<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 7 S.41</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Zivilprozessrecht</span> <span class="page_no">41</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>7</b></span> <span class="ft2"><b>§ 176 ZPO; Prozessüberweisung und Kostenfolgen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Hält der Kläger an der Zuständigkeit des von ihm angegangenen Richters</b></span><br/> <span class="ft2"><b>fest, ist über die Zuständigkeitsfrage urteilsmässig zu befinden und es er-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>geht im Falle der Unzuständigkeit ein formeller und kostenpflichtiger</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Nichteintretensentscheid.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 27. Februar</span><br/> <span class="ft3">2006, i.S. K.K. ca. V.S. AG</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 176 Abs. 1 ZPO wird der Prozess bei fehlender</span><br/> <span class="ft1">Zuständigkeit auf Antrag des Klägers ohne Unterbrechung der</span><br/> <span class="ft1">Rechtshängigkeit dem von ihm als zuständig bezeichneten Richter</span><br/> <span class="ft1">überwiesen, sofern dieser nicht offensichtlich unzuständig ist. Mit</span><br/> <span class="ft1">dieser Bestimmung soll der Verzögerung und Verteuerung des Pro-</span><br/> <span class="ft1">zesses durch Zuständigkeitsstreitigkeiten vorgebeugt werden (Büh-</span><br/> <span class="ft1">ler/Edelmann/Killer, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessord-</span><br/> <span class="ft1">nung, 2. Aufl., Aarau/Frankfurt am Main/Salzburg 1998, N 1 zu</span><br/> <span class="ft1">§ 176 ZPO). Eine Prozessüberweisung an den zuständigen Richter</span><br/> <span class="ft1">erfolgt jedoch nur auf Antrag des Klägers (AGVE 1994, S. 95). Hält</span><br/> <span class="ft1">der Kläger demgegenüber - sei es auf Anfrage des Instruktionsrich-</span><br/> <span class="ft1">ters nach § 173 Abs. 2 ZPO, sei es auf Bestreitung der Zuständigkeit</span><br/> <span class="ft1">durch den Beklagten - an der Zuständigkeit des von ihm angegange-</span><br/> <span class="ft1">nen Richters fest, ist über die Zuständigkeitsfrage urteilsmässig zu</span><br/> <span class="ft1">befinden und ergeht im Falle der Unzuständigkeit ein formeller</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Obergericht</span> <span class="page_no">42</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Nichteintretensentscheid (Urteil der 1. Zivilkammer des Obergerichts</span><br/> <span class="ft1">vom 12. Juni 1998, OR.98.00027; Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft1">N 10 zu § 176 ZPO). Mit diesem Prozessurteil (§ 273 ZPO) sind</span><br/> <span class="ft1">auch die Kosten zu verlegen (§ 121 Abs. 1 ZPO).</span><br/> <br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">An der Vermittlungsverhandlung vom 7. Dezember 2004 erhob</span><br/> <span class="ft1">die Beklagte rechtzeitig die Einrede der örtlichen Unzuständigkeit</span><br/> <span class="ft1">des Arbeitsgerichts Lenzburg (Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O., N 2 f.</span><br/> <span class="ft1">zu § 373 ZPO). Ein aufgrund der umstrittenen örtlichen Zuständig-</span><br/> <span class="ft1">keit vom Gericht unterbreiteter Vergleichsvorschlag wurde vom Klä-</span><br/> <span class="ft1">ger abgelehnt. Die folgenden Rechtsschriften beschränkten sich ge-</span><br/> <span class="ft1">mäss richterlicher Anordnung auf die Frage der örtlichen Zuständig-</span><br/> <span class="ft1">keit. Der Kläger beantragte replicando nur im Eventualbegehren die</span><br/> <span class="ft1">kostenlose Überweisung ans Arbeitsgericht Zürich. In seinem Haupt-</span><br/> <span class="ft1">antrag verlangte er die Feststellung der Zuständigkeit des angerufe-</span><br/> <span class="ft1">nen Arbeitsgerichts unter Kostenfolge für die Beklagte. Aufgrund</span><br/> <span class="ft1">dieses Hauptantrages und des fortgeschrittenen Verfahrens hatte die</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz nach Abschluss des Schriftenwechsels und Durchführung</span><br/> <span class="ft1">der Hauptverhandlung urteilsmässig über die Zuständigkeitsfrage zu</span><br/> <span class="ft1">befinden. Im alsdann ausgefällten Endentscheid in der Form eines</span><br/> <span class="ft1">Prozessurteils (Nichteintretensentscheid) hat sie demnach zu Recht</span><br/> <span class="ft1">einen Kostenentscheid gefällt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>