Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. November 2012 (720 10 329 / 289) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhaltes / Gerichtsgutachten Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Micha el Guex, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D r. Andreas Noll, Advo- kat, Falknerstrasse 3, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1965 geborene, zuletzt vom 1. April 2001 bis 3 0. September 2005 bei B.___ als Kommissionierer angestellt gewesene A.____ meldete sich a m 22. Juli 2005 unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall, eine Herzoperation im Jahr 1 990 und eine Stauballergie bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an . In der Folge klärte die IV- Stelle Basel-Landschaft die gesundheitlichen und die er werblichen Verhältnisse des Versicher- ten ab, wobei sie ab 22. November 2005 (Ablauf des War tejahres) einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 17. August 2006 einen solchen von 23 % e rmittelte. Gestützt auf diese Ergebnis- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht se sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vo rbescheidverfahrens mit Verfügung vom 11. Dezember 2007 für den Zeitraum vom 1. November 2005 bis 30. November 2006 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie eine n weiteren Rentenanspruch ab 1. Dezember 2006 ab. Eine von A.____ gegen diese Verfü gung erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Ka ntonsgericht), mit Urteil vom 19. November 2008 in dem Sinne gut, als es die angefo chtene Verfügung vom 11. Dezember 2007 aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum anschliessenden Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle zurückwies. In seinen Erwä- gungen hielt das Kantonsgericht fest, dass der psychisch e Gesundheitszustand des Versicher- ten ungenügend abgeklärt worden sei. Die IV-Stelle werde daher ein psychiatrisches Gutachten einzuholen und gestützt auf dessen Ergebnisse über das R entengesuch neu zu befinden ha- ben. In Nachachtung dieses Urteils gab die IV-Stelle bei Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psycho- therapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 23. Juni 2009 er- stattete. Darin gelangte der genannte Facharzt zur Auffassung, dass beim Versicherten aus rein psychiatrischer Sicht ab November 2005 von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit und ab August 2006 von einer solchen von 30 % auszugehen sei. Auf die ser Grundlage ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten ab 22. November 2005 einen Invalidit ätsgrad von 52 % und ab 16. August 2006 einen solchen von 33 %. Gestützt auf diese Ergebni sse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vo m 12. Oktober 2010 für den Zeit- raum vom 1. November 2005 bis 30. November 2006 nunmehr eine befristete halbe Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. Dezember 2006 erneut ab. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokat Dr. Andreas Nol l namens und im Auftrag von A.____ am 5. November 2010 Beschwerde beim Kantonsger icht. Darin beantragte er, es sei dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente ab 1. Novemb er 2005 auszurichten. Zudem sei Herr Dr. C.____ zu verpflichten, seine Mandatsstruktur bezüglich Anteils des Honorars für IV- Gutachten an seinem Gesamthonorar offenzulegen. Eventualiter sei eine gerichtliche Begutach- tung des Beschwerdeführers anzuordnen; unter o/e-Kostenfolge, wobei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mi t seinem Rechtsvertreter zu bewilli- gen sei. C. Mit Verfügung vom 10. November 2010 gewährte das G ericht dem Beschwerdeführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren die unent- geltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeist ändung mit Advokat Dr. Andreas Noll als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2010 beant ragte die IV-Stelle, die Be- schwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. E. Am 18. Januar 2011 reichte der Beschwerdeführer ein en Arztbericht Spitals D.____ vom 21. Dezember 2010 nach. Am 8. Februar 2011 nahm die B eschwerdegegnerin hierzu Stellung, wobei sie ihrer Eingabe eine Beurteilung von Dr. med . E.____, Psychiatrie und Psychotherapie Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 7. Februar 2011 beilegte. Der Be- schwerdeführer gab am 17. März 2011 seinerseits zwei Arzt berichte der Klinik F.____ vom 17./18. Februar 2011 zu den Akten. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 9. Juni 2011 gela ngte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angeleg enheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Der medizinisc he Sachverhalt bedürfe weiterer Ab- klärung. Nachdem die Angelegenheit mit Urteil vom 19. November 2008 bereits einmal zur wei- teren fachärztlichen Abklärung sowie zum Erlass einer ne uen Verfügung an die IV-Stelle zu- rückgewiesen worden sei, erscheine es nunmehr angebracht, von einer erneuten Rückweisung an die Vorinstanz abzusehen und stattdessen die erforder liche zusätzliche Abklärung des me- dizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und die Einholung eines fachärzt- lichen Gerichtsgutachtens zum psychischen Gesundheitszustand und zu dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anzuordnen . Gleichzeitig gab es den Parteien Gelegenheit, sich auf eine gemeinsame Gutachterperson zu einigen. Nachdem die Parteien mitgeteilt hatten, dass sie gemei nsam Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Gerichtsgutachter vorschlagen würde n, erging der entsprechende Auftrag mit Verfügung vom 13. Dezember 2011 an den genannten Facharzt. G. Am 29. Juni 2012 erstattete Dr. G.____ das in Auftr ag gegebene psychiatrische Ge- richtsgutachten. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutach- tens und zur Frage zu äussern, wie sich die Ergebnisse der aktuellen medizinischen Begutach- tung auf einen allfälligen Leistungsanspruch des Versiche rten auswirken würden. Der Be- schwerdeführer machte am 6. August 2012 hiervon Gebrauch. Die IV-Stelle wiederum liess sich am 17. August 2012 zum Gutachten und zu dessen Auswirkunge n auf den Leistungsanspruch vernehmen, wobei sie ihrer Eingabe eine Beurteilung d es RAD-Arztes Dr. E.____ vom 23. Juli 2012 und eine ausführliche fachärztliche Stellungnahme von Dr. C.____ vom 8. August 2012 beilegte. In einem abschliessenden kurzen Schriftenwechsel nahm die Beschwerdegegnerin am 31. August 2012 zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 6. August 2012 Stellung. Dieser wiederum äusserte sich am 10. September 2012 zum Schrei ben der IV-Stelle vom 17. August 2012 und insbesondere zu den Ausführungen von Dr. C.____ vom 8. August 2012. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2. In seiner Beschwerde beantragt der Versicherte unte r anderem, „es sei Herr Dr. C.____ zu verpflichten, seine Mandatsstruktur bezüglich Anteils des Honorars für IV-Gutachten an sei- nem Gesamthonorar offenzulegen.“ Es erscheint überaus f raglich, ob im Rahmen des vorlie- genden Beschwerdeverfahrens auf dieses Rechtsbegehren eing etreten werden kann. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen bleiben, nachdem das Gericht am 9. Juni 2011 ent- schieden hat, dass auf das fachärztliche Gutachten von Dr. C.____ ohnehin nicht abgestellt werden kann (vgl. dazu E. 5.2 hiernach). Unter diesen Umständen kann von weitergehenden formell- und materiellrechtlichen Ausführungen zu diesem Antrag und den entsprechenden Vor- bringen des Beschwerdeführers hierzu abgesehen werden. 1.3 Ohne Weiteres einzutreten ist auf die - im Übrige n form- und fristgerecht erhobene - Beschwerde vom 5. November 2010, soweit der Versicherte d arin die Zusprechung einer gan- zen Rente ab 1. November 2005 beantragt. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Ar t. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindes tens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wen n sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstä tigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidität sgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). 4.4.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach d er Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholt es Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer- tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen ande rer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsg utachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise fü r angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens ab weichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 4.4.2 Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beo- bachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Nachdem das Kantonsgericht mit Urteil vom 19. Novemb er 2008 die damals angefoch- tene Verfügung vom 11. Dezember 2007 aufgehoben und d ie Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung des medizinischen Sachverhaltes an die IV-Stelle zurückgewiesen hatte, gab diese bei Dr. C.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, wel ches in der Folge am 23. Juni 2009 erstattet wurde. Darin hielt der Experte als Diagnosen eine leichte depressive Störung (ICD-10 F32.0), eine mögliche somatoforme Schmerzstörung (ICD-1 0 F45.5) und einen Status nach posttraumatischer Belastungsstörung gemäss Aktenlage (DD: Status nach möglicher akuter Belastungsreaktion; ICD-10 F43.0) fest. In seiner Beur teilung räumte der Gutachter vorab ein, dass es schwierig sei, den Exploranden umfassend zu beu rteilen, da seine Angaben oft diffus und schwer nachvollziehbar seien und er sich an viele Ding e nicht erinnern könne. Ausschlag- gebend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seie n die Depressivität und die mögliche soma- toforme Schmerzstörung. Hinweise für das Vorliegen eine r Restsymptomatik bezüglich einer posttraumatischen Belastungsstörung ergäben sich keine. Erschwerend würden sich jedoch die geringen Ressourcen des Exploranden bemerkbar machen, w obei auch noch verschiedene invaliditätsfremde Faktoren wie insbesondere eine mang elnde Schulbildung und Ausbildung, fehlende sprachliche Kenntnisse sowie eine kulturspezifische Verarbeitung der Beschwerden eine Rolle spielen würden. Zur Frage der konkreten B eeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht führte Dr. C.____ aus, der Explorand sei aufgrund der möglichen Schmerzstörung nicht mehr in der Lage, körperliche Sch werarbeiten zu verrichten, was zumin- dest teilweise in der bisherigen Tätigkeit der Fall gew esen sei. Die Ausübung leichter bis mittel- schwerer Tätigkeiten sollte ihm aber durchaus zumutbar sein. Im Weiteren sei aufgrund der Depressivität und der eher geringen Ressourcen eine vermi nderte Belastbarkeit anzunehmen, Der Versicherte dürfte etwas verlangsamt sein und vermeh rt Pausen benötigen. Es müsse diesbezüglich eine 30 %-ige Einschränkung der Arbeitsfä higkeit angenommen werden. Was den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit betreffe, so erwei se sich eine Stellungnahme als schwierig, da der Explorand lange Zeit nicht aus psychiatrischen Grü nden arbeitsunfähig geschrieben worden sei. Gestützt auf die vorhandenen Akten könne je doch angenommen werden, dass mindestens seit der Begutachtung durch die Begutachtung sstelle H.____ im August/November 2006 eine 30 %-ige Arbeitsunfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht vorgelegen habe. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 12. Oktober 2010 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfäng- lich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. C.____ in seinem Gutachten vom 23. Juni 2009 gelangt war. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdef ührer ab 22. November 2005 (Ab- lauf des Wartejahres) bis Mitte August 2006 (Zeitpunkt der Begutachtung durch die Begutach- tungsstelle H.____) in der Ausübung einer leidensadapti erten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig gewesen war und dass seither von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit von 70 % auszugehen ist. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4 .4.2 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich de r ersten in dieser Angelegenheit er- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgten Urteilsberatung vom 9. Juni 2011 gelangte da s Kantonsgericht nun allerdings zur Auf- fassung, dass in Bezug auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 23. Juni 2009 solche Indizien vorliegen würden. So erweise sich das Gutachten insofer n als unvollständig, als es sich zu we- nig ausführlich mit den vorhandenen abweichenden Auf fassungen anderer psychiatrischer Fachärzte auseinandersetze, die in ihren Berichten zu and erslautenden Diagnosen und zu teil- weise erheblich divergierenden Einschätzungen der Arbeit sfähigkeit gelangt seien. So falle auf, dass verschiedene in den Fall involvierte psychiatrische Fach ärzte beim Versicherten - im Ge- gensatz zum Gutachter - nicht bloss von einer leichten, so ndern von einer mindestens mit- telgradigen Ausprägung der depressiven Störung ausgehen und ihm demzufolge auch eine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierten würden. Dem Gutachter sei es diesbe- züglich nicht gelungen, schlüssig und überzeugend aufzuzeige n, weshalb auf seine und nicht auf die abweichenden Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsbeu rteilungen der anderen psychiatri- schen Fachärzte abzustellen sei. Zudem könne man sich - u nd darin sei ein hauptsächlicher Mangel des Gutachtens zu sehen - des Eindrucks nicht erweh ren, dass es sich bei der Beurtei- lung durch Dr. C.____ lediglich um eine “Momentaufnah me“ handle, welche dem längerfristigen Krankheitsverlauf und dessen Auswirkungen auf die Arbei tsfähigkeit des Versicherten unter Umständen nicht gerecht werde. Entgegen der von der IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 12. Oktober 2010 vertretenen Auffassung komme d em psychiatrischen Gutachten von Dr. C.____ demnach keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Da die übrigen damals vor- liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine ausreic hende Grundlage für eine abschlies- sende Beurteilung der Beschwerde bildeten, beschloss das Gericht anlässlich der Urteilsbera- tung vom 9. Juni 2011, den Fall auszustellen und die er forderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Auf gemeinsamen Antrag der Parteien hin wur de in der Folge Dr. G.____ zum Ge- richtsgutachter ernannt. 6.1 Im Rahmen seiner Begutachtung hat Dr. G.____ den Versicherten zweimal - in zeitli- chem Abstand von rund zwei Monaten - unter Beizug einer Dolmetscherin ambulant psychiat- risch untersucht. Zudem hat er bei der behandelnden Psych iaterin Dr. med. I.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine aktuelle Standortbestimmun g eingeholt. Gestützt auf seine Un- tersuchungen hält Dr. G.____ in seinem ausführlichen Gerichtsgutachten vom 29. Juni 2012 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwä rtig mittelschwere (bis schwere) Episode (ICD-10 F33.1), und eine Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8) bei Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) fest. 6.2 In seiner Beurteilung legt Dr. G.____ einleitend dar, auf Grund von Hinweisen in den ihm vorgelegten medizinischen Akten auf einen „allenfalls wel lenförmigen Krankheitsverlauf“ habe er sich entschlossen, den Versicherten zweimal psychiatrisch zu explorieren und zwar in einem grösseren Abstand von ca. zwei Monaten. Es habe sich dabei g ezeigt, dass der psychopatho- logische Befund respektive der psychische Zustand des Versicherten im Zeitraum zwischen den beiden Abklärungen vom 3. April und 5. Juni 2012 kon stant geblieben sei. Der Explorand sei in einer deutlich depressiven Stimmung verharrt und es hätte n keine Hinweise dafür bestanden, dass diese Stimmung im Wesentlichen von tageweise wechsel nden Umständen beeinflusst werde. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen seiner Abklärungen sei es schwierig gewesen, die Anamnese zu erheben, weil der Explorand ungenaue Daten angegeben, unkonzentriert ge wirkt und mindestens zu Beginn der ersten Exploration eher dysphorisch, misstrauisch ablehnend der Untersuchung gegenüber ge- standen habe. Es habe sich sehr bald gezeigt, dass es sich be i diesem Verhalten um die Folge des depressiven Interesseverlustes gehandelt habe. Der Exp lorand habe nicht, wie von Dr. C.____ früher beschrieben, gelangweilt, sondern an vielen Fragen des Untersuchers in de- pressiver Weise desinteressiert gewirkt. Dies habe sich unter anderem darin geäussert, dass sich bei bestimmten Fragestellungen, vor allem als psychisch belastende Themata angespro- chen worden seien, sein passives Verhalten in depressive p sychomotorische Agietiertheit um- geschlagen habe. Damit sei auch bereits gesagt, dass der Antrieb und die ganze Psychomoto- rik des Versicherten deutlich verändert gewesen seien. Er habe über weite Strecken während der Exploration angespannt gewirkt und er sei zu keine r Zeit in der Lage gewesen, adäquat mimisch zu modulieren. Der Antrieb sei vorhanden gewesen , aber inadäquat ungerichtet. Das Denken des Exploranden sei depressiv eingeengt gewesen, inhaltlich geprägt von Selbstvor- würfen, Hoffnungslosigkeit und Gefühlen eigener Wertl osigkeit. Der Explorand habe bei der Besprechung komplexhaft erlebter Inhalte unkonzentriert und unschlüssig gewirkt. Er habe - wie schon anderen Gutachtern gegenüber oder wie auch von a nderen Ärzten beschrieben - über Schlafstörungen und zudem auch über einen verminderten A ppetit mit entsprechender Ge- wichtsveränderung berichtet. Bei gezielter Befragung zu Verhaltensauffälligkeiten, respektive zum Tagesablauf seien jedoch noch einige Aktivitäten er uierbar gewesen, zum Beispiel etwas Mithilfe im Haushalt, Spaziergänge oder die Begleitung des Sohnes. Berücksichtige man die beschriebene Symptomatik, so seien h eute die Kriterien für das Vorlie- gen einer depressiven Störung zweifellos erfüllt. Von den in ICD-10 für eine depressive Störung geforderten Kriterien lägen alle drei Kernsymptome sowie alle sieben Zusatzsymptome vor, was rein formal gemäss ICD-10 der Diagnose einer schweren depressiven Episode entsprechen würde. Eine solche Betrachtungsweise entspreche jedoch nicht in jedem Fall der klinischen Einschätzung des Schweregrades einer Depression. Für die klinisch bedeutsame Einschätzung seien nicht nur die Anzahl der Symptome, sondern auch d eren Ausprägung entscheidend. Vor- liegend seien gewisse Funktionen noch erhalten, zum Beispiel in Bezug auf den Antrieb in Form gewisser erhaltener Alltagsaktivitäten. Andere Symptome seien nicht schwer ausgeprägt, zum Beispiel die Suizidalität, und der Explorand verharre nicht ununterbrochen in einer schwer de- pressiven Stimmung, Stimmungsschwankungen beschreibe auch er selber. Aus diesem Grund rechtfertige sich im konkreten Fall die Annahme einer mi ttelschweren depressiven Episode, allerdings eher an der Grenze zur schweren Ausprägung. Neben der depressiven Symptomatik würden beim Exploranden auch Panikattacken auftreten. Da diese jedoch im Zusammenhang mit der depressiven Stör ung stünden, respektive eine se- kundäre Folge der Depression seien, würden sie im konkre ten Fall nicht separat als Diagnose aufgeführt. In das Gebiet depressiver Ängste gehöre auch das Symptom des Versicherten, sich zeitweise beobachtet zu fühlen. Auch diese Ängste würd en jedoch eher der Schwere der de- pressiven Symptomatik entsprechen, als dass sie eine eigenst ändige Diagnose irgendeiner Angststörung rechtfertigen würden. In den Akten werde f erner - insbesondere durch die behan- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht delnde Psychiaterin - die Diagnose einer anhaltenden s omatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt, zumal nicht sämtliche Schmerzen des Expl oranden durch eine körperliche Be- einträchtigung vollständig erklärbar seien und doch erh ebliche psychische Belastungen bestün- den. Grundsätzlich sei differentialdiagnostisch das Vorli egen einer anhaltenden Schmerzstö- rung in Betracht zu ziehen, hier vor allem eine sogena nnte chronische Schmerzstörung mit so- matischen und psychischen Faktoren (ICD-10 GM 2009 F45.41 ). Bei dieser Diagnose werde psychischen Faktoren eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhal- tung der Schmerzen beigemessen, jedoch nicht die ursächliche Rolle für deren Beginn. Für den vorliegenden Fall erübrige sich die Diskussion dieser Diagn ose aber deshalb, weil die Anteile der Schmerzsymptomatik, die körperlich nicht erklärt werden könnten, Teil der depressiven Symptomatik seien, d.h. sozusagen in der Diagnose der dep ressiven Störung aufgehen wür- den. In den Akten finde sich sodann die Diagnose einer postt raumatischen Belastungsstörung PTBS (ICD-10 F43.1). Die lange Latenz zwischen traumatischen E reignissen, die der Versicherte als junger Erwachsener in der Türkei erlebt habe, und dem Auftreten von sogenannten Intrusionen, also dem Wiedererleben, welches sich beim Versicherten in Form von sich wiederholenden (Alb-) Träumen und in Form von lebendigen Erinnerung en tagsüber manifestiere, spreche eher gegen das Vorliegen einer PTBS, denn in der Regel f olge der Beginn einer PTBS dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern könne. Allerdings gebe es auch Aus- nahmen, wo auch noch nach Jahren eine PTBS auftreten k önne. Im konkreten Fall lasse sich aber nicht von Vornherein begründen, weshalb ein sol cher Ausnahmefall vorliegen sollte. Ins- gesamt seien die Reaktionen des Versicherten auf die schwere Belastung in der Türkei zwar als vorbestehend, die heutigen Reaktionen jedoch eher als unspezifische sonstige Reaktion auf eine schwere Belastung im Sinne von ICD-10 F43.8 zu qualifizieren. 6.3 Der Gerichtsgutachter äussert sich sodann auch zu abwe ichenden früheren medizini- schen Einschätzungen, insbesondere setzt er sich mit der di vergierenden Beurteilung des Gut- achters Dr. C.____ auseinander. Dr. G.____ führt dazu a us, Dr. C.____ sei es, da er vom Vor- liegen einer lediglich leichten depressiven Episode au sgegangen sei, nicht möglich gewesen, das absolut passive Verhalten des Exploranden aus rein psychia trischer Sicht in diesem Aus- mass nachzuvollziehen. Auch er selber hätte beim Vorliege n einer lediglich leichten depressi- ven Störung nicht eine hohe Arbeitsunfähigkeit ausgewie sen. Dr. C.____ habe aber des Weite- ren noch eine Regression des Versicherten beschrieben und er habe diese vor allem in den Kontext geringer Ressourcen des Exploranden - neben kul turspezifischen Verarbeitungsweisen - gesetzt. Laut Dr. C.____ bestünden beim Versicherten ausgesprochen schlechte Bewälti- gungsstrategien und eine fatalistische Einstellung seinem Zustand und seiner Situation gegen- über. Er gehe mit Dr. C.____ einig, dass die Bewältig ungsstrategien des Exploranden ausge- sprochen dürftig seien und seine Einstellung als fatali stisch bezeichnet werden könne, er sei aber - im Gegensatz zu Dr. C.____ - der Meinung, dass d iese dürftige Ressourcenlage dem Exploranden nicht als durch ihn veränderbar angelastet werden könne. Stattdessen sei sie bei der Beurteilung seiner Leistungsfähigkeit als persönlich keitsimmanent zu berücksichtigen, zu- mal sie aus der Biographie des Exploranden verstehbar u nd infolge des ungünstigen Verlaufs der depressiven Störung nachvollziehbar sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Ve rsicherten weist der Gutachter einlei- tend darauf hin, dass hierfür nicht so sehr die Anzahl d er vorliegenden Symptome, sondern de- ren konkrete Auswirkungen entscheidend seien. Zusammengefa sst sei auch für die Leistungs- beurteilung die klinische Einschätzung entscheidender als die formale Einstufung des Schwere- grades der Depression gemäss ICD-10. Zur konkreten Beurt eilung der Arbeitsfähigkeit gelte es die psychischen Funktionen und Fähigkeiten des Versicherten einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Aus depressiven Gründen sei der Antrieb ent weder vermindert oder aber der Explorand sei die meiste Zeit über nicht in der Lage, s einen Antrieb gerichtet und produktiv ein- zusetzen. Das Denken des Exploranden sei depressiv eingeengt, sodass er seine Überlegun- gen nur in beschränktem Mass auf eine bestimmte Aufgabe f okussieren könne. Aus den glei- chen Gründen seien auch die kognitiven Funktionen beeintr ächtigt, vor allem auf Dauer die Aufmerksamkeit und die Konzentration. Beeinträchtigt se i auch die psychische Energie, d.h. das Aktivitätsniveau, die Ausdauer und das Durchhaltever mögen, wie auch die affektive Modu- lation, die affektive Belastbarkeit und Flexibilität und letztlich auch die innere Bindung und äus- sere Beziehung, d.h. die Fähigkeit, positive Selbstbilde r zu haben und Beziehungen mit unter- schiedlichen Beziehungsmustern einzugehen, was vor allem in der Beziehung zu Vorgesetzten oder Mitarbeitern an einem Arbeitsplatz von Bedeutung sei. Unter den geschilderten Umständen seien beim Exploranden folgende Fähigkeiten gestört oder aufgehoben: Bei der Planung und Strukturierung von A ufgaben, d.h. der Fähigkeit, den Tag und/oder anstehende Aufgaben zu planen und zu strukturie ren, sei der Explorand erheblich beeinträchtigt. Das Gleiche gelte für die Flexibilitä t und Umstellungsfähigkeit, d.h. bei der Fä- higkeit, sich im Verhalten, Denken und Erleben wechselnd en Situationen anzupassen, zum Beispiel in der Lage zu sein, je nach Situation unterschi edliche Verhaltensweisen zu zeigen. Der Explorand sei aus depressiven Gründen überhaupt nich t in der Lage, Veränderungen in den Arbeitsanforderungen - seien es Zeitveränderungen, räumliche Veränderungen oder die Veränderungen bei der Übertragung neuer Aufgaben - zu bewältigen. Ebenso erheblich einge- schränkt sei seine Entscheidungs- und Urteilsbildung, d.h. die Fähigkeit, kontextbezogen und nachvollziehbar Entscheidungen zu fällen, Sachverhalte di fferenziert und kontextbezogen auf- zufassen, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen und umzusetzen. Erheblich gestört sei die Durchhaltefähigkeit, also die Fähigkeit, hinreich end ausdauernd und während der üblicher- weise erwarteten Zeit an einer Tätigkeit zu bleiben u nd ein durchgehendes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten. Bei der geringen Belastbarkeit des Exploranden sei auch seine Selbstbe- hauptungsfähigkeit vor allem in sozialen Kontakten ode r auch in Konfliktsituationen praktisch aufgehoben, was wiederum eine erhebliche Beeinträchtig ung der Kontaktfähigkeit zu Dritten respektive auch der Teamfähigkeit oder der Gruppenfäh igkeit nach sich ziehe. Diese Ein- schränkungen wirkten sich nicht nur auf der beruflichen Eb ene, sondern auch bei den familiä- ren, beziehungsweise intimen Beziehungen aus. Dies sei ei n Anhaltspunkt für die Konsistenz und die Bedeutung der eingeschränkten Fähigkeiten in a llen sozialkommunikativen Bezügen. Im mittleren bis schweren Grad seien auch die Spontana ktivitäten reduziert. Dazu gehörten Aktivitäten des täglichen Lebens wie häusliche Aktivitäten, Erholung, Sport etc. Lediglich leicht beeinträchtigt sei er bei der Selbstpflege. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammengefasst sei das Aktivitätsniveau des Exploranden au s depressiven Gründen derart eingeschränkt, dass er nur noch stundenweise bei einer Arbeit beschäftigt werden könne, die wenig Konzentration und intellektuelle Umstellungsfähigkeit sowie wenig psychische Belastbar- keit erfordere und die in einem stressarmen Milieu ausg eführt werden könne. In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit, die mit dem Bedienen eines Sta plers verbunden gewesen sei und die er unter einem gewissen Zeitdruck habe ausüben müssen, sei der Explorand vollständig arbeits- unfähig. Bei einer wie oben beschriebenen adaptierte n Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit im Umfang entsprechend einer medizinisch zumutbaren Pr äsenzzeit am Arbeitsplatz halbtags (50 %), aber mit deutlich reduzierter Leistung, so dass eine effektive Leistung in einer zumutba- ren Verweistätigkeit von ca. 30 % resultiere. 7.1 In seiner Stellungnahme vom 6. August 2012 zum Ge richtsgutachten von Dr. G.____ bezeichnet der Beschwerdeführer dieses als schlüssig und üb erzeugend begründet, weshalb bei der Beurteilung seines Leistungsanspruchs vollumfänglich auf dessen Ergebnisse abgestellt werden könne. Demgegenüber vertritt die IV-Stelle in ihrer Eingaben vom 17. und 31. August 2012 die Auffassung, es könne erst ab dem Datum der erst maligen Begutachtung durch Dr. G.____, also ab April 2012, mit überwiegender Wa hrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers relevant und dauerhaft ver- schlechtert habe, sodass ihm erst nach diesem Zeitpunkt l ediglich noch eine Arbeitsfähigkeit von 30 % attestiert werden könne. Für die Zeit bis zum E rlass der Verfügung vom 12. Oktober 2010 könne dagegen nicht auf die - den echtzeitlichen Einschätzungen widersprechenden - Vermutungen des Gerichtsgutachters abgestellt werden. Die s führe dazu, dass der damalige ablehnende Rentenentscheid nicht zu beanstanden sei und der Beschwerdeführer auf eine Neuanmeldung zu verweisen sei. 7.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4.1 hiervor), weich t das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Ein schätzung der medizinischen Exper- tinnen und Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fa chkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Ver- fügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt med izinisch zu erfassen. Vorliegend sind keinerlei Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, d ie Ergebnisse des Gerichtsgutachtens von Dr. G.____ vom 29. Juni 2012 in Frage zu stellen od er gar davon abzuweichen. Es ist viel- mehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsg emässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsi cht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgeri cht verlangt wird (vgl. Erwägung 4.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es ber uht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntn is der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhä nge bzw. der Beurteilung der me- dizinischen Situation ein und es nimmt insbesondere eine differenzierte und überzeugende Be- urteilung der (Rest-) Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Sodann weist das Gutachten keiner- lei Widersprüche auf und es setzt sich auch ausführlich m it den bei den Akten liegenden (ab- weichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. So legt der Gerichtsgutachter nach- vollziehbar dar, weshalb aus seiner Sicht letztlich nicht auf die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. C.____ vom 23. Juni 2009 abgestellt werden kann. D ie entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 6.3) wiedergegebenen Darlegungen von Dr. G.____ - insbesondere zur unterschiedlich beur- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilten Frage, ob die dürftigen Bewältigungsstrategie n und die fatalistische Einstellung des Ver- sicherten seinem Zustand und seiner Situation gegenübe r als Teilaspekt seines Krankheitsbil- des zu sehen und deshalb bei der Beurteilung der Lei stungsfähigkeit zu berücksichtigen sind - vermögen zu überzeugen, sodass an dieser Stelle darauf verwiesen werden kann. Von wesent- licher, ja ausschlaggebender Bedeutung ist aber auch, d ass sich die bereits anlässlich der ers- ten Urteilsberatung vom 9. Juni 2011 vorhandenen Beden ken, wonach es sich bei der Begut- achtung durch Dr. C.____ lediglich um eine “Momentaufn ahme“ handeln könnte, welche dem längerfristigen Krankheitsverlauf und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versi- cherten nicht gerecht werde, im Ergebnis durch die Aus führungen des Gerichtsgutachters be- stätigt worden sind. Im Gegensatz zu Dr. C.____ hat sich Dr. G.____ entschlossen, den Versi- cherten zweimal eingehend psychiatrisch zu explorieren und zwar in einem grösseren Abstand von ca. zwei Monaten. In Anbetracht des Krankheitsbilde s des Versicherten erweist sich diese Vorgehensweise als angezeigt und überzeugend. Vor diese m Hintergrund kommt denn auch den Ergebnissen, zu denen der Gerichtsgutachter gelangt ist, allein schon auf Grund des Um- standes, dass sie auf zwei sorgfältigen, zeitlich rund zwei Monate auseinander liegenden Explo- rationen beruhen, ein deutlich höherer Beweiswert zu als den lediglich auf einer einmaligen Un- tersuchung basierenden Erkenntnissen des Gutachters Dr. C.____. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach mit dem G erichtsgutachter Dr. G.____ fest- zuhalten, dass beim Beschwerdeführer in einer leidensada ptierten Tätigkeit noch eine (Rest-) Arbeitsfähigkeit von 30 % besteht. 7.3. Zu prüfen bleibt, ab welchem Zeitpunkt diese gut achterliche Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit Gültigkeit beanspruchen kann. 7.3.1 Wie oben erwähnt (vgl. E. 7.1 hiervor), vertrit t die IV-Stelle diesbezüglich den Stand- punkt, dass die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens lediglich insoweit massgebend seien, als es um die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten ab dem Datum der erstmaligen Begut- achtung durch Dr. G.____ im April 2012 gehe. Soweit d ie IV-Stelle für den Zeitraum davor, d.h. bis zum Erlass der angefochten Verfügung vom 12. Oktober 2010, weiterhin auf die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. C.____ vom 23. Juni 2009 abstelle n will, kann ihr nicht gefolgt werden, nachdem das Kantonsgericht das Gutachten von Dr. C._ ___ bereits anlässlich der ersten Ur- teilsberatung vom 9. Juni 2011 als nicht ausreichend bew eistauglich für die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten erachtet hat. Dazu kommt, dass das in der Zwischenzeit einge- holte Gerichtsgutachten von Dr. G.____ die damalige Be weiswürdigung des Kantonsgerichts - wie oben aufgezeigt - bestätigt hat. 7.3.2 In seinem Gerichtsgutachten bezeichnet es Dr. G.__ __ zwar als schwierig, den Beginn der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit zu nennen, er ver tritt jedoch die Auffassung, dass die Arbeitsunfähigkeit wahrscheinlich bereits in diesem Umfang eingeschränkt gewesen sei, als der Explorand im Jahr 2005 im Institut K.____ begutachtet w orden sei. Allerdings habe der Versi- cherte in der Folge wohl auch Phasen durchlaufen, in denen die Depressivität vorübergehend weniger ausgeprägt gewesen sei, so zum Beispiel im Juni 2009, als die Begutachtung durch Dr. C.____ erfolgt sei. Auf der anderen Seite sei mit der durch die behandelnde Psychiaterin Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. I.____ in ihrem Bericht vom 11. Juni 2012 beschriebe nen intermittierend aufgetretenen schweren Symptomatik mit sogar psychotischen Symptomen und i n Anbetracht der von den behandelnden Ärzten und psychiatrischen Institutionen bereits früher immer wieder beschriebe- nen mittelgradigen depressiven Episoden davon auszugehen , dass es sich bei der Erkrankung des Exploranden um eine sogenannte rezidivierende depre ssive Störung handle. Bei einer sol- chen würden sich depressive Episoden schwerer und weniger schwerer Ausprägung abwech- seln, wobei die meiste Zeit wahrscheinlich mindestens ein e mittelgradige Ausprägung der De- pressivität vorgelegen habe. Es gebe kaum Gründe, von den differenziert und abwägend gehal- tenen Beschreibungen des Versicherten durch die behandel nden Fachärzte abzuweichen. In deren Berichten seien insbesondere keine Anzeichen erkenn bar, welche auf eine undifferen- zierte oder übermässige Identifikation mit dem Versicher ten hindeuten würden. Aus diesem Grund gehe er davon aus, dass sich der Krankheitsverlauf m it überwiegender Wahrscheinlich- keit so zugetragen habe, wie er von den behandelnden Fa chärzten beschrieben worden sei. Diese Ausführungen des Gerichtsgutachters zum Beginn und d em Verlauf der festgestellten Arbeitsunfähigkeit sind schlüssig und nachvollziehbar. Insbesondere legt Dr. G.____ auch über- zeugend dar, dass und weshalb für die Beurteilung des Verlaufs der Krankheit und der darauf zurückzuführenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auf die - echtzeitlichen - Einschätzun- gen der jeweils behandelnden Fachärzte und psychiatrische n Institutionen abgestellt werden kann. Deren Berichte vermitteln auch in ihrer Gesamthei t ein schlüssiges Bild über den Längs- verlauf des Zustandes des Versicherten, sodass - entgegen der Auffassung der IV-Stelle - auch bei der Beurteilung der Frage des Beginns und des Verl aufs der ausgewiesenen Arbeitsunfä- higkeit auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens von Dr. G.____ abgestellt werden kann. 7.4 Zusammenfassend ist gestützt auf das überzeugende Ge richtsgutachten von Dr. G.____ vom 29. Juni 2012 festzuhalten, dass beim Beschwerdeführe r ab 22. November 2005 (Ablauf des Wartejahres) von einer (Rest-) Arbeitsfähigkeit in e iner leidensadaptierten Tätigkeit von 30 % auszugehen ist. 8. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hie rvor) ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten auf Grund eines Einkommensver gleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Da vorliegend ein Rentenanspruch des Versicherten ab 1. November 2005 zur Beurtei- lung steht, sind dem Einkommensvergleich die in diesem Z eitpunkt gegebenen Einkommens- verhältnisse zu Grunde zu legen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174). 8.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheid end, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. No- vember 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinwe isen). Vorliegend ist die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung - zu Recht - davon ausgegangen , dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsbeeinträchtigungen weiterhin seiner Tätigke it als Kommissionierer bei B.____ nachgehen würde. Laut den bei den Akten liegenden An gaben der genannten Arbeitgeberin hätte der Versicherte in dieser Tätigkeit im Jahr 2005 ein Jahresgehalt von Fr. Fr. 50'050.-- er- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht zielt. Dieser Betrag bildet somit das für den Einkomme nsvergleich massgebende Validenein- kommen des Beschwerdeführers. 8.2 Da der Versicherte seit Eintritt des Gesundheitsschad ens keine zumutbare, leidensan- gepasste Tätigkeit ausübt, hat die IV-Stelle das Invalid eneinkommen richtigerweise unter Bei- zug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Laut Tabelle TA1 der LSE 2004 belief sich der Zentral wert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2004 auf Fr. 4'588.-- (LSE 2004, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Total Ziff. 01-93). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitli chen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2005 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 9/2010 S. 98, Tabelle B 9.2) u mzurechnen ist. Dies ergibt einen Mo- natslohn von Fr. 4’771.50. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2005 erfolgten Nominallohnentwick- lung von + 0,9 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnen twicklung 2006, S. 30, Tabelle T1.1.93, Männer, Total) anzupassen, was grundsätzlich ein Invalid eneinkommen von Fr. 4'814.45 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 57'773.-- ergibt. 8.3.1 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntni sse, beschränkte Anstellungsmög- lichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurch schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünden Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem be- scheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dad urch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzufüh renden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkomm en gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisge mäss entweder auf Seiten des Vali- deneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des e ffektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wert es erfolgen (BGE 134 V 325 f. E. 4.1). Wie das Bundesgericht mit BGE 135 V 297 ff . präzisiert hat, ist der tatsächlich erzielte Verdienst allerdings erst dann im Sinne von BGE 134 V 325 f. E. 4.1 deutlich unterdurchschnitt- lich, wenn er mindestens 5 % vom branchenüblichen Tabe llenlohn abweicht. Ebenso hat das Bundesgericht in diesem Entscheid festgehalten, dass eine Parallelisierung der Vergleichsein- kommen bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in wel- chem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwe rt von 5 % übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). 8.3.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 8.1 hiervor) war d er Versicherte vor Eintritt des Gesund- heitsschadens als Kommissionierer bei B.____ tätig. Laut der LSE 2004 belief sich der Durch- schnittslohn für die mit einfachen und repetitiven Aufg aben (Anforderungsniveau 4) beschäftig- ten Männer im privaten Sektor im Jahre 2004 im Bere ich "Detailhandel" auf Fr. 4'280.-- (LSE 2004, Privater Sektor, Tabelle TA1, Ziff. 52). Diese r Betrag ist wiederum der bis ins Jahr 2005 erfolgten Nominallohnentwicklung anzupassen und auf di e durchschnittliche Wochenarbeitszeit Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieser Branche von 41,9 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaf t 9/2010 S. 98, Tabelle B 9.2, Sek- tor G) umzurechnen. Der Nominallohnindex veränderte sic h bei den Männerlöhnen im genann- ten Bereich im Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr um + 1 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 2006, S. 30, Tabelle T1.1.93, Abschnit t G,H), was für das Jahr 2005 einen Tabellenlohn von Fr. 4'528.15 (bei 41,9 Wochenstunde n) pro Monat bzw. von Fr. 54'338.-- pro Jahr ergibt. Setzt man diesen Betrag dem oben (vgl. E. 8.1 hiervor) ermittelten Validenlohn von Fr. 50'050.-- gegenüber, so zeigt sich, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beein- trächtigungen ein Einkommen erzielt hat, welches um Fr . 4’288.-- und somit um 7,9 % unter dem branchenüblichen Durchschnittslohn gelegen hat. 8.3.3 Da keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, dass sich der Versicherte aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte, a ls er hätte erzielen können, und da weiter anzunehmen ist, dass er angesichts seiner Qualifika tion nicht Einkünfte in Höhe des er- hobenen Durchschnittslohnes erreichen könnte, sind die V oraussetzungen für eine Parallelisie- rung der Vergleichseinkommen grundsätzlich gegeben. Som it ist das vorstehend anhand der LSE berechnete Invalideneinkommen von Fr. 57'773.-- ( vgl. E. 8.2 hiervor) um 2,9 %, d.h. um den Prozentsatz, um welchen der effektive Minderverdien st von 7,9 % den Erheblichkeits- grenzwert von 5 % übersteigt, zu kürzen. Dies ergibt ein parallelisiertes Invalideneinkommen von Fr. 56'098.-- (Fr. 57'773.-- x 97,1 %). Da der Ve rsicherte laut den massgebenden medizini- schen Unterlagen (vgl. E. 6 und 7 hiervor) in einer solch en Tätigkeit noch zu 30 % arbeitsfähig ist, resultiert für ihn grundsätzlich ein Invalideneinkom men von Fr. 16'829.-- (Fr. 56'098.-- x 30 %). 8.4 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE erho benen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesam t höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung einen Abzug vom Tabellenlohn von 15 % vorgenommen. Demgegenüber vertr itt der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 6. August 2012 die Auffassung, dass in seinem Fall die Gewährung des Maximalabzuges von 25 % angemessen sei. Dieser Auffassung d es Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Angemessen erscheint vorliegend unter Würdigung der gegebenen Um- stände und in Berücksichtigung aller in Betracht fallen der Merkmale die Gewährung eines Ab- zuges vom Tabellenlohn in der Höhe von 15 %, gilt es doc h zu beachten, dass die Auswirkun- gen der vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen mit der Annahme einer 70 %-igen Arbeitsunfähigkeit schon zu einem beträchtlichen Teil berücksichtigt sind. Ob der Abzug nun allerdings auf 15 % oder auf 25 % festzusetzen ist, kan n letztlich offen bleiben. Die nachfolgen- den Berechnungen zeigen, dass der Versicherte auch dann einen Anspruch auf eine ganze Rente hat, wenn man ihm mit der IV-Stelle lediglich einen 15 %-igen Abzug vom Tabellenlohn Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewährt. Nimmt man demnach einen 15 %-igen Abzug vom Tabellenlohn vor, so resultiert dar- aus ein massgebendes Invalideneinkommen des Beschwerdefüh rers von Fr. 14'305.-- (Fr. 16’829.-- x 85 %). 8.5 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneinko mmen von Fr. 14'305.-- dem Valideneinkommen von Fr. 50’050.-- (vgl. E. 8.1 hier vor) gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 35'745.--, was einen Invaliditä tsgrad von 71,42 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 71 % ergibt. 9. Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass beim Beschwerdeführer seit 22. November 2005 (Ablauf des Wartejahres) ein Invali ditätsgrad von 71 % vorliegt, weshalb er mit Wirkung ab 1. November 2005 Anspruch auf eine g anze Rente hat. Soweit auf die Be- schwerde eingetreten werden kann (vgl. E. 1 hiervor), i st deshalb in deren Gutheissung die an- gefochtene Verfügung vom 12. Oktober 2010, mit welcher die IV-Stelle dem Versicherten für den Zeitraum vom 1. November 2005 bis 30. November 2006 eine befristete halbe Rente zuge- sprochen und mit der sie gleichzeitig einen weiteren Re ntenanspruch ab 1. Dezember 2006 abgelehnt hat, aufzuheben und es ist festzustellen, dass d er Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. November 2005 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente hat. 10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die IV-Stelle unterliegende Partei. 10.2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Be- stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden. 10.2.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Ge- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht richt anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 9. Juni 2011 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damal s vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Aus Gründen der Verfahrensfairness erachtete das Ge richt damals eine (erneute) Rück- weisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung an di e IV-Stelle als nicht (mehr) opportun, sondern es entschied sich stattdessen, die erforderliche zusät zliche Abklärung des medizini- schen Sachverhaltes im Rahmen eines psychiatrischen Gerichtsgu tachtens vornehmen zu las- sen. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gez eigt hat, war das in der Folge einge- holte Gerichtsgutachten von Dr. G.____ vom 29. Juni 2012 für eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesge- richtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens, welche sich gemäss Honorarrechnung vom 2. Juli 2012 auf Fr. 9'776.25 belaufen, der IV-Stelle aufzuerlegen. 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seinen Honorarnoten vom 17. März 2011, 3. Augu st 2012 und 10. September 2012 für das vorliegende Verfahren einen ausserordentlich hohen Zeitaufwand von insgesamt 21,75 Anwaltsstunden sowie 53,12 Stunden, die ein Volontär für ihn erbracht hat, geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung beinhaltet nun allerding s auch zahlreiche Bemühungen und Ausla- gen, die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens bis zum Erl ass der Rentenverfügung erbracht worden bzw. angefallen sind. Bei der Bemessung der Par teientschädigung für das versiche- rungsgerichtliche Verfahren kann aber praxisgemäss nur der im Rahmen des eigentlichen Be- schwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zustellung der Ve rfügung entstandene Aufwand berück- sichtigt werden. Dies bedeutet, dass in casu grundsätzlich nur der für den Zeitraum nach dem 15. Oktober 2010 (Zustellung der Verfügung) ausgewiesene Aufwand entschädigt werden kann. Dieser beläuft sich noch auf 19 Anwalts- und 24,34 Volon tärsstunden sowie auf die in diesem Zeitraum angefallenen Auslagen von Fr. 760.80. Dieser (verbleibende) Aufwand erweist sich immer noch als sehr hoch. Der vorliegende Prozess war zwar i m Vergleich zu einem durch- schnittlichen IV-rechtlichen Beschwerdeverfahren, in welchem bei Obsiegen erfahrungsgemäss ein Zeitaufwand zwischen zehn und 14 Stunden entschädig t wird, deutlich aufwändiger, galt es doch bereits bis zur ersten Urteilsberatung vom 9. Juni 2 011 eine beträchtliche Zahl an ärztli- chen Berichten und Gutachten zu prüfen und zu würdigen . In der Folge kamen weitere, nicht unerhebliche zeitliche Bemühungen im Zusammenhang mit der Gutachterernennung und ins- besondere mit der Würdigung des umfangreichen Gerichtsgutachtens hinzu. Zu berücksichtigen gilt es sodann, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht nur der medizinische Sach- verhalt, sondern auch Aspekte des erforderlichen Einkommen svergleichs strittig waren, was zu zusätzlichen tatsächlichen und rechtlichen Erörterungen Anlass gab. Nichtsdestotrotz muss der ausgewiesene Zeitaufwand von insgesamt 19 Anwalts- und 24,34 Volontärsstunden - vor allem auch im Quervergleich zu anderen aufwändigen Beschwerdeverfahren - als zu hoch bezeichnet werden. Der geltend gemachte Aufwand muss daher aus G ründen der Rechtsgleichheit ange- messen gekürzt und das Honorar nach richterlichem Ermessen festgesetzt werden. Unter Be- rücksichtigung der gesamten Umstände erscheint es angemessen, dem obsiegenden Versi- cherten für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine re duzierte Parteientschädigung von Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht pauschal Fr. 6’000.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwerts teuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzu- sprechen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Soweit darauf eingetreten werden kann, wird die Beschwerde gutge- heissen. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Ba sel-Landschaft vom 12. Oktober 2010 wird aufgehoben und es wird festge stellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. November 2005 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 9'776.25 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'000. -- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht