Vertrag vom 14. Mai 2012 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo über die Überstellung verurteilter Personen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2014/231/20140511/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2014/231/20140511"/><FRBRdate date="2014-05-11" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2014-05-11" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2012-05-14" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.344.475"/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione del 14 maggio 2012 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica del Kosovo sul trasferimento dei condannati" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Vertrag vom 14. Mai 2012 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo über die Überstellung verurteilter Personen" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Traité du 14 mai 2012 entre la Confédération suisse et la République du Kosovo sur le transfèrement des personnes condamnées" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2014/231/20140511/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2014/231/20140511/de"/><FRBRdate date="2014-05-11" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2014-05-11" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2012-05-14" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2014/231/20140511/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2014/231/20140511/de/xml"/><FRBRdate date="2014-05-11" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2014-05-11" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2012-05-14" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.344.475 </docNumber></p><p> AS <b>2014 </b>1007;  BBl <b>2013 </b>159</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Originaltext</p><p><docTitle>Vertrag<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und <br/>der Republik Kosovo über die Überstellung <br/>verurteilter Personen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 14. Mai 2012</p><p>Von der Bundesversammlung genehmigt am 13. Dezember 2013<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2014/230" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>2014</b> 1005</ref></p></authorialNote></p><p>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 11. Mai 2014</p><p> (Stand am 11. Mai 2014)</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft<br/>und<br/>die Republik Kosovo,</p><p>nachfolgend: die «Vertragsparteien»,</p><p>in dem Wunsch, die internationale Zusammenarbeit in strafrechtlichen Angelegenheiten weiterzuentwickeln;</p><p>in der Erwägung, dass diese Zusammenarbeit den Interessen der Rechtspflege dienen und die soziale Wiedereingliederung verurteilter Personen fördern sollte;</p><p>in dem Wunsch, diese Ziele unter Berücksichtigung der Verpflichtungen beider Staaten hinsichtlich der Förderung und des Schutzes der Menschenrechte zu verwirklichen;</p><p>in der Erwägung, dass diese Ziele am besten erreicht werden können, indem ausländischen Staatsangehörigen, denen die Freiheit wegen der Begehung einer Straftat entzogen ist, die Gelegenheit gegeben wird, die gegen sie verhängte Sanktion in ihrer Heimat zu verbüssen;</p><p>in der Erwägung, dass dies am besten dadurch verwirklicht werden kann, dass sie in ihre eigenen Länder überstellt werden;</p><p>sind wie folgt übereingekommen:</p></preamble><body><part eId="part_1"><num>1. Teil: </num><heading>Allgemeine Bestimmungen</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Begriffsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_1/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para/listintro">Im Sinne dieses Vertrags bezeichnet der Ausdruck:</listIntroduction><item eId="art_1/para/lbl_a"><num>a) </num><p>«Sanktion»: jede freiheitsentziehende Strafe oder Massnahme, die von einem Gericht wegen einer Straftat für eine bestimmte Zeit oder auf unbestimmte Zeit verhängt worden ist;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_b"><num>b) </num><p>«Urteil»: eine Entscheidung eines Gerichts, durch die eine Sanktion verhängt wird;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_c"><num>c) </num><p>«Staat»: die Republik Kosovo oder die Schweizerische Eidgenossenschaft;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_d"><num>d) </num><p>«Urteilsstaat»: den Staat, in dem die Sanktion gegen die Person, die überstellt werden kann oder überstellt worden ist, verhängt worden ist;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_e"><num>e) </num><p>«Vollstreckungsstaat»: den Staat, in den die verurteilte Person zum Vollzug der gegen sie verhängten Sanktion überstellt werden kann oder überstellt worden ist.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Allgemeine Grundsätze</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>1</num><content><p> Die Vertragsparteien verpflichten sich, nach diesem Vertrag bei der Überstellung verurteilter Personen weitestgehend zusammenzuarbeiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>2</num><content><p> Eine im Hoheitsgebiet einer Vertragspartei verurteilte Person kann nach diesem Vertrag zum Vollzug der gegen sie verhängten Sanktion in das Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei überstellt werden. Zu diesem Zweck kann sie dem Urteils- oder dem Vollstreckungsstaat gegenüber den Wunsch äussern, nach diesem Vertrag überstellt zu werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_3"><num>3</num><content><p> Das Ersuchen um Überstellung kann entweder vom Urteils- oder vom Vollstreckungsstaat gestellt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Voraussetzungen für die Überstellung</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/listintro"> Eine verurteilte Person kann nach diesem Vertrag nur unter den folgenden Voraussetzungen überstellt werden:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>Sie ist Staatsangehörige des Vollstreckungsstaats.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>Das Urteil ist rechtskräftig.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>Zum Zeitpunkt des Eingangs des Ersuchens um Überstellung sind noch mindestens sechs Monate der gegen die verurteilte Person verhängten Sanktion zu vollziehen oder die Sanktion ist von unbestimmter Dauer.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>Die verurteilte Person oder, sofern einer der beiden Staaten es in Anbetracht des Alters oder des körperlichen oder geistigen Zustands für erforderlich erachtet, der gesetzliche Vertreter oder die gesetzliche Vertreterin stimmt der Überstellung zu.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>Die Handlungen oder Unterlassungen, derentwegen die Sanktion verhängt worden ist, stellen nach dem Recht des Vollstreckungsstaats eine Straftat dar oder würden eine solche darstellen, wenn sie in dessen Hoheitsgebiet begangen worden wären.</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>Der Urteils- und der Vollstreckungsstaat haben sich auf die Überstellung geeinigt.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>2</num><content><p> In Ausnahmefällen können sich die Vertragsparteien auch dann auf eine Überstellung einigen, wenn die Dauer der an der verurteilten Person noch zu vollziehenden Sanktion kürzer ist als die in Absatz 1 Buchstabe c vorgesehene.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>3</num><content><p> Die Zustimmung der verurteilten Person nach Absatz 1 Buchstabe d ist nicht erforderlich, wenn die in den Artikeln 23 und 24 dieses Vertrags festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Unberührtheitsklausel</heading><paragraph eId="art_4/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para/listintro">Dieser Vertrag lässt die Rechte, Pflichten und Zuständigkeiten der Vertragsparteien unberührt, die sich direkt oder indirekt aus dem Völkerrecht oder internationalen Übereinkommen ergeben, insbesondere aus:</listIntroduction><item eId="art_4/para/bull_u1"><num>– </num><p>dem Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/750_750_750" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.103.2</b></ref></p></authorialNote> über bürgerliche und politische Rechte;</p></item><item eId="art_4/para/bull_u2"><num>– </num><p>der Konvention vom 4. November 1950<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2151_2151_2151" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.101</b></ref></p></authorialNote> zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten;</p></item><item eId="art_4/para/bull_u3"><num>– </num><p>dem Übereinkommen vom 10. Dezember 1984<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1987/1307_1307_1307" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.105</b></ref></p></authorialNote> gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Informationspflicht</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1</num><content><p> Jede verurteilte Person, auf die dieser Vertrag Anwendung finden kann, wird durch den Urteilsstaat vom wesentlichen Inhalt dieses Vertrags unterrichtet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2</num><content><p> Hat die verurteilte Person dem Urteilsstaat gegenüber den Wunsch geäussert, nach diesem Vertrag überstellt zu werden, so teilt der Urteilsstaat dies dem Vollstreckungsstaat nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils so bald wie möglich mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_3"><num>3</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_3/listintro"> Die Mitteilung enthält:</listIntroduction><item eId="art_5/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>den Namen, das Geburtsdatum und den Geburtsort der verurteilten Person;</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>gegebenenfalls die Anschrift der verurteilten Person im Hoheitsgebiet des Vollstreckungsstaats;</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>eine Darstellung des Sachverhalts, welcher der Sanktion zugrunde liegt; und</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_d"><num>d) </num><p>die Art und Dauer der Sanktion sowie den Beginn des Vollzugs.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_4"><num>4</num><content><p> Hat die verurteilte Person dem Vollstreckungsstaat gegenüber den Wunsch geäussert, überstellt zu werden, so übermittelt der Urteilsstaat dem Vollstreckungsstaat auf dessen Ersuchen die in Absatz 3 bezeichnete Mitteilung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_5"><num>5</num><content><p> Die verurteilte Person wird schriftlich von dem durch den Urteils- oder den Vollstreckungsstaat aufgrund der vorstehenden Absätze Veranlassten sowie von jeder Entscheidung, die einer der beiden Staaten aufgrund eines Ersuchens um Überstellung getroffen hat, unterrichtet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Zentralbehörde</heading><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Zentralbehörde im Sinne dieses Vertrags ist für die Schweizerische Eidgenossenschaft das Bundesamt für Justiz des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und für die Republik Kosovo das Justizministerium.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Ersuchen und Antworten</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1</num><content><p> Die Ersuchen um Überstellung und die Antworten bedürfen der Schriftform.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2</num><content><p> Die Ersuchen werden von der Zentralbehörde des ersuchenden Staates an die Zentralbehörde des ersuchten Staates gerichtet. Die Antworten werden auf demselben Weg übermittelt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_3"><num>3</num><content><p> Der ersuchte Staat unterrichtet den ersuchenden Staat umgehend von seiner Entscheidung, ob er dem Ersuchen um Überstellung stattgibt oder ob er es ablehnt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Unterlagen</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_8/para_1/listintro"> Auf Ersuchen stellt der Vollstreckungsstaat dem Urteilsstaat folgende Unterlagen zur Verfügung:</listIntroduction><item eId="art_8/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>ein Schriftstück oder eine Erklärung, woraus hervorgeht, dass die verurteilte Person Staatsangehörige des Vollstreckungsstaats ist;</p></item><item eId="art_8/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>eine Abschrift der Rechtsvorschriften des Vollstreckungsstaats, aus denen hervorgeht, dass die Handlungen oder Unterlassungen, derentwegen die Sanktion im Urteilsstaat verhängt worden ist, nach dem Recht des Vollstreckungsstaats eine Straftat darstellen oder eine solche darstellen würden, wenn sie in dessen Hoheitsgebiet begangen worden wären.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_8/para_2/listintro"> Wird um Überstellung ersucht, so stellt der Urteilsstaat dem Vollstreckungsstaat folgende Unterlagen zur Verfügung, sofern nicht einer der beiden Staaten bereits bekannt gegeben hat, dass er der Überstellung nicht stattgeben wird:</listIntroduction><item eId="art_8/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>das Original oder eine beglaubigte Abschrift des Urteils und der angewendeten Rechtsvorschriften;</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>eine Erklärung, aus der hervorgeht, welcher Teil der Sanktion bereits vollzogen wurde, einschliesslich einer Mitteilung über Untersuchungshaft, Strafermässigung und alle weiteren für den Vollzug der Sanktion wesentlichen Umstände;</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>eine Erklärung, welche die in Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe d bezeichnete Zustimmung zur Überstellung enthält; und</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>gegebenenfalls Berichte von Ärzten und Ärztinnen oder von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen über die verurteilte Person, Mitteilungen über ihre Behandlung im Urteilsstaat und Empfehlungen für ihre weitere Behandlung im Vollstreckungsstaat.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_3"><num>3</num><content><p> Jeder der beiden Staaten kann die in den Absätzen 1 und 2 bezeichneten Unterlagen oder Erklärungen anfordern, bevor er um Überstellung ersucht oder bevor er darüber entscheidet, ob er dem Ersuchen um Überstellung stattgibt oder ob er es ablehnt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Zustimmung und Nachprüfung</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1</num><content><p> Der Urteilsstaat gewährleistet, dass diejenige Person, die nach Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe d der Überstellung zuzustimmen hat, ihre Zustimmung freiwillig und im vollen Wissen um die rechtlichen Folgen gibt. Das Verfahren für diese Zustimmung richtet sich nach dem Recht des Urteilsstaats.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2</num><content><p> Der Urteilsstaat gibt dem Vollstreckungsstaat Gelegenheit, durch einen Konsul oder eine Konsulin oder aber einen anderen Beamten oder eine andere Beamtin, der oder die im Einvernehmen mit dem Vollstreckungsstaat bezeichnet wurde, überprüfen zu lassen, ob die Zustimmung in Übereinstimmung mit den Bedingungen nach Absatz 1 gegeben worden ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Widerruf der Zustimmung</heading><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Die Zustimmung der verurteilten Person ist unwiderruflich, sobald sich die beiden Vertragsparteien auf die Überstellung geeinigt haben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Wirkungen der Überstellung für den Urteilsstaat</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1</num><content><p> Durch die Übernahme der verurteilten Person durch die Behörden des Vollstreckungsstaats wird der Vollzug der Sanktion im Urteilsstaat ausgesetzt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2</num><content><p> Entzieht sich die verurteilte Person nach der Überstellung dem Vollzug, so erlangt der Urteilsstaat wieder das Recht, den Teil der Strafe zu vollziehen, den die Person im Vollstreckungsstaat noch hätte verbüssen müssen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_3"><num>3</num><content><p> Der Urteilsstaat darf die Sanktion nicht weiter vollziehen, wenn der Vollstreckungsstaat den Vollzug der Sanktion für abgeschlossen erachtet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Wirkungen der Überstellung für den Vollstreckungsstaat</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_12/para_1/listintro"> Die zuständigen Behörden des Vollstreckungsstaats:</listIntroduction><item eId="art_12/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>setzen in der Schweizerischen Eidgenossenschaft den Vollzug der Sanktion unter den Bedingungen nach Artikel 13 Absatz 1 unmittelbar oder aufgrund einer Gerichts- oder Verwaltungsentscheidung fort; oder</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wandeln in der Republik Kosovo die Entscheidung, durch welche die Sanktion verhängt wurde, unter den Bedingungen nach Artikel 13 Absatz 2 in einem Gerichts- oder Verwaltungsverfahren in eine Entscheidung dieses Staates um, wobei sie die in der Schweizerischen Eidgenossenschaft verhängte Sanktion durch eine nach dem Recht der Republik Kosovo für dieselbe Straftat vorgesehene Sanktion ersetzen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2</num><content><p> Der Vollzug der Sanktion richtet sich nach dem Recht des Vollstreckungsstaats; dieser ist allein zuständig, alle erforderlichen Entscheidungen zu treffen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Fortsetzung des Vollzugs und Umwandlung der Sanktion</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1</num><content><p> Im Falle einer Fortsetzung des Vollzugs nach Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe a ist die Schweizerische Eidgenossenschaft an die rechtliche Art und die Dauer der Sanktion, wie sie von der Republik Kosovo festgelegt worden sind, gebunden. Ist die Art und Dauer dieser Sanktion jedoch mit dem Recht der Schweizerischen Eidgenossenschaft nicht vereinbar oder schreibt deren Recht dies vor, so kann die Schweizerische Eidgenossenschaft die Sanktion durch eine Gerichts- oder Verwaltungsentscheidung an die nach ihrem eigenen Recht für eine Straftat derselben Art vorgesehene Strafe oder Massnahme anpassen. Diese Strafe oder Massnahme muss ihrer Art nach soweit wie möglich der Sanktion entsprechen, die durch die zu vollstreckende Entscheidung verhängt worden ist. Sie darf nach Art oder Dauer die in der Republik Kosovo verhängte Sanktion nicht verschärfen und das nach dem Recht der Schweizerischen Eidgenossenschaft vorgesehene Höchstmass nicht überschreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_2/listintro"> Im Fall einer Umwandlung der Sanktion nach Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b ist das nach dem Recht der Republik Kosovo vorgesehene Verfahren anzuwenden. Bei der Umwandlung:</listIntroduction><item eId="art_13/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>ist die zuständige Behörde an die tatsächlichen Feststellungen gebunden, soweit sie sich ausdrücklich oder stillschweigend aus dem in der Schweizerischen Eidgenossenschaft ergangenen Urteil ergeben;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>darf die zuständige Behörde eine freiheitsentziehende Sanktion nicht in eine Geldstrafe oder Geldbusse umwandeln;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>hat die zuständige Behörde die Gesamtzeit des an der verurteilten Person bereits vollzogenen Freiheitsentzugs anzurechnen;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>darf die zuständige Behörde die strafrechtliche Lage der verurteilten Person nicht erschweren und ist sie an ein Mindestmass, das nach dem Recht der Republik Kosovo für die begangene Straftat oder die begangenen Straftaten gegebenenfalls vorgesehen ist, nicht gebunden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_3"><num>3</num><content><p> Vor der Überstellung übermittelt der Vollstreckungsstaat dem Urteilsstaat die Entscheidung mit Angabe der Strafe.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Folgen der Überstellung</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>1</num><content><p> Eine Person, die nach den Bestimmungen dieses Vertrags überstellt wird, kann im Vollstreckungsstaat wegen der Tat, derentwegen im Urteilsstaat die Sanktion verhängt worden ist, nicht erneut ins Recht gefasst oder verurteilt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>2</num><content><p> Die überstellte Person kann jedoch im Vollstreckungsstaat in Haft gehalten, ins Recht gefasst und verurteilt werden für eine Tat, die nicht zur Verhängung der Sanktion im Urteilsstaat geführt hat, sofern diese Tat nach dem Recht des Vollstreckungsstaates strafrechtlich verfolgt wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Amnestie, Abänderung der Sanktion oder Begnadigung</heading><paragraph eId="art_15/para"><content><p>Jeder Staat kann im Einklang mit seinen Gesetzen eine Amnestie oder eine gnadenweise Abänderung der Sanktion gewähren, falls diese Gesetze von allgemeiner Anwendbarkeit sind. Mit Zustimmung des Urteilsstaats kann der Vollstreckungsstaat im Einklang mit seinen Gesetzen eine Begnadigung gewähren.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Wiederaufnahme</heading><paragraph eId="art_16/para"><content><p>Der Urteilsstaat allein hat das Recht, über einen gegen das Urteil gerichteten Wiederaufnahmeantrag zu entscheiden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Beendigung des Vollzugs</heading><paragraph eId="art_17/para"><content><p>Der Vollstreckungsstaat beendet den Vollzug der Sanktion, sobald ihn der Urteilsstaat von einer Entscheidung oder Massnahme in Kenntnis gesetzt hat, aufgrund deren ihre Vollstreckbarkeit erlischt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Unterrichtung über den Vollzug</heading><paragraph eId="art_18/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_18/para/listintro">Der Vollstreckungsstaat unterrichtet den Urteilsstaat über den Vollzug der Sanktion:</listIntroduction><item eId="art_18/para/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn er den Vollzug dieser Sanktion für abgeschlossen erachtet;</p></item><item eId="art_18/para/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die verurteilte Person vor Abschluss des Vollzugs dieser Sanktion aus der Haft flieht; oder</p></item><item eId="art_18/para/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn der Urteilsstaat um einen besonderen Bericht ersucht.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Eskorte und Kosten</heading><paragraph eId="art_19/para_1"><num>1</num><content><p> Der Urteilsstaat stellt die Eskorte für die Überstellung und trägt alle Kosten im Zusammenhang mit der Überstellung, ausser wenn die Zentralbehörden etwas anderes vereinbaren.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_2"><num>2</num><content><p> Der Vollstreckungsstaat übernimmt die verurteilte Person spätestens 30 Tage nach der Einigung der Vertragsparteien über die Überstellung. Falls notwendig kann diese Frist auf Ersuchen verlängert werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><heading>Durchlieferung</heading><paragraph eId="art_20/para_1"><num>1</num><content><p> Überstellt eine der beiden Vertragsparteien eine verurteilte Person aus einem Drittstaat, so wirkt die andere Vertragspartei mit, um die Durchlieferung durch ihr Hoheitsgebiet zu erleichtern. Die Vertragspartei, die eine solche Durchlieferung vorzunehmen beabsichtigt, teilt dies der anderen Vertragspartei vorgängig mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_20/para_2/listintro"> Jede Vertragspartei kann die Durchlieferung verweigern:</listIntroduction><item eId="art_20/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn es sich bei der verurteilten Person um eine ihrer Staatsangehörigen handelt; oder</p></item><item eId="art_20/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die Tat, derentwegen die Sanktion verhängt worden ist, nach ihrem Recht keine Straftat darstellt.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Sprache</heading><paragraph eId="art_21/para_1"><num>1</num><content><p> Den nach diesem Vertrag übermittelten Schriftstücken ist eine Übersetzung in die Sprache des Staates, an die sie gerichtet sind, beizulegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_21/para_2/listintro"> Die Sprache wird in jedem einzelnen Fall von der Zentralbehörde angegeben:</listIntroduction><item eId="art_21/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>für die Republik Kosovo: Albanisch oder Serbisch;</p></item><item eId="art_21/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>für die Schweizerische Eidgenossenschaft: Deutsch, Französisch oder Italienisch.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Befreiung von jeder Beglaubigung und anderen Formerfordernissen</heading><paragraph eId="art_22/para"><content><p>Abgesehen von den in Artikel 8 Absatz 2 Buchstabe a vorgesehenen Ausnahmen bedürfen Schriftstücke, die nach diesem Vertrag übermittelt werden, keiner Beglaubigung oder anderer Formerfordernisse.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_2"><num>2. Teil:</num><heading>Besondere Bestimmungen zur Überstellung und zur Übernahme des Strafvollzugs ohne Zustimmung der verurteilten Person</heading><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><heading>Personen, die aus dem Urteilsstaat geflohen sind</heading><paragraph eId="art_23/para_1"><num>1</num><content><p> Versucht ein Staatsangehöriger oder eine Staatsangehörige einer Vertragspartei, gegen den oder die im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei als Bestandteil eines rechtskräftigen Urteils eine Sanktion verhängt wurde, sich der Vollstreckung oder weiteren Vollstreckung der Sanktion im Urteilsstaat zu entziehen, indem er oder sie vor Verbüssung der Sanktion in das Hoheitsgebiet der ersteren Vertragspartei flieht, so kann der Urteilsstaat die andere Vertragspartei ersuchen, die Vollstreckung der Sanktion zu übernehmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_2"><num>2</num><content><p> Auf Ersuchen des Urteilsstaats kann der Vollstreckungsstaat gemäss seinem innerstaatlichen Recht vor Eingang der Unterlagen zum Ersuchen oder vor der Entscheidung über das Ersuchen die verurteilte Person festnehmen oder auf andere Weise sicherstellen, dass sie in seinem Hoheitsgebiet bleibt, bis eine Entscheidung über das Ersuchen ergangen ist. Ersuchen um vorläufige Massnahmen müssen die in Artikel 5 Absatz 3 dieses Vertrags genannten Angaben enthalten. Die strafrechtliche Lage der verurteilten Person darf infolge eines aufgrund dieses Absatzes in Haft verbrachten Zeitraums nicht erschwert werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_3"><num>3</num><content><p> Die Zustimmung der verurteilten Person ist für die Übertragung der Vollstreckung der Sanktion nicht erforderlich.</p></content></paragraph></article><article eId="art_24"><num><b>Art. 24</b></num><heading>Verurteilte Personen, die der Ausweisung oder Abschiebung <br/>unterliegen</heading><paragraph eId="art_24/para_1"><num>1</num><content><p> Auf Ersuchen des Urteilsstaats kann der Vollstreckungsstaat vorbehaltlich der Bestimmungen dieses Artikels in die Überstellung einer verurteilten Person ohne deren Zustimmung einwilligen, wenn die gegen diese Person verhängte Sanktion oder eine infolge dieser Sanktion getroffene Verwaltungsentscheidung eine Ausweisungs- oder Abschiebungsanordnung oder eine andere Massnahme enthält, aufgrund deren es dieser Person nicht gestattet sein wird, nach der Entlassung aus der Haft im Hoheitsgebiet des Urteilsstaats zu bleiben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_2"><num>2</num><content><p> Der Vollstreckungsstaat erteilt seine Einwilligung im Sinne des Absatzes 1 nicht ohne die Meinung der verurteilten Person zu berücksichtigen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_3"><num>3</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_24/para_3/listintro"> Zur Anwendung dieses Artikels stellt der Urteilsstaat dem Vollstreckungsstaat Folgendes zur Verfügung:</listIntroduction><item eId="art_24/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>eine Erklärung, aus der die Meinung der verurteilten Person zu ihrer vorgesehenen Überstellung hervorgeht; und</p></item><item eId="art_24/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>eine Abschrift der Ausweisungs- oder Abschiebungsanordnung oder einer sonstigen Anordnung, die bewirkt, dass die verurteilte Person nach der Entlassung aus der Haft nicht mehr im Hoheitsgebiet des Urteilsstaats bleiben darf.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_4"><num>4</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_24/para_4/listintro"> Eine nach diesem Artikel überstellte Person darf wegen einer anderen vor der Überstellung begangenen Handlung als derjenigen, die der zu vollstreckenden Sanktion zugrunde liegt, nur dann verfolgt, abgeurteilt, zur Vollstreckung einer Strafe oder sichernden Massnahme in Haft gehalten oder einer sonstigen Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit unterworfen werden:</listIntroduction><item eId="art_24/para_4/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn der Urteilsstaat dies genehmigt; zu diesem Zweck ist ein Ersuchen zu stellen, dem alle zweckdienlichen Unterlagen und ein gerichtliches Protokoll über alle Erklärungen der verurteilten Person beizufügen sind. Die Genehmigung wird erteilt, wenn die strafbare Handlung, derentwegen darum ersucht wird, nach dem Recht des Urteilsstaats zur Auslieferung Anlass geben könnte oder die Auslieferung nur wegen des Strafmasses ausgeschlossen wäre;</p></item><item eId="art_24/para_4/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die verurteilte Person, obwohl sie dazu die Möglichkeit hatte, das Hoheitsgebiet des Vollstreckungsstaats innerhalb von 45 Tagen nach ihrer endgültigen Freilassung nicht verlassen hat oder wenn sie nach Verlassen dieses Gebiets dorthin zurückgekehrt ist.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_5"><num>5</num><content><p> Unbeschadet des Absatzes 4 kann der Vollstreckungsstaat die nach seinem Recht erforderlichen Massnahmen einschliesslich eines Abwesenheitsverfahrens treffen, um die Verjährung zu unterbrechen.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_3"><num>3. Teil: </num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_25"><num><b>Art. 25</b></num><heading>Meinungsaustausch</heading><paragraph eId="art_25/para"><content><p>Beide Vertragsparteien tauschen auf Ersuchen einer Vertragspartei ihre Meinungen über die Auslegung, Anwendung oder Umsetzung des vorliegenden Vertrags im Allgemeinen oder in Bezug auf einen Einzelfall aus.</p></content></paragraph></article><article eId="art_26"><num><b>Art. 26</b></num><heading>Zeitlicher Geltungsbereich</heading><paragraph eId="art_26/para"><content><p>Dieser Vertrag ist auf den Vollzug von Sanktionen anwendbar, die vor oder nach seinem Inkrafttreten verhängt worden sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_27"><num><b>Art. 27</b></num><heading>Inkrafttreten</heading><paragraph eId="art_27/para"><content><p>Dieser Vertrag tritt 30 Tage nach Eingang der letzten diplomatischen Note in Kraft, worin die Vertragsparteien sich über die Erfüllung der in der innerstaatlichen Gesetzgebung für das Inkrafttreten dieses Vertrags vorgesehenen Bedingungen unterrichten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_28"><num><b>Art. 28</b></num><heading>Kündigung</heading><paragraph eId="art_28/para_1"><num>1</num><content><p> Jede Vertragspartei kann diesen Vertrag jederzeit durch schriftliche Mitteilung an die andere Vertragspartei kündigen. Die Kündigung wird sechs Monate nach Eingang der Notifikation wirksam.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_28/para_2"><num>2</num><content><p> Im Falle einer Kündigung bleibt dieser Vertrag anwendbar auf den Vollzug von Sanktionen gegen Personen, die gemäss den Bestimmungen dieses Vertrags vor dem Zeitpunkt, an dem die Kündigung wirksam wird, überstellt worden sind.</p></content></paragraph></article></part><signature><p><i>Zu Urkund dessen </i>haben die von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Unterzeichneten diesen Vertrag unterschrieben.</p><p>So geschehen in Pristina am 14. Mai 2012, im Doppel in deutscher, albanischer, serbischer und englischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist. Im Falle von sich widersprechenden Auslegungen ist die englische Fassung massgebend.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die <br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td><td><p>Für die <br/>Republik Kosovo:</p></td></tr><tr><td><p>Krystyna Marty Lang</p></td><td><p>Hajredin Kuçi</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>