<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird höflich aufgefordert, die folgenden Anliegen bei der Generaldirektion SBB durchzusetzen:</p><p>1. Ab dem nächsten Fahrplanwechsel sind auf der Strecke Lausanne-Brig an den Stationen Siders, Leuk und Visp Schnellzugshalte für alle Schnellzüge einzuführen.</p><p>2. Für die Anschlüsse der Privatbahnen (namentlich der Zermattbahn AG, BVZ) an die SBB ist unbedingt eine bessere Koordination der Fahrpläne zu realisieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Personenfernverkehr gehört wie der Güterverkehr zum marktwirtschaftlichen Bereich der SBB. Gerade mit der Bahnreform wird in diesen Bereichen von den SBB ein positives Ergebnis erwartet. Damit sind sie verpflichtet, ihr Unternehmen nach betriebswirtschaftichen Grundsätzen zu führen. Verstärktes unternehmerisches Handeln ist ein Anliegen, das von der Politik regelmässig an die SBB herangetragen wird. Das vom Postulanten geäusserte Anliegen dreier zusätzlicher Schnellzugshalte in Siders, Leuk und Visp berührt einen Bereich der SBB, für den der Bundesrat nicht zuständig ist.</p><p>Es ist Bund und Kantonen grundsätzlich möglich, mittels dem im Eisenbahngesetz und Transportgesetz vorgesehenen Bestellverfahren, von den Transportunternehmungen Leistungen zu verlangen, die diese aufgrund kommerzieller Überlegungen nicht zu erbringen bereit sind. In diesem Fall müssen die Besteller den Transportunternehmungen die entstehenden ungedeckten Kosten vollumfänglich abgelten.</p><p>Zusätzlich werden Anliegen des regionalen Personenverkehrs und dessen Eingliederung in den Fernverkehr im Rahmen der Regionalkonferenzen zwischen den Bestellern und den Verkehrsunternehmungen diskutiert. Die Anliegen des Postulanten wurden vom Vertreter des Bundesamtes für Verkehr zuhanden der nächsten Konferenz aufgenommen.</p><p>Die SBB äussern sich zum Anliegen des Interpellanten wie folgt.</p><p>"1. Es halten bereits heute alle Interregio- und Schnellzüge in Siders. Die auslaufenden Schnellzüge halten auch in Leuk und Visp. Das Interregio-Konzept Wallis sieht stündlich alternierend je einen Interregio und einen langsameren Schnellzug vor und hat sich in der Praxis gut bewährt. Im Vergleich zur vorherigen Fahrplanperiode kann eine moderate Zunahme der Passagiere verzeichnet werden. Die Kundschaft schätzt die schnellen Sechs-Halte-Verbindungen Brig-Lausanne sehr. Im Hinblick auf den Bau der A 9 sind diese schnellen Angebote erst recht notwendig. Es wurde festgestellt, dass die halbstündlichen SBB-Verbindungen von und nach Visp und Leuk vor Einführung des Impulskonzeptes nicht häufiger frequentiert wurden als die heutigen stündlichen Angebote mit Verdichtungen zur Spitze. Ein Hauptgrund dafür dürften auch die parallel zum SBB- und BVZ-Angebot verlaufenden PTT-Angebote Brig-Visp nach verschiedenen touristischen Zentren, die Car-Angebote Genf-Täsch oder die Busse direkt von Goppenstein nach Leuk und Leukerbad sein.</p><p>Bei Gewährung weiterer Halte in Visp und Leuk müssten wohl auch Halte in Bex und St-Maurice in Betracht gezogen werden. Damit würde der Sechs-Halte-Interregio zu einem Zehn-Halte-Zug ohne Interregio-Status mit konventionellem Rollmaterial ohne Klimatisierung und mit erhöhten Kleinunterhaltskosten wegen der kürzeren Wendezeiten. Zudem wäre eine Systematisierung der internationalen Verbindung Genf-Milano in Frage gestellt.</p><p>Zum künftigen Fern- und Nahverkehrsangebot haben mit Vertretern des Kantons Wallis Gespräche stattgefunden. Vom Kanton Wallis wurde eine Studie im Umfeld der Fahrplangestaltung in Auftrag gegeben. Die SBB werden einerseits die Studie mit ihrem Wissen unterstützen und andererseits die Ergebnisse werten. Zusammen mit dem Kanton sollen im Anschluss innovative Lösungen gefunden werden, die es erlauben, Marktanteile zu gewinnen.</p><p>2. Die Koordination mit der BVZ ist ein dauernder Prozess. Sowohl für die BVZ wie für die SBB gibt es marktwirtschaftliche, betriebswirtschaftliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen. Wird das regionale Angebot isoliert betrachtet, so ergibt sich nicht immer das optimale Angebot für den Reisenden. Für die BVZ stehen z. B. die Anschlüsse in Brig im Vordergrund, während die SBB unter Berücksichtigung des Einspurabschnittes im Oberwallis die Knoten Brig und Lausanne möglichst optimal erschliessen wollen. Zusätzlich spielen auch die internationalen Verbindungen mit zwingenden fahrplantechnischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen in Genf, Lausanne, Domodossola und Milano eine entscheidende Rolle."</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.