<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 65 S.331</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">331</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>65</b></span> <span class="ft2"><b>Wiederherstellung einer versäumten Beschwerdefrist.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Fristbeginn bezüglich des Gesuchs um Wiederherstellung (§ 98 Abs. 3</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ZPO) bei Kanzleifehlern (Erw. 2/b/aa).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Relevante Hinderungsgründe gemäss § 98 Abs. 1 ZPO</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. 2/b/bb/aaa).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Der Anwalt hat für Fehlleistungen von Hilfspersonen einzustehen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>auch wenn er seinen Sorgfaltspflichten bezüglich des Kanzleiperso-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nals nachgekommen ist (Erw. 2/b/bb/bbb).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 21. Februar 2005 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen M. und Mitb. gegen Regierungsrat.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. a) Wenn nichts anderes bestimmt wird - was im vorliegenden</span><br/> <span class="ft1">Falle nicht zutrifft</span> <span class="ft1">-, sind Beschwerden innert 20 Tagen seit</span><br/> <span class="ft1">Zustellung der angefochtenen Verfügungen oder Entscheide einzurei-</span><br/> <span class="ft1">chen (§ 40 Abs. 1 VRPG). Für die Berechnung der Fristen, deren</span><br/> <span class="ft1">Unterbruch und die Wiederherstellung gegen die Folgen der Säumnis</span><br/> <span class="ft1">gelten nach Massgabe von § 31 VRPG sinngemäss die Vorschriften</span><br/> <span class="ft1">der ZPO.</span><br/> <span class="ft1">Die Zustellung des angefochtenen Regierungsratsentscheids</span><br/> <span class="ft1">vom 1. Dezember 2004 an den Anwalt der Beschwerdeführer er-</span><br/> <span class="ft1">folgte gemäss dem postalischen Empfangsschein am 7. Januar 2005,</span><br/> <span class="ft1">d.h. während der bis zum 10. Januar 2005 dauernden Gerichtsferien</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">332</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">(§ 89 Abs. 1 lit. c ZPO). Zustellungen während der Gerichtsferien</span><br/> <span class="ft1">gelten als am ersten Tag nach deren Ablauf vollzogen (§ 90 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">Satz 2 ZPO), d.h. am 11. Januar 2005. Der erste für die Fristberech-</span><br/> <span class="ft1">nung zählende Tag ist nach Massgabe von § 81 ZPO der 12. Januar</span><br/> <span class="ft1">2005. Die zwanzigtägige Beschwerdefrist lief somit am 31. Januar</span><br/> <span class="ft1">2005 ab, d.h. die Aufgabe der Sendung mit der Beschwerdeschrift</span><br/> <span class="ft1">musste spätestens an diesem Tag bei der Post erfolgen (§ 82 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">ZPO). Das vom Anwalt der Beschwerdeführer aufgegebene Couvert</span><br/> <span class="ft1">mit der Beschwerde trägt demgegenüber den Poststempel vom</span><br/> <span class="ft1">2. Februar 2005. Die Beschwerdefrist wurde also nicht eingehalten,</span><br/> <span class="ft1">was auch unbestritten ist.</span><br/> <span class="ft1">b) Die Beschwerdeführer verlangen die Wiederherstellung der</span><br/> <span class="ft1">versäumten Frist.</span><br/> <span class="ft1">aa) Das Gesuch um Wiederherstellung ist selber fristgebunden;</span><br/> <span class="ft1">es ist "innert 10 Tagen nach dem Wegfall des Hindernisses zu</span><br/> <span class="ft1">stellen" (§ 98 Abs. 3 ZPO). Diese Umschreibung bezieht sich auf die</span><br/> <span class="ft1">klassischen Wiederherstellungsgründe der Krankheit, des Militär-</span><br/> <span class="ft1">dienstes oder der Landesabwesenheit (siehe hinten Erw. bb/aaa).</span><br/> <span class="ft1">Geht es dagegen wie im vorliegenden Fall um einen Kanzleifehler</span><br/> <span class="ft1">(siehe hinten Erw. bb/bbb), ist für den Fristbeginn darauf abzustellen,</span><br/> <span class="ft1">wann die Partei oder ihr Vertreter von der Fristversäumnis Kenntnis</span><br/> <span class="ft1">erhielt. Dies war hier der Zeitpunkt, da der Rechtsvertreter der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer das Schreiben des Kammerpräsidenten vom 7. Fe-</span><br/> <span class="ft1">bruar 2005 zugestellt erhielt, also (gemäss dem postalischen Emp-</span><br/> <span class="ft1">fangsschein) der 8. Februar 2005. Das Couvert mit dem Wieder-</span><br/> <span class="ft1">herstellungsbegehren wurde innert Frist am 10. Februar 2005 zur</span><br/> <span class="ft1">Post gegeben.</span><br/> <span class="ft1">bb) aaa) Die Wiederherstellung setzt voraus, dass "eine Partei</span><br/> <span class="ft1">oder ihr Vertreter ohne Verschulden verhindert war, eine Frist einzu-</span><br/> <span class="ft1">halten" (§ 98 Abs. 1 ZPO). Als Hinderungsgründe werden nach der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts etwa anerkannt: Ernstliche</span><br/> <span class="ft1">Erkrankung des Verfügungsadressaten, Unglücks- oder Todesfall in</span><br/> <span class="ft1">dessen Familie, Militärdienst und nicht voraussehbare Landesabwe-</span><br/> <span class="ft1">senheit, aber auch weitere in der Regel subjektive Gründe, welche</span><br/> <span class="ft1">die objektiv nicht unausweichliche Fristversäumnis als entschuldbar</span><br/> <span class="ft1">erscheinen lassen. Daraus folgt, dass nicht jede Verhinderung im</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">333</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Laufe der Einsprache- oder Beschwerdefrist eine Wiederherstellung</span><br/> <span class="ft1">zu rechtfertigen vermag. Es muss entscheidend darauf ankommen,</span><br/> <span class="ft1">wie sich der geltend gemachte Hinderungsgrund im konkreten Fall</span><br/> <span class="ft1">ausgewirkt hat. Dabei können im Einzelfall verschiedene Kriterien</span><br/> <span class="ft1">eine Rolle spielen, so etwa die Voraussehbarkeit des Hinderungs-</span><br/> <span class="ft1">grundes, die vor dem Eintritt oder nach Wegfall des Hinderungs-</span><br/> <span class="ft1">grundes verbleibende Zeitspanne zur Abfassung der Beschwerde,</span><br/> <span class="ft1">allenfalls die Komplexität des Falles wie auch der Umstand, ob der</span><br/> <span class="ft1">säumige Beschwerdeführer anwaltlich vertreten ist oder nicht oder</span><br/> <span class="ft1">ob ihm zuzumuten ist, sonst eine Drittperson mit der Vornahme der</span><br/> <span class="ft1">Prozesshandlung zu betrauen. Das Gesetz stellt die Wiederherstel-</span><br/> <span class="ft1">lung unter die Voraussetzung der Schuldlosigkeit (§ 98 Abs. 1 ZPO),</span><br/> <span class="ft1">verlangt also, dass der säumigen Partei kein Vorwurf gemacht</span><br/> <span class="ft1">werden kann; ein Verschulden ist nur zu verneinen, wenn die Säum-</span><br/> <span class="ft1">nis auch bei der vom Säumigen zu erwartenden Sorgfalt und unter</span><br/> <span class="ft1">den gegebenen Umständen nicht abgewendet werden konnte (siehe</span><br/> <span class="ft1">zum Ganzen: BGE 112 V 255 f. mit Hinweisen; AGVE 1992, S. 386</span><br/> <span class="ft1">f. mit Hinweisen; VGE III/68 vom 6. Juni 2001 [BE.2001.00058], S.</span><br/> <span class="ft1">4 f.; Kurt Eichenberger, Zivilrechtspflegegesetz des Kantons Aargau,</span><br/> <span class="ft1">Textausgabe mit Kommentar, Aarau 1987, § 98 N 2; Alfred Bühler /</span><br/> <span class="ft1">Andreas Edelmann / Albert Killer, Kommentar zur Aargauischen</span><br/> <span class="ft1">Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Aarau 1998, § 98 N 7 ff.).</span><br/> <span class="ft1">bbb) Im vorliegenden Fall geht es um einen speziellen Tatbe-</span><br/> <span class="ft1">stand, indem nach den Angaben des Rechtsvertreters der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer das Verschulden an der nicht fristgerechten Versendung der</span><br/> <span class="ft1">fraglichen Rechtsschrift bei seinem Kanzleipersonal liegt. Die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer machen nun geltend, die unterlassene Spedition einer</span><br/> <span class="ft1">fertiggestellten Rechtsschrift und deren Liegenlassen während zweier</span><br/> <span class="ft1">Tage bei nachgewiesener rechtzeitiger Spedition der Orientierungs-</span><br/> <span class="ft1">doppel in der Kanzlei stelle einen einmal vorgekommenen Fehler des</span><br/> <span class="ft1">Kanzleipersonals dar, der nicht dazu führen dürfe, dass die Partei</span><br/> <span class="ft1">einen unheilbaren Rechtsverlust erleide. An der Fristversäumnis</span><br/> <span class="ft1">trage der Rechtsvertreter kein Verschulden, weil dieser seiner Pflicht</span><br/> <span class="ft1">zu gehöriger Auswahl, Instruktion und Überwachung nachgekom-</span><br/> <span class="ft1">men sei.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">334</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 35 OG</span><br/> <span class="ft1">haben sich Partei und Anwalt Fehler einer Hilfsperson als eigenes</span><br/> <span class="ft1">Verschulden anrechnen zu lassen (BGE 114 Ib 69 ff. mit zahlreichen</span><br/> <span class="ft1">Hinweisen; Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O., § 98 N 12). Dabei lehnt</span><br/> <span class="ft1">das Bundesgericht auch eine analoge Anwendung von Art. 55 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">OR ab; danach haftet der Geschäftsherr für den Schaden, den seine</span><br/> <span class="ft1">Arbeitnehmer oder andere Hilfspersonen in Ausübung ihrer dienstli-</span><br/> <span class="ft1">chen oder geschäftlichen Verrichtungen verursacht haben, wenn er</span><br/> <span class="ft1">nicht nachweist, dass er alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt</span><br/> <span class="ft1">angewendet hat, um einen Schaden dieser Art zu verhüten, oder dass</span><br/> <span class="ft1">der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre.</span><br/> <span class="ft1">Begründet wird die Ablehnung damit, dass sich Art. 55 OR auf die</span><br/> <span class="ft1">Haftung für <i>unerlaubte Handlungen</i> beziehe, wogegen Art. 35 OG</span><br/> <span class="ft1">die unmittelbaren prozessualen Folgen der Fristversäumnis und nicht</span><br/> <span class="ft1">Haftungsfragen regle. Im Übrigen hafte der Vertreter gegenüber der</span><br/> <span class="ft1">Partei nicht aus unerlaubter Handlung sondern aus <i>Ver-</i></span><br/> <span class="ft4"><i>tragsverletzung</i>. In diesem Bereich bestehe, anders als bei der Haf-</span><br/> <span class="ft1">tung aus unerlaubter Handlung, keine Exkulpationsmöglichkeit.</span><br/> <span class="ft1">Art. 101 Abs. 1 OR statuiere vielmehr eine umfassende Haftung für</span><br/> <span class="ft1">das Verhalten von Hilfspersonen. Habe aber der Vertreter der Partei</span><br/> <span class="ft1">den Schaden zu ersetzen, den die Hilfsperson in Ausübung ihrer Ver-</span><br/> <span class="ft1">richtungen verursacht habe (Art. 101 Abs. 1 OR), ohne dass es darauf</span><br/> <span class="ft1">ankäme, ob er selber die nach den Umständen gebotene Sorgfalt an-</span><br/> <span class="ft1">gewendet habe (Art. 55 Abs. 1 OR), sei nicht ersichtlich, warum für</span><br/> <span class="ft1">die Frage der Fristwiederherstellung nach Art. 35 OG das Verhalten</span><br/> <span class="ft1">von Hilfspersonen nicht dem Vertreter bzw. der Partei zugerechnet</span><br/> <span class="ft1">werden sollte (BGE 114 Ib 73 f.). Das Obergericht vertrat unter dem</span><br/> <span class="ft1">Regime der Zivilprozessordnung vom 12. März 1900 und der Geset-</span><br/> <span class="ft1">zesnovelle vom 20. März 1941 eine weniger strenge Auffassung und</span><br/> <span class="ft1">rechnete eine schuldhaft vom Kanzleipersonal bewirkte Säumnis</span><br/> <span class="ft1">nicht dem Anwalt zu, sofern diesen weder in der Auswahl und</span><br/> <span class="ft1">Instruktion noch in der Überwachung seines Personals ein Ver-</span><br/> <span class="ft1">schulden traf (AGVE 1982, S. 89 f. mit Hinweisen; Büh-</span><br/> <span class="ft1">ler/Edelmann/Killer, a.a.O., § 98 N 12). Im Rahmen der ZPO-Revi-</span><br/> <span class="ft1">sion wurde diese Rechtsfrage ebenfalls thematisiert. Der regierungs-</span><br/> <span class="ft1">rätliche Entwurf vom 8. Dezember 1980 sah in § 97 Abs. 2 vor, dass</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">335</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">das Verschulden einer Hilfsperson der Partei oder einer solchen ihres</span><br/> <span class="ft1">Vertreters der Partei nicht zugerechnet werden solle, wenn gehörige</span><br/> <span class="ft1">Sorgfalt bei der Wahl und Instruktion der Hilfsperson nachgewiesen</span><br/> <span class="ft1">wird (Sitzung des Grossen Rates vom 18. Dezember 1984</span><br/> <span class="ft1">[Art. 1664], fortlaufendes Protokoll [im Folgenden: Protokoll GR],</span><br/> <span class="ft1">S. 2631 [Votum Knecht]; AGVE 1987, S. 420; Bühler/Edelmann/Kil-</span><br/> <span class="ft1">ler, a.a.O., § 98 N 12). In der zweiten Lesung wurde die Bestimmung</span><br/> <span class="ft1">dann aber mit 49 gegen 32 Stimmen gestrichen (Protokoll GR, S.</span><br/> <span class="ft1">2633). Ein Antrag, die Regelung auf die Hilfspersonen eines Anwalts</span><br/> <span class="ft1">zu beschränken, war in der grossrätlichen Spezialkommission "Jus-</span><br/> <span class="ft1">tizgesetze" ebenfalls verworfen worden (AGVE 1987, S. 420). In der</span><br/> <span class="ft1">Folge legte sich die Praxis im Sinne der erwähnten bundesgericht-</span><br/> <span class="ft1">lichen Rechtsprechung darauf fest, dass der Anwalt für das fehlerhaf-</span><br/> <span class="ft1">te Verhalten von Hilfspersonen ebenso einzustehen hat wie der nach</span><br/> <span class="ft1">einem andern Vertragstyp Verpflichtete (AGVE 1994, S. 80 f.; 1999,</span><br/> <span class="ft1">S. 458 ff.). Dies überzeugt nach wie vor. Die Meinung von Bühler, es</span><br/> <span class="ft1">liege kein qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers vor (Bühler/</span><br/> <span class="ft1">Edelmann/Killer, a.a.O., § 98 N 12), teilt das Verwaltungsgericht</span><br/> <span class="ft1">nicht. Wohl wurde in der Grossratssitzung vom 18. Dezember 1984</span><br/> <span class="ft1">vom Fraktionssprecher einer Partei ausgeführt, die Fraktion sei</span><br/> <span class="ft1">"mehrheitlich für Streichung unter Hinweis auf die bestehende</span><br/> <span class="ft1">Praxis, die weitergeführt werden soll" (Protokoll GR, S.</span> <span class="ft1">2632</span><br/> <span class="ft1">[Votum Kocher]), doch kann dieser Stellungnahme keinerlei legis-</span><br/> <span class="ft1">latorische Relevanz zugemessen werden, nachdem die Streichung</span><br/> <span class="ft1">ohne jeden Vorbehalt erfolgte. Der Grosse Rat hat sich mit der Frage</span><br/> <span class="ft1">befasst und ist - im Wissen darum, dass es um eine über den Ge-</span><br/> <span class="ft1">setzeswortlaut hinausgehende Praxis ging (AGVE 1994, S. 81; 1999,</span><br/> <span class="ft1">S. 461) -, zur Ansicht gelangt, es sei für die Hilfspersonen der An-</span><br/> <span class="ft1">wälte keine spezifische, der rechtsuchenden Partei entgegenkommen-</span><br/> <span class="ft1">de Regelung zu treffen. Die diskutierte Frage ist vom Gesetzgeber</span><br/> <span class="ft1">bewusst verneint worden, womit ein qualifiziertes Schweigen vor-</span><br/> <span class="ft1">liegt (BGE 125 V 11 f. mit zahlreichen Hinweisen; ferner Ulrich</span><br/> <span class="ft1">Häfelin / Georg Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage,</span><br/> <span class="ft1">Zürich 2002, Rz. 234; AGVE 1993, S. 376; VGE III/38 vom 18. Mai</span><br/> <span class="ft1">2004 [BE.2004.00019], S. 20). Dies gilt umso mehr, als die frühere</span><br/> <span class="ft1">kantonale Praxis mit der Regelung der Haftungsfragen im Obliga-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">336</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tionenrecht nicht korrespondierte (siehe BGE 114 Ib 69 ff.). Es ist</span><br/> <span class="ft1">zwar denkbar, im Bereich der Fristwiederherstellung eine andere</span><br/> <span class="ft1">Regelung zu treffen, doch gehört dies auf die Ebene des Gesetzes.</span><br/> <span class="ft1">3. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass das Wieder-</span><br/> <span class="ft1">herstellungsbegehren unbegründet und deshalb abzuweisen ist. Auf</span><br/> <span class="ft1">die Beschwerde vom 31. Januar 2005 darf wegen Fristversäumnis</span><br/> <span class="ft1">nicht eingetreten werden.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>