200 16 917 UV MAW/LUB/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 8. Mai 2017 Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Scheidegger Gerichtsschreiber Lüthi A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführer gegen Suva Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 23. August 2016 (E 3234/15 und E 1631/16) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwer- degegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi- chert, als er sich gemäss Schadenmeldung für arbeitslose Personen am 31. Oktober 2012 beim … an der rechten Schulter verletzte (Akten der Su- va, Antwortbeilage [AB] 1). Die Suva gewährte im Zusammenhang mit die- sem Ereignis zunächst die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld (AB 8 – 10). Nach dem Einholen zahlreicher Arzt- (AB 22, 30 f., 44, 62 f., 108, 110, 122, 129, 131, 146, 152, 162, 165, 184, 200, 222) und mehrerer Kreisarztberichte (AB 84, 194, 205, 232, 246) stellte sie mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 (AB 248) die vor- übergehenden Leistungen (Taggeldleistungen per 3. Mai 2015 und Heilbe- handlung per 20. Juli 2015) ein. In einer weiteren Verfügung vom 19. Okto- ber 2015 (AB 249) sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsent- schädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % zu. Gegen diese beiden Verfügungen erhob der Versicherte am 11. November 2015 Einsprache (AB 253). Mit Schreiben vom 6. April 2016 (AB 262) nahm die Suva die Verfügung vom 15. Oktober 2015 zurück, bestand jedoch auf den Fallabschluss und stellte eine (neue) Verfügung betreffend Rentenan- spruch in Aussicht. Am 3. Mai 2016 verfügte sie die Ablehnung eines Ren- tenanspruchs (AB 264), wogegen der Versicherte am 24. Mai 2016 (AB 265) Einsprache erhob. Diese wie auch die Einsprache (AB 253) ge- gen die Verfügung vom 19. Oktober 2015 (AB 249) wies die Suva mit Ent- scheid vom 23. August 2016 (AB 268) ab. B. Mit Eingabe vom 23. September 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Er lässt beantragen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und vor einem neuen Rentenent-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 3 scheid sei der unfallbedingte medizinische Gesundheitszustand und daraus abgeleitet die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu evaluieren. Mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2016 beantragt die Beschwer- degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 26. Januar 2017 und Duplik vom 23. Februar 2017 halten die Parteien an ihren Anträgen fest. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 23. August 2016 (AB 268). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Oktober 2012.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 4 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord- nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Der Leistungsanspruch im Zusammenhang mit dem Ereignis vom Ereignis vom 31. Oktober 2012 ist nach bisherigem Recht zu prüfen (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). 2.2Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 2.3Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche- rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam- menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 2.3.1Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja- hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 5 Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele («conditio sine qua non»; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Ob zwischen einem schädi- genden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausa- lzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdi- gung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsan- spruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 2.3.2Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur- sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die- ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358). 2.4Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht- sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah- men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu- standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 6 Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verste- hen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die sozi- ale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Perso- nen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu er- wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes «namhaft» durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbe- deutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 2.5Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan- ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun- fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs- möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits- markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits- unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs- möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche- nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.6Um den Leistungsanspruch bemessen zu können, ist die Verwal- tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite- ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 7 3. 3.1Aufgrund der Akten ist erstellt und von den Parteien zu Recht un- bestritten, dass das in der Schadenmeldung erwähnte und anschliessend im Fragebogen (AB 7) geschilderte Ereignis vom 31. Oktober 2012 die ku- mulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legal- definition (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen erbracht. 3.2In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 3.2.1Eine am 13. November 2012 durchgeführte Magnetresonanztomo- graphie (MR) der rechten Schulter ergab eine subakromiale Verschmäle- rung bei Akromion Typ II, einen kleinen subakromialen Sporn und eine ak- tivierte AC-Gelenksarthrose (verdächtig auf Impingement), eine konsekuti- ve Tendinose der Supraspinatussehne mit bursaseitigem Einriss ohne si- gnifikante Atrophie oder fettige Degeneration, keinen Nachweis einer signi- fikanten Knochenkontusion oder Fraktur bei Zustand nach Sturz und kein pathologischer Gelenkserguss (AB 11). 3.2.2Im Arztzeugnis UVG vom 3. Dezember 2012 (AB 12) vermerkte Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als Diagno- se eine Schulterkontusion rechts bei vorbestehendem Impingement. Der Versicherte sei ab 31. Oktober 2012 für voraussichtlich zwei bis drei Mona- te zu 100 % arbeitsunfähig. 3.2.3Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera- pie, diagnostizierte im Bericht vom 5. August 2013 (AB 63) eine Anpas- sungsstörung mit depressiven und ängstlichen Symptomen (ICD-10 F43.22). 3.2.4Im Sprechstundenbericht des Spitals E.________ vom 9. August 2013 (AB 62) führten die Dres. med. F.________, Assistenzarzt, und PD G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, als Diagnosen eine Rotatorenmanschettenruptur Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 8 (Supraspinatus, Oberrand Subskapularis), eine AC-Gelenksarthrose, einen anterosuperioren Konflikt bei Akromion Typ III, eine Bizepstendinopathie Schulter rechts und eine Scapuladyskinesie Typ I auf. 3.2.5Dr. med. H.________, Facharzt für Radiologie, hielt im Bericht vom 17. Dezember 2013 (AB 103) bezüglich der durchgeführten MR der Hals- wirbelsäule (HWS) fest, es bestünden osteodegenerative Prozesse der HWS und eine etwas unterschiedlich ausgeprägte zervikale Diskopathie, wobei dem Befund auf Höhe Halswirbelkörper (HWK) 6/7 infolge der resul- tierenden intraforaminalen Kompression beider C7-Wurzeln wohl entschei- dende Bedeutung im Rahmen einer entsprechenden lokalen wie radiären Symptomatik beigemessen werden könne. 3.2.6Am 29. Januar 2014 (AB 108) diagnostizierte Dr. med. D.________ eine Anpassungsstörung mit depressiven und ängstlichen Symptomen (ICD-10 F43.22) nach Sturz auf rechte Schulter mit chronischem Schulter- schmerz und unsicheren Behandlungsoptionen sowie weitere psychosozia- le Belastungsfaktoren (unsicherer Aufenthaltsstatus der Familie, fehlende berufliche Perspektive). Dem Versicherten gehe es zwar besser als im Mai 2013, nach wie vor seien jedoch Grübeln und Zukunftsängste vorhanden. 3.2.7Im Sprechstundenbericht der Wirbelsäulenchirurgie des Spitals E.________ vom 31. März 2014 (AB 122) nannte PD Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, als Diagnosen eine Diskopathie C6/7 mit Neurokompression foraminal bds., eine Rotatorenmanschettenruptur (Subtotal Supraspinatus, Oberrand Subskapularis), eine AC-Gelenksarthrose, einen anterosuperio- ren Konflikt bei Akromion Typ III, eine Bizepstendinopathie Schulter rechts, eine Scapuladyskinesie Typ I und den Verdacht auf inforaminale Kompres- sion C7 bds. Ein Teil der Beschwerden und vor allem die Schwäche der Fingerspreizer und Ellenbogenstreckung dürften spondylogen bedingt sein und könnten gut auf eine ventrale Dekompression und interkorporelle Fusi- on ansprechen. 3.2.8Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom 14. April 2014 (AB 129) den Verdacht auf leichte Neuropathie des Nervus ulnaris am Ellenbogen rechts (S. 1). Die subjektiv sehr beein-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 9 trächtigenden Beschwerden im Bereich der rechten Schulter fänden kli- nisch-neurologisch kein Korrelat. Es gäbe keine besondere Seitendifferenz der Muskulatur, keine Atrophie, keine Paresen, auch keine Gefühlsstörun- gen, die auf eine Schädigung der Schultergürtelnerven hindeuteten. Eben- so sei die Neurographie des N. axilliaris unauffällig gewesen. Die Gefühlss- törungen im Bereich des rechten Unterarms und der Hand, die seit dem Unfall bestehen würden, liessen sich am ehesten einer leichten Neuropa- thie des N. ulnaris im Ellenbogenbereich zuordnen. Elektroneurographisch habe diese Verdachtsdiagnose nicht eindeutig bestätigt werden können, nervensonografisch liege auch „nur“ ein grenzwertiger Befund vor. Trauma- folgen seien hier nicht erkennbar (S. 2). Dr. med. J.________ wiederholte im ärztlichen Zwischenbericht vom 30. April 2014 (AB 131) die erwähnte Verdachtsdiagnose (S. 1) und führte aus, gegenwärtig sei auf neurologi- schem Fachgebiet objektiv keine wesentliche Unfallfolge erkennbar (S. 2). 3.2.9Nach einer am 10. September 2014 durchgeführten glenohumera- len bzw. AC-Gelenks- und subakromialen Infiltration (AB 164) berichteten die Dres. med. K.________, Assistenzärztin, und PD Dr. med. G.________ am 17. Dezember 2014, der Patient leide weiterhin unter unveränderten Nacken-Schulter-Armbeschwerden mit vor allem Ausstrahlungsschmerzen in den rechten Arm. MR-tomographisch bestehe eine Pathologie mit bursa- seitiger Partialruptur der Supraspinatussehne sowie einem Akromion Typ III. Jedoch hätten die Schmerzen durch die Infiltration nicht beeinflusst werden können, weshalb eine Supraspinatussehnennaht sowie subakro- miale Dekompression und Bizepstenotomie mit einer doch beachtlichen Wahrscheinlichkeit nicht erfolgreich sein würden und die Beschwerden kaum bis gar nicht beeinflusst werden könnten (AB 184). 3.2.10Der Suva -Kreisarzt Dr. med. L.________, Facharzt für Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erklärte im Bericht vom 17. Februar 2015 (AB 194) über die gleichentags angesetzte kreisärztliche Untersuchung, bei der klinischen Untersuchung habe sich kein Nachweis einer relevanten Atrophie der Schultermuskulatur ergeben. Nachgewiesen sei eine Dyskinesie der Scapula beim Bewegen. Eine Insuf- fizienz der Rotatorenmanschette lasse sich nicht nachweisen. Das Bild einer Frozen Shoulder liege bei glenohumeraler Abduktion bds. und sym-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 10 metrischer passiver Rotationsamplitude nicht vor. Die demonstrierte Kraft- verminderung sowohl die Schulter als auch den Ellbogen betreffend lasse sich auf der Basis der strukturell vorliegenden Pathologie nicht erklären, ebenso wenig die angegebene Sensibilitätsstörung die ganze rechte Hand und die obere Thoraxapertur umfassend. Ebenfalls liessen sich die de- monstrierten Werte beim instrumentellen Messen der Faustschlusskraft mit dem muskulären Zustand im Bereich des Vorderarms nicht erklären. Zu- sammenfassend bestehe eine subjektive Schmerzsymptomatik nach einer Traumatisierung der rechten Schulter anlässlich eines Sturzes beim … am 31. Oktober 2012, wobei die an der Orthopädischen Klinik des Spitals E.________ nachgewiesene Ruptur der Rotatorenmanschette in Anbe- tracht der Gesamtsituation (kein Ansprechen auf lokale Testinfiltration) nicht operativ anzugehen sei. Klar festzuhalten sei, dass die Pathologie der HWS als unfallfremd zu werten sei. Bei diesem Sachverhalt sei von einem stabilisierten Zustand auszugehen. Es könne folgendes Zumutbarkeitsprofil definiert werden: Ganztägiger Einsatz für administrative Tätigkeiten sowie Überwachungsfunktionen, ebenso leichte körperliche Aktivitäten ohne Ein- satz der oberen Extremität rechts für repetitive kraftverlangende Bewegun- gen ohne Einsatz über der Horizontale. Kein repetitives Heben und Mani- pulieren mit Lasten über 1 kg isoliert mit der rechten Hand (S. 5 f.). 3.2.11In einem weiteren Sprechstundenbericht der Wirbelsäulenchirurgie vom 26. Februar 2015 (AB 200) diagnostizierte PD Dr. med. I.________ eine Diskopathie C6/7 mit Neurokompression foraminal bds., eine Scapu- ladyskinesie Typ II rechts, einen anterosuperioren Konflikt bei Akromion Typ III, eine AC-Gelenksarthropathie, eine Bizepstendinopathie sowie eine Rotatorenmanschettenruptur (partial SSP, Verdacht Oberrand Subscapula- ris). Klinisch zeige der Patient deutliche Anzeichen einer Diskopathie C6/7 mit Neurokompression, welche sich auch in den MRI-Aufnahmen von April 2014 zeige. Der Patient beschreibe, dass diese Symptome erst seit dem Unfall im Oktober 2012 zu bemerken seien, somit schienen die HWS- Symptome deutlich mit dem Unfall im Zusammenhang zu stehen. 3.2.12Am 16. März 2015 hielt der Kreisarzt Dr. med. L.________ bezug- nehmend auf den Bericht von Dr. med. I.________ vom 26. Februar 2015 (AB 200) fest, es müsse festgehalten werden, dass der Patient anlässlich Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 11 des Sturzes beim … am 31. Oktober 2012 ein direktes Anpralltrauma der rechten Schulter erlitten habe. Auch den ersten Berichten des behandeln- den Arztes, Dr. med. C.________, inkl. Verordnung für Physiotherapie las- se sich keine Traumatisierung der HWS entnehmen, womit die HWS- Symptomatik als unfallfremd zu werten sei. 3.3Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis- wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs- sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An- stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut- achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). 3.4Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra- cheentscheid vom 23. August 2016 (AB 268) massgeblich auf die kreisärzt- lichen Berichte von Dr. med. L.________ vom 17. Februar 2015 (AB 194) und 16. März 2015 (AB 205). Die Berichte des Kreisarztes erfüllen die Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 12 höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und erbrin- gen vollen Beweis. Dr. med. L.________ hat sich in seinen Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen gestützt auf die klinischen Befunde und seine persönli- che Untersuchung vom 17. Februar 2015 abgegeben. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet. Ferner sind die Darlegungen für die streitigen Belange umfassend. Aufgrund des Zumutbarkeitsprofils, welches einzig die unfallkausalen Beschwerden im Bereich der rechten Schulter berücksichtigt, sind dem Beschwerdeführer ein ganztägiger Ein- satz für administrative Tätigkeiten sowie Überwachungsfunktionen, ebenso leichte körperliche Aktivitäten ohne Einsatz der oberen Extremität rechts für repetitive kraftverlangende Bewegungen und ohne Einsatz über der Hori- zontale zumutbar. Repetitives Heben und Manipulieren mit Lasten über 1 kg isoliert mit der rechten Hand sind nicht zumutbar (AB 194 S. 5 f.). In der Folge ist auf dieses unfallbedingte Anforderungsprofil abzustellen. Die- ses steht denn auch im Einklang mit der Einschätzung von Dr. med. J.________ vom 14. und 30. April 2014 (AB 129 und 131), welcher objektiv keine Unfallfolgen erkennen und damit auch keine Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit attestieren konnte. Ebenso wenig liegen Anhaltspunkte vor, wonach sich das Zumutbarkeitsprofil seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. Februar 2015 (AB 194 S. 1) bis zum Einspracheentscheid vom 23. August 2016 (AB 268) geändert hätte. An der kreisärztlichen Beurteilung vermögen auch die Einwendungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der HWS-Problematik und insbesondere damit der Verweis auf den Sprechstundenbericht der Wirbelsäulenchirurgie vom 26. Februar 2015 (AB 200) nichts zu ändern. Der von PD Dr. med. I.________ postulierte Zusammenhang der HWS-Symptome mit dem Un- fall im Oktober 2012 beruht einerseits rein auf den Angaben des Be- schwerdeführers und andererseits ist er als (unbeachtliche) „post hoc ergo propter hoc“-Argumentation (wonach eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist) für sich allein auch nicht geeignet, eine natürliche Unfall-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 13 kausalität hinsichtlich der über den Fallabschluss weiterhin geklagten Be- schwerden zu begründen (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3). Er findet auch in den übrigen Akten keine Stütze. Dem Unfallereignis zeitlich nächsten Berichten lassen sich, wie der Kreisa- rzt zutreffend ausführte, keine Hinweise auf eine Traumatisierung der HWS entnehmen (AB 205 S. 3). Vielmehr ergibt sich aus den Berichten des erst- behandelnden Arztes, der Sprechstunde des Spitals E.________ wie auch den Verordnungen zur Physiotherapie, dass der Beschwerdeführer am 31. Oktober 2012 einzig eine Kontusion der rechten Schulter erlitten hat (AB 12, 16, 20 f., 30). Die HWS-Symptome wurden hingegen erstmals am 17. Dezember 2013 (AB 103), also mit einer Latenz von mehr als einem Jahr zum Unfallereignis aktenkundig. Sodann entspricht es einer medizini- schen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheiben- veränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, die hier offensichtlich nicht erfüllt sind, als eigentliche Ursache in Betracht fällt (vgl. SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3). Unter diesen Umstände ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszuge- hen, dass die geklagten HWS-Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 31. Oktober 2012 stehen (vgl. E. 2.3.1 hiervor). Da im Gegen- satz zur final konzipierten Invalidenversicherung (vgl. BGE 124 V 174 E. 3b S. 178) lediglich die unfallkausalen Gesundheitsschäden relevant sind, haben die geklagten HWS-Beschwerden hier unberücksichtigt zu bleiben und brauchen – entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung – nicht näher abgeklärt zu werden. Unfallbedingt waren demgegenüber die rechtseitigen Schulterbeschwer- den, soweit sie auf die ursprünglich diagnostizierte Schulterkontusion zurückzuführen waren. Ob die Rotatorenmanschettenruptur auf den Unfall zurückzuführen ist, erscheint angesichts der Tatsache, dass die Erstdia- gnose einer Rotatorenmanschettenruptur am 9. August 2013 (AB 62) ge- stellt wurde, fraglich. In Anbetracht der nachfolgenden Ausführungen braucht dies indessen nicht geklärt zu werden, auch weil sich dadurch nichts am Zumutbarkeitsprofil ändert. Dr. med. L.________ hat anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. Februar 2015 unter Berücksich-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 14 tigung der im Spital E.________ nachgewiesenen Ruptur der Rotatoren- manschette den Fallabschluss i.S.v. Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl. E. 2.4 hiervor) mit der Feststellung eines stabilen Zustands (AB 194 S. 5) einleuchtend begründet. So weist er insbesondere darauf hin, dass nach den Angaben des Beschwerdeführers die Beschwerden im Bereich der Schulter seit dem Unfall unverändert seien (AB 194 S. 2) und keine Indikation zur Operation bestehe, da der Beschwerdeführer auf die lokale Testinfiltration nicht ange- sprochen habe (AB 194 S. 5). Seine Erhebungen sind korrekt, hielten doch Dr. med. K.________ und PD Dr. med. G.________ am 17. Dezember 2014 ausdrücklich fest, dass die Nacken-, Schulter- und Armbeschwerden durch die Infiltration nicht beeinflusst werden konnten und deshalb eine Supraspinatussehnennaht sowie eine subakromiale Dekompression und Bizepstenotomie mit einer beachtlichen Wahrscheinlichkeit nicht erfolgreich sein würden (AB 184). Dies bestätigte PD Dr. med. G.________ ebenfalls in einem weiteren Bericht vom 3. Juni 2015 (AB 222). Anhaltspunkte, wo- nach durch anderweitige medizinischen Massnahmen eine bedeutende Steigerung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit (über das kreisärztlich er- hobene Zumutbarkeitsprofil hinaus) zu erwarten wäre, sind nicht ersichtlich. Es ist damit erstellt, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung hinsichtlich der hier einzig zu berücksichtigenden Schulterproblematik keine namhafte Besserung mehr zu erwarten war. 3.5Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die beweis- kräftigen Beurteilungen von Dr. med. L.________ die geklagten HWS- Beschwerden nicht unfallkausal sind und hinsichtlich des Unfallereignisses der medizinische Endzustand spätestens zum Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. Februar 2015 erreicht war. Seither besteht aufgrund der rechtsseitigen Schulterbeschwerden in einer angepassten Tätigkeit im Rahmen des formulierten Zumutbarkeitsprofils eine ganztägige Arbeits- fähigkeit. Daraus folgt, dass der Anspruch auf die vorübergehenden Versi- cherungsleistungen spätestens am 17. Februar 2015 wegfiel (vgl. Art. 16 Abs. 2 UVG, Art. 19 Abs. 1 Satz 2 UVG). Dass die Beschwerdegegnerin das Taggeld erst per 3. Mai 2015 bzw. die Heilbehandlung erst per 20. Juli 2015 terminierte (AB 248, 262, 264, 268), wirkt sich zugunsten des Be- schwerdeführers aus und ist nicht zu beanstanden. Sodann stehen dem Fallabschluss auch die vom 4. Mai bis 3. August 2015 in der Invalidenver-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 15 sicherung getätigten Eingliederungsbemühungen (berufliche Abklärung [AB 242 S. 2 – 4]) nicht entgegen (vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Bun- desgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 144). Zu prüfen bleiben im Folgenden die erwerblichen Auswirkungen der vorgenannten medizinischen Ausgangslage. 4. 4.1Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver- gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136). 4.1.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325). 4.1.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 16 Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs- tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593). Die Vorlage von fünf zumutbaren Arbeitsplätzen erscheint in quantitativer Hinsicht in der Regel als genü- gend. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben sind im Sinne einer qualitativen An- forderung zusätzlich Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf- grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durch- schnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechen- den Gruppe. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Ein- zelfall sind grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erheben. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt wer- den (BGE 139 V 592 E. 6.3 S. 595, 129 V 472 E. 4.2.2 S. 480). 4.2Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer keine … absolviert hat. Er hat bisher verschiedene … erledigt und arbeitete zuletzt als … . Im Zeitpunkt des Unfalles vom 31. Oktober 2012 war er arbeitslos (AB 1, 48, 237). Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen gestützt auf die LSE, To- tal des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand- werklicher Art) der Tabelle TA1, berechnet hat (AB 264 S. 2). Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf die DAP abgestellt. Dabei hat sie fälschlicherweise Stellen angenom- men, bei denen … – welche der Beschwerdeführer nicht hat (AB 237 S. 2) – erforderlich sind. Hinzu kommt, dass sie Stellen im kaufmännischen Be- reich herangezogen hat, wohl weil der Beschwerdeführer von der Arbeits- losenversicherung als ehemaliger „…angestellter“ bezeichnet worden ist Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 17 (AB 257 und AB 1). Wie sich aus seinem Lebenslauf (AB 237) und insbe- sondere aus dem Frageblatt zum Unfallhergang (AB 7) ergibt, ist der Be- schwerdeführer für administrative Arbeiten nicht ausreichend qualifiziert. Beim Invalideneinkommen ist deshalb – wie beim Valideneinkommen – auf den Tabellenlohn für einen Hilfsarbeiter gemäss LSE abzustellen. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. Januar 2017, 9C_734/2016, E. 4.1). Weil der Beschwerdeführer nach wie vor in der Lage wäre, eine Vollzeit- tätigkeit auszuüben (vgl. E. 3.4 f. hiervor) und vor dem Unfall bzw. seiner Arbeitslosigkeit keine körperlich schweren Tätigkeiten ausgeübt hat, recht- fertigt sich kein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2). Dies führt dazu, dass der Beschwerdeführer – soweit Unfall- folgen berücksichtigt werden – nicht invalid im Sinne des Gesetzes ist und deshalb keinen Anspruch auf eine Rente hat (vgl. E. 2.5 hiervor). 5. 5.1Zu prüfen bleibt schliesslich der Anspruch auf eine Integritätsent- schädigung, da der Beschwerdeführer mit dem Antrag, der Einspracheent- scheid sei aufzuheben (Beschwerde S. 2 I.), formell auch die Höhe der zugesprochenen Integritätsentschädigung angefochten hat. 5.2Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre- chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 18 5.2.1Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindes- tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht absch- liessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 E. 3a S. 157). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwick- lung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabella- rischer Form (sog. Feinraster; abrufbar unter <www. suva.ch>) erarbeitet. Diese Tabellen sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32). 5.2.2Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini- schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha- den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen (BGE 124 V 29 E. 3c S. 35). 5.3Die Beschwerdegegnerin sprach eine Integritätsentschädigung in der Höhe Fr. 18‘900.-- auf der Grundlage eines Integritätsschadens von 15 % zu (AB 249). Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung des Kreisarz- tes Dr. med. L.________ vom 6. Oktober 2015 (AB 246), der den Inte- gritätsschaden ausgehend von der SUVA -Tabelle 1 „Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten“ schätzte. Dass sich die Beschwerdegegnerin auf diese Beurteilung stützte, wird sei- tens des Beschwerdeführers nicht gerügt. Wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), fehlt es bezüglich der HWS-Beschwerden an der Unfallkau- salität, weshalb von vornherein keine Grundlage für eine diesbezügliche Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 19 Integritätsentschädigung besteht. Die kreisärztliche Beurteilung für die ver- bleibende und hier zu berücksichtigende Schädigung der rechten Schulter erfolgte aufgrund der wesentlichen medizinischen Unterlagen und beruht zudem auf den Erkenntnissen der persönlichen Untersuchung vom 17. Fe- bruar 2015, insbesondere auch der aktiv vorgeführten Beweglichkeit. Ärztli- che Meinungen, welche sich zum Integritätsschaden äussern oder die Schätzung des Kreisarztes in Zweifel ziehen würden, liegen keine bei den Akten. Vor diesem Hintergrund ist die festgelegte Integritätsentschädigung zu bestätigen, wobei jedoch zu bemerken ist, dass diese als äusserst grosszügig erscheint, da doch eher nicht davon auszugehen ist, dass die Rotatorenmanschettenruptur auf den Unfall zurückzuführen ist. 6. Nach dem Dargelegten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 23. August 2016 (AB 268) als rechtens. Die Beschwerde ist abzuwei- sen. 7. 7.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 7.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/917, Seite 20 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä- digung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers - Suva - Bundesamt für Gesundheit Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.