Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Dezember 2016 (715 16 321 / 332) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Der Beschwerdeführerin wäre ein weiteres Arbeitsverhältnis mit der bisherigen Arbeitge- berin zumutbar gewesen. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist nicht zu be- anstanden. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerd eführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1965 geborene A.____ war ab 1. Oktober 2013 bei der B.____AG (ab 12. Juni 2014: C.____AG) medizinische Leiterin des Call Cent ers. Am 22. Mai 2015 kündigte die Arbeit- geberin das Arbeitsverhältnis per 30. November 2015. Am 17. Juli 2015 offerierte die C.____AG A.____ ab 1. November 2015 eine Stelle als ärztliche Beauftragte für Medizin- und Qualitätsfra- gen. Ein neuer Arbeitsvertrag kam aber nicht zustan de. Zufolge Krankheit von A.____ verlän- gerte sich das Arbeitsverhältnis bis 31. Januar 2016. Am 19. Januar 2016 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum X.____ (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und erhob am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Januar 2016 bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Ba selland (Arbeitslosenkasse) An- spruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Februar 2016. B. Mit Verfügung Nr. 840/2016 vom 3. Mai 2016 stellte die Arbeitslosenkasse A.____ we- gen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. Februar 2016 für 24 Tage in der Anspruchs- berechtigung ein. Daran hielt die Einspracheinstanz d es Kantonalen Amtes für Industrie, Ge- werbe und Arbeit Baselland (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, mit Entscheid vom 25. August 2016 fest. C. Hiergegen erhob A.____ am 19. September 2016 Besc hwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Ka ntonsgericht), wobei sie unter o/e- Kostenfolge die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 2 5. August 2015 beantragte. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Arbeitgeberin die Vertragsofferte zurückge- zogen habe. Abgesehen davon wäre ihr ein weiteres Arbei tsverhältnis mit der bisherigen Ar- beitgeberin aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen. D. Die Arbeitslosenkasse schloss mit Vernehmlassung vom 7. N ovember 2016 auf Ab- weisung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde vom 19. September 2016 ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die pr äsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeite n bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 24 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. B ei einem Taggeld von Fr. 369.75 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 8‘874.--. Die Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obl igatorische Arbeitslosenversiche- rung und Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie die- ser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeit slosenkasse die Einstellung in der An- spruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstell ung hat die Funktion einer Haftungs- begrenzung der Versicherung für Schäden, die die versich erte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzm ässigkeits-, Verhältnismäs- sigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Kol- ler/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwal tungsrecht, Soziale Sicherheit, Ar- beitslosenversicherung, Basel/Genf/München 2007, S. 2423, Rz. 822). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der E intritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den per sönlichen Umständen und den per- sönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der vers icherten Person liegt (vgl. ARV 1982 Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, w enn die versicherte Person das Arbeitsver- hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere St elle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zug emutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Im Bereich der freiwilligen Stellenauf gabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG) ih re Grenze grundsätzlich im Zumutbar- keitsgedanken. Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im L ichte von Art. 20 lit. c des Übereinkom- mens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das freiwillige Aufgeben einer Stelle ohne triftige Grü nde sanktioniert. Vermag die versicherte Per- son für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nenn en, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden (vgl. BGE 124 V 234 E. 4b/aa; Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai 2010, 8C_12/2010, E. 2.2 und vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2). Das Bun desgericht entschied in konstanter Pra- xis, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist (vgl. BGE 124 V 238 E . 4; ARV 1986 Nr. 23 mit Hinwei- sen). Wenn nicht besondere Umstände vorliegen, darf ein er versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben , bis sie eine neue Stelle gefunden hat (vgl. ARV 1976 Nr. 18; G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern und Stutt- gart 1988, N. 27 zu Art. 16; J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechti- gung, Zürich 1998, S. 116). 3.1 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl . § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung al s verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur d ann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicheru ngsrecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Geri cht hat vielmehr jener Sachverhalts- darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gescheh ensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 3.2 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässi g auf die Parteivorbringen und insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeberin angewie sen. Diese sollte eine Sachverhalts- darstellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens in teressiert zu sein und ohne ein Inte- resse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Solange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeit geberin zu zweifeln, ist auf diese ab- zustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig auf deren Aussagen zu den Um- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt werden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi- cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Bei Differenzen zwischen der Arbeitgeberin und dem Arbeitnehmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitneh mers geschlossen werden, wenn die Ar- beitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; Nussbaumer, a.a.O., Rz. 831). 4. Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der rechts erhebliche Sachverhalt wie folgt dar: 4.1 Die Beschwerdeführerin war vom 1. Oktober 2013 bei der C.____AG medizinische Leiterin des Call Centers (Pensum 80%; Jahressalär Fr. 136‘000.--). Am 22. Mai 2015 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 30. November 2015 aus betrieblichen Gründen. Am 17. Juli 2015 offerierte die C.____AG der Versicherte n eine Stelle als ärztliche Beauftragte für Medizin- und Qualitätsfragen. Gemäss Vertragsentwurf hätte das unbefristete Arbeitsverhältnis am 1. November 2015 bei einem Jahresgehalt von Fr. 124 ‘000.-- (Pensum 80%) beginnen sol- len. Nach den Angaben in der Arbeitgeberbescheinigung vom 16. Februar 2016 habe die Versi- cherte das Angebot nicht akzeptiert. Aus der beigelegten E-Mail der Arbeitgeberin vom 31. August 2015 geht hervor, dass die Versicherte am 19 . August 2015 mitgeteilt habe, den vorgelegten Vertrag so nicht unterschreiben zu wollen. Das Stellenangebot werde deshalb zu- rückgezogen. 4.2 Im Rahmen des rechtlichen Gehörs führte die Versiche rte am 9. April 2016 im Wesent- lichen aus, dass sich die Verhältnisse mit der Neubesetzung der CEO im Oktober 2014 grund- legend verändert hätten. So seien Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen und die Mitarbeitenden bedroht worden. Zudem seien ihre Proj ekte torpediert und sie sei über wichtige Vereinbarungen nicht informiert worden. Weiter seien mündliche Abmachungen nicht eingehal- ten und Informationen falsch weitergeleitet worden. Mit der Einführung des Zeiterfassungssys- tems habe auch sie ihre Arbeitszeiten erfassen müssen. Dabe i seien – vertragswidrig – Pikett- dienste und die Arbeitszeit zu Hause nicht anerkannt worden. Nachdem sie sich für eine akzep- table Lösung dieses Problems eingesetzt habe, sei ihr g ekündigt worden. Einige Zeit nach der Kündigung habe sie ein Burnout erlitten. Die grosse Arbeitsbelastung in den letzten zwei Jahren habe ihren Tribut gefordert. Sie habe regelmässig in ihrer Freizeit arbeiten müssen, um die an- fallende Arbeit bewältigen zu können. Zudem habe sie st ändig erreichbar sein müssen. Sie ha- be beabsichtigt, den neuen Arbeitsvertrag einzugehen. Die vorgelegte Vertragsofferte habe aber keine der im Rahmen der Vertragsverhandlungen ge troffenen mündlichen Abmachungen (Homeoffice, Regelung der Pikettdienste, Jobbeschrieb) enthalten. Zudem wäre der Vertrag einen Monat vor Ablauf der laufenden Kündigungsfrist in Kraft getreten. Sie habe die Unge- reimtheiten klären wollen und sei zu Kompromissen bereit gewesen. Die Arbeitgeberin habe aber keine Gesprächsbereitschaft gezeigt und das Stellenangebot zurückgezogen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Zusammen mit ihrer Stellungnahme vom 9. April 201 6 reichte die Beschwerdeführerin ein Zeugnis von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psych otherapie, vom 6. April 2016 ein. Darin bestätigte Dr. D.____ eine erstmalige Konsulta tion im Januar 2015. Zu jener Zeit sei die Versicherte unfallbedingt arbeitsunfähig gewesen. Sie h abe sich sehr um die Wiederaufnahme der Arbeit gesorgt, da am Arbeitsplatz beträchtliche Sp annungen vorhanden gewesen seien. Die damals leicht ausgeprägte depressive Symptomatik habe sich im Verlauf der folgenden Monate beträchtlich aggraviert. Aus Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl den Mitarbei- tenden gegenüber habe sie aber weitergearbeitet. Im Juli 2015 sei sie von der Versicherten wegen zunehmender depressiver Symptomatik erneut konsult iert worden. Bei einer Weiterfüh- rung des Arbeitsverhältnisses wäre die Gefahr einer tot alen Erschöpfung und depressiven De- kompensation erheblich gewesen. Die Versicherte habe sich schwer getan mit dem Gedanken, die Arbeitsstelle zu verlassen und sich zur gegebenen Zeit neu zu orientieren und sich psycho- therapeutisch behandeln zu lassen. Eine Rückkehr in die Fi rma hätte die Gesundheit der Versi- cherten erheblich gefährdet. Leider sei es im August 20 15 zu einer Eskalation und einem psycho-physischen Zusammenbruch gekommen. Unter diesen Umst änden sei von einer Rück- kehr in die Firma dringend abzuraten gewesen. 5.1 Zunächst ist zu Recht unbestritten, dass der Beschwerde führerin für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses kein Verschulden anzulasten ist. Weite r steht fest, dass der von der ehe- maligen Arbeitgeberin offerierte Arbeitsvertrag vom 17 . Juli 2015 für die Stelle als ärztliche Be- auftragte für Medizin- und Qualitätsfragen nicht zust ande kam und diese Tatsache ausschlag- gebend und mithin offensichtlich kausal war für die Arb eitslosigkeit ab 1. Februar 2016. Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, die Arbeitgeberin habe das Stellenangebot zurückgezogen, weshalb es ihr gar nicht möglich gewesen sei, den Vert rag zu unterzeichnen, ist ihr entgegen- zuhalten, dass die Arbeitgeberin das vorgelegte Angebot mit E-Mail vom 31. August 2015 erst zurückzog, nachdem keine Einigung zustande gekommen war u nd die Versicherte am 19. Au- gust 20106 erklärt hatte, das vorgelegte Stellenangebot vom 17. Juli 2015 so nicht eingehen zu wollen (vgl. E-Mail der CEO der ehemaligen Arbeitgeberin vom 31. August 2015; act. 35). Diese Angaben der Arbeitgeberin werden von der Beschwerdef ührerin nicht bestritten, weshalb kein Grund besteht, daran zu zweifeln (vgl. E. 3.2 hiervor). In Anbetracht der Rechtsprechung, wo- nach eine Ablehnung zumutbarer Arbeit nicht nur dann vorliegt, wenn die versicherte Person eine Stelle ausdrücklich zurückweist, sondern auch dann, we nn sie bei Vertragsverhandlungen eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unterlässt oder durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird (vgl. BGE 122 V 34 E. 3b), lässt sich selbst aus dem von der Beschwerdeführerin geschilde rten Sachverhalt, wonach die vorgelegte Vertragsofferte keine der im Rahmen der Ve rtragsverhandlungen mündlichen Ab- machungen enthalten habe, nichts zu ihren Gunsten ableit en. Vielmehr ist mit der Ablehnung des angebotenen Arbeitsvertrages eine Verletzung der Sc hadenminderungspflicht zu bejahen, zumal sich die Arbeit nicht als unzumutbar im Sinne von A rt. 16 Abs. 2 AVIG erweist. Danach gilt eine Arbeit u.a. als zumutbar, die den berufs- un d ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbeitsvertraglichen Bedingungen entspricht, den Fähigkeiten und dem Gesund- heitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Die Annahme des neuen Arbeitsvertrages wäre der Versicher- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten namentlich auch aus pekuniärer Sicht zumutbar gewesen, da die neue Stelle der Versicher- ten einen Lohn eingebracht hätte, der nicht geringer gewesen wäre als 70% des versicherten Verdienstes (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG). Es kann an dieser Stelle an die zutreffende Erwä- gung im angefochtenen Einspracheentscheid verwiesen werden (vgl. a.a.O., Ziffer 15). 5.2 Zu prüfen bleibt, ob es der Versicherten aus gesund heitlichen Gründen zuzumuten gewesen wäre, die angebotene Stelle mindestens versuchsw eise anzutreten. Rechtspre- chungsgemäss vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vor- gesetzten oder Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzu mutbarkeit der Fortführung des Ar- beitsverhältnisses zu begründen. Belegt die versicherte Person allerdings durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignet e Beweismittel), dass ihr die Weiterar- beit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutba r ist, ist grundsätzlich von einer Unzu- mutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen auszugehen (BGE 124 V 234 E. 4b/bb S. 238; Urteil 8C_943/2012 vom 13. März 2013 E. 2). Eine Unzumutbarke it aus gesundheitlichen Gründen ist vorliegend aber nicht hinreichend nachgewiesen. Zunächst waren es in erster Linie das Verhal- ten der ehemaligen Arbeitgeberin und nicht etwa ges undheitliche Gründe, welche die Be- schwerdeführerin dazu bewogen haben, die angebotene S telle nicht anzunehmen (vgl. E. 4.2 hiervor). Weiter fällt zu Ungunsten der Beschwerdeführ erin ins Gewicht, dass im Zeitraum der Vertragsverhandlungen kein echtzeitliches Arztzeugnis vorlie gt, das eine Beeinträchtigung aus medizinischen Gründen resp. eine krankheitsbedingte Arbe itsunfähigkeit bescheinigt. Dazu kommt, dass sich die Versicherte zu jener Zeit keiner psychotherapeutischen Krisenintervention unterzog. Das nachträglich erstellte Arztzeugnis von Dr. D .____ vom 6. April 2016 ist bezüglich des Verlaufs der gesundheitlichen Entwicklung und der Au swirkungen der krankheitsbedingten Beeinträchtigung nicht hinreichend klar und stellt des halb keine geeignete Entscheidgrundlage dar. Im Hinblick auf den strengen Massstab bei der Beurt eilung der Zumutbarkeit zum Verbleib an der bisherigen Stelle (vgl. BGE 124 V 234 E. 4bb), erweisen sich die Vorbringen der Be- schwerdeführerin als nicht ausreichend begründet. 5.3 Zusammenfassend kann bei dieser Sachlage nicht mit ü berwiegender Wahrscheinlich- keit angenommen werden, dass der Beschwerdeführerin ein weiteres Arbeitsverhältnis mit der bisherigen Arbeitgeberin nicht zumutbar gewesen wäre. Vielmehr hätte von ihr erwartet werden können, die angebotene Stelle mindestens versuchsweise anz utreten. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist demnach im Grundsatz nicht zu beanstanden. 6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltag e korrekt ermittelt worden ist. Die Dauer der Einstellung bemisst sich einzig nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie beträgt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 - 15 Tage bei lei chtem Verschulden, 16 - 30 Tage bei mittel- schwerem Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Versc hulden. Innerhalb dieses Rah- mens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem E rmessen. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenkasse zustehend e Ermessen ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslosenkasse, so lange diese von ihrem Ermessen pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägi gen Gesichtspunkten gebührend Rechnung getragen hat. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist im vorlie genden Fall von einer solchen selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen. Demnach lä ge der grundsätzliche Rahmen für die Bemessung der Einstelltage zwischen 31 und 60 Tagen. Die Beschwerdegegnerin setzte die Dauer der Einstellung auf 24 Tage fest. Dabei unt erschritt sie den grundsätzlichen Sankti- onsrahmen für ein schweres Verschulden. Dies kann gemäss bun desgerichtlicher Rechtspre- chung dann angezeigt sein, wenn zwar kein entschuldbarer Grund für die Stellenaufgabe, wohl aber besondere Umstände im Einzelfall vorliegen (vgl. BG E 130 V 126 E. 3.2). Diese können sich auf die subjektive Situation der betroffenen Perso n oder auf eine objektive Begebenheit beziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2009 , 8C_829/2009, E. 3.1). Bei der Festlegung der Dauer der Einstellung ist zu Gunsten d er Beschwerdeführerin zu Recht berück- sichtigt worden, dass diese gesundheitliche Beschwerden aufwies. Auch das Verhalten der Ar- beitgeberin erachtete die Beschwerdegegnerin als verschuldensmindernd. Insgesamt ist die auf 24 Tage festgelegte Einstellung in der Anspruchsbere chtigung in diesem Fall angemessen und sachlich gerechtfertigt. Das Kantonsgericht sieht selbst un ter Berücksichtigung der Tatsache, dass damit der Sanktionsrahmen für schweres Verschulden un terschritten wird, keinen Anlass, in das vorinstanzliche Ermessen einzugreifen. 7. Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Einspr acheentscheid nicht zu bean- standen ist. Die Beschwerdeführerin konnte nicht darlege n, dass es ihr nicht zuzumuten gewe- sen wäre, die angebotene Stelle zumindest versuchsweise a nzutreten. Die Beschwerdegegne- rin hat sodann ihr Ermessen bei der Festlegung der Ei nstelltage korrekt ausgeübt. Die Be- schwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht