Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Juli 2019 (725 19 59 / 176) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Einstellung der Heilbehandlungskosten Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch M arco Albrecht, Advokat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen Basler Versicherung AG , Aeschengraben 21, 4002 Basel, Be- schwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer-Münch, Advo- kat, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Der 1943 geborene A.____ war seit 1. März 1990 be i der B.____ AG angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei Basler Versicher ung AG obligatorisch gegen die Fol- gen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 21. September 2000 erlitt A.____ in den Ferien in Spanien beim Beachvolleyballspielen eine Achillessehnen-Zerrung. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die Basler Versicherung AG die gesetzlichen Leistungen für die Fol- gen dieses Ereignisses. Am 6. Februar 2002 zog sich A.__ __ zudem beim Volleyballspielen eine Mittelfussdistorsion rechts zu. Auch dafür erbrachte die Basler Versicherung AG die ge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzlichen Versicherungsleistungen. Da es A.____ jedoch unt erlassen hatte, für das Ereignis vom 6. Februar 2002 wiederum eine Unfallmeldung einz ureichen, wurden auch die für das zweite Ereignis erbrachten Leistungen administrativ unt er der Schadennummer des ersten Un- falls vom 26. September 2000 abgewickelt. Nachdem die Basler Versicherung AG ab Sommer 2004 jährl ich für die Kosten eines jeweils knapp dreiwöchigen Kuraufenthalts des Versicherten in T schechien aufgekommen war, teilte sie diesem im Frühjahr 2016 mit, man müsse näher prüfe n, ob er auch weiterhin Anspruch auf Übernahme der Kosten dieses jährlichen Kuraufenthalts h abe. Nach Vornahme medizinischer Abklärungen erliess die Basler Versicherung AG am 31. Ma i 2017 eine Verfügung, mit welcher sie „die Leistungen gemäss UVG“ für das Ereignis vom 26. S eptember 2000 per 1. April 2017 einstellte. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 24. August 2017 erliess die Basler Versicherung AG ei ne weitere Verfügung, mit welcher sie „die Leistungen gemäss UVG“ auch für das Ereignis vo m 6. Februar 2002 per 1. April 2017 einstellte. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die Beschwerden des Versi- cherten am rechten Fuss seien nicht mit dem in der Sozial versicherung erforderlichen Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 6. Februar 2002 zurückzufüh- ren. Daran hielt die Basler Versicherung AG auf Einspr ache des Versicherten hin mit Ein- spracheentscheid vom 18. Januar 2019 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Advokat Marco Alb- recht, am 20. Februar 2019 Beschwerde beim Kantonsger icht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid auf- zuheben und es sei festzustellen, dass er weiterhin Anspruch auf die bisherigen Heilungskosten habe; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Mai 2019 beantragte die Basler Versicherung AG, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 20. Februar 2019 ist demnach einzutreten. 1.2 Wie eingangs geschildert erliess die Beschwerdegegne rin am 31. Mai 2017 und am 24. August 2017 je eine Verfügung, mit denen sie „die Leistungen gemäss UVG“ per 1. April 2017 einstellte. Die erste Verfügung bezog sich auf die Leistungen für das Ereignis vom 26. September 2000 und die zweite auf die Leistungen für das Ereignis vom 6. Februar 2002. Während die Verfügung vom 31. Mai 2017 unangefochte n in Rechtskraft erwuchs, focht der Versicherte die Leistungseinstellung für das Ereignis vom 6. Februar 2002 vorerst mit Einspra- che und nach Erhalt des abschlägigen Einspracheentscheids mit der vorliegenden Beschwerde an. Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bilde t demnach einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für den Unfall vom 6. Februar 2002 zu Recht per 1. April 2017 eingestellt hat. Auf die Leistungseinstellung f ür das Ereignis vom 26. September 2000 hingegen ist, da sie unangefochten blieb, nicht mehr einzugehen. 2. Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs . 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoc h Versicherungsleistungen für Un- fälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebroche n sind, nach bisherigem Recht ge- währt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wesh alb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Zu dieser vom Unfallversicherer zu übernehmenden Heilbehandlung gehören unter ande- rem die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (Art. 10 Abs. 1 lit. d UVG). 4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetret enen Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein n atürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sin d alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingung en die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund heitlichen Störung ein natürlicher Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zu sammenhangs genügt für die Begrün- dung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforder lichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundhei tsschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er u nmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wi e er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistung sbegründende natürliche Kausalzusam- menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung vo n unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz- lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genüg t nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalz usammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. D iese Beweisgrundsätze gelten so- wohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolg en und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil A. des Bundesgerichts vom 23. Septembe r 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). 4.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes e ines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange u mfassend ist, auf allseitigen Untersuchun- gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt , in Kenntnis der Vorakten (Anam- nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der med izinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die Beschwerdegegnerin holte zur Beurteilung der Frage, ob die beim Versicherten aktuell bestehenden Fussbeschwerden unfallkausal seien, ei n fachärztliches Gutachten bei Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie FMH, ein. I n diesem am 5. Mai 2017 erstatteten Gutachten hielt der Experte beim Versicherten folgende Diagnosen fest: (1) Knicksenkfüsse beidseits, rechts mehr als links, mit beginnender Arthr ose Lisfranc TMT 1, TMT 2 und TMT 3 rechts mit Os tibiale Externum rechts; (2) eine beginnen de Hammerzehen-Deformität Dig 4 rechts; (3) eine Neuralgie des intermetatarsalen planta ren Nervs 3/4 rechts (nicht symptoma- tisch); (4) eine Einlagenversorgung seit Jahren, 3/4 Einlagen, bettend, leicht stabilisierend, nicht korrigierend; (5) einen Status nach Mittelfussdistorsion r echts (06.02.2002); (6) einen Status nach Achillessehnenzerrung links (mit Thrombose, folgen los abgeheilt, 26.09.2000); (7) einen Status nach Hüft-TEP-Implantation links (05/2012); (8 ) rezidivierende Lumbalgien; (9) eine Go- narthrose. In seiner Beurteilung führte Dr. D.____ zur Unfallkausalität der heute noch beste- henden Beschwerden aus, diese seien durch die ausgeprägt e Knicksenkfüssigkeit mit einge- schränkter Rückfussbeweglichkeit und der beginnenden Arthr ose im Mittelfussbereich bedingt. Eine solche Arthrose könne aufgrund der Knicksenkfüssigke it entstehen; sie könnte auch nach einer Mittelfussdistorsion auftreten, sicherlich wäre ein e Arthrose im Mittelfussbereich zu be- gründen nach einer Bandverletzung, einer Fraktur im Gelenksbereich oder einer Luxation. Beim Patienten habe lediglich ein leichter Bone-Bruise mit fraglicher kortikaler Infraktion (d.h. Quet- schung des Knochens), jedoch keine Fraktur oder Abscherfraktur, keine Luxation oder Subluxa- tion und auch keine Bandläsion nachgewiesen werden kön nen. Es sei deshalb nicht anzuneh- men, dass die erlittene Mittelfussdistorsion zu einer schweren Arthrose führe. Es sei eher davon auszugehen, dass sich die vorbestehende, bereits teilweise fixierte Knicksenkfüssigkeit über die Jahre zu einer zunehmenden Einschränkung der Rückfussbewe glichkeit mit Mittelfussarthrose entwickelt habe. Die geltend gemachten Beschwerden über all die Jahre könnten als Brücken- symptome gewertet werden, es fehle jedoch der unfallkausa le Schaden (keine Fraktur, keine Luxation, keine Bandverletzung, keine Sehnenbandver letzung) In diesem Zusammenhang sei zu beachten, dass drei Wochen nach erfolgter Verletzung eine MRI-Untersuchung durchgeführt worden sei, welche eine derartige Verletzung hätte ze igen müssen. Eine Unfallkausalität der heutigen Beschwerden könne deshalb nur als möglich, all enfalls wahrscheinlich, jedoch nicht als überwiegend wahrscheinlich und nicht als sicher ange sehen werden. Die unfallbedingte Übernahme der jetzigen Beschwerden sei deshalb abzulehne n. Selbstverständlich seien weite- re Behandlungen der Knicksenkfüssigkeit und der beginnen den Arthrose notwendig und mög- lich (insbesondere Einlagenversorgung, Schuhversorgung, Entzündungshemmer oder Analgeti- ka, Infiltrationen, intensive Heilbehandlungen). Allen falls seien auch operative Massnahmen notwendig, resp. könnten in Zukunft notwendig werden. Diese Behandlungen würden zum Teil Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch die Krankenkasse übernommen. Abschliessend beantwor tete Dr. D.____ die Frage der Beschwerdegegnerin, zwischen welchen Befunden sicher, übe rwiegend wahrscheinlich oder nur möglicherwiese ein natürlicher Kausalzusammenhang zum Unfallereignis gegeben sei, da- hingehend, dass keine der vom Patienten angegebenen Be schwerden oder Befunde in einem kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis stünden. 5.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtene n Einspracheentscheid bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf das Gutachten von Dr. D.____ vom 5. Mai 2017. Sie gelangte demzufolge zum Ergebnis, dass beim Versicherten im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung (1. April 2017) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Unfallfolgen mehr vorlagen. Somit sei die Einstellun g sämtlicher Heilungskosten per 1. April 2017 zu Recht erfolgt. Diese vorinstanzliche Beweiswürdig ung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahm en des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Fachärztinnen und -ärzte, die auf grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Guta chten von Dr. D.____ vom 5. Mai 2017 weist diesbezüglich weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesge- richt verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) - für die st reitigen Belange umfassend, es beruht auf all- seitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Besch werden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situat ion ein und es ist in den Schlussfolge- rungen überzeugend. Insbesondere nimmt es eine in jede r Hinsicht schlüssige Kausalitätsbeur- teilung vor. Dazu kommt, dass sich in den medizinischen Akte n des vorliegenden Falls kein Arztbericht findet, in welchem ein kausaler Zusammenhang zwischen den im Zeitpunkt der Leis- tungseinstellung bestehenden Fussbeschwerden und dem Unfa llereignis vom 6: Februar 2002, bei dem sich der Versicherte eine Mittelfussdistorsion rechts zugezogen hatte, bejaht würde. 5.3 Was der Versicherte vorbringt, führt zu keiner an deren Beurteilung der strittigen Kausa- litätsfrage. 5.3.1 Der Beschwerdeführer rügt als erstes, die plötzlic he Verweigerung der Leistungen sei nicht erklärbar, nachdem er unbestrittenermassen die beiden Unfälle erlitten habe und weiterhin an deren Folgen leide. Mit diesem Einwand kann der V ersicherte vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Beschwerdegegnerin hält ihm in ihrer Vernehmlassung zu Recht entge- gen, dass es dem Unfallversicherer als Leistungserbringer f reisteht, seine Leistungspflicht (pe- riodisch) zu überprüfen und die Leistungen gegebenenfa lls einzustellen, falls keine Unfallfolgen mehr vorliegen. Dieser Grundsatz behält seine Richtigk eit auch dann, wenn die Leistungen - wie hier - über einen längeren Zeitraum erbracht wurden. 5.3.2 In medizinischer Hinsicht bringt der Beschwerdefüh rer nichts gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Kausalitätsbeurteilung vor, er rügt vielmehr Fehler, welche die Beschwer- degegnerin im Zusammenhang mit der Auftragserteilung an den Gutachter gemacht habe. Laut Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auftrag hätte der Experte die Unfallkausalität der best ehenden Beschwerden in Bezug auf das Ereignis vom 26. September 2000 beurteilen sollen. Hin sichtlich des Unfalls vom 6. Februar 2002 sei dagegen kein entsprechender Auftrag erteilt worden. Soweit sich der Experte unge- fragt zur Kausalität zwischen den Beschwerden und dem zwei ten Unfall geäussert habe, liege deshalb eine Geschäftsführung ohne Auftrag zugunsten der Beschwerdegegnerin vor, was wie- derum massive Zweifel an der Unabhängigkeit des Gutacht ers aufkommen lasse. Somit beste- he keine Grundlage für die Verweigerung der Leistunge n für den zweiten Unfall, da danach gar nie gefragt worden sei. Diese Einwände des Beschwerde führers müssen als weit hergeholt be- zeichnet werden und sie sind offensichtlich unbegründet. E s trifft zwar zu, dass die Beschwer- degegnerin in ihrer Auftragserteilung und in ihrer Fragestellung lediglich das Ereignis vom 26. September 2000 angeführt hatte, dies dürfte aber in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass es der Versicherte damals unterlassen hatte, der Besch werdegegnerin für das Ereignis vom 6. Februar 2002 eine neue Unfallmeldung zu erstatten. Dies hatte zur Folge, dass die Leis- tungen für das zweite Ereignis administrativ ebenfalls unter der Schadennummer des ersten Ereignisses abgewickelt wurden. Vor diesem Hintergrund ist es daher verständlich und nach- vollziehbar - und letztlich mitunter eben auch auf diese Unterlassung des Versicherten zurück- zuführen -, dass die Sachbearbeitung der Beschwerdegegnerin bei der Auftragserteilung formell lediglich auf diese Schadennummer und das ihr zugrunde liegende erste Ereignis Bezug nahm. Aus dem Inhalt des Gutachtens ergibt sich dann jedoch - und dies ist von wesentlicherer Be- deutung - klarerweise, dass die Begutachtung bei Dr. D.____ im Hinblick auf die Beurteilung der Frage erfolgte, ob die aktuell bestehenden Fussbeschwerden des Versicherten in einem natürli- chen Kausalzusammenhang zum zweiten Ereignis vom 6. Febr uar 2002 stehen, bei dem sich dieser eine Mittelfussdistorsion rechts zugezogen hatte. Dessen war sich zweifellos auch der Beschwerdeführer bewusst, gab er doch dem Gutachter geg enüber im Rahmen der Anamnese selber explizit an, in Bezug auf die beim ersten Ereig nis im Jahr 2000 erlittene Achillessehnen- Zerrung würden weder Beschwerden bestehen noch liege eine Symptomatik vor, die Behand- lung sei denn auch schon lange abgeschlossen. Weitere, im Zusammenhang mit dem ersten Ereignis und der dabei erlittenen Verletzung stehende Abklärungen hätten unter diesen Um- ständen wohl kaum Sinn gemacht. Die Untersuchungen des Experten und seine anschliessen- de Beurteilung bezogen sich denn auch folgerichtig auf die Frage, ob die aktuell bestehenden Fussbeschwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang z um Ereignis vom 6. Februar 2002 stehen, bei dem sich der Beschwerdeführer eine Mi ttelfussdistorsion rechts zugezogen hatte. Nachdem sich der Versicherte - soweit ersichtlich - vorbehaltlos den entsprechenden Un- tersuchungen des Gutachters unterzogen hat, erstaunt es do ch ein Stück weit, wenn er nun nachträglich - in Kenntnis der Ergebnisse des Gutachtens - dem Experten „eine Geschäftsfüh- rung ohne Auftrag zugunsten der Beschwerdegegnerin“ vo rwirft und daraus sogar auf dessen Befangenheit schliessen will. 5.3.3 Als unbegründet erweist sich schliesslich der weitere Einwand des Beschwerdeführers, im Gutachten fehle die naheliegende, vertiefte Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Unfäl- le für die bestehende Arthrose verantwortlich seien. Entgegen der Darstellung des Versicherten hat sich der Gutachter im letzten Abschnitt seiner Beurt eilung (S. 7 des Gutachtens) in zweifel- los ausreichendem Masse mit dieser Frage befasst und schlüssig und überzeugend aufgezeigt, dass die beginnende Arthrose - wie die übrigen besteh enden Beschwerden - lediglich möglich- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht erweise in einem Zusammenhang zum Unfallereignis vom 6. Februar 2002 stehen. Diesen gut- achterlichen Ausführungen, auf die vollumfänglich verw iesen werden kann, bleibt nichts beizu- fügen. 5.4 Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfallereign isses vom 6. Februar 2002 per 1. April 2017 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Ei nspracheentscheid vom 18. Januar 2019 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Parteientschädigungen werden keine zugesproche n; die obsiegende Beschwerde- gegnerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g ATSG schränkt den Anspruch auf eine Par- teientschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 23. September 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_639/2017 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht