<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">UV.2011.00169</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">III. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichterin Heine, Vorsitzende</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Annaheim</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer</font> </p><p><font size="4">Gerichtsschreiber Sonderegger</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 21. Dezember 2012</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Rechtsabteilung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Postfach 4358, 6002 Luzern</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Sachverhalt:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. X.___, geboren 1929, arbeitete stundenweise als Zeitungsverträger bei der Y.___ AG. Am 31. Oktober 2008 wurde er von einem Auto angefahren (Urk. 10/1). Am 1. Oktober 2009 erlitt er einen weiteren Unfall, als er über eine Schwelle stolperte und zu Boden stürzte (Urk. 10/39). Nachdem er die Tätigkeit als Zeitungsverträger nach dem 31. Oktober 2008 nicht mehr ausgeübt hatte, wurde das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2009 aufgelöst (Urk. 10/42). Die SUVA lehnte mit Verfügung vom 28. Dezember 2010 eine Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung für die beiden Unfälle mangels Versicherungsdeckung ab (Urk. 10/53). Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 13. April 2011 fest (Urk. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Dagegen erhob X.___ am 29. Mai 2011 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen für den Unfall vom 31. Oktober 2008 (Urk. 1). Die SUVA schloss in der Beschwerdeantwort vom 12. September 2011 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.2 Nach Art. 8 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 UVG und Art. 13 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht gegen Nichtberufsunfälle versichert, sofern ihre wöchentliche Arbeitszeit nicht mindestens acht Stunden beträgt. Für Teilzeitbeschäftigte, die diese Mindestdauer nicht erreichen, gelten auch Unfälle auf dem Arbeitsweg als Berufsunfälle.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Nach der Rechtsprechung liegt der Arbeitsweg zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsort der versicherten Person (BGE 126 V 357 E. 4a/aa). Zwischen der Reise und der Arbeit muss ein sachlicher Zusammenhang bestehen. Der Grund der Reise muss darin liegen, die Arbeit aufzunehmen oder nach der Arbeit heimzukehren (EVGE 1962 S. 7 E. 2). Als Arbeitsweg gilt nicht jeder vom Arbeitsplatz zu einem beliebigen Ziel führende Weg. Es muss sich vielmehr um ein nach objektiven Gesichtspunkten übliches Ziel handeln. Dieses kann am Wochenende ein anderes sein als während der Arbeitswoche, wenn beispielsweise der Arbeitsort so weit vom Familienwohnsitz entfernt ist, dass der Versicherte nur über das Wochenende zu seiner Familie zurückkehrt und während der Woche am Arbeitsort oder in dessen Umgebung wohnt (vgl. EVGE 1962 S. 13; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl., S. 80).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob im Zeitpunkt des Unfalls vom 31. Oktober 2008 eine Versicherungsdeckung bei der SUVA bestand. Unstreitig ist, dass die SUVA für die Folgen des Unfalls vom 1. Oktober 2009 nicht leistungspflichtig ist.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die SUVA hielt im angefochtenen Einspracheentscheid fest, die wöchentliche Arbeitszeit des Beschwerdeführers habe 7,8 Stunden, also weniger als 8 Stunden betragen. Damit habe keine Deckung für Nichtbetriebsunfälle bestanden. Ein Arbeitswegunfall stelle das Ereignis vom 31. Oktober 2008 nicht dar. Dies führe zur Verneinung ihrer Leistungspflicht (Urk. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.2 Der Beschwerdeführer verfügt über einen Lagerraum in einem Luftschutzkeller, wo er sich regelmässig aufhält und seine persönlichen Gegenstände lagert. Jedoch übernachtet er nicht dort. Nach eigenen Angaben schläft er mal da, mal dort (Urk. 10/5 S. 2, 10/21 S. 3, 10/40 S. 2). Der Unfall vom 31. Oktober 2008 ereignete sich 200 Meter vom Lagerraum entfernt, als sich der Beschwerdeführer wie üblich nach dem Austragen der Zeitungen mit seinem leeren Zeitungswagen auf dem Weg dorthin befand (Urk. 10/34, 10/49, 10/52 S. 2, vgl. auch Urk. 10/21 S. 2). Die SUVA scheint davon auszugehen, dass ein Arbeitsweg neben einem Arbeitsort in jedem Fall zwingend einen Wohnort, an dem man schläft, voraussetzt (Urk. 2, 10/53). Dieser Auffassung kann so nicht gefolgt werden. Entscheidend ist vielmehr, dass es sich beim Bestimmungsort um ein im Verhältnis zum Arbeitsplatz übliches Ziel handelt. Dies braucht nicht notwendigerweise die Schlafstätte zu sein. Im Falle des Beschwerdeführers war es der Lagerraum, wo er sich - wie besagt - regelmässig aufhält, seine persönlichen Gegenstände lagert und wohin er sich jeweils nach der Absolvierung der Route mit seinem Zeitungswagen begab. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Nach dem Gesagten ist das Ereignis vom 31. Oktober 2008 als Unfall auf dem Arbeitsweg zu qualifizieren. Damit ist die Unfalldeckung zu bejahen, ohne dass näher auf die Frage nach dem ausgeübten Arbeitspensum eingegangen werden muss. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. April 2011 insofern abgeändert, als die SUVA verpflichtet wird, dem Beschwerdeführer für den Unfall vom 31. Oktober 2008 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Schweizerische Unfallversicherungsanstalt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Gesundheit</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>