Abteilung III C-2355/2006 {T 0/2} U r t e i l v o m 2 0 . F e b r u a r 2 0 0 8 Einzelrichter Alberto Meuli, Gerichtsschreiber Jean-Marc Wichser. X._______ Beschwerdeführer, gegen Personalvorsorgestiftung der Y._______ Beschwerdegegnerin Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungsaufsicht des Kantons Aargau, Departement des Innern, Bleichemattstrasse 7, 5001 Aarau Vorinstanz. Y._______. Teilliquidation. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandC-2355/2006 Sachverhalt: A. A.a Die ehemalige B._______ AG in Z._______, welche einerseits über die C._______ AG ein Getränkegeschäft führte und andererseits über die D._______ AG einen Immobilienbestand bewirtschaftete, ver- äusserte mit Wirkung per 1. Juli 2000 den Getränke-Teil an die E._______ (act. B 20). Im Anschluss an diese Veräusserung wurde die übriggebliebene B._______ AG (mitsamt absorbierter D._______ AG) in R._______ AG umbenannt. Im Zuge dieser Unternehmensteilung wurde die Personalvorsorge für die 42 aktiven Mitarbeiter der R._______ AG, zu denen X._______ gehörte, aus der P._______ (heute: Personalvorsorgestiftung der Y._______, nachfolgend Stiftung oder Beschwerdegegnerin genannt) ausgegliedert und mit Wirkung ab dem 30. September 2001 durch die S._______-Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge übernommen (act. 38). Diese Unternehmensteilung führte zu einer Teilliquidation der Stiftung, an der X._______ mit den 41 anderen Mitarbeitern mitbeteiligt wurde (act. B 18). Als Stichtag für die Bestimmung der zu verteilenden freien Mitteln wurde der 31. Dezember 2000 bestimmt (act. 14). Später wurde der zur Verteilung gelangende Betrag zufolge der nach dem Stichdatum eingetretenen negativen Vermögensentwicklung der Stiftung um 16.7% reduziert (act. 52 bis 57). A.b Mit Schreiben vom 14. Juni 2002 (vgl. act. 36 f.) unterbreitete die Stiftung dem Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungsaufsicht des Kantons Aargau (nachfolgend die Aufsichtsbehörde) einen vom 14. Dezember 2001 datierten und am 17. Mai 2002 vom Stiftungsrat ver- abschiedeten Verteilungsplan zur Genehmigung (vgl. act. 40 bis 46). Daraufhin teilte die Aufsichtsbehörde der Stiftung - mit Verweis auf ihr Schreiben vom 25. Juni 2001, wonach mit dem am 10. April 2001 ge- wählten Vorgehen (Teilliquidation ausschliesslich zu Gunsten der zum Stichtag aktiven und der nach dem 1. März 2000 ausgeschiedenen Mitarbeiter; vgl. act. 12 bis 15) prima facie keine Vorbehalte bestünden (vgl. act. 32) - mit, dass die Teilliquidation sinngemäss unter Berück- sichtigung der aktuellen Situation der Rechnungslegung und dem all- fälligen Einbezug von Deckungslücken vollzogen werden könne und dass die versicherungstechnische Beurteilung eventuell unter dem Aspekt der Wahrung der wohlerworbenen Rechte der Destinatäre zu aktualisieren sei; ein förmlicher Entscheid bleibe vorbehalten (act. 47). Seite 2C-2355/2006 B. B.a Mit Verfügung vom 2. April 2004, welche eine Verfügung vom 31. März 2004 mit selbem Inhalt lediglich wegen eines Fehlers in der Be- zeichnung der Personalvorsorgestiftung ersetzte (vgl. act. 121 bis 128) stellte die Aufsichtsbehörde mit der Überschrift "Personalvorsorgestif- tung der Y._______", Stiftung mit Sitz in Z._______; Teilliquidation per 1. Januar 2001 fest, dass die Voraussetzungen für eine Teilliquidation erfüllt seien (Dispositivziffer 2), nahm Vormerk von der Stellungnahme des versicherungstechnischen Experten, wonach mit der Nicht- Verteilung von Mitteln die Wahrung der wohlerworbenen Rechte sowohl des austretenden wie auch des verbleibenden Bestandes gewahrt seien (Dispositivziffer 3), und setzte die bisherigen Stiftungsratsmitglieder bei gleichbleibender Zeichnungsberechtigung als Liquidatoren ein (Dispositivziffer 4). Zudem verfügte sie, dass im Rahmen der Wahrung der Rechte und Interessen sämtlicher Desti- natäre der Stiftungsrat deren Anhörungsrecht u.a. mittels Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) sicherzustellen habe, wobei er diese über den Inhalt dieser Verfügung sowie über die Grund- lagen, die zum Entscheid führten, umgehend dergestalt in Kenntnis zu setzen habe, auf dass diesen die allfällige Einlegung eines Rechtsmit- tels nicht abgeschnitten werde, und dass die Publikationsdaten der Aufsichtsbehörde mitzuteilen seien (Dispositivziffer 5). Im Übrigen ord- nete die Aufsichtsbehörde an, dass der Verteilungsplan erst nach Ab- lauf der Rechtsmittelfrist (bzw. nach Erhalt der Rechtskraftbescheini- gung von der Aufsichtsbehörde) vollzogen werden dürfe (Dispositivzif- fer 6). Mit Verfügung vom 15. Juni 2004 zog die Aufsichtsbehörde Ziffer 4 des Dispositivs ihrer Verfügung vom 2. April 2004 in Wiedererwä- gung und strich diese ersatzlos. Im Übrigen bestätigte sie den Inhalt der Verfügung vom 2. April 2004 (act. 145 f.). B.b Die von der Aufsichtsbehörde verfügte Publikation im SHAB ist in der Folge am 15., 16. und 20. Juli 2004 vollzogen worden. Dabei wurde bekannt gegeben, dass ein Verteilungsplan durch die Aufsichtsbehör- de genehmigt wurde und dieser von den Betroffenen angefordert wer- den könne und dass die erwähnten Verfügungen der Aufsichtsbehörde vom 31. März, 2. April und 15. Juni 2004 innert 30 Tagen ab der Publikation angefochten werden könnten (act. B 19). C. Mit Eingabe vom 18. August 2004 (Datum des Poststempels) erhob Seite 3C-2355/2006 X._______ (nachfolgend der Beschwerdeführer) bei der Eidge- nössischen Beschwerdekommission der beruflichen Alters-, Hinterlas- senen- und Invalidenvorsorge (nachfolgend die Eidg. Beschwerdekom- mission BVG) Beschwerde und beantragte, dass der Verteilschlüssel derart abzuändern sei, als Vorbezüge, die zwischen dem 30. Septem- ber 2000 und dem 31. Dezember 2000 getätigt wurden, beim für die Verteilung massgebenden Altersguthaben nicht in Abzug gebracht werden dürfen. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen gel- tend, er habe am 29. Dezember 2000 einen Vorbezug von Fr. 300'000.-- getätigt, der bei der Bestimmung des Anteils der freien Mit- teln - angesichts des Stichtages vom 31. Dezember 2000 -nicht be- rücksichtigt worden sei. Damit würde er gegenüber den Mitarbeitern, die vor dem 30. September 2000 ausgetreten seien, ungleich behan- delt, da jenen ausgetretenen Mitarbeitern Anteile an den freien Mitteln mitgegeben wurden mit der Begründung, dass auf den zu gewähren- den Austrittsleistungen freie Mittel erwirtschaftet worden seien (act. B 2). D. D.a Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2004 beantragte die Auf- sichtsbehörde, es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die wohlerworbenen Rechte der Destinatäre seien gewahrt worden und bezüglich Stiftungs- kapital, Wertschwankungsreserven und Risikoschwankungsfonds habe Gleichwertigkeit bestanden, so dass es keine Veranlassung gebe, auf das Individualanliegen des Beschwerdeführers einzugehen (act. B 13). D.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. November 2004 (vgl. act. B 22) beantragte auch die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be- schwerde im Wesentlichen mit der Begründung, die Ansprüche des Beschwerdeführers seien im Rahmen der Teilliquidation ordnungsge- mäss ermittelt und erfüllt worden. Der Beschwerdeführer sei bereits mit Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 11. Juni 2003 über die Teilliquidation informiert worden, worauf er mit Schreiben vom 1. Juli 2003 von dieser verlangt habe, dass für den Verteilschlüssel sein Al- tersguthaben vor erfolgter Kapitalauszahlung berücksichtigt werden müsse, da es noch voll zur Kapitalvermehrung beigetragen habe. Mit Schreiben vom 8. Juli 2003 habe die Beschwerdegegnerin das Gesuch des Beschwerdeführers abgelehnt, da der Vorbezug mit Valuta per 29. Dezember 2000, also vor dem für die Verteilung freier Mittel Seite 4C-2355/2006 massgebenden Stichtag (31. Dezember 2000) erfolgt und zudem nicht im Zusammenhang mit der Teilliquidation, sondern mit der vom Beschwerdeführer gewünschten Teilpensionierung zu verstehen sei (act. B 15, B 17, B 18). In seiner Beschwerde habe der Be- schwerdeführer die Gruppen der Destinatäre unrichtig wiedergegeben. Es sei unterschieden worden einerseits zwischen den Mitarbeitern, deren Arbeitsverhältnis zwischen dem 1. März 2000 und dem 31. Dezember 2000 endete, für die das Alterskapital im Zeitpunkt ihres Ausscheidens als massgebende Verteilgrösse gedient habe, und andererseits den Mitarbeitern, deren Arbeitsverhältnis nach dem 31. Dezember 2000, aber vor dem 30. September 2001 aufgelöst wurde oder nach dem 30. September 2001 weiterbestand, für die das Alterskapital per 31. Dezember 2000 die massgebende Verteilgrösse gewesen sei (vgl. act. B 18, B 21). Die Festlegung eines Stichdatums für die Verteilung der freien Mittel sei für eine faire Behandlung der Destinatäre notwendig gewesen und habe keinerlei Bezug zum Zeitpunkt der Kapitalauszahlung an den Beschwerdeführer gehabt. E. E.a Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 8. Dezember 2004 an seinen Beschwerdeanträgen und Einwänden im Wesentlichen fest. Zu- dem legte er dar, dass sich seine Beschwerde ausschliesslich gegen die Vorsorgeeinrichtung und nicht gegen die Aufsichtsbehörde richte, sodass das (in der Regel) kostenlose Verfahren gemäss Art 73 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) anzuwenden sei und nicht dasjenige nach Art. 74 BVG. Im Übrigen wies er auf die Gutschriftsanzeige der Appenzeller Kantonalbank vom 29. Dezember 2000 hin, wonach als Valutadatum der 31. Dezember 2000 angegeben wurde (act. B 27, B 28). E.b Mit Schreiben vom 8. Februar 2005 verzichtete die Aufsichtsbe- hörde auf die Einreichung einer Duplik (act. B 39). Mit Stellungnahme vom 10. Februar 2005 wiederholte die Beschwerdegegnerin die in ihrer Vernehmlassung gestellten Begehren. Im Übrigen machte sie geltend, dass die Parteien das Zahlungsdatum vom 29. Dezember 2000 schriftlich vereinbart hätten (act. B 48, B 43). E.c Auf die Vorbringen im Einzelnen sowie auf die ins Recht gelegten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen näher einge- gangen. Seite 5C-2355/2006 F. Den mit Zwischenverfügung des Präsidenten der Eidg. Beschwerde- kommission BVG vom 14. Dezember 2004 vom Beschwerdeführer ein- verlangte Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- hat dieser innert Frist über- wiesen (act. B29, B 32). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfü- gungen gehören jene der Aufsichtsbehörden im Bereiche der berufli- chen Vorsorge nach art. 74 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsor- ge (BVG, SR 831.40), dies in Verbindung mit Art. 33 lit. I VGG. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG). 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der Departemente hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). 2. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die in der SHAB vom 15., 16. und 20. Juli 2004 publizierten Verwaltungsakte des Amtes für berufliche Vorsorge und Stiftungsaufsicht des Kantons Aar- gau vom 2. April sowie vom 15. Juni 2004, welche Verfügungen im Sin- ne von Art. 5 Abs. 1 VwVG darstellen. Der Beschwerdeführer hat am 18. August 2004 frist- und formgerecht (Art. 50 und 52 VwVG) Be- schwerde erhoben und den einverlangten Kostenvorschuss rechtzeitig überwiesen. Als Destinatär der Beschwerdegegnerin, an deren Teilli- quidation der Beschwerdeführer mitbeteiligt war, ist dieser durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung und ist deshalb im Seite 6C-2355/2006 Sinne von Art. 48 VwVG beschwerdelegitimiert. Eine weitere Eintre- tensvoraussetzung ist das Vorliegen eines Anfechtungsgegenstandes; diese Frage ist nachgehend genauer zu prüfen. 3. 3.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz- lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form ei- ner Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an ei- ner Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung er- gangen ist (BGE 119 Ib 36 Erw. 1b, 118 V 313 Erw. 3b, 110 V 51 Erw. 3b, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 123 V 324 Erw. 6c). 3.2 Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer, dass die ihm am 29. Dezember 2000, aber gemäss Gutschriftsanzeige seiner Bank mit Valuta vom 31. Dezember 2000 überwiesene Teilauszahlung des Al- terskapitals im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Destinatären für die Verteilung der freien Mittel berücksichtigt werde, insbesondere indem der im Verteilungsplan vorgesehene Stichtag vom 31. Dezem- ber 2000 auf den 30. September 2000 vorverschoben werde. Damit ficht er im Grunde genommen den Verteilungsplan an. Dieser ist je- doch weder Gegenstand der angefochtenen Verfügung der Aufsichts- behörde vom 2. April 2004 noch derjenigen vom 15. Juni 2004. Die Aufsichtsbehörde hat mit den genannten Verfügungen den Verteilungs- plan selbst nicht genehmigt, sondern lediglich festgestellt, dass die Voraussetzungen für eine Teilliquidation erfüllt seien, von der Wahrung wohlerworbener Rechte der Destinatäre Vormerk genommen, die Pub- likation im SHAB angeordnet und den Vollzug des Verteilungsplanes erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist (bzw. nach Erhalt der Rechts- kraftbescheinigung durch die Aufsichtsbehörde) verfügt. Weder dieser indirekte Hinweis zum Verteilungsplan noch die Angabe des Teilliqui- dationsdatums (1. Januar 2001) in der Überschrift der Verfügungen ge- nügen jedoch, um von einer formell verfügten Genehmigung dieses Planes durch die Aufsichtsbehörde ausgehen zu dürfen. Es erweist sich vielmehr, dass zwei rechtlich voneinander unabhängige Sachver- halte vorliegen, und es somit an einem Anfechtungsgegenstand man- gelt. Unter diesen Umständen ist auf die Beschwerde vom 18. August Seite 7C-2355/2006 2004 nicht einzutreten, und zwar im einzelrichterlichen Verfahren (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG). 4. Wollte man dem Beschwerdeführer jedoch zugestehen, dass die Auf- sichtsbehörde mit den angefochtenen Verfügungen implizite auch den der Teilliquidation zu Grunde liegenden Verteilungsplan genehmigt hat und somit dennoch ein Anfechtungsgegenstand besteht, so könnte das Bundesverwaltungsgericht hier einzig noch prüfen, ob mit der Festlegung des Stichtages auf den 31. Dezember 2000 – wie vom Be- schwerdeführer behauptet - der Grundsatz der Gleichbehandlung der Destinatäre verletzt wurde. Wie nachfolgend ausgeführt wird, war dies nicht der Fall, so dass die Beschwerde abgewiesen werden müsste. 5. 5.1 Gemäss Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1993 über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZG; SR 831.42) in der bis zum 31. Dezember 2004 gültig gewesenen und hier zur Anwendung gelangenden Fas- sung entscheidet die Aufsichtsbehörde darüber, ob die Voraussetzun- gen für eine Teil- oder Gesamtliquidation erfüllt sind und genehmigt den von der Vorsorgeeinrichtung vorgelegten Verteilungsplan. Es ob- liegt jedoch dem Stiftungsrat, nach seinem Ermessen die Kriterien für den Verteilungsplan festzulegen. Dabei sind ihm lediglich Grenzen ge- setzt durch den Stiftungszweck, die Grundsätze der Verhältnismässig- keit, der Gleichbehandlung und des guten Glaubens und er muss dem Fortführungsinteresse der verbleibenden Destinatäre, wie den Interes- sen der ausgetretenen Mitglieder Rechnung tragen (vgl. BGE 119 Ib 46; Kurt Schweizer: Rechtliche Grundlagen der Anwartschaft auf eine Stiftungsleistung in der beruflichen Vorsorge, Zürich 1985, S. 106-120). Die Aufsichtsbehörde hat den Verteilungsplan auf diese Kriterien hin zu überprüfen und zu genehmigen und darf nicht ihr eigenes Ermes- sen anstelle desjenigen des Stiftungsrates setzen. Sie kann nur ein- schreiten, wenn der Entscheid des Stiftungsrates unhaltbar ist, weil er auf sachfremden Kriterien beruht oder einschlägige Kriterien ausser acht lässt (vgl. BGE 128 II 394 E. 3.3, 108 II 500, 101 Ib 134; SVR 2001, BVG Nr. 14; BKBVG 517/97 vom 14. Mai 1999). 5.2 . Seite 8C-2355/2006 5.2.1Bei Liquidationen von Vorsorgeeinrichtungen ist es sehr verbrei- tet, einen bestimmten Stichtag zu fixieren (vgl. Stohler/Ruggli, a.a.O. S. 124) oder für die Bestimmung des an der Verteilung der freien Mittel beteiligten Destinatärkreises einen rückwirkenden Zeitraum bis zu ei- nem bestimmten zurückliegenden Fixtag zu definieren (SVR 1997, BVG Nr. 65 S. 196; Schneider J.-A., a.a.O. S. 470 Rz. 47). Dabei kön- nen sich gewisse "Mitternachtseffekte" einstellen. 5.2.2Der Beschwerdeführer rügt nicht die Festlegung eines Stichta- ges für die Ermittlung des Altersguthabens im Hinblick auf die Berech- nung der freien Mittel an sich, sondern im konkreten Fall, dass der Stiftungsrat den 31. Dezember 2000 und nicht etwa den 30. Septem- ber 2000 als Stichtag festgelegt hat. Damit erleide er gegenüber ande- ren Destinatären einen Nachteil, indem er kurz vor dem 31. Dezember 2000 eine erhebliche Teilauszahlung des Alterskapitals infolge seiner Teilpensionierung erhielt. Dieser Betrag, auf den ebenso freie Mittel er- wirtschaftet worden seien, bleibe unberücksichtigt, was den Grundsatz der Gleichbehandlung der Destinatäre verletze. 5.2.3Bei der Festlegung der Verteilkriterien besitzt der Stiftungsrat der Vorsorgeeinrichtung jedoch wie gesagt ein weites Ermessen. Dass er das Datum des Jahresabschlusses 2000 als Stichtag festlegte, das für alle Destinatäre galt, die nach diesem Datum noch bei der R._______AG tätig waren, ist objektiv nachvollziehbar und – das ist rechtlich allein entscheidend – zumindest eine absolut vertretbare Lösung, zumal diese Destinatäre diesbezüglich gleichbehandelt wurden. Diese Lösung bewegt sich ohne Zweifel im Rahmen des dem Stiftungsrat zustehenden weiten Ermessens. Von einer Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes kann nicht gesprochen werden. 5.2.4Dass die Teilauszahlung des Alterskapitals des Beschwerdefüh- rers vor dem 31. Dezember 2000 erfolgte, beruhte hauptsächlich auf dessen Wunsch und wurde vertraglich vereinbart. Der Stiftungsrat hat den Stichtag aus nachvollziehbaren objektiven Gründen und demnach zu Recht auf den 31. Dezember 2000 festgelegt ohne ersichtlichen Zu- sammenhang mit der individuellen Situation des Beschwerdeführers. Im Übrigen könnte die nachträgliche Verlegung des Stichtages auf den 30. September 2000 möglicherweise andere Destinatäre treffen, wel- che aus ihrer persönlichen Situation heraus ähnlich subjektiv argu- mentieren könnten wie der Beschwerdeführer. 6. Seite 9C-2355/2006 6.1 Gemäss Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer nach Art. 63 Abs. 1 VwVG kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten sind ge- mäss dem Reglement vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu bestimmen. Sie werden auf Fr. 1'000.-- festgelegt. 6.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene Kosten zusprechen. Diesbezüglich hat das Eidg. Versicherungsgericht mit Urteil vom 3. Ap- ril 2000 jedoch erwogen, dass Trägerinnen oder Versicherer der beruf- lichen Vorsorge gemäss BVG grundsätzlich keinen Anspruch auf Par- teientschädigung haben (BGE 126 V 149 Erw. 4). Für das Bundesver- waltungsgericht besteht im vorliegenden Fall kein Grund, von dieser Regel abzuweichen; der obsiegenden Beschwerdegegnerin als Träge- rin der beruflichen Vorsorge gemäss BVG wird deshalb keine Partei- entschädigung zugesprochen. Der obsiegenden Vorinstanz steht pra- xisgemäss ebenfalls keine Parteientschädigung zu. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde gegen die Verfügungen des Amtes für berufliche Vorsorge und Stiftungsaufsicht des Kantons Aargau vom 2. April 2004 und vom 15. Juni 2004 wird nicht eingetreten. 2. Die Verfahrenskosten von 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet. Der Saldobetrag von Fr. 1'000.-- wird ihm zurückerstattet. 3. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) - die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) - die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Seite 10C-2355/2006 - das Bundesamt für Sozialversicherungen Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber: Alberto Meuli Jean-Marc Wichser Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: > Seite 11