<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00029</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205369&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00029</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.09.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Quartierplan</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Amtlicher Quartierplan "Durst", Meilen; Baulinien.<br/><br/>Im Quartierplangebiet soll die neue Quartierstrasse U6 erstellt werden. Der Abstand der Baulinie zur Strasse U 6 beträgt bergseits 6 m und seeseits 3,5 m (E. 2.1).<br/><br/>Das gesamte Quartierplangebiet befindet sich vorliegend an einem gegen Süden, d.h. gegen den See abfallenden Hang. Die geltende Bauordnung sieht für das zum grössten Teil der Wohnzone W 1.4 zugewiesene Gebiet einen kleinen Grenzabstand von 3,5 m sowie einen grossen gegenüber Süden einzuhaltenden Grundabstand von 7 m vor. Mit dieser Grenzabstandsregelung soll aus Gründen der Wohnhygiene und Seesicht eine Überbauung der Grundstücke im nördlichen, erhöhten Bereich ermöglicht und angestrebt werden. Dieses Konzept soll aus Gründen einer einheitlichen Gestaltung der Überbauung durch die Baulinenführung entlang der Quartierstrasse U6 weitergeführt werden. Die strittige Baulinienführung ist deshalb gerechtfertigt und sachlich begründbar (E. 3.3).<br/><br/>Es liegt keine Ungleichbehandlung vor und es sind auch keine anderen Gründe ersichtlich, die gegen diese Baulinienführung sprechen (E. 3.4).<br/><br/>Abweisung (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAULINIENFESTSETZUNG">BAULINIENFESTSETZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: QUARTIERPLAN">QUARTIERPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: SONDERNUTZUNGSPLÃNE">SONDERNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENABSTAND">STRASSENABSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 96 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 125 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 265 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschluss vom 16. Juli 2002 setzte der Gemeinderat Meilen den amtlichen Quartierplan "Durst" fest. Dieser Beschluss wurde am 9. August 2002 im Amtsblatt des Kantons ZÃ¼rich publiziert.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Gegen diese Festsetzung rekurrierten A und C an die Baurekurskommission II, welche den Rekurs am 23. November 2004 abwies und den angefochtenen Beschluss des Gemeinderates Meilen im geprÃ¼ften Umfang bestÃ¤tigte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Gegen diesen Rekursentscheid erhob A am 20. Januar 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragte, der Beschluss des Gemeinderats Meilen vom 16. Juli 2002 sei insoweit aufzuheben, als er eine den gesetzlichen Strassenabstand verringernde Baulinie sÃ¼dlich der neuen Quartierstrasse U6 vorsehe und der angefochtene Entscheid sei insoweit aufzuheben, als er den Beschluss des Gemeinderats Meilen betreffend Festsetzung der Baulinien zur Verringerung des Strassenabstands seeseitig der U6 bestÃ¤tige; auf die Festsetzung von den Strassenabstand verringernden Baulinien seeseitig der Quartierstrasse U6 sei zumindest im Bereich des GrundstÃ¼cks der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verzichten bzw. der Gemeinderat Meilen sei anzuweisen, die Baulinie auch seeseitig der U6 auf 6 m anzusetzen; eventualiter seien beidseits der U6 die gleichen StrassenabstÃ¤nde festzulegen, dies jedenfalls im Bereich des GrundstÃ¼cks der BeschwerdefÃ¼hrerin; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners; die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren seien entsprechend aufzuheben.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II beantragte am 8. Februar 2005 die Abweisung der Beschwerde. In seiner Beschwerdeantwort vom 29. MÃ¤rz 2005 stellte der Gemeinderat Meilen ebenfalls den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> Das Beizugsgebiet des amtlichen Quartierplans "Durst" wird im Norden durch die Luftstrasse, im Osten durch die Plattenstrasse, im SÃ¼den durch die Rainstrasse und den Harbisweg sowie im Westen durch das RaingÃ¤ssli begrenzt. Das Gebiet ist gemÃ¤ss der geltenden Zonenordnung zum grÃ¶ssten Teil der Wohnzone W 1.4 zugewiesen. Gegenstand des Quartierplans ist unter anderem die strassenmÃ¤ssige Erschliessung der QuartierplangrundstÃ¼cke. Vorgesehen ist eine Erschliessung mit parallel zum gegen SÃ¼den bzw. den ZÃ¼richsee abfallenden Hang fÃ¼hrenden Quartierstrassen. UngefÃ¤hr in der Mitte des Quartierplangebiets soll die neue Quartierstrasse U6 erstellt werden. Durch diese soll neu auch das mit einem Einfamilienhaus Ã¼berstellte GrundstÃ¼ck altKat.-Nr. 01 der BeschwerdefÃ¼hrerin erschlossen werden. Mit dem Quartierplan sollen entlang dieser Strasse Baulinien festgesetzt werden. Der Abstand der Baulinie zur Strasse betrÃ¤gt bergseits 6 m und seeseits 3,5 m.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht im Wesentlichen Folgendes geltend: Ihre Parzelle sei praktisch flach und weise nur einen geringfÃ¼gigen Niveauunterschied zu den sÃ¼dwÃ¤rts gelegenen GrundstÃ¼cken auf, welche in ihrer gesamten Bautiefe â entgegen der Darstellung der Vorinstanz â ebenfalls nur ein ganz geringfÃ¼giges GefÃ¤lle aufweisen wÃ¼rden, was ein Augenschein oder ein HÃ¶henkurvenplan ohne weiteres erhellen kÃ¶nne. Diesem Sachverhalt habe die Vorinstanz nicht ausreichend Rechnung getragen bzw. den diesbezÃ¼glichen Sachverhalt unrichtig festgestellt. Die strittige Baulinienfestsetzung unterscheide nicht zwischen steileren und flacheren Lagen. Durch die BegÃ¼nstigung der seeseitig gelegenen Parzellen werde ihr bereits Ã¼berbautes GrundstÃ¼ck benachteiligt. Die mittels der beanstandeten Baulinie abweichend von den gesetzlichen Vorschriften ermÃ¶glichte NÃ¤herbauweise seeseitiger GebÃ¤ude beeintrÃ¤chtige die Aussicht und Besonnung der nÃ¶rdlichen GrundstÃ¼cke. Dies falle besonders dort ins Gewicht, wo wenig GefÃ¤lle bestehe. Ausserdem sei ihre Parzelle Ã¼berbaut, das GebÃ¤ude kÃ¶nne nicht einfach "nach Norden gerÃ¼ckt" werden.</p> <p class="Urteilstext">Die beanstandete Baulinienfestsetzung widerspreche dem Prinzip der Gesetz- und VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit sowie dem Rechtsgleichheitsgebot. Der gesetzliche Strassenabstand von § 265 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) werde ausser Kraft gesetzt. Bezweckt werde damit eine erhÃ¶hte FlexibilitÃ¤t beim Platzieren der Bauten, d.h. eine verbesserte Ãberbaubarkeit und AusnÃ¼tzung der begÃ¼nstigten GrundstÃ¼cke. Diese Zwecksetzung liege ausschliesslich im Interesse der seeseitigen GrundstÃ¼cke. Ein Ã¶ffentliches Interesse sei nicht erkennbar. Baulinien dÃ¼rften gemÃ¤ss § 96 Abs. 1 PBG ausschliesslich zur Freihaltung von GelÃ¤nde fÃ¼r Ã¶ffentliche Verkehrsanlagen oder VorgÃ¤rten bzw. GrÃ¼nbereichen vorgesehen werden. Sie dÃ¼rften ausserdem nur dann festgesetzt werden, wenn dafÃ¼r ein BedÃ¼rfnis bestehe. Dieses BedÃ¼rfnis kÃ¶nne jedoch nur die Freihaltung von GelÃ¤nde und nicht etwa die Verringerung des nach den gesetzlichen Vorschriften geltenden Strassenabstandes beinhalten. Das Instrument der Baulinie werde dadurch zweckentfremdet. FÃ¼r die angefochtene Festsetzung fehle eine gesetzliche Grundlage. Abweichungen von § 265 PBG dÃ¼rften mittels Baulinien nur soweit festgelegt werden, als sich diese Abweichung als nÃ¶tig erweise. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Weshalb GrÃ¼nde der Wohnhygiene oder der Seesicht eine Reduktion des Strassenabstands auf 3,5 m notwendig machen wÃ¼rden, werde von der Vorinstanz nicht nÃ¤her begrÃ¼ndet. Gestalterische oder ortsbauliche GrÃ¼nde seien nicht ersichtlich; diese wÃ¼rden vielmehr eher fÃ¼r eine Einhaltung der StrassenabstÃ¤nde sprechen. Die Wahrung der Verkehrssicherheit sowie der Bewegungsraum und Aussichtsschutz fÃ¼r FussgÃ¤nger sprÃ¤chen gegen eine Zentrierung der Baumassen mÃ¶glichst nahe am Strassenrand; ebenso wie die Wahrung des Quartiercharakters als Einfamilienhauszone. Die rechtsungleiche Behandlung der seeseitigen und bergseitigen GrundstÃ¼cke sei nicht zu rechtfertigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b> GemÃ¤ss § 125 Abs. 1 PBG sind vor oder mit dem Quartierplan fÃ¼r die Ã¶ffentlichen Strassen, die sein Gebiet begrenzen oder durchkreuzen, sowie fÃ¼r die Quartierstrassen und andere Verkehrsanlagen Bau- und Niveaulinien festzusetzen, soweit dafÃ¼r ein BedÃ¼rfnis besteht. Der Baurekurskommission II ist darin beizupflichten, dass im vorliegenden Fall ein BedÃ¼rfnis nach der Festsetzung von Baulinien im Sinne der zitierten Bestimmung besteht, wird doch die Quartierstrasse U6 erst gebaut und sind die daran anstossenden GrundstÃ¼cke grÃ¶sstenteils noch unÃ¼berbaut. Ebenfalls zutreffend ist, dass Verkehrsbaulinien gemÃ¤ss § 96 Abs. 2 lit. a PBG das ordentliche Instrument zur Bestimmung des Abstandes von GebÃ¤uden und Anlagen gegenÃ¼ber Strassen und anderen VerkehrsflÃ¤chen bilden. Dies ergibt sich aus dem Wortlaut der Bestimmung von § 264 PBG, wonach der Abstand von GebÃ¤uden gegenÃ¼ber Verkehrsanlagen in erster Linie durch die bestehenden oder voraussichtlich nÃ¶tigen Verkehrsbaulinien bestimmt wird. Die Strassenabstandsregelung gemÃ¤ss § 265 Abs. 1 PBG gelangt ausdrÃ¼cklich nur dann zur Anwendung, wenn Baulinien fÃ¼r Ã¶ffentliche und private Strassen fehlen und eine Festsetzung nicht nÃ¶tig erscheint. DafÃ¼r, dass die Festsetzung eines gegenÃ¼ber der gesetzlichen SubsidiÃ¤rregelung kleineren Strassenabstandes mittels Baulinie nur dann zulÃ¤ssig sein soll, wenn eine Notwendigkeit bestehe, bietet der Wortlaut des Gesetzes keinerlei Anhaltspunkte. Vielmehr ist mit der Baurekurskommission II davon auszugehen, dass es grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig ist, mit Baulinien fÃ¼r bestimmte GrundstÃ¼cke den Strassenabstand grÃ¶sser oder kleiner als 6 m (vgl. § 265 PBG) anzusetzen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Unbestritten ist, dass Baulinien stets primÃ¤r Ã¶ffentliche Interessen wahren (vgl. Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, Ziff. 4.5.1.). Zu eng ist indessen die den Verkehrsbaulinien von der BeschwerdefÃ¼hrerin zugedachte Zwecksetzung: Die Freihaltung von GelÃ¤nde fÃ¼r Ã¶ffentliche Verkehrsanlagen oder VorgÃ¤rten bzw. GrÃ¼nbereichen ist nur eine der mÃ¶glichen Zwecksetzungen. Baulinien kÃ¶nnen anerkanntermassen auch im Dienst der Ordnung und Gestaltung der Ãberbauung stehen (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 344).</p> <p class="Erwgung2">Nach Massgabe des BedÃ¼rfnisses richtet sich nicht nur die zeitliche Festsetzung, sondern auch die Ausgestaltung der Baulinien, d.h. deren konkrete LinienfÃ¼hrung. Der Baurekurskommission II ist darin beizupflichten, dass aus GrÃ¼nden der Rechtsgleichheit bei der Festsetzung von Baulinien in der Regel beide Strassenseiten gleichmÃ¤ssig zu belasten sind. Es handelt sich dabei jedoch nicht um ein unabÃ¤nderliches Prinzip. Vielmehr kÃ¶nnen etwa technische GrÃ¼nde ein Abweichen von diesem Grundsatz sogar erfordern. Ausserdem kann eine asymmetrische LinienfÃ¼hrung aus Ã¶ffentlichen Interessen gerechtfertigt sein (Robert E. Flach, Baulinien im schweizerischen Recht, Winterthur 1979, Bd. I, S. 508).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> Das gesamte Quartierplangebiet befindet sich vorliegend an einem gegen SÃ¼den, d.h. gegen den See abfallenden Hang. Die geltende Bauordnung sieht fÃ¼r das zum grÃ¶ssten Teil der Wohnzone W 1.4 zugewiesene Gebiet einen kleinen Grenzabstand von 3,5 m sowie einen grossen gegenÃ¼ber SÃ¼den einzuhaltenden Grundabstand von 7 m vor (vgl. Art. 18 BZO). Mit dieser Grenzabstandsregelung soll aus GrÃ¼nden der Wohnhygiene und Seesicht eine Ãberbauung der GrundstÃ¼cke im nÃ¶rdlichen, erhÃ¶hten Bereich ermÃ¶glicht und angestrebt werden. Wie der Beschwerdegegner geltend macht, erfolgt die strittige Baulinienfestsetzung im abfallenden GelÃ¤nde in Anlehnung an diese Grenzabstandsregelung. Die MÃ¶glichkeit der nÃ¶rdlichen Baumassenkonzentrierung soll auch den GrundstÃ¼cken entlang der Quartierstrassen eingerÃ¤umt werden.</p> <p class="Erwgung2">Durch die Grenzabstandsregelung der Bauordnung (grosser Grundabstand gegenÃ¼ber SÃ¼den bzw. kleiner Grundabstand gegenÃ¼ber den Ã¼brigen GrundstÃ¼cksgrenzen) resultiert eine bestimmte Ãberbauungsstruktur des Gebiets. Mit der Baurekurskommission II ist davon auszugehen, dass es aus GrÃ¼nden einer einheitlichen Gestaltung der Ãberbauung zweckmÃ¤ssig ist, fÃ¼r die GrundstÃ¼cke entlang der Quartierstrassen eine ebensolche Abstandsregelung vorzusehen. Da Baulinien nach dem oben AusgefÃ¼hrten das ordentliche Instrument fÃ¼r die Regelung des Strassenabstandes von GebÃ¤uden darstellen, erscheint eine Baulinie im Abstand von 3,5 m zur Strasse â entsprechend dem kleinen Grundabstand â fÃ¼r seeseitige Parzellen als sinnvoll. Dass die Hangneigung im Quartierplangebiet grundsÃ¤tzlich relativ stark ist, ist notorisch und wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht bestritten. Die Augenscheinfotos der Vorinstanz bestÃ¤tigen zwar, dass das Gebiet im Bereich der neu geplanten Quartierstrasse U6 etwa auf der HÃ¶he des GrundstÃ¼cks der BeschwerdefÃ¼hrerin eher flach abfÃ¤llt. Dieser Umstand lÃ¤sst die strittige Baulinienziehung jedoch nicht als unzweckmÃ¤ssig erscheinen. Dass die geschilderte Ãberbauungsstruktur im gesamten Hangbereich, unabhÃ¤ngig von gewissen GefÃ¤llsunterschieden, einheitlich verwirklicht werden soll, erscheint als folgerichtig und damit vertretbar. Daran nichts zu Ã¤ndern vermag der Umstand, dass es sich wohl auch vertreten liesse, den Abstand der Bauten zur Strasse im flacheren Gebiet anders zu regeln als im steilen. Aus diesen GrÃ¼nden erscheint auch die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins zur detaillierten Feststellung des GelÃ¤ndeverlaufs als nicht erforderlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> Nach dem Gesagten ist die strittige Baulinienziehung entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin durch das Ã¶ffentliche Interesse an einer einheitlichen Ãberbauung des Gebiets gerechtfertigt und damit sachlich begrÃ¼ndbar. Die vorliegende Zwecksetzung verlangt sogar eine asymmetrische LinienfÃ¼hrung. Entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin resultiert grundsÃ¤tzlich keine Benachteiligung bergseitiger Parzellen. Wie die Baurekurskommission II zu Recht anfÃ¼hrt, haben diese gegenÃ¼ber rÃ¼ckwÃ¤rtigen Nachbarparzellen ebenfalls nur einen kleinen Grundabstand von 3,5 m einzuhalten. Ausserdem ist gegenÃ¼ber der Quartierstrasse ein Abstand von "nur" 6 m â im Vergleich zu GebÃ¤uden auf seeseitigen GrundstÃ¼cken, die gegenÃ¼ber ihren sÃ¼dlichen Nachbarparzellen einen grossen Grundabstand von 7 m aufweisen mÃ¼ssen (Art. 18 BZO) â einzuhalten. Es mag zutreffen, dass die strittige BaulinienfÃ¼hrung fÃ¼r das bereits Ã¼berbaute GrundstÃ¼ck der BeschwerdefÃ¼hrerin mit einem gewissen Nachteil verbunden ist. Von einer starken Benachteiligung ist indessen nicht auszugehen. Wie den Planunterlagen entnommen werden kann, wird bei einer allfÃ¤lligen Ãberbauung des der Parzelle der BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼berliegenden seeseitigen GrundstÃ¼cks zum Wohnhaus der BeschwerdefÃ¼hrerin ein GebÃ¤udeabstand von immerhin mindestens 17 m resultieren. Inwiefern die Verkehrssicherheit der Quartierstrasse U6 aufgrund der strittigen BaulinienfÃ¼hrung gefÃ¤hrdet sein sollte, ist nicht ersichtlich. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern der Bewegungsraum fÃ¼r FussgÃ¤nger beeintrÃ¤chtigt sein sollte. Was schliesslich den geltend gemachten Aussichtsschutz anbelangt, so mag es zutreffen, dass sich ein grÃ¶sserer Strassenabstand der seeseitigen GebÃ¤ude positiv auf die Seesicht von der Quartierstrasse auswirken wÃ¼rde. Wenn die QuartierplanbehÃ¶rde diesen Gesichtspunkt weniger stark gewichtet hat als das Interesse an einer einheitlichen Positionierung der BaukÃ¶rper im nÃ¶rdlichen Bereich der BaugrundstÃ¼cke, so liegt dies in ihrem pflichtgemÃ¤ssen Ermessen und ist nicht zu beanstanden.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Zusammenfassend erweisen sich die EinwÃ¤nde der BeschwerdefÃ¼hrerin als unbegrÃ¼ndet. DemgemÃ¤ss ist die Beschwerde abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Diese ist ausserdem zu verpflichten, dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner zugunsten der Quartierplanrechnung eine angemessene EntschÃ¤digung auszurichten (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'590.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheides zugunsten der Quartierplanrechnung eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 700.-- (inkl. MWSt.) zu bezahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>