Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 24. Februar 2021 ZK2 2020 33 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr. In Sachen A.________, Berufungsführer, gegen B.________, Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, betreffend Eheschutz (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz vom 3. Juni 2020, ZES 2020 213);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. A.________ (nachfolgend Gesuchsgegner) und B.________ (nachfol- gend Gesuchstellerin) heirateten am ________ und sind die Eltern des ge- meinsamen Sohnes E.________. Die Gesuchstellerin reichte am 1. Mai 2020 beim Bezirksgericht Schwyz ein Eheschutzgesuch ein und beantragte insbe- sondere die alleinige Obhut über das Kind E.________ unter Gewährung ei- nes gerichtsüblichen Besuchsrechts zugunsten des Gesuchsgegners (Vi-act. 1, ZES 2020 213). Das superprovisorische Gesuch der Gesuchsteller- in betreffend sofortige Rückgabe des Sohnes und alleinige Obhut vom 12. Mai 2020 (Vi-act. 5) wies der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz mit Verfü- gung vom 13. Mai 2020 ab (Vi-act. 7). Mit zwei weiteren Eingaben vom 13. Mai 2020 ersuchte die Gesuchstellerin erneut um Rückgabe des Sohnes durch den Gesuchsgegner (Vi-act. 8, 9). Der Gesuchsgegner nahm am 18. Mai 2020 hierzu Stellung (Vi-act. 11). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 2. Juni 2020 (Vi-act. 13) hielt die Gesuchstellerin im Wesentlichen an ihren Anträgen fest (Vi-act. 14). Der Gesuchsgegner beantragte insbesondere die Anordnung der alternierenden Obhut, eventualiter die Zuteilung der Obhut an die Gesuchstellerin und die Gewährung eines ausgedehnten Besuchs- rechts (Vi-act. 17). Die Parteien wurden ausführlich befragt (Vi-act. 13, S. 6 ff.). Im Rahmen des nachfolgenden Vergleichsgesprächs unterzeichneten sie eine vollständige Trennungsvereinbarung, u.a. mit folgendem Wortlaut (Vi-act. 19): […] 2. Elterliche Obhut (Art. 176 Abs. 3 ZGB, Art. 301 ZGB) Die elterliche Obhut für das Kind E.________ sei für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau zuzuteilen. E.________ wird demzu- folge bei der Ehefrau wohnen. 3. Betreuungsregelung (Art. 176 Abs. 3 ZGB, 273 ff. ZGB) Der Ehemann/Vater ist berechtigt, das Kind E.________ vom Samstag, 6. Juni 2020, 10.00 Uhr (Übergabe bei F.________), bis Kantonsgericht Schwyz 3 Sonntag, 7. Juni 2020, 10.00 Uhr (Übergabe auf Parkplatz, D.________) auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Der Ehemann/Vater ist berechtigt, das Kind E.________ jedes 2. Wochenende in den geraden Kalenderwochen eines jeden Mo- nats von jeweils Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Der Ehemann/Vater ist sodann berechtigt, das Kind E.________ - in den geraden Jahren von Karfreitag, 9.00 Uhr, bis Oster- montag, 18.00 Uhr, und in den ungeraden Jahren vom Pfingstsamstag, 9.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr, sowie jedes Jahr am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr; - während zwei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Ehemann ver- pflichtet sich, die Ausübung des Ferienbesuchsrechts min- destens drei Monate im Voraus anzumelden bzw. mit der Ehefrau abzusprechen. Können sich die Ehegatten nicht ei- nigen, so kommt dem Vater in den ungeraden Jahren das Entscheidungsrecht bezüglich der Ferienaufteilung zu und der Mutter in den geraden Jahren. Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten. Der Ehemann/Vater verpflichtet sich, Sohn E.________ an den Besuchswochenenden persönlich zu betreuen. [Beistandschaft] […] Der Gesuchsgegner zog am 2. Juni 2020 (zwei Stunden nach Ende der Hauptverhandlung) seine Unterschrift zur Trennungsvereinbarung zurück (Vi-act. 20). Mit Verfügung vom 3. Juni 2020 erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz Folgendes (Vi-act. 23): 1. [Getrenntleben]Kantonsgericht Schwyz 4 2. Das gemeinsame Kind E.________ wird unter die elterliche Obhut der Ehefrau gestellt. 3. [Beistandschaft] 4. Im Übrigen wird die Trennungsvereinbarung der Ehegatten vom 2. Juni 2020 genehmigt und das Verfahren als erledigt abgeschrie- ben. 5.-8. [Kosten, Entschädigung, Rechtsmittel, Zustellung] a) Die Gesuchstellerin reichte am 15. Juni 2020 beim Einzelrichter am Be- zirksgericht Schwyz ein (super-)provisorisches Gesuch um Rückgabe des Sohnes E.________ sowie um Sistierung des Besuchsrechts ein (Vi-act. 1, ZES 2020 306). Am 16. Juni 2020 verfügte der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz superprovisorisch die umgehende Übergabe des Kindes E.________ an die Kindsmutter, die Verpflichtung der Gesuchstellerin zur Gewährung des Besuchsrechts unter Bedingungen sowie die Androhung der Sistierung des Besuchsrechts und von Straffolgen an den Gesuchsgegner bei Nichtrückgabe des Sohnes (Vi-act. 3, ZES 2020 306). Nach wiederholten Nichtrückgaben des Sohnes E.________ verfügte der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz am 14. Juli 2020 superprovisorisch die umgehende Übergabe des Sohnes E.________ an die Kindsmutter sowie die einstweilige Sistierung des Be- suchsrechts (Vi-act. 21, ZES 2020 306). Der Gesuchsgegner beantragte am 14. August 2020 die Abweisung des Gesuchs und die sofortige Aufhebung der Sistierung des Besuchsrechts (Vi-act. 32, ZES 2020 306). Die Gesuchstellerin ersuchte am 4. September 2020 um Anordnung eines maximal ordentlichen Besuchsrechts sowie weiterer Modalitäten (Vi-act. 41, ZES 2020 306). Mit Verfügung vom 24. September 2020 hob der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz die Sistierung des Besuchsrechts auf und wies den Antrag der Ge- suchstellerin auf Abänderung der Trennungsvereinbarung vom 2. Juni 2020 bzw. gänzliche Aufhebung des Besuchsrechts ab (Vi-act. 44, ZES 2020 306). b) Der Gesuchsgegner erhob am 29. Juni 2020 Berufung gegen die Verfü- gung des Einzelrichters am Bezirksgericht vom 3. Juni 2020 und machte sinn-Kantonsgericht Schwyz 5 gemäss geltend, er sei mit der in der Vereinbarung festgehaltenen Betreu- ungsregelung insofern nicht einverstanden, als die ihm zugesprochene Be- treuungszeit zu knapp bemessen sei (KG-act. 1). Die Gesuchstellerin beantragte mit Berufungsantwort vom 16. Juli 2020, auf die Berufung sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, unter Kos- ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklägers (KG-act. 7). Der Gesuchsgegner reichte unaufgefordert weitere Eingaben ein (KG-act. 5, 11, 13, 14, 16, 17, 21, 23, 24, 26, 28, 30, 32, 34-37, 40, 45). c) Auf das Revisionsgesuch des Gesuchsgegners betreffend die Verfü- gung vom 3. Juni 2020 (Vi-act. 1, ZES 2021 7) trat der Einzelrichter am Be- zirksgericht Schwyz mit Verfügung vom 11. Januar 2021 nicht ein (Vi-act. 3, ZES 2021 7). Auf die dagegen am 18. Januar 2021 erhobene Beschwerde trat der Kantonsgerichtsvizepräsident mit Verfügung vom 29. Januar 2021 ebenso wenig ein (ZK2 2021 4). 2. Der Gesuchsgegner focht nur das Besuchsrecht (Betreuungsregelung) an, welches in Ziff. 3 der Trennungsvereinbarung festgehalten wurde. Der Vorderrichter genehmigte die Vereinbarung in diesem Punkt und erklärte das Verfahren als erledigt abgeschrieben (angef. Verfügung, Dispositivziff. 4). So wie über die Scheidungsfolgen eine genehmigungsbedürftige Konvention abgeschlossen werden kann (Art. 279 ZPO), ist auch im Eheschutzverfahren grundsätzlich eine Vereinbarung möglich (BGE 142 III 518, E. 2.5; Urteil BGer 5A_1031/2019 vom 29. Juni 2020, E. 2.2). Das Gericht genehmigt diese Ver- einbarung, wenn es sich davon überzeugte, dass die Ehegatten sie aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung schlossen und sie klar, vollständig und nicht offensichtlich unangemessen ist (Art. 279 Abs. 1 analog; Urteil BGer 5A_1031/2019 vom 29. Juni 2020, E. 2.2). In Kinderbelangen können die Kantonsgericht Schwyz 6 Ehegatten jedoch nicht frei verfügen. Über diese entscheidet das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge (Art. 296 Abs. 3 ZPO). Eine Vereinbarung in diesem Bereich verpflichtet das Gericht daher nicht. Ihr kommt lediglich der Charakter eines gemeinsamen Antrages zu (Urteil BGer 5A_1031/2019 vom 29. Juni 2020, E. 2.2; im Scheidungsverfahren: BGE 143 III 361, E. 7.3.1). Das Gericht hat demnach in Kinderbelangen nicht lediglich die Konvention im Rahmen von Art. 279 ZPO zu prüfen, sondern einen Entscheid zu fällen (Six, Eheschutz, 2. A., Bern 2014, Rz. 1.43; vgl. Schweighauser, in: FamKomm Scheidung, Bd. II, 3. A., Bern 2017, Anh. ZPO, N 38 zu Art. 296 ZPO). Im Dispositiv der angefochtenen Verfügung wird zwar betreffend das Be- suchsrecht (Betreuungsregelung) lediglich die Trennungsvereinbarung ge- nehmigt anstatt hierüber zu entscheiden. Dies ändert aber vorliegend am Er- gebnis des Berufungsverfahrens nichts, weil die Berufung – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – abgewiesen werden muss, sofern auf sie überhaupt einzu- treten ist. 3. Ein erstinstanzlicher Entscheid ist mit Berufung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) oder eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend ge- macht werden (Art. 310 ZPO). a) Die Berufung ist mit einem Antrag zu versehen (Spühler, in: Basler Kommentar zur ZPO, 3. A., Basel 2017, N 3 zu Art. 311 ZPO). Bei juristischen Laien werden etwas geringere Anforderungen gestellt und allfällige Anträge müssen nach Treu und Glauben ausgelegt werden. Es genügt, wenn Laien wenigstens dem Sinn nach Anträge stellen, wie die Berufungsinstanz zu ent- scheiden habe (Spühler, a.a.O., N 13 zu Art. 311 ZPO). Vorliegend enthält die Berufung zwar keinen expliziten Antrag (KG-act. 1), den Ausführungen ist aber gerade noch zu entnehmen, dass der Gesuchsgegner die vorinstanzliche Kantonsgericht Schwyz 7 Entscheidung betreffend die Betreuungsregelung für den Sohn E.________ anficht und ein ausgedehnteres Besuchsrecht beantragt. b) In der Berufung ist substantiiert vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid unrichtig sei und warum und wie er geändert werden müsse. Die Berufung hat sich mit den Entscheidgründen der Vorinstanz aus- einanderzusetzen. Diese Pflicht besteht auch im Anwendungsbereich des Of- fizialgrundsatzes. In der Berufung ist darzulegen, wo und wie die erste Instanz das Recht unrichtig angewandt oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll (Spühler, a.a.O., N 15 zu Art. 311 ZPO; vgl. Reetz/Theiler, in: Sut- ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur ZPO, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, N 36 zu Art. 311 ZPO). Die Vorinstanz hielt zur Obhut und zum Besuchsrecht lediglich fest, das Ge- richt folge den Anträgen der Parteien, weil es sich aufgrund der ausführlichen Parteibefragung sowie der langen Vergleichsverhandlungen davon habe überzeugen können, dass die getroffene Regelung den Bedürfnissen des Kin- des am besten Rechnung trage und die Eltern bereit gewesen seien, diese Regelung entsprechend umzusetzen (angef. Verfügung). Angesichts dieser äusserst knappen Begründung können an eine durch einen juristischen Laien eingereichte Berufung keine sehr hohen Anforderungen gestellt werden. Der Gesuchsgegner geht aber weder auf diese Kurzbegründung in der angefoch- tenen Verfügung ein noch – was auch von einem Laien erwartet werden darf – auf die konkreten Umstände, welche für die Festlegung eines (ausgedehnte- ren) Besuchsrechts relevant wären (z.B. Distanz der Wohnorte der Eltern, Alter des Kindes, Arbeitspensum der Eltern, Schwierigkeiten bei der Überg- abe/Rückgabe des Kindes usw.). Er gibt lediglich verschiedene Feststellungen wieder (z.B. ihm kämen ungleiche Rechte und Pflichten zu; die Besuchszeit sei zu knapp bemessen), zählt allgemein formulierte Vorteile eines Aufenthalts des Sohnes bei ihm auf und äussert den Wunsch, dem Sohn ein für seine Entwicklung gutes Umfeld bieten zu können und mehr Betreuungszeit zu er-Kantonsgericht Schwyz 8 halten (ohne festzuhalten, wie lange und an welchen Tagen er den Sohn be- treuen möchte). Die Berufungsbegründung ist derart knapp, dass grundsätz- lich auf die Berufung nicht einzutreten wäre. Selbst wenn auf die Berufung eingetreten werden könnte, müsste sie – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – abgewiesen werden. 4. Der Gesuchsgegner scheint die Zuteilung der Obhut über den Sohn E.________ an die Gesuchstellerin (angef. Verfügung, Dispositivziff. 2) nicht anzufechten. Sofern auf die Berufung eingetreten würde, wäre der zeitliche Umfang des Besuchsrechts zu prüfen (vgl. KG-act. 1). a) Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und minder- jährige Kinder haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs nach Art. 273 ZGB gilt das Kindeswohl, das an- hand der Umstände des konkreten Einzelfalls zu beurteilen ist (BGE 130 III 585, E. 2.1 mit Hinweisen; Büchler, in: FamKomm Scheidung, Bd. I, 3. A., Bern 2017, N 25 zu Art. 273 ZGB). Für die Regelung der Häufig- keit und Dauer der Besuchskontakte spielen insbesondere das Alter des Kin- des, seine bisherige Bindung an den nicht obhutsberechtigten Elternteil, die Lebensausgestaltung des Kindes und beider Eltern, die Gesundheit und zeitli- che Verfügbarkeit der Betroffenen sowie die Distanz zwischen den elterlichen Wohnungen eine massgebende Rolle (Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar zum ZGB, 6. A., Basel 2018, N 10 und 13 zu Art. 273 ZGB; Michel/Schlatter, in: Kurzkommentar zum ZGB, 2. A., Basel 2018, N 12 zu Art. 273 ZGB). Wel- che Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und Kindern ange- messen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt umschreiben, sondern ent- scheidet sich im konkreten Einzelfall nach richterlichem Ermessen (Urteil BGer 5A_432/2011 vom 20. September 2011, E. 2.5; vgl. Urteil BGer 5A_47/2017 vom 6. November 2017, E. 7.2). Liegen keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls vor, ist ein Besuchs- und Ferien-Kantonsgericht Schwyz 9 recht im üblichen Umfang auszusprechen. Üblich ist in der Deutschschweiz für Vorschulkinder ein Tag oder zwei halbe Tage pro Monat, im Grundschulalter zwei Wochenenden pro Monat und zwei bis drei Wochen Ferien pro Jahr (Büchler, in: FamKomm Scheidung, Bd. I, 3. A., Bern 2017, N 23 zu Art. 273 ZGB). b) In der Trennungsvereinbarung vom 2. Juni 2020 wurden ein Besuchs- recht an jedem zweiten Wochenende von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Sonn- tag, 18.00 Uhr, eine Feiertagsregelung sowie zwei Wochen Ferien pro Jahr vereinbart (Vi-act. 19, ZES 2020 213, Ziff. 3). Wie bereits erwähnt, ist für Kin- der im Vorschulalter ein Besuchsrecht von einem Tag oder zwei Halbtagen pro Monat üblich. Das vereinbarte Wochenend-Besuchsrecht ist somit ange- sichts des Alters von E.________ (gut drei Jahre) sehr grosszügig ausgestal- tet. c) Eine Kindeswohlgefährdung durch die Ausübung des vereinbarten Be- suchsrechts ist nicht ersichtlich. Die Gesuchstellerin sagte denn auch, dass es dem Kind beim Vater nicht schlecht gehe. Der Gesuchsgegner habe sich ein- fach nie (persönlich) um ihn gekümmert (Vi-act. 13, Fragen 82 ff.). Auch wenn das Kantonsgericht nicht zweifelsfrei davon überzeugt ist, ob dem Gesuchs- gegner insbesondere die Wichtigkeit der Beinschiene für die Gesundheit des Kindes (Vi-act. 13, Frage 19) und die Gefahren für ein Kleinkind auf einer Alp (z.B. Transport mit dem Aebi [Vi-act. 13, Fragen 33-36]; Heugaden, Absturz- gefahr [Vi-act. 13, Frage 88]) wirklich bewusst sind, spricht grundsätzlich nichts gegen das vereinbarte und von der Gesuchstellerin akzeptierte Be- suchsrecht. Der Gesuchsgegner verlangt jedoch eine Ausdehnung seiner Be- treuungszeit. d) Ein dreijähriges Kind wie E.________ benötigt noch eine relativ intensi- ve Betreuung. Für den Umfang des Besuchsrechts spielt daher die zeitliche Verfügbarkeit der Betreuungsperson eine wichtige Rolle. Der Gesuchsgegner Kantonsgericht Schwyz 10 ist mit einem Pensum von 100 % als Maurer bei der G.________ AG ange- stellt (Vi-act. 18, BB 14). Wenn er arbeitet, wird E.________ von den Eltern oder der Schwester des Gesuchsgegners oder von anderen Personen im Dorf betreut (Vi-act. 13, Frage 27). Selbst wenn der Gesuchsgegner wie behauptet sein Pensum auf 80 % reduzieren würde (Vi-act. 13, Frage 22), würde E.________ bei einer Ausdehnung des Besuchsrechts werktags beinahe den ganzen Tag von Verwandten oder Bekannten betreut anstatt vom Gesuchs- gegner persönlich. Hinzu kommt, dass der Gesuchsgegner während der Sommermonate (drei Monate: Vi-act. 18, BB 14; bzw. vier Monate: Vi-act. 13, Frage 14 f., Aussage Gesuchsgegner) statt als Maurer zu arbeiten eine Alp im H.________ bewirtschaftet. Dort ist er zwar ganztags vor Ort. Die meisten Arbeiten dürften aber jeden Tag, auch am Wochenende, anfallen. Die Ge- suchstellerin machte sogar geltend, auf der Alp habe der Gesuchsgegner nie Zeit für E.________ (Vi-act. 13, Frage 86). Auf die Frage des Vorderrichters, wie er sich die Betreuung von E.________ auf der Alp vorstelle, antwortete der Gesuchsgegner denn auch ausweichend und machte keine konkreten Angaben (Vi-act. 13, Frage 31). Er konnte nicht einmal sagen, ob er die bean- tragten sieben Tage Betreuungszeit in zwei Wochen an einem Stück oder un- terteilt ausüben wolle (Vi-act. 13, Frage 30) und wer die Betreuungstage be- stimmen solle (Vi-act. 13, Frage 32). Eine Ausdehnung des Besuchsrechts würde somit nicht zwingend mehr persönliche Betreuungszeit des Gesuchs- gegners bedeuten. Demgegenüber arbeitet die Gesuchstellerin mit einem ver- gleichsweise geringen Pensum von 30 % als Pflegefachfrau im I.________ (Vi-act. 1, S. 5, ZES 2020 213). Die Arbeitstage kann sie selber bestimmen (Vi-act. 13, Frage 94) und auch auf die Besuchswochenenden des Gesuchs- gegners legen (KG-act. 7, S. 12). Die Gesuchstellerin könnte somit die Be- treuung von E.________ weitestgehend persönlich übernehmen. Im Übrigen vermag der Gesuchsgegner mit seinen pauschal vorgetragenen „wichtigen Aspekten“ (KG-act. 1, S. 2) nicht davon zu überzeugen, dass die Betreuungs- umgebung bei ihm für die Entwicklung des Kindes derart förderlicher wäre als Kantonsgericht Schwyz 11 diejenige bei der Gesuchstellerin, so dass sich allein deswegen eine Ausdeh- nung des Besuchsrechts rechtfertigen könnte. e) Problematisch erscheint sodann, dass der Gesuchsgegner mehrfach die Besuchszeiten nicht einhielt, d.h. E.________ nach den Besuchswochenen- den nicht zur Mutter zurückbrachte und es infolgedessen zu Auseinanderset- zungen kam. Der Gesuchsgegner gab zu, dass er das Kind nach dem Be- suchswochenende vom 9./10. Mai 2020 nicht wie vereinbart am Sonntag- abend, sondern erst am Donnerstagabend, 14. Mai 2020, zurückgab (Vi-act. 11, S. 2, ZES 2020 213). Als Grund gab er an, er habe eine Zusiche- rung verlangt, E.________ am nächsten Wochenende (22. Mai 2020) wieder zu sich auf Besuch nehmen zu können. Vom Vorderrichter darauf angespro- chen, antwortete der Gesuchsgegner, als er E.________ abgeholt habe, habe er gesagt, er verspreche nichts, er gebe kein Datum durch, wann er ihn wieder zurückbringe. Es könne sein, dass er E.________ auch für längere Zeit bei sich behalte, für sechs, sieben Tage, was durchaus eine notwendige Sache wäre (Vi-act. 13, Frage 58). Sodann kündigte der Gesuchsgegner eine Woche nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und Unterzeichnung der Tren- nungsvereinbarung vom 2. Juni 2020 der Gesuchstellerin mit Schreiben vom 9. Juni 2020 an, dass er E.________ nach dem Besuchswochenende vom 11.-14. Juni 2020 für zwei Wochen in den Ferien behalten werde (Vi-act. 2/2, ZES 2020 306). Dies obwohl sich der Gesuchsgegner in der Vereinbarung verpflichtete, das Ferienbesuchsrecht mindestens drei Monate im Voraus an- zumelden (Vi-act. 19, Ziff. 3, ZES 2020 213). Die Gesuchstellerin erklärte sich mit SMS vom 13. Juni 2020 nicht einverstanden (Vi-act. 2/4, ZES 2020 306). Am Sonntag 14. Juni 2020 gab der Gesuchsgegner E.________ nicht zurück, sodass die Gesuchstellerin am 15. Juni 2020 ein superprovisorisches Gesuch um Herausgabe des Kindes einreichte (Vi-act. 1, ZES 2020 306). Mit Verfü- gung vom 16. Juni 2020 ordnete der Vorderrichter die umgehende Übergabe von E.________ an (Vi-act. 3, ZES 2020 306). Diese konnte erst nach stun- denlangen Bemühungen unter Zuhilfenahme der Polizei stattfinden (Vi-act. 12, Kantonsgericht Schwyz 12 ZES 2020 306). Am 3. Juli 2020 kündigte der Gesuchsgegner wiederum an, das Besuchswochenende vom 9.-12. Juli 2020 bis am 16. Juli 2020 ausdeh- nen zu wollen (Vi-act. 15, ZES 2020 306). Er verpflichtete sich unterschriftlich, E.________ am 12. Juli 2020 zur Gesuchstellerin zurückzubringen (Vi-act. 19/1, ZES 2020 306), woran er sich jedoch nicht hielt, sodass die Ge- suchstellerin am 13. Juli 2020 nochmals ein superprovisorisches Gesuch um Übergabe des Kindes stellte (Vi-act. 18, ZES 2020 306). Mit Verfügung vom 14. Juli 2020 ordnete der Vorderrichter die umgehende Übergabe an und sis- tierte das Besuchsrecht einstweilen (Vi-act. 21, ZES 2020 306). Der Gesuchs- gegner verhielt sich damit betreffend die Besuchszeiten sehr unkooperativ. Es versteht sich von selbst, dass derartige Schwierigkeiten bei der Übergabe nicht dem Kindeswohl entsprechen. Insbesondere kleine Kinder sind auf Sta- bilität und Verlässlichkeit angewiesen, was mit der Einhaltung der vereinbar- ten Besuchszeiten und möglichst konfliktfreien Übergaben erreicht werden sollte. Im Hinblick auf die geschilderten Schwierigkeiten kommt die Ausdeh- nung des bereits grosszügig gewährten Besuchsrechts daher nicht in Frage. Folglich wäre die Berufung, selbst wenn auf sie eingetreten würde, abzuwei- sen. 5. Die Prozesskosten sind ausgangsgemäss dem unterliegenden Ge- suchsgegner aufzuerlegen und der Gesuchsgegner hat die Gesuchstellerin zu entschädigen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der gesuchsgegnerische Rechtsanwalt macht einen Aufwand von 5,75 Stunden à Fr. 250.00, Fr. 7.00 Porto und MWST geltend, d.h. total Fr. 1‘688.20 (KG-act. 7, S. 13). Diese Entschädigung erscheint für die 13-seitige Rechtsmittelantwort (KG-act. 7) inkl. Aktenstudium und Auslagen angesichts der eher einfachen Streitigkeit und der sorgfalts- pflichtgemäss angebrachten Alternativbegründung angemessen (§ 10 i.V.m. § 6 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebTRA);-Kantonsgericht Schwyz 13 beschlossen: 1. Die Berufung wird, soweit auf sie einzutreten ist, abgewiesen. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1‘500.00 werden dem Be- rufungsführer auferlegt und von seinem Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3‘000.00 bezogen. Die Kantonsgerichtskasse hat dem Beru- fungsführer Fr. 1‘500.00 zurückzuerstatten. 3. Der Berufungsführer hat die Berufungsgegnerin für das Berufungsver- fahren mit Fr. 1‘688.20 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert ist unbestimmt. 5. Zufertigung an A.________ (1/R) und an Rechtsanwalt C.________ (2/R), je unter Zustellung von KG-act. 48 inkl. Beilage zur Kenntnis, die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Der Kantonsgerichtsvizepräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 26. Februar 2021 kau