Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. Juni 2017 (810 16 335) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung / Straffälligkeit und Schulden- wirtschaft Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin i.V. Daniela Spitteler Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Stefan Suter , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1595 vom 15. November 2016) A. Der ledige, kinderlose, türkische Staatsangehöri ge A.____ wurde am XX.XX.1989 in B.____ geboren, verfügt über eine Niederlassungsbew illigung und hat sich seit seiner Geburt ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. A.____ ist mehrmals strafrechtlich in Erscheinung getr eten. Die Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft verurteilte ihn am 7. Februar 2002 wegen Tätlichkeit und Körperverletzung zu sechs Halbtagen Arbeitsleistung. Am 17. Februar 2010 erg ing durch das Bezirksstatthalteramt Liestal ein Strafurteil wegen fahrlässiger Körperverle tzung, mehrfacher einfacher und mehrfa- cher grober Verletzung der Verkehrsregeln, Führens eine s Motorfahrzeugs in nicht vorschrifts- mässigem Zustand, Führens eines Fahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises, Widerhand- lung gegen das Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubeh ör und Munition (Waffengesetz, WG) vom 20. Juni 1997 und mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäu- bungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmitt elgesetz, BetmG) vom 3. Oktober 1951 zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 50 T agessätzen à Fr. 80.-- bei einer Probe- zeit von zwei Jahren und einer Busse von Fr. 2‘700.--. Das Strafgericht des Kantons Basel- Stadt (Strafgericht) verurteilte A.____ am 8. Juni 20 11 wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher qualifizierter Sachbeschädigung, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Fahrens unter Einfluss von Betäubun gsmitteln, Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises sowie mehrfachen Betäubungsmittelkonsums z u einer bedingten Freiheits- strafe von zwei Jahren unter Auferlegung einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse von Fr. 1‘000.--, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil d es Bezirksstatthalteramts Liestal vom 17. Februar 2010. Die gegen ihn am 17. Februar 2010 ausgesprochene Geldstrafe von 50 Tagessätzen wurde für vollziehbar erklärt. Mit Urteil vom 19. Juli 2012 verurteilte die Staats- anwaltschaft Luzern A.____ schliesslich wegen Führens eines Lieferwagens ohne den erforder- lichen Führerausweis und unvorsichtigen Öffnens der Fahr zeugtür zu einer unbedingten Geld- strafe von 20 Tagessätzen à Fr. 80.-- und einer Busse in der Höhe von Fr. 250.--. C. Am 8. Februar 2013 verwarnte das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) A.____ wegen den bis dahin ergangenen Verurteilungen und sei ner Schuldenlage (gemäss Betrei- bungsregisterauszug vom 31. Juli 2012 Betreibungen im G esamtbetrag von Fr. 68‘638.50 und offene Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 20‘974.--). Es wies ihn darauf hin, sich zukünftig an die gesetzlichen Vorschriften zu halten, seinen Zahlu ngsverpflichtungen rechtzeitig nachzu- kommen sowie seine Schulden abzubauen. D. Am 31. Juli 2013 verurteilte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft A.____ wegen versuchten Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch s (Deliktszeitraum Februar 2012), mehrfachen Führens eines Personenwagens trotz Ann ullation des Führerausweises auf Probe (Deliktszeitraum Dezember 2011) zu einer unbeding t vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 80.-- und einer Busse in der Höhe von Fr. 1‘600.--. Die Probezeit des Ur- teils des Strafgerichts vom 8. Juni 2011 wurde auf vier Jahre verlängert. E. Am 6. Oktober 2015 erliess die Staatsanwaltschaft d es Kantons Basel-Stadt einen Strafbefehl gegen A.____ wegen Diebstahls, Sachbeschäd igung, Hausfriedensbruchs (Delikts- zeitpunkt zwischen dem 27. und 29. Juni 2014) sowie wege n mehrfacher Übertretung nach Art. 19a Betäubungsmittelgesetz (Deliktszeitraum 1. November 2012 bis 15. Oktober 2014) und verurteilte ihn zu 160 Tagen Freiheitsstrafe. A.____ e rhob Einsprache gegen den Strafbefehl, woraufhin das Strafgericht am 3. Mai 2016 den Strafbe fehl grundsätzlich bestätigte, aber die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafe zu einer teilbedingten Geldstrafe von 120 Tage ssätzen à Fr. 100.-- (davon 60 Tages- sätze unbedingt) und einer Busse in der Höhe von Fr. 400.-- bei einer Probezeit von fünf Jahren abänderte. F. Am 21. Juli 2016 gewährte das AfM A.____ das rechtli che Gehör zum drohenden Wi- derruf seiner Niederlassungsbewilligung und der damit einhergehenden Wegweisung, welches er am 2. August 2016 wahrnahm. G. Am 30. August 2016 verfügte das AfM den Widerruf d er Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung von A.____ bis zum 29. September 2016. H. Am 8. September 2016 erhob A.____ Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) gegen die Verfügung vom 30. August 2016 des AfM und be- antragte deren Aufhebung und die Verlängerung der Niederlassungsbewilligung. I. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Regierungsr atsbeschluss (RRB) Nr. 1595 vom 15. November 2016 ab. J. A.____, vertreten durch Stefan Suter, Advokat in Base l, erhob gegen den RRB Nr. 1595 vom 15. November 2016 Beschwerde beim Kan tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsger icht). Er beantragt, es sei der Ent- scheid des Regierungsrats vom 15. November 2016 aufzuheb en und die Vorinstanz anzuwei- sen, die Niederlassungsbewilligung zu verlängern; es seien keine Kosten zu erheben und es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigun g zuzusprechen; ferner sei die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu gewähren. K. Der Regierungsrat liess sich am 6. Dezember 2016 vern ehmen und beantragt die Ab- weisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. L. Am 27. Dezember 2016 erliess die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft einen Strafbe- fehl gegen den Beschwerdeführer wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Deliktszeitraum Ende Mai 2015 bis 21. August 2015) sowie gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG) vom 19. Dezember 1958 (Deliktszeitpunkt 4. April 2016). Als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts vom 3. Mai 2016 wurde er zur Leistung geme innütziger Arbeit von 10 Mal 4 Stunden, total 40 Stunden, anstelle einer unbedin gten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 100.-- verurteilt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdige s Interesse an dessen Aufhebung auf. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, i st auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 2. Die Kognition des Kantonsgerichts beschränkt sich gemä ss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allf älliger Rechtsverletzungen zu über- prüfen bzw. zu prüfen, ob die Vorinstanz ein allfällige s Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob diese den Sac hverhalt unrichtig oder unvollständig fest- gestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit ist de m Kantonsgericht dagegen im vorlie- genden Fall verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dess en Wegweisung zu Recht erfolg- ten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. AuG und 27 ff. AuG – im Rahmen der g esetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassun g zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Gewä hrung einer Anwesenheitsbewilli- gung hat die ausländische Person grundsätzlich nicht, es se i denn, das AuG oder völkerrechtli- che Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2. 3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/ Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.3 Zwischen der Schweiz und der Türkei besteht kein Sta atsvertrag, der dem Beschwer- deführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schwei z gewähren würde. Es sind entspre- chend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich anderer vö lkerrechtlicher Verträge, anwend- bar. 3.4 Die Niederlassungsbewilligung verleiht ihrem Inhab er grundsätzlich einen zeitlich unbe- fristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz (Art. 34 Abs. 1 AuG). Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufent- halt in der Schweiz auszugehen. 3.5.1 Des Weiteren können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschen rechte und Grundfreiheiten (Europäi- sche Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleich- wertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Pri vat- und Familienlebens einen An- spruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem andern S taat ableiten, wenn eine staatliche Ent- fernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Auslä nderrecht, insbeson- dere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, E uropäische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Die se Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienan gehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Famil ienleben vereitelt wird. Gemäss stän- diger bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhal- tenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsre cht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die i hrerseits auf einem gefestigten Rechtsan- spruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamil ie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und in- takte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Nach der Rechtsprechung fallen z udem die sozialen Bindungen eines Aus- länders im Aufenthaltsstaat und zur Gemeinschaft, in de r er lebt – insbesondere wenn er im Aufenthaltsstaat geboren wurde oder im jungen Kindesal ter eingereist ist –, bei einer langen Aufenthaltsdauer in den Schutzbereich des Privatlebens ( kombinierter Schutzbereich des Pri- vat- und Familienlebens, vgl. Urteile des BGer 2C_445/ 2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3 so- wie 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2). 3.5.2 Die Garantie des Familienlebens ist bei ledigen und kinderlosen jungen Erwachsenen namentlich berührt, wenn sie dem Elternhaus noch nicht entwachsen sind, sondern weiterhin mit den Eltern oder anderen Familienmitgliedern in einem gemeinsamen Haushalt wohnen (vgl. Urteil des BGer 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4. 4.2). Losgelöst vom Familienleben kann bei einer sehr langen Aufenthaltsdauer der Schutzb ereich des Privatlebens betroffen sein (vgl. Urteil des BGer 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.2). Unabhängig vom Bestehen eines Familienlebens wird bei im Aufenthaltsstaat gebo renen und aufgewachsenen (erwachse- nen) Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generat ion insbesondere dann ein Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- und Familienl ebens angenommen, wenn eine auf- enthaltsbeendende Massnahme die Trennung von den hier lebenden Eltern und Geschwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteile des BGer 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3 sowie 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2) 3.5.3 Der heute 28-jährige, ledige und kinderlose Be schwerdeführer ist in der Schweiz gebo- ren und zur Schule gegangen. Er hat sein gesamtes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht, wo sich auch sämtliche seiner sozialen Bindungen befinden und er entsprechend verwurzelt ist. Der Beschwerdeführer kann sich folglich als Ausländer der zw eiten Generation auf den kombi- nierten Schutzbereich des Privat- und Familienlebens gem äss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV berufen. 4.1 Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf A ufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Fami lienleben absolut. Die Niederlassungs- bewilligung kann widerrufen werden, wenn der Auslände r zu einer längerfristigen Freiheitsstra- fe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, ver urteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG; BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Dabei Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht spielt es keine Rolle, ob die Sanktion bedingt, teilbed ingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1). Ein Widerruf ist überdies möglich, wenn der Ausländer in schwer- wiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat sowie diese oder die innere oder die äu ssere Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn d ie ausländische Person durch ihr Han- deln besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in G efahr gebracht hat, sich von straf- rechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrach- tung zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt noch fäh ig ist, sich an die Rechtsordnung zu hal- ten (BGE 139 I 16 E. 2.1, BGE 137 II 297 E. 3). Die se Widerrufsgründe gelten auch, wenn eine ausländische Person sich seit mehr als 15 Jahren ununter brochen und ordnungsgemäss im Land aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.1). 4.2 Bereits mit der Verurteilung gemäss Urteil des Stra fgerichts vom 8. Juni 2011 zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 24 Monaten ist vorliegend eine längerfristige Freiheits- strafe ausgesprochen worden und der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbin- dung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG gegeben. Ob das Ve rhalten des Beschwerdeführers als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherhei t und Ordnung zu werten ist, bedarf keiner näheren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen für einen Widerruf aufgrund der Verurteilung zu einer längerfristi- gen Freiheitsstrafe fehlt (BGE 135 II 377 E. 4.1; Urt eile des BGer 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3 und 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). 5.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds nach Art. 63 Au G ist Grundvoraussetzung für den Widerruf der Bewilligung, wobei dessen Bestehen a ber nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung führt. Vielmehr rechtferti gt sich der Widerruf und die damit verbun- dene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) nach Art. 96 AuG nur dann, wenn diese Mass- nahme im Einzelfall gestützt auf eine umfassende Güt erabwägung verhältnismässig erscheint. Verlangt ist eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren W iderruf, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig e rweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Versc huldens, der Grad der Integration beziehungsweise die Dauer der bisherigen Anwesenheit sow ie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteile des BGer 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1; 2C_50/2012 vom 2 8. September 2012 E. 5; A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL ; in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer recht, 2. Auflage, Basel 2009, N 8.31 ). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit längerer Zeit hier aufhält, soll nur mit Z urückhaltung widerrufen werden. Bei wieder- holter beziehungsweise schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlos- sen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein ganz es bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat. Bei schweren Straftaten und bei Rückfall beziehungsweise wiederholter Delin- quenz besteht regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse, die Anwesenheit eines Aus- länders zu beenden, der dermassen die öffentliche Sicher heit und Ordnung beeinträchtigt (Ur- teile des BGer 2C_486/2013 vom 4. November 2013 E. 3. 2 und 2C_339/2013 vom 18. Juli 2013 E. 2.3). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs f ür Menschenrechte (EGMR) zu Art. 8 EMRK sind im Rahmen der Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeenden- der Massnahmen dieselben Elemente massgebend wie nach d er bundesgerichtlichen Recht- sprechung: (1) die Art und Schwere der vom Betroffenen begangenen Straftaten, wobei beson- ders ins Gewicht fällt, ob er diese als Jugendlicher oder als Erwachsener begangen und es sich dabei um Gewaltdelikte gehandelt hat oder nicht; (2) die Dauer des Aufenthalts im Land; (3) die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalte n des Betroffenen während dieser; (4) die sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum Aufenthaltsstaat und zum Herkunftsland; (5) sein gesundheitlicher Zustand sowie (6) die mit de r aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.2). Keines dieser Elemente ist für sich allein ausschlaggebend; geboten ist in jedem Fall ei ne Gesamtwertung (Urteile des BGer 2C_659/2015 vom 20. August 2015 E. 4.1 sowie 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2012 E. 2.3). 5.3 Der Regierungsrat kam in seinem Entscheid im Wesen tlichen zum Schluss, dass sich eine Wegweisung des Beschwerdeführers als verhältnismässig erweise mit der Begründung, dass dieser bereits im Alter von 12 Jahren wegen Tätlich keiten und einfacher Körperverletzung zu einer Strafe von sechs Tagen Arbeitsleistung verurteilt worden sei. Über die Jahre seien wei- tere Delikte in mehreren Deliktsbereichen dazu gekommen (Einbruchsdelikte, Körperverletzung, Strassenverkehrsdelikte sowie Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz). Dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, über einen lä ngeren Zeitraum straffrei zu leben, was von einer schlechten Legalprognose zeuge. Ins Gewicht falle besonders, dass er trotz der aus- länderrechtlichen Verwarnung vom 8. Februar 2013 währe nd der laufenden Probezeit erneut straffällig geworden sei und hochwertige Rechtsgüter w ie Leib, Leben, Gesundheit und Eigen- tum verletzt habe. Daneben würden gegen den Beschwerde führer mehrere Betreibungen und Verlustscheine vorliegen. Damit bestehe ein gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und desse n Wegweisung aus der Schweiz. In Bezug auf seine privaten Interessen führte der Reg ierungsrat aus, der Beschwerdeführer sei hier geboren und aufgewachsen und weise somit eine lan ge Anwesenheitsdauer auf. Er sei ledig und kinderlos, aber seine sozialen Beziehungen wür den sich allesamt in der Schweiz be- finden. In beruflicher Hinsicht sei es ihm nicht gelung en, sich zu integrieren: so verfüge er bis heute über keine ordentliche Ausbildung, arbeite temporär als Lagermitarbeiter und könne seine Lebenshaltungskosten nur durch die Unterstützung des Va ters seiner Freundin bestreiten. Ak- tuell absolviere der Beschwerdeführer zwar eine Erwachsen enausbildung als Logistiker EFZ, doch sei fraglich, ob er diese Ausbildung erfolgreich a bschliessen werde. Zusammenfassend überwiege daher das öffentliche Interesse sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz. 5.4 Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz das öf fentliche Sicherheitsinteresse zu stark gewichtet habe. Die Verurteilung der Jugendanwaltschaft vom 7. Februar 2002 dürfe nicht berücksichtigt werden, da der Beschwerdeführer damals erst 12 Jahre alt gewesen sei. Zudem hätten sich die Tathandlungen der fünf weiteren Veru rteilungen, welche der Beschwerdeführer im jungen Erwachsenenalter begangen habe, alle "eher im unteren Bereich" abgespielt, dies zeigten die ausgefällten Strafen (zwischen 10 und 50 Tag essätze). Selbst das Urteil des Straf- gerichts vom 3. Mai 2016 habe dem Beschwerdeführer "ledi glich" eine teilbedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen auferlegt. Zudem liege die schwerste Verurteilung vom 8. Juni 2011 be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht reits sechs Jahre zurück und dürfe nicht mehr so stark gewich tet werden. Daneben moniert der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe seine privaten Int eressen zu wenig berücksichtigt. So sei er in der Schweiz geboren sowie aufgewachsen und le be seit über einem Jahr mit seiner Schweizer Freundin C.____ zusammen. Betreffend seine b erufliche Integration sei darauf hin- zuweisen, dass er einer geregelten Arbeit im Rahmen ein er Temporäranstellung bei der C.____AG nachgehe und ihm eine Festanstellung in Aussi cht gestellt worden sei. Zudem ab- solviere er eine Nachholausbildung zum Logistiker EFZ. Daneben bemühe er sich darum, seine Schuldenlage in den Griff zu bekommen und habe mehrer e Zahlungen an das Betreibungsamt B.____ geleistet. 5.5 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und die vorzunehmende ausländer- rechtliche Interessenabwägung sind die vom Strafgericht v erhängten Strafen (Urteil des BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 8.4.1). Dabei fal len insbesondere zwei Verurteilungen des Beschwerdeführers ins Gewicht. Einerseits auferlegte d as Strafgericht dem Beschwerde- führer am 8. Juni 2011 eine bedingte Freiheitsstrafe v on zwei Jahren sowie eine Busse in der Höhe von Fr. 1‘000.-- wegen gewerbs- und bandenmässig en Diebstahls, gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher qualifizierter Sachbe- schädigung, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hau sfriedensbruchs, Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln, Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises sowie mehrfachen Betäubungsmittelkonsums. Das Strafgericht führte im Urte il aus, dass der bandenmässige Diebstahl als schwerste der begangenen Straftaten Ausgan gspunkt für die Strafzumessung bilde. Straferhöhend habe sich die Deliktsmehrheit aus gewirkt. Insgesamt würde beim Be- schwerdeführer ein erhebliches Verschulden vorliegen, da ihm in der professionellen, rück- sichtslos agierenden Gruppierung eine führende Rolle zug ekommen sei. Zu seinen Gunsten müsse allerdings berücksichtigt werden, dass sich der Beschwerd eführer im Verfahren koope- rativ gezeigt habe und einer Arbeit nachgehe (vgl. Ur teil des Strafgerichts vom 8. Juni 2011 S. 38 f.). Andererseits erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt einen Strafbefehl gegen den Beschwerdeführer wegen Diebstahls, Sachbeschä digung, Hausfriedensbruchs (De- liktszeitpunkt zwischen dem 27. und 29. Juni 2014) sowie we gen mehrfacher Übertretung nach Art. 19a Betäubungsmittelgesetz (Deliktszeitraum 1. November 2012 bis 15. Oktober 2014) und verurteilte ihn zu 160 Tagen Freiheitsstrafe. Der Beschw erdeführer sei nachts gegen 22 Uhr in ein Bürogebäude durch Eindrücken eines schräg gestellten Fensters eingebrochen und habe Bargeld im Gesamtwert von Fr. 462.20 erbeutet. Da au fgrund der einschlägigen Vorstrafen kei- ne günstige Prognose gestellt werden könne, erscheine e ine unbedingte Strafe als notwendig, um den Beschwerdeführer vor der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Da er keinen Beruf erlernt habe, verschuldet und vermögenslos sei, sei nich t zu erwarten, dass er eine hohe Geld- strafe würde bezahlen können (Strafbefehl der Staatsa nwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 6. Oktober 2015 S. 2 f.). Der Beschwerdeführer erh ob Einsprache gegen den Strafbefehl, woraufhin das Strafgericht am 3. Mai 2016 den Strafbe fehl grundsätzlich bestätigte, aber die Strafe zu einer teilbedingten Geldstrafe von 120 Tage ssätzen à Fr. 100.-- (davon 60 Tages- sätze unbedingt) bei einer Probezeit von fünf Jahren abänderte. 5.6 Wie dargelegt, wurde der Beschwerdeführer insgesamt wegen bandenmässigen Dieb- stahls, Widerhandlung gegen das Waffengesetz und mehr facher Widerhandlung gegen das Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strassenverkehrsgesetz sowie das Betäubungsmittelgesetz verur teilt. Dabei verletzte er hoch- wertige Rechtsgüter Dritter (Leib und Leben, Gesund heit, körperliche und psychische Integrität, Eigentum). Mit den Verurteilungen vom 8. Juni 2011 bzw . vom 3. Mai 2016 (zwei Jahre bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe und 120 Tagessätzen Geldstrafe) liegen ferner zwei deutlich schwe- rer wiegende Verurteilungen vor. Aufgrund der vorstehe nden Ausführungen kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer wiederholt und teilw eise in schwerwiegender Weise straf- fällig geworden ist. Es besteht demzufolge ein gewicht iges öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung. 5.7 Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Inter essen des Beschwerdeführers gegenüberzustellen. Entscheidend ist stets das Gesamtbild e ines jeden Einzelfalles, welches anhand von sämtlichen der massgeblichen Kriterien zu be urteilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren sowie auf gewachsen und lebt seit 28 Jahren hier. Er hat seine gesamte Schulzeit hier verbracht und lebt zusammen mit seiner Schweizer Freundin C.____ in E.____. Bezüglich seiner beruflichen Situation ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit dem Abschluss der obligatorischen S chule als ungelernter Logistikmitar- beiter mit Unterbrüchen in verschiedenen Betrieben tät ig war. Über die D.____ AG fand der Beschwerdeführer schliesslich eine befristete Anstellung b ei der F.____ Genossenschaft per 21. Oktober 2016 (vgl. Arbeitsvertrag D.____ AG vom 20. Oktober 2016) und aufgrund seiner guten Arbeitsleistung wurde ihm dieser Vertrag verläng ert (vgl. Arbeitszeugnis der D.____ AG vom 7. November 2016), bis er im Frühling 2017 eine un befristete Festanstellung bei der F.____ Genossenschaft per 1. Mai 2017 erhielt (vgl. Arb eitsvertrag F.____ Genossenschaft vom 18. April 2017). Ferner ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass er im August 2016 eine Nachholbildung zum Logistiker EFZ begonnen hat, welche er voraussichtlich nächs- tes Jahr abschliessen wird (vgl. Bestätigung der gewerbl ich-industriellen Berufsschule B.____ vom 22. Mai 2017). In finanzieller Hinsicht ist festzust ellen, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren zahlreiche Betreibungen und Verlustschei ne angehäuft hat (vgl. Auszug des Be- treibungsregisters vom 22. August 2016). Seit August letzt en Jahres ist der Beschwerdeführer jedoch bemüht, seine Schuldensituation zu bereinigen und hat erste Rückzahlungen zwischen Fr. 500.-- und Fr. 1‘000.-- an das Betreibungsamt B._ ___ geleistet, was aktenmässig belegt ist (vgl. Quittungen vom 9. August 2016, 30. September 201 6 sowie 3. November 2016). Betref- fend die soziale Integration des Beschwerdeführers ist fe stzuhalten, dass er deutsch und schweizerdeutsch spricht. Seine Eltern, seine Schwester u nd viele seiner Cousins, seine Schweizer Freundin und sein Bekanntenkreis leben in der Schweiz. Wie sich aus den Akten ergibt, führt er offenbar seit mindestens einem Jahr e ine Beziehung mit C.____. Deren Familie, insbesondere auch ihr Vater G.____, unterstützen den B eschwerdeführer im Alltag und es scheint dem Beschwerdeführer mit Hilfe dieses Helfernet zes zu gelingen, deliktfrei zu leben. Der Beschwerdeführer ist ferner bemüht, sich beruflich w eiter zu integrieren und offenbar ge- willt, ein geregeltes und schuldenfreies Leben zu führen. In der Türkei leben zwar weitere Fami- lienmitglieder (Grossmutter, zwei Onkel und ein Cousin) , gemäss den Angaben des Beschwer- deführers besteht zu diesen aber kein Kontakt und er w ar letztmals im Jahre 2012 ferienhalber in der Türkei. Gestützt auf die vorstehenden Ausführun gen ist zusammenfassend davon auszu- gehen, dass die Verbundenheit des Beschwerdeführers zur S chweiz gross ist, insbesondere auch, weil der Beschwerdeführer in der Schweiz gebore n und aufgewachsen sowie sein ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht samtes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat. Aufg rund der lebenslangen Anwesen- heitsdauer, seiner beruflichen Integration und der Beziehungsverhältnisse überwiegen die priva- ten Interessen des Beschwerdeführers im vorliegenden Fall das öffentliche Interesse an einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdefüh rers sowie dessen Wegweisung. Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als unverhäl tnismässig und die Beschwerde ist folglich gutzuheissen. 6.1 Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, abe r den Umständen nicht ange- messen, so kann die betroffene Ausländerin oder der bet roffene Ausländer unter Androhung der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AuG). Die Verwarnung soll als Ausfluss des Verhältnismässigkeitsprinzips verhindern, dass es überhaupt zu einer aufenthaltsbeendenden Massnahme kommt, und den Betroffenen auf sein problemat isches Verhalten zu einem Zeit- punkt hinweisen, in welchem sich die Anordnung der anged rohten Massnahme gerade noch nicht rechtfertigt (Urteil des BGer 2C_114/2012 vom 26. März 2013 E. 1.1). 6.2 Im vorliegenden Fall ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer sich beruflich und sozial integriert hat und dass er aktuell seine Schu lden ratenweise zurückzahlt. Sollte er allerdings in absehbarer Zeit erneut in relevanter We ise straffällig werden oder in relevanter Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung ver stossen oder diese gefährden oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährden und dam it das durch das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchen, muss er trotz seiner langen An wesenheit mit dem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung rechnen. Der Beschwerdeführe r ist deshalb im Rahmen des vorlie- genden Urteils ausdrücklich ausländerrechtlich zu verwarnen. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten u mfassen die Gerichtsgebühren so- wie die Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Den Vorinstanzen könn en nur dann Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspr uch nehmen (vgl. § 20 Abs. 3 und Abs. 4 VPO). Dementsprechend sind im vorliegenden Ver fahren keine Verfahrenskosten zu erheben. 7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. Entspre- chend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens ist dem Besc hwerdeführer eine Parteient- schädigung zulasten der Vorinstanz zuzusprechen. In seiner Honorarnote vom 31. Mai 2017 macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufw and von 12 Stunden und 75 Minuten à Fr. 250.-- und Spesen in der Höhe von Fr . 154.-- geltend, was nicht zu beanstan- den ist. Demzufolge hat der Regierungsrat dem Beschwerd eführer eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 3‘608.80 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu bezahlen. 7.3 Bezüglich der Neuverlegung der Kosten des vorinstanzl ichen Verfahrens ist die Ange- legenheit zum neuen Entscheid an den Regierungsrat zurückzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägunge n ausländerrecht- lich verwarnt. 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanz- lichen Verfahrens an den Beschwerdegegner zurückgewiesen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 3‘608.80 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu bezahlen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.