<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">1P.330/2001/sch </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG </div> <div class="para">********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger, </div> <div class="para">Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter </div> <div class="para">Nay, Ersatzrichterin Pont Veuthey und Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, Rebgasse 1, Postfach 321, Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Besonderes Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel -Landschaft, Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel - Landschaft, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> und <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> </div> <div class="para">(Rechtsverweigerung, Verteidigungsrechte); hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Im Rahmen des Strafverfahrens gegen X.________ vernahm das Statthalteramt Arlesheim am 3. Dezember 2000 A.________. Mit Schreiben vom 4. Januar 2001 beantragte X.________ die Entfernung dieser Einvernahme aus den Akten, da ihm weder der Einvernahmetermin mitgeteilt worden noch er von der Teilnahme an dieser Einvernahme ausgeschlossen worden sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 5. Januar 2001 schloss das (nunmehr zuständig gewordene) Besondere Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft (BUR) X.________ und seinen Verteidiger von der Einvernahme des A.________ vom 3. Dezember 2000 aus. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 12. Januar 2001 stellte es diese Verfügung X.________ zusammen mit der fraglichen Einvernahme vom 3. Dezember 2000 zu und machte ihn gleichzeitig auf sein Recht aufmerksam, Fragen und Anträge dazu zu stellen. Zusätzlich wurde er angefragt, ob er an seinen Anträgen vom 4. Januar 2001 festhalte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 17. Januar 2001 teilte X.________ dem BUR mit, dass er an seinen Anträgen vom 4. Januar 2001 festhalte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 2. Februar 2001 teilte das BUR X.________ mit, dass seine Verfügung vom 5. Januar 2001 rechtskräftig geworden sei, da innert Frist keine Beschwerde erhoben worden sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 1. März 2001 erhob X.________ Beschwerde an das Verfahrensgericht des Kantons Basel-Landschaft wegen Rechtsverweigerung. </div> <div class="para">Er beantragte, es sei festzustellen, dass durch die Nicht-Anhandnahme seines Gesuches vom 4. Januar 2001 sein Recht auf Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung verletzt worden sei, und das BUR sei anzuweisen, das Protokoll der Einvernahme von A.________ aus den Akten zu weisen und dessen Befragung zu wiederholen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Verfahrensgericht trat auf die Beschwerde mit Präsidialbeschluss vom 23. März 2001 nicht ein. Es auferlegte die Kosten des Verfahrens X.________ und entzog ihm die unentgeltliche Verbeiständung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 11. Mai 2001 wegen Verletzung von <span class="artref">Art. 29 BV</span> und <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> beantragt X.________: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1. Es sei der Beschluss des Beschwerdegegners 1 [Verfahrensgericht] </div> <div class="para">vom 23. März 2001 aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Dementsprechend sei festzustellen, dass der Beschwerdegegner </div> <div class="para">1 mit seinem Nichteintretensbeschluss </div> <div class="para">vom 23. März 2001 Recht verweigert hat und </div> <div class="para">dementsprechend sei der Beschwerdegegner 2 [BUR] </div> <div class="para">anzuweisen, das Protokoll der Einvernahme von Herrn </div> <div class="para">A.________ vom 3. Dezember 2000 inkl. sämtlicher </div> <div class="para">hiervon erstellter Kopien aus den Verfahrensakten </div> <div class="para">zu entfernen, eventualiter ist die Sache zur neuen </div> <div class="para">Entscheidung an den Beschwerdegegner 1 zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. Subeventualiter sei der Beschluss des Beschwerdegegners </div> <div class="para">1 vom 23. März 2001 im Kostenpunkt aufzuheben </div> <div class="para">und der Beschwerdegegner 1 anzuweisen, auf die </div> <div class="para">Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten und </div> <div class="para">den Unterzeichnenden für seine vorinstanzlichen </div> <div class="para">Bemühungen als unentgeltlicher Verteidiger zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eventualiter sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche </div> <div class="para">Prozessführung und Verbeiständung mit </div> <div class="para">dem Unterzeichnenden als Advokaten zu bewilligen.. " </div> <div class="para">C.- Das Verfahrensgericht und das BUR beantragen in ihren Vernehmlassungen, auf die Beschwerde nicht einzutreten oder sie eventuell abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel eingetreten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-50%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page50">BGE 126 I 50</a> E. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der angefochtene Entscheid des Verfahrensgerichts bewirkt im Ergebnis, dass ein Einvernahmeprotokoll bei den Akten verbleibt, das der Beschwerdeführer daraus entfernt haben möchte. Dieser Entscheid schliesst das Strafverfahren nicht ab und ist somit ein Zwischenentscheid. Als solcher ist er nach <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span> in der seit dem 1. März 2000 in Kraft stehenden Fassung mit staatsrechtlicher Beschwerde nur anfechtbar, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Dies ist offensichtlich nicht der Fall. Über die Verwertbarkeit des Einvernahmeprotokolls vom 3. Dezember 2000 zu Lasten des Beschwerdeführers wird erst der Strafrichter im Sachurteil zu befinden haben. Eine allfällige verfassungswidrige Verwertung dieses Beweismittels im Endentscheid könnte der Beschwerdeführer nach Ausschöpfung des kantonalen Instanzenzuges jedenfalls mit staatsrechtlicher Beschwerde rügen. Auf die vorliegende Beschwerde ist daher in Anwendung von <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span> nicht einzutreten, da der angefochtene Zwischenentscheid keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann. </div> <div class="para">Es kann somit offen bleiben, ob der Beschwerdeführer überhaupt ein rechtlich geschütztes Anfechtungsinteresse im Sinne von <span class="artref">Art. 88 OG</span> hat. Dies ist jedenfalls fraglich, erklärt er doch in der staatsrechtlichen Beschwerde (S. 8) ausdrücklich, die Anfechtung der Verfügung vom 5. Januar 2001, mit welcher er von der Teilnahme an der Einvernahme von A.________ ausgeschlossen wurde, habe nicht zur Diskussion gestanden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Von vornherein nicht einzutreten ist auf die beiläufig erhobene formelle Rechtsverweigerungsrüge, da deren Begründung den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-81%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page81">BGE 126 I 81</a> E. 1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-492%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page492">125 I 492</a></span> E. 1b<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-70%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page70">122 I 70</a></span> E. 1c). Das Gleiche gilt für die Anfechtung der Kostenerhebung und Verweigerung der unentgeltlichen Verbeiständigung wegen Aussichtslosigkeit der kantonalen Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Er hat zwar ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gestellt, welches indessen abzuweisen ist, da die Beschwerde offensichtlich unzulässig und damit aussichtslos war (<span class="artref">Art. 152 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para">3.- Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Besonderen Untersuchungsrichteramt sowie dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 5. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>