Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 18. Dezember 2012 (460 12 39) ____________________________________________________________________ Strafrecht banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), R ichter Beat Hersberger; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Arlesheim, Kirchgasse 5, 4144 Arlesheim, Anklagebehörde gegen A.____, vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen, Beschuldigter und Berufungskläger B.____, vertreten durch Advokatin Michelle Wahl, Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. Berufungen gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Lan dschaft vom 11. November 2011 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil vom 11. November 2011 erklärte die Dreier kammer des Strafgerichts Basel- Landschaft A.____ in Ziff. III des gewerbsmässigen Diebst ahls, des einfachen Diebstahls, des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei tungsanlage, der mehrfachen Hehlerei, der Sachentziehung, der mehrfachen Sachbesch ädigung, des mehrfachen und teil- weise versuchten Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Dro hung, der mehrfachen Beschimp- fung, der Hinderung einer Amtshandlung, der Widerhan dlung gegen das Betäubungsmittelge- setz sowie des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln fü r schuldig und verurteilte ihn zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten, davon 12 Monate unbedingt, unter Anrechnung der vom 28. Oktober 2008 bis zum 20. November 2008 (23 Tage), vom 5. Februar 2009 bis zum 4. März 2009 (28 Tage) und vo m 5. bis zum 15. Juni 2009 (11 Tage) ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des Polizeigewahrsams vom 5. Januar 2008 (1 Tag) und vom 9. Juli 2008 (1 Tag) von insgesamt 64 Tagen, bei einer Probezeit von 4 Jahren für den bedingten Teil der Strafe. Zudem sprach das Strafgericht eine bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 20.–, bei einer Probezeit von 4 Jahren, sowie ei ne Busse von CHF 500.– gegenüber A.____ aus. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlu ng der Busse wurde eine Ersatzfrei- heitsstrafe von 5 Tagen ausgesprochen (Ziff. III.1.a des Urteilsdispositivs). Im Fall 6 von der Anklage des Diebstahls eines Laptops und einer Playstation inklusive diverser Spiele, im Fall 27 von der Anklage des einen Deliktsbetr ag von CHF 13'124.95 übersteigenden Diebstahls und der Sachbeschädigung, im Fall 39 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von CHF 16'809.30 übersteigenden Diebstahls, im Fall 88 vo n der Anklage des einen Deliktsbetrag von CHF 431.21 übersteigenden Diebstahls, im Fall 17 vo n der Anklage des Diebstahls eines Herrengilets und einer Werkzeugkiste, im Fall 19 von der Anklage des Diebstahls einer Fahr- zeugapotheke, im Fall 22 von der Anklage des einen Delikt sbetrag von CHF 70.– übersteigen- den Diebstahls, im Fall 54 von der Anklage des Diebstahls eines Spannsets und einer Fotoka- mera sowie im Fall 7 von der Anklage der versuchten Gew alt und Drohung gegen Behörden und Beamte wurde er hingegen freigesprochen (Ziff. III.1.b). Das Verfahren betreffend mehrfa- chen Konsums von Betäubungsmitteln im Zeitraum vor dem 1 1. November 2008 wurde auf- grund des Eintritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt (Ziff.III.1.c). Die gegen A.____ am 28. Dezember 2006 vom Strafbefehlsrichter Basel-Stadt bedingt vollzieh- bar ausgesprochene Gefängnisstrafe von 60 Tagen wurde in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB vollziehbar erklärt (Ziff.III.2.a). Zudem wurde festgestellt, dass die am 19. August 2005 vom Strafgerichtspräsidium Basel-Stadt bedingt vollziehba r ausgesprochene Gefängnisstrafe von 75 Tagen sowie die am 18. Oktober 2006 vom Strafbe fehlsrichter Basel-Stadt bedingt voll- ziehbar ausgesprochene Gefängnisstrafe von 10 Tagen nicht mehr vollziehbar erklärt werden können (Art. 46 Abs. 5 StGB) (Ziff.III.2.b). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinsichtlich der Entscheide bezüglich Anordnung einer Bewä hrungshilfe, des Beschlagnahme- guts sowie der Zivilforderungen kann an dieser Stelle auf die Ziff. III. 3-5 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen werden. Bezüglich der Kosten wurde von der Vorinstanz festgele gt, dass A.____ die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 13'437.70 und eines Anteils von CHF 3'500.– an der Gerichtsgebühr, trägt (Art. 426 Abs. 1 StPO) (Ziff. III.6.a). Das Honorar des amtlichen Verteidigers Advokat Dr. Christian von Wartburg in Höhe von insgesamt CHF 6'533.40 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wurde aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziff. III.6.b). B. Gemäss Ziff. IV desselben Urteils des Strafgerichts vom 1 1. November 2011 wurde B.____ des gewerbsmässigen und teilweise bandenmässigen Diebstahls, des mehrfachen be- trügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der Hehlerei, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen und teilweise versuchten Hausfriedensbruchs, der Gehil- fenschaft zum Angriff, der Widerhandlung gegen das Be täubungsmittelgesetz sowie der einfa- chen und der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsre geln schuldig erklärt und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten, davon 9 Monaten unbedingt, unter Anrechnung der vom 21. bis zum 28. November 2008 ( 8 Tage), vom 4. Februar 2009 bis zum 30. März 2009 (55 Tage) und vom 3. bis zum 12. März 2 010 (10 Tage) ausgestandenen Untersuchungshaft und der vorläufigen Festnahme vom 11. bis zum 13. Januar 2008 (2 Tage) von insgesamt 75 Tagen, bei einer Probezeit von 3 Jahre n für den bedingten Teil der Strafe, sowie zu einer Busse von CHF 60.–. Für den Fall der schuld haften Nichtbezahlung der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag ausgesprochen (Ziff. IV.1.a des Urteilsdispositivs). Im Fall 32 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von CHF 7'100.– übersteigenden Dieb- stahls, im Fall 57 von der Anklage des einen Deliktsbetra g von CHF 2'386.95 übersteigenden Diebstahls, im Fall 62 von der Anklage des einen Deliktsb etrag von CHF 56.– übersteigenden Diebstahls, im Fall 67 von der Anklage des einen Delikts betrag von CHF 32'350.90 überstei- genden Diebstahls, im Fall 75 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von CHF 11'623.45 übersteigenden Diebstahls, im Fall 78 von der Anklage des vollendeten Diebstahls, im Fall 84 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von CHF 14'844.05 übersteigenden Diebstahls, im Fall 40 von der Anklage des Diebstahls einer Videokamera, im Fall 53 von der Anklage des Dieb- stahls eines Laptops sowie im Fall 77 von der Anklage der Widerhandlung gegen das Betäu- bungsmittelgesetz im Sinne der Abgabe von Betäubungsmitt eln wurde B.____ freigesprochen (Ziff. IV.1.b). Das Verfahren betreffend Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch im Fall 67 wurde mangels gültigen Strafantrages und aufgrund des Eintritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt. Das Verfa hren betreffend einfache Verletzung von Verkehrsregeln im Fall 65 der Anklageschrift wurde aufg rund des Eintritts der Verjährung ge- mäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt (Ziff. IV.1.c). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Überdies wurde B.____ in Ziff. IV.3.b dazu verurteilt , C.____ in solidarischer Verbindung mit D.____ und allfälligen weiteren Beteiligten, soweit und im Umfang, in welchem diese ebenfalls haften, Schadenersatz von CHF 229.– zuzüglich 5% Zins seit dem 29. November 2009 sowie eine Genugtuung von CHF 5‘000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 29. November 2009 zu bezah- len. Die Schadenersatz- und Genugtuungsmehrforderungen von C.____ wurden gemäss Art. 126 Abs. 3 StPO auf den Zivilweg verwiesen. Ebenso wurde B.____ dazu verurteilt, C.____ in solidarischer Verbindung mit D.____ und allfälligen weiteren Beteiligten, soweit und im Um- fang, in welchem diese ebenfalls haften, gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Parteientschädi- gung in der Höhe von CHF 6‘648.90 sowie gemäss Art. 13 8 Abs. 2 StPO zu Gunsten der Ge- richtskasse eine Entschädigung im Umfang der Aufwendungen für die unentgeltliche Rechts- pflege im Umfang von CHF 1‘770.10 zu entrichten (Ziff. IV.4.c). Hinsichtlich der Entscheide bezüglich des Beschlagnahmeguts so wie der übrigen Zivilforderun- gen kann an dieser Stelle auf die Ziff. IV.2-4 des vor instanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen werden. Bezüglich der Kosten wurde durch die Vorinstanz angeordnet, dass B.____ die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 15'259.45 und eines Anteils von CHF 4'500.– an der Gerichtsgebühr, trägt (Art. 426 Abs. 1 StPO) (Ziff. IV.4.a). Das Honorar des amtlichen Verteidigers Advokat Roger Wirz in Höhe von insgesamt CHF 19'497.20 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wurde aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziff. IV.4.b). C. Des Weiteren urteilte das Strafgericht Basel-Landschaft am 11. November 2011 ge- genüber den Beschuldigten E.____ (Ziff. I.), F.____ ( Ziff. II.) sowie G.____ (Ziff. V.). Da gegen das vorinstanzliche Urteil bezüglich dieser Beschuldigten innert der massgeblichen Frist von keiner Partei Berufung erklärt wurde, ist dieses in de n betreffenden Ziffern zwischenzeitlich un- angefochten in Rechtskraft erwachsen. D. Gegen dieses Urteil haben Advokat Dr. Christian von War tburg namens und im Auftrag von A.____ mit Eingabe vom 11. November 2011 sowie Advo kat Roger Wirz als Vertreter von B.____ mit Eingabe vom 23. November 2011 die Berufung angemeldet. E. Mit Berufungserklärung vom 12. März 2012 beantragte A. ____ unter o/e-Kostenfolge, (1.) es sei die Berufung gutzuheissen, (2.) es sei der Be rufungskläger in Abänderung des Ur- teils des Strafgerichts vom 11. November 2011 vom Vorwurf der Hinderung einer Amtshandlung im Fall 7 (Eventualsachverhalt der Anklage, Urteil S. 1 06, Ziff. 4.4) freizusprechen, (3.) es sei der Berufungskläger lediglich zu einer bedingt vollzieh baren Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu verurteilen, (4.) es sei in Abänderung des strafgerichtli chen Urteils die Strafe des Strafbefehls- richters Basel-Stadt vom 28. Dezember 2006 zufolge zwische nzeitlichen Ablaufs der Frist ge- mäss Art. 46 Abs. 5 StGB aus formellen Gründen für nich t vollziehbar zu erklären und (5.) es sei dem Berufungskläger auch für das zweitinstanzliche Verfa hren die amtliche Verteidigung zu bewilligen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ beantragte mit Berufungserklärung vom 12. März 2 012, in Abänderung des vorinstanz- lichen Urteils sei der Berufungskläger vom Vorwurf der G ehilfenschaft zum Angriff im Fall C.____ kostenlos freizusprechen (a.). Demzufolge seien d ie Begehren um Zusprechung von Schadenersatz, Genugtuung und Ausrichtung einer Parteie ntschädigung an C.____ abzuwei- sen (b.). In Abänderung des vorinstanzlichen Erkenntnisse s sei B.____ zu einer bedingt voll- ziehbaren Freiheitsstrafe von 12 Monaten, eventualiter bei Aufrechterhaltung des Schuld- spruchs wegen Gehilfenschaft zum Angriff, zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu ei ner Busse von CHF 60.– zu verurteilen (c.). Mit Eingabe vom 15. Juni 2012 reichten sowohl A.____ wie auch B.____ ihre Berufungsbe- gründungen ein. F. Die Staatsanwaltschaft, Hauptabteilung Arlesheim, ihr erseits hat das Rechtsmittel der Berufung nicht ergriffen und auch keine Anschlussberufun g erklärt. In ihrer Berufungsantwort vom 20. August 2012 beantragte die Staatsanwaltschaft d ie vollumfängliche Abweisung sowohl der Berufung des Beschuldigten A.____ als auch derjenigen des Beschuldigten B.____. G. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügungen der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts betrifft, wurde dem Beschuldigten A .____ mit Verfügung vom 18. Juni 2012 die amtliche Verteidigung mit Advokat Dr. Christian von Wartburg für das kantonsgerichtli- che Verfahren bewilligt. Mit Verfügung vom 24. August 2012 wurde die Beendigung des Man- datsverhältnisses zwischen Advokat Roger Wirz und dem Beschul digten B.____ zur Kenntnis genommen. Dem Beschuldigten wurde Frist gesetzt, um eine neue Verteidigung zu bezeichnen und diese dem Kantonsgericht mitzuteilen. Gleichzeitig wurde in Aussicht gestellt, dass die Ver- fahrensleitung des Kantonsgerichts dem Beschuldigten eine neue Verteidigung bestellen wird, sollte bis zum festgelegten Termin keine weitere Mitteil ung seitens des Beschuldigten eintref- fen. Da sich der Beschuldigte passiv verhielt, wurde mit k antonsgerichtlicher Verfügung vom 12. September 2012 in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 l it. a StPO eine amtliche Verteidigung für den Beschuldigten B.____ angeordnet. Als amtliche Verteidigerin wurde Advokatin Michelle Wahl eingesetzt. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 6. November 2012 der Antrag von Ad- vokatin Michelle Wahl, sie sei mit sofortiger Wirkung aus dem amtlichen Verteidigungsmandat mit B.____ zu entlassen, abgewiesen. H. Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Kantonsg ericht, Abteilung Strafrecht, er- scheinen A.____ mit seinem amtlichen Verteidiger Advoka t Dr. Christian von Wartburg, B.____ mit seiner amtlichen Verteidigerin Advokatin Michelle Wahl sowie H.____ als Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die beiden Beschu ldigten halten an den bereits gestell- ten Anträgen fest, wobei Advokat Dr. Christian von Wa rtburg die Ziff. 3 seiner mit Berufungser- klärung vom 12. März 2012 gestellten Anträge mit einem Eventual- und einem Subeventualan- trag ergänzt und neu beantragt, es sei der Berufungskl äger A.____ in Abänderung des Urteils Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Strafgerichts vom 11. November 2011 lediglich zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstra- fe von 12 Monaten zu verurteilen, eventualiter zu einer bedingten Strafe von 23 Monaten, sube- ventualiter zu einer Strafe von 23 Monaten, davon 11 Monate unbedingt. Auf die Aussagen der zur Sache und zur Person eingehend befragten Berufungskläger sowie auf die Plädoyers der amtlichen Verteidigungen und der Staatsanwaltschaft wird im Übrigen, soweit erforderlich, nachfolgend in den Erwägungen eingegangen. Erwägungen I. Formelles 1. Zuständigkeit und Eintreten Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 11. Nov ember 2011 ist demgemäss mit Be- rufung anfechtbar. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Straf- recht, zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgeset zes vom 12. März 2009 zur Schweizeri- schen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Legitimation des Beschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Im Umfang der Anfechtung unterliegt das erstinstanzliche Urteil einer umfas- senden Neuüberprüfung. Die Kognition des Berufungsgerichts ist gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht einge schränkt (E UGSTER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 398 N 1). Gemäss Art. 398 Abs. 3 lit . a StPO können zunächst Rechtsverlet- zungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Er messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, gerügt werden. Lit. b sieht die unvollständige oder unrichtige Feststel- lung des Sachverhalts und lit. c schliesslich die Unangemessenheit als Berufungsgrund vor. Zunächst ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht in nert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftl iche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO). Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entschei- dungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Vorliegend haben beide Berufungskläger fristgerecht die Berufung angemeldet (A.____ mit Ein- gabe vom 17. November 2011, B.____ mit Eingabe vom 23. November 2011). Das vorinstanzli- che Urteil wurde den Beschuldigten in der Folge am 20. Februar 2012 schriftlich begründet mit- geteilt, woraufhin sie mit ihren Eingaben vom jeweils 12. März 2012 die Berufungserklärung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht beim Kantonsgericht einreichten. Beide Berufungen sin d somit rechtzeitig und formgerecht er- hoben worden (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Das angef ochtene Urteil stellt ein taugliches An- fechtungsobjekt dar, die von den Berufungsklägern erhobenen Rügen sind zulässig und sie sind ihrer Erklärungspflicht nachgekommen, weshalb auf beide Berufungen einzutreten ist. 2. Gegenstand der Berufungen Die Berufung des Beschuldigten A.____ beschränkt sich auf die rein rechtlichen Fragen, ob der vom Beschuldigten zugestandene Anklagesachverhalt im Fal l 7 (Faszikel Nr. 010 08 281) den Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung erfüllt sowie, ob die Widerrufsfrist der am 28. Dezember 2006 vom Strafbefehlsrichter Basel-Stadt bedi ngt vollziehbar ausgesprochenen Ge- fängnisstrafe von 60 Tagen zwischenzeitlich abgelaufen ist . Zudem ist Bemessung der Strafe von A.____ mit Berufung angefochten. Gegenstand der Berufung des Beschuldigten B.____ ist d ie vorinstanzliche Verurteilung im Fall der Zusatzanklage vom 18. April 2011 betreffend Gehilfe nschaft zum Angriff sowie die Bemes- sung der Strafe. Hinsichtlich sämtlicher nicht angefochtenen Punkte wird b ereits an dieser Stelle vollumfänglich auf die Ausführungen des Strafgerichts verwiesen. 3. Vorbemerkungen Nachfolgend werden die berufungsweise geltend gemachte n Einwände der Beschuldigten ge- gen das vorinstanzliche Urteil im Einzelnen beurteilt. Im Sinne einer einleitenden Bemerkung ist auf den Grundsatz der freien Beweiswürdigung hinzuweisen, der in Art. 10 Abs. 2 StPO gesetz- lich verankert ist. Danach würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Weder die Anzahl noch die Art der Beweismittel ist m assgebend, sondern allein deren Stichhal- tigkeit. Es besteht keine Rangfolge der Beweise (vgl. R IEDO /FIOLKA /NIGGLI , Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, 2011, S. 37 N 234). II. Materielles 1. Allgemeines Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Fr age stehenden Sachverhalts auf die Be- gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser be ipflichten. Hingegen ist auf neue tat- sächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (B RÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 82 N 9). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. A.____ 2.1 Gemäss dem Strafbefehl des Bezirksstatthalteramts Arlesheim vom 20. November 2008 und der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 27. Ma i 2010 behinderte A.____ am 5. Ja- nuar 2008 die Durchführung einer Personenkontrolle, i ndem er während dieser der mehrmali- gen Aufforderung der anwesenden Polizisten, stehen zu bleiben, nicht nachkam, sondern sich von der Kontrollstelle wegbewegte und auf jugendliche Passanten losrannte. Durch dieses Ver- halten habe er sich einem polizeilichen Befehl widersetz t. Der Sachverhalt gemäss Anklage wird vom Beschuldigten eingestanden (vgl. Protokoll der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, S. 46 f.). Zu prüfen ist nachfolgend, ob der Beschuldi gte durch dieses eingestandene Verhalten den Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB erfüllt. Die Vorinstanz erwog unter Einbezug der bundesgerichtlich en Rechtsprechung (BGE 133 IV 97, E. 6.2.3; BGE 103 IV 247, E. 6), eine straflose S elbstbegünstigung liege namentlich dann nicht mehr vor, wenn der Täter in eine hinreichend konkr etisierte Amtshandlung eingreife und dieser nicht bloss zuvorkomme. Vorliegend sei die Persone nkontrolle bereits im Gange gewe- sen, als sich A.____ gelöst habe und auf eine Gruppe unb ekannter Personen habe losgehen wollen. Somit habe er diese Amtshandlung mit einem a ktiven Verhalten behindert, ohne dass eine straflose Selbstbegünstigung vorliege. Diese Meinung teilt die Staatsanwaltschaft, wobei sie da rauf hinweist, dass sich vorliegend die Amtshandlung nicht in einer Anordnung erschöpft habe, da die mehrmalige Aufforderung der Polizisten, stehen zu bleiben, lediglich eine Teilhandlu ng der Personenkontrolle dargestellt ha- be, welche zudem erst durch das störende Verhalten des Beschuldigten notwendig geworden sei. Dem hält die Verteidigung im Wesentlichen entgegen, der sich nur selbst begünstigende Flüch- tende sei nicht nach Art. 286 StGB zu bestrafen, denn durch das blosse Nichtbefolgen der An- ordnung, sich einer Personenkontrolle zu unterziehen, ha be der Beschuldigte diese nicht be- hindert und das anschliessende Wegrennen sei zufolge Stra flosigkeit der Selbstbegünstigung nicht zu bestrafen. Hinzu komme, dass, sofern sich die Amtsh andlung in einer Anordnung er- schöpfe, in deren blosser Nichtbefolgung grundsätzlich noch kein Hindern liege (vgl. BGE 69 IV 1). Daher sei der Berufungskläger A.____ von diesem Anklagepunkt freizusprechen. 2.2 Gemäss Art. 286 StGB macht sich strafbar, wer einen Bea mten an einer Handlung hin- dert, die innerhalb dessen Amtsbefugnissen liegt. Die a m 4. Januar 2008 durchgeführte polizei- liche Personenkontrolle ist klarerweise als Amtshandlung i. S.v. Art. 286 StGB zu qualifizieren. Ob Massnahmen der Strafverfolgung und Vollstreckung als S elbstbegünstigung (Art. 305 StGB e contrario) straffrei bleiben sollen, wird von Schrift tum und Praxis unterschiedlich beurteilt. Durch das eingestandene Wegrennen von der Polizeikontrol le ist der Beschuldigte von einer konkreten Amtshandlung geflohen, was gemäss der Rechtsprechu ng des Bundesgerichts als Hinderung einer Amtshandlung angesehen wird (vgl. BG E 124 IV 127; 120 IV 136 m.w.N.). Nach der Auffassung des Bundesgerichts erfüllt Flucht als akt ives Verhalten den Tatbestand von Art. 286 StGB, weil die beiden Tatbestände nach der Systematik des Gesetzes verschiede- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne Rechtsgüter (nämlich den Schutz der öffentlichen Ge walt und derjenigen der Strafrechts- pflege) schützten und kriminalpolitische Gründe gegen St raflosigkeit sprächen (vgl. BGE 85 IV 144, 124 IV 130 ff, 129 IV 130 ff.). Die überwiegen de Lehre sieht demgegenüber in der Selbst- begünstigung regelmässig auch eine Hinderung einer Am tshandlung, so dass Art. 286 StGB nicht zusätzlich Anwendung finden könne. Ein von der Str afvereitelung deutlich unterscheidba- res Rechtsgut werde dabei nicht angegriffen. Das form ale bundesgerichtliche Argument, Art. 286 StGB und Art. 305 StGB schützten unterschiedlich e Rechtsgüter, vermöge nicht zu überzeugen, da es in beiden Fällen in nur leicht unter schiedlicher Ausprägung um das Funktio- nieren staatlicher Organe, im Umfeld von Selbstbegünsti gungshandlungen im Rahmen von Strafrecht und Strafprozessrecht, gehe (vgl. T RECHSEL /V EST , a.a.O., Art. 286 N 4). Entgegen der Meinung des Bundesgerichts dürfe die Straflosigkeit der Selbstbegünstigung nicht durch ein (beschränktes) Fluchtverbot unterlaufen werden (vgl. HEIMGARTNER , Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 286 N 12; S TRATENWERTH /B OMMER , Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II, 6. Aufl., § 50 N 12; T RECHSEL /V EST , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommen- tar, Art. 286 N 4). Die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts schliesst sich diesen genannten Lehrmeinun- gen an. Die gegenteilige Ansicht führt zum einen zu fa st unüberbrückbaren Abgrenzungs- schwierigkeiten zwischen Art. 286 StGB und dem Prinzip d er straflosen Selbstbegünstigung (Art. 305 StGB e contrario). Zum andern würde der Ge danke der fehlenden Strafwürdigkeit der Selbstbegünstigung als tragender Pfeiler der Strafre chtsordnung durch die Pönalisierung sol- cher Handlungen durch Art. 286 StGB weitgehend ausgeh ebelt. Hierbei erscheint es als wenig kohärent, zwar einerseits vom Prinzip der straflosen Selb stbegünstigung auszugehen, diese Straflosigkeit indes durch die Bestimmung von Art. 286 StGB weitgehend einzuschränken und jeden Täter gemäss dieser Bestimmung zu bestrafen, de r beispielsweise auf eine Aufforderung eines Beamten hin nicht reagiert oder die Flucht ergreift. 2.3 Nach dem Ausgeführten hat A.____, indem er der Auffo rderung der anwesenden Poli- zisten, stehen zu bleiben, nicht nachkam, sondern sich von der Kontrollstelle wegbewegte und auf jugendliche Passanten losrannte, den Tatbestand von Art. 286 StGB nicht erfüllt, weswegen er – in Gutheissung der Berufung in diesem Punkt – von jenem Vorwurf freizusprechen ist. Sein Verhalten ist vielmehr als straflose Selbstbegünstigung zu qualifizieren. 3. B.____ 3.1 Die Vorinstanz sah den Vorwurf der Zusatzanklageschrift de r Staatsanwaltschaft vom 18. April 2011, wonach der Beschuldigte am 28./29. N ovember 2009 vorsätzlich zu einem An- griff auf einen Menschen, der die Körperverletzung des Angegriffenen zur Folge hatte, Hilfe geleistet habe, als erstellt. Dies ergebe sich namentli ch aus den frühen Aussagen von B.____, den Zeugenaussagen sowie den rechtsmedizinischen Untersuchungen. Der Berufungskläger vertritt demgegenüber die Ansicht, seine Handlungen seien nicht als Ge- hilfenschaft zu qualifizieren. Sie erschöpften sich in dem , was man eine unverfängliche, alltägli- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Handlungsweise nenne. Er habe glaubhaft ausgesagt, d ass er D.____ öfters mit dem Auto irgendwohin gefahren habe. Zudem habe er die zu ihm ins Auto gestiegenen Personen gefragt, was sie vorhätten, wozu er gar nicht verpflichtet gew esen wäre. Selbst die Anklageschrift aner- kenne, dass er von D.____ die Antwort erhalten habe, sie wollten mit C.____ reden. Dass der Berufungskläger später im Auto ziemlich lange habe warte n müssen, sei nicht relevant, weil dies von ihm nicht vorausgesehen worden sei und für die Ausführung der Tat der anderen auch keine Rolle mehr gespielt habe. Die Vorinstanz stütze zu dem ihre Behauptung, der Berufungs- kläger habe eventualvorsätzlich gehandelt, einzig und allein auf seine eigenen Aussagen in der Voruntersuchung. Allerdings seien einzelne Formulierung en aus den Protokollen der Einver- nahmen aus dem Zusammenhang gerissen und die Aussagen n icht als Gesamtes gewürdigt worden. Die Vorinstanz lasse zudem ausser Acht, dass kein Eve ntualvorsatz, sondern lediglich bewusste Fahrlässigkeit vorliege, wenn der Täter einen späteren Erfolgseintritt zwar für möglich halte, jedoch darauf vertraue, dass dieser nicht eintrete. Die Staatsanwaltschaft weist in ihrer Berufungsantwort vom 20. August 2012 sowie in ihrem Plädoyer vor Kantonsgericht darauf hin, dass B.____ aufg rund der gesamten Umstände ernst- haft damit habe rechnen müssen, dass C.____ zusammengeschlagen werde. 3.2 Gemäss Art. 25 StGB ist Gehilfe, wer zu einem Verbrech en oder Vergehen Hilfe leistet. Der Gehilfe fördert in untergeordneter Stellung vorsä tzlich die Vorsatztat eines anderen. Art. 25 StGB setzt nicht voraus, dass es ohne die Hilfeleistung ni cht zur Tat gekommen wäre; es ge- nügt, dass sie, so wie sich die Ereignisse abspielten, das Verbrechen oder Vergehen gefördert hat (BGE 118 IV 312, 117 IV 188, 113 IV 109). Der G ehilfe muss die Erfolgschancen der tatbe- standserfüllenden Handlung erhöhen (BGE 120 IV 272, 1 19 IV 292, 117 IV 186). Die Gehilfen- schaft muss vor oder während der Tat, spätestens bei der Be endigung, geleistet werden (BGE 121 IV 120, 118 IV 312, 106 IV 295). Indem C.____ von mindestens zwei der drei Personen, welche zuvor und danach bei B.____ im Personenwagen mitfuhren, tätlich angegriffen wurde un d dabei Körperverletzungen erlitt, liegt eine rechtswidrig begangene Straftat (Art. 134 StGB) vor. In casu leistete B.____ Hilfe zum An- griff auf C.____, indem er sich als Fluchtwagenfahre r der drei Angreifer betätigte. In dieser Funktion wartete er mit dem Auto in einer Seitenstrasse in der Nähe des Wohnortes des Opfers alleine ca. 1-1.5 Stunden auf die drei Angreifer, um diese dann in den Fluchtwagen einsteigen zu lassen und sich mit ihnen vom Tatort zu entfernen. M it der Vorinstanz ist festzustellen, dass das Fahrzeug von B.____ und dessen Beitrag als Fahrzeugf ührer den Angreifern dahingehend diente, dass sie sich nach der Tat schnell entfernen konnte n, um sich dem Zugriff der allenfalls verständigten Polizei entziehen zu können und sich aus de m Blickfeld von Zeugen zu entfer- nen. Dieser Tatbeitrag erweist sich in objektiver Hinsicht als wesentlich und hat die Erfolgs- chancen des Angriffes erhöht. Der subjektive Tatbestand erfordert den Vorsatz, die Ha upttat zu fördern, wobei Eventualdolus genügt (BGE 132 IV 52, 121 IV 120, 118 IV 312). Der Gehilfe braucht Einzelheiten der Haupttat, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht z.B. Identität des Opfers, Ort und Zeit, Tatmittel, di e nicht zum Tatbestand gehören, nicht zu kennen. B.____ musste – entgegen seiner Einwände – klar gewese n sein, dass C.____ von den drei von ihm in die Nähe dessen Wohnort gefahrenen Personen zusammengeschlagen werden würde. Abzustellen ist in diesem Zusammenhang in erster Linie auf die tatnahen Aussagen von B.____, welche die strafrechtliche Abteilung des Kanto nsgerichts als glaubhaft und hinreichend klar erachtet. Anlässlich der Einvernahme vom 3. März 2010 gab B.____ auf die offen formulier- te Frage, wie sich die ganze Sache abgespielt habe, z u Protokoll: "Danach traf ich mich vor Mitternacht in Münchenstein, Mc Donalds-Parkplatz, mit H._ ___. Wir wollten uns ein bisschen unterhalten. H.____ sagte mir, ich soll mit dem Auto i n einer Seitenstrasse in der Nähe des Wohnortes von C.____ warten. H.____ sagte mir, dass C. ____ bald nach Hause kommt. Ich ahnte Schlimmes, ich wusste es sogar, dass C.____ unter d ie Räder kommen wird" (act. 675). In derselben Befragung vom 3. März 2010 sagte der Beschu ldigte: "Ich habe einfach vermutet, dass es um eine Abrechnung geht. Ich habe ja gewusst, dass a uf C.____s Heimkehr gewartet wurde" (act. 677). Die Richtigkeit dieser Aussagen bestä tigte der Beschuldigte nicht nur mit seiner Unterschrift am Ende der betreffenden Einvernahm e, sondern auch anlässlich der fol- genden Befragung vom 4. März 2010, indem er ausdrückli ch deklarierte, dass die Aussagen vom 3. März 2010 korrekt protokolliert worden seien (act . 705). Im Rahmen der Einvernahme vom 4. März 2010 sagte der Beschuldigte überdies aus, er habe geahnt, dass C.____ angegrif- fen werde, und erklärte wörtlich: "Ja, ich habe es in Ka uf genommen, dass er verschlagen wer- den könnte" (act. 707). Entgegen den Einwendungen der Verteidigung erfolgten seine Aussa- gen als Antwort auf offene Fragestellungen und sind ke ineswegs aus dem Zusammenhang ge- rissen worden. Aus den Depositionen des Beschuldigten ist des Weiteren ersichtlich, dass es ihm zum Tatzeitpunkt – entgegen seinen Bekundungen vor Kantonsgericht – schlussendlich egal war, was mit C.____ geschah. So antwortete er auf die Frage, was er gemacht habe, nachdem die drei zurückgekommen seien, dass ihm die gan ze Geschichte einfach am "Arsch" vorbei gegangen sei (Einvernahme vom 3. März 2010, act. 679). Hinzuweisen ist überdies der Vollständigkeit halber auf verschiedene Widersprüche in den Schilderungen von B.____: So gab dieser in den Einve rnahmen vom 3. März 2010 und vom 5. März 2010 an, er habe nach dieser Aktion die beide n Unbekannten aus dem Auto herausge- lassen und D.____ direkt nach Hause – somit nach Liestal – gebracht; anschliessend sei er nach Hause gegangen, wobei er etwas mehr als 30 Min uten nach dem Vorfall zu Hause gewe- sen sei (act. 679 sowie 721). Nachdem ihm in der Befr agung vom 5. März 2010 vorgehalten wurde, dass diese Angaben aufgrund der Natelauswertung nicht stimmen könnten, sagte er abweichend davon aus, es könne sein, dass er alleine oder mit I.____ in Basel etwas gegessen habe (act. 731). D.____ brachte anlässlich der Einverna hme vom 11. März 2010 schliesslich eine dritte Version ins Spiel, wonach er und B.____, n achdem die beiden Unbekannten dem Fahrzeug entstiegen seien, nach Pratteln gefahren und zu zweit bei ihm herumgehangen seien. Um 04.00 Uhr oder 05.00 Uhr habe ihn B.____ dann na ch Hause gefahren (act. 803). Anläss- lich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung gab der B eschuldigte, konfrontiert mit diesen Widersprüchen, zu Protokoll, er wisse noch, dass er mit D.____ zusammen gewesen sei (vgl. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prot. S. 16). Aufzulösen vermochte er diese jedoch nicht ansatzweise. Ein weiterer Widerspruch ist darin zu sehen, dass der Beschuldigte in der ersten Befragung vom 3. März 2010 erklärte, er habe die eine der beiden Personen, welche er zum Ta tort hin und wieder wegfuhr, vom Hören und Sehen her gekannt (act. 675). Demgegenüber gab B. ____ in den späteren Einvernahmen zu Protokoll, er habe die beiden überhaupt nicht gekan nt (z.B. Befragung vom 9. März 2010, act. 775). Ohnehin erscheint die vom Beschuldigten gesch ilderte Version wenig plausibel: Da- von ausgehend, die drei Personen hätten tatsächlich mit C.____ bloss reden wollen, würde es keinen Sinn ergeben, dass B.____ in seinem Auto mitten in einer kalten Novembernacht der- massen lange auf diese warten musste. Die drei Personen hätten sich ohne Probleme allenfalls nach Gesprächsbeendigung wieder mit ihm in Verbindung setzen können. Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte ist nicht daran z u zweifeln, dass B.____ zumindest eventualvorsätzlich als Gehilfe zum Angriff auf C.____ ha ndelte. Seine späteren Depositionen, in welchen er seine früheren Aussagen zunehmend relati vierte, sind als Schutzbehauptungen zu werten. 3.3 Des Weiteren bringt die Verteidigung von B.____ vor, selbst bei einer Verurteilung we- gen Gehilfenschaft zum Angriff erscheine es als unzulässig, den Berufungskläger als blossen Teilnehmer bezüglich der Pflicht zur Bezahlung von Schad enersatz, Genugtuung und Partei- entschädigung gleich wie die Täter zu behandeln. In diesem Zusammenhang ist der Berufungs- kläger B.____ indessen auf die Bestimmung von Art. 50 Ab s. 1 OR hinzuweisen, welche aus- drücklich die solidarische Haftung gegenüber dem Geschädigten festhält, wenn mehrere seinen Schaden gemeinsam verschuldet haben, sei es als Anstifter, Urheber oder Gehilfen. Das erst- instanzliche Urteil ist daher in diesem Punkt nicht zu beanstanden. 3.4 Bei dieser Ausgangslage ist der vorinstanzliche Schuldspruch der Gehilfenschaft zum Angriff zu bestätigen. Dies gilt ebenso für Ziff. 4.c Abs. 2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs, wonach B.____ dazu verurteilt wird, C.____ in solidari scher Verbindung mit D.____ und allfälli- gen weiteren Beteiligten, soweit und im Umfang, in welchem diese ebenfalls haften, gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 6'648.90 und gemäss Art. 138 Abs. 2 StPO zu Gunsten der Gerichtskasse eine Entschädigu ng im Umfang der Aufwendungen für die unentgeltliche Rechtspflege in Höhe von CHF 1'770.10 zu bezahlen. III. Strafzumessung 1. Allgemeines 1.1 Beide Berufungskläger kritisieren schliesslich die vorinstan zliche Strafzumessung, wobei A.____ beantragt, er sei lediglich zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 12 Monaten, eventualiter zu einer bedingten Strafe von 23 Monaten, subeventualiter zu einer Strafe von 23 Monaten, davon 11 unbedingt, zu verurteilen. B.____ ste llt für den Fall der Aufrechterhaltung des Schuldspruchs wegen Gehilfenschaft zum Angriff das Beg ehren, er sei in Abänderung des vorinstanzlichen Erkenntnisses zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 60.– zu verurteilen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz nach Ansicht d er strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts die Strafzumessung hinsichtlich beider Beschuldigten prinzipiell richtig durchgeführt hat. So wurden die Strafrahmen der beid en Angeschuldigten jeweils korrekt abge- steckt auf maximal 15 Jahre (Art. 139 Ziff. 2 StGB i.V.m. Art. 49 Abs. 1 StGB) und es wurde auf sämtliche relevanten Kriterien (vgl. Art. 47 StGB) ma ssgeblich und ausreichend eingegangen. Namentlich wurden Verschulden, Vorleben, persönliche Verhältnisse und die Wirkung der Stra- fe auf das Leben der Täter berücksichtigt. Hinsichtlich d es Verschuldens erfolgte eine Beurtei- lung nach den Kriterien der Schwere der Verletzung ode r Gefährdung des betroffenen Rechts- guts, der Verwerflichkeit des Handelns, der Beweggründe und den Zielen des Täters sowie den inneren und äusseren Umständen, nach welchen die Beschul digten in der Lage gewesen wä- ren, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Die von der Vorinstanz im Einzelnen kor- rekt dargelegten Zumessungskriterien (vgl. Urteil der Vo rinstanz, S. 140; bezüglich A.____: S. 148 ff.; bezüglich B.____: S. 153 ff.) werden im Folg enden gleichermassen von der strafrechtli- chen Abteilung des Kantonsgerichts bei der Festlegung de r angemessenen Strafe berücksich- tigt. Nachfolgend wird auf die jeweiligen Angaben zur Person vor Kantonsgericht sowie auf die ein- zelnen zweitinstanzlich vorgebrachten Rügen hinsichtlich der Strafzumessung beider Beschul- digten im Einzelnen eingegangen. 2. A.____ 2.1 Zu seiner Person befragt gibt A.____ anlässlich der Ha uptverhandlung vor Kantonsge- richt zu Protokoll, er wohne nach wie vor mit seinem B ruder und dessen Familie zusammen, wobei er selbst keine Freundin und auch keine Kinder habe. Er arbeite seit einem Monat in ei- nem 80%-Pensum in einer Kaffeebar als "Allrounder Se rvice", habe allerdings noch keinen schriftlichen Vertrag und verdiene etwa CHF 2'200.– br utto monatlich. Zu seinen Kollegen von früher suche er den Kontakt nicht mehr. Nach wie vor konsumiere er Gras und Marihuana (vgl. Prot. S. 6 ff.). 2.2 Hinsichtlich der Strafzumessung bringt A.____ im Wesentl ichen vor, die Vorinstanz habe sein jugendliches Alter sowie seinen Heimaufenthalt während der Jugendzeit, die lange Verfah- rensdauer, die sehr grosse Strafempfindlichkeit aufgru nd drohender ausländerrechtlicher Kon- sequenzen, seine Geständigkeit sowie das ausnahmslose Wo hlverhalten seit den zu beurtei- lenden Straftaten zu wenig stark gewichtet. 2.3 Die Sichtweise der Verteidigung, im vorliegenden Fa ll sei das jugendliche Alter des Be- rufungsklägers A.____ sowie dessen Heimaufenthalt während der Jugendzeit zu wenig berück- sichtigt worden, geht fehl. Wie die Verteidigung selbst einräumt, sind diese Aspekte von der Vorinstanz sehr wohl miteinbezogen worden (vgl. Urtei l des Strafgerichts, S. 151). Eine Pflicht zur genauen Darlegung, welcher Faktor der Strafzumessung sich konkret wie stark ausgewirkt hat, existiert im Rahmen der Strafzumessung nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_360/2011 Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 15. Dezember 2011 E. 3.4.1 m.w.H.), weswegen die betreffende Rüge, ein Faktor sei zu wenig berücksichtigt worden, primär in der Gesamtwürdig ung, ob die vorinstanzlich ausgespro- chene Strafe sich insgesamt als schuldangemessen erweist, zu beurteilen ist. 2.4 Dieselben Überlegungen gelten in analoger Weise für die Rügen, es sei von der Vorin- stanz zu wenig berücksichtigt worden, dass A.____ geständig g ewesen sei, eine besonders grosse Kooperationsbereitschaft an den Tag gelegt habe und sich seit längerer Zeit wohlverhal- ten habe. Auch diese Aspekte hat die Vorinstanz explizit zu Gunsten des Beschuldigten A.____ berücksichtigt (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 152). 2.5 Anzumerken ist hinsichtlich der Geständigkeit, dass in de r Lehre zu Recht aus rechts- staatlichen Gründen eine gewisse Zurückhaltung bei der Berücksichtigung von Geständnissen propagiert wird, weil eine solche Praxis die Entscheidun g, auszusagen oder zu schweigen, be- einflussen kann (vgl. T RECHSEL /A FFOLTER -EIJSTEN , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis- kommentar, 2. Aufl., Art. 47 N 24). Des Weiteren stell t das Wohlverhalten seit der Tat – entge- gen der Ansicht der Verteidigung – in der Regel keine besondere Leistung dar und ist daher grundsätzlich als neutral zu werten (vgl. Urteile 6B_570 /2010 vom 24. August 2010E. 2.5 und 6B_242/2008 vom 24. September 2008 E. 2.1.2). Hinsichtlich der Rüge, das jugendliche Alter von A.____ se i zu wenig berücksichtigt worden, ist darauf hinzuweisen, dass dieser zum Zeitpunkt der Verübung seiner Taten bereits 25-jährig und somit dem Jugendalter schon lange entwachsen war. Im Übr igen hat das Strafgericht das rela- tiv junge Alter zugunsten von A.____ berücksichtigt, allerdings zu Recht nicht im gleichen Mass wie bei den Mitangeschuldigten (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 151). 2.6 Des Weiteren stellt sich die Verteidigung von A.____ a uf den Standpunkt, beim Be- schuldigten bestehe aufgrund drohender ausländerrechtlic her Konsequenzen eine sehr grosse Strafempfindlichkeit, welche von der Vorinstanz nicht b erücksichtigt worden sei. Es sei in der Rechtsprechung und in der Literatur anerkannt, dass die der Schuld angemessene Strafe je nach dem Grad der Strafempfindlichkeit des Täters unte rschiedlich sein könne. Der Umstand, dass in unserem Land Ausländer aufgrund drohender massiver ausländerrechtlicher Konse- quenzen letztlich eine doppelte Bestrafung drohe, müsse zu einer Berücksichtigung dieser As- pekte im Rahmen der Strafempfindlichkeit führen. Dieser Auffassung ist nicht zu folgen. Es ist zwar zutreff end, dass gewisse Täter vom Strafvoll- zug besonders hart betroffen sein können, weshalb eine solche besondere Strafempfindlichkeit im Rahmen der Strafzumessung angemessen zu berücksichtig en ist. Das Bundesgericht hat jedoch ausgeführt, die Strafempfindlichkeit und Straf empfänglichkeit fielen als strafmindernde Strafzumessungsfaktoren nur in Betracht, wenn Abweichu ngen vom Grundsatz einer einheitli- chen Leidempfindlichkeit geboten seien, wie etwa bei Gehirnverletzten, Schwerkranken, unter Haftpsychosen Leidenden oder Gehörlosen. Es gehe darum, Gleichheit in dem Sinne herzustel- len, dass gleiches Verschulden mit einem gleichen Mass an Üb elszuführung geahndet werde. Die Schwere dieses Übels könne auch von der persönlichen Situation des Betroffenen abhän- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6S.9/2004 vom 9. Se ptember 2004 E. 3 sowie 6S.703/1995 vom 26. März 1996 E. c mit Hinweisen; zude m WIPRÄCHTIGER , Basler Kommentar StGB I, 2. Auflage 2007, Art. 47 N 117 ff.). Aus der erwähnten Rechtsprechung des Bundesgerichts und d en von ihr genannten Beispielen ist abzuleiten, dass eine im Rahmen der Strafzumessung st rafmildernd zu berücksichtigende grosse Strafempfindlichkeit nur ganz ausnahmsweise Anwendu ng finden kann. Eine allfällige ausländerrechtliche Folge der Straftat wie die drohen de Wegweisung aus der Schweiz stellt grundsätzlich keinen Grund für die Annahme einer erhöht en Strafempfindlichkeit dar (vgl. Urtei- le des Bundesgerichtes 6B_619/2011 vom 1. November 2011 E. 3, 6B_203/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3.3, 6B_1027/2009 vom 18. Februar 2010 E. 4.1.4 und 4.5, 6B_892/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 3.3; zudem C AVALLO /D ONATSCH , Entwicklungen im Strafrecht, in: SJZ 107/2011 S. 521). Dieser Auffassung ist beizupflichten, denn die Aussprechung einer milderen (und damit eine schuldangemessene Sanktion unterschrei tende) Strafe einzig mit dem Argu- ment, diese würde noch einen Verzicht auf eine fremdenp olizeiliche Massnahme ermöglichen, würde dazu führen, dass gewisse Täter – zur Vermeidung administrativer Sanktionen – weniger hart ins Recht gefasst werden dürften. Ein solches Vorgeh en würde zwangsläufig zu mit dem Gebot der Rechtsgleichheit gemäss Art. 8 der Bundesverfa ssung nicht zu vereinbarenden Un- gleichbehandlungen führen. Die Landesverweisung als Nebenstrafe (Art. 55 aStGB) i st seit der auf den 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches nicht mehr vorgesehen (Ziff. 1 Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 13. Dezember 2002). Der Ent- scheid über eine allfällige Wegweisung des Straftäters ist regelmässig eine Folge der strafrecht- lichen Verurteilung und ergeht erst im Anschluss an diese, wobei die zuständige Behörde nicht ab einer gewissen Strafhöhe die Wegweisung verfügt, so ndern im Einzelfall eine Interessenab- wägung vorzunehmen hat (vgl. hierzu BGE 120 Ib 6 E. 4b). Demnach ist die Frage, ob bzw. wie lange eine verurteilte Person die Schweiz verlassen muss, nunmehr nach dem gesetzgeberi- schen Willen ausschliesslich im verwaltungsrechtlichen Verfahr en zu beurteilen und die Folgen einer Wegweisung auf das Leben des Beschuldigten sind d amit in erster Linie im allfälligen Wegweisungsentscheid selber zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_203/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3). Nach dem Gesagten liegt somit – entgegen der Ansicht de r Verteidigung – beim Beschuldigten keine strafzumessungsrelevante Strafempfindlichkeit vor. 2.7 Schliesslich vertritt A.____ – wie bereits vor Strafgeri cht – die Auffassung, im Rahmen der Strafzumessung hätte die seiner Ansicht nach sehr l ange Verfahrensdauer berücksichtigt werden müssen. Auch wenn vorliegend keine Verletzung des B eschleunigungsgebotes im Sin- ne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorliege, so sei doch zu bed enken, dass der Berufungskläger von Anfang an geständig gewesen sei, seine Taten geschildert und eingeräumt habe. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Vorinstanz hat bezüglich dieses Einwands zutreffend festgehalten, dass die Untersuchung zügig vorangetrieben wurde und die Vielzahl der begang enen Delikte keinen schnelleren Fort- gang erlaubte. Die entstandenen Verzögerungen waren jeweils nicht von langer Dauer und auf- grund der hohen Anzahl an Straftaten sowie Tätern, we lche in verschiedenen Kombinationen delinquierten, sachlich begründet. Überdies hat A.____ mit der Delinquenz während des lau- fenden Verfahrens kein Wohlverhalten gezeigt. Der Ve rteidiger von A.____ legt zudem nicht dar, wodurch konkret das Verfahren unzulässig verzögert wo rden sein soll, womit er seiner Substanziierungspflicht nicht nachkommt. Gesamthaft lie gt demnach keine lange Verfahrens- dauer vor, deren Länge in der Strafzumessung zu Gunsten von A.____ Niederschlag finden müsste. 2.8 Es kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz nach Auff assung der strafrechtli- chen Abteilung des Kantonsgerichts sämtliche Punkte der S trafzumessung vollständig und kor- rekt vorgenommen und die einzelnen Punkte zutreffend zu Gunsten und zu Lasten des Be- schuldigten berücksichtigt hat, worauf verwiesen werden ka nn (vgl. S. 148-153 ff.). Zu Gunsten von A.____ gilt es neu zu berücksichtigen, dass er hinsicht lich des Anklagevorwurfs der Hinde- rung einer Amtshandlung im Berufungsverfahren freizusprechen ist, wobei es sich hierbei aller- dings bloss um einen äusserst untergeordneten Tatvorwurf handelt, dessen Wegfallen in der Strafzumessung in Anbetracht der verbleibenden Delikte nicht zu seinen Gunsten ins Gewicht fällt. 2.9 Bezüglich zweier, allerdings bloss geringfügig ins Gewi cht fallender Punkte, gilt es bei der strafmildernden Berücksichtigung zu Gunsten von A.____ gewisse Vorbehalte anzubringen. Zum einen betrifft dies das Vorhandensein eines gewissen Leichtsinnes seitens der Geschädig- ten, den die Vorinstanz in der nicht getrennten Aufbe wahrung der erbeuteten Tankkarten und den betreffenden PIN-Codes erblickte. Hier gilt es ind essen zu berücksichtigen, dass sich die betreffenden Fahrzeuge nicht auf öffentlichem Grund, sondern in einem umzäunten Werkareal befanden, was das Strafgericht in seinem Urteil auf S. 158 hinsichtlich des Mitbeschuldigten G.____ im Übrigen zutreffend festhielt. Zum andern berücksichtigte die Vorinstanz strafmildernd die Bereitschaft von A.____, die gegen ihn gerichteten , begründeten Zivilforderungen an der Hauptverhandlung vor Strafgericht anzuerkennen. In die sem Zusammenhang gilt es jedoch zu bedenken, dass derzeit ungewiss ist, ob es sich hierbei nicht um eine blosse Anerkennung auf dem Papier handelt, der keine effektive spätere Beglei chung dieser Zivilforderungen folgen wird. Gesamthaft sieht das Kantonsgericht indes keinen An lass, von der Beurteilung durch die Vorinstanz abzurücken. 2.10 In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinsta nz ist unter Berücksichtigung aller Aspekte von einer erheblichen kriminellen Energ ie und damit von einem schweren Ver- schulden von A.____ auszugehen. Hierbei gilt es sich insbeson dere die hohe Anzahl Delikte und den langen Zeitraum, über den A.____ diese begi ng (25. Dezember 2007 bis 5. Februar 2009) vor Augen zu führen. Im vorliegenden sehr umfa ngreichen Fallkomplex ist A.____ insge- samt wegen nicht weniger als 11 Einbruchdiebstählen und 13 Diebstählen aus Fahrzeugen schuldig zu sprechen. Der Deliktsbetrag (mindestens CHF 58'000.–), der persönliche Gewinn Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht (CHF 14'000.–) sowie der Sachschaden (CHF 27'000.–) sind allesamt als hoch einzustufen. Zu den Schuldsprüchen bezüglich gewerbsmässigen und einfachen Diebstahls kommt eine Viel- zahl an weiteren, grösstenteils erheblichen Delikten hin zu (mehrfacher betrügerischer Miss- brauch einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfache Hehle rei, Sachentziehung, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfacher und teilweise versuchter Hau sfriedensbruch, mehrfache Dro- hung, mehrfache Beschimpfung, Widerhandlung gegen da s Betäubungsmittelgesetz sowie mehrfacher Konsum von Betäubungsmitteln). Besonders her vorzuheben gilt es zudem, dass der Berufungskläger A.____ über einen langen Zeitraum innerhalb der Gruppierung eine aktive Rolle inne hatte, er einschlägig jugendstrafrechtlich vo rbestraft war (act. 236.1) und die vorlie- genden Delikte trotz zwei noch offenen Probezeiten (zwe ijährige Probezeit des Urteils des Strafbefehlsrichters Basel-Stadt vom 18. Oktober 2006 [10 Tage Gefängnis bedingt] sowie des Urteils des Strafbefehlsrichters Basel-Stadt vom 28. Deze mber 2006 [60 Tage Gefängnis be- dingt]) begangen hat. Bedenklich stimmt des Weiteren d ie Tatsache, dass A.____ insgesamt während des vorliegenden Verfahrens nicht weniger als vi ermal inhaftiert wurde (Polizeige- wahrsam vom 5. Januar 2008, Polizeigewahrsam vom 9. Juli 2008, Untersuchungshaft vom 28. Oktober 2008 bis zum 20. November 2008 sowie Untersuchung shaft vom 5. Februar 2009 bis zum 4. März 2009) und in der Folge jeweils unbeirrt we iter delinquierte. Dies führt zur Erkennt- nis, dass bei ihm eine verfestigte Rechtsfeindlichkeit und Unbelehrbarkeit vorlag. 2.11 Ausgehend von der grundsätzlich zutreffenden Strafzumessu ng der Vorinstanz und un- ter Beachtung der erwähnten Ergänzungen sowie trotz We gfalls des Schuldspruchs hinsichtlich der Hinderung einer Amtshandlung erachtet die strafre chtliche Abteilung des Kantonsgerichts die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe v on 28 Monaten als zwar unter Berück- sichtigung aller Umstände am unteren Rand innerhalb de s Ermessens im Rahmen der Strafzu- messung anzusiedeln, jedoch insgesamt noch als schuldangemessen, weswegen sie zu bestä- tigen ist. Eine Erhöhung des Strafmasses steht mangels B erufung bzw. Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft nicht zur Diskussion (vgl. Art. 391 Abs. 2 und Art. 404 Abs. 1 StPO). Ebenso beizupflichten ist der Vorinstanz hinsichtlich der Gewähru ng des teilbedingten Vollzugs und der Festlegung des unbedingt vollziehbaren Teils der Strafe auf zwölf Monate Freiheitsstrafe, bei einer Probezeit von vier Jahren für den bedingt vollzie hbaren Teil der Strafe, wobei auch dies- bezüglich die strafrechtliche Abteilung des Kantonsger ichts das vorinstanzliche Urteil gegen- über dem Berufungskläger A.____ als wohlwollend und in sgesamt mild erachtet. Im Einzelnen kann hinsichtlich der Prognose im Grundsatz auf die vorins tanzlichen Erwägungen verwiesen werden, welche A.____ gerade noch eine positive Prog nose ausstellten (vgl. Urteil der Vorin- stanz, S. 154). Zu beachten gilt es allerdings, dass der von der Vorinstanz mitberücksichtigte Vollzug einer Vorstrafe von 60 Tagen Gefängnis infolge Widerrufs nach Art. 46 Abs. 1 StGB in casu nicht mehr angeordnet werden kann, da seit dem Ablauf der Probezeit in der Zwischenzeit drei Jahre vergangen sind (vgl. Art. 46 Abs. 5 StGB sowi e hinten Ziff. III.2.13). Diesen Umstand berücksichtigend erhebt die strafrechtliche Abteilung d es Kantonsgerichts ernsthafte Bedenken hinsichtlich einer positiven Bewährungsprognose. Da die Staatsanwaltschaft indes keine Beru- fung bzw. Anschlussberufung erhoben hat, fällt aufgrun d des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) ein höherer unbedingter Ante il hinsichtlich der auszusprechenden Frei- heitsstrafe zum Vornherein nicht in Betracht. Ein mild eres Urteil erscheint jedoch nach Über- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeugung der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgericht s klarerweise nicht als angebracht. Demnach ist die teilbedingt vollziehbare Freiheitsstra fe von 28 Monaten, davon 12 Monate un- bedingt, zu bestätigen. 2.12 Daneben ist aufgrund des Schuldspruchs wegen mehrfacher Be schimpfung zwingend eine Geldstrafe sowie wegen mehrfachen Konsums von Betä ubungsmitteln eine Busse zu ver- hängen. In Anbetracht des Strafrahmens von Art. 177 StG B, der eine Geldstrafe bis zu 90 Ta- gen vorsieht, erweist sich eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen, bei einer Probezeit von 4 Jahren, dem Verschulden von A.____ als angemessen. Schliesslich ist die Busse in der Höhe von CHF 500.– für den mehrfachen Konsum von Betäu- bungsmitteln zu bestätigen. Im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 2.13 Im Ergebnis kann demnach festgehalten werden, dass der Berufungskläger die nach- vollziehbaren Ausführungen und Schlussfolgerungen der Vorinstanz bezüglich der Strafzumes- sung mit seinen Einwänden in keiner Hinsicht zu entkräf ten vermag und auch aufgrund des Wegfalls des Tatbestands der Hinderung einer Amtshandl ung die vorinstanzlich ausgesproche- ne Strafe keineswegs als zu hoch erscheint. 2.14 Hinsichtlich des Widerrufs der am 28. Dezember 2006 vom S trafbefehlsrichter Basel- Stadt bedingt vollziehbar ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 60 Tagen beantragt die Vertei- digung von A.____, es sei die betreffende Strafe zufol ge des zwischenzeitlichen Ablaufs der Frist gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB aus formellen Gründen für nicht vollziehbar zu erklären. In diesem Punkt erweist sich die Berufung von A.____ als b egründet. Denn gemäss der Rege- lung von Art. 46 Abs. 5 StGB darf der Widerruf nicht m ehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen sind. Die Pro bezeit beginnt hierbei für die bedingten Strafen mit der Eröffnung des Urteils zu laufen, das vol lstreckbar wird (vgl. BGE 120 IV 172 E. 2a). Dieses Datum ist daher auch für die Berechnung des Probezeitablaufs und der darauffol- genden Frist von 3 Jahren massgebend (vgl. S CHNEIDER /G ARRÉ , Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 46 N 75 m.w.H.). Bezüglich des A blaufs der Dreijahresfrist ist – entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsantwort vom 20. August 2012 – der heutige Urteilszeitpunkt und nicht etwa derjenige der Vorinstan z entscheidend. Es liegt noch kein rechtskräftiger und vollstreckbarer Entscheid vor, da A.___ _ in diesem Punkt gegen das Urteil des Strafgerichts Berufung erhoben hat. Die Berufung h at jedoch im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO). Dieses Ergebnis ergibt sich aus dem Wortlaut von Art. 46 Abs. 5 StGB, der – anders als etwa Art. 97 Abs. 3 StGB hinsichtlich der Verfolgungsver- jährung – nicht eine Formulierung enthält, wonach ei n Widerruf noch möglich ist, wenn vor Ab- lauf der Frist von 3 Jahren ein erstinstanzliches Urteil e rgangen ist. Daran ändert auch nichts, dass sich aufgrund dieser Regelung ein Berufungskläger unter Umständen durch die Ergreifung des Rechtsmittels über einen Widerruf hinwegretten kan n. Diese – zuweilen unbefriedigende – Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Konsequenz ist de lege lata aufgrund des klaren gesetzli chen Wortlauts als vom Gesetzgeber gewollt hinzunehmen. Da die Probezeit der mit Urteil vom 28. Dezember 200 6 des Strafbefehlsrichters Basel-Stadt ausgesprochenen Vorstrafe am 28. Dezember 2008 endet e, konnte der Widerruf dieser Vor- strafe nur bis zum 28. Dezember 2011 angeordnet werden . Zum heutigen Urteilszeitpunkt ist folglich festzustellen, dass die am 28. Dezember 2006 vom Strafbefehlsrichter Basel-Stadt be- dingt vollziehbar ausgesprochene Gefängnisstrafe von 60 Tagen – aufgrund des zwischenzeitli- chen Ablaufs der 3 Jahresfrist gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB – nicht mehr vollziehbar erklärt wer- den kann. 3. B.____ 3.1 Zu seiner Person befragt gibt B.____ anlässlich der Hau ptverhandlung vor dem Kan- tonsgericht zu Protokoll, er lebe derzeit bei seinem Cousin sowie bei einer Kollegin, deren ge- nauer Nachname und Adresse ihm jedoch unbekannt seien. A b und zu übernachte er auch beim Mitbeschuldigten G.____. Gegenwärtig sei er arb eitslos. Im Sommer habe er 3-4 Monate als Saisonmitarbeiter bei der J.____ AG in K.____ gea rbeitet. Momentan sei er verletzt, wes- wegen er – entgegen seinen ursprünglichen Absichten – noch über keine Profilizenz als Boxer verfüge. Insgesamt habe er CHF 15'000.– private Schulden (vgl. Prot. S. 10 ff.). 3.2 Vorab stellt die strafrechtliche Abteilung des Kanton sgerichts fest, dass hinsichtlich der Strafzumessung von B.____ sich die Erwägungen der Vorin stanz ohne Weiteres als nachvoll- ziehbar und die daraus gezogenen Schlüsse als einleuchte nd erweisen. Die Vorinstanz hat mit Sorgfalt die zu berücksichtigenden Elemente zu Gunsten und zu Lasten von B.____ abgewo- gen. 3.3 Bezüglich zweier, allerdings bloss geringfügig ins Gewi cht fallender Punkte, gilt es bei der strafmildernden Berücksichtigung zu Gunsten von B.____ – wie bereits bei A.____ – gewis- se Vorbehalte anzubringen. Zum einen betrifft dies das Vorhandensein eines gewissen Leicht- sinnes seitens der Geschädigten, den die Vorinstanz in der nicht getrennten Aufbewahrung der erbeuteten Tankkarten und den betreffenden PIN-Codes erblickte. Zum andern berücksichtigte die Vorinstanz strafmildernd die Bereitschaft von B.____ , die gegen ihn gerichteten, begründe- ten Zivilforderungen an der Hauptverhandlung vor Stra fgericht anzuerkennen. Hier gelten die Ausführungen bezüglich A.____ in analoger Weise auch für B.____ (vgl. oben stehend III.2.9). Gesamthaft sieht das Kantonsgericht indes keinen Anlass, von der Beurteilung durch die Vorin- stanz abzurücken, weswegen – unter Beachtung der erwähnte n zwei Anmerkungen – auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 153-157), verwiesen werden kann. Im Folgenden werden daher nur insoweit Ausführungen gemacht, als es aufgrund der Einwendungen der Verteidigung von B.____ erforderlich ist. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Zunächst ist zu konstatieren, dass sich die Einwände der Verteidigung von B.____ erüb- rigen, soweit sich diese auf den Wegfall der Verurtei lung wegen Gehilfenschaft zum Angriff stützen, da die vorinstanzlichen Schuldsprüche hinsichtlich B.____ allesamt zu bestätigen sind. 3.5 Was die weiteren konkreten Rügen der Verteidigung hin sichtlich der Strafzumessung betrifft, so wird vorgebracht, die Vorinstanz habe ein e Strafe verhängt, die lediglich vier Monate über der Grenze zu einer Strafe liege, die noch vollst ändig bedingt hätte ausgesprochen wer- den können. Das Strafgericht vermöge nicht darzutun und begründe auch nicht, weshalb genau diese Strafe von 28 Monaten angemessen sei und eine Str afe von 24 Monaten als ausge- schlossen betrachtet werden müsse. Das Strafgericht kam nach Würdigung aller wesentliche n Umstände zum Schluss, dass eine teilbedingt auszusprechende Freiheitsstrafe von 28 Monat en (9 Monate unbedingt) schuldan- gemessen sei. Die Aussprache einer lediglich bedingten Strafe wurde demnach – angesichts des schweren Verschuldens des Berufungsklägers – nicht in B etracht gezogen. Vor diesem Hintergrund hatte die Vorinstanz keine Veranlassung, we iter darzulegen, weshalb sie unter Be- rücksichtigung sämtlicher Strafzumessungskriterien eine bedi ngt vollziehbare Freiheitsstrafe von maximal 2 Jahren – anstatt der ausgesprochenen von 2 Ja hren und 4 Monaten – nicht als angemessen erachtete. Ohnehin gilt es – wenn wie vorli egend eine teilbedingte Strafe als schuldangemessen erachtet wird – zu berücksichtigen, dass eine solche gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB im Bereich zwischen einem und höchstens drei Jahren a usgesprochen werden kann, weswegen sich die vorliegende Strafe von 28 Monaten – entgegen der Ansicht der Verteidigung – nicht in einem Grenzbereich befindet. 3.6 Weiter stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt , die Strafzumessung der Vorin- stanz sei schon deshalb in unrichtiger Weise erfolgt, wei l diese nicht von einer Einsatzstrafe ausgegangen sei, welche sie in einem zweiten Schritt au fgrund der Tat- und Deliktsmehrheit erhöht habe. Hinsichtlich dieses Einwands trifft zwar zu, dass die Vorin stanz für das schwerste Delikt keine Einsatzstrafe festlegt hat. Insgesamt berücksichtigte sie i n ihrer Strafzumessung jedoch alle relevanten Faktoren, weswegen sich hinreichend nachvollzi ehen lässt, wie sie zu einer (Ge- samt-)Strafe von 28 Monaten, davon 9 Monate unbedingt , gelangte, was nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung als ausreichend anzusehen ist. D as Gericht ist im Rahmen der Strafzumessung grundsätzlich nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungsgründe gewichtet. Überdies ist in casu nicht ersichtlich, inwiefern sich dies zum Nachteil von B.____ ausgewirkt hätte (vgl. U rteile des Bundesgerichts 6B_360/2011 vom 15. Dezember 2011 E. 3.4.1; Urteil 6 B_169/2011 vom 8. Juni 2011 E. 1.3; BGE 136 IV 55 E. 5.6, je mit Hinweisen). Es ist daher vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht ausführte, in welchem zahlen- oder prozentmässigen Umfang sie dem Asperationsprinzip straferhöhend Rechnung getragen hat. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.7 Weiter vertritt die Verteidigung von B.____ zusamme ngefasst die Ansicht, es liege vor- liegend keine klassische Form der Bandenmässigkeit vor und d as Element der Gruppendyna- mik wirke vorliegend letztlich eher entlastend als strafschärfend. Soweit durch diesen Einwand das Vorliegen des Qualifi kationsgrunds der Bandenmässigkeit in genereller Weise in Frage gestellt werden soll, so gi lt es zu beachten, dass von den über den Zeitraum April 2008 bis Februar 2009 bandenmässig ange klagten Diebstählen (versuchte Be- gehung inbegriffen) F.____ und B.____ eine Serie von 26 Taten gemeinsam begingen, wobei auch I.____ in 15 Fällen beteiligt war und er bei e inem weiteren Fall zusammen mit B.____ oh- ne die Beteiligung von F.____ einen Diebstahl beging. In Anbetracht dieser organisatorischen Arbeitsteilung, der Vielzahl und der hohen Kadenz der gemeinsam begangenen Diebstähle muss von einem fest verbundenen und stabilen Team gespr ochen werden, welches sich zur fortgesetzten Verübung einer grösseren Zahl von Diebstäh len zusammengefunden hat. Im Ein- zelnen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vori nstanz zum Qualifikationsmerkmal der Bandenmässigkeit verwiesen werden (vgl. Urteil der Vori nstanz, S. 122-125 f.). Am banden- mässigen Vorgehen von B.____ ist nicht zu zweifeln. Sollte hingegen der Einwand der Verteidigung primär auf eine andere Wertung der Banden- mässigkeit im Rahmen der Strafzumessung zielen, so führte d ie Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung zutreffend aus, das Motiv für das Handeln von B.____ sei in erster Linie darin zu sehen, dass er mit den von ihm begangenen Vermögensde likten zu Geld gekommen sei. Daneben hätten aber auch weitere Faktoren eine Rolle gespielt, insbesondere Gruppendyna- mik, Langeweile, jugendliches Alter und die dafür typi sche Adoleszenzkriminalität – bei B.____ handelt es sich um den jüngsten der fünf Angeklagten – sowie eine nicht einfache Familiensitu- ation. Eine strafschärfende Berücksichtigung des Elemen ts der Gruppendynamik ist – im Ge- gensatz zur Auffassung der Verteidigung – im Rahmen de r vorinstanzlichen Strafzumessung demnach nicht auszumachen. Folglich erweist sich der betre ffende Einwand der Verteidigung als unberechtigt. 3.8 Soweit die Verteidigerin von B.____ im Rahmen ihres Plädoyers die Nichtbeachtung der erhöhten Strafempfindlichkeiten aufgrund ausländerrech tlichen Konsequenzen rügt, kann auf die betreffenden Erwägungen beim Mitangeschuldigten A.____ verwiesen werden, welche ebenso für B.____ gelten (vgl. Ziff. III.2.6). Auch b ei B.____ ist demnach vorliegend nicht von einer zu berücksichtigenden erhöhten Strafempfindlichkeit auszugehen. 3.9 Ebenfalls nicht beigepflichtet werden kann der vorget ragenen Argumentation, wonach das seitherige Verhalten des Berufungsklägers zu wenig zu seinen Gunsten berücksichtigt wor- den sei. Die Vorinstanz hat ausdrücklich festgehalten, dass seit Anfang 2010 von einem Wohl- verhalten von B.____ auszugehen sei. Dies und die von B .____ mittlerweile gezeigte Reue und Einsicht seien zu seinen Gunsten zu werten (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 156). 3.10 Zu guter Letzt wird durch den Berufungskläger B.____ g erügt, die Vorinstanz lasse das jugendliche Alter als entlastendes Moment ausser Acht. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tatsächlich beging B.____ die ersten Delikte, als er no ch nicht 19 Jahre alt war, die anderen zwischen seinem 19. und 20. Lebensjahr. Dieser Umstand wur de von der Vorinstanz indes be- rücksichtigt. So wird sein jugendliches Alter explizit al s ein Motiv für sein Handeln gesehen und dabei der Umstand, dass es sich um den jüngsten der fünf Angeklagten mit einer nicht einfa- chen Familiensituation handelte, hervorgehoben (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 156 f.). 3.11 Was der Berufungskläger B.____ gegen die Strafzumessung serwägungen der Vorin- stanz konkret vorbringt, überzeugt demnach nicht. Aufgru nd der Ausführungen des Beschuldig- ten B.____ vor Kantonsgericht ist ergänzend festzuhalten, dass seine Situation persönlich und beruflich auch zum heutigen Zeitpunkt keinesfalls als g efestigt erscheint. Er übernachtet im Moment unregelmässig bei drei verschiedenen Personen, wo bei es sich bei einer davon erst noch um den Mitbeschuldigten und rechtskräftig verurteil ten G.____ handelt. Schon seit länge- rer Zeit ist er zudem ohne feste Arbeitsstelle. 3.12 Hinsichtlich des Verschuldens gilt es mit der Vorinstanz be sonders hervorzuheben, dass mit knapp CHF 77'000.– ein sehr hoher Deliktsbetrag vor liegt. Ebenso sind der persönlich er- zielte Gewinn von CHF 19'500.– sowie der B.____ zuzuor dnende Sachschaden von CHF 20'000.– von aussergewöhnlich grossem Ausmass. B.____ sind neben neun Einbruch- diebstählen von allen fünf Beschuldigten die meisten F älle von Diebstählen aus Fahrzeugen und damit verbundenen Straftaten zuzuordnen, nämlich de ren 20 (Versuche jeweils inbegrif- fen). Weiter ist festzustellen, dass B.____ im Rahmen dieser Einbrüche und Fahrzeugaufbrüche in der Regel eine sehr aktive Rolle übernahm, was für eine besonders grosse kriminelle Energie spricht. Nebst den Schuldsprüchen bezüglich gewerbsmässigen und teilweise bandenmässigen Diebstahls ist B.____ zudem wegen einer Vielzahl an weit eren gewichtigen Tatbeständen zu verurteilen, nämlich hinsichtlich des mehrfachen betrüge rischen Missbrauchs einer Datenverar- beitungsanlage, der Hehlerei, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen und teilwei- se versuchten Hausfriedensbruchs, der Gehilfenschaft zum An griff, der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der einfachen und der m ehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln. Die grosse kriminelle Energie von B.____ zeigt sich auch darin, dass selbst die Inhaftierung vom 11. Januar 2008 bis zum 13. Januar 2008 sowie eine 8-tägige Untersu- chungshaft (vom 21. bis zum 28. November 2008), welche i nfolge des Einbruchdiebstahls vom 21. November 2008 (Fall 80) angeordnet wurde, ihn nicht von der Begehung weiterer Einbruch- diebstähle abhalten konnte. Überdies beging B.____ die vorliegend zu verurteilenden Straftaten trotz des Vorliegens von mitunter einschlägigen Jugendstra fen (vgl. act. 236.1), welche im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 135 IV 87, E. 4 und 5). Auch aus diesem Umstand ist auf eine substanzielle Rechtsfeind lichkeit und Unbelehrbarkeit von B.____ zu schliessen. 3.13 In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinst anz ist unter Berücksichtigung aller Aspekte von einer erheblichen kriminellen Energ ie und damit von einem schweren Ver- schulden des Berufungsklägers B.____ auszugehen. Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.14 Ausgehend von der grundsätzlich zutreffenden Strafzumessu ng der Vorinstanz kommt die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts zum Schl uss, dass die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe von 28 Monaten zwar am unteren Rand innerhalb des Ermes- sens im Rahmen der Strafzumessung anzusiedeln, jedoch insgesamt noch als schuldangemes- sen zu beurteilen ist. Ebenso beizupflichten ist der Vori nstanz hinsichtlich der Gewährung des teilbedingten Vollzugs und der Festlegung des unbeding t vollziehbaren Teils der Strafe auf 9 Monate Freiheitsstrafe, bei einer Probezeit von 3 Jahr en für den bedingt vollziehbaren Teil der Strafe, wobei auch diesbezüglich die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts das erstin- stanzliche Urteil als gegenüber dem Berufungskläger B.__ __ wohlwollend und milde erachtet. Aufgrund des Verbots der reformatio in peius (vgl. Art. 391 Abs. 2 und Art. 404 Abs. 1 StPO) fällt – analog den Überlegungen bei A.____ – eine sch ärfere Sanktion sowie ein höherer unbe- dingter Anteil hinsichtlich der auszusprechenden Freihei tsstrafe zum Vornherein nicht in Be- tracht (vgl. obenstehend Ziff. III.2.10). Demnach sind die teilbedingt vollziehbare Freiheitsstraf e von 28 Monaten, davon 9 Monate un- bedingt, sowie die Probezeit von 3 Jahren für den bedingten Teil der Strafe zu bestätigen. 3.15 Die Bussenhöhe von CHF 60.– für die Verurteilung weg en einfacher Verletzung von Ver- kehrsregeln ist nicht angefochten und als angemessen eben falls zu bestätigen. Im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Ste lle praxisgemäss eine Ersatzfreiheits- strafe von einem Tag. IV. Kosten Vorliegend ist die Berufung des Beschuldigten A.____ t eilweise gutzuheissen, diejenige des Beschuldigten B.____ hingegen vollumfänglich abzuweisen, wobei die Gutheissung der Beru- fung von A.____ bloss einen untergeordneten Aspekt bet rifft. Es rechtfertigt sich daher, in An- wendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die ordentlichen Kost en des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 9'500.–, beinhaltend eine Urteilsgebüh r von CHF 9'000.– sowie Auslagen von CHF 500.–, im Umfang von CHF 4'200.– zu Lasten des Besch uldigten A.____, im Umfang von CHF 4'750.– zu Lasten des Beschuldigten B.____ und im Umfang von CHF 550.– zu Lasten des Staates auszusprechen. Dem amtlichen Verteidiger Dr. Christian von Wartburg wird für das Berufungsverfahren ein Ho- norar in der Höhe von CHF 3'608.– (inkl. Auslagen) zuzü glich 8% MWSt (CHF 288.65), somit insgesamt CHF 3'896.65, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der amtlichen Verteidigerin Michelle Wahl wird für da s Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 3'345.– (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWSt (CHF 267.60), somit insgesamt CHF 3'612.60, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 11. November 2011, aus- zugsweise lautend: "III. 1. a) A.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des einfac hen Diebstahls, des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der mehrfachen Hehlerei, d er Sach- entziehung, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfa chen und teilweise versuchten Hausfriedensbruchs, der mehrfach en Drohung, der mehrfachen Beschimpfung, der Hinderung e iner Amtshandlung, der Widerhandlung gegen das Betäubungsmi ttel- gesetz sowie des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln schuldig erklärt und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe vo n 28 Monaten, davon 12 Monaten unbedingt , unter Anrechnung der vom 28. Oktober 2008 bis zum 20. Novem- ber 2008 (23 Tage), vom 5. Februar 2009 bis zum 4. März 2009 (28 Tage) und vom 5. bis zum 15. Juni 2009 (11 Tage) ausge- standenen Untersuchungshaft sowie des Polizeigewahrsams vom 5. Januar 2008 (1 Tag) und vom 9. Juli 2008 (1 Tag) von insge- samt 64 Tagen, bei einer Probezeit von 4 Jahren für den bedingten T eil der Stra- fe, zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tag essätzen zu je Fr. 20.-- , bei einer Probezeit von 4 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- , im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 141 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 177 Abs. 1 StGB, Art. 180 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB (teil- weise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 286 StGB, Ar t. 19 Ziff. 1 Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht aBetmG, Art. 19a Ziff. 1 aBetmG, Art. 34 StGB, Art. 40 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. b) A.____ wird im Fall 6 von der Anklage des Diebstah ls eines Lap- tops und einer Playstation inklusive diverser Spiele, im Fall 27 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 13'124.9 5 über- steigenden Diebstahls und der Sachbeschädigung, im Fall 39 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 16'809.30 ü berstei- genden Diebstahls, im Fall 88 von der Anklage des einen Delikts- betrag von Fr. 431.21 übersteigenden Diebstahls, im F all 17 von der Anklage des Diebstahls eines Herrengilets und einer Werk- zeugkiste, im Fall 19 von der Anklage des Diebstahls ei ner Fahr- zeugapotheke, im Fall 22 von der Anklage des einen Deli ktsbe- trag von Fr. 70.-- übersteigenden Diebstahls, im Fall 54 von der Anklage des Diebstahls eines Spannsets und einer Fotokame ra sowie im Fall 7 von der Anklage der versuchten Gewalt und Dro- hung gegen Behörden und Beamte freigesprochen . c) Das Verfahren betreffend mehrfachen Konsum von Betä ubungs- mitteln im Zeitraum vor dem 11. November 2008 wird au fgrund des Eintritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt . 2. a) Die gegen A.____ am 28. Dezember 2006 vom Str afbefehlsrich- ter Basel-Stadt bedingt vollziehbar ausgesprochene Gefän gnis- strafe von 60 Tagen wird in Anwendung von Art. 46 Abs . 1 StGB vollziehbar erklärt. b) Es wird festgestellt, dass die am 19. August 2005 vom Strafge- richtspräsidium Basel-Stadt bedingt vollziehbar ausgespr ochene Gefängnisstrafe von 75 Tagen sowie die am 18. Oktober 2 006 vom Strafbefehlsrichter Basel-Stadt bedingt vollziehbar ausge- sprochene Gefängnisstrafe von 10 Tagen nicht mehr vollzie hbar erklärt werden können (Art. 46 Abs. 5 StGB). IV. 1. a) B.____ wird des gewerbsmässigen und teilweise ba ndenmässi- gen Diebstahls, des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der Hehlerei, der me hrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen und teilweise versuchten Hausfriedensbruchs, der Gehilfenschaft zum Angriff, der Wider- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der einfachen und der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregel n schuldig erklärt und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe vo n 28 Monaten, davon 9 Monaten unbedingt , unter Anrechnung der vom 21. bis zum 28. November 2008 (8 Ta- ge), vom 4. Februar 2009 bis zum 30. März 2009 (55 T age) und vom 3. bis zum 12. März 2010 (10 Tage) ausgestandenen Unter- suchungshaft und der vorläufigen Festnahme vom 11. bis z um 13. Januar 2008 (2 Tage) von insgesamt 75 Tagen, bei einer Probezeit von 3 Jahren für den bedingten T eil der Stra- fe, sowie zu einer Busse von Fr. 60.-- , im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag, in Anwendung von Art. 134 StGB (i.V.m. Art. 25 StGB ), Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 186 StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 90 Ziff. 1 SVG (i.V.m. Art. 41 Ab s. 1 SVG, Art. 31 Abs. 2 lit. a VRV), Art. 90 Ziff. 2 SVG (i. V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG, Art. 34 Abs. 1 und Abs. 4 S VG, Art. 4a Abs. 1 und Abs. 2 VRV, Art. 12 Abs. 1 VRV, Art. 73 Ab s. 6 lit. a SSV), Art. 19 Ziff. 1 aBetmG, Art. 40 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. b) B.____ wird im Fall 32 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 7'100.-- übersteigenden Diebstahls, im Fall 57 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 2'386.95 überste igenden Diebstahls, im Fall 62 von der Anklage des einen Deliktsb etrag von Fr. 56.-- übersteigenden Diebstahls, im Fall 67 vo n der An- klage des einen Deliktsbetrag von Fr. 32'350.90 überstei genden Diebstahls, im Fall 75 von der Anklage des einen Deliktsb etrag von Fr. 11'623.45 übersteigenden Diebstahls, im Fall 78 von der Anklage des vollendeten Diebstahls, im Fall 84 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 14'844.05 übersteigen den Dieb- stahls, im Fall 40 von der Anklage des Diebstahls einer Videoka- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht mera, im Fall 53 von der Anklage des Diebstahls eines L aptops sowie im Fall 77 von der Anklage der Widerhandlung geg en das Betäubungsmittelgesetz im Sinne der Abgabe von Betäu bungs- mitteln freigesprochen . c) Das Verfahren betreffend Entwendung eines Motorfah rzeuges zum Gebrauch im Fall 67 wird mangels gültigen Strafa ntrages und aufgrund des Eintritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt . Das Verfahren betreffend einfache Verletzung von Verke hrsre- geln in Fall 65 der Anklageschrift wird aufgrund des E intritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt . 4. a) B.____ trägt die ihn betreffenden Verfahrensko sten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 15'259.45 und ei nes Anteils von Fr. 4'500.-- an der Gerichtsgebühr (Art. 42 6 Abs. 1 StPO). b) Das Honorar des amtlichen Verteidigers Advokat R. Wi rz in Höhe von insgesamt Fr. 19'497.20 (inkl. Auslagen und Mehrwer tsteuer) wird aus der Gerichtskasse entrichtet. c) In teilweiser Gutheissung des Gesuchs um unentgeltlich e Ver- beiständung wird C.____ mit Wirkung ab 1. September 2 011 die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat A. Sami bewi lligt . Ad- vokat A. Sami wird für die Opfervertretung aus der Geri chtskasse ein Honorar in Höhe von Fr. 1'770.10 (inkl. Auslagen und Mehr- wertssteuer) zugesprochen. B.____ wird dazu verurteilt , C.____ in solidarischer Verbindung mit D.____ und allfälligen weiteren Beteiligten, soweit und im Um- fang, in welchem diese ebenfalls haften, gemäss Art. 43 3 Abs. 1 StPO eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 6'648. 90 und gemäss Art. 138 Abs. 2 StPO zu Gunsten der Gerichtskasse eine Entschädigung im Umfang der Aufwendungen für die une ntgeltli- che Rechtspflege in Höhe von Fr. 1'770.10 zu bezahlen." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschul digten A.____ und in Abweisung der Berufung des Beschuldigten B.____ in de n Ziffern III. 1.a und b sowie III. 2.a und b wie folgt geändert: Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht " III. 1. a) A.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des einfachen Diebstahls, des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der mehrfachen Hehlerei, d er Sach- entziehung, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfach en und teilweise versuchten Hausfriedensbruchs, der mehrfa chen Drohung, der mehrfachen Beschimpfung, der Widerhandlu ng ge- gen das Betäubungsmittelgesetz sowie des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln schuldig erklärt und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten, davon 12 Monate unbedingt , unter Anrechnung der vom 28. Oktober 2008 bis zum 20. Novem- ber 2008 (23 Tage), vom 5. Februar 2009 bis zum 4. M ärz 2009 (28 Tage) und vom 5. bis zum 15. Juni 2009 (11 Tage) ausge- standenen Untersuchungshaft sowie des Polizeigewahrsams vom 5. Januar 2008 (1 Tag) und vom 9. Juli 2008 (1 Tag) von insge- samt 64 Tagen, bei einer Probezeit von 4 Jahren für den bedingten Te il der Stra- fe, zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessä tzen zu je Fr. 20.– , bei einer Probezeit von 4 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 500.– , im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 141 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 177 Abs. 1 StGB, Art. 180 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB (teil- weise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 19 Ziff. 1 a BetmG, Art. 19a Ziff. 1 aBetmG, Art. 34 StGB, Art. 40 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. b) A.____ wird im Fall 6 von der Anklage des Diebs tahls eines Lap- tops und einer Playstation inklusive diverser Spiele, im Fall 27 Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 13'124.9 5 über- steigenden Diebstahls und der Sachbeschädigung, im Fall 39 von der Anklage des einen Deliktsbetrag von Fr. 16'809.30 ü berstei- genden Diebstahls, im Fall 88 von der Anklage des einen Delikts- betrag von Fr. 431.21 übersteigenden Diebstahls, im F all 17 von der Anklage des Diebstahls eines Herrengilets und einer Werk- zeugkiste, im Fall 19 von der Anklage des Diebstahls ein er Fahr- zeugapotheke, im Fall 22 von der Anklage des einen Delikt sbe- trag von Fr. 70.– übersteigenden Diebstahls, im Fall 5 4 von der Anklage des Diebstahls eines Spannsets und einer Fotokame ra sowie im Fall 7 von der Anklage der Hinderung einer Amts- handlung sowie von der Anklage der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte freigesprochen . 2. Es wird festgestellt, dass die am 19. August 2005 vom Strafge- richtspräsidium Basel-Stadt bedingt vollziehbar ausgespro chene Gefängnisstrafe von 75 Tagen, die am 18. Oktober 2006 vom Strafbefehlsrichter Basel-Stadt bedingt vollziehbar aus gespro- chene Gefängnisstrafe von 10 Tagen sowie die am 28. Dezem- ber 2006 vom Strafbefehlsrichter Basel-Stadt beding t voll- ziehbar ausgesprochene Gefängnisstrafe von 60 Tagen in Anwendung von Art. 46 Abs. 5 StGB nicht mehr vollziehbar erklärt werden können." Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 9'500.–, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 9 '000.– sowie Ausla- gen von CHF 500.–, gehen im Umfang von CHF 4'200.– z u Lasten des Be- schuldigten A.____, im Umfang von CHF 4'750.– zu Lasten des Beschuldig- ten B.____ und im Umfang von CHF 550.– zu Lasten de s Staates. Dem amtlichen Verteidiger Dr. Christian von Wartburg wird für das Berufungs- verfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 3'608.– (i nkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWSt (CHF 288.65), somit insgesamt CHF 3'896.65, a us der Gerichts- kasse ausgerichtet. Der amtlichen Verteidigerin Michelle Wahl wird für das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 3'345.– (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWSt (CHF 267.60), somit insgesamt CHF 3'612.60, aus der G erichtskasse ausge- richtet. Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger