Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 22. Februar 2022 (400 21 221) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Originärer Eigentumserwerb gemäss Art. 933 ZGB bei anvertrauten beweglichen Sachen (E. 4.3.4 f.); Besitzübertragung gemäss Art. 922 ZGB durch tatsächliche Lieferung eines Fahrzeugs oder durch Übergabe des Schlüssels und der Fahrzeugpapiere (E. 4.3.5); Gut- gläubigkeit der Erwerberin hinsichtlich der Verfügu ngsberechtigung des Veräusserers beim Verkauf von Occasionfahrzeugen des Luxussegments (E. 4.4.4 f.) Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richter Philippe Spitz (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Dr. Reto Vonzun, und Advokat Benjamin Suter, Walder Wyss AG, Aeschenvorstadt 48, Postfach 633, 4010 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen B. _____ AG , vertreten durch Advokat Stephan Frey, und/oder Advokatin Sabrina Brand, NEOVIUS AG, Hirschgässlein 30, 4010 Basel, Beklagte und Berufungsbeklagte Gegenstand Herausgabe, eventualiter Schadenersatz Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 21. Mai 2021 A. Am 15. August 2018 wurde in den Räumlichkeiten der B. ____ AG ein schriftlicher, als Kaufvertrag betitelter Vertrag abgeschlossen. Vertragsgegenstand war ein Porsche 911 RS 3.0, Jahrgang 1974, Farbe weiss (nachstehend Porsche RSR), welcher A. ____ im Austausch gegen vier eigene Fahrzeuge erwerben sollte. Bei den vier Tauschfahrzeugen handelte es sich um einen Porsche 911 [964] Turbo 3.6, Jahrgang 1993, Farbe schwarz (nachstehend schwarzer Porsche), einen weiteren Porsche der Serie 911 [964] Carrera 2 RSR 3.8, Jahrgang 1991, Farbe grau Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (nachstehend grauer Porsche), einen Chevrolet Corvette C2 sowie einen Ford Capri RS. Als Ver- tragsparteien wurden im Vertragsformular A. ____ sowie die C. ____ GmbH und Co. KG (nach- stehend C. ____) aufgeführt. Zum Zeitpunkt der Vertra gsaufsetzung waren in den Geschäfts- räumlichkeiten der B. ____ AG folgende Personen anwese nd: A. ____, D. ____ und E. ____, letzterer Mitglied des Verwaltungsrates der B. ____ AG. Zusätzlich war zeitweise F. ____, Ge- schäftsführer der C. ____, per Telefon zugeschaltet. Mit «Fahrzeugrechnungen» vom 16. August 2018 (grauer Porsche, Verkaufspreis CHF 210’000.00) un d vom 20. August 2018 (schwarzer Porsche, Verkaufspreis CHF 210’000.00) wurde der Weiterverkauf der beiden erstgenannten Ein- tauschfahrzeuge (schwarzer und grauer Porsche) durch D. ____ an die B. ____ AG dokumentiert. Der Porsche RSR, welcher sich im Showroom der B. ____ AG befand, wurde durch D. ____ an A. ____ an dessen Wohnadresse in U. ____ ausgeliefert. Bei Ablieferung des Porsches RSR durch D. ____ an A. ____ übergab der erwähnte Erwerber den grauen Porsche, welcher sich in seiner Garage in U. ____ befand, an die B. ____ AG. Der schwarze Porsche war zu jenem Zeit- punkt noch in der G. ___ Garage in V. ____ eingelager t und wurde auf Anweisung von A. ____ zur Lokalität der B. ____ AG nach W. ____ transportiert. Anfang Oktober 2018 holte D. ____ oder einer seiner Mitarbeitenden den Porsche RSR bei A. __ __ ab und überführte diesen nach Deutschland. Seither hat A. ____ nach eigenen Angaben zum Standort des Porsches RSR keine Informationen mehr. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2018 erklärte A. ____ gegenüber der C. ____ den Rücktritt vom Kaufvertrag vom 15. August 2018 zu folge Nichterfüllung. Zudem leitete er am 1. November 2018 in Deutschland ein Zivilverfahren gegen die C. ____ ein und obsiegte. Dementsprechend wurde A. ____ mit Urteil des Landgerichts X. ____ vom 2. August 2019 Scha- denersatz in der Höhe von Euro 670'000.00 zugesprochen. Mit Vereinbarung vom 5. September 2019 trat die C. ____ allfällige Herausgabeansprüche betreffend den schwarzen und grauen Por- sche an A. ____ ab. Die Staatsanwaltschaft Solothurn er liess am 10. September 2019 ein Ver- äusserungsverbot an die B. ____AG betreffend den schwarzen und grauen Porsche, welche sich in deren Besitz befinden. B. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2019 erhob A. ____ (Kl äger), vertreten durch Advokat Dr. Reto Vonzun, beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West nach durchgeführtem, erfolglos verlaufenem Schlichtungsverfahren Klage gegen die B. _ ___ AG (Beklagte) und beantragte, es sei die Beklagte unter Androhung der Bestrafung ihrer verantwortlichen Organe, namentlich von Frau H. ____ und von E. ____, beide c/o Beklagte, nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhand- lungsfall zu verpflichten, dem Kläger unmittelbar nach Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils den Porsche 911 (964) Turbo 3.6, Stamm-Nr. XXX.XXX.XXX, F ahrgestell-Nr. ____, schwarz, lnver- kehrsetzung 1993, Kilometerstand ca. 62'900 km, sowie den Porsche 911 (964) Carrera 2 RSR 3.8, Stamm-Nr. XXX.XXX.XXX, Fahrgestell-Nr. ____, gr au, lnverkehrsetzung 1991, Kilometer- stand ca. 15'800 km, frei von jedwelchen dinglichen oder vertraglichen Belastungen oder sonsti- gen Rechten Dritter herauszugeben; eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 480'000.00 (eventualiter EUR 425'192.67) zuzügli ch 5% Zins seit 15. August 2018 zu be- zahlen. Alles unter o/e-Kostenfolge (zuzüglich MWSt) zul asten der Beklagten. Die beklagte B. ____ AG, vertreten durch Advokat Dr. Stephan Frey, bea ntragte in ihrer Klageantwort vom 23. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht April 2020 die Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klä- ger. Das Zivilkreisgerichtspräsidium West ordnete in der Folge einen zweiten Schriftenwechsel an, worauf der Kläger am 31. August 2020 seine Replik und die Beklagte am 7. Januar 2021 ihre Duplik erstatten liessen, wobei die Parteien an den be reits erwähnten Begehren vollumfänglich festhielten. Bereits am 31. Juli 2020 verkündete die Beklagte D. ____, welcher am Abschluss der der vorliegenden Streitigkeit unter anderem zugrundeli egenden Rechtsgeschäfte beteiligt war, den Streit und beantragte bei der Vorinstanz, es sei d em Streitberufenen die Streitverkündung gerichtlich zu notifizieren. Auf die richterliche Aufforderung hin zur Mitteilung, ob er sich am Ver- fahren beteilige, orientierte D. ____ das Zivilkreisgericht mit Eingabe vom 7. Oktober 2020, dass er sich nicht am Verfahren beteilige. C. Nach durchgeführtem doppeltem Schriftenwechsel wurden die Parteien zur erstinstanzli- chen Hauptverhandlung geladen. Diese fand am 21. Mai 2021 statt und führte zum Entscheid des Zivilkreisgerichts gleichen Datums, mit welchem die Klage vollumfänglich abgewiesen wurde (Dispositiv-Ziffer 1), dem Kläger die Gerichtskosten von C HF 40'000.00 (bei schriftlicher Ent- scheidbegründung) auferlegt wurden und dieser verurtei lt wurde, der Beklagten eine Parteient- schädigung von CHF 48'737.20 (inkl. Auslagen, ohne MWST ) zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 2). Der Entscheid wurde den Parteien zunächst im Dispositiv er öffnet. Die vom Kläger verlangte, nachträglich erstellte schriftliche Begründung des vorinstanzlichen Entscheids vom 21. Mai 2021 erreichte die Parteien am 14. September 2021. Zusamme nfassend erwog die Vorinstanz, dass der Tauschvertrag über den Porsche RSR zwischen dem Kläger und der C. ____ simuliert wor- den sei und der dissimulierte Vertrag zwischen dem Kläger und D. ____ rechtsgültig abgeschlos- sen worden sei. D. ____ habe derivativ das Eigentum an den Eintauschfahrzeugen erworben und der Kläger dringe als Nichteigentümer mit der Eigentumsklage gegenüber der beklagten B. ____ AG auf Herausgabe der streitgegenständlichen Fahrzeuge (schwarzer und grauer Porsche) nicht durch. Unabhängig vom Bestand einer Simulation sei zudem zu berücksichtigen, dass die beiden streitgegenständlichen Porsches D. ____ seitens der C. ____ zum Weiterverkauf in der Schweiz anvertraut worden seien. Die Beklagte habe gutgläubig davon ausgehen dürfen, dass D. ____ zur Veräusserung der beiden Porsches berechtigt gewesen s ei und sei in ihrem gutgläubigen Erwerb zu schützen. Der Kläger habe unter keinem Titel einen Herausgabeanspruch gegen die Beklagte. Mangels nachgewiesener Widerrechtlichkeit im V erhalten der Organe der Beklagten und mangels Kausalität desselben zum behaupteten Scha denseintritt wies das Zivilkreisgericht auch den eventualiter vom Kläger klageweise geltend ge machten Schadenersatzanspruch ge- genüber der Beklagten ab. D. Gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 21. Mai 2021 erhob A. ____ (nachstehend Berufungskläger), vertreten durch Advokat Dr. Reto Vonzun, mit Eingabe vom 14. Oktober 2021 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht (nachstehend Kantonsgericht), Beru- fung und stellte dabei folgende Rechtsbegehren: « 1. Es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht a) die Beklagte unter Androhung der Bestrafung ihrer verantwortlichen Organe, namentlich von Frau H. ____ und von Herrn E. ____, bei de c/o Beklagte, nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall zu verpflichten, dem Kläger unmittelbar nach Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils den Porsche 911 (964) Turbo 3.6, Stamm-Nr. XXX.XXX.XXX, Fahrgestell-Nr. ____, schwarz, lnverkehrsetzung 1993, Kilometerstand ca. 62'900 km, sowie den Porsche 911 (964) Carrera 2 RSR 3.8, Stamm-Nr. XXX.XXX.XXX , Fahrgestell-Nr. ____, grau, lnverkehrsetzung 1991, Kilome- terstand ca. 15'800 km, frei von jedwelchen dinglichen o der vertraglichen Belastungen oder sonstigen Rechten Dritter herauszugeben; b) eventualiter die Beklagte zu verpflichten, dem Kläg er CHF 390'000.00 (eventualiter: EUR 363'691.64) zuzüglich 5% Zins seit dem 15. August 2018 zu bezahlen. 2. Alles unter o/e-Kostenfolge (zuzüglich MWSt) zulast en der Beklagten.» Der Berufungskläger führt zur Begründung seiner Anträge zusammengefasst an, die C. ____ sei nie Eigentümerin der Tauschfahrzeuge geworden, weil bereits das Verpflichtungsgeschäft ungül- tig sei und weil keine Übertragung des Besitzes an den beiden Porsches auf die C. ____ stattge- funden habe. D. ____ sei nie Eigentümer des schwarzen und grauen Porsches geworden, weil für die Übertragung des Eigentums an denselben ein gültiger Rechtsgrund fehle. Folglich hätte die Beklagte nur originär, gestützt auf die Art. 933 ff. ZGB das Eigentum an den beiden Porsches erwerben können, was allerdings an deren fehlenden Gutgläubigkeit hinsichtlich der Verfügungs- berechtigung von D. ____ scheitere. E. Nach der erfolgten Leistung des beim Berufungskläger mit Verfügung vom 19. Oktober 2021 erhobenen Kostenvorschusses von CHF 20'000.00 wurde d er B. ____ AG (nachstehend Berufungsbeklagten) mit Verfügung vom 27. Oktober 2021 Frist zur Einreichung der Berufungs- antwort angesetzt. Die Berufungsbeklagte, vertreten durch Dr. Stephan Frey, erstattete ihre Be- rufungsantwort mit Eingabe vom 29. November 2021 und beantragte darin die Abweisung der Berufung, soweit auf diese einzutreten sei und die B estätigung des angefochtenen Entscheids; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Berufungskläger s. Zur Begründung liess sie im We- sentlichen ausführen, aufgrund von Art. 714 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 933 ZGB sei sie unangefoch- ten Eigentümerin des schwarzen und des grauen Porsches ge worden. Die Schlussfolgerungen des Berufungsklägers seien insoweit alle falsch, als dass sie sich auf dessen verkehrte Sicht des Sachverhalts abstützen würden. Der vom Berufungskläger vo rgelegte Tauschvertrag zwischen ihm und der C. ____ betreffend den Porsche RSR sei simuliert worden. Das dissimulierte Tausch- geschäft sei, wie vorinstanzlich zutreffend festgestellt, rechtswirksam zwischen dem Berufungs- kläger und D. ____ abgeschlossen worden. Im Weiteren se i irrelevant, ob die C. ____ oder D. ____ je Eigentümer der beiden Porsches geworden seie n. Massgeblich für die Frage, ob der Berufungskläger von der Berufungsbeklagten die beiden P orsches zurückverlangen könne, sei einzig deren Rechtsposition; und weil die Beklagte den grauen und den schwarzen Porsche in gutem Glauben von D. ____ gekauft habe, kämen deshal b Art. 714 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 933 ZGB zur Anwendung. Die Berufungsbeklagte sei Eigentüme rin der beiden Porsches geworden. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens habe der Berufungskläger vergeblich versucht, die Anwendung der einschlägigen Bestimmungen (Art. 714 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 933 ZGB) auszu- hebeln, indem er die Berufungsbeklagte als bösgläubig dargestellt habe. Für eine angebliche Bösgläubigkeit der Berufungsbeklagten habe der Berufungskläger insbesondere angeführt, diese habe gewusst, dass D. ____ in einem anderen Fall schon Pr obleme bezüglich der Verfügungs- berechtigung über ein Fahrzeug gehabt habe. Zudem hätte die Berufungsbeklagte bei pflichtge- mässer Aufmerksamkeit erkennen müssen, dass D. ____ nicht Eigentümer der beiden Porsches gewesen sei. Das Verhalten von D. ____ in einem Rechtsgeschäft mit einer Drittpartei sei indes- sen für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht relevant. Zudem würde der Berufungskläger mit seinem Versuch, der Berufungsbeklagten beim Erwerb der beiden Porsches fehlende Gut- gläubigkeit hinsichtlich der Verfügungsberechtigung von D. ____ über die beiden Fahrzeuge nachzuweisen, scheitern. Selbst wenn man der Auffassung des Berufungsklägers folgte, wonach der Tauschvertrag mit der C. ____ nicht simuliert gewesen sein soll, sei davon auszugehen, dass der graue und der schwarze Porsche D. ____ von der C. ____ zum Weiterverkauf in der Schweiz anvertraut worden seien. Vor diesem Hintergrund hab e die Berufungsbeklagte in jedem Fall – unabhängig davon, ob eine Simulation bestanden habe oder nicht – gutgläubig davon ausgehen dürfen, dass D. ____ zur Veräusserung der beiden Porsche s berechtigt gewesen sei. Entspre- chend sei die Berufungsbeklagte im gutgläubigen Erwerb der beiden Fahrzeuge zu schützen. F. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 3. Dezember 2021 wurde dem Berufungskläger die Berufungsantwort der Berufungsbeklagten vom 29. Nove mber 2021 zur Kenntnisnahme zuge- stellt und der Schriftenwechsel unter Hinweis auf das fakultative Replikrecht gemäss bundesge- richtlicher Rechtsprechung geschlossen. Zugleich ordnete der instruierende Präsident der Abtei- lung Zivilrecht am Kantonsgericht die Zirkulation der Verfahrensakten bei der Dreierkammer an und stellte den Parteien den Berufungsentscheid auf Grundlage der Akten in Aussicht. Überdies wies der Instruktionsrichter sämtliche (teilweise lediglic h im Beweismittelverzeichnis aufgeführ- ten) Beweisanträge der Parteien unter Vorbehalt eine s allfälligen anderslautenden diesbezügli- chen Entscheids der Dreierkammer ab. Erwägungen 1.1 Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung erhoben werden, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Die Berufung ist schr iftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend hat das Kantonsgericht die Berufung vom 14. Oktober 2021 gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 21. Mai 2021 zu beurteilen. Mit die- sem erstinstanzlichen Endentscheid verneinte die Vorinstanz den Herausgabeanspruch des Be- rufungsklägers gegenüber der Berufungsbeklagten hinsichtl ich zweier Porsches und wies die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Klage diesbezüglich dementsprechend genauso ab, wie ein klägerischerseits eventualiter geltend gemachtes Schadenersatzklagebegehren. Der Streitwert im vorliegenden Prozess nach den zu- letzt beim Zivilkreisgericht aufrechterhaltenen Rechtsbegehren liegt zweifellos um ein Vielfaches über der für eine Berufung erforderlichen Streitwert grenze von CHF 10'000.00. Der begründete Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 21. Mai 2021 wurde d em Berufungskläger gemäss Rück- schein der Schweizerischen Post am 14. September 2021 zugestellt. Der letzte Tag der 30-tägi- gen Rechtsmittelfrist fällt auf den 14. Oktober 2021. Die gleichentags bei der Post zum Versand aufgegebene Berufung erfolgte somit fristgerecht (Art. 142 f. ZPO). 1.2 Der Berufungskläger rügt mit seiner Berufung vom 14. O ktober 2021 namentlich die unrich- tige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz und deren rechtsfehlerhafte Anwendung von Art. 641 Abs. 2 ZGB und Art. 936 Abs. 1 ZGB bzw. Art. 714 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 933 ZGB sowie Art. 18 OR und Art. 41 ff. OR, mithin allesamt zulässige Berufungsgründe (Art. 310 ZPO). Die Berufungsbeklagte bestritt zwar, dass der Berufungsklä ger seiner Rügepflicht hinreichend nachgekommen sei (Berufungsantwort vom 29. November 2021 [nachstehend Berufungsantwort] Rz 11 ff.) und stellte die Frage in den Raum, ob bei dieser Ausgangslage überhaupt auf das Rechtsmittel einzutreten sei. Sie führte in diesem Zusa mmenhang aus, es sei unklar, was der Berufungskläger bei den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen beanstande. Zwar kritisiere er durchwegs die Sachverhaltsfeststellungen der Vorin stanz. Insoweit er dabei aber einwende, der Sachverhalt sei nicht "richtig" festgestellt worden, meine er selten den Sachverhalt, wie sich dieser der Vorinstanz tatsächlich präsentiert habe; viel mehr beziehe sich der Berufungskläger jeweils auf seine ureigene Darstellung der Geschehnisse. Kritisiere der Berufungskläger eine fal- sche Anwendung des Rechts, berufe er sich regelmässig auf den eben nicht bis ins Detail korrekt dargestellten Sachverhalt. Dass die Vorinstanz unter di esen Umständen in rechtlicher Hinsicht zu anderen Schlüssen komme, leuchte ein. Genau genommen gehe es dem Berufungskläger eigentlich immer nur darum, dass die Vorinstanz die vor gelegten Beweise nicht so gewürdigt habe, wie ihm das vorgeschwebt habe. Das Kantonsgericht erachtet diese Einwendungen der Berufungsbeklagten zur Rügepflicht indessen als nicht sti chhaltig, zumal es an konkreten Hin- weisen auf eine angeblich ungenügende Auseinandersetzun g des Berufungsklägers in seiner Berufung mit dem angefochtenen Entscheid fehlt. Aus Sicht der Berufungsinstanz kann dem Be- rufungskläger nach der Lektüre der Berufung zudem kein entsprechender Vorwurf gemacht wer- den. Soweit die Berufungsbeklagte Ausführungen zur in der Berufung behaupteten falschen Be- weiswürdigung durch die Vorinstanz macht, bleibt anzufügen, dass es sich hierbei ebenfalls um eine Rechtsverletzungsrüge handelt, welche im Berufungsverfahren zweifelsohne überprüft wer- den kann. 1.3 Da auch die weiteren Formalien und Prozessvoraussetzun gen erfüllt sind (Art. 59 ZPO), insbesondere auch die fristgerechte Bezahlung des Kostenvorschusses mit Valutadatum vom 25. Oktober 2021, ist auf die Berufung einzutreten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreier- kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Dreierkammern der Zivilkreisgerichte sachlich zuständig. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO können neue Tatsachen und Bew eismittel im Rechtsmittelver- fahren nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zu- mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebr acht werden konnten. Neue rechtliche Begründungen sind von dieser Bestimmung nicht erfasst und können im kantonalen Berufungs- verfahren sowie vor Bundesgericht unbeschränkt vorgebrach t werden, was sich insbesondere aus dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ergibt (BGer 4A_519/2011 E. 2.1; BSK ZPO-SPÜHLER , 2017, Art. 317 ZPO N 12; REETZ /HILBER in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leu- enberger, ZPO Komm., 3. Aufl., 2016, Art. 317 ZPO N 31, 33; BK ZPO-STERCHI , 2012, Art. 317 ZPO N 3). Zum Vorbringen sog. unechter Noven, von Tatsachenbehauptungen oder Beweismittel zu einem Sachverhalt, welcher sich bereits vor Abschluss des vorinstanzlichen Verfahren ver- wirklicht hat, ist zudem auf die strenge Praxis des Bundes gerichts hinzuweisen, wonach der Rechtsmittelkläger die Gründe detailliert darzulegen habe, weshalb er die Tatsache oder das Be- weismittel nicht schon vor erster Instanz habe vorbringe n können (vgl. etwa BGE 143 III 43, E. 4.1). 2.2 Der Berufungskläger reichte mit seiner Berufung vom 14. Oktober 2021 als neu e Beweis- urkunde eine Beilage 35 ein. Dabei handelt es sich um den Beschluss des Landgerichts X. ____ im Verfahren XX XX XX/XX vom 1. Mai 2020, mit welchem gegen die C. ____ ein Insolvenzver- fahren eröffnet wurde. Die Berufungsbeklagte monierte in diesem Zusammenhang, dass die be- sagte Urkundenedition mit dem entsprechenden Hinweis auf den Konkurs der C. ____ in der Berufung verspätet erfolgt sei. Das Kantonsgericht teilt die Ansicht der Berufungsbeklagten, zu- mal sich der Berufungskläger nicht dazu geäussert hat, we shalb er die bereits am 1. Mai 2020 verfasste Urkunde erst im Berufungsverfahren eingereicht hat. Insbesondere behauptete er auch nicht, erst nach Abschluss des Erstinstanzverfahrens davon K enntnis erhalten zu haben oder aber für eine Edition zu einem früheren Verfahrenszeit punkt keinen Anlass gehabt zu haben. Daraus ergibt sich, dass der Umstand eines allfälligen Kon kurses der C. ____ im vorliegenden Verfahren unberücksichtigt bleiben muss und der erwähnte Beschluss des Landgerichts (Beilage 35) aus dem Recht zu weisen ist. 2.3 Die Berufungsbeklagte behauptete, der Berufungskläger h abe vor der oberen kantonalen Instanz erstmals vortragen lassen, dass der schwarze Porsche ber eits am Morgen des Tages, an welchem der Tauschvertrag unterzeichnet werden sollte , an die Beklagten geliefert worden sei (Berufungsantwort Rz 247). Wie der Berufungskläger in seiner Berufung vom 14. Oktober 2021 (nachstehend Berufung) in Rz 156 allerdings zutre ffend erklärt hat, hatte er diese von der Beklagten bestrittene Behauptung bereits in seiner Kl age an das Zivilkreisgericht vom 24. De- zember 2019 aufgestellt (Rz 16). Entgegen der Ansicht der Berufungsbeklagten stellt sich in die- sem Zusammenhang die Novenrechtsfrage somit nicht. 2.4 Weitere (unzulässige) Noven in der Berufung seien gemäss Angaben der Berufungsbeklag- ten (Berufungsantwort Rz 44 und Rz 345): - die Behauptung des Berufungsklägers, D. ____ habe ihm mitgeteilt, der Porsche RSR gehöre der C. ____ (Berufung Rz 10; Berufungsantwort Rz 44); Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht - die Behauptung des Berufungsklägers, D. ____ habe sic h nicht an die Vereinbarung vom 28. Juni 2017 mit I. ____ gehalten und sei den Kaufpreis schuldig geblieben. Auch die Berufungsbeklagte scheint in ihrer Berufungsan twort Tatsachenbehauptungen vorge- tragen zu haben, welche sie im vorinstanzlichen Verfahren noch nicht in den Prozess eingebracht hatte. So lassen sich den vorinstanzlichen Akten, soweit ersichtlich, nirgends Ausführungen dar- über zu entnehmen, dass die Eidgenössische Zollverwaltung EZV gegen die Ehegatten E. ____ ein Verfahren eröffnet haben soll; ebensowenig wurde bis zur Einreichung der Berufungsantwort als Beweisantrag die Einholung einer Erkundigung bei besagter Behörde "von Amtes wegen" gestellt (vgl. Berufungsantwort Rz 183). Auch neu ist d ie berufungsbeklagtische Behauptung im Zusammenhang mit dem Verkauf des ursprünglich im Eigen tum von I. ____ gewesenen Por- sches, welche die Beklagte über eine Drittfirma (J. ____ AG) erworben habe. Diese Händlerfirma habe ihrerseits das Fahrzeug von einer Gesellschaft von D. ____ erworben. Offenbar erstmals im Rechtsmittelverfahren wurde behauptet, dass sich die Berufungsbeklagte die saubere Her- kunft des Autos durch K. ____, Inhaber der J. ____ AG, habe bestätigen lassen. Weil sämtliche in dieser Erwägung (Ziffer 2.4) erwähnten, gegebenenfalls im Berufungsverfahren erstmals vorgetragenen neuen Tatsachen und Beweismittel, wie sich nachstehend zeigen wird, für die Beurteilung der Streitsache nicht von Relevanz si nd, kann die Frage an dieser Stelle of- fenbleiben, ob es sich hierbei überhaupt um Noven han delt und ob diese gestützt auf Art. 317 ZPO zuzulassen wären. 3.1 Der Präsident der Abteilung Zivilrecht am Kantonsgericht wies mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 3. Dezember 2021 sämtliche Beweisanträge der Parteien unter Vorbehalt eines allfälligen anderslautenden diesbezüglichen Entscheids der Dreierkammer ab. Letztere sieht kei- nen Anlass, auf diesen verfahrensleitenden Entscheid zurückzukommen. Mit besagter Verfügung wurden die neuen, zusätzlichen Beweisanträge im Rechtsmi ttelverfahren abgewiesen. Soweit sich die Parteien in ihren Rechtsmitteleingaben auf Be weismittel beziehen, die bereits im vo- rinstanzlichen Verfahren im Recht gelegen haben (Bewei surkunden) bzw. dort erhoben wurden (Parteibefragung), werden diese Beweismittel selbstrede nd im Rechtsmittelverfahren uneinge- schränkt zugelassen und für die Beurteilung der Berufung herangezogen. 3.2 Die Beweisofferte zur seitens des Berufungsklägers gemä ss Berufung beantragten Edition zweier E-Mails von F. ____ vom 15. Oktober 2018, 15:13 Uhr und 15:57 Uhr, findet sich, soweit ersichtlich, einzig im Beweismittelverzeichnis ohne Bezugnah me auf bestimmte Tatsachenbe- hauptungen, was prozessrechtlich ungenügend ist. Ein Beweismittel ist nur dann als formgerecht angeboten zu betrachten, wenn sich die Beweisofferte eindeutig der damit zu beweisenden Tat- sachenbehauptung zuordnen lässt und umgekehrt (exemplarisch: Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts [BGer] 4A_391/2020 E. 2.3.1.). 3.3 Die Prüfung der vorläufigen präsidialen Abweisung der Beweisanträge der Berufungsbe- klagten im Berufungsverfahren auf Anordnung eines Guta chtens zum Zeitwert des grauen und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht des schwarzen Porsches (Berufungsantwort Rz 442) sowie auf Einholung einer schriftlichen Aus- kunft bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (Berufungsan twort Rz 183) durch die Dreierkam- mer des Kantonsgerichts kann offengelassen werden, weil die entsprechenden Beweisergeb- nisse für die Beurteilung des rechtlich relevanten Sachv erhalts keine Bedeutung haben, was nachstehend aufgezeigt wird. 4.1 Die Vorinstanz bejahte nicht nur einen derivativen Eige ntumserwerb an den beiden streit- gegenständlichen Fahrzeugen durch Vollzug des gültigen dissimulierten Tauschvertrags zwi- schen dem Berufungskläger und D. ____ unter Annahme eines ungültigen simulierten Rechtsge- schäfts des Erstgenannten mit der C. ____ und anschliessendem Weiterverkauf des schwarzen und grauen Porsches durch D. ____ an die Berufungsbekla gte. Vielmehr kam das Zivilkreisge- richt im angefochtenen Entscheid vom 21. Mai 2021 zum S chluss, dass die Berufungsbeklagte auch originär Eigentum an den beiden Autos begründet habe. Sollte das Kantonsgericht zum selben Befund gelangen wie das Zivilkreisgericht, dass die Voraussetzungen für einen Eigen- tumserwerb am schwarzen und grauen Porsche durch die Be rufungsbeklagte gestützt auf Art. 714 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 933 ZGB gleichermassen er füllt waren, würde die Frage des rechts- geschäftlichen Eigentümerwechsels durch Erfüllung und Vollzug der betreffenden rechtsgültigen Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäfte (Art. 187 ff. OR und Art. 714 Abs. 1 ZGB) in den Hin- tergrund treten. 4.2 Das Zivilkreisgericht führte im angefochtenen Entscheid vom 21. Mai 2021 (E. 45 ff.) zur Frage des originären Eigentumserwerbs allgemein und a uf den vorliegenden Fall bezogen im Besonderen aus, dass nach Art. 933 ZGB in seinem Erwerb geschützt werde, wer eine bewegli- che Sache in gutem Glauben zu Eigentum oder zu einem beschränkten dinglichen Recht über- tragen erhalte, auch wenn sie dem Veräusserer ohne jede Ermächtigung zur Übertragung anver- traut worden sei. Unabhängig davon, ob D. ____ über die beiden Fahrzeuge verfügungsberech- tigt gewesen sei oder nicht, seien ihm diese anvertra ut worden. Der Berufungskläger selber sei davon ausgegangen, dass D. ____ über die Porsches habe verfügen dürfen. Auch wenn davon ausgegangen würde, dass ein Vertrag zwischen dem Berufungskläger und der C. ____ zustande gekommen wäre, sei von der Verfügungsberechtigung von D. ____ in Bezug auf die beiden Por- sches auszugehen. F. ____ habe anlässlich seiner Befragung im Verfahren vor dem Landgericht X. ____ zu Protokoll gegeben, dass D. ____ dann das Fah rzeug [den Porsche RSR] an den A. ____ verkaufe. Der Berufungskläger führe in der Replik (Rz 174) sodann ebenfalls aus, es könne davon ausgegangen werden, dass die beiden streitgegens tändlichen Porsches D. ____ anver- traut gewesen seien. In dieser Konstellation wäre die Rolle von D. ____ als Kommissionär im Sinne von Art. 425 ff. OR zu qualifizieren. D. ____ wäre auch in dieser Sachlage befugt gewesen, im Erstgeschäft zu verkaufen, weshalb das Verhältnis zwischen der C. ____ und D. ____ in casu keine Rolle spiele. Auch wenn ein Gebrauchsüberlassungsv ertrag abgelaufen sei und der un- selbständige Besitzer die Sache nicht zurückgebe, handle es sich immer noch um eine anver- traute Sache. Auf die erstinstanzliche Begründung zur Frage der Gutgläubigkeit der Berufungs- beklagten wird weiter hinten eingegangen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3.1 Der Berufungskläger bestreitet den originären Eigentum serwerb durch die Berufungsbe- klagte, weil weder die C. ____ noch D. ____ je Besitze r des schwarzen und grauen Porsches gewesen seien. Dementsprechend seien die streitgegenstän dlichen Fahrzeuge D. ____ auch nicht anvertraut worden, geschweige denn sei er über di ese verfügungsberechtigt gewesen. Schliesslich sei die Berufungsbeklagte hinsichtlich der Verfügungsberechtigung von D. ____ nicht gutgläubig gewesen. Deshalb wird zunächst auf die Argu mente zur Behauptung des fehlenden Anvertrautseins, zum fehlenden Besitz und zur Frage der Verfügungsberechtigung eingegangen. 4.3.2 Der Berufungskläger liess in seiner Berufung in diesem Zusammenhang ausführen, es liege – soweit die Vorinstanz annehme, die beiden Porsches seien D. ____ anvertraut – eine unrichtige Rechtsanwendung vor. Den (an seinem Wohnort befindliche n) grauen Porsche sowie die Fahr- zeugpapiere und Fahrzeugschlüssel beider Porsches habe der Berufungskläger direkt an E. ____, ein Organ der Berufungsbeklagten, übergeben. Der schwarze Porsche sei im Rahmen ei- nes Hinterlegungsvertrags bei einer Garage (der Firma G. ____, in V. ____) eingelagert gewesen. Das Zivilkreisgericht scheine anzunehmen, der schwarze Porsche sei erst im Nachhinein geliefert worden und der Berufungskläger habe bis dahin gemäss Vereinbarung mit dem Erwerber weiter- hin den Besitz ausgeübt. Das sei jedoch unrichtig: Der B erufungskläger habe den schwarzen Porsche vielmehr bereits am Morgen vor der Vertragsunter zeichnung (Erstgeschäft) zur Beru- fungsbeklagten (wo die Unterzeichnung stattfinden sollte) liefern lassen; diese Tatsache sei un- strittig. Die Vorinstanz führe sogar aus, der Berufung skläger und «D. ____ respektive die Beru- fungsbeklagte» seien «übereingekommen, dass der Berufung skläger weiterhin den Besitz (...) ausübt». «Gleichzeitig» sei «der Dritte angewiesen» worden, das Fahrzeug an die Berufungsbe- klagte zu liefern. Diese erstinstanzlichen Erwägungen seien jedoch eine freie Erfindung, die we- der auf Tatsachenbehauptungen der Parteien noch auf irgendwelche Beweismittel gestützt wür- den. Es erstaune daher auch nicht, dass sich das Zivilkreisg ericht nicht einmal habe festlegen wollen, mit wem (D. ____ oder der Berufungsbeklagten ) der Berufungskläger eine solche Über- einkunft getroffen haben soll. Die entsprechenden Sach verhaltsfeststellungen des Zivilkreisge- richts seien somit unrichtig. Vielmehr stehe fest, dass die beiden Porsches, die Fahrzeugschlüs- sel und auch die dazugehörigen Dokumente direkt vom Be rufungskläger an E. ____ als Organ der Berufungsbeklagten übergeben worden seien. D. ____ sei nie Besitzer der beiden Porsches geworden. Die Begründung des Zivilkreisgerichts, wie und weshalb D. ____ in den Besitz der beiden Por- sches gekommen sei, sei nicht klar. So habe die Vorinstan z erwogen, der «Porsche RSR» (ge- meint gewesen sei wohl der graue Porsche) sei D. ____ «für eine logische Sekunde» übergeben worden. Beim schwarzen Porsche sei das Zivilkreisgericht off enbar von einer «Mischform» von Besitzeskonstitut (in Bezug auf den Kläger), antizipiere ndem Besitzeskonstitut (in Bezug auf D. ____) und Besitzanweisung ausgegangen. Was das bedeuten soll, sei nicht verständlich. Beides sei jedenfalls nicht richtig. Der graue Porsche sei, wie dargelegt, nie an D. ____ übergeben worden, auch nicht für eine logische Sekunde. Und beim schwarzen Porsche gehe die Vo rinstanz mit den erwähnten besit- zesrechtlichen Überlegungen fehl. Die Anweisung an den Garagisten, den schwarzen Porsche Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Hinblick auf den bevorstehenden Vertragsschluss zur Ber ufungsbeklagten zu bringen, habe nichts mit einer Besitzanweisung im Sinne von Art. 924 ZGB zu tun. Bei der Besitzanweisung werde eine Sache, die sich in mittelbarem Besitz befind e, vom selbständigen Besitzer dadurch auf eine andere Person übertragen, dass er seinen unmi ttelbaren Besitzer anweise, in Zukunft dieser anderen Person den Besitz zu vermitteln. Die Besitzanweisung erfolge durch einen Vertrag zwischen dem Veräusserer und dem Erwerber. Ein solcher Besitzanweisungsvertrag sei jedoch von keiner Partei behauptet worden und ergebe sich auch sonst nicht aus den Akten. Ein Besit- zeskonstitut mit dem Berufungskläger als Veräusserer, der unmittelbarer, jedoch unselbständiger Besitzer bleibe und den Besitz neu für den Erwerber ausübe (Art. 924 Abs. 1 ZGB), liege ebenfalls nicht vor. Der Berufungskläger sei Eigenbesitzer und habe also für sich besessen. Ohnehin müsste für ein solches Besitzeskonstitut ein besonderes Rechtsverhältnis (z.B. Leihe, Miete etc.) vorliegen, das den fortbestehenden Besitz des Veräusser ers legitimiere. Auch ein solches Rechtsverhältnis sei von keiner Partei behauptet worden und ergebe sich auch nicht aus den Akten. Inwiefern ein antizipierendes Besitzeskonstitut in Bezug auf D. ____ vorliegen soll, bleibe gänzlich unklar. Beim antizipierenden Konstitut würden d er Vertrag auf Eigentumsübertragung und derjenige auf Sachüberlassung abgeschlossen, bevor d er Konstituent im Besitz der Sache sei. Aus der vorinstanzlichen Erwägung gehe nicht hervor , wer mit wem (und in welcher Rolle) ein antizipierendes Besitzeskonstitut vereinbart haben so ll. Und auch dies sei wohlgemerkt von keiner Partei behauptet worden und ergebe sich auch nicht aus den Akten. In Anwendung der dargelegten Grundsätze sei vielmehr zu schliessen, dass D. ____ nie unmit- telbarer oder mittelbarer Besitzer der beiden Porsches gewesen sei. Der unmittelbare Besitz sei durch Übergabe der Fahrzeuge, Fahrzeugschlüssel und Dokumente direkt vom Berufungskläger auf die Berufungsbeklagte übergegangen. Und mittelbaren Besitz an den beiden Porsches habe D. ____ nicht (auch nicht für eine logische Sekunde) haben können, da weder der Berufungsklä- ger noch die Berufungsbeklagte als unmittelbare Besitzer für ihn den Besitz ausgeübt hätten. Der Berufungskläger sei Eigenbesitzer gewesen. Für ein Besit zeskonstitut habe es an einem legiti- mierenden besonderen Rechtsverhältnis gefehlt. Auch die Berufungsbeklagte behaupte zu Recht nicht, dass sie für D. ____ den Besitz ausgeübt habe. Vie lmehr gestehe sie zu, dass der Beru- fungskläger ihr den Besitz verschafft habe, worauf sie unmittelbare, selbstständige Besitzerin der beiden Porsches geworden sei. Damit stehe fest, dass D. _ ___ nie unmittelbarer und auch nie mittelbarer Besitzer der beiden Porsches gewesen sei. Ent sprechend seien diese ihm auch nie anvertraut worden. Die beiden Porsches seien D. ____, entgegen der Annahme der Vorinstanz, auch nicht von der C. ____ anvertraut worden. Das Zivilkreisgericht habe sich dabei zu Unrecht auf eine Aussage von F. ____ abgestützt. Im Verfahren vor dem Landgeri cht X. ____ habe F. ____ zu Protokoll gegeben: «Es ist dann von mir erklärt worden, dass wir das Fahrzeug zulassen können und den Kaufvertrag unterschreiben würden und dass dann der Herr D. ____ das Fahrzeug an den A. ____ verkauft.» Mit «das Fahrzeug» habe dieser aber offenkundig den Porsche RSR gemeint und nicht die beiden Porsches des Berfungsklägers. Die Aussage «dass dann der Herr D. ____ das Fahrzeug an den A. ____ verkauft», meine, dass D. _ ___ die Vertragsabwicklung, also die Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht physische Übergabe des Porsches RSR an den Berufungskläger, übernehmen sollte. Denn der entsprechende Kaufvertrag (das Erstgeschäft) sei bereits durch F. ____ für die C. ____ abge- schlossen worden. Entsprechend lasse sich aus der Aussage von F. ____ nicht ableiten, dass D. ____ befugt gewesen sei, über die beiden Porsches zu ver fügen, oder dass diese D. ____ von der C. ____ anvertraut gewesen wären. Es gebe demnach keinerlei Anhaltspunkte, geschweige denn Belege, in den Akten für die Annahme, D. ____ h abe als Kommissionär der C. ____ die beiden Porsches verkaufen dürfen. Im Weiteren verkenne die Vorinstanz, dass «anvertraut» im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB nicht dasselbe sei wie «anvertraut» nach Art. 933 ZGB. Seine Behauptung in der Replik bei der Erst- instanz, die beiden Porsches seien diesem anvertraut gewo rden und auf welche sich die Vo- rinstanz in ihrem Entscheid bezogen habe, sei im Zusammenhang mit Art. 138 Ziff. 1 StGB auf- gestellt worden. Während im Strafrecht primär auf da s fremde Interesse als Ansatzpunkt des Anvertrauens abgestellt werde, gehe es bei Art. 933 ZGB darum, ob der Berechtigte einem Drit- ten den Besitz übergeben habe. In der Replik habe der Berufungskläger dargelegt, dass die bei- den Porsches D. ____ strafrechtlich anvertraut gewesen seien, indem er erklärt habe, D. ____ sollte die Fahrzeuge entweder an die C. ____ abliefe rn oder für die C. ____ verkaufen. Darin liege offenkundig kein Zugeständnis von Tatsachen, die ein Anvertraut-Sein gemäss Art. 933 ZGB begründen würden. Was das zivilrechtliche Anvertrauen angehe, sei vom Berufungskläger an anderer Stelle in seiner Replik substantiiert dargelegt worden, dass die beiden Porsches nicht anvertraut worden seien; weder die C. ____ noch D. ____ seien jemals in den Besitz der beiden Porsches gelangt. Damit beruhe die Erwägung des Zivilkrei sgerichts, wonach die C. ____ D. ____ die beiden Porsches anvertraut habe, auf unrichtiger Sachverhaltsfeststellung und unrichti- ger Rechtsanwendung im Sinne von Art. 310 ZPO. 4.3.3 Die Berufungsbeklagte erwiderte, der Berufungskläger zitiere die Vorinstanz falsch. In Er- wägung 47 des angefochtenen Entscheids stehe nirgends, der Berufungskläger habe die beiden Porsches «diesem [gemäss Satzstellung des Klägers: D. ____] selbst bzw. via seinem Garagis- ten übergeben». Stattdessen halte die Vorinstanz korrekt fest: «Den grauen Porsche hat der Klä- ger selber übergeben und den schwarzen Porsche via dem G aragisten». Und weiter habe die Vorinstanz festgestellt: «Die Fahrzeuge wurden D. ____ anvertraut und sind nicht abhandenge- kommen». Eine völlig andere Frage sei, ob der Berufungskläger den grauen und den schwarzen Porsche in Erfüllung des Tauschvertrags direkt an D. ____ oder gemäss Abmachung mit diesem direkt an die Berufungsbeklagte übergeben habe. Abhand engekommen seien ihm die beiden Fahrzeuge deswegen nicht. In welcher Funktion und Eigen schaft D. ____ den Austausch der Fahrzeuge vollzogen und begleitet habe, sei für die rechtliche Beurteilung der Stellung der Beru- fungsbeklagten ohne Belang. Die Erwägung der Vorinstan z sei richtig. Tatsache sei, dass der Berufungskläger seinen Part des Tauschvertrags ordnungsgemäss erfüllt habe, indem er die vier Eintauschfahrzeuge in Absprache mit D. ____ und im Ei nverständnis mit der C. ____ (Klagbei- lage 24, S. 8: «... zwei davon an die Firma B. ____») direkt an die Käufer aus dem Zweitgeschäft übergeben habe oder übergeben lassen habe. Für die Berufungsbeklagte sei klar gewesen, dass Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Berufungskläger der graue und der schwarze Porsche unt er diesen Umständen nicht ab- handengekommen seien. Sie seien in rechtlichem Sinne D. ____ anvertraut gewesen, und dieser habe den Berufungskläger angewiesen beziehungsweise mit diesem vereinbart, dass der graue Porsche direkt und der schwarze Porsche indirekt, über den Garagisten, zur Berufungsbeklagten gelangen sollten. Insoweit der Berufungskläger behaupte, die beiden Porsch es seien der Berufungsbeklagten durch ihn direkt übergeben worden, versuche dieser, wie bereits im Erstinstanzverfahren, Verwir- rung zu stiften. Für die Anwendung von Art. 933 ZGB massgeblich sei jedoch ausschliesslich, ob die Sache dem ursprünglichen Besitzer abhandengekommen sei oder diese dem Veräusserer (D. ____) anvertraut gewesen sei. Eine dritte Variante gebe es nicht. Aus der bekannten und von keiner beteiligten Partei bestrittenen Tatsache, dass de r graue und der schwarze Porsche dem Berufungskläger nicht abhandengekommen seien, habe die Vorinstanz folgerichtig den Schluss gezogen, sie seien anvertraut gewesen. Anvertraut in d iesem Zusammenhang bedeute jedoch nicht unbedingt, der Berufungskläger hätte sie D. ____ persönlich übergeben. Wichtig sei ledig- lich, dass die beiden Porsches nicht abhandengekommen seien. Der guten Ordnung halber sei an dieser Stelle noch fe stgehalten, dass der Berufungskläger mit Blick auf die Frage, wann der schwarze Porsche zur Berufun gsbeklagten geliefert worden sei, aktenwidrig berichte. Wie diese in der Duplik klargestel lt habe, sei das Fahrzeug nicht am Tag der Vertragsunterzeichnung, somit am 15. August 2018, sondern erst am Folgetag geliefert wor- den. Das ergebe sich aus der Transportrechnung der G. ____. Die Feststellungen der Vorinstanz mit Blick auf den Weiterverkauf des grauen und des schwarzen Porsches seien grundsätzlich korrekt. Tatsächlich aber sei es eher so, dass sich die vom Gericht zitierte «logische Sekunde» in diesem Zusammenhang auf den grauen Porsche beziehe. Zwei- fellos lasse sich sagen, der graue Porsche habe sich zumindest «für eine logische Sekunde» im mittelbaren Besitz von D. ____ befunden. Der Wagen habe sich, wie von der Vorinstanz geschil- dert, am Wohnsitz des Klägers in U. ____ befunden. Dort seien am 15. August 2018 D. ____ zusammen mit E. ____ von der Berufungsbeklagten erschienen. D. ____ habe dem Berufungs- kläger den Porsche RSR übergeben, womit dieses Fahrzeug in dessen Eigentum gewechselt habe. Gleichzeitig habe der Berufungskläger im Beisein u nd auf Anweisung von D. ____ den grauen Porsche an E. ____ ausgehändigt. Unter diesen Umständen anzunehmen, «der graue Porsche habe sich für eine logische Sekunde» im Besitz von D. ____ befunden, sei nicht falsch. Halte man sich im Weiteren vor Augen, dass die Aussage, der graue und der schwarze Porsche seien D. ____ anvertraut gewesen, lediglich als Gegenpart zur Alternative, die beiden Porsches seien dem Kläger abhandengekommen, stehe, seien die Ausführungen des Klägers zum schwar- zen Porsche nicht mehr als heisse Luft. Statt zu akzeptieren, dass ihm die beiden Porsches nicht gestohlen oder sonst wie abhandengekommen seien, konzentriere sich der Berufungskläger da- rauf, den Begriff des «Anvertrautseins» über mehrere Seiten hin bis zur Unkenntlichkeit zu zise- lieren. Für die Rechtsposition der Berufungsbeklagten s ei einzig ausschlaggebend, dass dem Berufungskläger der graue und der schwarze Porsche nicht abhandengekommen seien und D. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ____ selbst nach dem klägerischen Zugeständnis anvertraut gewesen seien. Der Berufungsklä- ger sei nunmehr der Idee verfallen, wenn er dieses «Anvertrautsein» seziere, müsste das ange- rufene Gericht bei nur geringstem Zweifel den Umkehrsch luss ziehen, der graue und der schwarze Porsche seien dem Kläger eben doch abhandengekom men. Dem sei indessen nicht so. Vielmehr habe der Berufungskläger mit D. ____ bezie hungsweise der C. ____ vereinbart, dass er seinen Part des Tauschvertrags (mit Blick auf den grauen und den schwarzen Porsche) wie folgt zu erfüllen habe: Im Zeitpunkt der Übernahme des Porsches RSR ins Eigentum händige der Berufungskläger den grauen Porsche D. ____ beziehung sweise sinnbildlich eine Sekunde später der Berufungsbeklagten aus; gleichzeitig weise d er Berufungskläger seinen Garagisten an, den sich dort befindlichen schwarzen Porsche an die B erufungsbeklagte auszuliefern. Dies habe die Vorinstanz zutreffend unter Erwägung 35 des angefochtenen Entscheids festgehalten. Ein «Abhandenkommen», wie das der Berufungskläger herbeizureden versuche, lasse sich dar- aus nicht ableiten. Im Weiteren werde die Behauptung des Berufungsklägers, dass D. ____ kei- nen Besitz an den Fahrzeugen gehabt habe, bestritten. Dieser sei mittelbarer Besitzer gewesen. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles spiele di es allerdings keine Rolle. Aus den Besitz- verhältnissen könne ohnehin nicht einfach auf das Anvertrautsein oder Abhandengekommensein einer Sache geschlossen werden. 4.3.4 Nach Art. 714 Abs. 2 ZGB wird, wer in gutem Glauben eine bewegliche Sache zu Eigentum übertragen erhält, deren Eigentümer, sobald dieser nach den Besitzesregeln im Besitze der Sa- che geschützt ist, auch wenn der Veräusserer zur Eigentumsü bertragung nicht befugt war. Bei diesem Sonderfall des originären Eigentumserwerbs wird der Grundsatz, wonach niemand mehr Rechte übertragen kann, als er selber innehat, durchbrochen (BGer 5A_962/2017 E. 3.2.) Nach den Besitzesregeln ist geschützt, wer eine bewegliche Sache in gutem Glauben zu Eigentum oder zu einem beschränkten dinglichen Recht übertragen erhält, selbst wenn sie dem Veräusse- rer ohne jede Ermächtigung zur Übertragung anvertraut worden war (Art. 933 ZGB). Art. 933 ZGB findet Anwendung, wenn der über eine bewegliche Sache Verfügungsberechtigte, vor allem der Eigentümer, die Sache einem Vertrauensmann anvertraut hat, ohne die Verfügungsberechtigung zu übertragen. Weiter wird vorausgesetzt, dass dieser Vert rauensmann trotz fehlender Verfü- gungsmacht einem Dritten an dieser Sache ein dingliches Recht an derselben eingeräumt hat. Und schliesslich ist der Dritte als neuer Eigentümer nur geschützt, wenn dieser in Bezug auf die Verfügungsmacht desjenigen, der ihm die Sache übergebe n hat, gutgläubig war (vgl. BK ZGB- STARK / LINDENMANN , Art. 933 ZGB N 1). An der rechtlichen Beschaffenheit des grauen und schwarzen Porsches als Fahrnis im Sinne von Art. 713 ZGB besteht kein Zweifel. Ebenso unstrittig ist unter den Parteien der frühere Besitz an diesen und die betreffende Eigentümerstellung des Berufungsklägers. Art. 933 ZGB findet nur Anwendung, wenn die Sache, d ie von einem Nichtberechtigten einem Dritten veräussert worden ist, vom Eigentümer dem bet reffenden Nichtberechtigten anvertraut war und von diesem nicht zur Veräusserung berechtigten Vertrauensmann freiwillig weitergege- ben wurde. Aufgrund des originären Eigentumserwerbs geht der Alteigentümer seines Rechtes verlustig (Art. 714 Abs. 2 ZGB). Hierzu braucht es das Zu sammenfallen zweier verschiedener Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Voraussetzungen: Auf der Seite des Alteigentümers die Ve ranlassung des falschen Rechts- scheins der Berechtigung des Vertrauensmannes, auf der Seite des Erwerbs der Sache den gu- ten Glauben in diese Berechtigung. Nur wenn der Alt eigentümer den falschen Rechtsschein er- möglicht hat, indem er die Sache aus der Hand gab, erscheint der Verlust des Eigentums durch den Alteigentümer und der Schutz des guten Glaubens des Erwerbers als rechte und billige Lö- sung des Interessenkonflikts. Das ZGB schützt einerseits be i den anvertrauten Sachen mit Art. 933 ZGB den gutgläubigen Erwerb des Dritten vom Nichtberechtigten und gewährt andererseits durch Art. 934 ZGB dem Eigentümer eine Erleichterung der Rechtsverfolgung abhandengekom- mener Sachen. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung kennt das hiesige Zivilgesetzbuch keine dritte Gruppe von Sachen, auf die weder die Fahr nisklage noch der gutgläubige Erwerb vom Nichtberechtigten Anwendung findet (STARK /L INDENMANN a.a.O. N 22, 23 und 23a mit Hin- weisen). In diesem Sinne ist auch der Standpunkt der Berufungsbeklagten zu verstehen, welcher das Kantonsgericht für zutreffend erachtet. Der Berufu ngskläger als Alteigentümer der streitge- genständlichen Porsches hat seinen Besitz entweder will entlich aufgegeben und damit einem Dritten anvertraut oder aber die Fahrzeuge sind ihm g egen seinen Willen abhandengekommen. Zumal letzteres auch vom Berufungskläger nie behauptet wurde, kommt nur das Anvertrautsein in Frage – «tertium non datur». Etwas Anderes ist rech tlich ausgeschlossen. Wer willentlich sei- nen Besitz an einen anderen überträgt, riskiert unter den übrigen Voraussetzungen nach Art. 933 ZGB sein Eigentum an der betreffenden Sache an einen Neuerwerber zu verlieren, auch wenn mit der ersten Besitzübertragung nie eine Verfügungsberechtigung des Veräusserers verbunden war. Der (obligatorische) Grund oder die Modalitäten der Besitzübertragung des Alteigentümers auf den Veräusserer spielen dabei keine Rolle. Insofern zielt die Rüge des Berufungsklägers ins Leere, die Vorinstanz habe sich nicht einmal festlegen wollen, ob dieser mit D. ____ oder der Berufungsbeklagten übereingekommen sei, dass der Berufungskläger weiterhin den Besitz aus- übte unter gleichzeitiger Anweisung der Drittfirma, d as Fahrzeug an die Berufungsbeklagte zu liefern. Ob der Berufungskläger den grauen und den schwarzen Porsche in Erfüllung des Tausch- vertrags mit dem Porsche RSR (Erstgeschäft) zunächst an D. ____ oder gemäss Abmachung mit diesem direkt an die Berufungsbeklagte übergeben habe, tangiert die Frage, ob der Berufungs- kläger die Fahrzeuge nach der Bedeutung von Art. 933 ZGB dem Veräusserer anvertraut habe, nicht. Dementsprechend geht auch die betreffende Rüge des Berufungsklägers im Rechtsmittel- verfahren fehl, die Vorinstanz habe in diesem Zusammenhang Recht verletzt. 4.3.5 Der Berufungskläger begründet seinen Standpunkt, die beiden Porsches seien D. ____ nie anvertraut gewesen mit dem Umstand, dass die Autos der Berufungsbeklagten direkt übergeben worden seien, D. ____ nie Besitzer dieser Fahrzeuge g ewesen sei und diese ihm auch von der C. ____ nicht anvertraut worden seien. Zugunsten des Be rufungsklägers wird seitens des Kan- tonsgerichts davon ausgegangen, er rüge, die Anrufung von Art. 933 ZGB durch die Berufungs- beklagte scheitere nicht nur am Anvertrautsein im unter 4.3.4 erwogenen Sinne, sondern auch daran, dass der Besitz an den Fahrzeugen unmittelbar vo n ihm an die Berufungsbeklagte über- gegangen sei. Wäre dem tatsächlich so, wäre Art. 933 Z GB nicht einschlägig. Denn diese Be- stimmung regelt nicht die Auseinandersetzung zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Besitzern. Diese kann nur von einem gutgläubigen Besi tzer angerufen werden, der die Sache nicht vom Vindikanten, sondern von einem Zwischenmann e rworben hat. Im Weiteren wird der Erwerber nur geschützt, wenn ihm die Sache von einem B esitzer übertragen wurde (STARK /L INDENMANN a.a.O. N 3 und 6). Die Berufungsbeklagte liegt deshalb nach Ansicht des Kantonsgerichts mit ihrer Annahme falsch, es komme vorli egend nicht auf die Besitzesverhält- nisse an, sondern nur darauf, ob die beiden Porsches anve rtraut oder abhandengekommen seien. Der Berufungskläger bestreitet berufungsweise den (mittelbaren) Besitz von D. ____ an den bei- den Porsches. Das Zivilkreisgericht erwog im Zusammenhang mit der Frage der Erfüllung des Zweitgeschäfts (Erwägung unter Ziffer 35 des angefochtenen Entscheids vom 21. Mai 2021), der Berufungskläger und D. ____ hätten im Hinblick auf die Übergabe der Eintauschfahrzeuge (u.a. schwarzer und grauer Porsche) im Erstgeschäft besondere Er füllungsmodalitäten in Bezug auf die Leistungspflicht des Berufungsklägers vereinbart. Anl ässlich der Übergabe des Porsches RSR an den Berufungskläger habe dieser den grauen Por sche, welcher sich in der Garage an seinem Wohnort in U. ____ befunden habe, im Auftrag und Beisein von D. ____ dem neuen Erwerber E. ____ übergeben. Mit diesem Vorgang seien zwei Obligationen erfüllt worden: Einer- seits diejenige für die Übergabe des Porsches RSR (recte: des grauen Porsches) als Tauschge- genstand an D. ____ für eine logische Sekunde und andererseits zugleich die Obligation für die Übergabe des grauen Porsches von D. ____ an die Berufungsbeklagte als Kaufgegenstand. Der schwarze Porsche sei gemäss Aussagen der Parteien in der G. ___ Garage in V. ____ eingela- gert gewesen und auf Anweisung des Berufungsklägers (in Erfüllung seiner Leistungspflicht ge- genüber D. ____ mit der besonderen Erfüllungsmodalitä t als Leistung an den neuen Erwerber) zur Lokalität der Beklagten in W. ____ transportiert worden. Der schwarze Porsche sei offenbar im Rahmen eines Hinterlegungsvertrages bei einer Garage (unmittelbarer und unselbständiger Besitzer) eingelagert gewesen und der Veräusserer (Ber ufungskläger) und Erwerber (D. ____ respektive die Berufungsbeklagte) seien übereingekommen, dass der Berufungskläger weiterhin den Besitz (mittelbarer und selbständiger Besitzer) ausübe. Gleichzeitig sei der Dritte angewiesen worden, das Fahrzeug an die Berufungsbeklagte zu liefern. Der Besitzanweisungsvertrag ermög- liche insofern einen Besitzwechsel, ohne dass die tatsächliche Gewalt über die Sache geändert werde. Eine Anzeige an den unmittelbar besitzenden Dr itten (Art. 924 Abs. 2 ZGB) bedürfe es zur Besitzübertragung nicht, denn bereits ab dem Moment des Besitzvertrags (dem Zeitpunkt, auf den hin die Parteien dies vereinbarten) sei der Erwerber mittelbarer Besitzer der Sache. Dog- matisch sei das Verfügungsgeschäft betreffend den schwarzen Porsche wohl als Mischform von Besitzeskonstitut (in Bezug auf den Kläger und einem ant izipierenden Konstitut in Bezug auf D. ____) und Besitzesanweisung zu qualifizieren. In sachve rhaltlicher Hinsicht, aus welcher sich diese rechtlichen Überlegungen im Zusammenhang mit de r Veräusserung des grauen und schwarzen Porsches ergeben sollen, stützte sich die Vorinstanz auf den Umstand, dass der Be- rufungskläger in seiner Einvernahme vom 23. Oktober 2018 zu Protokoll gegeben habe, er habe die Papiere inkl. Fahrzeugschlüssel der beiden Porsches im Auftrag von D. ____ direkt an E. ____ übergeben. Bei der Vertragsabwicklung sei klar gew esen, dass letzterer die beiden Por- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht sches vom Berufungskläger übernehmen werde resp. der Käufer dieser Porsches sei. Diese Aus- sage des Berufungsklägers, wonach 2 Eintauschfahrzeuge an die Berufungsbeklagte verkauft würden, werde auch von F. ____ in dessen Anhörung bestätigt. Wer die tatsächliche Gewalt über eine Sache hat, ist ihr Besitzer (Art. 919 ZGB). Die Besitzüber- tragung ist Art. 922 ff. ZGB normiert. Unter Anwesend en wird der Besitz durch Übergabe der Sache selbst oder der Mittel, die dem Empfänger die Gewalt über die Sache verschaffen. Vollzo- gen ist die Übergabe, sobald sich der Empfänger mit Willen des bisherigen Besitzers in der Lage befindet, die Gewalt über die Sache auszuüben (Art. 922 ZGB). Die Übergabe der Mittel zur Aus- übung der tatsächlichen Sachherrschaft wird der Aushändigung der Sache nach dem Willen des Gesetzgebers gleichgestellt. Ein technisches Mittel zur Au sübung der Sachherrschaft ist insbe- sondere auch der Schlüssel eines Fahrzeuges (BK ZGB-STARK / LINDENMANN , Art. 922 ZGB N 30 mit Hinweis auf BGE 43 II 15 und BGE 58 III 121 sowie zahlreiche Lehrmeinungen). Die Übertra- gung der tatsächlichen Gewalt ist sodann kein Rechtsgeschäft. Vielmehr liegt nur eine Tathand- lung vor. Dementsprechend ist die Besitzübertragung nach Art. 922 Abs. 1 ZGB auch unabhängig von der Gültigkeit des Kausalgeschäftes, das ihr zugrunde liegen mag. Mit der Änderung der Sachherrschaft wird der Erwerber Besitzer, wobei der B esitz nur (derivativ) übergeht, wenn der Veräusserer den Willen hat, seinen Besitz an der Sache auf den Erwerber zu übertragen. Der Wille auf Übertragung des Besitzes kann ausdrücklich oder stillschweigend geäussert werden (BSK ZGB-ERNST , Art. 922 ZGB N 8 und 10). Für den vorliegenden Fall relevant und unter den Parteien unstrittig ist zunächst, dass der Beru- fungskläger die Verhandlungen zum Erstgeschäft mit D. __ __ führte. Dieser willigte gegenüber dem Berufungskläger in das vom zweitgenannten vorgeschla gene Tauschgeschäft für den vom Berufungskläger beabsichtigten Erwerb des Porsches RSR ein. Dass es für den Berufungskläger von Bedeutung gewesen sein soll, wem er als Vertragspa rtner gegenübersteht, wurde nirgends behauptet. Wie der Berufungskläger selbst erklärt, sei er davon ausgegangen, D. ____ und F. ____ hätten die C. ____ gemeinsam gehalten (Beru fung Rz 57). An anderer Stelle liess sich der Berufungskläger dahingehend vernehmen, dass die Vert ragsabwicklung von F. ____ in die Hände von D. ____ gelegt worden sei (Berufung Rz 68). Ob das Verpflichtungsgeschäft letztlich mit der C. ____ zustande kam, wie vom Berufungskläger b ehauptet, oder mit D. ____, wie von der Berufungsbeklagten angenommen und von der Vorinstanz festgestellt wurde, ist für die Frage der rechtsgültigen Besitzübertragung, wie oben dargelegt, ohne Bedeutung. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, dass der graue Porsche und die Schlüssel samt Fahrzeugpapieren so- wohl des grauen als auch des schwarzen Porsches durch den Berufungskläger im Auftrag von D. ____ an E. ____ im Zuge der Ablieferung des Porsches RSR am Wohnort des Berufungsklä- gers in U. ____ übergeben wurde, hat der Berufungskläg er in seiner Berufung zudem nicht be- anstandet. Demnach hat auch das Kantonsgericht von diesem Ablauf der Geschehnisse auszu- gehen. Wenn die Vorinstanz in diesem Vorgang, wie im a ngefochtenen Entscheid erwogen, die Erfüllung zweier Obligationen festgestellt haben will, ist dieser Befund für die besitzesrechtliche Beurteilung allerdings ungenau. Die Gültigkeit oder die gehörige Erfüllung des obligatorischen Grundgeschäfts spielt für die Rechtswirksamkeit der Besitzesübertragung keine Rolle. Soweit das Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zivilkreisgericht mit seiner Feststellung auch zum Ausdruck bringen wollte, dass der Besitz am grauen und schwarzen Porsche vom Berufungskläger für eine logische Sekunde an D. ____ und von diesem schliesslich an E. ____, stellvertretend als Org an der Berufungsbeklagten, überge- gangen sei, verdient diese Beurteilung nach Ansicht des Kantonsgerichts Zustimmung. Der Wille des Berufungsklägers war zunächst mit Blick auf die Erfüllung des Erstgeschäfts (Tausch seiner vier Fahrzeuge gegen den Porsche RSR) auf die Übertragu ng des Besitzes am grauen und schwarzen Porsche an D. ____ gerichtet. Dieser war nicht nur beim Vertragsabschluss, sondern auch bei der Abwicklung des Tauschgeschäfts Kontaktperson des Berufungsklägers. Dement- sprechend führte der Berufungskläger die Anweisung von D. ____ aus, dem Enderwerber der Fahrzeuge den Besitz zu verschaffen. Die eigentliche Besit zübertragung im Sinne von Art. 922 ZGB vom Berufungskläger via D. ____ im Sinne einer logi schen Sekunde an die Berufungsbe- klagte erfolgte durch die Überlassung des grauen Porsche s an E. ____ und die Übergabe des Schlüssels und der Fahrzeugpapiere des schwarzen Porsches an den Letztgenannten, beides am Wohnsitz des Berufungsklägers zum Zeitpunkt, als D. __ __ dem Berufungskläger den Por- sche RSR überbrachte. Der vorinstanzliche, implizite Bef und der Anwendbarkeit von Art. 933 ZGB, weil der Besitz nicht unmittelbar vom Berufungsbeklagten auf die Berufungsbeklagte über- gegangen ist, ist damit im Ergebnis zu schützen und die Berufung auch in diesem Punkt als un- begründet zurückzuweisen. Eine plausible Begründung, was der Anlass für die behauptete di- rekte Übertragung des Besitzes am grauen und schwarzen Porsche durch den Berufungskläger an E. ____ bzw. an die Berufungsbeklagte gewesen sein könnte, liefert der Berufungskläger nicht. Der Berufungskläger wusste zwar nach eigenen Angaben in seiner Einvernahme als Auskunfts- person bei der Polizei vom 23. August 2018 (Klagbeilage 7 bei den erstinstanzlichen Akten) um den sofortigen Weiterverkauf der beiden Fahrzeuge «an E. ____». Dass es ihm bei der Übergabe der Fahrzeuge an die Berufungsbeklagte bei der oben umschriebenen Ausgangslage im Be- wusstsein um die Rolle von D. ____ beim Erst- und Zweitgeschäft am Willen einer Besitzübertra- gung an diesen im Sinne einer logischen Sekunde gefehlt haben könnte, ist damit jedenfalls nicht hinreichend nachgewiesen. Umgekehrt weisen die Umstände vielmehr darauf hin, dass der Be- rufungskläger den Willen zur Besitzübertragung auch an D. ____ hatte. Weil auch der Besitz am schwarzen Porsche vom Berufungskläger via D. ____ an die Berufungs- beklagte bereits durch die Schlüsselübergabe des Berufun gsklägers an E. ____ im Sinne von Art. 922 Abs. 1 ZGB unter Anwesenden gewechselt hat, m uss der Sachverhaltsfrage nach dem effektiven Zeitpunkt der Anlieferung dieses Fahrzeugs se lber nicht nachgegangen werden. Ebenso ist eine Beurteilung der Rügen des Berufungsklägers zu den vorinstanzlichen rechtlichen Erwägungen, wonach das Verfügungsgeschäft betreffend de n schwarzen Porsche wohl als Mischform von Besitzeskonstitut (in Bezug auf den Kläger und einem antizipierenden Konstitut in Bezug auf D. ____) und Besitzesanweisung zu qualifiziere n sei, aufgrund des kantonsgerichtli- chen Befunds über die Anwendbarkeit von Art. 922 Abs. 1 ZGB hinfällig. Der Vollständigkeit hal- ber sei schliesslich angemerkt, dass es bei dieser rechtlichen Beurteilung des unmittelbaren Be- sitzerwerbs, wenn auch nur für eine logische Sekunde, durch D. ____ auch nicht darauf ankom- men kann, dass die Fahrzeuge diesem durch die C. ____ n icht anvertraut worden sein sollen. Ebenso wenig kommt es auf die Besitzerqualität der C. ____ an. Die entsprechenden Rügen des Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Berufungsklägers ändern nichts an der grundsätzlichen Anwendbarkeit von Art. 933 ZGB im vor- liegenden Fall, weil der Besitz von D. ____ als Veräusserer nachgewiesen wurde. Für den origi- nären Eigentumserwerb an den beiden Porsches durch die Berufungsbeklagte ist demnach letzt- lich ausschlaggebend, ob die Vorinstanz zurecht davon ausgegangen ist, dass die Berufungsbe- klagte hinsichtlich der Verfügungsberechtigung des Veräusserers gutgläubig gewesen ist. Hierauf ist sogleich einzugehen. 4.4.1 Das Zivilkreisgericht erwog zum Vorliegen des guten Glaub ens auf Seiten der Berufungs- beklagten über die Verfügungsberechtigung des Veräussere rs zusammengefasst, in gewissen Geschäftszweigen, zu welchen auch der Handel mit Occasionsfahrzeugen zu zählen sei, bestehe beim Erwerb grundsätzlich eine erhöhte Sorgfaltspflicht , welche im Luxussegment noch weiter- gehe. Eine generelle Erkundungspflicht bestehe zwar nich t. Immerhin müsse in solchen Fällen aber eine Abklärungs- bzw. Erkundigungspflicht hinsichtli ch der Verfügungsberechtigung des Veräusserers nicht erst bei konkretem Verdacht des Rechtsmang els, sondern bereits dann an- genommen werden, wenn aufgrund der Umstände Anlass zu Misstrauen bestehe. Entscheidend sei die Branchenvertrautheit des Erwerbers. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dürfe aus der Unterlassung von Nachforschungen nur dann das Fehlen des guten Glaubens abgeleitet wer- den, wenn die betreffenden Vorkehren voraussichtlich zur Entdeckung des mangelnden Verfü- gungsrechts des Veräusserers geführt hätten. Vorliegend sei aufgrund der Aussagen der Par- teien erstellt, dass die branchenkundige Berufungsbeklag te und D. ____ sich aufgrund früherer Geschäfte schon gekannt hätten. Es hätten seitens der Ber ufungsbeklagten auch Geschäftsbe- ziehungen zur C. ____ und F. ____ bestanden, da sie Fa hrzeuge für die C. ____ vertreibe. Es sei von einem Vertrauensverhältnis auszugehen. Daran ände re auch der «Fall I. ____» nichts, aufgrund welchem die Berufungsbeklagte nach Ansicht des Berufungsklägers hätte hellhörig wer- den müssen. Im Zusammenhang mit einem anderen Autoka uf, bei welchem D. ____ involviert gewesen sei, sei die Berufungsbeklagte von der Vorbesitzerin I. ____ mit einer Eigentumsklage konfrontiert worden, wenn auch dieselbe mit Urteil de s Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. August 2019 abgewiesen worden sei. Das Fahrzeug sei von D. ____ damals an die J. ____ AG (Gesellschaft von K. ____) verkauft worden; let ztere habe das Fahrzeug an die Beru- fungsbeklagte weiterverkauft, welche schon lange mit K. ____ geschäftlich zu tun gehabt habe. Mit Vereinbarung vom 28. Juni 2017 sei die Angelegenh eit zwischen D. ____ und I. ____ per Saldo aller Ansprüche geregelt worden. Nach Auffassung des Zivilkreisgerichts könne der Beru- fungsbeklagten trotz des «Falles I. ____» keine erhöhte Sorgfaltspflicht in Bezug auf die Herkunft der beiden streitgegenständlichen Porsches aufgrund de r Involvierung von D. ____ abverlangt werden. Im Unterschied zum «Fall I. ____» habe E. ____ von der Berufungsbeklagten von Anfang an mitbekommen, dass die beiden streitgegenständlichen Porsches ursprünglich im Eigentum des Berufungsklägers gewesen seien und in der Folge mit Wissen des Berufungsklägers von D. ____ verkauft worden seien. Selbst wenn der «Fall I. ____» allenfalls Anlass zu einem gewissen «Grundmisstrauen» gegenüber D. ____ hätte geben können, hätte aufgrund der konkreten Um- stände eben gerade kein entsprechender Anlass bestanden. Die Berufungsbeklagte sei bei der Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abwicklung des Erstgeschäftes vor Ort gewesen und habe mit erlebt, wie das Erstgeschäft voll- zogen und die Autos im Einvernehmen von allen übergeben worden seien. Aufgrund der Zuschal- tung von F. ____ anlässlich des Abschlusses des Erstgeschäftes und dem einstimmigen Zusam- menwirken des Berufungsklägers, D. ____ und der C. ____ mit dem Wissen, dass am Ende der schwarze und der graue Porsche bei der Berufungsbeklagten sein sollten, habe die Berufungs- beklagte davon ausgehen dürfen, dass D. ____ (für sich all eine oder für die C. ____) die Fahr- zeuge habe verkaufen dürfen. Aus Sicht der Berufungsbeklagten seien die C. ____ oder D. ____ als Eigentümerin oder als Kommissionär als legitimierte Verkäufer der beiden Porsches in Frage gekommen. Eine andere Möglichkeit scheide aus. Es lägen keine Anhaltspunkte vor, dass sich D. ____ und die C. ____ bezüglich der Verfügungsberechtigung uneinig gewesen seien. Vielmehr sei im Beisein des Berufungsklägers und der Berufungsbeklagten vorgebracht worden, dass «al- les noch bereinigt» würde und die Berufungsbeklagte ha be aufgrund des unmittelbar erfolgten, auch von ihr wahrgenommenen Kontaktes zwischen D. ___ _ und F. ____ keine Veranlassung gehabt, nachzufragen. Auch gemäss bundesgerichtlicher Rech tsprechung erübrigten sich wei- tere Nachforschungen, wenn zum Erwerb der Sache eine einleuchtende Darstellung abgegeben werde. Für die Berufungsbeklagte hätten keine Verdachtsmomente bestanden, die an der Verfü- gungsberechtigung von D. ____ oder der C. ____ Misstrau en aufkommen lassen würden und eine Abklärung der näheren Umstände erfordert hätten. Auch sei nicht ersichtlich, bei wem sich die Berufungsbeklagte weiter hätte erkundigen sollen bzw. was solche Erkundigungen gebracht hätten. Alle involvierten Parteien seien von der Verfügungsberechtigung von D. ____ ausgegan- gen. Die Verfügungsberechtigung über den Porsche RSR sei zudem für das Zweitgeschäft irre- levant. Die Berufungsbeklagte habe gewusst, woher die E intauschfahrzeuge gestammt hätten. Es habe sich nicht um Ware zweifelhafter Herkunft gehandelt. Es habe weder ein abstrakter noch ein konkreter Verdacht eines Rechtsmangels bestanden. Der Berufungskläger habe nicht nach- weisen können, dass die Berufungsbeklagte bösgläubig se i oder dass diese die durch die Um- stände gebotene Aufmerksamkeit nicht habe walten lassen. Als gutgläubige Erwerberin sei die Berufungsbeklagte in ihrem Besitz des schwarzen und graue n Porsches dementsprechend zu schützen (Art. 933 und Art. 714 Abs. 1 ZGB). 4.4.2 Der Berufungskläger monierte die Bejahung der Gutgläu bigkeit der Berufungsbeklagten durch die Vorinstanz in seiner Berufung, weil die Erwer berin gewusst habe, dass nicht D. ____, sondern die C. ____ die beiden Porsches vom Berufungskläger übernommen habe. Im Weiteren habe sie um eine zum Zeitpunkt des Abschlusses des Zweitg eschäfts bereits hängig gewesene Strafuntersuchung gegen D. ____ wegen Verdachts auf Veruntreuung zweier anderer Porsches gewusst. Die Berufungsbeklagte habe deshalb nicht gutglä ubig annehmen können, D. ____ sei berechtigt gewesen, ihr den grauen und den schwarzen Porsche zu verkaufen. Der Berufungs- kläger zitiert, wie die Vorinstanz, die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Sorgfaltspflicht bei der Abklärung der Herkunft des Verkaufsgegenstandes, in sbesondere bei Veräusserungsge- schäften über Occasionsfahrzeuge im Luxussegment. Festzuhalten sei vorab, so der Berufungs- kläger, dass die Berufungsbeklagte haargenau gewusst hab e, dass das Erstgeschäft zwischen Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Berufungskläger und der C. ____ zustande gekommen se i. E. ____ habe den Vertrag zwi- schen dem Berufungskläger und der C. ____ aufgesetzt und per E-Mail an F. ____ zur Unter- schrift gesendet. Ebenso habe die Berufungsbeklagte vom Umstand gewusst, dass D. ____ die beiden Porsches verkauft habe, um an Geld zu kommen. Weiter sei der Berufungsbeklagten be- kannt gewesen, dass die in Aussicht gestellte, vom Zivilkre isgericht erwähnte Bereinigung zwi- schen der C. ____ und D. ____ (im Sinne eines Weiterverkaufs bzw. der Erteilung eines Auftrags an D. ____) nicht stattgefunden habe, weil dafür insbesondere die zwischen dem Erst- und dem Zweitgeschäft liegende Zeit schlicht zu knapp gewesen sei . Zur Frage des von der Vorinstanz erwähnten Ausgleichs zwischen D. ____ und F. ____ habe E . ____ zu Protokoll gegeben, dass die Berufungsbeklagte sich einzig auf die Aussage von D. ____ verlassen habe, er und F. ____ «würden dies untereinander abgleichen, weil sie noch e twas ausgleichen» müssten. Die vo- rinstanzliche Sachverhaltsfeststellung eines «regen und [von der Berufungsbeklagten] live miter- lebten Kontaktes zwischen D. ____ und F. ____» erweise sich deshalb als aktenwidrig. So habe E. ____ an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestät igt, das Gespräch zwischen D. ____ und F. ____ nicht direkt mitbekommen zu haben. Im Weiteren habe sich weder das Zivilkreisge- richt noch die Berufungsbeklagte damit befasst, was gena u «alles» noch «bereinigt» werden sollte. Damit stehe fest, dass die Berufungsbeklagte keinerlei Abklärung getroffen habe. Zu kurz greife im Weiteren die vorinstanzliche Erwägung, es se i dem Berufungskläger, der C. ____ und D. ____ bewusst gewesen, dass am Schluss die Berufungsbeklagte die beiden Porsches haben würde. Den Berufungskläger habe dies nicht mehr betroffen, weil er am Zweitgeschäft nicht be- teiligt gewesen sei. Laut F. ____ hätte die C. ____ die vier Eintauschfahrzeuge erhalten sollen. Wenn dieser also erklärt habe, dass zwei Fahrzeuge an die Beklagte verkauft werden sollten, dann sei gemeint gewesen: im Namen und auf Rechnung d er C. ____. Damit stehe fest, dass weder der Berufungskläger noch die C. ____ davon ausgegangen seien, D. ____ würde die bei- den Porsches im eigenen Namen und auf eigene Rechnung a n die Berufungsbeklagte (weiter- )verkaufen. Ein Einverständnis zum eigenmächtigen Verkauf durch D. ____ habe deshalb gefehlt. Damit erweise sich auch die Erwägung des Zivilkreisgericht s als unrichtig, es lägen keine An- haltspunkte vor, dass sich D. ____ und die C. ____ bezüglich der Verfügungsberechtigung unei- nig gewesen seien. Der Fall I. ____ habe sodann die Berufungsbeklagte auf das rechtswidrige Geschäftsgebaren von und die strafrechtliche Untersuchung gegen D. ____ aufmerksam ge- macht. In der Sachverhaltsfeststellung zum Fall I. ___ _ durch die Vorinstanz fehlten massgebli- che Bestandteile zum Ablauf der Geschehnisse. Die Berufu ngsbeklagte habe gewusst, als sie das Zweitgeschäft abgeschlossen habe, dass gegen D. ____ e ine strafrechtliche Untersuchung gelaufen sei, weil ihm vorgeworfen worden sei, zwei Porsches, «welche ihm anvertraut wurden, veruntreut [zu] haben». Der Berufungsbeklagten sei ausser dem bekannt gewesen, als sie das Zweitgeschäft abgeschlossen habe, dass I. ____ und D. __ __ erst nachträglich einen Vergleich über den Verkauf des betreffenden I. ____-Porsches «per Saldo aller Ansprüche» erzielt hät ten, worin D. ____ die nachträgliche Zahlung eines Kaufpreises versprochen habe. Zudem sei ih r auch bewusst gewesen, dass I. ____ Monate später von der Berufungsbeklagten den betreffenden I. ____-Porsche klageweise Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht herausverlangt und Strafanzeige gegen D. ____ eingereicht habe. Daher habe die Berufungsbe- klagte gerade keine Gewissheit gehabt, dass an den Vorw ürfen gegen D. ____ betreffend den an sie verkauften I. ____-Porsche nichts dran gewesen sei. Zudem hätte die Berufungsbeklagte mit einem Anruf bei F. ____ herausfinden können, dass D. ____ nicht berechtigt gewesen sei, den grauen und den schwarzen Porsche im eigenen Namen und auf eigene Rechnung zu ver- kaufen. Dementsprechend gehe die Vorinstanz fehl bei der Feststellung, es sei nicht ersichtlich, bei wem sich die Berufungsbeklagte hätte informieren sol len bzw. was weitere Erkundigungen gebracht hätten. Entgegen der Vorinstanz habe die Ber ufungsbeklagte nicht davon ausgehen dürfen, dass D. ____ berechtigt gewesen sei, die beiden Porsches für sich allein oder für die C. ____ zu verkaufen. Die Berufungsbeklagte habe um die Parteien des Erstgeschäfts (Berufungs- kläger und die C. ____) gewusst. Erwerberin der zwei Porsches sei nach dem Wissen der Beru- fungsbeklagten die C. ____ gewesen. Eine Bereinigung zw ischen C. ____ und D. ____ habe nicht stattgefunden. Anhaltspunkte dafür, dass die C. ___ _ mit einem privaten Weiterverkauf durch D. ____ einverstanden gewesen sei, habe es keine gegeben. D. ____ habe die Fahrzeuge verkauft, weil er Geld benötigt habe. Aus der Kenntnis über den Fall I. ____ habe die Berufungs- beklagte um die Geschäftsgebaren von D. ____ gewusst. De mentsprechend hätten genügend konkrete Verdachtsmomente vorgelegen, welche die (branchenkundige) Berufungsbeklagte hät- ten misstrauisch machen und daher zu weiteren Abklärungen betreffend die Verfügungsberech- tigung von D. ____ hätten veranlassen müssen. Die Berufungsbeklagte habe demnach nicht gut- gläubig sein können. Für die Annahme, D. ____ habe die Porsches als Kommissionär verkaufen dürfen, gebe es entgegen der Begründung im vorinstanzlichen Entscheid keine sachverhaltliche Grundlage. Ebenso wenig hätten die Parteien je behauptet, es lägen die Voraussetzungen dafür vor, dass D. ____ und die C. ____ einen Kommissionsvert rag abgeschlossen hätten. Die Beru- fungsbeklagte habe nicht gutgläubig von einer Verfügun gsberechtigung von D. ____ ausgehen dürfen, sondern habe vielmehr unüberwindlichen Anlass zu Misstrauen gehabt. Dass die Be- klagte tatsächlich genügend misstrauisch gewesen sei, sei erwiesen, indem sie beinahe die Hälfte des Kaufpreises für den schwarzen Porsche als Sicherheit zurückbehalten habe. Dies wie- derum sei geradezu ein Beleg für ihren bösen Glauben – die Berufungsbeklagte habe nämlich gewusst, dass D. ____ nicht vertraut werden könne. Da die Berufungsbeklagte die geeignete und zumutbare Massnahme, einen Anruf bei F. ____ zu tätigen, um die Verfügungsberechtigung von D. ____ zu überprüfen, nicht ergriffen habe, könne si e sich nicht auf ihren (angeblichen) guten Glauben berufen. 4.4.3 Die Berufungsbeklagte bestritt in ihrer Berufungsantwo rt, wie bereits im zivilkreisgerichtli- chen Verfahren, hinsichtlich der Verfügungsberechtigung von D. ____ über die beiden Porsches bösgläubig gewesen zu sein. Sie habe gewusst, dass die beiden Porsches von ihrer Herkunft her «sauber» gewesen seien. Die notwendigen Rückfragen au fgrund des kurzfristigen Parteiwech- sels beim Erstgeschäft habe sie getätigt. Weitere Auskünfte bei den Beteiligten (beim Berufungs- kläger, bei D. ____ oder bei F. ____) habe sie nicht e inholen müssen, sie hätte auch keine ab- weichenden Antworten erhalten. Andere Personen, die zum Vorgang hätten befragt werden kön- nen, habe es nicht gegeben, wie die Vorinstanz richtig festgehalten habe. Es sei richtig, dass die Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht Berufungsbeklagte mitbekommen habe, dass in letzter Sekunde D. ____ gegen die C. ____ als Verkäufer des Porsches RSR ausgetauscht worden sei. Es sei im Weiteren belegt, dass die Be- rufungsbeklagte die zwei Porsches nicht habe kaufen wollen, wenn sie zuerst an die C. ____ in Deutschland und von dort wieder an die Berufungsbeklagte verkauft worden wären. Im Weiteren seien die Ausführungen der Vorinstanz zutreffend, wona ch die Berufungsbeklagte davon habe ausgehen dürfen, dass D. ____ ermächtigt gewesen sei, d ie Porsches (für sich alleine oder für die C. ____) zu verkaufen. Zutreffend sei die Anmerkun g des Berufungsklägers, dass D. ____ liquide Mittel benötigt habe. Von den Parteien des Tauschvertrags (Berufungskläger und D. ____) habe die Berufungsbeklagte vom Umstand gewusst, dass D. __ __ lieber Bargeld als vier Ein- tauschfahrzeuge gehabt hätte, weil er eben Geld benötigt habe. Genau aus diesem Grund habe D. ____ nur in den Tausch eingewilligt, wenn er vor A bschluss des Vertrags habe sicher sein können, für die vier Eintauschfahrzeuge Käufer gefunde n zu haben. Nachdem das Tauschge- schäft zwischen dem Berufungskläger und D. ____ unter Dach und Fach gewesen sei, habe die Berufungsbeklagte erfahren, dass quasi in letzter Sekunde D. ____ als Verkäufer des Porsches RSR gegen die C. ____ ausgetauscht werden sollte und dass alle Beteiligten, der Berufungsklä- ger, D. ____ und die C. ____, damit einverstanden gew esen seien. E. ____ habe daraufhin zu verstehen gegeben, dass die Berufungsbeklagte an einem Kauf der beiden Porsches nicht inte- ressiert sei, falls die Fahrzeuge unter diesen Umständen zu erst nach Deutschland und von dort wieder zur Beklagten gelangen sollten. D. ____ habe in der Folge F. ____ kontaktiert. Am Tele- fon, auf Lautsprecher geschaltet, habe dieser im Beisein sowohl des Berufungsklägers als auch der Berufungsbeklagten zu verstehen gegeben, dass an ein em direkten Kauf der beiden Por- sches von D. ____ nichts im Wege stehen würde. Die Situation «D. ____/C. ____» werde intern bereinigt. Bei dieser Sachlage spreche nichts dafür, d ass die besagte «Bereinigung» zwischen dem Erst- und dem Zweitgeschäft hätte stattfinden sollen. Sie sollte vorgenommen werden, nach- dem die Berufungsbeklagte den grauen und den schwarzen P orsche gekauft hätte. Zugegebe- nermassen weiss die Berufungsbeklagte nicht, und das hab e sie auch nicht interessieren müs- sen, ob es da lediglich um eine finanzielle oder allenfalls auch um eine eigentumsrechtliche Be- reinigung gegangen sei. Die Frage, ob diese Bereinigung je stattgefunden habe, sei für den Ent- scheid der Vorinstanz ohne Relevanz. Es genüge, dass F. ____ für alle Beteiligten hörbar bestä- tigt habe, dass die Berufungsbeklagte die beiden Porsches von D. ____ kaufen könnte und er – also die C. ____ – das anschliessend intern mit D. ____ regeln würde. Für die Frage, ob D. ____ die beiden Fahrzeuge an die Berufungsbeklagte habe verkaufen dürfen, sei die Aussage von D. ____ und der C. ____, wonach sie die [finanziellen und/oder eigentumsrechtlichen] Belange un- tereinander abgleichen würden, ohnehin nicht von Belang. Wichtig und erstellt sei, dass sowohl der Berufungskläger als auch D. ____ und die C. ____, letztere vertreten durch F. ____, davon gewusst hätten und damit einverstanden gewesen seien, dass der graue und der schwarze Por- sche im Rahmen des Vollzugs des Tauschgeschäfts unverzüglich an die Berufungsbeklagte wei- tergegeben werden sollten. In welcher Eigenschaft D. ____ den Weiterverkauf getätigt habe und ob die verabredete Bereinigung zwischen diesem und der C. ____ tatsächlich erfolgt sei, habe die Berufungsbeklagte nicht kümmern müssen. Keineswegs habe sich die Berufungsbeklagte nur an D. ____ gehalten. In Anwesenheit des Berufungsklägers habe sich E. ____ selber anlässlich Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Telefons zwischen D. ____ und F. ____ von der Rechtmässigkeit des Vorgangs überzeugen können, wie die Parteibefragung mit E. ____ ergeben habe. Zutreffend habe die Vorinstanz im Weiteren auch erkannt, dass die Berufungsbeklagte allein aufgrund der Kenntnis vom «Fall I. ____» mit Blick auf den Erwerb des grauen und schwarzen Porsches nicht als bösgläubig einge- stuft werden könne. Die Vorinstanz sei zudem nicht gehalten, jeden Satz, den der Berufungsklä- ger in seinen Rechtsschriften erwähnt habe, im Urteil wiederzugeben und zu kommentieren. Das Gericht könne sich auf das beschränken, was für den zu fällenden Entscheid erheblich sei. Beim Abschluss des Zweitgeschäfts, beim Erwerb des grauen und des schwarzen Porsches, sei für die Berufungsbeklagte wichtig gewesen zu wissen, wie bei jed em Occasionskauf, dass die Fahr- zeuge, die sie erwerben sollte, von unzweifelhafter Herkunft seien. Das sei schon beim I. ____- Porsche so gewesen, den die Berufungsbeklagte von dem ihr bekannten K. ____ beziehungs- weise dessen J. ____ AG gekauft habe; beim grauen und beim schwarzen Porsche sei das nicht anders gewesen. Die Berufungsbeklagte habe gewusst, dass die beiden Fahrzeuge vorher dem Berufungskläger gehört hätten; und bezüglich diesem hab e es für die Berufungsbeklagte keine Anhaltpunkte gegeben, dass mit den beiden Porsches etwas nicht stimmen könnte. Des Weiteren sei für die Berufungsbeklagte, die dem Vollzug des Tauschgeschäfts in der Person von E. ____ persönlich beigewohnt habe, ohne Weiteres ersichtlich, dass dem Berufungskläger der Porsche RSR in Anwesenheit von D. ____ (zu Eigentum) übergeben worden sei. Somit habe nichts dage- gengesprochen, das Zweitgeschäft mit D. ____ vollziehen zu dürfen. Und was dieses Zweitge- schäft anbelange, habe sich die Berufungsbeklagte auf die Aussage von F. ____ verlassen dür- fen, wonach das Geschäft im angedachten Sinne – Verkauf des grauen und schwarzen Porsches nach vollzogenem Tauschgeschäft durch D. ____ an die Ber ufungsbeklagte in der Schweiz – durchgeführt werden könnte. Wie die Vorinstanz richtig festgestellt habe, hätten sich D. ____, F. ____ und E. ____ schon seit geraumer Zeit gekannt. Es habe ein grundsätzliches Vertrauensver- hältnis bestanden. Der Einzelfall «I. ____» sei von seiner Konstellation nicht dergestalt gewesen, dass die Berufungsbeklagte ihre sämtlichen Geschäftsbeziehungen zu D. ____ deswegen hätte in Frage stellen müssen. Ganz abgesehen davon hätte sich das Misstrauen auf die beiden Fahr- zeuge beziehen müssen, die die Berufungsbeklagte von D. ____ habe kaufen wollen. Diese hät- ten vom Berufungskläger gestammt, der unverdächtig gewes en sei; der Berufungskläger habe den grauen Porsche nach Erhalt des Porsches RSR an die Berufungsbeklagte übergeben und habe zudem dafür gesorgt, dass der schwarze Porsche an die Berufungsbeklagte ausgehändigt worden sei. Da sei beim besten Willen nichts Verdächtig es daran. Der Hinweis der Vorinstanz auf die allfällige Kommissionssituation besage nichts an deres, als dass sich die Berufungsbe- klagte aufgrund der Zusicherung von F. ____ am Telefon keine Gedanken darüber habe machen müssen, ob D. ____ nunmehr direkt oder als Kommissionär d er C. ____ verkaufe. Wichtig sei gewesen, dass sie das Geschäft mit D. ____ so habe abschlie ssen können, wie das bei den ersten Kontakten, nachdem das Erstgeschäft konkretisiert worden sei, abgemacht gewesen sei. Entgegen dem Berufungskläger habe die Berufungsbeklagte im vorinstanzlichen Verfahren eine kommissarische Beauftragung von D. ____ behauptet und die Vorinstanz habe diese damit kor- rekterweise geprüft. Mit der Berufungsbeklagten sei das Zivilkreisgericht zum Schluss gelangt, D. ____ sei der Verkäufer, weil eine Parteisimulation vorl iege; und selbst wenn eine solche nicht Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegeben sein sollte, und die Eintauschfahrzeuge tatsächl ich an die C. ____ gegangen wären, folgere die Vorinstanz ebenso zutreffend, hätte man aufgrund der Zusage von F. ____ von einem Kommissionsgeschäft ausgehen können. 4.4.4 Der Erwerber ist im Sinne von Art. 933 ZGB gutgläubig, wenn er die redliche Überzeugung hat, dass der Veräusserer berechtigt sei, ihm das infrage stehende dingliche Recht zu übertragen. Massgebend ist also nicht, ob der Veräusserer berechtigt sei, sondern ob der Erwerber glaube, er sei es. Inhaltlich lauten die zu prüfenden Fragen: Ist auf Grund der konkreten Umstände anzu- nehmen, dass der Erwerber die fehlende Berechtigung des Veräusserers nicht kannte und auch nicht hätte kennen müssen? War sein Vertrauen in die V erfügungsbefugnis des Veräusserers begründet. War der Irrtum des Erwerbers entschuldbar? Ob sich der Erwerber über die fehlende Berechtigung des Veräusserers getäuscht hat, ist eine Sa chfrage; ob aber unter den konkreten Umständen der Begriff des guten Glaubens erfüllt ist, ist eine Rechtsfrage (BK ZGB- STARK /L INDENMANN , Art. 933 ZGB N 44 – 46). Nach Art. 3 Abs. 1 ZGB wir d das Vorhandensein des guten Glaubens vermutet. Wer allerdings bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umstän- den von ihm verlangt werden darf, nicht gutgläubig sein konnte, ist nicht berechtigt, sich auf den guten Glauben zu berufen. Im Zusammenhang mit Art. 93 3 ZGB hat der frühere Besitzer und Eigentümer zu beweisen, dass der Erwerber bösgläubig ist (Tatfrage) oder er kann geltend ma- chen, dass dieser nicht die durch die Umstände gebotene A ufmerksamkeit hat walten lassen (Rechtsfrage; vgl. BSK-E RNST , Art. 933 ZGB N 28 mit Hinweis auf BGE 131 III 418 E. 2.3.1). Meistens ist der Eigentümer verfügungsberechtigt. Wenn der Erwerber den Veräusserer aufgrund seines Besitzes für den Eigentümer hält, kann er sich täusche n, weil der Veräusserer nicht Ei- gentümer und auch nicht aufgrund einer anderen Quell e – z. B. einer vertraglich eingeräumten Verfügungsbefugnis – verfügungsberechtigt ist. Dann hilft ihm sein guter Glaube in die – fehlende – Verfügungsbefugnis. Eine nähere Erkundigung ist aber in Zweifelsfällen meistens geboten (BSK-ERNST a.a.O. N 30). Es besteht jedoch keine allgemeine Erku ndigungspflicht des Erwer- bers. Es kommt darauf an, ob die dem Erwerber spätestens beim Erwerb bekannt gewordenen Umstände eine nähere Erkundigung nahelegen (BSK-E RNST a.a.O. N 36 mit Hinweis auf BGE 139 III 305 E. 3.2.2). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind höhere Anforderungen an jene Geschäftszweige zu stellen, die dem Angebot von Waren zweifelhafter Herkunft und folg- lich mit Rechtsmängeln behafteter Sachen in besonderem Masse ausgesetzt sind, wie es beim Handel mit Gebrauchtwaren aller Art der Fall ist. Auch wenn damit keine generelle Erkundigungs- pflicht statuiert werde, ergebe sich in diesen Fällen ei ne Abklärungs- bzw. Erkundigungspflicht hinsichtlich der Verfügungsberechtigung des Veräusserers nicht erst bei konkretem Verdacht des Rechtsmangels, sondern bereits, wenn aufgrund der Umstän de Anlass zu Misstrauen bestehe. Diese erhöhten Sorgfaltsanforderungen beschränkten sich nicht auf den Händler im kaufmänni- schen Verkehr; entscheidend sei vielmehr die Branchenvertr autheit des Erwerbers. Zu den Ge- schäftszweigen, für die erhöhte Sorgfaltspflichten gelten würden, gehöre der Handel mit Occasi- onsfahrzeugen, wobei die Anforderungen, die an die Sorgfaltspflicht des Händlers von Occasi- onsautomobilen der Luxusklasse gestellt würden, besonders hoch seien (BGer 5A_962/2017 E. 5.1). Die graduelle Unterscheidung der auszuübenden Sorgfalt im Occasionauto-Handel je nach Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wert des Automobils bringt zwar Abgrenzungsschwierigkeiten mit sich, ab welcher Werthöhe ein Fahrzeug dem Luxussegment zuzurechnen ist. Im Ergebnis ist der bundesgerichtlichen Rechtsprechung indes- sen aufgrund der Interessenlage nach Art. 933 ZGB, mi t welcher originärer Eigentumserwerb geschützt werden soll, beizupflichten. Im Weiteren darf nach der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sodann aus der Unterlassung von Nachforsc hungen nur dann das Fehlen des guten Glaubens abgeleitet werden, wenn die betreffenden Vorkehren voraussichtlich zur Entde- ckung des mangelnden Verfügungsrechts des Veräusserers geführt hätten. Dies sei dahingehend zu verstehen, dass die in Betracht fallende Nachforschungsma ssnahme objektiv geeignet sein müsse, den Mangel in der Verfügungsbefugnis zu entdecken . Auf das hypothetische Ergebnis solcher Nachforschungen komme es hingegen nicht an. Es kön ne durchaus sein, dass objektiv geeignete Nachforschungen die Verdachtsmomente nicht erh ärtet hätten. Mit anderen Worten könne sich derjenige, so das Bundesgericht zusammenfassend, der geeignet erscheinende und zumutbare Massnahmen nicht ergreife, nicht auf seinen guten Glauben berufen (BGer a.a.O. E. 5.2). 4.4.5 Im vorliegend zu beurteilenden Fall braucht auch im Z usammenhang mit der Frage der Gutgläubigkeit der Berufungsbeklagten nicht darüber befunden zu werden, wer die Parteien des Erstgeschäfts effektiv waren, zumal, wie oben unter Erwägung 4.4.4 einleitend angeführt wurde, rechtlich nicht relevant ist, ob der Veräusserer zur Eigentumsübertragung berechtigt war, sondern ob der Erwerber glaubte oder glauben durfte, er sei es. Im Weiteren umfasst die Verfügungsbe- rechtigung des Veräusserers, von welcher der Erwerber ausging oder ausgehen durfte, entgegen der Annahme des Berufungsklägers in seiner Berufung nicht auch die Frage, ob D. ____ die streitgegenständlichen Porsches auf eigene Rechnung verkaufen durfte oder nicht. Beim originä- ren Eigentumserwerb nach Art. 933 ZGB kann es nach Ansicht des Kantonsgerichts nicht darum gehen, den Gutglaubensschutz nur zu gewähren, wenn der Erwerber sowohl über die Verfü- gungsberechtigung an sich, als auch über die obligatori schen Rechte und Pflichten des Ver- äusserers irrte. Über Letzteres braucht der Erwerber keine Erkundigungen einzuholen. Nicht massgeblich ist deshalb, ob D. ____ als Kommissionär han delte oder handeln durfte. Die Beru- fungsbeklagte musste sich deshalb auch nicht darüber erkund igen, ob die von den Parteien er- wähnte, allfällige Bereinigung zwischen der C. ____ und D. ____ tatsächlich erfolgt sei oder nicht bzw. ob eine solche überhaupt verabredet worden war. Ebensowenig kommt es in diesem Zu- sammenhang darauf an, dass sich die Berufungsbeklagte nur auf die Aussage von D. ____ ver- lassen haben soll, obwohl diese bei F. ____ hätte abklären müssen und auch in Erfahrung bringen können, wie es um diese Bereinigung stehe. Und selbst wenn die Vorinstanz, wie berufungsweise geltend gemacht, in sachverhaltlicher Hinsicht aktenwidrig festgestellt haben sollte, dass E. ____ beim Telefongespräch zwischen D. ____ und F. ____ unm ittelbar anwesend gewesen sei, und den Inhalt vollständig «live» mitbekommen haben sollte, änderte dies nichts daran, dass letzt- endlich für die Berufungsbeklagte keine Pflicht zur Erkundigung über dieses Gespräch betreffend Absprache zwischen C. ____ und D. ____ über die Veräusse rung der beiden Porsches bestan- den hätte, solange alle Beteiligten sich darin einig gewesen sind, dass am Schluss die Fahrzeuge Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Eigentum der Berufungsbeklagten sein würden. Dass a lle vom Erwerb durch die Berufungs- beklagte ausgegangen sind und vor allem, dass die Berufungsbeklagte hiervon ausgehen durfte, hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten. Daran ändert auch eine allenfalls fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung über d ie Teilnahme am erwähnten Telefonat zwi- schen D. ____ und F. ____ nichts. Der Berufungskläger verkennt bei den entsprechenden Rügen gemäss Berufung, dass für die Beurteilung der Gutgläubigkeit allein ausschlaggebend ist, ob die Berufungsbeklagte als Erwerberin des grauen und schwarzen Porsches davon ausgehen durfte, dass der Veräusserer, vorliegend D. ____, ermächtigt war, ihr die dingliche Berechtigung an den Kaufgegenständen, also den Besitz an denselben zur Ei gentumsübertragung, zu verschaffen. Allein vor diesem Hintergrund sind die Erwägungen der Vorinstanz auf ihre rechtliche Fundierung zu prüfen. Dabei gelangt das Kantonsgericht zum Schluss, dass der vorinstanzliche Befund zur Gutgläubigkeit der Berufungsbeklagten im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Massgeblich dafür ist einmal die zutreffende allgemeine Feststellung des Zivilkreisgerichts, E. ____ von der Beru- fungsbeklagten habe von Anfang an mitbekommen, dass die beiden streitgegenständlichen Por- sches ursprünglich im Eigentum des Berufungsklägers gewesen seien und in der Folge mit Wis- sen des Berufungsklägers von D. ____ verkauft worden seien. Keineswegs zu kurz gegriffen ist sodann die vorinstanzliche Erwägung, es sei dem Berufung skläger, der C. ____ und D. ____ bewusst gewesen, dass am Schluss die Berufungsbeklagte die b eiden Porsches haben würde. Allenfalls ist dem Berufungskläger beizupflichten, dass ih n dies als Unbeteiligten am Zweitge- schäft gar nicht mehr betroffen habe. Ob die gegentei lige Darstellung eine Ungenauigkeit in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung darstellt, kann indesse n offengelassen werden, weil nicht dargelegt wurde, inwiefern dieses Argument des Berufungsklägers am Ergebnis des Entscheids etwas geändert hätte. Im Weiteren führte der Berufu ngskläger in seiner Berufung (Rz 208 lit. b) selber aus, laut F. ____ hätte die C. ____ (zunächst) die vier Eintauschfahrzeuge erhalten sollen und dass (dann) zwei Fahrzeuge an die Berufungsbeklagte verkauft werden sollten. Ob damit ausschliesslich in deren Namen und auf Rechnung der C. __ __ gemeint gewesen sei, spielt in- dessen, wie bereits erwähnt, für die Ermächtigung zur Übertragung der dinglichen Berechtigung durch D. ____ an die Berufungsbeklagte keine Rolle. Wie die Berufungsbeklagte zurecht darge- legt hatte, wusste sie, dass die Fahrzeuge «sauber» und nicht von zweifelhafter Herkunft gewe- sen seien, so dass sich weitergehende Erkundigungen auch aus diesem Grund nicht ohne Wei- teres aufgedrängt haben. Ob die zitierte bundesgericht liche Rechtsprechung über eine erhöhte Sorgfaltsflicht beim Occasion-Verkauf von Automobilen im Luxusbereich im vorliegenden Fall überhaupt einschlägig ist, kann grundsätzlich offenbleiben. Zurecht weist die Berufungsbeklagte auch darauf hin, dass im vom Bundesgericht zu beurteilenden Fall vor allem auch der Umstand, dass sämtliche Fahrzeugpapiere, der Ersatzschlüssel und die Servicemappe fehlten, auf die zweifelhafte Herkunft des Kaufgegenstandes hindeutete und deswegen Anlass zu weitergehen- den Erkundigungen bestanden hatte. Demgegenüber ware n vorliegend die Eigentumsverhält- nisse und die beabsichtigte Übertragung des Eigentums auf die Berufungsbeklagte überhaupt nie zweifelhaft. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass betref fend die beiden Porsches weder ein abstrakter noch ein konkreter Verdacht eines Rechtsmangels bestanden hat. Der sogenannte «Fall I. ____» braucht nicht weiter untersucht oder kommentiert zu werden, zumal dieser auf die Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügungsberechtigung von D. ____ an den streitgegenstä ndlichen Fahrzeugen keine Auswir- kungen hatte. Wenn die Berufungsbeklagte auf ihrer Ka ufpreiszahlung für den grauen und schwarzen Porsche einen Rückbehalt machte, tangiert dies i hre Gutgläubigkeit über die Ver- äusserungsberechtigung dieser Automobile nicht, zumal nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Rückbehalt im Zusammenhang mit der zwischen D. ____ und der Berufungsbeklagten geplanten «Bereinigung» erfolgte. Die entgegengesetzte Argumentation des Berufungsklägers in seiner Berufung überzeugt nicht. Die zudem von diesem behaupteten zweifelhaften Geschäfts- gebaren von D. ____ als solche begründeten bei der vorliegenden, klaren Ausgangslage zur Her- kunft der streitgegenständlichen Fahrzeuge aus der Sicht der Berufungsbeklagten keine Sorg- faltspflicht für weitergehende Abklärungen. Die Berufungsbeklagte bzw. E. ____ war sowohl beim Abschluss des Erstgeschäfts als auch beim Vollzug desselben u nd danach auch bei der Über- gabe der Fahrzeuge bzw. der Fahrzeugpapiere und Schlüssel zugegen und konnte sich zur Her- kunft des grauen und schwarzen Porsches und zur Verfügungsberechtigung an denselben durch D. ____ ein zuverlässiges und auch abschliessendes Bild m achen. Weitere Erkundigungen bei F. ____ erübrigten sich auch, da nicht davon auszugehen war, dieser würde hinsichtlich der Ver- fügungsberechtigung über den grauen und schwarzen Porsche andere Angaben machen. Dies ergibt sich aus der von der Vorinstanz zitierten Aussage von F. ____ im Verfahren vor dem Land- gericht X. ____. Im Weiteren mussten die Berufungsbekla gte allfällige Vorbehalte oder Zweifel an der Verfügungsberechtigung von D. ____ über den Porsche RSR des Erstgeschäfts vor dem Hintergrund von Art. 933 ZGB betreffend die von ihr übernommenen Tauschfahrzeuge nicht küm- mern. Auch diese Feststellung der Vorinstanz verdient Zu stimmung. Was die Herkunft dieser Fahrzeuge und die Verfügungsberechtigung von D. ____ zum Verkauf, genauer zur Übertragung des Eigentums, anbelangt, mussten bei der Berufungsbeklagten aufgrund des von der Vorinstanz festgestellten einvernehmlichen Zusammenwirkens des Berufungsklägers, D. ____ und F. ____, keine begründeten Zweifel bestehen. Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass das zivilkreisgerichtliche Urteil über die Gutgläubigkeit der Berufungsbeklagten hinsichtlich der Ver- fügungsberechtigung des Veräusserers der beiden Fahrzeuge zutrifft. Da vorliegend somit sämt- liche Voraussetzungen nach Art. 933 ZGB erfüllt sind, k ann sich die Berufungsbeklagte erfolg- reich gegenüber dem Berufungskläger auf ihr besseres Recht am grauen und schwarzen Porsche berufen, so dass sie in ihrer Position als Erwerberin originären Eigentums an diesen Automobilen zu schützen ist. Die Berufung ist somit im Hauptpunkt abzuweisen. Wie bereits ausgeführt, kann demnach offenbleiben, ob die Erwägungen der Vorinstan z zum derivativen Eigentumserwerb durch die Berufungsbeklagte auf Grundlage eines dissimulierten Tauschgeschäfts zwischen dem Berufungskläger und D. ____ tatsächlich und rechtlich haltbar sind. 5.1 Den im Eventualstandpunkt vom Berufungskläger geltend gemachten Schadenersatzan- spruch gegenüber der Berufungsbeklagten verneinte das Zivilkreisgericht, weil die Voraussetzun- gen für eine Haftung gestützt auf Art. 41 OR und somit auch für Art. 43 Abs. 1 OR (direkter Rea- lersatz) nicht erfüllt seien. Widerrechtlichkeit, als e ine dieser Voraussetzungen, liege bei einem reinen Vermögensschaden nur dann vor, wenn der Schädiger eine Verhaltensnorm verletzt habe, deren Zweck es sei, das Vermögen des Geschädigten gegenübe r Schädigungen der konkret Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorliegenden Art zu schützen. Der Berufungskläger bringe vor, dass sich die Berufungsbeklagte der Hehlerei schuldig gemacht habe, indem sie die Eint auschfahrzeuge gekauft habe, welche von D. ____ entweder durch Betrug zum Nachteil des Klägers oder durch Veruntreuung (eventu- aliter unrechtmässige Aneignung) zum Nachteil der C. ____ erworben worden seien. Hehlerei sei gegeben, wenn ein Täter einen Gegenstand erwerbe ode r entgegennehme, von dem er anneh- men müsse, dass er durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt worden sei (Art. 160 StGB). Vorliegend würde dies nur zutreffen, wenn die Berufungsbeklagte hätte davon aus- gehen müssen, dass D. ____ nicht zum Verkauf des Porsche s RSR berechtigt gewesen sei. Hierfür fehlten jedoch konkrete Anzeichen. Laufende Ermittlungen gegen D. ____ aus einem an- deren Verfahren reichten nicht aus, um Anhaltspunkte ei nes entsprechenden unrechtmässigen Handelns von D. ____ zu geben. Auch wenn die Porsches d er Berufungsbeklagten aufgrund eines Betrugs überlassen worden wären, würde ein solches deliktisches Verhalten nur vorliegen, wenn der Täter arglistig gehandelt hätte, wobei Opfe rmitverschulden Arglist ausschliesse. Der Kläger habe sich vorliegend geradezu leichtfertig nicht um eine ordnungsgemässe Abwicklung gekümmert und keine nähere Überprüfung der Eigentumsverhältnisse zum Porsche RSR vorge- nommen. Auch in Bezug auf die Kausalität seien die Voraussetzungen nicht gegeben. Der Schaden beim Berufun gskläger sei einzig deswegen ein- getreten, weil er den Porsche RSR freiwillig wieder an D. ____ ausgehändigt und in der Folge nicht mehr zurückerhalten habe. Dieser Entzug und damit der Vermögensschaden seien jedoch nicht kausale Folge des Verkaufs der beiden Porsches an d ie Berufungsbeklagte, sondern eines nicht näher bekannten Vorgangs zwischen Dr. L. ____ und D. ____. Ohne bestehende Widerrechtlichkeit oder Kausalität erübrige sich die Pr üfung eines allfälligen Verschuldens der Berufungsbeklagten. 5.2 Der Berufungskläger rügte im Wesentlichen den vorinstanzlichen Entscheid zum eventua- liter eingeklagten Schadenanspruch, dass Arglist und so mit Betrug als Vortat jedoch nach der Rechtsprechung nur dann ausscheide, wenn die «grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen» nicht beachtet würden. Entsprechend entfalle der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lasse. Eine Opferverantwort ung könne nur in Ausnahmefällen bejaht werden. Hier könne von einer solchen ausserordentlichen Leichtfertigkeit keine Rede sein: Der Kläger habe den übereinstimmenden Angaben von D. ____ und F. ____ getraut, dass sich der Porsche RSR in den Büchern der C. ____ befinden würde. Zudem sei es aus Sicht des Beru- fungsklägers vertrauenserweckend gewesen, dass die Berufung sbeklagte, die einen guten Ruf genossen und über einen soliden Auftritt verfügt habe , das Geschäft mitabgewickelt und den Porsche RSR in ihrem Showroom ausgestellt habe. Entsprechend sei die Täuschung des Beru- fungsklägers, die bereits das Landgericht X. ____ festge halten habe, arglistig gewesen. Zudem habe sich die Vorinstanz zur Vortat der Veruntreuung bzw. unrechtmässigen Aneignung der bei- den Porsches durch D. ____ zum Nachteil der C. ____ nich t geäussert, obwohl dies unter An- nahme, die beiden Porsches seien D. ____ anvertraut ge wesen, naheliegend gewesen wäre. Zumindest aber dürfte auf jeden Fall der Tatbestand der unrechtmässigen Aneignung erfüllt sein. Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Porsches seien für D. ____ angeeignete und auch f remde Sachen, da er diese weder vom Berufungskläger noch von der C. ____ erworben habe. Indem er sie im eigenen Namen und auf eigene Rechnung verkauft habe, habe er wie ein Eigen tümer über sie verfügt. Eine Bereiche- rungsabsicht habe bei D. ____ allem Anschein nach auch vorgelegen. Entgegen der Annahme des Zivilkreisgerichts habe der Berufungskläger den Besitz am Porsche RSR nicht freiwillig auf- gegeben. Vielmehr sei er mittelbarer Besitzer geblieben, während er den unmittelbaren Besitz an D. ____ übergeben habe, damit dieser den Porsche RSR in eine Garage nach Deutschland (Y. ____) bringe. Bei dieser Gelegenheit habe D. ____ o ffenbar den Porsche RSR eigenmächtig, d.h. ohne Wissen des Berufungsklägers, zurück zum wahren Eigentümer Dr. L. ____ geführt, von dem er unter Druck gesetzt worden sei. Der Berufungskläge r und sein deutscher Garagist als mittelbarer und unmittelbarer Besitzer hätten auf ein e Klage von Dr. L. ____ hin den Porsche RSR indessen aus sachrechtlichen Überlegungen nach deutschem Recht ohnehin herausgeben müssen. Der Schade n des Berufungsklägers sei dem- nach nicht Folge davon, dass diesem der Porsche RSR entzogen worden sei, sondern habe viel- mehr bereits zuvor bestanden, da der Porsche RSR nie im Vermögen des Berufungsklägers ge- standen habe. Der Schaden des Berufungsklägers sei entspr echend dadurch bewirkt worden, dass dieser aufgrund des Betrugs von D. ____ über seine vier Eintauschfahrzeuge verfügt habe. Die Eintauschfahrzeuge seien folglich unmittelbar durch die Vortat (den Betrug) erlangt worden, weshalb daran Hehlerei möglich gewesen sei. Und der so entstandene Schaden sei durch die Hehlerei der Organe der Berufungsbeklagten perpetuie rt worden und dem Berufungskläger sei die Wiedererlangung der Sache erheblich erschwert worden. Ohne die Hehlerei-Handlungen der Organe der Berufungsbeklagten hätte der Berufungskläger die beiden Porsches von der C. ____ (oder von D. ____) im Rahmen der Rückabwicklung des Tauschs herausverlangen können. Auf- grund der Hehlerei habe der Berufungskläger hingegen nur eine nicht einbringliche Schadener- satzforderung gegen die C. ____ erstreiten können. Da rin liege der Unrechtsgehalt und Straf- grund der Hehlerei und genau deshalb seien die Hehlerei-Handlungen der Organe der Berufungs- beklagten adäquat kausal für den dem Berufungskläger ent standenen Schaden. Da somit die Voraussetzungen nach Art. 41 OR erfüllt seien, habe der Berufungskläger Anspruch auf Scha- denersatz von der Berufungsbeklagten, der vorrangig in n atura, durch Herausgabe der beiden Porsches an den Berufungskläger zu erfüllen sei. Eventualiter habe die Berufungsbeklagte dem Berufungskläger den finanziellen Schaden durch eine Geldzahlung in Höhe von CHF 390’000.00, entsprechend dem Wert der beiden Fahrzeuge, zu ersetzen. 5.3 Die Berufungsbeklagte entgegnete zusammenfassend, die V orinstanz liege richtig, wenn sie feststelle, die Berufungsbeklagte habe keinen Anlass gehabt daran zu zweifeln, dass D. ____ dem Berufungskläger den Porsche RSR verkaufen dürfe. Zum gleichen Schluss komme sie auch mit Bezug auf das Zweitgeschäft, den Erwerb des grauen und des schwarzen Porsches durch die Berufungsbeklagte von D. ____. Die Berufungsbeklagte habe sich nicht um die Details beim Verkauf des Porsches RSR kümmern müssen. Dies sei Sache des Berufungsklägers gewesen und er habe mehrfach die Gelegenheit dazu gehabt, si ch die Sache genauer anzuschauen. So habe der Berufungskläger mit D. ____, der sich als Eigentümer des Porsches RSR ausgegeben Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe, während Wochen um den Erwerb dieses Fahrzeugs verhandelt und den Porsche sogar auf einer Rennstrecke zusammen mit D. ____ getestet. Wenn dann plötzlich, als es ums Unterschrei- ben des Vertrags gegangen sei, die Rede davon sei, der Wagen würde gar nicht D. ____, sondern der C. ____ gehören, wäre das der richtige Moment für den Berufungskläger gewesen, sich Ge- danken über die Eigentumsverhältnisse betreffend den Por sche RSR zu machen. Nachweislich habe sich der Berufungskläger nicht eine Sekunde über de n plötzlichen Austausch seines Ver- tragsgegenübers gewundert. Das öffne zwei Möglichkeiten: Entweder müsse sich der Berufungs- kläger vorwerfen lassen, er hätte in Anwendung der geb otenen Vorsicht und Sorgfalt sich die entsprechenden Nachweise über die Eigentumsverhältnisse am Porsche RSR geben lassen [sol- len] oder aber, der Berufungskläger sei sich im Klaren darüber gewesen, dass sehr wohl D. ____ Eigentümer des Porsches RSR sei, währenddem die C. ___ _ in Absprache mit dem Beteiligten lediglich aus zoll- und steuerrechtlichen Gründen als Ve rkaufspartei im Sinne einer Simulation vorgeschoben worden sei. Im Weiteren spiele der «Fall I. ____» im Zusammenhang mit dem Erstgeschäft aus der Perspektive der Berufungsbeklagten keine Rolle. Betreffend die behauptete Vortat des Betrugs zum Nachteil des Berufungsklägers werd e den Erwägungen der Vorinstanz beigepflichtet. Der Berufungskläger müsse sich vorwerfen lassen, sich trotz angeblicher Unsi- cherheiten nicht abschliessend über die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse betreffend den Por- sche RSR ins Bild gesetzt zu haben, was bei einem Kauf in der Grössenordnung des vorliegen- den auf jeden Fall angebracht gewesen wäre. Gänzlich ins Leere gehe der untaugliche Versuch, sein Ungenügen in diesem Zusammenhang der Berufungsbeklagten anzulasten, indem der Be- rufungskläger behaupte, der gute Ruf der Berufungsbeklagten habe sein Vertrauen beflügelt, und ebenso die Tatsache, dass der Porsche RSR in der Garage der Berufungsbeklagten ausgestellt gewesen sei; wie wenn das irgendeinen Hinweis auf eine Eigentümerschaft am Porsche RSR hätte geben können. Dies umso weniger, als aus dem angefochtenen Entscheid klar hervorgehe, dass die Berufungsbeklagte mit dem Verkauf des Porsches RSR nichts zu tun gehabt habe. Der Berufungskläger sei keiner Täuschung unterlegen. Er habe den Porsche RSR gewollt, und er habe ihn am 15. August 2018 zu Eigentum übertragen erhalten. Weder D. ____ noch die C. ____ hätten den Eigentumsübergang je angefochten. Selbst Dr. L. ____, dem das Fahrzeug möglich- erweise auch gehört haben soll, habe sich je beim Berufungskläger deswegen gemeldet. Einmal mehr sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das T auschgeschäft zwischen dem Beru- fungskläger und D. ____ – oder der C. ____ – rechtsgül tig vollzogen worden sei. Zur seitens des Berufungsklägers behaupteten Vortat der Veruntreuung, evtl. unrechtmässigen Aneignung zum Nachteil der C. ____, bestreitet die Berufungsbeklagte , dass sich D. ____ den grauen und schwarzen Porsche unrechtmässig angeeignet haben soll. Der Berufungskläger habe den grauen Porsche D. ____ beziehungsweise E. ____ im Austausch gegen den Porsche RSR anvertraut; der schwarze Porsche sei, nachdem der Berufungskläger den Porsche RSR zu Eigentum erhal- ten habe, in den Betrieb der Berufungsbeklagten überführt worden. Das alles sei aufgrund einer Abmachung zwischen dem Berufungskläger und D. ____, der F. ____ zugestimmt habe, gesche- hen. Auch die vorinstanzlichen Feststellungen zum fehlende n Schaden seien zutreffend. Hätte der Berufungskläger den Porsche RSR nicht aus der Hand gegeben oder allenfalls selber nach Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht Deutschland verfrachtet, wäre er ihm nicht auf die im vorliegenden Fall beschriebene Weise ab- handengekommen. Zudem hätten dem Berufungskläger wed er D. ____, noch die C. ____ oder Dr. L. ____ je das Eigentum am Porsche RSR gestützt auf eine Vindikationsklage streitig ge- macht. Schliesslich falle der Tatbestand der Hehlerei auch deswegen weg, weil diese nur an einer unmittelbar durch die Vortat erlangten Sache möglich sei, nicht aber an deren Surrogaten. Die beiden Porsches, die die Berufungsbeklagte erworben habe, bildeten lediglich die Gegenleistung für den Porsche RSR, und damit ein Surrogat. Die sogenannte «Ersatzhehlerei» sei straflos. Zu- sammenfassend sei es somit dem Berufungskläger nicht gelungen, der Berufungsbeklagten be- ziehungsweise H. ____ und E. ____ ein rechtswidriges Verhalten nachzuweisen, das den Beru- fungskläger ermächtigen würde, von diesen den geltend gemachten Schaden ersatzweise heraus zu verlangen. 5.4. Gemäss Art. 41 Abs. 1 OR wird schadenersatzpflichtig, wer einem andern absichtlich oder fahrlässig widerrechtlich Schaden zufügt. Demnach setzt eine Haftung nach Art. 41 OR kumulativ einen Schaden, einen natürlichen und adäquaten Kausalz usammenhang zwischen schädigen- dem Verhalten und Schaden, Widerrechtlichkeit der Schädigung und ein Verschulden des Schä- digers voraus. Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, scheidet ein ausservertraglicher Haft- pflichtanspruch aus. Eine Schadenszufügung ist widerrechtlich, wenn sie gegen eine allgemeine gesetzliche Pflicht verstösst. Ein solcher Verstoss kann dari n liegen, dass ein absolutes Recht des Geschädigten verletzt wird oder der Schädiger eine r eine Vermögensschädigung durch Verstoss gegen eine einschlägige Schutznorm bewirkt (BSK OR-KESSLER , Art. 41 OR N 31 mit Hinweisen auf Lehre und bundesgerichtliche Rechtsprechun g). Die Vorinstanz ist im angefoch- tenen Entscheid zum Schluss gelangt, der vom Berufungskläge r geltend gemachte Schadener- satzanspruch werde mit einem reinen Vermögensschaden begr ündet und prüfte zur Frage der Widerrechtlichkeit, ob der Berufungsbeklagten bzw. dere n Organe durch den Kauf der streitge- genständlichen Porsches Hehlerei vorgeworfen werden kann. Diese rechtlichen Überlegungen der Vorinstanz blieben vom Berufungskläger unangefochte n, so dass auch das Kantonsgericht von der nämlichen Ausgangslage auszugehen hat. Der Hehlerei macht sich unter anderem straf- bar, wer eine Sache erwirbt, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat (Art. 160 Ziff. 1 StGB). Der Straftatbe- stand der Hehlerei ist als Anschlussdelikt zu einer gegen f remdes Vermögen gerichteten Vortat konzipiert. Die Sache muss ein anderer (Vortäter) durch e ine gegen fremdes Vermögen gerich- tete strafbare Handlung (Vortat) erlangt haben. Der Vortäter muss die objektiven und subjektiven Tatbestandselemente der jeweiligen Strafnorm vollständig erfüllen. Enthält die Bestimmung be- sondere subjektive Tatbestandsmerkmale (z. B. Bereicherung sabsicht oder Arglist), müssen diese vom Vorsatz des Vortäters ebenfalls erfasst sein (BSK StGB-WEISSENBERGER , Art. 160 StGB N 4, 18 und 22). Das Kantonsgericht gelangt, wie das Zivilkreisgericht, im vorliegenden Fall zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Haftpflicht der Berufungsbeklagten gestützt auf Art. 41 OR nicht erfüllt sind. Der Berufungskläger behauptet in seiner Berufung, als Vortaten der Hehlerei kämen Betrug, Veruntreuung und unrechtmässigen Aneignung in Frage. In der Berufung Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird indessen hinsichtlich Betrug einzig das vorinstanzliche Urteil kritisiert, wonach D. ____ ent- gegen den zivilkreisgerichtlichen Erwägungen arglistig ge handelt haben soll. Inwiefern die Tat- bestandsvoraussetzungen eines Betrugs nach Art. 146 StG B (arglistige Täuschung, Irrtum, un- mittelbare Vermögensverfügung, Schaden und der Vorteil als Gegenstück des Schadens; vgl. hierzu BSK StGB-MAEDER /N IGGLI , Art. 160 StGB N 36 ff.) insgesamt erfüllt sein so llen oder in- wiefern dies erstinstanzlich geltend gemacht und von der Vorinstanz indessen nicht berücksichtigt oder geprüft worden sein soll, hat der Berufungskläger in seiner Rechtsmitteleingabe an das Kan- tonsgericht nicht hinreichend substantiiert dargelegt. Abgesehen davon dürfte Betrug vorliegend in der Tat wegfallen, weil nicht dargetan oder nachg ewiesen ist, ob der Berufungskläger die Ei- gentumsverhältnisse zum Porsche RSR überhaupt abgeklärt hat. Die Höhe des finanziellen En- gagements für dessen Erwerb würde entsprechende Abklärungen jedenfalls nahelegen. Der Vo- rinstanz ist in rechtlicher Hinsicht beizupflichten, dass besondere Leichtfertigkeit des Opfers ge- gen ein Vorliegen von Arglist spricht (BSK StGB-M AEDER /N IGGLI , Art. 160 StGB N 73 ff.). Es ist im Weiteren nicht zu beanstanden, wenn das Zivilkreisgericht erwogen hat, der Berufungskläger habe sich vorliegend geradezu leichtfertig nicht um ei ne ordnungsgemässe Abwicklung geküm- mert und keine nähere Überprüfung der Eigentumsverhält nisse zum Porsche RSR vorgenom- men. Gegenteiliges lässt sich den Akten nicht entnehmen. Auch der Berufungskläger legt in sei- ner Berufung nicht näher dar, worin seine Bemühungen zur Klärung der Eigentumsfrage betref- fend den Porsche RSR konkret bestanden haben. Trotz der längeren Phase der Vertragsanbah- nung und den zahlreichen Kontakten zu D. ____ war er offensichtlich nicht an einer Dokumentie- rung der Eigentümerschaft über das Fahrzeug interessiert. Dass er von D. ____ arglistig über die dingliche Berechtigung am Porsche RSR getäuscht wurde, kann deshalb nicht gefolgert werden. Auch hinsichtlich der Tatbestandsmässigkeit der Veruntreuung oder urechtmässigen Aneignung fehlt es der Berufung an der erforderlichen Substanz. Es liegt nicht am Kantonsgericht, im zivil- prozessrechtlichen Berufungsverfahren, in welchem das Rügeprinzip und die Verhandlungsma- xime vorherrschen, von Amtes wegen zu untersuchen, welches d ie erforderlichen, rechtlichen Voraussetzungen dieser Vortaten sind und inwiefern diese auf den vorliegenden Fall bezogen erfüllt sein könnten. Da somit die Forderungsklage des Berufungsklägers gegen die Berufungs- beklagte gestützt auf Art. 41 OR vorliegend am hinrei chenden Nachweis der Widerrechtlichkeit scheitert, ist zudem nur mehr in aller Kürze und der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass die Vorinstanz mit dem Befund der fehlenden Kausalität zwischen dem behaupteten, strafbaren Ver- halten der Berufungsbeklagten und dem behaupteten ei ngetretenen Schaden, ebenfalls richtig- liegt. Auch das Kantonsgericht sieht die Herausgabe des Porsches RSR durch den Berufungs- kläger an D. ____ oder an einen seiner Mitarbeitende n für den Transport nach Deutschland als Disposition, welche zu einem allfälligen Schaden geführ t hat, nachdem das Fahrzeug offenbar abhandengekommen ist. Die Ausführungen des Berufungsklä gers in seiner Berufung, wonach der Porsche RSR nicht in sein Vermögen gelangt sein soll , nachdem ihm das Fahrzeug am 15. August 2018 von D. ____ am Wohnort in U. ____ angeliefert und herausgegeben wurde, sind aufgrund des geschilderten Sachverhalts offensichtlich unzutreffend. Auf die weiteren Ausführun- gen in der Berufung, wonach der Schaden des Berufungsklä gers dadurch bewirkt worden sein soll, dass dieser aufgrund des Betrugs von D. ____ über seine vier Eintauschfahrzeuge verfügt Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe, ändern nichts an der Aussichtslosigkeit des Haftpfli chtanspruchs des Berufungsklägers. Ein Betrug von D. ____ wurde nicht rechtsgenüglich behauptet, geschweige denn nachgewiesen, so dass dieser den Berufungskläger auch nicht nachweislich zur Verfügung über die Eintausch- fahrzeuge bewogen haben konnte. Ebenso sei abschliessend darauf hingewiesen, dass der Be- rufungskläger berufungsweise auch nicht substantiiert dargelegt hat, inwiefern die Berufungsbe- klagte oder deren Organe bei der behaupteten Hehlerei schuldhaft, mithin mindestens eventual- vorsätzlich, handelten; denn fahrlässige Hehlerei ist nich t strafbar (BSK StGB-M AEDER /N IGGLI , Art. 160 StGB N 73). Zusammenfassend ist die Berufung somit auch hinsichtlich des Eventualbe- gehrens abzuweisen. 6. Die Berufungsbeklagte kann sich demnach auch im vorliegenden Rechtsmittelverfahren er- folgreich gegen die Klage des Berufungsklägers auf Herausgabe des grauen und schwarzen Por- sches als gutgläubige Erwerberin der dem Veräusserer, D . ____, anvertrauten Fahrzeuge zur Wehr setzen (Art. 933 ZGB). Aufgrund dieses originären Eigentumserwerbs ändert am Prozess- ergebnis nichts, wenn die Vorinstanz bezüglich des Erstgesc häfts eine Simulation zu Unrecht angenommen haben sollte und deswegen ein derivativer Eigentumserwerb durch die Berufungs- beklagte zu verneinen gewesen wäre. Aufgrund von Art. 933 ZGB und dem daraus hergeleiteten, gegenüber dem Berufungskläger bestehenden besseren Recht der Berufungsbeklagten an den streitgegenständlichen Fahrzeugen wäre der Herausgabeanspruch des Berufungsklägers so o- der anders abzuweisen gewesen. Weil auch das berufungsklä gerische Eventualbegehren auf Schadenersatz nicht zu schützen ist, ist die Berufung unte r entsprechenden Kostenfolgen aus dem Rechtsmittelverfahren zu Lasten des Berufungsklägers vollumfänglich abzuweisen (Art. 106 ZPO). Demnach sind die Gerichtskosten des Berufungsverfahr ens vollumfänglich dem Beru- fungskläger aufzuerlegen. Zudem hat dieser der Gegenp artei eine Parteientschädigung zu ent- richten. Die Höhe sowohl der Gerichtskosten als auch der Parteientschädigung ist aufgrund des Streitwerts festzusetzen. Der Berufungskläger bezifferte d iesen mit CHF 390'000.00. Die Beru- fungsbeklagte liess sich hierzu nicht vernehmen. Da die Ang aben nicht offensichtlich unrichtig erscheinen, geht auch das Kantonsgericht von einem Streitwert von CHF 390'000.00 aus (Art. 91 Abs. 2 ZPO). In Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 4 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170. 31) wird somit die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren bei einem Streitwert in angegebener Höhe bei einem gesetzlich vorgesehenen Kostenrahmen zwischen CHF 2'000.00 und 30'000.00 auf CHF 20’000 festgelegt. Der Rechtsbeistand der Berufungsbeklagten hat keine Honorarnote eingereicht, weshalb die Par- teientschädigung nach der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112) durch das Kantonsgericht von Amtes wegen festzusetzen ist (Art. 105 Abs. 2 ZPO und § 18 Abs. 1 TO). Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, legt die zu leistende Parteientschädigung gestützt auf §§ 7 und 10 TO fest, wobei für die Bemessung derselben vor- liegend nebst einem Grundhonorar keine Zuschläge gemäss § 8 TO gerechtfertigt sind. Bei einem Streitwert zwischen CHF 200‘000.00 und 500‘000.00 sieht § 7 Abs. 1 lit. h TO ein Grundhonorar von mindestens CHF 16'500.00 bzw. maximal CHF 34’500.00 vor, weshalb eine vom Berufungs- kläger an die Berufungsbeklagte für deren anwaltliche Vertretung geschuldete Entschädigung in Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Höhe von CHF 28’000.00 als angemessen erscheint. Der obsiegenden Partei sind die Ver- tretungskosten nach kantonsgerichtlicher Praxis zuzüglich Mehrwertsteuer zuzusprechen, sofern sie dies ausdrücklich beantragt und sofern sie ihrem Anwa lt die Zahlung der Mehrwertsteuer schuldet und letztere nicht als Vorsteuer abziehen kann (vg l. etwa Entscheide des Kantonsge- richts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 11 38 E 4.5 und 400 17 135 E. 11). Ebenso werden Kopiaturen und weitere Auslagen nur vergütet, wenn sie separat berechnet und in der Honorarrechnung beziffert geltend gemacht werden. Bei fehlender Honorarrechnung ist der ent- schädigungsberechtigten Partei demnach einzig ein aufwand- oder streitwertabhängiges Honorar entsprechend den Bestimmungen der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte zuzusprechen (Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 19 237 E 9.1). Demnach versteht sich die der Berufungsbeklagten vorliegend zugesprochene Parteient- schädigung von CHF 28’000.00 ohne Mehrwertsteuer und ohne Auslagenersatz. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 20'000.00 für das Berufungsverfahren wird dem Berufungskläger auferlegt. Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 20'000.00 verrechnet. 3. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Par teientschädi- gung von CHF 28'000.00 (ohne Auslagenersatz und ohne MWSt) zu be- zahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher