A bteilung IV D -3844/2006 haf/w ig {T 0/2} U rteil vom 27. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, D aniel Schm id, G érald Bovier G erichtsschreiber G ert W inter A ._______, geboren (_______), Serbien, vertreten durch M . M ilovanovic, (_______), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 22. Septem ber 2004 i.S. A syl und W egw eisung / N (_______) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer - ein Serbe aus dem Kosovo m it letztem W ohnsitz in X._______, G em einde G njilane - verliess den H eim atstaat eigenen Angaben zufolge am 21. M ai 2004 und gelangte am 23. M ai 2004 via Ö sterreich und unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz. Am folgenden Tag stellte er in der Em pfangsstelle Kreuzlingen ein Asylgesuch. Anlässlich der Befragung vom 24. M ai 2004 in der Em pfangsstelle sow ie der Anhörung vom 2. August 2004 durch das M igrationsam t des Kantons Zürich m achte der Beschw erdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im W esentlichen geltend, er habe im H eim atstaat eine Ausbildung als (_______) abgeschlossen und beabsichtigt, zusätzlich ein M edizinstudium in Angriff zu nehm en. D ies sei ihm aber aufgrund der schlechten Lebensbedingungen im Kosovo nicht gelungen. Seine Eltern seien näm lich arbeitslos gew esen, w eshalb er nicht habe studieren können. Am 17. M ärz 2004 sei es zu den bekannten Auseinandersetzungen zw ischen Albanern und Serben in seiner H erkunftsregion gekom m en. Er selbst sei anlässlich einer M anifestation in G njilane Augenzeuge der Erm ordung eines Lehrers gew orden und fühle sich nicht m ehr sicher. Ausserdem verfüge er über keine ausreichende Bew egungsfreiheit und könne auch keine Arbeit finden. Seine Eltern lebten kärglich von den Erträgen eines Stücks Land sow ie dem M ietertrag eines ihnen gehörenden Lokals. In Anbetracht der fehlenden Perspektiven habe er den H eim atstaat schliesslich am 21. M ai 2004 verlassen. B. M it Verfügung vom 22. Septem ber 2004 - eröffnet am 29. Septem ber 2004 - lehnte das BFF das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig des- sen W egw eisung aus der Schw eiz an. Zur Begründung w urde ausgeführt, die Vor- bringen des Beschw erdeführers genügten den Anforderungen von Art. 3 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] an die Flüchtlingseigenschaft nicht. D ie vom Beschw erdeführer geltend gem achten N achteile seien eine Folge der dam aligen gespannten Situation im Kosovo. D iese könnten jedoch nicht als Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gew ertet w erden. Im W eiteren sei anzum er- ken, dass dem BFF bekannt sei, dass es M itte M ärz 2004 im H erkunftsgebiet des Beschw erdeführers w ährend einigen Tagen zu Brandschatzungen und zu Verfol- gungen von Angehörigen bestim m ter Ethnien gekom m en sei. D ie Angriffe hätten in erster Linie Personen serbischer Ethnie und, in geringerem M asse an einigen O r- ten, den Ashkali gegolten. Anschliessend habe sich die Lage aber w ieder rasch beruhigt, und es sei nun seit W ochen nicht m ehr zu gew alttätigen Auseinanderset- zungen gekom m en. Es könne som it nicht von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden. Zudem seien von diesen Auseinandersetzungen in der H aupt- sache die beiden genannten Ethnien betroffen gew esen. D eshalb seien die Vor- bringen des Beschw erdeführers nicht asylrelevant. W as zudem das Vorbringen des Beschw erdeführers angehe, er habe w egen der w irtschaftlich schw ierigen Si- tuation keine Arbeit finden und infolge der schlechten w irtschaftlichen Verhältnisse seiner Eltern keine W eiterbildung absolvieren können, so seien diese G egebenhei- ten eine Folge der allgem ein w irtschaftlich schw ierigen Situation im Kosovo. D iese seien daher nicht als Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu taxieren und som it 3 auch nicht asylrelevant. Ausserdem sei der Vollzug der W egw eisung als zulässig, zum utbar und m öglich zu erachten. C . M it Eingabe vom 22. O ktober 2004 liess der Beschw erdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl beantragen. Ferner sei der Beschw erde die aufschiebende W irkung zu erteilen. Schliesslich sei ihm die unent- geltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) zu gew äh- ren. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung vom 28. O ktober 2004 teilte der dam als zuständige In- struktionsrichter der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) dem Be- schw erdeführer m it, er könne den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten und über das G esuch um unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w erde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. G leichzei- tig setzte er ihm Frist bis am 5. N ovem ber 2004, um eine schriftliche Vollm acht oder ein schriftliches Einverständnis des Beschw erdeführers einzureichen. M it Eingabe vom 27. O ktober 2004 liess der Beschw erdeführer eine Vollm acht und m it Eingabe vom 29. O ktober 2004 eine Fürsorgebestätigung nachreichen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 2. D ie Beschw erde hat aufschiebende W irkung (vgl. Art. 55 Abs. 1 Vw VG ) und in der angefochtenen Verfügung w ird einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung nicht entzogen (vgl. Art. 55 Abs. 2 Vw VG ). D em entsprechend ist der Be- schw erdeführer berechtigt, den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abzuw arten (Art. 42 Abs. 1 AsylG ). U nter diesen U m ständen ist auf das R echtsbegehren, es sei im Sinne einer vorsorglichen M assnahm e der Aufenthalt des Beschw erdeführers in der Schw eiz bis zum Beschw erdeentscheid zu erlau- ben, m angels R echtsschutzinteresses nicht einzutreten (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Bst. c Vw VG ). H insichtlich der w eiteren R echtsbegehren ist der Beschw er- deführer legitim iert, w eshalb auf die im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).4 3.2 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 4. 4.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 4.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 5. 5.1 In seiner Beschw erdeschrift m acht der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, die „vielgelobten KFO R -Truppen“ im Kosovo und in der U m gebung von G nji- lane seien m eistens nur Zeugen der Taten von albanischen Extrem isten. Sie unter- nähm en kaum etw as zum Schutz der M inderheiten. D ie Behauptung, bei den KFO R -Truppen im Kosovo handle es sich um einen Stabilisierungsfaktor, sei w eit entfernt von der R ealität. D ie KFO R -Truppen kooperierten m eistens m it den alba- nischen N ationalisten und seien ihnen bei der ethnischen Säuberung gute H elfer. D ie Passivität und U ntätigkeit der KFO R -Truppen sei sehr oft von internationalen Institutionen und sogar vom U N O -Sicherheitsrat kritisiert w orden. Am 17. M ärz 2004 hätten die albanischen Extrem isten eine koordinierte Aktion gegen die serbi- sche Bevölkerung im Kosovo m it dem Ziel eingeleitet, die noch verbliebenen Ser- ben definitiv aus dem Kosovo zu verjagen. Viele Serben seien erm ordet und H un- derte H äuser und Kirchen zerstört w orden. D es W eiteren seien M enschen entführt w orden, über deren Schicksal m an nichts w isse. D er Beschw erdeführer habe sich im M ärz 2004 in der N ähe von G njilane in einer G ruppe aufgehalten, w elche von den albanischen Extrem isten angegriffen w orden sei. Er sei nur knapp dem Tode entgangen. Ein Lehrer sei dam als vor seinen Augen erm ordet w orden. In diesem M om ent habe er sich dazu entschlossen, den H eim atstaat zu verlassen. Er sei seit den Ereignissen sehr traum atisiert und suche ärztliche H ilfe in der Schw eiz. So- bald er einen ärztlichen Bericht erhalte, w erde er diesen einreichen. 5.2 Es trifft zu, dass im Kosovo Ü bergriffe durch albanischstäm m ige Personen auf Serben sow ie Angehörige anderer ethnischer M inderheiten stattfinden. Trotz An- w esenheit von U N M IK und KFO R ist es nam entlich im Frühling 2004 im Kosovo zu schw eren U nruhen gekom m en. Angesichts der akzentuierten politisch-ethnischen 5 Spannungen bekräftigte die internationale M ission ihr Engagem ent im Kosovo. D ie Protektoratsm ächte haben diese Vorfälle zum Anlass genom m en, die KFO R -Trup- pen m assiv zu verstärken, deren Aufgaben und Befugnisse zu erw eitern und das U N M IK-Personal aufzustocken. Von einer system atischen Verfolgung von M inder- heiten im Allgem einen und Serben im Speziellen kann dennoch nicht gesprochen w erden. G em äss den Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2005 N r. 18 E. 5.7.1. S. 164 ist für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides m assgebend. D abei ist einerseits die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. Veränderungen der objektiven Situation im H eim atstaat zw ischen Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten des G esuchstellers zu berücksichtigen (vgl. EM AR K 2000 N r. 2 E. 8b, und 1994 N r. 24 E. 8a; W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M . 1990, S. 135 ff.). D ieser R echtsprechung schliesst sich das Bundesverw altungsgericht an. M assgebend für den Asylentscheid ist dem nach die Situation im gegenw ärtigen Zeitpunkt. Seit der Ausreise des Beschw erdeführers hat sich näm lich die Lage in seinem H eim atstaat zum Positiven verändert, insbesondere in der R egion G njilan. Von einer system atischen Verfolgung von M inderheiten im Allgem einen und Serben im Speziellen kann (heute) nicht gesprochen w erden. Es ist vom Schutzw illen und der -fähigkeit von U N M IK (U nited N ations M ission in Kosovo) und KFO R (Kosovo Force) auszugehen (EM AR K 2002 N r. 22 E. 4.d.aa S. 180). N am entlich haben die KFO R -Truppen das M andat erhalten, bei w eiteren Ausschreitungen hart durchzugreifen. D arüber hinaus sind Polizei und KFO R -Patrouillen und C heck-Points w ieder überall aktiviert w orden. D er Beschw erdeführer m uss deshalb nicht befürchten, bei einer R ückkehr asylrechtlich relevanten N achteilen ausgesetzt zu sein. 5.3 Zusam m enfassend ist daher festzustellen, dass die Vorinstanz zu R echt die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt hat. Es erübrigt sich, auf w eitere Vorbringen in der Beschw erde einzu- gehen, da diese am Ergebnis nichts ändern können. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG , Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine 6 konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. 7.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbe- w illigung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG , EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers nach Serbien ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 7.3 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m it w eiteren H inw eisen). Es ergeben sich vorliegend w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten gew ichtige Anhaltspunkte für die Annah- m e, dass ihm für den Fall einer R ückführung nach Serbien m it beachtlicher W ahr- scheinlichkeit eine nach Art. 3 EM R K verbotene Strafe oder Behandlung drohen w ürde, dies um so w eniger, als sich der Beschw erdeführer im R ahm en der N ieder- lassungsfreiheit ausserhalb des Kosovo in Serbien niederlassen kann, w o er der M ehrheitsethnie angehört und sich registrieren lassen kann. D ie allgem eine M en- schenrechtssituation in Serbien jedenfalls lässt den W egw eisungsvollzug zum heu- tigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. 7.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. 7 Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer nicht durchführbaren, aber notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.4.1 D as Bundesverw altungsgericht beobachtet und beurteilt die allgem eine Lage der M inderheiten im Kosovo laufend (BVG E E-5823/2006 vom 23. April 2007 E. 5). G em äss dessen Einschätzung können Angehörige der serbischen Ethnie aufgrund des tiefen M isstrauens seitens der albanischen Bevölkerung m assiven Behelligun- gen und D iskrim inierungen ausgesetzt sein. Vor diesem H intergrund und ange- sichts der teilw eise schw ierigen ökonom ischen und sozialen Situation der M inder- heiten im Kosovo erachtet das Bundesverw altungsgericht den Vollzug der W eg- w eisung von Serben aus dem Kosovo als grundsätzlich nicht zum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG , es sei denn, sie hätten ihren letzten W ohnsitz im N or- den gehabt. Im U nterschied zu Angehörigen anderer ethnischer M inderheiten (BVG E E-5823/2006 vom 23. April 2007 E. 5.5 am Ende) besteht für Serben aus dem Kosovo jedoch im Einzelfall eine zum utbare innerstaatliche Aufenthaltsalter- native (EM AR K 1996 N r. 20 E. 8b S. 201, 1996 N r. 2 E. 6bb S. 14 f.) auf dem rest- lichen G ebiet der R epublik Serbien. 7.4.2 D er Beschw erdeführer stam m t aus X._______ (G njilane), w o er seit der G eburt bis zu seiner Ausreise im M ai 2004 gelebt hat. Eine R ückkehr dorthin fällt aufgrund einer nicht auszuschliessenden konkreten G efährdung w egen seiner ethnischen Zugehörigkeit indes nicht in Betracht. Es kann jedoch davon ausgegangen w erden, dass es dem Beschw erdeführer ohne w eiteres m öglich ist, sich allenfalls im N or- den des Kosovo und insbesondere im übrigen Serbien eine Existenzgrundlage auf- zubauen. D er Beschw erdeführer ist (_______) Jahre alt und hat - w ie aufgrund der Akten anzunehm en ist - keine gesundheitlichen Problem e; jedenfalls hat er bislang entgegen der Ankündigung in der Beschw erdeschrift keinen Arztbericht eingereicht, w as w ohl kaum der Fall gew esen w äre, w enn er tatsächlich ärztliche H ilfe hätte in Anspruch nehm en m üssen. Ausserdem gehört er keiner „verletzlichen G ruppe“ an, zum al er als ausgebildeter (_______) schon aufgrund seiner überdurchschnittlichen beruflichen Q ualifikation (vgl. auch A12/17 S. 7) auch über gesteigerte Erw erbschancen verfügt. Im Ü brigen hat er auch durch seine M igration in die Schw eiz eine gew isse Flexibilität unter Bew eis gestellt und sich m it Erfolg als (_______) betätigt. Es ist nicht einzusehen, w eshalb ihm der Aufbau einer neuen Existenz - bei entsprechendem Bem ühen - nicht auch in Serbien gelingen sollte. D ie blossen sozialen und w irtschaftlichen Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Bevölkerung betroffen ist, stellen keine existenzbedrohende Situation dar, w elche den Vollzug der W egw eisung eines Ausländers in den H eim atstaat als unzum utbar erscheinen liesse (EM AR K 1994 N r. 19 E. 6b S. 149). In diesem Zusam m enhang bem isst sich die - in casu zu bejahende - Zum utbarkeit nach den durchschnittlichen örtlichen Verhältnissen und nicht nach schw eizerischen Standards. Zw ar w ill der Beschw erdeführer in Serbien - nach eigenen Angaben - über kein fam iliäres Beziehungsnetz verfügen. Indessen stellt das allfällig fehlende soziale N etz in Serbien angesichts des Alters von (_______) Jahren für den gem äss Akten gesunden Beschw erdeführer kein 8 H indernis dar, kann er sich doch ein neues aufbauen. Im Ü brigen hat der Beschw erdeführer einen in der Schw eiz w ohnhaften O nkel sow ie eine C ousine in D eutschland und einen H albbruder in Australien (vgl. A1/8 S. 2), w elche ihn zw eifelsohne (zum indest w ährend einer Ü bergangszeit) finanziell unterstützen können. U nter diesen U m ständen ist der Vollzug der W egw eisung nicht als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu bezeichnen. 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, bei der zuständigen Vertretung sei- nes H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente erhältlich zu m achen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.6 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet hat. D ie Anordnung der vorläu- figen Aufnahm e fällt som it nicht in Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dem nach abzuw ei- sen, sow eit darauf einzutreten ist. 9. D er Beschw erdeführer ersucht um die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspfle- ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG . D anach kann die Beschw erdeinstanz eine bedürftige Partei, deren Begehren nicht von vornherein aussichtslos erscheinen, auf G esuch davon befreien, Verfahrenskosten zu bezahlen. Aus der Tatsache, dass sich zeigt, dass der Beschw erdeführer keine prozessualen Erfolgschancen hatte, ergibt sich zw ar noch nicht zw ingend, dass die Beschw erde von vornherein aussichtslos w ar. D ennoch m üssen vorliegend die G ew innaussichten des Be- schw erdeführers als von allem Anfang an beträchtlich geringer eingestuft w erden als die Verlustgefahren und können als kaum ernsthaft bezeichnet w erden. D ies bedeutet nach bundesgerichtlicher R echtsprechung (vgl. BG E 122 I 271 E. 2b), dass der Streitfall als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen ist. D eshalb ist das gestellte G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege abzuw ei- sen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - (_______) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Fulvio H aefeli G ert W inter Versand am :