B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4209/2011 U r t e i l v o m 3 1 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011 / N_______. D-4209/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein aus B._______/Distrikt C._______ (Nord- provinz) stammender ethnischer Tamile verliess Sri Lanka eigenen Anga- ben gemäss am 22. Juni 20 10 auf dem Luftweg und gelangte über D._______ und E._______ am 19. Juli 2010 in die Schweiz, wo er gle i- chentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) in F._______ um Asyl nachsuchte. Nach der dort am 2. August 2010 durchgeführten Kurz- befragung und der direkten Anhörung durch das BFM am 10. August 2010 wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 13. August 2010 für den Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton G._______ zugewiesen. Zur Begründung seines Gesuchs führte er im Wesentlichen aus, Proble- me mit paramilitärischen Gruppen, der Armee und dem Criminal In vesti- gation Department (CID) zu haben. In den Jahren (...) bis (...) sei er Prä- sident eines (Nennung Verein) gewesen und habe die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) bei deren Anlässen mit der Organisation der Dekora- tionsarbeiten unterstützt. Im (...) hätten ihn A ngehörige der LTTE aufg e- fordert, (...) Personen für ein LTTE -Training nach F._______ zu bringen. Dabei habe auch er selber am siebentägigen Training teilgenommen. Zwei von diesen (...) Personen seien im (...) von einem weissen Van ent- führt worden; dabei ha be es sich um einen Freund von ihm sowie den Sohn einer Cousine gehandelt. Am (...) habe sich neben seinem Geschäft ein Zwischenfall ereignet, bei welchem ein junger Mann erschossen wo r- den sei. In der darauffolgenden Nacht seien sein Bruder, drei Freunde und er von der Armee festgenommen und in deren Camp nach G._______ gebracht worden. Die Soldaten hätten ihn an den Händen ge- fesselt und an einem Ast aufgehängt, so dass er keinen Kontakt mehr mit dem Boden gehabt habe. Danach sei er geschlagen worden. Am (...) ha- be man sie der Polizei von H._______ übergeben, wo er zum Vorfall vom (...) befragt und erneut – diesmal mit Schlägen und Stromstössen – miss- handelt worden sei. Später habe man sie ins Gefängnis von C._______ überstellt, wo er, sein Bruder und die drei Freunde mit anderen zusa m- men in verschiedenen Zellen untergebracht worden seien. Alle vierzehn Tage hätten sie vor einem Richter erscheinen müssen. Am (...) seien sie alle gegen Kaution freigekommen und hätten in der Folge eine Melde- pflicht auferlegt bekommen. Nachdem die Gerichtsverhandlung immer wieder verschoben worden sei, habe sie der Richter am (...) mangels Beweisen freigesprochen. Ab (...) hätten sich der CID und eine unbekann-D-4209/2011 Seite 3 te bewaffnete Gruppe auf der Strasse nach ihm erkundigt, weil man nach Personen, die das LTTE-Training absolviert hätten, gesucht habe, um e i- ne Neubildung der LTTE zu verhindern. Er habe sich daraufhin bei ve r- schiedenen Verwandten versteckt und sei über Colombo aus seiner He i- mat ausgereist. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. A.b Mit Eingabe vom 8. September 2010 reichte der Beschwerdeführer diverse Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 8. Juli 2011 – eröffnet am 12. Juli 2011 – lehnte das BFM das Asylbegehren des Beschwerdeführers ab und ordnete gleichzei- tig die Wegweisung und deren Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Schilderungen des B e- schwerdeführers die Anf orderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Flüchtlingseigenschaft nicht e r- füllten. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar und mög- lich zu erachten. C. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 25. Juli 2011 (Poststempel: 27. Juli 2011) beantragte der Beschwerdeführer, es sei der vorinstanzliche Entscheid vom 8. Juli 2011 aufzuheben, es sei ihm Asyl zu gewähren oder jedenfalls die Flüchtlingseigenschaft festzustellen, eventuell sei die Unz umutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen . In prozessualer Hinsicht er- suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Erlass des Kostenvorschusses. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesen t- lich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 8. August 2011 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und über das Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu einem späteren Zeitpunkt befunden werde. Antragsgemäss wurde auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses verzichtet. D-4209/2011 Seite 4 E. Mit Verfügung vom 23. Mai 2012 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass der im angefochtenen Entscheid erwähnte und mittlerweile bei der Vorinstanz erhältlich gemachte Dienstreisebericht einerseits zu den Akten genommen und ihm andererseits die Möglichkeit eingeräumt w erde, diesbezüglich innert angesetzter Frist eine Stellungnahme einzureichen. F. Mit Eingabe vom 5. Juni 2012 (Poststempel: 6. Juni 2012) reichte der Be- schwerdeführer seine Stellungnahme zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitim iert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-4209/2011 Seite 5 1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Al s ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des ablehnenden Asylent- scheids im Wesentlichen an, obschon der Beschwerdeführer durch die Inhaftierung und die im Rahmen seiner Festnahme erlittenen Misshan d- lungen im Jahre (...) unrechtmässig behandelt worden sei, diene das schweizerische Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechtes. Inso- fern vermöchten die Vorkommnisse im Jahre (...) – Festnahme und Haft sowie die damit verbundenen Misshandlungen – zum heutigen Zeitpunkt keine Asylgewährung zu begründen. Sie lägen mehrere Jahre in der Ve r- gangenheit zurück. Der Besc hwerdeführer sei im (...) gegen Kaution aus der Haft entlassen und im (...) auf gerichtliche Anordnung aufgrund ma n- gelnder Beweise bedingungslos freigesprochen worden. Das ihn betre f- fende Gerichtsverfahren sei somit seit bald (...) Jahren abgeschlossen und es bestünden keine Anhaltspunkte, dass er aufgrund dieser Inhafti e- rung in absehbarer Zukunft erneut staatlichen Verfolgungsmassnahmen D-4209/2011 Seite 6 ausgesetzt sein könnte. Die Inhaftierung falle zudem in die Zeit des Kri e- ges zwischen der Regierung und den LTTE und müsse heute mit anderen Augen betrachtet werden, da sich die Situation in Sri Lanka heute anders darstelle: Mit dem Kriegsende im Mai 2009 befinde sich das ganze Land wieder unter der Kontrolle der Regierung und es sei zu keinen terrorist i- schen Aktivitäten der LTTE mehr gekommen. Die Anzahl von Gewalte r- eignissen sei erheblich zurückgegangen und es bestünden keine Hinwei- se mehr auf eine Zusammenarbeit der Regierung mit bewaffneten Orga- nisationen oder Gruppierungen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden demnach die Anforderungen an die Aktualität des Schutzes nicht erfüllen. Darüber hinaus gründe die geltend gemachte Furcht vor zukün f- tigen staatlichen oder paramilitärischen Verfolgungsmassnahmen allein auf der Tatsache, dass zwischen (...) und (...) vier Mal nach ihm gefragt worden sei. Nachdem er davon erfahren habe, habe er sich umgehend bis zur Ausreise versteckt. Es genüge jedoch nicht, eine Furcht lediglich mit Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher oder später mögl i- cherweise ereignen könnten, zu begründen. Vielmehr müssten hinre i- chende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sei, die auf einer objektiven Betrachtungsweise und nicht auf dem subjektiven Empfinden der Betroffenen fussen. Demzufolge reiche diese vom B e- schwerdeführer gemutmasste Suche nach ihm nicht aus, um eine Furcht vor zukünftiger Verfolgung objektiv zu begründen. Angesichts seines g e- ringen politischen Profils sei nicht davon auszugehen, dass er zum jetz i- gen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von asylrelevanten Schwierigkeiten bedroht sei. Wäre er tatsächlich ernsthaft verdächtigt worden, selber an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein oder eine Gefahr für die Sicherheit des sri -lankischen Staates darzuste l- len, hätten ihn die Behörden nämlich pro blemlos ausfindig machen kö n- nen, habe er doch von Kindheit an immer an derselben Adresse gewohnt und gleich nebenan seit dem Jahre (...) sein (...)geschäft geführt. Seine Adresse sei somit den Behörden bekannt gewesen, insbesondere auch nach dem durchlaufenen Gerichtsverfahren. Es sei nicht ersichtlich, we s- halb die mutmasslichen Verfolger nicht von Anfang an direkt bei ihm im Geschäft nach ihm gesucht und ihn dort verhaftet hätten, wenn er ta t- sächlich in ihrem Visier gewesen sein soll. Hinzu komme, dass sic h der Bruder und die drei weiteren Personen, die ebenfalls mit dem Beschwe r- deführer in Haft gewesen und das LTTE-Training absolviert haben sollen, sich weiterhin in Sri Lanka aufhielten, obwohl auch diese im (...) gesucht worden seien. Dies stelle einen we iteren Hinweis darauf dar, dass er im Heimatland nicht in asylerheblicher Weise gefährdet sei. So habe er unter anderem erklärt, dass sein Bruder an einem anderen Ort wohne, wo di e-D-4209/2011 Seite 7 ser die erwähnten Probleme nicht habe. Demzufolge liege aus objektiver Sicht eine innerstaatliche Fluchtalternative vor. Da er sich den lokalen Verfolgungsmassnahmen durch einen Wegzug in einen anderen Teil se i- nes Heimatlandes entziehen könne, sei er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Seine anderslautenden Erklärungen seien unzurei- chend und vermöchten nicht zu überzeugen. An diesen Erwägungen vermöchten auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern, wü r- den sie sich doch lediglich auf seine Vorbringen beziehen. Diese Vorbrin- gen würden den Anforderungen an die Flücht lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten, weshalb es sich erübrige, auf bestehende Unglaubhaftigkeitselemente in seinen Aussagen vertieft einzugehen. 3.2 In seiner Rechtsmitteleingabe rügte der Beschwerdeführer zunächst in formeller Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Vorin- stanz stütze sich im angefochtenen Entscheid zum einen auf Erkenntnis- se der eigenen Vertreter, welche sich im Rahmen einer Dienstreise nach Sri Lanka ein Bild vor Ort verschafft hätten. Die Vorinstanz mache jedoch keinerlei spezifische Angaben zu dieser Reise und es bleibe gänzlich im Dunkeln, wie man zur Einschätzung der Lage – so insbesondere im Nor- den des Landes – gekommen sei. Zum anderen verweise das BFM ganz allgemein auf die Richtlinien des Amtes des H ohen Flüchtlingskommis- sars der Vereinten Nationen (UNHCR) und unterlasse es zu erwähnen, wo sich darin die relevanten Passagen befänden, welche letztlich zu se i- ner Einschätzung geführt hätten. Mit diesem Vorgehen verletze das BFM die Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör. Im Weiteren wird gerügt, die vor instanzliche Einschätzung hinsichtlich der allgemeinen S i- cherheitslage in Sri Lanka weiche erheblich von derjenigen des Bunde s- verwaltungsgerichts ab, weshalb die Vorinstanz im Ergebnis ebenfalls ih- re Begründungspflicht sowie das rechtliche Gehör des Beschwerdefü h- rers verletzt habe. So habe das Bundesverwaltungsgericht in seinem Grundsatzurteil vom 14. Februar 2008 unter anderem die Rückschaffung von Tamilen in die Nord- und Ostprovinz für unzumutbar erklärt, während die Vorinstanz dies bejahe. Aus diesen Gründen sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurüc k- zuweisen. In materieller Hinsicht brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, das BFM unterlasse es in seiner Verfügung, den zeitlichen vom sach- lichen Kausalzusammenhang klar abzugrenzen. Zwar seien die Folteru n- gen im Jahre (...) die ersten und sicher auch schlimmsten Verfolgung s- massnahmen gewesen, die er erlitten habe. Für den zeitlichen Kausalz u-D-4209/2011 Seite 8 sammenhang seien aber die Ereignisse im (...) relevant. Die Ausreise aus Sri Lanka sei lediglich (...) Monate später geschehen, wobei der zeitliche Kausalzusammenhang in dieser Zeit nicht unterbrochen worden sei, z u- mal diesbezüglich der Zeitpunkt der Ausre ise und nicht der jenige des Asylentscheides massgeblich sei. Bei der Beurteilung des sachlichen Kausalzusammenhangs müsse unter anderem die grundlegende Verä n- derung der Verhältnisse im Herkunftsland während des Asylverfahrens berücksichtigt werden. Insofer n könne hier der Zeitpunkt des Asyl - re- spektive Beschwerdeentscheides durchaus relevant sein. Im Falle von "zwingenden" Gründen gemäss Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens über die Rechtstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) bleibe die Flüchtlingseigenschaft aber auch bei grundlegenden Veränderungen bestehen. Solche lägen vor, wenn ein Flüchtling unter e i- nem Langzeittrauma leide, weil beispielsweise er oder nahe Angehörige schwerwiegender Verfolgung ausgesetzt gewesen seien. Angesicht s der im Jahre (...) erlittenen Misshandlungen sei der sachliche Kausalzusa m- menhang durch die Veränderungen der Lage in Sri Lanka nicht unterbr o- chen worden. Abgesehen davon könne derzeit noch nicht von einer derart wesentlichen Änderung der Lage in seiner Heimat gesprochen werden. So vermöchten das offizielle Kriegsende und die Kontrolle des Landes durch die Regierung nicht zu begründen, dass in Sri Lanka keine asylr e- levante Verfolgung mehr stattfinde. Zudem würden die sri -lankischen Be- hörden auch nach Krie gsende Personen verhaften, die verdächtigt wü r- den, den LTTE anzugehören. Sodann habe er begründete Furcht, bei e i- ner Rückkehr ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausg e- setzt zu werden. So erstaune es nicht, dass er nach den Ereignissen im Jahre (...) gleich im Anschluss an die Suche seiner Person im (...) frühzei- tig die Flucht ergriffen habe. Die Vorinstanz lasse hingegen für die Beu r- teilung einer zukünftigen Verfolgung die Geschehnisse im Jahre (...) völlig unberücksichtigt. Zudem dürfte nicht unberücksichtigt bleiben, dass er ein Training der LTTE absolviert habe, was den sri -lankischen Behörden auch heute noch ein Dorn im Auge sei. 3.3 In seiner Stellungnahme vom 5. Juni 2012 zum Dienstreisebericht des BFM vom 22. Dezember 2011 führte der Beschwer deführer im Wesentl i- chen an, die Entstehung des Dienstreiseberichts könne nicht als seriös bezeichnet werden. So basierten die Ausführungen des Berichts lediglich auf Handnotizen und dieser sei erst nach Aufforderung des Bundesve r- waltungsgerichts fünfzehn Monate nach der Dienstreise verfasst worden. Zudem sei dieser Bericht im heutigen Zeitpunkt veraltet, da er lediglich den Wissensstand nach Abschluss der Dienstreise wiedergebe und neue-D-4209/2011 Seite 9 re Entwicklungen seien absichtlich nicht in d en Bericht aufgenommen worden. Auffällig sei in diesem Zusammenhang, dass das BFM in seinen neueren Entscheiden diesen Bericht für seine Begründung gar nicht mehr heranziehe, sondern auf das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsg e- richts E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 verweise. Der Bericht sei in- haltlich in beinahe jeder Hinsicht oberflächlich gehalten und es scheine, dass die zitierten Informationsquellen höchst eingeschränkt, wenn übe r- haupt, Auskunft zur aktuellen Sicherheitslage zu geben vermöchten. Die Vorgehensweise der Vorinstanz entspreche mitnichten den geltenden Country-of-Origin Information Standards. Der Bericht enthalte auch zahl- reiche Informationen, welche ihrerseits auf seine fortdauernde Gefäh r- dung hinweisen würden, zumal von einer substanzie ll verbesserten Men- schenrechtslage in Sri Lanka nicht gesprochen werden könne. Entgegen der im Bericht erwähnten Auffassung bestünden in C._______ durchaus noch ernsthafte Sicherheitsprobleme. Überdies sei der Bericht erst sechs Monate nach Ergehen der ang efochtenen Verfügung verfasst worden, weshalb sich die Entscheidung des BFM nicht direkt auf diesen Bericht abstützen könne. Es bleibe unklar, inwiefern die Erkenntnisse der Diens t- reise in die Entscheidfindung hätten einfliessen können. Zusammenfa s- send stehe fest, dass der fragliche Dienstreisebericht für das vorliegende Verfahren ohne Belang sei. Hingegen müssten neue Berichte von Me n- schenrechtsorganisationen berücksichtigt werden, die über Misshandlu n- gen von rückkehrenden Tamilinnen und Tamilen und über V erstösse ge- gen das Folterverbot berichten würden. 4. 4.1 Vorweg ist die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs als Folge einer Verletzung der Begründungspflicht zu prüfen, gemäss welcher die Vorinstanz die im Entscheid verwendeten Länderinformationen bezi e- hungsweise Quellen über sein Herkunftsland – so insbesondere über die Dienstreise des BFM nach Sri Lanka – nicht offengelegt habe. 4.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör enthält gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vo m 18. April 1999 (BV, SR 101) nebst weiteren Verfahrensgarantien insb e- sondere auch das Recht auf Akteneinsicht. Die allgemeinen, aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleiteten Grundsätze zum Akteneinsichtsrecht haben in den Art. 26 bis 28 VwVG Ausdruck g efunden (BGE 1 15 V 297 E. 2d S. 301 f.). Die Gewährung der Akteneinsicht ist der Grundsatz, deren Ver- weigerung die Ausnahme. D-4209/2011 Seite 10 4.1.2 Art. 26 Abs. 1 VwVG beinhaltet den grundsätzlichen Anspruch der Partei oder ihres Vertreters auf Einsicht in die Verfahrensakten, wobei gemäss Bst. b darunter alle als Beweismittel dienenden Aktenstücke fa l- len. Darunter sind sämtliche Aktenstücke zu verstehen, die für die Behö r- de grundsätzlich entscheidrelevant sind oder aber sein könnten. Die Ei n- sicht in Unterlagen, die persönlichen Charakter hab en, wie etwa En t- scheidentwürfe eines Sachbearbeiters, Notizen zuhanden einer Person innerhalb der Behörde oder persönliche Notizen, welche von der verf ü- genden Behörde ausschliesslich für den Eigengebrauch bestimmt sind, fallen indessen nicht unter das Eins ichtsrecht. Die Verweigerung der Ein- sicht in solch interne Dokumente ist möglich. Allerdings gilt es zu beac h- ten, dass die verfügende Behörde auch in Bezug auf diese Kategorie von Aktenstücken nicht einfach beliebige Unterlagen als interne Akten klass i- fizieren und so vom Grundsatz des Einsichtsrecht ausnehmen kann, so n- dern es auf die objektive Bedeutung eines Aktenstückes für die verf ü- gungswesentliche Sachverhaltsfeststellung ankommt. Verwaltungsintern erstellte Berichte und Gutachten zu Sachverhaltsfragen unterliegen eben- falls dem Grundsatz des Einsichtsrechts nach Art. 26 Abs. 1 VwVG, we s- halb sich eine Verweigerung auf die in Art. 27 VwVG genannten Gründe stützen muss (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 1, E. 3a und b; BGE 115 V 303, BGE 115 V 297 E.2g/bb; STEFAN C. BRUNNER in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsver- fahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 26 Rz. 33 und 38; BERNHARD WALD- MANN/MAGNUS OESCHGER in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.] Praxi s- kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Z ü- rich/Basel/Genf 2009, Art. 26 Rz 64). 4.1.3 Gemäss Art. 27 VwVG darf die Behörde die Einsichtnahme in Akten nur verweigern, wenn wesentliche öffentliche Interessen des Bundes oder der Kantone, insbesondere die innere oder äussere Sicherheit der Eidg e- nossenschaft (Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG) oder wesentliche private Int e- ressen, insbesondere von Gegenparteien (Art. 27 Abs. 1 Bst. b VwVG), die Geheimhaltung erfor dern oder aber wenn dies im Interesse einer noch nicht abgeschlossenen amtlichen U ntersuchung steht (Art. 27 Abs. 1 Bst. c VwVG). Nach Absatz 2 der erwähnten Bestimmung darf das Einsichtsrecht allerdings lediglich soweit beschränkt werden, als effektiv Geheimhaltungsgründe bestehen, wobei in jedem Fall eine konkrete, sorgfältige und umfassende Abwägung der entgegenstehenden Intere s- sen nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten ist. Die Verweigerung hat s ich D-4209/2011 Seite 11 demnach auf das Erforderliche zu beschränken und der übrige und somit nicht geheim zu haltende Inhalt des betreffenden Aktenstückes ist in g e- eigneter Form (wie etwa Abdecken oder Aussondern geheimer Stellen, Auskunftserteilung, Zusendung von Auszügen) zugänglich zu machen. Die in Anwendung von Art. 27 Abs. 1 und 2 VwVG eingeschränkte oder verweigerte Akteneinsicht ist zudem konkret zu begründen (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 4b; BRUNNER, a.a.O, Art. 27 Rz. 9 und 12, vgl. WALD- MANN/OESCHGER, a.a.O, Art. 27 Rz 38). 4.1.4 Auf ein Aktenstück, in welches die Einsichtnahme im Sinne von Art. 27 VwVG verweigert respektive eingeschränkt wurde, darf sodann gemäss Art. 28 VwVG zum Nachteil der Partei nur abgestellt werden, wenn ihr die Behörde von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis und ihr ausserdem Gelegenheit geg e- ben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen. Die B e- stimmung schliesst somit die Berücksichtigung geheim gehaltener Akten respektive geheim gehaltene Teile von Dokumenten bei der Entscheidfi n- dung nicht aus, knüpft indessen an die Voraussetzung, dass die Parteien darüber informiert werden, in welchen Punkten sich der betreffende En t- scheid auf das fragliche Aktenstück stützt. (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 5b; BRUNNER, a.a.O., Art. 28 Rz 2 und 5; WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 28 Rz 3). 4.1.5 Vorliegend ist festzustellen, dass sich die Vorinstanz bei der B e- gründung ihres Asylentscheides, so insbesondere auch bei der Beurte i- lung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Sri Lanka , einer- seits auf allgemeine und öffentlich zugängliche Quellen und andererseits auf eigene Abklärungen, wie beispielsweise d iejenigen der schweizer i- schen Vertretung im betreffenden Staat oder – wie hier interessierend – die Er kenntnisse einer Dienstreise, abstützt. Bezüglich der öffentlichen Quellen (in casu die vom BFM zitierten Richtlinien des UNHCR zur Fes t- stellung des internationalen Schutzbedarfs sri -lankischer Asylsuchender vom 5. Juli 2010) besteht seitens der Vorinstanz keine Offenbarung s- pflicht und hinsichtlich der eigenen Quellen nur insofern, als sie den w e- sentlichen Inhalt der Information offenzulegen braucht, nicht jedoch die genauere Herkunft, sofern wesentliche öffentliche oder private Interessen eine Geheimhaltung erfordern. Aus der Begründung des angefochtenen Entscheides zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wird ersichtlich, dass sich das BFM vorliegend sowohl auf öffentlich zugängliche Quellen als auch auf eigene Abklärungen ab stützte, ohne aber wenigstens den wesentlichen Inhalt der Erkenntnisse seiner Dienstreise dem Beschwe r-D-4209/2011 Seite 12 deführer offen zu legen. Durch diese Unterlassung wurde es ihm in der Tat verunmöglicht, sich über die Tragweite der Verfügung – so insbeson- dere hinsichtlich des angeordneten Vollzugs der Wegweisung respektive dessen Zumutbarkeit – ein Bild machen zu können (vgl. BGE 112 Ia 107) und die vorinstanzliche Verfügung sachgerecht anzufechten. 4.1.6 Bei dieser Sachlage ist festzustellen, dass das BFM den Anspruch des Be schwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat. Dieser A n- spruch ist sodann formeller Natur, weshalb seine Verletzung grundsät z- lich ohne weiteres – das heisst ungeacht et der materiellen Auswirku n- gen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides f ührt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676, BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, mit weiteren Hinweisen). Ausgehend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat allerdings die Rechtspr e- chung aus prozessökonomischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der S a- che an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Ste llung nehmen kann und der Beschwerdei n- stanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Ta t- bestand und Rechtsanwendung zukommt, die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschw erdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b S. 15 ff. und EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1. S. 265, vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt in BVGE 2008/47 E. 3.3.4, im gleichen Sinne BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine Heilung die Ausnahme bleiben soll). Da die fes t- gestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht schwerwiegender Natur ist, dem Beschwerdeführer der Dienstreisebericht der Vorinstanz vom 22. Dezember 2010 unter Einräumung einer Frist zur Stellungnahme mit Verfügung vom 23. Mai 2012 zugestellt wurde und er in seiner Stellun g- nahme vom 5. Juni 2012 ausführlich dazu Stellung nahm, ist unter B e- rücksichtigung der vollen Kognition des Bundesverwaltungsgerichts der festgestellte Verfahr ensmangel als geheilt zu betrachten, zumal der rechtserhebliche Sachverhalt – wie die nachfolgenden Erwägungen ze i- gen – durchaus liquid ist und es die bestehende Aktenlage ohne weiteres erlaubt, die Vorbringen des Beschwerdeführers abschliessend zu beurtei- len. Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen, insbesondere zur Einschä t- zung der Lage in Sri Lanka, kann offen bleiben, ob die in der Eingabe D-4209/2011 Seite 13 vom 6. Juni 2012 enthaltene Kritik am Zustandekommen und am Inhalt des Dienstreiseberichts zutreffend ist. 4.1.7 Hinsichtlich der weiteren Rüge der Verletzung der Begründung s- pflicht ist Folgendes festzuhalten: Das BFM zeigte in der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend differenziert auf, weshalb es zum Schluss gelangt, dass sich die allgemeine Si cherheitsla- ge in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri - lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt h a- be und sich die Lebensbedingungen insoweit verbessert hätten, dass e i- ne Rückkehr auch in den Norden und Oste n Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, während im ehemals von de n LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Das BFM muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsicht- lich der Frage der generellen Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender an die Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts halten, es ist aber sehr wohl befugt, mit einlässl i- cher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuweichen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das BFM den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zu mutbar einschätzt, ist daher nicht zu bestanden. Das Bundesverwaltungsgericht äusserte sich im Übrigen kurz nach Erlass der angefochtenen Verfügung in seinem Urteil E-6220/2011 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur aktuel- len Situation in Sri Lanka u nd nahm eine Anpassung seiner in BVGE 2008/2 publizierten Praxis vor, welche mit derjenigen des BFM im Erge b- nis weitgehend übereinstimmt. Inwiefern das BFM mit seinem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbetracht der insg e- samt ausgewogenen und differenzierten Erwägungen in der angefocht e- nen Verfügung ohnehin nicht ersichtlich. Es besteht folglich auch in di e- sem Zusammenhang kein Grund, die angefochtene Verfügung aufzuh e- ben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. 4.2 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Abwägung sämtlicher Aussagen und unter Berücksichtigung des Länderurteils zu Sri Lanka vom 27. Oktober 2011 ( BVGE 2011/24), welches sich einlässlich mit den Risikogruppen der auch nach Beendigung des Bürgerkriegs no ch gefähr- deten Personen auseinandersetzt, zum Schluss, dass das BFM das Asyl- gesuch des Beschwerdeführers zu Recht abge lehnt hat. Der Beschwer-D-4209/2011 Seite 14 deführer weist – nach Beendigung der Kriegshandlungen – kein solches Risikoprofil auf, dass er mit Verfolgung zu rechnen hat. 4.2.1 Im erwähnten Urteil wird einleitend festgehalten, dass die Regi e- rung Sri Lankas am 19. Mai 2009 offiziell den Sieg der Regierungstru p- pen über die LTTE verkündet und Präsident Rajapakse den seit 26 Ja h- ren dauernden Krieg für beendet erklärt habe . Das Führungskader der LTTE sei der Medienberichterstattung zufolge komplett ausgelöscht wo r- den. Hinweise auf aktive LTTE-Kader im Norden Sri Lankas gebe es ke i- ne. Die höchstrangigen LTTE-Kader seien entweder gefangen genommen oder getötet worden (so auch der LTTE -Chef Velupillai Prabhakaran), oder sie hätten das Land verlassen können. Es gebe keine Anzeichen, dass die LTTE heute noch in der Lage wären, Angriffe auf die Siche r- heitskräfte oder sonstige Attentate auszuführen. Es sei somit davon au s- zugehen, d ass im heutigen Zeitpunkt von den LTTE keine Verfolgung s- handlungen mehr ausgingen und diese Organisation respektive deren Führungsverantwortliche nicht mehr als Verfolger in Erscheinung treten könnten (vgl. BVGE 2011/24 E. 7.1 S. 488 f.). 4.2.2 Sodann definiert das erwähnte Urteil diverse Personenkreise, die heute trotz der verbesserten Sicherheitslage seit Beendigung des militär i- schen Konfliktes immer noch einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausg e- setzt sind. Zum erhöht gefährdeten Personenkreis gehören unter and e- rem Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen oder gestanden zu haben, ebenso Anhänger des Ex-Generals Sarath Fonseka. Weiter gelten als ge- fährdet Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzun gen sowie Pe r- sonen, die solche Übergriffe bei den Behörden anzeigen. Hinsichtlich der Gefährdung von abgewiesenen Asylbewerbern hält das Urteil fest, zwar könne nicht generell angenommen werden, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz bei der Rückkehr nach Sri Lanka alleine aus diesem Grund in einen behördlichen Verdacht geraten, während ihres Aufenthaltes in der Schweiz Kontakte mit führenden LTTE -Kadern unter- halten zu haben. Weder das UNHCR noch andere Organisationen hätten bisher auf ein e diesbezügliche, generell drohende Gefahr hingewiesen. Dies schliesse indessen nicht aus, dass abgewiesenen tamilischen Asy l- suchenden im Einzelfall nahe Kontakte zu LTTE -Kadern unterstellt we r- den könnten, was eine konkrete Gefährdung bedeuten könne. Die E in- schätzung einer diesbezüglich gearteten Gefahr könne nicht generell vo r- genommen werden, sondern hänge von den individuellen Gegebenheiten im Einzelfall ab. Je näher die betreffende Person in das Umfeld der oben D-4209/2011 Seite 15 beschriebenen Risikogruppen gerate, desto h öher müsse die entspr e- chende Gefahr eingeschätzt werden, seitens der sri-lankischen Behörden der Entfaltung missliebiger politischer Kontakte respektive Tätigkeiten be- zichtigt und in der Folge in asylbeachtlichem Ausmass verfolgt zu werden (vgl. BVGE 2011/24 E. 8 S. 493 ff.). 4.2.3 Mit der Gefährdungssituation, jedoch im Hinblick auf eine gegen die Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verstossende Behandlung n a- mentlich für Tamilen, die aus einem europ äischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, hat sich auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 547 05/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. De n- mark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Auch der EGMR hält fest, dass nicht in genereller Weise davon aus zuge- hen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behandlung; e i- ne entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Fak- toren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schlie s- sen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Grü nde für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Int e- resse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR n a- mentlich Aspekte wie eine frühere Registrierung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE-Mitglied, das Bestehen einer Vorstrafe oder eines o f- fenen Haftbefehls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeichnung eines Geständnisses oder ähnlicher Dokumente, die A n- werbung als Informant der Sicherheitskräfte, die Existenz von Körperna r- ben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE -Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt, das Fehlen von ID -Papieren oder anderen Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwandtschaft mit einem LTTE -Mitglied (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2 S. 503 f.). 4.2.4 Als weitere, möglicherweise gefährdete Personengruppe nennt das erwähnte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Personen, die über b e- trächtliche finanzielle Mittel verfügen (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.5 S. 497 f.). Diese seien einer erhöhten Gefahr von Erpressungen, Kidnapping und anderen Verfolgungshandlungen ausgesetzt. Die regierungstreuen, p a- ramilitärischen Gruppierungen der Eelam People’s Democratic Party (EPDP), People's Liberation Organisation of Tamil Eelam (PL OTE), Tamil D-4209/2011 Seite 16 Eelam Liberation Organization (TELO) und der Eelam People's Revolutionary Liberation Front (EPRLF) würden für die Entführung von Geschäftsleuten und anderer wohlhabenden Personen im Norden Sri Lankas verantwortlich gemacht. Bereits während des Bürgerkriegs waren sowohl in Gebieten unter Regierungskontrolle als auch in den umkämp f- ten LTTE -Gebieten vorwiegend weisse Minibusse ("white vans") in E r- scheinung getreten, welche in Verbindung zur gestiegenen Zahl von ve r- schwundenen Personen gebracht werd en mussten, wobei nicht in jedem Entführungsfall das politische Profil ausschlaggebend war. Eine Vielzahl wohlhabender Geschäftsleute wurde namentlich durch die damalige K a- runa-Gruppe entführt. Diese Entführungs - und andere Aktionen wurden seitens der Sich erheitskräfte oft passiv gedeckt oder geduldet; zum Teil wurden diese sogar selber für die Entführungen verantwortlich gemacht. Einen polizeilichen Schutz davor gab es nicht und die entsprechenden Ta- ten wurden so gut wie nie aufgeklärt (vgl. BVGE 2008 Nr. 2 E. 7.2.4). Entsprechende Entführungen sollen auch heute noch stattfinden, jedoch in einem reduzierten Ausmass. Dabei werden insbesondere lokale G e- schäftsleute ins Visier genommen. Die genaue Urheberschaft bleibt u n- klar. 4.2.5 Zunächst ist festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer im Rah- men seiner beruflichen Tätigkeit als Inhaber eines (...)geschäftes, das seit dem Jahre (...) geschlossen sei, nicht in einem als brisant oder politisch heikel zu bezeichnenden Geschäftsbereich bewegt e. Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist nicht davon auszugehen, dass er a l- leine aufgrund dieser beruflichen Betätigung das Augenmerk der sri - lankischen Behörden oder ihnen nahestehender paramilitärischer Gru p- pierungen wie die Karuna -Gruppe auf sich zog oder inskünf tig mit en t- sprechenden Behelligungen rechnen muss. Hinzu kommt, dass auch nicht davon auszugehen ist, dass er in Sri Lanka als besonders verm ö- gender Geschäftsmann wahrgenommen wird und als solcher einem e r- höhten Risiko untersteht, potenzielles Opfer von Er pressungs- oder Ent- führungsaktionen zu werden. 4.2.6 Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit übe r- wiegender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft auch sonst keine ernsthaften Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der sri -lankischen Sicherheitskräfte zu befürchten hat. Seit dem Ende des Bürgerkriegs hat sich die Lage in Sri Lanka erheblich verbessert. Zwar gehören Personen, die einer Verbindung zu den LTTE verdächtigt werden, gemäss der oben erwähnten Praxis des Bundesverwaltungsgerichts auch heute noch p o-D-4209/2011 Seite 17 tenziell zu einer Risikogruppe. Der Beschwerdeführer weist jedoch kei- nerlei Profil auf, das darauf schliessen liesse, dass er seitens der sri - lankischen Behörde als dissident oder politisch oppositionell wahrg e- nommen würde oder einer anderwei tigen, oben beschriebenen Risik o- gruppe angehören würde. Er war nie selbst politisch aktiv und sympathi- sierte den Akten zufolge auch nicht mit militanten tamilischen Rebellenor- ganisationen, sondern sei eigenen Angaben zufolge aufgefordert respek- tive gezwungen worden, für die LTTE Arbeiten zu verrichten (vgl. act. A1/11, S. 5; A7/17, S. 3). Zu Recht stellte die Vorinstanz überdies fest, dass er im (...) auf Kaution aus der Haft entlassen und im (...) vom Ge- richt freigesprochen wurde, weshalb keine Anhaltspunkte bestehen, dass er aufgrund dieser Inhaftierung in naher Zukunft Verfolgungsmassna h- men der sri -lankischen Behörden ausgesetzt würde. Zudem war d iesen seine Adresse und der ständige Aufenthaltsort bekannt, zumal er seit der Kindheit immer an der gleichen Adresse gewohnt und gleich nebenan sein Lebensmittelgeschäft geführt habe. Sowohl d ie sri -lankischen B e- hörden als auch die unbekannte bewaffnete Gruppierung hätten sich des Beschwerdeführers demnach problemlos bemächtigen können, wäre er tatsächlich ernsth aft in deren Visier gestanden. In diesem Zusamme n- hang wird mit Blick auf die mutmassliche Suche durch Armeeangehörige , Angehörige des CID oder Angehörige einer unbekannte Gruppe nach seiner Person im (...) nicht ersichtlich, weshalb sich die se rund (...) Jahre nach der angeführten Haftentlassung gerade des Beschwerdeführers bemächtigen sollten. Dieser führte zwar an, der Umstand, dass er ein Training der LTTE absolviert habe, dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, was den sri-lankischen Behörden auch heute noch ein Dorn im Auge sei. Aus den Akten sind jedoch keinerlei konkreten Hinweise ersichtlich, dass entweder den sri -lankischen Behörden oder einer bewaffneten Gruppi e- rung dieser Umstand irgendwie hätte zur Kenntnis gelangen können oder gelangt wäre – was denn auch durch die bedingungslose Freilassung nach dem richterlichen Freispruch im Jahre (...) untermauert wird – und überdies die LTTE während des Bürgerkrieges zahllose solcher mehrt ä- gigen Trainings an den verschiedensten Orten in Sri Lanka durchgeführt haben dürfte n. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass das schweizerische Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechts dient. Insofern verm ö- gen die im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Sri Lanka im Jahre (...) erlittenen psychischen und physischen Beei nträchtigungen, von d e- nen der Beschwerdeführer im Anschluss an die Tötung eines neben se i- nem Geschäft aufgefundenen Mannes betroffen worden sein soll , heute eine Asylgewährung in der Schweiz nicht zu begründen. Überdies lassen die Umstände der Ausreise ebe nfalls nicht den Schluss zu, dass er das D-4209/2011 Seite 18 Augenmerk der sri -lankischen Behörden in irgendeiner Weise auf sich gezogen haben könnte. So sei er eigenen Angaben zufolge mit einem vom Agenten beschafften Reisepass, de r sein Foto enthalten habe, über den gut bew achten internationalen Flughafen von Colombo unbehelligt ausgereist (vgl. act. A1/11, S. 8). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer anführte, sein Bruder , welcher ebenso das LTTE-Training absolviert h abe und zusammen mit ihm im Jahre (...) festgenommen worden und in Haft gewesen sei, halte sich wei- terhin in Sri Lanka auf , obwohl dieser – wie im Übrigen auch die drei a n- deren Freunde – ebenfalls ab (...) von unbekannten Leuten gesucht wo r- den sein soll; dieser Bruder werde am Ort, wo er eine Frau geheiratet ha- be und nun wohne, keine Probleme bekommen (vgl. act. A7/17, S. 10 f.). Aus diesen Vorbringen kann geschlossen werden, dass für den B e- schwerdeführer ebenfalls eine innerstaatliche Fluchtalternative in Sri Lan- ka vorhanden ist, zumal seine diesbezüglichen Ein wände – er habe ein eigenes Haus und Familie, weshalb er nicht einfach weggehen könne – nicht zu überzeugen vermögen . So tat er durch seine Ausreise aus Sri Lanka nämlich genau das, was er als Familienvater angeblich nicht habe tun können. 4.2.7 Sodann sind aus den Verfahrensakten auch keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, die darauf schliessen liessen, dass der Beschwerdeführer während seines Aufenthaltes in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE unterhalten haben könnte. 4.2.8 Zusammenfassend ist somit festz uhalten, dass für den Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers das Bestehen einer begründeten Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 ASylG zu verneinen ist. 4.2.9 Hinsichtlich des in der Rechtsmitteleingabe gemachten Vorbringens, wonach er aufgrund der im Gefängnis im Jahre (...) erlittenen Folter an einem Langzeittrauma leide, ist Folgendes festzuhalten: Eine erlittene Vorverfolgung ist ausnahmsweise auch nach Wegfall einer drohenden Verfolgungsgefahr weiterhin als asylrechtlich relevant zu betrachten, nämlich dann, wenn eine Rückkehr in den früheren Verfolgerstaat aus zwingenden, auf diese Verfolgung zurückgehenden Gründen nicht z u- mutbar ist. Bei dieser Auslegung von Art. 3 AsylG stützt sich das Bundes- verwaltungsgericht in Weiterführung langjähriger Praxi s (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.4 mit weiteren Hinweisen, insbes. EMARK 1995 Nr. 16 E. 6d und EMARK 2001 Nr. 3) auf die entsprechende Formulierung der Au s-D-4209/2011 Seite 19 nahmebestimmung von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens über die Rechtstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30). Als zwingende Gründe in diesem Zusammenhang sind vorab traumatisiere n- de Erlebnisse zu betrachten, die es der betroffenen Person angesichts er- lebter schwerwiegender Verfolgungen, insbesondere Folterungen, im Sin- ne einer Langzeittraumatisierung psychologisch verunmöglichen, ins Hei- matland zurückzukehren. In Erwägung 4.2.6 oben wurde festgehalten, dass dem Beschwerdeführer eine innerstaatliche Fluchtalternative offen - steht. Bezüglich einer allfälligen Anwendbarkeit von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK ist auf die Ausführungen in EMARK 1999 Nr. 7 (E. 4.d.aa S. 46 f., be - stätigt in BVGE 2009/51 E. 4.2.7 S. 746 f.) zu verweisen. Danach kann sich auf zwingende Gründe nur berufen, wer im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz sämtliche Voraussetzungen für die Anerkennung der Flüch t- lingseigenschaft erfüllt hatte. Dies ist, wie aus den obigen Erwägungen hervorgeht, vorliegend nicht der Fall, weshalb sich im Hinblick auf die Flüchtlingseigenschaft weitere Ausführungen zu diesem Thema und zur Relevanz einer Langzeittraumatisierung erübrigen. Lediglich am Rande sei vermerkt, dass der Beschwerdeführer weder während des vorinstan z- lichen Verfahrens noch auf Beschwerdeebene irgendwelche Ausführu n- gen machte oder Belege einreichte, die sein Vorbringen, es bes tehe nun ein Langzeittrauma, zu stützen vermöchten. 4.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht aufgrund der gesamten Aktenl a- ge und in Würdigung der gesamten Umstände nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer von den sri-lankischen Sicherheitskräften oder von pa- ramilitärischen Gruppierungen landesweit gesucht wurde beziehungswe i- se in Zukunft verfolgt würde. Alleine der Umstand, dass er seit (...) Jahren landesabwesend gewesen ist und in der Schweiz ein Asylgesuch eing e- reicht hat, vermag seine Flüchtlingseigenschaft ebenfalls nicht zu b e- gründen. Es ist somit festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht dar- zutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder objektiv begründete Furcht hat, einer solchen au s- gesetzt werden zu können. Er kann daher nicht als Flüchtling anerkannt werden. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demnach zu Recht ab ge- lehnt, weshalb es sich erübrigt, auf die Vorbring en in den Eingaben auf Beschwerdeebene im Einzelnen noch näher einzugehen, da sie an obiger Einschätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet D-4209/2011 Seite 20 den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Pers on in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwe r- deführer ni cht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG vera n- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den He i- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. D-4209/2011 Seite 21 6.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerd e- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich – wie in E. 4.2.3 erwähnt – wiederholt mit der G e- fährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK -widrige Behandlung für Tamilen befasst, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka z u- rückkehren müssen. Der EGMR hält fest, dass dem Umstand gebühre n- de Beachtung geschenkt werden müsse, dass die in seiner Rechtspr e- chung erwähnten einzelnen Faktoren, für sich alleine betrachtet, mögl i- cherweise kein "real risk" darstellten, jedoch bei einer kumulativen Würd i- gung diese Schwelle erreicht sein könnte, namentlich unter der weiteren Berücksichtigung der aktuellen, gegebenenfalls erhöhten, Sicherheitsvo r- kehrungen aufgrund der im Lande herrschenden allgemeinen Lage (vgl. BVGE 2011/45 E. 10.4.2 mit weiteren Hinweisen). 6.2.4 Was die Prüfung derartiger Risikofaktoren betreffend die Situation des Beschwerdeführers anbelangt, ist an dieser Stelle auf die vorang e- gangenen Erwägungen zu verweisen, aus welchen sich ergibt, dass er im Hinblick auf die Erfüllung der Flüchtlingseige nschaft keiner Risikogruppe zugerechnet werden kann (vgl. E. 4.2 und 4.3). Da der Beschwerdeführer nicht nachweisen beziehungsweise glaubhaft machen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland zu befürchten, die Aufmerksamkeit der sri-lanki- schen Behörden i n einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung im Heima t- land drohen. Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf seine Situation lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig ersche i- nen. 6.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-4209/2011 Seite 22 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung insb e- sondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausg e- setzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen a n- gewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingse i- genschaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips er- füllen, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situ a- tion allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer er nsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wä- ren (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 6.3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 8. Juli 2011 hielt das BFM zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges im Wesentlichen fest, der b e- waffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den separ a- tistischen LTTE sei im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende gegangen. Seither befinde sich das ganze Land wieder unter Regierungsko ntrolle und es sei zu keinen terroristischen Aktivitäten der LTTE mehr geko m- men. Das BFM verfolge die Entwicklung der Lage in Sri Lanka laufend und sorgfältig und sei nach eingehender Überprüfung der Lage zum Schluss gekommen, dass sich die allgemeine Sich erheitslage in Sri La n- ka seit Mai 2009 deutlich entspannt habe und sich die Lebensbedingu n- gen soweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei. Im Norden des Landes seien zwar die Lebens bedingungen gebietsweise sehr unte r- schiedlich. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Kontrolle der Regierung stünden, so beispielsweise auf der Halbinsel von Jaffna oder in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar, herrsche weitgehend ein normales Alltagsleben. Im ehemals von der LTTE kontrol- lierten Vanni-Gebiet hingegen seien die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen. Der Beschwerdeführer stamme aus H._______/C._______ und sei von Kindheit an bis am (...) in B._______ (C._______ District) wohnhaft gewesen. Zudem habe er dort ein famili ä- res Beziehungsnetz und besitze dort einen (...)laden, durch welchen ihm D-4209/2011 Seite 23 eine vereinfachte berufliche Wiedereingliederung möglich wäre. In Anbet- racht obiger Ausführungen sei vorliegend die Zumutbarkeit der Wegwe i- sung des Beschwerdeführers zu bejahen, da weder die vor Ort her r- schende Sicherheitslage noch individuelle Gründe gegen einen Wegwe i- sungsvollzug sprechen würden. Ausserdem sei der Vollzug der Wegwe i- sung technisch möglich und praktisch durchführbar. 6.3.3 In BVGE 2011/24 nahm das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri -lankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 eine vertiefte Beurteilung vor. Demzufolge ist seit dem Ende des bewaffneten Konfl ikts von einer erheblich verbesserten Mensche n- rechts- und Sicherheitslage auszugehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich präsentiert. In das sogenannte "Vanni -Gebiet" – die Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördliche n Teile der Distrikte von Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna-Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend – ist eine Rückkehr aufgrund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung weiterhin unzumutba r. In das übrige Staatsgebiet ist der Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar, wobei bei aus der Nordpro- vinz stammenden Personen – wie dem Beschwerdeführer – wie folgt zu differenzieren ist: Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 ve r- lassen haben, ist die Rückkehr als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Lebens - und Wohnsituation zur ückgreifen kann, und dem Wegweisungsvollzug auch anderweitig nichts entgege n- steht. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nordpr o- vinz indessen längere Zeit zurück oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Aus- reise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären. Liegen keine b e- günstigenden Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen Beziehung s- netzes und die konkr ete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminiums und der Wohnsituation in der Nordprovinz vor, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namen t- lich im Grossraum Colombo, zu prüfen (vgl. BVGE 2011 /24 E. 13.2.1.1 – 13.3 S. 511 ff.). 6.3.4 Den Akten zufolge war der aus H._______/C._______, stammende Beschwerdeführer seit seiner Kindheit bis einen Monat vor seiner Ausre i- se in B._______, Distrikt C._______, wohnhaft. Auch wohnen seinen An-D-4209/2011 Seite 24 gaben zufolge einige seiner nä chsten Familienangehörigen ( Ehefrau, Kinder, Eltern, zwei Geschwister) noch immer in B._______ respektive weitere Geschwister in der Nordprovinz, weshalb er dort ein tragfähiges Beziehungsnetz hat. Der Beschwerdeführer verfügt zudem über Berufser- fahrungen als Inhaber eines (...)geschäftes (vgl. act. A1/ 11, S. 3). Es ist demnach davon auszugehen, dass ihm der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz – allenfalls auch mit Hilfe seiner Familie – möglich sein wird. Auch wenn er seit (...) und somit (...) Jahre la ng landesabwesend war, bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rüc k- kehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach nicht als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. 6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausse r Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Wie vorst e- hend in E. 4.1.5 und 4.1.6 aufgezeigt, litt jedoch die angefochtene Verf ü- gung im Zeitpunkt ihres Erlasses an einem Verfahrensmangel. Dieser Mangel wurde zwar geheilt; aus dem Umstand, dass der Beschwerdefü h- rer nur durch das Ergreifen eines Rechtsmittels zu einem rechtskonfo r- men Entscheid gelangt ist, darf ihm jedoch kein finanzieller Nachteil e r- wachsen, weshalb in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) keine Kosten aufzuerlegen sind (vgl. BVGE 2008/ 47 E. 5.1 D-4209/2011 Seite 25 S. 680 f. m.H.a. EMARK 2003 Nr. 5). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos. 8.2 Aufgrund des soeben Gesagten ist dem Beschwerdeführer trotz des Umstandes, dass er im vorli egenden Beschwerdeverfahren letztlich mit seinen Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist, eine Parteientschäd i- gung für die ihm aus der Beschwerdeführung erwachsenen, notwendigen Kosten zuzusprechen (vgl. BVGE 2008/47 E. 5.2 S. 681). Der Rechtsver- treter des Beschwerdeführers reichte keine Kostennote ein. Jedoch kann die Höhe der Parteientschädigung auf Grund der Akten zuverlässig abge- schätzt werden (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Vorliegend ist eine Parteien t- schädigung jedoch nur für diejenigen Aufwendungen zu g ewähren, die auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz zurückzu- führen sind. Dementsprechend und in Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Bemes sungsfaktoren (Art. 8-13 VGKE) ist die Parteientsch ä- digung auf insgesamt Fr. 400. - (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) fes t- zusetzen. Dieser Betrag ist dem Beschwerdeführer durch das BFM zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4209/2011 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschäd i- gung von Fr. 400.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entrichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: