B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3700/2011 U r t e i l v o m 2 8 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Rebecca Moses Möhrle, Thurgauer Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. Mai 2011 / N (…). D-3700/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______ im Jaffna-Distrikt – suchte am 19. Juli 2010 in der Schweiz um Asyl nach. A.a Zur Begründung machte er im Rahmen der Erstbefragung im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum C._______ vom 5. August 2010 und der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM vom 24. August 2010 im Wesentl i- chen geltend, er habe bis im Jahr 2006 bei seinen Eltern in B._______ gelebt. Danach seien sie ins Vanni-Gebiet gezogen, wobei sie aufgrund des Vorrückens der sri-lankischen Armee immer wieder hätten umziehen müssen. Sein Bruder K. sei im Jahr 1994 durch ein Artilleriegeschoss ums Leben gekommen. Sein Bruder J. sei im Jahr 2007 von den "Libera- tion Tigers of Tamil Eelam " (LTTE) zwangsrekrutiert worden und im se l- ben Jahr im Kampf gestorben. Er (der Beschwerdeführer) habe das obl i- gatorische Waffentraining der LTTE absolviert. Am 17. Mai 2009 habe er sich der sri-lankischen Armee ergeben. Dabei sei die Tasche, die er bei sich gehabt habe, kontrolliert und ein Mobiltelefon und Fotos gefunden worden. Es ha be sich jedoch um eine Verwechs lung ge handelt, da es sich nicht um sei ne Tasche, sondern um die gleich aussehende Tasche seines Kollegen P ., der in Vavuniya mit dem Mobiltelefon Aufnahmen von Kriegsszenen gemacht habe, die er an einen Fernsehsender habe weiter- leiten wollen, gehandelt habe. Das betreffende Mobiltelefon und die Fotos seien ihm deshalb zu Unrecht zugeschrieben worden. Man habe ihm die Verwechslung aber nicht ge glaubt. Er sei in das Camp D._______gebracht worden. Dort sei er während zirka vierzehn Ta gen vier Mal zum Inhalt der besagten Tasche befragt und dabei auch drei Mal geschlagen worden. Man habe ihn auch nach Tätigkei ten für die LTTE gefragt und ihm Fotos von LTTE-Mitgliedern zur Identifizierung vorgelegt. Er habe gesagt, dass er nur das obligatorische Waffentraining der LTTE besucht habe. Im Juli 2009 sei es seinem Onkel väterlicherseits aus Va- vuniya gelungen, ihn aus dem Camp frei zukaufen. Sein Onkel habe ihn zu einem Freund nach E._______, Vavuniya, gebracht. Dort habe er sich versteckt, b is sein Onkel die Ausreise für ihn organisiert habe. Auf die Frage nach dem Verbleib seiner Eltern und seiner Schwester ha be ihm sein Onkel gesagt, dass diese in Jaff na leben würden und er sich keine Sorgen machen solle. Am 22. Mai 2010 habe er Sri Lanka schliesslich D-3700/2011 Seite 3 verlassen und s ei von Colombo aus via Uganda nach Italien geflo gen. Von dort aus sei er am 19. Juli 2010 illegal in die Schweiz gelangt. A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen (vgl. vorinstanzliche Akten A1 und A7). B. B.a Mit Verfügung vom 30. Mai 2011 – eröffnet am 31. Mai 2011 – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Weg weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. B.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, Befürchtun- gen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme b e- stehe, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen werde. Die Vorbringen des Beschwe r- deführers, die vor dem Hintergrund der angespannten Situation am Ende des Bürgerkriegs betrachtet werden müssten, seien nicht asylrele vant. Die sri -lankischen Behörden würden zwar alles daran setzen, ein Wi e- dererstarken der LTTE zu verhindern , und deshalb weiterhin gegen ehe- malige Kämpfer und Führungspersönlichkeiten der LTTE vorgehen. Der Beschwerdeführer mache indes nicht geltend, ein aktives oder gar fü h- rendes Mitglied der LTTE gewesen zu sein. Er habe lediglich am obligato- rischen Waffentraining der LTTE im Vanni -Gebiet teilgenommen. Zudem handle es sich bei der D._______um ein Camp für "internally displaced persons" (IDPs). Wären die sri-lankischen Behörden überzeugt gewesen, dass es sich bei ihm um eine Person handle, die ernsthaft im Verdacht stehe, eine Gefahr für die Sicherheit des Staats darzustellen, hätten sie weitere Untersuchungsmassnahmen getroffen und ihn nicht in einem IDP- Camp belassen. Es fänden sich keine Hinweise dafür, dass die sri - lankischen Behörden im heutigen Zeitpunkt ein ernsthaftes Interesse da r- an haben sollten, gerade den Beschwerdeführer zu verfolgen. Angesichts seines geringen politischen Profils sei nicht davon auszugehen, dass er heute mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von asylrelevanten Schwieri g- keiten bedroht sei. Bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen einzugehen. Das Asylgesuch sei aufgrund des Gesagten a b- zulehnen und die Wegweisung anzuordnen Der Wegweisungsvollzug sei als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. Der bewaffnete Konflikt D-3700/2011 Seite 4 sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Seither befinde sich das g esamte Land wieder unter Regierungskontrolle. Nach eingehender Überprüfung der Lage und in Berücksichtigung der UNHCR- Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs sri - lankischer Asylsuchender vom 5. Juli 2010 sei das BFM zum Schluss ge- langt, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka deutlich en t- spannt habe und sich die Lebensbedingungen soweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten des Landes grun d- sätzlich wieder zumutbar sei. Die Bewegungsfrei heit s ei praktisch im ganzen Land gewährleistet. In der Ostprovinz sei der bewaffnete Konflikt bereits 2007 zu Ende gegangen und die Lebensum stände würden sich kontinuierlich verbessern. Im Norden seien die Lebensbedingungen g e- bietsweise unterschiedlich. In den bereits seit längerer Zeit unter Regi e- rungskontrolle stehenden Gebieten (bspw. Jaffna-Halbinsel, südliche Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar) herrsche weitgehen d ein normales Alltagsleben. Im ehemals von den LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet seien die Lebensbedingungen hingegen weiterhin als sehr schwierig einzust u- fen. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers, der aus B._______ im Jaffna-Distrikt stamme und dort bis 2006 gelebt habe, we r- de als zumutbar erachtet. Mit den in B._______ lebenden Eltern und der Schwester sowie dem in Vavuniy a wohnhaften Onkel verfüge er an bei- den Orten über eine gesicherte Wohnsituation und ein tragfähiges Bezie- hungsnetz. C. C.a Mit Eingabe vom 29. Juni 2011 (Datum Poststempel; Schreiben d a- tiert vom 28. Juni 2011) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwal- tungsgericht Beschwerde, worin um Aufhebung der Dispositivziffern 1, 3, 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung und um Anerkennung der Flücht- lingseigenschaft sowie um Feststellung der Unzulässigkeit des Wegwe i- sungsvollzugs und entsprechender Anordnung der vorläufigen Aufnahme, eventualiter um Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs und daher um Anordnung der vorläufigen Aufnahme, ersucht wurde. In formeller Hinsicht wurde zudem unter Verweis auf eine Fürs orgeab- hängigkeitsbestätigung vom 28. Juni 2011 um Gewährung der unentgel t- lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Ver- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. C.b Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) halte in ihrem Bericht zur Situa-D-3700/2011 Seite 5 tion von Rückkehrern nach Sri Lanka vom 1. Dezember 2010 fest, dass zwangsweise Zurückgeführte der "Sri Lankan National Police Investigati- ons Unit" (CID) gemeldet würden. Zurückgeführte würden vom "State In- telligence Service" (SIS) zur Ausreise, den Gründen der Rückführung und dem persönlichen Hintergrund befragt. Tamilen aus dem Norden und Os- ten des Landes würden generell genauer überprüft. Schwierigkeiten seien insbesondere bei ausstehenden Haftbefehlen, Vorstrafen, Verbindungen zu den LTTE, illegaler Ausreise, Verbindungen zu Medien oder Nichtr e- gierungsorganisationen oder beim Fehlen von Identität spapieren zu e r- warten. Die Auffassung eines Grossteils der Singhalesen, dass jeder Ta- mile grundsätzlich verdächtig sei, herrsche auch bei den staatlichen S i- cherheitskräften vor. Personen, die irgendeine Verbindung zu den LTTE aufweisen würden, würden gesucht oder unter D ruck gesetzt. Dabei wür- de kaum unterschieden, ob der Betreffende freiwillig zur Guerilla gega n- gen sei oder zwangsrekrutiert worden sei. Besondere Risiken bestünden für Tamilen, die sich ohne besonderen Grund in Colombo aufhalten wü r- den, oder die im Ausland gelebt hätten und nun in den Norden des La n- des reisen würden. Er stamme aus dem Jaffna-Distrikt und habe in Vanni das obligatorische Training der LTTE absolviert. Bei einer Rückkehr nach Sri Lanka müsste er von Colombo, wo er kein Beziehungsnetz habe, in den Norden des Landes reisen. Damit gehöre er zu den Perso nen, die gemäss der SFH besonders gefährdet seien, bei einer Rückkehr staatl i- chen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu werden. Er habe deshalb begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne vo n Art. 3 AsylG, weshalb ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzus prechen sei. Da ihm bei e i- ner Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Stra- fe oder Behandlung drohe, sei der Wegweisungsvol lzug unzulässig. Der Wegweisungsvollzug sei aber auch unzumutbar. Gemäss der Lagebeu r- teilung des Bundesverwaltungsgerichts in BVGE 2008/2 stelle sich die Si- tuation für rückkehrende Tamilen aus den ehemals umkämpften Gebieten in der Nord - oder Ostprovinz besonders schwierig dar. Die Anerkennung einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes setze das Vorliegen begünstigender Faktoren voraus. Solche seien bei ihm, der aus Jaffna im Norden des Landes stamme und über kei ne Beziehungen in Colombo verfüge (sein Onkel lebe in Vavuniya), nicht gegeben. D. Mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2011 s tellte das Bundesverwaltung s- gericht fest, dass die Be schwerdeeingabe nicht un terzeichnet und de s-D-3700/2011 Seite 6 halb mangelhaft sei. Es räumte dem Beschwerdeführer zur Beschwerd e- verbesserung eine Frist von sie ben Tagen ein, verbunden mit der Andr o- hung, dass ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. E. Mit Eingabe vom 12. Juli 2011 reichte der Beschwerdeführer die nunmehr von seiner Rechtsvertreterin unterzeichnete Beschwerdeschrift ein. F. Mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2011 trat das Bundesverwaltungsge- richt auf die Beschwerde ein und stellte fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleichze i- tig wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG – unter Vorbehalt der Veränderung der f i- nanziellen Lage des Beschwerdeführers – gutgeheissen und auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses verzichtet. G. In seiner Vernehmlassung vom 28. Juli 2011 beantragte das BFM die Ab- weisung der Beschwerde; diese enthalte keine neuen erheblichen Tats a- chen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Standpunkts rechtfe r- tigen könnten. Der Beschwerdeführer weise kein Gefährdungspotenzial auf, das im heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung seitens des sri -lankischen Staates schliessen lassen würde. Die allgemei ne Sicherheitslage habe sich s eit Mai 2009 deutlich en t- spannt und die Lebensbedingungen hätten sich soweit verbessert, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten des Landes grundsätzlich wieder zumutbar sei. Die Eltern und die Schwester des Beschwerdefü h- rers würden in B._______ leben, so dass er über eine gesicherte Wohnsi- tuation und ein tragfähiges Bezie hungsnetz verfüge. Der Wegweisung s- vollzug erweise sich deshalb als zumutbar. Das BFM teile die vom B e- schwerdeführer geltend gemachte Furcht, bei einer Rückkehr in den Nor- den Sri Lankas ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausge- setzt zu sein, nicht. Er habe nur das obligatorische Waffentraining der LTTE absolviert und die Tatsache, dass er bei Kriegsende in das IDP - Camp D._______gebracht worden sei, belege, dass ihn die sri-lankischen Behörden nicht als gefährlich eingestuft hät ten. Es gebe keine Hinweise dafür, dass die sri -lankischen Behörden heu te noch ein ernsthaftes Int e- resse daran haben sollten, gerade ihn zu verfolgen. D-3700/2011 Seite 7 H. In seiner Replik vom 16. August 2011 verwies der Beschwerdeführer voll- umfänglich auf seine Beschwerdeeingabe vom 29. Juni 2011 und bea n- tragte erneut die Gutheissung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Auf die Beschwerde wurde eingetreten (vgl. Zwischenverfügung vom 15. Juli 2011; vorn Bst. F). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer ersucht in der Beschwerdeeingabe vom 29. Juni 2011 um Aufhebung der Dispositivziffern 1, 3, 4 und 5 der vorinstanzl i- chen Verfügung vom 30. Mai 2011. D ie Aufhebung der Dispositivziffer 2 (Ablehnung des Asylgesuchs) beantragt er zwar nicht explizit, d a er je- doch unter Verweis auf die im erstinstanzlichen Verfahren geltend g e- machten Asylgründe um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft ersucht (und nicht etwa unter Berufung auf subjektive Nachfluchtgründe , die [s o- fern sie nachgewiesen sind] die Flüchtlingseigenschaft i m Sin ne von Art. 3 AsylG begründen, jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss D-3700/2011 Seite 8 des Asyls führen) und keine Asylausschlussgründe nennt, bildet auch die Frage des Asyls Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten soziale n Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirk en (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen oder nicht (vgl. Entsc heidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff.). 5. Das BFM erachtete die geltend gemachten Ausreisegründe des B e- schwerdeführers als den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügend. Dieser Einschätzung ist im Ergebnis beizupflichten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Den Rechtsmitteleingaben sind keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen, d ie geeignet wären, eine Änderung der angefochtenen Verfügung hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls (und der Durchführbarkeit des Wegweisungsvoll zugs) herbeizufüh- ren. D-3700/2011 Seite 9 5.1 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheids, wobei erlittene Verfolgung oder begründete Furcht vor Verfolgung im Zeitpunkt der Au s- reise aus dem Heimatland ein Hinweis auf weiterbestehende Gefährdung sein kann (vgl. BVGE 2008/4 Nr. 5.4 mit weiteren Hinweisen). Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Misshandlungen bei den Befragungen im Camp ist darauf hinzuweisen, dass di e Gewährung des Asyls nicht dazu dienen kann, einen Ausgleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern vielmehr bezweckt, Schutz vor künftiger Verfolgung zu gewähren. Der Beschwerdeführer macht e in der Beschwerdeeingabe vom 29. Juni 2011 geltend, er habe bei einer Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung , und berief sich diesbe- züglich auf einen Bericht der SFH zur Situation von Rückkehrern nach Sri Lanka vom 1. Dezember 2010 sowie auf die Lagebeurteilung des Bu n- desverwaltungsgerichts in BVGE 2008/2 (Urteil datierend vom 14. Februar 2008) . Das Bundesverwaltungsgericht hat i ndes zwischen- zeitlich angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri - lankischen Bürgerkriegs im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 (Urteil datie- rend vom 27. Oktober 2011) eine neue Beurteilung der Lage in Sri Lanka vorgenommen und dabei festgehalten, dass gemäss w eitgehend übe r- einstimmenden Berichten insgesamt von einer seit Beendigung des mil i- tärischen Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich verbesserten Lage auszugehen sei. Die LTTE gälten militärisch als vernichtet und die Sicherheitslage habe sich in bedeuts a- mer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befinde. Gleichzeitig habe sich aber die Menschen- rechtslage namentlich hinsichtlich der Mei nungsäusserungs- und der Pressefreiheit weiter verschlechtert. Aufgrund der aktuell in Sri Lanka herrschenden allgemeinen politischen, sicherheits- und menschenrechtli- chen Situation hat das Bundesverwaltungsgericht – im Sinne von Risik o- gruppen – Personenkreise definiert, deren Zugehörige heute einer erhöh- ten Verfolgungsgefahr unterliegen. Dazu gehören unter anderem Pers o- nen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in V erbindung zu stehen ode r gestanden zu haben, ebenso Anhänger des Ex -Generals Sarath Fon seka, Journalisten und andere in der Medienbranche tätige Personen, international und lokal tätige Vertre- ter von Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Men schenrechte einsetzen oder Verstösse kri tisieren, Opfer und Zeugen von Mensche n- rechtsverletzungen sowie Personen, die solche Übergriffe bei den Behö r- den anzeigen, ab gewiesene Asyl bewerber mit Verdacht zu Kont akten zum LTTE-Kader oder Perso nen, die über beträchtliche finanzielle Mittel D-3700/2011 Seite 10 verfügen (siehe die ausführliche Darstellung der Personengruppen im er- wähnten Urteil BVGE 2011/24 E. 8). 5.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, ein asy l- relevantes Risikoprofil im obgenannten Sinne zu begründen. Die sri - lankischen Behörden richten den Fokus auf ehemalige Führungskräfte der LTTE oder auf Personen, welche in namhafter Weise für diese Org a- nisation tätig waren und aus diesem Grund eine Gefahr für den Staat darstellen. Auf den Beschwerdeführer trifft dies nicht zu. Laut seinen A n- gaben hat er lediglich, wie unzählige andere Personen, am damals obli- gatorischen Waffentraining der LTTE im Vanni-Gebiet teilgenommen. Eine Beteiligung an Kampfhandlungen oder andere namhafte Aktivitäten für die LTTE beziehungsweise Kontakte zu deren Kaderleuten bringt er nicht vor. Damit weist er kein herausragendes po litisches Profil auf. Dem BFM ist auch dahingehend zuzustimmen, dass der Umstand , dass der B e- schwerdeführer nach Kriegsende in ein IDP-Camp gebracht und dort be- lassen wurde, gegen ein Risikoprofil spricht. Dieser Umstand deutet viel- mehr darauf hin , dass die sri-lankische Ar mee den Beschwerdeführer nach den durchgeführten Befragungen nicht ernsthaft verdäch tigt hat, in namhafter Weise für die LTTE tätig gewesen zu sein oder in Kontakt zum LTTE-Kader gestanden zu haben , ansonsten er wohl kaum ohne An ord- nung weiterer Untersuchungsmassnahmen in dem IDP -Camp belassen worden wäre. Dass es den Armeeangehörigen, die die Untersuchung g e- gen ihn geführt haben, nicht gelungen sei, das Mobiltelefon dem wahren Eigentümer zuzuordnen, ist in Anbetracht des Inhalts der entsprechenden Speicherkarte unglaubhaft. Den Akten lassen sich damit keine konkreten Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt von den sri -lankischen Behörden als politisch oppositionell wahrgenommen respektive als namhafter LTTE-Anhänger gesucht würde. Das BFM hat die Vorbringen des Beschwerdeführers da her zu Recht we- gen fehlender begründeter Furcht vor künftiger asylrechtlich relevanter Verfolgung als den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügend erachtet. Allein der Umstand, dass der B e- schwerdeführer in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht hat, vermag seine Flüchtlingseigenschaft ebenfalls nicht zu begründen. 5.3 Der Beschwerdeführer erfüllt damit die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Das Bundesamt hat das Asylgesuch zu Recht abg e- lehnt. D-3700/2011 Seite 11 6. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An- spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde daher zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 de s Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.1.1 Keine Person darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlings- rechtliche Rückschiebun gsverbot schützt nur Personen, die die Flüch t- lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb- liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschi e- bungsverbots nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegwe i- sung ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand in einen Staat D-3700/2011 Seite 12 ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschli- cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich A n- haltspunkte dafür, dass er für den Fa ll einer Ausschaffung in den Heimat- staat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie jener de s UN -Anti-Folterausschusses müsste der B e- schwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Gro s- se Kammer], S aadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, B e- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen) . Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinbli ck auf eine EMRK- widrige Behandlung für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt b efasst (vgl. N.A. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entschei d vom 17. Juli 2008 P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine un menschliche Behandlung; ei ne entsprechende Risikoeinsc hätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich ins gesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Aus den vorangegangenen Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwe r- deführer keiner in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft relevanten Risi- kogruppe im Sinne von BVGE 2011/24 angehört, weshalb nicht davon auszugehen ist, ihm drohe im Rahmen der routinemässigen Überprüfung bei der Rückkehr diesbezüglich eine unmenschliche Behandlung . Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwe i- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). An dieser Ein schätzung vermögen auch die diesbezüglichen Einwände des Beschwerdeführers in der Beschwe r- deschrift vom 29. Juni 2011 und der dort zitierte SFH-Bericht vom 1. Dezember 2010 nichts zu ändern, weshalb es sich erübrigt, weiter dar- auf einzugehen. D-3700/2011 Seite 13 7.1.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen oder Ausländer unzumutbar sei n, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.2.1 Der Beschwerdeführer beruft sich hinsichtlich der Frage der Zumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs auf die Lagebeurtei lung in BVGE 2008/2. Das Bundesverwaltungsgericht hat indes – wie bereits erwähnt – angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri -lankischen Bür- gerkriegs im Mai 2009 in seinem Grundsatzurteil BVGE 2011/24 eine neue, umfassende Analyse der Situation in Sri Lanka vorgenommen. Demnach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 die allgemeine Lage in Sri Lanka erheblic h verbessert. Die Situation in der Ostprovinz hat sich weitgehend stabilisiert und normalisiert, so dass der Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet der Ostprovinz als grundsätzlich zumutbar zu e r- achten ist . Auch der Weg weisungsvollzug in die Nordprov inz ist – mit Ausnahme des sogenannten Vanni-Gebiets (die Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördlichen Teile der Distrikte von Mannar und V a- vuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna - Distrikts südlich von Nagarkovil umfa ssend), wohin eine Rückkehr au f- grund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Vermi nung weiter- hin unzumutbar ist – grundsätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückha l- tende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskrite rien aufdrängt. Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet von Sri Lanka (d.h. die Pr o- vinzen North Central, North Western, Central, Western [namentlich der Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamu wa und die Uva -Provinz) stammen und dorthin zu rückkehren, ist der Wegweisungsvollzug grund- sätzlich zumutbar (vgl. BVGE 2011/24 E. 13). 7.2.2 Der junge und ledige Beschwerdeführer, der keine gesundheitlichen Probleme geltend macht, stammt aus B._______ im Jaffna-Distrikt in der Nordprovinz, ausserhalb des Vanni-Gebiets. Er hat dort mit seiner Familie D-3700/2011 Seite 14 bis im Jahr 2006 gelebt und seine Eltern und seine Schwester sind sei- nen Angaben zufolge wieder dort wohnhaft (vgl. A1 S. 3). In Vavuniya – ebenfalls ausserhalb des Vanni-Gebiets – lebt zudem sein Onkel väterli- cherseits, der ihm die Ausreise finanziert habe. Von Juli 2009 bis zur Aus- reise am 22. Mai 2010 hat der Beschwerdeführer bei einem Freund des besagten Onkels in Vavuniya gelebt. Der Beschwerdeführer verfügt damit im nicht zum Vanni-Gebiet gehörenden Teil der Nordprovinz über ein trag- fähiges Beziehungsnetz und es ist davon auszugehen, dass er dort bei einer Rückkehr wiederum Unterstützung und zumindest für die erste Zeit eine gesicherte Wohnsituation vorfinden wird . Zwar war er bisher nicht erwerbstätig, aber er verfügt über eine zehnjährige Schulbildung (vgl. A1 S. 3), die ihm künftig den Aufbau einer Existenzgrundlage ermöglichen sollte. Eine allfällige schweizerische Rückkehrhilfe kann ihm den Wiede r- einstieg in Sri Lanka ebenfalls erleichtern (Art. 62 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). Die Ortswechsel innerhalb Sri Lan kas und die Bereitschaft, allein in die Schweiz zu reisen, lassen zudem auf die Fä higkeit des Beschwerdefüh- rers schliessen, sich an veränderte Verhältnisse anzupassen. Im Übrigen genügen bloss soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemein en betroffen ist, nicht , um eine ko n- krete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG dar zustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). 7.2.3 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich somit sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar , zumal er die "zwangsweise Rückführung", zu welcher Vorgehensweise er sich in der Beschwerde unter Verweis auf verschie dene Quellen geäu s- sert hat, durch eine freiwillige Rückkehr vermeiden kann. 7.3 Der Wegweisungsvollzug ist schliesslich auch als möglich zu b e- zeichnen, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der allenfalls notwendigen Be- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. da- zu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.). 7.4 Der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug ist damit zu bestätigen und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme d es Beschwer- deführers fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung D-3700/2011 Seite 15 Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art . 106 AsylG). Die Beschwer- de ist somit abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm i n- dessen mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2011 die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und we i- terhin von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ausz u- gehen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3700/2011 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand: