<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-05-22-9C_418-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_418/2024, 9C_419/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 22. Mai 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>III. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Moser-Szeless, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Beusch, Bundesrichterin Bollinger, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Seiler. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, 3018 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">9C_418/2024 </div> <div class="para">Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Bern und direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2020, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">9C_419/2024 </div> <div class="para">Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Bern und direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2019, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerden gegen die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2024 (100.2023.145/161 und 100.2024.4/5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Mit Verfügungen vom 18. März und vom 2. September 2021 auferlegte die Steuerverwaltung des Kantons Bern A.________ Bussen betreffend die direkte Bundessteuer und die Kantons- und Gemeindesteuern, weil er für die Steuerperiode 2019 keine Steuererklärung eingereicht hatte. Gegen diese Verfügungen erhob A.________ am 15. Februar 2023 Einsprachen, worauf die Steuerverwaltung mit Entscheiden vom 15. März 2023 wegen Verspätung nicht eintrat. Die weiteren kantonalen Rechtsmittel blieben erfolglos (Entscheide der Steuerrekurskommission vom 19. Dezember 2023; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2024). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Am 2. Dezember 2021 büsste die Steuerverwaltung A.________ auch für die Steuerperiode 2020, weil er abermals keine Steuererklärung eingereicht hatte. Dagegen erhob A.________ gleichentags Einsprachen. Am 12. Dezember 2021 reichte er die ausstehende Steuererklärung 2020 nach. Mit Entscheiden vom 7. April 2022 hiess die Steuerverwaltung die Einsprachen teilweise gut, wobei sie unter anderem die Bussen auf Fr. 260.- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. 310.- (direkte Bundessteuer) reduzierte. Die weiteren kantonalen Rechtsmittel blieben erfolglos (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 27. April 2023; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2024). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 12. August 2024 beantragt A.________, dass ihm die Bussen von total Fr. 2'170.- zurückzuerstatten seien. Daneben beantragt er die Rückerstattung der geleisteten Kostenvorschüsse sowie eine angemessene Entschädigung. Das Bundesgericht hat keinen Schriftenwechsel durchgeführt (<span class="artref">Art. 102 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz hat die Steuerperioden 2019 und 2020 in zwei separaten Urteilen behandelt. Der Beschwerdeführer wendet sich mit einer einzigen Beschwerdeschrift an das Bundesgericht. Für beide Steuerperioden ist vor Bundesgericht im Wesentlichen dieselbe Frage strittig (9C_418/2024 betreffend Steuerperiode 2020; 9C_419/2024 betreffend Steuerperiode 2019). Es rechtfertigt sich, die beiden Verfahren zu vereinigen (<span class="artref">Art. 71 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 24 BZP</span> [SR 273]). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde an das Bundesgericht hat nach <span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span> die Begehren und eine Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten. In der Begründung ist nach <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Wenn der Beschwerdeführer geltend machen will, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, muss er diese Rüge hinreichend substanziieren (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=15.05.2025&amp;to_date=03.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-356%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page356">BGE 148 IV 356</a> E. 2.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=15.05.2025&amp;to_date=03.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">147 I 73</a></span> E. 2.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Rechtsschrift des Beschwerdeführers wird diesen prozessualen Anforderungen kaum gerecht. Die Frage braucht aber nicht vertieft zu werden, weil die Vorbringen des Beschwerdeführers auf jeden Fall offensichtlich unbegründet sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Die Vorinstanz hat eingehend dargelegt, unter welchen Voraussetzungen Fristen bei der direkten Bundessteuer (<span class="artref">Art. 124 Abs. 4 und <artref id="CH/642.11/133/3" type="start"></artref>Art. 133 Abs. 3 DBG</span><artref id="CH/642.11/124/4" type="end"></artref> [SR 642.11]) und bei den Kantons- und Gemeindesteuern (Art. 161 Abs. 3 des Steuergesetzes des Kantons Bern vom 21. Mai 2000 [StG/BE; BSG 661.11]) wiederhergestellt werden können. Auf diese zutreffenden Ausführungen kann hier verwiesen werden (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Die Vorinstanz hat eine Wiederherstellung der Einsprachefrist für die Steuerperiode 2019 (Verfahren 9C_419/2024) respektive der Nachfrist für die Einreichung der Steuererklärung der Steuerperiode 2020 (Verfahren 9C_418/2024) abgelehnt, weil sich der Beschwerdeführer nach dem Hinschied seiner Ehefrau zwar in einer schwierigen Lebenssituation befunden und mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt habe, es ihm aber ab September 2021 möglich und zumutbar gewesen sei, Fristwiederherstellungsgesuche zu stellen und die versäumten Handlungen nachzuholen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Der Beschwerdeführer verweist in seiner Beschwerdeschrift abermals auf seine Krankheitsgeschichte, die Spital- und Reha-Aufenthalte bis Ende August 2021 und die ärztlich bescheinigte Handlungsunfähigkeit während dieser Zeit. Hingegen erklärt er nicht, weshalb er die relevanten Handlungen erst am 12. Dezember 2021 (Einreichung der Steuererklärung 2020; Verfahren 9C_418/2024) und am 15. Februar 2023 (Einreichung der Einsprachen betreffend die Steuerperiode 2019; Verfahren 9C_419/2024) statt in der gesetzlich vorgesehenen Frist von 30 Tagen - d.h. vor Ende September 2021 - nachgeholt hat. Mit der Vorinstanz ist demnach zu schliessen, dass die Voraussetzungen für die Wiederherstellung der versäumten Fristen offensichtlich nicht erfüllt sind. Die angefochtenen Urteile verletzen kein Bundesrecht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und im vereinfachten Verfahren abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (<span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span>). Die Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Er hat als unterliegende Partei keinen Anspruch auf Entschädigung seiner Auslagen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 BGG</span>). Auch der Kanton Bern hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 9C_418/2024 und 9C_419/2024 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird betreffend die direkte Bundessteuer 2019 (9C_419/2024) und 2020 (9C_418/2024) abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 (9C_419/2024) und 2020 (9C_418/2024) abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 22. Mai 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der III. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Moser-Szeless </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Seiler </div> </div></body></html>