A bteilung III C -2828/2006 {T 0/2} U rteil vom 3. M ai 2007 M itw irkung: R ichter Frölicher; R ichter M esm er; R ichter Parrino; G erichtsschreiberin Fankhauser. B._______, Antigua, Zustelladresse: C ._______ Beschw erdeführerin, gegen Schw eizerische A usgleichskasse, avenue Edm ond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz betreffend A usschluss aus der freiw illigen Versicherung; N ichteintreten auf Einsprache (Entscheid vom 24.5.2006). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 6. Februar 2006, verschickt am 17. Februar 2006, schloss die Schw eizerische Ausgleichskasse (SAK) die in Antigua w ohnende B._______ aus der freiw illigen Alters-, H interlassenen- und Invalidenversicherung (nachfolgend freiw illige Versicherung) aus (Akt. 1/53). B. M it D atum vom 24. M ärz 2006 sandte B._______ per Fax ein Schreiben m it m ehreren Beilagen an die SAK (Akt. 1/55, vgl. auch Akt. 10) m it folgendem Inhalt: "D anke fuer Ihr Schreiben das ich am 8.3.06 erhalten habe. W ie ich schon der AH V.Stelle in Buenos Aires m itgeteilt habe, ist m ir un- m oeglich 4500.- SFR . Praem ie zu bezahlen (Beilage Lohnausw eis). D ie einzige Veraenderung seit 1999 ist, das ich keine U eberstunden m ehr habe. D as heisst soviel w ie das Einkom m en ist zurueckgegangen. D azu kom m t der W echselkurs vom East C aribbean D ollar zum U S.D ollar dann zum SFR . M it freundlichen G ruessen [U nterschrift] D as O riginal folgt per Post". D er Fax ging am 26. M ärz 2006 bei der SAK ein. D as D okum ent ist nur teilw eise lesbar und w urde m it dem Stem pel "D ocum ent illisible" versehen. C . D ie SAK bestätigte der Versicherten m it Brief vom 27. M ärz 2006 den Eingang des Fax und w ies sie darauf hin, dass eine Einsprache gegen die Ausschlussverfügung "schriftlich (w eder Fax noch E-M ail)" einzureichen sei. "W ir geben Ihnen deshalb eine Frist von 20 Tagen ab Erhalt dieses Schreibens um dies zu tun." (Akt. 1/56). D . M it nicht eingeschrieben versandter Verfügung vom 24. M ai 2006 trat die SAK auf die Einsprache nicht ein. Zur Begründung führte sie aus, dass innerhalb der angesetzten Frist keine persönlich unterschriebene Ein- spracheschrift eingereicht w orden sei (Akt. 1/57). E. B._______ schickte am 12. Juli 2006 (Poststem pel Antigua) der Eidgenössischen AH V/IV-R ekurskom m ission für die im Ausland w ohnen- den Personen (nachfolgend: R ekurskom m ission AH V/IV; Eingang 18. Juli 2006) eine Kopie ihres Schreibens an die SAK. D arin bestätigte sie den Erhalt des "Briefes vom 24.03.2006" (gem eint ist w ohl der Einsprache- entscheid vom 24. M ai 2006) und gab ihrem Erstaunen über die Verfügung Ausdruck, da sie bis zu diesem Zeitpunkt keine Antw orten auf ihre Fragen erhalten habe. D eshalb könne sie die Verfügung nicht akzeptieren (Akt. 2). D ie R ekurskom m ission AH V/IV nahm dieses Schreiben als Beschw erde entgegen. F. In ihrer Vernehm lassung vom 22. August 2006 beantragte die SAK die Beschw erde sei abzuw eisen. H insichtlich des Einspracheverfahrens hielt sie fest, dass der Versicherten eine N achfrist zur Behebung des Form - m angels angesetzt und der N ichteintretensentscheid nach ungenutztem Ablauf dieser Frist gefällt w orden sei (Akt. 6).3 G . M it R eplik vom 25. Septem ber 2006 m achte B._______ geltend, ihre Einsprache vom 24. M ärz 2006 nicht nur per Fax, sondern am gleichen Tag auch eingeschrieben per Post geschickt zu haben. Im W eiteren legte sie "den Briefw echsel m it Buenos Aires und G enf" ins R echt und m achte sinngem äss geltend, die Korrespondenz zw ischen ihr und den D urch- führungsstellen der AH V sei m ehrm als sehr spät oder gar nicht am Ziel angekom m en. Insbesondere habe sie alle ihr zugestellten Form ulare ausgefüllt. Aufgrund der am tlichen Einschätzung seien die Beiträge viel zu hoch angesetzt w orden (Akt. 10). H . In der D uplik vom 8. N ovem ber 2006 beantragte die SAK w iederum die Abw eisung der Beschw erde und w ies darauf hin, dass die Beschw erde- führerin in erster Linie die Beitragsverfügung vom 9. Septem ber 2004, w elche in R echtskraft getreten sei, kritisiere (Akt. 13). I. Am 1. Januar 2007 ging das vorliegende Beschw erdeverfahren auf das Bundesverw altungsgericht über, w elches den Parteien am 26. Februar 2007 die Zusam m ensetzung des Spruchkörpers m itteilte. G leichzeitig w urde B._______ aufgefordert, ein Zustelldom izil in der Schw eiz bekannt zu geben. Es ging kein Ausstandsbegehren ein. D ie Inform ation betreffend das Zustelldom izil ging am 19. M ärz 2007 ein (Akt. 15). J. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten w ird, sow eit für die Entscheidfindung erforderlich, im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epar- tem ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G ; SR 173.32]). 1.2 G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem - ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D ie Schw eizerische Ausgleichs- kasse ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VG G . D ie Zuständig- keit des Bundesverw altungsgerichts zur Beurteilung von Beschw erden von Personen im Ausland im Bereich der Alters- und H interlassenenversiche- rung ist zudem in Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1946 über die Alters- und H interlassenenversicherung (AH VG , SR 831.10) ausdrücklich vorgesehen. 1.3 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Schw eizerischen Ausgleichs-4 kasse vom 24. M ai 2006 betreffend freiw illige Versicherung, die Beschw er- deführerin w ohnt in Antigua. D as Bundesverw altungsgericht ist som it zur Beurteilung der Beschw erde zuständig. 2. 2.1 D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht (w ie schon vor der R ekurskom m ission AH V/IV) richtet sich nach dem Verw altungsverfahrens- gesetz, sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ; aArt. 85bis Abs. 3 AH VG ). Vorbehalten bleiben gem äss Art. 3 Bst. dbis Vw VG die besonderen Bestim m ungen des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1). 2.2 Als Adressatin der Verfügung, m it w elcher die Verw altung nicht auf ihre Einsprache eintrat, ist die Beschw erdeführerin zw eifellos legitim iert (Art. 59 ATSG , Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). D a auch die übrigen Eintretensvoraus- setzungen (Art. 56 und 60 ATSG , Art. 49 ff. Vw VG ) erfüllt sind, ist auf die Beschw erde einzutreten. 2.3 D ie Beschw erde richtet sich gegen den vorinstanzlichen N ichteintretens- entscheid. Auf die in der Beschw erde gestellten m ateriellen Anträge (Entscheid über die Zulässigkeit des Ausschlusses aus der freiw illigen Versicherung und Ü berprüfung der Beitragsverfügung) kann nicht einge- treten w erden (BG E 132 V 74 E. 1.1 m it H inw eis). H ingegen lässt sich aus dem Schreiben vom 11. Juli 2006 und jenem vom 25. Septem ber 2006 eine genügende Begründung herleiten, w onach sich die Beschw erde- führerin auch gegen das N ichteintreten w ehrt. D as Bundesverw altungs- gericht hat daher zu prüfen, ob die Vorinstanz zu R echt auf die bei ihr erhobene Einsprache nicht eingetreten ist. 3. 3.1 G em äss Art. 52 Abs. 1 ATSG in Verbindung m it Art. 1 und Art. 2 AH VG sow ie der Verordnung vom 26. M ai 1961 über die freiw illige Alters-, H interlassenen- und Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111) kann gegen Verfügungen betreffend Ausschluss aus der freiw illigen Versicherung innerhalb von 30 Tagen bei der Schw eizerischen Ausgleichskasse Einsprache erhoben w erden. Art. 10 der Verordnung vom 11. Septem ber 2002 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) legt die im Einspra- cheverfahren zu beachtenden G rundsätze fest. N ach dieser Bestim m ung m üssen Einsprachen ein R echtsbegehren und eine Begründung enthalten (Abs. 1), eine schriftlich erhobene Einsprache m uss die U nterschrift der Einsprache führenden Person oder ihres R echtsbeistands enthalten (Abs. 4). G enügt die Einsprache den Anforderungen nach Absatz 1 nicht oder fehlt die U nterschrift, so setzt der Versicherer eine angem essene Frist zur Behebung der M ängel an und verbindet dam it die Androhung, dass sonst auf die Einsprache nicht eingetreten w ird (Abs. 5). 3.2 D ie Beschw erdeführerin hat die Verfügung vom 6. Februar 2006 betreffend den Ausschluss aus der freiw illigen Versicherung nach ihren – und von der 5 SAK nicht bestrittenen (vgl. BG E 121 V 5 E. 3) – Angaben am 8. M ärz 2006 erhalten (Akt. 1/55, vgl. auch Akt. 10). D ie 30-tägige Einsprachefrist begann som it am 9. M ärz 2006 zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG ). D ie Einsprache per Fax ging innerhalb der Einsprachefrist bei der SAK am 26. M ärz 2006 ein. O bw ohl die Faxeingabe zum Teil unleserlich ist, lässt sich daraus klar entnehm en, dass der Zugang der Verfügung am 8. M ärz 2006 erfolgt sei und das O riginal der Einsprache per Post nachgereicht w erde. D ass die Vorinstanz die Verbesserung der Einsprache verlangte und die Beschw erdeführerin auf das Fehlen der O riginalunterschrift aufm erksam m achte, w ar richtig. Ihre Aufforderung zur Verbesserung der Einsprache hätte sie jedoch m it der Androhung verbinden m üssen, dass sonst nicht auf die Einsprache eingetreten w erde (Art. 10 Abs. 5 ATSV). Indem sie lediglich eine N achfrist zur Einreichung der schriftlichen Einsprache ansetzte, ohne auf die Folgen bei N ichtbeachtung hinzuw eisen, entspricht ihr Schreiben vom 27. M ärz 2006 nicht den Anforderungen von Art. 10 Abs. 5 ATSV (vgl. zu den Pflichten der Behörde bei m angelhafter Einspra- che das U rteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 99/06 vom 8. Septem ber 2006). D ieser Verfahrensm angel w iegt um so schw erer, als es im vorliegenden Fall um eine Verfügung betreffend Ausschluss aus der freiw illigen Versicherung geht, w as nach der R echtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts als schw erw iegender Eingriff in die R echtsstellung der versicherten Person zu qualifizieren ist, w eil die Beschw erdeführerin danach der freiw illigen Versicherung lebenslang nicht m ehr beitreten kann (BG E 117 V 97 E. 2c, U rteil H 149/05 vom 7. Septem - ber 2006 E. 3.3.2). Es ist m ithin festzustellen, dass keine rechtskonform e N achfristansetzung erfolgte und som it gestützt darauf auch kein N icht- eintretensentscheid gefällt w erden konnte. 3.3 H inzugefügt w erden kann Folgendes: O hne abzuw arten, ob innerhalb der Einsprachefrist das per Fax angekündigte O riginal der Einsprache per Post eintreffe, setzte die Verw altung gleich am nächsten Tag eine Frist zur Verbesserung an. D a die Beschw erdeführerin offenbar aber ihre Fax- Einsprache vom 24. M ärz 2006 gleichentags per Post versandte, durfte sie bei Erhalt der Aufforderung, den M angel zu beheben, annehm en, das Problem habe sich zw ischenzeitlich erledigt, da ihre Postsendung aus Antigua frühestens einige Tage nach dem Versand dieser Aufforderung in G enf eintreffen konnte. D ie Vorinstanz hätte deshalb die Beschw erde- führerin nach Ablauf der für eine Postsendung aus Antigua erforderlichen Zeit darauf aufm erksam m achen m üssen, dass die per Fax angekündigte Einspracheschrift nicht eingetroffen sei. 3.4 Aus dem G esagten folgt, dass die SAK bei dieser Sachlage das Verfahren am 24. M ai 2006 nicht durch einen N ichteintretensentscheid abschliessen durfte. D ie Beschw erde ist daher gutzuheissen. D er Einspracheentscheid vom 24. M ai 2006 ist aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück- zuw eisen, dam it sie das Einspracheverfahren rechtskonform durchführe.6 4. 4.1 D as Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AH VG ), so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 4.2 D a der Beschw erdeführerin keine unverhältnism ässig grossen Kosten ent- standen sind und diese zu R echt auch keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG ; Art. 7 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit darauf einzutreten ist, der angefochtene Einspracheentscheid vom 24. M ai 2006 w ird aufgehoben und die Sache zur W eiterführung des Einspracheverfahrens an die Vor- instanz zurückgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet (G erichtsurkunde): - der Beschw erdeführerin - der Vorinstanz - dem Bundesam t für Sozialversicherung D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Johannes Frölicher Susanne Fankhauser R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :