JAAC65.56 Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 8. Juni 2000 in Sachen S. gegen Schweizerischer Kaufmännischer Verband, Prüfungskommission der Berufsprüfung für Buchhalter, und Bundesamt für Berufsbildung und Technologie [00/HB-002] Examen professionnel pour l’obtention du brevet fédéral de comptable. Violation du règlement. Cas limite. Délivrance du brevet. 1. La Commission d’examens viole le règlement lorsqu’elle ne respecte pas le schéma d’appréciation (système d’attribution des points) qu’elle a elle-même établi sur la base de ce règlement (consid. 5.1.3). 2. Si la situation de fait s’est modifiée au cours de la procédure devant l’Office fédéral de la formation professionnelle et de la technologie et devant la Commission de recours DFE, on peut se retrouver en présence d’un cas limite pouvant conduire à la délivrance du brevet (consid. 6). Berufsprüfung für Buchhalter. Reglementsverletzung. Grenzfall. Erteilung des Fachausweises. 1. Die Prüfungskommission hat sich an das von ihr nach Reglement erstellte Bewertungsschema (Punktesystem) zu halten, sonst liegt eine Reglementsverletzung vor (E. 5.1.3). 2. Hat sich die Sachlage im Verlauf des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie und vor der Rekurskommission EVD geändert, kann sich eine Grenzfallkonstellation ergeben, die letztlich zur Erteilung des Fachausweises führt (E. 6). 1Esame professionale di contabile federale. Violazione del regolamento. Caso limite. Rilascio dell’attestato professionale. 1. Se la Commissione d’esame non si attiene allo schema di valutazione (sistema di attribuzione di punti) da lei stessa stabilito a norma del regolamento, sussiste una violazione del regolamento (consid. 5.1.3). 2. Se, nel corso della procedura di ricorso dinanzi all’Ufficio federale della formazione professionale e della tecnologia e dinanzi alla Commissione di ricorso DFE la situazione di fatto si è modificata, si potrebbe essere confrontati con un caso limite, il quale avrebbe come conseguenza il rilascio dell’attestato professionale (consid. 6). S.legteimFrühling1999dieBerufsprüfungfürBuchhalterab. Am 11.Mai1999entschieddieKommissionHöherePrüfungenfürBuchhalter (Prüfungskommission),erhabediePrüfungnichtbestanden,weilerindrei FächernungenügendeNotenaufweise(«OrganisationdesRechnungswesens, schriftlich»[3,5],«Steuern,schriftlich»[3,0]sowie«Steuern,mündlich» [3,5]). GegendiesenEntscheiderhobS.BeschwerdebeimBundesamtfür BerufsbildungundTechnologie(BBT).ImVerfahrenvordemBundesamt wurdeimFach«OrganisationdesRechnungswesens,schriftlich»dieNoteauf 4,0angehoben. MitEntscheidvom30.Oktober1999wiesdasBBTBundesamt dieBeschwerdeab. MitBeschwerdevom28.Dezember1999gelangteS. (Beschwerdeführer)andieRekurskommissionEVD(REKO/EVD).Erbeantragt dieErteilungdesFachausweisesalsBuchhalter. AusdenErwägungen: (…) 2. NachdemBundesgesetzvom19.April1978überdieBerufsbildung (Berufsbildungsgesetz[BBG],SR412.10)undderVerordnungvom7.November 1979überdieBerufsbildung(Berufsbildungsverordnung[BBV],SR 412.101)fördertderBunddurchBeiträgeundandereMassnahmendievon BerufsverbändendurchgeführtenVeranstaltungen,welcheunteranderem dieWeiterbildungzumGegenstandhaben(Art.50Abs.2BBG).Siesollen gelerntenundangelerntenPersonenhelfen,ihreberuflicheGrundausbildung dertechnischenundwirtschaftlichenEntwicklunganzupassenoderzu erweiternundihreAllgemeinbildungzuverbessern,damitsieihreberufliche MobilitätsteigernundanspruchsvollereAufgabenübernehmenkönnen (Art.50Abs.1BBG).HiezukönnendieBerufsverbändevomBundanerkannte BerufsprüfungenundhöhereFachprüfungendurchführen. Siehabenüber solchePrüfungeneinReglementaufzustellen,dasderGenehmigungdes EidgenössischenVolkswirtschaftsdepartementsbedarf(Art.51Abs.1und 2BBGsowieArt.44Abs.1undArt.45BBV). DementsprechendhatderSchweizerischeKaufmännischeVerband(SKV) am22.Juni1982dasReglementüberdieEidgenössischeBerufsprüfung fürBuchhalter(Reglement;vgl. BBl 1981 III734)erlassen,welchesam 6.August1982mitdergleichentagsergangenenGenehmigungdurchdas 2EidgenössischeVolkswirtschaftsdepartementinKrafttrat. Danachführtder SKVunterAufsichtdesBBTBundesamtesBerufsprüfungenzumErwerbdes eidgenössischenFachausweisesfürBuchhalterdurch(Art.1Reglement). DiePrüfungistschriftlichundmündlich. SieumfasstdieFächer «Rechnungswesen,schriftlichundmündlich»,«Organisationdes Rechnungswesens,schriftlich»,«Steuern,schriftlichundmündlich» sowie«Recht,schriftlich»(vgl. Art.19Reglement). Fürdieschriftlichen PrüfungenwerdendieFachnotenaufGrunddesvonderPrüfungskommission ausgearbeitetenPrüfungsschemas(Punkt-system)erteilt. BeiderFestsetzung derSchlussnote(Durchschnittsnote)fürdieBerufsprüfungwirddieNote imFach«Rechnungswesen,schriftlich»doppeltgezählt. DieSummeder Fachnotenwirddurch7geteiltundaufeineDezimalegerundet(Art.23 Abs.1und2Reglement). NachArt.26desReglementsgiltdieBerufsprüfung alsbestanden,wenninderSchlussnote(Durchschnitt)undimFach «Rechnungswesen,schriftlich»jedieNote4,0nichtunterschritten,innicht mehralseinemderübrigenFächereineNoteunter4,0undinkeinemFach eineNoteunter3,0erreichtwurde. WerdiePrüfungnichtbestandenhat,wird frühestensnachAblaufeinesJahresnochmalszurPrüfungzugelassen. Diese zweitePrüfungbeziehtsichnuraufdieFächer,indenennichtmindestens dieNote5,0erzieltwurde. BestehteinKandidatdiePrüfungzweiMalnicht, wirderfrühestensnachAblaufvondreiJahrenseitdererstenPrüfungzu einerdrittenundletztenPrüfungzugelassen,wobeiinderdrittenPrüfungalle FächerderzweitenPrüfungabzulegensind(Art.27Abs.2und3Reglement). 3. DiePrüfungskommissionkaminihrerVerfügungvom11.Mai1999 zumSchluss,derBeschwerdeführerhabedieEidgenössischeBerufsprüfung fürBuchhalternichtbestanden,underteilteihmindenFächern«Organisation desRechnungswesens,schriftlich»(3,5),«Steuern,schriftlich»(3,0)und «Steuern,mündlich»(3,5)ungenügendeNoten. ImRahmendesBeschwerdeverfahrensvordemBBTBundesamt erhöhtendiezuständigenExaminatorendieNoteimFach«Organisation desRechnungswesens,schriftlich»von3,5auf4,0. Damitweistder BeschwerdeführernurnochindenbeidenFächern«Steuern,schriftlich» (3,0)und«Steuern,mündlich»(3,5)ungenügendeNotenauf. NachArt.26desReglementsdürftederBeschwerdeführerjedochnurineinem dieserbeidenFächereineNoteunter4haben,damitihmdereidgenössische FachausweisfürBuchhaltererteiltwürde. DievorderRekurskommissionEVDvomBeschwerdeführerim ZusammenhangmitseinemAntragaufErteilungdesFachausweises vorgebrachtenRügenbetreffenvondenbeidenungenügendbenoteten FächernlediglichdasFach«Steuern,schriftlich». Damitanerkenntder Beschwerdeführerimplizit,imFach«Steuern,mündlich»ungenügende Leistungerbrachtzuhaben. DerBeschwerdeführerverlangtvorderRekurskommissionEVD,eine AnhebungderNoteimFach«Steuern,schriftlich»von3,0auf4,0. Damithätte ernurnocheineNote-nämlichimFach«Steuern,mündlich»-unter4,0und eskönnteihmentsprechenddemReglementdereidgenössischeFachausweis fürBuchhaltererteiltwerden. 3(…) 4. FürdiePrüfungderVorbringendesBeschwerdeführerssindfolgende Grundsätzewegleitend: MitderVerwaltungsbeschwerdekannnachArt.49desBundesgesetzes vom20.Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren(VwVG,SR 172.021)gerügtwerden: a. dieVerletzungvonBundesrecht,einschliesslich ÜberschreitungoderMissbrauchdesErmessens,b. dieunrichtigeoder unvollständigeFeststellungdesrechtserheblichenSachverhaltessowiec. dieUnangemessenheitderangefochtenenVerfügung. WerdenVerfahrensmängelimPrüfungsablaufgerügtoderistdieAuslegung undAnwendungvonRechtsvorschriftenstreitig,hatdieRechtsmittelbehörde dieEinwendungenohneEinschränkungzuprüfen. AufVerfahrensfragen habenalleEinwendungenBezug,diedenäusserenAblaufderPrüfungoder dasVorgehenbeiderBewertungbetreffen. PrüftdieRechtsmittelinstanz solcheEinwendungennurmitbeschränkterKognition,sobewirktdieseine formelleRechtsverweigerung( BGE106Ia1 E.3c). EinVerfahrensmangel imPrüfungsablaufgiltabernurdannalsBeschwerdegrundimSinnevon Art.49Bst.aVwVG,deresrechtfertigt,dieBeschwerdegutzuheissen,wenn Anhaltspunktedafürbestehen,dasserdasPrüfungsergebnismöglicherweise ungünstigbeeinflussthat( VPB56.16 E.4,45.43E.3). BeiderBewertungvonPrüfungsleistungenauferlegtsichdie RekurskommissionEVDindesseninAnlehnungandieRechtsprechungdes BundesgerichteseinegewisseZurückhaltung. InFragen,dieseitensder Verwaltungsjustizbehördennaturgemässschwerüberprüfbarsind,weicht sienichtohneNotvonderBeurteilungdererstinstanzlichenPrüfungsorgane undExpertenab. Diesdeshalb,weilderRechtsmittelbehördemeistnicht allemassgebendenFaktorenderBewertungbekanntsindundesihrin derRegelnichtmöglichist,sicheinzuverlässigesBildüberdieGesamtheit derLeistungendesBeschwerdeführersinderPrüfungundderLeistungen derübrigenKandidatenzumachen. ÜberdieshabenPrüfungenhäufig SpezialgebietezumGegenstand,indenendieRechtsmittelbehördeüberkeine eigenenFachkenntnisseverfügt. BesondereSchwierigkeitenergebensich fürdieNachprüfungvonNotengebungen,diesichnichtausschliesslichauf schriftliche,sondernauchaufmündlichePrüfungenbeziehen( BGE106Ia1 E.3). EinefreieÜberprüfungderExamensbewertungwürdezudemdieGefahr vonUngerechtigkeitenundUngleichheitengegenüberanderenKandidatenin sichbergen( BGE118Ia488 E.4c,106Ia1E.3c,105Ia190E.2a; VPB56.16 E.2.1;vgl. unveröffentlichteBeschwerdeentscheidederREKO/EVDvom 15.Dezember1999i.S.B.[99/HB-015]E.4undvom7.September1999i.S. L.[98/HB-012]E.5.1). DieRekurskommissionEVDhebtdemzufolge-ausserbeiVerfahrensmängeln -einenEntscheidnurauf,wenndasPrüfungsergebnismateriellnichtmehr vertretbarerscheint,seidies,weildiePrüfungsorganeinihrerBeurteilung eindeutigzuhoheAnforderungengestellthabenoder,ohneübertriebene Anforderungenzustellen,dieArbeitdesKandidatenoffensichtlich unterbewertethaben(vgl. unveröffentlichterBeschwerdeentscheidder REKO/EVDvom23.Dezember1998i.S.H.[98/HB-009],E.4.2;VPB45.43 E.2,50.45E.2,56.16E.2.1). DamitdieBeschwerdeinstanzeinesolche Überprüfungvornehmenkann,müssendiePrüfungsorganeauferhebliche 4Rügeneingehen. Siehabensachlichundnachvollziehbardarzulegen,weshalb siedieeinzelnenVorbringendesBeschwerdeführersfürunzutreffend haltenbeziehungsweiseauswelchenGründendiebemängelteBewertung gleichwohlgerechtfertigtist(unveröffentlichterBeschwerdeentscheidder RekurskommissionEVDvom6.März1998i.S.B[97/JC-001],E.7.2). Dennnur soweitsichdiePrüfungsbewertungnachvollziehenlässt,kannüberhaupt beurteiltwerden,obdiestrittigeLeistungsbeurteilungalsvertretbarerscheint (vgl. BGE106Ia1 E.3amEnde;REKO/EVD95/4K-014E.10.1,publiziertin: VPB 61.32). 5. DerBeschwerdeführerbeantragteineErhöhungderNoteim Fach«Steuern,schriftlich»auf4,0unddamitverbundendieErteilung desFachausweisesalsBuchhalter. DiePrüfungskommissionhattedem BeschwerdeführerimFach«Steuern,schriftlich»37,5Punkteunddamit dieNote3,0erteilt. ImRahmendesBeschwerdeverfahrensvordem BBTBundesamterhöhtendieExaminatorendiePunktezahlauf39,5Punkte. DieseErhöhungum2PunktehatjedochnachderNotenskalakeinenEinfluss aufdieNote. NachderNotenskalafehlendemBeschwerdeführer1,5Punkte fürdieNote3,5und11,5PunktefürdieNote4,0. DerBeschwerdeführerbringtvor,imFach«Steuern,schriftlich»seidie PunkteverteilungindenAufgaben1bis9derPrüfungnichtnachvollziehbar. SieentbehrejeglicherLogik. ErweistinsbesondereaufAufgabe5hinundhält fest,esseienmehrPunkteabgezogenworden,alsnachdemPrüfungsschema hättenvergebenwerdenkönnen. 5.1. MitderkonkretenRügebetreffendAufgabe5-esseienmehrPunkte abgezogenworden,alsnachdemPrüfungsschemaverteiltwerdenkönnen- machtderBeschwerdeführereinunkorrektesVorgehenbeiderBewertung geltend. DieRekurskommissionEVDhatdieseRügemitvollerKognitionzu prüfen(vgl. E.4). 5.1.1. InseinerBeschwerdeandasBBTBundesamtvom29.Juni1999 brachtederBeschwerdeführerFolgendesbetreffendAufgabe5vor: «Bei der Kapitalerhöhung werden gem. Musterlösung 1,00 Punkte verteilt; bei der Korrektur wurden jedoch 2,00 für den gleichen Sachverhalt abgezogen. Negativwerte sind nicht möglich (…).» MitStellungnahmevom18.September1999erklärtederExaminator,die Kandidatin(recte: derKandidat)habedieProblemstellungnichtverstanden, weilsie( recte: er)voneinemMantelhandelausgegangensei. Beisolchkrassen FehlernseienbeiderKorrektureinheitlichzweiPunkteabgezogenworden. MitReplikvom2.November1999hieltderBeschwerdeführerunteranderem fest,wennfürdieErmittlungeinesTeilergebnisses1Punktvorgesehen sei,dannkönntennachjederKorrekturrichtliniefürstaatlicheSchulen undeigentlichauchnachgesundemMenschenverstandnichtmehrPunkte abgezogenwerden,alsverteilbarseien. InseinemBeschwerdeentscheidvom30.November1999führtedas BBTBundesamtimWesentlichenaus,diebeschriebeneBewertungsmethode (Negativpunkte)seizwarnichtüblich,siewerdejedochnichtvom Prüfungsreglementausgeschlossen. EsgebeverschiedeneMethoden,um 5dasWissenundKönneneinesKandidatenzuprüfen. EsliegeimErmessender Prüfungskommissionzubestimmen,welcheMethodensiewannanwenden wolle. DasVorgehenderPrüfungskommissionbeiderBewertungseikorrekt. 5.1.2. NachArt.21desReglementshatdiePrüfungskommissionfür sämtlichePrüfungsfächereinPrüfungsschemaauszuarbeiten,indemdie wichtigstenTeilarbeitenoderPrüfungspositionenvorzumerkensind. Im WeiterenhältdieserArtikelfest,dassdieExaminatorensichgewissenhaft andieseVorlagezuhaltenhätten. NachArt.23Abs.1desReglements werdenfürdieschriftlichenPrüfungendieFachnotenaufGrunddesvon derPrüfungskommissionausgearbeitetenPrüfungsschemas(Punktsystem) erteilt. ImFach«Steuernschriftlich»hatdiePrüfungskommissioneinsolches Schemaausgearbeitet. EsbeinhalteteinestichwortartigeAufzählungder (Teil-)LösungenunddiejeweilshierfürvorgesehenePunktezahl. NachdiesemSchemasindfürdieAufgabe5gesamthaft15Punktevorgesehen. Diese15Punktewerdenfolgendermassenaufgeteilt: «Kapitalerhöhung nach Art. 5/1/a StG bzw. kein Mantelhandel nach Art. 5/2/b StG 1 Punkt Verkehrswert Sacheinlagen: Kapitalerhöhung Fr. 350 000 2 Punkte Stille Reserven Waren + angef. Arbeiten: Fr. 100 000 2 Punkte Stille Reserven Masch. + Installationen: Fr. 50 000 2 Punkte Abzüge für: nicht beanspruchte Freigrenze (Art. 6/1/g StG): Fr. 200 000 4 Punkte Beurkundungs- und Handelsregistergebühren: Fr. 3 000 1 Punkt Nettoausgabepreis: Fr. 294 059 2 Punkte Emissionsabgabe: Fr. 2 940.60 1 Punkt» DemBeschwerdeführerwurdenfürdieseAufgabegesamthaft4Punkteerteilt. ImEinzelnenhattendieExaminatorenfolgendeBewertungvorgenommen: -2, +2,0,0,+3,0,0,+1Punkte(=4Punkte). 5.1.3. DerBeschwerdeführeristunbestrittenermassennichtvoneiner KapitalerhöhungnachArt.5/1/adesBundesgesetzesvom27. Juni1973über dieStempelabgaben(StG,SR641.10)ausgegangen(=1.Teillösungnachder obigenVorlage),weshalbihmnichtderhierfürvorgesehenePunkthaterteilt werdenkönnen. DieExaminatorenhabennunaberdemBeschwerdeführer 2PunkteabzogenmitderBegründung,eshandlesichumeinenkrassen Fehler. NachobigerVorlagekönnenjenachdem,obeineTeillösungrichtig,teilweise richtigoderfalschist,0,+1,+2,+3oder+4Punkteerteiltwerden. Eine Negativkorrekturistnichtvorgesehen. GrundsätzlichschliesstdasReglementbzw. dieWegleitungeine Negativkorrekturnichtaus. Esliegtsomit-wiedieVorinstanzinihrem Entscheidfesthält-imErmessenderPrüfungskommission,welche 6Bewertungsmethodesieanwendenwill. HatsiesichjedochfüreineMethode entschiedenunddiese-wieeshierderFallist-indasnachArt.21des ReglementszuerstellendePrüfungsschemaaufgenommen,hatsiesich gewissenhaftandieseVorlagezuhalten(Art.21Satz2Reglement). AusdenobigenAusführungengehthervor,dassdiePrüfungskommissionsich nichtgewissenhaftandasPrüfungsschemagehaltenundimschriftlichenFach «Steuern»dieNotenichtaufGrunddiesesSchemaserteilthat(vgl. Art.21und Art.23Abs.1Reglement). IndiesemSinneliegteineReglementsverletzung vor. BeikorrektemHeranziehendesPrüfungsschemashättedievom BeschwerdeführernichtrichtigbeantworteteTeillösungmit0Punkten(und nichtmit-2Punkten)bewertetwerdenmüssen. SomitmüssendiezuUnrecht abgezogenen2PunktezudervomBeschwerdeführerimFach«Steuern, schriftlich»erreichtenPunktezahlvon39,5hinzugezähltenwerden. Esergibt sichdamitimFach«Steuern,schriftlich»einePunktezahlvon41,5Punkten und-entsprechendderNotenskala-dieNote3,5. 5.2. DerBeschwerdeführerrügtdasVorgehenderBewertung-abgesehen betreffenddieAufgabe5-auchhinsichtlichderAufgaben1,2,3,4,6,7,8und 9. ErbringtjedochdiesbezüglichkeinekonkretenHinweiseoderGründevor, weshalbdieVerteilungderPunktenichtkorrektsei. Ersubstanziiertseine Vorbringennicht. DeshalbbestehtfürdieRekurskommissionEVDkeinAnlass,diepauschal vorgebrachteRügedesBeschwerdeführers,diePunkteverteilunginden Aufgaben1bis4und6bis9seinichtnachvollziehbarbeziehungsweise entbehrejeglicherLogik,näherzuprüfen. 5.3. Somitergibtsich,dassdemRekurrentenfürdieAufgabe5zwei zusätzlichePunktezuzugestehensind,waszueinerPunktezahlvon 41,5Punktenführtund-entsprechendderNotenskala-imFach«Steuern schriftlich»dieNote3,5ergibt. BereitsimBeschwerdeverfahrenvor demBBTBundesamthattediePrüfungskommissiondieNoteimFach «OrganisationdesRechnungswesens»von3,5auf4,0angehoben. Damithat derBeschwerdeführernochindenFächern«Steuernschriftlich»und«Steuern mündlich»jedieungenügendeNote3,5. EsstelltsichdieFrage,obderBeschwerdeführer-aufGrundderveränderten Sachlage-dieVoraussetzungendervonderPrüfungskommission angewendetenGrenzfallregelungerfüllt. 6. DiePrüfungskommissionhat«RichtlinienzurBehandlung vonGrenzfällen»vom31.August1988(Richtlinien)erlassen. Die PrüfungskommissionkanninGrenzfällen«-woihrdiesalsangezeigterscheint -beschliessen,dasseinemKandidatenderPrüfungsausweiserteiltwird, obwohldieBedingungennachdemgeltendenReglementnichterfülltsind (Ziff.1Richtlinien). NachZiff.2.1.3derRichtliniengiltfürdieBerufsprüfung fürBuchhalterfolgendeGrenzfallkonstellation: «Erzielt ein Kandidat im Fach Rechnungswesen schriftlich eine genügende Note, liegen aber in einem der übrigen schriftlichen Fächer sowie in einem der beiden mündlichen Fächer ungenügende Noten vor, so kann eine der 7beiden ungenügenden schriftlichen oder mündlichen Noten um höchstens eine halbe Note angehoben werden, wenn damit die Bedingungen nach Art. 26 des Reglements erfüllt werden. Die Aufwertungen gemäss Positionen 2.1.1, 2.1.2 und 2.1.3 sind im Prinzip nur dann angebracht, wenn der Gesamtdurchschnitt vor der Aufwertung 4.2 oder mehr beträgt.» DerBeschwerdeführerhatimFach«Rechnungswesenschriftlich»eine genügendeNote,nämlich4,5,erzielt. IndenFächern«Steuern,schriftlich»und «Steuern,mündlich»haterjedochungenügendeNoten,nämlichje3,5,erreicht. DerGesamtdurchschnittbeträgt4,2,nachdemindenBeschwerdeverfahren vordemBBTBundesamtundderRekurskommissionEVDindenFächern «OrganisationdesRechnungswesen,schriftlich»und«Steuern,schriftlich» dieNotenauf4,0bzw. 3,5angehobenwordensind. AufGrunddieser GegebenheitenkanngestütztaufdieGrenzfallregelungdieNoteimFach «Steuern,schriftlich»umeinehalbeNoteauf4,0angehobenwerden. Damit hatderBeschwerdeführernachdemReglementdiePrüfungbestandenundes istihmderFachausweisfürBuchhalterzuerteilen. (…) (DieRekurskommissionEVDheisstdieBeschwerdegut,hebtden BeschwerdeentscheiddesBundesamtesfürBerufsbildungundTechnologie vom30.November1999sowiedenEntscheidderPrüfungskommission fürBuchhaltervom11.Mai1999auf,stelltfest,dassS.dieBerufsprüfung fürBuchhalterbestandenhatundweistdiePrüfungskommissionan,dem BeschwerdeführereinneuesNotenblattmitderNote4,0imFach«Steuern, schriftlich»undmitderNote4,0imFach«OrganisationdesRechnungswesens schriftlich»auszustellen,unddasBundesamtfürBerufsbildungund TechnologieihmdeneidgenössischenFachausweisfürBuchhalterzuerteilen.) 8Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 65.56 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 8. Juni 2000 in Sachen S. gegen Schweizerischer Kaufmännischer Verband, Prüfungskommission der Berufsprüfung für Buchhalter, und Bundesamt für Berufsbildung und Technologie ... In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2001 Année Anno Band 65 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 005 228 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.