<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00066</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105483&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00066</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.05.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur Verteilung von Unterlagen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verteilung von Patienteninformationen in der Psychiatrischen Universitätsklinik Die Rekursschrift enthielt einen Antrag und eine genügende Begründung. Die Gesundheitsdirektion ist somit zu Unrecht nicht auf den Rekurs eingetreten (E. 2). Das Verwaltungsgericht entscheidet vorliegend in der Sache selbst. Auf die Beschwerde ist aber nicht einzutreten, soweit der Beschwerdeführer mehr verlangt als die Verteilung des strittigen Briefs mit Beilagen, datums- und personalienmässig aktualisiert (E. 3). Gesetzliche Grundlage der fraglichen Grundrechtseinschränkung ist § 4 Abs. 1 lit. b AHO. Die Kriterien für den Bewilligungsentscheid sind der Verfassung und der EMRK zu entnehmen (E. 4b). Der Beschwerdeführer kann sich auf die Meinungsäusserungsfreiheit berufen. Da Brief und Unterlagen unter dem Gesichtspunkt des Schutzes der Patienten nicht mehr zu beanstanden sind, hat die Vorinstanz das Gesuch zu Unrecht abgewiesen (E. 4c). Dem Begehren des Beschwerdeführers steht auch der Grundsatz nicht entgegen, dass die Freiheitsrechte in der Regel keinen Anspruch auf staatliche Leistungen umfassen (E. 4d). Das Verwaltungsgericht hat nicht anzuordnen, wie die durch den Staat zu tragenden Kosten intern zu verbuchen sind (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BRIEFVERKEHR">BRIEFVERKEHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: FREIHEITSRECHTE">FREIHEITSRECHTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INFORMATIONSFREIHEIT">INFORMATIONSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEINUNGSÃUSSERUNGSFREIHEIT">MEINUNGSÃUSSERUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PATIENT">PATIENT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATSPHÃRE">PRIVATSPHÃRE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHIATRISCHE KLINIK">PSYCHIATRISCHE KLINIK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSBEGRÃNDUNG">REKURSBEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STREITGEGENSTAND">STREITGEGENSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK">ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 4 lit. I/b AHO</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 23 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A. Der Verein X. in ZÃ¼rich setzt sich fÃ¼r Menschen ein, die gegen ihren Willen in einer psychiatrischen Anstalt eingeschlossen und zwangsbehandelt werden. Er kÃ¤mpft ge­gen die MissbrÃ¤uche in der Zwangspsychiatrie, stellt sich entschieden auf die Sei­te der Ein­geschlossenen und engagiert sich fÃ¼r deren sofortige Entlassung. Seine Hilfe leistet er, in­dem er namentlich bei den zustÃ¤ndigen Verwaltungs‑ und Gerichtsinstanzen die Entlassung seiner KlientInnen und die Beigabe durch ihn vermittelter spezialisierter An­wÃ¤ltInnen ver­langt (welche Mitglieder bei den Demokratischen JuristInnen der Schweiz oder beim Schwei­zerischen Anwaltsverband sind, wobei die Vereinsorgane selber keine Mandate fÃ¼h­ren). Im Vereinsvorstand sitzen un­ter AngehÃ¶rigen anderer Berufe ein Rechtsanwalt und der nicht als solcher gekennzeich­nete D. E.. Als VereinssekretÃ¤re amten ein Rechtsanwalt nebst einer wiederum nicht als solcher betitelten RechtsanwÃ¤ltin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 25. Mai 1992 verlangte X. von der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Rheinau die Zustellung eines Rundschreibens auf Vereinspapier an sÃ¤mtliche Patienten. Das Rund­schreiben, welches die Unterschrift von D. E. samt der Berufs­bezeichnung Rechtsanwalt trug, machte auf die MÃ¶glichkeit gerichtlicher Beurteilung im Fall von unfreiwilliger Hospi­talisation aufmerksam. Zur Mitverteilung beigelegt waren eine Mustereingabe an die Psychiatrische Gerichtskommission sowie eine Vollmacht fÃ¼r X. mit Substitutionsvoll­macht. Das Rundschreiben sollte ausserdem ein Orientie­rungspapier des Vereins begleiten, das wiederum D. E. als Rechtsanwalt sowie als (damaligen) VereinssekretÃ¤r erwÃ¤hnte. End­lich fand sich ein Urteil des Euro­pÃ¤­ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte beigefÃ¼gt, welchem gemÃ¤ss Rechtsanwalt E. einst erfolgreich eine Verletzung von Art. 8 der Euro­pÃ¤­ischen Menschen­rechts­konvention (EMRK) gerÃ¼gt habe. Die Klinik Rheinau gab dem Zu­stellbegehren am 8. Juli 1992 keine Folge. Den rekurrierenden Verein beschied die Ge­sund­heitsdirektion (GD) mit VerfÃ¼gung vom 29. Juli 1992 negativ. Am 4. Februar 1993 be­strafte die Auf­sichtskom­mis­sion Ã¼ber die RechtsanwÃ¤lte (AKR) D. E. in diesem Zu­sam­menhang we­gen Verletzung des Verbots aufdringlicher Empfehlung laut § 7 Abs. 2 des An­waltsgeset­zes vom 3. Juli 1938 mit einer Ordnungsbusse von Fr. 1'000.‑. Mit Beschluss vom 21. Sep­tember 1994 schÃ¼tzte der Regierungsrat die VerfÃ¼gung der GD vom 29. Juli 1992, indem er sich auf den Entscheid der AKR stÃ¼tzte. Die hiergegen erhobene staats­rechtliche Be­schwer­de von X. wies das Bundesgericht, soweit es darauf eintrat, am 22. Fe­bruar 1995 ab. Freilich fand es, die disziplinarrechtliche Argumentation des Regie­rungsrats halte nicht Stich, und substituierte sie durch eine mittels § 4 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 der All­ge­mei­nen Hausordnung fÃ¼r die kantonalen KrankenhÃ¤user vom 8. April 1980 (AHO; LS 813.116), wonach Werbungen fÃ¼r politische, gewerbliche und ideelle Zwecke, z.B. durch FlugblÃ¤tter und AnschlÃ¤ge, ohne Bewilligung der Verwaltung untersagt sind. SpitÃ¤­ler dÃ¼rften sich prinzipiell weigern, unadressierte, von aussen an die Anstalt ge­schickte Wer­besendungen zu verteilen, wenn das den Betrieb und die Ruhe der Patienten stÃ¶rte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>X. wandte sich darauf wegen Verletzung der AnsprÃ¼che auf Achtung des Pri­vat‑ und Familienlebens sowie auf Meinungsfreiheit im Sinn der Art. 8 und 10 EMRK an die EuropÃ¤ische Kommission fÃ¼r Menschenrechte. In ihrem Bericht vom 2. Dezember 1997 gelangte die Kommission aber mit 31 Stimmen gegen eine zum Schluss, es liege kei­ne Ver­letzung von Art. 10 EMRK vor, und befand sodann einmÃ¼tig, die PrÃ¼fung einer sol­chen von Art. 8 EMRK habe nicht gesondert zu erfolgen. Sie erwog insbesondere, die Wei­ge­rung, Unterlagen in Anstalten zu verteilen, kÃ¶nne in einer demokratischen Gesell­schaft nicht als notwendig betrachtet werden, falls die Dokumente nur Informationen ent­hielten, die nicht zu beanstanden seien. Die Formulierungen im vorliegenden Fall unter­stellten je­doch, dass die Patienten unrechtmÃ¤ssig festgehalten und gefoltert wÃ¼rden. Solche Schrei­ben kÃ¶nnten unter den Patienten unrealistische Hoffnungen auf schnelle Entlassung we­cken und dadurch Unsicherheit und Unruhe in der Anstalt verbreiten. Negative Auswir­kun­gen auf den Heilungsprozess und die Gesundheit gewisser Patienten seien deshalb nicht aus­zuschliessen. Den BehÃ¶rden sei nicht zuzumuten gewesen, alle Dokumente auf schÃ¤dli­che Auswirkungen zu untersuchen und von den anderen zu trennen. Aufgrund des grossen staatlichen Ermessensspielraums erachte die Kommission die Auffassung der Regierung, der Eingriff in die Informationsfreiheit entspreche einer "dringenden gesellschaftlichen Not­wendigkeit" und sei verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, nicht als unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Am 11. November 1998 verlangte X. von der Psychiatrischen UniversitÃ¤ts­klinik BurghÃ¶lzli (PUK) unter Beigabe des Berichts der EuropÃ¤ischen Kommission fÃ¼r Men­schen­rechte vom 2. Dezember 1997, einen Brief nebst Beilagen an sÃ¤mtli­che Klinik-In­sassInnen zu verteilen und deren Anzahl zwecks Zustellung der erforderlichen Menge an Exemplaren bekannt zu geben. Das vom nÃ¤mlichen Tag datierende Schreiben auf Brief­pa­pier der X. wendet sich an Personen, die sich unfreiwillig im BurghÃ¶lzli befinden und die Entlassung wÃ¼nschen. Der auf der RÃ¼ckseite vorgestellte Verein bietet da­bei seine Hilfe an. X. macht auf Art. 5 Abs. 4 EMRK aufmerksam, wonach alle, denen die Freiheit durch Festnahme oder Haft entzogen sei, ein Verfahren beantragen dÃ¼rf­ten, in dem von einem Ge­richt raschmÃ¶glichst Ã¼ber die RechtmÃ¤ssigkeit der Haft ent­schie­den und bei Wider­recht­lichkeit die Entlassung angeordnet werde. Weiter heisst es: "Wenn Sie ... nicht in der Kli­nik leben wollen, kÃ¶nnen Sie die beiliegenden vorbereiteten Briefe an die zustÃ¤ndigen In­stanzen [je nachdem Einzelrichter FFE am Bezirksgericht ZÃ¼­rich, ein­schlÃ¤gige Vormund­schaftsbehÃ¶rde oder Ã¤rztliche Direktion im Haus] abschicken. Diese mÃ¼s­sen dann prÃ¼fen, ob Sie sich zu recht oder zu unrecht in der Anstalt befinden. Gleich­zeitig kÃ¶nnen Sie ... X. [mit ebenfalls beigefÃ¼gtem Formular, das zudem Sub­stitution erlaubt] Vollmacht erteilen. Wir werden Sie dann bei der Organisation Ihres Le­bens ausser­halb der Klinik unterstÃ¼tzen und Sie auch von den zustÃ¤ndigen Verwaltungs‑ und Gerichts­instanzen verteidigen". Es fol­gen die Unterschriften von VereinssekretÃ¤rin und Vorstands­mitglied E..</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit undatierter ‑ wohl zunÃ¤chst vor Weihnachten 1998 zur Post gegebener, aber frÃ¼hestens am 7. Januar 1999 zugestellter ‑ VerfÃ¼gung verweigerte der Verwal­tungsdi­rek­tor der PUK unter Kostenfolge die angestrebte Bewilligung, den Brief von X. samt Beila­gen an die Patienten und Patientinnen zur Verteilung zuzulassen. Hier­bei stÃ¼tzte er sich auf § 4 AHO und erwog, die PUK informiere Patientinnen und Patienten von Gesetzes wegen Ã¼ber Rechte und EntlassungsmÃ¶glichkeiten. Das erÃ¼brige die durch den Verein diesbezÃ¼g­lich gewÃ¼nschte Orientierung. Inhaltlich bleibe damit nur die im Rundschreiben und den Beilagen gemachte Werbung fÃ¼r die AdvokaturtÃ¤tigkeit von X.-Mitgliedern. Eine Bewilli­gung dafÃ¼r kÃ¤me einer behÃ¶rdlichen UnterstÃ¼tzung von finanziellen Interessen einzelner RechtsanwÃ¤ltinnen und RechtsanwÃ¤lte gleich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit dagegen an die GD gerichteter "Beschwerde" vom 8. Januar 1999 beantragte X., es sei sein Brief samt Beilagen an alle InsassInnen zu verteilen und festzustellen, dass die Art. 8, 10 f. und 14 EMRK verletzt worden seien. Zur BegrÃ¼ndung zitierte der Ver­ein Ziff. 44 aus dem Bericht der EuropÃ¤ischen Kommission fÃ¼r Menschenrechte vom 2. De­zem­ber 1997. Daraus folge der Verstoss gegen die angerufenen Menschenrechte. X. habe einen Anspruch, allen Menschen, ob eingeschlossen oder nicht, einen Brief freien Inhalts zu schreiben, und diese einen solchen auf Empfang desselben. Ausserdem besitze der Ver­ein das Recht, sich mit allen Menschen zusammenzuschliessen. Das Verbot von Briefver­kehr und Zusammenschluss mit Menschen in der Anstalt erscheine als diskri­minierend. Der Feststellungsanspruch stÃ¼tze sich auf Art. 13 EMRK. Die EinwÃ¤nde der PUK habe die Menschenrechtskommission schon im erwÃ¤hnten Verfahren verworfen. Am 28. Januar 1999 doppelte X. nach, gemÃ¤ss Bundesgerichtsurteil vom 22. Februar 1995 biete das An­waltsrecht keine Handhabe fÃ¼r das Vorgehen der PUK.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter Androhung eines Aktenentscheids bzw. des Nichteintretens setzte die GD X. mit am 1. MÃ¤rz 1999 ausgehÃ¤ndigtem Schreiben vom 25. Februar 1999 eine Frist von 20 Tagen, um fÃ¼r das Rechtsmittel Antrag und BegrÃ¼ndung nachzuliefern. X. begnÃ¼gte sich am 1. MÃ¤rz 1999 damit, die Selbstdarstellung im zu verteilenden Brief zu ergÃ¤nzen. Am 24. MÃ¤rz 1999 beschwerte sich X. in der Angele­genheit mit einer Eingabe beim Regie­rungsrat, die im Wesentlichen mit derjenigen an die GD vom 8. Januar 1999 Ã¼bereinstimmt und welche die Staatskanzlei am 26. MÃ¤rz 1999 an diese "zur Behandlung im Rahmen des bei ihr hÃ¤ngigen Rekursverfahrens" Ã¼berwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit kostenfÃ¤lliger VerfÃ¼gung vom 21. Januar 2000, zugestellt am 25. des nÃ¤mli­chen Monats, wies die GD das als Rekurs aufgefasste Rechtsmittel von X. laut Dis­positiv ab. Die ErwÃ¤gungen besagen demgegenÃ¼ber, androhungsgemÃ¤ss sei auf den Rekurs nicht einzutreten, da die Eingaben des Vereins keine genÃ¼gende BegrÃ¼ndung enthielten, d.h. sich mit der Anordnung der PUK nicht auseinandersetzten. Aus den angerufenen Ent­scheiden anderer Instanzen, insbesondere auch dem nur unvollstÃ¤ndig zitierten Bericht der EuropÃ¤­ischen Kommission fÃ¼r Menschenrechte vom 2. Dezember 1997, lasse sich schon deshalb nichts ableiten, weil diese nicht zum von X. gewÃ¼nschten Ergebnis gelang­ten. Vom durch Rechtsanwalt E. vertretenen Verein dÃ¼rfe eine hinreichende BegrÃ¼ndung verlangt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 23. Februar 2000 liess X. beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhe­ben mit den AntrÃ¤gen, es sei die VerfÃ¼gung vom 21. Januar 2000 aufzuheben und PUK so­wie GD anzuweisen, einen dem Brief vom 11. November 1998 analogen aktuellen Brief nebst Beilagen an sÃ¤mtliche Patientinnen und Patienten der PUK zu verteilen; eventualiter sei die VerfÃ¼gung der GD aufzuheben und der Fall zur materiellen Behandlung an diese zu­rÃ¼ck­zu­weisen; unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Staats.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Vernehmlassung vom 9. MÃ¤rz 2000 ersuchte die GD um Abweisung des Rechts­mittels. Die PUK verzichtete stillschweigend auf Beschwerdeantwort.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdi­rektion vom 21. Januar 2000, welche sich ihrerseits mit dem Rekurs des heutigen Be­schwer­defÃ¼hrers gegen die Weigerung der PUK, einen Brief des BeschwerdefÃ¼hrers samt Beilagen an die Patientinnen und Patienten zur Verteilung zuzulassen, befasste. Laut dem Dispositiv der angefochtenen VerfÃ¼gung hat die Gesundheitsdirektion den Rekurs abge­wie­sen, gemÃ¤ss der BegrÃ¼ndung des Entscheids ist sie jedoch auf den Rekurs nicht einge­treten. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 19b Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraus­setzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten, soweit damit der Streitgegen­stand nicht verÃ¤ndert wird (dazu nachstehend E. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. GemÃ¤ss § 23 VRG muss die Rekursschrift einen Antrag und dessen BegrÃ¼ndung enthalten (Abs. 1 Satz 1). GenÃ¼gt sie diesen Erfordernissen nicht, so wird dem Rekurrenten eine kurze Frist zur Behebung des Mangels angesetzt unter der Androhung, dass sonst auf den Rekurs nicht eingetreten werde (Abs. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im angefochtenen Entscheid ist die Gesundheitsdirektion zu Recht selber nicht (mehr) davon ausgegangen, dem Rekurs fehle ein genÃ¼gender Antrag. SinngemÃ¤ss liess sich der Rekursschrift ohne weiteres das Begehren entnehmen, die undatierte VerfÃ¼gung der PUK aufzuheben und dem von ihr abgelehnten Gesuch zu entsprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die BegrÃ¼ndung anlangt, so bildet sie wie der Antrag formelles GÃ¼ltigkeitser­fordernis des Rekurses. Sie muss dartun, inwiefern die angefochtene Anordnung an einem Mangel leide, sich demnach damit auseinandersetzen. Sie erweist sich als formell ausrei­chend, wenn sie erkennen lÃ¤sst, was den Rekurrenten zu seinem Antrag bewogen hat, wes­halb jener die vorinstanzliche VerfÃ¼gung beanstandet. Die Praxis stellt bei Laien weniger strenge Anforderungen als bei RechtsanwÃ¤lten. Der materielle Teil der RekursbegrÃ¼ndung insbesondere beinhaltet die sachbezogene Motivierung des Rechtsmittels in faktischer und rechtlicher Hinsicht. Der Sachverhalt ist darzulegen, soweit es nicht nur reine Rechtsfragen zu beurteilen gilt. Rechtliche Ãberlegungen kÃ¶nnen fehlen, weil die Rekursinstanz das Recht von Amts wegen anzuwenden hat. Formell genÃ¼gt selbst eine unzutreffende oder un­taugliche BegrÃ¼ndung (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Ver­wal­tungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 23 N. 16 f. und 19 f.). Die beiden gewiss knappen Rekursschriften vom 8. sowie 28. Januar 1999 nun ent­sprechen den genannten Anforderungen dennoch ohne weiteres und unabhÃ¤n­gig davon, ob man den Unterzeichner D. E. als Rechtsanwalt behandle oder nicht. Der Vorin­stanz lagen der zur Ver­teilung bestimmte Brief des BeschwerdefÃ¼hrers vom 11. No­vember 1998 samt beige­fÃ¼g­ten Papieren vor, ebenso der hierfÃ¼r zitierte Bericht der Men­schen­rechts­kommission vom 2. Dezember 1997; und Ã¼ber das angerufene Bundesgerichts­urteil vom 22. Februar 1995 verfÃ¼gte die GD als seinerzeitige Partei gleichfalls. Was der ange­fochtene Entscheid vom BeschwerdefÃ¼hrer an RekursbegrÃ¼ndung fordern zu dÃ¼rfen ver­meint, lÃ¤uft auf die Lie­ferung pfannenfertiger Gegenbemerkungen hinaus. Vielmehr in­des hÃ¤tte es der Vorinstanz oblegen, im Einzelnen aufzuzeigen, wieso das Recht trotz der be­stehenden Dokumen­ten­si­tuation gestatte, Brief und Beilagen des BeschwerdefÃ¼hrers den beschwerdegegnerischen Patientinnen und Patienten vorzuenthalten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz ‑ von einem solchen ist trotz des Dis­positivs auszugehen ‑ ist somit aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Hebt das Verwaltungsgericht den angefochenen Entscheid auf, so entscheidet es in der Regel selbst (§ 63 Abs. 1 VRG). Es kann die Angelegenheit aber auch zu neuer Ent­scheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckweisen, insbesondere wenn mit der angefochtenen An­ordnung nicht auf die Sache eingetreten oder der Tatbestand ungenÃ¼gend festgestellt wurde (§ 64 Abs. 1 VRG). Obwohl im aufzuhebenden Entscheid noch keine materielle Beurtei­lung vorgenommen wurde, rechtfertigt es sich, von einer RÃ¼ckweisung der Sache an die Gesundheitsdirektion abzusehen, zumal die materielle Beurteilung weder mit Ermessens­ausÃ¼bung verbunden ist noch weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen voraussetzt (vgl. KÃ¶lz/ Boss­hart/RÃ¶hl, § 63 N. 11; § 64 N. 3 und 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Hauptantrag des BeschwerdefÃ¼hrers zielt denn auch auf eine materielle Ãber­prÃ¼fung der undatierten VerfÃ¼gung der PUK ab. Mit dem Hauptantrag kann sich das Ver­waltungsgericht allerdings nur insoweit befassen, als dadurch der Streitgegenstand des Re­kursverfahrens nicht verÃ¤ndert wird (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 54 N. 4):</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼ndet den Inhalt seines Hauptantrags so, dass PUK und GD ihm kÃ¼nftig das Recht einrÃ¤umen mÃ¼ssten, Post der hier kontroversen Art den Patien­tinnen und Patienten ungehindert zuzusenden, bzw. die nachgesuchte Verteilung dieser Post vorzunehmen hÃ¤tten. Er wolle einen dem Brief vom 11. November 1998 analogen ak­tuellen Brief an die Insassinnen und Insassen der Klinik unterbreiten, der dann zusam­men mit den analogen Beilagen wie damals abzugeben sein werde. Bis und mit Re­kurs ging es indessen um einen konkreten Brief mit konkreten Beilagen. Gegen de­ren Aktualisierung gibt es, da der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die inzwischen abgelaufene Zeit nichts vermag, kei­nen Einwand, soweit das bloss auf das Datum des Briefs sowie allfÃ¤llige An­pas­sungen von Personalien auch in den Beilagen zielen will. Aber bereits etwa eine Ãn­de­rung des Ver­eins­zwecks oder der Umschreibung, wie X. Hilfe leiste, kÃ¶nnte die ur­sprÃ¼nglich anstands­losen Formulierungen dahin verÃ¤ndern, dass der vom Beschwerde­fÃ¼h­rer geltend gemachte Anspruch, entsprechende Sendungen verteilen zu dÃ¼rfen, materiell an­ders zu beurteilen wÃ¤re. Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten, sofern sie mehr anstrebt als die datums‑ und personalienmÃ¤ssige Aktualisierung des Briefs vom 11. No­vem­ber 1998 und dessen Bei­lagen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer erachtet seine AnsprÃ¼che auf Achtung des Briefverkehrs gemÃ¤ss Art. 13 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV; SR 101) und Art. 8 EMRK sowie der freien MeinungsÃ¤usserung gemÃ¤ss Art. 16 BV und Art. 10 EMRK als verletzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Im Urteil vom 22. Februar 1995 hielt das Bundesgericht fest, die beiden genann­ten AnsprÃ¼che gehÃ¶rten dem (damals noch ungeschriebenen) Verfassungsrecht des Bundes an, und Art. 8 sowie 10 EMRK rÃ¤umten keinen weiter gehenden Schutz ein als die Verfas­sung (E. 2b Abs. 1; vgl. ‑ auch zum Folgenden ‑ JÃ¶rg MÃ¼ller, Grundrechte in der Schweiz, 3. A., Bern 1999, S. 131 ff. und 181 ff.; Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Men­schenrechtskonvention, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 541 ff., 554, 588 ff. und 603 ff.; Ar­thur Haefliger/Frank SchÃ¼rmann, Die EuropÃ¤ische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. A., Bern 1999, S. 41 ff., 270 ff. und 284 ff.; BGE 125 I 417 E. 3 ff.). Laut Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Abs. 1 EMRK hat jede Person Anspruch auf Achtung ihrer Korrespondenz. Sodann gewÃ¤hrleistet Art. 16 BV die Meinungs‑ und Informationsfreiheit, so dass jede Person das Recht hat, ihre Meinung ungehindert zu Ã¤ussern und ‑ wie auch In­formationen ‑ zu verbreiten; nach Art. 10 Abs. 1 EMRK hat jede Person Anspruch auf freie MeinungsÃ¤usserung, was die Freiheit zur Mitteilung von Nachrichten oder Ideen ohne Ein­griffe der BehÃ¶rden einschliesst. Endlich verlangt Art. 36 BV fÃ¼r die EinschrÃ¤nkung von Grundrechten eine gesetzliche Grundlage und bei schwer wiegenden EinschrÃ¤nkungen ein Gesetz im formellen Sinn, ausser es handle sich um eine ernste, unmittelbare und nicht an­ders abwendbare Gefahr (Abs. 1); die EinschrÃ¤nkungen bedÃ¼rfen der Rechtfertigung durch ein Ã¶ffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter und mÃ¼ssen ver­hÃ¤ltnismÃ¤ssig sein, wobei der Kerngehalt der Grundrechte unantastbar bleibt (Abs. 2‑4). Und Art. 8 Abs. 2 EMRK gestattet den Eingriff einer BehÃ¶rde in die Brieffreiheit, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft unter anderem zum Schutz der Gesundheit und der Moral als notwendig er­scheint; Gleiches gilt nach Art. 10 Abs. 2 EMRK fÃ¼r die Meinungsfreiheit.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die PUK ist ein kantonales Krankenhaus (vgl. § 1 lit. b der Verordnung Ã¼ber die kantonalen KrankenhÃ¤user vom 28. Januar 1981, LS 813.11; § 7 Abs. 1 lit. c der Taxord­nung der kantonalen KrankenhÃ¤user vom 1. April 1992, LS 813.111), weshalb sie der All­gemeinen Hausordnung fÃ¼r solche untersteht. § 4 Abs. 1 AHO unterstellt in den kantonalen KrankenhÃ¤usern verschiedene TÃ¤tigkeiten einer Bewilligungspflicht, beispielsweise den Ver­kauf von Waren und andere gewerbliche AktivitÃ¤ten (lit. a), politische Veranstaltungen und Propaganda (lit. c) und Veranstaltungen von Vereinigungen (lit. d). Der Bewilligungs­pflicht unterstehen nach lit. b insbesondere auch Werbungen, Sammlungen und Rundfra­gen fÃ¼r politische, gewerbliche und ideelle Zwecke, z.B. durch FlugblÃ¤tter und AnschlÃ¤ge. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, § 4 Abs. 1 lit. b AHO biete keine gesetzliche Handhabe, die Bewilligung zur Verteilung des streitbetroffenen Briefs samt Beilagen zu versagen, weil es sich nicht um (gewerbliche oder ideelle) Werbung handle. ‑ Die Be­schwerdegegnerin hat in ihrer VerfÃ¼gung von Werbung fÃ¼r die anwaltschaft­liche TÃ¤tigkeit von X.-Mitgliedern gesprochen. Dem vermag der BeschwerdefÃ¼hrer nicht mit dem ergÃ¤nz­ten Eigenbildnis zu begegnen, wonach Vereinsorgane keine Mandate antrÃ¤ten. Denn das schliesst, wie in der vorinstanzlichen Vernehmlassung zutreffend betont wird, nicht aus, dass blosse Mitglieder ohne Organfunktion fÃ¼r die anzugehenden Patientinnen und Pa­tien­ten der PUK advozierten. Im Ãbrigen schweigt sich der BeschwerdefÃ¼hrer darÃ¼ber aus, wie er die Erwartung erfÃ¼llen will, insbesondere bei den zustÃ¤ndigen Verwaltungs‑ und Ge­richts­instanzen die Entlassung seiner KlientInnen zu verlangen, ohne dass irgend­welche Ver­einsorgane aktiv wÃ¼rden. Namentlich jedoch wirbt der ‑ wenngleich nur idealistische ‑ BeschwerdefÃ¼hrer mit dem hier interessierenden Brief samt Beilagen abwei­chend von sei­ner Beteuerung auch fÃ¼r sich selbst, indem er sich vorstellt und seine Hilfe anbietet. Die Vor­instanzen sind demnach zutreffend davon ausgegangen, dass das Vorha­ben des Be­schwer­defÃ¼hrers unter die Bewilligungspflicht gemÃ¤ss § 4 Abs. 1 lit. b AHO fÃ¤llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 4 AHO enthÃ¤lt ein Werbeverbot mit Bewilligungsvorbehalt. Da in Sonderstatus­verhÃ¤ltnissen ‑ wie der Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt eines darstellt ‑ nur die wichtigsten EinschrÃ¤nkungen von Freiheitsrechten einer Grundlage im formellen Gesetz bedÃ¼rfen (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 390 ff.), stellt die Verordnung eine genÃ¼gende Basis fÃ¼r die Bewil­ligungspflicht dar. Allerdings enthÃ¤lt § 4 AHO selbst keine Kriterien fÃ¼r den Entscheid Ã¼ber die Erteilung oder Verweigerung der Bewilligung. Dies bedeutet aber nicht, dass sie ohne Angabe von GrÃ¼nden verweigert werden kÃ¶nnte. Mangels einer gesetzlichen Normie­rung sind die massgebenden Gesichtspunkte der Verfassung und der EMRK zu entnehmen. Von erheblicher Bedeutung sind namentlich die in Art. 8 und 10 EMRK genannten Ã¶ffent­lichen Interessen, die eine EinschrÃ¤nkung des Rechts auf Achtung der Korrespondenz bzw. der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit zu rechtfertigen vermÃ¶gen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Bundesgericht erwog im Urteil vom 22. Februar 1995, auf die Meinungs­Ã¤us­serungsfreiheit dÃ¼rfe sich berufen, wer ideelle so gut wie wirtschaftliche Interessen ver­fol­ge, so dass Werbung selbst fÃ¼r RechtsanwÃ¤lte den Schutz von Art. 10 EMRK geniessen kÃ¶n­ne. Der Anspruch auf Achtung des Briefverkehrs und auf freie MeinungsÃ¤usserung nach Art. 8 und 10 EMRK stehe auch (natÃ¼rlichen wie juristischen) Personen zu, welche in psychiatrischen Kliniken Festgehaltenen schreiben wollten. Jene mÃ¼ssten deshalb fÃ¼r diese bestimm­te Briefe weitergeben, unter Vorbehalt zulÃ¤ssiger EinschrÃ¤nkungen (E. 2b Abs. 2; Villiger, Rz. 588 f., 591 und 613 f.; Haefliger/SchÃ¼rmann, S. 271 f. und 285 f.). ‑ Keinen grundsÃ¤tzlichen Unterschied macht es dabei, ob kommerzielle Verlautbarungen gemÃ¤ss der Bundesverfassung in den Anwendungsbereich der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit (Art. 16 BV) oder den der Wirtschaftsfreiheit im Sinn von Art. 27 BV (frÃ¼her Handels‑ und Gewer­befreiheit, Art. 31 aBV) fallen (MÃ¼ller, S. 135, 185 und 203 ff.). Ebenso wenig schadet es dem BeschwerdefÃ¼hrer, dass er seine Post nicht individuell adressiert, denn das vereinfacht der Beschwerdegegnerin, die aus Geheim­nisgrÃ¼nden ja zwar die Anzahl, nicht aber die Na­men der Patientinnen und Patienten bekannt geben darf, bloss die Verteilung; und die Her­stellung der nÃ¶tigen Exemplare Ã¼bernimmt richtiger Weise der BeschwerdefÃ¼hrer (vgl. auch nachfolgend E. 4d). Die Menschenrechtskommission gelangte in ihrem Bericht vom 2. Dezember 1997 in Ziff. 44 im Wesentlichen zum selben Schluss wie das Bundesgericht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In ihrer Vernehmlassung macht die Gesundheitsdirektion erstmals geltend, das der Beschwerdegegnerin zur Verteilung Ã¼bergebene Rundschreiben des BeschwerdefÃ¼hrers sei ‑ wie das frÃ¼her der Menschenrechtskommission vorgelegte ‑ geeignet, bei den Patientin­nen und Patienten unrealistische Hoffnungen auf eine frÃ¼hzeitige Entlassung wach zu ru­fen. Der Hinweis auf Art. 5 Abs. 4 EMRK kÃ¶nne den Eindruck erwecken, den Klinikinsas­sinnen und ‑insassen sei die Freiheit unrechtmÃ¤ssig entzogen worden. Die weite Streuung kÃ¶nnte Unsicherheit und Unruhe stiften und das wiederum die psychiatrische Unterbrin­gung in Frage stellen, das Anschlagen der oft komplexen Therapie beeintrÃ¤chtigen sowie allenfalls die Verfahren verlÃ¤ngern. Die Bewilligungsverweigerung hinsichtlich Weiterlei­tung der strittigen Dokumente erscheine daher als geeignet, erforderlich und angemessen, um die betrieblichen Voraussetzungen fÃ¼r eine wirksame Behandlung aller Patienten und Patientinnen zu gewÃ¤hrleisten und diese vor denkbaren GesundheitsschÃ¤den zu schÃ¼tzen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich vorwegnehmend und zu Recht gegen eine solche Argu­men­tation gewehrt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz verkennt, dass der die Beschwerdegegnerin betreffende gegenwÃ¤r­tige Fall entscheidend vom frÃ¼heren der Klinik Rheinau abweicht. Damals wollte der Be­schwerdefÃ¼hrer vor allem zusÃ¤tzlich eine BroschÃ¼re mit dem Titel "X. gegen Zwangs­psychiatrie" verteilen lassen, die neben Kritik an der Psychiatrie aus medizinischer und rechtlicher Sicht insbesondere im dritten Abschnitt die angeblich katastrophale Situa­tion in den psychiatrischen Anstalten geisselte und behauptete, darin wÃ¼rden die Patienten wider­rechtlich festgehalten und gefoltert (vgl. auch I. A. unten). Die Vernehmlassung zur Be­schwerde greift auf, was die Menschenrechtskommission in Ziff. 45 ihres Berichts zur Bro­schÃ¼re ‑ und nur hierzu ‑ gesagt hat. Ohne diese Beilage hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer sei­ner­zeit obsiegt, und zwar zu Recht. Denn im Ãbrigen be­schrÃ¤nk­te er sich damals ‑ wie jetzt ausschliesslich ‑ darauf, die Klinikinsassinnen und ‑in­sassen auf den Anspruch aufmerk­sam zu machen, den Freiheitsentzug einer gerichtli­chen PrÃ¼fung zu unterwerfen, wie es schon kraft Art. 397e Ziff. 2 ZGB geschehen muss, und dies­bezÃ¼glich Hilfe anzubieten. Eine Entlassung wird nicht in Aussicht, sondern dem Ent­scheid der Justiz anheim gestellt. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer immerhin erklÃ¤rt, gegen Miss­brÃ¤uche in der Zwangs­psychiat­rie zu kÃ¤mpfen, so beinhaltet das nicht die Behauptung, die Adressatinnen und Adressaten des Briefs seien solchen MissbrÃ¤uchen ausgesetzt. Viel­mehr hat sich vor Gericht zu erge­ben, ob eine unrechtmÃ¤ssige ZurÃ¼ckbehaltung in der Kli­nik und damit eine missbrÃ¤uch­li­che Zwangspsychiatrisierung vorliegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Es fragt sich, ob dem Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers nicht der Grundsatz ent­gegensteht, dass die Freiheitsrechte keinen Anspruch auf staatliche Leistungen gewÃ¤hren. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht ausnahmslos (Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweize­risches Bundesstaatsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 1090 ff.; JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Elemente ei­ner schweizerischen Grundrechtstheorie, Bern 1982, S. 59 ff.). Im vorliegenden Fall bietet gerade die Tatsache, dass die persÃ¶nliche Freiheit der Patienten intensiven BeschrÃ¤nkungen unterworfen ist, Anlass, davon abzuweichen: Die Mitwirkung der Klinik ist eine Voraus­setzung dafÃ¼r, mit den Patienten in Kontakt zu treten und damit die betroffenen Freiheits­rechte auszuÃ¼ben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Demnach ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorn E. 3), gut­zuheissen. Die undatierte VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin sowie jene der Gesundheits­direktion vom 21. Januar 2000 sind aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflich­ten, den im Sinn der ErwÃ¤gungen aktualisierten Brief des BeschwerdefÃ¼hrers vom 11. No­vember 1998 in der ergÃ¤nzten Fassung vom 1. MÃ¤rz 1999 nebst Bei­lagen an sÃ¤mtliche Pa­tientinnen und Patienten zu verteilen, deren Anzahl sie vorgÃ¤ngig dem BeschwerdefÃ¼hrer bekannt geben muss zwecks Lieferung der erforderlichen Anzahl Exemplare.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Der BeschwerdefÃ¼hrer regt aus aufsichtsrechtlichen GrÃ¼nden an, den Entscheid des Verwaltungsgerichts dem Regierungsrat zuzustellen sowie fÃ¼r Kosten und EntschÃ¤di­gung des Beschwerdeverfahrens anzuordnen, dass diese aus dem Budgetposten der gesund­heitsdirektorialen Personalkosten beglichen werden mÃ¼ssten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem ersten Anliegen entspricht bereits die Mitteilungspflicht laut § 65 Abs. 1 VRG. Was die Zahlungen von Kosten und EntschÃ¤digung anlangt, so sind diese dem Staat aufzuerlegen, ohne dass das Gericht vorschreiben kÃ¶nnte, wie das intern zu verbuchen sei (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 27).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Ãbrigen bemerkt die Gesundheitsdirektion in ihrer Vernehmlassung zutreffend, der BeschwerdefÃ¼hrer kÃ¶nne sich auch jederzeit selbst an den Regierungsrat wenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, gutgeheissen. Die undatierte Ver­fÃ¼gung der Beschwerdegegnerin und jene der Gesundheitsdirektion vom 21. Januar 2000 werden aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird eingeladen, dem Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers im Sinn der ErwÃ¤gungen zu entsprechen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>