Beschluss vom 3. Mai 2016 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiber Miro Dangubic Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel U. Walder, Beschwerdeführer gegen BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin Gegenstand Akteneinsicht (Art. 101 f. i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: BB.2015.127 - 2 - Die Beschwerdekammer hält fest, dass: - die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") seit 23. Juni 2011 eine Strafun- tersuchung u. a. gegen A. führt (vgl. Beschluss de s Bundesstrafgerichts BH.2016.1 vom 25. April 2016, lit. A.); - A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel U. Walder, u.a. am 28. September 2015 bei der BA um Akteneinsicht ersuchte (act. 1.1); - die BA mit Verfügung vom 23. November 2015 dem Ersuchen nur teilweise entsprach und es im Übrigen abwies (act. 1.1); - A., vertre ten durch Rechtsanwalt Daniel U. Walder, dagegen mit Be- schwerde vom 4. Dezember 2015 an das hiesige Gericht gelangte und um vollständige Akteneinsicht ersuchte (act. 1); - die Beschwerdeantwort innert erstreckter Frist am 29. Dezember 2015 er- folgte (act. 4 ); der Beschwerdeführer innert erstreckter Frist am 8. Feb- ruar 2016 replizierte (act. 9), was der Beschwerdegegnerin am 9. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 10); - die BA am 29. Februar 2016 Anklage bei der Strafkammer des Bundesstraf- gerichts gegen den Obgenannten erhob (vgl. Beschluss des Bundesstrafge- richts BH.2016.11 vom 25. April 2016, lit. D.); - die Strafkammer dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. April 2016 bzw. 13. April 2016 die Einsicht in die gesamten Verfahrensakten gewährte (act. 12.1); - der Beschwerdeführer am 14. April 2016 Stellung zu den Kosten - und Ent- schädigungsfolgen des vorliegenden Verfahrens bezog (act. 12); die Be- schwerdegegnerin mit Schreiben vom 15. April 2016 auf eine diesbezügliche Stellungnahme verzichtete (act. 13); - die Eingaben den Parteien am 18. April 2016 wechselseitig zur Kenntnis ge- bracht wurden (act. 15). - 3 - Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: - gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde nach den Vorschriften der Art. 393 ff. StPO erhoben werden kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG); - zur Beschwerde jede Partei oder jeder andere Verfahrensbeteiligte, welche oder welcher ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Än- derung des angefochtenen Entscheides haben, berechtigt sind (Art. 382 Abs. 1 StPO); das Rechtsschutzinteresse im Zeitpunkt des Entscheids über die Beschwerde noch aktuell sein muss (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss., Zürich/St. Gallen 2011, N. 244 m.w.H.); - das vorliegende Verfahren spätestens mit der Verfügung der Strafkammer vom 5. April 2016 bzw. 13. April 2016 gegenstandslos geworden ist (vgl. GUIDON, a.a.O., N. 244 m.w.H.); - bei Eintritt der Gegenstandslosigkeit im Beschwerdeverfahren in erster Linie kostenpflichtig wird, wer diese verursacht hat (TPF 2011 31; Entscheide des Bundesstrafgerichts BB.2013.9 vom 25. Februar 2013, BB.2012.122 vom 7. November 2012, S. 4, BB.2011.122 vom 14. November 2011); - wenn sich dies – wie vorliegend – nicht feststellen lässt, für das Unterliegen in erster Linie auf den mutmasslichen Prozessausgang abzustellen ist und zwar aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrun ds; der Ent- scheid summarischer zu begründen ist (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2013.9 vom 25. Februar 2013); - zwischen den Parteien unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer im Vor- verfahren nicht sämtliche Verfahrensakten im Original einsehen konnte, ihm diese jedoch in elektronischer Form vorlagen (act. 1.1, S. 2); - der Beschwerdeführer im Vorverfahren rügte, dass die ihm digital zugestell- ten Verfahrensakten nicht mit den Originalakten übereinstimmten (Verfah- rensakten 20-02-00092); - der Beschwerdeführer die Einsicht in die Originalakten im Wesentlichen des- wegen beantragte, um sie mit den ihm in elektronischer Form zugestellten Akten zu vergleichen (act. 1, S. 5); - 4 - - nicht einzusehen ist, weswegen die Beschwerdegegnerin diesem Antrag nicht entsprach; - die Strafkammer entsprechend – auf Gesuch des Beschwerdeführers hin – diesem volle Akteneinsicht in die originalen Verfahrensakten gewährte (act. 12.1); - nach dem Gesagten die Beschwerde mutmasslich gutgeheissen worden wäre; - bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Gerichtskosten zu erheben sind (Art. 428 Abs. 4 und 423 StPO); - die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte auszurichten hat (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO); die eingereichte Honorarnote (act. 5.4) grundsätzlich Grundlage der Bemessung der Entschädigung bildet (Art. 10 und 12 Abs. 1 BStKR); - Rechtsanwalt Daniel U. Walder mit Schreiben vom 14. April 2016 seine Ho- norarnote einreichte (act. 12.2); - der geltend gemachte Stundenansatz j edoch praxisgemäss von Fr. 280. -- auf Fr. 230. -- zu reduzieren ist (vgl. hierzu u. a. den Beschluss des Bun- desstrafgerichts BB.2013.11 vom 18. Juni 2013, E. 4.2 mit Hinweis); - Rechtsanwalt Daniel U. Walder für da s Verfassen der Beschwerde 6.25 Stunden veranschlagt und für die Beschwerdereplik 9.55 Stunden; der geltend gemachte Aufwand für die Replik als übersetzt einzustufen ist, da von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ni chts wesentlich Neues vorgebracht wurde; 4 Stunden für den Aufwand im Zusammenhang mit der Beschwerdereplik als angemessen erscheinen; - im Übrigen die geltend gemachten Aufwendungen als angemessen einzu- stufen sind; - sich die zu leistende Entschädigung daher auf Fr. 2‘545.90 (11 Stunden à Fr. 230.-- inkl. Auslagen Fr. 15.90; keine MwSt.) beläuft. - 5 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abgeschrie- ben. 2. Es werden keine Gerichtsgebühren erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2‘545.90 zu entrichten. Bellinzona, 3. Mai 2016 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - Rechtsanwalt Daniel U. Walder - Bundesanwaltschaft Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.