Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. November 2016 (725 16 234 / 312) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Unfallkausalität der vorliegenden Beschwerden ist nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit nachgewiesen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A. ____ , Beschwerd efü hrer , ve rtr eten durch Daniel Alte rmatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen / Rückweisung (Urteil BG vom 20. 6.2016) A. Der 1973 geborene A.____ war seit dem 1. April 2 014 als Bodenleger bei der B.___ angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversiche- rungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versi- chert. Gemäss Schadenmeldung vom 22. Mai 2014 sei A .____ am 9. Mai 2014 ausgerutscht, als er eine Garagenrampe mit Plastikfolie habe über decken wollen. Nach zwei bis drei Tagen habe er seine Finger nicht mehr gespürt. Die SUVA e rbrachte für die Folgen dieses Unfalls die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Mit Verfügung vom 18. August 2014 schloss die SUVA den Fall ab und stellte di e Versicherungsleistungen per 25. Juli 2014 ein. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einspra che wurde mit Entscheid vom 9. Januar 2015 von der SUVA abgewiesen. Mit Urteil vom 13. August 2015 hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), die von A.____ gegen den Einspracheent scheid erhobene Beschwerde gut und verpflichtete die SUVA dem Beschwerdeführer für den Unfall vom 9. Mai 2014 über den 25. Juli 2014 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen . Das Kantonsgericht führte in seiner Begründung im Wesentlichen aus, die SUVA habe den Bew eis für den Wegfall der Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den geklagten Beschwerden nicht erbracht. B. Gegen dieses Urteil gelangte die SUVA an das Bunde sgericht, welches mit Urteil vom 20. Juni 2016 die Beschwerde teilweise guthiess, das Urte il des Kantonsgerichts aufhob und die Sache zu neuer Entscheidung ans Kantonsgericht zurückwies. Das Bundesgericht hielt in seinen Erwägungen fest, die Aussagen des Kreisarztes Dr. C.____ hätten dem Kantonsgericht nicht genügt, um die Unfallkausalität gestützt darauf zu verneinen. Es sei aber zu Recht ebenso wenig den Ausführungen von Dr. G.____ gefolgt. Es wür den sodann keinerlei medizinische Be- richte vorliegen, worin das die Beschwerden verursachende Handgelenksganglion als unfall- kausal bezeichnet werde. Bei dieser Ausgangslage hätte d as Kantonsgericht weitere medizini- sche Abklärungen vornehmen müssen und es habe demzufolge d en Untersuchungsgrundsatz verletzt. Das Kantonsgericht werde nach Ergänzung des m edizinischen Sachverhalts über die Beschwerde neu befinden müssen. Es werde dabei zu prüfe n haben, ob die von der SUVA letztinstanzlich nachgereichten – vom Bundesgericht unbea chteten – Beweismittel (eine Beur- teilung von Dr. med. D.____, FMH Chirurgie, vom 2. November 2015, eine Abhandlung der Schulthessklinik über das Handgelenksganglion sowie ein Ar tikel von Prof. Dr. med. E.____, Arzt für Chirurgie/Unfallchirurgie, über die Begutacht ung von Ganglien, erschienen in: Der me- dizinische Sachverständige, 4/2015, S. 176 ff.) eine hin reichende Grundlage bilden würden, um die geäusserten Zweifel an der kreisärztlichen Einschätzung zu zerstreuen oder ob eine Begut- achtung anzuordnen sei. C. Das Kantonsgericht forderte mit Schreiben vom 19. A ugust 2016 die Parteien zur Stel- lungnahme zu den von der SUVA vor Bundesgericht einger eichten Beweismitteln sowie zum weiteren Verfahren auf. Die SUVA erklärte mit Schreiben vom 14. September 2016 , sie erachte die Beurteilung von Dr. F.____ als genügend beweiskräftig für den darin ver tretenen und von der SUVA eingenom- menen Standpunkt. Sollte das Gericht eine andere Ansich t vertreten, müsste eine gerichtliche Begutachtung angeordnet werden. A.____, vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, er klärte, eine Kausalitätsbeurteilung anhand der von der Beschwerdegegnerin erstellten chirurgischen Be urteilung vom 2. November 2015 sei nicht zulässig, da es sich um eine reine Aktenbeurteilu ng handle. Zur Klärung der Kausali- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätsfrage werde aber die persönliche Erhebung der vollständigen Anamnese durch den Gutach- ter erforderlich sein, weshalb ein Gerichtsgutachten anzuordnen sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Wie bereits mit Urteil vom 13. August 2015 entschied en wurde, ist auf die vorliegende Beschwerde gegen den angefochtenen Einspracheentscheid einzutreten. 2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Be schwerdegegnerin ihre Versiche- rungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 9 . Mai 2014 zu Recht per 25. Juli 2014 eingestellt hat. Gemäss dem Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2016 ist nun insbesondere zu prüfen, ob gestützt auf die im bundesgerichtlichen Verfahren einge reichten Unterlagen der SUVA geklärt werden kann, ob die Frage der Unfallkausalität zwischen dem Unfallereignis vom 9. Mai 2014 und den geklagten Beschwerden entschieden werden kann und gegebenenfalls zu bejahen ist. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – vor-aus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem einge tretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des na türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde – die Verwaltung oder Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliege nden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahen zu können, muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nich t nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtspr echung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es n ach dem gewöhnlichen Lauf der Din- ge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich g eeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hi nweis). Der Voraussetzung des adäqua- ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei V orliegen eines natürlichen Kausalzu- sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eing etretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts erhebliche Kausalzusammenhang be- steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge- richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenha ng ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürli- chen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). 2.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmit telbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver- lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall frü her oder später eingestellt hätte (Sta- tus quo sine). Ebenso wie der leistungsbegründende nat ürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedi ngten Ursachen eines Gesundheits- schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblic hen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tat- frage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss jedoch nicht den Be weis für unfallfremde Ursachen erbrin- gen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat , ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundhei tsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschad en mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (So zialversicherungsrecht – Rechtspre- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen ). Beizufügen ist, dass die Beweislast- regel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, erst Platz gre ift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverh alts zu sorgen hat (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinw eisen), und der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiege nde Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (B GE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BG E 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerde führers und der Frage der Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 9. Mai 2014 un d den heute vorliegenden Be- schwerden liegen im Wesentlichen folgende medizinischen Unterlagen vor: 4.1 Der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. H.____, FMH Al lgemeinmedizin, hielt mit Arzt- zeugnis vom 13. Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigk eit vom 13. - 16. Mai 2014 wegen des Unfallereignisses fest. 4.2 Mit Bericht vom 23. Juni 2014 führte Dr. G.____, F MH Neurologie, gestützt auf eine Elektroneuromyographie (ENMG) vom 20. Juni 2014 aus, der Patient habe unmittelbar nach dem Unfall keine relevanten Beschwerden gehabt. Bei Wie deraufnahme der Arbeit zwei Tage später – nach dem Wochenende – habe der Patient eine Kraftminderung in der rechten Hand bemerkt, welche sich am nächsten Tag zusätzlich akzentuier t habe. Zugleich habe er auch Temperatur-Missempfindungen verspürt. Er habe kurzzeitlic h auch eine deutliche Verfärbung der Hand („schneeweiss“) bemerkt. Die Schmerzen seien ni cht im Vordergrund gestanden, je- doch eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit in der r echten Hand. Es hätten keine Nacken- schmerzen bestanden und das Gefühl sei subjektiv intakt ge wesen. St.n. CTS-OP rechts. Kli- nisch und neurographisch könne ein relevanter posttrau matischer Nervenschaden praktisch ausgeschlossen werden, insbesondere bestehe kein Hinw eis für ein Rezidiv des Karpaltunnel- Syndroms rechts. Bei positiven Tinel-Zeichen über Ulno -Karpalgelenk rechts, fraglicher Atro- phie und Denervationszeichen im M. interosseus dorsalis I r echts dürfte wahrscheinlich eine leichte Ulnaris-Neuropathie über Loge de Guyon vorlieg en, was jedoch die Gesamtklinik nicht erkläre. Aufgrund der deutlich eingeschränkten Fingerbe weglichkeit, im Seitenvergleich mar- kanten Schwellung der Finger sowie vom Patient berichteten vegetativen Störungen (wechseln- de Temperatur-Missempfindungen zwischen warm und kalt sowi e weissliche Verfärbung der Finger) sei am ehesten von einem beginnenden CRPS auszugehen. Mit Schreiben vom 8. Juli 2014 führte Dr. G.____ aus , unter der eingeleiteten Ergotherapie sei die CRPS-Symptomatik zwischenzeitlich deutlich regredient , der Patient berichte über eine Kraftzunahme in der Hand um ca. 30 %. Neurologisch kö nne das initial vermutete Loge de Guyon-Syndrom rechts aktuell nun auch neurographisch bestä tigt werden, wobei die Läsions- höhe eher proximal zu vermuten sei. 4.3 Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. C.____, FMH Orthopädi sche Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, hielt am 18. Juli 2014 fest , es sei zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich, dass ein Loge de Guyon-Syndrom 3 Tage nach einer Kontusion symptomatisch werde. Ursachen für dieses Syndrom seien nicht einmalige Ereignisse ohne sonstige strukturel- le Läsionen. 4.4 Dr. med. I.____, FMH Medizinische Radiologie/Radio diagnostik, J.____ Radiologie, nahm am 11. Juli 2014 eine Röntgen-Arthrographie und eine Magnetresonanz-Tomographie des Handgelenks rechts vor. In seiner Beurteilung führt e er aus, es liege ein mehrkammriges Handgelenksganglion ulnar palmar in der Region der G uyon-Loge vor, welches vermutlich zu Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Beeinträchtigung des Nervus ulnaris führe. Es würden keine Fraktur und keine Bandläsio- nen vorliegen. Der TFCC sei intakt. 4.5 Dr. C.____ hielt in seiner Beurteilung vom 14. A ugust 2014 fest, bei der Magnetreso- nanz-Tomographie zwei Monate nach dem Ereignis vom 9. M ai 2014 hätten keine strukturellen Unfallfolgen nachgewiesen werden können. Die aller Wahrscheinlichkeit nach das Syndrom verursachenden Ganglien seien nicht nur mit überwiegen der Wahrscheinlichkeit, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht als Fo lge des Ereignisses anzusehen. Völlig untypisch für Unfallfolgen sei auch, dass zunächst Beschwerd efreiheit bestehe und erst zwei bis drei Tage später sich zunehmend Beschwerden einstell en würden. Er komme zu der Beur- teilung, dass das Loge de Guyon-Syndrom rechts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt, sondern durch vorbestehende krankhafte Ve ränderungen, verursacht sei. Selbst eine vorübergehende Traumatisierung sei eher unwahrsche inlich. Dazu hätten die Beschwer- den unmittelbar nach dem Ereignis und nicht erst zwei bis drei Tage später auftreten müssen. 4.6 Mit Schreiben vom 24. November 2014 führte Dr. G. ____ aus, beim Patienten sei in der Vorgeschichte ein Karpaltunnel-Syndrom bekannt, we lches früher operiert worden sei. Be- troffen sei dabei der N. medianus. Am 9. Mai 2014 ha be sich der bekannte Unfall ereignet. Die anschliessenden Beschwerden in der rechten Hand seien so wohl klinisch als auch elektrophy- siologisch einem anderen Nerv zuzuordnen (N. ulnaris). Di ese Beschwerden seien nicht durch das frühere Karpaltunnel-Syndrom zu erklären. 4.7 Am 2. Dezember 2014 führte Dr. C.____ aus, der b ehandelnde Neurologe Dr. G.____ habe in seinem eigenen Befund vom 20. Jun i 2014 eine „leichte Ulnaris- Neuropathie, die Gesamtklinik nicht erklärend“, und au ch nur „wahrscheinlich“ beschrieben. Ausserdem sei der Befund symmetrisch, was gegen eine Unfallgenese spreche. Am 7. Januar 2015 nahm Dr. C.____ zum Bericht von Dr . G.____ vom 24. November 2014 Stellung und verwies vorweg auf seine Beurteilung vom 14. August 2014. Neue medizinische Informationen würden nicht vorliegen. Ursächlich für da s Loge de Guyon-Syndrom rechts sei sehr wahrscheinlich ein mehrkammriges Handgelenksganglio n in der Region dieser Loge, wel- ches auf den Nervus ulnaris Druck ausübe. Bereits in der B eurteilung vom 14. August 2014 habe er erläutert, dass dieses mehrkammrige Handgelenksgan glion nicht überwiegend wahr- scheinlich als Unfallfolge eines zwei Monate vorher stattge habten Ereignisses zu werten sei. Insgesamt seien keine strukturellen Läsionen nachgewiesen, welche als Unfallfolge zu werten seien. Aktuelle Beschwerden seien nicht überwiegend wahrscheinlich als Unfallfolge zu werten. 4.8 In der chirurgischen Beurteilung vom 2. November 2 015, welche von der Beschwerde- gegnerin im Verfahren vor Bundesgericht eingereicht wur de, gelangte Dr. F.____ zum Schluss, dass bei traumatischer Gangliongenese zwingend eine struk turelle Läsion vorliegen müsse, was im vorliegenden Fall gerade nicht dokumentiert sei . Eine traumatisch verursachte akute Schädigung des Nervus ulnaris müsste zudem zu unmittelbar auftretenden Beschwerden füh- ren. Ein traumatisch verursachtes Ganglion könnte erst na ch der abgeschlossenen Narbenbil- dung der unfallursächlich verletzten Strukturen und damit mit erheblicher zeitlicher Verzögerung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht auftreten. Eine unfallkausale Verdickung oder Vergrösser ung eines bestehenden Ganglions sei basierend auf der Entstehungspathogenese bei nicht nachg ewiesenem strukturellem Schaden nicht möglich. 4.9 Gemäss der ebenfalls im bundesgerichtlichen Verfahre n eingereichten Abhandlung der Schulthessklinik zum Handgelenkganglion werden Ganglien m eist durch einen Überlastungs- oder Abnutzungsprozess ausgelöst. 4.10 Im ebenfalls erst vor Bundesgericht eingereichten Artikel von Prof. E.____, weist dieser unter anderem darauf hin, dass ein unmittelbar nach ei nem Unfall festgestelltes Ganglion nicht als Verletzungs- oder Unfallfolge gedeutet werden könne , da die Entwicklung jedes Ganglions Zeit brauche. Ganglien könnten zwar traumatisch bei Vo rliegen von Narben bildenden Verlet- zungen entstehen, wobei die Entwicklungszeit mindestens drei Monate betragen würde (E.____, a.a.O., S. 184). 5. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass das Kantonsgericht im Rahmen des Untersu- chungsgrundsatzes alle vorliegenden Unterlagen, auch solche, welche von den Parteien erst im bundesgerichtlichen Verfahren eingereicht wurden, zu be rücksichtigen und zu würdigen hat (vgl. oben E. 2.4). Anzumerken bleibt weiter, dass das Kantonsgericht mit Sch reiben vom 19. August 2016 dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gegeben hat, zu den von der Beschwerdegegnerin vor Bun- desgericht eingereichten Unterlagen Stellung zu nehme n, womit ihm das rechtliche Gehör ge- währt wurde. 5.1 Unbestritten ist, dass die rechtsseitigen Handgelenksbe schwerden durch das diagnos- tizierte Loge-de-Guyon-Syndrom verursacht werden, indem der Nervus ulnaris im Guyon-Kanal eingeklemmt wird. Aufgrund der Aktenlage ist überwie gend wahrscheinlich, dass der Nervus ulnaris durch ein Ganglion beeinträchtigt wird. Gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin im bundesge richtlichen Verfahren neu einge- reichten Beweismittel ist medizinisch nachvollziehbar erklä rt, dass vorliegend eine traumatisch bedingte Ganglienbildung mit überwiegender Wahrschein lichkeit ausgeschlossen ist. Aus den Ausführungen von Dr. F.____ ergibt sich folgendes: Wir d der Nervus ulnaris traumatisch akut geschädigt (z.B. durch Kontusion, Blutung, Bänderriss u.a ), treten unmittelbar Symptome auf. Vorliegend traten die Symptome erst 2 - 3 Tage nach dem Unfallereignis auf und es wurden auch keine strukturellen Läsionen nach dem Unfall dokum entiert, so dass davon auszugehen ist, dass der Nervus ulnaris nicht traumatisch akut geschädig t wurde. Wird aber der Nervus ul- naris durch ein unfallursächliches Ganglion irritiert, g eschieht dies durch einen langsam verlau- fenden Prozess. Dabei braucht es als Voraussetzung für ein e Ganglionbildung eine abge- schlossene Narbenbildung der unfallursächlich verletzten Strukturen, was frühestens nach drei Monaten der Fall ist. Vorliegend wurde das mehrkammrige Ganglion ulnar palmar in der Region der Guyon-Loge bildgebend am 11. Juli 2014, also bere its zwei Monate nach dem Unfallereig- nis, festgestellt und zudem sind keine verletzten Struktu ren dokumentiert. Eine traumatisch be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dingte Vergrösserung eines vorbestandenen Ganglions setzt ebenfalls strukturelle Verletzungen bzw. strukturelle Weichteilveränderungen voraus, die – w ie bereits ausgeführt – nicht vorliegen. Damit kann festgestellt werden, dass das Ganglion und di e sich daraus ergebenden Beschwer- den nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. 5.2.1 Der Beschwerdeführer bringt mit Schreiben vom 19 . Oktober 2016 gegen die Beurtei- lung der Unfallkausalität durch Dr. F.____ vor, diese Beurteilung sei lediglich gestützt auf die Akten und ohne persönliche Erhebung der vollständigen Anamnese durch die Gutachterin er- stellt worden und sei deshalb nicht zulässig. Mit diesem Einwand dringt der Beschwerdeführer nicht d urch. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung bzw. ei n reines Aktengutachten nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem reinen Aktengutach ten kann voller Beweiswert zukom- men, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur- teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverha lts geht. Aktengutachten sind ins- besondere dann von Belang, wenn die relevanten Befu nde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuo rdnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschiede n bewertet werden. In diesen Fällen kann sehr wohl in einem Aktengutachten da s Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlich keit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Eine solche Konstellation liegt hier vo r. Dr. F.____ hatte gestützt auf die vor- handenen medizinischen Akten hauptsächlich eine Kausalitä tsbeurteilung vorzunehmen, d.h. darüber zu befinden, ob die vom Versicherten geklagten Beschwerden über den 25. Juli 2014 hinaus noch auf das Unfallereignis vom 9. Mai 2014 zurü ckzuführen sind oder ob diese auf un- fallfremden Ursachen beruhen. Vorliegend ist unbestritt en, dass die Schmerzen des Beschwer- deführers aufgrund eines Ganglions entstanden sind. Fraglich ist, ob dieses Ganglion durch den Unfall entstanden ist oder nicht. Bei dieser Fragestell ung konnte eine ausschliesslich gestützt auf die Akten erstellte Beurteilung durchaus Klärung bringen. 5.2.2 Im Verfahren vor Bundesgericht hat der Beschwerde führer zudem noch geltend ge- macht, beim ärztlichen Bericht von Dr. F.____ handle es sich um ein Parteigutachten, da Dr. F.____ Ärztin des Kompetenzzentrums der SUVA sei. Dies sei bei der Beweiswürdigung mit- einzubeziehen. Nach der Rechtsprechung kommt zwar den Berichten versicherung sinterner Ärztinnen und Ärz- te nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut- achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gericht sgutachten, solche Berichte sind aber, wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), soweit zu berücksichtigen, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolg erungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend ist kein Anlass ersichtlich, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. F.____, welche sich im Übrigen auf die – versicheru ngsexternen – Abhandlungen der Schulthessklinik sowie auf den Artikel von Prof. E.____ stü tzt, zu zweifeln. Es ist vielmehr fest- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuhalten, dass sich Dr. F.____ in ihrem Bericht ausführl ich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinandersetzt und dass sie eine schlüssige Beurteilung der fragli- chen Unfallkausalität vornimmt. Dazu kommt, dass einerseit s auch der Kreisarzt Dr. C.____ dieselbe Meinung vertritt und andererseits der behand elnde Arzt Dr. G.____ in seinen Beurtei- lungen nie konkret zur Frage der Kausalität Stellung bezieht. 6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdegeg nerin ihre Versiche- rungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 9 . Mai 2014 zu Recht per 25. Juli 2014 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Ein spracheentscheid vom 9. Januar 2015 er- hobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Stellt man vorliegend ausschliessli ch auf den Prozessausgang ab, so handelt es sich beim Beschwerdeführer um die unterliegen de und bei der SUVA um die obsie- gende Partei mit der Folge, dass dem Beschwerdeführer nach dem Wortlaut der genannten Bestimmung keine Parteientschädigung zustehen würde und die ausserordentlichen Prozess- kosten stattdessen wettzuschlagen wären. Nun gilt es allerdings zu beachten, dass das damali- ge EVG in ständiger Rechtsprechung zum Parteientschäd igungsrecht im Rahmen der bundes- rechtlichen Vorschriften über die Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren – wie etwa die damaligen Bestimmungen von Art. 85 Abs. 2 lit. f des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. De zember 1946 und Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG – das Verursacherprinzip anerkannt hat. Dan ach hat unnötige Kosten zu bezahlen, wer sie verursacht hat (BGE 125 V 375 E. 2b). Dementspr echend kann keine Parteientschädi- gung beanspruchen, wer zwar im Prozess obsiegt, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, er habe es wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht selbe r zu verantworten, dass ein unnötiger Prozess geführt worden sei (Sozialversicherungsrecht – Rech tsprechung [SVR] 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Andererseits kann da s Verursacherprinzip aber auch dazu führen, dass die Behörde einer unterliegenden Partei die Parteikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfahren durch einen Fehler veranlasst oder wenn sie der Beschwerde führenden Par- tei – unter damaliger Optik – zumindest berechtigten A nlass zur Ergreifung des Rechtsmittels gegeben hat (vgl. zum Ganzen: MARTIN BERNET, Die Part eientschädigung in der schweizeri- schen Verwaltungsrechtspflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im Rahmen von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g UVG entwi ckelten Grundsätze zum Anspruch auf Par- teientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren hab en unter der Herrschaft des ATSG weiterhin Geltung und sind demnach für die Auslegung vo n Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massge- bend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 7.2.1 Die SUVA stützte sich im vorliegend angefochtenen E inspracheentscheid vom 9. Ja- nuar 2015 bei der Beurteilung des medizinischen Sachver halts vollumfänglich auf die Beurtei- lungen von Dr. C.____ ab. Das Kantonsgericht kam in sei nem Urteil vom13. August 2015 zum Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schluss, dass die SUVA den Nachweis des Wegfalls der Unfal lkausalität nicht erbracht habe und hiess deshalb die Beschwerde des Versicherten gut. Da s Bundesgericht hat nun im Ent- scheid vom 20. Juni 2016 festgehalten, dass der Sachverhalt ungenügend abgeklärt sei und hat die Angelegenheit deshalb ans Kantonsgericht zurückgew iesen. Das Urteil des Bundesgerichts macht deutlich, dass die Erhebung der Beschwerde durch den Versicherten jedenfalls insoweit begründet war, als er darin in zutreffender Weise die vorinstanzliche Abklärung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts beanstandete. Dies wiederu m zeigt, dass der Versicherte – unter damaliger Optik – ausreichende Veranlassung hatt e, den Einspracheentscheid der SUVA vom 9. Januar 2015 beim Kantonsgericht anzufechten. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer für die von seinem Rechtsvertr eter im Zeitraum ab Zustellung des Einspracheentscheides vom 9. Januar 2015 bis und mit der Urteilsberatung vom 13. August 2015 erbrachten notwendigen Bemühungen eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der SUVA zuzusprechen. Für diese Lösung spricht auch d er Umstand, dass der Versicherte in gleicher Weise Anspruch auf eine angemessene Parteientsch ädigung zu Lasten der SUVA ge- habt hätte, wenn das Kantonsgericht anlässlich der Urteil sberatung vom 13. August 2015 den angefochtenen Einspracheentscheid aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die SUVA zurückgewiesen hätte. Bei dieser Vorgehenswei- se des Gerichts gilt nämlich nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Beschwer- de führende Person als (vollständig) obsiegende Partei, welche gemäss Art. 61 lit. g ATSG An- spruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten des betroff enen Sozialversicherers hat (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in sei ner Honorarnote vom 4. Juli 2015 für den Zeitraum ab Zustellung des Einspracheentscheide s vom 9. Januar 2015 bis zur Urteils- beratung vom 13. August 2015 einen Zeitaufwand von 6 S tunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalt s- und Rechtsfragen als angemes- sen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicheru ngsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun denansatz von 250 Franken zu ent- schädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote für den genannten Zeit- raum ausgewiesenen Auslagen von Fr. 78.--. Dem Beschwer deführer ist demnach eine Partei- entschädigung in der geltend gemachten Höhe von Fr. 1 ‘704.20 (6 Stunden à Fr. 250.-- + Aus- lagen von Fr. 78.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu La sten der Beschwerdegegnerin zuzu- sprechen. 7.2.3 Die nach dem Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2016 angefallenen ausseror- dentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. 7.3 Der Rechtsvertreter des Versicherten hat in seiner Honorarnote vom 15. November 2016 für die Periode nach der Urteilsberatung vom 13. August 2015 einen Zeitaufwand von 1,5 Stunden und Auslagen von Fr. 26.-- ausgewiesen, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng ist der Rechtsvertreter für diesen von der vorstehenden Parteientschädigung nicht erfassten Zeit aufwand und die genannten, in der Parteientschädigung nicht berücksichtigten Auslagen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbei- ständung Fr. 200.-- pro Stunde. Dem Rechtsvertreter i st deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 352.10 (1,5 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen vo n Fr. 26.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 1‘704.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwer tsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers überdies ein Honora r in der Höhe von Fr. 352.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertste uer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht