Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Mai 2014 (720 12 267 / 105) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gerichtsgutachten, Bemessung der Invalidität Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1958 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Janu ar 2001 bis zur Geschäftsaufgabe am 30. September 2006 bei der B____AG als Modeberat erin angestellt. Am 2. März 2007 mel- dete sie sich unter Hinweis auf eine Arthrose im re chten Knie bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an, w obei sie berufliche Massnahmen (Be- rufsberatung, Umschulung) beantragte. In der Folge gewährte die IV-Stelle A.____ eine Um- schulung, worauf sie im Juli 2009 das Bürofachdiplo m erlangte. Anschliessend absolvierte A.____ vom 14. September 2009 bis 12. März 2010 ein Berufspraktikum beim Bundesamt Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht X.____. Nach weiteren Abklärungen der gesundheitliche n und erwerblichen Verhältnisse ermit- telte die IV-Stelle bei der Versicherten einen IV-Gra d von 0%. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit V erfügung vom 6. Juli 2012 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 5. September 2012 Besch werde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung der Verfü- gung vom 6. Juli 2012 sei ihr eine Rente aufgrund ei ner 40%igen Arbeitsunfähigkeit zuzuspre- chen. Eventuell sei ein medizinisches Obergutachten anzuo rdnen. Die Beschwerde begründete sie im Wesentlichen damit, dass die Verfügung auf unzure ichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. Mit Verfügung vom 15 Oktober 2012 wies das Kantonsger icht das Gesuch der Be- schwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung vom 20. September 2012 ab. D. In ihrer Vernehmlassung vom 20. November 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 14. Februar 2013 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Ang elegenheit gestützt auf die vorhan- denen medizinischen Akten nicht möglich sei. Es hielt f est, dass das dem Entscheid zugrunde liegende Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 15. Februar 2012 keine überzeugende Beurteilung de s Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten enthalte und ihm d eshalb keine ausschlaggebende Beweis- kraft zukomme. In der Folge stellte es den Fall aus un d ordnete beim Begutachtungsinstitut D.____ ein rheumatologisches Gutachten an. Das Gutachte n wurde am 7. September 2013 erstattet. F. Mit Eingaben vom 30. Oktober 2013 und 25. November 2013 nahmen die Parteien zum Gutachten sowie zu den Auswirkungen der medizinischen B eurteilung auf den Leistungs- anspruch Stellung, wobei sie an ihren Anträgen festhielten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefoch tenen Verfügung vom 6. Juli 2012 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län- gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfäh igkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Diese Definitionen entsprechen den vor Inkrafttreten des ATSG per 1. Januar 2003 von der Rechtsprechung entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung (BGE 130 V 343 ff.). 3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist seit Inkrafttreten Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbse inkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zum utbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge worden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti- schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermitte lt und einander gegenüberge- stellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allge- meine Methode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerd eführers sind im Wesentlichen die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 Die IV-Stelle beauftragte zunächst Dr. med. E.___ _, FMH Rheumatologie, und Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, die Versicherte bidiziplinär zu begut- achten. Am 6. September 2011 stellte Dr. E.____ mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mediale und femoro-patelläre Gonarthrose beidseits un d ein chronisches Lumbovertebralsyn- drom mit spondylogener Ausstrahlung rechts bei zeitweise aktivierten Spondylarthrosen distal- lumbal und ein Status nach intermittierender radikulär er Reizsymptomatik bei Synovialiszyste mit Foraminalstenose LWK4/5 rechts mit Status nach erfolgreicher periradikulärer Steroidinfiltra- tion am 2. März 2010 sowie Discopathien LWK2-5 fest. Na ch der Umschulung seien bei der Versicherten verstärkt Kreuzschmerzen aufgetreten, die zusa mmen mit den Kniebeschwerden auch im Bürofachbereich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden. Aufgrund der Untersuchungsbefunde, des Röntgendossiers und der Akten sei davon auszugehen, dass die Versicherte sowohl in der umgeschulten als auch in ei ner anderen körperlich leichten Tätig- keit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% au fweise. Ein höheres Arbeitspensum würde mit grosser Wahrscheinlichkeit erneut deutlich stärke re Beschwerden provozieren und sei über längere Zeit nicht zumutbar. In psychiatrischer Hinsicht konnte Dr. F.____ keine Diag- nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststelle n. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach depressiver Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21) und eine akzentuierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 Z73.1). 6.2 Auf Nachfrage der IV-Stelle hielt Dr. E.____ am 25. Oktober 2011 fest, dass seine Beur- teilung der Restarbeitsfähigkeit von 60% für angepasste Tätigkeiten nicht auf der Selbstein- schätzung der Versicherten beruhe. Die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten sei vorwiegend durch die ausgelösten Schmerzen verursacht. Die Schilder ung der Beschwerden sei adäquat und passe zu den bildgebenden und klinischen Untersuchung sbefunden. Hinweise auf eine Verdeutlichung oder eine Aggravation seien nicht ersichtlich. 6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versichert en in somatischer Hinsicht auf das von ihr veranlasste Gutachten von Dr. C.____ vom 15. Februar 2011 [recte: 15. Februar 2012]. Demnach bestünden ein lumbovertebrales Syndrom mit ei nem leichten Aufrichtungsschmerz Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne radikuläre Zeichen sowie eine deutliche Vargusgona rthrose beidseits, überlagert von ei- nem weichteilrheumatischen Geschehen. Die bisherige, vorwiegend stehende Tätigkeit als Ver- käuferin sei der Versicherten seit circa 2007 vor allem au fgrund der Knieproblematik nicht mehr zumutbar. In einer leichten gemischten Bürotätigkeit, b ei welcher es ihr idealerweise möglich sei, vorwiegend zu sitzen, jedoch auch die Möglichkeit be stehe, die Position zu wechseln, läge unter Berücksichtigung eines vermehrten Pausenbedarfs von 10% eine Arbeitsfähigkeit von 90% vor. 6.4 Der behandelnde Arzt Dr. med. G.____, FMH Physikal ische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, hielt in seiner Stellungnahme vo m 7. Mai 2012 zum Gutachten von Dr. C.____ vom 15. Februar 2012 fest, dass dieses zu wenig umfassend sei. Insbesondere feh- le eine genaue Beschreibung der Krankheitsentwicklung. E s würden lediglich Knieschmerzen, nicht aber die Gonarthrosen erwähnt. Die Beurteilung des Neurologen Dr. H.____ vom 22. Januar 2010, wonach die Versicherte eine Rezessussten ose mit Irritation der Wurzel L5 rechts aufweise, werde ebenfalls nicht erwähnt. Bei der neurologisch dokumentierten Vorge- schichte seien die Röntgenbilder der LWS insbesondere de shalb zu wenig aussagekräftig, weil die Versicherte nach wie vor gelegentlich an einem Ein schlafen der Fusssohle leide, vereinbar mit einer intermittierenden radikulären Reizung L5 rechts. Schliesslich sei unverständlich, wes- halb die Gutachter E.____ und C.____ zu erheblich unt erschiedlichen Beurteilungen der Ar- beitsfähigkeit kommen würden, zumal sich zwischenzeitlich Wesentliches verändert habe. 6.5 Nachdem das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatu ng vom 14. Februar 2013 zur Auffassung gelangte, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei, beauftr agte es das Begutachtungsinstitut D.____ mit einer rheumatologischen Begutachtung der Ve rsicherten. Am 7. September 2013 diagnostizierte Dr. med. I.____, FMH Rheumatologie u nd Allgemeine Innere Medizin, mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbover tebrales Schmerzsyndrom und deutli- che mediale und femoropatellär betonte Gonarthrosen b eidseits bei Genua vara. Im Vergleich zu den rheumatologischen Gutachten von Dr. E.____ vom 6. September 2011 und Dr. C.____ vom 15. Februar 2012 würden aktuell weitgehend konstant e Befund-Verhältnisse und identi- sche Angaben bestehen. Nach der Umschulung seien bei der Versicherten beim Sitzen dege- nerativ bedingte Rückenbeschwerden mit radiologisch sehr deutlichen Veränderungen, vor- übergehend auch mit tieflumbaler Wurzelreizsymptomatik, a ufgetreten. Die klinischen Befunde seien weniger eindrücklich als die radiomorphologischen, weshalb wohl auch von einer bedeu- tenden Vulnerabilität des Achsenskeletts auszugehen sei. Neu würden sich radiologisch auch an der HWS mehrsegmentale ausgeprägte degenerative V eränderungen finden, weshalb auch hier eine deutliche muskuloskelettäre Vulnerabilität zu attestieren sei. Die Auswirkungen der degenerativen Veränderungen an den verschiedenen muskulo skelettären Regionen dürften eine stärkere Einschränkung der Belastbarkeit ergeben. Die Tätigkeit als Verkäuferin sei der Versicherten bleibend nicht mehr zumutbar. Aufgrund de r seit der Umschulung aufgetretenen degenerativ bedingten unteren achsenskelettären Sympto matik bestehe wegen vermehrter Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Notwendigkeit von Pausen resp. wegen Zeitbedarfs zum Wec hseln von Körperposition und vermehrter Erholung auch für vorwiegend sitzende Tätig keiten eine signifikante Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Unter der Annahme, dass eine Bürotätigkeit vorwiegend (80-90%) sit- zend sei, bestünde eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Für op timal adaptierte, körperlich leichte Tä- tigkeiten, ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5-7 kg, ohne Arbeiten über Kopf, gebückt, kauernd, kniend oder repetitiv Tre ppen- oder Stufenbenutzende Tätigkei- ten, nicht ausschliesslich sitzend (max. 30-50% der Zeit), nicht ausschliesslich stehend (max. 20-30% der Zeit) mit der Möglichkeit zum selbstständigen Wechsel der Körperposition, sei eine Arbeit im Umfang von 60% zumutbar. Die geringe Verbess erung trotz maximaler Anpassung des Tätigkeitsprofils an den Gesundheitszustand ergebe si ch aus den mehrfachen degenerati- ven geweblichen Veränderungen und unter Berücksichtigung der ungünstigen Prognose auf- grund der objektivierbaren radiologischen Progression (K nie) und klinisch aufgrund einer un- günstigen Interaktion zwischen den achsenskelettären und de n Kniebeschwerden für jegliche Tätigkeit. Gegenüber der Beurteilung von Dr. G.____, wonach die Versicherte eine Arbeitsfähigkeit von 50% aufweise, erscheine die Gesamtsituation der Explorandin muskuloskelettär an Rücken und Beinen klinisch zur Zeit zwar eher etwas verbessert, radio logisch an den Knien aber eher ver- schlechtert zu haben. Die radiomorphologisch bedeutende Spinalkanalstenose L4/5 dürfte in ihrer funktionellen Auswirkung eher unterschätzt worden se in und künftig mehr Gewicht erhal- ten. Auch die deutlichen Veränderungen der HWS könnten künftig vermehrt Beschwerden ver- ursachen. Die Gonarthrosen seien deutlich progredient. A ndererseits bestünde derzeit eine freie Mobilität und freie Beweglichkeiten, was Dr. C. ____ zu einer Beurteilung der Arbeitsfähig- keit von 90% veranlasst habe. Das Spektrum an zumutbaren Tätigkeiten sei jedoch aufgrund der multiplen Veränderungen eng und einzelne, eigent lich nicht zumutbare, aber nicht vermeid- bare Ablaufkomponenten, die sich de facto während der Arbeitstätigkeit aufdrängen, könnten leicht zur Überforderung führen, wie dies Dr. G.____ in seiner globalen Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit zu kommentieren versucht habe. Somit sei insgesamt derzeit zwar von einer gegenüber von Dr. G.____ etwas höheren Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten auszugehen. Der Einschätzung von Dr. C.____, wonach ei ne Arbeitsfähigkeit von 90% beste- hen soll, könne nicht gefolgt werden. Zwar seien klin isch wenig eindrückliche Befunde feststell- bar. Es bestünden aber radiologisch ausgeprägte Veränder ungen mit erhöhter geweblicher Vulnerabilität, ein prekäres Leistungsniveau und das Risi ko zusätzlicher Leistungseinbrüche, wie dies schon von Dr. E.____ in seinem Gutachten festgehalten habe. 7.1 Nach der Praxis weicht das Gericht bei Gerichtsgutach ten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, dere n Aufgabe es ist, ihre Fachkennt- nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um e inen bestimmten Sachverhalt medizi- nisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliege n, wenn die Gerichtsexpertise wi- dersprüchlich ist. Abweichende Beurteilung kann ferner ge rechtfertigt sein, wenn Meinungs- äusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol- che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Sch lussfolgerungen zieht (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). Solche Gr ünde sind hier nicht gegeben. Wie oben (vgl. E. 4.3 hiervor) ausgeführt, ist hinsichtlich d es Beweiswertes eines Arztberichtes ent- scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um fassend ist, auf allseitigen Untersuchun- gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgege- ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zus ammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Das Gutachten von Dr. I.____ vo m 7. September 2013 beruht auf eingehenden Untersuchungen der Versicherten und berücksic htigt die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem ging er auf di e Beschwerden der Versicherten ein und vermittelte ein hinreichendes Bild über deren Ge sundheitszustand. Es wird deutlich, dass die Versicherte an geweblichen Besonderheiten an der u nteren LWS, ausgeprägten mehrseg- mentalen degenerativen Veränderungen an der HWS sow ie an einer erheblichen Knieproble- matik leidet, welche insgesamt ein invalidisierendes Ausmass aufweisen. Auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist begründet. Zudem legte Dr. I.____ überzeugend dar, dass die von Dr. C.____ streng nach den objektiven Befund en orientierte Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit die funktionellen Auswirkungen der radiomorpho logischen Auffälligkeiten, Komorbiditä- ten und Vulnerabilitäten nicht hinreichend berücksichti gte. Demnach ist gemäss der plausiblen Beurteilung im Gerichtgutachten mit überwiegender Wah rscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte in adaptierten, körperlich leichten Tätigkeiten resp. in einer optimal ange- passten Bürotätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfä higkeit von 40% aufweist. Insgesamt ist die Beurteilung im Gutachten von Dr. I.____ sowohl in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlu ssfolgerungen überzeugend. Sie stimmt mit der Einschätzung von Dr. E.____ vom 6. Se ptember 2011 insofern überein, als er der Versicherten ebenfalls eine Einschränkung der Arb eitsfähigkeit von 40% attestierte. Ins- gesamt lässt das Gutachten von Dr. I.____ eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu. Demnach ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Verkäu- fern zu 100% arbeitsunfähig ist und für angepasste Täti gkeiten eine Arbeitsunfähigkeit 40% besteht. 7.2 Daran vermögen die Vorbringen der Parteien nicht s zu ändern. 7.2.1 Soweit IV-Stelle die von Dr. I.____ vorgenomme ne Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in Frage stellt und davon ausgeht, dass er aufgrund der un günstigen Prognose eine bis dato nicht eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes berü cksichtigt habe, kann ihr nicht gefolgt werden. Vielmehr legte der Gutachter nach sorg fältiger Würdigung des Bildmaterials überzeugend dar, wie sich die bestehenden radiomorpholo gischen Auffälligkeiten, Komorbiditä- ten und Vulnerabilitäten auf die Arbeitsfähigkeit au swirken, falls die derzeit nicht erwerbstätige Versicherte einer Arbeit nachgehen würde. Unter Berücksich tigung, dass sie gemäss Ab- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlussbericht der beruflichen Massnahmen vom 27. Oktober 2010 während dem Praktikum beim Bundesamt X.____ vermehrt beschwerdebedingte Abse nzen aufwies, erscheint die Beur- teilung im Gerichtsgutachtes schlüssig und einleuchtend. H inweise darauf, dass Dr. I.____ bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bereits künfti ge gesundheitliche Entwicklungen be- rücksichtigt hätte, sind entgegen der Ansicht der IV-Stelle nicht ersichtlich. Insgesamt vermögen die Rügen der IV-Stelle die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens nicht in Frage zu stellen. 7.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin für die Bemessung der Invalidität die vom Gutachter at- testierte Arbeitsunfähigkeit von 50% für Bürotätigkeiten als massgebend erachtet, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Die Beurteilung des Gerichtsgutachters, wonach für eine Büroarbeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe, b ezieht sich auf eine Bürotätigkeit, die 80% bis 90% sitzend mit wenig zusätzlichen anderweitigen Arbeitsabläufen ausgeführt werden muss. Für eine optimal adaptierte Arbeit - auch in ein em Büro - besteht aber nach der massge- benden der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. I.____ eine Arbeitsfähigkeit von 60%. 7.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuha lten, dass bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf die Er gebnisse des Gutachtens von Dr. I.____ vom 7. September 2013 abgestellt werden kan n. Somit ist davon auszugehen, dass die Versicherte in einer optimal angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% aufweist. 8. Zu prüfen bleibt die Bemessung der Invalidität. 8.1.1 Bei der Ermittlung des für die Bestimmung des In validitätsgrades massgebenden hypo- thetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Validenei nkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht an- zuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsäch- lich verdienen würde (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreic hen weiteren Hinweisen). Die Einkom- mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen; daher ist in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitssch ädigung erzielt hat, auszugehen (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Verliert jedo ch eine versicherte Person die frühere Ar- beitsstelle aus invaliditätsfremden Gründen und ist anz unehmen, dass sie im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich nicht mehr an der bisherige n Arbeitsstelle tätig wäre, ist das Vali- deneinkommen rechtsprechungsgemäss nicht aufgrund der Lohnangaben des letzten Arbeitge- bers, sondern gestützt auf die Tabellenlöhne der Schwe izerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2010, 9C_130/2010, mit Hinweisen). 8.1.2 Vorliegend wurde das Arbeitsverhältnis mit der B_ ___AG aus betrieblichen Gründen und damit aus invaliditätsfremden Gründen aufgelöst, wesha lb für die Bestimmung des Validenein- kommens nicht vom betreffenden Lohn ausgegangen werden k ann. Das Valideneinkommen ist Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht somit auf der Grundlage statistischer Durchschnittslöhne zu ermitteln. Weiter ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin erfolgreich zur Bürofachfrau umgeschult wurde. Es ist davon aus- zugehen, dass sie zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rent enbeginns überwiegend wahr- scheinlich in diesem Beruf tätig wäre. Folglich ist auf den Verdienst einer diplomierten Bürofach- frau abzustellen. Aufgrund welcher Branche das Einkom men zu bestimmen ist, kann im vorlie- genden Fall - wie die nachstehenden Ausführungen zeige n werden - jedoch letztlich offen blei- ben. 8.2.1 Da der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Bür ofachfrau weiterhin möglich ist, ist das Invalideneinkommen vom selben Tabellenwert zu berechn en. Unter diesen Umständen ent- spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfäh igkeit (40%) unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (SVR 2008 IV Nr. 2, I 697/05 E. 5.4). Nach der Rechtsprechung ist beim Invalideneinkommen in Form e ines entsprechenden Abzugs der Tatsache Rechnung zu tragen, wenn persönliche und beruf liche Merkmale, wie Art und Aus- mass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationa lität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323) und je nach Ausprägung die versicherte Person d eswegen die verbliebene Arbeitsfä- higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur m it unterdurchschnittlichem erwerbli- chen Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine S. 80). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen. Er darf 25% nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327; Urteil 9C_100/2010 vom 23. März 2010 E. 2.3.2.2). 8.2.2 Vorliegend berechtigen die Kriterien Alter, N ationalität/Aufenthaltsstatus sowie Anzahl Dienstjahre zu keinem Abzug. Weiter ist der bundesgerich tlichen Rechtsprechung folgend da- von auszugehen, dass statistisch gesehen Teilzeitarbeit bei Frauen nicht weniger gut entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. U LRICH MEYER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2010, S. 317; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 2. Juni 2006, I 419/2005). Dagegen ist zu berücksichtigen, dass die Versicherte nur noch leichte Tätigkeiten ausführen kann. Des Wei- teren unterliegt sie bei der Ausführung der ihr noch zumutbaren Arbeiten zahlreichen körperlich bedingten Arbeitseinschränkungen. So sind ihr nur noch leichte Tätigkeiten, ohne Heben, Stos- sen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5-7 kg, ohne Arb eiten über Kopf, gebückt, kauernd, kniend oder repetitiv Treppen oder Stufenbenützende Tätigkeiten, nicht ausschliesslich sitzend, nicht ausschliesslich stehend mit der Möglichkeit zum selbststä ndigen Wechsel der Körperposi- tion zuzumuten. Diese Einschränkungen sind zwar quantitat iv in der ihr noch zumutbaren teil- zeitlichen Tätigkeit von 60% berücksichtigt. Die Tatsache, dass sie nur noch leichte Arbeiten ausführen kann, und dabei im Rahmen einer wechselbel astenden Tätigkeit in verschiedener Hinsicht mehrfach eingeschränkt ist, bringt jedoch einen qualitativen individuellen Nachteil mit sich, welcher darin besteht, dass die Versicherte auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mitbewerber oder einer Mitbewerberin ohne physische Ei nschränkungen benachteiligt ist. Mit dem Zumutbarkeitsprofil der Versicherten ist davon auszug ehen, dass sie nur einen neuen Ar- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitgeber findet, der sie zu einem tieferen Lohn anst ellt. Rechtsprechungsgemäss ist deshalb bei Einschränkungen der Leistungsfähigkeit in einer l eichten wechselbelastenden Tätigkeit grundsätzlich die Vornahme eines leidensbedingten Abzug s geboten. Unter Würdigung dieser Umstände rechtfertigt es sich, bei der Bemessung des Inval ideneinkommens einen Abzug vom Tabellenlohn von 10% vorzunehmen. Da aber das Validen- und Invalideneinkommen vom sel- ben Tabellenwert zu berechnen ist (vgl. E. 8.2.1 hiervor), würde selbst ein Abzug vom Tabellen- lohn von 10% und einem daraus resultierenden IV-Grad von 46% ([Valideneinkommen – Invali- deneinkommen] : Valideneinkommen x 100 ) zu keinem anderen Rentenanspruch führen. 8.3 Bei einem IV-Grad von 46% besteht Anspruch auf ei ne Viertelsrente. Da der Beschwer- deführerin bis 12. März 2010 ein Taggeld der IV ausger ichtet wurde, entsteht der Rentenan- spruch – gemäss Art. 47 Abs. 2 IVG – erst ab 1. März 2010 . Demnach ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 6. Juli 2012 aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. März 2010 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. 9.1 Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung dur ch das Begutachtungsinstitut D.____ in der Höhe von Fr. 4‘312.80 sind der IV-Stelle Basel-Lan dschaft aufzuerlegen (vgl. BGE 137 V 210, E. 4.4.2). 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden und der Beschwerdeführerin der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.--zurückzuerstatten ist. Die ausserorden tlichen Kosten sind bei der nicht an- waltlich vertretenen Beschwerdeführerin wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 6. Juli 2012 aufgehoben und festgest ellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. März 2010 Anspruch auf eine Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Viertelsrente hat. 2. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 4‘312.80 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht