<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">183</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>V. Submissionen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>29</b></span> <span class="ft3"><b>Zuschlagskriterien; "Ausbildung Lehrlinge"</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Anwendungsfall bei einer Konzerngesellschaft; kein vergaberechtlicher</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Durchgriff auf weitere Konzerngesellschaften</b></span><br/> <span class="ft4">Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 7. Juli 2016 in Sachen</span><br/> <span class="ft4">A. AG gegen B. AG und C. AG (WBE.2016.170).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft6">3.</span><br/> <span class="ft6">3.1.</span><br/> <span class="ft6">Das an sich vergabefremde Zuschlagskriterium "Ausbildung</span><br/> <span class="ft6">Lehrlinge" ist mit einer untergeordneten Gewichtung grundsätzlich</span><br/> <span class="ft6">zulässig (§ 18 Abs. 2 SubmD; ferner AGVE 2001, S. 342 ff., insbe-</span><br/> <span class="ft6">sondere</span> <span class="ft6">S. 345;</span> <span class="ft6">P</span><span class="ft4">ETER</span> <span class="ft6">G</span><span class="ft4">ALLI</span><span class="ft6">/A</span><span class="ft4">NDRÉ</span> <span class="ft6">M</span><span class="ft4">OSER</span><span class="ft6">/E</span><span class="ft4">LISABETH</span><br/> <span class="ft6">L</span><span class="ft4">ANG</span><span class="ft6">/M</span><span class="ft4">ARC</span> <span class="ft6">S</span><span class="ft4">TEINER</span><span class="ft6">, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts,</span><br/> <span class="ft6">3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 931 f.). Es darf aber keine</span><br/> <span class="ft6">Diskriminierung auswärtiger Anbieter bewirken und insbesondere</span><br/> <span class="ft6">gegenüber Anbietern aus Vertragsstaaten der einschlägigen Überein-</span><br/> <span class="ft6">kommen, die keine dem schweizerischen Lehrlingswesen vergleich-</span><br/> <span class="ft6">bare Berufsausbildung kennen, nicht angewandt werden (vgl. Urteil</span><br/> <span class="ft6">des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2003</span><br/> <span class="ft6">[VB.2002.00255], Erw. 3b und e). Für die vorliegenden Leistungen -</span><br/> <span class="ft6">obwohl nach GATT/WTO-Abkommen resp. Staatsvertrag ausge-</span><br/> <span class="ft6">schrieben - haben nur schweizerische Unternehmen offeriert. Die</span><br/> <span class="ft6">Frage der Diskriminierung nichtschweizerischer Anbieter stellt sich</span><br/> <span class="ft6">daher von vornherein nicht.</span><br/> <span class="ft6">Beim Kriterium Lehrlingsausbildung geht es nicht darum, die</span><br/> <span class="ft6">Erfüllung des konkreten Auftrags zu sichern, sondern um einen</span><br/> <span class="ft6">sozialpolitischen Gesichtspunkt, der zusätzlich berücksichtigt wird.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">184</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Es kommt daher nicht darauf an, ob die von einem Anbieter ausgebil-</span><br/> <span class="ft6">deten Lehrlinge gerade in dem Geschäftsbereich tätig sind, der bei</span><br/> <span class="ft6">der Ausführung des vorgesehenen Auftrags zum Einsatz gelangt. Zu</span><br/> <span class="ft6">berücksichtigen sind aber nur diejenigen Lehrstellen, die tatsächlich</span><br/> <span class="ft6">besetzt sind. Sachgerechterweise ist somit bei der Prüfung des Krite-</span><br/> <span class="ft6">riums Lehrlingsausbildung bei allen Anbietern auf das Verhältnis der</span><br/> <span class="ft6">Anzahl <i>aller</i> (vorhandenen) Lehrlinge zur <i>Gesamtzahl</i> der Beschäf-</span><br/> <span class="ft6">tigten einer Unternehmung abzustellen (vgl. Urteil des Obergerichts</span><br/> <span class="ft6">des Kantons Schaffhausen vom 29. November 2013 [60/2013/26],</span><br/> <span class="ft6">Erw. 2b; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom</span><br/> <span class="ft6">27. Juni 2012 [VB.2012.00001], Erw. 4.2; je mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft6">3.2.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss Ziff. 3.9 der öffentlichen Ausschreibung war die</span><br/> <span class="ft6">"Ausbildung Lehrlinge" als Zuschlagskriterium mit einem Gewicht</span><br/> <span class="ft6">von 5 % vorgesehen. Bewertet wurden die Angebote bei diesem</span><br/> <span class="ft6">Kriterium nach folgenden Vorgaben:</span><br/> <span class="ft7">10 % vom festangestellten Personal exkl. temporäre Mitarbeiter =</span><br/> <span class="ft7">5 Punkte</span><br/> <span class="ft7">1 % vom festangestellten Personal exkl. temporäre Mitarbeiter =</span><br/> <span class="ft7">1 Punkt</span><br/> <span class="ft7">(Zwischenwerte werden linear auf eine Dezimalstelle gerundet).</span><br/> <span class="ft6">Die Beschwerdegegnerin gab in ihrem Angebot (Formular Aus-</span><br/> <span class="ft6">bildung Lehrlinge) zehn Lehrlinge an und wies darauf hin, dass sie</span><br/> <span class="ft6">"zusammen mit der Schwesterfirma D. AG momentan 10 Lehrlinge"</span><br/> <span class="ft6">ausbilde. Sodann gab sie für die gesamte Firmengruppe (Beschwer-</span><br/> <span class="ft6">degegnerin, D. AG, E. AG) 110 Mitarbeitende an. Sie wurde gestützt</span><br/> <span class="ft6">auf diese Angaben von der Vergabestelle beim Zuschlagskriterium</span><br/> <span class="ft6">"Ausbildung Lehrlinge" mit 4.6 Punkten gewichtet bzw. mit 23</span><br/> <span class="ft6">Punkten bewertet. Die Beschwerdeführerin erhielt 1.9 bzw. gewichtet</span><br/> <span class="ft6">10 Punkte. Die Bewertung beim Zuschlagskriterium "Ausbildung</span><br/> <span class="ft6">Lehrlinge" wirkt sich damit trotz des nur geringen Gewichts von 5 %</span><br/> <span class="ft6">entscheidend auf den Zuschlag aus.</span><br/> <span class="ft6">Die Zulässigkeit des Zuschlagskriteriums als solches, dessen</span><br/> <span class="ft6">Gewichtung sowie das grundsätzliche Vorgehen bei der Bewertung</span><br/> <span class="ft6">werden von der Beschwerdeführerin vorliegend zu Recht nicht in</span><br/> <span class="ft6">Frage gestellt. Streitig ist ausschliesslich die konkrete Bewertung der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">185</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Beschwerdegegnerin bzw. die Frage, ob ihr die im Angebot genann-</span><br/> <span class="ft6">ten 10 Lehrlinge tatsächlich zugerechnet werden dürfen.</span><br/> <span class="ft6">3.3.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss der Darstellung der Beschwerdegegnerin stellt die</span><br/> <span class="ft6">F.-Gruppe einen Konzern dar, der aus der G. AG und den drei</span><br/> <span class="ft6">Tochtergesellschaften B. AG, der E. AG und der D. AG bestehe.</span><br/> <span class="ft6">Wirtschaftlich und operativ bildeten die rechtlich selbstständigen</span><br/> <span class="ft6">Unternehmen eine Einheit, welche gemeinsam Arbeiten im Bereich</span><br/> <span class="ft6">Dach- und Fassadensysteme anböten, gemeinsam Projekte führten</span><br/> <span class="ft6">und - insbesondere - gemeinsam Lehrlinge ausbildeten. Die Arbeits-</span><br/> <span class="ft6">verträge der Lernenden seien aus organisatorischen Gründen zwar</span><br/> <span class="ft6">alle mit der E. AG und der D. AG abgeschlossen worden. So könne</span><br/> <span class="ft6">die Betreuung der Lernenden besser koordiniert werden. Jedoch</span><br/> <span class="ft6">seien die Lehrlinge für alle Tochtergesellschaften tätig; sie würden, je</span><br/> <span class="ft6">nach Verfügbarkeit, individuell bei einer der drei Tochter-</span><br/> <span class="ft6">gesellschaften eingesetzt und betreut. Dies gelte speziell auch für den</span><br/> <span class="ft6">umstrittenen Auftrag. Auch wenn der Werkvertrag formell nur mit</span><br/> <span class="ft6">einer Tochtergesellschaft abgeschlossen werde, sei jeweils die ganze</span><br/> <span class="ft6">F.-Gruppe an einem Auftrag beteiligt, indem Personal, Maschinen</span><br/> <span class="ft6">und andere Ressourcen der ganzen Gruppe miteinbezogen würden.</span><br/> <span class="ft6">Wirtschaftlich betrachtet würden sich die drei Tochtergesellschaften</span><br/> <span class="ft6">zu einer einzigen, den Auftrag ausführenden Organisation ver-</span><br/> <span class="ft6">flechten. Vor diesem Hintergrund müsse auch das Zuschlagskriterium</span><br/> <span class="ft6">der Lernenden beurteilt werden: Es dürfe nicht ausschliesslich auf</span><br/> <span class="ft6">das formelle Anstellungsverhältnis der Lernenden abgestellt werden,</span><br/> <span class="ft6">sondern es müssten im Sinne einer Gesamtbetrachtung die</span><br/> <span class="ft6">Lernenden der gesamten F.-Gruppe miteinbezogen werden.</span><br/> <span class="ft6">3.4.</span><br/> <span class="ft6">Nach der Rechtsprechung und Literatur gibt es keinen vergabe-</span><br/> <span class="ft6">rechtlichen Durchgriff auf Konzerngesellschaften. Mit Blick auf die</span><br/> <span class="ft6">Rechtssicherheit ist im Vergaberecht strikt und ausschliesslich auf</span><br/> <span class="ft6">die Rechtsform abzustellen. Will sich eine Anbieterin auf Tatsachen</span><br/> <span class="ft6">oder Rechtspositionen einer Konzerngesellschaft stützen, muss sie</span><br/> <span class="ft6">die fragliche Konzerngesellschaft als Konsortionalpartnerin, als Sub-</span><br/> <span class="ft6">unternehmerin oder Lieferantin konkret in ihre Offerte einbinden.</span><br/> <span class="ft6">Steht die Konzerngesellschaft hingegen auf keine dieser Arten in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">186</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">rechtlicher Nähe eines konkreten Vergabeverfahrens, bleibt sie ge-</span><br/> <span class="ft6">wöhnliche Dritte ohne Relevanz im fraglichen Verfahren. Die Kon-</span><br/> <span class="ft6">zerngesellschaft, sei es die Muttergesellschaft oder eine Schwes-</span><br/> <span class="ft6">tergesellschaft, wird insbesondere nicht schon aufgrund des un-</span><br/> <span class="ft6">bestrittenen besonderen Näheverhältnisses Teil der Anbietersphäre.</span><br/> <span class="ft6">Eine Anbieterin kann sich auf die fachliche, wirtschaftliche und</span><br/> <span class="ft6">finanzielle Leistungsfähigkeit einer Konzerngesellschaft daher nur</span><br/> <span class="ft6">dann stützen, wenn sie deren Einbindung in den konkreten Auftrag</span><br/> <span class="ft6">im vorgenannten Sinn nachweist (vgl. zum Ganzen Zwischenent-</span><br/> <span class="ft6">scheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. Juni 2014 [B-</span><br/> <span class="ft6">1600/2014], Erw. 4.4.3; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom</span><br/> <span class="ft6">28. Februar 2013 [B-5563/2012], Erw. 3.3.3; Präsidialverfügungen</span><br/> <span class="ft6">des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Februar 2016</span><br/> <span class="ft6">[B2016/15], Erw. 2.2.3.1, und [B2016/16], Erw. 2.2.2.1; M</span><span class="ft4">ARTIN</span><br/> <span class="ft6">B</span><span class="ft4">EYELER</span><span class="ft6">,</span> <span class="ft6">Der</span> <span class="ft6">Geltungsanspruch</span> <span class="ft6">des</span> <span class="ft6">Vergaberechts,</span><br/> <span class="ft6">Zürich/Basel/Genf 2012, Rz. 1374 ff.; ferner Urteil des Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft6">gerichts des Kantons Zürich vom 8. April 2009 [VB.2008.00194],</span><br/> <span class="ft6">Erw. 4; G</span><span class="ft4">ALLI</span><span class="ft6">/M</span><span class="ft4">OSER</span><span class="ft6">/L</span><span class="ft4">ANG</span><span class="ft6">/S</span><span class="ft4">TEINER</span><span class="ft6">, a.a.O., Rz. 648).</span><br/> <span class="ft6">Analoge Überlegungen müssen nach der Rechtsprechung für</span><br/> <span class="ft6">die Anrechenbarkeit von in einem Konzern beschäftigten Lehrlingen</span><br/> <span class="ft6">auf die einzelnen Gesellschaften gelten. Bildet die Lehrlingsausbil-</span><br/> <span class="ft6">dung ein Zuschlagskriterium, so muss gemäss dem Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft6">gericht des Kantons Basel-Landschaft die jeweilige Anbieterin selbst</span><br/> <span class="ft6">- und nicht allfällige Mutter-, Tochter- oder Schwestergesellschaften</span><br/> <span class="ft6">- eine substanzielle eigene Ausbildungsleistung nachweisen. Die Be-</span><br/> <span class="ft6">rücksichtigung des Kriteriums der Lehrlingsausbildung soll</span><br/> <span class="ft6">insbesondere auch dazu dienen, den durch diese verursachten nicht</span><br/> <span class="ft6">unerheblichen betrieblichen Zusatzaufwand (z.B. Weiterbildungs-</span><br/> <span class="ft6">erfordernisse für die Berufsbildner, Betreuung der Lernenden,</span><br/> <span class="ft6">Kosten des Berufsschulbesuchs oder der überbetrieblichen Kurse</span><br/> <span class="ft6">etc.) und somit die mit der Lehrlingsausbildung einher gehenden</span><br/> <span class="ft6">Wettbewerbsnachteile gegenüber Betrieben ohne Lernende auszu-</span><br/> <span class="ft6">gleichen. Betriebe ohne wesentliche eigene Ausbildungsleistung</span><br/> <span class="ft6">erleiden keinen in diesem Sinne auszugleichenden Aufwand, so dass</span><br/> <span class="ft6">sich spiegelbildlich auch keine Punktezusprechung rechtfertigt</span><br/> <span class="ft6">(Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">187</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">fassungs- und Verwaltungsrecht, vom 21. Januar 2015 [810 14 319],</span><br/> <span class="ft6">Erw 5.2-5.4). Auch das Bundesgericht hat festgehalten, es liege auf</span><br/> <span class="ft6">der Hand, dass die Vergabebehörde bei der Punkteverteilung nur</span><br/> <span class="ft6">diejenigen Lehrlinge berücksichtigen dürfe, die unmittelbar zum</span><br/> <span class="ft6">offerierenden Unternehmen bzw. zur offerierenden Arbeitsgemein-</span><br/> <span class="ft6">schaft gehörten. Die Berücksichtigung von Lehrstellen ausserhalb</span><br/> <span class="ft6">des offerierenden Unternehmens bzw. der offerierenden Arbeits-</span><br/> <span class="ft6">gemeinschaft, z.B. einer (Unternehmens-)Gruppe, bezeichnet es als</span><br/> <span class="ft6">unzulässig (Urteil des Bundesgerichts vom 16. März 2007</span><br/> <span class="ft6">[2P.242/2006], Erw. 4.2.4 und 4.2.5).</span><br/> <span class="ft6">3.5.</span><br/> <span class="ft6">Vorliegend ist unbestritten, dass bei der Beschwerdegegnerin</span><br/> <span class="ft6">keine Verträge mit Lernenden existieren (vgl. oben Erw. 3.3). Nach</span><br/> <span class="ft6">ihren Angaben wurden aus Koordinationsgründen alle Lehrverträge</span><br/> <span class="ft6">von der E. AG und der D. AG abgeschlossen. Eingesetzt und betreut</span><br/> <span class="ft6">würden die Lernenden jedoch bei allen drei Tochtergesellschaften,</span><br/> <span class="ft6">insbesondere auch bei der Beschwerdegegnerin. Zum Umfang des</span><br/> <span class="ft6">Einsatzes der Lehrlinge verweist die Beschwerdegegnerin auf die der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeantwort beigelegten "Stundenkarten der Lernenden". Es</span><br/> <span class="ft6">handelt sich um zehn von der Beschwerdegegnerin ausgewählte</span><br/> <span class="ft6">Stundenkarten aus der Zeit von April 2013 bis April 2016 für zehn</span><br/> <span class="ft6">verschiedene Lehrlinge. In der ebenfalls beigelegten notariellen Fest-</span><br/> <span class="ft6">stellungsurkunde wird zu diesen Stundenkarten festgestellt, der</span><br/> <span class="ft6">jeweiligen Spalte "Baustelle" sei zu entnehmen, dass die Lernenden</span><br/> <span class="ft6">auch für die Beschwerdegegnerin tätig gewesen seien ("Ressourcen-</span><br/> <span class="ft6">planung B."). Eine Überprüfung der vorgelegten Stundenkarten zeigt</span><br/> <span class="ft6">allerdings, dass sich der durchschnittliche Einsatz eines Lehrlings bei</span><br/> <span class="ft6">der Beschwerdegegnerin im fraglichen Zeitraum auf rund einen Tag</span><br/> <span class="ft6">pro Monat beschränkte. Aufgrund dieser Angaben kann nicht von</span><br/> <span class="ft6">einem massgeblichen <i>eigenen</i> Ausbildungsbeitrag der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft6">gegnerin im Bereich der Berufsbildung gesprochen werden. Die</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdegegnerin hat diese bereits in Erw. 4.4 der Verfügung vom</span><br/> <span class="ft6">30. Mai 2016 gemachte Feststellung zum Umfang der Beschäftigung</span><br/> <span class="ft6">in ihrer Stellungnahme vom 27. Juni 2016 nicht als unzutreffend in</span><br/> <span class="ft6">Abrede gestellt. Ebenso wenig hat sie zusätzliche Unterlagen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">188</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">eingereicht, aus denen ein höherer Beschäftigungsgrad der Lehrlinge</span><br/> <span class="ft6">bei ihr selber hervorgehen würde.</span><br/> <span class="ft6">3.6.</span><br/> <span class="ft6">Aufgrund der Akten steht sodann auch fest, dass das Angebot</span><br/> <span class="ft6">für die Arbeitsgattung BKP 224.1 ausschliesslich von der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdegegnerin eingereicht worden ist. Die beiden Schwesterge-</span><br/> <span class="ft6">sellschaften sind daran weder im Sinne einer Arbeitsgemeinschaft</span><br/> <span class="ft6">beteiligt noch werden sie als Subunternehmerinnen in den Auftrag</span><br/> <span class="ft6">eingebunden. Im Formular "Unternehmerangaben" wird das Vorlie-</span><br/> <span class="ft6">gen einer Arbeitsgemeinschaft ausdrücklich verneint und unter</span><br/> <span class="ft6">Rubrik Subunternehmer werden keine Angaben gemacht. Die ver-</span><br/> <span class="ft6">langten Angaben, Nachweise und Bestätigungen zum Unternehmen</span><br/> <span class="ft6">(Einhaltung GAV, Bezahlung Sozialversicherungsbeiträge) beziehen</span><br/> <span class="ft6">sich ausschliesslich auf die Beschwerdegegnerin. Im Formular "Aus-</span><br/> <span class="ft6">bildung Lehrlinge" werden 10 Lehrlinge und 110 festangestellte</span><br/> <span class="ft6">Mitarbeiter inkl. Lehrlinge angegeben. Dass dies nicht der effektive</span><br/> <span class="ft6">Personalbestand der Beschwerdegegnerin ist, sondern weitere</span><br/> <span class="ft6">Gesellschaften miteinbezogen sind, wird allerdings erst aus einer</span><br/> <span class="ft6">weiteren mit "Termine" bezeichneten Offertbeilage ersichtlich.</span><br/> <span class="ft6">Daraus erhellt, dass es sich bei den genannten 110 Mitarbeitern um</span><br/> <span class="ft6">den gesamten Personalbestand der drei Schwestergesellschaften han-</span><br/> <span class="ft6">delt und "bei Bedarf" eine Personalaufstockung jederzeit möglich</span><br/> <span class="ft6">sei. Eine entsprechende Erklärung der D. AG oder der E. AG liegt</span><br/> <span class="ft6">der Offerte aber nicht bei. Aus der Beilage "Lehrlingsausbildung"</span><br/> <span class="ft6">geht sodann hervor, dass die genannten 10 Lehrlinge zusammen mit</span><br/> <span class="ft6">der Schwesterfirma D. AG ausgebildet würden. Von einem "konse-</span><br/> <span class="ft6">quent konzernbezogenen Angebot" oder Konzernangebot allein we-</span><br/> <span class="ft6">gen dieser Angaben zu Personalbestand und Lehrlingen kann -</span><br/> <span class="ft6">entgegen der Vergabestelle - nicht die Rede sein. Daran ändert auch</span><br/> <span class="ft6">nichts, dass bei einigen der angegebenen Referenzobjekte auf die Zu-</span><br/> <span class="ft6">sammenarbeit mit einer Schwesterfirma hingewiesen wurde.</span><br/> <span class="ft6">3.7.</span><br/> <span class="ft6">Demgemäss lässt sich die Erteilung der nahezu vollen Punkt-</span><br/> <span class="ft6">zahl beim Zuschlagskriterium "Ausbildung Lehrlinge" nicht recht-</span><br/> <span class="ft6">fertigen und liegt auch nicht mehr im Ermessensspielraum der</span><br/> <span class="ft6">Vergabestelle. Richtigerweise wäre das Angebot der Beschwerdegeg-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">189</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">nerin in Anbetracht der fehlenden substanziellen eigenen Ausbil-</span><br/> <span class="ft6">dungsleistung bei diesem Zuschlagskriterium mit 0 Punkten zu</span><br/> <span class="ft6">bewerten gewesen (vgl. oben Erw. 3.4).</span><br/></div> </div> </body> </html>