A1 2017 49.docx 1. Abteilung A1 2017 49 Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer, Abteilungspräsidentin Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó Kantonsrichter Dr. A. Staub Gerichtsschreiber in MLaw J. Berweger Entscheid vom 29. April 2020 in Sachen A.________, vertreten durch RA lic.iur. B.________, Kläger, gegen C.________, vertreten durch RA lic.iur. D.________, Beklagte, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlosse- nen Ehe Seite 2/54 Rechtsbegehren Kläger 1. Die Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Die gemeinsamen Kinder F.________, geboren am tt.mm.2010, und G.________, geboren am tt.mm.2012, seien unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen. 3. Die gemeinsamen Kinder seien unter der gemeinsamen Obhut mit wechselnder Betreuung zu belassen. Es sei festzustellen, dass der gesetzliche Wohnsitz der beiden Kinder bei der Beklagten ist. 4. Die Eltern seien zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder wie folgt zu betreuen: − Vom Kläger wöchentlich von Donnerstag, 12.00 Uhr, bis Freitag, 18.00 Uhr, sowie jedes zweite Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. − In den übrigen Zeiten werden die Kinder von der Beklagten betreut. − Der Kläger sei zudem zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder in Jahren mit ungerader Jahreszahl zu Weihnachten (24. bis und mit 26. Dezember) und in Jahren mit gerader Jahreszahl zu Ostern zu betreuen. − Jede Partei sei zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder während drei Wochen Ferien auf eigene Kosten in den Urlaub zu nehmen. Die Eltern seien zu verpflichten , sich über die Aufteilung der Ferien jeweils drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sich die Parteien über die Ferien und/oder Feiertagsplanung nicht einigen, kommt dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüg- lich der Aufteilung der Ferien und Feiertage zu, der Beklagten dagegen in Jahren mit ungerader Jahreszahl. − Im Grundsatz sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Betreuung so koordiniert wird, dass der aktuell betreuende Elternteil die Kinder zum anderen Elternteil bringt, aus- ser während des Schulbetriebs, wenn der Kläger die Kinder am Mi ttag vor dem Schulgebäude in Empfang nimmt. 5. Die mit Entscheid vom 2. Oktober 2015 für die Kinder errichtete Beistandschaft sei aufzuhe- ben. 6 Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten seien den Parteien je zur Hälfte anzurec hnen. 7. Die Eltern seien zu verpflichten, diejenigen Kosten für die Kinder zu tragen, die wä hrend der Zeit anfallen, die sie beim betreuenden Elternteil verbringen. Die Beklagte sei zudem zu ver- pflichten, die regelmässig anfallenden Kinderkosten (wie Kra nkenkassenprämien, Alltagsbe- kleidung, Kosten für den öffentlichen Verkehr, Kommunikation , etc.) zu bezahlen. 8. Weiter sei der Kläger zu verpflichten, an den Barunterhalt der gemeinsamen Kinder monatli- che Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger Kinder -, Ausbildungs- bzw. Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten jeden Monats, wie folgt: Für F.________: ab Rechtskraft des Scheidungsurteils: CHF 771.00 ab Erreichen des 10. Altersjahrs bis zum Abschluss einer or- dentlichen Erstausbildung : CHF 899.00 Für G.________: ab Rechtskraft des Scheidungsurteils: CHF 783.00 ab Erreichen des 10. Altersjahrs bis zum Abschluss einer or- dentlichen Erstausbildung : CHF 891.00 Seite 3/54 9. Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexiere n. 10. Es sei festzustellen, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. 11. Es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist. 12. Es sei das während der Ehe angesparte Vorsorgeguthaben der Pensionskasse hälftig zu tei- len. 13. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind und jeder das zu Eigentum erhält, was auf seinen Namen lautet oder sich in seinem Besitz befindet. 14. Die Beklagte sei zu verpflichten , CHF 350.00 auf F.________ Sparkonto (IB AN .________) bei der H.________ innert 10 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils einzubezahlen. 15. Die Beklagte sei zu verpflichten, das Sparkonto von F.________ (IBAN .________) bei der H.________ zu saldieren und das Guthaben auf F.________ Konto Nr. .________ bei der I.________AG zu überweisen. 16. Darüber hinaus gehende Anträge der Beklagten seien abzuweisen. 17. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der Beklagten. Beklagte 1. Es sei die am tt.mm.2009 in E.________ geschlossene Ehe zwischen A.________ (Kläger) und C.________ (Beklagte) gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Die elterliche Sorge über die gemeinsamen Kinder F.________, geboren am tt.mm.2010, und G.________, geboren am tt.mm.2012, sei beiden Eltern gemeinsam zu belassen. Die Obhut über die beiden Kinder sei der Mutter (Beklagte n) zu belassen. Der Kläger sei zu berechtigen und zu verpflichten , die Kinder wie folgt zu betreuen bzw. zum Besuch zu empfangen: − jedes zweite Wochenen de von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; − wöchentlich von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Freitag, 12.00 Uhr (bzw. nach Schul- schluss), wobei diese Regelung auch während der Schulferien gelten soll; − folgt darauf das Betreuungswochenende des Vaters, so dauert der Besuch von Don- nerstag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; − fallen die Betreuungswochenenden des Vater s auf folgende Feiertage, so verlängert sich die Betreuungsverantwortung wie folgt: Ostern: Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr; Auffahrt: Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; Pfingsten: Freitag, 18.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr; Fronleichnam: Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; Den 24. Dezember verbringen die Kinder immer gemeinsam bei der Mutter un d wechseln am 25. Dezember von 09.30 Uhr bis 26. Dezember, 18.00 Uhr, zum Vater; − während drei Wochen Ferien pro Jahr, wobei die Ferien jeweils drei Monate in Vo- raus abzusprechen sind. Können sich die Eltern über die Ferien und/oder Feiertags- planung nicht einigen, kommt dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl das Ent- scheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien und Feiertage zu, der Beklagten in Jahren mit ungerader Jahreszahl. Die Kinderübergabe erfolgt vor dem Haus des Klägers, wenn die Kinder zum Vater gehen und vor dem Haus der Beklagten, wenn sie der Mutter übergeben werden. Die Kinderüber- gabe erfolgt, wenn möglich , durch den Vater oder durch die Mutter persönlich. 3. Die mit Entscheid vom 2. Oktober 2015 für die Kinder errichtete Beistands chaft sei aufzuhe- ben. Seite 4/54 4. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten seien der Beklag- ten anzurechnen. 5. Es sei der Kläger zu verpflichten, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an den Unterhalt der Kinder F.________ und G.________ mindestens bis zum erfüllten 18. Altersjahr und längs- tens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung einen monatlichen Beitrag zuzüglich Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten des Monats. Der Unterhalt sei je Kind wie folgt aufzuschlüsseln: Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zur Erfüllung des 10. Altersjahres: − Bar-Unterhalt von CHF 1'200.00; − zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00. Ab Erfüllung des 10. Altersjahres bis zur Erfüllung des 18. Altersjahres und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung: − Bar-Unterhalt von CHF 1'500.00; − zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00. Die Kinderunterhaltsbeit räge seien gerichtsüblich zu indexieren. Der Kläger sei zusätzlich zu verpflichten, ausserordentliche Kinderkosten (wie z.B. Zahnkor- rekturen, Sehhilfen, schulische Förderungsmassnahmen, etc.), soweit diese nicht durch Ver- sicherungsleistungen gedeckt sind , nach vorgängiger Absprache, je zur Hälfte zu überneh- men. 6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis am 31. August 2028 CHF 805.40 pro Monat als nachehelichen Unterhalt zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten des Monats. 7. Die während der Ehe geäufneten Alters -, Vorsorge- und Freizügigkeitsguthaben seien ge- stützt auf Art. 122 ZGB i.V.m. Art. 280 ZPO, berechnet per 2. August 2017 (Datum Rechts- hängigkeit der Scheidungsklage), hälftig zu teilen. Die Pensionskasse (bei welcher der Kläger aktuell versichert ist), sei gestützt auf Art. 122 ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO anzuweisen, vom Vorsorgekonto lautend auf den Kläger den Be- trag von CHF 35'788.35 zuzüglich Zins ab 2. August 2017 auf das Vorsorgekonto (Versiche- rungs-Nr. ), lautend auf C.________, bei der J.________ zu überweisen. 8. Der Kläger sei zu verpflichten , der Beklagten den Betrag von CHF 26'800.00 zu bezahlen, zahlbar innert 10 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils. 9. Es sei der Kläge r anzuweisen , alle notwendigen Unterschriften zu leisten und Vorkehrungen zu treffen, damit die Beklagte von der K.________AG aus der Solidarschuldnerschaft für die Hypotheken mit den Nrn. .________, .________, .________ und .________, entlassen und vollumfänglich schadlos gehalten wird. 10. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des Klä- gers. Seite 5/54 Sachverhalt 1. Die Parteien heirateten am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt E.________. Aus der Ehe sind die beiden Söhne F.________, geboren am tt.mm.2010, und G.________, geboren am tt.mm.2012, hervorgegangen. 2. Mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug, Einzelrichterin im summarischen Verfahren , vom 2. Oktober 2015 wurde der eheliche Haushalt aufgehoben. Dabei wurden die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder unter die Obhut der Beklagten gestellt und dem Kläger ein Be- suchs- und Ferienrecht eingeräumt. Zusätzlich wurde für die beiden Kinder eine Beistand- schaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet mit den Aufgaben, für alle Beteiligten eine neutrale Ansprechperson zu sein, eine Familienbegleitung zu prüfen und bei Notwendigkeit zu organisieren, zu begleiten und deren Finanzierung sicherz ustellen, die Weiterführun g der therapeutischen Begleitung von F.________ zu prüfen sowie die Modalitäten des gerichtlich festgelegten Betreuungsrechts zu regeln und zu überwachen. Der Kläger wurde ausserdem verpflichtet, an den Unterhalt der Beklagten sowie der beiden Kin der monatliche Unterhalts- zahlungen von to tal CHF 3'500.00 (CHF 1'000.00 pro Kind sowie CHF 1'500.00 für die Be- klagte) zuzüglich Kinderzulagen von CHF 600.00 zu bezahlen. Zudem wurde der Kläger ver- pflichtet, der Beklagten einen Betrag von CHF 20'000.00 zu bezahlen und die Beklagte wurde angewiesen, die Strafanzeige gegen den Kläger zurückzuziehen (vgl. dazu im Einzel- nen Verfahren ES 2015 413). 3. Mit Eingabe vom 2. August 2017 reichte der Kläger beim Kantonsgericht Zug gegen die Be- klagte die Scheidungsklage ein und stellte seine Anträge hinsichtlich der Nebenfolgen der Scheidung (act. 1). 4. Mit Eingabe vom 2. August 2017 ersuchte die Beklagte beim Einzelrichter des Kantonsge- richts Zug für das vorliegende Verfahren betreffend Ehescheidung um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege (vgl. UP 2017 116). Mit Entscheid des Einzelrichters des Kan -tonsge- richts Zug vom 3. August 2017 wurde das entsprechende Verfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids über den von der Beklagten zu stellenden Antrag auf Lei stung ei- nes Prozesskostenvorschusses seitens des Klägers sistiert. 5. In der Stellungnahme vom 31. August 2017 beantragte die Beklagte ebenfalls die Scheidung und stellte hinsichtlich der Nebenfolgen der Scheidung ihre Anträge (act. 5). 6. An der Einigungsverhandlung vom 16. November 2017 konnte keine Einigung über die Ne- benfolgen der Scheidung herbeigeführt werden (act. 7). 7. Mit Eingabe vom 31. Januar 2018 reichte der Kläger die begründete Scheidungsklage ein, wobei er an seinen bisherigen Anträgen im Grundsatz festhielt (act. 12). 8. In der Klageantwort vom 11. April 2018 hielt die Beklagte weiterhin an der Scheidung sowie den von ihr gestellten Anträgen mit Bezug auf deren Nebenfolgen fest (act. 15). Seite 6/54 9. Mit Beweisentscheid vom 18. Mai 2018 wur den die Parteien aufgefordert, verschiedene Un- terlagen einzureichen. Ausserdem wurde die Anhörung der beiden Kinder angeordnet (act. 18). 10. Das Gespräch mit den Kindern fand am 17. August 2018 statt (act. 23). 11. Mit Eingabe vom 6. September 2018 be antragte die Beklagte die Zusprechung eines Pro- zesskostenvorschusses im Rahmen vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Schei- dungsprozesses. Mit Entscheid vom 31. Oktober 2018 wurde dieses Gesuch abgewiesen (vgl. ES 2018 501). 12. Mit Schreiben vom 7. November 2018 teilte die vormalige Rechtsvertreterin der Beklagten mit, dass sie diese nicht mehr vertrete. 13. Am 15. November 2018 wurden die Parteien persönlich befragt. Im Anschluss an die Befra- gung äusserten sich die Parteien in je zwei mündlichen V orträgen im Rahmen der Instrukti- onsverhandlung (act. 31 und 32). 14. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 21. November 2018 wurde das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen (vgl. UP 2017 116). Mit Urteil des Obergerichts Zug vom 22. Januar 2019 wurde der Ent- scheid aufgehoben und das Verfahren an die Vorinstanz zurückgewiesen. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 21. März 2019 wurde das Gesuch der Beklagten erneut abgewiesen (vgl. UP 2019 41). 15. Mit Schreiben des Kantonsgerichts Zug vom 19. März 2019 ersuchte das Gericht um Mittei- lung, ob die Parteien mit der Ansetzung einer Instruktionsverhandlung zwecks Führung von Vergleichsgesprächen interessiert seien (act. 40). 16. Mit Eingabe vom 22. März 2019 teilte Rechtsanwältin lic.iur. D.________ mit, dass sie neu die Beklagte vertrete und ersuchte um Akteneinsicht (act. 41). 17. Mit Schreiben vom 1. April 2019 teilte der Kläger mit, dass er an der Durchführung von Ver- gleichsgesprächen nicht interessiert sei und ersuchte um Vorladung zur H auptverhandlung (act. 43). 18. Mit Schreiben des Kantonsgerichts Zug vom 23. April 2019 wurden die Parteien auf den 4. September 2019 zur Hauptverhandlung vorgeladen (act. 47). 19. Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 reichte der Kläger ein Ausstandsbegehren g egen die Abtei- lungspräsidentin der 1. Abteilung des Kantonsgerichts Zug ein (vgl. A1 2017 49 A). 20. Mit Beweisentscheiden des Kantonsgerichts Zug vom 25. resp. 31. Juli 2019 wurden die Par- teien auf entsprechende von ihnen gestellte Anträge aufgefordert, weitere Unterlagen nach- zureichen (act. 49 und 51). Seite 7/54 21. Mit Entscheid vom 7. August 2019 wurde das Ausstandsbegehren des Klägers abgewiesen. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. 22. Aufgrund einer Erkrankung der beklagtischen Rechtsvertreterin muss te die Hauptverhand- lung mit Schreiben des Kantonsgerichts Zug vom 6. September 2019 auf den 30. Oktober 2019 verschoben werden (act. 59). 23. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 30. Oktober 2019 änderten die Parteien ihre Rechts- begehren im eingangs erwä hnten Sinn (act. 60 -63). Erwägungen 1. Beide Parteien sind Schweizer Bürger und haben ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZPO ist für eherechtliche Klagen das Gericht am Wohnsitz einer Partei zwin- gend zuständig. Das Kantonsgericht ist d aher in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG und Art. 198 lit. c ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vor- liegenden Scheidungsklage zuständig. 1.1 Die Parteien haben ihre Rechtsbegehren während der Dauer des Verfahrens mehrmals an- gepasst und der Kläger hat sein Rechtsbegehren (hinsichtlich Anträge Ziff. 14 und 15 [Spar- konto F.________]) an der Hauptverhandlung geändert bzw. ergänzt. 1.1.1 Der Kläger beantragte an der Hauptverhandlung erstmals, die Beklagte sei zu verpflichten, CHF 350.00 auf das auf den Namen von F.________ lautende Sparkonto bei der H.________ innert zehn Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils einzubezahlen, das Sparkonto zu saldieren und das Guthaben auf das auf den Namen von F.________ lautende Konto bei der I.________AG zu überweisen. Im Rahmen der Eintretensfrage ist zu beurteilen, ob diese Anträge rechtzeitig gestellt wur- den. Vorliegend konnten sich die Parteie n in einem Schriftenwechsel sowie im Anschluss an die Parteibefragung im Rahmen der Instruktionsverhandlung mündlich äussern. Damit ist grundsätzlich der Aktenschluss eingetreten (vgl. dazu auch BGE 140 III 312 ff.). Für die gü- terrechtliche Auseinandersetz ung gilt der Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Ur- teil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Die Verhandlungsma- xime gilt somit insbesondere mit Bezug auf die Zuweisung von Vermögenswerten. Gilt die Verhandlungsmaxime, ist ein e Klageänderung nach Art. 230 ZPO nur noch zulässig, wenn die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO geg eben sind (lit. a) und sie auf neuen Tat- sachen oder Beweismitteln beruht (lit. b). 1.1.2 Die vom Kläger an der Hauptverhandlung vorgenommene Klageän derung bzw. -ergänzung beruht weder auf neuen Tatsachen noch Beweismitteln, weshalb sie gemäss Art. 230 ZPO nicht zulässig ist. Diese Anträge hätten bereits im Rahmen des ersten Schriftenwechsel s o- der aber spätestens in den mündlichen Vorträgen anlässlich der Instruktionsverhandlung ge- stellt werden können. Auf die verspätet gestellten Anträge ist somit nicht einzutreten. Bei die- ser Sachlage kann offenbleiben, ob der Kläger überhaupt dazu legitimiert ist, diese Anträge zu stellen. Wie der Kläger selber ausfü hrt, verwaltet die Beklagte das entsprechende Seite 8/54 Kinderkonto von F.________. Damit kann der Kläger die gestellten Anträge nicht in eigenem Namen geltend machen. Daran ändert auch nichts, wenn der Kläger ausführt, es sei in der Vergangenheit immer wieder zu Di skussion zwischen den Parteien mit Bezug auf das Kinder- konto von F.________ gekommen, weil die Beklagte sich immer wieder ungefragt von die- sem Konto bedient haben soll, stellt dies doch eine reine Parteibehauptung – welche durch die Beklagte ausdrücklich b estritten wurde – dar. Im Übrigen hat der Kläger nur behauptet aber nicht auch bewiesen, dass die Beklagte das Konto von F.________ zweckentfremdet verwaltet und somit das Kindesvermögen zu Lasten von F.________ gefährdet. Belege zu diesen Behauptungen ode r anderweitige Beweismittel wurden vom Kläger nicht angeboten bzw. eingereicht. 2. Beide Parteien beantragen die Scheidung ihrer am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu scheiden. 3. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, zunächst über die elterliche Sorge, die Obhut sowie das Besuchs - und Ferienrecht betreffend die gemeinsamen Kinder F.________ und G.________ zu befinden. Das Gericht beachtet dabei alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände. Es berücksichtigt einen gemeinsamen Antrag der Eltern und, soweit tunlich, die Meinung des Kindes ( Art. 133 Abs. 2 ZGB). 4. Beide Parteien beantragen, die beiden Söhne F.________ und G.________ seien unter der gemeinsamen Sorge der E ltern zu belassen. Die gemeinsame elterliche Sorge von Vater und Mutter ist nach dem Gesetz die Regel (Art. 296 Abs. 2 ZGB), welche auch im Schei dungsfall aufrechterhalten und von der nur aus- nahmsweise zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen wird ( Art. 298 Abs. 1 ZGB). Eine Al- leinzuteilung de s Sorgerechts rechtfertigt sich unter anderem , wenn ein schwerwiegender el- terlicher Dauerkonflikt oder eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit vorliegt und sich der Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirkt ( BGE 142 III 1 E. 3.3; 142 III 197 E. 3.5; 141 III 472 E. 4.6). Im Sinne des vom Bundes gericht betonten Subsidiaritätsprinzips müssen jedoch alle flankierenden Massnahmen zur Entschärfung der Konflikte und Förderung der Koopera- tion der Eltern ausgeschöpft werden, bevor die alleinige elterliche Sorge zugeteilt wird. Die Eltern haben zudem mit Blick auf das Wohl des Kindes die Pflicht, ein kooperatives Verhalten an den Tag zu legen und die zumutbaren Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunika- tion zu unternehmen (BGE 142 III 1 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 5A_499/2016 vom 30. März 2017; S chwenzer/Cottier, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 298 ZGB N 14). Vorliegend besteht zwischen den Eltern ein anhaltender Konflikt, welcher ihre Kommunika- tion und Entscheidfindung in Kinderbelangen einschränkt (vgl. dazu auch hinten E. 5.3). Die- ser ist aber nicht so schwerwiegend, dass er die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen El- ternteil alleine rechtfertigen würde. Die Parteien sind grundsätzlich im Stande, über die wich- tigsten Kinderbelange zu kommunizieren, auch wenn diese Kommunikatio n erschwert ist und ausschliesslich per E -Mail erfolgt (vgl. act. 32 S. 2; act. 12 S. 8; act. 15 S. 6 und S. 8 f.). Aus den übereinstimmenden Antr ägen der Parteien für eine gemeinsame elterliche Sorge lässt sich jedenfalls schliessen, dass die Parteien d er Auffassung sind, die elterliche Sorge trotz ihrer Konflikte zusammen ausüben zu können. Anlässlich der Anhörung der beiden Seite 9/54 Kinder haben sich im Übrigen keine Umstände ergeben , welche die alleinige Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil mit Blick auf das Kindeswohl gebieten würden. Im Sinne von Art. 298 Abs. 1 ZGB sind F.________ und G.________ somit unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen. Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzuspre- chen. 5. Weiter ist über die Zuteilung der Obhut ü ber F.________ und G.________ zu befinden. D er Kläger beantragt hierzu , ihm sei zusammen mit der Beklagten die gemeinsame Obhut mit wechselnder Betreuung zuzuteilen. Die Beklagte macht demgegenüber geltend, F.________ und G.________ seien unter ihre allein ige Obhut zu stellen. 5.1 Zur Begründung führt der Kläger zusammengefasst und im Wesentlichen aus, dass heute ein Betreuungsmodell gelebt werde, welche s funktioniere und dem Wohl der Kinder entspreche. Er betreue die Kinder jeweils von Donnerstag ab Schu lschluss bis Freitagnachmittag, 18.00 Uhr, sowie jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. Die alternierende Obhut habe sich zwischen den Parteien etabliert und gebe den Kindern Stabilität. Das den Kindern bekannte B etreuungsmodell solle daher auch nach der Scheidung der Parteien weitergeführt werden. Er habe sodann auch bei der Stellensuche da- mals darauf geachtet, dass die Betreuung der Kinder durch ihn im bisherigen Umfang mög- lich bleibe. Im Zeitpunkt des Eheschutze ntscheides sei die rechtliche Grundlage für die Be- antragung der geteilten Obhut nicht vorhanden gewesen, weshalb die geteilte bzw. alternie- rende Obhut damals nicht habe beantragt bzw. vereinbart werden können, obwohl er schon damals die Kinder wesentlich m ehr als gerichtsüblich betreut habe bzw. die Betreuungsan- teile der Parteien fast identisch gewesen seien. Hätten damals die aktuellen rechtlichen Best- immungen gegolten, wären die Kinder bereits damals unter die gemeinsame, alternierende Obhut gestellt word en. Sodann sei die von seinen Eltern zusätzlich gewährleistete Kinderbe- treuung notwendig, weil er sonst gar kein Einkommen erwirtschaften könnte, welches für die Begleichung der Unterhaltsverpflichtungen ausreiche. Er würde gerne ein tieferes Arbeits- pensum annehmen, um mehr Zeit mit seinen Söhnen zu verbringen, doch bei seinem aktuel- len Gehalt und den geltenden Unterhaltsbeiträgen sei dies unmöglich. Auch die Kommunika- tion und Kooperation zwischen den Parteien funktioni ere in Bezug auf die Kinderbelange zwar nicht immer einwandfrei, doch die Eltern könnten stets eine Lösung finden, die im Ein- klang mit dem Wohl der Kinder stehe. Sodann entspreche die geteilte Obhut auch dem Wil- len der Kinder, die gerne mit beiden Eltern g leich viel Zeit verbringen würden (act. 12 S. 6; act. 31 S. 7 f.; act. 60 S. 6). 5.2 Demgegenüber hält die Beklagte fest , dass die beiden Kinder F.________ und G.________ im Eheschutzverfahren mit der Begründung, die Kinder seien seit der Geburt überwieg end von der Mutter betreut worden, unter ihre Obhut gestellt worden seien. Sie sei aufgrund der Rollenteilung während der Dauer der Ehe die engste Bezugsperson der beiden Kinder. Von 2010 bis zur Trennung im Jahr 2015 sei sie die Hauptverantwortliche für d ie Pflege und Betreuung der Kinder und für die Führung des Haushaltes gewesen. An dieser klassischen Rollenteilung zwischen Ehemann und Ehefrau habe sich seit der Trennung im mm.2015 nichts Wesentliches geändert. Das gelebte Besuchsmodell sei im Eheschutze ntscheid einzig festgelegt worden, weil der Kläger zu dieser Zeit arbeitslos gewesen sei und sich somit die Zeit für Betreuung und Erziehung habe nehmen können. Nun sei der Kläger wieder zu 100 % Seite 10/54 arbeitstätig. Von Donnerstag nach Schulschluss bis am Freitagabend würden die Kinder da- her nicht von ihm selber, sondern von seinen Eltern betreut. Es g elinge ihm daher gar nicht, sich im erforderlichen Masse an der Pflege und der laufenden Erziehung der beiden Kinder zu beteiligen, wie dies für die alternierende Obhut erforderlich wäre. Er überlasse dies viel- mehr seinen Eltern, welche mit ihrem fortgesch rittenen Alter ( sie sind zwischen 70 und 80 Jahre alt) jedoch je länger je weniger in der Lage sein würden, den Anforderungen der beiden sehr lebhaf ten Kinder gerecht zu werden. Fraglich sei auch, wie dies in Zukunft aus- sehen werde, benötigten F.________ und G.________ doch noch während Jahren enge Un- terstützung und Begleitung. Die Betreuung an sich werde – wie schon seit der Geburt der Kinder – mehrheitlich von ihr übernommen. Es handle sich beim gelebten Modell vielmehr um ein erweitertes Besuchsrecht des Klägers. Aufgrund des bestehenden Konflikts zwischen den Parteien und der erheblich beeinträchtigten Kooperations - und Kommunikationsfähigkeit auf Seiten des Klägers, was einer richtiggehenden Blockadehaltung gleichkomme, sei die Obhut bei ihr zu belassen. Eine alternierende Obhut sei mit dem Kind eswohl daher nicht ver- einbar (act. 15 S. 8-10; act. 61 S. 6 f.). 5.3 Gemäss Art. 133 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB regelt das Scheidungsgericht die Obhut über die Kinder, wobei es bei seinem Entscheid über die Obhut das Rec ht des Kindes berücksichtigt, regel- mässige persönliche Beziehungen zu beiden Elternteilen zu pflegen (vgl. Art. 298 Abs. 2bis ZGB). Die Bedeutung der Obhut reduziert sich nach dem per 1. Juli 2014 in Kraft getretenen Sorgerecht auf die "faktische Obhut", das heisst auf die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und auf die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (BGE 142 III 612 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Das Gericht hat stets zu prüfen, ob eine alternierende Obhut dem Kindeswohl am besten ent- spricht, auch bei Fehlen eines entsprechenden Antrags oder der Widersetzung eines Eltern- teils gegen die alternierende Obhut . Der Entscheid über eine alternierende Obhut ist mit Blick auf alle Umstände des Einzelfalls zu treffen. Daher darf die alternierende Obhut – anders als die gemeinsame elterliche Sorge – auch nicht als Regelfall bzw. Grundmodell dienen, von dem nur ausnahmsweise abgewichen w erden dürfte. Vielmehr ist im Zusammenhang mit der Betreuungsregelung stets die im Einzelfall dem Kindeswohl am besten entsprechende Rege- lung zu treffen (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivil- gesetzbuches, 6. A. 2018, Rz. 17.112 ff.; BGE 142 III 612 E. 4.2 f.). 5.3.1 Damit die alternierende Obhut angeordnet werden kann, ist als erstes Kriterium erforderlich, dass beide Elternteile das Kind in zeitlich grösserem Ausmass betreuen als bei einem übli- chen Wochenendbesuchsrecht (Büchler/Clausen, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], Fam- Komm, 3. A. 2017, Art. 298 ZGB N 6 und 10). Wenn die konkrete Regelung die Betreuung und Erziehung des Kindes durch beide Eltern zu mehr oder weniger gleichen Teilen vorsieht, dann ist in der Regel alternierende Obhut festzulegen (Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 298 ZGB N 6 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 5A_46/2015 vom 26. Mai 2015 E. 4.4.3). Nach Praxis des Kantonsgerichts Zug kann dabei erst dann von alternierender Obhut gesprochen werden, wenn beide Elternteile die Kinder zu je mindestens 1/3 betreuen. Vorliegend betreuen die Parteien die Kinder nicht zu mehr oder weniger gleichen Teilen. Ge- stützt auf die aktuell gelebten Betreuungszeiten betreut die Beklagte die Kinder von Montag- morgen bis Donnerstag mittag, während der Kläger bzw. seine Eltern die Betre uung von Seite 11/54 Donnerstagmittag bis Freitagabend übernehmen. Am Wochenende werden die Kinder ab- wechslungsweise von beiden Elternteilen betreut. Dabei gilt zu beachten, dass der Kläger aufgrund seiner Vollzeitanstellung die Kinder nur jeweils am Abend und am Woch enende sel- ber betreuen kann. In denjenigen Wochen, in welchen die Kinder das Wochenende nicht beim Kläger verbringen, sieht er diese daher nur am Donnerstagabend. Es ist fraglich, ob der Kläger tatsächlich genügend regelmässigen und intensiven Kontakt mit den Kindern pfleg en kann, dass seine Mitsprache bei alltäglichen Angelegenheiten der Kinder mit Blick auf die al- ternierende Obhut sinnvoll erscheint. Doch selbst wenn man dem Kläger die Betreuungszeit durch dessen Eltern ebenfalls zurechne t, erfolgt die Be treuung während den Werktagen nur in einem untergeordnetem Umfang von rund 25 % der gesamten Betreuungszeit. Rechnet man die Betreuung an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend hinzu, erhöht sich der Betreuungsanteil des Klägers auf rund 30 %. Die Beklagte erbringt hin- gegen rund 75 % (bzw. bei Berücksichtigung der Wochenenden rund 70 %) der Betreuungs- leistung. Bei diesem Betreuungsverhältnis bestehen somit – rechnerisch – nicht mehr oder weniger gleiche Betreuungsteile. Von alternierende r Obhut kann deshalb vorliegend aufgrund der klar unterschiedlich grossen Betreuungsanteilen nicht die Rede sein . 5.3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt darüber hinaus die Anordnung der al- ternierenden Obhut nur in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische Massnahmen und gegenseitige Information. Inso- fern setzt die praktische Umsetzung der alternierenden Obhut bzw. Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Dies ist nicht der Fall , wo die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten kö nnen mit der Folge, dass sie ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich zuwider- läuft. Weiter kommt es auf die geografische Situation an, namentlich d ie Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. Bedeutsam ist auch die Kindeswohlwirksamkeit der Sta- bilität, wie sie mit einer Weiterführung der bisherigen Regelung einhergeht. Weitere Ge- sichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlic h zu betreuen, das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu (Halb - oder Stief-)Geschwistern und seine Einbettung in ein weiteres soziales Umfeld. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schenken, selbst wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Oberste Maxime ist immer das Kindeswohl ( Urteil des Bundesgerichts 5A_312/2019 vom 17. Okto- ber 2019 E. 2.1.2; BGE 142 III 612 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 5A_191/2016 vom 23. Dezember 2016 E. 4.5, 5A_72/2016 vom 2. Nove mber 2016 E. 3.3 und 5A_968/2016 vom 14. Juni 2017 E. 3.1). Vorliegend sind beide Parteien unbestrittenermassen erziehungsfähig. Ihre Wohn orte liegen zudem in Gehdistanz zueinander, so dass ein Wechsel der Kinder zwischen den Wohnorten problemlos möglich ist. Dadurch ist auch die Einbettung in das soziale Umfeld unproblema- tisch. Die von den Parteien beantragte Betreuungsregelung entspricht mehrheitlich dem seit der Trennung gelebten Betreuungsmodell, was eine gewisse Stabilität und Vertrautheit für die Kinder mit sich bringt. Anlässlich der Befragung der Kinder brachten zudem beide zum Ausdruck, mit beiden Elternteilen gerne Zeit zu verbringen. Hingegen ist der Kläger aktuell in einem 100%-Pensum tätig, weshalb dessen Eltern die Kinder während seiner Abwes enheit betreuen. Somit kann der Kläger die Kinder an den Werktagen lediglich am Seite 12/54 Donnerstagabend vor dem Ins-Bett-gehen sowie – wenn das Betreuungswochenende des Vaters folgt – auch am Freitagabend betreuen. Seine Möglichkeit en, zur Pflege und Erzie- hung der Kinder persönlich beizutragen, sind deshalb vermindert. 5.3.3 Gegen eine alternierende Obhut spricht vorliegend jedoch die mangelnde Kommunikations - und Kooperationsfähigkeit zwischen den Parteien selber. Die Parteien kommunizieren nach gegenseitiger Darstellung lediglich per E -Mail und der Kläger verweigert – ausser im Notfall – Telefongespräche mit der Beklagten (act. 32 S. 2). Auch aus der vom Kläger eingereichten E-Mail-Konversation vom 21. Januar 2018 (act. 12/17) ergibt sich, dass die nur über E-Mail getätigte Kommunikation der Parteien problematisch ist . In dieser Konversation bat die Be- klagte den Kläger um ein Telefongespräch und führte aus, dass das Problem mit F.________ und seiner Schulkollegin nicht per E -Mail diskutiert werden könne . Daraufhin nahm der Klä- ger – per E-Mail – zu dieser Situation Stellung , ohne nach dem eigentlichen Anliegen der Be- klagten zu fragen bzw. eine andere Lösung als den Mailverkehr überhaupt anzubieten . Die Lösungsfindung wurde denn auch in der Folge vom Kläger vorgegeben, ohne dass die Eltern in einem Austausch gestanden hätten. Diese E-Mail-Konversation zeigt damit exemplarisch auf, dass die Eltern nicht in einem persönlichen Austausch stehen, selbst auch dann nicht, wenn ein mündlicher direkter Dialog unter den Eltern für das Kindeswohl wichtig wäre . Hinzu kommt, dass der Kläger der Beklagten ein Hausverbot erteilte und zeitweise auch ihre Tele- fonnummer sperrte (act. 32 S. 2), wodurch sogar ein persönliches Besprechen faktisch ver- unmöglicht wird bzw. wurde. Aus all diesen Gründen ergibt sich , dass der Kläger kein Inte- resse daran hat , auf andere Art als per E -Mail mit der Beklagten in Kontakt zu treten und Kin- derbelange nicht auch persönlich und mündlich – in direktem Gespräch unter vier A ugen – zu diskutieren . Auch wenn bisher nach Darstellung der Parteien am Ende immer eine Lösung gefunden werden konnte, führt die Beklagte dazu aus , dass dies nur möglich gewesen sei, wenn sie – zum Wohl der beiden Kinder – jeweils nachgebe n habe. Dies hat der Kläger auch nicht bestritten. Diese oben beschriebene Lösungsfindung in Kinderbelangen hat in der Vergangenheit zu- dem immer wieder dazu geführt, dass in Konfliktsituationen der Parteien häufig auch Drittper- sonen bzw. das Gericht selber involviert wurden. Die von der Beklagten geschilderte und vom Kläger nicht bestrittene Situation, wonach sie vorschlug, dass die Grosseltern die Kinder neu ca. 200 Meter neben der vereinbarten Übergabestelle abholen würden und der Kläger daraufhin seine Anwälti n beizog (act. 15 S. 9), zeigt auf, dass – selbst wenn die Parteien in gewissen Situationen dann doch eine Lösung finden – die Kooperation und Lösungsfindung der Parteien in direkter regelmässiger Diskussion und letztlich einvernehmlich eben nicht möglich ist. Auch zum an der Hauptverhandlung aktuelle n Thema der Weihnachtstage 2019, die Konflikte bezüglich Termine der Kinder während den Betreuungstagen des Klägers (act. 15 S. 10; act. 31 S. 8; vgl. auch die diesbezügliche Diskussion der Parteien bei der KESB, act. 5/8 S. 3 f.) oder des anlässlich der Hauptverhandlung neu gestellten Antrags des Klägers auf Rückerstattung und Saldierung des Kontos von F.________ zeigen eben gerade auf, dass sie nicht im Stande sind, bei Uneinigkeiten ohne externe Unterstützung selber eine Lösung zu finden. Ebenso zeigte sich im vorliegenden Verfahren, dass die Parteien auch für kleinere Unstimmigkeiten das Gericht anrufen bzw. zu Hilfe zu ziehen versuchen (vgl. bei- spielsweise die Diskussion über den Erwerb und Reinigung der Kinderkleider [act. 15 S. 10; act. 31 S. 8], die Bezahlung der Hypnosetherapiekosten von F.________ [act. 60 S. 5 und 60/73], die Abspracheschwierigkeiten bei der Wahl der Therapien [act. 60/73] oder die Seite 13/54 Einigung über die Freizeitgestaltung der K inder [act. 31 S. 7; act. 61/64]). Diese Konflikte be- treffen einen Grossteil der Kinderbelange, wobei die Kinder teilweise sogar in den Konflikt der Parteien selber einbezogen w urden (vgl. act. 20, act. 5/8 S. 3; act. 60/65 S. 2 und act. 60/70). Der Kläger bringt zwar vor, die Parteien würden sich überlegen, externe Hilfe bei- zuziehen, welche ihnen in solchen Situationen behilflich sein sollte (act. 63 S. 3; act. 61/64). Dieses Vorgehen ist sicherlich begrüssenswert und im Rahmen der Wahrnehmung de r ge- meinsamen elterlichen Sorge angezeigt. Es mutet aber seltsam an, dass dies vom Kläger erst an der Hauptverhandlung zum Thema gemacht wurde, da die vorgenannten Probleme schon seit Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes bestehen und wohl viel eher einer L ö- sung – unter Hilfe von geschulten Drittpersonen – hätten zugeführt werden können. E s ist dem Wohl der Kinder aber auch abträglich, wenn selbst bei alltäglichen Themen und klein e- ren Absprachen immer zuerst eine Drittperson beigezogen werden muss, bevor ein endgülti- ger Entscheid gefällt werden kann. Die eingereichten Akten und das Verhalten der Parteien im gesamten Prozess der ehelichen Auseinandersetzung zeigen eben gerade damit auf, dass die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen ihnen in Bezug auf die Kin- derbelange deutlich gestört war und nach wie vor gestört ist. 5.4 Vorliegend fehlt es somit für die alternierende Obhut einerseits am Betreuungsanteile des Klägers von 1/3 ; andererseit s konnten und können die Eltern in Kinderbelangen regelmässig nicht zusammenarbeiten mit der Folge, dass die Kinder im Szenario einer künftigen alternie- renden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise ausgesetzt würden, die ihren Interessen offe nkundig zuwiderläuft. Sowohl dem Anliegen der Aufrechterhaltung der bisheri- gen Betreuungszeiten als auch dem Wunsch der Kinder, den Vater weiterhin regelmässig zu sehen, kann vorliegend vielmehr mit einem erweiterten Besuchsrecht angemessen Rech- nung getragen werden (vgl. dazu nachstehend E. 7). Ebenso wird mit dem erweiterten Be- suchsrecht die soziale Einbettung und Weiterführung der bisherigen Betreuung gewahrt, ohne dass die Kinder dem grösseren Konfliktpotential ausgesetzt sind. Im Rahmen einer Ge- samtbetrachtung entspricht die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Beklagten dem Kindes- wohl daher am besten. Die Obhut über die Kinder F.________ und G.________ ist deshalb bei der Beklagten zu belassen. 6. Entsprechend sind auch d ie Erziehungsgutschrift en für die Berechnung künftiger AHV -/IV- Renten der Beklagten als überwiegend betreuendem Elternteil anzurechnen (vgl. Art. 52fbis Abs. 2 AHVV). 7. In einem nächsten Schritt ist der persönliche Verkehr zwischen dem Kläger und den Kindern zu regeln. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr , wo- bei den Anträgen der Parteien angemessen Rechnung zu tragen ist . Nicht strittig ist unter den Parteien , dass der Kläger die Kinder jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, sowie vom Donnerstag, 18.00 Uhr bis Freitag, 12.00 Uhr, zu oder mit sich auf Besuch nimmt . Betreffend die Betreuung am Donnerstag- und Freitagnachmittag un- terscheiden sich hingegen die gestellten Anträge der Parteien . 7.1 Die Beklagte beantragt ein Besuchsrecht von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Freitag, 12.00 Uhr (bzw. nach Schulschluss), wenn die Wochenendbetreuung durch sie erfolgt, und bei nachfol- gendem Betreuungswochenende durch den Kläger von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, Seite 14/54 18.00 Uhr. Die Änderung dränge sich auf, weil der Kläger i m Zeitpunkt des Eheschutzverfah- rens ohne Arbeitsstelle gewesen sei und so einen Teil an die Betreuungs arbeit habe leisten können. Inzwischen sei er wieder voll arbeitstätig und daher während der Arbeitszeit am Donnerstag und Freitag auf eine Drittbetreuung angewiesen, welche derzeit von seinen El- tern wahrgenommen werde. Der Kläger und seine Eltern seien auch nicht bereit, Ter mine von F.________ und G.________ an einem Donnerstag - oder Freitagnachmittag wahrzuneh- men, weshalb alle ausserschulischen Aktivitäten auf Montag bis Mittwoch gelegt werden müssten, was regelmässig zu Terminkollisionen führe . Mit dem angepassten Besuchsre cht habe der Kläger auch nicht weniger Zeit mit den Kindern zur Verfügung als bisher. Zudem sei auch der Kontakt mit den Grosseltern gewährleistet, da diese im selben Haus wie der Kläger wohnten (act. 15 S. 11 f.). 7.2 Der Kläger beantragt demgegenüber die Beibehaltung der bisherigen Regel, wonach der Klä- ger die Kinder wöchentlich von Donnerstag, 12.00 Uhr bis Freitag, 18.00 Uhr betreut – unab- hängig davon, ob sein Betreuungswochenende folgt. Die Beklagte sei mit ihrem Argument, dass weder er noch seine E ltern in der Lage wären, Termine mit den Kindern am Donners- tagnachmittag wahrzunehmen, nicht zu hören. Schliesslich gehe es nicht an, dass die Be- klagte Termine der Kinder auf die Betreuungstage des Vaters lege, ohne vorgängig mit dem Kläger Rücksprache zu halten und ihn darüber erst im Nachhinein informiere. Auch würden sich die Kinder jeweils auf ihre Grosseltern freuen (act. 31 S. 7 ff.; act. 32 S. 5). 7.3 Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt das Kindeswohl. Die Festlegung des Besuchsrechts muss sich am Einzelfall orientieren. Dem Sachgericht kommt bei der Regelung des Besuchsrechts ein weiter Ermessensspielraum zu (Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm , 3. A. 2017, Art. 273 N 25 und 27). 7.3.1 Im vorliegenden Fall bestätigen beide Parteien sowie auch F.________ und G.________ sel- ber, dass die Kinder gerne Zeit mit beiden Elternteilen sowie auch mit den Grosseltern väter- licherseits verbringen. Die im Eheschutzverfahren festgelegte Betreuungsregelung wurde dementsprechend bisher auch gelebt und hat im Grundsatz auch funktioniert. Demgemäss ist diese Regelung auch im Scheidungsfall im Grundsatz beizubehalten. Allerdings ist dem Umstand, dass der Kläger wieder voll arbeitstätig ist und deshalb die Kin- der den Tag über nicht durch ihn betreut werden, Rechnung zu tragen. Insbesondere scheint es nicht sinnvoll , dass die Kinder an Freitagen, auf welche kein Besuchswochenende des Klägers folgt, nach der Schule zum Kläger nach Hause gehen, dort von den Grosseltern , d.h. den Eltern des Klägers, betreut werden und kurz vor der Rückkehr des Klägers von dessen Arbeit zur Beklagten wechseln, ohne ihren Vater überhaupt gesehen zu haben. Aus den Stundenplänen der Kinder ist zudem ersichtlich, dass beide am Freitagnachmittag im Unter- richt sind, der Aufenthalt beim Kläger bzw. dessen Eltern somit nur rund 2,5 Stunden dauert, bevor sie wieder zum anderen Elternteil wechseln. Dies bewirkt ein unnötiges Hin und Her, welches auch nicht dem Kindeswohl entspricht. Die Kinder sehen die Grosseltern zudem je- weils am Donnerstagnachmittag, so dass die Kontaktpflege zu den Grosseltern das nicht sinnvolle Hin und Her zwischen den Wohnorten der Eltern auch nicht rechtfertigen kann . 7.3.2 Es ist vom bisherigen Modell deshalb geringfügig insoweit abzuweichen, dass die Betreuung des Klägers wöchentlich von Donnerstag, 12.00 Uhr , bis Freitag, 12.00 Uhr , und jedes zweite Seite 15/54 Wochenende von Freitag, 12.00 Uhr , bis Sonntag, 18.00 Uhr , erfolgt. Die Übergabe der Kin- der ist dabei jeweils so zu gestalten, dass der aktuell betreuende Elternteil die Kinder zum anderen Elternteil bringt. Folgt die Betreuung nach Schulschluss, holt d er anschliessend be- treuende Elternteil die Kinder direkt in d er Schule ab. 7.4 Da die Kommunikation zwischen den Parteien schwierig ist und anlässlich der Hauptver- handlung offensichtlich wurde , dass insbesondere die Betreuungsaufteilung während den Weihnachtstagen ein grosses Problem darstellt, sind im Folgenden au ch die Betreuung an den Feiertagen sowie die Ferien ausdrücklich zu regeln. 7.4.1 Um beiden Elternteilen die Möglichkeit zu geben, die Kinder während den Feiertagen (Weih- nachten/Neujahr; Ostern/Pfingsten; Auffahrt und Fronleichnam) zu betreuen, ist folgende Aufteilung vorzusehen : − In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Kläger und in Jahren mit ungerader Jahreszahl die Beklagte die Kinder vom 23. Dezember, 18.00 Uhr, bis 25. Dezember, 10.00 Uhr, während in Jahren mit gerader Jahreszahl die Beklagte und in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Kläger die Kinder vom 25. Dezember, 10.00 Uhr, bis am 26. Dezember, 18.00 Uhr, betreut. − Über Neujahr betreut die Beklagte die Kinder in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Kläger in Jahren mit ungerader Jahres zahl vom 30. Dezember, 18.00 Uhr, bis am 1. Januar, 12.00 Uhr, sowie in Jahren mit gerader Jahreszahl der Kläger und in Jah- ren mit ungerader Jahreszahl die Beklagte die Kinder vom 1. Januar, 12.00 Uhr, bis am 2. Januar, 18.00 Uhr. − Über Ostern betreut der Kläger die Kinder in Jahren mit gerader Jahreszahl und die Beklagte in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr. − Über Pfingsten betreut die Beklagte die Kinder in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Kläger in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Pfingstfreitag, 18.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr. − In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Kläger die Kinder an Auffahrt und die Beklagte die Kinder an Fronleichnam von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. In Jahren mit ungerader Jahreszahl betreut die Beklagte die Kinder an Auffahrt und der Kläger die Kinder an Fronleichnam von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. An den übrigen Feiertagen erfolgt die Betreuung gemäss der normalen w öchentlichen bzw. zweiwöchentlichen Betreuungsregelung. 7.4.2 Hinsichtlich der Ferien konnten sich die Parteien bis anhin ohne grössere Konflikte abspre- chen und die Ferienbetreuung unter sich aufteilen ; Gegenteiliges wurde beidseits auch nicht ausgeführt. Dies ist, soweit möglich, auch weiterhin beizubehalten. Seite 16/54 Angesichts des angespannten Verhältnisses zwischen den Eltern (vgl. dazu vorstehend E. 5.3 ff.) ist i m Sinne einer Minimalregelung im Konfliktfall jedoch festzulegen, dass beide Eltern die Kinder je während drei Wochen Ferien pro Jahr betreuen, wobei die Ferien jeweils drei Monate im Voraus abzusprechen sind. Können sich die Eltern über die Ferien nicht eini- gen, so kommt im vorliegenden Fall dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl und d er Beklagten in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Recht zu, die eigenen drei Ferienwochen mit den Kindern zu bestimmen, während der jeweils andere Elternteil anschliessend aus de r übrigen Ferienzeit seine eigenen drei Ferienwochen mit den Kindern wählen kann. Das Wahlrecht ist spätestens drei Monate im Voraus auszuüben, ansonsten es auf d en anderen Elternteil übergeht. 7.4.3 Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass die vorliegend geregelten Betreuungszeiten während den Feiertagen und Ferien der allgemeinen wöchentlichen bzw. zweiwöchentlichen Betreu- ungsregelung (vgl. vorne E. 7.4) vorgehen. Die Ferien können jedoch ohne gegenseit iges Einverständnis nicht auf die vorstehend geregelten Feiertage des anderen Elternteils gelegt werden. Die Kosten der Kinder währen d den Ferien hat jede Partei selbst zu tragen. 8. Beide Parteien beantragen im Weiteren auch die Aufhebung der bis heute bestehenden Bei- standschaft für ihre gemeinsamen Kinder F.________ und G.________. 8.1 Im Eheschutzentscheid vom 2. Oktober 2015 (act. 22 im Verfahren ES 2015 413) wurde für F.________ und G.________ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtet mit folgenden Aufgaben: - für alle Beteiligten eine neutrale Ansprechperson zu sein; - eine Familienbegleitung zu prüfen und bei Notwendigkeit zu organisieren, zu begleiten und deren Finanzierung sicher zu stellen; - die Weiterführung der the rapeutischen Begleitung von F.________ zu prüfen; - die Modalitäten des gerichtlich festgelegten Betreuungsrechts zu regeln und zu überwa- chen. Mit Entscheid en vom 24. November 2015 ernannte die Kindes - und Erwachsenenschutzbe- hörde Zug (KESB) L.________ zum Beistand von F.________ und G.________ und beauf- tragte ihn mit den im Eheschutzverfahren festgelegten Aufgaben. 8.2 Der Kläger führt als Begründung seines Aufhebungsantrags aus, zwischen ihm und der Bei- standsperson bestehe kein für die Beistandschaft n otwendiges Vertrauensverhältnis. Er habe deshalb einen Antrag auf Beistandswechsel gestellt, welcher abgelehnt worden sei. Obwohl seit Frühling 2016 kein Austausch zwischen ihm und dem Beistand stattfinde, die Beistand- schaft also faktisch inaktiv sei, funk tioniere die Betreuung der Kinder sowie die Therapie von F.________. Zwar seien die Parteien nicht immer gleicher Ansicht, aber wenn es sein müsse, fänden sie eine dem Kindeswohl dienende Regelung, welche alsdann beide Parteien befolgen würden. Die Eltern seien in der Lage, sich bilateral über ein Vorgehen zu verständi- gen (act. 12 S. 9). Aus all diesen Gründen sei daher die bestehende Beistandschaft aufzuhe- ben. Die Beklagte bringt diesbezüglich vor, dass sie den Beistand als Chance erachtet und sich stets bemüht habe, mit diesem zusammen zu arbeiten, obwohl die Beistandschaft im Seite 17/54 Rahmen des Eheschutzverfahrens auf Antrag des Klägers erfolgt sei und sie zum Zeitpunkt der Trennung eine Beistandschaft nicht als notwendig erachtet habe. Da der Kläger jedoch seit November 2016 die Zusammenarbeit mit dem Beistand gänzlich verweigere und der Bei- stand seit diesem Zeitpunkt die ihm mittels Eheschutzentscheid übertragenen Aufgaben nicht erfüllen könne, sehe sie auch keinen Sinn mehr, diese Beis tandschaft aufrecht zu erhalten (act. 61 S. 8; act. 63 S. 2). Der Beistand L.________ führte in seinem Bericht über die Situation der Ausübung der Bei- standschaft vom 28. November 2017 für die Zeitperiode vom 24. November 2015 bis 31. Ok- tober 2017 abschliessend aus , die Aufhebung der Beistandschaft sei zu prüfen . Aufgrund der Ablehnung des Kindsvaters gegenüber ihm als Person seien seit dem Frühling 2016 Gesprä- che mit dem Kindsvater nicht mehr möglich. Er könne deshalb nicht mehr als Ansprechper- son für die Eltern fungieren. Auf die Errichtung einer sozialpädagogischen Familienbegleitung habe er verzichtet, da kein Bedarf ersichtlich gewesen sei. Die Therapie von F.________ wurde in die Wege geleitet und werde ohne seine Unterstützung weitergeführt. Diese scheine Wirkung zu zeigen . G.________ sei aufgrund seines Alters als weniger problematisch ein zu- stufen. Die im Entscheid vom 24. November 2015 aufgeführten Aufgaben des Beistandes hätten damit erfüllt werden können oder aber seien durch den sehr hohen Paarko nflikt und die Verweigerung der Zusammenarbeit durch den Kindsvater verunmöglicht worden (act. 10a S. 5 f. und act. 10b S. 5). 8.3 Eine Kindesschutzmassnahme kann von der zuständigen Behörde aufgehoben werden , wenn das Schutzbedürfnis entfallen ist oder die Umstände es gestatten, sie durch eine mil- dere Massnahme zu ersetzen (Urteil des Bundesgerichts 5C.146/2004 vom 1. Septem- ber 2004 E. 3 sowie 8C_147/2016 vom 13. Juli 2016 E. 5.3). Ein Schutzbedürfnis besteht, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Erfordern es die Verhältnisse, so kann dem Kind ein Beistand ernannt werden, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt ( Art. 308 Abs. 1 ZGB). Der gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB eingesetzte Beistand hat die Aufgabe, die Eltern so zu unterstützen, dass sie befähigt werden, ihre sich aus der elterlichen Sorge ergebenden Verpflichtungen möglichst selbst wahrzunehmen. Ob- wohl die Kooperat ionsbereitschaft der Eltern nicht Voraussetzung für die Anordnung der Bei- standschaft ist, ist die allseitige Zustimmung für die Massnahme förderlich. Wo sich die be- treute Person der Beistandschaft konsequent widersetzt, ist fraglich, ob deren Anordnung ih- ren Zweck erfüllt oder ob die Ressourcen anderweitig nicht sinnvoller eingesetzt werden könnten (Cottier, in : Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 2. A. 2017, Art. 308 ZGB N 1 und 3; Biderbost, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privat- recht, 3. A. 2016, Art. 308 ZGB N 6; Breitschmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 308 ZGB N 2; Urteil des Bundesgericht 5A_839/2008 vom 2. März 2009 E. 4). Während eines Schei- dungsverfahrens ist das Gericht auch für die Abänderung oder Aufhebung von gerichtlich an- geordneten Kindesschutzmassnahmen zuständig ( Art. 315b Abs. 1 ZGB). 8.4 Mit dem vorliegenden Scheidungs entscheid werden die Modalitäten des Betreuungsrechts festgelegt, da die Parteien sich trotz Unterstützung des Beistands und gegenseitigen Austau- sches nicht auf eine gemeinsame tragfähige Lösung einigen konnten. Der Auftrag an den Beistand auf Regelung der Modalitäten des gerichtlich festgelegten Betreuungsrechts fällt damit dahin. Zudem w urde nach übereinstimmenden Ausführungen der Parteien (act. 32 Seite 18/54 S. 5) das Besuchsrecht gemäss Eheschutzentscheid auch so gelebt, weshalb eine Überwa- chung desselben nicht mehr notwendig erscheint. Die Parteien haben die therapeutische Be- gleitung von F.________ inzwischen selbst in Gang gesetzt und wenden sich dafür auch an die zuständigen Institutionen. Auch wenn sich – insbesondere im Zusammenhang mit der Bezahlung der Therapien – die Parteien nicht immer einig sind, scheint die Therapie bei F.________ Anklang zu finden. Der Beizug eines Beistandes vermochte d iesbezüglich keine Verbesserungen zu bewirken. Der Beistand hat die Familienbegleitung geprüft und keine Notwendigkeit für eine solche festgestellt. Die Aufgabe des Beistandes beschrä nkt sich des- halb bereits jetzt nur noch auf die Rolle einer neutralen Ans prechperson für die Eltern. Auf- grund der verweigernden Haltung des Klägers gegenüber der Beistandschaft ist es für den Beistand jedoch nicht möglich, diese Aufgabe tatsächlich wahrzunehmen. Gleichzeitig schei- nen die Parteien durch eigene Initiative eine Begleitung durch d ie Fachstelle M.________ aufzugleisen, welche die restlichen Zwecke der Beistandschaft abdecken soll (vgl. act. 61 S. 5 sowie act. 61/64 ). Ausserdem werden mit vorliegendem Entscheid die in der Vergangenheit aufgetretenen Streitpunkte zwischen den Parteien geregelt (vgl. dazu etwa vorstehend E. 7.5) und mit der Zuteilung der alleinigen Obhut an die Beklagte mögliche (weitere) Kon- flikte sicherlich teilweise reduziert. Aus heutiger Sicht ist deshalb das Wohl von F.________ und G.________ nicht derart gefährdet, dass die Anordnung einer Beistandschaft bzw. deren Weiterführung gegen den Willen der Parteien verhältnismässig wäre . Mithin sind die beste- henden Beistandschaften für die beiden Kinder F.________ und G.________ aufzuheben. 9. In einem nächsten Schritt ist über den zu leistenden Kindesunterhalt sowie den nacheheli- chen Unterhalt zu entscheiden . Die Unterhaltsbeiträge sind in verschiedene Zeitabschnitte aufzuteilen und dem jeweilig neuen Bedarf bzw. den neuen Einkommensve rhältnissen der Parteien und der Kinder anzupassen. 9.1 Die Beklagte beantragt für die Söhne F.________ und G.________ je einen Barunterhalt von monatlich CHF 1'200.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zur Erfüllung des 10. Al- tersjahres zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00. Anschliessend wird ab Erfül- lung des 10. Altersjahres bis zur Erfüllung des 18. Altersjahres und längstens bis zum or- dentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung je ein Betrag von monatlich CHF 1'500.00 zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00 beantragt. Betreffend den nachehelichen Unterhalt verlangt die Beklagte vom Kläger einen Unterhaltsbeitrag von mo- natlich CHF 805.40 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. August 2028 (act. 61 S. 4). Demgegenüber stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, dass er ab Rechtskraft des Schei- dungsurteils monatlich für F.________ CHF 771.00 und für G.________ CHF 783.00 und ab Erreichen des 10. Altersjahres bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung für F.________ CHF 899.00 und für G.________ CHF 891.00 pro Monat zu bezahlen habe. Zu- dem hält er fest, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet sei (act. 60 S. 2). 9.2 Die Höhe des nachehelichen Unterhalts sowie des Kinderunterhalts sind voneinander abhän- gig und deshalb gemeinsam zu beurteilen. Während der Kindesunterhalt der Offizialmaxime untersteht und die entsprechenden Tatsachen von Amtes wegen festzustellen sind (Art. 296 Abs.1 und 3 ZPO), gilt für die Festlegung des nacheheliche n Unterhalts der Verhandlungs- grundsatz, weshalb die Anspruchsvoraussetzungen und die Höhe des Unterhaltsanspruchs Seite 19/54 von der anspruchsberechtigten Person zu behaupten und zu beweisen sind (Art. 277 Abs. 1 ZPO). 9.2.1 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufzukom- men, so hat ihm der andere Teil gestützt auf Art. 125 Abs. 1 ZGB angemessenen nacheheli- chen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage is t. Dabei ist für die Höhe des gebüh- renden Unterhalts entscheidend, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei fehlender Lebensprägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die Partner bei der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortfüh rung der ehelichen Lebenshaltung haben. Von einer Lebensprägung ist unter anderem auszugehen, wenn aus der Ehe Kinder hervor- gegangen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_134/2011 vom 20. Mai 2011 E. 6.1). Aus der Ehe der Parteien sind zwei Kinder, F.________ und G.________, hervorgegangen (act. 1/1). Die Ehe ist folglich lebensprägend, weshalb die Beklagte Anspruch auf Beibehal- tung des zuletzt gemeinsam gelebten ehelichen Lebensstandards hat. Kann sie diesen Le- bensstandard nicht aus eigenen Mitteln finanzie ren, hat sie Anspruch auf Unterhaltszahlun- gen durch den Kläger. 9.2.2 Der Kinderunterhalt wird gemäss Art. 276 ZGB durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung ge- leistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen ( Abs. 2). Die Unterhaltspflicht der Eltern dauert bis zur Volljährigkeit des Kindes bzw. bis zum Abschluss einer angemessen en Ausbildung, soweit das Kind nach Eintritt der Volljährigkeit noch keine solche abgeschlossen hat (Art. 277 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Le- bensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei sind da s Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen ( Art. 285 Abs. 1 ZGB). Da F.________ und G.________ noch minderjährig sind, haben sie gegenüber den Parteien Anspruch auf einen angemessenen Unterhalt bis zu ihrer Volljährigkeit bzw. bis zum orden tlichen Abschluss ei- ner angemessenen Ausbildung. Die Höhe des Unterhalts ändert sich dabei mit der Verände- rung ihres Bedarfs, der Änderung des Naturalunterhalts aufgrund höheren Alters und der Veränderungen der Leistungsfähigkeit der Eltern. 9.3 Für die Berechnung von Unterhaltsbeiträgen schreibt das Gesetz keine bestimmte Berech- nungsmethode vor. Den Gerichten kommt vielmehr ein weites Ermessen zu, da sich die Fest- setzung des nachehelichen Unterhalts einer exakten mathematischen Berechnung entzieht. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der jeweilige Bedarf grundsätzlich kon- kret, das heisst anhand der tatsächlich getätigten Ausgaben zu ermitteln. Auf die Bestim- mung der tatsächlichen Ausgaben der Ehegatten während der Ehe kann indessen verzichtet und die Methode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung (auch zweistufige Me- thode genannt) angewendet werden, wenn während der Ehe die gesamten Einnahmen für den gemeinsamen Haushalt verwendet wurden, mithin die Parteien über keine Sparquote verfügten. Gleich kann auch dann vorgegangen werden, wenn die Ehegatten während des Zusammenlebens zwar Ersparnisse bilden konnten, diese aber bei im Übrigen gleichbleiben- den Verhältnissen nicht höher sind als die Mehrkosten infolge der Trennung. Diejenige Par- tei, welche eine Sparquote behauptet, trägt hierfür die Behauptungs - und Beweislast, wobei Seite 20/54 das Vorliegen der Sparquote behauptet, beziffert und soweit möglich belegt werden muss (BGE 140 III 485 E. 3.3 m.w.H.). 9.3.1 Streitigkeiten im Bereich des nachehe lichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma- xime beherrscht, weshalb das Gericht sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Pro- zess vorgebrachten Tatsachen stützen darf. Der Unterhaltsberechtigte trägt deshalb die Be- weislast dafür, dass er den e ingeklagten Betrag zur Weiterführung des während der Ehe ge- lebten Standards benötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedarfs substanziie- ren, belegen und beziffern, wobei gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbe- trag, unausweichlich sin d (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], Fam- Komm Scheidung, 3. A. 2017, Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Das Gericht ist in Bezug auf die Höhe des nachehelichen Unterhalts jedoch nur an die formellen Parteianträge gebun- den, d.h. an den insgesamt eingeklagten oder anerkannten Betrag, nicht aber an die einzel- nen Einnahme - oder Aufwandpositionen . Es kann somit für gewisse Positionen mehr oder für andere weniger zusprechen, als in der Begründung durch die Parteien verlangt oder aner- kannt wird (Six, Eheschutz, 2 A. 2014, Rz 2.62; Urteil des Bundesgerichts 5P.481/2006 vom 19. Februar 2007 E. 4; zur ähnlichen Problematik betr. Verschlechterungsverbot: Urteil des Bundesgerichts 5A_476/2012 vom 10. Juli 2012 E. 3). Das Gericht kann somit bei der Be- rechnung der Unterhaltsbeiträge die Bedarfspositionen anders berücksichtigen, als dies von den Parteien gel tend gemacht oder anerkannt wurde, solange der zugesprochene Unter- haltsbeitrag nicht über die Parteianträge hinausgeht. Hingegen hat das Gericht aufgrund von Art. 150 Abs. 1 ZPO bei tatsächlichen Feststellungen nicht bestrittene Tatsachen (z.B. die Höhe einer Bedarfsposition) seinem Entscheid zugrunde zu legen. 9.3.2 Der Kläger rechnet bei den Unterhaltsansprüchen mit der Methode der Grundbedarfsrech- nung mit Überschussverteilung bzw. aufgrund der von ihm beantragten geteilten Obhut ohne Überschussverteilun g (act. 62). Hingegen macht er geltend, für die Berechnung des nach- ehelichen Unterhalts die konkrete Methode anzuwenden, da die Beklagte ihren Unterhaltsan- spruch nach dieser berechne und er sich hiermit einverstanden erkläre (act. 31 S. 15). Die Beklagte sei mithin auf ihre Berechnungsmethode zu behaften (act. 60 S. 15). Die Frage, nach welchen Kriterien der nacheheliche Unterhalt zu berechnen ist, ist eine Rechtsfrage (Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 3). Gemäss Art. 57 ZPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. An die Darlegungen der nach Meinung der Parteien anzuwendenden Rechtssätze ist das Gericht selbst dann nicht gebunden, wenn die Rechtsauffassung beider Parteien übereinstimmen. Ausgangspunkt je- der Rechtsanwend ung bildet das vom Anspruchskläger behauptete Tatsachenfundament (vgl. Glasl, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, 2. A. 2016, Art. 57 ZPO N 4 ff.). Für den nachehelichen Unterhalt gelten die Dispositions - und die Verhandlungsmaxime ( Art. 277 ZPO). Unter deren Herrschaft ist es Sa- che der Parteien, die geltend gemachten Ansprüche zu benennen sowie den Sachverhalt darzulegen und zu beweisen; dem Gericht obliegt, die zutreffenden Rechtssätze auf den be- haupteten und festgestellten Sachverhalt zur Anwendung zu bringen (Urteil des Bundesge- richts 5A_440/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.2; Urteil des Obergerichts Zug Z1 2014 30 vom 2. Februar 2016 E. 3.4, in: GVP 2017 S. 162 ff.). Entgegen der klägerischen Behauptu ng berechnete die Beklagte in der Klageantwort ihren Seite 21/54 Bedarf nicht anhand der einstufig -konkreten Methode, sondern führte aus, eine Berechnung ihres Unterhaltsanspruchs sei ihr aufgrund fehlender Unterlagen des Klägers nicht möglich (act. 15 S. 14). In ihren dennoch aufgestellten approximativen Berechnungen ( act. 15/48-49) berechnet die Beklagte ihre Ansprüche jedoch nach der zweistufigen Methode. Auch anläss- lich der Hauptverhandlung vom 30. Oktober 2019 legte die Beklagte den Bedarf des Klägers, ihren eigenen Bedarf und denjenigen der Kinder sowie die Leistungsfähigkeit der Parteien dar, ohne sich zur Berechnungsmethode der Unterhaltsbeiträge zu äussern ( act. 61 S. 9 ff.). Die vom Kläger behauptete Berechnung der Beklagten nach der einstufig -konkreten Me thode ist vorliegend nicht ersichtlich. Ohnehin haben d ie Parteien aber sämtliche Tatsachenbe- hauptungen in das vorliegende Verfahren eingebracht, welche für die Anwendung der zwei- stufigen Methode notwendig sind (Bedarf und Einkommen der Parteien sowie der Kinder mit entsprechenden Belegen , vgl. hinten E. 10 und 11). Das Gericht ist vorliegend in der Festle- gung der Berechnungsmethode, welche eine Rechtsfrage darstellt, somit frei. 9.3.3 Vorliegend ist die zweistufige Methode mit Überschussverteilung anzuwe nden. Keine der Parteien behauptet eine nach wie vor bestehende Sparquote, was aufgrund de s von beiden Parteien geltend gemachten Grundbedarfs von insgesamt CHF 11'336.55 (vgl. act. 61 S. 9 ff.) bzw. von CHF 10'777.24 (vgl. act. 62) im Vergleich zum verfügbaren Einkommen von CHF 12'256.00 (vgl. hinten E. 11.5.4) zutreffend sein dürfte . Selbst wenn die Parteien wäh- rend des Zusammenleben s gewisse Ersparnisse bilden konnten (vgl. hinten E. 13), werden diese seit der Trennung durch die trennungsbedingten Mehrkosten fast vollständig konsu- miert. 9.3.4 Der Kläger geht in seiner Berechnung der Unterhaltsbeiträge von seinem vorliegend abge- wiesenen Antrag der alternierenden Obhut aus und beantragt, keine Überschussverteilung für die Kinder vorzunehmen, da die Kinder am Überschuss des sie jeweils betreuenden El- ternteils partizipieren würden ( act. 31 S. 15 f.). Nach herrschender Ansicht wirkt sich Naturalunterhalt, der bei Ausübung eines "üblichen" Besuchsrechts (jedes zweites Wochenende, drei bis vier Wochen Ferien pro Jahr sowie die Hälfte der Feiertage) geleistet wird, nicht auf den Barunterhalt des nicht obhutsberechtigten Elternteils aus. Bei grosszügigerer Besuchsrechtsregelung hingegen sollte der so erbrachte Naturalunterhalt betragsreduzierend berücksichtigt werden ( Fountoulakis , Basler Kommen- tar, Art. 285 ZGB N 25 m.H.). Dabei stehen der Umfang des Naturalunterhalts, die Grössen- ordnung des Überschusses als solcher und das Verhältnis der Leis tungsfähigkeit zwischen den Eltern in einer Wechselbeziehung, welche ermessensweise bei der Festlegung des Barunterhalts zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. Au- gust 2019 E. 4.3.2.1 f. und E. 4.3.3). Vorliegend wurde die Obhut für die Kinder bei der Beklagten belassen und dem Kläger ein erweitertes Besuchsrecht eingeräumt , wobei der Kläger bzw. seine Eltern die Kinder wäh- rend rund 30 % und die Beklagte während rund 70 % der Betreuungszeit betreuen (vgl. vorne E. 5 und E. 7). Den erweiterten Besuchszeiten des Klägers und den damit verbunde- nen Aufwendungen für die Kinder ist deshalb bei der Festlegung der Unterhaltsbeiträge an- gemessen Rechnung zu tragen. Allerdings ist der Antrag des Klägers auf alternierende Ob- hut gerade au ch aufgrund des gravierenden Konflikts zwischen den Parteien, welche r unter anderem die Kinderkosten betr ifft, abgewiesen worden (vgl. vorne E. 5.3). Eine Seite 22/54 anteilsmässige Verteilung des Überschusses und damit Aufteilung der regelmässigen Kinder- kosten auf die Parteien würde deshalb den Elternkonflikt erneut nähren und so dem Kindes- wohl zuwiderlaufen. In der vorliegenden Konstellation erscheint es vielmehr sachgerecht, die Beklagte sämtliche ordentlichen Kinderko sten tragen zu lassen und ihr deshalb grundsätzlich den gesamten Barunterhalt der Kinder inklusive Überschuss zuzuweisen. D em erweiterten Besuchsrecht des Klägers ist jedoch bei der Überschussverteilung Rechnung zu tragen (vgl. hinten E. 12), indem dem Kläger ermessensweise ein Teil des Überschusses für die von ihm übernommenen Kinderkosten zugewiesen wird (vgl. hierzu auch Jungo/Arndt, a.a.O., S. 761). Dieser Überschussanteil dient der Begleichung der K inderkosten, welche während seines erweiterten Besuchs rechts anfallen (vgl. detailliert hinten E. 12.8), ohne dass sich die Parteien erneut über Kinderbelange zu einigen haben . In der vorliegenden Konfliktsituation kann dem Kindeswohl so am besten entsprochen werden. Soweit die Beklagte zudem genügend Einkom men erwirtschaften kann, dass sie ihren Bedarf und Überschussanteil selbst zu decken vermag und somit kein nachehelicher Unterhalt mehr geschuldet ist , ist sie im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit und unter Berücksichtigung des von ihr geleisteten Naturalunterhalts am Unterhalt der Kinder angemessen zu beteiligen (vgl. hinten E. 12.3 und E. 12.4). 10. Die Unterhaltsbeiträge für die Kinder sowie die Beklagte sind vorliegend somit nach der Me- thode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung zu berechnen, wobei das erwei- terte Besuchsrecht des Klägers angemessen zu berücksichtigen ist. Nach der Methode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung ist in einem ersten Schritt der Bedarf der Parteien zu ermitteln, wobei angesichts der ausreichenden finanziellen Verhältnisse vom familienrechtlichen Existenzminimum auszugehen ist. Entsprechend wer- den nach der Praxis des Kantonsgerichts Zug zusätzlich zum betreibungsrechtlichen Exis- tenzminimum einzig die Prämien der überobligatorischen Krankenversicherung und die Steu- ern berücksichtigt. Darüber hinaus können keine Positionen im tatsächlichen Umfang beim familienrechtlichen Existenzminimum eingerechnet werden, fände ansonsten doch eine Vor- abzuweisung von finanziellen Mitteln an eine Partei statt bzw. würden Ausgabenpositionen dem zu teilenden Überschuss entzogen. Dies würde im Ergebnis dazu führen, dass eine Par- tei mehr erhalten würde, als ihr zustünde. Um eine Gleichbehandlung der Ehegatten zu err ei- chen, sind daher alle übrigen Auslagen aus dem Überschuss zu finanzieren (BGE 140 III 337 E. 4.2.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_267/2014 vom 15. September 2014 E. 5.2; Tuor/Schnyder/Schmid/Jungo, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14. A. 2015, § 24 N 61). 10.1 Für den Zeitpunkt des Scheidungs entscheids ergibt sich folgender Bedarf der Parteien : Kläger Beklagte F.________ G.________ Grundbetrag 1'350.00 1'350.00 600.00 400.00 Wohnkosten 780.83 2'650.00 Nebenkosten 700.00 Anteil Kinder an Wohnkosten -1'325.00 662.50 662.50 KK-Prämien KVG + VVG 401.35 472.10 105.65 100.05 Ungedeckte Gesundheitskosten 39.55 27.00 21.75 3.00 Auswärtige Verpflegung 220.00 Seite 23/54 Kosten für Kinderbetreuung 42.00 42.00 Fahrten zum Arbeitsort 67.00 67.00 Beitrag an Altersvorsorge 187.85 Steuern 150.00 151.80 Total 3'708.74 3'580.75 1'431.90 1'207.55 10.2 Die einzelnen Positionen begründen sich wie folgt: • Grundbetrag: Nach den Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betrei- bungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten CHF 1'200.00 pro Monat. In diesem Betrag sind die Au slagen für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich de- ren Instandhaltung), Körper - und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrich- tung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. enthalten. Für e ine Person mit Betreuungspflichten wird hingegen mit einem Grundbetrag von monatlich CHF 1'350.00 gerechnet. Dieser steht der Beklagten unbestrittenermassen zu. Der Kläger betreut die Kinder durchschnittlich 1.5 Tage und 1 -2 Nächte pro Woche mehr als bei einer klassischen Besuchsrechtsregelung. Diesem Um- stand gilt es mit der Erhöhung seines Grundbetrags auf ermessensweise ebenfalls CHF 1'350.00 Rechnung zu tragen. Bei den Kindern sind für unter 10 -jährige Zuschläge von CHF 400.00 und über 10 -jährige CHF 600.00, jeweils pro Monat, zu berücksichtigen. • Wohnkosten: Die Wohnkosten des Klägers (Hypothekarkosten und Nebenkosten) wur- den von der Beklagten anerkannt ( act. 61 S. 13). Da dem Fahrzeug der Beklagten kein Kompetenzcharakter zukommt (vgl. hinten E. 10.3), sind diesbezügliche Kosten i n deren Bedarf nicht zu berücksichtigen . Die Wohnkosten der Beklagten sind deshalb ohne Park- platzmiete zu berücksichtigen , somit in der Höhe von CHF 2'650.00 (act. 31 S. 6; act. 62). Ebenso reduziert sich der Wohnkostenanteil der Kinder auf CHF 662.50 pro Kind (je 1/4 der Wohnkosten des hauptbetreuenden Elternteils erscheinen vorliegend an- gemessen und wurden von den Parteien übereinstimmend so berechnet ). Das erweiterte Betreuungsrecht des Klägers wurde bereits beim Grundbetrag berücksichtigt. Eine zu- sätzliche Berücksichtigung beim Wohnkostenanteil ist vorliegend daher nicht angezeigt. Der Kläger ist der leistungsfähige re und somit grundsätzlich unterhaltspflichtige Ehe- gatte, welcher den Wohnkostenanteil der Kinder an sich selbst zu bezahlen und bei sei- nen eigenen Wohnkosten i n Abzug zu bringen hätte, was rechnerisch zum selben Ergeb- nis führen würde. Eine doppelte Berücksichtigung der Wohnkosten sowohl bei sich wie auch bei den Kind ern, wie sie der Kläger in seiner Berechnung vorsieht (act. 62), ist nicht angezeigt. • Krankenkassenprämien : Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind bei ausreichenden finanziellen Verhältnisse die Prämien nach VVG im Bedarf beider Par- teien zu berücksichtigen. Die aktuellen Kranken versicherungs prämien wurden ausgewie- sen (act. 60/74; act. 61/77; act. 61/65; act. 61/73), wobei auf die Nettoprämien abzustel- len ist. Der Kläger behauptet, die Beklagte und die Kinder erhielten eine Prämienverbilli- gung oder hätten es treuwidrig unterlassen, eine solche zu beantragen (act. 60 S. 9), legt hierfür jedoch keine Beweismittel vor . Die Beklagte sagte anlässlich der Parteibefragung vom 15. November 2018 aus, für das Jahr 2018 für sich und die Kinder keine Seite 24/54 Prämienverbilligung erhalten zu haben ( act. 31 S. 11). Aufgrund des massgeblichen steu- erbaren Einkommens der Beklagten von CHF 70'310.00 gemäss Steuererklärung 2018 (act. 63 Code 299) ist die Gewährung einer Prämienverbilligung auch nicht oder – wenn überhaupt – nur in sehr geringem Umfang zu erwarten. Eine hypothetische Prämienver- billigung anzurechnen, geht deshalb an der Sache vorbei. • Ungedeckte Gesundheitskosten : Fallen bei einem Ehegatten oder den Kindern regelmäs- sig Franchise und Selbstbehalt an, sin d diese im familienrechtlichen Existenzminimum zusätzlich zur Krankenkassenprämie zu berücksichtigen. Der maximale Anrechnungsbe- trag beläuft sich bei Erwachsenen auf die Franchise (CHF 300.00 bis CHF 2'000.00) zzgl. dem maximalen Selbstbehalt von CHF 700.00 jährlich bzw. bei Kindern auf den ma- ximaler Selbstbehalt von CHF 350.00 pro Jahr. Gesundheitskosten, die von der obligato- rischen Krankenversicherung nicht erfasst werden, sind dem Existenzminimum hingegen nicht hinzuzurechnen. Im Rahmen des familien rechtlichen Existenzminimums fallen bloss wünschbare, aber objektiv nicht notwendige Kosten für Ärzte, Therapeuten und Arzneien ausser Betracht (Six, a.a.O., N 2.109 f.; vgl. auch BGE 129 III 242 E. 4.3). Solche zusätz- lichen Behandlungen sind aus dem Übers chuss zu decken. Die ungedeckten Gesundheitskosten der Beklagten belaufen sich auf CHF 253.60 bei der N.________ (act. 52/61) sowie CHF 67.75 bei der O.________ (act. 52/62, ohne Be- rücksichtigung der von der O.________ nicht übernommenen Kosten von CHF 285.00). Daraus ergeben sich jährliche Kosten von CHF 321.35, somit gerundet CHF 27.00 pro Monat. F.________ hatte für das Jahr 2018 einen Selbstbehalt von CHF 253.60 bei der N.________ zu tragen (act. 52/61) sowie CHF 7.50 bei der O.________ (act. 52/62), ins- gesamt somit jährlich CHF 261.10 bzw. CHF 21.75 pro Monat. G.________ ungedeckte Gesundheitskosten belaufen sich auf CHF 27.70 bei der N.________ (act. 52/61) sowie CHF 7.50 bei der O.________ (act. 52/62), insgesamt somit jährlich CHF 35.20, bzw. ge- rundet CHF 3.00 pro Monat. Bezüglich der ausgewiesenen Kosten des Klägers ist anzu- merken, dass diese hauptsächlich aus Kosten für sein Fitnessabonnement bestehen (act. 31/50), was beim familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt werden kann. Die Kosten aufgrund der Franchise und des Selbstbehalts belaufen sich auf CHF 474.65 pro Jahr (act. 31/50), somit CHF 39.55 pro Monat. • Betreuungskosten : Die Kosten, welche aufgrund einer Fremdbetreuung während der Zeit anfallen, in welcher d er obhutsberechtigte Elternteil einer Erwerbstätigkeit nachgeht, wer- den bei der Bedarfsberechnung der Kinder berücksichtigt (Six, a.a.O., Rz 2.160). Da die Betreuungskosten beim Kindesunterhalt zu berücksichtigen sind, gilt für deren Festle- gung die Untersu chungs- und Offizialmaxime ( Art. 296 ZPO). Die Beklagte macht geltend, dass aufgrund der Betreuung der Kinder während Sitzungen als P.________, welche abends stattfinden, Kosten von rund CHF 120.00 pro Monat ent- stehen würden. Sie rechne erfahrungsgemäss mit ca. 6 Stunden pro Monat, während welchen sie einen Babysitter engagieren müsse, welcher CHF 10.00 bis CHF 18.00 pro Stunde kosten würde ( act. 61 S. 10). Der Kläger bestreitet, dass Betreuungskosten ange- fallen sind ( act. 63 S. 4), jedoch nicht, dass die Kinder während den P.________ -Sitzun- gen der Beklagten betreut werden müssen . Der Kläger führte anlässlich des Eheschutz- verfahrens (ES 2015 413) selbst aus, dass aufgrund der P.________-Sitzungen der Seite 25/54 Beklagten seine Eltern vermehrt die Kinder betreut hätten. Danach soll der Aufwand für die Kinderbetreuung während den Sitzungen der Beklagten vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2015 insgesamt 465 Stunden betragen haben ( act. 9/5 im Verfahren ES 2015 413), was einer monatlichen Betreuung von 66 Stunden entspr echen würde. Die Be- klagte reichte auf gerichtliche Aufforderung hin eine (wohl selbst erstellte) Liste ein, auf welcher die Ausgaben für einen Babysitter im ersten Halbjahr 2018 ersichtlich sein sol- len. Darauf sind 12 Abendeinsätze während 5 Monaten verzei chnet, welche insgesamt 40 Stunden dauerten ( act. 20/52), was durchschnittlich 8 Stunden pro Monat entsprechen würde. Die Beklagte führt zudem aus, dass sie pro Woche 1 -3 Sitzungen abends habe, hinzu kämen verschiedene Abendveranstaltungen und Visitationen , Empfänge etc., wel- cher sie als P.________ nachkommen müsse ( act. 61 S. 15). Vorliegend ist davon auszugehen, dass ein Teil der abendlichen Sitzungen durch die Be- treuung des Klägers abgedeckt werden. Angesichts der Häufigkeit der abendlichen Sit- zungen als P.________ können die Kinder jedoch nicht bei sämtlichen abendlichen Ver- anstaltungen der Beklagten durch den Kläger betreut werden, was dieser auch nicht gel- tend macht. Ebenso führt keine der Parteien aus, dass die Betreuung von einer Drittper- son kostenlos übernommen würde. Es fallen somit in einem gewissen Umfang Betreu- ungskosten für die Kinder an. Der Umfang dieses Aufwands ist aufgrund der ungenauen Vorbringen der Parteien ermessensweise zu schätzen. Der von der Beklagten behaup- tete Aufwand für eine Kinderbetreuung im Umfang von 6 Stunden pro Monat scheint da- bei aufgrund der Akten realistisch. Bei einem durchschnittlichen Stundenansatz von CHF 14.00 für einen Babysitter entsteht somit ein Aufwand für die Kinderbetreuung von CHF 84.00 pro Monat, welche r auf beide Kinder in gleichem Verhältnis aufzuteilen ist. • Kosten für auswärtige Verpflegung : Die Kosten für auswärtige Verpflegung sind im fami- lienrechtlichen Existenzminimum zu berücksichtigen und wurden von der Beklagten in der beantragten Höhe anerkan nt (act. 61 S. 13). • Fahrten zum Arbeitsort : Beiden Parteien sind für die Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit die Kosten für den öffentlichen Verkehr anzurechnen . Der Kläger machte hierfür CHF 67.00 pro Monat geltend (act. 62), was von der Beklagten anerkannt wurde (act. 61 S. 13). Die Beklagte führte aus, für ihre Tätigkeit als P.________ den ganzen Kanton Zug bereisen zu müssen ( act. 15 S. 18), weshalb ihr ebenfalls CHF 67.00 pro Monat anzurechnen sind. • Beitrag an Aufbau einer angemessenen Altersvorsorge : Ein Betrag zum Aufbau einer an- gemessenen Altersvorsorge ist im familienrechtlichen Bedarf zu berücksichtigen (Gloor/Spycher, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 125 ZGB N 4). Die Beklagte macht einen Beitrag von monatlich CHF 187.85 geltend , da sie aufgrund der reduzierten Erwerbstätig- keit nicht dieselben Möglichkeiten zum Aufbau einer angemessenen Altersvorsorge habe (act. 15 S. 26; Berechnung gemäss act. 15/49). Der Kläger anerkennt die Höhe der Bei- träge für eine angemessene Vorsorge bei der aktuellen Einkomme nssituation (act. 31 S. 18). Da entgegen den Ausführungen des Klägers die Beklagte ihre Erwerbstätigkeit bis zum 31. Juli 2025 nicht ausdehnen muss (vgl. dazu hinten E. 11 und E. 12.3), ist ihr der von ihr geltend gemachte Beitrag zum Aufbau einer angemess enen Altersvorsorge im Bedarf anzurechnen. Seite 26/54 • Steuern: Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind die Steuern der Parteien anzurechnen (Jungo/Aebi -Müller/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt, Das Konzept – die Betreuungskosten – die Unterhaltsberechnung, in: FamPra.ch 1/2017 S. 173; Heller, Betreuungsunterhalt & Co. – Unterhaltsberechnung ab 1. Januar 2017, in: Anwaltsrevue 11/12/2016 S. 468 f.). Als Grundlage für die Berechnung der Steuerbelas- tung dienen das Vermögen und das Ein kommen der Parteien, wobei anerkannt ist, dass grundsätzlich die effektiven Steuerlasten auf beiden Seiten zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 128 III 257). Die Steuerveranlagung 2016 der Beklagten sieht Steuern von CHF 1'812.15 vor (act. 05/28), was eine mo natliche Steuerbelastung von CHF 151.80 ergibt. Dieser Betrag entspricht auch der Steuer veranlagung für das Jahr 2018 von CHF 1'814.85 (act. 61/78). Die Höhe der Steuern der Beklagten wird vom Kläger aner- kannt (act. 62), so dass bei der Beklagten ein monat licher Betrag von CHF 151.80 anzu- rechnen ist. Der Kläger behauptet eine höhere Steuerbelastung von CHF 863.85 pro Monat aufgrund der tieferen Unterhaltsbeiträge, welche er nach der Scheidung zu bezahlen habe ( act. 31 S. 12). Dieser Betrag ergibt sich jed och weder aus den Akten noch aufgrund einer Prog- nose aufgrund der zukünftigen Unterhaltsbeiträge. Der Kläger musste im Jahr 2016 total CHF 737.15 (somit CHF 61.40 pro Monat ) Steuern bezahlen ( act. 21/33), eine aktuellere Steuerveranlagung liegt nicht vor. Die Beklagte anerkennt eine Steuerbelastung des Klä- gers von CHF 125.00 pro Monat ( act. 61 S. 13). Da die Parteien vorliegend das aktuell gelebte Modell auch nach der Scheidung weiterführen und die Unterhaltsbeiträge insge- samt nicht stark von den aktuellen zu bezahlenden abweichen (vgl. hinten E. 12), ist von einer ähnlich hohen Steuerbelastung für beide Parteien auszugehen. Beim Kläger ist so- mit wie bei der Beklagten eine Steuerbelastung von rund CHF 150.00 pro Monat einzu- setzen. 10.3 Folgende von den Parteien weiter geltend gemachten Positionen können im Bedarf nicht be- rücksichtigt werden: • Kommunikationskosten : Die von den Parteien beantragten Kommunikationskosten von monatlich CHF 100.00 bzw. CHF 20.00 für die Kinder ( act. 61 S. 9 ff.; act. 62) werden im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums nicht angerechnet, da sie bereits mit dem Grundbetrag abgegolten sind. Im darüberhinausgehenden Umfang sind sie aus dem Überschussanteil zu finanzieren. • Kosten für Privatfahrzeuge : Die Beklagte macht geltend, sie sei auf das Privatfahrzeug angewiesen, da sie an verschiedenen Sitzungen, auch in anderen Gemeinden, teilneh- men müsse. Zudem müsse sie die Kinder zur Therapie nach Q.________ bringen. Ohne das Fahrzeug könne sie das Arbeitspens um zusammen mit der Kinderbetreuung, dem Haushalt etc. nicht bewältigen ( act. 61 S. 14). Der Kläger führt aus, dass die Beklagte die Termine auch ohne privates Fahrzeug bewältigen könne, nötigenfalls könne sie ein Taxi rufen oder das Angebot von Mobility n utzen. Die Kosten für das private Fahrzeug seien deshalb im Bedarf nicht zu rücksichtigen ( act. 31 S. 12). Im Rahmen der zweistufigen Berechnungsmethode sind die Kosten für die Benützung Seite 27/54 eines Privatfahrzeuges nur dann zu berücksichtigen, wenn dem Privatf ahrzeug Kompe- tenzcharakter zukommt. Das ist nur dann der Fall, wenn das Auto selbst unpfändbar ist (Art. 92 SchKG). Bei einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ist das etwa der Fall, wenn eine Partei entweder verpflichtet ist, ein eigenes Fahrzeug zur Arbeit mitzubringen, oder sie wegen des langen Arbeitswegs eines solchen bedarf ( Vonder Mühll, Basler Kommen- tar, 2. A. 2010, Art. 92 SchKG N 23). Das Bundesgericht hat den Gebrauch eines Auto- mobils für die Fahrt zur Arbeit bei einer alleinstehenden Mutter eines kleinen Kindes als notwendig betrachtet, wenn die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel mit einer Ver- längerung der Fahrzeit verbunden wäre, die das Zusammensein mit dem Kind zeitlich über Gebühr einschränken würde (BGE 110 III 17). Ist es einem Ehegat ten hingegen möglich und zumutbar , die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, ist ein Auto weder unentbehrlich noch notwendig und somit im Bedarf nicht zu berücksichtigen (Six, a.a.O., Rz 2.115). Der Kläger hat den Kompetenzcharakter des Privatfahrzeug s der Beklagten bestritten, weshalb dieser von der Beklagten substanziiert zu behaupten und zu beweisen wäre (Art. 8 ZGB sowie Art. 150 ZPO). Bereits die Behauptungen der Beklagten sind jedoch zu wenig konkret , um eine solche Unentbehrlichkeit des Fahrzeug es nahezulegen. So feh- len Angaben, wo und wie häufig sie das Fahrzeug nutzt, wie lange die gleiche Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt dauern würde und ob es Einsatz - bzw. Sitzungsorte gibt, welche mit dem öffentlichen Verkehr nicht z u erreichen wären. Die von der Beklagten angegebenen Ortschaften Q.________ (für die Therapie von F.________), R.________ und S.________ (act. 15 S. 18) sind jedenfalls mit den öffentlichen Ver- kehrsmitteln bzw. mit einer zusätzlichen kurzen Strecke zu Fuss erreichbar. Auch legt die Beklagte nicht dar, inwieweit die verschiedenen Termine nicht koordiniert oder die Be- treuung der Kinder nicht mehr bewerkstelligt werden könnten, wenn sie die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen müsste . Ohne entsprechende Behaup tungen kann der Kompe- tenzcharakter des Privatfahrzeugs der Beklagten nicht beurteilt werden. Darüber hinaus reicht die Beklagte auch keine Belege für ihre Behauptungen ein. Es fehlt somit an den nötigen Behauptungen und Beweismitteln für die Anerkennung des Kompetenzcharak- ters des Fahrzeugs der Beklagten. Die mit dem Fahrzeug zusammenhängenden Kosten sind deshalb im Bedarf der Beklagten nicht zu berücksichtig en. • Lebensversicherung: Prämien für Lebensversicherungen und die freiwillige Vorsorge (3. Säule) sind bei der Bedarfsberechnung zu berücksichtigen, wenn und soweit die Ver- sicherung an die Stelle der obligatorischen beruflichen Vorsorge (2. Säule) tritt (Urteil des Bundesgerichts 5A_226/2010 vom 14. Juli 2010 E. 8.4; Urteil des Bundesgerichts 5C.70/2004 vom 13. Mai 2004 E. 3.3.2; Six, a.a.O., Rz 2.108). Freiwillige Zusatzversi- cherungen sind ansonsten aus dem Anteil am Überschuss zu bezahlen. Die Beklagte ist nicht selbstän dig erwerbstätig, weshalb von ihrem Gehalt auch Beiträge für die berufliche Vorsorge (2. Säule) abgezogen werden ( act. 52/57). Ebenso werden dem Kläger Bei- träge für die berufliche Vorsorge (2. Säule) vom Gehalt in Abzug gebracht ( act. 56/60). Die von beide n Parteien vorgenommenen Einzahlungen in die 3. Säule sind somit nicht im familienrechtlichen Existenzminimum anzurechnen . Weitergehende Beiträge der Be- klagten für die Vorsorgelücke aufgrund ihrer Teilzeitbeschäftigung wurden bereits als Beiträge für eine angemessene Altersvorsorge berücksichtigt (vgl. vorne E. 10.2). Seite 28/54 • Sonstige Versicherungen und Freizeit : Die übrigen von den Parteien geltend gemachten Versicherungsprämien sowie Ausgaben für Freizeitaktivitäten der Kinder werden im fami- lienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt (vgl. Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezem- ber 2009). Diese Bedarfspositionen sind aus dem Überschussanteil zu finanzie ren. • Schulden: Persönliche, nur einen Ehegatten treffende Schulden gegenüber Dritten gehen der familienrechtlichen Unterhaltspflicht nach und gehören nicht zum familienrechtlichen Existenzminimum. Zum Bedarf hinzuzurechnen sind nur diejenigen regelmässig abbe- zahlten Schulden, welche die Ehegatten für den gemeinsamen Lebensunterhalt aufge- nommen haben. Die s gilt insbesondere auch für Zinsen und Ratenzahlungen für Abzah- lungsgeschäfte und Konsumkredite; zusätzlich wird verlangt, dass der damit ange- schaffte Geg enstand oder Wert nach wie vor beiden Eheleuten dient oder bereits von ihnen verbraucht worden ist. Bei Amortisationen für Hypothekardarlehen kommt es da- rauf an, ob die Darlehensverpflichtung gleichermassen den Interessen beider Ehegatten dient (Urteile des Bundesgerichts 5A_131/2007 vom 8. Juni 2007 E. 2.2; 5A_923/2012 vom 15. März 2013 E. 3.1 und 5A_747/2012 vom 2. April 2013 E. 5.3; BGE 127 III 289 E. 2a/bb und 2b). Die Beklagte macht geltend, sie müsse ihre Anwalts - und Gerichtskosten gemäss Ent- scheid im Verfahren ES 2018 501 in der Höhe von CHF 25'000.00 nach wie vor in Raten von je CHF 600.00 während 3 ½ Jahren zurückzahlen, was bei ihrem Bedarf zu berück- sichtigen sei ( act. 61 S. 14). Diese Schulden wurden nicht für den gemeinsamen Lebens- unterhalt eingegangen, weshalb deren Rückzahlung beim Existenzminimum nicht zu be- rücksichtigen sind. Der Kläger macht ebenfalls geltend, Schulden amortisieren zu müs- sen (act. 31 S. 14), macht diese Ratenzahlungen aber nicht als Bedarf geltend . • Zahnarztkosten : Kosten für die üblichen Kontrolluntersuchungen (z. B. Dentalhygiene- kosten) sind im Grundbetrag enthalten ( Urteil des Obergerichts Zürich LP050055 vom 28. April 2006). Für Arzt- oder Behandlungsko sten, die in naher Zukunft tatsächlich anfal- len und hinreichend belegt sind, können in der Bedarfsberechnung monatliche Rücklagen berücksichtigt werden. Entscheidende Kriterien sind die medizinische Notwendigkeit und die Höhe der Kosten (Maier, Die konkret e Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Fa- milienrecht, dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, in: FamPra.ch 2/2014, S. 323). Die vom Kläger geltend gemachten Kosten für die Dentalhygiene sowie die "in unregelmässigen Abständen " (act. 60 S. 9) anfallen- den, jedoch nicht näher bezeichneten und nicht bezifferten Zahnbehandlungskosten fal- len unter die üblichen Kontrolluntersuchungen bzw. sind nicht hinreichend belegt. Sie können deshalb im familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt werden. • "Reserve": Die Beklagte macht einen "Reserve"-Betrag von CHF 600.00 für "Ratenzah- lung Anwalts- und Gerichtskosten gemäss Entscheid vom 31.10.2018 , Altersvorsorge, Weiterbildung, Wiedereingliederung in den Beruf , …" geltend (act. 61 S. 14). Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums mit Überschussverteilung sind nicht berück- sichtigte Ausgaben aus dem Überschuss zu bezahlen. Ein pauschaler Reserve -Betrag ist hingegen nicht vorgesehen. Soweit die Beklagte e inzelne von ihr aufgeführte Positionen Seite 29/54 im familienrechtlichen Existenzminimum berücksichtigt haben möchte, müsste dies von ihr substanziiert vorgetragen werden. 11. Diesem Bedarf ist sodann die Leistungsfähigkeit der Parteien gegenüberzustellen . Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Ehegatten ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen. Reicht dieses Einkommen nicht aus, um den ausgewiesenen Be- darf zu decken, kann einem Ehegatten ein hypothetisches Einkommen angerechnet werde n, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist ( BGE 137 III 118 E. 2.3; 128 III 4 E. 4a; 127 III 136 E. 2a). 11.1 Als P.________ in T.________ erzielt die Beklagte ein monatliches Netto gehalt von CHF 2'726.20 (exkl. Kinderzulage, inkl. Pauschalspesen; act. 52/56). Im Jahr 2018 hat sie zusätzlich gesamthaft rund CHF 13'600.00 (netto) an Sitzungsgelder erhalten ( act. 52/55, act. 52/58, act. 52/59, act. 52/60). Gesamthaft erzielt die Beklagte somit durchschnittlich ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 3'856.20 (CHF 2'726.20 [Fixgehalt] + CHF 1'130.00 [Sitzungsgelder gerundet]). Dies wird von beiden Parteien so anerkannt ( act. 60 S. 12; act. 61 S. 14). Beide Parteien führen zudem übereinstimmend aus, dass der Kläger ein Net- toeinkommen von CHF 7'800.00 pro Monat erwirtschaftet ( act. 63 S. 2; act. 60 S. 11). 11.2 Der Kläger verla ngt jedoch, dass der Beklagten zusätzlich zu ihrem aktuellen Einkommen ein hypothetisches Einkommen an zurechnen sei, da sie ihre Erwerbstätigkeit ausweiten müsse (act. 31 S. 16). 11.2.1 Der Kläger begründet seinen Antrag damit, dass d as aktuelle Pensum d er Beklagten ca. 30 % betrage, sie mit ihren Qualifikationen jedoch problemlos ein zusätzliches Einkom- men in der Höhe der aktuellen Unterhaltsbeiträge erzielen könne. Die Rechtsprechung beim Schulstufenmodell gehe davon aus, dass der hauptbetreuende Elternteil die Kinder an fünf Arbeitstagen betreue. Dies sei in casu nicht der Fall, da die Kinder während 1,5 Tagen vom Kläger betreut würden. Gestützt darauf sei der Beklagten bereits zum heutigen Zeitpunkt ein 80%-Pensum zuzumuten (50 % gestützt auf die Rechtsprechung zuzüglich 30 % gestützt auf die Betreuung durch den Kläger an 1,5 Tagen). Das Amt als P.________ umfasse 30 %, weshalb es der Beklagten möglich und zumutbar sei, zusätzlich eine Anstellung im Umfang von 50 % anzunehmen. Aufgrund ihrer Qualifikationen sei mit Blick auf die Lohnstrukturerhe- bungen des Bundesamtes für Statistik von einem monatlichen Bruttoeinkommen in der Höhe von CHF 3'848.00 auszugehen, was einem Nettoeinkommen von CHF 3'400.30 pro Monat (Basis 50 %) entspreche. Es sei zu berücksichtigen, dass die Parteien nicht im identischen , aber doch ähnlichen Umfang die Kinder betreuen würden und der Kläger in einem Vollzeit- pensum arbeite (act. 31 S. 16 f.). Bezüglich des erhöhten Betreuungsaufwands d er Kinder bringt d er Kläger zudem vor, dass die Kinder genauso beeinträchtigt seien, wenn der Kläger sie betreue. Der Kläger arbeite dennoch in einem Vollzeitpensum. Zudem nehme der Kläger der Beklagten den grössten Teil der Arbeit ab, wenn es um F.________ gehe. Er arbeite viel mit beiden Kindern und inves- tiere viel Zeit und Geduld in die Bildung und Förderung der Kinder ( act. 60 S. 13). 11.2.2 Die Beklagte macht geltend, dass ihr Amt als P.________ ein Arbeitspensum von 30 % bis 50 % beinhalte, ihr eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit jedoch nicht möglich sei . Eine Seite 30/54 genaue Bezifferung der Arbeitszeit sei schwierig, da sie neben den eigentlichen Aufgaben als P.________ und den Sitzungen für die U.________ auch Mandate als Delegierte V.________ und W.________ sowie Vorstandsarbeit für die X.________ übernehme. Zudem sei sie im Verwaltungsrat der Y.________AG . Die Vorbereitungszeit für die verschiedenen Sitzungen sei dabei stark schwankend. Nicht alle Tätigkeiten, welche mit der Aufgabe als P.________ einhergingen, seien zudem entschädigt. So erhalte sie insbesondere für die Ar- beit im Vorstand der X.________ keinen Lohn (act. 52 S. 2; act. 63 S. 2). Dabei ne hme sie von Amtes wegen Einsitz in verschiedenen Kommissionen und amte als Delegierte in Ver- bänden. Sie könne sich also nicht einfach dieser wenig rentablen Funktionen entledigen und stattdessen eine besser bezahlte Arbeitsstelle in der Privatwirtschaft annehmen. Dazu komme, dass bei F.________ ADHS diagnostiziert worden sei und er unter massiven Konzentrationsschwierigkeiten leide. F.________ benötige wesentlich mehr Begleitung und Unterstützung als andere Kinder in seinem Alter. Der Kläger arbeite 100 % und könne sich von Montag bis Freitag nicht intensiv genug um F.________ kümmern. Die Beklagte habe in der Vergangenheit und müsse auch in Zukunft diese Betreuungsarbeit leisten. Inzwischen habe sich zudem herausgestellt, dass auch bei G.________ in der Schule nicht alles rund laufe. Seitens der Schule sei den Eltern vorgeschlagen worden, dass G.________ entwick- lungspädiatrisch untersucht werden solle. Daher werde auch G.________ erhöhte Aufmerk- samkeit und Unterstützung durch seine Eltern benötigen. Die Beklagte müsse neben ihrem Mandat als P.________ diese Unterstützung und Hilfeleistung für die Kin der erbringen und könne deshalb nicht mehr arbeiten, als sie dies aktuell tue (act. 15 S. 20; act. 61 S. 14 f.). 11.2.3 Im Bundesgerichtsentscheid BGE 144 III 481 wendete sich das Bundesgericht von der bisher geltenden 10/16-Regel ab. Es sei heute s achgerechter, in einer ersten Phase das von den Eltern vor der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes vereinbarte beziehungsweise prakti- zierte Betreuungsmodell fortzuführen und sodann das sog. Schulstufenmodell anzuwenden, wonach ab der obligatorischen Einsc hulung des jüngsten Kindes grundsätzlich zu 50 %, ab dem Eintritt in die Sekundarstufe zu 80 % und ab dem vollendeten 16. Lebensjahr des jüngs- ten Kindes zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgegangen werden könne. Dies rechtfertige sich, da der obhutsberecht igte Elternteil während der Schulzeit von der Betreuung entlastet werde. Von diesen Richtlinien könne aufgrund pflichtgemässer richterlicher Ermessensaus- übung im Einzelfall abgewichen werden. Beispielsweise darf Berücksichtigung finden, dass bei vier Kinde rn die verbleibende ausserschulische Betreuungslast (Aufgabenhilfe, Vorkeh- rungen im Krankheitsfall, Kindergeburtstage, Hilfestellung bei der Ausübung von Hobbys etc.) deutlich grösser als bei nur einem Kind und deshalb eine Erwerbstätigkeit von 50 % bzw. 80 % gemäss Schulstufen allenfalls nicht zumutbar sei. Eine erhöhte Betreuungslast könne sich auch durch eine Behinderung eines Kindes ergeben (BGE 144 III 481 E. 4.7.9). Spezifische Besonderheiten des Einzelfalles sind auch nach der neuen Rechtsprechung zu berücksichtigen. 11.2.4 Da das jüngste Kind der Parteien den Kindergarten besucht, ist die Beklagte nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich verpflichtet, einem Erwerbspensum vo n 50 % nachzugehen. Allerdings gilt es nachfolgend abz uklären, ob die Beklagte aufgrund der behaupteten Beeinträchtigungen der Kinder abweichend von der bundesgerichtlichen Recht- sprechung nur einer reduzierten Erwerbstätigkeit nachgehen muss. Die Beklagte hat dabei sowohl die Beeinträchtigung der Kinder nachz uweisen, als auch darzulegen, inwiefern Seite 31/54 dadurch ihre Möglichkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, eingeschränkt ist. Im Arztbericht von Dr. med. Z.________ vom 6. Januar 2017 wurde für F.________ die Diag- nose Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hyperaktivität mit leichten motorischen Steuerungs- problemen, auditiven und visuellen Wahrnehm ungsproblemen, psychosoziale Belastungssi- tuation und IV -Anmeldung unter ggV 404 gestellt (act. 5/4). Sodann wurde i n der Logopädie - Nachkontrolle vom 12. Mai 2017 festgestellt, dass F.________ eine Logopädie -Therapie be- nötige (act. 5/5). Die Beklagte reichte anlässlich der Hauptverhandlung zudem eine Verhal- tensbeurteilung der Schule T.________ ein. Daraus ergibt sich, d ass F.________ in den meisten Beurteilungsbereichen ( "Der Schüler organisiert Arbeiten sinnvoll "; "Der Schüler ar- beitete mit anderen zielorientiert zusammen "; "Der Schüler verhält sich respektvoll "; "Der Schüler übernimmt Verantwortung ") unter dem Normbere ich liegt, weshalb die Eltern aufge- fordert werden, F.________ entsprechend zu unterstützen (act. 61/82). G.________ geht nach übereinstimmender Darstellung der Parteien in die Logopädie ( act. 61 S. 15; act. 63 S. 3). Aus einer E-Mail-Konversation zwischen den Parteien ist dabei ersichtlich , dass die Lo- gopädin sowie die Klassenlehrperson bei G.________ einen beschränkten Wortschatz, eine verschlechterte Aussprache sowie Mängel bei der Satzstellung festgestellt haben und des- halb eine entwicklungspädriatische Untersuchung empfehlen. Zudem habe G.________ Mühe, Anweisungen zu verstehen und diese auszuführen (act. 61/83). Der Kläger bestätigt, dass F.________ eine ADHS-Erkrankung und G.________ Probleme mit dem Lesen hat bzw. einen eingeschränkten Wortschatz aufweist ( act. 60 S. 13). Es ist damit nachgewiesen und unbestritten, dass F.________ eine ADHS-Erkrankung aufweist und G.________ Lern- schwierigkeiten aufzeigt . Die Beklagte bringt jedoch keine substan ziierten Behauptungen vor, weshalb sie aufgrund der vorgenannten Schwierigkeiten von F.________ und G.________ das vom Bundesgericht als Normalfall vorgesehene Arbeitspensum nicht erbringen könne. Sie macht zwar geltend , dass F.________ an Verlust- und Trennungsängsten leide und deshalb eine externe Betreu- ung über Mittag nicht möglich sei ( act. 15 S. 23). Beweismittel zu diesen Behauptungen wur- den aber nicht beigebracht . Weiter trägt die Beklagte vor , sie müsse die Kinder zu verschie- denen Termin en im ganzen Kanton begleiten ( act. 61 S. 15), ohne jedoch die Häufigkeit sol- cher Termine und den Zusammenhang mit den Beeinträchtigungen von F.________ und G.________ darzulegen. Ohne entsprechende substantiierte Behauptungen können die Aus- wirkungen der B eeinträchtigungen von F.________ und G.________ auf die Erwerbsfähigkeit der Beklagten daher nicht beurteilt werden. Es ist somit davon auszugehen, dass die Be- klagte einer Erwerbstätigkeit im Umgang des vom Bundesgericht festgelegten 50%-Pensums nachgehen kann. 11.2.5 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die Beklagte einer über die bundesgerichtlich ver- langten 50 % hinausgehenden Erwerbstätigkeit nachgehen muss. Der Kläger macht hierzu geltend, dass die Beklagte aufgrund seiner Betreuung der Kinder während 1.5 Tagen pro Woche ein Arbeitspensum von 80 % annehmen könne ( act. 31 S. 16 f.). Die Beklagte führt sinngemäss aus, dass ihr eine erweiterte Erwerbstätigkeit neben dem Amt als P.________ und der Betreuung der Kinder nicht möglich sei ( act. 61 S. 14 f.). Bei gemeinsamer elterlicher Sorge und gleichzeitig einigermassen gleichmässiger Betreuung der Kinder durch beide Eltern ist den reduzierten Betreuungsanteilen bei der Beurteilung der Seite 32/54 Eigenversorgungskapazität – jedoch unter Beachtung au ch der übrigen Parameter, wie Aus- bildung etc. – Rechnung zu tragen (Gloor/Spycher, a.a.O., Art. 125 ZGB N 10). Auch hier kommt dem Gericht das vom Bundesgericht zuerkannte Ermessen zu, die Gesamtumstände zu würdigen (BGE 144 III 481 E. 4.7.9). Der Kläger betreut die Kinder vorliegend in grösserem Umfang, als dies bei einer normalen Besuchsrechtsregelung der Fall ist, indem er die Kinder zusätzlich zu den Besuchswochen- enden vom Donnerstagmittag, 12.00 Uhr , bis Freitagmittag, 12.00 Uhr , bzw. vor einem Be- treuungswochenende bis Freitagabend, 18.00 Uhr , betreut. Die Betreuungsanteile der Par- teien sind jedoch nicht gleichmässig (vgl. vorne E. 5.3). Die durch die Betreuung des Klägers bzw. dessen Eltern bewirkte Entlastung der Beklagten ist entsprechend g ering. So ist aus den eingereichten Stundenplänen der Kinder (act. 56/64) ersichtlich, dass F.________ so- wohl am Donnerstag - wie auch Freitagnachmittag bis 15.00 Uhr Schule hat. Ebenso besucht G.________ am Donnerstag- und Freitagnachmittag bis 15.00 Uhr den Kind ergarten. Dies wird sich auch mit der baldigen Einschulung von G.________ nicht ändern . Die Entlastung durch das erweiterte Besuchsrecht des Klägers betrifft somit nur wenige Stunden pro Woche während den normalen Büroarbeitszeiten , an welchen die Kinder n icht ohnehin den Schulun- terricht besuchen . Demgegenüber ist das erweiterte Besuchsrecht mit einem Mehraufwand für die Beklagte verbunden ( z.B. packen für die Kinder, Kommunikation mit dem Kläger, mehr Termine der Kinder an den übrigen Nachmittagen), weshal b insgesamt keine wesentliche Entlastung von den Betreuungsaufgaben resultiert. Dies wird insbesondere deutlich, wenn berücksichtigt wird, dass während den Schulferien die Betreuungslast bei der Beklagten an den übrigen Tagen nochmals erheblich steigt. Insgesamt entsteht durch das Besuchsrecht des Klägers nur eine geringfügige Entlastung der Beklagten während den relevanten Betreu- ungszeiten. Hinzu treten die unbestrittene n Beeinträchtigungen von F.________ und G.________ (vgl. vorne E. 11.2.4). Auch wenn die Beklagte nicht darlegt, wieweit die ADHS -Erkrankung von F.________ und die Beeinträchtigung von G.________ ihre Erwerbsfähigkeit einschränkt, ist aus den unbestrittenen Diagnosen deutlich, dass die Betreuung sich dennoch wesentlich in- tensiver als bei nicht beeinträchtigten Kindern gestaltet. Die Beklagte als Hauptbetreuungs- person ist davon in grösserem Umfang betroffen als der Kläger. Die geringfügige Entlastung von wenigen Stunden pro Woche wird dabei von den intensiveren Betreuungszeiten während den übrigen Tagen aufgewogen. Unter Berücksichtigung der zeitlich nur geringen Entlastung durch die Betreuung des Klägers und der unbestrittenermassen grösseren Belastung wäh- rend den Betreuungszeiten aufgrund der ADHS -Erkrankung von F.________ und der Lern- schwierigkeiten von G.________ kann von der Beklagten deshalb kein höheres Arbeitspen- sum als die bundesgerichtlich festgesetzten 50 % verlangt werden. 11.2.6 Unverständlich ist die Argumentation des Klägers, die Beklagte könne neben ihrer Tätigkei t als P.________ zusätzlich einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % nachgehen, da er selbst auch 100 % arbeite und andere P.________ neben dem Amt teilweise sogar eine Voll- zeitstelle innehätten (act. 60 S. 4). Der Kläger verkennt dabei, dass er neben sei ner Vollzeit- stelle keine Betreuungsarbeit während den normalen Arbeitszeiten übernimmt, sondern diese Betreuungsarbeit von seinen Eltern geleistet wird. Er erbringt selbst somit keine überobliga- torische Leistung. Bezüglich dem Erwerbspensum anderer P.________ verkennt der Kläger weiter, dass nicht das menschlich Mögliche, sondern das vom Recht Verlangte massgebend Seite 33/54 ist. Vorliegend wird rechtlich von der Beklagten eine Erwerbstätigkeit in einem 50 %-Pensum verlangt. Es ist hingegen keine rechtliche Grundlage ersichtlich, weshalb die Beklagte einer zu- sätzlichen Erwerbstätigkeit nachgehen müsste, nur weil andere Personen, wie vom Kläger gel- tend gemacht, ein solches Modell zu leben scheinen. Vielmehr ist es zum Vorteil der Parteien, dass die Beklagte dank der zeitlichen Flexibilität als P.________ ihrer Erwerbstätigkeit nachge- hen kann, ohne dass hierbei nennenswerte Kosten für die Fremdbetreuung der Kinder entste- hen, welche wiederum vom Kläger im Rahmen seiner Unterhaltspflicht zu tragen wären. 11.3 In einem weiteren Schritt ist sodann zu prüfen, ob die Beklagte d er von ihr zu erwartende n Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % tatsächlich nachgeht und so ihre Leistungsfähigkeit bzw. Eigenversor gungskapazität ausschöpft . 11.3.1 Im vorliegenden Verfahren konnte der Umfang der Erwerbstätigkeit der Beklagten und somit ihre Leistungsfähigkeit bzw. Eigenversorgungskapazität nicht abschliessend geklärt werden. Die Beklagte macht ein Arbeitspensum von 30 % bis 50 % geltend (act. 52 S. 2; act. 63 S. 2), ohne dies substan ziiert zu belegen. So legt sie weder eine Aufstellung ihrer Erwerbszeiten, die Zeiten ihrer Sitzungen, eine S chätzung ihres Aufwandes (z.B. 3 Stunden Vorbereitung pro Sitzung o.ä.) oder sonstige Unterlagen vor, die zumindest eine Schätzung ihres tatsächli- chen Erwerbspensums ermöglicht hätten. Die Tätigkeit als P.________ ist zwar insoweit aus- sergewöhnlich, als die Arbeitszeit vom Arbeitgeber weder vorgegeben noch überwacht wird, die bezahlte Tätigkeit auch unbezahlte Bemühungen für die politischen Parteien umfasst und Einsätze in Kommissionen sowie weitere Mandate unregelmässig anfallen (vgl. vorne E. 11.2). Die Beklagte wäre dennoch gehalten gewesen, zumindest schätzungsweise ihren Arbeitsaufwand als P.________ darzulegen und so gut wie möglich zu belegen. Die Parteien trifft eine Mitwirkungspflicht bei der Feststellung ihrer Leistungsfähigkeit bzw. Eigenversorgungskapazität, andernfalls ist ihnen ein hypothetisches Einkommen anzurech- nen (Six, a.a.O., S. 137). Die Beklagte ist dieser Mitwirkungspflicht zur Feststellung ihre s tat- sächlichen Erwerbsumfangs nicht nachgekommen. Um zu prüfen, ob die Beklagte mit der ak- tuellen Erwerbstätigkeit ihre Leistungsfähigkeit ausschöpft, ist deshalb das hypothetische Einkommen für die von ihr zu erbringende Tätigkeit in einem 50% -Pensum zu ermitteln und sodann mit dem von ihr tatsächlich erzielten Einkommen in Beziehung zu setz en. 11.3.2 Zu den Beurteilungskriterien für die Festlegung eines hypothetischen Einkommens gehören insbesondere die berufliche Qualifikation, das Alter und der Gesundheitszustand des betref- fenden Ehegatten sowie die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Gegebenenfal ls ist dann die Höhe dieses Einkommens zu bestimmen. Dabei ist auf entsprechende Tatsachenfeststellungen o- der die allgemeine Lebenserfahrung abzustellen (BGE 128 III 4 E. 4a ff.). Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung können bei der Beantwortung dieser Fragen statistische Daten angewendet werden. Diese müssen aber in so differenzierter Form vorliegen, dass die individuellen Umstände wie Alter, Ausbildung, bisherige Berufs erfahrung, Wohnort etc. be- rücksichtigt werden können (BGE 137 III 118 E. 3.2). Zur konkreten Festsetzung eines hypo- thetischen Einkommens kann dabei auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE, Stand 2012) des Bundesamtes für Statistik ("www.lohnrechner.bfs.admin.ch [Salarium]") abgestellt werden. Die Beklagte ist ausgebildete kaufmännische Angestellte und hat im Jahr 2009 an der Höheren Fachschule für Wirtschaft Zürich einen Abschluss als dipl. Betriebswirtschafterin FH erlangt. Seite 34/54 Nach ihrem Abschluss hat sie bis im Juni 2010 als Marketingassistentin gearbeitet. Seit der Geburt von F.________ war sie nicht mehr in ihrem angestammten Beruf tätig (act. 61/80). Der Kläger hat die für die Beklagte anwendbaren Kriterien bereits zutreffend angewandt (act. 31/56), wobei die Beklagte diese wie folgt auch anerkannte (act. 61 S. 15 f.): Region: Zentralschweiz Branche: 64 Finanzdienstleistungen Berufsgruppe: 24 Betriebswirtschafter/innen und vergleichbare akademische Berufe Stellung im Betrieb: Stufe 5: ohne Kaderfunktion Wochenstunden: 40 Ausbildung: Höhere Berufsausbildung, höhere Fachschule Alter: 37 Dienstjahre: 0 Unternehmensgrösse: 50 und mehr Beschäftigte 12/13 Monatslohn: 13. Monatslohn Sonderzahlungen: Ja Dabei resultierte ein Medianbruttolohn von CHF 7'696.00 pro Monat, wobei 25 % der Personen weniger als CHF 6'725.00 und 25 % mehr als CHF 8'793.00 verdienen. Diese Werte reduzie- ren sich um einige hundert Franken, wenn die Unternehmensgrösse auf unter 20 Mitarbeiter gesenkt wird. Die Beklagte ist aufgrund ihrer mangelnden Berufserfahrung im Finanzdienstleis- tungsbereich und der bereits länger zurückliegenden Ausbildung im unteren bis mittleren Be- reich dieser Erhebung anzusiedeln. Hingegen ist anzunehmen, dass die Erfahrung als P.________ diesen Nachteil wieder zu kompensieren vermag. Für die Berechnung kann des- halb vom Medianbruttolohn ausgegangen werden. Unter Berücksichtigung der Sozialabzüge von 13 % ist für die Beklagte deshalb von einem hypothetischen Nettoeinkommen von rund CHF 6'700.00 für eine Vollzeitstelle auszugehen. Mit einer von ihr zu erwartenden Erwerbstä- tigkeit von 50 % könnte sie somit ein hypothetisches Nettoeinkommen von CHF 3'350.00 pro Monat erzielen. Die Beklagte erzielt zurzeit unbestrittenermassen ein Einkommen von durchschnittlich netto CHF 3'856.20 pro Monat (vgl. E. 11.1). Dies liegt deutlich über dem von ihr hypothetisch zu erzielenden monatlichen Einkommen von CHF 3'350.00. Mit ihrer Anstellung als P.________ schöpft sie ih re Leistungsfähigkeit somit ausreichend aus. Ihr ist somit kein zusätzliches hy- pothetisches Einkommen anzurechnen. 11.4 Für die Festlegung der Unterhaltsbeiträge ist bei der Beklagten somit von einem monatlichen Nettoerwerbseinkommen von CHF 3'856.20 auszugehen, beim Kläger von einem Einkom- men in der Höhe von monatlich netto CHF 7'800.00. Zuzüglich der Kinderzulagen von je CHF 300.00 ist für die Berechnung der Unterhaltsbeiträge somit ein Gesamteinkommen von CHF 12'256.20 pro Monat massgebend. 12. Daraus ergibt sich für die erste Phase ab dem Zeitpunkt des Scheidungsentscheids folgende Bedarfsaufstellung mit Überschuss : Kläger Beklagte F.________ G.________ Total Bedarf 3'708.74 3'580.75 1'431.90 1'207.55 9'928.94 Seite 35/54 Einkommen/Kinderzulagen 7'800.00 3'856.20 300.00 300.00 12'256.20 Differenz 4'091.26 275.45 -1'131.90 -907.55 Überschuss 2'327.26 12.1 Der Überschuss ist sodann auf die Parteien und die Kinder zu verteilen , wobei grundsätzlich volljährige Personen zu zwei Teilen, minderjährige Personen zu einem Teil am Überschuss partizipieren (vorliegend je 1/3 für die Erwachsenen; je 1/6 für die Kinder) . Da die Beklagte grundsätzlich sämtliche Ausgaben, welche aus dem Überschuss zu finanzieren sind, zu tra- gen hat, ist der Übersch uss bei der Festlegung des Unterhaltbeitrags auch auf die Kinder zu verteilen. Allerdings ist dem Kläger anzurechnen, dass er die Kinder mehr als bei einer nor- malen Besuchsregelung betreut und bei ihm somit notwendigerweise gewisse Kosten zusätz- lich anfallen (vgl. dazu vorne E. 9.3.4). Ihm ist deshalb ermessensweise vom Überschuss ein monatlicher Betrag von CHF 75.00 pro Kind zuzuweisen. Dies ergibt sodann folgende Unterhaltsverpflicht ung bzw. -berechtigung: Kläger Beklagte F.________ G.________ Verteilung Überschuss (2/2/1/1) 775.75 775.75 387.88 387.88 Überschussanteil Kläger 150.00 -75.00 -75.00 Anspruch (Bedarf + Überschuss) 4'634.49 4'356.50 1'744.78 1'520.43 abzgl. Einkommen / Kinderzulagen 7'800.00 3'856.20 300.00 300.00 Total (gerundet) -3'165.00 500.00 1'445.00 1'220.00 12.2 Der Kläger hat somit CHF 3'165.00 an Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen, wobei CHF 500.00 auf die Klägerin, CHF 1'445.00 auf F.________ sowie CHF 1'220.00 auf G.________ entfal- len. Zudem hat der Kläger die Kinderzulagen von je CHF 300.00 zu bezahlen, soweit diese durch ihn bezogen werden . Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar ab Rechtskraft des Schei- dungsentscheids bis zum Tag vor dem 10. Geburtstag von G.________, somit bis zum 31. August 2022. 12.2 Diese Unterhaltsbeiträge sind in den darauffolgende n Phasen wie folg t anzupassen: In einer zweiten Phase vom 1. September 2022 (10. Geburtstag von G.________) bis zum 31. Juli 2025 (voraussichtlicher Eintritt von G.________ in die Sekundarstufe I ) erhöht sich der Grundbetrag von G.________ aufgrund seines Alters um CHF 200.00 auf monatlich CHF 600.00 (vgl. Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 Ziff. I 4.), was einen Bedarf von CHF 1'407.55 pro Monat ergibt. Die übrigen Einkommens- und Bedarfspositionen bleiben unverändert : Kläger Beklagte F._______ G._______ _ Bedarf 3'708.74 3'580.75 1'431.90 1'407.55 Einkommen 7'800.00 3'856.20 300.00 300.00 Differenz 4'091.26 275.45 -1'131.90 -1'107.55 Überschuss 2'127.26 Dadurch verändern sich die Unterhaltsbeiträge wie folgt: Seite 36/54 Kläger Beklagte F.________ G.________ Verteilung Überschuss (2/2/1/1) 709.09 709.09 354.54 354.54 Überschussanteil Kläger 150.00 -75.00 -75.00 Anspruch (Bedarf + Überschuss) 4'567.83 4'289.84 1'711.44 1'687.09 abzgl. Einkommen / Kinderzulagen 7'800.00 3'856.20 300.00 300.00 Total (gerundet) -3'232.00 434.00 1'411.00 1'387.00 Ab dem 1. September 2022 (10. Geburtstag von G.________) bis zum 31. Juli 2025 (voraus- sichtlicher Eintritt von G.________ in die Sekundarstufe I) hat der Kläger somit CHF 3'232.00 an Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen, wobei CHF 434.00 auf die Klägerin, CHF 1'411.00 auf F.________ sowie CHF 1'387.00 auf G.________ entfallen. 12.3 Die dritte Phase dauert vom 1. August 2025 (voraussichtlicher Eintritt von G.________ in die Sekundarstufe I) bis zum 31. August 2028 (16. Geburtstag von G.________). Für diese Zeit- spanne ergeben sich verschiedene Veränderungen: • Erhöhung des Erwerbs pensums der Beklagten : Aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. vorne E. 11.2.3) ist dem hauptbetreuenden Elternteil mit Eintritt des jüngsten Kindes in die Ob erstufe grundsätzlich eine Erwerbstätigkeit in einem 80 %-Pensum zumutbar. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, weshalb die Beklagte ihre Erwerbstätigkeit nicht entsprechend ausdehnen könnte. Da die Beklagte ihre Tätig- keit als P.________ nicht ausweit en kann, ist davon auszugehen, dass sie für das hö- here Erwerbseinkommen einer Tätigkeit in der Privatwirtschaft wird nachgehen müssen. Für die Festlegung des hypothetischen Einkommens ist deshalb auf die vorne festgeleg- ten Parameter abzustellen (vgl. vorne E. 11.3.2). Basierend auf einem Mediannetto mo- natslohn von CHF 6'700.00 für ein Vollzeitpensum ist der Beklagten somit ab dem 1. Au- gust 2025 ein hypothetisches Nettoeinkommen von CHF 5'360.00 anzurechnen. Auf- grund des höheren Einkommens besteht keine Vorsorgelücke mehr , weshalb kein Bei- trag an den Aufbau einer Altersvorsorge mehr vorzusehen ist . Mit diesem Einkommen vermag die Beklagte sodann nicht nur ihren Bedarf zu decken, sondern auch den dama- ligen ehelichen Lebensstandard gemäss Art. 125 ZGB selbst zu finanzieren. Der nach- eheliche Unterhaltsbeitrag entfällt somit ab dem 31. Juli 2024 und der Kläger ist nur noch zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen an die beiden Söhne zu verpflichten. • Festlegung des Barbedarfs : Mit zunehmendem zeitlichem Abstand de s Scheidungs ent- scheids zum konkreten Zeitpunkt der Unterhaltsberechnung kann der Bedarf und das Einkommen der Parteien nicht mehr auf den Rappen genau nachgewiesen werden, son- dern ist gerichtlich zu schätzen. Bei den Kindern steigen mit zunehmendem Alter d ie Be- darfskosten, insbesondere die Krankenkassenprämi en sowie Kosten für Mobilität. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich die selbst getragenen Gesundheitskosten der Kin- der angleichen, weshalb diese ermessensweise für beide auf CHF 15.00 pro Monat fest- zusetzen sind. Zudem entfallen die Fremdbetreuungskosten am Abend, da die Beklagte hypothetisch während den Schulzeiten erwerbstätig sein wird. Hingegen werden voraus- sichtlich Kosten für die Mittagsverpflegung der Kinder entstehen. Entsprechend ist der Bedarf von F.________ und G.________ ermessensweise auf CHF 1'500.00 festzuset- zen. Seite 37/54 Da die Beklagte ab diesem Zeitpunkt zu einem höheren Arbeitspensum verpflichtet ist, ist ihr ebenfalls ein Betrag zur auswertigen Verpflegung anzurechnen. Der Beitrag zum Aufbau einer angemessenen Altersvorsorge entfällt. Ebenso wird ihre sowie die Steuer- last des Klägers steigen, weshalb beiden hierfür ein Betrag von CHF 250.00 einzuset- zen ist. Gerundet hat der Kläger somit neu einen monatlichen Barbedarf vo n CHF 3'800.00 und die Beklagte einen solchen von CHF 3'700.00. Der dem Kläger zuzurechnenden Überschussanteil von F.________ und G.________ ist sodann ermessensweise auf CHF 100.00 pro Monat festzulegen. 12.3.1 Daraus ergibt sich folgende Bedarfsaufstel lung der Parteien und der Kinder: Kläger Beklagte F._______ G.________ Bedarf 3'800.00 3'700.00 1'500.00 1'500.00 Einkommen 7'800.00 5'360.00 300.00 300.00 Differenz 4'000.00 1'660.00 -1'200.00 -1'200.00 Überschuss 3'260.00 12.3.2 Mit der Ausweitung der Erwerbstätigkeit steigt auch die Leistungsfähigkeit der Beklagten im Hinblick auf den Barunterhalt an die Kinder. Im Zuge der per 1. Januar 2017 in Kraft getrete- nen Kindesunterhaltsrevision ist Art. 276 ZGB dahingehend modifiziert wor den, dass die strikte Verknüpfung "obhutsberechtigter Elternteil = Unterhalt in natura " und "nicht obhutsbe- rechtigter Elternteil = Unterhalt als Geldleistung " wegfällt. Diese Änderung trägt dem Um- stand Rechnung, dass bereits bei Betreuungsmodellen mit ungl eichen Betreuungsanteilen Naturalunterhalt von beiden Eltern erbracht wird, was entsprechend eine gemeinsame Tra- gung der in Geld bestehenden Unterhaltspflicht rechtfertigen kann (Fountoulakis/Breitschmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 276 ZGB N 1). Massgebend für die Festlegung eines Barunterhalts des obhutsberechtigten Elternteils ist ei- nerseits die Höhe des Überschusses dieses Elternteils sowie der Naturalunterhalt, welcher dieser auch ausserhalb der Zeiten, welchen gewöhnlich einer Erwerbstätigkeit nachgegan- gen wird, erbringt – also die Betreuung abends, nachts, morgens, am Wochenende oder bei Krankheit des Kindes. Erfasst sind zudem nicht nur die Aufsicht über das Kind, sondern auch Leistungen wie Kochen, Waschen, Einkaufen, Hausaufgabenhilfe, Krank enbetreuung, Nacht- dienste, Taxidienste, Unterstützung bei der Bewältigung der Alltags - und sonstigen Sorgen etc. (Urteil des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.3). Die altersbe- dingte Reduktion des Betreuungsaufwandes kann sich deshalb auf die Pflicht zur Aufnahme oder Erweiterung einer Erwerbstätigkeit auswirken (vgl. dazu insb. BGE 144 III 481 E. 4.7), weshalb sich der hauptbetreuende Elternteil allfällig nach Massgabe der sich daraus erge- benden Leistungsfähigkeit und unter Berücksichtig ung des (nach wie vor) durch ihn erbrach- ten Naturalunterhalts auch am Barunterhalt des Kindes zu beteiligen hat. Dabei führt das Vorhandensein eines Überschusses beim hauptbetreuenden Elternteil nicht ohne Weiteres zu einer Beteiligung am Barunterhalt des Kindes, ansonsten dem Prinzip der Gleichwertigkeit von Natural- und Geldunterhalt keine Nachachtung verschafft würde. Vie lmehr kann das Ge- richt einzelfallbezogen und ermessensweise den hauptbetreuenden Elternteil dazu verpflich- ten, neben dem Naturalunterha lt einen Teil des Barbedarfs des Kindes zu decken. Dabei Seite 38/54 stehen der Umfang des Naturalunterhalts, die Grössenordnung des Überschusses als sol- cher und das Verhältnis der Leistungsfähigkeit zwischen den Eltern in einer Wechselbezie- hung, welche ermessensweise bei der Festlegung des Barunterhalts zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.1 f. und E. 4.3.3). 12.3.3 Vorliegend haben die Parteien die Betreuung der Kinder unter sich aufgeteilt und tragen so- mit beide zum Naturalunterhalt bei. Im Gegensatz zur Beurteilung, ob der unterhaltsberech- tigte Ehegatte einer erweiterten Erwerbstätigkeit nachgehen kann, i st für die Beurteilung des Umfangs des Naturalunterhalts nicht nur die Betreuung während den Werktagen, son dern auch nachts und am Wochenende massgebend. Der Kläger (bzw. dessen Eltern) betreut die Kinder jede zweite Woche von Donnerstagmittag, 12.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. Die jeweils andere Woche betreut er die Kinder von Donnerstagmittag , 12.00 Uhr, bis Frei- tagmittag, 12.00 Uhr . Durchschnittlich betreut der Kläger die Kinder somit während 51 Stun- den pro Woche, die Beklagte während 117 Stunden. Der Kläger leistet somit insgesamt rund 30 % des Naturalunterhalts , während die Beklagte rund 70 % des Unterhalts in natura über- nimmt. Dabei reduziert sich der Umfang des Betreuungsaufwands für beide Elternteile mit zunehmendem Alter der Kinder, weshalb die Beklagte ihre Erwerbstätigkeit zu erweitern hat und so ihre Leistungsfähigkeit steigt. Die Leistungsf ähigkeit der Parteien beurteilt sich nach dem persönlichen Überschuss, welche n die Partei im Verhältnis ihres Einkommens zum ei- genen Bedarf aufweis en. Der Kläger als nach wie vor die wirtschaftlich stärkere Partei hat einen persönlichen Überschuss von CHF 4'000.00 (Einkommen von CHF 7'800.00 abzgl. Be- darf von CHF 3'800.00), während die Beklagte einen persönlichen Überschuss von CHF 1'660.00 (hypothetisches Einkommen von CHF 5'360.00 abzgl. Bedarf von CHF 3'700.00) erwirtschaftet. Die Leistungsfähigkeit der Parteien steht somit im Verhältnis 30 % der Beklagten zu 70 % des Klägers. Aufgrund der gestiegenen Leistungsfähigkeit der Beklagten und ihres neu bestehenden Überschusses sowie unter Berücksichtigung des von ihr nach wie vor geleisteten Naturalun- terhalts rechtfertigt es sich vorliegend , der Beklagten ermessensweise eine Beteiligung am Barunterhalt der Kinder im Umfang von 15 % aufzuerlegen, während der Kläger 85 % des Barunterhalts beizusteuern hat. 12.3.4 Daraus ergibt sich folgende Berechnung des Unterhalts: Kläger Beklagte F._______ G.________ Total Bedarf 3'800.00 3'700.00 1'500.00 1'500.00 Einkommen 7'800.00 5'360.00 300.00 300.00 Differenz 4'000.00 1'660.00 -1'200.00 -1'200.00 Gesamtüberschuss 3'260.00 Verteilung Überschuss auf Kinder (je 1/6) 543.00 543.00 Überschussanteil Kläger -100.00 -100.00 Anspruch (Bedarf + Überschussanteil) 1'943.00 1'943.00 abzgl. Kinder -/Ausbildungszulagen 300.00 300.00 Unterhaltsanspruch der Kinder 1'643.00 1'643.00 Anteil Kläger (85 %) 1'396.50 1'396.50 2'793.00 Seite 39/54 Hinzu kommen allfällige vom Kläger bezogene Kinderzulagen. 12.4 Die vierte Phase dauert vom 1. September 2028 (16. Geburtstag von G.________) bis zum 18. Geburtstag bzw. dem ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung der Kinder. Ab dem 16. Geburtstag des jüngsten Kindes ist die Beklagte verpflichtet, wieder einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. vorne E. 11.3). Ihr ist somit ein Nettoeinkommen von CHF 6'700.00 pro Monat anzurechnen (vgl. vorne E. 11.3.2). Aufgrund der veränderten Verhältnisse erwirtschaften die Parteien neu einen Gesamtüberschuss von CHF 4'600.00, wovon den Kindern je ein Überschussanteil von gerundet CHF 767.00 (1/6 von CHF 4'600.00) zuzuweisen ist , abzüglich der CHF 100.00 pro Monat für Aufwendungen des Klägers während seines erweiterten Besuchsrechts . Der Unterhaltsanspruch der Kinder be- läuft sich somit auf CHF 1'867.00 pro Monat zzgl. Ausbildungszulagen. An diesem Unterhaltsanspruch haben sich der Kläger und die Beklagte gemessen an ihrer Leistungsfähigkeit und dem von ih nen geleisteten Naturalunterhalt zu beteiligen. Aufgrund des höheren Erwerbspensums beträgt der persönliche Überschuss der Beklagten neu CHF 3'000.00, was 40 % am Einkommensüberschuss entspricht, während der Kläger mit sei- nem persönlichen Überschuss von CHF 4'000.00 nur noch 60 % des Einkommensüberschus- ses stellt. Die Betreuungsanteile bleiben bei rund 70 % durch die Bekla gte und rund 30 % durch den Kläger. Es ist deshalb angemessen , der Beklagten eine Beteiligung am Barunter- halt der Kinder im Umfang von 25 % aufzuerlegen, während der Kläger 7 5 % des Unterhalts beizusteuern hat. Daraus ergibt sich folgende Unterhaltsberechn ung: Kläger Beklagte F._______ G.________ Total Bedarf 3'800.00 3'700.00 1'500.00 1'500.00 10'500.00 Einkommen 7'800.00 6'700.00 300.00 300.00 15'100.00 Differenz 4'000.00 3'000.00 -1'200.00 -1'200.00 Gesamtüberschuss 4'600.00 Verteilung Überschuss auf Kinder (je 1/6) 767.00 767.00 Überschussanteil Kläger -100.00 -100.00 Anspruch (Bedarf + Überschussanteil) 2'167.00 2'167.00 abzgl. Ausbildungs zulagen 300.00 300.00 Unterhaltsanspruch der Kinder 1'867.00 1'867.00 Anteil Kläger (7 5 %) 1'400.00 1'400.00 2'800.00 Dies ergibt einen Unterhaltsanspruch der Kinder von je CHF 1'400.00 gegenüber dem Kläger bzw. insgesamt CHF 2'800.00, zuzüglich allfälliger von ihm bezogene Ausbildungszulagen. Diese Unterhaltsbeiträge sind bis zum 18. Geburtstag oder dem ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung jedes Kindes geschuldet. 12.5 Zusammenfassend hat der Kläger der Beklagten folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: - ab Rechtskraft des Scheidungs entscheids: CHF 3'165.00 (CHF 500.00 für die Beklagte, CHF 1'445.00 für F.________ und CHF 1'220.00 für G.________) - ab dem 1. September 2022: CHF 3'232.00 (CHF 434.00 für die Beklagte, CHF 1'411.00 für F.________ und CHF 1'387.00 für G.________) Seite 40/54 - ab dem 1. August 2025: CHF 2'793.00 (je CHF 1'396.50 für F.________ und G.________) - ab dem 1. September 2028: CHF 2'800.00 (je CHF 1'400.00 für F.________ und G.________) Ab dem 1. September 20 22 liegt der Unterhaltsanspruch der Kinder jeweils bei je rund CHF 1'400.00 pro Monat, wobei die Beiträge nur um wenige Franken schwanken. Es recht- fertigt sich deshalb vorliegend, den Unterhaltsbeitrag des Klägers an die Kinder ab dem 1. September 2022 auf je CHF 1'400.00 pro Monat festzulegen, ohne weitere Abstufungen vorzunehmen. Hinzu kommen allfällige vom Kläger bezogene Kinderzulagen. Der Kläger hat die Unterhalts- beiträge bis zum 18. Geburtstag oder dem ordentlichen Abschluss einer angemessenen Aus- bildung jedes Kindes zu leisten. 12.6 Die Beklagte beantragt zudem die Beteiligung des Klägers an ausserordentlichen Kinderkos- ten. Gemäss Art. 286 Abs. 3 ZGB kann das Gericht die Eltern bei nicht vorhergesehenen ausserordentlichen Bedürfnissen des Kind es zur Leistung eines besonderen Beitrags ver- pflichten. Mit dieser Bestimmung ist dem Umstand Rechnung getragen worden, dass eine Veränderung der Verhältnisse auch durch das Auftreten nicht vorhergesehener Bedürfnisse des Kindes eintreten kann, welche nich t auf Dauer eine Erhöhung des Bedarfes bewirken. Danach kann das Gericht die Eltern zur Leistung eines besonderen Beitrags verpflichten, wenn sich der Bedarf des Kindes aufgrund eines einmaligen oder zeitlich begrenzten Ereig- nisses erhöht (Aeschlimann, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung Band I: ZGB, 3. A. 2017, Art. 286 ZGB N 20). Ein ausserordentlicher Beitrag nach Art. 286 Abs. 3 ZGB kann jedoch nur dann zugesprochen werden, wenn dies die Leistungsfähigkeit des belangten Elternteils unter Berücksichtigung sämtlicher bestehender Beitragspflichten ohne Eingriff in sein Existenzminimum erlaubt (Aeschlimann, a.a.O., Art. 286 ZGB N 24). Mit- hin ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Kosten von den Eltern zu übernehmen sind und in wel- chem Ausmass. E ine allgemeine Verpflichtung eines Elternteils, sich inskünftig an ausseror- dentlichen Kosten zu beteiligen, ist daher in der Regel nicht möglich. Prozessual folgt die Geltendmachung ausserordentlicher Unterhaltsbeiträge der Abänderung im Sinne von Art. 286 Abs. 3 ZGB, d.h. die Kosten sind, sobald sie konkret anfallen, in einem gesonderten Verfahren geltend zu machen , sollten sich die Parteien über ihre Beteiligung nicht einigen können (Fountoulakis/Breitschmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 286 ZGB N 7 ff.). Der An- trag der Beklagten ist daher abzuweisen. 12.7 Die Kindesunterhaltsbeiträge sind antragsgemäss und gerichtsüblich zu indexieren ( act. 5 S. 3; act. 61 S. 4). Sie sind jeweils zum Voraus auf den Ersten eines Monats zu bezahlen. Mangels eines entspre chenden Antrags ist der nacheheliche Unterhalt nicht zu indexieren. 12.8 Da die Zahlung von Kinderkosten ebenfalls ein Streitpunkt zwischen den Parteien darstellt (vgl. vorne E. 5.3.3), ist vorliegend festzuhalten, dass die Beklagte mit den vom Kläger zu entrichtenden Unterhaltsbeiträgen für sämtliche Kinderkosten aufzukommen hat. Darunter fallen sowohl Ausgaben im Zusammenhang mit dem Grundbedarf (z.B. Kinderkleider, Kran- kenkassenprämien, allgemeine Mobilitätskosten) als auch grundsätzlich diejenigen Posi tio- nen, welche aus dem Überschuss zu begleichen sind (Kommunikationskosten, Seite 41/54 Therapiekosten, Kosten für Hobbys, Spielsachen, Elektronik etc.). Einigen sich die Parteien auf gewisse Aktivitäten der Kinder (z.B. Hobby oder Therapie), hat die Beklagte aus den Un- terhaltsbeiträgen auch die damit zusammenhängenden Kosten zu bezahlen. Davon ausgenommen und somit vom Kläger zu bezahlen sind Kosten für die Ferien des Klä- gers mit den Kinder n sowie Kosten, welche beim Kläger selbst für die Kinder während sei- nem erweiterten Besuchsrecht anfallen (z.B. für gemeinsame Aktivitäten, Nahrung, Woh- nungseinrichtung, Kosten für Waschen von Kinderkleidern u.ä.). Darüber hinaus hat der Klä- ger Kinderkosten selbst zu tragen, welche er ohne Absprache mit der Beklagten tätigt (insbe- sondere Anmeldung für nicht abgesprochene Hobbys, aber auch Therapien, Medikamente, Kinderkleider, Spielsachen, Unterhaltungselektronik etc.) . Ausgenommen sind ebenfalls allfällige ausserordentliche Kinderkosten gemäss Art. 286 Abs. 3 ZGB, über welche sic h die Parteien separat zu verständigen haben (vgl. vorne E. 12.6). 13. Sodann ist die güterrechtliche Auseinandersetzung zwischen den Parteien vorzunehmen. Der Kläger beantragt , es sei festzustellen , dass die Parteien güterrechtlich auseinanderge- setzt seien und jeder das zu Eigentum erhält, was auf seinen Namen lautet oder sich in sei- nem Besitz befindet ( act. 60 S. 2). Als Begründung bringt er vor, dass die Parteien dem Gü- terstand der Gütertrennung unterstehen, weshalb keine güterrechtliche Auseinanders etzung vorzunehmen sei ( act. 60 S. 15). Die Beklagte bringt dagegen vor, dass es zwar richtig sei, dass die Parteien die Gütertrennung vereinbart hätten. Allerdings mache sie eine Forderung von CHF 26'800.00 aus Art. 164 Abs. 1 ZGB sowie Art. 165 Abs. 2 ZGB geltend ( act. 15 S. 27 ff.; act. 61 S. 5 und S. 18 ff.). 13.1 Die Parteien unterstehen unbestrittenermassen dem Güterstand der Gütertrennung ( act. 12 S. 22; act. 15 S. 28; act. 5/39). Somit ist vorab zu klären, ob die Beklagte einen Anspruch ge- stützt auf Art. 164 Abs. 1 ZGB sowie Art. 165 Abs. 2 ZGB geltend machen kann. 13.1.1 Die Beklagte begründet ihren Anspruch dahingehend, dass sie während der Ehe allein für die Pflege und Erziehung der Kinder zuständig gewesen sei und dennoch ihr gesamtes Einkom- men aus ihrer Nebenerwerbstätigkeit für den Unterhalt der Familie habe aufbringen müssen . Der Kläger habe während der Ehe monatlich CHF 2'700.00 bzw. ab der Wahl der Beklagten in den P.________ T.________ ab November 2014 monatlich CHF 3'700.00 auf sein Hypo- thekarkonto einbezahlt, um so die Hypothekarschuld schneller tilgen zu können. Zudem habe er auf sein Sparkonto monatlich CHF 650.00 einbezahlt ( act. 15 S. 21). Der Kläger sei finan- ziell aufwändigen Freizeitbeschäftigungen nachgegangen und habe alleine Ferien verbracht, während die Beklagte sich um die Kinder habe kümmern müssen . Für den gemeinsamen Le- bensbedarf habe er nur CHF 1'000.00 auf das gemeinsame Konto und ab und zu einen Be- trag auf das Vorsorgekonto der Beklagten überwiesen und die Familienferien bezahlt . Sie habe mit ihrem Lohn von CHF 1'000.00 bzw. ihrem späteren Honorar als P.________ die übrigen Lebenshaltungskosten bestr itten. So habe sie die Rechnungen für Festnetz/Internet (rund CHF 120.00 pro Monat) und die Stromrechnung der WWZ ( CHF 240.00 pro Quartal) beglichen, ihre Krankenkasse sowie ihre Handyrechnung bezahlt und die Kleider für die Seite 42/54 Kinder, das Benzin für das Fami lienauto und die Reparaturkosten für das Auto übernommen . Ausserdem habe sie das Familienauto für ca. CHF 42'000.00 aus ihren Ersparnissen ge- kauft. Der Kläger habe ihr die Gütertrennung so erklärt, dass er damit sein Haus schützen wolle. Zugleich habe er d er Beklagten vorgetragen, dass eine raschere Rückzahlung der Hy- pothek der ganzen Familie zugutekomme. Aufgrund der vereinbarten Gütertrennung stehe sie jedoch nun mit leeren Händen da und hafte darüber hinaus noch solidarisch für die Hypo- thekarschuld auf d em Haus des Klägers. Sie habe während der Ehe ihre persönlichen Be- dürfnisse zurückgestellt und sich für die Familie eingesetzt. Neben ihrer Arbeit als Hausfrau und Mutter habe sie auch noch mit ihrem Nebenerwerb zum Unterhalt der Familie bei getra- gen. Sie habe dem Kläger mehrfach mitgeteilt, dass sie mit dieser Aufteilung nicht einver- standen sei, jedoch ohne Erfolg ( act. 15 S. 28 f.). Sie habe deshalb Anspruch auf Bezahlung von CHF 26'800.00 als Ersatz für diese ausserordentlichen Beiträge an den Unterhalt der Fa- milie (act. 61 S. 5). 13.1.2 Der Kläger führt demgegenüber aus, dass der übermässige Beitrag eines Ehegatten gemäss Art. 164 ZGB Teil von Unterhaltszahlungen und deshalb nicht im Rahmen des Güterrechts zu behandeln sei. Ohnehin habe die Beklagte ihren Lohn zur freien Verfügung gehabt, während der Kläger mit seinem Gehalt den Familienunterhalt bestritt en habe. So habe er z.B. die Fa- milienferien bezahlt. Mit dem Umbau der Liegenschaft und der damit einhergehenden Aufsto- ckung der Hypothek habe er der Beklagten zudem einen grossen Wunsch erfüllt, ohne dass diese sich finanziell daran habe beteiligen müssen. Die Beklagte habe sich nie über die fi- nanzielle Aufteilung beschwert, sondern habe davon profitiert, da sie über den Verbrau ch ih- res Gehalts keine Rechenschaft habe ablegen müssen. Der Betrag von CHF 650.00, wel- chen die Beklagte einfordere, sei jedenfalls nicht nachvollziehbar und aufgrund der Dispositi- onsmaxime abzuweisen. Die Einzahlung der zusätzlichen CHF 2'000.00 auf das H ypothekar- konto seit der Wahl der Beklagten zur P.________ sei zudem im Interesse der Familie er- folgt, da die Familie in der Liegenschaft gewohnt und die Beklagte für die Hypothek mitgehaf- tet habe (act. 31 S. 20). 13.2 Hat ein Ehegatte aus seinem Einkommen oder Vermögen an den Unterhalt der Familie be- deutend mehr beigetragen, als er verpflichtet war, so hat er dafür Anspruch auf angemes- sene Entschädigung ( Art. 165 Abs. 1 und 2 ZGB). Diese Entschädigung für ausserordentli- che Beiträge eines Ehegatten stellt e inen eherechtlichen Anspruch sui generis dar. Entgegen der systematischen Einordnung ( "E. Der Unterhalt der Familie ") ist er nicht als Unterhaltsan- spruch einzustufen, sondern vielmehr als Ersatzanspruch für (erheblich) zu viel geleisteten Unterhalt. Somit regelt Art. 165 ZGB die Abschöpfung "ungerechtfertigter Vorteile ". Diese sind vom Gericht im Rahmen einer güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen (Isenring/Kessler, Basler Kommentar ZGB I, a.a.O., Art. 165 ZGB N 18 und N 24). Die Zu- sprechung einer angemessenen Entschädigung an einen Ehegatten, welcher mit seiner Ar- beit über lange Zeit in bedeutendem Masse zur Aufbesserung der wirtschaftlichen Verhält- nisse des Haushalts beigetragen hat, rechtfertigt sich dabei erst recht , wenn die Ehegatten in Gütertrennung leben (BGE 120 II 280 E. 6). 13.2.1 Ausgangspunkt für die Beurteilung, ob ein Anspruch gemäss Art. 165 Abs. 2 ZGB besteht, bildet die Verständigung der Ehegatten über den Beitrag an den Unterhalt der Familie, den jeder von ihnen leistet, namentlich durch Geldzahlungen, Besorgen des Haushaltes, Be- treuen der Kinder oder durch Mithilfe im Beruf oder Gewerbe des andern ( Art. 163 Abs. 2 Seite 43/54 ZGB; BGE 138 III 348 E. 7.1.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_672/2012 vom 3. April 2013 E. 5.1). Die Parteien sind sich einig, welche Absprache sie über den Beitrag an den Unterhalt der Fa- milie getroffen haben: während die Beklagte sich dem Haushalt und der Betreuung der Fami- lie zu widmen hatte, hatte der Kläger für den Unterhalt der Familie aufzuko mmen. Das Ein- kommen der Beklagten hätte ihr zur alleinigen Verfügung stehen sollen ( act. 31 S. 20; act. 15 S. 25). Dies entspricht denn auch einer Aufteilung, welche angesichts der vereinbarten Gü- tertrennung zwischen den Ehegatten vertretbar ist. Soweit sich die Beklagte deshalb mit ih- rem Einkommen am Unterhalt der Familie beteiligte , während der Kläger sein Einkommen anstatt für den Unterhalt der Familie für eigene Bedürfnisse und Vermögensbildung verwen- dete, bestand eine überobligatorische Mehrleistung der Beklagten an die eheliche Gemein- schaft. 13.2.2 Von diesen vereinbarten Beiträgen des jeweiligen Ehegatten an den Familienunterhalt lassen sich alsdann die ausserordentlichen Beiträge gemäss Art. 165 Abs. 2 ZGB abgrenzen. Der Anspruch setzt nicht vora us, dass die Mehrleistung zur Deckung des Familienunterhalts not- wendig war, die Mehrleistung kann vielmehr auch freiwillig erbracht werden (BGE 138 III 348 E. 7.1.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_672/2012 vom 3. April 2013 E. 5.1). 13.2.3 Die Beklagte macht in diesem Zusammenhang geltend, dass sie ihren Lohn von CHF 1'000.00 für die Zahlung ihrer eigenen Krankenkassenprämie und Handyrechnung ver- wendet und die fehlenden Kosten für den Lebensunterhalt (Kleider für die Kinder, Benzin für das Familienauto, Rechnungen für die Autoreparaturen) übernommen habe ( act. 15 S. 28). Der Kläger führte hierzu einzig aus , der Beklagten habe ihr Einkommen als AA.________ zur freien Verfügung gestanden ( act. 31 S. 20). Nach der Verhandlungsmaxime hat das Ge richt unbestrittene Sachbehauptungen als erwahrt anzunehmen. Daraus folgt, dass der Prozessgegner der behauptungsbelasteten Partei deren Sachvorbringen zu bestreiten hat, ansonsten das Gericht diese Tatsachenbehauptungen un- geprüft seinem Urteil zugrunde le gt. Die nicht behauptungsbelastete Partei trägt somit die Bestreitungslast. Verlangt wird ein substanziiertes Bestreiten ( Art. 222 Abs. 2 ZPO). Mit Be- zug auf das Ausmass der im Einzelfall erforderlichen Substanziierung ist insbesondere die Einlässlichkeit der Sachdarstellung der behauptungsbelasteten Partei massgebend. Je de- taillierter die behauptungsbelastete Partei die Tatsachen darstellt, desto höher sind die An- forderungen an das Bestreiten. Die Bestreitung ist stets so konkret zu halten, dass sich dar- aus bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des Prozessgegners bestritten wer- den (Glasl, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Zü- rich/St. Gallen 2011, N 17 ff. zu Art. 55 ZPO; Sutter -Somm/von Arx, a.a.O., N 27 zu Art. 55 ZPO; Brönnimann, Die Behauptungs - und Substanzierungslast im schweizerischen Zivilpro- zessrecht, Diss. Bern 1989, S. 179 f.; GVP 2005, S. 214; ZR 89 Nr. 50). Die Nichtbeachtung der Bestreitungslast kann prozessuale Nachteile zur Folge haben. Namentl ich darf das Ge- richt bei ungenügender Bestreitung eines schlüssig behaupteten Sachverhalts eine unbestrit- tene Tatsache annehmen, was zur Folge hat, dass diese Tatsache der Beurteilung als wahr zugrunde zu legen und darüber nicht Beweis zu erheben ist ( Art. 150 Abs. 1 ZPO; vgl. Glasl, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung ZPO, 2 A. 2016, Art. 55 N 17 ff.; Brönnimann, a.a.O., S. 174). Seite 44/54 Vorliegend hat die Beklagte konkrete Behauptungen aufgestellt, wie sie ihr Einkommen von CHF 1'000.00 pro Monat und später ihr Einkommen als P.________ verwendet ha be. Der Kläger begnügt sich einzig mit der Aussage, dass der Beklagten ihr Einkommen als AA.________ zur freien Verfügung gestanden habe (act. 31 S. 20), ohne jedoch zu bestrei- ten, dass sie die von ihr behaupteten Ausgaben getätigt hat. Der Kläger ist seiner Bestrei- tungslast somit nicht nachgekommen, weshalb die von der Beklagten behaupteten Tatsa- chen vorliegend der Beurteilung als wahr zugrunde zu legen und darüber kein Beweis zu er- heben ist. 13.2.4 Die Beklagte bringt weiter vor, der Kläger habe abredewidrig während der Ehe monatlich CHF 2'700.00 bzw. nach ihrer Wahl in den P.________ T.________ ab November 2014 mo- natlich CHF 3'700.00 auf sein Hypothekarkonto einbezahlt, um so die Hypothekarschuld schneller tilgen zu können. Zudem habe er auf sein Sparkonto monatlich CHF 650.00 einbe- zahlt (act. 15 S. 21). Der Kläger sei finanziell aufwändigen Freizeitbeschäftigungen nachge- gangen und habe alleine Ferien verbracht, während er nur CHF 1'000.00 pro Monat auf das gemeinsame Konto überwies, woraus der Unterhalt der Familie hätte bezahlt werden sollen (act. 15 S. 28 f.). Anlässlich der Parteibefragung vom 30. Oktober 2019 führte der Kläger dazu aus, er habe von seinem Lohn monatlich CHF 2'700.00 bzw. nach der Wahl der Beklagten zur P.________ monatlich CHF 3'700.00 zur Amortisation der Hypothek verwendet. Zudem habe er seine Ferien im Jahr 2015 auf den Kapverden in der Höhe von CHF 800.00 und Ferien in den Vereinigten Staaten in der Höh e von CHF 8'000.00, welche er ohne die Familie ver- bracht habe, aus seinem Einkommen bezahlt ( act. 31 S. 8). Er habe der Beklagten jedoch das Geld für Essen und Kleider der Kinder gegeben und Ausgleichszahlungen von CHF 2'000.00 oder 1'000.00 gemacht ( act. 31 S. 8 und 35 S. 2). 13.2.5 Der Kläger hat somit unbestrittenermassen CHF 2'700.00 bzw. CHF 3'700.00 ab der Wahl der Beklagten zur P.________ zur Amortisation der Hypothek seiner Liegenschaft verwen- det. Ebenso hat er nach übereinstimmender Darstellung de r Parteien rund CHF 9'000.00 für eigene Ferien im Jahr 2015 ausgegeben und monatlich CHF 1'000.00 auf das gemeinsame Konto der Parteien für den Unterhalt der Familie überwiesen. Weiter ist unbestritten, dass der Kläger seine Liegenschaft als Familienwohnung zur Verfügung gestellt hat. Die Beklagte hat hingegen ihren Lohn von CHF 1'000.00 sowie ihr späteres Einkommen als P.________ für die Zahlung ihrer eigenen Krankenkassenprämie und Handy rechnung ver- wendet und die fehlenden Kosten für den Lebensunterhalt (Kleider für die Kinder, Benzin für das Familienauto, Rechnungen für die Autoreparaturen) übernommen. 13.3 Umstritten ist hingegen, inwieweit der Kläger sein übriges Einkommen für sich o der für den Unterhalt der Familie verwendete. 13.3.1 Die Beklagte behauptet dazu insbesondere, der Kläger habe auf sein Sparkonto monatlich CHF 650.00 einbezahlt, sei finanziell aufwändigen Freizeitbeschäftigungen nachgegangen und habe ohne seine Familie teure Ferien verbracht ( act. 15 S. 21 und S. 28). Als Beleg für ihre Behauptungen brachte die Beklagte einen Kontoauszug vom Mai/Juni 2015 des Seite 45/54 gemeinsamen Kontos der Parteien ( act. 15/47) bei und verlangte die Edition von Kontoaus- zügen der Hypothekarkonti seit November 2009, Kontoauszüge des Klägers seit Novem- ber 2009 der Bank I.________AG und der Bank K.________AG , Kontoauszüge des gemein- samen Kontos der Parteien seit November 2009, Belege hinsichtlich der Kosten der Reise in die USA des Klägers im Jahr 2015 sowie Kreditkartenabrechnungen des Klägers von No- vember 2009 bis August 2015 (act. 15 S. 28). Mit Entscheid vom 18. Mai 2018 wurde der Kläger aufgefordert, unter anderem folgende Un- terlagen zu edieren ( act. 18): (1) sämtliche Kontoauszüge seit dem 1. November 2009, insbe- sondere der Konti I.________AG , .________; I.________AG , .________; K.________AG , .________; K.________AG , .________ und der K.________AG , .________; (2) Belege hin- sichtlich der Kosten der Reise in die USA im Jahr 2015; (3) Kreditkar tenabrechnungen von November 2009 bis August 2015. Mit Eingabe vom 21. Juni 2018 reichte der Kläger seine Kreditkartenabrechnungen von No- vember 2009 bis August 2015 ein (act. 21/40) sowie Kontoauszüge der gemeinsamen Konti ab dem Jahr 2015 (act. 21/37-39). Zudem reichte er einen Auszug seines I.________AG - Sparkontos .________ für den Zeitraum vom 01. Januar 2015 bis 31. Dezember 2017, Aus- züge seines Hypothekarzins -Sparkontos .________ bei der K.________AG ab dem 1. Juli 2015 bis 30. April 2018 sowie das Z insstufen-Sparkonto .________ bei der K.________AG vom 1. Juli 2015 bis 30. April 2018 ein (act. 21/37-39). Den übrigen Editionsaufforderungen kam der Kläger hingegen nicht nach, da entsprechende Belege bereits im Eheschutzverfahren eingereicht worden sei en und die Beklagte die Konto- auszüge bei der Trennung mitgenommen habe. Zudem laute das Konto Nr. .________ der K.________AG auch auf die Beklagte, weshalb sie auf die Auszüge ebenfalls Zugriff habe. Die Auszüge seines Privatkontos reiche er nicht ein, da die Beklagte die Auszüge lediglich dafür benötigen würde, den Kläger zu kontrollieren und herauszufinden, wer für was wie viel Geld ausgebe. Die Kosten für die Reise in die USA könnten den Kreditkartenbelegen ent- nommen werden ( act. 21). 13.3.2 Der Kläger verweigerte somit die gerichtlich angeordnete Edition der für den vorliegenden Anspruch relevanten Auszüge seiner auf ihn lautenden Bankkonti für die Dauer des Zusam- menlebens und beruft sich dabei auf ein Mitwirkungsverweigerungsrecht wegen Bewe isaus- forschung (act. 21). Art. 160 ZPO verpflichtet die Parteien zur aktiven Mitwirkung an der Sammlung des Prozess- stoffes (BGE 139 III 278 E. 4.3). Insbesondere haben sie als Partei wahrheitsgemäss auszu- sagen (Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO) oder Urkunden he rauszugeben ( Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO). Allerdings muss ein Editionsantrag durch das Beweiserfordernis gerechtfertigt sein und darf nicht auf eine "Ausforschung " der Gegenpartei oder Dritter herauslaufen (Schmid, Basler Kommentar, a.a.O. , Art. 160 ZPO N 24). Gemäss Art. 170 ZGB kann jeder Ehegatte vom an- dern Auskunft über dessen Einkommen, Vermögen und Schulden verlangen. Der Umfang der Auskunftspflicht ist jedoch auf das Rechtsschutzinteresse des auskunftsberechtigten Ehegatten beschränkt (BGE 132 III 291 E. 4.2) und differiert somit entsprechend dem Kon- text und den in Frage stehenden Ansprüchen (BGE 118 II 27 E. 3a; Urteile des Bundesge- richts 5A_ 736/2007 vom 20. März 2008 E. 2.2.1 sowie 5A_918/2014 vom 17. Juni 2015 E Seite 46/54 4.2.3). Während eines gerichtlichen Verfahrens besteht eine erhöhte Pflicht der Ehegatten, einander von sich aus und unaufgefordert über alle für die Regelung des Getrenntlebens und der Scheidungsfolgen massgebenden wirtschaftlichen Gegebenheiten Auskunft zu erteil en (Urteil des Bundesgerichts 5A_816/2014 vom 3. März 2015 E. 3.3 und dortige Verweise; zum Ganzen vgl. Schwander, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 170 ZGB N 15). Der Kläger hat somit im vorliegenden Verfahren die Pflicht, Auskunft über seine wirtschaftli- che Situation zu erteilen, soweit sie für die Regelung der Scheidungsfolgen relevant ist. Da- bei ist nicht ersichtlich, inwiefern die Editionsanträge der Beklagten diesen Rahmen verletzen und einer reinen Beweisausforschung dienen sollen. Die Beklagte hat kon krete Behauptun- gen über die Verwendung des Einkommens des Klägers aufgestellt ( act. 15 S. 21 und S. 28 f.), welche für die Beurteilung ihres Anspruchs aus Art. 165 ZGB relevant sind. Damit ist die Frage, welche Partei wofür wieviel Geld ausgegeben hatte, g erade Prozessgegen- stand und dient nicht der Beweisausforschung . Die Beklagte kann zudem den Beweis, dass der Kläger Teile seines Einkommens für sich selbst und nicht für den Unterhalt der Familie verwendete, nicht anderweitig erbringen. Die entsprechenden Anträge auf Edition der Konti, welche allein auf den Kläger lauteten, waren somit zulässig. Der Kläger wäre deshalb zur Edition seiner auf ihn lautenden Konti verpflichtet gewesen. 13.3.3 Verweigert eine Partei die Mitwirkung unberechtigterweise, so berücksichtigt dies das Gericht bei der Beweiswürdigung ( Art. 164 ZPO). Die Mitwirkung ist für die Partei eine prozessuale Last, d. h. unberechtigtes Verweigern der Mitwirkung hat für die opponierende oder gar reni- tente Partei weder Strafe noch Zwang zur F olge, sondern ihr passives Verhalten wird nur, aber immerhin, bei der Beweiswürdigung zu ihrem Nachteil berücksichtigt (Schmid, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 164 ZPO N 1). Verweigert eine Partei die Edition eines bestimm- ten Dokuments, obwohl feststeht , dass es in ihrem Besitz ist, wird regelmässig anzunehmen sein, dass es den von der Gegenpartei behaupteten Inhalt aufweist (Schmid, a.a.O., Art. 164 ZPO N 2; Rüetschi, Berner Kommentar, 2012, Art. 164 ZPO N 2 und N 5; relativierend: BGE 140 III 264 E. 2.3). Die Editionsverfügung vom 18. Mai 2018 (act. 18) enthielt den ausdrücklichen Hinweis auf die Rechtsfolgen von Art. 164 ZPO. Der anwaltlich vertretene Kläger ist unbestrittenermas- sen im Besitz der Kontoauszüge bzw. könnte diese bei seiner Bank beschaf fen und verwei- gerte die Mitwirkung dennoch unberechtigterweise. Es ist somit davon auszugehen, dass aus den privaten Kontoauszügen des Klägers somit grundsätzlich die von der Beklagten behaup- teten Tatsachen (vgl. vorne E. 13.3.1) hervorgehen . Beweismittel , welche eine weitergehende Beteiligung des Klägers am Familienunterhalt na- helegen und somit der Vermutung von Art. 164 ZPO entgegenstehen würden, hat der Kläger nicht beigebracht. Insbesondere ergeben sich aus den vom Kläger eingereichten Kreditkar- tenabrechnungen (act. 21/40) keine regelmässigen Aufwandpositionen, welche typisch für den Familienunterhalt wären. Ebenso reichte der Kläger keine Auszüge der Bankkonti der Parteien vor ihrer Trennung im Jahr 2015 ein, aus welchen seine umfangreichere Beteiligun g am Unterhalt der Familie ersichtlich wäre. Diese befinden sich – entgegen der Ausführungen des Klägers ( act. 21) – auch nicht bei den Akten des Eheschutzverfahrens (ES 2015 413). Die Behauptung des Klägers, er habe allein den Unterhalt der Familie finanziert, findet somit keine Stütze in den Akten. Seite 47/54 Aus den vom Kläger eingereichten Urkunden ist jedoch ersichtlich, dass der Kläger zumin- dest im ersten Halbjahr 2015 und somit noch während dem Zusammenleben der Parteien monatlich CHF 630.00 auf sein pri vates Sparkonto überwies ( act. 21/37). Die Beklagte redu- zierte in diesem Umfang denn auch ihre Ersatzforderung anlässlich der Hauptverhandlung (act. 61 S. 19). In Abweichung der ursprünglichen Behauptungen der Beklagten ist somit da- von auszugehen, dass der Kläger nur CHF 630.00 pro Monat auf sein privates Sparkonto überwies. 13.3.4 Für das vorliegende Verfahren ist somit erstellt, dass die Beklagte ihren Lohn von CHF 1'000.00 für die Zahlung ihrer eigenen Krankenkassenprämie und Handyrechnung so- wie die fehlenden Kosten für den Lebensunterhalt (Kleider für die Kinder, Benzin für das Fa- milienauto, Rechnungen für die Autoreparaturen) verwendet hat. Diese Ausgaben der Be- klagten stellen unbestrittenermassen Beiträge an den Unterhalt der Familie dar. Der Kläger hat hingegen sein Einkommen auch für eigene Bedürfnisse und die Äufnung von Vermögen verwendet. So hat er während der Ehe monatlich CHF 2'700.00 bzw. CHF 3'700.00 ab der Wahl der Beklagten zur P.________ zur Amortisation der Hypothek sei- ner Liegenschaft ve rwendet und dadurch sein Vermögen vergrössert . Der Kläger hat zudem auf sein Sparkonto monatlich CHF 630.00 einbezahlt, ist finanziell aufwändigen Freizeitbe- schäftigungen nachgegangen und gönnte sich selbst teure Ferien ohne Familie (z.B. im Um- fang von rund CHF 9'000.00 im Jahr 2015). Der Kläger hat weiter monatlich CHF 1'000.00 auf das gemeinsame Konto der Parteien für den Unterhalt der Familie sowie ab und zu einen Betrag auf das Vorsorgekonto der Beklagten überwiesen und die Famili enferien bezahlt . Der Einwand des Klägers , die Rückzahlung der Hypothek habe im Interesse der Familie ge- legen (act. 31 S. 20), ist dabei nur bedingt zutreffend . Aufgrund der vereinbarten Gütertren- nung wirkte sich die Rückzahlung der Hypothek eins zu eins positiv auf das Vermögen des Klägers aus, während die Beklagte von diesen Rückzahlungen nicht profitierte. Der Einwand des Klägers, die Erhöhung der Hypothek sei wegen dem Ausbau des Hauses auf Wunsch der Beklagten erfolgt ( act. 31 S. 20), ist ebenso nich t massgebend, da sich der damit einher- gehende Mehrwert ebenfalls in seinem Vermögen niederschlug. Da der Kläger auch nach der Trennung das Haus selbst bewohnt, hat die Beklagte auch keinen faktischen Mehrwert aus dem Ausbau. Hingegen ist bei der Beurteilun g der Beiträge der Parteien an den Familienun- terhalt zu berücksichtigen, dass der Kläger währen d des Zusammenlebens seine Liegen- schaft der Familie zur Verfügung stellte, was ebenfalls einen Beitrag an den Unterhalt der Familie darstellt (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts 5C.137/2001 vom 2. Oktober 2001 E. 3b/cc). Diesem Umstand ist bei der Festlegung der Höhe einer Entschädigung der Beklagten nach Art. 165 Abs. 2 ZGB angemessen Rechnung zu tragen. 13.5 Der tatsächlich gelebte Beitrag der Parteien an den Unte rhalt der Familie entsprach somit nicht der von den Parteien vereinbarten Aufteilung, wonach die Beklagte sich dem Haushalt und der Betreuung der Familie zu widmen und der Kläger für den Unterhalt der Familie auf- zukommen hatte , wobei die Beklagte ihr Einko mmen für ihre eigenen Bedürfnisse einsetzen durfte (vgl. vorne E. 13.3.1). Vielmehr hat der Kläger sein Einkommen teilweise für seine ei- genen Aktivitäten und Ferien sowie zur Vermögensbildung verwendet, während die Beklagte ihr Einkommen für den Unterhalt der Familie einsetzte. Die Beklagte hat somit Seite 48/54 ausserordentliche Beiträge an den Unterhalt der Familie gemäss Art. 165 Abs. 2 ZGB er- bracht und deshalb Anspruch auf eine angemessene Entschädigung. 13.6. Der Anspruch gemäss Art. 165 Abs. 2 ZGB richtet sich auf eine angemessene Entschädi- gung und nicht auf Rückzahlung der geleisteten ausserordentlichen Beiträge. 13.6.1 Die Beklagte begründet die Höhe ihrer Ersatzforderung mit einem Betrag zur freien Verfü- gung von CHF 650.00 pro Monat, welche r ihr zugestanden hätte, sie jedoch für den Unterhalt der Familie habe aufwenden müssen. Zudem stünde ihr für die CHF 2'000.00 pro Monat, welche der Kläger ab der Wahl der Beklagten zur P.________ zusätzlich auf das Hypothe- karkonto einbezahlten, zu. Dies e rgebe eine Entschädigung von CHF 57'000.00 (act. 15 S. 30). Anlässlich der Hauptverhandlung reduzierte die Beklagte die Forderung auf CHF 630.00 pro Monat bzw. für die Dauer ab ihrer Wahl als P.________ im November 2014 bis zur Trennung auf CHF 1'000.00 pro Monat, so dass sich noch ein Anspruch von CHF 26'800.00 erg ibt (5 Jahre * 12 Monate * CHF 630.00 plus 9 Monate * CHF 1'000.00, ab- züglich der bereits bezahlten CHF 20'000.00; vgl. act. 61 S. 19). 13.6.2 In der Bemessung der Entschädigung gemäss Art. 165 Abs. 2 ZGB sind Art und Umfang der ausserordentlichen Beiträge im Vergleich zum vereinbarten Beitrag an die ehelichen Lasten , die durch die Mehrleistung verursachten Vor - und Nachteile des Berechtigten, die wirtschaft- liche Lage des Ehegatten, der den Anspruch geltend macht, des anderen Ehegatten und der Familie insgesamt zu berücksichtigen . Ebenso ist zu berücksichtigen, ob bzw. was der an- sprechende Ehegatte während der Ehe als Betrag zur freien Verfügung gemäss Art. 164 ZGB erhalten hat. Bei der Fests etzung der Entschädigung kommt dem Sachgericht letztlich ein erhebliches Ermessen zu (BGE 138 III 348 E. 7.1.3 S. 351; Urteil des Bundesgerichts 5A_672/2012 vom 3. April 2013 E. 5.1 und E. 5.5; Fankhauser, Kurzkommentar, 2018, Art. 165 ZGB N 9; Urteil des Bundesgerichts 5A_690/2012 und 5A_694/2012 vom 26. März 2016 E. 5.4). 13.6.3 Die Parteien heirateten am tt.mm.2009 und trennten sich per tt.mm.2015 (Entscheid vom 2. Oktober 2015 im Verfahren ES 2015 413). Während dieser Zeit verwendete der Kläger CHF 195'300.00 zur Amortisation der Hypothek (5 Jahre * 12 Monate * CHF 2'700.00 sowie 9 Monate * CHF 3'700.00), CHF 43'470.00 überwies er auf sein eigenes Sparkonto (CHF 630.00 pro Monat) und verwendete mindestens CHF 9'000.00 für eigene Ferien. Die Höhe der Aufwendungen für seine Freizeitaktivitäten blieben hingegen unbeziffert. Die Be- klagte ihrerseits steuerte monatlich CHF 1'000.00 und ab November 2014 CHF 3'700.00 als überobligatorischen Beitrag an den Unterhalt der Familie bei, somit insgesam t CHF 93'300.00. Der Kläger verwendete somit mindestens CHF 247'770.00 entgegen der Vereinbarung zwischen den Parteien für eigene Bedürfnisse bzw. zur Äufnung von Vermö- gen, während die Beklagte mit ihrem gesamten Zusatzeinkommen von CHF 93'300.00 mehr als vereinbart an den Unterhalt der Familie beitrug . Die Parteien haben Gütertrennung vereinbart, weshalb die Beklagte an der durch ihre über- obligatorischen Leistungen ermöglichten Vermögensvergrösserungen des Klägers nicht parti- zipiert. Die finanzielle Situ ation des Klägers ist aufgrund der Verweigerung der Einreichung sämtlicher Unterlagen (vgl. act. 21) vorliegend nicht geklärt. Aus der Steuererklärung 2017 (act. 21/28) ergibt sich jedoch, dass der Kläger rund CHF 40'000.00 an Wertschriften und Seite 49/54 Guthaben ausweist, Schulden im Umfang von rund 1 Mio. geltend macht (wobei hierunter auch CHF 400'000.00 für das Wohnrecht der Eltern des Klägers fallen) und zugleich Eigentü- mer einer Liegenschaft in T.________ mit einer Grun dstückfläche von 1'600 m2 (act. 21/34) ist – wobei gerichtsnotorisch zu berücksichtigen ist, dass deren Steuerwert von CHF 846'000.00 deutlich unter dem Verkehrswert liegt. Die Beklagte ihrerseits hat gemäss Steuererklärung 2018 (act. 53/63) Bargeld in der Höhe von rund CHF 19'000.00 sowie Schul- den in der Höhe von rund CHF 31'000.00. Der Kläger hat somit deutlich mehr Vermögen als die Beklagte, welches jedoch hauptsächlich in der von ihm und seinen Eltern bewohnten Lie- genschaft angelegt ist. Da der Kläger d ie von der Beklagten überobligatorisch erbrachten Un- terhaltsbeiträge bei sich selbst wieder zur Vermögensäufnung nutzte, bewirkten die ausseror- dentlichen Beiträge der Beklagten keinen höheren Lebensstandard der Familie. Allerdings ist zu berücksichtigen , dass der Kläger mit der Zurverfügungstellung der Liegenschaft während der Dauer des Zusammenlebens ebenfalls einen ausserordentlichen Beitrag an den Fami- lienunterhalt leistete (vgl. vorne E. 13.4.4). Aufgrund der vorliegend festgesetzten Unterhalts- beiträge ist die Einkommenssituation der Parteien als ausgeglichen zu betrachten . Bei der Bemessung der Entschädigung ist der vom Kläger gestützt auf den Eheschutzent- scheid (Verfahren ES 2015 413) bereits überwiesene Betrag von CHF 20'000.00 vollumfäng- lich anzurechnen. 13.6.4 In Anbetracht d er vorgenannten Parameter ist d ie von der Beklagten geltend gemachten Ent- schädigung damit sachgerecht. Die Beklagte erbrachte vorliegend insoweit eine überobliga- torische Leistung an den Unterhalt der Familie, als sie ihr Einkommen von CHF 1'000.00 pro Monat nicht als freien Betrag zur Verfügung hatte, sondern für den Familienunterhalt verwen- dete. Ein hypot hetisch zur freie n Verfügung stehender Betrag vermag deshalb den von der Beklagten dadurch erlittenen Nachteil abzubilden. Der von der Beklagten geltend gemachte Betrag von CHF 630.00 pro Monat ab Eheschluss der Parteien bzw. CHF 1'000.00 pro Monat ab November 2014 erscheint dabei moderat . Da der Kläger während der Ehedauer einen Be- trag von CHF 630.00 als Sparbetrag für sich verwendete (vgl. vorne E. 13.4.4), CHF 2'700.00 an Hypothek zurückzahlte bzw. nach der Wahl der Beklagten zur P.________ seine Rück- zahlungen der Hypothek noch um CHF 1'000.00 erhöhte (vgl. vorne E. 13.3.4) sowie Ausga- ben für eigene Hobbys und Ferien tätigte , erscheint die Höhe des Betrags zur freien Verfü- gung der damaligen finanziellen Situation der Parteien angemessen. Die Höhe der von der Beklagten geltend gemachten Entschädigung ist auch mit Blick auf die von ihr überobligato- risch erbrachten Leistungen von rund CHF 90'000.00, den dadurch beim Kläger eingetrete- nen finanziellen Vorteil, die Berücksichtigung der Zurverfügungstellung der Liegenschaft durch den Kläger, der aktuellen Vermögenssituation der Parteien sowie der Tatsache der Gütertrennung zwischen den Parteien angezeigt. Die Zahlung einer solchen Entschädigung erscheint aufgrund der bekannten Vermögenswerte des Klägers zudem auc h zumutbar. Der Antrag der Beklagten auf eine Entschädigung g estützt Art. 165 Abs. 2 ZGB in der Höhe von CHF 26'800.00 ist damit gutzuheissen . 13.7 Da die Parteien unbestrittenermassen der Gütertrennung unterstehen, wird jeder Partei im Übrigen zu Eigent um zugewiesen, was sich ihrem Besitz befindet oder auf ihren Namen lau- tet. Damit sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. Seite 50/54 14. Schliesslich ist über die Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge zu befinden. Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Eheg atte nach Art. 122 ZGB Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. Dezem- ber 1993 für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten. Nach Angaben der Freizügigkeitsstiftung der I.________AG betrug das Freizügig keitsgutha- ben des Klägers per tt.mm.2009 (Heiratsdatum) CHF 33'250.45 und per 2. August 2017 (Rechtshängigkeit der Scheidungsklage) CHF 124'031.66 (act. 1/13). Die während der Ehe erworbene Austrittsleistung der Beklagten beträgt CHF 14'753.25 (act. 15/50). Das Freizügig- keitsguthaben des Klägers per Heiratsdatum in der Höhe von CHF 33'250.45 ergibt aufge- zinst CHF 37'706.81, womit die zu teilende Austrittsleistung des Klägers CHF 86'324.85 be- trägt (https://www.gerichte -zh.ch/fileadmin/user_upload/Dokumente/ Themen/Ehe_und_Fa mi- lie/Programme/Vorsorgeausgleich_berechnen/P_Vorsorgeausgleich_N.htm ). Nach dem Grundsatz der hälftigen Teilung resultiert somit ein Anspruch der Beklagten von CHF 35'785.80 (= CHF 86'324.85/2 – CHF 14'753.25/2) . Die aktuelle Pensionsk asse des Klägers , die AB.________ (vgl. act. 67), ist deshalb anzu- weisen, vom Vorsorgekonto des Klägers (Versicherten -Nr. .________) CHF 35'785.80 auf das Vorsorgekonto der Beklagten zu überweisen. Die zu übertragende Summe ist vom Stich- tag für die Teilung – d.h. ab Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens am 2. August 2017 – bis zur Überweisung durchgehend zu verzinsen, und zwar mit dem BVG -Mindestzins oder dem reglementarisch festgelegten höheren Zins ( BGE 129 V 251 E. 3 und 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_149/2017 vom 10. Oktober 2017 E. 4; BSV, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 147 vom 19. April 2018, Rz 987; Vetterli/Cantieni, in: Büchler/Jakob, Kurzkommentar ZGB, 2. A. 2017, Art. 123 ZGB N 8). 15. Die Beklagte beantragt zudem, dass der Kläger anzuweisen sei, alle notwendigen Unter- schriften zu leisten und Vorkehrungen zu treffen, damit die Beklagte von der K.________AG aus der Solidarschuldnerschaft für die Hypotheken mit den Nrn. .________, .________, .________ und .________, entlassen und vollumfänglich schadlos gehalten wird ( act. 61 S. 5). Der Kläger ist mit diesem Antrag der Beklagten einverstanden ( act. 63 S. 3), so dass der Antrag gutzuheissen ist . 16. Abschliessend sind die Prozesskosten zu verteilen. Die Prozesskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Pro- zesskosten nach dem Ausgang des Verfahre ns verteilt ( Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Vorliegend unterliegt der Kläger in den wesentlichen strittigen Punkten (Obhut, Unterhaltsbei- träge und die damit zusammenhängende Ausweitung der Erwerbstätigkeit der Beklagten, Entschädigung nach Art. 165 Abs. 2 ZGB). Ihm sind deshalb die gesamten Prozesskosten aufzuerlegen. 16.1 Im Scheidungsverfahren nach den Art. 274 – 294 ZPO beträgt die Entscheidgebühr CHF 1'600.00 bis 10 '000.00, soweit nicht güterrechtliche Ansprüche über CHF 100'000.00 geltend gemacht werd en (§ 13 Abs. 1 und 3 KoV OG). Vorliegend standen nur güterrechtli- che Ansprüche von CHF 57'000.00 (später reduziert auf CHF 26'800.00) im Streit. Aufgrund Seite 51/54 des dennoch umfangreichen Verfahrens erscheint vorliegend eine Entscheidgebühr von CHF 10'000.00 ange messen. 16.2 Der Kläger hat der Beklagten sodann die Parteikosten zu ersetzen . Die Klägerin reichte auf- grund des Wechsels ihrer Rechtsvertretung zwei Honorarnoten ein: einerseits die Honorar- note von RAin MLaw AC.________ (act. 61/86) in der Höhe von CHF 23'331.60 (CHF 20'725.00, zzgl. Auslagen von CHF 938.00 sowie MWST von CHF 1'668.10; wobei rund CHF 9'920.00 vorprozessuale Bemühungen betrafen ), andererseits die Honorarnote von RAin lic.iur. D.________ (act. 65) in der Höhe von CHF 4'290.75 (CHF 3'828.00, zzgl. Auslagen von CHF 156.00 sowie MWST von CHF 306.75). Stehen keine vermögensrechtlichen Interessen im Streit, so ist das Grundhonorar für die Par- teientschädigung unter Berücksichtigung der Verantwortung, der Schwierigkeit des Falles und des notwend igen Zeitaufwandes zu berechnen. Es beträgt in der Regel CHF 1'000.00 bis CHF 15'000.00 (§ 4 Abs. 1 AnwT). Zudem kann ein Zuschlag gewährt werden, wenn für das Verfahren zusätzliche Verhandlungen stattfanden (§ 5 Abs. 1 Ziff. 2 AnwT). Das vorlie- gende Verfa hren ist nicht als rechtlich schwierig zu bezeichnen; aufgrund der diversen Einga- ben (inkl. Edition von Belegen) , der Änderung der Rechtsprechung während des Verfahrens und der extensiv ausgetragenen Streitpunkte zwischen den Parteien jedoch zeitlich aufwä n- dig. Zudem fand ein doppelter Schriftenwechsel, eine Parteibefragung mit anschliessender Instruktionsverhandlung (an welcher die Beklagte nicht anwaltlich vertreten war ) sowie die Hauptverhandlung statt, wofür ein Zuschlag zu gewähren ist. Das Honorar ist somit für das ganze Verfahren auf gesamthaft CHF 15'000.00 festzusetzen. Hinzuzurechnen sind die Pau- schalauslagen von 3 % des Honorars (CHF 450.00; § 25 Abs. 2 AnwT) sowie die MWST (CHF 1'155.00; § 25a AnwT), was eine Parteientschädigung von CHF 16'605.00 ergibt. Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Die aus der Ehe hervorgegangene n Kinder F.________, geb. tt.mm.2010, und G.________, geb. tt.mm.2012, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen. Die Obhut für die Kinder wird der Mutter zugeteilt. 2.2 Die Eltern sind berechtigt und verpflichtet, die Kinder wie folgt zu betreuen: Der Vater betreut die Kinder wöchentlich von Donnerstag,12.00 Uhr bis Freit ag, 12.00 Uhr, sowie jedes zweite Wochenende von Freitag, 1 2.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. Die Über- gabe ist so zu gestalten, dass der jeweils betreuende Elternteil die Kinder zum anderen El- ternteil bringt. Folgt die Betreuung nach Schulschluss, holt der anschliessend betreuende El- ternteil die Kinder direkt in der Schule ab. Während den Feiertagen erfolgt die Betreuung der Kinder wie folgt: Seite 52/54 - in Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Vater und in Jahren mit ungerader Jahres- zahl die Mutter die Kinder vom 23. Dezember, 18.00 Uhr, bis 25. Dezember, 10.00 Uhr, während in Jahren mit gerader Jahreszahl die Mutter und in Jahren mit ungerader Jah- reszahl der Vater die Kinder vom 25. Dezember, 10.00 Uhr, bis am 26. Dezember, 18.00 Uhr, betreut; - über Neujahr betreut die Mutter in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Vater in Jah- ren mit ungerader Jahreszahl die Kinder vom 30. Dezember, 18.00 Uhr, bis am 1. Ja- nuar, 12.00 Uhr, sowie in Jahren mit gerader Jahreszahl der Vater und in Jahren mit un- gerader Jahreszahl die Mutter die Kinder vom 1. Januar, 12.00 Uhr, bis am 2. Januar, 18.00 Uhr; - über Ostern betreut der Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl und die Mutter in Jahren mit ungerader Jahreszahl die Kinder von Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermon tag, 18.00 Uhr; - über Pfingsten betreut die Mutter in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Vater in Jah- ren mit ungerader Jahreszahl die Kinder von Pfingstfreitag, 18.00 Uhr, bis Pfingstmon- tag, 18.00 Uhr. - in Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Vater die Kinder an Auffahrt und die Mutter die Kinder an Fronleichnam von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; in Jahren mit ungerader Jahreszahl betreut die Mutter die Kinder an Auffahrt und der Vater die Kinder an Fronleichnam von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. Die Parteien betreuen die Kinder je während drei Wochen Ferien pro Jahr, wobei die Ferien jeweils drei Monate im Voraus abzusprechen sind. Können sich die Eltern über die Ferien nicht einigen, so kann der Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl und die Mutter in Jahren mit ungerader Jahreszahl die eigenen drei Ferienwochen mit den Kindern bestimmen, wäh- rend der jeweils andere Elternteil anschliessend aus der übrigen Zeit seine eigenen drei Feri- enwochen mit den Kindern wählen kann. Das Wahlrecht ist spätestens drei Monate im Vo- raus auszuüben, ansonsten es auf d en anderen Elternteil übergeht. Die Betreuungszeiten während den Feiertagen und Ferien gehen der allgemeinen wöchentli- chen bzw. zweiwöchentlichen Betreuungs regelung vor. Die Ferien können ohne gegenseiti- ges Einverständnis nicht auf die vorstehend geregelten Feiertage des anderen Elternteils ge- legt werden. Andere Vereinbarungen der Eltern bleiben vorbehalten. 2.3 Die mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 2. Oktober 2015 (ES 2015 413) errichtete n Beistandschaft en für die Kinder F.________ und G.________ werden aufgehoben. 2.4 Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten werden der Beklag- ten angerechnet. 2.5 Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungs ent- scheids an den Unterhalt der gemeinsamen Kinder F.________ und G.________ mindestens bis zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer ange- messenen Ausbildung monatliche B arunterhaltsb eiträge zuzüglich allfälliger Familienzulagen wie folgt zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats : Seite 53/54 - bis zum 31. August 2022: CHF 1'445.00 für F.________ und CHF 1'220.00 für G.________ - ab dem 1. September 2022 bis zum Ende der Unterhaltspflicht: CHF 1'400.00 für F.________ und CHF 1'400.00 für G.________ Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bun- desamtes für Statistik, Stand März 2020 = 101.7 Punkte (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2022, dem Index- stand November des Vorjahres proportional anzupassen und auf ganze Franken aufzurun- den. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 101.7 Der Unterhaltspflichtige kann diese Anpassung insoweit verweigern, als sein Einkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entspre- chend erhöht wird. Er verwirkt für das fragliche Jahr den Verweigerungsanspruch, sofern er diesen der Unterhaltsberechtigten nicht bis zum 31. Januar urkundlich nachweist. 3. Der Kläger wird gestützt auf Art. 125 ZGB verpflichtet, der Beklagten mit Wirkung ab Rechts- kraft des Scheidungs entscheids bis zum 31. August 2022 einen monatlichen , nicht indexier- ten Unterhaltsbeitrag von CHF 500.00 und ab dem 1. September 2022 bis zum 31. Juli 2025 einen monatlichen , nicht indexierten Unterhaltsbeitrag von CHF 434.00 zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats. 4.1 Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten gestützt auf Art. 165 Abs. 2 ZGB CHF 26'800.00 zu bezahlen, zahlbar innert 10 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungs entscheids. 4.2 Im Übrigen wird jeder Partei zu Eigentum zugewiesen, was sich in ihrem Besitz befindet oder auf ihren Namen lautet. Damit sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. 5. Die AB.________ wird gestützt auf Art. 122 ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vor- sorgekonto, lautend auf A.________ (Versicherten -Nr. .________), den Betrag von CHF 35'785.80 zuzüglich Zins ab dem 2. August 2017 auf das Vorsorgekonto ( Versiche- rungs-Nr. ), lautend auf C.________, bei der J.________ zu überweisen. 6. Der Kläger wird verpflichtet , auf erstes Verlangen alle notwendigen Unterschriften zu leisten und Vorkehrungen zu treffen, damit die Beklagte von der K.________AG für die Hypotheken mit den Nrn. .________, .________, .________ und .________ aus der Solidarschuldner- schaft entlassen und vollumfänglich schadlos gehalten wird . 7. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen , soweit darauf eingetreten w ird. Seite 54/54 8. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 10'000.00 Entscheidgebühr Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kosten- vorschuss von CHF 3'000.00 verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 7'000.00 wird vom Kläger nachgefordert. 9. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 16'605.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. 10. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Ober- gericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechtsanwen- dung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Berufungs- schrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpartei) oder elektro- nisch, versehen mit einer qualifizierten elektronischen Signatur, eingereicht werden ( Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 11. Mitteilung an: - Parteien (an die Beklagte unter Beilage des Schreibens des Klägers vom 10. März 2020) - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - AB.________ vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechtskraft zum Vollzug von Ziffer 5 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an: - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Amt für Kindes - und Erwachsenenschutz, Bahnhofstrasse 12, Postfach 27, 6301 Zug (zweifach, für sich zum Vollzug hinsichtlich Dispositiv Ziff. 2. 3 sowie zur Kenntnis an L.________) Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. D. Panico Peyer MLaw J. Berweger Kantonsrichterin Gerichtsschreiber in versandt am: maj