprozessrecht,6.A., Basel2005, § 93N2und3ff.),insbesonderewenndagegen-wievorlie- gend-keineBeschwerdeerhobenwurde.Indiesen Fällen gebietetindesdie GarantieeinergleichenundgerechtenBehandlunginVerfahrenvorGe- richts-undVerwaltungsinstanzen,wiesieheuteinArt.29Abs.1BVfest- gehaltenist,dieBestimmungen überdieRevisionvonUrteilenundEnt- scheidendesBundesstrafgerichtsanaloganzuwenden.Die Möglichkeit,ein Urteil,dasmitdermateriellenWahrheitnicht übereinstimmt,unterbe- stimmtenVoraussetzungennachtr äglichkorrigierenzuk önnen,stellteine grundlegende,gr undsätzlichinallenProzessverfahreningleicherWeise GeltungbeanspruchendeVerfahrensgarantiedar.SiehteinStrafverfahrens- gesetzeinRevisionsrechtnichtodernichtin genügenderWeisevor,ist diesesRechtunmittelbaraufgrundderBundesverfassungzu gewähren.Aus Gründen derRechtssicherheitistdabeidasGeltendmachenneuerTatsachen oderBeweismittelandiegleichstrengenVoraussetzungen geknüpft,diein derPraxisbeiderBejahungeinesRevisionsgrundesindengesetzlichgere- gelten Fällengelten.Insbesondere dürfenRevisionsgesuchenichtdazu dienen,rechtskr äftigeEntscheideimmerwiederinFragezustellenoder gesetzlicheVorschriften überdieRechtsmittelfristenzuumgehen(BGE127 I133,137f.E.6; H AUSER/SCHWERI/HARTMANN,a.a.O., § 102N.1).Ge- gense lbständige,formellundmateriellrechtsk räftigeEinziehungsentschei- dederBundesanwaltschaftistsomitgrund sätzlichdieRevisionnachden Art. 136 ff. OG zulässig.