<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2018.00602</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219081&amp;W10_KEY=13013494&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2018.00602</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.03.2019</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 13.05.2019 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Widerruf)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Aufenthaltsbewilligung wegen Scheinehe.] Es ergeben sich gewichtige Indizien dafür, dass die Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau nur zum Schein geschlossen wurde (E.3.1). Der Eindruck erhärtet sich auch durch die Vorgeschichte. Der Beschwerdeführer war innert neun Jahren viermal verlobt, dreimal verheiratet und wurde zweimal geschieden (E. 3.2) Dem Beschwerdeführer ist der Gegenbeweis nicht gelungen (E. 3.3). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 51 Abs. I lit. a AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=41673" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2018.00602</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">20. MÃ¤rz 2019</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Ersatzrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung<br/> (Widerruf),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1986, StaatsangehÃ¶riger der TÃ¼rkei, heiratete am 16. Juli 2009 die in der Schweiz niedergelassene tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige C. Am 3. Dezember 2009 reiste A in die Schweiz ein. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt er am 27. Januar 2010 eine Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals am 2. November 2012 mit GÃ¼ltigkeit bis am 2. Dezember 2013 verlÃ¤ngert wurde.</p> <p class="Urteilstext">Ende November 2012 trennten sich A und C. Mit Urteil vom 28. Mai 2013 wurde die kinderlos gebliebene Ehe rechtskrÃ¤ftig geschieden.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Schreiben vom 29. Juli 2013 stellte das Migrationsamt A den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung in Aussicht und gewÃ¤hrte ihm hierzu das rechtliche GehÃ¶r. A liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 31. Oktober 2013 reichte A ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ein, welches das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 12. Dezember 2013 abwies und A gleichzeitig Frist zum Verlassen der Schweiz bis 28. Februar 2014 ansetzte. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 19. Juni 2014 ab und setzte A eine neue Ausreisefrist bis 30. September 2014.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 2. Juli 2014 â noch vor Ablauf der im Rekursentscheid vom 19. Juni 2014 gesetzten Ausreisefrist â heiratete A die in der Schweiz niedergelassene tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige D. In der Folgte erteilte ihm das Migrationsamt im Rahmen des Familiennachzugs eine bis am 1. Juli 2015 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext">Die Einzelrichterin des Bezirksgerichts E stellte mit Urteil betreffend Eheschutzmassnahmen vom 9. Dezember 2014 fest, dass die Ehegatten zum Getrenntleben berechtigt sind und nahm davon Vormerk, dass D die eheliche Wohnung am 10. November 2014 verlassen habe. Mit VerfÃ¼gung vom 7. Mai 2015 widerrief das Migrationsamt die bis am 1. Juli 2015 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung von A und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis 5. Juli 2015. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 28. September 2015 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war, und setzte A zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist bis 30. November 2015. Die hiergegen gerichtete Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 17. Februar 2016 ab (VB.2015.00669). Mit Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2016 (2C_279/2016) wurde auch die dagegen erhobene Beschwerde abgewiesen.</p> <p class="Urteilstext">Noch vor Erlass des hÃ¶chstrichterlichen Urteils ersuchte A mit Schreiben vom 15. MÃ¤rz 2016 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur Eheschliessung mit F. Zur Heirat kam es nicht. Am 18. April 2016 kehrte A in die TÃ¼rkei zurÃ¼ck.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Am 22. September 2016 reiste A mit einem bis am 25. Dezember 2016 gÃ¼ltigen Touristenvisum erneut in die Schweiz ein. Am 21. Dezember 2016 heiratete er in E die Schweizerin G, weshalb ihm am 16. Januar 2017 eine bis 20. Dezember 2017 befristete Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei G erteilt wurde.</p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 11. Januar 2017 meldete das Zivilstandsamt der Stadt E dem Migrationsamt einen (Rest-)Verdacht auf Scheinehe im Sinn von Art. 82 Abs. 3 (seit 1. Januar 2019: Art. 82a Abs. 2) der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE). Das Migrationsamt sah im Zuge weiterer Ermittlungen den Verdacht als erhÃ¤rtet an, weshalb es mit VerfÃ¼gung vom 11. Oktober 2017 die bis 20. Dezember 2017 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung von A widerrief.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 23. August 2018 ab, soweit er nicht zufolge zwischenzeitlichen Ablaufs der Aufenthaltsbewilligung gegenstandslos geworden war, und setzte A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 31. Oktober 2018.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 18. September 2018 beantragte A die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Schreiben vom 29. Oktober 2018 merkte das Verwaltungsgericht an, dass sich A wÃ¤hrend des Verfahrens in der Schweiz aufhalten darf. Eine ihm auferlegte Kaution wurde fristgerecht geleistet.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Sicherheitsdirektion verzichtete auf eine Vernehmlassung. Das Migrationsamt liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen, ein­schliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschrei­tung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.<br/> 2.1 </span></b><span>AuslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit ihrem Partner zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration [AIG]; bis 31. Dezember 2018: Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG]). Der Rechtsanspruch gemÃ¤ss Art. 42 Abs. 1 AIG steht </span>gemÃ¤ss Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG <span>unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs.</span></p> <p class="Urteilstext">Unter den Begriff des Rechtsmissbrauchs fÃ¤llt unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 5. April 2011, 2C_820/2010, E. 3.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Ob eine Scheinehe vorliegt, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und kann diesfalls nur durch Indizien nachgewiesen werden (BGE 127 II 49 E. 5a, 122 II 289 E. 2b). Solche Indizien kÃ¶nnen etwa darin liegen, dass mit der Heirat einer drohenden Wegweisung der auslÃ¤ndischen Person zuvorgekommen wurde, dass die Heirat bereits nach kurzer Bekanntschaft erfolgte, dass zwischen den Ehepartnern ein grosser Altersunterschied besteht sowie in der Tatsache, dass gar nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen wurde. Dasselbe gilt, wenn fÃ¼r die Heirat eine Bezahlung vereinbart wurde. Umgekehrt kann auf die BegrÃ¼ndung einer wirklichen Lebensgemeinschaft nicht schon daraus geschlossen werden, dass die Ehegatten wÃ¤hrend einer gewissen Zeit zusammenlebten und eine intime Beziehung unterhielten; ein derartiges Verhalten kann auch nur vorgespiegelt sein, um die BehÃ¶rden zu tÃ¤uschen (vgl. zum Ganzen BGE 122 II 289 E. 2b mit Hinweisen). Eine Scheinehe liegt freilich nicht bereits dann vor, wenn auch auslÃ¤nderrechtliche Motive den Eheschluss beeinflusst haben. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt (BGr, 17. MÃ¤rz 2017, 2C_936/2016, E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 121 II 97 E. 3b). </p> <p class="Erwgung2">Die vorhandenen Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es dem zur Mitwirkung verpflichteten Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (VGr, 17. Dezember 2008, VB.2008.00454, E. 4 [nicht publiziert]; BGr, 9. Juni 2008, 2C_60/2008, E. 2.2.2; BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.<br/> 3.1 </b>Vorliegend ergeben sich aus nachfolgend dargestellten UmstÃ¤nden gewichtige Indizien dafÃ¼r, dass die Ehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und G nur zum Schein geschlossen wurde:</p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat als tÃ¼rkischer StaatsangehÃ¶riger ohne Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine MÃ¶glichkeit, eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erhalten und hier einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen. Bevor der BeschwerdefÃ¼hrer die Schweiz (zuletzt) am 18. April 2016 verliess, erklÃ¤rte er noch am 15. MÃ¤rz 2016, F heiraten zu wollen. Diese teilte der Stadtpolizei E indes am 2. Mai 2016 mit, dass sie nicht beabsichtigt habe, den â zwischenzeitlich ausgereisten â BeschwerdefÃ¼hrer zu heiraten. Diese Eheschliessung hÃ¤tte dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht anders als im Fall seiner frÃ¼heren Heirat bzw. kurzen Ehe mit D den weiteren Verbleib in der Schweiz gesichert. Nachdem eine Heirat mit F nicht gelang, bestand hierfÃ¼r offenbar kein Bedarf mehr und wurde eine solche Heirat wenige Monate spÃ¤ter â nach der Wiedereinreise des BeschwerdefÃ¼hrers am 22. September 2016 â auch nicht mehr angestrebt. Hingegen ehelichte der BeschwerdefÃ¼hrer in der Folge bzw. praktisch zeitgleich mit dem Ablauf seines fÃ¼r 90 Tage gÃ¼ltigen Touristenvisums am 21. Dezember 2016 die 12,5 Jahre Ã¤ltere G. Der Aufbau einer ehevorbereitenden Beziehung mit G kann damit nur sehr kurz gedauert haben. Die diesbezÃ¼glichen Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung vom 15. Juni 2017 sind nicht nachvollziehbar und wecken den Eindruck, allein der Verschleierung der KÃ¼rze der Bekanntschaft vor der Heirat zu dienen. ZunÃ¤chst will der BeschwerdefÃ¼hrer Anfang November 2016 zu G gezogen sein; hernach â im weiteren Verlauf der Befragung â indes schon seit Ende Oktober 2016 und dann bereits seit September 2016 mit ihr zusammengewohnt haben. G hielt anlÃ¤sslich ihrer polizeilichen Befragung ebenfalls vom 15. Juni 2017 hingegen dafÃ¼r, der BeschwerdefÃ¼hrer sei einen Monat vor der Hochzeit zu ihr gezogen â was der zweiten NovemberhÃ¤lfte entsprechen wÃ¼rde. Weiter erklÃ¤rte G, dass sie nicht so schnell habe heiraten wollen und ein Grund fÃ¼r die schnelle Heirat darin bestanden habe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit der Bewilligung "Probleme" gehabt habe. Ausserdem habe sie noch finanzielle Schwierigkeiten gehabt. Die zweiwÃ¶chigen Ferien von G mit einer Bekannten â nicht mit dem BeschwerdefÃ¼hrer â im Februar 2017 in H habe der BeschwerdefÃ¼hrer bezahlt, nicht anders als den Mietzins fÃ¼r die Wohnung in der HÃ¶he von Fr. 1'408.- seit seinem Einzug bei ihr. Hierin liegen gewichtige Indizien einer finanziellen Gegenleistung des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r den schnellen Eheschluss entgegen dem ursprÃ¼nglichen Willen der Ehegattin, welche anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung im Ãbrigen nicht in der Lage war, das Heiratsdatum korrekt zu nennen (12. Dezember 2016 anstatt 21. Dezember 2016). Nachdem die Befragung mit Hilfe eines Dolmetschers in tÃ¼rkischer Sprache durchgefÃ¼hrt wurde und die Zahlen 12 ("on iki" [zehn/zwei]) und 21 ("yirmi bir" [zwanzig/eins]) nicht anders als in der deutschen Sprache kaum verwechselbar sind, kann hierin kein MissverstÃ¤ndnis liegen. Vielmehr handelt es sich bei der Nichterinnerung an das Hochzeitsdatum um ein weiteres gewichtiges Indiz, dass G dem Eheschluss wenig Bedeutung zumass respektive dieser augenfÃ¤llig im Dienst des BeschwerdefÃ¼hrers respektive der Sicherung seines Aufenthaltsrechts erfolgte. G erklÃ¤rte denn auch auf die Frage, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer im September 2016 (wieder) in die Schweiz eingereist sei: Weil er wieder hier habe leben wollen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Befragungen der Eheleute zeigen weitere auffÃ¤llige Ungereimtheiten: G erklÃ¤rte etwa, dass sie die Trauzeugen bei der Heirat das erste Mal gesehen habe; deren Namen kenne sie nicht. GemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer handelt es sich bei einem der Trauzeugen immerhin um seinen besten Freund. Den Jahrgang (1974) seiner Ehefrau vermochte der BeschwerdefÃ¼hrer nicht korrekt zu benennen. Die Namen der jeweiligen Schwiegereltern kannten beide Ehegatten nicht. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auf die Frage, ob sie ErgÃ¤nzungen anzubringen habe, bat G die einvernehmenden Polizeibeamten abschliessend ausdrÃ¼cklich, den BeschwerdefÃ¼hrer auszuschaffen, sobald er Probleme mache. Eine solche Aussage ist im Fall einer echten, nicht der Umgehung von auslÃ¤nderrechtlichen Vorschriften dienenden Ehe kaum denkbar.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2 </span></b><span>Nach dem Gesagten liegen gewichtige Indizien vor, welche fÃ¼r eine Scheinehe sprechen.</span> <span>Dies gilt umso mehr unter Eindruck der einleitend geschilderten Vorgeschichte: WÃ¤hrend seiner bisherige Aufenthalte in der Schweiz von zusammen mittlerweile rund neun Jahren war der BeschwerdefÃ¼hrer viermal verlobt, dreimal tatsÃ¤chlich verheiratet und wurde zweimal geschieden.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.3 </span></b><span>Folglich liegt es am BeschwerdefÃ¼hrer, den Gegenbeweis anzutreten und die angefÃ¼hrten </span><span>Indizien zu entkrÃ¤ften.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies gelingt ihm nicht: Dass die Polizei im Rahmen der ErmittlungstÃ¤tigkeit beide Ehegatten in derselben Wohnung antraf und auf ersten Blick feststellte, die Wohnung wirke wie ein von einem Ehepaar gefÃ¼hrten Haushalt, reicht angesichts der gewichtigen Indizienlage hierfÃ¼r nicht, zumal eine wirkliche Lebensgemeinschaft wie erwÃ¤hnt auch nur vorgespielt sein kann. Im selben Polizeibericht findet sich denn auch die Bemerkung der einvernehmenden Polizeibeamten, G habe gegen Ende der Einvernahme gewirkt, als hÃ¤tte sie Angst oder Bedenken, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sie nur wegen des Aufenthalts geheiratet habe. Auch die dem Migrationsamt eingereichten Fotos vermÃ¶gen die er­drÃ¼ckenden Hinweise auf eine Scheinehe nicht zu entkrÃ¤ften, zumal gemÃ¤ss den eigenen Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers und von G keine eigentliche Hochzeitsfeier stattfand, was im Kulturkreis der Eheleute im Fall einer echten, affektiv begrÃ¼ndeten Heirat eher untypisch ist.</span></p> <p class="Urteilstext">Schliesslich anerbietet der BeschwerdefÃ¼hrer zum Nachweis einer tatsÃ¤chlichen ehelichen Gemeinschaft seine persÃ¶nliche Befragung und diejenige seiner Ehegattin G. Alle Beteiligten wurden indes zur Sache bereits ausfÃ¼hrlich polizeilich befragt. Es ist nicht zu erwarten, dass eine weitere Befragung bessere Erkenntnisse bringen wÃ¼rde bzw. gebracht hÃ¤tte. Aufgrund der Faktenlage und in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung konnte und kann deshalb auf weitere Beweiserhebungen verzichtet werden. </p> <p class="MsoNormal"><span>Da vorliegend von einer Scheinehe auszugehen ist, lÃ¤sst sich ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auch nicht aus dem Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) ableiten (vgl. BGE 126 II 377 E. 2.b). </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>4.<br/> </span></b><span>Der VollstÃ¤ndigkeit halber ist zu erwÃ¤hnen, dass fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens (Art. 96 Abs. 1 AIG) ebenso wenig Anlass besteht wie fÃ¼r die Annahme eines HÃ¤rtefalles (Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG), zumal beides in der Beschwerdeschrift auch nicht substanziiert behauptet wurde. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer derzeit Steuern und Sozialabgaben bezahlt, entspricht einem erwarteten Verhalten. Im Weiteren kann in Anwendung von § 70 in Verbindung mit </span><span>§ 28 Abs. 1 Satz 2 VRG auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden. </span><span>VollstÃ¤ndig vorstrafenfrei ist der BeschwerdefÃ¼hrer im Ãbrigen entgegen der Behauptung in der Beschwerdeschrift nicht, wie ein bei den Akten liegender Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I vom 25. Juni 2015 wegen eines Verkehrsdelikts zeigt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Beschwerde ist abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 1 VRG) und es steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. BGr, 18. Juni 2007, 2D_3/2007 bzw. 2C_126/2007, E. 2.2). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 </span>lit. c Ziff. 2 BGG im Umkehrschluss). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinne der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>