<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2016-02-17-6B_141-2016.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_141/2016 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 17. Februar 2016</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Oberholzer, Rüedi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber C. Monn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, 3011 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Entschädigung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Strafabteilung, 1. Strafkammer, vom 15. Januar 2016. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Das Bundesgericht zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Einzelgericht Bern-Mittelland sprach den Beschwerdeführer am 8. Oktober 2015 von der Anschuldigung der einfachen Verkehrsregelverletzung frei und sprach ihm eine Entschädigung von Fr. 400.-- zu. </div> <div class="para">Am 17. Oktober 2015 meldete der Beschwerdeführer form- und fristgerecht Berufung an und verlangte eine Entschädigung von Fr. 5'000.--. </div> <div class="para">Das schriftlich begründete Urteil des Einzelgerichts wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. November 2015 zugestellt. Zugleich wurde er auf die Frist von 20 Tagen für die Einreichung der schriftlichen Berufungserklärung aufmerksam gemacht. Da innert der Frist keine Berufungserklärung einging, wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Innert Frist liess er sich am 4. Januar 2016 vernehmen. </div> <div class="para">In der Folge trat das Obergericht des Kantons Bern am 15. Januar 2016 auf die Berufung nicht ein, weil der Beschwerdeführer innert Frist die obligatorische Berufungserklärung nicht eingereicht hatte. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, dass der Entscheid vom 15. Januar 2016 aufgehoben und das Verfahren nicht auf Deutsch, sondern in einer für ihn verständlichen Sprache durchgeführt werde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer rügt, die ihm im kantonalen Verfahren zugestellten Unterlagen habe er mangels Sprachkenntnissen kaum oder gar nicht verstanden. </div> <div class="para">Die Vorinstanz verweist demgegenüber auf seine Stellungnahme vom 4. Januar 2016, worin er ausführte, dass er es aufgrund seiner klaren Berufungsanmeldung vom 17. Oktober 2015 nicht für opportun erachtet habe, auf die Verfügung vom 17. November 2015 zu reagieren. Wörtlich schrieb er: "Mon précédent recours était on ne peut plus clair, raison pour laquelle je n'ai pas retenu opportun de donner suite à votre courrier du 17.11.2015" (KA act. 141). Ohne in Willkür zu verfallen, durfte die Vorinstanz daraus den Schluss ziehen, dass aus dem bewussten Verzicht auf die Einreichung einer Berufungserklärung abgeleitet werden könne, dass allfällige sprachliche Hindernisse keine entscheidende Rolle spielten (Beschluss S. 2/3). Wenn der Beschwerdeführer aber bewusst auf eine Berufungserklärung verzichtete, ist der angefochtene Nichteintretensentscheid nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> abzuweisen. </div> <div class="para">Gemäss dem soeben Gesagten ergeht auch das vorliegende Urteil des Bundesgerichts in Anwendung von <span class="artref">Art. 54 Abs. 1 BGG</span> in deutscher Sprache. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Er macht geltend, er sei bedürftig. Das Vorbringen kann als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entgegengenommen werden. Das Gesuch ist in Anwendung von <span class="artref">Art. 64 BGG</span> indessen abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Da der Beschwerdeführer seine angebliche Bedürftigkeit nicht darlegt und nachweist, kommt eine Herabsetzung der Gerichtskosten nicht in Betracht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Strafabteilung, 1. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. Februar 2016 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Monn </div> </div></body></html>