%FILENAMEK% 1. Abteilung A1 2019 26 Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó , Abteilungspräsident i.V. Kantonsrichter lic.iur. Ph. Sialm Kantonsrichter Dr. A. Staub Gerichtsschreiber MLaw R. Ackermann Entscheid vom 24. März 2021 in Sachen A.________, vertreten durch RA lic.iur. B.________, Kläger, gegen C.________, vertreten durch RA lic.iur. D.________, Beklagte, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.2013 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlosse- nen Ehe Seite 2/38 Rechtsbegehren Kläger 1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden . 2. Es sei der gemeinsame Sohn, F.________, geboren tt.mm.2013, unter der gemeinsamen el- terlichen Sorge zu belassen. Auf die bisherige Besuchsbeistandschaft sei zu verzichten . 3. Es sei die alternierende Obhut anzuordnen und zwar wie folgt: Den Parteien sei die Obhut jeweils für eine ganze Woche zu gewähren, wobei die Übergabe des gemeinsamen Sohnes jeweils am Freitag um 16.00 Uhr stattfinden soll. Eventualiter: Dem Kläger sei die Obhut alle zwei Wochen von Dienstag nach Schulschluss bis Montag um 08.00 Uhr zu gewähren. Weiter sei der Kläger zu berechtigen und zu verpflichten, Sohn F.________ während vier Wochen pro Jahr währ end den Schulferien zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei die Ausübung des Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus zwischen den Par- teien abzusprechen sei und wobei im Falle der Nichteinigung und Jahren mit ungerader Jah- reszahl der Bekl agten und in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Kläger letztlich der Ent- scheid über die Ausübung des Ferienrechts zukommen solle. Weiter sei der Kläger zu berechtigen und verpflichten, die Feiertage wie folgt mit Sohn F.________ zu verbringen: In den Jahren mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten (Freitag vor Pfingsten, 17.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr) und die Weihnachtswoche (d.h. die Wo- che, in die der 25. Dezember fällt, ab dem dieser Woche vorangehenden Freitag, 17.00 Uhr, bis zum übernächsten Sonntag, 12.00 Uhr); und in den Jahren mit gerader Jahreszahl an Ostern (Gründonnerstag, 17.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr) und die Neujahrswoche, d.h. die an die Weihnachtswoche anschliessende Woche, von Sonntag, 12.00 Uhr, bis zum folgenden Sonntag, 18.00 Uhr. Die jeweiligen Kosten seien von den Parteien zu tragen. 4. Für den Fall der Gewährung der alternierenden Obhut im beantragten Rahmen sei festzustel- len, dass beide Parteien den Unterhalt für den gemeinsamen Sohn F.________ selber tra- gen. Eventualiter: Es sei der Kläger zu verpflichten, ab Rechtskraft Scheidungsurteil für Sohn F.________ einen Unterhalt von max. CHF 1'144.40 zu bezahlen, zahlbar soweit es sich um künftige Beiträge handelt , jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 5. Es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist. Eventualiter: Es sei der Kläger zu verpflichten, ab Rechtskraft Scheidungsurteil einen nach- ehelichen Unterhalt von max. CHF 274.90 zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 6. Es seien die während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben aus der beruflichen Vorsorge hälftig zu teilen. 7. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind. 8. Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zzgl. M WST) zulasten der Beklagten. Beklagte 1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden. 2. Es sei der gemeinsame Sohn, F.________, geboren tt.mm.2013, unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter zu stellen und es sei eine Bes uchsbeistandschaft anzuordnen. Seite 3/38 Eventualiter: Es sei der gemeinsame Sohn, F.________, geboren am tt.mm.2013, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen ; es sei aber eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB anzuordnen, welche den pers önlichen Verkehr des Vaters mit dem Kind zu koordinieren hat und im Falle eines Streites unter den Ehegatten hinsichtlich des Kindes entscheidberech- tigt ist. 3. Der Vater sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, das Kind F.________ jedes 2. Wochen- ende von Freitagnachmittag nach Schulschluss bis Montagmorgen Schulbeginn zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Der Vater sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, das Kind F.________ während 3 Wo- chen pro Jahr zu oder mit sich in die F erien zu nehmen, wobei das Ferienrecht unter den El- tern mindestens 3 Monate im Voraus abzusprechen ist und im Falle der Nichteinigung in Jah- ren mit ungerader Jahreszahl der Beklagten und in den Jahren mit gerader Jahreszahl dem Kläger der Entscheid über di e Ausübung des Ferienrechtes zukommen soll . Der Vater sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, mit dem Kind F.________ in Jahren mit gerader Jahreszahl die Tage an Pfingsten (Freitag vor Pfingsten, 17.00 Uhr, bis Pfingstmon- tag, 17.00 Uhr) und die Weihnachtswoche (d.h. die Woche, in die der 25. Dezember fällt, ab dem dieser Woche vorangehenden Feiertag, 17.00 Uhr, bis zum übernächsten Sonntag, 12.00 Uhr) und in Jahren mit ungerader Jahreszahl die Tage an Ostern (Gründonnerstag, 17.00 Uhr, bis Ostermontag, 17.00 Uhr) und die Neujahrswoche (Sonntag, 12.00 Uhr , bis zum folgenden Sonntag, 17.00 Uhr) zu verbringen. Es sei fest zuhalten, dass der Vater während den Besuchs - und Ferienzeiten die Kosten für das Kind zu übernehmen habe. 4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt des Kindes F.________ bis zum Abschluss einer angemessenen Berufsausbildung nachstehende monatlich e Beiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den 1. jeden Monats: Primarschule - Barunterhalt CHF 1 '740.00 (inkl. Überschussanteil) zzgl. Kinderzulagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum Übertritt von F.________ in die Sekundarstufe ; - Barunterhalt CHF 2'000.00 (inkl. Überschussanteil) zzgl. Kinderzulagen ab Übertritt von F.________ in die Sekundarstufe bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbil- dung. 5. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten nachfolgende Beitr äge zu be- zahlen: - CHF 2'425.00 ab Rechtskraft des Urteils bis zum Übertritt von F.________ in die Sekun- darstufe; - CHF 1'420.00 ab dem Übertritt von F.________ in die Sekundarstufe bis der Kläger das dannzumal gültige ordentliche Pensionierungsalter erreicht, mindes tens aber bis zu sei- nem 65. Altersjahr. 6. Es seien die Grundlagen der Unterhaltsberechnung festzusetzen. 7. Es seien die während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben aus der beruflichen Vorsorge jeweils hälftig zu teilen. 8. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind, wobei vorzu- behalten ist, dass der Kläger der Beklagten infolge nicht bezahlter Unterhaltsbeiträge und un- rechtmässig eingezogenen Versicherungsleistungen den Betrag von CHF 23'856.45 (zuzüg- lich weiterer aufg elaufener Schulden vom August 2019 bis zum Urteilszeitpunkt) schuldet. Seite 4/38 9. Es seien die Kosten dieses Verfahrens dem Kläger aufzuerlegen und der Beklagten sei eine angemessene Prozessentschädigung (zzgl. MWST) zuzusprechen. Sachverhalt 1. Die Parteien he irateten am tt.mm.2013 vor dem Zivilstandsamt E.________. Sie haben den gemeinsamen Sohn F.________, geb. tt.mm.2013 . 2. Mit Urteil des Kantonsgerichts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 wurde zwischen den Parteien unter anderem mit Wirkung per 5. April 2017 die Gütertrennung im Sinne von Art. 247 ff. ZGB angeordne t (Dispositiv -Ziff. 3). 3. Mit Eingabe vom 1. Mai 2019 reichte der Kläger beim Kantonsgericht Zug gegen die Be- klagte eine unbegründete Scheidungsklage ein (act. 1). 4. In ihrer Stellungnahme vom 26. Juli 2019 beantragte die Beklagte ebenfalls die Scheidung und stellte ihre Anträge bezüglich der Regelung der Nebenfolgen (act. 17). 5. An der Einigungsverhandlung vom 26. August 2019 wurde festgestellt, dass der Scheidungs- grund gegeben ist. Eine Einigung über die Nebenfolgen konnt e nicht erzielt werden (act. 19). Mangels Einigung wurde dem Kläger mit Schreiben vom 27. August 2019 Frist zur Einrei- chung einer begründeten Klage angesetzt (act. 20). 6. In der Folge reichte der Kläger die Eingaben vom 29. August bzw. 1., 9. und 11. Septem- ber 2019 mitsamt Beilagen ins Recht (act. 24-27). 7. Unter Beilage der klägerischen Eingaben wurde der Beklagten mit Schreiben vom 3. Okto- ber 2019 Frist zur Klageantwort angesetzt (act. 28), welche innert erstreckter Frist am 12. November 2019 erfolgte (act. 34). 8. Mit Schreiben vom 5. März 2020 teilte RA lic.iur. B.________ mit, dass er den Kläger vertrete (act. 38). 9. Mit Beweisverfügung vom 27. März 2020 wurden von den Parteien diverse Urkunden ediert (act. 39). Mit Schreiben vom 7. Mai 2020 (Beklagte) und 22. Mai 2020 (Kläger) re ichten die Parteien gestützt auf die Beweisverfügung Urkunden ein ( vgl. act. 40; act. 4 2). 10. Am 8. Juli 2020 wurde F.________ vom Referenten angehört (act. 47). 11. Mit Schreiben vom 10. Juli 2020 wurden die Parteien zur Parteibefragung und Instruktions- verhandlung vorgeladen. Betreffend die Instruktionsverhandlung wurde den Parteien mitge- teilt, dass nach dem Versuch einer Einigung der Sachverhalt ergänzt werden könne . Diesbe- züglich erfolgte der Hinweis auf das Novenrecht (Art. 229 Abs. 1 ZPO; act. 48). 12. Am 27. August 2020 fanden die Parteibefragung und anschliessend daran die Instruktions- verhandlung statt (act. 49; act. 50). Seite 5/38 13. Am 21. Oktober 2020 wurde die mündliche Hauptverhandlung durchgeführt . Der Kläger wurde vorgängig mit Schreiben vom 15. Oktober 2020 antragsgemäss vom persönlichen Er- scheinen dispensiert (act. 61). Die Parteien präzisierten ihr Rechts begehren im eingangs er- wähnten Sinne (act. 62–64). 14. Im Anschluss an die Hauptverhandlung reichten die Rechtsvertreter der Parteien ihre Hono- rarnoten ein (act. 65; act. 66). 15. Neben den im Rahmen des Schriftenwechsels als begründete Klageschrift entgegengenom- menen Eingaben reichte der Kläger während der Dauer des Verfahrens zahlreiche unaufge- forderte Schreiben samt Beilagen ein. Soweit die Kinderbelange betr offen sind, und damit die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangt, werden diese Eingaben – sofern relevant – im Rahmen de r nachfolgenden Begründung berücksichtigt . Erwägungen 1. Das Gericht tritt auf eine Klage ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 ZPO). Ob diese erfüllt sind, prüft das Gericht von Amtes wegen (Art. 60 ZPO). 1.1 Die Beklagte ist deutsch e Staatsangehörige, der Kläger ist Schweizer. Die Parteien haben ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Es liegt somit ein internationaler Sachverhalt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG) vor. Gemäss Art. 59 IPRG sind die schweizerischen Gerichte zuständig für Klagen auf Scheidung am Wohnsitz des Beklagten (lit. a) und am Wohnsitz des Klägers, wenn dieser sich seit einem Jahr in der Schweiz aufhält oder wenn er Schweizer Bürger ist (lit. b). Das Kantonsgericht Zug ist somit in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG sowie Art. 198 lit. c und Art. 274 ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Schei- dungsklage zuständig. Diese Zuständigkeit besteht auch hinsichtlich der Kinde rbelange (Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 5 ff., insbesondere Art. 10 des Haager Kindesschutzüberein- kommens [HKsÜ; SR 0.211.231.011]), der Unterhaltsbeiträge ( Art. 2 und Art. 5 Ziff. 2 LugÜ bzw. Art. 63 Abs. 1 IPRG ), des Güterrechts (Art. 63 Abs. 1 IPRG i. V.m. Art. 51 lit. b IPRG) und des Vorsorgeausgleichs (Art. 63 Abs. 1 bis IPRG). Anwendbar ist schweizerisches Recht (Art. 61 IPRG [Statusfrage]; Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 HKsÜ [Minderjährigenschutz]; Art. 83 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des Haager Übereinkommens vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht [HUntÜ, SR 0.211.213.01; Kinderunterhalt]; Art. 49 IPRG i.V.m. Art. 8 HUntÜ [nach- ehelicher Unterhalt]; Art. 54 Abs. 1 lit. a und b IPRG [Güterrecht]; Art. 63 Abs. 2 IPRG und Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2 [Vorsorgeausgleich]). 1.2 Gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO ist vorausgesetzt, dass die klagende Partei ein schutzwürdi- ges Interesse an der Klage hat. 1.2.1 Vorliegend beantragen die Parteien übereinstimmend die Feststellung, dass sie güterrecht- lich auseinandergesetzt seien. Die Beklagte verlangt vom Gericht darüber hinaus die Seite 6/38 Feststellung eines Vorbehalts , wonach der Kläger der Beklagten infolge nicht bezahlter Un- terhaltsbeiträ ge und unrechtmässig von ihm eingezogener Versicherungsleistungen den Be- trag von CHF 23'856.45 (zuzüglich weiterer aufgelaufener Schulden vom August 2019 bis zum Urteilszeitpunkt) schulde . 1.2.2 Mit der Feststellungsklage verlangt die klagende Partei die gerichtliche Feststellung, dass ein Recht oder ein Rechtsverhältnis besteht oder nicht besteht (Art. 88 ZPO). Jedes Feststel- lungsbegehren setzt ein Feststellungsinteresse voraus (BGE 119 II 368 E. 2a). Ein solches ist im Allgemeinen zu bejahen, wenn für die klagende Partei kumulativ eine Ungewissheit über ihre Rechtsstellung besteht, deren Fortdauer unzumutbar ist und nicht auf andere Weise behoben werden kann, insbesondere nicht durch eine Leistungs - oder Gestaltungs- klage (zur Subsidiarität im Besonderen: BGE 135 III 378 E. 2.2; vgl. auch BGE 144 III 175 E. 5; BGE 141 III 68 E. 2.3 ; Urteil des Bundesgerichts 4A_282/2020 vom 5. August 2020 E. 2.2). Blosse Feststellungsbegehren zur güterrechtlichen Auseinandersetzung genügen nicht (Urteile des Bundesgericht s 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.1; 5C.10/1997 vom 27. März 1998 E. 3 mit Hinweis auf BGE 123 III 49 E. 1a ). 1.2.3 Hinsichtlich der beantragten Feststellung der Höhe der offenen Unterhaltszahlungen ist fest- zuhalten, dass diese vorliegend den Zeitraum nach der Gütertrennung per 5. April 2017 be- treffen (vgl. act. 34/41) und – aufgrund der bereits erfolgten Auflösung des Güterstands (vgl. Art. 207 Abs. 1 ZGB) – vom Güterrecht nicht mehr erfasst sind. Über die betreffenden Unterhaltsbeiträge ist bereits rechtskräftig entschieden worden (vgl. Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018; Entscheid des Kantonsgericht Zug ES 2019 64 vom 23. Mai 2019). Der Entscheid über die Leistung von Unterhaltsbeiträgen bildet einen definitiven Rechtsöffnungstitel (vgl. Art. 80 Abs. 1 SchKG). Verfügt der Gläubiger über einen definitiven Rechtsöffnungstitel, kann er einzig das Rechts- öffnungsverfahren einleiten. Eine (Anerkennungs)klage ist diesfalls nicht zuläss ig, da sie der Rechtskraftwirkung des Rechtsöffnungstitels entgegensteht (Vock, in: Hunkeler [Hrsg.], Kurz- kommentar SchKG, 2. A. 2014, Art. 79 SchKG N 1; Staehelin, Basler Kommentar, 2. A. 2010, Art. 79 SchKG N 6). Da die offenen Unterhaltszahlungen vom Güterrecht nicht erfasst sind , und es aufgrund der Gerichtsentscheide und der geleisteten Zahlungen gewiss ist, welche offenen Forderungen bestehen, hat die Beklagte vorliegend kein Interesse an einer Feststellung über die Höhe der offenen Forderungen, we shalb auf diesen Antrag nicht einzutreten ist. Der Klarheit halber ist jedoch festzuhalten, dass die Zahlung der offenen Unterhaltsbeiträge, welche gestützt auf die ergangenen Entscheide geschuldet sind, weiterhin geschuldet bleib t. 1.2.4 Nicht einzutreten ist weiter auf den beantragten Vorbehalt der Beklagten betreffend den Ver- sicherungsfall , welcher noch nicht gerichtlich beurteilt wurde . Hinsichtlich der güterrechtli- chen Auseinandersetzung gelten die Verhandlungs - und die Dispositionsmaxi me (vgl. Art. 277 Abs. 1 ZPO und Art. 58 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Vorliegend stellt die Beklagte einen Antrag auf Feststellung bzw. Festhaltung eines Vorbehalts, der Kläger schulde der Beklagten einen bestimm ten Betrag aus einem behaupteten Versicherungsfall. Es handelt sich um ein Feststellungsbegehren , Seite 7/38 welches zur güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht genügt . Das Rechtsbegehren erweist sich in dieser Hinsicht als klar und damit nicht auslegungsbedürftig. Da diese Ungewissheit durch eine (bezifferte) Leistungsklage hätte behoben werden können, fehlt es vorliegend diesbezüglich an einem Feststellungsinteresse (Subsidiarität). 1.3 Andere Prozesshindernisse sind nicht ersichtlich, weshalb auf die Klage ansonsten einzutre- ten ist. 2. Die Parteien beantragen übereinstimmend die Scheidung ihrer tt.mm.2013 vor dem Zivil- standsamt E.________ geschlossenen Ehe . Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu schei- den. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vora b über die Kinderbelange, zu ent- scheiden (vgl. Art. 283 Abs. 1 ZPO) . 3. Das Gericht regelt die Elternrechte und -pflichten nach den Bestimmungen über die Wirkun- gen des Kindesverhältnisses. Insbesondere regelt es die elterliche Sorge, die Obhut und den persönlichen Verkehr oder die Betreuungsanteile sowie den Unterhaltsbeitrag (Art. 133 Abs. 1 ZGB). Es beachtet alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände. Es berücksichtigt ei- nen gemeinsamen Antrag der Eltern und, soweit tunlich, die Meinung des Kindes (Art. 133 Abs. 2 ZGB). Es kann den Unterhaltsbeitrag über den Eintritt der Voll jährigkeit hinaus festle- gen (Art. 133 Abs. 3 ZGB). Die Beklagte beantragt die alleinige elterliche Sorge für F.________. Der Kläger beantragt, die elterliche Sorge für F.________ sei bei beiden Elternteilen zu belassen. 3.1 Bei der elterlichen Sorge handelt es sich um ein sog. Pflichtrecht (BGE 142 III 1 E. 3.4 und E. 3.5). Es beinhaltet das Recht und die Pflicht der Eltern, die Pflege und Erziehung des Kin- des zu leiten und die nötigen Entscheidungen zu treffen (Art. 301 Abs. 1 ZGB). Leben die ge- meinsam sorgeberechtigten Eltern nicht in einem gemeinsamen Haushalt, kann derjenige El- ternteil, der das Kind betreut, allein entscheiden, wenn die Angelegenheit alltäglich oder dringlich oder der andere Elternteil nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen is t (Art. 301 Abs. 1bis ZGB). Hierunter fällt namentlich die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufen- den Erziehung (vgl. auch BGE 142 III 612 E. 4.1). Der nicht betreue nde Elternteil hat im Um- kehrschluss ein Mitbestimmungsrecht in allen Entscheiden, welche nicht die Alltagsgestal- tung betreffen. Dabei ist beispielsweise zu denken an die Namensgebung (vgl. Art. 301 Abs. 4 ZGB), die allgemeine und berufliche Bildung (vgl. A rt. 302 ZGB), die Wahl der religiö- sen Erziehung (vgl. Art. 303 ZGB), an medizinische Eingriffe und andere entscheidende bzw. das Leben des Kindes prägende Weichenstellungen wie beispielsweise die Ausübung von Hochleistungssport oder der Wechsel der Schule (Urteil des Bundesgerichts 5A_465/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 5.1.2). Ebenfalls Ausfluss der elterlichen Sorge ist die gesetzliche Vertretungsmacht des Kindes gemäss Art. 304 ZGB (Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 304/305 ZGB N 1). Gemäss Art. 296 Abs. 2 ZGB stehen die Kinder, solange sie minderjährig sind, unter der ge- meinsamen elterlichen Sorge von Vater und Mutter. In einem Schei dungs- oder Seite 8/38 Eheschutzverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil die alleinige Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Nach der gesetzlichen Konzeption ist die gemeinsame elterliche Sorge der Regelfall, von dem nu r in eng begrenzten Ausnah- mefällen zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen werden darf. Nach der Rechtsprechung kann ein Ausnahmegrund insbesondere ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit sein. Auch in so lchen Fällen kommt eine Allein- zuteilung des elterlichen Sorgerechts nur in Frage, wenn sich die zwischen den Eltern beste- henden Probleme auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und das Kindeswohl konkret beeinträchtigen. Erforderlich ist die konkrete Fes tstellung, in welcher Hinsicht das Kindes- wohl beeinträchtigt ist. Schliesslich ist eine Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der Sorge an einen Elternteil allein eine En tlastung der Situation herbeizuführen (BGE 142 III 1 E. 3.3; 141 III 472 E. 4.6 f.; vgl. auch das Urteil 5A_81/2016 vom 2. Mai 2016 E. 5 mit vielen Hinwei- sen auf die bisherige Rechtsprechung). Damit ist zwangsläufig eine Prognose darüber ver- bunden, wie sic h das Verhältnis zwischen den Eltern entwickeln wird. Dieser Wahrscheinlich- keitsaussage über die künftige Entwicklung müssen konkrete Anhaltspunkte zugrunde liegen, die aktenmässig erstellt sind. Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachenbasierten Sachverhaltsprognose geprüft werden, ob das gemeinsame Sorgerecht eine erhebliche Be- einträchtigung des Kindeswohls befürchten lässt. Damit trägt die Rechtsprechung dem Willen des Gesetzgebers Rechnung, wonach die Alleinsorge nicht schon dort ausgesprochen we r- den darf, wo sie dem Kindeswohl am besten gerecht würde (Urteil 5A_903/2016 vom 17. Mai 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). Auch ohne Vorliegen eines Elternkonfliktes ist die gemeinsame elterliche Sorge nach der Rechtsprechung dort zu verweigern, wo ein Elternt eil weder Zugang zu aktuellen Informatio- nen über das Kind noch persönlichen Kontakt zum Kind hat. Denn seine Verantwortung für das Kind kann nur sinnvoll wahrnehmen, wer dessen Bedürfnisse kennt. Ein Elternteil, der dauerhaft über keinen irgendwie geartete n Zugang zum Kind verfügt, kann keine Entschei- dungen zum Wohl des Kindes treffen, auch nicht in gemeinsamer Sorge (BGE 142 III 197 E. 3.5; Urteil 5A_214/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.3). Allein die geographische Distanz zwischen den Eltern ist freilich n och kein Grund zur Annahme, dass eine gemeinsame Aus- übung des Sorgerechts nicht in Frage kommt und im Sinne einer Ausnahme vom Grundsatz einem Elternteil die Alleinsorge zuzuweisen wäre (BGE 142 III 56 E. 3). Bei alledem gilt es zu beachten, dass das Ger icht im Streit um Kinderbelange in familien- rechtlichen Angelegenheiten den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Entsprechend hat das Gericht im Streit um die elterliche Sorge v on Amtes wegen zu prüfen, ob die gemeinsame Ausübung des Sorgerechts beibehalten werden kann, und zwar auch dann, wenn die Eltern je für sich die alleinige elterliche Sorge beantragen . Dass die Streitparteien in einem Scheidungspro- zess bezüglich der elterlichen Sorge gegenteilige Rechtsbegehren stellen bzw. in erster Linie die alleinige elterliche Sorge für sich beantragen, kann in einem kontradiktorischen Gerichts- verfahren kaum überraschen und ist daher für sich allein genommen auch noch kein Grund, von einer Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge abzusehen (Urteil 5A_412/2015 vom 26. November 2015 E. 7.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_106/2019 vom 16. März 2020 E. 5.4). Seite 9/38 3.2 Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, eine gemeins ame elterliche Sorge habe die Fort- setzung des elterlichen Konfliktes zur Folge, was nicht im Interesse des Kindes liege (act. 64 Rz 6). Der Kläger habe seine eigene Auffassung, wie die Betreuung des gemeinsamen Sohnes aussehen solle. Bereits während des Zusammenlebens habe der Kläger einfach bestimmt, wie F.________ habe betreut werden solle n. Noch im Dezember 2016 habe der Kläger die Beklagte aufgefordert, ihr Arbeitspensum zu reduzieren, um sich vermehrt um F.________ zu kümmern (act. 34 Rz 18 –19). Der Kläger sei nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Auch nach der Trennung habe er der Beklagten einseitig einen "Betreuungsplan" vorgelegt, welche die Beklagte zu akzeptieren gehabt habe (act. 34 Rz 20). Der vom Kläger vorgelegte Plan sei in der Folge im Rahmen des Eheschutzverfahrens korrigiert worden (act. 34 Rz 21 ; dazu auch act. 34 Rz 38 ). Die Gerichtsentscheide habe der Kläger nicht akzeptiert. Namentlich habe der Kläger mittels Schreiben vom 28. Juni , 9. und 12. Juli 2018 an das Obergericht des Kantons Zug gegen den vom Gericht erlassenen Eheschutzentscheid vom 15. Juni 2018 pro- testiert. Auch habe er Schreiben an die erstinstanzliche Eheschutzrichterin gerichtet (act. 34 Rz 29–30). Angefochten habe der Kläger den zweitinstanzlichen Entscheid jedoch nich t. In der Folge habe der Kläger auch unzählige Eingaben an die KESB Zug gemacht, mit welchen er versucht habe, dieser seine Sicht der Dinge aufzudrängen und diese zu bewegen, das vom Obergericht des Kantons Zug festgelegte Besuchsrecht abzuändern (act. 34 Rz 32). Als die KESB Zug anlässlich eines Gesprächs erläutert habe, man werde keine Änderung veran- lassen, habe er den Raum verlassen (act. 34 Rz 33). Anliegen betreffend F.________ hätten nicht mit dem Kläger, sondern mit der neuen Partnerin des Klägers be sprochen werden müs- sen (act. 34 Rz 34). In der Folge habe der Kläger die Korrespondenz mit der KESB Zug ver- weigert und deren Schreiben nicht mehr abgeholt (act. 34 Rz 35). Als der Kläger habe fest- stellen müssen, dass er trotz seiner vielen Eingaben mit sei nem Begehren auf Abänderung der Betreuungsregelung nicht durchkomme, habe er den Kontakt zu F.________ verweigert (act. 34 Rz 36). Mittels Bestrafung von F.________ – und zu dessen Nachteil – habe der Klä- ger damit erneut versucht, seinen Willen durchzusetz en (act. 34 Rz 36). Der Kläger sei weder bereit auf die Beklagte einzugehen, noch willens , Entscheide von Be- hörden zu akzeptieren oder deren Ratschläge – beispielsweise der KESB Zug – entgegenzu- nehmen (act. 34 Rz 22). Der Kläger kämpfe verbissen für die Durchsetzung seiner Ansicht. Er sehe sich dabei immer in der Opferrolle. Könne er seine Meinung nicht durchsetzen, so gehe er gegen die Personen vor, die sich seinem Willen entgegenstellen würden. Schliess- lich verweigere er die Kommunikation , indem er die sen das Recht abspreche, sich überhaupt zur Sache äussern zu dürfen (act. 34 Rz 23; act. 64 Rz 7). Das sehe man beispielsweise auch dadurch, dass der Kläger nicht an der mündlichen Hauptverhandlung erschienen sei und er zuvor bereits die Instruktionsverhan dlung habe verlassen wollen. Der Kläger ertrage andere Meinungen nicht (act. 64 Rz 8). Könne sich der Kläger mit seiner Ansicht und seinem "töbele" nicht durchsetzen, so verweigere er sich der Diskussion (act. 64 Rz 9). Zu diesem Entzug unliebsamer Diskuss ionen gehöre auch, dass der Kläger E -Mails der Beklagten im Spam-Ordner landen lasse und nicht lese. Auch könne man kaum miteinander reden. Nur telefonisch sei der Kontakt möglich, wenn der Kläger überhaupt den Anruf entgegennehme (act. 64 Rz 10). Zu den T reffen mit der Besuchsbeiständin sei der Kläger ebenfalls nicht mehr erschienen, nachdem diese ihm mitgeteilt habe, dass sie seine Ansicht nicht teile (act. 64 Rz 11). Dieses offenkundige Verhalten bei Konflikten verhindere eine gemeinsame Seite 10/38 elterliche Sorge (act. 64 Rz 12). Wann immer die Parteien hinsichtlich F.________ sich nicht einig würden, müsse sich die Beklagte zuerst die Beschimpfungen, Manipulationen und Dro- hungen des Klägers anhören. Schliesslich müsse die Sache, wenn die Beklagte nicht nach- gebe, von der Kinderschutzbehörde entschieden werden , was Zeit benötige (act. 64 Rz 12 ; act. 34 Rz 45 ). Jeder Entscheid hinsichtlich F.________ müsse bei gemeinsame m Sorge- recht wegen der mangelnden Einsichtsfäh igkeit und Kompromissbereitschaft des Klägers auch in Zukunft von der KESB Zug gefällt werden (act. 34 Rz 24). Sollten sich diese dem Wil- len des Klägers nicht beugen, so würden auch die Verantwortlichen der Kinderschutzbehörde beschimpft und bei der Aufsic htsbehörde verzeigt (act. 64 Rz 12). Ein weiteres Beispiel für die fehlende Kooperationsbereitschaft des Klägers sei die Tatsache, dass F.________, als er älter geworden sei, von der Kinderkrippe in die Freizeitbetreuung hätte wechseln sollen, was auch seinem Wunsch entsprochen habe. Für diesen Wechsel habe es der Zustimmung des Klägers bedurft, welche jedoch nicht habe eingeholt werden können. Die Klägerin habe sich deshalb in der Folge mit Mail vom 20. Februar 2019 an G.________ der KESB Zug wenden müs sen (act. 34 Rz 37). Weiter instrumentalisiere der Kläger F.________ auch, indem er seine Ansicht mit derjenigen von F.________ gleichsetze und sich als Sprecher des Kindes ausgebe (act. 34 Rz 26). Der Kläger nehme enormen Einfluss auf F.________, um ihm seine Meinung aufzuzwingen. Diese Indoktrination richte sich vor allem auch gegen die Beklagte. Wenn sie mit F.________ ans Meer fahren wolle, erkläre der Kläger F.________, dass das Meer etwas "Dummes" sei. Seien sie in Frankreich in den Ferien gewesen, sei ihm erklärt worden, dass die Franzosen schlechte Menschen seien (act. 34 Rz 40). Der Kläger mache dies in der Absicht, F.________ seinem Willen zu unterwerfen und einen Keil zwischen F.________ und seine Mutter zu treiben, um seinen Willen durchzusetz en (act. 34 Rz 41). Das pathologisch be- dingte Verhalten des Klägers sei durch die Gerichtsakten und d ie umfangreichen Akten der KESB Zug, deren Beizug im Übrigen verlangt werde, ausreichend belegt (act. 64 Rz 16). Eine ewige Fortsetzung des elterlichen Konfliktes sei zum Wohle von F.________ unter die- sen Umständen soweit dies möglich sei, unbedingt zu vermeiden. Aufgrund der mangelnden Fähigkeit des Klägers, eine andere Meinung zu akzeptieren, sei es nicht möglich , gemein- sam wichtige Entscheide zu fällen. Der Beklagten sei deswegen die alleinige elterliche Sorge zuzusprechen (act. 34 Rz 22; act. 64 Rz 15). Der schwerwiegende elterliche Dauerkonflikt und die durch das Verhalten des Klägers verschuldete anhaltende Komm unikationsunfähig- keit unter den Parteien würden sich leider negativ auf das Kindeswohl auswirken (act. 34 Rz 44). 3.3 Der Kläger entgegnet, die Beklagte versuche vorliegend einen Dauerkonflikt – insbesondere in Form einer chronischen Kommunikations - und Kooperations unfähigkeit – herbeizureden. Festzuhalten gelte allerdings, dass hinsichtlich der von den Inhabern der elterlichen Sorge zu treffenden Entscheidungen vorliegend zwischen den Parteien nie Konflikte bestanden hätten ; sei es hinsichtlich der Erzie hung, der Vertretung, des Vermögens oder des Aufenthaltsortes von F.________. Es habe noch keinen Konflikt gegeben, welcher zu irgendwelchen Verzöge- rungen in wichtigen Entscheidungen geführt hätte. Die Parteien hätten sich stets nur über den Anteil der Bet reuung des gemeinsamen Sohnes gestritten (act. 63 S. 3). Seite 11/38 Es möge zutreffend sein , dass er sich teils etwas über Gebühr für sein Betreuungsrecht ein- gesetzt habe, was aber grundsätzlich ja nichts Schlechtes sei. Es handle sich bei ihm um eine Person, welch e sich mehr als nur gerichtsüblich um sein Kind kümmern wolle, was ja durchaus im Interesse des Kindes sei (act. 63 S. 3). Es treffe auch nicht zu, dass er seinen Sohn beeinflussen und diesem seinen Willen aufzwingen wolle, um einen Keil zwischen das Kind und die Beklagte treiben zu wollen (act. 63 S. 3). Auch wenn vorliegend gewisse Kon- flikte bestünden, von einer Kindsgefährdung könne überhaupt keine Rede sein. Die Konflikte würden sich vorliegend nicht auf das Kindeswohl ausw irken und auch eine Alleinzuteilung würde keine Verbesserung bringen. Die Konflikte hätten sich aus seiner Sicht insbesondere gegenüber den Behörden geäussert, von denen er sich etwas mehr Mut hinsichtlich der Vä- terrechte erwünscht hätte, aber nicht gegen die Beklagte und schon gar nicht gegen das ge- meinsame Kind F.________. Vorliegend lägen keine Gründe vor, der Beklagten das alleinige Sorgerecht zuzuteilen, bzw. dem Kläger dessen Sorgerecht zu entziehen. Die entsprechen- den Anträge seien daher abzuweisen ( act. 63 S. 4). 3.4 Die Parteivorbringen sind vor dem Hintergrund der beigezogenen Eheschutzakten und den eingereichten bzw. abgenommenen Beweise n wie folgt zu würdigen: 3.4.1 Aus den Eheschutzakten geht hervor, dass sich die Parteien bereits nach der Tre nnung unei- nig waren, wer F.________ in welchem Umfang betreuen sollte. Der Kläger bestätigte an der Parteibefragung im Rahmen des erstinstanzlichen Eheschutzverfahrens implizit , dass er den Betreuungsplan nach der Trennung der Parteien im Jahr 2017 eigenmächtig erstellt habe. Auf die Frage der Einzelrichterin, ob diese Betreuungsregelung mit der Beklagten abgespro- chen worden sei , erklärte er: "Ich habe meiner Frau selbstverständlich gesagt, wie das Be- treuungsmodell aussieht, aber …" (vgl. Verfahren ES 2017 170, act. 12 Ziff. 38). Zudem be- stätigte der Rechtsvertreter des Klägers an der Instruktionsverhandlung im Eheschutzverfah- ren, dass es der Kläger war, der diesen Betreuungsplan erstellt habe. Man habe eine Lösung finden müssen. Man habe dann eine gefunden, ob das jetzt ein bisschen aufgedrückt gewe- sen sei oder nicht, spiele eigentlich nicht so eine Rolle, weil es ja offenbar funktioniert habe (vgl. Verfahren ES 2017 170, act. 12 S. 29). Wie die Beklagte vorliegend zutreffend ausführt, wurde im Rahmen des Eh eschutzverfahrens eine vom klägerischen Betreuungsplan abwei- chende Betreuung angeordnet . Das Obergericht des Kantons Zug bestätigte das erstinstanz- liche Urteil, teilte die Obhut über F.________ der Beklagten zu und gewährte dem Kläger ein ausgedehntes Besuchsrecht (Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 E. 4.5 –4.7). Obwohl der Kläger diesen Entscheid nicht akzeptierte, reichte er kein Rechtsmittel ein. Vielmehr i st aktenkundig, dass der Kläger gegen die angeordnete Be- treuungsregelung und die Unterhaltsverpflichtung – wie die Beklagte zu Recht ausführte – im Jahr 2018 wiederholt gegenüber den Gerichten und Behörden protestierte (vgl. Verfahren Z2 2017 48, act. 33, act. 36, act. 38 ), und namentlich noch im August 2018 ein Abänderungs- verfahren vor der KESB Zug anhängig machte (act. 34/47) , welches mit Entscheid vom 4. Juni 2019 abgewiesen wurde (act. 17/37) . Auch im vorliegenden Verfahren nahm der Kläger mehrfach auf den Eheschutzentscheid Bezug und kritisierte die darin angeordnete Betreu- ungsregelung und die damit einhergehende Unterhaltspflicht (vgl. etwa act. 24, act. 26 und 27). Gestützt auf die Akten ist mithin erstellt, dass zwischen den Eltern – aber auch zwi schen dem Kläger und den involvierten Behörden – ein Konflikt betreffend den persönlichen Seite 12/38 Verkehr und die Betreuung des Sohnes F.________ bestanden hat und weiterhin besteht. Aufgrund der vom Kläger gegenüber den Behörden und Gerichten eingenommenen Protes t- haltung ist ebenfalls erstellt, dass der Kläger die Beklagte – welche sich auf die gerichtlich angeordnete Betreuungsregelung beruft – betreffend die Betreuung von F.________ unter Druck gesetzt hat und weiterhin unter Druck setzt, was der Kläger im Übrig en auch nicht be- streitet (vgl. act. 63 S. 3) . 3.4.2 Zwar trifft es somit zu, dass sich der Kläger in der Vergangenheit hinsichtlich der Anteile an der Betreuung von F.________ mehrfach quergestellt hat. Dass der Kläger jedoch mit Bezug auf die elterliche Sorge im Allgemeinen – d.h. neben der Betreuung von F.________ – keine andere Meinung akzeptiert, ist demgegenüber aber nicht erstellt. Wie der Kläger zu Recht ausführt, betrifft der Streit zwischen den Parteien – soweit aktenkundig – hauptsächlich den Anteil der Betreuung des gemeinsamen Sohnes . Weder aus den Akten noch den Ausführun- gen der Beklagten geht hervor, dass die Parteien relevante Konflikte hinsichtlich der im Rah- men der elterlichen Sorge zu treffenden Entscheide betreffend die Erziehung, die Vertretung, das Vermögen oder d en Aufenthaltsort von F.________ gehabt hätten. Insbesondere geht auch aus den Akten nicht hervor – wie die Beklagte behauptet –, dass betreffend die elterli- che Sorge Entscheide von der KESB Zug hätten getroffen werden müssen . Namentlich wurde auch bezüglich des von der Beklagten angesprochenen Wechsel s von der Kinder- krippe zur Freizeitbetreuung eine zeitnahe Lösung gefunden (vgl. dazu act. 49 Frage 19, wo die Beklagte bestätigte, dass F.________ bereits seit dem 2019 in die F reizeitbetreuung geht). Dass der diesbezügliche Entscheid durch die KESB Zug hat erfolgen müssen, ist aber nicht belegt. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen , dass der Kläger auch bei einer Al- leinzuteilung der Sorge und – konsequenterweise – der Obhut gestützt auf Art. 273 ZGB ein Besuchs- bzw. Betreuungs recht hätte, was die Beklagte auch anerkennt. So oder anders ha- ben die Parteien als Eltern von F.________ eine Lösung der Konflikte betreffen d die Betreu- ung zu finden, weshalb die Alleinzute ilung der elterlichen Sorge an die Beklagte in dieser Hinsicht zu keiner Entschärfung des Elternkonflikts führen würde. 3.4.3 Zu berücksichtigen ist schliesslich , dass sich die Kommunikation der Parteien betreffend F.________ im Jahr 2020 deutlich verbessert hat. Die Parteien wurden an der Parteibefra- gung vom 27. August 2020 vom Referenten zur Kommunikationsfähigkeit befragt. Sie bestä- tigten auf dessen Befragen, dass die angeordnete Betreuungsregelung inzwischen gelebt werde. F.________ werde üblicherweise alle zwei Wochen am Freitagmittag vom Kläger von der Schule abgeholt. Am darauffolgenden Montag bring e der Kläger ihn in der Früh um 8 Uhr wieder in die Schule (act. 49 Frage 7 und 8). Weiter bestätigte die Beklagte, dass der Kläger sie während der Corona-Zeit mit der Betreuung zusätzlich unterstützt habe (act. 49 Frage 7 und Frage 9). Sie fügte jedoch hinzu, der Kläger habe sie diesbezüglich unter Druck gesetzt (act. 49 Frage 9). Auf die Frage, wie sich die Parteien betreffend die Belange von F.________ absprechen, antwortete die Beklagte, man kommuniziere in der Regel per Tele- fon oder brieflich. Sie dürfe nicht auf seine WhatsApp, SMS und E-Mails antworten (act. 49 Frage 14). Der Kläger bestätigte im Ergebnis ebenfalls, dass man sich hauptsächlich telefo- nisch austausche (act. 49 Frage 15). Zudem ergänzte er, man bespreche einige Sachen auch beiläufig an der Haustüre (act. 49 Frage 15). Auch bestätigten die Parteien an der per- sönlichen Befragung übereinstimmend, dass vor der KESB Zug keine Verfahren liefen Seite 13/38 (act. 49 Fragen 12 und 13). Im Rahmen ihres Plädoyers an der Hauptverhandlung nennt die Beklagte auch keine wesentlichen Ereignisse oder Konflikte, welche die Parteien bezüglich der Belange von F.________ im Jahr 2020 erlebt hätten (vgl. die zwei angeführten Beispiele der Beklagten: act. 62 S. 2 f. ; act. 64/2–3). 3.4.4 Nach dem Gesagten ist zwar erstellt, dass es nach der Trennung im Jahr 2017 und auch im Nachgang zum zweitinstanzlichen Eheschutzentscheid vom 15. Juni 2018 zwischen den El- tern zu Konflikten bezüglich der Anteile an der Betreuung von F.________ gekommen ist, für welche in erster Linie der Kläger verantwortlich war, da er die gerichtlich verfügten Anordnun- gen nicht akzeptierte bzw. akzeptieren wollte . Auch geht aus dem Verhalten des Klägers im vorliegenden Verfahren hervor, dass er mit der angeordneten Betreuungsregelung nicht ein- verstanden ist. Die Kommunikation zwischen den Eltern bezüglich F.________ und dessen Betreuung hat sich in der Zwischenzeit aber verbessert. Zudem ist erstellt, dass die Parteien in der Lage waren, auch während der Corona -Pandemie – also in einer Notsituation – zum Wohle des gemeinsamen Sohnes zu funktionieren und die Betreuung von F.________ si- cherzustellen. Weder aus den Akten noch den Ausfüh rungen der Beklagten geht schliesslich hervor, dass die Parteien relevante Konflikte hinsichtlich der im Rahmen der elterlichen Sorge zu treffenden Entscheide betreffend die Erziehung, d ie Vertretung, d as Vermögen o- der den Aufenthaltsort von F.________ gehabt hätten. 3.4.5 Von einer schwerwiegenden dauerhaften und anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit der Parteien kann nach dem Gesagten deshalb nicht gesprochen werden. Aufgrund der positiven Entwicklung im Jahr 2020 – und den bereits genannten Umständen – lässt das gemeinsame Sorgerecht keine erhebliche Beeinträchtigung des Wohls von F.________ befürchten. Der aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Sohn F.________ ist somit mit Verweis auf die vorstehenden Ausführungen unter der gemeinsamen elterliche n Sorge zu belassen. 4. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss das mit dieser Frage befasste Gericht auf Begehren eines Elternteils oder des Kindes hin prüfen, ob eine alternierende Obhut möglich und mit dem Wohl des Kindes vereinbar ist (Art. 298b Abs. 3ter ZGB). Dabei hat e s gestützt auf fest- gestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit eine sachverhaltsbasierte Prog- nose darüber zu stellen, ob die alternierende Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kindes entspricht (B GE 142 III 612 E. 4.2 mit Hinweis; Urteil des Bun- desgerichts 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.1). 4.1 Die alternierende Obhut ist ein Betreuungsmodell, bei welchem das Kind alternierend zu etwa gleichen Teilen von beiden Elternteilen betreut wird. Das Modell verlangt, dass das Kind abwechselnd zu einem substantiellen Zeitanteil bei jedem Elternteil leb t, wobei ein Mindest- betreuungsanteil von einem Drittel vorliegen sollte (Salzgeber/Schreiner, Kontakt - und Be- treuungsmodelle nach Trennung und Scheid ung, in: FamPra.ch 2014, S. 66 und S. 68; Sün- derhauf/Widrig, Gemeinsame elterliche Sorge und alternierende Obhut, in: AJP 7/2014, S. 893; Gloor, Der Begriff der Obhut, in: FamPra.ch 2/2015, S. 342; Urteile des Bundesge- richts 5A_69/2011 vom 27. Februar 2012 E. 2.1 und 5A_55/2015 vom 20. August 2015 E. 3). Die alternierende Obhut kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfä- hig sind. Weiter ist dieses Betreuungsmodell nur praktisch umsetzbar, wenn die Eltern fähig und bereit sind, in Kind erbelangen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick Seite 14/38 auf die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen zu kooperieren (BGE 142 III 617 E. 3.2.3 und E. 4.3). Die Kommunikation zwischen den Eltern kann auch bloss schriftlich er- folgen. Es steht einer alternierenden Obhut nicht entgegen, wenn die Eltern zur gemeinsa- men Entscheidfindung über die Kinderbelange auf die Vermittlung einer Drittperson angewie- sen sind (vgl. zur elterlichen Sorge Urteile 5A_685/2019 vom 9. September 2019 E. 5; 5A_923/2014 vom 27. August 2015 E. 2 und 5.5, nicht publ. in: BGE 141 III 472, aber in: Fa- mPra.ch 2015 S. 961 ff. und 970). Ferner kann allein aus dem Umstand, das s ein Elternteil sich einer Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, nicht ohne weiteres geschlossen wer- den, die nötige Kooperation sei nicht gewährleistet. Unter diesem Aspekt ist von einer alter- nierenden Obhut nur abzusehen, wenn das Verhältnis unter den Eltern hinsichtlich anderer Kinderbelange von einer Feindseligkeit gezeichnet ist, die annehmen lässt, eine alternie- rende Obhut würde das Kind dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aussetzen, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Weiter kommt es auf die geografische Situation an, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. Bedeutsam ist auch die Kindeswohlwirksamkeit der Stabilität, wie sie mit einer Weiterführung der bisherigen Re- gelung einhergeht. In diesem Sinne ist eine alternierende Obhut umso eher angezeigt, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreut haben. Andere Kriterien sind das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu (tatsächlichen oder faktischen) Geschwis- tern und seine Ein bettung in das weitere soziale Umfeld (BGE 142 III 617 E. 3.2.3 und E. 4.3; je mit Hinweisen). Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, spielt haupt- sächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche Betre u- ung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den Randzeiten (mor- gens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen - und Fremdbetreuung auszugehen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). Beachtung verdient auch der Wunsch des Kindes, selbst wenn es bezüglich der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Die Erzie- hungsfähigkeit beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung einer alternierend en Obhut. Die weiteren Beurteilungskriterien hängen oft voneinander ab; ihre jeweilige Bedeut- samkeit richtet sich nach den konkreten Umständen. So spielt das Kriterium der Stabilität bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. Geht es hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr a n Organisation erfordert (BGE 142 III 617 E. 3.2.3 und E. 4.3; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.2). 4.1 Der Kläger beantragt die alternierende Obhut in Form eines Wechselmodells, wobei der Wechsel von der Mutte r zum Vater und umgekehrt jeweils am Freitag um 16 .00 Uhr, d.h. nach der Schule, erfolgen solle (act. 63 S. 1). Die Beklagte beantragt die alleinige Obhut über F.________ (act. 64 S. 1). 4.1.1 Der Kläger führt zusammengefasst aus, die objektiven Vorausset zungen für die Einrichtung einer alternierenden Obhut seien erfüllt. Er sei erziehungsfähig. Auch habe er bereits zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe. Zudem sei er auch beruflich imstande , die beantragte Betreuungszeit wahrzunehmen. Die Reduktion seines Arbeitspensums auf 90 % sei im Übri- gen bereits vor der Trennung der Parteien erfolgt. Er könne im Rahmen seiner Anstellung an mindestens zwei Tagen die Woche im Homeoffice arbeiten (act. 63 S. 5) . Während Seite 15/38 F.________ in der Schule sei , könne er sich infolge der Heimarbeit mittags (z.B. ums Ko- chen) und auch abends vollends um seinen Sohn kümmern. Dies habe er bislang am Mitt- woch und Donnerstag auch gemacht. Zudem habe er am Donnerstag - und Freitagnachmittag wie F.________ frei und könne sich die volle Zeit für F.________ nehmen. Am Montag und Dienstag befände sich F.________ jeweils am Mittagstisch in der Schule . Weiter habe er, wenn nötig, auch die Gelegenheit, F.________ seiner Partnerin oder seiner Mutter für kurze Zeit in Obhut zu geben (act. 65 S. 6). Er habe einen neuen Betreuungsplan ausgearbeitet. Dieser werde seit Oktober 2020 seitens der Beklagten koordiniert und auch gelebt. Sie würden sich als Eltern daran halten . Es sei bisher zu keinen grösseren Schwierigkei ten gekommen: Die Übergaben hätten immer gut ge- klappt. Die Parteien hätten diese gut organisieren können, indem bspw. ein Elternteil das Kind in die Krippe gebracht und der andere das Kind abgeholt habe. Ebenfalls würden dabei etwa die Kleider übergeben. D ie Eltern verständen es also gut, ihre Konflikte vor dem Kind fernzuhalten und sich in Kinderbelangen abzusprechen und zu kooperieren. Dass sich die Eltern koordinieren können, habe sich auch während des Lockdowns gezeigt (act. 63 S. 5). Aber auch danach h abe er F.________ zwischen April und Oktober 2020 vermehrt betreut. Einerseits sei deutlich ersichtlich, dass wenn es der Beklagten nütze, ein erweitertes Be- suchsrecht mit den entsprechenden Absprachen völlig konfliktfrei möglich sei. Andererseits sei die erweiterte Betreuung faktisch auch nach dem Lockdown weitergeführt worden und könne nicht allein auf diese Notsituation zurückgeführt werden (act. 63 S. 6). Weiter könne infolge dieser freiwilligen Erweiterung des Besuchsrecht s nicht ernsthaft behauptet we rden, F.________ würde auf irgendwelche Weise beeinflusst, missbraucht , oder es würde gar auf ihn Druck ausgeübt. Wäre dem tatsächlich so gewesen, hätte die Beklagte der erweiterten Betreuungsrege lung nicht einfach so zugestimmt (act. 63 S. 6). Schliesslich wolle auch F.________ selbst die hälftige Betreuung durch seinen Vater und seine Mutter (act. 63 S. 6). 4.1.2 Demgegenüber stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, die Anordnung einer alternieren- den Obhut sei nicht geboten. F.________ liebe seinen Vater. Er solle ihn regelmässig sehen. Jedoch nehme der Kläger immer wieder Einfluss auf F.________ und versuche ihn gegen die Mutter aufzubringen oder ihm seine Ansichten aufzuzwingen (act. 34 Rz 51). Der Kläger, welcher seine Arbeitstätigke it im Hinblick auf die Scheidung von 100 % auf 90 % reduziert habe, sei jedenfalls nicht in der Lage, F.________ selber 50 % zu betreuen. Er sei auf die Hilfe seiner Grossmutter und seiner Partnerin angewiesen. Die Betreuung würde sodann von insgesamt sech s verschiedenen Personen/Organisationen wahrgenommen. Eine derartige Unstetigkeit im Leben von F.________ dürfe diesem sicherlich nicht zugemutet werden (act. 64 Rz 21–22; act. 34 Rz 53). Der Umstand, dass der Kläger den kranken F.________ am Sonntag, 16. August 2020, vorzeitig der Beklagten zurück gegeben habe, obwohl diese auch am Montag arbeiten müsse , zeige, dass es dem Kläger bei seinen Anträgen zum Besuchs- recht nicht darum gehe, F.________ möglichst viel zu betreuen, sondern darum, möglichst wenig Unterhalt bezahlen zu müssen (act. 64 Rz 23). Wenn der Kläger in seinem Betreu- ungsplan vom 26. Juni 2020 bis 28. August 2020 auf eine 35 -prozentige Betreuung von F.________ komme, so liege es im Wesentlichen daran, dass er F.________ zwei Wochen in die Sommerf erien mitgenommen habe (act. 64 Rz 24). Dem an der Kindsbefragung von F.________ Gesagten könne ausserdem keine entscheidende Bedeutung beigemessen wer- den. F.________ habe ausgesagt, was der Kindsvater habe hören wollen und sei vom Kläger unter Druck geset zt worden (vgl. act. 64 Rz 18 ; act. 50 S. 2 ). Eine "faire" Lösung mit je einer Seite 16/38 50 %-igen Betreuung möge zwar die Elternteile gleichstellen ; sie liege jedoch nicht im Inte- resse von F.________ (act. 50 S. 2). 4.2 Gestützt auf die Akten, und insbesondere die abgenommenen Beweise, ist anhand der bun- desgerichtlichen Kriterien betreffend die Obhutszu teilung (Erziehungsfähigkeit, Kommunikati- onsfähigkeit, Kontinuität, Stabilität, geographische Situation etc.) zu prüfen, welche Betreu- ungsregelung dem vorliegenden E inzelfall angemessen ist. Im Zentrum steht dabei vorlie- gend das Wohl von F.________ und nicht die Interessen der Eltern bzw. gesellschaftspoliti- sche Überlegungen . 4.2.1 Die Erziehungsfähigkeit beider Eltern wurde bereits im Rahmen des Eheschutzverfahrens bestätigt (vgl. Urteil des Kantonsgerichts Zug ES 2017 17 vom 3. Oktober 2017 E. 4.3.1) und ist auch vorliegend zu bejahen. Den im Recht liegenden Akten, insbesondere aber auch den Parteiaussagen , lassen sich keine Anhaltspunkte darüber entnehmen, dass bei einer Partei die Erziehungsfähigkeit fehlen würde . Zwar verweist die Beklagte auf einzelne Entscheide des Klägers, welche sie für falsch hält – z.B. den eigenmächtigen Kauf eines Handys (act. 62 S. 3) – spricht dem Kläger die Erziehungsfähigkeit im Allgem einen aber nicht ab. Diesbezüg- lich ist auch festzuhalten, dass es zwar aussergewöhnlich ist, dass der Kläger rund 100 Fo- tos von sich und F.________ ins Recht legte (vgl. Sammelbeilage zu act. 23). Diese Fotos sind aber auch das Resultat von Ausflügen, geme insam verbrachter Zeit und Erlebnissen, welche aufzeigen, dass der Kläger sich für F.________ interessiert und für ihn sorgt. Zudem bestätigte auch die Beklagte im Rahmen der Klageantwort, dass F.________ seinen Vater liebe (act. 34 Rz 46). 4.2.2 Weiter ist die bereits vorstehend erörterte Kommunikationsfähigkeit der Eltern zu beurteilen. Das Obergericht des Kantons Zug hielt im Urteil Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 E. 4.5 fest, es sei nicht zu erwarten, dass sich die Parteien über Alltagsfragen absprechen würden und sich einigen könnten. Die Anordnung einer alternierenden Obhut würde zu vermeidbaren Konflikten führen, welche dem Kindeswohl nicht förderlich wären. Wie bereits vorstehend er- wähnt, geht aus den Akten und den Parteiaussagen hervor, dass sich die se Situation im Jahr 2020 erheblich verbessert hat. Namentlich ist erstellt, dass die Parteien in der Lage wa- ren, auch während der Corona -Pandemie – also in einer Notsituation – zu funktionieren und die Betreuung von F.________ sicherzustellen. Auch geht weder aus den Akten hervor , noch wird behauptet, dass die Parteien im Zusammenhang mit der Betreuung von F.________ auf die Vermittlung durch die eingesetzte Besuchsbeiständin angewiesen gewesen wären. Im Übrigen führt die vorliegend angeordnete Betreuungsr egelung – im Vergleich zur bisher gel- tenden Regelung – zu keiner signifikanten Häufung der zwischen den Eltern zu besprechen- den Kinderbelange. Daher ist nicht davon auszugehen, dass die Anordnung der vorliegenden Form einer alternierenden Obhut dem Wohl vo n F.________ abträglich wäre. Sie wird im Üb- rigen dem nach Ansicht des Gerichts erheblich verbesserten Verhalten unter den Eltern und vor allem auch dem Wohl von F.________ gerecht. Im Übrigen hat auch F.________ anläss- lich seines Gesprächs mit dem Referen ten ausgeführt, dass er sich wünschen würde, in Zu- kunft gleich oft beim Vater wie bei der Mutter sein zu können. Auch wenn die Beklagte aus- führen lässt, F.________ sei zu dieser Aussage von seinem Vater vorgängig zur Anhörung unter Druck gesetzt worden, ha t der Referent anlässlich dieser Anhörung Anzeichen einer Druckausübung seitens des Klägers gegenüber F.________ nicht ausmachen können. F.________ hat frei und klar ausgesagt und am Schluss des Gespräches auf entsprechende Seite 17/38 Frage erklärt, die Eltern dürfte n die Aktennotiz des Gesprächs durchaus lesen, weil er ihnen gegenüber nichts zu verheimlichen habe. Dies spricht ebenfalls gegen die von der Beklagten geäusserte und nicht weiter belegte Behauptung, dass F.________ vor dem Gespräch mit dem Referenten vom Kläger unter Druck gesetzt worden sein soll. 4.2.3 Die Kriterien der Kontinuität und Stabilität sprechen vorliegend aber gegen das vom Kläger in der Hauptsache beantragte Wechselmodell. Die Parteien bestätigten an der Parteibefragung übereinstimmend, das s das vom Obergericht des Kantons Zug angeordnete Betreuungsmo- dell im Wesentlichen gelebt werde. F.________ werde üblicherweise alle zwei Wochen am Freitagmittag vom Kläger von der Schule abgeholt. Am darauffolgenden Montag bring e der Kläger ihn in der Frü h um 8.00 Uhr wieder in die Schule (act. 49 Frage 7 und 8). Der Kläger hat F.________ darüber hinaus während de s Lockdowns im Frühjahr 2020 , aber auch noch danach, zusätzlich betreut, was die Beklagte an der Parteibefragung mit dem Hinweis bestä- tigte, es dürfe ihr da raus aber kein Strick ge dreht werden (act. 49 Frage 9). Dies allein würde einem Wechselmodell grundsätzlich zwar nicht entgegenstehen, jedoch ist die konkrete Le- benssituation von F.________ zu beachten. Bei Jugendlichen kommt nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung zu. Aus der Parteibefragung geh t auch hervor, dass F.________ in der Nachbarsc haft der Mutter ein intaktes soziales Umfeld hat. Nach eigenen Angaben von F.________, welche von der Beklagten bestätigt wurden, hat F.________ einige Quartierfreunde (act. 47 S. 2; act. 49 Frage 89). In der Nachbarschaft des Vaters gäbe es nach Aussagen von F.________ keine gleichaltrigen Kinder, mit welchen F.________ spielen würde (act. 47 S. 2). Dies deckt sich auch mit der Aussage der Beklagten an der Parteibefragung, welche ergänzte, m anchmal nehme F.________ einen Freund zum Vater mit (act. 49 Frage 92). Zwar sagte F.________ selber aus, dies störe ihn nicht (act. 47 S. 2). Bei dem vom Kläger beantragten Wechselmo- dell würde F.________ jedoch deutlich länger ausserhalb seines sozialen Umfeld s verbrin- gen. Auch wenn die geographische Distanz nicht erheb lich ist, geht aus den verschiedenen Befragungen hervor, dass diese doch einen erheblichen Effekt auf das Umfeld von F.________ hat. Mithin spricht das soziale Umfeld von F.________ – zu seinem Wohl – wei- terhin für eine Hauptbetreuung durch die Mutter. Auf die von F.________ an der Kinderanhörung gemachte Aussage, es sei nur "fair", wenn er je hälftig von den Eltern betreut werde, kann aufgrund des Alters von F.________ nicht al- leine abgestellt werden. Zwar zeigt die Aussage deutlich, dass F.________ gerne Zeit mit dem Vater verbringt. Gleichzeitig ist es F.________ aufgrund seines Alters noch nicht mög- lich abzuschätzen, welche Auswirkungen diese Veränderung auf ihn hätte, namentlich auch mit Bezug auf sein soziales Umfeld, auf welches in vorstehender Erw ägung schon hingewie- sen wurde. 4.2.4 Nach dem Gesagten erscheint das vom Kläger beantragte Wechselmodell aufgrund des sozi- alen Umfelds von F.________, aber auch der Kontinuität und Stabilität der Betreuung nicht angemessen. Der klägerische Hauptantrag auf Anordnung eines Wechselmodells ist somit abzuweisen. 4.2.5 Im Sinne eines Eventualantrags beantragt der Kläger weiter, F.________ sei alle zwei Wo- chen von Dienstag nach Schulschluss bis Montag um 8.00 Uhr von ihm zu betreuen . Nach Aussagen der Beklagten, welchen der Kläger nicht widersprochen hat , hat F.________ am Seite 18/38 Montag und Dienstag am Morgen und am Nachmittag Schulunterricht. Am Montag und Dienstag geht er in die Freizeitbetreuung. Am Mittwoch und Donnerstag hat er nachmittags frei. Am Freitagnachmitta g hat er auch noch einmal Schule (act. 49 Frage 18). Der Kläger legt überzeugend dar, dass er eine weitergehende Betreuung von F.________ grundsätzlich gewährleisten kann. Zwar ist der Beklagen Recht zu geben, dass die vom Kläger angeführ- ten zwei Tage Home office nicht d azu dienen, F.________ zu betreuen. Die Möglichkeit, mitt- wochs und donnerstags im Homeoffice zu verbringen, erlaubt es dem Kläger jedoch, sich insbesondere um die Mittagszeit um F.________ zu kümmern. Am Donnerstag - und Freitag- nachmittag hat der Kläger nach eigenen Aussagen aufgrund des reduzierten Pensums im Übrigen wie F.________ frei, was nicht bestritten wurde. Zudem arbeitet der Kläger als Buch- halter in E.________, weshalb nicht ersichtlich ist und auch nicht behauptet wurde, dass er arbeitsbedingt viel auswärts, d.h. ausserhalb seines Arbeitsortes, unterwegs ist. Weiter ha- ben sowohl seine Partnerin, als auch die Mutter des Klägers bestätigt, dass sie nötigenfalls zur Verfügung stünden (act. 50a/7–8). Namentlich die Betreuung durch Verwandte ist auch in intakten Familien üblich, weshalb nicht ersichtlich ist, inwiefern namentlich die aushilfsweise Mitbetreuung durch die Mutter des Klägers dem Kindeswohl abträglich wäre. 4.2.6 Auch wenn der Kläger im Zusammenhang mit der Betreuung – zumindest in der Vergangen- heit – Druck auf die Beklagte ausgeübt hat und sich auch gegenüber den Behörden und Ge- richten gegen das angeordnete Betreuungsmodell wehrte, spricht gestützt auf die jüngste, aktuelle Entwicklung der Betreuungssituation im Jahr 2020, die Befragung von F.________ sowie die Aussagen der Parteien an der Parteibefragung im August 2020 nichts gegen eine vermehrte Betreuung von F.________ durch den Kläger. Da der Kläger mittwochs arbeitet, auch wenn dies in Form von Homeoffice geschieht, und F.________ am Nachmittag keine Schule hat und betreut werden muss – und von der Beklagten betreut werden kann, da sie an diesem Tag nicht arbeitet –, erscheint ein Betreuungswechsel am Mittwochabend um 17.00 Uhr, und nicht wie beantragt am Dienstag abend, den Umständen angemessen . Folg- lich ist der Eventualantrag – und ursprüngliche Hauptantrag – des Klägers teilweise gutzu- heissen und F.________ im Sinne einer alternierenden Obhut alle zwei Wochen von Mitt- wochabend, 17. 00 Uhr bis Montagmorgen, Schulbeginn, vom Kläger und Vater zu betreuen, was einem Betreuungsanteil von rund einem Drittel entspricht (Betreuungsverantwortung der Eltern unter Ausblendung der Schule , der Freizeitbetreuung und der Ferien [dazu sogleich in E. 4.4]). 4.3 Als Wohnsitz des Kindes u nter elterlicher Sorge gilt der Wohnsitz der Eltern oder, wenn die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des Elternteils, unter dessen Ob- hut das Kind steht (Art. 25 Abs. 1 ZGB). Bei symmetrischen Betreuungsverhältnissen können die Eltern gemeinsam den Wohnsitz des Kindes bestimmen. Können sie sich nicht einigen, so ist er von derjenigen Instanz, welche das Betreuungsmodel anordnet, festzulegen. Bei asymmetrischen Betreuungsverhältnissen richtet sich der Wohnsitz des Kindes grundsätzlich nach dem Wohnsitz des hauptsächlich betreuenden Elternteils (vgl. Hotz/Schlatter, in: Büch- ler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 2. A. 2018, Art. 25 ZGB N 1a; Staehelin, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 25 ZGB N 5 m.w.H.). Vorliegend wird eine alternieren de Obhut angeordnet, bei welcher die Beklagte eine überwie- gende Betreuungsverantwortung übernimmt, weshalb es sich rechtfertigt, den Wohnsitz von F.________ bei der Beklagten zu belassen . Diese ist – wie nachfolgende Erwägungen im Seite 19/38 Zusammenhang mit der Unte rhaltsberechnung aufzeigen – gleichsam verantwortlich zur Be- zahlung der laufenden Kosten von F.________ (z.B. Krankenkasse etc.). 4.4 Die Beklagte beantragt ein Ferienrecht von drei, der Kläger von vier Wochen Ferien pro Jahr für sich. Im Rahmen des Ehesc hutzverfahrens wurde dem Kläger ein Ferienbesuchsrecht von drei Wochen gewährt (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 E. 4.6). Zur aktuell gelebten Ferienregelung führte der Kläger an der Parteibefragung aus, die Ferienbetreuung geh e inzwischen über die angeordneten drei Wochen pro Jahr hinaus. Er gehe davon aus, dass es fünf Wochen sein werden (act. 49 Frage 8). Auf Befragen durch den Kantonsrichter widersprach die Beklagte dem Kläger nicht und bestätigte, dass man auch hinsichtlich der Ferien über die angeordneten drei Wochen hinausgegangen sei. Die erstinstanzliche Eheschutzrichterin hielt in ihrem Entscheid, welcher in diesem Punkt vom Obergericht des Kantons Zug geschützt wurde, fest, dass das Ferienbesuchsrecht im Sinne einer Anfangsphase auf drei Wochen im Jahr festgesetzt werde (Urteil des Kantonsgerichts Zug ES 2017 17 vom 3. Oktober 2017 E. 4.5.3). Nachdem die Eltern inzwischen eine über diese Anordnung hinausgehende Ferienbetreuung durch den Kläger leben, und keine Hin- weise darauf bestehen, dass diese Betreuung dem Kindeswohl entgegenst eht, ist der Antrag des Klägers von vier Wochen Ferien pro Jahr gutzuheissen. Es ist deshalb angemessen, das Betreuungsrecht auf vier Ferienwochen im Jahr auszudeh- nen, wobei die Ausübung des Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus zwischen den Parteien abzusprechen ist und im Falle der Nichteinigung in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Beklagten und in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Kläger der Entscheid über die Aus- übung des Ferienrechts zukommt, alles auf eigene Kosten. 4.5 Betreffend Feiertagsregelung stellen die Parteien fast identische Anträge. Der einzige Unter- schied besteht in der Rückgabezeit, d.h. ob F.________ um 17.00 Uhr oder 18.00 Uhr zu übergeben ist. Da F.________ nach der Rückgabe beim anderen Elternteil zu Abend is st, er- scheint eine Rückgabe um 17 .00 Uhr angemessen. Die beantragte Feiertagsregelung ist an- gemessen und ermöglicht es auch dem Kläger, mehrere Tage am Stück mit F.________ zu verbringen. Der Kläger ist daher zu berechtigen und zu verpflichten, seinen Sohn F.________ an den Feiertage n wie folgt zu betreuen: In Jahren mit gerader Jahreszahl an Pfingsten (Freitag vor Pfingsten, 17.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 17.00 Uhr) und die Weih- nachtswoche (d.h. die Woche, in die der 25. Dezember fällt, ab dem dieser Woche vorange- henden Feiertag, 17.00 Uhr, bis zum übernächsten Sonntag, 12.00 Uhr) und in Jahren mit ungerader Jahreszahl an Ostern (Gründonnerstag, 17.00 Uhr, bis Ostermontag, 17.00 Uhr) und die Neujahrswoche (Sonntag, 12.00 Uhr, bis zum folgenden Sonntag, 17.00 Uhr). 4.6 Angesichts des weiterhin zwar verbesserten, aber immer noch in gewisser Weise ange- spannten Verhältnisses zwischen den Parteien erscheint die Weiterführung der bestehend en, mit Eheschutzentscheid des Kantonsgerichts Zugs ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 errich- teten Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB auch mit der Anordnung der alter- nierenden Obhut weiterhin geboten. Es ist aber davon auszugehen, dass – sollten die Par- teien die festgesetzte Betreuungsregelung inskünftig zum Wohl von F.________ leben kön- nen – dies Beistandschaft zu gegebenem Zeitpunkt aufgehoben werden kann. Dies ist dann- zumal angesichts der bestehenden Umstände vo n der die Beistandschaft führenden Person Seite 20/38 zu beurteilen und – gegebenenfalls – von dieser gegenüber der zuständigen Kindes - und Er- wachsenenschutzbehörde zu beantragen. 4.7 Schliesslich ist über die Erziehungsgutschriften für die Berechnung kü nftiger AHV- und IV- Renten gemäss Art. 52f bis AHVV zu befinden. Indem die Mutter die Betreuung von F.________ trotz alternierender Obhut zu einem überwiegenden Teil übernimmt, sind die Er- ziehungsgutschriften der Beklagten anzurechnen (vgl. Art. 52fbis Abs. 2 AHVV). Die Parteien haben im Rentenfall der zuständigen Ausgleichskasse den Scheidungsentscheid mit Rechts- kraftsvermerk vorzulegen. 5. Weiter ist über den Unterhalt von F.________ und denjenigen für die Beklagte zu entschei- den. 5.1 Die Beklagte verla ngt vom Kläger für den Sohn F.________ einen Barunterhalt von monat- lich CHF 1'740.00 (exkl. Kinderzulagen) bis zum Übertritt in die Sekundarstufe und danach CHF 2'000.00 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung. Bei Ablehnung des Wechselmodells beantragt der Kläger die Bezahlung eines Unterhalts für F.________ von höchstens monatlich CHF 1'144.40. Für sich selber verlangt die Beklagte gestützt auf Art. 125 ZGB nacheheliche Unterhaltsbei- träge von monatlich CHF 2'425.00 ab Rechtskraft des Urteil s bis zum Übertritt von F.________ in die Sekundarstufe und danach CHF 1'420.00 bis der Kläger das dannzumal gültige ordentliche Pensionierungsalter erreicht, mindestens aber bis zu seinem 65 . Alters- jahr. Der Kläger will demgegenüber hauptsächlich festgest ellt haben, dass er der Beklagten keinen Unterhalt mehr schulde. 5.2 Bei der Bemessung der Unterhaltsbeiträge an die Beklagte und das Kind F.________ sind folgende Grundsätze zu beachten: 5.2.1 Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geldunterhalt, dessen Umfang sich wie gesagt nach Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB bemisst. Soweit die El ternteile getrennt leben und deshalb auch getrennte Haushaltskassen führen, wird praktisch rel evant, wer an wen welchen Geldbetrag zu entrich- ten hat. Im Streitfall hat das Gericht dies im Unterhaltstitel festzulegen. Dabei gelten folgende Grundsätze: Steht das Kind unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem es in des- sen Haushalt lebt und den anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs - und Ferienrechts sieht, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag bereits vollstän dig in natura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist (sog. Naturalunterhalt). Diesfalls fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von Geld - und Naturalunter- halt (BGE 114 II 26 E. 5b; 135 III 66 E. 4; ausdrücklich bestätigt a uch für den geänderten Wortlaut von Art. 276 Abs. 2 ZGB im Urteil 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.1) vom Grundsatz her vollständig dem anderen Elternteil anheim, wobei in bestimmten Konstel- lationen ein Abweichen vom Grundsatz geboten ist . Steht das Kind hingegen unter der alter- nierenden Obhut der Elternteile, so sind die finanziellen Lasten bei ähnlicher Leistungsfähig- keit umgekehrt proportional zu den Betreuungsanteilen zu tragen (Urteile 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.1; 5A_1032/2019 vo m 9. Juni 2020 E. 5.4.1), bei je hälftigen Seite 21/38 Betreuungsanteilen proportional zur Leistungsfähigkeit (Urteile 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.3.2, 5.4.3 und 5.4.4; 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.3) und bei gleich- zeitig asymmetrische m Betreuungsumf ang und Leistungsgefälle entsprechend der sich dar- aus ergebenden Matrix, wobei es sich dabei nicht um eine rein rechnerische Operation han- delt, sondern die vorgenannten Grundsätze in Ausübung von Ermessen umzusetzen sind (vgl. Urteile 5A_727/2018 vom 22. A ugust 2019 E. 5.3.2.2; 5A_1032/2019 vom 9. Juni 2020 E. 5.4.1 ; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. Novem- ber 2020 E. 5.5 ). Bei hälftiger Betreuung ist zu prüfen, wer welche Drittkosten für das Kind trägt; diese Kosten sind hernach entsprechend der objektiv möglichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auf beide Eltern zu verteilen, wobei ein entsprechender Ausgleich zu erfolgen hat, soweit die Kosten nicht genau gleich hoch und die wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten nicht gleich gross sind. Barunterhaltsbeiträge eines Elternteils für das Kind sind daher auch bei annä- hernd gleicher Betreuung denkbar und möglich (vgl. Urteil e des Bundesgerichts 5A_580/2011 vom 9. März 2012 E. 2 und 5A_1017/2014 vom 12. Mai 2015 E. 4.4). Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Berechnung des Barunter- halts von Kindern einheitlich die zweistufige Methode anzuwenden. Hierbei werden die finan- ziellen Ressourcen den Bedürfnissen der Beteiligten gegenübergestellt und sodann entspr e- chend einer bestimmten Reihenfolge verteilt. Besondere Situationen sind im Rahmen einer allfälligen Überschussverteilung zu berücksichtigen. Dies schliesst gemäss dem Bundesge- richt jedoch nicht aus, dass in besonderen Situationen, namentlich bei aussergew öhnlich gu- ten Verhältnissen, anders vorgegangen oder auch ganz von einer konkreten Rechnung abge- sehen wird (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 6.5). 5.2.2 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt s elbst aufzukom- men, so hat ihm der andere Teil gestützt auf Art. 125 Abs. 1 ZGB angemessenen nacheheli- chen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt fusst auf der Unter- scheidung, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei fehlender Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die Partner bei der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortführung der ehelichen Lebenshaltung haben. Von einer Lebensprägung ist insbesondere auszugehen, wenn die Ehe lange (in der Regel mehr als zehn Jahre) gedauert hat (der Zeitraum berechnet sich bis zum Trennungszeitpunkt, vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_478/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2) oder wenn aus ihr Kinder hervorg egangen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_134/2011 vom 20. Mai 2011 E. 6.1). Die Ehe der Parteien, welche bis zur Trennung zwar lediglich rund vier Jahre gedauert hat, aus welcher jedoch das Kind F.________ entsprossen ist, ist unbestrittenermassen lebe ns- prägend. Die Beklagte hat somit Anspruch auf Beibehaltung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards. 5.2.3 Das Gesetz schreibt keine bestimmte Berechnungsmethode für die Berechnung von Unter- haltsbeiträgen vor. Den Gerichten kommt ein weites Ermessen zu, da sich die Festsetzung des nachehelichen Unterhalts allgemein einer exakten mathematischen Berechnung Seite 22/38 entzieht. Bislang war der jeweilige Bedarf grundsätzlich konkret, das heisst anhand der tat- sächlich getätigten Ausgaben zu ermitteln (BGE 140 III 485 E. 3.3; Hausheer, Scheidungsun- terhalt: Berechnungs - und Bemessungsmethoden, in: ZSR 131/2012, S. 3 ff. und 19 ff.). In- des hat das Bundesgericht die Methodik für den Kindesunterhalt dahingehend vereinheitlicht, dass künftig verbindlich die zweistufige Methode anzuwenden ist, soweit nicht ausnahms- weise besondere Verhältnisse gegeben sind, welche ein anderes Vorgehen gebieten (vgl. oben: E. 5.2.1). Es versteht sich nun von selbst, dass nicht nach zwei unterschiedlichen Me- thoden gerechnet werden kann, wenn gleich zeitig Kinder - und Ehegattenunterhalt festzuset- zen ist. Es würde aber dem Ziel der Vereinheitlichung der Unterhaltsberechnung widerspre- chen, wenn weiterhin andere Methoden zugelassen würden, soweit es ausschliesslich um den Zuspruch nachehelichen Unterhalt s geht, zumal sich mit der zweistufigen Methode den jeweiligen Besonderheiten des Einzelfalles in fast allen Konstellationen problemlos Rech- nung tragen lässt und in den meisten strittigen Fällen auch das Beweisverfahren schlanker ausfällt. Nach der jüngste n bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aufgrund des Gesagten im Bereich des nachehelichen Unterhaltes zukünftig schweizweit verbindlich nach der zwei- stufig konkreten Methode vorzugehen, soweit nicht ausnahmsweise eine Situation vorliegt, bei welcher dies e schlicht keinen Sinn macht, wie dies insbesondere bei aussergewöhnlich günstigen finanziellen Verhältnissen der Fall sein kann (Urteil des Bundesgerichts 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021 E. 4.5 m.w.H.). 5.2.4 Unter diesen Umständen erscheint es angemess en, sowohl die Unterhaltsbeiträge für F.________, als auch für die Beklagte, nach der zweistufigen Methode der (um gewisse Po- sitionen erweiterten) familienrechtlichen Existenzminimum sberechnung mit Überschussver- teilung festzulegen. Auszugehen ist grundsätz lich von den Richtlinien der Justizkommission des Obergerichtes Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 (nachfolgend "Richtlinien"). 5.3 Der Bedarf der Parteien und des gemeinsamen Kindes F.________ berechnet sich wie folgt (in CHF; gerundet): Beklagte Kläger F.________ Grundbetrag ab mm.2023: 1'300.00 1'250.00 400.00 600.00 Mietzins 2'180.00 2'525.00 0.00 Nebenkosten & Parkplatz 100.00 100.00 0.00 Anteil Kind an Wohnkosten - 727.00 - 842.00 1'569.00 Krankenversicherungsprämien (KVG & VVG) 391.00 244.00 111.00 Versicherung en 50.00 50.00 0.00 Ungedeckte Behandlungskosten 70.00 0.00 30.00 Auswärtige Verpflegung 110.00 198.00 0.00 Mobilität (ÖV-Abo) 67.00 67.00 0.00 Auto 300.00 300.00 0.00 Drittbetreuung für F.________ 0.00 0.00 70.00 Kommunikation 100.00 100.00 0.00 Steuern 300.00 300.00 0.00 Steueranteil F.________ - 72.00 72.00 Seite 23/38 Total Total (ab Februar 2023 ) 4'169.00 4'169.00 4'292.00 4'292.00 2'252.00 2'452.00 5.3.1 Die einzelnen Positionen begründen sich wie folgt: • Grundbetrag: Nach den Richtlinien beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Per- son CHF 1'200.00, für eine alleinstehende Person mit Betreuungspflichten für unmün- dige Kinder CHF 1'350.00. Da die Betreuun g von F.________ vorliegend im Rahmen der alternierenden Obhut in einem Verhältnis von einem Drittel (Vater) und zwei Drittel n (Mutter) erfolgt, rechtfertigt sich eine anteilsmässige Aufteilung des Differenzbetrags von CHF 150.00. Dies ergibt beim Kläger einen Grundbetrag von CHF 1'250.00 und bei der Beklagten von CHF 1'300.00. F ür ein Kind im Alter von F.________ ist CHF 400.00 pro Monat anzurechnen. Ab dem 10. Altersjahr, d.h. ab mm.2023, beläuft sich der Grundbe- trag auf CHF 600.00. In diesem Betrag sind die Auslagen für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich deren Instandhaltung), Körper - und Gesundheitspflege, Unter- halt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Be- leuchtung, Kochs trom und/oder Gas etc. enthalten (vgl. Ziff. I der Richtlinien). • Wohnkosten: Der Mietzins der Beklagten beträgt ab dem 16. März 2021 monatlich CHF 2'180.00 (inkl. Nebenkosten akonto ) und ist ausgewiesen (act. 67/1). Die Beklagte macht zwar geltend, es käm en Kosten für Veloabstellplätze und eine Garage hinzu, reichte die im November 2020 in Aussicht gestellten Belege jedoch nicht ein (vgl. act. 67). Da den Parteien Kosten für ein Auto angerechnet werden, ist ihr – sowie dem Kläger – für den Parkplatz ermess ensweise ein Betrag von CHF 100.00 anzurech- nen. Die Kosten für die Wohnung des Klägers sind ebenfalls ausgewiesen (act. 43/3). Die Stromkosten der Parteien sind gemäss Richtlinien im Grundbetrag enthalten. Die Beklagte führt aus, der Kläger habe sich eine günstigere Wohnung zu suchen (act. 34 Rz 87). Aufgrund der guten wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien sind den Parteien die effektiven Wohnkosten anzurechnen. Ein Mietzins von CHF 2'525.00 für eine 4 1/2 - Zimmer-Wohnung in E.________, in welcher auch ein eigenes Zimmer für F.________ eingerichtet ist, ist in dieser Höhe nicht unüblich und verhältnismässig. Praxisgemäss sind bei alternierender Obhut je ein Drittel der Wohnkosten der betreuen- den Elternteil e dem von ihm betreuten Kind anzurechnen (vgl. dazu Jungo/Aebi-Mül- ler/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt, FamPra.ch 1/2017, S. 173). Bei Wohnkos- ten der Beklagten von CHF 2'180.00 (ohne Parkplatz) beträgt der Wohnkostenanteil von F.________ CHF 727.00, und bei den klägerischen Kosten von CHF 2'525.00 (ohne Parkplatz) beträgt dieser CHF 842.00. Gesamthaft sind im Bedarf von F.________ Wohnkosten von insgesamt CHF 1'569.00 zu veranschlagen. • Krankenkassenprämien : Die (gerundeten) Krankenkassenprämien der Beklagten und von F.________ sind ebenso wie jene des Klägers ausgewiesen (act. 13/12; act. 40/64; act. 43/3). Vorliegend rechtfertigt es sich , im familienrechtlichen Existenzminimum eben- falls die monatlichen Prämien für die Zusatzversicherungen nach VVG anzurechnen. • Versicherung en: Soweit es die finanziellen Mittel – wie vorliegend – zulassen, ist bei den Elternteilen im erweiterten Existenzminimum eine Versicherungspauschale zu Seite 24/38 berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2), welche praxisgemäss je CHF 50.00 beträgt. • Ungedeckte Behandlungskosten : Im familienrechtlichen Existenzminimum können auch regelmässig anfallende Franchisen sowie Selbstbehalte berücksichtigt werden (vgl. sinngemäss: Six, Eheschutz, 2. A. 2014, Rz. 2.109). Nicht versicherte Gesundheits- kosten sind für das Jahr 201 9 für die Beklagte in der Höhe von CHF 842.00 ausgewie- sen, d.h. monatlich CHF 70.00 (act. 50/65). Aktuellere Zahlen für das Jahr 2020 liegen nicht vor. Der Kläger bestreitet, dass die Gesundheitskosten weiterhin anfa llen (act. 63 S. 9). Auf die von der Beklagten für das Jahr 2018 geltend gemachten Kosten von über CHF 1’641.45 ist mangels Aktualität nicht abzustellen. Wie aus dem Jahr 2019 hervor- geht, nahm die Anzahl der medizinischen Behandlung deutlich ab. Jedoch geht aus den Belegen auch hervor, dass die Beklagte bereits während der Ehe insbesondere auf psy- chologische Betreuung angewiesen war und diese Betreuung regelmässig erfolgte. Zwar machte die Beklagte an der Hauptverhandlung erneut geltend, dass sie weiterhin auf medizinische Behandlungen, namentlich psychologische Betreuung, angewiesen sei (act. 62 S. 7), nannte jedoch weder aktuelle Zahlen , noch reichte sie aktuelle Belege da- für ein, dass sich das Kostenniveau im Vergleich zum Jahr 2019 erhöht hätte. Aufgrund der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren regelmässig ungedeckte Gesundheits- kosten angefallen sind, ist die Berücksichtigung eines Betrags von ermessensweise mo- natlich CHF 70.00 gerechtfertigt. Da es sich bei den behaupteten Kosten für Kontaktlin- sen der Beklagten (vgl. act. 34 Rz 74) um Aufwendungen im Bereich Gesundheitspflege im weiteren Sinn handelt, ist es gerechtfertigt, diese Ausgaben nicht separat zu berück- sichtigen, sondern – im Rahmen der zweistufigen Berechnungsmethode – als im Grund- betrag bzw. im Überschussanteil enthalten zu erachten. Der Kläger macht für sich keine ungedeckten Behandlungskosten geltend. Für F.________ werden übereinstimmend pauschal CHF 30.00 beantragt (act. 34 Rz 83; act. 63 S. 8). • Auswärtige Verpflegung : Gemäss den Richtlinien werden für ein Vollpensum Auslagen für auswärtige Verpflegung von CHF 220.00 angerechnet, was bei einem 90 % -Pensum des Klägers CHF 198.00 ergibt. Allfällige Mehrkosten sind vorliegend nicht erstellt. Die Beklagte macht Kosten für auswärtige Verpflegung von CHF 110.00 pro Monat geltend (act. 34 Rz 78), welche der Kläger ausdrücklich anerkennt (act. 63 S. 7). • Mobilität/Auto : Die Parteien sind arbeitsbedingt nicht auf das Auto angewiesen, was be- reits im Rahmen des Eheschutzverfahrens festgestellt wurde (vgl. Urteil des Kantonsge- richts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 E. 5.3.2). Da beide Parteien vorliegend übereinstimmende Anträge stellen, schon während dem Zusammenleben ein Auto be- sessen haben und dies auch weit erhin tun, ist ihnen jedoch im Sinne einer Erweiterung des Existenzminimums aufgrund guter finanzieller Verhältnisse ermessensweise je CHF 300.00 pro Monat für das Auto anzurechnen . Beide Parteien wohnen in E.________ und arbeiten in H.________. Es sind beiden Parteien daher zusätzlich die Kosten für einen Buspass für zwei Zonen in der Höhe von CHF 67.00 anzurechnen (vgl. http://www.zvb.ch/abos -und-billette/abonnemente/ ). • Drittbetreuung für F.________: F.________ besucht jeweils montags und dienstags den Mittagstisch der Stadt E.________ sowie am Nachmittag die Freizeitbetreuung (vgl. Seite 25/38 act. 49 Fragen 18 und 25). Gemäss eingereichter Kostenregelung der Stadt E.________ betragen die Gesamtkosten pro Semester für zwei Wochentage CHF 418.00, d.h. ca. CHF 70.00 pro Monat (act. 13/20). • Kommunikation : Im Sinne einer geringfügigen Erweiterung des Existenzminimums wird praxisgemäss ein Zuschlag von CHF 100.00 pro Monat für Kommunikationskosten der Parteien veranschlagt ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. Novem- ber 2020 E. 7.2; vgl. auch Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, a.a.O., S. 172 m.w.H.). Für den siebenjährigen F.________ sind keine Kommunikationskosten anzurechnen. • Steuern: Zum familienrechtlichen Existenzminimum gehören auch die Steuern. Als Grundlage für die Berechnung der Steuerbelastung dienen das Vermögen und das Ein- kommen der Parteien, wobei anerkannt ist, dass grundsätzlich die effektiven Steuerlas- ten auf beiden Seiten zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 128 III 257; Arndt/Bader, Steuer- und Familienrecht – wenn verflossene Liebe Steuern kostet, FamPra.ch 2020, S. 644 ff.). Anzurechnen sind somit sowohl die Einkommens - wie auch die Vermögens- steuern. Analog dem vom Obergericht des Kantons Zug bes tätigten Urteil des Kantons- gerichts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 E. 5.3.2 beantragten die Parteien an- fänglich übereinstimmend die Berücksichtigung einer Steuerlast im Betrag von monatlich je CHF 300.00 (act. 34 Rz 84; act. 63 S. 7) . An der Instrukti onsverhandlung machte die Beklagte für sich einen Betrag von CHF 400.00 geltend (vgl. dazu act. 50 S. 3). Der beim Kläger zu berücksichtigende Betrag ist demgegenüber unbestritten. Die Anrechnung eines Betrag s für Steuern von über CHF 300.00 bei der Bekl agten ist unbegründet. Ausgehend von einem mutmasslichen jährlichen Nettoeinkommen der Be- klagten von ca. rund CHF 87'000.00 (= [Erwerbseinkommen von CHF 4'845.80 + Unter- haltsbeiträge für sich und F.________, inkl. Kinderzulagen, von ca. CHF 2'400.00] x 12), und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Steuerabzüge sowie des Mietzinsabzugs ergibt sich eine monatliche Steuerbelastung (Staats- und Gemeindesteuern und direkte Bundessteuer ) von nicht mehr als den vom Kläger anerkannten CHF 300.00, d.h. jähr- lich CHF 3'600.00 (vgl. https://steuern.zg.ch/ private/calculator/calculator ). Ausgehend von diesem anerkannten Betrag entspricht die Steuerlast rund 4 % des Nettoeinkom- mens der Beklagten (Arndt/Bader, Steuern im Familienrec ht: praktische Hinweise zur Scheidung, Anwaltsrevue 2020, S. 314 ff., 315). Das Bundesgericht hat nun in seiner jüngsten Rechtsprechung die Ausscheidung eines Steueranteils beim Barbedarf des Kindes im familienrechtlichen Existenzminimum bejaht (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2020 vom 11. November 2020 E. 7.2). Ausgehend von einem Steuerbetrag von rund 4 % beläuft sich der im Barbedarf von F.________ zu berücksichtigende Steueranteil auf den erhaltenen Kindesunterhaltsbeiträgen von jähr- lich ca. CHF 21'600.00 (= ca. CHF 1'800.00 [inkl. Kinderzulagen] x 12) auf rund CHF 72.00 pro Monat (= CHF 21'600.00 x 0.04 / 12; vgl. Arndt/Bader, a.a.O., S. 315). 5.3.2 Folgende von den Parteien geltend gemachten Positionen können im Bedarf nicht berück- sichtigt werden. Seite 26/38 • Fitnessstudio : Die von der Beklagten beantragte Anrechnung von Fitnesskosten sind allenfalls im Rahmen einer einstufigen Berechnungsmethode zu berücksichtigen, nicht aber bei der zweistufigen Berechnugnsmethode . Durch die Berücksichtigung dieser Zu- satzposition würde ein unzulässiger Mix mit der einstufig -konkreten Berechnungsme- thode resultieren (vgl. sinngemäss: Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. No- vember 2020 E. 7.2). Solche Kosten sind mit dem Überschuss zu decken. • Hobbies von F.________: Die Beklagte veranschlagt CHF 100.00 pro Monat für Hobbies und Sport von F.________ (act. 34 Rz 82), welche vom Kläger bestritten werden (act. 63 S. 7). Die Kosten für Hobbies von F.________ sind im Rahmen der zweistufigen Berech- nungsmethode durch den Gr undbetrag bzw. den Überschuss zu decken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2). • Altersvorsorge der Beklagten : Die Beklagte beantragt die Berücksichtigung von Kosten für die Altersvorsorge von CHF 290.00 pro Monat , und zwar unter Berücksichtigung eines letzten gemeinsamen Lebensstandards (fiktiver Nettolohn) von monatlich CHF 4'400.00 und einem fiktiven Bruttolohn von CHF 5'057.47 pro Monat. Den beantragten Vorsorgeunterhalt errechnet die Beklagte gestützt auf ein behauptetes effektives Nettoeinkommen von monatlich CHF 3'533.00 und ein Bruttoeinkommen von CHF 3'967.00 (vgl. das eingereichte Berechnungsblatt, act. 34/57). Selbst wenn ein Anspruch auf Vorsorgeunterhalt dem Grundsatz nach bejaht würde, beträgt das monatliche Nettoeinkommen der Beklagten – wie nachfolgend ersichtlich (s. unten E. 5.6) – derzeit CHF 4'845.80, also deutlich mehr als der von der Beklagten zur Grund- lage der Unterhaltsberechnung angenommene fiktive Lohn , weshalb kein Vorsorgeun- terhalt geschuldet ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_632/2019 vom 5. Februar 2020 E. 2.5.1; zur Methodik: BGE 135 III 158 E. 4). 5.4 Vom Bedarf jedes unterhaltsberechtigten Kindes ist dessen Kinder - oder Ausbildungszulage abzuziehen, denn diese Leistungen, die ausschliesslich für den Unterhalt des Kindes be- stimmt sind, werden nach der Rechtsprechung nicht zum Einkommen des bezugsberechtig- ten Elternteils hinzugezählt, sondern sind bei der Ermittlung des durch den Unterhaltsbei trag zu deckenden Bedarfs des Ki ndes vorweg in Abzug zu bringen (BGE 137 III 57 E. 4.2.3). Nach Abzug von CHF 300.00 beträgt der zu deckende Bedarf von F.________ derzeit CHF 1'952.00 und ab seinem 10. Altersjahr CHF 2'152.00 pro Monat. 5.5 In einem nächs ten Schritt sind die Einkommen der Parteien zu ermitteln. Massgeblich ist das effektive Nettoeinkommen. Dazu gehören nicht nur der feste Lohnbestandteil, sondern auch effektiv bezahlte Provisionen, Gratifikationen bzw. Boni, Verwaltungsrats - oder Delegiert en- honorare, Trinkgelder , aber auch Spesenentschädigungen, soweit ihnen keine tatsächlichen Auslagen gegenüberstehen (Urteil e des Bundesgerichts 5A_686/2010 vom 6. Dezem- ber 2010 E. 2.3; 5A_17/2016 vom 26. Juli 2016 E. 2 ). Bei Schwankungen des massgeblichen Einkommens ist zur Berechnung der Unterhaltsbeiträge auf den Durchschnitt der letzten drei Jahre abzustellen (Hausheer/Spycher, a.a.O., N 01.34 m.w.H.). 5.6 Das effektive Nettoeinkommen der Beklagten berechnet sich wie folgt: Seite 27/38 5.6.1 Die Beklagte arbeitet bei der I.________GmbH , Zweigniederlassung H.________, in einem 60 %-Pensum. Zwar sagte die Beklagte an der Parteibefragung aus (act. 49 Frage 51) und wiederholte an der Hauptverhandlung (act. 62 S. 7), die Aufstockung von 50 % auf ein 60 % - Pensum sei nur temporär und dauere voraussichtlich bis Ende Jahr, reichte hierzu bis heute aber weder ausreichende Belege dafür ein, dass die Aufstockung temporär ist , noch, dass sie per Ende 2020 dahingefallen wäre. Mithin ist weiterhin von den aktuellen Verhäl tnissen auszugehen, nämlich einem 60 %-Pensum. Hochgerechnet aus dem Bruttomonatsgehalt von CHF 4'032.20 bei einem 50 % -Pensum ist von einem Bruttomonatsgehalt von CHF 4'838.65 auszugehen. Davon abzuziehen sind 5.25% AHV -Beiträge (= CHF 254.00), 1.1% ALV -Bei- träge (= CHF 53.20) sowie BVG -Beiträge in Höhe von hochgerechnet CHF 247.90 pro Mo- nat, was einen Nettolohn von total CHF 4'292.55 pro Monat ergibt. Dieser wird ihr 13 Mal ausbezahlt, w omit ein Nettoeinkommen von CHF 4'650.25 pro Monat (exkl. Familienzula gen) resultiert (act. 13 S. 12). 5.6.2 In den vergangenen zwei Jahren erhielt die Beklagte von der Arbeitgeberin Sonderzahlun- gen. Für das Jahr 2019 betrug die im März 2020 ausbezahlte Sonderzahlung brutto CHF 5'000.00 (act. 40/62). Für das Jahr 2018 erhielt die Beklagte im März 2019 eine Sonder- zahlung von brutto CHF 3'000.00 (act. 40/59). Nach Aussagen der Beklagten habe es sich um die einzigen Sonderzahlungen im Rahmen ihrer fünfjährigen Tätigkeit bei der I.________GmbH gehandelt (act. 49 Fragen 55 u nd 56). Aus den Akten gehen keine frühe- ren Sonderzahlungen hervor, was vom Kläger auch nicht behauptet wird. An der Parteibefra- gung führte die Beklagte auf Befragen aus, die Zahlungen seien wegen bestimmter Projekte erfolgt, wobei derzeit keine solchen Pro jekte bestünden (act. 49 Frage 54). Diese Aussage findet allerdings keine Stütze in den entsprechenden Schreiben der Arbeitgeberin. Darin war jeweils ausgeführt, die Beklagte erhalte die Zahlungen als "Dank […] und Anerkennung für Ihren besonderen persönli chen Einsatz" (act. 13/4; act. 40/62). Eine projektspezifische Leis- tung dieser Sonderzahlungen ist nicht belegt. Aufgrund der Leistung von unspezifizierten Sonderzahlungen in den vergangenen zwei Jahren ist auch für die Zukunft zu erwarten, dass die Beklagte solche Sonderzahlungen erhält. Unter Berücksichtigung eines Sozialabzugs von 12 % und unter Heranziehung der letzten drei Jahre ist von einem zusätzlichen monatlichen Einkommen von CHF 195.55 aus Sonderzahlungen auszugehen (= [{CHF 3'000.00 + CHF 5'000.00} ./. 12 %] / 3 Jahre / 12 Monate). 5.6.3 Insgesamt ist der Beklagten somit ein Nettoeinkommen von monatlich CHF 4'845.80 (exkl. Kinder- und Familienzulagen) anzurechnen. 5.6.4 Die Kinder- und Familienzulage von derzeit CHF 300.00 pro Monat, welche die Beklagte be- zieht, ist gemäss Art. 285a ZGB für den Unterhalt von F.________ bestimmt. 5.6.5 Ab Eintritt von F.________ in die Sekundarstufe 1 , d.h. im Alter von 12 Jahren ab mm.2025, erhöht sich das der Kindsmutter zumutb are Arbeitspensum grundsätzlich auf 80 % und ab Vollendung des 16. Lebensjahres von F.________ auf deren 100 % (BGE 144 III 481 E. 4.7.6). Umstände, die eine Abstufung der Erwerbstätigkeit im vorgenannten Sinne als für die Kindsmutter unzumutbar erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Ab mm.2025 ist bei der Beklagten somit von einem hypothetischen Einkommen von CHF 6'461.00 netto pro Monat auszugehen. Seite 28/38 5.7 Das effektive Nettoeinkommen des Klägers setzt sich wie folgt zusammen: 5.7.1 Der Kläger arbeitet bei der J.________AG in H.________ in einem 90 % -Pensum. Gemäss der letzten Lohnabrechnung vom April 2020 verdiente er monatlich brutto CHF 9'090.00 (act. 43/2). Davon abzuziehen sind 5.275% AHV -Beiträge (= CHF 479 .50), 1.1% ALV -Bei- träge (= CHF 10 0.00) sowie BVG -Beiträge in Höhe von CHF 877.90, was einen Nettolohn von monatlich CHF 7'632.60 ergibt. Dieser Lohn wird dem Kläger 13 Mal ausbezahlt, w omit ein Nettoeinkommen von CHF 8'268.65 pro Monat resultiert. Im Jahr 2018 betrug der Bonus des Klägers CHF 6'500.00 (act. 7/2). In den Jahren 2019 und 2020 wurde dem Kläger ein Bonus von jeweils CHF 7'500.00 pro Jahr ausbezahlt (act. 7/3; act. 43/2 ), was im Durch- schnitt monatlich – nach einem Sozialabzug von ebenfalls 12 % – einen Nettobetrag von CHF 525.55 ausmacht (= CHF 6'500.00 + CHF 7'500.00 + CHF 7'500.00 ./. 12 % / 3 / 12). Aus der Haupterwerbstätigkeit ist dem Kläger somit ein Betrag von monatlich netto CHF 8'794.20 anzurechnen. 5.7.2 Zu prüfen ist weiter, ob – und falls ja in welcher Höhe – dem Kläger ein tatsächliches oder hypothetisches Einkommen aus Globalobligationen an der J.________AG anzurechnen ist. 5.7.2.1 Nach Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Grundsätzlich obliegt es der Unterhalt fordernden Partei zu beweisen, wie gross die wirtschaftliche Leistungskraft der pflichtigen Partei ist (Urteile des Bundesgerichts 5A_808/2018 vom 15. Juli 2019 E. 4.3; 5A_96/2016 vom 18. Nov ember 2016 E. 3.1). Tatsächlich erzielte Vermögenserträge sind als Einkommen anzurechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_14/2008 vom 28. Mai 2008 E. 5). Falls die betroffene Person ihr Vermögen überhaupt nicht oder mit einer ungenügen- den Rendite angeleg t hat, obwohl die Erzielung eines angemessenen Ertrages möglich und zumutbar wäre, kann das Gericht daher auch insoweit ein hypothetisches Einkommen be- rücksichtigen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Anrechenbarkeit eines hypothetischen Vermögensertra ges ist demnach, dass noch vorhandenes Vermögen ertragsarm oder gar nicht angelegt worden ist, obwohl die Erzielung eines angemessenen Ertrages durchaus möglich wäre (vgl. BGE 117 II 16 E. 1b; Urteile des Bundesgerichts 5A_744/2019 vom 7. Ap- ril 2020 E. 3.3 ; 5A_1005/2017 vom 23. August 2018 E. 3.1.2; 5A_671/2014 vom 5. Juni 2015 E. 4.2; 5A_14/2008 vom 28. Mai 2008 E. 5). 5.7.2.2 Im Rahmen des Eheschutzverfahrens wurde der Beklagten aus den vom Kläger für sie ge- haltenen Globalobligationen im Gesamtbetrag von CHF 157'600.00 – unter Berücksichtigung eines vorgängigen Vermögensverzehrs von CHF 26'400.00 – bei einem Zins von 7,4 % ein Vermögensertrag von monatlich CHF 972 .00 angerechnet (vgl. Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2017 48 vom 15. Juni 2018 E. 5.5). 5.7.2.3 Unstreitig kündigte der Kläger nur wenige Monate nach Zustellung des Eheschutzurteils des Obergerichts des Kantons Zug das Vermögensverwaltungsmandat mit der Beklagten und verkaufte die noch vorhandenen 21 Obligationen der Beklagten vorzeitig und ohne Zwang an seine Arbeitgeberin , die J.________AG , zurück, und brachte damit diese Einkommensquelle der Beklagten zum Versiegen (act. 34 Rz 64). Nach Angaben der Beklagten sei dies der Grund für das Abänderungsverfahren ES 2019 64 gewesen, wel ches mittels Vergleich s ab- geschlossen worden sei (act. 34 Rz 65). Die Beklagte macht aus der Kündigung des Seite 29/38 Vermögensverwaltungsmandats und der darauffolgenden Liquidation der Globalobligationen keine (güterrechtlichen) Forderungen gegen den Kläger geltend. Sie bringt jedoch vor, der Kläger sei bei seiner Arbeitgeberin einerseits für die Betreuung die- ser Globalobligationen für die Mitarbeiter zuständig, andererseits besitze er selber als Mitar- beiter wieder solche Globalobligationen. Hieraus habe er Einnahm en (act. 34 Rz 66). Da Glo- balobligationen nur von Mitarbeitern der J.________AG gehalten werden können, würden die vom Kläger ausgewiesenen 25 Globalobligationen über CHF 199'725.00 vom Kläger und nicht von dessen Eltern gehalten (act. 64 Rz 26). Um an diesen Lohnbestandteil zu kommen, hätte sich der Kläger von seinen Eltern (oder Dritten) CHF 200'000.00 borgen , und hätte da- mit Globalobligationen kaufen können. Er hätte die Obligationen als Sicherheit für den Kredit geben können, was somit ein gut besichert es Darlehen ergeben hätte. Hätte er den Kredit von den Eltern verzinsen müssen, so h ätte die Nettorendite bei einem angemessenen Darle- henszins von 2 % noch 6 % ( = CHF 12'000.00) ergeben. Auch bei dieser Berechnungsme- thode ergebe sich somit ein monatliches Nettoeinkommen von zusätzlichen CHF 1'000.00 (act. 64 Rz 27). Stattdessen behaupte der Kläger, er halte die Obligationen treuhänderisch für seine Eltern und verzichte somit auf einen bedeutenden Lohnanteil. In diesem Falle sei dem Kläger ein hypothetisches Einkommen von CHF 12'000.00 p.a. hinzuzurechnen. Es dürfe dem Kläger nicht erlaubt werden, durch die Reduktion des Arbeitspensums und den "treuhänderischen" Kauf von Globalobligationen sein Erwerbseinkommen im Hinblick auf die Scheidung massiv zu reduzier en (act. 64 Rz 28). Falls diese Erträge nicht berücksichtigt wür- den, habe der Kläger aus dem Treuhandverhältnis einen monatlichen Ertrag von CHF 50.00 (act. 64 Rz 29). 5.7.2.4 Der Kläger bestreitet, dass es ihm möglich sei, mittels der Globalobligationen ein weiteres Einkommen zu erwirtschaften. Dies ganz einfach aus dem Grund, dass er die Globalobligati- onen zuerst erwerben müsste. Er verfüge aber über kein Vermögen, weshalb dies nicht mög- lich sei. Ebenfalls sei anhand der Treuhandverträge klar belegt, da ss die Eltern des Klägers die Obligationen hielten, welchen die Erträge zukämen (act. 63 S. 8). 5.7.2.5 Es ist unbestritten, dass der Kläger als Mitarbeiter der J.________AG grundsätzlich die Mög- lichkeit hat, sog. Globalobligationen mit einem Jahreszinssatz von 8 % zu beziehen. Aus den Akten geht hervor, dass der Kläger sowohl vor als auch während der Ehe solche Obligatio- nen zugunsten von Dritten bezogen hat. So liegt ein Tre uhandvertrag zwischen dem Kläger und seinen Eltern vom 10. Dezember 2003 im Recht, worin vereinbart war, dass der Kläger für seine Eltern, welche ihm einen Geldbetrag von CHF 46'603.50 versprachen, zwei Global- obligationen für sie erwerbe (act. 50a/10). Ein en Treuhandvertrag schloss der Kläger auch mit der Beklagten (Verfahren ES 2019 34, act. 1/1). Darin vereinbarten die Parteien, dass der Kläger für die Beklagte zehn "Globalobligationen klein" erwerbe. Offenbar kamen später wei- tere Globalobligationen hinzu . In der Steuererklärung 2016 der Parteien, welche im Rahmen des Eheschutzverfahrens ES 2017 170 eingereicht wurde, wurde zugunsten der Beklagten ein Vermögensstand von rund CHF 184'000.00 – vor dem Vermögensverzehr – ausgewiesen (Verfahren ES 2017 170, act. 7/4). Wie bereits vorstehend erwähnt, wurden diese Globalobli- gationen unstreitig liquidiert. Aus der Steuerklärung 2016 geht jedoch auch hervor, dass der Kläger per Ende 2016 – also noch vor der Trennung – für sich keine Globalobligationen gehalten hat te. Auch ist erstellt, Seite 30/38 dass es zwischen den involvierten Personen üblich war, dass der Kläger zu ihren Gunsten Globalobligationen erwirbt. Mithin ist namentlich widersprüchlich, wenn die Beklagte vorlie- gend sinngemäss behauptet, das bestehende Treuhandverhältnis zwischen dem Kläger und seinen Eltern sei simuliert, nachdem sie während der Ehe von eben dieser Vertragsstruktur selbst profitierte. Die Behauptung der Beklagten, der Kläger habe seit Anfang 2017 für sich persönlich Global- obligationen im Wert von knapp CHF 200'000.00 erworben, ist pauschal , unsubstanziert und unbelegt. Weiter trifft es zwar zu, dass jeder Ehegatte – sofern tatsächlich möglich und zu- mutbar – seine ungebundenen finanziellen Mittel ertragsbringend anlegen soll te. Die Auf- nahme von Fremdkapital zum Kauf der Globalobligationen – wie das die Beklagte vom Klä- ger vorliegend fordert – ist einem Ehegatten jedoch nicht zuzumuten . 5.7.2.6 Belegt ist jedoch, dass der Kläger noch Ende 2018 zwei Globalobligationen im Wert von CHF 14'794.00 für sich persönlich hielt und eine n Ertrag von jährlich CHF 1'096.00 daraus generierte, d.h. monatlich gerundet CHF 91.50 . Dies geht aus der Steuererklärung 2018 her- vor (act. 43/5). Gestützt auf den ergänzten und aktualisierten Treuhandvertrag vo m 20./21. April 2020 (act. 50a/10) behauptet der Kläger nun implizit, auch diese Obligationen seien an seine Eltern übertragen worden und die Erträge kämen ihnen zu. Damit ist der Klä- ger nicht zu hören. Durch den Verkauf dieser Globalobligationen hat er si ch und seiner Fami- lie – ohne Not – einer steten Einkommensquelle beraubt. Diese hypothetischen Erträge von CHF 91.50 sowie das monatliche Entgelt aus dem Treuhandverhältnis mit seinen Eltern von CHF 50.00 hat sich der Kläger daher als Einkommen anrechnen zu lassen (vgl. act. 50a/10) . 5.7.3 Nach dem Gesagten ist beim Kläger somit von einem massgeblichen Nettoeinkommen von monatlich insgesamt CHF 8'935.70 (= CHF 8'794.20 + CHF 91.50 + CHF 50.00; exkl. Kinder - und Familienzulagen) auszugehen. 5.7.4 Soweit die Beklagte w eiter vorbringt, der Kläger habe mit der Reduktion des Arbeitspensums von 100 % auf 90 % absichtlich eine Lohneinbusse erwirkt, die nicht zu berücksichtigen sei (act. 34 Rz 60), ist sie nicht zu hören. Denn nach bundesgerichtlicher Rechtsprec hung ist ein hypothetisches Einkommen nur dann anzurechnen, wenn die Leistungsfähigkeit in Schädi- gungsabsicht vorgenommen wird, womit sich das Verhalten als böswillig und rechtsmiss- bräuchlich erweist ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_297/2016 vom 2. Mai 2017 E. 4.4.2). Die Klägerin beantragt, dem Beklagten ein hypothetisches Einkommen in der Höhe eines 100 %-Pensums anzurechnen. Aus dem sinngemässen Vorbringen der Beklagten, der Klä- ger habe die Pensenreduktion nur vorgenommen, damit er weniger Unterhalt be zahlen müsse (vgl. act. 34 Rz 60 –61; act. 64 Rz 19) , kann nicht geschlossen werden, dass der Klä- ger die Reduktion in Schädigungsabsicht vorgenommen hat. Die vom Kläger vorgebrachten Gründe – insbesondere der Wunsch, mehr Zeit mit seinem Sohn zu verbringen – sind nach- vollziehbar und nicht böswillig oder rechtsmissbräuchlich. Mithin ist dem Kläger kein hypothe- tisches Einkommen auf der Basis eines 100 % -Pensums anzurechnen. 5.8 Aus der Differenz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf der Parteien ergibt sich e in monatlicher Überschuss. Seite 31/38 5.8.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein Überschuss zwischen den Eltern und den Kindern grundsätzlich nach "grossen" und "kleinen" Köpfen zu verteilen , wobei sämtliche Besonderheiten des konkreten Falles wie Betr euungsverhältnisse, "überobligatorische Ar- beitsanstrengungen", spezielle Bedarfspositionen u.ä.m. zu berücksichtigen sind. Eine nach- gewiesene Sparquote (vgl. BGE 140 III 485 E. 3.3) ist vom Überschuss abzuziehen. In derar- tigen Konstellationen leben die Elt ern sparsamer als es die Verhältnisse zulassen würden. Die Lebensstellung weicht m.a.W. von der potentiellen Leistungsfähigkeit ab und ein Kind kann selbstredend nicht im Rahmen der Überschussverteilung Anspruch auf eine Lebensfüh- rung geltend machen, welch e diejenige der Eltern bzw. den angestammten Standard vor ei- ner Trennung der Eltern überschreitet. Ferner ist bei weit überdurchschnittlich guten finanzi- ellen Verhältnissen der rechnerische Überschussanteil des Kindes unabhängig vom konkret gelebten Standa rd der Eltern aus erzieherischen und aus konkreten Bedarfsgründen zu limi- tieren (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.3 m.w.H.) . Eine Sparquote wird weder substanzi iert behauptet noch geht diese aus den eingereichten Belegen hervor, weshalb bei der Überschussverteilung keine Abzüge erfolgen. Auch wurden weder besondere Verhältnisse geltend gemacht, welche eine vom Grundsatz abweichende Verteilungen rechtfertigen würden, noch ergeben sich solche Umstände aus den Akten . Mithin ist vorliegend eine Aufteilung nach grossen und kleinen Köpfen, d.h. zu je 2/5 an die Parteien und zu 1/5 an F.________, sachgerecht. 5.8.2 Aufgrund des Gesagten ergibt sich gestützt auf die heutigen Verhältnissen folgende Unter- haltsberechnung (gerundet, in CHF): Bis Ende Januar 2023: Einkommen Kläger 8'935.70 Einkommen Beklagte 4'845.80 Einkommen Total 13'781.50 Bedarf Kläger 4'292.00 Bedarf Beklagte 4'169.00 Bedarf F.________ 1'952.00 Überschuss 3'368.50 Überschussanteil Kläger 1'347.40 Überschussanteil Beklagte 1'347.40 Überschussanteil F.________ 673.70 Ab Februar 2023 : Einkommen Kläger 8'935.70 Einkommen Beklagte 4'845.80 Einkommen Total 13'781.50 Bedarf Kläger 4'292.00 Bedarf Beklagte 4'169.00 Bedarf F.________ 2'152.00 Überschuss 3'168.50 Seite 32/38 Überschussanteil Kläger 1'267.40 Überschussanteil Beklagte 1'267.40 Überschussanteil F.________ 633.70 5.9 Der Barunterhalt von F.________ beläuft sich mithin monatlich auf CHF 2'625.70 (Barbedarf von CHF 2'252.00 zuzüglich Anteil am Überschuss von CHF 673.70 abzüglich Kinder - und Familienzulage von CHF 300.00) und ab Februar 2023 auf CHF 2'785.70 (Barbedarf von CHF 2'452.00 zuzüglich Anteil am Überschuss von CHF 633.70 abzüglich Kinder - und Fami- lienzulage von CHF 3 00.00) pro Monat. Würde der Kläger der Beklagten diese Beträge überweisen, würde er aber den gesamten Barunterhalt von F.________ bezahlen. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass beim Kläger auf- grund der rund 33 % -igen Betreuung von F.________ substantielle eigene Kosten anfallen , wie etwa für Nahrung, Körperhygiene, Strom, Kulturelles etc., weshalb es angemessen er- scheint, zugunsten des Klägers von dem zu bezahlenden Barunterhalt rechnerisch ein Drittel des Grundbetrags abzuziehen, d.h. derzei t CHF 133.50 ab Februar 2023 CHF 200.00. Da der Wohnsitz von F.________ bei der Mutter ist, erscheint es sachgerecht, dass die re- gelmässig anfallenden fixen Kinderkosten von der Mutter bezahlt werden, weshalb ihr neben dem Anteil am Grundbetrag auch ein wesentlicher Anteil des für F.________ berechneten Überschusses anzurechnen ist. Da der Kläger jedoch verpflichtet wird , die regelmässigen Handykosten zu bezahlen , und auch beim Kläger aufgrund der Betreuung von F.________ Kosten entstehen, welche aus dem Überschuss zu decken sind (z.B. für Ferien und Freizeit- aktivitäten), erscheint es angemessen, beim Kläger – ebenfalls gemäss dem Betreuungsver- hältnis – einen Überschussanteil für F.________ von ermessensweise einem Drittel abzuzie- hen, d.h. monatlich CHF 224.60 bis Ende Januar 2023 und CHF 211.25 ab Februar 2023. Der Beklagten verbleibt für F.________ ein Überschussanteil von CHF 449.10 bzw. CHF 422.45. Mit diesen Beträgen können die mit dem Überschuss zu bezahlenden Kosten, wie beispielsweise die von der Beklagten mit monatlich CHF 100.00 veranschlagten Kosten für Hobbies (vgl. act. 34 Rz 82), aber auch die bei der Beklagten für F.________ anfallenden Kosten für Ferien und Freizeit, ausreichend gedeckt werden. Abzüglich der darüber hinaus rechnerisch beim Kläger anfallenden Wohnkosten von CHF 842.00 hat der Kläger der Beklagten somit bis Ende Januar 2023 an den Barunterhalt von F.________ einen Unterhaltsbetrag von monatl ich gerundet CHF 1'426.00 zu leisten (= CHF 2'625.70 ./. CHF 133.50 ./. CHF 224.60 ./. CHF 842.00) und ab Februar 2023 einen solchen von gerundet CHF 1'532.00 (= CHF 2'785.70 ./. CHF 200.00 ./. CHF 211.25 ./. CHF 842.00), jeweils zuzüglich allfälliger Kinder- und Familienzulage. Die Mutter ist damit verpflichtet, die regelmässig anfallenden fixen Kinderkosten zu bezahlen (wie Krankenkasse, Gesundheitskosten, Sport - und Musikkosten, Sportbekleidung und -aus- rüstung, Freizeitkurse, ausserschulische Betre uung wie Freizeitbetreuung, Schulkosten, Kos- ten für den öffentlichen Verkehr etc.). Ausgenommen davon sind die fixen Kosten für das Handy von F.________, welche vom Vater zu bezahlen sind. Die übrigen, regelmässig im Zusammenhang mit der Betreuung entstehe nden Kosten (namentlich Nahrung, Körperpflege, Alltagskleider und Wäsche, Ferien, Freizeit, Taschengeld etc.) sind von demjenigen Elternteil Seite 33/38 zu bezahlen, der F.________ zum Zeitpunkt, zu dem die Kosten anfallen (inkl. Ferien und Feiertage), betreut. 5.10 Der im Rahmen von Art. 125 ZGB der Beklagten zustehende persönliche Unterhaltsbeitrag beträgt bis Ende Januar 2013 gerundet CHF 671.00 (= CHF 4'169.00 + CHF 1'347.40 ./. CHF 4'845.80) und ab Februar 2023 gerundet CHF 591.00 (= CHF 4'169.00 + CHF 1'267.40 ./. CHF 4'845.80). Ab dem Eintritt von F.________ in die Sekundarstufe, d.h. ab August 2025, ist die Beklagte mit einem hypothetischen Einkommen von CHF 6'461.00 netto pro Mo- nat – selbst bei anteilsmässig erhöhtem Bedarf – in der Lage, finanziell für sich selber zu sor- gen. Die nachehelichen Unterhaltszahlungen sind mithin bis Ende Juli 2025 zu befristen. 6. In einem nächsten Schritt sind allfällige güterrechtliche Ansprüche der Parteien zu beurteilen. Beide Parteien beantragen vorliegen d, es sei festzustel len, dass sie güterrechtlich auseinan- dergesetzt seien. Betreffend die Parteianträge im Güterrecht gilt uneingeschränkt die Dispo- sitionsmaxime (vgl. Art. 58 ZPO). Vorliegend besteht zwischen den Parteien Einigkeit dar- über, dass sie güterrechtlich auseinande rgesetzt sind. Die Anträge sind dementsprechend, soweit darauf einzutreten ist , und unter Vorbehalt der vom Kläger nicht bezahlten Unterhalts- beiträge (s. oben: E. 1.2), gutzuheissen und in das Dispositiv zu übernehmen. 7. Die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens erworbe- nen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge werden bei der Scheidung ausgeglichen (Art. 122 ZGB). Massgeblicher Stichtag für die Ausgleichung ist somit der 1. Mai 2019 (Da- tum der Rechtshängigkeit) . Die erworbenen Austrittsleistungen samt Freizügigkeitsguthaben und Vorbezügen für Wohneigentum werden hälftig geteilt (Art. 123 Abs. 1 ZGB). Die Aus- trittsleistung im Zeitpunkt der Eheschliessung sind auf den Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens aufzuzinsen (Geiser/Walser, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 123 ZGB N 8). Bezüglich der Teilung des Guthabens aus beruflicher Vorsorge gilt die Offizialma- xime. Die Parteien können Anträge zur Teilung stellen. Das Gericht ist an diese allerdings nicht gebunden, da der Vorsorgeausgleich der Disposition der Parteien weitgehend entzogen ist und das Gericht die Bestimmungen über den Vorsorgeausgleich von Amtes wegen an- wendet. Zudem gilt im Rahmen des Vorsorgeausgleichs der Untersuchungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Scheidungsgericht die erforderlichen Angaben betreffend Höhe der Altersguthaben grundsätzlich von Amtes wegen einzuholen hat, wobei sich auch aus den Art. 122 ff. ZGB keine uneingeschränkte Untersuchungsmaxime ergibt. Den Parteien obliegt es daher im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht, dem Gericht die notwendigen Tatsachen und Beweismittel zu unterbreiten. Mit anderen Worten trifft die Parteien eine aktive Mitwirkungs- pflicht, weshalb die Parteien angehalten werden dürfen, dem Gericht die Höhe der Austritts- leistungen mitzuteilen (Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2014 vom 16. Juli 2014 E. 4.2; Oehler, Sachverhaltsermittlung und Beweis im Scheidungsrecht, in: Dolge [Hrsg.], Substanti- ieren und Beweisen, 2013, S. 111; Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankha user [Hrsg.], Fam- Kommentar Scheidung, Band II: Anhänge, 3. A. 2017, Anh. ZPO Art. 281 N 12; Haus- heer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 10.168 f.; Meyer Honegger, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, 3. A. 2017, Anh. ZPO Art. 277 N 15 f.). 7.1 Die Parteien beantragen übereinstimmend die hälftige Teilung der während der Ehe geäufne- ten Vorsorgeguthaben. Seite 34/38 Gemäss Bestätigung der K.________ Versicherungen vom 6. Mai 2019 betrug die Austritts- leistung des Klägers per 1. Mai 2019 CHF 440'760.80 ( vgl. act. 7/13). Per Heiratsdatum, d.h. tt.mm.2013, betrug die Austrittsleistung des Klägers gemäss Bestätigung der Pensionskasse CHF 290'430.50 (unverzinst), was per 1. Mai 2019 aufgezinst einen Betrag von gerundet CHF 315'533.40 ergibt (vgl. dazu den Vor sorgerechner des Bezirksgerichts Zürich). Beim Kläger betragen die während der Ehe bis zum 1. Mai 2019 erworbenen Ansprüche somit CHF 125'227.40 (= CHF 440'760.80 ./. CHF 315'533.40; vgl. act. 7/13). Gemäss dem Schreiben der L.________ Sammelstiftung vom 14. Mai 2019 betrug die Aus- trittsleistung der Beklagten per 1. Mai 2019 CHF 128 '828.78 (vgl. act. 13/33). Per Heiratsda- tum, d.h. tt.mm.2013, betrug die Austrittsleistung der Beklagten gemäss Bestätigung der Pensionskasse CHF 83'605.50 (unverzinst), wa s per 1. Mai 2019 aufgezinst einen Betrag von gerundet CHF 90 '831.80 ergibt. Bei der Beklagten betragen die während der Ehe bis zum 1. Mai 2019 erworbenen Ansprüche somit gerundet CHF 37'997.00 (= CHF 128'828.78 ./. CHF 90'831.80; vgl. act. 7/13). 7.2 Da der Vorsorgeausgleich der Disposition der Parteien weitgehend entzogen und ein Voraus- verzicht – namentlich im Rahmen eines Ehevertrags – grundsätzlich unzulässig ist (vgl. Gei- ser, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 124b ZGB N 8 m.w.H.), ist vorliegend nicht auf die im Rahmen des Ehevertrags vom 5. September 2013 getroffenen , leicht abweichenden Feststel- lungen über die Höhe der BVG –Freizügigkeitsguthaben bei Eheschluss abzustellen (vgl. act. 34/58), sondern auf die von den Vorsorgeeinrichtungen ausgestellten Bescheinigun- gen. 7.3 Nach dem Grundsatz der hälftigen Teilung resultiert somit ein Anspruch der Beklagten von CHF 43'615.20 (CHF 62'613.70 [Hälftiger Anspruch Beklagte] ./. CHF 18'998.50 [Hälftiger Anspruch Kläger]). Die Pensionskasse des Klägers ist somit gerichtlich anzuweisen, gestützt auf Art. 122 ZGB i.V.m. Art. 280 ZPO den Betrag von CHF 43'615.20 auf die Pensionskasse der Beklagten zu übertragen. 7.4 Die zu übertragende Summe ist vom Stichtag für die Teilung – d.h. ab Rechtshängigkeit de s Scheidungsverfahrens am 1. Mai 2019 – bis zur Überweisung durchgehend zu verzinsen, und zwar mit dem BVG -Mindestzins oder dem reglementarisch festgelegten höheren Zins (BGE 129 V 251 E. 3 und E. 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_149/2017 vom 10. Oktober 2017 E. 4; BSV, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 147 vom 19. Ap- ril 2018, Rz 987; Vetterli/Cantieni, in: Büchler/Jakob, Kurzkommentar ZGB, 2. A. 2018, Art. 123 ZGB N 8). 8. Die Prozesskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. Hat keine Partei vollständig obsiegt, werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfah rens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familien- rechtlichen Verfahren oder wenn andere besondere Umstände vorliegen, die eine Verteilung nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen, kann das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen abweich en und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c und f ZPO). Seite 35/38 8.1 Im vorliegenden Prozess obsiegt bzw. unterliegt keine Partei vollumfänglich. Beim Schei- dungspunkt und der beruflichen Vorsorge bestanden von Beginn weg übereinstimm ende An- träge. Beim Antrag auf gemeinsame elterliche Sorge obsiegt der Kläger. Zwar wird ihm eine Mehrbetreuung von F.________ gewährt, im von ihm beantragte n Wechselmodell unterliegt er jedoch. Im Güterrecht obsiegt der Kläger überwiegend, da auf einzelne Anträge der Be- klagten nicht eingetreten wird. Im Rahmen des Unterhalts unterliegt der Kläger mehrheitlich, da – entgegen seinem Antrag – sowohl ein Kinderunterhalts - als auch ein nachehelicher Un- terhaltsbeitrag festgesetzt werden. Keine Partei hat somit vo llständig obsiegt. Beide Parteien dringen mit ihren Rechtsbegehren bloss teilweise durch. Insgesamt halten sich Obsiegen und Unterliegen in etwa die Waage, weshalb die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfah- rens hälftig zu teilen sind. Die Gerichtskosten sind somit je hälftig zu tragen und die Partei- kosten wettzuschlagen. 8.2 Im Scheidungsverfahren nach den Art. 274 - 294 ZPO beträgt die Entscheidgebühr CHF 1'600.00 bis CHF 10'000. 00 (§ 13 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Kosten in der Zivil- und Strafrechtspflege, KoVOG). Unter Berücksichtigung des erheblichen Zeitaufwands des Gerichts ist die Entscheidgebühr vorliegend auf CHF 8'000.00 festzusetzen. Die Ge- richtskosten werden mit dem vom Kläger geleisteten Vorschuss verrechnet. Der Fehlbetrag wird von den Parteien nachgefordert (vgl. Art. 111 Abs. 1 ZPO). Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.2013 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Das aus der Beziehung der Parteien hervorgegangene Kind F.________, geb. tt.mm.2013, wird unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen. 2.2 Das Kind F.________ wird unter die alternierende Obhut der Eltern gestellt . Es hat seinen Wohnsitz bei der Mutter. 2.3 Das Kind F.________ wird vom Vater wie folgt betreut: • Jede zweite Woche von Mittwoch, 17.00 Uhr, bis Montag, Schulbeginn , sowie während vier Wochen pro Jahr während den Schulferien, alles auf eigene Kosten. D ie Ausübung des Ferienrechts ist mindestens drei Monate im Voraus zwischen den Parteien abzu- sprechen, wobei im Falle der Nichteinigung in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mut- ter und in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Vater der Entscheid über die Ausübung des Ferienrechts zukommt. • In den Jahren mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten (Freitag vor Pfingsten , 17.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 17.00 Uhr) und in der Weihnachtswoche (d.h. die Woche, in die der 25. Dezember fällt, ab dem dieser Woche vorangehenden Freitag, 17.00 Uhr, bis zum übernächsten Sonntag, 12.00 Uhr); und in den Jahren mit gerader Jahreszahl an Ostern (Gründonnerstag, 17.00 Uhr, bis Ostermontag, 17.00 Uhr) und in der Neujahrswoche, d.h. die an die Weihnachtswoche anschliessende Woche, von Sonntag, 12.00 Uhr, bis zum folgenden Sonntag, 17.00 Uhr , alles auf eigene Kosten. Seite 36/38 2.4 Die mit Eheschutze ntscheid des Kantonsgerichts Zug ES 2017 170 vom 3. Oktober 2017 errichtete Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird weitergeführt. 2.5 Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten werden aus- schliesslich der Mutter angerechnet. 2.6 Der Vater wird verpflichtet, mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids an den Unterhalt des Kindes F.________ monatliche Barunterhaltsbe iträge von CHF 1'426.00 bis 31. Januar 2023 und von CHF 1'532.00 ab 1. Februar 2023 bis mindestens zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbil- dung zu bezahlen, zuzüglich allfälliger Familienzulagen, zahlbar je zum Voraus auf den Ers- ten des Monats . Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bun- desamtes für Statistik, Stand Februar 2021 = 100.2 Punkte (Basis Dezember 20 20 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 20 22, dem In- dexstand November des Vorjahres propo rtional anzupassen und auf ganze Franken aufzu- runden. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 100.2 Der Unterhaltspflichtige kann diese Anpassung insoweit verweigern, als sein Einkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entspre- chend erhöht wird. Er verwirkt für das fragliche Jahr den Verweigerungsanspruch, sofern er diesen der Unterhaltsberechtigten nicht bis zum 31. Januar urkun dlich nachweist. 2.7 Die Mutter wird verpflichtet , die regelmässig anfallenden fixen Kinderkosten zu bezahlen (wie Krankenkasse, Gesundheitskosten, Sport - und Musikkosten, Sportbekleidung und -ausrüstung, Freizeitkurse, ausserschulische Betreuung wie Fr eizeitbetreuung, Schulkosten, Kosten für den öffentlichen Verkehr etc.). Ausgenommen davon sind die fixen Kosten für das Handy von F.________, welche vom Vater zu bezahlen sind. Die übrigen, regelmässig im Zusammenhang mit der Betreuung entstehenden Kosten (namentlich Nahrung, Körperpflege, Alltagskleider und Wäsche, Ferien, Freizeit, Taschengeld etc.) werden von demjenigen El- ternteil bezahlt, der F.________ zum Zeitpunkt, zu dem die Kosten anfallen (inkl. Ferien und Feiertage), betreut. 3. Der Kläger wird gestützt auf Art. 125 ZGB verpflichtet, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 31. Januar 2023 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 671.00 zu bezahlen, und ab 1. Februar 2023 bis 31. Juli 2025 einen solchen von CHF 591.00, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats. Dieser Unterhaltsbeitrag ist wie der Kinderunterhaltsbeitr ag indexiert (Ziff. 2. 6). 4. Es wird festgestellt, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind . Seite 37/38 5. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 6. Die K.________ Versicherungen wird gestützt auf Art. 122 ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO ange- wiesen, vom Vorsorgekonto, lautend auf A.________ (Versicherten -Nr. ), den Betrag von CHF 43'615.20 zuzüglich Zins ab 1. Mai 2019 auf das Vorsorgekonto ( Versicherten-Nr.), lau- tend auf C.________, bei der L.________ Sammelstiftung zu überweisen. 7. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 8'000.00 Entscheidgebühr Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und mit dem vom Kläger ge- leisteten Kostenvorschuss von CHF 3'000.00 verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 5'000.00 wird im Umfang von CHF 1'000.00 vom Kläger und im Umfang von CHF 4'000.00 von der Beklagten nachgefordert. 8. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 9. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Obergericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechts- anwendung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Beru- fungsschrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpartei) oder elektronisch, versehen mit einer qualifizierten elektronischen Signatur, eingereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 10. Mitteilung an : - Parteien - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - K.________ Versicherungen , vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechts- kraft zum Vollzug von Ziff er 6 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an : - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Amt für Kindes - und Erwachsenenschutz, Bahnhofstrasse 12, Postfach 27, 6301 Zug , unter Hinweis auf Ziffer 2.4 des Dispositivs - Amt für Migration, Postfach 857, 6301 Zug Zug Seite 38/38 Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. St. Szabó MLaw R. Ackermann Kantonsrichter Gerichtsschreiber versandt am: acr