B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2344/2012/was U r t e i l v o m 4 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Sara Steiner. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Iran, alle vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. März 2012 / N (…). D-2344/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden, ein iranischer Staatsangehöriger, seine Frau und ihr gemeinsamer Sohn , mit letztem Wohnsitz in Teheran, verliessen ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 24. November 2011 und gelangten zunächst über Kara j auf dem Landweg in die Türkei. Von dort aus reisten sie mit einem Lastwagen am 4. Dezember 2011 illegal in die Schweiz ein, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen ein Asylgesuch stellten. Am 15. Dezember 2011 wurden sie summarisch befragt und am 12. März 2012 einlässlich angehört. Zur Begründung ihres Asylgesuchs brachten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen vor, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner g e- werkschaftlichen Tätigkeit in seiner Firma bedroht worden sei und eine Festnahme habe befürchten müssen. Er habe bei (…) gearbeitet und sei für 15 Angestellte verantwortlich gewesen. Dabei habe er für die Gewerk- schaft Flugblätter verteilt und mit Chauffeuren bezüglich ihrer Rechte ge- sprochen. 2005 habe die Gewerkschaft einen Streik veranstaltet, den er mit organisiert habe. Seither sei er von der Geheimpolizei beobachtet worden. Ende 2005 sei er eine Woche lang festgenommen und seit Mitte 2011 in seiner Arbeit mehrmalig zurückgestuft und schikaniert worden. Mitte November 2011 sei ein Freund, welcher in derselben Firma gearbei- tet und sich gewerkschaftlich betätigt habe , entführt worden . Daraufhin habe der Beschwerdeführer Teheran verlassen und die Zeit bis zur Au s- reise in Karaj verbracht. Zudem habe er Drohanrufe auf sein Handy erhal- ten, wobei ihm geraten worden sei, auf seine Tätigkeiten in der Gewer k- schaft zu verzichten. Am 19. November 2011 sei ihr Haus von drei Beam- ten durchsucht worden, wobei d iese unter anderem den Computer sowie diverses anderes Material beschlagnahmt hätten. Bei dieser Hausdurch- suchung habe sich nur die Beschwerdeführerin im Haus befunden. Sie habe den Beschwerdeführer aber noch am sel ben Tag per Telefon dar- über informiert. Darauf habe er seine SIM-Karte zerstört und die Ausreise aus dem Iran beschlossen. Die Beschwerdeführerin sei bis zur Ausreise in Teheran geblieben. Am 20. November 2011 sei sie das letzte Mal zur Arbeit gegangen, bevor sie dann am 24. November 2011 zusammen aus dem Iran ausgereist seien. Des Weiteren brachte der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs vor, dass er im Jahr 2008 vom Islam zum Buddhismus ko n- vertiert habe. Er habe sich mehrmals im Monat mit einer Vereinigung , D-2344/2012 Seite 3 welche ihm von einem Freund empfohlen wo rden sei , unter anderem auch bei sich zuhause getroffen. Seine Frau habe den Religionswechs el seit einiger Zeit geahnt, jedoch nichts Genaueres darüber gewusst. Sonst habe niemand, mit Ausnahme der Mitglieder der Vereinigung, von seinem Religionswechsel gewusst. Schliesslich gab der Beschwerdeführer an, in der Schweiz im Verein für politische Flüchtlinge exilpolitisch aktiv zu sein. Er habe am (…) an einer Demonstration in D._______ sowie an den monatlich en Versammlungen dieses Vereins teilgenommen. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden eine Bestätigung des Arbeitgebers, einen Lohnausweis, Kopien aus der Agen- da des Beschwerdeführers, den Universitätsausweis der Beschwerdefüh- rerin sowie Notizen zu den Akten. B. Mit einem Schreiben vom 13. März 2012 gab das BFM den Beschwerd e- führenden die Gelegenheit, sich zu verschiedenen Widersprüchen zu äussern. In diesem Schreiben zählte das BFM die wichtigsten Punkte auf. So habe der Beschwerdeführer in der summarischen Befragung angege- ben, dass er einen Pass besitze , wogegen die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt angegeben habe, dass der Pass des Beschwerdefü h- rers nicht mehr gültig respektive nicht mehr vorhanden sei. Weiter habe es Widersprüche darüber gegeben, ob die Beschwerdeführerin einen Pass besitze. Daneben habe es Unstimmigkeiten gegeben, was bei der Hausdurchsuchung mitgenommen worden se i. Während der Anhörung habe der Beschwerdeführer ausgesagt, dass er nach der Hausdurchs u- chung seine SIM -Karte zerbrochen habe. Die Beschwerdeführerin hab e hingegen zu Protokoll gegeben, dass das Mobiltelefon des Beschwerd e- führers bis zur Ausreise in Betreib gewesen sei. Schliesslich sei auch der Ablauf der Ausreise von den Beschwerdeführenden unterschiedlich b e- schrieben worden. C. Die Beschwerdeführenden nahmen mit Schreiben vom 21. März 2012 zu den vom BFM genannten Widersprüchen Stellung. Der Beschwerdeführer brachte vor, dass sein Pass nicht mehr gültig und bei der Hausdurchs u- chung beschlagnahmt worden sei. Was den Widerspruch bezüglich den Pass seiner Frau betreffe, dementierte er, dass er gesagt habe, dass sie einen Pass besitze. Der Wi derspruch sei durch die ungenaue Überse t-D-2344/2012 Seite 4 zung entstanden. Was die mitge nommenen Gegenstände während der Hausdurchsuchung angehe, seien sie sich während der Erstbefragung nicht bewusst gewesen, dass sie spezifisch zu antworten gehabt hätten und hätten daher die Gegenstände lediglich exemplarisch aufgezählt . Weiter bestätigte der Beschwerdeführer, dass er die SIM -Karte zerbr o- chen habe. Da e s aber im Iran einfach sei, eine neue SIM-Karte zu kau- fen, sei er umgehend wieder erreichbar ge wesen. Zudem wurde präz i- siert, dass es sich bei der Ausreise um zwei Schlepper gehandelt habe. Die Ungenauigkeiten seien aufgrund der Stresssituation während der Ausreise entstanden. D. Das BFM lehnte die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit Verf ü- gung vom 26. März 2012 – eröffnet am 29. März 2012 – ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. E. Mit Eingabe vom 30. April 2012 erhoben die Beschwerdeführenden – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte n, die Verfügung des BFM vom 26. März 2012 sei vollumfänglich aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und den Beschwerdeführenden Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit oder die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte n sie um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Entschädigungs- und Kostenfolge zulasten der Vorinstanz. F. Mit Verfügung vom 4. Mai 2012 stellte die zuständige Instruktionsrichterin fest, die Beschwerdeführenden dürften den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, verschob den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung e i- nes Kostenvorschusses. Der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, e i- nen Beleg für seine Fürsorgeabhängikeit beizubringen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wurde abgewiesen. D-2344/2012 Seite 5 G. In seiner Vernehmlassung vom 11. Mai 2012, welche den Beschwerde - führenden am 14. Mai 2012 zu Kenntnis gebracht wurde, hielt das BFM an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung d er B e- schwerde. H. Mit Schreiben vom 19. Juli 2012 reichten die Beschwerdeführenden die eingeforderte Fürsorgebestätigung zu den Akten. Zudem stellten sie dem Bundesverwaltungsgericht neue Beweismittel bezüglich der exilpolit i- schen Tätigkeit des Beschwerdefüh rers zu. Es handelt sich dabei um Flugblätter und Fotos zu verschiedenen Solidaritätskundgebungen für die Unterstützung der Regimegegner im Iran und zur Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung am (…) in E._______, am (…) in E._______ und am (…) in D._______. Zudem machte der Beschwerdeführer auf seinen Webblog aufmerksam, auf welchem er regimekritische Artikel unter se i- nem Namen veröffentliche, und gab insbesondere zwei Artikel zu den Ak- ten. Des Weiteren wiesen die Beschwerdeführenden auf das Urteil S.F. and others v. Sweden (Application no. 52077/10) des Europäischen Ge- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) hin. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, S R 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. D-2344/2012 Seite 6 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachte ilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewi rken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden seien nicht glaubhaft. Z u- nächst seien sie massiv widersprüchlich. So habe der Beschwerdeführer D-2344/2012 Seite 7 anlässlich der Befragung angegeben, dass die Drohanrufe erst nach der Festnahme des Arbeitskollegen begonnen hätten. Bei der Anhörung habe er hingegen behauptet, dass die Unbekannten ihn bereits vor dessen Verhaftung angerufen und bedroht hätten. Weiter seien die Anga ben be- züglich des letzten Arbeitstages des Beschwerdeführers widersprüchlich gewesen. So habe er an der Anhörung gesagt, dass er am 16. November das letzte Mal zur Arbeit gegangen sei. Später habe er jedoch erläutert, dass er am 14. oder 15. November von d er Verhaftung des Arbeitskoll e- gen erfahren habe und danach nicht mehr zur Arbeit gefahren sei. Ferner seien die Angaben bezüglich seiner Ausreise widersprüchlich ausgefallen, indem er im Rahmen der Befragung ausgesagt habe, dass er von Teh e- ran ausgereist s ei, wobei er in der Anhörung gesagt habe, dass er sich zum Zeitpunkt der Ausreise schon in Karaj befunden habe und von dort ausgereist sei. Überdies habe auch die Beschwerdeführerin widersprüc h- liche Angaben gemacht. So habe sie anlässlich der Befragung erk lärt, dass die Beamten während der Hausdurchsuchung ein Papier bei sich gehabt hätten, wobei sie bei der Anhörung angegeben habe, dass die Männer keinen Durchsuchungsbefehl, Ausweise oder sonstige Dokumen- te dabei gehabt hätten. Des Weiteren hätten sich auc h die beiden B e- schwerdeführenden untereinander widersprochen. So habe die B e- schwerdeführerin während der Befragung angegeben, dass bei der Hausdurchsuchung der Computer und CDs mitgenommen worden seien. Der Beschwerdeführer jedoch habe während der Befragun g zu Protokoll gegeben, dass nur der Computer beschlagnahmt worden sei. A nlässlich der Anhörung hingegen habe die Beschwerdeführerin dann ausgeführt, dass neben dem Computer auch Bücher und Kalender ihres Mannes mi t- genommen worden seien, wohingegen der Beschwerdeführer angegeben habe, dass neben dem Computer auch noch Bücher, Notizen, Kalender und CDs sowie sein Pass beschlagnahmt worden seien. Weiter habe die Beschwerdeführerin angegeben, der Beschwerdeführer sei bis zur Au s- reise auf seinem Handy erreichbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe hingegen zu Protokoll gegeben, dass er nach der Hausdurchsuchung die SIM-Karte zerbrochen und daher auch keine Drohanrufe mehr erhalten habe. Der Beschwerdeführer habe ferner während der Befragung ang e- geben, er besitze einen gültigen Pass, welcher sich in seinem Haus in Teheran befinde. In der Anhörung habe er aber geltend gemacht, dass der Pass bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt worden sei. Die B e- schwerdeführerin hingegen habe bei der Befragung gesagt, dass der Pass ihres Mannes nicht vorhanden, respektive nicht mehr gültig sei. Bei der Anhörung jedoch habe sie angegeben, nicht mehr zu wissen , wo sich sein Pass befinde. Der Beschwerdeführer habe wiederum gesagt, dass D-2344/2012 Seite 8 seine Frau einen Pass besitze, er aber nicht wisse , wo dieser sei. Die Beschwerdeführerin selber habe ausgesagt, dass sie keinen Pass besi t- ze. Bei der Anhörung habe hingegen der Beschwerdeführer nicht g e- wusst, ob die Beschwerdeführerin einen Pass besitze. Weiter seien auch die Schilderungen der Ausreise w idersprüchlich gewesen. So habe der Beschwerdeführer gesagt, dass der erste Schlepper sie bis zu einem Dorf begleitet habe und sie den zweiten Schlepper in einem Haus nach einem Wald getroffen hätten. Die Beschwerdeführerin jedoch habe geltend g e- macht, das s der erste Schlepper sie in ein Dorf gebracht habe, wo sie dann in einem Haus gewartet hätten. Der erste Schlepper habe dann den zweiten Schlepper in dieses Haus gebracht, woraufhin sie mit diesem mit- gegangen seien. Die Aussagen des Beschwerdeführers sei en überdies vage und unsubstantiiert ausgefallen. So sei der Eindruck vermittelt wo r- den, dass er das Geschilderte nicht selbst erlebt habe. Er habe beispiels - weise nur wenig über die Hausdurchsuchung berichtet, denn auch wenn nur die Beschwerdeführerin bei der Hausdurchsuchung dabei gewesen sei, könne man erwarten, dass der Beschwerdeführer detaillierter über das Geschehnis Bescheid wisse und von seiner Frau in Kenntnis gesetzt worden sei. Es sei überdies realitätsfremd, dass der Beschwerdeführer sich an den Moment, an welchem er per Telefon über die Verhaftung des Freundes informiert worden sei und er entschied, nicht mehr zur Arbeit und nach Karaj zu gehen, nicht mehr erinnern könne. Ferner habe der Beschwerdeführer keine Angaben bezüglich des Kontaktes zwischen ihm und der Beschwerdeführerin während seines Aufenthaltes in Karaj m a- chen können. Alle diese Widersprüche seien auch durch die schriftlichen Ausführungen der Beschwerdeführenden nicht ausgeräumt worden. Zudem führte das BFM in seiner Begründung aus , dass zwischen der Verhaftung im Jahr 2005 und der Flucht im Jahr 2011 in zeitlicher Hinsicht kein genügend enger Kausalzusammenhang ersichtlich sei und die Ve r- haftung selber sowie die geschilderten Schikanen die notwendige Intensi- tät für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erreichen würden. Da der Beschwerdeführer nach dieser Verhaftung bis zu den vorgebrachten Vorfällen im November 2011 zudem keine Prob- leme mehr mit den Behörden gehabt habe, seien diese Vorbringen als nicht asylrelevant einzustufen. 4.2 In der Beschwerde wurde dem entgegengehalten, dass der B e- schwerdeführer im Rahmen der Befragung ausgesagt habe, nach der Verhaftung des Freundes einen Drohanruf erhalten zu haben, ohne j e- doch geltend gemacht zu haben, dass die s der erste Drohanruf gewesen D-2344/2012 Seite 9 sei. Im weiteren Verlauf der Befragung sei er nicht mehr auf die Anrufe angesprochen worden und habe daher auch die früheren Anrufe nicht er- wähnt. In der Anhörung habe er jedoch auf Nachfrage genauer berichtet, dass die Drohanrufe schon seit Beginn seiner politischen Tätigkeiten a n- gefangen hätten. Weiter habe er in der Anhörung klar festgehalten, dass sein letzter Arbeitstag am 16. November gewesen sei, er sich aber an das Datum des Verschwinden des Freundes nicht mehr genau er innern kön- ne. Bezüglich der Ausreise sei er während der Befragung nur über den Reiseweg vom Iran in die Schweiz befragt worden und habe daher nicht alle Stationen der Reise erläutert. Anlässlich der Anhö rung sei er aufg e- fordert worden, genau über die Ausreise zu berichten, weshalb er sodann auch alle Stationen der Reise mit Karaj und F._______ aufgeführt habe. In Bezug auf die Hausdurchsuchung wurde geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin lediglich gesagt habe, dass die Beamten kein Dok u- ment gezeigt hä tten, was jedoch nicht im Widerspruch zur Tatsache st e- he, dass die Männer ein Dokument dabei gehabt hätten. Sie habe auch nicht nach dem Dokument gefragt, da sie Angst vor den Männern gehabt und sie diese aufgrund der Kleidung und Erscheinung als Anhänger der Basidj-Milizen erkannt habe. Da sie nicht gewusst habe, um was für ein Dokument es sich gehandelt habe, habe sie geantwortet, dass die Mä n- ner keinen Durchsuchungsbefehl dabeigehabt hätten. Was die während der Hausdurchsuchung beschlagnahmten Gegenständen angeh e, seien sie beide bei der Befragung nicht abschliessend dazu befragt worden. So habe sie bei der Befragung lediglich beispielhaft aufgezählt, welche Ge- genstände beschlagnahmt worden seien, wohingegen er im Zusammen- hang mit der Frage zu seinen Problemen bezüglich Konversion zum Buddhismus nur auf den Computer zu sprechen gekommen sei. Da keine weiteren Fragen zu den Gegenständen gestellt worden seien, habe er die anderen Gegenstände auch nicht erwähnt. Anlässlich der Anhörung hät- ten sie beide übereinstimmend angegeben, dass der Computer, Han d- schriften, Bücher und Kalender beschlagnahmt worden seien. Weiter ha- be er die SIM-Karte wie angegeben zerstört, sich jedoch umgehend eine neue gekauft, was im Iran problemlos mögl ich sei, und sei so für seine Frau wieder erreichbar gewesen. Die Aussage, dass sein Pass noch gül- tig gewesen sei, basiere auf einem Missverständnis während der Befr a- gung. So habe er verstanden, er müsse darüber Auskunft geben, wie lan- ge der Pass schon abgelaufen sei. Die 4 Jahre würden sich demnach auf die Dauer der Ungültigkeit des Dokumentes beziehen, was sich mit den Aussagen seiner Frau decke. Zudem habe er gewusst, dass sein Pass zuhause sei. Er sei aber davon ausgegangen, dass er von den Beamten bei der Hausdurchsuchung mitgenommen worden sei. Sie (die B e-D-2344/2012 Seite 10 schwerdeführerin) habe mit ihm übereinstimmend ausgesagt, dass sein Pass nicht mehr vorhanden sei, sie aber nicht wisse, was mit diesem g e- schehen sei. Was ihren Pass angehe, so habe er geglaubt, dass sie ei- nen Pass besitze, da er ihr geraten habe, sich einen ausstellen zu lassen. Er habe aber nicht gewusst, dass sie nicht darum ersucht habe. Im Übr i- gen seien die Fragen bezüglich des Passes von untergeordneter Bede u- tung, da sie nicht mit den Verfolgungsgründen zusammenhängen würden. Ferner seien die Aussagen bezüglich der Reise von der Vorinstanz falsch interpretiert worden. So hätten beide ausgesagt, dass der erste Schle p- per sie zu einem Dorf gebracht habe, wo eine weitere Person zur Gruppe gestossen sei, welche der Gruppe lediglich geholfen habe, an die Übe r- gabestelle zu gelangen . Diesen Mann habe er, im Gegensatz zu seiner Frau, bei der Befragung nicht erwähnt, da er nur nach dem zweiten Schlepper gefragt worden sei. Von dem Dorf aus sei die Gruppe in den Wald gegangen, in welchem sie den zweiten Schlepper getroffen hätten. Was die Hausdurchsuchung betreffe, habe er ausgesagt, dass seine Frau ihm erzählt habe, dass es Basidj Beamte gewesen seien, diese mittags zu ihrem Haus gekommen seien, das gesamte H aus durchsucht hätten und Bücher, Notizen und den Computer entwendet hätten. Es liege aber in der Natur der Sache, dass er nicht so detailliert über den Vorfall berich- ten könne, da er ihn nicht selbst erlebt habe. Da sie zudem Angst vor den Beamten gehabt habe, habe sie ihm auch nichts über den Grund der Durchsuchung erzählen können. Weiter habe die Nachricht betreffend der Verhaftung des Freundes bei ihm grosse Angst ausgelöst, woraufhin er viel herumtelefoniert und ihre Ausreise organisiert habe. Die daraus fol- gende Hektik und emotionale Belastung sei auch der Grund, warum er sich nicht mehr an seinen Aufenthaltsort erinnern könne. Dies gelte auch für die Telefonate mit seiner Frau vor der Ausreise. Da er sich in dieser Zeit mit den Vorbereitungen der Ausreise beschäftigt habe, habe er sich nicht merken können, wer wen wann angerufen habe. Zudem brachten die Beschwerdeführenden vor, dass ihre Vorbringen plausibel und detai l- liert ausgefallen seien und zahlreiche Realkennzeichen vorliegen würden. So nenne der Beschwerdeführer insbesondere Namen, lasse Emotionen durchschimmern, ohne aber die Probleme zu dramatisieren. Zudem entgegnen die Beschwerdeführenden, dass bei der Beurteilung der Intensität die jüngsten Ereignisse (als Auslöser für die Flucht), di e ständige Überwachung sowie der länderspezifische Kontext zu beachten sei. Da die Verhaftung des Freundes sowie die Hausdurchsuchung im November 2011 stattgefunden hätten, sei der zeitliche Kausalzusammen- hang gegeben. Er (der Beschwerdeführer) habe aufgrund seiner Konver-D-2344/2012 Seite 11 sion und seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit seine Inhaftierung und sogar seine Tötung befürchtet, was ein Leben im Verfolgerstaat verunmögliche. Er habe zudem durchaus zwischen 2005 und 2011 – im Sinne von telefo- nischen Drohungen, Überwachung und Verhinderung seines beruflichen Fortkommens – Probleme mit den Behörden gehabt. 5. 5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschö pfen, in wesentlichen Punkten widersprüc h- lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbeso n- dere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch da r- stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen aus wechselt, steigert oder u n- begründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gew isse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek- te wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer G e- samtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhalt s- darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2010/57 E.2.3 S. 826f., En t- scheidungen und Mitteilu ngen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2005 Nr. 21 E.6.1 S.190 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Vorauszuschicken ist, dass das Aussageverhalten der Beschwerde - führenden allgemein als oberflächlich und substanzlos bezeichnet werden muss. Ihren Ausführungen fehlt es an Detailreichtum, so dass insgesamt nicht der Eindruck von tatsächlich Erlebtem entsteht. So musste der Be - frager immer wieder nachhaken . Die Beschwerdeführenden führten je- doch ihre Vorbringen auch auf Rückfragen nicht näher aus und ga ben stets kurze Antworten, beispielsweise in Bezug auf die angeblichen Droh-D-2344/2012 Seite 12 anrufe, welche der Beschwerdeführer auf Rückfrage des Befragers ledi g- lich in wenigen Sätzen beschrieb (vgl. Akten des BFM A17 F38ff.). Insbe- sondere endete auch die freie Erzählung des Beschwerdeführers anläss- lich der summarischen Befr agung zu seinen Asylgründen insgesamt schon nach 4 Zeilen . Dabei erwähnt e er weder die Hausdurchsuchung noch die Festnahme im Jahr 2005 (A6, S. 10). Erste Zweifel an den Aussagen der Beschwerdeführenden entstehen denn schon im Zusammenhang mit dem Engagement des Beschwerde- führers in der Gewerkschaft. So vermochte er nicht abschliessend auszu- führen, welche inhaltlichen Ziele die Gewerksch aft verfolgte u nd b e- schrieb diese allgemein mit "Wir wollten unsere Rechte haben ..." (A6, S. 10). Auch wenn es glaubhaft erscheinen mag, dass im Jahr 2005 tatsäch- lich gestreikt wurde und der Beschwerdeführe r diesen Streik gegebenen- falls auch mit organisiert hat, bleiben seine Aussagen schon im Bezug auf die Festnahme äusserst allgemein, kurz und vage formuliert (A6, S.10). So führte der Beschwerdeführer in seiner Befragung diesbezüglich ledig- lich aus: "Ich habe während der Zeit oft geweint und an die Familie und mein Kind gedacht." (A6, S. 10). Der Beschwerdeführer wurde auch in der Anhörung nicht spezifischer (A17, F25). Des Weiteren bleiben auch die Aussagen zu den angeblichen Drohanrufen ungenau. So kann sich der Beschwerdeführer weder genau erinnern, wann er zum ersten , noch wann er zum letzten Mal einen solchen Drohanruf erhalten habe. Zudem sind seine Angaben widersprüchlich, in dem er aussagt e, die Anrufe hät- ten begonnen, als er mit seinen Aktivitäten in der Gewerkschaft – das heisst im Jahr 2003 – begonnen habe, um kurz darauf zu erläutern, dass er zum ersten Mal "im 8. Monat " (Ende Oktober 2011) einen solche n Drohanruf erhalten habe ( A17, F41, F45). Da die Drohanrufe einen au s- schlaggebenden Grund für die Fluch t darstellten, ist nicht nachvollzie h- bar, dass die Bes chreibungen derart widersprüchlich und vage bleiben. Weiter verstrickt sich der Beschwerdeführer in Widersprüche bezüglich der Entführung des Arbeitskollegen und seines letzten Arbeitstages. Es erscheint unrealistisch, dass sich der Beschwerdeführer weder an das Datum noch an seinen Aufenthaltsort erinnern kann, an welchem er über die Verhaftung des Arbeitskollegen informiert wurde (A17, F73ff.). Da die- ser Anruf für ihn den Ausschlag gab, nach Karaj zu fah ren und letztend- lich auszureisen, ist es nicht nachvollziehbar, dass sich der Beschwerd e- führer nicht daran erinnern kann. Weder die Aussagen der Beschwerd e- führerin noch die Erläuterungen in der Be schwerde vermögen diesen Sachverhalt aufzuklären. Damit ergeben sich schon grundsätzliche Zwei-D-2344/2012 Seite 13 fel bezüglich den Drohanrufen sowie an der Verhaftung des Arbeitskoll e- gen. 5.3 Gewichtige Zweifel entstehen weiter im Zusammenhang mit der ge l- tend gemachten Hausdurchsuchung. So sind die Aussagen beider B e- schwerdeführenden allgemein und unsubstantiiert. Der Beschwerdeführer antwortete auf die Aufforderung des Befragers, von dieser Durchsuchung zu erzählen, lediglich mit "Ich war nicht zu Hause, nur meine Frau war da." (A17, F50) , und auch auf Nachfrage des Befragers, was er den n darüber wisse, antwortete er in vier knappen Sätzen mit allgemeinen Aus- führungen und bestätigte in der nächsten Frage, das s dies alles sei, was er wisse (A17, F51f.). Auch wenn der Beschwerdeführer wie angegeben nicht zu Hause war, wäre es aufgrund der Prägnanz dieses Ereignisses zu erwarten gewesen, dass er sich durch seine Frau genau über die Hausdurchsuchung hätte informieren lassen und somit genau hätte Aus- kunft geben können, wie die Beamten vorgegangen seien, welche Räume sie durchsucht un d was sie alles untersucht hätten . Auch die Aussagen der Beschwerdeführerin sind diesbezüglich nicht genauer oder substant i- ierter. So konnte sie nicht erläutern, was die Männer gesagt ha ben ("Nichts Besonderes ."; A18, F34) und beschrieb auch auf mehrmaliges Nachfragen des Befragers nicht, wie die Hausdurchsuchung genau abge- laufen ist (A18, F39 – F42). Hätte sie die Hausdurchsuchung wirklich e r- lebt, wäre zu erwarten, dass sie ihre Erzählungen mit mehr Details anre i- chen könnte und nicht lediglich kurz etwas erzählt, was auch ein Unbetei- ligter hätte nacherzählen können. Auch die Tatsache, dass die Beschwer- deführerin vor den Beamten Angst gehabt habe, vermag die Substanzl o- sigkeit der Antworten nicht zu erklären. Ferner wurde die Hausdurchs u- chung vom Beschwerdeführer in der summarischen Befragung kaum a n- getönt (A6 , S. 11 ) und von der Beschwerdeführerin erst auf Nachfrage erwähnt (A8, S. 8), was aufgrund der Relevanz für die Ausreise doch mindestens erstaunt. Zudem ergaben sich in diesem Zusammenhang verschiedene Widersprüche. Die Beschwerdeführenden gaben einheitlich und wiederholt an, dass der Computer beschlagnahmt worden sei, unter- scheiden sich jedoch bei den weiteren Gegenständen. So nannte der B e- schwerdeführer anlässlich der Befragung nur den Computer (A6, S. 11) und ergänzte bei der Befragung , wie vom BFM festge stellt, Kalender, CDs, Bücher, Notizen und auch seinen Pass , wobei die Aufzählung der Gegenstände auch an der Anhörung selber variierte (A17, F6, F53 , F128). Die Beschwerdeführerin hingegen nannte bei der Befragung ne- ben dem Computer noch CDs (A8, S. 8), bei der späteren Befragung den Computer, Handschriften, Bücher und 3 - 4 Kalender (A18, F37f. ). Daher D-2344/2012 Seite 14 kann auch bei der eingehenden Anhörung nicht, wie in der Beschwerde angegeben, von einer gänzlichen Übereinstimmung zwischen den B e- schwerdeführenden gesprochen werden. Es ist sicherlich nachvollzie h- bar, dass nicht alle Gegenstände, welche mitgenommen wurden , über- einstimmend aufgezählt wurden. Dennoch erstaunen solche nicht zu ver- nachlässigenden Unterschiede. Überdies fallen andere kleinere Wide r- sprüche auf, namentlich betreffend den Durchsuchungsbefehl, welchen die Beamten gemäss der Beschwerdeführerin in der Befragung dabei hat- ten (A8, S. 8) . Anlässlich der Anhörung sagte sie jedoch aus , dass die Beamten weder Durchsuchungsbe fehl noch Ausweise oder sonstige Do- kumente dabei gehabt hätten (A18, F35f.). Des Weiteren wird in der B e- schwerde (S. 8) angegeben, dass die Hausdurchsuchung mittags stat t- fand. In den Anhörungen hingegen spricht die Beschwerdeführerin von 17.00 Uhr (A18, F33) . In einer Gesamtbetrachtung aller Vorbringen scheint höchst fragwürdig, ob die Hausdurchsuchung stattgefunden hat. 5.4 Weitere Zweifel entstehen im Zusammenhang mit anderen Vorbringen wie unter anderem betreffend die Zerstörung der SIM -Karte. Auch wenn es im Iran einfach sei, eine neue S IM-Karte zu kaufen, müsste sich somit der Beschwerdeführer erinnern, dass er mindestens einmalig die B e- schwerdeführerin kontaktiert hat, um ihr so die neue Nummer mitzuteilen. Zudem stellt sich die Frage, warum er sich dann nicht, um sich vor den Drohanrufen zu schützen, schon früher eine neue SIM -Karte gekauft hät- te. Wie in der Verfügung des BFM dargelegt, gibt es weitere Widerspr ü- che und Ungenauigkeiten in Bezug auf die Ausreise. Auch in diesem B e- reich vermochten die Beschwerdeführenden keine konkreten und au s- führlichen Erläuterungen vorzubringen und antworteten oft, dass sie die Frage nicht beantworten könnten (unter anderem: A17 F81, F91f.). Weiter erstaunt es, dass der Beschwerdeführer seine Asylgeschichte sowie auch den Reiseweg während der Ausreise zu Papier gebracht hat (A6, S. 8 und 9). Insbesondere fällt hierbei auch auf , dass er in diesen Notizen e i- nen anderen Ausreiseweg beschrieben hat, als er dies später bei der Be- fragung tat. Auf diese Tatsache aufmerksam gemacht, leugnete er zuerst, dass die Notizen ihm gehörten und erklärte anschliessend, sie hätten ge- dacht, dass sie über diesen Weg gekommen seien, da die meisten Iraner so das Land verlassen würden (A6, S. 8). Ferner ergaben sich auch ver- schiedene Widersprüche über den Verbleib der Pässe der B eschwerde- führenden. Da dies jedoch nur eine weitere Facette des Gesamtbildes wiedergibt und, wie von den Beschwerdeführenden richtig bemerkt, von untergeordneter Bedeutung ist, wird darauf nicht weiter eingegangen. Des Weiteren vermochten die Beschwerdeführenden die vorgebrachten D-2344/2012 Seite 15 Schikanen am Arbeitsplatz und die ständige Beobachtung seitens der ira- nischen Behörden nicht genügend glaubhaft vorzubringen. Auch in dieser Hinsicht blieben die Antworten kurz, un substanziiert und allgemein ( unter anderem A17, F71, F99 - 102; A18, F11, F17). Überdies gehen aus den Vorbringen beider Beschwerdeführenden keine konkreten Probleme zw i- schen 2005 und 2011 mit den Behörden hervor. 5.5 Nach dem Gesagten genügen die Vorbringen der Beschwerdeführe n- den insbesondere bezüglich der Drohungen und der Hausdurchsuchung den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit von Art. 7 AsylG nicht. Die I n- haftierung von 2005 wäre, wenn sie der Wahrheit entspricht, schon auf- grund des Fehlens des zeitlichen Kausalzusammenhangs zwischen Flucht und der Verhaftung nicht asylrelevant. Wie das BFM richtig fes t- stellte, vermögen auch die restlichen Vorbringen wie die angebliche Be o- bachtung und die Schikanen am Arbeitsplatz die erforderte Intensität g e- mäss Art. 3 AsylG nicht zu erreichen. 6. Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, er befürchte eine asyl- relevante Verfolgung aufgrund seines Religionswechsels. 6.1 Das BFM führte hierzu aus, dass der Übertritt zu einer anderen Rel i- gion im Iran grundsätzlich zu keiner staatlichen und individuellen Verfo l- gung führe, sofern der Konvertierte den absoluten Machtanspruch des Is- lams akzeptiere und nicht missionierend tätig sei. Den Aussagen des Be- schwerdeführers sei auch nicht zu entnehmen, dass er sich mit seiner Religion besonders exponiert habe, da nebst seiner Frau und den Mi t- gliedern der Vereinigung niemand von der Konversion gewusst habe und den Akten keine öffentliche religiöse Aktivität zu entnehmen sei. Da sich die Hausdurchsuchung und die Beschlagnahmung der religiösen Schri f- ten als unglaubhaft erwiesen habe, könne davon ausgegangen werden, dass die Behörden nichts von der K onversion wüssten und bei ei ner Rückkehr in den Iran mit keinen Massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu rechnen sei. 6.2 Die Beschwerdeführenden entgegn eten darauf, dass die iranischen Behörden seit der Hausdurchsuchung über die Konversion Bescheid wüssten. Die Konversion sei ein weiterer Faktor (neben dem Engagement für die Gewerkschaft, der illegalen Ausreise und der exilpolitischen Täti g- keit), welcher den Beschwerdeführer bei den iranischen Behörden als su- spekt erscheinen lasse. D-2344/2012 Seite 16 6.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat im BVGE 2009/28 die aktuelle Si- tuation religiöser Minderheiten im Iran umfassend untersucht. Demnach führt der Übertritt zu einer anderen Glaubensrichtung alleine zu keiner (individuellen) staatlichen Verfolgung . Eine Verfolgung durch den iran i- schen Staat kommt erst dann zum Tragen, wenn der Glaubenswechsel aufgrund einer missionierenden Tätigkeit bekannt wird und zugleich Akt i- vitäten des Konvertierten vorliegen, die vom Regime als Angriff auf den Staat angesehen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4). 6.4 Auch wenn der Beschwerdeführer im Vergleich zu seinen übrigen Aussagen in Bezug auf den Buddhismus a usführlich und substantiiert antwortete, erstaunt es , wie er sich mit der Vereinigung mehrmalig bei sich zuhause treffen konnte, ohne dass seine Frau etwas davon wusste (A17, F117, F121). Zudem gab er an, dass nur die Mitglieder der Verein i- gung von seinem Religionswechsel w üssten und seine Frau diesen wohl ahne (A17, F124). Weitere (öffentliche) Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Religionswechsel sind den Ak ten nicht zu entnehmen. Daraus geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer mit dem Religionswechsel in kei- ner besonderen Weise exponiert hat. Somit kann in diesem Punkt der Verfügung des BFM gefolgt werden , da keine konkreten Anhaltspunkte bestehen, dass d er Beschwerdeführer aufgrund seiner religiösen Gesi n- nung im Falle einer Rückkehr mit Verfolgungsmassnahmen gemäss Art. 3 AsylG zu rechnen hätte. 7. Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimatland, nament lich den geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz, befürchten müsste, einer z u- künftigen Verfolgung seitens der iranischen Behörden ausgesetzt zu sein und er aus diesem Grunde die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 7.1 Bezüglich der exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers e r- klärte das BFM, dass die ir anischen Behörden nur Interesse an der n a- mentlichen Identifizierung einer Person hätten, deren Aktivitäten über den Rahmen massentypischer und niedr ig profilierter Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste h inausgehen würden und welche solche Funktio- nen und Aktivitäten entwickle, dass sie als ernsthafter und gefährli cher Regimegegner erscheinen könnte. Der Beschwerdeführer weise jedoch kein herausragendes exilpolitisches Profil auf, welches ihn als eine solche Bedrohung erscheinen liesse. Seine Tätigkeiten würden sich n icht von D-2344/2012 Seite 17 den Aktivitäten anderer Iraner in der Schwei z abheben und seien nicht ausreichend, um ihn als eine Person mit klar definierten oppositionspolit i- schen Vorstellungen und persönlichem Agitationspotential erscheinen zu lassen. Somit seien seine Tätigkeiten nicht geeignet, ein ernsthaftes Vo r- gehen der ir anischen Behörden zu bewirken und würden somit kein e flüchtlingsrechtliche Relevanz entfalten. 7.2 Dem entgegneten die Beschwerdeführenden, dass die iranischen B e- hörden alle Teilnehmer exilpolitischer Kundgebungen gezielt und syst e- matisch zu identifizieren suchen würden. So würden selbst nie derrangige und mutmasslich opportunistische Demonstrationsteilnehmer mithilfe m o- derner Technologien ein Ziel staatlicher Überwachungs - und Repress i- onsmassnahmen darstellen. Zudem werde bereits das Einreichen eines Asylgesuchs im Ausland bestraft. So würden bei einer Rückkehr abg e- wiesene Asylsuchende befragt und , falls regimeschädliche Aktivitäten zum Vorschein kämen, entsprechend bestraft. Insgesamt sei die Behand- lung von Rückkehrenden als willkürlich und unvorhersehbar einzustufen. 7.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst g e- schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Als subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere illegales Verlassen des Heimatlandes (sogenannte Republikflucht), Einreichung eines Asylgesuches im Ausland oder aus der Sicht der heimatstaatlichen Behörden unerwünschte exilpolitische Betätigung, wenn sie die Gefahr einer zukün ftigen Verfolgung begründet (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls (Art. 2 AsylG), unab hängig da- von, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig au f- genommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1, mit weit eren Hinweisen). Eine Person, die sich auf exilpolitische Aktivitäten als subjektiven Nachfluch t- grund beruft, hat objektiv begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn beispielsweise der Verfolgerstaat mit erheblicher Wahr- scheinlichkeit vom Engagement im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in asylrechtlich relevanter Weise verfolgen würde (vgl. BVGE 2009/28, mit weiteren Hinweisen). Wesentlich ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als st aats- feindlich einstufen würden und dieser deswegen bei einer Rückkehr in D-2344/2012 Seite 18 den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten müsste. 7.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist sich mit Blick auf die neuste Rechtsprechung des EGMR bewusst , dass die i ranischen Behörden ge- genwärtig auch Personen festnehmen oder misshandeln , welche im e i- genen Land friedlich an Demonstrationen teilnehmen und keine Fü h- rungspersönlichkeiten von politischen Organisationen darstellen (vgl. EGMR, S.F. and others v. Sweden, App lication no. 52077/10, Ziff. 63f.) . Diese Tatsache alleine – und dies sieht auch der EGMR so – reicht den- noch nicht aus, um bei einer Rückkehr in den Iran eine Verfolgung g e- mäss Art. 3 AsylG befürchten zu müs sen. Es ist – wie auch das BFM e r- läuterte – davon auszugehen, dass sich die iranischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren, welche über die masse n- typischen und niedrigprofilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Pr o- teste hinaus Funktionen wahrnehmen und/oder Aktivitäten entwickeln, die sie aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen la s- sen. Nach Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts unterliegen Mi t- glieder in Exilorganisationen von im Iran ver botenen oppositionellen Par- teien, Teilnehmer an Veranstaltungen dieser Organisationen, Mitwirkende an regimekritischen Demonstrationen, welche die dabei üblichen Plakate tragen und Parolen rufen, Teilnehmer von sonstigen regimekritischen Veranstaltungen sowie Personen, die Büchertische betreuen und Info r- mations- und Propagandamaterial in Fussgängerzonen verteilen, keiner allgemeinen Überwachungsgefahr durch iranische Exilbehörden ( vgl. BVGE 2009/28, E. 7.4.3). 7.5 Der auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumentation kann en t- nommen werden, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz an mehreren Kundgebungen und Veranstaltungen der Demokra- tischen Vereinigung für Flüchtlinge (DVF) in Schweizer Städten tei lge- nommen hat. Der Zweck der Veranstaltungen, der Protest gegen die ir a- nische Regierung, ist ebenfalls ersichtlich. Es erstaunt jedoch, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung weder den genauen Namen der Vereinigung noch die Ziele der Vereinigung nennen ko nnte (A17, F155 – F159). So geht aus den Akten auch nicht hervor, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen de r DVF besonders e ngagiert hat, n a- mentlich sich für eine exponiertere Rolle in der Vereinigung wie den Vor- stand oder als Sprecher zur Verfügung gestellt hätte. Auch mit den beiden vorgebrachten regimekritischen Artikel n, welche der Beschwerdeführer D-2344/2012 Seite 19 über seinen Webblog publiziert habe, wird kein Bekanntheitsgrad erreicht, bei dem angenommen werden müsste, dass die iranischen Behörden auf ihn aufmerksam geworden seien beziehungsweise darüber hinaus in ihm eine Person erkennen, die das politische System gefährden könnte. Zwar behauptet der Beschwerdeführer, er publiziere auf seinem Webblog r e- gelmässig regimekritische Artikel, bei einem Aufruf des Webblogs sind je- doch keine aktuellen Artikel abrufbar , vielmehr wurde der Blog offenbar durch den Host gesperrt . Andere aktuelle Artikel wurden in der jüngsten Zeit auch nicht beim Bundesverwaltu ngsgericht eingereicht. Die vom Be- schwerdeführer im Rahmen seiner Teilnahme an Kundgebungen sowie im Internet vorgetragene Kritik ist aufgrund der gesamten Umstände jede n- falls nicht geeignet, ihn als Person mit klar definierten oppositionspolit i- schen Vorstellungen und persönlichem Agitationspotential, welche zu e i- ner Gefahr für das Regime im Iran werden könnte, erscheinen zu lassen. Die durch den Beschwerdeführer öffentlich vorgetragene Kritik am R e- gime weist demnach insgesamt nicht den nötigen Exponierungsgrad auf, um bei den iranischen Behörden de n Eindruck zu er wecken, dass er zu einer Gefahr für den Bestand ihres Regimes werde (vgl. Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts E-2193/2007 vom 7. Oktober 2011). 7.6 An dieser Stelle ist überdies auf die geltende Praxis des Bundesve r- waltungsgerichts hinzuweisen, wonach allein aufgrund der Ausreise oder des Asylgesuches im Ausland keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfo l- gung im Iran befürchtet werden muss ( vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.4 S. 367). 7.7 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz f estzustellen, dass insgesamt keine subjektiven Nac h- fluchtgründe bestehen, die bei einer Rückkehr der Beschwerdeführenden in den Iran zu einer für die Flüchtlingseigenschaft relevanten Verfolgung führen würden. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden keine Verfolgung oder begründete F urcht vor zukünftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnten und nicht als Flüchtlin ge an- erkannt werden können. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Flüch t- lingseigenschaft der Besc hwerdeführenden verneint und ihr e Asylgesu- che abgelehnt. D-2344/2012 Seite 20 9. 9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständig er Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu mache n (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän ders in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n-D-2344/2012 Seite 21 kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.3 Die Vorinstanz wies i n ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde - führenden in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde - führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die B eschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschi e- bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Be- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran lässt den Wegweisungsvoll- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl age konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. D-2344/2012 Seite 22 10.5 Angesichts der Lage im Iran kann nicht von einer Situation allgeme i- ner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhäl t- nissen gesprochen werden, weshalb für die Beschwerdeführenden in die- ser Hinsicht bei einer Rückkehr keine konkrete Gefährdung besteht. Die Beschwerdeführenden verfügen zudem beide über einen universitären Abschluss. So ist der Beschwerdeführer (…) (A6, S. 4), welcher bei einer Busfirma gearbeitet hat. Die Beschwerdeführerin ihrer seits hat bis zu i h- rer Ausreise seit mehreren Jahren als (…) bei der Universität gearbeitet (A8, S. 4). Ferner geben die beiden übereinstimmend an , ein Haus in Te- heran zu besitzen (A6, S. 4; A8, S. 4). Es ist davon auszugehen, dass i h- re im Iran wohnhaften nächsten Angehörigen (Eltern und Geschwister [vgl. A6, S. 5; A8, S5]) ihnen bei der Integration behilflich sein werden. Überdies werden keine gesu ndheitlichen Probleme geltend gemacht, welche die Wegweisung als unzumutbar darstellen würden. 10.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 10.7 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG u nd dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der We g- weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit der B e- schwerde wurde jedoch ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gestellt. Gemäss die- ser Bestimmung wird von der Erhebung von Verfahrenskosten abges e-D-2344/2012 Seite 23 hen, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihre Beschwerde nicht aussichtslos erscheint. Die Mittellosigkeit der B e- schwerdeführenden ist durch die Fürsorgebestätigung vo m 5. Juli 2012 belegt. Nach dem Gesagten sind die Begehren auch nicht als aussicht s- los zu bewerten. Somit sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) D-2344/2012 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. In Gutheissung des Gesuches um Gewährung der unentgeltlichen Pr o- zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werden keine Verfahrens- kosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner Versand: