<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">168</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><b>24</b></span> <span class="ft4"><b>Baubewilligungspflicht; Asylbewerberunterkunft</b></span><br/> <span class="ft4"><b>Die Umnutzung eines Mehrfamilienhauses in eine Unterkunft für Asylbe-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>werber gilt als Wohnnutzung und benötigt in der vorliegenden Wohn- /</b></span><br/> <span class="ft4"><b>Gewerbezone WG 3A keine Baubewilligung.</b></span><br/> <span class="ft6">Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 4. Juni 2015 in Sachen</span><br/> <span class="ft6">Einwohnergemeinde A. gegen Kanton Aargau sowie Gemeinderat A. und De-</span><br/> <span class="ft6">partement Bau, Verkehr und Umwelt (WBE.2014.293).</span><br/> <span class="ft8"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher Bewilligung</span><br/> <span class="ft1">errichtet oder geändert werden (Art. 22 Abs. 1 RPG). Alle Bauten</span><br/> <span class="ft1">und Anlagen und ihre im Hinblick auf die Anliegen der Raument-</span><br/> <span class="ft1">wicklung, des Umweltschutzes oder der Baupolizei wesentliche Um-</span><br/> <span class="ft1">gestaltung, Erweiterung oder Zweckänderung sowie die Beseitigung</span><br/> <span class="ft1">von Gebäuden bedürfen der Bewilligung durch den Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">(§ 59 Abs. 1 BauG). Massstab dafür, ob eine bauliche Massnahme</span><br/> <span class="ft1">erheblich genug ist, um sie dem Baubewilligungsverfahren zu unter-</span><br/> <span class="ft1">werfen, ist die Frage, ob mit der Realisierung der Baute oder Anlage</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">169</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">im Allgemeinen, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, so wich-</span><br/> <span class="ft1">tige räumliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der Öffent-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit oder der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle besteht</span><br/> <span class="ft1">(BGE 139 II 139 f.; 120 Ib 384; Urteil des Bundesgerichts vom</span><br/> <span class="ft1">27. August 2014 [1C_790/2013], Erw. 2.3.; AGVE 2007, S. 426;</span><br/> <span class="ft1">2001, S. 288).</span><br/> <span class="ft1">Zweckänderungen liegen vor, wenn sich die in einer Baute</span><br/> <span class="ft1">ausgeübte Nutzung wandelt. Zweck- bzw. Nutzungsänderungen kön-</span><br/> <span class="ft1">nen wegen vermehrter Einwirkungen auf die Umgebung, wegen er-</span><br/> <span class="ft1">höhter Anforderungen an die Erschliessung oder aus andern Gründen</span><br/> <span class="ft1">einer baupolizeilichen Bewilligung bedürfen, auch wenn mit ihnen</span><br/> <span class="ft1">bauliche Änderungen nicht verbunden sind. Ob eine Zweckänderung</span><br/> <span class="ft1">vorliegt, entscheidet sich durch Vergleich der neuen mit der ur-</span><br/> <span class="ft1">sprünglich bewilligten Nutzung (AGVE 1993, S. 357; 1990, S. 246;</span><br/> <span class="ft1">E</span><span class="ft6">RICH</span> <span class="ft1">Z</span><span class="ft6">IMMERLIN</span><span class="ft1">, Baugesetz des Kantons Aargau, Kommentar,</span><br/> <span class="ft1">2. Auflage, Aarau 1985, § 150 N 2d; A</span><span class="ft6">NDREAS</span> <span class="ft1">B</span><span class="ft6">AUMANN</span><span class="ft1">, Kom-</span><br/> <span class="ft1">mentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, § 59 N 17).</span><br/> <span class="ft1">Auch für Zweckänderungen gilt, dass sie keiner Baubewilligung</span><br/> <span class="ft1">bedürfen, wenn sie nur nebensächlicher Natur sind. Der Begriff der</span><br/> <span class="ft1">Zweckänderung ist dabei nicht kleinlich auszulegen. Keine solche</span><br/> <span class="ft1">Änderung liegt vor, wenn die neue Nutzung weder anderen Bauvor-</span><br/> <span class="ft1">schriften unterliegt noch erhöhte, gegebenenfalls auch neue Ge-</span><br/> <span class="ft1">fahren, Nachteile oder Auswirkungen für die Nachbarschaft mit sich</span><br/> <span class="ft1">bringt (AGVE 1993, S. 357; 1991, S. 544; 1990, S. 246; Z</span><span class="ft6">IMMERLIN</span><span class="ft1">,</span><br/> <span class="ft1">a.a.O., § 150 N 3; B</span><span class="ft6">AUMANN</span><span class="ft1">, a.a.O., § 59 N 17).</span><br/> <span class="ft1">2.3. (...)</span><br/> <span class="ft1">2.4.</span><br/> <span class="ft1">2.4.1.</span><br/> <span class="ft1">Das streitige Mehrfamilienhaus liegt in der Wohn- / Gewerbe-</span><br/> <span class="ft1">zone WG 3A (vgl. § 6 Abs. 1 und § 8 der Bau- und Nutzungsordnung</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinde A. vom 21. Juni 2001/15. Mai 2002 [BNO]). Der</span><br/> <span class="ft1">WG 3A ist die Empfindlichkeitsstufe III gemäss Art. 43 LSV zuge-</span><br/> <span class="ft1">wiesen. Die WG 3A ist für Wohnen sowie mässig störende Gewerbe-</span><br/> <span class="ft1">und Dienstleistungsbetriebe bestimmt; verboten sind Betriebe des</span><br/> <span class="ft1">Sexgewerbes wie Massagesalons, Erotikmärkte und dergleichen (§ 8</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 BNO). Die streitbetroffene Liegenschaft wurde vor Jahr-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">170</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zehnten erstellt und diente stets ausschliesslich zu Wohnzwecken.</span><br/> <span class="ft1">Wie dargelegt erteilte der Gemeinderat am 8. Juni 2012 die Baube-</span><br/> <span class="ft1">willigung für die Sanierung des Mehrfamilienhauses und den Ausbau</span><br/> <span class="ft1">des Dachgeschosses in zwei 5 - Zimmer Wohnungen. Die dies-</span><br/> <span class="ft1">bezüglichen Bauarbeiten sind abgeschlossen. Insgesamt umfasst die</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft zwölf 3 - Zimmer Wohnungen und zwei 5 - Zim-</span><br/> <span class="ft1">mer Wohnungen.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdegegner beabsichtigt, im Mehrfamilienhaus bis</span><br/> <span class="ft1">zu 90 Asylsuchende unterzubringen. Dabei handle es sich vor allem</span><br/> <span class="ft1">um Familien oder Frauen mit Kindern, wobei die Zuweisung des</span><br/> <span class="ft1">Wohnraums abhängig von den Asylsuchenden sei, welche dem Kan-</span><br/> <span class="ft1">ton durch die Bundesbehörden zugewiesen würden. Aktuell bestehe</span><br/> <span class="ft1">ein grosses Bedürfnis, Asylsuchenden aus Syrien eine Unterkunft an-</span><br/> <span class="ft1">zubieten, wobei diese Entwicklung zum Teil raschen Änderungen un-</span><br/> <span class="ft1">terworfen sei. Die Asylsuchenden würden auf die Wohnungen aufge-</span><br/> <span class="ft1">teilt. Sie würden sich dort aufhalten und leben, sie würden dort schla-</span><br/> <span class="ft1">fen, im Familienverbund kochen (keine Gemeinschaftsküche) und</span><br/> <span class="ft1">sich verpflegen. Tagsüber könnten die Asylsuchenden an Beschäfti-</span><br/> <span class="ft1">gungsprogrammen teilnehmen, sofern dafür ausreichend Plätze vor-</span><br/> <span class="ft1">handen seien. Zudem könnten sie Deutschkurse besuchen. Schul-</span><br/> <span class="ft1">pflichtige Kinder besuchten aufgrund der allgemeinen Schulpflicht</span><br/> <span class="ft1">die Schule. Zusätzlich zu den Wohnungen der Asylsuchenden sei im</span><br/> <span class="ft1">Erdgeschoss ein kleines Büro für die Betreuung vorgesehen. Dort</span><br/> <span class="ft1">würden tagsüber ein bis zwei Personen tätig sein.</span><br/> <span class="ft1">Es liegt auf der Hand, dass die beschriebene Nutzung grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich eine Wohnnutzung darstellt, wie dies auch z.B. bei Studen-</span><br/> <span class="ft1">tenunterkünften und bei Wohngemeinschaften der Fall ist. Im frag-</span><br/> <span class="ft1">lichen Mehrfamilienhaus werden (wie bis anhin) Menschen zum</span><br/> <span class="ft1">Wohnen untergebracht. Dass zu einer Nutzungsart übergegangen</span><br/> <span class="ft1">würde, die nicht mehr dem Wohnen im eigentlichen Sinne zugerech-</span><br/> <span class="ft1">net werden kann, ist nicht ersichtlich. Dass die Räumlichkeiten an-</span><br/> <span class="ft1">stelle von Nichtasylsuchenden durch Asylsuchende bewohnt werden,</span><br/> <span class="ft1">bringt keine raumrelevanten Auswirkungen mit sich. Insbesondere</span><br/> <span class="ft1">kommt es nicht zu zusätzlichen Auswirkungen auf die Umwelt, die</span><br/> <span class="ft1">Erschliessung und den Verkehr. Dem Baurecht ist es zudem fremd,</span><br/> <span class="ft1">dass einzig je nach Art der Bewohner eine neue Bau- bzw. Nutzungs-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">171</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bewilligung einzuholen wäre. Dass eine Wohngelegenheit für Men-</span><br/> <span class="ft1">schen geschaffen wird, die einer andern sozialen Gruppe angehören,</span><br/> <span class="ft1">ist unter dem rein baupolizeilichen Gesichtspunkt an sich irrelevant.</span><br/> <span class="ft1">Massgebend ist vielmehr, wie eine bestimmte Baute aufgrund ihrer</span><br/> <span class="ft1">Bauweise, Gestaltung etc. genutzt werden kann (vgl. AGVE 1991,</span><br/> <span class="ft1">S. 544). Zwar trifft es vorliegend zu, dass eine Belegung von bis zu</span><br/> <span class="ft1">90 Personen höher als eine durchschnittliche Belegung von Wohn-</span><br/> <span class="ft1">räumen ist. Die Intensivierung der Wohnnutzung bildet für sich allein</span><br/> <span class="ft1">betrachtet jedoch ebenso wenig wie die Art der Bewohner eine</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligungspflicht (vgl. AGVE 1991, S. 544 f.; Entscheid des</span><br/> <span class="ft1">BVU vom 7. Juli 2014 [BVURA.14.327], Erw. 3.3 mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">Das Verwaltungsgericht hielt dazu in einem kürzlich gefällten Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid fest, dass die Auffassung, wonach über die Ausnützungsziffer</span><br/> <span class="ft1">eine Art Bewohnernutzungsdichte definiert würde, im Recht keine</span><br/> <span class="ft1">Grundlage finde. Eine solche Auffassung widerspräche auch den</span><br/> <span class="ft1">Raumplanungszielen, insbesondere der haushälterischen Nutzung des</span><br/> <span class="ft1">Bodens (vgl. Art. 75 Abs. 1 BV; Art. 1 Abs. 1 RPG) und dem Ansin-</span><br/> <span class="ft1">nen, verdichtetes Bauen zu fördern (vgl. § 46 BauG) (VGE III/5 vom</span><br/> <span class="ft1">23. Januar 2014 [WBE.2013.113], S. 14).</span><br/> <span class="ft1">2.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin nimmt weiterhin Bezug zu</span><br/> <span class="ft1">AGVE 1994, S. 367 ff. und beruft sich auf die "Bewohnerdichte". Im</span><br/> <span class="ft1">genannten Entscheid wurde ein Erstaufnahmezentrum für Asyl-</span><br/> <span class="ft1">suchende aufgrund der Bewohnerdichte und der Tatsache, dass ein</span><br/> <span class="ft1">Erstaufnahmezentrum auch von der Art des Betriebs mit einer her-</span><br/> <span class="ft1">kömmlichen Wohnnutzung nur wenig gemeinsam habe, in einer rei-</span><br/> <span class="ft1">nen Wohnzone als nicht zonenkonform qualifiziert. Die vorliegend</span><br/> <span class="ft1">beabsichtigte Nutzung und die zugrunde liegende Zonierung unter-</span><br/> <span class="ft1">scheiden sich vom genannten Entscheid jedoch massgeblich:</span><br/> <span class="ft1">Zum einen stand im genannten Entscheid ein Erstaufnahme-</span><br/> <span class="ft1">zentrum für Asylsuchende und nicht die Unterbringung von asylsu-</span><br/> <span class="ft1">chenden Menschen in Wohnungen zur Beurteilung. Diese Nutzungen</span><br/> <span class="ft1">sind nicht vergleichbar: Im genannten Erstaufnahmezentrum hätten</span><br/> <span class="ft1">sich die Asylbewerber durchschnittlich lediglich während einer kur-</span><br/> <span class="ft1">zen Zeitdauer von acht bis zehn Tagen aufgehalten; es herrscht</span><br/> <span class="ft1">Betriebsamkeit (vgl. AGVE 1994, S. 371 und 373). Demgegenüber</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">172</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">leben und wohnen die Asylsuchenden in einer kantonalen oder</span><br/> <span class="ft1">Gemeindeunterkunft bzw. in durch den Kanton angemieteten Woh-</span><br/> <span class="ft1">nungen bis zum definitiven Abschluss des Asylverfahrens während</span><br/> <span class="ft1">längerer Zeit, was von wenigen Wochen bzw. Monaten bis zu meh-</span><br/> <span class="ft1">reren Jahren dauern kann. Hier herrscht an sich Sesshaftigkeit und</span><br/> <span class="ft1">Beständigkeit (vgl. AGVE 1994, S. 373).</span><br/> <span class="ft1">Zum andern weisen kantonale oder Gemeindeunterkünfte wie</span><br/> <span class="ft1">auch durch den Kanton angemietete Wohnungen zwar eine etwas er-</span><br/> <span class="ft1">höhte Bewohnerdichte auf, diese ist jedoch, wie der Beschwerdegeg-</span><br/> <span class="ft1">ner nachvollziehbar darlegt, von vornherein nicht vergleichbar mit</span><br/> <span class="ft1">der Bewohnerdichte in einem Erstaufnahmezentrum, wo viele Perso-</span><br/> <span class="ft1">nen auf relativ geringem Raum untergebracht werden. Auch von er-</span><br/> <span class="ft1">höhten Lärmemissionen ist ausweislich der Akten nicht auszugehen.</span><br/> <span class="ft1">Ohnehin befindet sich die Liegenschaft in einer Zone mit Lärm-</span><br/> <span class="ft1">empfindlichkeitsstufe III.</span><br/> <span class="ft1">Sodann bestehen auch bezüglich der Zonierung wesentliche</span><br/> <span class="ft1">Unterschiede: Das im zitierten Entscheid beurteilte Erstaufnahme-</span><br/> <span class="ft1">zentrum sollte in einer reinen Wohnzone (Zone W2D gemäss</span><br/> <span class="ft1">damaligem § 36 BO der Gemeinde Brittnau) betrieben werden (vgl.</span><br/> <span class="ft1">AGVE 1994, S. 370). Die vorliegend zu beurteilende Liegenschaft</span><br/> <span class="ft1">befindet sich demgegenüber in der Wohn- und Gewerbezone WG 3A</span><br/> <span class="ft1">von A. (§ 8 BNO). Bei der WG 3A handelt es sich um eine gemischte</span><br/> <span class="ft1">Zone, die neben dem Wohnen auch für mässig störende Gewerbe-</span><br/> <span class="ft1">und Dienstleistungsbetriebe bestimmt ist; entsprechend ist ihr die</span><br/> <span class="ft1">Lärmempfindlichkeitsstufe III zugewiesen (§ 6 Abs. 1 und § 8 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">BNO). Die WG 3A lässt mehr zu als eine reine Wohnzone.</span><br/> <span class="ft1">Festzustellen ist schliesslich, dass sich Unterkünfte für Asylsu-</span><br/> <span class="ft1">chende regelmässig in reinen Wohnzonen befinden. Gemäss dem zi-</span><br/> <span class="ft1">tierten Entscheid befanden sich rund die Hälfte der Asylunterkünfte</span><br/> <span class="ft1">in reinen Wohnzonen (vgl. AGVE 1994, S. 372). Die vorliegend zu</span><br/> <span class="ft1">beurteilende Liegenschaft befindet sich von der Zonierung her - im</span><br/> <span class="ft1">Vergleich zu einer reinen Wohnzone - in einem weniger sensiblen</span><br/> <span class="ft1">Gebiet (nämlich der WG 3A von A.). Dieser Umstand untermauert</span><br/> <span class="ft1">umso mehr, dass die vorliegende Nutzung in der WG 3A von A. zo-</span><br/> <span class="ft1">nenkonform ist.</span><br/> <span class="ft1">2.4.3.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">173</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend entspricht die Nutzung der Wohnungen</span><br/> <span class="ft1">durch Asylsuchende einer Wohnnutzung und ist in der Wohn- und</span><br/> <span class="ft1">Gewerbezone WG 3A von A. zonenkonform. Eine baubewilligungs-</span><br/> <span class="ft1">pflichtige Zweck- bzw. Nutzungsänderung liegt nicht vor.</span><br/> <span class="ft1">(Hinweis: Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in öffent-</span><br/> <span class="ft1">lich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid abgewie-</span><br/> <span class="ft1">sen, soweit es darauf eingetreten ist; Urteil des Bundesgerichts vom</span><br/> <span class="ft1">7. Dezember 2015 [1C_395/2015])</span><br/></div> </div> </body> </html>