<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00126</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220363&amp;W10_KEY=13013483&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00126</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.07.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wegen Scheinehe: Der aus Pakistan stammende Beschwerdeführer hat eine 16 Jahre ältere, in der Schweiz aufenthaltsberechtigte Italienerin geheireitet.] Es sind insbesondere der Altersunterschied von 16 Jahren zwischen den Ehegatten und die Wohnverhältnisse auffällig, zur Erhärtung eines Scheineheverdachts jedoch nicht hinreichend (E. 3.2 und 3.3). Die weiteren zur Erhärtung eines Scheineheverdachts vorgebrachten Indizien erscheinen bei näherer Betrachtung hingegen wenig überzeugend (E. 3.4). Eine Scheinehe ist grundsätzlich durch die Migrationsbehörde nachzuweisen. Vorliegend sind zwar gewisse Indizien für eine Scheinehe vorhanden, gleichwohl ist die Beweislage nicht eindeutig. Eine Scheinehe kann derzeit weder klar verneint noch bejaht werden (E. 3.5). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 51 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=48511" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00126</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. Juli 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B,<br/> beide vertreten durch RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</span></b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I.</b></p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren im Jahr 1984, StaatsangehÃ¶riger von Pakistan, wurde am 16. Dezember 2014 in der Stadt D wegen illegaler Einreise und rechtswidrigem Aufenthalt verhaftet. Das Bundesamt fÃ¼r Migration (BFM, heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) verfÃ¼gte am 17. Dezember 2014 ein bis 24. Dezember 2017 befristetes Einreiseverbot gegen ihn. Im Jahr 2016 heiratete er in Italien die aus der Dominikanischen Republik stammende B, geboren im Jahr 1968, StaatsangehÃ¶rige von Italien. Diese ist seit dem 5. August 2015 im Besitz einer bis 11. Juli 2020 gÃ¼ltigen Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA in der Schweiz. Am 7. MÃ¤rz 2017 hob das Migrationsamt das Einreiseverbot des SEM auf, nachdem es A und B zum Verdacht der Scheinehe befragt hatte, und bewilligte ihm am 9. MÃ¤rz 2017 die Einreise in die Schweiz. Am 26. MÃ¤rz 2017 reiste A in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine bis am 25. MÃ¤rz 2022 befristete Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA.</p> <p class="Urteilstext">Am 13. und 16. MÃ¤rz 2019 liess das Migrationsamt von der Kantonspolizei ZÃ¼rich Kontrollen der ehelichen Wohnung durchfÃ¼hren und befragte die Ehegatten am 27. MÃ¤rz 2019 getrennt voneinander zum Verdacht der Scheinehe. Mit VerfÃ¼gung vom 26. Juli 2019 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A und wies ihn aus der Schweiz weg.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II.</b></p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen am 28. August 2019 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 22. Januar 2020 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III.</b></p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 28. Februar 2020 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 22. Januar 2020 und den Verzicht auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung bzw. deren VerlÃ¤ngerung. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass er zufolge aufschiebender Wirkung der Beschwerde den Beschwerdeentscheid im Kanton ZÃ¼rich abwarten und hier weiterarbeiten dÃ¼rfe, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 3. MÃ¤rz 2020 merkte der AbteilungsprÃ¤sident an, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zukomme, A das Verfahren in der Schweiz abwarten kÃ¶nne und er im Umfang der bisherigen Bewilligung zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit berechtigt sei.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Streitgegenstand bildet der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, welche dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 gestÃ¼tzt auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA) erteilt worden war. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden (vgl. BGE 130 II 113 E. 8 f.; EuGH, 13. Februar 1985, Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985, 567 ff., N. 18 ff.). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Sowohl nach innerstaatlichem Recht (vgl. Art. 51 AIG) als auch nach den freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Regelungen entfÃ¤llt aber ein Aufenthaltsanspruch, wenn dieser rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht wird, namentlich um Vorschriften des AuslÃ¤ndergesetzes und dessen AusfÃ¼hrungsbestimmungen Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen. MissbrÃ¤uchlich ist dabei insbesondere die Berufung auf eine inhaltlose Ehe, die einzig zur Aufenthaltssicherung geschlossen wurde oder aufrechterhalten wird (vgl. BGE 139 II 393 E. 2.1; BGE 130 II 113 E. 9; BGE 127 II 49 E. 4a; BGr, 10. Mai 2017, 2C_1027/2016, E. 3.1). Der Widerruf bzw. das ErlÃ¶schen einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist im FreizÃ¼gigkeitsabkommen nicht geregelt und richtet sich deshalb nach innerstaatlichem Recht; die landesrechtlichen Voraussetzungen zum ErlÃ¶schen oder zum Widerruf dÃ¼rfen aber nicht so ausgestaltet sein, dass sie einen staatsvertraglich gewÃ¤hrleisteten Anspruch auf Aufenthalt vereiteln (BGr, 29. November 2018, 2C_381/2018, E. 5.2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt es in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen (BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3). Weiter kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (vgl. BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2). Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder eine fÃ¼r das eheliche Zusammenwohnen ungeeignete Wohnung bezogen haben wollen (vgl. auch BGr, 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2). Ein starkes Indiz fÃ¼r eine Scheinehe bilden aussereheliche Intimkontakte, zumindest wenn diese Ã¼ber vereinzelte SeitensprÃ¼nge hinausgehen und eine die eheliche Gemeinschaft konkurrenzierende Parallelbeziehung nahelegen (vgl. BGr, 24. Mai 2016, 2C_706/2015, E. 3.2, diesbezÃ¼glich auch publiziert in BGE 142 II 265 und in Praxis 106 [2017] Nr. 10). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Zwar obliegt der Beweis fÃ¼r eine rechtsmissbrÃ¤uchlich geschlossene oder aufrechterhaltene (Schein-)Ehe grundsÃ¤tzlich der BehÃ¶rde. Weisen die Indizien indessen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, obliegt der Gegenbeweis dem betroffenen AuslÃ¤nder (VGr, 21. Februar 2017, VB.2017.00009, E. 4.1.4; VGr, 22. Januar 2014, VB.2013.00586, E. 3.2; vgl. PlÃ¼ss, § 7 N. 28). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen deuten vorliegend insbesondere folgende Indizien auf eine Scheinehe hin: Die Heirat mit einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Person stellte fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 1 die einzige MÃ¶glichkeit fÃ¼r einen legalen Aufenthalt in der Schweiz dar. VerstÃ¤rkt werde dieses Indiz durch den Umstand, dass er sich im Dezember 2014 bereits illegal in der Schweiz aufgehalten habe. Dass er im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung von Italien gewesen sein wolle, Ã¤ndere daran nichts. Sie erlaube ihm keinen dauerhaften Verbleib in der Schweiz und Italien biete jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht nicht dieselben MÃ¶glichkeiten wie die Schweiz. FÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe spreche sodann der Altersunterschied von 16 Jahren und der Umstand, dass die SÃ¶hne der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nur drei und knapp fÃ¼nfeinhalb Jahre jÃ¼nger seien als der BeschwerdefÃ¼hrer 1. Ãusserlich falle der Altersunterschied zwischen den beiden allerdings weniger auf. Ein sehr starkes Indiz fÃ¼r eine AuslÃ¤nderrechtsehe bilde weiter die vorgefundene Wohnsituation. Die Kantonspolizei habe anlÃ¤sslich der Kontrollen der ehelichen Wohnung vom 13. und 16. MÃ¤rz 2019 geschildert, dass die angetroffene Situation nicht den Schluss zulasse, es bestehe eine echte, gelebte eheliche Gemeinschaft. Die Wohnung sei ganz nach dem Geschmack der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eingerichtet gewesen. Es habe vorab nichts darauf hingedeutet, dass sich darin eine mÃ¤nnliche Person aufhalte. In der ganzen Wohnung seien keine Fotos des Ehepaares ersichtlich gewesen. Im Schlafzimmer seien nur Kleider der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 vorhanden gewesen. Beide SchrÃ¤nke im Korridor seien mit ihren Schuhen und Jacken belegt gewesen. Im Badezimmer hÃ¤tten auf den ersten Blick nur Damenkosmetik und Ã¤hnliche Sachen bemerkt werden kÃ¶nnen. Erst bei genauerem Hinsehen habe lediglich eine Dose Rasierschaum und ein Rasierer entdeckt werden kÃ¶nnen. Eine weitere ZahnbÃ¼rste habe sich versteckt auf einer Kommode gegenÃ¼ber dem Waschbecken befunden. MÃ¤nnerduschgel habe keines vorgefunden werden kÃ¶nnen. Im Mietvertrag seien lediglich die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 und ihr Sohn (als BÃ¼rge) aufgefÃ¼hrt gewesen. In dem als GÃ¤stezimmer bezeichneten Zimmer hÃ¤tten zwei Paar Schuhe, ein paar Kleider (Hosen, Hemden, Jacken und UnterwÃ¤sche) sowie ein Computer, der Arbeitsvertrag und ein paar Dokumente des BeschwerdefÃ¼hrers 1 vorgefunden werden kÃ¶nnen. Die VerhÃ¤ltnisse wÃ¼rden nach angeblich zwei Jahren gemeinsamen Haushalts zu der Ãberzeugung fÃ¼hren, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 dort nicht wohne und das GÃ¤stezimmer so eingerichtet worden sei, um den falschen Eindruck zu hinterlassen, dass die Ehegatten zusammenlebten. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 anlÃ¤sslich der zweiten Kontrolle in der Wohnung habe angetroffen werden kÃ¶nnen, kÃ¶nne darauf zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden, dass ihn die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 Ã¼ber die erste Kontrolle informiert habe. </p> <p class="Urteilstext">Zwischen den Ehegatten bestehe zudem eine Sprachbarriere. Es bleibe fraglich, ob der BeschwerdefÃ¼hrer 1 am 25. Januar 2017 tatsÃ¤chlich in Italienisch einvernommen worden sei, zumal die Einwohnerdienste G bei der Anmeldung bemerkt hÃ¤tten, dass es dem Ehepaar schwergefallen sei, sich ohne Ãbersetzer zu unterhalten. AnlÃ¤sslich der AnhÃ¶rung vom 27. MÃ¤rz 2019 habe der BeschwerdefÃ¼hrer 1 auf Aufforderung, sich in Italienisch kurz vorzustellen und eine Geschichte zu erzÃ¤hlen, bloss "Mio Pakistani, io sono A, 3 Anni in Italien" geschrieben. Dass er nicht in der Schule gewesen sei, nur mÃ¼ndlich Italienisch gelernt habe und deshalb nicht mehr habe schreiben kÃ¶nnen, Ã¼berzeuge wenig, zumal der gebildet erscheinende BeschwerdefÃ¼hrer 1 zwei Jahre mit der sehr gut Italienisch sprechenden BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eine eheliche Gemeinschaft gefÃ¼hrt haben wolle. </p> <p class="Erwgung2">Zu bemerken sei ausserdem, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 finanziell eher in prekÃ¤ren VerhÃ¤ltnissen lebe und damit einer Zielgruppe von Personen angehÃ¶re, die vorzugsweise fÃ¼r das Eingehen einer Scheinehe ausgesucht wÃ¼rden bzw. dafÃ¼r empfÃ¤nglich seien. Als weitere Indizien fÃ¼r eine Scheinehe sei der zeitliche Beziehungsablauf sowie die Ungereimtheiten zum Ablauf des Kennenlernens, des Heiratsantrages, der Eheringe, die fehlenden gemeinsamen Freunde, insbesondere die fehlende Kenntnis der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 Ã¼ber den langjÃ¤hrigen Freund, Trauzeugen und jetzigen Arbeitgeber des BeschwerdefÃ¼hrers 1, den spÃ¤rlichen schriftlichen bzw. telefonischen Kontakt zwischen den Ehegatten, trotz der geringen gemeinsamen Freizeit, der Umstand, dass die beiden noch keine gemeinsamen Ferien verbracht hÃ¤tten und der fehlende gemeinsame Auftritt in den Sozialen Medien. Weiter seien ihre fehlenden Kenntnisse Ã¼ber seine Begeisterung fÃ¼r Cricket und seine schulische Ausbildung, sowie seine fehlenden Kenntnisse Ã¼ber ihre Familie und schliesslich der Widerspruch zum Kredit von Fr. 30'000.- fÃ¼r die Anschaffung eines Fahrzeugs zu nennen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 ist rund 16 Jahre jÃ¼nger als seine Ehefrau, was einen nicht unerheblichen Altersunterschied darstellt. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 hatte sich bereits vor seiner Heirat illegal in der Schweiz aufgehalten und die Heirat mit einer hier aufenthaltsberechtigten Person stellte fÃ¼r ihn die einzige MÃ¶glichkeit dar, hier legal Wohnsitz zu nehmen und einem Arbeitserwerb nachzugehen. Entgegen der Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 ist nicht belegt, dass er im Land E Ã¼ber eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gte und in E hÃ¤tte bleiben kÃ¶nnen. Bei der von ihm eingereichten Kopie eines Ausweises handelt es sich nicht um eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung, sondern war die Bewilligung auf sechs Monate befristet und wurde als Aufenthaltszweck "Dublino" (Dublin) genannt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Auch die am 13. und 16. MÃ¤rz 2019 am ehelichen Wohnsitz durchgefÃ¼hrten polizeilichen Wohnungskontrollen brachten einige AuffÃ¤lligkeiten zutage: So war der BeschwerdefÃ¼hrer 1 bei der ersten Kontrolle nicht anwesend. Die BeschwerdefÃ¼hrenden gaben hierzu an, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 zum Kontrollzeitpunkt bei seiner Arbeit befunden habe. Diese Angaben decken sich mit dem von ihnen eingereichten Einsatzplan und erklÃ¤ren somit seine Abwesenheit. Beim zweiten Besuch durch die Kantonspolizei konnte der BeschwerdefÃ¼hrer 1 angetroffen werden. Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht vorbringen, konnte der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nicht wissen, dass und wann ein weiterer Kontrollbesuch stattfinden wird. Seine Ab- bzw. Anwesenheit anlÃ¤sslich der Kontrollen lassen somit nicht darauf schliessen, dass die Ehegatten nicht zusammenwohnen. AuffÃ¤llig ist hingegen der Umstand, dass nur wenige persÃ¶nliche GegenstÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers 1 gefunden wurden. Es mag zutreffen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wie er vorbringt nur wenige Kleider und Hygieneartikel benÃ¶tigt; wie die Vorinstanz indes zu Recht auffÃ¼hrt, erscheint die Menge an persÃ¶nlichen Artikeln doch eher unÃ¼blich. Untypisch fÃ¼r eine gelebte Ehegemeinschaft ist weiter, dass sÃ¤mtliche persÃ¶nlichen GegenstÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers 1 (nebst den Kleidern und Schuhen auch der Laptop und seine Dokumente) nicht im ehelichen Schlafzimmer, sondern im GÃ¤stezimmer aufgefunden wurden. Es wÃ¤re zu erwarten gewesen, dass sich auch im ehelichen Schlafzimmer persÃ¶nliche GegenstÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers 1 befunden hÃ¤tten, zumal die BeschwerdefÃ¼hrenden angeben, nur manchmal aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten getrennt voneinander zu schlafen. AuffÃ¤llig ist weiter, dass der Mietvertrag fÃ¼r die eheliche Wohnung erst am 18. Februar 2020 und damit nach Einleitung des Widerrufsvefahrens vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 mitunterzeichnet wurde. Die WohnverhÃ¤ltnisse vermÃ¶gen nach dem Gesagten zwar nicht zu belegen, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht zusammenleben, erwecken aber auch nicht den Eindruck einer tatsÃ¤chlich gelebten Ehegemeinschaft. Damit sind insbesondere die WohnverhÃ¤ltnisse und der Altersunterschied zwischen den Ehegatten auffÃ¤llig, zur ErhÃ¤rtung eines Scheineheverdachts jedoch nicht hinreichend.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die weiteren zur ErhÃ¤rtung eines Scheineheverdachts vorgebrachten Indizien erscheinen bei nÃ¤herer Betrachtung hingegen wenig Ã¼berzeugend:</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>So ist betreffend die Sprachbarriere festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 bereits vor seiner Heirat etwas Italienisch sprach, da er mehrere Jahre in Italien gelebt hatte. Die BeschwerdefÃ¼hrenden waren denn auch unbestritten in der Lage, sich ohne Ãbersetzer kennenzulernen und den Kontakt in der Folge fortzufÃ¼hren. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 konnte am 25. Januar 2017 auch auf Italienisch durch die Schweizerische Vertretung in Mailand befragt werden. Hinweise, dass es sprachliche Schwierigkeiten gegeben hÃ¤tte oder hierzu ein Dolmetscher eingesetzt wurde, sind dem Befragungsprotokoll keine zu entnehmen. Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht einbringen, kann auch aus seinen fehlende Kenntnissen der italienischen Schriftsprache nicht geschlossen werden, dass sie sich nicht auf Italienisch miteinander unterhalten kÃ¶nnen. Das Schriftbild seiner Muttersprache Urdu unterscheidet sich stark vom italienischen Schriftbild. Auch hat der BeschwerdefÃ¼hrer 1 keine Sprachschule besucht. Es ist daher nachvollziehbar, dass er sich schriftlich nicht sehr gut auf Italienisch auszudrÃ¼cken vermag. Dies erklÃ¤rt im Ãbrigen auch, weshalb sich die Ehegatten nicht sehr hÃ¤ufig Ã¼ber Textnachrichten austauschen. </p> <p class="Einzug1Tab"><b><span>3.4.2</span></b></p> <p class="Erwgung4">Die Ehegatten wurden am 1. Dezember 2016, am 25. Januar 2017 und am 27. MÃ¤rz 2019 durch die Kantonspolizei ZÃ¼rich bzw. die Schweizerische Vertretung in Mailand jeweils parallel befragt. Auch wenn sich ihre Angaben nicht immer deckten, sind ihre Aussagen Ã¼berwiegend stimmig und die meisten WidersprÃ¼che erklÃ¤rbar:</p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>So ist unbestritten, dass sich ihre Angaben Ã¼ber das Kennenlernen und den weiteren Verlauf ihrer Beziehung decken. Auch ist unbestritten, dass die beiden eine intime Beziehung haben. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Die Vorinstanz sieht in den Angaben Ã¼ber den Heiratsantrag WidersprÃ¼che. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe am 1. Dezember 2016 und am 27. MÃ¤rz 2019 angegeben, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 den Heiratsantrag gemacht zu haben, wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer 1 dies am 25. Januar 2017 noch bestÃ¤tigt habe, habe er am 27. MÃ¤rz 2019 dann allerdings zu Protokoll gegeben, er glaube, er habe den Heiratsantrag mit den Worten "meine Liebe ich mÃ¶chte dich heiraten" gemacht. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, dass ihnen nicht die gleiche Frage gestellt worden sei, weshalb auch kein Widerspruch vorliege. Im Januar 2017 sei der BeschwerdefÃ¼hrer 1 gefragt worden, wer genau die Heiratsabsichten bekundet habe, worauf er mit "meine Frau" geantwortet habe. Im MÃ¤rz 2019 sei er hingegen gefragt worden, wer den Vorschlag fÃ¼r die Eheschliessung bzw. den Heiratsantrag gemacht habe. Ãbereinstimmend hÃ¤tten sie schliesslich angegeben, dass die Initiative von der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ausgegangen sei und dass sie nach einem GesprÃ¤ch gemeinsam zum Entschluss gekommen seien, worauf er einen Antrag gemacht habe. Die Aussagen der BeschwerdefÃ¼hrenden sind zwar nicht ganz stimmig, es lÃ¤sst sich jedoch keinen eindeutigen Widerspruch erkennen.</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Betreffend die Eheringe hielt die Vorinstanz fest, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 angegeben habe, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe die Ringe gekauft, sie wisse nicht, wo und wie viel er dafÃ¼r bezahlt habe. Gleichzeitig habe der BeschwerdefÃ¼hrer 2 indes angegeben, sie habe den Ring fÃ¼r ihn und er habe den Ring fÃ¼r sie gekauft. Er wisse nicht mehr, ob sie die Ringe zusammengekauft hÃ¤tten. Entgegen dem Einwand der BeschwerdefÃ¼hrenden lassen ihre Angaben nicht den Schluss zu, dass sie die Ringe gemeinsam gekauft hÃ¤tten. Es ist ihnen damit nicht gelungen, diesen Widerspruch aufzulÃ¶sen. Es ist aber fraglich, ob diesbezÃ¼glich Ã¼berhaupt ein Widerspruch vorliegt. Die Ehegatten tragen beide ihre Eheringe nicht und wissen auch nicht, wo sich diese befinden. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass Ã¼berhaupt keine Ringe ausgetauscht wurden und sie dies nur angegeben hatten, um nicht den Verdacht einer Scheinehe zu erwecken. Auf eine erneute Befragung der beiden kann jedoch in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung verzichtet werden, da sie sich mittlerweile absprechen konnten und ihren Aussagen kein erheblicher Beweiswert zukÃ¤me. Im Ãbrigen hatten sie die MÃ¶glichkeit, sich in den Rechtsmittelverfahren schriftlich dazu zu Ã¤ussern und den Widerspruch aufzulÃ¶sen. Eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs durch die Vorinstanz ist daher nicht ersichtlich. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Die Vorinstanz fÃ¼hrt als weiteres Scheineheindiz auf, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden noch keine gemeinsamen Ferien verbracht hÃ¤tten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, dass diese Feststellung aktenwidrig sei. Sie hÃ¤tten im Mai 2019 Ferien bei der Familie der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in H gemacht. Zudem hÃ¤tten sie im Februar 2020 ein gemeinsames Wochenende in I verbracht und fÃ¼r April 2020 eine gemeinsame Reise in das Land J geplant. Was die Ferien in H betrifft, liegt ein Beleg vom Verkehrsunternehmen K Ã¼ber eine Reise vom 18. Mai 2019 bis 20. Mai 2019 vor. FÃ¼r das Wochenende in Italien haben die beiden einen Hotelbeleg sowie gemeinsame Fotos aus I eingereicht. Auch die geplante Reise in das Land J ist durch die eingereichten elektronischen Tickets bestÃ¤tigt. Zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids war nur die Reise nach H bekannt. Die Ehegatten hielten sich dort auch nur fÃ¼r einen Tag auf. In H leben zudem Verwandte der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 und ist aufgrund seines mehrjÃ¤hrigen Aufenthalts davon auszugehen, dass auch der BeschwerdefÃ¼hrer 1 dort Ã¼ber Bekannte verfÃ¼gt. Dieser Aufenthalt vermag daher noch nicht zu beweisen, dass die beiden gemeinsame Ferien verbracht haben. Mittlerweile haben die BeschwerdefÃ¼hrenden indes ein Wochenendtrip unternommen und eine weitere Reise geplant. Es kann ihnen daher nicht mehr zum Vorwurf gereicht werden, keine Ferien gemeinsam zu verbringen. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Die Vorinstanz sieht einen weiteren Widerspruch in den Angaben betreffend die Aufnahme eines Kredits Ã¼ber Fr. 30'000.- fÃ¼r die Anschaffung eines Fahrzeugs. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe angegeben, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe indirekt fÃ¼r ihn einen Kredit aufgenommen, da er als kurz anwesender AuslÃ¤nder keinen bekommen hÃ¤tte, wogegen die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 beteuert habe, keine Schulden zu haben. Darin ist kein klarer Widerspruch erkennbar, zumal es sich wie die BeschwerdefÃ¼hrenden einwenden um einen Darlehensvertrag handelt und nicht um eine betriebene Forderung. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 diesen Kredit nicht als Schulden genannt hatte. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Als weitere Unstimmigkeit fÃ¼hrt die Vorinstanz auf, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe bei der Frage Ã¼ber die Arbeitssituation der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 lediglich deren 60%-Stelle bei der Praxis L erwÃ¤hnt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe aber gleichzeitig zu Protokoll gegeben, auch bei der Praxis M zu arbeiten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, dass beide Firmen zu derselben Holding gehÃ¶rten und im gleichen GebÃ¤ude angesiedelt seien, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 fÃ¼r dieselbe Firma arbeite und die Behauptung der Vorinstanz somit nicht zutreffe. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben hierfÃ¼r einen Beleg Ã¼ber den Standort der beiden Firmen eingereicht, welcher ihre Angaben bestÃ¤tigt. Soweit in der Antwort des BeschwerdefÃ¼hrers 1 Ã¼berhaupt eine Unstimmigkeit zu sehen ist, handelt es sich zumindest nicht nur um eine untergeordnete. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Im Weiteren fÃ¼hrt die Vorinstanz auf, die BeschwerdefÃ¼hrenden hÃ¤tten keine korrekten Angaben zu den Geschwistern geben kÃ¶nnen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe angegeben, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 drei Schwestern und zwei BrÃ¼der habe, obwohl ihm zufolge er drei Schwestern und nur einen Bruder habe. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe ihren Angaben zufolge zwei BrÃ¼der und vier StiefbrÃ¼der, wobei der BeschwerdefÃ¼hrer 1 gemeint habe, sie habe nur einen Bruder. Diese Antwort sei zwar hinsichtlich der drei im Land N lebenden StiefbrÃ¼der noch erklÃ¤rbar, zumal die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zu Protokoll gegeben habe, sie wisse nicht einmal, ob er von ihnen Kenntnis habe, hingegen nicht in Bezug auf denjenigen, der im Land E lebe. Die BeschwerdefÃ¼hrenden geben betreffend die Geschwister des BeschwerdefÃ¼hrers 1 an, dass es sich um ein MissverstÃ¤ndnis handeln kÃ¶nne. Es kÃ¶nne durchaus sein, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 die Frage so verstanden habe, wie viele Geschwister es inklusive ihrem Ehemann gebe. Auch die Aussage des BeschwerdefÃ¼hrers 1 lasse sich erklÃ¤ren. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe zwei BrÃ¼der, die beide im Land E leben wÃ¼rden. Sie habe aber nur zu einem Kontakt und dieser kenne auch den BeschwerdefÃ¼hrer 1 persÃ¶nlich. Diese ErklÃ¤rungen vermÃ¶gen die Unkenntnis Ã¼ber die FamilienverhÃ¤ltnisse zwar nicht gÃ¤nzlich zu erklÃ¤ren. Ihre Angaben lassen aber auch nicht darauf schliessen, dass die beiden keine Kenntnisse Ã¼ber die Familienmitglieder des anderen Ehegatten haben. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Ferner fÃ¼hrt die Vorinstanz aus, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe nicht die genaue Adresse des Sohns O der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 geben kÃ¶nnen, obwohl er diesen fast tÃ¤glich sehen und eine gute Beziehung unterhalten solle. Auch den Namen von dessen Ehefrau habe er nicht nennen kÃ¶nnen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, dass man auch Leute gut kennen kÃ¶nne, ohne deren Adresse zu kennen, darin sei kein Indiz fÃ¼r eine Scheinehe zu sehen. Die Kantonspolizei habe es sodann unterlassen, den BeschwerdefÃ¼hrer 1 zu fragen, wie die Beziehung zum Stiefsohn im Alltag gelebt werde, wobei die Unklarheiten hÃ¤tten geklÃ¤rt werden kÃ¶nnen. Aus dem Schreiben des Stiefsohns gehe im Ãbrigen hervor, dass er oft bei den BeschwerdefÃ¼hrenden zuhause sei und eine gute Beziehung zum BeschwerdefÃ¼hrer 1 pflege. Es wÃ¤re zwar zu erwarten gewesen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 zumindest die Ortschaft des Wohnortes seines Stiefsohns kennt. Allerdings konnte auch die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 die genaue Adresse ihres Sohns nicht nennen. GemÃ¤ss den Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 besucht sie ihre Schwiegertochter normalerweise am Wochenende, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 begleite sie nicht, da er immer arbeiten mÃ¼sse. Er kenne die Ehefrau ihres Sohns auch nicht. Dies erklÃ¤rt zwar, weshalb er zur Adresse keine Angaben machen konnte, es Ã¼berrascht aber, dass er zu der Schwiegertochter keinen Kontakt pflegt, zumal er unbestritten mit seinem Stiefsohn ein gutes VerhÃ¤ltnis pflegt. Insgesamt spricht dies zwar nicht fÃ¼r eine gelebte Beziehung, lÃ¤sst sich darin aber auch kein klarer Hinweis fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe erkennen.</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Ebenso spricht zwar der Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 den Freund, Trauzeugen und Arbeitgeber P des BeschwerdefÃ¼hrers 1 nicht nÃ¤her kennt, nicht fÃ¼r eine gelebte Beziehung, es ist indes auch nicht unÃ¼blich, dass jeder Ehegatte seine eigenen Freundschaften unterhÃ¤lt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 konnte zumindest den Spitznamen "Ame" des Freundes nennen. Eine Scheinehe vermag auch der fehlende Kontakt zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 und dem Freund des BeschwerdefÃ¼hrers 1 nicht zu belegen.</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Weiter kann auch in den Angaben Ã¼ber das gemeinsame Hobby, das Fernsehschauen, kein klarer Widerspruch gesehen werden. Die Vorinstanz fÃ¼hrte hierzu aus, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe vom grossen Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers 1 am Cricket keine Kenntnis gehabt und er habe behauptet, sie schaue immer gerne Telenovelas, wohingegen sie gemeint habe, keine Telenovelas mehr zu schauen. Was sein Interesse an Cricket angeht, ist die Feststellung der Vorinstanz nicht ganz zutreffend. Zwar hat die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 anlÃ¤sslich der zweiten Befragung angegeben, dass sie nicht wisse, ob er in seinem Land Cricket gespielt habe, er es aber sicher in der Schweiz nicht spiele. Auf die Frage, ob er sich Profi-Ligaspiele ansehe bzw. Fan einer bestimmten Mannschaft sei, und ob er sich fÃ¼r andere Sportarten interessiere, hat sie geantwortet "Er interessiert sich nicht dafÃ¼r". Die zweite Frage bezog sich allerdings auf "andere Sportarten". AnlÃ¤sslich der ersten Befragung wusste die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 hingegen, dass er gerne Cricket spiele und dies sein Hobby sei. Auch betreffend der Telenovelas ist kein Widerspruch erkennbar. Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht einwenden, hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 angegeben, dass sie zurzeit keine Telenovelas schaue, da sie keine passenden gefunden hÃ¤tte. Daraus lÃ¤sst sich nicht schliessen, dass die beiden nie zusammen Telenovelas geschaut haben. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>-<span> </span></span><span>Schliesslich kann auch dem Argument, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 lebe in prekÃ¤ren finanziellen VerhÃ¤ltnissen und gehÃ¶re damit einer Zielgruppe von Personen an, die vorzugsweise fÃ¼r das Eingehen einer Scheinehe ausgesucht wÃ¼rden bzw. dafÃ¼r empfÃ¤nglich seien, nicht gefolgt werden. Wie der Berechnung der Mittellosigkeit der Vorinstanz zu entnehmen ist, verdient die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 monatlich ca. Fr. 4'744.-. Sie war auch nie von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig. Sie ist offensichtlich in der Lage, fÃ¼r ihren Lebensunterhalt selbstÃ¤ndig aufzukommen. Ihre finanzielle Situation lÃ¤sst damit nicht auf eine Scheinehe schliessen. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>Insgesamt weichen die Angaben der Ehegatten lediglich in Bezug auf die ausgetauschten Eheringe in einem wesentlichen Punkt klar voneinander ab. Die weiteren WidersprÃ¼che betreffen hingegen eher untergeordnete Aspekte. Entgegen der vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen haben somit auch die Befragungen der Ehegatten hÃ¶chstens schwache Indizien fÃ¼r eine Scheinehe hervorgebracht. Ansonsten haben die Ehegatten bei ihrer Befragung weitgehend Ã¼bereinstimmende Angaben gemacht und auch einige Details Ã¼bereinander gewusst. So haben die Eheleute Ã¼bereinstimmend angegeben, sich im Sommer 2015 in H kennengelernt zu haben, als die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ihre dort lebende Familie besucht habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe dort gearbeitet und mit einem Landsmann in einer Zweizimmerwohnung gelebt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe ihn anfÃ¤nglich jedes zweite Wochenende und dann jedes Wochenende in H besucht. Im Jahr 2016 hÃ¤tten sie beschlossen zu heiraten. Die Hochzeit fand im September 2016, Ã¼ber ein Jahr nach dem Kennenlernen, in kleinem Rahmen und ohne Austausch von Geschenken statt. Anwesend seien drei Kollegen des BeschwerdefÃ¼hrers 1 und die Mutter sowie der Bruder der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 gewesen. Nach der Trauung fand ein Hochzeitsessen statt. Zudem wurden mehrere Hochzeitsfotos eingereicht. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 trÃ¤gt darauf ein weisses Hochzeitskleid. Die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Hochzeit erscheinen damit nicht sonderlich verdÃ¤chtig. Wie sich aus den Angaben der Ehegatten gegenÃ¼ber der Kantonspolizei ZÃ¼rich erschliesst, haben sie die Feiertage gemeinsam gefeiert. Am Geburtstag des BeschwerdefÃ¼hrers 1 haben die Ehegatten in einem italienischen Restaurant zusammen gegessen und die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 hat ihm ein ParfÃ¼m geschenkt. Auch stimmen die von ihnen angegebenen gemeinsamen AktivitÃ¤ten Ã¼berein. So haben beide angegeben, gemeinsam fernzusehen, Kaffee zu trinken und spazieren zu gehen. Weiter haben beide Ã¼bereinstimmend angegeben, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 im November 2018 notfallmÃ¤ssig nach Pakistan reisen musste, da seine Mutter schwer erkrankt war, und dass er seine Familie regelmÃ¤ssig finanziell unterstÃ¼tzt.<b> </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben auch zahlreiche Fotos eingereicht, worauf sie als Paar erkennbar sind. Ob die Fotos, wie die Vorinstanz vermutet, gestellt sind, lÃ¤sst sich letztlich nicht Ã¼berprÃ¼fen. Gegen diese Vermutung spricht, dass die Fotos bei verschiedenen Gelegenheiten aufgenommen wurden. Auch gegen eine Scheinehe spricht, dass die beiden ein gemeinsames Wochenende in I verbracht und sich ein Hotelzimmer geteilt haben. Sodann wurde Beziehung schriftlich durch Verwandte, Freunde, Nachbarn und durch das Restaurant Q, bei welchem die Ehegatten regelmÃ¤ssig zu Besuch seien, bestÃ¤tigt. </span></p> <p class="Einzug1Tab"><b><span>3.5 </span></b><span>Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass zwar gewisse Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vorhanden sind, insbesondere der grosse Altersunterschied zwischen den Ehegatten, die bei der Wohnungskontrolle vorgefundene Wohnsituation und gewisse Unstimmigkeiten bei ihren Befragungen durch die Kantonspolizei. Gleichwohl ist die Beweislage nicht eindeutig und sind die Verdachtsmomente fÃ¼r eine Scheinehe von den Vorinstanzen zu einseitig ausgelegt worden. Eine Scheinehe kann derzeit weder klar verneint noch bejaht werden. Da eine Scheinehe grundsÃ¤tzlich durch die MigrationsbehÃ¶rde nachzuweisen ist und die derzeitige Indizienlage es nicht rechtfertigt, den BeschwerdefÃ¼hrenden den Gegenbeweis hierfÃ¼r aufzuerlegen, ist die Beschwerde gutzuheissen und das Migrationsamt anzuweisen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Sollten sich inskÃ¼nftig neue Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe ergeben, wÃ¤re eine erneute ÃberprÃ¼fung des Aufenthaltsrechts angezeigt.</span></p> <p class="Erwgung1">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und ist dieser fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zur Bezahlung einer angemessenen ParteientschÃ¤digung zu verpflichten (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss § 17 Abs. 2 VRG ist nur eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen und die entschÃ¤digungsberechtigte Partei hat praxisgemÃ¤ss einen Teil ihrer Kosten selbst zu tragen (vgl. Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich 2014, § 17 N. 63 ff. und 80 f., mit Hinweisen). VergÃ¼tet werden im Sinn des § 17 Abs. 2 Ingress VRG<i> </i>hÃ¶chstens die notwendigen Rechtsverfolgungskosten, decken diese die entstandenen Kosten also meistens nur teilweise. Bei der Festsetzung nach freiem, jedoch pflichtschuldigem Ermessen gilt es auf die Bedeutung der Angelegenheit, die Schwierigkeit des Prozesses, den Zeitaufwand sowie die Barauslagen zu achten. Stets mÃ¼ssen die besonderen VerhÃ¤ltnisse des Einzelfalls berÃ¼cksichtigt werden: namentlich Streitwert, Ausdehnung des Verfahrens und Zahl, Umfang sowie Inhalt der erforderlichen Rechtsschriften, aber etwa auch, ob lediglich Rechtsfragen zu beantworten sind oder zusÃ¤tzlich der Sachverhalt kontrovers ist und ob sich auf einer Weiterzugsstufe die gleichen Fragen stellen wie bei der Vorinstanz. Die prÃ¤sentierte Honorarnote einer Vertretung bedarf dabei hinreichender WÃ¼rdigung (zum Ganzen VGr, 19. November 2014, VB.2014.00509, E. 5.2, und 20. Januar 2012, VB.2011.00742, E. 2.1 Abs. 3 mit Hinweisen; PlÃ¼ss, § 17 N. 63 f., 67 ff., 74â76 sowie 82). Sodann hat die Entscheidinstanz dem Gleichbehandlungsgebot nach Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (SR 101) nachzuleben und in Ã¤hnlich gelagerten FÃ¤llen Ã¤hnlich hohe EntschÃ¤digungen zuzusprechen (vgl. PlÃ¼ss, § 17 N. 63).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Rechtsvertreterin der BeschwerdefÃ¼hrenden hat am 2. MÃ¤rz 2020 eine Kostennote eingereicht, in der sie fÃ¼r ihre Aufwendungen seit Erhalt des Rekursentscheids einen Aufwand von total 30 Stunden und 20 Minuten (14 Stunden und 30 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 300.- und 15 Stunden und 50 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 100.-) ausweist, <span>was einer EntschÃ¤digung von Fr. 6'583.75 (Barauslagen von </span>Fr. 178.05 <span>und Mehrwertsteuer inklusive)</span>. Im Rahmen der Bemessung der ParteientschÃ¤digung gilt es zunÃ¤chst zu berÃ¼cksichtigen, dass die Streitsache weder in rechtlicher noch in tatsÃ¤chlicher Hinsicht besondere Schwierigkeiten aufwies. Auch stellten sich im Beschwerdeverfahren im Wesentlichen dieselben Fragen wie vor der Vorinstanz. Die Rechtsvertreterin <span>hat den BeschwerdefÃ¼hrer 1 auch bereits wÃ¤hrend des Rekursverfahrens vertreten. Demnach war RechtsanwÃ¤ltin C mit dem Sachverhalt vertraut. </span>Die wesentlichen Rechts- und Sachverhaltsfragen stellten sich bereits in Ã¤hnlicher Form vor Rekursinstanz, weshalb nicht nachvollziehbar ist, warum der zeitliche Aufwand im verwaltungsgerichtlichen Verfahren derart hoch sein sollte. <span>Bei gewÃ¶hnlichen FÃ¤llen im AuslÃ¤nderrecht gilt in der Regel ein Ã¼blicher Aufwand von vier bis sechs Stunden als angemessen. Der fÃ¼r das Aktenstudium und fÃ¼r die Ausfertigung der Beschwerdeschrift ausgewiesene Aufwand von fast 29 Stunden erweist sich daher nicht in vollem Umfang als notwendig. Entscheidend gilt es auch </span>zu berÃ¼cksichtigen, dass der obsiegenden Partei in mit den vorliegenden vergleichbaren Streitigkeiten fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren regelmÃ¤ssig eine ParteientschÃ¤digung von rund Fr. 3'000.- zugesprochen wird (vgl. VGr, 13. Januar 2016, VB.2015.00681, Dispositiv-Ziff. 1 und 4). Dies alles vorausgeschickt, ist die ParteientschÃ¤digung im Rahmen der gelebten Praxis fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren auf insgesamt Fr. 3'500.- festzusetzen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 22. Januar 2020 sowie die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 26. Juli 2019 werden aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. <span>Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'070.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'750.- (Mehrwertsteuer inklusive), insgesamt Fr. 3'500.-, zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>