<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">424</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>96</b></span> <span class="ft1"><b>Lehrperson an einer Volksschule. Nichtverlängerung eines befristeten</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Anstellungsverhältnisses</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Ausnahmsweise Zulässigkeit eines Feststellungsbegehrens, welches</b></span><br/> <span class="ft1"><b>gleichzeitig mit einem Leistungsbegehren eingereicht wurde</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw. I/5).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Auslegung der gestellten Rechtsbegehren; in concreto wurde nur eine</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Entschädigung im Sinne von § 13 GAL in Verbindung mit Art. 336a</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Abs.</b></span> <span class="ft1"><b>1 OR geltend gemacht, jedoch kein Vertrauensschaden</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw.I/6).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Umwandlung eines befristeten in ein unbefristetes Anstellungsver-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>hältnis; übergangsrechtliche Regelung der Fünfjahresfrist gemäss</b></span><br/> <span class="ft1"><b>§ 3 Abs. 2 GAL (Erw. II/2-4).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Es besteht kein Anspruch auf Umwandlung eines befristeten in einen</b></span><br/> <span class="ft1"><b>unbefristeten Anstellungsvertrag während der Laufdauer des</b></span><br/> <span class="ft1"><b>befristeten Vertrages (Erw. II/5-7).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 19. August 2009 in Sa-</span><br/> <span class="ft4">chen B. gegen Einwohnergemeinde M. (2-KL.2008.9).</span><br/> <br/> <span class="ft4">Eine gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde ist zur Zeit noch</span><br/> <span class="ft4">beim Bundesgericht hängig.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">I.</span><br/> <span class="ft6">5.</span><br/> <span class="ft6">5.1.</span><br/> <span class="ft6">Der Kläger stellt zwei Feststellungsbegehren. Er beantragt die</span><br/> <span class="ft6">Feststellungen, dass die Beklagte zu Unrecht mit ihm keinen unbe-</span><br/> <span class="ft6">fristeten Arbeitsvertrag per 1. August 2007 abgeschlossen habe und</span><br/> <span class="ft6">dass die Beklagte das Arbeitsverhältnis zu Unrecht per 31. Juli 2007</span><br/> <span class="ft6">beendet habe.</span><br/> <span class="ft6">5.2.</span><br/> <span class="ft6">Eine Klage auf Feststellung ist zulässig, wenn der Betroffene</span><br/> <span class="ft6">ein schützenswertes Interesse an der Feststellung des Bestehens oder</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">AuflösungAnstellungsverhältnis</span> <span class="page_no">425</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Nichtbestehens eines konkreten öffentlich-rechtlichen Rechtsverhält-</span><br/> <span class="ft6">nisses nachweisen kann und keine öffentlichen oder privaten Interes-</span><br/> <span class="ft6">sen entgegenstehen. Ein rechtlich geschütztes Interesse ist nicht</span><br/> <span class="ft6">vorausgesetzt; rein tatsächliche, wirtschaftliche oder ideelle Interes-</span><br/> <span class="ft6">sen genügen, soweit sie nur vernünftig und durch die Unklarheit über</span><br/> <span class="ft6">das Bestehen eines Rechtsverhältnisses gerechtfertigt sind (Michael</span><br/> <span class="ft6">Merker, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem</span><br/> <span class="ft6">aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Diss. Zürich</span><br/> <span class="ft6">1998, § 38 N 27). Negative Voraussetzung des Feststellungsinteres-</span><br/> <span class="ft6">ses ist die fehlende Möglichkeit, alternativ eine Leistungs- oder Ge-</span><br/> <span class="ft6">staltungsklage durchzusetzen, da die Feststellungsklage subsidiärer</span><br/> <span class="ft6">Natur ist (Merker, a.a.O., § 38 N 28 und 34; vgl. auch Oscar Vo-</span><br/> <span class="ft6">gel/Karl Spühler, Grundriss des Zivilprozessrecht, 7. Auflage, Bern</span><br/> <span class="ft6">2001, § 7 Rz. 23).</span><br/> <span class="ft6">5.3.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss der Rechtsprechung des Personalrekursgerichts ist der</span><br/> <span class="ft6">Antrag auf Feststellung der Widerrechtlichkeit einer Kündigung be-</span><br/> <span class="ft6">ziehungsweise einer ungerechtfertigten Nichtwiederwahl neben</span><br/> <span class="ft6">demjenigen auf Zusprechung einer Entschädigung zulässig</span><br/> <span class="ft6">(AGVE 2002, S. 575 ff., Erw. I/3/b; PRGE vom 5. März 2007 in Sa-</span><br/> <span class="ft6">chen U.H., Erw. I/3). Diese Praxis wird damit begründet, dass im</span><br/> <span class="ft6">Hinblick auf das berufliche Fortkommen regelmässig ein eigenstän-</span><br/> <span class="ft6">diges, spezifisches Interesse der betroffenen Person an der Feststel-</span><br/> <span class="ft6">lung einer allfälligen Widerrechtlichkeit der Auflösung des Anstel-</span><br/> <span class="ft6">lungsverhältnisses besteht.</span><br/> <span class="ft6">5.4.</span><br/> <span class="ft6">Ein befristeter Vertrag endet grundsätzlich mit Ablauf der Be-</span><br/> <span class="ft6">fristung. Insofern hat eine Nichtverlängerung in Bezug auf das be-</span><br/> <span class="ft6">rufliche Fortkommen beziehungsweise in Bezug auf die Wirkung</span><br/> <span class="ft6">gegenüber Dritten nicht denselben Effekt wie eine Kündigung, wel-</span><br/> <span class="ft6">che nur gestützt auf sachliche Gründe erfolgen darf (vgl. §§ 11 f.</span><br/> <span class="ft6">GAL). Im vorliegenden Fall ist jedoch zu beachten, dass der Kläger</span><br/> <span class="ft6">bereits ab dem 1. August 2001 für die Beklagte tätig war. Es liegt</span><br/> <span class="ft6">daher nahe, dass die lange Anstellungsdauer Fragen über die Art der</span><br/> <span class="ft6">Beendigung des Arbeitsverhältnisses provoziert. Damit rückt die</span><br/> <span class="ft6">vorliegende Nichtverlängerung des Anstellungsverhältnisses faktisch</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">426</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">in die Nähe einer Kündigung beziehungsweise Nichtwiederwahl und</span><br/> <span class="ft6">es rechtfertigt sich, das Feststellungsinteresse des Klägers zu bejahen</span><br/> <span class="ft6">sowie auf seine Feststellungsbegehren einzutreten.</span><br/> <span class="ft6">6.</span><br/> <span class="ft6">6.1.</span><br/> <span class="ft6">Der (anwaltlich vertretene) Kläger stellt den Antrag, dass die</span><br/> <span class="ft6">Beklagte ihm "eine Entschädigung von fünf Monatslöhnen, d.h. von</span><br/> <span class="ft6">Fr. netto 50'323.60" zu bezahlen habe. Einen zusätzlichen Antrag auf</span><br/> <span class="ft6">eine Geldleistung erhebt der Kläger nicht. Allerdings bringt er in der</span><br/> <span class="ft6">Begründung vor, die Beklagte habe stets davon gesprochen, ihm</span><br/> <span class="ft6">nach Inkrafttreten des Gesetzes über die Anstellung von Lehrperso-</span><br/> <span class="ft6">nen einen unbefristeten Vertrag anzubieten. In diesem Sinn hätten die</span><br/> <span class="ft6">Beteiligten jeweils den Begriff "Anstellungsvertrag", wie er in den</span><br/> <span class="ft6">Wahlverfügungen genannt worden sei, verstanden. Überdies habe</span><br/> <span class="ft6">ihm die Beklagte am 4. April 2007 vorbehaltlos einen befristeten</span><br/> <span class="ft6">Vertrag ab 1. August 2007 zugesichert.</span><br/> <span class="ft6">Falls tatsächlich entsprechende Äusserungen gefallen sind,</span><br/> <span class="ft6">drängt sich die Frage auf, ob dem Kläger gestützt auf den Vertrau-</span><br/> <span class="ft6">ensschutz gemäss Art. 9 BV ein Anspruch auf Schadenersatz zusteht.</span><br/> <span class="ft6">Vorab ist indessen zu prüfen, ob das gestellte Rechtsbegehren einen</span><br/> <span class="ft6">derartigen Anspruch mitumfasst.</span><br/> <span class="ft6">6.2.</span><br/> <span class="ft6">Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbe-</span><br/> <span class="ft6">sondere im Lichte der dazu gegebenen Begründung (unpubliziertes</span><br/> <span class="ft6">Bundesgerichtsurteil 4P.266/2006 vom 13. Dezember 2006, Erw. 1.3;</span><br/> <span class="ft6">Vogel/Spühler, a.a.O., § 7 Rz. 8). Nach der Rechtsprechung schadet</span><br/> <span class="ft6">eine sichtlich ungewollte oder unbeholfene Wortwahl der am Recht</span><br/> <span class="ft6">stehenden Person ebenso wenig wie eine nicht geglückte oder</span><br/> <span class="ft6">rechtsirrtümliche Ausdrucksweise. Es genügt, wenn der Klage insge-</span><br/> <span class="ft6">samt entnommen werden kann, was die klagende Person verlangt</span><br/> <span class="ft6">(unpubliziertes Bundesgerichtsurteil 9C_251/2009 vom 15.</span> <span class="ft6">Mai</span><br/> <span class="ft6">2009, Erw.</span> <span class="ft6">1.3; Alfred Bühler/Andreas Edelmann/Albert Killer,</span><br/> <span class="ft6">Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, 2.</span> <span class="ft6">Auflage,</span><br/> <span class="ft6">Aarau/Frankfurt am Main/Salzburg 1998, § 75 N 24).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">AuflösungAnstellungsverhältnis</span> <span class="page_no">427</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">6.3.</span><br/> <span class="ft6">Die Wortwahl des Rechtsbegehrens deutet klarerweise darauf</span><br/> <span class="ft6">hin, dass der Kläger bloss eine Entschädigung im Sinne von § 13</span><br/> <span class="ft6">GAL in Verbindung mit Art. 336a Abs. 1 OR geltend macht. Üb-</span><br/> <span class="ft6">licherweise wird eine solche Entschädigung mit einer bestimmten</span><br/> <span class="ft6">Anzahl Monatslöhnen beziffert. In der Begründung der Klage ver-</span><br/> <span class="ft6">weist der Kläger zwar - wie gesehen (Erw. I/6.1) - auf eine vertrau-</span><br/> <span class="ft6">ensbegründende Zusicherung. Eine ziffernmässige Schlussfolgerung</span><br/> <span class="ft6">wird daraus aber nicht gezogen. Insbesondere wird in diesem Zu-</span><br/> <span class="ft6">sammenhang kein Schaden geltend gemacht. Vielmehr hält der Klä-</span><br/> <span class="ft6">ger in seinen Schlussfolgerungen zusammenfassend fest, dass die</span><br/> <span class="ft6">Beklagte ihm gestützt auf § 13 GAL eine Entschädigung schulde;</span><br/> <span class="ft6">diese Entschädigung betrage "maximal 6 Monatslöhne (Art. 336a</span><br/> <span class="ft6">Abs. 2 OR)". Eine Verrechnung der beantragten Entschädigung mit</span><br/> <span class="ft6">anderweitigen Einkünften bestreitet der Kläger ausdrücklich, obwohl</span><br/> <span class="ft6">dem Vertreter des Klägers bekannt sein muss, dass bei einer Er-</span><br/> <span class="ft6">satzforderung unter dem Titel der Schadensminderungspflicht eine</span><br/> <span class="ft6">Verrechnung erfolgen müsste. Insgesamt ergibt sich, dass der Kläger</span><br/> <span class="ft6">in Klagebegehren 2 keine allgemeine Geldforderung geltend macht;</span><br/> <span class="ft6">vielmehr ist die Forderung stark individualisiert. Effektiv kann dar-</span><br/> <span class="ft6">unter einzig ein Entschädigungsbegehren gestützt auf § 13 GAL in</span><br/> <span class="ft6">Verbindung mit Art. 336a Abs. 1 OR verstanden werden.</span><br/> <span class="ft6">6.4.</span><br/> <span class="ft6">Da vorliegend die Grundsätze des Klageverfahrens anwendbar</span><br/> <span class="ft6">sind, gilt unter anderem die Dispositionsmaxime. Danach ist das Ge-</span><br/> <span class="ft6">richt an die Parteianträge gebunden und darf der klagenden Partei</span><br/> <span class="ft6">weder mehr noch anderes zusprechen, als sie verlangt, noch weniger,</span><br/> <span class="ft6">als der Gegner anerkannt hat. Insofern bestimmt der Kläger durch</span><br/> <span class="ft6">sein Rechtsbegehren, in welchem Umfang er seine Rechte einklagt</span><br/> <span class="ft6">(§ 67 aVRPG in Verbindung mit § 75 ZPO; Merker, a.a.O., Vorbem.</span><br/> <span class="ft6">zu den §§ 60-67, N 7; Vogel/Spühler, a.a.O., § 30 Rz. 9).</span><br/> <span class="ft6">Da der Kläger einzig eine Entschädigung gestützt auf eine wi-</span><br/> <span class="ft6">derrechtliche Kündigung beantragt, kann offengelassen werden, ob</span><br/> <span class="ft6">ihm ein Schadenersatz gestützt auf den Grundsatz des Vertrauens-</span><br/> <span class="ft6">schutzes zustünde.</span><br/> <span class="ft6">(...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">428</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">II.</span><br/> <span class="ft6">2.</span><br/> <span class="ft6">2.1.</span><br/> <span class="ft6">Der Kläger lässt vorbringen, dass er seit dem Schuljahr</span><br/> <span class="ft6">2001/2002 in M. unterrichtet habe. Beim Schuljahr 2006/2007 habe</span><br/> <span class="ft6">es sich somit bereits um sein sechstes Schuljahr an der Sekundar-</span><br/> <span class="ft6">schule in M. gehandelt. Gestützt auf § 3 Abs. 2 GAL habe er daher</span><br/> <span class="ft6">ab Beginn des Schuljahres 2006/2007 Anspruch auf eine unbefristete</span><br/> <span class="ft6">Anstellung gehabt.</span><br/> <span class="ft6">2.2.</span><br/> <span class="ft6">Der Kläger wurde erstmals am 9. Juli 2001 als Hauptlehrer für</span><br/> <span class="ft6">das Schuljahr 2001/2002 gewählt. Es folgten weitere, jeweils auf ein</span><br/> <span class="ft6">Jahr befristete Anstellungsverfügungen. Per 1. Januar 2005 erfolgte</span><br/> <span class="ft6">die Überführung in ein (befristetes) vertragliches Anstellungsver-</span><br/> <span class="ft6">hältnis (vgl. § 3 Abs. 1 GAL). Daher trifft es in concreto zu, dass der</span><br/> <span class="ft6">Kläger mit Abschluss des Schuljahres 2005/2006 fünf Jahre für die</span><br/> <span class="ft6">Beklagte tätig war. Allerdings ist zu prüfen, ob er damit einen grund-</span><br/> <span class="ft6">sätzlichen Anspruch auf den Abschluss eines unbefristeten Vertrages</span><br/> <span class="ft6">erhielt.</span><br/> <span class="ft6">2.3.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss § 3 Abs. 2 GAL ist auf Verlangen einer Lehrperson ein</span><br/> <span class="ft6">befristetes Anstellungsverhältnis in ein unbefristetes umzuwandeln,</span><br/> <span class="ft6">sofern es während 5 Jahren ohne Unterbruch bestand und weiterge-</span><br/> <span class="ft6">führt würde. Allerdings ist zu beachten, dass das Gesetz über die</span><br/> <span class="ft6">Anstellung von Lehrpersonen per 1. Januar 2005 und damit während</span><br/> <span class="ft6">des laufenden Anstellungsverhältnisses zwischen dem Kläger und</span><br/> <span class="ft6">der Beklagten in Kraft trat. Entsprechend ist anhand der Übergangs-</span><br/> <span class="ft6">bestimmungen zu prüfen, welchen Einfluss dieser Umstand auf die</span><br/> <span class="ft6">konkrete Anwendung von § 3 Abs. 2 GAL hat.</span><br/> <span class="ft6">2.4.</span><br/> <span class="ft6">Das Gesetz über die Anstellung von Lehrpersonen enthält keine</span><br/> <span class="ft6">einschlägige Übergangsbestimmung. Insbesondere ist § 50 GAL auf</span><br/> <span class="ft6">den vorliegenden Fall nicht anwendbar. Diese Bestimmung bezieht</span><br/> <span class="ft6">sich nur auf Dienstverhältnisse, welche auf Amtsdauer eingegangen</span><br/> <span class="ft6">wurden.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">AuflösungAnstellungsverhältnis</span> <span class="page_no">429</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Unter den "Schluss- und Übergangsbestimmungen" regelt § 59</span><br/> <span class="ft6">VALL die "Umwandlung befristeter Anstellungsverhältnisse." Die</span><br/> <span class="ft6">Bestimmung lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft4">"Für die Verpflichtung zur Umwandlung befristeter Anstellungsverhältnisse in</span><br/> <span class="ft4">unbefristete Anstellungsverhältnisse mit Vertrag gemäss § 3 Abs. 2 GAL ist</span><br/> <span class="ft4">der Beginn des neuen Schuljahrs 2005/06 massgebend. Die bisherige Dauer</span><br/> <span class="ft4">überführter Anstellungsverhältnisse wird nicht angerechnet."</span><br/> <span class="ft6">Nach dem Willen des Verordnungsgebers wird somit die Dauer</span><br/> <span class="ft6">des bisherigen, nach altem Recht begründeten Arbeitsverhältnisses</span><br/> <span class="ft6">nicht angerechnet. Aus der Bestimmung ergibt sich unmissver-</span><br/> <span class="ft6">ständlich, dass die fünfjährige Frist für den Anspruch auf Umwand-</span><br/> <span class="ft6">lung eines befristeten in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis mit</span><br/> <span class="ft6">Beginn des Schuljahres 2005/2006 zu laufen beginnt. Dement-</span><br/> <span class="ft6">sprechend können selbst bei überführten Anstellungsverhältnissen</span><br/> <span class="ft6">die Voraussetzungen gemäss § 3 Abs. 2 GAL frühestens per Ende des</span><br/> <span class="ft6">Schuljahres 2010/2011 erfüllt sein.</span><br/> <span class="ft6">2.5.</span><br/> <span class="ft6">Der Einwand des Klägers, das Abstellen auf § 59 VALL ent-</span><br/> <span class="ft6">behre aufgrund von § 54 Abs. 1 VALL jeglicher Grundlage, zielt ins</span><br/> <span class="ft6">Leere. § 54 VALL bestimmt einzig, dass bestehende befristete An-</span><br/> <span class="ft6">stellungsverhältnisse ungeachtet ihres Enddatums dem neuen Recht</span><br/> <span class="ft6">unterstellt werden. Eine Aussage zum massgebenden Fristbeginn für</span><br/> <span class="ft6">die Berechnung der Fünfjahresfrist gemäss § 3 Abs. 2 GAL lässt sich</span><br/> <span class="ft6">aus § 54 Abs. 1 VALL nicht ableiten. Diese Schlussfolgerung ergibt</span><br/> <span class="ft6">sich im Übrigen auch aus der Kollisionsregel "lex specialis derogat</span><br/> <span class="ft6">legi generali" (das speziellere Gesetz geht den allgemeinen Gesetzen</span><br/> <span class="ft6">vor), welche für die Lösung von Widersprüchen zwischen</span><br/> <span class="ft6">gleichrangigen Normen entwickelt wurde (VPB 61.62, Erw. 2.2/a).</span><br/> <span class="ft6">Hinsichtlich der Umwandlung befristeter in unbefristete Anstel-</span><br/> <span class="ft6">lungsverhältnisse ist § 59 VALL im Verhältnis zu § 54 VALL, wel-</span><br/> <span class="ft6">cher die generelle Überführung befristeter Anstellungsverhältnisse</span><br/> <span class="ft6">ins neue Recht regelt, die speziellere Norm.</span><br/> <span class="ft6">2.6.</span><br/> <span class="ft6">Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Fünfjahresfrist</span><br/> <span class="ft6">gemäss § 3 Abs. 2 GAL per Beginn des Schuljahres 2005/06 zu lau-</span><br/> <span class="ft6">fen begann. Der Kläger erfüllte somit im Frühjahr 2007 die Voraus-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">430</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">setzungen, die einen Anspruch auf Umwandlung des befristeten in</span><br/> <span class="ft6">ein unbefristetes Anstellungsverhältnis gewährt hätten, nicht.</span><br/> <span class="ft6">3.</span><br/> <span class="ft6">Grundsätzlich sollen durch § 3 Abs. 2 GAL verpönte Kettenar-</span><br/> <span class="ft6">beitsverträge verhindert werden (vgl. zum Begriff der Kettenarbeits-</span><br/> <span class="ft6">verträge Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Der Arbeitsvertrag, Praxis-</span><br/> <span class="ft6">kommentar zu Art. 319 - 362 OR, 6. Auflage, Zürich/Basel/Genf</span><br/> <span class="ft6">2006, Art. 334 N 7). Dieser Zielsetzung dient die Übergangsbe-</span><br/> <span class="ft6">stimmung von § 59 VALL insofern nicht optimal, als die angestrebte</span><br/> <span class="ft6">Wirkung in zeitlicher Hinsicht nicht mit dem Inkrafttreten des GAL,</span><br/> <span class="ft6">sondern erst per Ende des Schuljahres 2010/2011 vollumfänglich</span><br/> <span class="ft6">zum Tragen kommt (vgl. Erw. II/2.4). Insofern lässt sich fragen, ob</span><br/> <span class="ft6">sich die Übergangsbestimmung mit dem übergeordneten Recht</span><br/> <span class="ft6">überhaupt vereinbaren lässt.</span><br/> <span class="ft6">Vorab ist wesentlich, dass Kettenarbeitsverträge nicht per se un-</span><br/> <span class="ft6">zulässig sind, soweit sich die jeweilige Befristung auf einen sachlich</span><br/> <span class="ft6">gerechtfertigten Grund zu stützen vermag (vgl. zum Privatrecht:</span><br/> <span class="ft6">Streiff/von Kaenel, a.a.O., Art. 334 N 7). Hinzu kommt, dass die</span><br/> <span class="ft6">Ausgestaltung einer Übergangsregelung im pflichtgemässen Ermes-</span><br/> <span class="ft6">sen des Gesetz- beziehungsweise Verordnungsgebers liegt (vgl. BGE</span><br/> <span class="ft6">123 II 385 ff., Erw. 9; BGE 123 II 433 ff., Erw. 9). Nach früherem</span><br/> <span class="ft6">Anstellungsrecht wurde unterschieden zwischen Hauptlehrkräften,</span><br/> <span class="ft6">welche über eine feste, unbefristete Anstellung verfügten, und</span><br/> <span class="ft6">Lehrbeauftragten sowie Fachlehrkräften, die oft über Jahre hinweg</span><br/> <span class="ft6">von Semester zu Semester neu angestellt wurden (Botschaft des</span><br/> <span class="ft6">Regierungsrates des Kantons Aargau betreffend das Gesetz über die</span><br/> <span class="ft6">Anstellung von Lehrpersonen vom 24. Mai 2000, S. 16). Den be-</span><br/> <span class="ft6">fristeten Anstellungsverhältnissen kam somit ein viel grösserer Stel-</span><br/> <span class="ft6">lenwert und eine viel grössere Verbreitung zu als nach neuem Recht,</span><br/> <span class="ft6">wonach sie auf Ausnahmefälle beschränkt sind. Insofern erweist es</span><br/> <span class="ft6">sich ohne weiteres als begründbar, dass die in § 3 Abs. 2 GAL vorge-</span><br/> <span class="ft6">sehene 5-Jahres-Frist nur für befristete Anstellungsverhältnisse gel-</span><br/> <span class="ft6">ten soll, die nach neuem (restriktiven) und nicht auch nach altem</span><br/> <span class="ft6">(deutlich extensiveren) Recht begründet wurden. Die Regelung von</span><br/> <span class="ft6">§ 59 VALL liegt damit im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">AuflösungAnstellungsverhältnis</span> <span class="page_no">431</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">das dem Verordnungsgeber bei der Ausgestaltung einer Übergangs-</span><br/> <span class="ft6">regelung zukommt.</span><br/> <span class="ft6">4.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss § 12 Abs. 1 VALL sind die Anstellungsverhältnisse</span><br/> <span class="ft6">grundsätzlich unbefristet auszugestalten. Allerdings war eine Be-</span><br/> <span class="ft6">fristung unter anderem zulässig, wenn die betroffene Lehrperson</span><br/> <span class="ft6">nicht über eine unbefristete Berufsausübungsbewilligung verfügte</span><br/> <span class="ft6">(vgl. § 12 Abs. 2 VALL in der ursprünglichen, per 1. August 2008</span><br/> <span class="ft6">aufgehobenen Fassung).</span><br/> <span class="ft6">Im Sommer 2006 verfügte der Kläger noch nicht über eine un-</span><br/> <span class="ft6">befristete Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Aargau.</span><br/> <span class="ft6">Diese erhielt er erst per 1. April 2007. Daher wurde der Anstellungs-</span><br/> <span class="ft6">vertrag vom 16. beziehungsweise 28. August 2006 für das Schuljahr</span><br/> <span class="ft6">2006/2007 zulässigerweise befristet abgeschlossen.</span><br/> <span class="ft6">5.</span><br/> <span class="ft6">5.1.</span><br/> <span class="ft6">Der Kläger bringt vor, er habe per 1. April 2007 die unbefristete</span><br/> <span class="ft6">Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Aargau erhalten. In</span><br/> <span class="ft6">diesem Moment habe der Sachverhalt nicht mehr unter die Bestim-</span><br/> <span class="ft6">mung von § 12 Abs. 2 VALL subsumiert werden dürfen. Vielmehr sei</span><br/> <span class="ft6">per 1. April 2007 ein gesetzlicher Anspruch auf eine unbefristete</span><br/> <span class="ft6">Anstellung entstanden. Die Beklagte sei somit nicht berechtigt gewe-</span><br/> <span class="ft6">sen, dem Kläger den unbefristeten Vertrag zu versagen.</span><br/> <span class="ft6">Im Folgenden ist zu prüfen, ob im Zeitpunkt, als der Kläger per</span><br/> <span class="ft6">1. April 2007 die unbefristete Berufsausübungsbewilligung erhielt,</span><br/> <span class="ft6">ein Anspruch auf den sofortigen Abschluss eines unbefristeten An-</span><br/> <span class="ft6">stellungsvertrags entstanden ist.</span><br/> <span class="ft6">5.2.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss § 12 Abs. 2 VALL ist "die Befristung eines Vertrags</span><br/> <span class="ft6">und dessen Verlängerung" nur in begründeten Fällen zulässig. Die</span><br/> <span class="ft6">Bestimmung untersagt somit die Verlängerung des befristeten An-</span><br/> <span class="ft6">stellungsvertrages, wenn kein sachlicher Grund für die Befristung</span><br/> <span class="ft6">mehr vorliegt. Eine allfällige Verlängerung eines Vertrages steht al-</span><br/> <span class="ft6">lerdings nur zur Diskussion, wenn die befristete Anstellungsdauer</span><br/> <span class="ft6">abgelaufen ist (vgl. § 14 lit. d VALL) und das Arbeitsverhältnis wei-</span><br/> <span class="ft6">tergeführt werden soll. In concreto stellte sich die Frage der Ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">432</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">tragsverlängerung erst wieder hinsichtlich einer Anstellung für das</span><br/> <span class="ft6">Schuljahr 2007/2008. Erst vor dem Abschluss eines entsprechenden</span><br/> <span class="ft6">neuen Vertrages hätte die Anstellungsbehörde prüfen müssen, ob</span><br/> <span class="ft6">sachliche Gründe für eine weitere Befristung vorlagen. Gestützt auf</span><br/> <span class="ft6">§ 12 Abs. 2 VALL ergibt sich demgegenüber kein Anspruch auf</span><br/> <span class="ft6">Umwandlung eines befristeten in einen unbefristeten Anstellungs-</span><br/> <span class="ft6">vertrag während der Laufdauer des befristeten Vertrages.</span><br/> <span class="ft6">6.</span><br/> <span class="ft6">6.1.</span><br/> <span class="ft6">Der Kläger bringt vor, es stehe im Widerspruch zum Grundsatz</span><br/> <span class="ft6">des unbefristeten Vertrages gemäss § 12 Abs. 1 VALL, wenn ein</span><br/> <span class="ft6">Anspruch auf einen derartigen Vertrag nur auf ein neues Schuljahr</span><br/> <span class="ft6">hin entstehen könne. Zudem würde diesfalls der Zufall eine grosse</span><br/> <span class="ft6">Rolle spielen.</span><br/> <span class="ft6">Sinngemäss wird damit vom Kläger Willkür sowie die Verlet-</span><br/> <span class="ft6">zung der Rechtsgleichheit in der Rechtssetzung gerügt.</span><br/> <span class="ft6">6.2.</span><br/> <span class="ft6">Ein Erlass ist willkürlich, wenn er sich nicht auf ernsthafte</span><br/> <span class="ft6">sachliche Gründe stützen lässt oder sinn- und zwecklos ist; er verletzt</span><br/> <span class="ft6">das Rechtsgleichheitsgebot, wenn er rechtliche Unterscheidungen</span><br/> <span class="ft6">trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnis-</span><br/> <span class="ft6">sen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich</span><br/> <span class="ft6">aufgrund der Verhältnisse aufdrängen (BGE 134 I 140, Erw. 5.4 mit</span><br/> <span class="ft6">zahlreichen Hinweisen).</span><br/> <span class="ft6">6.3.</span><br/> <span class="ft6">Der Wortlaut von § 12 Abs. 2 VALL ist klar und eindeutig. Zu-</span><br/> <span class="ft6">dem stellt § 12 Abs. 2 VALL im Vergleich zu § 12 Abs. 1 VALL eine</span><br/> <span class="ft6">zulässige Ausnahmeregel dar. Damit wird der Grundsatz, wonach</span><br/> <span class="ft6">generell unbefristete Anstellungsverträge abzuschliessen sind,</span><br/> <span class="ft6">durchbrochen.</span><br/> <span class="ft6">Selbstverständlich liesse es sich nicht beanstanden, wenn der</span><br/> <span class="ft6">Verordnungsgeber auf die besagte Ausnahmeregelung verzichtet</span><br/> <span class="ft6">hätte und demzufolge der Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag</span><br/> <span class="ft6">auch während laufendem Schuljahr entstehen würde. Tatsächlich</span><br/> <span class="ft6">sprechen aber auch gute Gründe für die aktuelle Lösung. Vorab dient</span><br/> <span class="ft6">es der Vereinfachung des Verfahrens, wenn die Prüfung, ob ein sach-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">AuflösungAnstellungsverhältnis</span> <span class="page_no">433</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">licher Grund für eine befristete Anstellung vorliegt, ausschliesslich</span><br/> <span class="ft6">im Zusammenhang mit einer allfälligen Vertragsverlängerung vorge-</span><br/> <span class="ft6">nommen wird. Insbesondere aber gewährleistet die geltende Rege-</span><br/> <span class="ft6">lung, dass der übereinstimmende Wille der Parteien, welche den lau-</span><br/> <span class="ft6">fenden Vertrag als befristet abgeschlossen haben, respektiert wird.</span><br/> <span class="ft6">Dabei ist wesentlich, dass bei befristeten Anstellungsverträgen</span><br/> <span class="ft6">grundsätzlich kein bedingter Anspruch auf Verlängerung bezie-</span><br/> <span class="ft6">hungsweise Erneuerung des Anstellungsverhältnisses besteht (PRGE</span><br/> <span class="ft6">vom 20. August 2003 in Sachen H. W., Erw. 3/c). Selbst wenn das</span><br/> <span class="ft6">Anstellungsverhältnis fünf Jahre ohne Unterbruch gedauert hat, ver-</span><br/> <span class="ft6">fügt der Arbeitnehmer nur insoweit über einen Anspruch auf eine</span><br/> <span class="ft6">unbefristete Anstellung, als ein Grundkonsens über die Weiterfüh-</span><br/> <span class="ft6">rung der vertraglichen Bindung besteht (vgl. Wortlaut von § 3 Abs. 2</span><br/> <span class="ft6">GAL: "[...] und weitergeführt würde"). Dies entspricht dem</span><br/> <span class="ft6">Gedanken der Vertragsfreiheit; jede Partei kann frei entscheiden, ob</span><br/> <span class="ft6">und mit wem sie einen Vertrag abschliessen will (vgl. Botschaft des</span><br/> <span class="ft6">Regierungsrates des Kantons Aargau betreffend das Gesetz über die</span><br/> <span class="ft6">Grundzüge des Personalrechts [Personalgesetz] vom 19. Mai 1999,</span><br/> <span class="ft6">S. 14).</span><br/> <span class="ft6">Gesamthaft ergibt sich, dass sachliche Gründe vorliegen, wel-</span><br/> <span class="ft6">che die Regelung in § 12 Abs. 2 VALL rechtfertigen. Ein Verstoss</span><br/> <span class="ft6">gegen das Willkürverbot oder das Rechtsgleichheitsgebot lässt sich</span><br/> <span class="ft6">daher nicht feststellen.</span><br/> <span class="ft6">7.</span><br/> <span class="ft6">Der Vollständigkeit halber rechtfertigt sich der Hinweis, dass</span><br/> <span class="ft6">die Kündigung einerseits und die Nichtverlängerung eines befristeten</span><br/> <span class="ft6">Anstellungsverhältnisses anderseits für den Arbeitnehmer vergleich-</span><br/> <span class="ft6">bare Auswirkungen zeitigen (vgl. Erw. I/5.4). Dies gilt jedenfalls</span><br/> <span class="ft6">dann, wenn das Anstellungsverhältnis eine gewisse Dauer erreicht</span><br/> <span class="ft6">hat und der Betroffene sämtliche Voraussetzungen für eine unbe-</span><br/> <span class="ft6">fristete Anstellung erfüllt. De lege ferenda (das heisst im Hinblick</span><br/> <span class="ft6">auf die zukünftige Gesetz- beziehungsweise Verordnungsgebung)</span><br/> <span class="ft6">stellt sich daher die Frage, ob für derartige Fälle eine Pflicht zur</span><br/> <span class="ft6">rechtzeitigen Mitteilung der Nichtverlängerung sowie eine diesbe-</span><br/> <span class="ft6">zügliche Begründungspflicht zu statuieren sind.</span><br/></div> </div> </body> </html>