B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5984/2012 U r t e i l v o m 1 0 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Jean-Daniel Dubey, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. Parteien 1. A._______, 2. B._______, Beschwerdeführende, vertreten durch lic. iur. Patrick Ruppen, Rechtsanwalt, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-5984/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1992 geborene dominikanische Staatsangehörige C._______ (im Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 31. Mai 2012 bei der Schwe i- zerischen Botschaft in Santo Domingo ein Schengen -Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrer S chwester und deren schwei- zerischen Ehemann (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführe n- de) im Kanton Wallis. Die Gastgeber waren bereits zu vor mit einem Einladungsschreiben , da- tiert vom 1. Mai 2012, an die schweizerische Vertretung gelangt. Darin äusserten sie ihren Wunsch , die Gesuchstellerin während dreier Monate zu Gast haben zu dürfen . Sie garantierten für sämtliche Kosten im Z u- sammenhang mit dem Aufenthalt. B. Mit Formularentscheid vom 31. Mai 2012 lehnte es die Schweizer Vertre- tung ab, das gewü nschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Ha l- tung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin aus dem Schengen -Raum nach e i- nem Besuchsaufenthalt. C. Gegen diesen Entscheid erhoben die Gastgeber mit Eingabe vom 15. Ju- ni 2012 Einsprache bei der Vorinstanz . Zur Begründung führten sie im Wesentlichen an, die Zweifel an einer fristgerechten Wiederausreise ihres Gastes seien nicht berechtigt. Es gehe ihnen wirklich um einen dreimona- tigen Besuch saufenthalt. Die Gesuchstellerin habe gerade ihr Studium beendet und möchte kulturell etwas erleben. In der Schweiz lebe noch e i- ne weitere Schwester, die hier ebenfalls verheiratet sei. Die Gesuchstelle- rin wolle das Land und die Partner ihrer Schwestern kennen lernen. Sie, die Gastgeber, verfügten über einen guten Leumund, genügend Einko m- men und würden die ganze Verantwortung für den korrekten Ablauf des Aufenthalts übernehmen. D. Auf Ersuchen der Vorinstanz holte die Migrationsbehörde des Kantons Wallis über die Wo hnsitzgemeinde zusätzliche Auskünfte der Gastgeber zum Visumsantrag ein. Die kantonale Migrationsbehörde leitete diese Auskünfte mit einer abweisenden Stellungnahme am 12. Oktober 2012 an die Vorinstanz weiter. C-5984/2012 Seite 3 E. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2012 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Dabei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertre- tung, wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der G e- suchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht als gesichert betrachtet werden könne. Di ese lebe in einer Region, aus der als Folge der insb e- sondere in wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden Verhältnisse ein anha l- tend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Die Gesuchstellerin selbst sei 20 Jahre alt, ledig und kinderlos. Sie gehe keiner Erwerbstätig- keit nach. Bei ihr seien daher weder familiäre noch berufliche Verpflic h- tungen festzustellen, welche das Risiko einer nicht fristgerechten Wiede r- ausreise nach einem Besuchsaufenthalt als gering erscheinen lassen könnten. F. Gegen den Einspracheentscheid der Vorinstanz gelangten die Gastgeber mit einer Rechtsmitteleingabe vom 19. November 2012 an das Bundes- verwaltungsgericht. Sie beantragen darin, die verweigernde Verfügung sei aufzuheben und der Gesuchstellerin sei das gewünschte Besuc hsvi- sum auszustellen. Zur Begründung wird vorgebracht, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Gesuchstellerin die Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt nicht fristgerecht und anstandslos wieder verlassen würde. Sie seien als Gastgeber verantwort lich für die Wiederausreise i h- rer Gäste und die Gesuchstellerin habe weder aus wirtschaftlichen noch aus familiären Gründen Anlass, si ch in der Schweiz niederzulassen. Im Heimatland habe sie enge familiäre Bindungen. In der Schweiz habe sie nur eine einzige Bezugsperson. Im weiteren wird gerügt, die Vorinstanz habe in willkürlicher Weise Bundesrecht verletzt, indem sie sich auf einen generellen Zuwanderungsdruck berufe, ohne gleichzeitig darzutun, dass und weshalb im Herkunftsland politisch oder wirtschaftl ich ungünstige Verhältnisse herrschten. Sie, die Beschwerdeführenden, hätten Garantien in finanzieller Hinsicht übernommen und alle Beteiligten wären darüber hinaus bereit, sich unterschriftlich zu einer anstandslosen Wiederausreise der Gesuchstellerin zu verpflichten, was im Übrigen auch mittels Hinterle- gung bestimmter Dokumente abgesichert werden könnte. G. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 4. Februar 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Diese Stellungnahme wurde den B e- schwerdeführenden mi t Begleitschreiben vom 12. Februar 2013 zur Kenntnis gebracht. C-5984/2012 Seite 4 H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheidswesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgeset- zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Au s- nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vor instanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört das BFM, das mit der Abwe i- sung der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen -Visums eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfec h- tungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfa h- rensgesetz, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes b e- stimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführenden sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be- schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange- legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Erme s- sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des recht serhebli- chen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als B e- schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. E s ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen C-5984/2012 Seite 5 gutheissen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die tatsächl i- chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 und BVGE 2011/1 E. 2). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer dominikanischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen drei monatigen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA -Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vo r- liegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe- reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Auslände r vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vo r- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Caroni / Gächter / Thurnherr [Hrsg.], Stämpfli s Handkommen- tar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen - Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-C-5984/2012 Seite 6 raums von 180 Tagen e inreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedok u- mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengre n- zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörig e, die Inhaber eines gült i- gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfri s- tigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerte i- lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SG K, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Des weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Inform a- tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicher heit, die öffent- liche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann an zunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; ferner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsge richts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t-C-5984/2012 Seite 7 staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge fahr einer rechtswid- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervor hebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränk - ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden St aates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vorau s- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 5. 5.1 Aufgrund ihrer dominikanischen Staat sangehörigkeit unterliegt die Gesuchstellerin der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 [ABl. L 81 vom 21.03.2001 S. 1-7; zum vollständigen Que l- lennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV ]). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der g e- sicherten Wiederausreise im Vordergrund. 5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wi e- derausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besucherin oder des B esuchers ergeben. Einreisegesuche von Bü r- gerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wir t- schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hi n- deuten, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 5.3 Die Vorinstanz erachtet die Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus- reise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt als ungenügend. C-5984/2012 Seite 8 Sie stützt sich dabei einerseits auf die allgemeine wirtschaftliche Situation in der Dominikanischen Republik, andererseits aber auch auf die persö n- lichen Verhältnisse, unter denen die Gesuchstellerin dort lebt. Der Vo r- wurf der Beschwerdeführenden, wonach die Vorinstanz sich in unzuläss i- ger Weise allein auf e inen allgemeinen Zuwanderungsdruck berufen h a- be, trifft nicht zu; die entsprechende Rüge ist unbegründet. 6. 6.1 In der Dominikanischen Republik sind zweifellos breite Bevölkerung s- schichten von vergleichsweise schwierigen wirtschaftlichen Lebensbedi n- gungen betroffen. Die dortige Wirtschaft zeichnete sich zwar über Jahre hinweg durch solide jährliche Wachstumsraten aus, die jedoch seit 2011 rückläufig sind (2012 betrug das Wachstum noch rund 4% und im ersten Halbjahr 2013 lag es bei 1,6% ). Die Einkommensverteilun g ist zune h- mend ungleich, was (in Verbindung mit stark angestiegenen Preisen für Grundversorgungsgüter) zu vermehrten sozialen Protesten führt. Die wichtigsten Einnahmequellen sind der Tourismus, Transferzahlungen der im Ausland lebenden Dominikaner und die Exportgewinne aus den Fre i- handelszonen. Die Netto -Transferzahlungen der im Ausland lebenden Dominikaner machen rund 6% des Bruttoinlandprodukts aus, sind jedoch seit einigen Jahren rückläufig. Der überwiegende Teil der Zahlungen stammt aus den USA und Europa (Quelle: Webseite des deutschen Aus- wärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.de, Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Dominikanische Republik > Wirtschaft, Stand: September 2013; besucht im Februar 2014). Die Dominikanische Repub- lik hat die höchste Arbeitslosenquote in Lateinamerika und der Karibik. Sie lag 2013 bei rund 15% und zeugt von strukturellen Schwächen der dortigen Wirtschaft (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts C-6495/2012 vom 8. Oktober 2013 E. 5.2 mit weiteren Hi nweisen). Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen Hintergrund ist vor allem bei Teilen der jüngeren Bevölkerung ein starker Migrationsdruck festzustellen. 6.2 Im Falle der Schweiz wird die Tendenz zur Immigration erfahrungsge- mäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem – einmal eingereist – versucht wird, den Aufenthalt auf eine ganz andere rechtliche oder fa k- tische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent - ziehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind beim Entscheid über die Erteilung eines Visums mit zu berücksichtigen. C-5984/2012 Seite 9 6.3 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten allg e- meinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichts - punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer g e- suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine beson dere be- rufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser U m- stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise b e- günstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine b e- sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem B e- suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 7. 7.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine inzwischen 21- jährige, unverheiratete und kinderlose Frau. Darüber hinaus ist über die persönlichen Verhältnisse, in denen sie lebt, nichts Näheres bekannt. In der Beschwerde wird zwar ausgeführt, die Gesuchstellerin habe enge familiäre Bindungen vor Ort. Diese Behauptung wird jedoch nicht weiter konkretisiert. Selbst wenn die Gesuchstellerin noch nahe Angehörige vor Ort haben sollte, könnte daraus noch nicht auf Verhältnisse geschlossen werden, welche eine Emigration a ls unwahrscheinlich erscheinen lassen würden. 7.2 Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung war die Gesuchsteller in weder e r- werbstätig noch befand sie sich in einer Ausbildung. In der Einsprach e- schrift vom 15. Juni 2012 wurde dazu ausgeführt, die Gesuchstellerin h a- be gerade "ihr Studium" beendet. Im Rahmen der im Einspracheverfah- ren eingeholten zusätzlichen Auskünfte gaben die Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang im Oktober 2012 an, die Gesuchstellerin habe ihre obligatorische Schulzeit im vorangegangenen Jahr in Santo Domingo beendet und beabsichtige eine Weiterbildung mit Maturitätsabschluss und anschliessendem Besuch einer Universität. Sie plane, sich in Santo D o- mingo in der Fachrichtung Buchhaltung und Betriebswirtschaft weiterz u- bilden. In der Rechtsmitteleingabe vom 19. November 2012 schliesslich wird die Gesuchstellerin als "gebildete und ins Erwerbsleben eintretende junge Frau" bezeichnet, die ihr Leben im Heimatland fortzuführen gede n- ke. Aufgrund dieser wagen und in sich teilweise nicht stimmigen Angaben kann nicht eruiert werden, mit was genau sich die Gesuchstellerin in ihrer Heimat beschäftigt beziehungsweise welche beruflichen Perspektiven sie dort einmal haben wird. C-5984/2012 Seite 10 Im weiteren ist auch nicht bekannt, in welchen wirtschaftlichen Verhältnis- sen die Gesuchstellerin in ihrer Heimat lebt. Die Beschwerdeführe nden beschränken sich in ihrer Rechtsmitteleingabe darauf zu behaupten, die Gesuchstellerin habe in dieser Hinsicht keinen Grund, sich in die Schweiz abzusetzen. Sie sei von der Schweizer Vertretung in Santo Domingo auch gar nicht nach eigenem Vermögen gefragt worden, weil die Reis e- kosten ja anderweitig gedeckt seien . Auch in diesem Zusammenhang versäumten es die Beschwerdeführenden aber, die angeblich vorteilhaf- ten Verhältnisse der Gesuchstellerin offen zu legen. 7.3 Kommt hinzu, dass bisher nicht nur die Beschwerdeführerin, sondern noch eine weitere Schwester in die Schweiz emigriert ist. Vor diesem Hin- tergrund wäre besonders erklärungsbedürftig, weshalb die Gesuchstell e- rin nicht versucht sein sollte, es ihren beiden Schwestern gleich zu tun. 7.4 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund dur f- te die Vorinstanz demnach willkürfrei davon ausgehen, dass keine hinre i- chende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung ändert die Tatsache nichts, dass di e Beschwerdeführenden wiederholt beteuert haben, sie übernähmen sämtliche Kosten und gara n- tierten für ein rechtskonformes Verhalten ihres Gastes. Bei der Risikob e- urteilung ist in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Als Gast geber können die Beschwerdeführenden mit rech t- lich verbindlicher Wirkung zwar für gewisse finanzielle Risiken im Z u- sammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen ihres Gastes einstehen (vgl. in diesem Zusammen- hang auch BVGE 2009/27 E. 9). Daran würde die von den Beschwerd e- führenden anerbotene Hinterlegung persönlicher Dokumente der G e- suchstellerin grundsätzlich nichts ändern. 7.5 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist eine zwingende Vorausset zung zur Erteilung eines Schengen -Visums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich b e- schränkter Gültigkeit (vgl. dazu Ziffer 4.5) wurden von den Beschwerd e- führenden nicht geltend gemacht und solche sind auch nicht ersichtlich. 8. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. C-5984/2012 Seite 11 9. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos ten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). Dispositiv S. 12 C-5984/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. - werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Sie sind mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführenden (Einschreiben) – die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Andreas Trommer Denise Kaufmann Versand: