A bteilung III C -1229/2006 {T 0/2} U rteil vom 6. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter And- reas Trom m er; R ichterin Elena Avenati-C arpani; G erichts- schreiber D aniel G rim m . Firm a A._______handelnd durch B._______, Beschw erdeführer, vertreten durch Treuhandbüro G eissbühler, M urgenthal- strasse 15, 4901 Langenthal, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verw eigerung der Zustim m ung zum kantonalen Vorentscheid in B ezug auf C ._______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 20. Septem ber 2006 stellte die Firm a A._______ (nachfolgend Be- schw erdeführer) durch ihren Vertreter ein Beschäftigungsgesuch, w eil der im Autocarrosseriegew erbe tätige Betrieb beabsichtigte, den aus Serbien stam m enden C ._______ (einen Bruder des G eschäftsinhabers B._______) ab anfangs O ktober 2006 auf unbestim m te Zeit als M itunternehm er bzw . Personalgeschäftsleiter einzusetzen. N achdem der Beschw erdeführer die G esuchsunterlagen am 3. O ktober 2006 ergänzte hatte, erklärte sich die kantonale Arbeitsm arktbehörde (beco, Berner W irtschaft) m it Vorentscheid vom 4. O ktober 2006 m it der Erteilung einer Jahresaufenthaltsbew illigung zu Lasten des kantonalen Kontingents einverstanden und unterbreitete die Akten in Anw endung von Art. 42 Abs. 5 der Verordnung vom 6. O ktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO , SR 823.21) dem Bundesam t zur Zustim m ung. B. M it Verfügung vom 27. O ktober 2006 lehnte es die Vorinstanz ab, die Zu- stim m ung zum arbeitsm arktlichen Vorentscheid zu erteilen. Zur Begrün- dung führte sie aus, D rittstaatsangehörige könnten aufgrund der geltenden ausländerrechtlichen Bestim m ungen nur zur Erw erbstätigkeit in der Schw eiz zugelassen w erden, w enn es sich bei ihnen um qualifizierte Ar- beitskräfte handle und besondere G ründe vorlägen. Zudem m üsse die Ein- haltung der am Einsatzort geltenden orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsm arktbedingungen gew ährt sein. Im vorliegenden Fall seien die Voraussetzungen von Art. 7, Art. 8 und Art. 9 BVO nicht erfüllt. W eder die verw andtschaftlichen Beziehungen noch die vorgesehenen Investitionen von C ._______ in die Erw eiterung des C arrosseriebetriebes könnten als besondere G ründe im Sinne von Art. 8 BVO betrachtet w erden. Sodann sei die zu besetzende Stelle nicht als C o-G eschäftsführer ausgeschrieben w orden. H inzu kom m e, dass sich der offerierte Lohn deutlich unter dem Salärniveau für Kaderpositionen in kleinen und m ittleren U nternehm en (KM U ) bew ege. D ie erforderliche Zustim m ung m üsse deshalb verw eigert w erden. C . M it Beschw erde vom 23. N ovem ber 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) beantragt der Beschw erdeführer, die an- gefochtene Verfügung sei aufzuheben bzw . die Zustim m ung gestützt auf Art. 8 Abs. 3 BVO zu erteilen. Im W esentlichen lässt er vorbringen, m it der ins Auge gefassten Anstellung w ären auch eine Betriebserw eiterung (incl. grössere Angebotspalette und Ausbau der D ienstleistungen) sow ie die Schaffung von zw ei bis drei zusätzlichen Arbeitsplätzen verbunden. C ._______ sei die R olle eines U nternehm ers zugedacht, der sich m it Ei- genkapital und persönlichem Einsatz im Betrieb engagiere. U m das anvi- sierte Vorhaben zu verw irklichen, m üssten die beiden Brüder B._______ und C ._______ ihre finanziellen M ittel und fachlichen R essourcen aber bündeln. Anders lasse sich das Projekt nicht realisieren. Betriebserw eite- rungen und Investitionen lägen auch im KM U -Segm ent im w irtschaftlichen Interesse der R egion und der Schw eiz. M it der angefochtenen Zustim -3 m ungsverw eigerung w erde die bundesrätliche KM U -Politik, unternehm eri- sche Initiative zu fördern und zu erleichtern, in sachlich nicht gerechtfertig- ten W eise verletzt. Som it lägen besondere G ründe im Sinne der geltenden Praxis vor. Auch Argum ente w ie die R ekrutierbarkeit auf dem einheim i- schen Arbeitsm arkt und der Lohn könnten dem Beschw erdeführer, da an der tatsächlichen Sachlage vorbeiführend, schliesslich nicht entgegenge- halten w erden. D arin sei eine Verw eigerung des rechtlichen G ehörs zu er- blicken. D . In seiner Vernehm lassung vom 12. Januar 2007 schliesst das Bundesam t auf Abw eisung der Beschw erde und hebt hervor, die m assgebenden aus- länderrechtlichen Bestim m ungen gelangten auch bei grundsätzlich förde- rungsw ürdigen Betriebserw eiterungen zur Anw endung. Selbst bei Investitionen, die w eit höher lägen als im vorliegenden Fall, w ürde es sich nicht rechtfertigen, einem D rittstaatsangehörigen aufgrund von Art. 8 BVO eine Aufenthalts- und Arbeitsbew illigung zu erteilen. Abgesehen davon habe sich C ._______ m it seiner Fam ilie im Jahre 1999 als Asylbew erber in der Schw eiz aufgehalten und im R ahm en des R ückkehrhilfeprogram m es von einer finanziellen Starthilfe des dam aligen Bundesam tes für Flüchtlin- ge (BFF) profitiert. Bei dieser G elegenheit habe er sich verpflichtet, defini- tiv in den Kosovo zurückzukehren. E. In der R eplik vom 19. Februar 2007 kritisiert der Vertreter nochm als, das Bundesam t habe einzelne Punkte aus dem G esuch herausgelöst, anstatt den Sachverhalt im G esam tzusam m enhang zu w ürdigen. G em äss der publizierten Praxis des BFM seien auch Betriebserw eiterungen zu den be- sonderen Zulassungsgründen zu zählen. C ._______ biete ausdrücklich an, die erforderliche Zustim m ung m it den Auflagen zu verknüpfen, die erhalte- ne R ückkehrhilfe vollum fänglich zurückzubezahlen sow ie bei schlechtem G eschäftsgang auf Leistungen der öffentlichen H and zu verzichten und das Land gegebenenfalls zu verlassen. F. Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ägun- gen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verw eigerung der Zustim m ung zum ar- beitsm arktlichen Vorentscheid nach Art. 42 Abs. 5 BVO unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bun- desgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] und Art. 53 BVO i.V.m . Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der beim In-4 krafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidge- nössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das G esetz nichts an- deres bestim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesge- richt [BG G , SR 173.110]). 1.4 D er Beschw erdeführer ist als Arbeitgeber von C ._______ zur Beschw er- deführung legitim iert (vgl. Art. 20 Abs. 2 AN AG und Art. 53 Abs. 4 BVO ). Auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gut- heissen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publizierten U rteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 3. 3.1 Auf Beschw erdeebene w ird (w enn auch eher beiläufig) gerügt, das Bun- desam t habe die Zustim m ungsverw eigerung ohne vorgängige Einräum ung des rechtlichen G ehörs erlassen. Es trifft zu, dass der Beschw erdeführer vor Erlass des angefochtenen Entscheids nicht angehört w orden ist. D ie Vorinstanz begründet dies m it dem H inw eis, der Sachverhalt für eine ab- schliessende W ürdigung des Beschäftigungsgesuches sei eindeutig er- stellt gew esen. D ieser R echtsauffassung kann – zum indest unter den vor- liegenden Begebenheiten – gefolgt w erden. D er verfassungsm ässige An- spruch auf rechtliches G ehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 Vw VG ) beschlägt nur die Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts, nicht aber die rechtliche W ürdigung desselben. D em Betroffenen ist deshalb in der R egel kein R echt auf vorgängige Stellungnahm e bezüglich Fragen der rechtlichen Beurteilung und W ürdigung von Tatsachen einzu- räum en, es sei denn, die Behörde gedenke, sich in ihrem Entscheid auf ei- nen völlig unüblichen und nicht voraussehbaren R echtsgrund abzustützen (zum G anzen vgl. Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 59.53 m it H inw eisen). In Verfahren, die auf Antrag der beschw erdeführenden Partei eingeleitet w erden, m uss das Äusserungsrecht uno actu m it der Verfah-5 renseinleitung ausgeübt w erden. Sofern das G esuch aus G ründen abge- w iesen w erden soll, die dem Betroffenen nicht bekannt sind und zu denen er sich nicht schon in der Begründung des G esuches geäussert hat, sind ihm diese G ründe m itzuteilen. Andernfalls entfällt besagte M itteilungs- pflicht (KLAU S R EIN H A R D T, D as rechtliche G ehör in Verw altungssachen, Zü- rich 1968, S. 20). 3.2 Vorliegend w urde das erstinstanzliche Verfahren auf Antrag des Be- schw erdeführers eingeleitet. D ass den Bestim m ungen der Begrenzungs- verordnung bei einem G esuch um Beschäftigung einer ausländischen Ar- beitskraft grosse Bedeutung zukom m t, liegt bei einem Verfahren, in dem es um die Zulassung eines D rittstaatsangehörigen geht, in der N atur der Sache. D er Beschw erdeführer hatte von daher allen Anlass, sow ohl die Verhältnisse auf Arbeitgeberseite als auch diejenigen auf Seiten des Ar- beitnehm ers m öglichst um fassend darzulegen und m it entsprechenden U n- terlagen zu belegen. D a er sich von allem Anfang an auf die besonderen G ründe im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Bst. BVO , m ithin einen Ausnahm etatbe- stand berief (siehe das Beschäftigungsgesuch vom 20. Septem ber 2006), m uss er sich der Voraussetzungen für die Zulassung einer Arbeitskraft aus einem N icht-EU /EFTA-Land bew usst gew esen sein. D ie Vorinstanz stützte ihren anschliessenden negativen Entscheid allein auf die Eingaben vom 20. Septem ber 2006 und 3. O ktober 2006 sow ie die dazugehörigen G e- suchsbeilagen. Bei dieser Sachlage w ar sie nicht gehalten, den Beschw er- deführer über das Ergebnis ihrer Bew eisw ürdigung und rechtlicher Beurtei- lung in Form eines Verfügungsentw urfs vorgängig zu inform ieren. Kom m t hinzu, dass das Bundesverw altungsgericht über freie Kognition verfügt (Art. 49 Bst. b Vw VG ; vgl. ferner FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspfle- ge, 2. Aufl., Bern 1983, S. 287). D er Vorw urf des Vertreters, einzelne Sachverhaltselem ente seien fälschlicherw eise aus dem Zusam m enhang herausgelöst w orden, bezieht sich derw eil auf die m ateriellrechtliche Frage der falschen R echtsanw endung bzw . der w illkürlichen Bew eisw ürdigung. Som it liegt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör vor. 4. 4.1 C ._______ untersteht als Staatsangehöriger von Serbien w eder dem Ab- kom m en vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft einerseits und der Europäischen G em einschaft und ihren M itglied- staaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkom m en, SR 0.142.112.681) noch dem Abkom m en vom 21. Juni 2001 zur Änderung des Ü bereinkom m ens vom 4. Januar 1960 zur Errichtung der Europä- ischen Freihandelsassoziation (EFTA-Ü bereinkom m en, SR 0.632.31). Sei- ne Zulassung zum schw eizerischen Arbeitsm arkt richtet sich deshalb nach dem AN AG und der BVO (Art. 2 BVO ). D ie Behörde entscheidet, im R ah- m en der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge m it dem Ausland, nach freiem Erm essen über die Bew illigung von Aufenthalt oder N iederlas- sung (Art. 4 AN AG ). 4.2 D ie kantonalen Frem denpolizeibehörden sind zuständig für die Erteilung und Verlängerung von Bew illigungen. Erw erbstätigen Ausländerinnen und 6 Ausländern erteilen sie Bew illigungen erst nach dem Vorentscheid oder der Stellungnahm e der Arbeitsm arktbehörde. Vorbehalten bleibt die Zu- stim m ung des BFM (Art. 51 BVO ). 4.3 D ie Begrenzungsverordnung m acht die frem denpolizeiliche Zulassung von D rittstaatsangehörigen zw ecks Erw erbstätigkeit unter anderem davon ab- hängig, dass die Bestim m ungen über den Inländervorrang (Art. 7 BVO ) und den Vorrang von Angehörigen von M itgliedstaaten der EU und der EFTA (Art. 8 BVO ) gew ahrt sind. D arüber entscheidet die kantonale Ar- beitsm arktbehörde im R ahm en eines Vorentscheides zum kantonalen Be- w illigungsentscheid; der Vorentscheid zu Bew illigungen, w elche zu Lasten der kantonalen H öchstzahlen gehen (Kontingentsbew illigungen), ist dem BFM zur Zustim m ung zu unterbreiten (Art. 42 Abs. 1 und 5 BVO ). Es befin- det in Ausübung einer originären Sachentscheidskom petenz des Bundes und ohne Bindung an die Beurteilung durch die kantonalen Behörden über das Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen (vgl. BG E 127 ll 49 E. 3a S. 51 f., BG E 120 lb 6 E. 3c S. 11 f., ferner VPB 70.23, 67.62 oder 66.66). 4.4 Bew illigungen zur erstm aligen Erw erbstätigkeit, zum Stellen- oder Berufs- w echsel und zur Verlängerung des Aufenthalts dürfen nur erteilt w erden, w enn der Arbeitgeber keine einheim ische Arbeitskraft findet, die gew illt und fähig ist, die Arbeit zu den orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeits- bedingungen zu leisten (Art. 7 Abs. 1 BVO ). Bei G esuchen für eine erst- m alige Erw erbstätigkeit m uss der Arbeitgeber auf Verlangen zudem nach- w eisen, dass er alle zum utbaren Anstrengungen unternom m en hat, um eine Arbeitskraft auf dem inländischen Arbeitsm arkt zu finden (Art. 7 Abs. 4 Bst. a BVO ). Steht keine geeignete Arbeitskraft aus der Schw eiz zur Ver- fügung und w ill die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber eine ausländische Person anstellen, ist nach der Prioritätenordnung von Art. 8 BVO vorzuge- hen. 4.5 G em äss Art. 8 Abs. 1 BVO w ird eine Bew illigung zur Ausübung einer Er- w erbstätigkeit in erster Linie den Angehörigen der EU -M itgliedstaaten nach dem Freizügigkeitsabkom m en und den Angehörigen der EFTA-M itglied- staaten nach dem EFTA-Ü bereinkom m en erteilt. D ie Arbeitsm arktbehör- den können im Vorentscheid zu Bew illigungen (Art. 42 BVO ) Ausnahm en von Art. 8 Abs. 1 BVO verfügen, w enn es sich um qualifizierte Arbeitskräfte handelt und besondere G ründe eine Ausnahm e rechtfertigen (Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO ). D abei m üssen die beiden genannten Kriterien kum ulativ er- füllt sein (vgl. VPB 67.62, 66.66, 66.67 oder 59.17). 4.6 Aus den Akten w ird nicht ganz klar, ob C ._______ in der Schw eiz als An- gestellter oder als Selbständigerw erbender zum Einsatz gelangen soll. D er Arbeitsvertrag und die Angaben auf dem Form ular der kantonalen Arbeits- m arktbehörde ("G esuch zum Stellenantritt/Stellenw echsel") sprechen eher für ein Angestelltenverhältnis, die Ausführungen des Vertreters deuten hin- gegen in R ichtung selbständiger Erw erbstätigkeit (siehe beispielsw eise die G esuchsergänzung vom 3. O ktober 2006, die Beschw erdeeingabe vom 23. N ovem ber 2006 oder die R eplik vom 19. Februar 2007). D ie Zulas-7 sungsbestim m ungen des schw eizerischen Ausländerrechts sind zw ar auf die unselbständig erw erbstätigen Ausländerinnen und Ausländer ausge- richtet, erfassen aber auch die Selbständigerw erbstätigen (vgl. Art. 6 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1 Bst. c und Art. 43 BVO ), w eshalb die BVO hier unabhän- gig von der Beschäftigungsart des Betroffenen zur Anw endung gelangt (vgl. VPB 67.62 E. 11.3). Zu den allgem einen Voraussetzungen der Aus- übung einer Erw erbstätigkeit (Art. 6 – Art. 11 BVO ) käm e im Falle der selb- ständigen Erw erbstätigkeit hinzu, dass die W irtschafts- und Arbeitsm arktla- ge es gestatten m üsste, ausnahm sw eise eine solche Tätigkeit zuzulassen (Art. 42 Abs. 1 Bst. c BVO , vgl. ferner VPB 67.62 E. 15). Im vorliegenden Verfahren kom m t besagtem Aspekt – im Ergebnis – kaum Bedeutung zu. 5. 5.1 D ie hauptsächlichsten Einw ände auf Beschw erdeebene beziehen sich auf die Frage, ob besondere G ründe im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO vorliegen. Ausgehend von der System atik der Begrenzungsverordnung w äre allerdings vorw eg zu prüfen, ob der Beschw erdeführer auf dem inlän- dischen Arbeitsm arkt zum utbare R ekrutierungsbem ühungen unternom m en hat, die ohne Erfolg blieben (Art. 7 Abs. 4 BVO ). In Bezug auf die konkret zu besetzende Stelle w urden keine entsprechenden Suchbem ühungen veranlasst. D er Vertreter begründet dies m it dem besonderen, auf die Be- dürfnisse des Beschw erdeführers zugeschnittenen Anforderungsprofil. Von den in einem üblichen Fall zum utbaren R ekrutierungsanstrengungen kann gem äss vorinstanzlicher Praxis abgesehen w erden, w enn besondere Ver- hältnisse herrschen, die eine differenziertere Betrachtungsw eise erforder- lich m achen (VPB 67.62). O b es zulässig w ar, die Anforderungen w ie sie im G esuch zum Stellenantritt vom 20. Septem ber 2006 oder im Arbeitsver- trag ihren N iederschlag fanden, derart auf die Person des Arbeitgebers m asszuschneidern, dass sie faktisch nur noch vom W unschkandidaten er- füllbar sind, erscheint m ehr als fraglich. U nter den vorliegenden U m stän- den (vgl. Ziff. 5.2 – 5.5 unten) erübrigt es sich indessen, den Aspekt des Inländervorranges (der für die Angehörigen der fünfzehn "alten" EU -Län- dern ab dem 1. Juni 2007 nicht m ehr gilt) um fassender zu erörtern. D as- selbe gilt m it Blick auf die Prioritäten für die R ekrutierung gem äss Art. 8 Abs. 1 BVO (Vorrang von Erw erbstätigen aus EU -/EFTA-Staaten gegen- über D rittstaatsangehörigen). 5.2 D ie Firm a A._______ bezw eckt den Betrieb einer Autocarrosserie und ei- nes Autospritzw erkes. G eführt w ird sie von dem in der Schw eiz niederge- lassenen B._______. H ierbei handelt es sich w ie erw ähnt um einen Bruder von C ._______. N ebst dem Betriebsleiter beschäftigt die im Jahre 1994 gegründete G arage derzeit einen M itarbeiter und zw ei Lehrlinge. D en An- gaben des Vertreters zufolge plant der G eschäftsinhaber eine Betriebser- w eiterung. Konkret geht es um die Angliederung einer Fahrzeugvertretung und den Ausbau von D ienstleistungen. D am it verbunden w ären nach D ar- stellung der Beteiligten die Vergrösserung der räum lichen Kapazitäten (die R ede ist von einem N eubau neben dem bestehenden G eschäftsgebäude) und die Schaffung von zw ei bis drei Arbeitsplätzen. C ._______ seinerseits ist laut den G esuchsunterlagen gelernter Autolackierer m it den Spezialge-8 bieten "Airbrushing" und "Tuning" und führt in der Stadt Prizren (Kosovo) eine Autolackierw erkstätte. Von Januar 1999 bis O ktober 1999 w eilte er m it seiner Fam ilie als Asylbew erber in der Schw eiz. Im R ahm en eines R ückkehrhilfeprogram m es erhielt er dam als finanzielle Starthilfen, w orauf er in seine H eim at zurückkehrte. D en Ausführungen des Parteivertreters zufolge w ürde sich C ._______ als M itunternehm er bzw . C o-G eschäftsfüh- rer m it persönlichem Einsatz und Eigenkapital für das künftige U nterneh- m en engagieren. Letzterer w äre zu diesem Zw ecke bereit, die nach dem Krieg im Kosovo w iederaufgebaute Existenz zu veräussern und in die Schw eiz überzusiedeln. D ie von den Beteiligten zum Ausdruck gebrachten Vorstellungen schlagen sich allerdings w eder im G esuch zum Stellenantritt (Funktion: "Personal-G eschäftsleitung", bei einem Bruttolohn von Fr. 4'500.--) noch im Arbeitsvertrag (Anstellung als Autolackierer m it einem M onatslohn von Fr. 4'500.--) nieder. D ie angesprochene D ivergenz zw i- schen G esuchsbeilagen und Begründung des Beschäftigungsgesuches, die frühere Anw esenheit der zu beschäftigenden Person als Asylsuchen- der und nicht zuletzt die engen verw andtschaftlichen Beziehungen von C ._______ zur Schw eiz (ausser B._______ leben zw ei w eitere Brüder seit langem im Kanton Solothurn) lassen es als angezeigt erscheinen, ein be- sonderes Augenm erk darauf zu richten, H andlungen zu verhindern, die in irgendeiner W eise auf eine U m gehung der ordentlichen ausländerrechtli- chen Vorschriften hinauslaufen könnten. D en Arbeitsvertrag als eine bloss form ale Ü bergangsregelung zu interpretieren (vgl. S. 4 der Beschw erde), verfängt im dargelegten Kontext nicht, zum al nirgends näher ausgeführt w ird, m it w elchen zeitlichen H orizonten die Initianten für die Phase der Be- triebserw eiterung rechnen. D iese besondere Ausgangslage rechtfertigt es, die m öglichen Ausnahm egründe gem äss Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO eng aus- zulegen. 5.3 O b die Voraussetzungen für die Annahm e eines besonderen G rundes im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO gegeben sind, beurteilt sich in erster Linie nach dem volksw irtschaftlichen G esam tinteresse. D ieses w iederum hat sich heutzutage auch an übergeordneten integrations- und staatspoliti- schen Zielen zu orientieren. U nter diesem G esichtspunkt w erden von der R echtsprechung und Praxis folgende Ausnahm egründe zugelassen: Zu- sam m enarbeitsverträge (Joint Ventures), Praktika oder Aus- und W eiterbil- dung (von Berufsverbänden, global tätigen U nternehm en oder in genau definierten Bereichen m it Ausbildungskonzepten auch von KM U ), Kader- oder Spezialistentransfer, prekäre gesam tschw eizerischen Arbeitsm arktsi- tuation (Branchen oder Personengruppen, w elche in dringenden Fällen m it w irtschaftlicher Bedeutung vom Bundesam t nach Absprache m it den zu- ständigen kantonalen Behörden und den betroffenen Branchenverbänden bestim m t w erden), w irtschaftliche und für den Arbeitsm arkt Schw eiz nach- haltig relevante G ründe sow ie Sonderfälle von allgem einem Interesse ohne grössere w irtschaftliche Bedeutung (vgl. Ziffer 432.32 der W eisungen und Erläuterungen über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsm arkt des BFM , nachfolgend: AN AG -W eisungen [Q uelle: w w w .bfm .adm in.ch]). Für diejeni- gen Branchen und Berufe bzw . Berufsfunktionen, in denen in der Vergan-9 genheit am häufigsten um Ausnahm en von den R ekrutierungsbem ühungen ersucht w urde (G astgew erbe, G esundheitsw esen, Tourism us, Inform atik, Sportler, M usiker, Künstler), listen die AN AG -W eisungen explizit die be- sonderen Kriterien für eine Ausnahm e nach Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO auf (siehe Ziff. 491 i.V.m . Anhang 4/8 der AN AG -W eisungen). Für Aufgaben, w ie sie C ._______ w ahrnehm en m öchte, fällt einzig der Ausnahm egrund "W irtschaftliche und für den Arbeitsm arkt Schw eiz nachhaltig relevante G ründe" in Betracht. 5.4 D ie AN AG -W eisungen nennen unter dem Titel "W irtschaftliche und für den Arbeitsm arkt Schw eiz nachhaltig relevante G ründe" die Erschliessung neu- er M ärkte, die Sicherstellung von w irtschaftlich bedeutenden Verbindungen ins Ausland, die Sicherstellung von Exportvolum en sow ie U nternehm ens- gründungen oder Betriebserw eiterungen m it Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen, für die inländische Arbeitnehm ende rekrutierbar sind. N ur schon diese Auflistung m acht deutlich, dass die Bundesbehörden m it den W eisungen Sachverhalte von ganz anderen D im ensionen erfasst haben w ollten (siehe hierzu VPB 67.62). D ie Firm a A._______ charakterisiert sich als Kleinbetrieb m it zw ei Fachkräften und zw ei Lehrlingen. Im Falle einer Betriebserw eiterung käm en m axim al zw ei bis drei Arbeitsplätze hinzu. D ie- se Zahlen erreichen längst nicht die erforderliche G rössenordnung für eine Anerkennung als besonderer G rund im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO . D er prognostizierte (m inim al bleibende) Personalbestand kann denn kaum als im volksw irtschaftlichen G esam tinteresse liegend betrachtet w erden. G leich verhält es sich m it den (auf die R egion beschränkten) w irtschaftli- chen Im pulsen, die allenfalls durch die geplanten Investitionen ausgelöst w ürden. Im Vordergrund steht vielm ehr der W unsch der Brüder B._______ und C ._______, gem einsam eine Autogarage zu betreiben (vgl. beispiels- w eise den Lebenslauf vom 19. Septem ber 2006). G egen die Annahm e nachhaltiger w irtschaftlicher G ründe bei der zu besetzenden Stelle spricht überdies die starke Fokussierung auf die Person des Beschw erdeführers. D aran verm ag der Vorschlag in der R eplik, die Zustim m ung m it Auflagen zu verbinden, nichts zu ändern, stellen Bew illigungsauflagen im Bereich von Firm engründungen und Betriebserw eiterungen doch ohnehin ein ge- läufiges M ittel dar, um nachhaltig positive Ausw irkungen eines Vorhabens zu erreichen. D ie Zustim m ung zum arbeitsm arktlichen Vorentscheid schei- tert deshalb bereits am Erfordernis der "besonderen G ründe" als einem der beiden Teiltatbestände von Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO . Bei diesem Zw i- schenergebnis ist auf den anderen Teiltatbestand von Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO ("qualifizierte Arbeitskräfte") und Art. 9 BVO (Lohn) nicht näher einzu- gehen. 5.5 D er freie Personenverkehr m it der EU /EFTA erfordert aus volksw irtschaftli- chen und staatspolitischen Ü berlegungen grösste Zurückhaltung gegen- über einer Zulassung von D rittstaatsangehörigen zum schw eizerischen Ar- beitsm arkt. D ie Ausdehnung des Freizügigkeitsabkom m ens auf die neuen M itgliedstaaten der EU (O sterw eiterung) ist seit rund einem Jahr in Kraft. Auf den 1. Juni 2007 w urden zudem die Kontingente für die fünfzehn "al- ten" EU -Länder sow ie M alta und Zypern aufgehoben. In beiden Fällen sind 10 die Folgen und Ausw irkungen davon offen. D as Ziel der bundesrätlichen Ausländerpolitik ist es, eine Zuw anderung von Arbeitskräften aus N icht- EU /EFTA-Staaten zu gestatten, die sozial- und gesellschaftspolitisch ver- träglich ist und nachhaltig für einen ausgew ogenen Arbeitsm arkt sorgt. D ie Beschäftigung von D rittausländern soll dem zufolge erm öglicht w erden, w enn dies im längerfristigeren gesam tw irtschaftlichen und staatspoliti- schen Interesse liegt, w obei den bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingun- gen Beachtung zu schenken ist. Insofern stehen diese Vorgaben in einem Spannungsverhältnis zum Postulat, kleinere und m ittlere U nternehm en zu fördern. Angesichts der Vielzahl von G aragebetrieben und Autoreparatur- w erkstätten erscheint indessen selbst in diesem Bereich eine restriktive Zulassungspraxis geboten, ansonsten sich die Bew illigungsbehörden des Vorw urfes aussetzten, Erw erbstätige dieser oder verw andter Branchen ge- langten leichter in den G enuss entsprechender Anw esenheitsregelungen als Arbeitskräfte anderer Sektoren der W irtschaft. U nabhängig von der Förderungsw ürdigkeit einer konkreten Betriebserw eiterung geht es m it an- deren W orten prim är darum zu verm eiden, dass m ittels Sonderlösungen die Anw endung der ausländerrechtlichen Vorschriften behindert und m ögli- che, nicht erw ünschte Präjudizien geschaffen w erden. Es w iderspräche deshalb dem Sinn und Zw eck der Art. 7 – Art. 11 BVO , in Konstellationen w ie der vorliegenden (klassischer Kleinbetrieb, heutiger und künftiger Per- sonalbestand, beschränkter volksw irtschaftlicher N utzen, enge fam iliäre Beziehungen zw ischen den Beteiligten) Ausnahm en zuzulassen. D ie Vor- instanz hat das ihr nach Art. 4 AN AG zustehende Erm essen dem nach in pflichtgem ässer W eise w ahrgenom m en. 6. Zusam m enfassend ergibt die Ü berprüfung der arbeitsm arktlichen Situati- on, dass die Voraussetzungen im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO nicht gegeben sind. D ie angefochtene Verfügung erw eist sich som it als recht- m ässig (Art. 49 Vw VG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist. 7. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Be- schw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]). ******* (D ispositiv S. 11)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 700.-- (G erichtsgebühr und Auslagen) w er- den dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie sind durch den am 29. Januar 2007 geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten [...] retour) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf D aniel G rim m Versand am :