B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3251/2012 U r t e i l v o m 1 0 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Gérard Scherrer, Richter Fulvio Haefeli, Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Usbekistan, vertreten durch Michael Steiner, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. Mai 2012 / N (…). D-3251/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge gelangte der Beschwerdeführer am 14. De- zember 2009 in die Schweiz, wo er am gleichen Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch einreichte. Dazu wurde er am 16. Dezember 2009 im EVZ B._______ befragt (Kurzbefra- gung) und am 11. März 2010 in C._______ angehört (Anhörung). A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen ge l- tend, er habe vor seiner Ausreis e aus Usbekistan mit seiner Familie in D._______ gelebt, wo er einen kleinen Imbissladen betrieben habe. Am 29. August 2009 sei er bei sich zu Hause auf die Strasse hinaus gegan- gen, um etwas Luft zu schnappen. Da er dort seinen Nachbarn E._______ gesehen habe, sei er zu ihm hingegangen, um etwas zu plau- dern. Plötzlich sei ein Mann auf sie zugerannt und habe ihm eine Tasche beziehungsweise ein Paket in die Hand gedrückt und ihn gebeten, diesen Gegenstand kurz zu halten , damit er sein ganz in der Nähe stehend es Auto aufschliessen könne. Nachdem der Mann das Auto aufgeschlossen habe, sei er einfach davongefahren, ohne die Tasche respektive das P a- ket mitzunehmen. In dem selben Moment sei ein Kleinbus vorgefahren und Polizisten seien ausgestiegen, die sie in den Bus gestossen hätten. Die Polizisten hätten in der Tasche beziehungsweise im Paket Flugblätter mit regierungsfeindlichem Inhalt gefunden. Schon im Bus sei er aufgefor- dert worden zu erzählen, woher er die Flugblätter habe. Man habe ihn und E._______ an einen unbekannten Ort gefahren und sie in einen Kel- ler eingesperrt. Dort sei er unter Misshandlungen und Drohungen aufg e- fordert worden, Mitbeteiligte zu nennen. Die Polizisten hätten ihm nicht geglaubt, dass er nichts über die Flugblätter wisse. Nachdem er seinen Bruder telefonisch angewiesen habe, den Polizisten 10'000 USD zu überbringen, sei er Anfang September 2009 freigelassen worden. Da er befürchtet habe, immer wieder von den Polizisten inhaftiert und erpresst zu werden, sei er noch am selben Tag per Auto nach Kasachstan gereist, wo er sich in irgendeiner Stadt zweieinhalb Monate aufgehalten habe. Von dort sei er dann via Weissrussland und Österreic h per LKW in die Schweiz gelangt. Für den detaillierten Inhalt der Sachverhaltsvorb ringen ist auf die Befragungs- und Anhörungsprotokolle zu verweisen. A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verfahren vor der Vorinstan z zwei Seiten eines usbekischen Reisepasses (in Kopie), einen Führerausweis, D-3251/2012 Seite 3 ein Militärdienstbüchlein, ein Diplom (…), ein Diplom (…) sowie eine No- tenliste (…) ein. B. Mit Verfügung vom 15. Mai 2012 – eröffnet am 18. Mai 2012 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug. Als Begründung führte die Vorinstanz hauptsächlich aus, die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich seiner Verhaftung sei en vage sowie unsubstanziiert und wirkten konstruiert. Er wolle beispielsweise nicht wi s- sen, wo er festgehalten worden sei und habe diesbezüglich Ausreden vorgebracht: Er sei in einem dunklen Keller eingesperrt gewesen und in einem Auto mit zugeklebten Fenstern dorthin gefahren worden, weshalb er nicht gemerkt habe, wo er sei. Tro tz mehrfacher Nachfragen habe er auch nicht erklären können oder wollen, wie er aus dem Gefängnis g e- kommen sei und was er nachher gemacht habe. Er habe lediglich gesagt, dass man ihn – nachdem sein Bruder 10'000 USD bezahlt habe – freige- lassen habe und er am Abend nach Kasachstan weggefahren sei. A uf Nachfrage hin habe er erklärt, es sei im Keller so dunkel gewesen. Er sei aus dem Keller nach oben gerannt, weil er froh gewesen sei, ihn verla s- sen zu dürfen. Auch auf weitere Nachfrage hin habe er keine näheren Angaben machen können oder wollen. Im Wei teren mangle es seinen Schilderungen bezüglich der behaupteten Folter an gewissen Realken n- zeichen. Er sei beispielsweise mehrmals nach seinen Peinigern gefragt worden, wobei er sich jeweils in Allgemeinheiten geflüchtet habe und den Fragen ausgewichen sei. Seltsam sei ferner, dass er genaue Zeitangaben zu den Ereignissen wäh rend der Haft gemacht habe, obwohl er während der ganzen Zeit in einem dunklen Keller eingesperrt gewesen sein woll e, was eine Unterscheidung zwischen Tag und Nacht praktisch verunmögl i- che, und nachdem er im EVZ angegeben habe, er könne sich nicht mehr erinnern, wie lange er genau festgehalten worden sei. Merkwürdig sei auch, dass er den Nachnamen seines angeblich ermordeten Nachbarn nicht kenne, dies umso mehr, als es sich dabei um eine n "wichtigen" Un- ternehmer gehandelt haben solle. Erfahrungsgemäss dürfe aber erwartet werden, dass jede Person, gleich welchen kulturellen Ursprungs, imsta n- de sei, detaillierte Angaben über erlittene Ereignisse und deren Beglei t- umstände zu machen. Die vagen und zum Teil ausweichenden Antworten des Beschwerdeführers liessen keineswegs den Schluss zu, dass er die von ihm geschilderten Nachteile tatsächlich erlebt habe. Es müsse de s-D-3251/2012 Seite 4 halb an diesem Sachverhalt erheblich gezweifelt werden. Kaum der Tat- sache entsprechend sei ferner seine Behauptung, wonach er problemlos 10'000 USD für seine Freilassung bezahlt haben wolle. Er habe gut ve r- dient, mit seinem Imbisslokal habe er 500 USD oder 600 USD, manchmal auch 700 USD pro Tag eingenommen. Dies sei schwer vorstellba r, betra- ge nämlich der Durchschnittslohn in Usbekistan lediglich 300 USD pro Monat. Auch aus diesem Grund bestünden Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen werde ebenfalls beeinträchtigt, wenn die gebotene Mitwirkungspflicht verweigert werde. Der Beschwe r- deführer habe keinen Pass zu den Akten gegeben. Er habe zwar ein Mili- tärdienstbüchlein, einen Führerausweis und eine Fotokopie der ersten zwei Seiten seines Passes zu den Akten gereicht. Somit stehe weder das richtige Ausreisedatum noch die tatsächliche Reiseroute fest. Die Verm u- tung liege nahe, dass er den Behörden etwas verschweige, zumal er sich nicht mehr erinnern wolle, wann und weshalb er die Kopie des Passes gemacht habe. Darüber hinaus seien seine Ausführungen über die Reise- route vage und unpräzis. So wolle er auf Umwegen in irgendeine kas a- chische Stadt gebracht worden sein, wo er sich zweieinhalb Monate ve r- steckt gehalten habe. Danach soll er nach F._______ und von dort aus wiederum in irgendeine Stadt in Weissrussland gebracht worden sein. Es müsse deshalb auch aus diesem Grund erheblich an der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers gezweifelt werden. Aufgrund dieser sowie zah l- reicher weiterer Unstimmigkeiten und Ungereimtheiten könne dem B e- schwerdeführer nicht geglaubt werden. Seine Vorbringen hielten somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgese t- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass ihre Asyl- relevanz nicht geprüft werden müsse. C. Mit Schreiben vom 24 . Mai 2012 verlangte der Rechtsvertreter des B e- schwerdeführers vollumfängliche Einsicht in die Verfahrensakten. D. Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2012 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer Einsicht in die Verfahrensakten. E. Mit Beschwerde vom 18. Ju ni 2012 an das Bundesverwaltungsgericht D-3251/2012 Seite 5 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die nachst e- hend aufgeführten Anträge stellen: 1. Dem Beschwerdeführer sei Einsicht in sämtliche eingereichten B e- weismittel und Ausweise zu gewähren. 2. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu den eingereichten Beweismitteln und Ausweisen zu gewähren. 3. Dem Beschwerdeführer sei nach der Gewährung der Einsicht in die eingereichten Beweismittel eine angemessene Frist zur Beschwerdeer- gänzung zu gewähren. 4. Die Verfügung des BFM vom 15. Mai 2012 sei aufzuheben und die Sa- che dem BFM zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung zurückz u- weisen. 5. Eventualiter sei die Verfügung des BFM vom 15. Mai 2012 aufzuheben und dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 6. Eventualiter sei die Verfügung des BFM vom 15. Mai 2012 aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs des Beschwe r- deführers festzustellen. 7. Eventualiter sei die Verfügung des BFM vom 15. Mai 2012 aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des Beschwe r- deführers festzustellen. 8. Dem unterzeichnenden Anwalt sei vor der Gutheissung der vorliege n- den Verwaltungsbeschwerde eine angemessene Frist zur Einreichung e i- ner detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung einzuräumen. Auf die Begründung der Beschwerdebegehren wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Mit der Rechtsmittelschrift wurden ein Zertifikat vom 12. März 2008 sowie mehrere Berichte über Usbekistan zu den Akten gereicht. F. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters des Bundesverwaltung s- gerichts vom 21. Juni 2012 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleic h- zeitig verfügte der Instruktionsrichter, dass der Beschwerdeführer bis zum 6. Juli 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu bezahlen habe. G. Am 28. Juni 2012 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertre-D-3251/2012 Seite 6 ter ein "Gesuch um Erlass des Gerichtskostenvorschuss" einreichen, wor- in er um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten ersuchte. Mit dem Gesuch wurde eine Fürsorge bestätigung vom 25. Juni 2012 zu den Akten gereicht. H. Mit Zwischenverfügung vom 5. Juli 2012 wies der Instruktionsrichter die Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20 . Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Erlass des Kostenvorschusses ab und gewährte ihm zur B e- zahlung des ausstehenden Kostenvorschusses eine Nachfrist von drei Tagen ab Erhalt der Verfügung. I. Der Kostenvorschuss wurde am 6. Juli 2012 geleistet. J. Mit Zwischenverfügung vom 13. Juli 2012 gewährte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer Einsicht in die von ihm im vorinstanzlichen Ve r- fahren eingereichten Beweismittel (mit Ausnahme des Führerausweises ) und gab ihm Gelegenheit, bis am 20. Juli 2012 eine Beschwerdeergän- zung einzureichen. K. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 20. Juli 2012 eine B e- schwerdeergänzung einreichen. Auf deren Begründung wird, soweit w e- sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u-D-3251/2012 Seite 7 ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG ist im vorliegenden Verfahren nicht gegeben, so dass das Bundesverwaltung s- gericht in der Sache endgültig entscheidet. 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berühr t und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheide n in der R e- gel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rechtsbegehren erhoben. Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. En t- scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylre- kurskommission [ EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1 ; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit D-3251/2012 Seite 8 weiteren Hinweisen, S. 287 und 297 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4.2 4.2.1 In der Beschwerde wird einerseits gerügt, die Vorinstanz habe das Akteneinsichtsrecht respektive das rechtliche Gehör verletzt, da sie es unterlassen habe, Einsicht in die vom Beschwerdeführer im vorinstanzli- chen Verfahren eingereichten Beweismittel und Ausweise zu gewähren ; zudem, da sie es versäumt habe, diese Dokumente zu paginieren. 4.2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 der Bundesverfassung der Sc hweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 VwVG) beinhaltet unter anderem die behördliche B e- gründungspflicht, wie auch das Akteneinsichtsrecht, welches in Art. 26 ff. VwVG geregelt ist. Gemäss Art. 26 ff. VwVG ist den Parteien grundsätz- lich Einsicht in die Akten zu gewähren. Das Einsichtsrecht bezieht sich auf Eingaben von Parteien und Vernehmlassungen von Behörden, säm t- liche als Beweismittel dienenden Aktenstücke sowie auf die Niederschri f- ten eröffneter Verfügungen (Art. 26 Abs. 1 Bstn. a, b und c VwVG). Somit fallen unter Art. 26 VwVG sämtliche Aktenstücke, welche grundsätzlich geeignet sind, in einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu dienen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerich ts E-1814/2007 vom 17. August 2010 E. 4.1). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auch auf Aktenstücke, deren Inhalt der Par tei bereits bekannt ist ( STEPHAN C. BRUNNER in: Au- er/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 2 6 Rz. 17). Das Akteneinsichtsrecht gilt indessen nicht absolut und kann gemäss Art. 36 BV eingeschränkt werden. Art. 27 VwVG i.V.m. Art. 28 VwVG bilden dabei die gesetzliche Grundlage. 4.2.3 Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Vorinstanz dem Beschwerde- führer mit Verfügung vom 29. Mai 2012 keine Einsicht in die von ihm ei n- gereichten Beweismittel gewährte. Da diesbezüglich grundsätzlich ein Ak- teneinsichtsrecht besteht und die Voraussetzungen für dessen Ein- schränkung gemäss Art. 27 f. VwVG nicht erfüllt sind, hätte das BFM dem Beschwerdeführer Einsicht in diese Dokumente gewähren müssen. D a- durch, dass es ihm die Einsicht verweigerte, ver letzte es sein Recht auf Akteneinsicht. Mit Verfügung vom 13. Juli 2012 räumte das Bundesve r- waltungsgericht dem Beschwe rdeführer jedoch Einsicht in diese Dok u- mente ein – mit Ausnahme des Führerausweises, d er ihm anlässlich der D-3251/2012 Seite 9 Anhörung wieder ausgehändigt worden war – und gab ihm Gelegenheit, seine Beschwerde zu ergänzen (vgl. vorstehend Bst. J.). Am 20. Juli 2012 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter eine Beschwer- deergänzung zu den Akten rei chen (vgl. vorstehend Bst. K.). Damit kann dieser Verfahrensmangel als geheilt betrachtet werden, zumal die festg e- stellte Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht sch werwiegender Natur ist (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4). Der Verfahrensmangel wird indessen im Entschädigungspunkt zu berücksichtigen sein (vgl. nachfolgend E. 9). 4.2.4 Bezüglich der Rüge, wonach es die Vorinstanz versäumt habe, die eingereichten Beweismittel zu pa ginieren, stellt das Bundesverwaltung s- gericht nach Prüfung des Aktenverzeichnisses fest, dass es das BFM ta t- sächlich unterlassen hat , die Beweismittel im Aktenverzeichnis aufzufü h- ren, obwohl sie dazu verpflichtet gewesen wäre (vgl. BGE 137 I 247 nicht publizierte E. 3.2). Aufgrund der gesamten Umstände ist jedoch festzuhal- ten, dass diese zu Recht gerügte unsorgfältige Verfahrensführung im vor- liegenden Fall nicht von wesent licher Bedeutung ist, zumal dem Be- schwerdeführer dadurch für das Verfahren keine Nacht eile erwachsen sind. Es rechtfertigt sich daher nicht, die angefochtene Verfügung wegen dieses (geringfügigen) Mangels in den Akten aufzuheben (vgl. dazu EMARK 1996 Nr. 13 E. 4c f.). 4.3 4.3.1 Im Weiteren wird in der Rechtsmittelschrift gerügt, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht und somit den Anspruch auf rechtliches Gehör schwerwiegend verletzt, indem sie es unterlassen habe, wesentl i- che Sachverhaltselemente in der Verfügung zu erwähnen und somit auch zu würdigen. So habe sie e s versäumt, den Japan -Aufenthalt des B e- schwerdeführers und die Telefonanrufe fremder Mädchen vor der Entfü h- rung in der angefochte nen Verfügung anzuführen. Ebenso, dass der B e- schwerdeführer Zeuge massivster Misshandlungen (insbesondere g e- schlechtsspezifischer Natur) geworden sei, er "präsidentenfeindliche" Ak- tivitäten au sgeführt beziehungsweise Papiere mit regierungsfeindlichem Inhalt verteilt habe, er ein entsprechendes Geständnis unterschrieben habe und ihm verboten worden sei, aus Usbekistan auszureisen. 4.3.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, das sich das BFM bei der Begrü n- dung ihrer Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesicht s- punkte beschränken durfte und nicht gehalten war, sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung auseinander zu se tzen (BGE126 I 97 E. 2.b S.102 f.). Sodann ist festzustellen, dass den Akten keine Hinweise D-3251/2012 Seite 10 zu entnehmen sind, wonach das BFM den Sachverhalt ungenügend fes t- gestellt beziehungsweise sich mit diesem nicht auseinandergesetzt hätte. Es ist in diesem Zusammenh ang darauf hinzuweisen, dass die Verfo l- gungsvorbringen des Beschwerdeführers von der Vorinstanz zu Recht als unglaubhaft beurteilt wurden (vgl. nachfolgend E. 5.6 f.). Zudem ist fest- zuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung – entge- gen der Behauptung in der Rechtsmittelschrift – nie geltend machte, "prä- sidentenfeindliche" Aktivitäten ausge führt beziehungsweise Papiere mit regierungsfeindlichem Inhalt verteilt zu haben ( vgl. BFM-Akten A 10/16 F113), weswegen der Vorinstanz auch nicht vorgeha lten werden kann, Derartiges in der Verfügung nicht erwähnt zu haben. Die vom Beschwer- deführer erhobene Rüge, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, ist daher unbegründet. 4.4 4.4.1 Des Weiteren wird i n der Beschwerde gerügt , die Vorinstanz habe Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) und damit den Anspruch auf rechtliches Gehör ver- letzt, indem sie es unterlassen habe, den Beschwerdeführer ein zweites Mal durch ein reines Männerteam zu seinen Asylgrü nden anzuhören, nachdem dieser in der Anhörung geschildert habe, dass nach seiner Ve r- haftung vor seinen Augen ein "Bursche" geschlechtsspezifisch gefoltert worden sei. Insbesondere, da aus den Schilderungen des Beschwerd e- führers nicht klar hervorgehe, ob e r selber auch geschlechtsspezifisch verfolgt worden sei. 4.4.2 Gemäss Art. 6 AsylV 1 wird eine asylsuchende Person von einer Person gleichen Geschlechts angehört, wenn konkrete Hinweise auf g e- schlechtsspezifische Verfolgung vorliegen oder die Situation im He r- kunftsland auf geschlechtsspezifische Verfolgung hindeutet. Diese Ve r- fahrensvorschrift ist nicht nur dann anzuwenden, wenn dies von der b e- troffenen asylsuchenden Person ausdrücklich verlangt wird; vielmehr ve r- pflichtet sie die zuständige Behörde dazu, auf di e darin vorgesehene Weise vorzugehen, sobald entsprechende Hinweise vorliegen. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass Art. 6 AsylV 1 auch eine Ausgestaltung des rechtlichen Gehörs ist, weil diese Bestimmung als Schutzvorschrift b e- zweckt, Asylsuchenden zu ermöglichen, ihre Vorbringen angemessen vorzutragen, das heisst konkret erlittene Übergriffe möglichst frei und von Schamgefühlen oder Angst unbeeinträchtigt zu schildern. Gleichzeitig dient die Bestimmung aber auch dazu, die Richtigkeit der Sachverhalt s- abklärung zu gewährleisten. Aus diesen Gründen ist Art. 6 AsylV 1 grund-D-3251/2012 Seite 11 sätzlich von Amtes wegen anzuwenden (vgl. EMARK 2003 Nr. 2 E. 5c S. 19 f.). Der Begriff "geschlechtsspezifische Verfolgung" meint "Verfo l- gung in der Form sexueller Gewalt". Aus dem Schutz gedanken von Art. 6 AsylV 1 ergibt sich, dass jede Verfolgung, welche mit sexueller Gewalt einhergeht oder die geschlechtliche Identität des Opfers treffen soll, da r- unter zu subsumieren ist (vgl. a.a.O. E. 5 b/cc S. 16). 4.4.3 Anlässlich der Anhörung machte der Beschwerdeführer geltend, er habe zuschauen müssen, wie die Polizisten schamhafte Sachen mit e i- nem Burschen gemacht hätten. So hätten sie ihm einen Haarbrennstab in den Anus eingeführt (A 10/16 S. 9). Aus dem Anhörungsprotokoll geht – entgegen den Vorbringen in der Rechtsmittelschrift – nicht hervor, dass der Beschwerdeführer auf dieselbe Weise gefoltert worden wäre. Eine "geschlechtsspezifische Verfolgung" im Sin ne von Art. 6 AsylV 1 liegt nach dem Sinn und Zweck dieser Vorschrift nur dann vor, wen n die asyl- suchende Person selbst mittels sexueller Gewalt verfolgt wird. Es genügt somit nicht, dass die asylsuchende Person nur Zeuge von "geschlecht s- spezifischer Verfolgung" wird. Folglich ist festzuhalten, dass die vom B e- schwerdeführer geltend gemachte Verfolgung – erzwungenes Zuschauen bei schamhafter Folterung – nicht unter den Begriff der "geschlechtssp e- zifischen Verfolgung" im Sinne von Art. 6 AsylV 1 fällt. Somit war die Vor- instanz – entgegen der Auffassung in der Besc hwerde – auch nicht von Amtes wegen verpflichtet, den Beschwerdeführer ein zweites Mal durch ein reines Männerteam zu seinen Asylgründen anzuhören, weshalb sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt hat. 4.5 In der Rechtsmittelschrift wird ausserdem gerügt , die Vorinstanz h a- be den Sachverhalt mangelhaft abgeklärt, da sie es u nterlassen habe, den Beschwerdeführer ein zweites Mal durch ein reines Männerteam zu befragen; zudem habe sie es versäumt , die wesentlichen im Entscheid unerwähnten Punkte weiter abzuklären. Hinsichtlich der ersten Rüge ist auf E. 4.4.3 zu verweisen, wo festgehalten ist, dass die Vorinstanz nicht verpflichtet war, den Beschwerdeführer ein zweites Mal durch ein reines Männerteam zu befragen , weshalb diesbezüglich keine mangelhafte A b- klärung des Sachverhalts vorliegt. Bezüglich der zweiten Rüge ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz die Asylvorbringen des Beschwerdefüh- rers bereits aufgrund der bestehenden Akten als unglaubhaft bezi e- hungsweise als nicht asylrelevant beurteilen konnte , zumal seine Aussa- gen in wesentlichen Punkten widersprüchlich , vage und unsubstanziiert sind beziehungsweise der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprechen (dazu nachfolgend E. 5.6 f.), weshalb sie in a n-D-3251/2012 Seite 12 tizipierter Beweiswürdigung darauf verzichten konnte, die im Entscheid unerwähnten Punkte weiter abzuklären. Aus diesem Grund war es – ent- gegen der Auffassung in der Beschwerde – auch nicht angezei gt, eine Botschaftsabklärung durchzuführen . Der diesbezügliche in der B e- schwerdeergänzung erhobene Antrag ist abzuweisen. Die Rüge, wonach die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig abgeklärt habe, ist demz u- folge unbegründet. Dies gilt auch bezüglich der Rüge in der Eingabe vom 20. Juli 2012 , die Vorinstanz habe nie eine Übersetzung der eingereic h- ten Beweisdokumente verlangt und es unterlassen, den Beschwerdefü h- rer aufzufordern, Übersetzungen dieser Beweismittel einzureichen, we s- halb eine korrekte Würdigung der Beweisdokumente nicht möglich sei. Es ist vorliegend nicht ersichtlich, welche Schlüsse aus den (inhaltlichen) Übersetzungen der Beweismittel, beispielsweise eines Diploms, einer No- tenliste, eines Führerausweises usw. , gezogen werden könnten, da sie keinen Bezug zum Asylvortrag haben. 4.6 Nach dem Gesagten besteht daher keine Veranlassung, die Verf ü- gung des BF M vom 15. Mai 2012 aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb der An trag, diese sei aufzuheben und die Sache dem BFM zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts und zur Neubeurteilung zurückzuweisen, abzuwei sen ist. 5. 5.1 Es bleibt im Folgenden zu prüfen, ob das BFM im vorliege nden Fall die Asylvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als unglaubh aft be- urteilt und demzufolge sein Asylgesuch abgewiesen hat. 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie g e- nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der D-3251/2012 Seite 13 Gesuchsteller persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder b e- wusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nö tige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des G e- suchstellers. Entscheidend ist, ob di e Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; BVGE 2010/57 E. 2.3, EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). 5.4 Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer den Wortlaut sämtlicher Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigte und sich deshalb seine Aussagen entgegenhalten lassen muss. Im Weiteren ist darauf hi n- zuweisen, dass den Aussagen einer asylsuchenden Person im Em p- fangszentrum zu den Asylgründen angesichts des summarischen Charak- ters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein b e- schränkter Beweiswert zukommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 6.2.1 S. 66 und dort zitierte, weiterhin gültige Praxis). Widersprüche dürfen nur dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der Anhörung beim Kanton oder beim BFM diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zent- rale Asylgründe genannt werden, nicht bereits in der Befragung im Em p- fangszentrum zumindest ansatzweise erwähnt werden. 5.5 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Vorbringen des B eschwerde- führers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf die au s- führlichen und zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist (vgl. Ziffer I, Bst. B. vorstehend). In Ergänzung dazu ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen in wesentl i- chen Pu nkten erheblich widersprach. Beispielsweise sagte er bei der Kurzbefragung aus, der Mann habe ihnen ein Paket in die Hand gedrückt und gesagt: "Haltet mal, ich suche na ch dem Autoschlüssel" (A 1/9 S. 5), während er anlässlich der Anhörung vorbrachte, der Mann habe ihn (Be- schwerdeführer) gefragt, ob er seine Tasche schnell halten könne, damit er sein Auto aufmachen könne. Dann habe der Mann ihm diese Tasche in die Hand gedrückt (A 10/16 S. 8). Erheblich widersprochen hat sich der D-3251/2012 Seite 14 Beschwerdeführer auch hinsichtlich der Dauer seiner Festnahme durch die Polizei. So gab er diesbezüglich bei der Kurzbefragung zu Protokoll: "Drei, vier Tage, zwei Tage, ich erinnere mich nicht" (A 1/9 S. 5). Demg e- genüber machte er anlässlich der Anhörung geltend, er sei vom 29. A u- gust 2009 bis zum 3. September 2009 festgehalten worden. Im Weiteren äusserte sich der Beschwerdeführer auch widersprüchlich hinsichtlich des Zeitpunktes, an dem die Polizisten die Flugblätter bei ihm gefunden hä t- ten. Bei der Kurz befragung sagte er aus , sie seien von den Polizisten in den Bus gestossen und weggebracht worden. Die Polizisten hätten schon unterwegs in das Paket geschaut und die Flugb lätter gefunden (A 1/9 S. 5). Andererseits brachte er anlässlich der Anhörung (sinngemäss) vor, die Milizbeamten seien aus dem Bus ausgestiegen und hätten die Tasche sehen wollen. Als sie die Tasche aufgemacht hätten, seien dort so viele Papiere drin gewesen. Dann hätten sie ihm die Arme nach hinten gedreht und ihn ins Auto g ezwungen (A 10/16 S. 9). Die Vorbringen in der Rechtsmittelschrift sowie der Beschwerdeergänzung sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken, zumal diesen keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen sind. Beispielsweise ist dem (sinngemässen) Einwan d, wonach es absurd sei, dem von den u s- bekischen Behörden verhafteten Beschwerdeführer vorzuwerfen, dass er nicht wisse, wo er festgehalten worde n sei, entgegenzuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vorbrachte, den Keller zu Fuss verlassen zu haben (A 10/16 S. 12), wes wegen es nicht nachvol l- ziehbar ist, dass er über den Ort seiner Festhaltung keine genaueren A n- gaben machen konnte. Soweit der Beschwerdeführer in der Rechtsmittel- schrift vorbringt, sein Japan -Aufenthalt sei vermutlich einer der wesentl i- chen Grün de, weshalb die usbekischen Behörden auf ihn aufmerksam geworden seien, ist festzuhalten, dass dieses Vorbringen als nachg e- schoben und daher unglaubhaft zu beurteilen ist, zumal er solches a n- lässlich der Befragungen mit keinem Wort erwähnte. Gestützt auf das soeben Ausgeführte ist zu schliessen, dass es sich bei der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungssituation le- diglich um ein Konstrukt handelt. 5.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle einer Rückkehr nach Usbekistan befürch ten müsste. Er vermag mit sei nen Vorbringen in der Rechtsmittelschrift beziehungsweise der Beschwerd e-D-3251/2012 Seite 15 ergänzung sowie den eingereichten Beweismitteln zu keiner anderen B e- trachtungsweise zu führen, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einz u- gehen. Das BFM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie be i der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009 , Rz. 11.148). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Per son in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, D-3251/2012 Seite 16 zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfre i- heiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vo r- liegenden Verfa hren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des B e- schwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus - schaffung in den Heimat- oder Herkunftsstaat dort mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen rechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Gros se Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm nach den vorstehenden Erwägungen nicht g e- lungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Usbekistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Auslä nderinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. D-3251/2012 Seite 17 7.3.2 Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist zum heut i- gen Zeitpunkt nicht von einer allgemeinen Situation der Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältni ssen in Usbekistan auszugehen, welche für den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würden. 7.3.3 Auch aufgrund der persönlichen Situation des jungen und – gemäss den Akten – gesunden Beschwerdeführers sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Zumutbarkeit des Weg weisungsvollzugs sprechen. Er ver- fügt über mehrere Ausbildungen (…) sowie jahrelange Berufserfahrung, weshalb anzunehmen ist, er könne sich in seiner Heimat wieder wir t- schaftlich integrieren. Davon ist umso mehr auszugehen, als er anlässlich der Anhörung zu Protokoll gab, dass sein Imbissladen in seiner Heimat auch in seiner Abwesenheit wei terlaufe (A 10/16 S. 5). Zudem leben g e- mäss seinen Anga ben seine Eltern , seine Ehefrau, seine beiden Kinder sowie seine bei den Geschwister in Usbekistan . Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass er in seiner Heimat über ein soziales Bezi e- hungsnetz verfügt, welches ihm eine Reintegration erleichtern kann. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen di e ansäs- sige Bevöl kerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der We g- weisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. D-3251/2012 Seite 18 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwe r- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kost en und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) und mit dem am 6. Juli 2012 geleisteten Koste n- vorschuss zu verrechnen. 9.2 Dem Umstand, dass auf Seiten des Beschwerdeführers, weil die Vor- instanz keine Einsicht in die von ihm einge reichten Beweismittel gewähr- te, unnötiger Aufwand entstanden ist, ist bei der Parteientschädigung Rechnung zu tragen. Der Antrag des Rechtsvertreters des Beschwerd e- führers auf Ansetzung einer angemessenen Frist zur Nachreichung einer Kostennote ist abzuweisen, weil kein Anspruch auf Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Kostennote besteht, vielmehr die Rechtsvertretung zur unaufgeforderten Einreichung einer detaillierten Kostennote verpflic h- tet ist (Art. 14 Abs. 1 VGKE). Die Entschädigung ist vom Geri cht von Am- tes wegen festzusetzen, da der dem Beschwerdeführer erwachsene Au f- wand leicht abzuschätzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE) und unter Berücksicht i- gung der Bemessungsgrundsätze (Art. 8 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 300.-- (inklusiv Auslagen und Mehrwertsteuer ) festzusetzen ist. Dieser Betrag ist vom BFM zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3251/2012 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Dieser Betrag wird mit dem in derselben Höhe geleisteten Koste n- vorschuss verrechnet. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschäd i- gung von Fr. 300.-- zu entrichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: