Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2013 (725 11 264 / 193) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhaltes (Gerichtsgutachten) / Bemessung des Inva- liditätsgrades und des versicherten Verdienstes Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Roger Peter, Rechtsanwalt, Neumünsterstrasse 30, 8008 Zürich gegen Basler Versicherung AG , Hauptsitz , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen (29/030264/02.X) A. Die 1975 geborene A.____ war seit 1. Oktober 2001 bei der B.____ AG als Account Managerin angestellt und durch ihre Arbeitgeberin bei der Basler Versicherung AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten ve rsichert. Am 20. Oktober 2002 erlitt A.____ einen Unfall, indem sie „auf Baustaub ausrutschte und eine Treppe hinunterstürzte“ (vgl. die undatierte, am 4. November 2002 bei der Basler V ersicherung AG eingegangene “Unfall- meldung UVG“ der Arbeitgeberin). Dabei zog sie sich ge mäss Diagnose des erstbehandelnden Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arztes Dr. med. C.____, Allgemeine Medizin FMH, eine D istorsion am rechten Knie zu (vgl. “Arztzeugnis UVG“ des Dr. C.____ vom 6. Dezember 2002). Wegen anhaltender Schmerzen wurde rund ein halbes Jahr später eine diagnostische Art hroskopie durchgeführt und eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes festgestellt. Am 3. Mai 2003 erfolgte deshalb ein operativer Eingriff, bei welchem eine Kreuzbandplastik mit Semiten dinosus-Sehne vorgenommen wurde. Da sich die Schmerzproblematik nicht verbesserte, erfolgte n über einen Zeitraum von fünf Jah- ren insgesamt fünf weitere operative Eingriffe am re chten Knie, ohne dass dadurch eine Ver- besserung der Schmerzsituation erzielt werden konnte. Di e Basler Versicherung AG, die nach Einfang der Unfallmeldung die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung) für die Folgen des Unfallereignisses vom 20. Oktober 2002 erbra cht hatte, holte deshalb zur Klärung der medizinischen Situation - insbesondere zur Frage de r Unfallkausalität der vorhandenen Be- schwerden und der Restarbeitsfähigkeit der Versicherten - bei Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie FMH, und bei Prof. Dr. med. E.____, Ortho pädische Chirurgie FMH, gutachterliche Einschätzungen ein. A.____ ihrerseits gab bei Dr. med. F.____, Orthopädische Chirurgie FMH, namentlich zur Frage von möglichen ärztlichen Kunst- und Behandlungsfehlern ein Gutachten in Auftrag. Schliesslich liess die Basler Versicherung AG o hne vorgängige Orientierung der Versicherten bei Dr. med. G.____, Innere Medizin FMH, ein Aktengutachten erstellen. Gestützt auf dessen Ergebnisse beabsichtigte die Basler Versicherun g AG die Durchführung einer zu- sätzlichen psychiatrischen Exploration sowie einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähig- keit (EFL), was von der Versicherten jedoch abgelehnt wurde. Gestützt auf die ihr vorliegenden medizinischen Unterla gen sprach die Basler Versicherung AG A.____ mit Verfügung vom 13. Dezember 2010 für die ve rbleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfallereignis vom 20. Oktober 2002 mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 eine Invalidenren- te auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 31 % und e ines versicherten Verdienstes von Fr. 92'877.-- sowie eine Integritätsentschädigung von 1 5 % zu. Gegen diese Verfügung erhob A.____ Einsprache, worauf die Basler Versicherung AG i hr im Rahmen des Einspracheverfah- rens dahingehend eine reformatio in peius androhte, a ls sie lediglich Anspruch auf eine Invali- denrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 20 % habe. Gleichzeitig gab sie der Versi- cherten Gelegenheit, ihre Einsprache zurückzuziehen. Nachde m A.____ erklärt hatte, dass sie an der Einsprache festhalte, erliess die Basler Versicher ung AG am 21. Juni 2011 einen Ein- spracheentscheid, mit dem sie zum einen „die Einsprache i n allen Punkten“ abwies und zum andern den Invaliditätsgrad „in Korrektur der Verfüg ung“ auf 20 % festsetzte. Zur Begründung des Entscheides wurde im Wesentlichen angeführt, dass bei der Würdigung des medizinischen Sachverhaltes auf das überzeugende Aktengutachten von Dr. G.____ abzustellen sei. Dem- nach sei die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkei t als Account Managerin nur zu 20 % eingeschränkt. Da beim Invalideneinkommen kein Raum fü r einen leidensbedingten Abzug be- stehe, resultiere aus dem Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 20 %. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertre ten durch Rechtsanwalt Dr. Roger Peter, am 22. Juli 2011 Beschwerde beim Kan tonsgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es se i der angefochtene Einspracheent- scheid aufzuheben und es sei ihr auf der Basis eines Inval iditätsgrades von 57 % und eines versicherten Verdienstes von Fr. 93'071.-- eine Invalid enrente von Fr. 42'723.-- pro Jahr bzw. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 3'560.25 pro Monat zu gewähren. Zudem habe d ie Beschwerdegegnerin ihr nach Ren- tenbeginn regelmässige ärztliche Kontrollen, ein bis zwei stationäre physikalisch-therapeu- tische Massnahmen und schmerztherapeutische Spezialbehandlun gen von drei bis vier Wo- chen pro Jahr, zehn bis zwölf spezialärztliche Konsultationen pro Jahr sowie ärztlich verordnete Medikamente zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. In ih rer Begründung erhob die Beschwerde- führerin verschiedene formelle und materielle Einwänd e gegen das Aktengutachten von Dr. G.____, aus denen sich insgesamt ergeben würde, da ss dieses in beweisrechtlicher Hin- sicht nicht verwertbar sei. Bei der Würdigung des med izinischen Sachverhaltes sei deshalb auf überzeugende Gutachten von Prof. E.____ vom 26. Janua r 2010 abzustellen. Im Rahmen des Einkommensvergleichs sei bei der Bemessung des Valideneinko mmens vom Verdienst auszu- gehen, den sie zuletzt bei der B.____ AG erzielt habe; dieser habe sich im Jahr 2010 nicht auf Fr. 93'620.--, sondern auf Fr. 94'118.-- belaufen. Nachdem gestützt auf die Einschätzung von Prof. E.____ von einer Arbeitsunfähigkeit als Sekret ärin von 28 % auszugehen sei und zudem ein leidenbedingter Abzug von 15 % gewährt werden müsse, resultiere ein Invalideneinkommen von Fr. 40'113.--, was einen Invaliditätsgrad von 57,38 % ergebe. Im Weiteren betrage der ver- sicherte Verdienst nicht Fr. 92'877.--, sondern Fr. 93' 071.--, was zu einem monatlichen Renten- betrag von Fr. 3'560.25 führe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. September 2011 bean tragte die Basler Versiche- rung AG, vertreten durch Advokat Dr. Manfred Bayerdörfer, die Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 24. November 2011 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der An gelegenheit gestützt auf die medizini- sche Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und ein orthopä- disches Gerichtsgutachten samt einer Evaluation der funkti onellen Leistungsfähigkeit (EFL) einzuholen. Eine psychiatrische Begutachtung wurde vorer st als nicht notwendig erachtet, sie wurde aber vorbehalten für den Fall, dass die Beschwerde n sich nicht restlos mit somatischen Befunden erklären liessen. Als Begutachtungsstelle wurde die Klinik H.____ vorgeschlagen. Gleichzeitig unterbreitete das Kantonsgericht den Parte ien den vorgesehenen Fragenkatalog. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2011 machte die Beschwerdef ührerin von der Möglichkeit Ge- brauch, dem Gericht zu Handen der Begutachtungsstelle Ergänzungsfragen einzureichen. Nachdem weder die Beschwerdeführerin noch die Beschwerde gegnerin Einwände gegen die vorgeschlagene Begutachtungsstelle erhoben hatten, ergi ng der entsprechende Auftrag am 5. Januar 2012 an die Klinik H.____. E. Erstmals mit Eingabe vom 27. März 2012, ein weiteres Mal am 5. April 2012 und schliesslich am 18. Mai 2012 beantragte die Beschwerdefüh rerin, es sei der Klinik H.____ der Begutachtungsauftrag zu entziehen und ein anderes Instit ut mit der Durchführung der orthopä- dischen Begutachtung und der EFL zu beauftragen. Die Gutachter der Klinik H.____ seien be- fangen und hätten sich über den Begutachtungsauftrag hinweggesetzt, indem sie von Anfang an eine psychiatrische Begutachtung vorgesehen hätten. Zunächst mit formlosem Schreiben vom 28. März 2012, in der Folge aber mit formellen Ve rfügungen vom 24. April und 29. Mai 2012 wies das instruierende Präsidium des Kantonsgericht s den Antrag, wonach der Klinik H.____ der Begutachtungsauftrag zu entziehen sei, ab. Gleichzeitig wurde jedoch in der Verfü- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung vom 29. Mai 2012 - unter Hinweis auf eine Einga be der Klinik H.____ vom 25. April 2012 und nach Einholung einer Stellungnahme der Beschwerde gegnerin vom 4. Mai 2012 - der Be- gutachtungsauftrag dahingehend erweitert, dass zusätzlic h zur orthopädischen auch eine rheumatologische Begutachtung (samt EFL) durchzuführen sei. Ferner ordnete das instruieren- de Präsidium des Kantonsgerichts in dieser letztgenannten Verfügung an, dass dem Gericht ein begründeter Antrag zu unterbreiten sei, falls die Gut achter gestützt auf die Ergebnisse ihrer orthopädischen/rheumatologischen Untersuchungen (samt EFL) eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung als erforderlich erachten sollten. Ohne vo rgängige Zustimmung des Gerichts sei von einer psychiatrischen Exploration der Versicherten abzusehen. F. Am 28. Januar 2013 erstattete die Klinik H.____ da s in Auftrag gegebene Gerichtsgut- achten. Gleichzeitig empfahlen die begutachtenden Ärzt e eine ergänzende psychiatrische Ex- ploration der Versicherten, weil das Ausmass der persistier enden Beschwerden aus somati- scher Sicht nicht nachvollziehbar sei. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, einerseits zu dieser Empfehlung und anderseits zum Inhalt des Gutach tens sowie zur Frage, wie sich dessen Ergebnisse auf einen allfälligen Leistungsanspruch der Versicherten auswirken würden, Stellung zu nehmen. Die Beschwerdeführerin machte am 28. März 2013 hiervon Gebrauch, wobei sie beantragte, es sei auf eine psychiatrische Ergä nzungsbegutachtung zu verzichten und es sei der Rentenanspruch gestützt auf die Ergebnisse des eingeholten Gerichtsgutachtens (samt EFL) festzusetzen. Demzufolge sei ihr eine Rente ba sierend auf einem Invaliditätsgrad von 39,83 % und einem versicherten Verdienst von Fr. 93 '071.-- zuzusprechen. Die Beschwer- degegnerin vertrat in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2013 ebenfalls die Auffassung, dass auf eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung verzichtet werden könne. Zur Begründung dieses Standpunktes führte sie aus, der für eine Leistungspflich t erforderliche adäquate Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfall vom 20. Oktober 2002 und einem allfälligen psychischen Leiden der Versicherten müsse ohnehin verneint werden. Im Übrigen hielt die Beschwerdegeg- nerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde f est. In einem abschliessenden kurzen Schriftenwechsel äusserten sich die Parteien mit Eingab en vom 14. bzw. 28. Mai 2013 insbe- sondere kontrovers zur Frage, wie das Invalideneinkommen zu ermitteln sei. Während die Be- schwerdeführerin an ihrem in der Eingabe vom 28. März 2 013 errechneten Invaliditätsgrad von 39,83 % festhielt, gelangte die Beschwerdegegnerin ge stützt auf die ihres Erachtens massge- benden Einkommenszahlen zu einem Invaliditätsgrad von 17,4 %. G. Mit Verfügung vom 31. Mai 2013 hielt das instruier ende Präsidium des Kantonsgerichts fest, dass zur Zeit, d.h. im Rahmen des Instruktionsverfah rens, davon abgesehen werde, die Versicherte durch die Klinik H.____ (ergänzend) psychiatri sch begutachten zu lassen. Selbst- verständlich stehe es dem Dreiergericht, welches seinerzeit die Einholung eines Gerichtsgut- achtens angeordnet hatte, anlässlich der zweiten Urteilsbe ratung frei, auf diese Instruktionsver- fügung zurückzukommen und eine psychiatrische Begutachtun g anzuordnen, falls es eine sol- che als erforderlich erachten sollte. Die Angelegenheit wurde deshalb erneut dem Dreiergericht zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befand sich dieser zum Zeitpunkt der Beschwerde erhebung in I.____, weshalb die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Ver sicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu- ständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht e rhobene - Beschwerde der Versicherten vom 22. Juli 2011 ist demnach einzutreten. 2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenren- te (Art. 18 Abs. 1 UVG). Überdies werden dem Rentenb ezüger laut Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG nach der Festsetzung der Rente Pflegeleistungen und Ko stenvergütungen (Art. 10-13 UVG) gewährt, wenn er zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die v ersicherte Person sodann Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er- hebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psyc hischen Integrität erleidet. Die Leis- tungspflicht des Unfallversicherers setzt dabei immer vora us, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht. 3. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2010 sprach die Besch werdegegnerin der Versicher- ten für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfallereignis vom 20. August 2002 un- ter anderem eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % zu. In ihrer gegen diese Verfügung erhobenen Einsprache b eantragte die Versicherte die Zuspre- chung einer Integritätsentschädigung von 40 %, eventua liter die vergleichsweise Gewährung einer Integritätsentschädigung von 28 %. Mit Einsprache entscheid vom 21. Juni 2011 wies die Beschwerdegegnerin die Einsprache in Bezug auf diesen An trag ab. In ihrer gegen diesen Ein- spracheentscheid erhobenen, vorliegend zur Beurteilung stehenden Beschwerde vom 22. Juli 2011 hat die Versicherte die am 13. Dezember 2010 verfügte und mit Einspracheentscheid vom 21. Juni 2011 bestätigte Zusprechung einer Integritätse ntschädigung in der Höhe von 15 % nicht mehr angefochten. Somit kann festgehalten werden , dass der Einspracheentscheid vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 21. Juni 2011 in Bezug auf die der Versicherten zugesproch ene Integritätsentschädigung in (Teil-) Rechtskraft erwachsen ist, weshalb darauf nicht mehr einzugehen ist. 4. Streitig und zu prüfen ist als erstes die Höhe der I nvalidenrente, welche der Versicherten für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfa llereignis vom 20. Oktober 2002 zu- steht. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgra des bildet dabei die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt f olglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). 4.4.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach d er Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholt es Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer- tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen ande rer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsg utachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise fü r angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens ab weichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 4.4.2 Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4.3 Sodann erkennt die Rechtsprechung Berichten versi cherungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-) Berichten von Sachverständigen , die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden, zwar ebenfalls Beweisw ert zu, es ist allerdings zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie e inem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zu- kommt (BGE 135 V 469 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 125 V 353. E. 3b/ee). Sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5.1 Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erf olgten Urteilsberatung vom 24. Novem- ber 2011 lagen dem Kantonsgericht verschiedene fachärztl iche Gutachten vor, die sich in un- terschiedlicher Ausführlichkeit zum Gesundheitszustand der Versicherten, zur Frage der Unfall- kausalität der vorhandnen Beschwerden und zur Arbeitsfä higkeit der Versicherten äusserten. Zu nennen sind die beiden von der Beschwerdegegnerin eingeholten orthopädischen Gutach- ten von Dr. D.____ vom 20. Dezember 2006 und von Prof. E.____ vom 26. Januar 2010, das von der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebene orthopädische Gutachten von Dr. F.____ vom 24. April 2008 und schliesslich das Aktengutachten vom 2 1. Mai 2010, welches die Beschwer- degegnerin durch Dr. G.____ erstellen liess. Im Rahmen seiner damaligen Beweiswürdigung stellte das Kantonsgericht zwar fest, dass der natürliche K ausalzusammenhang zwischen dem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallereignis vom 20. Oktober 2002 und den verbleibe nden gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen im Bereich des rechten Knies der Versicherten von allen involvierten Fachärzten überein- stimmend bejaht werde, in Bezug auf die ebenso relevan te Frage, wie sich die verbleibenden Unfallfolgen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirken würden, könne aber keinem dieser Gutachten ein ausschlaggebender Beweiswert beig emessen werden. So sei etwa das Aktengutachten von Dr. G.____, auf welches die Beschwerdeg egnerin im angefochtenen Ein- spracheentscheid massgeblich abgestellt habe, schon deshalb nicht voll beweiswertig, weil Dr. G.____ selber den medizinischen Sachverhalt als nicht vollständig abgeklärt erachtet habe. Darüber hinaus werde der Beweiswert dieses Gutachtens zusätzlich durch die Umstände ge- schmälert, dass Dr. G.____ nicht über einen Facharzttit el für Orthopädie oder Rheumatologie verfüge und dass es sich bei seiner Beurteilung um ein o hne eine persönliche Untersuchung der Versicherten verfasstes Aktengutachten handle. Auf das Gutachten von Dr. D.____ könne seinerseits nicht abgestellt werden, weil dieses bereit s mehr als fünf Jahre alt sei und ihm des- halb keine Aussagen zum aktuellen Gesundheitszustand und der daraus resultierenden Arbeits- fähigkeit der Versicherten zu entnehmen seien. Die Bew eistauglichkeit des Gutachtens von Dr. F.____ wiederum sei zu verneinen, weil sich dieses schwergewichtig mit der Frage allfälliger ärztlicher Behandlungsfehler und weniger mit den hier interessierenden Aspekten (aktueller Gesundheitszustand, Arbeitsfähigkeit) befasse. Zudem ge lte es zu berücksichtigen, dass es sich bei der betreffenden Expertise um ein im Auftrag d er Beschwerdeführerin erstelltes Partei- gutachten handle. Was schliesslich das Gutachten von Prof. E .____ angehe, so sei dessen Zumutbarkeitsbeurteilung insoweit kaum nachvollziehbar, als der Gutachter einerseits von einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer leichten angepassten Verweistätigkeit aus- gehe, andererseits aber die Arbeitsfähigkeit als Sekret ärin lediglich mit höchstens 25 % („maxi- mal zwei Stunden pro Tag“) beziffere. Da die genannte n Gutachten - ebenso wie die zahlrei- chen übrigen, damals vorliegenden medizinischen Berichte - keine ausreichende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit bilde ten, beschloss das Kantonsgericht deshalb anlässlich der Urteilsberatung vom 24. November 2 011, den Fall auszustellen und die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachver haltes im Rahmen eines Ge- richtsgutachtens vornehmen zu lassen. In der Folge ordne te es eine orthopädische und rheu- matologische Begutachtung (samt EFL) der Versicherten in der Klinik H.____ an. 5.2 Gestützt auf ihre orthopädischen und rheumatologisch en Untersuchungen sowie auf die Ergebnisse der durchgeführten EFL halten die begutachtenden Ärzte der Klinik H.____ in ihrem ausführlichen Gerichtsgutachten vom 28. Januar 2013 bei der Versicherten folgende Diagnosen fest: Persistierende unspezifische mediale Knie- und media le Tibia-Schmerzen rechts bei mini- maler posttraumatischer Arthrose ohne Aktivität, eine musk uläre Dysbalance mit leichter Quad- ricepshypotrophie rechts, einen Verdacht auf dysfunktio nales Schmerzverhalten mit anhalten- dem Opiatbedarf, in Diskrepanz zu den minimalen strukturellen Veränderungen, dies alles nach einer Distorsion des Knies rechts aufgrund eines Treppenst urzes im Oktober 2002 und nach vorderer Kreuzbandplastik und Re-Kreuzbandplastik sowie nach zweimaliger Tibia- Valgisationsosteotomie und zweimaliger Metallentfernun g. Klinisch zeige sich das rechte Knie reizlos, ohne Schwellung bei stabilen Bandverhältnissen. Es sei zu keiner nennenswerten post- traumatischen Arthroseentwicklung gekommen. Nach zweitägiger überdurchschnittlicher Belas- tung durch die EFL-Testung sei es zu keiner Aktivierung gekommen, so dass die Biomechanik Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Kniegelenks als ausgesprochen günstig zu bezeichnen sei . Es liege eine fast normale Be- weglichkeit vor, szintigraphisch sei nur eine diskrete k nöcherne Umbauaktivität dokumentiert. Im CT würden sich die Osteotomien als durchgebaut darste llen und ein Sequester könne nicht dokumentiert werden. Eine mögliche metabolische Rolle in der Schmerzpersistenz spiele allen- falls der massive Mangel an Vitamin D. Hinweise auf eine Infektion oder eine entzündlich rheu- matische Komponente gebe es nicht. Bei der EFL sei es be im Tragen von mittelschweren Las- ten zu einem deutlichen Hinkverhalten gekommen. Während der rheumatologischen und ortho- pädischen Exploration habe kein Hinken beobachtet werd en können, bei der EFL habe die Ex- plorandin aber ein Entlastungshinken gezeigt, wobei sie bei Treppenhinuntersteigen insofern ein paradoxes Verhalten gezeigt habe, als sie das gesun de linke Knie vorangestellt habe und damit das betroffene rechte Knie beim Herunterlassen de s Körpergewichts stärker belastet ha- be. Dies lasse auf ein "falsch" eingesetztes Verdeutlichu ngsverhalten schliessen. Insgesamt könne aus der Testung kombiniert mit den nur minimale n strukturellen Veränderungen ge- schlossen werden, dass für eine leichte bis mittelschwere T ätigkeit aktuell keine funktionelle Einschränkung mehr nachvollziehbar sei. Bei einer rein si tzenden Tätigkeit seien nach ein bis zwei Stunden kurze Pausen, um die Gelenke zu bewegen, sinnvoll. Aufgrund der bisher fehlen- den Arthroseentwicklung seien auch mittelfristig keine zu sätzlichen Einschränkungen zu erwar- ten. Was im Weiteren nicht nachvollziehbar sei, sei der erhöhte Opiatbedarf bei den strukturell und klinisch nur minimen Befunden. Das Ausmass der geschil derten Beschwerden und die gel- tend gemachte Limitierung stünden in klarer Diskrepanz zu den klinischen und bildgebenden Befunden, so dass eine Schmerzverarbeitungsproblematik mit dysfunktionalem Verhalten pos- tuliert werden müsse. Eine psychiatrische Begutachtung sei daher angezeigt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Explorandin füh ren die Gutachter aus, für die angestamm- te Tätigkeit als Account Managerin sei die Zumutbarkeit nur teilweise gegeben, da die Anforde- rungen an das Tragen von Lasten (bis 25 kg) als zu hoch einzustufen seien. Die Anforderungen an die Arbeit als Sekretärin könnten erfüllt werden, w obei bei rein sitzender Tätigkeit vermehrte Pausen zum Durchbewegen des Kniegelenks erforderlich se ien. Bei einer wechselbelastenden Tätigkeit würden diese Pausen dahinfallen. Die Tätigk eit als selbständige EDV-Trainerin könne die Explorandin nur noch zum Teil ausüben. Ungeeign et sei der Anteil der Arbeit, welcher die Installation und die Verlegung von Kabeln betreffe, da dieser ein Knien und Kriechen am Boden bedinge. Eine Sekretariatstätigkeit oder eine anderwei tige administrative Tätigkeit, die auch wechselbelastende Elemente wie Aufstehen und Umhergehe n beinhalte, könne als angepasst angesehen und vom objektiven Kniebefund her ohne Einschränkung zugemutet werden. 5.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4.1 hiervor), weic ht das Gericht bei der Würdigung des medizinischen Sachverhaltes praxisgemäss bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Grün- de von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, de ssen Aufgabe es ist, seine Fach- kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me- dizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keinerlei Gründe e rsichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens der Klinik H.____ vom 28. Januar 2013 in Frage zu stel- len oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhal ten, dass das Gutachten die recht- sprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beur teilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltli che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bun- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgericht verlangt wird (vgl. Erwägung 4.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Sit uation ein. Sodann weist das Gut- achten keinerlei Widersprüche auf und es setzt sich auch au sführlich mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. Bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhaltes ist deshalb vollumfä nglich auf das Gerichtsgutachten der Klinik H.____ vom 28. Januar 2013 abzustellen. Dem nach ist zur nachfolgenden Bemes- sung des Invaliditätsgrades (vgl. E. 6. hiernach) davon a uszugehen, dass der Versicherten in Berücksichtigung der verbleibenden somatischen Unfallfol gen eine Sekretariatstätigkeit - abge- sehen von einem erhöhten Pausenbedarf bei rein sitzende r Tätigkeit - ohne Einschränkung zu- gemutet werden kann. Dasselbe gilt für eine anderweit ige administrative Aufgabe, die auch wechselbelastende Elemente wie Aufstehen und Umhergehe n beinhaltet. Zu ergänzen bleibt abschliessend, dass diese Zumutbarkeitsbeurteilung auch von den Parteien in ihren jeweiligen Stellungnahmen zum Gerichtsgutachten - zu Recht - nicht in Frage gestellt wird. 5.4 Wie dargelegt, empfehlen die begutachtenden Ärzt e der Klinik H.____ zur vollständigen Abklärung des medizinischen Sachverhaltes eine zusätzliche psychiatrische Untersuchung der Versicherten. Diese verwahrt sich jedoch gegen eine solche und akzeptiert die auf den rein so- matischen Unfallfolgen basierende Zumutbarkeitsbeurteilung als abschliessend. Die Beschwer- degegnerin erachtet eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung ebenfalls als überflüssig. Zur Begründung weist sie ihrerseits darauf hin, dass zwischen de m Unfallereignis vom 20. Oktober 2002 und einem allfälligen psychischen Leiden ohnehin k ein adäquater Kausalzusammenhang bestehe. Ein solcher wäre aber unabdingbar, um eine Le istungspflicht des Unfallversicherers für allfällige psychische Beeinträchtigungen bejahen zu kö nnen. Unter diesen Umständen sei aber von einer psychiatrischen Zusatzbegutachtung abzusehe n. Dieser Auffassung der Be- schwerdegegnerin ist beizupflichten. Nach der Rechtsprechung setzt die Bejahung des adäqua- ten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einem anschliessend auftreten- den psychischen Leiden im Einzelfall voraus, dass dem Unfal lereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwe re aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hi nweisen). Für die Beurteilung dieser Fra- ge ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgeh end vom augenfälligen Geschehens- ablauf - folgende Einteilung der Unfälle in drei Gr uppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits un d schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 139 E. 6). Nach ständige r Rechtsprechung kann der adäquate Kausalzusammenhang bei leichten bzw. banalen Unfällen in der Regel ohne Weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahru ng, aber auch unter Einbezug unfallme- dizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, d ass ein solcher Unfall nicht geeig- net ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursach en (BGE 115 V 139 E. 6a). Vorlie- gend ist der Sturz der Versicherten vom 20. Oktober 2002 - im Lichte der vorstehenden Eintei- lung - als leichter Unfall zu qualifizieren, so dass e in adäquater Kausalzusammenhangs zwi- schen dem Ereignis und einer (allfälligen) anschliessend einsetzenden psychischen Fehlent- wicklung nach dem Gesagten ohne Weiteres zu verneinen i st. Entfällt eine Leistungspflicht des Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallversicherers für ein allfälliges psychisches Leiden ab er bereits aus diesem Grund, so be- steht - wie die Beschwerdegegnerin zutreffend geltend macht - keine Veranlassung, das Vorlie- gen und die Auswirkungen eines allfälligen psychischen Le idens fachärztlich abklären zu las- sen. Auf die Durchführung einer zusätzlichen psychiatrischen Begutachtung der Versicherten ist deshalb zu verzichten. 6.1 Wie weiter oben erwähnt (vgl. E. 2 hiervor), hat die versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mi ndestens 10 Prozent invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbs- einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernm ässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkomm ensdifferenz lässt sich der Invalidi- tätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Vornahme des Einkommensvergleichs in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegeben- heiten im Zeitpunkt des Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174). Vorlie- gend ist demnach beim Einkommensvergleich von den am 1. Dezember 2010 (Datum des Ren- tenbeginns) gegebenen Einkommensverhältnissen auszugehen. 6.2 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden hy- pothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Validene inkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 115 V 142 E. 8b mit weiteren Hinweisen) als gesunde Person tatsächlich verdien en würde. Die Einkommensermitt- lung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzie lt hat, auszugehen ist (Urteil des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens i m Jahr 2002 bei der B.____ AG ein Jahreseinkommen von Fr. 84'363.-- erzielt. Dieser Betr ag ist der seitherigen Nominallohnent- wicklung anzupassen, was für das vorliegend massgebende Jahr 2010 ein Jahreseinkommen von Fr. 94'188.-- ergibt. Im Rahmen des nachfolgenden Einkommensvergleichs ist daher von diesem Valideneinkommen auszugehen. 6.3 Bei der Ermittlung des trotz der unfallbedingten Gesundheitsschädigung noch zumutba- ren und realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) i st wie folgt zu unterscheiden: Geht die versicherte Person auch nach Eintritt der unfallbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit nach, ist der tatsächlich erzielt e Verdienst dem Invalideneinkommen gleichzusetzen, wenn kumulativ besonders stabile Arbeitsverhä ltnisse gegeben sind, die ver- bliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll a usgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Soziallohn z ur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Ist kein solches tatsächlich erzieltes Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt der Gesund- heitsbeeinträchtigung keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, kann das Invalideneinkommen unter Bei zug der der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermittelt werden (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). 6.4.1 Die Parteien sind sich dahingehend einig, dass di e Bemessung des Invalideneinkom- mens der Versicherten anhand der LSE-Tabellenlöhne vo rzunehmen ist. Streitig und im Fol- genden zu prüfen ist hingegen, welche konkrete Tabelle und welches Anforderungsniveau zur Anwendung gelangen sollen und welche wöchentliche Arb eitszeit der Berechnung zugrunde zu legen ist. Während die Beschwerdeführerin die Auffassun g vertritt, es sei von der Tabelle TA1 (“Privater Sektor“) und innerhalb dieser Tabelle vom A nforderungsniveau 3 sowie von einer wö- chentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden auszugehen, erachte t die Beschwerdegegnerin die An- wendung der Tabelle TA7 (“Privater Sektor und öffentl icher Sektor [Bund] zusammen“) und das Anforderungsniveau 1 + 2 für richtig; zudem sei der Ber echnung eine wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden zugrunde zu legen. 6.4.2 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, fü r die Ermittlung ihres Invalideneinkom- mens habe nicht die Tabelle TA7 (“Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen“), sondern die Tabelle TA1 (“Privater Sektor“) zur Anwendu ng zu gelangen, kann ihr nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass nach der Rechtsprechung beim Einkommensvergleich auf Grund der LSE-Tabellenlöhne von der Tabellengruppe A (stan dardisierte Bruttolöhne) auszugehen ist (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Es besteht jedoch kein Grund satz, wonach stets auf Tabelle TA1 abzustellen ist. Welche Tabelle zur Anwendung zu brin gen ist, bestimmt sich nach den konkre- ten Umständen des Einzelfalls. Dabei kann es sich durchaus r echtfertigen, statt auf den Durch- schnittslohn innerhalb eines bestimmten Wirtschaftszweiges o der eines Teils hievon (Tabelle TA1) auf denjenigen für eine bestimmte Tätigkeit (Ta belle TA7) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt. Tab elle TA7 enthält allerdings nur Lohnangaben für den privaten und öffentlichen Sektor z usammen. Die entsprechenden Zahlen können daher nur zur Anwendung gelangen, wenn der versicherten Person auch der öffentliche Sektor offen steht (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 2000 Nr. U 405 S. 400). Dies ist im vorliegende n Fall zu bejahen. Nach dem oben Ge- sagten (vgl. E. 5.3 hiervor) ist der Versicherten aus m edizinischer Sicht die Ausübung einer Sekretariatstätigkeit oder einer anderweitigen admini strativen Aufgabe, die auch wechselbelas- tende Elemente wie Aufstehen und Umhergehen beinhalt et, zumutbar. Auf Grund ihrer kauf- männischen Ausbildung stehen der Versicherten dabei so wohl Stellen im privaten wie auch im öffentlichen Sektor offen. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend geltend macht, erweist sich somit aber ein Abstellen auf die Tabelle TA7 (“Private r Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen“) unter den konkreten Umständen des vorliegenden Falles durchaus als sachge- recht. 6.4.3 Näherer Prüfung bedarf sodann die Frage, von we lchem Anforderungsniveau innerhalb der anwendbaren Tabelle TA7 auszugehen ist. In den Tab ellenlöhnen der LSE werden je nach persönlicher Qualifikation der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers vier Anforderungsni- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht veaus des Arbeitsplatzes unterschieden. Bei der Frage, a uf welchen Wert der LSE abzustellen ist, sind die Ausbildung, die Berufserfahrung und der b erufliche Werdegang der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin ist der Au ffassung, dass für sie das Anfor- derungsniveau 3 zur Anwendung gelangen soll, in welchem laut LSE Berufs- und Fachkennt- nisse vorausgesetzt werden. Dem hält die Beschwerdegegner in entgegen, dass das berufliche Wissen und die Erfahrung der Versicherten weit über die Stufe einfacher “Berufs- und Fach- kenntnisse“ im Sinne des Anforderungsniveaus 3 hinausging en. Die Beschwerdeführerin verfü- ge nicht nur über einen kaufmännischen Lehrabschluss, so ndern darüber hinaus über weitere Zusatzqualifikationen. So habe sie ein höheres Wirtschaft diplom erworben und verschiedene Seminare besucht. Zudem verfüge sie über langjährige B erufserfahrung. Aus all diesen Grün- den sei ein Abstellen auf das Anforderungsniveau 1 + 2 gerechtfertigt. Der Beschwerdegegnerin ist insoweit beizupflichten, als der Versicherten in Anbetracht ihrer Ausbildung, ihres beruflichen Werdeganges und ihrer Berufserfahrung nicht nur kaufmä nnische Tätigkeiten offen stehen, bei denen lediglich “Berufs- und Fachkenntnisse“ vorausgese tzt werden. Ein Abstellen auf das An- forderungsniveau 3, wie es die Beschwerdeführerin verl angt, kann deshalb nicht als sachge- recht bezeichnet werden. Anderseits erweist sich aber auch die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einstufung im nächsthöheren Anforderungs niveau 1 + 2 als problematisch. Dieses setzt laut LSE die “Verrichtung höchst anspruchsvol ler und schwierigster Arbeiten“ bzw. die “Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbe iten“ voraus und es muss als fraglich be- zeichnet werden, ob die der Beschwerdeführerin gemäss gu tachterlicher Zumutbarkeitsbeurtei- lung noch offen stehenden Sekretariatstätigkeiten (oder anderweitigen administrativen Aufga- ben) tatsächlich unter das genannte Anforderungsprofil des Niveaus 1 + 2 subsumiert werden können. Bei diesen Schwierigkeiten der konkreten Zuordn ung der Tätigkeit der Versicherten entweder unter das Anforderungsniveau 1 + 2 oder aber unter das Anforderungsniveau 3 er- weist es sich deshalb als sachgerecht, für die Ermittlung d es Invalidenlohnes ausnahmsweise auf den Mittelwert zwischen den Durchschnittslöhnen des An forderungsniveaus 1 + 2 und des Anforderungsniveaus 3 im Sektor “Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“ der Tabelle TA7 abzustellen (zur Zulässigkeit dieser Vorgehensweise: Urteile B. des EVG vom 19. November 2003, U 381/00, E. 4.2.3 und X. vom 9. Januar 2004, U 349/02 + U 351/02, E. 4.3; vgl. auch Entscheid des Kantonsgerichts [KGE] vom 17. November 2011, 725 11 295 / 305, E. 3.3.4). 6.4.4 Zu beurteilen bleibt der Einwand der Beschwerde führerin, bei der Berechnung des Inva- lidenlohns sei von einer 40 Stundenwoche auszugehen, weil auch ihr früherer Verdienst bei der B.____ AG - welcher nach dem vorstehend Gesagten als Ba sis ihres Valideneinkommens dient - auf einer Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche beruh e. Dieser Argumentation der Versicher- ten kann nicht beigepflichtet werden. Die Beschwerdegegnerin weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass die dem statistischen Invalidenl ohn zugrunde liegende Wochenar- beitszeit von 40 Stunden selbst dann auf eine betriebs übliche wöchentliche Arbeitszeit umzu- rechnen ist, wenn die versicherte Person als Gesunde in ei nem Betrieb mit einer 40-Stunden- Woche beschäftigt war (U LRICH MEYER , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, in: Mu- rer/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Auf- lage, Zürich/Basel/Genf 2010, S. 312 f.). Eine solche Konstellation liegt hier vor. Folglich ist der im Fall der Versicherten zur Anwendung gelangende - auf 40 Wochenstunden basierende - sta- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht tistische Invalidenlohn auf die branchenübliche wöchentli che Arbeitszeit umzurechnen. Entge- gen der Auffassung der Beschwerdegegnerin beläuft sich d iese aber nicht auf 41,6, sondern lediglich 41,15 Stunden, was dem Durchschnitt der im Jah r 2010 in den Branchen “(J) Informa- tion und Kommunikation“ (41,0 Stunden), und “(K) Er bringung von Finanz- und Versicherungs- dienstleistungen“ (41,3 Stunden) geleisteten betrieb süblichen wöchentlichen Arbeitszeit ent- spricht (vgl. Die Volkswirtschaft 12/2012, S. 90, Tabelle B9.2, Abschnitte J und K). 6.4.5 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen berechn et sich das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin wie folgt: Der Mittelwert zwisch en den Durchschnittslöhnen des Anfor- derungsniveaus 1 + 2 und des Anforderungsniveaus 3, Tabe lle TA7 (“Privater Sektor und öf- fentlicher Sektor [Bund] zusammen“), beträgt für Frau en im Sektor “Andere kaufmännisch- administrative Tätigkeiten“ Fr. 6’040.-- (Fr. 6’447.-- + Fr. 5’633.-- : 2; Tabelle TA7, Ziff. 23, Frau- en). Die Umrechnung auf ein Jahr (x 12) und auf die b etriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,15 Stunden ergibt ein Jahreseinkommen von Fr. 74'564.--. 6.5.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage vo n statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Ein Abzug hat jedoch nicht automatisch, sondern nur dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall An- haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person we gen eines oder mehrerer dieser Merkmale die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten k ann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine). Besteht Anlass für einen Abzug, so ist dieser unter Würdi gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf 2 5 % nicht übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). 6.5.2 Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer letzten Ste llungnahme vom 28. Mai 2013 zutref- fend festhält, kommt vorliegend ein Abzug vom Tabellenl ohn lediglich auf Grund eines zusätz- lich erforderlichen erhöhten Pausenbedarfs in Frage. Ein solcher kann nach der bundesgericht- lichen Rechtsprechung bei der Bemessung des leidensbedin gten Abzugs vom statistischen Tabellenlohn in gleicher Weise wie etwa ein verminder tes Rendement pro Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise berücksichtigt werden (Urteil M . des Bundesgerichts vom 25. Juli 2011, 8C_260/2011, E. 5.4 mit Hinweisen). Im Lichte dieser Rechsprechung und der vorliegend massgebenden gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung er scheint es angebracht, der Versi- cherten einen Abzug vom Tabellenlohn von 5 % zu gewäh ren. Allfällige Kriterien für die Vor- nahme eines weitergehenden Abzuges sind nicht ersichtlich, weshalb sich ein solcher - entge- gen der Auffassung der Beschwerdeführerin - nicht begründen lässt. 6.5.3 Kürzt man den vorstehend ermittelten Tabellenlo hn von Fr. 74'564.-- um 5 %, so ergibt dies für die Beschwerdeführerin ein massgebendes Invaliden einkommen von Fr. 70'836.-- (Fr. 74'564.-- x 95 %). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.6 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenein kommen von Fr. 70'836.-- dem oben (vgl. E. 6.2 hiervor) ermittelten Valideneinkom men von Fr. 94'188.-- gegenüber, so resul- tiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 23’352.--, was einen Invaliditätsgrad von 24,79 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff .) von 25 % ergibt. Als Zwischener- gebnis ist demnach festzuhalten, dass die Beschwerdeführer in Anspruch auf eine auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25 % basierende Invalidenrente der Beschwerdegegnerin hat. 7.1 Zu prüfen ist schliesslich die Festsetzung des für di e Berechnung der Rente massge- benden versicherten Verdienstes (Art. 15 Abs. 1 UVG). Nach der Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 Satz 1 der Verordnung über di e Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt als versicherter Verdienst der i nnerhalb eines Jahres vor dem Unfall erzielte Lohn. Der Bundesrat hat gestützt auf die Deleg ationsnorm von Art. 15 Abs. 3 Satz 3 UVG in Art. 24 UVV unter dem Titel "Massgebender Lohn für Renten in Sonderfällen" ergän- zende Vorschriften erlassen. So hält Abs. 2 der genannten Verordnungsbestimmung fest, dass in den Fällen, in denen die Rente mehr als fünf Jahr e nach dem Unfall beginnt, derjenige Lohn massgebend ist, den die versicherte Person ohne den Unfal l im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall erzielte Lohn. 7.2 Die Beschwerdegegnerin errechnete den versicherte n Verdienst nach der Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV. Sie ging demnach vom Lohn aus, den die Versicherte innerhalb eines Jahres vor dem Unfall (N ovember 2001 bis Oktober 2002) tat- sächlich erzielt hatte und gelangte so - unter Berücksichtig ung der seitherigen Nominallohnent- wicklung - auf einen Betrag von Fr. 92'877.--. Demgege nüber beruft sich die Beschwerdeführe- rin auf die Sonderbestimmung von Art. 24 Abs. 2 UVV, d a in ihrem Fall die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall beginne. Laut Lohnausweis der B.____ AG habe sie im Jahr 2002 einen Jahreslohn von Fr. 84'363.-- erzielt. Unter Berücksichtigu ng der seitherigen Nominallohnent- wicklung ergebe dies für das laut Art. 24 Abs. 2 UVV massgebende Jahr vor dem Rentenbeginn (2009) einen Verdienst von Fr. 93’071.--. Da dieser höher sei als der von der Beschwerdegeg- nerin nach der Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV ermittelte Verdienst von Fr. 92'877.-- sei der nach der Sonderbestimmung von Art. 24 Abs. 2 UVV errech- nete Betrag von Fr. 93'071.-- für den versicherten Verdienst massgebend. Diese Auffassung der Beschwerdeführerin und die ihr zugrunde liegende Berechnung treffen zu. Der für die Ermittlung der Rentenhöhe massgebende versicherte Verdienst der Besch werdeführerin ist demnach auf Fr. 93'071.-- festzusetzen. 8. Gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG werden der Rentenb ezügerin nach Festsetzung der Rente Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10 -13 UVG) gewährt, wenn sie zur Erhal- tung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd d er Behandlung und Pflege bedarf. In der Rentenverfügung vom 13. Dezember 2010 hat die Beschwe rdegegnerin auf diesen gesetzli- chen Heilbehandlungsanspruch hingewiesen. In der Folge beantragte die Versicherte in ihrer Einsprache, die zu übernehmenden Behandlungen seien in einem festgelegten Katalog für eine unbefristete Dauer definitiv zu fixieren. Im angefochte nen Einspracheentscheid vom 21. Juni 2011 lehnte die Beschwerdegegnerin dieses Begehren mit der Begründung ab, es müsse dem Unfallversicherer unbenommen sein, die künftigen Heilb ehandlungen regelmässig und ohne Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vornahme einer formalisierten Revision fortwährend im Einzelnen zu überprüfen. In der vorlie- genden Beschwerde ersucht die Versicherte wiederum um e ine klare, in Verfügungsform vor- zunehmende Umschreibung des Umfangs des künftigen Heilb ehandlungsanspruchs. Dieser Antrag der Beschwerdeführerin ist ohne Weiteres abzuweise n, wobei zur Begründung vollum- fänglich auf die vorstehend erwähnten, im angefochten en Einspracheentscheid enthaltenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin zu dieser Frage ve rwiesen werden kann. Dazu kommt, dass es der Versicherten auch an einem schutzwürdigen Int eresse am Erlass einer entspre- chenden (Feststellungs-) Verfügung fehlt. Ein solches Interesse ist nach der Rechtsprechung zu bejahen, falls die versicherte Person wegen der Ungewi ssheit über den Bestand und den Um- fang ihrer Rechte Gefahr laufen würde, nachteilige D ispositionen zu treffen (BGE 125 V 24 E. 1b). Vorliegend ist aber ein solches Risiko, wie auch die Beschwerdegegnerin in ihrer Ver- nehmlassung zutreffend geltend macht, nicht ersichtlich. 9. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten folgendes Ergebn is festzuhalten: Die Be- schwerde der Versicherten ist in dem Sinne gutzuheissen, al s der angefochtene Einsprache- entscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. Juni 2011 aufz uheben und festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25 % un d einem versicherten Verdienst von Fr. 93'071.-- hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. 10.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskos- ten zu erheben. 10.2.1 Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. ent schieden hat, sind in den Fällen, in de- nen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erac hteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfah- rensfairness entfällt, die Kosten der Begutachtung durch eine medizinische Abklärungsstelle der IV (MEDAS) den IV-Stellen aufzuerlegen und nach der tarifvertraglichen Regelung zu berech- nen. Die Vergütung der Kosten von MEDAS-Abklärungen a ls Gerichtsgutachten durch die IV- Stelle sei mit Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar, da der Versicherungsträger gemäss die- ser Bestimmung bei Nichtanordnen einer Massnahme deren K osten dennoch zu übernehmen habe, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Ansp ruchs unerlässlich gewesen seien oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen gebildet hätten (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). 10.2.2 Diese Erwägungen des Bundesgerichts betreffen die Vergütung der Kosten von MEDAS-Abklärungen als Gerichtsgutachten durch die IV-St ellen. Sie gelten indes, wie das Bundesgericht nunmehr im Entscheid 139 V 225 ff. klarge stellt hat, sinngemäss auch für Ge- richtsgutachten, welche das kantonale Gericht bei festgest ellter Abklärungsbedürftigkeit in ei- nem Verfahren der Unfallversicherung anstelle einer R ückweisung selber einholt, sind doch sowohl im Abklärungsverfahren der Invalidenversicherung wie auch in demjenigen der Unfall- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherung grundsätzlich dieselben Verfahrensbestimmun gen, namentlich Art. 43-49 ATSG massgebend (vgl. 138 V 322 E. 6.1.2). Die Kosten eines Gerichtsgutachtens können somit dem Unfallversicherer auferlegt werden, wenn die Abklärung sergebnisse aus dem Verwaltungsver- fahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend bew eiswertig sind, und zur Durchfüh- rung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweisma ssnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die W ahrung der Verfahrensfairness entfällt (BGE 139 V 226 f. E. 4.3 mit Hinweis). 10.2.3 Vorliegend war das Gericht anlässlich seiner erste n Urteilsberatung vom 24. November 2011 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der An gelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Aus Gründen der Verfahrensfairness erachtete das Gericht damals eine Rückweisung der Angelegenheit zur we iteren Abklärung an die Beschwer- degegnerin als nicht opportun, sondern es entschied sich st attdessen, die erforderliche zusätz- liche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines Gerichtsgutachtens vor- nehmen zu lassen. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsb eratung gezeigt hat, war das in der Folge eingeholte Gerichtsgutachten der Klinik H.____ vo m 28. Januar 2013 für eine abschlies- sende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten une rlässlich. Im Lichte der geschil- derten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens, wel- che sich gemäss eingereichter Honorarrechnung auf Fr. 20 '746.05 belaufen, der Beschwerde- gegnerin aufzuerlegen. 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprech en. Der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 3. Juni 2013 für das vorliegende Verfahren nebst Auslagen von Fr. 464.85, welche zu keinen Beanstan dungen Anlass geben, einen aus- serordentlich hohen Zeitaufwand von insgesamt 51,65 Stu nden geltend gemacht. Der vorlie- gende Prozess war zwar im Vergleich zu einem durchschnitt lichen unfallversicherungsrechtli- chen Beschwerdeverfahren deutlich aufwändiger, galt e s doch bereits bis zur ersten Urteilsbe- ratung vom 24. November 2011 eine beträchtliche Zahl a n ärztlichen Berichten und Gutachten zu prüfen und zu würdigen. In der Folge kamen weitere , nicht unerhebliche zeitliche Bemühun- gen im Zusammenhang mit der Würdigung des umfangreich en Gerichtsgutachtens hinzu. Zu berücksichtigen gilt es sodann, dass im vorliegenden Beschw erdeverfahren nicht nur der medi- zinische Sachverhalt, sondern auch verschiedenste Aspekte de s erforderlichen Einkommens- vergleichs und die Höhe des massgebenden versicherten Ver dienstes strittig waren, was dies- bezüglich zu weiteren tatsächlichen und rechtlichen Erö rterungen Anlass gab. Nichtsdestotrotz muss der ausgewiesene Zeitaufwand von 51,65 Stunden - vo r allem auch im Quervergleich zu anderen aufwändigen Beschwerdeverfahren - als deutlich zu hoch bezeichnet werden. Der gel- tend gemachte Aufwand muss daher aus Gründen der Rechts gleichheit angemessen gekürzt werden. Insgesamt rechtfertigt es sich, vorliegend bei d er Bemessung des Honorars von einem angemessenen Zeitaufwand von 25 Stunden auszugehen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelan genden Stundenansatz von 250 Franken - und nicht zu dem vom Rechtsvertreter gel tend gemachten Ansatz von 300 Fran- ken - zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Höhe von Fr. 7'252.05 (25 Stunden à Fr. 250.-- + Au slagen von Fr. 464.85 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid der Basler Versicherung AG vom 21. Juni 2011 aufgehoben und festgestellt wird, dass die Beschw erdeführerin mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 Anspruch auf eine Inva lidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25 % und einem versicherten Verdienst von Fr. 93'071.-- hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der Höhe von Fr. 20'746.05 werden der Basler Versicherung AG auferlegt. 4. Die Basler Versicherung AG hat der Beschwerdeführeri n eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 7'252.05 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht