A bteilung I A -1429/2006 {T 0/2} U rte il v o m 2 9 . A u g u s t 2 0 0 7 R ichter D aniel R iedo (Vorsitz), R ichter M arkus M etz, R ichterin C laudia Pasqualetto Péquignot, G erichtsschreiberin Iris W idm er. A ._______, vertreten durch _______ Beschw erdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. M W STG (1.Q uartal 2001 bis 2. Q uartal 2003); E rm essenseinschätzung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandA -1429/2006 Sachverhalt: A . A._______ führt in Y._______ ein C oiffeurgeschäft für D am en und H erren. D as G eschäftslokal befindet sich in den R äum lichkeiten des Einfam ilienhaus der Fam ilie. Eine solche Einzelfirm a w ird deshalb auch als "Kellercoiffeurgeschäft" bezeichnet. Vor dem U m zug im Jahr 1999 in das Einfam ilienhaus m it neu zw ei Kundenstühlen, arbeitete sie in der M itw ohnung der Fam ilie, w o sie über einen einzigen W aschplatz verfügte. B . Anlässlich einer Kontrolle an O rt und Stelle durch die Eidgenössische Steuerverw altung (ESTV) an diversen Tagen im Jahr 2003 w urde bei A._______ eine m angelhafte Buchführung festgestellt. Aufgrund des U m standes, dass die verbuchten M aterialeinkäufe gem essen an den ausgew iesenen U m sätze sehr hoch w aren, w urde erm essensw eise eine U m satzkalkulation vorgenom m en. D a gestützt auf diese Berechnung die für die M ehrw ertsteuerpflicht m assgebende U m satzgrenze von Fr. 75'000.-- überschritten w urde, trug die ESTV A._______ per 1. Januar 1998 im R egister der Steuerpflichtigen ein und forderte für die Jahre 1998 bis 2000 die M ehrw ertsteuer nach (EA N r. 275'761). Für die Steuerperioden 1. Q uartal 2001 bis 2. Q uartal 2003 (Zeitraum vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 2003) forderte die ESTV m it EA N r. 275'762 vom 20. O ktober 2003 Fr. 24'885.-- zuzüglich Verzugszins nach. C . A._______ liess ihre Steuerpflicht m it Schreiben vom 7. N ovem ber 2003 bestreiten. M it Entscheiden vom 10. D ezem ber 2003 bestätigte die ESTV ihre Steuerforderungen. D . D agegen liess A._______ am 14. Januar 2004 Einsprachen erheben. D ie Steuerpflicht von A._______ w urde bestritten und das gew ählte Vorgehen der ESTV bei der U m satzkalkulation gerügt. D ie von der ESTV geschätzten U m sätze liessen sich von einer "Kellercoiffeuse" im Allgem einen und von A._______ im Speziellen aufgrund des Platzangebotes und der geleisteten Arbeitszeit nicht erreichen. N achdem die ESTV A._______ aufgefordert hatte, zur Berechnung der abzugsfähigen Vorsteuern die notw endigen U nterlagen einzureichen, hiess die ESTV am 8. Februar 2005 die Einsprache betreffend die Jahre 1998 bis 2000 im W esentlichen m it der Begründung gut, S eite 2A -1429/2006 aufgrund der vergleichsw eise niedrigen Preise der Beschw erdeführerin erhöhe sich prozentual der M aterialaufw and am G esam tum satz. D er auf dieser erhöhten Basis erm essensw eise kalkulierte U m satz erreiche die U m satzgrenze nicht. M it Entscheid desselben D atum s erklärte sie A._______ jedoch ab dem 1. Januar 2001 für steuerpflichtig. D ie Einsprache betreffend das 1. Q uartal 2001 bis zum 2. Q uartal 2003 w urde im U m fang von Fr. 4'028.50 für anzurechnende Vorsteuern gutgeheissen, im Ü brigen jedoch abgew iesen und die Steuer in H öhe von Fr. 20'856.50 zuzüglich Verzugszins nachgefordert. Zur Begründung w urde im W esentlichen festgehalten, dass die Buchführung verschiedene gravierende M ängel aufw eise und der M aterialanteil am ausgew iesenen U m satz ohne erkennbaren G rund m assiv über den Erfahrungsw erten liege. Eine E rm essenseinschätzung sei deshalb gerechtfertigt gew esen. Bei der U m satzkalkulation habe die ESTV den M aterialaufw and auf 15% des U m satzes (ohne M ehrw ertsteuer) angesetzt. D ies ergab kalkulierte N ettoum sätze von Fr. 168'293.-- im Jahr 2001; Fr. 106'093.-- im Jahr 2002 und Fr. 53'047.-- im H albjahr 2003. Ein höherer M aterialanteil sei u.a. auch aufgrund der Preiserhöhung der Beschw erdeführerin ab 2000 nicht angezeigt. D en erzielten U m satz habe A._______ ohne W eiteres eventuell m it aushilfsw eise beschäftigten M itarbeiterinnen erzielen können. N ach dem U m zug ins Einfam ilienhaus hätten schliesslich neu zw ei W aschplätze zur Verfügung gestanden. E. M it Eingabe vom 11. M ärz 2005 liess A._______ (Beschw erdeführerin) Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) erheben, m it dem Begehren, der Einspracheentscheid der ESTV vom 8. Februar 2005 sei bezüglich der Steuerpflicht und der auferlegten Steuerforderung aufzuheben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung w urden w eitgehend dieselben Argum ente vorgebracht w ie vor der Vorinstanz. D a die m assgeblich erzielten U m sätze aus den vorhandenen Aufzeichnungen ohne W eiteres ersichtlich seien (Fr. 51'875.-- im Jahr 2001; Fr. 40'573.-- im Jahr 2002; Fr. 51'270.-- im Jahr 2003), bleibe für eine E rm essensveranlagung kein R aum . Im Eventualfall w erde geltend gem acht, die Vorinstanz habe nicht dargelegt, auf w elche Erfahrungsw erte sie sich zur Berechnung des "astronom isch hohen" N etto-U m satzes gestützt habe. Es w erde bestritten, dass der angew endete M aterialanteil von 15% für vergleichbare Betriebe realistisch bzw . für den vorliegenden Fall zutreffend sei. D ie Beschw erdeführerin habe zudem – bis auf w enige W ochen, w ährend S eite 3A -1429/2006 der sie zw ei Anlehrtöchter beschäftigt habe – zu keiner Zeit Angestellte gehabt. N eben der M itarbeit im Betrieb ihres Ehem annes und der Tätigkeit als H ausfrau und M utter habe die Beschw erdeführerin nicht m ehr als zu 50% ihrer Erw erbstätigkeit nachgehen können. D ie m ehrw ertsteuerliche U m satzlim ite habe sie schon deshalb und aufgrund ihrer niedrigen Preise gar nie erreichen können. F. In ihrer Vernehm lassung vom 7. Juni 2005 schloss die ESTV auf Abw eisung der Beschw erde. D er von der Beschw erdeführerin angegebene M aterialanteil liesse sich selbst bei verschw enderischem U m gang m it den Produkten unm öglich erreichen. D ie Beschw erdeführerin habe w eder Produkte vernichtet noch an Berufskolleginnen w eiter gegeben. Entw eder habe sie m ehr als den in den Büchern festgehaltenen U m satz erzielt oder die Saloneinrichtung an eine andere C oiffeuse verm ietet (sog. "Stuhlverm ietung"). W as auch im m er zutreffe, eine kalkulatorische U m satzerm ittlung sei unabdingbar. Zur Stützung ihres Standpunktes, dass sie ihr pflichtgem ässes E rm essen nicht überschritten habe, legte die ESTV ein Spezialdossier m it ihren Erfahrungszahlen ausschliesslich zu H anden der SR K ein. G . M it R eplik vom 11. Juli 2005 hielt die Beschw erdeführerin an ihren Begehren fest. Insbesondere bezüglich der Erfahrungszahlen brachte sie vor, diese hätten keinerlei Bew eisw ert und seien aus dem R echt zu w eisen. Andernfalls sei das vertrauliche D ossier der Beschw erdeführerin zur Akteneinsicht auszuhändigen und ihr die G elegenheit zur Stellungnahm e zu gew ähren. In ihrer D uplik vom 5. Septem ber 2005 bestätigte die ESTV den Antrag auf Abw eisung der Beschw erde. Sie beantragte, das Spezialdossier sei der Beschw erdeführerin nicht zur Akteneinsicht vorzulegen; sollte die SR K zu einem anderen Schluss kom m en, verlange sie den Erlass eines anfechtbaren Zw ischenentscheides. M it Zw ischenverfügung vom 18. O ktober 2005 entschied die SR K, das vertrauliche D ossier sei in anonym isierter Form (Ausblenden je der Kolonnen "M W ST-N °", "O rt", "Bem erkungen") dem R echtsvertreter der Beschw erdeführerin zur Kenntnisnahm e zuzustellen; es w urde M öglichkeit eingeräum t, innert Frist dazu Stellung zu nehm en. S eite 4A -1429/2006 D ie von der ESTV dagegen beim Bundesgericht eingelegte Verw altungsgerichtsbeschw erde vom 31. O ktober 2005 w urde m it Entscheid vom 21. N ovem ber 2006 abgew iesen. H . M it Schreiben vom 5. D ezem ber 2006 w urde das vertrauliche Spezialdossier der Beschw erdeführerin in anonym isierter Form zur Kenntnisnahm e zugestellt und Frist zur Stellungnahm e gesetzt. I. Per 31. D ezem ber 2006 hat die SR K die Verfahrensakten dem Bundesverw altungsgericht (BVG er) zur Beurteilung der Sache übergeben. J. N ach gew ährten Fristverlängerungen hielt die Beschw erdeführerin in ihrer Stellungnahm e vom 8. Februar 2007 an ihren bisherigen Vorbringen fest. Insbesondere bestritt sie die R elevanz und Tauglichkeit der Erfahrungszahlen und Statistiken der ESTV. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen Einspracheentscheide der ESTV der Beschw erde an die SR K. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t beim Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 die bei der SR K hängigen R echtsm ittel, sofern es zuständig ist und keine Ausnahm e vorliegt; die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (A rt. 31 bis A rt. 33 und A rt. 53 Abs. 2 VG G ). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss A rt. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). Vorliegend ist keine Ausnahm e gegeben und gegen den Entscheid der Vorinstanz ist die Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht zulässig (A rt. 32 e contrario und A rt. 33 Bst. d VG G ). D ieses ist m ithin zur Beurteilung in der Sache sachlich w ie funktionell zuständig. 1.2 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Einspracheentscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht S eite 5A -1429/2006 (A rt. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (A rt. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (A rt. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. AN D R É M O SE R , in: André M oser/Peter U ebersax, Prozessieren vor Eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, S. 59 f., R z. 2.59; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1758 ff.). D as Bundesverw altungsgericht auferlegt sich allerdings bei der Ü berprüfung von E rm essensveranlagungen eine gew isse Zurück- haltung und führt so die gefestigte diesbezügliche R echtsprechung der SR K w eiter (vgl. U rteile des Bundesverw altungsgerichts A-1397/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.1, A-1535/2006 vom 14. M ärz 2007 E. 2.1; Entscheide der SR K 2004-023 vom 10. M ai 2005 E. 1b, vom 24. O ktober 2005, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundes- behörden [VPB] 70.41 E. 2d.cc, vom 14. M ai 2003, veröffentlicht in VPB 67.122 E. 2c.cc). 2. 2.1 D ie Voraussetzungen der subjektiven Steuerpflicht bei der Inlandsteuer ergeben sich aus A rt. 21 des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20). D em nach ist steuerpflichtig, w er eine m it der Erzielung von Einnahm en verbundene Tätigkeit selbständig ausübt, sofern ihre Lieferungen, ihre D ienstleistungen und ihr Eigenverbrauch im Inland jährlich gesam thaft Fr. 75'000.-- übersteigen. O b und w ann die Steuerpflichtige diese Voraussetzungen erfüllt, hat sie aufgrund des bei der M ehrw ertsteuer geltenden Selbstveranlagungsprinzips selber zu klären (vgl. A rt. 46 f. M W STG , vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.109/2005 vom 10. M ärz 2006 E. 2.1; Entscheide der SR K vom 9. D ezem ber 2003, ver- öffentlicht in VPB 67.51 E. 2a.aa, vom 20. Januar 2003, veröffentlicht in VPB 67.79 E. 2a). Zu den O bliegenheiten der Steuerpflichtigen gehören unter anderem : die An- und Abm eldepflicht als steuerpflichtige Person (A rt. 56 Abs. 1 M W STG ), die Auskunftspflicht gegenüber der Eidgenössischen Steuerverw altung (A rt. 57 Abs. 1 M W STG ) sow ie die Buchführungspflicht (A rt. 58 M W STG ; vgl. auch ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU ER /KLAU S A. VALLEN D ER , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz [M W STG ], Bern 2003, 2. Aufl., R z. 1579 ff.; insbesondere zum S eite 6A -1429/2006 Selbstveranlagungsprinzip ER N ST BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). 2.2 G em äss A rt. 58 Abs. 1 M W STG hat die M ehrw ertsteuerpflichtige ihre G eschäftsbücher ordnungsgem äss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der M ehrw ertsteuerpflicht sow ie für die Berechnung der Steuer und der abziehbaren Vorsteuern m assgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig erm itteln lassen. D araus ergibt sich, dass auch nicht buchführungspflichtige selbständig Erw erbende die G eschäftsbücher so zu führen haben, dass säm tliche Einnahm en und Ausgaben in chronologischer R eihenfolge erfasst und auch säm tliche Kunden- und Lieferantenbelege gesam m elt w erden (zur Buchführung und Aufbew ahrung der G eschäftsbücher und Belege vgl. "W egleitung 2001 zur M ehrw ertsteuer", herausgegeben von der ESTV im Som m er 2000 [W egleitung 2001] R z. 878 ff., insbesondere R z. 888; C AM EN ZIN D /H O N AU ER /VALLE N D E R , a.a.O ., R z. 1671 ff.; vgl. Entscheide der SR K vom 9. D ezem ber 2003, veröffentlicht in VPB 67.51 E. 4b, vom 9. N ovem ber 1999, veröffentlicht in TVA/M W ST/VAT- Journal 2000 S. 1 E. 2c, 2004-187 vom 18. O ktober 2006 E. 2b). G em äss R echtsprechung sind auch selbständig Erw erbende, die nur geringe U m sätze aufw eisen und ihre Einnahm en bar erzielen, verpflichtet, w enn auch nicht kaufm ännische Bücher im Sinne des H andelsrechts, so doch zum indest ein einfaches ordentliches Kassabuch zu führen, die erzielten U m sätze lückenlos zu erfassen und die geschäftsrelevanten Belege aufzubew ahren (U rteil des Bundesgerichts 2A.109/2005 vom 10. M ärz 2005 E. 2.2; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1397/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.3; Entscheide der SR K 2003-094 vom 10. August 2005 E. 2d.aa, vom 12. August 2002, veröffentlicht in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 73 233 E. 2c.aa, vom 25. August 1998, veröffentlicht in VPB 63.27 E. 3b, m it w eiteren H inw eisen). D ie detaillierte und chronologische Führung eines Kassabuches m uss dem nach besonders hohen Anforderungen genügen (vgl. dazu auch H AN S G ER BER , D ie Steuerschätzung [Veranlagung nach E rm essen], in Steuer R evue [StR ] 1980 S. 306). Soll ein Kassabuch für die R ichtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs Bew eis erbringen, ist zu verlangen, dass in diesem die Bareinnahm en und -ausgaben fortlaufend, lückenlos und zeitnah aufgezeichnet und durch Kassenstürze regelm ässig - in bargeldintensiven Betrieben täglich - kontrolliert w erden. N ur auf diese W eise ist gew ährleistet, dass die S eite 7A -1429/2006 erfassten Bareinnahm en vollständig sind, d.h. den effektiven Bareinnahm en entsprechen (vgl. etw a U rteil des Bundesgerichts 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3; U rteil des Bundes- verw altungsgerichts A-1397/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.3). 2.3 N ach A rt. 60 M W STG nim m t die ESTV eine Schätzung nach pflichtgem ässem E rm essen vor, w enn keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vorliegen oder die ausgew iesenen Ergebnisse m it dem w irklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstim m en. D abei hat die Verw altung diejenige Schätzungsm ethode zu w ählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der Steuerpflichtigen sow eit als m öglich R echnung trägt, auf plausiblen Angaben beruht und deren Ergebnis der w irklichen Situation m öglichst nahe kom m t (U rteil des Bundesgerichts 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 4.1; Entscheide der SR K vom 24. O ktober 2005, veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2d.aa, vom 5. Januar 1998, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 3a). In Betracht fallen einerseits M ethoden, die auf eine Ergänzung oder R ekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, andererseits U m satzschätzungen aufgrund unbestrittener Teil- R echnungsergebnisse in Verbindung m it Erfahrungssätzen (U rteile des Bundesverw altungsgerichts A-1397/2007 vom 19. Juli 2007 E. 2.4, A-1356/2006 vom 21. M ai 2007 E. 2.5; Entscheide der SR K vom 24. O ktober 2005, veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2d.aa und E. 4e.bb.aaa., vom 12. August 2002, veröffentlicht in ASA 73 228 E. 2c.aa). D ie brauchbaren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind sow eit als m öglich bei der Schätzung m itzuberücksichtigen. Sie können durchaus als Basisw erte der E rm essenstaxation fungieren (vgl. G ER B ER , a.a.O ., S. 307). Selbst eine form ell einw andfreie Buchführung kann die D urchführung einer Schätzung erfordern, w enn die in den Büchern enthaltenen G eschäftsergebnisse von den Erfahrungszahlen w esentlich abw eichen, vorausgesetzt die Steuerpflichtige ist nicht in der Lage, allfällige besondere U m stände, auf G rund w elcher diese Abw eichung erklärt w erden kann, nachzuw eisen oder zum indest glaubhaft zu m achen (U rteil des Bundesgerichts vom 28. August 1985, veröffentlicht in ASA 58 380 E. 3; U rteil des Bundes- verw altungsgerichts 1397/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.4, Entscheid der SR K 2003-094 vom 10. August 2005 E. 2d). 2.4 D ie Bew eisw ürdigung endet m it dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erw iesen zu gelten hat S eite 8A -1429/2006 oder nicht. D er Bew eis ist geleistet, w enn der R ichter bzw. die R ichterin gestützt auf die freie Bew eisw ürdigung zur Ü berzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachum stand verw irklicht hat. G elangt der R ichter bzw. die R ichterin aufgrund der Bew eisw ürdigung nicht zur Ü berzeugung, die feststellungsbedürftige Tatsache habe sich verw irklicht, so fragt es sich, ob zum N achteil der Abgabebehörde oder des Abgabepflichtigen zu entscheiden ist, w er also die Folgen der Bew eislosigkeit zu tragen hat. N ach der objektiven Bew eislastregel ist bei Bew eislosigkeit zu U ngunsten desjenigen zu urteilen, der die Bew eislast trägt (FR ITZ G YG I, Bundesver- w altungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; M AR TIN ZW E IFEL, D ie Sachverhaltserm ittlung im Steuerveranlagungsverfahren, Zürich 1989, S. 109 f.). D ie Abgabebehörde trägt die Bew eislast für Tatsachen, w elche die Abgabepflicht als solche begründen oder die Abgabeforderung erhöhen, d.h. für die abgabebegründenden und -m ehrenden Tatsachen. D em gegenüber ist der Abgabepflichtige für die abgabeaufhebenden und -m indernden Tatsachen bew eisbelastet, d.h. für solche Tatsachen, w elche Abgabebefreiung oder Abgabe- begünstigung bew irken (statt vieler: U rteil des Bundesver- w altungsgerichts A-1687/2006 vom 18. Juni 2007 E. 2.4; Entscheide der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission [ZR K] vom 6. Juli 2004, in VPB 68.166, E. 2 d; vom 2. O ktober 1995, in ASA 65 413; BLUMENSTEIN/LOCHER, S. 454; ZW EIFEL, a.a.O ., S. 48). Sind die Voraussetzungen einer E rm essenstaxation erfüllt, obliegt es der Steuerpflichtigen, den Bew eis für die U nrichtigkeit der Schätzung zu erbringen. Erst w enn die Steuerpflichtige den N achw eis dafür erbringt, dass der Vorinstanz bei der Schätzung erhebliche E rm essensfehler unterlaufen sind, nim m t das Bundesver- w altungsgericht eine Korrektur der vorinstanzlichen Schätzung vor (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1397/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.5.2; Entscheide der SR K 2003-094 vom 10. August 2005 E. 2d, 1998-175 vom 5. Januar 2000, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 2, m it H inw eisen). 3. Im vorliegenden Fall ist zunächst darüber zu befinden, ob die ESTV zu R echt die von der Beschw erdeführerin geführte Buchhaltung abgelehnt und dam it die Voraussetzungen für eine E rm essenstaxation als erfüllt betrachtet hat. Falls dies zu bejahen ist, gilt es in einem zw eiten Schritt zu überprüfen, ob die E rm essensveranlagung sich als rechtm ässig erw eist (E. 4 hienach). S eite 9A -1429/2006 3.1 D ie ESTV nennt für die E rm essenseinschätzung hauptsächlich zw ei G ründe. Zum einen sei die Buchführung form ell m angelhaft. So sei keine Buchhaltung geführt, sondern einzig eine G egenüberstellung per Jahresende erstellt w orden. Ein direkter Bezug zu den vorhandenen Belegen lasse sich nicht herstellen. Es hätten keine "Kassastürze" (Abgleichung Kassabuch-Saldo m it dem tatsächlichen Bargeldbestand) nachgew iesen w erden können, und es sei kein Inventar erstellt w orden. Zum anderen habe der M aterialanteil am ausgew iesenen U m satz m assiv über den Erfahrungsw erten der ESTV gelegen (vgl. Ziffer 2 des Einspracheentscheides). 3.2 Aus diesen G ründen hat die ESTV die U m sätze zu R echt erm essenw eise festgelegt. D ie Ü berprüfung durch das Bundes- verw altungsgericht kom m t zu keinem anderen Ergebnis, w ie auch die nachfolgenden Ausführungen zeigen. W ie die Beschw erdeführerin selber ausführt, hat sie - m it der Begründung der U nverhältnism ässigkeit angesichts des effektiv erzielten geringen U m satzes - bis Ende 2003 keine eigentliche Buchhaltung geführt. Sie habe aber die Tageseinnahm en im Kassabuch festgehalten. D ie Einträge in die entsprechenden Kassabücher seien jew eils durch Ü bertrag aus den Agenden, in denen nicht nur die Kundenterm ine, sondern auch die Tageseinnahm en notiert w orden seien, erfolgt. W as die Kundenagenda betrifft, die gem äss Ausführung der Beschw erdeführerin als G rundlage für das Kassabuch gedient habe, fehlt darin an zahlreichen Tagen ein Eintrag der Tageseinnahm en (Beispiele: 9. Februar 2002 bis 20. April [Ausnahm e 2. April] 2002; 13. Septem ber [Ausnahm e 25. Septem ber] 2002 bis 31. Januar [Ausnahm e 11. Januar] 2003, 11. bis 13. und 18. bis 20. Februar 2003). D ie Tageseinnahm en sind als Total in der Kundenagenda ein- bzw . im Kassabuch übertragen w orden. W ie sich die Tageseinnahm en zusam m ensetzen, kann daraus nicht erm ittelt w erden. Für ihre Leistungen stellte die Beschw erdeführerin offenbar keine Q uittungen aus; über eine R egistrierkasse verfügte sie erst nach der Kontrollperiode. D eshalb können die einzelnen G eschäftsvorfälle nicht im D etail chronologisch und lückenlos nachvollzogen w erden. Insbesondere kann nicht erm ittelt w erden, ob die Beschw erdeführerin die verbuchten U m sätze aus Frisierdienstleistungen oder aus dem Verkauf von H andelsw aren tatsächlich in dieser H öhe erzielt hat. U nd S eite 10A -1429/2006 folglich kann nicht nachvollzogen w erden, w elche D ienstleistung zu w elchem Preis die jew eiligen Kunden beansprucht haben. Als bargeldintensiver Betrieb hätte die Beschw erdeführerin überdies "Kassastürze" durchführen m üssen; dass solches geschehen ist, lässt sich aus den U nterlagen (z.B. m ittels N otiz oder Visierung) nicht schliessen und w ird von der Beschw erdeführerin auch nicht behauptet. Ausserdem w urde im überprüften Zeitraum kein Inventar erstellt. Entgegen der Auffassung der Beschw erdeführerin genügen ihre Aufzeichnungen und das Kassabuch in keiner W eise den obgenannten Anforderungen (E. 2.2). Für die R ichtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs erbringt das Kassabuch der Beschw erdeführerin folglich nicht den erforderlichen N achw eis. D ie m assgebenden Tatsachen für die Feststellung der Steuerpflicht (bzw. der allenfalls fehlenden Steuerpflicht) lassen sich daraus w eder leicht noch zuverlässig erm itteln. D er verbuchte M aterialanteil lag im Verhältnis zum U m satz zudem beträchtlich über den Erfahrungsw erten der ESTV. G em äss den Aufschrieben der Beschw erdeführerin hat der M aterialaufw and in Prozenten des U m satzes 49,9% im Jahr 2001 und 39% im Jahr 2002 betragen. D er m axim ale Erfahrungsw ert der ESTV liegt bei 19% (gem äss Stichprobe 2 der D am en- und H errencoiffeurbetriebe ohne Einschränkung hinsichtlich G rösse und U m satz [Branche 9302A, U ntergruppe C ]; M inim aler W ert 4.5% , M ittelw ert 11.3% ; D atensatz um fasst 230 Betriebe). Im Jahr 2001 bzw . 2002 übertraf die Beschw erdeführerin diesen W ert folglich um 30.9% bzw . 20% . D a für die ESTV diese Abw eichungen aufgrund der konkreten U m stände nicht erklärbar und die Buchführung nicht zuverlässig w aren, durfte sie davon ausgehen, dass sich die ausgew iesenen Ergebnisse m it dem w irklichen Sachverhalt offensichtlich nicht in Ü bereinstim m ung befanden. D er (im Ü brigen nicht nachgew iesene) Einw and der Beschw erdeführerin, ihre G eschäftsbücher seien von anderen Stellen und Behörden, nam entlich den Steuerbehörden des Kantons, akzeptiert w orden, verfängt nicht. D ie Praxis der kantonalen Behörden bzw . die Veranlagung zu den direkten Steuern kann für die ESTV und insbesondere den Bereich der M ehrw ertsteuer offensichtlich nicht m assgeblich sein (vgl. U rteile des Bundesgerichts 2A.222/2002 vom 4. Septem ber 2002 E. 3.4, vom 12. N ovem ber 1998, veröffentlicht in S eite 11A -1429/2006 ASA 68 660, E. 3e; Entscheid der SR K vom 8. O ktober 2003, veröffentlicht in VPB 68.53 E. 6a, m it w eiteren H inw eisen). 4. 4.1 Sind w ie im vorliegenden Fall die Voraussetzungen einer E rm essenstaxation erfüllt, obliegt es der Beschw erdeführerin, den N achw eis zu erbringen, dass die Schätzung der ESTV unrichtig ist bzw . dieser dabei erhebliche E rm essensfehler unterlaufen sind. Sie hat sich m it den Elem enten der vorgenom m enen E rm essenseinschätzung im Einzelnen zu befassen und - unter H inw eis auf Bew eism ittel - die Schätzung der Verw altung zu w iderlegen (vgl. oben E. 2.4). 4.2 D ie Beschw erdeführerin bringt gegen die Schätzung der ESTV vor, es sei von einem M aterialverbrauch von m indestens 25% (Ziffer 6 der Beschw erdeschrift), eher 30% (Ziffer 5 der Beschw erdeschrift) auszugehen, w obei sie auf die überw iegend w eibliche Kundschaft verw eist, Privatentnahm en im U m fang von jährlich Fr. 1000.--, jährliche Kundengeschenke, zahlreiche, der Kundengew innung dienende, kostenlose Frisierdienstleistungen für verschiedene Vereine sow ie die Kosten für die m assive Aufstockung des Lagers in den Jahren 2000 bis 2003 bzw. die nicht optim ale Lagerbew irtschaftung geltend m acht. U m als Kleinstbetrieb konkurrenzfähig zu sein, m üsse sie das ganze Sortim ent anbieten können, w as zu einem höheren M aterialanteil führe. Insbesondere hätten desw egen auch grössere M aterialverluste hingenom m en w erden m üssen. W enig benötigte Produkte seien eingetrocknet und entsorgt w orden. Im W eiteren gehe nicht an, den gesam ten W arenum satz für die theoretische Berechnung des G esam tum satzes heranzuziehen. D a die Beschw erdeführerin tiefere Preise für H andelswaren anbieten könne, sei ihr U m satz diesbezüglich grösser, w as entsprechend zu berücksichtigen sei. D ie Vorinstanz hätte überdies nicht berücksichtigt, dass in den W areneinkäufen w iederverw endbare A rtikel inbegriffen seien. 4.3 4.3.1 D ie ESTV hat den U m satz auf Basis der von der Beschw erdeführerin verbuchten M aterialaufw endungen kalkulatorisch erm ittelt. Konkret ist sie von den M aterialeinkäufen gem äss Belegen der Beschw erdeführerin ausgegangen und hat den M aterialaufw and auf 15% des U m satzes (ohne M ehrw ertsteuer) angesetzt. Auf den kalkulierten N ettoum sätzen hat sie die geschuldete Steuer zum S eite 12A -1429/2006 N orm alsatz berechnet. Zur Vervollständigung sei angefügt, dass die ESTV den M aterialeinkauf für das 1. und 2. Q uartal 2003 auf der Basis des Vorjahres ebenfalls geschätzt hat. D iese Kalkulation w urde von der Beschw erdeführerin nicht bestritten. 4.3.2 D ie Festlegung des M aterialanteils basiert auf den von der ESTV erfassten Erfahrungszahlen. G em äss dem von der ESTV eingereichten Spezialdossier beträgt der durchschnittliche M aterialverbrauch eines C oiffeursalons für D am en und H erren ohne Einschränkungen 11.3% (Stichprobe 2, vgl. E. 3.2) . Bei - w ie bei der Beschw erdeführerin - kleinen ländlichen D am en- und H erren- coiffeurbetrieben liegen die durchschnittlichen M aterialanteile m it m axim al einer produktiv beschäftigten Person und einem U m satz unter Fr. 200'000.-- etw as höher, näm lich bei 12.6% (Stichprobe 1 [Branche 9302A, U ntergruppe C ], D atensatz um fasst 19 Betriebe). D er m inim ale W ert liegt bei 7% , der m axim ale bei 18% . Insbesondere bei den vier im D atensatz enthaltenen Betrieben, die - w ie die Beschw erdeführerin - keine Beschäftigten haben, liegt der M aterialaufw and bei 9% , 10% , 11% und 15% . 4.3.3 D ie ESTV hat bei der Festsetzung des M aterialanteils im Fall der Beschw erdeführerin nicht auf den M ittelw ert von 12.3% abgestellt, sondern ist von einem höheren, für sie vorteilhafteren M aterialverbrauch ausgegangen. D adurch sollte berücksichtigt w erden, dass die Beschw erdeführerin vorw iegend w eibliche Kundschaft bedient, deren M aterialverbrauch gegenüber dem jenigen der M änner in der R egel höher liege (vgl. Vernehm lassung Ziffer 9, Stellungnahm e zu lit. a). D er Verkauf von H andelsw aren ist im U m fang von 10% des G esam tum satzes berücksichtigt w orden (vgl. Ziffer 1 der EA N r. 275'761 [betreffend M W STV] auf die die EA N r. 275'762 verw eist). Sofern die Beschw erdeführerin einen höheren Anteil an H andelsprodukten berücksichtigt haben w ill, hat sie es gerade selber versäum t, die buchm ässigen Voraussetzungen für eine solche Ausscheidung zu schaffen. D ie daraus entstehenden N achteile hat sie nun selber zu tragen. M it der pauschalen Behauptung, die Preise für H andelswaren seien bei der Beschw erdeführerin tiefer gew esen und deshalb der U m satz höher, kann die Erm essenseinschätzung der ESTV jedenfalls nicht w iderlegt w erden. Im Ü brigen hat die ESTV bereits in ihrem Einspracheentscheid dargelegt, dass ein akzeptierter S eite 13A -1429/2006 M aterialdirektverkauf gem äss Angaben der Beschw erdeführerin im U m fang von einem D rittel der Einkäufe (und einem M aterialanteil von 10% für Behandlungen) zu einem noch höheren U m satz geführt hätte (vgl. Einspracheentscheid, Beilage 1, Variante zur kalkulatorischen U m satzerm ittlung). In den M aterialaufw endungen m itberechnet ist der Privatverbrauch, da dieser auch in den Erfahrungsw erten der ESTV m itenthalten ist (Vernehm lassung Ziffer 9, Stellungnahm e zu lit. d). An der subjektiven Steuerpflicht der Beschw erdeführerin verm öchte der beantragte, überdies unbelegte, Abzug von Fr. 1000.-- jährlich nichts zu ändern. D ie der U m satzkalkulation zugrunde gelegten M aterialaufw endungen enthalten ausschliesslich Verbrauchsprodukte. Säm tliche Ausgaben für Produkte, die nicht an Kunden verabreicht w erden können, sind darin nicht enthalten (Vernehm lassung Ziffer 9, Stellungnahm e zu lit. f). Insbesondere nicht erfasst sind die auf das Jahr 2001 fallenden Kosten für die Saloneinrichtung, die Aufw endungen für Verbrauchsm aterialien, M aschinen und Ausstellungsm obilien (vgl. Ziffer 1 der EA N r. 275'761 [betreffend M W STV] auf die die EA N r. 275'762 verw eist). D er Vorw urf der Beschw erdeführerin, die Vorinstanz hätte w iederverw endbare A rtikel in die Berechnung m iteinbezogen, kann deshalb nicht gefolgt w erden. D er Einw and, der erhebliche M aterialm ehrverbrauch sei m itunter durch die kostenlos erbrachten Frisierdienstleistungen an Laienschauspielerinnen und -schauspielern begründet, erscheint in Anerkennung einer gew issen Freigiebigkeit der Beschw erdeführerin im behaupteten U m fang als unglaubhaft. G leiches gilt für die der H öhe nach ebenfalls nicht nachgew iesenen Kundengeschenke. W as das W arenlager betrifft, so w urde in den Jahren 2001 und 2002 kein Inventar erstellt, w eshalb die Verw altung zu R echt von einem konstanten W arenlagerbestand ausging. H insichtlich des geltend gem achten Aufbaus des W arenbestandes hat die ESTV in nachvollziehbarer W eise dargelegt, anhand der eingereichten Lieferantenrechnungen ergebe sich vielm ehr, dass die Be- schw erdeführerin gezielt nur diejenigen Produkte bestellt hat, die unm ittelbar benötigt w urden. Für eine m assive Aufstockung des Lagers oder grosse M aterialverluste gibt es keine H inw eise (Vernehm lassung Ziffer 9 Stellungnahm e zu lit. e, Ziffer 10; Einspracheentscheid Ziffer 4 lit. c). S eite 14A -1429/2006 Insofern die Beschw erdeführerin zum N achw eis der nicht erreichten U m satzgrenze im überprüften Zeitraum auf die G eschäftsabschlüsse der nachfolgenden Jahre verw eist bzw. auf die dort behaupteten über 15% liegenden M aterialanteile, und geltend m acht, dass trotz höherem Pensum der Beschw erdeführerin und der Beschäftigung von Lehrtöchtern die m ehrw ertsteuerlich relevante U m satzgrenze noch im m er nicht erreicht sei, betrifft dies G eschäftsjahre ausserhalb der Kontrollperiode. Sie könnten im vorliegenden Verfahren nur bedingt berücksichtigt w erden und für sich allein den rechtsgenügenden N achw eis für die Fehlerhaftigkeit der fraglichen Veranlagung jedenfalls nicht erbringen. 4.3.4 Zusam m enfassend ist das Vorgehen der ESTV nicht zu beanstanden. Inw iefern diese dadurch ihr pflichtgem ässes E rm essen verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich. D ie Schätzungsgrundlagen und -m ethoden erscheinen nicht als sachw idrig oder unverbeinbar m it den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalles. 5. Es bleibt, auf die Argum ente der Beschw erdeführerin einzugehen, sow eit sie durch die voranstehenden Erw ägungen nicht bereits ausdrücklich oder im plizite w iderlegt sind. 5.1 5.1.1 D ie Beschw erdeführerin bringt zunächst hinsichtlich der Erfahrungszahlen vor, das erhobene D atenm aterial sei m it 230 (Stichprobe 2) bzw. 19 (Stichprobe 1) D atensätzen bei rund 13'000 Einträgen unter "C oiff*" im elektronischen Telefonverzeichnis nicht repräsentativ. D ie Erfahrungszahlen seien deshalb nicht relevant und untauglich für die Berechnung des (theoretischen) U m satzes. M assgebend sei allein der effektiv erzielte U m satz. D ie einzelnen C oiffeurgeschäfte liessen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Struktur, G rösse und Lage kaum vergleichen. Zudem seien die Kriterien, gem äss derer die D atensätze Eingang in die Statistik gefunden hätten, unklar. 5.1.2 Aufgrund der eingereichten U nterlagen ist ersichtlich, dass die einzelnen C oiffeurbetriebe tatsächlich hinsichtlich G rösse, U m satz, Preise und Anzahl M itarbeitende sehr unterschiedlich strukturiert zu sein scheinen. O b solches allein für das C oiffeurgew erbe typisch ist, erscheint jedoch fraglich. D ennoch zeigt die Beschw erdeführerin dam it exem plarisch die Schw ierigkeiten der Verw altung auf, w enn diese zu S eite 15A -1429/2006 einer E rm essenveranlagung verpflichtet ist. U m eine Basis für die Ausübung ihres E rm essens zu schaffen, sam m elt die ESTV die D aten der Steuerabrechnungen der anderen Steuerpflichtigen. D ies gehört zur konstanten und langjährigen Praxis der ESTV und w ird auch vom Bundesgericht gestützt (vgl. statt vieler U rteile des Bundesgerichts 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 5, 2A.109/2005 vom 10. M ärz 2006 E. 4.3). D ie Abstützung auf Erfahrungszahlen ist auch in der Literatur dem G rundsatz nach völlig unbestritten (statt vieler C AM EN ZIN D /H O N AU ER /VALLEN D ER , a.a.O ., N . 1681, U ELI M AU SER , m w st.com , Kom m entar zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer, Basel 2000, N . 4 zu A rt. 60, PASC AL M O LLA R D , TVA et taxation par estim ation, in: ASA 69 S. 511 ff., 553 f.). D as D atenm aterial, auf das sich die ESTV stützt, m uss nicht repräsentativ im Sinne einer säm tliche schw eizerische C oiffeurbetriebe um fassenden - annähernd w issenschaftlichen - Analyse sein; solches ist nicht ihr gesetzlicher Auftrag. Solange die ESTV die gesam m elten D aten nach sachgem ässen Kriterien ausw ertet und diejenigen D atensätze und Erfahrungsw erte heranzieht, die dem zu beurteilenden Fall am nächsten kom m en, sow ie diese D aten rechtsgleich anw endet und die individuellen U m stände des Einzelfalles berücksichtigt, übt sie ihr E rm essen pflichtgem äss aus. D ass dies vorliegend der Fall w ar, w urde hinlänglich dargelegt. 5.2 5.2.1 D ie Beschw erdeführerin bringt vor, sie sei nicht in der Lage gew esen, den von der Steuerverw altung errechneten U m satz zu erzielen. N eben der Tätigkeit als M utter und der Arbeit im Betrieb ihres M annes w ährend 1,5 Stunden pro Tag, habe sie höchstens 50% als C oiffeuse arbeiten können. Selbst m it einem Stundenlohn von Fr. 50.--, w elcher sich im C oiffeurgew erbe allerdings kaum erzielen liesse, sei es unm öglich, den kalkulatorisch erm ittelten U m satz zu erreichen. M axim al hätte sie einen U m satz von 54'000.-- erzielt (4,5 Stunden x 5 Tage x 48 W ochen x Fr. 50.--). Selbst bei der von der Steuerverw altung angenom m enen Preiserhöhung von 35% (die prozentuale Berechnung w ird von der Beschw erdeführerin allerdings bestritten) ab dem U m zug in das Einfam ilienhaus w erde die U m satzgrenze nicht erreicht. D araus sei ersichtlich, w ie konstruiert, unrealistisch und w illkürlich die Berechnungen der Vorinstanz seien. Ihre Preise seien, verglichen m it anderen Betrieben, deutlich niedriger, habe sie sich doch nach den herrschenden M arktverhältnissen zu richten. S eite 16A -1429/2006 5.2.2 Abgesehen davon, dass sich der U m satz nicht anhand des Stundenlohnes berechnet, w ie die Beschw erdeführerin dies in ihrer hypothetischen Berechnung tut, ist die H öhe des behaupteten Stundenlohnes sow ie der Arbeitsaufw and gänzlich unbelegt geblieben. Ü berdies ist zu bem erken, dass sich die Beschw erdeführerin keinen Lohn ausbezahlt hat, jedoch der G ew inn ihrer Einzelfirm a als Abgeltung für die von ihr geleistete Arbeit anzusehen ist. Aufgrund der schw erw iegenden M ängel in den Aufzeichnungen der Beschw erdeführerin könnte ein Stundenlohn ohnehin nicht aussagekräftig errechnet w erden. Aus den Kundenagenden ist nicht ohne W eiteres und zuverlässig ersichtlich, w ie gross der von der Beschw erdeführerin geleistete Arbeitszeiteinsatz gew esen ist. Indes kann eine Klärung dieser Fragen im R ahm en der E rm essensüberprüfung offen bleiben. Belegt und der H öhe nach unbestritten geblieben sind einzig die M aterialeinkäufe der Beschw erdeführerin. D iese w urden deshalb für die U m satzkalkulation herangezogen. D iese M ethode erscheint im vorliegenden Fall ohne Zw eifel als sachgerecht. W arum gerade die Beschw erdeführerin einen über den Erfahrungsw erten liegenden höheren Bedarf an M aterial gehabt haben soll, hat sie - w ie bereits ausgeführt - nicht nachw eisen können. D as Bundesverw altungsgericht verkennt nicht, dass der auf diese W eise erm ittelte N ettoum satz gegenüber dem von ihr deklarierten hoch ist (jew eils rund das D reifache). Jedoch ist darauf hinzuw eisen, dass gew isse Fehlerquellen bzw . U nschärfen einer Schätzung grundsätzlich inhärent sind. Es w äre Aufgabe der Beschw erdeführerin gew esen, durch ordnungsgem äss geführte, vollständige Aufzeichnungen von vornherein Klarheit über säm tliche von ihr erzielten Einnahm en zu schaffen. D ieser O bliegenheit ist sie nicht nachgekom m en und die Beschw erdeführerin hat allfällig nun sich daraus ergebende Konsequenzen zu ihren Lasten zu tragen. Jedenfalls liegt der durchschnittliche N ettoum satz gem äss Stichprobe 1 (ländliche Betriebe) bei rund Fr. 133'700.-- (M inim um Fr. 82'000.--, M axim um Fr. 195'000.--). Insbesondere der M ittelw ert der vier Betriebe ohne Angestellte beträgt Fr. 116'000.-- (Fr. 82'000.--, Fr. 179'000.--, Fr. 92'000.--, Fr. 111'000.--). Bei der Beschw erdeführerin liegt der Schnitt für die kontrollierte Periode bei rund Fr. 126'000.--. D er von der ESTV kalkulierte U m satz liegt klar im R ahm en und nicht ausserhalb der Erfahrungsw erte. Er befindet sich som it keineswegs im Bereich des U nm öglichen oder des Konstruierten, w ie die Beschw erdeführerin S eite 17A -1429/2006 behauptet. M it Blick auf die Zahlen, insbesondere der vier Betriebe ohne Angestellte, ist dieser U m satz von einer Einzelperson durchaus erreichbar, so dass der Verdacht der ESTV, die Beschw erdeführerin habe unter U m ständen M itarbeiterinnen gehabt, dahingestellt bleiben kann. Inw iefern schliesslich die spezifisch lokalen M arktverhältnisse die Beschw erdeführerin zu niedrigeren Preisen - und entsprechend tieferem U m satz - als andere Betriebe in ebenfalls ländlichen G ebieten der Schw eiz gedrängt haben sollen, ist nicht dargetan und auch nicht ersichtlich. D ie Beschw erdeführerin hat zw ar ihr Angebot ab 2000 verändert und ausgebaut, sodass ein detaillierter Preisvergleich nicht für jede Leistung m öglich ist. D ennoch ergibt sich aus den eingereichten Preislisten, dass die Beschw erdeführerin ihre Preise im Jahr 2000 - entgegen ihrer Auffassung - deutlich hat erhöhen können, w ie auch im m er diese Preiserhöhung in Prozenten - die ESTV geht von 35.5% , die Beschw erdeführerin von m axim al 29% aus - korrekt zu berechnen ist (als beispielhaften Vergleich die von den Parteien diskutierte, w ohl gebräuchlichsten Leistung "W aschen/ Schneiden/Föhnen": D am en bis 1999: Fr. 51.--, ab 2000: Fr. 64.-- bis Fr. 72.--; H erren: bis 1999: Fr. 30.--, ab 2000: Fr. 38.--; w eitere Beispiele: D auerw elle D am en: bis 1999: Fr. 50.--, ab 2000: Fr. 52.-- bis Fr. 62.--; M èches O berkopf D am en: bis 1999: Fr. 20.--, ab 2000: Fr. 37.--). D em Vorw urf, die ESTV habe den U m satz w illkürlich festgelegt, kann unter all diesen U m ständen nicht gefolgt w erden. 5.3 Zusam m enfassend hat die Beschw erdeführerin m it ihrer Argum entation die R echtm ässigkeit der Schätzung der ESTV nicht zu w iderlegen verm ocht. D ie von der ESTV angew andte U m satzkalkulation hält der Ü berprüfung durch das Bundes- verw altungsgericht stand. D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 6. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 2'000.-- sind der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG in Verbindung m it A rt. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen. Eine Parteientschädigung an die Beschw erdeführerin ist nicht zuzusprechen (A rt. 64 Abs. 1 Vw VG e S eite 18A -1429/2006 contrario, vgl. auch A rt. 7 Abs. 1 VG KE e contrario). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 2'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet. 3. D er Beschw erdeführerin w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - die Vorinstanz (R ef-N r. _______) (G erichtsurkunde) D er vorsitzender R ichter: D ie G erichtsschreiberin: D aniel R iedo Iris W idm er R echtsm ittelbelehrung: G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (A rt. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. A rt. 42 BG G ). S eite 19A -1429/2006 Versand: S eite 20