200 14 510 ALV LOU/IMD/KRK Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil des Einzelrichters vom 8. Oktober 2014 Verwaltungsrichter Loosli Gerichtsschreiber Imhasly A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin gegen beco Berner Wirtschaft Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern Beschwerdegegner betreffend Einspracheentscheid vom 16. April 2014 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1976 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer- deführerin) kündigte am 23. Juli 2013 ihr Arbeitsverhältnis aus gesundheit- lichen Gründen auf den 30. September 2013 (Akten des Regionalen Ar- beitsvermittlungszentrums Bern-Mittelland [act. IIA] 2), meldete sich am 30. August 2013 zur Arbeitsvermittlung an (act. IIA 5 f.) und stellte Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Oktober 2013 (Akten der Arbeitslo- senkasse Bern [act. IIB] 2 f.). Mit Schreiben vom 21. Oktober 2013 (act. IIA 41) teilte das Regionale Ar- beitsvermittlungszentrum Bern West (nachfolgend RAV) der Versicherten mit, bislang seien für die Zeit vor Beginn des Leistungsbezugs nicht genü- gend Arbeitsbemühungen eingegangen. Das RAV gab ihr die Möglichkeit zur diesbezüglichen Stellungnahme respektive zum Nachreichen von Ar- beitsbemühungen bis zum 4. November 2013. Die Versicherte führte hierzu aus, die Zahl der Arbeitsbemühungen vor der Anmeldung beim RAV sei nicht definiert. Sie habe bis zum 30. September 2013 zu 100 % gearbeitet und privat vieles zu erledigen gehabt. Aus diesen Gründen habe sie nicht mehr Bewerbungen vorzuweisen (act. IIA 39, 43). Hierauf stellte das RAV sie mit Verfügung vom 4. März 2014 aufgrund ungenügender Arbeits- bemühungen vor Antragstellung für sieben Tage in der Anspruchsberechti- gung ein (act. IIA 68 ff.). Die Versicherte erhob am 19. März 2014 (Postein- gang) dagegen Einsprache und legte ein Schreiben der ... vom 13. März 2014 bei, das ihre getätigten Bewerbungen bestätigen soll (act. IIA 71 ff.). Das beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst (nachfolgend beco bzw. Beschwerdegegner) wies die Einsprache mit Entscheid vom 16. April 2014 ab (Akten des beco [act. II] 12 ff.). B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 27. Mai 2014 Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 3 des angefochtenen Einspracheentscheids und die Verurteilung des Be- schwerdegegners zur Nachbezahlung der auferlegten sieben Einstelltage im Gesamtbetrag von Fr. 1'329.65. Im Weiteren ersucht sie um Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechts- anwalt B.________ als amtlicher Anwalt. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie habe sich intensiv um eine neue Anstellung bemüht und sei deswegen auch in ständigem Kontakt mit Vertretern der ... gestanden. Damit sei sie ihrer Schadenminderungspflicht nachgekommen. Zudem habe sie per 1. November 2013 eine Anstellung zu 100 % gefun- den, womit es ihr gelungen sei, ihre Arbeitslosigkeit innert nützlicher Frist zu beenden (bzw. zu reduzieren, sofern es sich dabei um einen Zwischen- verdienst handeln sollte, was aufgrund der Akten nicht klar sei). Selbst wenn die Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist als ungenü- gend angesehen werden sollten, läge somit keine schuldhafte Verlänge- rung der Arbeitslosigkeit vor. Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2014 schliesst der Beschwerdegegner auf Abweisung der Beschwerde. Er führt unter anderem aus, die Beweis- last für eine getätigte Bewerbung liege bei der versicherten Person. Der Hinweis der Beschwerdeführerin, sie sei in Kontakt mit der ... gestanden, sei zu wenig substantiiert, weshalb eine Überprüfung der erfolgten Bewer- bungen unmöglich sei. Der Instruktionsrichter hiess mit Verfügung vom 28. Juli 2014 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 4 den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar- beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu- treten. 1.2Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 16. April 2014 (act. II 12 ff.). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung der Beschwerdeführerin in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von sieben Tagen wegen unge- nügender Arbeitsbemühungen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. 1.3Mit Fr. 1'329.65 (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. I/2) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrich- terliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs- leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar- beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 5 den oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu su- chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu- mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a S. 231). 2.2Der im Sozialversicherungsrecht allgemein geltende Grundsatz der Schadenminderungspflicht verlangt, dass die versicherte Person nicht erst nach eingetretener Arbeitslosigkeit, sondern auch schon im Wissen um die bevorstehende Arbeitslosigkeit eine neue Stelle suchen muss und entspre- chende Stellenbewerbungen vorzunehmen hat. Sie ist daher in der An- spruchsberechtigung einzustellen, wenn sie während der Kündigungsfrist nur ungenügende Arbeitsbemühungen vorweisen kann (ARV 2006 S. 297 E. 2.1, 1993/94 S. 87 E. 5b und S. 184 E. 2b). 2.3In quantitativer Hinsicht geht die Rechtsprechung davon aus, dass zehn bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat grundsätzlich genügen (BGE 124 V 225 E. 6 S. 234). Dabei ist allerdings nicht schematisch auf eine rein quantitative Grenze abzustellen. Vielmehr ist die Qualität des Vorgehens der versicherten Person mit Blick auf die konkreten Umstände zu prüfen, wobei mitunter eine gezielte Arbeitssuche und gut dargestellte Bewerbungen besser sind als zahlreiche Arbeitsbemühungen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 28. Juni 2010, 8C_589/2009, E. 3.2). 3. 3.1Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin dem RAV am 3. Oktober 2013 das Formular "Nachweis der persönlichen Ar- beitsbemühungen" zukommen liess (act. IIA 37 f.), worin vier Bewerbungen (30. Juli, 6., 17. und 26. September 2013) sowie der Hinweis "Von August bis jetzt in Kontakt mit ... Personellem. Und noch gearbeitet bis 30.9.2013" aufgeführt sind. Gestützt darauf ging das RAV bei seinem Entscheid von fünf nachgewiesenen Arbeitsbemühungen im Beobachtungszeitraum aus Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 6 (vier Bewerbungen plus der Kontakt zur ...; act. IIA 70) und erachtete dies als quantitativ ungenügend (act. IIA 68 ff.). Die Akten enthalten allerdings eine weitere Bewerbung vom 12. August 2013 (act. IIA 40), die auf dem Nachweisformular nicht erwähnt und vom RAV offensichtlich übersehen worden ist. Damit hat die Beschwerdeführerin innert der ihr vom RAV ge- setzten Frist (bis zum 4. November 2013; act. IIA 41) für den Zeitraum zwi- schen ihrer Kündigung am 23. Juli 2013 und dem Eintritt der Arbeitslosig- keit am 1. Oktober 2013 (act. IIA 2) fünf Bewerbungen sowie den Kontakt mit der ... und damit sechs Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Die Be- schwerdeführerin bringt vor, aufgrund des an sie adressierten Schreibens der ... vom 13. März 2014 (act. IIA 74), worin diese "die vielzählig von Ihnen eingegangenen Bewerbungen, während Ihrer Anstellung bei unserer Ge- nossenschaft sowie nach Ihrem Austritt, und unsere negativen Rückmel- dungen" bestätigt, gehe es nicht an, den Kontakt mit der ... als eine einzige Bewerbung zu behandeln (Beschwerde S. 5). Hierzu ist festzuhalten, dass dieses Schreiben keine konkrete Zahl von Bewerbungen nennt und damit eine Überprüfung der Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht durch das RAV nicht möglich ist. Zudem wurde das Schreiben erst im Rahmen der Einsprache (Posteingang am 19. März 2014; act. II 12 ff.; act. IIA 74) und damit mehr als vier Monate nach Ablauf der vom RAV gesetzten Frist (act. IIA 41) eingereicht, weswegen es von vornherein nicht zu berücksich- tigen ist (vgl. BGE 139 V 164 E. 3.3 S. 167; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2014, ALV/13/1147, E. 3.1, zur Publikation in der BVR vorgesehen). Es bleibt damit bei sechs fristgemäss nachgewie- senen Arbeitsbemühungen. 3.2Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwerde- führerin offenbar praxisgemäss keine Mindestanzahl an nachzuweisenden Bewerbungen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit genannt (vgl. act. IIA 39, 43) und erst im Rahmen der Unterstützung durch das RAV eine Mindestanzahl von acht monatlichen Bewerbungen vereinbart wurde (Wiedereingliede- rungsvereinbarung vom 1. Oktober 2013; act. IIA 13 ff.), sind sechs Ar- beitsbemühungen über einen Zeitraum von knapp mehr als zwei Monaten offensichtlich zu wenig. Damit ist die Beschwerdeführerin ihrer Schaden- minderungspflicht (vgl. E. 2.2 hiervor) nur ungenügend nachgekommen. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten schuldmindernden Gründe Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 7 sind nicht stichhaltig. Auch eine starke berufliche Belastung (act. IIA 43, 76) lässt Bewerbungen zu. Die ärztlich attestierte gesundheitliche Einschrän- kung (act. IIA 3) führte zu keiner Arbeitsunfähigkeit und war somit nicht geeignet, die Beschwerdeführerin an Bewerbungsbemühungen zu hindern. Hinzu kommt, dass sie im Schreiben vom 30. Oktober 2013 (act. IIA 43) vorbringt, sie hätte sich mehr beworben, wenn sie gewusst hätte, dass ihre Bewerbungsbemühungen ungenügend waren. Dies zeigt, dass die Be- schwerdeführerin nicht alles Zumutbare unternommen hat, um ihre Arbeits- losigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Art. 17 Abs. 1 AVIG). 3.3Am Ergebnis ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin per 1. No- vember 2013 eine neue vollzeitliche Anstellung bei der … gefunden hat (Beschwerde S. 5; act. IIA 53 ff.). Allenfalls hätte mit genügend Bewerbun- gen während der Kündigungsfrist eine noch frühere Beendigung der Ar- beitslosigkeit erreicht werden können. Zwar hängt das Finden einer Stelle zu einem grossen Teil von der Arbeitsmarktlage ab, doch kann immerhin gesagt werden, dass eine versicherte Person bei mangelhaften Bemühun- gen mit grösster Wahrscheinlichkeit arbeitslos bleibt, womit die Vermutung für das Bestehen eines Kausalzusammenhangs zwischen der Unterlassung und der Arbeitslosigkeit spricht (Entscheid des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 23. Januar 2003, C 280/01, E. 2.2). Im Weiteren weist der Beschwerdegegner zu Recht darauf hin (Be- schwerdeantwort S. 4 Art. 6), dass der Arbeitsvertrag mit der ... am 29. Ok- tober 2013 unterzeichnet wurde (act. IIA 53 ff.) und die Beschwerdeführerin erst mit dieser rechtsverbindlichen Zusage einer Arbeitsstelle von der Be- werbungspflicht entbunden war. 4. Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von sieben Einstelltagen. 4.1Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver- schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leich- tem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Ein schweres Verschulden liegt Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 8 insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufge- geben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a und b AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG). Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Kasse nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen; die Rekurs- behörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen las- sen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 230 E. 2.1). 4.2Die verfügte Einstelldauer von sieben Tagen liegt im mittleren Be- reich des leichten Verschuldens (Art. 45 Abs. 3 lit. a AVIV). Unter Berück- sichtigung des – allein für die Verwaltung verbindlichen – "Einstellrasters" (vgl. Randziffer D72 der AVIG-Praxis ALE [abrufbar unter www.treffpunkt- arbeit.ch]), welches für ungenügende Arbeitsbemühungen während einer Kündigungsfrist von zwei Monaten eine Sanktion von sechs bis acht Ein- stelltagen vorsieht, ist die verfügte Sanktion nicht zu beanstanden. Es ist kein triftiger Grund ersichtlich, der ein Eingreifen in das Ermessen der Ver- waltung rechtfertigen könnte, dies auch unter Berücksichtigung der Tatsa- che, dass die Verwaltung fälschlicherweise von fünf statt sechs nachgewie- senen Arbeitsbemühungen ausgegangen ist (vgl. E. 3.1 hiervor). 5. Nach dem Dargelegten lässt sich die Einstellung in der Anspruchsberechti- gung von sieben Tagen weder vom Grundsatz noch von der Dauer her beanstanden. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 9 6. 6.1Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG nicht zu erheben. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 6.3Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord- nung von Rechtsanwalt B.________ bleibt dessen amtliches Honorar fest- zulegen. Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo- tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif- ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert- steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei- chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun- denansatz Fr. 200.--. Mit Kostennote vom 4. August 2014 macht Rechtsanwalt B.________ ei- nen Zeitaufwand von 7.5 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 1'900.-- zuzüg- lich Auslagen von Fr. 39.-- sowie Mehrwertsteuer von 8 % (von Fr. 1'939.--) im Betrag von Fr. 155.10, total Fr. 2'094.10, geltend, was nicht zu bean- standen ist. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses Verfahren auf Fr. 2'094.10 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtli- ches Honorar von Fr. 1'500.-- (7.5 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 39.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 123.10 (8 % von Fr. 1'539.--), total somit eine Entschädigung von Fr. 1'662.10, auszurichten. Vorbehalten Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/510, Seite 10 bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO. Demnach entscheidet der Einzelrichter: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä- digung zugesprochen. 3. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die- sem Verfahren auf Fr. 2'094.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft die- ses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'662.10 festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung - Staatssekretariat für Wirtschaft – seco - Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 3001 Bern Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.