<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2014-06-03-4D_8-2014.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4D_8/2014 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. Juni 2014</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Klett, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Hohl, Kiss, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Huguenin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer</i>, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ordnungsbusse, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerden gegen die Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, </div> <div class="para">vom 6. und 23. Januar 2014. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>In Erwägung,</b> </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer beim Obergericht des Kantons Zürich im Rahmen eines zivilrechtlichen Berufungsverfahrens - in dem er nicht Partei war, sich aber als Parteivertreter ausgab -eine Rechtsschrift einreichte, in der unter anderem geschrieben stand: "Drittem Reich wie BRD pari turpitudine"; </div> <div class="para">dass das Obergericht den Beschwerdeführer deswegen mit Beschluss vom 6. Januar 2014 in Anwendung von <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> mit einer Ordnungsbusse von Fr. 1'000.-- belegte; </div> <div class="para">dass das Obergericht mit Beschluss vom 23. Januar 2014 auf das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiedererwägung der ausgefällten Ordnungsbusse nicht eintrat und den Beschwerdeführer aufforderte, eine Zustelladresse in der Schweiz anzugeben, sowie dem Beschwerdeführer die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- auferlegte; </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer diese Beschlüsse mit Rechtsschrift vom 21. Januar bzw. vom 10. Februar 2014 beim Bundesgericht anfocht; </div> <div class="para">dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen in Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheides präzise zu begründen sind (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=28.05.2014&amp;to_date=16.06.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-138%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page138">BGE 134 V 138</a> E. 2.1 S. 143; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=28.05.2014&amp;to_date=16.06.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-439%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page439">133 III 439</a> E. 3.2 S. 444 mit Hinweis); </div> <div class="para">dass die Begründung in der Rechtsschrift selbst enthalten sein muss, weshalb blosse Verweise auf Eingaben im kantonalen Verfahren unbeachtlich sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=28.05.2014&amp;to_date=16.06.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-396%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page396">BGE 133 II 396</a> E. 3.1 S. 400); </div> <div class="para">dass das Obergericht die Auferlegung der Ordnungsbusse im Beschluss vom 6. Januar 2014 wie folgt begründete: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>"Damit</i> (mit der Aussage "Drittem Reich wie BRD pari turpitudine") <i>wird erklärt, die (Bundesrepublik) Deutschland sei kriminell wie seinerzeit das Nazi-Regime. Abgesehen davon, dass das mit den im vorliegenden Verfahren zu beantwortenden Fragen nicht das Geringste zu tun hat, ist es in höchstem Mass unanständig im Sinne von <span class="artref">Art. 128 ZPO</span>. Die Placierung in roter Farbe auf dem Briefkopf zeigt, dass dem Autor nicht ein Ausrutscher "passiert" ist, sondern dass er bewusst und gezielt handelte. Das ist mit einer Ordnungsbusse von Fr. 1'000.-- zu ahnden."</i> </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsschrift vom 21. Januar 2014 vorbringt, die Begründung des Obergerichts sei willkürlich im Sinne von <span class="artref">Art. 9 BV</span> und verstosse gegen die Meinungsäusserungs- und die Kunstfreiheit (<span class="artref"><artref id="CH/101/16" type="start"></artref>Art. 16 und 21 BV</span><artref id="CH/101/21" type="end"></artref>); </div> <div class="para">dass aufgrund der Vorbringen in der Rechtsschrift nicht ersichtlich ist, inwiefern eine Verletzung von <span class="artref"><artref id="CH/101/9" type="start"></artref>Art. 9 und 21 BV</span><artref id="CH/101/21" type="end"></artref> vorliegen soll, weshalb insoweit auf die Beschwerde mangels ausreichender Begründung nicht eingetreten werden kann; </div> <div class="para">dass sich der Beschwerdeführer sodann erfolglos auf die Meinungsäusserungsfreiheit (<span class="artref">Art. 16 BV</span>) beruft, weil überhaupt kein sachlicher Grund bestand, sich im Berufungsverfahren vor dem Obergericht ehrverletzend gegenüber Deutschland zu äussern (vgl. dazu Gschwend/ Bornatico, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 10 zu <span class="artref">Art. 128 ZPO</span>); </div> <div class="para">dass aus diesen Gründen die gegen den Beschluss des Obergerichts vom 6. Januar 2014 gerichtete Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann; </div> <div class="para">dass sodann auf die gegen den Beschluss des Obergerichts vom 23. Januar 2014 gerichtete Beschwerde als Ganzes nicht eingetreten werden kann, weil sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift vom 10. Februar 2014 zum grössten Teil gar nicht zu diesem Beschluss, sondern zum früheren Beschluss vom 6. Januar 2014 geäussert hat und im Übrigen nicht in einer den aufgeführten Begründungsanforderungen genügenden Weise dargelegt wurde, inwiefern der Beschluss vom 23. Januar 2014 gegen die angerufenen Verfassungsbestimmungen verstossen soll; </div> <div class="para">dass mit dem Entscheid in der Sache die Gesuche um aufschiebende Wirkung gegenstandslos werden; </div> <div class="para">dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG); </div> <div class="para">dass der Entscheid des Bundesgerichts im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> ergeht; </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerden gegen die Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Zürich vom 6. und 23. Januar 2014 werden abgewiesen, soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. Juni 2014 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Klett </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Huguenin </div> </div></body></html>