Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Juli 2018 (720 16 61 / 186) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Wiedererwägungsweise Herabsetzung der Invalidenrent e bestätigt, Anspruch der Versi- cherten auf Eingliederungsmassnahmen bejaht Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dominik Zehntner , Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1960 geborene A.____ ist selbstständige Coi ffeuse. Am 26. November 1995 melde- te sie sich unter Hinweis auf multiple unfallbeding te Beschwerden bei der Eidgenössischen In- validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 24. September 1997 sprach ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung (bei Anteilen von 24% Erwerb und 76% Haushalt) rückwirkend ab 1. Oktober 1995 aufgrund eines Invaliditätsgrads vo n 60% eine halbe Rente zu. Im Zuge der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. IV-Revision wurde die Rente mit Verfügung vom 24. März 2004 rückwirkend per 1. Januar 2004 auf eine Dreiviertelrente erhöht. Mit Verfügung vom 11. August 2005 wurde A.____ – nunmehr in Anwendung der allgemeinen Methode des Ein kommensvergleichs – bei einem In- validitätsgrad von 90% ab 1. August 2005 eine ganze Re nte zugesprochen. Nach einer weite- ren Revision von Amtes wegen teilte die IV-Stelle A.___ _ am 7. Oktober 2008 mit, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 88% weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe. A.2 Im Oktober 2013 leitete die IV-Stelle eine weite re Rentenrevision ein. Gestützt auf ihre Abklärungen gelangte sie zur Auffassung, dass sich der Ges undheitszustand von A.____ ver- bessert habe und der neu ermittelte Invaliditätsgrad noch 7% betrage. Ausserdem seien die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt, da di e Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer Verweistätigkeit nie geprüft worden sei. In der Folge hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente von A.____ mit Verfügung vom 21. Januar 2016 per 29. Februar 2016 auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dom inik Zehntner, am 23. Februar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die V erfügung vom 21. Januar 2016 aufzu- heben und es sei ihr die bisherige Rente weiterhin auszu richten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Be- gründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass weder die Revisionsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgeme inen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 erfüllt, noch ein alte rnativ erforderlicher Rückkommenstitel im Sinne von Art. 53 ATSG vorhanden seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. April 2016 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 16. Juni 2016 gel angte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Folge stel lte es das Verfahren aus und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 27. Juli 2016 beauftrag te es die Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) mit einem polydisziplinären Gutachten, welches am 31. Dezember 2017 erstat- tet wurde. Hierzu nahmen die Beschwerdeführerin am 1. Februar 2018 und die IV-Stelle am 6. März 2018 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 23. Februar 2016 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin über den 2 9. Februar 2016 hinaus Anspruch auf eine Rente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä- higkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente , wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. A rt. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Ger icht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersch einen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weite- ren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie a uch der kantonale Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 4 3 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Da- nach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll- ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu so rgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa- chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesge richts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Wie eingangs ausgeführt, sprach die IV-Stelle der V ersicherten mit Verfügung vom 24. September 1997 rückwirkend ab 1. Oktober 1995 aufgr und eines Invaliditätsgrads von 60% eine halbe Rente und mit Verfügung vom 11. August 200 5 und einem Invaliditätsgrad von 90% ab 1. August 2005 eine ganze Rente zu. Nach einer we iteren Revision von Amtes wegen teilte die IV-Stelle A.____ am 7. Oktober 2008 mit, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 88% wei- terhin Anspruch auf eine ganze Rente habe. In der vorl iegend angefochtenen Verfügung vom 21. Januar 2016 hob die IV-Stelle die der Versicherten bis anhin ausgerichtete ganze Rente gestützt auf einen neu ermittelten Invaliditätsgrad von 7% per 29. Februar 2016 auf. Eine solche Aufhebung einer rechtskräftig zugesprochenen Rente ist g rundsätzlich unter den Titeln der Re- vision im Sinne der Anpassung an geänderte Verhältnisse ( Art. 17 Abs. 1 ATSG), der pro- zessualen Revision wegen neu entdeckter und vorbestandener Tatsachen und Beweismittel (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und der Wiedererwägung wegen zw eifelloser Unrichtigkeit und erhebli- cher Bedeutung ihrer Berichtigung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) möglich. 7.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügunge n zurückkommen, wenn diese zwei- fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. 7.2 Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung die nt der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Fe ststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Zweifellose Unrichtigkeit meint dabei, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügun g möglich, also einzig dieser Schluss Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht denkbar ist. Das Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung unvertret- bar war, weil sie auf Grund falscher Rechtsregeln erfol gte oder weil massgebliche Bestimmun- gen nicht oder unrichtig angewandt wurden (BGE 138 V 324 E. 3.3). Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung bestehendem Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis (BGE 140 V 77 E. 3.1; vgl. BGE 138 V 147 E. 2.1). Auch eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) mit der Folge, dass die Leis- tungszusprechung auf einer offenkundig unvollständigen od er widersprüchlichen Aktenlage er- folgte, bei Renten etwa die Invaliditätsbemessung auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Ein- schätzung beruhte, kann ein Wiedererwägungsgrund im Sinn e von Art. 53 Abs. 2 ATSG sein. Auf einem rechtlich falschen Invaliditätsbegriff beruht eine Verfügung, wenn der erstmaligen Anspruchsprüfung kein Arztbericht zugrunde lag, welcher die Frage nach der zumutbaren Ar- beitsfähigkeit in Verweistätigkeiten beantwortet hat (vgl. Art. 6 zweiter Satz ATSG). Anders ver- hält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzun- gen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermesse nszüge aufweist. Erscheint die Beurtei- lung einzelner Schritte bei der Festlegung solcher An spruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbe- messung, Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der recht skräftigen Leistungszusprechung dar- bot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesge- richts vom 28. Juli 2017, 8C_280/2017, E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen). 7.3 Um wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkommen zu können, genügt es sodann nicht, wenn ein einzelnes Anspruchselement rechtswidrig festgelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache auch im Ergebnis als offensi chtlich unrichtig zu erweisen. So muss etwa, damit eine zugesprochene Rente wegen einer u nkorrekten Invaliditätsbemessung wiedererwägungsweise aufgehoben oder herabgesetzt wer den kann, nach damaliger Sach- und Rechtslage erstellt sein, dass eine korrekte Invalidit ätsbemessung hinsichtlich des Leis- tungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (BGE 140 V 77 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 8.1 Zu prüfen ist demnach zunächst, ob das Erfordernis d er zweifellosen Unrichtigkeit der bisherigen Rentenverfügungen vom 24. September 1997, 2 4. März 2004 und 11. August 2005 gegeben ist. Diese beruhten auf den folgenden ärztlichen Unterlagen: 8.2 Am 13. November 1995 stellte Dr. med. B.____, FM H Neurologie, ein deutlich ausgepräg- tes Cervicalsyndrom, cervico-cephale Beschwerden sowie leicht e kognitive Störungen und in der Folge belastungsabhängige Genick- und Kopfschmerzen, Schwindelbeschwerden sowie belastungsabhängige Gedächtnis- und Konzentrationsstörun gen fest. Zudem sei eine leichte posttraumatische Accommodationsschwäche sowie geringgradig ein hyperoper Astigmatismus belegt. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse se i die Versicherte zu 90% arbeitsunfähig. Im Haushalt sei die Leistungsfähigkeit um 50% eingeschränkt. 8.3 Am 5. März 1996 hielt Dr. B.____ fest, dass die V ersicherte in ihrer Tätigkeit als selbst- ständige Coiffeuse nicht mehr arbeitsfähig sei. Wesentl icher einschränkender Faktor sei die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ungünstige Kopf- und Arbeitsposition. Nach einer Umschulung in eine angepasste Verweistätig- keit betrage die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich mehr als 75%. 8.4 Prof. Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgi e und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, diagnostizierte am 23. September 1996 eine traumatisierte Spondylolisthesis L5/S1 und einen Status nach kombinierter dorsaler Rep osition und ventraler interkorporeller Spondylodese L5/S1 am 8. Mai 1996. In der bisherigen Tätigkeit als Coiffeuse und Hausfrau sei die Versicherte vom 7. Mai 1996 bis 31. August 1996 vol lständig, vom 1. September 1996 bis 30. September 1996 zu 80% und ab dem 1. Oktober 1996 zu 70% arbeitsunfähig. Es sei davon auszugehen, dass die Versicherte bis zum Jahresende zu 50% arbeitsfähig sei. Eine Um- schreibung einer der Behinderung angepassten Tätigkeit ist dem Bericht nicht zu entnehmen. 8.5 Am 4. November 1997 diagnostizierte Prof. C.____ eine traumatisierte Spondylolisthesis L5/S1, einen Status nach kombinierter ventraler und do rsaler Reposition/Spondylodese L5/S1 und ein posttraumatisches Schulter-Arm-Syndrom rechts m it Labrum- und Schultergelenkskap- selläsion. Der Funktionszustand von Schulter und Lendenwi rbelsäule (LWS) hätten sich nicht wesentlich verbessert. Von Seiten der rechten Schulter sei en Arbeiten mit vorgehaltenen Ar- men, wie sie im Coiffeurberuf unvermeidbar seien, nur kurzfristig möglich, weshalb nach wie vor eine starke Beeinträchtigung bestehe. Als Hausfrau und Abwartin sei die Versicherte zu 50% und als Coiffeuse zu 75% arbeitsunfähig. Daran hielt er auch in seinem Bericht vom 23. Dezember 1997 fest. 8.6 Am 26. Oktober 1999 führte Prof. C.____ aus, dass sich im Vergleich zu den Voruntersu- chungen keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als Coi ffeuse eingestellt habe. Für schwere Haushaltsarbeiten und für Gartenarbeiten sei sie auf Fremdhilfe angewiesen. Eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei eher unwahrscheinlich. 8.7 Am 7. November 2000 diagnostizierte Dr. med. D.__ __, FMH Allgemeine Innere Medizin, einen Status nach einer Fixationsoperation LWS 4/5 we gen einer Instabilität und nach einem Unfall am 23. Oktober 1994 mit Abknickverletzung der Ha lswirbelsäule (HWS) und leichter traumatischer Hirnverletzung. Der Gesundheitszustand sei stationär. Es bestünden bei Belas- tung dauernd Rücken- und Nackenschmerzen. Die Arbeitsunf ähigkeit betrage seit 1995 bis auf Weiteres 80%. 8.8 Im Bericht vom 7. Mai 2005 diagnostizierte Dr. D._ ___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit ein HWS-Distorsionstrauma am 23. Oktober 1994. A ls Coiffeuse und Hausfrau sei die Versicherte seit 1995 bis auf Weiteres zu 70% arbeitsun fähig. Daran hielt er auch in seinem Bericht vom 2. Oktober 2008 fest. 9.1 Die IV-Stelle vertritt die Auffassung, dass die bi sherige Rentenzusprache auf einem recht- lich falschen Invaliditätsbegriff beruhe, da der erstma ligen Anspruchsprüfung und den durchge- führten Revisionsverfahren kein Arztbericht zugrunde gele gen habe, welcher die Frage nach der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten beantwortet habe. Dieser Auffassung der IV-Stelle hält die Beschwerdeführerin entgegen, dass e s sich bei der Einschätzung der Arbeits- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähigkeit um einen Ermessensentscheid handle. Zudem seien Eingliederungsmassnahmen ge- prüft und es sei dabei festgestellt worden, dass die Notwendigkeit einer beruflichen Neuorientie- rung entfalle und sie in ihrem eigenen Betrieb optim al eingegliedert sei. Es könne deshalb nicht von einer zweifellosen Unrichtigkeit der damaligen Ren tenverfügungen gesprochen werden, womit die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht gegeben seien. 9.2 Der Auffassung der IV-Stelle ist beizupflichten. Die bisherigen Rentenzusprachen beruhen in medizinischer Hinsicht auf den oben (vgl. E. 8.2 bis E . 8.8 hiervor) genannten Berichten der Dres. B.____, C.____ und D.____. Darin wird der Beschwerdeführerin für die bisherige Tätigkeit als Coiffeuse eine verminderte Leistungsfähigkeit von m indestens 70% bescheinigt. Zur Ein- schränkung in einer adaptierten Tätigkeit äussern sich die damaligen medizinischen Unterlagen indes nicht. Da in Bezug auf die Invalidität im erwerbl ichen Bereich die Arbeitsfähigkeit in lei- densangepassten, zumutbaren Tätigkeiten (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) ausschlaggebend ist, stellen diese medizinischen Beri chte deshalb keine genügende Grundlage für eine Rentenzusprache dar. Aus der Begrü ndung der Rentenverfügung vom 24. September 1997 ergibt sich, dass die Verwaltung aus der ärztlich attestierten Arbeitsunfä- higkeit im angestammten Beruf als Coiffeuse und einer Einschränkung im Haushalt von 48% auf einen Invaliditätsgrad von 60% schloss. Auch in der V erfügung vom 11. August 2005 und der Mitteilung vom 7. Oktober 2008 beruht die Beurte ilung der Leistungsfähigkeit auf der bishe- rigen Tätigkeit als Coiffeuse. Mit dem Erlass der insow eit auf ungenügenden Grundlagen beru- henden Rentenentscheide verletzte die IV-Stelle den U ntersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Sie hätte nur dann auf medizinische Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit in einer Ver- weistätigkeit verzichten dürfen, wenn von Vornherein fe stgestanden hätte, dass der Versicher- ten keine anderen Tätigkeiten zumutbar waren, mit denen sie ihre Arbeits- und Erwerbsfähigkeit besser ausschöpfen könnte als in der angestammten Tätigk eit als Coiffeuse. Dafür bestehen jedoch keine Anhaltspunkte. Vielmehr wies bereits Dr. B.____ in seinem Bericht vom 5. März 1996 darauf hin, dass die Versicherte in einer angepasste n Tätigkeit wahrscheinlich eine höhe- re Arbeitsfähigkeit aufweisen würde (vgl. E. 8.3 hie rvor). Diese Einschätzung wird im vorliegen- den Gerichtsgutachten vom 31. Dezember 2017 (vgl. E. 11.2 hernach) insofern bestätigt, als der Versicherten im Zeitpunkt der ursprünglichen Renten zusprache in einer optimal angepass- ten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestier t wurde. Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass nach damaliger Sach- und Rechts- lage eine korrekte Invaliditätsbemessung hinsichtlich des L eistungsanspruchs zu einem ande- ren Ergebnis geführt hätte. Die bisherigen Rentenve rfügungen beruhen demnach auf einem rechtlich falschen Invaliditätsbegriff und sind deshalb zw eifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG. 9.3 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführer in nichts zu ändern. Wenn sie gel- tend macht, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei e in Ermessensenscheid, weshalb keine zweifellose Unrichtigkeit gegeben sein könne, ist ihr en tgegenzuhalten, dass die Arbeitsfähig- keit in der Verweistätigkeit bei der bisherigen Renten prüfung nie geprüft wurde und die vorlie- genden medizinischen Unterlagen diesbezüglich nicht au ssagekräftig sind. Auch lässt sich aus den Beurteilungen in den Abklärungsberichten vom 2. A ugust 2000 und 3. August 2005, wo- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach die Versicherte im eigenen Coiffeurbetrieb (opti mal) eingegliedert sei, nichts zu ihren Gunsten ableiten. So ist es nicht die Aufgabe der IV-Abklärungsperson, sondern vielmehr dieje- nige des Arztes oder der Ärztin, den Gesundheitszustand zu b eurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigke iten die versicherte Person arbeits- fähig ist (vgl. E. 4.2). Zudem gibt der Hinweis auf ei ne optimale Eingliederung in Bezug auf die angestammte Tätigkeit keine Auskunft auf die für die Be urteilung der Invalidität ausschlagge- bende Frage der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten, zumutbaren Tätigkeiten. 10. Steht die zweifellose Unrichtigkeit der bisherigen Rentenverfügungen fest und ist die Be- richtigung von erheblicher Bedeutung, was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (vgl. BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen; Urteil des Bun desgerichts vom 14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.3), sind die Anspruchsberechtigung en und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2015 9C_692/2014, E. 4). Wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der In validitätsgrad zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Februar 2014, 9C_816/2013, E. 2.1). 11.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 21. Januar 2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfängli ch auf die Gutachten der GA eins GmbH vom 12. Dezember 2014 und ging demgemäss davon aus , dass der Versicherten ange- passte Verweistätigkeiten zu 100% zumutbar seien. Wie obe n ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin- nen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise s prechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 1 6. Juni 2016 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass dem Gutachten der GA eins GmbH vom 1 2. Dezember 2014 keine aus- schlaggebende Beweiskraft zukomme. Es hielt fest, das Gutac hten enthalte keine fundierte Auseinandersetzung mit den Vorakten, befasse sich nicht au sreichend mit dem Beweisthema der erheblichen Änderung(en) des Sachverhalts und lasse keine gesicherten Schlüsse zum aktuellen Gesundheitszustand der Versicherten zu. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Abklärung des medizin ischen Sachverhalts ein polydiszipli- näres Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, mit dessen Erstellung die asim beauftragt wurde. 11.2 Am 31. Dezember 2017 diagnostizierte die Ärzteschaft der asim mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches thorako-lumbospondylog enes und diskogenes Schmerzsyn- drom (ICD-10 M42.10 und M43.17), ein chronisches zerviko spondylogenes und diskogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M42.12 und M47.22) und ein beid seitiger Schulterschmerz. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein diskre tes sensibles Karpatunnelsyndrom rechts (ICD-10 G56.0), aktenanamnestisch ein Status nach e iner leichten traumatischen Hirn- verletzung und einer HWS-Distorsion (ICD-10 S06.0 und S13.4) und eine neurogene Blasen- /Mastdarm- und Sexualfunktionsstörung (ICD-10 N31). Kör perlich mittelschwere bis schwere Tätigkeiten seien der Versicherten bleibend nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte Tätigkeiten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Tragen/Heben von Gewichten von weniger als 5 kg), ohne Bücken, Knien/Kauern und ohne Zwangshaltungen wie Rumpfvorbeugung, Rumpf- und Kopfrotation, Zwangshaltungen der Arme und des Kopfs, speziell für Reklination, Arbeiten in Kälte und Nässe, Vibrationsbelastungen und Erschütterungen des Körpers seien indes möglich. Erforder lich sei eine möglichst freie Gestal- tung der Arbeitszeit und der Pausen. In der aktuellen Tätigkeit als selbstständige Coiffeuse in hochangepasstem Umfeld (vollständig freie Zeiteinteilu ng) sei die Versicherte zu 20% arbeits- fähig, was ungefähr dem aktuellen Pensum entspreche. Di e angestammte Tätigkeit sei in dem Sinne angepasst, als die Versicherte weitgehende Termin- und Pausengestaltungsfreiheit habe. Sie sei aber insofern ungünstig, als sie diverse Zwangsha ltungen beinhalte, die sich ungünstig auf die Nacken- und Schulterschmerzen auswirken würden. Zu dem erfordere sie ein spezielles feinmotorisches Geschick, was aufgrund der radikulären Sensi bilitätsstörung C6/C7 mit leicht- gradiger Störung der Feinmotorik erschwert sei. In eine r optimal angepassten Tätigkeit wäre aufgrund der aktuellen Befunde eine Arbeitsfähigkeit von 50% zumutbar. Retrospektiv sei an- zunehmen, dass die Versicherte im Zeitpunkt der Berentun g in der Tätigkeit als Coiffeuse eine Arbeitsunfähigkeit von 75% und in einer angepassten Ve rweistätigkeit eine solche von 50% aufgewiesen habe. Weiter würden die vorhandenen Unter lagen auf eine gleichbleibende bis leicht gebesserte/stablisierte Gesundheitssituation im Ver lauf zwischen 1998 und 2005 hindeu- ten, was eventuell erlauben würde, die Arbeitsfähigkei t im Jahr 2005 auf 60% bis maximal 70% zu erhöhen. Spätestens ab Dezember 2011 bis zum Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung habe sich dann aber die Situation zervikobrachial/zephal konti nuierlich verschlechtert. Spätestens ab dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung betrage die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 50%. 12. In ihren Stellungnahmen zum Gerichtsgutachten und zu den Auswirkungen der medizini- schen Beurteilung auf den Leistungsanspruch vom 1. Februar 2018 und 6. März 2018 bestritten die Parteien die Beurteilung im Gerichtsgutachten nicht . Während die Beschwerdeführerin wei- terhin einen Revisionsgrund verneinte hielt die IV-Ste lle demgegenüber fest, dass bei einer Ar- beitsfähigkeit von 50% ein Invaliditätsgrad von 54% resu ltiere, was Anspruch auf eine halbe Rente gebe. 13. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinisch en Experten oder Expertinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gericht sbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorl iegend sind keinerlei Gründe er- sichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Geri chtsgutachtens der asim vom 31. Dezember 2017 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhal- ten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchung en, berücksichtigt die geklagten Be- schwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der m edizinischen Situation ein. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf und es set zt sich auch mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. Insgesamt ist die Beur- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilung im Gutachten der asim sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen ü berzeugend und lässt eine zuver- lässige Beurteilung der streitigen Belange zu, weshalb vo llumfänglich darauf abzustellen ist. Demnach ist davon auszugehen, dass der Versicherten aktuell angepasste Tätigkeiten im Um- fang von 50% zumutbar sind. 14. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades von erwerb stätigen Versicherten wird das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; vgl. E. 3.4 hiervor). Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendu ng von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der von der IV-Stelle ermittelten Vergleichseinkommen vor- zunehmen wäre und die Berechnung von der Versicherten auch nicht beanstandet wurde, erüb- rigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkom- mensvergleich. Es ist demnach davon auszugehen, dass bei ei nem Valideneinkommen von Fr. 55‘849.-- und einem massgebenden Invalideneinkomm en von Fr. 25‘901.-- (Fr. 51‘801.-- x 50%) ein Invaliditätsgrad von rund 54% resultiert ([Fr . 55‘849.-- - Fr. 25‘901.--] : Fr. 55‘849.-- x 100), was Anspruch auf eine halbe Rente gibt. 15.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allg emein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutb are selber vorzukehren hat, um die Fol- gen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vorkeh- ren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ges amten objektiven und subjektiven Ge- gebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 2 8 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Die Wiedereingliederung von Versichert en im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Arbeitswelt ist oftmals schwierig. Laut ständiger Rechtsprechung ist zwar im Regelfall eine med izinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbste ingliederung zu verwerten. Nach lang- jährigem Rentenbezug und/oder auf Grund des fortgeschrittenen Alters der versicherten Person können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarkte s der Anrechnung einer medi- zinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch mögl ichen Leistungsentfaltung entge- genstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimm- ten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befä higender Massnahmen allein ver- mittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht mö glich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Die Verwaltung muss si ch vor der Herabsetzung oder Aufhe- bung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tie feren Invaliditätsgrad nieder- schlägt oder ob dafür – ausnahmsweise – im Einzelfall e ine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchfü hrung von Eingliederungsmassnah- men im Rechtssinne vorausgesetzt ist (Urteil des Bundesgeri chts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 15.2 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, publ iziert in: SVR 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesgericht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in welchen der Ausnahmetatbestand der Notwendigkeit (vor gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit als e rfüllt zu betrachten ist, vom Regel- fall deren sofortiger erwerblicher Verwertbarkeit abz ugrenzen sind. Es hat deshalb die vorste- hend geschilderte Rechtsprechung dahingehend präzisiert, dass sie grundsätzlich auf Sachver- halte zu beschränken ist, in denen die revisions- oder w iedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Pers on betrifft, die das 55. Altersjahr zu- rückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezog en hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). Die Übernahme dieser beiden Abgrenzungskriterien bede utet nun allerdings nicht, dass die darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner im revisi ons- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gege- benenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsan- spruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zu gestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbst- eingliederung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 15.3 Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt der vorl iegend strittigen Rentenherabsetzung über 56 Jahre alt. Zudem bezog sie die Rente über 20 Ja hre. Sie zählt somit zum Personen- kreis, auf den die vorstehend wiedergegebene Rechtsprech ung Anwendung findet. Aufgrund der nunmehr gesicherten Erkenntnisse in Bezug auf ihr L eistungspotential rechtfertigt es sich, die Angelegenheit der IV-Stelle zurückzuweisen und di ese zu verpflichten, sich vor der Herab- setzung der Invalidenrente zu vergewissern, ob sich das med izinisch-theoretisch wiedergewon- nene Leistungsvermögen der Versicherten ohne Weiteres i n einem entsprechend tieferen Inva- liditätsgrad niederschlägt und ihr vor Erlass der Rentenherabsetzungsverfügung gegebenenfalls erneut Eingliederungsmassnahmen anzubieten. Für den Fa ll, dass die Versicherte weiterhin ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachkommen sollte, hat sie ein rechtlich einwandfreies Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutgeheissen. 16.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerde verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kanton alen Versicherungsgericht kosten- pflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verf ahrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Bei die sem Ausgang des Verfahrens ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb sie grund sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachte n, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessi erenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ver- fahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestim mung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzuko mmen. Es werden deshalb keine Ver- fahrenskosten erhoben und der von der Beschwerdeführer in geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- ist zurückzuerstatten. 16.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, we nn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nach träglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rech tsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen : BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). 16.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 16. Juni 2016 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf d ie damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 8 ausgefüh rt, kam der Beurteilung im Gutach- ten der GA eins GmbH vom 12. Dezember 2014 mit Blick auf die Anforderungen an den Be- weiswert ärztlicher Berichte und Gutachten keine ausschlag gebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berich te keine verlässliche Entscheidungs- grundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus d em Verwaltungsverfahren nicht aus- reichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfah ren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 16. Januar 20 18 auf insgesamt Fr. 17‘617.65 be- laufen, sind unter diesen Umständen der Vorinstanz aufzuerlegen. 16.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde f ührende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem S inne, dass der Beschwerde führen- den Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verf ügung und der Rückweisung der Sa- che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neue n Beurteilung alle Rechte im Hinblick Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 1 32 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be- schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärun g im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese der Beschwe rdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin weist in seiner Honorarnote vom 1. Februar 2018 einen Zeitaufwand von 12,91 Stunden und Auslagen von Fr. 78.40 aus, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsf ragen nicht zu beanstanden ist. Der Aufwand ist zu dem im Sozialversicherungsrecht üblichen St undenansatz von Fr. 250.-- zu ver- güten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwä ltinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteien tschädigung in der Höhe von Fr. 3‘568.20 ([12,91 Stunden x Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 78.40]; inkl. 8% Mehrwertsteuer auf Fr. 2‘524.05 [Fr. 201.95] und 7% Mehrwertsteuer auf Fr. 783.50 [Fr. 60.35]) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 17.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesg ericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 17.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. Janua r 2016 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 17‘617.65 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘568.20 (inkl. Auslagen und 8% bzw. 7,7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht