B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2230/2017 U r t e i l v o m 1 8 . M a i 2 0 1 7 Besetzung Einzelrichter David R. Wenger, mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; Gerichtsschreiberin Stefanie Brem. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 13. März 2017 / N (…). E-2230/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 25. November 2015 im Empfangs- und Verfahrenszentrum in Kreuzlingen um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 2. Dezember 2015 und der Anhörung vom 3. Feb- ruar 2017 gab er im Wesentlichen an, sein Vater sei Fischer gewesen und habe mit seinem Boot für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) Waf- fen geschmuggelt und Mitglieder nach Indien geschleust. Wegen dieses Dienstes sei sein Vater im Jahr 1999 von der sri-lankischen Armee in ein Camp gebracht und dort so stark geschlagen worden, dass er später an den Folgen der Schläge gestorben sei. Zudem sei s ein Bruder im Jahr 2004 der LTTE beigetreten. Als die sri-lankische Armee von seiner Mitgliedschaft erfahren habe, sei sein Bruder in ein Camp gebracht, im Jahr 2009 jedoch freigekommen und anschliessend ins Ausland geflüchtet. Im Jahr 2013 sei er – der Beschwerdeführer – erstmals von Beamten des Cri- minal Investigation Department (CID) aufgesucht und über seinen Bruder ausgefragt worden. Die sri-lankische Armee hätte ihn in den folgenden Mo- naten dreimal im Camp des CID verhört, geohrfeigt und zudem gezwun- gen, Dokumente zu unterschreiben. Schliesslich seien am (…) 2015 in sei- ner Abwesenheit Beamten des CID zu ihm nach Hause gekomm en. Sie hätten seine Identitätskarte konfisziert und seiner Mutter gesagt, er müsse seinen Ausweis persönlich beim Camp abholen. Aus Angst vor weiteren Konsequenzen sei er nicht zum CID gegangen, sondern habe sich zirka zehn Tage bei Verwandten versteckt und sei am (…) 2015 auf dem Luftweg aus Sri Lanka ausgereist. Nach seiner Ausreise sei seine Mutter einmal von Beamten der CID aufgesucht und nach seinem Verbleib befragt wor- den. Der Beschwerdeführer reichte eine Kopie seiner Identitätskarte, eine Über- setzung der Todesurkunde seines Vaters vom 24. November 2011, ein Re- sidence Certificate vom 16. D ezember 2015 (im Original), ein Schreiben der Fischer-Kooperative vom 14. Dezember 2015 (im Original), eine Kopie eines Familienfotos, die Krankengeschichte seiner Mutter der Jahre 2009 bis 2017 (in Kopie), ein Schreiben eines Geistlichen vom 12. Novem- ber 2015 (im Original) und das Zustellcouvert (Kopie ab Original) als Be- weismittel ein. B. Mit Verfügung vom 13. März 2017 – eröffnet am 14. März 2017 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft E-2230/2017 Seite 3 nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 13. April 2017 reichte der Beschwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Verfügung des SEM vom 13. März 2017 sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei der Beschwerdeführer wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur vollständigen Erhebung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er den Erlass der Verfahrenskosten sowie den Verzicht auf die Erhebung des Kostenvor- schusses. Der Beschwerdeführer reichte eine Fürsorgebestätigung zu den Akten. D. Am 24. April 2017 bestätige das Gericht dem Beschwerdeführer den Ein- gang der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Ver- fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. 2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Ausländerrecht richtet sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). E-2230/2017 Seite 4 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AslyG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe ode r wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings- eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor- bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 3.3 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, obwohl die geltend gemachte Mitgliedschaft des Bruders und dessen Flucht aus Sri Lanka überwiegend glaubhaft seien, könne den weiteren Vorbri ngen des Be- schwerdeführers nicht geglaubt werden. Es sei nicht nachvollziehbar, wes- halb die sri-lankischen Sicherheitskräfte erst vier Jahre nach Ende des Bür- gerkrieges mit der Suche nach dem Bruder begonnen hätten. Sodann habe der Beschwerdeführer zu wesentlichen Punkten unterschiedliche Angaben gemacht. Er habe zu Beginn der Anhörung gesagt, er habe ungefähr ein- mal monatlich im Camp erscheinen müssen, wohingegen er später erklärt habe, er sei in den zweieinhalb Jahren gesamthaft zirka fünf bis sechs Mal im Camp gewesen. Auch die Befragungen durch den CID habe der Be- schwerdeführer nur oberflächlich beschrieben und seine Angaben hätten keine subjektive n Handlungselemente enthalten. Ebenso hätten seine E-2230/2017 Seite 5 Schilderungen zur Konfiszierung seiner Identitätskarte Widersprüche ent- halten, weshalb die geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen wie auch seine illegale Ausreise aus Sri Lanka nicht glaubhaft seien. Eine Person, die sich vor einer Festnahme fürchte, reise nicht mit einem auf ihren Na- men ausgestellten Pass aus. Zudem genüge die Bestechung nur einer Per- son für gewöhnlich nicht, um einer Überprüfung am Flughafen von Co- lombo zu entgehen. Auch die eingereichten Beweismittel seien nicht ge- eignet, seine Aussagen zu belegen. Ausserdem sei eine Reflexverfolgung im Zusammenhang mit dem Vater und dem Bruder mangels Wahrschein- lichkeit der Verwirklichung nicht anzunehmen. 3.4 Der Beschwerdeführer bringt in der Rechtsmitteleingabe vor, seine Aussagen seien zu Unrecht als unglaubhaft bewertet worden. Er habe das erste Verhör beim CID detailliert geschildert. Da die weiteren Verhöre gleich abgelaufen seien, sei es logisch, dass er sie nur zusammengefasst wiedergegeben habe. Auch seine Angaben zur Ausreise seien nicht wider- sprüchlich, sondern entsprächen dem üblichen Ablauf am Flughafen in Co- lombo. Es bestünden somit keine Widersprüche, weshalb seine Vorbringen glaubhaft seien. Überdies habe er in der Anhörung aus Selbstschutz ver- schwiegen, dass er in den Jahren 2007 und 2008 die LTTE mit Lieferungen unterstützt habe. Er sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Schweizer Behörden seine Aussagen an die sri-lankischen Behörden wei- terleiten würden. Um zu verhindern, dass seine Familie erneut vom CID und der sri-lankischen Armee bedrängt werde, habe er diese Tatsache ver- schwiegen. Zudem sei er davon ausgegangen, dass er auch ohne diese Vorbringen Asyl erhalten werde. Er sei von B._______, ein Freund seines Bruders, drei bis vier Mal monatlich mit Transporten beauftragt worden. Im Jahr 2008 sei B._______ jedoch in das Vanni-Gebiet geflüchtet, weshalb er danach keine Aufträge mehr für die LTTE erhalten habe. Da die Beamten des CID am (…) 2015 gemeinsam mit B._______ bei ihm zu Hause aufge- taucht seien, gehe er davon aus, dass B._______ vom CID im Jahr 2015 verhaften worden sei und sie über seine Tätigkeit informiert habe. Dadurch, dass seine Mutter B._______ gekannt und Kenntnis über seine Tätigkeit gehabt habe, habe sie ihn vor dem CID warnen können. Aufgrund dieser Vorfälle erfülle er die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG. 3.5 Der Beschwerdeführer macht erstmals in der Beschwerde geltend, die LTTE selbst unterstützt und deswegen im September 2015 vom CID auf- gesucht worden zu sein. Seine Begründung, er habe aus Angst, dass die Schweizer Behörden seine Aussagen an die sri-lankischen Behörden wei-E-2230/2017 Seite 6 terleiten würden, nicht alle Asylgründe genannt, vermag nicht zu überzeu- gen. Der Beschwerdeführer wurde zu Beginn des Verfahrens ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er alle Fragen nach bestem Wissen zu beant- worten, verfügbare Beweismittel einzureichen habe und sich widersprüch- liche oder falsche Aussagen für ihn negativ auswirken würden. Ferner wurde er über die Verschwiegenheitspflicht der Anwesenden orientiert (vgl. Akten der Vorinstanz A4/10, S. 2). Anlässlich der Anhörung wurde er nochmals ausdrücklich auf seine Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht hinge- wiesen und dass er alle Gründe zu nennen habe und für seine Aussagen die Verantwortung trage. Ferner wurde ihm versichert, dass seine Aussa- gen vertraulich behandelt und nicht an die heimatlichen Behörden weiter- geleitet würden ( vgl. Akten der Vorinstanz A15/17, S. 2 ). Es musste dem Beschwerdeführer somit durchaus bewusst sein, dass seine Aussagen für die Feststellung der Flüch tlingseigenschaft relevant sind und die Vor - instanz seine Informationen nicht an die sri-lankischen Behörden weiterlei- tet. Die Erklärung, eine unbekannte Person habe ihm gegenteilige Informa- tionen gegeben, überzeugt nicht, zumal er von der Vorinstanz mehrfach über die Verschwiegenheitspflicht inform iert wurde. Der Vorinstanz kann somit keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorgehalten werden. Die erhobene Rüge erweist sich als unzutreffend. 3.6 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer überdies gel- tend, die Anhörung sei teilweise qualitativ schlecht und somit ungenügend gewesen. Dieser Umstand dürfe ihm nicht angelastet und seine Vorbrin- gen, insbesondere seine Aussagen zu den Verhören, als unglaubhaft qua- lifiziert werden. Zudem habe er in der Anhörung nicht sämtliche Details sei- ner Erlebnisse dargelegt, da ihm diese Einzelheiten nicht wichtig erschie- nen seien. Seine Angaben zu den Geschehnissen im Camp seien dem- nach nicht falsch, sondern nur unpräzise und diese Ungenauigkeiten hät- ten vom Sachbearbeiter aufgeklärt werden müssen. Überdies sei die Über- setzung mangelhaft gewesen. Für eine ungenügende oder mangelhafte Übersetzung sowie Protokollfüh- rung finden sich vorliegend keine Hinweise. Der Beschwerdeführer hat an- lässlich der Rückübersetzung keine Korrekturen oder Ergänzungen zum Protokollinhalt angebracht und am Ende der Anhörung unterschriftlich be- stätigt, seine Aussagen seien korrekt wiedergegeben worden. Ihm wurde in der Anhörung ausreichend Gelegenheit gegeben, sich zu allfälligen Wi- dersprüchen zu äussern und diese aufzulösen. Entge gen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift ist ebenso davon auszugehen, dass die Protokol- lierung korrekt verlief, zumal sich weder der Beschwerdeführer noch die E-2230/2017 Seite 7 Hilfswerkvertretung veranlasst sahen, die Protokollführung in irgendeiner Weise zu beanstanden. Es ist anzunehmen, dass sich die negativ auf die Glaubhaftigkeit der Vorbringen auswirkenden Ungereimtheiten vorliegend nicht auf die Übersetzung oder Protokollführung zurückführen lassen, son- dern vielmehr dem Beschwerdeführer anzulasten sind, zumal er i n der Rechtsmitteleingabe selbst angab, zum Teil Präzisierungen weggelassen und ungenau geantwortet zu haben. Der Beschwerdeführer muss sich ent- sprechend auf seine Aussagen behaften lassen. Insoweit vermag er aus diesem Einwand nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 3.7 Ausserdem bringt Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe sinn- gemäss vor, die Vorinstanz habe den Massstab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet beziehungsweise ihn zu Unrecht nicht als Flücht- ling anerkannt. Die Erklärungen des Beschwerdeführers für die Widersprüche der anläss- lich der Anhörung gemachten Aussagen sind nicht stichhaltig. Wie bereits dargelegt, wurde der Beschwerdeführer mehrfach darauf hingewiesen, de- taillierte und nachvollziehbare Aussagen zu machen. Seine Begründung, er habe Präzisierungen weggelassen, we il sie ihm unwichtig erschienen und der Befrager hätte bei ungenauen Antworten nachfragen müssen, er- scheint mit Blick auf den vorstehenden Hinweis unbehelflich. Auch sonst vermag der Beschwerdeführer die Widersprüche nicht zu entkräften. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, widersprach sich der Beschwerdefüh- rer hinsichtlich des Zeitpunktes der Konfiszierung seiner Identitätskarte. Zunächst gab er an, die Ident itätskarte sei bei ihm zu Hause konfisziert worden. Später erklärte er wiederum, sie sei ihm beim letzten Besuch im Camp abgenommen worden. Seine Erklärung, „konfiszieren“ könne auch mit „wegnehmen“ übersetzt werden, weshalb es unklar sei, ob die Behör- den ihm die Karte wieder zurückgegeben hätten, überzeugt nicht. Ebenso wenig plausibel ist seine Begründung für seine unterschiedlichen Angaben zur Anzahl der Vorladungen des CID . In der Beschwerde führt er hierzu aus, seine Aussage „ er habe sich einmal monatl ich im Camp einfinden müssen“ habe sich auf sämtliche Vorladungen bezogen, wohingegen sich seine Aussage „er sei fünfmal verhört worden“ bloss auf die Anzahl der Anhörungen bezogen habe. Dies überzeugt nicht, zumal der Beschwerde- führer in der Anhörung explizit gefragt wurde, viele Male er gesamthaft, folglich mitsamt den Vorladungen zur Unterschrift , zum Camp beordert wurde. Auch seine Begründung, es sei nachvollziehbar, dass er nur das erste Verhör detailliert beschrieben und die weiteren Verhöre lediglich zu-E-2230/2017 Seite 8 sammengefasst wiedergegeben habe, da sich alle gleich abgespielt hät- ten, überzeugt nicht. Bereits die Schilderungen des ersten Verhörs enthiel- ten keine Details oder Realkennzeichen, sondern wies en, wie die Vor - instanz richtig feststellte, lediglich Handlungselemente auf, welche gemein- hin bei Verhören zu erwarten wären. Selbst wenn die weiteren Verhöre grundsätzlich gleich abgelaufen wären, wäre zu erwarten gewesen, dass seine Angaben zu sämtlichen Verhören persönliche Eindrücke enthalten und sich nicht nur auf vage Ausführungen beschränkt hätten. Auch ansons- ten ist die vor instanzliche Beweiswürdigung nicht zu beanstanden. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann betreffend die illegale Ausreise aus Sri Lanka auf die zutreffenden Erwägungen in der ange fochtenen Verfü- gung verwiesen werden. Die Vorinstanz hat zu Recht auf Unglaubhaftigkeit der Vorbringen geschlossen. 3.8 Der Beschwerdeführer macht weiter eine Reflexverfolgung aufgrund der LTTE-Tätigkeiten seiner Familienmitglieder geltend. Wie vorstehend festgestellt wurde, ist die Vorinstanz zu Recht von der fehlenden Glaub- haftmachung der Verfolgungsmassnahmen ausgegangen. Der Vater des Beschwerdeführers ist bereits im Jahr 1999 verstorben und der Bruder hat Sri Lanka im Jahr 2005 verlassen. Ein Risiko des Beschwerdeführers nach dieser langen Zeit im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka Opfer von ernst- haften Nachteilen in Form von Verhaftung und Folter zu werden, ist zu ver- neinen. 3.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nichts vorgebracht hat, das geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuwei- sen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 4. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das As ylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). E-2230/2017 Seite 9 5.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings- eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend- bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge- meinen verfassungs - und völkerrechtlich en Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK) Der Beschwerdeführer vermochte nicht glaubhaft zu machen, dass er be- fürchten muss, bei einer Rückkehr die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu zie- hen. Andere konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge- setzt wäre, liegen nicht vor. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 5.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus- länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der Beschwerdeführer stammt aus C._______ (Distrikt D._______) im Norden Sri Lankas, wohin die Wegweisung grundsätzlich und auch unter Beachtung individueller Zumutbarkeitskriterien zumutbar ist (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8). Der Beschwerdeführer hat gemäss eigenen Angaben nebst seiner Mutter und seinen vier Geschwis- tern zahlreiche weitere Verwandte in C._______. Er ist jung, gesund, ver- fügt über einen O-Level Abschluss sowie eine Ausbildung als Zimmer- mann. Zusätzlich hat er im Fischereibetrieb seiner Familie mitgeholfen, der weiterhin in deren Besitz ist und seit seiner Abwesenheit von Mitarbeitern der Familie geführt wird. Es ist anzunehmen, dass er nach seiner Rückkehr mit familiärer Unterstützung ohne Weiteres in sein bisheriges soziales Um- feld reintegriert werden kann. Es besteht somit kein Anlass zur Annahme, er würde durch den Wegweisungsvollzug einer existenzgefährdenden Si- tuation ausgesetzt werden. E-2230/2017 Seite 10 5.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Vollzug auch als m öglich zu bezeich- nen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich bei der zuständigen Ver- tretung seines Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedo- kumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AslyG; BVGE 2008/34 E. 12). 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sic h, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab- zuweisen. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlic hen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass sein e Begehren als aussichtslos zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb das Gesuch abzuweisen ist. 7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750. – (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit vor- liegendem Urteil gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) E-2230/2017 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: David R. Wenger Stefanie Brem Versand: