<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00554</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205146&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00554</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wiedererteilung des Führerausweises unter Auflagen; Verhältnismässigkeit einer Auflage. Angesichts der Hepatitis-Erkrankung des Beschwerdeführers reichen die erhöhten Blutwerte in Kombination mit den wenigen Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alkoholkonsum nicht aus, um ihn zu regelmässigen alkoholspezifischen Blutwertbestimmungen zu verpflichten. Die umstrittene verkehrsmedizinische Auflage wird durch das Gutachten und die ergänzende Stellungnahme des IRM nicht ausreichend begründet (E. 4.2). Teilweise Gutheissung: Aufhebung der Auflage und Rückweisung an die verfügende Behörde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALKOHOLGEFÃHRDUNG">ALKOHOLGEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE, VERKEHRSMEDIZINISCHE">AUFLAGE, VERKEHRSMEDIZINISCHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENKONSUM">DROGENKONSUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKHEIT">KRANKHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERTEILUNG">WIEDERERTEILUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 35 Abs. III VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A wurde wegen Verdachts auf BetÃ¤ubungsmittelhandel am 3. April 2003 verhaftet. AnlÃ¤sslich der Hausdurchsuchung konnte in seiner Wohnung ein Gramm Heroin sichergestellt werden. Bei der polizeilichen Befragung gab A zu, dass das sichergestellte Heroin ihm gehÃ¶re, er habe es konsumieren wollen. BetÃ¤ubungsmittel konsumiere er seit etwa einem halben Jahr, Heroin etwas hÃ¤ufiger (im Zeitraum von einer bis eineinhalb Wochen ein Gramm) als Marihuana (ein bis zwei Mal monatlich).</p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf den Polizeirapport vom 4. April 2003 entzog die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich (DSS; Strassenverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) A am 13. Mai 2003 den FÃ¼hrerausweis vorsorglich im Sinn von Art. 35 Abs. 3 der Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976 (VZV).</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 15. Juli 2003 wurde A durch das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich (IRM) einer verkehrsmedizinischen Untersuchung unterzogen. Das IRM kam im Gutachten vom 19. August 2003 zum Schluss, dass klare Hinweise fÃ¼r einen mÃ¶glichen Missbrauch von Drogen vorlÃ¤gen. BezÃ¼glich des ebenfalls kontrollierten Alkoholkonsums bestÃ¼nden Unklarheiten; erhÃ¶hte Laborparameter kÃ¶nnten auf eine festgestellte Hepatitis B, aber auch auf einen mÃ¶glichen Alkoholmissbrauch zurÃ¼ckzufÃ¼hren sein. Aufgrund dieser UmstÃ¤nde kÃ¶nne zwar die Zulassung zum Verkehr bejaht werden, allerdings kÃ¶nne auf Auflagen nicht verzichtet werden.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 11. November 2003 wurde der vorsorgliche Ausweisentzug wieder aufgehoben, gleichzeitig auferlegte die DSS nach Empfehlung des IRM A die Einhaltung bzw. WeiterfÃ¼hrung der Drogenabstinenz unter Ã¤rztlicher Aufsicht mit monatlich zweimaliger Urinprobe (Ziff. 2a) sowie die Behandlung und Verlaufskontrolle der festgestellten Lebererkrankung bei regelmÃ¤ssiger Bestimmung der Laborparameter CDT (Carbohydrate Deficient Transferrin), Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transfe­rase), GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase), GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), MCV (mean corpuscular volume) alle sechs bis acht Wochen (Ziff. 2b). Ein erster Ã¤rztlicher Bericht Ã¼ber beide Massnahmen war nach einem halben Jahr zu erstatten (Ziff. 2c). Einem allfÃ¤lligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 12. Dezember 2003 gelangte A an den Regierungsrat und liess diesem die Aufhebung der Anordnung betreffend Drogenabstinenz, zweimonatlicher Urinproben, Behandlung und Verlaufskontrolle der Lebererkrankung sowie der Anordnung eines Ã¤rztlichen Berichts beantragen. Mit Entscheid vom 10. November 2004 wies der Regierungsrat den Rekurs ab, wiederum unter Entzug der aufschiebenden Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit rechtzeitiger Beschwerde vom 17. Dezember 2004 beschrÃ¤nkte sich A darauf, dem Verwaltungsgericht unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin zu beantragen, die Behandlung und Verlaufskontrolle der Lebererkrankung und "jegliche andere Massnahmen betreffend Alkoholmissbrauchs-Prophy­laxe" aufzuheben. Zudem verlangte er die Erstattung der Kosten fÃ¼r die "Alkoholmissbrauchskontrolle" sowie die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung. Ferner beantragte der BeschwerdefÃ¼hrer die EinrÃ¤umung einer Frist zwecks ausfÃ¼hrlicherer BeschwerdebegrÃ¼ndung. Letzteres Begehren wurde bereits mit ZwischenverfÃ¼gung vom 21. Dezember 2004 abgewiesen. Nach durchgefÃ¼hrter Vernehmlassung â das Strassenverkehrsamt und der Regierungsrat beantragten am 5. Januar 2005 bzw. am 18. Januar 2005 je Abweisung der Beschwerde â wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 27. Januar 2005 das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gutgeheissen.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen sowie die AusfÃ¼hrungen des angefochtenen Regierungsratsbeschlusses werden â soweit erforderlich â nachstehend wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die grundsÃ¤tzliche ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr findet ihre Grundlage in § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. a VRG durch den Einzelrichter. Nach § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG ist die einzelrichterliche Beurteilung indessen ausgeschlossen, wenn Entscheide des Regierungsrats angefochten sind. Nachdem hier Letzteres der Fall ist, hat die GeschÃ¤ftserledigung in Dreierbesetzung zu erfolgen (vgl. § 38 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer auf eine Anfechtung der Auflagen betreffend Drogenmissbrauch ausdrÃ¼cklich verzichtet (Beschwerdeschrift, Ziff. 6), sind im vorliegenden Verfahren lediglich noch die Kontrollen bezÃ¼glich Alkoholmissbrauch umstritten. DiesbezÃ¼glich verlangte der BeschwerdefÃ¼hrer in seiner Rekursschrift ausschliesslich die Aufhebung der Behandlung und Verlaufskontrolle der Lebererkrankung. Mit der Beschwerde hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer an diesem Antrag fest, verlangt aber neu, es seien "jegliche andere Massnahmen betreffend Alkoholmissbrauchs-Prophylaxe" aufzuheben. Der im Beschwerdeverfahren erweiterte Antrag kann sich demnach nur auf die Bestimmung der Laborparameter beziehen. Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens kann einerseits nur sein, was auch Gegenstand der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung war, anderseits bestimmt sich der Streitgegenstand nach der im Rekursantrag enthaltenen Rechtsfolgebehauptung. Bei nicht allzu strenger Auslegung des im Rekursverfahren gestellten Antrags bzw. der dazugehÃ¶rigen BegrÃ¼ndung â auch die Vorinstanz behandelte die Eingabe als gegen die Verlaufskontrolle <i>und</i> die Laboruntersuchung gerichtet â ist davon auszugehen, dass im Rekursverfahren der Wille auf Aufhebung beider Massnahmen genÃ¼gend zum Ausdruck kam.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer machte nach Ablauf der Beschwerdefrist mehrere Eingaben. Sie sind als verspÃ¤tete Vorbringen nicht zu berÃ¼cksichtigen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 53 N. 15 und § 54 N. 8). Gegenstand der Beschwerde ist die RechtmÃ¤ssigkeit der Auflage gemÃ¤ss Ziff. 2b in der VerfÃ¼gung vom 11. November 2003, welche aufgrund des damaligen Aktenstands zu beurteilen ist. SpÃ¤ter gewonnene Erkenntnisse sind nicht in diesem Verfahren zu prÃ¼fen. Solche in Betracht zu ziehen ist Sache der Beschwerdegegnerin, wenn sie die WeiterfÃ¼hrung oder Aufhebung der angefochtenen Auflage prÃ¼ft; sie hat die BerÃ¼cksichtigung der spÃ¤teren Entwicklung in der angefochtenen VerfÃ¼gung auch ausdrÃ¼cklich vorbehalten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der nicht nÃ¤her bezifferte Antrag auf RÃ¼ckerstattung der Kosten fÃ¼r den Aufwand der Alkoholmissbrauchskontrolle ist, weil damit ein Schadenersatzanspruch eines Privaten gegen den Staat geltend gemacht wird, Sache der Zivilgerichte (§ 2 Abs. 1 VRG) und kann nicht in diesem Verfahren gestellt werden. Es hilft dem BeschwerdefÃ¼hrer in diesem Punkt nichts, dass sowohl im Rekurs- wie auch im Beschwerdeverfahren der Antrag "unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge" gestellt wurde, da dieser immer nur einem auf den Rechtsverfolgungsaufwand bezogenen Antrag auf ParteientschÃ¤digung entspricht (vgl. KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 1). Ob der Antrag auf RÃ¼ckerstattung der Kosten nicht auch einer unzulÃ¤ssigen Erweiterung der im Rekursantrag enthaltenen Rechtsfolgebehauptung gleichkÃ¤me, kann dahingestellt bleiben. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ist die Wiedererteilung eines FÃ¼hrerausweises unter Auflagen zu beurteilen: Die Beschwerdegegnerin sah angesichts des Gutachtens des IRM von einem definitiven Sicherungsentzug ab. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist seit dem 11. November 2003, wenn auch mit Auflagen, wieder fahrberechtigt. Im Beschwerdeverfahren sind â wie erwÃ¤hnt â einzig noch die Anordnung der Behandlung und Verlaufskontrolle der Lebererkrankung sowie die ÃberprÃ¼fung der Laborparameter im Streit. â Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt sich auf den Standpunkt, dass der FÃ¼hrerausweis ohne die verkehrsmedizinische Auflage der Behandlung und Verlaufskontrolle der Lebererkrankung hÃ¤tte erteilt werden sollen. Damit bestreitet er die Erforderlichkeit und VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der angeordneten Massnahmen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Am 14. Dezember 2001 wurde die Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG) verabschiedet. Die revidierten Bestimmungen werden gestaffelt in Kraft gesetzt; Art. 10 Abs. 3 SVG wird auf den 1. Dezember 2005 ausser Kraft treten, der hinsichtlich der ZulÃ¤ssigkeit von Auflagen unverÃ¤ndert gebliebene Art. 17 Abs. 3 SVG steht bereits seit dem 1. Januar 2005 in Kraft (vgl. www.astra.admin.ch/html/de/news/neuerungen/index.php). Die Entscheide der Vorinstanzen ergingen noch unter der Herrschaft alten Rechts. In Ã¼bergangsrechtlicher Sicht gilt, dass nach bisherigem Recht angeordnete Massnahmen nach bisherigem Recht zu beurteilen sind (Ziff. III Abs. 2 des Ãnderungsgesetzes vom 14. Dezember 2001; AS 2002, 2767). Damit ist der vorliegende Fall nach altem Recht zu beurteilen. Anzumerken bleibt wegen des Wegfalls von Art. 10 Abs. 3 SVG, dass der Gesetzgeber in der Frage, wie Auflagen auszugestalten und wie lange sie aufrechtzuerhalten sind, mit der Revision keine Ãnderungen herbeifÃ¼hren wollte (zu Art. 17 Abs. 3 SVG vgl. auch BGr, 1. MÃ¤rz 2005, 6A.77/2004, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss Art. 35 Abs. 3 VZV kann die BehÃ¶rde bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden einen vorsorglichen Sicherungsentzug anordnen. Angesichts des grossen GefÃ¤hrdungspotenzials, welches dem FÃ¼hren eines Motorfahrzeugs eigen ist, erlauben schon blosse Anhaltspunkte, die den FahrzeugfÃ¼hrer als besonderes Risiko fÃ¼r die andern Verkehrsteilnehmer erscheinen lassen und ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug. Der strikte Beweis fÃ¼r die mangelnde Fahreignung ist dabei nicht erforderlich; wÃ¤re dieser erbracht, mÃ¼sste vielmehr von vornherein ein (definitiver) Sicherungsentzug verfÃ¼gt werden (BGE 122 II 359 E. 3a). Bei fortbestehendem Fahreignungsmangel wird ein vorsorglicher Sicherungsentzug in einen ordentlichen Sicherungsentzug Ã¼berfÃ¼hrt. Dies ergibt sich ohne weiteres aus Art. 16 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. b und c SVG (AusschlussgrÃ¼nde der Krankheiten und SÃ¼chte). Aus Art. 14 Abs. 1 und Abs. 2 SVG ergibt sich umgekehrt, dass die Bewilligung zu erteilen ist, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind. Steht also fest, dass kein Fahreignungsmangel mehr existiert oder nie bestanden hat, ist der Schwebezustand des vorsorglichen Entzugs durch die unbedingte AushÃ¤ndigung des FÃ¼hrerausweises zu beenden (vgl. RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern, Rz. 2221). Bestehen Unsicherheiten darÃ¼ber, ob der Eignungsmangel vÃ¶llig behoben ist, kann eine so genannte bedingte Wiedererteilung erfolgen; dabei verknÃ¼pft die BehÃ¶rde die Wiedererteilung mit Auflagen (Schaffhauser, Band III, Rz. 2224; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 902). Dies ergibt sich einerseits aufgrund des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips, anderseits und mittelbar auch aus Art. 17 Abs. 3 SVG bzw. Art. 10 Abs. 3 SVG, die beide eine Erteilung des FÃ¼hrerausweises unter (angemessenen) Auflagen vorsehen (BGE 130 II 25 E. 4; vgl. Schaffhauser, Band III, Rz. 2224, mit Hinweis in Anm. 6).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Welche Auflagen die BehÃ¶rde im Einzelnen ausspricht, ergibt sich aus dem Zweck der Bewilligung: Mit dem Erfordernis des FÃ¼hrerausweises soll sichergestellt werden, dass der Fahreignung nichts entgegen steht (weder Krankheiten noch SÃ¼chte: Art. 14 Abs. 2 lit. b und c sowie Art. 17 Abs. 1<sup>bis</sup> SVG). Die Anordnung geeigneter Auflagen ermÃ¶glicht der BehÃ¶rde eine subtile InteressenabwÃ¤gung im Einzelfall (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 918). Verkehrsmedizinische Auflagen tangieren das Grundrecht der persÃ¶nlichen Freiheit und mÃ¼ssen deshalb verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein (Art. 10 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999; BGE 125 II 289 E. 2b; VRK SG, 15. Dezember 1999, IVâ1999/20, E. 4, Assistalex 1999 Nr. 6442).</p> <p class="Urteilstext">Beim Entscheid Ã¼ber die Erforderlichkeit von Auflagen sind die Sicherheitserfordernisse des Strassenverkehrs zu berÃ¼cksichtigen, ebenso die Fortschritte, die der Betroffene bisher, also in der Zeit des (vorsorglichen) Sicherungsentzugs, gegebenenfalls gemacht hat. Die Prognose kÃ¼nftigen Verhaltens ist naturgemÃ¤ss mit Unsicherheiten behaftet (Schaffhauser, Band III, Rz. 2224 f.). Die Wiedererteilung unter Auflagen trÃ¤gt diesen Unsicherheiten Rechnung, indem sie den Betroffenen wieder am Strassenverkehr teilnehmen lÃ¤sst, ihn aber periodisch kontrolliert, um bei wieder auftretenden EignungsmÃ¤ngeln umgehend die entsprechenden Massnahmen ergreifen zu kÃ¶nnen (vgl. RRB, 27. Juli 1988, ZR 89/1990 Nr. 11 E. 5). â Der AushÃ¤ndigung des FÃ¼hrerausweises nach einem (vorsorglichen) Sicherungsentzug geht regelmÃ¤ssig ein Gutachten voraus (BGE 127 II 122 E. 3b). Anhand dieses Gutachtens kann die BehÃ¶rde die Risiken, die mit der AushÃ¤ndigung verbunden sind, besser abschÃ¤tzen. Wenn sich das Gutachten, wie hier, Ã¼ber die Anordnung von Auflagen ausspricht, hat das Verwaltungsgericht seine PrÃ¼fung darauf zu beschrÃ¤nken, ob das Gutachten vollstÃ¤ndig, klar, gehÃ¶rig begrÃ¼ndet und widerspruchsfrei ist und ob der Gutachter die notwendige Sachkenntnis und Unbefangenheit bewiesen hat (vgl. RB 1997 Nr. 9, 1982 Nr. 35; BGE 118 Ia 144 E. 1c; VGr, 3. Juli 2002, VB.2002.00073, E. 2b, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das vorliegende Verfahren hat keinen verkehrsrelevanten Anlass. Vielmehr konnte anlÃ¤sslich einer Hausdurchsuchung beim BeschwerdefÃ¼hrer ein Gramm Heroin in Papier verpackt sichergestellt werden. In diesem Zusammenhang gestand der BeschwerdefÃ¼hrer auch regelmÃ¤ssigen Konsum von Heroin und Marihuana. Die von der Beschwerdegegnerin mit dem vorsorglichen Entzug am 13. Mai 2003 angeordnete Begutachtung galt folgerichtig der vermuteten DrogenabhÃ¤ngigkeit, zugleich wurde auch um Auskunft Ã¼ber (allfÃ¤llige) andere verkehrsmedizinische Befunde gebeten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> Das IRM stellte im Gutachten vom 19. August 2003 aufgrund der am 15. Juli 2003 erfolgten Blutuntersuchung erhÃ¶hte Laborwerte bezÃ¼glich CDT 2,9 % (Normbereich bis 2,6 %), Gamma-GT 184 U/l (Normbereich bis 49) und GOT 53 U/l (Normbereich bis 41) fest, die weiteren Marker GPT und MCV lagen im Normbereich. Der zusammengefasst wiedergegebene Bericht des angefragten Hausarztes brachte die erhÃ¶hten Werte in Zusammenhang mit einer mÃ¶glicherweise chronischen verlaufenden Hepatitis B. Kenntnisse eines Alkohol- bzw. Drogenabusus lÃ¤gen dem Hausarzt nicht vor. Das IRM stellte in seiner Beurteilung demgegenÃ¼ber darauf ab, dass alkoholspezifische Laborparameter gleichzeitig erhÃ¶ht waren, welche Hinweise fÃ¼r einen regelmÃ¤ssigen vermehrten sowie einen aktuell erhÃ¶hten Alkoholkonsum seien. EinschrÃ¤nkend zog es aber auch einen mÃ¶glicherweise chronischen Verlauf der Hepatitis B als Ursache in Betracht. Die Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinem Alkoholkonsum wurden als widersprÃ¼chlich gewertet: Einerseits habe er erklÃ¤rt, gelegentlich ein bis zwei PanachÃ©s zu trinken, gebe jedoch gleichzeitig an, anlÃ¤sslich einer Feier unmittelbar vor der Untersuchung (an anderer Stelle, bei den Angaben des Exploranden, ist freilich von einer Geburtstagsfeier des vorangehenden Wochenendes die Rede) zwei Caipirinhas genossen zu haben. Im Ergebnis erachtete das IRM zum damaligen Zeitpunkt das Alkoholkonsumverhalten des BeschwerdefÃ¼hrers als unklar, weshalb der weitere Verlauf zu kontrollieren sei. In der nachtrÃ¤glichen Stellungnahme vom 8. Oktober 2003 hielt das IRM dann fest, dass die erhÃ¶hten alkoholspezifischen Laborparameter auch unter BerÃ¼cksichtigung der vorliegenden LeberentzÃ¼ndung (Hepatitis) einen Hinweis auf einen mÃ¶glichen Alkoholmissbrauch lieferten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Zur Interpretation der erhÃ¶hten alkoholspezifischen Laborwerte (zur Funktionsweise der Alkohol[missbrauchs]marker vgl. BGE 129 II 82 E. 6, ferner auch die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz zum VerhÃ¤ltnis von GOT und GPT, Rekursentscheid, E. 6) lagen dem IRM ergÃ¤nzend einerseits die Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinem Alkoholkonsum vor, anderseits verfÃ¼gte es Ã¼ber den Bericht des Hausarztes, wonach diesem ein Alkoholabusus nicht bekannt war und er fÃ¼r die erhÃ¶hten Laborwerte einen mÃ¶glicherweise chronischen Verlauf der Hepatitis B als Ursache in Betracht zog.</p> <p class="Urteilstext">Bei dieser Ausgangslage erscheint es selbst unter BerÃ¼cksichtigung des Drogenmissbrauchs als fragwÃ¼rdig, die wenigen Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinem Alkoholkonsum â wobei der gelegentliche Konsum von ein bis zwei PanachÃ©s und der Genuss zweier Drinks bei besonderem Anlass entgegen der Ansicht der Vorinstanz jedenfalls nicht als "massiv" bezeichnet werden kann â als widersprÃ¼chlich zu werten und in Kombination mit den erhÃ¶hten Laborwerten als Nachweis fÃ¼r eine <i>erhebliche AlkoholgefÃ¤hrdung</i> â so die Interpretation der Vorinstanz (Rekursentscheid, E. 6c) â zu betrachten, solange der Einfluss der Hepatitis-Erkrankung nicht hinreichend geklÃ¤rt war. Ob die erhÃ¶hten Laborwerte ausschliesslich auf die Hepatitis B zurÃ¼ckzufÃ¼hren waren oder ihre Ursache (auch) in einer AlkoholabhÃ¤ngigkeit hatten, fÃ¼r die kaum Anhaltspunkte bestanden, war daher am 11. November 2003, im VerfÃ¼gungszeitpunkt, anhand der verfÃ¼gbaren Unterlagen nicht eindeutig klar, sondern erst aufgrund weiterer Untersuchungsergebnisse zu bestimmen. In dieser unklaren Situation hÃ¤tte die Beschwerdegegnerin vor dem Entscheid Ã¼ber die Auflage deshalb auf einer weiteren medizinischen Untersuchung beharren und ihren Entscheid von diesem Ergebnis abhÃ¤ngig machen mÃ¼ssen. So aber zeigt sich, dass es mit der Auflage nur darum ging, letzte Gewissheit Ã¼ber die Ursache der erhÃ¶hten Laborwerte und damit Ã¼ber das Vorliegen eines Fahreignungsmangels zu schaffen und nicht darum, ein mit Sicherheit bestehendes Alkoholproblem durch Kontrollen in den Griff zu bekommen. Die Auflage wurde aber hinsichtlich der Kontrollen mit der Strenge formuliert, wie dies Ã¼blicherweise gegenÃ¼ber Lenkern mit erwiesenen Alkoholproblemen geschieht. Im Ergebnis wird die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der verkehrsmedizinischen Auflage betreffend Behandlung und Verlaufskontrolle der Lebererkrankung einschliesslich der Bestimmung der Laborparameter durch das Gutachten und die ergÃ¤nzende Stellungnahme des IRM nicht ausreichend begrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. DemgemÃ¤ss sind die Auflage Ziff. 2b der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 11. November 2003 und der Entscheid des Regierungsrats, soweit er diese Auflage bestÃ¤tigt, aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit zurÃ¼ckzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dieses Verfahrens sowie des Rekursverfahrens zu ⅔ dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu ⅓ der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dem mehrheitlich unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer ist keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden die Auflage Ziff. 2b der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 11. November 2003 und der Entscheid des Regierungsrats, soweit er diese Auflage bestÃ¤tigt, aufgehoben und die Akten zu weiterer Untersuchung und neuer Entscheidung an die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2.<span> </span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3.<span> </span>Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden dem BeschwerdefÃ¼hrer zu ⅔ und der Beschwerdegegnerin zu ⅓ auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4.<span> </span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5.<span> </span>Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>