<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00183</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206109&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00183</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung und Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerung der nachträglichen Baubewilligung für Umbau in Kernzone und Wiederherstellungsbefehl. Die Gemeinde ist gemäss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG insoweit zur Beschwerde berechtigt, als sie eine Verletzung ihrer Kernzonenvorschriften geltend macht (E. 1.2). Präzisierung der Einordnungsvorschriften von § 238 Abs. 1 und 2 PBG durch die BZO (E. 2.1). Das streitbetroffene Gebäude befindet sich in der Kernzone und gilt als prägendes oder strukturbildendes Gebäude von kommunaler Bedeutung. Die Vorinstanz hat die nötige Zurückhaltung vermissen lassen, indem sie entgegen der Auffassung der kommunalen Baubehörde die Baubewilligung erteilt hat und dadurch in das der Gemeinde zustehende Ermessen eingegriffen hat (E. 2.3). Voraussetzungen eines Abbruchbefehls. Die Bauherrschaft konnte nicht gutgläubig annehmen, dass sie zur Bauausführung ermächtigt sei. Verletzung wesentlicher materieller Bauvorschriften. Öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands; der Abbruchbefehl ist nicht unverhältnismässig (E. 3). Gutheissung und Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABBRUCHBEFEHL">ABBRUCHBEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFEHL">BEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHFORM">DACHFORM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINORDNUNG">EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDELEGITIMATION">GEMEINDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONENVORSCHRIFTEN">KERNZONENVORSCHRIFTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHE BAUBEWILLIGUNG">NACHTRÃGLICHE BAUBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSBILDSCHUTZ">ORTSBILDSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRAUFLINIE">TRAUFLINIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMBAU">UMBAU</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 341 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 66 VRG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 5 Abs. I BZO Weisslingen</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 12 BZO Weisslingen</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 25. November 2003 erteilte die Baukommission Weisslingen B und A die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Umbau des Hausteiles Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der L-Strasse. Die Baubewilligung umfasste unter anderem eine ParkplatzÃ¼berdeckung an der Westseite des bestehenden GebÃ¤udes. Die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich erteilte mit VerfÃ¼gung vom 18. November 2003 die Bewilligung in Bezug auf den Ortsbildschutz.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 21. Juni 2005 verweigerte die Baukommission Weisslingen die nachtrÃ¤gliche Bewilligung fÃ¼r den abgeschleppten, seitlichen Anbau an der Westfassade des GebÃ¤udes und befahl den RÃ¼ckbau des unrechtmÃ¤ssig erstellten Anbaus. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Juni 2005 verweigerte die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich die Baubewilligung in Bezug auf den Ortsbildschutz.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen die Verweigerung der nachtrÃ¤glichen Bewilligung gelangten B und A mit Rekurs an die Baurekurskommission III, mit dem Antrag, der Beschluss der Baukommission Weisslingen und die VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich seien insoweit aufzuheben, als die Bewilligung fÃ¼r den westlichen Anbau verweigert und dessen RÃ¼ckbau angeordnet wurde, und die Bewilligung fÃ¼r den bereits erstellten Anbau sei zu erteilen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission III vereinigte beide Rekursverfahren, hiess die Rekurse mit Entscheid vom 15. MÃ¤rz 2006 teilweise gut, hob den Beschluss der Baukommission Weisslingen und die VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich auf und lud die kommunale BaubehÃ¶rde ein, die nachtrÃ¤gliche Baubewilligung â im Sinn der ErwÃ¤gungen â zu erteilen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 11. April 2006 beantragte die Baukommission Weisslingen dem Verwaltungsgericht, der angefochtene Entscheid sei vollumfÃ¤nglich aufzuheben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission III schloss auf Abweisung der Beschwerde, wÃ¤hrend die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich die Gutheissung der Beschwerde beantragte. B und A liessen mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2006 die Abweisung der Beschwerde unter EntschÃ¤digungsfolgen zugunsten der Beschwerdegegner beantragen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Parteivorbringen sowie die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz werden, soweit rechtserheblich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss Art. 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der gegen den Entscheid der Baurekurskommission gerichteten Beschwerde zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG ist eine Gemeinde zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen zur Beschwerde berechtigt. Diese fÃ¼r das Verwaltungsverfahren allgemein geltende Bestimmung betreffend die Rechtsmittelbefugnis der Gemeinden ist auch auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts anwendbar (RB 1998 Nr. 12). Die Beschwerdeberechtigung liegt nach der Praxis dann vor, wenn sich die Gemeinde fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrt oder wenn sie einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- oder Ermessensfreiheit geltend macht (VGr, 24. September 1985, BEZ 1985 Nr. 44 = ZBl 87/1986, S. 40; VGr, 6. Oktober 1995, VB.95.00093; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 62). Diese Voraussetzung ist hier ohne weiteres insofern erfÃ¼llt, als die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Verletzung ihrer Kernzonenvorschriften geltend macht.</p> <p class="Urteilstext">Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitige Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, bei der Beurteilung der Einordnung des streitbetroffenen GebÃ¤udes habe die Baurekurskommission ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Gemeinde gesetzt und damit ihre ÃberprÃ¼fungsbefugnis Ã¼berschritten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss § 238 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, gemÃ¤ss Abs. 2 derselben Bestimmung ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes besondere RÃ¼cksicht zu nehmen. Nach der nÃ¤heren Umschreibung von Art. 5 Abs. 1 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Weisslingen vom 19. MÃ¤rz 1999 (BZO) hat sich jedes Bauvorhaben gut der bestehenden Umgebung anzupassen. Insbesondere mÃ¼ssen durch Stellung und kubische Gestaltung der Bauten sowie durch Ãbernahme der ortsÃ¼blichen Umgebungsgestaltung Massstab und Gliederung der Zonen gewahrt werden. GemÃ¤ss Art. 12 BZO sind Garagen und AutoabstellplÃ¤tze unauffÃ¤llig einzugliedern.</p> <p class="Urteilstext">Bei der Beurteilung der Einordnung steht der kommunalen BaubehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Trotz umfassender Kognition (§ 20 VRG) haben sich deshalb die Baurekurskommissionen bei der ÃberprÃ¼fung eines Einordnungsentscheids der kommunalen BaubehÃ¶rde ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Beruht dieser auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde, so hat die Rechtsmittelinstanz ihn zu respektieren und darf nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1981 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 19).</p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen im Sinn von § 50 Abs. 2 VRG sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Hat die Baurekurskommission einen Einordnungsentscheid der kommunalen BaubehÃ¶rde aufgehoben, so kann vor Verwaltungsgericht insbesondere geltend gemacht werden, die Rekursinstanz habe unzulÃ¤ssigerweise in die qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit der Gemeinde eingegriffen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 78). Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft dabei lediglich, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als offensichtlich nicht mehr haltbar hat beurteilen dÃ¼rfen; nimmt es stattdessen eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und der Eingliederung des Bauvorhabens vor, so Ã¼berschreitet es in willkÃ¼rlicher Weise seine eigene Kognition und verletzt damit gleichzeitig die Gemeindeautonomie (BGr, 21. Juni 2005, 1P.678/2004<span>, www.bger.ch, ZBl 107/2006, S. 437).</span></p> <p class="Urteilstext">Vorliegend geht es somit einzig um die Frage, ob die Baurekurskommission die vor­instanzliche Ã¤sthetische WÃ¼rdigung des strittigen Bauvorhabens, die zur Verweigerung der Bewilligung fÃ¼hrte, zu Recht fÃ¼r <a id="juris1">nicht vertretbar</a> halten durfte; eine eigene umfassende Beurteilung der Einordnung hat das Verwaltungsgericht nicht vorzunehmen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die kommunale BaubehÃ¶rde hat in ihrem Entscheid vom 21. Juni 2005 hinsichtlich der Einordnung im Wesentlichen ausgefÃ¼hrt, dass das Ortsbild des Quartiers L-Strasse von Ã¼berkommunaler Bedeutung sei. Die ProjektÃ¤nderung mÃ¼sse deshalb durch die Baudirektion bzw. durch das Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung (ARV) beurteilt werden. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Juni 2005 habe die Baudirektion das Bauvorhaben teilweise verweigert. In der VerfÃ¼gung werde festgehalten, dass sich der bereits ausgefÃ¼hrte westliche Anbau an exponierter Lage befinde, direkt an der L-Strasse. Die Ausladung des Daches sei gegenÃ¼ber dem bewilligten Projekt an der Ã¤ussersten Stelle verdoppelt worden, weshalb der Anbau kein vernÃ¼nftiges VerhÃ¤ltnis mehr zum Hauptbau aufweise. Die Trauflinie sei Ã¼berwiegend schrÃ¤g ausgefÃ¼hrt worden, was das Gesamtbild des GebÃ¤udes beeintrÃ¤chtige und somit auch stÃ¶rend im Ortsbild in Erscheinung trete. Der westliche Anbau kÃ¶nne aus Sicht des Ortsbildschutzes in dieser Form nicht bewilligt werden. GemÃ¤ss Mitbericht des ARV vom 11. August 2005 stÃ¶ren aus gestalterischer Sicht der schrÃ¤ge Dachverlauf und die annÃ¤hernde Verdopplung der Ausladung des vormals bescheidenen Anbaus. Es entstehe der unmittelbare Eindruck einer improvisierten LÃ¶sung, welche im Ergebnis als nicht mehr ortsbildvertrÃ¤glich bezeichnet werden kÃ¶nne. Das von der Bauherrschaft beigelegte Bildmaterial vermÃ¶ge insofern nicht zu Ã¼berzeugen, als die dort angefÃ¼hrten Beispiele gÃ¤nzlich andere Situationen wiedergeben wÃ¼rden, die sich kaum mit dem vorliegenden Fall vergleichen liessen. Die asymmetrische Dachform mit der schrÃ¤gen Trauflinie trete aufgrund des unnÃ¶tig hohen Ansatzpunktes an der Fassade und der grossen Abmessungen ortsfremd und damit Ã¼beraus stÃ¶rend in Erscheinung. Dieser Eindruck werde durch die unÃ¼blichen Rundholzpfeiler noch betont.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz fÃ¼hrte aus, dass das Projekt in ortsbildschutzrechtlicher Hinsicht die Anforderungen erfÃ¼lle. Es liege weder ein Widerspruch zur Vorschrift von § 238 Abs. 2 PBG noch zu den Ã¼brigen in der Kernzone geltenden Ã¤sthetischen GrundsÃ¤tzen vor (Rekursentscheid, E. 5.6). Die Vorinstanz wertete zwar den schrÃ¤gen Dachverlauf mit der asymmetrischen Form der DachflÃ¤che als ortsunÃ¼blich. Fremdartig sei auch die GrossflÃ¤chigkeit der Ãberdachung und des (optisch) auf drei Seiten eingewandten Anbaus. Bei der strittigen Ãberdachung kÃ¶nne zwar nicht von einer in Ã¤sthetischer und ortsbildschÃ¼tzerischer Hinsicht optimalen LÃ¶sung gesprochen werden, die Anforderungen der kommunalen Bauordnung und von § 238 Abs. 2 PBG wÃ¼rden jedoch noch knapp erfÃ¼llt. Trotz der aussergewÃ¶hnlichen Dachform kÃ¶nne daher dem Bauvorhaben eine Einpassung in die Ã¼berwiegend von SatteldÃ¤chern geprÃ¤gte Umgebung attestiert werden (Rekursentscheid, E. 5.5). Zur Ãberschreitung der Baubegrenzungslinie hielt die Vorinstanz fest, dass die jetzt erstellte Baute im Gegensatz zum ursprÃ¼nglichen Projekt als eigentlicher Anbau wirke, da sie auf drei Seiten eingewandet sei. So trete der Anbau massiver in Erscheinung und wirke stÃ¶rend. Die nachtrÃ¤gliche baurechtliche Bewilligung sei deshalb mit der Auflage zu versehen, dass alle auf der Westseite bestehenden Holzbretter und Holzscheite beseitigt werden mÃ¼ssten (Rekursentscheid, E. 6). Des Weiteren ergÃ¤nzte die Vorinstanz die zu erteilende nachtrÃ¤gliche Baubewilligung um eine Nebenbestimmung mit dem Inhalt, entweder sei das erforderliche NÃ¤herbaurecht beizubringen oder die Ãberdachung dergestalt im Umfang zu reduzieren, dass sie den Grenzabstand nicht Ã¼berschreite (Rekursentscheid, E. 7).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Das streitbetroffene GrundstÃ¼ck befindet sich gemÃ¤ss Zonenplan der Gemeinde Weisslingen in der Kernzone K, welche im Inventar der schutzwÃ¼rdigen Ortsbilder von Ã¼berkommunaler Bedeutung enthalten ist. Das GebÃ¤ude auf Kat.-Nr. 02 gilt innerhalb des Ortsbildperimeters als prÃ¤gendes oder strukturbildendes GebÃ¤ude von kommunaler Bedeutung.</p> <p class="Urteilstext">Weshalb die Beurteilung und damit die nachtrÃ¤gliche Verweigerung der Baubewilligung durch die kommunale BaubehÃ¶rde offensichtlich unhaltbar sein soll, geht aus dem Entscheid der Vorinstanz nicht hervor. Die WÃ¼rdigung der Vorinstanz, dass die Anforderungen der kommunalen Bauordnung und von § 238 Abs. 2 PBG knapp erfÃ¼llt werden, ist keineswegs zwingend, sondern lediglich eine andere subjektive Ã¤sthetische WÃ¼rdigung des Bauprojekts. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Vorinstanz trotz des negativen Mitberichts des ARV eine eigene Beurteilung der Einordnung vornahm und die Baubewilligung erteilte, wenn sowohl die Baukommission als auch das ARV der Meinung waren, dass die asymmetrische Dachform mit der schrÃ¤gen Traulinie sowie die Rundholzpfeiler unÃ¼blich seien und damit keine befriedigende Gesamtwirkung erzielt werde, und die Vorinstanz ebenfalls zum Schluss kam, dass diese nur <i>knapp erfÃ¼llt</i> sei. ZusÃ¤tzlich wird auch der Gebietscharakter im Sinn von Art. 5 Abs. 1 BZO durch eine ortsunÃ¼bliche Gestaltung (vgl. auch Rekursentscheid, E. 5.5) nicht gewahrt. Entgegen der Meinung der Beschwerdegegner sind die benachbarten Bauten auch nicht mit dem streitbetroffenen GebÃ¤ude vergleichbar, handelt es sich doch bei diesen um Neubauten und nicht um historische, prÃ¤gende bzw. strukturbildende GebÃ¤ude, deren Charakter erhalten werden muss.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz hat damit die nÃ¶tige ZurÃ¼ckhaltung vermissen lassen und zu Unrecht in das der BaubehÃ¶rde zustehende Ermessen eingegriffen. Aufgrund der Verletzung der Einordnungsvorschriften und der daraus folgenden Baurechtswidrigkeit sind die RÃ¼gen betreffend Ãberschreitung der Baubegrenzungslinie und fehlendem NÃ¤herbaurecht nicht mehr zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BaubehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. § 341 PBG verlangt seinem Wortlaut entsprechend die vorbehaltlose Durchsetzung der Rechtsordnung. Ein Ermessen, ob die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde tÃ¤tig werden oder ob sie die Sache auf sich beruhen lassen soll, besteht damit grundsÃ¤tzlich nicht (FranÃ§ois Ruckstuhl, Ãffentlichrechtliche BaumÃ¤ngel, in: Peter MÃ¼nch/Peter Karlen/Thomas Geiser [Hrsg.], Beraten und Prozessieren in Bausachen, Basel/Genf/MÃ¼nchen 1998, Rz. 14.63 ff.; Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, N. 665, auch zum Folgenden). Ein Abbruchbefehl ist jedoch nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom gesetzmÃ¤ssigen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 123 II 248 E. 4a, 111 Ib 213 E. 6b; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262). GeringfÃ¼gig ist eine Abweichung damit dann, wenn die materielle Vorschrift nur um weniges verletzt wird und dadurch dem Bauherrn kein oder nur ein geringfÃ¼giger Nutzen erwÃ¤chst (MÃ¤der, N. 665). Bei bedeutenderen Abweichungen von den materiellen Bauvorschriften kÃ¶nnen allein GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands fÃ¼hren (RB 2000 Nr. 106 = BEZ 2000 Nr. 23). Solche GrÃ¼nde liegen dann vor, wenn der Bauherr gutglÃ¤ubig angenommen hat, er sei zur BauausfÃ¼hrung ermÃ¤chtigt, und wenn der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustands nicht schwer wiegende Ã¶ffentliche Interessen entgegenstehen (RB 1985 Nr. 118 = BEZ 1986 Nr. 22, mit Hinweisen; Christoph Fritsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 24-9).</p> <p class="Urteilstext">Den Beschwerdegegnern musste bewusst sein, dass sie den bewilligten Anbau nicht eigenmÃ¤chtig abÃ¤ndern konnten, handelte es sich doch im Vergleich zum rechtskrÃ¤ftig bewilligten Bauvorhaben um wesentliche Ãnderungen. Die Bauherrschaft konnte nicht gutglÃ¤ubig annehmen, dass sie zu dieser BauausfÃ¼hrung ermÃ¤chtigt sei. Bei der Missachtung der Kernzonenvorschriften und der Einordnungsvorschrift von § 238 Abs. 2 PBG in einem Ortsbild von regionaler Bedeutung handelt es sich zudem um die Verletzung wesentlicher materieller Bauvorschriften. Schliesslich sprechen auch prÃ¤judizielle GrÃ¼nde und damit ein Ã¶ffentliches Interesse fÃ¼r einen Abbruchbefehl, und dieser erscheint aufgrund der geschÃ¤tzten Kosten von Fr. 6'500.- als nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin auf 30 Tage ab Rechtskraft angesetzte Frist zur Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustandes erscheint angemessen und beginnt kraft § 66 VRG mit ErÃ¶ffnung dieses Entscheids zu laufen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde erweist sich somit als begrÃ¼ndet und ist gutzuheissen. Der Entscheid der Vorinstanz vom 15. MÃ¤rz 2006 ist aufzuheben und der Beschluss der Baukommission vom 21. Juni 2005 ist antragsgemÃ¤ss wieder herzustellen. Angesichts dieses Verfahrensausgangs werden die Beschwerdegegner solidarisch kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Die Voraussetzungen zur Bezahlung einer ParteientschÃ¤digung sind nicht gegeben (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Baurekurskommission III vom 15. MÃ¤rz 2006 wird aufgehoben und der Beschluss der Gemeinde Weisslingen vom 21. Juni 2005 wieder hergestellt. Die Frist von 30 Tagen zur Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands lÃ¤uft ab ErÃ¶ffnung dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Rekurskosten von Fr. 4'782.- sowie die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden unter solidarischer Haftung zu je 1/2 den Beschwerdegegnern 1 und 2 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>