A bteilung IV D -3761/2006 zom /m ak {T 0/2} U rteil vom 11. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller (Vorsitz), R ichter Jean-Pierre M onnet, R ichterin N ina Spälti G iannakitsas G erichtsschreiberin Kathrin M angold H orni A ._______, G eburtsdatum unbekannt (angeblich ...), N iger, w ohnhaft (...), vertreten durch die R echtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn, Jakob W inistörfer, substituiert durch Patricia M üller, (...) Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. Februar 2004 i.S. Vollzug der W egw eisung / (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) D er Beschw erdeführer verliess seine H eim at gem äss eigenen Angaben am 25. D ezem ber 2003 und gelangte von B._______ aus auf dem Luftw eg in ein ihm nicht nam entlich bekanntes "arabisches Land". Von dort her sei er per Zug und Perso- nenw agen unter U m gehung der G renzkontrollen bis in die Schw eiz gereist. Zu sei- nem am 27. D ezem ber 2003 in der Em pfangsstelle (heute: Em pfangs- und Verfah- renszentrum ) C ._______ gestellten Asylgesuch w urde der Beschw erdeführer dort am 5. Januar 2004 sum m arisch befragt. Für den Aufenthalt w ährend der D auer des Asylverfahrens w urde er dem Kanton D ._______ zugew iesen. D ie zuständige kantonale Behörde hörte ihn am 30. Januar 2004 im Beisein einer Vertrauensperson - da er zu jenem Zeitpunkt angeblich noch m inderjährig w ar (er gab an, 16 Jahre alt zu sein, w obei ihm sein genaues G eburtsdatum nicht geläufig sei) - eingehend zu seinen Asylgründen an. D as BFF verzichtete auf eine zusätzliche Befragung des Beschw erdeführers. b) Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, er sei als einziges Kind nigrischer Staatsangehöriger in E._______ (N iger) geboren. N ach dem frühen Tod seiner M utter habe ihn sein Vater der Fam ilie seines Bruders H . übergeben. Sein Vater sei ungefähr anfangs 1998 ebenfalls verstorben. Etw a zur gleichen Zeit sei er - der Beschw erdeführer - m it seinem O nkel H . und dessen Fam ilie nach F._______ gezogen. Von der Fam ilie seines O nkels H ., insbesondere von dessen Ehefrau, sei er nicht gut behandelt w orden; er habe nie die Schule besuchen dürfen, sondern habe säm tliche im H aus anfallenden Arbeiten verrichten und überdies auf dem M arkt Eis verkaufen m üssen. Im Jahre 2001 oder 2002 sei er erstm als zurück in G ._______ geflüchtet und habe in E._______ bei S., einem w eiteren O nkel väterlicherseits, U nterschlupf gefunden. Bereits nach kurzer Zeit sei er jedoch w ieder von H . nach H ._______ zurückgeholt w orden. Im O ktober oder N ovem ber 2003 sei er erneut in den N iger geflohen und habe dann dank der H ilfe eines Freundes seines O nkels S. am 25. D ezem ber 2003 seine H eim at auf dem Luftw eg verlassen können. Im W eiteren brachte der Beschw erdeführer vor, nie Problem e m it den Behörden oder irgendw elchen O rganisationen im G ._______ oder in H ._______ gehabt zu haben. Er habe seine H eim at ausschliesslich desw egen verlassen, w eil er von der Fam ilie von H . w ie ein Sklave behandelt w orden sei. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Protokolle bei den Akten verw ie- sen. Sow eit für den Entscheid w esentlich, w ird darauf in den Erw ägungen einge- gangen.3 c) G em äss einer am 6. Januar 2004 vom I._______ in J._______ durchgeführten Knochenalteranalyse soll der Beschw erdeführer zu jenem Zeitpunkt bereits m indestens 19 Jahre alt gew esen sein. B. M it Verfügung vom 27. Februar 2004 - eröffnet am 1. M ärz 2004 - lehnte das BFF das Asylgesuch m it der Begründung ab, die Vorbringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht stand. G leichzeitig ordnete das BFF die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an und stellte fest, der Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . a) D er Beschw erdeführer beantragte durch seine Vertreterin bei der dam als zu- ständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) m it Eingabe vom 31. M ärz 2004 die Aufhebung des vorinstanzlich verfügten W egw eisungsvollzuges und die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zur N eubeurteilung. In prozess- rechtlicher H insicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bew illigen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Zur U nterm auerung der in der R echtsm itteleingabe gestellten Anträge - auf deren ausführliche Begründung, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den nachfolgen- den Erw ägungen eingegangen w ird - w urde ein am 26. M ärz 2004 von der dem Beschw erdeführer beigeordneten Vertrauensperson verfasstes Schreiben zu den Akten gegeben. D arin w urde insbesondere festgehalten, dass die Verständigung anlässlich der kantonalen Anhörung sehr schw ierig gew esen sei. b) Am 1. April 2004 w urde überdies eine von der C aritas Schw eiz beziehungsw ei- se vom Zentrum für Asyl Suchende in K._______ ausgestellte Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung eingereicht. D . M it Zw ischenverfügung vom 28. April 2004 verzichtete die AR K auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G leichzeitig w urde dem Beschw erdeführer beziehungs- w eise dessen Vertreterin m itgeteilt, über das G esuch um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege w erde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. E. a) D ie Vorinstanz schloss m it Vernehm lassung vom 22. N ovem ber 2006 auf Ab- w eisung der Beschw erde, da diese keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be- w eism ittel enthalte, w elche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könn- ten. Insbesondere sei bezüglich der Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvoll- zugs festzustellen, dass der Beschw erdeführer nunm ehr auch unter Berücksichti- gung seines angegebenen G eburtsdatum s die Volljährigkeit erreicht habe und sich 4 som it zum heutigen Zeitpunkt nicht m ehr auf die Kinderschutzkonvention berufen könne. Ü berdies verm öchten die Behauptungen des in der Zw ischenzeit als D rogenverkäufer in Erscheinung getretenen Beschw erdeführers, Analphabet zu sein, keine Schulen besucht zu haben und über keine direkten Bezugspersonen im G ._______ zu verfügen, nicht zu überzeugen. b) D er Beschw erdeführer liess sich durch seine Vertreterin am 8. D ezem ber 2006 zu den in der Vernehm lassung enthaltenen Ausführungen vernehm en. D abei w ur- de unter anderem ausgeführt, das genaue G eburtsdatum sei für den Beschw erde- führer bis anhin bedeutungslos gew esen, w eshalb ihm aus dessen U nkenntnis kein Vorw urf gem acht w erden könne. D ass er auch keine genauen Angaben zum Tode seiner Eltern habe m achen können, hänge dam it zusam m en, dass er zum Zeitpunkt des Todes seiner M utter noch ein Kleinkind gew esen sei und m it seinem Vater schon lange keinen Kontakt m ehr gehabt habe. Sodann könnten auch An- alphabeten in der Lage sein, ein H andy zu bedienen, zum al der Beschw erdeführer in der Zw ischenzeit auch gelernt habe, einige W orte in D eutsch zu schreiben. Schliesslich sei der Vorw urf des D rogenhandels entschieden zurückzuw eisen; das von der Polizei beim Beschw erdeführer gefundene G eld stam m e von der Sozialhil- fe. Am 18. D ezem ber 2006 ging bei der AR K eine am 12. D ezem ber 2006 ausgestell- te Bestätigung der C aritas Schw eiz / Fachstelle Ausbildung und Beschäftigung ein, w onach der Beschw erdeführer einen Alphabetisierungskurs besucht habe und erst im Verlauf der beiden letzten Jahre lesen und schreiben gelernt habe. F. M it Strafverfügung vom 11. O ktober 2006 w urde der Beschw erdeführer, w elcher bereits am 26. Juni 2006 w egen Kontakts m it D rogenkonsum enten in K._______ festgenom m en und gegen w elchen vom Am t für öffentliche Sicherheit des Kantons D ._______ am 9. August 2006 eine Ausgrenzung aus dem G ebiet der Städte D ._______ und K._______ verfügt w orden w ar, von der Staatsanw altschaft des Kantons D ._______ w egen Vergehens gegen das Betäubungsm ittelgesetz (Verkauf von 0,5 G ram m Kokain am 8. August 2006) zu einer bedingt aufgeschobenen G efängnisstrafe verurteilt. W egen M issachtung der Ausgrenzungsverfügung w urde der Beschw erdeführer m it einer w eiteren Strafverfügung der Staatsanw altschaft des Kantons D ._______ vom 15. Februar 2007 zu einer bedingt aufgeschobenen G eldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 1'000.--, ersatzw eise einer Freiheitsstrafe von zehn Tagen verurteilt; anstelle der Busse beziehungsw eise der Ersatzfreiheitsstrafe w urde am 6. Juli 2007 die Leistung von 40 Stunden gem einnütziger Arbeit verfügt.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der - im Ü brigen m ittlerw eile auch gem äss eigenen Angaben volljährige - Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. D ie vorliegende Beschw erde richtet sich - auch w enn in der Beschw erdeschrift die von der Vorinstanz festgestellte U nglaubhaftigkeit der Aussagen zum Alter des Be- schw erdeführers, zu seinem U m zug nach H ._______ und zur R ückkehr in den G ._______ beanstandet w ird - ausdrücklich nur gegen die Ziffern 4 und 5 der Verfügung des Bundesam tes vom 27. Februar 2004. D ie Ziffern 1 bis 3 der vorinstanzlichen Verfügung (N ichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Verw eigerung des Asyls sow ie W egw eisung an sich) sind som it - w ie bereits in der Zw ischenverfügung der AR K vom 28. April 2004 festgestellt w orden w ar - in R echtskraft erw achsen. 6 4. 4.1 In der R echtsm itteleingabe (vgl. S. 3 f.) w ird zunächst gerügt, die Verfügung des Bundesam tes falle nicht nur im Asylpunkt durch ihre Kürze auf; auch die Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sei ohne w eitere Begründung bejaht w or- den. D abei sei darauf hinzuw eisen, dass beide Befragungen nicht in der M utter- sprache des Beschw erdeführers, L._______, sondern in französischer Sprache durchgeführt w orden seien; die von der Befragerin form ulierten Fragen hätten dem Beschw erdeführer von der anw esenden Vertrauensperson in einfachstem Franzö- sisch nahe gebracht w erden m üssen. D ie in der Folge protokollierten Aussagen seien zur Abklärung des fam iliären U m feldes und eines allfälligen sozialen N etzes im H erkunftsland und dam it zur Beurteilung der Voraussetzungen der Zum utbar- keit des W egw eisungsvollzugs nicht ausreichend. D ie Verfügung des Bundesam - tes vom 27. Februar 2004 sei daher aufzuheben und die Sache zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. 4.2 D azu ist vorab festzuhalten, dass der G esetzgeber die Verw altungsbeschw erde aus prozessökonom ischen G ründen grundsätzlich reform atorisch ausgestaltet hat (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG ); gem äss Art. 61 Abs. 1 Vw VG darf eine Kassation und R ückw eisung an die Vorinstanz nur ausnahm sw eise erfolgen, so etw a, w enn w ei- tere Tatsachen festgestellt w erden m üssen und ein um fassendes Bew eisverfahren durchzuführen ist (vgl. EM AR K 1995 N r. 6 E. 3d S. 62, w elche Praxis der AR K bis auf w eiteres auch für das Bundesverw altungsgericht G ültigkeit hat; A. KÖ LZ/I. H Ä- N ER , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl. Zü- rich 1998, R z. 694). 4.3 Zw ar trifft es zu, dass der Beschw erdeführer als seine M uttersprache L._______ nannte, m angels Verfügbarkeit eines entsprechenden D olm etschers die Befragungen aber in französischer Sprache (deren Kenntnis der Beschw erdeführer ebenfalls als für die Befragung ausreichend erachtete; vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 2) durchgeführt w erden m ussten. Ebenso scheint es zuzutreffen, dass sich die Befragung in französischer Sprache nicht im m er einfach gestaltete. D er Beschw erdeführer erklärte jedoch sow ohl in der Kurzbefragung als auch nach Abschluss der ausführlichen kantonalen Anhörung ausdrücklich, die ihn befragenden Personen verstanden zu haben (vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 7 und Protokoll kantonale Befragung, A12, S. 11), und auch die bei der kantonalen Anhörung anw esende H ilfsw erksvertreterin gab abschliessend eigenhändig zu Protokoll, die Befragung habe sich "besser als erw artet" gestaltet, m an habe sich "gut verständigt". Sodann sind die in den beiden Befragungsprotokollen enthaltenen Angaben zu den Lebensum ständen des Beschw erdeführers in seiner H eim at - entgegen der in der R echtsm itteleingabe vertretenen Auffassung - klarerw eise ausreichend, um gestützt darauf über die Frage zu befinden, ob die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung zu R echt angeordnet hat. An dieser Feststellung verm ag auch der U m stand nichts zu ändern, dass die entsprechenden Erw ägungen in der angefochtenen Verfügungen äusserst knapp 7 ausgefallen sind, zum al das Bundesverw altungsgericht aufgrund der O ffizialm axim e in jedem Fall von Am tes w egen zu überprüfen hat, ob sich die Verfügung als rechtskonform erw eist. 4.4 N ach dem G esagten sind insbesondere zur Ü berprüfung des vorinstanzlich verfüg- ten Vollzugs der W egw eisung keine w eiteren Abklärungen nötig. D er Sachverhalt ist ausreichend erstellt, w eshalb eine Kassation der Verfügung des Bundesam tes vom 27. Februar 2004 und eine R ückw eisung der Sache zur N eubeurteilung nicht in Frage kom m t. D er entsprechende Antrag ist daher abzuw eisen. 5. Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von ausländischen Personen (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 5.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 D as Bundesam t w ies in seiner angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. M angels Flüchtlingseigen- schaft - die Ziffern 1 und 2 der vorinstanzlichen Verfügung sind nicht angefochten w orden und som it in R echtskraft erw achsen - kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren kei- ne Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in den N iger ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig.8 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den N i- ger dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss der Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folter- ausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohten (vgl. dazu EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .; N r. 17 S. 130 f.). D as ist jedoch vorliegend nicht der Fall. U ngeachtet der von der Vorinstanz in ihrer angefochtenen Verfügung geäusserten - m angels An- fechtung des Asylpunktes der Verfügung vom 27. Februar 2004 nicht zu überprü- fenden - Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen (er sei von der Fam ilie sei- nes O nkels w ie ein Sklave gehalten w orden) ist darauf hinzuw eisen, dass der Be- schw erdeführer auch nach nigrischem R echt nunm ehr volljährig ist und bei allfälli- gen N achstellungen seitens der Fam ilie seines O nkels H ., unter dessen O bhut er gestanden haben w ill, die zuständigen Behörden in seiner H eim at um Schutz nachsuchen könnte. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise der N icht-Erhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Be- handlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). D ie seit 1960 von Frankreich unabhängige R epublik N iger gehört zu den am w e- nigsten entw ickelten und ärm sten Ländern der W elt. Zw ei D rittel des Staatsgebie- tes befinden sich in der Sahara. R egelm ässig w iederkehrende D ürren und H eu- schreckenplagen führen zu N ahrungsm ittelknappheit der noch heute grösstenteils in der Landw irtschaft tätigen Bevölkerung. Zudem kom m t es - trotz einer gew issen Stabilisierung - insbesondere im N orden und O sten des Landes regelm ässig zu bew affneten Zusam m enstössen zw ischen nigrischen Sicherheitskräften und Tua- reg-R ebellen. D ennoch kann bezüglich dem N iger und inbesondere auch bezüglich dem im fruchtbareren und "reicheren" Südw esten des Landes gelegenen D éparte- m ent E._______ - w o der Beschw erdeführer gem äss seinen Angaben herkom m t und w o auch sein O nkel S., der ihm U nterkunft gew ährt und ihm bei der Ausreise geholfen haben soll, lebt - nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation allgem einer G ew alt, w elche für den Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in die H eim at eine konkrete G efährdung darstellen w ürde, gesprochen w erden. Sodann sind auch keine individuellen G ründe ersichtlich, w elche den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen lassen könnten. D er Beschw erdeführer behauptet zw ar, w eder im N iger noch in H . zur Schule gegangen zu sein, w as 9 angesichts der hohen Analphabeten-R ate im N iger (74 % bei den M ännern und 90 % bei den Frauen) auch geglaubt w erden kann. W ährend seines Aufenthaltes in der Schw eiz lernte er jedoch in Alphabetisierungskursen lesen und schreiben (vgl. Bestätigung vom 12. D ezem ber 2006). Zudem ist er jung, sow eit aktenkundig ge- sund und verfügt er nebst seiner M uttersprache L._______ (beziehungsw eise M ._______) auch über Französischkenntnisse und über gew isse Berufserfahrungen als Eisverkäufer. Sodann lebt sein O nkel S., der ihm - w ie vorstehend bereits bem erkt w urde - vor der Ausreise U nterkunft gew ährt und ihm bei der Ausreise geholfen haben soll, in E._______ (vgl. Protokoll kantonale Befragung, A12, S. 2 ff.) und kann ihm bei der R eintegration in der H eim at behilflich sein. U nter diesen U m ständen bestehen keine H inw eise, dass der Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in den N iger in eine konkrete, seine Existenz bedrohende Situation geraten könnte. Bei dieser Sachlage kann der Vollzug der W egw eisung - entgegen der in R echts- m itteleingabe vertretenen Auffassung - auch als zum utbar bezeichnet w erden. 5.4 D ie bisherigen Bestim m ungen betreffend vorläufige Aufnahm e infolge einer schw erw iegenden persönlichen N otlage (Art. 14a Abs. 4bis AN AG i.V.m . Art. 44 Abs. 3-5 AsylG ) w urden m it der Änderung des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben. G leichzeitig m it der Aufhebung der Bestim m ungen über die vor- läufige Aufnahm e im Falle einer schw erw iegenden persönlichen N otlage trat auf den 1. Januar 2007 eine neue H ärtefallregelung in Kraft. G em äss Art. 14 Abs. 2 AsylG haben neu die Kantone die M öglichkeit, bei "Vorliegen eines schw erw iegen- den persönlichen H ärtefalles" unter bestim m ten w eiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen. Im vorliegenden Fall w ären indes bereits die zeitlichen Anforderungen für die Anw endung von Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht gege- ben, hält sich der Beschw erdeführer doch erst seit D ezem ber 2003, m ithin seit w e- niger als den nunm ehr erforderlichen fünf Jahren, in der Schw eiz auf. 5.5 Schliesslich ist der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer auch als m ög- lich im Sinne von Art. 14a Abs. 2 AN AG zu bezeichnen, da keine praktischen H in- dernisse erkennbar sind, die einer R ückkehr in den N iger entgegenstehen könn- ten, und er verpflichtet ist, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atlan- des um die Ausstellung gültiger R eisepapiere zu bem ühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ). 5.6 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D as Bundesam t hat den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e ausser Betracht (vgl. Art. 14a Abs. 1-4 AN AG ) 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen.10 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht [VG G ; AS 2006 2197] i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]) dem Beschw erdefüh- rer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). N achdem sich die Beschw erde jedoch nicht als zum Vornherein aussichtslos erw iesen hat und der Beschw erdeführer nach w ie vor nicht erw erbstätig ist (und daher von seiner Bedürftigkeit ausgegan- gen w erden m uss), ist das in der R echtsm itteleingabe vom 31. M ärz 2004 gestellte G esuch um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) zu bew illigen und auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. In G utheissung des G esuches um unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Vertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: angefochtene Verfügung im O riginal) - der Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. ...) - (...) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller Kathrin M angold H orni Versand am :