A. Verwaltungsentscheide 1465 26 Art. 15 USG ermittelte Immissionsgrenzwert nicht mehr üb erschritten wird, hat der Gemeinderat T. die Sanierungsmassnahm e zu über - prüfen. Daher erscheint es zweckmässig nach dem Ein bau der Holzjalousien an den im Lärmgutachten aufgeführten Me sspunkten eine Abnahmemessung vorzunehmen. Dabei ist hervorzu heben, dass die Bauherrschaft verpflichtet wäre, entsprechende verschärfte Sanie - rungsmassnahmen zu treffen, wenn nachts bei gekippt em Fenster der Schallpegel von 60 db (A) weiterhin überschritten w ürde. Departement Bau und Umwelt, 28.08.2008 1465 Nutzungsplanverfahren . Ist davon auszugehen, dass mit der be - absichtigten Einzonung öffentliche Interessen verle tzt werden, ist das geringfügige Zonenplanverfahren nicht anwendbar. Aus den Erwägungen: 4.1 Gemäss Art. 52 Abs. 3 BauG gelten Änderungen an Nutzungsplänen als geringfügig, wenn damit keine öf fentlichen Interessen verletzt werden, damit keine Änderung de s dem Nutzungsplan zugrunde liegenden Konzepts einhergeht und bei Zonenplänen eine kleine Fläche betroffen ist (in de r Regel höchstens 3'000 m 2). Umstritten ist im vorliegenden Fall, ob mit der vorgesehenen Umzonung von der Zone für öffentliche Bauten in die Wohnzone öffentliche Interessen verletzt werden, wi e dies der Rekurrent geltend macht. 4.2 Die vorliegend umstrittenen Fläche wurde ursprüngli ch als Spielfläche für den angrenzenden Kindergarten ausge schieden. Der Kindergarten wird seit fünf Jahren nicht mehr genut zt. Die Spielfläche wird jedoch weiterhin vor allem von jüngeren Kindern int ensiv genutzt. Die Gemeinde G. sah sich deshalb veranlasst, unter anderem um die Anwohner vor übermässigen Lärmimmissionen zu schütz en, ein Be - nutzungsreglement zu erlassen. Die weiterbestehende Nutzung de r Spielfläche sowie der Erlass dieses Benützungsregle ments weisen darauf hin, dass nach wie vor ein öffentliches Inte resse an dieser Spielfläche und damit an der bestehenden Zonierung gegeben ist. Bestärkt wird diese Ansicht durch die hohe Anzahl v on Befürwortern 26A. Verwaltungsentscheide 1465 27 des Spielplatzes. Insgesamt ist davon auszugehen, d ass mit der beabsichtigten Umzonung öffentliche Interessen verl etzt sein könnten, so dass das geringfügige Zonenplanverfahren nicht z ur Anwendung kommen kann. Sind jedoch bereits die formellen Vora ussetzungen für die Durchführung des geringfügigen Zonenplanverfahr ens nicht erfüllt, so erübrigt sich die materielle Prüfung der Rechts - und Zweck - mässigkeit der vorgesehenen Umzonung. 4.3 Nach Art. 52 Abs. 1 BauG können geringfügige Änderungen an Zonenplänen und Sondernutzungsplänen ohne öffent liche Auflage vorgenommen werden, wenn sich die direkt betroffene n Grund - eigentümer und die Mehrheit der Eigentümer der angr enzenden Grundstücke einverstanden erklärt haben. Nicht zust immende Grund - eigentümer werden unter Ansetzung der Einsprachefri st von 30 Tagen angeschrieben. Fraglich ist hier, ob Art. 52 Abs. 1 BauG entweder so auszulegen ist, dass, wenn die Voraussetzungen für das geringfügige Verfahren erfüllt sind, das Verfahren ohne öffentli che Auflage durchzuführen ist oder ob es den Behörden offen ste ht, das Verfahren dennoch mit öffentlicher Auflage durchzuführen. 4.4 Der Wortlaut von Art. 52 Abs. 1 BauG deutet daraufhin, dass die Behörden beim geringfügigen Verfahren die Wahl haben, ob sie eine öffentliche Auflage vornehmen wollen oder ob s ie es stattdessen vorziehen, die betroffenen und angrenzenden Grundei gentümer direkt zu informieren. Auch aus den Materialien ergibt sic h, dass im geringfügigen Verfahren nach neuem BauG wie beim al trechtlichen Art. 51 Abs. 3 EG RPG eine öffentliche Auflage zulässig ist (erläuternder Bericht zum Baugesetz). Diese Interpr etation entspricht auch der kantonalen Praxis. […] Dem Einwand, dass ei ne öffentliche Auflage in jedem Fall bei den Stimmbürgern die Erwa rtung einer späteren Volksabstimmung wecke, ist deshalb nicht zu folgen. Davon wäre nur dann auszugehen, wenn grundsätzlich jeder öffentlichen Auflage eine Volksabstimmung folgen würde. Dies tri fft aber praxisgemäss nicht zu. Auch das geringfügige Verfah ren kann somit mit einer öffentlichen Auflage eingeleitet werden. Der Hauptunter - schied zwischen ordentlichem und geringfügigem Nutz ungsplanver- fahren liegt darin, dass nur im erstgenannten eine Volksabstimmung durchgeführt wird. Departement Bau und Umwelt, 10.01.2008 27