<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der Bundesrat bereit, den SBB zum Ziel zu setzen, die Kombination von Velo und Zug attraktiver zu gestalten, insbesondere durch vergünstigte Preise?</p><p>2. Welches sind die Tarifpraktiken in unseren Nachbarländern in diesem Bereich?</p><p>3. Gedenkt der Bundesrat, in Bezug auf die Infrastruktur der neuen Doppelstockzüge (FV-Dosto) zu intervenieren, um ein genügendes Raumangebot für Velos sicherzustellen?</p><p>4. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um einen Anreiz für die SBB zu schaffen, damit sie die Verwendung des Velos als ergänzendes Transportmittel zum Zug fördern?</p><p>5. Hat der Bundesrat schliesslich einen Überblick über das heutige Bikesharing-Netz? Ist dieser Service angemessen auf die ganze Schweiz verteilt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat im Dezember 2018 seinen Willen bekundet, multimodale Mobilitätsangebote generell zu fördern; die Kombination von Bahn und Velo - mit Veloparkplätzen an den Bahnhöfen - gehört auch dazu. Für die Kombination Bahn und Velo gibt es derzeit keine vergünstigten Billette. Die Festlegung der Tarife und die Ausarbeitung des Billettangebots sind Sache der Transportunternehmen.</p><p>2. Die Tarifgestaltung für den Velotransport wird in den umliegenden Ländern und Nachbarregionen verschieden gehandhabt. In der Schweiz liegt der Preis für eine Velo-Tageskarte bei 14 Franken. In Deutschland kostet die Fahrradmitnahme im Zug rund 9.50 Euro, und in Frankreich beträgt die teilweise nötige Reservationsgebühr für einen Velostellplatz etwa 10 Euro. Die Attraktivität der Velotransportangebote in einem Land hängt auch von anderen Faktoren ab, wie der Anzahl verfügbarer Stellplätze und einer vorherigen Reservationspflicht. Frankreich hebt sich in zweierlei Hinsicht positiv ab: Die Velomitnahme ist im Allgemeinen gratis und sowohl im Regionalverkehr - auf den TER- und den S-Bahn-Linien - als auch auf einzelnen Fernverkehrslinien nicht reservationspflichtig. Auf anderen Linien, beispielsweise in Hochgeschwindigkeitszügen, ist die Reservation obligatorisch und kostenpflichtig, sofern der Velotransport gestattet ist. In Deutschland hängt das Veloangebot von der Zugskategorie und der Region ab: Die Fahrradmitnahme ist angesichts der begrenzten Anzahl an Plätzen oft kostenpflichtig.</p><p>3. Nein, der Bundesrat sieht keine solche Intervention vor, da es sich dabei um eine operative Unternehmensaufgabe handelt.</p><p>4. Der Bundesrat will die multimodale Mobilität in der Schweiz fördern. Er will die Entwicklung multimodaler Plattformen erleichtern, die eine integrierte Mobilität und die Vernetzung verschiedener Mobilitätslösungen zur Bildung verkehrsübergreifender Transportketten ermöglichen. Somit kann es in Zukunft sinnvoller sein, anstatt das eigene Velo im Zug mitzunehmen, ein Sharing-Angebot für Velos (Bikesharing) zu nutzen. Dank der fortschreitenden Digitalisierung ist das möglich.</p><p>5. Ja, der Bundesrat beobachtet die Entwicklung der Veloverleihsysteme in der Schweiz und fördert die Bereitstellung von Grundlagen und Fachinformationen zu diesem Thema. Seit 2010 unterstützt das Bundesamt für Strassen das Forum kombinierte Velomobilität von Pro Velo Schweiz, das die Funktion eines nationalen Kompetenzzentrums im Bereich Bikesharing wahrnimmt. Auf der Webseite <a href="http://www.bikesharing.ch">www.bikesharing.ch</a> ist unter anderem auch eine von Energie Schweiz in Zusammenarbeit mit Pro Velo Schweiz und dem Geoinformationsdienst des Bundesamts für Energie realisierte interaktive Karte mit allen Bikesharing-Angeboten in der Schweiz aufgeschaltet. 2018 veröffentlichte das Bundesamt für Strassen zudem einen <a href="https%253A%252F%252Fwww.astra.admin.ch%252Fdam%252Fastra%252Fde%252Fdokumente%252Flangsamverkehr%252Foeffentliche_veloverleihsysteme.pdf.download.pdf%252F2018_%2525C3%252596ffentliche_Veloverleihsysteme_Schweiz.pdf">Praxisbericht</a> zu öffentlichen Veloverleihsystemen in der Schweiz. Diese Arbeiten dienen alle dem Ziel, die multimodale Mobilität weiter zu fördern.</p>  Antwort des Bundesrates.