<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">BV.2009.00054</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">IV. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Hurst</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Weibel-Fuchs</font> </p><p><font size="4">Gerichtsschreiber Möckli</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 3. März 2011</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Klägerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Haus zur alten Dorfbank, Dorfstrasse 33, 9313 Muolen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">c/o Allianz Suisse, Lebensversicherungs-Gesellschaft</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Bleicherweg 19, 8002 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beklagte</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Sachverhalt:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. X.___, geboren 1952, war vom 1. Juli 2001 bis am 31. Januar 2002 bei der Firma Y.___ AG mit einem Pensum von 70 % als Sachbearbeiterin im Kundendienst angestellt und damit bei der Sammelstiftung BVG der ELVIA Leben (heute: Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft; nachfolgend: Allianz) vorsorgeversichert (Urk. 2/3-4 und Urk. 7/1-3).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Seit September 2001 arbeitsunfähig, meldete sich die Versicherte am 10. Juni 2002 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Thurgau sprach ihr mit Verfügungen vom 19. August 2005 folgende Renten zu: Bei einem Invaliditätsgrad von 60 % eine halbe Rente vom 1. September 2002 bis 31. Dezember 2003 und eine Dreiviertelsrente vom 1. Januar 2004 bis 31. August 2004 sowie ab 1. September 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 80 % eine ganze Rente (Urk. 2/9-10).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die Allianz ihrerseits legte den Rentenanspruch aus beruflicher Vorsorge entsprechend dem Invaliditätsgrad von 60 % auf Fr. 8'299.20 pro Jahr fest, zahlbar nach Beendigung der Taggeldzahlungen ab 28. September 2003. Ab 1. September 2004 erhöhte sie die Rente auf 100 %, wobei sie für den Erhöhungsteil Leistungen lediglich im Umfang des gesetzlichen Minimums gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) von Fr. 1'184.80 pro Jahr gewährte (Abrechnung vom 31. Januar 2006, Urk. 2/13). In der folgenden Korrespondenz zwischen dem Rechtsvertreter der Versicherten und der Allianz um Fragen im Zusammenhang mit der korrekten Anpassung der Rente an die veschlechterte Erwerbsfähigkeit ab September 2004 hielt die Allianz letztlich an ihrer Abrechnung vom 31. Januar 2006 fest (vgl. Urk. 2/14-17).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Mit Eingabe vom 21. Juli 2009 (Urk. 1) liess X.___ durch Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas Klage gegen die Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft erheben mit folgendem Rechtsbegehren:</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">"1. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die obligatorischen und überobligatorischen Versicherungsleistungen im Umfang von Fr. 13'832.-- pro Jahr fortlaufend - zuzüglich Verzugszins von 5 % für die bisherigen Renten - zu bezahlen. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, in ihrer Vernehmlassung bekannt zu geben, welche Freizügigkeitsleistung sie durch die Verminderung der Rentenleistungen beibehalten hat, bzw. bisher nicht auszahlen wollte.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3. Subeventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die vorerwähnte freigewordene Freizügigkeitsleistung, die sie noch bekanntzugeben hat, an die Beschwerdegegnerin samt 5 % Zins ab Rentenreduktion auszurichten.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Klageantwort vom 28. August 2009 ersuchte die Beklagte um Berichtigung des Rubrums (da nicht die eingeklagte Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft, sondern deren Sammelstiftung BVG passivlegitimiert sei) und um Abweisung der Klage, da kein Raum für höhere Leistungen bleibe (Urk. 6). Mit Verfügung vom 2. September 2009 berichtigte das Gericht die Parteibezeichnung der Beklagten von Amtes wegen und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (Urk. 8). In der Folge hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom 9. November 2009 [Urk. 12], Duplik vom 10. Dezember 2009 [Urk. 15], der Klägerin zugestellt am 16. Dezember 2009 [Urk. 16]). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. Strittig und zu prüfen ist, ob die Klägerin aufgrund der Erhöhung des Invaliditätsgrades von 60 % auf 100 % per 1. September 2004 Anspruch auf die reglementarische (überobligatorische) oder nur auf die auf dem BVG basierende Minimalrente hat. Sollte Letzteres zutreffen, wäre weiter zu prüfen, ob die Klägerin Anspruch auf Auszahlung des überobligatorischen Anteils des Deckungskapitals hat.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Zu Recht nicht mehr strittig ist der klageweise erhobene Vorwurf, die Beklagte habe das Reglement rückwirkend geändert (Urk. 1 S. 3 Ziff. 7), nachdem die Beklagte klargestellt hat, dass das vorliegend anwendbare Reglement bereits bei Eintritt der Beklagten in die Versicherung in Kraft stand (Urk. 6 S. 4 Ziff. 9), und die Klägerin sich in der Replik hierzu nicht mehr äusserte. Nicht strittig sind auch die von der Beklagten festgesetzten Renten in betraglicher Hinsicht. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.1 Im weitergehenden Bereich der beruflichen Vorsorge sind die Vorsorgeeinrichtungen im Rahmen des Gesetzes in der Gestaltung ihrer Leistungen, in deren Finanzierung und in ihrer Organisation frei (Art. 49 BVG). Massgebend ist insoweit - innerhalb der durch Gesetz und verfassungsmässige Grundsätze bestimmten Grenzen - insbesondere die autonome Regelung der Vorsorgeeinrichtung, wie sie in deren Statuten und Reglementen festgehalten ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute Bundesgericht] in Sachen S. vom 20. Dezember 2005, B 85/04, Erw. 1.1). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Das Reglement der Beklagten, gültig ab 1. Januar 2000, (Urk. 7/4) enthält unter dem Titel "Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit/Invalidität (Erwerbsunfähigkeit) in Art. 4.3.1 Abs. 3 folgende Bestimmung: "Erhöht sich der Grad der Invalidität einer nicht mehr bei der Stiftung versicherten Person aufgrund der gleichen Ursache, werden für diese Erhöhung die gesetzlichen BVG-Minimalleistungen erbracht". Damit steht klar und unmissverständlich fest, dass in den Genuss überobligatorischer Leistungen nur Versicherte gelangen sollen, die im Zeitpunkt der Erhöhung ihrer Invalidität noch versichert, d.h. noch in einem Arbeitsverhältnis mit dem angeschlossenen Arbeitgeber standen. Das war bei der Klägerin, deren Arbeitsverhältnis mit der Brigitte-Geschenke AG per 31. Januar 2002 aufgelöst worden war, klarerweise nicht mehr der Fall. Was den Einwand der Klägerin betrifft, sie gelte als Empfängerin von Rentenleistungen weiterhin als bei der Beklagten versichert (Urk. 1 S. 4 oben), kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beklagten betreffend Beginn und Ende der Versicherung mit Hinweisen auf die gesetzlichen (Art. 10 BVG) bzw. reglementarischen (Art. 3.1 Abs. 4 und Art. 3.4 Abs. 7 des Reglements) Bestimmungen verwiesen werden, dem nichts weiter beizufügen ist (Urk. 6 S. 5 Ziff. 2). Die Erhöhung der Invalidenrente per 1. September 2004 um die BVG-Minimalleistung ist somit rechtens.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.2 Ebenso kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beklagten in Bezug auf die beantragte Auszahlung des überobligatorischen Anteils am Deckungskapital verwiesen werden (Urk. 6 S. 6 Ziff. 3). Demgemäss besteht nach Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZG) nach Eintritt des Vorsorgefalles kein Anspruch, auch nicht teilweise, auf eine Austrittsleistung. Soweit die Klägerin Kritik an den gesetzlichen bzw. reglementarischen Regelungen vorbringt (Verletzung der Eigentumsgarantie, der Rechtsgleichheit oder des Äquivalenzprinzips, vgl. Urk. 12 S. 4 f.), zielt diese auf eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen ab und ist daher für die gerichtliche Beurteilung des vorliegenden Falles nicht relevant. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3. Gestützt auf diese Erwägungen erweist sich die Klage in jeder Beziehung als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Klage wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>