<h2>SubmittedText<h2><p>Welche Bemühungen unternimmt der Bundesrat bzw. der Bund, um die Männergesundheit im Rahmen von Gender Health gezielt zu fördern bzw. gegen Gefährdungen vorzugehen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der unterschiedlichen Gesundheitssituationen von Männern und Frauen bewusst. Deshalb wurde 2001 eine Stelle für Gender Health im Bundesamt für Gesundheit (BAG) geschaffen. Diese Stelle übernimmt die Funktion der nationalen Drehscheibe einer geschlechtergerechten Gesundheitspolitik. Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Chancengleichheit von Männern und Frauen in Bezug auf ihre Gesundheit nur erreicht werden kann, wenn bei Massnahmen im Gesundheitsbereich die Geschlechterabhängigkeit mitberücksichtigt wird (Gender Mainstreaming). Seit der Einrichtung der nationalen Fachstelle Gender Health im Jahre 2001 wurden zahlreiche Grundlagen erarbeitet sowie geschlechtsspezifische Projekte wie die nationale Drehscheibe Männergesundheit (2003-2008) unterstützt. </p><p>Einer der Indikatoren gesundheitlicher Chancengleichheit ist die Lebenserwartung, die zuungunsten der Männer ausfällt. In den vergangenen Jahren ist jedoch die Lebenserwartung der Männer stärker gestiegen als jene der Frauen. </p><p>Die verschiedenen Präventionsprogramme des Bundes sind mit ihren Massnahmen zwar an die Gesamtbevölkerung gerichtet, wurden aber nach dem Grundsatz der Chancengleichheit und unter Berücksichtigung von Gender-Fragen erarbeitet. Im HIV/Aids-Bereich liegt der höchste Präventionsbedarf und zugleich das grösste Präventionspotenzial bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). </p><p>Die einzelnen nationalen Programme im Bereich Ernährung und Bewegung, Tabak und Alkohol - Laufzeit 2008-2012 - zielen auch auf eine Verminderung des problematischen Konsumverhaltens. Dieses gilt weltweit als zentraler Faktor der verlorenen Lebensjahre insbesondere von Männern. </p><p>Ungesunde Ernährung und Übergewicht sind bekanntlich auch Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an denen Männer häufiger leiden als Frauen. Alkohol und Tabak konsumieren Männer häufiger und in der Regel auch mehr, auch wenn die Kluft zwischen den Geschlechtern zunehmend geringer wird. Im Bereich der Alkoholprävention unterstützt der Bund deshalb u. a. den diesjährigen Aktionstag Alkohol 2009, der dem Schwerpunktthema "Männerwelt Alkohol" gewidmet ist.</p><p>Seit der Lancierung der Massnahmenpakete des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme (MaPaDro III 2006-2011) ist ein breites Suchtpräventionsangebot entstanden, das auch die Bedürfnisse der Männer berücksichtigt. Im Jahre 2006 wurde der vom BAG in Auftrag gegebene Bericht "Sucht und Männlichkeit" veröffentlicht. </p><p>Neben dem Faktor Geschlecht sind jedoch weitere soziale Gesundheitsdeterminanten wie Alter, sozioökonomische Situation und Herkunft von hoher Gesundheitsrelevanz. Besonders betroffen von krankheitsverursachenden Lebensverhältnissen sind Frauen und Männer mit tiefem Einkommen. Damit möglichst breite Bevölkerungsschichten ihre Chancen zur Erreichung eines guten Gesundheitszustandes verwirklichen können, müssen vor allem benachteiligte Männer und Frauen angesprochen werden. Tatsache ist, dass Männer aus der unteren sozialen Schicht sich schlechter ernähren und mehr rauchen als Frauen aus der gleichen Schicht. In der vom Bundesrat am 30. September 2009 verabschiedeten Botschaft zum Präventionsgesetz wird diesen Erkenntnissen Rechnung getragen.</p>  Antwort des Bundesrates.