B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5205/2013 U r t e i l v o m 1 0 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, Advokatur Kanonengasse, (…) Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. August 2013 / N (…). E-5205/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess Eritrea eigenen Angaben zufolge im A l- ter von sechs Jahren und wuchs in der Folge in B._______ auf. Im (…) habe sie sich in den Sudan begeben. Im (…) habe sie den Sudan verlas- sen und sei nach Ägypten gefahren, danach in ein ihr unbekanntes Land geflogen und von dort in einem Auto am 3. April 2012 in die Schweiz g e- langt. Sie suchte gleichentags um Asyl nach. Am 26. April 2012 erfolgte die Befragung zur P erson (BzP), am 15. April 2013 und 27. Juni 2013 fanden Anhörungen zu den Asylgründen statt. Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin ge l- tend, ihre Familie sei im (…) in der Nacht von der Polizei abgeführt und nach Eritrea zurückgebracht worden. Da sie damals bei einer Freundin ih- rer Mutter gewesen sei, sei sie allein zurückgeblieben. Sie habe die Schule nicht besuchen und kein normales Leben führen können. C._______, welcher ihre Familie kenne, hätte ihr eine Stelle als Haushäl- terin vermitteln sollen. Er habe ihr jedoch gesagt, sie solle nicht als Haus- hälterin arbeiten sondern bei ihm leben, was sie dann gegen ihren Willen getan habe. Er habe sie in jeder Hinsicht ausgenützt und ihr gedroht, sie könne entweder nach Eritrea zurückkehren oder bei ihm versteckt leben. Vom Hausmädchen des C._______ habe sie von einem Weg nach dem Sudan erfahren, worauf sie dorthin gegangen sei. Als Beweismittel reichte sie ihren Taufschein (Kopie und Original) und e i- ne Kopi e der Identitätskarte ihrer Mutter ein. Sie habe nie einen Pass oder eine Identitätskarte beantragt, weshalb sie keine solchen Auswei s- papiere abgeben könne. B. Mit am 19. August 2013 eröffneter Verfügung vom 13. August 2013 stellte das BFM fest, die Beschwer deführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte deren Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 16. September 2013 liess die Beschwerd e- führerin diesen Entscheid anfechten . Sie be antragte in materieller Hi n- sicht, die vorinstanzliche Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei ihr Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit E-5205/2013 Seite 3 des Wegwe isungsvollzuges festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In formeller Hinsicht beantragte sie die Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung sowie den Ver- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur Stützung ihrer Anträge reichte sie ihre Geburtsurkunde im Original in- klusive Versandumschlag zu den Akten. D. Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2013 hielt der Instruktionsrichter fest, die Beschwerdeführerin dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, forderte sie auf, innert Frist eine Fürsorgebestätigung nachzureichen oder einen Kostenvorschuss einzuzahlen, und wies das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab. Die Beschwerdeführerin reichte innert angesetzter Frist eine Fürs orge- bestätigung nach. E. In seiner Vernehmlassung vom 1. November 2013 hielt das BFM an der angefochtenen Verfügung fest, nahm zu den Beschwerdevorbringen Stel- lung und beantragte die Abweisung der Beschwerde. F. Mit Replik vom 20. November 2013 bekräftigte die Beschwerdeführerin die Echtheit der von ihr eingereichten Geburtsurkunde und reichte einen Bericht des Immigration and Refugee Board of Canada zu den Vorau s- setzungen für den Erhalt eritreischer Identitätsdok umente vom 16. Sep- tember 2013 zu den Akten. G. Das Bundesamt hielt in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 23. D e- zember 2013 an seinen Erwägungen fest. Die Beschwerdeführerin verwies am 13. Januar 2014 auf ihre bish erigen Ausführungen sowie Anträge und behielt sich eine weiterführende Ste l- lungnahme vor. Beim Gericht ist in der Folge nichts mehr eingegangen. E-5205/2013 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgül- tig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung aus den in Art. 106 AsylG vorgesehenen Gründen. 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen E-5205/2013 Seite 5 psychischen Druc k bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM führte zur Begründung seines angefochtenen Entscheides aus, die Beschwerdeführerin mache zu ihrem Hintergrund, dem zentralen Punkt ihrer Vorbringen, widersprüchliche und oberflächliche Angaben. Sie sei kaum in der Lage, zur angeblichen Herkunft ihrer Eltern und zu deren Leben in Eritrea vor der Ausreise nach Äthiopien Angaben zu machen ; weder über ihre Grosseltern noch über den Herkunftsort ihrer Eltern ver- möge sie ausführlich Auskunft zu geben, und auch zu ihrer Verwand t- schaft könne sie keine näheren Angaben machen. Sie sei kaum in der La- ge, über den angeblichen aktuellen Aufenthaltsort ihrer Mutter in Eritrea etwas erzählen. Aufgrund der unsubstanziierten Angaben würden Zweifel an ihrer angegeb enen Herkunft bestehen. Bezüglich ihrer fehlenden Ti - grinya-Kenntnisse habe sie erklärt, sich mit ihren Eltern , welche in D._______ nur Amharisch gesprochen hätten, in dieser Sprache unterhal- ten zu haben. Dass ihre Mutter, deren Erstsprache Tigrinya gewesen sei, sich mit ihr immer in Amharisch unterhalten habe, könne nicht geglaubt werden. Mit der Aussage, in Äthiopien hätten sie kein Recht gehabt, ihre eigene Sprache zu sprechen, verkenne die Beschwerdeführerin, dass Tigrinya in Äthiopien als Sprache der ethnischen Tigray gesprochen we r- de. Die behauptete eritreische Herkunft erscheine demzufolge aufgrund der fehlenden Tigrinya-Kenntnisse als unglaubhaft. Die Beschwerdeführe- rin wisse über einschlägige historische Ereignisse, we lche sie selbst b e- troffen hätten, nicht Bescheid. Über die Deportation ihrer Eltern nach Eri t- rea und die Gründe dafür könne sie nicht substanz iiert erzählen, sie wi s- se nicht über den Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea Bescheid, nenne falsche Jahreszahlen und vermöge das Kriegsende nicht zu datieren. Zu- dem sei sie nicht in der Lage, die eritreische Flagge zu beschreiben. Da sie ihre Herkunft und Nationalität nicht glaubhaft darlegen könne, würden grundsätzlich Zweifel an ihren Vorbringen entstehen. Sie hab e sich g e- mäss ihren Angaben ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr bis zum E-5205/2013 Seite 6 (…) in Äthiopien aufgehalten, womit davon auszugehen sei, dass sie z u- mindest über ein Aufenthaltsrecht in diesem Staat verfüge, wenn nicht sogar über die Staatsbürgerschaft. Selbst wenn von einer eritreischen Herkunft ausgegangen würde, liesse sich daraus nicht automatisch auf die eritreische Staatsangehörigkeit schliessen. Der langjährige Aufenthalt in Äthiopien habe ihr die Berechtigung gegeben, dort eine Aufenthaltsbe- willigung zu erlangen. Die Beschwerdeführerin begründe nicht k onzise, weshalb sie sich nicht um entsprechend e Aufenthaltspapiere bemüht und was sie konkret befürchtet habe. Ihre Angaben zur Furcht vor Nachteilen aufgrund der eritreischen Herkunft würden den gesicherte n Länderkennt- nissen des BFM widersprechen. Bei der eingereichten Taufurkunde handle es sich offensichtlich um eine Fälschung. Mit dieser Erkenntnis konfrontiert, habe sich die Beschwerd e- führerin nicht genügend erklären können. Die eingereichte Kopie der Identitätskarte ihrer Mutter habe keine Beweiskraft, da der Echtheitsgrad nicht überprüfbar sei , zudem sei die Beziehung zwischen der Besitzerin der Karte und der Beschwerdeführerin unklar. Die eingereichten Bewei s- mittel seien als untauglich zu erachten. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei ihr um eine äthiopische Staatsangehörige handle. Somit müssten auch die Vorbringen bezüglich des irregulären Status in Äthi o- pien und der daraus resultierenden Probleme als unglaubhaft eingestuft werden. Die Vorbringen hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Die Beschwerdeführerin ma che geltend, sie sei in Äthiopien von ihrem Arbeitgeber während mehrerer Jahre sexuell missbraucht worden; sie sei als Sklavin gehalten worden. Mit den Behörden habe sie dort keine Prob- leme gehabt. Die fluchtauslösenden Probleme seien aus dem Aufenthalt beim Arbeitgeber und aufgrund ihrer Herkunft erwachsen. Die geschilderte Ausbeutung stelle einen Übergriffe durch Dritte dar. Die Beschwerdeführerin h abe sich nicht an die Behörden gewandt, um Schutz zu er halten. Indessen billige der Staat solche Übergriffe nicht. A l- lerdings gelinge es keinem Staat, die absolute Sicherheit aller seiner Bü r- ger jederzeit und überall zu garantieren. Obwohl die Beschw erdeführerin in B._______ wohnhaft gewesen sei und Zugang zu den staatlichen O r- ganen gehabt hätte, habe sie diese Möglichkeit nicht wahrgenommen. Somit würden sich vorliegend keine Hinweise auf eine Verweigerung E-5205/2013 Seite 7 staatlichen Schutzes ergeben. Es sei vom Vorhanden sein eines adäqua- ten Schutzes durch den Heimatstaat auszugehen. Die geltend gemachten Übergriffe seien nicht als asylrelevant zu qualifizieren. Nachteile, welche auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in einem St aat zurückzuführen seien, stel l- ten keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar. Gemäss dem Subsidiarität sprinzip seien Personen mit einer inner - staatlichen Fluchtalternative nicht auf den Schutz eines Drittstaates a n- gewiesen. Aus den Schilderungen über den Arbeitgeber gingen keine Hinweise hervor, dass es sich bei diesem um eine bedeutende Persö n- lichkeit handle. Die Beschwerdeführerin mache Nachteile geltend, die sich aus lokal oder regional beschränkten Übergriffen ableiteten. Da sie sich diesen durch ei- nen Wegzug in einen anderen Teil des Heimatlandes hätte entziehen kön- nen, sei dieses Vorbringen nicht asylbeachtlich. Die Vorbringen hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigens chaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand . Demzufolge erfülle die Beschwerdefüh- rerin die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass deren Asylgesuch abzuleh- nen sei. Da davon auszugehen sei, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine äthiopische Staatsangehörige handle, sei die Wegweisung nach Äthiopien zu prüfen. Sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewandt werden könne, und zudem würden keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ihr im Falle einer Rückkeh r in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Gemäss Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) könne der Vollzug insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für die Ausländerin eine konkrete Gefährdung darstelle. Äthiopien habe am 12. Dezember 2000 mit Eritrea ein Friedensabkom- men unterzeichnet. Seit dem Waffenstillstand vom Juni 2000 hätten beide Länder auf militärische Gewalt anwendung verzichtet. In Äthiopien her r-E-5205/2013 Seite 8 sche weder Krieg noch Bürgerkrieg noch eine Situation der allgemeinen Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Aus den Akten würden sich im Übrigen auch keine ind ividuellen Gründe ergeben, welche den Wegweisungsvollzug nach Äthiopien als unzumu t- bar erscheinen liessen. Da sich die Beschwerdeführerin unglaubhaft zu ihrer Herkunft und zu ihren Ausreisegründen geäussert habe, sei es nicht möglich, allfällige Hindernisse der Zumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs auszumachen. Immerhin gehe aus den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin in Äthiopien sechs Jahre lang die Schule besucht habe und somit über ein Beziehungsnetz verfüge. Es könne zudem davon ausgegangen werden, dass sich Verwandte vor Ort befinden würden. Somit würden begünsti- gende individuelle Faktoren vorliegen, die eine Reintegration möglich machen und zur Annahme berechtigen würden, dass sie durch eine Weg- weisung nach Äthiopien nicht an Leib und Leben gefährdet sei. Zwar se i- en Wegweisungshindernisse grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchungspflicht finde ihre Grenzen an der Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht. Nach stä ndiger Rechtsprechung des Bundesverwa l- tungsgerichts sei es nicht Aufgabe der Asylbehörden, bei fehlenden Hi n- dernissen weitergehende Abklärungen zu treffen, wenn die Beschwerd e- führerin – wie vorliegend – ihrer Mitwirkungs - und Wahrheitspflicht im Rahmen der Sachver haltsermittlung nicht nachkomme und die Asylb e- hörden zu täuschen versuche. Der Vollzug der Wegweisung sei technisch möglich und praktisch durc h- führbar. Abgewiesene äthiopische Gesuc hsteller erhielten bei ihrer he i- matlichen Vertretung ein Laissez -passer. Zudem seien die von einem Wegweisungsentscheid betroffenen Personen gemäss Art. 8 Abs. 4 AsylG verpflichtet, bei der Beschaffung von Reisepapieren mitzuwirken. 4.2 In der Beschwerde wird diesen Erwägungen entgegengehalten, die Beschwerdeführerin habe mittels mehrerer Dokumente ihre eritreische Herkunft zu beweisen vermocht. Weshalb diese Dokumente teilweise als unglaubhaft, teilweise als Fälschungen qualifiziert worden seien, sei nicht nachvollziehbar. Sie habe während der Anhörung die abweichenden A n- gaben plausibel erklärt. Es sei offensichtlich, dass d ie Mutter der B e- schwerdeführerin ihre eigene Identitätskarte nicht aushändigen könne, da sie dies nicht dürfe. E-5205/2013 Seite 9 Dass die Beschwerdeführerin selbst über keinen Ausweis und damit über keinen Aufenthaltstitel verfüge, lasse sich dad urch erklären, dass sie beim Weggang der Eltern noch min derjährig gewesen sei; ab ihrem 18. Altersjahr habe sie il legal im Lande gelebt. Aufgrund der Deportation der Eltern habe sie sich gefürchtet, bei den Behörden um einen Aufen t- haltstitel nachzusuchen. Dazu sei der psych ische Druck gekommen, den ihr damaliger Versorger auf sie ausgeübt habe. Nunmehr werde die Ge- burtsurkunde im Original eingereicht werden, womit absch liessend belegt sei, dass sie Eritreerin sei. Da die Beschwerdeführerin im Alter von sechs Jahren Eritrea verlassen habe, sei nachvollziehbar, dass sie sich an ihre Kindheit nicht mehr gut erinnern können. Auch der Umstand, dass sie mit 15 Jahren ihre Elt ern verloren habe, mache glaubhaft, dass sie sich nicht mehr an alle Einze l- heiten ihrer Familiengeschichte erinnern könne. D ie Kenntnis genauer historischer Fakten bedinge zudem einen gewissen Bildungsstand; die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin könne nicht anhand einer "G e- schichtsprüfung" festgestellt werden. Entscheidend sei, dass die Schilde- rung des subjektiv Erlebten ein kohärentes Bild ergebe, was vorliegend der Fall sei. Der Beschwerdeführerin könne nicht vorgeworfen werden, sie verfüge über keine Tigriya-Sprachkenntnisse. Sie habe ausgeführt, dass sie und ihre Eltern aus D._______ stammen würden, wo Amharisch gesprochen werde. Es sei nachvollziehbar, dass in Äthiopien in ihrer Familie die a m- harische Sprache gepflegt worden sei. Nachdem die Beschwerdeführerin mit 15 Jahren auf sich allein gestellt gewesen sei, sei sie zunächst für zwei Jahre bei einer ehemaligen Freun- din ihrer Mutter gewesen. Als sich die Verhältnisse dort verschlechtert hätten, sei sie nach B._______ zurückgegangen. Dort sei sie in ein A b- hängigkeitsverhältnis zu einem Mann geraten, der sie wie eine Sklavin gehalten, misshandelt und vergewaltigt habe. Er habe sie auch psycholo- gisch unter Druck gesetzt und ihr gedroht, sie den Behörden zu überg e- ben. Entgegen der A uffassung der Vorinstanz biete Äthiopien nicht genügend Schutz vor derartigen Übergriffen und vor Ausbeutung. Es bestehe dort in keiner Weise eine Infrastruktur, welche Anlaufstellen für betroffene Pe r- sonen wie die Beschwerdeführerin bieten würden. Für all einstehende Frauen ohne familiäres und soziales Umfeld sei es zudem äusserst E-5205/2013 Seite 10 schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eine eigene Lebensexistenz aufz u- bauen. Gesamthaft betrachtet sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die geltend gemachten Vorbringen tatsächlich erlebt habe. Die Einschätzung der Vorinstanz stütze sich durchwegs auf unhaltbare Argumente oder auf Behauptungen. Die Flüchtlin gseigenschaft sei hiermit nachgewiesen, zumindest aber glaubhaft gemacht im Sinne von Art. 7 A sylG; die Folge sei die Anerken- nung als Flüchtling. Sollte die Flüchtlingseigenschaft nicht lediglich g e- stützt auf Nachfluchtgründe erteilt werden, so sei der Beschwerdeführerin Asyl zu gewähren, da keine Ausschlussgründe vorliegen würden. Eine Rückkehr nach Äthiopien sei nicht z umutbar. Die Beschwerdeführe- rin verfüge dort über kein Beziehungsnetz, und es werde ihr nicht möglich sein, eine eigene Existenz aufzubauen. Auch eine Rückkehr nach Eritrea sei nicht zumutbar. Sie würde dort in den Militärdienst eingezogen, und es drohe ih r e ine übermässig lange Haftstrafe sowie staatliche Verfolgung. Es bestünden durchaus Gründe für die Annahme, dass ein "rea l risk" im Sinne der Praxis der Strassburger Organe für eine von Art. 3 EMRK e r- fasste verbotene Behandlung gegeben sei und bei einer Auslieferung Art. 3 der UN-Antifolterkonvention verletzt w ürde. Wegen Unzulässigkeit in diesem Sinne sei der Vollzug der Wegweisung nicht statthaft, und an Stelle des Vollzugs sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen, soweit nicht ohnehin die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft zur Anwendung des Prinzips des Nonrefoulements führe. Dass die Gefährdung darüber hi n- aus eine konkrete im Sinne von Art. 83 AuG und daher der Vollzug der Wegweisung auch unzumutbar sei, verstehe sich von selbst. 4.3 In seiner Vernehmlassung stellte das BFM vorweg fest, es würden keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, die eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. Sodann führte es aus, der eingereichten Geburtsurkunde komme im Rah- men der Glaubhaftigkeitsprüfung kein Beweiswert zu. Dokumente wie diese Urkunde könnten ohne weiteres gefälscht oder unrechtmässig e r- worben werden. Die eingereichte Geburtsurkunde könne weder zu Guns- ten noch zu Ungunsten der geltend gemachten Herkunft ausgelegt wer- den. Ferner überrasche, dass dieses Beweismittel nicht schon in einem früheren Verfahrensstadium eingereicht worden sei. Im Übrigen vermöge E-5205/2013 Seite 11 es die fehlende Substanz und Glaubhaftigkeit der Vorbringen der B e- schwerdeführerin nicht aufzuheben. Beim Dokument handle es sich nicht um ein rechtsgenügliches Identitätspapier; ein solches habe die B e- schwerdeführerin bislang nicht eingereicht. Die Untauglichkeit der anderen eingereichten Beweismittel sei mit den Ausführungen unter Ziffer 2. S. 4 der angef ochtenen Verfügung dargelegt worden. Der Rüge, die Einschätzung der Vorinstanz stütze sich durchwegs auf un- haltbare Argumente und Behauptungen, werde Folgendes entgegenge - halten: Anlässlich der Befragung und im Rahmen der Anhörungen sei der B e- schwerdeführerin wiederholt Gelegenheit gegeben worden, ihre Asyl- gründe ausführlich darzulegen. Die Aussagen zur Herkunft der Eltern, zu deren Umzug von E._______ nach D._______ und B._______, zur a n- geblichen Deportation der Eltern und zum aktuellen Aufenthaltsort der Mutter seien unsubstanziiert ausgefallen. Auch fehle es dabei an der zu erwartenden persönlichen Betroffenheit. In einer Gesamtschau habe sie die eritreische Herkunft ihrer Eltern und in der Folge ihre eigene nicht glaubhaft machen können; es sei von eine r äthiopischen Staatsangeh ö- rigkeit auszugehen. Auch wenn von einer eritreischen Herkunft der B e- schwerdeführerin ausgegangen würde, liesse sich aufgrund der einschlä- gigen eritreischen beziehungsweise äthiopischen Rechtslage daraus nicht automatisch auf die eritreische Staatsangehörigkeit schliessen. Abgesehen davon, dass ihr die eritreische Herkunft nicht geglaubt we r- den könne, sei auch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über die äthiopische Staatsbürgerschaft, zumindest aber über ein Aufent- haltsrecht in Äthiopien verfüge. Ihr langjähriger Aufenthalt in Äthiopien habe ihr gemäss der Regierungsdirektive vom Janua r 2004 die Berechti- gung gegeben, eine Aufenthaltsbewilligung für Äthiopien zu erlangen. Was die angeordnete Wegweisung nach Äthiopien anbelange, so sei be- züglich der Feststellung, das BFM schliesse das Vorliegen von fraue n- spezifischen Fluchtgründen aus, auf die Erwägung unter Bst. B S. 5 und S. 6 der angefochtenen Verfügung hinzuweisen, die s ich ausführlich mit den frauenspezifischen Fluchtgründen und den Lebensumständen der Beschwerdeführerin, die zu diesen Vorbri ngen geführt haben sollen, b e- fassten. E-5205/2013 Seite 12 Zwar sei das Bundesamt an den Untersuchungsgrundsatz gebunden, doch finde diese r seine Grenzen an der Mitwirkungspflicht der asyls u- chenden Person. Die Beschwerdeführerin habe an insgesamt drei Anh ö- rungen ausreichend Gelegenheit erhalten, sich ausführlich zu ihrem Asy l- vorbringen zu äussern und dieses zwischenzeitlich mit geeigneten B e- weismitteln zu dokumentieren. Aus den Akten würden sich keine individuellen Gründe ergeben, welche den Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin als unzumutbar e r- scheinen liessen. Im Übrigen werde auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen, an denen vollumfänglich festgehalten werde. 4.4 In der Replik wurde die Bestreitung des Beweiswerts der eingereic h- ten Geburtsurkunde als gänzlich haltlose Begründung qualifiziert. Diese sei ein amtliches Dokument, welches in Eritrea nur von einer zentralen Amtsstelle ausgestellt werde. Sollte das Gericht Zweifel am Beweiswert des Dokuments haben, so liesse sich deren Richtigkeit mittels Prüfung der Registrationsnummer bei der erit reischen Botschaft in der Schweiz verifizieren. Eine Rückkehr wäre nach einem solchen Kontakt mit dem Herkunftsland jedoch endgültig ausgeschlossen. Die Vorinstanz mache sodann Ausführungen zur Geschichte Eritreas und zu der Tatsache, dass auch bei erit reischer Herkunft nicht zw angsläufig die erit reische Staatsbürgerschaft gege ben sei. Diesbezüglich könne ebenfalls auf die Geburtsurkunde verwiesen werden, in welcher klar die eritreische Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerin festgehalten sei. Die Ausführungen der Vorinstanz würden daher fehl gehen. 4.5 In seiner ergänzenden Stellungnahme hielt das Bundesamt nochmals fest, die eingereichte Gebur tsurkunde könne weder zu Gunsten noch zu Ungunsten der geltend gemachten Herkunft ausgelegt werden. Beim D o- kument handle es sich zudem um ein rechtsungenügliches Identitätsp a- pier, weshalb eine Überprüfung hinfällig werde. Ein re chtsgenügliches Dokument fehle nach wie vor. Wie bereits ausgeführt überrasche es, dass dieses Beweismit tel nich t schon in einem früher en Verfahrensstadium eingereicht worden sei. Die Beschwerdeführerin habe während des vorin- stanzlichen Verfahrens lediglich eine offensichtlich gefä lschte Taufurkun- de eingereicht. E-5205/2013 Seite 13 Sie vermöge auch nicht glaubhaft darzulegen, wie sie in den Besitz der Geburtsurkunde gekommen sei, und sie habe bezeichnenderweise trotz Aufforderung des Gerichts im Rahmen der Replik keine Beweismittel ein- gereicht. Insgesamt werde nichts Neues vorgebracht, was zu einer Änderung des Standpunktes führen könnte. 4.6 Dazu fü hrte die Beschwerdeführerin in ihrer ergänzenden Stellun g- nahme aus, sie sei überzeugt gewesen, dass die Taufurkunde ein gen ü- gendes Beweismittel für ihre eritreische Staatsbürgerschaft darstellen würde, weshalb sie sich nicht darum bemüht habe, eine offizielle Ge- burtsurkunde erhältlich zu machen. Die Vorinstanz habe pauschal befunden, dass es sich bei der Taufurkun- de um ein offensichtlich gefälschtes Dokument handle, ohne auszuführen, auf welche Indizien sie sich stütze. Eine weiterführende Stellungnahme werde vorbehalten. 5. Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigen - schaft der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht ve r- neint hat. Auf die Frage, weshalb die Beschwerdeführerin in der Schweiz Asyl b e- antrage, hat diese vorgebracht, bevor sie hierhergekommen sei, habe sie viel durchgemacht. Ihr Leben sei sehr schwer gewesen. Sie sei geko m- men mit der Hoffnung, in Frieden zu leben (vgl. 1. Anhörung Akten BFM A14/26 S. 5 F49 A). Diese Aussage bestätigte sie in der Folge: Die Hälfte ihres Lebens sei voller Sorge und Stress gewesen (vgl. A18/16 S. 14 a b- schliessend Anmerkung). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz stellt dieses Vorbringen auch nach Einschätzung des Gerichts keine asylbeachtliche staatliche Verfol- gung im Sinne von Art. 3 AsylG dar. Es bleibt sodann abzuklären, ob aufgrund der Aussagen der Beschwerde- führerin eine Verfolgung durch Dritte vorliegt. Das Bundesamt hat sich mit dieser Frage in seinem Entscheid vom 13. August 2013 einlässlich ausei- nandergesetzt; seine Würdigung unter Bst. B. Ziff. 1 und Ziff. 2 ist nicht zu beanstanden. Es kann für Einzelheiten in diesem Zusammenhang zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die angefochtene Verf ü-E-5205/2013 Seite 14 gung verwiesen werden. Weder bestreitet das BFM den Kerngehalt der diesbezüglichen Ausführungen (sklavenähnliche Behandlung einschliess- lich massive Übergriffe auf die körperliche Integrität ), noch kommt das Bundesverwaltungsgericht zu einem anderen Schluss. Sie habe bei den Behörden nicht um Schutz nachgesucht, weil sie Angst gehabt habe , der Mann, bei dem sie gelebt habe, würde sie den Behörden verraten, weshalb sie in den Sudan gegangen sei (vgl. A18/16 S. 8 F69 A). Dem ist indessen in Ergänzung der diesbez üglichen und zu stützenden Erwägungen des BFM entgegenzuhalten, dass sich in Äthiopien zahlreiche Eritreer, die ihr Land verlassen haben, aufhalten, ohne grössere Probleme mit den Behörden zu haben; sie hätte sich ohne weiteres an diese wenden können . Ebenfalls hätte sie bei kirchliche n Kreisen oder Nichtregierungsorganisationen um Rat nachsuchen können; entsprechende Aktivitäten sind den Akten jedoch nicht zu entnehmen. Eine solche Passivität lässt sich einzig und allein mit der Angst vor dem Mann, bei dem sie gelebt habe , beziehungsweise der Furcht vor einer Deportation, die nicht nur höchst unwahrscheinlich war, sondern in ihrem Fall (keine politischen oder andere das Regime gefä hrdenden Tätigkeiten, keine kriminellen Aktivitäten oder irgendwelche andere n Auffälligkeiten) auch im klaren Widerspruch zu den Erkenntnissen des Gerichts st ehen würde, nicht erklären . Es erü brigt sich bei dieser Ausgangslage, auf den Schutzwillen und die Schutzfähig keit der staatlichen Behörden Äthiopien einzugehen; ohne Weiterungen ist auf die diesbezüglichen Erwägungen des BFM in seinem angef ochtenen Entscheid zu verweisen (vgl. vgl. A19/9 Bst. B. Ziff. 1). Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt staatliche Verfolgung vorgebracht, und ebenso wenig liegt eine Verfo l- gung durch Dritte vor. Wenn in der Rechtsmittelschrift gef olgert wird, die Flüchtlingseigenschaft sei nachgewiesen, zumindest ab er glaubhaft g e- macht im Sinne von Art. 7 AsylG, und die Folge davon s ei die Anerken- nung als Flüchtling, so findet diese Einschätzung vor dem Hintergrund des vorstehend Ausgeführten in den Akten und in der Einschätzung des Gerichts keine Stütze (vgl. Beschwerdeschrift Ziff. 3 S. 6). Die Beschwer- deführerin konnte keine asylrechtlich relevanten Verf olgungsgründe im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft machen, weshalb das Vorliegen einer begründeten Furcht vor Verfolgung zu verneinen ist. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, E-5205/2013 Seite 15 so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ei nheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 6.3 Die Wegweisung erfolgt nach Äthiopien, da die Beschwerdeführerin die geltend gemachte erit reische Staatsangehörigkeit weder beweisen noch glaubhaft machen konnte. Zu Recht weist die Vorinstanz in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 23. Dezember 2013 darauf hin, dass nach wie vor kein rechtsgenügliches Identitätspapier vorliegt. Zudem fällt auf, dass die nachgereichte Geburtsurkunde nach dem vorinst anzlichen ablehnenden Entscheid entgegen früheren Ausführungen zur Erhältlich - keit eines solchen Dokuments unerwartet nunmehr doch vorlag. Gleicher- massen unnötig provokativ wirkend wie unbehelflich ni mmt sich die Empfehlung des Rechtsvertreters in seiner Replik vom 20. November 2013 aus, die Richtigkeit der Geburtsurkunde liesse sich mittels eines Abgleiches der Registrationsnummer bei der eritreischen Botschaft in der Schweiz verifizieren, was dann al lerdings zur Folge hätte, dass nach ei - nem solchen Kontakt eine Rückkehr in den Heimatstaat ausgeschlossen wäre. Solche Anmerkungen sollten in Zukunft unterlassen werden. 6.4 Ein Vollzug der Wegweisung ist nach den vorstehenden Erwägungen zwar nach Eritrea auszuschliessen, nicht aber nach Äthiopien, wo sie eigenen Angaben zufolge bis (…) gelebt hat. 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigste ns glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). E-5205/2013 Seite 16 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegen stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Au sreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter od er unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flü chtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde - führerin nach Äthiopien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde- führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei- ner Ausschaffung nach Äthiopien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Mensche n-E-5205/2013 Seite 17 rechtssituation in Äthiopien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völke r- rechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Auslä nderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.3.2 Die schweizerischen Asylbehörden gehen in konstanter Praxis von einer grundsätzlichen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Äth i- opien aus ( vgl. BVGE 2011/25 E. 8.3). Der Grenzkrieg zwische n Äthi o- pien und Eritrea wurde im Juni 2002 mit einem Waffenstillstand und e i- nem am 12. Dezember 2022 von beiden Staaten unterzeichneten Fri e- densabkommen beendet. Im heutigen Zeitpunkt ist nicht von einem off e- nen Konflikt im Grenzgebiet zwischen diesen beid en Staaten auszug e- hen, auch wenn eine Lösung der Grenzproblematik und eine Normalisi e- rung zwischen beiden Staaten nach wie vor nicht in Sicht ist (vgl. a.a.O. E. 8.3). 7.3.3. Mit der sozioökonomischen Situation, namentlich mit der Lage von alleinstehenden Frauen in Äthiopien hat sich das Bundesverwaltungsg e- richt in seinem Entscheid BVGE 2011/25 auseinandergesetzt. Das G e- richt hielt unter anderem insbesondere fest, es sei für alleinstehende und zurückkehrende Frauen nicht leicht, sozialen Anschluss zu finden; die kul- turelle Norm sehe für unverheiratete Frauen ein Leben in der Familie vor. Eine Wohnung zu finden sei in der Regel nur über Bekannte möglich. Die Arbeitslosigkeit von Frauen in Addis Abeba werde auf 40 bis 55 Prozent geschätzt. Begünstigende Faktor en für eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau in Äthiopien einer eigenständigen Erwerbstätigkeit nac h- gehen könne, seien in einer höheren Schulbildung, im Leben in der Stadt, im Besitz finanzieller Mittel, in der Unterstützung durch ein soziales Net z- werk sowie im Zugang zu Informationen zu erblicken. Ohne diese Vo r- aussetzungen würden Frauen oft nur Arbeiten bleiben, welche gesun d- heitliche Risiken bergen würden, so beispielsweise in der Prostitution E-5205/2013 Seite 18 oder in Haushalten, wo sie regelmässig verschiedenen Formen der G e- walt, auch sexueller ausgesetzt seien (vgl. a.a.O. E. 8.5). 7.3.4 In Anbetracht der vorgenannten Faktoren und der persönlichen Vor- aussetzungen der Beschwerdeführerin ist nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Zumutbarkeit einer Rückkehr nach Äthiopien in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht bejaht hat. Das BFM führte in seiner angefochtenen Verfügung aus, den Akten sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in Äthiopien sechs Jahre lang die Schule besucht habe und somit übe r ein Beziehungsnetz verfüge. Es könne zudem davon ausgegangen werden, dass sich Verwandte vor Ort befinden würden. Somit würden begünstigende individuelle Faktoren vo r- liegen, die eine Reintegration möglich machen und zur Annahme berec h- tigen würden, dass s ie durch eine Wegweisung nach Äthiopien nicht an Leib und Leben gefährdet sei. Das Gericht beurteilt diese Einschätzung der Lage als reine Spekulation und eine Schönschreibung der Situation. Die Beschwerdeführerin mac h- te, ohne dass die Vorinstanz diese Aussagen in ihrem Kern in Zweifel g e- zogen hätten, genau das geltend, was gemäss den vorstehenden Erw ä- gungen des Gerichts der Rückschaffung einer alleinstehenden Frau – al- so genau die vorliegende Konstellation – im Wege steht. Die Beschwer- deführerin verfügt weder über ein tragfähiges Beziehungsnetz noch b e- sondere schulische Ausbildung oder berufliche Kenntnisse, w urde über Jahre hinweg sklavenähnlich behandelt und musste sich gar schon prosti- tuieren, um überleben zu können. Die pauschale Einschätzung der ko n- kreten, individuellen Lage der Beschwerdeführerin kann vorliegend auch nicht mit dem Hinweis gestützt werden, Wegweisungsvollzugshindernisse seien grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen, aber die Unters u- chungspflicht finde ihre Grenzen an der Mitwirkungs - und Wahrheit s- pflicht. Der Vollzug der Wegweisung ist nach dem vorstehend Ausgeführten als unzumutbar zu erachten. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung gegen die Bestimmungen von Art. 106 AsylG verstösst. Die Beschwerde ist nach dem Ausgeführten im Asylpunkt abzuweisen. Bezüglich Vollzug der Wegweisung ist sie gutzuheissen. Das BFM ist a n-E-5205/2013 Seite 19 zuweisen, den Aufenthalt der Beschwerdeführerin nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (Art. 83 Abs. 4 AuG). Einer solchen steht auch kein Hinderungsgrund im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AsylG entgegen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten zur Hälfte der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Da sich die Rechts begehren nicht als aussichtslos erwiesen haben und die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ausgewiesen ist, kann in Gu t- heissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfü h- rung auf die Auferlegung von Verfahrenskosten verzichtet werden. 9.2 Schliesslich ist der Beschwerdeführerin angesichts ihres teilweisen Obsiegens eine angemessene Parteientschädigung für die ihr aus der Beschwerdeführung erwachsenen, notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (Art. 7 des Reglements vom 21. Feb ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, jedoch lässt sich der zu bemessende Aufwand aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb auf di e Einholung einer solchen verzichtet wird (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anw endung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung der massgebl i- chen Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) wird die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung demnach von Amtes wegen auf in s- gesamt Fr. 800.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. (Dispositiv nächste Seite) E-5205/2013 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird den Vollzug der Wegweisung betreffend gutgehei s- sen. In den übrigen Punkten wird sie abgewiesen. 2. Die Verfügung des BFM vom 13. August 2013 wird bezüglich der Disposi- tivziffern 4 und 5 aufgehoben und das BFM angewiesen, die Beschwerde- führerin vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Parteientsch ä- digung von Fr. 800.– auszurichten. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Sarah Straub Versand: