B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1637/2013 law/joc U r t e i l v o m 2. J u l i 2 0 1 4 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren (…), und dessen Lebenspartnerin B._______, geboren (…), sowie deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), Kosovo, alle vertreten durch Stefan Hery, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Februar 2013 / N (…). D-1637/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden, ethnische "Ägypter" mit letztem Wohnsitz in E._______ (Gemeinde F._______, Kosovo ), reisten am 26. Januar 2009 in die Schweiz ein, wo sie im Empfangs - und Verfahrenszentrum Kreuzlingen (EVZ) am gleichen Tag um Asyl nachsuchten. Dort wurden sie am 29. Januar 2009 unter anderem summarisch zu ihren Aus reise- gründen befragt. Am 9. Februar 2009 gewährte ihnen das BFM das recht- liche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien oder Österreich. Eine einlässliche Anhörung zu den Asylgründen erfolgte am 16. Februar 2009. A.b Im Rahmen d er Befragungen brachte der Beschwerdeführer A._______ hauptsächlich vor, er habe bis im April 2007 in G._______ (Gemeinde H._______) im Elternhaus und danach vorwiegend im Haus der Mutter seiner Frau B._______, mit der er seit April 2008 nach Brauch verheiratet sei, in E._______ (Gemeinde F._______), gelebt. Im Jahr 2008 habe er sein Studium in (…) und (…) an der Universität K._______ abgeschlossen. Infolge eines gewaltsamen Streites mit Angehörigen e i- ner Familie albanischer Ethnie sei sein Vater im Jahr 1999 durch Schüsse verwundet worden. Im Jahr 2000 habe man versucht, das Elternhaus in Brand zu stecken, im Jahr 2005 hätten Maskierte ihn geschlagen und be- droht und im Jahr 2007 hätten Unbekannte Strohballen vor dem Elter n- haus angezündet. In den Jahren 2007/2008 hätten sie mehrfach telefoni- sche Drohungen erhalten. Im Juli 2008 habe man einmal versucht, seine Frau zu entführen. Ausserdem sei diese ständig auf dem Weg von ihrer Arbeit nach Hause belästigt worden. Im September 2008 hätten drei maskierte Personen seine Frau bedroht. Sie hätten keine Bewegung s- freiheit gehabt, seien diskriminiert und er von den Albanern als Spion e r- achtet worden, da er bei " L._______", einem Verein, der unter anderem die Förderung der Rückkehr der Ägypter zum Ziel gehabt habe, in H._______ gearbeitet habe. 2008 hätten sie Silvester bei seinen Eltern gefeiert. An jenem Abend sei das Elternhaus beschossen worden. Au f- grund dieser Ereignisse seien sie schliesslich im Januar 2009 ausgereist. A.c Die Beschwerdeführerin ihrerseits erklärte im Wesentlichen, sie habe bis zur Ausreise am 22. Januar 2009 in E._______ (Gemeinde F._______) sowie zwischendurch einmal für zwei Monate im Haus ihres Mannes in M._______ gelebt. 1999 sei auf den Vater ihres Mannes ge- schossen worden. Anlass sei ein Streit mit einer albanisc hen Familie g e-D-1637/2013 Seite 3 wesen. Letztere habe mit Blutrache gedroht. 2007 seien der Stall und der Traktor der Schwiegereltern angezündet worden. Sie sei im selben Verein wie ihr Mann tätig gewesen und habe als Beruf (…) gelernt. Diesen habe sie von Januar 2008 bis Se ptember 2008 ausgeübt. Mehrfach sei jedoch versucht worden, sie auf ihrem Heimweg von der Arbeit zu entführen. Drei bis vier Mal sei zudem auf das Haus ihrer Mutter in E._______ ge- schossen worden. An Silvester 2008 habe man das Elternhaus ihres Mannes beschossen, während sie sich dort aufgehalten hätten. B. Im Verlaufe des Verfahrens reichten die Beschwerdeführenden beim BFM eine Identitätskarte sowie ein Geburtszertifikat, ausgestellt jeweils durch die UNMIK (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo) und lautend auf die Beschwerdeführerin, eine Identitätskarte und ein Geburts- zertifikat der UNMIK lautend auf den Beschwerdeführer , einen Brief der (…)universität N._______ vom 28. Januar 2008, eine Aufenthaltsbewill i- gung für Studierende ausgestell t in O._______ am 26. März 2008 und gültig bis am 12. Januar 2009, ein Zertifikat der Universität K._______ vom 11. November 2008 den Beschwerdeführer betreffend, einen medizi- nischen Bericht aus dem Jahr 1999 eine Schussverletzung den Vater des Beschwerdeführers betreffend, einen Polizeirapport des Polizeipostens H._______ vom 18. September 2007 sowie dazugehörige Fotos, einen Zeitungsartikel vom 12. Juli 2008, ein Schreiben de r Gemeinde H._______ vom 29. Januar 2009 (hinsichtlich Probleme der Beschwerde- führenden in der Gemeinde aufgr und ihrer Ethnie), eine Bestäti gung der Gemeinde H._______ vom 12. Januar 2009 (betreffend die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers), ein. C. Das BFM erach tete die zuvor erwähnten Vorbringen (vgl. Bst. A.b und A.c) mit Verfügung vom 25. Januar 2010 hauptsächlich als nicht asylrele- vant. Es stellte fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingsei- genschaft nicht erfüllen und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig ver- fügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. D. Gegen diese Verfügung liessen die Beschwerdeführenden mittels Eing a- be ihres Rechtsv ertreters vom 25. Februar 2010 beim Bundesverwa l- tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung des BFM sei bezüglich des Vollzuges der Wegweisung aufzuheben, es sei die D-1637/2013 Seite 4 Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vo r- läufige Aufnahme anzuordnen; eventualiter sei die Sache für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde lagen – nebst Vertretungsvollmachten und einer Fürsor- gebestätigung – die Kopie eines Schreibens der Gemeinde H._______ vom 14. Januar 2010 (inkl. beglaubigter Übersetzung) sowie ein Bestät i- gungsschreiben der P ._______ vom 27. Januar 2010 (inkl. beglaubigter Übersetzung) bei. E. Mit Urteil D-1179/2010 vom 2. August 2012 stellte das Bundesverwa l- tungsgericht fest, Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bilde einzig die Frage, ob das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht angeordnet habe. Unter Verweis auf BVGE 2007/10 E . 5.3 ff. S. 111 ff. erwog es in materieller Hinsicht im Wesentlichen, der Sachverhalt sei durch das BFM hinsichtlich der gemäss erwähnter Rechtsprechung verlangten Reintegra- tionskriterien, die es bei der Frage nach der Zumutbarkeit des Vollzuges für albanischsprachige Roma, Ashkali und Ägypter nach Kosovo zu b e- rücksichtigen gelte, nicht vollständig er stellt worden. Es hiess die B e- schwerde gut , hob die Dispositivz iffern 4 und 5 der Verfügung vom 25. Januar 2010 auf und wies die Sache im Sinne seiner Erwägungen an das BFM zur Neubeurteilung zurück. F. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2012 reichte der Rechtsvertreter beim BFM einen ärztlichen Bericht vom 12. Oktober 2012 des Q._______ ein. In dies em wurde der Beschwerdeführerin eine posttraumatische Bela s- tungsstörung (ICD-10 43.2) und eine undifferenzierte Angststörung (ICD - 10 F41.8) attestiert. Die Beschwerdeführerin benötige weiterhin eine psy- chiatrisch-psychotherapeutische sowie eine pharmakotherapeutische B e- handlung, um den Alltag mit den Kindern bewältigen zu können. Ein gros- ser Belastungsdruck sei auch die Angst vor einer Ausschaffung. Bei einer Rückschaffung nach Kosovo würde s ie erneut dekompensieren und es sei mit einer Retraumatisierung zu rechnen. Es sei zu bezweifeln, ob eine fachspezifische, traumabezogene Behandlung in Kosovo gewährleistet werden könne, wenn das sichere, psychosoziale Umfeld in der Heimat fehlen würde. Au sserdem wurden medizinische Unterlagen die Kinder C._______ und D._______ betreffend eingereicht und um priorit äre Be- handlung der Asylgesuche ersucht. D-1637/2013 Seite 5 G. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2012 gelangte das BFM an die Schweizerische Botschaft in K._______ und ersuchte diese um Abklärung verschiedener vom Bundesverwaltungsgericht aufgeworfener Fragen. H. Die Schweizerische Botschaft in K._______ erteilte dem BFM mit Schre i- ben vom 24. Januar 2013 ihre Antwort. I. Mit Verfügung vom 4. Februar 2013 gewährte das BFM den Beschwerde- führenden das rechtliche Gehör zu seiner Anfrage an die Botschaft vom 14. Dezember 2012 und deren Antwort vom 24. Januar 2013. J. Der Rechtsvertreter äusserte sich dazu namens der Beschwerdeführe n- den mit Schreiben vom 18. Februar 2013. K. Das BFM stellte mit Verfügung 26. Februar 2013 fest, der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Kosovo sei zulässig, zu- mutbar und möglich und ordnete an, die Beschwerdeführenden hätten die Schweiz – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – bis zum 23. April 2013 zu verlassen. Mit dem Vollzug der Wegweisung wurde der Kanton R._______ beauftragt. L. Gegen diese Verfügung erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 27. März 2013 Beschwerde beim Bundesve r- waltungsgericht. Darin wird beantragt, es sei die Verfügung des BFM auf- zuheben und die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festz u- stellen und deshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Eventualiter sei die Verfügung des BFM aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird z u- dem beantragt, es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. M. Der Beschwerde lagen eine Vollmacht, die angefochtene Verfügung, ein Arztbericht vom 6. März 2013 die Beschwerdeführerin betreffend , ver- schiedene Bestätigungen hinsichtlich der Integration der Beschwerdefüh-D-1637/2013 Seite 6 renden in der Schweiz und ein vom 9. März 2013 datiertes Schreiben von S._______, dem Bruder der Beschwerdeführerin, bei. N. Am 3. April 2013 gingen beim Bundesverwaltungsgericht eine Kostennote sowie eine Fürsorgebestätigung ein. O. Mit Verfügung vom 15. April 2013 hiess der Instruktionsrichter des Bu n- desverwaltungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud das BFM zur Vernehmlassung bis zum 30. April 2013 ein. P. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 19. April 2013 die Abweisung der Beschwerde. Q. Den Beschwerdeführenden wurde n die Vernehmlassung des BFM mit Verfügung vom 22. April 2013 zur Kenntnis gebracht und ihnen die Gele- genheit zur Einreichung einer Replik bis zum 7. Mai 2013 erteilt. R. Die Beschwerdeführenden liessen durch Eingabe ihres Rechtsvertreters am 7. Mai 2013 eine Replik sowie zwei Dokumente betreffend der Abtre- tung eines Grundstückes in F._______ an S._______ einreichen. S. Mit Eingabe vom 28. Mai 2013 wurde n ein ärztliches Zeugnis den B e- schwerdeführer betreffend sowie Fotos und eine Bescheinigung hinsich t- lich eines Waldbrandes auf dem Grundstück der Familie T._______ in H._______ eingereicht. T. Am 4. Februar 2014 (Eingang Bundesverwaltungsgericht) liessen die B e- schwerdeführenden dem Gericht verschiedene Dokumente hinsichtlich ih- rer Integration zukommen. D-1637/2013 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im S inne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – end- gültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 AsylG). 1.2 Das vorliegende Verfahren war im Zeitpunkt der am 1. Februar 2014 in Kraft getretenen Änderung des AsylG vom 14. Dezember 2012 hängig, weshalb gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur einschläg i- gen Änderung mit Ausnahme der Absätze 2-4 das neue Recht gilt. 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 1.4 Die Kognition des Gerichts und die zulässigen Rügen bestimmen sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 2. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die Frage, ob das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht angeordnet hat, bezi e- hungsweise, ob entsprechend dem Rechtsbegehren infolge Unzumutba r- keit anstelle des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme a n- zuordnen ist (Art. 44 AsylG, Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Aufgrund der durch das BFM vorgenommenen Ab klärungen bei der Schweizerischen Botschaft in K._______ respektive deren Ergeb- nisse (vgl. E. 3.3.4 und E. 3.3.5) ist der für die Beurteilung der sich in di e-D-1637/2013 Seite 8 sem Zusammenhang stellenden Fragen rechtserhebliche Sachverhalt vollständig erstellt. Für die event ualiter beantragte Rückweisung der S a- che zur Neubeurteilung an das BFM besteht kein Grund. 3. 3.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fam i- lie. Im Übrigen finden für die Anordnung des Vollzugs der Wegweisung die Artikel 83 und 84 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) Anwendung (Art. 44 AsylG). 3.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt g e- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglic h ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2012/31 E. 7.1 S. 588, BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502). 3.3 3.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 3.3.2 Unter den aktuellen Verhältnissen in Kosovo kann nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation allgemeiner Gewalt, welche für die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr dorthin eine konkrete Gefäh r- dung darstellen würde, gesprochen werden. Wie in der vorinstanzlichen Verfügung zu Recht festgestellt wurde, hat sich die Sicherheitslage in Ko- sovo in den vergangenen Jahren verbessert. Zudem kann d ie Wahr- scheinlichkeit einer konkreten Gefährdung der Beschwerdeführenden al- lein aufgrund ihrer Ethnie – mit Ausnahme einiger Dörfer beziehungswei- se Gemeinden, zu denen weder der unweit der Stadt F._______ im Wes- ten Kosovos gelegene Herkunftsort der Beschwerdeführerin , E._______, noch der in der Nähe von H._______ gelegene Herkunftsort, G._______, des Beschwerdeführers, gehören – ausgeschlossen werden. D-1637/2013 Seite 9 3.3.3 Auch nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Februar 2008, dessen Anerkennung durch die Schweiz sowie der Qual ifikation durch den Bundesrat als „safe country", präsentiert sich die Situation n a- mentlich für Minderheiten der Roma, Ashkali und Ägypter in Kosovo aller- dings immer noch schwierig. Sie sind im Alltag oft verschiedenen Formen von Diskriminierung ausgesetzt , namentlich was den Zugang zum Bi l- dungs- und Gesundheitswesen sowie zum Erwerbsleben anbelangt. Die Situation hat sich auch nach dem Inkrafttreten der kosovarischen Verfa s- sung am 15. Juni 2008 und der darin zugestandenen Minderheitenrechte nicht in dem Ma sse verbessert, dass eine grundsätzlich e Abkehr von der bisherigen Rechtspraxis (vgl. Urteil e E -6124/2013 vom 6. März 2014 E. 8.1, D-3123/2012 vom 16. Dezember 2013 E. 8.4.1, BVGE 2009/51 E. 5.7 S. 749 ff.) angezeigt wäre. Der Vollzug der Wegweisung von alba- nischsprachigen Roma, Ashkali und Ägyptern nach Kosovo ist daher we i- terhin in der Regel zwar zumutbar, dies allerdings voraus gesetzt, dass auf Grund einer Einzelfallabklärung (insbesondere durch Untersuchungen vor Ort; heute über die schweizerische Bot schaft, früher via das sog e- nannte Verbindungsbüro) feststeht, dass bestimmte Reintegrationskrit e- rien – wie berufliche Ausbildung, Gesundheitszustand, Alter, ausreiche n- de wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz in Kosovo – er- füllt sind (vgl. BVGE 2007/10 E. 5.3 ff. S. 111 ff.). 3.3.4 Nachdem das BFM mit Urteil D-1179/2010 des Bundesverwaltungs- gerichts vom 2. August 2012 aufgefordert wurde, zwecks Überprüfbarkeit erwähnter Kriterien verschiedene Abklärungen vor Ort vor zunehmen, ge- langte das BFM mit Schreiben vom 14. Dezember 2012 an die Schweize- rische Botschaft in K._______ (vgl. act. A57/8 S. 6 ff.). Es wurde um Ab- klärung danach ersucht, welcher Arbeit der Vater des Beschwerdeführers nachgehe, welchen Verdienst dieser erziele, welche Arbeit die erwachs e- nen Geschwister des Beschwerdeführers ausführten, ob diese noch im Elternhaus lebten, wovon die Grossfamilie lebe, wie sich die Platzverhäl t- nisse präsentieren würden, ob die Eltern bereit seien, die Familie aufz u- nehmen, in welchen Wohnverhältnissen sich die Mutter der Beschwerde- führerin und deren Bruder befinden würden und wovon diese lebten, ob das Elternhaus der Beschwerdeführerin in E._______/F._______ wieder aufgebaut worden sei und welches die Berufsaussichten des Beschwe r- deführers und der Beschwerdeführerin seien. 3.3.5 In ihrer Antwort vom 24. Januar 2013 (vgl. act. A57/8 S. 1-5.) hielt die Botschaft fest, am 23. Januar 2013 hätten sich Mitarbeiter der Bo t- schaft nach U._______/E._______ (Gemeinde F._______) begeben. Dort D-1637/2013 Seite 10 hätten sie die Mutter der Beschwerdeführerin, V._______, besucht. Diese habe erklärt, ihr Ehemann W._______ sei vor neun Jahren verstorben. Sie lebe zusammen mit ihrer Mutter allein im Haus. Zwei ihrer Söhne, S._______ (N …) und X._______ (N …) würden sich legal in der Schweiz aufhalten. Sie würde sie regelmässig besuchen. S ie lebe ausschliesslich von deren finanziellen Unterstützung. Dank ihnen würde sie in sehr guten Verhältnissen leben. Sie habe zudem zwei Töchter, die Beschwerdeführe- rin und Y ._______, welche in F._______ verheiratet sei. Das Haus sei auf den Namen ihres verstorbenen Ehemannes registriert. Zwei Brü der des Beschwerdeführers würden in Kosovo, zwei weitere in der Schweiz leben. Ausserdem lebe eine Schwester von ihm in Kosovo. Ihr Sohn, X._______, habe vor seiner Ausreise in die Schweiz mit ihr in Kosovo ge- lebt. Dieser habe in der Schweiz eine Frau kennenge lernt und geheiratet. Die Beschwerdeführerin habe vor ihrer Ausreise in die Schweiz in U._______ als (...) gearbeitet. Auf dem Grundstück des verstorbenen Va- ters sei ein anderes Haus gebaut worden. Es sei aber noch nicht fertig erstellt. Dieses gehöre dem Bruder der Beschwerdefüh rerin, S._______. Im Weiteren be merkte die Botschaft, die Mutter der Beschwerdeführerin habe während der ganzen Befragung wiederholt erklärt, man solle die Familie nicht nach Kosovo zurückschaffen. Das Haus der Mutter be- schrieb die Botschaft als gross, in gutem Zustand und modern ausgesta t- tet (Parkett, moderne Möbel, TV etc.). Es besitze sämtlichen Komfort. Die Geschwister der Beschwerdeführerin seien alle weggezogen. Das von den Beschwerdeführenden ursprünglich erwähnte Einzimmerhaus, in dem sie in U._______ gewohnt hätten, sei nicht wieder auf gebaut wor- den. Nach Ansicht der Botschaft sei es aber unmöglich, dass dieses e f- fektiv existiert habe, denn das dafür vorgesehene Grundstück hätte ledi g- lich ungefähr zwei Meter auf anderthalb Meter gemessen. Es sei daher kaum möglich, dass die Beschwerdefüh renden auf so engem Raum g e- lebt hätten, während die Mutter der Beschwerdeführerin in einem sehr grossen Haus lebe. Es müsse daher bezweifelt werden, dass das von den Beschwerdeführenden genannte Haus, bestehend aus nur einem Zimmer, in U._______ überhaupt existiert habe. Vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführenden im Hause der Mut- ter der Beschwerdeführerin ge lebt hätten. Im Weiteren führte die Bo t- schaft aus, man habe den Vater des Beschwerdeführers, Z._______, in G._______ (Gemeinde H._______) besucht. Dieser sei sehr freundlich gewesen. Er habe Kenntnis davon, dass sein Sohn in der Schweiz um Asyl nachgesucht habe. Er habe zu verstehen gegeben, dass er die Art und Weise, die sein Sohn angewandt habe, um im Ausland zu leben, nicht gebilligt habe. Er habe aber auch angefügt, dass er sich wünsche, D-1637/2013 Seite 11 dass alle seine anderen Kinder Kosovo verlassen würden, um im Ausland zu leben. Er habe sieben Kinder, fünf Söhne und zwei Töchter: Den B e- schwerdeführer, der in der Schweiz lebe; AA._______, der in der Schweiz verheiratet sei; AB._______, die in Deutschland verlobt sei ; AC._______, der in Deutschland lebe und verheiratet sei ; AD._______, die in G._______ lebe und an der Universität von F._______ Wirtschaft studie- re; AE._______, der (…) Jahre alt sei, noch zur Schule gehe und im E l- ternhaus lebe sowie der (…) AF._______, der ebenfalls im Elternhaus l e- be und die Schule besuche. Seine Ehefrau, AG._______, wohne auch im Haus der Familie. Nach der Heirat habe sich der Beschwerdeführer nach U._______ begeben und dort bei der Familie seiner Ehefrau ge lebt. Der Beschwerdeführer habe bei einer Nichtregierungsorganisation zu Gun s- ten der Gemeinschaft der Roma gearbeitet. Er sei nie zu ihm, dem Vater, wohnen gekommen, da er die Hochzeit mit B._______ nicht gutgeheissen habe. Als Vater könne man seinen Sohn und dessen Familie nicht auf die Strasse stellen; sein Sohn habe es jedoch vorgezogen, bei seiner Schwiegerfamilie zu leben. Er habe viel Geld ausgegeben, damit sein Sohn ein Studium habe aufnehmen und bee nden kön nen. Dieser habe aber nicht auf ihn gehört und die Beschwerdeführerin geheiratet. Er sei gegen die Hochzeit gewesen, da die Beschwerdeführerin psychische Probleme gehabt habe. Der Bauernhof , auf dem der Vater des B e- schwerdeführers lebe, so die Bots chaft in ihren Ausführungen weiter, sei dreistöckig und relativ gross. Der Vater habe erklärt, dass das Haus nicht ihm allein, sondern auch vier seiner Brüder, von denen drei in der Schweiz leben würden, gehöre. Er lebe mit seiner Familie auf einer Et a- ge. Er kenne den Gemeindevorsteher von H._______. Dieser habe ihm zu einer Anstellung bei der Gemeinde verholfen. Gemäss der Botschaft besitze der Vater demnach einen sicheren Arbeitsplatz. Die Mutter des Beschwerdeführers arbeite nicht. Die Familie lebe vom E inkommen des Vaters; es sei aber nicht ausgeschlossen, so die Bot schaft, dass sie f i- nanziell durch die in Deutschland und in der Schweiz lebenden Kinder un- terstützt werde. Das Haus sei im Übrigen sehr gross, auf drei Ebenen a n- geordnet, wobei auf einer die Eltern und auf den anderen beiden die zwei Söhne und die Tochter leben würden. Es verfüge über einen grossen Gar- ten, wo man Nutztiere halten könnte. Auch wenn die Frage dem Vater nicht direkt gestellt worden sei, so sei die Botschaft der Überzeugung, dass der Vater einverstanden wäre, seinen Sohn und dessen Familie bei einer Rückkehr bei sich aufzunehmen. Es scheine, dass der Beschwerde- führer es bis anhin vorgezogen habe, bei seinen Schwiegereltern zu l e- ben. Schliesslich stellte die Botschaft in ihrer Antwort fest, dass in Kosovo eine sehr hohe Arbeitslosenquote existiere und es im Allgemeinen sehr D-1637/2013 Seite 12 schwierig sei, eine Anstellung zu finden. Dennoch hätten beide, der B e- schwerdeführer und die Beschwerdeführerin, in Kosovo über eine Anstel- lung verfügt. Es sei da her sehr wahrscheinlich, dass sie im Falle einer Rückkehr aufs Neue ihren Arbeiten wieder nachgehen oder eine neue Anstellung in einem ähnli chen Bereich finden könnten. Im Bericht der Botschaft waren zudem Fotoaufnahmen der angeblichen Überreste des Hauses der Beschwerdeführenden in U._______, welches unter dem Gewicht der Schneemassen zusammengebrochen sei , enthalten. Auch Fotos des Hauses der Mutter der Beschwerdeführerin, eine Aufnahme des sich noch in Konstruktion befindlichen Hauses des Bruders der B e- schwerdeführerin sowie Aufnahmen des Grundstückes des Vaters des Beschwerdeführers (eine Abbildung des dreistöckigen Hauses sowie eine Foto von Nebengebäu den mit Garten) wurden von der Botschaft g e- macht. 3.3.6 Die Beschwerdeführenden führten zu diesen Abklärungen mit Stel- lungnahme ihres Rechtsvertreters vom 18. Februar 2013 (vgl. act. A59/2 S. 1 f.) aus, es treffe zu, dass der Vater des Beschwerdeführers für die Gemeinde H._______ arbeite. Seit 2008/2009 habe er allerdings keinen Kontakt mehr zu seinem Vater, da dieser damals die Heirat mit seiner Frau abgelehnt habe. Der einzige Grund , weshalb der Vater den Kontakt mit ihm wieder aufnehmen wolle, bestehe wohl darin, dass er die Ko ntrol- le über seinen Sohn zurückgewinnen möchte. Sein Vater habe ihn wä h- rend seiner Kindheit unterdrückt. Drei seiner Geschwister seien durch den Vater verheiratet worden und er habe jeweils deren Ehepartner b e- stimmt. Zu diesen Geschwistern habe er ebenfall s keinen Kontakt mehr. Die Auskunft der Botschaft bezüglich der Beschreibung des Hauses des Vaters und seiner Bewohner sei korrekt. Der Vater wohne allerdings in der ersten Hälfte des ersten Stockes des Hauses. Diese Wohnung sei viel zu klein, um die Famil ie aufzunehmen. Er habe seinem Vater nie Geld zugesandt, vermutlich werde sein Vater ihn daher noch mehr verachten. Das Haus der Mutter der Beschwerdeführerin sei vor ihrer Ausreise in e i- nem desolaten Zustand gewesen. Sie selber hätten in einer Art Garte n- haus leben müssen. Es sei davon auszugehen, dass die Mutter die Fami- lie nicht bei sich im Haus aufnehmen würde. Das Haus gehöre ausser- dem dem Grossvater der Beschwerdeführerin, AH._______. Dieser habe fünf Kinder, welche das Haus einmal erben würden. Im Wei teren sei es beinahe ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführenden aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit der Ägypter bei ihrer Rückkehr wieder eine Arbeit finden würden, mit welcher sie ihren Unterhalt finanzieren könnten. D-1637/2013 Seite 13 Die Arbeitslosigkeit sei seh r hoch und die Ägypter würden in der Gesel l- schaft diskriminiert. 3.3.7 Gestützt auf die Ergebnisse der Abklärungen der Botschaft sowie unter Berücksichtigung d er Stellungnahme vom 18. Februar 2013 erach- tete das BFM den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführen den nach Kosovo auch in individueller Hinsicht als zumutbar. In der angefoch- tenen Verfügung wurde im Wesentlichen argumentiert (vgl. act. A60/8 S. 1 ff.), g emäss der Botschaftsantwort könnten die Beschwerdeführe n- den entweder in das Elternhaus des Beschwerd eführers oder, falls das Verhältnis zu dessen Vater getrübt sei, in das Elternhaus der Mutter der Beschwerdeführerin zurückkehren. Die Platzverhältnisse hätten sich wohl verbessert, da sich der Bruder der Beschwerdeführerin nunmehr in der Schweiz aufhalte. Die Wahrscheinlichkeit eine Arbeit zu finden, sei ge- mäss Auskunft der Botschaft für den Beschwerdeführer gross. Dieser ver- füge über eine überdurchschnittlich gute Ausbildung, was auf dem A r- beitsmarkt ein Vorteil sei. Aufgrund der finanziellen Mög lichkeiten seiner sowie der Eltern der Beschwerdeführerin könnten diese die Familie bei Bedarf unterstützen. Zudem würden sie über zahlreiche Verwandte im Ausland, darunter über mehrere Geschwister, verfügen, von denen eine gewisse finanzielle Hilfe erwartet werden könne. Es s ei nicht nachvol l- ziehbar, weshalb sie nicht im Elternhaus der Beschwerdeführerin leben könnten. Es könne nicht ge glaubt werden, dass dieses im Winter 2009/2010 von den Schneemassen zusammenge drückt worden sei. D as Haus sei auf den Namen des Vaters und nicht wie von den Beschwerde- führenden behauptet, auf jenen des Grossvaters der Beschwerdeführerin eingetragen. Auf dem Grundstück des Vaters sei ein neues Haus am Ent- stehen, welches dem in der Schweiz lebenden Bru der der Beschwerd e- führerin, einem Schweizer Bürger, gehöre. Allenfalls könnten sie auch dieses Haus bewohnen. Aus den Akten sei nicht ersichtlich, dass die B e- schwerdeführerin eine medizinische Behandlung benötige, die in Kosovo nicht gewährleistet sei. Für einfache psychische Probleme würden die staatlichen kosovo-albanischen Strukturen über ein vergleichsweise g u- tes psychotherapeutisches Angebot verfügen. Es bestehe ein System von Community Mental Health Center (CMCH), die Beschäftigungs - und Gruppentherapien, aber auch Einzelgespräche anbi eten würden. Diese Zentren seien beratend und unterstützend tätig. In F._______ seien ein solches CMCH und ein Regionalspital vorhanden, dem eine neuropsych i- atrische Abteilung angegliedert sei. Primäre und sekundäre Ansprechst u- fen für psychische Krankheite n seien damit vorhanden. Die psychiatr i- schen Dienstleistungen in öffentlichen Einrichtungen seien kostenlos. A n-D-1637/2013 Seite 14 tidepressiva seien in Kosovo verfügbar, einige allerdings nur gegen En t- gelt in privaten Apotheken erhältlich. A uch die Behandlung einer obstru k- tiven Bronchitis, wie sie C._______ und D._______ erlitten hätten, und wie sie bei Kindern oft vorkomme, sei in Kosovo behandelbar. Die neona- tale Hypoglykämie, an der C._______ kurz nach der Geburt gelitten habe, sei nicht mehr aktuell. Anhaltspunkte dafür, dass albanischsprachige Min- derheiten beim Aufsuchen staatlicher medizinischer Einrichtungen b e- sondere Schwierigkeiten hätten, seien nicht vorhanden. Neben der Rüc k- kehrhilfe, die die Beschwerdeführenden beantragen könnten, sei zu e r- wähnen, dass die kosovarische Regierung einen Reintegrationsfonds ge- schaffen habe, welcher für Personen wie die Beschwerdeführenden Geld ausschütte. Auch spreche das zu berücksichtigende Wohl der Kinder nicht gegen ei nen Wegweisungsvollzug. Die Kinder seien aufgrund ihres Alters noch stark an die Eltern gebunden und es könne daher nicht von einer Entwurzelung gesprochen werden. 3.3.8 Auf Beschwerdeebene wurde demgegenüber hauptsächlich geltend gemacht, das BFM beurteile die Situation der ethnischen Minderheiten in Kosovo als zu positiv. Insbesondere die Analyse hinsichtlich der wir t- schaftlichen Existenzsicherung und der medizinischen Behandlungsmö g- lichkeiten sei unzutreffend. Mit Bezug auf die Situation der Minderheiten in Kosovo wurde insbesondere auf das Urteil D-1179/2010 des Bundes- verwaltungsgerichts vom 2. August 2012 E. 4.9.1 sowie den darin zitie r- ten Bericht der Schweize rischen Flüchtlingshilfe (SFH), Kosovo: le r e- patriement des minorités roms, ashkalies, egyptiennes, papier thémat i- que, Fiorenza Kuthan, Bern, 1. März 2012, S. 12 ff., verwiesen und argu- mentiert, dem Bericht zufolge sei der Zugang zur Gesundheitspflege in Kosovo in der Realität von der Barbezahlung abhä ngig. Für zurückke h- rende Ägypter sei es besonders schwierig, eine medizinische Behandlung zu erhalten. In einem wei teren Bericht der SFH vom 1. September 2010 werde zudem festgehalten, dass es in Kosovo lediglich fünf Psychologen und einen Psychiater auf 90'000 Einwohner gerechnet und einen psych o- logischen Berater auf 40'000 Einwohner gerechnet, gebe. Das vorhand e- ne Pe rsonal habe ungenügende Kenntnisse moderner Behandlungsm e- thoden und müsse sich aus Zeitgründen auf medikamentöse Behandlu n- gen beschränken. In den sieben ambulanten Zentren für psychische Krankheiten würden weder Psycho - noch Gruppen -, noch Beschäft i- gungstherapien angeboten. Einmal pro Woche sei ein Psychiater anw e- send, wobei für einen Termin die Wartezeit drei Monate betrage. Die B e- handlung in den Spitälern, welche über eine Neuropsychiatrie verfügten, gehe nicht über das Verschreiben von Medikamenten hinau s. Die Preise D-1637/2013 Seite 15 dafür würden vor Ort erhoben. Die Minderheiten hätten nur eingeschränkt Zugang. Im Weiteren wurde auf einen Arztbericht des Q._______ vom 6. März 2013 hingewiesen, worin der Beschwerdeführerin eine posttra u- matische Belastungsstörung (ICD -10 4 3.2) und eine undifferenzierte Angststörung (ICD-10 F41.8) attestiert werden. Dazu wurde ausgeführt, gemäss der Oberärztin, Dr. AI._______, sei der Zustand der Beschwerde- führerin aktuell instabil. Sie müsse ständig durch den Beschwerdeführer überwacht werden. Eine stationäre Behandlung wäre indiziert, sie könne sich jedoch nicht von ihren Kindern trennen. Bei einem Verlust des stab i- lisierenden Rahmens bzw. bei einer Rückschaffung müsse mit einer we i- teren Verschlechterung des psychischen Zustands bis hin zur Suizidalität gerechnet werden. Die psychiatrische Behandlung der Beschwerdeführ e- rin sei in Kosovo auf eine medikamentöse Behandlung beschränkt gew e- sen und habe ihr nicht geholfen. Im Gegenteil, den ganzen Tag sei sie wie betäubt gewesen. Gerade die psycho therapeutische Behandlung sei bei der jungen Frau mit zwei Kleinkindern sehr wichtig, um die Alltagsfunkti o- nalität zu erhalten, welche vor der Behandlung nahezu aufgehoben g e- wesen sei. Sie leide somit nicht an einfachen psychischen Problemen. Aus den Beric hten der SFH sei zudem zu folgern, dass sie nicht die für sie notwendige psychotherapeutische Behandlung erhalten könnte. Auch sei davon auszugehen , dass die Familie nicht über die notwendigen f i- nanziellen Mittel verfügen würde, um sich eine medizinische B ehandlung zu leisten. Ohnehin wäre der Zugang zur medizinischen Versorgung e r- schwert, da sie der Minderheit der Ägypter angehöre. Der Gesundheit s- zustand würde sich bei einer Rückkehr somit lebensgefährdend ve r- schlechtern. Auch die Kinder seien auf einen st abilen Zustand der Mutter angewiesen, so dass sich diese mindestens zeitweise um sie kümmern könne. Im Falle einer Rückkehr sei dies nicht gegeben. Hinzukomme, dass die Kinder gemäss den Berichten kaum eine Chance hätten, die Schule zu besuchen. Der Beschw erdeführer habe im Übrigen ein Stud i- um aufgrund einer Abmachung zwischen der Partei der Ägypter und dem Ministerium für Bildung machen können. Dieser Abmachung zufolge könnten pro Jahr eine geringe Anzahl Ägypter ein Studium absolvieren. Er sei noch nie ei ner bezahlten Arbeit nachgegangen, sondern sei als freiwilliger Helfer bei der Organisation L._______ tätig gewesen. Als d e- ren Mitglied dürfte es für ihn gerade erst recht schwierig sein, eine A r- beitsstelle zu finden. Die Beschwerdeführerin könne aufgrund ihres Z u- standes keiner Arbeit nachgehen. Der Beschwerdeführer übernehme schon heute mehrheitlich die Betreuung der Kinder. Über kurz oder lang könnten sie ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren. Der Vater des B e- schwerdeführers arbeite für die Gemeinde H._______ und verdiene 200 D-1637/2013 Seite 16 Euro pro Monat. Die im Haushalt des Vaters lebenden Geschwister seien arbeitslos. Wie in der Stellungnahme vom 18. Februar 2013 erwähnt, sei der Vater äusserst autoritär, verachte den Beschwerdeführer und dessen Frau und seine Wohnung wäre viel zu klein. Im Weite ren sei zu berüc k- sichtigen, dass das Haus und das Grundstück der Mutter der Beschwe r- deführerin gemäss dem beiliegenden Schreiben von S._______ in de s- sen Eigentum übergegangen seien. Dieser sei nicht gewillt, den B e- schwerdeführenden zu erlauben, auf dem Grundstück zu leben. Er sei auch nicht bereit, sie finanziell zu unterstützen. Beim von Schneemassen zerstörten Haus handle es sich um das Gartenhaus, in welchem die B e- schwerdeführerin und der Beschwerdeführer gelebt hätten. Bei einer Rückkehr müssten sie somit in einem Lager für Vertriebene leben. Die von ihnen dargelegten Übergriffe seien zudem vom BFM nie in Zweifel gezogen worden, womit die Auffassung des Bundesverwaltungsgericht s, dass sich die gesellschaftlichen und poli tischen Verhältnisse für Minde r- heiten in Kosovo nicht massgeblich verändert hätten, bestätigt würden. Die gemäss Praxis des Gerichts zitierten Kriterien seien somit nicht e r- füllt. Eine Rückkehr hätte nicht blosse wirtschaftliche und soziale Schwi e- rigkeiten, sondern eine existenzbedrohende Gefährdung zur Folge. 3.3.9 Das BFM wiederholte in seiner Vernehmlassung, dass Strukturen des staatlichen Gesundheitswesens in Kosovo für einfachere psychische Probleme über ein vergleichsweises gutes psychotherapeutisches Ang e- bot verfügten. Auch habe es bereits darauf hingewiesen, dass F._______ über ein Regionalspital mit einer neuropsychiatrischen Abteilung verfüge. F._______ verfüge gemäss gesicherten Kenntnissen des BFM somit über primäre und sekundäre Ansprechstufen für psychische Krankheiten. Dem Arztzeugnis vom 6. März 2013 sei zudem zu entnehmen, dass sich die Ängste der Beschwerdeführerin aufgrund des negativen Asylentscheides massiv intensiviert hätten. Eine depressive Entwicklung mache sich bei Asylsuchenden, deren Ge such abgelehnt werde, nicht selten in diesem Moment bemerkbar respektive diese werde dadurch akzentuiert. Dieses Phänomen stehe einem Wegweisungsvollzug nicht entgegen. Umso wichtiger seien eine sorgfältige Vorbereitung der Ausreise und eine medi- zinische B egleitung, damit eine innere Bereitschaft für eine Rückkehr aufgebaut werde. Die zuständigen kantonalen Migrationsbehörden ve r- fügten zudem über die Möglichkeit, gesundheitlichen Problemen bei den Ausreisemodalitäten Rechnung zu tragen. Insgesamt würden die ge- sundheitlichen Probleme nicht darauf schliessen lassen, dass diese de r- art schwerwiegend wären, dass eine Rückkehr nicht zumutbar und eine Weiterbehandlung in Kosovo nicht möglich wäre respektive eine Rüc k-D-1637/2013 Seite 17 kehr zu einer raschen lebensgefährdenden Beeinträ chtigung führen wür- de. Der Umstand, dass die psychischen Probleme erst im Verlauf des Beschwerdeverfahrens konkretisiert worden seien, bestärke das BFM in seiner Einschätzung. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Z u- gang zur medizinischen Versorgung für irgendeine Volksgruppe ein Prob- lem darstellen würde. Auch entspreche es nicht den Tatsachen, dass Ägypter-Kindern der Zugang zur Schule verwehrt werde. Der Wegwe i- sungsvollzug könne nicht davon abhängig gemacht werden, ob der Pe r- son, die zurückkehren mü sse, ein gesicherter Arbeitsplatz zur Verfügung stehe. Die Chancen für eine berufliche Integration der Beschwerdefü h- renden seien vergleichsweise gut. Aus den Vorakten sei kein angespann- tes Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und deren im Jahre 2009 eingebürgerten Bruder ersichtlich. Es könne zwar nachvollzogen werden, dass dieser sein im Bau befindliches Haus nicht den Beschwerdeführe n- den überlassen möchte. Es sei aber nicht glaubhaft, dass er Verfügung s- gewalt über das ganze Grundstück besitze und de r Beschwerdeführerin derart selbstherrlich verweigern könne, dieses zu betreten respektive sich im Haus der Mutter aufzuhalten, zumal die Beschwerdeführenden ihren Aussagen zufolge dort vor der Ausreise bereits gewohnt hätten. Das Schreiben vom 9. März 2013 müsse daher als Gefälligkeitsdokument e r- achtet werden. Die angeblichen Besitzverhältnisse würden daran nichts ändern, wobei sich das BFM zu den albanisch verfassten Dokumenten nicht äussern könne. Die Botschaftsabklärung habe im Übrigen ergeben, dass das Haus der Mutter auf den Namen des Vaters der Beschwerd e- führerin eingetragen sei. 3.3.10 In ihrer Replik vom 7. Mai 2013 liessen die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter ausführen, die Beschwerdeführerin habe b e- reits in der Anhörung vom 29. Januar 200 9 vorgebracht, aufgrund von Drohungen an einer Art Epilepsie zu leiden. Sie habe erklärt: "Wenn ich nervös werde, verliere ich die Kontrolle und falle in Ohnmacht". Bei der Befragung vom 16. Februar 2013 habe sie dargelegt, dass sie jeweils in Ohnmacht gefallen sei, als sie bemerkt habe, dass Mitglieder der verfei n- deten Familie in der Nähe gewesen seien. Sie habe ausgesagt: "Vor al- lem waren es Lähmungserscheinungen und ich wurde bewusstlos. Ich zit- terte und meine Hände bekamen eine schwarze Farbe." Sie habe auch erklärt, dass sie in AJ._______ behandelt worden sei und Medikamente bekommen habe. Die Behandlung habe aber zu keiner Verbesserung i h- res Gesundheitszustandes geführt. Die Behauptungen des BFM, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Minderheiten wie Ägypter der Zugang zur medizinischen Versorgung und Schule verwehrt wurden, seien s o-D-1637/2013 Seite 18 dann nicht belegt. Diese Vorbringen würden den in der Beschwerde zitier- ten Berichten widersprechen. Die Dokumente betreffend das Grundstück des Bruders seien zwischenzeitl ich durch den Beschwerdeführer und dessen Deutschlehrerin übersetzt worden. 3.3.11 In ihrer Eingabe vom 28. Mai 2013 wiesen die Beschwerdeführe n- den ausserdem auf ein ärztliches Zeugnis, wonach der Beschwerdeführer unter Schmerzen im Bereich des Brustkorbs leide , hin. Zudem machten sie mittels Fotos und einer Bescheinigung auf einen Waldbrand auf dem Grundstück der Familie T._______ in H._______ aufmerksam. Die Fe u- erwehr vermute Brandstiftung. Die Bewohner des an den Wald grenze n- den Hauses hätten diesen Verdacht b estätigt. Laut einem Onkel des B e- schwerdeführers seien Unbekannte in das Grundstück eingedrungen, hätten den Wald angezündet und "Majup" (Zigeuner) gerufen. 3.3.12 Mit Eingabe vom 14. Februar 2014 wiesen die Beschwerdeführen- den ausserdem auf ihre in der Schweiz erfolgte Integration hin. 3.4 3.4.1 Übereinstimmend mit dem BFM ist aufgrund der Abklärungen der Botschaft (vgl. act. A57/8 S. 1-5) davon auszugehen, dass die Beschwer- deführenden bei einer Rückkehr (vorerst) entweder beim Vater des B e- schwerdeführers oder bei der M utter der Beschwerde führerin wohnen könnten. Obwohl der Vater der Botschaft gegenüber erklärte, dass er ge- gen die Heirat des Beschwerdeführers mit der psychisch kranken B e- schwerdeführerin gewesen sei, äusserte er sich auch dahingehend, dass er die Familie im Falle einer Rückkehr bei sich aufnehmen würde. So sprach er davon, niemanden auf die Strasse zu set zen. Ausserdem er- wähnte er, dass sein Sohn, der Beschwerdeführer , es vorgezogen habe, bei den Schwiegereltern zu leben. Die Beschwerdeführenden sagten dem BFM gegenüber aus, Silvester 2008 beim Vater des Beschwerdeführers verbracht zu haben . Auch brachten sie vor , teils bei der Familie des B e- schwerdeführers und teils bei jener der Beschwerdeführerin respektive eine Zeit lang tagsüber in G._______ gewohnt und die Nacht in E._______ verbracht und somit zwischen diesen Domizilen gependelt zu haben. W ährend dieser Zeit hätten sie das Auto des Vaters des B e- schwerdeführers nutzen können (vgl. act. A25/17 S. 3 f., S. 8 und S. 12 f., act. A26/15 S. 10 f.). Von einem angespannten Verhältnis zum Vater r e- spektive davon, dass er den Beschwerdeführer verachte – wie in der Stel- lungnahme vom 18. Februar 2013 sowie auf Beschwerdeebene geschil- dert – oder aber von einer Weigerung desselben, die Beschwerdeführen-D-1637/2013 Seite 19 den bei einer Rückkehr zu unterstützen, kann demnach nicht gesprochen werden. Das vom Vater bewohnte Haus verfügt zudem über drei Etagen, wobei er nach seinen Angaben zusammen mit seiner Ehefrau eine Ebene bewohnt, und die anderen beiden durch seine Kinder bew ohnt werden. Die Platzverhältnisse sind daher – entgegen dem Einwand in der Be- schwerde – als ausreichend zu erachten. Auch scheint er in guten finan- ziellen Verhältnissen zu leben. So ist er bei der Gemeinde angestellt und erzielt ein geregeltes Einkom men. Ausserdem scheint es ihm möglich zu sein, der Tochter ein Studium in K._______ zu finanzieren. Auch das Stu- dium in (…) und (…) des Beschwerdeführers (vgl. act. A15 S. 3) wurde gemäss den Erklärungen des Vaters von ihm bezahlt. Dies entspricht auch den früheren Darlegungen des Beschwerdeführers, der dem BFM gegenüber vorbrachte, der Vater habe die Studiengebühren von 50 Euro pro Monat bezahlt (vgl. act. A25/17 S. 14). Ausserdem kennt der Vater in H._______ den Gemeindevo rsteher. Über diese B ezugsperson hat er seine Stelle erhalten. Dies war ihm somit trotz der ethnischen Zugehörig- keit zur Minderheit der Ägyp ter möglich und es ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die Beziehungen seines Vaters bei der Stel- lensuche ebenfalls hilfreich sein werden. Dies umso mehr, als der B e- schwerdeführer – wie erwähnt – über eine ausgezeichnete Ausbildung verfügt. Seinen Aussagen zufolge hat er in der Gemeinde H._______ die Primar- und die Mittelschule besucht (vgl. act. A1/15 S. 3). Seinem nun- mehr wohl volljährig gewordenen Bruder AE._______ war es – wie die Botschaftsabklärung im Weiteren zeigt – ebenfalls möglich, die Schule zu besuchen. Sein minderjähriger Bruder AF._______ geht weiterhin zur Schule. Gemäss Angaben seines Vaters ist – oder war – es der Schwes- ter AD._______ ebenfalls möglich, an der Universität von K._______ zu studieren. Der Einwand auf Beschwerdeebene, den Kindern der B e- schwerdeführenden werde es infolge ihrer Ethnie nicht möglich sein, Zu- gang zur Schule und zu einer Ausbildung zu erhalten, erscheint vor die- sem Hintergrund nicht stichhaltig. Es mag im Weiteren zwar zutreffen, dass Übergriffe auf den Beschwerdeführer und dessen Angehörige in der Vergangenheit stattfanden. Diese liegen allerdings mehr als fünf Jahre zurück. Der Vater des Beschwerdeführers erwähnte anlässlich des B e- suchs der Botschaftsmitarbeitenden keine ethnisch motivierten Vorfälle, die sich seit der Ausreise der Beschwerdeführenden anfangs 2009 erei g- net hätten. Bei der auf Beschwerdeebene geschilderten Brandstiftung auf dem Grundstück in H._______, welche ethnisch motiviert gewesen sein soll, handelt es sich zudem um einen blossen Verdacht, der bis anhin nicht mit stichhaltigen Beweis mitteln belegt wurde. Ausserdem bestünde für die Betroffenen die Möglichkeit, bei der Polizei Anzeige zu erstatten . D-1637/2013 Seite 20 Nebst einer Aufnahme der Beschwerdeführenden durch den Vater in der Gemeinde H._______ kommt vorliegend aber auch eine solche durch die Mutter der Beschwerdeführerin in Betracht. Diese verfügt gemäss den Erkundigungen der Botschaft in U._______ (Gemeinde F._______) über ein grosses, modern eingericht etes Haus, welches sie zusammen mit ih- rer Mutter bewohnt. Wie die Beschwerdeführenden auf Rechtsmitteleb e- ne einräumen, wurde das Wohnhaus – entgegen ihren ursprünglichen Schilderungen (vgl. act. A46/12 S. 2) – nicht von den Schneemassen er- drückt. Auch wenn entsprechende Fragen durch die Botschaft nicht expl i- zit gestellt wurden, ist zudem davon auszugehen, dass die Mutter der Be- schwerdeführerin die Familie bei sich aufnehmen könnte und würde. All- fällige negative Äusserungen gegenüber der Beschwerdeführerin und de- ren Familie erfolgten gegenüber der Botschaft nicht. Auch erlaubte sie den Beschwerdeführenden bereits vor ihrer Ausreise auf ihrem Grund- stück respektive in ihrem Haus zu wohnen. Dies lässt sich aus den Au s- sagen der Beschwerdeführenden, die Mutter habe ihnen ein Zimmer zur Verfügung gestellt (vgl. act. A1/15 S. 6, A2/13 S. 2, act. A25/17 S. 3), schliessen. Der Einwand in der Stellungnahme vom 18. Februar 2013, vor ihrer Ausreise hätten sie bei der Mutter, jedoch lediglich in ei ner Art Gartenhaus gewohnt, das jetzt zerstört worden sei (vgl. act. A59/2 S. 2), erscheint damit als nicht plausibel und damit als un glaubhaft. Diese Auf- fassung wird zudem durch die Erkenntnisse der Botschaft bestätigt, w o- nach die – auch auf dem Foto – erkennbaren Mauerüberreste des Ga r- tenhauses lediglich ungefähr zwei Meter auf anderthalb Me ter messen . Es ist demzufolge nicht vorstellbar, dass die Beschwerdeführenden auf so engem Raum zusammen leben konnten. Der Beschwerdeführerin war es im Weiteren trotz ihrer schon damals vorhandenen psychischen Erkra n- kung möglich, in E._______ einer Arbeit als (...) nachzugehen (vgl. act. A2/13 S. 2, act. A26/15 S. 3). Dies spricht dafür, dass es dort ethnischen Ägyptern durchaus möglich ist , eine Arbeit auszuüben. Aufgrund ihrer psychischen Erkrankung dürfte sie zwar in ihrer Arbeitsfähigkeit beei n- trächtigt sein. Hingegen bestünde zumindest für den sehr gut ausgebilde- ten und arbeitsfähigen Beschwerdeführer die Möglichkeit, sich in der Um- gebung von F._______ eine Arbeit zu suchen. Die Beschwerdeführerin besuchte zudem ihren Angaben zufolge die Schule in der Gemeinde F._______ und absolvierte dort eine Lehre als (...) (vgl. act. A2/13 S. 3) . Ihren Kindern sollte es demnach ebenfalls möglich sein, in dieser G e- meinde Zugang zur öffentlichen Schule sowie zu einer Ausbildung zu er- halten. Sollte die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Erkran- kung weiterhin nicht voll und ganz in der Lage sein, ihre Kinder zu betreuen, so könnten ihr dabei – nebst dem Beschwerdeführer – allenfalls D-1637/2013 Seite 21 auch ihre Mutter sowie ihre in F._______ lebende Schwester behilflich sein. In finanzieller Hinsicht ist die Mutter der Beschwerdeführerin zwar gemäss ihren Angaben von den Mitteln ihrer in der Schweiz wohnhaften Söhne abhängig. Bei einer Rückkehr nach U._______ wäre aber den k- bar, dass die Beschwerdefüh renden von ihren weiteren im Ausland wohnhaften Geschwistern und Verwandten zusätzlich Unterstützung e r- halten könnten (vgl. act. A2/13 S. 4). In diesem Zusammenhang ist fest- zuhalten, dass nicht plausibel wird, weshalb der in der Schweiz wohnhaf- te Bruder der Beschwerdeführerin S._______ dieser den Zugang zum Grundstück in U._______, welches nunmehr gesamthaft in seinem Eigen- tum sein soll, verweigern sollte. Von einem schlechten Verhältnis der Be- schwerdeführerin zu ihrem Bruder war bis anhin nie die Re de. Ihren Aus- sagen zufolge beantragte dieser sogar zweimal in der Vergangenheit in der Schweiz ein Einreisevisum für sie (vgl. act. A2/13 S. 4 f.). Ausserdem erwähnte die Mutter der Botschaft gegenüber, das Haus sei auf den ver- storbenen Vater der Beschwerdeführerin registriert, womit sich an sich die Frage stellen würde , weshalb die Mutter , die seit Jahren vom Vater der Beschwerdeführerin geschieden ist (vgl. act. A2/13 S. 4), gemäss der Be- scheinigung vom 29. April 2013 als "Ermächtigungsperson" respektive "Geberin" aufgeführt ist (vgl. dazu die Eingabe vom 7. Mai 2013). Die Klä- rung dieser Frage respektive der Frage danach, wie sich die Eigentums- verhältnisse am Grundstück respektive am Haus tatsächlich gestalten, kann jedoch offen gelassen werden, denn Tatsache ist nach wie vor, dass die Mutter im Haus in U._______ wohnhaft ist und damit zum indest über ein Nutzniessungsrecht verfügt. Es ist demnach davon auszugehen, dass sie weiterhin selbst bestimmen kann, wen sie bei sich aufnimmt. Was die von der Beschwerdeführerin dargelegten Angriffe auf sie und ihre Familie in U._______ anbelangt, ist z u bemerken, dass seit her über fünf Jahre vergangen sind . Der Umstand, dass ihr Bruder auf dem selben Grun d- stück ein Haus erbauen liess respektive erbauen lässt, deutet damit nicht nur daraufhin, dass sich dieser in relativ guten finanziellen Verhältnissen befindet, sondern zeugt auch davon, dass er bei einem allfälligen Aufent- halt dort keine ethnisch motivierten Übergriffe befürchtet. 3.4.2 3.4.2.1 Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann im Rahmen der Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges ge- schlossen werden , wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und d ie Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes D-1637/2013 Seite 22 der betroffenen Person führt, wobei als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet wird, welche zur Gewäh r- leistung einer menschenwür digen Existenz absolut notwendig ist. Unz u- mutbarkeit liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im Heimat - oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., BVGE 2009/52 E. 10.1 S. 756 f., BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367, BVGE 2009/2 E. 9.3.2, S. 21). 3.4.2.2 Die Beschwerdeführerin leidet an einer posttraumatischen Bela s- tungsstörung (ICD-10 F43.2) und einer undifferenzierten Angs tstörung (ICD-10 F41.8), wie – zuletzt – mit Arztbericht vom 6. März 2013 bestätigt wird. Die für diese psychischen Erkrankungen notwendigen Medikamente sind im Kosovo, wenn auch teils gegen Bezah lung, erhältlich. Die in der Schweiz angewandte, regelmässige Psychotherapi e dürfte demgegen- über in ihrer Heimat nicht in dieser Art und Weise weiter geführt werden können. Dazu sind generell – wie auf Rechtsmittelebene zu Recht eing e- wendet – die Personalressourcen in Form von entsprechend ausgebilde- tem Perso nal in den jeweiligen medizinischen Einrichtungen zu knapp. Nebst dem in F._______ – wie vom BFM erwähnt – vorhandenen MHCC, welches in erster Linie bei einfacheren psychisc hen Erkrankungen Hilfe leistet und dabei in reduziertem Umfang auch Gespräche anbietet, ver- fügt das Regionalspital in F._______ über eine neuropsychologische A b- teilung. Eine neuropsychiatrische Abteilung findet sich zudem im Universi- tätsklinikzentrum von K._______. 2006 wurde dort die neue Abteilung für die intensive Betreuung schwer psychis cher Erkrankter eröffnet (vgl. I n- ternationale Organisation für Migration [IOM], Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Länderinformationsblatt Kosovo [Juni 2013] S. 36, vgl. zum öffentlichen Gesundheitswesen auch: BVGE 2011/50 E. 8.8.2 S. 1007 ff.). Damit ist, wenn auch nicht mit dem Standard in der Schweiz vergleichbar, die medizinische Versorgung der Beschwer deführerin, im Bedarfsfall auch stationärer Art (welche sie allerdings bis anhin in der Schweiz ablehnte), gewährleistet. Die im Arztzeugnis vom 6. März 2013 erwähnte, instabile gesundheitliche Situation und die erstmals geäusserte Befürchtung einer Selbsttötung dürften insbesondere mit der im Raum stehenden Wegweisung verbunden sein, zumal in diesem Zusamme n- hang im Arztbericht erwähnt wurde, dass sich eine massive Verschlechte- rung der Ängste auf Grund des negativen Asylentscheides ergeben habe und lebensmüde Gedanken vorhanden seien. Entsprechenden Proble- men beim Vollzug kann mittels medizinisch vom BFM zu treffenden Massnahmen (etwa in Form einer är ztlichen Begleitperson und der Ve r-D-1637/2013 Seite 23 abreichung von geeigneten Medikamenten) begegnet werden. Im Weit e- ren kann das Bundesverwaltungsgericht die Auffassung, als eth nische Ägypterin könne die Beschwerdeführerin grundsätzlich keinen Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten, nicht teilen, denn gemäss dem ärztl i- chen Bericht vom 6. März 2013 wurde sie bereits vor ihrer Ausreise in i h- rem Heimatland in Kosovo – und nicht wie von ihr zuvor dargelegt in AJ._______ – behandelt. Schliesslich können die Beschwerdeführen den – worauf bereits das BFM hingewiesen hat – bei der Vorinstanz ( medizi- nische) Rückkehrhilfe beantragen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). 3.4.3 Festzuhalten bleibt, dass auch unter dem Aspekt des zu berücksich- tigenden Kindeswohls ( vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6 S. 749, BGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 367 f.) der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden als zumutbar zu erachten ist. Die Kinder C._______ und D._______ sind derzeit offenbar gesund. Bei allfälligen Krankheiten, wie die von ihnen e r- littene Bronchitis, sind in Kosovo medizinische Strukturen verfüg bar. Die Kinder sind zwar in der Schweiz geboren und besuchen hier eine schwei- zerische Spielgruppe respektive das älter e Kind nunmehr wohl den Ki n- dergarten. Hingegen sind sie erst zwei und vier Jahre alt und dam it noch stark an ihre Eltern gebunden. Eine Rückkehr nach Kosovo würde damit nicht eine Entwurzelung für sie bedeuten. Es ist zudem davon auszuge- hen, dass die Beschwerdeführerin, die in der Schweiz weder in sprachl i- cher noch beruflicher Hinsicht integriert ist, mit ihnen in ihrer Mutterspr a- che Albanisch kommuniziert. Ebenso dürfte sich der Beschwerdeführer – der hier zwar einen Deutschkurs erfolgre ich absolvierte und sich um Ar- beit bemühte – mit seinen Kindern in seiner Muttersprache unter halten. Sprachliche Barrieren sind damit bei einer Rückkehr für die Kinder nicht vorhanden. Trotz ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit der Ägypter sollte i h- nen ausserdem – wie unter E. 3.4.1 erwähnt – der Zugang zur Schule und einer Ausbildung mög lich sein. Die Beschwerdeführerin vermag ihre Kinder zwar derzeit nicht voll und ganz selber zu betreuen und ist auf die Hilfe des Beschwerdeführers angewiesen. Bei einer Rückkehr in die He i- mat könnten aber allen falls – wie erwähnt (E. 3.4.1) – auch die dort wohnhaften Verwandten, wie etwa die Geschwister des Beschwerdefü h- rers, dessen Vater oder die Mutter und Schwester der Beschwerdeführ e- rin bei der Betreuung der Kinder behilflich sein. 3.4.4 Ohne die nach wie vor schwierige Situation für die ethnische Mi n- derheit der Ägypter in Kosovo zu verkennen, ist im Falle der Beschwerde- führenden davon auszugehen, dass sie in Kosovo über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfügen, die Beschwerdeführerin dort eine, D-1637/2013 Seite 24 wenn auch nicht den schweizerischen Verhältnissen vergleichbare, so doch im Sinne zitierter Rechtsprechung genügende medizinische Versor- gung erhält, den Kindern der Zugang zu Schule und Ausbildung möglich sein wird und für den Beschwerdeführer die Möglichkeit besteht, sich in H._______ oder in U._______ um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Kosovo erweist sich daher nicht als unzumutbar. 3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das BFM den Vollzug der Weg- weisung zu Recht als zumutbar erachtet hat. Die Anordnung der vorläufi- gen Aufnahme gestützt auf Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG fällt daher nicht in Betracht. 4. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung recht s- konform ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzu- weisen. 5. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wä ren die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Ihnen wurde mit Verfügung vom 15. April 2013 allerdings – unter dem Vorbehalt der Veränderung ihrer finanziellen Lage – die unentgeltli- che Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt. Da die Beschwerdeführenden aufgrund der Aktenlage nach wie vor als bedürftig zu erachten sind, ist demnach auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-1637/2013 Seite 25 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand: