B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1785/2016 U r t e i l v o m 1 8 . J a n u a r 2 0 1 7 Besetzung Einzelrichterin Barbara Balmelli, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiberin Michelle Nathalie Nef. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch MLaw Roman Schuler, Rechtsanwalt, Advokatur Kanonengasse, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. Februar 2016 / N (…). E-1785/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess Eritrea gemäss seinen Angaben im März 2013. Am 4. August 2014 reiste er in die Schweiz ein. Gleichentags suchte er um Asyl nach. Am 18. August 2014 wurde er im Empfangs- und Verfah- renszentrum Basel zur Person befragt (BzP). Dabei führte er aus , er sei am Fuss verletzt worden, als er während seiner Inhaftierung in B._______ verhört und geschlagen worden sei. Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 30. November 2015 ver- tieft zu se inen Asylgründen an . Im Wes entlichen machte er geltend, er stamme aus C._______, D._______, nahe der Grenze zum Sudan. In die- ser Gegend würden viele Menschen illegal ausreisen. Der Vater sei Soldat gewesen und seit über zehn Jahren verschollen. Seine ältere Schwester (N […]) lebe in der Schweiz. Zwei jüngere Geschwister würden bei der Mut- ter in C._______ leben. Er habe die Schule bis zur 11. Klasse besucht und noch kein Aufgebot zum Militärdienst erhalten. Zuhause sei es seine Auf- gabe gewesen, mit einem Eselskarren ausserhalb des Wohnortes Wasser zu holen. Etwa Mitte Januar 2013 sei er beim Wasserholen von zwei in Zivil gekleidete Personen angehalten worden. Diese hätten ihm vorgeworfen, Personen illegal über die Grenze zu schleusen. Er sei nach C._______ auf den Polizeiposten gebracht worden. Dort sei er befragt und geschlagen worden. Nach zwei Wochen sei er auf den Polizeiposten in B._______ ver- legt worden. Auch dort sei er befragt und geschlagen worden. Aufgrund der Schläge auf den Rücken habe er Schmerzen im Brustkorb geha bt, Blut spucken müssen und das Essen nicht mehr behalten können. Deshalb sei er ungefähr nach vier Wochen ins Spital verlegt worden. Am dritten Tag sei er aus dem Spital geflohen , als der Wächter für kurze Zeit seinen Platz verlassen habe. B. Mit Verfügung vom 16. Februar 2016 stellte die Vorinstanz fest, der Be- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge- such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll- zug an. C. Mit Eingabe vom 21. März 2016 reichte der Besc hwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigen-E-1785/2016 Seite 3 schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Flücht- lingseigenschaft festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die vorläufige Aufnahme aufgrund der Unzulässigkeit beziehungsweise der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzuord- nen. In prozessualer Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeich- nenden zu bestellen. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. E._______ Heim vom 21. März 2016, Fotos des linken Oberschenkels und des linken Unterschenkels, das Schulzeugnis der neunten Klasse in Kopie sowie eine Fürsorgebestätigung vom 23. Februar 2016 zu den Akten. D. Mit Eingabe vom 23. März 2016 reichte der Beschwerdeführer das Schul- zeugnis der neunten Klasse im Original zu den Akten. E. Mit Verfügung vom 7. Oktober 2016 wies die Instruktionsrichterin die Ge- suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf Er- hebung eines Kostenvorschuss sowie Beiordnung des u nterzeichneten Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand ab. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, bis zum 24. Oktober 2016 einen Kosten- vorschuss in Höhe von Fr. 600.– zu bezahlen. F. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2016 beantragte der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers, die Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2016 sei in Wie- dererwägung zu ziehen und die Gesuche um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung, Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses so- wie Gewährung der unentgeltlichen R echtsverbeiständung seien gutzu- heissen, eventualiter sei eine Notfrist zur Leistung des Kostenvorschusses anzusetzen. G. Am 18. Oktober 2016 leistete der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss fristgerecht. H. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2016 teilte der Beschwerdeführer mit, er E-1785/2016 Seite 4 habe den Kostenvorschuss bezahlt habe, halte aber am Wiedererwä- gungsgesuch fest. I. Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2016 wies die Instruktionsrichte- rin das Gesuch um Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 7. Okto- ber 2016 ab, soweit dieses nicht gegenstandslos geworden ist. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le- gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingerei chte Be- schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend ausgeführt – als offen- sichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Wei- terungen und mit su mmarischer Urteilsbegründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 7 AsylG muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 7 AsylG, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen E-1785/2016 Seite 5 Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). 3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie BVGE 2012/5 E. 2.2). 3.3 Gemäss Art. 54 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden (subjektive Nachfluchtgründe). 4. 4.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Der Beschwerdeführer habe in wesentlichen Punkten de r Asylbegründung vage, unsubstantiiert, realitätsfremd, detailarm und damit insgesamt nicht glaubhaft ausgesagt. Namentlich habe er unterschiedliche Verletzungen infolge der erlittenen Schläge während der Inhaftierung geltend gemacht. Sein Erklärungsver- such im Rahmen des rechtlichen Gehörs , er habe nie von einer Fussver- letzung gesprochen, vermöge nicht zu überzeugen. Sodann habe er die behauptete Festnahme an der Wasserstelle, die anschliessende mehrwö- chige Inhaftierung sowie die Flucht aus dem Spital nur in kurzen und ste- reotypen Sätzen geschildert. Auf die Aufforderungen, ausführlicher zu er- zählen, habe er jeweils nur mit kurzen und detailarmen Sätzen geantwor- tet. Insbesondere zur angeblich mehrwöchigen Haft habe er keine konkre- ten Angaben machen können. Weiter sei es erstaunlich, dass er nicht in der Lage gewesen sei, Näheres zu den angeblich seit Jahren stattfinden- den illegalen Ausreisen über seinen Wohnort zu erzählen. 4.2 Der Beschwerdeführer hält in der Rechtsmitteleingabe an der Glaub - haftigkeit seiner Vorbringen fest und rügt, die Vorinstanz habe den Mass- stab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet, mithin Bundesrecht verletzt. Namentlich habe die Vorinstanz es im R ahmen ihrer Würdigung unterlassen, die traumatisierenden Folgen sowie die Verletzungen der Misshandlungen zu berücksichtigen. E-1785/2016 Seite 6 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung im Einzelnen darge - legt, aus welchen Gründen die Vorbringen des Beschwerdeführe rs ohne Realkennzeichen, vage, unsubstantiiert, realitätsfremd, detailarm und da - mit insgesamt nicht glaubhaft sind. Mit der Vorinstanz ist zunächst festzu- stellen, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen unter- schiedlich zum Grund für die Einlieferung ins Spital äusserte. Bei der Erst- befragung gab er diesbezüglich an, er sei durch die Schläge am Fuss ver- letzt worden (vgl, Akten SEM A3 S. 7). Demgegenüber gab er bei der An- hörung zu Protokoll, die Einweisung sei erfolgt, weil er als Folg e der er - littenen Schläge Blut gespuckt habe (vgl. Akten SEM A16 S. 8). Damit besteht in einem wesentlich en Punkt der Asylbegründung des Beschwerdeführers ein unvereinbarer Widerspruch , welcher der Beschwerdeführer auch im Rahmen der Gewährung des rechtli chen Gehörs nicht aufzulösen vermochte. Sodann ergibt sich diesbezüglich aus den Ausführungen in der Rechtsmittelschrift eine weitere Unstimmigkeit, spricht der Beschwerde führer darin , unter Hinweis auf der Eingabe beigelegte Fotos, von zwischenzeitlich vernarbten Verletzungen am Bein. Der Anlass für die Einweisung ins Spital stellt ein wesentliches Element in den Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers dar. Immerhin wurde er deshalb aus dem Gefängnis ins Spital verlegt und konnte anschliessend von dort aus flüchten. Da der Beschwerdeführer dabei lediglich über selbst Erlebtes zu berichte n hat, dürfen von ihm diesbezüglich ohne weiteres übereinstimmende und mit Realkennzeichen versetzte Aussagen erwartet werden. Nachdem der Besch werdeführer völlig unterschiedliche Gründe für die Überweisung ins Spital anführt, bestehen erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Entgegen seiner Ansicht stellt es sodann einen erheblich en Unterschied dar, ob eine Fuss - oder Beinverletzung am Unter - und Oberschenkel der Anlass bildete. Weiter stellen die Verwendung der indirekten Rede sowie der Vorschlag, den Gummiknüppel zu zeichnen beziehungsweise das Anzeigen dessen Grösse mit den Händen vorliegend in Bezug auf das Glaubhaftmachen keine hinreichenden Realkennzeichen dar. Ebenfalls keine Realkenn - zeichen stellen die in der Eingabe genannten Nebensächlichkeiten dar, wie die engen Raumverhältnisse sowie das nur einmalige Waschen . Weiter legt der Beschwerdeführer auch mit dem nicht nähe r substantiierten Hinweis, die Aussagen zur Verhaftung und Inhaftierung seien kohärent und übereinstimmend sowie dem Wiederholen des aktenkundigen Sachverhalts nicht ansatzweise dar, inwiefern die Vorinstanz im Einzelnen zu Unrecht auf eine Unstimmigkeit geschlossen hat. Solches ist auch nicht ersichtlich. Es ist dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, glaubhaft E-1785/2016 Seite 7 zu machen, dass er aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden ins Spital eingeliefert wurde und von dort fliehen konnte . Demnach ist auch nicht glaubhaft, dass er verhaftet wurde. Dieser Schluss wird weiter dadurch bestärkt, dass die Aussagen zur Festnahme sehr allgemein und stereotyp ausgefallen sind und der Beschwerdeführer trotz mehr maligem Nach - fragen nach den genauen Umständen keine substantiierten und detaillierten Antworten gab (vgl. SEM-Akten A16/18 F 31 ff.). Überdies ist nicht ansatzweise glaubhaft, dass der Beschwerdeführer in B._______ während vier Wochen täglich ohne Pausen von morgens bis abends ge - schlagen wurde. Nachdem es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, seine Vorbringen glaubhaft zu machen, ist den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe, wonach bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen die traumatisierenden Erlebnis se nicht berücksichtigt worden seien, die Grundlage entzogen. Es ist darauf nicht weiter einzu - gehen. Dass der Beschwerdeführer aus einem anderen Grund traumatisiert sein könnte, wird nicht geltend gemacht und solches ergibt sich auch nicht aufgrund der Akten. 4.3 Weiter gelangt d ie Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung auch bezüglich der illegalen Ausreise zum Schluss, diese sei nicht glaubhaft. Den Schilderungen würden jegliche Tiefe und Erlebnisbasiertheit fehlen. Es sei kaum vorstellbar, dass der gesundheitlich angeschlagene Be- schwerdeführer in der angeführten Zeit die Strecke von B._______ nach F._______ habe bewältigen können . Zudem sei die freie Erzählung über den Fussmarsch äusserst knapp, stereotyp, unpersönli ch und detailarm ausgefallen. Auch auf die Aufforderung, die Ausreise detaillierter zu schil- dern, seien die Ausführungen vage und substanzlos geblieben. 4.4 Das Gericht geht mit dem Beschwerdeführer davon aus, dass ein lega- les Verlassen des Landes lediglich m it einem gültigen Reisepass und ei- nem zusätzlichen Ausreisevisum möglich ist, und dass Ausreisevisa bereits seit mehreren Jahren nur noch unter sehr restriktiven Bedingungen und gegen Bezahlung hoher Geldbeträge an wenige als loyal beurteilte Perso- nen ausgestellt werden. Dabei sind Kinder ab elf Jahren, Männer bis zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 47 Jahre grundsätzlich von der Vi- sumserteilung ausgeschlossen. Verschiedentlich gab es auch Zeiten, in welchen überhaupt keine derartigen Dokumente mehr erhä ltlich waren, selbst bei Vorliegen eines gültigen Reisepasses. Obwohl der Beschwerdeführer die wahren Umstände seiner Ausreise of- fensichtlich verheimlicht, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit auf eine E-1785/2016 Seite 8 legale Ausreise schliessen. Sie kann aber auch nicht ausgeschlossen wer- den. Sich einzig auf die notorisch schwierige Ausreise zu berufen, ohne die konkreten Ausreisegründe und -umstände auch nur ansatzweise wider- spruchsfrei und substantiiert darzutun, reicht indes nicht aus. Die Partei wird nämlich auch un ter der in der vorstehenden Erwägung dargelegten Rechtsprechung nicht davon entbunden, subjektive Nachfluchtgründe nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Beweis- und Sub- stantiierungslast gilt von Gesetzes wegen und wird nicht etwa umgekehrt (vgl. Urteile des BVGer E-2008/2016 vom 27. April 2016, D-2119/2016 vom 28. April 2016, E-1705/2016 vom 6. April 2016, E-2511/2015 vom 17. Juni 2015). Im Zusammenhang mit der illegalen Ausreise macht der Beschwerdeführer eine ungewohnte Befragungssituation geltend. Indes unterlässt er es, die- sen Einwand nur schon ansatzweise zu substantiieren. Soweit er sich so- dann auf die traumatisierenden Erlebnisse in der Haft und deren Folgen für die Befragung bezieht, ist unter Verweis auf die vorstehenden Erwägungen darauf nicht weiter einzugehen. Im Übrigen ist es realitätsfremd, dass der Beschwerdeführer in seinem angeschlagenen Zustand und ohne Reisevor- bereitungen zu treffen , zwischen 18.00 und 15.00 Uhr den Weg von B._______ nach F._______ zurückgelegt haben will. Schliesslich ist noch festzuhalten, dass er die Grenzregion aufgrund seines H erkunftsortes umso mehr hätte detailliert beschreiben können müssen, als er sie bereits – wie in der Rechtsmitteleingabe vorgebracht – gut gekannt hat. Die Vo- rinstanz hat somit zutreffend festgestellt, dass die Ausführungen zur illega- len Ausreise insgesamt unglaubhaft sind. 4.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich , dass die Vor - instanz den Massstab des Glaubhaftmachens richtig angewendet hat. Die Rüge erweist sich als unb egründet. Da die Vorbringen des Beschwerde- führers unglaubhaft sind, ist auf die Ausführungen in der Rechtsmittelein- gabe zur geltend gemachten Verletzung von Art. 3 AsylG nicht näher ein- zugehen. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdefüh rer nicht gelungen ist, eine bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Ge- fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu ma- chen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. E-1785/2016 Seite 9 6. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländer- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslände- rinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 6.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen F olter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Weder aus den Akten noch aus der Beschwerde ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Aus- schaffung nach Eritrea dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge- setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 6.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus- länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. In Eritrea herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. Bezüglich der per- sönlichen Situation ist vorauszusetzen, dass begünstigende individuelle Umstände (namentlich ein wirtschaftlich tra gfähiges soziales und familiä-E-1785/2016 Seite 10 res Netz oder andere die wirtschaftliche Integration ermöglichende Fakto- ren) vorliegen (EMARK 2005 Nr. 12 E. 10.5–10.8; zur aktuellen Rechtspre- chung vgl. z. B. Urteile des BVGer E-3834/2016 vom 23. Juni 2016 E. 6.3, E-5237/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 7.2, E -6816/2014 vom 9. Juni 2015). Da die Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu beurteilen sind, fehlt es an der Grundlage zur Annahme einer Re-Traumatisierung so- wie von psychischen Problemen bei der Rückkehr. Beim Beschwerdefüh- rer handelt es sich um einen jungen und – soweit den Akten zu entnehmen ist – gesunden Mann. Sodann verfügt er gemäss seinen eigenen Angaben an seinem Herkunftsort über ein tragfähiges soziales sowie familiäres Be- ziehungsnetz. Auch wenn sein Vater verschollen ist, leben noch seine Mut- ter, zwei Geschwister sowie mehrere Tanten und Onkel in Eritrea. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass seine Mutter, welche Händlerin sei – entgegen den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe – ihn finanziell unterstützen kann. Aufgrund der gesamten Aktenlage kann demnach da- von ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer mithilfe der fami- liären Unterstützung die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung in seine Heimat gelingen wird. Vorliegend sprechen damit keine individuellen Umstände gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. Die in der Rechtsmitteleingabe erhobenen Einwände vermögen an dieser Einschät- zung nichts zu ändern. Der Vollzug der Wegweisung ist zumutbar. 6.4 Der Beschwerdeführer verfügt über eine Identitätskarte und es obliegt ihm, sich bei der zuständigen Vertretung Eritreas die für eine Rückkehr al- lenfalls weiter notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BV GE 2014/39 E. 9.5 S ). Der Vollzug der Wegweisung ist als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in Höhe von Fr. 600.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG i.V.m. Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). E-1785/2016 Seite 11 Der am 18. Oktober 2016 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.– ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) E-1785/2016 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens- kosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Barbara Balmelli Michelle Nathalie Nef Versand: