VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI A 16 36 und A 16 42 4. Kammer Vorsitz Racioppi Richter Stecher, Meisser Aktuarin Baumann-Maissen URTEIL vom 15. Dezember 2016 in der verwaltungsrechtlichen Streitsache Eheleute A._____, Beschwerdeführer im Verfahren A 16 36 und StWEG Residenza B._____, handelnd durch C._____, C._____ Immobilien, wiedervertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli, Beschwerdeführer im Verfahren A 16 42 gegen Gemeinde X._____, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cavegn, Beschwerdegegnerin betreffend Stromkosten (Nachverrechnung Energiebezug)- 2 - 1. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft Residenza B._____ besteht aus vier Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage, die im Jahr 2006 in X._____ an der D._____-strasse 4-10 errichtet wurden. Als Verwalter der fraglichen Stockwerkeigentümergemeinschaft amtet C._____, C._____ Immobilien. Die Eheleute A._____ sind Eigentümer mehrerer Stockwerkeigentums- einheiten. 2. Seit 2007 bezieht die Stockwerkeigentümergemeinschaft Residenza B._____ den Strom von der Gemeinde X._____. Beim Auswechseln ei- ner Wärmepumpe tauchten bei der Stockwerkeigentümergemeinschaft Residenza B._____ Zweifel an der Richtigkeit des in der Vergangenheit festgestellten Stromverbrauchs auf. Deshalb beauftragte die Gemeinde X._____ die EWZ, Verteilnetz Mittelbünden, die Niederspannungsmes- sung bezüglich der Mehrfamilienhäuser, D._____-strasse 4-10, zu über- prüfen. Im Bericht vom 28. April 2016 kam der beauftragte Fachmann zum Schluss, der interessierende Messzähler sei sauber und korrekt in- stalliert worden. Beim Zähler fehle allerdings die Beschriftung über die Ablesekonstante C x 3 (Wandler 300/5; Zähler 100/5), der zu entnehmen sei, dass die erfassten Messdaten mit dem Faktor 3 multipliziert werden müssten, um den effektiven Stromverbrauch zu erhalten. 3. Auf der Grundlage dieses Berichts überprüfte die Gemeinde X._____ in der Folge den der Stockwerkeigentümergemeinschaft Residenza B._____ seit 2007 in Rechnung gestellten Stromverbrauch. Dabei stellte sie fest, den ermittelten Zählerstand jeweils nicht mit dem Faktor 3 multipliziert zu haben, weshalb sie von der Stockwerkeigentümergemeinschaft Residen- za B._____ von 2007-2015 total Fr. 83'424.65 zu wenig gefordert habe. Mit Schreiben vom 17. Mai 2016 teilte die Gemeinde X._____ der Stock- werkeigentümergemeinschaft Residenza B._____ daraufhin mit, diese schulde der Gemeinde X._____ für den von 2011-2015 bezogenen Strom - 3 - zusätzlich Fr. 44'346.70. Für die Jahre 2007-2010 werde die Verjährung von Amtes wegen berücksichtigt, weshalb diese Stromkosten nicht nach- gefordert würden. Dagegen erhoben sowohl die Eheleute A._____ als auch die Stockwerkeigentümergemeinschaft Residenza B._____ Einspra- che bei der Gemeinde X._____. Mit Entscheid vom 13. Juni 2016 wies die Gemeinde X._____ diese Einsprachen ab. 4. Gegen diesen abschlägigen Entscheid reichten die Eheleute A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 15. Juli 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein (A 16 36). Darin bean- tragten sie, die Gemeinde X._____ habe auf die Nachforderung betref- fend die nicht verrechnete Energie für die Jahre 2011-2015 ganz oder zumindest teilweise zu verzichten. 5. Mit Eingabe vom 16. August 2016 gelangte ebenfalls die Stockwerkei- gentümergemeinschaft Residenza B._____ (nachfolgend Beschwerdefüh- rerin) mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün- den (A 16 42). Sie ersuchte das Gericht, den Entscheid des Gemeinde- vorstands der Gemeinde X._____ vom 13. Juni 2016 und die vorange- gangene Rechnungsverfügung vom 17. Mai 2016 seien aufzuheben, da bereits rechtskräftig über die streitigen Stromkosten entschieden worden sei und die fraglichen Verfügungen bis anhin nicht abgeändert worden seien. Sollte es sich wider Erwarten anders verhalten, so seien im vorlie- genden Fall weder die Voraussetzungen des Widerrufs noch der Revision gegeben, weshalb es der Gemeinde X._____ nicht gestattet sei, auf die verfügten Stromkosten zurückzukommen und diese dahingehend ab- zuändern, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit von 2011-2015 zu- sätzlich Fr. 44'346.70 zu bezahlen habe.- 4 - 6. In der Vernehmlassung vom 5. September 2016 beantragte die Gemein- de X._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin), auf die Beschwerde A 16 36 nicht einzutreten. Hinsichtlich der Beschwerde A 16 42 ersuchte sie in der Vernehmlassung vom 8. September 2016 um kostenfällige Ab- weisung. 7. Die Beschwerdeführer reichten im Beschwerdeverfahren A 16 36 keine Replik ein. Die Beschwerdeführerin hielt in der Stellungnahme vom 4. Ok- tober 2016 recplicando an ihren Anträgen fest und setzte sich mit der Ar- gumentation der Beschwerdegegnerin auseinander. Die Beschwerdegeg- nerin äusserte sich dazu unter Erneuerung ihrer Anträge in der Duplik vom 27. Oktober 2016. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Be- weismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1. Die Beschwerden A 16 36 und A 16 42 richten sich beide gegen den Ein- spracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 13. Juni 2016. Ausser- dem werfen sie im Wesentlichen dieselben Rechtsfragen auf und beruhen grundsätzlich auf dem gleichen Sachverhalt. Im Interesse einer zweck- mässigen Erledigung der fraglichen Streitigkeiten erscheint es daher an- gezeigt, die Beschwerdeverfahren A 16 36 und A 16 42 gestützt auf Art. 6 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zu vereinigen und in einem Urteil zu erledigen.- 5 - 2. Beim angefochtenen Einspracheentscheid handelt es sich um eine indivi- duell-konkrete Anordnung, in welcher die Beschwerdegegnerin die Ein- sprache gegen die Verfügung vom 17. Mai 2016 betreffend die Nachfor- derung von Strombezugskosten abgewiesen hat. Gegen einen solchen Entscheid, der in Anwendung von Verwaltungsrecht ergangen ist und we- der bei einer anderen Instanz angefochten werden kann noch endgültig ist, kann beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde geführt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der Beschwerden A 16 36 und A 16 42 demzufolge zu- ständig. Dies wird denn auch von den Verfahrensparteien nicht in Abrede gestellt. 3. a) Die Beschwerdegegnerin bestreitet hingegen die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer. Diese seien zwar Miteigentümer mehrerer Stock- werkeigentumseinheiten. Gemäss Art. 712t Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) seien einzelne Stockwerkeigentümer aber nicht befugt, an die Stockwerkeigentümergemeinschaft gerichtete und von dieser zu bezahlende Rechnungen anzufechten. Dieses Recht stehe nur der Stockwerkeigentümergemeinschaft selbst zu. Im Übrigen hätten es die Beschwerdeführer versäumt, ihr Rechtsbegehren in einer Weise abzufassen, die eine Beurteilung der sie als Stockwerkeigentümer betreffenden Ansprüche ermöglichen würde. Auch insofern könne daher auf die vorliegende Beschwerde nicht eingetreten werden. b) Nach der allgemeinen Beschwerdebefugnis gemäss Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände- rung hat. Bei der Auslegung dieser Regelung hat sich das Gericht an der zu Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetz über das Bundesgericht (Bundesge- richtsgesetz, BGG; SR 173.110) ergangenen Rechtsprechung zu orientie-- 6 - ren, da die Beschwerdelegitimation im verwaltungsgerichtlichen Be- schwerdeverfahren nicht enger gefasst werden darf, als dies für die Be- schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheit an das Bundesgericht vorgesehen ist, wenn der vom Gericht zu fällende Entscheid, wie vorlie- gend, mit diesem Rechtsmittel angefochten werden kann (Art. 111 BGG). Gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG ist für die Bejahung der Beschwerdelegitima- tion insbesondere erforderlich, dass die Beschwerdeführer vom angefoch- tenen Entscheid stärker als beliebige Dritte betroffen sind und in einer be- sonderen, beachtenswert nahen Beziehung zur Streitsache stehen und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des ange- fochtenen Entscheids ziehen. Liegt eine derartige Beziehungsnähe vor, braucht das Anfechtungsinteresse nicht mit dem Interesse übereinzu- stimmen, das durch die von den Beschwerdeführern als verletzt bezeich- nete Norm geschützt wird. Hingegen begründet ein bloss mittelbares oder ausschliesslich allgemeines öffentliches Interesse – ohne die erforderliche Beziehungsnähe zur Streitsache selber – praxisgemäss keine Parteistel- lung im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren (BGE139 II 279 E.2.2, 136 II 281 E.2.2, 135 II 172 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_286/2015 vom 13. Januar 2017 E.4.2). Dass diese für die Bejahung der Beschwerdelegitimation erforderlichen Voraussetzungen vorliegen, haben die Beschwerdeführer in der Regel zumindest glaubhaft zu ma- chen (BERTSCHI, in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar VRG, Zürich 2013, § 21 N. 39). c) Im vorliegenden Fall ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin von der Be- schwerdeführerin Stromkosten im Gesamtbetrag von Fr. 44'346.70 nach- fordern darf. Diese Zahlungspflicht betrifft die gemeinschaftliche Verwal- tungstätigkeit im Sinne von Art. 712l ZGB. In diesem Bereich ist die Be- schwerdeführerin trotz fehlender Rechtspersönlichkeit so zu behandeln, wie wenn sie eine juristische Person wäre. Dies hat zur Folge, dass die - 7 - Zuständigkeit der einzelnen Stockwerkeigentümer (formell) zurückge- drängt wird; diese mithin bei Rechtsgeschäften der gemeinschaftlichen Verwaltung weder rechts- noch handlungsfähig sind (MEIER-HAYOZ/REY, in: MEYER-HAYOZ [Hrsg.], Berner Kommentar, Art. 712a-712t ZGB, Bern 1988, Art. 712l N. 4 f., Art. 712t N. 34 ff.). Konsequenterweise hat die Be- schwerdegegnerin die streitigen Stromkosten nicht den einzelnen Stock- werkeigentümern belastet, sondern der Beschwerdeführerin als zuständi- ger Stockwerkeigentümergemeinschaft auferlegt. Die streitige Zahlungs- pflicht trifft daher nicht unmittelbar die Beschwerdeführer, weshalb sie nicht primäre (materielle) Adressaten des angefochtenen Einspracheent- scheids und der diesem zugrundeliegenden Rechnungsverfügung sind. Unter dem Blickwinkel von Art. 50 VRG sind sie daher als streitbetroffene Dritte einzustufen und ist das von ihnen eingereichte Rechtsmittel als Drittbeschwerde anzusehen. d) Bei Drittbeschwerden ist hinsichtlich der Beschwerdelegitimation danach zu unterscheiden, ob ein Rechtsmittel gegen eine den Verfügungsadres- saten begünstigende Verfügung gerichtet ist (Drittbeschwerde contra Adressat) oder ob die Beschwerde zu dessen Gunsten erhoben wird (Drittbeschwerde pro Adressat). Trifft letzteres zu, so ist die Beschwerde- legitimation, vorbehältlich einer weitergehenden gesetzlichen Anerken- nung, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur zu bejahen, wenn der Dritte ein selbständiges, eigenes Rechtsschutzinteresse an der Beschwerdeführung für sich in Anspruch nehmen kann. Hierfür muss dem Dritten aus der streitigen Verfügung ein unmittelbarer Nachteil erwachsen; bloss mittelbare, faktische (wirtschaftliche) Interessen an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung reichen nicht aus (BGE 134 V 153 E.5.3, 133 V 188 E.4.3.3, 130 V 560 E.3.5 f. und 4; Urteil des Bundesgerichts 1C_260/2009 vom 6. Oktober 2009 E.4.2; HÄNER, in: AU-- 8 - ER/MÜLLER/SCHINDLER [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 48 N. 17). e) Diese bundesgerichtliche Rechtsprechung bezieht sich, soweit ersichtlich, nur auf Fälle, in denen der primäre Adressat auf eine Anfechtung der be- lastenden Verfügung verzichtet hat. Es sind jedoch keine Gründe ersicht- lich, weshalb diese Rechtsprechung nicht auch für Fälle, wie den vorlie- genden, gelten sollte, in denen der Verfügungsadressat selber ein Rechtsmittel erhoben hat. In diesem Fall stellt sich im Gegenteil die Fra- ge, ob Dritte überhaupt je ein schutzwürdiges Interesse an einer ei- genständigen Beschwerdeführung haben können, obgleich sie das von ihnen angestrebte Ziel erreichen können, indem sie den Verfügungs- adressaten bei der Beschwerdeführung als Streitberufene unterstützen oder das von ihm eingeleitete Beschwerdeverfahren in dessen Namen selber führen. Ob die Beschwerdelegitimation bei Drittbeschwerden des- halb generell zu verneinen ist, kann vorliegend indessen dahingestellt bleiben. In jedem Fall besteht kein Anlass, diese weiter zu fassen, als in Fällen, in denen der Verfügungsadressat die belastende Verfügung nicht angefochten hat. f) Die Beschwerdeführer machen in der Beschwerde vom 15. Juli 2016 gel- tend, von ihren Mietern die nachgeforderten Stromkosten zwar einfordern zu können. Dies sei jedoch mit einem hohen Verwaltungsaufwand ver- bunden und werde dadurch erheblich erschwert, dass es in den letzten fünf Jahren verschiedene Mieterwechsel gegeben habe. Ob die ehemali- gen Mieter die nachträglich verlangten Stromkosten bezahlen würden, sei höchst fraglich. Im Übrigen sei ihnen die ursprünglich eingekaufte Wär- mepumpe als äusserst effiziente Maschine angepriesen worden. Auf- grund der falschen Angaben in der Stromrechnung seien die erforderli- chen Werte scheinbar noch unterboten worden. Nun stelle sich heraus, - 9 - dass die tatsächlichen Werte viel schlechter seien als die, welche seitens des Lieferanten versprochen worden seien. Wären diese Zahlen nach zwei Betriebsjahren bereits bekannt gewesen, so hätte der Lieferant der Wärmepumpe in die Pflicht genommen werden können. Zudem sei der Eigentümerschaft im Rahmen des Heizungsersatzes ein erhöhter Pla- nungsaufwand entstanden. Schliesslich bestünde das Risiko, dass sei- tens einzelner Stockwerkeigentümer Schadenersatzforderungen auf die E._____ AG zukämen, da die für den Kauf propagierten tiefen Nebenkos- ten nicht eingehalten worden seien. Aus diesen Gründen sei die Be- schwerdegegnerin gehalten, auf die Nachforderung zu verzichten und sich mit den vorgängig in Rechnung gestellten und bezahlten Stromkos- ten zu begnügen. Mit dieser Argumentation behaupten die Beschwerde- führer nicht, durch den angefochtenen Entscheid einen unmittelbaren Nachteil zu erleiden, der sie zur selbständigen Beschwerdeführung be- rechtigen würden. Ein solcher Nachteil ist vorliegend auch nicht ersicht- lich. Ihre Beschwerdelegitimation ist folglich zu verneinen, weshalb auf die Beschwerde A 16 36 infolge Fehlens einer Prozessvoraussetzung nicht einzutreten ist. 4. Hinsichtlich der Beschwerde A 16 42 ist zu beachten, dass die vorliegen- de Streitigkeit, wie vorangehend bereits festgehalten (vgl. vorstehende Erwägung 3c), mit der gemeinschaftlichen Verwaltung einen Bereich be- trifft, in welchem Art. 712l ZGB der Beschwerdeführerin als Stockwerkei- gentümergemeinschaft Rechts- und damit Parteifähigkeit zuerkennt. Gemäss Art. 712t Abs. 1 ZGB wird die Beschwerdeführerin hier im Aus- senverhältnis vom Verwalter vertreten. Dieser bedarf jedoch zur Führung eines anzuhebenden oder vom Gegner eingeleiteten Prozesses ausser- halb des summarischen Verfahrens der vorgängigen Ermächtigung durch die Versammlung der Stockwerkeigentümer, unter Vorbehalt dringender Fälle, in denen die Ermächtigung nachgeholt werden kann (Art. 712t - 10 - Abs. 2 ZGB; vgl. MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., Art. 712t N. 37). Die Be- schwerdeführerin hat anlässlich der ausserordentlichen Versammlung vom 26. Juli 2016 beschlossen, den Einspracheentscheid der Beschwer- degegnerin vom 13. Juni 2016 vor Verwaltungsgericht anzufechten und ihren Verwalter, C._____, ermächtigt, sie in dieser Angelegenheit zu ver- treten (Beilage der Beschwerdeführerin zur Vollmacht). Die Beschwerde- führerin ist im vorliegenden Verfahren folglich prozessfähig. Überdies ist sie als zahlungspflichtige Partei vom angefochtenen Einspracheentscheid unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interessen an dessen Anfechtung. Als primäre Verfügungsadressatin ist sie folglich zur Be- schwerdeführung berechtigt (Art. 50 VRG). Auf die von ihr ausserdem frist- und formgerecht (Art. 52 Abs. 1 und 2 VRG) eingereichte Beschwer- de ist demzufolge einzutreten. 5. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin für die Zeit von 2011-2015 Stromkosten von total Fr. 44'346.70 nachfordern kann. Die Beschwerdeführerin bringt diesbe- züglich im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin habe jährlich Ver- fügungen erlassen, in denen sie die geschuldeten Stromkosten beziffert habe. Die fraglichen Verfügungen seien unangefochten geblieben und in Rechtskraft erwachsen. Die Beschwerdegegnerin sei auf diese Anord- nungen bis anhin aber nicht zurückgekommen, sondern habe einfach Stromkosten nachverrechnet, was im Widerspruch zu den erlassenen Stromkostenverfügungen stünde. Zwar könnten die Aufhebung einer früheren Verfügung und der Erlass einer neuen Verfügung durchaus in einem Rechtsakt erfolgen. In diesem Fall müsse aber in einem ersten Schritt abgeklärt werden, ob ein Widerruf zulässig sei. Erst wenn dies be- jaht werde, dürfe in einem zweiten Schritt eine neue Verfügung erlassen werden. Die Beschwerdegegnerin habe sich nie mit den ursprünglichen Stromkostenverfügungen auseinandergesetzt und nie untersucht, ob sie - 11 - berechtigt sei, auf diese zurückzukommen. Bereits aus diesem Grunde erweise sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtswidrig. Im Übrigen gehe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon aus, die rechts- kräftigen Stromkostenverfügungen gestützt auf Art. 25 Abs. 1 VRG wider- rufen zu können. Die fragliche Regelung gestatte es einer Gemeinde nur dann einen Entscheid abzuändern, wenn sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber der ursprünglichen Entscheidungsgrundlage geändert habe und nicht überwiegende öffentliche sowie private Interessen dem Widerruf entgegenstünden. Diese Voraussetzungen seien im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Die Sachlage sei nämlich immer noch die gleiche wie im Zeit- punkt des Erlasses der abgeänderten Verfügungen. Das Einzige, was sich verändert habe, sei die Wahrnehmung der (unveränderten) Sachlage durch die Beschwerdegegnerin, die zwischenzeitlich bemerkt habe, den gemessenen Stromverbrauch mit dem Faktor 3 multiplizieren zu müssen, um den effektiven Stromverbrauch zu erhalten. Damit liege jedoch kein Widerrufsgrund vor, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht berechtigt sei, die interessierenden Verfügungen zu widerrufen. Ebenso wenig kön- ne sich die Beschwerdegegnerin vorliegend auf einen Revisionsgrund be- rufen. Es sei nämlich nicht ersichtlich, warum es für die Beschwerdegeg- nerin, als sie die interessierenden Stromkostenverfügungen erlassen ha- be, nicht möglich gewesen sein sollte, rechtzeitig die für eine zuverlässige Ermittlung des effektiven Stromverbrauchs erheblichen Tatsachen beizu- bringen. Zudem habe die Beschwerdegegnerin weder behauptet noch be- legt, dass die Funktionsweise des Messzählers anlässlich des Erlasses der abzuändernden Verfügungen aktenkundig gewesen, aber aus Verse- hen nicht berücksichtigt worden sei. Auch insofern liege kein Revisions- grund vor. Der Beschwerdegegnerin sei es folglich nicht gestattet, auf ihre vormaligen Anordnungen zurückzukommen und Stromkosten nachzufor- dern. Sollte das Gericht ein Rückkommen wider Erwarten als zulässig er- achten und die angeordnete Nachforderung als statthaft ansehen, werde - 12 - die Beschwerdeführerin wegen verwirkter Garantieansprüche der ur- sprünglichen Wärmepumpe und die betroffenen Stockwerkeigentümer wegen der fehlenden rückwirkenden Weiterverrechnungsmöglichkeit an die Mieter von der Beschwerdegegnerin Schadenersatz fordern. b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen ent- gegen, eine einmal erlassene Verfügung sei nicht a priori unabänderlich. Die Voraussetzungen für eine nachträgliche Aufhebung oder Abänderung formell rechtskräftiger Verfügungen seien für das kommunale Verwal- tungsverfahren in Art. 25 VRG für den Widerruf und in Art. 67 VRG für die Revision einer Verfügung geregelt. Der Widerruf setze kumulativ voraus, dass sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber der ursprünglichen Ent- scheidungsgrundlage geändert habe und nicht überwiegende öffentliche oder private Interessen dem Widerruf entgegenstünden. Eine ursprünglich fehlerhafte Verfügung könne demgegenüber mittels Revision nach den Voraussetzungen von Art. 67 VRG abgeändert werden. Schliesslich leite das Bundesgericht aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) einen Anspruch auf Wieder- erwägung ab, wenn sich die Verhältnisse seit dem ersten Entscheid er- heblich geändert hätten oder wenn Tatsachen oder Beweismittel ange- führt würden, die im früheren Verfahren nicht bekannt gewesen seien oder schon damals geltend zu machen rechtlich oder tatsächlich unmög- lich gewesen sei. Im vorliegenden Fall habe die Sachlage infolge des zu- tage getretenen Fehlers der versehentlichen Nichtberücksichtigung des Faktors 3 eine nachträgliche Änderung im Sinne von Art. 25 VRG erfah- ren. Der richtigen Rechtsanwendung stünden vorliegend keine überwie- genden (privaten) Interessen entgegen. Demzufolge sei die Beschwerde- gegnerin berechtigt, auf die vormaligen Stromkostenverfügungen zurück- zukommen und diese dahingehend abzuändern, dass für die Jahre 2010 bis 2015 Stromkosten von total Fr. 44'346.70 nachgefordert würden. Zu - 13 - demselben Ergebnis führe die Anwendung von Art. 67 VRG und Art. 29 Abs. 2 BV. So oder anders erweise sich die angefochtene Anordnung demzufolge als rechtmässig. 6. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Stromkosten für die Jahre 2007-2015 jährlich in Rechnung gestellt (vgl. Beilage der Be- schwerdeführerin [Bf-act.] 3, 4, 5, 6, 7). Die Verfahrensparteien qualifizie- ren die fraglichen Rechnungen übereinstimmend als Verfügungen, die unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind. Sie sind sich ausserdem darin einig, dass der Beschwerdeführerin in den Rechnungsverfügungen für die Jahre 2007-2015 nur ein Drittel ihres effektiven Stromverbrauchs belastet wurde, weil es die Beschwerdegegnerin versäumte, den gemes- senen Stromverbrauch mit dem Faktor 3 zu multiplizieren. In Bezug auf dieses, für die Bestimmung der Stromkosten rechtserhebliche Sachver- haltselement haftet den fraglichen Anordnungen von Anfang an ein Fehler an und verstossen sie infolgedessen gegen die Energieverordnung betref- fend Abgabe von elektrischer Energie auf dem Gebiet der Gemeinde X._____ (nachfolgend als Energieverordnung bezeichnet), welche die Beschwerdegegnerin anhält, den Strombezügern periodisch die gesetz- lich festgelegten Kosten für den Strombezug in Rechnung zu stellen (vgl. Art. 18, 25, 26 Energieverordnung, abrufbar unter http://www.X._____.ch/ > Behörden/Politik > Gesetzessammlung, letztmals besucht am 16. Fe- bruar 2017; Beilage der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1). Die Rech- nungsverfügungen der Jahre 2007-2015 erweisen sich folglich in Bezug auf den Sachverhalt als ursprünglich fehlerhaft. 7. Ein solcher Mangel bewirkt im Allgemeinen nur die Anfechtbarkeit der betroffenen Verfügungen. In Ausnahmefällen zieht er indessen deren Nichtigkeit nach sich. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Mangel besonders schwer und offensichtlich oder - 14 - zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die An- nahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrün- de fallen hauptsächlich die funktionelle und sachliche Unzuständigkeit ei- ner Behörde sowie schwerwiegende Verfahrensfehler in Betracht. Inhaltli- che Mängel – wie der vorliegend in Frage stehende – führen nur aus- nahmsweise zur Nichtigkeit einer Verfügung (BGE 141 I 201 E. 139 II 243 E.11.2, 138 II 501 E.3.1, 132 II 21 E.3.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, All- gemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1098). Im vorliegenden Fall fällt diesbezüglich ins Gewicht, dass die Beschwer- degegnerin den Fehler bei der Ermittlung des effektiven Stromverbrauchs erst erkannte, nachdem sie den Energiezähler durch die EWZ überprüfen liess und auf der Grundlage des erhaltenen Untersuchungsberichts über- prüfte, ob sie den gemessenen Stromverbrauch jeweils mit dem Faktor 3 multipliziert hatte. Der in Frage stehende Mangel war für die Verfahrens- parteien demnach weder offensichtlich noch leicht zu erkennen. Ausser- dem erweist er sich nicht als besonders schwerwiegend. Die interessie- renden Stromkostenverfügungen der Jahre 2007-2015 sind folglich nicht nichtig. Dementsprechend sind sie mit dem Ablauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist in formelle Rechtskraft erwachsen, womit ihnen Rechts- beständigkeit zukommt. Sie dürfen daher nur mehr unter bestimmten Voraussetzungen aufgehoben bzw. abgeändert werden. 8. a) Dies ist zwischen den Verfahrensparteien denn auch unbestritten. Die Beschwerdeführerin ist jedoch der Ansicht, die Beschwerdegegnerin habe sich weder im angefochtenen Einspracheentscheid noch in der diesem zugrundeliegenden Verfügung mit den ergangenen Rechnungsverfügun- gen auseinandergesetzt und diese abgeändert. Diesbezüglich steht vor- liegend fest, dass die Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. Mai 2016 für die Jahre 2011–2015 Stromkosten im Gesamtbetrag von Fr. 44'436.70 nachgefordert (Bf-act. 9) und diese An-- 15 - ordnung im Einspracheentscheid vom 13. Juni 2016 bestätigt (Bf-act. 1) hat. Zur Begründung dieser Forderung führte die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 17. Mai 2016 hauptsächlich aus, der beauftragte Fachmann der EWZ habe festgestellt, der aufgeführte Zählerstand müsse mit dem Faktor 3 multipliziert werden, um den effektiven Stromverbrauch zu erhalten. Die in der Folge durchgeführte Überprüfung habe ergeben, dass dem Zähler im EDV-System leider ein falscher Faktor für die Wand- lermessung zugeordnet gewesen und der Beschwerdeführerin aus die- sem Grund ein zu geringer Stromverbrauch in Rechnung gestellt worden sei. Für diesen Fehler entschuldigen sie sich, erlaube sich aber gleichzei- tig, die Kosten für den bezogenen, aber noch nicht verrechneten Strom der Jahre 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015 nachzufordern. Diese Forde- rung bezifferte sie im angehängten Schreiben (Bf-act. 9 und Beilage der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 4). Im Einspracheentscheid vom 15. Juni 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an dieser Berechnung sowie den die- se begründenden Ausführungen fest und führte ergänzend aus, Ver- ständnis zu haben, dass sich die Einsprecher (hier Beschwerdeführer im Verfahren A 16 36 und Beschwerdeführerin im Verfahren A 16 42) an der Nachforderung störten. Es gebe aber keine Grundlage, die es der Ge- meinde (hier Beschwerdegegnerin) erlaube, nach Feststellung des Feh- lers auf eine Nachverrechnung der effektiv bezogenen Energiemenge zu verzichten. Dies hätte zur Folge, dass die Allgemeinheit die von der Be- schwerdeführerin verursachten Energiekosten zu tragen hätte. Dies wi- derspreche dem Grundsatz des Verursacherprinzips, wonach derjenige der Leistung beziehe, dafür aufzukommen habe. Unter Berücksichtigung der Verjährungsfrist von fünf Jahren werde nur der Energieverbrauch für die Jahre 2011-2015 nachgefordert. Die Stromkosten der Jahre 2007- 2010 würden als verjährt betrachtet und gingen zu Lasten der Beschwer- degegnerin. - 16 - b) Aus diesen Ausführungen wird ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin als Erstes feststellte, den effektiven Stromverbrauch der Beschwerdefüh- rerin unrichtig berechnet zu haben, da sie den gemessenen Stromver- brauch nicht mit dem Faktor 3 multipliziert hatte. Deshalb unterzog sie die Stromkostenrechnungen der Jahre 2007-2015 einer Überprüfung, stellte fest, der Beschwerdeführerin zu niedrige Stromkosten in Rechnung ge- stellt zu haben, weshalb sie von der Beschwerdeführerin für die Jahre 2011-2015 Stromkosten im Gesamtbetrag von Fr. 44'436.70 nachforderte. Mit diesem Vorgehen kam die Beschwerdeführerin implizit auf die Rech- nungsverfügungen der Jahre 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015 zurück, bestätigte die Stromkostenverfügungen der Jahre 2007, 2008, 2009 und 2010, während sie die Stromkostenverfügungen der Jahre 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015 dahingehend abänderte, als sie der Beschwerdeführerin zusätzlich zu den bereits verfügten Stromkos- ten weitere Fr. 44'436.70 zur Bezahlung auferlegte. Entgegen der Auffas- sung der Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin im vorinstanz- lichen Verfahren somit das Vorliegen eines Rückkommenstitels geprüft und in Form eines Fehlers bei der Berechnung des Stromverbrauchs be- jaht. In einem weiteren Schritt hat sie alsdann untersucht, ob sie berech- tigt ist, die ergangenen Stromkostenverfügungen abzuändern und hat dies in Bezug auf die Rechnungsverfügungen der Jahre 2007, 2008, 2009 und 2010 verneint, für die übrigen Rechnungsverfügungen bejaht. Ohne die einzelnen Verfahrensschritte zu benennen und sich ausdrücklich auf die ergangenen Rechnungsverfügungen zu beziehen, hat sich die Be- schwerdegegnerin demnach mit diesen Entscheidungen auseinanderge- setzt und diese für die Jahre 2011-2015 implizit abgeändert. Der ange- fochtene Einspracheentscheid betrifft demnach ein Rückkommensverfah- ren. Folglich ist er nicht bereits aufzuheben, weil er von den Stromkosten- verfügungen der Jahre 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015 abweicht. Dies erweist sich vielmehr als zulässig, wenn die Beschwerdegegnerin berech-- 17 - tigt ist, ihre vormaligen Anordnungen aufgrund eines Rückkommenstitels zu überprüfen und der Beschwerdeführerin zusätzliche Stromkosten in der Höhe von Fr. 44'346.70 aufzuerlegen. 9. a) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV eine behördliche Pflicht, auf einen rechtskräftigen Entscheid zurückzukommen, wenn sich die Umstände seit dem ersten Entscheid wesentlich geändert haben oder wenn die Gesuchstellerin erhebliche Tat- sachen und Beweismittel namhaft macht, die ihr im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen für sie rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Veranlassung be- stand (BGE 136 II 177 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_400/2010 vom 10. September 2010 E.3.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Rz. 1042 und 1833). Diese verfassungsrechtli- chen Anforderungen hat der kantonale Gesetzgeber für das kommunale Verfahren im Verwaltungsrechtspflegegesetz konkretisiert und teils er- gänzt (Art. 2 VRG). Laut den fraglichen Regelungen dürfen kommunale Behörden auf formell rechtskräftige Verfügungen in Form der Wiederer- wägung (Art. 24 VRG), des Widerrufs (Art. 25 VRG) und der Revision (Art. 67 VRG) zurückkommen. Diese Rückkommenstitel dürfen jedoch nicht dazu dienen, rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder in- frage zu stellen oder die Fristen für das Ergreifen von Rechtsmitteln zu umgehen (vgl. dazu BGE 139 II 243 E.11.2, 137 I 69 E.2.2, 136 II 177 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_400/2010 vom 10. September 2010 E.3.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1088 ff.; TSCHAN- NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 31 N. 19 ff.). b) Im vorliegenden Fall ist mit den Verfahrensparteien davon auszugehen, dass die Wiedererwägung im Sinne von Art. 24 VRG als Rückkommensti-- 18 - tel ausscheidet. Zudem existieren keine spezialgesetzlichen Widerrufs- gründe (Art. 25 Abs. 3 VRG). In Bezug auf den Widerruf im Sinne von Art. 25 Abs. 1 VRG weist die Beschwerdeführerin sodann zu Recht darauf hin, dass sich dieser Rückkommenstitel nach der Praxis des Verwal- tungsgerichts ausschliesslich auf ursprünglich rechtmässige Verfügungen bezieht, die infolge einer nachträglichen Veränderung der rechtserhebli- chen Sach- und Rechtslage fehlerhaft geworden sind (PVG 2010 Nr. 24; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 14 31 vom 9. September 2014 E.2e). Der Widerruf ist demnach auf Dauerverfügun- gen zugeschnitten, die einen fortbestehenden Sachverhalt durch eine in die Zukunft fortwirkende Rechtsfolge regeln. In solchen Fällen können er- gangene Verfügungen an die veränderte Sach- und Rechtslage ange- passt werden, indem sie widerrufen werden und über den infrage stehen- den Rechtsanspruch neu entschieden wird (vgl. dazu BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d N. 17). Im vorliegenden Fall stehen mit den interessierenden Rechnungsverfügungen Einmalverfügungen zur Diskussion, denen von Anfang an in Bezug auf den Sachverhalt ein Man- gel anhaftet, der seit dem Erlass der interessierenden Verfügungen keine Änderung erfahren hat (vgl. vorstehende Erwägung 6). Solch ursprünglich fehlerhafte Verfügungen können folglich gestützt auf Art. 25 Abs. 1 VRG nicht widerrufen werden. 10. a) Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin nur berechtigt, auf die interessie- renden Rechnungsverfügungen zurückzukommen, wenn sie diese in Re- vision ziehen darf. Bei der Revision handelt es sich um ein ausserordent- liches Rechtsmittel, welches es der Behörde erlaubt, eine rechtskräftige Verfügung im Interesse der Wahrheitsfindung zu korrigieren, wenn sie von Beginn weg an einem Fehler leidet, der als (gesetzlicher) Revisions- grund anerkannt ist (HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., N. 1219; SCHER- RER REBER, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar - 19 - Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 66 N. 2). Gemäss Art. 67 Abs. 1 VRG revidiert die Behörde, die zuletzt ent- schieden hat, rechtskräftige Entscheide von Amtes wegen oder auf An- trag hin, wenn die Partei nachträglich erhebliche Tatsachen oder Be- weismittel entdeckt, deren Beibringung ihr nicht möglich war (lit. a); durch ein Verbrechen oder Vergehen auf den Entscheid eingewirkt worden war (lit. b); eine von der Behörde beurteilte zivil- oder strafrechtliche Vorfrage vom zuständigen Zivil- oder Strafgericht anders entschieden worden ist (lit. c); die Behörde aktenkundig erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt hat (lit. d) oder einzelne Punkte des Rechtsbegehrens unbeur- teilt geblieben sind (lit. e). Ein Revisionsgesuch ist innert 90 Tagen seit Kenntnis des Revisionsgrundes bei der letzten Instanz einzureichen (Art. 67 Abs. 2 VRG). Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids ist ein Revisionsbegehren nur noch gestützt auf Art. 67 Abs. 1 lit. b VRG zulässig (Art. 67 Abs. 3 VRG). b) Die Beurteilung eines sich auf Art. 67 VRG stützenden Revisionsgesuchs erfolgt grundsätzlich in drei Schritten: Zunächst ist in formeller Hinsicht über die Zulässigkeit des Revisionsbegehrens zu befinden, danach hat die Revisionsinstanz bejahendenfalls über das Vorliegen des geltend ge- machten Revisionsgrundes und schliesslich gegebenenfalls über den Er- lass einer neuen Anordnung zu entscheiden (BERTSCHI, a.a.O., § 86d N. 1). Wurde im Revisionsverfahren ein neuer materieller Entscheid ge- troffen, so bildet dieser den Gegenstand eines allfälligen sich hieran an- schliessenden Rechtsmittelverfahrens. Wurde das Revisionsbegehren hingegen abgewiesen oder darauf nicht eingetreten, so kann im Rechts- mittelverfahren die Änderung oder Aufhebung des ursprünglichen Ent- scheids nicht verlangt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1348; RHINOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, a.a.O., Rz. 1408). - 20 - c) Die Beschwerdegegnerin hat innert 90 Tagen seit Vorlage des Berichts der EWZ vom 28. April 2016 ein Rückkommensverfahren betreffend die gegenüber der Beschwerdeführerin getroffenen Rechnungsverfügungen eingeleitet und dadurch die Revisionsfrist von 67 Abs. 2 VRG gewahrt. Nicht von Belang ist vorliegend ausserdem die zehnjährige Revisionsfrist, da die infrage stehenden Rechnungsverfügungen allesamt vor weniger als zehn Jahren erlassen wurden. Damit sind die formellen Vorausset- zungen für ein von Amtes wegen eingeleitetes Revisionsverfahren erfüllt. d) Hinsichtlich der ursprünglich ergangenen Rechnungsverfügungen ist so- dann ausgewiesen und zwischen den Verfahrensparteien im Übrigen un- bestritten, dass den infrage stehenden Rechnungsverfügungen ein ur- sprünglicher Mangel anhaftet, der sich auf den Sachverhalt bezieht (vgl. vorstehende Erwägung 6 und 9b). Folgerichtig beruft sich die Beschwer- degegnerin auf die Revisionsgründe gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. a und d VRG, die der Behebung derartiger ursprünglicher Sachverhaltsfehler die- nen. Gemäss dem erstgenannten Revisionsgrund ist ein rechtskräftiger Entscheid in Revision zu ziehen, wenn die Partei nachträglich erhebliche Tatsachen oder Beweismittel entdeckt, deren rechtzeitige Beibringung ihr nicht möglich war. Tatsachen gelten als neu im Sinne von Art. 67 Abs. 1 lit. a VRG, wenn sie sich bis zum Zeitpunkt, da ihre Geltendmachung im Hauptverfahren prozessual zulässig war, verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Partei trotz gebührender Sorgfalt damals nicht bekannt waren und deshalb nicht in das ursprüngliche, rechtskräftig ab- geschlossene Verfahren eingebracht werden konnten (vgl. dazu HÄFE- LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1268; SCHERRER REBER, in: WALD- MANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrens- gesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 48 N. 35;a.a.O., Art. 66 N. 26; MÄCHLER, in: AUER/MÜLLER/SCHINDER [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, - 21 - Art. 66 N. 16 f.; BERTSCHI, a.a.O., § 86a N. 14; RHINOW/KOLLER/ KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 1402). Die neu entdeckten Tatsachen oder Beweismittel müs- sen indessen, um als Revisionsgrund anerkennt zu werden, ferner erheb- lich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, den Ausgang des Verfahrens zu beeinflussen. Insofern muss der angefochtene Entscheid auf einem fal- schen oder unvollständigen Sachverhalt beruhen, der durch die Berück- sichtigung der nunmehr vorgebrachten Tatsachen oder neuer Beweismit- tel korrigiert werden kann, was zu einem anderen Ergebnis führen könnte (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1268; SCHERRER REBER, a.a.O., Art. 66 N. 26; MÄCHLER, a.a.O., Art. 66 N. 18). e) Im vorliegenden Fall wurden, abgesehen von den interessierenden Rech- nungsverfügungen, keine weiteren Papierakten zu den damaligen Verfah- ren eingereicht. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch sowohl in der Verfü- gung vom 17. Mai 2016 als auch im angefochtenen Einspracheentscheid festgehalten, der Beschwerdeführerin im für die Rechnungsstellung ver- wendeten Programm einen falschen Faktor zugeordnet zu haben. Das Verwaltungsrechtspflegesetz enthält keine spezifischen Anforderungen an die Art und Weise, wie die Akten zu führen sind. In der Praxis der Verwal- tungsbehörden reicht das Spektrum der Aktenführung von der physischen Erfassung der schriftlichen Akten in einem Aktendossier bis hin zu IT- gestützten Aktenregistrierungssystemen. Diese Formen der Aktenführung sind, unbesehen ihrer technischen Umsetzung zulässig, solange sie eine systematische Erfassung aller Unterlagen gewährleisten, die für den Nachweis der Verwaltungstätigkeit sowohl mit Blick auf die Sachverhalts- abklärung wie auch bezüglich des Wegs der Entscheidfindung erforderlich sind (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezem- ber 2010 E.2.2.2 betreffend das Sozialversicherungsrecht). Insofern ist es durchaus zulässig, Akten ausschliesslich in elektronischer Form zu - 22 - führen. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin allerdings die für die Stromkostenrechnungen erforderlichen Daten lediglich elektronisch für die Rechnungstellung aufbereitet. Sie hat kein elektronisches Einzeldossier für die Beschwerdeführerin geführt, in dem sie die einzelnen Verfahrens- abschnitte dokumentiert und die vorgenommenen Beweiserhebungen ak- tenkundig gemacht hätte. Bei den von der Beschwerdeführerin zur Rech- nungstellung erfassten Daten handelt es sich daher nicht um elektroni- sche Aktendossiers. Dass der massgebliche Umrechnungsfaktor dort falsch registriert war, bedeutet deshalb nicht, dass diese Tatsache im Zeitpunkt des Verfügungserlasses aktenkundig war. Vielmehr dürften so- wohl die Art des auf dem Grundstück der Beschwerdegegnerin installier- ten Energiezählers als auch der massgebliche Umrechnungsfaktor als neue Tatsachen und der diese beweisende Bericht der EWZ vom 28. April 2016 als neues Beweismittel im Sinne von Art. 67 Abs. 1 lit. a VRG anzusehen sein. Dennoch liegt im vorliegenden Fall kein entspre- chender Revisionsgrund vor, da es für die Beschwerdegegnerin ein Leich- tes gewesen wäre, die Art des auf dem Grundstück der Beschwerdeführe- rin installierten Energiezählers in Erfahrung zu bringen und aktenkundig zu machen, zumal der fragliche Energiezähler im Eigentum der Be- schwerdegegnerin steht (Art. 15 Energieverordnung) und von einem von der Beschwerdegegnerin beauftragten Fachmann zur Ermittlung des Energieverbrauchs jährlich abgelesen wird (Art. 14 Energieverordnung). Die Beschwerdegegnerin kann sich demnach nicht auf den Revisions- grund gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. a VRG berufen. f) Es bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzungen von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG erfüllt sind. Laut der fraglichen Bestimmung kann ein rechtskräftiger Ent- scheid revidiert werden, wenn die Behörde bei ihrer Entscheidung akten- kundige erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt hat. Diesem Revisionsgrund kommt in der Praxis erhebliche Bedeutung zu. Er befasst - 23 - sich mit der sogenannten "Versehensrüge", für die bezeichnend ist, dass die entscheidende Behörde aus Versehen eine Aktenstelle übergangen oder entgegen ihrem objektiven Wortlaut wahrgenommen hat (SCHERRER REBER, a.a.O., Art. 66 N. 32 f.; MÄCHLER, a.a.O., Art. 66 N. 19). Davon ist freilich nur auszugehen, wenn ein offenkundiger Widerspruch zum un- missverständlichen Inhalt der Akten besteht. Kein Revisionsgrund liegt vor, wenn eine Behörde aus Versehen eine Tatsache berücksichtigt hat, die in den Akten nicht enthalten ist. Schliesslich muss die übersehene ak- tenkundige Tatsache den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können (SCHERRER REBER, a.a.O., Art. 66 N. 34; MÄCHLER, a.a.O., Art. 66 N. 19). g) Die Beschwerdegegnerin hat – wie vorangehend festgehalten (vgl. vor- stehende Erwägung 10e) – kein Aktendossier betreffend die interessie- renden Rechnungsverfügungen geführt und, abgesehenen von den Rechnungsverfügungen selbst, keine ihrer Handlungen dokumentiert. Der in Frage stehende Energiezähler steht jedoch gemäss Art. 15 Energie- verordnung im Eigentum der Beschwerdegegnerin. Als Eigentümerin hat- te sie demnach Kenntnis davon, dass es sich hierbei um einen Wandler- zähler Type ZMD410AT41. 4200S2B22 mit der Ablesekonstante C x 3 handelt (vgl. Bericht der EWZ vom 28. April 2016 [Bf-act. 8]). Diese rechtserhebliche Tatsache hätte die Beschwerdegegnerin aktenkundig machen müssen, um der ihr als zuständiger Verwaltungsbehörde oblie- genden Aktenführungs- und Dokumentationspflicht zu genügen, die das Gegenstück zum (aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden) Akteneinsichts- und Beweisführungsrecht der Verfahrenspartei bildet (vgl. dazu BGE 138 V 218 E.8.1.2, 130 II 473 E.4.1, 124 V 372 E.3b). Hätte sie sich rechtskon- form verhalten, so wäre folglich die Art des Energiezählers und infolge- dessen die Notwendigkeit, den gemessenen Stromverbrauch mit dem Faktor 3 zu multiplizieren, um den effektiven Stromverbrauch zu erhalten, in sämtlichen Verfahren betreffend die interessierenden Rechnungsverfü-- 24 - gungen aktenkundig gewesen. Diese aktenkundige Tatsache hätte die Beschwerdegegnerin bei Erlass der interessierenden Stromrechnungen aus Versehen nicht berücksichtigt und der Beschwerdeführerin dadurch nur einen Drittel der effektiven Stromkosten zur Bezahlung auferlegt. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin folglich eine rechtserhebli- che Tatsache aus Versehen nicht berücksichtigt, die sie bei Erlass der in- teressierenden Rechnungsverfügungen kannte und hätte aktenkundig machen müssen. Es stellt sich die Frage, ob diese Fallkonstellation unter Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG fällt und damit als Revisionsgrund gilt. h) Die Konkretisierung von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG im Hinblick auf einen zu beurteilenden Lebenssachverhalt geschieht als Teil der Gesetzesanwen- dung durch Auslegung. Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wort- laut der infrage stehenden Bestimmung. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut allein die Rechtsnorm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung mit Blick auf die ratio legis. Dabei greift nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein pragmatischer Methodenpluralismus Platz (BGE 134 I 308 E.5.2, HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHEER, Schweizerisches Bun- desstaatsrecht, 9. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 131). Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverständlichen Wortlaut einer Norm darf al- lerdings nur ausnahmsweise abgewichen werden. Dies trifft etwa zu, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entste- hungsgeschichte der Bestimmung (historische Auslegung), aus ihrem Sinn und Zweck (teleologische Auslegung) oder aus der Bedeutung, die der fraglichen Norm im Zusammenhang mit anderen Vorschriften (syste- matische Auslegung) beigemessen wird, ergeben (BGE 140 III 616 E.3.3, 138 III 359 E.6.2, 137 V 13 E.5.1, 135 V 215 E.7.1; HÄFELIN/HALLER/ KEL-- 25 - LER/THURNHEER, a.a.O., N. 92). Eine historisch orientierte Auslegung ist demnach für sich allein nicht entscheidend. Indes vermag nur sie die Re- gelungsabsicht des Gesetzgebers aufzuzeigen, welche wiederum zu- sammen mit den zu ihrer Verfolgung getroffenen Wertentscheidungen verbindliche Richtschnur für die richterliche Auslegung bleibt, auch wenn das Gesetz mittels teleologischer Auslegung oder Rechtsfortbildung ver- änderten, vom Gesetzgeber nicht vorausgesehenen Umständen ange- passt wird (BGE 140 III 616 E.3.3, 138 III 359 E.3.3, 137 V 13 E.5.1, 129 I 12 E.3.3). aa) Der Wortlaut von Art. 67 Abs. 1lit. d VRG stimmt in allen amtlichen Fas- sungen überein. Keine derselben bezieht rechtserhebliche Tatsachen als Revisionsgründe mit ein, welche der Behörde bei der Entscheidfindung bekannt waren und hätten aktenkundig gemacht werden müssen, jedoch bei der Entscheidung aus Versehen unberücksichtigt geblieben sind. In- sofern hat der vorliegend zur Diskussion stehende Fall keinen Nieder- schlag im Gesetzeswortlaut gefunden, mithin würde dessen Anerkennung als Revisionsgrund über den insofern klaren Wortlaut von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG hinausgehen. bb) Ob sich der historische Gesetzgeber mit der vorliegend interessierenden Fallkonstellation bei der Ausarbeitung von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG aus- einandergesetzt hat, geht aus den Materialien nicht hervor. So finden sich in der Botschaft der Regierung vom 30. März 2006 betreffend die Opti- mierung der kantonalen Gerichtsorganisation zu Art. 67 VRG keine Aus- führungen (vgl. Heft Nr. 6/2006-2007, S. 571 ff., S. 633). Alsdann nahm der Grosse Rat die fragliche Regelung diskussionslos in der von der Re- gierung sowie der Kommission vorgeschlagenen Fassung an (Protokoll des Grossen Rates 1/2006/2007, Donnerstag, 31. August 2006, S. 25). Bezüglich der zur Beurteilung stehenden Fallkonstellation liegt demnach - 26 - kein negativer Entscheid des historischen Gesetzgebers vor, der als qua- lifiziertes Schweigen eine über den Gesetzeswortlaut hinaus gehende Auslegung von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG verbieten würde und der Aner- kennung eines solchen Revisionsgrundes entgegenstünde. Ansonsten er- laubt die historische Auslegung keine Rückschlüsse auf Inhalt und Trag- weite von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG. cc) Im Rahmen der systematischen Auslegung ist die interessierende Rege- lung nicht nur im Zusammenhang mit den anderen Revisionsgründen so- wie der Ausgestaltung der Revision als solcher zu beurteilen, sondern es sind hierfür sämtliche im Verwaltungsrechtspflegesetz vorgesehenen Rückkommenstitel (Art. 24 und Art. 25 VRG) zu beachten, die es einer Behörde erlauben, auf rechtskräftige Entscheide zurückzukommen, wenn sich diese als fehlerhaft erweisen. Die Analyse dieser Regelungen zeigt, dass der Gesetzgeber den Widerruf deutlich enger gefasst als in der all- gemeinen Verwaltungstheorie postuliert und vom Bundesgericht bei feh- lenden (anderslautenden) positivrechtlichen Regelungen angenommenen wird (vgl. zur uneinheitlichen Terminologie: KÖLZ/HÄNER/ BERTSCHI, a.a.O., Rz. 712 und 714; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwal- tungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 31 N. 22; teils a.A. HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O, Rz. 1215). Danach dürfen rechtskräftige Verfügungen widerrufen werden, wenn das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts das Interesse an der Rechtssicherheit und am Ver- trauensschutz, im konkreten Einzelfall überwiegt (BGE 137 I 69 E.2.3, 135 V 201 E.6.2; BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d N. 11). Eine rechtskräftige Verfügung kann somit grundsätzlich nicht wi- derrufen werden, wenn das Interesse am Vertrauensschutz demjenigen an der richtigen Durchführung des objektiven Rechts vorgeht. Dies trifft in der Regel dann zu, wenn durch die Verwaltungsverfügung ein subjektives Recht begründet worden oder die Verfügung in einem Verfahren ergan-- 27 - gen ist, in dem die sich gegenüberstehenden Interessen allseitig zu prü- fen und gegeneinander abzuwägen waren, oder wenn der Private von ei- ner ihm durch die Verfügung eingeräumten Befugnis bereits Gebrauch gemacht hat. Diese Regel gilt allerdings nicht absolut; auch in diesen drei Fällen kann ein Widerruf in Frage kommen, wenn er durch ein besonders gewichtiges öffentliches Interesse geboten ist (BGE 137 I 69 E.2.3, 127 II 307 E.7a, 121 II 276 E.1a/aa; BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d N. 11; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1215, 1231 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., N. 713; SCHERRER REBER, a.a.O., Art. 66 N. 19; BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a-86d N. 11). Diese von der allgemeinen Verwaltungstheorie und von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als Widerrufskonstellationen herausgearbeiteten Fälle erfasst Art. 25 Abs. 1 VRG nur, wenn eine ursprünglich mangelfreie Ver- fügung an eine nachträgliche Änderung der Sach- oder Rechtslage ange- passt werden soll (vgl. dazu vorstehende Erwägung 9b). Für ursprünglich fehlerhafte Verfügungen, die einen nicht unbeachtlichen Teil der typi- schen Widerrufskonstellationen ausmachen, steht das kantonalrechtliche Institut des Widerrufs demnach nicht zur Verfügung. In diesen Fällen er- laubt einzig die Wiedererwägung (Art. 24 VRG) bzw. die Revision (Art. 67 VRG), auf rechtskräftige Verfügungen zurückzukommen. Da erstere nur der betroffenen Person, nicht aber der erlassenden Behörde offensteht, kann im kantonalen Verwaltungsrechtspflegeverfahren ausschliesslich mit der Revision eine von Amtes wegen erfolgende Abänderung eines ur- sprünglich fehlerhaften Entscheids erwirkt werden. dd) Dieser Tatsache dürfte sich der Gesetzgeber bei der Ausgestaltung der Revision durchaus bewusst gewesen sein. Wohl deshalb hat er diese un- ter erleichterten Voraussetzungen zugelassen, indem er sie nicht auf Be- schwerdeentscheide begrenzt, den Katalog der zulässigen Revisions- gründe vergleichsweise weit gefasst und Änderungen des zu revidieren-- 28 - den Entscheids zu Gunsten wie auch zu Lasten der betroffenen Person zugelassen hat (vgl. dazu BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 86a- 86d N. 15; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 723 ff.; TSCHANNEN/ ZIM- MERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 N. 24 ff.). Dadurch können gewisse, ursprüng- lich fehlerhafte Anordnungen, die nach der allgemeinen Verwaltungstheo- rie und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als Widerrufskonstellati- onen angesehen werden und bei denen ein überwiegendes öffentliches Interesse an einer abermaligen Beurteilung grundsätzlich bejaht wird, in Revision gezogen werden, um der materiellen Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen. Die systematische Auslegung spricht somit für eine extensi- ve Auslegung der in Art. 67 Abs. 1 VRG vorgesehenen Revisionsgründe, damit dieser Rückkommenstitel die üblicherweise vom Widerruf über- nommene Funktion erfüllen kann. ee) Dieses Auslegungsergebnis ist auch im Hinblick auf die Zweckvorstellung, welche mit den Rückkommenstiteln im Allgemeinen und der Revision im Sinne von Art. 67 VRG im Besonderen verfolgt wird, zu begrüssen. Mithil- fe einer Verfügung soll ein Rechtsverhältnis für die Betroffenen in verbind- licher Weise geregelt werden, indem die im Einzelfall bestehenden Rech- te und Pflichten begründet, abgeändert oder aufgehoben, bisweilen auch nur festgestellt werden. Insofern ist die Verfügung auf Rechtswirkung ausgerichtet (TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 N. 1; HÄFELIN/ MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 849 ff.). Sie erwächst in formelle Rechtskraft, wenn sie mit keinem ordentlichen Rechtsmittel mehr angefochten werden kann und wird spätestens in diesem Zeitpunkt vollstreckbar. Nach Auffas- sung des Bundesgerichts entspricht es indessen der Eigenart des öffentli- chen Rechts und der Natur der öffentlichen Interessen, dass ein Verwal- tungsakt, der dem Gesetz nicht oder nicht mehr entspricht, nicht unabän- derbar ist (BGE 94 I 336 E.4). Folglich sind selbst formell rechtskräftige Verwaltungsverfügungen nicht unumstösslich und erwachsen im Unter-- 29 - schied zu zivilprozessualen Urteilen nicht in materielle Rechtskraft. Sie werden aber insofern rechtsbeständig, als sie nur mehr unter bestimmten Voraussetzungen einseitig aufgehoben oder zum Nachteil des Adressa- ten abgeändert werden können (HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., N. 849 ff.; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 N. 9; KÖLZ/HÄNER/ BEUSCH, a.a.O., Rz. 665). Dieser Besonderheit des öffentlichen Rechts ist mit einer entsprechenden Ausgestaltung der Rückkommenstitel Rech- nung zu tragen, die es der erlassenden Behörde von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erlauben, auf formell rechtskräftige Verfügungen zurück- zukommen, wenn das öffentliche Interesse an der Verwirklichung des ob- jektiven Rechts das Gebot der Rechtssicherheit und des Vertrauens- schutzes überwiegt. ff) Dies ist im Allgemeinen bei Verfügungen ausgeschlossen, die aufgrund eines eingehenden Einsprache- und Ermittlungsverfahren ergehen, in de- nen die rechtserheblichen Tatsachen ermittelt und die einander gegenü- berstehenden Interessen benannt sowie sorgfältig gegeneinander abge- wogen wurden (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1250). In diesen Fällen überwiegen in der Regel das Gebot der Rechtssicherheit und der Vertrauensschutz das öffentliche Interesse an der Durchsetzung des ob- jektiven Rechts, weshalb solche Verfügung, wenn sie in formelle Rechts- kraft erwachsen sind, grundsätzlich nicht abgeändert werden dürfen. Ge- rade umgekehrt verhält es sich bei nichtstreitigen Verfahren in der Mas- senverwaltung, bei denen Verfügungen typischerweise aufgrund einer summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage mit eingeschränkter In- teressenabwägung ergehen und erst im Falle einer Rechtsmittelerhebung eine eingehende Prüfung erfolgt. In diesen Fällen besteht in der Regel ein erhebliches öffentliches Interesse an der Durchsetzung des objektiven Rechts. Bei solchen (nichtstreitigen) Verwaltungsverfahren ist es daher mit Blick auf die mit der Revision verbundene Zwecksetzung angezeigt, - 30 - der erlassenden Behörde durch extensive Auslegung von Art. 67 Abs. 1 VRG die Möglichkeit einzuräumen, auf ihre formell rechtskräftige Verfü- gung zurückzukommen und einen der rechtserheblichen Sach- und Rechtslage entsprechenden Verwaltungsakt zu treffen, um den gesetz- mässigen Zustand wiederherzustellen. Insofern ist aus teleologischer Sicht eine über den Wortlaut von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG hinausgehende Auslegung zu befürworten, welche als Revisionsgrund rechtserhebliche Tatsachen anerkennt, welche die entscheidende Behörde erhoben, je- doch entgegen der sie treffenden Aktenführungs- bzw. Dokumentations- pflicht nicht aktenkundig gemacht und alsdann bei ihrer Entscheidung aus Versehen nicht berücksichtigt hat. gg) Dies gilt freilich nur solange als diese Auslegung im Einklang mit dem Gebot des Vertrauensschutzes gemäss Art. 9 BV steht. Dieser verfas- sungsmässige Grundsatz bedeutet, dass Private Anspruch darauf haben, in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in an- deres, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörde ge- schützt zu werden. Der Vertrauensschutz bedarf als Grundlage zunächst ein Verhalten eines staatlichen Organs, das beim betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen weckt. Grundlage desselben ist bei Revisionsver- fahren die Verfügung als qualifizierte Vertrauensgrundlage, besteht doch gerade die Funktion solcher Verwaltungsakte darin, im Einzelfall Klarheit über bestehende Rechte und Pflichten zu schaffen (HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., N. 628 und 1228). Deshalb darf eine Behörde nur unter bestimmten Voraussetzungen auf ihre Verfügung zurückkommen und diese abändern. Die dazu von Lehre und Rechtsprechung zu den typi- schen Widerrufskonstellationen entwickelten Grundsätze stellen insofern eine Konkretisierung des Vertrauensschutzes dar. Hiermit lässt es sich durchaus vereinbaren, in Auslegung von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG Tatsa- chen als Revisionsgrund anzuerkennen, welche der Behörde bei der Ent-- 31 - scheidfindung bekannt waren und hätten aktenkundig gemacht werden müssen, jedoch von ihr bei der Entscheidung aus Versehen nicht berück- sichtigt wurden. Eine solche Auslegung von Art. 67 VRG erweist sich folg- lich in der Regel als verfassungskonform (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1231; vgl. auch nachfolgende Erwägung 11b). Sollte dies in ei- nem zur Beurteilung stehenden Einzelfall nicht zutreffen, besteht die Mög- lichkeit der fraglichen Bestimmung die Anwendung zu versagen, da sie zu einem ungerechtfertigten Eingriff in den verfassungsmässigen Vertrau- ensschutz führen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_335/2013 vom 11. Mai 2015 E.3.6.3). i) Nach dem vorangehend Ausgeführten gelangt das Gericht aufgrund der anerkannten Auslegungsmethoden zum Schluss, dass der Wortlaut von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG zu eng gefasst ist und nicht dem wahren Sinn der fraglichen Bestimmung entspricht. Bei der Bestimmung von Inhalt und Tragweite der in Art. 67 VRG verankerten Revisionsgründe ist der Tatsa- che Rechnung zu tragen, dass der Gesetzgeber den Widerruf in Art. 25 Abs. 1 VRG deutlich enger gefasst hat als üblich. Im Gegenzug hat er die Revision unter erleichterten Voraussetzungen zugelassen, um von Praxis und Lehre als (typische) Widerrufskonstellationen anerkannte Fälle im Rahmen der Revision Rechnung tragen zu können. Unter dem Blickwin- kel der systematischen und teleologischen Auslegung sind die in Art. 67 Abs. 1 VRG verankerten Revisionsgründe daher grosszügig auszulegen. Für Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG bedeutet dies, dass dieser Regelung insoweit eine über deren Wortlaut hinausgehende Bedeutung beizumessen ist, als danach auch rechtserhebliche Tatsachen einen Revisionsgrund bilden, welche der Behörde im Zeitpunkt der Entscheidfällung bekannt waren und von dieser aufgrund der sie treffenden Aktenführungs- bzw. Dokumentati- onspflicht hätten aktenkundig gemacht werden müssen, jedoch aus Ver- sehen bei der Entscheidung nicht berücksichtigt wurden. Dieser Ausle-- 32 - gung von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG steht weder der ursprüngliche Wille des historischen Gesetzgebers noch das Gebot des Vertrauensschutzes (Art. 9 BV) entgegen. Damit liegen triftige Gründe vor, die es ausnahms- weise erlauben, insoweit vom an sich klaren Wortlaut von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG abzuweichen. Im Ergebnis gleich hat das Gericht im Übrigen bereits im Urteil 104/91 vom 9. April 1991 betreffend einen gleichgelager- ten Fall entschieden, bei welchem die zuständige Behörde es unterlassen hatte, den gemessenen Wasserverbrauch mit dem Faktor 6 bzw. 8 zu multiplizieren. Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde hat das Bundesgericht mit Urteil vom 2P.153/19991 vom 15. November 1991 ab- gewiesen. Insofern führt die postulierte Auslegung die Rechtsprechung fort, welche unter den vormals für das kommunale Verwaltungsverfahren geltenden Rückkommenstiteln gemäss Art. 10 und 11 des Gesetzes über das Verffahren in Verwaltungs- und Verfassungssachen galt. j) Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass sich die Beschwerdegeg- nerin auf den Revisionsgrund von Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG berufen kann (vgl. dazu vorstehende Erwägung 10 g). Sie war demzufolge berechtigt, auf die Rechnungsverfügungen vom 30. Dezember 2011 (Bf-act. 3), 31. Dezember 2012 (Bf-act. 4), 30. Dezember 2013 (Bf-act. 5), 30. De- zember 2014 (Bf-act. 6) und 31. Dezember 2015 (Bf-act. 7) zurückzu- kommen, die dadurch formell rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren wieder aufzunehmen und die von der Beschwerdeführerin geschuldeten Stromkosten neu zu berechnen unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich auf deren Grundstück ein Wandlerzähler mit der Ablesekon- stante C x 3 befindet. k) Die entsprechende Berechnung, die im Anhang zur Verfügung vom 17. Mai 2016 in tabellarischer Form durch Gegenüberstellung der bereits verrechneten und tatsächlich geschuldeten Stromkosten dargestellt wird, - 33 - beanstandet die Beschwerdeführerin zu Recht nicht (vgl. Bf-act. 9 und Bg-act. 4). Ebenso wenig rügt sie die Höhe der ihr auf dieser Grundlage nachverrechneten Stromkosten von total Fr. 44'346.70. Für das Gericht besteht unter diesen Umständen kein Anlass, die fragliche Berechnung einer eingehenden Überprüfung zu entziehen, und die darin ermittelte Nachforderung kann ohne weiteres als ausgewiesen angesehen werden. Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin im ange- fochtene Einspracheentscheid zu Recht in impliziter Abänderung der ur- sprünglichen Rechnungsverfügungen vom 30. Dezember 2011, 31. De- zember 2012, 30. Dezember 2013, 30. Dezember 2014 und 31. Dezem- ber 2015 verpflichtet, für die Jahre 2011-2015 Stromkosten im Gesamtbe- trag von Fr. 44'346.70 nachzuzahlen. Die angefochtene Anordnung er- weist sich demnach als rechtens, was zu deren Bestätigung und zur Ab- weisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 11. a) Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass sich an diesem Ergebnis nichts ändern würde, wenn es sich bei den interessierenden Rechnungsverfügungen nicht um Verfügungen handeln würde. In diesem Fall hätte die Beschwerdegegnerin über die streitigen Stromkosten erst- mals am 17. Mai 2016 rechtsverbindlich in Form einer Verfügung ent- schieden und diese hoheitliche Anordnung im angefochtenen Einspra- cheentscheid bestätigt. Ein solches Vorgehen wäre innert der Schranken der Verjährung und unter Respektierung des Grundsatzes von Treu und Glauben ohne weiteres zulässig (Urteil des Bundesgerichts 2C_444/2015 vom 4. November 2015 E.4.1). Nachdem die Beschwerdegegnerin die fünfjährige Verjährungsfrist von Amtes wegen berücksichtigt hat, würde sich in diesem Fall nur die Frage stellen, ob die verfügte Nachforderung im Einklang mit dem Grundsatz von Treu und Glauben stünde.- 34 - b) Nach ständiger Rechtsprechung verleiht der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens, sofern sie gestützt auf eine Vertrauensgrundla- ge, auf die sie berechtigterweise vertrauen durfte, nachteilige Dispositio- nen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann (BGE 137 I 69 E.2.5, 131 II 627 E.6.1). Vertrauensgrundlagen sind namentlich rechtskräftige Verfügungen (BGE 137 I 69 E.2.5.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHL- MANN, a.a.O., N. 628). Dasselbe gilt für (unrichtige) Auskünfte und Zusa- gen einer Behörde (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 667). Diese ent- falten Rechtswirkung, wenn es sich um eine vorbehaltlose behördliche Auskunft handelt, sich die Auskunft auf eine konkrete, den Bürger berührende Angelegenheit bezieht, die Amtsstelle, welche die Auskunft gegeben hat, hierfür zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte, der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht leichthin hat erkennen können, der Bürger im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machenden Dispositionen ge- troffen hat, die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftserteilung und das Interesse an der richti- gen Durchsetzung des objektiven Rechts dasjenige des Vertrauensschut- zes nicht überwiegt (BGE 137 II 182 E.3.6.2, 131 II 367 E.6.1; HÄFE- LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 667 ff.). Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, so ist die Behörde grundsätzlich an die von ihr erteilte Auskunft gebunden. Ausnahmsweise hat sie dem betroffenen Privaten den durch die fehlerhafte Auskunft erlittenen Vertrauensschaden zu ersetzen (HÄFE- LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 706). c) Kommt den Rechnungen vom 30. Dezember 2011, 31. Dezember 2012, 30. Dezember 2013, 30. Dezember 2014 und 31. Dezember 2015 kein Verfügungscharakter zu, so handelt es sich hierbei um vorbehaltlose Fehlauskünfte, welche die Beschwerdegegnerin als zuständige Behörde - 35 - in Bezug auf die von der Beschwerdeführerin geschuldeten Stromkosten erteilt hat und deren Unrichtigkeit die Beschwerdeführerin nicht ohne wei- teres zu erkennen vermochte. Insofern sind die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes erfüllt. Nicht ersichtlich ist hingegen, welche nachtei- ligen Dispositionen die Beschwerdeführerin auf der Grundlage dieser Auskünfte getroffen hat, die sich nicht oder nicht ohne Nachteil rückgän- gig machen liessen. aa) Soweit die Beschwerdeführerin behauptet, sie hätte bei Kenntnis des ef- fektiven Stromverbrauchs ihre Sachmängelrechte gegenüber dem Ver- käufer der ursprünglichen Wärmepumpe geltend gemacht und auf ver- traglicher Grundlage eine Preisminderung erwirkt, ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren nicht einmal den Versuch unternimmt, darzulegen, in welchem Umfang der effektive Stromverbrauch den garantierten in den Jahren 2011-2015 überstieg und inwiefern sie deshalb den von ihr für die in Frage stehende Wärmepumpe bezahlten Kaufpreis hätte mindern dürfen. Sie gibt nicht einmal an, wieviel sie ursprünglich für die in Frage stehende Wärmepumpe bezahlt hat. Die- se höchst unzureichende Darstellung des massgeblichen Sachverhalts durch die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hätte freilich für sich allein nicht genügt, das Vorliegen eines Vertrauensschadens zu vernei- nen, wenn gleich sie Zweifel an der Begründetheit der diesbezüglichen Sachverhaltsdarstellung weckt. Es erscheint jedoch entbehrlich, den diesbezüglichen Sachverhalt abzuklären. Fest steht nämlich, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2007-2010 Stromkosten von total Fr. 39'077.95 zu wenig bezahlt hat (vgl. Anhang zur Verfügung vom 17. Mai 2016 [Bg-act. 9 und Bf-act. 4]). Bei dieser Ausgangslage fiele eine durch die Inanspruchnahme der Sachgewährleistungsrechte erwirkte Preisminderung erst dann als nachteilige Disposition in Betracht, wenn diese mehr als Fr. 39'077.95 betragen würde. Dass eine solch erhebliche - 36 - Preisminderung gegenüber dem Verkäufer der ursprünglichen Wärme- pumpe hätte erwirkt werden können, kann angesichts der Kaufpreise für gängige Wärmepumpen und mit Blick auf die dürftige Sachverhaltsdar- stellung der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ohne weiteres verneint werden. Demzufolge ist die unterlassene Inanspruchnahme der Sachgewährleistungsrechte gegenüber dem Verkäufer der Wärmepumpe nicht als Disposition anzusehen, welche zu einem Vertrauensschaden ge- führt hat. bb) Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin im Weiteren, wenn sie einen Vertrauensschaden als ausgewiesen ansehen sollte, weil Stock- werkeigentümer von ihren Mietern aufgrund der erhaltenen Auskünfte zu geringe Nebenkosten erhoben hätten, die nachzufordern zu Schwierigkei- ten führen würde. Gemäss Art. 257a Abs. 1 des Bundesgesetzes betref- fend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünften Teil: Obligationenrecht, SR 220) können Vermieter ihren Mietern die Stromkos- ten als Verbrauchskosten belasten, wenn sie diese tragen und eine ent- sprechende Nebenkostenvereinbarung getroffen haben. Die Verjährungs- frist für solche Forderungen bestimmt sich nach den allgemeinen Grundsätzen (HIGI, in: GAUCH [Hrsg.], Obligationenrecht, Die Miete, Erste Lieferung, Art. 253-265 OR, Zürich 1994, Art. 257a-257b N. 24). Danach beträgt die Verjährungsfrist fünf Jahre, wenn eine periodische Leistungs- pflicht des Mieters vereinbart wurde (Art. 128 Ziff. 1 i.V.m. Art. 257c OR). Nicht periodische Leistungen unterliegen der allgemeinen zehnjährigen Verjährungsfrist (Art. 127 OR; HIGI, a.a.O., Art. 257a-257b N. 24). Forde- rungen aus einer Nebenkostenvereinbarung unterliegen somit keinen kür- zeren Verjährungsfristen als die von der Beschwerdegegnerin nachgefor- derten Stromkosten. Die Stockwerkeigentümer können die fraglichen Kos- ten demnach von ihren Mietern nachfordern, was mit einem einfachen Schreiben erfolgen kann und damit nicht mit nennenswerten Kosten ver-- 37 - bunden ist. Sollten sich diese Forderungen als uneinbringlich erweisen, so hat die Beschwerdegegnerin dafür nicht einzustehen, da diese Folge nicht der falschen Auskunft zugeordnet werden kann. Damit ist nicht er- stellt, dass allfälligen Vermieter im Zusammenhang mit der nachträglichen Geltendmachung von Stromkosten als Mietnebenkosten ein Vertrauens- schaden erwächst. Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob die Beschwerdegegnerin einen solchen Schaden im vorliegenden Verfah- ren für einen Teil der sie konstituierenden Stockwerkeigentümer über- haupt geltend machen könnte. Selbst wenn dies zu bejahen wäre, würden diesbezüglich folglich keine nachteilige Disposition vorliegen, welche die Beschwerdeführerin bzw. die infrage stehenden Stockwerkeigentümer nicht ohne Nachteil rückgängig machen könnten. d) In Bezug auf die interessierenden Stromrechnungen fehlt es folglich an einer nachteiligen Disposition im Sinne von Art. 9 BV, weshalb sich die Beschwerdeführerin nicht auf den Vertrauensschutz berufen kann. Die angefochtene Nachbelastung wäre demnach auch dann zulässig, wenn die interessierenden Rechnungen nicht als Verfügungen zu qualifizieren wären. Der angefochtene Einspracheentscheid erwiese sich demzufolge auch in diesem Fall als rechtmässig, was zur Abweisung der dagegen er- hobenen Beschwerde führen würde. 12. Ausgangsgemäss haben die Beschwerdeführer als unterliegende Partei- en die Gerichtskosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Diese werden den Beschwerdeführern im Verfahren A 16 36 und der Beschwerdeführerin im Verfahren A 16 42 je zur Hälfte überbunden, wobei die Beschwerdeführer im Verfahren A 16 36 für ihren Anteil solidarisch haften (Art. 73 Abs. 2 i.V.m. Art. 72 Abs. 2 VRG). Der in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsie- genden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 1 VRG).- 38 - Demnach erkennt das Gericht: 1. Die Beschwerdeverfahren A 16 36 und A 16 42 werden vereinigt. 2. Auf die Beschwerde A 16 36 wird nicht eingetreten. 3. Die Beschwerde A 16 42 wird abgewiesen. 4. Die Gerichtskosten, bestehend - aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.-- - und den Kanzleiauslagen von Fr. 789.-- zusammen Fr. 2'789.-- gehen je zur Hälfte zu Lasten der Stockwerkeigentümergemeinschaft B._____ einerseits sowie von den Eheleuten A._____ andererseits, die für ihren Anteil jeweils solidarisch haften. Die Gerichtskosten sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen. oder 5. [Rechtsmittelbelehrung] 6. [Mitteilungen] Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 24. Mai 2018 teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten war (2C_339/2017).