<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00329</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203847&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00329</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Familiennachzug der 11-jährigen Tochter aus erster Ehe wegen Vorrangs von deren Beziehung zum andern Elternteil (Mutter) und/oder zur Grossmutter verweigert.<br/>Eintreten (E. 1). Eine beschleunigte Behandlung der Beschwerde kann nicht als vorsorgliche Massnahme verfügt werden. Die Kinderrechtekonvention verschafft diesbezüglich keine weitergehenden Ansprüche als das Landesrecht (E. 2).<br/>Erfordernis der vorrangigen Beziehung und der Notwendigkeit der Familienzusammenführung beim Nachzug durch nur einen Elternteil (E. 3). Es ist fraglich, ob die Tochter, die zum Vater in die Schweiz zu ziehen wünscht, im Heimatland die vorrangige Beziehung zur Mutter oder zur Grossmutter hat (E. 4). Der Familiennachzug ist jedenfalls nicht notwendig (E. 5). Eine Anhörung der Tochter ist nicht erforderlich (E. 6).<br/>Abweisung.<br/>Abweichende Meinung des Gerichtssekretärs mit grundsätzlicher Kritik an der Praxis des Bundesgerichts zum Familiennachzug durch nur einen Elternteil.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANHÃRUNG">ANHÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ART. 8 EMRK">ART. 8 EMRK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZTZEUGNIS">ARZTZEUGNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHLEUNIGUNGSGEBOT">BESCHLEUNIGUNGSGEBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREUUNGSVERHÃLTNISSE">BETREUUNGSVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISOFFERTE">BEWEISOFFERTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWÃRDIGUNG">BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIEHUNGSINTENSITÃT">BEZIEHUNGSINTENSITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUNDHEITSZUSTAND">GESUNDHEITSZUSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GROSSMUTTER">GROSSMUTTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTWENDIGKEIT DES NACHZUGS">NOTWENDIGKEIT DES NACHZUGS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVERZÃGERUNGSVERBOT">RECHTSVERZÃGERUNGSVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SORGERECHT">SORGERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORRANGIGE BEZIEHUNG">VORRANGIGE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHE MASSNAHME">VORSORGLICHE MASSNAHME</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 29 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 Abs. I KRK</span><br/><span class="gerade">Art. 12 KRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 100 Abs. I lit. b OG</span><br/><span class="gerade">§ 4a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 Abs. I lit. h VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 133 ZPO</span><br/><span class="gerade">§ 138 Abs. IV ZPO</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1968, tÃ¼rkischer StaatsangehÃ¶riger, reiste erstmals am 8. September 1990 in die Schweiz ein, wo er bei seiner Ehefrau, der tÃ¼rkischen StaatsangehÃ¶rigen C, geboren 1967, Wohnsitz nahm. Aus dieser Ehe stammt das Kind B, geboren 1992. 1995 erhielt A die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. Die Ehe zwischen ihm und C wurde 1996 in der TÃ¼rkei geschieden und das Kind B unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. Diese reiste mit B am 21. Oktober 1996 in die TÃ¼rkei zurÃ¼ck, wo sich das Kind seither aufhÃ¤lt und die Schule besucht. A heiratete 1997 die 1976 geborene E, welche sich seit dem 3. Mai 1997 bei ihm in der Schweiz aufhÃ¤lt und seit dem 13. Mai 2002 im Besitz der Niederlassungsbewilligung ist. Am 22. Juni 1998 wurde ihnen die Tochter F geboren, die ebenfalls Ã¼ber eine Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gt.</p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil des Bezirksgerichts X in der TÃ¼rkei vom 16. September 2002 wurde das Sorgerecht fÃ¼r die Tochter B von der Mutter C auf A Ã¼bertragen und der Mutter ein monatliches Besuchsrecht gegenÃ¼ber der Tochter eingerÃ¤umt. Am 16. Januar 2003 stellte A das Gesuch um Erteilung einer Einreisebewilligung fÃ¼r die Tochter B im Rahmen des Familiennachzugs. Nach Beantwortung diverser Fragen des Migrationsamts durch A wies dieses am 7. Mai 2003 das Gesuch um Einreisebewilligung ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liessen A und B am 10. Juni 2003 Rekurs beim Regierungsrat erheben und im Wesentlichen beantragen, es sei das Gesuch um Einreisebewilligung gutzuheissen und dem Kind B im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme die vorzeitige Einreise in die Schweiz zu erlauben. Gleichentags stellte ihre Vertreterin beim Migrationsamt ein WiedererwÃ¤gungsgesuch, auf welches das Amt mit Schreiben vom 18. Juni 2003 nicht eintrat. In der Stellungnahme zum Rekurs beantragte das Migrationsamt dessen Abweisung. Mit Beschluss vom 23. Juli 2003 wies der Regierungsrat den Rekurs ab. Am 24. Juli 2003 liessen A und B noch verschiedene Unterlagen nachreichen, die im Rekursverfahren keine Beachtung mehr finden konnten. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Beschluss vom 23. Juli 2003 liess A am 19. September 2003 im eigenen und im Namen seiner Tochter Beschwerde erheben und die folgenden AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="EinzugZitat"> "1. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 2. Der BeschwerdefÃ¼hrerin (B) sei die sofortige Einreise in die Schweiz zum Verbleib beim BeschwerdefÃ¼hrer (A) zu bewilligen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 3. Der BeschwerdefÃ¼hrerin sei die Niederlassungsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 4. Die Beschwerde sei beschleunigt zu behandeln [dies als vorsorgliche Massnahme].</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 5. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle zu der Frage ihrer vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung sowie zu den GrÃ¼nden fÃ¼r ihren Willen, in die Schweiz zu Ã¼bersiedeln, anzuhÃ¶ren.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten der Staatskasse."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext">Die Staatskanzlei liess sich am 21./22. Oktober 2003 namens des Regierungsrates mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen. Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf Beschwerdeantwort.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Nie­derlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundes- oder vÃ¶l­ker­rechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegege­setzes vom 16. De­zember 1943).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Nach Art. 17 Abs. 2 Satz 3 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) haben ledige Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung, sofern sie mit ihren Eltern zusammen wohnen. Zum (in diesem Zusammenhang massgeblichen) Zeitpunkt der Gesuchseinreichung, am 16. Januar 2003, war die Be­schwerdefÃ¼hrerin 2 etwa 10 ½ Jahre alt. Die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG sind daher grundsÃ¤tzlich erfÃ¼llt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug kÃ¶nnen gegebenenfalls auch Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) begrÃ¼nden. Diese Vorschriften garantieren einem ledigen und minderjÃ¤hrigen Kind das Zusammenleben mit seinen in der Schweiz wohnenden Eltern, sofern diese Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gen, die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (vgl. BGE 126 II 377 E. 7, 122 II 385 E. 1c). Der Be­schwerdefÃ¼hrer ist seit 1995 im Besitz einer Niederlassungsbewilligung und verfÃ¼gt damit Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht (dazu BGE 126 II 377 E. 2b/aa mit Hinweisen). Ausserdem macht er geltend, seit dem Wegzug der Tochter im Oktober 1996 regelmÃ¤ssig telefonischen Kontakt mit ihr gehabt, seine Ferien mit ihr verbracht und Geld fÃ¼r ihren Unterhalt in die TÃ¼rkei gesandt oder Ã¼berbracht zu haben. Die Voraussetzungen fÃ¼r eine Berufung auf Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Abs. 1 EMRK sind damit erfÃ¼llt, wovon schon die Vor­instanz zu Recht ausging.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.4 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden verweisen zum Sachverhalt und zum Rechtlichen pauschal auf die Rekursschrift, die sie zum "integrierenden Bestandteil" der Beschwerde erklÃ¤ren. Der Hinweis auf Eingaben, die BeschwerdefÃ¼hrende im vorinstanzlichen Verfahren gemacht haben, kann die BeschwerdebegrÃ¼ndung jedoch nur ersetzen, wenn der angefochtene Entscheid inhaltlich jenem gleich ist, mit dem sich jene frÃ¼here Eingabe der BeschwerdefÃ¼hrenden befasste. Hat aber die Vorinstanz ihren Rekursentscheid neu begrÃ¼ndet, so kann eine frÃ¼here Eingabe, die sich gegen einen abweichend begrÃ¼ndeten Beschluss richtete, nicht Bestandteil der BeschwerdebegrÃ¼ndung sein (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 54 N. 7). Vorliegend geht die umfassende und ausfÃ¼hrliche BegrÃ¼ndung des vorinstanzlichen Entscheids weit Ã¼ber jene der erstinstanzlichen VerfÃ¼­gung hinaus; teilweise weicht sie auch von dieser ab. Der Verweis auf die Rekursschrift muss daher vom Verwaltungsgericht nicht beachtet werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden verlangen zunÃ¤chst, es sei die Beschwerde beschleunigt zu behandeln, und zwar im Sinn einer vorsorglichen Massnahme. Sie berufen sich dabei auf Art. 10 Abs. 1 der UNO-Kinderrechtekonvention vom 20. November 1989 (KRK), wonach zwecks FamilienzusammenfÃ¼hrung gestellte AntrÃ¤ge auf Einreise in einen der Vertragsstaaten von diesen wohlwollend, human und beschleunigt zu bearbeiten seien. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Nach § 4a VRG behandeln die VerwaltungsbehÃ¶rden die bei ihnen eingeleiteten Verfahren befÃ¶rderlich und sorgen ohne Verzug fÃ¼r deren Erledigung. Aufgrund des Verwei­ses in § 70 VRG auf die gesetzlichen Bestimmungen Ã¼ber das Verwaltungsverfahren ist auch das Verwaltungsgericht in seiner TÃ¤tigkeit an das Beschleunigungsgebot von § 4a VRG gebunden. Allerdings verankert diese Bestimmung lediglich das seinerzeit Art. 4 Abs. 1 der Bundes­verfassung vom 29. Mai 1874 zugeordnete bzw. nunmehr in Art. 29 Abs. 1 BV ausformulierte bundesrechtliche RechtsverzÃ¶ge­rungsverbot bzw. Beschleuni­gungs­gebot, also die Pflicht zur befÃ¶rderlichen Verfahrenserledigung, im kantonalen Verfahrensrecht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 4a N. 2+5 f.). DemgegenÃ¼ber vermag Art. 10 KRK keinen weitergehenden oder separat durchsetzbaren Anspruch auf befÃ¶rderliche Behandlung eines Verfahrens zu begrÃ¼nden. DafÃ¼r erweist sich diese Norm als zu unbe­stimmt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen als vorsorgliche Massnahme die beschleunigte Behandlung der Beschwerde.</span></p> <p class="Urteilstext"><b>2.3.1</b> Die beantragte beschleunigte Behandlung des vorliegenden Verfahrens lÃ¤sst sich nicht in den Mantel einer vorsorglichen Massnahme kleiden, um dem Beschleunigungs­gebot auf diese Weise die Eigenschaft eines durchsetzbaren Anspruchs zu vermitteln. Vorsorgliche Massnahmen sind Anordnungen in VerfÃ¼gungsform, die im Hinblick auf ein einzuleitendes Hauptverfahren oder wÃ¤hrend dessen Dauer erlassen werden, um die Wirksamkeit des nachfolgend zu erlassenden Entscheids in der Hauptsache sicherzustellen (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 6 N. 1+5). Mit vorsorglichen Massnahmen wird eine materielle ÃbergangslÃ¶sung bis zur Entscheidung in der Hauptsache getroffen (vgl. Isabelle HÃ¤ner, Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZSR 116/1997 II, S. 253 ff., Rz. 2 S. 264). Eine solche stellt die beschleunigte Behandlung des Verfahrens nicht dar, weshalb sie von vornherein als vorsorgliche Massnahme ausser Betracht fÃ¤llt.</p> <p class="Urteilstext"><b>2.3.2</b> Allerdings kÃ¶nnte auch Antrag 2 (es sei der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 die sofortige Einreise in die Schweiz zu bewilligen) als Begehren um eine vorsorgliche Massnahme aufgefasst werden. Der BeschwerdebegrÃ¼ndung lÃ¤sst sich dies jedoch nicht entnehmen. Die Frage kann ohnehin offen bleiben; ein schwerer, wahrscheinlich eintretender Nachteil fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 oder das VerhÃ¤ltnis zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden, der die Wirksam­keit des Endentscheids vereiteln wÃ¼rde, wird nicht dargetan (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 6 N. 10). Sollte Antrag 2 ein Begehren um vorsorgliche Massnahmen darstellen, kÃ¶nnte diesem folglich nicht stattgegeben werden.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Sind die Eltern eines Kindes getrennt oder geschieden und hÃ¤lt sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, so fÃ¼hrt der Umzug in die Schweiz nicht ohne weiteres zu einer engeren Einbindung in die Familiengemeinschaft. Es wird lediglich eine Obhut durch eine andere ersetzt, ohne dass die Familie als Ganzes nÃ¤her zusammengefÃ¼hrt wÃ¼rde. In solchen FÃ¤llen setzt das Nachzugsrecht voraus, dass eine vorrangige Bindung zum in der Schweiz lebenden Elternteil gegenÃ¼ber dem andern Elternteil wie auch gegenÃ¼ber das Kind betreuenden Dritten nachgewiesen ist und stichhaltige familiÃ¤re GrÃ¼nde, zum Beispiel eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse, dieses Vorgehen rechtfertigen bzw. gebieten. Der Nachzug muss sich insbesondere als zur Pflege des Kindes notwendig erweisen (BGE 129 II 11 E. 3.1.3). Dabei ist auch zu prÃ¼fen, ob im Heimatland alternative BetreuungsmÃ¶glichkeiten zur VerfÃ¼gung stehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, beispielsweise weil dadurch bei schon Ã¤lteren Kindern vermieden werden kann, dass sie aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsumfeld herausgerissen werden (BGE 125 II 585 E. 2c).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Diese Auslegung von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG steht nicht im Widerspruch zu Art. 8 Abs. 1 EMRK. Auch wenn diese Bestimmung unter anderem die familiÃ¤re Beziehung nicht verheirateter oder geschiedener Eltern zu ihren Kindern schÃ¼tzt, lÃ¤sst sich die Verweigerung einer Nachzugsbewilligung jedenfalls dann nicht beanstanden, wenn die Familientrennung von den Betroffenen ursprÃ¼nglich selbst freiwillig herbeigefÃ¼hrt worden ist, fÃ¼r die Ãnderung der bisherigen VerhÃ¤ltnisse keine Ã¼berwiegenden familiÃ¤ren Interessen bestehen bzw. ein Wechsel sich nicht als zwingend erweist und die FortfÃ¼hrung und Pflege der bisherigen familiÃ¤ren Beziehungen nicht behÃ¶rdlich verhindert wird (BGE 129 II 11 E. 3.1.3). Es mÃ¼ssen demnach stichhaltige GrÃ¼nde fÃ¼r eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse bestehen. Bei einem Gesuch um Familiennachzug kommt der Mitwirkungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrenden grosses Gewicht zu. Insbesondere haben sie darzulegen, wie sich das geltend gemachte BetreuungsverhÃ¤ltnis verÃ¤ndert hat (BGE 124 II 361 E. 4c; RB 1999 Nr. 6). Es gelten hohe Beweisanforderungen an den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeiten im Heimatland.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Zu berÃ¼cksichtigen gilt, dass es vorliegend nicht um die ZusammenfÃ¼hrung einer Gesamtfamilie geht, welche Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG nach Wortlaut und Sinn in erster Linie bezweckt (vorn 1.2 und 3.1). Auch die von den BeschwerdefÃ¼hrenden angefÃ¼hrte Tatsache, dass die zweite Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers 1 bereit wÃ¤re, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zu adoptieren, vermag an der rechtlichen Qualifikation des allfÃ¤lligen Nachzugs der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nichts zu Ã¤ndern. Heranzuziehen sind deshalb mit der Vorinstanz die von der Praxis entwickelten strengeren GrundsÃ¤tze zum Kindernachzug eines einzigen Elternteils und nicht die von den BeschwerdefÃ¼hrenden geltend gemachten GrundsÃ¤tze zur Zusammen­fÃ¼hrung der Gesamtfamilie. Daran Ã¤ndert sich nichts dadurch, dass nach den Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden C am 18. April 1996 in Abwesenheit des BeschwerdefÃ¼hrers 1 die Scheidung in der TÃ¼rkei veranlasst haben und im Juni 1996 gegen dessen Willen mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in die TÃ¼rkei Ã¼bersiedelt sein soll. Bereits im Juni 1996 dÃ¼rfte der BeschwerdefÃ¼hrer 1 um die Scheidung und das C zugeteilte elterliche Sorgerecht gewusst haben, das sie berechtigte, die Tochter mit sich zu nehmen. Obwohl seit 1995 im Besitz der Niederlassungs­bewilligung, sah er damals jedoch keinen Anlass, die ihm auf diese Weise auferlegte Trennung von seinem Kind zu beenden, wovon ihn allenfalls die 1997 geschlossene zweite Ehe abhielt (vorn I). Jedenfalls ist er spÃ¤testens ab Herbst 1997, als C seiner Darstellung zufolge die Be­schwerdefÃ¼hrerin 2 an seine Eltern zur Pflege abgeschoben haben soll und er weiterhin nichts unternahm, nicht anders zu behandeln als ein Elternteil, der die Familientrennung selber freiwillig herbeigefÃ¼hrt hat (vorn 3.2). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Vorinstanz bezweifelte, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nach ihrer RÃ¼ckkehr ins Heimatland nur ein Jahr von ihrer leiblichen Mutter, seither jedoch von den Grosseltern vÃ¤terlicherseits betreut worden sei, wobei die Grossmutter die engere Bezugsperson gewesen sein soll. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe nicht belegt, dass C als damalige Inhaberin des Sorgerechtes die Betreuung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 schon nach einem Jahr seinen Eltern tatsÃ¤chlich Ã¼berlassen habe. DemgegenÃ¼ber weisen die BeschwerdefÃ¼hrenden darauf hin, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 1997 in der Grundschule Y eingeschult worden sei und nicht in der Stadt X, wo sich die Wohnung ihrer Mutter befinde. In Y wohnten die Grosseltern vÃ¤terlicherseits an der Q-Strasse Nr. 01. Y liege etwa 50 km sÃ¼dÃ¶stlich der Provinz­hauptstadt X.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Der Direktor der Grundschule Y bestÃ¤tigte, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 1997 an seiner Schule eingeschult worden sei. In der 3. Klasse, am 10. Mai 2001, habe sie allerdings zur Grundschule R in der Stadt X gewechselt. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 fÃ¼hrte in der Eingabe vom 17. MÃ¤rz 2003 zur Frage der Beschwerdegegnerin, welche Schulen die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 absolviert habe, aus, sie besuche zur Zeit noch immer die Primarschule in X seit 1997, was in dieser Form sowohl der BestÃ¤tigung des Direktors der Grundschule Y als auch den AusfÃ¼hrungen in der Beschwerdeschrift widerspricht (dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit "X" allenfalls die Provinz und nicht die Provinzhauptstadt X gemeint hat, wird nicht dargelegt). Unbestritten ist jedenfalls, dass die Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in X, Stadtteil Z, wohnt. Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen nicht vor, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ab dem 10. Mai 2001 jeweils von Y in die 50 km entfernte Provinz­hauptstadt X zum tÃ¤glichen Schulbesuch gefahren ist, um hernach wieder zu den Grosseltern nach Y zurÃ¼ckzukehren. Zum Schulwechsel Ã¤ussert sich die Beschwerde­schrift Ã¼berhaupt nicht. Aus dem handschriftlichen Schreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 an den BeschwerdefÃ¼hrer 1 geht dagegen hervor, dass sie sich tat­sÃ¤chlich bei ihrer Mutter aufgehalten hatte, allerdings ohne Angaben Ã¼ber den Zeitraum dieses Aufenthalts. Die Mutter habe sie jedoch â zu ebenfalls unbekanntem Zeitpunkt â in das Dorf der Grosseltern zurÃ¼ckgeschickt und sich seither nicht mehr gemeldet, wozu genauere Angaben fehlen. Das Schriftbild der Tochter entspricht dabei nicht dem eines Kleinkindes, weshalb dieses Schreiben aus jÃ¼ngerer Zeit stammen muss. Damit ist aber das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden, wonach sich die Mutter seit Herbst 1997 nicht oder kaum mehr um ihre Tochter gekÃ¼mmert habe und diese seit 1997 bei den Grosseltern lebe, widerlegt. Wenn die Vorinstanz Zweifel daran Ã¤usserte, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 bereits ein Jahr nach der RÃ¼ckreise in die TÃ¼rkei (also im Herbst 1997) nur noch von den Grosseltern vÃ¤terlicherseits betreut worden sei, erweisen sich solche Zweifel demnach als berechtigt. Dazu gehÃ¶rt auch, wie von ihr richtig vermerkt, dass aus dem Urteil vom 16. September 2002 nicht hervorgeht, wo die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 bis September 2002 gelebt habe. Angesichts der beschriebenen lokalen VerhÃ¤ltnisse erscheint es durchaus mÃ¶glich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ab dem 10. Mai 2001 (allenfalls schon frÃ¼her) bei der Mutter wohnte und von deren Wohnung aus die Schule in X besuchte. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben es bis anhin unterlassen, hierÃ¼ber Klarheit zu schaffen, was sie sich anrechnen lassen mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Hinzuweisen bleibt sodann darauf, dass C im Urteil vom 16. Septem­ber 2002 ein monatliches Wochenend- sowie ein Ferienbesuchsrecht gegenÃ¼ber der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zugestanden wurde, und zwar fÃ¼r jeden letzten Samstag im Monat von 8 Uhr bis Sonntag, 17 Uhr, und jÃ¤hrlich vom 1. Juli, 9 Uhr, bis 20. Juli, 17 Uhr, sowie zusÃ¤tzlich an religiÃ¶sen Festtagen. Zwar wusste das Gericht um die Absicht, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 kÃ¼nftig im Ausland aufhalten soll, womit die AusÃ¼bung des Besuchsrechts erschwert wÃ¼rde. Doch ist nicht anzunehmen, das Gericht habe der Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ein Besuchsrecht in der Mei­nung zugesprochen, ein solches werde bereits aus GrÃ¼nden, die in der Person der Mutter liegen, ohnehin nie zum Tragen kommen. Wenn sich aber die Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 tatsÃ¤chlich seit Herbst 1997 nicht mehr um sie gekÃ¼mmert und sie den Grosseltern vÃ¤terlicherseits zur Betreuung Ã¼berlassen â sie an diese "abgeschoben" â hÃ¤tte, ist nicht einzusehen, weshalb ihr insbesondere unter BerÃ¼cksichtigung des Kindeswohls vom Gericht Ã¼berhaupt noch ein Besuchsrecht zugestanden wurde, hÃ¤tte sie doch ihr Desinteresse an ihrem Kind im Zeitpunkt des Urteils wÃ¤hrend fast fÃ¼nf Jahren bewiesen. Bloss sporadische und unregelmÃ¤ssige Kontakte zur Tochter â wie behauptet â hÃ¤tten daran kaum etwas Ã¤ndern kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Zu Recht fÃ¼hrte die Vorinstanz aus, dass keine Anhaltspunkte bestÃ¼nden, wonach die Umteilung der elterlichen Sorge auf den BeschwerdefÃ¼hrer 1 vorgenommen worden sei, weil sich die BeziehungsintensitÃ¤t in den letzten Jahren oder im Zeitraum der Gesuchstellung massgeblich von den die Tochter betreuenden Grosseltern â oder allenfalls auch der Mutter (vorn 4.2+3) â auf den BeschwerdefÃ¼hrer 1 hin verlagert hÃ¤tte, worauf vorweg verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). So ist dem Urteil vom 16. September 2002 nicht zu entnehmen, dass die Ãbertragung des Sorgerechts auf einem massgeblich enger gewordenen VerhÃ¤ltnis zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden beruhte. Vielmehr waren vor allem wirtschaftliche GrÃ¼nde fÃ¼r die Sorge­rechtsÃ¼bertragung massgebend. Dazu erklÃ¤ren die BeschwerdefÃ¼hrenden, die Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe "offenbar" vorgebracht, zum Wohl des Kindes dienten die AusbildungsmÃ¶glichkeiten in der Schweiz. Das sei vor Gericht insofern ein bequemes Argument gewesen, als es ohne weitere Befragung zur Gutheissung der Klage habe fÃ¼hren mÃ¼ssen, denn es hÃ¤tte ein fragwÃ¼rdiges Licht auf die damalige KlÃ¤gerin (Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2) geworfen, wenn sie als Grund fÃ¼r ihre Klage die Entfremdung gegenÃ¼ber ihrem Kind und das Fehlen eines faktischen BetreuungsverhÃ¤ltnisses hÃ¤tte angeben mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Urteilstext"><b>4.4.1</b> Nach dem tÃ¼rkischen Zivilgesetzbuch Nr. 4721 vom 22. November 2001 (tZGB), in Kraft seit 1. Januar 2002, regelt das Gericht mit dem Scheidungs- oder Trennungsur­teil die Rechte der Eltern und ihre persÃ¶nlichen Beziehungen zu dem Kind, nachdem die Eltern soweit mÃ¶glich gehÃ¶rt worden sind. Bei der Ausgestaltung der persÃ¶nlichen Beziehungen zwischen dem Kind und dem Ehegatten, dem die AusÃ¼bung des Sorgerechts nicht Ã¼bertragen wurde, wird das Wohl des Kindes unter BerÃ¼cksichtigung von Gesundheit, Erziehung und Moral zugrundegelegt (Art. 182 Abs. 1 und 2 tZGB). Vereinbarungen Ã¼ber die Nebenfolgen der Scheidung sind ohne richterliche Zustimmung nicht wirksam (Art. 184 Ziff. 5 tZGB). Jeder Elternteil hat das Recht, mit demjenigen Kind, das nicht unter seiner elterlichen Sorge steht oder ihm nicht zugesprochen wurde, angemessenen persÃ¶nlichen Verkehr zu pflegen (Art. 323 tZGB). Das Recht zum persÃ¶nli­chen Verkehr kann allerdings versagt oder entzogen werden, wenn der betreffende Elternteil schwerwiegendes Desinteresse zeigt oder sonstige schwerwiegende GrÃ¼nde vorliegen (Art. 324 Abs. 2 tZGB). Ãndern sich die VerhÃ¤ltnisse der Eltern infolge von Ereignissen wie Heirat mit einer dritten Person, Wegzug oder Tod eines Ehegatten massgeblich, so trifft das Gericht auf Be­geh­ren eines Elternteils oder von Amts wegen die erforderlichen Massnahmen (Art. 183 tZGB), wobei die im Scheidungsverfahren geltenden GrundsÃ¤tze zu berÃ¼cksichtigen sind.</p> <p class="Urteilstext"><span class="UrteilstextChar"><b>4.4.2</b> Nach dem eben AusgefÃ¼hrten hÃ¤tte sich das Bezirksgericht X beim Entscheid </span>Ã¼ber die Umteilung des Sorgerechts Ã¼ber die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 an den BeschwerdefÃ¼hrer 1 demnach nicht allein auf das Argument der besseren Ausbildungs­mÃ¶glichkeiten im Ausland abstÃ¼tzen dÃ¼rfen, sagen diese doch wenig darÃ¼ber aus, ob eine Ausbildung im Ausland und die damit verbundene Unterbringung beim dort lebenden Elternteil mit dem Wohl des Kindes vereinbar sind. Es ist hier allerdings nicht der Ort, um das Verfahren vor dem Bezirksgericht X im Detail auf seine RechtmÃ¤ssigkeit hin zu Ã¼berprÃ¼fen. Nach der Praxis soll der Begriff des Kindeswohls bei kleinen Kindern primÃ¤r das BedÃ¼rfnis nach mÃ¼tterlicher Zuwendung, bei Ã¤lteren mehr den Gedanken der FÃ¶rderung betonen, weshalb dort eher Entscheidungen zugunsten der VÃ¤ter ergehen kÃ¶nnen (Alexander Bergmann/Mu­rad Ferid/Dieter Henrich, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Band XVII: TÃ¼rkei, Frankfurt a.M./Berlin 2003, S. 44). Dies Ã¤ndert aber nichts daran, dass dem erwÃ¤hnten Gerichtsurteil eine Verlagerung der BeziehungsintensitÃ¤t auf den BeschwerdefÃ¼hrer 1 nicht zu entnehmen ist und fÃ¼r die Umteilung des Sorgerechts die Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zur BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in erster Linie nicht ausschlaggebend war. Dass den besseren AusbildungsmÃ¶glichkeiten im Ausland eine verlagerte BeziehungsintensitÃ¤t zum dort lebenden Elternteil immanent wÃ¤re, lÃ¤sst sich jedenfalls nicht generell annehmen.</p> <p class="Erwgung3"><span class="UrteilstextChar"><b>4.4.3</b> Offensichtlich unzutreffend ist das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden, dass die Ãbertragung der elterlichen Sorge auf den BeschwerdefÃ¼hrer 1 faktisch das EinverstÃ¤ndnis der Mutter C vorausgesetzt habe. Damit soll wohl erklÃ¤rt werden, </span><span>weshalb die Ãbertragung erst im Jahre 2002 und nicht schon viel frÃ¼her erfolgte. Nach der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers 1 konn­te die Mutter C der aus dem Sorgerecht fliessenden Betreuungs- und FÃ¼rsorge­pflicht nicht nachkommen, weshalb sie das Kind in zunehmendem Mass in die Obhut der Schwiegermutter gab. Damit habe die Kindsmutter implizit anerkannt, dass sie nicht willens und fÃ¤hig gewesen sei, der ihr zugewiesenen Sorgepflicht nachzukommen, und auch Ã¼ber keinen genÃ¼genden eigenen familiÃ¤ren RÃ¼ckhalt verfÃ¼gt habe, der ihr Betreuungs­manko hÃ¤tte wettmachen kÃ¶nnen. Die Umteilung der elterlichen Sorge aufgrund einer Klage der leiblichen Mutter sei deren spÃ¤tes EingestÃ¤ndnis, dass es ihr an SorgefÃ¤higkeit oder zumindest an Sorgewilligkeit gemangelt habe. </span></p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 183 tZGB hÃ¤tte es dem Be­schwerdefÃ¼hrer 1 allerdings offen gestanden, die Umteilung des Sorgerechts schon zu verlangen, als er sich 1997 erneut verheiratet hatte, spÃ¤testens aber, nachdem sich C â seiner Darstellung zufolge â bereits im Herbst 1997 von der Tochter abgewandt und diese seinen Eltern zur Pflege Ã¼berlassen hatte. Wenn die Kindsmutter auf diese Weise schon damals durch nachhaltiges Desinteresse an der Pflege und Erziehung ihres eigenen Kindes aufgefallen wÃ¤re, hÃ¤tte der Beschwerde­fÃ¼hrer 2 wohl gute Chancen gehabt, auf dem Klageweg die Umteilung der elterlichen Sorge zu erreichen, mÃ¶glicherweise sogar, ohne dass der Kindsmutter ein Besuchsrecht eingerÃ¤umt worden wÃ¤re (vgl. Art. 182 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 324 Abs. 2 tZGB). Ein Versagen der leiblichen Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ist von den BeschwerdefÃ¼hrenden allerdings gerade nicht nachgewiesen worden. Dies mag erklÃ¤ren, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer 1 das EinverstÃ¤ndnis der Kindsmutter zur Umteilung der elterlichen Sorge einholen und sie davon Ã¼berzeugen musste, einer Sorgerechtsumteilung zuzustimmen und selber Klage zu erheben, was offenbar einige Zeit in Anspruch nahm. Es bleibt daher festzuhalten, dass auch der Zeitpunkt der SorgerechtsÃ¼bertragung und die damit verbundenen UmstÃ¤nde gegen ein vorrangiges VerhÃ¤ltnis des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zur BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sprechen. </p> <p class="Urteilstext"><b>4.4.4</b> Abzulehnen ist die Meinung der BeschwerdefÃ¼hrenden, die Frage der vorrangigen Beziehung kÃ¶nne sich nicht zwischen einem Elternteil und Drittpersonen stellen. Es kann dazu auf die zitierte Bundesgerichtsrechtsprechung verwiesen werden (vorn 3.1). Wenig Ã¼berzeugend erscheint zudem die Darstellung in der Be­schwerdeschrift, wonach die in der Familie offen deklarierten BemÃ¼hungen des Be­schwerdefÃ¼hrers 1, das Sorgerecht fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zu erlangen, die Gross­mutter von der Vorstellung abgehalten habe, die Rolle der Mutter Ã¼bernehmen zu mÃ¼ssen. Konkrete BemÃ¼hungen zur Umteilung des Sorgerechts werden vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 weder in zeitlicher noch sachlicher Hinsicht dargelegt. Ob die Grossmutter wegen der behaupteten BemÃ¼hungen um die Sorgerechts­umteilung ihre Pflegeaufgabe immer nur als vorÃ¼bergehend und vorlÃ¤ufig begriffen habe, kann als innerer Vorgang offen bleiben. Massgebend ist, ob und inwiefern sich ihre behauptete Einstellung gegenÃ¼ber der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ausgewirkt hat. DarÃ¼ber erfÃ¤hrt man nichts Substanzielles. Daran Ã¤ndert auch das Vorbringen nichts, wonach sich die Haltung der Grossmutter, gerade angesichts der erneuten Heirat des BeschwerdefÃ¼hrers 1 und der Geburt von dessen zweiter Tochter F (1998) nur vorlÃ¤ufig die Pflegeaufgabe auszuÃ¼ben, auch im Umgang mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nie­dergeschlagen haben soll, was nicht nÃ¤her ausgefÃ¼hrt wird. Dass das Kind seine Grossmutter von Anfang an in einer nur provisorischen Pflege- und Erziehungsfunktion erlebt hÃ¤tte, ist damit nicht dargetan.</p> <p class="Urteilstext"><b>4.4.5</b> Insgesamt ist daher nicht von der vorrangigen Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zur BeschwerdefÃ¼hrerin 2 auszugehen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seiner Pflicht zur Mitwirkung bei der AbklÃ¤rung der genauen VerhÃ¤ltnisse nur unzureichend nachgekommen ist. So verlangte die Beschwerdegegnerin am 28. Februar 2003 unter anderem Auskunft darÃ¼ber, wo genau, bei wem und in welchem Beziehungsfeld die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 seit ihrer Geburt gelebt habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 gab an, diese habe seit Juni 1996 bei seinen Eltern gelebt, was seiner eigenen Darstellung im Rechtsmittelverfahren widerspricht. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 unterliess es zudem, irgendwelche Zeug­nisse der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 einzulegen, woraus sich allenfalls deren Aufenthaltsort nach dem Schulwechsel im Mai 2001 hÃ¤tte ersehen lassen, und erwÃ¤hnte, die Tochter besuche die Primarschule in X, wÃ¤hrend es gemÃ¤ss Be­schwerde­schrift diejenige von Y, 50 km entfernt von X, gewesen sein soll. Demnach ist davon auszugehen, dass die vorrangige Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zur Grossmutter und/oder zur leiblichen Mutter besteht, nicht aber zum Beschwerde­fÃ¼hrer 1.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Selbst wenn man aber davon ausgehen wollte, dass die vorrangige Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 bestehe, muss sich der Nachzug des Kindes zusÃ¤tzlich als zu dessen Pflege notwendig erweisen (vorn 3.1). Damit stellt sich die weitere Frage, ob die geltend gemachten VerhÃ¤ltnisse bei den Grosseltern, wo sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 wieder aufhalten soll, zwingend dazu fÃ¼hren, den Anspruch auf Familiennachzug zu bejahen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen hierzu geltend, die Grossmutter habe im Februar 2003 einen Hirnschlag erlitten und sei halbseitig gelÃ¤hmt, weshalb sie die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nicht mehr betreuen kÃ¶nne. Der Grossvater sei 73 Jahre alt, gebrechlich und in keiner Weise mit der Betreuungsrolle vertraut, die ihm mit Blick auf ein (nunmehr 11 Jahre altes) Kind abverlangt wÃ¼rde. Der im selben Haus Nr. 01 an der Q-Strasse wohnende Onkel G arbeite im GemÃ¼sehandel ausserhalb von Y und habe mit der Be­schwerdefÃ¼hrerin 2 kaum Kontakt. Die Ã¼brigen in der NÃ¤he wohnenden Verwandten (H im Haus Nr. 02, I im Haus Nr. 03 und J im Haus Nr. 04, alle an der Q-Strasse) seien trotz ihrer Verwandtschaft nicht dazu prÃ¤destiniert, der Beschwerde­fÃ¼hrerin 2 psychischen und physischen Beistand zu leisten. Diese befinde sich daher nicht in einem vertrauten und verlÃ¤sslichen Beziehungsumfeld. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span> Nach der BestÃ¤tigung des Chefarztes des Staatsspitals in W, Dr. K, vom 10. April 2003 soll die Grossmutter L einen Schlaganfall infolge hohen Blutdrucks mit einer LÃ¤hmung erlitten haben. Es sei nunmehr die Betreuung des Kindes B durch den Vater "angebracht", wobei sich die Beschwerdegegnerin zu Recht die Frage stellte, ob der erwÃ¤hnte Chefarzt Ã¼berhaupt wusste, dass sich der Vater des Kindes im Ausland befindet. Einem Zeugnis von Dr. K vom 27. Mai 2003 ist zu entnehmen, dass bei der Grossmutter L am rechten Arm und Bein LÃ¤hmungserscheinungen diagnostiziert wurden, weshalb sie fÃ¼r ihre tÃ¤glichen Haushalts­arbeiten Fremdhilfe benÃ¶tige. Ferner wurden bei ihr hoher Blutdruck und "Dislipidemi" (im Original "Dislipidemisi", anscheinend DyslipidÃ¤mie, eine StÃ¶rung des Fettstoff­wechsels) festgestellt, wogegen sie gewisse Medikamente einnehme.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Die Beschwerdegegnerin hatte mehrfach einen ausfÃ¼hrlichen Bericht Ã¼ber den Gesund­heitszustand zunÃ¤chst â wegen eines MissverstÃ¤ndnisses â der geschiedenen Ehefrau, hernach aber (korrekt) der Grossmutter einverlangt, insbesondere zu den Auswir­kungen der GesundheitsstÃ¶rung auf die Verrichtung der tÃ¤glichen Obliegenheiten und auf die altersgerechte Betreuung des Kindes. Die eingelegten Arztzeug­nisse vermÃ¶gen die Behauptung, wonach die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 im Heimatland nicht mehr angemessen betreut werden kÃ¶nne, nicht genÃ¼gend zu belegen. Namentlich werden keine Krankheiten des Grossvaters geltend gemacht. Dem vagen Hinweis auf seine Gebrechlichkeit und fehlende Vertrautheit mit der Betreuung eines nunmehr 11-jÃ¤hrigen Kindes steht entgegen, dass er fÃ¼r die BestÃ¤tigung des Schulbesuchs durch den Direktor der Grundschule Y besorgt war. Es ist damit nicht dargetan, dass der Grossvater zur UnterstÃ¼tzung seiner Ehefrau die Erziehung seiner Enkelin nicht Ã¼bernehmen (bzw. weiter wahrnehmen) kÃ¶nnte. Inwieweit sich die Ã¼brigen in nÃ¤chster NÃ¤he der Grosseltern wohnenden Verwandten tat­sÃ¤chlich nicht um die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zu kÃ¼mmern gedenken, kann an dieser Stelle offen bleiben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bieten zum Beweis die Aussagen von FamilienangehÃ¶rigen und Nachbarn an, wobei sie zu Recht darauf hinweisen, dass der Beweisgehalt solcher Schreiben gering ist. Ohnehin ist jedoch auf BeweisantrÃ¤ge der Parteien nur einzugehen, wenn ihnen substanziierte Behauptungen zugrunde liegen (vgl. § 60 VRG in Verbindung mit § 133 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 [ZPO]; Richard Frank et al., Kommentar zur zÃ¼rcherischen Zivilprozessordnung, 3. A., ZÃ¼rich 1997, vor § 133 ff. ZPO N. 8, § 133 ZPO N. 5). Dies ist hier nicht der Fall, wird doch nicht substanziiert dargetan, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 nicht von ihrem Grossvater oder allenfalls ihrer Mutter betreut werden kann. Dem Beweisantrag des BeschwerdefÃ¼hrenden kann somit nicht entsprochen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.4 </span></b><span>Damit ist nicht dargetan, dass der beantragte Nachzug der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 als zu deren Pflege notwendig ist. Vielmehr ist davon auszugehen, dass im Heimatland alternative BetreuungsmÃ¶glichkeiten zur VerfÃ¼gung stehen, sei es bei den Grosseltern oder bei der leiblichen Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin 2, welche ebenfalls in der NÃ¤he der Gross­eltern wohnt (etwa 50 km entfernt in X), wobei nicht dargetan ist, dass sie nicht bereit wÃ¤re, sich angesichts der behaupteten VerhÃ¤ltnisse bei den Grosseltern um ihre Tochter zu kÃ¼mmern (dazu vorn 4.1+2). Hinzu kommt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 gegenwÃ¤rtig in ihr vertrauten VerhÃ¤ltnissen lebt und in das tÃ¼rkische Schulsystem inte­griert ist. Demnach sind die Voraussetzungen fÃ¼r den Familiennachzug nicht dargetan, wes­halb die Be­schwerde abzuweisen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6.</span></b><span><br/> Sofern die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen, es sei der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 Gelegenheit zu geben, sich unmittelbar oder durch einen unabhÃ¤ngigen Vertreter oder eine geeignete Stelle frei zu den aktuellen BetreuungsverhÃ¤ltnissen und den GrÃ¼nden fÃ¼r ihren Willen, in die Schweiz zu Ã¼bersiedeln, zu Ã¤ussern, ist ihnen nicht zu folgen. Einer­seits liegt ein un­datiertes Schreiben des Kindes bei den Akten, das im vorliegenden Verfahren noch berÃ¼ck­sichtigt werden kann und woraus der Wille des Kindes, in die Schweiz zum BeschwerdefÃ¼hrer 1 zu ziehen, hervorgeht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 11 f.). Anderseits ist ein Kind nach der UNO-Kinderrechte­konvention im fremden­polizeilichen Verfahren nicht zwingend persÃ¶nlich, sondern ledig­lich in angemessener Weise anzuhÃ¶ren. Die AnhÃ¶rung kann je nach der zu behandelnden Problematik und den UmstÃ¤nden des Einzelfalles auch schriftlich oder Ã¼ber einen Vertreter vorgenommen werden (BGE 124 II 361 E. 3c mit Hinweisen). Vorliegend ist die Be­schwerdefÃ¼hrerin 2 am Verfahren beteiligt und Ã¼ber ihren Vater auch anwaltschaftlich vertreten. Die Anforderungen von Art. 12 KRK mÃ¼ssen demnach als erfÃ¼llt gelten (vgl. auch BGer, 11. Dezember 2002, 2A.456/2002, E. 3.6, www.bger.ch).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7.<br/> </span></b><span>Ist die Beschwerde abzuweisen, haben die BeschwerdefÃ¼hrenden die Kosten des Verfahrens zu tragen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </span><span>Nach § 14 VRG haften mehrere Beteiligte, die dasselbe Begehren gestellt haben, fÃ¼r die ihnen auferlegten Kosten solidarisch, soweit sich dies aus dem zwischen ihnen bestehenden RechtsverhÃ¤ltnis ergibt; das Verwaltungsgericht nimmt daher Solidarhaftung an, wenn sich â wie hier â mehrere Private zur Ein­reichung einer Beschwerde zusammentun, weil dadurch eine einfache Gesellschaft entsteht (VGr, 28. Mai 2003, VB.2003.00061, E. 5, www.vgrzh.ch/recht­sprechung; RB 1996 Nr. 9). </span><span>Eine EntschÃ¤digung ist bei diesem Verfahrensausgang nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><a id="Text12"><span> </span></a></p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. Gegen <a id="Dropdown3">diesen</a> <a id="Dropdown4">Entscheid</a> kann innert <a id="Dropdown5">30</a> Tagen, von <a id="Dropdown1">der</a> Zustellung an gerechnet, Ver­wal­tungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">6. â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Abweichende Meinung des GerichtssekretÃ¤rs</p> <p class="MsoNormal">(§ 71 VRG in Verbindung mit § 138 Abs. 4 des Gerichtsverfassungsgesetzes</p> <p class="MsoNormal">vom 13. Juni 1976)</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den vorliegenden Entscheid sind zwei EinwÃ¤nde vorzubringen; der eine betrifft die Voraussetzungen des Familiennachzugs (und richtet sich somit auch gegen die entspre­chende bundesgerichtliche Praxis), der andere die BeweiswÃ¼rdigung. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der Entscheid des Verwaltungsgerichts geht â im Einklang mit der bundesgerichtlichen Praxis â davon aus, dass dem Familiennachzug durch einen einzelnen Elternteil eine vorrangige Beziehung nicht nur zum andern Elternteil, sondern auch zu weiteren (nahen) Verwandten entgegenstehen kÃ¶nne. Zudem mÃ¼ssten in einem solchen Fall stichhaltige GrÃ¼nde den Nachzug rechtfertigen; dieser mÃ¼sse sich zur Pflege des Kindes als notwendig erweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Bundesgericht Ã¤ussert sich nicht dazu, wie es diese von ihm entwickelten Vorgaben in die Grundrechtsdogmatik integriert. Zumindest soweit Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV anwendbar sind, ist der Familiennachzug am Schema zur PrÃ¼fung der ZulÃ¤ssigkeit von Eingriffen in Grundrechte abzuhandeln (Art. 36 BV). GrundsÃ¤tzlich kÃ¶nnen die PrÃ¼fung der vorrangigen Beziehung und der Notwendigkeit des Familiennachzugs in zwei verschiedene Verfahrensschritte eingebaut werden: Zum einen kÃ¶nnen diese Fragen der PrÃ¼fung, ob der Schutzbereich des Grundrechts tangiert ist (ob also ein Eingriff in das Grundrecht vorliegt), zugeordnet werden, zum andern der gegebenenfalls darauf folgenden PrÃ¼fung, ob dieser Eingriff gerechtfertigt ist oder ob das Grundrecht verletzt wird.</span></p> <p class="Urteilstext">Das Bundesgericht ordnet die Frage implizit der PrÃ¼fung der Tangierung des Schutz­bereichs zu. Davon kann namentlich deshalb ausgegangen werden, weil es sie unter dem Gesichtspunkt des Zwecks des Familiennachzugs betrachtet. Dieser Aspekt ist der Umschreibung des Schutzbereichs des Grundrechts auf Familienleben zuzuordnen (BGE 129 II 11 E. 3.1.1).</p> <p class="Urteilstext">Werden allerdings die entscheidenden Fragen bereits unter dem Gesichtspunkt abge­han­delt, ob der Schutzbereich des Grundrechts tangiert ist, so wird der Grundrechtsschutz ten­denziell entwertet, weil die AbwÃ¤gung nach weniger transparenten Voraussetzungen erfolgt, als wenn die Kriterien von Art. 8 Abs. 2 EMRK bzw. Art. 36 BV zur Anwendung gelangen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Das Bundesgericht nimmt an, dass der Familiennachzug aufgrund einer vorrangigen Beziehung des Kindes zu Drittpersonen verweigert werden kÃ¶nne, wenn es in der Schweiz nicht mit beiden Eltern, sondern nur mit einem Elternteil zusammenleben wÃ¼rde (vgl. BGE 129 II 11 E. 3.1.3). Wurde dies ursprÃ¼nglich fÃ¼r den Fall festgestellt, dass das Kind im Heimatland beim andern Elternteil lebte (BGE 118 Ib 153 E. 3a; vgl. bereits BGE 115 Ib 97 E. 3), so wurde die Praxis spÃ¤ter ausgedehnt auf FÃ¤lle, in denen das Kind geschiedener Eltern bei Verwandten des in der Schweiz ansÃ¤ssigen Elternteils lebte (BGE 125 II 585 E. 2c+d), auf Einelternfamilien (BGr, 11. MÃ¤rz 2002, 2A.510/2001, E. 4.3, www.bger.ch) sowie schliess­lich auf den Familiennachzug durch einen verwitweten Elternteil (BGE 129 II 11 E. 3.1.4+3.3.1). Die Differenzierung wird von Teilen der Lehre und zum Teil auch in der Praxis zu Recht kritisiert (vgl. Philip Grant, La protection de la vie familiale et de la vie privÃ©e en droit des Ã©trangers, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2000, S. 158 ff., besonders 162; Marc Spescha, LÃ¼ckenfÃ¼llung und Rechtsmissbrauch im Aus­lÃ¤nderrecht, AJP 2002, S.1419 ff., 1420 ff.; ders., Handbuch zum AuslÃ¤nderrecht, Bern/Stutt­gart/Wien 1999, S. 174; Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, ZÃ¼rich 2001, S. 84 ff.; Rekursgericht im AuslÃ¤nderrecht des Kantons Aargau, 26. Januar 1999, AJP 1999, S. 604 E. 2a+b; vgl. auch die Ansicht der Vorinstanz in BGE 129 II 11 E. 3.2 und 125 II 585 E. 2b [teilweise abweichend]; fÃ¼r die BerÃ¼cksichtigung der Beziehung zu Drittpersonen auch gegenÃ¼ber den gemeinsam um Nachzug ersuchenden Eltern Bruno Zanga/Camillus Guhl, Familiennachzug auslÃ¤ndischer Personen in die Schweiz, AJP 2001, S. 403 ff., 415).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.1 </span></b><span>Das Bundesgericht begrÃ¼ndet die genannte Differenzierung im Leitentscheid BGE 118 Ib 153 wie folgt (E. 2b S. 159):</span></p> <p class="EinzugZitat">"Eine rein grammatikalische Auslegung des alten Textes von Art. 17 Abs. 2 ANAG lÃ¤sst zwar den Schluss auf einen bedingungslosen Anspruch auf Einbezug des Kindes in die Niederlassungsbewilligung des Elternteiles in der Schweiz zu, sofern ein gemeinsamer Haushalt mit dem Kind vorgesehen ist (<span>Peter Kottusch</span>, Zur rechtlichen Regelung des Familiennachzugs von AuslÃ¤ndern, in: ZBl 90/1989, S. 346). Der neue Wortlaut von Art. 17 Abs. 2 ANAG verdeutlicht aber die â schon frÃ¼her geltende (vgl. <span>Kottusch</span>, a.a.O., S. 346 f.) â Ausrichtung des Gesetzes auf die rechtliche Absicherung des Zusammenlebens der Gesamtfamilie; das Gesetz verlangt nun ausdrÃ¼cklich, dass die Kinder mit ihren Eltern (Plural) zusammen wohnen werden. Nach der Systematik â vgl. die beiden ersten SÃ¤tze der Bestimmung â geht Art. 17 Abs. 2 ANAG vom Zusammenleben von Vater und Mutter aus, wobei dies natÃ¼rlich unter dem Vorbehalt steht, dass beide Eltern Ã¼berhaupt noch leben. Die Nachzugsregelung ist daher zugeschnitten auf den Fall, dass die eheliche Beziehung der gemeinsamen Eltern intakt ist (vgl. BBl 1987 III 322)."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext">Diese BegrÃ¼ndung ist fragwÃ¼rdig.</p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.2 </span></b><span>Der Wortlaut von Art. 17 Abs. 2 ANAG bezieht sich zwar nur auf den Familiennachzug durch beide Eltern. ZusÃ¤tzliche Erschwernisse fÃ¼r den Familiennachzug durch nur einen Elternteil lassen sich gleichwohl â anders als der Verweis auf die Materialien sugge­riert â jedenfalls weder aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung noch aus dem Willen des Gesetzgebers ableiten. Die ursprÃ¼ngliche Fassung von Art. 17 Abs. 2 ANAG lautete: "â¦ ist der AuslÃ¤nder im Besitze der Niederlassungsbewilligung, so haben seine Ehefrau und die Kinder unter achtzehn Jahren, sofern sie mit ihm in gemeinsamem Haushalte leben werden, Anspruch darauf, in die Bewilligung einbezogen zu werden" (BS I 121, 126 f.). Die Bestimmung wurde als Folge der EinfÃ¼hrung einer geschlechtsneutralen BÃ¼rgerrechtsregelung geÃ¤ndert (Botschaft vom 26. August 1987 zur Ãnderung des BÃ¼rgerrechtsgesetzes, BBl 1987 III 293, 322); die Materialien Ã¤ussern sich nicht zur Frage der allein erziehenden Eltern. Dem vom Bundesgericht zitierten Aufsatz von Kottusch lÃ¤sst sich einzig entnehmen, dass kein Anspruch auf Nachzug nur einzelner Kinder besteht, wenn der Lebensmittelpunkt der Familie weiterhin im Ausland liegt, weil die Ehefrau und weitere Kinder dort verbleiben wollen (Kottusch, S. 346 f.; dieser â auf kantonale Praxis abgestÃ¼tzten â Meinung kann im Ãbrigen ohne weiteres zugestimmt werden).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.3 </span></b><span>Ob nun das Bundesgericht die Ansicht vertritt, Art. 17 Abs. 2 ANAG sei auf den Familiennachzug durch einzelne Elternteile nicht direkt, sondern nur analog anwendbar (so etwa deutlich BGE 125 II 585 E. 2c S. 589), oder ob es davon ausgeht, Art. 17 Abs. 2 ANAG schÃ¼tze zwar auch die familiÃ¤re Beziehung getrennt lebender Eltern zu ihren Kindern, aber nur unter besonderen Voraussetzungen (BGE 124 II 361 E. 3a S. 366): Unterscheidungen zwischen dem Familiennachzug durch beide Eltern gemeinsam und dem Nachzug durch nur einen Elternteil mÃ¼ssen jedenfalls vor der Rechtsgleichheit bestehen, und die Regelung fÃ¼r den letzteren Fall muss ebenfalls das Grundrecht auf Familienleben verwirklichen. Eine verfassungs- und vÃ¶lkerrechtskonforme Gesetzesauslegung hat dies zu berÃ¼cksichtigen. Selbst wenn man dem Bundesgericht darin folgen wollte, dass der Nachzug durch nur einen Elternteil von Art. 17 Abs. 2 ANAG nicht direkt erfasst werde, kann deshalb der Schlussfolgerung, eine Schlechterstellung einzelner Elternteile kÃ¶nne dem Gesetz von vornherein nicht widersprechen (BGE 125 II 585 E. 2c S. 589), nicht zugestimmt werden.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.4 </span></b><span>Es dÃ¼rfte unbestritten sein (und wird auch hier nicht bestritten), dass der Familiennachzug durch einen Elternteil grundsÃ¤tzlich verweigert werden kann, wenn das Kind im Heimatland (oder in einem Drittland) in der Obhut des andern Elternteils aufwÃ¤chst. Insoweit kann der bundesgerichtlichen Praxis gefolgt werden.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.5 </span></b><span>Das Argument, es gehe in Art. 17 Abs. 2 ANAG nur um die ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie, Ã¼berzeugt hingegen dann nicht, wenn eine Gesamt­familie nicht (mehr) besteht, eine Vereinigung der Teilfamilie jedoch (noch) mÃ¶glich ist. Es ist nicht einzusehen, weshalb diese erschwert werden sollte.</span></p> <p class="Urteilstext">Diese Praxis widerspricht auch der zum Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 EMRK entwickelten Systematik, indem sie die Beziehungen innerhalb der Kernfamilie weniger stark gewichtet als Beziehungen zu weiteren Verwandten. (Zur Definition des Familienlebens vgl. etwa Martina Caroni, Privat- und Familienleben zwischen Menschen­recht und Migration, Berlin 1999, S. 21 ff.)</p> <p class="Urteilstext">Schliesslich ist auch die UnzulÃ¤ssigkeit einer (faktischen) Ungleichbehandlung von ehelichen und nichtehelichen Kindern zu beachten; diese Frage stellt sich im Anwendungs­bereich von Art. 8 EMRK unter dem Gesichtspunkt einer allfÃ¤lligen Diskriminierung aufgrund der Geburt im Sinn von Art. 14 EMRK und im Anwendungsbereich von Art. 17 Abs. 2 ANAG aufgrund einer systematischen Auslegung unter Miteinbezug der bewussten Abschaffung der einst unterschiedlichen Wertung von Ehelichkeit und Ausserehelichkeit im Zivilgesetzbuch (ZGB; vgl. hierzu Cyril Hegnauer, Berner Kommentar, 1984, Einlei­tung [zu Art. 252-269c ZGB] N. 63): Zwar knÃ¼pft die bundesgerichtliche Praxis grund­sÃ¤tz­lich nicht daran an, ob das Kind ehelich oder nichtehelich geboren wurde (wobei in BGE 129 II 11 E. 3.3.1 immerhin gewisse Erleichterungen fÃ¼r den Familiennachzug durch einen verwitweten Elternteil eingerÃ¤umt wurden). Doch sind faktisch nichteheliche Kinder von der Benachteiligung besonders betroffen. Nicht Ã¼berzeugend ist die Argumentation des Bundesgerichts, es liege keine Diskriminierung vor, weil die Kinder verheirateter Eltern nach der Vorstellung des Gesetzgebers regelmÃ¤ssig zusammen mit dem vorerst in der Heimat zurÃ¼ckgebliebenen Elternteil nachgezogen wÃ¼rden und sich die Frage ihrer Beziehungen zu Drittpersonen deshalb im Normalfall gar nicht stelle (BGE 125 II 585 E. 2c): Manchmal stellt sich diese Frage gleichwohl, doch das Bundesgericht berÃ¼cksichtigt die Beziehungen zu Dritt­personen bei Kindern zusammenlebender Eltern auch dann grundsÃ¤tzlich nicht, wenn diese Kinder im Heimatland vorerst von Dritten betreut werden (BGE 126 II 329 E. 3b). Es geht auch nicht an, allein erziehenden Eltern allgemein hÃ¤ufigeren Missbrauch zu unterstellen (vgl. BGE 126 II 329 E. 3b).</p> <p class="Urteilstext">Der Nachzug im Rahmen von Einelternfamilien und durch verwitwete Elternteile ist daher dem Nachzug durch beide Elternteile gleichzustellen.</p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.6 </span></b><span>Nur beilÃ¤ufig sei erwÃ¤hnt, dass in BGE 129 II 11 E. 3.3.1 die Praxis fÃ¼r verwitwete Elternteile gegenÃ¼ber BGE 118 Ib 153 E. 2b ohne BegrÃ¼ndung verschÃ¤rft wurde. In BGE 118 Ib 153 E. 2b (S. 159) war noch festgehalten worden, die restriktive Auslegung von Art. 17 Abs. 2 ANAG, wonach diese Bestimmung grundsÃ¤tzlich nur auf den Familiennachzug durch beide Eltern gemÃ¼nzt sei, stehe "<i>natÃ¼rlich</i> unter dem Vorbehalt â¦, dass beide Eltern Ã¼berhaupt noch leben" (Hervorhebung nicht im Original). Diese Formulierung zeigt, dass die Praxis fÃ¼r verwitwete Eltern nicht gelten sollte und im Ãbrigen auch nicht auf Einelternfamilien zugeschnitten war. Ohne Bezug auf diesen Entscheid hat das Gericht dagegen nicht nur die Einelternfamilien, sondern (in BGE 129 II 11 E. 3.1.4+3.3.1) auch den Familiennachzug durch einen verwitweten Elternteil grundsÃ¤tzlich den strengeren Regeln des Familiennachzugs fÃ¼r Kinder, die beim andern Elternteil leben, unterstellt.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.2.7 </span></b><span>In der Lehre wird auch die Ansicht vertreten, die Gleichstellung von Elternpaaren und einzelnen Elternteilen sei dadurch zu erreichen, dass beide der heutigen strengeren Praxis fÃ¼r Letztere unterworfen wÃ¼rden (Zanga/Guhl, S. 415). WÃ¤re eine solche LÃ¶sung auch konsequenter als die heutige Rechtsprechung, so dÃ¼rfte umgekehrt eine derartige VerschÃ¤rfung der Praxis mit dem Gesetzeszweck von Art. 17 Abs. 2 ANAG kaum mehr ver­einbar sein. Zudem dÃ¼rfte sich die heutige Praxis bezÃ¼glich des Familiennachzugs durch einzelne Elternteile mit der Rechtsprechung des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) nicht vereinbaren lassen. Diese schliesst allerdings eine (moderate) VerschÃ¤rfung auch gegenÃ¼ber Elternpaaren nicht aus (vgl. hinten 1.4).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.3.1 </span></b><span>Dass der Familiennachzug zur Pflege des Kindes "notwendig" oder "zwingend" sein mÃ¼sse, findet sich â soweit ersichtlich â erstmals in BGE 122 II 385 E. 4b, nicht aber in BGE 119 Ib 81 E. 4a+b sowie BGE 118 Ib 153 E. 2b-d, auf die an jener Stelle verwiesen wird. WÃ¤hrend nach BGE 119 Ib 81 E. 4b der Familiennachzug vielmehr bei "Ã¼berwiegenden familiÃ¤ren Interessen" zulÃ¤ssig sein soll, wird in BGE 118 Ib 153 E. 2b ausgefÃ¼hrt:</span></p> <p class="EinzugZitat">"Sind die Eltern jedoch voneinander getrennt oder gar geschieden, und hÃ¤lt sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, kann es gar nicht um eine ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie gehen. In solchen FÃ¤llen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen. Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zum in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige familiÃ¤re Beziehung unterhÃ¤lt.</p> <p class="EinzugZitat">Dabei kommt es nicht nur auf die bisherigen VerhÃ¤ltnisse an, sondern es kÃ¶nnen auch nachtrÃ¤glich eingetretene oder gar kÃ¼nftige UmstÃ¤nde wesentlich werden. Namentlich kann nicht entscheidend sein, in welchem Land das Kind bisher seinen Lebensmittelpunkt hatte, bliebe doch sonst ein Nachzugsrecht praktisch immer wirkungslos. Zu berÃ¼cksichtigen ist aber, bei welchem Elternteil das Kind bisher gelebt hat, beziehungsweise wem in der Scheidung das Sorgerecht zugesprochen worden ist; sollte sich das Kindesinteresse in der Zwischenzeit geÃ¤ndert haben, so wÃ¤re fÃ¼r eine Anpassung der familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse in der Regel zunÃ¤chst der privatrechtliche Weg zu beschreiten. Vorbehalten bleiben FÃ¤lle, in denen klare Anhaltspunkte fÃ¼r neue familiÃ¤re AbhÃ¤ngigkeiten â zum Beispiel beim Tod des sorgeberechtigten Elternteils oder bei neu sich abzeichnenden PflegebedÃ¼rfnissen â oder fÃ¼r eine wesentliche Verlagerung der BeziehungsintensitÃ¤ten bestehen."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext">BGE 118 Ib 153 E. 2b ist somit nur zu entnehmen, dass der Familiennachzug durch einen geschiedenen Elternteil grundsÃ¤tzlich davon abhÃ¤nge, ob dem betreffenden Elternteil das Sorgerecht zustehe, unter Vorbehalt klarer Anhaltspunkte fÃ¼r eine wesentliche Verlagerung der BeziehungsintensitÃ¤t. Die Bezugnahme auf diesen Entscheid in BGE 122 II 385 E. 4b ist demnach â bewusst oder unbewusst â irrefÃ¼hrend. Das Kriterium der "Notwendigkeit" des Familiennachzugs, dessen Geltungsbereich spÃ¤ter auf Einelternfamilien und ver­witwete Elternteile ausgedehnt wurde, wird methodisch nicht Ã¼berzeugend eingefÃ¼hrt.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.4 </span></b><span>Beruhen die Voraussetzungen der vorrangigen Beziehung und der Notwendigkeit beim Familiennachzug durch einzelne Elternteile demnach auf ungesicherten Grundlagen, so ist der Rigorismus, mit dem diese Voraussetzungen in der Praxis angewandt werden, umso stossender. Verlangt wird im Ergebnis ein eigentliches Siechtum, wenn nicht der Tod der das Kind im Ausland betreuenden Personen. Diese Praxis dÃ¼rfte auch vor der neueren Rechtsprechung des EGMR keinen Bestand haben. Als ein Familiennachzug durch ein Elternpaar zu beurteilen war, das seine Tochter bei Verwandten im Heimatland zurÃ¼ckgelassen hatte, nahm der Gerichtshof eine InteressenabwÃ¤gung vor, in welcher er namentlich die BetreuungsverhÃ¤ltnisse im Heimatland und die Zumutbarkeit der im Gaststaat anwesenden Personen, zur Verwirklichung des Familienlebens ins Heimatland zurÃ¼ckzureisen, berÃ¼cksichtigte (EGMR, 21. Dezember 2001, 31465/96, Sen c. Pays-Bas, §§ 39 ff., http://hudoc.echr.coe.int). Aufgrund der Niederlassungsbewilligung des Beschwerde­fÃ¼hrers 1 und der Tatsache, dass seine zweite Tochter seit Geburt in der Schweiz lebt, wÃ¤re die Zumutbarkeit der Heimkehr hier zu verneinen (vgl. EGMR, a.a.O, § 40). Schliesslich lehnt der EGMR implizit ab, der angeblich vorrangigen Beziehung des nachzuziehenden Kindes zu den Verwandten im Heimatland ausschlaggebende Bedeutung zuzumessen. Von einer Notwendigkeit des Familiennachzugs ist schon gar nicht die Rede (a.a.O., § 40):</span></p> <p class="EinzugZitat">"Il est vrai que ces derniers [die Eltern] ont choisi, aprÃ¨s que Sinem [die Tochter] ait passÃ© les trois premiÃ¨res annÃ©es de sa vie avec sa mÃ¨re, de laisser leur aÃ®nÃ©e en Turquie lorsque la deuxiÃ¨me requÃ©rante [die Mutter] est venue rejoindre son Ã©poux aux Pays-Bas â¦ Cette circonstance intervenue dans la prime enfance de Sinem ne saurait toutefois Ãªtre considÃ©rÃ©e comme une dÃ©cision irrevocable de fixer, Ã tout jamais, son lieu de rÃ©sidence dans ce pays et de ne garder avec elle que des liens Ã©pisodiques et distendus, renonÃ§ant definitivement Ã sa compagnie et abandonnant par lÃ toute idÃ©e de rÃ©unification de leur famille."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.5 </span></b><span>Zusammenfassend: Die Voraussetzungen, dass keine vorrangige Beziehung zu Drittpersonen vorliegen dÃ¼rfe und ein Familiennachzug zur Pflege des Kindes notwendig sein mÃ¼sse, sind (zumindest in dieser Form) nicht haltbar. In allen FÃ¤llen sollte vielmehr aufgrund einer InteressenabwÃ¤gung entschieden werden, die diesen Namen verdient.</span></p> <p class="Urteilstext">Dies bedeutet im vorliegenden Fall, dass eine vorrangige Beziehung der Be­schwerde­fÃ¼hrerin 2 zur Grossmutter dem Familiennachzug nicht a priori entgegengehalten wer­den kann. Das Gegenteil gÃ¤lte allerdings in Bezug auf eine vorrangige Beziehung zur Mutter.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span>Zur BeweiswÃ¼rdigung</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Im vorliegenden Fall sind die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse nicht klar. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 lebte 1996-1997 bei der Mutter und 1997-2001 bei den Grosseltern vÃ¤terli­cherseits. Wo sich die Mutter wÃ¤hrend dieser Zeit aufhielt und wo sich die Tochter seither aufhÃ¤lt, ist nicht erstellt. Im Mai 2001 trat die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in eine Schule in der Stadt X Ã¼ber, in der auch ihre Mutter lebt; es bestehen Anzeichen, dass sie seither â zumindest zeitweilig â bei der Mutter lebt(e); es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich weiterhin zumindest zum Teil bei den Grosseltern aufhielt bzw. aufhÃ¤lt. Die Grossmutter leidet seit Februar 2003 aufgrund eines Hirnschlags an einer halbseitigen LÃ¤hmung oder zumindest an LÃ¤hmungserscheinungen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Selbst wenn man der Praxis des Bundesgerichts folgen wollte, kÃ¤me eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse und damit ein Familiennachzug aufgrund der Erkrankung der Grossmutter in Betracht, sofern die vorrangige Beziehung nach wie vor zur Grossmutter (und nicht zur Mutter) besteht. Dies gilt umso mehr, als beim Nachzug einer ZwÃ¶lfjÃ¤hrigen die Integrations­schwierigkeiten sich in Grenzen halten dÃ¼rften und nicht ernsthaft angenommen werden kann, dem in der Schweiz lebenden Vater ginge es vorwiegend um die besseren wirtschaftlichen Aussichten fÃ¼r seine Tochter.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht begrÃ¼ndet seinen ablehnenden Entscheid damit, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht dargetan hÃ¤tten, dass sich im Heimatland weder die Grossmutter noch die Mutter oder der Grossvater um das Kind kÃ¼mmerten. Damit Ã¼berspannt es die Anforderungen an die Mitwirkungspflicht.</span></p> <p class="Urteilstext"><b>2.3.1 </b>Bei der Mitwirkungspflicht handelt es sich um eine beschrÃ¤nkte Pflicht der Betei­ligten, an der Sachverhaltsermittlung mitzuwirken. Sie korreliert mit dem Mitwirkungs­recht bei der Beweisbeschaffung. Im Allgemeinen endet die behÃ¶rdliche Untersuchungs­pflicht und beginnt die Mitwirkungspflicht der Verfahrens­beteiligten dort, wo keine besonderen UmstÃ¤nde und Anhaltspunkte in den Akten es den VerwaltungsbehÃ¶rden nahelegen, den Sachverhalt weiter zu erforschen. Die Beteiligten sind Ã¼ber die ihnen obliegenden Mitwirkungspflichten aufzuklÃ¤ren. Lassen sie an der Mit­wir­kung fehlen, so darf gleichwohl nur mit ZurÃ¼ckhaltung von der Fiktion ausgegangen werden, der zu belegende Sachverhalt habe sich nicht verwirklicht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 60+62+63+68).</p> <p class="Urteilstext"><b>2.3.2</b> Im vorliegenden Fall boten die BeschwerdefÃ¼hrenden die Aussage der Tochter sowie BestÃ¤tigungen weiterer Verwandter als Beweismittel an. Das Verwaltungsgericht weist diese Ansinnen ab. Es geht aber nicht an, einerseits die Abnahme angebotener Beweis­mittel abzulehnen und anderseits eine angeblich ungenÃ¼gende ErfÃ¼llung der Mitwir­kungs­pflicht zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden zu gewichten (vgl. auch BGE 118 Ib 153 E. 1c S. 158). Auch das akribische, teilweise lebensfremde Sammeln und Auflisten von WidersprÃ¼chen und Auslassungen in den Ãusserungen der Beschwerde­fÃ¼hren­den und in den eingereichten Dokumenten vermag eine seriÃ¶se Sach­verhalts­abklÃ¤rung â zu welcher die BeschwerdefÃ¼hrenden natÃ¼rlich heran­zuziehen wÃ¤ren â nicht zu ersetzen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span>Fazit</span></p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall hÃ¤tte demnach das Verwaltungsgericht zumindest klÃ¤ren mÃ¼ssen (bzw. die Vorinstanz oder die Beschwerdegegnerin anhalten mÃ¼ssen abzuklÃ¤ren), ob die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 von der Mutter (genÃ¼gend) betreut wird. Wenn dies zu ver­neinen wÃ¤re, mÃ¼sste eine umfassende InteressenabwÃ¤gung zur Bewilligung des Familien­nachzugs fÃ¼hren. Es wÃ¤re sogar ebenfalls vertretbar gewesen, aufgrund der Akten eine vor­rangige Beziehung zur Mutter zu verneinen (weil die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 jedenfalls 1997-2001 bei den Grosseltern lebte und sich seither zumindest sporadisch bei diesen aufhalten dÃ¼rfte) und die Be­schwerde gutzuheissen.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>