<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 127</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs-, Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">127</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>34</b></span> <span class="ft2"><b>Zonenkonformität einer Hundehaltung in einer Dorfzone</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Rechtmässigkeit der Beschränkung der Haltung von vier Hunden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Samojeden); Berücksichtigung der Gemeindeautonomie</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 13. April 2011 in Sachen</span><br/> <span class="ft3">A. und B. (WBE.2010.389).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">128</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführer halten auf ihrer Parzelle Nr. (...) an der</span><br/> <span class="ft1">(...) in C. Hunde der Rasse der Samojeden. Das Grundstück befindet</span><br/> <span class="ft1">sich gemäss geltendem Bauzonenplan (vom 15. November 1996 /</span><br/> <span class="ft1">2. Dezember 1997; mit Teiländerung vom 15. November 2002 /</span><br/> <span class="ft1">2. Juli 2003) in der Dorfzone. Gemäss der Bau- und Nutzungsord-</span><br/> <span class="ft1">nung der Gemeinde C. vom 15. November 1996 (BNO) ist die Dorf-</span><br/> <span class="ft1">zone für das Wohnen, die Landwirtschaft und das Gewerbe bestimmt</span><br/> <span class="ft1">(vgl. § 8 Abs. 4 BNO). Mit andern Worten handelt es sich um eine</span><br/> <span class="ft1">gemischte Wohn- / Gewerbezone. In der Dorfzone zugelassene</span><br/> <span class="ft1">Wohnbauten sind Zweifamilienhäuser, Doppeleinfamilienhäuser,</span><br/> <span class="ft1">Reiheneinfamilienhäuser bis zu vier Einheiten sowie Mehrfamilien-</span><br/> <span class="ft1">häuser bis sechs Wohneinheiten, wobei die Mehrzahl der Wohnungen</span><br/> <span class="ft1">pro Gebäude mindestens drei Zimmer aufweisen muss. Weiter sind</span><br/> <span class="ft1">Bauten für Gewerbe, Dienstleistungsbetriebe und Landwirtschaft zu-</span><br/> <span class="ft1">gelassen. Erlaubt sind mässig störende Betriebe, deren Auswirkun-</span><br/> <span class="ft1">gen im Rahmen herkömmlicher Betriebe und auf die üblichen Ar-</span><br/> <span class="ft1">beitszeiten beschränkt bleiben (§ 8 Abs. 4 BNO). Der Dorfzone ist</span><br/> <span class="ft1">die Empfindlichkeitsstufe III zugeordnet (§ 6 Abs. 2 BNO).</span><br/> <span class="ft1">Stellt man sich nun wie die Vorinstanzen auf den Standpunkt,</span><br/> <span class="ft1">das Halten von mehr als vier Hunden könne in der Dorfzone nicht</span><br/> <span class="ft1">bewilligt werden, so kann diese Argumentation - rein dogmatisch</span><br/> <span class="ft1">betrachtet - entweder mit immissionsrechtlichen Gesichtspunkten</span><br/> <span class="ft1">oder aber mit fehlender Zonenkonformität begründet werden.</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">(...) (Zu Geruchs- und Lärmimmissionen bei Hundehaltung,</span><br/> <span class="ft1">vgl. AGVE 1998, S. 317 f. [Erw. 2b])</span><br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 13 Abs. 1 und § 15 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a BauG er-</span><br/> <span class="ft1">lassen die Gemeinden allgemeine Nutzungspläne (Zonenpläne) und</span><br/> <span class="ft1">allgemeine Nutzungsvorschriften (Bau- und Zonenordnungen), die</span><br/> <span class="ft1">das Gemeindegebiet in verschiedene Nutzungszonen einteilen sowie</span><br/> <span class="ft1">Art und Mass der Nutzung regeln; sie können dabei insbesondere</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs-, Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">129</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Bauzonen, namentlich Wohn-, Kern-, Gewerbe-, Industriezonen und</span><br/> <span class="ft1">Zonen für öffentliche Bauten ausscheiden. Bei der Ausscheidung und</span><br/> <span class="ft1">Definition der verschiedenen Zonen geniessen die Gemeinden auf-</span><br/> <span class="ft1">grund von § 106 KV verfassungsrechtlich geschützte Autonomie;</span><br/> <span class="ft1">hierin eingeschlossen ist die Anwendung des autonomen Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rechts. Daraus folgt, dass sich das Verwaltungsgericht bei der Über-</span><br/> <span class="ft1">prüfung einschlägiger gemeinderätlicher Entscheide zurückzuhalten</span><br/> <span class="ft1">hat. Dies gilt auch bei Immissionsfragen - obwohl dem Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft1">gericht dort die Ermessensüberprüfung obliegt - insoweit, als es bei</span><br/> <span class="ft1">den zu entscheidenden Fragen um rein lokale Anliegen geht und</span><br/> <span class="ft1">weder überörtliche Interessen noch überwiegende Rechtsschutzanlie-</span><br/> <span class="ft1">gen berührt werden. Die Gemeinde kann sich in solchen Fällen bei</span><br/> <span class="ft1">der Auslegung kommunalen Rechts insbesondere dort auf ihre Auto-</span><br/> <span class="ft1">nomie berufen, wo eine Regelung unbestimmt ist und verschiedene</span><br/> <span class="ft1">Auslegungsergebnisse rechtlich vertretbar erscheinen. Die kantona-</span><br/> <span class="ft1">len Rechtsmittelinstanzen sind hier gehalten, das Ergebnis der ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderätlichen Rechtsauslegung zu respektieren und nicht ohne Not</span><br/> <span class="ft1">ihre eigene Rechtsauffassung an die Stelle der gemeinderätlichen zu</span><br/> <span class="ft1">setzen. Die Autonomie der Gemeindebehörden hat jedoch auch in</span><br/> <span class="ft1">diesen Fällen dort ihre Grenzen, wo sich eine Auslegung mit dem</span><br/> <span class="ft1">Wortlaut sowie mit Sinn und Zweck des Gesetzes nicht mehr verein-</span><br/> <span class="ft1">baren lässt (VGE III/102 vom 26. September 2001 [BE.2000.00126],</span><br/> <span class="ft1">S. 7 f.; AGVE 1998, S. 319 f. mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat betrachtet das Halten von Hunden in einer</span><br/> <span class="ft1">Dorfzone wie hier grundsätzlich als zonenkonform und setzt allein</span><br/> <span class="ft1">beim Ausmass der Tierhaltung eine Grenze. In gleicher Weise aner-</span><br/> <span class="ft1">kennt das Verwaltungsgericht das hobbymässige Halten von Haus-</span><br/> <span class="ft1">tieren wie Hunden, Katzen oder Kaninchen, aber auch von einzelnen</span><br/> <span class="ft1">Pferden, als Bestandteil der reinen Wohnnutzung, jedoch immer un-</span><br/> <span class="ft1">ter der Voraussetzung, dass die Tierhaltung auch nach Art und Um-</span><br/> <span class="ft1">fang mit dem Wohnzweck noch vereinbart werden kann</span><br/> <span class="ft1">(VGE</span> <span class="ft1">III/102 vom 26.</span> <span class="ft1">September 2001 [BE.2000.00126], S.</span> <span class="ft1">9;</span><br/> <span class="ft1">AGVE 1998, S. 320 mit Hinweisen). Genauso ist die Haltung einer</span><br/> <span class="ft1">Mehrzahl von Hunden in der Dorfzone zu beurteilen. Wie weit sich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">130</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die Haltung von Haustieren mit dem Zweck der vorliegenden Dorf-</span><br/> <span class="ft1">zone verträgt, also unter anderem die Antwort auf die Frage, welche</span><br/> <span class="ft1">Anzahl einer Haustiergattung noch zonenkonform ist, muss dabei mit</span><br/> <span class="ft1">Rücksicht auf die Gemeindeautonomie grundsätzlich der Wertung</span><br/> <span class="ft1">der zuständigen Gemeindebehörde überlassen bleiben (vgl. Erw. 2.3.</span><br/> <span class="ft1">hievor).</span><br/> <span class="ft1">Zunächst folgt bereits aus der Rechtsnatur des Nutzungsplans</span><br/> <span class="ft1">als konkret-genereller Anordnung - konkret, weil auf ganz bestimm-</span><br/> <span class="ft1">te Grundstücke bezogen; generell, da an eine unbestimmte Vielzahl</span><br/> <span class="ft1">von Personen gerichtet (AGVE 1998, S. 321; vgl. Ulrich Häfelin /</span><br/> <span class="ft1">Georg Müller / Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,</span><br/> <span class="ft1">6. Auflage, Zürich / St. Gallen 2010, Rz. 944; Hänni, a.a.O., S. 92) -,</span><br/> <span class="ft1">dass beim Entscheid über die jeweils zulässige Nutzung grundsätz-</span><br/> <span class="ft1">lich nicht auf die subjektiven Verhältnisse einzelner Eigentümer oder</span><br/> <span class="ft1">Besitzer von Grundstücken abgestellt werden darf. Es liegt im Wesen</span><br/> <span class="ft1">von Grundstücken und Gebäuden, dass ihre Benutzer oder Bewohner</span><br/> <span class="ft1">mit mehr oder weniger grosser Regelmässigkeit wechseln. Daher</span><br/> <span class="ft1">muss die Zonenordnung unabhängig von Personen und ihren Verhält-</span><br/> <span class="ft1">nissen auf durchschnittliche, objektivierte Bedingungen abstellen</span><br/> <span class="ft1">und so auch ausgelegt werden. Vor diesem Hintergrund spielt es bei-</span><br/> <span class="ft1">spielsweise keine Rolle, ob eine gewisse Anzahl Hunde tatsächlich</span><br/> <span class="ft1">bestimmte Immissionen verursacht oder nicht, sondern es genügt,</span><br/> <span class="ft1">wenn mit einer bestimmten Anzahl typischerweise Auswirkungen</span><br/> <span class="ft1">verbunden sind, die über das hinausgehen, was normalerweise mit</span><br/> <span class="ft1">dem reinen Wohnen in einer Wohnzone bzw. konkret dem Zweck der</span><br/> <span class="ft1">Dorfzone - Wohnen, Gewerbe (mässig störende Betriebe) und Land-</span><br/> <span class="ft1">wirtschaft - verbunden ist (AGVE 1998, S. 322; AGVE 1988,</span><br/> <span class="ft1">S. 369 f.). Es muss eine generelle Regelung für alle Arten von Hun-</span><br/> <span class="ft1">den Platz greifen.</span><br/> <span class="ft1">Die Schwierigkeit besteht nun für die rechtsanwendende Be-</span><br/> <span class="ft1">hörde vor allem darin, im Rahmen einer allgemeinen Regelbildung</span><br/> <span class="ft1">zu bestimmen, wie gross die Zahl der erlaubten Hunde sein bzw. wo</span><br/> <span class="ft1">die Grenze gezogen werden soll, jenseits derer mit der Hundehaltung</span><br/> <span class="ft1">typischerweise Auswirkungen verbunden sind, die über das norma-</span><br/> <span class="ft1">lerweise mit dem Zweck der Dorfzone (Wohnen, Gewerbe und Land-</span><br/> <span class="ft1">wirtschaft) verbundene Mass hinausgehen. Dabei muss zweifellos</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs-, Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">131</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ein gewisses Mass an Störungen auch durch Tiere erlaubt sein, gibt</span><br/> <span class="ft1">es doch nicht wenige menschliche Wohnaktivitäten - man denke</span><br/> <span class="ft1">etwa an Rasenmähen, Kinderspiel oder Grillieren unter freiem Him-</span><br/> <span class="ft1">mel -, die ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Umgebung zei-</span><br/> <span class="ft1">tigen; umso mehr gilt dies für landwirtschaftliche oder je nach Be-</span><br/> <span class="ft1">trieb auch gewerbliche Aktivitäten. Auf der andern Seite wird nie-</span><br/> <span class="ft1">mand bezweifeln, dass eine grössere Zahl von Hunden pro Haushalt</span><br/> <span class="ft1">in einer relativ dicht besiedelten gemischten Zone, wo Erholung,</span><br/> <span class="ft1">Schlafen, Haus- und Heimarbeit sowie Essen, aber auch soziale Kon-</span><br/> <span class="ft1">takte möglich sein sollen und nur mässig störende Betriebe zugelas-</span><br/> <span class="ft1">sen sind, das tolerierbare Mass überschreiten und nicht mehr der Em-</span><br/> <span class="ft1">pfindlichkeitsstufe III entsprechen würde. Dies muss unabhängig</span><br/> <span class="ft1">davon gelten, ob die betreffende Tierhaltung hobby- oder gewerbs-</span><br/> <span class="ft1">mässig betrieben wird. Weil nun die zulässige Anzahl von Hunden</span><br/> <span class="ft1">von sämtlichen Bewohnern bzw. Haushalten einer bestimmten Zone</span><br/> <span class="ft1">ausgeschöpft werden darf, liegt es auf der Hand, dass der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rat diese Zahl tendenziell eher tief ansetzen muss, um siedlungs-</span><br/> <span class="ft1">planerisch und wohnhygienisch unhaltbare Zustände zu verhindern.</span><br/> <span class="ft1">Auch hat er die lokalen Besonderheiten der Gemeinde und insbeson-</span><br/> <span class="ft1">dere der betroffenen Zone zu berücksichtigen, unabhängig davon,</span><br/> <span class="ft1">dass die Dorfzone - wie die Beschwerdeführer vorbringen - eine</span><br/> <span class="ft1">Empfindlichkeitsstufe III (vgl. Art. 43 Abs. 1 lit. c LSV) aufweist</span><br/> <span class="ft1">und das Bundesgericht für eine andere Gemeinde in einer Land-</span><br/> <span class="ft1">wirtschaftszone bei einer Empfindlichkeitsstufe III auch schon die</span><br/> <span class="ft1">Zonenkonformität einer höheren Anzahl Hunde bestätigt hat (Urteil</span><br/> <span class="ft1">des Bundesgerichts vom 13. August 2001 [1A.276/2000]). Was für</span><br/> <span class="ft1">eine Gemeinde in einem anderen Kanton stimmen mag, kann nicht</span><br/> <span class="ft1">ohne weiteres auf die vorliegend zu beurteilende Dorfzone in C.</span><br/> <span class="ft1">übertragen werden. Ebenfalls nicht weiter hilft schliesslich der Ein-</span><br/> <span class="ft1">wand der Beschwerdeführer, die Hunde hielten sich mehrheitlich in</span><br/> <span class="ft1">der Wohnung auf und hätten noch nie eine Nacht im Freien ver-</span><br/> <span class="ft1">bracht. Die Begrenzung auf eine bestimmte maximal zulässige An-</span><br/> <span class="ft1">zahl Hunde bedingt eine gewisse Typisierung (Urteil des Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richts vom 13. August 2001 [1A.276/2000], Erw. 4d). So kann inner-</span><br/> <span class="ft1">halb der betroffenen Zone nicht nach gehaltener Hunderasse, Parzelle</span><br/> <span class="ft1">oder Hundehalter unterschieden werden. Die Begrenzung auf eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">132</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bestimmte Anzahl Hunde hat generell für alle Haushalte einer Zone</span><br/> <span class="ft1">zu erfolgen. Auch kann nicht garantiert werden, dass die Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer in der konkreten Liegenschaft wohnen bleiben. Den Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführern kann ausserdem nicht vorgeschrieben werden, die</span><br/> <span class="ft1">Hunde seien aus immissionsrechtlichen Gründen ausschliesslich oder</span><br/> <span class="ft1">mehrheitlich in der Wohnung zu halten (Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft1">vom 13. August 2001 [1A.276/2000], Erw. 4d).</span><br/> <span class="ft1">Unter diesen Gesichtspunkten lässt sich gegen eine Beschrän-</span><br/> <span class="ft1">kung auf vier Hunde nichts einwenden. Zwar trifft es zu, dass einer</span><br/> <span class="ft1">konkreten zahlenmässigen Festlegung immer auch etwas Zufälliges</span><br/> <span class="ft1">anhaftet; jedoch muss zwangsläufig irgendwo die Grenze gezogen</span><br/> <span class="ft1">werden, und wenn sie der Gemeinderat im Rahmen der verfassungs-</span><br/> <span class="ft1">mässig garantierten kommunalen Autonomie bei vier Hunden pro</span><br/> <span class="ft1">Haushalt zieht, so kann ihm mit Bestimmtheit nicht vorgeworfen</span><br/> <span class="ft1">werden, er entscheide sachfremd oder gar willkürlich. Mit Blick auf</span><br/> <span class="ft1">den Entscheid des Verwaltungsgerichts betreffend den zulässigen</span><br/> <span class="ft1">Hundebestand in einer reinen Wohnzone (AGVE 1998, S. 316 ff.) -</span><br/> <span class="ft1">konkret wurde die Haltung von drei ausgewachsenen Hunden pro</span><br/> <span class="ft1">Haushalt zugelassen - mag die zahlenmässige Festlegung auf vier</span><br/> <span class="ft1">Hunde in einer gemischten Zone wie der Dorfzone in C. eher streng</span><br/> <span class="ft1">erscheinen - indes liegt sie noch im Rahmen des Ermessensspiel-</span><br/> <span class="ft1">raums der Gemeinde und ist daher (mit Blick auf die Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">autonomie) durchaus vertretbar. Im Weitern bestehen auch keinerlei</span><br/> <span class="ft1">Anzeichen dafür, dass die Bewilligungspraxis des Gemeinderats das</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgleichheitsgebot verletzt. Es erscheint wegen der Schwierig-</span><br/> <span class="ft1">keit eines Direktvergleichs (unter dem Immissionsgesichtspunkt) von</span><br/> <span class="ft1">vornherein problematisch, bei der Festlegung der zulässigen Anzahl</span><br/> <span class="ft1">Hunde massgeblich auf den Umstand abzustellen, dass in der Dorf-</span><br/> <span class="ft1">zone auch mässig störende Betriebe und Landwirtschaft zugelassen</span><br/> <span class="ft1">sind. Entscheidend ist letztlich nur, ob die betreffende Nutzungsart</span><br/> <span class="ft1">von ihrem Charakter her in die Dorfzone (gemischte Zone) passt</span><br/> <span class="ft1">oder nicht. Diese Frage darf der Gemeinderat, ohne den ihm zuste-</span><br/> <span class="ft1">henden Beurteilungsspielraum zu verletzen, z.B. für einen Quartier-</span><br/> <span class="ft1">laden, einen Coiffeursalon, ein Architekturbüro oder auch eine Hun-</span><br/> <span class="ft1">dehaltung bis zu vier Tieren bejahen, für eine grössere Hundehaltung</span><br/> <span class="ft1">dagegen verneinen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs-, Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">133</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Erweist sich zusammenfassend die Begrenzung der Hundehal-</span><br/> <span class="ft1">tung auf vier Tiere bereits gestützt auf die sachlich begründete An-</span><br/> <span class="ft1">wendung und Auslegung der einschlägigen kommunalen Zonenvor-</span><br/> <span class="ft1">schriften durch die Gemeinde als zulässig, ist also mit andern Worten</span><br/> <span class="ft1">die Haltung von acht Hunden in der Dorfzone nicht zonenkonform,</span><br/> <span class="ft1">so ist die Beschwerde allein schon deshalb abzuweisen, ohne dass</span><br/> <span class="ft1">noch eine Prüfung aufgrund der Vorgaben des Bundesumweltschutz-</span><br/> <span class="ft1">rechts zu erfolgen hätte (vgl. AGVE 1998, S. 324; BGE 114 Ib 214,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 5).</span><br/> <br/> <br/></div> </div> </body> </html>