B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4875/2013 U r t e i l v o m 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren am (…), Marokko, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. August 2013 / N (…). E-4875/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein marokkanischer Staatsangehöriger und ethnischer Araber, eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat anfangs 2008 verliess und via Frankreich und Italien am 7. April 2013 in die Schweiz gelangte, wo er am 9. April 2013 um Asyl nachsuchte, dass er am 18. Apr il 2013 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) (…) zu seiner Person sowie zu seinen Ausreise- und Asylgründen su m- marisch befragt wurde, und ihm überdies das rechtliche Gehör zur allfälli- gen Zuständigkeit Italiens und Frankreichs für die Durchführung des vor- liegenden Asyl- und Wegweisungsverfahrens gewährt wurde, dass er im Wesentlich vorbrachte, er heisse B._______ und habe an- fangs 2008 seine Heimat aus wirtschaftlichen und familiären Gründen – er sei aus der elterlichen Wohnung geworfen worden und habe danach auf der Strasse oder bei Freunden gelebt – illegal verlassen, dass er sich anschliessend über zwei Jahre in Frankreich und fün f Mona- te in Italien aufgehalten habe und in der Folge zwischen Frankreich und Italien gependelt sei, wobei er das letzte Mal neun Monate lange in Italien geblieben und daraufhin in die Schweiz gereist sei, dass ein Abgleich des BFM mit dem zentralen Visa -Informationssystem (CS-VIS) ergab, dass dem Beschwerdeführer auf der spanischen Au s- landvertretung in (…), Marokko, ein auf den Namen A._______ lautendes Schengenvisum ausgestellt wurde mit Gültigkeit vom (…) 2011 bis (…) 2012, dass dem Beschwerdeführer am 19. April 2013 das rechtliche Gehör zur Identitätstäuschung, zur Kantonszuteilung sowie zur allfälligen Zuständig- keit Spaniens für die Durchführung des vorliegenden Asyl - und Wegwei- sungsverfahrens gewährt wurde (vgl. A9/3 sowie A 10/2), dass der Beschwerdeführer hierzu insbesondere zu Protokoll gab, er ha- be in der EVZ-Befragung seinen richtigen Namen angegeben und nie ein spanisches Visum erhalten, dass er im Übrigen keine Reise- und/oder Identitätspapiere einreichte, E-4875/2013 Seite 3 dass die [kantonale] Staatsanwaltschaft den Beschwerdeführer mit Stra f- befehl vom (…) 2013 wegen Raubes zu einer bedingten Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Monaten verurteilte, dass das BFM mit Schreiben vom 5. Juli 2013 den Beschwerdeführer über die Beendigung des Dublin -Verfahrens im vorliegenden Fall und die Durchführung des nationalen Asyl - und Wegweisungsverfahrens info r- mierte, dass das BFM den Beschwerdeführer mit Vorladung vom 9. Juli 2013 zu einer Anhörung im EVZ (…) auf den 25. Juli 2013, 13:00 Uhr, aufbot, und der Beschwerdeführer dieser Einladung keine Folge leis tete, weshalb die Anhörung nicht stattfinden konnte, dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben des BFM vom 25. Juli 2013 das rechtliche Gehör zu seinem Fernbleiben gewährt wurde, und er sich am 31. Juli 2013 hierzu schriftlich äusserte, dass er sein Nicht erscheinen damit begründet e, dass er krank gewesen sei, allerdings gerne an der Anhörung teilgenommen hätte, dass man ihm zudem in seinem Zimmer das Zugticket gestohlen habe und er kein Geld gehabt habe, sich ein neues Billet zu kaufen, dass er es wirklich bedauere und hoffe, zu einem weiteren Interview ei n- geladen zu werden, dass das BFM mit Verfügung vom 19. August 2013 – eröffnet am 21. Au- gust 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegwe i- sung anordnete, dass es den Kanton (…) mit dem Vollzug der Wegweisungsverfügung be- auftragte und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Ak- tenverzeichnis an den Beschwerdeführer anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Beschwe r- deführer habe seine Mitwirkungspflicht schuldhaft und in grober Weise verletzt, da er trotz ordnungsgemässer Zustellung der Vorladung nicht zur am 25. Juli 2013 angesetzten Anhörung erschienen sei, E-4875/2013 Seite 4 dass er dadurch klar zu erkennen gegeben habe, dass er an einer For t- setzung des Asylverfahrens nicht interessiert sei und ihm daher auch sein erforderliches Rechtsschutzinteresse abzusprechen sei, dass seine Erklärung, er sei krank gewesen und habe sich kein neues Zugticket leisten können, sehr fadenscheinig sei, zumal er das BFM über seine angebliche Krankheit und das Verschwinden seines Tickets hätte informieren können, dass ferner der Umstand, dass er das BFM über seine Identität getäuscht habe bzw. sich im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen Gehörs g e- weigert habe, seine wahre Identität offenzulegen, sowie die Tatsache, dass er seit seiner Ankunft in der Schweiz mehrfach wegen deliktischen Handelns von der Polizei festgenommen worden sei, aufzeigen würden, dass er seine Mitwirkungspflicht mehrfach in grober Weise verletzt habe und sich der hiesigen Rechtsordnung nicht anpassen könne, dass sich im Übrigen aus den Ausführungen des Beschwerdeführers in der EVZ-Befragung nur soziale und wirtschaftliche Gründe für seine Au s- reise ergeben hätten und er somit keine asylrelevanten Vorbringen ge l- tend gemacht habe, dass die Regelfolge des Nichteintretens die Wegweisung sei, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG vorliegend nicht zur Anwendung gelange, weil aufg rund der groben und schuldhaften Verletzung der Mitwirkungspflicht und des Desinteresses an der Fortsetzung des Asylverfahrens keine Hinweise auf die Flü chtlingsei- genschaft des Beschwerdeführers vorlägen, und sich aus den Akten auch keine Anhaltspunkte dafür ergeben würden, dass ihm im Falle einer Rückkehr in seinen Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Str a- fe oder Behandlung drohe, dass weder die im Heimatstaat des Beschwerdeführers herrschende pol i- tische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs sprechen würden, und der Vollzug des Wegweisung schliesslich auch technisch möglich sowie praktisch durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2 6. August 2013 (Datum Poststempel) – eingegangen beim [kantonales Migrationsamt] am E-4875/2013 Seite 5 29. August 2013; weitergeleitet an das Bundesverwaltungsgericht und eingegangen beim Gericht am 2. September 2013 – gegen diesen Ent- scheid Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die Verf ü- gung des BFM sei aufzuheben und es sei eine Anhörung durchzuführen, dass er zur Begründung ausführt e, er heisse A._______ und habe, als ihm sein Visum für Spanien ausgestellt worden sei, einem Mann im sp a- nischen Konsulat in Marokko 3'000 Euro gezahlt, um eine Telefonnummer eines anderen Mannes in Spanien zu erhalten, der ihm hätte Asyl ver- schaffen sollen, dass dieser Mann ihm jedoch niemals geholfen habe, sondern 1'000 Euro vom Beschwerdeführer erhalten und ihn nach Italien geschickt habe, dass er ihm gesagt habe, er könne ihm kein Asyl verschaffen, da man den Beschwerdeführer in einer Woche nach Marokko ausschaffen würde, und der Beschwerdeführer ihm das geglaubt habe, dass er im Übrigen nicht nach Spanien zurückkehren könne, weil er dort Probleme mit der marokkanischen Mafia habe, dass er um eine weitere Befragung ersuche, damit er alles beweisen könne, dass die vorinstanzlichen Akten am 3. September 2013 beim Bundesve r- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, E-4875/2013 Seite 6 dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Ei nreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass die Beschwerdeeingabe fristgerecht an eine unzuständige Behörde ([kantonales Migrationsamt] ) eingereicht wurde, womit die Frist als g e- wahrt gilt (vgl. Art. 21 Abs. 2 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32–35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1, m.w.H.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu b egründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, E-4875/2013 Seite 7 dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende auf andere Weise als den in Art. 32 Abs. 2 Bst. a und b AsylG genannten Gründen ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft und in grober Weise verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG), dass die Mitwirkungspflicht im Asylverfahren unter anderem beinhaltet, dass asylsuchende Personen an der Feststellung des Sachverhalt s mit- zuwirken haben, wozu insbesondere auch das Erscheinen zu den Anh ö- rungen und die Beantwortung der gestellten Fragen gehört (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG), dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht nur dann als grob im Sinne des Nichteintretenstatbestands von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG zu qualifi - zieren ist, wenn sie sich auf die Verhinderung einer bestimmten, konkret vorgesehenen Verfahrenshandlung bezieht, die Verunmöglichung einer theoretisch denkbaren Amtshandlung dagegen nic ht ausreicht (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2001 Nr. 19 E. 4a und EMARK 2003 Nr. 21 E. 3d, m.w.H.), dass es sich bei der Anhörung um eine wichtige Voraussetzung zur Fes t- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts handelt (vgl. EMARK 2003 Nr. 22 E. 4.a und b), dass das Nichterscheinen an einer Anhörung, zu der eine asylsuchende Person ordnungsgemäss eingeladen worden ist, als Verhinderung einer konkret vorgesehenen Verfahrenshandlung gelten muss und eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG darstellt (vgl. EMARK 2000 Nr. 8 E. 7a; EMARK 2003 Nr. 22 E. 4a; zur Qualifizierung einer Mitwirkungspflicht als grob vgl. auch EMARK 2001 Nr. 19 E. 4a, EMARK 2003 Nr. 21 E. 3d), dass die grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht in schuldhafter Weise, nicht aber zwingend vorsätzlich erfolgt sein muss (vgl. EMARK 2000 Nr. 8 E. 5a; BVGE 2011/27 E. 4.2), dass unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung im Gegensatz zur strafrechtlichen Terminologie eine solche zu verstehen ist, bei welcher die betreffende Person durch aktives Handeln zur Verletzung beiträgt oder ein Handeln unterlässt, das ihr aufgrund ihres Alters, ihrer Ausbil - dung, ihrer beruflichen und sozialen Stellung vernünftigerweise zugemu - tet werden kann, E-4875/2013 Seite 8 dass der Beschwerdeführer in der EVZ -Befragung mit Abgabe des Merk- blattes für Asylsuchende über seine Verpflichtung zur Mitwirkung am Ver- fahren aufmerksam gemacht worden ist (vgl. act. A 7/12 S. 2.), dass sich in den vorinstanzlichen Akten eine Vor ladung vom 9. Juli 2013 für die vorgesehene Anhörung vom 25. Juli 2013 befindet (vgl. A 36/2, A 37/1), und der Beschwerdeführer im Übrigen gar nicht bestreitet, nicht ordnungsgemäss vorgeladen worden zu sein, dass die Begründung des Beschwerdeführers, wes halb er der Anhörung ferngeblieben ist – er sei einerseits krank gewesen , andererseits habe man ihm im Zimmer das Zugticket gestohlen und er habe kein Geld g e- habt, sich ein neues Billet zu kaufen –, nicht zu überzeugen vermag, dass insbesondere kein Arztzeugnis ins Recht gelegt wurde , aus we l- chem hervorgeht, dass der Beschwerdeführer am besagten Tag krank gewesen sei, dass das BFM sodann zu Recht ausführte, der Beschwerdeführer hätte das Bundesamt über seine angebliche Krankheit und das gestohl ene Ti- cket informieren können, dass ferner auch die Frist zwischen Vorladung und Anhörungstermin (et- wa zwei Wochen) nicht als unangemessen erscheint, dass im Übrigen den Akten zu entnehmen ist , dass es sich beim B e- schwerdeführer um A._______ handelt, welchem auf der spanischen Bot- schaft in (…), Marokko, ein Schengenvisum ausgestellt wurde mit Gülti g- keit vom (…) 2011 bis (…) 2012, dass auch der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen Gehörs trotz Vorhalts der Vorinstanz weiterhin weigerte, seine wahre Identität offenzulegen, eine Verletzung seiner Mi t- wirkungspflicht darstellt, dass er erst auf Beschwerdestufe eingestand, A._______ zu heissen, welchem auf der spa nischen Botschaft in (…), Marokko, ein Visum au s- gestellt worden sei, dass aus den Akten keine entschuldbaren Gründe hervorgehen, weshalb der Beschwerdeführer gegenüber dem BFM nicht seine richtigen Pers o- nalien angab und seine in der Beschwerdeschrift geltend gemachten Vor-E-4875/2013 Seite 9 bringen nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte schildern kö n- nen, dass er in seiner Beschwerdeeingabe im Übrigen nicht auf das ihm vo r- geworfene Fehlverhalten eingeht, sondern nunmehr darauf verweist, in Spanien Probleme mit Drittpersonen sowie der marokkanischen Mafia zu haben, und diese Vorbingen nicht geeignet sind, die vom Beschwerdefüh- rer begangene Mitwirkungspflichtverletzung zu begründen, dass nach dem Gesagten von einer schuldhaften groben Mitwirkungs- pflichtverletzung im Sinne d er Praxis auszugehen ist, und der Beschwer- deführer durch sein Nichterscheinen eine bestimmte, konkret vorgesehe- ne Verfahrenshandlung – nämlich die Durchführung der Anhörung – ver- hindert hat , wobei für sein Fehlverhalten keine entschuldbaren Gründe ersichtlich sind und er es folglich unterlassen hat, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9, m.w.H.), weshalb die verfügte Wegwe i- sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und somit vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das B undesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 1 6. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen g e- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schwe iz einer Weiterreise der Ausländerin oder E-4875/2013 Seite 10 des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass es der Beschwerdeführer durch sein unentschuldigtes Nichtersche i- nen zur Anhörung unterliess, bei der Erhebung des mit Blick auf die Fes t- stellung seiner allfälligen Flüchtlingseigenschaft rechtserheblichen Sac h- verhalts mitzuwirken, und aus diesem Verhalten zu schliessen ist, dass er in seinem Heimatland Marokko aktuell keinen ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt ist oder dort solche zu befürchten hat, dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der massgeb- lichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen somit zulässig ist, da es de m Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebl i- che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG ve rankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Marokko noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle seiner Rüc k- kehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, E-4875/2013 Seite 11 dass der Vollzug der Wegweisung dem Beschwerdeführer in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), dass nach dem Gesagten der vom Bundesam t verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und nicht una n- gemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei- sen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-4875/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic Versand: