<h2>SubmittedText<h2><p>Mit dem Einrichten von Fachhochschulen soll das schweizerische Ausbildungs- und Wirtschaftsgefüge revitalisiert werden. Der Bund scheint aber den Fachhochschulen im Gesundheitswesen keine hohe Priorität beizumessen. Die Ursachen mögen sein, dass die Hoheit im Gesundheitswesen und die Zuständigkeit der Ausbildung für Gesundheitsberufe zum Teil bei den Kantonen liegen, andererseits auch, weil die Bedeutung des Gesundheitswesen noch zu wenig erkannt wird. Und doch gehört dieses Gesundheitswesen zu den grössten Wirtschaftszweigen der Schweiz überhaupt. Es nimmt über 8 Prozent des Bruttoinlandproduktes in Anspruch und beschäftigt 300 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind fast 10 Prozent aller Berufstätigen. Im Gesundheitswesen finden mehr Angestellte ihr Auskommen als bei den PTT und Bahnen oder den Banken und Versicherungen zusammen.</p><p>Die Berufsverbände und -schulen sowie die Arbeitgeberverbände im Gesundheitswesen sind bereit, die Schülerinnen und Schüler zur Fachhochschulreife vorzubereiten. Auch sind sie bereit, für die Fachhochschulentwicklung Unterstützung zu geben. Noch fehlen aber die konkreten Perspektiven für Fachhochschulen im Gesundheitswesen in der Schweiz. Dies führt zu Unsicherheiten bezüglich einer konkreten Planung. In den anderen europäischen Ländern bestehen bereits Fachhochschulen oder Universitäten, die Studiengänge für Berufe im Gesundheitswesen anbieten.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat:</p><p>1. Wie sieht die mittel- und langfristige Planung zur Einrichtung von Fachhochschulen im Gesundheitswesen aus? Müssten nach Ansicht des Bundesrates Fachhochschulen im Gesundheitswesen nicht prioritärer angegangen werden, als es die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren vorsieht?</p><p>2. Wie sollen Fachhochschulen im Gesundheitswesen im eidgenössischen Bildungssystem eingebettet werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Falls die eidgenössischen Räte im ersten Semester 1995 das Bundesgesetz über Fachhochschulen verabschieden, können die ersten Fachhochschulen bis Ende 1996 anerkannt werden. Der Entwurf zum Fachhochschulgesetz stellt die technischen und wirtschaftlichen Ausbildungen in den Vordergrund, da diese Bereiche durch den Bund abschliessend geregelt werden können.</p><p>Fachhochschulen im Gesundheitswesen sind im Gegensatz dazu ausschliesslich durch die Kantone zu planen und zu regeln. Für Fachhochschulen im Gesundheitswesen und andere Fachhochschulen aus dem Kompetenzbereich der Kantone sieht der Gesetzentwurf ausdrücklich eine mögliche finanzielle Unterstützung durch den Bund vor. Angesichts der aktuellen Finanzlage des Bundes ist mit der Anwendung dieser Bestimmung mittelfristig allerdings nicht zu rechnen.</p><p>Der Bundesrat vertritt die Auffassung, dass Bildungsreformen einige Zeit für sich beanspruchen und sorgfältig vorbereitet werden müssen. Er ist deshalb bestrebt, gemeinsam mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren am Aufbau der Fachhochschulstufe zu arbeiten.</p><p>2. An der Zuständigkeit der Kantone für das Gesundheitswesen wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Deshalb werden zukünftige Fachhochschulen in diesem Bereich ähnlich wie die bereits bestehenden pädagogischen Ausbildungen, Kunstschulen usw. als Teile der Tertiärstufe in die kantonalen Bildungssysteme integriert bleiben.</p>  Antwort des Bundesrates.