B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6422/2012 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richterin Ruth Beutler, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. Parteien A._______, ohne Zustellungsdomizil in der Schweiz, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. C-6422/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein 1985 geborener Staatsangehöriger der Repu- blik Kosovo, kam im August 1986 im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz und wurde im Kanton Luzern ausländerrechtlich geregelt; vorerst mit einer Aufenthalts-, später mit einer Niederlassungsbewilligung. B. Während seiner Anwesenheit in der Schweiz trat der Beschwerdeführer wie folgt strafrechtlich in Erscheinung:  Strafverfügung des Amtsstatthalteramtes Hochdorf vom 11. Mai 2004: Verurteilung zu einer Geldbusse von Fr. 450. - wegen eines Strassenverkehrsdelikts (Nichtgewährung des Vortritt s gegenüber Fussgängern).  Strafverfügung des Amtsstatthalteramtes Luzern vom 13. Dezember 2004: Verurteilung zu einer Busse von Fr. 1'000.- wegen Überschrei- tens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit innerorts und anderer Strassenverkehrsdelikte.  Strafverfügung des Amtsstatthalteramtes Luzern vom 3. Januar 2007: Verurteilung zu einer Busse von Fr. 300. - wegen Nichtbeherr- schens des Fahrzeugs.  Strafverfügungen des Amtsstatthalteramtes Luzern vom 18. Juli und 6. August 2007 : Verurteilung zu je einer Busse von Fr. 60. - wegen Nichttragens der Sicherheitsgurten.  Strafverfügung des Amtsstatthalteramtes Luzern vom 17. Juni 2008 : Verurteilung zu einer Busse von Fr. 200. - wegen unsachgemässen Bedienens eines Fahrzeugs.  Strafverfügung des Amtsstatthalteramtes Luzern vom 1. Juli 2008 : Verurteilung zu einer Busse von Fr. 100. - wegen Ungehorsams im Betreibungs- und Konkursverfahren.  Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Liestal vom 24. September 2008: Verurteilung zu einer Geldstrafe v on 20 Tagessätzen à Fr. 30.- (bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren) und zu einer Busse von Fr. 800. - wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln C-6422/2012 Seite 3 (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge von 6 km/h um 40 km/h).  Urteil des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom 30. September 2010: Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren (unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von zwei Jahren) wegen mehrfache r Widerhandlung gegen das Betä u- bungsmittelgesetz, begangen als schwerer Fall, und wegen Hehlerei.  Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Abteilung 1 Luzern vom 8. Juli 2011: Verurteilung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 50. - und einer Busse von Fr. 250.- wegen falscher Anschuldigung, Nicht- beherrschen des Fahrzeug es (Kollision) und Führens eines Pers o- nenwagens trotz entzogenem Führerausweis.  Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Abteilung 1 Luzern vom 30. Mai 2012: Verurteilung zur einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 50.- und einer Busse von Fr. 300.- wegen Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand und unter Drogeneinfluss, wegen Fü h- rens eines Lieferwagens trotz entzogenem Führerausweis, der Ve r- weigerung der Angabe von Personalien und des Besitzes und Ko n- sums von Kokain.  Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Abteilung 1 Luzern vom 26. N o- vember 2012: Verurteilung zu einer Busse von Fr. 300. - wegen Er- leichterns des rechtswidrigen Aufenthalts. C. Am 9. November 2006 hatte der Beschwerdeführer im Kosovo eine Frau gleicher Herkunft und Ethnie geheiratet. Diese stellte – so den kantonalen Akten zu entnehmen – Ende Juli 2009 ein Gesuch um Erteilung einer Ein- reisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zum anschliessenden Verbleib beim Beschwerdeführer. Das Gesuch wurde von der Migration s- behörde des Kantons Luzern in einer Verfügung vom 20. August 2009 mit der Begründung sistiert, dass der weitere Verbleib des Beschwerdefü h- rers in der Schweiz nicht gesichert erscheine (vgl. nachfolgend Sachve r- halt Bst. D). D. Nachdem der Beschwerdeführer bereits am 12. November 2008 entspre- chend verwarnt worden war, widerrief die Migrationsbehörde des Kantons Luzern mit Verfügung vom 20. Mai 2011 dessen Niederlassungsbewill i-C-6422/2012 Seite 4 gung und wies ihn aus der Schweiz weg (gleichzeitig wurde das Gesuch der Ehefrau des Beschwerdeführers um Erteilung einer Einreisebewill i- gung im Rahmen des Familiennachzugs abgelehnt) . Diese Verfügung wurde auf Beschwerden hin vom Justiz- und Sicherheitsdepartement und vom Verwaltungsgericht des Ka ntons Luzern bestätigt (Entscheid vom 24. Januar 2012 bzw. Urteil vom 6. August 2012). Am 29. September 2012 verliess der Beschwerdeführer die Schweiz Richtung Kosovo. E. Mit Schreiben vom 23. Oktober 2012 informierte die Migrationsbehörde des Kantons Luzern den damaligen Rechtsvertreter über ihre Absicht, gegen den Beschwerdeführer beim BFM ein Einreiseverbot zu beantr a- gen, und gab die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme. Davon machte der Rechtsvertreter namens des Beschwerdeführers mit einer Eingabe vom 5. November 2012 Gebrauch. F. Am 13. November 2012 verfügte die Vorinstanz gegenüber dem B e- schwerdeführer ein zehnjähriges Einreiseverbot, gültig ab 17. November 2012. Gleichzeitig ordnete sie die Ausschreibung im Schengener Informa- tionssystem (SIS) an und entzog einer allfälligen Beschwerde die au f- schiebende Wirkung. In ihrer Begründung nahm die Vorinstanz Bezug auf das Urteil des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom 30. September 2010 und führte an, dass der Beschwerdeführer in schwerer Weise gegen die öffentlich Sicherheit und Ordnung verstossen habe beziehungsweise diese gefährde. Private Interessen des Beschwerdeführers , die das ö f- fentliche Interesse an einer Fernhaltung überwiegen könnten, erg äben sich weder aus den Akten, noch seien solche im Rahmen des rechtlichen Gehörs geltend gemacht worden. G. Dagegen gelangte der Beschwerdeführer mit einer Rechtsmitteleingabe vom 11. Dezember 2012 an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt darin, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Dauer d er Fernhaltemassnahme sei angemessen zu reduzieren. In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, sein Anspruch auf rech t- liches Gehör sei in zweifacher Hinsicht verletzt worden. Erstens habe ihn die Vorinstanz vor Erlass ihrer Verfügung pflichtwidrig ni cht angehört. Diese Unterlassung habe ihn zur Anhebung des Beschwerdeverfahrens gezwungen, was wiederum bei der Kostenverteilung im Endurteil zu b e-C-6422/2012 Seite 5 rücksichtigen sei. Zweitens sei die Begründung der Fernhaltemassnahme äusserst knapp gehalten und lasse nicht erkennen, ob seine Interessen am Verzicht auf eine solche Massnahme überhaupt berücksichtigt worden seien. Es sei deshalb auch von einer Verletzung der Begründungspflicht auszugehen. In materieller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, die Dauer des von der Vorinstanz verfügten Einreiseverbots sei unverhältnismässig. Er sei im Zeitpunkt der Zuwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz k o- kainsüchtig gewesen und habe einen grossen Teil des von ihm erworb e- nen Kokains selbst konsumiert. Seit Ende Februar 2 009 konsumiere er keine Drogen mehr, und seit seiner Verhaftung am 20. Juni 2009 bis zu seiner Ausreise im Herbst 2012 sei er nicht mehr straffällig geworden. Im Falle künftiger Einreisen wäre deshalb nur noch von einer eher geringen Gefahr für die öffentl iche Sicherheit und Ordnung auszugehen. Komme hinzu, dass in der Schweiz seine Eltern und seine beiden Geschwister sowie all seine Freunde und Bekannten lebten. Er könne kein Interesse daran haben, bei einer allfälligen späteren Wiedereinreise in die Schwe iz die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten aufs Spiel zu setzen, g e- schweige denn zu verlieren. Es sei weder aus general - noch aus spezial- präventiver Sicht notwendig, ein Einreiseverbot für die überaus lange Dauer von zehn Jahren zu verhängen. In einem Verg leichsfall habe das Bundesverwaltungsgericht denn auch ein Einreiseverbot von insgesamt sieben Jahren auf fünf Jahre reduziert. H. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2013 an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisu ng der B e- schwerde. Dabei wird eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sinng e- mäss bestritten. Entgegen seiner Behauptung habe der Beschwerdefü h- rer Gelegenheit erhalten, sich vorgängig zum Einreiseverbot zu äussern und davon mit einer schriftlichen Stellungna hme auch Gebrauch g e- macht. Was die Dauer des verfügten Einreiseverbots betreffe, so müsse aufgrund der konkreten Umstände von einer "ernsthaften Gefährdung" der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgegangen werden, weshalb der Erlass einer "längerfristig en Fernhaltemassnahme" im Sinne von Art. 67 Abs. 3 des Ausländergesetz es vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) angezeigt gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe schon vor seiner Verurteilung durch das Kriminalgericht des Kantons Luzern und auch noch danach delinquiert. C-6422/2012 Seite 6 I. Der Beschwerdeführer hält in einer Replik vom 15. März 2013 an seine n Rechtsbegehren und deren Begründung fest. Seinem Anspruch auf recht- liches Gehör sei schon deshalb nicht nach gelebt worden, weil er sich zur Dauer der gegen ihn beabsichtig ten Fernhaltemassnahme nicht habe äussern können. Komme hinzu, dass zuständig für den Erlass eines Ei n- reiseverbots das BFM sei und diese Behörde ihm die Möglichkeit zu einer vorgängigen Stellungnahme hätte einräumen müssen. In Bezug auf die Dauer der angefochtenen Massnahme halte er daran fest, dass diese nicht verhältnismässig sei. Er habe entgegen der Behauptung der Vori n- stanz nach seiner Verurteilung durch das Kriminalgericht des Kantons Luzern am 30. September 2010 nicht mehr weiter delinquiert. J. Mit Schreiben vom 7. November 2013 informierte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Bundesverwaltungsgericht über die sofortige Niederlegung seines Vertretungsmandates. Auf entsprechendes Ers u- chen hin teilte er dem Bund esverwaltungsgericht am 15. November 2013 eine Auslandadresse des Beschwerdeführers mit, die sich in der Folge al- lerdings als fehlerhaft und deshalb unbrauchbar erwies. Entsprechend konnte keine Zustelladresse in der Schweiz erhältlich gemacht werden. K. Aus den Akten der kantonalen Migrationsbehörde bzw. der Vorinstanz zu schliessen erging gegen den Beschwerdeführer am 12. Dezember 2013 und damit während hängigem Rechtsmittelverfahren noch ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, mit dem er zu einer Freiheit s- strafe von vier Monaten verurteilt wurde (ohne Gewährung des bedingten Strafvollzuges) wegen mehrfachen Vergehens gegen das AuG und U r- kundenfälschung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM, mit denen ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 AuG verhängt wird, unterliegen der Beschwerde an das Bundesve r- waltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit da s Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). C-6422/2012 Seite 7 1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit- sache endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauc h des Er- messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser - heblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsger icht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Be - gründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder ab - weisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2013/33 E. 2 sowie 2012/21 E. 5.1). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 ff. VwVG). Die Vorinstanz habe das Einreiseverbot erlassen, ohne ihm vo r- gängig überhaupt beziehungsweise in korrekter Weise Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt zu haben. Im Weiteren s ei die Verfügung nur mangelhaft begründet worden. 3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst eine Anzahl verschiede- ner verfassungsrechtlicher Garantien (vgl. etwa MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsve r- fahren des modernen Staates, 2000, S. 202 ff: MÜLLER/SCHEFER, Grund- rechte in der Schweiz, 4. Aufl., 2008, S. 846 ff.). Gleichsam das Kernel e- ment des rechtlichen Gehörs ist das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betroffenen einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhalts sichert. Die Behörde muss diese Äuss e- rungen zur Kenntnis nehmen, sie würdigen und sich damit in der En t- scheidfindung und -begründung sachgerecht auseinandersetzen (vgl. Art. 30 und Art. 32 Abs. 1 VwVG; WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG, 2009 , Art. 29 N 80 ff., Art. 30 N 3 ff. u. Art. 32 N 7 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal tungsverfahren und Verwaltungsrecht s-C-6422/2012 Seite 8 pflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, N 214 ff. u. N 546 f.). In engem Konnex hiermit steht die Begründungspflicht (Art. 35 VwVG), welche der ration a- len und transparenten Entscheidfi ndung der Behörden dient und die B e- troffenen in die Lage versetzen soll, den Entscheid sachgerecht anz u- fechten. Die Behörde hat daher kurz die wesentlichen Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sie ihren Entscheid stützt. Je weiter der Entscheidungsspielraum, je komplexer die Sach- und Rechtslage und je schwerwiegender der Eingriff in die Rechtsstellung der betroffenen Person, desto höhere Anforderungen sind an die Begründung zu stellen (vgl. zum Ganzen BGE 137 II 266 E. 3.2; 136 I 229 E. 5.2; BVGE 2012/24 E. 3.2; 2009/35 E. 6.4.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., N 629 ff.; LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begründungspflicht, 1998, S. 26 ff. u. S. 178 ff.; RENÉ WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, ZBl 9/2010 S. 484 ff.). 3.3 3.3.1 Entgegen seiner Behauptung hatte der Beschwerdeführer durchaus Gelegenheit, vor Erlass der Fernhaltemassnahme Stellung zu nehmen (vgl. Sachverhalt Bst. E). Sein damaliger Rechtsvertreter beanstandete in seiner Eingabe vom 5. November 2012 zwar zu Recht den Umstand, dass die Migrationsbehörde des Kantons Luzern eine Frist von lediglich 13 Tagen (wovon 8 Arbeitstage) gewährte und diese von vornherein als nicht erstreckbar erklärte. Die Fristansetzung und die Tatsache, dass die kantonale Migrationsbehörde auf ein trotzdem noch gestelltes Erstre- ckungsgesuch nicht mehr reagierte, waren sicherlich problematisch, zu- mal sich der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunk t schon im Ausland aufhielt. Andererseits waren dem Rechtsvertreter die Verhältnisse und persönlichen Interessen des Beschwerdeführers bereits bekannt, hatte er diesen doch schon im Verfahren vor dem kantonalen Verwaltungsgericht in Sachen Widerruf der Nie derlassungsbewilligung vertreten. In seiner Stellungnahme vom 5. November 2012 äusserte er sich denn auch ei n- gehend zur aus der Sicht des Beschwerdeführers vorzunehmenden Int e- ressenabwägung sowie zum zeitlichen und räumlichen Umfang eines a l- lenfalls noch als verhältnismässig erachteten Einreiseverbots. 3.3.2 Dass sich die kantonale Migrationsbehörde bei Gewährung des rechtlichen Gehörs nicht auch schon zur Dauer eines allfälligen Einreis e- verbots äusserte, kann nicht als Mangel erachtet werden. Der Beschwer- deführer übersieht bei seinem Einwand, dass die Aufforderung zur Ste l- lungnahme eben gerade dazu dienen sollte, die gegenläufigen persönl i- chen Interessen zu erfassen, welche ihrerseits wiederum wesentlich wa-C-6422/2012 Seite 9 ren für den Entscheid, ob und falls ja, in welchem Umfang ein Einreise- verbot zu verfügen war. Dass das rechtliche Gehör nicht von der Vori n- stanz, sondern von der kantonalen Migrationsbehörde gewährt wurde, ist ebenfalls nicht zu beanstanden (vgl. PATRICK SUTTER, in: A u- er/Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum B undesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), 2008, Rz. 6 zu Art. 30 sowie anstelle mehrerer Urteil des BVGer C-4489/2013 vom 23. Januar 2014 E. 3.3 mit Hinweisen). 3.3.3 3.3.3.1 Demgegenüber enthält d ie angefochtene Verfügung schon ange- sichts der Tragweite der angeordneten Massnahme eine kaum genügen- de Begründung. Diese liess knapp erkennen, dass die Verurteilung durch das Kriminalgericht des Kantons Luzern vom 30. September 2010, die gegen den Beschwerdeführer insbesondere wegen Zuwider handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz ergangen war , zum An lass geno m- men wurde, um auf einen schweren Verstoss gegen die öffentliche S i- cherheit und Ordnung und eine damit einhergehende Ge fährdung dieser polizeilichen Schutzgüter zu schliessen. Weit er wurde fest gestellt, dass keine privaten Interessen erkennbar seien, die das öffent liche Interesse an der besonderen Beschränkung künftiger Ein reisemöglichkeiten über- wiegen könnten ; dies ohne die berücksichtigten privaten Interessen n a- mentlich zu erwä hnen. Immerhin war mit dieser Begründung erkennbar, welche Delinquenz ausschlaggebend für die Verhängung einer Fernha l- temassnahme war. Der Beschwerdeführer war denn auch nicht daran ge- hindert, ein materiell begründetes Rechtsmittel dagegen zu erheben. Zu berücksichtigen ist ferner, dass das Einreiseverbot zu den quantitativ häu- figsten Anordnungen der schweizerischen Verwaltungspraxis zählt und das BFM als erstinstanzliche Behörde gestützt auf den Effizienzgrundsatz speditiv zu entscheiden hat. Die Begründungsdichte der erstinstanzlichen Entscheide kann und muss daher nicht derjenigen höherer Instanzen ent- sprechen (vgl. Urteil des BVGer C-4898/2012 vom 1. Mai 2014 E. 3.3 mit Hinweisen). 3.3.3.2 Indem die Vorinstanz ein Einreiseverbot von zehn Jahren Dauer verhängte, ging sie allerdings davon aus, dass eine im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AuG schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorliegt, die ein Einreiseverbot von mehr als fünf Jahren übe r- haupt zulässt. Wie die Vorinstanz zu dieser Schlussfolgerung gelangt e, dazu äusserte sie sich weder in der angefochtenen Verfügung noch in der Vernehmlassung in nachvollziehbarer Weise. In der Vernehmlassung C-6422/2012 Seite 10 nahm sie zwar Bezug auf Art. 67 Abs. 3 AuG und führt e explizit eine "ernsthafte Gefährdung" der öffentlichen Sicherheit und Ordnung an. Für die Annahme einer qualifizierten Gefährdungslage kann das aber nicht genügen. Die Anforderungen an die Begründung sind in diesem Zusa m- menhang schon deshalb hoch und eine exakte Begriffsverwendung ist unerlässlich, weil ein längerfristiges Einreiseverbot schwer wiegt und der Ermessensspielraum der Behörde erheblich ist. Das BFM muss daher im Einzelfall eine Gefährdungsprognose erstellen und diese in nachvollzieh- barer Weise begründen; d .h. der Betroffene muss er kennen können, weshalb die Behörde von einer aktuellen und schwerwiegenden Gefahr ausgeht (vgl. Urteil des BVGer C-4898/2012 E. 3.3 mit Hinweisen). 3.3.4 Der Vorinstanz ist deshalb eine Verletzung der in Art. 35 Abs. 1 VwVG verankerten Begründungspflicht vorzuhalten, soweit sie vorliegend von einer qualifizierten Gefährdungslage ausging. 3.3.5 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ung e- achtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst in der Regel zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Darauf kann in nicht besonders schwerwiegenden Fällen verzichtet werden, wenn die unte r- lassene Verfahrenshandlung im Rechtsmittelverfahren nach geholt wird und das rechtliche Gehör vom Betroffenen nachträglich wahrgenommen werden kann. Dies setzt auch voraus, dass der Rechtsmittelbehörde di e- selbe Kognition zukommt wie der Vorinstanz. Des Weiteren darf der von der Verletzung betroffenen Partei durc h den Verzicht auf die Kassation kein unzumutbarer Nachteil entstehen. Durch eine solche «Heilung» einer Gehörsverletzung sollen prozessuale Leerläufe und unnötige Verzög e- rungen im Verfahren vermieden werden, die nicht mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache in Ei n- klang gebracht werden könnten (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.2 und E. 2.3.2 sowie BVGE 2012/24 E. 3.4 je mit Hinweisen). 3.3.6 Das Bundesverwaltungsgericht verfügt über die gleiche Kognition wie die Vorinstanz und ist zur freien Prüfung aller Sachverhalts - und Rechtsfragen befugt. Es handelt sich sodann nicht um eine besonders schwerwiegende Gehörsverletzung, zumal der Beschwerdef ührer das Einreiseverbot in rechtsgenügender Weise anfechten konnte. Die Vorin - stanz hat die Gründe ihrer Entscheidung anlässlich des Schriftenwec h- sels immerhin ergänzt, dies aber – wie erwähnt – ohne zum Kriterium der schwerwiegenden Gefahr gemäss Art. 67 Abs. 3 AuG ausdrücklich Ste l- lung zu nehmen. Der Beschwerdeführer hat mit dem Verzicht auf den An-C-6422/2012 Seite 11 trag, die angefochtene Verfügung zu kassieren, zum Ausdruck gebracht, dass ihm an einer möglichst verzögerungslosen Beurteilung durch die Rechtsmittelinstanz gelegen ist. Schliesslich ist auch nicht davon ausz u- gehen, dass die Vorinstanz im Falle einer aus formellen Gründen ang e- ordneten Kassation anders entschieden hätte. Es rechtfertigt sich deshalb insgesamt, von einer Rückweisung der Angelegenheit abzusehen. 4. 4.1 Das BFM kann Einreiseverbote gegenüber ausländischen Personen verfügen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG). Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt. Für eine längere Dauer kann es angeordnet werden, wenn von der betroffenen Person eine schwerwiegende Gefahr für die öf- fentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht (Art. 67 Abs. 3 AuG). Aus h u- manitären oder anderen wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder ein Einreisever- bot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). 4.2 Das Einreiseverbot dient der Abwendung künftiger Störungen der ö f- fentlichen Ordnung und Sicherheit (BBl 2002 3709, 3813). Soweit Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG mit dem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar an vergangenes Verhalten des Betroffenen a n- knüpft, steht die Gefahrenabwehr durch Generalprävention im Sinne der Einwirkung auf die anderen Rechtsgenossen im Vordergrund (zur Gen e- ralprävention im Ausländerrecht vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweisen). Die Spezialpr ä- vention kommt zum Tragen, soweit Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG als alternati- ven Fernhaltegrund die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Or d- nung durch den Betroffenen selbst nennt. Ob eine solche Gefährdung vorliegt, ist gestützt auf die gesamten Umstände des Einzelfalles im Si n- ne einer Prognose zu beurte ilen, die sich in erster Linie auf das verga n- gene Verhalten des Betroffenen abstützen muss. 5. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutz - güter. Sie umfasst unter anderem die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. BBl 2002 3709, 3813). E in Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt unter anderem vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfü-C-6422/2012 Seite 12 gungen missachtet werden (Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Der Schluss auf eine Gefährdung der öffentlichen Siche r- heit und Ordnung setzt dagegen voraus, dass konkrete Anhaltspunkte für mit erheblicher Wahrscheinlichkeit drohende Verstösse gegen diese Pol i- zeigüter bestehen (Art. 80 Abs. 2 VZAE). 6. 6.1 Der Beschwerdeführer bestreitet zu Recht nicht, mit den von ihm in der Schweiz begangenen Straftaten – insbesondere mit der vom Krim i- nalgericht des Kantons Luzern abgeurteilten Delinquenz gegen die B e- täubungsmittelgesetzgebung – gegen die öffentliche Sicherheit und Or d- nung verstossen zu haben bzw. diese polizeilichen Schutzgüter zu g e- fährden. Er hat mit sein er Delinquenz zweifellos einen Fernhaltegrund im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG gesetzt. 6.2 Der Beschwerdeführer bestreitet auch nicht, dass die Verhängung e i- ner Fernhaltemassnahme in seinem Fall am Platz war. Er kritisiert die verhängte Massnahme aber a ls in zeitlicher Hinsicht unverhältnismässig lange. Er habe seit Februar 2009 keine Drogen mehr konsumiert, sei nach Mitte 2009 nicht mehr straffällig geworden und verkörpere schon deshalb heute ein eher geringes Risiko für erneute Straftaten in der Schweiz. Damit bestreitet er implizit, die Voraussetzungen gemäss Art. 67 Abs. 3 Satz 2 AuG (schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung) zu erfüllen, welche die Verhängung eines mehr als fünfjä h- rigen Einreiseverbots ermöglichen. 6.3 Indem die Vorinstanz ein zehnjähriges Einreiseverbot ausgesprochen hat, ging sie von der gegenteiligen Auffassung aus, dass der Beschwe r- deführer eine schwerwiegende Gefahr gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne der vorerwähnten Gesetzesnorm darstellt. 7. 7.1 Die Annahme einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche S i- cherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG setzt mehr voraus als eine blosse Störung oder einfache Gefährdung polizeil i- cher Schutzgüter. Verlangt wird eine qualifiziert e Gefährdungslage, wo r- über nach Massgabe aller Umstände des Einzelfalles zu befinden ist. In einem neuesten Urteil hat das Bundesgericht erwogen, dass eine solche schwerwiegende Gefahr nur zurückhaltend anzunehmen ist. Sie kann sich – so das Bundesgericht – aus der Hochwertigkeit des deliktisch b e-C-6422/2012 Seite 13 drohten Rechtsguts (z.B. Leib und Leben, körperliche und sexuelle Inte g- rität und Gesundheit) oder aus der Zugehörigkeit des drohenden Deliktes zur besonders schweren Kriminalität mit grenzüberschreitender Dimens i- on ergeben. Zu den letzteren Kriminalitätsbereichen zählt das Bundesg e- richt unter Verweis auf Art. 83 Abs. 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (konsolidierte Fassung gemäss Lissabon - Vertrag, Abl. C 326 vom 26. Oktober 2012, S. 49 ff.) namentlich den Ter- rorismus, den Menschen - und den Drogenhandel sowie die organisierte Kriminalität. Gemäss Bundesgericht kann sich die entsprechend qualif i- zierte Gefährdung überdies aus einer zunehmend schwereren Deli n- quenz bei Wiederholungstätern mit ung ünstiger Legalprognose ergeben (vgl. BGE 139 II 121 E. 6.3). 7.2 Vorweg ist klarzustellen, dass eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch Drogendelinquenz, wie vom Beschwerdeführer b e- gangen, eine schwerwiegende Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG darstellen kann. Voraussetzung ist, dass die Wahrscheinlichkeit ihrer Realisierung hinreichend gross ist. Sie muss signifikant höher sein, als die, welche der Annahme einer rechtlich relevanten Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG zugrunde liegt. 7.3 Nachdem der Beschwerdeführer schon früher – vor allem mit Delikten gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung – nachteilig in Erscheinung ge- treten war, wurde er am 30. September 2010 vom Kriminalgericht des Kantons Luzern unter anderem der qualifizierten Zuwiderhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz – begangen zwischen August 2008 und J a- nuar 2009 – schuldig gesprochen. Auf eine vollständige Ausfertigung des Urteils wurde zwar seitens der Beteiligten verzichtet. Gemäss Anklag e- schrift hatte der Beschwerdeführer in den Befragungen durch die Stra f- ermittlungsbehörden aber eingestanden, zwischen August 2008 und J a- nuar 2009 in wechselnder Zusammensetzung mit zwei Kollegen und im Auftrag eines Dritten gesamthaft 4'260 g Kokaingemisch gekauft, mit den Kollegen ungefähr die Hälfte dieser Menge konsumiert und die andere Hälfte an Süchtige auf der Strasse weiterverkauft zu haben. Gemäss de r sich bei den Akten der kantonalen Migrationsbehörde befindlichen A b- schrift des Plädoyer s kritisierte der Strafv erteidiger in der Hauptverhan d- lung vor dem Kriminalgericht zwar die von der Staatsanwaltschaft au f- grund von Aussagen der Beteiligten angenommene Gesamtmenge u m- gesetzten Betäubungsmittels als zu hoch. Er bestritt allerdings nicht, dass die umgesetzte Menge qualifiziert war im Sinne eines schweren Falles. Es habe sich "mit Sicherheit um eine Menge von mindestens 1,8 Kil o-C-6422/2012 Seite 14 gramm" gehandelt. Das Strafgericht verurteilte den Beschwerdeführer wegen dessen deliktischen Verhaltens zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren. Aufgrund der Drogenmenge und des dem Beschwerdeführer attestierten Vorsatzes bejahte das Gericht einen mengenmässig qualifizierten Fall (vgl. aArt. 19 Ziff. 2 Bst. a des Betäubungsmittelgesetzes vom 3. Oktober 1951 [BetmG, SR 812.121] , dies in der bis zum 30. Juni 2011 geltenden Fa s- sung [AS 1975 1220] ). Der Beschwerdeführer nahm demnach in Kauf, dass er mit seinem Verhalten die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen konnte. Das Gericht ging im Weiteren davon aus, dass der B e- schwerdeführer als Mitglied einer Bande wirkte, die sich zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelhandels zusammengefu n- den hatte ( aArt. 19 Ziff. 2 Bst. b BetmG). Gleichzeitig wurd e er wegen Hehlerei nach Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen (das G e- richt sah es als erwiesen an, dass er in der ersten Hälfte des Jahres 2008 Kleider entgegen nahm, obwohl er wusste, dass es sich um Diebesgut handelte). 7.4 Aber auch nach einer V erwarnung durch die kantonale Migrationsb e- hörde im November 2008 und dem erwähnten Urteil des kantonalen Kr i- minalgerichts liess sich der Beschwerdeführer nicht von weiteren Straft a- ten abhalten, wie die Strafbefehle der Staatsanwaltschaft Abteilung 1 L u- zern vom 8. Juli 2011 und 30. Mai 2012 zeigen. Insbesondere letzteres Urteil fällt schwer ins Gewicht, hatte der Beschwerdeführer doch gemäss den Feststellungen des Strafrichters bei seiner Anhaltung am 15. April 2012 nicht nur erneut Kokain besessen und konsu miert, sondern trotz entzogenem Führerausweis unter Drogeneinfluss und angetrunken ein Motorfahrzeug gelenkt. Die Tatsache, dass er noch während der im Z u- sammenhang mit der zweijährigen Gefängnisstrafe angesetzten Prob e- zeit wiederum im gleichen Bereich del inquierte, zeugt von einer beträch t- lichen kriminellen Energie und von hartnäckige r Uneinsichtigkeit in die Problematik seines Fehlverhaltens. 7.5 Tritt hinzu, dass der Beschwerdeführer die Schweiz Ende September 2012 verliess und über seine seitherigen Lebensv erhältnisse im Heimat- land nichts aktenkundig ist. So ist nicht bekannt, ob er sich dort beruflich und sozial integrieren konnte. Tatsache ist allerdings, dass er Ende Okto- ber 2013 illegal (ohne dass das Einreiseverbot suspendiert und ein en t- sprechendes Visum ausgestellt worden wäre) in die Schweiz zurückkehr- te, hier eine unbewilligte Erwerbstätigkeit antrat und bei seiner Anhaltung mit einem zu diesem Zweck verfälschten Arbeitsvertrag über seine wahre C-6422/2012 Seite 15 Identität zu täuschen versuchte (Strafbefehl der Staatsa nwaltschaft Lim- mattal / Albis vom 12. Dezember 2013; vgl. Sachverhalt Bst. K). Aufgrund des Verschuldens, seines Vorlebens und seiner persönlichen Verhältnisse wurde dem Beschwerdeführer in diesem letzten Urteil der bedingte Stra f- vollzug verwehrt. 7.6 In Anbe tracht des bis in die jüngste Vergangenheit verwirklichten strafrechtlich relevanten Fehlverhaltens, der tangierten hochrangigen po- lizeilichen Schutzgüter und der zuletzt schlechten Legalprognose ist beim Beschwerdeführer eine schwerwiegende Gefahr im Sinn e von Art. 67 Abs. 3 AuG zu bejahen, welche die Verhängung eines Einreiseverbots von mehr als fünf Jahren Dauer rechtfertigen kann. 8. 8.1 Der Entscheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen und wie es innerhalb des zulässigen zeitlichen Rahmens zu befristen ist, legen Art. 67 Abs. 2 und Abs. 3 AuG in das pflichtgemässe Ermessen der B e- hörde. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit steht dabei im Vorde r- grund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorz u- nehmen zwischen dem öffentlichen Interesse a n der Massnahme eine r- seits und den von der Massnahme beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährd e- ten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler HÄFELIN/MÜL- LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. vollständig überarbeitete Aufl. 2010, Rz. 613 ff.). 8.2 Ausländische Straftäter, die durch Verbreitung harter Drogen die G e- sundheit anderer gefährden oder beeinträchtigen, sind nach Möglichkeit von der Schweiz fernzuhalten. Damit soll der weiteren Ausbreitung des verbotenen Handels mit Betäubungsmitteln entgegengewirkt werden. Aufgrund der Häufigkeit solche r Taten ist zum Schutz der Allgemeinheit durch eine kontinuierliche und strenge Verwaltungspraxis zu verdeutl i- chen, dass Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Fernhaltemassnahmen geahndet werden. Der Schutz der öffentlichen S i- cherheit und Ge sundheit ist dabei durch Abschreckung nicht nur des j e- weiligen Straftäters, sondern auch anderer potenzieller Rechtsbrecher weitest möglich zu gewährleisten (vgl. BGE 131 II 352 E. 4.3.1 S. 359 f. mit Hinweis; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -2681/2010 vom 6. Mai 2011 E. 5.4 mit Hinweis). Die vom Beschwerdeführer über einen C-6422/2012 Seite 16 langen Zeitraum hinweg begangenen Delikte zeigen eindrücklich, dass er nicht gewillt oder fähig ist, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten. Nicht nur mit seiner Drogendelinq uenz, sondern auch mit gewissen Fehl- leistungen im Strassenverkehr nahm er eine Gefährdung Dritter in Kauf. Einschlägige Vorstrafen liessen ihn offensichtlich unbeeindruckt, dies o b- wohl er gegenüber Behörden und Gerichten immer wieder beteuerte, sich künftig gesetzestreu verhalten zu wollen . Es besteht demnach ein g e- wichtiges öffentliches Interesse an einer langjährigen Fernhaltung des Beschwerdeführers. 8.3 Den öffentlichen Interessen an seiner Fernhaltung stellt der Beschwe- rdeführer sein privates Interesse an möglichst ungehinderten persön li- chen Kontakten zu seinen in der Schweiz lebenden Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten gegenüber. Die Pflege solcher Kontakte setzt aber Einreisen in die Schweiz durch den Beschwerdeführer nicht zwi n- gend voraus. Tri tt hinzu, dass die Fernhaltemassnahme dem Beschwe r- deführer Besuchsaufenthalte in der Schweiz nicht schlechthin verunmög- licht. Wie bereits von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2013 explizit erwähnt, steht ihm die Möglichkeit offen, in be- gründeten Fällen ein Gesuch um befristete Ausserkraftsetzung der Mas s- nahme zu stellen (Art. 67 Abs. 5 AuG). Darüber hinaus ist es den Beteilig- ten in Anbetracht des erheblichen öffentlichen Interesses an der Fernha l- temassnahme zuzumuten, den Kontakt vor a llem mittels Telefon, Briefen und modernen Kommunikationsmitteln aufrecht zu erhalten. 8.4 Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden Interessen führt das Bundesverwaltungsgericht daher zum Schluss, dass die ve r- hängte Massnahme sowohl vom Grundsatz h er wie auch in der ausg e- sprochenen Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massna h- me zum Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. 8.5 An dieser Beurteilung vermag der Hinweis auf eine aus Sicht des B e- schwerdeführers ähnlich gelagerte Konstellation nichts zu ändern, bei der das Bundesverwaltungsgericht ein e von der Vorinstanz im Anschluss an ein bereits bestehendes dreijähriges Einreiseverbot verhängte vierjährige Fernhaltemassnahme auf die Dauer von zwei Jahren verkürzte (Urteil des BVGer C-56/2011 vom 12. Oktober 2012). Prüfungsgegenstand im Ver- fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht war in diesem Fall einzig das vierjährige Anschlussverbot, de ssen Dauer vor allem deshalb als una n- gemessen erachtet wurde, weil die Straftaten, die Anlass dazu gaben, "lediglich" in einem Vergehen gegen das Ausländergesetz und mehrf a-C-6422/2012 Seite 17 cher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes bestanden und mit einer Geldstrafe und einer Busse geahndet worden waren . Hinzu kam, dass der Massnahmenbelastete (ein türkischer Staatsangehöriger) Vater zwei- er minderjähriger Kinder ist, die in der Schweiz leben und das Schweizer Bürgerrecht besitzen. Ob die Vorinstanz gestützt auf die Sachumstände, die der ursprünglichen Fernhaltemassnahme zugrunde lagen (u.a. Verur- teilung zu 25 Mon aten Freiheitsstrafe wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ), zu Recht ein – zumindest auf den ersten Blick vergleichsweise "mildes" – dreijähriges Einreiseverbot ver- hängte, war demgegenüber vom Bundesverwaltungsgericht nicht zu be- urteilen. 9. 9.1 Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der von der Vorinstanz angeor d- neten Ausschreibung des Einreiseverbots im SIS. 9.2 Ein Einreiseverbot gilt in räumlicher Hinsicht für die Schweiz und als Regelfall für das Fürstentum Liechtenstein (vgl. Art. 10 Abs. 1 des Ra h- menvertrags vom 3. Dezember 2008 zwischen der Schweizerischen Ei d- genossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein über die Zusamme n- arbeit im Bereich des Visumverfahrens, der Einreise und des Aufenthalts sowie über die polizeiliche Zusammenarb eit im Grenzraum, SR 0.360.514.2). Erfolgt, wie vorliegend geschehen, gestützt auf das Einre i- severbot eine Ausschreibung der betroffenen Person im SIS zur Einreise- und Aufenthaltsverweigerung, so werden die Wirkungen der Massnahme auf alle Schengen-Staaten ausgedehnt (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. d sowie Art. 13 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parl a- ments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftsk o- dex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1 -32]). Die Mitglied- staaten können der betroffenen Person aus wichtigen Gründen oder au f- grund internationaler Verpflichtungen die Einreise in das eigene Hoheit s- gebiet gestatten (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK ) bzw. ihr ein Schengen -Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Euro- päischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Vis a- kodex der Gemeinschaft [ Visakodex, Abl. L 243 vom 15. September 2009, S. 1-58]). 9.3 Eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines EU -Mitgliedstaa- tes besitzt (Drittstaatsangehörige), kann im SIS zur Einreise - und Aufent-C-6422/2012 Seite 18 haltsverweigerung ausgeschrieben werden, wenn die "Angem essenheit, Relevanz und Bedeutung des Falles" eine solche Massnahme rechtfert i- gen (Art. 2 und 21 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schenge ner Informationssystems der zweiten Generation [SIS -II-Verordnung, Abl. L 381 vom 28. Dezember 2006, S. 4-239]). Voraussetzung zur Ausschreibung im SIS ist eine natio - nale Ausschreibung, die gestützt auf eine Entscheidung der zuständigen nationalen Instanzen ergeht (Art. 24 Ziff. 1 SIS -II-Verordnung). Die Aus- schreibung erfolgt, wenn die nationale Entscheidung mit der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder die nationale Sicherheit b e- gründet wird, die die Anwesenheit der betreffenden Pe rson in einem Mi t- gliedstaat darstellt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die betre f- fende Person in einem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt wurde, die mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS-II-Verordnung), oder wenn gegen sie der begründete Verdacht besteht, dass sie schwere Straftaten begangen hat, oder wenn konkrete Hinweise bestehen, dass sie solche Taten im Hoheitsgebiet e i- nes Mitgliedstaats plant (Art. 24 Ziff. 2 Bst. b SIS-II-Verordnung). 9.4 Der Beschwerdeführer kann als Drittstaatsangehöriger grundsätzlich zur Einreise- bzw. Aufenthaltsverweigerung im SIS ausgeschrieben we r- den. Einige der von ihm begangenen Delikte gegen die Betäubungsmittel- und die Strassenverkehrsgesetzgebung , aber auch die von ihm bega n- gene Hehlerei, erfüllen den von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS -II-Verordnung verlangten Schweregrad. Ob bei dieser Rechtslage der Entscheid über die Ausschreibung überhaupt in das Ermessen der zuständigen Behörde fällt, ist unklar, denn vom Wortlaut her scheint Art. 24 Ziff. 2 SIS -II- Verordnung einen Automatismus vorzusehen ("Eine Ausschreibung wird eingegeben, wenn […]), während Art. 21 SIS-II-Verordnung unter dem Ti- tel "Verhältnismässigkeit" verlangt, dass der ausschreibende Mitgliedstaat feststellt, "ob Angemessenheit, Relevanz und Bedeutung des Falles eine Aufnahme der Ausschreibung (…) rechtfertigen". Doch selbst wenn der Behörde ein Entschliessungsermessen zukäme, wofür gute Gründe a n- geführt werden können, wäre die Ausschreibung ange sichts der Schwere der vom Beschwerdeführer zu verantwortenden Straftaten und der von ihm ausgehenden Gefahr gerechtfertigt, zumal die Schweiz nicht nur e i- gene Interessen zu wahren hat, sondern als getreue Sachwalterin zur Wahrung der Interessen der Gesamt heit aller Schengen -Staaten ver- pflichtet ist (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Die mit der Ausschreibung ei n-C-6422/2012 Seite 19 hergehende zusätzliche Beeinträchtigung seiner persönlichen Bew e- gungsfreiheit hat der Beschwerdeführer in Kauf zu nehmen. 10. Aus diesen Erwägungen ergibt si ch, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 11. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten des Verfahrens grundsätzlich zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Beschwerdeführer beantragt zwar, ihm seien (für den Fall einer A b- weisung der Beschwerde) Verfahrenskosten nur in reduziertem Umfang aufzuerlegen. Begründend führt er aus, er habe vor Erlass der Fernha l- temassnahme keine Stellung nehmen können un d sei dadurch gezwu n- gen worden, die vorliegende Beschwerde einzureichen. Wie bereits au s- geführt (vgl. E. 3. 3.1) hatte der Beschwerdeführer aber durchaus Gel e- genheit, sich vor Erlass des Einreiseverbots zur Massnahme zu äussern. Tritt hinzu, dass sein hauptsächliches Rechtsbegehren nicht etwa auf Kassation und Rückweisung, sondern auf Reduktion der Fernhaltemas s- nahme ging und er daran auch nach dem Schriftenwechsel festhielt. Dass die Beschwerde einzig aus formellrechtlichen Gründen erhoben worden sei, trifft daher offensichtlich nicht zu. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, Verfahrenskosten nur in reduziertem Umfang aufzuerlegen. 12. In Ermangelung einer Zustelladresse in der Schweiz ist das Urteil in der Sache dem Beschwerdeführer durch Publikation im Bundesblatt zu eröff- nen (Art. 11b Abs. 1 und Art. 36 Bst. b VwVG). Dispositiv S. 20 C-6422/2012 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (durch Publikation im Bundesblatt) – die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) – die Migrationsbehörde des Kantons Luzern ad LU […] Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Andreas Trommer Denise Kaufmann Versand: