Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. Juni 2017 (720 16 340 / 142) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Voraussetzungen für eine refor- matio in peius im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1968 geborene A.____ war vom 1. September 20 12 bis 31. Juli 2013 als Zollde- klarant bei der B.____ AG angestellt gewesen. Nachd em er seit 22. Mai 2013 vollständig ar- beitsunfähig geschrieben war, meldete er sich am 3. Dezember 2013 unter Hinweis auf De- pressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörunge n und „Vergesslichkeiten“ bei der Eidge- nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der ge- sundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse er mittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle) beim Versicherten ab 22. Mai 2014 (Ablauf de s Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 53 % und ab 1. April 2015 einen solchen von 34 %. Ge stützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfah rens mit Verfügung vom 3. Sep- tember 2016 für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 30. Juni 2015 eine befristete halbe Rente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. Juli 2015 kein Rentenanspruch mehr bestehe. In Bezug auf den Beginn der befristet zugesprochenen halben Ren te wies die IV-Stelle den Versicherten darauf hin, dass der Rentenanspruch frühestens nach Abla uf von sechs Monaten nach Gel- tendmachung des Leistungsanspruchs entstehe. Vorliegend sei seine Anmeldung im Dezember 2013 eingegangen, weshalb die halbe Rente erst ab 1. Juni 2014 ausgerichtet werden könne. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Nikolaus Tamm, am 7. Oktober 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefoc htene Verfügung aufzuheben und es sei ihm, eventualiter gestützt auf ein gerichtliches Oberguta chten, eine unbefristete IV-Rente aus- zurichten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2016 bean tragte die IV-Stelle, dem Be- schwerdeführer sei eine reformatio in peius anzudrohen und es sei, sofern dieser an seiner Be- schwerde festhalte, festzustellen, dass kein Rentenanspruch bestehe. Eventualiter sei die Be- schwerde abzuweisen. D. In seiner Replik vom 26. Januar 2017 vertrat der Beschw erdeführer den Standpunkt, dass der von der Verwaltung beantragten Androhung eine r reformatio in peius nicht stattzuge- ben sei. Seine Beschwerde sei vielmehr gutzuheissen. Die I V-Stelle wiederum hielt in ihrer Duplik vom 1. März 2017 an den in der Vernehmlassung gest ellten Anträgen und an den we- sentlichen bisherigen Vorbringen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 7. Oktober 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die IV-Stelle zog im Rahmen der Abklärung des medi zinischen Sachverhalts unter anderem die Akten der C.____ AG, des Krankentaggeldver sicherers des Beschwerdeführers, bei. Diese hatte im Zusammenhang mit der Beurteilung ihrer Leistungspflicht eine konsiliarische Untersuchung des Versicherten bei Dr. med. D.____, Psychi atrie und Psychotherapie FMH, in Auftrag gegeben. In seinem ausführlichen Bericht vom 7. Februar 2014 hielt Dr. D.____ fest, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine mittel schwere bis schwere depressive Störung vorliege, die seit mindestens zwei Jahren beste he. Diese habe im vergangenen Früh- ling eine zusätzliche Verschlechterung erfahren, inzwischen würden sich jedoch seit einigen Wochen wieder Zeichen einer Besserung zeigen. Als Diagn ose erhob Dr. D.____ eine depres- sive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode, mit schw erer Episode von Frühling 2013 bis Ende Januar 2014. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte Dr. D.____ aus, von Mitte Mai 2013 bis Ende Januar 2014 sei der Versicherte wegen der schweren depressiven Störung nicht mehr Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht arbeitsfähig gewesen. Ab Februar 2014 könne ihm wege n der nachgewiesenen partiellen Bes- serung wieder eine Teilerwerbstätigkeit von ca. 50 % zuge mutet werden. Dabei sei jedoch zu beachten, dass eine Tätigkeit mit erhöhter Stressbelast ung oder Schichtarbeit unbedingt ver- mieden werden sollte, da sonst mit aller Wahrscheinlic hkeit ein schwerer depressiver Rückfall mit erneutem vollständigem Verlust der Arbeitsfähigkei t drohe. In einer angepassten Tätigkeit mit ruhiger Arbeitsumgebung könne dem Versicherten ab 1. Februar 2014 eine 50 %-ige Tätig- keit zugemutet werden. 4.2 Da der Versicherte auch wegen eines am 6. März 2012 erlittenen Velosturzes und in der Folge persistierender Rückenschmerzen in ärztlicher Be handlung stand, entschied sich die IV-Stelle, zur weiteren Abklärung des medizinischen Sach verhalts bei Dr. med. E.____, Rheu- matologie FMH, und Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psyc hotherapie FMH, ein bidisziplinäres (rheumatologisches/psychiatrisches) Gutachten in Auftrag zu geben. 4.2.1 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 27. Oktober 2015 erhob Dr. F.____ beim Versi- cherten als psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf d ie Arbeitsfähigkeit eine rezidivie- rende depressive Störung mit chronischem Verlauf und geg enwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.0/1). Als Beeinträchtigungen ohne Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er akze ntuierte (anankastische) Persönlichkeits- züge (ICD-10: Z73.1) und einen schädlichen Gebrauch von Cannabis (ICD-10: Z12.1). Zur Ar- beitsfähigkeit des Exploranden nahm der Gutachter wie folgt Stellung: Aufgrund der Beschwer- den von Seiten der rezidivierenden depressiven Störung m it chronischem Verlauf und gegen- wärtig leichter bis mittelgradiger Episode ohne somati sches Syndrom lasse sich aus psychiatri- scher Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowo hl in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als auch in einer alternativen Tätigkeit von 30 % begr ünden, dabei mitenthalten sei eine gleich- zeitig vorhandene gewisse Verminderung der Leistungsfäh igkeit. Diese Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit bestehe seit April 2015, habe der Explor and doch angegeben, dass es bezüglich seiner depressiven Beschwerden vor etwa einem halben Jah r etwas besser geworden sei. Für die Zeit davor müsse aufgrund der diesbezüglich unprä zisen Angaben des Exploranden auf die Aktenlage verwiesen werden. Im psychiatrischen Gutachten vom 7. Februar 2014 habe Dr. D.____ beim Versicherten eine mittelschwere bis schwere d epressive Störung mit schweren Episoden von Frühling 2013 bis Ende Januar 2014 diagnost iziert. Für den Zeitraum von Mai 2013 bis Ende Januar 2014 habe er ihm deswegen eine vollständige und ab Februar 2014 noch eine 50 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attest iert. Im Rahmen seiner versicherungs- medizinischen Würdigung äusserte sich Dr. F.____ sodann a uch zu den Ressourcen des Ex- ploranden. Er wies darauf hin, dass sich solche durchaus er kennen liessen, diesbezüglich sei insbesondere eine weitgehend intakte psychosoziale Funktio nsfähigkeit in der Beziehung mit dem Sohn, aber auch mit den Freunden sowie der Schwester, der Mutter und dem Stiefvater zu nennen. Der Versicherte sei vielseitig interessiert, er lese regelmässig die Zeitung und informie- re sich mit dem Schauen von Nachrichten- und Informatio nssendungen im Internet und Fernse- her. Darüber hinaus gehe er auch gerne wandern, Velo fahren und langlaufen sowie joggen. ln der aktuellen Untersuchung könne er sich mit einem weitgehend situationsadäquaten Verhalten präsentieren, die Copingstrategien könnten als ausreichen d gut beurteilt werden. Das Fähig- keitsniveau gemessen am Ratingbogen Mini-ICF-APP sei i nsgesamt aus rein psychiatrischer Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sicht als leicht- bis mittelgradig eingeschränkt zu beurt eilen; insbesondere seien die Durchhal- tefähigkeit, die Selbstbehauptungsfähigkeit, aber auc h die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit als leicht bis mittelgradig eingeschränkt zu beurteilen. Auf diese Ressourcen, Copingstrategien und Fähigkeiten könne sich der Versicherte bei der Ausübung einer Tätigkeit abstützen. 4.2.2 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 28. Okto ber 2015 gelangte Dr. E.____ zum Ergebnis, dass keine rheumatologischen Diagnosen mit Auswir kung auf die Arbeitsfähigkeit bestehen würden. Aus rein rheumatologischer Sicht könne deshalb in der Tätigkeit als Zollde- klarant weder aktuell noch retrospektiv eine länger dau ernde Einschränkung der Arbeitsfähig- keit begründet werden. Die gelte rein bezogen auf den Bewegungsapparat auch für jegliche andere Tätigkeit. 4.2.3 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Konsensbeurt eilung hielten die Dres. E.____ und F.____ abschliessend folgendes Ergebnis fest: Da sich aus r heumatologischer Sicht keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beg ründen lasse, könne als gemeinsame in- terdisziplinäre Beurteilung diejenige des psychiatrischen Gutachtens uneingeschränkt über- nommen werden. 5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 9. September 2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts für die Zeit ab April 2015 vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Dres. E.____ und F.____ in ih rem bidisziplinären Gutachten vom 27./28. Oktober 2015 gelangt sind. Was die medizinische S ituation in der Zeit davor (ab Mai 2013) betrifft, stellte sie zu Recht auf den überzeugen den Bericht von Dr. D.____ vom 7. Feb- ruar 2014 ab. Die IV-Stelle ging gestützt auf diese f achärztlichen Beurteilungen davon aus, dass der Versicherte aufgrund seiner psychischen Gesundheits beeinträchtigungen von Mai 2013 bis Januar 2014 vollständig und von Februar 2014 bis März 2015 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sei. Seit April 2015 hingegen liege sowohl in der angestammten Tätigkeit als Zollde- klarant als auch in allen seinen Möglichkeiten entsprech enden Verweistätigkeiten wieder eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit vor. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 27./28. Oktober 2015, in welchem sich die beiden Fachärzte zur medi- zinischen Situation ab April 2015 äussern, weist weder fo rmale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3 .2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Be- schwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben word en, es ist in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktue llen medizinischen Situation schlüssig, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztl ichen Einschätzungen ausei- nander und es enthält einleuchtende Schlussfolgerungen . Nicht zu beanstanden ist sodann der überzeugende fachärztliche Bericht von Dr. D.____ vom 7. Februar 2014, der eine zuverlässige Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung des medizinischen Sachverhalts ab März 2013 er laubt. Dessen damalige Einschät- zung wird denn auch vom Beschwerdeführer - zu Recht - nicht in Frage gestellt. 5.2 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens der Dres. E.____ und F.____ in Frage zu stellen. 5.2.1 Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass der Versi cherte - zu Recht - keinerlei Ein- wände gegen das rheumatologische Teilgutachten von Dr. E.____ erhebt. Somit kann an dieser Stelle von weiteren Erörterungen zur überzeugenden gu tachterlichen Beurteilung des somati- schen Gesundheitszustandes abgesehen werden. 5.2.2 Der Versicherte macht in seiner Beschwerde im We sentlichen geltend, dass die bei ihm unbestrittenermassen gegebenen psychosozialen Belastungsfaktoren rentenrelevant seien. Die IV-Stelle sei sinngemäss davon ausgegangen, dass de r genuin depressionsbedingte Anteil des Gesundheitsschadens gutachterlich ausgewiesen, aber von psychosozialen Belastungsfak- toren zu differenzieren sei; letztere könnten nicht berücksichtigt werden, Damit verkenne die IV- Stelle jedoch, dass sich sehr wohl auch psychosoziale und soziokulturelle Faktoren invaliditäts- begründend auswirken würden, insoweit sie einen verselbstä ndigten Gesundheitsschaden auf- rechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängi g von den invaliditätsfremden Elemen- ten bestehenden - Folgen verschlimmern würden. Genau d ies sei bei ihm der Fall. Aus diesen Einwänden kann der Beschwerdeführer vorliegend nichts z u seinen Gunsten ableiten. Die IV- Stelle bezeichnet es in ihrer Vernehmlassung zu Recht a ls entscheidend, dass der Gutachter Dr. F.____ die objektiven Befunde insgesamt erhoben un d gestützt darauf seine Einschätzung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit abgegeben hat. Der Experte hat in seinem Gutachten die hauptsächlichen psychosozialen Faktoren, die den Versich erten belasten - wie etwa die Konflikte in der Beziehung mit der Ehefrau respektive di e Trennungssituation aber auch die konflikthafte Beziehung mit der Tochter - berücksichtigt und er hat seine Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit in deren Ken ntnis abgegeben. Zu keiner anderen Einschätzung des medizinischen Sachverhalts führt sodann auch der Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 20. September 2016. Laut dem Beschwerdeführer zeigt dieser, dass im Vergleich zur Einschätzung des Gutachters von einer wesentlich komplexeren Gesundheitsstörung a uszugehen sei. Dieser Einwand ver- mag jedoch nicht zu überzeugen. So ist etwa der IV-Ste lle zuzustimmen, wonach in der Tatsa- che, dass der Versicherte bei der Verheiratung den Nachna men der Ehefrau angenommen hat, nicht „eine schwere Identifikationsstörung mit seiner H erkunft“ erkannt werden kann. Ebenso ist mit der IV-Stelle im Versuch, die Einbürgerung der Eh efrau zu verhindern, eher eine Schikane als ein Zeichen einer relevanten Störung zu erblicken. W as schliesslich die vom behandelnden Arzt geltend gemachten massiven Konzentrations- und Le istungsstörungen betrifft, so verweist die IV-Stelle zu Recht auf die Feststellungen im psychiat rischen Teilgutachten, wonach sich während der gesamten, 130 Minuten dauernden Untersuch ung keine Konzentrations-, Auf- merksamkeits- oder Auffassungsstörungen und keine Ermüdungsz eichen klinisch hätten fest- stellen lassen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 9. September 2016 die erforderlichen Ei nkommensvergleiche vorgenommen. Dabei hat sie auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 5 0 % ab April 2014 bzw. von 70 % ab April 2015 anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbaren Invalideneinkommen ab 22. Mai 2014 (Ablauf des Wartejahres) einen Invalid itätsgrad von 53 % und ab 1. April 2015 einen solchen von 34 % ermittelt. Die konkreten Berechnu ngen, die vom Versicherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden sind, erweisen sich als rechtens, weshalb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 9. September 2016 verwiesen werden kann. 6.2 Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellten Invali ditätsgrade von 53 % für den Zeitraum vom 22. Mai 2014 (Ablauf des Wartejahres) bis Ende März 2015 bzw. von 34 % ab 1. April 2015 auf die Höhe sowie den Beginn und die Dauer des Rentenanspruchs des Beschwerdefüh- rers auswirken. Bei einem Invaliditätsgrad von 53 % beste ht Anspruch auf eine halbe Rente. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch f rühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Vorlie gend hat der Versicherte die- sen am 3. Dezember 2013 geltend gemacht. Dies bedeutet , dass ihm - wie die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 9. September 2016 zutreffend festgehalten hat - die halbe Rente nicht nach Ablauf des Wartejahres, d.h. per 1. Mai 20 14, sondern erst ab 1. Juni 2014 ausge- richtet werden kann. Nach Art. 88a Abs. 1 IVV der Vero rdnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist eine Verbesserung der Erw erbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu b erücksichtigen, nachdem sie ohne wesentli- che Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussi chtlich weiterhin andauern wird. Nach dem Gesagten liegt beim Versicherten ab 1. April 2015 bis auf Weiteres lediglich noch ein Invaliditätsgrad von 34 % vor. In Berücksichtigung der g enannten Bestimmung besteht der An- spruch auf die halbe Rente noch während dreier Monate seit der anfangs April 2015 eingetrete- nen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, also noch bis zu m 30. Juni 2015. Für den Zeitraum danach besteht kein Rentenanspruch mehr, da der Inval iditätsgrad noch 34 % beträgt und so- mit unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen Wert von 40 % liegt. 6.3 Im Lichte der vorstehenden Ausführungen ist es nich t zu beanstanden, dass die IV- Stelle dem Versicherten in der Verfügung vom 9. September 2016 für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 30. Juni 2015 eine befristete halbe Rente zug esprochen und gleichzeitig einen weite- ren Rentenanspruch ab 1. Juli 2015 abgelehnt hat. 7.1 In ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2016 macht die IV-Stelle nun allerdings neu geltend, beim Versicherten habe bereits im Zeitpu nkt der befristeten Rentenzusprechung (1. Juni 2014 bis 30. Juni 2015) kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen, wes- halb von einem Invaliditätsgrad von 0 % ausgegangen wer den müsse. Somit sei dem Versi- cherten die befristete Rente zu Unrecht zugesprochen worden. Die IV-Stelle beantragt deshalb, dem Beschwerdeführer sei eine reformatio in peius anzud rohen und es sei, sofern dieser an Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner Beschwerde festhalte, festzustellen, dass kein Rent enanspruch bestehe. Zur Begrün- dung führt die IV-Stelle aus, Dr. D.____ habe beim Versicherten im Frühjahr 2014 eine mittel- gradige Depression diagnostiziert und laut Dr. F.____ h abe ab April 2015 eine leicht- bis mittel- gradige depressive Episode bestanden. Laut bundesgericht licher Rechtsprechung sei zu be- achten, dass Störungen leicht- bis mittelgradiger depr essiver Natur, seien sie im Auftreten re- zidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisieren de Krankheiten in Betracht fallen wür- den, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Dabei müsse die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (am- bulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in ko operativer Weise optimal und nach- haltig ausgeschöpft worden seien. Dies sei vorliegend ni cht der Fall. Laut dem Gutachter Dr. F.____ könne nicht von einer Ausschöpfung der Therap ieoptionen gesprochen werden und das Bestehen einer Therapieresistenz liege auch nicht vor bzw. entsprechende Hinweise könn- ten dem Dossier nicht entnommen werden. 7.2 Der Hinweis der IV-Stelle auf die neuere bundesg erichtliche Rechtsprechung zur Fra- ge, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen bei leichten bis mittelgradigen de- pressiven Störungen eine Invalidität angenommen werden kann, ist grundsätzlich zutreffend (vgl. etwa Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SV R] 2017 IV Nr. 27 E. 6.3 und Nr. 28 E. 5.3.1). Darauf ist hier jedoch aus den nachfolgenden Gründen nicht weiter einzugehen. 7.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist von der Möglichkeit der reformatio in peius im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versich erungsgericht zurückhaltend Ge- brauch zu machen und diese auf Fälle zu beschränken, in welchen der angefochtene Entscheid offensichtlich unrichtig und die Korrektur von erhebliche r Bedeutung ist. Es gelten somit - bei leicht anderem Wortlaut - die gleichen strengen Vorau ssetzungen wie bei der Wiedererwägung formell rechtskräftiger Verfügungen oder Einspracheentsch eide gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (BGE 142 V 339 f. E. 3.1 mit Hinweisen). Nach dieser Bestimmung ist die Verwaltung befugt, auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einsprache entscheide zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigun g von erheblicher Bedeutung ist. Zwei- fellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zw eifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich (Urteile C. des Bundesgerichts vom 12. August 2 010, 9C_181/2010, E. 3 und H. vom 14. Januar 2009, 8C_512/2008, E. 6.1 mit Hinweisen; v gl. auch BGE 125 V 392 f. E. 6a). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leis- tungszusprechung auf Grund falscher oder unzutreffender R echtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig ange wandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund eine materielle A nspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich auf Schätzung oder Beweiswürdigung beruht, auf Elementen also, die notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen (z.B. Einschätzung en der Arbeitsunfähigkeit, Zu- mutbarkeitsfragen). Erscheint die Beurteilung solcher A nspruchsvoraussetzungen (einschliess- lich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arb eitsunfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der r echtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifellose r Unrichtigkeit aus (Urteile C. des Bun- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgerichts vom 12. August 2010, 9C_181/2010, E. 3 und B. vom 7. Mai 2007, I 907/06, E. 3.2.1, je mit Hinweisen). 7.4 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.1 hiervor), hat Dr . D.____ in seinem Bericht vom 7. Feb- ruar 2014 festgehalten, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine mittelschwere bis schwere depressive Störung vorliege, die seit mindestens zw ei Jahren bestehe. Diese habe im vergangenen Frühling eine zusätzliche Verschlechterung er fahren, inzwischen würden sich je- doch seit einigen Wochen wieder Zeichen einer Besserun g zeigen. Von Mitte Mai 2013 bis En- de Januar 2014 sei der Versicherte wegen der schweren de pressiven Störung nicht mehr ar- beitsfähig gewesen. Ab Februar 2014 könne ihm wegen der nachgewiesenen partiellen Besse- rung wieder eine Teilerwerbstätigkeit von ca. 50 % zuge mutet werden. Auf der Basis dieser fachärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung hat die IV-Stel le in der Verfügung vom 9. September 2016 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenomm en und für den fraglichen Zeitraum vom 22. Mai 2014 bis Ende März 2015 einen Invaliditätsgr ad von 53 % ermittelt, was zur Zu- sprechung einer befristeten halben Rente geführt hat. Dieses Ergebnis, zu welchem die IV- Stelle gestützt auf den Bericht von Dr. D.____ gelang t ist, erweist sich ohne Weiteres als ver- tretbar. Von Relevanz ist in diesem Zusammenhang, dass d er genannte Facharzt diagnostisch nicht von einer leichten bis mittelgradigen, sondern eben von einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung ausgegangen ist. Zudem gilt es, sich d ie obigen Ausführungen vor Augen zu halten, wonach die Beurteilung materieller Anspruchsvoraussetzungen in Bezug auf gewisse Elemente wie etwa die Einschätzung der Arbeitsunfähi gkeit notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Die damalige, in medizinischer Hinsicht auf der Annahme einer 50 %-igen Arbeitsun- fähigkeit beruhende Zusprechung einer befristeten halb en Rente kann deshalb nicht als offen- sichtlich unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne qualifiziert werden. Nach dem Gesag- ten kommt somit im vorliegenden Beschwerdeverfahren vor d em Kantonsgericht in Bezug auf die Rentenverfügung vom 9. September 2016 die Vornahm e einer reformatio in peius nicht in Betracht. Den Anträgen der IV-Stelle, es sei dem Besch werdeführer eine reformatio in peius anzudrohen und es sei, sofern dieser an der Beschwerde festhalte, festzustellen, dass kein Rentenanspruch bestehe, kann daher nicht gefolgt werden. 8. Als Ergebnis ist somit festzuhalten, dass die angefocht ene Verfügung der IV-Stelle vom 9. September 2016 nicht zu beanstanden ist. Die vom V ersicherten dagegen erhobene Beschwerde erweist sich ebenso als unbegründet wie die vo rstehend geschilderten, auf eine reformatio in peius zielenden Anträge der IV-Stelle. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist und bei denen eine Urteilsberatung ohne vorgängige Parteiverhandlung erfolgt, setzt das Ge richt die Verfahrenskosten in Berück- sichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens seit 1. Juli 2016 einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht