Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Juli 2013 (720 13 63 / 164) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; Wechsel der Bemessungsmethode; Bedeutung einer medizinischen Ein- schätzung der psychischen Beeinträchtigungen im Aufgabenbereich Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Micha el Guex, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Marco Chevalier, Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1969, meldete sich mit Gesuch vom 12. April 2002 unter Hinweis auf Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS) mit Ausstrahlung und Zittern ins Bein und Steissbein, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, hohen Blutdruck u nd Schlafstörungen bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an und beantragte eine Berufs- beratung und Arbeitsvermittlung sowie die Ausrichtung einer Rente. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge den medizinischen, erwerblichen und haushalterischen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt ab und sprach der Versicherten nach Durchfü hrung eines Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 1. Juli 2003 gestützt auf einen nach der allgemeinen Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs errechneten Invaliditätsgrad von 46% mit Wirkung ab 1. April 2002 eine Viertelsrente bzw. – nach Prüfung der wirtschaftl ichen Verhältnisse – eine halbe Härtefall- rente zu. Die hiergegen erhobene Einsprache wurde am 22. Januar 2004 abgewiesen. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Nachdem A.____ mit Gesuch vom 8. November 2005 geltend machte, ein Arbeitsversuch habe ergeben, dass sie nicht mehr als 40% arbeitstätig sein kö nne, ermittelte die IV-Stelle nach Durchführung medizinischer Abklärungen in Anwendung der allgemeinen Methode einen IV- Grad von 57% und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 10. Oktober 2006 ab 1. November 2005 eine halbe Rente zu. Diese Verfügung erwuchs ebenfalls in Rechtskraft. Mit Schreiben vom 5. Mai 2011 leitete die IV-Stelle e ine Revision der Rente ein. Nachdem sie die gesundheitlichen, erwerblichen und haushalterischen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie bei A.____ – nunmehr in Anwendung der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs – einen Invaliditätsgrad von 10.5%, worauf sie die lauf ende halbe Rente der Versicherten nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 11. Februar 2013 per 31. März 2013 aufhob. B. Hiergegen erhob A.____ am 4. März 2013 Beschwerde b eim Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantra gte sinngemäss, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und ihr weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten. Die Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass sie sich vollumfänglich um ihre häusliche Tätigkeit und ihre Tochter kümmern würde. Im Gesundheitsfall würde sie vielmehr wie viele alleinerziehende Mütter einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung v om 13. März 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Haushaltsabklärung mitgeteilt und später unterschriftlich bestätigt, dass si e auch ohne gesundheitliche Einschrän- kung seit der Geburt der Tochter im Mai 2010 keiner ber uflichen Tätigkeit mehr nachgehen würde. Insbesondere habe sie mitgeteilt, dass sie ihr Ki nd nicht fremd betreuen lassen könne oder wolle. D. Mit Replik vom 10. Mai 2013 beantragte die Beschwer deführerin – nunmehr vertre- ten durch Advokat Dr. Marco Chevalier – die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und führte ergänzend aus, dass sie die anlässlich der Haushaltsa bklärung gestellte Frage nach der hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall nicht verstanden habe und stattdessen aus Sicht der gegenwärtigen Situation geantwortet habe. Die mit der Geburt des Kindes eingetrete- ne neue Situation sei ferner bereits vor drei Jahren be kannt gewesen und nicht als Revisions- grund angesehen worden. Es sei unzulässig, dies heute noch zu korrigieren, da es sich zur jet- zigen Zeit weder um eine wesentliche Änderung des Sachverhalts noch um eine neue Tatsache handle, sondern um eine Neubeurteilung einer bereits vor drei Jahren eingetretenen Situation. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Verfügung vom 17. Mai 2013 wurde der Beschwer deführerin die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Chevalier als Rechtsvertre- ter bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. F. In ihrer Duplik vom 23. Mai 2013 hält die Beschwerd egegnerin an ihrem Antrag und ihren Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf di e – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 4. März 2013 ist demnach einzut reten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer in über den 31. Januar 2013 hinaus Anspruch auf eine Rente der IV hat. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der vers icherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer du rch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Vor- aussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 200 8 anwendbaren Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vier- telsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung] bzw. Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewese nen Fassung]) . Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein- ander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdiff erenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.4.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme ein er Erwerbstätigkeit nicht zugemutet wer- den kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Ab weichung von Art. 16 ATSG darauf abge- stellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisher igen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; bzw. Art. 28a Abs. 2 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fas- sung] bzw. Art. 28 Abs. 2 bis IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung]) 3.4.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG (in der seit 1 . Januar 2008 anwendbaren Fassung; bzw. Art. 28 Abs. 2ter IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung]) festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderun g in beiden Bereichen zu bemessen (ge- mischte Methode der Invaliditätsbemessung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundh eitsschaden ganztägig erwerbs- tätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht werbstätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] v om 17. Januar 1961). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit einer ver sicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gerich t – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähi g ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stell ungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Sch lauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entsche idend, ob der Bericht für die strei- tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun gen beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtli ch des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von A rztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Ha ushaltsabklärungsbericht ist be- weiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verf asst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigunge n und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind d ie Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2 .3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompe tente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zustän dige Gericht (Urteil des Bundes- gerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Re nte revidierbar, wenn sich die er- werblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug a uf die Betätigung im üblichen Auf- gabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheit szustandes erheblich verändert ha- ben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen), bei Wandl ung des Aufgabenbereichs (BGE 105 V 30 E. 1, 117 V 199 E. 3b, je mit Hinweisen), oder aber wenn in dem für die Methoden- wahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Ä nderungen eingetreten sind (vgl. BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; Ur teil des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozial rechtliche Ab teilungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2; R UDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grundfi gur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaffhau ser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 17 f.). 5.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). 5.3 Vorliegend hatte die IV-Stelle der Beschwerdeführ erin mit Verfügung vom 10. Oktober 2006 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 57% rückw irkend ab 1. November 2005 eine halbe Rente zugesprochen. Nachdem sie im Mai 2011 von Amtes we gen eine Überprüfung des Ren- tenanspruchs der Versicherten eingeleitet und die erf orderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, hob die Beschwerdegegnerin die laufende halbe Rente der Beschwerdeführerin mit Ver- fügung vom 11. Februar 2013 mit Wirkung ab 1. April 2 013 auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine anspruchswesentliche Änderung in den tatsächli chen Verhältnissen eingetreten ist, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt de r ursprünglichen Rentenverfügung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 10. Oktober 2006 bestanden hat, mit demjenigen i m Zeitpunkt der vorliegend angefochte- nen, am 11. Februar 2013 eröffneten Verfügung. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdefüh- rerin ist die Berücksichtigung der aufgrund der Geburt der Tochter im Mai 2010 allfällig geän- derten familiären Verhältnisse damit nicht verspätet, stellte sich diese Veränderung doch im Rahmen der zeitlichen Vergleichsbasis ein. 6.1 Wie bereits oben erwähnt (vgl. Erwägung 5.1 hier vor), kommt eine Rentenrevision nicht nur im Falle einer erheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes der versicherten Person, sondern insbesondere auch im Falle einer Ände rung der Bemessungsmethode in Fra- ge. Die IV-Stelle begründet denn auch die vorliegend strittige Rentenaufhebung mit dem Um- stand, dass der Invaliditätsgrad der Versicherten nicht me hr – wie im Zeitpunkt der ursprüngli- chen Rentenzusprache – nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, sondern neu nach der spezifischen Methode des Betätigungsvergleic hs zu bemessen sei. Nach Auffas- sung der IV-Stelle wäre die Beschwerdeführerin nämlich nach der im Mai 2010 erfolgten Geburt ihrer Tochter nicht mehr erwerbstätig. Diese Einschätzung wird von der Beschwerdeführerin explizit bestritten, macht sie doch geltend, dass sie als a lleinwohnende Mutter trotz der Geburt ihrer Tochter schon aus finanziellen Gründen einer ausser häuslichen Erwerbstätigkeit nachge- hen würde. 6.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprech ung des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätige n versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbl ichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkei- ten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 11. Februar 2013) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstäti gkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkei t erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2011, 9C_741/2011, E. 2.1; je mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines b estimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jen er Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wa hrscheinlichste würdigt (BGE 115 V 142 f. E. 8b mit weiteren Hinweisen; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversiche- rungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 f.). 6.3 Im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit anlässlich der Haushaltsabklärung vom 18. Oktober 2012 führte die zuständige Abklärungsper son aus, dass die Frage nach der hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall für die Versicherte schwierig zu beantwor- ten gewesen sei. Die Abklärungsperson habe mehrmals und auf verschiedene Arten versucht, die Frage zu erklären. Die Beschwerdeführerin habe ind essen immer wieder geantwortet, dass sie nun ein Kind habe und nicht mehr arbeiten könne, bzw. höchstens zwei bis drei Stunden in Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Woche, wenn der Vater zum Kind schauen könnte. Sie habe keine Verwandten, die sich regelmässig um das Kind kümmern könnten und wolle das Kind auch nicht fremd betreuen las- sen. Sie habe schon grosse Schwierigkeiten gehabt, als sie sich in Spitalpflege befunden habe. Damals wurde das Kind vom Kindsvater betreut, der diese Zeit in ihrer Wohnung verbrachte. Bei Unterzeichnung des Fragebogens durch die Beschwerdef ührerin am 12. November 2012 strich die Beschwerdeführerin den Halbsatz durch, wonac h sie maximal zwei bis drei Stunden pro Woche arbeiten würde. Den restlichen Berichtstext be stätigte sie unterschriftlich. Im Rah- men des vorliegenden Verfahrens macht die Beschwerdeführ erin nun geltend, dass sie die ge- stellte Frage nach der hypothetischen Erwerbsfähigkeit a ufgrund sprachlicher Schwierigkeiten nicht richtig verstanden habe. Im Gesundheitsfall würd e sie selbstverständlich das Einkommen für sich und ihre Tochter selbst erzielen. Dies sei aus finanziellen Gründen auch notwendig, da sie monatlich lediglich Unterhaltszahlungen in der Höhe von Fr. 301.– erhalte. 6.4 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sind ih re im Rahmen der Haushaltsab- klärung protokollierten Aussagen bei der Würdigung der Frage, in welchem Umfang sie bei gu- ter Gesundheit arbeiten würde, zweifellos zu berücksichtig en. Aufgrund des Hinweises der Ab- klärungsperson, wonach die Versicherte Schwierigkeiten geh abt habe, die Frage zu beantwor- ten und diese mehrmals und auf verschiedene Arten habe gestellt werden müssen, erscheint es durchaus möglich, dass es im Laufe der Abklärung zu gewissen Verständigungsschwierigkeiten gekommen ist. Allerdings sind aus den vorliegenden Unter lagen keine Anhaltspunkte ersicht- lich, die annehmen lassen, dass die Beschwerdeführerin di e Fragestellung letztlich nicht ver- standen habe. Vielmehr spricht die Korrektur des zugesan dten Fragebogens durch die Be- schwerdeführerin dafür, dass sie sich mit der gestellten F rage vertieft auseinandergesetzt hat. Bezüglich der geltend gemachten Sprachschwierigkeiten i st darauf hinzuweisen, dass die poly- disziplinäre Begutachtung an der B.____ AG (B.____) im Frühjahr 2012 ohne Beizug eines Dol- metschers durchgeführt werden konnte. Die im Rahmen des Fragebogens gemachten Aussa- gen, wonach die Beschwerdeführerin ihr Kind nicht von D rittpersonen betreuen lassen wolle, erscheinen auch im Lichte anderer Aussagen im Verwaltungsve rfahren glaubhaft. So beschrieb die Beschwerdeführerin im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung, dass sie vor der Geburt der Tochter jahrelang einen unerfüllten Kinderwunsch gehabt habe und deshalb über die Ge- burt der Tochter sehr glücklich gewesen sei. Es erscheint naheliegend, dass sich die Versicher- te nach längerer Kinderlosigkeit nunmehr vollumfängli ch der Betreuung der Tochter widmen möchte. Unabhängig von den geäusserten Wünschen der Beschwerdeführerin sprechen jedoch auch die Umstände, namentlich die fehlende Möglichkeit einer regelmässigen Drittbetreuung, gegen eine Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Ausse r ihrem Bruder und seiner Frau hat die Beschwerdeführerin keine in der Schweiz wohnhafte Ver wandtschaft. Zwar gab die Beschwer- deführerin sowohl im Rahmen der Begutachtung wie auch im Rahmen der Haushaltsabklärung an, dass ihr Bruder und ihre Schwägerin mehrmals pro Wo che vorbeikämen und auch Hilfe im Haushalt leisteten, gleichzeitig führte sie jedoch aus, dass beide arbeiteten und deshalb keine Möglichkeit hätten, ihre Tochter regelmässig oder dauern d zu betreuen. Der Kindsvater halte sich ebenfalls mehrmals wöchentlich in der Wohnung der B eschwerdeführerin auf und kümme- re sich an vielen Nachmittagen alleine oder mit ihr um das Kind, allerdings ist er augenschein- lich nicht in der Region wohnhaft. Es ist deshalb anzun ehmen, dass auch von Seiten des Kindsvaters keine regelmässige Betreuung möglich ist. Was die anderweitige Möglichkeit einer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht kostenpflichtigen Drittbetreuung der Tochter, beispielsw eise in einem Tagesheim, betrifft, so käme eine solche wohl nur in Frage, wenn die dadurch a nfallenden Kosten in einem angemes- senen Verhältnis zum möglichen Einkommen der Beschwerdef ührerin stehen würden. Dies muss aber in Anbetracht des Lohnes, den die Beschwerdeführerin in ihrem bisherigen Beruf als Betriebsmitarbeiterin oder in einer vergleichbaren T ätigkeit erzielen würde, bezweifelt werden. Nach dem Ausgeführten muss sowohl aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin wie auch der erwähnten Umstände mit überwiegender Wahrsch einlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsf all seit der Geburt ihrer Tochter keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die Beschwerdegegnerin hat die strittige Statusfrage in der angefochtenen Verfügung zu Recht in diesem Sinne beantwortet. 6.5 Aus dem Gesagten folgt, dass der Invaliditätsgrad d er Beschwerdeführerin nicht mehr – wie im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 10. Oktober 2006 – nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, sondern neu nach der spe zifischen Methode des Betäti- gungsvergleichs zu ermitteln ist. Im Sinne eines Zwische nergebnisses kann damit festgehalten werden, dass sich die für die Bemessung des Rentenanspruchs massgebenden Tatsachen seit Erlass der Verfügung vom 10. Oktober 2006 erheblich ve rändert haben, womit ein Revisions- grund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt. 7.1 Zu überprüfen bleibt die von der Beschwerdegegner in festgestellte Einschränkung im Haushalt. Die Beschwerdegegnerin hat zur Ermittlung d er Einschränkung im Haushaltsbereich am 18. Oktober 2012 eine Haushaltsabklärung durchgefüh rt. Gestützt darauf ist sie bei der In- validitätsbemessung von einer Einschränkung von 10.5% ausgegangen. 7.2 Der vorliegende Abklärungsbericht vom 16. November 2012 verneinte eine Einschrän- kung in den Bereichen Haushaltsführung, Einkauf und w eitere Besorgungen und Kinderbetreu- ung. Insbesondere für die Kinderbetreuung nehme sich di e Versicherte viel Zeit und habe dafür auch die nötige Kraft. Eingeschränkt sei die Versicherte jedoch im Umfang von 10% bei der Ernährung, im Umfang von 20% bei der Wohnungspflege u nd im Umfang von 30% bei der Wä- sche und Kleiderpflege. In diesen Bereichen sei sie aufg rund ihrer Rücken- und Handgelenks- beschwerden eingeschränkt, wobei im Rahmen der Schadensm inderungspflicht die zumutbare Mithilfe des Lebenspartners berücksichtigt wurde. 7.3 Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus- masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. Seine grundsätzliche Massgeb- lichkeit ist darum, auch wenn die in Erwägung 4.3 hiervor erwähnten Anforderungen erfüllt sind, praxisgemäss eingeschränkt, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671 /2007, E. 3.2.1 mit weiteren Hinwei- sen). Rechtsprechungsgemäss bedarf es hier des Beizugs einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unte r dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 20 08, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit weite- ren Hinweisen). Zwar bildet die Abklärung vor Ort au ch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Den ärztlichen Stellungnahmen ist in der Regel jedoch mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prinzi- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht pielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für di e Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen. Für die Rechtsanwendung i m konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Rechtsprech ung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen als auch d es Haushaltabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stel lungnahmen vor, muss geprüft wer- den, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder ein ander widersprechen. Bestehen Wi- dersprüche zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellun- gen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre Haushalts tätigkeiten trotz des psychischen Lei- dens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Ein schätzung prinzipiell höheres Ge- wicht beizumessen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Sept ember 2011, 9C_201/2011, E. 2 mit weiteren Hinweisen; Urteil des EVG vom 23. Dezember 2003, I 311/03, E. 5.3). 7.4 Im polydisziplinären Gutachten der B.____ vom 8. Ma i 2012, dessen Beweiswert von den Parteien zu Recht nicht beanstandet wird, wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit neben einem c hronischen lumbospondylogenem Schmerzsyndrom linksbetont bei Status nach Treppensturz im April 2001 ohne relevante struk- turelle Traumafolgen und bei ausgeprägter Fehlhaltung und allgemeiner Dekonditionierung eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra dige Episode, festgestellt. Während aus rheumatologischer Sicht für eine körperlich leichte, w echselbelastende und vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben von Lasten über 15 kg bis T aillenhöhe oder über 5 kg bis Schul- terhöhe keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit best ehe, sei aus psychiatrischer Sicht le- diglich von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in allen T ätigkeitsbereichen auszugehen. Diese Ein- schränkung begründe sich durch die rasche Ermüdbarkeit, di e leichten Konzentrations- sowie die Schlafstörungen, die allgemeine Verlangsamung und die verminderte Belastbarkeit der Ver- sicherten. Die Arbeitsfähigkeit entspreche ungefähr der aktuellen Betreuung der Tochter, wobei die Versicherte von Bruder, Schwägerin und Kindsvater entlastet werde und sich die Beschwer- deführerin bereits hier überfordert fühlt. Die Versi cherte fülle damit momentan mit der Betreu- ung ihrer Tochter ihre 50%ige medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit bereits aus. 7.5 Nach dem Ausgeführten stellt sich die Frage, ob zwisch en der Einschätzungen der Einschränkungen im Haushaltsbereich der Abklärungsperso n einerseits und der begutachten- den Ärzte, namentlich der begutachtenden Psychiaterin, andererseits Diskrepanzen bestehen. Fest steht, dass die in der Haushaltsabklärung festgestellten Einschränkungen allesamt mit den Rücken- und Handgelenksbeschwerden der Beschwerdeführerin begründet wurden und kein Einfluss der psychischen Beeinträchtigungen auf die Täti gkeit im Aufgabenbereich festgestellt wurde. Demgegenüber stellte das polydisziplinäre Gutacht en bezüglich der Arbeitsfähigkeit ebendiese psychischen Beeinträchtigungen in den Vordergr und. Unklar ist indessen, ob die begutachtenden Ärzte mit ihrer Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfä- higkeit im Rahmen der Kinderbetreuung vollständig aussc höpfe, in diesem Aufgabenbereich ebenfalls eine Einschränkung beschreiben. Dafür sprechen k önnte der Hinweis der Gutachter auf die Mithilfe der Verwandtschaft und des Kindvaters und auf die bereits verspürte Überforde- rung der Beschwerdeführerin. Die Ärzteschaft der B.___ _ äussert sich derweil nicht explizit zu den Einschränkungen im Haushaltsbereich. Indessen liegt unbestrittenermassen eine psychiat- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rische Diagnose vor, die gemäss gutachterlicher Einschätzun g vom 8. Mai 2012 zumindest die Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinflusst. Da es der Abklä rungsperson vor Ort regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass eines psychischen Leidens u nd der damit verbundenen Einschränkungen im Aufgabenbereich zu erkennen (vgl. Erw ägung 7.3 hiervor) und vorliegend solche psychischen Einschränkungen bei der Abklärung vor Ort augenscheinlich gar nicht be- rücksichtigt wurden, erscheint eine zusätzliche medizinische Einschätzung der Einschränkun- gen im Haushaltsbereich unabdingbar. Eine solche wär e umso mehr angezeigt gewesen, als mit dem Wechsel der Bemessungsmethode die Einschränkung im Haushaltsbereich für die In- validitätsbemessung zentral wurde. Der der Invalidität sbemessung zugrundeliegende Sachver- halt erscheint diesbezüglich somit nicht vollständig geklä rt. Nach dem Ausgeführten besteht weiterer Abklärungsbedarf, damit der vorliegende Fall rechtsgenüglich beurteilt werden kann. 8. Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne n die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff. E. 4.4.1 ff.). Vorliegend ist eine medizinische Einschätzung der Einschrä nkungen im Haushaltsbereich ein- zuholen. Da folglich lediglich eine Ergänzung der gut achterlichen Ausführungen erforderlich ist, bleibt eine Rückweisung an die Vorinstanz trotz der geän derten bundesgerichtlichen Recht- sprechung möglich. Die vorliegende Angelegenheit ist somi t an die Beschwerdegegnerin zu- rückzuweisen, auf dass sie die notwendigen Informationen einhole. Die begutachtenden Ärzte werden sich im Sinne einer Ergänzung mit der Frage auseinanderzusetzen haben, inwiefern die Beschwerdeführerin in medizinisch-psychiatrischer Sicht bei d er Tätigkeit im Aufgabenbereich eingeschränkt ist. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanze n – vorbehältlich des hier nicht inte- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführerin als obsieg ende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 18. Juni 2013 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Ze itaufwand von 5 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rech tsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewie senen Auslagen in der Höhe von Fr. 15.50. Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Pa rteientschädigung in der geltend ge- machten Höhe von Fr. 1'366.75 (5 Stunden à Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 15.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. Febr uar 2013 auf- gehoben und die Angelegenheit zur ergänzenden Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorin- stanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'366.75 (inkl. Auslagen und 8% MwSt.) zu entrichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht