Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. August 2013 (725 13 51) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Besondere Adäquanzprüfung bei psychischen Gesundheitsstörungen nach Unfall; kein Schreckereignis gegeben Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber i.V. Michael Blattner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dani el Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach 1 gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1958 geborene A.____ war als Arbeitnehmer der Firma B.____ SA obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gege n die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert und erlitt am 26. August 2010 einen Arbeitsunfall. A.____ war im Begriff, Kabel von einer grossen Spule auf eine kleine re umzuspulen, als sich seine Jacke in der Spule verfing. Dadurch wurde er nach rechts um die eigene Achse herumgerissen, in Rich- tung der Spule gezogen und erhielt einen starken Sch lag in die Hals- und Brustwirbelsäule. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ konnte mit seinem Fuss den Notstoppschalter betätig en und damit verhindern, dass er mit seinem Gesicht gegen die Spule schlug. B. Mit Verfügung vom 26. Juni 2012 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen per 30. Juni 2012 ein. Zur Begründung führte sie an, dass d ie heute noch geklagten Beschwerden von A.____ aufgrund der medizinischen Abklärungen organ isch nicht hinreichend nachweisbar seien. Nach Prüfung der nach Bundesgericht massgebenden K riterien sei der adäquate Kau- salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 26. August 2010 und den geklagten Be- schwerden zu verneinen. Gegen diese Verfügung liess A.__ __ durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Daniel Altermatt, Einsprache erheben. Er beantragte, es sei die Verfügung vom 26. Juni 2012 aufzuheben und es seien weiterhin die g esetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Mit Einspracheentsch eid vom 18. Januar 2013 wies die SUVA die Einsprache ab. Dieser Entscheid wurde dahinge hend begründet, dass eine deutliche Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden und den bil dgebend objektivierbaren Befunden bestehe, ohne dass Hinweise auf eine Aggravat ion vorlägen. Da trotz zahlreichen therapeutischen Bemühungen keine Besserung eingetrete n sei, lasse sich der Verlauf nach dem Unfall nur dadurch erklären, dass bei A.____ von ei ner relevanten Schmerzfehlverarbei- tung auszugehen sei. Die vorliegenden bildgebenden A bklärungen dokumentierten eine we- sentliche konstitutionell bedingte und degenerative V orschädigung der Halswirbelsäule (HWS). Soweit pathologische Befunde an der HWS etc. erhoben wurden, handle es sich dabei um un- fallfremde Vorzustände. Der Unfall habe, wenn überha upt, höchstens zu einer vorübergehen- den Verschlimmerung des Vorzustands geführt und spiele in organischer Hinsicht keine ursäch- liche Rolle mehr. Die im Weiteren von A.____ geltend gemachten psychischen Beeinträchti- gungen seien nach der Rechtsprechung nur bei schweren Unfallereignissen adäquat kausal. Da der vorliegende Unfall vom 26. August 2010 als mittel schwer einzustufen sei, lasse sich die Frage der Adäquanz nicht aufgrund des Unfalls allein be antworten. Vielmehr müssten weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stünden oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschiene n, in eine Gesamtwürdigung einbezogen werden. Die von der Rechtsprechung entsprechend entwi ckelten Kriterien seien vorliegend nicht erfüllt, weshalb ein adäquater Kausalzusammenhan g zwischen dem Unfall und den psy- chischen Beeinträchtigungen zu verneinen sei. Wie es sich m it dem natürlichen Kausalzusam- menhang verhalte, könne bei diesem Ergebnis offen gelassen werden. C. Gegen den vorgenannten Einspracheentscheid erhob A .____, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Altermatt, am 20. Februar 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids sowie die weitere Erbringung der gesetzlichen Versicherungsleistun- gen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er an, dass nunmehr der Beschwerdegegne- rin der Beweis obliege, dass keine Unfallfolgen mehr vor handen seien, da sie ihre Leistungs- pflicht ursprünglich anerkannt habe. Die Beschwerdegegn erin stütze sich bezüglich des be- haupteten Wegfalls der Kausalität lediglich auf einen kreisärztlichen Bericht sowie eine neurolo- gische Untersuchung. Der Beschwerdeführer monierte weiter, dass die psychischen Beschwer- den nicht abgeklärt worden seien und die neurologische U ntersuchung sehr knapp ausgefallen sei. Aufgrund des komplexen Beschwerdebilds hätte zwingen d eine polydisziplinäre medizini- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sche Begutachtung stattfinden müssen. Daher werde bestrit ten, dass kein natürlicher Kausal- zusammenhang bestehen soll. Die von der Beschwerdegegner in anhand der Schwere des Un- fallereignisses vorgenommene besondere Adäquanzprüfun g richte sich nach den falschen Kri- terien. Da es sich beim vorliegenden Unfall um ein Schre ckereignis handle, sei die allgemeine Adäquanzformel anzuwenden und zu bejahen. Eventualiter sei auch die besondere Adäquanz- prüfung als erfüllt zu betrachten. D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. April 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei- sung der Beschwerde. Auf die Begründung wird – soweit e rforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die im Übrigen frist- und formge- recht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in zu Recht die Einstellung der Ver- sicherungsleistungen per 30. Juni 2012 verfügt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. A rt. 18 Abs. 1 UVG gewährt der ver- sicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10 % invalid ist. 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer nur unter der Voraussetzung aufzu- kommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden ein natür- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursach en im Sinne des natürlichen Kau- salzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhand ensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen W eise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetre- ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibun g ist für die Bejahung des natürli- chen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfa ll die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass da s schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). 3.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einm al anerkannt, entfällt sie erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ur sache des Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten nur noch un d ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) , erreicht ist (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Ebenso wie der leistungsbegründende n atürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedi ngten Ursachen eines Gesundheits- schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblic hen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ur- sächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es d abei um eine anspruchsaufhe- bende Tatsache handelt, liegt die Beweislast – anders a ls bei der Frage, ob ein leistungsbe- gründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Der Beweis des Weg- falls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ur- sachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vo m Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nunmehr bei voller Gesundheit ist. Entscheidend ist alle in, ob unfallbedingte Ursachen des Ge- sundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben u nd weggefallen sind (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Jan uar 2008 Bundesgericht, Sozial- rechtliche Abteilungen] vom 25. Oktober 2002, U 143/02, E. 3.2). 4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im We iteren voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen S chaden ein adäquater Kausalzusam- menhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lau f der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von d er Art des eingetretenen herbeizufüh- ren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des ad äquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (B GE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlich en Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesund heitlichen Schädigung auch der erfor- derliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammen hang besteht, ist eine Rechtsfrage, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 4.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 1 27 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen bzw. bild- gebenden Abklärungen bestätigt werden (anstelle vieler : Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit Hinweisen). D iese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 4.3 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rech tsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines S chleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Fo lge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, K onzentrations- und Gedächtnisstö- rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Re izbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 1 09 ff. modifizierten Grundsätze zu prü- fen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma ode r einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verle tzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erf olgen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS o der einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfall folgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währe nddem bei den übrigen Unfällen für die Be- urteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen ledig lich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäde n sowie deren objektive Folgen mass- gebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 4.4 Vorliegend lassen sich den ärztlichen Stellungnahmen keine Anhaltspunkte für orga- nisch nachweisbare Schädigungen entnehmen. Insbesondere im Bereich der HWS konnten keinerlei strukturelle Veränderungen für die geklagte n Beschwerden erhoben werden. Zwar stellte der erstbehandelnde Hausarzt, Dr. med. D.____ , FMH Medizinische Onkologie und All- gemeine Innere Medizin, mit Bericht vom 28. Oktober 20 10 ein HWS-Distorsions-Syndrom als Diagnose, korrigierte diese jedoch in seinem Bericht vom 2. Dezember 2010 und hielt fest, dass Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht es sich nicht um ein Beschleunigungstrauma handle. In der Bilddiagnostik wurden in Bezug auf die HWS und die BWS mit Röntgenbild vom 6. September 2010 und mit MRT vom 20. Oktober 2010 keine Hinweise auf posttraumatische Läsi onen oder entzündliche Verände- rungen gefunden. Es waren lediglich geringgradige de generative Entwicklungen erkennbar. In seinem Bericht vom 25. November 2010 diagnostizierte Pro f. Dr. med. E.____ vom Universi- tätsspital Basel einen Status nach HWS-Kontusion und be zeichnete die geklagten Beschwer- den als muskulär bedingt. Er empfahl dem Beschwerdeführ er die Wiederaufnahme der Arbeit. Der Chiropraktiker, Dr. med. F.____, erwähnte in seinem Bericht vom 27. November 2011 nebst der Diagnose eines akuten posttraumatischen Zervikal- und Thorakalsyndroms die unfallfremde Diagnose einer diffusen idiopathischen skelettalen Hypero stose. Vom 24. Januar 2011 bis zum 23. Februar 2011 befand sich der Beschwerdeführer in d er Rehaklinik G.____. Im Austrittsbe- richt vom 2. März 2011 wird als somatische Diagnose ein ze rvikothorakales Schmerzsyndrom und als psychiatrische Diagnose eine leichte Anpassungsstörung mit Panikattacken und gering- fügigen Schlafproblemen gestellt. Im Rahmen der statio nären Rehabilitation habe keine nam- hafte Verbesserung der Beschwerden erreicht werden könn en. Das Beschwerdebild imponiere ähnlich einem Status nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma, ohne jedoch die diagnos- tischen Kriterien eines solchen zu erfüllen. Der Beschwerd eführer habe nach dem Unfall zu- nächst psychotraumatologische Symptome mit Unfallträumen entwickelt. Nach einigen Wochen sei diese Symptomatik jedoch abgeklungen und es seien ledi glich vereinzelte Panikattacken geblieben. Eine depressive Thematik liege nicht vor. Die aktuell noch geklagten Beschwerden seien aus unfallkausaler Sicht nicht erklärbar. Die dokume ntierten Veränderungen seien als ausgeprägter degenerativer Vorzustand zu werten, welch er durch den Unfallmechanismus al- lenfalls vorübergehend traumatisiert worden sei. Eine a mbulante Psychotherapie sei nicht an- gezeigt und werde vom Beschwerdeführer auch nicht gewü nscht. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Ab dem 14. März 2011 sei der Beschwer- deführer wieder voll arbeitsfähig. In der Folge wurde der Beschwerdeführer von seinem Hausarzt, Dr. D.____, am 6. April 2011 in die Klinik H.____ überwiesen mit der Verdachtsdiagnose einer aktivierten depressiven Entwick- lung bei vorbestehender Depression mit Panikstörung un d Somatisierungstendenz. Im Aus- trittsbericht der Klinik H.____ vom 20. Juli 2012 werd en in psychiatrischer Hinsicht eine Schmerzverarbeitungsstörung mit ängstlichem Vermeideverhal ten, eine depressive Reaktion und eine Panikstörung diagnostiziert. Der Beschwerdeführe r habe in den ersten Wochen nach dem Unfall oft vom Unfallereignis geträumt und habe hin und wieder Panikattacken mit körperli- chen Begleiterscheinungen wie Herzrasen und Schwitzen geh abt. Solche Panikattacken seien beim Beschwerdeführer allerdings bereits in den Jahre n vor dem Unfallereignis aufgetreten. Während des Klinikaufenthalts vom 18. Mai 2011 bis zum 21. Juni 2011 habe der Beschwerde- führer lediglich zwei solcher Panikattacken gehabt und bei Austritt hätten keine Anzeichen für eine leichte oder mittelgradige depressive Störung be standen. Hauptursächlich für die anhal- tende Arbeitsunfähigkeit sei die bestehende Schmerzverarbeitungsstörung. In seinem Bericht vom 14. Mai 2012 diagnostizierte Dr. med. I.____, FMH Neurologie, einen Status nach Unfall im Sinne einer direkten HWS-Kontusi on mit einer Schmerzverarbeitungsstö- rung mit panvertebralem Schmerzsyndrom. Radiologisch best ehe eine diffuse idiopathische Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht skelettale Hyperostose, aber keine strukturelle traumati sche Läsion. Im Laufe der Behandlung sei es nicht zu einer Verbesserung, sondern vielmehr z u einer Schmerzausweitung auf die ge- samte Wirbelsäule und das linke Bein gekommen. Es gebe keine Hinweise in Richtung einer radikulären Reiz- oder Ausfallproblematik als allfälli ge Erklärung für die Beschwerden. Insge- samt bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den angegebe nen Beschwerden und den klinisch und bildgebend objektivierbaren Befunden, ohne dass Hinweise auf eine Aggravation vorlägen. Es sei aber von einer relevanten Schmerzverarbeit ungsstörung auszugehen. Die Ar- beitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht eingeschränkt. 4.5 Die medizinischen Unterlagen zeigen klar auf, dass kei ne unfallbedingten, strukturell objektivierbaren Veränderungen an der HWS oder sonstig e organisch nachweisbare Schädi- gungen vorliegen, welche auf das erlittene Unfallere ignis vom 26. August 2010 zurückzuführen wären. Gegenteilige Einschätzungen sind den Akten keine zu entnehmen. Zudem lagen beim Beschwerdeführer nach dem erlittenen Unfallereignis ne bst anfänglich geklagten Nacken-, Kopf- und Brustwirbelsäulenschmerzen sowie teilweisem S chwindel keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen vor, die zum Beschwerdebild gehör en, welches für ein Schleudertrauma typisch ist (vgl. E. 4.3 hiervor bzw. die dortigen Hinweise ). Innert der rechtsprechungsgemäss massgebenden Latenzzeit konnten insbesondere keine weiter en Symptome erhoben werden, welche dem sogenannten "bunten Beschwerdebild" entsprech en würden. Dies wird von der Beschwerdegegnerin demnach zu Recht auch so vertreten. Im Ergebnis ist die Adäquanzbeur- teilung deshalb nicht nach Massgabe der in BGE 117 V 35 9 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätzen, sondern nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien vorzunehmen. 4.6 Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdig ung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevant en Sachverhalts ergeben und die- ser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein bea ntragtes Beweismittel verzichtet wer- den. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtli- cher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 124 V 94 E. 4b, 1 22 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Die vorliegenden ärztlichen Dokume nte erweisen sich als kongruent (vgl. soeben E. 4). Gestützt auf diese Aktenlage sind im vorliegenden Fall von zusätzlichen Un- tersuchungen keine zweckdienlichen Ergebnisse mehr zu erwarten. Von ergänzenden Untersu- chungen – insbesondere einer wie vom Beschwerdeführer ver langten polydisziplinären Begut- achtung – ist deshalb abzusehen (vgl. Urteil des Bundesger ichts vom 2. Juli 2008, 8C_31/2008, E. 4.2 mit Hinweis). 5.1 Die Rechtsprechung nimmt gemäss BGE 115 V 133 ff. bei der Beurteilung der Adä- quanz zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen e ine Einteilung in banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseit s und schliesslich den dazwischen lie- genden Bereich der mittleren Unfälle vor. Bei leichten Unfällen (wie z.B. bei geringfügigem An- schlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses) und bei le ichten Unfällen (wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen) kann der adäquat e Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel o hne Weiteres verneint werden, währenddem er bei schweren Unfällen grundsätzlich zu beja hen ist. Der mittlere Bereich um- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fasst jene Unfälle, die weder der ersten noch der zweite n Gruppe zugeordnet werden können. Hier lässt sich die Frage nach dem adäquaten Kausalzusamm enhang nicht aufgrund des Un- falls alleine schlüssig beantworten, weshalb rechtsprechungsgemäss weitere, objektiv erfassba- re Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zu sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind:  besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls  die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verlet zung, insbesondere ihre erfah- rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen  ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung  körperliche Dauerschmerzen  ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erh eblich verschlimmert  schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikation en  Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkei t Der Einbezug sämtlicher Kriterien ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann allenfalls ein einziges Kriterium genügen . Dies trifft einerseits bei mittleren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren und andererseits im gesamten mittleren Bereich zu, wenn ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erf üllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, müssen mehre re unfallbezogene Kriterien herangezogen werden und in gehäufter oder auffallend er Weise erfüllt sein (vgl. zum Ganzen BGE 115 V 140 f. E. 6). 5.2.1 Der vom Beschwerdeführer am 26. August 2010 erlit tene Unfall ist dem mittleren Be- reich zuzuordnen, ohne dass ein Grenzfall zu den schweren oder zu den leichten Unfällen an- zunehmen wäre (vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts vo m 10. Juni 2008, 8C_583/2007, E. 3.1 und vom 30. August 2001, U 56/00, Sachverhalt lit. A und E. 3b, wo die versicherte Per- son jeweils in einem umkippenden Lastwagen sass und die U nfälle als mittelschwer im Grenz- bereich zu den leichten Unfällen qualifiziert wurden). Die Adäquanz des Kausalzusammen- hangs ist demnach zu bejahen, falls ein einzelnes der unf allbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu berücksichtige nden Kriterien insgesamt in gehäuf- ter oder auffallender Weise erfüllt sind. Wie hiervor erwähnt (E. 4.3) werden bei der Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unf allereignis als solches und die dabei erlittenen physischen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen berücksichtigt. Psychische Komponenten finden demgegenüber keine Beachtung. 5.2.2 Der Beschwerdeführer macht zunächst eine besonder e Eindrücklichkeit des Unfallereig- nisses geltend, da er durch die Betätigung des Notstoppscha lters erst im letzten Moment habe verhindern können, auf die Spule aufgewickelt zu werde n. Ob besonders dramatische Begleit- umstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls gegeben sind, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens des Versiche rten (vgl. Urteile des Bundesge- richts vom 3. September 2008, 8C_720/2007, E. 10.2 und vom 28. April 2005, U 460/04, E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Angesichts der Grösse der Spule erscheint eher unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer durch diese tatsächlich hätte a ufgewickelt werden können. Vor- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellbar ist hingegen, dass sich der Beschwerdeführer durc haus lebensbedrohliche Verletzun- gen hätte zuziehen können, wenn es ihm nicht gelungen wäre, die Maschine zu stoppen (vgl. hierzu Bericht von Dr. I.____ vom 14. Mai 2012 bezügli ch der Qualifikation eines potentiell le- bensbedrohlichen Ereignisses). Doch selbst wenn eine beson dere Eindrücklichkeit anzuneh- men wäre, läge diese angesichts der dargestellten Rec htsprechung nicht in besonders ausge- prägter Weise vor. Es ist im Folgenden zu prüfen, wie e s sich mit den weiteren rechtspre- chungsgemäss entwickelten Kriterien verhält. 5.2.3 Augenfällig liegt das Kriterium der Schwere ode r besonderen Art der erlittenen Verlet- zung nicht vor, zumal im Rahmen dieser Adäquanzbeurtei lung nur physische Komponenten berücksichtigt werden. Die vom Beschwerdeführer erlittenen physischen Verletzungen sind we- der besonders schwer noch erfahrungsgemäss geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszu- lösen. Eine ärztliche Bestätigung der vom Beschwerdeführe r geltend gemachten körperlichen Dauerschmerzen ist aus den medizinischen Akten nicht erken nbar. Die geltend gemachten Schmerzen sind nach übereinstimmender Meinung der beha ndelnden und begutachtenden Fachpersonen psychosomatischer Natur und daher bei der vo rliegenden Adäquanzbeurteilung unbeachtlich. Gleich verhält es sich beim Kriterium des G rades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, wurde doch dem Beschwerd eführer in physischer Hinsicht un- längst nach dem Unfallereignis eine vollständige Arbei tsfähigkeit attestiert (vgl. E. 4.4). Da die Behandlung der physischen Beschwerden nach dem stationä ren Aufenthalt in der Rehaklinik G.____, d.h. ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis , abgeschlossen war, kann eine unge- wöhnlich lange Behandlungsdauer ebenso wenig ausgemacht werden (vgl. Austrittsbericht vom 2. März 2011; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Sept ember 2008, 8C_720/2007, E. 10.3, wonach das Kriterium der ungewöhnlich langen Behandlun gsdauer auch nach über dreijähriger Behandlung nur teilweise als erfüllt zu betrachten war ). Nicht ersichtlich sind im Weiteren eine ärztliche Fehlbehandlung, ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen bei der Behandlung der physischen Beschwerden. Im Übrigen bl eiben die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Anstrengungen zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach dem gemäss BGE 115 V 133 ff. anzuwendenden Kriterienkatalog unberücksichtigt. 5.2.4 Zusammenfassend ist höchstens eines der sieben Krite rien als erfüllt zu betrachten, wobei diesem keine besondere Ausgeprägtheit zukommt. Dam it ist der adäquate Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfallereignis und den nachfolgen den psychischen Beschwerden zu verneinen. 6.1 Der Beschwerdeführer wendet nun ein, dass es sich be im Unfall vom 26. August 2010 um ein sogenanntes Schreckereignis handle, weshalb die P rüfung des adäquaten Kausalzu- sammenhangs nach der allgemeinen Formel (allgemeine L ebenserfahrung und gewöhnlicher Lauf der Dinge) vorzunehmen sei. Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf de n menschlichen Körper im Sinne des geltenden Unfallbegriffs anerkannt und für ihre unfal lversicherungsrechtliche Behandlung be- sondere Regeln entwickelt (anstelle vieler: BGE 129 V 17 9 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Da- nach setzt die Annahme eines Unfalls voraus, dass es sich um e in aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychisc hen Schock, handelt. Die see- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, sich in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit ge- eignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch St örung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschla g etc.) hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt un d dahingehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) g esunden Menschen als Ver- gleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem Zusammenhan g ebenfalls auf eine "weite Band- breite" von Versicherten abzustellen ist (Urteil des Bun desgerichts vom 3. September 2008, 8C_720/2007, E. 6.1, BGE 129 V 179 E. 2.1; D AVID WEISS , Die Qualifikation eines Schrecker- eignisses als Unfall nach Art. 4 ATSG, in: SZS 2007 S. 47 f.). Damit wird dem Umstand Rech- nung getragen, dass das Gesetz auch Personen versichert, welch e besondere Veranlagungen aufweisen und daher einen Unfall weniger gut verkraft en (vgl. ALEXANDRA RUMO -JUNGO /A NDRÉ PIERRE HOLZER , Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 47 mit Hinweisen). 6.2 An den Kausalzusammenhang zwischen sogenannten Schreck ereignissen und nachfol- genden psychischen Beschwerden werden alsdann hohe Anforde rungen gestellt. Diese sind insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schrecke reignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit des fraglichen Ereignisses sowie de n entsprechenden psychischen Schock zu stellen. So verneinte das EVG (allerdings in Anwe ndung der Adäquanzkriterien von BGE 115 V 133 ff.) im Fall einer Versicherten, die au f offener Strasse von einem Unbekannten angegriffen, zu Boden gedrückt und in Tötungsabsicht gewürgt worden war (wobei sie auch körperliche Beeinträchtigungen - Schrammen am Hals und S chmerzen in der Lendengegend - erlitt; RKUV 1996 Nr. U 256 S. 215) die Adäquanz ebe nso wie bei einem Mann, der in Zusam- menhang mit seinem Geschäft von einem unbekannten Begl eiter eines Kunden mit dem Mes- ser bedroht und erpresst worden war, jedoch keine somatischen Verletzungen davontrug (Urteil des Bundesgerichts vom 19. März 2003, U 15/00) und im Fall einer Spielsalonaufsicht, die nach Geschäftsschluss überraschend von einem Vermummten mit der Pistole bedroht und (ohne dass sie körperlich angegriffen worden wäre) zur Geldher ausgabe gezwungen worden war (BGE 129 V 185 E. 4.3). Ebenfalls verneint wurde die Adäquanz beim Fall eines Versicherten, welcher aus der Führerkabine eines kippenden Baggers spr ang und nach Abschluss der Heil- behandlung über psychische Beschwerden klagte (Urteil de s Bundesgerichts vom 3. September 2008, 8C_720/2007, E. 7.3). Nach der Re chtsprechung besteht die übliche und einigermassen typische Reaktion auf derartige Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen o- der Monate überwunden wird (BGE 129 V 185 E. 4.3, U rteile des Bundesgerichts vom 25. September 2008, 8C_341/2008, E. 2.3 und vom 20. September 2007, U 548/06, E. 2.5, je mit Hinweisen). 6.3 Nicht anders verhält es sich im vorliegenden Fall. Es i st zwar nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer das Unfallereignis vom 26. August 2008 subjektiv als bedrohlich empfunden hat, die Kriterien eines Schreckereignisses vermag dieses indes nicht zu erfüllen. Insbesondere der erforderliche psychische Schock ist dem Ereignis abzusp rechen, zumal der Versicherte nach dem plötzlichen Einziehen seiner Jacke rasch und situa tionsgerecht den Notstoppschalter Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht betätigen konnte und gar imstande war, am Tag des Ereignisses bis zu seinem Feierabend wei- terzuarbeiten. Ein entsprechender psychischer Schock ist nach den medizinischen Akten nicht ausgewiesen und wird vom Beschwerdeführer auch nicht g eltend gemacht. Nicht erfüllt ist so- dann das Kriterium der Aussergewöhnlichkeit, stellt der Geschehensablauf doch die Verwirkli- chung eines typischen Arbeitsrisikos dar. Trifft das gefürcht ete Risiko schliesslich doch ein, kann nicht von einer überraschenden Heftigkeit des Vorfall s gesprochen werden. Hat sich das Ereignis jedoch nicht in überraschender Heftigkeit abge spielt, liegt kein Schreckereignis vor, welches den Unfallbegriff erfüllen würde (vgl. Urtei l des Bundesgerichts vom 2. Februar 2005, U 324/04, E. 4.4). In Anbetracht der geschilderten Si tuation ist das Unfallereignis vom 26. August 2010 nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, langjährige psychische Störungen mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit hervorzu rufen. Die adäquate Kausalität ist dem- nach auch unter diesem Aspekt zu verneinen. 7. Zusammenfassend ist der adäquate Kausalzusammenhang zwi schen dem Unfall vom 26. August 2010 und den geklagten Beschwerden sowohl n ach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 ff. als auch nach der Adäquanzbeurteilung zu d en Schreckereignissen zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungseinstellung per 30. Juni 2012 demnach zu Recht verfügt. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht