Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 28. Juli 2015 (470 15 105) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Verfahrenseinstellung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Peter Tobler (Ref.), Richter Edgar Schürmann; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien A.____ , vertreten durch B.____ , Beiständin, wiederum vertreten durch Advokat Alain Joset, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Beschwerdegegnerin C.____ , vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel, Beschuldigte Gegenstand Verfahrenseinstellung (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft vom 16. April 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. In der Zeit von Ende August 2007 bis zum 23. Juni 2 008 war C.____ als Vormund von A.____ eingesetzt. Mit Entscheid der Kantonalen Vor mundschaftskommission vom 23. Juni 2008 (act. 565 ff.) wurde die Vormundschaf t gemäss Art. 369 ZGB über A.____ aufgehoben. Im Anschluss daran errichtete die Vormu ndschaftsbehörde X.____ mit Beschluss vom 14. Juli 2008 (act. 581 f.) für A.____eine komb inierte Beistandschaft gemäss Art. 392 Ziff. 1 ZGB und Art. 393 Ziff. 2 ZGB und setzte den bisherigen Vormund C.____ als Beiständin ein. Mit Beschluss vom 15. September 2008 (act. 603 f.) genehmigte die Vormundschaftsbe- hörde X.____ den Schlussbericht von C.____. Auf ent sprechende Beschwerde von A.____vom 22. Juli 2008 (act. 587 ff.) hin hob das Kantonale Vormundschaftsamt mit Entscheid vom 21. April 2009 (act. 623 ff.) die kombinierte Beist andschaft gemäss Art. 392 Ziff. 1 ZGB und Art. 393 Ziff. 2 ZGB rückwirkend auf den Zeitpunkt ihrer Errichtung auf. Bereits zuvor, nämlich am 22. September 2008 (act. 615 f., 635 f.), schlos s A.____mit C.____ auf privater Basis einen Vertrag mit dem Titel "Geschäftsbesorgung etc.". Di eser Vertrag wurde mit Schreiben vom 27. März 2010 (act. 639, 981) gekündigt. Per 30. Ju li 2013 wurde durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Y.____ gegenüber A. ____wiederum eine kombinierte Beistandschaft nach Art. 394 Abs. 1 ZGB in Verbindu ng mit Art. 395 ZGB mit Entzug der Handlungsfähigkeit für die Einkommens- und Vermögen sverwaltung sowie den Abschluss von Verträgen (ausgenommen Barkäufe bis CHF 200.--) und Schenkungen errichtet und B.____ als Beiständin eingesetzt (act. 29, 725 ff.). Am 22. August 2013 (act. 1059 ff.) erstattete sodann die KESB Y.____ Anzeige gegen C.____ unter anderem wege n ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung zum Nachteil von A.____in der Zeit vom 23. Juni 2008 bis zum 22. August 2013. Der Beschuldigten wurde dabei vorgeworfen, sie sei verantwortlich für den Rückgang des Vermögens von A.____im genannten Zeitraum im Umfang von rund CHF 300'000.--. B. Nach der Vornahme diverser Untersuchungshandlungen – insbesondere der Einvernah- me der Beschuldigten, des Geschädigten, dessen ehem aligen Anwaltes und zweier Treuhänder, einer Hausdurchsuchung bei der Beschuld igten sowie der Prüfung deren Bankunterlagen – erliess die Staatsanwaltschaft mit Datum vom 16. April 2015 folgende Einstellungsverfügung: "1. Das Strafverfahren wird in Anwendung von Art. 3 19 Abs. 1 lit. a und b StPO eingestellt. 2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staate s. 4. Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 A bs. 1 lit. a StPO eine Entschädi- gung von CHF 6'726.70 zugesprochen." Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der nachf olgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. C. Gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltsc haft vom 16. April 2015 erhob A.____, vertreten durch seine Beiständin B.____, mi t Eingabe vom 4. Mai 2015 Beschwerde und beantragte dabei Folgendes: Es sei die angefoch tene Verfügung aufzuheben, und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Strafuntersu chung gegen C.____ wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung weiterzuführen oder einen Strafb efehl zu erlassen bzw. Anklage beim Strafgericht zu erheben (Ziff. 1); dies unter o/e K ostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegner, wobei ihm im Fall des Unterliegens die unentgeltlic he Prozessführung und Verbeiständung zu bewilligen sei (Ziff. 2). D. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 13. Mai 2015, es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 1), und es seien die Kosten der beschwerdeführenden Partei aufzuerlegen (Ziff. 2). E. Die Beschuldigte begehrte in ihrer Stellungnahme v om 20. Mai 2015, es sei auf die Beschwerde unter o/e Kostenfolge nicht einzutreten, eventualiter sei diese ebenfalls unter o/e Kostenfolge abzuweisen. F. Mit Eingabe vom 1. Juni 2015 reichte der Beschwerd eführer seine Replik ein und hielt dabei vollumfänglich an seinen bereits in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest. G. Mit Schreiben vom 4. Juni 2015 teilte die Staatsan waltschaft unter Verweis auf ihre Ausführungen in der angefochtenen Verfügung vom 16. April 2015 sowie in der Stellungnahme vom 13. Mai 2015 ihren Verzicht auf eine Duplik mit. H. Die Beschuldigte reichte mit Datum vom 11. Juni 20 15 eine Duplik ein und hielt ihrerseits vollumfänglich an den in der Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2015 gestellten Begehren fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO, wonach die Befugnisse der B eschwerdeinstanz dem Berufungsgericht übertragen werden können und die Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfahrens- handlungen und gegen nicht der Berufung unterliegen de Entscheide der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Übertretungsstrafbehörde n beurteilt, sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Nach Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Besc hwerde zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwalts chaft und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Besc hwerde gerügt werden: Rechts- verletzungen, einschliesslich Überschreitung und Mi ssbrauch des Ermessens, Rechts- verweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a); die un vollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwe rde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Die Legitimation des Privatklägers zu r Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 StPO sowie Art. 322 Abs. 2 StPO normiert; unbestritten ist in diesem Zusammenhang, dass sich der Beschwerdeführer als Privatkläger im Strafverfahren konstituiert hat. Die Beschuldigte ist der Ansicht, auf die Beschwerd e sei nicht einzutreten, weil sich A.____bereits zu einem früheren Zeitpunkt dahingehe nd geäussert habe, dass er keine Strafverfolgung ihrer Person wünsche. Die KESB Y.__ __ ignoriere diesen Willen offensichtlich und nehme daher nicht die Interessen des Privatkläg ers wahr, womit die Beiständin nicht zur Beschwerde legitimiert sei. Dieser Meinung ist nicht zu folgen, was sich wie folgt begründet: Mit Entscheid bzw. Ernennungsurkunde der KESB Y.____ vo m 30. Juli 2013 wurde betreffend den Beschwerdeführer eine kombinierte Beistandschaft mi t Entzug der Handlungsfähigkeit für die Einkommens- und Vermögensverwaltung sowie den Absch luss von Verträgen und Schenkungen errichtet und B.____ mit Amtsbeginn per 30. Juli 2013 als Beiständin eingesetzt. Zu den ausdrücklichen Aufgaben der Beiständin gehör t gemäss diesem Entscheid bzw. dieser Ernennungsurkunde unter anderem die Vertretung bei Prozessen und allfälligen Strafverfahren. Praxisgemäss beschränkt sich die Vertretungsbefugnis nicht nur auf das Einreichen einer Straf- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht anzeige, sondern beinhaltet auch weiterführende Rec htsmittelverfahren. Gestützt darauf ist demnach die Legitimation der Beiständin für das vor liegende Beschwerdeverfahren ohne Weiteres zu bejahen. Hinzu kommt, dass es sich beim fraglichen Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 StGB um ei n Offizialdelikt handelt und die Einlegung eines Rechtsmittels gegen die Einstellungsverfügung kein höchstpersönliches Recht darstellt, welches ausschliesslich dem entmündigten Betroffene n zusteht. Diesbezüglich ist zudem festzustellen, dass den Depositionen des Privatkläg ers nicht entnommen werden kann, dieser wünsche ausdrücklich keine Weiterführung des Strafv erfahrens. Zwar hat er anlässlich seiner Einvernahme durch die Polizei Basel-Landschaft, Zen trale Ermittlung, vom 21. November 2013 auf die Frage, ob er noch Ergänzungen habe, ausgefü hrt: "(…) lassen wir doch die C.____ laufen" (act. 857). Dieser Satz ist aber sowohl für sich allein genommen als auch im Kontext mit der gesamten Befragung des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung des Umstandes, wonach es gestützt auf dessen Antworten zumindest a ls fraglich erscheint, ob das Denk- und Ausdrucksvermögen des Privatklägers so differenzier t ist, dass er die sachverhaltsmässigen Zusammenhänge erkennen und sich entsprechend präzis e dazu äussern kann, nicht aussagekräftig genug, um ihn als eigentliche Desint eresseerklärung verstehen zu können. Nachdem zusammenfassend die angefochtene Verfügung ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, der Privatkläger eine zulässige Rüge erh ebt und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Begründungspflicht nachgekommen ist, ist im Folgenden zufolge Vorliegens der formellen Voraussetzungen auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Der Beschwerdeführer legt in seiner Beschwerde im Wesentlichen dar, es sei nicht zu beanstanden, dass eine Bereicherungsabsicht der Bes chuldigten infolge der nicht mehr nachvollziehbaren Geldflüsse nicht nachgewiesen werden könne, weshalb sich die Beschwerde auch nicht gegen die Einstellung des Strafverfahren s wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 StGB und ungetreuer Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 2 StGB richte. Nicht zu folgen sei aber der Vorinstanz bei der Einstellung des Strafve rfahrens wegen ungetreuer Geschäfts- besorgung nach Art. 158 Ziff. 1 StGB. So verkenne d iese die Sach- und Rechtslage, wenn sie davon ausgehe, es habe nach Aufhebung der vormundsc haftlichen Massnahmen keine Vermögensfürsorgepflicht mehr bestanden. Insbesonde re mit Blick auf die vorhergehende Vormundschaft gehe aus dem Vertrag zwischen A.____u nd C.____ vom 22. September 2008 hervor, dass darin auch eine Vermögenserhaltungspfl icht stipuliert worden sei. Bereits der Betreff des Vertrages mache deutlich, dass dem Besc hwerdeführer eine umfassende Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hilfestellung in finanziellen Angelegenheiten habe zugesichert werden sollen und damit einhergehend insbesondere der Erhalt und Schutz des Vermögens beabsichtigt gewesen seien. Daran vermöge auch die fehlende wortwörtliche Erwäh nung einer solchen Pflicht nichts zu ändern. Ungeachtet der beantragten Aufhebung der Vo rmundschaft bzw. der kombinierten Beistandschaft gehe aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer auf umfassende Hilfe in finanziellen Angelegenheiten angewiesen gewesen sei . Auch aus den Umständen des Vertragsschlusses werde erhellt, dass der Zweck des Vertrages darin bestanden habe, die Besorgung der finanziellen Belange durch die Beschu ldigte sicherzustellen, womit als zentrales Element eine Vermögenserhaltungspflicht verbunden gewesen sei. Sodann habe das Vormundschaftsamt allein aufgrund des Vertrages zwi schen dem Privatkläger und der Beschuldigten im Sinne des Subsidiaritätsprinzips a uf eine vormundschaftliche Massnahme verzichtet. Zudem ergebe der Vertrag ohnehin nur da nn einen Sinn, wenn damit eine Vermögenserhaltungspflicht verbunden gewesen sei, ansonsten keine Veranlassung bestanden hätte, die Beschuldigte mit der Erledigung des gesa mten Zahlungsverkehrs zu beauftragen und diese zu einer Rechenschaftsablegung zu verpflichte n. Von entscheidender Bedeutung sei ferner, dass die Beschuldigte die einzige Verfügung sberechtigte über die Konten des Privat- klägers gewesen sei. Auch der angebliche Hinweis au f den hohen Vermögensverzehr habe die Beschuldigte nicht von der stipulierten Vermögenser haltungspflicht entbunden; dies abgesehen davon, dass höchst fraglich erscheine, ob der Besch werdeführer darüber überhaupt rechtsgenüglich aufgeklärt worden sei. Gestützt auf diese Erwägungen müsse eine Verurteilung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung in Anwendung vo n Art. 158 Ziff. 1 StGB in Betracht gezogen werden, wobei die Tathandlung darin liege, dass der Privatkläger an seinem immensen Vermögensverzehr nicht gehindert bzw. die Pflicht zur Erhaltung des Vermögens sträflich vernachlässigt worden sei. Zusammenfassen d lasse sich damit festhalten, dass die Würdigung der Beweis- und Rechtslage durch die Staa tsanwaltschaft und in der Folge die Einstellung des Verfahrens gegen den Grundsatz "in dubio pro duriore" verstosse. 2.2 Demgegenüber ist die Beschuldigte unter Verweis au f die Ausführungen der Staatsan- waltschaft in der angefochtenen Verfügung im Wesent lichen der Ansicht, dass sie keine Vermögensfürsorgepflicht getroffen habe. Das Kanton ale Vormundschaftsamt habe im Entscheid vom 21. April 2009 dem Beschwerdeführer g rundsätzlich die Fähigkeit zur selbstständigen Besorgung seiner Angelegenheiten zu gesprochen. Dessen Folgerung, wonach aus den Umständen der Entstehung des Vertrages auf eine Vermögensfürsorgepflicht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht geschlossen werden könne, gehe damit fehl. Der Vert rag beinhalte lediglich die Besorgung des Zahlungsverkehrs, und eine Herleitung weitergehende r Pflichten stelle eine unzulässige Erweiterung des Inhaltes dar, welche nicht im Sinne der Parteien gewesen sei. Unter Berück- sichtigung der Situation des Beschwerdeführers sei es ohne Weiteres verständlich, dass es für diesen sinnvoll gewesen sei, die Beschuldigte mit den administrativen Angelegenheiten, welche regelmässig mit dem Zahlungsverkehr einher gegangen seien, zu betrauen, ohne dass hiermit eine weitergehende Vermögenserhaltungspflicht verbu nden gewesen sei. Es sei ausserdem darauf hinzuweisen, dass die Beschuldigte im privat rechtlichen Vertragsverhältnis mit dem Beschwerdeführer nicht mehr über die Befugnisse ein es Vormundes oder einer Beiständin verfügt habe, um diesen am Vermögensverzehr zu hind ern. Ein über die im Vertrag fest- gehaltenen Befugnisse hinausgehendes Handeln hätte damit keinerlei Rechtsgrundlage gehabt. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass sie den B eschwerdeführer mehrmals auf den Vermögensschwund aufmerksam gemacht habe. Dieser ha be aber ungehalten reagiert und sein Verhalten trotz der drohenden Konsequenzen nic ht geändert, weshalb er den Vermögens- schwund selbst zu verantworten habe. 2.3 Die Vorinstanz führt im Wesentlichen aus, der Vert rag zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschuldigten vom 22. September 2008 sei zw ar dem Kantonalen Vormundschaftsamt vor dessen Entscheid vom 21. April 2009 vorgelegen, jedoch sei die Aufhebung der kombinierten Beistandschaft bedingungslos und nicht unter dem Vorbehalt dieses Vertrages erfolgt. Gemäss der Zeugenaussage von E.____, welch er den genannten Vertrag aufgesetzt habe, sei die Idee dahinter gewesen, dass der Besch werdeführer in finanziellen Belangen eine gewisse Betreuung und Unterstützung benötige, er di es aber selber kontrollieren könne. Der Parteiwille sei somit klar die Regelung der finanzi ellen Betreuung gewesen. Hätte diese Betreuung auch darin bestehen sollen, das Vermögen des Beschwerdeführers zu verwalten, so hätte dies im Vertrag geregelt werden müssen. Ausse rdem sei dem Beschwerdeführer durch das Kantonale Vormundschaftsamt die volle Handlungs fähigkeit attestiert worden, weshalb er alleine über sein Vermögen habe verfügen dürfen. Di e Beschuldigte, welche ihn mehrfach auf die Vermögensabnahme aufmerksam gemacht habe, sei u nter diesen Umständen ohne Rechtsgrundlage gar nicht berechtigt gewesen, ihn a m Abheben von Geld zu hindern bzw. ihm die Auszahlung seines Geldes zu verweigern. Eine Pf licht, als Garantin für den Bestand des Vermögens des Beschwerdeführers Sorge zu tragen, kö nne ihr somit nicht attestiert werden. Anzumerken sei zudem, dass die vereinbarte geringe Pauschalentschädigung von CHF 2'000.-- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht pro Jahr ebenfalls nicht auf einen Vermögensverwalt ungs-, sondern vielmehr auf einen Gefälligkeitsvertrag schliessen lasse. Dem Beschwer deführer sei zwar beizupflichten, dass er mit der Regelung seiner finanziellen Angelegenheite n überfordert gewesen sei, dies ändere aber nichts daran, dass er als voll handlungsfähig erklärt worden sei, und die Beschuldigte in Bezug auf die Finanzen lediglich mit der Besorgung des Zahlungsverkehrs beauftragt habe. Unter diesen Umständen sei weder die Beweis- noch d ie Rechtslage zweifelhaft und eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" nicht ersichtlich. 3.1 Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwalt schaft die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn unter anderem kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b). Nach lit. a von Art. 319 Abs. 1 StPO ist einzustellen, wenn im Vorverfahren der urs prünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, dass si ch eine Anklage rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft in Zurückhaltung zu üben bei der Frage, ob ein solcher Tatverdacht besteht. Widersprechen sich Beweise, so ist es gemä ss Botschaft des Bundesrates vom 21. Dezember 2005, S. 1273, nicht Sache der Staatsa nwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" zu überweisen. Bei der Frage der Überweisung des Besch uldigten an das urteilende Gericht spielt der Grundsatz "in dubio pro reo" nicht. Es ist Sach e des Gerichts, darüber zu befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht h at oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine Hauptverhandlung a ufgrund des absehbaren Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. V on einer Überweisung ist mithin dann abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Fre ispruch zu erwarten ist (R OLF GRÄDEL / MATTHIAS H EINIGER , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess ordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 8 zu Art. 319 StPO, mit Hinweisen). Nach Schmid ist erforderlich, dass bei erfolg- ter Anklage nicht mit einem verurteilenden Erkenntn is des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre. Da die Staatsanwaltschaft als Untersuchungs- und Ankla gebehörde nicht dazu berufen ist, über Recht oder Unrecht zu richten, darf sie jedoch nich t allzu rasch und gestützt auf eigene Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Eins tellung schreiten. In Zweifelsfällen sachverhalts- sowie beweismässiger und vor allem re chtlicher Art ist Anklage zu erheben (NIKLAUS S CHMID , Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskomment ar, 2. Auflage, Zürich/St.Gallen 2013, N 5 zu Art. 319 StPO; DERSELBE , in: Handbuch des schweizerischen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafprozessrechts, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2 013, Rz. 1251, mit Hinweisen). Die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schuldspru chs bzw. der Prozessaussichten ist dem pflichtgemässen Ermessen der Staatsanwaltschaft anh eimgestellt. In Zweifelsfällen tatsächli- cher oder rechtlicher Natur darf das Verfahren nich t eingestellt werden, da in diesen Fällen das Urteil dem Gericht überlassen bleiben soll. Stehen sich unterschiedliche Zeugenaussagen ge- genüber und kann die Untersuchung die Zuverlässigke it der einzelnen Zeugen nicht erschüt- tern, darf keine Einstellung ergehen. Der Ermessens entscheid, wem unter solchen Verhältnis- sen zu glauben ist, liegt beim Gericht. Keine Einst ellung, sondern Erhebung einer Anklage ist grundsätzlich immer dann angezeigt, wenn der Ausgan g des Verfahrens ausschliesslich von der Beweiswürdigung abhängt (NATHAN LANDSHUT / THOMAS BOSSHARD , in: Zürcher Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage , Zürich 2014, N 16 ff. zu Art. 319 StPO, mit Hinweisen). Gemäss der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts kann in denjenigen Fällen, in denen ausser den sich widersprechenden A ussagen des Geschädigten und des Be- schuldigten keine wesentlichen objektiven Beweismit tel vorhanden sind, ausnahmsweise auf eine Anklage verzichtet werden, wenn es nicht mögli ch ist, die einzelnen Aussagen als glaub- hafter oder weniger glaubhaft zu bewerten und keine weiteren Beweisergebnisse zu erwarten sind (BGer 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.2). Lit. b von Art. 319 Abs. 1 StPO kommt dann zur Anwendung, wenn das inkriminierte Verhalten, se lbst wenn es nachgewiesen wäre, nicht den objektiven und subjektiven Tatbestand einer Str afnorm erfüllt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine Anzeige einen nur zivilrechtlich re levanten Sachverhalt betrifft. Vielfach sind die rechtlichen Voraussetzungen der Strafbarkeit wenige r offensichtlich nicht gegeben, sodass ge- rade dieser Einstellungsgrund in der Praxis besonde rs viele Abgrenzungsprobleme schafft, da die Grenze zwischen strafbarem und straflosem Verha lten oft durch schwer fassbare Geset- zesbegriffe wie die Arglist beim Betrugstatbestand bestimmt wird (G RÄDEL / H EINIGER , a.a.O., N 9 zu Art. 310 StPO, mit Hinweisen). 3.2 Bei der konkreten Beurteilung der vorliegenden Str eitsache ist in einem ersten Schritt festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Rechtmässigkeit der Verfahrenseinstellung wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 StGB und ungetreuer Ge schäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 2 StGB ausdrücklich anerkennt, womit im vorliegenden Beschwerdeverfahren lediglich zu prüfen ist, ob die Staatsanwaltschaft auch das Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 StGB zu Recht eingestellt hat. Gem äss Art. 158 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheits- strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrags oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu b eaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, d ass der andere am Vermögen geschädigt wird. Das spezifische Unrecht des Treubruchs beim T atbestand der ungetreuen Geschäfts- besorgung liegt in der Verletzung einer besonderen Treupflicht. Nicht jede auf Wahrung fremder Vermögensinteressen gerichtete Pflicht genügt; bei Art. 158 StGB geht es vielmehr um Pflichten, die alle wesentlichen Merkmale einer Gar antenpflicht aufweisen. Die Pflicht, fremdes Vermögen zu verwalten, ist zunächst nur dann gegebe n, wenn der Verpflichtete zur selbstständigen Verfügung über das fremde Vermögen oder Bestandteile eines solchen befugt ist. Dagegen scheiden alle mit untergeordneten Verr ichtungen verknüpften Pflichten aus, mögen sie auch die Besorgung fremden Vermögens zum Gegenstand haben (wie z.B. die Tätigkeit eines Buchhalters, Botentätigkeit oder di e Ausführung festgelegter Inkassoaufträge). Ausserdem hat die Praxis für die durch Rechtsgeschä ft begründeten Pflichten festgestellt, dass sie gerade auf die Wahrnehmung der fremden Vermögen sinteressen gerichtet sein und den eigentlichen Kern der Verpflichtungen bilden müssen , wenn der Treuebruchtatbestand eingreifen soll (G ÜNTER STRATENWERTH / GUIDO JENNY / FELIX BOMMER , Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Auflage, Bern 2010, § 19 Rz. 5 ff., mit Hinweisen). Nachdem der Beschwerdeführer seine Rügen im Beschwe rdeverfahren nur noch auf den zwi- schen ihm und der Beschuldigten abgeschlossenen Ver trag vom 22. September 2008 mit dem Titel "Geschäftsbesorgung etc." stützt, ist in eine m zweiten Schritt dieser Vertrag zu würdigen. Gestützt auf Art. 18 Abs. 1 OR ist bei der Beurteil ung eines Vertrages sowohl nach Form als nach Inhalt der übereinstimmende wirkliche Wille de r Parteien zu beachten. In casu ergibt sich aus dem Wortlaut des nämlichen Vertrages, dass die Beschuldigte beauftragt wird, den gesam- ten Zahlungsverkehr für den Privatkläger zu besorgen (Ziff. 1); dass die Beschuldigte berechtigt ist, für die Erstellung des Jahresabschlusses sowie für das Ausfüllen der Steuererklärung eine Drittperson zu beauftragen (Ziff. 2); dass sich die Beschuldigte verpflichtet, für den Privatkläger Ansprechpartnerin zu sein und ihm in seinem Alltags leben beizustehen, insbesondere bei der Besorgung des Haushaltes (Ziff. 3); sowie dass sich die Beschuldigte verpflichtet, jährlich, erstmals per 30. Juni 2009, über die von ihr überno mmenen finanziellen Angelegenheiten Rechenschaft abzulegen (Ziff. 4). Praxisgemäss muss zur Erfüllung des strafrechtlichen Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbesorgung die vertragliche Pflicht der beschuldigten Person ausdrücklich auf die Wahrnehmung der fremden Vermögensinteressen gerichtet sein und dies den eigentlichen Kern der Verpflichtungen bilden. Vorliegend lässt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hingegen weder aus dem Wortlaut des Vertrages noch aus den Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umständen des Vertragsschlusses eine Vermögensfürso rge- bzw. Vermögenserhaltungspflicht durch die Beschuldigte ableiten. Vielmehr hat sich diese zur blossen Besorgung des Zahlungs- verkehrs, zusammenhängend damit zur Rechenschaftsab legung über die von ihr übernommenen finanziellen Angelegenheiten sowie als Ansprechpartnerin im Alltag verpflichtet, was, nicht zuletzt auch belegt durch die minimale j ährliche Pauschalentschädigung von CHF 2'000.--, klarerweise nur eine zwischenmenschliche Lebenshilfe dargestellt und keinesfalls eine eigentliche Garantenstellung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB zu begründen vermögen hat. Wäre es die Absicht der Parteien gewesen, eine Vermögensfürsorge- bzw. Vermögenserhaltungspflicht der Beschuldigten zu sti pulieren, hätte diese Verpflichtung explizit in den Vertrag aufgenommen werden müssen; dies gilt umso mehr, als die Idee zu diesem Vertrag von einer fachkundigen Person, vom Anwalt u nd Notar E.____, gekommen ist und die- ser den Vertrag auch erstellt hat. Gemäss den Darlegungen von E.____ anlässlich der Zeugen- einvernahme vom 3. September 2014 ist sodann die Üb erlegung hinter dem Vertrag gewesen, dass der Beschwerdeführer in finanziellen Belangen eine gewisse Betreuung und Unterstützung erhalte, er dies aber selber kontrollieren könne (a ct. 955 f.). Diese Ausführungen erhellen, dass es offenbar gerade die Absicht des Beschwerdeführer s gewesen ist, selbst die Kontrolle über seine Finanzen zu haben, und er lediglich bei Bedar f auf die ersatzweise Hilfe der Beschuldigten oder einer Drittperson hat zurückgreifen wollen. An diesem Resultat ändert auch nichts, dass der Bes chwerdeführer unzweifelhaft auf Hilfe in finanziellen und anderen Angelegenheiten angewiesen gewesen wäre und in diesem Sinne sowohl die Aufhebung der Vormundschaft durch die Ka ntonale Vormundschaftskommission vom 23. Juni 2008 als auch die Aufhebung der im Ans chluss daran errichteten kombinierten Beistandschaft durch das Kantonale Vormundschaftsam t vom 21. April 2009, jeweils auf Bestrebung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführe rs E.____, im Nachhinein schwer nach- vollziehbar erscheinen. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachte Behauptung des Beschwerdeführers, wonach das Vormundschaftsamt all ein aufgrund des Vertrages zwischen ihm und der Beschuldigten auf eine vormundschaftlic he Massnahme verzichtet habe, erweist sich hingegen als unzutreffend. Aus dem Entscheid des Kantonalen Vormundschaftsamtes vom 21. April 2009 ergibt sich vielmehr, dass die kombinierte Beistandschaft aufgehoben worden ist, weil erstens eine tiefe innere Ablehnung der Massna hme durch den Betroffenen festzustellen gewesen sei und zweitens bei ihm nicht von einer Un fähigkeit des zweckmässigen Handelns habe gesprochen werden können. Des Weiteren ist, ab gesehen davon, dass keine Hinweise auf eine vertragliche Vermögensfürsorge- bzw. Vermö genserhaltungspflicht vorhanden sind, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht per se nicht ersichtlich, welche fachlichen Kenntni sse die Beschuldigte als ausgebildete medizinisch-technische Assistentin (vgl. act. 869) ohne jegliche Erfahrungen als Vormund (act. 871) überhaupt zur Erfüllung dieser Pflicht h ätten befähigen sollen. Ausserdem hat die Beschuldigte ungeachtet der fehlenden Vermögensfürs orge- bzw. Vermögenserhaltungspflicht den Privatkläger aktenkundig mehrfach auf dessen un verhältnismässigen Vermögensverzehr hingewiesen. Diesbezüglich hat der Beschwerdeführer in einem ersten Schreiben vom 28. März 2010 (act. 985) erklärt, von der Beschuldigten auf den hohen Vermögensverzehr aufmerksam gemacht worden zu sein, und in einem zweiten Schreiben vom 23. April 2012 (act. 931 f.) hat er darüber hinaus dargelegt, er verwalte sein Geld in Eigenverantwortung, mache grosse und kleine Spenden und gebe insgesamt sein Geld so aus, wie es ihm gefalle. Entscheidend ist hierbei, dass aufgrund der Tatsache, wonach der Pri vatkläger nach der Aufhebung sämtlicher vormundschaftlicher Massnahmen und damit spätestens seit dem Entscheid des Kantonalen Vormundschaftsamtes vom 21. April 2009 als voll han dlungsfähig eingestuft worden ist, sich von vornherein nicht erschliesst, woher die Beschul digte die Berechtigung hätte beziehen sollen, den Beschwerdeführer davon abzuhalten, sein eigenes Geld auszugeben. Insofern spielt auch die Tatsache, dass die Beschuldigte die einzig e Verfügungsberechtigte über die Konten des Privatklägers gewesen ist, keine Rolle. Dass der Beschwerdeführer jeweils sehr ungehalten auf Bemerkungen zu seinem Vermögensverzehr reagiert hat, belegt unter anderem die Zeu- genaussage des Treuhänders F.____, welcher anlässli ch seiner Befragung durch die Staats- anwaltschaft vom 21. August 2014 ausgeführt hat, de r Beschwerdeführer habe ihm nach einem entsprechenden Hinweis auf die Vermögensabnahme das Mandat entzogen und ihm gesagt, es gehe ihn nichts an, was er mit seinem Geld mache (a ct. 941 f.). Sogar die Beiständin des Beschwerdeführers, B.____, hat anlässlich der Einve rnahme vom 18. Dezember 2014 als Auskunftsperson auf die Frage, wie der Beschwerdefü hrer mit Geld umgehe, Folgendes zu Protokoll gegeben: " Wenn er Geld hat, dann gibt er Geld aus" (act. 1045). Sodann ist zu konstatieren, dass die Staatsanwaltsc haft nach Eingang der Strafanzeige die Angelegenheit umfassend untersucht, den Beschwerdef ührer, die Beschuldigte und diverse Zeugen befragt, bei der Beschuldigten eine Hausdurc hsuchung vorgenommen und zahlreiche Akten diverser Banken, der Bezirksschreiberei X.____ sowie der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft beigezogen und dabei keinerlei Hinweise gefunden hat, welche den Anfangs- verdacht gegen die Beschuldigte erhärtet hätten. Fü r das Kantonsgericht ist daher nicht ersichtlich, dass weitere Untersuchungshandlungen an diesem Ergebnis etwas ändern könnten. Nach Durchsicht sämtlicher Akten bleibt abschliesse nd festzustellen, dass erstens die Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigte nach Ansicht des Kantonsgerichts nicht zuletzt in Relation zu ihrer Entschädigung einen ausserordentlichen Aufwand in der Betreuung d es Beschwerdeführers betrieben hat, ohne hierbei eine massgebliche Unterstützung durch die zuständigen Vormundschaftsbehörden erfahren zu haben, und dass es zweitens für alle Ve rfahrensbeteiligten dienlicher gewesen wäre, wenn die genannten Behörden statt zum heutige n Zeitpunkt bereits im inkriminierten Zeitraum mehr Initiative gezeigt hätten. Gemäss die sen Erwägungen ist festzuhalten, dass ein Freispruch vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbeso rgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB vor dem Sachgericht mit Sicherheit zu erwarten ist, wom it die Staatsanwaltschaft das entsprechen- de Verfahren auch unter Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" zu Recht eingestellt hat. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen und d ie angefochtene Einstellungsverfügung vollumfänglich zu bestätigen. 4. Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich nach Art. 428 Abs. 1 StPO, die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1'600.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'500.-- sowie Auslagen von CHF 100. --) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, welcher ausserdem der Beschuldigten i n Anwendung von § 18 Abs. 1 TO Anwälte eine pauschale Parteientschädigung in der Höhe von CHF 1'296.-- (inklusive Auslagen und CHF 96.-- Mehrwertsteuer) zu bezahlen hat. Das in diesem Zusammenhang gestellte Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Privat- klägerschaft ist abzuweisen, nachdem gemäss Art. 13 6 Abs. 1 StPO die Verfahrensleitung diese von vornherein nur für die Durchsetzung der Z ivilansprüche gewähren kann, es in casu aber nicht um die Durchsetzung solcher Ansprüche ge ht. Überdies wird die Voraussetzung der Mittellosigkeit nach Art. 136 Abs. 1 lit. a StPO ni cht belegt, da die in der Beschwerde vom 4. Mai 2015 angekündigte Dokumentation der finanzie llen Bedürftigkeit ausgeblieben ist und zudem der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 1. Juni 2015 bemerkt hat, noch über Vermögen zu verfügen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen R echtspflege für den Beschwerdeführer wird abgewiesen. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1'600.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'500 .-- sowie Auslagen von CHF 100.--) gehen zu Lasten des Beschwerdeführers. Die vom Beschwerdeführer erbrachte Sicherheitsleist ung in der Höhe von CHF 500.-- wird entsprechend verrechnet. 3. Der Beschwerdeführer hat der Beschuldigten eine pauschale Partei- entschädigung in der Höhe von CHF 1'296.-- (inklusi ve Auslagen und CHF 96.-- Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann