Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2019 83 Entscheid vom 17. Dezember 2019 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin Parteien A.________ GmbH, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________, gegen 1.Amt für Arbeit, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 6431 Schwyz, 2.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, Gegenstand Arbeitszeitregelung für Tankstellenshop2 Sachverhalt: A.Die A.________ GmbH betreibt im Rahmen des C.________ Franchisesys- tems an der D.________ (Strasse) in E.________ einen C.________ Shop mit Tankstelle. B.Mit Schreiben vom 14. Februar 2018 informierte das Arbeitsinspektorat des Amtes für Arbeit die A.________ GmbH über die im Kanton Schwyz für die Tankstellenshops geltenden Öffnungs- und Arbeitszeiten. Am 11. Dezember 2018 verlangte das Amt für Arbeit von der A.________ GmbH die Arbeitszeitab- rechnungen ihrer Mitarbeitenden, welche diese am 3. Januar 2019 einreichte. In der Folge stellte das Amt für Arbeit fest, die zulässigen Arbeitszeiten seien mehr- fach nicht eingehalten worden. Es ermahnte die A.________ GmbH, die Öff- nungszeiten anzupassen, so dass die Tageshöchstarbeitszeit nicht überschritten werde. Hierzu nahm die A.________ GmbH Stellung und forderte eine anfecht- bare Verfügung. C.Am 3. April 2019 verfügte das Amt für Arbeit (u.a.): 3.1 Es wird festgestellt, dass der C.________ Tankstellenshop kein Shop im Sin- ne von Art. 27 Abs. 1quarter ArG und Art. 26 Abs. 2bis ArGV 2 ist. 3.2 Der C.________ Tankstellenshop hat sich an die in Art. 10 ArG festgelegte betriebliche Tages- und Abendarbeit von 17 Stunden zu halten. 3.3 Diese Verfügung ergeht unter Strafandrohung von Art. 292 des Schweizeri- schen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0), wonach mit Busse bestraft werden kann, wer einer amtlichen Verfügung zu widerhan- delt. D.Hiergegen erhob die A.________ GmbH am 20. Mai 2019 beim Regie- rungsrat des Kantons Schwyz Verwaltungsbeschwerde, die dieser mit RRB Nr. 638/2019 vom 17. September 2019 abwies. E.Am 15. Oktober 2019 lässt die A.________ GmbH gegen den RRB Nr. 638/2019 vom 17. September 2019 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen: 1. Der Beschluss Nr. 638/2019 vom 17. September 2019 des Regierungsrats des Kantons Schwyz (Beschwerdeentscheid VB 97/2019) sowie die Feststel- lungsverfügung vom 3. April 2019 der Beschwerdegegnerin seien aufzuhe- ben. 2. Es sei festzustellen, dass der C.________ Tankstellen-Shop der Beschwerde- führerin ein Shop im Sinne von Art. 27 Abs. 1 quarter ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 ist.3 3. Es sei festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin bzw. der C.________ Tankstellenshop nicht an die in Art. 10 ARG festgelegte betriebliche Tages- und Abendarbeit von 17 Stunden zu halten hat. 4. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin, eventualiter zu Lasten des Staates. F.Mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2019 beantragt das Sicherheitsde- partement die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der Be- schwerdeführerin. Am 4. November 2019 lässt sich das Amt für Arbeit verneh- men mit dem Antrag, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Es ist unbestritten, dass der von der Beschwerdeführerin geführte C.________ Shop mit Tankstelle (Tankstellenshop) an der D.________ (Strasse) in E.________ einen Kiosk im Sinne von Art. 26 Abs. 1 der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz (ArGV 2; SR 822.112) vom 10. Mai 2000 darstellt und somit das Sonntagsarbeitsverbot keine Anwendung findet. Zwischen den Parteien strittig ist einzig, ob der Tankstellenshop einen solchen gemäss Art. 27 Abs. 1 quater des Bundesgesetzes über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (Arbeitsgeset- zes, ArG; SR 822.11) vom 13. März 1964 und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 darstellt. Diese Bestimmungen lauten: Art. 27 Abs. 1quater ArG Auf Autobahnraststätten und an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr dürfen in Tankstellenshops, deren Waren- und Dienstleistungsangebot in erster Li- nie auf die Bedürfnisse der Reisenden ausgerichtet ist, Arbeitnehmerinnen und Ar- beitnehmer sonntags und in der Nacht beschäftigt werden. Art. 26 Abs. 2bis ArGV 2 Auf Tankstellenshops auf Autobahnraststätten und an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr, die ein Waren- und Dienstleistungsangebot führen, das in erster Linie auf die Bedürfnisse der Reisenden ausgerichtet ist, und die in ihnen beschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind Artikel 4 für die ganze Nacht und den ganzen Sonntag sowie die Artikel 8 Absatz 1, 12 Absatz 2 und 14 Absatz 1 anwendbar. Art. 4 ArGV 2 entbindet von der Bewilligungspflicht für Nacht- und Sonntagsarbeit sowie für den ununterbrochenen Betrieb. Mithin ermöglicht dies dem Arbeitgeber, Arbeitszeiten von mehr als 17 Stunden pro Tag (d.h. länger als von 5 bis 22 Uhr oder 6 bis 23 Uhr) einzuführen. Gemäss Vorinstanzen sind die Voraussetzungen für eine Befreiung vom Nachta- rbeitsverbot nicht erfüllt, weshalb die Beschwerdeführerin keine Arbeitszeiten von mehr als 17h/Tag einführen darf, bzw. hat sie die Öffnungszeiten des Tankstel-4 lenshops so festzulegen, dass die Angestellten bei Arbeitsbeginn 5 Uhr die Arbeit spätestens um 22 Uhr beendet haben resp. bei Arbeitsbeginn 6 Uhr spätestens um 23 Uhr. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin die Ansicht, sie sei von der Bewilligungspflicht für Nachtarbeit befreit, so dass die Angestellten be- reits vor 5 Uhr bzw. auch nach 23 Uhr arbeiten dürfen. Unbestritten ist die bewil- ligungslose Zulässigkeit der Sonntagsarbeit. 2.1Bereits in der Stellungnahme vom 15. Februar 2019 (Vi-act. I-01/7) wie auch in der Verwaltungsbeschwerde (Vi-act. I-01) trägt die Beschwerdeführerin auch vor Verwaltungsgericht im Wesentlichen vor: Die Betreiber von Tankstellenshops von Autobahnen und Hauptverkehrswegen seien gleich zu behandeln. Entsprechend sei die bundesgerichtliche Rechtspre- chung für Hauptverkehrswege mit starkem Reiseverkehr zwangsläufig auf unmit- telbar an Autobahnen gelegene und über den dortigen Autobahnanschluss er- reichbare Tankstellen anwendbar. Dies ergebe sich aus den Grundsätzen der Logik. BGE 134 II 265 zu Tankstellenshops, die nicht unmittelbar an einem Hauptverkehrsweg lägen, aber (in den relevanten Zeiträumen) von Reisenden frequentiert würden, welche einen in der Nähe gelegenen Hauptverkehrsweg nutzten, sei zwingend auch auf Tankstellenshops anwendbar, deren Kunden (in den relevanten Zeiträumen) Reisende seien und den Shop von einer in der Nähe gelegenen Autobahn ansteuern würden. Diese Gleichbehandlung ergebe sich ebenso aus dem Sinn und Zweck von Art. 27 Abs. 1quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2. Würden im Rahmen der Ab- wicklung des Reiseverkehrs reisespezifische Bedürfnisse auftreten, könnten die- se die Reisenden bei den dafür eingerichteten Tankstellenshops befriedigen. Es spiele dabei keine Rolle, ob sich dieses reisespezifische Bedürfnis, das der Rei- sedistanz und der Reisedauer geschuldet sei, auf einer Autobahn oder auf einer Kantonsstrasse als Hauptverkehrsweg einstelle. Relevant seien einzig der Be- stand und die Befriedigung eines reisespezifischen Bedürfnisses. Es gehe einzig und allein darum, gewisse Betriebe, die der Befriedigung spezifischer Reisebe- dürfnisse dienten, von gewissen arbeitsrechtlichen Vorgaben auszunehmen. Keine Rolle spiele dabei, ob diese Bedürfnisse des Reiseverkehrs auf einer Au- tobahn, auf einem Hauptverkehrsweg oder auf einem der Autobahn oder dem Hauptverkehrsweg nahegelegenen Standort befriedigt werde. Bestehe eine Autobahn oder ein Hauptverkehrsweg, würden alle Tankstellen- shops unter Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 fallen, die an dieser Autobahn oder an diesem Hauptverkehrsweg lägen oder die in deren bzw. dessen Nähe lägen und von dieser bzw. diesem angefahren würden sowie dem Reiseverkehr dienen würden. 5 Dies sei selbst dann der Fall, wenn in der Nähe eine Autobahnraststätte vorhan- den sei, was vorliegend nicht der Fall sei. Aus arbeitsrechtlicher Sicht spiele es keine Rolle, wie viele den Reiseverkehr aufnehmenden Betriebe an einem Hauptverkehrsweg lägen oder von einem solchen angefahren würden und glei- chermassen spiele es auch keine Rolle, ob ein Betrieb unmittelbar neben einer Autobahn liege und daneben noch eine Autobahnraststätte vorhanden sei. Autobahn und Hauptverkehrsweg mit starkem Reiseverkehr seien hinsichtlich der Zweckausrichtung der Beförderung des Reiseverkehrs identisch, weshalb auch keine unsachlichen Differenzierungen zwischen diesen Verkehrsträgern und den an diese anschliessenden und den Reiseverkehr aufnehmenden Betriebe ge- macht werden dürften. Eine solche unsachliche Differenzierung werde aber vor- genommen, würde ein von einer Autobahn angefahrener und denselben Sinn und Zweck erfüllender Betrieb mit der Begründung ausgeschlossen, die Bedürf- nisbefriedigung von Reisenden erfolge ausschliesslich über Autobahnraststätten. Es sei dies falsch. Dies gelte insbesondere beim vorliegenden Tankstellenshop, der auf halber Strecke zwischen den Raststätten F.________ und G.________ liege und von Fahrzeugen mit Navigationsgeräten ohne weiteres erkannt und angefahren werden könne. Aufgrund der Symmetrie zwischen und der Gleichsetzung von Autobahn und Hauptverkehrsweg mit starkem Reiseverkehr als Kantonsstrasse, der dieselben Funktionen der Bewältigung des Reiseverkehrs wahrnehme, ergebe sich zwangsläufig die Anwendbarkeit von BGE 134 II 265 auf Tankstellenshops, die zwar keine Autobahnraststätte seien, aber von Reisenden, die eine in der unmit- telbaren Nähe gelegene Autobahn nutzten, zwecks Befriedigung reisespezifi- scher Bedürfnisse angefahren würden. Im Konkreten liege der Tankstellenshop der Beschwerdeführerin in unmittelbarer Nähe (rund 80m Luftlinie) zur Autobahn H.________ und beim dortigen Auto- bahnanschluss Nr. 001. Tankstelle und Shop würden ganz grundsätzlich sowie zu den Randzeiten grossmehrheitlich von Kunden frequentiert, die über ein aus- serkantonales oder ausländisches Kontrollschild verfügen würden. Auch über den Tag verteilt und an Wochenenden sowie Sonn- und Feiertagen werde der Tankstellenshop überwiegend von Reisenden angefahren. So sei auch das Sor- timent in erster Linie auf die Bedürfnisse von Reisenden ausgerichtet. Damit sei nachgewiesen, dass der Tankstellenshop der Beschwerdeführerin die Voraus- setzungen gemäss BGE 134 II 265 sowie gemäss Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2bis ArGV 2 erfülle. 2.2In der Feststellungsverfügung vom 3. April 2019 bestätigte das Amt für Ar- beit, dass es sich beim Tankstellenshop der Beschwerdeführerin um einen Kiosk 6 i.S.v. Art. 26 Abs. 1 ArGV 2 handelt. Zu Recht mache die Beschwerdeführerin sodann nicht geltend, es handle sich um einen Tankstellenshop auf einer Auto- bahnraststätte. Vielmehr sei es für dessen Erreichen notwendig, die Autobahn zu verlassen, um über die D.________(Strasse) zum Shop zu gelangen. Unbestrit- ten sei ebenso, dass es sich bei der D.________(Strasse) nicht um einen Haupt- verkehrsweg mit starkem Reiseverkehr handle. Das Amt für Arbeit führte sodann aus, sowohl das Bundesgericht als auch das Verwaltungsgericht hätten bislang entgegen der beschwerdeführerischen Dar- stellung die Frage gar noch nie entschieden, ob auch Tankstellenshops ausser- halb von Autobahnraststätten, deren Kundschaft aber zu einem grossen Teil dem Durchgangsverkehr der Autobahn zugeordnet werden könne, unter Art. 27 Abs. 1quater ArG fallen würden. In Prüfung dieser Frage kam das Amt für Arbeit zum Schluss, der Gesetzgeber habe in Art. 27 Abs. 1 quater ArG bewusst zwei eigenständige Kategorien geschaf- fen: Einerseits die Tankstellenhops auf Autobahnraststätten und anderseits jene an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr. Aus diesem Wortlaut ergebe sich offenkundig, dass der Gesetzgeber Autobahnen nicht als Hauptverkehrs- achsen im Sinne des ArG haben definieren wollen, andernfalls diese Differenzie- rung keinen Sinn ergeben würde. Diese strikte Zweiteilung habe der Bundesrat auch in Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 beibehalten. Und auch in der Wegleitung zum Ruhetagsgesetz vom Oktober 2015 habe das Amt für Arbeit die Autobahnen im Kanton Schwyz nicht als Hauptverkehrswege eingeordnet. Diese gesetzgeberische Aufteilung in zwei separate Kategorien ergebe Sinn und sei gewollt. Die Autobahn befahre der Benutzer grundsätzlich von der Einfahrt bis zur Ausfahrt ohne Unterbruch. Sollte er Verpflegung oder Treibstoff benötigen, nehme er erfahrungsgemäss eine der offiziellen Autobahnraststätten ohne die Autobahn zu verlassen. Höchstens in Einzel- oder Notfällen verlasse der Fahrer extra die Autobahn, um sich in einem Tankstellenshop zu verpflegen oder Treib- stoff zu tanken. Entsprechend sei die von der Beschwerdegegnerin zitierte, zu den Tankstellenshops an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr ergan- gene Bundesgerichtsrechtsprechung für an Autobahnen nahegelegenen Tank- stellenshops nicht einschlägig. Der Gesetzgeber habe bewusst nur die Auto- bahnraststätten von der Einhaltung der 17h-Regel befreit. Schliesslich begründete das Amt für Arbeit zusätzlich, dass der Tankstellenshop der Beschwerdeführerin die vom Bundesgericht erarbeiteten Bedingungen ohne- hin nicht erfüllen würde. Dazu müsste erwiesen sein, dass die Mehrheit der Kun- den des Tankstellenshops dem Durchgangsverkehr auf der H.________ zuzu- rechnen sei, und es müsse nachgewiesen sein, dass für Reisende auf der Auto-7 bahn ein Bedarf bestehe, im Shop nachts ihre reisebedingten Bedürfnisse zu be- friedigen. Beides gelinge der Beschwerdeführerin nicht. 2.3Im angefochtenen Beschluss bestätigt der Regierungsrat die Feststellungs- verfügung vom 3. April 2019. Der Tankstellenshop der Beschwerdeführerin sei weder eine Autobahnraststätte noch liege sie an einer der zwei definierten Hauptverkehrswege mit starkem Reiseverkehr im Kanton Schwyz. Der Be- schwerdeführerin könne nicht gefolgt werden, dass infolge Symmetrie zwischen Autobahnen und Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr auch Tankstel- lenshops, die nicht auf einer Autobahnraststätte aber an Autobahnen liegen und von Reisenden unmittelbar angefahren werden können, vom Nachtarbeitsverbot ausgenommen seien. Autobahnreisende würden in der Regel bei einer Autobahnraststätte Halt ma- chen, um zu tanken, sich zu verpflegen oder einzukaufen. Zum Tankstellenshop der Beschwerdeführerin könne weder direkt von der Autobahn noch direkt vom Autobahnanschluss eingefahren werden; vielmehr müsse nach der Autobahn- ausfahrt zum Verkehrskreisel, dort die erste Ausfahrt genommen und anschlies- send auf der D.________(Strasse) gefahren werden, bis nach ca. 80m die Tank- stelleneinfahrt komme. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin finde BGE 134 II 265 keine An- wendung auf Tankstellenshops, die abseits einer Autobahn liegen und über ei- nen Autobahnanschluss angefahren werden können. Hierzu habe sich der Ent- scheid überhaupt nicht geäussert. Sodann sei nicht erkennbar, was die Be- schwerdeführerin aus der "Symmetrie zwischen Autobahn und Hauptverkehrs- weg mit starkem Reiseverkehr" für den vorliegenden Fall ableiten wolle. Die Symmetrie sei einzig relevant für die Frage nach dem Vorliegen eines Hauptver- kehrsweges mit starkem Reiseverkehr. Schliesslich betont der Regierungsrat, Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2bis ArGV 2 würden eine Ausnahme vom grundsätzlichen Nachtarbeitsverbot sta- tuieren, weshalb diese Regelung auf jeden Fall restriktiv und nicht extensiv aus- gelegt werden müsse. Dies gelte selbst dann, wenn die Gewohnheiten der Kon- sumenten ggfs. seit Erlass der Bestimmung einen gewissen Wandel erfahren hätten. Die von der Beschwerdeführerin gewünschte Gesetzesauslegung und -anwendung würden zu einer ungebührlichen Ausweitung des davon betroffenen Tankstellenshop-Netzes mit entsprechender Aufhebung des Nachtarbeitsverbo- tes führen, was der Gesetzgeber nicht gewollt habe. 3.1Strittig ist die Auslegung von Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 und zwar hinsichtlich der Befreiung vom Nachtarbeitsverbot für den Au-8 tobahnen nahegelegene Tankstellenshops. Gemäss Beschwerdeführerin sind Autobahnen und Hauptverkehrswege mit starkem Reiseverkehr identisch zu be- handeln und demzufolge die Rechtsprechung von BGE 134 II 265 auch bei Au- tobahnen anzuwenden: Den Autobahnen nahegelegene Tankstellenshops, die der Deckung der Bedürfnisse der Autobahnreisenden dienen und die von diesen frequentiert werden, sind vom Nachtarbeitsverbot ausgenommen, auch wenn sie nicht auf einer Autobahnraststätte liegen. Gemäss Vorinstanzen geht diese Aus- legung fehl; bezüglich arbeitsrechtlicher Regelung seien Tankstellenshops an Autobahnen und solche an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr nicht zuletzt aufgrund des klaren Gesetzeswortlautes nicht gleich zu behandeln. 3.2.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der massgeblichen Norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen mög- lich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, wo- bei alle Auslegungselemente zu berücksichtigen sind (Methodenpluralismus). Dabei kommt es namentlich auf den Zweck der Regelung, die dem Text zugrun- de liegenden Wertungen sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. Die Entstehungsgeschichte ist zwar nicht unmittelbar entscheidend, dient aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen. Namentlich zur Ausle- gung neuerer Texte, die noch auf wenig veränderte Umstände und ein kaum ge- wandeltes Rechtsverständnis treffen, kommt den Materialien eine besondere Be- deutung zu. Vom Wortlaut darf abgewichen werden, wenn triftige Gründe dafür bestehen, dass er nicht den wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Sind mehrere Auslegungen möglich, ist jene zu wählen, die der Verfassung am besten ent- spricht. Allerdings findet auch eine verfassungskonforme Auslegung ihre Gren- zen im klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung (BGE 140 V 449 Erw. 4.2). Verordnungsrecht ist gesetzeskonform auszulegen. Es sind die ge- setzgeberischen Anordnungen, Wertungen und der in der Delegationsnorm eröffnete Gestaltungsspielraum mit seinen Grenzen zu berücksichtigen (BGE 144 V 333 Erw. 10.1; BGE 142 V 368 Erw. 5.1; BGE 140 V 538 Erw. 4.3; BGE 139 V 537 Erw. 5.1 je mit Hinweis). 3.2.2 Im Rahmen einer verfassungsmässigen Auslegung ist namentlich der Rechtsgleichheit, dem Gleichbehandlungsgebot Rechnung zu tragen (Art. 8 Abs. 1 BV). In dieser Hinsicht gilt, dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleich- heit gleich oder Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behan- delt wird. Der Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung wird insbesondere verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterschei- dungen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen wer-9 den, die aufgrund der Verhältnisse hätten getroffen werden müssen (vgl. BGE 136 V 231 Erw. 6.1; Urteil BGer 2C_733/2018 vom 11.2.2019 Erw. 6.1, je mit Hinweisen). Willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist ein Entscheid, wenn er offen- sichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 141 III 564 Erw. 4.1). 3.3.1 Gemäss Art. 10 Abs. 1 ArG gilt die Arbeit von 6 Uhr bis 20 Uhr als Tages- arbeit, die Arbeit von 20 Uhr bis 23 Uhr ist Abendarbeit. Unter bestimmten Be- dingungen können Beginn und Ende der betrieblichen Tages- und Abendarbeit zwischen 5 Uhr und 24 Uhr anders festgelegt werden. Die betriebliche Tages- und Abendarbeit beträgt aber auch in diesem Falle höchstens 17 Stunden (Art. 10 Abs. 2 ArG). Die Beschäftigung von Arbeitnehmern ausserhalb der be- trieblichen Tages- und Abendarbeit (Nachtarbeit) ist - von gesetzlichen Ausnah- men abgesehen - verboten (Art. 16 ArG). Bestimmte Gruppen von Betrieben können durch Verordnung ganz oder teilweise von diesen Regelungen ausge- nommen und entsprechenden Sonderbestimmungen unterstellt werden. Als eine Sonderbestimmung regelt Art. 27 Abs. 1 quater ArG, dass auf Autobahnraststätten und an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr in Tankstellenshops, de- ren Waren- und Dienstleistungsangebot in erster Linie auf die Bedürfnisse der Reisenden ausgerichtet ist, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sonntags und in der Nacht beschäftigt werden dürfen. Diese Ausnahmebestimmung vom grundsätzlichen (Sonntags- und) Nachtarbeitsverbot wird in Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 wiederholt (vgl. oben Erw. 1). 3.3.2 Nach dem klaren Wortlaut setzt eine Ausnahme vom Nachtarbeitsverbot u.a. voraus, dass sich der Standort eines Tankstellenshops entweder auf einer Autobahnraststätte oder an einem Hauptverkehrsweg mit starkem Reiseverkehr befindet. Auch der französische und italienische Text von Art. 27 Abs. 1 quater ArG sprechen nicht von Tankstellenshops an Autobahnen und Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr, sondern gleichlautend explizit von Autobahnraststät- ten ("Les magasins des stations-service qui sont situés sur les aires des autorou- tes ou le long d’axes de circulation importants fortement fréquentés par les voya- geurs […]" bzw. "Nei negozi delle stazioni di servizio situati nelle aree di servizio autostradali e lungo le strade principali con traffico intenso di viaggiatori […]"). Die nämliche Übereinstimmung findet sich in Art. 26 Abs. 2bis ArGV 2. Was eine Autobahnraststätte ist, ist bundesrechtlich definiert (vgl. Botschaft des Bundesrates zur Volksabstimmung vom 22.9.2013, S. 50ff.). Autobahnraststätten bilden mit ihren Zu- und Wegfahrten als Nebenanlagen einen Bestandteil der 10 Nationalstrasse (Art. 6 des Bundesgesetzes über die Nationalstrassen [NSG; SR 725.11] vom 8.3.1960 i.V.m. Art. 2 lit. d Nationalstrassenverordnung [NSV; SR 725.111] vom 7.11.2007). Sie dienen insbesondere der Abgabe von Treib- stoffen sowie der Versorgung, Verpflegung und Beherbergung der Strassen- benützer (Art. 7 NSG). Von rückwärtig der Nationalstrasse dürfen Autobahnrast- stätten nur für Motorfahrzeuge für Lieferungen und Personal offen stehen (Art. 6 Abs. 1 NSV). Das Angebot hat den Bedürfnissen der Strassenbenützer zu ent- sprechen, wobei ein Alkoholverkaufs- und -ausschankverbot besteht (Art. 6 Abs. 2 NSV). Tankstellen, Toiletten und Telefonanschluss müssen 24h offen ge- halten werden (Art. 6 Abs. 3 NSV). Nach Anhören der Kantone bestimmt das UVEK u.a. die Standorte der Autobahnraststätten (Art. 6 Abs. 4 NSV). Von den Raststätten zu unterscheiden sind die Rastplätze, die der kurzen Erholung die- nen (vgl. Art. 7a NSG, Art. 2 lit. e und Art. 7 NSV). Damit steht fest, dass es sich bei der 'Autobahnraststätte' um einen klar definier- ten Begriff handelt und das Netz der Autobahnraststätten Teil der Nationalstras- senplanung ist, um dem Bedarf der Strassenbenützer an Treibstoff, Versorgung, Verpflegung und Beherbergung zu genügen. Bei der Sonderbestimmung zur Ausnahme vom (Sonntags- und) Nachtarbeitsverbot hat der Gesetzgeber auf diesen klar definierten Begriff zurückgegriffen und bezüglich die Standortfrage von Tankstellenshops ausdrücklich reglementiert, dass sich diese entweder auf einer Autobahnraststätte oder an einem Hauptverkehrsweg mit starkem Reise- verkehr befinden. Mithin schliesst der klare Wortlaut der Norm die Auslegung der Beschwerdefüh- rerin aus, wonach auch Tankstellenshops an Autobahnen, ohne dass sie sich auf einer Autobahnraststätte befinden würden, vom Nachtarbeitsverbot ausgenom- men seien. 3.4Die Beschwerdeführerin spricht verschiedentlich die Symmetrie zwischen Autobahnen und Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr an, welche ge- biete, dass auch Tankstellenshops an Autobahnen vom Nachtarbeitsverbot aus- genommen seien, auch wenn sie nicht auf einer Autobahnraststätte lägen. Diese Symmetrie bestätige sowohl das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz als auch das Bundesgericht. Hierzu führt der Regierungsrat zu Recht aus, diese Symmetrie beziehe sich aus- schliesslich auf die Qualifikation einer Strasse als 'Hauptverkehrsweg mit star- kem Reiseverkehr'. Gemäss klarem Wortlaut sind vom Nachtarbeitsverbot Tankstellenshops auf Au- tobahnraststätten sowie an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr aus-11 genommen. Was als Raststätte gilt, ist - wie dargelegt - in der Gesetzgebung über die Nationalstrassen definiert. Hingegen handelt es sich beim Begriff des 'Hauptverkehrsweges mit starkem Reiseverkehr' um einen auslegungsbedürfti- gen Begriff. Mit der parlamentarischen Initiative NR Lüscher (Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops; 09.462) sollte er ersetzt werden durch 'Hauptverkehrsstrassen'. Es sollten damit Tankstellenshops an sämtlichen häufig befahrenen Strassen, die rund um die Uhr eine grosse Anzahl an Passantinnen und Kunden aufweisen, vom Nachtarbeitsverbot ausgenommen werden. Es soll- te vermehrt auf das blosse Verkehrsaufkommen abgestellt werden statt auf die Bedeutung eines Verkehrsweges für den Reiseverkehr. Die Standortvorausset- zung 'auf Autobahnraststätte' hingegen sollte von der Revision unberührt bleiben (vgl. BBl 2011 8989). Dieser Ausdehnung hielt indes der Bundesrat entgegen, Nacht- und Sonntagsarbeit seien nur sehr restriktiv zuzulassen; es rechtfertige sich eine moderate Anpassung, allerdings einzig in Bezug auf die Ausnahme vom Sonntags- und Nachtarbeitsverbot, nicht hingegen in Bezug auf die davon betroffenen Betriebe. Es sei an der Voraussetzung des Standortes auf Autobahn- raststätten und 'an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr', der durch die Gerichts- und Verwaltungspraxis konkretisiert sei, festzuhalten (BBl 2012 437; vgl. zum Ganzen auch VGE II 2017 41 vom 12.7.2017 Erw. 2.3). In dieser vom Bundesrat zitierten Praxis führte das Bundesgericht aus, die durch aArt. 26 Abs. 4 ArGV 2 erstellte Symmetrie zwischen 'Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr' und Autobahnen bedeute, dass nur Strassen gemeint seien, die zur Zurücklegung von Strecken einer bestimmten Distanz benutzt werden, aber nicht diejenigen, welche im Wesentlichen lokalen oder regionalen Verkehr über- nehmen. Es sei eine enge Auslegung vorzunehmen. Solche Verkehrswege wür- den nicht bloss Autobahnen umfassen, sondern ebenso Kantonsstrassen, wel- che diese Funktion in Gegenden erfüllen würden, die über keine Autobahnen oder Autostrassen verfügen (vgl. BGE 134 II 265 Erw. 5.3 und 5.5). Mit der Symmetrie von Autobahnen und 'Hauptverkehrswegen mit starkem Rei- severkehr', wie sie auch das Verwaltungsgericht in VGE II 2017 41 vom 12.7.2017 erwähnt hat, ist somit einzig die Vergleichbarkeit der Bedeutung und Funktion des Verkehrsweges für die Reisenden und deren Bedürfnisse gemeint. Dies einzig mit dem Ziel, jene Strassen zu definieren, an welchen Tankstellen- shops vom Sonntags- und Nachtarbeitsverbot ausgenommen sind, weil ihnen ei- ne vergleichbare Bedeutung wie Autobahnen zukommt. Hingegen stand nie zur Diskussion, Symmetrie derart zu verstehen, dass entgegen dem klaren Wortlaut von Art. 27 Abs. 1 quater ArG (wie auch bereits von aArt. 26 Abs. 4 ArGV 2) auch Tankstellenshops ausserhalb von Autobahnraststätten aber an Autobahnen ge-12 legen wie solche an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr vom Verbot auszunehmen seien. 3.5Auch Sinn und Zweck von Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 verlangen nicht, dass zusätzlich zu den Tankstellenshops auf Autobahn- raststätten auch die an Autobahnen gelegenen, deren Waren- und Dienstleis- tungsangebot in erster Linie auf die Bedürfnisse der Reisenden ausgerichtet ist und die von Reisenden frequentiert werden, vom Nachtarbeitsverbot ausgenom- men werden. Das Arbeitsrecht enthält als Grundsatz ein allgemeines Nachtarbeitsverbot. Aus- nahmen können bewilligt werden. Zudem enthält das Gesetz selber Sonderbe- stimmungen für bestimmte Gruppen von Betrieben und Arbeitnehmern. Als Aus- nahmen vom allgemeinen Grundsatz sind diese Sondernormen auf jeden Fall re- striktiv auszulegen (vgl. BGE 134 II 265 Erw. 5.5). Nacht- und Sonntagsarbeit muss nach dem Gesetzestext "unentbehrlich" sein (Art. 17 Abs. 2 bzw. Art. 19 Abs. 2 ArG). Blosse Zweckmässigkeitsüberlegungen genügen nicht, um das Nacht- oder Sonntagsarbeitsverbot aufzuweichen; Abweichungen davon müssen im Interesse eines wirksamen Arbeitnehmerschutzes die Ausnahme bilden (Urteil BGer 2C_475/2017 vom 15.12.2017 Erw. 3.3.1 m.w.H). Sinn und Zweck der Sondernorm von Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 ist es, dem Bedürfnis von Reisenden nach Treibstoff, Verpflegung und Versorgung gerecht zu werden und ein entsprechendes Angebot während 24 Stunden bereit zu hal- ten und dazu das Nachtarbeitsverbot für entsprechende Betriebe zu lockern. Um diesem Bedürfnis zu entsprechen, sind auf Autobahnen genau zu diesem Zwe- cke Nebenanlagen zu planen, erstellen und betreiben (vgl. Art. 7 NSG und Art. 6 NSV). Mit anderen Worten werden für die Reisenden auf Autobahnen zu deren Bedürfnisbefriedigung gezielt Autobahnraststätten errichtet. Die gemäss Natio- nalstrassenrecht geplanten und erstellten Autobahnraststätten ermöglichen es den Reisenden, sich genügend zu versorgen, verpflegen und erholen. Selbst wenn Autobahnreisende mitunter die Autobahn auch verlassen, um sich auto- bahnnah zu versorgen und verpflegen, bedeutet dies nicht, dass das Angebot auf den Autobahnraststätten nicht genügend wäre bzw. dass trotz bestehendem An- gebot auf den Raststätten einem erweiterten Bedürfnis nachzugeben und der Ar- beitnehmerschutz weiter zu lockern ist. Wie die Beschwerdeführerin ausführt, lie- gen die beiden Raststätten F.________ und G.________ rund 60 km auseinan- der (61.1 km gemäss www.google.ch/maps), ab F.________ folgt in weiteren 57.3 km südlich die Autobahnraststätte I.________, ab G.________ in 26.1 km nördlich die Autobahnraststätte J.________ (weitere finden sich in anderen Rich- tungen in K.________, L.________ sowie M.________). Mit diesem Netz an Au-13 tobahnraststätten ist dem Versorgungs- und Erholungsbedarf der Autobahnrei- senden genüge getan, weshalb ausserhalb dieser Nebenanlagen kein weiterer Bedarf besteht, um auch noch autobahnnahe Betriebe vom grundsätzlich gelten- den Nachtarbeitsverbot auszunehmen. Der Sinn und Zweck der Sonderbestim- mung von Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 ist mit den Tank- stellenshops auf den Autobahnraststätten erfüllt. 3.6Fragt sich schliesslich, ob das Gleichbehandlungsgebot verletzt ist, indem auf Autobahnen als Hauptverkehrswege nur Tankstellenshops auf Raststätten vom Nachtarbeitsverbot ausgenommen sind, wogegen es bei den übrigen Haupt- verkehrswegen mit starkem Reiseverkehr genügt, an diesen zu liegen (soweit auch die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, vgl. BGE 134 II 265; Urteil BGer 2A.211/2006 vom 16.1.2007). Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin hat das Bundesgericht nicht entschieden, dass Tankstellenshops, die ab der Autobahn erreichbar sind, gleich behandelt werden müssen wie Betriebe an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr. Wie die Vorinstanzen zu Recht ausgeführt haben, hat das Bun- desgericht bislang einzig geprüft, ob für konkrete Betriebe die Voraussetzungen für eine Ausnahme vom Nachtarbeitsverbot erfüllt sind, namentlich ob sie an ei- nem Hauptverkehrsweg mit starkem Reiseverkehr liegen. Auch das Verwal- tungsgericht hat die Frage, autobahnnahe Tankstellenshops vom Nachtarbeits- verbot auszunehmen, explizit offengelassen bzw. nicht beantwortet (vgl. VGE II 2017 41 vom 12.7.2017 Erw. 3.2.1). Es ist offenkundig, dass die wörtliche Umsetzung von Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2 bis ArGV 2 im Ergebnis eine gewisse Ungleichbehandlung bewirkt. Auf den Autobahnen werden Raststätten geplant und errichtet. Damit ist ein fes- tes Netz an Tankstellenshops vorgegeben. Demgegenüber legen die Kantone eigenständig die Hauptverkehrswege mit starkem Reiseverkehr fest. Im weiteren erfüllt die Standortvoraussetzung, wer einen Tankstellenshop an einem solchen Verkehrsweg betreibt, was theoretisch eine Vielzahl an Betrieben ohne Nachtar- beitsverbot ermöglicht. Ein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgebot stellt dies indes nur dar, wenn dadurch Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit un- gleich behandelt würde, wenn hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist (vgl. oben Erw. 3.2.2). Vorliegend besteht jedoch ein wesentlicher tatsächlicher Unterschied zwischen Autobahnen und den übrigen Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr, der eine ungleiche Behandlung rechtfertigt. Wohl dienen beide dem eigentlichen, auf grosse Distanzen ausgerichteten Reiseverkehr. Die Autobahnen als Natio-14 nalstrassen stellen dazu aber zusammen mit ihren Nebenanlagen ein geschlos- senes System dar, das den Reisenden, namentlich mit den Versorgungseinrich- tungen auf den Autobahnraststätten, ein ihren Bedürfnissen gerecht werdendes Angebot an Strasse, Versorgung, Verpflegung und Beherbergung bereithält. Die- ses beruht sodann auf einer eigenständigen Nationalstrassengesetzgebung. Demgegenüber handelt es sich bei den 'Hauptverkehrswegen mit starkem Rei- severkehr' um Strassen des übrigen Strassennetzes, die aufgrund ihrer Funktion für den Reiseverkehr kantonal als solche definiert werden. Es handelt sich nicht um ein geplantes und geschlossenes System. Namentlich bilden keine definier- ten Versorgungs-, Verpflegungs- und Beherbungseinrichtungen einen festen Be- standteil dieses Wegnetzes. Damit aber besteht eine wesentliche tatsächliche Ungleichheit zwischen den Autobahnen und den übrigen Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr, die es auch rechtfertigt, das Nachtarbeitsverbot für Tankstellenshops unterschiedlich zu regeln. Nachdem die Versorgung der Auto- bahn-Reisenden von Gesetzes wegen als Nebenanlagen Teil der Nationalstras- se bildet, ist es richtig, die Ausnahme vom allgemeinen Grundsatz des Nachtar- beitsverbotes auf diese Einrichtungen des Nationalstrassennetzes zu beschrän- ken. Da zudem diese Raststätten rechtlich geregelt sind (vgl. Art. 6 NSV), spezi- fisch geplant und die Betreiber vertraglich gebunden sind, ist auch gewährleistet, dass das Angebot auf die Reisenden ausgerichtet ist. Demgegenüber müssen die Tankstellenshops an den Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr die Erfüllung der verschiedenen Voraussetzungen nachweisen. So muss insbeson- dere erwiesen sein, dass sie an einem Hauptverkehrsweg mit starkem Reisever- kehr liegen, dass sie ein auf diese Reisenden abgestimmtes Warenangebot führen und dass sie effektiv schwergewichtig von Reisenden des Hauptver- kehrsweges frequentiert werden und damit einem Bedürfnis der Reisenden die- nen (vgl. BGE 136 II 427 Erw. 3.2; BGE 134 II 265 Erw. 5.5; Urteil BGer 2A_211/2006 vom 16.1.2007; vgl. auch Wegleitung des Seco zur Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz Art. 26). Damit aber verstösst es nicht gegen das Gleichbe- handlungsgebot, wenn nur Tankstellenshops vom Nachtarbeitsverbot ausge- nommen werden, die sich auf Autobahnraststätten oder an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr (die keine Autobahnen sind) befinden, nicht aber jene, die an einer Autobahn liegen, auch wenn sie mitunter oder gar stark von Auto- bahnreisenden frequentiert werden. 4.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Die Vorinstanzen haben zu Recht festgestellt, dass der Tank- stellenshop der Beschwerdeführerin keinen Betrieb gemäss Art. 27 Abs. 1 quater ArG und Art. 26 Abs. 2bis ArGV 2 darstellt und somit vom Nachtarbeitsverbot nicht ausgenommen ist. Diese Feststellung widerspricht weder dem Sinn und Zweck 15 der genannten Bestimmungen noch wird dadurch das Gleichbehandlungsgebot verletzt. 5.1Die Beschwerdeführerin beantragt, die Verfahrenskosten sowie die Partei- entschädigung unabhängig vom Verfahrensausgang der Vorinstanz resp. dem Staat zu überbinden. Dies, weil der Regierungsrat die Begründungspflicht verletzt habe, was einen schweren Verfahrensmangel darstelle. Er sei auf die Begrün- dung der Beschwerde, dass der an der Autobahn liegende Tankstellenshop der Beschwerdeführerin aufgrund der Symmetrie von Autobahnen und Hauptver- kehrswegen mit starkem Reiseverkehr vom Nachtarbeitsverbot auszunehmen sei, auch wenn er nicht auf einer Autobahnraststätte liege, überhaupt nicht ein- gegangen. 5.2Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV gebietet, dass die Behörde die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 139 V 496 Erw. 5.1). Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausein- andersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Be- gründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigs- tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei- ten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 143 III 65 Erw. 5.2; 142 II 49 Erw. 9.2; 141 IV 249 Erw. 1.3.1; BGE 138 IV 81 Erw. 2.2). 5.3Die von der Beschwerdeführerin vorgetragene Begründung wurde bereits in der Stellungnahme vom 15. Februar 2019 vorgebracht. Entsprechend hat sich das Amt für Arbeit in der Feststellungsverfügung vom 3. April 2019 damit ausein- andergesetzt. In der hiergegen erhobenen Verwaltungsbeschwerde führte die Beschwerdeführerin ihre Sichtweise weiter aus. Der Regierungsrat bestätigte in- des die Feststellungsverfügung vom 3. April 2019. Er hielt dabei fest, die von der Beschwerdeführerin vertretene Rechtsauffassung sei falsch; es bestehe wohl ei- ne Symmetrie zwischen Autobahnen und Hauptverkehrswegen mit starkem Rei- severkehr. Dies indes lediglich zwecks Feststellung, ob eine Strasse die Funktion eines Hauptverkehrswegs mit starkem Reiseverkehr übernehme, nicht jedoch hinsichtlich Befreiung vom Nachtarbeitsverbot. Auch hat der Regierungsrat fest- gestellt, das Bundesgericht habe sich in der von der Beschwerdeführerin erwähn- ten Rechtsprechung gar nicht zu den Tankstellen an Autobahnen geäussert. So-16 dann begründete er im weiteren, dass vom Nachtarbeitsverbot nur Tankstellen auf Autobahnraststätten ausgenommen sind und eine andere Sichtweise zu einer ungebührlichen Ausweitung mit entsprechender Aufhebung des Nachtarbeitsver- botes führen würde, was der Gesetzgeber ausdrücklich nicht gewollt habe. Mithin hat die Vorinstanz die Grundsätze der Begründungspflicht eingehalten, was es der Beschwerdeführerin ermöglicht hat, eine begründete Beschwerde gegen den Regierungsratsbeschluss einzureichen. Es besteht daher keine Veranlassung, die Kosten- und Entschädigungsfolgen nicht entsprechend dem Ausgang des Verfahrens festzulegen (vgl. §§ 72 und 74 VRP). 6.Bei diesem Ergebnis werden die auf Fr. 2'000.-- festzusetzenden Verfah- renskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) der Beschwerde- führerin auferlegt (§ 72 VRP). Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht keiner (§ 74 VRP).17 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- (Gerichtsgebühr, Kanz- leikosten und Barauslagen) werden der Beschwerdeführerin auferlegt; sie hat am 18. Oktober 2019 einen Kostenvorschuss in dieser Höhe geleistet, womit die Rechnung ausgeglichen ist. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R) -das Amt für Arbeit -den Regierungsrat des Kantons Schwyz -das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst -und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, 3003 Bern (A). Schwyz, 17. Dezember 2019 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 13. Januar 2020