<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">4P.234/1999/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. Z I V I L A B T E I L U N G</i> </div> <div class="para"> ****************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterin und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Klett, Ersatzrichter Geiser und Gerichtsschreiber </div> <div class="para">Luczak. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Hans-Konrad E i s e n h u t</u>, Unterrechstein 375, </div> <div class="para">9410 Heiden, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Dr. Markus Züst, Bahnhofstrasse 14, Postfach 849, </div> <div class="para">9430 St. Margrethen, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Heinrich H e l l e r - Eisenhut</u>, Büelenweg 8, 9410 Heiden, </div> <div class="para"> <u>Monika H a l l e r - Manser</u>, Tanneraistrasse 5, </div> <div class="para">5244 Birrhard, </div> <div class="para"> <u>Fredy M a n s e r</u>, Rebmoosweg 86, 5200 Brugg, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, alle vertreten durch Rechtsanwalt Olivier </div> <div class="para">Oexl, Niedern 117, Postfach 247, 9043 Trogen, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Obergericht von Appenzell A. Rh.</u>, 2. Abteilung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 4 aBV</span> (Zivilprozess, willkürliche Beweiswürdigung), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para">Heinrich Heller sen. bewohnte bis zu seinem Tod am </div> <div class="para">8. Juli 1995 eine Zweizimmerwohnung in der Liegenschaft </div> <div class="para">Fuchsloch 400 in Heiden und führte den angegliederten Land- </div> <div class="para">wirtschaftsbetrieb. Hans-Konrad Eisenhut (Beschwerdeführer) </div> <div class="para">wohnt mit seiner Familie seit über 20 Jahren im gleichen </div> <div class="para">Haus in einer Fünfzimmerwohnung. Seit einer Krankheit im </div> <div class="para">Jahre 1990 war Heinrich Heller sen. vermehrt auf die Hilfe </div> <div class="para">der Mitbewohner angewiesen. Der Beschwerdeführer und seine </div> <div class="para">Mutter halfen bei der Besorgung der Feld- und Stallarbeiten. </div> <div class="para">Die geschäftlichen Angelegenheiten und die anfallenden </div> <div class="para">Schreibarbeiten erledigte die Mutter des Beschwerdeführers. </div> <div class="para">Heinrich Heller sen. half dafür beim Kinderhüten und stellte </div> <div class="para">für die Tiere der Familie Eisenhut Futter und den Stall zur </div> <div class="para">Verfügung. Während Heinrich Heller sen. für gewisse Dienst- </div> <div class="para">leistungen wie Flickarbeiten und das Mittagessen ein spe- </div> <div class="para">zielles Entgelt entrichtete, leistete er für die Hilfe bei </div> <div class="para">der Stallarbeit keine Zahlungen. Der Beschwerdeführer und </div> <div class="para">seine Mutter bezogen jedoch unentgeltlich Milch beim Ver- </div> <div class="para">storbenen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Nach dem Tod von Heinrich Heller sen. kam es zwi- </div> <div class="para">schen dem Sohn des Verstorbenen, Heinrich Heller-Kesselhut </div> <div class="para">(Beschwerdegegner 1), einerseits und dem Beschwerdeführer </div> <div class="para">und dessen Mutter andererseits zum Streit über die für den </div> <div class="para">Verstorbenen getätigten Geschäfte. Daraufhin verlangte der </div> <div class="para">Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner 1 Lohn für die von ihm </div> <div class="para">und seiner Mutter für den Verstorbenen geleisteten Arbeiten. </div> <div class="para">Er liess sich die Ansprüche seiner Mutter abtreten und klag- </div> <div class="para">te am 13. Mai 1996 beim Kantonsgericht Appenzell A.Rh. gegen </div> <div class="para">den Beschwerdegegner 1. Er verlangte Fr. 128'835.-- nebst </div> <div class="para">Zins und Betreibungskosten. Der Beschwerdegegner 1 verkünde- </div> <div class="para">te den Miterben des Verstorbenen, Monika Haller-Manser (Be- </div> <div class="para">schwerdegegnerin 2) und Fredy Manser (Beschwerdegegner 3) </div> <div class="para">den Streit. Daraufhin traten diese in den Prozess ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para">Am 23. März 1998 wies das Kantonsgericht die Klage </div> <div class="para">ab. Dieses Urteil bestätigte das Obergericht von Appenzell </div> <div class="para">A.Rh. am 25. Mai 1999. Der Beschwerdeführer hat gegen diesen </div> <div class="para">Entscheid staatsrechtliche Beschwerde und Berufung einge- </div> <div class="para">legt. In der staatsrechtlichen Beschwerde beantragt er, das </div> <div class="para">angefochtenen Urteil aufzuheben. Die Beschwerdegegner </div> <div class="para">schliessen auf Abweisung der Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Das Obergericht hat die Hilfeleistungen des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers und seiner Mutter als unentgeltlichen Auf- </div> <div class="para">trag qualifiziert und die Lohnforderung abgewiesen. Der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs </div> <div class="para">und von <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> geltend, weil das Obergericht Beweise, </div> <div class="para">die auf einen Arbeitsvertrag hindeuten, nicht abgenommen und </div> <div class="para">überdies den Familienmitgliedern des Beschwerdeführers pau- </div> <div class="para">schal die Zeugenqualität abgesprochen habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Nach den Ausführungen des Obergerichts sind die </div> <div class="para">Tatsachen, die der Beschwerdeführer mit den angerufenen Be- </div> <div class="para">weismitteln beweisen möchte, für den Entscheid nicht wesent- </div> <div class="para">lich. Über Behauptungen, die auf den Prozessausgang keinen </div> <div class="para">Einfluss haben, ist kein Beweis abzunehmen. Eine Verletzung </div> <div class="para">des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Eine andere Frage </div> <div class="para">ist, ob das Obergericht zu Recht davon ausging, die entspre- </div> <div class="para">chenden Tatsachen seien für den Entscheid unerheblich. Da es </div> <div class="para">um die Abgrenzung zwischen einem Auftrag und einem Arbeits- </div> <div class="para">vertrag bzw. um die allfällige Entgeltlichkeit des Auftrags </div> <div class="para">geht, ist dies eine Frage des Bundesrechts. Nimmt das Ge- </div> <div class="para">richt über für den Entscheid wesentliche Tatsachen trotz </div> <div class="para">eines entsprechenden Antrags keinen Beweis ab, verletzt dies </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 8 ZGB</span>. Da diese Verletzung mit Berufung gerügt werden </div> <div class="para">kann, ist insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 84 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) <span class="artref">Art. 8 ZGB</span> schreibt dem Gericht dagegen nicht </div> <div class="para">vor, wie es die abgenommenen Beweise zu würdigen hat. Dies </div> <div class="para">schliesst auch die antizipierte Beweiswürdigung ein. In an- </div> <div class="para">tizipierter Beweiswürdigung wird auf die Abnahme von Beweis- </div> <div class="para">mitteln verzichtet, wenn die behaupteten Tatsachen an sich </div> <div class="para">für den Entscheid relevant wären, die angerufenen Beweismit- </div> <div class="para">tel jedoch nicht geeignet scheinen, diese Tatsachen zu be- </div> <div class="para">weisen. Eine antizipierte Beweiswürdigung führt das Oberge- </div> <div class="para">richt nur im Zusammenhang mit dem vom Beschwerdeführer zur </div> <div class="para">Edition beantragten Zeitungsartikel und der beantragten Ein- </div> <div class="para">vernahme des Autors durch. Es kommt zum Schluss, dass die </div> <div class="para">entsprechenden Beweismittel höchstens die vom Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer unbestrittenermassen erbrachten Leistungen nicht aber </div> <div class="para">deren Entgeltlichkeit zu beweisen vermögen. Inwiefern diese </div> <div class="para">Beweiswürdigung willkürlich ist, zeigt der Beschwerdeführer </div> <div class="para">nicht auf und ist auch nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Auf die Einvernahme der Familienangehörigen wur- </div> <div class="para">de verzichtet, weil sie nach Ansicht des Obergerichts keine </div> <div class="para">wesentlichen Tatsachen bezeugen können, nicht weil sie mit </div> <div class="para">dem Beschwerdeführer verwandt sind. Die Ausführungen des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers gehen an der Sache vorbei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich als </div> <div class="para">offensichtlich unbegründet und der Beschwerdeführer hat die </div> <div class="para">Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche Verfahren zu </div> <div class="para">entschädigen. In der eingereichten Honorarnote verlangt der </div> <div class="para">Vertreter des Beschwerdeführers Fr. 7'542.20 inkl. Mehrwert- </div> <div class="para">steuer. Da die Beantwortung der Beschwerdeschrift mit keinem </div> <div class="para">grossen Aufwand verbunden war, sind angesichts des Streit- </div> <div class="para">werts Fr. 6'000.-- angemessen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para"> <u>im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegner für </div> <div class="para">das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 6'000.-- </div> <div class="para">zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht </div> <div class="para">von Appenzell A.Rh., 2. Abteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 4. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>