Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 5. Dezember 2012 (810 11 226) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Nach- und Strafsteuer (direkte Bundessteuer) Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Bruno Gutzwiller, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Ge- richtsschreiber Markus Pachlatko Parteien A.____ , Beschwerdeführer, B.____ , Beschwerdeführerin, beide vertreten durch Ernst Staehelin, Advokat, gegen Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be- schwerdegegnerin Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Beigeladene Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Eigerstrasse 65, Postfach, 3003 Bern Betreff Nach- und Strafsteuer zur direkten Bundessteue r 2001-2004 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 25. Februar 2011) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (S teuerverwaltung) teilte A.____ und B.____ mit Schreiben vom 25. Juni 2008 mit, dass a ufgrund des Verdachts auf eine Unter- besteuerung infolge Nichtdeklaration von Einkünften un d Vermögen (Investitionen in und ent- sprechende Erträge aus Anlagen der C.____ Ltd. ["D.___ _-Anlagen"]) ein Nach- und Strafsteu- erverfahren eingeleitet werde. Mit Verfügung vom 15. Oktober 2009 legte die Steuerverwaltung die Nachsteuer zur direkten Bundessteuer für die Jahre 20 01-2004 auf Fr. 13'979.-- und eine Busse in derselben Höhe fest. Dazu wurden Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 3'191.90 ver- anschlagt. B. Mit Schreiben vom 13. November 2009 erhoben A.____ und B.____, vertreten durch E.____, gegen diese Verfügung Einsprache mit dem Beg ehren, die Aufrechnungen seien zu streichen. Mit Schreiben vom 30. April 2009 beantragte n A.____ und B.____, vertreten durch E.____, die nicht deklarierten Erträge seien nachzubest euern, inkl. Verzugszinsen. Dies betref- fe die ersten Quartale im Jahre 2001. Das 4. Quartal se i im Wertschriftenverzeichnis 2001 kor- rekt deklariert worden. Alle übrigen Aufrechnungen in den Jahren 2001-2004 seien zu streichen bzw. zu stornieren. Zudem seien die Kosten dem Staat auf zuerlegen und es sei den Einspre- chern eine Entschädigung für den notwendig gewordenen Beizug des Vertreters von Fr. 2'000.-- zuzusprechen. Mit Einspracheentscheiden vom 14. Juli 201 0 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben A.____ und B.____, vertreten durch Ernst Staehelin, Advokat, mit Schreiben vom 16. August 2010 beim Steuer- und Enteignungs- gericht, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), Beschwerde. Sie beantragten erstens, der Ein- spracheentscheid vom 14. Juli 2010 sei aufzuheben, zweiten s seien die Rekurrenten bei ihrer Anerkennung der Nachsteuern für die nicht deklarierten Erträge des ersten bis dritten Quartals 2001 zu behaften. Drittens seien im Übrigen die verfü gten Nach- und Strafsteuern aufzuheben und das Nach- und Strafsteuerverfahren einzustellen. Die s, viertens, alles unter o/e- Kostenfolge. D. Am 25. Februar 2011 hiess das Steuergericht die Besch werde teilweise gut, indem die Steuerbusse von 100% auf einen Drittel reduziert wurde. E. Mit Eingabe vom 27. Juni 2011 erhoben A.____ und B.____ (Beschwerdeführer), ver- treten durch Ernst Staehelin, Advokat, gegen diesen E ntscheid beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) jeweil s Beschwerde und beantragten, dass erstens das angefochtene Urteil aufzuheben sei, dass zwe itens die verfügten Nach- und Strafsteuern für die Staats- und Gemeindesteuer bzw. direkte Bundessteuer 2001-2004 aufzu- heben und das Nach- und Strafsteuerverfahren einzustelle n sei. Dies unter a/o-Kostenfolge. In verfahrensmässiger Hinsicht beantragten die Beschwerdeführe r die Ansetzung einer mündli- chen Verhandlung und die Vorladung der Mutter der Be schwerdeführerin, F.____, als Zeugin oder Auskunftsperson. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. In Ihrer Stellungnahme vom 18. Juli 2011 beantra gte die Steuerverwaltung die Abwei- sung der Beschwerde. G. Am 24. August 2011 nahm das Steuergericht Stellung zur Beschwerde und beantragte deren Abweisung. H. Mit Schreiben vom 29. November 2011 brachte Frau F.____, die Mutter der Beschwer- deführerin, vertreten durch Markus Trottmann, vor, dass sie mit Rücksicht auf das gegen sie geführte Strafverfahren nicht bereit sei, "zu diesem T hema über ihre schriftlichen Darlegungen im Schreiben vom 23. April 2010 an die G.____ hinaus weitere Fragen zu beantworten". Da sie als Auskunftsperson nicht zur Beantwortung weiterer Fragen verpflichtet werden könne, bitte sie darum, die Vorladung zu widerrufen. I. Die Beschwerdeführer nahmen am 13. Dezember 2011 z ur Eingabe von Frau F.____ vom 6. Dezember 2011 Stellung und brachten vor, dass sie grundsätzlich an der Vorladung von Frau F.____ als Auskunftsperson festhielten. J. Am 13. Dezember 2011 nahm das Steuergericht zur Eing abe von Frau F.____ vom 6. Dezember 2011 Stellung und teilte mit, dass auf di e Anhörung von Frau F.____ verzichtet werden könne. K. Mit Verfügung vom 16. Dezember 2011 verzichtete das Kantonsgericht aufgrund des Mitwirkungsverweigerungsrechtes von Frau F.____ auf deren Vorladung als Auskunftsperson. L. Anlässlich der Verhandlung vom 21. Dezember 2011 ste llte das Kantonsgericht das Verfahren im Hinblick auf die Anordnung eines handschriftlichen Gutachtens in den Parallelver- fahren 810 11 227 und 810 11 228 aus. M. Am 25. September 2012 wurden die Fälle 810 11 22 5 und 810 11 226 zusammen mit den Fällen 810 11 227 und 810 11 228 an die Kammer zur gemeinsamen Beurteilung überwie- sen. N. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Anträgen und Be- gründungen fest. Auf die weiteren Vorbringen und Beg ründungen der Parteien wird, soweit er- forderlich, in den Erwägungen eingegangen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte B undessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 in Verbindung mit § 3 der Vollzugsv erordnung zum Bundesgesetz über die direkten Steuern vom 13. Dezember 1994, wie er seit d em 1. März 2006 in Kraft steht, können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbesch werde beim Kantonsgericht als letzte kantonale Instanz angefochten werden. Die übrige n formellen Voraussetzungen nach §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltun gsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und nach Art. 141 ff. DBG sind erfü llt, so dass auf die Beschwerde einzu- treten ist. 2. Gemäss § 45 Abs. 1 VPO können mit der verwaltungsger ichtlichen Beschwerde Rechts- verletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit einer Verfügung ist hingegen nur in Ausnahmefällen vorgesehen (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. § 45 Abs. 2 VPO setzt damit die bundesr echtlichen Vorgaben um, wonach im kantonalen Rekurs- und Beschwerdeverfahren betreffend di rekte Bundessteuer gemäss Art. 140 Abs. 3 DBG in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG alle Mängel des angefochtenen Entscheides und des vorangegangenen Verfahrens gerügt we rden können. Eine weitere Be- sonderheit findet sich in dem seit dem 1. März 2006 in K raft stehenden § 18 Abs. 3 VPO, wo- nach das Kantonsgericht bei Beschwerden in Steuersachen nicht an die Begehren der Parteien gebunden ist, sondern ihm die gleichen Befugnisse zustehen wie den Einschätzungsbehörden. 3.1 Strittig ist, ob die Vorinstanz den Anspruch der Be schwerdeführer auf rechtliches Ge- hör verletzt hat. 3.2 Die Beschwerdeführer machten hierzu geltend, dass sie mit detaillierten Ausführungen vor der Vorinstanz belegt hätten, dass sie die Zusatzverei nbarung nicht unterschrieben hätten. Frau F.____ habe dies bestätigt. Es wäre die Aufgabe der Vorinstanz gewesen, diesem Argu- ment nachzugehen. Dies habe diese aber nicht getan, ob wohl es aufgrund der Vermutung der Unschuld der Beschwerdeführer Aufgabe der Vorinstanz gewe sen wäre. Die Nicht-Abklärung dieser Frage durch die Vorinstanz verbunden mit der eff ektiven Nicht-Beachtung des Argumen- tes im Entscheid der Vorinstanz führe zu einer Verletzun g der EMRK und zur Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. 3.3.1 Das Recht auf Begründung von Verfügungen und E ntscheiden ergibt sich aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV statuierten Anspruch auf rechtliches Geh ör (BGE 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b) und wird auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 KV und auf Gesetzesstufe in § 18 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 festgeschrie- ben (vgl. auch KGE VV vom 15. Mai 2002, 2001/185, E. 3). Der Grundsatz des rechtlichen Ge- hörs als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, da ss die Behörde die Vorbringen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen tat sächlich hört, sorgfältig und ernst- haft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Da raus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (BGE 129 I 232 E. 3.2). Aus der Begründung soll ins- besondere erhellen, ob die vorgängige Anhörung des Betroffenen nur pro forma erfolgt ist, oder ob seine Anliegen tatsächlich – angemessen – geprüft, au f seine Vorbringen eingegangen und dazu im Sinne eines entscheidungsoffenen Prozesses Stellun g genommen worden ist (M ARK VILLIGER , Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen, ZBl 1989 S. 160). Durch eine angemes- sene Begründung soll weiter dem Betroffenen und auch der Rechtsmittelinstanz die Möglichkeit gegeben werden, sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft zu geben und allen- falls in Kenntnis der Gründe ein Rechtsmittel zu ergr eifen bzw. dieses zu beurteilen (vgl. R ENÉ RHINOW /B EAT KRÄHENMANN , Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband , Basel 1990, Nr. 85 B II a). Die Behörde ist zwar nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbrin- gen der Partei zu äussern, doch muss ersichtlich sein, von welchen Überlegungen sie sich lei- ten liess (BGE 126 I 102 f. E. 2b, mit Hinweisen). 3.3.2 Zu beachten ist, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist (BGE 127 I 132 f. E. 4c). Dies bedeutet, dass der angefochte ne Entscheid, wird der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, unabhängig davon aufzuheben ist, ob die fraglichen verfahrensrecht- lichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis hatten (BG E 122 II 469 E. 4a). Nicht von Belang ist damit, ob - im Falle einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör - irgendwelche Aussichten bestanden hätten, dass die Vorinstanz nach richtiger Anhörung der Beschwerdefüh- rerin zu einer Änderung seines Entscheides hätte gelan gen können (vgl. BGE 126 V 132 E. 2b, 125 I 118 E. 3). Sowohl die bundesgerichtliche Rechtsp rechung (BGE 122 II 286 E. 6b) als auch ein Teil der Lehre (THOMAS COTTIER , Der Anspruch auf rechtliches Gehör [Art. 4 BV], recht 1984, S. 11 f.) anerkennen allerdings, dass die Verlet zung des Gehörsanspruches unter gewis- sen Voraussetzungen im Rechtsmittelverfahren "geheilt" werden kann. Dies ist dann zulässig, wenn das rechtliche Gehör nachträglich gewährt wird, die Rechtsmittelinstanz über umfassende und freie Kognition in Rechts- und Sachverhaltsfrage n verfügt, mithin eine Ermessensüberprü- fung möglich ist und der betroffenen Person die gleiche n Mitwirkungsrechte wie vor erster In- stanz zustehen (BGE 122 II 286 f. E. 6b). Eine Heilung ist im Weiteren nur dann zulässig, wenn eine nicht besonders schwerwiegende (BGE 126 V 132 E. 2 b mit Hinweisen) Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt. Ferner darf der Beschwerde führenden Partei aus der Heilung kein Nachteil erwachsen. Die Heilung eines allfälligen Mang els soll zudem die Ausnahme bleiben (BGE 126 V 132 E. 2b, 127 V 437 E. 3d/aa). 3.4.1 Vorliegend hat das Steuergericht die für seine E ntscheide massgeblichen Rechts- grundlagen sowie die Gründe für seinen Entscheid darge legt. Insbesondere ist dem angefoch- tenen Entscheid zu entnehmen, von welchen Überlegungen sich das Steuergericht leiten liess. Die Beschwerdeführer machen dementsprechend auch nichts Gegenteiliges geltend. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch das Steuerge- richt dadurch verletzt worden, indem dieses nicht auf i hre Argumente eingegangen sei, ist die Beschwerde folglich abzuweisen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4.2 Doch selbst wenn im vorinstanzlichen Verfahren de r Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde, könnte der entsprechende Verfahrensmangel im kantonsgerichtlichen Verfahren geheilt werden. Denn zum einen verfügt das Kantonsgericht im vorliegenden Fall über eine um- fassende und freie Kognition in Rechts- und Sachverhalt sfragen und kann mithin auch die An- gemessenheit des angefochtenen Entscheides überprüfen ( vgl. Ziffer 2). Auch würde es sich bei dem von den Beschwerdeführern geltend gemachten Ve rfahrensmangel gemäss der zitier- ten Rechtsprechung nicht um einen besonders schwerwiegen den Mangel handeln. Die vorlie- gende Angelegenheit wäre folglich, selbst wenn der A nspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör im vorinstanzlichen Verfahren verletzt wor den wäre, nicht an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 4.1.1 Strittig ist im Weiteren, ob die Steuerverwaltu ng zu Recht Nachsteuern erhoben hat. Ergibt sich gemäss Art. 151 Abs. 1 DBG aufgrund von Tats achen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagu ng zu Unrecht unterblieben, eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig oder eine unte rbliebene oder unvollständige Veranla- gung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Ste uerbehörde zurückzuführen ist, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eing efordert. Hat der Steuerpflichtige Ein- kommen, Vermögen und Reingewinn in seiner Steuererklär ung vollständig und genau angege- ben und das Eigenkapital zutreffend ausgewiesen und ha ben die Steuerbehörden die Bewer- tung anerkannt, so kann keine Nachsteuer erhoben werde n, selbst wenn die Bewertung unge- nügend war (Abs. 2). 4.1.2 Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, e rlischt zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die eine Veranlagung zu Unrecht un terblieben oder eine rechtskräftige Ver- anlagung unvollständig geblieben ist (Art. 152 Abs. 1 D BG). Hat die Steuerpflichtige bzw. der Steuerpflichtige Einkommen und Vermögen in seiner St euererklärung vollständig und genau angegeben und haben die Steuerbehörden die Bewertun g anerkannt, so kann keine Nachsteu- er erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenüge nd war (Art. 151 Abs. 2 DBG). Zu beachten ist im Weiteren, dass die Nachsteuer keinen pöna len Charakter hat und demnach weder zwingend mit einer Busse verbunden ist noch ein Verschulden voraussetzt. 4.2.1 Zur Begründung seines Entscheides führte das Steue rgericht an, dass B.____ Teile ihres Vermögens in den Jahren 2001 bis 2004 in die C._ ___ Ltd., in sogenannte "D.____- Anlagen", investierte. Dabei habe sie mit C.____ Ltd. am 1. Oktober 2001 eine Investitionsver- einbarung (Nr. 34-15700) abgeschlossen. Der per diesem Datum investierte Betrag auf dem Konto "ak01561" habe sich auf Fr. 138'951.90 belaufen und sei laut Vereinbarung mit 6% pro Jahr verzinst worden. Im Jahre 2001 seien aus dieser Inv estition Fr. 2'084.-- (Ertrag 4. Quartal 2001) als Erträge deklariert worden. Gemäss den Vorlieg enden Abrechnungen seien jedoch Zinsen von insgesamt Fr. 8'129.50 erwirtschaftet worden . Da es Sache des Steuerpflichtigen sei, sämtliche massgebenden Tatsachen bekannt zu geben, ka nn der Steuerbehörde nicht ent- gegengehalten werden, sie hätte bei genügender Sorgf alt vom richtigen Sachverhalt Kenntnis erhalten können. "Bekannt" sei für die Steuerbehörde im Zeitpunkt der Veranlagung nur, aber immerhin, was akten- oder amtskundig sei. Dem Steuerpfl ichtigen obliege es dabei, den Nach- weis zu erbringen, dass der Behörde die Tatsache hätte b ekannt sein müssen. Betreffend die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nachfragepflicht der Steuerverwaltung führt diese aus, dass eine entsprechende Pflicht nur dann bestehe, sofern konkrete Anhaltspunkte bestünden und es geradezu offensichtlich sei, dass das Einkommen oder Vermögen nicht vollständig deklariert sei. 4.2.2 Die Beschwerdeführer machten in ihrer Beschwerde vom 27. Juni 2011 hierzu im We- sentlichen geltend, dass die Beschwerdeführerin unbestr ittenermassen bestimmte Beträge ins sogenannte "System D.____" investiert und dafür eine I nvestitionsvereinbarung abgeschlossen habe, gemäss welcher ihr eine Verzinsung von 6% p.a. zu gesagt worden sei. Diese Investition und die daraus der Beschwerdeführerin gutgeschriebenen Erträge seien vollständig und korrekt deklariert worden. 4.2.3 Betreffend das Konto Nr. ak01561 (Verzinsung zu 6 %) ergibt sich aus den Akten, dass die Erträge der ersten drei Quartale des Jahres 2001 in der Steuererklärung 2001 nicht dekla- riert worden sind. Deklariert wurden diese Erträge aussc hliesslich ab dem vierten Quartal des Jahres 2001 sowie in den Folgejahren. Ebenso haben d ie Beschwerdeführer bis im Verfahren vor dem Steuergericht selbst erklärt, dass sie die entsprechende Deklaration versehentlich nicht vorgenommen hätten und bei ihrer Anerkennung der Nach steuern für die nicht deklarierten Er- träge des ersten bis dritten Quartals 2001 zu behaften seien (vgl. Beschwerde der Beschwerde- führer an das Steuergericht vom 16. August 2010). Zwar machten die Beschwerdeführer in die- sem Zusammenhang auch geltend, dass die Steuerverwaltun g diesen Fehler in der Steuerde- klaration selbst hätte erkennen müssen, dennoch haben sie sich bis im Verfahren vor dem Steuergericht darauf behaften lassen, dass die Nachbesteue rung betreffen die genannten Er- träge vorgenommen werden solle. Ausserdem führten die Beschwerdeführer nicht aus, inwie- fern die Steuerverwaltung den Fehler der Deklaration hätte erkennen müssen. Entsprechendes ergibt sich sodann auch nicht aus den Akten. Demgemäss sind die Beschwerdeführer - auch wenn sie dies im Verfahren vor dem Kantonsgericht nicht mehr so ausführen - weiterhin auf ihren ursprünglichen Vorbringen zu behaften. Die Nach besteuerung betreffend die ersten drei Quartale des Jahres 2001 für die Erträge des Kontos Nr. ak01561 (Verzinsung zu 6%) ist also von der Vorinstanz zu Recht aufrechterhalten worden, w omit die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist. 4.3.1 Das Steuergericht führte in seinem Entscheid im W eiteren an, dass die Veranlagungs- behörde bei steuererhöhenden Tatsachen zwar die Beweisl ast trage, doch könne die entschei- dende Behörde die tatsächlichen Anbringen der Steuer behörde als erwahrt ansehen, wenn sie glaubhaft erscheinen würden. Im vorliegenden Falle se i glaubhaft gemacht worden, dass B.____ Kenntnis vom nicht deklarierten, auf sie lautend en Konto "ak01562" gehabt habe. Die- ses Konto sei auf Grundlage einer Zusatzvereinbarung zur Investitionsvereinbarung errichtet und in der Folge nicht deklariert worden. Gemäss Abrech nung vom 1. Quartal 2000 per 31. März 2000 habe dieses Konto einen Saldo von Fr. 5'582 .20 ausgewiesen, bestehend aus einer Einlage von Fr. 5'000.-- sowie Zinsen von Fr. 580.20. Die beiden Konti seien somit etwa zeit- gleich eröffnet worden. Zwischen den beiden Konti seie n regelmässig Zinsen vom deklarierten auf das nicht deklarierte Konto geflossen. Aus den Abre chnungen betreffend das deklarierte Konto sei ersichtlich, dass dieses quartalsweise parallel sow ohl mit 1.5% (= 6% p.a.) wie auch mit 6% (= 24% p.a.) verzinst worden sei und die Zinsen in Höhe von 6% pro Quartal auf dem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht deklarierten Konto wieder angelegt und diejenig en von 1.5% pro Quartal auf dem dekla- rierten Konto selbst wieder angelegt worden seien. Das nicht deklarierte Konto selbst sei wie- derum mit einem Zinssatz von 7.5% pro Quartal, d.h. 3 0% p.a., verzinst worden. In den Jahren 2002 bis 2004 seien in der Folge diverse Bezüge sowohl vo m deklarierten wie auch vom nicht deklarierten Konto getätigt worden. Die Bezüge vom nich t deklarierten Konto würden mit den Aussagen der Pflichtigen im Schreiben vom 29. August 200 8 harmonieren, wonach es richtig sei, dass die Mutter ihnen gelegentlich Geld von diesen Konti weitergegeben habe, zum Teil auf Bitten hin, zum Teil ungefragt. A.____ und B.____ h ätten aufgrund dieser Erklärungen wissen müssen, dass noch ein anderes Konto existiert habe. Deren A ussagen, sie seien in Finanzan- lagen gänzlich unerfahren, führe, wie die Unwissenheit betreffend der Funktionsweise des D.____-Systems oder der Herkunft der erbetenen Gelder , ebenfalls nicht zur Entlastung der Pflichtigen. Gerade weil B.____ offensichtlich darüber Bescheid wusste, dass die Mutter in die Geschäfte von D.____ Einblick gehabt hätte, hätte sie sich aus erster Hand darüber informieren können und auch müssen. Die nachträglich erstellten Schr eiben der Mutter stammten aus dem Jahr 2010 und seien im vorliegenden Verfahren, welches die Steuerverwaltung im Jahre 2008 eingeleitet habe, wenig beweistauglich. Die Erhebung von Nachsteuern sei folglich zu Recht erfolgt. Mit Vernehmlassung vom 24. August 2011 brachte das Steue rgericht sodann vor, dass die Ar- gumentation der Beschwerdeführer, diese hätten von al l den Vorgängen betreffend das nicht deklarierte Konto keine Kenntnis gehabt, nicht als glaubhaft erscheine. Zwar befinde sich in den Akten betreffend die Beschwerdeführer - im Unterschied z um Parallelfall, welcher die Schwes- ter der Beschwerdeführerin betreffe - keine Zusatzverei nbarung. Die Abläufe und die Entwick- lung der Gelder seien aber in beiden Fällen nach dem gleichen Muster erfolgt. Es könne auf- grund der praktisch identischen Sachlage kein anderer Schluss gezogen werden, als dass auch im vorliegenden Fall eine Zusatzvereinbarung bestanden habe. Das Argument der Pflichtigen, sie habe keinerlei Unterlagen und Belege erhalten, erweise sich als Schutzbehauptung. 4.3.3 Die Beschwerdeführer machen demgegenüber gelte nd, sie hätten keine Zusatzverein- barung, wonach für das investierte Kapital zusätzliche 24% p.a. zugesichert worden seien, un- terschrieben und auch bis ins Jahr 2008 von entsprechende n Erträgen keine Kenntnis gehabt. So seien die Gutschriftsanzeigen betreffend das nicht deklarierte Konto zwar an die Beschwer- deführerin adressiert gewesen, ihr jedoch nie zugestellt worden. Dies ergebe sich daraus, dass die Mutter der Beschwerdeführerin zum einen die Dokum entenerstellung und den späteren Do- kumentenfluss gesteuert habe, ohne ihrer Tochter diesbe züglich etwas zu sagen oder ihr Ab- rechnungen zuzustellen, und zum anderen gegenüber ihrem Chef zur Geheimhaltung verpflich- tet gewesen sei. Ausgehend von der Unschuldsvermutung se i eine durch nichts begründete Annahme der Zustellung der fraglichen Dokumente noch lange kein genügender Beweis für die Zustellung. Müsse aber im Bereich der Strafsteuer von ei ner nicht bewiesenen Zustellung aus- gegangen werden, so gelte das Gleiche auch für die Nachsteuer. Es wäre mithin nicht nachvoll- ziehbar, wenn hier mit zwei verschiedenen Ellen gemessen würde. Dass die Beschwerdeführer keine Kenntnis von einer Zusatzvereinbarung gehabt hätten, ergebe sich auch daraus, dass die Beschwerdeführer im gegebenen Zeitpunkt nur die Grund investition, nicht aber die Erträge zu 24% p.a. inkl. Zinsen zurückgefordert hätten. Zu beachten sei im Weiteren, dass das Schreiben Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführer vom 29. August 2008 nur so verstande n werden könne, dass die Mutter, wenn sie der Beschwerdeführerin gefragt oder ungefragt Geld gegeben habe, dieses immer von jenen Konti bezogen habe, welche sie für die Töchter ohne deren Wissen eingerichtet, geführt und geäufnet habe. Aus diesem Schreiben könne mithin nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Mutter jeweils gebeten habe, von den "Schwarz-Konti Geldern" zu ihren Gunsten zu beziehen. Da die Beschwerdeführer kein e Kenntnis von der Zusatzvereinba- rung gehabt hätten, hätten sie auch keine Realisierungsmöglichkeit, welche für die Besteuerung eines Ertrages vorausgesetzt werde, gehabt. Damit entfa lle jegliche Nach- und Strafsteuer- pflicht. 4.3.4 In Ihrer Stellungnahme vom 18. Juli 2011 machte die Steuerverwaltung geltend, dass betreffend das Konto Nr. ak01562 nicht etwa ein Treuha ndverhältnis, sondern eine Geschäfts- führung ohne Auftrag gemäss Art. 424 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (OR) vom 30. Mai 1911 vorliege. Dies ergebe sich aus dem Umstand, dass die Mutter ursprünglich sowohl im Interesse als auch im Namen und zu Gunsten der Tochter eine Zusatzvereinbarung mit Gewinnbeteilig ung bis zu 24% abgeschlossen habe, die Tochter davon aber gemäss eigenen Aussagen bzw. Bestä tigungen seitens der Mutter gar nichts gewusst habe. Die jeweiligen Gutschriften und der Bestand des Zusatzkontos seien da- her grundsätzlich der Tochter zuzurechnen, wenn man davo n ausginge, dass dies die Tochter bei Kenntnis der jeweiligen Gutschriften auch genehmi gt hätte. Mit der Genehmigung, welche auch formlos und stillschweigend erteilt werden könne, h ätten die Rechtswirkungen nach den Regeln der Stellvertretung rückwirkend auf die Tochter ü bertragen werden können. Deshalb seien der Tochter auch die Vorteile, d.h. die damals gu tgeschriebenen Gewinnanteile nicht nur zivilrechtlich, sondern auch steuerrechtlich zuzuordnen. 4.3.5 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer in den Jah ren 2001 bis 2004 Kenntnis vom nicht deklarierten, auf die Beschwerdeführerin lautende Konto Nr. ak01562 hatten. Hierzu ist zu beachten, dass die Verwaltung als verfügende Instanz un d – im Beschwerdefall – das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen dürfen, w enn sie von ihrem Bestehen über- zeugt sind. Verlangt wird im Grundsatz der volle Beweis. Vom vollen Beweis wird dann gespro- chen, wenn die entscheidende Behörde vom Vorhandensei n einer Tatsache so überzeugt sein muss, dass das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint. Die Ü berzeugung braucht jedoch nicht in einer absoluten Gewissheit zu bestehen, die jede andere Möglichkeit ausschliesst. Es genügt, wenn die Überzeugung von der Lebenserfahrung und Vernunft getragen und auf sach- liche Gründe abgestützt ist (BGE 105 Ib 114 E.1; S ILVIA HUNZIKER / MARTIN ZWEIFEL , Steuerver- fahrensrecht, Beweislast, Drittvergleich, "dealing at arm’s length", Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 DBG Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der P rüfung von Leistung und Gegenleis- tung unter dem Gesichtswinkel des Drittvergleichs ["dealing at arm’s length"] in: ASA 77, S. 688, mit weiteren Nachweisen; vgl. auch KGE VV vom 9. Mai 2007 [810 06 344] E. 3). 4.3.6 Aus den Akten geht hervor, dass ein Konto mit der Bezeichnung Nr. ak01562 existiert haben muss und dass dieses Konto auf den Namen der Beschw erdeführerin lautete. Allerdings befindet sich in den Akten keine von der Beschwerdeführe rin unterschriebene Zusatzvereinba- rung. Auch ergibt sich aus den Akten kein Hinweis darauf , dass die Beschwerdeführerin Unter- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lagen zu diesem Konto je erhalten hat. Für den Umstan d, dass die Beschwerdeführer keine Kenntnis vom Konto Nr. ak01562 hatten, sprechen demgeg enüber die Stellungnahmen der Mutter der Beschwerdeführerin vom 23. April 2010 und 29. Juli 2010. So hält die Mutter der Beschwerdeführerin in diesen Schreiben fest, dass die Be schwerdeführer betreffend die Zu- satzvereinbarung und das Zusatzkonto keine Kenntnis und entsprechend auch keine Zugriffs- möglichkeit gehabt hätten und nur ihr diese Zugriffsm öglichkeit zugekommen sei. Auch geht aus den den Beschwerdeführern unbestritten zugestellten Kontoauszügen zum deklarierten Konto nicht hervor, dass ein zweites Konto bestand, auf w elches die Zinserträge des deklarier- ten Kontos zur nochmaligen Verzinsung überwiesen wurd en. Auf die Zustellung derjenigen Ta- bellen, aus welchen die Übertragung auf das vorliegend strittige Konto zumindest hervorgehen würde, kann zudem gestützt auf die Akten nicht geschlosse n werden. Dass den Beschwerde- führern das Geld der Mutter vom nicht deklarierten K onto zugekommen sein soll, könnten die Beschwerdeführer ausserdem auch - wie sie selber geltend machten - tatsächlich erst nachträg- lich erfahren haben, wobei es als möglich erscheint, dass si ch die Beschwerdeführer in ihrem Schreiben vom 29. August 2008 - wie sie mit Stellungnah me vom 30. April 2010 geltend mach- ten - fälschlicherweise unpräzise ausdrückten. Weshalb Ge ldgeschenke der Mutter der Be- schwerdeführerin die Beschwerdeführer hätten stutzig mach en sollen, legen die Vorinstanzen sodann nicht näher dar. Ebenso wenig ist den Akten zu en tnehmen, dass derartige Geldge- schenke in hohem Ausmass erfolgt wären. Entsprechend kann d en Beschwerdeführern auch nicht vorgeworfen werden, dass sie bei der Mutter der B eschwerdeführerin nicht weiter nach den Quellen der Geldgeschenke gefragt haben. Dies führ t wiederum dazu, dass den Be- schwerdeführern auch nicht vorgeworfen werden kann, sie hätten im Falle von Nachforschun- gen wohl ein Zugriffs- und Verfügungsrecht auf das frag liche Konto durchsetzen können. Ge- stützt auf die Akten kann sich der Sachverhalt mithin auf verschiedene Arten zugetragen haben. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang schliesslich, dass allein aufgrund des Umstandes, wonach in den Parallelverfahren 810 11 227 und 810 1 1 228 davon ausgegangen werden muss, dass die Schwester der Beschwerdeführerin eine entspre chende Zusatzvereinbarung unterzeichnet hat, aufgrund der Akten und der Aussagen der Parteien nicht gefolgert werden darf, dass die Beschwerdeführerin ebenfalls eine Zusatzver einbarung unterschrieben habe. Entsprechendes kann ebenso nicht - entgegen der Ansich t der Vorinstanz - aus dem Umstand, wonach es betreffend die D.____-Anlagen noch zahlreiche weitere Betroffene mit sehr ähnli- chen Sachverhalten gebe, geschlossen werden. Mithin ist di e dahingehende Auslegung der Akten, dass die Beschwerdeführer weder über die Errichtu ng des Zusatzkontos informiert wa- ren bzw. hätten informiert sein sollen, noch über die ses verfügen konnten, nicht unwahrschein- lich. Es kann deshalb nicht als bewiesen angesehen werden, dass die Beschwerdeführer in den Jahren 2001 bis 2004 Kenntnis vom nicht deklarierten, auf sie lautenden Konto Nr. ak01562 hatten. 4.3.7 Mit der Vorinstanz und entgegen der Ansicht der Steuerverwaltung ist zudem nicht davon auszugehen, dass den Beschwerdeführern die Erträge des Kontos Nr. ak01562 aufgrund einer Geschäftsführung ohne Auftrag gemäss Art. 419 ff . OR zuzuordnen sind. Für die Annah- me einer Geschäftsführung ohne Auftrag fehlt es - wi e die Vorinstanz richtig festgehalten hat - bereits an der Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführer sowie an der Dringlichkeit der Besorgung der Angelegenheit (vgl. ROLF H. WEBER , in: Honsell/Vogt/Wiegand, Basler Kommentar zum Ob- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ligationenrecht, Band I, 5. Auflage, Basel 2011, Rn 13). So sind entsprechende Hinweise, wel- che auf eine Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführer in vermögensrechtlicher Hinsicht bzw. auf eine Dringlichkeit der Besorgung von Investitionen sch liessen liessen, den Akten nicht zu ent- nehmen und werden von der Steuerverwaltung zu Recht auch nicht geltend gemacht. Ausser- dem könnten die Erträge des Kontos Nr. ak01562 der Beschw erdeführerin auch dann nicht zu- geordnet werden, wenn von einer nicht gebotenen Geschä ftsführung ohne Auftrag auszugehen wäre, wie dies die Steuerverwaltung geltend machte. In den Akten befinden sich - entgegen der Ansicht der Steuerverwaltung - nämlich keine Hinweise d arauf, dass die Beschwerdeführer die Handlungen der Mutter genehmigten. 4.3.8 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist in e inem weiteren Zwischenschritt fest- zuhalten, dass betreffend die Gutschriften auf dem Konto Nr. ak01562 nicht auf Einkommen der Beschwerdeführer geschlossen werden kann, welches nachzubesteuern wäre. Die Beschwerde ist daher in diesem Punkt gutzuheissen. 5.1 Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführer betre ffend das Konto Nr. ak01561 zu Recht wegen einer vollendeten Steuerhinterziehung von der Steuerverwaltung gebüsst wurden. 5.2.1 Das Steuergericht brachte betreffend das Konto N r. ak01561 vor, dass die ordentliche Veranlagung für das Jahr 2001 mangels Deklaration des vo llständigen Einkommens unvoll- ständig geblieben sei, weshalb das Gemeinwesen einen S teuerausfall erlitten habe. Demzufol- ge sei der Tatbestand der Steuerhinterziehung erstellt. Da die Beschwerdeführerin zumindest die Möglichkeit gehabt hätte, den Sachverhalt vollends zu ergründen und entsprechend richtig zu deklarieren, sei ihr leichtes Verschulden vorzuwerfen. Vorsatz sei der Beschwerdeführerin nicht vorzuwerfen, allenfalls unbewusste Fahrlässigkeit. D ementsprechend rechtfertige sich eine Strafsteuer in der Höhe von einem Drittel. 5.2.2 Die Beschwerdeführer machten hierzu im Wesentlich en geltend, dass die Beschwerde- führerin unbestrittenermassen bestimmte Beträge ins soge nannte "System D.____" investiert habe und dafür eine Investitionsvereinbarung abgeschlo ssen habe, gemäss welcher ihr eine Verzinsung von 6% p.a. zugesagt worden sei. Diese Investi tion und die daraus der Beschwer- deführerin gutgeschriebenen Erträge seien vollständig und korrekt deklariert worden. 5.3.1 Wer gemäss Art. 175 Abs. 1 DBG als Steuerpflicht iger vorsätzlich oder fahrlässig be- wirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt ode r dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, wird mit Busse bestraft. 5.3.2 Eine vollendete Steuerhinterziehung liegt vor, wenn den Steuerbehörden steuerbare Tatbestände (Einkommen, Vermögen, Umsätze usw.) verheiml icht werden und diese Verheim- lichung zur Folge hat, dass gemäss der definitiven rechtskrä ftigen Veranlagung zu wenig Steu- ern entrichtet werden. Das Delikt der Steuerhinterziehu ng ist erst dann vollendet, wenn der Er- folg der Hinterziehungshandlungen eingetreten ist. Da s ist der Fall, wenn die gemäss rechts- kräftiger Veranlagung zu erbringende Steuerleistung ni edriger ist als jene, die bei ordnungsge- mässer Versteuerung (d.h. Nichtverheimlichung) erbracht werden müsste (vgl. H ÖHN /W ALD -Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht BURGER , Steuerrecht Band I, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 38 N 9 f.). Ausgangspunkt der Sachverhaltsfeststellung im Veranlagungsverfahren b ildet die Steuererklärung, zu deren Einreichung die steuerpflichtigen Personen verpflichtet sind. Das Formular für die Steuererklä- rung muss vollständig und wahrheitsgemäss ausgefüllt und innert Frist eingereicht werden; auf- zuführen sind alle Tatsachen, die für eine gesetzmässige V eranlagung rechtserheblich sind. Verletzt ist die Deklarationspflicht, wenn unrichtige ( unwahre oder unvollständige) Angaben gemacht oder für Bestand und Umfang der Steuerpflicht wesentliche Tatsachen verschwiegen werden (vgl. S IEBER in: Zweifel Martin/Athanas Peter, Kommentar zum Sc hweizerischen Steu- errecht, Band I/2b, 2. Auflage, Art. 175 DBG N 7 ff.). Der Taterfolg gilt als verwirklicht, wenn der Steuerausfall nicht mehr im ordentlichen Verfahren ab gewendet werden kann, was bei unvoll- ständiger Veranlagung mit dem Eintritt der Rechtskraft der entsprechenden Veranlagungsverfü- gung und bei unterbliebener Veranlagung mit dem Ein tritt der Veranlagungsverjährung einher- geht. Hernach kann eine Änderung der sich nachträglich als unzutreffend erweisenden Veran- lagung bzw. die nunmehr als geboten erkannte Vornahme einer solchen nur noch im Nachsteu- erverfahren erfolgen (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 20). Zu beachten ist schliesslich, dass die Straftatbestände der vollendeten Steuerhinterziehu ng nur dann erfüllt sind, wenn zwischen dem strafbaren Verhalten und dem Deliktserfolg ein ad äquater Kausalzusammenhang besteht. Die Steuerverkürzung setzt voraus, dass das Gemeinwesen einen Steuerausfall erlitten hat, der daher rührt, dass die Veranlagung der steuerpflichtigen Person materiell nicht gesetzmässig ausgefallen oder eine Veranlagung überhaupt unterbl ieben ist, obschon nach Gesetz eine sol- che hätte erfolgen müssen. Ursache für die steuerverkürzende bzw. unterbliebene Veranlagung – und damit für einen ungerechtfertigten Steuervorte il und letztlich für den Vermögensschaden des Gemeinwesens – bildet eine unzutreffende Sachverhal tsfeststellung. Diese wiederum muss als adäquat kausale Folge auf das Verhalten der steuer pflichtigen Person zurückzuführen sein. Hat die steuerpflichtige Person die ihr für das Veranl agungsverfahren gesetzlich auferlegten Deklarations-, Auskunfts- oder Beweisleistungspflichten verl etzt, so wird der adäquate Kausal- zusammenhang zur steuerverkürzenden Veranlagung nicht etw a schon dadurch unterbrochen, dass die Veranlagungsbehörde einen als rechtserheblich erkennbaren, aber noch unklaren oder unvollständig ermittelten Sachverhalt nicht weiter abg eklärt hat; daran ändert nichts, dass sie die ungenügende Deklaration durch zusätzliche Abklärungen oder durch Folgerungen von de- klarierten Steuerfaktoren auf nicht oder nicht vollstän dig deklarierte Steuerfaktoren hätte erken- nen können (vgl. ASA 73 [2004/05] 221). Vielmehr darf sich die Steuerbehörde grundsätzlich darauf verlassen, dass die Steuererklärung richtig und v ollständig ist; die Steuerpflichtigen müssen grundsätzlich damit rechnen, dass die Steuerbehörde auf ihre Angaben abstellt, ohne sie näher zu kontrollieren (vgl. Entscheid des Bundesgerich ts vom 8. März 2007, 2A.168/2006, E. 4.1). Immerhin muss die Behörde berücksichtigen, dass d ie Steuererklärungsformulare nicht nur nach Tatsachen fragen, sondern bisweilen auch eine st euerrechtliche Würdigung solcher Tatsachen voraussetzen. Eine Pflicht zu ergänzender behör dlicher Untersuchung besteht je- doch nur, wenn die Steuererklärung offensichtliche Fehler enthält (vgl. ASA 73 [2004/05] 482). 5.4 Zu prüfen ist zunächst, ob der objektive Tatbesta nd der Steuerhinterziehung erfüllt ist. Bezüglich des Beweisgrades im Strafbesteuerungsverfahren ist festzuhalten, dass dieses Ver- fahren eine pönale Funktion verfolgt und daher die strafprozessualen Garantien zur Anwendung gelangen, wobei insbesondere die Unschuldsvermutung zu beachten ist. Nach Art. 10 Abs. 2 Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) vom 5. Oktober 2007 würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren g ewonnenen Überzeugung. Welches Beweismass für die richterliche Überzeugung erforderlich ist, wird zwar nirgends explizit er- wähnt, ergibt sich aber aus dem Grundsatz in dubio pro r eo (Art. 10 Abs. 3 StPO) und der dazu ergangenen Rechtsprechung (vgl. S UMMERMATTER /J ACOBER , a.a.O., S. 140, mit weiteren Hin- weisen). Danach darf das Gericht nur dann von einem best immten Sachverhalt ausgehen, wenn es keine unüberwindlichen Zweifel an dessen Wahrhe it hat (BGE 127 I 38, E. 2a; 124 IV 86, E. 2a). Andernfalls hat es von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszugehen. Unüberwindliche Zweifel sind Zweifel, die sich nach der objektiven Sachlage für einen kritischen und vernünftigen Menschen aufdrängen. Die denktheoretisch nie auszuschliessende Möglich- keit, dass es auch anders sein könnte, ist demgegenüber irr elevant. In Würdigung der Akten ist davon auszugehen, dass keine sich nach der objektiven Sachla ge für einen kritischen und ver- nünftigen Menschen aufdrängenden Zweifel daran bestehe n, dass die Beschwerdeführer die Erträge des Kontos Nr. ak01561 der ersten drei Quartale des Jahres 2001 in der Steuererklä- rung 2001 nicht deklariert haben (vgl. E. 4.2.3). Die Vorinstanzen haben deshalb richtigerweise festgestellt, dass die ordentliche Veranlagung für das Jahr 2001, mangels Deklaration aller Ein- künfte, unvollständig war. Das Gemeinwesen hat einen St euerausfall erlitten und somit ist der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung erstellt. Es ist somit im Weiteren zu prüfen, ob auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 5.5.1 In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung, dass der Steuerpflichtige schuldhaft eine Verkürzung oder Gefährdung des gesetzlichen Steu- eranspruchs bewirkt hat. Dabei beurteilt sich die Frage , ob ein Verschulden vorliegt, nach den allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen. Zum Verschulde n zählen unter anderem die nach- gewiesenen Schuldformen, das heisst Fahrlässigkeit und Vor satz. Der materielle Gehalt der Begriffe Vorsatz und Fahrlässigkeit bestimmt sich ebenfalls nach dem gemeinen Strafrecht, also nach Art. 12 Abs. 2 und 3 des Schweizerischen Str afgesetzbuches (StGB) vom 21. De- zember 1937 (vgl. E GLOFF DIETER in: Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aarga uer Steuergesetz, 3. Auflage, § 236 N 38). 5.5.2 Vorsätzlich begeht eine Steuerhinterziehung, wer die Tat mit Wissen und Willen aus- führt (Art. 18 Abs. 2 StGB). Bezüglich der Wissenskompon ente wird vorausgesetzt, dass der Täter in Bezug auf die tatbestandsmässige Handlung um al le tatbestandsrelevanten Umstände weiss. Sodann muss der Täter hinsichtlich des tatbestandsm ässigen Erfolges annehmen, dass seine Handlungen oder Unterlassungen zum Eintritt dessel ben führen oder dies zumindest ge- schehen könnte. Dazu gehört auch, dass er sich den entspreche nden Kausalverlauf zumindest in groben Zügen vorstellt. Der Wille kommt darin zum Au sdruck, dass der Täter die tatbe- standsmässige Handlung in Kenntnis ihrer objektiven Merkma le vollzieht und dabei den Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolges bewirken will. Das Motiv sei ner Handlung ist für die Schuld- frage nicht relevant (EGLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 41 ff.). Dem Vorsatz gleichgestellt wird der Eventualvorsatz. Dieser liegt vor, wenn der Täter die V erwirklichung eines Tatbestandes zwar nicht mit Sicherheit voraussieht, aber für möglich hält und ihn für den Fall seines Eintritts billigt oder ihn in Kauf nimmt (vgl. BGE 109 IV 150 f.). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Wille zur Steuerhinterziehung vorausgesetzt werd en, wenn mit hinreichender Sicher- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht heit feststeht, dass sich der Steuerpflichtige der Unricht igkeit oder Unvollständigkeit der gegen- über den Steuerbehörden gemachten Angaben bewusst war (BGE 114 Ib 27 E. 3a). Diesfalls ist davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige willentlich gehandelt, das heisst eine Täuschung der Steuerbehörden beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventualvorsatz). 5.5.3 Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhalt ens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtw idrig ist die Unvorsichtigkeit dann, wenn der Täter nicht die Vorsicht beachtet, zu der er n ach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Je nachdem, ob der Täter die mögliche Bedeutung seines Verhaltens bedacht hat, liegt bewusste oder unbewusste Fahrläs- sigkeit vor (E GLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 50 f.). Im Steuerrecht sind grundsä tzlich an das Mass der gebotenen objektiven Sorgfalt hohe Anforderungen gestellt (RICHNER /F REI /K AUFMANN / MEUTER , Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 235 N 9). Dies ergibt sich aus den umfassenden Verfahrenspflichten, die Steuererklärung vo llständig und wahrheitsgetreu auszu- füllen. Das Mass der geforderten Sorgfalt ist sodann davon abhängig, wie detailliert und klar die Steuerbehörde die Mitwirkung der dazu verpflichteten Pe rson verlangt (EGLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 56). Neben der genannten objektiven Sorgfalt spflicht sind jedoch auch die "persönli- chen Verhältnisse" des Täters (subjektive Sorgfaltspflicht) zu beachten. Zu beurteilen ist, was ein gewissenhafter und besonnener Mensch mit den gleichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Täters (z.B. hinsichtlich Bildung, geistige Fähigkeiten und berufliche Erfahrung) in der fraglichen Situation getan oder unterlassen hätte. Kann der Täter bei der Erfüllung von Verfahrenspflichten davon ausgehen, dass seine Angaben von der Steuerbehör de im Grossen und Ganzen über- nommen werden und als Grundlage für die Veranlagung oder weitere Anordnungen dienen, so ist an die Sorgfalt ein strengerer Massstab anzulegen; d er Täter hat diesfalls die Behörde auf allfällige Zweifel an der Richtigkeit seiner Angaben hinzuweisen (vgl. S IEBER , a.a.O., Art. 56 StHG N 18). 5.6 Im vorliegenden Fall versäumten die Beschwerdeführ er die ordnungsgemässe Dekla- ration ihrer Einkünfte auf dem Konto Nr. ak01561 betreffend die ersten drei Quartale des Jahres 2001. Hierzu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer trotz Kenntnis der Erträge eine Dekla- ration unterlassen haben. So haben sie zumindest pflich twidrig unvorsichtig gehandelt. Sie wä- ren mithin verpflichtet gewesen, abzuklären, ob sie mi t der alleinigen Angabe des Vermögens und der Erträge des vierten Quartals des Jahres 2001 ih rer Steuerdeklarationspflicht nachge- kommen seien. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Be schwerdeführer Laien sind und zumindest den Auszug für das vierte Quartal 2001 eingere icht haben. Insofern ist es gut mög- lich und auch nachvollziehbar, dass die Einreichung der Abrechnungen für die ersten drei Quar- tale schlicht vergessen ging. Somit ist die Ansicht der Vo rinstanz vertretbar, dass die Be- schwerdeführer pflichtwidrig unvorsichtig handelten, indem sie der genannten Abklärungspflicht nicht nachkamen, dass sie aber die Erträge der ersten dre i Quartale des Kontos Nr. ak01561 ohne Vorsatz nicht deklarierten. Der Ansicht der Vorinsta nzen, dass die Pflichtige fahrlässig gehandelt hat, ist somit beizupflichten. Die Beschwerde i st folglich auch in diesem Punkt abzu- weisen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7.1 Abschliessend bleibt das Verschulden der Beschwerde führerin zu prüfen. Gemäss Art. 175 Abs. 2 DBG beträgt die Busse in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel er mässigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhöht werden. Für die vorsätzliche un d fahrlässige Tatbegehung ist per Ge- setzeswortlaut derselbe Strafrahmen vorgesehen. Die jewe iligen Unwertsgehalte der beiden Begehungsformen sind einander auch im Steuerstrafrecht keineswegs gleichzusetzen, was sich bereits im unterschiedlichen Strafrahmen äussern sollt e. Da diese Differenzierung im Gesetz nicht geregelt ist, muss sie im Rahmen der Strafzumessung behelfsmässig nachvollzogen wer- den (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 43). Bei der Steuerverkürzun g bestimmt sich die hin- terzogene Steuer ausgehend vom Steuerausfall aufgrund unterbliebener Veranlagung oder vom Unterschiedsbetrag zwischen der Steuer, die bei gesetzmässi ger Veranlagung geschuldet wä- re, und jener, die sich aus der in Rechtskraft erwachsenen Veranlagungsverfügung ergibt (Nachsteuer i.S.v. Art. 151 DBG). Da die hinterzogene S teuer den Deliktsbetrag eines Straftat- bestandes bildet, ist der vorenthaltene Steuerbetrag nur in dem Ausmasse hinterzogene Steuer, als er kausale Folge des strafbaren Verhaltens des Täters darstellt und in einem Verfahren er- mittelt wird, das strafprozessualen Grundsätzen entspricht (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 44). Die in Art. 175 Abs. 2 Satz DBG enthaltene Bestim mung ist so auszulegen, dass sie nicht nur mit Bezug auf den Strafrahmen, sondern auch hinsic htlich der Verschuldensgrade nur "Grenzpunkte" setzt. Damit wird auch das Regelstrafmass zum blossen Ausgangspunkt für die Strafzumessung nach dem Verschuldensprinzip (vgl. BGE 114 Ib 31 E. 4b). Der Betrag der Hin- terziehungsbusse ist "je nach den Verhältnissen des Täter s" so festzusetzen, "dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist" (Art. 106 Abs. 3 StGB). Nebst der Schwere der Verfehlung und der Vorwerfbarkeit der Ver haltensweise des Täters sind dessen persönliche Verhältnisse bezogen auf den Zeitpunkt der E ntscheidfällung zu berücksichtigen (vgl. S IEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 47). Zu den persönlichen V erhältnissen zählen Eigen- schaften und Erfahrungen des Täters. Sie umfassen sämtlic he Lebensumstände im Zeitpunkt der Strafzumessung. Dazu gehören etwa Familienstand und Beruf, Alter, geringe Lebenserwar- tung, Gesundheit, soziale Herkunft, Lebenserfahrung, Bi ldungsstand, mehr oder weniger güns- tige Lebensverhältnisse oder auch Alkohol und Drogenabhängigkeit (vgl. THOMAS HOFER , Straf- zumessung bei der Hinterziehung direkter Steuern, Zürich/St. Gallen 2007, S. 87). 5.7.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Beschwerdeführ er für das Steuerjahr 2001 fahrläs- sig ungenügende Steuererklärungen einreichten (E. 5.6 ). Dies spricht bereits für ein leichtes Verschulden. Für ein leichtes Verschulden spricht insbeson dere der Umstand, dass die Be- schwerdeführer Laien sind und zumindest den Auszug für das vierte Quartal 2001 eingereicht haben. Es ist mithin - wie bereits angeführt - nachvoll ziehbar, dass die Einreichung der Abrech- nungen für die ersten drei Quartale schlicht vergessen g ing (E. 5.6). Zudem ergeben sich aus den Akten keine straferhöhenden Umstände. Somit kann fe stgehalten werden, dass von einem leichten Verschulden auszugehen ist und die Ansetzung ein er Strafsteuer auf dem Mindestsatz von einem Drittel der Nachsteuer als vertretbar erscheint. 5.8 Betreffend das Konto Nr. ak01562 konnte bereits f estgestellt werden, dass nicht auf Einkommen der Beschwerdeführer geschlossen werden kann, we lches nachzubesteuern wäre (vgl. E. 4.3). Der objektive Tatbestand der Steuerhint erziehung ist nicht erfüllt. Die Prüfung wei- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht terer Tatbestandselemente erübrigt sich damit und die B eschwerde ist in diesem Punkt gutzu- heissen. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG auferlegt das Kantonsgericht in Steuerstreit igkeiten die Verfahrenskosten der un- terliegenden Partei. Die Verfahrenskosten umfassen di e Gerichtsgebühren und die Beweiskos- ten und werden in der Regel der unterliegenden Part ei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden keine Verf ahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend erscheint es gerechtfertigt, den teil weise unterliegenden Beschwerdeführern einen Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 400.-- aufzuerlegen. Der Verfahrenskostenan- teil der Beschwerdeführer ist mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen, und der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in d er Höhe von Fr. 1'000.-- ist den Beschwerdeführern zurückzuerstatten. 6.2 Gemäss § 21 Abs. 3 VPO sowie Art. 144 Abs. 4 DBG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG) vom 20. Dezember 1968 kann bei Beschwerden in Steuersachen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters bzw. einer Vertreterin eine angemessen e Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird dem gegenüber keine Parteientschädi- gung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Entsprechend dem hiervor Angeführten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer teilweise obsiegt haben. Das Gericht erachtet es aus diesem Grund als angemessen, den Beschwerdeführern eine reduzierte Pa rteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'160.-- (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu Lasten de r Steuerverwaltung zuzusprechen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. 6.3 Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Ver fahrens wird die Angelegenheit an das Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen t eilweise gutgeheissen und die Angelegenheit an die Steuerverwaltung des Kan tons Basel- Landschaft zur Neubeurteilung zurückgewiesen. 2. Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfa hrens wird die Angelegenheit an das Steuer- und Enteignungsgericht de s Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen. 3. Den Beschwerdeführern wird ein Verfahrenskostenant eil in der Höhe von Fr. 400.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- wird den Beschwerdeführern zurückerstattet. 4. Die Steuerverwaltung hat den Beschwerdeführern ein e reduzierte Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'160.-- (inkl. Ausl agen und 8% MWSt) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschla- gen. Vizepräsident Gerichtsschreiber