JAAC51.48 Bundesamt für Justiz, 21. April 1987 Haute école. Universités privées en Suisse. La possibilité d’en instituer est régie par le droit cantonal. Etendue de la protection conférée par le droit fédéral aux termes de haute école, académie, faculté et professeur. Hochschule. Privatuniversitäten in der Schweiz. Zulässigkeit der Errichtung nach Massgabe des kantonalen Rechts. Umfang des bundesrechtlichen Schutzes der Begriffe Hochschule, Akademie, Fakultät und Professor. Scuola universitaria. Università private in Svizzera. La possibilità di istituirne è retta dal diritto cantonale. Portata della protezione conferita dal diritto federale alle nozioni di scuola universitaria, accademia, facoltà e professore. InwieweitenthältdasBundesrechtBestimmungenüberdieFührungvon PrivatuniversitätenundüberdenGebrauchundSchutzhochschulrechtlicher Begriffe? 1. DieKompetenzendesBundesimBereichdesHochschulwesens sindbeschränkt. Art.27Abs. 1BVermächtigtihn,ausserder bestehendenpolytechnischenSchule,eineUniversitätundanderehöhere UnterrichtsanstaltenzuerrichtenodersolcheAnstaltenzuunterstützen. Art.27sexies BVermächtigtundbeauftragtdenBundmitderFörderungder wissenschaftlichenForschung. DiebestehendenKompetenzenhatderBund nurteilweiseausgenützt. SohateraufdieErrichtungeinerbundeseigenen 1Universitätverzichtet. DieFörderungskompetenzenhaterdurchden ErlassdesBGvom28.Juni1968überdieHochschulförderung(SR414.20) unddesBGvom7.Oktober1983überdieForschung(Forschungsgesetz [FG],SR420.1)genutzt. BeidiesenKompetenzendesBundeshandeltes sichumkeineausschliesslichen. DamitverbleibtnachdemSystemder KompetenzausscheidungderBundesverfassung(Art.3)dieZuständigkeit zurRegelungdesHochschulwesensbeidenKantonen. 2. DieFragederZulässigkeitderErrichtungvonPrivatschulenüberhaupt richtetsichnachkantonalemRecht. DieBundesverfassungselbstregelt diesesProblemnicht. DasBundesgerichthatdieUnterrichtsfreiheitals ungeschriebenesGrundrechtbisheutenichtanerkannt(vgl. BGE91I486 ). InverschiedenenKantonenistsiedagegeninderVerfassung(imfolgenden KV)verankert(soz.B.: Art.87Abs.1BEKV,SR131.212;Art.18FRKV,SR 131.219;Art.10GEKV,SR131.234). IneinigenKantonsverfassungenist dasRecht,Privatschulenzuführen,ausdrücklichgewährleistet(soz.B.: §3Abs.3LUKV,SR131.213;§4Abs.2ZGKV,SR131.218;Art.3Abs.4SG KV,SR131.225). AusdiesenverfassungsmässigenGarantienergibtsich einzig,dassdieentsprechendenKantonedasSchulwesennichtnurstaatlich geführtenSchulenvorbehaltendürfen. HingegenverbietendiesedemKanton nicht,dieErrichtungoderEröffnungeinerPrivatschuleeinerBewilligungs- oderMeldepflichtzuunterstellen(vgl. Plotke Herbert,Schweizerisches Schulrecht,Bern/Stuttgart1979,S.465). DiekantonaleGesetzgebungkann auchbestimmen,unterwelchenBedingungendieEröffnungvonsolchen Schulengestattetist. DieUnterrichtsfreiheitwirdnichtverletzt,wenndie Kantonemassvolle,imöffentlichenInteresseliegendeVorschriftenüber dieFührungvonPrivatschulenaufstellen. DasgleichegiltfürdieHandels- undGewerbefreiheit,istsiedochlediglichimRahmenderRechtsordnung gewährleistet. WelcheVorschriftenzulässigsind,kannhiernichtimDetail dargestelltwerden. OhneZweifelzulässigsindVorschriftenauspolizeilichen Gründen,sobeispielsweisezumSchutzdesPublikumsvorTäuschungenüber denWertunddieNützlichkeitderangebotenenAusbildungslehrgängeundder ausgestelltenAusweise(vgl. Plotke,a.a.O.,S.466). Allgemeinkannfestgehalten werden,dassstaatlicheRegelungendorteherzulässigsind,woderKanton Leistungenerbringt,indemerbeispielsweiseeineSchulesubventioniertoder derenAusweiseanerkennt. 3. DasBundesrechtdefiniertdieBegriffeUniversität,Hochschule,Akademie, Fakultät,Professorusw. nichtausdrücklich. WoesanDefinitionenfehlt,ist aufdenheutigenSprachgebrauchunddasallgemeineSprachverständnis abzustellen. DasBundesgerichthatsichmitdenAusdrückenHochschule, Akademie,FakultätundProfessorbereitsbefasst. In BGE97I123 führteesaus: «... die(…)Bezeichnung<Akademie>,dieimheutigenSprachgebrauch,(…) auchfüranderealsakademischeBerufsschulenundAusbildungsstätten verwendetwird. Andererseitsistabernichtzubestreiten,dassdas Hauptwort<Hochschule>,fürsichalleingenommen,heuteinderSchweiz dieVorstellungeinerstaatlichenoderdochvomStaategetragenenLehr- undForschungsanstalterweckt,unddasgleichemuss(…)auchfürdie Bezeichnung<Fakultät>gelten.»IneinerjüngerenDissertationwirddiese Meinungübernommen: «DassessichbeidenschweizerischenUniversitäten umstaatlicheEinrichtungen,diedemöffentlichenRechtunterstehen, handelt,istunzweifelhaft. DiesergibtsichschonausihrerBezeichnungals 2<Hochschule>oder<Universität>(…)» (Schnyder Matthias, DieUniversität Baselalsöffentlich-rechtlicheAnstalt,Diss. Basel,1985,S.77). BeimTitel «Professor»stelltedasBundesgerichtaufdenörtlichenSprachgebrauch ab. SostellteesinBGE50I165fest,«... dassmitdemNamenProfessorim zürcherischenSprachgebrauchnurdergegenwärtigeoderfrühereLehreran einerhöherenstaatlichenLehranstaltbezeichnetzuwerdenpflegt,demdieser TitelinVerbindungmitderÜbertragungdesbetreffendenAmtesdurchdie Wahlbehördeverliehenwordenist». 4. DasBundesrechtenthältauchkeinebesonderenBestimmungenzum SchutzdererwähntenBegriffe. HingegenkönnensichEinschränkungen fürdieVerwendungdieserAusdrückeausdemFirmenrecht,dem Handelsregisterrecht,demNamensrechtunddemRechtüberdenunlauteren Wettbewerbergeben[1]. Art.944Abs.1ORverlangt,dasseineFirmenbezeichnungderWahrheit entspricht,keineTäuschungenverursachenkannundkeinemöffentlichen Interessezuwiderläuft. DiegleichenAnforderungenwerdeninArt.38 Abs. 1derVvom7.Juni1937überdasHandelsregister(SR221.411)an dieEintragungeninsHandelsregistergestellt. DasBundesgerichthat(in BGE100Ib29 ff. =Praxis63Nr.166)dieFirma«Ecolepolytechniquepar correspondanceSA»alstäuschenderachtet,weilsiemitdeneidg. technischen Hochschulen,insbesonderemitderEcolePolytechniqueFédérale,Lausanne, verwechselbarsei. IndenErwägungenstellteesfest,«... quelechoix d’uneraisondecommercenedoitpasporteratteinteauxintérêtsidéaux d’unecorporationpublique»( BGE100Ib34 E.4). VonInteressesindin diesemZusammenhangfolgendeAusführungendesBundesgerichts: «Les écolespolytechniquesfédéralesbénéficientdecetteprotectionconférée auxcorporationspubliques. Indépendammentdel’existenced’unrisque deconfusion,l’intérêtpublicausensdel’art.944COcommandequedes institutionsprivéess’abstiennentd’utiliserdansleursraisonsdesdésignations denatureàporteratteinteaurenomdecesétablissementsd’enseignement officiels»(BGE100Ib34 E.4). In BGE111II86 prüftedasBundesgericht,obdie voneinerPrivatschulegewählteFirmenbezeichnung«ARTCENTERCOLLEGE OFDESIGN/EUROPA»denAnforderungenvonArt.944ORgenüge. DasNamensrechtistalsTeildesPersönlichkeitsrechtsinArt.29ZGBgeregelt. DasBundesgerichthatin BGE95II486 bestätigt,dassderNamensschutz nichtnurnatürlichenPersonen,sondernauchjuristischenPersonendes PrivatrechtsunddesöffentlichenRechtszukomme. Esbetrachtetden zivilrechtlichenNamensschutzalsErgänzungzumobligationenrechtlichen Firmenschutz. BezüglichdesUmfangsdesNamensschutzesundder KlagemöglichkeiteneinerinihrerPersönlichkeitverletztenPersonseiauf Schnyder Bernhard (DasSchweizerischeZivilgesetzbuch9.Aufl.,Zürich1975, S.87f.) verwiesen. SchliesslichsetztauchdasBGvom30.September1943überdenunlauteren Wettbewerb(UWG,SR241)denPrivatschulenSchrankenbeiihrerBenennung. NachArt. lAbs.1UWGistunlautererWettbewerb«jederMissbrauchdes wirtschaftlichenWettbewerbsdurchtäuschendeoderandereMittel,diegegen dieGrundsätzevonTreuundGlaubenverstossen». InArt.IAbs.2UWGwird exemplifikatorischaufgezählt,welchesVerhaltenTreuundGlaubenverletzt. DurchdieBenennungeinerSchulekanninsbesondereArt. 1Abs.2Bst.bUWG 3erfülltsein,wonachunteranderemgegenTreuundGlaubenverstösst,wer «übersich,dieeigenenWaren,Werke,LeistungenoderGeschäftsverhältnisse unrichtigeoderirreführendeAngabenmacht». WeiterkommtauchBst.dder gleichenBestimmunginFrage,welcherMassnahmenalsunlauterbezeichnet, «diebestimmtodergeeignetsind,VerwechslungenmitdenWaren,Werken, LeistungenoderdemGeschäftsbetriebeinesanderenherbeizuführen». Manmusssichbeispielsweisefragen,obnichteinePrivatschuleunlauteren Wettbewerbbegeht,wennsiesichalsUniversitätoderHochschulebezeichnet, obwohlsiebeiweitemnichtderenNiveauerreicht. DasBundesgerichthat beispielsweisein BGE102II286 dieFragedesunlauterenWettbewerbsbei einerPrivatschulebejaht,welchesichinderWerbungtatsachenwidrigals «grössteFernschulederSchweiz»bezeichnete. [1]Vgl. auchVPB51.47. 4Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 51.48 - Bundesamt für Justiz, 21. April 1987 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 1987 Année Anno Band 51 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 000 473 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.