<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, in einem Erlass zu regeln, dass bei der Entsorgung der sterblichen Reste des getöteten vorgeburtlichen menschlichen Lebens die Würde der Kreatur zu wahren ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Würde des Menschen ist in der Schweiz ausdrücklich durch die Verfassung geschützt (Art. 7 der Bundesverfassung). Sie bezieht sich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch auf den Embryo (BGE 119 Ia 503). Obschon dem Embryo und Fötus noch nicht alle Rechte einer geborenen Person zukommen, folgt aus der Menschenwürde, mit Embryonen oder Föten aus Schwangerschaftsabbrüchen würdig umzugehen.</p><p>Eine Spezialregelung auf Bundesebene zur Verwendung von Embryonen und Föten aus Schwangerschaftsabbrüchen zu Forschungszwecken besteht bisher noch nicht. Die Frage ist auch in den kantonalen Gesetzgebungen und in standesrechtlichen Richtlinien höchstens teilweise geregelt.</p><p>Der Bundesrat hat mit der vom Parlament überwiesenen Motion Plattner 98.3543 den Auftrag erhalten, ein Bundesgesetz über die Forschung am Menschen zu erarbeiten. Die Motion Dormann 97.3623, auf die sich die Motion Plattner in der Begründung im Wesentlichen stützt, verlangt ausdrücklich, die Fragen im Zusammenhang mit Forschung an Embryonen und Föten aus Schwangerschaftsabbrüchen zu regeln.</p><p>Das Bundesamt für Gesundheit hat die Arbeiten für einen Gesetzentwurf über die Forschung am Menschen in Angriff genommen. Die Vernehmlassung ist für das Jahr 2002 geplant. Das neue Gesetz soll die Forschung am Menschen umfassend regeln, also auch die Frage, ob mit menschlichen Embryonen und Föten Forschung betrieben werden darf und, wenn ja, unter welchen Bedingungen und zu welchem Zweck. Damit wird ein wichtiger Aspekt des Anliegens des Motionärs einer gesetzlichen Regelung zugeführt.</p><p>Im Übrigen gilt, dass mit Embryonen und Föten aus Schwangerschaftsabbrüchen grundsätzlich gleich umgegangen wird wie mit menschlichen Organen, Geweben oder Zellen, d. h., dass sie im Allgemeinen kremiert werden.</p><p>Die Annahme des Motionärs, dass die Einführung einer Fristenlösung eine wesentliche Erhöhung der Schwangerschaftsabbrüche bewirken würde, kann der Bundesrat so nicht teilen. Für die vom Motionär angeführte Behauptung gibt es keine Beweise.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.