<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 102 S.483</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">483</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">[...]</span><br/> <br/> <span class="ft3"><b>102 Gebäudelänge</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Ob die Gebäudelänge zweier Baukörper je einzeln oder zusammen zu</b></span><br/> <span class="ft3"><b>messen ist, hängt ab vom Erscheinungsbild; unterirdische konstruk-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>tive Verbindungen sind für das Erscheinungsbild ohne Bedeutung.</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom 28. Oktober</span><br/> <span class="ft2">2008 i.S. J. und F. gegen L. und den Gemeinderat Möriken-Wildegg.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3 d) § 14 Abs. 4 BNO verwendet den Begriff Gebäudelänge.</span><br/> <span class="ft1">Dieser Begriff ist im kantonalen Recht abschliessend definiert als die</span><br/> <span class="ft1">Seite des kleinsten Rechtecks, welches das Gebäude umfasst, wobei</span><br/> <span class="ft1">(nur) Anbauten und vorspringende Gebäudeteile nicht zu berück-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">484</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sichtigen sind (§ 11 ABauV). Damit ist die Messweise der Gebäude-</span><br/> <span class="ft1">länge geregelt. Es ist aber noch nicht entschieden, ob es sich im vor-</span><br/> <span class="ft1">liegenden Fall um ein oder zwei Gebäude handelt.</span><br/> <span class="ft1">e) Soweit sich das Verwaltungsgericht mit dieser Frage zu be-</span><br/> <span class="ft1">fassen hatte, stellte es auf das Erscheinungsbild ab (vgl. Urteil des</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsgerichts [VGE] III/15 vom 15. Februar 2006;</span><br/> <span class="ft1">VGE III/55 vom 31. August 2006). Auch die Beteiligten halten das</span><br/> <span class="ft1">Erscheinungsbild für den entscheidenden Punkt, sie beurteilen es</span><br/> <span class="ft1">aber unterschiedlich und ziehen deshalb auch unterschiedliche</span><br/> <span class="ft1">Schlüsse daraus.</span><br/> <span class="ft1">Laut den Aussagen von M., Ortsplaner der Gemeinde Möriken-</span><br/> <span class="ft1">Wildegg, hat er die Nutzungsplanung und damit auch die BNO von</span><br/> <span class="ft1">Anfang an begleitet. Als Gebäudelänge im Sinne von § 14 Abs. 4</span><br/> <span class="ft1">BNO wurde stets das verstanden, was oberirdisch sichtbar ist, also</span><br/> <span class="ft1">die Länge der Fassade. Dies sei auch ständige Praxis des Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rats. Dem halten die Beschwerdeführenden entgegen, dass die Tief-</span><br/> <span class="ft1">garage auf der Seite der S.-strasse sichtbar sei und ebenfalls als Fas-</span><br/> <span class="ft1">sade in Erscheinung trete.</span><br/> <span class="ft1">Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung sind die</span><br/> <span class="ft1">Verhältnisse in den nach aussen nicht sichtbaren Untergeschossen für</span><br/> <span class="ft1">die Beurteilung, ob es sich um ein oder zwei Gebäude handelt, nicht</span><br/> <span class="ft1">relevant. So hat das Gericht namentlich im erwähnten VGE III/15</span><br/> <span class="ft1">vom 15. Februar 2006 entschieden, dass Doppeleinfamilienhäusern</span><br/> <span class="ft1">der Charakter von freistehenden Bauten nicht abgehe nur wegen der</span><br/> <span class="ft1">gemeinschaftlichen Erschliessungsanlage und der konstruktiven Ver-</span><br/> <span class="ft1">bindung im Untergeschoss. Das gilt auch für den hier zu beurteilen-</span><br/> <span class="ft1">den Fall. Es ist unbestritten, dass die Tiefgarage einzig auf der Nord-</span><br/> <span class="ft1">seite mit dem Einfahrtsbereich in Erscheinung tritt. Irgendwo muss</span><br/> <span class="ft1">in Tiefgaragen eingefahren werden können, es liegt in der Natur der</span><br/> <span class="ft1">Sache, dass dieser Bereich nach aussen sichtbar ist. Auch wenn so</span><br/> <span class="ft1">die unterirdische Verbindung der beiden Wohnbauten erkennbar ist,</span><br/> <span class="ft1">erscheinen sie trotzdem klar als zwei verschiedene Baukörper. Daran</span><br/> <span class="ft1">ändern auch die Holzschöpfe auf der Tiefgarage zwischen den beiden</span><br/> <span class="ft1">Wohnhäusern nichts, auf welche im Übrigen laut den Aussagen der</span><br/> <span class="ft1">Vertreter der Baugesuchstellerin anlässlich des Augenscheins auch</span><br/> <span class="ft1">verzichtet werden könnte.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">485</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Es ist festzustellen, dass es sich beim Bauvorhaben nicht um ei-</span><br/> <span class="ft1">nen einzigen Baukörper handelt und somit die zulässige Gebäude-</span><br/> <span class="ft1">länge eingehalten ist. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuwei-</span><br/> <span class="ft1">sen.</span><br/></div> </div> </body> </html>