<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 106 S.359</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamtes</div> <span class="page_no">359</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Beschwerden gegen Einspracheentscheide des</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Migrationsamts</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>106 Familiennachzug</b></span> <span class="ft3"><b>eines</b></span> <span class="ft3"><b>Adoptivsohnes</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Zuständigkeit des Rekursgerichts zur vorfrageweisen Prüfung der Aner-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>kennung eines ausländischen Adoptionsentscheids (Erw. II/2c)</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Voraussetzungen der Anerkennung eines ausländischen Adoptionsent-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>scheids in der Schweiz (Erw. II/2).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 15. Oktober</span><br/> <span class="ft4">2004 in Sachen S.A. gegen einen Entscheid des Migrationsamts</span><br/> <span class="ft4">(BE.2004.00010).</span><br/> <br/> <span class="ft4">Bestätigt durch den Entscheid des Bundesgerichts vom 11. April 2005</span><br/> <span class="ft4">(2A.655/2004).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">A. Der Beschwerdeführer erhielt im Jahre 1996 eine Jahresauf-</span><br/> <span class="ft6">enthaltsbewilligung und verfügt seit Oktober 2002 über eine Nieder-</span><br/> <span class="ft6">lassungsbewilligung im Kanton Aargau. Zusammen mit seiner Ehe-</span><br/> <span class="ft6">frau adoptierte er am 11. Januar 2001 in Mazedonien seinen Neffen,</span><br/> <span class="ft6">A.K. geb. 1990. Am 9. Februar 2001 reisten seine Ehefrau sowie die</span><br/> <span class="ft6">beiden gemeinsamen Töchter (geb. 1983 bzw. 1986) im Rahmen des</span><br/> <span class="ft6">Familiennachzuges in die Schweiz ein. Die Ehefrau verfügt heute</span><br/> <span class="ft6">über eine Jahresaufenthaltsbewilligung, die beiden Töchter sind im</span><br/> <span class="ft6">Besitz der Niederlassungsbewilligung.</span><br/> <span class="ft6">Am 27. Juni 2001 beantragte der Beschwerdeführer den Famili-</span><br/> <span class="ft6">ennachzug für seinen Adoptivsohn. Mit Verfügung vom</span><br/> <span class="ft6">11. Dezember 2001 trat die Fremdenpolizei, Sektion Aufenthalt, auf</span><br/> <span class="ft6">das Familiennachzugsgesuch mit der Begründung nicht ein, dem</span><br/> <span class="ft6">Adoptionsentscheid könne nicht entnommen werden, ob es sich um</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">360</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">eine vollständige Adoption handle. Trotz Aufforderung habe der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführer die erforderlichen Dokumente nicht nachgereicht.</span><br/> <span class="ft6">B. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit</span><br/> <span class="ft6">Eingabe vom 21. Dezember 2001 Einsprache, welche von der Vorin-</span><br/> <span class="ft6">stanz am 17. März 2004 abgewiesen wurde.</span><br/> <span class="ft6">C. Mit Eingabe vom 6. April 2004 erhob der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">gegen den Einspracheentscheid Beschwerde.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">II. 2. Der Beschwerdeführer beantragt den Familiennachzug für</span><br/> <span class="ft6">seinen in Mazedonien adoptierten Sohn. Strittig ist, ob die Adoption</span><br/> <span class="ft6">in der Schweiz anerkannt werden kann.</span><br/> <span class="ft6">a) Die Anerkennung ausländischer Entscheidungen in der</span><br/> <span class="ft6">Schweiz richtet sich nach Art. 25 ff. IPRG. Dies gilt auch für den</span><br/> <span class="ft6">vorliegenden mazedonischen Adoptionsentscheid, da Mazedonien</span><br/> <span class="ft6">dem Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusam-</span><br/> <span class="ft6">menarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption vom 29. Mai</span><br/> <span class="ft6">1993 (Haager Adoptionsübereinkommen [HAÜ], SR 0.211.221.311)</span><br/> <span class="ft6">bislang nicht beigetreten ist.</span><br/> <span class="ft6">b) Gemäss Art. 25 IPRG wird eine ausländische Entscheidung</span><br/> <span class="ft6">in der Schweiz anerkannt, wenn die Zuständigkeit der entscheiden-</span><br/> <span class="ft6">den Behörde im Sinne von Art. 26 IPRG begründet war, kein ordent-</span><br/> <span class="ft6">liches Rechtsmittel geltend gemacht werden kann oder der Entscheid</span><br/> <span class="ft6">endgültig ist und zudem kein Verweigerungsgrund im Sinne von</span><br/> <span class="ft6">Art. 27 IPRG vorliegt (insbesondere Verstoss gegen den Ordre pu-</span><br/> <span class="ft6">blic).</span><br/> <span class="ft6">Das Begehren auf Anerkennung ist an die zuständige Behörde</span><br/> <span class="ft6">des Kantons zu richten, in dem die ausländische Entscheidung gel-</span><br/> <span class="ft6">tend gemacht wird. Dabei ist gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. a und b IPRG</span><br/> <span class="ft6">unter anderem eine vollständige und beglaubigte Ausfertigung der</span><br/> <span class="ft6">Entscheidung und eine Bestätigung vorzulegen, dass gegen die Ent-</span><br/> <span class="ft6">scheidung kein ordentliches Rechtsmittel mehr geltend gemacht</span><br/> <span class="ft6">werden kann, oder dass sie endgültig ist. Wird die Anerkennung einer</span><br/> <span class="ft6">Entscheidung vorfrageweise geltend gemacht, kann die angerufene</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamtes</div> <span class="page_no">361</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Behörde gemäss Art. 29 Abs. 3 IPRG selber über die Anerkennung</span><br/> <span class="ft6">entscheiden.</span><br/> <span class="ft6">c) Ausländische Adoptionsentscheide mit ausländischen Adop-</span><br/> <span class="ft6">tiveltern und ausländischen Adoptivkindern werden nicht in schwei-</span><br/> <span class="ft6">zerische Register eingetragen (vgl. Art. 27 ff. der Zivilstandsverord-</span><br/> <span class="ft6">nung [ZStV] vom 1. Juni 1953). Dementsprechend wird im Hinblick</span><br/> <span class="ft6">auf die Anerkennung der Adoption in der Schweiz auch kein förmli-</span><br/> <span class="ft6">ches Anerkennungsverfahren durchgeführt. Unter diesen Umständen</span><br/> <span class="ft6">obliegt es im fremdenpolizeilichen Verfahren derjenigen Behörde,</span><br/> <span class="ft6">die über die Bewilligung des Familiennachzuges eines adoptierten</span><br/> <span class="ft6">Kindes entscheidet, vorfrageweise über die Anerkennung des auslän-</span><br/> <span class="ft6">dischen Adoptionsentscheides zu befinden, ohne dass eine andere</span><br/> <span class="ft6">Behörde zur Frage der Anerkennung Stellung nehmen müsste. Nach-</span><br/> <span class="ft6">dem das Rekursgericht kantonal letztinstanzlich über die Bewilli-</span><br/> <span class="ft6">gung des Familiennachzuges entscheidet, ist es gestützt auf Art. 29</span><br/> <span class="ft6">Abs. 3 IPRG auch zuständig, vorfrageweise über die Anerkennung</span><br/> <span class="ft6">der ausländischen Adoption zu befinden.</span><br/> <span class="ft6">d) Gemäss Art. 78 Abs. 1 IPRG werden ausländische Adoptio-</span><br/> <span class="ft6">nen in der Schweiz anerkannt, wenn sie im Staat des Wohnsitzes oder</span><br/> <span class="ft6">im Heimatstaat der adoptierenden Ehegatten ausgesprochen worden</span><br/> <span class="ft6">sind.</span><br/> <span class="ft6">Im vorliegenden Fall wurde die Adoption durch das Zentrum</span><br/> <span class="ft6">für Sozialangelegenheiten in T. (Mazedonien) ausgesprochen und es</span><br/> <span class="ft6">liegt eine vollständige und beglaubigte Ausfertigung des Adoptions-</span><br/> <span class="ft6">entscheides vor. Nachdem beide Adoptiveltern mazedonische Staats-</span><br/> <span class="ft6">angehörige sind, ist die Voraussetzung von Art. 78 Abs. 1 IPRG er-</span><br/> <span class="ft6">füllt. Dass das Zentrum für Sozialangelegenheiten in T. innerstaatlich</span><br/> <span class="ft6">für die Adoption zuständig war, ergibt sich aus dem Wohnsitz des</span><br/> <span class="ft6">adoptierten Sohnes und aus Art. 97 und 104 des mazedonischen Fa-</span><br/> <span class="ft6">miliengesetzes.</span><br/> <span class="ft6">e) Der Adoptionsurkunde kann zudem entnommen werden, dass</span><br/> <span class="ft6">die Adoption rechtskräftig ist, womit auch die Voraussetzung von</span><br/> <span class="ft6">Art. 25 lit. b IPRG erfüllt ist.</span><br/> <span class="ft6">f) Fraglich bleibt damit einzig, ob ein Verweigerungsgrund im</span><br/> <span class="ft6">Sinne von Art. 27 IPRG vorliegt (Art. 25 lit. c IPRG).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">362</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">aa) Einer im Ausland ausgesprochenen Adoption ist die Aner-</span><br/> <span class="ft6">kennung zu verweigern, wenn sie mit dem schweizerischen Ordre</span><br/> <span class="ft6">public offensichtlich unvereinbar wäre (Art. 27 Abs. 1 IPRG).</span><br/> <span class="ft6">bb) Auf Anfrage der Vorinstanz hin teilte der Leiter der Sektion</span><br/> <span class="ft6">Bürgerrecht und Personenstand des Departements des Innern des</span><br/> <span class="ft6">Kantons Aargau am 20. Dezember 2002 mit, es handle sich vorlie-</span><br/> <span class="ft6">gend um eine gemäss mazedonischem Recht zweifellos rechtswirk-</span><br/> <span class="ft6">same Volladoption. Das Bundesgericht habe jedoch in BGE 120 II</span><br/> <span class="ft6">87, E. 3 festgehalten, der schweizerische Ordre public stehe einer</span><br/> <span class="ft6">Anerkennung einer ausländischen Adoption entgegen, wenn diese</span><br/> <span class="ft6">ohne Zustimmung der leiblichen Eltern des Kindes ausgesprochen</span><br/> <span class="ft6">worden sei. Die Behörde, welche über die Adoption befinde, müsse</span><br/> <span class="ft6">sich deshalb vergewissern, dass die Zustimmung der leiblichen El-</span><br/> <span class="ft6">tern vorlag. Der hier zu beurteilende Adoptionsentscheid spreche</span><br/> <span class="ft6">sich über diesen Punkt nicht aus. Darüber dürfe nicht einfach hin-</span><br/> <span class="ft6">weggesehen werden. Das Bundesgericht habe allerdings festgehalten,</span><br/> <span class="ft6">dass die Zustimmung nicht notwendigerweise direkt aus dem Adop-</span><br/> <span class="ft6">tionsentscheid hervorgehen müsse. Es genüge, wenn aus anderen</span><br/> <span class="ft6">amtlichen Dokumenten ersichtlich sei, dass die leiblichen Eltern der</span><br/> <span class="ft6">Adoption zugestimmt haben. Wenn der Nachweis, dass die leiblichen</span><br/> <span class="ft6">Eltern der Adoption zugestimmt haben, erbracht werde, sei die Ad-</span><br/> <span class="ft6">option als Volladoption zu anerkennen.</span><br/> <span class="ft6">cc) Die Vorinstanz verlangte sodann vom Beschwerdeführer, er</span><br/> <span class="ft6">habe den Nachweis zu erbringen, dass die leiblichen Eltern der Ad-</span><br/> <span class="ft6">option zugestimmt haben.</span><br/> <span class="ft6">dd) Der Beschwerdeführer reichte hierauf die einschlägigen Ge-</span><br/> <span class="ft6">setzesbestimmungen des mazedonischen Rechts betreffend Adoption</span><br/> <span class="ft6">samt Übersetzung ein und führte aus, der Nachweis der erfolgten Zu-</span><br/> <span class="ft6">stimmung zur Adoption sei darin zu erblicken, dass die Zustimmung</span><br/> <span class="ft6">der leiblichen Eltern eine zwingende Voraussetzung für eine Adop-</span><br/> <span class="ft6">tion gemäss mazedonischem Recht darstelle.</span><br/> <span class="ft6">ee) Die Vorinstanz geht offenbar davon aus, eine im Ausland</span><br/> <span class="ft6">vollzogene Adoption verstosse nur dann nicht gegen den schweizeri-</span><br/> <span class="ft6">schen Ordre public, wenn eine explizite Zustimmung der leiblichen</span><br/> <span class="ft6">Eltern zur Adoption vorliege oder eine behördliche Erklärung, wes-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamtes</div> <span class="page_no">363</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">halb die Zustimmung nicht erfolgt sei, beigebracht werde. Dieser</span><br/> <span class="ft6">Rechtsauffassung kann nicht gefolgt werden.</span><br/> <span class="ft6">Richtig ist, dass die Behörde im Zweifelsfall den Nachweis</span><br/> <span class="ft6">verlangen kann, dass kein Verstoss gegen den Ordre public vorliegt.</span><br/> <span class="ft6">Im Bereich der Adoption bedeutet dies insbesondere, dass der Be-</span><br/> <span class="ft6">troffene entweder nachweisen muss, dass die Adoption nicht ohne</span><br/> <span class="ft6">die Zustimmung der leiblichen Eltern erfolgte, oder dass bei fehlen-</span><br/> <span class="ft6">der Zustimmung trotzdem kein Verstoss gegen den schweizerischen</span><br/> <span class="ft6">Ordre public vorliegt, weil das ausländische Adoptionsrecht, gleich</span><br/> <span class="ft6">wie das schweizerische Adoptionsrecht, Ausnahmen kennt, bei denen</span><br/> <span class="ft6">von einer Zustimmung abgesehen werden kann.</span><br/> <span class="ft6">Liegen keine gegenteiligen Anhaltspunkte vor, ist davon auszu-</span><br/> <span class="ft6">gehen, dass eine ausländische Adoption unter Beachtung der ent-</span><br/> <span class="ft6">sprechenden Adoptionsbestimmungen vollzogen wurde. Weist ein</span><br/> <span class="ft6">Betroffener nach, dass gemäss ausländischem Adoptionsrecht eine</span><br/> <span class="ft6">Zustimmung der leiblichen Eltern zur Adoption erforderlich ist, oder</span><br/> <span class="ft6">auf eine Zustimmung verzichtet werden kann und in ähnlichen Fällen</span><br/> <span class="ft6">auch in der Schweiz von einer Zustimmung abgesehen wird (vgl.</span><br/> <span class="ft6">Art.</span> <span class="ft6">265c des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB] vom</span><br/> <span class="ft6">10. Dezember 1907), muss dies für den Nachweis, dass kein Verstoss</span><br/> <span class="ft6">gegen den Schweizerischen Ordre public vorliegt, genügen.</span><br/> <span class="ft6">Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann aus der Stellung-</span><br/> <span class="ft6">nahme des Leiters der Sektion Bürgerrecht und Personenstand nichts</span><br/> <span class="ft6">anderes abgeleitet werden. Aufgrund der damaligen Aktenlage</span><br/> <span class="ft6">konnte nicht auf eine Zustimmung der leiblichen Eltern geschlossen</span><br/> <span class="ft6">werden, da der Beschwerdeführer die mazedonischen Adoptionsbe-</span><br/> <span class="ft6">stimmungen noch nicht ins Recht gelegt hatte. Entsprechend ver-</span><br/> <span class="ft6">langte der Leiter der Sektion Bürgerrecht und Personenstand den</span><br/> <span class="ft6">Nachweis, dass die Zustimmung erfolgt war, nicht aber, dass Zu-</span><br/> <span class="ft6">stimmung mittels separatem Dokument nachgewiesen wird. Auch</span><br/> <span class="ft6">aus dem in der Stellungnahme zitierten BGE 120 II 87 kann nicht ge-</span><br/> <span class="ft6">schlossen werden, es müsse in jedem Fall eine Zustimmungserklä-</span><br/> <span class="ft6">rung der leiblichen Eltern vorliegen, damit ein Verstoss gegen den</span><br/> <span class="ft6">Ordre public ausgeschlossen werden könne. Bei genauer Betrachtung</span><br/> <span class="ft6">von BGE 120 II 87 sind die Ausführungen des Bundesgerichts so zu</span><br/> <span class="ft6">verstehen, dass der schweizerische Ordre public die Anerkennung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">364</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">einer ausländischen Adoption verbietet, wenn sie ohne Zustimmung</span><br/> <span class="ft6">der leiblichen Eltern erfolgt ist. Hingegen genügt es, wenn aufgrund</span><br/> <span class="ft6">der Akten von einer Zustimmung ausgegangen werden kann. Davon</span><br/> <span class="ft6">ist auf jeden Fall dann auszugehen, wenn die leiblichen Eltern eine</span><br/> <span class="ft6">entsprechende eidesstattliche Erklärung abgegeben haben.</span><br/> <span class="ft6">Ein explizite Zustimmungserklärung wäre nur dann beizubrin-</span><br/> <span class="ft6">gen, wenn entweder das ausländische Adoptionsrecht eine Zustim-</span><br/> <span class="ft6">mung der leiblichen Eltern nicht vorsieht oder wenn sich aus den</span><br/> <span class="ft6">Akten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Adoption trotz fehlen-</span><br/> <span class="ft6">der Zustimmung der leiblichen Eltern ausgesprochen wurde und bei</span><br/> <span class="ft6">der Adoption die den leiblichen Eltern zustehenden Verfahrensrechte</span><br/> <span class="ft6">(rechtliches Gehör) missachtet wurden.</span><br/> <span class="ft6">ff) Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer bereits wäh-</span><br/> <span class="ft6">rend des Einspracheverfahrens nachgewiesen, dass die Zustimmung</span><br/> <span class="ft6">der leiblichen Eltern auch nach mazedonischem Recht verlangt wird.</span><br/> <span class="ft6">Nachdem der Adoptionsentscheid beglaubigt wurde und die Schwei-</span><br/> <span class="ft6">zerische Botschaft in S. zudem Abklärungen bezüglich der Adoption</span><br/> <span class="ft6">vorgenommen und eine Stellungnahme des Direktors des Sozialam-</span><br/> <span class="ft6">tes T. eingeholt hat, sind keine Anzeichen vorhanden, die auf ein un-</span><br/> <span class="ft6">korrektes Adoptionsverfahren in Mazedonien hindeuten würden.</span><br/> <span class="ft6">Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Zustimmung</span><br/> <span class="ft6">der leiblichen Eltern zur Adoption vorlag und ein Verstoss gegen den</span><br/> <span class="ft6">schweizerischen Ordre public ausgeschlossen werden kann. Damit</span><br/> <span class="ft6">bedarf es nicht zusätzlich einer expliziten Zustimmungserklärung der</span><br/> <span class="ft6">leiblichen Eltern.</span><br/> <span class="ft6">gg) ...</span><br/> <span class="ft6">g) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sämtliche Vorausset-</span><br/> <span class="ft6">zungen für die Anerkennung der in Mazedonien erfolgten Adoption</span><br/> <span class="ft6">des Sohnes des Beschwerdeführers erfüllt sind und keine Hinweise</span><br/> <span class="ft6">auf einen Verstoss gegen den schweizerischen Ordre public vorlie-</span><br/> <span class="ft6">gen. Die Adoption ist damit zu anerkennen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>