<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen: </p><p>1. Teilt er die Auffassung, dass es im schweizerischen Bauwesen aufgrund überholter Ökobilanzierungsmethoden eine Verzerrung des Wettbewerbs unter den verschiedenen Baumaterialien gibt? </p><p>2. Ist er sich bewusst, dass unter dieser Wettbewerbsverzerrung vor allem die Metall- und in diesem Bereich hauptsächlich die innovative Aluminiumindustrie mit heute 12 000 Arbeitsplätzen in der Schweiz leidet? </p><p>3. Müssten nicht im Einklang mit den bundesrätlichen Bemühungen, Normenunterschiede gegenüber der EU abzubauen, auch bei der ökologischen Beurteilung (Ökobilanz) von Baustoffen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung künftig internationale Standards Anwendung finden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ökobilanzen sind wertvolle Instrumente zur Beurteilung der Umweltbelastung, die durch Güter oder Dienstleistungen verursacht wird. Wissenschaftliche Institutionen und Behörden in der Schweiz haben weltweit massgebende Basisdaten und Methoden für Ökobilanzen entwickelt. Nicht zuletzt an der Empa, der ETHZ und der EPFL sind international anerkannte Expertinnen und Experten in diesem Bereich tätig.</p><p>Die vom Bund mitfinanzierte Datenbank Ecoinvent enthält überprüfte Basisdaten für Ökobilanzen und wird periodisch dem neusten Stand der Erkenntnisse angepasst. Die Erhebung der Basisdaten (Inventarisierung) entspricht den ISO-Normen. </p><p>1./2. Ökobilanzdaten bilden eine von vielen Grundlagen bei der Wahl eines Baumaterials. Im Vordergrund stehen die technischen Eigenschaften des Materials, die zu erfüllenden Anforderungen und der Preis. Das Programm "eco-devis" wurde im Auftrag des privaten Vereins Eco-bau entwickelt, um energietechnische und ökologische Aspekte bei der Herstellung und Verwendung verschiedener Bauteile zu erfassen. Es liefert den kantonalen Hochbauämtern zusätzliche Informationen im Devisierungsprozess. Das Programm "eco-devis" basiert auf Daten der Datenbank Ecoinvent. Da diese Basisdaten regelmässig dem neusten Stand der Kenntnisse angepasst werden, können sie kaum als überholt bezeichnet werden.</p><p>Eine Schwierigkeit der Ökobilanzierung besteht in der Abgrenzung des betrachteten Abschnitts im Lebenslauf eines Produktes. Gerade bei langlebigen Produkten kann der Einbezug der späteren Verwertung in die Bewertung in unterschiedlicher Form erfolgen, ohne dass dies internationalen Normen widerspricht. Die ISO-Norm 14040ff. erlaubt eine Berücksichtigung des späteren Recyclings von Materialien, schreibt dieses aber nicht vor.</p><p>Das Programm "eco-devis" berücksichtigt das Recycling von Aluminium nur in dem Masse, wie heute bereits rezykliertes Aluminium bei der Herstellung neuer Produkte Anwendung findet. Im Weiteren erfolgt die summarische Beurteilung von Bauteilen nach dem Programm "eco-devis" weitgehend aufgrund von Energiedaten, insbesondere der zur Herstellung notwendigen Energie. Der bei verschiedenen Baumaterialien in unterschiedlichem Ausmass notwendige Unterhalt über den Lebenslauf eines Produktes wird kaum berücksichtigt. </p><p>Angesichts der ausgezeichneten Eigenschaften von Aluminium als Baustoff ist nicht davon auszugehen, dass sich aus der summarischen Beurteilung der Eigenschaften von Aluminium im Programm "eco-devis" Wettbewerbsnachteile für dieses Baumaterial am Markt ergeben.</p><p>3. Eine Überprüfung des Beurteilungsprogramms "eco-devis" liegt in erster Linie in der Kompetenz der Städte und Kantone, welche den Grossteil der Mitglieder des Vereins Eco-bau stellen und in dieser Funktion ihren Einfluss geltend machen sollten. Das Bafu und die anderen betroffenen Bundesämter sind aber bereit, gemeinsam mit dem Verein Eco-bau und der Aluminiumindustrie die Übereinstimmung der in "eco-devis" verwendeten Methodik mit den einschlägigen internationalen Normenwerken zu überprüfen und allenfalls eine differenziertere Darstellung der Resultate zu entwickeln.</p>  Antwort des Bundesrates.