<h2>SubmittedText<h2><p>Die Region Baden mit seinen 140 000 Einwohnern und der Beschäftigtenzahl von 60 000 Menschen belegt gemäss CS-Ranking 2021 Platz 5 der 110 Wirtschaftsregionen der Schweiz. Die Region Brugg, unter anderem mit der Fachhochschule Nordwestschweiz, belegt Rang 21. Im Widerspruch zur Bedeutung dieser Regionen will der Bundesrat die Direktverbindungen per Zug von bzw. nach Bern kappen.</p><p>In seiner Stellungnahme auf die Motion 29.3059 von Nationalrätin Marianne Binder hat der Bundesrat ausgeführt, dass die Regionen Baden und Brugg von einem überdurchschnittlichen Angebotsausbau profitieren würden, da sowohl die schnellen Verbindungen von Baden nach Zürich als auch nach Aarau zu einem Viertelstundentakt ausgebaut würden. Nach Bern werde allerdings anstelle einer stündlichen Direkt- und einer weiteren Umsteigeverbindung pro Stunde ein Viertelstundentakt entstehen, wobei immer entweder in Aarau oder Olten ein einmaliges Umsteigen notwendig sei. Trotz Wegfall der Direktverbindung werde die Region Baden (und Brugg) optimal in das nationale Gesamtnetz in alle Richtungen eingebunden.</p><p>In oben erwähnter Stellungnahme hat der Bundesrat auch ausgeführt, dass, sollte die Direktverbindung von Baden bzw. Brugg nach Bern beibehalten werden, die vorgesehenen zusätzlichen Züge im Kanton Aargau nicht eingeführt werden könnten. Diese Argumentation verkennt allerdings, dass sowohl die Region Baden wie auch die Region Brugg selbstverständlich an zusätzlichen Verbindungen interessiert sind, sich allerdings in Abwägung primär für die bewährten komfortablen direkten Verbindungen aussprechen würden. Denn die Kappung der Direktverbindung nach Bern verkennt deren Bedeutung und stellt eine Abwertung der Lebens- und Wirtschaftsregionen Baden und Brugg im nationalen und kantonalen ÖV-Netzkonzept dar. Direkte Verkehrsverbindungen spielen eine ungleich gewichtigere Rolle als Qualitätsmerkmal einer Verkehrsanbindung als die Kadenz der Fahrten. Die Unterbrechung der Zugreise in Olten oder Aarau führt zu einer Reisezeitverlängerung sowie angesichts der ständigen Verspätungen der SBB zu Anschlussschwierigkeiten und damit zu Effizienzverlust für alle Passagiere. Leidtragende sind unter anderem Familien mit Kindern, gehbehinderte Menschen sowie Pendlerinnen und Pendler, die ihre Arbeitszeit im Zug optimal nutzen könnten.</p><p>Ich lade daher den Bundesrat ein, folgende Frage zu beantworten:</p><p>- Ist der Bundesrat bereit, auf die Angebotsverdichtung zwischen Baden bzw. Brugg und Bern ohne Direktverbindung zu verzichten und stattdessen beim Halbstundentakt eine Direktverbindung pro Stunde beizubehalten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen der Motion 20.3059 vom 05.03.2020 hat der Bundesrat mit Stellungnahme vom 13.05.2020 bereits zu diesem Thema geantwortet.</p><p>Der Ausbauschritt 2035, welcher vom Parlament 2019 verabschiedet wurde, beinhaltet einen massiven Angebotsausbau, von welchem insbesondere der Kanton Aargau überdurchschnittlich profitiert. Bei einer Beibehaltung der stündlichen Direktverbindung Baden/Brugg nach Bern könnte der Angebotsausbau im Kanton Aargau nicht umgesetzt werden.</p><p>Statt der stündlichen Direktverbindung werden von Baden/Brugg zukünftig die halbstündliche Umsteigeverbindungen nach Bern angeboten. Diese konzeptionelle Änderung ist eine Voraussetzung, damit das Angebot erhöht werden kann.</p>  Antwort des Bundesrates.