JAAC67.102 Entscheid der Rekurskommission VBS, II. Abteilung, vom 14. Februar 2003 Mesures visant au maintien de la sûreté intérieure. Contrôle de sécurité relatif à une personne. Contestation d’une mesure préprovisionnelle et d’une décision incidente sur des mesures provisionnelles. Conditions. Préjudice irréparable. Urgence. Art. 30 al. 2 let. e, art. 45 al. 1 et al. 2 let. g en corrélation avec art. 46 let. e, art. 48 let. a, art. 49 PA. Art. 19 al. 3 et art. 21 LMSI. - Irrecevabilité d’un recours contre une mesure préprovisionnelle, lorsque celle-ci a été remplacée par une décision incidente sur des mesures provisionnelles. Les conditions d’adoption d’une mesure préprovisionnelle n’étaient pas remplies en l’espèce (consid. 1). - Conditions pour un recours séparé contre une décision incidente portant sur des mesures provisionnelles. Préjudice difficilement réparable (consid. 2). - Pouvoir d’examen de la Commission de recours DDPS (consid. 3). - Réparation d’une éventuelle violation du droit d’être entendu au moyen de la communication du dossier par la Commission de recours DDPS (consid. 5). - Mesures provisionnelles dans une procédure de contrôle de sécurité: question de leur légalité et conditions, en général et dans le cas de l’espèce (consid. 6). Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit. Personensicherheitsprüfung. Anfechtung einer superprovisorischen Verfügung und einer Zwischenverfügung über vorsorgliche Massnahmen. Voraussetzungen. Nicht wieder gut zu machender Nachteil. Dringlichkeit. 1Art. 30 Abs. 2 Bst. e, Art. 45 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. g in Verbindung mit Art. 46 Bst. e, Art. 48 Bst. a, Art. 49 VwVG. Art. 19 Abs. 3 und Art. 21 BWIS. - Nichteintreten auf die Beschwerde gegen eine superprovisorische Verfügung, wenn diese durch eine Zwischenverfügung betreffend vorsorglicher Massnahmen ersetzt wurde. Die Voraussetzungen für den Erlass einer superprovisorischen Verfügung sind vorliegend nicht gegeben gewesen (E. 1). - Voraussetzungen für die selbstständige Anfechtung einer Zwischenverfügung betreffend vorsorglicher Massnahmen. Nicht leicht wieder gut zu machender Nachteil (E. 2). - Kognition der Rekurskommission VBS (E. 3). - Heilung einer allfälligen Verletzung des rechtlichen Gehörs durch Zusendung der Akten durch die Rekurskommission VBS (E. 5). - Zulässigkeit und Voraussetzungen der vorsorglichen Massnahmen im Verfahren betreffend Sicherheitsprüfung im Allgemeinen und im vorliegenden Fall (E. 6). Misure per garantire la sicurezza interna. Controlli di sicurezza relativi alle persone. Impugnazione di una decisione superprovvisionale e di una decisione incidentale inerente misure provvisionali. Condizioni. Pregiudizio irreparabile. Urgenza. Art. 30 cpv. 2 lett. e, art. 45 cpv. 1 e cpv. 2 lett. g in relazione con l’art. 46 lett. e, art. 48 lett. a, art. 49 PA. Art. 19 cpv. 3 e art. 21 LMSI. - Non entrata nel merito di un ricorso contro una decisione superprovvisionale, se questa è stata sostituita da una decisione incidentale inerente misure provvisionali. Nella fattispecie, non erano realizzate le condizioni per l’emanazione di una decisione superprovvisionale (consid. 1). - Condizioni per l’impugnazione a titolo indipendente di una decisione incidentale concernente misure provvisionali. Pregiudizio irreparabile (consid. 2). - Cognizione della commissione di ricorso DDPS (consid. 3). - Possibilità di sanare un’eventuale violazione del diritto di essere sentito attraverso l’invio di atti da parte della Commissione di ricorso DDPS (consid. 5). - Ammissibilità e condizioni delle misure provvisionali nella procedura concernente il controllo della sicurezza in generale e nella fattispecie (consid. 6). 2AusdenErwägungen: 1. MitderBeschwerdewirdzunächstdieAufhebungderVerfügung verlangt. DiesuperprovisorischeVerfügungwurdejedochdurchdiemitder ZwischenverfügungerlassenevorsorglicheMassnahmeersetztundistsomit dahingefallen,sodasskeinRaummehrfürderenAufhebungbesteht. Dass diesuperprovisorischeVerfügungaufgehobenwurde,gehtzwarnichtexplizit ausdemWortlautdesDispositivshervor,dadieVorinstanzlediglichdavon spricht,dieFachstellehalteandervorsorglichenMassnahmefest. Hingegen istdieseinezwingendeFolgedesVerhältnisseszwischensuperprovisorischer VerfügungundvorsorglicherMassnahme: erstereergehtdefinitionsgemäss ohneAnhörungderParteiundwird-nachdemdieParteiangehörtworden ist-durchdievorsorglicheMassnahmeersetzt. DieswirdimÜbrigenauch vonderBeschwerdegegnerininihrenErwägungensofestgehalten. Istaber- wiesoebenausgeführt-diesuperprovisorischeVerfügunguntergegangen,so mangeltesaneinemAnfechtungsobjektundesistaufdieBeschwerdenicht einzutreten,soweitdiesedieAufhebungderZwischenverfügungverlangt. BeidiesemErgebnisbrauchtauchnichtgeprüftzuwerden,obdie superprovisorischeVerfügungunterVerletzungdesrechtlichenGehörs zustandekam,indemdieBeschwerdegegnerindemBeschwerdeführerkeine Gelegenheitgab,sichvorErlassderZwischenverfügungdazuzuäussern, wiediesderBeschwerdeführerrügt. WärendieVoraussetzungenzumErlass einersuperprovisorischenVerfügunggegebengewesen,sowürdedieRügeins Leerefallen,dennesentsprichtgeradedemWesendersuperprovisorischen Verfügung,dassdiesesofortundohneAnhörungderbetroffenenPartei erlassenwird. DerVollständigkeithalberbleibtanzumerken,dassdieVoraussetzungenzum ErlasseinersuperprovisorischenVerfügunghierwohlnichtgegebenwaren. DieArgumentationdesBeschwerdeführers,nachArt.30Abs.2Bst.edes Bundesgesetzesvom20.Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren (VwVG,SR172.021)hätteihmvorErlassderVerfügungdasrechtliche Gehörgewährtwerdenmüssen,erscheintdaheralszutreffend. Nach dieserGesetzesbestimmungunddemauchvonderBeschwerdegegnerin zitiertenBGE104Ib129 ,134,E.4,müssennämlichdiedorterwähnten zweiVoraussetzungen,dasserstensGefahrimVerzugistundzweitensden ParteiengegendieVerfügungdieBeschwerdezusteht,kumulativgegebensein. ZudemmussesaneineranderenBestimmungdesBundesrechtsfehlen,die einenAnspruchaufvorgängigeAnhörunggewährleistet(vgl. Art.30Abs.2 Bst.eamEnde). DieseVoraussetzungenwarenvorliegendnichtgegeben: wederwar-nachdemdiedarinmitgeteiltenFaktenderAuftraggeberin unbestrittenermassenbereitsbekanntwarenunddieVorinstanzsichnach EingangdesStrafregisterauszugesrund20MonateZeitliessbiszumErlassder superprovisorischenMassnahmebzw. derkurzzuvorerstdurchgeführten Befragung-GefahrinVerzug,nochstanddemBeschwerdeführergegen diesuperprovisorischeVerfügungeinRechtsmittelzu. Schliesslichistzu erwägen,dasswohlauchArt.15Abs.1derVerordnungvom20.Januar1999 überdiePersonensicherheitsprüfungen(PSPVvon1999,AS 1999 655)als «andereBestimmungdesBundesrechts»angesprochenwerdenkann,diedem BetroffeneneinenAnspruchaufvorgängigeAnhörunggewährt. Nachdieser BestimmunghatdieFachstellenämlichdann,wenndieSicherheitserklärung nichtodernurmitVorbehaltenerteiltwerdenkann,derbetroffenenPerson 3GelegenheitzurStellungnahmeeinzuräumen,bevorsieverfügt. Diese BestimmunggiltnichtnurfürdenEndentscheid,zumaldannnicht,wenn -wiehier-diesuperprovisorischerlasseneZwischenverfügungderart einschneidendeMassnahmenanregt,wieSuspendierungdesBetroffenen biszumAbschlussdesVerfahrens. 2.a. DieVerfügungvom(…)isteineZwischenverfügungübervorsorgliche Massnahmen,welchenachArt.45Abs.2Bst.gVwVGinVerbindungmit Art.46Bst.eVwVGbzw. inVerbindungmitArt.101Bst.adesBundesgesetzes vom16.Dezember1943überdieOrganisationderBundesrechtspflege(OG, SR173.110)selbstständiganfechtbarist. DerRechtsmittelzugfolgtdabei demderHauptsache,d.h. dieAnfechtunghatbeiderjenigenInstanzzu erfolgen,dieinderSacheselbstzurBeurteilungzuständigist( Moser,in: Moser/Übersax,ProzessierenvoreidgenössischenRekurskommissionen, Basel1998,Rz.2.14); Gygi,Bundesverwaltungsrechtspflege,2.Aufl.,Bern1983, S.143; Kölz/Bosshart/Röhl,KommentarzumVerwaltungsrechtspflegegesetz desKantonsZürich,2.Aufl.,Zürich1999,§6N.33). DadieRekurskommission desEidgenössischenDepartementesfürVerteidigung,Bevölkerungsschutz undSport(RekurskommissionVBS)BeschwerdeinstanzfürVerfügungen derFachstellePersonensicherheitsprüfungenist(Art.47Abs.1Bst.bVwVG inVerbindungmitArt.17Abs.1PSPVvon1999),istsiezurBehandlungder vorliegendenBeschwerdezuständig. DerEntscheidistinsinngemässerAnwendungvonArt.55Abs.3VwVGund Art.20Abs.4derVerordnungvom3.Februar1993überOrganisationund VerfahreneidgenössischerRekurs-undSchiedskommissionen(SR173.31)vom PräsidentenderKommissionalsEinzelrichterzutreffen. BeidessenEntscheid handeltessichwiederumeinenZwischen-undnichtumeinenEndentscheid. DaheristinderRechtsmittelbelehrungdesvorliegendenEntscheideseine zehntägigeRechtsmittelfristanzuführen. 2.b. EineZwischenverfügungistnurselbstständigdurchBeschwerde anfechtbar,wennsieeinennichtleichtwiedergutzumachendenNachteil bewirkenkann(Art.45Abs.1VwVG: BGE116Ib344 ,347E.1c;Gygi,a.a.O., S.142). DiesesErfordernisliegtnichterstdannvor,wennsichdienachteiligen FolgendesZwischenentscheidesselbstdurcheinfürdenBeschwerdeführer günstigausfallendesEndurteilnichtmehrabwendenliessen. Eswirdschon alserfülltbetrachtet,wennderBeschwerdeführereinschutzwürdiges InteresseandersofortigenAufhebungoderAbänderungderVerfügung hat(BGE116Ib344 ,347E.1c, BGE117V185 ,190E.1d;Moser,a.a.O., Rz.2.16). DamitweistdieseBeschwerdevoraussetzungeineerhebliche NähezuBeschwerdelegitimationnachArt.48Bst.aVwVGauf( Häner, VorsorglicheMassnahmenimVerwaltungsverfahrenundVerwaltungsprozess, ZeitschriftfürschweizerischesRecht[ZSR],NF116/1997,II.Halbband,382). NachArt.48Bst.aVwVGistzurBeschwerdeandieRekurskommission legitimiert,werdurchdieangefochteneVerfügungberührtistundein schutzwürdigesInteresseanderenAufhebungoderAbänderunghat. Das AnfechtungsinteressekannrechtlicheroderblosstatsächlicherNatursein, undesgenügt,wennreintatsächliche,praktische,wirtschaftliche,ideelleoder andereInteressenderbeschwerdeführendenPersonverletztwerden(Moser, a.a.O.,Rz.2.23). DasInteresseistschutzwürdig,wennderBeschwerdeführer durchdasBeschwerdeverfahreneinenmateriellenoderideellenNachteilvon sichabwendenkann( BGE123II378 mitweiterenHinweisen). Derhierzur 4DiskussionstehendenichtleichtwiedergutzumachendeNachteilbildeteine Beschwerdevoraussetzungunddarfnichtmitdemnichtleichtwiedergutzu machendenNachteilverwechseltwerden,dermaterielleVoraussetzungfür denErlasseinervorsorglichenMassnahmebildet. 2.c. AusdenAktenergibtsichhinsichtlichdesalsBeschwerdevoraussetzung abzuklärenden«nichtleichtwiedergutzumachendenNachteils»folgendes: 2.c.a. LautAussagendesBeschwerdeführersinderpersönlichenBefragung vom(…)hatdieserimFrühlingdenHerrenE.undF.dieVorstrafenund Schuldendetaillierterklärt;dieswirdinderangefochtenenVerfügungnicht bestritten. MitderangefochtenenVerfügungwerdenunteranderemdiese TatsachenderersuchendenBehördemitgeteilt. Weilsiediesenachden AussagendesBeschwerdeführersbereitskennt,erfährtsieinsoweitnicht NeuesüberdenBeschwerdeführer,unddieBekanntgabevonVorstrafenund SchuldenstelltkeinenNachteildar. 2.c.b. InderangefochtenenVerfügungwirdjedochweiterinunbestimmter ArtundWeiseausgeführt,dieBefragunghabe«weitere,belastende Erkenntnisse»erbracht. WeildasDispositivderVerfügungvom(…)aufdie Verfügungvom(…)verweist,darfauchnichtausserAchtgelassenwerden, dassbereitsjeneVerfügungdiese«weiterenbelastendenErkenntnisse» erwähnt. DieBedeutungdieserErkenntnissewirddortnochdadurchbetont, dassdieserSatzunterstrichenist. Fernerwirddortausgeführt,eineallfällige SuspendierungdesBeschwerdeführersdurchdiezuständigeStellewürde aufgrundderheutigenErkenntnissealsangemessenerscheinen. DerSatzzielt daraufab,dieEignungdesBeschwerdeführersfürdiedurchihnbeim(…) wahrgenommenenAufgabeninFragezustellen. Dieswirdauchdadurchnicht korrigiert,dassdieBeschwerdegegnerininderBeschwerdeantwortausführt, dieweiterenbelastendenErkenntnisseseiennichtausschlaggebendgewesen fürdieAusfällungdersuperprovisorischenMassnahme. 2.c.c. DieVorinstanzwirftdemBeschwerdeführersomitinihren Zwischenverfügungenvor,erseinichtgeeignet,dieVerantwortungfür diestaatstreueErfüllungseinerAufgabenzuübernehmenundstelltseine VerlässlichkeitinFrage. WeitergehendwirdindererstenZwischenverfügung sogardessenSuspendierungvomDienstalsangemesseneMassnahme angeregt. EineVerfügungsolchenInhaltsstellteinenschwerenEingriffin diePersönlichkeitsrechtedesBetroffenendarundgibtdemBeschwerdeführer einideellesInteresseanderAufhebungderangefochtenenVerfügung. 2.c.d. InsgesamtstehtausserZweifel,dassdieVerfügungvom(…)im gesamtenKontextfürdenBeschwerdeführereinennichtleichtwiedergut zumachendenNachteilbewirkte. DieBeschwerdevoraussetzungistdamit gegeben. 2.d. (…) 3. DieRekurskommissionVBSüberprüftdiebeiihrangefochtenen VerfügungenundEntscheidemituneingeschränkterKognition. Der BeschwerdeführerkannnichtnurdieVerletzungvonBundesrecht einschliesslichÜberschreitenoderMissbrauchdesErmessens(Art.49 Bst.aVwVG)oderdieunrichtigebzw. unvollständigeFeststellungdes Sachverhaltes(Art.49Bst.bVwVG)geltendmachen,sondernauch dieRügederUnangemessenheitvorbringen(Art.49Bst.cVwVG).Die 5Rekurskommissionüberprüftdemnachnichtnur,obdieBeschwerdegegnerin ihrErmessenwederüberschrittennochmissbrauchthat,sondern grundsätzlichauch,obsieeinedemSachverhaltangemesseneLösung getroffen,mithinnichtblossrechtlich,sondernauchsachlichrichtig entschiedenhat(Gygi,a.a.O.,S.315; A. Kölz/I. Häner,Verwaltungsverfahren undVerwaltungsrechtsprechungdesBundes,2.Aufl.,Zürich1998,Rz.633ff.). 4. (…) 5. DerVertreterdesBeschwerdeführersmachtgeltend,die Beschwerdegegnerinhabedadurch,dasssiesichgeweigerthabe,ihmdie Aktenzuzusendenundihnlediglichdaraufverwiesenhabe,erkönnean ihremSitzinBernEinsichtnehmen,dasrechtlicheGehörverletzt. Weildem BeschwerdeführerimvorliegendenVerfahrensämtlicheAkten,soweitsie nichtvonihmstammtenoderanihnadressiertwaren,mitPräsidialverfügung vom(…)inFotokopiezugestelltwurdenunddieRekurskommissionin rechtlicherundtatsächlicherHinsichtüberdiegleichePrüfungsbefugnis verfügtwiedieBeschwerdegegnerinistdergerügteMangelindessengeheilt worden(vgl. Reinhold Hotz,inSt.GallerKommentarzuArt.29BV,N.26; BGE 126I68 ,72E.2mitweiterenHinweisen). Anzumerkenbleibt,dasseszwar richtigist,dasssichausArt.26VwVGundderbisherigenbundesgerichtlichen RechtsprechunglediglichdasRechtaufEinsichtamSitzderBehörde undkeinAnspruchaufZusendungvonAktenergibt(Kölz/Häner,a.a.O., Rz.298;Hotz,a.a.O.,N.32; Rhinow/Koller/Kiss,ÖffentlichesProzessrechtund JustizverfassungsrechtdesBundes,Basel1996,Rz.1146; BGE126I7 ,10E.2b unddortzitierteEntscheide). ImmerhinbestehtnachArt.26Abs.1VwVG alternativderAnspruchaufEinsichtderAktenbeieinerdurchdieverfügende BehördezubestimmendenkantonalenBehörde. Obdiesesumständliche Verfahrenbesserundsichererist,alseinedirekteZusendunganeinen patentiertenRechtsanwalt,darfmitFugbezweifeltwerden. 6.a. Esistunbestritten,dassauchimnichtstreitigenVerwaltungsverfahren vorsorglicheMassnahmenvonAmteswegenoderaufBegehreneinerPartei getroffenwerdenkönnen,auchwenndasVwVGselberkeineGrundlage dazuenthält. DieLehrenimmtdeshalbeineGesetzeslückeanodergeht davonaus,dassdiematerielleNormauchGrundlagedesvorläufigen Rechtsschutzessei(Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.333;Rhinow/Koller/Kiss,a.a.O., Rz.1090; Schaub,DervorläufigeRechtsschutzimAnwendungsbereichdes Umweltschutzgesetzes,Diss. Zürich1990,S.41ff). Damitkönnenvorsorgliche MassnahmenineinerPersonensicherheitsprüfungzulässigsein,auchwenn sichwederdasBundesgesetzvom21.März1997überMassnahmenzur WahrungderinnerenSicherheit(BWIS,SR120)nochdieBotschaftzumBWIS (BBl1994 S.1187)nochdieVerordnungvom19.Dezember2001überdie Personensicherheitsprüfungen(PSPV,SR120.4)dazuäussern. VorläufigeMassnahmenzielendaraufab,dieWirksamkeitderzuerlassenden Verfügungsicherzustellen(Rhinow/Koller/Kiss,a.a.O.,Rz.1089). Die LehreunterscheidetsicherndeMassnahmen,mitdenenderbestehende oderrechtlicheZustandeinstweilenunveränderterhaltenwird(soauch Art.56VwVG)undregelndeMassnahmen,mitdeneneinRechtsverhältnis provisorischinbestimmterWeisegestaltetwird(Kölz/Häner,a.a.O.,Rz.332; Rhinow/Koller/Kiss,a.a.O.,Rz.1089). IndemdieBeschwerdegegnerinausführt, «DamitstelltedieFachstelledieWirksamkeitdererstnachAbschlussder 6SicherheitsprüfungzutreffendenRisikoverfügungsicher»,gehtsieimplizite davonaus,dasssieeinesicherndeMassnahmeerlassenhat. DieMassnahme passtaberwederindieeine,nochindieandereKategorie. Umeinesichernde Massnahmehandeltessichnicht,weilderbestehendeZustandgerade nichtunverändertbeibehaltenwird,indemdieVorstrafen,Schuldenusw. derersuchendenBehördemitgeteiltwerdenundsogardieSuspendierung angeregtwird. EineregelndeMassnahmeistesauchnicht,weildamit keinRechtsverhältnisgestaltetwird. Obesüberhauptzulässigist,einzelne ErkenntnisseauseinemVerfahrenderersuchendenBehördevorzeitig mitzuteilen,mussjedochnichtentschiedenwerden,weilsichdievorsorgliche MassnahmeausanderenGründenalsunzulässigerweist. 6.b. DieAnordnungvorsorglicherMassnahmensetztkumulativvoraus,dass erstensunverzüglichVorkehrenerforderlichsind(=zeitlicheDringlichkeit; Schaub,a.a.O.,S.69),dasszweitensderVerzichtaufMassnahmeneinen schwerenNachteilbewirkenkannunddassdrittenseineInteressenabwägung zwischendenöffentlichenundprivatenInteressenzugunstenüberwiegender öffentlicherInteressenausfällt. FernermussdasVerhältnismässigkeitsprinzip gewahrtsein(Kölz/Häner,a.a.O.,N.334und657;Rhinow/Koller/Kiss,a.a.O., N.1091undN.1332;Schaub,a.a.O.,S.74; Zimmerli/Kälin/Kiener,Grundlagen desöffentlichenVerfahrensrechts,Bern1997,S.141). 6.c. ZurzeitlichenDringlichkeitäussertsichdieBeschwerdegegnerinin derVerfügungdahingehend,derBeschwerdeführernehmeseineFunktion beim(…)seitdem(…)wahrundwerdezudeminderSchutzzoneXeiner militärischenAnlageeingesetzt. SiepräzisiertinderBeschwerdeantwort, dassdiezeitlicheDringlichkeiterstbestandenhabe,nachdemsieinder BefragungdesBeschwerdeführerserfahrenhabe,dassernichtnurZugangzu vertraulichenInformationen,sondernauchZutrittzumilitärischenAnlagen derSchutzzonenYundXhabe. FernerseiaufgrunddesUmstandes,dassdie PersonensicherheitsprüfungmehrereMonatedauere,davonauszugehen, dassdiezuprüfendePersonimZeitpunktderEröffnungderRisikoverfügung bereitsihreFunktionwahrnehme. AuchdiesseieinGrunddazu,dieseStellen inAusnahmefällenvorsorglichvorAbschlussdesVerfahrenszuinformieren. DerBeschwerdeführerführtaus,eshabekeineDringlichkeitvorgelegen, weildiePersonensicherheitsprüfungvielzuspäterfolgteundweilder Beschwerdeführerschonselber«reinenTischgemachthabe»,d.h. seine VorgesetztenüberVorstrafenundSchuldeninformierthabe. ZeitlicheDringlichkeitliegtvor,wennmitderMassnahmenichtzugewartet werdenkann,bisdasVerfahrendurchlaufenist(Häner,a.a.O.,S.341; BGE102 Ib89,93E.c;AargauischeGerichts-undVerwaltungsentscheide[AGVE]1980 280). DasPersonensicherheitsprüfungsverfahrenwurdemitUnterzeichnung desFormularsdurchdenBeschwerdeführeram(…)eingeleitet. Ende DezemberzogdieBeschwerdegegnerindieerstenErkundigungenein, derenResultatebisanfangsFebruareintrafen. Danngeschahnachden derRekurskommissionvorliegendenAktenmehralseinJahrnichtsmehr. DieBeschwerdegegnerinerkundigtesichauchnichtüberdenAusgangder VerhandlungvorBezirksgerichtB.am(…). Erstam(…)nahmsiemitdem GerichtKontaktauf. Am(…)fanddanndieBefragungdesBeschwerdeführers stattundam(…)wurdedievorsorglicheMassnahmeerlassen. 7NachdemdieBeschwerdegegnerinseitVerfahrenseinleitungmehrals 22Monateverstreichenliess,hätteauchderordentlicheAbschlussdes Verfahrensabgewartetwerdenkönnen. Dieseshätteinnerhalbhöchstens weitererzweiMonatebeendetwerdenmüssen. NuramRandeseivermerkt, dassArt.21Abs.1PSPVeineFristvon«inderRegel»dreiMonatenvom EingangdesPrüfungsantragsbiszurVerfügungüberdasErgebnisder Sicherheitsprüfungvorsieht. HatdieBehörde-wiehier-längereZeit verstreichenlassen,bissiedieMassnahmeerlässt,kannsiesichnichtmehr aufdieDringlichkeitberufen(Häner,a.a.O.,S.341). DieBeschwerdegegnerin räumtdenninderangefochtenenVerfügungauchselberein,dassdie Zwischenverfügungvom(…)spätergangensei. AuchdievonderBeschwerdegegnerinangeführten«systemimmanenten Gründe»,nämlichdasswegenderDauerdesPrüfungsverfahrensdavon auszugehenist,dassimZeitpunktderRisikoverfügungdiegeprüftePerson vielfachbereitsinihremAmtoderinihrerFunktiontätigist,lassennicht aufzeitlicheDringlichkeitschliessen. Vielmehrgebrichtesoffenbar-auch rundvierJahrenachIn-Kraft-TretendesGesetzes-anderUmsetzungdes gesetzgeberischenWillens. DieKonzeptiondesGesetzgebersistnämlich klar: zuerstmussdieSicherheitsprüfungdurchgeführtwerden,dannsolldie Anstellungerfolgen(Art.19Abs.3BWIS).ZumindestbeiNeuanstellungen,wie hiereinevorliegt,solltedieseRegeleingehaltenwerden. Esgehtdeshalbnicht an,eingesetzlichvorgeschriebenesVerfahren(Art.21BWIS)aufdemWeg überdievorsorglicheMassnahmezuverkürzen. AndieserBeurteilungändertauchnichts,dass,wiedieBeschwerdegegnerin geltendmacht,siebiszurBefragung(…)keineVeranlassunggehabthabe, irgendwelcheMassnahmenzuerlassen,weilsicherstdannergab,dass derBeschwerdeführerinAnlagenderSchutzzonenXundYarbeitet. Die BeschwerdegegnerinbestreitetnämlichdieAussagendesBeschwerdeführers anlässlichderBefragung(…)nicht,erhabedieHerrenE.undF.vollumfänglich überVorstrafenundSchuldeninformiert. DieseTatsachewirdnochdadurch untermauert,dassderVertreterdesBeschwerdeführers(derauchdie Strafverteidigungführte)inderStellungnahmevom(…)ausführt,erselber habeihmdazugeraten,dieKartenbeimBewerbungsgesprächaufden Tischzulegen,damitkeinVersteckspielbetriebenwerdenmuss. Ausder Beschwerdeantwortgehtauchnichthervor,welcheweiterenbelastenden Erkenntnissesoforthättenbekanntgegebenwerdenmüssen,vielmehr wirdattestiert,dieseseienfürdieAusfällungdersuperprovisorischen Massnahmenichtausschlaggebendgewesen. ZurFrage,obsiedannimmerhin eineprovisorischeMassnahmerechtfertigen,findensichebenfallskeine Ausführungen. NachdemalsodieentscheidendenTatsachenbereitsbekannt waren,bestandkeinezeitlicheDringlichkeit,dieersuchendeStelledarüber zuinformieren. DamitmussdiezeitlicheDringlichkeitfüreineprovisorische (vorsorgliche)Massnahmeverneintwerden. Selbstredendwardervorgängige ErlasseinersuperprovisorischenVerfügungumsowenigerberechtigt. SuperprovisorischeMassnahmenerfordernnämlicheinegesteigerteFormder Dringlichkeit(Rhinow/Koller/Kiss,a.a.O.,N.1092;Schaub,a.a.O.,beiFn. 306). 6.d. WeilesanderzeitlichenDringlichkeitfürdenErlasseinervorsorglichen MassnahmemangeltunddieZwischenverfügungvom(…)demzufolge aufzuhebenist,müssendieweiterenVoraussetzungenderZulässigkeitder vorsorglichenMassnahmenichtmehrgeprüftwerden. Esmussauchnicht 8aufdieweiterenArgumentedesBeschwerdeführerseingegangenwerden, dieMassnahmeseiunzulässig,weilderBeschwerdeführerseitdem(…)seine beruflichenPflichtenklaglosundohnedasseszuBeanstandungengekommen ist,erfülle. Ebensomussnichtentschiedenwerden,obderBeschwerdeführer wegenseinerVorstrafenundSchuldenerpressbarbzw. bestechlichsei. Die BegehrendesBeschwerdeführers,esseieinZwischenzeugnisundeinBericht desArbeitgeberssowieeinBerichtdesSozialdienstesT.einzuholen,erübrigen sich. 9Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 67.102 - Entscheid der Rekurskommission VBS, II. Abteilung, vom 14. Februar 2003 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2003 Année Anno Band 67 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 005 768 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.