Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. November 2019 (720 19 96 / 293) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Beurteilung des behandelnden Psychiaters ist mi t zu vielen Zweifeln und Widersprü- chen behaftet und kann keine konkreten Zweifel an e inem psychiatrischen Verwaltungs- gutachten begründen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Melina Tzikas, Rechtsan- wältin, Totentanz 5, Postfach 2039, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1975 geborene A.____ ist gelernter Maler. Un ter Hinweis auf einen Bandscheiben- vorfall an der Halswirbelsäule (HWS) meldete er sich am 27. August 2015 bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse, namentlich nach Einholu ng eines rheumatologisch-psychiatri- schen Gutachtens von Dr. med. B.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. August 2017, lehnte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) das Leistungsgesuch unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 20% mit Verfügung vom 20. Februar 2019 ab. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Re chtsanwalt Jonas Steiner, am 18. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung sowie die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, eventualiter die Zusprache einer befristeten Rente. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass auf das von der IV- Stelle eingeholte psychiatrische Teilgutachten nicht abgestellt werden könne. Der Gutachter habe sich nicht an die Qualitätsrichtlinien für die Erstellung eines Gutachtens gehalten. Hinsichtlich der noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit widerspreche die Einschätzung einer nur 20%-igen Ar- beitsunfähigkeit dem Attest des behandelnden Psychiaters, der von einer 80%-igen Arbeitsunfä- higkeit ausgegangen sei. Ausserdem habe sich Dr. C.____ nicht genügend mit dem Scheitern der beruflichen Massnahmen auseinandergesetzt. Schliesslich halte sein Teilgutachten der recht- sprechungsgemässen Indikatorenprüfung nicht stand. C. Unter Hinweis auf eine Stellungnahme von Dr. C.__ __ vom 3. April 2019 schloss die IV- Stelle mit Vernehmlassung vom 25. April 2019 auf Abwe isung der Beschwerde. Einerseits hielt sie fest, dass der diagnostizierten depressiven Störung keine invalidisierende Wirkung zukomme und selbst die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20% ab Gutachtenszeitpunkt bzw. von 50% für die Zeit ab März 2016 deshalb unberücksichtig t bleiben müsse. Andererseits seien im Rahmen der Begutachtung durch Dr. C.____ alle re levanten Gesichtspunkte berücksichtigt worden. Vor diesem Hintergrund könne nicht gesagt, werden, die gutachterliche Zumutbarkeits- beurteilung halte der Standardindikatorenprüfung ni cht stand. Im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. C.____ sei von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit für angepasste Verweistätigkeiten aus- zugehen. Der Rentenanspruch sei zu Recht abgelehnt worden. D. Mit Replik vom 12. Juli 2019 hielt der Beschwerdefü hrer, mittlerweile neu vertreten durch Rechtsanwältin Melina Tzikas, unter Hinweis auf eine Stellungnahme seines ursprünglich behan- delnden Psychiaters an seinen Rechtsbegehren fest. Sein Psychiater habe nachvollziehbar dar- gelegt, dass nicht auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C.____ abgestellt werden könne. E. Die IV-Stelle hielt unter Hinweis auf eine Stellu ngnahme ihres regionalärztlichen Diens- tes (RAD) vom 6. August 2019 mit Duplik vom 12. Septemb er 2019 an der Abweisung der Be- schwerde fest. Dabei führte sie aus, dass eine retrospektive Beurteilung echtzeitlich ausgestellter Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aus Sicht des RAD problematisc h erscheine. Es sei im vorliegen- den Fall daher angemessen, für die zurückliegenden Zeit räume in Abweichung des psychiatri- schen Gutachters auf echtzeitlich ausgestellte Zeugnisse abzustellen. Dabei sei jedoch daran festzuhalten, dass es sich dabei um eine rein medizinische Einschätzung handle, welche nach Vornahme der Standardindikatorenprüfung rechtlich nicht übernommen werden könne. F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. Septembe r 2019 wurde der Fall dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und f ormgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 18. März 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre- chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). U nter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraf t gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG aus- schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus ob jektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente , wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein- tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi nischen Behandlung und allfälliger Einglie- derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be i ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan der gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Die Annahme insbesondere einer allenfalls invalid isierenden psychischen Gesundheits- beeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gest ellte Diagnose nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen allerdings kein Krank- heitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Ver- bindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt deshalb in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträc htigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Fra ge zentrale Bedeutung zu, ob und in- wiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbei ten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Per- son nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Vo- raussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 127 V 294 E. 4c in fine). Zu den psy- chischen Gesundheitsschäden gehören neben den eigentliche n Geisteskrankheiten auch seeli- sche Abwegigkeiten mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkun gen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten indessen jene Be- einträchtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterla gen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2 , 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur- teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer-weise noch ver- richtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen d er Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper- tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachm edizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13 . Juni 2001, E. 2b), ein Administrativgut- achten nur deshalb in Frage zu stellen oder zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vo rbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behande lnden Ärzte wichtige - und nicht rein sub- jektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspe kte benennen, die im Rahmen der Begut- achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Zwischen den Parteien ist grundsätzlich unbestritten g eblieben, dass der Beschwerdefüh- rer in seiner angestammten Tätigkeit als Maler seit März 2015 vollständig arbeitsunfähig ist. Diese Auffassung deckt sich mit den medizinischen Akten, wonach sowohl der behandelnde Rheuma- tologe (IV-Dok 50), der somatische Gutachter (IV-Dok 81, S. 8, ad Ziffer 2.6) als auch der RAD (IV-Dok 83, S. 3) dem Versicherten im angestammten Be ruf eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert haben. Unbestritten geblieben ist a uch die dem Versicherten verbleibende Arbeitsfähigkeit in einer ihm zumutbaren Verweistätigkeit aus somatischen Gründen im Umfang von 100% (IV-Dok 81, S. 11, ad Ziffer 2.7). Diese Ein schätzung stimmt denn auch mit den Ein- schätzungen des behandelnden Rheumatologen überein, won ach der Versicherte in einer lei- densadaptierten Tätigkeit seit Januar 2016 voll arbeit sfähig ist (IV-Dok 13, S. 6; IV-Dok 19; ebenso IV-Dok 81, S. 2 und 11, ad Ziffer 2.6). Weitere Ausführungen zu seinen Einschränkungen somatischer Natur erübrigen sich bei dieser Aktenlage. Uneinigkeit zwischen den Parteien be- steht hingegen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer ihm künftig noch zumutbaren Verweistä- tigkeit aus psychiatrischen Gründen. 5.1 In diesem Zusammenhang steht die Exploration vom 8 . Mai 2017 und das in der Folge ergangene psychiatrische Fachgutachten von Dr. C.____ vom 28. August 2017 im Zentrum. Darin diagnostizierte der Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende, aktuell leichtgradige depressive Störung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden akzentu- ierte narzisstische Persönlichkeitszüge. In seiner abschliesse nden Beurteilung kam Dr. C.____ zum Ergebnis, es müsse angenommen werden, dass der Ver sicherte eine eher negativistische Haltung aufweise, die offensichtlich seit Kindheit per sistiere. Eher geringe Ressourcen würden sich ungünstig auswirken. Vermutungsweise bestünde eine ge wisse narzisstische Beeinträchti- gung, die das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung jedoch nicht erreiche. Dennoch falle auf, dass sich der Explorand durchwegs als Opfer empfinde. Er scheine beruflich schon oft in eine Überforderung geraten zu sein. Bereits 2010 sei er in psychiatrischer Behandlung gestanden. Es müsse angenommen werden, dass er damals eine depressive Episode erlitten habe. Auch aktuell bestehe eine subjektiv gedrückte Stimmung. Allerdings f alle auf, wie er seinen schlechten Zu- stand beschreibe. Er sei in der Lage, sich gut an Termi ne zu halten und diese wahrzunehmen. Auch sollte er sich in Abläufe einfügen und seine Aufga ben strukturieren können. Er habe teil- weise Mühe, sich anzupassen und gebe Ängste in ungewissen Situationen an. Auch habe er teilweise Mühe, eine Entscheidung zu fällen oder sich ei n Urteil zu bilden. Er traue sich eher wenig zu. Seine Durchhaltefähigkeit sei vermindert, teilweise habe er Mühe mit seiner Selbstbe- hauptungsfähigkeit. Er pflege nur wenige Kontakte, we il er subjektiv enttäuscht worden sei. Die Gruppenfähigkeit sei beeinträchtigt. Er gehe einige n Aktivitäten nach. Es zeigten sich demnach einige leichtere Beeinträchtigungen, die teilweise du rch seinen psychischen Zustand bedingt seien. Seiner Störung sei ein Behinderungswert zuzumessen. Der objektive Zustand kontrastiere aber zu seinen subjektiven Angaben. Es könne deshalb eine nur noch leichte depressive Störung bestätigt werden; das Ausmass einer mittelschweren Störung, wie sie in den übrigen Unterlagen aufgeführt worden sei, liege nicht mehr vor. Diesbezüglich sei eine Besserung anzunehmen. Be- rücksichtige man die eher geringen Ressourcen, so sollte der Versicherte durchaus in der Lage sein, Tätigkeiten durchzuführen, wenn er nicht unter Druck gerate und keine Verantwortung über- nehmen müsse. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Den Ausführungen des Gutachters zu den Standardindikato ren lässt sich entnehmen, dass der Explorand objektiv betrachtet nur wenig beeinträchtigt sei. Seine subjektiven Angaben würden zu den Befunden kontrastieren. Er ziehe sich allgemein eh er zurück und verhalte sich passiv. Un- günstig wirke sich die mittlerweile lange Arbeitsunfähi gkeit aus. Eine Tendenz zur Aggravation sei nicht ausgeschlossen. Es müsse eine eher übertriebe n wirkende Darstellung angenommen werden. Der Versicherte besitze eine eher einfach strukturierte Persönlichkeit mit wenig Ressour- cen. Dies habe sich bereits in der Schulzeit bemerkbar gemacht. Auch liege ein Bericht der be- ruflichen Abklärung vor, anlässlich welcher sich gezeigt habe, dass der Explorand psychisch sehr stark belastet gewesen sei. Mittlerweile stehe er in einer ambulanten Therapie und es sollte ihm wieder zugemutet werden können, einer einfach struktu rierten Tätigkeit nachzugehen. Es be- stehe eine soziale Belastung durch Verschuldung und mittle rweile langer Erwerbslosigkeit. Ein soziales Netzwerk liege vor, der Versicherte wirke aber nicht sonderlich motiviert, aktiv an seinem Zustand mitzuarbeiten, und er verhalte sich allgemein sehr passiv. Die objektivierbaren Befunde würden mit den subjektiven Angaben kontrastieren. Es könne nicht eine derart schwerwiegende Beeinträchtigung angenommen werden, dass der Versichert e aus rein psychischen Gründen nicht mehr in der Lage wäre, einer Tätigkeit nachzugehen. Aufgrund der abgelaufenen depressiven Störung und des leicht depressiven Zustandes sei er vermindert belastbar. Er sollte keine Verantwortung übe rnehmen müssen und auch nicht unter Zeitdruck geraten. Ausserdem bestehe ein leicht erhöhter Pensenbedarf, weshalb eine 20%-ige Einschränkung in einer derartigen Tätigkeit anzunehmen sei. Der behandelnde Psychiater gehe in seinem Arztbericht vom Juli 2016 von einer 80%-igen Einschränkung aus, was aufgrund einer mittelschweren depressiven Episode nicht nachvollzogen werden könne. Theoretisch wäre eine etwa 50%-ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar gewese n. Es müsse demnach davon ausge- gangen werden, dass ab Therapiebeginn im März 2015 eine 50%-ige Einschränkung bestanden habe. Spätestens ab dem aktuellen Explorationsdatum bestehe für eine adaptierte Tätigkeit nun- mehr eine noch 20%-ige Leistungseinschränkung. Mittlerweile sei es zu einer Verbesserung der depressiven Störung gekommen, welche nicht mehr als mittel schwer eingestuft werden könne. Es lasse sich eine nur noch leichte depressive Störung obj ektivieren. Dadurch lasse sich eine verminderte Belastbarkeit erklären. Diese führe zu einer Einschränkung, die in einer leidensadap- tierten Tätigkeit nicht höher als 20% ausfalle, wenn er keine Verantwortung übernehmen müsse. Die möglichen, akzentuierten Persönlichkeitszüge würden zu keiner zusätzlichen Einschränkung führen. Bidisziplinär bestehe eine 50%-ige Einschränkung ab Dezember 2015 und eine 20%-ige Einschränkung ab Mai 2017. 5.2 An weiteren Berichten von Relevanz liegt in chrono logischer Reihenfolge sodann zu- nächst ein Schlussbericht des Spitals D.____ betreffend die berufliche Abklärung des Versicher- ten vom 22. Februar 2016 in den Akten. Aus der medizinischen Beurteilung dieses Berichts geht hervor, dass der Versicherte ab Januar 2015 eine Schmerzproblematik entwickelt habe. Es falle auf, dass er insbesondere nach langjähriger Überforderung als Maler über ein negatives Weltbild verfüge. Ein Wiedereinstieg in das Berufsleben erscheine vor diesem Hintergrund deutlich er- schwert. Mit zunehmender Verdichtung der beruflichen Perspektive hätten die subjektiv empfun- denen körperlichen Schmerzen wieder derart zugenommen, dass der Versicherte durch seinen Hausarzt krankgeschrieben worden sei. Sein Antrieb schien allgemein etwas reduziert gewesen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu sein. Der Verlauf habe gezeigt, dass er mit dem Schri tt zurück ins Berufsleben aktuell noch überfordert sei. Er sei darauf hingewiesen worden, sich die Möglichkeit einer Psychotherapie zu überlegen (IV-Dok 38). 5.3 Gemäss Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 26. Februar 2016 habe der Versicherte während der beruflichen Abklärung rel ativ schnell bei schon leichten Arbeiten über zunehmende Schmerzen berichtet und sei stark auf seine Schmerzen fokussiert gewesen. Dies habe dazu geführt, dass er die Abklärung in der vie rten Woche abgebrochen habe. Insge- samt habe sich der Versicherte weder körperlich noch psychisch stabil genug gezeigt, um weitere berufliche Massnahmen ins Auge zu fassen. Es sei ihm die Aufnahme einer Psychotherapie emp- fohlen worden (IV-Dok 39). 5.4 Gemäss Bericht des betreuenden Psychiaters Dr. E.____ , FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, vom 28. Juli 2016 befinde sich der Versicherte seit dem 18. März 2016 in Behandlung. Er berichte, dass er erschöpft und energielos sei und an Schwindelanfällen leide. Es würden ihn permanent Zukunftsängste und Sorgen begleiten. Interm ittierend habe er Wutgefühle und leide an Impulsdurchbrüchen. Er werde dann verbal aggressiv. Den Befunderhebungen von Dr. E.____ zufolge sei der Versicherte affektiv deprimiert, gereizt und innerlich unruhig. Festzustellen seien ein gehemmter und verarmter Antrieb sowie eine Störung der Vitalgefühle. Zu diagnostizieren sei eine mittelgradige rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom mindestens seit Behandlungsbeginn am 18. März 2016. Die gegenwärtige Behandlung bestehe in einer integrier- ten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit rege lmässigen Einzelgesprächen alle 14 Tage und einer regelmässigen Evaluation der Medikame nte. Es bestehe eine Restarbeitsfä- higkeit auch für behinderungsangepasste Tätigkeiten aktuell noch von 20%. Mit einer regelmäs- sigen psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung sowie mit einer Psychopharmakothe- rapie könnten die psychischen Einschränkungen gemildert bis teilweise aufgehoben werden (IV- Dok 65). 5.5 Der Stellungnahme von Dr. C.____ vom 3. April 20 19 zufolge sei die von Dr. E.____ erhobene Diagnose etwas widersprüchlich. Aus dem Arztbe richt von Dr. E.____ vom 28. Juli 2016 gehe ausserdem nicht klar hervor, weshalb eine nur 20%-ige Restarbeitsfähigkeit bestehen sollte. Aus gutachterlicher Sicht sei generell anzunehme n, dass bei mittelschwer depressiven Zuständen im Schnitt eine Arbeitsunfähigkeit von 40-60% vorliege. Auch Dr. E.____ gehe davon aus, dass eine Besserung möglich sei. Depressive Störungen könnten behandelt werden. Daher sei keine dauerhafte Einschränkung über längere Sicht in erheblichem Mass zu erwarten gewe- sen. Dies habe dazu geführt, im Gutachten höchstens eine 50%-ige Einschränkung anzunehmen, insbesondere auch, weil bis zum Begutachtungszeitpunkt eine deutliche Besserung der affektiven Problematik habe erzielt werden können (IV-Dok 103). 5.6 In seiner Stellungnahme vom 11. Juli 2019 verweist Dr. E.____ zunächst darauf, dass die falsche Diagnose-Codierung auf einen Flüchtigkeits fehler zurückzuführen sei. Er habe die Diagnose einer mittelgradigen rezidivierenden depressiven Störung nicht alleine aufgrund des «Beck-Depression-Inventar»-Tests (BDI) vorgenommen. Der Sch weregrad der Depression sei vielmehr durch die psychiatrische Exploration mit psychopath ologischer Befunderhebung sowie Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch die dargebotene Klinik erhoben worden. Das Ergebnis des durchgeführten Tests habe den mittelgradig erhobenen Ausprägungsgrad zusätzlich bestä tigt. Es könne davon ausgegangen werden und es treffe auch zu, dass sich der psychische Zustan d hinsichtlich der depressiven Symptome nach einer integrierten ambulanten Behandlung während einer Dauer von 14 Monaten gebessert habe. Im Behandlungszeitraum vom 18. März 2016 bis zum 9. Juli 2016 und vermutlich auch darüber hinaus bis hin zur gutachterlichen Exploration am 28. August 2017 sei ein geringe- rer Ausprägungsgrad der Depression aber ausgeschlossen. Der Versicherte sei im Beurteilungs- zeitraum vom 18. März 2016 bis 9. Juli 2016 aus rein psychiatrischer Sicht im Umfang von 80% arbeitsunfähig gewesen. Bei einer mittelgradigen Depression allgemein von einer nur 40 bis 60%- igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen zu wollen, helfe im Einzelfall nicht weiter. Im hier massgeben- den Beurteilungszeitraum sei vielmehr der klinische Befund massgebend. Für die Annahme von Dr. C.____, dass der Versicherte in den Monaten vor der Begutachtung unter keinen relevanten affektiven Schwankungen gelitten hätte, fehlten Belege . Rückwirkend könne Dr. C.____ den Schweregrad der Depression mangels einer Echtzeituntersu chung nicht festlegen. Im Weiteren bemängelt Dr. E.____ in seinem Bericht die von Dr. C.____ objektiv erhobenen Befunde. Es er- scheine unnötig, subjektive Angaben zu dokumentieren, wen n diese psychopathologisch nicht korrekt abgeklärt würden. Letztlich würden wesentliche Items fehlen. Trotz mässig dokumentier- ter Befunde gelange Dr. C.____ dennoch zur Diagnose einer leichtgradigen Ausprägung der de- pressiven Störung. Dies erscheine angesichts der nicht erhobenen Befunde widersprüchlich. Die objektive Befunderhebung sei unzureichend. Das Gutachten von Dr. C.____ sei in vielerlei Hin- sicht unzureichend und widersprüchlich (Beilage zur Replik vom 12. Juli 2019). 6.1 Festzustellen ist, dass nebst dem rheumatologischen Te ilgutachten auch das psychiat- rische Fachgutachten von Dr. C.____ ein insgesamt schlüssiges und kongruentes Bild betreffend die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers ergi bt. Dieses Teil-Gutachten erfüllt ebenfalls alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Verwaltungs- gutachten. Wie oben ausgeführt (Erwägung 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das fragliche psychiatrische Teil-Gut- achten ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt al le geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden. Es setzt sich insbesondere auch mit den diskrepanten Angaben des behandelnden Psychiaters des Versicherten auseinander. Insgesamt leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medi- zinischen Situation ein. Schliesslich nimmt der Gutachter e ine nachvollziehbare Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor und kommt dabei zum Schluss, dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit seit März 2016 zunächst im Um- fang von 50% und anschliessend ab Mai 2017 noch im Umfang von 20% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Der Beschwerdeführer bringt verschiedene Einwände g egen das psychiatrische Teil- gutachten von Dr. C.____ vor. Er lässt einwenden, das Gutachten von Dr. C.____ halte der recht- sprechungsgemässen Indikatorenprüfung nicht stand. Dieser Einwand ist unbegründet. Aus dem Teilgutachten ergibt sich nachvollziehbar, welche funktionellen Ausfälle im Alltag des Versicher- ten resultieren. Im Zusammenhang mit den Diskrepanzen zwischen den nur geringen objektiven Befunden und den subjektiven Klagen des Versicherten führt der Gutachter belastende Faktoren wie dessen Verschuldung und seine lange Arbeitslosigkeit auf. Andererseits verweist er auf des- sen Ressourcen, wie sie unter anderem in Form der noch vorhandenen Kommunikationsfähigkeit vorliegen. Diese Ressourcen begründet Dr. C.____ nachvollziehbar mit einem kaum veränderten Aktivitätsniveau vor und nach der psychischen Erkrankung des Versicherten. Er beschreibt dabei ein eigentlich gutes Funktionieren des Versicherten im Al ltag in Form von Spaziergängen, Ein- käufen, sportlichen Aktivitäten wie Schwimmen und der Ha ushaltstätigkeit. Schliesslich führt er aus, dass der Versicherte seine Ressourcen aufgrund einer eher nur einfachen Persönlichkeits- struktur jedoch nur ungenügend ausnutzen könne. Dass sich d ie diagnostizierte Depression bei dieser Ausgangslage nur leichtgradig auswirkt, ist nicht zu beanstanden. Die Ausführungen von Dr. C.____ genügen den Anforderungen demnach sehr w ohl, wonach schlüssig begründet sein muss, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen be i objektivierter Zumutbarkeitsbeurteilung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt (BGE 141 V 281 E. 6). Entgegen der in der Be- schwerdebegründung vertretenen Auffassung hat Dr. C.____ ebenso den Verlauf der Krankheits- geschichte berücksichtigt: Dies zeigt sich namentlich darin, dass er gestützt auf die vorbestehen- den Akten in qualitativer Hinsicht davon ausgegangen i st, dass der Versicherte anfänglich noch an einer mittelgradigen Depression gelitten hat. In se inem Bericht bereits vom 28. Juli 2016 ist der behandelnde Psychiater aber davon ausgegangen, dass die psychischen Einschränkungen mit einer regelmässigen Behandlung gemildert werden könnten (oben, Erwägung 5.3). Mithin ist nicht zu beanstanden, dass Dr. C.____ für die Zeit seit seiner Exploration von einer leichten de- pressiven Episode dauerhafter Natur ausgegangen ist. Auch die in diesem Zusammenhang vor- gebrachte Rüge des Beschwerdeführers, wonach sich der Gut achter nicht mit der Möglichkeit befasst habe, dass er just im Zeitpunkt der Begutachtung e ine nur leichte depressive Episode aufgewiesen habe, verfängt deshalb nicht. 6.3 Ebenso wenig trifft es zu, dass der Gutachter die Q ualitätsleitlinien für psychiatrische Explorationen missachtet hat, weil er in seinem Gutachten darauf verzichtet habe, die ausgeübte Tätigkeit näher zu beschreiben. Wie sich aus den Akten ergibt, war der Versicherte in den letzten Jahren, bevor ihm eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war, vorwiegend temporär und an verschiedenen Orten als Maler tätig. Ein präzises Arbeits profil lässt sich auf dieser Grundlage nicht erstellen, sondern es kann lediglich eine ungefä hre Beschreibung der zuletzt ausgeübten Tätigkeiten erwartet werden. Unter Berücksichtigung der ihm beschränkt zur Verfügung stehen- den Angaben hat Dr. C.____ in Ziffer 3.7 seines Gutachtens aber eine nachvollziehbare Arbeits- biographie des Versicherten festgehalten. An verschiedenen Stellen seines Gutachtens nimmt er in der Folge Bezug auf die wegen der früheren Temporär-Arbeitsverhältnisse entstandene Druck- situation und die dadurch bei der Arbeit entstandenen Probleme (a.a.O., Ziffern 3.10 a.E. S. 19). Aus den gutachterlichen Erläuterungen geht schliesslich nachvollziehbar hervor, dass der Versi- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherte infolge seiner geringen Ressourcen Mühe im beruflichen Bereich hatte und deshalb letzt- lich in eine Überforderungssituation geraten ist. Diese gutachterlichen Erläuterungen genügen unzweifelhaft den kritisierten Qualitätsleitlinien. 6.4 Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, dass sich d er Gutachter ungenügend mit den widersprechenden Ergebnissen der beruflichen Abklärung und seinen bisherigen Arbeitsbemü- hungen auseinandergesetzt habe. Allfällige Arbeitsbemühungen, welche eine gutachterliche Ein- schätzung erfordert hätten, sind jedoch keine aktenkundig. Dass sich der Gutachter damit hätte auseinandersetzen müssen, erschliesst sich deshalb nicht. Sodann geht in Bezug auf die Ergeb- nisse der gescheiterten Eingliederungsmassnahmen aus dem S chlussbericht vom 22. Februar 2016 zwar hervor, dass der Wiedereinstieg in das Berufsleben nach langjähriger Überforderung deutlich erschwert, bzw. der Versicherte damit aktuell noch überfordert gewesen ist. Die berufli- che Abklärung hat aber noch stattgefunden, bevor sich der Versicherte erstmals überhaupt in die ihm empfohlene psychiatrische Behandlung begeben hat. Nachdem Dr. E.____ in seinem Bericht vom 28. Juli 2016 davon ausgegangen ist, dass mit einer regelmässigen Behandlung die psychi- schen Einschränkungen zumindest gemildert werden können, bestand für den Gutachter deshalb kein Anlass, die zuvor gescheiterten Massnahmen beruflicher Natur in seine Einschätzung der erst ab März 2016 verbleibenden Restarbeitsfähigkeit einzubeziehen. Eine erhebliche Leistungs- diskrepanz zwischen einer gutachterlichen Einschätzung und den Ergebnissen beruflicher Abklä- rungen, wie sie rechtsprechungsgemäss vorausgesetzt wäre, um ernsthafte Zweifel der ärztli- chen Annahme von Dr. C.____ zu begründen, liegt bei dieser Sachlage jedenfalls keine vor. 6.5 Mit Blick auf den Arztbericht von Dr. E.____ vom 28 . Juli 2016 lässt der Beschwerdefüh- rer schliesslich geltend machen, dass Dr. C.____ seine diver gierende Einschätzung insbeson- dere im Zusammenhang mit der ihm retrospektiv verbliebe nen Restarbeitsfähigkeit nur unzu- reichend begründet habe. Auch dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Dr. C.____ begrün- det seine Auffassung sehr wohl, weshalb für die Zeit n och vor seiner Exploration von einer nur 50%-igen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden muss. Dem Beschwerdeführer ist allerdings zuzustimmen, dass die entsprechenden Ausführungen von Dr . C.____ eher dünn ausgefallen sind. In seiner Stellungnahme vom 3. April 2019 legt der Gutachter jedoch dar, dass bei einer mittelgradigen depressiven Episode von einer Arbeitsunf ähigkeit von 40 bis 60% ausgegangen werden müsse. Diese Aussage begründet Dr. C.____ damit, dass depressive Störungen grund- sätzlich behandelt werden können und daher keine dauerha fte und erhebliche Einschränkung über einen längeren Zeitraum bewirken können. Dem b ehandelnden Psychiater ist zwar zuzu- stimmen, dass diese Aussage nicht ohne Weiteres generell Geltung beanspruchen kann. Im vor- liegenden Fall erweist sie sich aber als zutreffend: So bestätigt Dr. E.____ in seiner Stellung- nahme vom 11. Juli 2019, dass sich der psychische Zustand des Versicherten während der rund 14 Monate dauernden Behandlung gebessert haben müsse. Zugleich hält er aber fest, dass sich bis zur gutachterlichen Exploration Ende August 2017 keine geringere Ausprägung der Depres- sion eingestellt habe, mithin doch keine Besserung einge treten sei. Diese Aussagen widerspre- chen sich und können deshalb nicht überzeugen. Zumal Dr. E.____ bereits in seinem Arztbericht vom 28. Juli 2016 davon ausgegangen ist, dass die psychische n Einschränkungen durch eine regelmässige Behandlung gemildert würden (oben, E. 5.3), benennt Dr. E.____ in diesem Bericht keine Aspekte, welche von Dr. C.____ unberücksichtigt g eblieben wären. Beim Studium seines Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Berichts fällt vielmehr auf, dass der behandelnde Psychiat er auch auf somatische Aspekte ver- weist. Er hält zwar fest, dass in Bezug auf körperliche Einschränkungen die behandelnden Ärzte der Somatik befragt werden müssen. Andererseits begründet er die Frage, ob die bisherige Arbeit medizinisch noch zumutbar sei, unter anderem aber just auch mit dem beschriebenen somati- schen Zustandsbild und fügt in diesem Zusammenhang ledig lich an, dass das depressive Zu- standsbild die Leistungsfähigkeit zusätzlich vermindere. W enn Dr. E.____ die Restarbeitsfähig- keit mit nur noch 20% beziffert, gewichtet der Psychiate r mit anderen Worten auch somatische Einschränkungen, welche in einer leidensadaptierten Tätigkeit aber gerade nicht vorhanden sind. Dies vermag nicht zu überzeugen. Dass Dr. C.____ in seinem Teil-Gutachten die von Dr. E.____ abgegebene Einschätzung als zu hoch bezeichnet hat, ist unter diesem Blickwinkel daher zutref- fend und nachvollziehbar. Daran ändert auch nichts, dass der RAD in seiner Stellungnahme vom 6. August 2019 die Meinung vertreten hat, die retrosp ektive Beurteilung durch Dr. C.____ sei problematisch. Dem soeben Dargelegten ist die von Dr. E.____ vertretene Auffassung mit zu vielen Zweifeln und Widersprüchen behaftet, als darauf abgestellt werden könnte. 6.6 In Anbetracht der gutachterlichen Untersuchungsergeb nisse drängen sich weitere me- dizinische Abklärungen, wie sie der Beschwerdeführer verla ngt, nicht auf und es kann von der von ihm beantragten Anordnung einer erneuten Begutachtung abgesehen werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streit- sache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgem ässer Beweiswürdigung zur Überzeu- gung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges B ild des relevanten Sachverhalts er- geben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel ver- zichtet werden. Dies ist dem Gesagten zufolge hier aber der Fall. Die damit verbundene antizi- pierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). So verhält es sich auch hier. 6.7 Zusammenfassend präsentiert sich das Bild einer anfän glich mittelschweren depressi- ven Störung mit anschliessender Remission. Eine detaillierte Betrachtung des Krankheitsverlaufs zeigt auf, dass der Beschwerdeführer ab März 2016 bis hin zur Begutachtung durch Dr. C.____ anfangs Mai 2017 wegen einer mittelgradigen depressiven Episode in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt war. Die funktionellen Einschränkungen der in diesem Zeitraum zwar noch mittel- gradig ausgeprägten depressiven Episode waren den echtzeitlichen Befunden zufolge aber nicht derart hoch, dass dem Versicherten praktisch keine Ressourcen mehr zur Verfügung gestanden wären. Eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit lässt sich nach de r begonnenen Behandlung durch Dr. E.____ bei zugleich stetig zunehmender Verbesserung de r psychiatrischen Verhältnisse jeden- falls nicht rechtfertigen. Bis zur gutachterlichen Exploration durch Dr. C.____ ist deshalb von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Für dieses Resultat spricht insbesondere die vom Be- handler zugestandene Verbesserung der psychiatrischen Verh ältnisse im Verlaufe der bereits von ihm noch eingeleiteten therapeutischen Massnahmen. Aus diesem Grund ist in der Folge seit der gutachterlichen Exploration durch Dr. C.____ anschli essend von einer leichten depressiven Störung und damit von einer nur noch 20%-igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit seit Anfang Mai 2017 auszugehen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen die ser Einschränkungen. Der Versi- cherte hat sich bereits Ende August 2015 zum Leistungsbezug angemeldet (IV-Dok 3, S. 6). Nachdem er in seiner angestammten Arbeit als Maler seit dem 25. März 2015 arbeitsunfähig war, ist das gesetzliche Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG jedoch erst im März 2016 abgelau- fen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist daher auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühstmöglichen Rentenbeginns (Art. 29 Abs. 1 IVG) per März 2016 abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Im Übrigen kann für die Berechnung der Invalidität im Wesentlichen auf die grund- sätzlich zutreffenden Bemessungsparameter in der angefochtenen Verfügung der IV-Stelle ver- wiesen werden. Demnach hätte der Versicherte auf der B asis der ihm zumutbaren Restarbeits- fähigkeit von 50% in der Zeit ab 25. März 2016 bis 7. Mai 2017 ein jährliches Invalideneinkommen von CHF 33'402.-- erzielen können (Basis: Schweizerische Lo hnstrukturerhebung [LSE] 2016, TA1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Männer, m onatlich CHF 5’340.-- und betriebsübli- che Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden x 50%). In Gegenü berstellung mit dem als gesunde Person in einem Vollzeitpensum als Maler erzielbaren V alideneinkommen im Umfang von CHF 66'566.-- (Arbeitgeberfragebogen, IV-Dok 11, S. 8 bis 12; zuzüglich Nominallohnentwick- lung von 0,4%, Bundesamt für Statistik Tabelle T1.1.1 0, Nominallohnindex Männer 2011-2017, Sektor 41-43 Baugewerbe/Bau) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 33’164.-- und damit ein gerundeter IV-Grad von 50%. Es ergibt sich somit ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente für die Zeit von März 2016 bis Mai 2017. Die ab Begutachtungszeitpunkt am 8. Mai 2017 dauerhaft an- zunehmende Restarbeitsfähigkeit von 80% (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV) führt dazu, dass der Rentenanspruch bereits per Juni 2017 wieder entfällt. Mit Blick auf den Eventualantrag des Be- schwerdeführers, wonach ihm eventualiter eine befristet e Rente zuzusprechen sei, ist die Be- schwerde bei diesem Ergebnis demnach gutzuheissen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000-- festgelegt. B ei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf CHF 800.-- fest. In der ab 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten den unterliegenden Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterlegene Partei. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800-- werden somit ihr auferlegt. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens e ntsprechend ist dem Beschwerde- führer deshalb eine Parteientschädigung zuzusprechen. Diese ist der IV-Stelle aufzuerlegen, wel- che die materiell unterlegene Gegenpartei ist (BGE 1 27 V 107 E. 6b und Urteil des Bundesge- richts vom 20. Oktober 2008, 9C_806/2007, E. 5). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 7. Oktober 2019 für das v orliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 25 Stunden und 9 Minuten geltend gemacht. Dieser Aufwand ist in verschiedener Hinsicht zu hoch. Vorab sind die noch vor Erl ass der angefochtenen Verfügung ergangenen Bemühungen für das verwaltungsinterne Einwa ndverfahren in Abzug zu bringen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unbesehen davon, dass ohnehin stets nur die Bemühungen im Beschwerdeverfahren entgolten werden können, sind die Bemühungen für das Einwandverfahren nicht nur schon gegenüber der IV-Stelle geltend gemacht worden, sondern es ist dem f rüheren Rechtsvertreter des Beschwer- deführers hierfür auch bereits die unentgeltliche Verbe iständung bewilligt worden (IV-Dok 95). Ein doppeltes Entgelt verbietet sich. Weiter ist die geltend gemachte Einzelposition vom 14. Juni 2019 auf eine Unterlassung der Rechtsvertretung zufolge des Mandatswechsels zurückzuführen. Solche Fehler können nicht entgolten werden. Ebenfalls nicht zu rechtfertigen sind die Bemühun- gen vom 17. Juli 2019 und 16. August 2019. Bei den in diesem Zusammenhang ergangenen Mitteilungen des Kantonsgerichts handelte es sich ledigl ich um Kopien der an die IV-Stelle ge- richteten Schreiben, welche kein eigentliches «Studium» seitens der Gegenpartei bedingen. So- dann erweist sich der unter dem Titel nachprozessualer Bemühungen geltend gemachte Aufwand als zu hoch. Dieser ist praxisgemäss auf maximal eine Stunde zu beschränken (Urteil des Kan- tonsgerichts vom 31. Januar 2013, 720 11 192, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Recht- sprechung). In der Gesamtschau erweisen sich schliesslich au ch die für das Verfassen der Be- schwerde geltend gemachten Bemühungen als zu hoch, weshalb der zu entgeltende Aufwand im Quervergleich zu ähnlich gelagerten Fällen letztlich a ngemessen auf insgesamt 14 Stunden zu reduzieren ist. Zu entscheiden ist weiter über die Koste n der replicando eingereichten Stellung- nahme von Dr. E.____ vom 11. Juli 2019 im Umfang von Fr. 128.70. Nach der Rechtsprechung sind unter dem Titel der Parteientschädigung die Kosten privat eingeholter Gutachten oder Arzt- berichte nur dann zu vergüten, wenn sie für die Entsche idfindung unerlässlich waren (BGE 115 V 63 E. 5c; Urteil B. des Bundesgerichts vom 24. Apr il 2007, I 1008/06, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Ein Anspruch auf Kostenersatz besteht also nur, wenn der entsprechende Bericht wesentliche Erkenntnisse gebracht und zu einer grundlege nden Änderung der bisherigen Be- trachtungsweise geführt hat. Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt, weil letztlich nicht etwa auf die Erwägungen von Dr. E.____, sondern auf die gutachterlichen Explorationsergebnisse ab- gestellt wird. Jedenfalls kann nicht gesagt werden, dass sich die Stellungnahme von Dr. E.____ vom 11. Juli 2019 für die Entscheidfindung im vorliegenden Verfahren als unerlässlich erwiesen hätte. Die entsprechenden Kosten gehören bei dieser Aktenlage deshalb nicht zu den notwendi- gen Expertenkosten. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass Auslagen gemäss §16 der Ta- rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. N ovember 2003 nach dem tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stellen sind. Die in der Honora rnote der Rechtsvertreterin des Be- schwerdeführers geltend gemachte Pauschale von 3% des ge ltend gemachten Honorars kann daher nicht akzeptiert werden. Damit verbleiben letztlich Bemühungen im Umfang von 14 Stun- den, welche praxisgemäss zu einem Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entgelten sind. Damit ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung für das vo rliegende Beschwerdeverfahren in der Höhe von insgesamt Fr. 3'769.50 (inkl. 7,7% Mehr wertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzu- sprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfüg ung der IV-Stelle vom 20. Februar 2019 aufgehoben und es wird dem Beschwer deführer mit Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wirkung ab März 2016 bis und mit Mai 2017 eine halbe Rente der Inva- lidenversicherung zugesprochen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'769.50 (inkl. 7,7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.