Seite 1 Entscheid vom 13. April 2018 (530 17 68) __________________________________________________ ___________________ Steuerbefreiung / Spendenliste Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Steu errichter Jörg Felix, Peter Salathe, Markus Zeller, Stefan E. Schmid, Gerichtsschreiberin I. Wissler Parteien A.____ , vertreten durch Vischer AG , Frau N. Tarolli und Herr A. Briner, Aeschenvorstadt 4, 4010 Basel Beschwerdeführer gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin betreffend direkte Bundessteuer Steuerbefreiung / Spendenliste Seite 2 Sachverhalt: A. Unter dem Namen „A.____“ besteht gemäss Ziff. 1 seiner Vereinsstatuten (nachfolgend: Statu- ten) ein am 8. Dezember 2012 in B.____ gegründeter V erein im Sinne von Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZG B) als juristische Person. Es handelt sich um einen politisch und konfessionell unabhän gigen Verein. Gemäss Ziff. 2 orien- tiert sich A.____ an den Bedürfnissen von Kindern und Jug endlichen und unterstützt Eltern ins- besondere in Erziehung, sinnvoller Freizeitgestaltung und Förderung ihrer Kinder auf dem Weg zu kreativen, gesunden und verantwortlich lebenden Mensche n. Die Förderung und Unterstüt- zung von benachteiligten und hilfsbedürftigen Personen, des respektvollen und reflektierten Umgangs mit dem sozialen Umfeld, mit Tieren und Umwelt sowie der deutschen Sprache und der nachhaltigen Medienvielfalt, spielen eine zentral e Rolle. Zu diesem Zweck kann A.____ Institutionen errichten und führen. Der Verein verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn. Mit Schreiben vom 22. September 2017 beantragte der V erein die Bestätigung und Verlänge- rung der Steuerbefreiung ab dem 1. Januar 2016, da er gemeinnützig sei. Der Verein A.____ habe sich an Grossanlässen für die Kinderkrebshilfe Schw eiz, Swisshandicap, Miss & Mister Handicap und Schweizer Paraplegiker-Stiftung usw. engagieren dürfen. B. Mit Entscheid vom 10. November 2017 wies die kantonale S teuerverwaltung das Gesuch um Verlängerung der Steuerbefreiung ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die eingereichten Jahresabschlüsse 2013-2016 seien unter dem Gesichtspunkt de r ausschliesslich gemeinnützi- gen Tätigkeit bzw. der Opfererbringung zugunsten der A llgemeinheit geprüft worden. lm ersten Berichtsjahr 2013 sei der Vereinsbetrieb aufgenommen w orden, weshalb sich daraus noch kei- ne Schlussfolgerungen ziehen liessen. lm zweiten Berichtsj ahr 2014 seien erstmals Leistungen der Kinderbetreuung erfolgt, wobei die Spendenbeitr äge noch deutlich überwogen hätten. Es habe daraus ein Gewinnvortrag resultiert. lm dritten Berichtsjahr 2015 hätten die Tätigkeiten und Leistungen bei rückläufigen Spendenbeiträgen zuge nommen. Der Gewinn betrage - unter Ausklammerung der Rücklagen für den Erwerb einer eigene n Liegenschaft - rund Fr. 26'000.--. lm vierten Berichtsjahr 2016 seien die Leistungen betra gsmässig im gleichen Umfang bestehen geblieben. Wiederum seien die Spendenbeiträge rückläufig gewesen. Der Gewinn betrage rund Fr. 12'000.--. Aufgrund dieser Zahlen sehe die Kommi ssion ein Opfererbringen zugunsten der Allgemeinheit als nicht mehr gegeben an, d.h. die statutarischen Ziele des Vereins würden nicht bloss kostendeckend, sondern auf Dauer gewinnbringend ve rfolgt. Insbesondere seien die Rücklagen zum Erwerb einer eigenen Liegenschaft im Umfa ng von Fr. 20'000.-- (noch in der Startphase des Vereins) auffällig. Eine ausschliessliche und dauerhafte Gemeinnützigkeit der Vereinstätigkeit im Sinne des Gesetzes könne daher nicht mehr als gegeben erachtet werden, weshalb die mit Entscheid Nr. 2014-2.15 vom 18. März 2 014 ausgesprochene Steuerbefreiung ab 2016 aufgehoben werde. Seite 3 C. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2017 erhob der Verein Beschwerde und begehrte, 1. Es sei das Gesuch des Pflichtigen um Befreiung von der direkten Bundessteuer unter Anwendung von Art. 56 lit. g DBG gutzuheissen. 2. Unter o/e Kostenfolge zulasten des Beschwerdegegners. Zur Begründung führte der Verein u.a. aus, er bezwecke die Unterstützung von Eltern insbe- sondere in Erziehung, sinnvoller Freizeitgestaltung und Förderung ihrer Kinder auf dem Weg zu kreativen, gesunden und verantwortlich lebenden Menschen. Weiter würden die Förderung und Unterstützung von benachteiligten und hilfsbedürftige n Personen, der respektvolle Umgang mit dem sozialen Umfeld, Tieren und Umwelt, sowie die deut sche Sprache und die nachhaltige Medienvielfalt eine zentrale Rolle spielen. Er verfolge keine kommerziellen Ziele, strebe keinen Gewinn an und finanziere sich hauptsächlich durch Eltern- und Mitgliederbeiträge, Erträge aus eigenen Veranstaltungen, Gönnerbeiträgen, Subventione n sowie Spenden und Zuwendungen aller Art. Der Beschwerdeführer betreibe ganzjährig e ine Spielgruppe und biete Kinderbetreu- ung an. Die Vizepräsidentin, welche die Spielgruppe u nd Kinderbetreuung leite, erhalte monat- lich einen Bruttolohn von Fr. 800.--, was nicht branchen üblich sei. Damit leiste sie die Arbeit grösstenteils ehrenamtlich. Der übrige Personalaufwand se i verschiedenen Helfern für ihre Einsätze zugutegekommen. Die Jahresrechnungen und die Buc hhaltung würden ehrenamtlich durch ein Mitglied des Beschwerdeführers erledigt. Nebe n der Spielgruppe engagiere sich der Beschwerdeführer auch für Kinder mit Behinderungen oder sozialen Benachteiligungen. Zusätz- lich engagiere er sich auch in den Bereichen Stellensuch e und -vermittlung sowie Erwachse- nenbildung. Die gesamte Vorstandsarbeit des Beschwerdeführers erfolge ehrenamtlich. Aus der Tatsache der Gewinnerzielung könne noch nicht auf eine fehlende Gemeinnützigkeit geschlos- sen werden. Entscheidend sei die endgültige Verwendung dieser Beträge. Der Beschwerdefüh- rer sei auf Spenden und Unterstützungsbeiträge angewie sen, wobei diese in allen Jahren weit- aus grösser seien als der resultierende Gewinn. Die Leistungen des Beschwerdeführers würden nicht kostendeckend erbracht. Ohne Spenden und Unterstützu ngsbeiträge hätte der Beschwer- deführer jedes Jahr Verluste geschrieben. Wie sich aus de n Jahresrechnungen ergebe und im Bericht zum Vereinsjahr 2015 ersichtlich sei, seien Fr. 20'000.-- der eingegangenen Spenden als zweckgebundene Spende für eine eigene Liegenschaft ei ngegangen. Die Rücklage von Fr. 20‘000.-- sei im Hinblick auf einen langfristigen Bestan d des Beschwerdeführers getätigt wor- den. Es gebe verschiedene vergleichbare Institutionen, we lche steuerbefreit seien. Der Verein „C.____“ betreibe diverse Kindertagesstätten und betreu te Wohnheime. Aus dessen Ge- schäftsbericht seien Gewinnreserven über 9,5 Millionen er kennbar. Trotzdem sei der Verein steuerbefreit. D. Mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2018 beantragte die S teuerverwaltung die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, die Prüfung der Gemeinnützigkeit bzw. die Aus- richtung auf das Allgemeininteresse unter Opfererbringu ng lasse sich nicht nur aufgrund der statutarischen Zwecksetzung vornehmen, sondern müsse auch anhand der tatsächlichen Tätig- keit der betreffenden Institution vorgenommen werden. Aufgrund der im angefochtenen Ent- scheid aufgezeigten Zahlen und Umstände sei ein Opferer bringen des Beschwerdeführers zu- gunsten der Allgemeinheit als nicht mehr gegeben anzuse hen, d.h. die statutarischen Ziele des Vereins würden nicht bloss kostendeckend, sondern auf Dau er gewinnbringend verfolgt; eine Seite 4 ausschliessliche und dauerhafte Gemeinnützigkeit der Verei nstätigkeit sei nicht gegeben. Der Vergleich mit dem Verein C.____ mit Sitz in D.____ h inke, weil dieser Verein eine ganz andere Grössenordnung besitze und nicht personenbezogen sei. De r Beschwerdeführer sei hingegen vergleichsweise sehr klein und stark personenbezogen. Der g rösste resp. einzige Spender in den Berichtsjahren 2014 und 2015 sei der Vereinspräsident selbst. Seine Lebenspartnerin, wel- che die Kinderbetreuung wahrnehme, verfüge über kein existenzielles Einkommen und Vermö- gen. Eine Opfererbringung werde deshalb nicht durch d en Beschwerdeführer sondern allfällig nur vom Vereinsvorstand erbracht. Der Beschwerdeführer selbst habe sich dagegen gewinn- bringend betätigt. Erwägungen: 1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes übe r die direkte Bundessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorl iegenden Streitsache zuständig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dez ember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im v orliegenden Fall Fr. 8’000.-- übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stelle nden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Gemäss Art. 56 lit. g DBG sind juristische Personen, die öffentliche oder gemeinnützige Zwecke verfolgen, für den Gewinn der ausschliesslich und unwider ruflich diesen Zwecken gewidmet ist von der Steuerpflicht befreit. Unternehmerische Zwecke sind grundsätzlich nicht gemeinnützig. Der Erwerb und die Verwaltung von wesentlichen Kapit albeteiligungen an Unternehmen gelten als gemeinnützig, wenn das Interesse an der Unternehmens erhaltung dem gemeinnützigen Zweck untergeordnet ist und keine geschäftsleitenden Tätigkeiten ausgeübt werden. Die Steuerverwaltung kann die Frage der Begründetheit der Steuerbefreiung in jeder Steuerpe- riode neu überprüfen. Sind die Voraussetzungen für ei ne Steuerbefreiung nicht mehr gegeben, muss die Steuerverwaltung die Steuerbefreiung in einer separaten Verfügung oder zusammen mit der Veranlagungsverfügung widerrufen. Gegen beid e Verfügungen steht der ordentliche Rechtsmittelweg offen (Schriftenreihe FIRST, Besteuerun g der Vereine, Stiftungen und juristi- schen Personen, Bern 2001, S. 244). Die in einer früh eren Steuerperiode getroffenen Taxatio- nen entfalten zudem grundsätzlich keine Rechtskraft für spätere Veranlagungen. Vielmehr kann die Steuerbehörde im Rahmen jeder Neuveranlagung ein es Steuerpflichtigen sowohl die tat- sächliche als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfängli ch überprüfen und, soweit erforder- lich, abweichend würdigen. In Rechtskraft erwächst jeweil s nur die einzelne Veranlagung, die als befristeter Verwaltungsakt ausschliesslich für die betr effende Steuerperiode Rechtswirkun- Seite 5 gen entfaltet. Die späteren Veranlagungen sind daher jederzeit einer erneuten umfassenden Überprüfung zugänglich (vgl. Der Steuerentscheid [StE] 2003 B 72.14.2 Nr. 31 E. 4.2; vgl. auch BStPra, Bd. XVI, S. 468; Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 20. November 2009, 530 09 33, E 6; StGE vom 15. Januar 2016, 530 15 28 E. 4b, www.bl.ch/steuergericht ). Im Folgenden ist strittig, ob die Steuerverwaltung di e Steuerbefreiung des Vereins A.____ zu Recht aufgehoben hat. Hierfür ist zu prüfen, ob der Be schwerdeführer öffentliche Zwecke ver- folgt und/oder gemeinnützig ist. 3. Die Verfolgung von öffentlichen Zwecken setzt voraus, da ss sich die Institution im Bereich der übergeordneten Interessen des öffentlichen Gemeinwesen s betätigt. Es handelt sich dabei um juristische Personen, die von Privaten gegründet und gefü hrt oder von der öffentlichen Hand allein oder zusammen mit Privaten in privatrechtlicher F orm betrieben werden (vgl. Gre- ter/Greter in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Art. 56 DBG N 35). Gegenstand der Tätigkeit können grundsätzli ch die gleichen Aufgaben sein, die i.d.R. auch vom Gemeinwesen zu bewältigen sind. Gemäss Bundesgericht soll es sich aber nur um eine begrenzte Kategorie von Aufgaben handeln, die eng an die Staatsaufgaben anzu- lehnen sind (BGer 2C_383/2010 vom 28. Dezember 2010, E. 2.2). Zur Steuerbefreiung berech- tigen grundsätzlich nur Aufgaben von der Art, wie sie da s Gemeinwesen selber oder von ihm unmittelbar beauftragte Rechtsträger ausüben, also Tä tigkeiten, welche die ausführenden juris- tischen Personen - bei gemischter Zweckverfolgung bezogen auf den entsprechenden Teilbe- reich - sachlich als Organe des Gemeinwesens erscheinen las sen. Um den Steuerbefrei- ungstatbestand nicht sachwidrig ausufern zu lassen, ist der Begriff des öffentlichen Zwecks restriktiv auszulegen (vgl. Greter/Greter, a.a.O. Art. 56 DBG N 37); vgl. auch zum Ganzen Kreisschreiben [KS] Nr. 12 der Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV] vom 8. Juli 1994). Gerade bei Freizeitinfrastrukturanlagen, Schulen, Spitälern, Altersheimen und Einrichtungen der familienergänzenden Kinderbetreuung (Kindertagesstätte n etc.) ist zu beachten, dass diese nicht nur vom Gemeinwesen, sondern auch von kommerzielle n Unternehmen betrieben wer- den. In der Politik besteht schon länger ein Trend zur P rivatisierung von öffentlichen Aufgaben (vgl. Greter/Greter, a.a.O. Art. 56 DBG N 37a und 37b). Gemäss Flyer und Homepage betreut der Verein A.____ Kinder im Alter ab einem Jahr bis zum Eintritt in den Kindergarten. Das Angebot richte sich zudem auch an sozial benachteiligte und behinderte Kinder. Dabei stehe die Sprachförderung u nd der Ausgleich von Entwicklungsdefizi- ten im Vordergrund. Das Angebot hinsichtlich der behin derten Kinder umfasse den Ausgleich von motorischen und psychologischen Defiziten. Insbesondere die Hippotherapie trage zur Stärkung und Eigenwahrnehmung bei. Im Weiteren biet et der Verein gemäss Homepage Bera- tungsdienstleistungen für Arbeitgeber, Gemeinden und weitere Interessierte hinsichtlich der Entwicklung von familienergänzenden Betreuungsangeboten an. Gemäss den Darlegungen der Vertreterin engagiere sich der Verein A.____ zudem au ch in den Bereichen Stellensuche und - vermittlung sowie Erwachsenenbildung. Zu letzteren Ang eboten liegen dem Gericht hingegen keine Unterlagen vor. Seite 6 Die Leistungen, welche der Verein im Bereich der Kinde rbetreuung anbietet, liegen zwar durch- aus im Interesse der Eltern von Kleinkindern. Hingegen handelt es sich nicht um Aufgaben, welche das Gemeinwesen ausschliesslich selbst (hoheitlich) ausf ührt oder zur Ausführung ei- nem Verein oder einer Institution (aufgrund eines gese tzlichen Auftrags) überträgt. Vielmehr handelt es sich um private, nicht im Aufgabengebiet de s Gemeinwesens angesiedelte Dienst- leistungen. 4. Weiter ist nun zu untersuchen ob der Beschwerdeführer gemeinnützig ist. 4.1. Steuerbefreiung wegen Gemeinnützigkeit wird zunächst bei statutenmässiger und tatsäch- licher Verfolgung gemeinnütziger Zwecke gewährt. In ob jektiver Hinsicht wird vorausgesetzt, dass die Tätigkeit der juristischen Person im Interesse de r Allgemeinheit liegt und dass dem Wirken – als subjektives Element – uneigennützige Motive zugrunde liegen (vgl. Greter/Greter in: a.a.O., Art. 56 DBG N 28). Die steuerbefreite Zw ecksetzung muss tatsächlich verfolgt und verwirklicht werden; die hierzu bestimmten Mittel haben unwiderruflich dem gemeinnützigen Zweck zu dienen (Urteil des Bundesgerichts 2C_592/2008 v om 2. Februar 2009, E. 2.2; Kreis- schreiben [KS] Nr. 12 der Eidgenössischen Steuerverwaltun g [ESTV] vom 8. Juli 1994, Ziff. II, 2b ff.). Nicht jede Tätigkeit, die im Dienste der All gemeinheit erbracht wird und in irgendeiner Weise auf die wirtschaftliche oder soziale Förderung ein zelner Bevölkerungskreise gerichtet ist, liegt im Allgemeininteresse. Die verfolgten Zwecke müsse n aus gesellschaftlicher Gesamtsicht als fördernswert erachtet werden. Als fördernswert gelt en bspw. die soziale Fürsorge, Kunst und Wissenschaft, Unterricht, Menschenrechte, Natur-, He imat- und Tierschutz sowie Entwick- lungshilfe (vgl. Greter/Greter, a.a.O., Art. 56 DBG N 29). Hält sich eine wirtschaftliche Betäti- gung in einem untergeordneten Rahmen zur altruistischen Tätigkeit, so schliesst sie eine Steu- erbefreiung nicht aus. Ein Allgemeininteresse wird we iter regelmässig nur dann angenommen, wenn der Kreis der Destinatäre, denen die Förderung b zw. Unterstützung zukommt, grundsätz- lich offen ist (vgl. KS Nr. 12 ESTV vom 8. Juli 1994, Z iff. II, 3b; Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 3. Juli 2016, 510 15 10, E 2b; StGE vom 22. November 2013, 510 13 46, E 2d). Uneigennützigkeit im steuerrechtlichen Sinne fehlt, we nn ausschliesslich oder neben gemein- nützigen Zielen unmittelbare Eigeninteressen der juri stischen Person oder Sonderinteressen ihrer Mitglieder verfolgt werden. Damit wird insbeso ndere die Verfolgung von unternehmeri- schen Zwecken grundsätzlich ausgeschlossen. Sofern die unte rnehmerische Zweckverfolgung einem gemeinnützigen Hauptzweck untergeordnet ist, kann sie aber trotzdem im Rahmen des Hauptzwecks uneigennützig sein (vgl. Greter/Greter, a.a.O., Art. 56 DBG N° 32). 4.2. Hinsichtlich des Destinatärkreises des Vereins A.____ ist f estzuhalten, dass dieser in den Statuten offen formuliert ist und die Leistungen des V ereins zunächst allen Kindern zugänglich sind: Eine Mitgliedschaft ist möglich aber nicht Beding ung. Ebenfalls sollen die Mittel des Ver- eins gemäss den Statuten formell einem gemeinnützigen Z weck dienen und gemäss Ziff.12 der Statuten ist auch vorgesehen, dass bei Auflösung des Vere ins das Vereinsvermögen an eine oder mehrere gemeinnützige Organisationen, welche den gleichen oder einen ähnlichen Zweck verfolgen, fallen soll. Seite 7 4.3 Fraglich ist jedoch, ob der in Ziff. 2 der Statuten formulierten Erklärung „Der Verein verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn“ in der Praxis tatsächlich nachgelebt wird. Bei einer genaueren Betrachtung der Jahresrechnungen 2013 bis 2016 ergibt sich nämlich folgendes Bild: Im Gründungsjahr (2013) beliefen sich d ie Erträge aus Mitgliederbeiträgen und Spenden auf Fr. 1‘200.--. Erträge aus Betreuung wurden keine verzeichnet. Es konnte dennoch bereits ein Gewinn in Höhe von Fr. 656.-- verbucht wer den. Im darauf folgenden Jahr (2014) machen die Einnahmen aus Gönnerbeiträgen, Unterstützun gsbeiträgen, Sponsorenbeiträgen und Spendenbeiträgen zusammen ein Total von Fr. 40‘70 0.-- aus. Zudem konnten Einnahmen aus der Betreuung in Höhe von Fr. 11‘270.-- verbucht w erden. Der Jahresgewinn ist auf Fr. 7‘649.-- gestiegen. Im dritten Jahr (2015) belauf en sich die Erträge aus Beiträgen auf Fr. 28‘000.-- und bestehen ausschliesslich aus Spenden. Die Einnahmen aus der Betreuung belaufen sich auf Fr. 37‘340.64. Der Jahresgewinn lieg t nun bei Fr. 6‘297.--, wobei eine Rück- stellung in Höhe von Fr. 20‘000.-- für eine eigene Li egenschaft gemacht wurde. Im Jahre 2016 wird der Ertrag aus Beiträgen schliesslich mit Fr. 15‘000 .-- beziffert; er besteht ebenfalls aus- schliesslich aus Spenden. Die Einnahmen aus Betreuung beli efen sich auf Fr. 37‘241.50. Der Jahresgewinn ist in den fünfstelligen Bereich angestiege n und beträgt im Jahre 2016 Fr. 12‘194.--. Insgesamt konnte der Verein – bei eine m vergleichsweise bescheidenen Um- satz – während lediglich vier Geschäftsjahren und einer operativen Tätigkeit von bloss rund drei Jahren Gewinne in Höhe von insgesamt rund Fr. 46‘796.-- akkumulieren. Auffallend ist zudem, dass der Präsident des Vereins im Ja hre 2014 und 2015 je eine Spende in Höhe von Fr. 28‘000.-- getätigt hat, welche als solche in der Jahresrechnung auch ausgewie- sen sind. Dass der Verein Gewinne verzeichnet, ist demna ch in erster Linie auf die Spenden des Präsidenten zurückzuführen. Schliesslich ist auch der w eitgehende Lohnverzicht der Vize- präsidentin einer der Gründe, weshalb der Verein Gewi nne schreibt. Damit entsteht der Ein- druck, dass die gemeinnützige Tätigkeit – wenn überhaupt – nicht dem Verein selbst, sondern vielmehr dem Präsidenten und der Vizepräsidentin zuzuschreiben ist. Dieser Eindruck bestätigt sich angesichts des Umstands, dass die vom Verein angebotene Kin- derbetreuung, ausser im Jahr 2014, weitgehend kostende ckend bzw. selbsttragend war. Die Kinderbetreuung ist sodann auch die Haupttätigkeit bzw . sogar die einzige buchhalterisch nachgewiesene Aktivität des Vereins und nicht etwa nur ei ne Nebentätigkeit, die dem Verein zur Verbesserung der finanziellen Situation zusätzliche Mittel für einen anderen gemeinnützigen Verwendungszweck erschliessen soll. Die Spenden des Präsid enten wären damit jedenfalls in diesem erheblichen Umfang gar nicht nötig gewesen, um die Vereinsaktivitäten aufrecht zu er- halten. Da der Präsident die finanzielle Lage des Vereins bestens kannte, wusste er auch, dass er mit seinen Spenden nicht bloss ein Defizit ausgleicht, sondern vielmehr bewusst einen Ge- winn herbeiführt. Welches Motiv dieser gezielten Verschi ebung von privaten Mitteln in den Ver- ein zugrunde liegt, ist nicht Gegenstand des vorliegen den Verfahrens und braucht hier daher nicht näher untersucht zu werden. Entscheidend ist vielmehr, das der auf diese Weise künstlich generierte Gewinn Jahr für Jahr in beträchtlichem Mass anwuchs und angehäuft wurde, statt dass er dem Vereinszweck entsprechend gemeinnützig verwendet worden wäre. Dass sich da- ran in naher Zukunft etwas ändern soll, wird nicht sub stantiiert dargelegt. Diese systematische und weitgehende Thesaurierung des Gewinns resp. die Nich tverwendung der Spenden und Mittel für die Erfüllung des Vereinszwecks schliesst die Qu alifikation als gemeinnütziger Verein Seite 8 von vorne herein aus. Somit hat die kantonale Steuerverw altung dem Verein A.____ die Steu- erbefreiung zu Recht abgesprochen. 4.4 Dieses Ergebnis erweist sich auch bei einer systematischen B etrachtung als sachgerecht: Zunächst ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass au fgrund der gesellschaftlichen Entwicklung zunehmend beide Elternteile arbeiten, um den Unterhalt der Familie zu sichern. Aufgrund dessen und der stetig steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen sind zahlreiche Spielgruppen und Kindertagesstätten entstanden, so dass d er Verein A.____ mit der von ihm angebotenen entgeltlichen Kinderbetreuung in direkter Konkurrenz zu zahlreichen weiteren An- bietern steht. Diese sind in ihrer ganz überwiegenden M ehrheit nicht steuerbefreit: Auf der Spendenliste des Kantons Basel-Landschaft finden sich wohl zahlreiche Kinderhilfsorganisatio- nen resp. Kinderhilfsprojekte, deren Zweck jedoch selten auf die tägliche Kinderbetreuung ge- richtet ist, sondern vielmehr auf die Bekämpfung von K inderarmut im In- und Ausland abzielt sowie die Entwicklungshilfe fördert. Die Spendengelder fliessen dort nicht in die tägliche Kin- derbetreuung, sondern in die Verbesserung der Lebensumstände von Kindern und Familien. Im Gegensatz dazu ist die Kinderbetreuung, wie sie vorlieg end auch vom Verein A.____ angebo- ten wird, ein kommerziell ausgerichtetes Geschäft. Ein e Privilegierung des Beschwerdeführers durch eine Steuerbefreiung ist auch aus diesem Gesichtspunkt nicht indiziert. Aus all diesen Gründen erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. 5. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschw erdeführer Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 1‘500.-- zu bezahlen (Art. 144 Abs. 1 DBG ) und es ist ihm keine Parteientschädi- gung auszurichten (Art. 144 Abs. 4 DBG). Seite 9 Demnach erkennt das Steuergericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘500.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 100.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleis- teten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. 4. Mitteilung an die Vertreterin, für sich und zhd. des Be schwerdeführers (2), die Eidgenössische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3). Gegen diesen Entscheid wurde am 26. Juli 2018 Beschwerde be im Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Verfahrensnummer 810 18 210/211) erhoben.