Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Dezember 2018 (720 18 258 / 341) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenberechnung; Soziallohn Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Raffaella Biaggi , Adv o- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1959 geborene A.____ ist seit April 1991 bei der B.____ als Direktionsassistentin angestellt. Am 10. August 2015 meldete sie sich weg en Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach A bklärung der gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, asim (academy of swiss insurance me- dicine), sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 13. Juli 2018 eine Viertelsrente ab 1. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Februar 2016 bis 30. April 2016, eine ganze Rente ab 1. Mai 2016 bis 31. August 2016 und eine Dreiviertelsrente ab 1. September 2016 zu. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Ra ffaela Biaggi, mit Eingabe vom 17. August 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie be- antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung u nd die Ausrichtung einer ganzen Rente über den 31. August 2016 hinaus. Gemäss Gutachten von D r. C.____ vom 21. Juli 2017 betrage die Arbeitsfähigkeit 37,5 % in einer optimal angepassten Tätigkeit wie sie sie jetzt innehabe. Dieser optimal angepasste Arbeitsplat z sei allerdings ein geschützter Ar- beitsplatz mit Soziallohn. Ihre Tätigkeit als Direktio nsassistentin könne sie nicht mehr ausüben. Dies werde von der Arbeitgeberin im Fragebogen vom 10 . November 2017 bestätigt. Bereits im Schreiben vom 8. August 2017 habe ihre Arbeitgeberin f estgehalten, dass es nicht mehr mög- lich sei, sie in ihrer angestammten Tätigkeit zu beschäft igen, da die effektive Leistung nur 20 % bis 25 % betrage. Es sei folglich nicht richtig, dass di e IV-Stelle beim Invalideneinkommen von ihrem Lohn als Direktionsassistentin ausgehe. Vielmehr sei der Tatsache Rechnung zu tragen, dass sie in der angepassten, weniger anspruchsvollen Tätigkeit nicht mehr gleich viel verdiene. C. Mit Vernehmlassung vom 1. November 2018 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft, so dass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 17. August 2018 ist demnach einzutreten. 2. Als Invalidität nach Art. 8 des Bundesgesetzes über de n Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 gilt die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfä higkeit. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeite n auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATS G). Anspruch auf eine ganze Rente besteht, wenn die versicherte Person zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertels- rente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 2 IVG). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Ausgangspunkt der Beurteilung des Rentenanspruchs de r Beschwerdeführerin bildet somit die Frage, in welchem Ausmass sie aufgrund ihrer g esundheitlichen Beeinträchtigung arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsun fähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Für die Beurteilung der Arbeit sfähigkeit sind die ärztlichen Unterlagen massgebend und im Rahmen der Beweisregeln zu würdigen ( Art. 61 lit. c ATSG; BGE 134 V 232). Dabei ist dem Grundsatz zu folgen, wonach den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 352 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 C.____ diagnostizierte mit Gutachten vom 21. Sept ember 2017 eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10 F33.1) mit wahrscheinli- cher hirnorganischer Mitbeteiligung. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei eine zwanghafte, perfektionistische Persönlichkeitsakzentuieru ng (ICD-10 Z73.3). Abweichen- de Diagnosen seitens des behandelnden Psychiaters, Dr. me d. D.____, der Klinik E.____, der Klinik F.____ oder des vorherigen Psychiaters, Dr. med. G.____, liegen nicht vor. Insofern be- steht in Bezug auf das Beschwerdebild und der Diagnosen E inigkeit unter den Fachpersonen. Dies wird von den Parteien nicht bestritten. Zudem wird die von Dr. C.____ attestierte Arbeits- fähigkeit von 37,5 % ab 1. September 2015 seitens des RAD nicht in Frage gestellt (vgl. Bericht des RAD vom 4. August 2017). Das Gutachten von Dr. C.__ __ erweist sich denn auch in be- weisrechtlicher Hinsicht als hinreichende Grundlage für d ie Beurteilung der Rentenfrage, wes- halb ohne weiteres darauf abgestellt werden kann. 4.2 In Bezug auf die berufliche Tätigkeit führte Dr. C.____ näher aus, dass eine reduzierte Arbeitsfähigkeit anamnestisch seit 2010 wahrscheinlich , im Detail bis Anfang 2014 jedoch schwer quantifizierbar sei. Aufgrund der guten Dokument ation durch Dr. G.____ seien die von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeiten von 100 % vom 5. Februar 2014 (recte 1. Januar 2014) bis 14. Juli 2014 und von 50 % vom 15. Juli 2014 bis 31. August 2015 gut nachvollziehbar (vgl. Bericht vom 27. August 2015). Die stufenweise Steig erung der Arbeitsfähigkeit und die volle Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess seien d anach leider nicht gelungen, sondern es sei vielmehr ein zweiter stationärer Aufenthalt erforderlich gewesen. Bei den in dieser Phase ab 1. September 2015 bescheinigten Arbeitsunfähigkeite n durch den nachbehandelnden Dr. D.____ (vgl. Berichte vom 22. Februar 2016 und vom 1. Dezember 2016 mit Arbeitsunfähig- keiten zwischen 40 % und 100 %) seien weder Fehlzeiten no ch eine Leistungsminderung be- rücksichtigt worden. Retrospektiv sei deshalb von einer Ar beitsfähigkeit von 37,5 % (50 % An- wesenheit und 75 % Leistungsfähigkeit) ab 1. Septembe r 2015 auszugehen, unterbrochen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aufgrund des station ären Aufenthaltes in der Klinik E.____ vom 23. Februar 2016 bis 24. April 2016. Gestützt auf diese Angaben ist der Rentenanspruch zu prüfen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf v on sechs Monaten nach Gel- tendmachung des Leistungsanspruchs gemäss Art. 29 Abs. 1 ATS G (Art. 29 Abs. 1 ATSG). Demgemäss muss sich die versicherte Person, die eine Leistun g beansprucht, beim zuständi- gen Versicherungsträger in der für die jeweilige Sozial versicherung gültigen Form anmelden. Die Anmeldung hat mit dem amtlichen Formular (vgl. A rt. 29 Abs. 2 ATSG und Art. 65 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961) und damit schriftlich zu erfolgen (vgl. U RS MÜLLER , Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, S. 131 ff.). Da die Versicherte das Leistungsgesuch erst am 10. August 2015 gestellt hat, ist der Rentenbeginn im Februar 2016. Dies ist unbestri tten. Die Rentenberechnung ist folglich ab diesem Zeitpunkt mit einer Arbeitsunfähigkeit von 37,5 % vorzunehmen. Soweit die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 13. Juli 2018 von abgestuften Renten ausgeht, ist ihr nicht zu folgen. Obwohl sie in der Verfügung die attestierte Arbeitsfäh igkeit von Dr. C.____ ab 1. September 2015 zu Recht bestätigte, stellte sie ohne Begründung auf die Arbeitsunfähigkeiten von Dr. D.____ ab und nahm zudem unrichtigerweise eine Anpassung der Rente infolge des zweimona- tigen stationären Aufenthaltes vom 23. Februar 2016 bi s 24. April 2016 vor. Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit erst dann zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Vorliegend ist deshalb von einer Anpassung abzusehen. Die Rentenberechnung der IV-Stelle bedarf demnach einer Korrektur. 6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des IV-Grades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad bestimmen (allgemeine Methode des Eink ommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 6.2 In Bezug auf das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Die IV-Stelle ist vom im Jahr 2014 erzielten Jahreslohn von Fr. 129'154.-- ausgegangen. Gemäss Bescheinigung der Arbeitgeberin vom 5. Oktober 2015 liegt der Lohn ab 1. April 2015 bei Fr. 9'633.-- x 12 zuzüglich eines ver- traglichen Bonusses von 9 % des Jahreslohnes. Demnach sind diese Zahlen der Berechnung zugrunde zu legen. Es resultiert ein Jahreslohn 2016 von Fr. 126'755.-- (12 x Fr. 9'633.-- zuzüg- lich Fr. 10'403.-- Bonus und 0,6 % Nominallohnentwicklu ng 2016 [vgl. Nominallohnindex, Frau- en 2011-2016, Sektor Produktion]). 6.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, so können nach der Rechtsprechung die Tabe llenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen). 6.4 Die IV-Stelle ist bei der Ermittlung des Invaliden einkommens davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ihrer angestammten Tätigkeit als Direktionsassistentin weiterhin mit reduziertem Pensum nachgehen könne. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass sie die hohen Anforderungen an ihre ursprüngliche Tät igkeit als Direktionsassistentin heute nicht mehr erfüllen könne, weshalb das Arbeitsprofil an gepasst worden sei. Beim von ihrer Ar- beitgeberin weiterhin ausgerichteten Lohn handle es si ch somit um Soziallohn, welcher nicht eins zu eins als Invalidenlohn übernommen werden dürfe. Dem ist beizustimmen. Gemäss Arbeitsbeschrieb als Executive Administrative Assistant der B.____ handelt es sich bei der angestammten Tätigkeit um eine sehr anspruchsvolle Arbeit mit komplexen Arbeitsabläufen mit Verantwortung für Personal und Finanzen. Es werden vertiefte Kenntnisse aller angewende- ten Systeme vorausgesetzt. Meetings müssen geplant, vorbere itet und dokumentiert werden, ebenso Reisen. Die Angestellten müssen bereit sein, Übe rstunden zu leisten. Neue Teammit- glieder müssen eingearbeitet und die Arbeitslastverteilung innerhalb des administrativen Teams koordiniert werden. Es werden hohe Anforderungen an G enauigkeit und Flexibilität sowie Ent- scheidungsbereitschaft verlangt (vgl. Job Description von Februar 2015). Die Beschwerdeführe- rin ist dieser verantwortungs- und anspruchsvollen Tätigk eit nicht mehr gewachsen. Dies geht klar aus den Schreiben der Arbeitgeberin vom 27. Januar 2016 und 8. August 2017 sowie dem Gutachten von Dr. C.____ vom 21. Juli 2017 hervor. Die Arbeitgeberin berichtete diesbezüglich, dass sich die gesundheitliche Situation der Versicherten A nfang 2016 weiter verschlechtert ha- be. Es sei ihr nicht mehr möglich, die im Rahmen ihre r angestammten Tätigkeit erforderlichen Aufgaben, welche mit hohem Zeitdruck und Eigenverantwortung verbunden seien, zu erledigen. Ihr Output entspreche nicht ihrer Präsenz- bzw. ihrer Ar beitszeit und sei derzeit mit 20 % - 25 % zu veranschlagen (vgl. auch Fragebogen vom 10. Novem ber 2017). Dr. C.____ führte in seinem Gutachten zur Arbeitstätigkeit übereinstimmend an, dass die Versicherte den Verant- wortungsbereich einer Chefsekretärin abgegeben habe u nd sich derzeit an einem optimal an- gepassten Arbeitsplatz befinde. Es steht somit ausser Zwe ifel, dass der von der Arbeitgeberin weiterhin ausgerichtete Verdienst einer langjährigen D irektionsassistentin nicht der Arbeitsleis- tung der Versicherten entspricht, sondern als Soziallohn zu betrachten ist. Folglich kann dieser nicht Grundlage des Invalideneinkommens sein. Vielmehr i st das Invalideneinkommen anhand der LSE 2014 zu bestimmen. 7. Als Grundlage für die Berechnung kommen zwei Tabell en der LSE 2014 in Frage (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3). Einerseits ist Tabelle T17, Allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte (41), Frauen >= 50 Jahre, Fr. 6464.-- x 12 bei 40 Wo chenarbeitsstunden zu nennen. Umge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechnet auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stund en und angepasst an die Nominalloh- nentwicklung [vgl. Nominallohnindex, Frauen 2011-2016, Total] 2015 (0,5 %) und 2016 (0,8 %) resultiert ein Jahreslohn von Fr. 81'918.--. Bei einem Pensum von 37,5 % ist das Invalidenein- kommen Fr. 30'719.--. Die Gegenüberstellung dieses Einko mmens mit dem Valideneinkommen von Fr. 126'755.-- ergibt einen IV-Grad von gerundet 76 %. Legt man dem Invalideneinkommen als Variante Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor 2 Produktion, Herstellung von pharmazeuti- schen Erzeugnissen (21), Frauen, Kompetenzniveau 3, Fr . 7'481.-- x 12 bei 40 Wochenarbeits- stunden zugrunde, resultiert nach Umrechnung auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 40,6 Stunden und angepasst an die Nominallohnentwicklung [v gl. Nominallohnindex, Frauen 2011- 2016, Sektor Produktion] 2015 (0,8 %) und 2016 (0,6 % ) ein Jahreslohn von Fr. 92'398.--. Das Pensum von 37,5 % entspricht einem Invalidenlohn von Fr. 34'649.--. Die Gegenüberstellung mit dem Validenlohn ergibt einen IV-Grad von gerunde t 73 %. Folglich hat die Beschwerdefüh- rerin, unabhängig davon, welche Tabelle als Grundlage für das Invalideneinkommen herange- zogen wird, Anspruch auf eine ganze IV-Rente ab Febr uar 2016. Die Beschwerde ist demge- mäss gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen der Be- schwerdeführerin einzugehen, namentlich, dass sich der Ges undheitszustand gemäss Bericht von Dr. D.____ vom 9. Februar 2018 erneut verschlechte rt habe und dass ein neurologisches Gutachten einzuholen sei. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Na ch § 20 Abs. 3 VPO werden die Ver- fahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV- Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verf ahrenskosten zu tragen. In diesem Zu- sammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO (in Kraft bis 31. De- zember 2018) den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Pa rtei ist, ist ihr eine Parteientschädi- gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsve rtreterin der Versicherten macht in ihrer Kostennote vom 28. November 2018 einen Aufwand von 10 Stunden und 20 Minuten gel- tend, was angemessen ist. In Bezug auf die Auslagen ist i nsofern eine Korrektur anzubringen, als pro Kopie Fr. 1.50 berechnet werden darf (vgl. § 15 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Der in Rechnung gestellte Betrag von Fr. 48.-- für 24 Kopien ist folglich auf Fr. 36.-- zu korrigieren. Ans onsten sind die weiteren Auslagen von Fr. 8.30 nicht zu beanstanden. Der Versicherten ist desha lb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'891.60 (10 Stunden und 20 Minuten x F r. 250.-- zuzüglich Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 13. Juli 2018 aufgehoben und festge- stellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2016 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'891.60 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) auszurichten.