<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00390</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106535&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00390</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.02.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verkehrsabgaben</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Befreiung der Schweizerischen Post von den Verkehrsabgaben im Bereich der sog. Wettbewerbsdienste ? Feststellungsentscheide sind nicht vollstreckungsfähig, so dass sich bei deren Anfechtung die Frage der aufschiebenden Wirkung nicht stellt (E. 1b). Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Motorfahrzeugen; die Zürcher Verkehrsabgabe ist eine Steuer mit Elementen einer Gebühr (E. 2a). Einerseits Steuerbefreiung nach Garantiegesetz für die Eidgenossenschaft und ihre Anstalten und Betriebe mit Ausnahme von nicht unmittelbar öffentlichen Zwecken dienenden Liegenschaften, anderseits Steuerpflicht der Post für Gewinne aus Wettbewerbsdiensten unter subsidiärem Hinweis auf das Garantiegesetz (E. 2b). Neuorganisation der Post als selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts des Bundes; Grundlagen (E. 2c). Die Gesetzgebung des Bundes über die Post und den Strassenverkehr schränkt die Steuerbefreiung nach Garantiegesetz nicht ein (E. 3c-e). Gutheissung (einer Beschwerde der Post). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESTSTELLUNGSENTSCHEID">FESTSTELLUNGSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POST- UND TELEKOMMUNIKATIONSRECHT">POST- UND TELEKOMMUNIKATIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POST- UND TELEKOMMUNIKATIONSRECHT">POST- UND TELEKOMMUNIKATIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PTT">PTT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERBEFREIUNG">STEUERBEFREIUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Weitere Spezialsteuern ST: ÃBRIGE SPEZIALSTEUERN">ÃBRIGE SPEZIALSTEUERN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSABGABEN">VERKEHRSABGABEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WETTBEWERB">WETTBEWERB</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 82 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 10 lit. I GarG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 POG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 9 lit. III PG/PostG</span><br/><span class="ungerade">Art. 105 SVG</span><br/><span class="gerade">§ 1 VAG</span><br/><span class="ungerade">§ 25 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 55 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2002 Nr. 39 S. 110</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Nach vorangehender Rechnungstellung an und Korrespondenz mit der Schweizerischen Post (nachfolgend auch: die Post) stellte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit mit VerfÃ¼gung vom 7. November 2000 fest, dass die Post fÃ¼r ihre Motorfahrzeuge und AnhÃ¤nger, die mit zÃ¼rcherischen Kontrollschildern verkehrsberechtigt sind oder mit Standort im Kanton ZÃ¼rich auf Ã¶ffentlichen Strassen im Verkehr stehen, nach Mass­gabe des zÃ¼rcherischen Verkehrsabgabegesetzes und der zÃ¼rcherischen Verkehrsabgabeverordnung verkehrsabgabepflichtig ist, soweit diese Fahrzeuge in Wettbewerbsdiens­ten eingesetzt werden (Disp. Ziff. 1). Die Post werde verpflichtet, den Anteil des Einsatzes ihrer Fahrzeuge fÃ¼r die Wettbewerbsdienste dem Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich auf erstes Begehren hin in fÃ¼r die Verkehrsabgabeerhebung genÃ¼gend detaillierter und Ã¼berprÃ¼fbarer Weise bekannt zu geben (Disp. Ziff. 2). BegrÃ¼ndet wurde dieser Feststellungsentscheid wie in der vorangehenden Korrespondenz im Wesentlichen damit, dass die Post seit ihrer Neuorganisation ab 1. Januar 1998 bezÃ¼glich des Einsatzes ihrer Motorfahrzeuge im Bereich der sogenannten Wettbewerbsdienste nicht mehr unter die bundesrechtliche Steuerbefreiungsnorm von Art. 10 des Garantiegesetzes vom 26. MÃ¤rz 1934 (GarG, in der Fassung vom 5. Mai 1977, SR 170.21) falle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Rekurs vom 8. Dezember 2000 beantragte die Post dem Regierungsrat, es sei festzustellen, dass die Post fÃ¼r ihre Motorfahrzeuge und AnhÃ¤nger, die mit zÃ¼rcherischen Kontrollschildern verkehrsberechtigt sind oder mit Standort im Kanton ZÃ¼rich auf Ã¶ffentlichen Strassen im Verkehr stehen, nicht verkehrsabgabepflichtig sei, selbst wenn diese in den Wettbewerbsdiensten eingesetzt werden (1); sodann sei der Totalbetrag von Fr. 562.50 in der zwei Fahrzeuge betreffenden Rechnung vom 17. Juni 2000 um den auf die Verkehrsabgaben entfallenden Teilbetrag von Fr. 371.50 zu kÃ¼rzen (2). Der Regierungsrat wies den Rekurs am 31. Oktober 2001 bezÃ¼glich des Feststellungsbegehrens ab; bezÃ¼glich des Leistungsbegehrens trat er darauf nicht ein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 7. Dezember 2001 beantragte die Post dem Verwaltungsgericht, ihrem vor Regierungsrat gestellten Feststellungsbegehren sei zu entsprechen; zudem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, soweit eine solche nicht bereits von Gesetzes wegen bestehe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r den Regierungsrat beantragte die Staatskanzlei am 29. Januar 2001 Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG). Die weiteren Prozessvoraussetzungen sind ebenfalls gegeben, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die aufschiebende Wirkung eines Rechtsmittels, die gemÃ¤ss § 25 und § 55 VRG fÃ¼r Rekurs und Beschwerde die Regel bildet, soll verhindern, dass durch den vorzeitigen Vollzug einer Anordnung rechtliche und tatsÃ¤chliche PrÃ¤judizien geschaffen werden, welche den Entscheid in der Hauptsache vorwegnehmen oder das Rechtsmittel illusorisch wer­den lassen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 25 N. 2). Weil Feststellungsentschei­de ohnehin nicht vollstreckungsfÃ¤hig sind (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 64), stellt sich die Frage der aufschiebenden Wirkung eines dagegen erhobenen Rechtsmittels nicht. Eine solche Wirkung kommt dem Rechtsmittel hÃ¶chstens in dem Sinn zu, dass die mit dem Feststellungsentscheid bewirkte KlÃ¤rung der Rechtslage vorerst nicht verbindlich ist; das er­gibt sich aber bereits daraus, dass die Erhebung des Rechtsmittels den Eintritt der Rechts­kraft verhindert. Dem Begehren der BeschwerdefÃ¼hrerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist daher nicht zu entsprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss Art. 105 Abs. 1 Satz 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG, SR 741.01) bleibt das Recht der Kantone zur Besteuerung der Fahrzeuge und zur Erhebung von GebÃ¼hren gewahrt. Diese Kompetenz ergibt sich bereits aus der ver­fassungsrechtlichen Kompetenzordnung (Art. 42 ff. der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV), weshalb sie lediglich deklaratorischer Natur ist. Weder wird eine solche Kompetenz fÃ¼r den Bund durch Art. 82 Abs. 1 BV begrÃ¼ndet, noch wird sie den Kantonen durch Art. 82 Abs. 3 BV entzogen (vgl. RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrecht, Band I, Bern 1984, Rz. 139).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Kanton ZÃ¼rich werden Motorfahrzeuge in Form der sogenannten Verkehrsabgabe besteuert, fÃ¼r welche die Bestimmungen des Verkehrsabgabegesetzes vom 11. September 1966 (VerkabG, LS 741.1) und der Vekehrsabgabeverordnung vom 23. November 1983 (VerkabV, LS 741.11) massgebend sind. Die zÃ¼rcherische Verkehrsabgabe ist eine Steuer, auch wenn sie gewisse Elemente einer GebÃ¼hr in sich schliesst (vgl. BGE 99 Ia 535 betreffend die basellandschaftliche Verkehrssteuer).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Bei der Besteuerung der Motorfahrzeuge haben die Kantone die im Bundesrecht zugunsten des Bundes vorgesehenen SteuerbefreiungstatbestÃ¤nde zu beachten (Art. 49 BV). Diese verletzen die verfassungsrechtliche Ordnung der Kompetenzausscheidung zwischen Bund und Kantonen nicht; abgesehen davon sind sie nach Art. 191 BV ohnehin anwendbar. GemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 GarG (in der Fassung vom 5. Mai 1977) sind die Eidgenossenschaft sowie ihre Anstalten und Betriebe und unselbstÃ¤ndigen Stiftungen von jeder Besteuerung durch die Kantone und Gemeinden befreit; ausgenommen sind Liegenschaften, die nicht unmittelbar Ã¶ffentlichen Zwecken dienen. Daneben bestehen bundesrechtliche Spezialnormen, deren spezielle Natur im VerhÃ¤ltnis zu Art. 10 Abs. 1 GarG in der Bezugnahme auf bestimmte Objekte der Besteuerung und/oder auf bestimmte Institutionen des Bundes liegt. So hÃ¤lt Art. 105 Abs. 4 SVG fest, dass die Kantone die Motorfahrzeuge des Bundes fÃ¼r ihre "ausserdienstliche Verwendung" besteuern kÃ¶nne. Sodann legt Art. 13 des Postorganisationsgesetzes vom 30. April 1997 (POG, SR 783.1) mit dem Randtitel "Steuerpflicht" fest, "fÃ¼r die Gewinne aus Wettbewerbsdiensten" nach Art. 9 des Postgesetzes vom 30. April 1997 (PG, SR 783.0) werde die Post besteuert (Satz 1), wÃ¤hrend "im Ã¼brigen" Art. 10 GarG gelte (Satz 2). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Ziel der auf 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Reorganisation der frÃ¼heren PTT-Betriebe war es, sowohl der Post wie auch der Telecom PTT im verÃ¤nderten Markt einen neu definierten, grÃ¶sseren unternehmerischen Spielraum zu verschaffen (BBl 1996 III 1314). Entsprechend der fÃ¼r beide Unternehmen unterschiedlichen Rahmenbedingungen des Marktes und der unterschiedlichen Zielsetzungen hinsichtlich des angestrebten Liberali­sierungsgrades wurden unterschiedliche Rechtsformen gewÃ¤hlt: WÃ¤hrend fÃ¼r die Telekom­munikation mit der Swisscom AG eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft errichtet wurde (vgl. Art. 2 des Telekommunikationsunternehmungsgesetzes vom 30. April 1997, TUG) , ist die Post eine selbstÃ¤ndige Anstalt des Ã¶ffentlichen Rechts mit eigener RechtspersÃ¶nlichkeit (Art. 2 Abs. 1 POG). Das Postorganisationsgesetz regelt Errichtung und Or­ganisation der Postunternehmung des Bundes (Art. 1 POG). Das Postgesetz bezweckt, die landesweite Versorgung mit Dienstleistungen im Post- und Zahlungsverkehr sicherzustellen und regelt die im Post- und Zahlungsverkehr angebotenen Dienstleistungen (Art. 1 PG), wobei es der Post bei der Festsetzung dieser Rahmenbedingungen einen unternehmerischen Freiraum einrÃ¤umt. Entsprechend dieser Zwecksetzung unterscheidet es zwischen "Universaldienst" (mit weiterer Unterteilung in "reservierte Dienste" mit Monopolcharakter und "nicht reservierte Dienste" in Konkurrenz zu privaten Anbieterinnen und Anbietern, wobei der Bundesrat bezÃ¼glich der Letzteren eine Konzessionspflicht vorsehen kann) einerseits (Art. 2-8 PG) und den "Wettbewerbsdiensten" anderseits (Art. 9 PG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Beide Parteien gehend Ã¼bereinstimmend und zutreffend davon aus, dass die Post auch nach ihrer Neuorganisation ab 1. Januar 1998 im Bereich des Universaldienstes (Art. 2-8 PG) aufgrund von Art. 10 Abs. 1 GarG von jeder Besteuerung durch die Kantone und Gemeinden befreit bleibt. Streitig ist einzig, ob dies auch im Bereich ihrer Wettbewerbs­dienste (Art. 9 PG) gelte, welche Frage die Vorinstanzen im Rahmen eines Feststellungsentscheids bzw. eines diesbezÃ¼glichen Rekursentscheids verneint haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der Regierungsrat hat erwogen, die Erhebung der Verkehrsabgabe im Bereich der Wettbewerbsdienste lasse sich auf Art. 105 Abs. 4 SVG stÃ¼tzen, wÃ¼rden doch die in diesem Bereich eingesetzten Fahrzeuge "ausserdienstlich" im Sinn dieser Bestimmung verwendet. Art. 10 Abs. 1 GarG stehe einer solchen Auslegung bzw. der sich hieraus ergebenden Besteuerung nicht entgegen. Das Garantiegesetz stamme aus einer Zeit, in welcher der Staat noch nicht durch ausgelagerte und selbstÃ¤ndige Betriebe als Mitkonkurrent in privatrechtlichen Bereichen aufgetreten sei; Art. 10 Abs. 1 GarG schliesse daher eine Besteuerung im Bereich solcher TÃ¤tigkeiten nicht aus. Art. 9 Abs. 3 PG halte ausdrÃ¼cklich fest, dass die Rekurrentin im Bereich der Wettbewerbsdienste, vorbehÃ¤ltlich gesetzliche Ausnahmen, denselben Regeln wie die privaten Anbieter unterstellt sei. Wie sich aus den Materialien ergebe, bringe diese Bestimmung den Willen des Gesetzgebers zum Ausdruck, die Rekurrentin in dieser Hinsicht den gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen wie die privaten Konkurrenten zu unterstellen, was auch im Einklang damit stehe, dass das Gemein­wesen beim Erbringen erwerbswirtschaftlicher Dienste den Grundsatz der Gleichbehandlung der Konkurrenten zu beachten habe. Wo der Gesetzgeber die Post auch im Bereich der Wettbewerbsdienste vom Grundsatz der Gleichbehandlung der Konkurrenten habe entbinden wollen, habe er entsprechende Ausnahmen â wie in Art. 14 POG bezÃ¼glich der Versicherungspflicht und in Art. 22 Abs. 2 POG bezÃ¼glich der Belastung von GrundbucheintrÃ¤gen mit Steuern und GebÃ¼hren â ausdrÃ¼cklich vorgesehen. BezÃ¼glich der hier streitigen Motorfahrzeugsteuern sei eine solche Ausnahme nicht vorgesehen, was den Schluss nahe lege, der Gesetzgeber habe die Post diesbezÃ¼glich gerade nicht befreien wollen. Aus Art. 13 POG kÃ¶nne die Rekurrentin gleichfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Art. 13 Satz 1 POG dÃ¼rfe nicht â im Sinn eines Argumentes "e contrario" - dahin ausgelegt werden, dass die Post im Bereich der Wettbewerbsdienste einzig fÃ¼r Gewinne besteuert werden dÃ¼rfe. Art. 13 Satz 2 POG beziehe sich bei richtiger Auslegung einzig auf Art. 10 Abs. 1 Halbsatz 2 GarG, wonach die nicht unmittelbar Ã¶ffentlichen Zwecken dienenden Liegenschaften der Eidgenossenschaft von der Steuerbefreiung ausgenommen seien. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, Art. 105 Abs. 4 SVG bilde schon deswegen keine hinreichende Grundlage fÃ¼r die Erhebung der Verkehrsabgaben auf Motorfahrzeugen der Post im Bereich der Wettbewerbsdienste, weil dieser Bestimmung Art. 13 POG in Verbindung mit Art. 10 GarG vorgehe. Entgegen der unzutreffenden Auffassung der Vorinstanz enthalte Art. 9 PG keine steuerrechtlich relevante Vorschrift und sei Art. 13 POG entsprechend dessen Wortlaut dahin auszulegen, dass die Post im Bereich ihrer Wettbewerbsdienste fÃ¼r ihre "Gewinne" besteuert werden dÃ¼rfe. Objekt der zÃ¼rcherischen Verkehrsabgabe seien nicht Gewinne im Sinn von Art. 13 POG. Hinsichtlich der streitbetroffenen Verkehrsabgabe fehle es daher an einer bundesrechtlichen Bestimmung, welche die in Art. 10 Abs. 1 GarG vorgesehene Steuerbefreiung des Bundes sowie seiner Anstalten und Betriebe wegbedingen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Art. 10 Abs. 1 Halbsatz 1 GarG befreit die Eidgenossenschaft sowie ihre Anstalten, Betriebe und unselbstÃ¤ndigen Stiftungen von "jeder Besteuerung" durch die Kantone und Gemeinden. Vorbehalten bleibt gemÃ¤ss Halbsatz 2 lediglich die Besteuerung von Liegenschaften, die nicht unmittelbar Ã¶ffentlichen Zwecken dienen. Dabei bezieht sich dieser Vorbehalt nach der bundesgerichtlichen Praxis nicht auf die GrundstÃ¼ckgewinnsteuer (als einer eigentlichen Gewinnsteuer) und auch nicht auf die HandÃ¤nderungssteuer (als einer Rechtsverkehrssteuer), sondern beschrÃ¤nkt er sich auf besondere Objektsteuern, womit ein GrundstÃ¼ck als solches oder ein Recht daran besteuert wird (BGE 111 Ib 6 E. 4a). Das Bun­desgericht hat allerdings in einem jÃ¼ngeren Entscheid (BGE 127 II 1 E. 3c) die Frage offen gelassen, ob aufgrund der Neuorganisation der Post inskÃ¼nftig fÃ¼r Erwerb und VerÃ¤usserung von Liegenschaften, welche die Post im Bereich der Wettbewerbsdienste benÃ¶tigt bzw. benÃ¶tige, in neuer, erweiterter Auslegung von Art. 10 Abs. 1 Halbsatz 2 GarG die kantonale HandÃ¤nderungssteuer erhoben werden dÃ¼rfe. Hinsichtlich der hier streitbetroffenen Verkehrsabgabe (kantonale Motorfahrzeugsteuer) geht es jedoch nicht um die Frage, welchen Einfluss die neue Gesetzgebung Ã¼ber die Post auf die Auslegung von Art. 10 Abs. 1 Halbsatz 2 GarG habe. Vielmehr fragt es sich, ob infolge der Neuorganisation der Post Art. 10 Abs. 1 Halbsatz 1 GarG neu dahin auszulegen sei, dass die Post im neu geschaf­fenen TÃ¤tigkeitsbereich "Wettbewerbsdienste" nicht mehr unter diese Bestimmung falle. Angesichts des klaren Wortlauts von Art. 10 Abs. 1 GarG ist die Frage zu verneinen. Entgegen der Argumentation des Regierungsrats kommt Art. 9 Abs. 3 PG nicht die Bedeu­tung zu, dass nunmehr im Bereich der Wettbewerbsdienste der Post die Erhebung irgendwelcher kantonaler Steuern abweichend von Art. 10 Abs. 1 Halbsatz 1 GarG stets dann zu­lÃ¤ssig wÃ¤re, wenn nicht eine (andere) bundesrechtliche Bestimmung einer solchen Besteuerung ausdrÃ¼cklich entgegenstehe. Es entsprach keinesfalls der Absicht des Gesetzgebers, Art. 9 Abs. 3 PG eine derartige Tragweite beizumessen. KÃ¤me dieser Bestimmung die ihr vom Regierungsrat zugeschriebene Bedeutung zu, so hÃ¤tte es sich bei der Schaffung des Post- und des Postorganisationsgesetzes erÃ¼brigt, in Art. 13 POG eine spezifische Regelung betreffend die Steuerpflicht im Bereich der Wettbewerbsdienste zu treffen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Wie sich hieraus ergibt, ist eine Besteuerung der Motorfahrzeuge der Post im Bereich der Wettbewerbsdienste nur dann zulÃ¤ssig, wenn hierfÃ¼r eine ausdrÃ¼ckliche bundesrechtliche Bestimmung besteht, welche diesfalls als lex spezialis gegenÃ¼ber Art. 10 Abs. 1 GarG betrachtet werden kann. <i>Unmittelbare</i> gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Erhebung der kantonalen Verkehrsabgabe bildet § 1 VerkabG; der Anwendungsbereich dieser kantonalen Regelung wird jedoch durch Art. 10 Abs. 1 GarG eingeschrÃ¤nkt; soll diese bundesrechtliche Steuerbefreiungsnorm fÃ¼r <i>Motorfahrzeuge</i> des Bundes bzw. der Post gleichwohl nicht gelten, bedarf es hierzu im Sinn einer Gegenausnahme einer (ebenfalls bundesrechtlichen) Norm, welche gegebenenfalls als lex spezialis gegenÃ¼ber Art. 10 Abs. 1 GarG eine <i>mittelbare</i> gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Besteuerung der Motorfahrzeuge der Post im Bereich der Wettbewerbsdienste bilden wÃ¼rde. NÃ¤her in Betracht fallen diesbezÃ¼glich Art. 105 Abs. 4 SVG und Art. 13 POG. Es kommt daher entscheidend auf die Auslegung dieser Bestimmungen an. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss seinem klaren Wortlaut ist Art. 13 Satz 1 POG dahin auszulegen, dass diese Bestimmung eine Abweichung von Art. 10 Abs. 1 GarG und damit eine Rechtsgrundlage fÃ¼r die Besteuerung lediglich "fÃ¼r die Gewinne aus den Wettbewerbsdiensten" bildet. Die Bestimmung schrÃ¤nkt daher die MÃ¶glichkeiten der Besteuerung der Post in zweifacher Hinsicht ein. Zum einen dÃ¼rfen Steuern von der Post nur im Bereich der Wettbewerbsdienste erhoben werden, worÃ¼ber sich die Parteien vorliegend einig sind. Zum andern muss sich die Besteuerung auch innerhalb dieses TÃ¤tigkeitsbereiches ihrem Objekt nach auf "Ge­winne" beschrÃ¤nken. Im angefochtenen Rekursentscheid setzt sich der Regierungsrat Ã¼ber diese zweite EinschrÃ¤nkung hinweg, ohne dafÃ¼r im Rahmen der gebotenen Auslegung Argumente zu liefern. Die Verkehrsabgabe im Sinn von § 1 VerkabG ist keine Gewinnsteuer, sondern eine Besitzsteuer, indem sie an den Besitz von bestimmten Objekten anknÃ¼pft (Ernst HÃ¶hn/Robert Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. A., Bern 2001, § 3 Rz. 54 und 101; zum Begriff der Gewinnsteuern und ihren gesetzlichen AusprÃ¤gungen vgl. HÃ¶hn/ Wald­burger, § 3 Rz. 17 ff.). Die Verkehrsabgabe fÃ¤llt damit nicht unter Art. 13 Satz 1 POG. Nicht gefolgt werden kann dem Regierungsrat sodann auch bezÃ¼glich der Auslegung von Art. 13 Satz 2 POG. Wenn diese Bestimmung "im Ã¼brigen" auf Art. 10 GarG verweist, so umfasst diese Verweisung offenkundig sÃ¤mtliche Steuern von Kantonen und Gemeinden, die nicht Steuern im Sinn von Art. 13 Satz 1 POG sind, also nach der dargelegten Aus­legung auch die kantonalen Motorfahrzeugsteuern. Aus dem in der bundesrÃ¤tlichen Bot­schaft zu POG enthaltenen Hinweis, der in Satz 2 vorgesehene Verweis auf das Garantiegesetz fÃ¼hre die bisherige Steuerpflicht fÃ¼r nicht unmittelbar Ã¶ffentlichen Zwecken dienende Liegenschaften weiter (BBl 1996 III 1325), kann nicht abgeleitet werden, die Verweisung beschrÃ¤nke sich auf diesen Zweck.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. 105 Abs. 4 Satz 1 SVG kÃ¶nnen die Kantone die Motorfahrzeuge des Bundes fÃ¼r ihre "ausserdienstliche Verwendung" besteuern. Diese Bestimmung wurde seit jeher auf Motorfahrzeuge des Bundespersonals bezogen, die Ã¼berwiegend dienstlich mit Fahrzeugausweis und Kontrollschildern des Bundes, daneben aber auch zu privaten Zwecken mit Fahrzeugausweis und Kontrollschildern des Kantons verwendet werden (vgl. Schaff­­hauser, Rz. 182 ff.). Diese Auslegung hat auch ihren Niederschlag in § 29 VerkabV â mithin in einer vom Regierungsrat erlassenen Regelung â gefunden. Die bundesrechtliche Neuregelung der Post und ihrer Organisation bietet keine hinreichenden GrÃ¼nde dafÃ¼r, Art. 105 Abs. 4 SVG nunmehr auch als Grundlage fÃ¼r die Erhebung der Verkehrsabgabe auf Motorfahrzeugen der Post zu betrachten, die ausschliesslich fÃ¼r betriebliche Zwecke, jedoch fÃ¼r Wettbewerbsdienste eingesetzt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei richtiger Auslegung von § 1 VerkabG, Art. 10 Abs. 1 GarG, Art. 13 POG und Art. 105 Abs. 4 SVG keine gesetzliche Grundlage besteht, um die Verkehrsabgaben auf Motorfahrzeugen und AnhÃ¤ngern der Post zu erheben, welche im Bereich der Wettbewerbsdienste eingesetzt werden. Das diesbezÃ¼gliche Feststellungsbegehren der Post ist in Aufhebung der vorinstanzlichen Entscheide gutzuheissen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit vom 7. November 2000 sowie der Rekursentscheid des Regierungsrats vom 31. Oktober 2001 werden aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die Schweizerische Post fÃ¼r ihre Motorfahrzeuge und AnhÃ¤nger, die mit zÃ¼rcherischen Kontrollschildern verkehrsberechtigt sind oder mit Standort im Kanton ZÃ¼rich auf den Ã¶ffentlichen Strassen im Verkehr stehen, selbst dann nicht verkehrsabgabepflichtig ist, wenn sie im Rahmen der Wettbewerbsdienste eingesetzt werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>