6. Oktober 1989 N 1725 Postulat Schule Diese haben bei richtiger Anwendung eine gute Wirkung ohne schädliche Nebenwirkungen. Zudem sind sie in der Regel ko- stengünstiger als die pharmazeutischen Präparate. Die Wissenschaftsfreiheit ist ein Grundrecht gemäss Bundes- verfassung. Die Behörden wären besonders verpflichtet, die- sen Grundsatz in der Praxis anzuwenden. Wenn dies beachtet wird, so ist die heutige Zusammensetzung von Arzneimittel- kommission und Leistungskommission - die einseitig auf die Doktrin der Schulmedizin festgelegt sind - überfällig für eine Neustrukturierung. Dies hat bekanntlich die IKS (Interkanto- nale Kontrollstelle für Heilmittel) schon vor einiger Zeit erkannt und hat eine Erneuerung der Gutachterkollegien bereits ange- fangen. Unter dem Begriff «Erfahrungsmedizin» sind in diesem Zu- sammenhang jene Medizinformen zu verstehen, die sich mit langjähriger praktischer Erfahrung durch diplomierte Aerzte ausweisen können. Dies trifft zu für folgende Vereinigungen: - Schweizerische Aerztegesellschaft für Erfahrungsmedizin - Schweizerischer Verein homöopathischer Aerzte -Vereinigung anthroposophisch orientierter Aerzte in der Schweiz. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.549 Postulat Nussbaumer Kostenteilung für Umweltschutzmassnahmen bei nationalen Verkehrsträgern Défense de l'environnement. Répartition des frais Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Ich ersuche den Bundesrat zu prüfen, ob nicht dort, wo natio- nale Verkehrsträger zweimal die gleichen Landschaften durchschneiden, die Kosten für Verhütung oder Milderung der Durchschneidungsschäden sowie die Vorkehrungen zum Schütze der Landschaft dann auf beide Verkehrsträger gleich- massig zu verteilen sind, wenn bei der Erstdurchschneidung den Belangen des Natur- und Umweltschutzes nicht oder nur ungenügend Rechnung getragen worden ist. Texte du postulat du 22 juin 1989 J'invite le Conseil fédéral à examiner s'il ne conviendrait pas de répartir à parts égales les frais engendrés par la prévention et la réduction des dommages causés par la traversée des ter- res par des voies de communication ainsi que les mesures de- vant être prises pour protéger le paysage, dans les cas où deux voies de communication nationales coupent un même paysage et que les considérations de protection de la nature et de l'environnement n'ont pas été prises en compte, ou l'ont été insuffisamment, lors de la réalisation du premier projet. Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Blatter, Bonny, Bürgi, Büttiker, Daepp, David, Fehr, Hänggi, Jung, Kühne, Le- dergerber, Loretan, Luder, Pini, Ruckstuhl, Schnider, Seiler Rolf, Steinegger, Wanner, Weber-Schwyz, Widrig, Zölch - (23) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden nationale Ver- kehrsträger oft ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt nach rein technischen und oekonomischen Gesichtspunkten ge- baut. Die Zunahme des Verkehrs machte diese Bauwerke not- wendig, damit die stark befahrenen Ortschaften und Agglome- rationen vom Durchgangsverkehr befreit werden konnten. Viele Wälder, unberührte Geländekammern und Landschaf- ten konnten ohne grosse Schwierigkeiten entzweigeschnitten werden. Erst im vergangenen Jahrzehnt ist das Umweltbewusstsein landesweit gestiegen. Heute sind die Anforderungen an die Erbauer sehr hoch. Eingehende Umweltverträglichkeitsprü- fungen, Forderungen nach Untertunnelungen, Wilddurchläs- sen oder Vernetzung der Lebensräume für die Fauna müssen vom Zweiterbauer berücksichtigt werden, ohne dass der Er- bauer der Erstdurchschneidung die höheren Anforderungen und Kosten der Umweltmassnahmen mittragen hilft. Als gravierende Durchschneidungen der Landschaften sind abgezäunte Verkehrsträger einzustufen. Ueberall dort, wo Landschaften von besonderer Schönheit mehrfach durch- schnitten werden, werden dem Erbauer der zweiten Durch- schneidung auch die Unterlassungen des Erstverursachers angelastet. Ein Kostenausgleich drängt sich auch dann auf, wenn im Baubereich des Ersterbauers keine direkten neuen Naturschutzmassnahmen gebaut werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Das Postulat wird von Herrn Dreher bekämpft. Die Diskussion wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 89.552 Postulat Schule Umweltbezogene Marktinformation Produits «propres». Information des consommateurs Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, die Einführung von Umwelt- klassen für Stoffe und Produkte zu prüfen mit dem Ziel, durch diese Information eine Marktlenkung im Sinne eines effizien- ten Umweltschutzes zu erreichen. Texte du postulat du 22 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à considérer l'introduction de clas- ses d'écotoxicité pour les substances et les produits, cette in- formation ayant pour objet d'influer sur le marché, de manière à encourager la protection de l'environnement. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aliesch, Allenspach, Antille, Bremi, Büttiker, Couchepin, Eppenberger Susi, Fäh, Fischer- Seengen, Giger, Loretan, Martin, Mauch Rolf, Mühlemann, Müller-Meilen, Nabholz, Petitpierre, Spalti, Spoerry, Steineg- ger, Tschuppert, Wanner, Weber-Schwyz, Wyss Paul, Zwingli (25) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Umweltverträglichkeit von Stoffen und Produkten soll auf einfache und augenfällige Art deklariert werden, so dass der Konsument seine Kaufentscheide zugunsten umweltverträgli- cherer Produkte fällen kann. Denkbar ist ein Klassifizierungssystem ähnlich der Giftklas- sen, wobei auch eine Auszeichnung besonders umwelt- freundlicher Stoffe und Produkte möglich wäre.Postulat Aubry 1726 N 6 octobre 1989 Rechtlich lässt sich diese Massnahme auf der Verordnungs- stufe realisieren, abgestützt auf die Sachkompetenz des Bun- des gemäss Artikel 27 Umweltschutzgesetz. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.554 Postulat Schule Entsorgungsgebührfür Batterien Recyclage des piles Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, vorgezogene Entsorgungs- gebühren für Batterien auf der Stufe Hersteller/Importeure vor- zusehen. Texte du postulat du 22 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à prévoir une taxe anticipée d'éli- mination des piles, prélevée auprès du fabricant ou de l'impor- tateur. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Antille, Bonny, Bremi, Büttiker, Couchepin, Eppenberger Susi, Fäh, Fischer- Seengen, Giger, Loeb, Martin Paul-René, Mauch Rolf, Mühle- mann, Müller-Meilen, Nabholz, Petitpierre, Spalti, Spoerry, Steinegger, Stucky, Tschuppert, Wanner, Weber-Schwyz, Wyss Paul, Zwingli (26) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Batterien sind die bedeutendste Quelle von Quecksilber, das in die Umwelt gelangt. Mit dem Recycling kann eine Umwelt- belastung vermieden werden. Eine effiziente Lösung könnte wie folgt aussehen: Hersteller und Importeure bezahlen pro verkaufte Batterie 20 Rappen in einen Fonds und erhalten bei der Wiederverwer- tung zum Beispiel 13 Rappen zurückerstattet. Der verblei- bende Ueberschuss dient zweckgebunden der Finanzierung der Entsorgung bei Kehrichtverbrennungsanlagen und Depo- nien. Während für den einzelnen Konsumenten der finanzielle Anreiz nur gering wäre, fällt er auf der Stufe Hersteller/Impor- teure ins Gewicht. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.558 Postulat Aubry Bundesbeiträge an Krankenkassen. Aufteilung Répartition des subsides annuels aux caisses-maladie Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, die Aufteilung der Bundes- beiträge an die Krankenkassen zu überprüfen, damit das Wei- terbestehen jener Kassen, welche die schlechten Risiken tra- gen, gesichert werden kann. Mit einer neuen, risikoabhängigen Aufteilung der Beiträge liesse sich eine Erhöhung der Bundesbeiträge an die Kran- kenkassen verhindern. Artikel 35 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 13. Juni 1911 über die Krankenversicherung könnte folgendermassen ge- staltet werden: 1. Erhöhung der Beiträge für Kinder bis zum 18. Altersjahr 2. Reduktion der Beiträge für Frauen vom 18. bis zum 40. Al- tersjahr um die Hälfte 3. Erhöhung der Beiträge für Frauen über 40 Jahre 4. Streichung der Beiträge für Männer vom 18. bis zum 65. Al- tersjahr 5. Verbesserte Beiträge für Invalidenrentner 6. Die Bundesbeiträge für Mutterschaftsleistungen sind ent- sprechend den effektiven Kosten in der Allgemeinen Abteilung gemäss schweizerischem Landesdurchschnitt festzulegen. 7. Für die Männer Qber 65 Jahre sind die Beiträge wiederum auszurichten. Texte du postulat du 23 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à examiner une meilleure réparti- tion des subsides des caisses-maladie de façon à permettre aux caisses qui supportent les mauvais risques de subsister. Cette répartition différente des subsides selon les risques per- mettrait de ne pas augmenter les subsides fédéraux aux cais- ses-maladie. L'article 35 de la LAMA pourrait être rédigé comme suit: La Confédération alloue aux caisses les subsides annuels se- lon la répartition suivante: I.Augmentation des subsides pour les enfants de zéro à 18 ans 2. Subsides réduits de moitié pour les femmes de 18 à 40 ans 3. Augmentation des subsides pour les femmes de 40 ans et plus 4. Suppression des subsides pour les hommes de 18 à 65 ans 5. Subsides Al améliorés pour les bénéficiaires 6. Subsides fédéraux pour accouchements doivent être versés en fonction des coûts réels en «chambre commune» selon le principe des moyennes suisses 7. Pour les hommes de 65 ans et plus, les subsides ordinaires sont à nouveau versés. Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. August 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 août 1989 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Ueberwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Schüle Umweltbezogene Marktinformation Postulat Schüle Produits «propres». Information des consommateurs In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.552 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1989 - 08:00 Date Data Seite 1725-1726 Page Pagina Ref. No 20 017 798 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.