Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. April 2016 (725 14 56) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente gestützt auf das Gerichtsgutachten mangels adäquaten Kausalzusammenhangs verneint; aufgrund des Verursacherprinzips ist dem unterliegen- den Beschwerdeführer eine Parteientschädigung für den Aufwand bis und mit Beschluss des Gerichts, ein Gerichtsgutachten einzuholen, zuzusprechen Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1967 geborene A.____ erlitt mit 4 Jahren ei n Schädelhirntrauma. Im Primarschulal- ter wurde ein ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperak tivitätsstörung) mit minimalen cerebralen Dysfunktionen und Bewegungsstörungen sowie eine Leg asthenie und Dyskalkulie diagnosti- ziert. Nach dem Realschulabschluss absolvierte A.____ vom 5. April 1986 bis 4. April 1990 eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lehre als Fotolithograf und arbeitete drei Jahre in d iesem Beruf. Nach verschiedenen Stellen- wechseln begann er am 1. März 1997 als Wagenführer bei den B.____ zu arbeiten. Wegen einer Epilepsie-Erkrankung wurde er im Jahr 2002 fahru ntauglich erklärt. Das Arbeitsverhältnis wurde sodann per 31. Dezember 2005 aufgelöst. Nach Ei ngang der Anmeldung bei der Eidge- nössischen Invalidenversicherung (IV) bewilligte die IV- Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 26. Juni 2003 die Umschulung zum Techniker Polygrafie an der C.____ in X.____. Für die Dauer vom 1. August 2003 bis 31. Januar 2006 absolvierte der Versicherte ein Beruf begleiten- des Praktikum im D.____ mit einem anfänglichen 60%- und ab 1. August 2004 50%- Arbeitspensum. Aufgrund krankheitsbedingter Absenzen musste der Versicherte Anfang Januar 2004 die Ausbildung an der C.____ abbrechen. Die Wie deraufnahme dieser Ausbildung war zwischen 1. Oktober 2004 und 1. Februar 2005 geplant, doch konnte der Versicherte sie infolge eines Unfallereignisses am 24. September 2004 nicht m ehr fortsetzen. Mit Verfügung vom 16. Februar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherte n mit, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden. Vom 25. März 2008 bis 28. Februar 2010 arbeitete der Versicherte in der Firma E.____ in Y.____ im Telefonverkauf in eine m Teilzeitpensum von 20 % - 25 %. Da- nach war er ab 1. März 2010 zuerst als Telefonagent a uf Abruf und seit 1. Juli 2010 als Ausbil- dungsverantwortlicher bei der F.____ im Stundenlohn t ätig. Per 1. Mai 2011 erfolgte eine Fest- anstellung mit einem Arbeitspensum von 35 %, welches er ein Jahr später auf 40 % erhöhte. Diese Stelle kündigte er aus gesundheitlichen Gründen. Seither ist er gemäss eigenen Angaben ab und zu für die G.____ und für die Firma H.____ i m Rahmen von insgesamt maximal 50 % tätig. B. Beim Auffahrunfall vom 24. September 2004 erlitt A.____ eine Distorsion der Halswir- belsäule (HWS) und eine Schädelprellung. Für die Unfa llfolgen erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2007 schloss sie den Unfall vom 24. September 2004 ab un d stellte die Versicherungsleistun- gen per 30. November 2007 ein. Diese Verfügung bestä tigte sie mit Einspracheentscheid vom 5. Mai 2008. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess da s Kantonsgericht, Abteilung Sozial- versicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 3. Juli 2009 gut und wies die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen zur erneuten Abklärung an di e SUVA zurück. Zur Begründung führte es an, dass die Frage, inwieweit der Versicherte in seine r Arbeitsfähigkeit tatsächlich beein- trächtigt sei, nicht beantwortet werden könne. Es lieg e keine Beurteilung vor, welche die Ar- beitsfähigkeit infolge nicht therapierbarer Kopfschme rzen beurteilt habe. Die SUVA habe des- halb zu prüfen, ob und inwieweit die Kopfschmerzen und die damit verbundenen neuropsycho- logischen Defizite die Arbeitsfähigkeit des Versicherten einschränkten. Zuvor legte das Kan- tonsgericht fest, dass der Versicherte an organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfol- gen leide. Da die Beeinträchtigungen zum Beschwerdebild gehörten, welches für ein Schleuder- trauma typisch sei, sei die Prüfung des adäquaten Kausal zusammenhangs nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. bzw. 134 V 109 ff. genannten Kr iterien vorzunehmen. In Bezug auf den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung stellte es fest, dass zwischen November 2008 und Mitte Febru- ar 2009 keine namhafte Besserung des Gesundheitszustande s mehr habe erwartet werden können. Da das Kantonsgericht davon ausging, dass der End zustand spätestens Anfang 2009 erreicht sei, nahm es die Adäquanzprüfung vor. Dabei ordnete es den Unfall in die Kategorie eines mittelschweren Unfalles im mittleren Bereich zu. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. In der Folge beauftragte die SUVA Dr. med. I.__ __, FMH Neurologie, und Prof. Dr. med. J.____, FMH Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapi e, K.____, mit einem polydiszipli- nären Gutachten. Mit Verfügung vom 1. November 2012 t eilte die SUVA dem Versicherten mit, dass gestützt auf die Gutachten von Prof. Dr. J.____ und Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin der K.____, vom 5. August 2011 sowie von Dr. I.____ vom 22. No- vember 2011 kein Leistungsanspruch mehr bestehe; die L eistungen (Taggeld und Heilkosten) würden deshalb per 28. Februar 2009 eingestellt. Unter diesen Umständen könne auf weiterge- hende Abklärungen und auf die Adäquanzprüfung verzichtet werden. Im Einspracheentscheid vom 31. Januar 2014 wies sie die gegen die Verfügung vom 1. November 2012 erhobene Ein- sprache ab. D. Gegen diesen Entscheid reichte Advokat Erich Züblin im Namen und Auftrag des Versi- cherten am 20. Februar 2014 Beschwerde ans Kantonsgericht ein. Er beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides sei die SUVA zu ve rpflichten, die gesetzlichen Leis- tungen zu erbringen; unter o/e Kostenfolge. In seiner Begründung wies er unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. med. M.____, FMH Allgemeine In nere Medizin, vom 21. Juli 2012 und das Gutachten von Prof. Dr. med. N.____, FMH Psychiatri e und Psychotherapie, vom 5. Juni 2013 darauf hin, dass die Beurteilungen von Prof. Dr. J.____/Dr. L.____ und Dr. I.____ nicht zuverlässig genug seien, um darauf abstellen zu können. Z udem sei das rechtliche Gehör des Versicherten verletzt worden, indem die psychiatrische Begut achtung praktisch alleine durch Dr. L.____ durchgeführt worden sei, obwohl der Gutacht ensauftrag explizit Prof. Dr. J.____ er- teilt worden sei. Weiter brachte er vor, dass die Adäq uanzprüfung per 1. Mai 2012 vorzuneh- men sei, da der Versicherte zu diesem Zeitpunkt letztmals sein Arbeitspensum habe steigern können. Es sei nicht vorhersehbar, ob in Zukunft noch ei ne weitere Steigerung möglich sei. Per 1. Mai 2012 habe der Versicherte seine Arbeitsfähigkeit voll ausgeschöpft, weshalb das Kriteri- um der erheblichen Arbeitsunfähigkeit in ausgeprägter Art und Weise erfüllt sei. Allein dieser Umstand führe dazu, dass die Adäquanz zu bejahen sei. Zude m seien die Kriterien der erhebli- chen Beschwerden, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikation sowie die Foerster-Kriterien gemäss Rechtsprechung zu den so matoformen Schmerzstörungen ge- stützt auf das Gutachten von Prof. Dr. N.____ erfüllt. E. Die SUVA, vertreten durch Advokat Andreas Hardegge r, liess sich am 7. Mai 2014 ver- nehmen und beantragte unter Verweis auf die versicherun gsinternen Beurteilungen mit den Fachdisziplinen Neurologie und Psychiatrie vom 28. März 20 14 bzw. vom 15. April 2014 die Abweisung der Beschwerde. F. In der Replik vom 19. Mai 2014 hielten der Versich erte und in der Duplik vom 24. Juni 2014 die SUVA an ihren jeweiligen Standpunkten und Rechtsbegehren fest. G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 13. November 20 14 kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass mit den Gutachten von Prof. Dr. J.____/Dr. L .____ vom 5. August 2011 und von Dr. I.____ vom 22. November 2011 die im Urteil des Kantonsgerichts vom 3. Juli 2009 gestell- ten Fragen nicht beantwortet seien. Sie äusserten sich nicht dazu, ob und inwieweit die Arbeits- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähigkeit des Versicherten aufgrund der nicht therapierbaren Kopfschmerzen und der damit ver- bundenen neuropsychologischen Defizite eingeschränkt sei. E s stellte deshalb den Fall mit Be- schluss vom 13. November 2014 aus und ordnete ein polydiszi plinäres Gutachten bei der O.____ an. Am 19. Februar 2015 teilte die O.____ mi t, dass sie den Gutachtensauftrag infolge Befangenheit zurückweisen müsse. In der Folge bestimmte das Kantonsgericht mit Verfügung vom 6. März 2015 die P.____ in Z.____ als neue polydiszip linäre Begutachtungsstelle. Das Gutachten vom 21. Oktober 2015 mit den Fachdisziplinen Ne urologie, Psychiatrie und Psycho- therapie, Orthopädie und Neuropsychologie, ging am 22. Oktober 2015 beim Kantonsgericht ein. H. In der Stellungnahme vom 3. Dezember 2015 schloss si ch die SUVA der Beurteilung der Gutachter der P.____ an, wonach mit überwiegender Wa hrscheinlichkeit die vorbestandenen Kopfbeschwerden nicht auf das Unfallereignis vom 24. Se ptember 2004 zurückzuführen seien. Zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per Ende Februar 2009 müsse deshalb ein unfallkausa- ler Anteil der Kopfschmerzen verneint werden. I. Der Beschwerdeführer liess durch seinen Rechtsvertre ter am 11. Januar 2016 ausfüh- ren, dass die Gutachter der P.____ den Gutachtensauftr ag und die Fragestellungen nicht ver- standen und sich nicht an die Prämissen des Urteils des Kant onsgerichts gehalten hätten. Wei- ter kritisierte er das Gutachten in mehreren Punkten und verwies dabei auf die Berichte von Dr. med. Q.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Dezember 2015 und 4. Januar 2016 sowie von Dr. M.____ vom 21. Juli 2012 und 6. Jan uar 2016. Danach sei von einer min- destens 50%igen kopfschmerzbedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Aus diesem Grund könne nicht auf das Gutachten der P.____ vom 21. Oktober 2015 abgestellt werden, weshalb beantragt werde, ein neues Gerichtsgutachten einzuholen. J. Die SUVA nahm am 28. Januar 2016 zu den Einwände n des Versicherten Stellung und beantragte weiterhin die Abweisung der Beschwerde. Der Versicherte wich mit Eingabe vom 9. Februar 2016 ebenfalls nicht von seinem Standpunkt ab. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Das Kantonsgericht setzte sich bereits in seinem Urte il vom 3. Juli 2009 (725 08 182) mit dem Anspruch des Versicherten auf Leistungen der SUV A auseinander. Dabei legte es die Rechtsgrundlagen und die darauf beruhende Rechtsprechun g für die Leistungsvoraussetzun- gen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Ge- sundheitsschaden dar. Gleiches gilt zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung und zum Beweiswert von Arztberichten. Es wird darauf verwiesen. H insichtlich des strittigen Leistungs- anspruchs des Versicherten kam es zum folgenden Schluss: 1. Der Versicherte leide an organisch nicht (hinreiche nd) nachweisbaren Unfallfolgen. 2. Die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs sei n ach Massgabe von BGE 117 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht V 359 ff. bzw. 134 V 109 ff. vorzunehmen. 3. Der Endzustand sei spätestens per Mitte Februar 200 9 erreicht. 4. Im Rahmen der Adäquanzprüfung sei das Unfallerei gnis vom 24. September 2004 der Kategorie eines mittelschweren Unfalls im mittleren B ereich zuzuordnen. 5. Von den einzelnen Kriterien sei einzig dasjenige der erheblichen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt, jedoch nich t in besonders ausgeprägter Wei- se. 6. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsfähigkeit kö nne nicht beurteilt werden, weil die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung nicht therapi erbarer Kopfschmerzen von ärztli- cher Seite nicht beurteilt worden sei. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. 1.2 Die materielle Rechtskraft eines gerichtlichen Ent scheides erstreckt sich auf das, was Streitgegenstand des Verfahrens bildete und materiell gewürdigt und entschieden wurde. In- wieweit ein (erster) Rückweisungsentscheid die Verwaltungsbehörde und, im Falle einer erneu- ten Anfechtung, auch die kantonale Rechtsmittelinstanz bi ndet, ergibt sich aus dem Urteilsdis- positiv (BGE 121 III 474 E. 4a S. 477) und den erkläre nden Erwägungen (Urteile des Bundes- gerichts vom 2. Dezember 2013, 9C_472/2013, E. 4.3, vom 30. April 2013 9C_1027/2012, E. 3 und vom 3. Januar 2012, 9C_350/2011, E. 4.1, je mit w eiteren Hinweisen). Da das Urteil des Kantonsgerichts vom 3. Juli 2009 rechtskräftig ist, sind auch die in vorstehender Erwägung 1.1 aufgeführten Feststellungen, auf welche sich das Disposit iv abstützt, sowohl für die SUVA als auch für das Kantonsgericht verbindlich. 2.1 Gestützt auf den Beschluss vom 13. November 2014 gab das Kantonsgericht zur ab- schliessenden Klärung der noch offenen Frage (vgl. Erwägung 1.1 Ziffer 6). ein Gerichtsgutach- ten bei der P.____ in Auftrag. Als Hauptdiagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führ- ten die Gutachter der P.____ in ihrem Gutachten vom 21 . Oktober 2015 belastungsabhängige, zervikale Schmerzen bei klinisch diskreter endgradiger Beweg ungseinschränkung, radiologisch leichte degenerative Veränderungen im unteren Abschnit t der Halswirbelsäule (HWS) und eine chronische Migräne ohne Aura bei Status nach Medikamente nübergebrauchskopfschmerz auf. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe für die zuletzt au sgeführte Tätigkeit sowie für jede andere mittelschwere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die Einschränkung von 20 % sei auf den vermehrten Pausenbedarf zurückzuführen. 2.2 In orthopädischer Hinsicht stellte Dr. med. R.____ , FMH Orthopädie Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass beim Versicherten eine Druck- und Klopf- dolenz im Bereich der Stirn, occipital sowie über den D ornfortsätzen der HWS und im Bereich der Trapezmuskulatur bestehe. Die Beweglichkeit der HWS sei endgradig bei Dorsalextension leicht schmerzhaft eingeschränkt. Die aktuellen Röntgena ufnahmen zeigten diskrete degenera- tive Veränderungen im unteren Abschnitt der HWS. Anso nsten seien keine Auffälligkeiten fest- zustellen. Es bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähi gkeit, sofern körperliche Schwerar- beiten, Arbeiten mit hohem Stresslevel oder hohen Kon zentrationsbelastungen vermieden wür- den. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Das neuropsychologische Teilgutachten vom 26. Juni 201 5 erstellte dipl. psych. S.____. Danach erbringe der Versicherte in einer Mehrzahl der Testverfahren normgerechte Leistungen. Unterdurchschnittliche Leistungen mit verminderter Arbei tsgeschwindigkeit und/oder Arbeits- sorgfalt seien jedoch in den Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests zu erkennen. Die forma- lisierte Beschwerdenvalidierung zeige jedoch Auffälligkei ten und ein unplausibles Leistungs- muster. So erbringe er zum Teil bessere Leistungen bei objektiv schwierigeren als bei leichte- ren Tests. Einige der erzielten Werte im Word Memory T est lägen etwa im Bereich von Patien- ten mit beginnender Demenz, also deutlich unter dem Be reich von Menschen mit guter An- strengungsbereitschaft. Im Nonverbal Medical Symptom Val idity Test habe er in einem schwie- rigeren Untertest eine fehlerfreie und im einfacher en eine stark verminderte Leistung erzielt. Hinweise auf eine schwere kognitive Störung, welche mit einem Demenzpatienten vergleichbar wäre, ergäben sich weder aus den Akten noch aus dem Fähi gkeitsniveau im Alltag noch aus der Verhaltensbeobachtung. Die normgerechten Ergebnisse in den anderen neuropsychologi- schen Verfahren wiesen darauf hin, dass er teilweise ein e gute Leistungsmotiva-tion in der Testsituation habe aufbringen können. Aufgrund der flu ktuierenden und insgesamt nicht ausrei- chenden Leistungsmotivation in der Testsituation sei eine valide Erfassung kognitiver Defizite nicht möglich. Die in der Testung erhobenen kognitiven L eistungsdefizite seien auch mit einem psychoorganischen Syndrom (POS), einer HWS-Distorsion oder einer leichten traumatischen Hirnverletzung nicht vereinbar. Dies bedeute jedoch ni cht, dass keine kognitiven Einbussen beständen. Mangels valider Testergebnissen könne weder die Art und das Ausmass kognitiver Defizite angegeben noch die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit beurteilt werden. 2.4 Die psychiatrische Untersuchung nahm med. pract. T.__ __, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vor. In seiner Beurteilung führte er au s, dass sich im Explorationsgespräch keine wesentlichen Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörung en oder affektive Störungen hät- ten eruieren lassen. Es gebe keine Hinweise auf eine zer ebrale Schädigung nach dem Unfall, welche die kognitiven Einschränkungen erklärten. Es zeige si ch auch keine Angststörung oder Störung aus dem Formenkreis der Sucht- oder der schizophr enen Erkrankungen. Aufgrund der Vorgeschichte und der erhobenen Befunde beständen Anhaltspunkte für narzisstische Aspekte, die jedoch nicht das Ausmass und die Ausprägung hätten, u m eine relevante Persönlichkeits- störung mit narzisstischen Zügen diagnostizieren zu können. Am ehesten liege eine Symptoma- tik in einer narzisstischen Charakterprägung ohne Krankh eitswert im Sinne einer akzentuierten Persönlichkeit vor. Aufgrund der Akten sei davon auszuge hen, dass schon vor dem Unfall eine Schmerzproblematik vorgelegen habe, die durch das Erei gnis verstärkt worden sei. Es gebe auch verschiedene bereits vor dem Unfall bestehende Bel astungen (z.B. Fahruntauglichkeit als Wagenführer). Es sei deshalb anzunehmen, dass der Versich erte an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowi e an einer dissoziativen Sen- sibilitäts- und Empfindungsstörung leide. Gesamthaft ges ehen könnten die geäusserten Be- schwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dire kt auf den Unfall zurückgeführt wer- den. Es zeige sich auch, dass die subjektiv geklagten Beeint rächtigungen den Versicherten nicht in allen Belangen des Lebens beeinflussten. Es beste he eine erhebliche Diskrepanz zwi- schen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verha lten. Zudem würden die intensi- ven Schmerzen sehr vage beschrieben. Es werde teilweise von schweren Einschränkungen im Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Alltag berichtet, im sozialen Kontext sei der Versicherte jedoch gut integriert, pflege seine Freundschaften und lebe in einer Zweierbeziehung. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der funktionelle Schweregrad minim sei. Ausserdem sei zu beachten, dass sich der Versicherte erst viel später habe psychiatrisch behandeln lassen. Damit habe er beweisen wollen, dass er durch den Unfall sowohl körperlich als auch psychisch geschä digt worden sei. Bezüglich der Konsistenz zeige sich, dass das Aktivitätsniveau nicht in allen Lebensbereichen gleich stark eingeschränkt sei. Der Versicherte verfüge gemäss seinen Aussagen über ein beachtliches Aktivitäts- und Leistungsniveau, das er selbstlimitierend r eguliere. Im Rahmen der Komorbiditä- ten sei der Versicherte nicht wesentlich zusätzlich beein trächtigt. Der Gutachter kam aufgrund dieser Beurteilung zum Schluss, dass bereits vor dem Unfal l eine auffällige Persönlichkeit be- standen habe. Eine relevante Einschränkung der Arbeits fähigkeit seit dem Unfall bestehe aber nicht. Es könnten deshalb - auch unter Berücksichtigung der Vorgaben im Urteil des Kantons- gerichts vom 3. Juli 2009 - keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. 2.5 Die neurologische Begutachtung nahm Prof. Dr. med . U.____, FMH Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, vor. Er diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Migräne ohne Aura bei Status nach Medikament enübergebrauchskopfschmerz. Aufgrund der Akten gebe es Hinweise auf prämorbid beste hende Kopfschmerzen, welche als Migräne ohne Aura zu qualifizieren seien. Es müsse von einer Verdeutlichung ausgegangen werden. Aktuell sei durch die chronische Migräne ein Ren dement aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs von 20 % bezogen auf ein Vollpensum in d er zuletzt ausgeübten und in einer adaptierten Tätigkeit gegeben. Dabei seien Arbeiten mit hohem Stresslevel und hohen Konzent- rationsbelastungen zu vermeiden. Vermutlich bestehe di ese Einschränkung seit 2004. Es sei schwierig zu beurteilen, wie sich die Beeinträchtigunge n des Versicherten auf die Arbeitsfähig- keit auswirkten. Grund dafür sei die schlechte Dokumentatio n der Kopfschmerzen. Hirntrauma- tische Verletzungen seien aber mit Sicherheit auszuschliessen , weshalb keine traumatisch be- dingte Epilepsie vorliegen könne. Rein theoretisch könnte bereits prämorbid ein Medikamenten- kopfschmerz bestanden haben. Die heute geklagte Kopfweh problematik sei möglicherweise unfallkausal und könnte sich in Häufigkeit und Stärke dur ch den Unfall richtungsweisend ver- schlechtert haben. Ein Dauerkopfschmerz im Rahmen der Med ikamentenkopfschmerzen sei grundsätzlich behandelbar. Die aktuelle Behandlung sei insuffizient. Unter einer adäquaten, konsequent fachneurologisch überwachten Therapie wäre ke ine relevante und dauernde Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Der Versicherte dürfte daher seit dem Unfallereig- nis bis zur Leistungseinstellung nur vorübergehend in sei ner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ge- wesen sein. 3.1 Wie alle Beweismittel unterliegen auch Gerichtsg utachten der freien richterlichen Be- weiswürdigung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden d ie Vollständigkeit, die Nachvollziehbar- keit und die Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beantwortet, sich auf den zutreffenden Sachverh alt stützt und den Befund ausreichend begründet. In Sachfragen weicht das Gericht jedoch "nich t ohne zwingende Gründe" von einer gerichtlichen Expertise ab (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Sch lussfolgerungen gelangt. Eine ab- weichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse- rungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig gen ug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberex- perten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexper tise vom Ergebnis des Gerichtsgut- achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinwei- sen). 3.2.1 Das Gericht sieht keine zwingenden Gründe, von de n Schlussfolgerungen des Gutach- terteams der P.____ abzuweichen. Ihr Gutachten vom 21 . Oktober 2015 ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchu ngen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es leuchtet in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Auch wenn sich die Experten nicht an alle Vorgaben des G erichts gemäss Beschluss vom 13. November 2009 und Auftrag vom 16. April 2015 hie lten und dadurch zu zum Urteil vom 3. Juli 2009 abweichenden Feststellungen gelangten, bi ldet das Gutachten der P.____ eine zuverlässige und rechtsgenügliche Grundlage, um die einzig e offen stehende Frage, nämlich diejenige des Umfangs der unfallbedingten Arbeitsunfäh igkeit des Versicherten, beurteilen zu können. Die vom Versicherten in seiner Stellungnahme vom 11. Januar 2016 aufgezeigten un- zutreffenden Ausführungen im Gutachten der P.____ zur allgemeinen Umschreibung und Fra- gestellung des Gutachtensauftrags sind deshalb nicht gee ignet, Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu erh eben. Aus diesem Grund ändern die Ausführungen von Prof. Dr. U.____, wonach die heutige Kopfschmerzproblematik entgegen den verbindlichen Feststellungen im Urteil des Kantonsgerichts vom 3. Juli 2009 unfallfremd und behandelbar sei, nichts, beantwortete Prof. U.____ doch die Frage der Einschränkung der Ar- beitsunfähigkeit ohne Berücksichtigung der Unfallkausalität und der Therapierbarkeit der Migrä- ne. 3.2.2 Was das Ausmass der im Zusammenhang mit den Kopfs chmerzen stehenden neu- ropsychologischen Einschränkungen und deren Auswirkungen au f die Arbeitsfähigkeit anbe- langt, ist festzustellen, dass gemäss den Ausführungen der Neuropsychologin der P.____ dar- über keine verlässlichen Aussagen gemacht werden können. Sie stellte fest, dass der Versi- cherte in den Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests tei lweise unterdurchschnittliche Leis- tungen erbracht habe. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die formalisierte Beschwerdevali- dierung Auffälligkeiten und kein plausibles Leistungsmuster zeigten. Die Minderleistungen seien mit den aktenkundigen Diagnosen nicht erklärbar. Sie k am zum Schluss, dass es Hinweise für eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft gebe. Dabei ha ndle es sich nicht um Ermüdungsef- fekte. Es könne deshalb kein valides Testprofil erhoben we rden. Folglich sei nicht beurteilbar, ob aus neuropsychologischer Sicht kognitive Einbussen vorlä gen. Die Ausführungen der Neu- ropsychologin sind nachvollziehbar und überzeugend. Entge gen der Ansicht des Versicherten stützte sie ihre Schlussfolgerung, wonach beim Versichert en die Anstrengungsbereitschaft mangelhaft sei, nicht nur auf die Ergebnisse der Valid ierungstests. Sie bezog in ihrer Gesamt- beurteilung auch die Akten, die Anamnese, ihre eigene n Beobachtungen während der Untersu- chung und die vom Versicherten beschriebenen Fähigkeiten im Alltag ein. Es besteht daher Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht kein Anlass, die Zuverlässigkeit ihrer Beurteilung anzuzwei feln. Damit steht fest, dass Art und Ausmass von kognitiven Defiziten nicht beurteilbar sind u nd deshalb keine Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gezogen wer den können. Von der Einholung ei- nes neuen Gerichtsgutachtens oder anderweitigen zusätzli chen neuropsychologischen Abklä- rungen ist aber abzusehen. Die von der Neuropsychologi n durchgeführte äusserst sorgfältige und vertiefte Untersuchung des Gesundheitszustandes des Ver sicherten zeigt, dass auch von einer zusätzlichen Abklärung keine Plausibilisierung der n europsychologischen Defizite und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarte n ist. So schlug auch sie keine weiteren Abklärungsmassnahmen vor. Sind aber, wie vorliegend die Auswirkungen der mit den Kopf- schmerzen verbundenen neuropsychologischen Defizite auf di e Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht hinreichend erstellt, muss der Versicherte die Folgen der Beweislosigkeit tragen, da er aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten möchte (vgl . dazu Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2014, 9C_701/2013, E. 4.1; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.3 Die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. Q.___ _ vom 15. Dezember 2015 und 4. Januar 2016 sowie von Dr. M.____ vom 21. Juli 2012 und 6. Januar 2016 vermögen die Be- weiskraft des Gerichtsgutachtens nicht zu schmälern. Der beh andelnde Psychiater begründet nicht, weshalb der Versicherte aus psychischen Gründen zu 50 % in seiner Arbeitsfähigkeit ein- geschränkt ist. Zudem zieht er in seinem Bericht vom 4. Jan uar 2016 eine Steigerung der Ar- beitsfähigkeit in Betracht, weshalb davon auszugehen ist, dass es sich nicht um eine abschlies- sende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit handelt. Die weiteren Kritikpunkte von Dr. Q.____ sind nicht stichhaltig. Es trifft zu, dass der Versicherte besse re Ergebnisse bei den neuropsychologi- schen Testungen erzielte als bei früheren Untersuchungen. Diese Leistungsverbesserungen sagen jedoch noch nichts über die damalige Leistungsmoti vation aus. Es ist durchaus vorstell- bar, dass die mangelhafte Anstrengungsbereitschaft des Ve rsicherten schon vorher bestand, aber - wie die Neuropsychologin festhielt - von den da maligen Fachärzten mangels Durchfüh- rung von Validierungsverfahren nicht festgestellt wurde. Die anlässlich der Untersuchung in der P.____ erzielten besseren Resultate können daher bedeuten, dass die Leistungsmotivation des Versicherten im Laufe der Zeit zunahm, er aber immer noch selbstlimitierend auf seine Leis- tungsfähigkeit wirkt. Dazu kommt, dass Dr. Q.____ nicht e rklärt, weshalb kein selbstlimitieren- des Verhalten des Versicherten vorliege. Ausserdem ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund der Versch iedenheit von Expertise und Thera- pie grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen sind (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 18. Au- gust 2008, 9C_705/2007, E 4.1.1 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt namentlich auch für den therapeutisch tätigen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauens- verhältnis zum Patienten oder zur Patientin (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2006, I 655/05. E. 5.4). Ein solches Verhältnis besteht auch zwischen dem Versicherten und seinem Hausarzt Dr. M.____. Dazu kommt, dass die Beurteilung von neurologischen und neuropsycho- logischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbei tsfähigkeit nicht in das Fachgebiet des Hausarztes fällt. Seinen Berichten kann deshalb kei ne ausschlaggebende Beweiskraft zu- kommen. Was der Versicherte aus dem Einwand, wonach gemäss den Beurteilungen von Dr. M.____ kein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz besteh e, für sich ableiten möchte, ist nicht klar. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Auf die weiteren Vorbringen des Versicherten, wel che Fragen (z. B. Eintritt des Endzu- standes) betreffen, die mit Urteil vom 3. Juli 2009 rech tsverbindlich entschieden wurden, wird nicht näher eingegangen. Soweit der Versicherte unter Hinweis auf BGE 141 V 281 geltend machen möchte, das psychiatrische Fachgutachten der P.____ sei nicht verwertbar, ist - wie die SUVA zutreffend ausführt - darauf hinzuweisen, dass di e neue bundesgerichtliche Rechtspre- chung nur dann zur Anwendung gelangt, wenn der natür liche und adäquate Kausalzusammen- hang zwischen den psychischen Beeinträchtigungen und dem Unfallereignis zu bejahen ist. Der begutachtende Psychiater stellt zwar die Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung mit so- matischen und psychischen Faktoren, eine dissoziative Sensibil itäts- und Empfindungsstörung sowie anamnestisch eine Legasthenie und ein POS im Kind esalter. Da diese Einschränkungen jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 24. September 2004 zurückgeführt werden können, ist die Frage der Überwindbarkeit der psychischen Diagno- sen im Sinne von BGE 141 V 281 mangels Unfallkausalität nicht weiter zu prüfen. 3.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass für die Be urteilung der Frage, in welchem Ausmass der Versicherte aufgrund der nicht therapierbare n Kopfschmerzen und der damit ver- bundenen neuropsychologischen Defizite in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, ohne wei- teres auf das Gutachten der P.____ vom 21. Oktober 2015 abgestellt werden kann. Somit ist davon auszugehen, dass der Versicherte aufgrund seiner K opfschmerzproblematik in einer lei- densangepassten mittelschweren Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig ist. 4.1 Ausgehend von dieser Zumutbarkeitsbeurteilung ist zu prüfen, ob das für die Bejahung der Adäquanz erforderliche Kriterium der erheblichen A rbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen erfüllt ist. In seinem Urteil vom 3. Juli 2009 stellte das Kantonsgericht fest, dass der Versicherte Anstrengungen unternommen habe, sich wieder in den Arbeitsprozess zu integ- rieren bzw. darin zu verbleiben. Daran ist festzuhalten . Die gestützt auf das Gutachten der P.____ noch gegebene Restarbeitsfähigkeit von 80 % steht jedoch gemäss bundesgerichtlicher Praxis der Annahme entgegen, dass das Kriterium der erhe blichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus- gewiesener Anstrengungen erfüllt ist (Urteil des Bunde sgerichts vom 18. April 2009, 8C_598/2008, E. 3.2.3). Somit ist lediglich ein Krit erium (erhebliche Beschwerden) gegeben, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise (vgl. Erwä gung 9.6 des Urteils des Kantonsge- richts vom 3. Juli 2009). Selbst wenn man zugunsten des Versicherten die Kriterien der erhebli- chen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkei t trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt betrachtet, sind die Kriterien nicht in ge häufter Weise gegeben. Demzufolge ist die Adäquanz eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallere ignis vom 24. September 2004 und den über den 28. Februar 2009 hinaus anhalt end geklagten, organisch nicht hinrei- chend nachweisbaren Beschwerden zu verneinen. 4.2 Zusammenfassend können somit höchstens zwei der sieben Kriterien (erhebliche Be- schwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit) als erfüll t betrachtet werden, wobei diese jedoch weder in besonders ausgeprägter Form noch in auffall ender Weise bestehen. Die SUVA hat demnach den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unf allereignis vom 24. Oktober 2004 und den vom Versicherten über den 28. Februar 20 09 hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu Recht verneint. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. 5.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschied, sind in den Fällen, in denen zur Durch- führung der vom Gericht als notwendig erachteten Bewe ismassnahme an sich eine Rückwei- sung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf di e Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag g egebenen Begutachtung den Versiche- rungsträgern zu auferlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 durchaus vereinbar (BG E 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorlie- gend gelangte das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsber atung vom 13. November 2014 zum Ergebnis, dass die von der SUVA eingeholten Gutachten vo n Prof. Dr. J.____/Dr. L.____ vom 5. August 2011 sowie von Dr. I.____ vom 22. November 2011 die im Urteil des Kantonsgerichts vom 3. Juli 2009 gestellten Fragen nicht beantworteten. Da die übrigen vorhandenen medizini- schen Akten ebenfalls keine abschliessende Beurteilung des Le istungsanspruchs des Versi- cherten zuliessen, würden sich weitere medizinische Abkläru ngen als unumgänglich erweisen. Aufgrund der Erkenntnis, dass die durch die SUVA im Nach gang zur ersten Rückweisung er- folgten zusätzlichen Abklärungen erneut zu keinem abschliesse nd verwertbaren Beweisergeb- nis geführt hätten, entschied das Kantonsgericht, von eine r - grundsätzlich möglichen - erneu- ten Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren medizinisch en Abklärung an die SUVA abzu- sehen. Stattdessen beschloss es, den Fall auszustellen und zu r Vervollständigung des relevan- ten medizinischen Sachverhaltes ein Gerichtsgutachten in A uftrag zu geben. Das in der Folge eingeholte polydisziplinäre Gerichtsgutachten der P.___ _ vom 21. Oktober 2015 war mit ande- ren Worten für eine abschliessende Beurteilung des Leis tungsanspruchs des Versicherten un- erlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtliche n Rechtsprechung sind demnach die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insgesamt Fr. 20'515.10 der SUVA zu auferlegen. 5.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsi egende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorli egend einzig auf den Prozessausgang ab, so steht dem Versicherten als unterliegender Partei keine Parteientschädigung zu. Die an- waltlich vertretene Beschwerdegegnerin wiederum kann trotz Obsiegens ebenfalls keine Partei- entschädigung beanspruchen, schränkt die genannte Bestimmung den Anspruch auf Ersatz der Parteikosten doch ausdrücklich auf die Beschwerde führen de Person ein. Aus dem Gesagten folgt deshalb, dass die ausserordentlichen Kosten des vorl iegenden Beschwerdeverfahrens grundsätzlich wettzuschlagen sind, wenn man sie ausschliesslic h gestützt auf den Prozessaus- gang verlegt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Nun gilt es allerdings zu beachten, dass das Bund esgericht in ständiger Rechtsprechung zum Parteientschädigungsrecht im Rahmen der bundesrechtlichen Vorschriften über die Partei- entschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren - wie et wa die damaligen Bestimmungen von Art. 108 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über die Un fallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 und Art. 85 Abs. 2 lit. f des Bundesgesetzes über d ie Alters- und Hinterlassenenversiche- rung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 - das Verursacherprin zip anerkannte. Danach hat unnö- tige Kosten zu bezahlen, wer sie verursacht hat (BGE 125 V 375 E. 2b). Dementsprechend kann keine Parteientschädigung beanspruchen, wer zwar i m Prozess obsiegt, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, er habe es wegen Verletzun g der Mitwirkungspflicht selber zu verantworten, dass ein unnötiger Prozess geführt worden sei (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Andererseits kann das Verursacherprinzip aber auch dazu führen, dass die Behörde einer unterliegenden Partei die Parteikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfah- ren durch einen Fehler veranlasst oder wenn sie der Besch werde führenden Partei - unter da- maliger Optik - zumindest berechtigten Anlass zur Ergre ifung des Rechtsmittels gab (vgl. zum Ganzen: MARTIN BERNET , Die Parteientschädigung in der schweizerischen Verwalt ungsrechts- pflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im Rahmen von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g UVG entwickelten Grundsätze zum Anspruch auf Parteientschädigung im kan- tonalen Beschwerdeverfahren haben unter der Herrschaft des ATSG weiterhin Geltung und sind demnach für die Auslegung von Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massgebend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 5.3.3 Wie oben geschildert (vgl. E. 2.1 hiervor), stüt zte sich die SUVA im vorliegend angefoch- tenen Einspracheentscheid vom 31. Januar 2014 bei der B eurteilung des medizinischen Sach- verhalts vollumfänglich auf das Gutachten von Prof. Dr. J. ____/Dr. L.____ vom 5. August 2011 sowie von Dr. I.____ vom 22. November 2011. In seiner Beschwerde vom 20. Februar 2014 rügte und begründete der Versicherte explizit, dass und w eshalb diese Gutachten - entgegen der Sichtweise der SUVA - den rechtsprechungsgemässen Anf orderungen an ein beweistaugli- ches Gutachten nicht genüge. Der Beschluss vom 13. November 2014, mit welchem das Kan- tonsgericht diese vom Beschwerdeführer erhobenen Rüge n als begründet erachtete, macht deutlich, dass die Erhebung der Beschwerde durch den Ver sicherten jedenfalls insoweit be- gründet war, als er darin in zutreffender Weise die vo rinstanzliche Abklärung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts beanstandete. Dies wiederu m zeigt, dass der Versicherte - unter damaliger Optik - ausreichende Veranlassung hatt e, den Einspracheentscheid der SUVA vom 31. Januar 2014 beim Kantonsgericht anzufechten. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, dem Versicherten für die von seinem Rechtsvertreter im Zeitraum ab Zustellung des Ein- spracheentscheides vom 31. Januar 2014 bis und mit der Ur teilsberatung vom 13. November 2014 erbrachten notwendigen Bemühungen eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der SUVA zuzusprechen. Für diese Lösung spricht auch d er Umstand, dass der Versicherte in gleicher Weise Anspruch auf eine angemessene Parteientsch ädigung zu Lasten der SUVA ge- habt hätte, wenn das Kantonsgericht anlässlich der Urtei lsberatung vom 13. November 2014 den Fall nicht ausgestellt und ein Gerichtsgutachten i n Auftrag gegeben, sondern stattdessen den angefochtenen Einspracheentscheid aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hätte. Bei dieser Vorgehensweise des Gerichts gilt nämlich nach st ändiger bundesgerichtlicher Recht- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechung die Beschwerde führende Person als (vollständig) obsiegende Partei, welche ge- mäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Parteientsc hädigung zu Lasten des betroffenen So- zialversicherers hat (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 5.3.4 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 10. Juli 2014, die er im Hinblick auf die Urteilsberatung vom 13 . November 2014 eingereicht hatte, einen Zeitaufwand von insgesamt 9 Stunden und 40 Minut en sowie Auslagen von Fr. 97.60 geltend, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozial- versicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist de shalb für die von seinem Rechtsver- treter im vorliegenden Beschwerdeverfahren bis zur Urtei lsberatung vom 13. November 2014 erbrachten Bemühungen eine Parteientschädigung in de r Höhe von Fr. 2'715.40 (9 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 97.60 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der SUVA zuzusprechen. 5.3.5 Was die nach der Urteilsberatung vom 13. Novem ber 2014 angefallenen ausser- ordentlichen Kosten betrifft, so sind diese dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 20'515.10 werden der SUVA auferlegt. 4. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2'715.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwert- steuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen.