B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2084/2012/sed U r t e i l v o m 2 6 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Walter Lang; Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Irak, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. April 2012 / N (…). D-2084/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 25. März 2008 erstmals in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass er zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, er sei Kurde sunnitischen Glaubens un d stamme ursprünglich aus B._______ , wobei er im Jahr 1989 mit seiner Fami lie nach C._______ gezogen sei, wo er die Schule besucht und danach bei einem Händler gearbeitet habe, dass er am 3. März 2008 mit seiner Familie nach B._______ zurückge- kehrt sei, da sie von den Behörden dazu aufgefordert worden seien, dass sein Vater ihre Landparzellen in B._______, die sich arabische Fa- milien angeeignet hätten, wieder habe in Besitz nehmen wollen, dass es diesbezüglich am 11. März 2008 zu einem Streit gekommen sei, in dessen Verlauf sein Vater zwei Araber getötet habe, dass seine Familie deshalb noch am 11. März 2008 nach C._______ zu- rückgekehrt sei, von wo aus er in der folgenden Nacht in die D._______ geflüchtet sei, dass er von D._______ aus in die Schwe iz weitergereist sei, wo er am 20. März 2008 angelangt und am 21. März 2008 von der Polizei aufgegrif- fen worden sei, dass das BFM mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 19. November 2008 – eröffnet am 20. November 2009 – feststellte, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dessen Asylgesuch vom 25. März 2008 ab lehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die Vorbrin- gen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubha f- tigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, dass Rechtsstreite zwischen in B._______ enteigneten Personen und solchen, die die Häuser nun mehr bewohnten oder sich das Land ang e- eignet hätten, in der Regel lang seien, und sich die Behörden für die ent- eigneten kurdischen Familien einsetzen würden, wobei Druck zur Rüc k- kehr – wenn überhaupt – erst ausgeübt werde, wenn die Betroffenen mit D-2084/2012 Seite 3 Sicherheit in ih re Häuser beziehungsweise auf ihr Land zurückkehren könnten, weshalb es äusserst zweifelhaft sei, dass die Familie des B e- schwerdeführers tatsächlich im März 20 08 zur Übersiedlung nach B._______ gezwungen worden sei, dass der Beschwerdeführer denn auch nicht in der Lage gewesen sei, zum fluchtauslösenden Streit nähere Angaben zu machen, und die über- hastete A usreise ohne jegli che Vorbereitung (bspw. Beschaffung von Geld und Dokumenten, Suche nach einem Schlepper, Bestimmung einer sicheren Route) zweifelhaft erscheine, dass der Beschwerdeführer zudem nicht habe erklären können, warum er und nicht der Vater, der als Täter primär verfolgt würde, aus dem Irak ge- flohen sei , und weshalb die Familie wieder problemlos in das Haus in C._______ habe einziehen können, wenn sie doch kurz zuvor zu dessen Verlassen respektive zur Rückkehr nach B._______ gezwungen worden sei, dass im Übrigen die zu den Akten gegebenen Identitätsdokumente ( in B._______ ausgestellte irakische Identitätskarte und Nationalitätenau s- weis) als Fälschungen erkannt worden seien, womit die behauptete He r- kunft aus B._______ zweifelhaft sei, dass der Beschwerdeführer deshalb die Flüchtlingseigenschaft nicht e r- fülle, so dass das Asylgesuch abzulehnen und die Wegweisung anzuor d- nen sei, dass der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, dass in den nordirakischen Provinzen Dohuk, Erbil und Suleimaniya keine Situation allgemeiner Gewalt herrsche und der Wegweisungsvollzug dort- hin grundsätzlich zumutbar sei, dass der Beschwerdeführer zwar geltend mache, er stamme ursprünglich aus B._______, aber seine Wegweisung nach C._______ zumutbar sei, wo er während 19 Jahren gelebt, die Schule besucht und gearbeitet habe und über ein Beziehungsnetz verfüge, dass der Beschwerdeführer seit dem 14. Januar 2009 unbekannten Au f- enthalts war, dass der Beschwerdeführer am 22. Mai 2009 z um zweiten Mal in der Schweiz um Asyl nachsuchte, D-2084/2012 Seite 4 dass er sich im Rahmen der Erstbefragung im vormaligen Transitzentrum (heute: Empfangs - und Verfahrenszentrum) E._______ vom 10. Juni 2009 auf die gleichen Asylgründe wie im ersten Asylverfahren berief und betonte, es seien seither keine anderen Gründe hinzukommen, dass er weiter v orbrachte, er habe die Schweiz am 15. Dezember 2008 verlassen und se i nach F._______ gereist, wo sich seine Familie mittler- weile aufhalte, nachdem sie in C._______ erneut aufgefordert worden sei, nach B._______ zurückzukehren, dass seine Familie beabsichtige, von F._______ in die G._______ aus- zuwandern und auf die entsprechende Einreisegenehmigung warte, dass ihm die (…) Behörden indes mitgeteilt hätten, dass er sich dem Ein- reisegesuch seiner Familie nicht anschliessen könne, weshalb er F._______ am 5. Mai 2009 wieder verlassen und in die Schweiz zurüc k- gekehrt sei, dass das BFM aufgrund eine s griechischen Eurodac-Eintrags (Asylge- suchseinreichung des Beschwerdeführers in Grie chenland a m […] ) in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG mit Verfügung vom 26. Februar 2010 auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 22. Mai 2009 nicht eintrat und dessen Wegweisung nach Griechenland sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass d er Beschwerdeführer dagegen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, dass das BFM im Rahmen des Schriftenwechsels die angefochtene Ver- fügung aufgrund der unbefriedigenden Situation im Asylbereich in Gri e- chenland mit Verfügung vom 15. Februar 2011 wiedererwägungsweise aufhob und das nationale Asylverfahren wieder aufnahm, worauf das Bundesverwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren mit Entscheid vom 21. Februar 2011 als gegenstandslos geworden abschrieb, dass das BFM den Beschwerdeführer am 16. April 2012 nach Art. 29 Abs. 1 AsylG anhörte, dass der Beschwerdeführer dabei wiederum auf die Asylgründe aus dem ersten Asylverfahren verwies, D-2084/2012 Seite 5 dass er darüber hinaus vier (…-)ärztliche Berichte vom 28. September 2010, 10. Januar 2012, 9. Februar 2012 und 27. März 2012 einreichte , gemäss welchen er an (…) erkrankt sei, dass der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbrachte, das Leiden resu l- tiere aus ein er im Jahr 1996 erlittenen (… -)verletzung und der Zustand habe sich trotz einer Operation und einer anschliessenden (… - )behandlung nicht gebessert; (Beschreibung Beschwerden), weshalb eine Rückkehr in den Heimatstaat gegenwärtig nicht zumutbar sei, dass das BFM mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 16. April 2012 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asylgesuch vom 22. Mai 2009 nicht eintrat und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, eine erneute Prüfung der Asylgründe aus dem ersten Verfahren, auf die der B e- schwerdeführer vollumfänglich verweise, sei nicht angezeigt, und die neu vorgebrachten Tatsachen seien nicht geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, so dass auf das zweite Asylgesuc h vom 22. Mai 2009 nicht einzutreten und die Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei, dass der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, dass weder die im Heimatstaat herrschende politische Situation noch a n- dere Gründe gegen die Zumutbarkeit sprechen würden, dass das (…-)leiden des Beschwerdeführers in C._______ behandelbar sei, wo hin der Wegweisungsvollzug im Entscheid vom 19. November 2008 als zumutbar erachtet worden sei, und sich eine anderwärtige Beur- teilung aufgrund der Aktenlage nicht aufdränge, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. April 2012 beim Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerde erhob, worin um Aufhebung der v o- rinstanzlichen Verfügung vom 16. April 2012 und um Rückweisung an das BFM zur Sachverhaltsvervollständigung, eventualiter um Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ersucht wurde, dass der Beschwerdeführ er die im ersten Asylver fahren vorgebrachten und in der Verfügung des BFM vom 19. November 2008 als unglaubhaft beurteilten Fluchtgründe wiederholte und hinsichtlich seines (… -)leidens geltend machte , das BFM habe die diesbezüglichen Behandlungsmög- lichkeiten in Nordirak unzureichend abgeklärt, D-2084/2012 Seite 6 dass der Vollzug der Wegweisung aufgrund seines (…-)leidens und eines fehlenden Beziehungsnetzes – er verfüge nur noch über einen (Verwand- ten) in B._______ – nicht zumutbar sei, dass auf die weitere Beschwerdebegründung und die eingereichten B e- weismittel ([…-]ärztliche Berichte vom 10. Januar 2012, 9. Februar 2012 und 27. März 2012 [alle bereits aktenkundig: vgl. Akten Vorinstanz A66 (rechte: B66)] sowie vom 17. April 2012) – soweit notwendig – im Rah- men der nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet de s Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [ VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Aus- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist , wes- halb auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richte rs entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufg e- zeigt – um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ve r- zichtet wurde, D-2084/2012 Seite 7 dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32-35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, das auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in der Schweiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat - oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hinweise, dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten sind, die geeignet sind, die Flüch t- lingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gew ährung vorüberg e- henden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG), dass der Beschwerdeführer in der Schweiz bereits ein Asylverfahren e r- folglos durchlaufen hat und damit das formelle Erfordernis des Nichtei n- tretensgrunds von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG erfüllt ist, dass sich der Beschwerdeführer im zweiten Asylgesuch auf dieselben Asylgründe beruft, die bereits Gegenstand des rechtskräftig abgeschlo s- senen ersten Asylverfahrens bildeten und hier nicht mehr zu prüfen sind, dass die neu vorgebrachte (…-)erkrankung nicht geeignet ist, die Flüch t- lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG zu begründen, dass damit kein Hinweis im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG vorliegt, wonach seit der rechtskräftigen Erledigung des ersten Asylverfahrens b e- deutsame Ereignisse eingetreten sind, die geeignet sind, die Flüchtling s- eigenschaft des Beschwerdeführers zu begründen, dass somit das materielle Erfordernis für den Nichteintretensgrund von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ebenfalls erfüllt ist, dass das BFM demzufolge zu Recht auf das zweite Asylgesuch des B e- schwerdeführers vom 22. Mai 2009 nicht eingetreten ist, dass die Anordnung der Wegweisung die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wenn sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpolizeilichen Aufenthalt s- bewilligung befindet, dass der Beschwerdeführer über keine derartige Bewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, weshalb die D-2084/2012 Seite 8 von der Vorinstanz ausgesprochene Wegwei sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vg l. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510), dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreis e in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Wegweisungsvollzug vorliegend in Beachtung dieser völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdefüh- rer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachz u- weisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 Abs. 1 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulements keine Anwendung findet, und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswid- rige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zu dem grundsätzlich keinen durch die EMRK geschützten Anspruch auf Verbleib in einem Konventionsstaat anerkennt, um weiterhin in den Genuss med i- zinischer Unterstützung zu kommen, dass der Wegweisungsvollzug nur bei ganz aussergewöhnlichen U m- ständen aus gesu ndheitlichen Gründen gegen Art. 3 EMRK verstossen könnte, wie der EGMR bisher einzig bei einer in der terminalen Phase an AIDS erkrankten Person festgestellt hat (vgl. Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Vereinigtes Königreich), und das vorliegend dokumen tierte D-2084/2012 Seite 9 Krankheitsbild des Beschwerdeführers (…) kein völkerrechtliches We g- weisungshindernis bildet, dass sich der Vollzug der Wegweisung für Ausländer als unzumutbar e r- weist, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situati o- nen wie Krieg, Bür gerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass in den nordirakischen Provinzen Erbil, Dohuk und Suleimaniya keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, aufgrund derer die Bevölkerung konkret gefährdet wäre und eine Rückführung dorthin als generell unz u- mutbar betrachtet werden müsste (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5.8), dass sich in den Akten auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür finden, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach C._______ aus indi- viduellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde, dass der Beschwerdeführer , der sein e angebliche Herkunft aus B._______ mit der Einreichung gefälschter Identitätsdokumente nicht zu belegen vermochte, vor seiner Ausreise aus dem Irak zwanzig Jahre und somit seit dem frühen Kindesalter in C._______ gelebt hat, wo er die Pr i- marschule besucht und anschliessend mehrere Jahre für einen Händler gearbeitet hat (vgl. B1, S. 1 f.), so dass er mit den dortigen Ver hältnissen bestens vertraut ist und ange sichts der langen Aufenthaltsdauer auch über soziale Kontakte verfügen dürfte, dass hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitliche n Beschwerden darauf hinzuweisen ist, dass aufgrund einer medizinischen Notlage nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und leben s- gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroff e- nen Person führt, dass als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behan d- lung erachtet wird, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Exis- tenz absolut notwendig ist, wobei Unzumutbarkeit jedenfalls noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2; Entscheidungen und Mitteilungen der [vor maligen] Schweizer i- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 24 E. 5a und b), D-2084/2012 Seite 10 dass der Beschwerdeführer laut den eingereichten ärztlichen Berichten (…) erlitten hat, wobei er zurzeit noch medikamentös behan delt und (…) regelmässig kontrolliert wird, dass sich das BFM im angefochtenen Entscheid mit dem diagnostizierten (…-)leiden des Beschwerdeführers auseinandergesetzt hat und eine diesbezügliche Rückweisung zur V ervollständigung des Sachverhal ts nicht angezeigt und der entsprechende Antrag abzuweisen ist, dass die Beurteilung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs – wie die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbri n- gen – eine Rechtsfrage ist, deren Beantwortung Aufgabe der entsche i- denden Behörde ist, dass das BFM zu Recht festgestellt hat, dass das (… -)leiden des B e- schwerdeführers nicht auf eine konkrete Gefährdung aufgrund einer m e- dizinischen Notlage schliessen lässt, dass nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts die med i- zinische Grundversorgung in urbanen Gegenden der nordirakischen Pro- vinzen (insbesondere in den Städten Dohuk, Erbil und Suleimaniya) ge- währleistet ist, auch wenn sie nicht mit europäischen Quali tätsstandards vergleichbar ist, was jedoch nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs spricht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2), dass die medizinische Grundversorgung und die Medikamente in den staatlichen Gesundheitszentren vor Ort fast kostenlos sind (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5.6), dass es dem Beschwerdeführer zudem offen steht, beim BFM einen A n- trag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen, die beispielsweise in Form der Mitgabe von Medikamenten für eine gewisse Zeit oder auch in der Übernahme von Kosten für notwendige Therapien und Kontrollen best e- hen kann, dass betreffend die weitere Finanzie rung der medizinischen Behandlung zudem festzuhalten ist, dass der Wegweisungsvollzug auch zumutbar ist, wenn die medizinische B ehandlung nicht für eine lä ngere Dauer sicher- gestellt ist und der Betroffene selbst einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.4), dass es dem noch relativ jungen Beschwerdeführer zuzumuten ist, sich nach dem Vollzug der Wegweisung wieder um eine Arbeit zu bemühen, D-2084/2012 Seite 11 dass allfällige anfängliche wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkeiten dem Vollzug nicht entgegen stehen, da blosse soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung betroffen ist (bspw. Mangel an Arbeitsplätzen), keine existenzbedrohende Situation darstellen, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1), dass damit nicht davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr in den Nordirak in eine seine Existenz vernichtende Situa- tion geraten, die als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass der Vollzug der Wegweisung auch möglich ist, da keine Vollzugshin- dernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung allenfalls benötigter Reisepapiere mit zuwir- ken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass somit keine Wegweisungshindernisse vorliegen, weshalb die Anord- nung der vorläufigen Aufnahme nicht in Betracht fällt und der Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass die angefochtene Verfügung demnach Bundesrech t nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-2084/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand: