<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat in den letzten Wochen gleich mehrere Studien präsentiert, u. a. sowohl einen Atlas über die ältere Bevölkerung, den das Genfer Gerontologiezentrum für das BFS erarbeitet hat, als auch das Werk "Migration und ausländische Bevölkerung in der Schweiz 1997". An der Präsentation dieser beiden Werke in der Öffentlichkeit ist aufgefallen, dass die Resultate vom BFS kommentiert, gewertet und politische Schlüsse formuliert worden sind.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist es richtig, dass der Stab des BFS vor kurzem erweitert worden ist, um das Material zu analysieren, aber auch auszuwerten und zu interpretieren?</p><p>2. Ist es opportun, dass das BFS aus den Resultaten der Erhebungen auch politische Schlüsse zieht? Ist er nicht vielmehr der Meinung, dass es den politischen Behörden zusteht, die entsprechenden Schlüsse zu ziehen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Werk "Atlas suisse de la population âgée" wurde im Auftrag des Bundesamtes für Statistik und mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds für wissenschaftliche Forschung vom Genfer "Centre interfacultaire de gérontologie" unter Leitung von Prof. Christian Lalive d'Epinay verfasst. Das Werk stützt sich im wesentlichen auf die Ergebnisse der Volkszählungen ab und stellt die Situation der älteren Menschen in der Schweiz auf kantonaler und kommunaler Ebene aufgrund von sozio-demographischen Indikatoren dar. Der Atlas richtet sich an Personen, die in der Praxis mit Fragen der Alterung befasst sind, und macht deutlich, dass die Alterspolitik auf kommunaler und kantonaler Ebene der ungleichen Verteilung und Lebenslage älterer Menschen Rechnung zu tragen hat.</p><p>Die Publikation "Migration und ausländische Bevölkerung in der Schweiz 1997" bietet eine Übersicht der wichtigsten statistischen Information des BFS und anderer Bundesstellen aus den Bereichen Demographie und Arbeitsmarkt. Eine solche Publikation, die sowohl den Asylbereich wie den übrigen Ausländerbereich einbezieht und die Vergleiche zur Bevölkerung schweizerischer Nationalität erlaubt, ist in verschiedenen parlamentarischen Vorstössen verlangt worden. Die Publikation wird künftig jährlich mit aktuellen Daten erscheinen. Die Publikation enthält keine Informationen zur Ausländer- oder Asylpolitik, hingegen macht sie auf verschiedene wichtige demographische und ökonomische Trends aufmerksam. So wird z. B. herausgestellt, dass aufgrund der Geburtenentwicklung die Zahl der Kinder und Jugendlichen stark zunehmen wird, die in der Schweiz geboren sind, aber weiterhin einen ausländischen Pass besitzen.</p><p>Die beiden Fragen der Interpellation beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1. Der Stab des Bundesamtes für Statistik wurde nicht erweitert. Beide Studien wurden ohne zusätzlichen Personalaufwand erstellt bzw. begleitet.</p><p>2. Die Studien sind von den direkt interessierten Kreisen und einer breiteren Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen worden. Die Analyse von wichtigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Trendentwicklungen, die sich aufgrund von statistischen Daten abzeichnen, gehört mit zu den Grundaufgaben des BFS. Ausgehend vom gesetzlichen Auftrag und von einem modernen Verständnis der Statistik werden die vom BFS erhobenen Rohdaten im Sinne einer Dienstleistung für verschiedene Benützerkreise, darunter die Politik und die Medien, aufgearbeitet. Für den Bundesrat und die Fachämter sind die Informationen des BFS, neben anderen Informationsquellen, wichtige Entscheidungsgrundlagen. Das Festlegen und Bewerten von konkreten politischen Massnahmen in den einzelnen Politikbereichen bleibt dabei selbstverständlich Sache der zuständigen politischen Behörden auf kommunaler, kantonaler und Bundesebene. Es ist nicht Aufgabe des Bundesamtes für Statistik, politische Schlüsse zu ziehen.</p>  Antwort des Bundesrates.