A bteilung IV D -4263/2007/ law /bah {T 0/2} U rte il v o m 2 1 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter W alter Lang (Vorsitz), R ichter Bruno H uber, R ichter Fulvio H aefeli, G erichtsschreiber C hristoph Basler. A ._______, geboren (...), Iran, vertreten durch Fidan Köle, Freiplatzaktion Zürich, (...), Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Flüchtlingseigenschaft und W egw eisung; Verfügung des BFM vom 22. M ai 2007 / N (...). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -4263/2007 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer verliess den Iran eigenen Angaben gem äss am 14. Juni 2002 und gelangte am 30. Juni 2002 in die Schw eiz, w o er am folgenden Tag zum ersten M al um Asyl nachsuchte. M it Verfügung vom 15. Juli 2003 stellte das dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF) fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw ei- sung aus der Schw eiz und ordnete deren Vollzug an. D ie dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) trat m it U rteil vom 17. Septem ber 2003 auf die am 11. August 2003 ge- gen die Verfügung des Bundesam tes vom 15. Juli 2003 erhobene Be- schw erde nicht ein. B . M it einer als "zw eites Asylgesuch" betitelten Eingabe vom 20. Juni 2006 liess der Beschw erdeführer durch seinen dam aligen Vertreter beim BFM beantragen, es sei auf das vorliegende Asylgesuch einzu- treten, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und die vorläufi- ge Aufnahm e in der Schw eiz anzuordnen; eventualiter sei er infolge U nzulässigkeit oder U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläu- fig in der Schw eiz aufzunehm en. D as zw eite Asylgesuch w urde im W esentlichen dam it begründet, dass der Beschw erdeführer bereits im D ezem ber 2003 an einem H unger- streik von abgew iesenen iranischen Asylsuchenden teilgenom m en habe, der in den M edien und vom Bundesam t viel beachtet w orden sei. Seit N ovem ber 2005 sei er Sym pathisant der D em okratischen Ver- einigung für Flüchtlinge (D VF), w elche die grösste oppositionelle Exil- organisation der Iraner in der Schw eiz sei. M it vier Aktionen pro M onat sei sie zudem in der Schw eiz am aktivsten tätig. D ie Aktivitäten des Leiters der D VF w ürden genau beobachtet, w eshalb gem einsam e Auf- tritte m it ihm die W ahrscheinlichkeit der Kenntnisnahm e durch die ira- nischen Behörden erhöhe. Es sei davon auszugehen, dass die Aktio- nen der D VF von den iranischen Sicherheitsbehörden genau verfolgt w ürden. D er Beschw erdeführer habe an grösseren D em onstrationen gegen die iranische R egierung teilgenom m en und an Kundgebungen Flugblätter verteilt. Es seien Bilder von säm tlichen Aktionen im Internet veröffentlicht w orden, die noch heute einsehbar seien. Eine gesam t- S eite 2D -4263/2007 hafte Betrachtung der subjektiven N achfluchtgründe ergebe, dass er aufgrund der neuen Tatsachen durch sein exilpolitisches Engagem ent in der Schw eiz seine Flüchtlingseigenschaft nachgew iesen habe. D ies entspreche der gefestigten Praxis der schw eizerischen Asylbehörden bei Teilnehm enden am H ungerstreik vom D ezem ber 2003. D er Einga- be lagen m ehrere Bew eism ittel bei (vgl. S. 5 der Eingabe vom 20. Juni 2006 und Akte B3). D as BFM hörte den Beschw erdeführer am 22. August 2006 zu seinen Asylgründen an. Er m achte im W esentlichen geltend, dass er acht Tage lang am H ungerstreik teilgenom m en habe. Alle, die daran teilge- nom m en hätten, hätten Asyl erhalten. Sein N am e stehe nicht auf der Liste der Teilnehm enden am H ungerstreik. Er sei am H interkopf m it ei- nem M esser verletzt w orden; er sei auch in psychiatrischer Behand- lung gew esen. Er habe sich bei der D VF gem eldet, die ihn sieben M o- nate lang habe "hängen lassen". D ann habe deren Leiter ihm m itge- teilt, er dürfe dem Verein nicht beitreten. D er Leiter der D VF sei ein Profiteur, der ihn in den W ahnsinn getrieben habe. Am 28. August 2006 überm ittelte der R echtsvertreter des Beschw erde- führers dem BFM ein Exem plar der Zeitschrift B._______ und m achte geltend, sein M andant sei auf einer Fotografie, die ihn bei der Teilnahm e am H ungerstreik zeige, zu erkennen. D er Leiter der D VF habe bestätigt, dass er im D ezem ber 2003 am H ungerstreik teilgenom m en habe. Er sei für die R einigung der R äum lichkeiten und der U m gebung zuständig gew esen. C . D as Bundesam t stellte m it Verfügung vom 22. M ai 2007 fest, der Be- schw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete deren Vollzug an. D . M it Eingabe an das Bundesverw altungsgericht vom 22. Juni 2007 liess der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter gegen diese Ver- fügung Beschw erde erheben und beantragen, die Verfügung des BFM vom 22. M ai 2007 sei aufzuheben und ihm sei infolge subjektiver N achfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen. Eventuali- ter sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung unzulässig so- w ie unzum utbar sei; entsprechend sei sein w eiterer Aufenthalt durch die Anordnung einer vorläufigen Aufnahm e zu regeln. Es seien ihm die S eite 3D -4263/2007 Bezahlung der Verfahrenskosten sow ie eines Kostenvorschusses zu erlassen. D er Eingabe lagen eine Bestätigung der D VF vom 25. N ovem ber 2005, eine Aufzählung der Aktivitäten des Beschw erdeführers vom N ovem ber 2005 bis Februar 2006 und m ehrere Fotografien bei. Am 25. Juni 2007 w urde dem Bundesverw altungsgericht eine Bestäti- gung der Fürsorgeabhängigkeit des Beschw erdeführers vom 22. Juni 2007 durch die Asyl-O rganisation Zürich, M andat G ossau, überm ittelt. E. M it Zw ischenverfügung vom 29. Juni 2007 hiess der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts das G esuche um G ew ährung der un- entgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G leichzeitig räum te er dem BFM G elegenheit ein, eine Vernehm lassung einzureichen. F. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 3. Juli 2007 die Abw eisung der Beschw erde. D ie Vernehm lassung w urde dem Beschw erdeführer vom Bundesver- w altungsgericht am 4. Juli 2007 ohne R eplikrecht zur Kenntnis ge- bracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsge- richt Beschw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgeset- zes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesam t für M igration (BFM ) gehört zu den Be- hörden nach A rt. 33 VG G und ist daher eine Vorinstanz des Bundes- verw altungsgerichts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde und ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- S eite 4D -4263/2007 richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie Beurtei- lung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw er- deführer ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten. 3. 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person aner- kannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu ei- ner bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrschein- lichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w ider- sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 3.3 W er sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausrei- se aus dem H eim at- oder H erkunftsland eine G efährdungssituation erst geschaffen w orden ist, m acht subjektive N achfluchtgründe geltend (vgl. A rt. 54 AsylG ). Subjektive N achfluchtgründe begründen zw ar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von A rt. 3 AsylG , führen jedoch nach A rt. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie m issbräuchlich oder nicht m issbräuchlich gesetzt w urden. D as vom S eite 5D -4263/2007 G esetzgeber vorgesehene Konzept, w onach das Vorliegen von subjektiven N achfluchtgründen die G ew ährung von Asyl ausschliesst, verbietet auch ein Addieren solcher G ründe m it Fluchtgründen, w elche vor der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgew ährung ausreichen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1995 N r. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.; EM AR K 2000 N r. 16 E. 5a S. 141 f., m it w eiteren H inw eisen). 4. 4.1 D as Bundesam t begründete seine Verfügung dam it, dass der Be- schw erdeführer gem äss einem Schreiben der D VF vom 25. N ovem ber 2005 M itglied der Vereinigung und aktiver Käm pfer gegen die islam i- sche R egierung sei. Er selbst habe geltend gem acht, er sei lediglich Sym pathisant der D VF. G em äss einer Auskunft der SFH -Länderanaly- se vom 4. April 2006 unterlägen M itglieder in Exilorganisationen von im Iran verbotenen oppositionellen Parteien sow ie Teilnehm er an Ver- anstaltungen derselben keiner allgem einen Verfolgungsgefahr. D ie von ihm innert kurzer Zeit eingereichten Bew eism ittel zeigten, dass allein in der Schw eiz innerhalb eines Jahres unzählige exilpolitische Anlässe stattfänden, von denen anschliessend gestellte G ruppenaufnahm en von insgesam t H underten von Teilnehm ern in einschlägigen Internet- seiten publiziert w ürden, sodass es den iranischen Behörden kaum m öglich sein dürfte, diese G esichter konkreten N am en zuzuordnen. Es stelle sich die Frage, ob er bei einer R ückkehr in den Iran allein w egen der Teilnahm e am H ungerstreik im D ezem ber 2003 gefährdet sein könnte. Er habe gegenüber den Asylbehörden keinerlei politische Akti- vitäten geltend gem acht; er habe den Iran angeblich verlassen, w eil er aufgrund seiner H eirat einer rum änischen C hristin gesucht w orden sei. D iese Vorbringen hätten nicht geglaubt w erden können. D a er sich po- litisch nicht betätigt habe, sei nicht anzunehm en, dass er vor dem Ver- lassen des H eim atlandes als R egim egegner oder politischer Aktivist registriert w orden sei. D em zufolge sei auch nicht davon auszugehen, dass er nach seiner Ankunft in der Schw eiz unter spezieller Beobach- tung seitens der iranischen Behörden gestanden habe. D ie Teilnahm e am H ungerstreik könne nicht als Fortsetzung seines bereits im H er- kunftsland bestehenden politischen Engagem ents betrachtet w erden. Aufgrund der Akten könne auch nicht davon ausgegangen w erden, dass er im Zusam m enhang m it dem H ungerstreik in den M edien oder S eite 6D -4263/2007 andersw o nam entlich erw ähnt oder aufgrund einer Fotografie identifiziert w orden sei. Vorerst sei nicht einm al die D VF über seine Anw esenheit inform iert gew esen, sei er doch nicht auf der offiziellen N am ensliste der Streikenden gestanden. Erst nachträgliche Abklärungen hätten ergeben, dass er tatsächlich daran beteiligt gew esen sei. Es sei davon auszugehen, dass sich die iranischen G eheim dienste auf die Erfassung von Personen konzentrierten, die über die m assentypischen und niedrig profilierten Erscheinungsform en exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen w ahrgenom m en oder Aktivitäten entw ickelt hätten. Zusam m enfassend lasse sich feststellen, dass der Beschw erdeführer über kein eigentliches politisches Profil verfüge. Bezeichnenderw eise habe er die gegenüber dem BFM m inutiös belegten exilpolitischen Aktivitäten der beschriebenen stereotypen A rt erst ab M itte 2005, also drei Jahre nach seiner Einreise in die Schw eiz, ausgeübt. D ie geltend gem achten subjektiven N achfluchtgründe hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss A rt. 3 AsylG nicht stand. 4.2 In der Beschw erde w ird geltend gem acht, es sei allgem ein be- kannt, dass die iranischen G eheim dienste seit Jahren die exilpoliti- schen Aktivitäten von Iranern im Ausland beobachteten und erfassten. Zudem w erde die politische Betätigung für staatsfeindliche O rganisationen im Ausland unter Strafe gestellt. Vorliegend sei zw ar nicht belegt, dass der Beschw erdeführer vor seiner Ausreise aufgrund seiner R egim efeindlichkeit Problem e gehabt habe. Aus seiner Vorge- schichte lasse sich aber erkennen, dass er m it den Behörden zu tun gehabt habe, als er von R um änien in den Iran zurückgekehrt sei. D em - nach sei eine R egistrierung nicht ausgeschlossen, und m an w erde ihn bei einer R ückkehr einer intensiveren Kontrolle unterziehen. In diesem Fall dürfte den iranischen Behörden seine Identifizierung nicht schw er- fallen, da er auf der Internetseite der D VF veröffentlichten Fotografien deutlich erkennbar sei. Es sei bekannt, dass die iranischen Behörden das Internet system atisch überw achten. Es scheine sehr w ahrschein- lich, dass die Fotografien auf der Internetseite der D VF gefunden und identifiziert w erden könnten, da die D VF die grösste und aktivste regi- m efeindliche O rganisation in der Schw eiz sei. Aus den beiliegenden Fotografien w erde ersichtlich, dass der Beschw erdeführer bei den Streiks eine führende R olle habe und sich aus der M asse heraushebe. So sei er stets im Vordergrund, w eshalb er nicht übersehen w erden könne. Auch seine aktive Beteiligung lasse sich aus seiner Verhaltens- w eise, die auf einen nicht unw ichtigen Streikträger hindeute, leicht er- S eite 7D -4263/2007 kennen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz übe er innerhalb der D VF keine untergeordnete R olle aus. D ie beiliegenden Fotografien und die Bestätigungen der D VF belegten, dass er sich sehr aktiv an den Aktivitäten der O rganisation beteilige. 5. 5.1 In Bezug auf die geltend gem achte G efährdung des Beschw erde- führers ist zunächst festzuhalten, dass die politische Betätigung für staatsfeindliche O rganisationen im Ausland seit der N eufassung des iranischen Strafrechts vom 9. Juli 1996 unter Strafe gestellt ist (A rt. 498-500). D ie iranischen Behörden überw achen grundsätzlich die poli- tischen Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen im Ausland. G em äss Er- kenntnissen des Bundesverw altungsgerichts riskieren iranische Asyl- suchende, w elche sich in der Schw eiz exilpolitisch betätigen, bei einer allfälligen Ausschaffung in ihr H eim atland eine strafrechtliche Verfol- gung w egen staatsfeindlicher Aktivitäten, w obei bereits im R ahm en ei- nes entsprechenden staatlichen E rm ittlungsverfahrens m it beachtli- cher W ahrscheinlichkeit gravierende Ü bergriffe zu befürchten sind. Be- treffend den H ungerstreik vom D ezem ber 2003 hatte die Schw eizeri- sche Asylrekurskom m ission (AR K) in einem nicht veröffentlichten U r- teil vom 6. Septem ber 2004 i.S. B.J. u.a., Iran, eingehend dargelegt, dass davon auszugehen sei, die iranischen Behörden hätten aufgrund des relativ grossen M edienechos im In- und Ausland von dieser Aktion Kenntnis genom m en. Es w ürden zudem konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der iranische Staat nicht gew illt sei, die anlässlich des H ungerstreiks getätigten rufschädigenden Äusserungen seiner eige- nen Staatsangehörigen tatenlos hinzunehm en. Es sei deshalb unter Vorbehalt der Identifizierung durch die iranischen Behörden von der grundsätzlichen G efährdung der H ungerstreikteilnehm enden auszuge- hen (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichts E-3540/2006 vom 23. April 2007 E. 4.4). Es bleibt dem nach zu prüfen, ob der Beschw erde- führer den iranischen Behörden nam entlich bekannt gew orden ist. 5.2 D er Beschw erdeführer konnte im Verlaufe des ersten Asylverfah- rens nicht glaubhaft darlegen, dass er in seinem H eim atland aufgrund der von ihm genannten G ründe (Eheschliessung m it einer C hristin) m it Verfolgung zu rechnen hatte. Auf entsprechende N achfrage sagte er aus, er habe ab und zu ein Flugblatt gelesen, aber keine politischen Aktivitäten gehabt, die zu Problem en m it den heim atlichen Behörden geführt hätten. D er Beschw erdeführer schilderte bei den beiden Befra- S eite 8D -4263/2007 gungen, die im Jahre 2002 stattfanden, lediglich, er sei vor 10 bezie- hungsw eise 15 Jahren w egen D rogenkonsum s w ährend sechs M ona- ten in H aft gew esen. Es bestehen som it keine konkreten und glaubhaf- ten Anhaltspunkte dafür, dass er im Iran aufgrund eines den Behörden m issliebigen Engagem ents registriert w orden ist. D er Beschw erdefüh- rer w eist nicht das Profil eines R egim egegners und politischen Aktivis- ten auf, w eshalb davon auszugehen ist, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Iran nicht im Visier der dortigen Sicherheitsbehör- den stand. Seine Teilnahm e am H ungerstreik im D ezem ber 2003 kann deshalb nicht als Fortsetzung eines bereits im H eim atland bestehen- den politischen Engagem ents betrachtet w erden. Auch ist aus den vor- liegenden Akten nicht ersichtlich, dass der Beschw erdeführer im Zu- sam m enhang m it dem H ungerstreik oder der Teilnahm e an w eiteren Aktionen der D VF in den M edien oder andersw o nam entlich erw ähnt w orden ist, so dass eine einfache Identifizierung m öglich w äre. W eiter ist davon auszugehen, dass sich die iranischen G eheim dienste, w ie von der Vorinstanz richtig festgestellt, auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die über die m assentypischen und niedrigprofilierten Erscheinungsform en exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen w ahr- genom m en und/oder Aktivitäten entw ickelt haben, die die jew eilige Person aus der M asse der m it dem R egim e U nzufriedenen heraushe- ben und als ernsthaften und gefährlichen R egim egegner erscheinen lassen. N ach E rkenntnis des Bundesverw altungsgerichts unterliegen M itglieder in Exilorganisationen von im Iran verbotenen oppositionellen Parteien, Teilnehm er von Veranstaltungen dieser O rganisationen, Teil- nehm er von regim ekritischen D em onstrationen, w elche die dabei übli- chen Plakate tragen und Parolen rufen, Teilnehm er von sonstigen re- gim ekritischen Veranstaltungen sow ie Personen, die Büchertische be- treuen und Inform ations- und Propagandam aterial in Fussgängerzo- nen verteilen, keiner allgem einen Verfolgungsgefahr. W ie bereits oben ausgeführt, w ar der Beschw erdeführer in seinem H eim atland selbst nicht als politischer Aktivist und R egim egegner bekannt. Seine R olle bei den Aktionen, an denen er teilnahm , geht entgegen der in der Be- schw erde vertretenen Auffassung nicht über das hinaus, w as viele ira- nische Staatsangehörige im R ahm en exilpolitischer Aktionen ausfüh- ren, ohne dass von einer G efährdung dieser Personen auszugehen w äre. In der schriftlichen Eingabe vom 20. Juni 2006 w ird geltend ge- m acht, der Beschw erdeführer sei seit N ovem ber 2005 Sym pathisant der D VF; diese bestätigt indessen in einem Schreiben vom 25. N ovem - ber 2005 seine M itgliedschaft. Bei der Befragung vom 22. August 2006 erklärte der Beschw erdeführer ausdrücklich, der Leiter der D VF habe S eite 9D -4263/2007 ihm gesagt, er dürfe dem Verein nicht beitreten. Es dürfte auch den iranischen Behörden aufgefallen sein, dass die exilpolitische Betätigung vieler iranischer Asylbew erber nach der Ablehnung ihrer Asylgesuche oft zunim m t respektive intensiver w ird oder überhaupt erst ab diesem Zeitpunkt einsetzt, w as das geltend gem achte politische Engagem ent als zw eifelhaft erscheinen lässt. Es darf davon ausgegangen w erden, dass die iranischen Sicherheitsbehörden durchaus in der Lage sind, zw ischen politisch engagierten Iranern, die das R egim e zu gefährden verm ögen, und Exilaktivisten, die es geradezu darauf anlegen, sich durch ihre Aktionen bekannt zu m achen, zu unterscheiden. 5.3 Es ist som it nicht m it überw iegender W ahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer im Falle einer R ückkehr in den H eim atstaat befürchten m uss, dort ernsthafte N achteile im Sinne von A rt. 3 AsylG zu erleiden. Insbesondere fehlen im vorliegenden Fall jegliche aktenkundige H inw eise darauf, dass gegen ihn aufgrund der genannten Aktivitäten im Iran ein Strafverfahren oder andere behördli- che M assnahm en eingeleitet w orden sind, w obei in diesem Zusam - m enhang unter H inw eis auf die in A rt. 8 AsylG verankerte M itw irkungs- pflicht festzuhalten ist, dass es nicht Sache der schw eizerischen Asyl- behörden sein kann, jede auch nur ansatzw eise und abstrakt m ögliche G efährdungssituation im H eim atland des Beschw erdeführers abklären zu m üssen. Vor diesem H intergrund und angesichts der um fangreichen regim ekritischen Aktivitäten von Iranerinnen und Iranern in ganz W est- europa erscheint es insgesam t als unw ahrscheinlich, dass die irani- schen Behörden von den Exilaktivitäten des Beschw erdeführers sow eit N otiz genom m en haben, dass sie ihn als konkrete und ernsthafte Be- drohung für das politische System em pfinden w ürden und er bei einer R ückkehr befürchten m üsste, desw egen verfolgt zu w erden. 5.4 Abschliessend ist darauf hinzuw eisen, dass der Beschw erdeführer aufgrund seiner Ausreise aus dem Iran und der Asylgesuchstellung in der Schw eiz bei einer R ückkehr in seine H eim at keine asylrechtlich re- levanten N achteile zu befürchten hat. Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die behauptete illegale Ausreise des Beschw erde- führers nicht feststeht und diese m it Blick auf die überw iegend un- glaubhaften Verfolgungsvorbringen zum indest zw eifelhaft ist. Selbst w enn der Beschw erdeführer jedoch tatsächlich illegal ausgereist und den iranischen Behörden seine Asylgesuchstellung bekannt gew orden sein sollte, ist nicht davon auszugehen, dass er bei seiner R ückkehr S eite 10D -4263/2007 desw egen m it asylrechtlich relevanten N achteilen zu rechnen hätte (vgl. EM AR K 1998 N r. 20 E. 9b S. 182 f.) 5.5 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde oder die eingereichten Be- w eism ittel im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts än- dern können. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass der Beschw er- deführer keine ihm aufgrund der geltend gem achten subjektiven N ach- fluchtgründe drohende Verfolgung im Sinne von A rt. 3 AsylG glaubhaft m achen kann. D er Beschw erdeführer ist dem nach nicht als Flüchtling anzuerkennen; das BFM hat das zw eite Asylgesuch zu R echt abge- lehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw ei- sung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann ins- besondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine kon- krete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge- zw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizeri- schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), A rt. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere S eite 11D -4263/2007 grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer sol- chen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 8. 8.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in A rt. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von A rt. 5 AsylG rechtm ässig. 8.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Iran dort m it beachtlicher W ahrscheinlich- keit einer nach A rt. 3 EM R K oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in sei- nem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeit- punkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völ- kerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtli- chen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betrof- S eite 12D -4263/2007 fenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politi- schen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahren- m om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen, aber nicht durchführ- baren m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Bot- schaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Vorliegend ist der Vollzug als zum utbar zu erachten, w eil keine H inw ei- se dafür bestehen, dass der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in den Iran einer konkreten G efährdung ausgesetzt w äre. D as Bundes- verw altungsgericht erachtet den W egw eisungsvollzug in den Iran ge- stützt auf die allgem eine Lage als generell zum utbar. D er Beschw erde- führer verfügt über diverse Berufserfahrungen und - sow eit den Akten entnom m en w erden kann - über ein fam iliäres Beziehungsnetz. Bereits im R ahm en des ersten Asylverfahrens w urde festgestellt, dass D ro- genabhängige im Iran behandelt w erden können, stehen dort doch M ethadonbehandlungen und spezialisierte öffentliche und private Kli- niken zur Verfügung. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zu- ständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr not- w endigen R eisedokum ente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), w es- halb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet hat. D ie Anordnung der vorläufigen Aufnahm e fällt som it ausser Be- tracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Be- schw erde ist dem nach abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw er- deführer aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenver- fügung vom 29. Juni 2007 die unentgeltliche R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde und sich an den diesbezüglichen Vor- S eite 13D -4263/2007 aussetzungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzu- erlegen. (D ispositiv nächste Seite) S eite 14D -4263/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Vertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N ...) - (...) (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand: S eite 15