<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">1F_31/2012 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 6. Dezember 2012 </div> <div class="para">I. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Fonjallaz, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, </div> <div class="para">Bundesrichter Chaix, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Bopp. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Dr. Reinhard Pitschmann, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. A.________ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Fischer, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">3. C.________, </div> <div class="para">4. D.________, </div> <div class="para">Gesuchsgegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität des Kantons Thurgau, </div> <div class="para">Zürcherstrasse 323, 8510 Frauenfeld. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1B_642/2012 vom 20. November 2012. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 20. November 2012 ist das Bundesgericht auf eine von der X.________ GmbH betreffend Strafverfahren (Nichtanhandnahme-verfügung) erhobene Beschwerde nicht eingetreten (Verfahren 1B_642/2012), weil diese der Schweizer Post verspätet übergeben worden ist (<span class="artref">Art. 48 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 29. November 2012 beanstandet die X.________ GmbH das genannte Urteil: Ihre Beschwerde sei durch ihre ausgewiesenen Rechtsvertreter nachweislich bereits am 23. Oktober 2012 und somit rechtzeitig postalisch aufgegeben worden. Zudem sei sie am selben Tag ebenfalls vorab per Telefax an das Bundesgericht übermittelt worden. Der entsprechenden Normierung sei klar zu entnehmen, dass elektronische Übermittlung binnen Frist genüge; die Einbringung per Telefax gelte als elektronische Übermittlung. Auf die demgemäss rechtzeitig eingereichte Beschwerde sei daher einzutreten. Der Sache nach, jedenfalls sinngemäss, ist die Eingabe vom 29. November 2012 somit als Revisionsgesuch entgegen zu nehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Aufhebung oder Abänderung eines wie hier in Rechtskraft erwachsenen Bundesgerichtsurteils ist nur bei Vorliegen eines Revisionsgrundes möglich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gesuchstellerin unterlässt es, sich auf einen der gesetzlich vorgesehenen Revisionsgründe gemäss Art. 121 f. BGG zu berufen. An sich beschränkt sie sich darauf, Kritik an der rechtlichen Würdigung gemäss dem beanstandeten bundesgerichtlichen Urteil zu üben, was im Revisionsverfahren grundsätzlich nicht zu hören ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Was die Gesuchstellerin vorbringt, sind Fakten, die bereits zum Zeitpunkt der Urteilsfällung bekannt waren und dem bundesgerichtlichen Entscheid denn auch zugrunde gelegt worden sind. Sie hat es allerdings offenbar unterlassen, sich vor der Prozessführung vor dem Bundesgericht über die betreffend Fristwahrung im Bundesgerichtsgesetz enthaltenen massgebenden schweizerischen Regeln Kenntnis zu verschaffen (s. namentlich <span class="artref">Art. 44 ff. BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Auch wenn die Beschwerde unbestrittenermassen am 23. Oktober 2012 in Feldkirch/Österreich der Post übergeben worden ist, vermag das nichts daran zu ändern, dass sie erst am 25. Oktober 2012 und damit eben erst einen Tag zu spät der Schweizer Post übergeben worden ist, wie im angefochtenen Urteil ausgeführt worden ist (s. E. 3 des Urteils vom 20. November 2012, unter Bezugnahme auf den klaren Wortlaut von <span class="artref">Art. 48 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die von der Gesuchstellerin geltend gemachte Vorab-Zustellung per Telefax vermag daran nichts zu ändern. Entgegen ihrer Auffassung ist diese Zustellungsart jedenfalls hierorts nicht der elektronischen Zustellung gleichgesetzt (wie sie in <span class="artref">Art. 48 Abs. 2 BGG</span> vorgesehen ist; s. dazu BSK BGG - JACQUES BÜHLER, <span class="artref"><artref id="CH/13/48/n" type="start"></artref><artref id="CH/13/48/2" type="start"></artref>Art. 48 Abs. 2, N 13</span><artref id="CH/13/48/n" type="end"></artref><artref id="CH/13/n" type="end"></artref> ff., S. 564). Wie das Bundesgericht in ständiger Praxis festgestellt hat, ist die Einreichung einer Rechtsschrift per Telefax ungültig (s. etwa <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=42&amp;from_date=04.12.2012&amp;to_date=23.12.2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-252%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page252">BGE 121 II 252</a> E. 4 S. 255 f., ebenso Urteil 1B_537/2011 vom 16. November 2011; BSK BGG - KATHRIN AMSTUTZ/PETER ARNOLD, Art. 48 Abs. 1 N. 6, S. 561). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch ist demnach offensichtlich unbegründet. Es ist daher ohne Schriftenwechsel (<span class="artref">Art. 127 BGG</span>) abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, für das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben. Den Gesuchsgegnern ist durch das vorliegende Verfahren kein Aufwand entstanden, so dass ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. </div> <div class="para">Demnach wird erkannt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität des Kantons Thurgau sowie dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 6. Dezember 2012 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Fonjallaz </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Bopp </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>