Beschwerdeführerin A. vertreten durch: RA AA. Vorinstanz Versicherung B. Gegenstand Invalidenrente der Unfallversicherung Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Versicherung B. vom 7. Juli 2020 Obergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung Zirkular-Urteil vom 11. Juni 2021 Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler Oberrichterin J. Lanker Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer Verfahren Nr. O2V 20 50 Seite 2 Rechtsbegehren a) der Beschwerdeführerin: 1. Der angefochtene Einsprache-Entscheid der Versicherung B. vom 7. Juli 2020, Referenz- Nr. 15.70580.15.5, sei aufzuheben. 2. Die Höhe des Invaliditätsgrads sowie die Höhe der Invalidenrente seien neu zu berechnen und die Differenz zu Gunsten der Beschwerdeführerin sei nachzubezahlen. 3. Eventualiter seien zusätzliche Abklärungen vorzunehmen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. b) der Vorinstanz: Die Beschwerde sei abzuweisen und der Einsprache-Entscheid vom 7. Juli 2020 sei zu be- stätigen. Sachverhalt A. […] A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) war seit September 2014 […] bei der C. in D. angestellt und durch die Versicherung B. (nachfolgend: Vorinstanz) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 15. März 2015 in ih rer Freizeit einen Reitunfall erlitt und in der Folge ins Kantonsspital E. gebracht werden musste (Versicherung B.-act. 1). Die behandelnde Ärztin der Klinik für Chirurgie diagnostizier te eine inkomplette Berstungs- fraktur von LWK1 mit Verlagerung der Hin terkante in den Spi nalkanal mit relativer Spinalkanalstenose und veranlasste eine unverzügliche stationäre Aufnahme zur operativen Versorgung (Versicherung B.-act. 6 und 12). B. Mit Mitteilung vom 20. März 2015 ( Versicherung B.-act. 2) anerkannte die Vorinstanz einen Nichtberufsunfall und sprach der Be schwerdeführerin Ver sicherungsleistungen zu, übernahm in der Folge die Kosten für diverse medizinische Behandlungen und richtete der Beschwerdeführerin Taggelder aus. Seite 3 Die Beschwerdeführerin war infolge bleibender gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr am angestammten Arbeitsplatz einsetzbar, weshalb die Arbeitgeberin das Arbeitsver- hältnis per Ende Januar 2016 auflöste (Versicherung B.-act. 79). Im April 2019 kündigte die Vorinstanz an, dass sie den Fall abschliessen werde und der Beschwerdeführerin für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Un fall vom 15. März 2015 eine Integritätsent - schädigung sowie ab 1. April 2019 eine Invalidenrente ausrichten werde. Mit Verfügungen vom 15. April 2019 bzw. 19. Mai 2020 sprach die Vorinstanz der Beschwer- deführerin zwei Integritätsentschädigungen zu (einerseits Fr. 44‘100. -- für die or ganische Integritätseinbusse von 35% [Versicherung B.-act. 454, S. 4] und andererseits Fr. 37‘800.-- für die psychische Integritätseinbusse von 30% [Versicherung B.-act. 503]). Diese Integritäts- entschädigungen sind nicht umstritten und nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerde- verfahrens. In der Verfügung vom 15. April 2019 ( Versicherung B.-act. 454) setzte die Vorinstanz ausserdem die Bemessungsgrundlagen für die der Beschwe rdeführerin auszurichtenden Rentenleistungen fest. Die Beschwerde führerin war mit den von der Vorinstanz ange - nommenen Bemessungsgrundlagen nicht ein verstanden und erhob dagegen Ein sprache. Hierauf passte die Vor instanz die Grund lagen zur Bemessun g der Renten leistungen im Einspracheentscheid vom 7. Juli 2020 (Versicherung B.-act. 508) teilweise den Anträgen der Beschwerdeführerin entsprechend an. Basierend auf einem Invalideneinkommen 2019 von Fr. 21‘879.--, einem Vali deneinkommen 2 019 von Fr. 110‘500. -- und ei nem ver sicherten Jahresverdienst von Fr. 108‘362. -- sprach sie der Be schwerdeführerin eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von 80% zu. C. Gegen diesen Einspracheentscheid vom 7. Juli 2020 richtet sich die von der Beschwerde- führerin am 8. September 2020 er hobene Beschwerde ans Obergericht mit den eingangs erwähnten Anträgen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 23. September 2020 (act. 4) verlangte die Vorinstanz deren Abweisung und Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. Am 21. Oktober 2020 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein und hielt an ihren Anträgen unverändert fest (act. 7). Da raufhin duplizierte die Vorinstanz mit Einga be vom 5. November 2020 (act. 9), worauf die Beschwerdeführerin am 23. und 24. November 2020 zwei zusätzliche Stellungnahmen mit wei teren Unterlagen e inreichte (act. 10 -12). Die Vorinstanz liess sich hier auf nicht mehr vernehmen und der Schriftenwechsel wurde ab ge- schlossen. Seite 4 Erwägungen 1. Formelles 1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozial versicherungsrecht ergangen. Zuständig für die Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten ist gemäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherun gs- rechts (ATSG, SR 830.1) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die ver si- cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Da die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt in F. wohnte, ist die örtliche Zu ständigkeit in Appenzell Ausserrhoden gegeben. 1.2 Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b Justizgesetz (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozial- versicherungen. Das Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversicherungssachen ohne medizinische Fragestellungen der 2. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons Appenzell Ausserrhoden [https://staatskalender.ar.ch/ organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerdesache zuständig ist. 1.3 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der wei teren Prozessvoraussetzungen ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der Beschwer- deführerin als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die Beschwer- deschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Un fall- versicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG). 1.4 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 1.5 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Entscheide, die auf dem Zirkularweg gefällt werden, bedürfen der Einstimmigkeit (Art. 52 Abs. 2 JG). Da die Parteien keine Durchführung einer mündlichen Verhandlun g verlangten und die Durchführung einer solchen auch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, hat das Ober gericht Seite 5 aufgrund der aktu ellen Ent wicklung der Corona -Pandemie auf eine Beratung vor Ort verzichtet und den vorliegenden Entscheid im Zirkularverfahren gefällt. 2. Materielles 2.1 Seit dem Unfallzeitpunkt im März 2015 sind verschiedentlich revidierte Be stimmungen des UVG in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, werden grundsätzlich nach bishe rigem Recht gewährt (Art. 118 Abs. 1 UVG; anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_842/2018 vom 6. Mai 2019 E. 2 m.w.H.). Für Versicherte der Versicherung B. - also auch für die Beschwerdeführerin - gelten jedoch abweichend von diesem Grundsatz die jeweils neu en Bestimmungen über die Invalidenrenten, sofern der An spruch erst nach deren Inkrafttreten entsteht (Art. 118 Abs. 2 lit. c UVG). Die hier in Frage stehenden Versicherungs leistungen sind eine Folge des Reit unfalls vom 15. März 2015. In Frage stehen im vorliegenden Verfahren die Grundlagen zur Bemessung der Rentenleistungen ab April 2019, wobei dieser Anfangszeitpunkt der Rentenberechtigung zwischen den Parteien nicht umstritten ist. Somit ist im kon kreten Fall auf das in die sem Zeitpunkt geltende Recht abzustellen (welches im Üb rigen, was die hier interessie renden Bestimmungen betrifft, inhaltlich mit der früheren Version im Unfallzeitpunkt sowie auch mit der aktuellsten Version des UVG übereinstimmt). 2.2 Ist eine versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie grundsätzlich Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads einer im Gesundheitsfall voll erwerbstätigen Person wird das Erwerbseinkommen, das die Per son nach Ein tritt der Invali dität und nach Durchführung der medizinischen Be handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; vgl. Art. 16 ATSG). Das Ausmass der Invalidität ist somit durch einen Ein kommensvergleich zu ermitteln. Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvaliditä t (d.h. bei einem IV -Grad von 100%) 80% des Seite 6 versicherten Verdienstes; bei Teil invalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Für die konkrete Rentenbemessung sind somit folgende drei Faktoren entscheidend:  das Invalideneinkommen;  das Valideneinkommen;  der versicherte Verdienst. Die Parteien sind sich über die Festlegung aller drei Faktoren uneinig. Im Nachfolgenden sind die Grundlagen zur Rentenberechnung daher einzeln zu überprüfen und die Faktoren, sofern dies gestützt auf die vorhandenen Unterlagen möglich ist, gerichtlich festzusetzen. 2.3 Invalideneinkommen Das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin entspricht dem Erwerbsein kommen, das sie unter Berücksichtigung der verbleibenden unfallbedingten Einschrän kungen b ei voller Ausnützung der ihr noch zumutbaren Arbeitsleistung zu erzielen vermag bzw. theoretisch erzielen könnte. a. Für die konkrete Bestimmung des Invalideneinkommens ist zunächst die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin entscheidend. Gestützt auf die umfangreichen medizini schen Unterlagen und Abklärungen (siehe insbe - sondere das polydisziplinäre Gut achten vom 16. August 2018 der G., Versicherung B.-act. 429; nachfolgend: Gutachten) verfügt die Beschwerdeführeri n über eine theoretische Rest - arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf als Produktionsleiterin von rund 25% (Gut ach- ten, S. 6, Ziff. 4.7), allerdings ist die angestammte Arbeit für die Be schwerdeführerin insge- samt gesehen nicht mehr geeignet. Gemäss dem Gutachten sind der Be schwerdeführerin seit dem Unfall im März 2015 mit schwerer Verletzung der Lendenwirbelsäule und nachfolgenden mehrfachen Ope rationen nur noch leichte kör perliche Arbeiten mit einge schränktem Anforderungsprofil zumutbar (Gutachten, S. 6, Ziff. 4.5). Die Gutachter formulierten folgendes Anforderungsprofil an eine leidensadaptierte Tätigkeit (Gutachten, S. 6 f., Ziff. 4.8): - Ausschliesslich leichte Arbeiten; - Regelmässiger Wechsel der Arbeitsposition und vermehrte Ruhepausen; - Eine Tätigkeit mit vorgegebener Organisationsstruktur; - Das Heben von Gewichten über 12 kg und das Tragen von Gewichten über 10 kg sollte vermieden werden. Das Heben / Tragen sollte grundsätzlich nur selten gefordert sein mit anschliessender ausreichender Ruhezeit. Seite 7 - Keine Arbeitszwangshaltungen mit vermehrter Belastung der Brust - und Lendenwirbel- säule (z.B. Rotationsbewegungen > 30° des Rumpfes bei fixiertem Stand der Beine oder vorgebeugte Arbeitszwangshaltungen ohne die Möglichkeit, sich abzustützen); - Keine Arbeitszwangshaltungen in der tiefen Hocke; - Keine Arbeiten, welche mit dem Bücken unter Tischkantenniveau verbunden sind; - Keine Arbeiten, welche mit regelmässigem Überwinden von Niveauunterschieden (z.B. Treppensteigen) verbunden sind; - Keine höhenexponierte Arbeiten (z.B. auf Leitern oder Gerüsten) oder Überkopf-Tätigkei- ten; - Keine gefahrenexponierte Arbeiten (aufgrund der regelmässigen Schmerzmedikation der WHO Stufe 3); - Stehende / gehende Tätigkeiten sollen auf 30 Minuten am Stück reduziert sein mit an - schliessender Möglichkeit zum Wechsel in eine sitzende Arbeitsposition; - Keine Tätigkeiten mit erhöhtem Anspruch an die Konzentrationsfähigkeit, Flexibilität und Durchhaltevermögen. In einer diesem Anforderungsprofil gerecht werdenden T ätigkeit besteht gemäss dem Gutachten eine deutlich redu zierte Arbeits fähigkeit der Beschwerdeführerin von 40% aufgrund erheblicher Einschränkungen von somatischer und psychischer Seite (Gutachten, S. 7, Ziff. 4.9). Diese medizinische Einschätzung ist zwischen den Parteien grundsätzlich unbestrit ten. Die Vorinstanz ging entsprechend dieser gutachterlichen Einschätzung bei der Bestimmung des Invalideneinkommens von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit von 40% aus. b. Sind die medizinischen Fragen zur Arbeitsfähigkeit geklärt, ist f ür die anschliessende betragsmässige Fest setzung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung pri mär von der beruflich -erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumu- lativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grund- sätzlich der tat sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_479/2018 vom 22. Februar 2019 E. 2.2). Im Zeitpunkt der Rentenzusprache in der Verfügung vom 15. April 2019 ( Versicherung B.- act. 454) und auch in der Zeit danach war die Beschwerdeführerin, die nach dem Unfall nicht mehr an den bisherigen Arbeits platz zurückk ehren konnte, nicht erwerbstätig. Aus gesundheitlicher Sicht lag bereits im Zeitpunkt des Gutachtens eine stabile Situation vor und Seite 8 es stellte sich daher die Frage nach dem theoretisch möglichen Invalideneinkommen. Die Vorinstanz hat zu dessen Ermittlung mangels eines tatsächlich vorhandenen Einkommens der Beschwerdeführerin, wie dies praxisgemäss üblich ist, auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Sta tistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abgestellt. Die Beschwerdeführerin wendet gegen den Beizug dieser Tabellenwerte zu Recht nichts ein. Auch aktuell liegen keine neuen Informationen zu einem von der Beschwerdefüh- rerin inzwischen tatsäch lich erzielten Invalidenlohn vor. Nachdem bei ihr im Mai 2 019 im Rahmen einer routinemässigen gynäkologischen Kontrolle Brustkrebs diagnostiziert wurde und sie sich in der Folge Behandlungen mit Chemotherapie und mehreren, komplikationsrei- chen Operationen unterziehen musste und sich das bereits durch den Unfall beeinträchtigte psychische Zu standsbild aus unfallfremden Gründen weiter verschlech terte (vgl. dazu Versicherung B.-act. 499, S. 8), dürfte sich auch nach der Renten zusprache im April 2019 vorläufig nichts daran geändert haben. c. Das Invalideneinkommen wurde von der Vorinstanz wie folgt berechnet: LSE-Tabelle TA1, Privater Sektor, Schweiz 2018 Sektor Dienstleistungen, Anforderungsniveau 2, Frauen Fr. 4‘810.-- Dieser Wert entspricht dem monatlichen Vollzeitäquivalent bei einer 40-Stunden-Woche. Ausgehend von diesem monatlichen Durchschnittseinkommen von Fr. 4‘810.-- ermittelte die Vorinstanz ein auf die gesamtwirtschaftlich betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden umgerechnetes und per 2019 indexiertes Jahreseinkommen von Fr. 60‘775.-- (Fr. 4‘810.-- x 12 = Fr. 57‘720. --; Umrechnung auf betriebsübliche Arbeitszeit: Fr. 57‘720. -- : 40 x 41.7 = Fr. 60‘173.10; Indexierung mit 1%: Fr. 60‘173.10 : 100 x 101 = Fr. 60‘775.--). Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 40% erg ibt sich somit ein Invalideneinkommen von Fr. 24‘310.-- (= Fr. 60‘775.-- : 100 x 40). Unter zusätzlicher Berücksichtigung eines Leidens- abzugs von 10% ging die Vor instanz bei der Ren tenberechnung von einem In validenein- kommen von Fr. 21‘879.-- (Fr. 24‘310.-- abzüglich Fr. 2‘431.--) aus. d. Die Beschwerdeführerin rügt mit Bezug auf diese Festlegung des Invalidenkommens durch die Vorinstanz, es könne nicht auf die LSE-Tabellenwerte im Kompetenzniveau 2 abgestellt werden, da sie über keinerlei Erfahrungen im Dienstleistungsbereich (namentlich Beratungs- und Verkaufstätigkeit) verfüge (siehe dazu Beschwerde, S. 13). Aus ihrer Sicht wären statt- dessen die niedrigeren Tabellenwerte des Kompetenzniveaus 1 heranzuziehen. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden: Gemäss ständiger Recht sprechung des Bundesgerichts (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_732/2018 und 8C_742/2018 vom 26. März 2019 E. 8.2.1 m.w.H.) rechtfertigt sich die Anwendung von LSE-Kompetenzniveau Seite 9 2 dann, wenn eine ver sicherte Person, die nach Ein tritt der Invalidität nicht mehr auf einen angestammten Be ruf zurückgreifen kann, über besondere Fer tigkeiten und Kenntnisse verfügt. Die Be schwerdeführerin hat im vorliegenden Verfa hren keine konkreten Gründe dargelegt, welche gegen die nachvollziehbar begründete Annahme der Vorinstanz im ange- fochtenen Einspracheentscheid sprechen würden, wonach die Beschwerdeführerin mit ihrer qualifizierten Ausbildung und ihrer bisherigen Berufs - und Führungserfahrung in der La ge sei, ihre verbleibende Arbeitsfähigkeit in Tätigkeiten gemäss Kompetenzniveau 2 zu verwer- ten (vgl. Versicherung B.-act. 508, S. 5). Für das Gericht sind bei einer Würdigung der Gesamtumstände - namentlich au ch unter Berücksichtigung der bisherigen beruflichen Laufbahn der Beschwerdeführerin - ebenfalls keine solchen Gründe ersichtlich, so dass das Vorgehen der Vorin stanz, auf die LSE -Tabellenwerte im Sektor Dienstleistungen (d.h. richtigerweise unter Ausklammerung des Sektors Produktion, was die Beschwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz bereits im Einspracheverfahren erfolgreich geltend gemacht hat) im Kompetenzniveau 2 abzustellen, nicht zu beanstanden ist. e. Die Vorinstanz hat für die abschliessende Festlegung des Invalideneinkommens ausserdem einen Leidensabzug von 10% berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin macht hierzu geltend, sofern bei der Festlegung des Invalideneinkommens von Kompetenzniveau 2 ausgegangen werde, sei mangels Erfahrung der Beschwerdeführerin in Tätigkeiten dieses Kompetenzbe- reichs zu mindest ein höherer Leidensabzug als 10% anzunehmen und der Ta bellenwert somit mittels Leidensabzug in höherem Mass nach unten zu korri gieren, als dies die Vorinstanz in ihrer Berechnung getan habe. Auch diese Argumentation überzeugt jedoch nicht: Kann eine versicherte Person ihre gesundheitsbedingt eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mut- masslich nur mit un terdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten, so ist von den Tabellenlöhnen zwar ein gewisser Abzug vorzunehmen. In welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab, die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_284/2018 vom 17. Juli 2018 E. 2.1). Mit Bezug auf den sog. leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum hinzutretende qualitative oder quantitative Ein schränkung der Arbeits fähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, die unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Be tracht fallende Täti gkeit bei aus geglichener Ar beitsmarktlage ver glichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei In kaufnahme einer Lohn einbusse reale Chan cen für eine Seite 10 Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - unter Berücksichtigung solcher Ein schränkungen, die per sonen- oder ar beitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spek trum an zu mutbaren Ver weisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Ab zug vom Ta bellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.2). Da die Beschwerdeführerin vor dem Unfall in einer Kaderstellung voll zeiterwerbstätig war und eine ähnliche berufliche Stellung in dem seit dem Unfall gesundheitlich bedingt deutlich reduzierten Pensum mit angepasstem Anforderungsprofil nicht einfach umsetzbar erscheint, ist ihr sicherlich ein gewisser Leidensabzug zuzugestehen. Die gesundheitlichen Einschrän- kungen wurden aber bereits bei der Beurteilung des medizini schen Zu mutbarkeitsprofils berücksichtigt, was dazu führte, beim Invalideneinkommen die Ta bellenwerte des Sektors Produktion auszuklammern. Bei der Festlegung des Leidensabzugs handelt es sich um einen Ermessensentscheid mit einem gewissen Spielraum. Bei einer Gesamtwürdigung erscheint der von der Vorinstanz berücksichtigte Leidensabzug von 10% im Fall der Bes chwerdefüh- rerin auch im Vergleich zu anderen Fällen durchaus angemessen. f. Somit ist das von der Vorinstanz schlüssig begrün dete und rechnerisch korrekt ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 21‘879.-- angesichts der dargelegten Erwägungen zu bestä- tigen. 2.4 Valideneinkommen Das Valideneinkommen entspricht demjenigen Einkommen, das eine versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre . Recht sprechungsgemäss ist auch das Valideneinkommen immer so konkret wie möglich zu be stimmen (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 6.3). a. Da gemäss empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist grund sätzlich vom letzten Verdienst auszu gehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2020 vom 3. Februar 2021 E. 6.1 m.w.H.). Im vorliegenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, die ein Abweichen von diesem Grundsatz rechtfertigen würden. Die Beschwerdeführerin macht dies auch nicht geltend. Entscheidend ist somit unbe strit- tenermassen der letzte Verdienst der Be schwerdeführerin bei der C., wo die Beschwerde - führerin vor dem Unfall als Produktionsleiterin tätig war. Seite 11 b. Die Vorinstanz klärte bei der ehemaligen Arbeitgeberin konkret ab, was die Beschwerdefüh- rerin 2019 (entsprechend dem unbestrittenen Zeitpunkt des Renten beginns, vgl. Versicherung B.-act. 454) bei der ehemaligen Arbeitgeberin verdient hätte, wäre sie auch nach dem Unfall wei terhin an ihrer Stelle tätig gewesen ( Versicherung B.-act. 501; ferner auch Versicherung B.-act. 387). Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin hätte das Jahresgrundgehalt 2019 Fr. 110‘500.-- betragen (Fr. 8‘500.-- x 13). Aufgrund dieser expliziten Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin kann für die Ermittlung des Validenlohns entgegen der von der Beschwerdeführerin noch im Einspracheverfahren vertretenen Ansicht nicht auf den im Unfallzeitpunkt erzielten Lohn abgestellt und dieser auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns indexiert werden. Da im Fall der Beschwerdeführerin keine Anhaltspunkte vorliegen oder geltend gemacht werden, die dagegen sprechen würden, dass die Beschwerdeführerin im Gesund heitsfall erfahrungs gemäss mit überwiegen der Wahr - scheinlichkeit weiter hin bei der C. tätig ge blieben wäre, ist für die Be stimmung des Valideneinkommens auf die explizite Auskunft der ehe maligen Arbeitgeberin ab zustellen, wonach ihr diesfalls ein Jahresgrundgehalt von Fr. 110‘500. -- ausgerichtet worden wäre (basierend auf einem im Vergleich zum Unfallzeitpunkt, ab er nicht zum Zeit punkt des Stellenantritts [vgl. dazu act. 2.3], unveränderten Monatslohn von Fr. 8‘500.--x 13). Gemäss den arbeitsvertraglichen Grundlagen ver fügte die Beschwerdeführerin nota bene nicht über einen Anspruch auf automatischen Teuerungsausgleich (siehe dazu Betriebsreglement, act. 2.5, S. 7, Ziff. 4.1.1). Im Rah men des vor liegenden Be schwerdeverfahrens wird, soweit ersichtlich, von der Beschwerdeführerin schliesslich auch keine In dexierung mehr verlangt, insoweit es um den beim Valideneinkommen zu berücksichtigenden Betrag des Monatslohns von Fr. 8‘500.-- (x 13) geht. c. Die Beschwerdeführerin macht aber geltend, sie habe nebst dem Monatsgrundgehalt von Fr. 8‘500.-- zusätzlich eine AVIA -Tankkarte mit einem Maxi malbetrag von Benzin im Wert von Fr. 300.-- pro Monat erhalten. Diese Naturalleistung im Wert von Fr. 300.-- sei als Lohn- bestandteil ebenfalls beim Va lideneinkommen zu berücksichtigen. Die Vorinstanz ist dagegen der Ansicht, die AVIA -Tankkarte habe keinen Lohnbestandteil dargestellt und sei somit weder beim Valideneinkommen noch beim versicherten Verdienst (vgl. dazu nach fol- gend, E. 2.6) zu berücksichtigen. Dazu ist Folgendes in Erwägung zu ziehen:  Die Vorinstanz verweist zur Begründung ihr er Argumentation auf E. 6.3 des Urteils des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019, wonach zum Valideneinkommen nur jene Zah lungen des Arbeitgebers zu zählen seien, auf welche paritätische Bei träge erhoben wurden. Ob die AVIA -Tankkarte in die Berech nung des Validenein kommens einzubeziehen ist oder nicht, kann jedoch bei genauerer Betrachtung dieser von der Seite 12 Vorinstanz zitierten Rechtsprechung weder einzig davon abhängen, wie die Arbeitgeberin diese im Lohnkonto verbucht hat, noch wie die Beschwerdeführerin diese Zulage gestützt auf die arbeitsvertragliche Vereinbarung einordnete, sondern es ist vielmehr im Rahmen einer Ge samtbetrachtung der konkreten Situation zu prüfen und ab zuwägen, ob die Tankkarte im konkreten Einzelfall als Entschädigung zu qualifizieren ist, welche gemäss Art. 9 Abs. 2 der Ver ordnung zur Alters - und Hin terlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) zum mass gebenden Lohn zu zählen ist (vgl. auch schon Ur teil des Bun des- gerichts 8C_430/2010 vom 28. September 2010 E. 6.1 und E. 6.3 m.w.H.). Die lohnbuch- halterische Verbuchung stellt für die im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der konkreten Situation vor zunehmende Ein ordnung ei ner Leistung als Spesenent schädigung oder Lohnbestandteil zweifellos ein gewichtiges Indiz dar, dies namentlich vor dem Hintergrund der Überlegung, dass es grundsätzlich nicht angehen kann, bestimmte regelmässige Ein- künfte mit Lohncharakter bei den Sozialversicherungsbeiträgen nicht anzugeben, um sie dann im Versiche rungsfall trotzdem geltend zu machen (vgl. dazu Ur teil des Bun des- gerichts 8C_514/2012 vom 11. De zember 2012 E. 4.2 m.w.H.). Dennoch er scheint es aber nicht generell ausge schlossen, dass im Ein zelfall entgegen der vorgenommenen lohnbuchhalterischen Verbuchung eine Leistung im Rahmen der Festlegung des Validen- lohnes (und auch des versicherten Verdiensts, vgl. nachfolgend, E. 2.6) be rücksichtigt werden muss, sollte sich bei einer genaueren Be trachtung ergeben, dass die von der Arbeitgeberin vorgenommene Ab rechnung und Verbu chung nicht korrekt er scheint und es namentlich aus Billigkeits- und Verhältnismässigkeitsgründen nicht angemessen wäre, einzig daraus für den Arbeitnehmer negative Schlussfolgerungen für die Bestimmung von dessen Sozialversicherungsansprüchen abzuleiten.  Zu prüfen ist zunächst, was für eine Spesenregelung die arbeitsvertraglichen Grundlagen im konkreten Fall vorsahen. Im Arbeitsvertrag vom 12. Juni 2014 (act. 2.3) ist keine Tankkarte erwähnt. Die Beschwer- deführerin hat die Tankkarte auch erst später anlässlich einer Lohnerhöhung erhalten, wie sich aus dem Schreiben der Arbeitgeberin vom 7. Januar 2015 (Versicherung B.-act. 465, S. 21) ergibt: „Wir freuen uns, Dir heute für Deinen gros sen Einsatz und die bisher in unserer Unternehmung geleistete Arbeit ein besonderes Lob aussprechen zu können und haben uns entschlossen Dein Salär ab 1. Januar 2015 auf CHF 8‘500.00 x 13 zu erhöhen, zudem sprechen wir Dir eine AVIA -Tankkarte mit einem Maxi malbezug von Ben zin im Wert von CHF 300.00 pro Monat zu.“ Die in Frage stehende Tank karte wurde der Beschwerdeführerin also nachweislich im Zusam menhang mit der An erkennung für geleistete Arbeit zu gesprochen und weder dieser Umstand noch die For mulierung im besagten Schreiben lassen - wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht - darauf Seite 13 schliessen, dass die Tank karte als Spesenersatz für konkrete arbeitsbedingte Auslagen gedacht war. Die Beschwerdeführerin wurde zudem weder angewiesen, die Tankkarte nur für geschäftliche Fahrten zu benützen noch wur de sie aufgefordert, über die Benzin be- züge in irgendeiner Form abzu rechnen und aufzuzeigen, für wel che Fahr ten sie das Benzin gebraucht hat. In dem im Zeitpunkt des Ar beitsvertragsabschlusses geltenden Be triebsreglement vom 1. Januar 2014 (act. 2; dieses bildete Bestandteil des Arbeitsvertrags, siehe act. 2.3, Ziff. 16) wurde ebenfalls keine Tankkarte erwähnt. Bei den S pesenregelungen (Ziff. 4.1.4) hiess es: „Die Mit arbeitenden erhalten die ar beitsbedingten und be triebsnotwendigen Spesen ersetzt. [...] Soweit die nachfolgende Re gelung für bestimmte Aus lagen keine pauschalen Entschä digungen festlegt, werden nur die effektiv an gefallenen, genau bezifferten und mit Origi nalbelegen nachgewiesenen Auslagen ersetzt.“ Weiter war im Reglement vorgesehen, dass für Geschäftsreisen grund sätzlich Geschäftsautos der C. oder öffentliche Ver kehrsmittel zu be nützen seien; die durch die Be nützung von Privatfahrzeugen entstandenen Kosten für Geschäftsreisen würden nur ausnahmsweise und mit vorgängiger Ge nehmigung der Ge schäftsleitung in Form einer Kilo meterpau- schale basierend auf den tatsächlich gefahrenen Strecken entschädigt. Auch für den Fall, dass ar beitsbedingt eine auswärtige Ver pflegung nötig sein sollte, war im Re glement keine betragsmässig fixierte Pauschalentschädigung vorgesehen, sondern gemäss den Reglementsbestimmungen wurden nur die effektiv nachgewiesenen Kosten entschädigt. Sofern ein Mitarbeiter also eine Spesenentschädigung für Benzinkosten erhal ten wollte, war eine konkrete Abrechnung über die angefallenen Ausgaben nötig; im Reglement war vorgesehen, dass die Spesenab rechnungen der Mitarbeiter wöchentlich zu sammen mit den Originalbelegen bei der Buchhaltung der Arbeitgeberin einzureichen seien. Der Beschwerdeführerin ist angesichts einer Gesamtwürdigung der dargestellten arbeits- vertraglichen Grundlagen darin zu zustimmen, dass diese dafür spre chen, dass die in Frage stehende Tank karte richtigerweise als Lohnbestandteil (und nicht als Spe sener- satz) einzuordnen ist: Weder im Arbeitsvertrag noch im Be triebsreglement ist unter den Spesenbestimmungen eine Tankkarte oder eine andere Pau schalentschädigung vorge- sehen. Die Beschwerdeführerin war gemäss den arbeitsvertraglichen Grundlagen dazu angehalten, bei allfälligen geschäftlichen Auslagen über die effektiv angefallenen Spesen abzurechnen. Da bei der hier in Frage ste henden AVIA-Tankkarte keinerlei Abrechnung über die getätigten Bezüge (geschweige denn ein Nach weis der geschäftlichen Begrün- detheit der angefallenen Benzinkosten) verlangt wurde, spricht dies klar gegen eine Ein - ordnung der Tankkarte als Spesenentschädigung. Seite 14  Die Vorinstanz fragte bei der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin im Dezember 2019 nach, ob die in Frage stehende Tankkarte von Seiten der Arbeit geberin als Lohnbestandteil angesehen wurde oder ob es sich dabei um Spe senzahlungen han- delte. Die Vorinstanz erhielt daraufhin folgende Auskünfte: Die in diesem Zeitpunkt bei der C. zuständige HR-Mitarbeiterin berichtete zunächst am Telefon, dass jene Mitarbeiter, die (aktuell) eine Tankkarte erhielten, die se bis zum Maximalbetrag frei benutzen dürften. Ende Monat stelle dann die AVIA direkt der Firma die Rechnung zur Begleichung. Es handle sich bei der Tank karte um einen Mitarbeiter- Benefit, auf wel chem keine AHV -Bezüge gemacht würden ( Versicherung B.-act. 484). Diese erste Auskunft spricht klar dagegen, dass die Tankkarte eine Spesenentschädigung darstellt, denn ein Mitarbeiter-Benefit kann zum Vornherein nur dann vorliegen, wenn mit einer Leistung nicht bestimmte, effektiv angefallene Auslagen ent schädigt wer den, sondern der Mitarbeiter durch die Ausrichtung dieser Leistung ei nen Vorteil erhält (was bei Spesenersatz nicht der Fall ist, denn Spesen haben ja gerade den Zweck , arbeitsbedingt angefallene Kosten zu ersetzen). Nach einer zusätzlichen Rück frage bei der früheren Mitar beiterin, die das Schreiben an die Beschwerdeführerin betreffend Lohnerhöhung mitunterzeichnet hatte, wurde der Vor- instanz schliesslich von der C. per E-Mail mitgeteilt, es handle sich um Spesenzahlungen: „A. erhielt ab 01.01.2015 ein Salär von CHF 8‘500. -- x 13, zuzüglich Kinderzulagen von CHF 250.-- pro Monat. Die von Ihnen erwähnte AVIA -Tankkarte mit einem bewillig ten Maximalbezug von monatlich CHF 300. -- sind unter Spe senzahlungen zu verbu chen.“ Zudem wur de erneut bestätigt, dass auf den Benzin kosten keine AHV ab gerechnet worden sei (Versicherung B.-act. 485). Dass die Arbeitgeberin die Tank karte in der Lohn buchhaltung als Spesen und nicht als Lohnbestandteil behandelte, ist zudem auch aus der Lohn abrechnung (Versicherung B.- act. 465, S. 22) er sichtlich: Paritätische Beiträge wur den lediglich auf dem Mo natslohn von Fr. 8‘500.-- erhoben; die Tankkarte wurde auf der Lohnabrechnung gar nicht erwähnt. Ob die se lohnbuchhalterische Verbuchung allerdings so korrekt war, er scheint jedoch durchaus fraglich: Als beitragspflichtiges Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gilt nämlich nicht nur u nmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit (im Fall der Be schwerdeführerin: der Monatsgrundlohn von zunächst Fr. 7‘500.-- x 13 bzw. ab Januar 2015 Fr. 8‘500. -- x 13), sondern grundsätzlich jede Entschädigung oder Zu wendung, die sonst wie aus dem Arbeitsverhältnis bezogen wird, soweit sie nicht kraft aus drücklicher ge setzlicher Vorschrift von der Beitragspflicht ausgenommen ist (vgl. dazu schon BGE 115 V 416 E. 5a). In Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über die Alters - und Hinterlassenenversicherung Seite 15 (AHVV, SR 831.101) ist zur Unterschei dung von sozialab gabepflichtigen Lohnzulagen und nicht sozialabgabepflichtigen Spesenentschädigungen definiert, dass nicht abgabe - pflichtige Unkosten jene Auslagen sind, die dem Arbeitnehmer bei der Ausführung seiner Arbeiten entstehen. Wie die Beschwerdeführerin richtig hervorhebt, ist für die Zuordnung oder Nicht zuordnung zum mass gebenden Lohn der Charakter der Ver gütung entscheidend und nicht die vom Arbeitgeber verwendete Bezeichnung. Dies er gibt sich auch so aus der von der Be schwerdeführerin zitierten Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (WML, gültig ab 1. Januar 2019 1, Rz. 2003). Verwaltungswei sungen wie die WML richten sich zwar primär an die Durchführungsstellen und sind für das Gericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Ent scheidfindung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht wer dende Auslegung der anwendbaren ge setzlichen Be stim- mungen zulassen, d.h. das Gericht weicht im Interesse einer rechtsgleichen Gesetzesan- wendung nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine über- zeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen (vgl. dazu BGE 144 V 195 E. 4.2). Die Be schwerdeführerin hat nachvollziehbar geltend ge macht und schlüs sig belegt (siehe Be schwerde, S. 5 sowie die dort er wähnten Beilagen), dass sie eine rein innerhäusliche Tätigkeit bei der C. ausgeübt und gar nie auswärtige Einsätze zu erfüllen hatte, für welche sie allenfalls mit der ihr überlassenen Tank karte ihr privates Auto (oder auch ein Ge schäftsauto) hätte auf tanken können. Un ter diesen Um ständen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Möglichkeit zum Ben zinbezug im hier zu beur teilenden Fall der Beschwerdeführerin einen konkreten beruflichen Unkostenersatz (pauschal auf Fr. 300.-- pro Monat limitiert) hätte darstellen kön nen. Nicht zum mass gebenden Lohn gehörende Unkosten sind nur jene Aus lagen, die den Ar beitnehmenden bei der Ausführung ihrer Arbeit entstehen (Art. 9 Abs. 1 AHVV, vgl. auch Rz. 3001 WML); keine Unkostenent - schädigungen sind daher etwa na mentlich auch re gelmässige Entschädigungen für die Fahrt des Arbeitnehmers vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort (Art. 9 Abs. 2 AHVV sowie Rz. 3002 und 3006 f.). Die der Be schwerdeführerin überlassene AVIA-Tankkarte ermöglichte es der Be schwerdeführerin, ohne dass im ent sprechenden Umfang berufs- bzw. arbeitsbedingte Benzinkosten angefallen wären, im Maximalwert von Fr. 300.-- pro Monat Benzin zur frei en Verfügung zu be ziehen. Ein sol cher freier Benzinbezug auf Kosten der Arbeitgeberfirma stellt eine regel mässige N aturalleistung an die Beschwerdeführerin dar und gehört daher zum mass gebenden Lohn (vgl. Art. 7 lit. f AHVV; Rz. 67 ff. WML). Somit sind die Fr. 300. -- bei der Be stimmung des Validenein - 1 Die 130-seitige Wegleitung ist abrufbar unter folgendem Link: https://sozialversicherungen.admin.ch/de/d/6944/download#:~:text=Die%20Wegleitung%20%C3%BCber %20den%20massgebenden,der%20Sozialleistungen%20(Teil%202) Seite 16 kommens (und auch des versicherten Verdienstes, vgl. E. 2.6 nachfolgend) als Lohnbe- standteil zu werten. Daran än dert auch nichts, dass die Arbeit geberfirma - aus welchen Gründen auch im mer, was hier nicht wei ter zu prü fen ist - keine Sozialver - sicherungsabgaben auf dieser Leis tung abgerechnet hat. Es wü rde unbillig erscheinen, wenn allein aufgrund der von der Arbeitgeberin zu verantwortenden Lohnabrechnung bei der Festlegung des Validen einkommens zulasten der Be schwerdeführerin davon aus - gegangen würde, die Tank karte im Wert von Fr. 300 .-- pro Monat habe keinen Lohnbe - standteil dargestellt, obwohl diese im kon kreten Fall völli g unab hängig von effek tiv angefallenen, arbeitsbedingt entstandenen Benzinkosten zur Verfügung gestellt wurde. d. Entsprechend ist unter den gegebenen Um ständen von einem Valideneinkommen von Fr. 114‘100.-- auszugehen (Fr. 8‘500.-- x 13 zuzüglich Fr. 300.-- x 12) und nicht von einem lediglich das Grundgehalt be rücksichtigenden Valideneinkommen von Fr. 110‘500. -- (Fr. 8‘500.-- x 13), wie dies die Vorinstanz im angefochtenen Einspracheentscheid gemacht hat (Versicherung B.-act. 508, S. 6). 2.5 Die Vorinstanz hat der Beschwerde führerin im angefochte nen Einspracheentscheid eine Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von 80% zugesprochen. Dies ist zu korrigieren: Unter Berücksichtigung der oben dargelegten Erwägungen zu den beiden Vergleichseinkom- men ergibt sich ein In valideneinkommen von Fr. 21‘879. -- und ein Valideneinkommen von Fr. 114‘100.--. Der Einkommensvergleich dieser beiden Einkommen führt zu einem IV-Grad von 80.82%. Da ein rech nerisch exakt zu ermittelndes Ergebnis des IV -Grads nach den Regeln der Mathe matik auf die nächs te ganze Prozentzahl auf - oder abzurunden ist (vgl. BGE 130 V 121; be stätigt auch in der aktuell eren Rechtsprechung, so beispi elsweise im Urteil des Bundes gerichts 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 7), beträgt der im konkreten Fall für die Bemes sung der Renten leistungen a n die Be schwerdeführerin zu berücksichtigende IV-Grad 81%. 2.6 Versicherter Verdienst Gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG sind Renten nach dem versicherten Verdienst zu bemessen. a. Die Parteien sind sich bereits über die Grundsätze zur B erechnung des versicherten Verdienstes im konkreten Fall uneinig: Während die Beschwerdeführerin davon ausgeht, für die Bestimmung des versicherten Verdienstes sei in ihrem Fall der nach einer Lohnerhöhung seit Januar 2015 gel tende monatliche Verdienst auf ein Jahr um zurechnen, bestimmte die Vorinstanz den versicherten Lohn in der Verfügung vom 15. April 2019 (Versicherung B.-act. Seite 17 454) zunächst, indem sie das von der Beschwerdeführerin seit ihrer Anstellung bei der C. ab September 2014 während den rund 6.5 Monaten der An stellungsdauer bis zum Unfallzeitpunkt Mitte März 2015 erzielte Ein kommen auf ein Jahr umrech nete (vgl. dazu Versicherung B.-act. 438). Im Einspracheentscheid vom 7. Juli 2020 erhöhte die Vorinstanz den versicherten Verdienst schliesslich mit der Begründung, wenn der nach ihrer Be rech- nungsweise umgerechnete Lohn kleiner sei als der im Jahr vor dem Un fall bei allen Arbeit- gebern effektiv bezogene Lohn, so sei gemäss Versicherung B.-Praxis letzterer als Jahres- verdienst zu berücksichtigen (Versicherung B.-act. 508, S. 7, Ziff. 2a in fine); n eu legte die Vorinstanz der Bemessung des versicherten Lohns einerseits das zunächst bei der früheren Arbeitgeberin H. rückwirkend auf bis ein Jahr vor dem Unfallereignis erzielte Ein kommen sowie andererseits das ab September 2014 bis zum Unfallzeitpunkt im März 2015 bei der C. erzielte Einkommen zu Grunde. Unabhängig zur anschliessend ebenfalls noch zu klärenden Frage, aus welchen einzelnen Bestandteilen sich der versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin kon kret zusammen- setzt (siehe dazu E. 2.6 b nachfolgend), ist in diesem Zusammenhang vorab Fol gendes in Erwägung zu ziehen:  Als versicherter Verdienst gilt gemäss Art. 15 Abs. 2 UVG für die Bemessung der (hier in Frage stehenden) Renten grundsätzlich der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezo- gene Lohn. Der Verordnungsgeber hat in der Unfallversicherungs verordnung (UVV, SR 832.202) folgende Präzisierung zu dieser Grundregel vorgesehen: Als Grundlage für die Bemessung der Renten gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Un fall bei ei nem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbe- standteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht (Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV). Dau erte das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr, so wird der in dieser Zeit be zogene Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet (Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV). Bei einer zum Voraus be fristeten Beschäftigung bleibt die Umrechnung grund sätzlich auf die vor gesehene Dauer beschränkt (vgl. Art. 22 Abs. 4 Satz 3 UVV).  Bei den Tatbeständen gemäss Art. 22 Abs. 4 Satz 2 und 3 UVV handelt es sich um eine Abweichung vom Grundsatz gemäss Art. 15 Abs. 2 UVG bzw. Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV, wonach der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn für die Renten be- rechnung massgebend ist. Die Son derregelungen von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 und 3 UVV verlangen einerseits, dass - bei unterjährigem Arbeitsverhältnis - der nicht während eines ganzen Jahres geflossene Lohn auf ein Jahreseinkommen umgerechnet wird, beschrän- ken aber andererseits bei zum Voraus be fristeten Beschäftigungen die Umrechnung auf die Dauer der befristeten Beschäftigung. Seite 18  Während des Jahres vor dem Unfall vom 15. März 2015 war die Beschwerdeführerin ohne Unterbruch zu 100% erw erbstätig, zunächst bis Ende August 2014 bei der H. und ab September 2014 bis zum Unfall bei der C. Beide Arbeitsverhältnisse waren unbefristet. Dieser Sachverhalt ist soweit unbestritten und er gibt sich auch ohne weiteres aus den vorinstanzlichen Akten. Im Fall der Be schwerdeführerin scheidet somit die Sonderregelung von Art. 22 Abs. 4 Satz 3 UVV zum Vorn herein aus (BGE 136 V 182 E. 2.3 in fine). Zu prüfen ist aber, was im konkreten Fall aus der Sonderregelung von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV für die Bemes sung des versicherten Verdienstes der Beschwerde - führerin zu folgern ist.  Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV lautet wie folgt: „Dauerte das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr, so wird der in dieser Zeit bezogene Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet.“ Dieser Wortlaut spricht auf den ersten Blick für die Auffassung der Vorinstanz, die davon ausgeht, dass der versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin grundsätzlich so bestimmen sei, dass der in den 6.5 Monaten seit Stel lenantritt bei der C. erzielte Verdienst auf ein Jahr umgerechnet werde. Allerdings hat die Vorinstanz, ihrer Praxis entsprechend, schliesslich zu Gunsten der Be schwerdeführerin eine Bemessung ana log dem Wort laut von Art. 15 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs . 4 Satz 1 UVV angewendet und der Rentenbemessung im Einspracheentscheid einen hö heren Verdienst zugru nde gelegt, den sie da durch errechnete, dass sie die insgesamt innert ei nes Jahres vor dem Unfall bei allen Ar beit- gebern erzielten Löhne zusammenzä hlte (also im Fall der Be schwerdeführerin den bis Ende August 2014 erzielten Lohn bei der H. und den ab Sep tember 2014 bei der C. erzielten Lohn).  Die Beschwerdeführerin macht hingegen geltend, bei richtiger Anwendung von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV ergebe sich im konkreten Fall, dass erst der seit Januar 2015 erzielte Lohn auf ein Jahreseinkommen umzurechnen sei. Sie habe nämlich ab Januar 2015 einen höheren Lohn erhalten, als dies noch bei Stellenantritt im September 2014 der Fall gewe- sen sei. Unter diesen Umständen sei für die Ermittlung des versicherten Verdienstes auf die mit Schreiben der C. vom 7. Januar 2015 geänderten Anstellungsbedingungen abzu- stellen, gleich, wie dies auch bei einem Stellenwechsel der Fall gewesen wäre.  Bei unbefristeten unterjährigen Arbeitsverhältnissen - also auch im Fall der Beschwerde- führerin, die im Unfallzeitpunkt, was völlig unbestritten ist, in einem unbefristeten unter - jährigen Arbeitsverhältnis bei der C. stand - hat grundsätzlich eine Umrechnung des bis zum Unfall erzielten Verdienstes an der unterjährig angetretenen unbefristeten Stelle auf zwölf Monate erfolgen (BGE 136 V 182 E. 2.2; BGE 138 V 106 E. 5.3). Die Ausnahme- bestimmung von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV gilt ge mäss Bundesgericht notabene selbst dann, wenn der nach einem Stellen wechsel erzielte Lohn geringer sein sollte als der an Seite 19 der vorherigen Stelle erzielte Lohn: Der Unfallversicherer habe nämlich nicht dafür einzu- stehen, dass eine ver sicherte Person eine Stell e mit einem tie feren Lohn angenommen habe. Die Ver sicherungsleistungen seien gemäss Äqui valenzprinzip basierend auf den Verhältnissen im Zeitpunkt des Unfalls festzulegen (vgl. dazu Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 282/03 vom 19. November 2004 E. 3.3; die Vorinstanz ver folgt allerdings abweichend von dieser Rechtsprechung eine für die versicherte Person günstigere Praxis und berücksichtigt in solchen Fällen, wie bereits erwähnt, praxisgemäss den höheren innert eines Jahres vor dem Unfall erzielten Lohn).  Diese Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV basiert allerdings ausdrücklich auf der Vermutung, dass die versicherte Person ganzjährig zu den gleichen Bedingungen gearbeitet hätte (BGE 138 V 106 E. 5.3; BGE 136 V 182 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts U 540/06 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2; Urteile des Eidg. Versicherungs- gerichts U 421/05 vom 25. Oktober 2006 E. 2.3 und U 307/04 vom 1. Februar 2005 E. 3.1). Diese Vermutung ist auf den Regelfall zugeschnitten, bei dem noch vor dem Unfall eine unterjährige unbefristete Stelle angetreten wurde, ohne dass die vereinbarten Anstel- lungs- (insbesondere: Lohn-)bedingungen in dieser noch weniger als ein Jahr andauern- den Zeitspanne Änderungen er fahren ha ben. Nur unter diesen Umstän den macht es überhaupt Sinn, zu vermuten, dass die versi cherte Person ganzjährig zu den gleichen Bedingungen wie in der unterjährigen Zeitdauer bis zum Unfall gearbeitet hätte. Im Fall der Beschwerdeführerin wurde jedoch das zunächst vereinbarte Monatsgrundge- halt, das noch bei Stellen antritt galt, bereits vier Monate nach Stel lenantritt mit Wirkung ab Januar 2015 deutlich erhöht (von Fr. 7‘500.-- auf Fr. 8‘500.--; zusätzlich erhielt sie zu- dem ab Januar 2015 die AVIA -Tankkarte). Unter die sen konkreten Umständen kann gerade nicht vermutet werden, die Beschwerdeführerin hätte ganzjährig zu dem Lohn gearbeitet, der sich bei einer Umrechnung des in sämtlichen 6.5 Monaten vor dem Unfall erzielten Verdienstes bei der C. auf ein Jahr ergibt. Sie hat nachweislich ab Januar 2015 einen höheren Verdienst erzielt.  Die Sonderregelungen von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 und 3 UVV hängen eng mit dem Äquiva- lenzprinzip zwischen ve rsichertem Verdienst und Prä mienordnung zusammen: Grund - sätzlich soll sichergestellt sein, dass bei finanziell wichtigen Versicherungsleistungen wie Renten von den gleichen Faktoren ausgegangen wird, die auch Basis für die Prämienbe- rechnung bilden ( vgl. dazu auch BGE 118 V 298 E. 2b). Trat noch vor dem Unfall eine wesentliche Veränderung in der Basis für die Prämienberechnung ein, sollte dies deshalb (unabhängig davon, wie lange diese Veränderung bereits andauerte) auch bei der Fest - legung des für die Rentenberechnung massgebenden versicherten Verdienstes berück-Seite 20 sichtigt werden. Auch bei einem unterjährigen Arbeitsverhältnis ist stets von den tatsäch- lichen erwerblichen Verhältnissen auszugehen, die im Unfallzeitpunkt effektiv bestanden. Massgebend ist weder ein hypothetisch festgelegtes Jahres einkommen, das die versicherte Person erzielt hätte, wenn sie das unterjährige Arbeits verhältnis bereits ein volles Jahr vor dem Unfall angetreten hätte, noch ist die künftige Lohnentwicklung ent - scheidend, wie sie eingetreten wäre, wenn die versicherte Person nach dem Unfall bis zum Zeitpunkt weitergearbeitet hätte, in dem sie in dem die Versicherung beding enden Arbeitsverhältnis einen vollen Jahreslohn erzielt gehabt hätte (vgl. dazu Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 292/01 vom 1. April 2003 E. 3.3; in jenem Entscheid [siehe dessen E. 5.2] hat das Eidgenössische Versicherungsgericht konse - quenterweise auch die der versicherten Person zwar nicht bereits während der gesamten Zeitdauer eines Jahres vor dem Unfall, wohl aber im Unfallzeitpunkt zustehenden Kinder- zulagen für die Berechnung des versicherten Verdienstes gestützt auf Art. 24 Abs. 2 Satz 2 UVV voll mit dem Faktor 12 berücksichtigt).  Das Bundesgericht hat die Bestimmung von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV in seiner Recht - sprechung vor diesem Hintergrund dieser Überlegungen namentlich für anwendbar erklärt bei einem Stellenwechsel, bei Aufnahme einer Er werbstätigkeit und einem Wechsel von selbständiger zu unselbständiger Erwerbstätigkeit (BGE 136 V 182 E. 2.2; BGE 138 V 106 E. 5.3; fer ner auch Urteile des Eid genössischen Versicherungsgerichts U 421/05 vom 25. Oktober 2006 E. 2.3 und U 307/04 vom 1. Februar 2005 E. 3.1; Urteil des Bun des- gerichts U 540/0 6 vom 11. Oktober 2007 E. 3.1). Diese Aufzählung ist beispielhaft und nicht abschliessend. Wäre die Be schwerdeführerin bis Ende 2014 bei der H. beschäftigt gewesen und hätte sie ihre Anstellung bei der C. erst per 1. Januar 2015 zu den ab dann geltenden, für sie deutlich besseren Lohnbedingungen angetreten, wäre - was angesichts der eingereichten Stellungnahmen beider Parteien wohl völlig unstrittig sein dürfte - diesfalls gestützt auf Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV infolge dieses Stellenwechsels ohne weiteres gestützt auf Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV der ab Januar 2015 gel tende Verdienst bei der C. auf ein Jahr umzurechnen (was zu einem höheren versicherten Verdienst führt, als wenn der gesamte Verdienst, den die Beschwer deführerin im konkreten Fall tatsächlich bereits seit September 2014 bis zum Unfallzeit punkt bei der C. verdient hatte, auf 12 Monate umgerechnet wird). Bei der Lohnerhöhung ab Januar 2015 handelte es sich um eine durchaus wesentliche Verbesserung der An stellungsbedingungen für die Beschwerdeführerin, welche im Unfallzeitpunkt bereits galten. Unter diesen Um ständen ist nicht ersicht lich, weshalb die Beschwerdeführerin nur deshalb, weil sie den ab Januar 2015 geltenden höheren Lohn Seite 21 bei derselben Arbeitgeberin verdiente, bei der sie schon 4 Monate vorher zu einem tiefe- ren Lohn an gestellt war, im Resultat schlechter fahren soll , als wenn sie durch einen Stellenwechsel zu einer anderen Arbeitgeberin ebenfalls ab Ja nuar 2015 einen entspre- chend hö heren Lohn erzielt hätte. Die arbeitsvertraglichen Grund lagen haben sich im konkreten Fall per 1. Januar 2015 mit wesentlicher Auswirkung auf den Verdienst geän - dert. In sol chen Einzelfällen muss sich die Vermutung, die ver sicherte Per son hätte ganzjährig zu denselben Bedingungen gearbeitet, bei sachgerechter Auslegung von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV auf die neuen Anstellungsbedingungen beziehen, jedenfalls, wenn diese, was vorliegend der Fall ist, noch vor dem Unfall in Kraft ge treten sind. Di es ent- spricht sowohl Sinn und Zweck von Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV und der dazu ergangenen Rechtsprechung als auch nicht zuletzt dem Gebot der rechtsgleichen Behandlung vergleichbarer Sachverhalte. Zusammengefasst ist daher der Argumentation der B eschwerdeführerin zuzustimmen, die gestützt auf Art. 22 Abs. 4 Satz 2 UVV davon ausgeht, der versicherte Verdienst sei im kon- kreten Fall gestützt auf die seit Januar 2015 geltenden Anstellungs - und Lohnbedingungen bei der C. festzusetzen, indem der sei t Januar 2015 erzielte Verdienst auf ein Jahr um ge- rechnet werde. b. Als versicherter Verdienst für die Bemessung der Renten gilt gemäss Art. 22 Abs. 2 UVV grundsätzlich der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende Lohn (analog zum Valideneinkommen, siehe dazu vorstehend, E. 2.4). Daraus folgt, dass die Erwägungen betreffend die AVIA -Tankkarte, die be reits im Zusammenhang mit der Be messung des Valideneinkommens angeführt wurden (vorstehend, E. 2.4 c), auch für die Be messung des versicherten Verdienstes gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG gelten: Auch hier ist die mo natliche Naturalleistung im Wert von Fr. 300. --, welche der Beschwerdeführerin in Form der AVIA - Tankkarte aus gerichtet wurde, als Lohnbestandteil einzuordnen. Sowohl das monat liche Grundgehalt als auch dieser zusätzliche Lohnbestandteil sind bei der Bemessung des versicherten Verdienstes zu berücksichtigen. Art. 22 Abs. 2 lit b UVV sieht zudem (abweichend zur Regelung in der Bundesgesetzgebung über die AHV) explizit vor, dass zur Ermittlung des versicherten Verdienstes im Sinn von Art. 15 Abs. 1 UVG auch Familienzulagen, die als Kinder-, Ausbildungs- oder Haushaltszulagen im orts- oder branchenüblichen Rahmen gewährt werden, zu berücksichtigen sind (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2017 vom 2 7. April 2018 E. 3.1.1). Die Be schwerde- führerin erhielt monatlich eine Kinderzulage von Fr. 250. --, welche somit in die Be messung des versicherten Verdienstes miteinzubeziehen ist. Seite 22 c. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der versicherte Verdienst der Beschwerde - führerin somit rechnerisch wie folgt festzulegen: Die Beschwerdeführerin erzielte seit Januar 2015 ein monatliches Gesamteinkommen von Fr. 9‘758.33 (entsprechend dem Grundgehalt von Fr. 8‘500. -- zuzüglich AVIA -Tankkarte im Wert von Fr. 300. --, Kin derzulage von Fr. 250.-- sowie Anteil 13. Monatslohn von Fr. 708.33). Umgerechnet auf ein Jahr ergibt sich ein versicherter Verdienst von Fr. 117‘100.--. 3. Kosten und Entschädigung 3.1 Es handelt sich um ein kostenloses Verfahren (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a aATSG i.V.m. Art. 82a ATSG), weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind. 3.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat eine im Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht obsiegende Beschwerde führende Person An spruch auf Er satz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und sind ohne Rück sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwie rigkeit des Prozesses zu bemes- sen. Im Übrigen ist die Bemessung der Partei entschädigung dem kan tonalen Recht über - lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 3.1). Die Beschwerdeführerin hat mit ihren Anträgen grösstenteils obsie gt, nachdem einzig die vorinstanzliche Bemessung des Invalideneinkommens bestätigt werden konnte; sowohl das Valideneinkommen als auch der versicherte Verdienst wurden durch das Gericht neu festge- setzt. Diesem Verfahrensausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin somit Anspruch auf Ersatz ihrer Kosten der rechtsanwaltlichen Vertretung. Gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. c der kantonalen Verordnung über den Anwaltstarif (AT, bGS 145.53) gelangt in Ver waltungs- sachen vor Obergericht die pauschale Bemessung zur An wendung. Für das Honorar ist grundsätzlich ein Rahmen zwischen Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- vorgesehen (Art. 16 Abs. 1 AT). Im vorliegenden Fall erscheint das in vergleichbaren Fällen mit durchschnitt lichem Aufwand bei nicht einfachen Rechtsf ragen üb licherweise zu gesprochene Honorar von pauschal Fr. 3‘000. -- als angemessen, nachdem der medizinische Sachverhalt an sich grundsätzlich unbestritten war und sich der für das vorliegende Verfahren zu berück sichti- gende Aktenumfang dementsprec hend in Grenzen hielt. Zuzüglich der praxis gemäss übli- chen Barauslagenpauschale von 4% sowie der Mehrwertsteuer von 7.7% ergibt sich somit eine Entschädigung im Gesamtbetrag von Fr. 3‘360.25, welche der Beschwerdeführerin zu- lasten der Vorinstanz zuzusprechen ist. Seite 23 Demgemäss erkennt das Obergericht: 1. Die Beschwerde von A. wird unter Aufhebung des angefochtenen Einsprache entscheids teilweise gutgeheissen und die Bemessungsgrundlagen für die Renten leistungen ab April 2019 werden wie folgt festgesetzt:  Invalideneinkommen: Fr. 21‘879.--;  Valideneinkommen: Fr. 114‘100.--;  Versicherter Verdienst: Fr. 117‘100.--. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3‘360.25 (inklu- sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 4. Rechtsmittel: Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-rechtli- chen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismitt el und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwältin, die Vorinstanz und das Bundes- amt für Gesundheit. Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts Der Obergerichtspräsident: lic. iur. Walter Kobler Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. Annika Mauerhofer versandt am: 24. Juni 2021