A bteilung IV D -607/2007 spn/lec/m al {T 0/2} U rteil vom 16. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G alliker, R ichter Scherrer G erichtsschreiberin Leisinger A ._______, geboren _______, Türkei, w ohnhaft _______ vertreten durch B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 9. Januar 2007 i.S. Zuw eisungsentscheid an den K anton / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass das BFM den Beschw erdeführer m it Zuw eisungsentscheid vom 9. Januar 2007 in Anw endung von Art. 27 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) und Art. 21 und 22 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (Asyl- verordnung 1, AsylV 1, SR 142.311), sow ie in der Erw ägung, dass aus der Abklärung im Em pfangs- und Transitzentrum und nach erfolgter R echtsbelehrung keine spezifisch schützensw erten Interessen des Beschw erdeführers ersichtlich seien, die für die Zuw ei- sung in einen bestim m ten Kanton sprechen w ürden, dem Kanton C ._______ zuw ies, dass der Bruder des Beschw erdeführers, B._______ m it Schreiben vom 12. Januar 2007 (D atum des Poststem pels) gegen den Zuw eisungsentscheid vor dem Bundesver- w altungsgericht Beschw erde erhob und im N am en des Beschw erdeführers die Aufhe- bung des Zuw eisungsentscheides und Zuw eisung des Beschw erdeführers an einen französischsprachigen Kanton beantragte, w obei das Vertretungsverhältnis zw ischen dem Beschw erdeführer und seinem ihn vertretenden Bruder form ell nicht ausgew iesen w ar, dass m it der Beschw erde die Kopie des entsprechenden Zuw eisungsentscheides an den Kanton vom 9. Januar 2007, die Kopie eines von B._______ verfassten Schreibens an das Em pfangszentrum _______ vom 21. D ezem ber 2006 sow ie die Kopie des auf den N am en des Beschw erdeführers lautenden Ausw eises für Asylsuchende Status N zu den Akten gereicht w urden, dass die zuständige Instruktionsrichterin m it Zw ischenverfügung vom 6. Februar 2007 feststellte, das Vertretungsverhältnis zw ischen dem Beschw edeführer und seinem ihn vertretenden Bruder sei form ell nicht ausgew iesen und B._______ daher gestützt auf Art. 11 Abs. 2 Vw VG und Art. 110 Abs. 1 AsylG Frist zur Einreichung einer schriftlichen Vollm acht innert angesetzter Frist aufforderte, verbunden m it der Androhung, im U nter- lassensfall w ürden ihm die bisher aufgelaufenen G erichtskosten zufolge vollm achtlosen H andelns auferlegt, dass m it gleicher Verfügung - unter H inw eis auf Ziffer 2 des vorinstanzlichen Zuw ei- sungsentscheides vom 9. Januar 2007, w onach die Kantonszuw eisung nur m it der Be- gründung angefochten w erden könne, sie verletze den G rundsatz der Einheit der Fam i- lie - für den Falle einer R ückzugserklärung ein Verfahrensabschluss ohne Kostenaufer- legung in Aussicht gestellt w urde, dass m it Eingabe vom 10. Februar 2007 eine Vollm acht zu den Akten gereicht w urde, die das Vertretungsverhältnis zw ischen dem Beschw erdeführer und seinem Bruder, B._______ ausw eist, dass m it Beschw erdeergänzung vom 26. April 2007 ausserdem die Verletzung des G rundsatzes der Einheit der Fam ilie gerügt w urde, da der Bruder des Beschw erdefüh- rers in _______ w ohne,3 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen des BFM im Sinne von Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahrensgesetz (Vw VG , SR 172.021) entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.119]), w obei das neue Verfahrensrecht zur Anw endung gelangt (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass es sich beim Zuw eisungsentscheid an den Kanton um eine beschränkt anfechtbare Zw ischenverfügung handelt (vgl. Art. 27 Abs. 3 AsylG i.V.m . Art. 106 Abs. 2 AsylG und Art. 107 Abs. 1 AsylG ), dass im Sinne einer Vorbem erkung den Ausführungen in der Beschw erde in dem Sinne beizupflichten ist, als angesichts der landessprachlichen Besonderheiten in der Schw eiz allfällig vorhandene Kenntnisse der Asylgesuchsteller von Landessprachen eine Berück- sichtigung dieser bei der Zuteilung in einen Kanton als sinnvoll erscheinen lassen kön- nen, dass das BFM nach Art. 27 Abs. 3 AsylG bei der Kantonszuteilung den schützensw erten Interessen der Kantone und des Asylsuchenden R echnung zu tragen hat, dass die Kenntnisse einer Am tssprache eines Asylsuchenden zw eifelsohne als schüt- zensw ertes Interesse im Sinne des G esetzes zu gelten haben, erm öglicht doch die Zu- teilung der Asylsuchenden zu einer Sprachregion, in w elcher er sich sprachlich verstän- digen kann, eine bessere Kom m unikation m it den kantonalen Behörden und führt zu er- heblichen Erleichterungen im täglichen Leben, dass angesichts dieser N orm ierung der Zuw eisungsentscheid des BFM als schw er nachvollziehbar erscheint, insbesondere als der Beschw erdeführer beziehungsw eise sein Bruder bereits vor der erfolgten Kantonszuw eisung m it Schreiben vom 21. D ezem - ber 2006 auf die vorhandenen Französischkenntnisse des Beschw erdeführers verw ie- sen und in diesem Sinne um Zuteilung in einen französischsprachigen Kanton ersucht haben, dass sich jedoch aus Art. 27 Abs. 3 AsylG kein R echtsanspruch auf Zuteilung zu einem bestim m ten Kanton ableiten lässt und der Entscheid deshalb nur beschränkt auf den As- pekt der Fam ilieneinheit anfechtbar ist (vgl. die im m er noch G ültigkeit entfaltende R echt- sprechungspraxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) in Entscheide und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2001 N r. 7 S.42 ff.), dass die Berücksichtigung der schützensw erten Interessen des Beschw erdeführers, in- sow eit sie m it Kenntnissen der französischen Sprache begründet w erden, dem nach m angels Anfecht- und Ü berprüfbarkeit rechtlich nicht erzw ingbar sind, w eshalb auf die Beschw erde vom 12. Januar 2007 insow eit nicht einzutreten ist, dass der Beschw erdeführer sodann in einer Beschw erdeergänzung die Verletzung des G rundsatzes der Einheit der Fam ilie rügt, dass der Beschw erdeführer diesbezüglich legitim iert ist (vgl. Art. 27 Abs. 3 AsylG ), dass über offensichtlich unbegründete Beschw erden in einem vereinfachten Verfahren entschieden w ird und die vorliegende R üge der Verletzung der Fam ilieneinheit offen-4 sichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ), dass beim Zuw eisungsentscheid gem äss Art. 27 Abs. 3 AsylG dem Prinzip der Einheit der Fam ilie R echnung zu tragen ist, dass im Asylrecht unter dem Fam ilienbegriff in erster Linie Ehegatten und m inderjährige Kinder zu verstehen sind (vgl. Art. 1 Bst. e AsylV1), dass sodann in Anlehnung an Art. 51 AsylG i.V.m . Art. 38 AsylV1 andere Angehörige w ie G eschw ister dann vom G rundsatz der Einheit der Fam ilie geschützt sein können, w enn zum Beispiel w egen Krankheit oder körperlicher oder geistiger G ebrechen ein dauerndes Abhängigkeitsverhältnis besteht und eine nahe und tatsächlich gelebte fam iliäre Beziehung bejaht w erden kann (vgl. EM AR K 1995 N r. 24) dass der Fam ilienbegriff in Art. 27 Abs. 3 AsylG in W eiterführung der bisherigen Praxis - zum al die G esetzesgrundlage diesbezüglich keine Änderung erfahren hat - diesem grundsätzlich im Asylrecht geltenden Fam ilienbegriff entspricht (vgl. dazu auch Am tl. Bull. SR 1997 1202 f.; sow ie M AR KU S R AES S / SU SAN N E R AESS -EIC H EN BER G E R, D as aktuelle schw eizerische Ausländerrecht, Zürich 1995/2000, Teil 10, Kapitel 6.2.1.1.), dass vorliegend ein entsprechendes Abhängigkeitsverhältnis zw ischen dem seit langem volljährigen und gesunden Beschw erdeführer und seinem Bruder w eder geltend ge- m acht w ird noch aus den Akten hervorgeht, dass vielm ehr der U m stand, dass der Beschw erdeführer in erster Linie einem franzö- sischsprachigen Kanton und erst in zw eiter Linie dem W ohnsitzkanton des Bruders zu- geteilt w erden w ill, gerade gegen ein solches Abhängigkeitsverhältnis spricht, dass insbesondere auch die schw ierige Situation von Asylsuchenden, die w eder m it der Sprache noch m it der Kultur des G aststaates vertraut sind, kein solches zw ingendes Ab- hängigkeitsverhältnis zu schaffen verm ag, dass zusam m enfassend festzustellen ist, dass die Zuw eisung des Beschw erdeführers an den Kanton C .______ den G rundsatz der Einheit der Fam ilie im Sinne von Art. 27 Abs. 3 AsylG nicht verletzt, sich die angefochtene Zw ischenverfügung als rechtm ässig erw eist und die eingereichte Beschw erde dem nach abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2] dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)5 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Kosten des Verfahrens in H öhe von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Vertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Ein- zahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, R ef.-N r. N ____ ___ (m it den Akten) - _______ D ie R ichterin D ie G erichtsschreiberin: N ina Spälti G iannakitsas C onstance Leisinger Versand am :