<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-01-18-9F_1-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9F_1/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 18. Januar 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>III. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Parrino, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Moser-Szeless, Scherrer Reber, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Fleischanderl. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rainer J. Schweizer, </div> <div class="para">Gesuchsteller, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Steuerverwaltung des Kantons Thurgau, Rechtsabteilung, Schlossmühlestrasse 15, 8510 Frauenfeld, </div> <div class="para">Gesuchsgegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau und direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2016, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 29. November 2023 (9C_736/2023 [Entscheid VG.2023.46/E]). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 29. November 2023 ist das Bundesgericht auf eine am 24. November 2023 (Poststempel) und damit nach Ablauf der bis 23. November 2023 dauernden Rechtsmittelfrist von A.________ eingereichte Beschwerde nicht eingetreten (Urteil 9C_736/2023). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 3. Januar 2024 (Poststempel) lässt A.________ um Wiederherstellung der Beschwerdefrist nach <span class="artref">Art. 50 BGG</span>, Aufhebung des Urteils und Fortführung des entsprechenden Beschwerdeverfahrens ersuchen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht ist die oberste Recht sprechende Behörde des Bundes (<span class="artref">Art. 188 Abs. 1 BV</span>; <span class="artref">Art. 1 Abs. 1 BGG</span>). Seine Entscheide erwachsen gemäss <span class="artref">Art. 61 BGG</span> am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft. Eine nochmalige Überprüfung der einem bundesgerichtlichen Urteil zugrunde liegenden Streitsache ist grundsätzlich ausgeschlossen. Das Gericht kann auf seine Urteile nur zurückkommen, wenn einer der in den <span class="artref">Art. 121 ff. BGG</span> abschliessend aufgeführten Revisionsgründe vorliegt. Hat das Bundesgericht ein Nichteintretensurteil gefällt, weil eine Frist verpasst worden war, kann zudem gemäss <span class="artref">Art. 50 Abs. 2 BGG</span> die Aufhebung des Urteils verlangt werden, wenn die Voraussetzungen der Fristwiederherstellung gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung erfüllt sind (Amstutz/Arnold, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 15 zu <span class="artref">Art. 50 BGG</span>; Urteil 9F_4/2014 vom 29. April 2014 E. 1 mit weiteren Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Der Gesuchsteller ruft keinen der in <span class="artref">Art. 121 ff. BGG</span> genannten Revisionsgründe an. <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> sieht etwa vor, dass eine Revision des Entscheides verlangt werden kann, wenn das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat. Dies wird indessen weder dargetan, noch ist solches ersichtlich. Ebenso wenig werden nachträglich erfahrene erhebliche Tatsachen oder aufgefundene entscheidende Beweismittel im Sinne von <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span> geltend gemacht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Indes verlangt der Gesuchsteller ausdrücklich die Wiederherstellung der Frist nach <span class="artref">Art. 50 BGG</span>. Er bringt vor, das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, Vorinstanz im Verfahren 9C_736/2023, habe den damaligen Entscheid vom 9. August 2023 zu Unrecht nicht seinem rechtmässigen, von ihm bevollmächtigten Rechtsvertreter, sondern am 24. Oktober 2023 ihm persönlich, entgegengenommen durch seine Ehefrau, zugestellt. Er habe den betreffenden Entscheid infolge Auslandaufenthalts erst am 27. Oktober 2023 zur Kenntnis nehmen und gleichentags seinem Rechtsvertreter per Mail weiterleiten können. Der Beginn der dreissigtägigen Beschwerdefrist gemäss <span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span> sei daher auf Grund mangelhafter Eröffnung des Entscheids nach Treu und Glauben auf diesen späteren Zeitpunkt festzusetzen und mit Einreichung der Beschwerde zuhanden des Bundesgerichts am 24. November 2023 gewahrt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Eine versäumte Frist kann gemäss <span class="artref">Art. 50 BGG</span> wiederhergestellt werden, wenn eine Partei oder ihr Vertreter bzw. ihre Vertreterin unverschuldeterweise abgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln, sofern die Partei unter Angabe des Grundes innert dreissig Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Abs. 1). Die Wiederherstellung der Frist kann auch nach Eröffnung des Urteils bewilligt werden; diesfalls wird das Urteil aufgehoben (Abs. 2). Ein unverschuldetes Hindernis im Sinne dieser Bestimmung liegt vor, wenn der Partei (und gegebenenfalls ihrem Vertreter oder ihrer Vertreterin) kein Vorwurf gemacht werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=01.01.2024&amp;to_date=20.01.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-V-255%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page255">BGE 112 V 255</a> E. 2a mit Hinweisen), wobei ein strenger Massstab gilt (Urteil 2C_458/2010 vom 15. September 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Laut vorinstanzlichem Entscheid vom 9. August 2023 war der Gesuchsteller im damaligen Verfahren darauf hingewiesen worden, dass die berufsmässige Verbeiständung und Vertretung vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau gemäss § 9 Abs. 3 des Gesetzes vom 23. Februar 1981 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Thurgau (VRG; RB 170.1) den nach dem Bundesgesetz vom 28. April 1999 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) zugelassenen Anwältinnen und Anwälten vorbehalten sei. Zu diesen gehörte der vom Gesuchsteller mandatierte Vertreter nicht. In der Folge reichte der Gesuchsteller auf gerichtliche Aufforderung hin fristgerecht eine von ihm persönlich unterzeichnete Beschwerdeschrift ein. Das Verwaltungsgericht stufte das Verfahren daraufhin als ohne berufsmässige Vertretung geführt ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.1.</b> Vor diesem Hintergrund ist nicht von einem vor dem kantonalen Gericht bestehenden Vertretungsverhältnis und daher, entgegen der Sichtweise des Gesuchstellers, nicht von einer mangelhaften Eröffnung des Entscheids vom 9. August 2023 im Sinne von Art. 50 Abs. 1 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 49 BGG</span> auszugehen. Daran ändert auch der (implizite) Einwand des Gesuchstellers nichts, seine Ehefrau, welcher die Post die betreffende Sendung am 24. Oktober 2023 ausgehändigt habe, sei zur Entgegennahme an ihn gerichteter geschäftlicher Postzustellungen nicht ermächtigt bzw. befugt gewesen. Vielmehr war seine Ehefrau im Aussenverhältnis vorbehältlich gegenteiliger Weisungen an die Post berechtigt, an der angegebenen Adresse Postsendungen in Empfang zu nehmen (für Geschäftsdomizile: Urteil 2A.533/2004 vom 2. Dezember 2004 E. 3.1.3 und 3.2.2; für Wohndomizile: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=01.01.2024&amp;to_date=20.01.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-IA-22%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page22">BGE 113 Ia 22</a> E. 2c; siehe sodann die aktuellen allgemeinen Geschäftsbedingungen der Post CH AG "Postdienstleistungen" für Privatkunden, Ziff. 2.5.5, sowie für Geschäftskunden, Ziff. 2.3.5, jeweils Ausgabe Januar 2022; Urteil 8C_424/2015 vom 22. September 2015). Eine anderslautende Weisung wird nicht behauptet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.2.</b> Es wird folglich kein tauglicher Wiederherstellungsgrund im Sinne von <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 BGG</span> angerufen, zumal der Gesuchsteller in seiner im Verfahren 9C_736/2023 eingereichten Beschwerde selber eingeräumt hat, der Entscheid vom 9. August 2023 sei "am 24. Oktober 2023" eröffnet worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Umständehalber wird auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 18. Januar 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der III. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Parrino </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Fleischanderl </div> </div></body></html>