B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4794/2017 U r t e i l v o m 2 4 . A u g u s t 2 0 2 1 Besetzung Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), Richterin Mia Fuchs, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Advokaturbüro, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 14. Juli 2017 / N (…). D-4794/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 9. Februar 2015 in der Schweiz um Asyl nach. A.a Am 19. Februar 2015 wurde er vom SEM zu seiner Person, dem Rei- seweg und summarisch zu den Fluchtgründen befragt (BzP). Er brachte im Wesentlichen vor, er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth- nie und stamme aus B._______ im Distrikt C._______ (D._______, Nord- provinz). Im Jahr (…) habe er die (…) Schulklasse abgebrochen und sich Mitte (…) den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angeschlossen. Er habe keine spezielle Funktion gehabt, sondern als einfacher Kämpfer am Kampf um da s E._______ teilgenommen. Im Jahr (…) habe er die LTTE verlassen und danach seinem Vater beim (…) geholfen. Als sein Vater (…) sei, habe er das Geschäft übernommen. Von (…) bis (…) habe er im Vanni- Gebiet gelebt, in F._______ und G._______. Er habe in F._______ eine (…) geführt. (…) sei ihm ein Reisepass ausgestellt worden und von (…) bis (…) habe er in H._______ gelebt. Er habe dort über ein Arbeitsvisum ver- fügt und als (…) gearbeitet. Nach der Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr (…) sei er nach B._______ zurück, wo er fortan gelebt und auf dem (…) und als (…) gearbeitet habe. Im (…) habe er geheiratet. Die Ehe sei kinderlos geblieben. Während der Friedenszeit nach dem Waffenstillstand von 2005 hätten die LTTE ihn gelegentlich zu ihren Camps mitgenommen und ihn dort (…). Die sri-lankische Armee (SLA), die gegenüber von seinem Haus in B._______ ein Camp gehabt habe, habe dies beobachtet. Anfangs 2009 sei er von der SLA für eine Befragung mitgenommen und in das Camp des Criminal Investigation Department (CID) in I._______ geschickt worden. Nach der Befragung hätte er sich während zehn Tagen zur Unterschrift in dem Camp melden sollen. Ein Verwandter, der bei der Eelam People's De- mocratic Party (EPDP) gewesen sei, habe daraufhin J._______ kontaktiert, und dieser habe bewirkt, dass die Meldepflicht nach drei Tagen beendet gewesen sei . 2011 sei ihm vom CID vorgehalt en worden, die (…) in F._______ mit Geldern der LTTE finanziert zu haben. Er habe aber Doku- mente vorweisen können, die den Vorwurf widerlegt hätten. Sechs Monate später sei das CID erneut zur (…) gekommen und habe seine Mitarbeiter bedroht, worauf diese nicht mehr zur Arbeit hätten kommen wollen. Er habe die (…) deshalb Ende 2011 geschlossen. Im März 2012 sei er von Armee- angehörigen des Camps in B._______ nach neuen Bewohnern gefragt und bedrängt worden, LTTE-Angehörige zu verraten, ansonsten er erschossen würde. Er habe zugesichert, Bescheid zu geben, wenn er ehemalige LTTE-D-4794/2017 Seite 3 Mitglieder sehen würde, und sei dann wieder nach Hause gegangen. Erst etwa vier bis fünf Monate später sei er wieder befragt worden. Beziehungs- weise er sei seit März 2012 t äglich, immer, wenn er sein Haus verlassen habe, von der Wache vor dem Camp befragt worden. Dies sei bis im Okto- ber 2014 so gegangen. Respektive er sei am (…) 2014 letztmals von Ar- meeangehörigen befragt worden. Da er Angst gehabt habe, dass ihm viel- leicht einmal etwas passieren könnte, habe er sich zur Ausreise entschlos- sen. Er sei Mitte Oktober 2014 legal mit dem ihm im Jahr (…) von den sri- lankischen Behörden neu ausgestellten Reisepass und einem Touristenvi- sum nach K._______ geflogen. Nachdem das Visum abgelaufen sei, habe der Schlepper ihn nach Sri Lanka zurückgeschickt. Er sei deshalb am (…) 2015 wieder mit seinem eigenen Pass nach Colombo zurückgeflogen . Während seines Aufenthalts in K._______ habe sich die SLA bei seiner Frau nach ihm erkundigt. Nach einem fünftägigen Aufenthalt in Colombo habe er Sri Lanka am (…) 2015 definitiv, wiederum legal mit seinem Pass verlassen. Er sei mit einem neuen Touristenvisum nach K._______ geflo- gen. Bei der Ankunft in K._______ habe der Schlepper ihm den Pass ab- genommen. Von K._______ aus sei er mit einem (…) Pass auf dem Luft- weg via den L._______ und M._______ nach N._______ gelangt und dann mit dem Auto in die S chweiz weitergereist. Seine F rau lebe weiterhin mit seinen Eltern in B._______. Bei einer Rückkehr nach Sri Lanka wäre sein Leben gefährdet, da die Armee werde wissen wollen, wo er gewesen sei und was er gemacht habe. Er habe keine gesundheitlichen Probleme. A.b Am 20. August 2015 hörte das SEM den Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asylgründen an. Er gab im Wesentlichen an, sein Vater sei vor Kur- zem gestorben. Seiner Frau und seiner Mutter gehe es finanziell gut. Er sei (…) zu den LTTE gegangen, weil das indische Militär damals die Tamilen schikaniert habe. Er habe bei dem E._______ Wache halten müssen. Als sein Vater erkrankt sei, habe seine Mutter ihn (…) von dort weggeholt, da- mit er für die Familie habe arbeiten können. Er sei danach mit der Arbeit beschäftigt gewesen und habe keinen Kontakt zu den LTTE mehr gehabt. Als er (…) aus H._______ nach Sri Lanka zurückgekehrt sei, habe in seiner Herkunftsregion Frieden geherrscht und seine Familie habe keine Prob- leme gehabt. Da sie die einzigen (…) in der Region gewesen seien, seien die LTTE zu ihnen gekommen und hätten sie zu ihren Trainingscamps mit- genommen, um dort (…). Die SLA habe die s von dem ihrem Wohnhaus gegenüberliegenden Camp aus beobachtet, damals aber nichts unternom- men. Seit 2006 habe er keine LTTE-Angehörigen mehr getroffen. Als das Friedensabkommen nicht mehr in Kraft gewesen sei, habe die SLA begon- nen, ihn mitzunehmen und zu befragen. Anfangs 2009 sei er drei Mal vom D-4794/2017 Seite 4 CID zum Camp in O._______ gebracht und dort zu seinen Verbindungen zu den LTTE befragt worden. Er habe gesagt, dass er als Junge bei den LTTE gewesen sei, seither aber nichts mehr mit diesen zu tun gehabt habe, und dass die LTTE nur wegen seiner Arbeit als (…) zu ihm gekommen seien. Nach der Befragung sei ihm eine zehntägige Meldepflicht auferlegt worden. Da damals viele Leute entführt oder getötet worden seien, habe er Angst gehabt. Er habe sich deshalb nach der dritten Unterschrift an ei- nen Verwandten mit Beziehungen zur EPDP gew endet. Der Verwandte habe dann mit J._______ gesprochen und dieser habe bewirkt, dass er keine weiteren Unterschriften mehr habe leisten müssen. Danach sei es ruhig geblieben. Ende 2010 habe er auf dem Grundstück seiner (…) in F._______ eine (…) und drei Geschäfte gebaut. Ein Geschäft hätt en sie selber geführt, die beiden anderen vermietet. Sechs Monate später – etwa im Juni 2011 – seien CID-Angehörige gekommen und hätten gefragt, wo- her sie das Geld für die Bauten gehabt hätten. Nachdem sie die Herkunft des Geldes hätten belegen können (Überweisungen aus dem Ausl and, Schmuckverkauf), seien die CID -Leute wieder gegangen . Sechs Monate später seien sie aber wiedergekommen und hätten die Mitarbeiter einge- schüchtert, worauf diese nicht mehr zur Arbeit erschienen seien. Ende 2011 hätten sie die (…) deshalb aufgeben müssen. Danach habe er keinen Kontakt mit dem CID mehr gehabt. Im Jahr 2014, etwa im April, habe das Militär drei Personen im Vanni -Gebiet getötet, die verdächtigt worden seien, Verbindungen zu den LTTE gehabt zu haben. Danach habe das Mi- litär begonnen, Leute zu befragen. Auch ihn hätten sie beobachtet und sich bei Personen, mit denen er Kontakt gehabt habe, nach ihm erkundigt. Res- pektive die SLA habe 2013 begonnen, ihn zu befragen. Das CID habe erst nach der Tötung der besagten Personen im Vanni-Gebiet im April 2014 an- gefangen, ihn zu verfolgen, indem es sich bei Leuten, mit denen er zusam- mengearbeitet habe, nach ihm erkundigt habe. Von der SLA sei er am Ein- gang des Militärcamps in B._______ befragt worden. Danach habe er wie- der gehen können. Am (…) 2014 sei er dann in das Camp hineingebracht und dort befragt und aufgefordert worden, LTTE-Leute zu verraten. Dabei sei er erstmals mit dem Tod bedroht worden. Da er Angst gehabt habe, dass ihm etwas zustossen könnte, habe er sich daraufhin zur Ausreise ent- schlossen. Am (…) 2014 sei er nach K._______ geflogen, infolge Ablaufs des Visums am (…) 2015 aber nochmals nach Sri Lanka zurückgekehrt, und dann am (…) 2015 definitiv ausgereist. Er sei mit seinem eigenen Pass gereist. Bei der Rückreise aus K._______ sei er am Flughafen nicht befragt worden. Als er das erste Mal in K._______ gewesen sei, habe das Militär bei ihm zuhause nach ihm gefragt. Seine Familie habe gesagt, dass er nach K._______ gegangen sei und dort eine Arbeit gefunden habe. Das D-4794/2017 Seite 5 Militär habe ihm ausrichten lassen, dass er sich bei einer Rückkehr melden solle. Solange in seinem Dorf ein Militärcamp existiere, befürchte er Prob- leme bei einer Rückkehr. Ausser ihm sei niemand von seiner Familie bei den LTTE gewesen, und seit seiner Au sreise sei zuhause in B._______ nichts mehr geschehen. Hierzulande betätige er sich nicht für die tamili- sche Sache. A.c Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle und die einge- reichten Beweismittel (Identitätskarte, Heiratsurkunde, Geburtsurkunden des Beschwerdeführers und der Ehefrau, Schreiben des Dorfvorstehers, Kopie des alten Passes, den Vater betreffenden Totenschein und Sterbe- registerauszug) verwiesen (vgl . v orinstanzliche Akten A4, A14, A15 und A16). B. Mit Verfügung vom 14. Juli 2017 stellte das SEM fest, dass der Beschwer- deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. C. Mit Schreiben vom 28. Juli 2017 informierte das SEM den Beschwerdefüh- rer unter Beilage des Originalentscheides, dass ihm am 14. Juli 2017 der Asylentscheid zugesandt worden sei, er diesen aber nicht abgeholt habe. Es teilte ihm mit, dass der E ntscheid nach der Zustellung an die korrekte Adresse am 25. Juli 2017 als eröffnet gelte, und dass ab diesem Datum die Beschwerdefrist zu laufen beginne. D. Mit Eingabe vom 24. August 2017 erhob der Beschwerdeführer durch den rubrizierten Rechtsvertreter Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht, worin um Feststellung der Nichtigkeit/Ungültigkeit der vorinstanzlichen Ver- fügung wegen Verletzung des Anspruchs auf gleiche und gerechte Be- handlung und um Anweisung an das SEM, das Asylverfahren weiterzufüh- ren, eventualiter um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung wegen Ver- letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und um Rückweisung der Sa- che an das SEM, eventualiter um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü- gung und um Rückweisung der Sache an das SE M zwecks Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Neubeurteilung, eventualiter um D-4794/2017 Seite 6 Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Feststellung der Flücht- lingseigenschaft sowie um Gewährung des Asyls, und eventualiter um Auf- hebung der Dispositivz iffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung und um Feststellung der Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs ersucht wurde. Zudem wurde um Anweisung an das SEM, nicht öffentlich zugängliche Quellen des Lagebilds des SEM vo m 16. Au- gust 2016 zu Sri Lanka offenzulegen und um anschliessende Einräumung einer Frist zur Beschwerdeergänzung ersucht. Überdies wurde in pro- zessualer Hinsicht um Mitteilung des Spruchkörpers und um Bestätigung, dass dieser zufällig ausgewählt worden sei, ersucht. Mit der Beschwerde wurden folgende Dokumente eingereicht: Angefochte- ner Entscheid vom 14. Juli 2017, Schreiben des SEM vom 28. Juli 2017, Zwischenverfügung BVGer vom 30. September 2016 in einem anderen Verfahren, Stellungnahme Advokaturbüro Püntener vom 30. Juli 2016 zum Lagebild des SEM vom 5. Juli 2016, Stellungnahme Advokaturbüro Pünte- ner vom 18. Oktober 2016 zum Lagebild des SEM vom 16. August 2016, Internetartikel Tamil Guardian vom (…) 2017, Rechtsgutachten von Profes- sor Kälin vom 23. Februar 2014, Medienmitteilung des SEM vom 26. Mai 2014, zwei Fotos von Narben am (…) des Beschwerdeführers, drei (unda- tierte) Fotos des Beschwerdeführers an einer Demonstration (P ._______), (undatiertes) Foto des B eschwerdeführers am Heldengedenktag (Q._______), Bericht des Rechtsvertreters zur allgemeinen Lage in Sri Lanka (Stand 18. Juli 2017) inklusive einer CD mit Quellen, mehrere Pres- seartikel und Berichte von internationalen Organisationen sowie die UNO- Resolution 30/1 vom 1. Oktober 2015 zur Menschenrechtsl age in Sri Lanka, Formular Ersatzreisepapierbeschaffung sri-lankisches Generalkon- sulat, NZZ am Sonntag-Artikel vom 27. November 2016 ("Ausgeschaffte Tamilen geoutet"), zwei Ausdrucke aus Google Maps. E. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 29. August 2 017 den Ein- gang der Beschwerde. F. Mit Zwischenverfügung vom 4. September 2017 stellte die Instruktionsrich- terin fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. S ie gab die Zusammensetzung des Spruchgre- miums bekannt, verbunden mit dem Vorbehalt, dass dieses nachträgliche Änderungen erfahren könne, namentlich bei Abwesenheiten. In Bezug auf die Frage der Zufälligkeit der Auswahl des Spruchgremiums hielt sie fest, D-4794/2017 Seite 7 dass diese Frage die Geschäftsverteilung und Verfahrensabwicklung am Bundesverwaltungsgericht beschlage und diesbezüglich auf die betreffen- den Bestimmungen des Geschäftsreglements vom 17. April 2008 für das Bundesverwaltungsgericht (VGR, SR 173.320.1) zu verweisen sei, womit dem entsprechenden Antrag rechtsgenüglich Folge geleistet sei. Des Wei- teren forderte sie den Beschwerdeführer auf, bis zum 19. September 2017 einen Kostenvorschuss zu leisten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. G. Mit Eingabe vom 19. September 2017 reichte der Beschwerdeführer eine vom 14. September 2017 datierende Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung ein und ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Erlass des Kostenvorschusses. H. Mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2017 hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete wiedererwägungsweise auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. Den Antrag um Anweisung an das SEM, nicht öffentlich zugäng- liche Quellen seines Lagebilds zu Sri Lanka vom 16. August 2016 offenzu- legen, und um anschliessende Einräumung einer Frist zur Beschwerdeer- gänzung wies sie ab, nachdem sie festgestellt hatte, dass der besagte La- gebericht öffentlich zugänglich sei und darin, neben nicht namentlich ge- nannten Gesprächspartnern und anderen nicht offengelegten Referenzen, überwiegend öffentlich zugängliche, ver lässliche Quellen zitiert würde n, womit trotz der teilweise nicht im Einzelnen offengelegten Referenzen dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör genüge getan sei. Des Weiteren lud sie das SEM zur Vernehmlassung zur Beschwerde ein. I. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2017 erneuerte der Beschwerdeführer den An- trag um Anweisung an das SEM, nicht öffentlich zugängliche Quellen des Lagebilds zu Sri Lanka vom 16. August 2016 offenzulegen, und um an- schliessende Einräumung einer Frist zur Beschwerdeergänzung. Er reichte eine Kopie des UNHCR-Berichts „Country of Origin Information: Towards Enhanced International Cooperation" von Februar 2004 und einen Auszug aus dem Handbuch Asyl und Rückkehr des SEM ( Artikel C8 Länderinfor- mationen und Lageanalysen) ein und machte geltend, die vorinstanzliche Einschätzung der allgemeinen Lage in Sri Lanka sei nicht stichhaltig. D-4794/2017 Seite 8 J. Mit der innert erstreckter Frist erfolgten Vernehmlassung vom 8. November 2017 beantragte das SEM die Abweisung der Beschwerde. K. Mit Zwischenverfügung vom 16. November 2017 wies die Instruktionsrich- terin den erneuten Antrag des Beschwerdeführers vom 9. Oktober 2017 um Anweisung an das SEM, nicht öff entlich zugängliche Quellen d es La- gebilds zu Sri Lanka vom 16. August 2016 offenzulegen, und um anschlies- sende Einräumung einer Frist zur Beschwerdeergänzung ab, nachdem sie festgestellt hatte, dass die diesbezüglichen Erwägungen in der Zwischen- verfügung vom 5. Oktober 2017 nach wie vor zutreffend erscheinen wür- den, und die Vorbringen des Beschwerdeführers zur angeblich fehlenden Stichhaltigkeit der vorinstanzlichen Einschätzung der allgemeinen Lage in Sri Lanka die Frage der materiellen Würdigung der Sache durch das Ge- richt beschlagen würden, die noch zu erfolgen habe. Gleichzeitig stellte sie dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung des SEM zu, und räumte ihm die Gelegenheit ein, bis zum 1. Dezember 2017 eine Replik einzureichen. L. Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 1. Dezember 2017. M. Mit Eingabe vom 29. April 2020 reichte der Beschwerdeführer weitere Be- weismittel zur allgemeinen Lage in Sri Lanka ein (vom Rechtsvertreter ver- fasste Zusammenstellung von Länderinformationen zu Sri Lanka vom 23. Januar 2020, Beilagen zum Länderupdate vom 26. Februar 2020, Zu- satzbericht mit Stand 10. April 2020 [CD-ROM mit Quellen]). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorliegend – end- gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). D-4794/2017 Seite 9 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Dem Antrag um Bekanntgabe des Spruchgremiums , das mit Hilfe eines EDV-basierten Zuteilungssystems generiert wurde, wurde in der Zwischen- verfügung vom 4. September 2017 entsprochen, verbunden mit dem Vor- behalt, dass der Spruchkörper bei Abwesenheiten Änderungen erfahren könne. Das aktuell mitwirkende Spruchgremium wurde infolge Pensionie- rung beziehungsweise Abteilungswechsels wiederum ordentlich mittels Spruchkörpergenerierungssystem eingesetzt. Aus organisatorischen Gründen wurde ein Mitglied des Spruchkörpers ersetzt. 3. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 4. 4.1 Vorab sind die formellen Rügen des Beschwerdeführers betreffend Ver- letzung der Rechtsgleichheit und des Anspruchs auf rechtliches Gehör so- wie unvollständiger und unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sach- verhalts seitens der Vorinstanz zu prüfen. 4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die Parteien haben Anspruch auf r echtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG), das alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich zur Sache zu D-4794/2017 Seite 10 äussern, erhebliche Beweismittel beizubringen und mit erheblichen Be- weisanträgen gehört zu werden sowie Einsicht in die Akten zu nehmen. Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörde n, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidung ange- messen zu berücksichtigen. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände berück- sichtigt wurden, unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwid- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wur- den. Die Begründung der Verfügung muss so abgefasst sein, dass die be- troffene Person den Entscheid gegebenenfa lls sachgerecht anfecht en kann (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1, 126 I 97 E. 2.b). Die Behörde muss die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander- setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich erwähnt oder widerlegt. Somit darf sich die Vorinstanz bei der Begründung der Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und ist nicht gehalten, sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung ausei- nanderzusetzen (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1, 126 I 97 E. 2.b). 4.3 Der Beschwerdeführer beantragt die Feststellung der Nichtigkeit der vorinstanzlichen Verfügung, da der Anspruch auf Ken ntnis aller am Ent- scheid beteiligten Personen verletzt worden sei. Weder aus dem Kürzel „(…)“ noch aus den Funktionsbezeichnungen „Fachspezialist“ sowie „Che- fin Asylverfahren 1“ und den nicht lesbaren Unterschriften gehe hervor, welche Personen an der Verfügung mitgewirkt hätten. Eine Person in einem Verwaltungsverfahren hat Anspruch darauf, dass die Behörden in einem sie betreffenden Verfahren ordnungsgemäss zusam- mengesetzt sind und die Ausstands- und Ablehnungsgründe beachtet wer- den. Dieses Recht umfasst den Anspruch auf Bekanntgabe der Behörden- mitglieder, die beim Entscheid mitwirken, denn nur so können die Betroffe- nen feststellen, ob ihr verfassungsmässiger Anspruch auf richtige Beset- zung der Verwaltungsbehörde und eine unparteiische Beurteilung ihrer Sa- che gewahrt ist. Die Namen der am Entscheid beteiligten Personen müs- sen jedoch nicht in demselben ausdrücklich genannt werden. Nach bun- desgerichtlicher Praxis genügt die Bekanntgabe in irgendeiner Form, bei- spielsweise in einem besonderen Schreiben (vgl. d azu Urteil des BVGer D-2335/2013 vom 8. April 2014 E. 3.4.1; HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURN- HERR, Allgemeines Verwaltungsrecht, 9. Aufl. 2016, N 979). D-4794/2017 Seite 11 Das SEM führte im Rahmen seiner Vernehmlassung vom 8. November 2017 aus, der Name der auf der Verfügung als „Chefin Asylverfahren 1“ vermerkten Person sei aus dem Staatskalender ersichtlich und damit be- stimmbar. Dies blieb vom Beschwerdeführer im Grundsatz unbestritten (vgl. Replik vom 1. Dezember 2017 S. 1 f.). Hinsichtlich des Kürzels „(…)“ erschliesst sich der Name nicht aus dem Staatskalender, sondern lediglich aus amtsinternen Quellen. Eine teilweise blosse Bestimmbarkeit aufgrund amtsinterner Quellen ermöglicht es dem Beschwerdeführer jedoch nicht, die vollständige Zusammensetzung der verfügenden Behörde zu eruieren. Der oben erwähnte, sich aus Art. 29 BV ergebende Anspruch auf Bekannt- gabe der personellen Zusammensetzung der Behörde wurde somit durch das Vorgehen der Vorinstanz verletzt (vgl. dazu BVGE 2019 VI/6 E. 8.2). Jedoch ist diesbezüglich festzuhalten, dass der betreffende Fachspezialist gemäss dem auf dem Protokoll befindlichen Kürzel auch die Anhörung des Beschwerdeführers durchgeführt hat. Es handelt sich b ei dem besagten Mitarbeiter des SEM somit nicht um eine dem Beschwerdeführer gänzlich unbekannte Person, womit sich der formelle Mangel der Verfügung relati- viert. Es ist anzunehmen, dass sich Gründe für etwaige Einwände, insbe- sondere für ein Ausstandsbegehren gegen die Involvierung dieser Person, bereits aufgrund der persönlichen Begegnung bei der mehrstündigen An- hörung ergeben hätten und somit hätten geltend gemacht werden können, zumal die Anhörung am 20. August 2015 stattfand und seither mehr ere Jahre verstrichen sind, ohne dass sich der Beschwerdeführer veranla sst gesehen hätte, substanziierte Einwände gegen die betreffende Person gel- tend zu machen oder sich im Rahmen seines Akteneinsichtsgesuch s an das SEM zu wenden, um die Offenlegung der Namen zu verlangen. Im vorgenannten Teilurteil erwog das Gericht schliesslich, dass die abgehan- delten formellen Mängel nicht als krass zu bezeichnen seien. Die Vor - instanz wurde sodann darauf hingewiesen, dass ihre Praxis, die Namen der Sachbearbeiter systematisch nicht offenzulegen, nicht rechtmässig und daher anzupassen sei (vgl. BVGE 2019 VI/6 E. 8.4). Vor diesem Hin- tergrund besteht vorliegend insgesamt keine Grundlage, den angefochte- nen Entscheid als nichtig zu erklären und die Sache an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. Der Vollständigkeit halber bleibt sodann anzumerken, dass dem Rechtsvertreter in einem ebenfalls von ihm für einen anderen Asylsu- chenden geführten Verfahren bereits am 31. März 2017 der Name des Fachspezialisten des SEM mit dem Kürzel "(…)" mitgeteilt worden war (vgl. Urteil des BVGer D-187/2017 vom 12. August 2019 E. 3.1.3). 4.4 Der Antrag des Beschwerdeführers um Offenlegung aller nicht öffent- lich zugänglichen Quellen des Lagebilds des SEM vom 16. August 2016 D-4794/2017 Seite 12 und um anschliessende Einräumung einer Frist zur Einreichung einer Be- schwerdeergänzung wurde bereits in der Zwischenverfügung vom 5. Ok- tober 2017 behandelt. Es wurde festgestellt, dass die besagte Lageanalyse öffentlich zugänglich ist, und der Offenlegungsantrag wurde abgewiesen. Der gleichlautende Antrag vom 9. Oktober 2017 wurde sodann mit Verfü- gung vom 16. November 2017 abgewiesen. Soweit der Beschwerdeführer den besagten Antrag mit der Replik vom 1. Dezember 2017 nochmals er- neuert, besteht unter Verweis auf die Ausführungen in den Zwischenverfü- gungen vom 5. Oktober 2017 und 16. November 2017 keine Veranlassung, diesem nunmehr stattzugeben (vgl. hierzu beispielsweise auch das Urteil des BVGer E-5504/2019 vom 25. Februar 2021 E. 4.2.4). 4.5 Der Beschwerdeführer rügte weiter, dass das rechtliche Gehör verletzt worden sei, weil das SEM es unterlassen habe, ihm vor Erlass des As yl- entscheids, der erst rund zwei Jahre nach der Anhörung erfolgt sei, noch einmal die Möglichkeit zu geben, sich zu seinen Asylgründen zu äussern. Diese Rüge vermag nicht zu greifen . Der Beschwerdeführer konnte seine Asylgründe im Rahmen der BzP vom 19. Februar 2015 und der Anhörung vom 20. August 2015 umfassend darlegen. Er bestätigte, dass er alles habe sagen können und es keine weiteren Gründe gebe, die gegen seine Rückkehr in den Heimatstaat sprechen würden (vgl. A4 S. 16, A14 S. 15 F138 und S. 16 F141). Bei beiden Befragungen wurde ihm seine Pflicht zur Mitwirkung bei der Erhebung des Sachverhalts erörtert (vgl. A4 S. 2 und A14 S. 2) und er wurde anlässlich der Anhörung vom 20. August 2015 ex- plizit darauf hingewiesen, dass er verpflichtet sei, das SEM auch nach der Anhörung während des gesamten weiteren Verfahrens über allfällige Er- eignisse, wie beispielsweise ihn betreffende Vorkommnisse in Sri Lanka oder exilpolitische Tätigkeiten, zu informieren (vgl. A14 S. 2). Abgesehen von der nach der Anhörung erfolgten Beibringung von Beweismitteln (Iden- titätskarte sowie den Vater betreffende Dokumente [Totenschein, Sterbe- registerauszug]), welche das SEM entgegengenommen (vgl. A16) und in seinem E ntscheid aufgeführt hat ( vgl. vorinstanzliche Verfügung vom 14. Juli 2017 S. 2), hat sich der Beschwerdeführer nach der Anhörung vom 20. August 2015 nicht mit Weiterungen zu seinen Asylgründen an das SEM gewendet. Die gesuchstellende Person trägt in Bezug auf ihre Asylgründe die Substanziierungslast (Art. 7 AsylG) und das SEM war, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, nicht verpflichtet, nach Ergehen des Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine weitere Anhörung durchzuführen. Dass das SEM den Sachver- halt im Zeitpunkt des Asylentscheids als erstellt erachtet hat, ist nicht zu beanstanden. Eine Gehörsverletzung seitens der V orinstanz liegt damit D-4794/2017 Seite 13 nicht vor. Das SEM hat auch die im Zeitpunkt des Entscheids herrschende allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdeführers in seiner Verfü- gung berücksichtigt. Ob die entsprechende Beurteilung des SEM der Über- prüfung – unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka – standhält, wird sich im Folgenden zeigen. 4.6 Des Weiteren monierte der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinen individuellen Asylv orbringen (LTTE-Verbindungen, mehrjähriger Aufenthalt im Vanni -Gebiet, Reichtum, Narben, exilpolitisches Engage- ment) sowie im Zusammenhang mit der Einschätzung der länderspezifi- schen Lage in Sri Lanka und der Quellenverwendung durch das SEM eine unvollständige und unrichtige Feststellung des Sachverhalts. Zudem habe das SEM es unterlassen, die zu erwartende Vorsprache auf dem sri-lanki- schen Generalkonsulat zwecks Ersatzreisepapierbeschaffung und die Er- eignisse bei den Rückschaffungen vom 16. November 2016 sowie im Jahr 2017 korrekt und vollständig abzuklären. Eine Prüfung der Akten ergibt, dass das SEM die individuellen Asylgründe des Beschwerdeführers genügend abgeklärt hat. Wie zuvor festgestellt, konnte der Beschwerdeführer , der die Substanziierungslast trägt, seine Asylgründe im Rahmen der Befragungen im vorinstanzlichen Verfahren umfassend darlegen. Aus der angefochtenen Verfügung vom 14. Juli 2017 geht hervor, dass der Beschwerdeführe r mehrere Jahre im Vanni-Gebiet gelebt habe, sich (…) den LTTE angeschlossen, als Wächter am Kampf um das E._______ teilgenommen und die LTTE (…) wieder verlassen habe, später in Friedenszeiten gelegentlich (…) in LTTE-Camps errichtet und seit 2006 keinen Kontakt zu LTTE-Angehörigen mehr gehabt habe. Es ergibt sich aus der vorinstanzlichen Verfügung auch, dass der Beschwer- deführer und seine Familie es mit dem (…) und dem Betreiben/Vermieten von (…) zu einem gewissen Wohlstand gebracht hätten, und dass sie vom CID aufgefordert worden seien, die Herkunft der finanziellen Mittel zur Er- richtung der (…) offenzulegen. Die Angabe des Beschwerdeführers bei der Anhörung, dass eine andere (…), deren Inhaber der (…) gewesen sei, da- mals ([…]) mit dem (…) in der Nähe in Konkurrenz zu ihnen getreten sei (vgl. A14 S. 14 F120), wurde in der Verfügung zwar nicht explizit erwähnt. Das SEM musste sich aber auch nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständli- chen Behauptung auseinandersetzen, sondern durfte sich auf die wesent- lichen Gesichtspunkte beschränken. Die Entscheidb egründung muss so ausgestaltet sein, dass dem Betroffenen ermöglicht wird , den Entschei d sachgerecht anzufechten (vgl. BVGE 20 11/37 E. 5.4.1; BVGE 2008/47 D-4794/2017 Seite 14 E. 3.2). Diese Anforderungen sind vorliegend erfüllt. Das SEM hat nach- vollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überle- gungen es sich leiten liess, und es hat sich mit den zentralen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Es setzte sich mit den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausreisegründen, wonach er vom CID und der SLA zur Denunzierung von Personen mit LTTE-Verbindungen auf- gefordert und bedroht worden sei, auseinander. Exilpolitische Aktivitäten hat der Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens nicht vorgebracht. Auf explizite Nachfrage hin hat er zu Protokoll gegeben, dass er sich hierzulande nicht für die tamilische Sache engagiere und keine Kontakte mit Personen aus LTTE -nahen Organisationen oder mit LTTE - Führungspersonen habe (vgl. A14 S. 16 F139/140). Erst auf Beschwerde- ebene machte er geltend, exilpolitisch aktiv zu sein. In diesem Zusammen- hang liegt somit ebenfalls keine ungenügende Sachverhaltsabklärung sei- tens des SEM vor. Das Gleiche gi lt für die auf Beschwerdeebene darge- legten Narben am (…) des Beschwerdeführers, die von (…) stammen wür- den. Der Beschwerdeführer wurde i m Rahmen des vorinstanzlichen Ver- fahrens nach dem Hergang seines Einsatzes für die LTTE im Jahr (…) ge- fragt und er hat dabei nicht erwähnt, dass er eine Verletzung erlitten habe. Es bestand somit auch in dieser Hinsicht für das SEM keine Veranlassung zu weiteren Abklärungen. Die Vorinstanz setzte sich in ihrem Entscheid auch mit der aktuellen Lage in Sri Lanka auseinander. Allein der Umstand, dass sie in ihrer Länderpra- xis zu Sri Lanka einer anderen als vom Beschwerdeführer vertretenen Linie folgt, und sie aus sachlichen Gründen zu einer anderen Würd igung der Vorbringen sowie einem anderen Ergebnis bei der Risikoanalyse gelangte als vom Beschw erdeführer verlangt, stellt keine ungenügende Sachver- haltsfeststellung dar. Hinsichtlich der Vorsprache auf dem Generalkonsulat ist zudem auf BVGE 2017 VI/6 (E. 4.3.3) zu verweisen. Hinsichtlich des Vorbringens, das Lagebild des SEM vom 16. August 2016 erweise sich als unrichtig, indem es sich in wesentlichen Teilen auf nicht- existierende oder nicht offengelegte Quellen stütze, kann der Argumenta- tion des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden. Es wurde bereits in meh- reren vom rubrizierten Rechtsvertreter geführten Verfahren (vgl. etwa Ur- teile des BVGer E-5504/2019 vom 25. Februar 2021 E. 4.2.4, D-7345/2017 vom 14. Dezember 2020 E. 4.3, D-6394/2017 vom 27. November 2017 E. 4.1) festgestellt, dass diese länderspezifische Lageanalyse des SEM öf- fentlich zugänglich ist. Darin werden neben nicht namentlich genannten D-4794/2017 Seite 15 Gesprächspartnern und anderen nicht offengelegten Referenzen überwie- gend sonstige öffentlich zugängliche Quellen zitiert. Damit ist trotz der teil- weise nicht im Einzelnen offengelegten Referenzen dem Anspruch des Be- schwerdeführers auf rechtliches Gehör ausreichend Genüge getan (vgl. zum Ganzen auch bereits E. 4.4 vorstehend). Die Frage, inwiefern sich ein Bericht auf verlässliche und überzeugende Quellen abstützt, ist wiederum keine formelle Frage, sondern gegebenenfalls im Rahmen der materiellen Würdigung der Argumente der Parteien durch das Gericht zu berücksichti- gen. 4.7 Aufgrund des Gesagten erweisen sich d ie formellen Rügen als nicht begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die angefochtene Verfü- gung als nichtig zu erklären respektive aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechts- begehren sind abzuweisen. 5. Für den Fall einer materiellen Beurteilung der Beschwerde durch das Bun- desverwaltungsgericht beantragt der Beschwerdeführer in seiner Rechts- mitteleingabe vom 24. August 2017, es sei ihm eine angemessene Frist zur Beibringung weiterer Beweismittel zu seinem exilpolitischen Engage- ment und seinen Narben anzusetzen. Diesem Antrag ist nicht stattzuge- ben. Der Beschwerdeführer, der die Substanziierungslast für seine Vorbrin- gen trägt, hatte auf Beschwerdeebene wiederholt Gelegenheit, seine Asyl- vorbringen und Beweisanerbieten einzubringen (Beschwerde vom 24. Au- gust 2017, Beweismitteleingabe vom 9. Oktober 2017, Replik vom 1. De- zember 2017, Beweismitteleingabe vom 29. April 2020). In der Eingabe vom 29. April 2020 verweist der Beschwerdeführer in Bezug auf sein exil- politisches Engagement und die Narben auf die bereits mit der Beschwerde vom 24. August 2017 eingereichten Beweismittel. Es besteht daher dies- bezüglich keine Notwendigkeit zur Einräumung einer Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel. Gleiches gilt für den in der Replik vom 1. Dezember 2017 gestellten Antrag um Einräumung einer Frist zur Beibringung weiterer Beweismittel zur allgeme inen Situation von Rückkehrern nach Sri Lanka (vgl. Beweismitteleingabe vom 29. April 2020). 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r D-4794/2017 Seite 16 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat bezie- hungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen konkrete Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteili gungen realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Mass- geblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheids. Die Gewährung des Asyls kann nicht dazu dienen, einen Ausgleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern be- zweckt, Schutz vor künftiger Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4). Veränderungen der objektiven Situation im Heimat - oder Her- kunftsstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zu- lasten der asylsuchenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.6, 2008/34 E. 7.1 und 2008/12 E. 5.2.). Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst geschaf- fen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gelte nd. Solche begründen zwar die Flüchtlingseigen- schaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, die subjek- tive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich-D-4794/2017 Seite 17 tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellenden sprechen, bei ei- ner objektivierten Sichtweise überwiegen oder nicht (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1, 2012/5 E. 2.2). 7. 7.1 Die Vorinstanz kam in der angefochtenen V erfügung zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch jenen an die Flüchtlingsei- genschaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten würden. Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu d en fluchtauslösenden Schwierigkeiten mit dem CID und der SLA, wonach er befragt, zur Denun- ziation von Personen mit Verbindungen zu den LTTE aufgefordert und schliesslich mit dem Tod bedroht worden sei, könnten angesichts von Wi- dersprüchen und Ungereimtheiten nicht geglaubt werden. Zudem erstaune es, dass er als angeblich gesuchte Person Sri Lanka legal mit dem eigenen Reisepass verlassen habe und danach wieder nach Sri Lanka zurückge- kehrt sei, ohne Schwierigkeiten zu gewärtigen. Wenn etwas gegen ihn vor- gelegen hätte, wäre davon auszugehen, dass er bei den Einreisekontrollen im (…) 2015 hängen geblieben und befragt worden wäre. Es sei daher auszuschliessen, dass er auf einer sogenannt en Stop-List aufgeführt sei. Vor diesem Hintergrund könnten auch die geltend gemachten Ereignisse vom (…) 2014 und die Suche der Armee nach ihm während seines Aufent- halts in K._______ nicht geglaubt werden. Die eingereichten Beweismittel vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Diese Dokumente seien nicht geeignet, die Vorbringen des Beschwerdeführers zu belegen. Das Schreiben des Dorfvorstehers vom (…) 2015 bestätige lediglich die Herkunft des Beschwerdeführers und den Umstand, dass sein Haus in B._______ gegenüber von einem Armee-Camp gelegen sei, wesha lb es zu Unannehmlichkeiten, Furcht und Bedrohungen komme. Es enthalte dar- über hinaus aber keine Angaben zu konkreten Vorkommnissen und sei da- her nicht geeignet, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereig- nisse zu belegen. Weiter sei zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka trotz unglaubhafter Vorverfolgung begrün- dete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG habe. Diese Prüfung sei anhand sogenannter Risikofaktoren vorzu- nehmen (Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016). Rückkehrer, die illegal ausgereist seien, über keine gültigen Identitätsdokumente verfügen würden, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen hätten oder behördlich gesucht würden, würden am Flughafen zu ihrem Hintergrund befra gt. Diese Befragung allein und das allfällige Eröffnen eines Strafverfahrens D-4794/2017 Seite 18 wegen illegaler Ausreise würden keine asylrelevanten Verfolgungsmass- nahmen darstellen. Regelmässig würden Rückkehrer auch am Herkunfts- ort zwecks Registrierung, Erfassung der Identität, bis hin zur Überwachung der Aktivitäten der Person befragt . Auch diese Kontrollmassnahmen am Herkunftsort würden grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass anneh- men. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, vor der Aus- reise asylrelevanten Ve rfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Vielmehr sei er bis Ende (…) 2015 in Sri Lanka wohnhaft gewesen, habe also nach Kriegsende noch knapp sechs Jahre in seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofaktoren hät- ten folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, wes- halb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Be- hörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Es be- stehe daher auch kein begründeter Anlass zur Annahme, dass der Be- schwerdeführer nunmehr bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtli- cher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfol- gungsmassnahmen ausgesetzt sein würde. Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich. Weder aus den Aussagen des Beschwer- deführers noch aus den Akten würden sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behand- lung drohe. Der Beschwerdeführer stamme aus B._______ in der Nordpro- vinz, wo er auch zuletzt gelebt habe. Die Ehefrau, die Mutter und ein Bruder des Beschwerdeführers würden in B._______ leben. Er und seine Ange- hörigen würden dort über eigene Häuser verfügen und sie seien (…). Der Beschwerdeführer könne seine frühere Tätigkeit wiederaufnehmen und den Lebensunterhalt für sich und seine Familie weiterhin sichern. Aus den Akten würden sich auch keine Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchti- gungen ergeben. 7.2 Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vom 24. August 2017 in materieller Hinsicht im Wesentlichen vor, dass es noch heute von Interesse für die sri-lankischen Behörden sei, dass er den LTTE Mitte (…) beigetreten und als einfacher Soldat an der Einnahme des E._______ im Jahr (…) beteiligt gewesen sei, zumal er während dieser Zeit Kontakt zu Personen gehabt habe, die später zu hochrangigen LTTE-Mitgliedern auf- gestiegen seien. Nachdem er die LTTE (…) verlassen habe, habe er wie- derholt verletzte LTTE-Kämpfer gewaschen und gepflegt , als er von (…) bis (…) im Vanni-Gebiet gelebt habe. Nach der Rückkehr aus H._______ D-4794/2017 Seite 19 im Jahr (…) sei er gelegentlich von LTTE-Mitgliedern mitgenommen wor- den, um (…) in deren Camps zu errichten. Da sich sein Haus in B._______ gegenüber von einem Militärcamp befunden habe, sei dies von der SLA beobachtet worden. Seit 2006 habe er mit den LTTE keinen Kontakt mehr gehabt und er sei erst n ach dem Ende des Waffenstil lstandsabkommens 2009 ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten. Er sei im Januar 2009 von Mitgliedern der sri -lankischen Sicherheitsbehörden ins Camp nach O._______ gebracht und zu seinen LTTE -Verbindungen befragt worden. Mithilfe eines Verwandten habe er bewirkt, dass er danach nur während drei statt zehn Tagen im besagten Camp zur Unterschriftleistung habe er- scheinen müssen. Im Juni 2011 sei ihm vom CID vorgehalten worden, die Errichtung der Geschäfte in F._______ mit Geld der LTTE finanziert zu ha- ben. Er habe die Anschuldig ung widerlegen können. Dennoch hätten er und seine Familie auch aufgrund der guten Erträge als verdächtig gegolten und seien vom CID beobachtet worden. Sechs Monate später seien seine Angestellten eingeschüchtert worden und er habe den Betrieb einstellen müssen. Es sei bekannt, dass reiche Personen von Neidern bei den sri- lankischen Sicherheitsbehörden erpresst und verfolgt würden. Bei ehema- ligen LTTE-Mitgliedern könne dies schnell in eine staatliche Verfolgung we- gen des Verdachts der Unterstützung der LTTE umschlagen. Er habe bei der Anhörung gesagt, dass das CID sein Geschäft habe kaputt machen wollen, und dass dies insbesondere auf Veranlassung einer (…), deren In- haber der (…) gewesen sei, erfolgt sei. Nachdem im Vanni-Gebiet drei Ju- gendliche vom Militär umgebracht worden seien, sei er am (…) 2014 ins Militärcamp in B._______ gebracht und aufgefordert worden, LTTE-Perso- nen zu denunzieren. Dabei sei er mit dem Tod bedroht worden. Weshalb er im damaligen Zeitpunkt ins Visier der Behörden geraten sei, wisse er nicht; vermutlich sei er durch einen ehemaligen LTTE -Mitstreiter verraten worden. Er habe seine Fluchtvorbringen glaubhaft dargelegt. Zwar habe er hinsicht- lich der Meldeauflage unterschiedliche C amps (I._______ respektive O._______) genannt. Es handle sich dabei aber um das gleiche geografi- sche Gebiet; I._______ sei ein Ort innerhalb der Ortschaft O._______. Die auf den ersten Blick wid ersprüchlichen Angaben seien somit lediglich un- terschiedliche geografische Bezeichnungen für die Lage des betreffenden Camps. Bei seinen Ausführungen bei der BzP sei er chronologisch immer wieder hin und her gesprungen. Die damals erwähnten Übergriffe von März 2012 hätten sich auf die Schliessung der (…) bezogen und er habe diese von ihrer Intensität her nicht als wesentlich eingestuft. Er habe aber bei beiden Befragungen übereinstimmend angegeben, das s er aufgrund der D-4794/2017 Seite 20 Eröffnung der (…) im Jahr 2011 ins Visier der sri-lankischen Behörden ge- raten sei. Die täglichen Belästigungen durch die SLA hätten nur eine ge- ringe Intensität aufgewiesen und seien insoweit nicht asylrelevant. Bei der Anhörung habe er sich auf die wesentlichen Elemente fokussiert, die tägli- chen Belästigungen seien demgegenüber in den Hintergrund getreten. Von der SLA sei er aufgrund der Eröffnung der (…) erstmals im Jahr 2013 be- fragt und erst am (…) 2014 mit dem Tod bedroht worden. Zwar habe er Sri Lanka mit seinem eigenen Pass verlassen und bei der Wiedereinreise keine Probleme gehabt , er habe aber die Hilfe eines Schleppers in An- spruch genommen, der, wie bei Schleppern üblich, dafür gesorgt habe n dürfte, dass er nicht kontrolliert respektive sein Pass nicht richtig überprüft worden sei. Es könne daher nicht wirklich von einer legalen Ausreise ge- sprochen und auch nicht davon ausgegangen werden, dass er auf keiner Liste vermerkt sei und in Sri Lanka nicht gesucht werde. Aber selbst wenn seine Belangung im Jahr 2014 als unglaubhaft erachtet würde, sei aufgrund seines Profils von einer Verfolgung seiner Person aus- zugehen. Bei ihm liege eine Kumulation von Verdachtsmomenten vor: Er sei nur schon aufgrund seiner M itgliedschaft bei den LTTE (…), der Teil- nahme an einer (…) und der Kontakte zu Personen, die später zu hochran- gigen LTTE-Mitgliedern geworden seien, für die sri -lankischen Behörden von grossem Interesse. Vor dem Hintergrund, dass er mehrere Jahre im Vanni-Gebiet gelebt, dort verletzte LTTE-Kämpfer versorgt und später für die LTTE (…) habe, über erhebliche finanzielle Mittel verfügt und eine luk- rative (…) betrieben habe, die vermeintlich mit LTTE -Geldern finanziert worden sei, und Narben von (…) im (…) aufweise, gelte er in den Augen der sri-lankischen Behörden als Unterstützer der LTTE respektive des ta- milischen Separatismus. Darüber hinaus engagiere er sich hierzulande exilpolitisch, wie die Fotos seiner Teilnahme an Demonstrationen in P ._______ und an Heldengedenkfeierlichkeiten in Q._______ zeigen wür- den. Das SEM schätze die aktuelle Lage in Sri Lanka falsch ein. Dessen Lagebild vom 16. August 2016, wonach sich die Menschenrechtssituation seit der Wahl des Präsidenten Sirisena verbessert habe, sei fehlerhaft. Er verweise hierzu auf die der Beschwerde beigelegten Dokumente zur aktu- ellen Lage in Sri Lanka. Er erfülle zahlreiche der im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 definierten Risikofaktoren, die zur Annahme einer begründeten Furcht bei einer Rückkehr nach Sri Lanka führen müssten: LTTE-Verbindung (vorma- lige Mitgliedschaft, Unterstützung) , Wahrscheinlichkeit der Registrierung auf einer Stop-List, langjähriger Aufenthalt in der Schweiz, Narben, Fehlen D-4794/2017 Seite 21 von gültigen Einreisepapieren. Sollte die Flüchtlingseigenschaft dennoch verneint werden, sei zumindest der Wegweisungsvollzug als unzulässig zu erachten, zumal angesichts dokumentierter Ereignisse bei der Rückschaf- fung von tamilischen Asylsuchenden davon auszugehen sei, dass jeder nach Sri Lanka zurückgeschaffte tamilische Asylsuchende jederzeit Opfer von Verhaftung und Verhören unter Anwendung von Folter werden könne. Zudem sei der Wegweisungsvollzug auch unzumutbar. Auch nach einer Einreise bestehe in Sri Lanka die Gefahr von Behelligung, Belästigung und Misshandlung durch Behörden oder paramilitärisc he Gruppierungen. Er verfüge in Sri Lanka zudem über kein tragfähiges soziales Netz und keine relevante Berufserfahrung. D as (…) werde in seiner Familie nicht mehr weitergeführt und die Familie leide deshalb unter finanziellen Problemen. Aufgrund der harte n Konkurrenzsituation könnte er seine T ätigkeit auch nicht wiederaufnehmen, ansonsten die Gefahr drohe, wieder ins Visier der Behörden zu geraten. 7.3 In seiner Vernehmlassung vom 8. November 2017 führte das SEM hin- sichtlich der auf Beschwerdeebene geltend gemachten exilpolitischen Tä- tigkeiten des Beschwerdeführers aus, dass Mitläufertätigkeiten von unter- geordneter Bedeutung wie etwa das Mitführen von Flaggen bei Demonst- rationen, wie sie auf einem der Fotos zu sehen sei, für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht ausreichen würden, da diese Tätigkeiten das Verfolgungsinteresse des tamilischen Staats nicht aus zulösen ver- möchten. Hingegen sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer bei der Wiedereinreise in Sri Lanka am Flughafen überprüft würde. Dabei handle es sich um ein standardisiertes Verfahren, das nicht asylrelevant sei. In Fällen, in denen eine Person gegen Ausreisebestimmungen oder andere Strafbestimmungen verstossen habe, werde sie dem CID überge- ben. Würden Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund bestehen oder befinde sich jemand auf der Liste von gesuchten Personen, erfolge die wei- tere Sachverhaltsabklärung durch das Terrorist lnvestigation Department (TID). Wenn die vertief ten Abklärungen zur Verhaftung führen würden, werde die Person dem zuständigen Gericht zugeführt. Bei einem Verstoss gegen die Ausreisebestimmungen werde die betroffene Person dem Ge- richt in Negombo vorgeführt, welches in der Regel eine Geldstrafe wegen illegaler Ausreise verhänge. Rückkehrer, die mit einem Temporary Travel Document (TTD) eingereist seien, würden häufig kurz nach ihrer Ankunft am Wohnort durch Sicherheitskräfte zu Hause aufgesucht und befragt. Zwar mögen diese Visiten verunsichernd für die Betroffenen sein, bei die- sem Vorgehen handle es sich jedoch um ein standardisiertes Verfahren, das grundsätzlich keine Asylrelevanz entfalte. D-4794/2017 Seite 22 7.4 Der Beschwerdeführer reichte mit seiner Replik vom 1. Dezember 2017 ein von seinem Rechtsvertreter teilweise geschwärztes Exemplar des Lagebilds des SEM vom 16. August 2016 ein und er führte in materieller Hinsicht im Wesentlichen erneut aus, dass das besagte Lagebild fehlerhaft sei. Bei der in der Vernehmlassung vertretenen Auffassung, dass das Pro- zedere bei der Einreise abgewiesener tamilischer Asylsuchender in Sri Lanka ein standardisiertes Verfahren sei, das keine Asylrelevanz entfalte, handle es sich um eine nicht belegte Behauptung des SEM, der nicht ge- folgt werden könne. 7.5 Mit Eingabe vom 29. April 202 0, mit welcher der Beschwerdeführer weitere Beweismittel einreichte (eine von seinem Rechtsvertreter verfasste Zusammenstellung von Länderinformationen zu Sri Lanka vom 23. Januar 2020 inklusive Anlage, Beilagen zum Länderupdate vom 26. Februar 2020 und einen Zusatzbericht mit Stand 10. April 2020 [CD-ROM mit Quellen]), machte der Beschwerdeführer geltend, dass sich die Sicherheitslage in Sri Lanka zwischenzeitlich noch deutlich verschlechtert habe und deshalb von einer noch verstärkten Verfolgung von Personen mit seinem Profil auszu- gehen sei. Mit der Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum neuen Staatsch ef habe sich die Gefährdungslage in Sri Lanka insbesondere für Angehörige der tamilischen und muslimischen Minderheiten, die aus dem Ausland und insbesondere aus der Schweiz zurückkehre n würden, nochmals zuge- spitzt, da diese unter Terrorverdacht stehen würden. 8. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerde- führer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu begründen vermag. 8.2 Das SEM erachtete die fluchtauslösenden Vorbringen des Beschwer- deführers, wonach er vom CID respektive der SLA zu seinen Verbindungen zu den LTTE befragt, zur Denunziation von Personen mit Verbindungen zu den LTTE aufgefordert und schliesslich mit dem Tod bedroht worden sei , als den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügend. In der Tat vermögen die diesbezüglichen Ausführungen des Be- schwerdeführers nicht in einem für die Glaubhaftigkeit genügenden Mass zu überzeugen. Die vom SEM geäusserten Zweifel an den betreffenden Schilderungen des Beschwerdeführers sind berechtigt . Der Beschwerde- führer vermag mit seinen Vorbringen und den eingereichten Beweismitteln nicht nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass er von den D-4794/2017 Seite 23 heimatlichen Behörden wegen des Verdachts der Unterstützung der LTTE respektive als (potenziell wichtiger) Informant in Bezug auf Personen mit LTTE-Verbindungen in asylrechtlich relevantem Mass verfolgt worden sei beziehungsweise deswegen im Zeitpunkt seiner Ausreise im (…) 2015 asylrechtlich relevante Ver folgungsmassnahmen zu befürchten gehabt hätte. Gemäss seinen Angaben ist er im Jahr (…) mit einem ihm von den sri-lankischen Behörden (…) ausgestellten Pass nach H._______ gereist und von dort aus im Jahr (…) nach Sri Lanka zurückgekehrt, ohne bei der Aus- und Wiedereinreise Probleme zu gewärtigen. Dass die sri-lankischen Behörden nach einer Befragung des Beschwerdeführers anfangs 2009, bei der er seine kurzzeitige, damals bereits rund zwanzig Jahre zurückliegende Mitgliedschaft bei den LTTE als minderjähriger Jugendlicher offengelegt habe, und auch die gelegentliche Tätigkeit als (…) für die LTTE im Jahr 2005 den Behörden bekannt gewesen se i, ein Verfolgungsinteresse ge- habt hätten, ist nicht zu erkennen, ansonsten dem Beschwerdeführer wohl kaum wie von ihm angegeben im Jahr (…) von den heimatlichen Behörden ein neuer Reisepass ausgestellt worden wäre. Nach der besagten B efra- gung im Jahr 2009 ist der Beschwerdeführer noch rund sechs Jahre in Sri Lanka geblieben und auch wenn es durchaus denkbar ist, dass es in die- sen Jahren aufgrund der Wohnlage gegenüber von einem Armee -Camp und der zeitweiligen Führung einer gut laufenden (…) zu Belästigungen gekommen ist, vermag der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen nicht darzulegen, dass er asylrechtlich relevante Verfolgungsmassnahmen seitens der SLA oder des CID zu gewärtigen gehabt hätte. Seine diesbe- züglichen Angaben vermitteln kein stimmiges B ild, sondern weisen nicht nur in chronologischer, sondern auch inhaltlicher Hinsicht erhebliche Wi- dersprüche auf, machte er doch nicht nur zum Zeitpunkt und der Häufigkeit der Befragungen durch die SLA und das CID stark voneinander abwei- chende Angaben, sondern auch zur Intensität der Bedrohung, indem er bei der BzP ausführte, die SLA habe ihm über Jahre hinweg gedroht, ihn zu erschiessen, sollte er sich weigern, LTTE -Mitglieder zu verraten (vgl. A4 S. 15), wohingegen er bei der Anhörung aussagte, dass er am (…) 2014 erstmals mit dem Tod bedroht w orden sei, und dass dies e Drohung der Auslöser für seine Flucht aus Sri Lanka gewesen sei (vgl. A14 S. 7 f. F47- 51). Die Angabe des Beschwerdeführers, er sei von März 2012 bis Sep- tember 2014 unzählige Male, ja praktisch täglich von der SLA zu Bewoh- nern des Orts befragt worden, ohne dass sie von ihm Informationen erhal- ten hätten, vermag nicht zu überzeugen. Hätten die sri-lankischen Behör- den den Beschwerdeführer tatsächlich als potenziell wichtigen Informanten erachtet und sich von ihm substanzielle Angaben zu (ehemaligen) LTTE- Anhängern oder gar -Kadern erhofft, wäre zu erwarten gewesen, dass es D-4794/2017 Seite 24 in all diesen Jahren zu weitergehenden Massnahmen, wie beispielsweise einer Mitnahme des Beschwerdeführers, gekommen wäre. Dass ihm im (…) 2014 plötzlich flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahmen seitens der sri-lankischen Behörden gedroht hätten, vermag er nicht glaub- haft zu machen. Er hat Sri Lanka eigenen Angaben zufolge legal mit sei- nem eigenen Reisepass via den streng kontrollierten Flughafen Colombo verlassen, was gegen ein staatliches Verfolgungsinteresse an seiner Per- son spricht. Mit den Ausführungen auf Beschwerdeebene zum angeblich üblichen Ablauf von durch Schlepper organisierten Ausreisen aus Sri Lanka vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen, dass er das L and nicht auf legale Weise verlassen habe respektive von den sri -lankischen Behörden gesucht werde . Seinen Angaben zufolge ist er in der Zeit von Mitte (…) 2014 (BzP) beziehungsweise (…) 2014 (Anhörung) bis Ende (…) 2015 nicht nur einmal, sondern drei Mal mit seinem eigenen Reisepass am Flughafen Colombo ein- und ausgereist, ohne jemals Probleme zu gewär- tigen, was schlicht dagegenspricht, dass gegen ihn im damaligen Zeitpunkt etwas vorgelegen respektive er behördlich gesucht worden wäre. Konkrete Hinweise, dass der Beschwerdeführer wegen der kurzzeitigen LTTE-Mit- gliedschaft als Jugendlicher vor nunmehr rund drei Jahrzehnten heute im Visier der sri -lankischen Behörden stehen und von diesen als potenziell wichtiger Informant hinsichtlich ehemaliger LTTE -Anhänger betrachtet würde, lassen sich den Akten ebenfalls nicht entnehmen . Der Verweis in der Beschwerde auf zwei Personen, mit denen er als Jugendlicher bei den LTTE Kontakt gehabt habe und die später bei den LTTE höhere Funktionen innegehabt hätten, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zu- mal diese Personen schon vor vielen Jahren verstorben respektive im Aus- land gefasst worden seien (vgl. Beschwerde vom 24. August 2017 S. 17). Laut den Angaben des Beschwerdeführers ist seit seiner Ausreise in Sri Lanka nichts vorgefallen und weder aus dem Schreiben vom (…) 2015, mit welchem der Dorfvorsteher lediglich bestätigt, dass das Wohnhaus des Be- schwerdeführers gegenüber von einem Armee-Camp gelegen sei, noch aus den auf Beschwerdeebene neu vorgelegten Beweismitteln ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass ihm im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka im Jahr 2015 flüchtlingsrechtlich relevante Ver folgungs- massnahmen gedroht hätten. 8.3 Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer trotz fehlender Vorver- folgung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka wegen des Bestehens eines Risikoprofils aus anderen Gründen ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. D-4794/2017 Seite 25 8.3.1 Das Bundesverwalt ungsgericht hat im Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge- fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Be- urteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risiko- faktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der "Stop List" und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich allein genommen zur Bejahung ei- ner begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risiko- begründende Faktoren dar . Von den Rückke hrenden, die diese weitrei- chenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri -lankischen Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Na- men in der am Flughafen in Colombo abrufbaren Stop-List vermerkt seien und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder ver- muteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri - lankische Staatsangehörig e, die sich im Ausland regimekritisch betätigt hätten (vgl. a.a.O. E. 8). An dieser Einschätzung vermag auch die aktuelle – zwar als volatil zu be- zeichnende – Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa zum neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt. Kurz nach der Wahl ernannte dieser seinen Bruder Mahinda zum Premier- minister und band einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regie- rung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Rajapaksa kon- trollieren im neuen Regierungskabinett zusammen zahlreiche Regierungs- abteilungen oder -institutionen, und Beobachter und ethnische oder religi- öse Minderheiten befürchten insbesondere mehr Repression und die ver- mehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten, 21. November 2019). Am 5. August 2020 D-4794/2017 Seite 26 fanden Parlamentswahlen st att mit dem Resultat, dass der Rajapaksa - Clan seine Macht in Sri Lanka ausweit en konnte (vgl. Sri Lanka: Rajapa- ksa-Clan weitet seine Macht weiter aus [nzz.ch] vom 7. August 2020). Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka be- wusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu- gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikopr ofil ausgesetzt sind beziehungsweise bereits vorher ausges etzt waren. Dennoch gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwech- sel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungs- gefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Einzelfall zu prü- fen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsident- schaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. 8.3.2 Der Beschwerdeführer konnte nicht glaubhaft darlegen, als ehemali- ges LTTE-Mitglied respektive potenzieller Informant in Sri Lanka ernsthaf- ten Nachteilen seitens der heimatlichen Behörden ausgesetzt gewesen zu sein (vgl. E. 8.2). Er hat sich nach Kriegsende im Mai 2009 noch mehrere Jahre im Heimatland au fgehalten. Die vermeintlichen Probleme mit den heimatlichen Behörden vor der anfangs 2015 erfolgten Ausreise wegen des Verdachts der Unterstützung der LTTE vermochte er, wie gesagt, nicht glaubhaft zu machen . Verwandtschaftliche Bande mit LTTE-Angehörigen liegen seinen Angaben zufolge nicht vor. Allein seine kurzzeitige Mitglied- schaft bei den LTTE als minderjähriger Jugendlicher ohne spezielle Funk- tion in der Bewegung lässt nicht auf ein Profil schl iessen, das ihn ange- sichts der heutigen Situation in Sri La nka als in asylrechtlich relevanter Weise gefährdete Person erscheinen lassen würde. Ein konkretes Verfol- gungsinteresse im Falle der Wiedereinreise lässt sich daraus nicht ablei- ten. Es bestehen keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass der Beschwerdeführer von den heimatlichen Behörden gesucht würde. Im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens machte der Beschwerdefüh- rer keine exilpolitischen Tätigkeiten geltend, sondern gab auf entspre- chende Nachfrage an, sich hierzulande nicht exilpolitisch zu engagieren (vgl. A14 S. 16 F139-140). Soweit er nun auf Beschwerdeebene in wenig substanziierter Weise erstmals exilpolitische Aktivitäten vorbringt (vgl. Be- schwerde vom 24. August 2017 S. 24 [Beweismittel: 4 Fotos] und Eingabe vom 29. April 2020 S. 2), vermögen diese ebenfalls keine Risikofaktoren zu begründen. Aus der Teilnahme an einer Demonstration und einer Feier- lichkeit zu einem Heldengedenktag ist jedenfalls nicht auf ein exponiertes, D-4794/2017 Seite 27 anhaltendes exilpolitisches Engagement zu schliessen , zumal der Be- schwerdeführer seit der Beschwerdeerhebung am 24. August 2017 keiner- lei weitere exilpolitische Aktivitäten vorbrachte (vgl. Eingabe vom 29. April 2020: Verweis auf die bereits mit der Beschwerde vom 24. August 2017 eingereichten Fotos zu den beiden Veranstaltungen). Bei den fotografisch dokumentierten, vom Beschwerdeführer zeitlich nicht näher datierten Teil- nahmen an Veranstaltungen vor der Beschwerdeerhebung im Jahr 2017 handelt es sich lediglich um ein niederschwelliges Engagement und es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer deswegen in den Fo- kus der heimatlichen Behörden geraten würde. Es liegen auch keine anderweitigen konkreten Hinweise für ein aktuell be- stehendes Verfolgungsinteresse seitens der sr i-lankischen Behörden vor. Auch aus der tamilischen Ethnie, der mehrjährigen Landesabwesenheit, der Asylgesuchstellung in der Schweiz, des Fehlens ordentlicher Reisepa- piere, der vormalig guten finanziellen Situation des Beschwerdeführers und des Bestehens einer Narbe im (…) kann keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerdeführers abgeleitet werden (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5.2). Weiter sind Angehö- rige der tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht gene- rell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt (vgl. a.a.O. E. 8.3). Dass der Beschwerdeführer in einer Stop List aufge- führt sein soll, erscheint aufgrund des Gesagten höchst unwahrscheinlich. Unter Würdigung aller Umstände ist nicht mit hinreichender Wahrschein- lichkeit anzunehmen, dass er von der sri-lankischen Regierung verdächtigt wird, bestrebt zu sein, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri -lankischen Einheitsstaat darzustel- len. Die Ausführungen, dass der Beschwerdeführer als Angehöriger der Ri- sikogruppe von Personen, die aus der Schweiz – einem tamilischen Diasporazentrum – nach längerer Zeit zurückkehrten, verfolgt würde, geht daher fehl. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka. Mangels persönlichen Bezugs ist auch aufgrund der vom Be- schwerdeführer angeführten politischen Ereignisse in Sri Lanka im Herbst 2018 sowie der Präsidentschaftswahl im Novembe r 2019 und des Aus- gangs der Parlamentswahlen im August 2020 keine begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung des Beschwerdeführers und eine etwaige Verschär- fung der Gefäh rdungssituation zu bejahen. Eine auf seine Person bezo- gene konkrete Gefährdung vermag der Beschwerdeführer mit seinen Aus-D-4794/2017 Seite 28 führungen zur allgemeinen Situation in Sri Lanka und den dazu eingereich- ten Dokumenten, Länderinformationen und Quellenverweisen nicht darzu- legen. Es besteht kein konkreter Grund zur Annahme, die politischen Ent- wicklungen in Sri Lanka könnten sich zum heutigen Zeitpunkt auf den Be- schwerdeführer auswirken. Objektive Nachfluchtgründe, bei denen eine Gefährdung entstanden ist aufgrund von äusseren, nach der Ausreise ein- getretenen Umständen, auf die der Betreffende keinen Einfluss nehm en konnte (vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.), liegen vorliegend nicht vor. Schliesslich lässt sich auch aus dem allfälligen Einsatz temporärer Reise- papiere keine relevante Gefährdung ableiten. Selbst wenn der Beschwer- deführer ohne Reisepass respektive mit temporären Reisedokumenten nach Sri Lanka zurückkehren müsste, würde dies zwar allenfalls bei der Wiedereinreise zu einem "Background-Check" führen. Es muss damit ge- rechnet werden, dass er nach dem Verbleib seiner Reisepapiere und zum Grund seiner Ausreise befragt und überprüft wird. Dabei kann nicht ausge- schlossen werden, dass er wegen des fehlenden Reisepasses gebüsst wird, wobei ein entsprechendes Vorgehen der sri -lankischen Behörden aber keine flüchtlingsrechtliche Relevanz entfaltet (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 vom 25. Juli 2016 E. 8.4.4). 8.4 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Das SEM hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 9. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei D-4794/2017 Seite 29 der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegens tehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 10.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb liche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 10.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–D-4794/2017 Seite 30 127 m.w.H.). Dies ist dem Beschwerdeführer nicht gelungen. Auch die all- gemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungs- vollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt vieler Urteile des BVGer D- 6855/2019 vom 20. Mai 2021 E. 8.3, D-5671/2018 vom 4. Dezember 2020 E. 7.2.3, D-4591/2017 vom 5. November 2020 E. 7.2.3, D-2130/2017 vom 14. Oktober 2020 E. 9.2.3 und E -6769/2019 vom 1. Oktober 2020 E. 8.3). Es ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten "Background Check" (Befragung und Überprü- fung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Daran vermögen der Regierungswechsel im November 2019 und die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts zu än- dern. 10.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwal- tungsgericht geht weiterhin davon aus, dass der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ostprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuel- len Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 E. 13.2). Auch der Wegweisungsvollzug ins "Vanni-Gebiet" gilt als zumutbar (vgl. Urteil des BVGer D -3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). Diese Einschätzung bleibt auch nach den aktuellen Entwick- lungen in Sri Lanka (vgl. dazu im Einzelnen etwa Urteil des BVGer D-7353/2017 vom 24. Juni 2020 E. 11.3.1) und insbesondere auch nach den Parlamentswahlen vom 5. August 2020 weiterhin zutreffend (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-5671/2018 vom 4. Dezember 2020 E. 7.3.1). D-4794/2017 Seite 31 10.3.2 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Der Beschwerdeführer stammt sei- nen Angaben zufolge aus der Nordprovinz Sri Lankas. Er habe von 2005 bis zu seiner Ausreise im Jahr 2015 in einem eigenen Haus in B._______ gelebt. Es bestehen dort (Ehefrau, Mutter, Bruder) sowie in F._______ (ver- heiratete Schwester) verwandtschaftliche Kontakte. Es sind keine gesund- heitlichen Beschwerden aktenkundig und seinen Angaben zufolge verfügt er über eine (…) Schulbildung und im In- und Ausland erworbene Arbeits- erfahrung in verschiedenen B ereichen ([…]). Selbst wenn seine Familie das (…) zwischenzeitlich nicht mehr betreiben sollte, kann von ihm erwartet werden, dass er sich in wirtschaftlicher Hinsicht wieder wird eingliedern können. Es liegen damit keine Gründe für die Annahme vor, der Beschwer- deführer würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Not- lage geraten, die als konkrete Gefährdung zu werten wäre. 10.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 10.4 Des Weiteren obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän- digen Vertretung des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). Schliesslich steht auch die Corona - Pandemie dem Vollzug nicht entgegen. Es handelt sich dabei, wenn über- haupt, um ein temporäres Vollzugshindernis, dem im Rahmen der Voll- zugsmodalitäten Rechnung zu tragen ist. 10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem ihm D-4794/2017 Seite 32 aber die unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ge- währt wurde, ist von der Kostenerhebung abzusehen, zumal nicht ersicht- lich ist, dass der Beschwerdeführer nicht mehr bedürftig wäre. (Dispositiv nächste Seite) D-4794/2017 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr Versand: