<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00300</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222305&amp;W10_KEY=13013473&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00300</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.07.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe: Der sich illegal in der Schweiz aufhaltende Beschwerdeführer möchte eine hier aufenthaltsberechtigte Landsfrau heiraten. Die Vorinstanzen haben die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung aufgrund der Gefahr einer Sozialhilfeabhängigkeit verweigert.] Der Verlobten kommt ein faktisches Aufenthaltsrecht zu (E. 2.2). Die Eheschliessung ist absehbar und es liegen keine Indizien für eine Scheinehe vor (E. 2.3). Angesichts seines Alters, seiner Sprachkenntnisse und seiner Bemühungen ist damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer relativ rasch eine Arbeitstätigkeit finden und den überschaubaren Fehlbetrag von monatlich Fr. 825.- spätestens mittelfristig wird ausgleichen können. Auch die weiteren Voraussetzungen erscheinen bei der hier vorzunehmenden summarischen Prüfung erfüllt (E. 2.4). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=57517" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00300</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">26. April 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1991, StaatsangehÃ¶riger von Sri Lanka, reiste erstmals am 5. November 2015 illegal in die Schweiz ein und ersuchte am folgenden Tag um Asyl. Mit Entscheid vom 24. MÃ¤rz 2017 wies das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) das Asylgesuch ab. Eine hiergegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 4. Juli 2018 ebenfalls ab und setzte A Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 12. August 2018. Hierauf tauchte A unter und soll sich zwischenzeitlich in Frankreich aufgehalten haben. Am 2. MÃ¤rz 2020 stellte er erneut ein Asylgesuch, auf welches das SEM am 18. Juni 2020 nicht eintrat. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 1. Juli 2020 ab. </p> <p class="Urteilstext"><span>Am 30. MÃ¤rz 2020 sowie am 4. September 2020 stellten A und seine Verlobte, die in der Schweiz vorlÃ¤ufig aufgenommene sri-lankische StaatsangehÃ¶rige C, geboren 2000, beim Zivilstandesamt DÃ¼bendorf Gesuche um DurchfÃ¼hrung des Vorbereitungsverfahrens der Eheschliessung, welche jeweils mit VerfÃ¼gungen vom 16. Juli bzw. vom 10. November 2020 aufgrund des fehlenden legalen Aufenthalts in der Schweiz von A abgewiesen wurden. </span></p> <p class="Urteilstext">Am 22. September 2020 stellte A dem Migrationsamt ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat. Mit VerfÃ¼gung vom 28. Oktober 2020 wies das Migrationsamt das Gesuch ab und hielt fest, dass der Kanton Aargau fÃ¼r den Vollzug der Wegweisung zustÃ¤ndig sei.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 22. September 2020 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 29. MÃ¤rz 2021 ab, soweit darauf eingetreten wurde und er nicht gegenstandslos geworden war. Die Gegenstandslosigkeit betraf den Antrag um Unterlassung jeglicher Vollzugsmassnahmen; das Nichteintreten das Massnahmengesuch gegen den Entscheid des Kantons Aargau. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wies sie wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 28. April 2021 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 22. September 2020. Das Migrationsamt sei anzuweisen, ihm eine Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Heirat zu erteilen und ihm zu gestatten, den Entscheid Ã¼ber das Gesuch in der Schweiz bzw. im Kanton ZÃ¼rich abzuwarten. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, ihm sei die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand sowohl fÃ¼r das vorliegende <span>B</span>eschwerdeverfahren als auch fÃ¼r das vorinstanzliche Rekursverfahren zu bestellen und RA B fÃ¼r das Rekursverfahren mit Fr. â¦ (inkl. Spesen und MWST) zu entschÃ¤digen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 3. Mai 2021 hielt der AbteilungsprÃ¤sident fest, dass bis zum Entscheid Ã¼ber das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben hÃ¤tten. Nachdem A dem Verwaltungsgericht mit Schreiben vom 19. Juli 2021 mitgeteilt hatte, dass er im Kanton Aargau wohnhaft sei und die BehÃ¶rden des Kantons Aargau sich nicht an die Anordnung des Vollzugsstopps gebunden fÃ¼hlten, bewilligte der AbteilungsprÃ¤sident mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. Juli 2021 den prozeduralen Aufenthalt wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens. </p> <p class="Urteilstext">Am 10. Mai 2021, 6. Juli 2021, 3. Februar 2022 und 9. Februar 2022 reichte A weitere Eingaben beim Verwaltungsgericht ein.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion liess sich nicht vernehmen; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Beim BeschwerdefÃ¼hrer handelt es sich um einen rechtskrÃ¤ftig aus der Schweiz weggewiesenen Asylbewerber, der sich seit seiner Einreise am 5. November 2015 â abgesehen vom prozessrechtlichen Anwesenheitsrecht â illegal in der Schweiz aufhÃ¤lt. Er mÃ¶chte eine Landsfrau heiraten, die in der Schweiz vorlÃ¤ufig aufgenommen worden ist und mittlerweile Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt, sobald er Ã¼ber eine Kurzaufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt. </p> <p class="Erwgung1"><b>2.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b><span>Die Erteilung von Kurz- und Aufenthaltsbewilligungen richtet sich nach dem Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG), soweit keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene vÃ¶lkerrechtliche VertrÃ¤ge zur Anwendung kommen (Art. 2 Abs. 1 AIG).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>GestÃ¼tzt auf das AIG steht dem BeschwerdefÃ¼hrer auch nach der Heirat mit seiner in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Verlobten kein Bewilligungsanspruch im Sinn von Art. 44 Abs. 1 AIG zu, da anders als die Nachzugsbestimmungen betreffend Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern und Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 42 bzw. 43 AIG) die vorgenannte Bestimmung keinen Nachzugsanspruch einrÃ¤umt; die BehÃ¶rden entscheiden vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (BGE 137 I 284 E. 1.2 und E. 2.3.2). Im Hinblick auf die geplante Eheschliessung vermag er allerdings unter bestimmten Voraussetzungen aus dem in Art. 12 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) sowie Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Recht auf Ehe einen Anwesenheitsanspruch zum Zweck der Eheschliessung in der Schweiz abzuleiten. Aus dem in Art. 8 EMRK und Art. 14 BV garantierten Schutz des Familienlebens lÃ¤sst sich ein Anspruch auf Nachzug des Ehegatten bzw. der Ehegattin sowie der Kinder ableiten, soweit die familiÃ¤re Beziehung intakt ist und tatsÃ¤chlich gelebt wird (BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.3, 135 I 143 E. 1.3, 130 II 281 E. 3.1; BGr, 5. April 2016, 2C_281/2016, E. 2.2). Kommt den Betroffenen gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV grundsÃ¤tzlich ein Anspruch auf Familiennachzug zu, haben die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden deshalb nicht nur in pflichtgemÃ¤ssem Ermessen nach Art. 44 AIG Ã¼ber ihr Nachzugsbegehren zu entscheiden, sondern dÃ¼rfen sie dieses nur aus guten GrÃ¼nden abweisen (vgl. zum Ganzen VGr, 12. MÃ¤rz 2020, VB.2020.00040, E. 4.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b>GemÃ¤ss stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt die Berufung auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV insbesondere voraus, dass es sich beim in der Schweiz lebenden Familienmitglied um eine hier gefestigt anwesenheitsberechtigte Person handelt (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1). Von einem gefestigten Anwesenheitsrecht ist dabei grundsÃ¤tzlich nur bei schweizerischer StaatsangehÃ¶rigkeit auszugehen, ebenso bei einer Niederlassungs- oder aber einer Aufenthaltsbewilligung, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht auf deren VerlÃ¤ngerung ein Anspruch besteht (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGr, 6. Juni 2018, 2C_251/2017, E. 2.2). Ausnahmsweise kann es jedoch vorkommen, dass sich eine auslÃ¤ndische Person ohne Bewilligungsanspruch in einer Situation befindet, in der davon auszugehen ist, dass ihre Aufenthaltsbewilligung auch in Zukunft regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngert werden wird. In einem solchen Fall muss faktisch von einer gefestigten Anwesenheit der betreffenden Person in der Schweiz ausgegangen werden (BGr, 6. Juni 2018, 2C_251/2017, E. 2.2 â 17. November 2008, 2C_551/2008, E. 4.1 â 4. Mai 2005, 2A.2/2005, E. 2.4.1; ferner BGE 137 I 351 E. 3.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.4 </b>Nach Art. 98 Abs. 4 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB) mÃ¼ssen Verlobte, die nicht SchweizerbÃ¼rgerinnen oder SchweizerbÃ¼rger sind, wÃ¤hrend des Vorbereitungsverfahrens ihren rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, ansonsten die Zivilstandsbeamten die Trauung nicht vollziehen dÃ¼rfen (vgl. auch Art. 66 Abs. 2 lit. e in Verbindung mit Art. 67 Abs. 3 der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV]). In Konkretisierung des Gesetzeszwecks dieser Bestimmung und in Beachtung von Art. 8 Abs. 1 EMRK (Recht auf Schutz des Familienlebens) sind die MigrationsbehÃ¶rden gehalten, Ehewilligen ohne Aufenthaltsrecht zur Vermeidung einer Verletzung ihres Rechts auf Ehe gemÃ¤ss Art. 12 EMRK bzw. dem analog ausgelegten Art. 14 BV eine vorÃ¼bergehende (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern keine Hinweise vorliegen, dass die auslÃ¤ndischen Personen mit ihrem Vorhaben die Vorschriften Ã¼ber den Familiennachzug umgehen wollen, und feststeht, dass sie nach der Heirat die Zulassungsvoraussetzungen in der Schweiz offensichtlich erfÃ¼llen (analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AIG; BGE 137 I 351 E. 3.5 und 3.7; vgl. auch Marc Spescha in: derselbe et al., Art. 98 ZGB N. 2 f.). Diese Praxis gilt auch fÃ¼r abgewiesene â und damit an sich illegal anwesende â Asylbewerber, die erst mittels Heirat den auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungsanspruch erwerben, da ihnen bei einer ernstlich gewollten Ehe und offensichtlich erfÃ¼llten Bewilligungserfordernissen nicht zugemutet werden kann, in ihre Heimat zurÃ¼ckzukehren und von dort aus um eine Einreisebewilligung zwecks Heirat zu ersuchen (BGE 137 I 351 E. 3.7; BGr, 2. Januar 2013, 2C_195/2012, E. 3.5.2). Eine Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung soll indes nur erteilt werden, wenn mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (vgl. BGr, 17. Januar 2020, 2C_827/2019, E. 3). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.5 </b>Dem Grundsatz, wonach der Bewilligungsentscheid im Ausland abzuwarten ist, muss grundrechtskonform nachgelebt werden; unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige, schikanÃ¶se Ausreiseverpflichtungen und VerfahrensverzÃ¶gerungen sind im Interesse aller Beteiligten unter BerÃ¼cksichtigung des Beschleunigungsgebots (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) primÃ¤r dadurch zu vermeiden, dass rasch erstinstanzlich in der Sache entschieden wird (vgl. BGE 139 I 37 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.1.6 </span></b><span>Das Bundesverwaltungsgericht kam in einem Grundsatzurteil (BVGE 2017 VII/4) zum Schluss, dass es angezeigt erscheine, bei Familiennachzugsgesuchen von (vorlÃ¤ufig aufgenommenen) FlÃ¼chtlingen betreffend deren Ehegatten und minderjÃ¤hrige Kinder ein faktisches Aufenthaltsrecht anzunehmen und die Dauer des Aufenthalts erst in der GÃ¼terabwÃ¤gung zu berÃ¼cksichtigen. Dabei gehe es nicht um die Vorwegnahme eines Anspruchs auf Familiennachzug, sondern lediglich um die PrÃ¼fung, ob dem Familienleben des FlÃ¼chtlings bei der Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen in zureichender Weise Rechnung getragen worden sei. Die weiteren einzelfallspezifischen UmstÃ¤nde â insbesondere die Inkaufnahme der Trennung der Familie, allfÃ¤llige KontaktmÃ¶glichkeiten in einem Drittstaat sowie die Beurteilung des weiteren Verbleibs in der Schweiz angesichts der Situation im Heimatland â seien ebenfalls in die InteressenabwÃ¤gung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK miteinzubeziehen (vgl. auch BVGr, 19. April 2021, F-530/2019, E. 6.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Vor dem Hintergrund, dass die Verlobte des BeschwerdefÃ¼hrers als (vorlÃ¤ufig aufgenommener) FlÃ¼chtling anerkannt wurde, kann vorliegend â im Sinn des soeben ErwÃ¤hnten â ein faktisches Aufenthaltsrecht angenommen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Es ist unbestritten, dass die Eheschliessung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Verlobten absehbar ist. Das Zivilstandesamt der Stadt DÃ¼bendorf hat mit Schreiben vom 7. September 2020 bestÃ¤tigt, dass das Ehevorbereitungsverfahren abgeschlossen ist und noch der Nachweis Ã¼ber den rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers ausstehe. Es liegen auch keine Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vor. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Nach dem Gesagten bleibt summarisch zu prÃ¼fen, ob der BeschwerdefÃ¼hrer nach der Heirat die Zulassungsvoraussetzungen in der Schweiz gestÃ¼tzt auf Art. 44 Abs. 1 AIG offensichtlich erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.1 </span></b><span>AuslÃ¤ndische Ehegatten von Personen mit Aufenthaltsbewilligung kann eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, sie sich in der am Wohnort gesprochene Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen und die nachziehende Person keine jÃ¤hrlichen ErgÃ¤nzungsleistungen nach dem ELG bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (Art. 44 Abs.1 AIG). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.2 </span></b><span>Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass die Zulassungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfÃ¼llt seien. Die Eigenmittel mÃ¼ssten das Niveau erreichen, ab dem gemÃ¤ss den Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien; abrufbar unter www.skos.ch) kein Sozialhilfeanspruch resultiere. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie aus, dass der monatliche Grundbetrag fÃ¼r zwei Personen Fr.1'525.- betrage. Hinzu kommen wÃ¼rden die Wohnkosten von Fr. 1'420.-, die KrankenkassenprÃ¤mien von Fr. 520.-, PrÃ¤mien fÃ¼r die Privat- und Haftpflichtversicherung von Fr. 60.- sowie allenfalls Lohngestehungskosten der Verlobten. Es wÃ¼rde sich ein Gesamtbetrag von mindestens Fr. 3'625.- ergeben. Die Verlobte habe in ihren bisherigen Anstellungen nie mehr als monatlich Fr. 2'800.- netto verdient. Es bestÃ¼nden keine Anzeichen dafÃ¼r, dass sich ihre Einkommenssituation in naher Zukunft Ã¤ndere. Es sei von einer monatlichen Unterdeckung von mindestens Fr. 825.- auszugehen. Daran vermÃ¶ge auch die eingereichte Arbeitszusicherung des Restaurants D in E (Kanton F) vom 20. Juli 2020 fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer nichts zu Ã¤ndern, zumal die BestÃ¤tigung gÃ¤nzlich allgemein und unverbindlich gehalten sei und auch keinerlei Lohnangaben beinhalte. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.3 </b>In der Beschwerdeschrift wird geltend gemacht, es bestehe kein Risiko einer FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit. Die Verlobte arbeite zwar im Stundenlohn, erziele aber dennoch ein stabiles Einkommen von durchschnittlich Ã¼ber Fr. 2'500.-, was sich aus den eingereichten Lohnabrechnungen ergebe. Den Fehlbetrag werde der BeschwerdefÃ¼hrer decken kÃ¶nnen, nachdem ihm die Firma G schriftlich eine Arbeitsstelle zugesichert habe, wonach er per sofort als KÃ¼chenmitarbeiter 100% angestellt werden kÃ¶nne mit einem Bruttolohn von Fr. 3'900.-.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.4 </b>Die vorinstanzliche Berechnung wird vom BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich akzeptiert. Er macht indes geltend, sozialhilferechtlich nicht zwingend anfallende Positionen wie eine Integrationszulage oder Positionen, die sozialhilferechtlich nicht zusÃ¤tzlich vergÃ¼tet wÃ¼rden (das sozialhilferechtliche Existenzminimum mithin nicht erhÃ¶hten) wie Privathaftpflicht- und Hausratversicherung seien fÃ¼r die vorliegend vorzunehmende Berechnung der notwendigen Mittel irrelevant. <span>Die PrÃ¤mien fÃ¼r die Hausrat- und Haftpflichtversicherung werden entgegen dem Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers als grundversorgende situationsbedingte Leistungen von der Sozialhilfe Ã¼bernommen (SKOS-Richtlinie C.6.8). Auch besteht ein Anspruch auf Integrationszulagen (SKOS-Richtlinie C.6.7). Die Berechnung der Vorinstanz ist deshalb nicht zu beanstanden. Es ist unbestritten, dass die Verlobte des BeschwerdefÃ¼hrers </span>mit ihrer gegenwÃ¤rtigen BeschÃ¤ftigung nicht die materielle Grundsicherung zu decken vermag. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, ist entscheidend, ob der BeschwerdefÃ¼hrer finanziell namhaft zum selbsttragenden Familienunterhalt beitragen kann, was im Folgenden nÃ¤her zu prÃ¼fen ist.</p> <p class="Erwgung1">Der BeschwerdefÃ¼hrer hat im vorinstanzlichen Verfahren ein Schreiben des Restaurants D eingereicht, wonach er, sobald er Ã¼ber eine Bewilligung verfÃ¼ge, im KÃ¼chenteam zu 50 bis 100 % angestellt werde. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat er sodann eine neue Stellenzusicherung eingereicht. Aus dieser geht hervor, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Vollzeitarbeitsstelle als KÃ¼chenmitarbeiter mit einem Monatslohn von Fr. 3'900.- zugesichert wird. Sollte der BeschwerdefÃ¼hrer diese Arbeitsstelle wie zugesichert antreten kÃ¶nnen, wÃ¼rde es ihm und seiner Verlobten mÃ¶glich sein, fÃ¼r ihren gemeinsamen Lebensunterhalt ohne die UnterstÃ¼tzung von der Sozialhilfe aufzukommen. In den Akten finden sich keine konkreten Hinweise darauf, dass es sich bei der Arbeitszusicherung um ein reines GefÃ¤lligkeitsschreiben handelt. Die Arbeitszusicherung ist vom einzelzeichnungsberechtigten Inhaber der Firma G, der wie der BeschwerdefÃ¼hrer aus Sri Lanka stammt, unterzeichnet worden, und die dem BeschwerdefÃ¼hrer zugesicherte TÃ¤tigkeit als KÃ¼chenhilfe erscheint realistisch. Sodann ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die Verlobte des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r ihren Lebensunterhalt selbstÃ¤ndig aufkommen kann. Sie wird gemÃ¤ss BestÃ¤tigung des Sozialamts H seit August 2020 nicht mehr von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Der BeschwerdefÃ¼hrer zeigt sich bemÃ¼ht, eine Anstellung anzutreten. Dass dies in der gegenwÃ¤rtigen Situation ohne geregelten Aufenthaltsstatus erschwert ist, ist nachvollziehbar. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist heute 31 Jahre alt und hat in der Schweiz bereits einen Intensivdeutschkurs besucht. Angesichts seines Alters, seiner Sprachkenntnisse und seiner BemÃ¼hungen ist damit zu rechnen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer relativ rasch eine ArbeitstÃ¤tigkeit finden und den Ã¼berschaubaren Fehlbetrag von monatlich <span>Fr. 825.- </span>spÃ¤testens mittelfristig wird ausgleichen kÃ¶nnen (vgl. BGr, 25. Februar 2022, 2C_944/2021, E. 4.6). Damit wÃ¤re die Voraussetzung der SozialhilfeunabhÃ¤ngigkeit zu bejahen und ist zu prÃ¼fen, ob auch die weiteren Voraussetzungen nach <span>Art. 44 Abs.1 AIG</span> erfÃ¼llt sind. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bei der Gesuchseinreichung einen Nachweis Ã¼ber den Besuch eines Deutschintensivkurses sowie den Mietvertrag seiner Verlobten Ã¼ber eine 2-Zimmer-Wohnung eingereicht. Er scheint damit auch die weiteren Voraussetzungen einer bedarfsgerechten Wohnung sowie genÃ¼gender Sprachkenntnisse zu erfÃ¼llen. </p> <p class="Urteilstext">Demzufolge ist die Beschwerde bei der hier vorzunehmenden summarischen PrÃ¼fung gutzuheissen. <span>Das Migrationsamt ist anzuweisen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Heirat zu erteilen. Es wird indessen ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen, dass bei der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vertieft zu prÃ¼fen sein wird, ob die Voraussetzungen fÃ¼r deren Erteilung (nach wie vor) erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen und es steht dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). Diese wird fÃ¼r das vorliegende Verfahren auf Fr. 1'500.- festgesetzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Verfahrenskosten des vorinstanzlichen Rekursverfahrens sind ebenfalls dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Dieser hat dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zudem eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt fÃ¼r <span>das Beschwerde- sowie das Rekursverfahren </span>die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. Sie haben nach Abs. 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Offensichtlich aussichtslos sind Begehren, bei denen die Aussichten zu obsiegen wesentlich geringer sind, als die Aussichten zu unterliegen, und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (statt vieler VGr, 18. August 2016, VB.2016.0019, E. 5.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Da bei diesem Verfahrensausgang die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind, ist das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung sowohl fÃ¼r <span>das Beschwerde- als auch das Rekursverfahren </span>als gegenstandslos geworden abzuschreiben, womit nur Ã¼ber das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters zu befinden ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b><span>Anhand der Akten ist zum jetzigen Zeitpunkt noch von der Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen. Die vorliegende Beschwerde erweist sich angesichts des Verfahrensausgangs nicht als offensichtlich aussichtslos und der BeschwerdefÃ¼hrer ist offensichtlich auch nicht in der Lage, seine Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Dem Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung ist deshalb zu entsprechen und dem BeschwerdefÃ¼hrer ist RA B sowohl fÃ¼r das Beschwerde- als auch das Rekursverfahren als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b><span>Unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤nden wird der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt. Dabei werden die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt. Auslagen werden separat entschÃ¤digt (§ 9 Abs. 1 GebV VGr). Als erforderlich ist jener Zeitaufwand zu betrachten, den auch eine nicht bedÃ¼rftige Person von ihrer Rechtsvertretung vernÃ¼nftigerweise erwartet hÃ¤tte und zu dessen Zahlung sie bereit gewesen wÃ¤re, um ihre Rechte im Verfahren zu wahren. § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren von 8. September 2010 (AnwGebV) sieht bei anwaltlicher Vertretung einen Stundensatz von Fr. 220.- vor, wobei bei nicht anwaltlicher Vertretung der Stundenansatz in der Regel halbiert wird (vgl. VGr, 21. August 2019, VB.2019.00322, E. 6.4).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>RA B macht fÃ¼r das Rekursverfahren einen Aufwand von Fr. 1'994.70 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend, was als angemessen erscheint. Die ParteientschÃ¤digung ist an die dem unentgeltlichen Rechtsbeistand zu leistende EntschÃ¤digung anzurechnen, weshalb RA B unter Anrechnung der zugesprochenen ParteientschÃ¤digung nur noch im Mehrbetrag von Fr. 494.70 (Fr. 1'994.70 [inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer] ./. Fr. 1'500.-) aus der Staatskasse zu entschÃ¤digen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>FÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren weist RA B in seiner Kostennote vom 3. Februar 2022 einen zeitlichen Aufwand von 8,25 Stunden zu Fr. 220.- pro Stunde aus, woraus inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen eine EntschÃ¤digung von Fr. 2'032.80 resultiert. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand und die geltend gemachten Barauslagen erscheinen angemessen, weshalb RA B unter Anrechnung der zugesprochenen ParteientschÃ¤digung nur noch im Mehrbetrag von Fr. 532.80 (Fr. 2'032.80 [inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer] ./. Fr. 1'500.-) aus der Gerichtskasse zu entschÃ¤digen ist.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In Bezug auf den von der Gerichts- bzw. Staatskasse zu bezahlenden Betrag ist der BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG darauf aufmerksam zu machen, dass er Nachzahlung leisten muss, sobald er dazu in der Lage ist. Entsprechend der an den unentgeltlichen Rechtsbeistand zu entrichtenden EntschÃ¤digung beschrÃ¤nkt sich die Nachzahlungspflicht auf den je Fr. 1'500.- Ã¼bersteigenden Betrag, d. h. auf Fr. 494.70 bzw. Fr. 532.80. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Gesuche um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekursverfahren sowie das Beschwerdeverfahren werden als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. <span>Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung</span> fÃ¼r das Beschwerdeverfahren<span> wird gutgeheissen und RA B als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 28. Oktober 2020 und der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 29. MÃ¤rz 2021 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. RA B wird fÃ¼r das Rekursverfahren im Mehrbetrag von Fr. 494.70 (Mehrwertsteuer inbegriffen) durch die Vorinstanz aus der Staatskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. <span>Die Gerichtskosten werden dem </span>Beschwerdegegner <span>auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive) <span>zu bezahlen. </span></span></p> <p class="Einzug2"><span>10. RA B wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren im Mehrbetrag von Fr. 532.80 (Mehrwertsteuer inklusive) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers nach § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>11. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>12. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>