Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. September 2016 (725 16 82) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die SUVA hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt. Hingegen wird die Angelegenheit in Bezug auf die Integritätsentschädigung an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese weitere medizinische Abklärungen vor- nimmt und gestützt darauf neu verfügt. Besetzung Vorsitzender Kantonsrichter Jgnaz Jermann , Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1951 geborene A.____ ist Inhaber des Malerat eliers B.____ und war dort selbstän- dig als Maler tätig. In dieser Eigenschaft war er b ei der Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt (SUVA) freiwillig gegen die Folgen von Unfä llen versichert. Am 6. Dezember 2013 erlitt Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ einen Heckauffahrunfall, wobei er sich Verletzung en am Hals und am Rücken zuzog. Am 13. Dezember 2013 erlitt der Versicherte einen weit eren Unfall, indem er von einer Leiter fiel. Dabei verletzte er sich am rechten Oberarm und am Rücken. Die SUVA erbrachte in der Folge für beide Unfallereignisse die gesetzlichen Versich erungsleistungen. Mit Verfügung vom 14. August 2015 sprach die SUVA A.____ eine Integritä tsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 5% zu. Einen Rentenanspruch lehnt e sie mangels einer erheblichen Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit ab. Eine vom Versicherten dagegen erhobene Einspra- che wurde mit Einspracheentscheid vom 15. Februar 2016 abgewiesen. B. Hiergegen erhob A.____ am 8. März 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht). Darin beantragte er, es sei der Einspracheentscheid der SUVA vom 15. Februar 2016 aufzuheben, es sei festzustellen, dass ihm ein Rentenanspruch und eine angemessene Integri tätsentschädigung zukomme und es sei eine interdisziplinäre Begutachtung vorzunehmen. Eventualiter sei die Sache zur weite- ren Abklärung an die SUVA zurückzuweisen. In verfahren smässiger Hinsicht verlangte A.____ die Durchführung einer Parteiverhandlung. Zur Begrün dung brachte er im Wesentlichen vor, dass sich sein Gesundheitszustand, verursacht durch den Auto -Auffahrtsunfall vom 6. Dezem- ber 2013, seit seiner Arbeitsunfähigkeit vom 21. Juli 201 4 bis zum aktuellen Tag durch Gleich- gewichtsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwinde l, Angstzustände beim Auto- und Velofahren, Schlafstörungen und Kopfschmerzen beträchtli ch verschlechtert habe. Dass die Folgen der beiden Unfallereignisse von der SUVA zum zwe iten Mal eingestellt worden seien, könne er nicht akzeptieren. Auch die Berechnung seiner Integritätsentschädigung von 5%, ob- wohl ihm der Malerberuf nicht mehr zugemutet werden könne, und die theoretische Berechnung einer 0%igen Unfallrente könne er nicht akzeptieren. C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. April 2016 beantrag te die SUVA, es sei die Beschwer- de vom 8. März 2016 samt allen Anträgen, soweit darauf einzutreten sei, vollumfänglich abzu- weisen und es sei der Einspracheentscheid vom 15. Februar 2016, womit ihre Verfügung vom 14. August 2015 geschützt werde, zu bestätigen. D. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 28. Juli 2016 hi elten der Beschwerdeführer sowie auch die SUVA an ihren Anträgen fest. Mit Beschluss vom 28. Juli 2016 stellte das Kantonsge- richt den Fall aus und gab dem Beschwerdeführer Gelegen heit zur Stellungnahme sowie die Möglichkeit des Beschwerderückzugs. Zur Begründung wurde fe stgehalten, dass das Kantons- gericht – im Falle eines Urteils – die Rentenablehnung der SUVA bestätigen und die Beschwer- de in diesem Punkt abweisen würde. Hinsichtlich der Inte gritätsentschädigung würde das Kan- tonsgericht die Angelegenheit an die SUVA zurückweise n, damit diese weitere Abklärungen vornimmt und neu verfügt. Die Neubestimmung des Integ ritätsschadens könne möglicherweise zu einer Schlechterstellung (reformatio in peius) führen. E. Mit Schreiben vom 18. August 2016 nahm der Beschwerde führer Stellung und hielt an seiner Beschwerde und an seinen Anträgen fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Be schwerdegegnerin den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehn t und ihm eine Integritätsentschädigung im Umfang von 5% zugesprochen hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen , Nichtberufsunfällen und Berufs- krankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfall versicherers setzt voraus, dass zwi- schen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Sch aden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen) und ein adä- quater (vgl. dazu BGE 125 V 461 E. 5a, 123 III 112 E. 3a, 123 V 103 E. 3d und 139 E. 3c, 122 V 416 E. 2a, je mit Hinweisen) Kausalzusammenhang besteht. 3.2 Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Be schwerden des Versicherten auf die beiden Unfallereignisse vom 6. sowie vom 13. Dezember 2013 zurückzuführen waren. Die Be- schwerdegegnerin erbrachte in diesem Sinne auch Leistungen für die Heilkosten sowie Taggel- der. Mit Verfügung vom 11. November 2014 stellte sie j edoch ihre Leistungen hinsichtlich des Unfalls vom 6. Dezember 2013 erstmals per 30. November 2 014 ein und verneinte einen An- spruch auf weitere Versicherungsleistungen, da zwischen den noch geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Unfall k ein adäquater Kausalzusammen- hang bestehe. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Ve rsicherten wurde mit Einsprache- entscheid vom 9. April 2015 abgewiesen. Dagegen erhob der Versicherte am 6. Mai 2015 Be- schwerde beim Kantonsgericht. 3.3 Am 29. Mai 2015 schlossen die Parteien sodann folg enden aussergerichtlichen Ver- gleich: Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht „1. In Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9. April 2015 erklärt sich die SUVA bereit, für die Folgen des Unfallereignisses vom 6. Dezember 2013 ( Gleichgewichtsstörungen) über den 30. November 2014 hinaus weiterhin die gesetzlichen Ver sicherungsleistungen (Taggeld- und Heilbehandlungskosten) auszurichten. 2. Die SUVA erklärt sich in Ergänzung zu Ziff. 1 bereit, einen allfälligen Renten- und/oder Integritätsentschä digungsanspruch zu prüfen und hernach über diesen Anspruch zu verfügen. 3. A.____ erklärt, nachdem die SUVA die teilweise Unfall- kausalität seiner Beschwerden nicht mehr bestreitet, d en Verzicht auf die Einholung des von ihm beantragten interdisziplinären Gutachtens. Vorbeha lten bleibt allerdings die Anordnung eines solchen Gutachtens im Zusammenhang mit der Prüfu ng der zumutbaren Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf die Prüfung des Renten- und/oder Integ ritätsentschädigungsanspruchs, sofern der Kreisarzt ein solches aus medizinischen Gründen für n otwendig erachtet. 4. A.____ zieht seine beim Kantonsgericht hängige Beschwerde vom 6. Mai 2015 vorbehaltlos zurück. 5. Das Beschwerdeverfahren gilt mit der vorliegenden Vereinbarung kostenlos als erledigt.“ Daraufhin beschloss das Kantonsgericht am 22. Juni 2015 d ie Abschreibung des Beschwerde- verfahrens zufolge Beschwerderückzugs im Rahmen eines aussergerichtlichen Vergleichs. 3.4 Mit Verfügung vom 6. Juli 2015 schloss die SUVA den Fall ein weiteres Mal ab und stellte die Taggeldleistungen auf den 31. August 2015 ein, da von weiteren ärztlichen Behand- lungen keine erhebliche Besserung des Gesundheitszustand es mehr zu erwarten war (sog. Endzustand). Für zwei Serien Physiotherapie werde die SU VA noch aufkommen. Wie im soeben aufgeführten Vergleich (vgl. E. 3.3 hiervor) unter Ziff. 2 festgehalten, prüfte die SUVA im Rahmen des Fallabschlusses Ansprüche auf andere Versicher ungsleistungen wie eine Invali- denrente und eine Integritätsentschädigung (vgl. Art. 19 UVG). In der Verfügung vom 14. Au- gust 2015 sowie im hier angefochtenen Einspracheentsche id vom 15. Februar 2016 lehnte die Beschwerdegegnerin schliesslich die Ausrichtung einer Inval idenrente ab und legte die Integri- tätsentschädigung auf 5% fest. 4.1 Zu prüfen ist zunächst der Anspruch des Beschwerdefü hrers auf eine Invalidenrente. 4.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls oder einer Berufskrankheit (vgl. Art. 9 Abs. 3 UVG) zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwe rbsunfähigkeit. Diese wiederum ent- spricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbl eibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden ausgeglichenen Arbeits- markt (Art. 7 ATSG). Art. 16 ATSG hält fest, dass die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versicherten anhand eines Einkommensverglei chs zu erfolgen hat. Erleidet die versicherte Person durch den Unfall bzw. die Berufskrankheit eine dauernde erhebliche Schä- digung der körperlichen oder geistigen Integrität, so h at sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wir d mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendi gung der ärztlichen Behandlung ge- währt (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialver sicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.4 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz de r freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol ten Gutachten externer Spezialärz- tinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise s prechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen der frei en Beweiswürdigung ist es auch ohne weiteres zulässig, dass Verwaltung und Gerichte ihren Ent scheid in erster Linie auf versiche- rungsinterne Entscheidungsgrundlagen abstützen (vgl. BGE 123 V 334 E. 1c). Ein Gutachten ist nach der Rechtsprechung nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben u nd diese Daten unbestritten sind. Fer- ner ist erforderlich, dass der Untersuchungsbefund vollständig vorliegt und der Sachverständige sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kann (vgl. RKUV 1988, Nr. 56 S. 370 f. E. 5b mit Hinweisen). 5.1 Für die Beurteilung der gesundheitlichen Situatio n sowie der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers stehen im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Unterlagen zur Ver- fügung: 5.2 Dr. med. C.____, FMH Neurologie, berichtete am 2 9. September 2014 von der neurolo- gischen Untersuchung vom 24. September 2014. Dr. C.____ diagnostizierte eine Stand- und Gangunsicherheit, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt (klinisch distal-symmetrische sensible Polyneuropathie unklarer Ursache, zentrale Komponente) , einen Status nach Autounfall (Heck- kollision) mit HWS-Distorsionstrauma am 6. Dezember 2013 (degenerative HWS- Veränderungen mit Instabilität C5/6 [CT]), einen Sta tus nach Leitersturz mit Ellbogenkontusion rechts am 13. Dezember 2013 unklarer Ursache; DD (Zusammenhang mit Diagnose 1, vasova- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gale Synkope) sowie einen Status nach Implantation ei nes Herzschrittmachers 03/78. Dr. C.____ führte unter anderem aus, dass zusammengefasst eine komplexe Situation vorliege, wobei die Beurteilbarkeit dadurch erschwert werde, dass wegen des Schrittmachers keine MRI- Untersuchungen möglich seien. Es sei aber davon auszugehe n und gemäss seiner Beurteilung Folge einer organischen Störung, dass das Gleichgewicht de s Patienten beeinträchtigt sei mit entsprechenden Einschränkungen bei Tätigkeiten, welche diesbezüglich höhere Anforderungen stellten (wie zum Beispiel auf der Leiter in der Höhe etc.). Die Symptomatik sei wahrscheinlich multifaktoriell bedingt, wobei die Abgrenzung unfall- /krankheitsbedingt aktuell nicht weiter mög- lich sei. Zur Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C.____ fest, dass er den Versicherten für Tätigkeiten mit höheren Anforderungen ans Gleichgewichtssystem (wie auf L eitern, auf unebenem Boden, im Dunkeln etc.) als derzeit arbeitsunfähig beurteile. Für eine angepasste Tätigkeit ohne diese An- forderungen bestehe keine Einschränkung. 5.3 Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap- parates, stellte anlässlich seiner kreisärztlichen Untersuch ung vom 2. Juli 2015 in Bezug auf das erste Unfallereignis (Heckauffahrunfall) die folgend en Diagnosen: eine Distorsion der Hals- wirbelsäule, eine Schädelprellung, degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule sowie eine Osteochondrose C5/C6. Hinsichtlich des zweiten Unfallerei gnisses (Sturz von einer Leiter) di- agnostizierte Dr. D.____ eine Ellbogenprellung rechts. Dr. D.____ hielt unter anderem fest, dass objektiv eine endgradige Einschränkung der Beweglich keit der Halswirbelsäule vorliege. Objektiv zeige der Versicherte einen unauffälligen Unte rsuchungsbefund im Bereich des rech- ten Ellbogens. Subjektiv würden keine Beschwerden mehr i m Bereich des rechten Ellbogens beschrieben. Subjektiv gebe der Beschwerdeführer Gleich gewichtsstörungen, Konzentrations- störungen und Schwindelprobleme an. Weiter führte Dr. D.____ aus, dass aufgrund der rechtli- chen Situation der Zusammenhang der Beschwerden im Ber eich der Halswirbelsäule zum Schadenereignis vom 6. Dezember 2013 gegeben sei. Bezog en auf die Situation der Halswir- belsäule gelte für den allgemeinen Arbeitsmarkt folgen de Zumutbarkeit: „Ganztags, mittel- schwer. Keine vermehrten Kopf-/Oberkörperrotationen. K ein Arbeiten in Zwangspositionen mit vermehrtem Reklinieren des Kopfes. Keine Vibrationsbelast ungen, keine hämmernden oder stossenden Tätigkeiten. Kein Besteigen von Leitern und Gerüsten, keine absturzgefährdeten Positionen.“ Die Arbeitsfähigkeit bestehe im Rahmen d es Zumutbaren. Die angestammte Tätig- keit des Versicherten als Maler sei nicht weiter zumutbar. Es sei nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten. 5.4 Am 2. Juli 2015 nahm Dr. D.____ eine Beurteilung des Integritätsschadens vor. Er hielt fest, dass der Versicherte einen Status nach Halswirbelsäul endistorsion bei schwersten dege- nerativen Veränderungen der Halswirbelsäule aufweise. Beim Beschwerdeführer bestünden endgradige Einschränkungen der Beweglichkeit der Halswir belsäule. Die Beschwerden seien unfallbedingt, dauernd und erheblich, wobei ein erh eblicher Vorzustand bestätigt sei. Dr. D.____ schätzte den Integritätsschaden auf 5%. Sch ätzungsgrundlage sei die Tabelle 7.2 („Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen“). Hi er gelte unter Punkt 3 („Discushernie, nachgewiesen, inklusive Osteochondrose“) Folgendes: Aufgr und der degenerativen Verände- rungen seien Beschwerden im Übergangsbereich der Schmerz funktionsskala von „+“ zu „++“ anwendbar. Der entsprechende Referenzwert liege bei 10 %. Bereits in den ersten radiologi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Aufnahmen fänden sich erhebliche degenerative Verän derungen, welche im Verlauf kaum progredient seien, weshalb eine Kürzung des Referen zwertes um 50% gerechtfertigt sei. Zusammenfassend könne ein Netto-Integritätsschaden aufgru nd der Unfallfolgen von 5% ge- schätzt werden. 5.5 Am 5. August 2015 nahmen Dr. D.____ und Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, nochmals Stellung zur Schätzung des Integritätsschadens. Die Dre s. E.____ und D.____ hielten fest, dass am 2. Juli 2015 eine Integritätsentschädigung von 5% geschätzt worden sei. Medizinisch sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine stru kturelle Schädigung der HWS anzu- nehmen. Die CT-Untersuchung der Halswirbelsäule vom 6. Dezember 2013 bestätige kein Hä- matom und keine Schwellung als indirekter Hinweis auf e ine Verletzung der Halswirbelsäule. Direkte Hinweise wie Frakturen oder Luxationen lägen e benfalls nicht vor. Die Verlaufskontrolle vom 25. Juli 2014 sei weitgehend unverändert gewesen. Vor allem habe keine unisegmentale Zunahme des degenerativen Vorzustandes als Folge des Tra umas bestätigt werden können. Auch beide Schädel-CT seien betreffend Unfallfolgen u nauffällig gewesen. Hinweise auf eine leichte traumatische Hirnverletzung seien echtzeitlich d es Weiteren nicht dokumentiert worden. Unfallfolgen seien administrativ bejaht worden. Da keine nennenswerte Zunahme degenerativer Veränderungen bei erheblichem Vorzustand nachweisbar g ewesen sei und nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit eine strukturelle cerebrale L äsion vorliege, sei die Schätzung des Integritätsschadens aufgrund der diffusen degenerativen Veränderungen an der HWS unter Abzug des Vorzustandes erfolgt. Aufgrund des erheblichen Vorzustandes sei eine Kürzung des tabellarischen Referenzwertes um mindestens 50% gerechtfertigt. 6.1 Die SUVA stützte sich bei ihrer Zumutbarkeitsbeurtei lung insbesondere auf den Bericht von Dr. C.____ vom 29. September 2014 (vgl. E. 5.2 hiervor) sowie auf die kreisärztliche Unter- suchung vom 2. Juli 2015 (vgl. E. 5.3 hiervor). Sie gin g demzufolge in ihrem Einspracheent- scheid vom 15. Februar 2016 davon aus, dass dem Versicherten die angestammte Tätigkeit als Maler nicht mehr zumutbar sei. Zumutbar seien ihm hingegen leidensangepasste Tätigkeiten im Umfang eines 100%igen Pensums. Diese vorinstanzliche Bewe iswürdigung ist nicht zu bean- standen. Diese beiden Berichte erweisen sich sowohl in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schl ussfolgerungen als nachvollzieh- bar und überzeugend. Sie berücksichtigen die vom Versich erten geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Sie v ermitteln ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Deshalb kann vollumfänglich darauf abge- stellt werden. 6.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass die SUVA für die Be urteilung der Zumutbarkeit zu Recht auf den Bericht von Dr. C.____ vom 29. September 2014 und den Bericht von Dr. D.____ vom 2. Juli 2015 abgestellt hat. In Bezug auf die verble ibende Restarbeitsfähigkeit ist demnach davon auszugehen, dass der Versicherte mittelschwere Tä tigkeiten ganztags ausführen kann. Nicht zumutbar sind ihm jedoch Arbeiten mit vermehrten Kopf-/Oberkörperrotationen, Arbeiten in Zwangspositionen mit vermehrtem Reklinieren des Kopfe s, Vibrationsbelastungen, häm- mernde oder stossende Tätigkeiten sowie das Besteigen vo n Leitern und Gerüsten und ab- sturzgefährdete Positionen. Daraus folgt, dass dem Beschw erdeführer seine angestammte Tä- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigkeit als Maler nicht mehr zumutbar ist. Ganztags zumutba r sind ihm hingegen weiterhin lei- densangepasste mittelschwere Tätigkeiten. 7.1 Wie bereits erwähnt (vgl. E. 4.2 hiervor), hat die Invaliditätsbemessung bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu e rfolgen. Gemäss Art. 16 ATSG wird dazu das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen , das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). De r Einkommensvergleich hat in der Re- gel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestel lt werden, worauf sich aus der Ein- kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 7.2 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkom- mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheit sschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E . 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vor- liegend ist die SUVA demnach zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ohne unfallbedingte Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Maler beim Maleratelier B.____ tätig wäre. Gemäss dem Durchschnittswert, welcher aus den im In dividuellen Konto (IK) des Versi- cherten ausgewiesenen Einkommen der Jahre 2008-2013 resultiert, würde der Beschwerdefüh- rer heute ohne Unfall Fr. 61‘433.-- jährlich verdiene n. Zumal dieser Betrag auch vom Be- schwerdeführer nicht bestritten wird, kann ohne Weiter es darauf abgestellt werden. Dies stellt somit das für die Berechnung relevante Valideneinkommen dar. 7.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nac h der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Geht diese nach Eintritt des Gesundheitsschadens kei ner oder jedenfalls keiner ihr zu- mutbaren Erwerbstätigkeit mehr nach, ist im Einkommensve rgleich von einem hypothetischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, kö nnen nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die so genannten DA P-Zahlen herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). 7.3.2 Nimmt ein Versicherter nach dem Unfall die Erwe rbstätigkeit altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter erheblich als Ur sache der Beeinträchtigung der Er- werbsfähigkeit aus, so sind für die Bestimmung des Inval iditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheits- schädigung erzielen könnte (Art. 28 Abs. 4 UVV). In ein em Urteil hat das Bundesgericht dazu Folgendes festgehalten: „Nach der Rechtsprechung findet Art. 28 Abs. 4 (Variante 2) UVV auch Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dann Anwendung, wenn das vorgerückte Alter einer versicherten Person das Zumutbarkeitspro- fil nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen Einsc hränkungen des funktionellen Leis- tungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertung d er Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Ei nschränkungen einstellen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2012, 8C_209/2012, E. 5.3). 7.3.3 Vorliegend hat die SUVA das Invalideneinkommen zu Recht aufgrund der Tabellenlöh- ne (Schweizerische Lohnstrukturerhebungen [LSE] 2012, Tabelle TA1, privater Sektor, Kompe- tenzniveau 1, Männer) ermittelt. Daraus ergibt sich bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden ein monatlicher Lohn von Fr. 5‘210.--. Nach Berücksichtigung der Nominallohnent- wicklung von 2013-2015 und einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden resultiert für das Jahr 2015 ein Einkommen von gerunde t Fr. 66‘688.--. Nach einem leidensbe- dingten Abzug in der vom Versicherten nicht bestritten en Höhe von 10% ergibt sich ein Invali- deneinkommen im Betrag von Fr. 60‘019.--. 7.4 Setzt man das Invalideneinkommen von Fr. 60‘019.-- dem Valideneinkommen von Fr. 61‘433.-- gegenüber, so ergibt sich eine Lohneinb usse von Fr. 1‘414.-- und ein Invaliditäts- grad von abgerundet 2%. Da der Versicherte demzufolge n icht zu mindestens 10% invalid ist (vgl. E. 4.2 hiervor), hat die SUVA zu Recht einen An spruch auf eine Invalidenrente abgelehnt. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 15. Februar 20 16 ist in diesem Punkt zu bestäti- gen und die Beschwerde des Versicherten abzuweisen. 8.1 Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin di e Integritätsentschädigung des Ver- sicherten zu Recht auf 5% festgesetzt hat. 8.2 Nach Art. 24 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritätsent- schädigung, wenn er durch den Unfall bzw. die Berufskrank heit (vgl. Art. 9 Abs. 3 UVG) eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder g eistigen Integrität erleidet. Nach Art. 36 UVV gilt ein Integritätsschaden dann als dauern d, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträch- tigt wird. Die Höhe der Integritätsentschädigung wird nach Art. 25 UVG entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft; der Bundesrat erhält die Kompetenz zur Regelung der Bemessung der Entschädigung. Dementsprechend wurden Richtlinien in Anhang 3 der UVV erlassen. Die SUVA hat in Weiterentwicklung der bundesrä tlichen Skala weitere Bemessungs- grundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese sin d, soweit sie Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährl eistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 ff.). 8.3 Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt den ärztlichen Sachverstän- digen. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabell en offengelassenen Bemessungs- spielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt (RKUV 19 98 Nr. U 296 S. 235 E. 2d; Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 191/00 vom 13. Januar 2002, E. 2c, wonach es sich bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beein- trächtigung um eine Tatfrage handelt, für deren Bean twortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind, da von einem medi zinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann). 8.4 Die Beschwerdegegnerin hat die Integritätsentschäd igung insbesondere gestützt auf die Schätzung bzw. Beurteilung durch Dr. D.____ vom 2. Juli 2015 (vgl. E. 5.4 hiervor) sowie auf die ergänzende Beurteilung durch die Dres. E.____ und D.____ vom 5. August 2015 (vgl. E. 5.5 hiervor), in der die Schätzung vom 2. Juli 2015 im Wesentlichen bestätigt wird, auf 5% festgelegt. Gemäss diesen Beurteilungen bestünden beim B eschwerdeführer endgradige Ein- schränkungen der Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Die B eschwerden seien unfallbedingt, dauernd und erheblich, wobei ein erheblicher Vorzustand bestätigt sei. Aus nachfolgenden Gründen gibt es jedoch Anlass, an der Richtigkeit der Beurteilung der Dres. D.____ und E.____ zu zweifeln. Betrachtet man die Beurteilungen bzw. Schätzungen in Bezug auf die Einschränkungen der HWS, erscheinen diese zwar insoweit nachvollziehbar und begründet. Aufgrund der Aktenlage erstaunt jedoch, d ass die Integritätsentschädigung lediglich aufgrund der Beschwerden an der HWS geschätzt wurde. Den n die medizinische Aktenlage zeigt deutlich auf, dass der Versicherte ebenfalls unter anderen Beschwerden leidet. Dr. C.____ hat am 29. September 2014 unter anderem eine Stand- und Gangunsicherheit diagnostiziert. Dr. D.____ hielt am 2. Juli 2015 fest, dass der Beschwerd eführer subjektiv Gleichgewichtsstö- rungen, Konzentrationsstörungen und Schwindelprobleme angebe. Zudem haben die beiden Parteien am 29. Mai 2015 aussergerichtlich einen Vergl eich geschlossen, in dessen Ziff. 1 Fol- gendes steht: „1. In Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9. April 2015 erklärt sich die SUVA bereit, für die Folgen des Unfallereignisses vom 6 . Dezember 2013 (Gleichgewichtsstö- rungen) über den 30. November 2014 hinaus weiterhin d ie gesetzlichen Versicherungsleistun- gen (Taggeld- und Heilbehandlungskosten) auszurichten. Damit hat die SUVA anerkannt, dass zumindest die Gleichgewichtstörungen des Versicherten unfa llkausal sind. Vor diesem Hinter- grund erscheint es widersprüchlich, dass diese Gleichgewicht sprobleme des Beschwerdefüh- rers in der Beurteilung des Integritätsschadens überhaup t nicht berücksichtigt wurden. Zur Be- rechnung der Entschädigung stützte sich Dr. D.____ sodann auf die Tabelle 7.2 („Integritäts- schaden bei Wirbelsäulenaffektionen“), welche ebenfalls nur Einschränkungen bezüglich HWS- Beschwerden beinhaltet. Der Beschwerdeführer beanstande t demzufolge zu Recht, dass nur die HWS Beschwerden beurteilt wurden. Die SUVA stützte sich demnach auf Berichte, welche nicht alle für den vorliegenden Fall relevanten Beschwerden des Versicherten berücksichtigen. 8.5 Insgesamt ist die festgestellte Integritätseinbusse von 5 Prozent aus obgenannten Gründen zu bemängeln. Daraus folgt, dass die Beschwerde des Versicherten insofern gutzu- heissen ist, als die Angelegenheit in Bezug auf die Int egritätsentschädigung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese weitere medizinische Abkl ärungen – unter Berücksichtigung aller Beschwerden des Versicherten (insbesondere der Gl eichgewichtsstörungen) – vornimmt und gestützt darauf neu verfügt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die SUVA den Anspruc h des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat. Die B eschwerde ist in diesem Punkt abzuwei- sen. Hingegen ist die Angelegenheit in Bezug auf die Integritätsentschädigung an die Vo- rinstanz zurückzuweisen, damit diese weitere medizinische Abklä rungen vornimmt und gestützt darauf neu verfügt. Die Beschwerde wird in diesem Punkt insofern gutgeheissen. 10. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wett- zuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird hinsichtlich des Rentenanspru chs abgewiesen. Die Beschwerde wird hingegen insofern gutgeheissen, al s die Angele- genheit in Bezug auf die Integritätsentschädigung an die Beschwerde- gegnerin zurückgewiesen wird, damit diese weitere Abklä rungen im Sinne der Erwägungen vornimmt und gestützt darauf neu verfügt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 29. Oktober 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_724/2016 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht