<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, die notwendigen Schritte einzuleiten und Unternehmen bei der Ausbildung von Lehrlingen zu entlasten, indem diese pro Lehrling und Jahr einen Abzug von beispielsweise 2000 Franken bei der Bundessteuerrechnung vornehmen können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Aus folgenden Gründen erachtet es der Bundesrat nicht für sinnvoll, ausbildende Betriebe finanziell zu entlasten, indem der Bund es diesen ermöglichen würde, pro Lehrling und Jahr einen Abzug bei der Bundessteuerrechnung vorzunehmen:</p><p>- Bereits 1996 und 1997 untersuchte die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates, welche Anreize Unternehmen veranlassen, Jugendlichen Ausbildungsplätze anzubieten. Dabei wurde auch geprüft, ob Steuererleichterungen ein probates Mittel darstellen könnten. Die Tatsache, dass das Parlament sodann solche weder in den Bundesbeschluss vom 30. April 1997 über Massnahmen zur Verbesserung des Lehrstellenangebotes für die Ausbildungsjahre 1997/98, 1998/99 und 1999/2000 (Lehrstellenbeschluss) noch in den darauf folgenden Bundesbeschluss vom 18. Juni 1999 über Massnahmen zur Verbesserung des Lehrstellenangebotes und zur Entwicklung der Berufsbildung (Lehrstellenbeschluss II) aufgenommen hat, belegt indirekt, dass der Gesetzgeber Steuerrechnungsabzüge als untaugliches Mittel zur Schaffung von Lehrstellen erachtet hat.</p><p>- 1997 wurden im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes NFP 33 "Wirksamkeit unserer Bildungssysteme" die Berufsbildungsleistungen von Schweizer Unternehmen unter die Lupe genommen. Eine Studie (Hanhart Siegfried, Schulz Hans-Rudolf, unter Mitarbeit von Sandra Bossio: "Lehrlingsausbildung in der Schweiz, Kosten und Finanzierung." 1997, Verlag Rüegger, Chur/Zürich) berechnete erstmals für die Schweiz die Nettoausgaben, die bei der Beschäftigung von Berufsnachwuchs anfallen. Entscheidend für die Kosten sind Unternehmensgrösse und Branche. Bei den kleinen Betrieben, bei denen der Detailhandel und das Baugewerbe stark vertreten sind, halten sich die Kosten und der Nutzen von Lehrlingen und Lehrtöchtern ungefähr die Waage; dies vor allem dank der produktiven Arbeitsleistung der Auszubildenden. Dagegen steigen in mittleren Unternehmen die jährlichen Mehrausgaben pro Lehrling durchschnittlich auf 11 000 Franken und in Grossbetrieben (Maschinenindustrie und weltweit tätige Firmen) auf 20 000 Franken.</p><p>- Im Weiteren ging dieselbe Studie den möglichen Gründen für den starken Abbau der Lehrstellen in den letzten Jahren zwischen 1986 und 1996 nach und kam dabei zum Schluss, dass befragte Betriebe, die keine oder keine Lehrlinge mehr ausbilden, die finanziellen Belastungen als wenig wichtig ansahen. Eine weit grössere Rolle bei der Entscheidung, ob eine Lehrstelle angeboten werden soll oder nicht, spielten dagegen der Mangel an Zeit, um sich mit den Lehrlingen zu beschäftigen, sowie der von Arbeitgebern oft monierte ungenügende Ausbildungsstand der Schulabgänger.</p><p>- Der geforderte Steuerrechnungsabzug würde indirekt eine Subvention nach dem Giesskannenprinzip darstellen. Diese wäre nicht zweckmässig, würde sie doch den Unternehmen, in denen sich Kosten und Nutzen der Ausbildung Jugendlicher die Waage halten, einen unerwünschten Wettbewerbsvorteil verschaffen; bei den Unternehmen, die engagiert in die berufliche Grundausbildung investieren, würde sie hingegen kaum ins Gewicht fallen.</p><p>- 1998 wurden rund 160 000 Lehrverträge gezählt. Würde nun jedes Unternehmen je Jahr und Jugendlichen, die es ausbildet, den als Beispiel genannten Abzug von 2000 Franken für sich beanspruchen, ergäbe sich für den Bund ein jährlicher Steuerausfall von 320 Millionen Franken.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.