<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass bei der Betreuung von Kindern psychisch kranker Eltern Handlungsbedarf besteht?</p><p>2. Braucht es zusätzliche Angebote in Krisen- und Notfallsituationen sowie intermediäre Angebote mit interdisziplinären Angebotsstrukturen (einschliesslich sozialer Unterstützung und Unterstützung im Alltag)?</p><p>3. Wer ist für die Angebote verantwortlich? Wie können sie finanziert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat ist sich der schwierigen Situation von Kindern und Jugendlichen von psychisch erkrankten Eltern bewusst. Er teilt die Meinung, dass bei der Betreuung von Kindern psychisch kranker Eltern ein Handlungsbedarf besteht (siehe den Bericht "Die Zukunft der Psychiatrie in der Schweiz" in Erfüllung des Postulates Stähelin 10.3255 sowie die Antwort des Bundesrates auf die Postulate Quadranti 16.3422, "Das harte Los pflegender Kinder besonders anschauen", und Schmid-Federer 15.3456, "Pflegende Kinder nicht ausklammern"). Das Thema der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen - insbesondere auch in der Rolle als Angehörige - ist sehr aktuell und wird bereits von den Kantonen, von privaten Organisationen und auf Bundesebene bearbeitet.</p><p>2./3. Die Zuständigkeit für die Gesundheitsversorgung, die Kinder- und Jugendhilfe und somit auch für eine funktionierende Betreuungsstruktur für Kinder und Jugendliche von Eltern mit psychischen Erkrankungen liegt bei den Kantonen. Es ist daher an ihnen zu klären, ob zusätzliche Angebote nötig sind.</p><p>Zurzeit werden mit Unterstützung der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz in 18 Kantonen Aktionsprogramme im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen umgesetzt. Die Kantone engagieren sich in der Vernetzung der Akteure und Koordination der Angebote. Es werden ressourcenstärkende Interventionen für Lehrpersonen, Eltern sowie die Kinder und Jugendlichen selbst unterstützt und teilweise spezielle Angebote für Kinder aus psychisch belasteten Familien geschaffen.</p><p>Der Bund unterstützt die Kantone im Rahmen seiner Kompetenzen: Am 5. Dezember 2014 hat der Bundesrat in Erfüllung des Postulates der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates 13.3366, "Betreuungszulagen und Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige", einen Aktionsplan zur Unterstützung von betreuenden und pflegenden Angehörigen verabschiedet (Bericht inkl. Aktionsplan siehe: www.bag.admin.ch &gt; Strategie &amp; Politik &gt; Politische Aufträge &amp; Aktionspläne &gt; Aktionsplan pflegende Angehörige). Die Umsetzung der Massnahmen geht der Bund gemeinsam mit den Kantonen, Gemeinden und privaten Organisationen an. Dabei werden soweit möglich die spezifischen Anliegen und Bedürfnisse von Kindern von psychisch kranken Eltern berücksichtigt. Zudem verfügt der Bund gestützt auf die Verordnung über Massnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie zur Stärkung der Kinderrechte (SR 311.039.1) über die Möglichkeit, Organisationen, die sich im Bereich präventiver Massnahmen im Kinderschutz engagieren, zu unterstützen. So erhält das Institut Kinderseele Schweiz seit 2016 Finanzhilfen für den Aufbau einer internetbasierten Informations- und Anlaufplattform zum Thema "Kinder/Jugendliche psychisch belasteter Eltern". Auch an der Produktion eines Sensibilisierungsvideos für Fachpersonen und betroffene Familien hat sich der Bund finanziell beteiligt (www.ffg-video.ch &gt; Filme &gt; Kinder zwischen Risiko und Chance). Schliesslich unterstützt der Bund im Rahmen der Förderung der psychischen Gesundheit Aktivitäten und Tagungen, um Fachwissen und Erfahrungen aus laufenden Projekten in den Kantonen zu vermitteln. Zudem beteiligt er sich am Netzwerk psychische Gesundheit (https://www.npg-rsp.ch/de/home.html), welches sich unter anderem im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen engagiert und die Akteure vernetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.