A bteilung III C -598/2006 {T 0/2} U rteil vom 16. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler (Vorsitz); R ichter Vuille; R ichter Vaudan; G erichtsschreiberin H aake. X., Beschw erdeführer, vertreten durch Frau Lic. iur. R uth D önni, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend A usdehnung der kantonalen W egw eisung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. X._______ reiste im April 1993 in die Schw eiz ein und heiratete noch im selben M onat die im Kanton Luzern aufenthaltsberechtigte und ebenfalls aus dem ehem aligen Jugoslaw ien stam m ende Y._______. Im R ahm en des Fam iliennachzugs w urde ihm infolgedessen eine Aufenthaltsbew illigung erteilt, w elche letztm als bis zum 2. Juni 2003 verlängert w urde. Am 18. Juli 2003 w urde seine Ehe geschieden und die elterliche Sorge über die drei gem einsam en Kinder der M utter zugesprochen. B. M it Verfügung vom 26. N ovem ber 2004 lehnte das Am t für M igration des Kantons Luzern das von X._______ gestellte G esuch um Verlängerung seiner Aufenthaltsbew illigung ab und w ies ihn aus dem Kanton w eg. Begründet w urde die Verfügung dam it, dass der G esuchsteller w eder den U nterhaltsverpflichtungen gegenüber seinen Kindern noch seinen sonsti- gen finanziellen Verpflichtungen nachkom m e. Bei einem Schuldenberg von über 170'000 Franken sei es ihm bisher nicht gelungen, geregelte finanzielle Verhältnisse zu schaffen. D a es sich um Schulden von bedeu- tendem U m fang handle, w erde sein Verhalten als Verstoss gegen die öffentliche O rdnung betrachtet und rechtfertige daher die N ichtverlän- gerung seiner Aufenthaltsbew illigung. D ie gegen diese Verfügung an das Justiz- und Sicherheitsdepartem ent des Kantons Luzern erhobene Ver- w altungsbeschw erde w urde m it Entscheid vom 14. M ärz 2005 rechtskräftig abgew iesen. G leichzeitig w urde X._______ aufgefordert, den Kanton Luzern bis zum 30. April 2005 zu verlassen. C . Am 28. April 2005 m eldete sich X._______ bei der Einw ohnerkontrolle seines bisherigen W ohnorts in die Stadt Zürich ab und stellte dort am 27. April bzw . 2. M ai 2005 ein G esuch um Erteilung einer Aufenthalts- bew illigung für den Kanton Zürich. Sein gegen die ablehnende Verfügung des M igrationsam tes gerichteter R ekurs w urde vom R egierungsrat des Kantons Zürich m it Entscheid vom 1. M ärz 2006 ebenfalls abgew iesen. D . M it Verfügung vom 6. M ai 2005 dehnte das Bundesam t für M igration die vom Kanton Luzern verfügte W egw eisung vom 26. N ovem ber 2004 auf das gesam te G ebiet der Schw eiz aus und setzte X._______ unter Entzug der aufschiebenden W irkung eine Ausreisefrist bis zum 31. M ai 2005. Zur Begründung führt die Vorinstanz aus, es gäbe keine H inw eise, w onach ein anderer Kanton bereit w äre, eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen. D a der Aufenthaltszw eck in der Schw eiz som it als erfüllt zu betrachten sei, habe die W iederausreise zu erfolgen. G ründe, w elche den Vollzug der W egw eisungsverfügung als unzulässig, unzum utbar oder nicht durchführbar erscheinen liessen, seien nicht ersichtlich. E. G egen diese Verfügung erhob X._______, vertreten durch R echtsanw ältin R uth D önni, am 6. Juni 2005 Beschw erde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben sow ie die U nzulässigkeit und die U nzum utbarkeit der W egw eisung aus der Schw eiz festzustellen und ihn vorläufig aufnehm en. Er m acht geltend, er habe m ittlerw eile M assnahm en ergriffen, um seine finanziellen Problem e, für die nicht er, sondern seine Ex-Ehefrau 3 verantw ortlich sei, in den G riff zu bekom m en. Er habe sich bem üht, einen Teil der Schulden abzubezahlen, und es seien auch keine neuen Schulden hinzugekom m en. D ie vorinstanzliche Verfügung sei aus verschiedenen G ründen aufzu- heben. Sie gehe zu U nrecht davon aus, dass kein anderer Kanton bereit sei, ihm eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen, denn zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses sei bereits ein entsprechendes G esuch im Kanton Zürich hängig gew esen. D ieses sei bis heute nicht rechtskräftig abge- w iesen w orden. W eiterhin sei zu berücksichtigen, dass für ihn, der der Volksgruppe der R om a angehöre, die R ückkehr in seine H eim at m it der G efährdung seines Lebens verbunden w äre. D ie offene G ew alt gegen R om a sei dort in jüngster Zeit erheblich angestiegen. Auch einer seiner C ousins sei dieser G ew alt zum O pfer gefallen und kurz nach seiner R ück- kehr um gebracht w orden. D ie m it der W egw eisung einhergehende G efährdung des Lebens stelle eine zw ingende Schranke im Sinne von Artikel 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) dar, so dass die angefochtene Verfügung aufzuheben und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen sei. D och selbst w enn m an den W egw eisungsvollzug als zulässig erachte, so sei er zum indest unzum ut- bar. Er, der Beschw erdeführer, lebe seit nunm ehr zw ölf Jahren in der Schw eiz und habe zu seinem H eim atland praktisch keinen Bezug m ehr. Angesichts des U m standes, dass er dort kein tragfähiges Beziehungsnetz m ehr habe, w äre ihm dort auch der Aufbau einer neuen Existenz nicht m ehr m öglich. H ingegen sei er in der Schw eiz gut integriert und spreche sehr gut deutsch. Er habe auch nie von der Fürsorge unterstützt w erden m üssen. F. In ihrer Vernehm lassung vom 5. O ktober 2005 schliesst die Vorinstanz auf Abw eisung der Beschw erde. Im vorliegenden Fall sei nicht die bereits rechtskräftig entschiedene Frage der Aufenthaltsbew illigung zu überprü- fen, sondern es gehe lediglich um die Ausdehnung der räum lichen W ir- kung des kantonalen W egw eisungsentscheids auf das gesam te G ebiet der Schw eiz. In diesem Zusam m enhang könne es allenfalls eine R olle spielen, ob sich ein anderer Kanton zur Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung be- reit erklärt habe. D ies sei hier jedoch zu verneinen. W as die Frage der Zulässigkeit und Zum utbarkeit des W egw eisungsvoll- zugs betreffe, so könne angesichts der heutigen Lage im H eim atland des Beschw erdeführers nicht m ehr von einer allgem einen Situation der G ew alt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gespro- chen w erden. Auch in den Akten deute nichts darauf hin, dass der R ekur- rent bei einer R ückkehr in die H eim at auf G rund individueller M erkm ale in konkreter W eise gefährdet w äre. Allein die Zugehörigkeit zur Volksgruppe der R om a und die dam it verbundenen Benachteiligungen stellten jedenfalls keine konkrete G efährdung dar. Vereinzelt gäbe es zw ar Schikanen von Privatpersonen und Behörden; flächenm ässige Ü bergriffe und gezielte Be- nachteiligungen, w elche den W egw eisungsvollzug unzum utbar erscheinen liessen, seien jedoch nicht bekannt.4 G . In ihrer darauf folgenden Stellungnahm e vom 23. N ovem ber 2005 verw eist die Parteivertreterin auf das (zum dam aligen Zeitpunkt) im Kanton Zürich noch hängige Verfahren um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung. Be- züglich der Frage der U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W eg- w eisungsvollzugs w iederholt sie ihr bisheriges Vorbringen. W as die Situ- ation der in der H eim at des Beschw erdeführers lebenden R om a betreffe, so m üsse vorliegend insbesondere berücksichtigt w erden, dass es bereits in dessen Fam ilie zu Ü bergriffen gekom m en sei. D ass er dazu keine Belege einreichen könne, dürfe ihm nicht zum N achteil gereichen. Aus Angst vor R epressalien seien w eder seine Angehörigen noch andere Per- sonen im H eim atland bereit, Angaben zu den in seiner Fam ilie erfolgten Ü bergriffen zu m achen. In einer w eiteren Eingabe vom 28. August 2006 übersendet die R echts- vertreterin einen von Stephane Laederich im Juni 2006 erstellten Bericht über die aktuelle Situation der R om a im Kosovo. D ieser Bericht lasse darauf schliessen, dass die R ückkehr des aus Prizren stam m enden Be- schw erdeführers nach w ie vor m it einer G efährdung seines Lebens ver- bunden w äre. D er w eitere Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ägungen Berücksichtigung finden. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VG G genannten Ausnahm en Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer in Art. 33 VG G aufgeführten Behörde erlassen w urden. D arunter fallen die Verfügungen des BFM betreffend Ausdehnung der kantonalen W eg- w eisung (Art. 12 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), w elche vom Bundesverw altungsgericht endgültig beurteilt w erden (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 lit. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes bei Eid- genössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG , sow eit dieses G esetz nichts anderes bestim m t. 1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschw erdeführer zur Anfechtung der vor- instanzlichen Verfügung legitim iert. Auf die frist- und form gerecht eingerei- chte Beschw erde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ).5 2. G em äss Artikel 1a AN AG ist eine ausländische Person dann zur Anw esen- heit in der Schw eiz berechtigt, w enn sie über eine Aufenthalts- oder N ie- derlassungsbew illigung verfügt oder nach dem G esetz keiner solchen be- darf (zum Letzteren vgl. Art. 2 AN AG und Art. 1 AN AV). Besitzt sie keine Bew illigung und kann sie sich auch nicht auf ein gesetzliches Bleiberecht berufen, so ist ihr Aufenthalt illegal und sie ist von G esetzes w egen ver- pflichtet, die Schw eiz zu verlassen (vgl. Art. 18 i.V.m . Art. 12 AN AG , ferner den Tatbestand des illegalen Aufenthaltes im Sinne von Art. 23 Abs. 1 AN AG , sow ie: N IC O LA S W ISA R D , Les renvois et leur exécution en droit des étrangers et en droit d’asile, Basel/Frankfurt a.M . 1997, S. 102). D ie durch den zuständigen Kanton verfügte W egw eisung ist vor diesem H intergrund kein Eingriff in ein irgendw ie geartetes Anw esenheitsrecht, sondern eine exekutorische M assnahm e zur Beseitigung eines rechtsw idrigen Zustan- des (vgl. AN D R EAS ZÜ N D , Beendigung der Anw esenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: U ebersax/M ünch/G eiser/Arnold [H rsg.], Ausländerrecht. Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, Privatrecht, Straf- recht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, R z. 6.53 m it H inw eisen) und zugleich dessen logische und nicht in Frage zu stellende Konsequenz (Art. 12 Abs. 3 Satz 2 AN AG verleiht der Behörde kein Entschliessungserm essen; vgl. dazu W ISA R D , a.a.O ., S. 130). D ie W egw eisung kann in dieser Konstellation nam entlich nicht dadurch in Frage gestellt w erden, dass die Ausreisepflicht them atisiert w ird, beispiels- w eise indem geltend gem acht w ird, es bestehe ein überw iegendes privates Interesse am w eiteren Verbleib in der Schw eiz. D erartige Vorbringen sind im kantonalen Bew illigungsverfahren oder – nach Verw eigerung einer Bew illigung – in dem dafür vorgesehene R echtsm ittelverfahren geltend zu m achen; vorbehalten bleiben Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a AN AG . 3. G em äss Artikel 12 Absatz 3 AN AG kann die eidgenössische Behörde die Pflicht zur Ausreise aus einem Kanton auf das ganze G ebiet der Schw eiz ausdehnen. Artikel 17 Absatz 2 AN AV präzisiert diese Bestim m ung, indem die Ausdehnung der W egw eisung zur R egel erklärt w ird, von der nur abzuw eichen ist, w enn dem Ausländer aus besonderen G ründen G elegen- heit gegeben w erden soll, in einem anderen Kanton um eine Bew illigung nachzusuchen. D ie Ausdehnung ist som it nur noch der konsequente Voll- zug eines rechtskräftigen kantonalen Entscheides und w ird daher nur in seltenen Ausnahm efällen unterbleiben (vgl. Entscheid des Eidgenössi- schen Justiz- und Polizeidepartem ents vom 5. M ai 1998, publiziert in Ver- w altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 62.52 E. 9 m it H inw eisen). Som it gilt das zur kantonal verfügten W egw eisung G esagte grundsätzlich auch für die ebenfalls exekutorisch w irkende Ausdehnungsverfügung. W urde die ausländische Person im Anschluss an einen negativen kan- tonalen Bew illigungsentscheid aus dem Kanton w eggew iesen und hat sie als Folge davon kein R echt auf Aufenthalt in der Schw eiz (Art. 1a AN AG ), kann sie die Ausreiseverpflichtung selbst nicht zum Them a des Verfahrens m achen; vorbehalten bleiben auch hier Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a AN AG . Es ist dem Ausländer nam entlich verw ehrt, Interessen 6 einzubringen, die auf den w eiteren Verbleib in der Schw eiz gerichtet sind, denn die Ausreiseverpflichtung ist die gesetzliche Folge des fehlenden Aufenthaltsrechts. Ein Aufenthaltsrecht, das notw endig w äre, um die Ausreisepflicht zu beseitigen, w ird durch den Verzicht auf eine Aus- dehnungsverfügung nicht verm ittelt. D ies ist schon deshalb nicht m öglich, w eil die sachliche Zuständigkeit zur Legalisierung des Aufenthaltes nach der geltenden bundesstaatlichen Kom petenzausscheidung nicht beim Bund, sondern bei den Kantonen liegt. D er Bund hat w ohl die M öglichkeit, im Einzelfall eine frem denpolizeiliche R egelung durch den Kanton zu verhindern, um gekehrt besitzt er aber keine Kom petenz, einen Kanton zur frem denpolizeilichen R egelung eines Ausländers anzuhalten oder diesen auch nur zu dulden (vgl. Art. 18 AN AG ; vorbehalten bleibt das Asylrecht, das hier nicht von Bedeutung ist, sow ie die vorläufige Aufnahm e, zu Letzterer w eiter hinten). 4. Vor dem H intergrund der geschilderten Kom petenzordnung ist auch die R egelung des Artikel 17 Absatz 2 AN AV zu verstehen, w onach auf die Ausdehnung verzichtet w erden kann, w enn der ausländischen Person aus besonderen G ründen G elegenheit gegeben w erden soll, in einem anderen Kanton um eine Bew illigung nachzusuchen. D a auf der einen Seite der Verzicht auf die Ausdehnung an der Illegalität des Aufenthalts nichts än- dert, und es auf der anderen Seite nicht angeht, einen rechtsw idrigen Zustand in Kauf zu nehm en, w ird Artikel 17 Absatz 2 AN AV praxisgem äss in dem Sinne ausgelegt, dass von einer Ausdehnung Abstand genom m en w ird, w enn in einem D rittkanton ein Bew illigungsverfahren hängig ist und der D rittkanton dem Ausländer den Aufenthalt w ährend des Verfahrens ge- stattet. Eine analoge R egelung gegenüber dem w egw eisenden Kanton ist nicht notw endig. D enn da die Ausdehnung gegenüber der kantonalen W egw eisung akzessorisch ist, sie m ithin in ihrem Bestand und ihrer W irk- sam keit vom Bestand und der W irksam keit der kantonalen W egw eisung abhängt, kann der w egw eisende Kanton auf seinen Entscheid zurück- kom m en und der Ausdehnung die G rundlage entziehen, ohne dass es hierzu einer Anordnung der Bundesbehörden bedürfte. 5. D er Beschw erdeführer ist von einer rechtskräftigen kantonalen W eg- w eisung betroffen. M it dem im Kanton Zürich rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung steht fest, dass seitens eines D rittkantons keine Bereitschaft besteht, den Aufenthalt des Beschw erdeführers zu regeln. Es ist som it kein Spielraum vorhanden, vom G rundsatz der Ausdehnung der kantonalen W egw eisung auf das ganze G ebiet der Schw eiz abzuw eichen. D ie Ausdehnung der kantonalen W eg- w eisung ist dam it rechtens. 6. U nabhängig von der Bestätigung der Ausdehnungsverfügung bleibt zu prüfen, ob H inderungsgründe für den Vollzug der W egw eisung anzu- nehm en sind (Art. 14a Abs. 3 und 4 AN AG ) und das zuständige Bundesam t deshalb gestützt auf Artikel 14a Absatz 1 AN AG die vorläufige Aufnahm e hätte verfügen m üssen (vgl. ALAIN W U R ZBU R G ER , La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en m atière de police des étrangers, in: R evue 7 de droit adm inistratif et de droit fiscal [R D AF], Septem ber 1997, S. 306). In diesem Zusam m enhang gilt es darauf hinzuw eisen, dass die vorläufige Aufnahm e als Ersatzm assnahm e für den Vollzug der W egw eisung ausgestaltet ist. Sie tritt neben die W egw eisung, deren Bestand sie nicht antastet, sondern vielm ehr voraussetzt (BBl 1990 647; W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M . 1990, S. 200). Voll- zugshindernisse können som it die Ausdehnungsverfügung als solche von vornherein nicht in Frage stellen. 7. D er Vollzug der W egw eisung ist nicht m öglich, w enn die ausländische Person w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrecht- liche Verpflichtungen der Schw eiz – insbesondere jene der EM R K und des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) – einer W eiterreise in den H eim at-, H erkunfts- oder D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung dar- stellt (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7.1 Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte, die darauf hindeuten w ürden, einer R ückkehr des R ekurrenten stünden technische H indernisse im W eg oder es drohe ihm in seinem H eim atland Verfolgung, Folter oder eine andere Art grausam er und unm enschlicher Behandlung oder Bestrafung (vgl. Art. 1A Ziff. 2 i.V.m . Art. 33 FK sow ie Art. 3 EM R K; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 und 3 der Schw eizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 7.2 D em gegenüber ist das Vorliegen einer konkreten G efährdung fraglich. Eine solche kann bestehen aufgrund einer im H eim atland herrschenden politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situa- tion allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahren- m om ente, w ie beispielsw eise der N ichterhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung (vgl. EM AR K 2006 N r. 11 E. 6 S. 118 m it H in- w eisen). W irtschaftliche Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Be- völkerung regelm ässig betroffen ist, w ie W ohnungsnot oder ein schw ieriger Arbeitsm arkt, verm ögen keine konkrete G efährdung zu begründen. D a- gegen ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum utbar, w enn sich die aus- ländische Person im Falle einer zw angsw eisen R ückkehr in ihren H eim at- staat m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer existenzgefährdenden Situ- ation ausgesetzt sähe (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 10.3 S. 114 m it H in- w eisen). Eine solche Situation liegt nam entlich dann vor, w enn die w eggew iesene Person unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ür- de, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G e- sundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.1 S. 106 m it H inw eisen). 8. In der Beschw erdeschrift m acht der Beschw erdeführer als H indernis für den W egw eisungsvollzugs geltend, seine R ückkehr in den Kosovo sei für ihn, der der ethnischen M inderheit der R om a angehöre, m it einer G e- fährdung seines Lebens verbunden.8 8.1 In seinem Lagebericht vom M ärz 2005 stellte das U N H C R fest, dass sich die Situation im Kosovo nach den gew alttätigen ethnischen Auseinander- setzungen im M ärz 2004 seit der zw eiten H älfte des Jahres 2004 ins- gesam t w eiter verbessert und stabilisiert habe. N am entlich habe sich die provisorische Selbstverw altung ernsthaft um die U m setzung der N orm en zum U m gang m it ethnischen M inderheiten bem üht; seit rund einem Jahr seien keine ethnisch m otivierten Tötungen m ehr zu verzeichnen. 8.2 Vor diesem H intergrund hielt die jüngste R echtsprechung der – seit dem 1. Januar 2007 ins Bundesverw altungsgericht integrierten – Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) den Vollzug der W egw eisung von albanisch- sprachigen R om a, Ashkali und Ägyptern in den Kosovo grundsätzlich für zum utbar, sofern aufgrund einer Einzelfallabklärung (insbesondere U nter- suchungen vor O rt) feststehe, dass bestim m te R eintegrationskriterien w ie berufliche Ausbildung, G esundheitszustand, Alter, ausreichende w irt- schaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz im Kosovo erfüllt seien (vgl. EM AR K 2006 N r. 11 E. 6.2.3 S.122 und N r. 10 E. 5.4 S. 107 f.). In den genannten Fällen ergab sich für die AR K das Erfordernis der Einzel- fallabklärung daraus, dass die betroffenen Personen zu den so genannten "vulnerable groups" gehörten (in einem Fall handelte es sich um eine allein erziehende M utter von vier m inderjährigen Kindern, im anderen Fall um zw ei W itw en, davon eine pflegebedürftig, die andere M utter von m inder- jährigen Kindern). 8.3 Im Falle des Beschw erdeführers erübrigt sich jedoch eine Einzelfallab- klärung vor O rt, da die soeben aufgezählten Kriterien, die für die Zum ut- barkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen, hinreichend geklärt sind. Aus seinem eigenen Vorbringen ergibt sich näm lich, dass er in seiner H eim at- region Prizren – w o die Sicherheitslage w enig problem atisch ist – durchaus noch über Fam ilienangehörige und Bekannte verfügt. Sein Alter von 34 Jahren sow ie seine in der Schw eiz ausgeübte Berufstätigkeit sprechen ebenfalls dafür, dass er sehr w ohl in der Lage sein dürfte, sich in der alten H eim at eine neue Existenz aufzubauen. D ie dam it verbundenen vorübergehenden U nannehm lichkeiten w ie W ohnungs- und Arbeitssuche sind dabei in Kauf zu nehm en. 8.4 Sow eit sich der Beschw erdeführer auf den angeblichen gew altsam en Tod eines C ousins beruft, könnte dies zw ar die Frage aufw erfen, ob seine Zu- gehörigkeit zur Volksgruppe der R om a ihn im Falle einer R ückkehr tat- sächlich in G efahr bringen könnte. D ie insow eit pauschalen und absichtlich unpräzisen Behauptungen des Beschw erdeführers lassen allerdings eine nähere Prüfung, insbesondere Abklärungen vor O rt, gar nicht zu. So hat der Beschw erdeführer erklärt, w eder seine Angehörigen noch andere Per- sonen im H eim atland seien bereit, Angaben zu den in seiner Fam ilie er- folgten Ü bergriffen zu m achen; er könne dazu auch keine Belege ein- reichen. Seine R echtsansicht, dies dürfe ihm nicht zum N achteil gereichen, geht jedoch fehl. 8.5 Zw ar ist das Bundesverw altungsgericht aufgrund der das Verfahren be- herrschenden U ntersuchungsm axim e gehalten, den Sachverhalt von 9 Am tes w egen abzuklären. D iese Pflicht der Behörde w ird begrenzt durch die M itw irkungspflicht der Parteien (Art. 13 Vw VG ), ohne dass ihnen dadurch die Bew eisführungslast überbunden w ürde (vgl. nicht publiziertes U rteil des Bundesgerichts 2A.430/2006 vom 6. Februar 2007 E. 10.2). D ie dem Beschw erdeführer – auch in eigenem Interesse – obliegende M it- w irkungspflicht gebietet es, bei der Feststellung des relevanten Sachver- halts m itzuw irken. Im vorliegenden Fall hätte der Beschw erdeführer die U m stände, die für ihn eine konkrete Bedrohung darstellen und von der Verw altung nicht näher abgeklärt w erden können, unter Angabe von Bew eism itteln näher darlegen m üssen. D ie Verletzung seiner M itw irkungs- pflicht führt dazu, dass die ihn bei der Frage des W egw eisungsvollzugs w om öglich begünstigenden U m stände nicht zu berücksichtigen sind. Seine allgem einen und sich lediglich auf den eingereichten Lagebericht von Stephane Laederich abstützenden Ausführungen reichen nicht aus, um drohende Ü bergriffe gegen ihn selbst glaubhaft darlegen zu können. Zudem spricht der U m stand, dass der Beschw erdeführer im Jahre 1993 nicht über den Asylw eg, sondern im R ahm en des Fam iliennachzugs in die Schw eiz gelangt ist, dafür, dass seine Ausführungen lediglich Schutz- behauptungen sind. H inzu kom m t, dass er eigenen Angaben zufolge w ährend seines hiesigen Aufenthalts dreim al in den Kosovo zurückgekehrt ist. 9. Abschliessend betrachtet ergeben sich aus den Akten und aus dem Be- schw erdevorbringen keine relevanten (bzw . einem Bew eis zugänglichen) Anhaltspunkte, die gegen die Zulässigkeit und Zum utbarkeit des W eg- w eisungsvollzugs in die H eim at des Beschw erdeführers sprächen: D em Vollzug seiner W egw eisung stehen w eder völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz entgegen, noch w ird das Vorliegen einer konkreten G efähr- dung im Sinne von Artikel 14a Absatz 4 AN AG glaubhaft gem acht. D er Beschw erdeführer hat seine H eim at im Jahre 1993 verlassen und erhielt im R ahm en des Fam iliennachzugs eine Aufenthaltsbew illigung in der Schw eiz. Er ist w eder gesundheitlich gefährdet oder sonst von einer Krankheit betroffen, deren m edizinische Behandlung im H eim atland nicht gew ährleistet w äre. H inw eise auf die angeblich gute Integration in der Schw eiz einerseits sow ie auf die schlechteren Zukunftsperspektiven in der H eim at andererseits sind, w as die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs betrifft, jedenfalls unbeachtlich. 10. D ie angefochtene Verfügung ist som it als rechtm ässig zu bestätigen (Art. 49 Vw VG ) und die Beschw erde infolgedessen abzuw eisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschw erdeführer die Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 800.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt. Sie sind durch den am 15. August 2005 geleisteten Kostenvorschuss gleicher H öhe gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben; Akten R ef-N r. 2 159 449 retour) D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: R uth Beutler Barbara H aake Versand am :