<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.364/2006 /vje </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 20. Juni 2006 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Betschart, Müller, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Merz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, zzt. Ausschaffungsgefängnis Bässlergut, Freiburgerstrasse 48, 4057 Basel, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Migrationsdienst des Kantons Bern, </div> <div class="para">Eigerstrasse 73, 3011 Bern, </div> <div class="para">Haftgericht III Bern-Mittelland, Amthaus, </div> <div class="para">Hodlerstrasse 7, 3011 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ausschaffungshaft gemäss <span class="artref">Art. 13b ANAG</span>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Haftgerichts III Bern-Mittelland vom 8./12. Juni 2006. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Der nach eigenen Angaben aus Liberia stammende X.________ (geb. 1. Januar 1986 bzw. 1988) wurde in direktem Anschluss an 30 Tagen Haft, die er infolge eines Strafmandats zu verbüssen hatte, am 10. Februar 2006 in fremdenpolizeiliche Ausschaffungshaft genommen. Der Haftrichter am Haftgericht III Bern-Mittelland (im Folgenden: Haftrichter) genehmigte diese Haft am 13. Februar 2006. Zwecks Vollzugs einer weiteren strafrechtlichen Verurteilung zu 30 Tagen Haft wurde X.________ vom 10. Mai bis 9. Juni 2006 in den Strafvollzug versetzt. Auf Antrag des Ausländer- und Bürgerrechtsdienstes des Kantons Bern bewilligte der Haftrichter am 8. Juni 2006 wiederum die Ausschaffungshaft und zwar bis zum 8. September 2006. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit undatiertem und in englischer Sprache verfasstem Schreiben, das am 15. Juni 2006 beim Haftrichter eingegangen war, beantragt X.________, ihn aus der Haft zu entlassen. Der Haftrichter hat die Eingabe samt Gerichtsakten zuständigkeitshalber an das Bundesgericht weitergeleitet. Gleichzeitig beantragt er unter ausdrücklichem Verzicht auf eine Vernehmlassung Abweisung des Antrags von X.________. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die undatierte Eingabe von X.________ ist als Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Haftrichterentscheid vom 8. Juni 2006 (mit schriftlicher Begründung vom 12. Juni 2006) entgegenzunehmen. Sie erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie kann daher ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> mit summarischer Begründung erledigt werden. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die Rechtmässigkeit der Ausschaffungshaft in Frage stellen könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Insbesondere sind die Haftgründe nach <span class="artref"><artref id="CH/142.20/13^b/d" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/13^b/1/d" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/13^b/1/c" type="start"></artref>Art. 13b Abs. 1 lit. c und d ANAG</span><artref id="CH/142.20/13^b/1/d" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/13^b/d" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/d" type="end"></artref> (SR 142.20) gegeben. Das Bundesamt für Flüchtlinge (heute Bundesamt für Migration) ist mit Entscheid vom 28. Mai 2004 in Anwendung von <span class="artref">Art. 32 Abs. 2 lit. a AsylG</span> (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat ihn aus der Schweiz weggewiesen. Hierauf reiste der Beschwerdeführer nicht aus, sondern tauchte zeitweilig unter. Das Bundesgericht prüft im Verfahren der Ausschaffungshaft die Frage der Gewährung des Asyls und der Rechtmässigkeit der Wegweisung nicht (vgl. Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 OG; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=19.06.2006&amp;to_date=08.07.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-II-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page193">BGE 128 II 193</a> E. 2 S. 196 ff.). Daher ist auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe Liberia wegen Problemen verlassen ("I have trouble that make me to live [recte: leave] Liberia") hier nicht weiter einzugehen. Ausserdem machte der Beschwerdeführer keine glaubwürdigen Angaben zu seiner Herkunft; auch legte er keine Papiere vor, geschweige denn bemühte er sich darum, welche erhältlich zu machen. Eine Experten-Delegation aus Nigeria anerkannte ihn am 24. März 2006 provisorisch als Nigerianer an. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er befinde sich seit bereits sechs Monaten in Haft, wird auf <span class="artref">Art. 13b Abs. 2 ANAG</span> hingewiesen, wonach die Ausschaffungshaft nach aktueller Rechtslage insgesamt neun Monate dauern kann. Zwar ist vorliegend trotz der vom Haftrichter am 8. Juni 2006 neu bestätigten Ausschaffungshaft die zwischen dem 10. Februar und 9. Mai 2006 bereits ausgestandene Ausschaffungshaft anzurechnen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.466/ 2005 vom 11. August 2005, E. 3, und 2A.211/2003 vom 5. Juni 2003, E. 3). Hingegen werden die Zeiten des Strafvollzugs nicht in die Höchstdauer nach <span class="artref">Art. 13b Abs. 2 ANAG</span> einbezogen (vgl. auch <span class="artref">Art. 13c Abs. 5 lit. c ANAG</span>). Der Beschwerdeführer wurde erstmals am 10. Februar 2006 in Ausschaffungshaft genommen, so dass diese ohne Unterbrechung höchstens bis zum 9. November 2006 hätte dauern können. Nachdem der Beschwerdeführer allerdings vom 10. Mai bis zum 9. Juni 2006 in den Strafvollzug versetzt worden war, verschiebt sich die Höchstdauer der Ausschaffungshaft entsprechend, sofern keine weitere Unterbrechung stattfindet, bis zum 9. Dezember 2006. Im Übrigen ist den Behörden bisher nicht vorzuwerfen, sie hätten die für den Vollzug der Wegweisung notwendigen Vorkehren nicht umgehend getroffen (vgl. <span class="artref">Art. 13b Abs. 3 ANAG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=19.06.2006&amp;to_date=08.07.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">BGE 124 II 49</a>). Die bei den ausländischen Behörden auftretenden Verzögerungen begründen keine Verletzung des Beschleunigungsgebotes (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=19.06.2006&amp;to_date=08.07.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 4.1.2 und 4.1.3 S. 60 f.). Nach dem Gesagten durfte der Haftrichter die Ausschaffungshaft (vorerst) bis zum 8. September 2006 bestätigen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang wären die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens an sich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 OG</span>). Es rechtfertigt sich jedoch von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/153^a" type="start"></artref>Art. 153a und 154 OG</span><artref id="CH/173.110/154" type="end"></artref>). </div> <div class="para">Der Ausländer- und Bürgerrechtsdienst der Kantonspolizei Bern bzw. der Migrationsdienst des Kantons Bern wird sicherzustellen haben, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und verständlich gemacht wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsdienst des Kantons Bern und dem Haftgericht III Bern-Mittelland sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 20. Juni 2006 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>