B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6357/2018 U r t e i l v o m 1 9 . N o v e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richter William Waeber, Gerichtsschreiberin Janine Sert. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Clivia Wullimann, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch/Wiedererwägung); Verfügung des SEM vom 27. September 2018 / N (…). E-6357/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 16. Oktober 2014 erstmals die Schweiz um Asyl. A.b Das SEM lehnte mit Verfügung vom 9. November 2017 das Asylge- such ab, verfügte die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. A.c Die dagegen beim Bundesverwaltungsgericht erhobene Beschwerde vom 14. Dezember 2017 wurde mit Urteil E -7106/2017 vom 15. Februar 2018 abgewiesen. Zur Begründung füh rte das Bundesverwaltungsgericht im Wesentlichen aus, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien un- glaubhaft und nicht asylrelevant. B. Mit als «neues Asylgesuch» bezeichneter Eingabe vom 21. August 2018 gelangte der Beschwerdeführer erneut an das SEM. Zur Begründung führte er – nebst den bereits im ersten Asylverfahren gel- tend gemachten Vorbringen – aus, er habe aufgrund bisher verschwiege- ner sowie neuer A sylgründe bei einer Rückkehr in sein Heimatland eine asylrelevante Verfolgung zu befürchten. Wegen seines exilpolitischen En- gagements (mehrmalige Teilnahme an Veranstaltungen und Gedenkfeiern zum tamilischen Heroes Day in B._______ und C._______) sei er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka gefährdet. Auch die familiären Beziehungen zu ehemaligen Mitgliedern der Liberation Tigers of Tamil Eelam (nachfolgend: LTTE), insbesondere zu seinem Bruder D._______ (ZEMIS-Nr. […]), dem in der Schweiz Asyl gewährt worden sei, würden eine zusätzliche Gefähr- dung begründen. Die bisherigen Asylvorbringen – die Hilfstätigkeiten zu- gunsten der LTTE, die Unterstützung eines Mitglieds der Tamil National Al- liance (nachfolgend: TNA) bei dessen Wahlkampf sowie die Vorkommnisse im Zusammenhang mit einem Jobvermittlungs-Anlass der SLA (Sri Lanka Army) an seinem College – vermöge er mittels neuer Beweismittel zu un- termauern sowie zusätzlich zu präzisieren. Im Weiteren schätze das SEM die aktuelle Menschenrechtslage in Sri Lanka – insbesondere in Bezug auf die tamilische Minderheit – falsch ein. Schliesslich habe das SEM durch die Beantra gung von Ersatzreisepapieren einen umfassenden Back- groundcheck in Sri Lanka ausgelöst, weshalb ihm bei einer Rückkehr asyl- relevante Verfolgung drohe. E-6357/2018 Seite 3 Der Beschwerdeführer reichte als Beweismittel seiner Vorbringen insbe- sondere zwei undatierte Fotos seiner exilpolitischen Aktivitäten, den Auf- enthaltstitel seines Bruders in der Schwei z (in Kopie) ausgestellt am (…) 2018, eine Todesurkunde aus dem Jahr 2006 (in Kopie, samt Überset- zung), seinen Studentenausweis aus dem Jahr 2010 (in Kopie), eine Job- vermittlungseinladung aus dem Jahr 2014 (im Original, samt Übersetzung), einen Wahlflyer (im Original) und eine Kandidatenliste (in Kopie) hinsicht- lich einer Wahl im Jahr 2013 (im Original) und Z eitungsartikel betreffend Freunde, die nach seiner Ausreise erschossen worden seien (im Original), zu den Akten. Für den weiteren Inhalt des Gesuchs samt den weiteren 53 eingereichten Beweismitteln wird auf die Akten verwiesen. C. Mit Verfügung vom 27. September 2018 lehnte die Vorinstanz die Anträge auf Durchführung einer Anhörung und auf Fristansetzung zur Einreichung weiterer Beweismittel ab und stellte fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Das Mehrfachgesuch und das qualifi- zierte Wiedererwägungsgesuch lehnte sie – nach Beizug der Asylakten des (angeblichen) Bruders – ab, soweit sie auf diese eintrat. Auf das Revi- sionsgesuch trat sie nicht ein. Gleichzeitig erhob sie eine Gebühr, verfügte die Wegweisung und beauftragte den Kanton E._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. D. D.a Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 8. November 2018 ge- gen diesen Entscheid Beschwerd e beim Bundesverwaltungsgericht und ersuchte um Aufhebung der Verfügung vom 27. September 2018, um Fest- stellung seiner Flüchtlingseigenschaft und um Asylgewährung. Eventuali- ter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu verfü- gen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgelt- lichen Rechtspflege, unter Beiordnung der Unterzeichnenden als unent- geltliche Rechtsbeiständin. Zudem seien die Asylakten von D._______ (ZEMIS-Nr. […]) – angeblich ein Cousin des Beschwerdeführers – als Ver- weisdossier beizuziehen und die Schweizer Vertretung zu beauftragen, im Rahmen einer botschaftlichen Abklärung die eingereichten Urkunden (Ein- ladung für Jobvermittlung, Todesurkunde betreffend F._______ – sein E-6357/2018 Seite 4 früherer Nachbar und Lehrer, dem er geholfen habe, LTTE-Kämpfer zu ver- sorgen – und den Zeitungsbericht […] 2016) auf Echtheit zu überprüfen. D.b Im Sinne eines Subeventualantrages ersuchte der Beschwerdeführer darum, es sei die vorliegende Beschwerde als Revisionsgesuch entgegen- zunehmen und im wiederaufzunehmenden Bes chwerdeverfahren sei die Verfügung vom 27. September 2018 aufzuheben, seine Flüchtlingseigen- schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, sowie eventualiter die Sa- che zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter die Unzulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Das solchermassen gestellte Revisionsgesuch wurde beim Gericht unter der Verfahrensnummer E-7484/2018 registriert und weitergeführt. Das vor- liegende Verfahren wird mit diesem koordiniert behandelt. D.c Der Beschwerde vom 8. November 2018 lagen mehrere Zeitungsbe- richte – wovon jener vom (…) 2016 inklusive Übersetzung – bei. E. Am 9. November 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein- gang der Beschwerde. F. Mit Zwischenverfügung vom 23. November 2018 forderte die zuständige Instruktionsrichterin Rechtsanwältin Clivia Wullimann auf, innert Frist eine Vollmacht sowie einen Bedürftigkeitsbeleg des Beschwerdeführers nach- zureichen. G. Mit Eingabe vom 10. Dezember 2018 reichte die Rechtsvertreterin die Ko- pie der Anwaltsvollmacht, eine Unterstützungsbestätigung sowie eine Ein- willigungserklärung von D._______ betreffend Akteneinsicht ein. H. Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2019 hiess die zuständige Instruk- tionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wies sie das G esuch um amtliche Rechtsverbeiständung ab und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung innert Frist ein. E-6357/2018 Seite 5 I. In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2019 hielt die Vorinstanz vollumfäng- lich an ihren Erwägungen fest und führte an, sie habe die Asylverfahrens- akten des angeblichen Cousins des Beschwerdeführers bereits bei der Be- urteilung des Mehrfachgesuchs vom 21. August 2018 als Verweiserdossier beigezogen. Im Mehrfachgesuch vom 21. August 2018 sei dieser als Bru- der des Beschwerdeführers bezeichnet worden; eine Kopie von dessen Aufenthaltsbewilligung B liege als Beweismittel in den Akten. Das Doppel der Vernehmlassung w urde dem Beschwerdeführer am 8. März 2019 zur Kenntnis zugestellt. J. Mit Schreiben vom 19. Februar 2021 beantwortete die zuständige Instruk- tionsrichterin eine Verfahrensstandanfrage des Migrationsamts des Kan- tons E._______ vom 12. Februar 2021. K. Mit unter Verfahrensnummer E -7484/2018 eingegangener Revisionsver- besserung vom 3. September 2021 zeigte der Beschwerdeführer die neus- ten Entwicklungen der Gefährdungslage in Sri Lanka auf, welche sich di- rekt auf ihn auswirken würden und im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen seien. Der Eingabe waren mehrere öffentliche Berichte betreffend die allgemeine Lage in Sri Lanka beigelegt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). E-6357/2018 Seite 6 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.4 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu- treten ( aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.5 Die Beschwerdebegehren beschränken sich in materieller Hinsicht sinngemäss auf die Anfechtung der Nichtanerkennung der Flüchtlingsei- genschaft, der Ablehnung des Asyls sowie der Anordnung der Wegweisung sowie des Wegweisungsvollzugs, mithin die Dispositivziffern 3 – 5 und 8 – 10 der angefochtenen Verfügung. Die Verfügung des SE M vom 27. September 2018 ist demnach hinsichtlich der Dispositivziffern 1, 2 , 6 und 7 in Rechtskraft erwachsen. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Wird nach einem erfolglos durchlaufenen Asylverfahren e in Gesuch um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund neuer Vorbringen einge- reicht, ist dieses als neues Asylgesuch unt er den Voraussetzungen des Art. 111c AsylG zu prüfen (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.6). Ein Wiedererwä- gungsverfahren im Sinne von Art. 1 11b AsylG wird eingeleitet, wenn sich die nachträgliche Veränderung der Sachlage (nur) auf den Wegweisungs- vollzugspunkt bezieht. Werden indessen nach Abschluss des ordentlichen Beschwerdeverfahrens neue Beweismittel nachgereicht, die erst nach dem Urteil e rstellt wurden, mit denen aber vorbestandene Tatsachen belegt werden sollen, ist von ei- nem sogenannten «qualifizierten Wiedererwä gungsgesuch» auszugehen (vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 und E. 11.4. f. m.w.H.). Massgeblich ist in die- sem Fall Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG. 4. Die Vorinstanz qualifizierte die Vorbringen des Beschwerdeführers und seine neu eingereichten Beweismittel in Anwendung der massgebenden Gesetzesbestimmungen über ausserordentliche Rechtsmittel und Mehr -E-6357/2018 Seite 7 fachgesuche zu Recht differenziert als Mehrfachgesuch respektive zweites Asylgesuch und (qualifiziertes) Wiedererwägungsgesuch. Erhöhte Former- fordernisse sind im Rahmen von ausserordentlichen Rechtmitteln zulässig respektive vom Gesetzgeber ausdrücklich so gewollt (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5). 5. Der Beschwerdeführer rügt eine unvollständige und unrichtige Sachver- haltsabklärung und damit eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Beschwerde S. 5 f. und 10). Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls zur Kassation und R ückweisung der Sache an die Vorinstanz führen können. 5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standp unkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus- einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver- haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach- verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal- tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe sich nicht mit sämtlichen Vorbringen und den neu eingereichten Beweismitteln auseinan- dergesetzt respektive nicht sämtliche Umstände gewürdigt. Das SEM habe pauschal festgestellt, dass die Gefährdung trotz der neuen Beweismittel nicht gegeben sei. Die geltend gemachten neuen Gefährdungsmerkmale hätte das SEM als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch prüfen müssen. E-6357/2018 Seite 8 Indem es auf diverse Vorbringen (u.a. betreffend sein exilpolitisches Enga- gement und die Vorbringen in Zusammenhang mit der Tötung des Lehrers und der Freunde) nicht eingetreten sei, habe es den Anspruch auf rechtli- ches Gehör verletzt (vgl. Beschwerde S. 5 f. und 10). 5.3 Nach Prüfung der Akten erweisen sich weder die Rügen der Verletzung der Begründungspflicht (vgl. BVGE 2016/9 E. 5.1) noch der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung (vgl. BVGE 2016/2 E. 4.3) als begründet. Viel- mehr ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer die (sich aus dem Un- tersuchungsgrundsatz ergebende) Frage der Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts mit derjenigen der rechtlichen Würdigung dieses Sachverhalts vermengt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfü- gung – unter Berücksichtigung der eingereichten Beweismittel (Fotos be- treffend exilpolitische Tätigkeiten, Aufenthaltsbewilligung des angeblichen Bruders, diverse ältere Beweismittel betreffend die bereits im ersten Ver- fahren geprüften Fluchtgründe, zahlreiche Berichte betre ffend die allge- meine Lage in Sri Lanka) – die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen sie sich hat leiten lassen. Die angefochtene Verfügung enthält eine angemessene und hinreichende Darstellung des massgeblichen Sachver- halts, die es erlaubt, die Erwägungen der Vorinstanz nachzuvollziehen, na- mentlich weshalb sie sich teilweise als funktionell unzuständig erachtet oder das Mehrfachgesuch respektive qualifizierte Wiedererwägungsge- such ablehnt beziehungsweise darauf nicht eintritt. Die Vorinstanz hat auch mögliche Wegweisungsvollzugshindernisse ausreichend geprüft. Wie die vorliegende Beschwerde zeigt, war eine sachgerechte Anfechtung der vor- instanzlichen Verfügung möglich. Ob die Vorinstanz zu Recht auf das Ge- such teilweise nicht eingetreten ist und der Umstand, dass sie aus sachli- chen Gründen zu einer anderen Würdigung der Vorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine ungenügende Sach- verhaltsfeststellung, sondern ist nachfolgend – gegebenenfalls im Rahmen der materiellen W ürdigung der Argumente der Parteien – zu prüfen (vgl. E. 9). 5.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzu- weisen. Das entsprechende Rechtsbegehren ist abzuweisen. 6. 6.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung d er angefochtenen Verfügung aus, hinsichtlich des exilpolitischen Engagements sowie der verwandt- schaftlichen Beziehungen des Beschwerdeführers zu mutmasslichen ehe-E-6357/2018 Seite 9 maligen LTTE-Mitgliedern liege ein wiederholt gleichbegründetes Mehr- fachgesuch vor, auf das nicht einzutreten sei. Weder aus den Ausführun- gen in der Eingabe vom 21. August 2018 noch aus den eingereichten Be- weismitteln (zwei undatierte Fotos, die ihn anlässlich der Teilnahme an ei- ner tamilischen Veranstaltung zeigen würden) gehe hervor, dass er sich über das bereits im ersten Beschwerdeverfahren bekannte Engagement hinaus politisch betätigen würde. Es sei zudem nicht ersichtlich, inwiefern das mit Eingabe vom 21. August 2018 geltend gemachte Vorbringen, wo- nach der angebliche Bruder in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilli- gung verfüge, eine neue Sachlage in Bezug auf seine Flüchtlingseigen- schaft zu begründen oder an der vom Gericht vorgenommenen Risikoein- schätzung etwas zu ändern vermöchte. Ebensolches würde auch in Bezug auf allfällige weitere Unterlagen zu Familienmitgliedern mit ange blichem LTTE-Hintergrund gelten, weshalb der Antrag auf Fristansetzung zur Ein- reichung weiterer Beweismittel abzuweisen sei. Das Gesuch um qualifizierte Wiedererwägung und das Mehrfachgesuch hinsichtlich der Ereignisse und Entwicklungen betreffend die aktuelle Men- schenrechtslage in Sri Lanka (seit Rechtskraft des Asylentscheids und in Berücksichtigung der Beweismittel, die nach dem Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts vom 15. Februar 2018 entstanden seien) seien abzuweisen. Die aufgeführten Entwicklungen und eingereichten Beweismittel vermöch- ten zu keiner anderen Einschätzung der Gefährdungslage des Beschwer- deführers zu führen, zumal diese keinen erkennbaren und direkten Bezug zu ihm aufweisen würden . Die in diesem Zusammenhang eingereichten Beweismittel seien somit nicht rechtserheblich. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lasse den Wegwei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erschei- nen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe mehrfach festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurück- kehrenden Tamilinnen und Tamilen drohe in Sri Lanka unmenschliche Be- handlung. Weder aus dem Mehrfachgesuch, dem qualifizierten Wiederer- wägungsgesuch noch aus den weiteren Akten würden sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Ferner sei der Wegweisungsvoll- zug in die Nordprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zu- mutbarkeitskriterien bejaht werden könne. Aus den Akten würden sich keine individuellen Gründe ergeben, die seinen Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka als unzumutbar erscheinen lassen würden. Seine Familie lebe E-6357/2018 Seite 10 nach wie vor in Sri Lanka, so dass davon auszugehen sei, dass er vor Ort über ein bestehendes soziales Beziehungsnetz verfüge und auf eine gesi- cherte Wohnsituation zurückgreifen könne. Angesichts seiner Schulbildung und Arbeitserfahrung sei zu erwarten, dass er in der Lage sein werde, sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Darüber hinaus sei er jung und seine Landesabwesenheit betrage derzeit lediglich rund (…) Jahre. 6.2 Auf Beschwerdeebene entgegnet der Beschwerdeführer im Wesentli- chen, sämtliche vorhandenen Beweismittel – inklusive der mit Beschwerde eingereichte Zeitungsbericht im Zusammenhang mit der Tötung des Nach- bars, welcher durch die Botschaft zur Abklärung zu unterbreiten sei – wür- den die Glaubhaftigkeit und die asylrelevante Verfolgung des Beschwerde- führers untermauern. Aufgrund des aktuellen «Polit-Putsches» in Sri Lanka sei die Lage für den Beschwerdeführer noch dramatischer geworden. Zu- dem gehöre er zur bestimmten sozialen Gruppe der abgewiesenen Asyl- gesuchsteller, welche bei der Rückkehr nach Sri Lanka mit überwiegender Wahrscheinlichkeit systematisch aufg rund eines Generalverdachtes der Unterstützung der LTTE durch die sri -lankischen Behörden verhaftet und gefoltert würden. Er weise ein Profil auf, welches ihn bei einer Rückkehr in asylrelevanter Weise in Gefahr bringen würde. Wegen der Mitgliedschaft bei den LTTE sowie der Vorfälle unmittelbar vor seiner Ausreise sei er staatlichen Verfolgungsmassnahmen in Sri Lanka ausgesetzt . Zudem werde er dort auch seit seiner Ausreise weiterhin behördlich gesucht. Auf- grund der verschiedene und kumulierten Risikofaktor en sei von seiner Flüchtlingseigenschaft auszugehen. Der Beschwerdeführer, mit seiner Vorgeschichte und durch seinen Aufent- halt im Ausland , falle in die bestimmte Gruppe zurückgeschaffter tamili- scher Asylgesuchsteller, die jederzeit Opfer einer Verhaftung und von Ver- hören unter Anwendung von Folter werden könnten, weshalb die Unzuläs- sigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen sei. Des Weiteren würden bei ihm keine begünstigenden Faktoren vorliegen, gemäss welchen man einen Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka als zulässig (recte: zumutbar) erachten könnte. 6.3 In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz vollumfänglich an ihren Er- wägungen fest und ergänzt, sie habe die Asylverfahrensakten des angeb- lichen Cousins des Beschwerdeführers bereits bei der Beurteilung d es Mehrfachgesuches vom 21. August 2018 als Verweiserdossier beigezo- gen. Die fragliche Person sei im Mehrfachgesuch vom 21. August 2018 E-6357/2018 Seite 11 noch als sein Bruder bezeichnet worden; eine Kopie dessen Aufenthalts- bewilligung B liege als Beweismittel Nr. 3 (vgl. Akte B2) bei den Akten. 6.4 In seiner Eingabe vom 3. September 2021 weist der Beschwerdeführer unter Hinweis auf entsprechende öffentlich zugängliche Berichte ergän- zend auf die aktuelle Lage in Sri Lanka hin, die bei der Prüfung des vorlie- genden Verfahrens zu berücksichtigen sei. 7. 7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 7.2 Nach Art. 54 AsylG (subjektive Nachfluchtgründe) wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden. Personen mit subjektiven Nachflucht- gründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Massgebend ist dabei e inzig, ob die heimatlichen Behör- den das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforde- rungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 und 2009/28 E. 7.1). 7.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder mas sgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 8. Die Gründe des Beschwerdeführers, die diesen zum Verlassen des Landes E-6357/2018 Seite 12 im August 2014 veranlasst haben sollen (Engagement für die TNA, Verfol- gung durch die sri -lankischen Behörden und die SLA) wurden bereits rechtskräftig für nicht glaubhaft beziehungsweise – mangels Angaben kon- kret erlittener Nachteile und konkreten Verfolgungsinteresses der sri-lanki- schen Behörden – nicht asylrelevant befunden (vgl. Urteil E -7106/2017 vom 15. Februar 2018 E. 12.2). Die mit Eingabe vom 21. August 2018 eingereichten Beweismittel im Zu- sammenhang mit den Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die Hilfstätigkeiten zugunsten der LTTE, die Unterstützung eines Mitglieds der TNA bei dessen Wahlkampf, die Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Jobvermittlungsanlass der SLA an seinem College sowie einige Artikel hinsichtlich der allgemeinen Lage in Sri Lanka datieren allesamt vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Februar 2018. Entgegen der Einschätzung des Beschwerdeführers, wonach diese als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu prüfen gewesen wären (vgl. Beschwerde S. 5), hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass diese Vorbringen im Rahmen des Revisionsgesuchs zu prüfen sind. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist somit einzig, ob die nunmehr neuen  nach dem letzten rechtskräftigen Urteil vom 15. Februar 2018 ent- standenen  Sachverhalte und dazu gehörigen Beweismittel (weitere fami- liäre Verbindungen zu den LTTE, Risikoprofil bei der Rückkehr aufgrund der neuen politischen Lage im Heimatland, und sein exilpolitisches Enga- gement) zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft führen. 9. Nach P rüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die vorinstanzlichen Erwägungen zu bestätigen sind. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist somit vorab auf diese zu verweisen. 9.1 Die Vorinstanz hat das Gesuch vom 21. August 2018 betreffend das exilpolitische Engagement und der familiären Verbindungen zu den LTTE des Beschwerdeführers sowie die neuesten politischen Ereignisse mit Be- zug auf die Flüchtlingseigenschaft zu Recht als Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG behandelt, da damit hauptsächlich Vorbringen darge- legt werden, die eine neue Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG betreffen und das Gesuch zudem die formellen Voraus- setzungen (schriftliche, begründete Eingabe innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft, vgl. dazu auch: BVGE 2014/39 E. 4.3 und E. 5.5) erfüllt. E-6357/2018 Seite 13 9.1.1 Den beiden mit Eingabe vom 21. August 2021 eingereichten Fotos, welche den Beschwerdeführer bei der Teilnahme an einer tamilischen Ver- anstaltung zeigen sollen, lässt sich nicht entnehmen, wann diese aufge- nommen worden sind. Weder in der erwähnten Eingabe noch auf Be- schwerdeebene wird ausgeführt, inwiefern sich das vom Bundesverwal- tungsgericht mit Urteil vom 15. Februar 2018 als niederschwellig ein ge- stufte exilpolitische Engagement seither intensiviert hätte, so dass eine Schärfung seines Profils angenommen werden müsste. Dementsprechend hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass das Begehren des Ge- suchstellers im Wesentlichen auf die Neubeurt eilung eines Sachverhalts abzielt, mit dem sich das Bundesverwaltungsgericht bereits materiell aus- einandergesetzt hatte (vgl. Urteil E-7106/2017 vom 15. Februar 2018 E. 12.3), und ist zu Recht auf das Mehrfachgesuch mangels funktioneller Zuständigkeit – sollten die Fotografien von vor dem rechtskräftigen Urteil vom 15. Februar entstanden sein – respektive wegen wiederholt gleichbe- gründetem Mehrfachgesuch nicht eingetreten. 9.1.2 Die mit Eingabe vom 21. August 2018 eingereichte Aufenthaltsbewil- ligung des Bruders r espektive Cousins des Beschwerdeführers , der ein identisches Risikoprofil aufweise, wurde bereits vor dem erstinstanzlichen bundesverwaltungsgerichtlichen Urteil ausgestellt. Die entsprechenden Asylverfahrensakten wurden von der Vorinstanz beigezogen (vgl. B4 S. 5). Aus dem vorgebrachten Dokumente geht nicht hervor, dass wegen diesem angeblichen Verwandtschaftsverhältnis eine (neue) flüchtlingsrechtlich re- levante Gefährdungslage vorliegt. Die Vorinstanz hält daher zu Recht fest, dass das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem Urteil vom 15. Feb- ruar 2018 ausführte, der Beschwerdeführer vermöge aus den geltend ge- machten verwandtschaftlichen Beziehungen zu ehemaligen LTTE-Mitglie- dern keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung seiner Person abzu- leiten. Die Vorinstanz ist damit zu Recht aufgrund der wiederholt gleichen Asylbegründung sowie mangels Erheblichkeit (recte: Unbegründetheit) des eingereichten Beweismittels nicht auf das Mehrfachgesuch eingetreten. 9.2 Auch unter Berücksichtigung der nach Abschluss des letzten Asylver- fahrens entstandenen, auf der eingereichten CD -ROM abgespeicherten Beweismittel (welche sich im Wesentlichen auf die allgemeine Situation in Sri Lanka beziehen, ohne dabei einen konkreten Bezug zum Beschwerde- führer erkennen zu lassen) bestehen weiterhin keine stichhaltigen Gründe zur Annahme, dass der Beschwerdeführer einer der im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 genannten Risikogruppen zuzurechnen ist. An dieser Schlussfolgerung vermag auch der schwach risikobegründende E-6357/2018 Seite 14 Faktor der Herkunft aus dem Norden des Landes nichts zu ändern. Es sind aufgrund der derzeitigen Aktenlage keine massgeblichen Hinweise dafür ersichtlich, dass er ins Visier der sri -lankischen Behörden geraten könnte und diese ein potenzielles Verfolgungsinteresse an ihm haben könnten. Die jüngsten politischen Entwicklungen haben nicht zu einer Situation ge- führt, die zu einer Änderung der im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (E. 8) entwickelten Risikoprofile Anlass geben könnt e, die auch nach dem Machtwechsel vom November 2019 Gültigkeit haben (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E -6312/2019 vom 5. August 2021 E. 5.2.1). Auch wenn mit dem aufgrund der Präsidentschaftswahl erfolgten Macht- wechsel von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage von Per- sonen mit einem Risikoprofil im Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (E. 8) auszugehen ist, besteht zum heutigen Zeitpunkt weder Grund zur Annahme, dass ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv ei- ner Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären, noch dass der Beschwerdeführer individuell in den Fokus der Behörden geraten wäre . Die Vorinstanz h at das Mehrfachgesuch (in Bezug auf die nachträgliche Veränderung der Sachlage) und das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch (in Bezug auf die neuen Beweismittel) zu Recht abgewiesen. 10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Flücht- lingseigenschaft nicht erfüllt und das SEM auch sein zweites Asylgesuch sowie Wiedererwägungsgesuch zu Recht abgelehnt hat, soweit es darauf eintrat. Die Anträge um Beizug der Asylakten seines Bruders respektive Cousins sowie um Überprüfung auf Echtheit der eingereichten Dokumente (Einla- dung für Jobvermittlung, Todesurkunde und Zeitungsbericht vom […] 2016) im Rahmen einer botschaftlichen Abklärung sind entsprechend ebenfalls abzuweisen. 11. 11.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). E-6357/2018 Seite 15 11.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die We gweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 12. 12.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 12.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie- mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterworfen werden. 12.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, d ie die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art . 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. E-6357/2018 Seite 16 12.2.2 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un- menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge- gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihm nicht. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 10.4 und Referenzur- teil E-1866/2015 E. 12.2). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssitua- tion namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land zurückkeh- ren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08; P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Ja- nuar 2011, Nr. 54705/08; Rechtsprechung zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Der EGMR hat dabei festgehalten, dass nicht in genereller Weise davon aus- zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmensc hliche Be- handlung. 12.2.3 Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte da- für, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten «Background Ch eck» (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In - und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. 12.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in r elevanter Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. Die allgemeine Men- schenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heu- tigen Zeitpunkt weiterhin nicht als unzulässig erscheinen. 12.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. E-6357/2018 Seite 17 12.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG  die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 12.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt; dies gilt auch unter Berücksichtigung der (sicherheits-)politischen Ereignisse in den vergange- nen Jahren (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-1211/2021 vom 30. August 2021 E. 9.3.1). Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Weg- weisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aus- sichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht wer- den kann (vgl. Referenzurteile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). Auch die politischen Entwicklungen, namentlich der im Nachgang an die Terroranschläge in Sri Lanka im April 2019 ausgerufene Notstand und die Terrorbekämpfung, der beschriebene Kompetenzzuwachs des Militärs so- wie die Präsidentschaftswahl im Jahr 2019 lassen keine andere Einschät- zung zu. Angesichts der jüngsten politischen Geschehnisse herrscht eben- falls keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder anderen unberechenbaren Unruhen dominierte Lage im Heimatstaat, aufgrund de- rer Rückkehrer unabhängig ihres individuellen Hintergrunds konkret ge- fährdet sind. 12.3.2 Der Wegweisungsvollzug wurde im Übrigen bereits im ersten Asyl- verfahren als zumutbar erachtet. Mangels gegenteiliger Angaben in der Be- schwerde ist davon auszugehen, dass weiterhin diverse Verwandte in Sri Lanka leben. Somit wird der Beschwerdeführer nach seiner Rückkehr in sein Heimatland sowohl auf die Unterstützung seiner Angehörigen zählen können und eine Unterkunftsmöglichkeit vorfinden, als auch in der Lage sein, sich dank seiner beruflichen Erfahrungen wirtschaftlich wieder zu in- tegrieren. 12.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. E-6357/2018 Seite 18 12.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 12.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 14 AIG). 13. Aus diesen Erwägungen ergib t sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und  soweit diesbezüglich überprüfbar  angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 14. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen wurde das mit Be- schwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess- führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 27. Feb- ruar 2019 gutgeheissen. Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass der Be- schwerdeführer arbeitstätig wäre, weshalb nicht von einer veränderten fi- nanziellen Situation auszugehen ist. Somit sind keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) E-6357/2018 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Janine Sert