<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">201</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VIII. Wahlen und Abstimmungen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>38</b></span> <span class="ft3"><b>Gemeindebeschwerde</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Zulässigkeit der Teilnahme und Wortmeldung eines externen Exper-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ten an einer Gemeindeversammlung</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Abstimmungsprozedere (Korrekturmöglichkeit bei falscher Abstim-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>mungsfrage)</b></span><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 12. Januar</span><br/> <span class="ft5">2017, i.S. Einwohnergemeinde S. gegen Departement Volkswirtschaft und</span><br/> <span class="ft5">Inneres (WBE.2016.418)</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft7">2.</span><br/> <span class="ft7">2.1.</span><br/> <span class="ft7">Im Hinblick auf die Teilnahme und die Wortmeldung des exter-</span><br/> <span class="ft7">nen Projektleiters an der Gemeindeversammlung führt die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft7">im angefochtenen Entscheid zunächst aus, dass einer Teilnahme nicht</span><br/> <span class="ft7">stimmberechtigter Personen an einer Gemeindeversammlung grund-</span><br/> <span class="ft7">sätzlich nichts entgegenstehe, Gästen indessen keine Mitwirkungs-</span><br/> <span class="ft7">rechte zukämen. Insbesondere sei es Gästen nicht erlaubt, sich zu</span><br/> <span class="ft7">Sachgeschäften zu äussern. Ein Abweichen toleriere die Praxis nur in</span><br/> <span class="ft7">den Fällen, in denen Fachleute ein Projekt erläutern sollten. Es sei</span><br/> <span class="ft7">dem Gemeinderat gestattet, auswärtige Experten für die Präsentation</span><br/> <span class="ft7">eines Geschäfts und die Beantwortung allfälliger Fragen beizuziehen.</span><br/> <span class="ft7">Diese Fachleute dürften jedoch keine Voten für oder gegen eine Vor-</span><br/> <span class="ft7">lage abgeben und hätten bei ihren Ausführungen strikt neutral zu</span><br/> <span class="ft7">bleiben. Hier habe der externe Projektleiter - auf entsprechende Auf-</span><br/> <span class="ft7">forderung des Gemeindeammans hin - ein etwa 10-minütiges State-</span><br/> <span class="ft7">ment zur Rechtsformänderung abgegeben. Dabei habe er verschie-</span><br/> <span class="ft7">dene Aspekte der Umwandlung thematisiert. Eine direkte Empfeh-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">202</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">lung zur Annahme habe er nicht abgegeben. Allerdings habe er eher</span><br/> <span class="ft7">die Chancen der Rechtsformänderung betont, auch wenn er die</span><br/> <span class="ft7">Nachteile nicht ganz verschwiegen habe. Insgesamt und auch auf-</span><br/> <span class="ft7">grund der Dauer seines Statements wirkten die Ausführungen des</span><br/> <span class="ft7">Projektleiters aber wie ein Votum zugunsten der Rechtsformände-</span><br/> <span class="ft7">rung. Er habe Aussagen zu Bereichen gemacht, die politisch zu be-</span><br/> <span class="ft7">werten seien, wie etwa die Entschädigung des Verwaltungsrats oder</span><br/> <span class="ft7">die Möglichkeit der Einflussnahme der Gemeindeversammlung auf</span><br/> <span class="ft7">die Tarifgestaltung im heutigen System. Damit gehe das Votum des</span><br/> <span class="ft7">Projektleiters über das von der Rechtsprechung Erlaubte hinaus. Es</span><br/> <span class="ft7">verletze das Gebot der Sachlichkeit und sei demzufolge als uner-</span><br/> <span class="ft7">laubte Einflussnahme auf die Willensbildung zu qualifizieren.</span><br/> <span class="ft7">2.2.</span><br/> <span class="ft7">Die Beschwerdeführerin macht unter Bezugnahme auf die bun-</span><br/> <span class="ft7">desgerichtliche Rechtsprechung zu behördlichen Erläuterungen zu</span><br/> <span class="ft7">Abstimmungsvorlagen geltend, die Abstimmungsfreiheit sei nur</span><br/> <span class="ft7">dann verletzt, wenn ein vom Gemeinderat beigezogener Experte die</span><br/> <span class="ft7">Pflicht zur objektiven Information verletze. Genau das sei hier aber</span><br/> <span class="ft7">nicht der Fall. Der Experte habe auch gemäss der Vorinstanz keine</span><br/> <span class="ft7">Empfehlung zur Annahme der Vorlage abgegeben, er habe Vor- und</span><br/> <span class="ft7">Nachteile aufgezeigt. Dass sein Auftritt nicht übertrieben gewesen</span><br/> <span class="ft7">sei, gehe auch aus einem Vergleich der Redezeit des Experten im</span><br/> <span class="ft7">Verhältnis der ganzen Beratung des Traktandums hervor: Der externe</span><br/> <span class="ft7">Projektleiter habe während 10 Minuten gesprochen, während die Be-</span><br/> <span class="ft7">ratung zum Traktandum Rechtsformänderung 79 Minuten gedauert</span><br/> <span class="ft7">habe; er habe somit rund 1/8 der Zeit in Anspruch genommen, womit</span><br/> <span class="ft7">er sicher nicht in unangemessener Weise als Hauptvotant aufgetreten</span><br/> <span class="ft7">sei. Nicht haltbar sei auch der Vorwurf, der Experte habe das Gebot</span><br/> <span class="ft7">der Sachlichkeit verletzt. Alle Aussagen des Experten seien objektiv</span><br/> <span class="ft7">und enthielten keine falschen Informationen. Dies ergebe eine Ana-</span><br/> <span class="ft7">lyse der korrekt protokollierten Aussagen des Experten. Sein Votum</span><br/> <span class="ft7">könne daher nicht als Begründung für die Aufhebung des Beschlus-</span><br/> <span class="ft7">ses der Gemeindeversammlung herangezogen werden.</span><br/> <span class="ft7">2.3.</span><br/> <span class="ft7">In ihrer Stellungnahme zur Beschwerde führt die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft7">aus, die Aufgabe von vom Gemeinderat zur Versammlung eingelade-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">203</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">nen Fachleuten beschränke sich darauf, in der Phase der Präsentation</span><br/> <span class="ft7">eines Geschäfts Informationen zum besseren Verständnis des Ge-</span><br/> <span class="ft7">schäfts zu vermitteln. Später - in der Phase der Beratung - sollten sie</span><br/> <span class="ft7">zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen. Hingegen seien</span><br/> <span class="ft7">die Experten nicht dazu da, die Vorteile einer Vorlage herauszustrei-</span><br/> <span class="ft7">chen und den Teilnehmenden zu erklären, weshalb der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft7">die Vorlage befürworte. Das sei und bleibe Aufgabe des Gemeinde-</span><br/> <span class="ft7">rats. Eine Grenze der Mitwirkung sei somit überschritten, wenn der</span><br/> <span class="ft7">Experte weder das Projekt erläutere und erkläre noch auf entspre-</span><br/> <span class="ft7">chende Fragen antworte. Sei das Projekt einmal erläutert und würden</span><br/> <span class="ft7">in der nachfolgenden Diskussion keine Fragen gestellt, sei eine wei-</span><br/> <span class="ft7">tere Mitwirkung von Experten unnötig. Weitere Voten von ihnen</span><br/> <span class="ft7">seien dann unzulässig. Hier habe keine Veranlassung für ein</span><br/> <span class="ft7">Expertenvotum bestanden. Gegen Mitte der Beratung seien verschie-</span><br/> <span class="ft7">dene, eher ablehnende Voten vorgebracht worden. Als Folge davon</span><br/> <span class="ft7">habe der Gemeindeammann als Versammlungsleiter den externen</span><br/> <span class="ft7">Projektleiter als Fachmann ans Mikrofon gebeten und aufgefordert,</span><br/> <span class="ft7">sich zur Vorlage zu äussern. Dementsprechend sei nicht verwunder-</span><br/> <span class="ft7">lich, dass dieses Votum in erster Linie als Verteidigungsrede zur Vor-</span><br/> <span class="ft7">lage ausgefallen sei. Der Fachmann habe dabei noch einmal die Vor-</span><br/> <span class="ft7">teile der Vorlage herausgestrichen und damit aktiv auf den</span><br/> <span class="ft7">Willensbildungsprozess der Stimmbürger Einfluss genommen. Die</span><br/> <span class="ft7">Problematik bei Äusserungen von Fachleuten bestehe schliesslich</span><br/> <span class="ft7">auch darin, dass ihnen naturgemäss eine höhere Glaubwürdigkeit zu-</span><br/> <span class="ft7">komme und dass ihnen eine Unparteilichkeit zugestanden werde,</span><br/> <span class="ft7">welche zumeist aber nicht bestehe, da sie letztlich auf Auftragsbasis</span><br/> <span class="ft7">vom Gemeinderat bezahlt würden. Es könne daher nicht</span><br/> <span class="ft7">ausgeschlossen werden, dass gerade dieses Votum des Experten für</span><br/> <span class="ft7">die Rechtsformänderung noch einige unschlüssige Personen dazu be-</span><br/> <span class="ft7">wogen habe, sich für die Vorlage zu entscheiden.</span><br/> <span class="ft7">2.4.</span><br/> <span class="ft7">2.4.1.</span><br/> <span class="ft7">Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ordnet die Problematik</span><br/> <span class="ft7">von Informationen an Gemeindeversammlungen durch Mitglieder</span><br/> <span class="ft7">der Gemeindeexekutive und/oder durch Experten, die vom</span><br/> <span class="ft7">Gemeinderat für die Behandlung von Geschäften, welche besondere</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">204</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Fachkenntnisse erfordern, beigezogen wurden, in den allgemeinen</span><br/> <span class="ft7">Zusammenhang behördlicher Informationen bei Volksabstimmungen</span><br/> <span class="ft7">ein (vgl. etwa BGE 135 I 292 Erw. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des</span><br/> <span class="ft7">Bundesgerichts vom 28. Mai 2014 [1C_149/2014] Erw. 4.2.). Das</span><br/> <span class="ft7">überzeugt, geht es doch auch bei der Information im Hinblick auf</span><br/> <span class="ft7">eine Gemeindeversammlung (schriftliche Einladung mit Erläuterun-</span><br/> <span class="ft7">gen der zu behandelnden Geschäfte) ebenso wie bei vom Gemeinde-</span><br/> <span class="ft7">rat und/oder einem von ihm beigezogenen Experten anlässlich der</span><br/> <span class="ft7">Gemeindeversammlung selbst erteilten Informationen darum, den</span><br/> <span class="ft7">zulässigen Inhalt und das Ausmass von Informationen zu beurteilen,</span><br/> <span class="ft7">welche behördenseitig an den Stimmbürger abgegeben werden. Inso-</span><br/> <span class="ft7">weit spielt es daher grundsätzlich keine Rolle, ob es um eine</span><br/> <span class="ft7">Urnenabstimmung oder um eine Abstimmung in offener Versamm-</span><br/> <span class="ft7">lung geht.</span><br/> <span class="ft7">2.4.2.</span><br/> <span class="ft7">Für Gemeindeversammlungen gilt, dass Gemeindebehörden -</span><br/> <span class="ft7">gleich wie in Abstimmungserläuterungen vor Volksabstimmungen -</span><br/> <span class="ft7">Vorlagen erklären und zur Annahme empfehlen dürfen. Die Behör-</span><br/> <span class="ft7">den sind dabei zur Objektivität verpflichtet, sie dürfen Zweck und</span><br/> <span class="ft7">Tragweite einer Vorlage nicht falsch darstellen. Dem Erfordernis der</span><br/> <span class="ft7">Sachlichkeit genügen Informationen, wenn die Aussagen wohl abge-</span><br/> <span class="ft7">wogen sind und beachtliche Gründe dafür sprechen, wenn sie ein</span><br/> <span class="ft7">umfassendes Bild der Vorlage mit Vor- und Nachteilen abgeben und</span><br/> <span class="ft7">den Stimmberechtigten eine Beurteilung ermöglichen oder wenn sie</span><br/> <span class="ft7">trotz einer gewissen Überspitzung nicht unwahr und unsachlich bzw.</span><br/> <span class="ft7">lediglich ungenau und unvollständig sind. Das Gebot der Sachlich-</span><br/> <span class="ft7">keit verbietet, in den Erklärungen für den Entscheid der Stimmbürger</span><br/> <span class="ft7">wichtige Elemente zu unterdrücken oder Argumente von gegneri-</span><br/> <span class="ft7">schen Referendums- oder Initiativkomitees falsch wiederzugeben</span><br/> <span class="ft7">(BGE 135 I 292 Erw. 4.2.; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai</span><br/> <span class="ft7">2014 [1C_149/2014] Erw. 4.2.).</span><br/> <span class="ft7">2.4.3.</span><br/> <span class="ft7">Für die hier zu beurteilende Angelegenheit bedeutet dies, dass</span><br/> <span class="ft7">der Gemeinderat befugt war, einen externen Experten für die Erläute-</span><br/> <span class="ft7">rung der Vorlage betreffend Rechtsformumwandlung der Techni-</span><br/> <span class="ft7">schen Betriebe S. hinzuzuziehen. Die Vorinstanz will jedoch</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">205</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">hinsichtlich der zulässigen Interventionen von Experten an</span><br/> <span class="ft7">Gemeindeversammlungen enge Grenzen ziehen, indem sie es grund-</span><br/> <span class="ft7">sätzlich nur als zulässig ansieht, dass ein Experte in der Phase der</span><br/> <span class="ft7">Präsentation einer Vorlage für Informationen zum besseren Verständ-</span><br/> <span class="ft7">nis zur Verfügung steht. Später, in der Phase der Beratung sollen ex-</span><br/> <span class="ft7">terne Experten nur noch zur Beantwortung von Fragen zur Verfü-</span><br/> <span class="ft7">gung stehen. Sie sollen dagegen nicht die Vorteile einer Vorlage her-</span><br/> <span class="ft7">ausstreichen und den Versammlungsteilnehmenden erklären, weshalb</span><br/> <span class="ft7">der Gemeinderat eine Vorlage befürwortet.</span><br/> <span class="ft7">Das von der Vorinstanz verfolgte Anliegen ist verständlich und</span><br/> <span class="ft7">verdient Anerkennung. Eine unzulässige Beeinflussung der</span><br/> <span class="ft7">Meinungsbildung in der Gemeindeversammlung durch Personen, die</span><br/> <span class="ft7">an dieser nicht stimmberechtigt sind, muss verhindert werden. Es</span><br/> <span class="ft7">geht nicht an, dass dann, wenn bei der Diskussion über eine Vorlage</span><br/> <span class="ft7">in der Gemeindeversammlung die gegen die Vorlage des Gemeinde-</span><br/> <span class="ft7">rats gerichtete Meinung die Oberhand zu gewinnen droht, ein vom</span><br/> <span class="ft7">Gemeinderat zugezogener Experte (quasi als "deus ex machina")</span><br/> <span class="ft7">kraft seines Fachwissens und gegebenenfalls auch seiner Eloquenz</span><br/> <span class="ft7">Einfluss auf die Gemeindeversammlung nimmt und durch seine</span><br/> <span class="ft7">Intervention zugunsten einer Vorlage dafür sorgt, dass diese dann</span><br/> <span class="ft7">doch angenommen wird. Ein solches Vorgehen würde den Rahmen</span><br/> <span class="ft7">der zulässigen Behördeninformation im Hinblick auf die</span><br/> <span class="ft7">Meinungsbildung der Stimmbürger überschreiten. Wie gerade die</span><br/> <span class="ft7">hier zu beurteilende Angelegenheit zeigt, geht die Vorinstanz indes-</span><br/> <span class="ft7">sen in ihren Anforderungen, welche sie für die zulässige Intervention</span><br/> <span class="ft7">eines externen Experten an einer Gemeindeversammlung aufstellt, zu</span><br/> <span class="ft7">weit. Die Zulässigkeit von Expertenäusserungen auf die Phase der</span><br/> <span class="ft7">Präsentation einer Vorlage bzw. die Teilnahme von Experten an der</span><br/> <span class="ft7">anschliessenden Diskussion über eine Vorlage auf die strikte Beant-</span><br/> <span class="ft7">wortung von Fragen zu beschränken, ist nicht erforderlich, um eine</span><br/> <span class="ft7">unverfälschte Willensbildung in der Versammlung zu ermöglichen.</span><br/> <span class="ft7">Hier hat der Experte zwar an der Diskussion über die Vorlage</span><br/> <span class="ft7">teilgenommen. Seine Ausführungen waren aber weder vom zeitli-</span><br/> <span class="ft7">chen Umfang her noch vor allem inhaltlich von einem derartigen Ge-</span><br/> <span class="ft7">wicht, dass es die Meinungsbildung in der Versammlung verfälscht</span><br/> <span class="ft7">und insoweit das Stimmrecht der teilnehmenden Stimmbürger ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">206</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">letzt hätte. Bei einer Gesamtlänge der Verhandlungen über das Trak-</span><br/> <span class="ft7">tandum 6 Rechtsformänderung der Technischen Betriebe S. von rund</span><br/> <span class="ft7">70 Minuten (Zeit von der Vorstellung des Traktandums bis zum Be-</span><br/> <span class="ft7">ginn der Abstimmung über das Geschäft) nahmen die Ausführungen</span><br/> <span class="ft7">des externen Experten ca. 9½ Minuten (d.h. etwas mehr als 13%)</span><br/> <span class="ft7">der gesamten Redezeit in Anspruch. Damit hatte das Votum des Ex-</span><br/> <span class="ft7">perten zwar durchaus Gewicht; weder bezogen auf die gesamte</span><br/> <span class="ft7">Dauer der Diskussion noch im Vergleich zu anderen Diskussions-</span><br/> <span class="ft7">äusserungen (es gab auch andere längere Voten, welche die Vorlage</span><br/> <span class="ft7">ablehnten) kam dem Expertenstatement damit indessen übergrosses</span><br/> <span class="ft7">Gewicht zu. Der Experte richtete auch nicht etwa einen flammenden</span><br/> <span class="ft7">Appell für die Annahme der Vorlage an die Versammlungsteil-</span><br/> <span class="ft7">nehmenden, sondern erläuterte diesen vielmehr verschiedene Vor-</span><br/> <span class="ft7">aber auch Nachteile der Vorlage. Er wies eingangs darauf hin, dass</span><br/> <span class="ft7">mit der Rechtsformänderung die sich am Markt bietenden Chancen</span><br/> <span class="ft7">für die Technischen Betriebe S. besser würden wahrgenommen wer-</span><br/> <span class="ft7">den können. Anschliessend hob er hervor, dass die Rechtsformände-</span><br/> <span class="ft7">rung nicht zu einer Kostensenkung führen werde. Auch seine weitere</span><br/> <span class="ft7">Aussage, dass Wasser- und Abwasserversorgung wegen des Versor-</span><br/> <span class="ft7">gungsauftrags der Gemeinde nicht in die Rechtsformänderung einbe-</span><br/> <span class="ft7">zogen würden, ist nicht zu beanstanden. Die Aussage, dass der Ge-</span><br/> <span class="ft7">meinderat die Aufsicht über das umgewandelte Unternehmen haben</span><br/> <span class="ft7">werde, ist ebenfalls zutreffend. Ob der neu nach den Regeln des</span><br/> <span class="ft7">Aktienrechts zu erstellende Geschäftsbericht und die Jahresrechnung,</span><br/> <span class="ft7">wie der Experte ausführte, zu einer höheren Transparenz führen wer-</span><br/> <span class="ft7">den, liegt zwar nicht auf der Hand (für Transparenz könnte ebenso</span><br/> <span class="ft7">durch besondere Vorschriften über die Rechnungslegung der Techni-</span><br/> <span class="ft7">schen Betriebe als unselbstständige Behörde gesorgt werden), ist</span><br/> <span class="ft7">aber auch nicht als geradezu falsch einzustufen. Entgegen der</span><br/> <span class="ft7">Auffassung der Vorinstanz betreffen im Übrigen die Bemerkungen</span><br/> <span class="ft7">des Experten zur Frage der Entschädigung des Verwaltungsrats und</span><br/> <span class="ft7">zur Möglichkeit der Einflussnahme auf die Tarifgestaltung zwar</span><br/> <span class="ft7">politische Fragen. Die Ausführungen sind jedoch zutreffend und er-</span><br/> <span class="ft7">scheinen als ausgewogen: Mit Blick auf die Bestellung und Entloh-</span><br/> <span class="ft7">nung des Verwaltungsrats der mit der Rechtsformumwandlung ent-</span><br/> <span class="ft7">stehenden Aktiengesellschaft machte der Experte lediglich darauf</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">207</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">aufmerksam, dass die betreffende Entscheidkompetenz beim</span><br/> <span class="ft7">Gemeinderat liegen werde und dass die in der Versammlung</span><br/> <span class="ft7">geäusserten Befürchtungen hinsichtlich hoher Verwaltungsratshono-</span><br/> <span class="ft7">rare unbegründet seien; dass der Experte in diesem Zusammenhang</span><br/> <span class="ft7">darauf hinwies, dass er selbst in einer anderen Gemeinde ein solches</span><br/> <span class="ft7">Verwaltungsratsmandat ausübe, das mit einem relativ bescheidenen</span><br/> <span class="ft7">jährlichen Betrag von Fr. 1'500.00 abgegolten werde, ist nicht zu</span><br/> <span class="ft7">beanstanden. Mit Bezug auf die Gestaltung der Tarife verschwieg der</span><br/> <span class="ft7">Experte sodann nicht, dass es diesbezüglich einen gewissen Spiel-</span><br/> <span class="ft7">raum gebe, der bei Annahme der vorgeschlagenen Rechtsformände-</span><br/> <span class="ft7">rung in Zukunft nicht mehr von der Gemeindeversammlung, sondern</span><br/> <span class="ft7">von den zuständigen Organen der zu gründenden Gesellschaft ge-</span><br/> <span class="ft7">nutzt werden könne. Gleichzeitig wies der Experte darauf hin, dass</span><br/> <span class="ft7">dieser Spielraum angesichts des engen bundesrechtlichen Rahmens,</span><br/> <span class="ft7">des Fehlens einer kantonalrechtlichen Regelungskompetenz sowie</span><br/> <span class="ft7">der Aufsichtskompetenz der Eidgenössischen Elektrizitätskommis-</span><br/> <span class="ft7">sion (ElCom) beschränkt sei (vgl. zur Zuständigkeit zur Tarifgestal-</span><br/> <span class="ft7">tung und zur Überprüfungskompetenz der ElCom ausführlich das Ur-</span><br/> <span class="ft7">teil des Bundesgerichts vom 20. Juli 2016 [2C_681/682/2015]; ins-</span><br/> <span class="ft7">bes. Erw. 3.6.2. und 4.5.2.). Auch diese Aussagen zur Tarifgestaltung</span><br/> <span class="ft7">treffen zu; sie können auch nicht als Plädoyer für die Rechts-</span><br/> <span class="ft7">formänderung - etwa im Sinne: die ElCom bestimmt sowieso über</span><br/> <span class="ft7">die Tarife, also ist es auch egal, wenn die Gemeindeversammlung</span><br/> <span class="ft7">dazu nichts mehr zu sagen hat - verstanden werden. Insgesamt ist</span><br/> <span class="ft7">damit festzuhalten, dass das zeitlich massvolle Votum des Experten</span><br/> <span class="ft7">infolge seines sachlich zutreffenden, auch negative Punkte einer all-</span><br/> <span class="ft7">fälligen Rechtsformänderung berücksichtigenden Inhalts nicht ge-</span><br/> <span class="ft7">eignet war, die Meinungsbildung der Versammlungsteilnehmer in un-</span><br/> <span class="ft7">zulässiger Weise zu beeinflussen. Für die Teilnehmer an der Gemein-</span><br/> <span class="ft7">deversammlung war zudem - schon aufgrund der mit der Versamm-</span><br/> <span class="ft7">lungseinladung offen gelegten Funktion des Experten als externer</span><br/> <span class="ft7">Projektleiter des Projekts Rechtsformänderung und des in der Ver-</span><br/> <span class="ft7">sammlung wiederholten Hinweises, dass er zum Beratungsteam des</span><br/> <span class="ft7">Gemeinderats gehöre - klar erkennbar, dass der Experte in seiner</span><br/> <span class="ft7">Funktion als externer und damit vom Gemeinderat bezahlter Vertre-</span><br/> <span class="ft7">ter eine Meinungsäusserung abgab. Zwar ist mit der Vorinstanz bei</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">208</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">der Äusserung von Expertenmeinungen an Gemeindeversammlungen</span><br/> <span class="ft7">im Hinblick auf die Meinungsbildung der Versammlungsteilnehmer</span><br/> <span class="ft7">durchaus eine gewisse Zurückhaltung zu verlangen. Ein einseitiges</span><br/> <span class="ft7">oder gar auch schon ein unverhältnismässig langes Expertenvotum,</span><br/> <span class="ft7">durch welches die Stimmbürger sich gewissermassen "überfahren"</span><br/> <span class="ft7">fühlen, kann durchaus eine unzulässige Beeinflussung der Meinungs-</span><br/> <span class="ft7">bildung in einer Gemeindeversammlung darstellen. Ein solcher Fall</span><br/> <span class="ft7">liegt hier aber unter Würdigung der gesamten Umstände (noch) nicht</span><br/> <span class="ft7">vor.</span><br/> <span class="ft7">3.</span><br/> <span class="ft7">Zu beurteilen bleibt damit, ob das Abstimmungsprozedere An-</span><br/> <span class="ft7">lass zur Annahme gibt, das Resultat, nämlich die Annahme der</span><br/> <span class="ft7">vorgeschlagenen Rechtsformänderung mit 56 Ja- gegen 50 Nein-</span><br/> <span class="ft7">Stimmen drücke den Willen der Stimmbürger nicht aus bzw. es sei</span><br/> <span class="ft7">unsicher, ob wirklich eine Mehrheit der anwesenden Stimmbürger</span><br/> <span class="ft7">der Vorlage zugestimmt habe.</span><br/> <span class="ft7">Aus der Tonaufzeichnung der Versammlung ergibt sich klar,</span><br/> <span class="ft7">dass der Gemeindeammann zunächst - zutreffend - über den Antrag</span><br/> <span class="ft7">des Stimmbürgers A.G., für den Fall der Rechtsformänderung sei die</span><br/> <span class="ft7">Firma Technische Betriebe AG S. anstelle des vom Gemeinderat vor-</span><br/> <span class="ft7">geschlagenen Namens Technische Betriebe S. AG zu wählen,</span><br/> <span class="ft7">abstimmen liess. Dieser Antrag unterlag klar mit nur drei</span><br/> <span class="ft7">befürwortenden Stimmen. Daran anschliessend liess der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft7">ammann über den Antrag des Gemeinderats auf Rechtsformänderung</span><br/> <span class="ft7">abstimmen, verwendete dabei indessen fälschlicherweise den von der</span><br/> <span class="ft7">Versammlung bereits abgelehnten Namen Technische Betriebe AG</span><br/> <span class="ft7">S. Während der Auszählung der für bzw. gegen diesen Antrag</span><br/> <span class="ft7">abgegebenen Stimmen machte dann der Gemeindeammann die Ver-</span><br/> <span class="ft7">sammlung darauf aufmerksam, dass er falsch habe abstimmen lassen,</span><br/> <span class="ft7">und versuchte unmittelbar, über den nunmehr korrigierten Antrag ab-</span><br/> <span class="ft7">stimmen zu lassen. In der Tonaufnahme sind keine Äusserungen hör-</span><br/> <span class="ft7">bar, welche darauf schliessen lassen, dass die Auszählung in diesem</span><br/> <span class="ft7">Moment bereits beendet und das Resultat der ersten Abstimmung be-</span><br/> <span class="ft7">kannt gewesen wäre. Eine entsprechende Behauptung brachte A.G.</span><br/> <span class="ft7">in seiner Beschwerde an die Vorinstanz vor. Die Vorinstanz stellte</span><br/> <span class="ft7">zutreffend fest, dass sich diese Aussage nicht verifizieren lasse. Wei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">209</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">ter hielt sie jedoch fest, auf der Tonbandaufnahme sei eine gewisse</span><br/> <span class="ft7">Unruhe feststellbar; zudem habe sich ein Versammlungsteilnehmer</span><br/> <span class="ft7">dahingehend geäussert, dass er mit dem Vorgehen nicht einverstan-</span><br/> <span class="ft7">den sei. Daraus leitete die Vorinstanz ab, dass das Ergebnis bei der</span><br/> <span class="ft7">ersten Abstimmung anders gelautet hätte, jedenfalls berechtigte</span><br/> <span class="ft7">Zweifel am Endresultat aufkämen.</span><br/> <span class="ft7">Die von der Vorinstanz vorgenommene Beweiswürdigung über-</span><br/> <span class="ft7">zeugt nicht. Zum einen fehlt auf der Tonbandaufnahme jeglicher</span><br/> <span class="ft7">Hinweis darauf, dass das Ergebnis der ersten Abstimmung eine</span><br/> <span class="ft7">Mehrheit gegen den (falsch formulierten) Antrag des Gemeinderats</span><br/> <span class="ft7">erbracht hätte. Die Unruhe entstand, wie sich aus dem Tonaufnahme</span><br/> <span class="ft7">ergibt, nicht durch den Versuch des Gemeindeammanns, nochmals</span><br/> <span class="ft7">abstimmen zu lassen, sondern durch sein dabei gewähltes Vorgehen.</span><br/> <span class="ft7">Er versuchte nämlich zunächst, unmittelbar nochmals die Abstim-</span><br/> <span class="ft7">mung durchzuführen, was für eine gewisse Verwirrung und damit</span><br/> <span class="ft7">verbunden Unruhe im Saal sorgte. Diese Situation meisterte der Ge-</span><br/> <span class="ft7">meindeammann, indem er sich bei der Versammlung für seinen Feh-</span><br/> <span class="ft7">ler bei der ersten Abstimmung entschuldigte und nochmals explizit</span><br/> <span class="ft7">den ursprünglichen Antrag des Gemeinderats, nunmehr mit dem</span><br/> <span class="ft7">richtigen Namen formulierte und dann über diesen abstimmen liess.</span><br/> <span class="ft7">Nach dieser Abstimmung reklamierte ein einziger Teilnehmer und</span><br/> <span class="ft7">behauptete, das Vorgehen sei nicht korrekt, woraufhin der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft7">ammann auf die Möglichkeit der Gemeindebeschwerde aufmerksam</span><br/> <span class="ft7">machte. Insgesamt ergibt sich damit, dass der Gemeindeammann</span><br/> <span class="ft7">einen Fehler bei der Durchführung der Abstimmung, auf den er aus</span><br/> <span class="ft7">der Mitte der Versammlung aufmerksam gemacht wurde, ordnungs-</span><br/> <span class="ft7">gemäss korrigierte.</span><br/> <span class="ft7">Hinweise auf den Versuch einer Manipulation der Versammlung</span><br/> <span class="ft7">durch den Gemeindeammann fehlen vollständig. Es ist zwar nicht</span><br/> <span class="ft7">undenkbar, dass sich bei der ersten Abstimmung ein anderes Resultat</span><br/> <span class="ft7">ergeben hat. Dabei ist aber immerhin auszuschliessen, dass ein klar</span><br/> <span class="ft7">negatives Ergebnis für den - falsch formulierten - Antrag des Ge-</span><br/> <span class="ft7">meinderats resultierte, wie dies A.G. (bezeichnenderweise nicht in</span><br/> <span class="ft7">seiner Beschwerde ans DVI, sondern erst in der Replik im Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deverfahren) behauptete (vgl. Replik, S. 2, wonach ein Blick in den</span><br/> <span class="ft7">Saal deutlich gezeigt habe, dass die Abstimmung klar zu Ungunsten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">210</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">des Gemeinderats ausgegangen sei). Andernfalls hätte die Versamm-</span><br/> <span class="ft7">lung mit Sicherheit nicht ohne weiteres die Durchführung einer zwei-</span><br/> <span class="ft7">ten Abstimmung über den Antrag des Gemeinderats akzeptiert. Ein</span><br/> <span class="ft7">knappes anderes Ergebnis bei einer ersten nicht bzw. nicht vollstän-</span><br/> <span class="ft7">dig ausgezählten Abstimmung würde aber entgegen der Auffassung</span><br/> <span class="ft7">der Vorinstanz schon deshalb nicht schaden, weil diese erste Abstim-</span><br/> <span class="ft7">mung eben zu einem klar falsch formulierten Antrag stattfand und</span><br/> <span class="ft7">damit nicht auszuschliessen wäre, dass dieses Ergebnis zumindest</span><br/> <span class="ft7">zum Teil dem Fehler in der Abstimmungsfrage anzulasten war.</span><br/> <span class="ft7">Unabhängig von der Beweiswürdigung durch die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft7">hinsichtlich des Ergebnisses der ersten Abstimmung war es somit</span><br/> <span class="ft7">nicht nur zulässig, sondern geboten, dass der Gemeindeammann die</span><br/> <span class="ft7">Abstimmung mit der nunmehr zutreffend formulierten Abstim-</span><br/> <span class="ft7">mungsfrage nochmals durchführte. Fehler bei der Durchführung von</span><br/> <span class="ft7">Abstimmungen kommen erfahrungsgemäss in der Praxis nun einmal</span><br/> <span class="ft7">vor, zumal Gemeindeversammlungen regelmässig von Milizgemein-</span><br/> <span class="ft7">deräten und nicht etwa von professionell geschulten Versammlungs-</span><br/> <span class="ft7">leitern durchgeführt werden. Korrigiert ein nicht professioneller Ver-</span><br/> <span class="ft7">sammlungsleiter einen Fehler bei der Durchführung einer Abstim-</span><br/> <span class="ft7">mung derart gekonnt und klar, wie dies der Gemeindeammann von</span><br/> <span class="ft7">S. hier tat, so zeigt er damit, wie gelebte Versammlungsdemokratie in</span><br/> <span class="ft7">einem Milizsystem funktionieren kann und soll. Das Ergebnis der</span><br/> <span class="ft7">zweiten Abstimmung fiel klar, wenn auch nicht überaus deutlich aus.</span><br/> <span class="ft7">Es wäre offensichtlich überzogen und einer gelebten Versammlungs-</span><br/> <span class="ft7">demokratie nicht dienlich, dieses klare Ergebnis nicht anzuerkennen.</span><br/> <span class="ft7">Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Ent-</span><br/> <span class="ft7">scheid aufzuheben. Damit ist der Beschluss der Gemeindeversamm-</span><br/> <span class="ft7">lung betreffend Traktandum 6 Änderung der Rechtsform der Techni-</span><br/> <span class="ft7">sche Betriebe S. in die Technische Betriebe S. AG ohne weitere An-</span><br/> <span class="ft7">ordnungen wieder hergestellt.</span><br/></div> </div> </body> </html>