Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Januar 2017 (720 16 284 / 20) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine unbefristete Invalidenrente aufgrund einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit verneint Besetzung Vorsitzende Kantonsrichterin Elisabeth Be rger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreibe- rin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Alex Hediger, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1975 geborene A.____ begann am 23. Juli 2011 über das Personalvermittlungsbü- ro B.____ bei der C.____ in X.____ zu arbeiten. Am 31. August 2011 fiel ihr eine Palette aus dem Regal auf das rechte Knie, den rechten Obersche nkel und den linken Fuss (vgl. UVG- Schadensmeldung vom 19. September 2011). Der behand elnde Arzt diagnostizierte Kontusio- nen am rechten Knie und am linken Mittel- und Rückf uss (vgl. Notfallbericht des D.____ vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. September 2011). Für die Folgen dieses Unfalls erbr achte die Schweizerische Unfallversi- cherungsanstalt (Suva) bis 18. Juli 2012 die gesetzlichen Leistungen. Dabei lehnte es die Suva ab, mangels unfallbedingten Kausalzusammenhangs Leistun gen für die am 19. Juli 2012 durchgeführte Osteotomie und Curettage an der rechten Tibia zu erbringen (vgl. Mitteilung vom 7. September 2012). B. Bereits am 30. März 2012 meldete sich A.____ unter H inweis auf anhaltende Schmer- zen im rechten Bein bei der Eidgenössischen Invalidenversi cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlich en Verhältnisse sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft der Versicherten gestützt auf die Guta chten von Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 10. Juni 2013 ( recte: 2014) und von PD Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Febru ar 2015 mit Verfügung vom 25. Juli 2016 eine vom 1. Oktober 2012 bis 31. Januar 2013 befristete ganze Invalidenrente und eine vom 1. Februar 2013 bis 28. Februar 2013 befrist ete Viertelsrente zu. Für die Zeit ab 1. März 2013 lehnte sie einen Anspruch auf eine Invalide nrente mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab. C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertre ten durch Advokat Dr. Alex Hedi- ger, am 7. September 2016 Beschwerde ans Kantonsgerich t, Abteilung Sozialversicherungs- recht. Sie beantragte, es sei ihr in teilweiser Aufhebung der angefochtenen Verfügung über den 28. Februar 2013 hinaus eine ganze Invalidenrente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. In der Begründung machte sie geltend, dass das psychiatrische Gutachten von PD Dr. F.____ nicht z uverlässig genug sei, um darauf abstellen zu können. Aus dem Bericht ihres behandelnde n Psychiaters Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. August 2016 ergebe sich, dass bei der Versicherten die im Alter von 7 Jahren erlittene Bombensplitterve rletzung mit nachfolgenden Operationen durch den Unfall im Jahre 2011 retraumatisiert worden sei. Im Anschluss daran habe sich eine posttraumatische Belastungsstörung mit allen ihren Kar dinalsymptomen einschliesslich weite- ren psychischen Störungen entwickelt, sodass heute die Arb eitsfähigkeit der Versicherten auf dem ersten Arbeitsmarkt vollständig eingeschränkt sei. Ent gegen der Ansicht von PD Dr. F.____ sei bei der Versicherten auch keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetre- ten. D. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2016 bewilligte das Kantonsgericht der Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter. E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. November 2016 bean tragte die IV-Stelle unter Ver- weis auf die Stellungnahme von PD Dr. F.____ vom 1. November 2016 die Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 7. September 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t die Frage, ob die Versicherte über den 28. Februar 2013 bzw. wohl über den 31. Jan uar 2013 hinaus Anspruch auf eine gan- ze Invalidenrente hat. Massgebend ist dabei der Sachverha lt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Juli 2016 entwickelt ha t. Dieser Zeitpunkt bildet rechtspre- chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überpr üfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu min destens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundh eitlichen Beeinträchtigung zu be- rücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zud em nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.4 Zu beachten ist sodann, dass das Bundesgericht im L eiturteil BGE 141 V 281 ff. seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatof ormen Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) und damit vergleichbaren psychosomatischen Le iden (vgl. BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidiert hat. Eine Einschränkung der Leist ungsfähigkeit kann danach weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge- sundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig braucht es medizinische Evidenz, dass die Erwerbs- fähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit längerem namentlich aus medizinischer, aber auch aus juristischer S icht an der bisherigen Schmerz- rechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutung nicht weiter fest. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Mode lls tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichb are Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äussere n Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (SVR 20 15 IV Nr. 38 S. 121, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die ver- sicherte Person zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsre nte, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und a uf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruch s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Gr undlage für die Beurteilung der Zumut- barkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkei ten als die zuletzt ausgeübte Berufsar- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht beit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, a usgeglichenen und nach ihren persön- lichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumu tbarerweise noch verrichtet wer- den können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in : Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidit ät in der So-zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Widersprechen sich medizinische Berichte, darf da s Gericht den Prozess nicht erledi- gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und d ie Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a bstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr ündet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.5 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi- ckelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 4.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszust andes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein rheumatologisches Gutachten bei Dr. E.____ und ein psychiatrisches Gut- achten bei PD Dr. F.____ ein. Dr. E.____ hielt in sei nem Gutachten vom 10. Juni 2014 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine be ginnende sekundäre Gonarthrose rechts bei Status nach Bombensplitter-Verletzung 1982 sowie e inen Status nach Osteotomie und Curettage bei chronischer Osteomyelitis der proximalen Tib ia rechts 2012 fest. Seiner Beurtei- lung ist zu entnehmen, dass die Versicherte an einem Gan zkörperschmerzsyndrom leide, für welches keine organische Ursache gefunden werden könne. G emäss Ganzkörperskelettszinti- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht grafie sei der Bereich der proximalen Tibia unauffäll ig. Die Hauptschmerzen würden auch nicht unbedingt im Operationsgebiet angegeben, sondern mehr im Bereich der Ober- und Unterarme. In objektiver Hinsicht bestehe eine Gonarthrose rechts, w elche zu Einschränkungen der Ar- beitsfähigkeit führe. So seien keine Arbeiten zumutbar, die nur kniend, stehend oder gehend oder in Zwangsstellungen wie auf Knien oder repetiti v bückend ausgeübt werden könnten. Es sei auch nicht möglich, auf Leitern oder Gerüsten zu ar beiten. Nach einer Gehstrecke von ca. 500 m müsse sie zudem die Gelegenheit haben, eine Pause einzulegen. Günstig seien Arbei- ten, die sie vor allem sitzend, mit der Möglichkeit zum P ositionswechsel verrichten könne. Die Ganzkörperschmerzen würden einer Schmerzschwellenstörung en tsprechen. Aufgrund dieser Störung seien der Versicherten keine körperlich schwere n Arbeiten zumutbar. Diese Zumutbar- keitsbeurteilung gelte sowohl für die angestammte als a uch für eine alternative Tätigkeit. Zum Beginn der Arbeitsfähigkeit führte Dr. E.____ aus, d ass die Versicherte seit dem Unfallereignis bis Ende Oktober 2012 (3 Monate nach der Operation) zu 100 % und anschliessend für einen Monat sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit zu 50 % ar- beitsunfähig gewesen sei. Seit Dezember 2012 könne sie eine leichte bis gelegentlich mittel- schwere leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % ausführen. 4.2 In psychiatrischer Hinsicht stellte PD Dr. F.____ in se inem Gutachten vom 16. Februar 2015 keine psychiatrische Diagnose fest, welche die Arbei tsfähigkeit beeinflusse. Die Versi- cherte zeige zwar eine gewisse Affektpathologie; diese en tspreche aber keiner depressiven Störung, sondern einer Dysthymie. Die Diagnose einer a nhaltenden somatoformen Schmerz- störung sei unsicher, da es dafür eines bewusstseinsfernen Mechanismus bedürfe. Bei der Ver- sicherten könne jedoch Aggravation nicht ausgeschlossen we rden, weshalb eher von einem bewusstseinsnahen Mechanismus auszugehen sei. Ausserdem sei die Art und Weise, wie sich die Versicherte bei der Untersuchung präsentiert habe, nicht nachvollziehbar. Sie zeige eine ungenügende Kooperationsbereitschaft. So seien viele ih rer Angaben zunächst rudimentär ge- blieben. Erst nach gezieltem Nachfragen habe sie detai llierte Angaben gemacht. Weiter sei aufgefallen, dass sie in praktisch sämtlichen Lebensbereichen von einer vollständigen Dysfunk- tionalität gesprochen habe. Demgegenüber habe sie be richtet, dass sie problemlos ihrer tägli- chen Körperpflege nachgehen könne. Es sei deshalb unerklä rlich, weshalb sie im Haushalt nicht einmal das Geringste erledigen könne. In dieser H insicht hätten sich auch Diskrepanzen zwischen den Angaben bei seiner Untersuchung und denjen igen von Dr. E.____ ergeben. So habe sie ihm mitgeteilt, dass sie seit mehr als einem Jahr keine Haushaltstätigkeiten ausführen könne, während sie sich gegenüber Dr. E.____ dahingehen d geäussert habe, dass sie noch zahlreiche Arbeiten im Haushalt bewältige. Es gebe auc h noch andere Diskrepanzen. So zeige der objektive Psychostatus lediglich eine diskrete Müdigkeit und eine Subdepressivität im Ge- sichtsausdruck. Das Erscheinungsbild, die Psycho- und Sprachmotorik, die Mimik und die Ges- tik, das Denktempo, die kognitiven Ressourcen, die vorhand ene Schwingungsfähigkeit und das Fehlen einer Affektverarmung zeigten sehr deutlich, da ss die innerpsychische Vitalität vollstän- dig erhalten sei. Würde sich die Versicherte tatsächlich in einer solchen schlechten psychischen Verfassung befinden, wie sie es darlege, müssten in den einzelnen zu erhebenden Parametern doch ganz erhebliche pathologische Auslenkungen festzustel len sein, die hier aber nicht vorlä- gen. Zudem wäre zu erwarten, dass sie in einer psychiatrisc hen Behandlung stehen würde. Bei der Versicherten handle es sich um eine sicherlich schmerzge plagte Person, bei welcher aber Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine erhebliche Selbstlimitierung vorliege, die ihren Ursprung zumindest in einer ausgeprägten Verdeutlichungstendenz, wenn nicht sogar in einer Agg ravation habe. PD Dr. F.____ kam auf- grund seiner Ausführungen zum Schluss, dass die quali tativen Funktionsfähigkeiten der Versi- cherten aus psychiatrischer Sicht vollumfänglich erhalten sei en. Sie sei deshalb sowohl in ihrer angestammten als auch in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 4.3 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Konsensbeurteilu ng hielten Dr. E.____ und PD Dr. F.____ abschliessend folgendes Ergebnis fest: Da aus psychiatrischer Sicht keinerlei Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte die rheumatologische Beurteilung als Ge- samtbeurteilung für die Fächer Rheumatologie und Psychiatrie. 4.4 Dr. G.____ nahm am 29. August 2016 Stellung zum p sychiatrischen Gutachten von PD Dr. F.____. Er berichtete, dass er die Versicherte seit dem 30. April 2016 behandle. Im Psy- chostatus stellte er fest, dass deutliche Hinweise auf Auf merksamkeits-, Konzentrations- und Kurzzeitgedächtnisstörungen beständen. Die Versicherte habe Angst vor Tod und Verlust naher Verwandter, Existenzängste und befürchte, dass etwas Schl immes passieren könne. Sie leide unter Waschzwang und übermässiger Ordnungsbedürftigkeit . Sie sei formalgedanklich auf ihre Krankheit, ihre Beinschmerzen, ihre Asymmetrie der Bein e und ihre finanzielle Situation einge- engt. Im Affekt wirke sie deprimiert, weinerlich, gere izt, innerlich unruhig, rat- und hoffnungslos. Sie habe Schuld-, Insuffizienz- und Minderwertigkeitsge fühle, Kontrollverlust sowie impulsive Ausbrüche mit aggressivem Verhalten. Zudem leide sie an Schlafstörungen, Albträumen und ihr Antrieb sei reduziert. Es bestände auch ein sozialer Rückzu g, aber keine Suizidalität. In der Beurteilung hielt er fest, dass sie ein traumatisiertes K riegsopfer sei. Wahrscheinlich habe sich ihr psychischer Zustand aufgrund vorhandener Ressourcen in d en jungen Jahren stabilisieren können. Der Arbeitsunfall im Jahre 2011 und die darau ffolgende Operation am rechten Bein hätten schliesslich eine Retraumatisierung bewirkt. Der Z ustand habe sich in der Folge rapide verschlechtert. Es habe sich eine posttraumatische Belastu ngsstörung mit allen ihren Kardinal- symptomen entwickelt, welche der psychiatrische Gutachter übe rsehen habe. Auf dem Boden dieser Erkrankung seien Depressionen, Angst- und Zwangsstö rungen, dissoziative Störungen, ein chronisches Schmerzsyndrom sowie eine Opioidabhängigkeit entstanden. Als Diagnosen hielt er eine posttraumatische Belastungsstörung, eine de pressive Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige Episode, eine dissoziative sowie eine Zw angsstörung, eine Opioid- Abhängigkeit, gegenwärtig substituiert mit MST, und ein chronisches Schmerzsyndrom fest. 4.5 Am 1. November 2016 äusserte sich PD Dr. F.____ im Auftrag der IV-Stelle zum Be- richt von Dr. G.____ und den Einwänden der Versicherten . Der behandelnde Psychiater durch- mische im Psychostatus die objektiven Untersuchungsbefunde un d die subjektiven Angaben der Versicherten. Da teilweise erhebliche Diskrepanzen zw ischen ihren Äusserungen und den Befunden beständen, könne nicht ohne weiteres auf die Aussagen der Versicherten abgestellt werden. Weiter beschreibe Dr. G.____ den Affekt der Ve rsicherten als deprimiert, sage aber nichts über den Schweregrad aus, weshalb seine Diagnose einer mittel- bis schwergradigen depressiven Störung nicht untermauert sei. Für die Diag nose einer posttraumatischen Belas- tungsstörung fehle es an einem Trauma. Zwar habe die Versicherte eine Bombensplitter- Verletzung erlitten. Sie habe sich jedoch nach den na chfolgenden Operationen gesundheitlich Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht soweit erholt, dass sie viele Jahre aktiv am Berufsleben h abe teilnehmen können. Die Tatsa- che, dass sie zum Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung keine psychiatrische Behand- lung in Anspruch genommen habe, spreche gegen ein rel evantes subjektives psychisches Lei- den. Zudem habe sich der behandelnde Psychiater nicht mi t den innerpsychischen Ressourcen und allfälligen Inkonsistenzen der Versicherten auseinand ergesetzt. Inwiefern eine Zwangsstö- rung die Arbeitsfähigkeit beeinflusse, werde nicht be schrieben. Eine regelmässige Einnahme von MST führe nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbei tsfähigkeit. Er habe deshalb keinen Anlass, von seiner Beurteilung abzuweichen, weshalb er an seinen gutachterlichen Ausführun- gen vom 16. Februar 2015 festhalte. 5.1 Die IV-Stelle ging gestützt auf die Gutachten v on Dr. E.____ vom 10. Juni 2014 und von PD Dr. F.____ vom 16. Februar 2015 sowie dessen Stellungnahme vom 1. November 2016 davon aus, dass die Versicherte aufgrund ihrer gesundhe itlichen Beeinträchtigungen vom 31. August 2012 bis 31. Oktober 2012 zu 100 % und im Nove mber 2012 zu 50 % arbeitsunfähig war. Seit 1. Dezember 2012 bestehe sowohl in der angest ammten als auch in einer leidensan- gepassten anderen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Auffassung ist nicht zu bean- standen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.5 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen un d -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vo r. Die Gutachten von Dr. E.____ und PD Dr. F.____ weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf. Sie sind für die streitigen Be- lange umfassend, sie beruhen auf allseitigen Untersuchun gen, sie berücksichtigen die geklag- ten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgeg eben worden und sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein, sie setzen sich mit den vorhandenen abweichenden ä rztlichen Einschätzungen ausei- nander und sie vermögen in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. 5.2.1 Was die Versicherte in ihrer Beschwerde vorbringt , ist nicht geeignet, die ausschlagge- bende Beweiskraft der Gutachten der Dres. E.____ und F. ____ in Frage zu stellen. Während die Versicherte das Gutachten von Dr. E.____ zu Recht n icht beanstandet, macht sie hinsicht- lich des psychiatrischen Gutachtens von PD Dr. F.____ gelte nd, dessen Beurteilung stehe in einem deutlichen Widerspruch zur derjenigen ihres behandelnden Psychiaters Dr. G.____. Dem ist entgegenzuhalten, dass sich PD Dr. F.____ in seiner Stellungnahme vom 1. November 2016 einlässlich mit der Beurteilung von Dr. G.____ auseinan dersetzte. Er zeigte auf, dass dieser seine Beurteilung vorwiegend auf die subjektiven Angabe n der Versicherten stützte, welchen aufgrund der Diskrepanzen zwischen den geklagten und den objektivierbaren psychischen Be- einträchtigungen ohnehin nicht gefolgt werden kann. Zudem legte er einleuchtend dar, dass die von Dr. G.____ gestellten psychiatrischen Diagnosen nicht begründet sind. So sind insbesonde- re die detaillierten Ausführungen von PD Dr. F.____ nachvollziehbar, wonach das für die post- traumatische Belastungsstörung erforderliche Kriterium ei nes Traumas nicht erfüllt ist. Er be- rücksichtigte, dass die Versicherte im Alter von 7 Jahren ein e Bombensplitterverletzung am rechten Bein erlitt, wies aber darauf hin, dass dieses Er lebnis über Jahrzehnte keine psychi- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Beeinträchtigungen hervorgerufen habe. Dazu kommt , dass das Berufs- und Privatleben der Versicherten gemäss den Akten jahrelang unauffälli g war. Hätte der Unfall im August 2011 eine Retraumatisierung der Bombensplitterverletzung bewirkt, so wäre bei dem von Dr. G.____ geschilderten Beschwerdebild eine psychiatrische Behandlu ng mit entsprechender Medikation zu erwarten gewesen. Dies war aber vorliegend nicht de r Fall. Die Versicherte begab sich knapp 5 Jahre nach dem Unfallereignis erstmals in psychiat rische Behandlung. Es ist deshalb nicht anzunehmen, dass sich auf dem Boden der Bombensplit terverletzung eine posttraumati- sche Belastungsstörung entwickelt hat. Zudem ist zu beachte n, dass gemäss Rechtsprechung Berichte von behandelnden Ärzten aufgrund der auftrag srechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 353 E. 3b/cc.) Die unterschiedliche Beur- teilung ergibt sich aus der Divergenz zwischen Behandlungs- und Abklärungsauftrag. Anzumer- ken ist in diesem Zusammenhang, dass eine psychiatrische Ex ploration von der Natur der Sa- che her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffn et dem begutachtenden Psychiater prak- tisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinisch-psych iatrische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Experte – wie h ier PD Dr. F.____ – lege artis vorge- gangen ist. Daher kann es nicht angehen, eine medizinisch e Administrativexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abwei- chenden Auffassungen festhalten (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2013, 9C_794/2012, E. 4.2 mit Hinweisen). Dies gilt vo rliegend umso mehr, als Dr. G.____ in seinem Bericht vom 29. August 2016 keine Aspekte benennt, die PD Dr. F.____ nicht kannte. Insgesamt erweist sich der Bericht von Dr. G.____ somit nic ht als geeignet, an der schlüssigen Beurteilung von PD. Dr. F.____ Zweifel zu wecken. 5.2.2 Weil die Gutachten der Dres. E.____ und F.____ eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten zulasse n, kann auf die beantragte zusätzliche medizinische Abklärung verzichtet werden. In Anbetracht, dass PD Dr. F.____ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellte un d die qualitativen Funktionsfähigkeiten der Beschwerdeführerin als vorhanden beurteilte, überzeugt die von ihm attestierte volle Arbeitsfä- higkeit, weshalb eine Invalidität auszuschliessen ist. Da mit erübrigt sich auch die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach den Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281. 5.3 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass kein Anlass be steht, von den überzeugen- den Gutachten von Dr. E.____ und PD Dr. F.____ vom 10. Juni 2013 (recte: 2014) und 16. Feb- ruar 2015 abzuweichen. Es ist demgemäss davon auszugehe n, dass die Versicherte lediglich bis 31. Oktober 2012 zu 100 % in ihrer Arbeitsfähigkei t eingeschränkt war. Im November 2012 war sie in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50 % und seit 1. Dezember 2012 ist sie zu 100 % arbeitsfähig. 6.1 Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versich erten aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Danach wird fü r die Bestimmung des Invaliditätsgra- des das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 6.2 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügu ng vom 25. Juli 2016 zur Ermittlung der Einschränkung der Versicherten im Erwerbsbereich den erforderlichen Einkommensver- gleich vor. Dabei ermittelte sie anhand der Gegenüberst ellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen für die Zeit vom 31. August 2012 bi s 31. Oktober 2012 einen Invaliditäts- grad von 100 % und vom 1. bis 30. November 2012 einen solchen von 47 %. Ab 1. Dezember 2012 ist der Invaliditätsgrad 0 %. Die konkreten Berechn ungen, die von der Versicherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet wurden, sind rechtens. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen d er IV-Stelle in der angefochtenen Verfü- gung verwiesen werden. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Gesetze s über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 we rden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Versi- cherte unterliegende Partei, weshalb die Verfahrensko sten ihr zu überbinden sind. Der Versi- cherten ist nun allerdings mit Verfügung vom 20. Oktob er 2016 die unentgeltliche Prozessfüh- rung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Ve rfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Versicherten die unentgeltliche Verbeiständ ung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtska sse zu entschädigen. Der Rechts- vertreter der Versicherten machte in seiner Honorarnote vom 6. Dezember 2016 für das vorlie- gende Verfahren einen Zeitaufwand von 10,34 Stunden geltend. Darin befindet sich eine Be- mühung im Umfang von 0,5 Stunden, welche auf den Kont akt des Rechtsvertreters mit der Rechtsschutzversicherung der Versicherten zurückzuführen ist. Solche Bemühungen würden im Falle einer nicht rechtsschutzversicherten Person nicht anf allen und müssen daher unberück- sichtigt bleiben. Die Bemühungen im Zusammenhang mit der Rechtschutzversicherung sind deshalb im genannten Umfang in Abzug zu bringen. We iter ist der Honorarnote zu entnehmen, dass der Rechtsvertreter am 23. September 2016 eine Besp rechung von 1,5 Stunden mit der Versicherten hatte. In Anbetracht der Tatsache, dass die Beschwerde bereits am 7. September 2016 dem Kantonsgericht eingereicht wurde und kein zweiter Schriftenwechsel stattfand, ist der geltend gemachte Aufwand für diese Position sehr hoch. Als gerechtfertigt erscheint für eine Klientenbesprechung nach Beschwerdeeinreichung ein sol cher von rund 0,5 Stunden. Nach Abzug von insgesamt 1,5 Stunden ist somit ein Aufwand von 8,84 Stunden zu vergüten. Ge- mäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen u nd Anwälte vom 17. November 2003 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die in der Hono- rarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 309.50 erweisen sich ebenfalls als sehr hoch, sind aber als knapp angemessen zu betrachten. Aufgrund dieser Ausführungen ist dem Rechtsver- treter ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'243.70 (8, 84 Stunden à Fr. 200.-- inkl. Auslagen von Fr. 309.50 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Die Versicherte wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 de s Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gema cht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein reduziertes H onorar in der Höhe von Fr. 2'243.70 (inkl. Auslagen + 8 % Mehrwertst euer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht