Interpellation Bühler-Tschappina 1494 N 7 octobre 1988 je auf die Strecken Brig-Thun-Bern-Biel und Brig-Sitten- Lausanne zu prüfen. Texte du postulat du 23 juin 1988 Le Conseil fédéral est invité à examiner, de concert avec les CFF et le chemin de fer Berne-Loetschberg-Simplon (BUS), la possibilité de mettre en service des rames motrices ita- liennes du type ETR 450 (pendolino) sur la ligne Milan-Bri- gue, ainsi que sur celles de Brigue-Thoune-Berne-Bienne et de Brigue-Sion-Lausanne, lorsqu'un train est coupé. Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Herr Grossrat Otto Krebs hat im Berner Grossen Rat ein gleichlautendes Postulat eingegeben. Leider ist es bis heute nicht gelungen, TGV-Züge Paris-Lausanne über Lausanne hinaus nach Brig und Italien einzusetzen. In Lausanne bleibt der entscheidende Nachteil des Umsteigens und das Fehlen einer entsprechend schnellen und schlanken Verbindung nach Mailand und Rom. Einerseits könnte man die TGV-Verbindung Paris-Genf durch den Ausbau der Strecke Bellegarde-Nantua-Bourg- en-Bresse stark verbessern und die Reisezeit zwischen Paris und Lausanne auf dreieinviertel Stunden herunterdrücken. Andererseits sollte mit einem kombinierten Einsatz einer Pendolinokomposition ab Lausanne nach Mailand die Ver- bindung Paris-Mailand derart gestaltet werden, dass eine Konkurrenzierung der Fluglinie möglich ist und damit mehr Frequenz auf die Simplonlinie gebracht werden kann. Auf der anderen Seite wollen wir vom praktisch fertiggestellten Doppelspurausbau derBLS profitieren und Bern und Biel an Mailand und Rom bestmöglich anbinden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. September 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 septembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.556 Postulat Bircher Naturnahe Waldbewirtschaftung Exploitation naturelle de la forêt Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1988 Der Bundesrat wird aufgefordert, die entsprechenden Wei- sungen zu erteilen, Förderungsmassnahmen oder Gesetzes- änderungen einzuleiten, damit in der Forstwirtschaft ver- mehrt naturnahe Waldbewirtschaftungsmethoden Eingang finden. Namentlich ist der immer rigorosere Maschinenein- satz, die «Verstrassung» einzelner Wälder sowie die gesamte, nach Renditenkriterien ausgerichtete Holznut- zungspolitik einer Ueberprüfung zu unterziehen. Texte du postulat du 23 juin 1988 Le Conseil fédéral est prié de donner les instructions néces- saires pour que soient mises en oeuvre des mesures de promotion ou des modifications législatives permettant d'obtenir que la sylviculture soit pratiquée selon des méthodes plus naturelles. Il y a notamment lieu de remettre en cause la mécanisation de plus en plus poussée de l'ex- ploitation forestière, la viabilisation excessive de certaines forêts, enfin l'ensemble de la politique d'exploitation du bois fondée essentiellement sur des critères de rentabilité. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bäumlin Richard, Bäum- lin Ursula, Borei, Braunschweig, Büttiker, Carobbio, Dünki, Fankhauser, Günter, Haller, Lanz, Ledergerber, Leuenber- ger-Solothurn, Longet, Matthey, Mauch Rolf, Mauch Ursula, Müller-Aargau, Neukomm, Oester, Reimann Fritz, Seiler Rolf, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Zwygart (26) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Zusammenhang mit den ausserordentlichen Massnah- men zur Walderhaltung, den Vorarbeiten zum nouen Wald- gesetz, aber auch mit den in der Oeffentl ich keil: geführten Diskussionen über unsere Wälder taucht immer wieder die Sorge um die stets rationelleren, technisch aufv/endigeren und damit für die Natur schädlichen Bewirtschaftungsfor- men auf. Der Einsatz schwerer Maschinen schädigt die Böden und führt zu einer Verlärmung und Verstrassung von Waldpartien, was bei weiten Bevölkerungskreisen auf Unverständnis stösst. Hinzu kommen die Auswirkungen des vielerorts vorherrschenden Schlag- und Altersklassenwal- des, der den durchmischten, ungleichaltrigen, ungleichför- migen, stufigen Wald verdrängt hatte. Kahlschläge und ein fast perfektionistischer Pflegebetrieb, aber auch ganzflä- chige unfreiwillige Bestandeszusammenbrüche waren die Folge davon. Dort, wo noch reines Wirtschaftswaldverständ- nis vorherrscht, muss sich dieses dem natürlichen Waldöko- system annähern. Einfachere Bewirtschaftungsformen sind zu fördern, auch wenn die Rendite kleiner ausfällt. Denn die Waldwirtschaft muss sich ohnehin davon lösen, oin rendite- bezogenes und rentables «Unternehmen» bilden ,zu können. Die Beiträge der öffentlichen Hand müssen dere'n Existenz garantieren. Interessanterweise ist-besonders für schlecht erschlossene Wälder- der Einsatz von Pferden anstelle von schweren Traktoren wieder auferstanden. Besonders solche Bewirtschaftungsformen, welche das Oekosystern schonen, brauchen entsprechende Förderung und höhere Beiträge. «Alle Möglichkeiten sind auszuschöpfen, damit os im Wald weniger Motoren gibt», lautet denn auch heute schon die Devise von fortschrittlichen Forstämtern. Aber solches Ver- halten darf nicht am Zwang möglichst günstiger Kosten- Nutzenverhältnisse für den Wald scheitern. Die Erhaltung eines gesunden Waldes und naturgerechtere Wirtschaftsfor- men sind über reines Renditedenken zu stellen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.111 Interpellation Bühler-Tschappina Gesundheitszustand unserer Wälder Etat des forêts Wortlaut der Interpellation vom 3. Dezember 1966 Angesichts der sich ständig verschlimmernden Situation beim Gesundheitszustand unserer Wälder - die neuesten Zahlen und Erkenntnisse der Sanasilva-Studie sprechen eine deutliche Sprache - stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen: 1. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass die bisherigen Instrumente zur Verbesserung der Luftqualität ungenügend und vor allem zu wenig rasch wirken und dahe' dringend wirkungsvollere Massnahmen ergriffen werden müssen? 2. Wie beurteilt der Bundesrat die Massnahme, dass bis 1. Januar 1990 alle benzinbetriebenen Personenwagen ohne Katalysatoren aus dem Verkehr gezogen werden sollen,7. Oktober 1988 N 1495 Interpellation Fankhauser wobei Ausnahmen nur für Fahrzeuge bewilligt würden, die nicht mehr als höchstens 5000 km Fahrleistung pro Jahr aufweisen? 3. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die grenzüber- schreitende Luftverschmutzung, die offenbar grösser ist als bisher angenommen - die grossen Schäden auf der Alpen- südseite durch Einflüsse der Industrieregion Mailand bewei- sen dies - bedeutend energischer gesamteuropäisch ange- gangen werden muss, und welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat dazu? 4. Was gedenkt der Bundesrat insbesondere zur Abwen- dung der drohenden Gefahren im Berggebiet zu unter- nehmen? Texte de l'Interpellation du 3 décembre 1986 L'état de santé de nos forêts se dégradant constamment - les nouveaux chiffres et renseignements fournis par le rap- port Sanasilva en témoignent - je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes: 1. Le gouvernement estime-t-il, lui aussi, que les mesures prises jusqu'ici pour améliorer la qualité de l'air sont insuffi- santes et produisent leurs effets trop lentement et qu'il est par conséquent urgent d'en prendre d'autres, plus effi- caces? 2. Que pense le Conseil fédéral de la mesure qui consisterait à retirer de la circulation, d'ici au 1er janvier 1990, toutes les voitures ayant un moteur à essence qui ne sont pas équi- pées d'un catalyseur, des exceptions pouvant être consen- ties uniquement pour les véhicules qui ne roulent pas plus de 5000 km par an? 3. Partage-t-il l'avis selon lequel la pollution atmosphérique transfrontière, qui est apparemment plus importante qu'on ne le pensait jusqu'ici - les gros dommages constatés sur le versant sud des Alpes et causés par la région industrielle de Milan le prouvent - doit être combattue beaucoup plus énergiquement et dans l'Europe entière? Quelles possibi- lités envisage-t-il à cet effet? 4. Quelles mesures le Conseil fédéral a-t-il l'intention de prendre afin de parer aux dangers qui menacent les régions de montagne? Mitunterzeichner- Cosignataires: Geissbühler, Hari, Marti- gnoni, Rutishauser (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 9. März 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 mars 1987 1./2. Der Bundesrat hat dem Parlament bereits zahlreiche Massnahmen unterbreitet, die dem Schutz unserer Wälder und der Luftreinhaltung dienen. Dies gilt auch für das Luft- reinhalte-Konzept, das der Bundesrat am 10. September 1986 verabschiedet hat. Der Bundesrat misst der parlamentarischen Behandlung des Luftreinhalte-Konzepts grosse Bedeutung zu. Er erach- tet es daher als nicht angebracht, den Beratungen und ihren Ergebnissen bzw. der Festlegung allfälliger weiterer Mass- nahmen vorzugreifen. 3. Wie der Bundesrat in seinem Bericht Luftreinhalte-Kon- zept dargelegt hat, ist die Luftverschmutzung durch Schwe- feldioxid, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe in der Schweiz, vor allem in den stark und übermässig belasteten Gebieten, zum grossen Teil hausgemacht. Die Schweiz hat daher in erster Linie auf nationaler Ebene Massnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung ergriffen. Der Bundesrat teilt indessen die Auffassung, dass auch der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung grosse Auf- merksamkeit zu schenken ist. Die Probleme der Luftverschmutzung sowie die Massnah- men zu deren Verminderung werden in mehreren internatio- nalen Organisationen, aber auch auf bi-, tri- und multilatera- ler Ebene behandelt. Zu erwähnen sind das Umweltpro- gramm der Vereinten Nationen (UNEP), die Europäische Wirtschaftskommission der Uno (ECE) sowie verschiedene Ministerkonferenzen. Die Schweiz zeichnete sich nament- lich an internationalen Konferenzen in Ottawa, München, Helsinki und Stockholm durch politische Initiativen zur Ver- minderung der Luftverschmutzung aus. Ein wichtiger Schritt dazu konnte auf internationaler Ebene getan werden mit einem im Rahmen der ECE erarbeiteten Uebereinkommen. Dieses verbürgt, dass die Vertragspar- teien die Schwefelemissionen oder deren grenzüberschrei- tenden Fluss spätestens bis 1993 um 30 Prozent verringern. Das Abkommen wurde kürzlich den eidgenösssichen Räten zur Ratifikation vorgelegt und ist vom Ständerat bereits genehmigt worden. Die Schweiz hat zudem im letzten Jahr anlässlich der Konfe- renz von Saas Fee zusammen mit der Bundesrepublik Deutschland und Oesterreich die Initiative ergriffen, um durch ein entsprechendes Abkommen auch die Stickoxid- emissionen reduzieren zu können. Wichtige Arbeiten sind bezüglich der Motorfahrzeugabgase im Rahmen des sogenannten Stockholm-Clubs im Gange, bei denen die Schweiz aktiv mitwirkt. 4. Am 26. November 1986 hat der Bundesrat beschlossen, eine Koordinationsstelle für die Schutzfunktionsüberwa- chung des Waldes im Berggebiet für die raumrelevanten Bereiche ausserhalb des Waldareals zu errichten und Erhe- bungen und Untersuchungen über die Folgen des Waldster- bens, insbesondere über Erosions- und Lawinentätigkeit, einzuleiten. Die Vorarbeiten wurden vom Bundesamt für Forstwesen und Landschaftsschutz in Angriff genommen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 87.311 Interpellation Fankhauser Funktionaler Analphabetismus Illettrisme (analphabétisme fonctionnel) Wortlaut der Interpellation vom 4. März 1987 Laut Untersuchungen des Instituts für Sonderpädagogik an der Universität Zürich und aus Ergebnissen der pädagogi- schen Rekrutenprüfung muss angenommen werden, dass in der Schweiz eine erhebliche Anzahl von sogenannten funk- tionalen Analphabeten lebt, d. h. Personen, die nicht oder nicht mehr lese- und/oder schreibkundig sind. Dies ist für ein demokratisches Staatswesen eine höchst bedenkliche Tatsache. Allein auf das Angebot eines Pilotkurses in Zürich mit 10 Teilnehmerplätzen haben sich innerhalb eines Monats über 150 Direktbetroffene gemeldet. Der erste Pilotversuch in Zürich zeigt, dass mit gezielten Förderungsmassnahmen diese Defizite auch im Erwachse- nen-Alter zu beheben sind. Während in der Schweiz das Problem erst vor kurzem, insbesondere im Verlaufe der angespannten arbeitsmarktlichen Situation der letzten Jahre, sichtbar geworden ist, laufen in den umliegenden Nachbarländern seit einigen Jahren entsprechende staatlich finanzierte Förderungsmassnahmen. Besondere Probleme zeigten sich bei der Erfassung und Schulung dieser Ziel- gruppe. Der Ausschluss funktionaler Analphabeten aus der gesellschaftlichen Schreib-und Lesekultur erfordert einfühl- same, ungewohnte Motivierungsmassnahmen und eine erwachsenengerechte Didaktik. Wir fragen deshalb den Bundesrat: - Sind dem Bundesrat Zahlen über das Ausmass und die Verbreitung des funktionalen Analphabetismus sowie Unter- suchungen über dessen Ursachen und Folgen bekannt;Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Bühler-Tschappina Gesundheitszustand unserer Wälder Interpellation Bühler-Tschappina Etat des forêts In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.111 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 07.10.1988 - 08:00 Date Data Seite 1494-1495 Page Pagina Ref. No 20 016 763 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.