Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. März 2019 (810 18 281) ____________________________________________________________________ Personalrecht Aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegen eine Kündigungsverfügung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, G erichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Andrea Gysin , Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Schulrat Primarschule B.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Andrea Halbeisen, Rechtsanwältin Betreff Verfahrensleitende Anordnung (aufschiebende Wirkung) (RRB Nr. 1555 vom 16. Oktober 2018) A. A.____ war als Schulleiter an der Primarschule B .____ angestellt. Im Nachgang zu ei- nem aufsichtsrechtlichen Verfahren der Bildungs-, K ultur- und Sportdirektion des Kantons Ba- sel-Landschaft (BKSD) kündigte der Schulrat der Primarschule B.____ das Arbeitsverhältnis am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Juni 2018 fristlos. Der Schulrat verwies auf die in der Administrativuntersuchung zu Tage getretenen gravierenden Vorkommnisse und bezeichnete da s Vertrauensverhältnis zum Schul- leiter als unwiederbringlich zerstört. B. Gegen die Kündigung erhob A.____ am 29. Juni 2018 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat), wobei er in der Sache im Wesentlichen die Feststellung der Nichtigkeit der Kündigungsverfügung bean tragte, eventualiter sei die Verfü- gung vom 20. Juni 2018 vollumfänglich aufzuheben und das Arbeitsverhältnis weiterzuführen oder ihm eine gleichwertige Stelle anzubieten. In ver fahrensrechtlicher Hinsicht verlangte er unter anderem, die aufschiebende Wirkung sei umgehend wiederherzustellen. C. Mit Verfügung vom 7. August 2018 wies die BKSD da s Gesuch um Anordnung der auf- schiebenden Wirkung ab. Der Regierungsrat wies die dageg en erhobene Beschwerde mit Re- gierungsratsbeschluss Nr. 1555 vom 16. Oktober 2018 ab. D. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2018 hat A.____, vertre ten durch Andrea Gysin, Advoka- tin, beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Ve rwaltungsrecht (Kantonsgericht), ge- gen den Regierungsratsbeschluss Beschwerde erhoben mit de m sinngemässen Begehren, es sei der Entscheid des Regierungsrats unter o/e-Kostenfolge aufzuheben und die aufschiebende Wirkung für die Dauer des Verfahrens anzuordnen. E. Der Regierungsrat lässt sich mit Eingabe vom 13. Deze mber 2018 vernehmen und be- antragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. De r Schulrat der Primarschule B.____, vertreten durch Andrea Halbeisen, Rechtsanwältin, schli esst in der Vernehmlassung vom 28. Januar 2019 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde u nter Kosten- und Entschädigungs- folgen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Angefochten ist vorliegend ein Entscheid über ein Be gehren um Erteilung der aufschie- benden Wirkung und damit ein selbständig eröffneter Zw ischenentscheid. Gemäss § 43 Abs. 2bis lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können die Erteilung der aufschieb enden Wirkung betreffende Zwischen- verfügungen selbständig mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde angefochten werden. Voraussetzung ist, dass das Kantonsgericht in der Hauptsach e zuständig ist, was für Angele- genheiten des öffentlichen Personalrechts der Fall ist. Rechtsmittelentscheide des Regierungs- rats betreffend Zwischenverfügungen stellen ihrerseits Zwischenverfügungen im Sinne von § 43 Abs. 2bis VPO dar (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 25. Juni 2018 [810 18 114] E. 1.1; BLK GE 2011 Nr. 43 E. 1, mit weiteren Hin- weisen). Über Beschwerden gegen Zwischenverfügungen entscheidet die präsidierende Person (§ 1 Abs. 3 lit. f VPO). Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung, w eshalb er nach § 47 Abs. 1 lit. a Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht VPO zur verwaltungsgerichtlichen Beschwerde legitimiert i st. Auf die frist- und formgerecht er- hobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen vorliegend untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). Da der angefochtene Zwischenen tscheid auf einer summarischen und ermessensgeprägten Prüfung beruht, kann die Beurteilung durch das Kantonsgericht allerdings nicht detaillierter ausfallen (KGE VV vom 25. Juli 201 6 [810 16 86] E. 2; KGE VV vom 17. Januar 2014 [810 13 383] E. 2; vgl. P ETER HÄNNI , Rechtsschutz gegen kantonale Entschei- de in personalrechtlichen Streitigkeiten, in: Helbling /Poledna [Hrsg.], Personalrecht des öffentli- chen Dienstes, Bern 1999, S. 574). Das Kantonsgericht ko ntrolliert im Anfechtungsfall, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat, und hebt deren Entscheid nur auf, wenn sie wesentliche Interessen ausser Acht gelassen oder offensichtlich falsch bewertet hat oder die getroffene Lösung den Sachentscheid in unzulässiger Weise präjudiziert (KGE VV vom 7. Dezember 2016 [810 16 159] E. 4). 3.1 Der Beschwerdeführer wirft den Vorinstanzen zunächst in formeller Hinsicht eine Verlet- zung des verfassungsmässigen Verbots der Rechtsverzögerung vo r. Die BKSD habe mehr als einen Monat bis zu einem Entscheid benötigt, der Regie rungsrat zwei Monate. Es seien fast vier Monate vergangen, bis er mit dem Kantonsgericht ei ne verwaltungsunabhängige Instanz habe anrufen können. Diese überlange Verfahrensdauer se i für eine vorsorgliche Massnahme nicht akzeptabel und habe seinen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist verletzt. 3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien im Verfah ren vor Gerichts- und Verwaltungs- instanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Fr ist. Der Anspruch wird missachtet, soweit eine Sache von der zuständigen Beurteilungsinstanz über Gebühr verschleppt wird und damit die Gesamtheit des Verfahrens nicht mehr angemes sen ist. Bestehen keine gesetzlichen Behandlungsfristen, beurteilt sich die Angemessenheit e iner Verfahrensdauer nach der Art des Verfahrens und den konkreten Umständen einer Angelegenh eit (wie Umfang und Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen, Bedeutung des Verfahrens für die Beteilig- ten etc.; vgl. Übersicht bei GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommen- tar zur schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 22 ff. zu Art. 29 BV; JÖRG PAUL MÜLLER /MARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 840; BGE 135 I 265 E. 4.4; KGE VV vom 18. April 2018 [810 17 320] E. 3.2). Rechtsverzögerung ist nicht allein deshalb zu bejahen, weil ein Verfahren länge re Zeit in Anspruch genommen hat. Als massgebend muss vielmehr gelten, ob das Verfahren in Anbe tracht der auf dem Spiel stehen- den Interessen zügig durchgeführt worden ist und die B ehörden insbesondere keine unnütze Zeit haben verstreichen lassen (BGE 137 I 23 E. 2.4.3; BGE 127 III 385 E. 3a). 3.3 Der Beschwerdeführer moniert eine Verletzung sei nes Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist. Steht eine Entscheidung noch aus, kann in Gutheissung des Rechtsmittels Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Anweisung ergehen, unverzüglich einen Entscheid zu t reffen. Nach abgeschlossenem Ver- fahren wie hier kann die Verfassungsverletzung allerdi ngs nicht mehr aus der Welt geschafft werden. Nach der Rechtsprechung fehlt es am aktuellen Rechtsschutzinteresse an einer Rechtsverzögerungsbeschwerde, wenn der angeblich verzögerte Entscheid in der Zwischenzeit ergangen ist (BGE 130 I 312 E. 5.3; BGE 125 V 373 E. 1). Die Verletzung des Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist kann unbesehen de ssen mit einem Antrag auf förmliche Feststellung der Rechtsverletzung im Entscheiddispositiv se lbständig gerügt werden (vgl. STEINMANN , a.a.O., Rz. 27 zu Art. 29 BV), was der Beschwerdeführe r indes vorliegend unter- lässt. Das Kantonsgericht schreitet wie das Bundesgericht n icht von Amtes wegen dazu, eine Verletzung des Beschleunigungsgebots festzustellen. Vielme hr setzt eine solche Feststellung einen entsprechenden Antrag voraus (vgl. Urteil des BGe r 5A_108/2017 vom 14. Juli 2017 E. 1.4.2; Urteil des BGer 5A_903/2012 vom 26. Februa r 2013 E. 3). Dies ergibt sich aus § 5 Abs. 1 VPO, wonach die Beschwerde ein klar umschriebenes Rechtsbegehren zu enthalten hat. Der Beschwerdeführer stellt kein entsprechendes Feststell ungsbegehren. Auch der Begrün- dung seiner Beschwerde lässt sich nichts entnehmen, was zweif elsfrei in diesem Sinne ver- standen werden könnte. Angesichts dessen ist unklar, welc he Rechtsfolge der Beschwerdefüh- rer in dieser Beziehung anstrebt, weswegen die Rüge nicht gehört werden kann. 3.4 Die Rüge wäre ohnehin unbegründet. Das in der Be schwerdeeingabe an den Regie- rungsrat vom 29. Juni 2018 enthaltene Gesuch um Erteil ung der aufschiebenden Wirkung ging am 2. Juli 2018 beim Kanton ein, am 3. Juli 2018 setzt e der instruierende Rechtsdienst der BKSD dem Schulrat Primarschule B.____ eine Frist von 10 Tagen zur Stellungnahme. Nach- dem diese Frist unbenutzt verstrichen war, wurde eine un erstreckbare Nachfrist angesetzt. Im Einverständnis mit dem Beschwerdeführer wurde diese bis am 2. August 2018 verlängert. Am 7. August 2018 erging der Entscheid der Direktion. Die dagegen erhobene Beschwerde ging am 20. August 2018 beim Kanton ein. Einen Tag später na hm der instruierende Rechtsdienst von Regierungsrat und Landrat das Verfahren an die Hand u nd gab der BKSD - offenbar aber nicht dem Schulrat - Gelegenheit zur Stellungnahme bis am 1 2. September 2018, wobei diese Frist auf Gesuch hin einmalig bis am 28. September 2018 erstreckt wurde. Die Vernehmlassung vom 24. September 2018 wurde dem Beschwerdeführer gleiche ntags zur Kenntnisnahme weiterge- leitet. Der Regierungsrat traf seinen Entscheid am 16. Oktober 2018. Wie der Regierungsrat in seiner Vernehmlassung vom 13. Dezember 2018 zutreffend herausstreicht, wurden die Verfah- ren vor der Direktion und vor dem Regierungsrat jewei ls zügig und ohne unnötige Pausen durchgeführt. Auch in Verfahren des vorsorglichen Rech tsschutzes sind die prozessualen Rechte der Gegenparteien zu wahren, was der Beschwerdef ührer zu verkennen scheint. Der Schriftenwechsel wurde vorliegend beide Male in der ge botenen Eile durchgeführt, zumal nicht ausser Acht gelassen werden darf, dass gerade Laienbehör den wie der Schulrat während den Sommerferien mit besonderen organisatorischen Schwierig keiten bei der kurzfristigen Be- schlussfassung konfrontiert sind. Auch wenn der Beschwerde führer dies naturgemäss anders sieht, kommt der Frage der aufschiebenden Wirkung auch nicht eine derartige Bedeutung zu, dass aufgrund der konkreten privaten Interessenlage ein so fortiger Entscheid unter Einschrän- kung der Gehörsrechte der Gegenseite zwingend geboten gewesen wäre. Dass ein solcher Entscheid im öffentlichen Interesse notwendig gewesen wäre (vgl. § 70 Abs. 2 des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons [PersG] vom Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 25. September 1997), macht er zu Recht nicht geltend. Soweit er weiter davon ausgeht, die unverzügliche Herstellung des Suspensiveffekts erlaube ih m ohne Weiteres eine Wiederauf- nahme der Arbeitstätigkeit, übersieht er, dass es dem Arbeitgeber in diesem Falle offen stünde, ihn für die Dauer des Verfahrens unter voller Lohnzah lung von der Arbeitspflicht zu befreien (vgl. nachfolgend E. 7.2). Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist bei einer Gesamtverfah- rensdauer für das verwaltungsinterne Verfahren von Anfa ngs Juli 2018 bis zum Ergehen des angefochtenen Entscheides am 16. Oktober 2018 keine Verle tzung des Anspruchs auf ein Ver- fahren innert angemessener Frist ersichtlich. 4. In materieller Hinsicht wendet sich der Beschwerdefüh rer gegen die Verweigerung der aufschiebenden Wirkung. Der Regierungsrat erwog im ang efochtenen Entscheid, einer Be- schwerde gegen die Kündigung von öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnissen komme von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zu. Das im Jah r 2012 im Personalrecht einge- führte Kündigungsschutzsystem sei darauf ausgerichtet, schwe bende Rechtsverhältnisse zu verhindern und bei der Auflösung von Arbeitsverhältnissen möglichst klare Verhältnisse zu schaffen. Insbesondere bestehe kein Anspruch auf Weiterbe schäftigung am bisherigen Arbeits- platz mehr. Weil dies dem Sinn und Zweck der Gesetzesrevision zuwiderlaufen würde, dürfe die aufschiebende Wirkung nicht leichthin angeordnet werde n. Es seien daher besondere Gründe zu verlangen, welche eine Erteilung der aufschiebenden Wirkung erlauben würden. Der Be- schwerdeführer könne sich im Falle einer Gutheissung sein er Beschwerde nicht auf einen An- spruch auf Weiterbeschäftigung am bisherigen Arbeitsplat z berufen, weshalb die Anordnung der aufschiebenden Wirkung nicht angezeigt sei. Die Prüfung der weiteren Voraussetzungen für die Erteilung der aufschiebenden Wirkung erübrige sich bei diesem Ergebnis. Selbst wenn aber ein Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung am bisherig en Arbeitsplatz bejaht werden könnte, würde eine Interessenabwägung nicht zu seinen Gunsten ausfallen. 5.1 Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde dient wie a lle anderen Massnahmen des einstweiligen Rechtsschutzes einem effektiven und umfassen den Rechtsschutz. Sie bedeutet, dass die in der angefochtenen Verfügung angeordnete R echtsfolge oder Rechtswirkung vorläu- fig nicht eintritt, sondern gehemmt wird. Der bestehe nde Rechtszustand wird für die Dauer des Beschwerdeverfahrens erhalten; es verhält sich so, wie wen n die Verfügung (noch) nicht erlas- sen worden wäre. Es geht darum, die Streitsache unverä ndert zu bewahren oder bedrohte rechtliche Interessen vorläufig sicherzustellen, um zu verhi ndern, dass nicht oder nicht leicht wiedergutzumachende Nachteile eintreten (G EROLD STEINMANN , Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsbeschwerdeverfahren und im Verwaltungsgerich tsverfahren, ZBl 1993, S. 143; ISABELLE HÄNER , Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZSR 116, 1997 II, Rz. 40; H ANS RUDOLF KUHN , Der vorläufige Rechtsschutz im verwaltungsge- richtlichen Beschwerdeverfahren, Liestal 1981, S. 9; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 5.2; KGE VV vom 7. Dezember 2016 [810 16 159] E. 4). Im Rahmen des Personalrechts hat die aufschiebende Wirkung zur Folge, dass die Wirkung d er Kündigung des Arbeitsvertrags durch den Arbeitgeber aufgeschoben ist, bis sie rechtskräf tig geworden ist (BGE 140 II 134 E. 4.2.1). Der Suspensiveffekt bewirkt gewissermassen ein en Schwebezustand: Die Verfügung wird verbindlich, wenn die Beschwerde abgewiesen oder a bgeschrieben oder darauf nicht ein- getreten wird. Bis zu diesem Zeitpunkt ist sie aber nicht wirksam. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Als spezialgesetzliche Ausnahme von der allgemeinen Reg elung im Verwaltungsverfah- rensgesetz statuiert § 71 Abs. 4 PersG, dass einer Beschwerde gegen die Kündigung eines öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnisses keine aufschiebende Wirkung zukommt. Die Be- stimmung kommt bei Beschwerden gegen ordentliche und f ristlose Kündigungen gleichermas- sen zur Anwendung. Die heutige Regelung zur aufschiebenden Wirkung geht zurück auf die am 1. Januar 2013 in Kraft getretene Teilrevision des Per sonalrechts, in der unter anderem der Kündigungsschutz und damit der Rechtsschutz des Personals gr undlegend verändert wurde. Aus den Materialien ergibt sich, dass mit der Neukonzep tion der ursprünglich uneingeschränkte Anspruch auf Weiterbeschäftigung am bisherigen Arbeits platz aufgegeben wurde, da sich die Regelung in der Praxis aus verschiedenen Gründen als unzwe ckmässig und unpraktikabel er- wiesen hatte (vgl. hierzu N ICOLE SCHULER LEBER , Das Personalrecht des Kantons Basel-Land- schaft, in: Biaggini et al. [Hrsg.], Staats- und Verwal tungsrecht des Kantons Basel-Land- schaft III, Liestal 2007, S. 160). Die Neuregelung sieh t im Grundsatz eine Weiterbeschäftigung an einer gleichwertigen Arbeitsstelle vor, wobei das Arbeitsverhältnis einseitig aufgelöst werden kann, wenn keine adäquate andere Arbeitsstelle beim Ar beitgeber gefunden wird. Im Zuge die- ser Reform wurde auch der automatische Suspensiveffekt de r Beschwerde gegen die Kündi- gung abgeschafft, da sich gezeigt hatte, dass den übliche rweise von der Arbeitsleistung freige- stellten beschwerdeführenden Mitarbeitenden während d er Monate oder gar Jahre dauernden Beschwerdeverfahren ohne Gegenleistung der volle Lohn ausbezahlt werden musste, wobei sich die nachträgliche Rückforderung im Falle der Bestä tigung der angefochtenen Kündigung als nur schwer durchsetzbar erwiesen hatte (vgl. Landrat svorlage vom 17. Januar 2012 zur Än- derung der personalrechtlichen Bestimmungen über die P robezeit, die Kündigung und die Ab- gangsentschädigung [2012-013], S. 13 f.). 5.3 Wie vorstehend aufgezeigt hat der Gesetzgeber im P ersonalgesetz eine bewusste Inte- ressenabwägung zugunsten der Arbeitgeberseite vorgenommen, indem er den sonst geltenden Grundsatz des automatischen Suspensiveffekts umgekehrt hat. Unter diesen Vorzeichen ist davon auszugehen, dass er die Gewährung der aufschiebend en Wirkung an qualifizierte Vo- raussetzungen knüpfen wollte (vgl. H ANSJÖRG SEILER , in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Zür ich 2016, Art. 55 Rz. 190; X AVER BAUMBERGER , Aufschiebende Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel im öffentlichen Recht, Zürich 2006, Rz. 186 ff.). Das gesetzlich intendierte Re gel-Ausnahme-Verhältnis darf nicht dadurch unterlaufen werden, dass die aufschiebende Wirkun g leichthin angeordnet wird. Viel- mehr rechtfertigt es sich, die aufschiebende Wirkung nur unter besonderen Voraussetzungen und unter Prüfung des Einzelfalls anzuordnen (vgl. auch I VO HARTMANN , Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde bei der Anfechtung einer Künd igungsverfügung nach dem neuen Bundespersonalgesetz, in: Schweizerische Vereinigung für V erwaltungsorganisationsrecht [Hrsg.], Jahrbuch 2013, Bern 2014, S. 112; Urteil de s BVGer A-1081/2014 vom 23. April 2014 E. 3.2). 5.4 Ausgangspunkt und Orientierungshilfe ist die Funkt ion des Suspensiveffekts als Form des einstweiligen Rechtsschutzes. Primäres Ziel muss die S chaffung oder Aufrechterhaltung eines Zustandes sein, welcher die Wirksamkeit des späteren Hauptentscheids garantiert, wie auch immer jener lauten wird. Weil es um vorläufigen Rechtsschutz geht, gilt es insbesondere Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Präjudizierung des Hauptverfahrens durch eine ver frühte allzu vertiefte Auseinanderset- zung mit dem angefochtenen Entscheid zu vermeiden, zuma l diese Prüfung in der Praxis re- gelmässig vor dem Abschluss des Beweisverfahrens vorgenomme n werden muss. Eine fakti- sche Vorwegnahme des Endentscheids im Resultat oder jeden falls in der Begründung würde dem Sinn und Zweck des Rechtsinstituts zuwiderlaufen (vgl. KUHN , a.a.O., S. 198; BGE 138 III 728 E. 2.7; KGE VV vom 7. Dezember 2016 [810 16 159] E. 4). Auf der anderen Seite ist es gerade Aufgabe des einstweiligen Rechtsschutzes, bedrohte Interessen vorläufig zu schützen und zu verhindern, dass nicht oder nicht leicht wiedergut zumachende Nachteile eintreten. Dies besonders dann, wenn hochwertige Rechtsgüter oder besonders schützenswerte Individualinte- ressen gefährdet sind. Die Erteilung der aufschiebenden Wirkung rechtfertigt sich, wenn ein Beschwerdeführer andernfalls Nachteile erleidet, die s päter nicht mehr ausgeglichen werden können und die hinzunehmen ihm nicht zugemutet werden kann, etwa weil die angefochtene Kündigung mit einer fortdauernden gravierenden Persönlichkeitsverletzung verbunden ist. Stets vorausgesetzt wird, dass dem Begehren im Hauptverfahren mit grosser Wahrscheinlichkeit stattzugeben sein wird. 5.5 Konkret bedeutet dies, dass die glaubhafte Behaup tung der Unrechtmässigkeit einer Kündigung für sich allein als Anordnungsgrund für die a ufschiebende Wirkung nicht ausreicht. Erforderlich ist neben der positiven Hauptsachenprognose ein hinzutretendes Element, welches dem Beschwerdeanliegen im konkreten Einzelfall zusätzliche s Gewicht und Dringlichkeit ver- leiht. Ein Hauptaugenmerk ist in diesem Zusammenhang au f diejenigen Bereiche zu richten, in denen Mitarbeiter einen verstärkten rechtlichen Schutz ge niessen. Dies betrifft in sachlicher Hinsicht zunächst Kündigungen des Arbeitsverhältnisses im Z usammenhang mit der ordnungs- gemässen Aufgabenerfüllung und Durchsetzung gesetzlicher oder behördlicher Erlasse sowie Kündigungen mit Bezug auf die Tätigkeit als Interessenve rtreterin oder Interessenvertreter des Personals (§ 19 Abs. 5 PersG). Weiter besteht ein besonde rer Schutz für Mitarbeiter, die dem kantonalen Ombudsman Missstände melden (§ 38a Abs. 4 Per sG). In Frage kommen sodann glaubhaft geltend gemachte diskriminierende Kündigung en sowie Vereitelungs- oder Rache- kündigungen. In zeitlicher Hinsicht umfasst sind Kündigung en zur Unzeit im Sinne von § 26 PersG, welche während laufender Sperrfristen ausgesprochen wurden. 5.6 Kein taugliches Kriterium ist hingegen die von den Vorinstanzen in Anlehnung an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts herangezoge ne Frage eines allfälligen Wei- terbeschäftigungsanspruchs. Im Gegensatz zum Bundesperson alrecht, das für den Fall einer unrechtmässigen Kündigung einen blossen Entschädigungsanspruch statuiert und eine Weiter- beschäftigung nur noch für ausgewählte Spezialfälle vorsi eht (vgl. Art. 34b und Art. 34c des Bundespersonalgesetzes [BPG] vom 24. März 2000), geht das k antonale Recht nach wie vor von einem (eingeschränkten) Grundsatz der Weiterbeschäfti gung aus (vgl. Landratsvorlage vom 17. Januar 2012, a.a.O., S. 11). Eine unrechtmässig e Kündigung wandelt sich nicht zu einer gültigen Kündigung um. Erweist sich eine ausgespro chene Kündigung als unrechtmässig, ist der betroffenen Person vielmehr eine gleichwertige Arbeitsstelle anzubieten (§ 20a Abs. 1 PersG). Erst nach Ergehen des Rechtsmittelentscheids hat d ie Anstellungsbehörde zu prüfen, ob sie dem Arbeitnehmer seine alte oder eine gleichwer tige Stelle zuweisen kann oder nicht; wenn nicht, darf sie unter den Voraussetzungen von § 20a PersG noch einmal kündigen (vgl. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht MICHAEL MERKER /PHILIP CONRADIN /RETO HÄGGI FURRER , Öffentliches Personalrecht des Wirt- schaftsraums Nordwestschweiz, in: Bürgi/Bürgi-Schneider [Hr sg.], Handbuch Öffentliches Per- sonalrecht, Zürich 2017, Rz. 300). Ein potentieller We iterbeschäftigungsanspruch ist in der vor- liegenden Fallkonstellation im kantonalen Personalrecht somit immer gegeben. 6.1 Auf die Erfolgsaussichten einer Beschwerde ist nach d em oben Gesagten grundsätzlich nicht allein abzustellen. Eine Ausnahme muss aber zumindest dann gelten, wenn der angefoch- tenen Kündigungsverfügung ein gravierender Mangel anh aftet, welcher nach den allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen eine jederzeit von Amtes wegen zu beachtende Nichtigkeit nach sich zieht (diese Nichtigkeit ist nicht gleichzusetzen mit der im privaten Arbeitsrecht ver- wendeten Terminologie für Kündigungen zur Unzeit, di e aus öffentlich-rechtlicher Sicht bloss anfechtbar sind, vgl. SCHULER LEBER , a.a.O., S. 159). Nichtigkeitsgründe können in offe nsichtli- chen und schwer wiegenden Zuständigkeits-, Verfahrens-, F orm- oder Eröffnungsfehlern sowie in schwer wiegenden inhaltlichen Mängeln liegen. Eine nichtige Verfügung entfaltet auch ohne amtliche Aufhebung von Anfang an keine Rechtswirkungen ( vgl. U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 1096 ff.; KGE VV vom 1. November 2016 [810 17 82] E. 6.3). Entsprechend besteht in diesen Fällen aufgrund der absoluten Unwirksamkeit der Kündigungsverfügung von d er Wirkung her das Arbeitsver- hältnis mit sämtlichen Rechten und Pflichten an der bishe rigen Arbeitsstelle unvermittelt fort. In einer derartigen Konstellation ist es sachgerecht, de r Beschwerde ausnahmsweise aufschie- bende Wirkung beizulegen. 6.2 Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, die Kündigungsverfügung vom 20. Juni 2018 sei aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung sein es Anspruchs auf rechtliches Gehör nichtig. Die fristlose Entlassung habe schon vor seiner Anh örung festgestanden, was sich darin zeige, dass der Schulrat dem kantonalen Personalamt die Kündigung schon vorgängig mitge- teilt habe. Ausserdem sei die Verfügung nicht nachvollzi ehbar begründet worden. Der Schulrat bestreitet die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdefüh rers und legt eine Kopie der an den Kanton gesandten Kündigungsverfügung bei, welche am 29 . Juni 2018 von einer Mitarbeiterin des Stabs Personal der BKSD visiert wurde und mit einem Eingangsstempel des Dienstleis- tungszentrums Personal der kantonalen Verwaltung desselben Datums versehen ist. Eine Ge- hörsverletzung liege, so der Schulrat, in keiner Hinsicht vor. 6.3 Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch der P arteien auf rechtliches Gehör ge- währleistet dem Einzelnen allgemein eine effektive Mi twirkung im Verfahren zum Erlass von Entscheidungen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreifen (STEINMANN , a.a.O., Rz. 42 zu Art. 29 BV). Als Teilgehalte des rechtlichen Gehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprüche auf vorgängige Äusserung und Anhörung, d er Anspruch auf Berücksichtigung der Vorbringen, der Anspruch auf Teilnahme am Beweisverfahren unter Einschluss des Rechts, Beweisanträge zu stellen, das Recht auf Akteneinsicht und das Recht auf einen begründeten Entscheid (vgl. MÜLLER /SCHEFER , a.a.O., S. 860 ff.; MICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässi- ge Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 202 ff.; BGE 141 V 557 E. 3.1; BGE 135 II 286 E. 5.1; KGE VV vom 24. Februar 2016 [810 15 369] E. 5.1). Mit dem Anspruch auf effektive M itwirkung korrespondiert, dass die Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht hörde die Vorbringen der Beteiligten tatsächlich hört , prüft und berücksichtigt sowie ihren Ent- scheid vor diesem Hintergrund begründet. 6.4 Ist ein Entscheid in Verletzung des Gehörsanspruchs erga ngen, ist dieser verfahrens- fehlerhaft. Eine derartige Verfügung ist im Allgemeinen anfechtbar. Sie wird auf Beschwerde hin von der zuständigen Rechtsmittelbehörde aufgehoben. Vo n der Anfechtbarkeit zu unterschei- den ist die Nichtigkeit einer Verfügung, welche wie er wähnt hauptsächlich bei funktioneller und sachlicher Unzuständigkeit einer Behörde sowie schwerwiegen den Verfahrensfehlern in Be- tracht kommt. Bei Verfahrensfehlern ist die Praxis jedo ch äusserst zurückhaltend (H ÄFELIN / MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 1111 ff.; BGE 139 II 243 E. 11.2; BGE 132 II 21 E. 3.1; KGE VV vom 1. November 2016 [810 17 82] E. 6.3). Selbst gravi erende Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör - wie etwa eine gänzlich fehlende Begründung - ziehen nicht ohne Weite- res die Nichtigkeit des Entscheides nach sich. Verfahrensmän gel, die in Gehörsverletzungen liegen, sind an sich heilbar und führen in der Regel nur zur Anfechtbarkeit des fehlerhaften Ent- scheids. Nur in Extremfällen, etwa wenn der Betroffene von einer Entscheidung mangels Eröff- nung gar nichts weiss bzw. wenn er gar keine Gelegenheit erhalten hat, an einem gegen ihn laufenden Verfahren teilzunehmen, ist Nichtigkeit anzune hmen. Auch die Häufung von für sich allein betrachtet weniger gewichtigen Verfahrensfehlern setzt keinen Nichtigkeitsgrund, sondern kann allenfalls dazu führen, dass das Verfahren insgesamt als derart mangelhaft bezeichnet werden muss, dass eine Heilung im Rechtsmittelverfahren a usgeschlossen ist (A LBERTINI , a.a.O., S. 450 ff.; BGE 129 I 361 E. 2.1; BGE 124 V 180 E. 4b; KGE VV vom 28. Oktober 2016 [810 16 276] E. 3.3). Selbst wenn vorliegend davon ausgegangen würde, dass die Gehörsrügen des Beschwerdeführers berechtigt wären, handelte es sich - auch bei einer Gesamtbetrach- tung - nicht um derart schwerwiegende Mängel, dass die Feststellung der Nichtigkeit in Betracht zu ziehen wäre. Die Vorinstanz ging dementsprechend zu Re cht davon aus, dass eine mit der Nichtigkeit der Kündigungsverfügung begründete Anordnung der aufschiebenden Wirkung aus- ser Betracht fällt. 7.1 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz weiter vo r, seine privaten Interessen in ver- schiedener Hinsicht falsch ermittelt und im Ergebnis unte rgewichtet zu haben. So gehe es ihm entgegen der Darstellung im angefochtenen Entscheid nicht nur um die finanzielle Lohneinbus- se. Für den Bezug von Arbeitslosentaggeld müsse er sich an anderen Stellen bewerben und dürfe er ein zumutbares Stellenangebot nicht ablehnen, jedenfalls solange das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei. Er beruft sich auf sein Recht, sei ner Arbeit und damit der Entwicklung seiner Persönlichkeit nachzugehen. Aufgrund der langen Verfahrensdauer werde sein Recht, wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren zu können, beschnitten. 7.2 Anders als der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, b esitzt der Arbeitnehmer im öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis ebenso wenig w ie der privatrechtlich Angestellte einen generellen Anspruch darauf, effektiv beschäftigt zu we rden. Aus der Weisungsbefugnis des Arbeitgebers ergibt sich dessen Kompetenz, den Arbeitne hmer während der Dauer der Anstel- lung unter Bezahlung des Lohnes zu beurlauben (BGE 99 Ib 129 E. 1c; M ERKER /CONRADIN / HÄGGI FURRER , a.a.O., Rz. 276). Auch wenn damit ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers einhergeht, überwiegen bei arbeitsrechtlichen Konflikten regelmässig das öffent- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche Interesse der Beruhigung des Arbeitsklimas und das Be dürfnis nach einem reibungslosen Betrieb als Rechtfertigung für eine Freistellung währ end des personalrechtlichen Verfahrens. Dies muss umso mehr gelten, wenn der betroffenen Person wie hier zusätzlich Führungsver- antwortung sowie Repräsentationsfunktion zukommt und das Vertrauensverhältnis zur vorge- setzten Behörde tiefgreifend gestört ist. Der Beschwerde führer könnte eine effektive Rückkehr an den angestammten Arbeitsplatz für die Dauer des Verf ahrens somit auch bei einer Gutheis- sung des Massnahmengesuchs nicht erzwingen. Dass seine Stell e während des Rechtsmittel- verfahrens anderweitig besetzt wird und insofern möglich erweise praktisch unumkehrbare Tat- sachen geschaffen werden, entspricht in personalrechtliche n Angelegenheiten dem Normalfall und liegt vorliegend in der Natur der Sache, denn d ie gesetzlich der Schulleitung zugewiesene Auftragserfüllung muss jederzeit gewährleistet sein. B ei der ausbleibenden Lohnzahlung han- delt es sich - wie auch der Beschwerdeführer anzuerkennen scheint - nicht um einen nicht wie- dergutzumachenden Nachteil, ist bei einer allfällige n Gutheissung seiner Beschwerde doch rückwirkend für die gesamte Dauer des Rechtsmittelverfahr ens der volle Lohn nachzuzahlen (MERKER /CONRADIN /HÄGGI FURRER , a.a.O., RZ. 300). Die durch den (zumindest temporären) Erwerbsausfall bedingte Inanspruchnahme der Leistunge n der Arbeitslosenversicherung trifft viele Mitarbeiter, die eine Kündigung anfechten. Die mit der Anmeldung zum Leistungsbezug und dem Vollzug der Arbeitslosenversicherung verbundene n Unannehmlichkeiten und Unwäg- barkeiten sind Folgen der gesetzlich gewollten Regelung und treffen den Beschwerdeführer vorliegend nicht stärker als andere Personen in vergleichbarer Lage. 7.3 Zusätzlich weist der Beschwerdeführer auf eine belas tende mediale Vorverurteilung im Zusammenhang mit der Presseberichterstattung rund um sei ne fristlose Entlassung hin, die durch die Anordnung der aufschiebenden Wirkung unterbun den werden könne. Der Schulrat bestreitet eine vorverurteilende Berichterstattung durch die Medien und weist in der Vernehm- lassung zutreffend darauf hin, dass es der Beschwerdeführ er versäumt hat, die Behauptung zu substantiieren und entsprechende Beispiele zu präsentieren. In den Akten findet sich kein Pres- sespiegel. Eine öffentliche Vorverurteilung irgendwelche r Art ist somit nicht glaubhaft gemacht. Nachdem kein Vorwurf strafbaren Verhaltens im Raum steh t, ist auch der Begriff Vorverurtei- lung insoweit zu relativieren. Ohnehin ist nicht erkenn bar und wird auch nicht geltend gemacht, dass der Schulrat die Kündigung auf persönlichkeitsverletzende Art vollzogen hätte, indem er in unsachlicher Weise öffentlich kommuniziert hätte. Vielme hr ist unbestritten, dass der Schulrat die Presse nicht über die Personalmassnahme informiert hat. Obschon es nachvollziehbar er- scheint, dass der Beschwerdeführer durch die Berichterstatt ung über die Entlassung zusätzlich gekränkt wurde und er verständlicherweise eine öffentl iche Rehabilitation anstrebt, ist doch da- rauf hinzuweisen, dass es grundsätzlich nicht Aufgabe des Instituts des vorsorglichen Rechts- schutzes im personalrechtlichen Verfahren ist, Persönlichke itsverletzungen durch Dritte entge- genzuwirken. 8. Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer keine überze ugenden, besonders gewichtigen Gründe dafür anzuführen, dass in seinem Fal l abweichend von der gesetzlichen Grundordnung die aufschiebende Wirkung angeordnet wird . Er macht insbesondere weder ei- nen verpönten Kündigungsgrund noch eine qualifiziert p ersönlichkeitsverletzende Kündigung geltend. Eine Gefährdung besonders schützenswerter In dividualinteressen ist nicht dargetan. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gewiss findet er sich in einer persönlich belastenden Lage wieder, diese ist aber in derartigen personalrechtlichen Auseinandersetzungen regelmässig anzutreffen und rechtfertigt noch keine Ausnahme vom Regelfall der sofortigen Wirksamkeit einer Kündigung. Die von ihm aufgeführ- ten Nachteile sind typische Folge der gesetzlichen Regelung und können ihm für die Dauer des Verfahrens zugemutet werden. Zusätzlich ist vorliegend in Rechnung zu stellen, dass es sich bei der gekündigten Stelle um eine Teilzeitanstellung (60 %) handelt und der Beschwerdeführer gemäss dem Internetauftritt der Primarschule C.____ of fenbar weiterhin als deren Schulleiter tätig ist. Dazu kommt, dass er im November 2019 das orde ntliche Pensionsalter erreicht haben wird, weshalb ihm keine Nachteile in seinem wirtschaftli chen Fortkommen drohen. Diese Um- stände relativieren vorliegend sein privates Interesse doc h erheblich. Der angefochtene Ent- scheid ist nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist deme ntsprechend als unbegründet ab- zuweisen. 9.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Aus- gangsgemäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 9.2 Der anwaltlich vertretene Schulrat beantragt die Zusprechung einer Parteientschädi- gung. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts oder ei- ner Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulast en der Gegenpartei zugesprochen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Gemäss § 21 Abs. 2 VPO haben Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben allerdings nur Anspruch auf ei ne Parteientschädigung, sofern der Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts gerechtfertigt war . Der Schulrat macht in dieser Beziehung geltend, bei B.____ handle es sich um eine kleine Gemei nde ohne Rechtsdienst. Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts wird den Gemeinden gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO gene- rell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung einger äumt, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint (statt viel er: KGE VV vom 10. Mai 2017 [810 16 318] E. 6.2; KGE VV vom 4. Juni 2014 [810 14 27] E. 8.2; jeweils mit weiteren Hinweisen). Der Grund für diese Praxis ist darin zu sehen, dass mit der Verfügungskompetenz der Gemeinde- behörden deren entsprechende Sachkunde einhergehen m uss. Es sollte einer Behörde ohne ausserordentlichen Aufwand möglich sein, ihre Verfügung im Anfechtungsverfahren zu verteidi- gen. Hierzu kann sie entweder eigenes juristisches Perso nal beschäftigen oder punktuell exter- nes Expertenwissen beiziehen. Würde für die Frage der Parteientschädigung auf die effektiven personellen und fachlichen Ressourcen abgestellt, hätte dies zur Folge, dass das kostenbezo- gene Prozessrisiko eines beschwerdeführenden Privaten ganz we sentlich vom zufälligen Um- stand abhängig wäre, ob die Verwaltung mit einem Rech tsdienst ausgestattet ist oder jeweils eine anwaltliche Vertretung mandatiert wird. Um eine n auch kostenmässig rechtsgleichen Zu- gang zur Justiz sicherzustellen, wird deshalb Gemeinwese n stets nur dann eine Parteientschä- digung ausgerichtet, wenn eine solche auch einer Gemein de mit Rechtsdienst zuzusprechen wäre, weil von ihr für eine angemessene Prozessvertretung rechtliches Spezialwissen gefordert ist, das über die bei der Rechtsanwendungstätigkeit erf orderlichen Kenntnisse hinausgeht und Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht über welches gemeindeeigene Rechtsdienste normalerweis e nicht verfügen (BLKGE 2007 Nr. 41 E. 8; grundlegend: BLVGE 1998/1999 Nr. 15.3) . Als öffentlich-rechtliche Arbeitgeber müssen Gemeinden über das für arbeitsrechtliche Streitig keiten benötigte Wissen im Personal- recht verfügen (vgl. KGE VV vom 17. Dezember 2014 [810 14 116] E. 12.2). Die Fragestellun- gen erweisen sich vorliegend nicht als derart komplex, d ass in diesem Sinne juristisches Spezi- alwissen erforderlich gewesen wäre. Aus diesem Grund wi rd dem Schulrat keine Parteient- schädigung zugesprochen. Die Parteikosten sind somit wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- w erden dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorsc huss in der Höhe von Fr. 500.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber