Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 7. Januar 2014 (460 13 93) ____________________________________________________________________ Strafrecht Mord Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.) , Richterin Hele- na Hess, Richter Beat Schmidli, Richter Peter Toble r; Gerichts- schreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Arlesheim, Kirchgasse 5, 4144 Arlesheim, Anklagebehörde A.____, vertreten durch Advokat Christoph Dumartheray, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel, Privatklägerin B.____, vertreten durch Advokat Christoph Dumartheray, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel, Privatkläger C.____, vertreten durch Advokat Christoph Dumartheray, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel, Privatkläger Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ , vertreten durch Advokat Christoph Dumartheray, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel, Privatkläger gegen E.____ , vertreten durch Advokat Marco Albrecht, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Mord (Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 22. Januar 2013) A. Mit Urteil vom 22. Januar 2013 erklärte das Strafge richt des Kantons Basel-Landschaft E.____ des Mordes schuldig und verurteilte ihn – un ter Anrechnung der vom 28. Juli 2010 bis zum 18. Januar 2011 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 176 Tagen – zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren; dies in Anwendung vo n Art. 112 StGB, Art. 40 StGB und Art. 51 StGB. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass sich de r Beschuldigte seit dem 18. Januar 2011 im vorzeitigen Strafvollzug befinde. Ausserdem wurde d as beschlagnahmte Tatwerkzeug, ein ein- klingiges Stellmesser mit schwarzem Griff, in Anwen dung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen, während diverse weitere beschlagnahmte Gegenstände unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 267 A bs. 1 und Abs. 3 StPO dem Beschuldig- ten zurückgegeben wurden. Des Weiteren wurde der Be schuldigte bei seiner grundsätzlichen Anerkennung der von der Privatklägerschaft beantrag ten Genugtuungsforderungen behaftet und darüber hinaus wurde er dazu verurteilt, den An gehörigen des Opfers pauschale Entschä- digungen – konkret CHF 80'000.-- für A.____ und jew eils CHF 50'000.-- für B.____, C.____ und D.____ – zu bezahlen; die jeweiligen Zinsforderunge n wurden hingegen abgewiesen. Die Ver- fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverf ahrens in der Höhe von CHF 26'783.65, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von CHF 13'239.35 und der Ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtsgebühr in der Höhe von CHF 25'000.--, gingen in Anwendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten de s Staates. Schliesslich wurde dem amtli- chen Verteidiger ein Honorar in der Höhe von CHF 23 '479.85 und dem Opfervertreter ein sol- ches in der Höhe von CHF 4'834.60 (jeweils inklusiv e Auslagen und Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates zugesprochen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Einga- ben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahm en der Erwägungen des vorliegenden Ent- scheids eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 22. Januar 2013 meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 28. Januar 2013 die Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 10. Mai 2013 führte der Beschuldigte aus, das Urteil vom 22. Januar 2013 werde bezüglich der Verurtei- lung wegen Mordes und des Strafmasses von 16 Jahren Freiheitsstrafe sowie bezüglich der Höhe der den Opfern zugesprochenen Genugtuungssummen angefochten. Demnach werde die Aufhebung des angefochtenen Urteils in Bezug auf die Verurteilung wegen Mordes und die Ge- nugtuungssummen beantragt und begehrt, der Beschuld igte sei wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren sowie zur Bez ahlung von Genugtuungssummen in der Höhe von CHF 50'000.-- bzw. jeweils CHF 30'000.-- z u verurteilen. Im Sinne von Beweisanträ- gen würden Auszüge aus den Telefonrechnungen der Eh efrau des Beschuldigten für die Zeit vom 11. Mai 2010 bis 10. Juli 2010 eingereicht. Aus serdem werde beantragt, es seien die Ehe- frau des Beschuldigten, F.____, deren Tochter G.___ _ und H.____ anlässlich der Kantonsge- richtsverhandlung zu befragen. Mit Datum vom 12. Au gust 2013 reichte der Beschuldigte seine Berufungsbegründung ein, in welcher er an den berei ts in der Berufungserklärung gestellten Anträgen festhielt. C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft Bas el-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, in ihrer Berufungsantwort vom 12. Septem ber 2013, es sei das angefochtene Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 22. Januar 2 013 in vollumfänglicher Abweisung der Berufung des Beschuldigten zu bestätigen. D. Ebenso stellten die Privatkläger in ihrer Stellung nahme vom 14. Oktober 2013 die Rechtsbegehren, es sei die Berufung des Beschuldigt en abzuweisen und es sei das angefoch- tene Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 22. Januar 2013 vollumfänglich zu bestäti- gen (Ziff. 1); dies unter o/e Kostenfolge, wobei ih nen die unentgeltliche Rechtspflege mit Advo- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht kat Christoph Dumartheray als unentgeltlichem Recht sbeistand zu bewilligen sei (Ziff. 2). Im Sinne eines Verfahrensantrags wurde zudem begehrt, es sei I.____ als Zeuge zu befragen. E. Mit Datum vom 11. Juni 2013 verfügte das Kantonsge richt Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, dass sowohl dem Beschuldigten die amtli che Verteidigung mit Advokat Marco Alb- recht als auch der Privatklägerschaft die unentgelt liche Rechtspflege mit Advokat Christoph Dumartheray für das zweitinstanzliche Verfahren bew illigt werden. Des Weiteren wurden mit Verfügung vom 21. Oktober 2013 die Beweisanträge de s Beschuldigten, es seien F.____, G.____ und H.____ vor Kantonsgericht zu befragen, e benso abgewiesen wie das Beweisbe- gehren der Privatklägerschaft, es sei I.____ vor Ka ntonsgericht als Zeuge einzuvernehmen. Schliesslich wurden mit Verfügung vom 21. Oktober 2 013 die Staatsanwaltschaft und der Be- schuldigte verpflichtet, vor dem Berufungsgericht p ersönlich zu erscheinen, während den Pri- vatklägern das persönliche Erscheinen in ihr freies Ermessen gestellt wurde. F. Anlässlich der heutigen Verhandlung erscheinen der Beschuldigte mit seinem Rechtsver- treter Advokat Marco Albrecht, Arnold Büeler als Ve rtreter der Staatsanwaltschaft sowie Advo- kat Christoph Dumartheray als Vertreter der Privatk lägerschaft. Auf die von den Anwesenden getätigten Äusserungen wird ebenfalls, soweit erfor derlich, im Rahmen der nachfolgenden Er- wägungen eingegangen. Erwägungen 1. Formalien, Verfahrensgegenstand und Beweisantrag 1.1 Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgeric hts, Abteilung Strafrecht, als Beru- fungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit lit. b EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher G erichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 v on Art. 398 StPO können mit der Beru- fung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliess lich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder un- richtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Beru- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punk ten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstin- stanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnun g des Urteils schriftlich oder mündlich an- zumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründe- ten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Die Legitimation des Beschuldigten zur Ergreifung d es Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil ein taugliches Anfech- tungsobjekt darstellt, der Beschuldigte berufungsle gitimiert ist, zulässige Rügen erhebt und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Erklärungsp flicht nachgekommen ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die Berufung einzutreten. 1.2 Unter Berücksichtigung des Umstandes, wonach der B eschuldigte in seiner Berufung nicht den Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung, sondern lediglich die qualifizierte Verurtei- lung wegen Mordes und die mit einer allenfalls diff erenzierten rechtlichen Würdigung im Zu- sammenhang stehende Strafzumessung sowie die Höhe der im Grundsatz anerkannten Genug- tuungsforderungen anficht, sind auch nur diese Punk te Gegenstand des vorliegenden Beru- fungsverfahrens. 1.3 Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung vor dem K antonsgericht wiederholt der Rechtsvertreter der Privatklägerschaft seinen berei ts in der Berufungsantwort gestellten und von der Verfahrensleitung mit Verfügung vom 21. Okt ober 2013 abgewiesenen Verfahrensan- trag, es sei I.____ als Zeuge zu befragen. Gemäss A rt. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmit- telverfahren auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Nach Abs. 2 von Art. 389 StPO werden Beweisabnahmen des erstin- stanzlichen Gerichts nur wiederholt, wenn: Beweisvo rschriften verletzt worden sind (lit. a); die Beweiserhebungen unvollständig waren (lit. b); oder die Akten über die Beweiserhebungen un- zuverlässig erscheinen (lit. c). Über Tatsachen, di e unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Im vorliegenden Fall ist I.____ bereits am 2 . August 2010 von der Polizei Basel- Landschaft telefonisch (act. 1031 f.) und am 6. Aug ust 2010 vom Bezirksstatthalteramt Arles- heim schriftlich (act. 1035 ff.) und zeitlich nahe zu den Ereignissen in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2010 als Zeuge einvernommen worden. Anläss lich dieser Einvernahme hat der Zeuge auf entsprechende Frage hin in genügender Klarheit ausgeführt, er habe von der konkreten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auseinandersetzung nicht viel mitbekommen (Frage 6) und namentlich auch keine Rempelei zwischen den in Frage stehenden Personen gesehen (F rage 18); er sei sich nur sicher, dass der Täter zuerst weiter gelaufen und dann zurückgek ommen sei und dass das Opfer stehen geblieben und dem Täter wie nachgeschaut habe, als dieser weiter gelaufen sei (Fragen 19 und 20). Es ist nicht zu erwarten, dass zum heutigen Ze itpunkt, dreieinhalb Jahre nach den inkrimi- nierten Ereignissen, vom Zeugen neue, glaubhafte un d verfahrensrelevante Erkenntnisse zu erwarten sind. Dies umso weniger, als sich die ganz e Situation für den Zeugen zum Zeitpunkt der Wahrnehmung nicht als prägendes Ereignis darges tellt hat. Daraus folgt, dass der Antrag der Privatklägerschaft erneut abzuweisen ist. 2. Stellungnahmen der Parteien 2.1 Der Beschuldigte führt zur Begründung seiner Beruf ung im Wesentlichen aus, die Vor- instanz habe gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstossen in Bezug auf sein Verhältnis zum Opfer in den Wochen vor der Tat, die Geschehnis se unmittelbar vor der Tat und die Aus- sagen des medizinischen Sachverständigen anlässlich der Strafgerichtsverhandlung. Bezüglich des Verhältnisses zwischen ihm und dem Opfer in den Wochen vor der Tat sei die Feststellung der Vorinstanz, wonach das Vorliegen eines weiterge henden nachbarschaftlichen Zerwürfnis- ses verneint werde, klar aktenwidrig. Angesichts de r Fülle von Aussagen und Belegen habe sehr wohl ein massives Zerwürfnis bestanden, ansons ten er und seine Familie nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt hätten, um dieser Auseinanderse tzung zu begegnen. Hinsichtlich der Ge- schehnisse unmittelbar vor der Tat würden von der V orinstanz wichtige Aussagen des Zeugen I.____ nicht wiedergegeben, welcher klar gesagt hab e, dass keine Rempelei erfolgt sei. Das Strafgericht messe den Depositionen der Ehefrau des Opfers höheres Gewicht zu als dem ein- zig objektiven Beweismittel, nämlich der Aussage de s unbeteiligten Zeugen I.____, was nicht statthaft und als fehlende Unvoreingenommenheit ihm gegenüber zu werten sei. Im Zweifel hät- te die Vorinstanz annehmen müssen, dass keine Rempelei erfolgt sei und das Opfer zuerst den Beschuldigten angesprochen habe. Aufgrund der Aussagen der Ehefrau des Opfers stehe übri- gens fest, dass das Opfer – bevor das Messer ins Sp iel gekommen sei – ebenfalls Tätlichkeiten verübt habe. Das Strafgericht habe den Beschuldigte n damit zu Unrecht als Provokateur cha- rakterisiert. Des Weiteren sei zu kritisieren, dass die Vorinstanz das forensisch-psychiatrische Gutachten und die Aussagen des Sachverständigen ein zig unter dem Aspekt der Schuldfähig- keit betrachtet habe, nicht jedoch unter demjenigen der Gemütslage des Beschuldigten im Zeit- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht punkt der Tat. Ausserdem habe das Strafgericht die Ausführungen des Sachverständigen ent- weder nicht richtig zitiert oder ganz weggelassen. Dr. J.____ habe in seinem Gutachten darauf verwiesen, dass der Wegfall sedierender Elemente ei ne gewisse Senkung von Hemmungsfak- toren habe bewirken und damit sehr wohl von Relevan z für das Tatgeschehen habe sein kön- nen. Zudem habe er anlässlich der Strafgerichtsverh andlung erklärt, der Beschuldigte sei auf- grund seiner Depression, des problematischen Vorleb ens und der schwierigen aktuellen Le- bensumstände ein wandelnder Dampfkessel gewesen. Di ese zwei Feststellungen würden von der Vorinstanz bei der Prüfung der Totschlagsvarian te schlicht übergangen. Ebenso habe der erste Sachverständige, Dr. K.____, einen Affekt bei der Tatausführung durchaus in Betracht gezogen und diskutiert und schliesslich lediglich a ufgrund von Äusserlichkeiten verworfen. Es verbiete sich jedoch, einen Affekt aufgrund dieser Äusserlichkeiten des Tatablaufs auszu- schliessen. Im Hinblick auf die Qualifikation der T at sei das Strafgericht offensichtlich aufgrund des Ergebnisses der Tat nicht mehr in der Lage gewe sen, die Gesamtsituation objektiv und unvoreingenommen zu würdigen. Auch das sogenannte z weizeitige Vorgehen sei nicht nach- gewiesen und dem Beschuldigten werde pauschal das M ordelement der Kaltblütigkeit vorge- worfen. Wenn die Vorinstanz vom Zuendeführen der Ta t spreche, werde zu Ungunsten des Beschuldigten ein nicht nachgewiesener Handlungsablauf bejaht. Übersehen werde dabei, dass selbst bei dessen Nachweis die Annahme eines Affekt es oder einer affektähnlichen Gemütsbe- wegung nicht ausgeschlossen sei. Im Resultat sprech e eine Fülle von Hinweisen weit eher für das Vorliegen eines Totschlages denn eines Mordes. 2.2 Demgegenüber ist die Staatsanwaltschaft im Wesentl ichen der Ansicht, die Qualifikation des dem Beschuldigten zur Last gelegten Sachverhalt es als Mord und das ausgefällte Straf- mass sowie die Höhe der Genugtuungsforderungen seie n richtig. Bezüglich des Verhältnisses zwischen dem Beschuldigten und dem Opfer in den Wochen vor der Tat habe die Vorinstanz zu Recht ein weitergehendes, d.h. die Stufe des Alltäg lichen übersteigendes, Zerwürfnis verneint und daraus gefolgert, dass das unbestrittenermassen bestehende nachbarschaftliche Streitver- hältnis kein Ausmass angenommen habe, welches eine Tötung im Affekt zu begründen vermö- gen hätte. Hinsichtlich der Geschehnisse unmittelba r vor der Tat sei die Feststellung des Be- schuldigten, wonach der Zeuge I.____ klar sagen kön ne, dass keine Rempelei stattgefunden habe, falsch. Vielmehr habe dieser lediglich ausges agt, er habe die Rempelei nicht gesehen. Um die vom Beschuldigten geltend gemachten Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Depositionen der Ehefrau des Opfers zu erhärten, müssten diese im Widerspruch zu den Aussagen des Zeu- gen I.____ stehen, was aber eindeutig nicht der Fal l sei. Im Hinblick auf die Auswirkungen des Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Medikamentes Seroquel sei festzustellen, dass ein a llfälliger medikamentöser Einfluss auf die Tat nur dann eine Rolle hätte spielen können, wenn die Einnahme nicht in der üblichen Regel- mässigkeit erfolgt wäre. In casu seien aber die Ein nahmetermine bzw. die Zeitabstände zwi- schen den Einnahmen eingehalten worden, nachdem der Beschuldigte gemäss eigenen Aus- sagen das Medikament immer erst ungefähr eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen ge- nommen habe. Auch sei daran zu erinnern, dass der B eschuldigte trotz regelmässiger Einnah- me von Seroquel und unter der Wirkung des Antidepre ssivums Trimpramin explodiert sei. In Bezug auf das Mittragen des Messers könne zwar alle in die Verwendung einer Waffe bei der Tatbegehung noch kein Grund für den Ausschluss eine r Affekthandlung sein, hingegen deute dieses Verhalten auf ein planmässiges und damit nic ht affektives Handeln hin. Bezüglich der Tatqualifikation sei nicht ersichtlich, inwiefern d ie Glaubhaftigkeit der massgeblichen Aussagen der Ehefrau des Opfers anzuzweifeln sei. Somit seie n die Provokation des Beschuldigten und das zweizeitige Vorgehen bei der Tat als erstellt z u erachten. Mit diesem erwiesenen Vorgehen könne in Verbindung mit der Verwendung des mitgetra genen Messers eine affektähnliche Ge- mütsbewegung definitiv ausgeschlossen werden. Selbs t wenn dem Beschuldigten aber ein Af- fekt oder eine affektähnliche Gemütsbewegung bei de r Tatbegehung zuerkannt würde, würde dies praxisgemäss die Qualifikation der Tat als Mord nicht per se ausschliessen. 2.3 Die Privatkläger sind im Wesentlichen der Ansicht, bei der Auflistung der vom Beschuldig- ten zitierten Aussagen handle es sich grösstenteils nicht um Zeugenaussagen, sondern viel- mehr um Depositionen des Beschuldigten selbst und u m Aussagen von Auskunftspersonen. Ausserdem gehe es dabei lediglich um einseitig ausg ewählte und aus dem Zusammenhang gerissene Äusserungen, von denen ausgegangen werde, dass sie für den vom Beschuldigten vertretenen Standpunkt günstig seien. In Bezug auf das Verhältnis zwischen dem Beschuldig- ten und dem Opfer in den Wochen vor der Tat sei es eine Tatsache, wonach das Strafgericht durchaus davon ausgegangen sei, dass ein nachbarsch aftlicher Konflikt bestanden habe und der Beschuldigte sich durch das Verhalten des Opfer s in seiner Ehre verletzt gefühlt haben könnte. Es könne aber keine Rede sein von einem aus sergewöhnlich grossen nachbarschaftli- chen Zerwürfnis und dass bereits Wochen vor dem Tat abend massive Spannungen zwischen den beiden Parteien bestanden hätten. Bezüglich der Geschehnisse unmittelbar vor der Tat sei darauf hinzuweisen, dass die Aussagen des Zeugen I.____ keinesfalls geeignet seien, die stets gleichbleibende und glaubhafte Aussage der Ehefrau des Opfers zu widerlegen, wonach der Beschuldigte dieses beim Vorbeigehen absichtlich mi t der Schulter angerempelt habe. Zum einen habe zum Zeitpunkt des Vorbeigehens die Aufme rksamkeit des Zeugen weder auf dem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigten noch auf dem Opfer gelegen, zum ander en sei auch nicht klar, was der Zeuge unter dem Begriff "Rempelei" überhaupt verstanden h abe. Betreffend der Qualifikation der Tat gebe es keine Zweifel, dass diese einen Mord darste lle, dies unabhängig davon, ob der Be- schuldigte das Opfer beim Vorbeigehen angerempelt h abe und auch unabhängig davon, ob seitens des Opfers allenfalls kränkende oder zumind est als kränkend empfundene Äusserun- gen gefallen sein könnten. Die Tat stelle eine äuss erst egoistische und aussergewöhnlich kras- se Missachtung und Geringschätzung fremden Lebens z ur Durchsetzung eigener, nicht nach- vollziehbarer Interessen dar. Es handle sich um ein e kaltblütige, äusserst brutale und hem- mungslose Tat, welche die Züge einer eigentlichen H inrichtung trage. Der Beschuldigte habe vor den Augen der Ehefrau des Opfers und in Anwesen heit des Kleinkindes mit erheblichem Kraftaufwand mit dem Messer auf besonders sensible Körperteile des Opfers eingestochen und auch nicht damit aufgehört, als dieses schwer verle tzt am Boden gelegen habe und sich nicht mehr zur Wehr habe setzen können. Trotz der Schreie und Hilferufe der verzweifelten Ehefrau des Opfers habe er erst von diesem abgelassen, als er realisiert habe, dass eine dritte Person habe zu Hilfe kommen wollen. 3. Würdigung der Rügen des Beschuldigten in tatbest andsmässiger und rechtlicher Hinsicht 3.1.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art . 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen- de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seine r persönlichen Überzeugung aufgrund ge- wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge- richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl de r Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat- sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismittels (R OBERT HAUSER /E RHARD SCHWERI /K ARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Ba sel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtliche n Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in A rt. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen ei- ner strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdi- gungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich d er Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objek- tiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sac hverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter drückende Zweifel handeln, d.h. um sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdräng en (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung praxisge- mäss ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). 3.1.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch a uf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörden die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch- lich hören, prüfen und in der Entscheidfindung berü cksichtigen. Die Behörde darf sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte und Leitlinien beschrän ken und braucht sich nicht mit jedem sachverhaltsdienlichen oder rechtlichen Einwand aus einanderzusetzen (BGE 137 II 266 E. 3.2 S. 270, mit Hinweisen; BGer 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.5). 3.2.1 Im vorliegenden Fall sind bei der Prüfung des mass geblichen Sachverhaltes die folgen- den Beweise und Indizien zu würdigen: Der polizeili che Ermittlungsbericht vom 28. Oktober 2010 (act. 681 ff.), der kriminaltechnische Bericht der Polizei Basel-Landschaft vom 2. Februar 2011 (act. 1329 ff.) und derjenige vom 3. Februar 2 011 (act. 1309 ff.), die Aussagen des Be- schuldigten anlässlich der Einvernahmen durch die P olizei Basel-Landschaft vom 28. Juli 2010 (act. 887 ff.), vom 3. August 2010 (act. 955 ff.), vom 12. August 2010 (act. 1051 ff.), vom 25. August 2010 (act. 1099 ff.) und vom 17. Septemb er 2010 bei der Tatrekonstruktion (act. 1201 ff.), anlässlich der Einvernahmen durch das Bezirksstatthalteramt Arlesheim vom 28. Juli 2010 (act. 203 ff.) und vom 10. Dezember 2 010 (act. 1297 ff.), anlässlich der Hauptver- handlung vor dem Strafgericht (act. 2031 ff.) sowie vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG), die- jenigen der Ehefrau des Beschuldigten in ihrer Einv ernahme als Auskunftsperson gegenüber der Polizei Basel-Landschaft vom 28. Juli 2010 (act . 907 ff.), die Depositionen der Ehefrau des Opfers als Zeugin gegenüber dem Bezirksstatthaltera mt Arlesheim vom 29. Juli 2010 (act. 939 ff.), vom 5. August 2010 (act. 1013 ff.) und vom 17. September 2010 anlässlich der Tatrekonstruktion (act. 1179 ff.), die Aussagen des Zeugen I.____ gegenüber der Polizei Basel- Landschaft vom 2. August 2010 (act. 1031) und gegen über dem Bezirksstatthalteramt Arles- heim vom 6. August 2010 (act. 1035 ff.), diejenigen der Zeugin L.____ gegenüber dem Bezirks- statthalteramt Arlesheim vom 4. August 2010 (act. 9 97 ff.) und diejenigen der Zeugin M.____ gegenüber dem Bezirksstatthalteramt Arlesheim vom 17. August 2010 (act. 1081 ff.), die Depo- sitionen der Auskunftspersonen H.____ gegenüber der Polizei Basel-Landschaft vom 21. Juni Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2011 (act. 1721 ff.) und B.____ gegenüber der Poliz ei Basel-Landschaft vom 23. Juni 2011 (act. 1735 ff.), die Depositionen von N.____ vom 28 . Juli 2010 (act. 859 f.), diejenigen von O.____ vom 28. Juli 2010 (act. 987 f.) und diejenig en von P.____ sowie Q.____ vom 5. August 2010 (act. 1009 f.), allesamt gegenüber der Polizei Basel-Landschaft, des Weiteren das Sekti- onsprotokoll und vorläufige Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel (IRM) vom 28. Juli 2010 (act. 765 ff.), das forensi sch-toxikologische Gutachten des IRM vom 5. August 2010 (act. 1265 f.) und dasjenige vom 16. August 2010 (act. 1093 ff.), das forensi- sche Abschlussgutachten des IRM vom 11. November 20 10 (act. 1241 ff.), das Gutachten der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) vom 5. November 2010 (act. 35 ff.), die ergänzende Stellungnahme der UPK vom 21. Juni 2011 (act. 1701 f.), der Austrittsbericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Liestal (KPK) vom 10. August 2010 (act. 139 ff.), das Schrei- ben von Dr. med. R.____, FMH Psychiatrie und Psycho therapie in X.____, vom 4. Dezember 2010 (act. 152/11 ff.), das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. J.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie sowie zertifizierter fo rensischer Psychiater SGFP in Y.____, vom 31. Oktober 2012 (act. 152/35 ff.), die ergänzende Stellungnahme von Dr. J.____ vom 11. Ja- nuar 2013 (act. 152/117 ff.) sowie schliesslich die Ausführungen des Sachverständigen Dr. J.____ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (act. 2013 ff.). 3.2.2 Die Vorinstanz hat diese Würdigung in ihrer Erwägu ng II.1 auf den Seiten 5 bis 38 des Urteils vom 22. Januar 2013 vorgenommen und ist dab ei zum Schluss gekommen, dass auf- grund der objektiven Beweise und der äusserst glaub haften Aussagen der Ehefrau des Opfers vom Sachverhalt gemäss Anklageschrift auszugehen se i (E. 1.3 S. 30 ff., insbesondere S. 37). Dies ist nach Ansicht des Kantonsgerichts nicht zu beanstanden. Das Kantonsgericht geht mit der Vorinstanz einig, dass die einzige Tatzeugin, d ie Ehefrau des Opfers, in allen ihren (drei) Einvernahmen im Kerngehalt konstante, nachvollziehb are und – soweit belegbar – sowohl mit den Aussagen des Zeugen I.____ als auch mit den Erg ebnissen der rechtsmedizinischen Un- tersuchungen übereinstimmende Ausführungen getätigt hat, wie z.B. hinsichtlich des Umstan- des, wonach ihr Ehemann während der Auseinandersetz ung einen Schlüsselbund in der Hand gehalten habe. Auch sind ihre Darlegungen unter Ein bezug eigener psychischer Vorgänge als detailreich und anschaulich zu bezeichnen und es si nd weder erkennbare Einflüsse von dritter Seite auszumachen noch versucht die Zeugin, den Bes chuldigten einseitig und übermässig zu belasten. Ganz im Gegensatz zum Beschuldigten macht die Zeugin trotz des für sie überaus dramatischen Vorfalles zudem keinerlei Erinnerungsl ücken geltend. Allfällige einzelne Diver- genzen in den Aussagen der Zeugin sind im Bereich d es Üblichen anzusiedeln und betreffen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohnehin nur das Randgeschehen. Auf der anderen Seit e macht der Beschuldigte des Öfteren und selektiv das Vorliegen einer Amnesie geltend, o hne dass hierfür aus forensisch- psychiatrischer Sicht ein nachvollziehbarer Grund a ngezeigt wäre. Ausserdem hat er in seinen zahlreichen Einvernahmen im Vorverfahren sowie vor der Vorinstanz und vor dem Kantonsge- richt wiederholt Aussagen getätigt, welche in sich selbst mit Widersprüchen behaftet sind und darüber hinaus teilweise auch den objektiven Beweisen widersprechen, wie z.B. hinsichtlich der Frage, wie er im Verlaufe der Auseinandersetzung se in Mobiltelefon verloren hat, welches ne- ben dem Opfer auf der Strasse gefunden worden ist. Infolgedessen müssen die Ausführungen des Beschuldigten in Bezug auf das Tatgeschehen als unglaubhaft qualifiziert werden, soweit sie nicht sogar als offensichtliche Schutzbehauptun gen einzustufen sind. An diesem Resultat vermögen die Einwendungen des Beschuldigten im Rahm en seiner Berufung nichts zu ändern. Im Einzelnen ist diesen was folgt zu entgegnen: 3.2.3 Hinsichtlich der Wertung des nachbarschaftlichen V erhältnisses in den Wochen vor der Tat ist zunächst davon auszugehen, dass es zwischen den Familien des Beschuldigten und des Opfers durchaus nachbarschaftliche Spannungen gegeb en hat, beispielsweise im Hinblick auf Kinderlärm und die Benutzung der Waschküche. Welchen Inhalt und vor allem welche Intensität diese Spannungen gehabt bzw. erreicht haben, wird von den beiden Parteien sehr unterschied- lich dargestellt. Während die Familie des Opfers da s nachbarschaftliche Verhältnis als im übli- chen Rahmen schildert, ist die Familie des Beschuld igten und vor allem auch dieser selbst der Ansicht, das Opfer und dessen Familie habe Ärger ve rursacht, namentlich habe das Opfer die Ehefrau des Beschuldigten im Rahmen einer Auseinand ersetzung als "Schlampe" oder "Hure" betitelt. In sorgfältiger Würdigung aller in diesem Zusammenhang massgeblichen Aussagen – sowohl auf Seiten des Beschuldigten als auch auf Se iten des Opfers und von unabhängiger Seite wie diejenige der weiteren Hausbewohner und d er Hausverwaltung – sieht das Kantons- gericht jedoch keine Veranlassung, von den Erkenntn issen der Vorinstanz (E. II.2.2.2 S. 45), wonach in casu kein weitergehendes nachbarschaftlic hes Zerwürfnis bestanden habe, abzu- weichen. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass es zwischen dem Opfer und der Ehefrau des Beschuldigten zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen ist; hierfür spricht neben den Depositionen der Familie des Beschuldigten unter an derem auch die Tatsache, dass die Ehe- frau des Beschuldigten am 30. Juni 2010 um 20:29 Uh r die Polizei angerufen hat, wie sich aus dem Verbindungsnachweis ihres Telekommunikationsanb ieters ergibt. Andererseits wird diese Behauptung von Seiten der Opferfamilie und von der Opferfamilie nahestehenden Personen – welche das Opfer allgemein als sehr freundlich besc hrieben haben – mit Nachdruck bestritten Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht und es liegt der Polizei überdies keine Anzeige weg en Ehrverletzung vor. In diesem Zusam- menhang ist allerdings zu beachten, dass die Staats anwaltschaft in ihrer Anklageschrift offen- bar davon ausgeht, dass die Beschimpfung der Ehefra u des Beschuldigten durch das Opfer als erstellt zu gelten hat, indem sie darlegt, das Opfe r habe im Zuge einer verbalen Auseinander- setzung Anfang Juli 2010 die Ehefrau des Beschuldig ten als "Schlampe" bzw. "Hure" beleidigt. Nach Ansicht des Kantonsgerichts kann aufgrund der objektiven Beweislage dieser Umstand durchaus als fraglich gelten. In Nachachtung des Ak kusationsprinzips (Art. 350 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 405 Abs. 1 StPO) sowie des Umst andes, dass in casu ausschliesslich eine Berufung seitens des Beschuldigten vorliegt, beläss t es das Kantonsgericht in der Folge aber trotz der diversen gegenteiligen Aussagen dabei, da s Vorhandensein einer Beschimpfung zu- mindest in Frage zu stellen. Insofern geht das Kant onsgericht wie bereits die Vorinstanz bei der weiteren Würdigung des rechtserh eblichen Sachverhalts von einer angebli- chen Beleidigung aus. Selbst wenn jedoch vom Vorhan densein einer Beschimpfung auszuge- hen wäre, hätte dieser Umstand keinen Einfluss auf die nachfolgenden Erwägungen, nament- lich die Qualifikation der Tat (vgl. nachfolgend E. 4.2.3), nachdem diese angebliche Beschimp- fung bereits ca. vier Wochen vor der Tat erfolgt is t und dadurch keine Affekthandlung des Be- schuldigten zum Tatzeitpunkt erklärbar wäre. Im Übr igen führt die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht aus, dass nachbarschaftliche Konflikte als alltägliche Störungen im Zusammenleben sehr häufig vorkommen würden und am Tatabend keine vom O pfer ausgehende objektiv nachvoll- ziehbare Kränkung stattgefunden habe, welche einen Affekt ausgelöst haben könnte. Schliess- lich widerspricht sich der Beschuldigte selbst, ind em er einerseits in der Berufung ausführt, die Vorinstanz habe das Vorliegen eines weitergehenden nachbarschaftlichen Zerwürfnisses zu Unrecht verneint, andererseits aber anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht darlegt, die Opferfamilie habe zwar manchmal bis sp ät am Abend Wäsche gewaschen und er bzw. seine Ehefrau seien zweimal wegen Kinderlärms zu ihnen gegangen, sie hätten jedoch abgesehen von der angeblichen Beleidigung keine Pro bleme miteinander gehabt (Protokoll KG S. 8). Ungeachtet dessen würde selbst das Vorliegen einer (nicht entschuldbaren) Affekthand- lung den Tatbestand des Mordes nicht ausschliessen (vgl. unten E. 4.1). 3.2.4 In Bezug auf die Geschehnisse unmittelbar vor der Tat versucht der Beschuldigte, die Glaubhaftigkeit der massgeblichen Aussagen der Ehefrau des Opfers in Frage zu stellen, indem er ausführt, die Depositionen des Zeugen I.____ stünden im Widerspruch zu den Aussagen der Ehefrau des Opfers, nachdem dieser keine Rempelei g esehen habe. Diese Ansicht ist jedoch ohne Zweifel nicht zutreffend. Der Zeuge I.____ hat anlässlich seiner Befragung vom 6. August Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2010 (act. 1035 ff.) ausgeführt, er habe von der konkreten Auseinandersetzung nicht viel mitbe- kommen (Frage 6) und namentlich auch keine Rempelei zwischen den betreffenden Personen gesehen (Frage 18); er sei sich nur sicher, dass de r Täter zuerst weiter gelaufen und dann zu- rückgekommen sei und dass das Opfer stehen gebliebe n und dem Täter wie nachgeschaut habe, als dieser weiter gelaufen sei (Fragen 19 und 20). Des Weiteren hat der Zeuge ausge- führt, der Täter sei einfach an den beiden vorbeigegangen, er könne nicht genau sagen, ob die- ser zwischen den beiden hindurch gegangen sei (Frag e 15). Ebenso habe er nicht mitbekom- men, ob der Täter oder das Opfer zuerst etwas gesag t habe (Frage 16). Der Zeuge hat jedoch zu keinem Zeitpunkt ausgesagt, er könne bestätigen, dass keine Rempelei zwischen dem Be- schuldigten und dem Opfer stattgefunden habe. Geric htsnotorisch bedeutet die Tatsache, dass ein Zeuge ein Geschehnis aufgrund der konkreten Ums tände nicht gesehen hat, im Resultat nicht auch, dass dieses Geschehnis tatsächlich nich t passiert ist. Insofern ist die Schlussfolge- rung des Beschuldigten, dass die Rempelei deshalb n icht stattgefunden habe, weil diese vom Zeugen nicht wahrgenommen worden sei, offensichtlic h nicht korrekt. Demnach widersprechen die Aussagen des Zeugen I.____ keinesfalls den stri ngenten Darlegungen der Ehefrau des Op- fers, vielmehr stützen sie diese beispielsweise bez üglich des Umstandes, wonach der Beschul- digte zuerst am Opfer vorbei gelaufen und dann zurü ckgekommen sei, nachdem dieses stehen geblieben sei und dem Täter nachgeschaut habe. Nach Gesagtem hat die Vorinstanz die Aus- sagen des Zeugen I.____ korrekt gewürdigt und in de r Folge auch in diesem Punkt bei der Er- mittlung des relevanten Sachverhaltes zu Recht auf die glaubhaften Darlegungen der Ehefrau des Opfers abgestellt. Im Gegensatz dazu sind nur s chon die Depositionen des Beschuldigten zur Frage, wie er der Familie des Opfers begegnet i st, nicht gleichlautend, indem er anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht auf entsp rechende Frage geantwortet hat, man ha- be ihm Platz gemacht, damit er habe vorbeigehen kön nen (act. 2075), während er anlässlich der heutigen Hauptverhandlung vor dem Kantonsgerich t behauptet, die tamilische Familie sei ihm auf dem Trottoir nicht ausgewichen und habe ihm keinen Platz gemacht (Protokoll KG S. 5). Demzufolge ist auch bezüglich der Geschehnis se unmittelbar vor der Tat ohne Weiteres von dem von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt auszugehen. 3.2.5 Im Hinblick auf die vom Beschuldigten bemängelte N ichtberücksichtigung der Auswirkun- gen des Medikamentes Seroquel auf seinen Gemütszust and und die Tat ist zunächst auf die Ausführungen des Beschuldigten selbst anlässlich de r Hauptverhandlung vor dem Strafgericht zu verweisen, wonach er das Medikament normalerweise am Abend gegen 22 Uhr oder 23 Uhr einnehme, bevor er ins Bett gehe (act. 2071). Am Tatabend hat der Beschuldigte somit nicht auf Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht die tägliche Dosis Seroquel verzichtet, vielmehr ha t er diese noch nicht eingenommen, weil er um 23:45 Uhr und damit zu einem späteren Zeitpunkt als demjenigen der üblichen Einnahme unterwegs gewesen ist. Insofern ist die Feststellun g der Vorinstanz, dass sich der Tatabend betreffend die Einnahme des Medikamentes nicht im G eringsten von anderen Abenden unter- schieden habe, nicht zu beanstanden. Sodann hat sich Dr. J.____ anlässlich der Hauptverhand- lung vor dem Strafgericht (act. 2037 ff.) mit der F rage des Einflusses von Seroquel explizit aus- einandergesetzt und dabei ausgeführt, bei Antidepre ssiva sei in der Regel nach einigen Wo- chen im Blut ein stabiler Medikamentenspiegel errei cht und durch das Weglassen einer einzel- nen Tablette komme es zu keiner gravierenden Schwankung im Spiegel bzw. wenn man solche Medikamente längere Zeit einnehme, komme es durch das Weglassen einer einzelnen Dosis zu keiner gravierenden Störung. Das Neuroleptikum Sero quel werde häufig eingesetzt, um die Wirkung von Antidepressiva zu steigern. Es gebe kei nen Grund anzunehmen, dass irgendeine Medikation die Tat verhindert hätte. Die Einnahme oder Nichteinnahme von Antidepressiva oder Neuroleptika habe keinen Einfluss gehabt. Die Aussa ge von Dr. R.____, wonach die Tat nicht geschehen wäre, wenn der Beschuldigte seine Medikamente genommen hätte, könne man aus gutachterlicher Sicht nicht bestätigen. Wie bereits Dr. K.____ ausgeführt habe, hätten sich kei- ne Anhaltspunkte für eine schwere psychische Störun g ergeben, die zu einer derartigen Beein- trächtigung im Tatzeitpunkt hätte führen können. Se ines Erachtens handle es sich bei Seroquel um ein sehr verträgliches Medikament, das nicht seh r stark wirke im Vergleich zu den klassi- schen Neuroleptika. Die Aussage von Dr. K.____, won ach der Wegfall der sedierenden Medi- kamente allenfalls eine gewisse Senkung von Hemmungsfaktoren bewirken könnte, sei wissen- schaftlich nicht wirklich schlüssig herzuleiten. Er fahrungsgemäss würden kurze Unterbrüche kaum je eine Rolle spielen, wenn jemand über längere Zeit gut eingestellt sei. Dass die Medika- tion beim Beschuldigten zum Tatzeitpunkt in casu gu t eingestellt gewesen ist, beweist im Übri- gen das forensisch-toxikologische Gutachten des IRM vom 16. August 2010, in welchem darge- legt wird, das im Urin und Blut festgestellte Trimipramin sei der Wirkstoff mehrerer Antidepressi- va wie z.B. Surmontil, wobei die Trimipramin-Konzen tration von 32 Mikrogramm pro Liter im therapeutischen Bereich liege und die Angabe des Be schuldigten, regelmässig ein Antidepres- sivum einzunehmen, bestätige (act. 1095). Des Weite ren weist Dr. J.____ im Hinblick auf das Schreiben von Dr. R.____ vom 4. Dezember 2010 und d essen Erwägung, wonach mit an Si- cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könne, dass die Einnahme der verordneten Medikamente die Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten in einem Streitfall verbessert haben könnte, in seinem Gutachten zu Rec ht darauf hin, dass es sich beim Schrei- ben von Dr. R.____ nicht um eine gutachterliche Ste llungnahme handle und dieser überdies Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht jahrelang der behandelnde Therapeut des Beschuldigt en gewesen sei, womit dessen Ausfüh- rungen für das Gericht nicht den gleichen Stellenwe rt beanspruchen können wie die überzeu- genden Darlegungen des gerichtlichen Sachverständig en. Ebenso führt Dr. J.____ aus, die Frage, ob eine weitere Verbesserung der Steuerungsf ähigkeit durch die Einnahme aller Medi- kamente eingetreten wäre, erscheine aus forensisch- psychiatrischer Sicht nicht sinnvoll beant- wortbar (act. 152/101 f.). Abgesehen von diesen Ein wendungen durch Dr. J.____ ist zu beach- ten, dass Dr. R.____ ausdrücklich festhält, es sei zu bejahen, dass es für den Zustand des Be- schuldigten allenfalls wesentlich gewesen sein könn te, dass dieser am Vorabend des Tattages seine Medikation nicht eingenommen habe (act. 152/1 5). Selbst für Dr. R.____ ist es damit zu keinem Zeitpunkt um die Frage gegangen, ob die alle nfalls unvollständige Medikation am Tat- tag selbst die Tat beeinflusst haben könnte. Im Erg ebnis ist somit festzuhalten, dass es erstens nicht nachgewiesen ist, dass der Beschuldigte am Ta ttag entgegen seinen üblichen Gewohn- heiten eine Dosis des Neuroleptikums Seroquel wegge lassen hat, dass zweitens selbst durch das Weglassen einer einzelnen Dosis keine gravieren de Störung zu erwarten wäre und dass drittens der Blutspiegel bezüglich der Antidepressi va sich fraglos im therapeutischen Bereich bewegt hat. In der Folge liegen aus medizinischer S icht keine Hinweise vor, dass die Medikati- on einen Einfluss auf allfällige Stimmungsschwankungen bzw. eine Senkung der Hemmschwel- le des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt gehabt hätte. Dass der Beschuldigte schliesslich von Dr. J.____ als ein wandelnder "Dampfkessel" bezeichnet worden ist, mag zutreffend sein, erscheint jedoch insofern als irrelevant, als es nichts daran ändert, dass ebenfalls gemäss Dr. J.____ unter Berücksichtigung aller Faktoren zum Tatzeitpunkt keine schwere psychische Störung vor- gelegen hat und sich keine Verminderung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit herleiten lässt (act. 2045). 3.2.6 Nicht vollumfänglich einig geht das Kantonsgericht mit der Erwägung, wonach das Mitfüh- ren des Tatmessers einen Rückschluss auf eine Zielp lanung zulasse. Zwar stellt die Behaup- tung des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandl ung vor dem Kantonsgericht, er habe das Stellmesser infolge eines Picknicks aus der Woche v or der Tat dabei gehabt, so offensichtlich eine Schutzbehauptung dar, dass sich diesbezügliche Erörterungen erübrigen. Nicht zu wider- legen ist jedoch die wiederholt vorgebrachte Erklär ung des Beschuldigten, wonach dieser das Messer zu seiner Selbstverteidigung als Schutz gege n die Familie des Ex-Ehemannes seiner Ehefrau mit sich getragen habe. Gestützt auf diese Erklärung ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte das Messer regelmässig auf sich geführ t hat, ohne dass hierfür ein primärer Zu- sammenhang zur inkriminierten Tat erkennbar wäre. O hne einen solchen konkreten Zusam- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht menhang lässt sich nach Ansicht des Kantonsgerichts aus dem blossen Umstand, dass jemand ein Messer mitführt, lediglich ableiten, diese Pers on verfüge über eine generelle Gewaltbereit- schaft, er stellt jedoch per se ohne weitere Anhalt spunkte keinen Hinweis auf ein Qualifikati- onsmerkmal im Bereich der Tötungsdelikte dar. Zu be achten ist diesbezüglich zudem, dass der Beschuldigte und das Opfer in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2010 zweifellos zufällig aufei- nander getroffen sind, was ebenfalls gegen eine zie lgerichtete Planmässigkeit spricht. Anderer- seits hat sich der Beschuldigte immerhin während de r körperlichen Auseinandersetzung ganz offensichtlich an sein Messer erinnert und er hat d ieses ohne Vorwarnung und ohne jegliches Zögern konsequent eingesetzt, indem er dem Opfer mi t grosser Wucht insgesamt sieben Stich- bzw. Stichschnittverletzungen am Oberkörper und den unteren Extremitäten beigefügt hat. Zu- dem hat der Beschuldigte das Messer nach der Tat zi elgerichtet versteckt, was dazu führte, dass dieses nur aufgrund eines Zufalls hat aufgefunden werden können. 3.2.7 Nach Gesagtem ist für das Kantonsgericht kein Grun d ersichtlich, von den überzeugen- den und glaubhaften Aussagen der Ehefrau des Opfers abzuweichen. Gestützt auf diese, die Tatortspuren sowie die medizinischen Befunde bleibt kein Raum für Zweifel am inkriminierten Sachverhalt. Demnach kann diesbezüglich auf die Ank lageschrift der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 (act. 1775 ff.) sowie die entspre chenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Urteil (E. II.1.3 S. 30 ff.) verwiese n werden. Ebenso sind die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz im Zusammenhang mit dem privilegierten Tatbestand des Tot- schlags entgegen der Ansicht des Beschuldigten zu bestätigen, weshalb auch diesbezüglich auf die betreffenden Erwägungen zu verweisen ist (E. II.2.2 S. 44 f.). 4. Tatbestand des Mordes 4.1 Eine vorsätzliche Tötung begeht nach Art. 111 StGB , wer einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft. Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord gemäss Art. 112 StGB zu qualifi zieren, wenn der Täter besonders skrupel- los handelt, namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung be- sonders verwerflich sind. Der Mord zeichnet sich du rch aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung beispiel haft auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese Merkmale oder I ndizien müssen zum einen nicht erfüllt Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht sein, um Mord anzunehmen, zum anderen sollen sie ve rmeiden helfen, dass für die Qualifikati- on allein auf die Generalklausel der besonderen Skr upellosigkeit abgestellt werden muss. Die für eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente s ind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen erscheinen und ein Bild der Täterpersönlichkeit geben. Das Gesetz erfa sst jenen Täter, den der Psychiater B INDER (ZStrR 67/1952 S. 307) beschrieben hat als gemütska lt, krass und primitiv egoistisch, ohne so- ziale Regungen, der sich zur Verfolgung seiner eige nen Interessen rücksichtslos über das Le- ben anderer Menschen hinwegsetzt. Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat. In dieser Gesamtwürdigung kann eine besondere Skrupellosigkeit immer noch entfallen, namentlich wenn das Tatmotiv einfühlbar und nicht krass egoistisch ist, etwa wenn die Tat durch eine schwere Konfliktsituat ion ausgelöst worden ist. Somit erfolgt die Qualifikation im Wesentlichen nach ethischen Kriterien. Für Mord typische Fälle sind die Tötung eines Menschen zum Zwecke des Raubes, Tötungen aus religiösem oder politischem Fanatis- mus oder aus Geringschätzung (BGer 6B_305/2013 vom 22. August 2013 E. 4.4; BGE 127 IV 13 E. 1a, mit zahlreichen Hinweisen). Nach der bund esgerichtlichen Rechtsprechung und der herrschenden Lehre kann Mord auch eventualvorsätzli ch begangen werden. Mord unterschei- det sich von der vorsätzlichen Tötung durch die bes ondere Skrupellosigkeit. Diese muss aus der Tat bzw. den Tatumständen hervorgehen und sie a ls besonders abstossend erscheinen lassen. Dass der Täter den Tod des Opfers lediglich in Kauf nimmt, schliesst nicht aus, dass die hinter der Tötung stehenden Beweggründe und der Zwe ck der Tat einer besonders krassen Geringschätzung menschlichen Lebens entspringen und besonders verwerflich sein können (BGer 6B_232/2012 vom 8. März 2013 E. 1.4.2, mit za hlreichen Hinweisen). Praxisgemäss schliesst auch das Vorliegen eines (nicht entschuld baren) Affekts den Tatbestand des Mordes nicht aus (T RECHSEL ET AL ., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar , 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 7 zu Art. 112 StGB, mit Hinweisen). 4.2.1 Gestützt auf den inkriminierten Sachverhalt (vgl. oben E. 3.2.7) ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte das zu beurteilende Tötungsde likt vorsätzlich, rechtswidrig und schuld- haft begangen hat, was von ihm auch nicht in Frage gestellt wird. 4.2.2 Hinsichtlich der konkreten rechtlichen Würdigung d ieses Tötungsdelikts ist gemäss dem inkriminierten Sachverhalt davon auszugehen, dass d er Beschuldigte in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2010 dem Opfer, dessen Ehefrau sowie d em jüngsten, eineinhalb jährigen, Kind zufällig begegnet ist, beim Vorbeigehen das Opfer b ewusst angerempelt hat, sich ein paar Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schritte entfernt hat und dann wieder zum Opfer zurückgekehrt ist, dieses zuerst in eine verbale und danach physische Auseinandersetzung auf dem Tro ttoir verwickelt hat, in deren Verlauf sein in der Umhängetasche mitgeführtes Stellmesser hervorgeholt und ohne Vorwarnung wie- derholt und teilweise mit grosser Wucht auf den Obe rkörper und die unteren Extremitäten des Opfers eingestochen hat, sich dann wiederum einige Schritte entfernt hat, bevor er erneut auf das inzwischen schwer verletzte und auf der Strasse liegende Opfer zugetreten ist und noch- mals mindestens einmal auf dieses eingestochen hat, bevor er schliesslich aufgrund des Hinzu- tretens einer unbeteiligten Drittperson nach Hause geflüchtet ist und unterwegs die Tatwaffe versteckt hat. Wie bereits vorgängig dargelegt, stü tzt sich dieser Tatablauf auf die sehr glaub- haften Aussagen der Ehefrau des Opfers sowie diejen igen des Zeugen I.____, die rechtsmedi- zinischen Befunde und das Spurenbild am Tatort, nam entlich den Fundort des Mobiltelefons des Beschuldigten in der Nähe der Endstellung des O pfers auf der Strasse. Entgegen der An- sicht des Beschuldigten ist damit auch der zweizeitige Tatablauf ohne Weiteres erstellt. 4.2.3 Die besondere Skrupellosigkeit als qualifizierende s Merkmal des Mordtatbestandes ergibt sich nach Ansicht des Kantonsgerichts in einer Gesa mtwürdigung der Tatumstände in casu vor allem aus drei Aspekten, betreffend sowohl den Bewe ggrund als auch die Tatausführung: Ers- tens dem nichtigen Anlass für einen derartigen Gewa ltakt, zweitens der Anzahl der insgesamt sieben, zum Teil mit erheblicher Wucht ausgeführten Stiche, wovon drei in den Oberkörper (act. 793), und drittens insbesondere dem nochmalig en Zustechen, obwohl das Opfer zu die- sem Zeitpunkt bereits erkennbar schwer verletzt und absolut hilflos auf dem Boden gelegen und der Beschuldigte eigentlich bereits von diesem abge lassen hat. Dazu gesellt sich der Umstand, dass der Beschuldigte die Tat unmittelbar vor den A ugen der Ehefrau des Opfers und des ein- einhalb jährigen Kindes ausgeführt hat, was als bes ondere seelische Brutalität zu bezeichnen ist (vgl. T RECHSEL , a.a.O., N 18 zu Art. 112 StGB, mit Hinweis). Hinz u kommt, dass der Be- schuldigte die körperliche Auseinandersetzung mit d em Opfer selber provoziert hat, indem er dieses im Vorbeigehen zunächst angerempelt und ansc hliessend dessen Reaktion auf die Rempelei als Vorwand zur nachfolgenden Eskalation d er Geschehnisse genutzt hat. Selbst wenn der Beschuldigte allenfalls tatsächlich nur de shalb zum Opfer zurückgekehrt ist, um mit diesem zu reden, obwohl die vorgängige Rempelei kla r gegen diese Variante spricht, ändert sich nichts daran, dass er das Opfer nach kurzer ve rbaler und tätlicher Auseinandersetzung ohne Vorwarnung mit zahlreichen Messerstichen niede rgestreckt und auch dann nicht aufge- hört hat, als dieses komplett wehrlos gewesen ist. Mit diesem Verhalten lässt der Beschuldigte jegliche moralischen Bedenken und Gefühlsregungen g egen das Auslöschen eines Menschen- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht lebens vermissen, was nur als Ausdruck einer besond ers krassen Geringschätzung menschli- chen Lebens und damit als besonders verwerflich im Sinne von Art. 112 StGB bezeichnet wer- den kann (vgl. SCHWARZENEGGER , Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Base l 2013, N 12 zu Art. 112, mit Hinweisen). Was den Anlass fü r die Tat anbelangt, ist kein eigentliches Tatmotiv des Beschuldigten klar nachvollziehbar. En tweder stellt die Tat eine Rache dar für die angebliche Beschimpfung seiner Ehefrau ungefähr ein en Monat vorher – was aber von seinem Verteidiger insofern bestritten wird, als dieser in seinem Plädoyer vor dem Strafgericht geltend gemacht hat, die Aggression habe keinen vorrangigen Zusammenhang mit der Beleidigung, sondern sei einem Wutanfall entsprungen (act. 2177) – oder dann ist mangels einer Provokati- on seitens des Opfers schlicht keines ersichtlich. Sollte Rache für die angebliche Beschimpfung am Ursprung des Gewaltaktes stehen, würde dies bede uten, dass der Beschuldigte seine Ehre bzw. diejenige seiner Ehefrau über das Leben des Op fers gestellt hat, was ohne Zweifel einen extrem egoistischen Akt und ein krasses Missverhält nis der Interessen darstellt und als genau- so verwerflich zu gelten hat, wie die Tötung aus ei nem selber provozierten Streit heraus. Dass Rache einen besonders verwerflichen Beweggrund im S inne der Mordqualifikation darstellt, ist sowohl in der herrschenden Lehre als auch in der Pr axis völlig unbestritten (vgl. SCHWARZENEGGER , a.a.O., N 11 zu Art. 112 StGB, mit Hinweisen; S TRATENWERTH / JENNY / BOMMER , Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Auflage, Bern 2 013, § 1 N 23, mit Hinweisen). Des Weiteren ist dem Beschuldigten anzulasten, dass er es im Rahmen der physischen Auseinan- dersetzung nicht bei reiner körperlicher Gewalt ode r allenfalls einem einzelnen Stich belassen hat, was wohl ausreichend gewesen wäre, den Streit zu seinen Gunsten zu beenden und seine Autorität und Ehre wiederherzustellen, vielmehr hat er die Tat in aller Konsequenz zu Ende ge- führt. Dieses konsequente Zuendeführen wird in der Doktrin einhellig als weiterer Indikator für ein besonders skrupelloses Handeln anerkannt (vgl. SCHWARZENEGGER , a.a.O., N 25 zu Art. 112 StGB, mit Hinweisen; T RECHSEL , a.a.O., N 17 zu Art. 112 StGB, mit Hinweisen). Di es hat schliesslich darin gegipfelt, dass der Beschuld igte, nachdem der Streit längstens entschie- den gewesen ist, noch einmal auf den am Boden liege nden Schwerverletzten zugegangen ist und im Sinne einer eigentlichen Hinrichtung wiederh olt zugestochen hat, was man nur als aus- serordentlich kaltblütig bezeichnen kann, was wiede rum massiv zu Lasten des Beschuldigten ins Gewicht fällt (vgl. SCHWARZENEGGER , a.a.O., N 17 zu Art. 112 StGB, mit Hinweisen; TRECHSEL , a.a.O., N 13 zu Art. 112 StGB, mit Hinweisen; S TRATENWERTH / JENNY / BOMMER , a.a.O., § 1 N 25, mit Hinweisen). Unter diesen Umständen spielt im Übrigen das Nachtatverhal- ten des Beschuldigten eine zu vernachlässigende Rol le. Abschliessend ist festzuhalten, dass keine Hinweise auf eine Affekthandlung seitens des Beschuldigten vorhanden sind, weder aus Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischer Sicht (act. 2065) noch aus dem konkreten Tatablauf, wie bereits die Vorinstanz in ihren Ausführungen zum Totschlag zu Recht festgeste llt hat (E. II.2.2.2 S. 44 f.). Selbst wenn von einem Affekt auszugehen wäre, würde es sich hie rbei nicht um einen entschuldbaren han- deln, nachdem die allfällige heftige Gemütsbewegung bei objektiver Bewertung nach den sie auslösenden äusseren Umständen in casu nicht gerechtfertigt wäre (vgl. TRECHSEL , a.a.O., N 9 zu Art. 113 StGB, mit Hinweisen). 4.2.4 Gemäss diesen Erwägungen steht für das Kantonsgeri cht zweifelsfrei fest, dass die vom Beschuldigten grundsätzlich zugestandene vorsätzliche Tötung als Mord im Sinne von Art. 112 StGB zu qualifizieren ist, womit das angefochtene U rteil in Abweisung der diesbezüglichen Be- rufung des Beschuldigten zu bestätigen ist. 5. Strafzumessung 5.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nac h dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Gemäss Art. 50 StGB hat das Gericht die f ür die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten. Es lieg t im Ermessen des kantonalen Gerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessu ngsfaktoren berücksichtigt. Das Bun- desgericht greift auf Beschwerde hin in die Strafzu messung nur ein, wenn das kantonale Ge- richt den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unter schritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder w enn es wesentliche Komponenten ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Mi ssbrauch seines Ermessens falsch ge- wichtet hat oder wenn die Strafe in einem Masse unv erhältnismässig streng bzw. mild er- scheint, dass von einer Überschreitung oder einem M issbrauch des Ermessens gesprochen werden muss (BGer 6B_21/2010 vom 4. März 2010 E. 7. 3; BGE 134 IV 17 E. 2.1; BGer 6B_48/2007 vom 12. Mai 2007 E. 3.1). Hingegen muss das Gericht nicht auf Umstände aus- drücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermesse nsverletzend wäre – bei der Strafzumes- sung als nicht massgebend oder nur von geringem Gew icht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 16. Februar 2007 E. 4). Im vorliegenden Fall ist de r Beschuldigte des Mordes schuldig zu spre- chen, wobei der ordentliche Strafrahmen nach Art. 112 StGB zwischen einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und einer lebenslänglichen Freiheitsstr afe liegt. Strafschärfungs- oder Strafmilde- rungsgründe sind keine gegeben, namentlich ist aus forensisch-psychiatrischer Sicht keine verminderte Schuldfähigkeit festgestellt worden. In diesem Zusammenhang wird im Gutachten der UPK vom 5. November 2010 festgehalten, zur Tatz eit habe beim Beschuldigten eine nar- zisstische und impulsive Persönlichkeitsakzentuierung vorgelegen, die nicht das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung erreicht habe und keiner dia gnostischen Kategorie des psychiatrischen ICD-10-Klassifikationsschemas entspreche, sondern u nter ICD-10 Z73.1 als Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusse und zur Inanspruchna hme von Gesundheitsdiensten führe, einzuordnen sei. Es handle sich per se um ein Störu ngsbild leichten Ausmasses. Es gebe kei- nen Anhaltspunkt dafür, dass zur Tatzeit ein relevantes depressives Syndrom vorgelegen habe, es sei mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer rem ittierten Depression, allenfalls von einer leichten depressiven Symptomatik auszugehen. Des We iteren seien die Unrechtseinsichtsfä- higkeit des Beschuldigten und seine Fähigkeit, nach bestehender Einsicht zu handeln, nicht im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB aufgehoben gewesen. E benso hätten sich keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass sich seine Unrechtseinsichtsfä higkeit bzw. seine Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit aufgrund einer psychischen Störung forensis ch relevant beeinträchtigt gewesen wären (act. 111 ff.). Zum gleichen Schluss kommt auch Dr. J.____ in seinem Gutachten vom 31. Oktober 2012 (act. 152/91). 5.1.2 Das Doppelverwertungsverbot verbietet, Umstände, d ie zur Anwendung eines höheren oder tieferen Strafrahmens (d.h. eines qualifiziert en oder privilegierten Tatbestandes) führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens noch einmal a ls Straferhöhungs- oder Strafminde- rungsgrund zu berücksichtigen. Ansonsten würde dem Täter der gleiche Umstand zweimal zur Last gelegt oder zu Gute gehalten. Indes darf das G ericht zusätzlich in Rechnung stellen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder privilegi erender Tatumstand gegeben ist. Das Ge- richt verfeinert damit einzig die Wertung, die der Gesetzgeber mit der Festsetzung des Straf- rahmens vorgezeichnet hat (BGer 6B_21/2010 vom 4. M ärz 2010 E. 7.4; 6S.44/2007 vom 6. Juni 2007 E. 4.3.2, mit Hinweisen). 5.2.1 Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung führt de r Beschuldigte aus, die Staatsanwalt- schaft habe vor der Vorinstanz für eine Verurteilun g wegen Mordes ein Strafmass von lediglich zwölf Jahren Freiheitsstrafe beantragt und er selbe r halte eine Strafe von acht Jahren wegen Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorsätzlicher Tötung als angemessen. Bereits im Ver gleich zum Antrag der Staatsanwaltschaft zeige sich, dass sich das Strafgericht – unabhängig von der rechtlichen Qualifikation – von nicht sachgerechten Überlegungen habe leiten lassen. Selb st bei einer Verurteilung wegen Mordes wäre angesichts der persönlichen Verhältnisse sowie aufgrund einer Gesamtwürdigung aller Umstände die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe angemessen gewesen. Das erstin- stanzliche Strafmass sei auch im Verhältnis zu ähnl ichen Straftaten unverhältnismässig hart. Bei einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung e rscheine im Vergleich zu der von der Staatsanwaltschaft wegen Mordes geforderten Freihei tsstrafe eine solche von acht Jahren als angemessen. 5.2.2 Demgegenüber erachtet die Staatsanwaltschaft, nach dem sie ursprünglich vor dem Straf- gericht eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren beant ragt hat, das erstinstanzlich verhängte Straf- mass von 16 Jahren als angemessen. 5.3.1 Die Vorinstanz setzt sich bei der Strafzumessung m it den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt diese zutreffen d. Es ist nicht ersichtlich, dass sie sich von unmassgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten la ssen oder wesentliche Aspekte unberück- sichtigt gelassen hätte, weshalb unter Einbezug der nachfolgenden Ergänzungen bzw. Anmer- kungen grundsätzlich auf die entsprechenden Erwägun gen des Strafgerichts (E. III. S. 48 ff.) verwiesen werden kann. Angesichts der vorliegenden Bestätigung der Verurteilung wegen Mor- des erübrigen sich zudem weitergehende Ausführungen zu einem allfälligen tieferen Strafmass aufgrund einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Töt ung. Nachdem der Beschuldigte überdies nicht darlegt, inwiefern das erstinstanzliche Straf mass im Verhältnis zu ähnlichen Straftaten unverhältnismässig hart sein soll, erfolgen diesbez üglich ebenfalls keine Erwägungen; dies gilt insbesondere auch deshalb, weil das Kantonsgericht nach Konsultation der einschlägigen Pra- xis keine vergleichsweise unverhältnismässige Härte im vorliegenden Fall zu erkennen vermag. 5.3.2 Es liegt auf der Hand, dass unter Berücksichtigung des Doppelverwertungsverbots die Bemessung der konkreten Strafe innerhalb des weiten Strafrahmens für Mord gerade auch vom Ausmass der besonderen Hemmungslosigkeit und Brutalität des Vorgehens abhängt (vgl. BGer 6B_156/2008 vom 15. Mai 2008 E. 3.4). In casu ist d as Verhalten des Beschuldigten nicht nur von rücksichtsloser Brutalität und Geringschätzung menschlichen Lebens geprägt, sondern es setzt zudem eine hohe deliktische Energie voraus, i ndem dieser auch dann noch zugestochen hat, als das Opfer schon schwer verletzt und absolu t wehrlos auf dem Boden gelegen hat und Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht die physische Auseinandersetzung längstens zu seine n Gunsten entschieden gewesen ist. Der Beschuldigte lässt damit erkennen, dass er den Tötu ngsvorsatz unerbittlich und mit erheblicher Ausdauer umgesetzt hat. Der Beschuldigte hat fraglo s die umfassende Kontrolle über das Ge- schehen inne gehabt und hätte jederzeit die Auseina ndersetzung beenden und das aufgrund der herausquellenden Gedärme und des hohen Blutverl ustes erkennbar schwer verletzte Opfer in Ruhe lassen können, stattdessen hat er einer Hin richtung gleich insgesamt siebenmal zuge- stochen. Als besonders grausam ist die Tatsache zu werten, dass der Beschuldigte das Opfer vor den Augen dessen Ehefrau und seines jüngsten Ki ndes getötet hat und sich auch nicht durch die Schreie der hilflosen Ehefrau von der Vol lendung seiner Tat hat abhalten lassen. Ge- gen den Beschuldigten spricht des Weiteren seine ko mplette Uneinsichtigkeit, indem er die Hauptschuld der Geschehnisse dem Opfer anlastet und behauptet, sich lediglich gegen einen Angriff gewehrt zu haben, obwohl aufgrund der Bewei sergebnisse für das Kantonsgericht zwei- fellos feststeht, dass der Beschuldigte die Gescheh nisse zunächst provoziert und dann mit ei- nem Unterbruch in der physischen Auseinandersetzung mit ausgeprägter Rücksichtslosigkeit konsequent zu Ende gebracht hat. Nicht nur übernimm t der Beschuldigte keine Verantwortung für seine Tat, er lässt darüber hinaus auch jegliche glaubhafte Empathie gegenüber dem Opfer, immerhin Vater dreier Kinder, und dessen Familie ve rmissen. So liegt nicht einmal der Versuch einer Entschuldigung bei der Opferfamilie vor. Reue ist ebenfalls nicht ersichtlich, dies würde ein besonderes, freiwilliges und uneigennütziges Ve rhalten des Täters voraussetzen, mit dem er Einschränkungen auf sich nimmt und alles daran s etzt, das geschehene Unrecht auszuglei- chen (vgl. BGer 6B_156/2008 vom 15. Mai 2008 E. 3.1 ). Allenfalls ist in diesem Zusammen- hang leicht zu Gunsten des Beschuldigten zu werten, dass er grundsätzlich die Genugtuungs- ansprüche der Opferfamilie anerkennt, was sich in c asu darin äussert, dass er der Opferhilfe den Betrag von CHF 20.-- pro Monat zurückzahlt. Das s der Beschuldigte keine Affekthandlung und keine Verminderung der Schuldfähigkeit geltend machen kann, ist bereits hinlänglich dar- gelegt worden (vgl. oben E. 3.2.3, 3.2.5, 3.2.7, 4. 2.3, 5.1.1). Insofern ist auch die unbestrittene Tatsache, dass er psychisch vorbelastet ist, nicht strafmindernd zu seinen Gunsten zu werten. Gleiches gilt angesichts der erdrückenden Beweislag e für sein Geständnis, welches überdies keinen Ausdruck von Einsicht und Reue beinhaltet. Z u Ungunsten des Beschuldigten ist wiede- rum zu werten – soweit dies nicht bereits bei der M ordqualifikation zum Ausdruck gebracht und berücksichtigt worden ist – dass die Tat zufolge de s Fehlens eines nachvollziehbaren Motivs entweder als absolut sinnloses Kapitalverbrechen be zeichnet werden muss oder dann als Aus- druck völligen Desinteresses gegenüber den hiesigen Wertvorstellungen, obwohl der Beschul- digte seit 30 Jahren in der Schweiz lebt; so hat er anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantonsgericht deutlich zu verstehen gegeben, dass ihn ausschliesslich seine eigene Kultur interessiere (Protokoll KG S. 11). Nicht anzulasten ist dem Beschuldigten hingegen, dass er den ärztlichen Empfehlungen nicht folgt sowie dass er sich im Rahmen der Strafuntersuchung selektiv hinter einer nicht indizierten Amnesie versteckt und mithin auch nicht aktiv geholfen hat, die Tatwaffe aufzufinden. In diesem Zusammenhang is t auf Art. 113 Abs. 1 StPO hinzuweisen, wonach sich die beschuldigte Person nicht selbst be lasten muss und sie namentlich das Recht hat, die Aussage und die Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern. Tut sie dies, kann ihr das selbstverständlich bei der Strafzumessung nicht bel astend angerechnet werden. Nach diesen Erwägungen ist auch innerhalb des Mordtatbestandes von einem sehr schweren Verschulden auszugehen, was zur Folge hat, dass sich die vorliegend auszusprechende Strafe in der oberen Hälfte des möglichen Strafrahmens bewegen muss. Dam it erweist sich im Übrigen in der Kon- sequenz die ursprünglich von der Staatsanwaltschaft vor dem Strafgericht beantragte, an der unteren Grenze des gesetzlich Möglichen liegende Freiheitsstrafe von lediglich zwölf Jahren als unverhältnismässig tief. 5.3.3 In Würdigung aller im vorliegenden sowie im angefo chtenen Urteil geschilderten persönli- chen und tatbezogenen Umstände geht das Kantonsgeri cht wie bereits dargelegt insgesamt ebenfalls von einem sehr schweren Verschulden des B eschuldigten aus und erachtet unter Be- rücksichtigung der vorgängigen Ausführungen, des Ve rbots der "reformatio in peius" sowie ver- gleichbarer Praxis eine Freiheitsstrafe von 16 Jahr en als schuld- und tatangemessen. Der An- rechnung der vom 28. Juli 2010 bis zum 18. Januar 2 011 ausgestandenen Untersuchungshaft von 176 Tagen sowie des vorzeitigen Strafvollzugs s eit dem 18. Januar 2011 steht in Anwen- dung von Art. 51 StGB nichts im Wege. Demzufolge is t auch betreffend des Strafmasses die diesbezügliche Berufung des Beschuldigten in Bestät igung des angefochtenen Urteils abzuwei- sen. 6. Genugtuungsforderungen 6.1 Nach Art. 122 StPO kann die geschädigte Person ziv ilrechtliche Ansprüche aus der Straf- tat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafv erfahren geltend machen (Abs. 1); das glei- che Recht steht auch den Angehörigen des Opfers zu, soweit sie gegenüber der beschuldigten Person eigene Zivilansprüche geltend machen (Abs. 2 ). Seiner Natur nach ist der Adhäsions- prozess ein in den Strafprozess integrierter Zivilp rozess, für den aufgrund der Besonderheit in Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht mancherlei Hinsicht besondere Regeln gelten. Der Ad häsionsprozess folgt zwar nach herr- schender Lehre grundsätzlich zivilprozessualen Rege ln, doch bewirkt die Verbindung mit dem Strafverfahren, dass er sich primär nach den entspr echenden Bestimmungen der StPO richtet. Nur soweit Lücken bestehen, sind zivilprozessuale R egelungen und Grundsätze anwendbar. Die Würdigung des Sachverhaltes hat im Rahmen der z ivilrechtlichen Tatbestandselemente, namentlich von Art. 41 ff. OR, zu erfolgen. Ansprüc he aus der Straftat sind insbesondere sol- che, welche sich auf deliktische Anspruchsgrundlagen stützen; in erster Linie sind es Schaden- ersatz- und Genugtuungsansprüche aus unerlaubter Handlung gemäss Art. 41 ff. OR (A NNETTE DOLGE , Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordn ung, Basel 2011, N 9, N 32 und N 66 zu Art. 122 StPO, mit Hinweisen). Nach Art. 47 OR kann das Gericht bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den Angehörigen des Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zuspre- chen. 6.2.1 Der Beschuldigte macht in diesem Zusammenhang in s einer Berufung lediglich sinnge- mäss geltend, entsprechend einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung anstelle einer sol- chen wegen Mordes seien die Genugtuungssummen auf C HF 50'000.-- bzw. je CHF 30'000.-- zu reduzieren. 6.2.2 Die Privatklägerschaft ist diesbezüglich hingegen der Ansicht, es werde vom Beschuldig- ten hinsichtlich der Höhe der Genugtuungssummen nic ht dargelegt, aus welchen Gründen die- se auf CHF 50'000.-- bzw. je CHF 30'000.-- zu reduz ieren seien. Somit sei auch nicht ersicht- lich, inwiefern die ausführlichen Erörterungen der Vorinstanz zur Bemessung dieser Forderun- gen nicht zutreffend sein sollten. Abgesehen davon habe das Strafgericht unter Berücksichti- gung sämtlicher Umstände zu Recht eine Verdoppelung der jeweiligen Basisgenugtuungsleis- tungen als angemessen beurteilt, wobei darauf hinzu weisen sei, dass die Zinsforderungen auf- grund dieser Verdoppelung abgewiesen worden seien. 6.3 Bezüglich der vom Beschuldigten ebenfalls angefoch tenen Genugtuungsforderungen ist zunächst festzustellen, dass dem Kantonsgericht kei ne substantiierte Rüge vorliegt, aus wel- chen Gründen die im Grundsatz anerkannten Forderung en in der Höhe zu korrigieren wären. Der Beschuldigte führt lediglich aus, entsprechend einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Tö- tung statt Mordes seien die Genugtuungssummen auf C HF 50'000.-- bzw. je CHF 30'000.-- zu reduzieren. Angesichts der vorliegend zu bestätigen den Verurteilung wegen Mordes kann inso- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht fern in Anwendung von Art. 404 Abs. 1 StPO sowie Ar t. 82 Abs. 4 StPO auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (E. V. S. 52 ff., insbeso ndere E. V.2.2) verwiesen werden. Nur am Rande ist deshalb zu bemerken, dass die zugesproche nen Summen von CHF 80'000.-- für die Ehefrau des Opfers und jeweils CHF 50'000.-- für di e drei Kinder des Opfers im Vergleich mit ähnlich gelagerten Fällen zwar für schweizerische V erhältnisse tatsächlich relativ hoch sind, sich aber aufgrund der besonderen Verwerflichkeit der Tat und der damit verbundenen überaus grossen seelischen Unbill dennoch ohne Weiteres in einem angemessenen Rahmen bewegen, soweit sich dies bei einer Tat wie der in casu zu b eurteilenden überhaupt messen und festhal- ten lässt. Demnach ist auch bezüglich der Höhe der erstinstanzlich festgelegten Genugtuungs- forderungen das angefochtene Urteil zu bestätigen, womit im Resultat die Berufung des Be- schuldigten vollumfänglich abzuweisen ist. 7. Kosten und Entschädigungen 7.1 Angesichts der vollumfänglichen Abweisung der Beru fung erübrigen sich an vorliegender Stelle Ausführungen zum (nicht angefochtenen) ersti nstanzlichen Kostenentscheid und dieser ist ohne Weiteres zu bestätigen. 7.2 Bei diesem Verfahrensausgang – indem der Beschuldi gte mit seiner Berufung vollständig unterliegt – rechtfertigt es sich nach Art. 428 Abs . 1 StPO, die ordentlichen Kosten des Beru- fungsverfahrens in der Höhe von CHF 25'200.-- (bein haltend eine Gebühr entsprechend zehn Stunden Hauptverhandlung zu jeweils CHF 2'500.-- so wie Auslagen von CHF 200.--) dem Be- schuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der Dolmetscherin in der Höhe von CHF 577.50 gehen zu Lasten des Staates. Zufolge Bewilligung der amtlich en Verteidigung wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Advokat Marco Albrecht, für das Berufungsverfahren vor dem Kantonsge- richt ein Honorar gemäss dessen Honorarnote vom 6. Januar 2014 in der Höhe von insgesamt CHF 7'734.75 (30 Stunden Aufwand zu jeweils CHF 180.--/h plus acht Stunden Aufwand für die Hauptverhandlung zu jeweils CHF 200.--/h plus Ausla gen von CHF 161.80 und Mehrwertsteuer von CHF 572.95) zu Lasten der Gerichtskasse ausgeri chtet, wobei der Beschuldigte zur Rück- zahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton verpflichtet ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Schliesslich wird dem Rechtsvertreter der Privatkläger, Advokat Christoph Dumartheray, zufolge Bewilligung der un- entgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahr en vor dem Kantonsgericht ein Honorar Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss dessen Honorarrechnung vom 7. Januar 2014 in der Höhe von insgesamt CHF 4'729.85 (15,2 Stunden Aufwand zu jeweils CHF 1 80.--/h plus acht Stunden Aufwand für die Hauptverhandlung zu jeweils CHF 200.--/h plus A uslagen von CHF 43.50 und Mehrwert- steuer von CHF 350.35) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 22. Januar 2013, lautend: "1. E.____ wird des Mordes schuldig erklärt und ver urteilt zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren, unter Anrechnung der vom 28. Juli 2010 bis zum 18. Ja- nuar 2011 ausgestandenen Untersuchungshaft von insge- samt 176 Tagen, in Anwendung von Art. 112 StGB, Art. 40 StGB und Art. 51 StGB. 2. Es wird festgestellt, dass sich der Beurteilte seit dem 18. Januar 2011 im vorzeitigen Strafvollzug befinde t (Art. 236 StPO i.V.m. Art. 220 Abs. 1 StPO). 3. a) Das beschlagnahmte Stellmesser (einklingig, schwarzer Griff) wird in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 und 2 S tGB zur Vernichtung eingezogen. b) Die nachfolgend aufgeführten beschlagnahmten Geg en- stände werden nach Rechtskraft unter Aufhebung der Be- schlagnahme gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO dem Beurteilten zurückgegeben: (…) 4. Der Beurteilte wird bei seiner grundsätzlichen A nerken- nung der von der Privatklägerschaft beantragten Gen ug- Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht tuungsforderungen behaftet. Er wird verurteilt, - A.____, pauschal Fr. 80'000.--, - B.____, pauschal Fr. 50'000.--, - C.____, pauschal Fr. 50'000.--, - D.____, pauschal Fr. 50'000.--, zu bezahlen. Die jeweiligen Zinsforderungen werden abgewiesen. 5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten d es Vorverfahrens in Höhe von Fr. 26'783.65, den Expert ise- kosten des gerichtlichen Verfahrens in Höhe von Fr. 13'239.35 und der Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 25'000.--, gehen in Anwendung von Art 425 StPO so- wie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu L asten des Staates. 6. a) Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höh e von ins- gesamt Fr. 23'479.85 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwe rt- steuer) wird aus der Gerichtskasse entrichtet. b) Advokat Christoph Dumartheray wird für die Opfer vertre- tung aus der Staatskasse ein Honorar in Höhe von Fr. 4'834.60 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt.) zugespr o- chen." wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vo llum- fänglich bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s vor dem Kan- tonsgericht in der Höhe von CHF 25'200.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 25'000.-- sowie Auslagen von CHF 200.--) ge hen zu Las- ten des Beschuldigten. Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Kosten für die Dolmetscherin in der Höhe von CH F 577.50 ge- hen zu Lasten des Staates. III Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten, Advokat Marco Albrecht, f ür das Beru- fungsverfahren vor dem Kantonsgericht ein Honorar in der Höhe von CHF 7'734.75 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer ) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädig ung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobal d es seine wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). IV. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsp flege wird dem Rechtsvertreter der Privatkläger, Advokat Christoph Dumartheray, für das Berufungsverfahren vor dem Kantonsgericht e in Honorar in der Höhe von CHF 4'729.85 (inklusive Auslagen und M ehrwertsteu- er) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann Die gegen das vorliegende Urteil erhobene Beschwerde des Beschuldigten wies das Bundes- gericht mit Entscheid vom 29. April 2014 (6B_246/2014) ab, soweit es darauf eintrat.