<h2>SubmittedText<h2><p>Am 12. Dezember 2004 fiel der Startschuss für die "Bahn 2000". Für die Reisenden bedeutet dies häufigere, raschere, direktere und komfortablere Verbindungen. Auf zahlreichen Linien konnten mit dem neuen Fahrplan 10 bis 45 Minuten eingespart werden. Dies ist sehr verdienstvoll. Eine Verbindung fällt dabei aber aus dem Rahmen: die Verbindung Jura-Biel-Bern. Wegen schlechter Anschlüsse in Biel hat sich die Reisezeit für die Strecke Delsberg-Bern um mehrere Minuten verlängert. Zwar fahren vor allem am Morgen und am Abend mehr Züge, was durchaus ein der SBB zu verdankender Vorteil ist; leider verpasst man aber den Anschluss nach Bern um einige wenige Sekunden.</p><p>Deshalb bitte ich den Bundesrat um die Antwort auf folgende Fragen:</p><p>1. Ist er nicht auch der Auffassung, dass solche Unannehmlichkeiten, die Dutzende, ja Hunderte von Personen betreffen, dem Ruf der SBB schaden und dass ein Teil dieser Personen wieder dem Auto den Vorzug geben wird?</p><p>2. Auf gewissen Linien, namentlich derjenigen zwischen den grössten Städten unseres Landes, hat sich die Reisezeit deutlich verkürzt. Ist der Bundesrat nicht auch der Auffassung, dass die SBB aufhören sollten, die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons Jura und des Berner Jura wie auch die Solothurnerinnen und Solothurner als Kundschaft zweiter Klasse zu behandeln?</p><p>3. Sollte nicht gerade die Reisezeit derjenigen Personen verkürzt werden, die in Randregionen leben und täglich oder mindestens regelmässig den Zug benutzen, um an ihren Arbeitsort oder zu die Dienstleistungen zu gelangen, die in ihrer Region nicht verfügbar sind?</p><p>4. Im Bewusstsein um die Zuständigkeiten in diesem Bereich frage ich den Bundesrat zum Schluss, ob er bereit ist, bei der Direktion der SBB zu intervenieren und zu verlangen, dass sich das Angebot auf dieser Verbindung rasch verbessert und dass eine direkte Verbindung Delsberg-Bern mit Halten im Bieler Industriegebiet und am südöstlichen Stadtrand geprüft wird.</p><p>Und ganz zum Schluss: Der Autor dieses Vorstosses nutzt die Linie Delsberg-Biel-Bern regelmässig.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Es ist richtig, dass der seit Dezember 2004 und seit der Einführung der ersten Phase von "Bahn 2000" gültige Fahrplan ein gewisses Verbesserungspotenzial aufweist. Es stimmt weiter, dass viele Reisende die Anschlüsse im Bahnhof Biel zwischen dem Regio-Express und der S3 als sehr knapp beurteilen. Daher erweist sich eine Regelung des Problems der Anschlüsse in Biel durchaus als angebracht.</p><p>Zum heutigen Zeitpunkt zeigt jedoch die erfreuliche Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Region Delsberg deutlich, dass die von Bund, Kanton Jura und SBB getroffenen Massnahmen zur Umstrukturierung des regionalen Verkehrsangebotes auf der Achse Biel-Delsberg-Pruntrut seit der Einführung der ersten Etappe von "Bahn 2000" auch Früchte getragen haben. Insbesondere auf der Achse Delsberg-Biel wurden die Verbindungen mit dem Einsatz von ICN-Neigezügen und dem Ausbau des Angebotes während der Hauptverkehrszeiten benutzerfreundlicher.</p><p>2./3. Das Ziel besteht nicht einzig darin, zwischen Bern und den Randregionen, sondern vielmehr zwischen den sogenannten Randgebieten und den grossen, arbeitsplatzstarken Agglomerationen des Landes leistungsstarke Verbindungen zu schaffen. In diesem Sinn baute der Kanton Jura die Verbindungen in Richtung Agglomeration Basel mit Erfolg aus. Zudem wurden die finanziellen Mittel, die dem Kanton Jura zur Finanzierung des Regionalverkehrs zur Verfügung gestellt werden, erheblich erhöht, dies mit dem Ziel, Delsberg als Verkehrsknoten zu erhalten.</p><p>4. Die direkte Verbindung zwischen Delsberg und Bern gehört zum Fernverkehr, der aufgrund von betriebswirtschaftlichen Kriterien gestaltet wird. Auf stark befahrenen Linien können die SBB den Taktfahrplan nach ihrem Gutdünken ausbauen. Trotz seiner stark eingeschränkten Eingriffskompetenzen beim nationalen Fernverkehrsangebot setzt sich der Bundesrat fortwährend für eine Verbesserung der Bahnverbindungen und für die Umsetzung einer Verkehrspolitik ein, die die Mobilitätsentwicklung der gesamten Landesbevölkerung zum Ziel hat.</p><p>Allerdings gilt es auch in diesem Bereich, die Frage der Bundesfinanzen nicht aus den Augen zu verlieren, deren Sanierung auch Auswirkungen auf die Verkehrspolitik hat.</p>  Antwort des Bundesrates.