A bteilung IV D -7069/2006 teb/scm {T 0/2} U rteil vom 2. M ai 2007 M itw irkung: R ichter Tellenbach, R ichterin Schenker, R ichter Schürch G erichtsschreiber Scheyli In der Beschw erdesache H ._______ A ._______, Irak, w ohnhaft M ._______ Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 25. Juli 2002 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben am 4. Septem ber 2000 in R ichtung Iran. Am 5. Februar 2001 reiste er illegal in die Schw eiz ein und stellte gleichentags bei der Em pfangsstelle Basel ein Asylgesuch. Am 12. Februar 2001 w urde er bei der Em pfangsstelle sum m arisch zu seinen Asylgründen befragt und anschliessend dem Kanton X._______ zugew iesen. D ie kantonale Behörde hörte den Beschw erdeführer am 21. Juni 2001 an. Am 28. M ai 2002 w urde er zudem durch das dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF; nunm ehr Bundesam t für M igration [BFM ]) ergänzend befragt. B. D er Beschw erdeführer ist Kurde sunnitischer R eligionszugehörigkeit und stam m t aus der Stadt Suleim aniyah im N ordirak. Im R ahm en der durchgeführten Anhörungen m ach- te er geltend, er sei seit dem Jahr 1996 auf Seiten der Patriotischen U nion Kurdistans (PU K) M itglied der kurdischen Truppen (Peschm erga) gew esen. In seiner Funktion als Angehöriger der Peschm erga habe er seit dem Jahr 1998 für einen M ilitärchef der PU K nam ens J._______ gearbeitet, w obei er als Leibw ächter von dessen Sohn M ._______ eingesetzt w orden sei. Letzterer habe sich in den Kopf gesetzt, die Verlobte des Be- schw erdeführers zu heiraten, und habe im Jahr 1999 (Aussage anlässlich der Befragung bei der Em pfangsstelle) bzw . im Jahr 2000 (Aussage bei der Befragung durch die kanto- nale Behörde und anlässlich der ergänzenden Befragung durch das BFF) auch um de- ren H and angehalten. N achdem er abgew iesen w orden sei, habe M ._______ vom Be- schw erdeführer verlangt, die Verlobung aufzulösen. D iesem Begehren habe der Be- schw erdeführer indessen nicht entsprochen. Am 26. August 2000 sei der Beschw erde- führer durch M ._______ verhaftet und w ährend acht Tagen gefangen gehalten w orden. D abei sei er w iederholt geschlagen und unter Todesdrohungen aufgefordert w orden, sich von seiner Verlobten zu trennen. Schliesslich sei der Beschw erdeführer in der N acht des 3. Septem ber 2000 durch einen befreundeten Angehörigen der Peschm erga befreit w orden, w orauf er am folgenden Tag in den Iran geflohen sei. C . M it Eingabe vom 24. Juni 2002 überm ittelte der Beschw erdeführer dem Bundesam t zw ei in kurdischer Sprache verfasste Schriftstücke. M it Schreiben vom 4. Juli 2002 for- derte das BFF den Beschw erdeführer auf, die D okum ente in eine Am tssprache des Bun- des übersetzen zu lassen. Am 12. Juli 2002 reichte der Beschw erdeführer deutsche Ü bersetzungen der Schriftstücke ein. D araus geht hervor, dass es sich bei den D oku- m enten um zw ei jew eils vom 7. D ezem ber 2000 datierende H aftbefehle gegen den Be- schw erdeführer handelt. D . M it Verfügung vom 25. Juli 2002 lehnte das BFF das Asylgesuch des Beschw erde- führers ab. Zur Begründung führte das Bundesam t im W esentlichen aus, der Beschw er- deführer habe sow ohl seine angebliche Tätigkeit als Leibw ächter w ie auch die Bedro- hung durch M ._______ in derart unsubstantiierter und teilw eise w idersprüchlicher W eise geschildert, dass Zw eifel am W ahrheitsgehalt der Aussagen bestünden. Ferner habe der Beschw erdeführer auch in Bezug auf die behauptete Verhaftung und spätere Befreiung w idersprüchliche Aussagen gem acht. Insgesam t seien die vorgebrachten Asylgründe som it nicht glaubhaft. An dieser Einschätzung verm öchten auch die beiden als Bew eis- m ittel eingereichten H aftbefehle nichts zu ändern, w ürden doch die U nglaubhaftigkeits- elem ente überw iegen. Zudem sei es im N ordirak m öglich, sich gefälschte D okum ente zu beschaffen, w odurch die Bew eiskraft der H aftbefehle von vornherein als gering zu er-3 achten sei. G leichzeitig m it der Ablehnung des Asylgesuchs ordnete das BFF die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, zum ut- bar und m öglich. E. G egen diese Verfügung erhob der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 19. August 2002 bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde. D abei bean- tragte er, die Verfügung des BFF sei aufzuheben, es sei ihm in der Schw eiz Asyl zu ge- w ähren bzw . – sinngem äss – er sei eventualiter vorläufig aufzunehm en. In prozessualer H insicht ersuchte der Beschw erdeführer sinngem äss um ratenw eise Begleichung des Kostenvorschusses. F. M it Zw ischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters der AR K vom 28. August 2002 w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. G . In ihrer Vernehm lassung vom 2. Septem ber 2002 beantragte die Vorinstanz die Ab- w eisung der Beschw erde. H . Zu Beginn des Jahres 2005 w urde gegen den Beschw erdeführer ein Strafverfahren w egen W iderhandlungen gegen das Betäubungsm ittelgesetz vom 3. O ktober 1951 (Betm G , SR 812.121) eingeleitet. In diesem Zusam m enhang ordnete das kantonale U n- tersuchungsrichteram t X._______ m it Verfügung vom 22. D ezem ber 2005 auf Ersuchen des Beschw erdeführers – nachdem dieser in Bezug auf die ihm zur Last gelegten W ider- handlungen zum indest teilw eise geständig sei – den vorzeitigen Antritt der Strafe an. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1. G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). Ü ber Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) durch das BFM erlassen w orden sind, entscheidet das Bun- desverw altungsgericht endgültig (Art. 105 AsylG ). 1.2. M it dem 1. Januar 2007 hat das Bundesverw altungsgericht zudem die vorm als bei der AR K hängigen R echtsm ittelverfahren übernom m en, w obei die Beurteilung nach dem neuen Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bun- desrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nange- m essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D er Beschw erdeführer ist legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingereichte Be-4 schw erde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1. G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2. W er um Asyl nachsucht, m uss nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass er ein Flüchtling ist. G laubhaft gem acht ist die Flüchtlingseigenschaft, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf ge- fälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. D ie Vorinstanz begründete ihre Abw eisung des Asylgesuchs in erster Linie dam it, dem Beschw erdeführer sei es nicht gelungen, seine Asylgründe glaubhaft darzulegen. U ngeachtet der G laubhaftigkeit stellt sich indessen zunächst die Frage, ob den Vorbrin- gen überhaupt asylrechtliche R elevanz zukom m t. 4.1. D er Beschw erdeführer m acht im W esentlichen geltend, der Sohn eines M ilitärchefs der irakisch-kurdischen Partei PU K, für den er als Leibw ächter gearbeitet habe, habe ihn zw ingen w ollen, seine Verlobung aufzulösen. D abei sei er durch jene Person na- m ens M ._______ in H aft gesetzt und m it dem Tod bedroht w orden, indessen nach acht Tagen durch befreundete Angehörige der Peschm erga-Truppen heim lich w ieder freigelassen w orden. D ie Furcht vor M ._______ habe ihn dazu veranlasst, unverzüglich in den Iran zu flüchten. 4.2. In diesem Zusam m enhang ist zunächst in Bezug auf die Bedeutung der PU K allge- m ein festzuhalten, dass diese Partei in der von ihr kontrollierten Zone des N ordiraks zum Zeitpunkt vor der Ausreise des Beschw erdeführers in den Iran eine quasi-staatliche H errschaftsposition innehatte (vgl. diesbezüglich Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2000 N r. 15 E. 8d S. 117 f.; im An- schluss daran auch EM AR K 2002 N r. 16 E. 5c/bb S. 132). D er nach der Beseitigung des R egim es Saddam H usseins und der Baath-Partei im M ärz 2003 in G ang gesetzte politi- sche W andel hat im N ordirak schliesslich dazu geführt, dass die drei kurdischen Provin- zen D ohuk, Erbil und Suleim aniyah - deren Territorien zuvor in zw ei H errschaftsbereiche der beiden rivalisierenden kurdischen Parteien PU K und D em okratische Partei Kurdi- stans (KD P) aufgeteilt w aren - nunm ehr, w enn auch bei w eitgehender Autonom ie, w ie- der in den irakischen G esam tstaat eingegliedert sind (vgl. EM AR K 2006 N r. 19 E. 4.1.). D er Vorsitzende der PU K, Jalal Talabani, w urde ausserdem am 6. April 2005 durch das irakische Parlam ent zum Staatspräsidenten gew ählt und am 22. April 2006 in diesem Am t bestätigt. Entsprechend sind allfällige Verfolgungshandlungen, die von den M acht-5 trägern und Behördenvertretern dieser Parteien beziehungsw eise von der aus ihnen und den w eiteren beteiligten G ruppierungen gebildeten nordirakischen R egionalregierung und ihren O rganen ausgehen oder auszugehen drohen, heute grundsätzlich als dem ira- kischen Staat zuzurechnende staatliche Verfolgung zu betrachten (EM AR K 2006 N r. 19 E. 4.2.). 4.3. Indessen ist festzustellen, dass die vom Beschw erdeführer geltend gem achten Be- drohungen w eder m it Blick auf den dam aligen Zeitpunkt noch – hinsichtlich der Frage, ob der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in den kurdisch verw alteten N ordirak einer asylrelevanten G efährdung ausgesetzt w äre – aus heutiger Sicht der PU K und insofern den früheren quasi-staatlichen M achthabern bzw . dem heutigen irakischen Staat zuge- rechnet w erden können. In diesem Zusam m enhang ist auf die Ausführungen des Be- schw erdeführers im R ahm en der durchgeführten Befragungen hinzuw eisen, er habe – abgesehen von Schw ierigkeiten m it der zum dam aligen Zeitpunkt in einer gew altsam en R ivalität zur PU K stehenden KD P, die aber säm tliche Anhänger der PU K betroffen hät- ten – keinerlei individuelle Problem e m it den regionalen kurdischen Behörden gehabt (Protokoll der kantonalen Befragung, S. 15 f.). Insbesondere gab der Beschw erdeführer auch an, er habe nur m it M ._______ selbst den erw ähnten Konflikt um seine Verlobte gehabt; indessen sei er m it allen Peschm erga des M ._______ befreundet gew esen. D iese hätten ihm denn auch zur Flucht verholfen. 4.4. Aus den Aussagen des Beschw erdeführers ergibt sich som it, dass seine Problem e – ungeachtet der G laubhaftigkeit der Vorbringen – ausschliesslich durch die Person na- m ens M ._______ verursacht w urden. M it anderen W orten geht die Bedrohung des Be- schw erdeführers auf ein erpresserisches Verhalten einer einzelnen Person zurück, w äh- renddessen sich aus den durchgeführten Befragungen keinerlei Indizien ergeben, der Beschw erdeführer sei konkreten Verfolgungshandlungen im Sinne von Art. 3 AsylG aus- gesetzt gew esen oder habe entsprechende N achteile zu befürchten gehabt. Festzuhal- ten ist ausserdem , dass der Beschw erdeführer – obw ohl M ._______ w ährend rund zw eier Jahre versucht habe, ihn zur Auflösung seiner Verlobung zu bew egen – offenbar keinerlei Versuche unternahm , sein Problem einer vorgesetzten Stelle zu m elden. Auch w enn es sich bei M ._______ um den Sohn (und Stellvertreter) eines M ilitärchefs der PU K handelte, ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer – hätte er einen entsprechenden Versuch unternom m en – die M öglichkeit gehabt hätte, bei den dam aligen quasi-staatlichen Behörden der PU K Schutz vor der geltend gem achten Bedrohung zu erlangen. D ies, indem der quasi-staatliche C harakter (zu den entsprechenden Kriterien EM AR K 1995 N r. 2 S. 22 f.) des R egim es der PU K in den zum fraglichen Zeitpunkt von ihr beherrschten G ebieten unter anderem im plizierte, dass funktionierende adm inistrative und gerichtliche Strukturen bestanden (vgl. EM AR K 2000 N r. 15 E. 8d S. 117). Ferner ist festzuhalten, dass das Vorgehen des M ._______ in offensichtlichem W iderspruch zum m oralischen und rechtlichen Kodex der kurdisch- islam ischen G esellschaft stand. Auch unter diesem G esichtspunkt kann som it davon ausgegangen w erden, dass der Beschw erdeführer nicht durch das quasi-staatliche R egim e der PU K verfolgt w urde, sondern vielm ehr von Seiten der zuständigen Instanzen Schutz hätte erlangen können. Schliesslich ist festzuhalten, dass die soeben in Bezug auf die Vergangenheit gem achten Feststellungen auch heute, im H inblick auf eine allfällige R ückkehr des Beschw erdeführers in den N ordirak, gelten, haben sich doch die staatlichen Strukturen unter der heutigen nordirakischen R egionalregierung – trotz aller nach w ie vor bestehenden Problem e – w eiter verfestigt.6 4.5. Im gegebenen Zusam m enhang ist ferner auf die beiden – jew eils in der Form eines O riginaldokum ents – als Bew eism ittel vorgelegten H aftbefehle einzugehen. Aus den be- treffenden deutschen Ü bersetzungen geht hervor, dass jew eils m it D atum vom 7. D e- zem ber 2000 einerseits eine Person nam ens J._______ für die P._______ von X._______, andererseits eine Person nam ens H ._______ für die Sicherheitsdirektion von Z._______ an die Adresse "aller unserer M ilitionäre" bzw . "aller Sicherheitskräfte" die Aufforderung richteten, den Beschw erdeführer festzunehm en. In Bezug auf die beiden D okum ente ist zunächst festzustellen, dass diese offensichtliche M erkm ale aufw eisen, w elche ihre Echtheit als äusserst fraglich erscheinen lassen. So ist festzustellen, dass die beiden Schriftstücke, die durch unterschiedliche Personen bzw . Behörden an unterschiedlichen O rten ausgestellt w orden sein sollen, exakt die gleiche, näm lich auffallend farbschw ache Q ualität des C om puterausdrucks aufw eisen. Zudem w urde auf beiden D okum enten für die U nterschrift die gleiche grüne – für Schreibzw ecke eher ungew öhnliche – Schriftfarbe verw endet. U ngew öhnlich erscheint zudem , dass beide Schriftstücke das gleiche D atum tragen; dies, obw ohl das der Sicherheitsdirektion von Z._______ zugeschriebene Schreiben ausdrücklich durch das andere D okum ent veranlasst w urde, w elches indessen gleichentags in X._______ verfasst w orden sein soll, einem O rt, der gem äss Angaben des Beschw erdeführers (s. Protokoll der kantonalen Befragung, S. 4) drei Autostunden von Z._______ entfernt sei. D es W eiteren ist festzustellen, dass die beiden Schriftstücke nicht an den Beschw erdeführer selbst adressiert sind, sondern in allgem einer Form "an alle unsere M ilitionäre" bzw . "an alle Sicherheitskräfte". M ithin handelt es sich um behördliche Anw eisungen, von denen anzunehm en ist, dass sie – nachdem ein O riginalschreiben verfasst w orden ist – in kopierter Version an die betreffenden D ienststellen oder Am tsträger versandt w erden. Angesichts dessen ist auch nicht nachvollziehbar, w ie der Beschw erdeführer in den Besitz der entsprechenden O riginaldokum ente gekom m en sein w ill, und zw ar gleich zw eier verschiedener Instanzen der dam aligen R egionalbehörden der PU K. Allerdings erübrigt es sich, die Frage nach der Echtheit der genannten Bew eism ittel ab- schliessend zu beantw orten. D enn selbst unter der Annahm e ihrer Echtheit ist davon auszugehen, dass die beiden Schriftstücke unter den vorliegend gegebenen Vorausset- zungen keine R ückschlüsse auf eine asylrelevante G efährdung des Beschw erdeführers zulassen. Zu dieser Folgerung führt nam entlich der U m stand, dass der durch die P._______ von X._______ ausgestellte H aftbefehl – auf w elchen sich auch das zw eite D okum ent beruft – durch eine Person nam ens J._______ unterzeichnet w orden sein soll, w obei es sich offensichtlich um jenen J._______ handelt, w elcher der Vater von M ._______ ist. Vor diesem H intergrund ist davon auszugehen, dass es dem Be- schw erdeführer – sollten die fraglichen D okum ente w ider Erw arten echt sein – gegen- über einer unabhängigen behördlichen Instanz der PU K m öglich gew esen w äre bzw . m öglich w äre, den offensichtlichen M achtm issbrauch durch M ._______ und dessen Vater geltend zu m achen, zum al ihm nach eigenen Aussagen säm tliche Zeugen der Vorfälle freundschaftlich verbunden sind. 4.6. Som it ergibt sich nach Berücksichtigung aller relevanten U m stände, dass der Be- schw erdeführer keine Asylgründe vorbringt, die im Sinne von Art. 3 AsylG von Bedeu- tung sind. D as Bundesam t ist som it im Ergebnis zu R echt zur Beurteilung gelangt, der Beschw erdeführer habe keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft gem acht und erfülle som it die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht.7 5. 5.1. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Voll- zug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 5.2. D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann ins- besondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2, 3 und 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlas- sung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.3. N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein sol- ches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesver- fassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausa- m e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (Folterkonvention, SR 0.105) sow ie der R echtsprechung zu Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw or- fen w erden. 6. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illi- gung noch einen Anspruch darauf. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeord- net (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 7. 7.1. W ie den vorhin angestellten Erw ägungen entnom m en w erden kann, ist es dem Be- schw erdeführer nicht gelungen, eine gem äss Art. 3 AsylG relevante G efährdung nach- zuw eisen oder glaubhaft zu m achen; m ithin erfüllt der Beschw erdeführer die Flüchtlings- eigenschaft nicht. Eine R ückkehr in den kurdisch verw alteten N ordirak – der hinsichtlich des Vorhandenseins von allfälligen W egw eisungshindernissen vom übrigen Irak zu un- terscheiden ist – w ürde daher das in Art. 5 AsylG und Art. 33 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK], SR 0.142.30) verankerte R ückschiebungsverbot nicht verletzen, setzen diese Bestim m un- gen doch voraus, dass die in Art. 3 AsylG und Art. 1 A FK um schriebene Flüchtlingsei- genschaft besteht (vgl. W ALTE R KÄLIN , D as Prinzip des N on-refoulem ent: das Verbot der Zurückw eisung, Ausw eisung und Auslieferung von Flüchtlingen in den Verfolgerstaat im Völkerrecht und im schw eizerischen Landesrecht, Bern/Frankfurt a.M . 1982, S. 270 ff.). 8 Aus den Vorbringen des Beschw erdeführers ergeben sich auch keine gew ichtigen An- haltspunkte für die Annahm e, dass er im Falle einer R ückkehr in den kurdisch verw alte- ten N ordirak m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre (vgl. dazu BG E 111 Ib 71, m it H inw eisen; s. ausserdem folgende U rteile der R echtsprechungsorgane im R ahm en der EM R K: Sé- rie A 161 [= EuG R Z 1989, S. 314], Série A 201 [= EuG R Z 1991, S. 203], Série A 215 [= H R LJ 1991, S. 432] sow ie zuletzt insb. das U rteil i. S. Bensaid, R ep. 2001-I, 303, m .w .N . [hierzu auch EM AR K 2001 N r. 17 S. 130 f.]). Ein W egw eisungsvollzug in iraki- sches Staatsgebiet ausserhalb der kurdisch verw alteten Provinzen w urde im Ü brigen bereits in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich ausgeschlossen. D er Vollzug ist som it im Sinne der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 7.2. Es sind ausserdem Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass der Vollzug der W egw ei- sung auch als zum utbar zu erachten sein könnte (vgl. Art. 14a Abs. 4 AN AG ; dazu EM AR K 2004 N r. 8). So erw eist sich, dass der Beschw erdeführer ein Kurde sunnitischer R eligionszugehörigkeit ist und aus der Stadt Suleim aniyah in der gleichnam igen kur- disch verw alteten Provinz stam m t. G em äss eigenen Aussagen des Beschw erdeführers leben in Suleim aniyah dessen Eltern sow ie drei Brüder und drei Schw estern, w om it er in seiner H eim atregion über ein w eites Beziehungsnetz verfügt. N achdem sich bereits er- geben hat, dass der Beschw erdeführer keine im Sinne von Art. 3 AsylG relevanten Asyl- gründe vorzubringen verm ag, ist ferner festzustellen, dass er in Bezug auf das kurdisch verw altete G ebiet des N ordirak auch keiner spezifischen R isikogruppe, so unter ande- rem keiner religiösen M inderheit, angehört. 7.3. Indessen kann vorliegend die Frage, ob der Vollzug der W egw eisung für den Be- schw erdeführer tatsächlich unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte der aktuellen Situation in seinem H erkunftsland zum utbar sei, aufgrund der folgenden Erw ägungen offen gelassen w erden. 7.3.1. Selbst in Fällen, in denen die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festge- stellt w urde, kann dieser - die Zulässigkeit (vgl. zuvor, E. 7.2.) und M öglichkeit (nachfol- gend, E. 7.4.) vorausgesetzt - im Einzelfall als durchführbar erachtet w erden, w enn auf- grund des Verhaltens der betroffenen Person das öffentliche Interesse am Vollzug der W egw eisung das private Interesse an einem Verbleib in der Schw eiz überw iegt: G e- m äss Art. 14a Abs. 6 AN AG findet Abs. 4 derselben Bestim m ung (betreffend die Anord- nung der vorläufigen Aufnahm e aufgrund U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs) keine Anw endung, w enn der w eg- oder ausgew iesene Ausländer die öffentliche Sicher- heit und O rdnung verletzt hat oder in schw erw iegender W eise gefährdet. 7.3.2. D ie Anw endung von Art. 14a Abs. 6 AN AG setzt eine Abw ägung zw ischen dem Interesse des Ausländers am Verbleib in der Schw eiz und dem öffentlichen Interesse am Vollzug seiner W egw eisung voraus. D abei ist das öffentliche Interesse in diesem spezifischen Abw ägungszusam m enhang auf den Schutz vor einer G efährdung der öf- fentlichen Sicherheit und O rdnung oder vor deren schw erw iegenden Verletzung einge- schränkt (vgl. EM AR K 2004 N r. 39 E. 5.3. S. 271, 2003 N r. 3 Erw . 3a S. 26, 1995 N r. 10 und 11). N ach der Praxis der AR K – w elcher w eiterhin zu folgen ist – ist die Ausschluss- klausel von Art. 14a Abs. 6 AN AG zudem m it Zurückhaltung und insbesondere unter Be- achtung des Verhältnism ässigkeitsprinzips anzuw enden (EM AR K 2004 N r. 39 E. 5.3. S. 271, 2003 N r. 3 E. 3a S. 27, 1997 N r. 24). D anach genügt es nicht, w enn die krim inel- len H andlungen der betreffenden Person den Schluss zulassen, diese sei nicht gew illt 9 oder nicht fähig, sich an die elem entaren gesellschaftlichen R egeln des Zusam m enle- bens zu halten. Vielm ehr m üssen diese H andlungen eine schw erw iegende G efährdung oder Verletzung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung darstellen. D ie geforderte Schw ere kann sich dabei aus dem U m stand ergeben, dass durch das begangene D elikt besonders w ertvolle R echtsgüter betroffen sind. Auch die w iederholte D eliktsbegehung verm ag (trotz im Einzelfall bedingt ausgesprochener Freiheitsstrafe) Anhaltspunkte für eine G efährdung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung zu verm itteln. G efährdet die betreffende Person die öffentliche Sicherheit und O rdnung in schw erw iegender W eise, so kann die Ausschlussklausel des Art. 14a Abs. 6 AN AG schliesslich auch dann ange- w endet w erden, w enn ein entsprechendes Strafverfahren noch nicht abgeschlossen ist (vgl. EM AR K 2003 N r. 3 E. 3b). 7.3.3. Aus den Akten ergibt sich, dass gegen den Beschw erdeführer ein Strafverfahren w egen W iderhandlungen gegen das Betäubungsm ittelgesetz hängig ist, w obei er bereits den vorzeitigen Strafvollzug angetreten hat. G em äss Befragungsprotokoll der Kan- tonspolizei X._______ vom 1. Juni 2005 ist der Beschw erdeführer geständig, m indestens zw ei Kilogram m H eroin erw orben zu haben, w elches er w iederum an verschiedene Personen w eiterverkaufte. Aus den Aussagen des Beschw erdeführers ergibt sich w eiter, dass es sich bei jenen Personen zum Teil um andere Zw ischenhändler handelte, zum Teil um H eroinkonsum enten. Ferner ist der Beschw erdeführer geständig, zehn G ram m Kokain zum Eigenkonsum erstanden zu haben. 7.3.4. Im vorliegenden Fall ist – unter Berücksichtigung der vorzunehm enden Interes- senabw ägung – eine schw erw iegende G efährdung der öffentlichen Sicherheit und O rd- nung zu bejahen. G em äss geltendem R echt (vgl. Art. 19 Ziff. 1 Betm G ) w ird unter ande- rem der vorsätzliche unbefugte H andel m it Betäubungsm itteln in schw eren Fällen m it Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. Als schw erer Fall gilt, w enn der Täter w eiss oder annehm en m uss, dass sich die W iderhandlung auf eine M enge von Betäu- bungsm itteln bezieht, w elche die G esundheit vieler M enschen in G efahr bringen kann, oder als M itglied einer Bande handelt, die sich zur Ausübung des unerlaubten Betäu- bungsm ittelverkehrs zusam m engefunden hat, oder durch gew erbsm ässigen H andel ei- nen grossen U m satz oder einen erheblichen G ew inn erzielt (Art. 19 Ziff. 2 Bst. a-c Betm G ). G em äss bundesgerichtlicher R echtsprechung genügen bereits zw ölf G ram m reinen H eroins, um die G esundheit vieler M enschen in G efahr zu bringen (vgl. BG E 109 IV 145). D er Beschw erdeführer hat gem äss seinen abgelegten G eständnissen m it H eroin in einer M enge von m indestens zw ei Kilogram m gehandelt. D as von ihm ge- standene strafrechtlich relevante Verhalten ist m ithin als schw erw iegend zu bezeichnen. Auch w enn noch keine rechtskräftige Verurteilung des Beschw erdeführers aufgrund der ihm vorgew orfenen D elikte erfolgt ist, so ergibt sich aus dem G esagten offensichtlich, dass er die öffentliche Sicherheit und O rdnung im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG in schw erw iegender W eise verletzt hat. Im vorliegenden Fall überw iegt das öffentliche In- teresse am Vollzug der W egw eisung som it klarerw eise das private Interesse des Be- schw erdeführers, sich auf die Schrankenbestim m ung von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu be- rufen. D ie Anw endung der Ausschlussklausel von Art. 14a Abs. 6 AN AG erscheint schliesslich auch als verhältnism ässig, besteht doch w ie bereits erw ähnt (E. 7.2.) Anlass zur Annahm e, der Beschw erdeführer habe im kurdisch verw alteten N ordirak keine kon- krete G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu befürchten. 7.4. Schliesslich ist festzustellen, dass dem Vollzug der W egw eisung in die kurdisch ver-10 w alteten Provinzen des N ordirak auch unter dem Aspekt der M öglichkeit im Sinne von Art. 14a Abs. 2 AN AG nichts G rundsätzliches entgegensteht. 8. Aus den angestellten Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Verfügung des Bundesam ts ist dem zu- folge zu bestätigen und die betreffende Beschw erde abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskosten w erden auf Fr. 600.-- festge- setzt (vgl. Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) i.V.m . Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Kosten des Verfahrens in der H öhe von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erde- führer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zugunsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - M ._______ des Kantons X._______, zur Kenntnisnahm e (R ef.-N r. _______) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Bendicht Tellenbach M artin Scheyli Versand am :