Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. März 2015 (715 14 245 / 64) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die Verletzung der Kontrollpflicht – vorliegend die verspätete Anmeldung beim RAV – nach der Anmeldung beim Arbeitsamt wirkt sich nicht anspruchsvernichtend aus, son- dern ist allenfalls mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung bzw. mit einem Leistungsentzug zu ahnden Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei ber Daniel Gfeller Parteien A. ____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Philippe Nordmann , Advokat, LL. M., Walder Wyss AG, Aeschenvorstadt 48, Postfach 633, 4010 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1966 geborene A.____ bezog seit Juni 2013 Ta ggelder der Arbeitslosenversiche- rung (ALV). In der Abrechnung der Öffentlichen Arbe itskasse Basel-Landschaft (Arbeitslosen- kasse) vom 13. September 2013 für den Monat Juni 20 13 war eine Rahmenfrist vom 25. Juni 2013 bis 24. Juni 2015 aufgeführt. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2013 erklärte A.____, er sei Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit dieser Abrechnung nicht einverstanden. Er fordert e die Auszahlung von 13 zusätzlichen Bezugstagen und die Korrektur des Beginns der Rahmenfr ist ab 6. Juni 2013. Ausserdem sei eine entsprechende Verfügung zu erlassen. Mit Verfügung Nr. 2182/2013 vom 30. Dezember 2013 hielt die Arbeitslosenkasse an ihrer Tag- geldabrechnung für den Monat Juni 2013 und damit auch an der Rahmenfrist vom 25. Juni 2013 bis 24. Juni 2015 fest. Die gegen diese Verfügun g von A.____ mit Schreiben vom 8. Ja- nuar 2014 erhobene Einsprache wies die Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid vom 25. Juni 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, nunmehr vertr eten durch Advokat Dr. Philippe Nordmann, mit Schreiben vom 25. August 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kant onsgericht), und beantragte, es seien dem Beschwerdeführer unter Aufhebung des Einspra cheentscheids vom 25. Juni 2014 die ab dem 6. Juni 2014 aufgelaufenen 13 Taggelder im Gesamtwert von Fr. 5‘032.30 brutto auszurichten. C. Mit Vernehmlassung vom 12. November 2014 beantrag te die Arbeitslosenkasse die Abweisung der Beschwerde. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die oblig atorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol- venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungser lasses die Kontrollpflicht erfüllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache entscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und ö rtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis z u einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob dem Beschwerdefüh- rer 13 zusätzliche Taggelder im Betrag von Fr. 5‘032.30 zustehen. Die Angelegenheit ist folglich präsidial zu entscheiden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ab wann di e Voraussetzungen für den Beginn der zweijährigen Rahmenfrist zum Leistungsbezug erfüllt sind. Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. g AVIG vom 25. Juni 1982 hat d ie versicherte Person Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie unter anderem die K ontrollvorschriften des Art. 17 AVIG erfüllt. Nach Art. 17 Abs. 2 AVIG muss die arbeitslose P erson sich am ersten Tag, für den sie Arbeitslosenentschädigung beansprucht, persönlich beim Arb eitsamt ihres Wohnorts oder der vom Kanton bestimmten zuständigen Amtsstelle zur Arbeitsve rmittlung melden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen. Auch Art. 19 AVIV hält fest, dass sich die versicherte Person bei der Gemeinde ihres Wohnsitzes oder bei der nach kantonalen Vorschrif- ten zuständigen Amtsstelle persönlich melden muss. Da de r Kanton Basel-Landschaft keine Vorschrift in Bezug auf die zuständige Amtsstelle erlassen hat, muss sich die versicherte Per- son bei der Gemeinde ihres Wohnsitzes melden. Die zweijä hrige Rahmenfrist für den Leis- tungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtlich e Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 1 und 2 AVIG). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch , dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnot wendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungs gerichts ist, für die Zusammentra- gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversi cherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung al s verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Ge richt seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisg rad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines besti mmten Sachverhalts genügt den Be- weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195, 121 V 47 E. 2a, 208 E. 6b mit Hinweis). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen ist zu prüfen, ob der Be- schwerdeführer entgegen der Auffassung der Beschwerdegegn erin bereits vor dem 25. Juni 2013 – frühestens ab 6. Juni 2013 – Anspruch auf Taggel der der Arbeitslosenversicherung hat. 4.1 Der Beschwerdeführer führt aus, er habe sich infol ge seiner Arbeitslosigkeit am 6. Juni 2013 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) X.____ gemeldet. Dies in der Absicht, sich durch dessen Leiter B.____ betreuen zu lassen, der i hn bereits im Jahre 2011 während einer kurzen Arbeitslosigkeit betreut gehabt habe. Diese Absicht habe er auch dem Leiter des RAV Y.____, C.____, kundgetan. Infolge Ferienabwesenh eit von B.____ sei er durch dessen Stellvertreter D.____ betreut worden. Angesichts der K omplexität der Zuständigkeitsfrage hät- ten er sowie D.____ und C.____ gemeinsam entschieden, die Rückkehr von B.____ abzuwar- ten, ehe über die definitive Zuweisung entschieden werden sollte. Auf seine Nachfrage, ob noch weitere Anmeldungen oder dergleichen vorzunehmen seien , habe D.____ ihm mitgeteilt, dass dies nicht der Fall sei. Er könne damit bis zum definit iven Zuweisungsentscheid zuwarten und die „kontrollierte Arbeitslosigkeit“ werde durch die RA V X.____ und Y.____ unabhängig davon bestätigt. Nach der Rückkehr von B.____ sei vereinbarungsg emäss und in Absprache mit C.____ ein definitiver Zuweisungsentscheid gefällt und er sei dem RAV Y.____ zugeteilt wor- den. Entsprechend habe er die noch ausstehenden forme llen Anmeldungen bei der Gemeinde Z.____ und beim RAV Y.____ vorgenommen. Auch sei in zw ei Verfügungen des RAV Y.____ vom 11. Juli 2013 bzw. vom 26. August 2013 der Beginn d er Rahmenfrist für den Leistungsbe- zug am 6. Juni 2013 bestätigt worden. 4.2 D.____, Mitarbeiter im RAV X.____, schildert in einer Aktennotiz vom 13. September 2013 den Ablauf der Anmeldung des Beschwerdeführers. E r führt aus, der Versicherte habe sich am 6. Juni 2013 auf dem RAV X.____ telefonisch gem eldet, um einen Termin mit B.____ zu vereinbaren. Da B.____ nicht anwesend gewesen sei, ha be er den Versicherten vertröstet und ihm das weitere Vorgehen erklärt, nämlich sich zuerst auf der Gemeinde und danach auf dem RAV anzumelden. Der Versicherte habe ihm mitgeteil t, dass er gerne bei B.____ in die Beratung gehen würde, da ihn dieser schon einmal bera ten habe. Er sei zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass der Versicherte im Einzugsgebiet d es RAV X.____ wohne. Am 12. Juni 2013 sei ein Telefonat erfolgt, bei dem sich der Versicherte nach B.____ erkundigt habe. Zu diesem Zeitpunkt sei B.____ schon in den Ferien ge wesen. Anlässlich dieses Telefonats sei er zur Erkenntnis gelangt, dass der Versicherte nicht im Einzugsgebiet des RAV X.____ wohne. Er habe dem Versicherten klar gemacht, dass das RAV Y.___ _ zuständig sei. Der Versicherte habe aber erneut gebeten, bei B.____ in die Beratun g kommen zu können. Er habe dem Versi- cherten den Vorschlag gemacht, sich mit C.____ vom RAV Y.____ in Verbindung zu setzen und abzuklären, ob dies für C.____ in Ordnung sei. C.____ habe sich einverstanden erklärt, dass sich der Versicherte im RAV X.____ beraten lassen könne. Da B.____ aber noch in den Ferien gewesen sei, habe er dem Versicherten mitgeteilt, dass die Anmeldung auf der Gemeinde noch Zeit habe. Der Versicherte habe sich wie vereinbart nach der Rückkehr von B.____ am 24. Juni 2013 gemeldet. Vorab habe sich der Versicherte auf der Gemeinde angemeldet. B.____ habe aber eine Anmeldung auf dem RAV X.____ abgelehnt mi t der Begründung, dass der Versicher- te nicht mehr im Einzugsgebiet wohne und habe den Versi cherten gebeten, sich auf dem RAV Y.____ anzumelden. Dies habe der Versicherte umgehend getan. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Leiter des RAV Y.____ seinerseits bestätigte in ein em E-Mail an die Arbeitslosenkasse, dass sich der Versicherte am 20. Juni 2013 bei der Gemein de Z.____ und am 25. Juni 2013 beim RAV Y.____ angemeldet habe. 5. Nach dem Gesagten steht fest, dass sich der Beschwerdefüh rer am 6. Juni 2013 auf dem RAV X.____, am 20. Juni 2013 auf der Gemeinde Z. ____ und am 25. Juni 2013 auf dem RAV Y.____ angemeldet hat. Die für die Gemeinde Z._ ___ zuständige Durchführungsstelle ist das RAV Y.____. Somit hat der Beschwerdeführer sicherli ch am 25. Juni 2013 sämtliche ge- setzlich vorgesehenen Voraussetzungen zum Bezug von Taggel dern der Arbeitslosenversiche- rung erfüllt. 5.1 Der Beschwerdeführer macht nun im Wesentlichen ge ltend, er habe aufgrund des Ver- trauensschutzes Anspruch auf Taggelder ab dem 6. Juni 2 013, da er auf die Auskunft von D.____ vom 12. Juni 2013, er müsse bis zur Rückkehr von B .____ keine weiteren Handlungen vornehmen, vertraut habe. Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, der Beschwe rdeführer habe keine nachteiligen Dispositionen getroffen und ausserdem habe der Beschwerd eführer aufgrund seiner früheren Anmeldungen zum Leistungsbezug das Verfahren gekannt un d er hätte deshalb die fehlerhafte Beratung erkennen müssen. 5.2 Der in Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Grundsatz von Treu und Glau ben statuiert ein Verbot widersprüchli- chen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Er wartungen begründendes Verhalten der Behörden (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2 014, 8C_528/2013, E. 2.2 mit Hin- weis auf BGE 131 II 627 E. 6.1). Die Voraussetzung für eine Berufung auf Vertrauensschutz, welche unter bestimmten Umständen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten kann, ist erfüllt: 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn si e für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Perso n die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die P erson die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im Ver trauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil r ückgängig gemacht werden können und 5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftsertei lung keine Änderung erfahren hat (Ur- teil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2014, 8C_528/2013, E. 2.2 mit weiterem Hinweis). 6. Unbestrittenermassen hat der Mitarbeiter des RAV X._ ___ dem Beschwerdeführer fälschlicherweise am 12. Juni 2013 mitgeteilt, er müsse sich bis zur Rückkehr von B.____ nicht bei der Wohnsitzgemeinde anmelden. Nachfolgend ist zu u ntersuchen, ob der Vertrauens- schutz in Bezug auf die Anmeldung bei der Gemeinde bejaht werden kann. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Der Mitarbeiter des RAV X.____ hat dem Beschwerde führer anlässlich des Telefonats vom 6. Juni 2013 mitgeteilt, dass er sich bei der Wohnsitzg emeinde anmelden müsse. Diese Voraussetzung für den Bezug von Arbeitslosenunterstützung kann ausserdem als allgemein bekannte Tatsache betrachtet werden. Jedenfalls muss ins besondere der Beschwerdeführer Kenntnis von dieser Tatsache gehabt haben, waren für ih n doch bereits kurze Zeit vor der hier strittigen Anmeldung zwei Rahmenfristen zum Leistungsbezu g von Arbeitslosenentschädigung, nämlich vom 2. Februar 2009 bis am 1. Februar 2011 un d vom 1. April 2011 bis am 31. März 2013 festgesetzt worden. Demzufolge ist davon auszugehen , dass er mit dem Verfahren ver- traut war und Kenntnis vom Verfahrensablauf betreffend Anmeldung zum Leistungsbezug hatte. Auch die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer am 20. Juni 2013 bei der Gemeinde an- gemeldet hat, obwohl er angibt, der Mitarbeiter des RAV X.____ habe ihm mitgeteilt, er müsse sich bis zur Rückkehr von B.____ am 24. Juni 2013 nicht bei der Gemeinde anmelden, deutet daraufhin, dass ihm bewusst war, dass die Anmeldung bei der Gemeinde notwendig ist. 6.2 Diese Tatsachen lassen den Schluss zu, dass der Beschwerde führer zweifellos hätte erkennen können oder allenfalls sogar erkannt hat, dass d ie Auskunft von D.____ am 12. Juni 2013 nicht richtig war. Damit kann sich der Beschwerdef ührer nicht auf den Vertrauensschutz berufen. An dieser Würdigung des Sachverhalts würde au ch die Befragung der vom Beschwer- deführer angeführten Zeugen bzw. Auskunftspersonen nichts ändern, wurde doch der Sachver- halt von D.____ am 13. September 2013 in einer Aktenn otiz ausführlich festgehalten. Es ist nicht davon auszugehen, dass D.____ heute, also rund 1 ½ Jahre später, genauere Angaben zum damaligen Geschehen machen kann. Im Übrigen wird ja die falsche Auskunft vom 12. Juni 2013 von D.____ bestätigt. Der Beschwerdeführer macht des Weiteren geltend, auf dem Formular „Anmeldung zur Arbeits- vermittlung“ sei als Anmeldedatum der 6. Juni 2013 aufg eführt. Auch dieses Formular besagt nichts über den Zeitpunkt der Anmeldung bei der Gemeinde, wird doch lediglich festgehalten, er habe sich am 6. Juni 2013 beim RAV angemeldet. 6.3 Demzufolge kann sich der Beschwerdeführer nicht auf den Vertrauensschutz hinsicht- lich der Anmeldung bei der Wohnsitzgemeinde berufen. 7. Die Arbeitslosenkasse macht geltend, der Beschwerdeführ er habe sich erst am 25. Juni 2013 beim zuständigen RAV Y.____ angemeldet, weshalb er die Anspruchsvor- aussetzungen erst ab diesem Zeitpunkt erfüllt habe. Der Gesetzgeber ist im Rahmen der zweiten Teilrevision d es AVIG vom 23. Juni 1995 vom bis- herigen System mit Erfüllung der Kontrollpflicht durch das Stempeln abgerückt und hat die per- sönliche Beratung und Betreuung der Arbeitslosen durch die Regionalen Arbeitsvermittlungs- zentren (RAV) eingeführt. Mit dem neuen Konzept der Beratungs- und Kontrollgespräche hat er gleichzeitig die Rechtsfolgen bei Pflichtverletzungen neu geregelt. Nach der Meldung beim Ar- beitsamt führt die Nichtbefolgung der Kontrollvorschrif ten ohne entschuldbaren Grund zur Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG). Widersetzt sich die versicher- te Person auch nach Ablauf der Einstellungsdauer der Teilnahme an einem Kontroll- oder Bera- tungsgespräch, so wird ihr der Leistungsanspruch entzog en, bis sie zur Mitwirkung bereit ist Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 30a AVIG). Im Unterschied zur früheren Regelung mit dem Stempeln wirkt sich die Verletzung der Kontrollpflicht nach der Anmeldung beim Arbeitsamt nicht mehr anspruchsvernichtend aus, sondern wird mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung und als ultima ratio mit einem L eistungsentzug geahndet (Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2005, C 18/05, E. 3.4; T HOMAS NUSSBAUMER , in: Schweizeri- sches Bundesverwaltungsrecht [SBVR] 2007, Soziale Sicherhei t, Arbeitslosenversicherung, Rz 310, 319 und 322). Der Beschwerdeführer hat sich am 20. Juni 2013 beim Arbe itsamt der Gemeinde Z.____ an- gemeldet. Die Anmeldung beim RAV Y.____ bildet eine Voraussetzung, um die Kontrollvor- schriften erfüllen zu können und ist daher diesen zuzuordn en. Gestützt auf die obigen Ausfüh- rungen ist es nicht notwendig, dass die Kontrollvorschrift en erfüllt sind, um die Anspruchsvo- raussetzungen zu bejahen. Damit ergibt sich, dass der Beschwe rdeführer ab Anmeldung bei der Gemeinde am 20. Juni 2013 die Anspruchsvoraussetzunge n erfüllt hat und ab diesem Zeit- punkt grundsätzlich Anspruch auf Taggelder der Arbeitsl osenversicherung hat. Das Nichterfül- len der Kontrollpflicht, vorliegend die strittige A nmeldung beim RAV, könnte allenfalls – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – mit der Einstellun g in der Anspruchsberechtigung bzw. mit einem Leistungsentzug geahndet werden. 8. Für das vorliegende Verfahren sind gestützt auf Art . 61 lit. a ATSG keine Kosten zu erheben. Gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG hat die obsi egende beschwerdeführende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem teilweise obsiege nden Beschwerdeführerer ist somit eine Parteientschädigung zuzusprechen. Der in der Hon orarnote vom 3. Februar 2015 ausge- wiesene Zeitaufwand von insgesamt 9,6 Stunden (9,4 St unden für den Substituten, 0,2 für den Parteivertreter) erweist sich in Anbetracht der sich stel lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Hingegen wurde für die Tätigkeit der S ubstitutin oder des Substituten ein Stundenansatz von Fr. 150.-- und für die Tätigkeit d es Rechtsvertreters ein solcher von Fr. 350.-- ausgewiesen. Praxisgemäss wird in Verfahren vor dem Kantonsgericht ein Stundenan- satz von Fr. 140.-- für Substitutinnen und Substituten u nd von Fr. 250.-- für Advokatinnen und Advokaten ausgerichtet. Damit ergibt sich eine Honorarfo rderung in der Höhe von Fr. 1‘490.-- (9,4 Stunden à Fr. 140.-- + 0,2 Stunden à Fr. 250.- - + Auslagen von Fr. 13.65.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer). Da die Beschwerde nur teilweise gutzu heissen ist, erscheint eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 372.50 (inkl. Auslagen un d 8 % Mehrwertsteuer), was einem Viertel der Honorarforderung entspricht, angemessen. D emnach ist dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr . 372.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise in dem Sinne gu tgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 25. Juni 2014 aufgehoben und di e Rahmen- frist für den Leistungsbezug des Beschwerdeführers vom 20. Juni 2013 bis zum 19. Juni 2015 festgelegt wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat de m Beschwerdefüh- rer eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe vo n Fr. 372.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten. I m Übrigen werden die Parteikoste n wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 6. Mai 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_306/2015 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht