<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00607</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205890&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00607</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.05.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Kürzung des Grundbedarfs um 15 % während vier Monate wegen ungenügender Bemühungen bei der Stellensuche Rechtsgrundlagen zur Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen im Allgemeinen (E. 2.1) und zur Leistungskürzung im Besonderen (E. 2.2). Der Beschwerdeführer konnte sich zwar bei einer Firma vorstellen, und er konnte im Hinblick auf eine befristete, viermonatige Tätigkeit vorgängig zwei Probetage absolvieren. Nach kritischen Äusserungen des Beschwerdeführers während der Probetage und wegen ungenügender Motivation kam es aber in der Folge zu keiner Anstellung. Daraus lässt sich nicht schliessen, der Beschwerdeführer habe es mit seinem Verhalten bewusst darauf angelegt, eine Anstellung zu vereiteln (E. 4.1). Selbst wenn letzteres zuträfe, wäre ein solches Verhalten - als einmaliges Vorkommnis - aus Gründen der Verhältnismässigkeit kein Grund für eine Leistungskürzung (E. 4.2). Die vorliegenden Anhaltspunkte, wonach es der Beschwerdeführer an der Bereitschaft fehlen lässt, eine ihm nicht zusagende Stelle anzunehmen, können im Wiederholungsfall zu einer strengeren Beurteilung führen (E. 4.3). Gutheissung (E. 5). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSSUCHE">ARBEITSSUCHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWERBUNG">BEWERBUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSKÃRZUNG">LEISTUNGSKÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKOS-RICHTLINIEN">SKOS-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STELLENBEWERBUNG">STELLENBEWERBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 21 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 24 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 17 Abs. I SHV</span><br/><span class="ungerade">§ 23 lit. d SHV</span><br/><span class="gerade">§ 24 SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A wird seit 1. Januar 2005 von der SozialbehÃ¶rde X wirtschaftlich unterstÃ¼tzt. Diese beschloss am 21. Juli 2005, den Grundbedarf ab 1. August 2005 vorerst fÃ¼r die Dauer von 4 Monaten von Fr. 960.- um 15 % auf Fr. 816.- zu kÃ¼rzen, was unter BerÃ¼cksichtigung weiterer Leistungen fÃ¼r Wohnungsmiete, Krankenversicherung und Stellensuche eine monatliche Gesamtleistung von Fr. 1'915.80 ergab. BegrÃ¼ndet wurde die KÃ¼rzung mit ungenÃ¼genden BemÃ¼hungen bei der Stellensuche, unter Hinweis darauf, dass auf die MÃ¶glichkeit einer KÃ¼rzung bei Missachtung von Weisungen bereits im Beschluss vom 16. Dezember 2004 hingewiesen worden sei und dass die Sozialhilfe gÃ¤nzlich eingestellt werde, sofern er sich weiterhin ungenÃ¼gend um eine Arbeitsstelle bemÃ¼he. Einem allfÃ¤lligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs wies der Bezirksrat Y nach Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und DurchfÃ¼hrung eines doppelten Schriftenwechsels am 24. November 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 26. Dezember 2005 erneuerte A sinngemÃ¤ss seinen Antrag, von der KÃ¼rzung des Grundbedarfs abzusehen. Der Bezirksrat Y beantragte unter Verzicht auf weitere AusfÃ¼hrungen Abweisung der Beschwerde. Die SozialbehÃ¶rde X verzichtete auf Beschwerdeantwort. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Aufgrund des den Schwellenwert von Fr. 20'000.- nicht Ã¼bersteigenden Streitwerts ist die Sache vom Einzelrichter zu behandeln (§ 38 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Diese soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt (§ 15 Abs. 1 SHG). Grundlage der Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 Abs. 1 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien), wobei Abweichungen im Einzelfall vorbehalten sind. Nach den genannten Richtlinien (in der von der Beschwerdegegnerin ab 1. Juli 2005 angewendeten und daher hier anwendbaren Fassung vom Dezember 2004) enthÃ¤lt das individuelle UnterstÃ¼tzungsbudget einerseits die so genannte materielle Grundsicherung, bestehend aus dem Grundbedarf fÃ¼r den Lebensunterhalt sowie den Kosten fÃ¼r die Wohnungsmiete und fÃ¼r die medizinische Grundversorgung, anderseits situationsbedingte Leistungen sowie allfÃ¤llige Integrationszulagen und/oder Einkommens-FreibetrÃ¤ge (SKOS-Richtlinien, Kap. A.6).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die wirtschaftliche Hilfe darf mit Auflagen und Weisungen verbunden werden, die sich auf die richtige Verwendung der BeitrÃ¤ge beziehen oder geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers zu verbessern (§ 21 SHG). Insbesondere kann die wirtschaftliche Hilfe mit der Weisung verbunden werden, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen (§ 23 lit. d SHV). Wenn der Hilfesuchende Anordnungen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde nicht befolgt, insbesondere Auflagen und Weisungen missachtet, und er zudem auf die MÃ¶glichkeit einer LeistungskÃ¼rzung schriftlich hingewiesen worden ist, kÃ¶nnen die Leistungen gekÃ¼rzt werden. Ein solcher Hinweis kann mit der Anordnung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde verbunden werden (§ 24 SHG in der Fassung vom 4. November 2002, § 24 SHV in der Fassung vom 2. MÃ¤rz 2005).</p> <p class="Urteilstext">Bei der KÃ¼rzung von Sozialhilfeleistungen ist unter anderem zu prÃ¼fen, ob die Weisung der SozialhilfebehÃ¶rde zumutbar war; die betroffene Person vorgÃ¤ngig klar informiert worden war, sodass sie sich der Konsequenzen ihres Handelns bewusst war; die KÃ¼rzung in einem angemessenen VerhÃ¤ltnis zum Fehlverhalten bzw. Verschulden steht; die betroffene Person durch eine Ãnderung ihres Verhaltens selbst dafÃ¼r sorgen kann, dass der Anlass fÃ¼r die KÃ¼rzung wegfÃ¤llt und diese deshalb zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt aufgehoben werden kann (SKOS-Richtlinien, Kap. A.8.2). ZulÃ¤ssig ist die Verweigerung von situationsbedingten Leistungen sowie die KÃ¼rzung des Grundbedarfs fÃ¼r die Dauer von maximal zwÃ¶lf Monaten; die Massnahme kann um jeweils hÃ¶chstens weitere zwÃ¶lf Monate aufgrund eines neuen Entscheids verlÃ¤ngert werden, sofern die materiellen KÃ¼rzungsvoraussetzungen weiterhin gegeben sind (SKOS-Richtlinien, Kap. A.8.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat beurteilte zunÃ¤chst den Vorwurf der SozialbehÃ¶rde, der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich nicht mit dem nÃ¶tigen Engagement um eine Arbeitsstelle bemÃ¼ht; nach Auffassung der SozialbehÃ¶rde sei zwar nicht die Zahl seiner Bewerbungen, jedoch deren âQualitÃ¤tâ zu beanstanden; insbesondere habe es der BeschwerdefÃ¼hrer unterlassen, seine schriftlichen und telefonischen Bewerbungen durch persÃ¶nliche Vorsprachen bei mÃ¶glichen Arbeitgebern zu ergÃ¤nzen. Der Bezirksrat hielt diesen Vorwurf fÃ¼r unbegrÃ¼ndet, da der Nutzen solcher Vorsprachen zu bezweifeln sei (E. 3.4). BegrÃ¼ndet sei jedoch der weitere Vorwurf, die Auflage, eine zumutbare Arbeit anzunehmen, dadurch verletzt zu haben, dass er durch sein Verhalten eine befristete Anstellung bei der Firma Q nicht erhalten habe: Nach insoweit unbestrittener Darstellung der SozialbehÃ¶rde habe er bereits beim VorstellungsgesprÃ¤ch durchblicken lassen, dass er sich lediglich auf Druck der Gemeinde beworben habe und dass bei einer allfÃ¤lligen Anstellung eine WeiterbeschÃ¤ftigung in Frage gestellt sei, sobald ihm ein besser bezahlter Job angeboten werde. Von den drei vorgesehenen Probearbeitstagen habe er einen wegen eines Besuchs beim Tierarzt (im Zusammenhang mit dem als Hobby betriebenen Pferdesport) ausfallen und im Weiteren durchblicken lassen, dass er fÃ¼r die Stelle stark Ã¼berqualifiziert sei. Diese Ãusserungen hÃ¤tten dazu gefÃ¼hrt, dass der Arbeitgeber, obwohl grundsÃ¤tzlich mit der Arbeitsleistung des Rekurrenten zufrieden, eine Anstellung abgelehnt habe. Wie der Rekurrent selber einrÃ¤ume, wÃ¤re die fragliche Arbeit bei der Firma Q â zumindest bei einem normalen Arbeitstag von 8,5 Stunden â fÃ¼r ihn zumutbar gewesen. Zwar habe er in der Folge aufforderungsgemÃ¤ss einen zweiten Versuch unternommen, die Stelle zu erhalten, was ihm indessen misslungen sei. â Aufgrund dieser UmstÃ¤nde sei davon auszugehen, dass er die Anstellung wegen seines eigenen Verhaltens nicht erhalten habe. Angesichts seiner seit lÃ¤ngerer Zeit anhaltenden Arbeitslosigkeit kÃ¶nne von ihm erwartet werden, bei Bewerbungen eine erfolgsversprechende Haltung auch dann einzunehmen, wenn die betreffende Stelle nicht seiner beruflicher Qualifikation entspreche, um so wenigstens fÃ¼r eine befristete Zeit wieder im Arbeitsprozess integriert zu sein. Dazu wÃ¤re er bezÃ¼glich der fraglichen Stelle bei der Firma Q um so mehr verpflichtet gewesen, als es sich dabei um einen befristeten Job gehandelt habe. HÃ¤tte er nach erfolgter Anstellung Aussicht auf eine seinen FÃ¤higkeiten besser entsprechende, feste Anstellung bei einem anderen Unternehmen gehabt, hÃ¤tte sich die SozialbehÃ¶rde wohl bereit erklÃ¤rt, Hand zu einer einvernehmlichen LÃ¶sung zu bieten (Rekursentscheid E. 3.5).</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, seine Aussagen im Rekursverfahren seien von Bezirksrat zu seinen Ungunsten zusammengefasst, aus dem Zusammenhang gerissen oder gar nicht erwÃ¤hnt worden. Er habe nicht gesagt, dass er die bei der Firma Q angebotene Stelle nicht annehmen werde. Auch treffe es nicht zu, dass er mit seinen Fragen anlÃ¤sslich des AnstellungsgesprÃ¤chs versucht habe, den Betriebsleiter zu einer Absage zu bewegen; vielmehr habe er vorab dessen Fragen beantwortet und gelegentlich selber Zusatzfragen gestellt. WÃ¤hrend der zwei Tage mit Probearbeit habe er sich voll eingesetzt, und dies in der Absicht, die Stelle zu erhalten. Als er spÃ¤ter entsprechend der Aufforderung des Sozialamtes nochmals mit dem Betriebsleiter telefoniert habe, um die Stelle doch noch zu erhalten, habe dieser nur erklÃ¤rt, dass er bei seiner Absage bleibe.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der Bezirksrat stÃ¼tzt seinen die streitbetroffene KÃ¼rzung des Grundbedarfs bestÃ¤tigenden Entscheid einzig darauf, dass der Vorwurf der SozialbehÃ¶rde, der BeschwerdefÃ¼hrer habe durch sein eigenes Verhalten eine Anstellung bei der Firma Q verhindert, zutreffe. </p> <p class="Erwgung2">Der diesem Vorwurf zugrunde liegende Sachverhalt (der in den vorinstanzlichen BeschlÃ¼ssen nicht klar dargestellt wird) lÃ¤sst sich, soweit er unbestritten ist, aufgrund der vorliegenden Akten wie folgt zusammenfassen: Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼hrte aufgrund einer Vermittlung des Arbeitsamtes und des Sozialamtes mit dem Betriebsleiter des genannten Unternehmens im Juni 2005 ein VorstellungsgesprÃ¤ch, welcher hierauf unter Vorbehalt einer dreitÃ¤gigen Probezeit eine befristete Anstellung vom 1. August bis 31. Dezember 2005 in Aussicht stellte. Der BeschwerdefÃ¼hrer absolvierte am 30. Juni/1. Juli 2005 zwei dieser Probetage, wÃ¤hrend er den dritten Tag wegen eines Termins beim Tierarzt ausfallen liess. Auf telefonische Nachfrage des Leiters des Arbeitsamtes erklÃ¤rte der Betriebsleiter am 7. Juli 2005, aufgrund von Ãusserungen des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤hrend der Probetage wolle er diesen nicht anstellen; schon beim VorstellungsgesprÃ¤ch habe er den Eindruck gewonnen, dass dessen Motivation ungenÃ¼gend sei. â Der BeschwerdefÃ¼hrer seinerseits Ã¤usserte gegenÃ¼ber den Leitern des Arbeitsamtes und des Sozialamtes mit E-Mail vom 30. Juni/4. Juli 2005 sowie anlÃ¤sslich einer Besprechung vom 7. Juli 2005 Bedenken hinsichtlich eines definitiven Stellantritts, was die Amtsleiter nicht akzeptierten, weshalb sie ihn aufforderten, sich nochmals beim Betriebsleiter der Firma Q zu melden. Darauf nahm der BeschwerdefÃ¼hrer nochmals telefonischen Kontakt mit dem Betriebsleiter auf, wobei dieser jedoch bei seiner ablehnenden Haltung blieb. </p> <p class="Erwgung2">Die SozialbehÃ¶rde stÃ¼tzte sich bei ihrem diesbezÃ¼glichen Vorwurf im Entscheid vom 21. Juli 2005 einerseits auf die kritischen Bemerkungen, welche der BeschwerdefÃ¼hrer selber in einem E-Mail vom 30. Juni/4. Juli 2005 nach dem VorstellungsgesprÃ¤ch und dem ersten Probearbeitstag an das Sozialamt gesendet hatte, anderseits auf die Aussagen des Betriebsleiters, die dieser am 7. Juli 2005 auf telefonische Anfrage des Arbeitsamtes hin machte. Der BeschwerdefÃ¼hrer machte dagegen im Rekurs geltend, dass aus den ihm vorgehaltenen Aussagen nicht auf ein renitentes Verhalten anlÃ¤sslich des VorstellungsgesprÃ¤chs geschlossen werden dÃ¼rfe. Er betonte zudem, dass man bei der Firma Firma Q mit seiner probeweise erfolgten Arbeitsleistung zufrieden gewesen sei. Das wird denn auch von der SozialbehÃ¶rde nicht bestritten; Letztere sieht aber gerade in diesem Umstand ein weiteres Indiz dafÃ¼r, dass die Absage an den BeschwerdefÃ¼hrer in erster Linie auf dessen Verhalten und Auftreten anlÃ¤sslich des AnstellungsgesprÃ¤chs und wÃ¤hrend des zweitÃ¤gigen Arbeitseinsatzes zurÃ¼ckzufÃ¼hren sei. In der Tat bilden die erwÃ¤hnten Aussagen (eigene Bemerkungen des BeschwerdefÃ¼hrers im E-Mail vom 30. Juni/4. Juli 2005 sowie ErklÃ¤rungen des Betriebsleiters bei der telefonischen RÃ¼ckfrage vom 7. Juli 2005) Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Absage fÃ¼r einen definitiven Stellenantritt durch sein eigenes Verhalten und Auftreten verursacht hat. Indessen ist nicht auszuschliessen, dass dafÃ¼r auch andere GrÃ¼nde massgebend waren. Wohl kann diesbezÃ¼glich von der SozialbehÃ¶rde nicht eine strikte BeweisfÃ¼hrung verlangt werden, sondern muss sie sich in einer solchen Situation der Natur der Sache nach auf Indizien stÃ¼tzen kÃ¶nnen. Doch mÃ¼ssten fÃ¼r den Schluss, der BeschwerdefÃ¼hrer habe es mit seinem eigenen Verhalten bewusst darauf angelegt, eine Anstellung zu vereiteln, stÃ¤rkere Indizien gegeben sein, als sie hier vorliegen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Selbst wenn jedoch davon ausgegangen wird, das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers anlÃ¤sslich des fraglichen BewerbungsgesprÃ¤chs und des probehalber erfolgten Arbeitseinsatzes am 30. Juni/1. Juli 2005 habe die Ablehnung des definitiven Stellenantritts verursacht und sei auch bei objektiver Betrachtungsweise fÃ¼r den Arbeitgeber Grund fÃ¼r eine Absage gewesen, bildet dieser Sachverhalt â als <i>einmaliges</i> Vorkommnis betrachtet â unter dem Gesichtswinkel der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit keinen hinreichenden Grund fÃ¼r eine LeistungskÃ¼rzung. Unbestrittenermassen ist der BeschwerdefÃ¼hrer nach der negativen Reaktion des Betriebsleiters der Aufforderung des Sozialamtes nachgekommen, nochmals mit diesem Kontakt aufzunehmen. Wenn diese Kontaktaufnahme wiederum zu keiner Anstellung fÃ¼hrte, dÃ¼rfte dies weniger auf das damalige Auftreten des BeschwerdefÃ¼hrers, sondern darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren sein, dass der Betriebsleiter von seiner ablehnenden Haltung nicht mehr abrÃ¼cken wollte.</p> <p class="Urteilstext">Eine gegenteilige Beurteilung wÃ¼rde sich dann aufdrÃ¤ngen, wenn dem BeschwerdefÃ¼hrer auch in anderer Hinsicht ungenÃ¼gende BemÃ¼hungen bei der Suche einer Arbeitsstelle vorzuwerfen wÃ¤ren. Solche VorwÃ¼rfe wurden zwar von der SozialbehÃ¶rde erhoben; doch hat sie der Bezirksrat als unbegrÃ¼ndet gewÃ¼rdigt, und das Verwaltungsgericht hat keinen Anlass, diese WÃ¼rdigung in Frage zu stellen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Schliesslich kann die SozialbehÃ¶rde auch daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten, dass sie den BeschwerdefÃ¼hrer bereits mit Beschluss vom 16. Dezember 2004 darauf hingewiesen hatte, dass er sich aktiv und konstruktiv um eine Arbeitsstelle bemÃ¼hen und diesbezÃ¼glich Weisungen befolgen mÃ¼sse. Mit jenem Hinweis hat sie nicht auf ein bisheriges, fÃ¼r ungenÃ¼gend befundenes Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers reagiert; vielmehr ist mit dem damaligen Beschluss die wirtschaftliche Hilfe an den BeschwerdefÃ¼hrer aufgenommen worden. Der Beschluss enthielt zwar auch einen Hinweis im Sinn von § 24 Abs. 2 SHG, dass die Leistungen bei Missachtung von Auflagen und Weisungen gekÃ¼rzt werden kÃ¶nnten. Damit sind indessen lediglich die formellen Voraussetzungen fÃ¼r die spÃ¤tere LeistungskÃ¼rzung gesetzt worden. Diese stÃ¼tzt sich indessen wie dargelegt auf einen beweismÃ¤ssig nicht hinreichend erstellten Sachverhalt und ist jedenfalls unter den aufgezeigten UmstÃ¤nden mit dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nicht vereinbar. </p> <p class="Erwgung2">Wie abschliessend festzuhalten ist, ergeben sich aufgrund der vorliegenden Akten Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass es der BeschwerdefÃ¼hrer an der erforderlichen Bereitschaft, auch eine ihm nicht zusagende Stelle anzunehmen, fehlen lÃ¤sst. Das Gericht verkennt diese Anhaltspunkte, welche die SozialbehÃ¶rde zu einer LeistungskÃ¼rzung bewogen haben, nicht. Sollten sich auch in Zukunft derartige Anhaltspunkte ergeben, wÃ¤re eine strengere Beurteilung gerechtfertigt und das bisherige Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers als Indiz zu seinen Ungunsten zu wÃ¼rdigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. Bei diesem Verfahrensaugang sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Bezirksrats Y vom 24. November 2005 sowie der Beschluss der SozialbehÃ¶rde X vom 21. Juli 2005 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Urteilstext">4. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>