<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp271552"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>83 III 20<br/><br/><br/><div class="paraatf">6. Auszug aus dem Entscheid vom 20. März 1957 i.S. Weder.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp272800"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Unpfändbarkeit und Drittansprache. <div class="paratf">Wird ein gepfändeter oder zur Konkursmasse gezogener Gegenstand vom Schuldner als Kompetenzstück und von einem Dritten als Eigentum beansprucht, so ist die Frage der Unpfändbarkeit vor Durchführung des Widerspruchs- bzw. Aussonderungsverfahrens zu erledigen. </div> </div> </div> <a name="idp275168"></a> <a name="idp277392"></a> <br/><div> <a name="idp279680"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 20</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page20"></a><div class="center pagebreak">BGE 83 III 20 S. 20</div> </div> <div class="paraatf">Der Vater des Gemeinschuldners hatte das streitige Motorrad als sein Eigentum beansprucht. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Frist für die Beschwerde auf Ausscheidung dieses Gegenstands als Kompetenzstück von der Mitteilung der die Freigabe ablehnenden Verfügung des Konkursamtes an lief. Wie bei der Pfändung die Frage der Unpfändbarkeit vor Einleitung des Widerspruchsverfahrens im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/281.1/106" type="start"></artref>Art. 106-109 SchKG</span><artref id="CH/281.1/109" type="end"></artref> zu lösen ist (JAEGER N. 1 C zu <span class="artref">Art. 92 SchKG</span>; <span class="bgeref_err">BGE 28 I 87</span> E. 3 = Sep.ausg. 5 S. 35; Entscheide vom 9. Oktober 1954 i.S.</div> <div class="paraatf"> <a name="page21"></a><div class="center pagebreak">BGE 83 III 20 S. 21</div>Engler und vom 3. September 1955 i.S. Tornado AG; vgl. auch <span class="bgeref_err">BGE 77 III 108</span> /109), muss im Konkurs die Frage der Ausscheidung von Kompetenzstücken (gegebenenfalls unter Beachtung von <span class="bgeref_err">BGE 60 III 118</span> f., wonach die Kompetenzansprüche in erster Linie unstreitig mit dem Gemeinschuldner gehörenden Gegenständen zu befriedigen sind) vor Durchführung des Aussonderungsverfahrens nach <span class="artref">Art. 242 SchKG</span> erledigt werden. Dies ergibt sich schlüssig aus Art. 54 Abs. 2 KV, wo bestimmt wird, dass das Verfahren nach <span class="artref">Art. 242 SchKG</span> unterbleibe, wenn von Dritten zu Eigentum angesprochene Gegenstände von der Masse als Kompetenzstücke anerkannt werden, und wurde übrigens von der Rechtsprechung mit überzeugender Begründung auch schon vor Erlass dieser Vorschrift angenommen (vgl. die von JAEGER in N. 3 zu <span class="artref">Art. 224 SchKG</span> angeführten Entscheide, namentlich <span class="bgeref_err">BGE 26 I 512</span> und <span class="bgeref_err">BGE 36 I 764</span> = Sep. ausg. 3 S. 244, 13 S. 246).</div> </div></body></html>