Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. März 2014 (720 14 1 / 77) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Michael Guex, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber i.V. Sandro Jaisli Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1954 geborene, seit 1. Mai 2003 im Rahmen e iner Teilzeit-Tätigkeit als Küchenhilfe tätig gewesene A.____, war am 30. Januar 2004 beim Schlittschuhlaufen gestürzt und hatte sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch rechts zugez ogen. Die Zürich Versicherungs- Gesellschaft, bei welcher A.____ obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrank- heiten versichert war, erbrachte nach Eingang der U nfallmeldung die gesetzlichen Leistungen für die Folgen dieses Ereignisses, insbesondere ric htete sie A.____ bis Ende September 2007 Taggelder aus. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 24. Oktober 2005 meldete sich A.____ unter Hinweis a uf die Folgen des erlittenen Ober- schenkelhalsbruchs, der im Rahmen der notfallmässigen Erstb ehandlung „falsch operiert“ wor- den sei, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem sie die gesundheitlichen und die erwerblichen V erhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Versicherten ab 30. Januar 2005 einen Invaliditätsgrad von 5 %, ab 24. Januar 2006 einen solchen von 100 % und ab 1. Juni 2006 wiederum einen solchen von 5 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-St elle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 15. April 2010 für den Zeitraum vom 1. April 2006 bis 31. August 2006 eine befristete ganze IV-Rente zu. G leichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. September 2006 ab. Eine von dem Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht), mit Urteil vom 5. November 2010 in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung vom 15. April 2010 aufhob und die Angelegenheit zur w eiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum anschliessenden Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. In Nachachtung dieses Urteils gab die IV-Stelle bei Dr. med. B.____, FMH Orthopädische Chi- rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Sportmedizin, ein orthopädisches Gut- achten und bei Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Inner e Medizin und Kardiologie, eine kardio- logische Expertise in Auftrag. Gestützt auf die Ergebnisse, zu denen Dr. B.____ und Dr. C.____ in ihren Gutachten vom 28. März 2011, 3. Mai 2012 und 14. Dezember 2012 gelangten, ermit- telte die IV-Stelle beim Versicherten ab 30. Januar 2 005 einen Invaliditätsgrad von 17%, ab 24. Januar 2006 einen solchen von 100% und ab 1. Juni 2006 einen Invaliditätsgrad von 17%. Aufgrund dieser Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.__ __ – nach durchgeführtem Vorbescheid- verfahren – mit Verfügung vom 4. Dezember 2013 eine vo m 1. April 2006 bis 31. August 2006 befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie in de r letztgenannten Verfügung einen Ren- tenanspruch von A.____ für den Zeitraum ab 31. Augus t 2006 ab, weil der Invaliditätsgrad ab 1. Juni 2006 weniger als 40% betrage. B. Gegen diese Verfügung vom 4. Dezember 2013 erhob A.____ am 21. Dezember 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er sin ngemäss, es sei die Verfügung vom 4. Dezember 2013 aufzuheben und es seien ihm die ges etzlichen Leistungen zuzusprechen. Diese Begehren begründete er im Wesentlichen damit, d ass er nicht in der Lage sei, die von der IV-Stelle beschriebenen Verweistätigkeiten auszuüben. Mit Schreiben vom 20. Januar 2014 beantragte A.____ beim Kantonsgericht zudem die unentgeltliche Prozessführung. C. Mit Verfügung vom 21. Januar 2014 bewilligte das G ericht A.____ gestützt auf die einge- reichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfa hren die unentgeltliche Prozessfüh- rung. D. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Januar 2014 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 4. Dezember 2013 ist demnach einzutreten. 2. Nachdem die IV-Stelle dem Versicherten in den Verfü gungen vom 15. April 2010 und 4. Dezember 2013 für den Zeitraum vom 1. April 2006 bis 31. August 2006 eine befristete gan- ze IV-Rente zugesprochen hat, ist im vorliegenden Verfah ren einzig noch strittig und zu prüfen, ob die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Beschwerdef ührers für die Zeit ab 1. September 2006 zu Recht abgelehnt hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a; 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Nachdem das Kantonsgericht die Angelegenheit mit Ur teil vom 5. November 2010 zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhaltes an di e IV-Stelle zurückgewiesen hatte, führte diese erneute Abklärungen zur Ermittlung des G esundheitszustandes des Beschwerde- führers durch. Für die Beurteilung des vorliegenden Fa lles sind die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. B.____ mit der Er stellung eines orthopädischen Gutach- tens, in welchem dieser am 28. März 2011 eine Schenkel halsverkürzung, multiple ektopische Verkalkungen und einen Verdacht auf ein Hüftimpingeme nt rechts sowie eine posttraumatische sekundäre Gonarthrose rechts (ICD M17.3) als Diagnosen m it Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit feststellte. Sowohl die rechte Hüfte mit Status nach pertrochantärer Femurfraktur und mehrfachen operativen Interventionen sowie residuelle r Fehlstellung (Verkürzung) und Funkti- onseinschränkung, als auch das rechte Knie mit einer post traumatischen Gonarthrose nach komplexen Bandverletzungen vor ca. vierzig Jahren und in sgesamt neun Operationen würden eine reduzierte Belastbarkeit des rechten Beines für belastete Arbeiten, die mittlere bis schwere körperliche Tätigkeiten erfordern, bedeuten. Bezüglich der rechten Hüfte bestünden eine Funk- tionseinschränkung und Zeichen eines vorderen Impingeme nts und das rechte Knie zeige eine deutliche Arthrose mit entsprechenden Schwellungsreaktionen auf Belastung. Für die ursprüng- lich ausgeübte Tätigkeit als Kaufmann (seit 1990 nicht m ehr ausgeübt) bestehe eine Arbeitsfä- higkeit von 90%. Die Reduktion von 10% ergebe sich aus ein em erhöhten Bedarf an Pausen, da auch eine sitzende Tätigkeit nicht über eine länger e Zeit ausgeführt werden könne. Für die seit zwanzig Jahren ausgeübte angestammte Tätigkeit als W irt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60% (ca. 2x 2 ½ Stunden täglich mit Bedarf nach genügend langen Pausen). Die Reduktion im Vergleich zu früheren Angaben ergebe sich aufgrund einer Progredienz der Arthrose am Knie und zunehmender Funktionseinschränkung an der rech ten Hüfte. Auch die zu allerletzt ausgeübte Aushilfstätigkeit mit diversen leichten körperlichen Belastungen sei im Rahmen einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit zumutbar. Diese Einschätzun g gelte ab 1. Januar 2007. Bezugneh- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mend auf zumutbare Verweistätigkeiten führte Dr. B.__ __ aus, dass vorwiegend unbelastete Tätigkeiten (Büro verbunden mit häufigem Positionswechsel oder sonstige vorwiegend sitzende Tätigkeiten) grundsätzlich mit einer Arbeitsfähigkeit von 90% möglich seien (wie beispielsweise unbelastete Kontroll- und Portierarbeiten mit regel mässigen Positionswechseln zwischen Ste- hen, Gehen und Sitzen). Zudem müsse auch qualitativ ein e Einschränkung von ca. 10% be- rücksichtigt werden, was schlussendlich eine Gesamtarbeitsfä higkeit für alternative, leichte Verweistätigkeiten (vorwiegend im Sitzen und mit regel mässigem Positionswechsel) von 80% ergebe. Diese Einschätzung gelte ab dem 1. Juni 2006. E r führte weiter aus, dass sich erfah- rungsgemäss bei der Arthrose des rechten Kniegelenkes ei ne weitere Progredienz einstellen werde, so dass zu einem späteren Zeitpunkt operative Massna hmen bis inklusive Kniegelenk- stotalprothese notwendig werden dürften. Auch für die rechte Hüfte sei im Laufe der Jahre eine gewisse Progredienz zu erwarten. 6.3 Mit ärztlichem Zeugnis vom 22. September 2011 atte stierte der behandelnde Arzt Dr. med. D.____, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Arbeitsunfähigkeit von 100% im angestammten Beruf. K linisch-radiologisch zeige sich ein Fort- schreiten der deutlichen Gon- als auch Coxarthrose. Es be stehe ein deutliches muskuläres De- fizit im Bereich der rechten Hüfte im Sinne einer ausg eprägten Glutealinsuffizienz mit deutli- chem Trendelenburghinken. 6.4 In seinem Verlaufsbericht vom 10. Januar 2012 bestät igte Dr. D.____ seine Diagnose vom 22. September 2011. Wie bereits bei der letzten Un tersuchung beschrieben, zeigten sich die Cox- sowie Gonarthrose rechts progredient, was dazu fü hre, dass hier mittelfristig wohl die totalprothetische Versorgung zu diskutieren sei. Neu hi nzugekommen sei eine progrediente Koronarsklerose. Gleichzeitig zeige sich in einem konvention ellen Thoraxröntgenbild ein unkla- rer pulmonaler Herdbefund. Bezüglich zumutbarer Verwe istätigkeiten erachtete er rein sitzende sowie rein stehende Tätigkeiten als nicht zumutbar. Wec hselbelastende Tätigkeiten seien zu 50% möglich. 6.5 In seinem kardiologischen Gutachten vom 3. Mai 2012 diagnostizierte Dr. C.____ beim Beschwerdeführer eine koronare Herzkrankheit, die aufgru nd der typischen Symptomatik noch vor Etablierung eines akuten Infarktes mit szintigraphisch nachgewiesener Ischämie am 8. Mai 2009 mittels PTCA/Stent habe behandelt werden können. Es sei dort eine koronare 2-Ast- Erkrankung gefunden worden, wobei die rechte Kranzart erie verschlossen gewesen und eine Re-Kanalisation nicht möglich gewesen sei. Die rechte K ranzarterie sei jedoch über die Vor- derwandarterie (RIVA) versorgt worden, wobei auch diese s Gefäss proximal zu 95-99% steno- siert gewesen sei. Dieses sei dilatiert worden und in de r Folge sei der Versicherte von kardialer Seite beschwerdefrei gewesen. Die aktuellen Untersuchungs daten würden durchaus eine arte- rielle Hypertonie als Grunderkrankung, möglicherweise zusät zlich auch eine Hypercholesteri- nämie vermuten lassen. In Bezug auf schwere körperliche Arbeiten sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig. Leichte körperliche Arbeiten seien dem Versicherten aus rein kardiolo- gischer Sicht zu 100% zuzumuten, wobei es sich dabei um ein e sitzende und stehende Arbeit mit geringen Laufdistanzen unter 200 Meter und Trage n von Lasten unter fünf Kilogramm han- deln müsse. Stressfaktoren seien aufgrund der ungünstige n Einwirkung auf die Risikofaktoren Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht eher zu vermeiden, Dauerstress wie ein eigenes Geschäft und zum Beispiel Schichtarbeit seien nicht zumutbar. Bei mittelschweren Belastungen, das hei sst Laufen über 200 Meter, respektive Treppensteigen über 1 Stockwerk sei der Versicherte nur beschränkt belastbar. Die Belastbar- keit sei etwas schwierig abzuschätzen, zumal der Versicherte durch die orthopädische Situation derart limitiert sei, dass diese vor allem zu Einschränkungen führe. Insofern könne von rein kar- diologischer Seite für mittelschwere Arbeiten eine ca. 5 0%-ige Arbeitsfähigkeit vermutet wer- den. 6.6 Mit Verlaufsgutachten vom 14. Dezember 2012 nahm Dr. B.____ erneut Stellung und hielt fest, dass dem Versicherten mittlere bis schwere körperliche Arbeiten wegen der deutli- chen Gonarthrose rechts und der Funktionseinschränkung der rechten Hüfte mit Zeichen eines vorderen Impingements nicht mehr zumutbar seien. Ebenso könne er, wegen der Impinge- mentproblematik am rechten Hüftgelenk, keine längerdau ernden sitzenden Tätigkeiten ausfüh- ren. An der Hüfte würden, seit seiner Voruntersuchung im März 2011, radiologisch und klinisch unveränderte Verhältnisse bestehen. Am rechten Knie stellte er eine Progredienz der medialbe- tonten Gonarthrose fest. Zudem bestünden anamnestisch zunehmende Lumbalgien im Sinne einer progressiven Dekompensation. Für die ursprünglich angestammte kaufmännische Tätig- keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90%, wobei eine reine Bürotätigkeit realistischerweise, angesichts des Alters des Versicherten und einem mindestens zwanzigjährigen Unterbruch in dieser Tätigkeit, wohl nicht mehr als alternative Tätig keit aufgeführt werden könne. Für die seit zwanzig Jahren angestammte Tätigkeit als Wirt bestehe ein e maximale Arbeitsfähigkeit von 40%, verteilt über zwei bis drei Arbeitsblöcke wegen Beda rfs nach längeren Pausen und Positi- onswechseln. Die Reduktion gegenüber seiner Beurteilung vom 28. März 2011 erkläre sich auf- grund der progredienten Arthrose am rechten Kniegelen k. Schliesslich bestehe für die zu aller- letzt ausgeübte Aushilfstätigkeit als Chauffeur oder andere Tätigkeiten mit einer leichten körper- lichen Belastung eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit. Nach Rücksprache mit Dr. C.____ hielt Dr. B.____ zudem fest, dass aus kardiologischer Sicht für die angestammte Tätigkeit als Büroan- gestellter keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für mittelschwere Arbeiten betrage die Arbeitsunfä- higkeit aus kardiologischer Sicht 50% und für schwere kör perliche Arbeiten 100%. Im Sinne einer Konsensbeurteilung ergebe sich somit für eine lei chte Arbeit (Bürotätigkeit) eine Arbeits- unfähigkeit von 10%, für mittelschwere Arbeiten je na ch Tätigkeit eine solche von 50-60% und für schwere körperliche Arbeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. 6.7 Mit Bericht vom 28. Januar 2013 nahm Dr. med. E.__ __, FMH allgemeine Innere Medi- zin, Regional Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, Ste llung zum Verlaufsgutachten von Dr. B.____ vom 14. Dezember 2012. Darin hielt er präzisier end fest, dass die Arbeitsfähigkeit für die ursprünglich angestammte kaufmännische Tätigkeit 80% und nicht 90% betrage. Es handle sich hier um die gleiche Diskrepanz, die bereits im ersten Gutachten aufgetreten sei und nach- träglich korrigiert wurde. Da sicher keine Verbesserung des Gesundheitszustandes aufgetreten sei, müsse weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ausgegangen werden. Auch unter Würdigung sämtlicher Verlaufsdokumente habe Dr. B.___ _ an seiner Beurteilung im Rahmen des ersten Gutachtens festgehalten. Allerdings attestiere auch Dr. B.____ dem Beschwerdefüh- rer eine schleichende Verschlechterung des Gesundheit szustandes, so dass bezüglich der Zu- mutbarkeit gewisse Anpassungen vorgenommen worden seien. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 4. Dezember 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Versicherten und der Frage, in welchem Aus- mass und bezüglich welcher Tätigkeiten dieser arbeitsfähig ist, vollumfänglich auf die Ergebnis- se, zu denen Dr. B.____ in seinen orthopädischen Gutacht en vom 28. März 2011 und 14. Dezember 2012 und Dr. C.____ in seinem kardiolog ischen Gutachten vom 3. Mai 2012 ge- langt sind. Gestützt auf diese Unterlagen ging die IV- Stelle davon aus, dass dem Versicherten die Ausübung einer leichten, vorwiegend sitzend auszuüben den Tätigkeit mit regelmässigem Positionswechsel im Umfang von 80% zumutbar sei. Für mitt elschwere Arbeiten nahm sie je nach Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50-60% und für schwere körperliche Arbeiten eine solche von 100% an. Diese Annahme erweist sich mit Blick au f die bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen als nicht stichhaltig. 7.2.1 Zunächst ist festzuhalten, dass bei allen Ärzten zu Recht Einigkeit darüber besteht, dass der Beschwerdeführer für schwere körperliche Arbeiten 100% arbeitsunfähig ist. Was die Frage der Arbeitsfähigkeit in zumutbaren leidensangepassten Tätigkeiten betrifft, kann der vorinstanz- lichen Beweiswürdigung allerdings nicht beigepflichtet w erden. Im Verlaufsgutachten vom 14. Dezember 2012 erachteten Dr. B.____ und Dr. C._ ___ den Beschwerdeführer im Sinne einer Konsensbeurteilung für leichte Arbeiten (Büroa rbeit) als 90% (recte 80%, vgl. E. 6.7 hier- vor) arbeitsfähig. Im selben Gutachten führte Dr. B. ____ aus, dass der Beschwerdeführer auf- grund der Impingementproblematik im rechten Hüftgele nk keine längerdauernden sitzenden Tätigkeiten mehr ausführen könne. Es ist nun aber schwi erig vorstellbar, wie der Beschwerde- führer in einer klassischen Büroarbeit, die vorwiegend in sitzender Position und ohne regelmäs- sige Positionswechsel zu verrichten sein wird, zu 80% arbei tsfähig sein soll. Diese Einschät- zung ist umso schwieriger nachvollziehbar, als die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur oder andere Tätigkeiten mit einer leichten körperlich en Belastung gemäss Dr. B.____ nur noch zu 50% zumutbar seien. Wenn nun aber der Beschwerdefüh rer in einer Chauffeurtätigkeit, wel- che eine leichte körperliche Arbeit mit regelmässigen Po sitionswechseln darstellt (und somit dem beschriebenen Tätigkeitsprofil von Dr. B.____ bestens entspricht), nur zu 50% arbeitsfähig ist, kann der nicht weiter begründeten Aussage, dem Be schwerdeführer könne eine Büroarbeit zu 80% zugemutet werden, nicht beigepflichtet werden. Neben dem Erfordernis von regelmäs- sigen Positionswechseln ist zudem nicht ersichtlich, wie sich der erhöhte Bedarf an Pausen und Schlaf in einer Bürotätigkeit praktisch realisieren lassen würde. Im Gegensatz dazu sind regel- mässige Pausen in einer Chauffeurtätigkeit, bereits aus verkehrs- und konzentrationstechni- scher Sicht, fester Bestandteil der Arbeitsausführung. I nsofern ist die nicht weiter begründete aber markant unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsf ähigkeit einerseits hinsichtlich einer Bü- rotätigkeit und andererseits bezüglich einer Chauffeurtätigkeit nicht nachvollziehbar. 7.2.2 In seinem orthopädischen Gutachten vom 28. März 20 11 schlug Dr. B.____ als leidens- angepasste Tätigkeiten insbesondere unbelastete Kontro ll- und Portierarbeiten mit regelmässi- gen Positionswechseln zwischen Stehen, Gehen und Sitzen sow ie die Bedienung von Geräten ohne schwere körperliche Belastung vor. Dr. C.____ kam in seinem Gutachten vom 3. Mai 2012 zum Schluss, dass leichte körperliche Arbeiten aus kardiologisch er Sicht zu 100% zumutbar seien, wobei es sich um Tätigkeiten mit geringen Laufdi stanzen unter 200 Metern und Tragen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Lasten unter 5 kg handeln müsse. Somit ist aus orthopä discher Sicht eine rein sitzende Tätigkeit nicht zumutbar, während aus kardiologischer Sicht leichte körperliche Arbeiten dadurch eingeschränkt sind, dass der Beschwerdeführer kein e Arbeiten ausüben kann, die Laufdistanzen von über 200 Metern erfordern. Zudem sind aus kardiologischer Sicht Stresssitu- ationen zu vermeiden, weshalb insbesondere Schichtarbeiten nicht zumutbar sind. Diese kardi- ologischen Einschränkungen beeinträchtigen den Beschwerd eführer hinsichtlich zumutbarer Verweistätigkeiten wesentlich. Es erscheint somit fraglich, ob die von Dr. B.____ beschriebenen leidensangepassten Tätigkeiten überhaupt ausgeübt werde n könnten, ohne die kardiologische Zumutbarkeitsgrenze zu verletzten. 7.2.3 Zudem besteht ein Widerspruch zur Diagnose von Dr. D.____ vom 10. Januar 2012, in welcher dieser rein sitzende sowie rein stehende Tätigkeit en als unmöglich bezeichnete und wechselbelastende Tätigkeiten lediglich mit einer Arbei tsfähigkeit von 50% als zumutbar erach- tete. Dr. B.____ führte dazu im Verlaufsgutachten vom 14. Dezember 2012 aus, dass die Beur- teilung von Dr. D.____ in etwa seiner Beurteilung en tsprechen dürfte. Dem kann insofern nicht beigepflichtet werden, als für Dr. D.____ einerseits r ein sitzende und rein stehende Tätigkeiten gar nicht in Frage kommen und er andererseits für wechselbelastende Tätigkeiten lediglich eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit attestierte. Demgegenüber gehen Dr. B.____ und Dr. C.____ von einer 80% Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte und wechsel belastende Tätigkeiten aus. Zwar wurde die Diagnose von Dr. D.____ im Verlaufsgutachten vom 1 4. Dezember 2012 berücksichtigt, jedoch begründete Dr. B.____ seine abweichende Einsc hätzung nicht, sondern liess es bei ei- nem Verweis auf die Unterlagen und der Feststellung, dass diese in etwa seiner Beurteilung entsprechen dürften, bleiben. 7.3 So wie sich die Aktenlage präsentiert, ist der massgeb ende medizinische Sachverhalt im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht ausreichend abge klärt, weshalb die Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht abschlies- send beurteilt werden können. Folglich ist der rechtserh ebliche Sachverhalt durch geeignete weitere medizinische Abklärungen zu vervollständigen. 8.1 Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kö nnen die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung o- der Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). 8.2 Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der Erwerbsfähigkeit vorgenommen hat (vgl. E. 7.3 hiervor) , und es nicht die Aufgabe der kantona- len Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte med izinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgege n. Diese wird angehalten, die Frage Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren leidensangep assten Tätigkeit durch eine medizinische Expertise von einer bisher nicht involvierten Fachperson a bklären zu lassen. Dabei wird sich diese konkret dazu äussern müssen, welche Verweistätigkeiten noch zumutbar sind und wie hoch die Arbeitsfähigkeit in der jeweiligen Tätigkei t ist. Dabei müssen insbesondere die Knie- und Hüftproblematik sowie die kardiologischen Einschränkung en berücksichtigt werden. Dem- zufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung der angefo chtenen Verfügung vom 4. Dezember 2013 zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuwei sen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird diese über den Rentenanspruch des B eschwerdeführers neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8.3 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die beschwerdeführende Partei als obsiegend e und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.4 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu t ragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine V erfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Ve rfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 4. Dezember 2013 aufgehoben und die Angelegenhei t zur erneu- ten Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass e iner neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht