Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 13. August 2013 (470 13 144) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Nichtanhandnahme des Verfahrens Besetzung Präsident Thomas Bauer, Richter David Weiss (Ref.), Richterin Regina Schaub; Gerichtsschreiberin i.V. Céline Blaser Parteien A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. David Dürr, Central- bahnstrasse 7, Postfach 206, 4010 Basel, Beschwerdeführerin gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 1. Staatsanwältin, Emma Herwegh-Platz 2a, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____, vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen, Beschuldigte Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft vom 13. Juni 2013 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 13. Juni 2013 wurde das Strafverfahren gegen B.____ (nachfolgend: Beschuldigte) wegen Widerhandlung gegen d as Betäubungsmittelgesetz (Art. 20 Abs. 1 lit. d BetmG), versuchter Totschlag (Art. 113 StGB i.V.m. Art. 22 Abs.1 StGB), schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB), einfacher Körperve rletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB), einfacher qualifizierter Körperverletzun g (Art. 123 Ziff. 2 StGB), fahrlässiger einfacher Körpe r- verletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB), fahrlässiger schwerer Körperverle tzung (Art. 125 Abs. 2 StGB), Aussetzung (Art. 127 StGB), Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB), Urkundenfä l- schung (Art. 251 StGB) und Sachentziehung (Art. 141 StGB) in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht an Hand genommen (Dispositiv -Ziffer 1). Zudem gingen die Verfahrenskosten zu Lasten des Staates (Dispositiv-Ziffer 2). B. Gegen diese Verfügung reichte A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 21. Juni 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Strafrecht, ein. C. Mit Stellungnahme vom 5. Juli 2013 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Erwägungen 1. Gegen die angefochtene Verfügung vom 13. Juni 2013 kann bei der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, innert zehn Tagen nach der Eröffnung Beschwerde e r- hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 20 Abs. 1 lit. StPO und § 15 Abs. 2 EG StPO). Da die Beschwerde vorliegend form- und fristgerecht erhoben wurde, ist auf diese einzu- treten. 2.1 Gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhan dnahme des Verfahrens, sobald aufgrund d er Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind. Diese Vorschrift besitzt zwingenden Charakter, d.h. bei Vorliegen der in Art. 310 Abs. 1 StPO genann- ten G ründe muss die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen. Die Nichtanhandnahme darf jedoch nur verfügt werden, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder gar nich t verfolgbar ist (ESTHER OMLIN, Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 310 N 8). Es muss sich fol glich allein aus den Akten um sachverhaltsmässig und rechtlich klare Fälle handeln. Im Übrigen verweist Art. 310 Abs. 2 StPO für die Modalitäten der Nichtanhandna hmeverfügung auf die in den Art. 319 ff. StPO geregelten Bestimmungen über die Verfahrenseinstellung. 2.2 Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Nichtanhandnahmeverfügung vom 13. Juni 2013 unter Verweis auf die Einstellungsverfügung im Verfahren gegen unbek annt vom 13. Juni 2013 im Wesentlichen dahingehend, dass sich die Beschwerdeführerin weder in den zwei eingereich- ten Strafanzeigen vom 20. Oktober 2011 zuhanden der Staatsanwaltschaft B asel-Stadt und vom 21. Dezember 2012 zuhanden der Staatsanwaltschaft Ba sel-Landschaft noch anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 27. April 2012 substantiiert zu den konkreten mutmasslichen Ta t- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlungen geäussert und die Tatvorwürfe präzisiert habe. Bezüglich der Widerhandlung g e- gen das Betäubungsmittelgesetz hätten die im Ver fahren E10 12 6 getätigten Einverna hmen vielmehr hervorgebracht, dass sowohl das kantonale Bewilligungsverfahren als auch die a n- schliessende Abgabe von Pethidin bzw. Methadon durch die C.____ zu jeglichem Zeitpunkt korrekt abgelaufen sei. Der Tatbestand de r Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. d BetmG sei durch die Beschuldigte eindeutig nicht erfüllt worden. Auch der Tatbestand des versuchten Totschlags gemäss Art. 113 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sei in keinem der erforderlichen objektiven und subjektiven Merkmale erfüllt. Es sei nicht nur im Hinblick auf die nicht vorhandene Substantiierung der Strafanzeige in keiner Weise zu erkennen, inwiefern die Beschuldigte versucht haben soll, an der Beschwerdefü hrerin einen Totschlag zu begehen. Die Beschwerdeführerin mache geltend, dass in ihrer Abhängigkeit vom Opioid Pethidin seit November 2006 eine Körperverletzung zu sehen sei. Eine Schädigung, die unter den für Art. 122 StGB erforderlichen Schweregrad zu subsumieren wäre, lasse sich jedoch keineswegs nachweisen. Es sei aktenkundig, dass die Beschuldigte die Beschwerdeführerin fac hkundig betreut habe und die Beschwerdeführerin dagegen erst auch nichts einzuwenden gehabt habe. Zudem habe sich die Betäubungsmittelabhängi gkeit der Beschwerdeführerin gemäss ihren e i- genen Angaben als vollständig reversibel erwiesen, womit das Tatbestandsmerkmal der schwe- ren Schädigung eindeutig ausscheide. Folglich seien sowohl der Tatbestand der schweren Kö r- perverletzung nach Art. 122 StGB als auch der Tatbestand der fahrlässigen schweren Körpe r- verletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 StGB klar nicht erfüllt. Die Prüfung einer einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie einer einf a- chen fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB erübrige sich, da die Frist für das Stellen eines Strafantrags im Zeitpunkt der Einreichung der Strafanzeige durch die B e- schwerdeführerin bereits abgelaufen gewesen sei. Die Beschwerdeführerin berufe sich auf Vo r- gänge ab Juli 2006, ihre ers te Strafanzeige datiere jedoch vom 20. Oktober 2011. Es bestehe somit ein Prozesshindernis, weshalb eine Nichtanhandnahme zu verfügen sei. Auch der Tatbestand der einfachen qualifizierten Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 StGB sei klar nicht erfüllt . Dieser scheitere eindeutig am subjektiven Erfordernis des Vorsatzes, w o- nach die Beschuldigte der unter ihrer Obhut stehenden Beschwerdeführerin wissentlich und willentlich eine Schädigung im Grad einer einfachen Körperverletzung zugefügt haben müs ste. Die Beschuldigte habe die Beschwerdeführerin jedoch immer fachkundig betreut. Eine vorsät z- liche Körperverletzung sei aus den Akten nicht ersichtlich. Die von der Beschwerdeführerin beanzeigte "Aufsichtspflichtsverletzung" sei vorliegend u nter den Tatbestand der Aussetzung gemäss Art. 127 StGB zu subsumieren. Die Beschwerdeführe- rin habe sich während der gesamten Zeit ihrer Betäubungsmittelabhängigkeit in fac hkundiger ärztlicher Betreuung befunden, die unter anderem auch durch die Beschuldigte gewährleistet worden sei. Es sei vorliegend keinerlei schwere unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der B e- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin nachweisbar, weshalb der Tatbestand der Aussetzung bereits an diesem o b- jektiven Merkmal scheitere. Der Vorwurf der Gefährdung des Lebens gemäss A rt. 129 StGB scheitere ebenfalls am U m- stand, dass sich die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Gefahr, g e- schweige denn in Lebensgefahr, befunden habe. Des Weiteren sei der Beschuldigten weder Vorsatz noch Skrupellosigkeit nachzuweisen. Überdies werfe die Beschwerdeführerin der Beschuldigten vor, in gemeinschaftlichem Zusa m- menwirken mit D.____ ihre Krankenakten und sonstige Dokumente gefälscht oder verfälscht zu haben, um auf diesem Weise gesetzeswidrige Handlungen im Zusammenhang mit i hrer Betäu- bungsmittelabhängigkeit zu verschleiern. Diese Vorwürfe würden jedoch weder in den diversen Eingaben der Beschwerdeführerin noch aus dem abschliessenden Beweisergebnis des inzw i- schen eingestellten Verfahrens E10 12 6 Bestätigung finden. Z udem sei festgestellt worden, dass in vorliegender Angelegenheit keine der beanzeigten Personen Straftaten begangen habe, die zu verschleiern gewesen wären. Dementsprechend sei auch der Tatbestand der Urkunde n- fälschung gemäss Art. 251 StGB eindeutig nicht erfüllt. Die beanzeigte "Nichtherausgabe von persönlichen Unterlagen" sei vorliegend unter dem Ta t- bestand der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB zu prüfen. Die Beschwerdeführerin werfe der Beschuldigten vor, ihr die Aushändigung ihrer Krankenakten für den Zeitr aum vom 10. Juli 2006 bis 7. Dezember 2006, welche ihre Behandlung bei den C.____ dokumentieren würden, verweigert zu haben. Für den beanstandeten Zeitraum würde jedoch keinerlei Krankeng e- schichte existieren, da die Beschwerdeführerin in der erwähnten Zeitspanne weder interne noch externe (bei eigentlicher Behandlung durch die Hausärztin) Patientin bei den C.____ gewesen sei. Die von ihr geforderte bewegliche Sache habe ihr deswegen aufgrund mangelnder Existenz gar nicht entzogen werden können und der Tatbe stand scheitere bereits am objektiven Erfo r- dernis des Tatobjekts. Somit seien sämtliche Tatbestandsvorwürfe von der Beschwerdeführerin gegenüber der B e- schuldigten ei ndeutig nicht erfüllt, weshalb das geführte Strafverfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a nicht an Hand zu nehmen sei. 2.3 Die Beschwerdeführerin wendete in ihrer Beschwerde vom 21. Juni 2013 zusammeng e- fasst ein, dass die Staatsanwaltschaft nicht ausreichend geprüft habe, ob eine Falschbehan d- lung oder Körperverletzung vorliege. Es sei en ihres Wissens weder Fachpersonen noch Ze u- gen befragt worden. Zudem sei die Staatsanwaltschaft nicht qualifiziert, solche "Urteile" zu fä l- len. Die Beschuldigte habe bei ihrer Behandlung ignoriert, dass die Beschwerdeführerin auf die Sperrliste aufgenommen worden sei und ihr trotzdem weiterhin grössere Mengen Pethidin a b- gegeben. Auch habe sie die Warnungen bezüglich der Betäubungsmittelabhängigkeit der B e- schwerdeführerin durch das Spital E.____ und das Spital F.____ einfach ignoriert und ihr we i- terhin Opiate und weitere Suchtmittel unkontrolliert abgegeben. Folglich sei der Beschuldigten sehr wohl Vorsatz und auch Skrupellosigkeit nachzuweisen. Die Begründungen der Staatsa n- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht waltschaft seien diesbezüglich mehr als absurd. Ebenfalls sei der Beschuldigten der Tatbestand der Urkundenfälschung besonders gut nachzuweisen. Jedoch mache die Staatsanwal tschaft beide Augen zu und ignoriere eindeutige Bewe ise. Sie habe von der Beschuldigten mehrmals die Herausgabe ihrer Krankenakten verlangt. Diese habe sie folgend in m ehreren Teilen erhal- ten. Ihre Kranke ngeschichte für den Zeitraum vom 10. Juli 2006 bis 7. Dezember 2006 sei ihr jedoch vorenthalten worden. Dies mit unterschiedlichen Begründungen, wie sie habe die Unte r- lagen bereits e rhalten, die Unterlagen seien nicht au ffindbar oder die Unterlagen hätten nie existiert. Zudem sei die erhaltene Krankengeschichte mangelhaft, chronologisch nicht einz u- ordnen und nicht nachvollziehbar. Es bestünde bei der ausgedruckten Krankenakte mehrere nicht übereinstimmende Versionen der s elben Eintragungen und es seien viele Eintr agungen bezüglich der Sitzungen fehlerhaft. Auch seien Eintragungen im Namen eines Assistenzarztes der C.____ gemacht worden, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dort tätig gewesen sei. 2.4 In ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 2013 führte die Staatsanwaltschaft, unter Verweis auf die Einstellungsverfügung im Verfahren gegen unbekannt vom 13. Juni 2013 sowie auf die Nichtanhandnahmeverfügung im Verfahren gegen B.____ vom 13. Juni 2013, zusammeng e- fasst aus, es noch ma l in aller Deutlichkeit festgehalten werde, dass die von der Beschwerd e- führerin wi ederholt erwähnte Krankengeschichte für den Zeitraum vom 10. Juli 2006 bis 7. Dezember 2006 nicht existiere, da die Beschwerdeführerin in dieser Zeitspanne nicht Patien- tin bei den C.____ gewesen sei. Zudem seien die von der Beschuldigten eingereichten Unterla- gen entgegen der Behauptungen der Beschwerdeführerin sowohl inhaltlich als auch chronol o- gisch nachvollziehbar, wohingegen die teilweise mit handschriftlichen Bemerkungen v ersehe- nen und von der Beschwerdeführerin als "manipuliert" beanstandeten Exemplare au snahmslos aus dem Besitz der Beschwerdeführerin stammen würden und von ihr zu den Akten gereicht worden seien. Entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführerin würden sowohl die von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen als auch die von der Staatsanwaltschaft getäti g- ten Untersuchungen beweisen, dass im kantonalen Bewilligungsverfahren und in der anschlies- senden Behandlung keine der beanzeigten Personen eine Straftat begangen habe. Der B e- schuldigten sei dementsprechend nichts vorzuwerfen. 2.5 Einer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. d BetmG strafbar macht sich, wer als Medizinalperson Betäubungsmittel anders als nach Art. 11 oder 13 BetmG verwendet oder abgibt. Dementsprechend sind Ärzte zwar zur Ve rschreibung von Betäubungsmittel berechtigt, dies aber nur in einem Umfang, der gemäss den ane rkannten Regeln der medizinischen Wissenschaft notwendig ist (Art. 10 und Art. 11 BetmG). Gemäss den Akten steht fest, dass der Beschwerdeführerin anlässlich ihres Au fenthalts vom Mai 2005 bis Juli 2005 in der G.____, erstmals das Opioid Pethidin abgegeben wurde (vgl. Be- richt G.____ vom 5. September 2013). Darauf folgend wurde der Beschwerdefü hrerin bis D e- zember 2005 mehrmals Pethidin durch ihren damaligen Hausarzt, H.____, verschrieben. In der Zeugeneinvernahme der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 1. Dezember 2011 führte die B e- schwerdeführerin aus, dass sie von Januar bis Juli 2006 stetig di e behandelnden Ärzte g e- wechselt und diese so ausgetrickst habe, um mehr Pethidin zu erhalten. Ab Juli 2006 befand Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich die Beschwerdeführerin bei I.____ in Behandlung, welche eine Betäubungsmittelabhängig- keit diagnostizierte und ein Gesuch um Bewilligung d er substituierenden Betäubungsmittela b- gabe an J.____ stellte. Dieser genehmigte ab 10. Juli 2006 das Substitutionsprogramm für b e- täubungsmittelabhängige Personen für die Beschwerdeführerin. Im Verlauf dieses Pr ogramms wurde die Beschwerdeführerin sowohl du rch ihre Hausärztin I.____ als auch zwischen Februar 2007 und Mai 2011 bei den C.____ durch die Beschuldigte betreut und erst mit Pethidin, d a- nach mit Methadon behandelt. Das Ka ntonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Strafrecht, konnte im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte für Unzulänglichkeiten im Ablauf der Behan d- lung der Beschwerdeführerin durch die Beschuldigte feststellen. Sowohl die Ausführungen der Beschuldigten und der anderen involvierten Personen als auch die vorli egenden Dokumente erweisen sich als stimmig und belegen das Ablaufen der Behandlung der Beschwerdeführerin nach gä ngigen Mustern. Für die Behandlung der Beschwerdeführerin durch die Beschuldigte war zu jedem Zeitpunkt eine kantonsärztliche Bewilligung vorliegend. Auch der Umstand, das s sich die Beschwerdeführerin ab dem 15. Dezember 2006 auf einer Sperrliste für Opiate befand, stand dieser Behandlung nicht entgegen. Diese Liste stellt nicht ein gänzliches Verbot der A b- gabe dar, sondern hat zum Zweck, dass nur die auf der Liste bezeichn eten Stellen zur Abgabe der jeweiligen Medikamente an die Patienten berechtigt sind. Ein sogenannter "Medikamenten - Tourismus" soll dadurch möglichst verhindert werden. Vorliegend befanden sich die C.____ als Bezugs- sowie Behandlungsort auf der Liste verme rkt (vgl. Schreiben von B.____ an J.____ vom 15. Dezember 2006; vgl. Auszüge aus der Liste bezüglich reglementierte Abgabe von M e- dikamenten Kanton, Basel-Landschaft, Stand: 25. Januar 2007, 29. März 2007, 25. Juni 2007, 25. Oktober 2007, 8. November 2007, 14. Mai 2012). Die Behandlung und die Abgabe von B e- täubungsmitteln an die Beschwerdeführerin durch die C.____ ist dementsprechend auch nach diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden und der Beschuldigten kein strafbares Verhalten vorzuhalten. Der Tatbestan d der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ist somit offensichtlich nicht erfüllt. Entsprechend hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz in Anwe ndung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO zu Recht nicht an Hand genommen. 2.6 Der Tatbestand des versuchten Totschlags gemäss Art. 113 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB erfordert die versuchte Tötung eines Menschen, wobei die Täterschaft in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung handeln muss. Die Beschwerdeführerin legt weder in der Strafanzeige vom 20. Oktober 2011 zuhanden der Staatsanwaltschaft Basel -Stadt, der Strafanzeige vom 21. Dezember 2011 zuhanden der Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft, der Einvernahme durch die Staatsa nwaltschaft Basel - Landschaft vom 27. April 2012 noch in ihrer Beschwerdeschrift vom 21. Juni 2013 substantiiert dar, inwiefern die Beschuldigte versucht haben soll, einen Totschlag an der Beschwerdeführerin zu beg ehen. Das Kantonsgericht Basel -Landschaft kommt zum Schluss, dass sich nicht die geringsten Anhaltspunkte bezüglich der Erfüllung des Tatbestandes des versuchten Totschl a- ges durch die Beschuldigte ergeben. Die Staatsanwaltschaft hat dementsprechend das Ver fah- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren betreffend des versuchten Totschlags in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO zu Recht nicht an Hand genommen. 2.7 Einer schweren Körperverletzung nach Art. 122 StGB macht sich strafbar, wer vorsät zlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt , den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Me n- schen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Me n- schen arg bleibend entstellt, oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht. G emäss Art. 125 Abs. 2 StGB wird ebenfalls von Amtes wegen verfolgt, wer eine solche schwere Körperverle t- zung fahrlässig verursacht. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass in ihrer Betäubungsmittelabhängigkeit seit November 2006 eine Körperverletzung zu sehen sei. Wie bereits erläutert, konnte das Ka n- tonsgericht Basel-Landschaft feststellen, dass die Beschuldig te die Beschwerdeführerin zu j e- dem Zeitpunkt fachkundig betreute und keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der Beschu l- digten vorliegen. Es ist weder ein Vorsatz zur Begehung einer schweren Körperverletzung noch Fahrlässigkeit im Handeln der Beschuldigt en ersichtlich. Auch das objektive Merkmal der da u- ernden und irreversiblen Beeinträcht igung ( ANDREAS A. ROTH/ANNE BERKENMEIER, Basler Kommentar StGB II, 2007, Art. 122 N15) ist klar nicht ersichtlich. Gemäss Aussagen der B e- schwerdeführerin hat sich ihre Be täubungsmittelabhängigkeit auch als vollständig reversibel erwiesen, womit das objektive Tatbestand smerkmal der schweren Schädigung klar unerfüllt bleibt. Dementsprechend erfolgte die Nichtanhandnahme des Verfahrens durch die Staatsa n- waltschaft gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO zu Recht. 2.8 Eine vorsätzliche oder fahrlässige einfache Körperverletzung begeht, wer einen Menschen an Körper oder Gesundheit vorsätzlich oder fahrlässig schädigt und die Schädigung nicht den Grad einer schw eren Körperverletzung erreicht (Art. 123 Abs. 1 StGB, Art. 125 Abs. 1 StGB). Wer eine einfache Körperverletzung an einem Wehrlosen oder an einer Person begeht, die u n- ter seiner Obhut steht oder für die er zu sorgen hat, macht sich der qualifizierten einfachen Kö r- perverletzung gemäss Art. 123 Abs. 2 StGB strafbar. Wie bereits dargestellt konnte in der Behandlung der Beschwerdeführerin durch die Beschuldig- te keine Unzulänglichkeiten festgestellt werden. Vielmehr entsprach das Vorgehen der B e- schuldigten dem gängigen Verlauf der Be handlung von suchtkranken Personen. Eine allfällige Schädigung im Sinne einer Körperverletzung wurde durch die Beschuldigte weder mit Vorsatz noch durch ein fahrlässiges Verhalten verursacht. Die Staatsanwaltschaft hat dementsprechend auch die Verfahren be treffend der Tatbestände der einfachen Körperverletzung, der fahrläss i- gen einfachen Körperverletzung sowie der qualifizierten einfachen Körperverletzung zu Recht in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht an Hand genommen. 2.9 Wer einen Hilflosen, der unter seiner Obhut steht oder für den er zu sorgen hat, einer G e- fahr für das Leben oder einer schweren unmittelbaren Gefahr für die Gesundheit aussetzt oder Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht in einer solchen Gefahr im Stich lässt, macht sich der Aussetzung gemäss Art. 127 StGB straf- bar. Hierbei muss es sich objektiv um eine konkrete Lebensgefahr oder zumindest um eine u n- mittelbare Gefahr einer Schädigung der körperlichen oder psychischen Gesundheit ha ndeln, welche mindestens das Ausmass einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB erreicht (PETER AEBERSOLD, Basler Kommentar StGB II, Art. 127 N 11). Der subjektive Tatb e- stand erfordert, dass der Täter das Opfer wissentlich und willentlich in die G efahrensituation gebracht hat oder dem Opfer die Hilfeleistung wissentlich verweigert. Wie vorhergehend dargestellt, ist die Behandlung der Betäubungsmittelsucht der Beschwerd e- führerin nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin befand sich während der gesamten Zeit in fachkundiger ärztlicher Behandlung. Auch ist keine schwere unmi ttelbare Gefahr für die G e- sundheit der Beschwerdeführerin im Ausmass einer schweren Körperverletzung nachzuweisen. Ein Vorsatz zur Schädigung der Beschwerdeführerin ist bei der Beschuldi gten ebenfalls klar nicht ersichtlich. Vielmehr geht aus den Akten her vor, dass sich die Beschuldigte stark bemü h- te, der Beschwerdeführerin zu helfen ihren Betäubungsmittelkonsum langsam und der Gesun d- heit angemessen zu reduzieren, um eine langfristige Beendigung der Betäubungsmittelsucht zu ermöglichen. Der Tatbestand der A ussetzung ist demnach in o bjektiver als auch in subjektiver Hinsicht klar nicht erfüllt und das Verfahren wurde durch die Staat sanwaltschaft zu Recht in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht an Hand genommen. 2.10 Einer Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB strafbar macht sich, wer einen Men- schen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. Objektive Vorausse tzung ist folglich eine unmittelbare Lebensgefahr, wobei in subjektiver Hinsicht neben einer wissentlichen und willentlichen Begehung auch deren Skrupellosigkeit erforderlich ist. Wie bereits ausgeführt, ist vorliegend keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der B e- schwerdeführerin und somit erst recht keine unmittelbare Lebensgefahr feststellbar. Auch sind der Beschuldigten weder Vorsatz bezüglich einer Gefährdung des Lebens der Beschwerdefü h- rerin noch Skrupellosigkeit nachzuweisen. Die Staatsanwaltschaft hat demen tsprechend auch das Verfahren betreffend des Tatbestandes der Gefährdung des Lebens zu Recht in Anwe n- dung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht an Hand genommen. 2.11 Der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 StGB macht sich strafbar, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen oder sich einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unte r- schrift oder das echte Handzeichen eines anderen zur Herstellung einer unechten Urkunde b e- nützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurku nden lässt oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. Den Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Beschuldigte habe in Zusammenarbeit mit J.____ ihre Krankengeschichte und sonstige Dokumente gefälscht oder verfälscht, um auf diese Weise gesetzeswidrige Handlungen in Zusammenhang mit der Betäubungsmittelabhängigkeit der B e- schwerdeführerin zu verschleiern, kann nicht gefolgt werden. Weder aus den durch die B e- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin eingereichten Unterlagen noch aus den Untersuchungsergebni ssen ergeben sich Anhaltspunkte, welche die Vorwürfe der Beschwerdeführerin bezüglich Man ipulationen der Unterlagen untermauern würden. Die Staatsanwaltschaft hat dementsprechend auch das Ve r- fahren betreffend des Tatbestandes der Urkundenfälschung zu Recht in Anwe ndung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht an Hand genommen. 2.12 Nach Art. 141 StGB wird auf Antrag wegen Sachentziehung bestraft, wer einem Berec h- tigten ohne Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht und ihm dadurch einen erhebl i- chen Nachteil zufügt. Gemäss den Akten st eht fest, dass sich die Beschwerdeführerin ab Juli 2006 bei I.____ in Be- handlung befand, welche eine Betäubungsmittelabhängigkeit diagnostizierte und ein G esuch um Bewilligung der substituierenden Betäubungsmittelabgabe an J.____ stellte. Dieser gene h- migte ab 10. Juli 2006 das Substitutionsprogramm für betäubungsmittelabhängige Personen für die Beschwerdeführerin. Im Verlauf dieses Programms wurde die Beschwerdeführerin sowohl durch ihre Hausärztin I.____ als auch zwischen Februar 2007 und Mai 2011 bei den C.____ durch die Beschuldigte betreut und erst mit Pethidin, danach mit Methadon behandelt. Zudem fand sowohl am 10. Juli 2006 ein Erstgespräch zwischen der Beschwerdeführerin und der B e- schuldigten sowie am 19. Dezember 2006 ein Kontakt zwischen der Beschw erdeführerin und K.____, Assistenzarzt der C.____, statt. Während des Zeitraumes vom 10. Juli 2006 bis 7. Dezember 2006 wurde die Beschwerdeführerin nicht durch die C.____behandelt. Die B e- schwerdeführerin befand sich erst ab Februar 2007 als Patientin in Behandlung bei den C.____. Im fraglichen Zei traum wurde die Behandlung der Beschwerdeführerin ausschliesslich durch I.____ vorgenommen. Dementsprechend existieren keine Krankenakten der Beschwerdeführ e- rin für die Zeitspanne vom 10. Juli 2006 bis 7. Dezember 2006. Die entsprechenden Akten des Erstgespräches vom 10. Juli 2006, die Unterlagen des Kontaktes vom 19. Dezember 2006 so- wie die Aufzeichnungen der folgenden Behandlung vom Februar 2007 bis Mai 2011 wurden der Beschwerdeführerin ausgehändigt. Das Kantons gericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, kommt somit im vorstehenden Fall zum Schluss, dass der objektive Tatbestand der Sachen t- ziehung, aufgrund des fehlenden Tatobjekts in Form der nichtvorhandenen Patiente nakten vom 10. Juli 2006 bis 7. Dezember 2006, offensichtlich nicht erfüllt ist. Im Ergebnis erliess d ie Staatsanwaltschaft somit zu Recht in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO eine Nichta n- handnahmeverfügung mit der Begründung, dass aufgrund des fehlenden Tatobjekts einde utig keine Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB vorliegt. 2.13 Zusammenfassend gilt es festzuhalten, dass sämtliche Vorbringen der Beschwerdeführ e- rin sich als nicht nachvollziehbar erweisen. Weder in den eingereichten Unterlagen noch in den Aussagen der Beschwerdefüh rerin können objektive Anhaltspunkte oder zumindest ko nkrete Indizien die Verdächtigungen und Unterstellungen der Beschwerdeführerin unterma uern. Auch in ihrer Beschwerdeschrift vermag die Beschwerdeführerin keine Hinweise auf unangebrachte, geschweige denn rechtswidrige, Handlungen der Beschuldigten vorzubri ngen. Vielmehr übt sie rein appellatorische Kritik an der Nichtanhandnahmeverfügung. Es ist weder eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts noch eine Rechtsverletzung erkennbar, weshalb die Staatsa n- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht waltschaft zu Recht gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO das Verfahren betreffend den Tatbe- ständen der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des versuchten Totschlags, der vorsätzlichen und fahrlässigen schweren Körperverletzung, der vorsätzl ichen und fahrlässi- gen einfachen Körperverletzung, der einfachen qualifizierten Körperverletzung, der Aussetzung, der Urkundenfälschung, der Gefährdung des Lebens sowie der Sachentziehung nicht an Hand genommen hat. Demgemäss ist die Beschwerde in Bestätig ung der angefochtenen Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 13. Juni 2013 abzuweisen. 3. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfa hrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vo rlie- genden Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerd e- führerin. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 120.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr v on CHF 100.00 und Auslagen von pauschal CHF 20.00, werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 3. Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet. Präsident Thomas Bauer Gerichtsschreiberin i.V. Céline Blaser Gegen diesen Beschluss wurde beim Bundesgericht Beschwerde erhoben (6B_1186/2013).