<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00597</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223139&amp;W10_KEY=13045529&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00597</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.03.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>vorsorglicher Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vorsorglicher Führerausweisentzug infolge psychischer Beeinträchtigung; Gehörsverletzung. Angesichts des grossen Gefährdungspotenzials, welches dem Führen eines Motorfahrzeuges eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmenden erscheinen lassen und ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug. Angesichts der Dringlichkeit und des vorläufigen Charakters vorsorglicher Anordnungen ergeht der Entscheid mit einem reduzierten Prüfungsmassstab. Der strikte Beweis für die Fahreignung ausschliessende Umstände ist nicht erforderlich (E. 3.2). Die Beschwerdeführerin erhielt keine Einsicht in die Aktennotiz, welche den Inhalt der telefonischen Besprechung der Beschwerdeführerin mit dem juristischen Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin wiedergibt. Ebenso fehlte der Audienzbericht über eine persönliche Besprechung der Beschwerdeführerin mit dem juristischen Sachbearbeiter. Diese Gehörsverletzung wiegt umso schwerer, als die Vorinstanz ihren Entscheid auch auf diese beiden Besprechungsnotizen stützt. Nachdem die Beschwerdeführerin aber im Laufe des Rekursverfahrens vollständige Einsicht erhielt und sich im Rahmen der Replik dazu äussern konnte, ist diese Gehörsverletzung geheilt worden. Allerdings wird dies bei der Regelung der Nebenfolgen zu beachten sein (E. 4.1). Die Akten enthalten diverse Hinweise auf psychische Auffälligkeiten der Beschwerdeführerin (E. 4.3). Die bestehenden Zweifel an der Fahreignung sind auch ernstlich. Anders als für Fälle, in denen die Defizite aus Alkohol- oder sonstigem Substanzkonsum resultieren, kann die Beeinträchtigung vorliegend nicht durch eine Abstinenz oder andere Verhaltensweisen vermieden und so sichergestellt werden, dass sich diese nicht auf die Verkehrssicherheit auswirkt (E. 4.4) Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHREIGNUNG">FAHREIGNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERLETZUNG">GEHÃRSVERLETZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILUNG">HEILUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHISCHE STÃRUNG">PSYCHISCHE STÃRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHER FÃHRERAUSWEISENTZUG">VORSORGLICHER FÃHRERAUSWEISENTZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. 2 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 Abs. 2 lit. b SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 15d Abs. 1 SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60980" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00597</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. MÃ¤rz 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Peter Sprenger, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Jonas Alig.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug,</b></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben: </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung vom 27. April 2022 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich A vorsorglich den FÃ¼hrerausweis auf unbestimmte Zeit ab sofort bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden und ordnete eine FahreignungsabklÃ¤rung bei einer Ãrztin oder einem Arzt der Anerkennungsstufe 4 an. Einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog es die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A am 25. Mai 2022 Rekurs bei der Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich. Mit Entscheid vom 6. September 2022 wies die Sicherheitsdirektion den Rekurs ab und entzog einer allfÃ¤lligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 6. Oktober 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, den Rekursentscheid und die AusgangsverfÃ¼gung aufzuheben, ihr den FÃ¼hrerausweis zu belassen, von einer verkehrsmedizinischen Begutachtung abzusehen und die aufschiebende Wirkung des Rekurses wiederherzustellen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zulasten des Staates.</p> <p class="Urteilstext">Das Strassenverkehrsamt beantragte am 18. Oktober 2022, die Beschwerde sei abzuweisen. Die Sicherheitsdirektion verzichtete gleichentags auf eine Vernehmlassung. Mit Replik vom 26. Oktober 2022 hielt A an ihren AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Zwischentitel">Der Einzelrichter erwÃ¤gt:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr ergibt sich aus § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt durch den Einzelrichter (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 1 VRG), sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 2 VRG). Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass fÃ¼r eine solche Ãberweisung.</p> <p class="Urteilstext">Mit vorliegendem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> Am 26. Februar 2022 um 20.30 Uhr meldete sich die BeschwerdefÃ¼hrerin telefonisch bei der Einsatzzentrale wegen eines Einschleichdiebstahls. Die ausrÃ¼ckenden Polizeibeamten hielten in ihrem Rapport fest, sie hÃ¤tten festgestellt, dass es mit allergrÃ¶sster Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Einbruchdiebstahl gekommen sei, sondern dass bei der BeschwerdefÃ¼hrerin ein psychisches Problem vorliege. Auch habe ein Bekannter der BeschwerdefÃ¼hrerin geschildert, dass diese Anzeichen beginnender Demenz aufweise und ihr Fahrzeug viele Beulen aufweise, da sie beim Parkieren beinahe jedes Mal in die Wand fahre. </p> <p class="Urteilstext">In der Folge entzog das Strassenverkehrsamt der BeschwerdefÃ¼hrerin mit eingangs erwÃ¤hnter VerfÃ¼gung vom 27. April 2022 vorsorglich den FÃ¼hrerausweis auf unbestimmte Zeit ab sofort bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden und ordnete eine verkehrsmedizinische FahreignungsabklÃ¤rung an. Einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog es die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet, dass ihr Fahrzeug diverse BeschÃ¤digungen aufweise. Sie sei eine erfahrene und sehr gute Automobilistin mit bestem entsprechendem Leumund. Die Beschwerdegegnerin habe in Verletzung der Untersuchungsmaxime den Sachverhalt mangelhaft erhoben und die Beweise einseitig gewÃ¼rdigt. Es liege kein objektiv gravierendes gesundheitliches Problem vor, welches geeignet sei, ihre Fahreignung ernstlich in Frage zu stellen, und der vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzug sei nicht gerechtfertigt. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>MotorfahrzeugfÃ¼hrer mÃ¼ssen Ã¼ber Fahreignung und Fahrkompetenz verfÃ¼gen (Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG]). Ãber die erforderliche Fahreignung verfÃ¼gt unter anderem, wer die erforderliche kÃ¶rperliche und psychische LeistungsfÃ¤higkeit zum sicheren FÃ¼hren von Motorfahrzeugen hat (Art. 14 Abs. 2 lit. b SVG). <span>Insbesondere dÃ¼rfen keine psychischen </span>StÃ¶rungen mit bedeutsamen Auswirkungen auf die realitÃ¤tsgerechte Wahrnehmung, die Informationsverarbeitung und -bewertung, das ReaktionsvermÃ¶gen und die situationsgerechte Verhaltenssteuerung sowie keine BeeintrÃ¤chtigung von verkehrsrelevanten Leistungsreserven vorliegen (Anhang 1 Ziff. 4 der <span>Verordnung Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976</span> [VZV]). Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer Ã¤rztlichen Fahreignungsuntersuchung unterzogen (Art. 15d Abs. 1 SVG). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Nach Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG wird der FÃ¼hrerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn ihre kÃ¶rperliche und geistige LeistungsfÃ¤higkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug sicher zu fÃ¼hren</p> <p class="Urteilstext">Bestehen ernsthafte Zweifel an der Fahreignung einer Person, so kann ihr der FÃ¼hrerausweis vorsorglich entzogen werden (Art. 30 der Verordnung Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976 [VZV]). Angesichts des grossen GefÃ¤hrdungspotenzials, welches dem FÃ¼hren eines Motorfahrzeuges eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte, die den FahrzeugfÃ¼hrer als besonderes Risiko fÃ¼r die anderen Verkehrsteilnehmenden erscheinen lassen und ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug. Angesichts der Dringlichkeit und des vorlÃ¤ufigen Charakters vorsorglicher Anordnungen ergeht der Entscheid mit einem reduzierten PrÃ¼fungsmassstab. Der strikte Beweis fÃ¼r die Fahreignung ausschliessende UmstÃ¤nde ist nicht erforderlich. WÃ¤re dieser erbracht, mÃ¼sste nicht ein vorsorglicher Entzug, sondern unmittelbar der Sicherungsentzug selbst verfÃ¼gt werden. KÃ¶nnen die notwendigen AbklÃ¤rungen nicht rasch und abschliessend vorgenommen werden, soll der Ausweis schon vor dem Sachentscheid provisorisch entzogen werden kÃ¶nnen. In diesem Fall braucht eine umfassende Auseinandersetzung mit sÃ¤mtlichen Gesichtspunkten, die fÃ¼r oder gegen einen Sicherungsentzug sprechen, erst im anschliessenden Hauptverfahren zu erfolgen (BGr, 14. Februar 2011, 1C_423/2010, E. 3; BGE 125 II 492 E. 2b; VGr, 17. Juni 2014, VB.2014.00274, E. 4.2). Der vorsorgliche Entzug wÃ¤hrend eines Sicherungsentzugsverfahrens bildet sodann die Regel (BGE 127 II 122 E. 5; BGE 125 II 396 E. 3), von der nur bei Vorliegen besonderer UmstÃ¤nde abgewichen werden darf (BGr, 26. November 2001, 6A.106/2001, E. 3c/dd).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, sie habe sich zur Richtigkeit des Polizeirapports sowie der Aktennotiz vom 4. April 2022 und des Audienzberichts vom 9. Mai 2022 nicht Ã¤ussern kÃ¶nnen. Am 18. Mai 2022 ersuchte die Rechtsvertreterin der BeschwerdefÃ¼hrerin die Beschwerdegegnerin, ihr sÃ¤mtliche Verfahrensakten zur Einsicht zukommen zu lassen (9/11), worauf jene ihr mit Aktenbegleiter vom 20. Mai 2022 die Kopien der Administrativmassnahmeakten 1â4 zukommen liess und ihr am 23. Mai 2022 per E-Mail den Bericht der Kantonspolizei und die VerfÃ¼gung sandte. Dementsprechend erhielt die BeschwerdefÃ¼hrerin keine Einsicht in die Aktennotiz vom 4. April 2022, welche den Inhalt der telefonischen Besprechung der BeschwerdefÃ¼hrerin mit dem juristischen Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin wiedergibt. Ebenso fehlte der Audienzbericht vom 9. Mai 2022 Ã¼ber eine persÃ¶nliche Besprechung der BeschwerdefÃ¼hrerin mit dem juristischen Sachbearbeiter. Diese GehÃ¶rsverletzung wiegt umso schwerer, als die Vorinstanz ihren Entscheid auch auf diese beiden Besprechungsnotizen stÃ¼tzt. Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin aber im Laufe des Rekursverfahrens vollstÃ¤ndige Einsicht erhielt und sich im Rahmen der Replik dazu Ã¤ussern konnte, ist diese GehÃ¶rsverletzung geheilt worden. Allerdings wird dies bei der Regelung der Nebenfolgen zu beachten sein. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht weiter geltend, auf die Angaben im Polizeirapport, wonach das Fahrzeug der BeschwerdefÃ¼hrerin diverse BeschÃ¤digungen aufweise, kÃ¶nne nicht abgestellt werden, da diese lediglich auf den Angaben ihres ehemaligen Mitbewohners beruhten. Es gibt keinen Anlass, anzunehmen, die Aussage des Mitbewohners sei gegenÃ¼ber den Polizeibeamten unzutreffend rapportiert worden. Ebenso ist nicht ersichtlich, weshalb der ehemalige Mitbewohner die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¤lschlicherweise belasten sollte. Ob das Fahrzeug tatsÃ¤chlich mehrere BeschÃ¤digungen aufwies oder nicht, ist angesichts der gesamten UmstÃ¤nde vorliegend aber nicht entscheidend. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Akten enthalten diverse Hinweise auf psychische AuffÃ¤lligkeiten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Zwar kann ihre Schilderung, ihr Mitbewohner habe sich mittels Astralreise Zutritt in ihr verschlossenes Haus verschafft, die TÃ¼re von innen geÃ¶ffnet und kÃ¶rperlich das Haus betreten und anschliessend mittels Magie den verschlossenen Tresor geÃ¶ffnet und eine Pistole daraus entwendet, als Ausdruck ihrer esoterischen Ãberzeugungen gedeutet werden und so noch keine direkten SchlÃ¼sse auf ihre Fahreignung zulassen. Dagegen weisen aber ihre Ãusserungen und ihr Verhalten gegenÃ¼ber dem Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin auf effektive SinnestÃ¤uschungen und eine BeeintrÃ¤chtigung der Informationsverarbeitung hin. So spielte sie dem Sachbearbeiter Videosequenzen von ihrem Mobiltelefon ab, auf denen gemÃ¤ss ihrer Angabe etwas zu sehen sein soll. Dieser konnte aber nichts darauf erkennen. Dieses Verhalten legt nahe, dass bei der BeschwerdefÃ¼hrerin eine psychische BeeintrÃ¤chtigung vorliegt, die sich erheblich auf die realitÃ¤tsgerechte visuelle und sonstige Wahrnehmung ihrer Umgebung und die sachgerechte Verarbeitung von Informationen auswirkt. Dies begrÃ¼ndet klarerweise Zweifel an der Fahreignung der BeschwerdefÃ¼hrerin und die Anordnung einer entsprechenden AbklÃ¤rung erweist sich als rechtmÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Die bestehenden Zweifel an der Fahreignung sind auch ernstlich. Anders als fÃ¼r FÃ¤lle, in denen die Defizite aus Alkohol- oder sonstigen Substanzkonsum resultieren, kann die BeeintrÃ¤chtigung vorliegend nicht durch eine Abstinenz oder andere Verhaltensweisen vermieden werden und so sichergestellt werden, dass sich diese nicht auf die Verkehrssicherheit auswirkt. Es muss deshalb beim jetzigen Wissenstand davon ausgegangen werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin als Fahrzeuglenkerin ein Risiko fÃ¼r andere Verkehrsteilnehmende darstellt. Es sind auch keine besonderen UmstÃ¤nde ersichtlich, die diese Massnahme als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen liessen. Damit ist es zulÃ¤ssig, den FÃ¼hrerausweis bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden vorsorglich zu entziehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtmÃ¤ssig und die Beschwerde ist abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Vorinstanz hat die GehÃ¶rsverletzung wegen unvollstÃ¤ndiger Akteneinsicht zu Recht bei der Kostenauflage berÃ¼cksichtigt und die Kosten des Rekursverfahrens der BeschwerdefÃ¼hrerin nur zur HÃ¤lfte auferlegt. In Anwendung des Verursacherprinzips wÃ¤re diese GehÃ¶rsverletzung aber auch bei der EntschÃ¤digungsfrage zu berÃ¼cksichtigen gewesen. Der BeschwerdefÃ¼hrerin ist entsprechend fÃ¼r das Rekursverfahren eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zuzusprechen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Im vorliegenden Verfahren obsiegt die BeschwerdefÃ¼hrerin lediglich hinsichtlich der ihr vor Vorinstanz zu Unrecht verweigerten reduzierten ParteientschÃ¤digung. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten zu 4/5 der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu 1/5 der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist der BeschwerdefÃ¼hrerin mangels Obsiegens nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid stellt einen Zwischenentscheid dar. Dieser kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) selbstÃ¤ndig beim Bundesgericht angefochten werden (vgl. dazu BGr, 20. Juni 2012, 1C_522/2011, E. 1.2). Hinzuweisen ist sodann auf Art. 98 BGG, wonach mit der Beschwerde gegen Entscheide Ã¼ber vorsorgliche Massnahmen nur die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte gerÃ¼gt werden kann, <span>und auf Art. 46 Abs. 2 BGG, wonach bei Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen die Fristen wÃ¤hrend der Gerichtsferien nicht stillstehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziffer III des Rekursentscheids der Sicherheitsdirektion vom 6. September 2022 wird der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinne der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien, an die Beschwerdegegnerin unter Beilage des Doppels von â¦;<br/> b) die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, Rekursabteilung;<br/> c) das Bundesamt fÃ¼r Strassen, Sekretariat Administrativmassnahmen, 3003 Bern.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>