A bteilung V E -6448/2006 {T 0/2} U rteil vom 7. M ai 2007 M itw irkung: R ichter W eber (Vorsitz), R ichter Brodard, R ichterin Luterbacher G erichtsschreiberin Balm elli A._______, B._______, C ._______, Türkei, vertreten durch D ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM , vorm als Bundesam t für Flüchtlinge, BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 7. N ovem ber 2003 in Sachen Vollzug der W egw eisung (W iedererw ägung) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 6. D ezem ber 2000 reisten die Beschw erdeführer in die Schw eiz ein und er- suchten gleichentags um Asyl. M it Verfügung vom 26. Juli 2002 stellte das Bundesam t fest, die Beschw erdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte die Asylgesuche ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung und deren Vollzug aus der Schw eiz an. G egen diese Verfügung reichten die Beschw erdeführer am 28. August 2002 Beschw erde bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) ein, w elche diese m it U rteil vom 10. Juni 2003 abw ies. B. M it Eingabe vom 23. Juni 2003 reichten die Beschw erdeführer beim Bundesam t ein G esuch um W iedererw ägung der Verfügung vom 26. Juli 2002 ein. C . M it Verfügung vom 7. N ovem ber 2003 w ies das Bundesam t das W iedererw ägungsgesuch ab und stellte fest, die Verfügung vom 26. Juli 2002 sei rechtskräftig und vollstreckbar; einer allfälligen Beschw erde kom m e keine aufschiebende W irkung zu. D . M it Beschw erde vom 14. N ovem ber 2003 (Poststem pel) an die dam als zuständige AR K beantragten die Beschw erdeführer durch ihren dam aligen R echtsvertreter, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Von einer W egw eisung sei abzusehen. D ie aufschiebende W irkung sei w iederherzustellen. D en Beschw erdeführern sei die unentgeltliche Prozessführung zu gew ähren und in der Person des unterzeichnenden R echtsanw alts ein unentgeltlicher R echtsbeistand zu ernennen. D en Beschw erdeführern sei G elegenheit zu geben, innert laufender R echtsm ittelfrist die Beschw erdebegründung zu ergänzen beziehungsw eise zu vervollständigen. E. M it Zw ischenverfügung vom 1. D ezem ber 2003 trat der Instruktionsrichter der AR K auf das G esuch um W iederherstellung der aufschiebenden W irkung der Beschw erde nicht ein. D as G esuch um Aussetzung des Vollzugs der W egw eisung w ies er ab und stellte fest, dass die in der Verfügung des Bundesam ts vom 26. Juli 2002 angeordnete W egw eisung aus der Schw eiz vollstreckbar sei. Ebenso w ies er die G esuche um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG ab und setzte den Beschw erdeführern Frist bis zum 16. D ezem ber 2003 zur Leistung eines Kostenvorschusses in der H öhe von Fr. 1'200.--. Schliesslich überw ies er die Akten dem Bundesam t zur G ew ährung der Akteneinsicht, w elche das Bundesam t m it Zw ischenverfügung vom 5. D ezem ber 2003 gew ährte. F. Am 8. D ezem ber 2003 (Poststem pel) reichten die Beschw erdeführer eine Beschw erdeergänzung/-vervollständigung ein. D arin beantragten sie durch ihren dam aligen R echtsvertreter, es sei ihnen Asyl zu gew ähren und von einer W egw eisung sei abzusehen. D ie Akten seien an das Bundesam t und von dort an den Kanton zu überw eisen, verbunden m it der Einladung, die vorläufige Aufnahm e aus hum anitären G ründen zu prüfen. D en Beschw erdeführern sei die 3 unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren und sie seien von der Pflicht zur Leistung eines Kostenvorschusses zu befreien. G . Am 8. D ezem ber 2003 reichten die Beschw erdeführer w eitere Ergänzungen zu den Akten. H . M it Zw ischenverfügung vom 12. D ezem ber 2003 w ies der Instruktionsrichter der AR K die G esuche um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege sow ie Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und verw ies auf die noch laufende Frist zur Leistung des einverlangten Kostenvorschusses. Am 16. D ezem ber 2003 leisteten die Beschw erdeführer den Kostenvorschuss fristgerecht. I. Am 30. Januar 2004 beantragten die Beschw erdeführer beim Bundesam t durch einen neuen Vertreter, es sei der Beschw erde die aufschiebende W irkung zu erteilen sow ie die U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen. J. M it Zw ischenverfügung vom 6. Februar 2004 setzte der Instruktionsrichter der AR K den Vollzug der W egw eisung aus. K. Am 10. Februar 2004 ersuchten die Beschw erdeführer um Ansetzung einer Frist von zw ei W ochen zur Ergänzung der R echtsm itteleingabe. D iesem Ersuchen entsprach der Instruktionsrichter der AR K m it Zw ischenverfügung vom 18. Februar 2004. Innert der angesetzten Frist reichten die Beschw erdeführer am 24. Februar 2004 eine Beschw erdeergänzung zu den Akten. L. M it Schreiben vom 3. August 2004 ersuchten die kantonalen Behörden unter Beilage eines ärztlichen Berichts des Psychiatrischen Zentrum s E._______ vom 28. Juli 2004 um Beschleunigung des Verfahrens. M . M it Faxeingabe vom 8. April 2005 liessen die Beschw erdeführer der AR K einen ärztlichen Bericht des Psychiatrischen Zentrum s E._______ vom 21. M ärz 2005 betreffend die Beschw erdeführerin zukom m en. N . Am 21. D ezem ber 2005 reichten die Beschw erdeführer ein G utachten der SFH - Länderanalyse zum Them a "Türkei: U nterbringung und Behandlung eines Schizophrenie-Kranken" ein. O . M it Zw ischenverfügung vom 28. M ärz 2006 forderte die AR K die Beschw erdeführer auf, einen aktuellen ärztlichen Bericht sow ie eine Entbindungserklärung des die Beschw erdeführerin behandelnden Arztes von der ärztlichen Schw eigepflicht einzureichen. P. M it Faxeingabe vom 18. April 2006 ersuchten die Beschw erdeführer um Erstreckung der angesetzten Frist. G leichentags ging bei der AR K ein ärztlicher Bericht des Psychiatrischen Zentrum s E._______ vom 12. April 2006 ein. Q . Am 26. April 2006 bat der Vertreter der Beschw erdeführer die AR K, ihm vor der U rteilsfällung G elegenheit zur Einreichung einer Kostennote zu gew ähren. R . D as BFM schloss in der Vernehm lassung vom 27. Juli 2006 auf Abw eisung der Beschw erde. M it Zw ischenverfügung vom 15. August 2006 unterbreitete der Instruktionsrichter der AR K den Beschw erdeführern die Vernehm lassung zur Stellungnahm e. Innert der angesetzten Frist reichten diese per Telefax am 29. August 2006 die R eplik zu den Akten.4 S. Am 1. Septem ber 2006 ging bei der AR K die Kopie eines Berichts von D r. m ed. N . G ., Fachärztin für Psychotherapeutische M edizin, F.______, D eutschland, und am 15. N ovem ber die Kopie eines Auszugs aus dem Periodikum Yeni Ö zgür Politika vom 15. August 2006 ein. T. Im N ovem ber 2006 teilte die AR K den Beschw erdeführern m it, dass das Beschw erdeverfahren ab dem 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführt w erde. U . M it Zw ischenverfügung vom 6. M ärz 2007 setzte der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts dem Vertreter der Beschw erdeführer entsprechend seinem Ersuchen vom 26. April 2006 Frist zur Einreichung einer Kostennote. Innert der angesetzten Frist gingen beim Bundesverw altungsgericht eine H onorarrechnung des ersten R echtsvertreters vom 16. M ärz 2007 in der H öhe von Fr. 962.70 sow ie eine zw eite H onorarnote des aktuellen Vertreters vom 16. M ärz 2007 in der H öhe von Fr. 1'887.50 ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31), das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). 2.2 G egenstand des W iedererw ägungsverfahrens vor dem Bundesam t bildete einzig die Frage des Vollzugs der W egw eisung der Beschw erdeführer aus der Schw eiz. 5 Auf die Beschw erde ist daher nur sow eit einzutreten, als die Beschw erdeführer nicht die G ew ährung von Asyl beantragen. 3. D er Begriff der W iedererw ägung w ird in dreifachem Sinne verw endet. In der in casu relevanten Bedeutung bezeichnet er die Anpassung einer ursprünglich fehler- freien Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage. Bei der G eltendm achung des solcherm assen um schriebenen W iedererw ägungs- grundes kom m t es nicht darauf an, ob vorgängig von einem ordentlichen R echts- m ittel G ebrauch gem acht w urde oder nicht. D ie W iedererw ägung stellt auch in die- sem Sinne ein ausserordentliches R echtsm ittel dar, auf dessen Behandlung, abge- leitet aus Art. 29 Abs. 1 BV (Art. 4a BV), ein Anspruch besteht (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eize- rischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2003 N r. 17 und EM AR K 1995 N r. 21 m it zahlreichen Verw eisen). Sodann ist festzuhalten, dass der Sinn der W iedererw ä- gung w ie auch der R evision nicht die erneute rechtliche W ürdigung eines bereits hinlänglich erstellten und endgültig beurteilten Sachverhalts ist (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 1999 N r. 4 E. 5a, S. 24 f.). Anders ausge- drückt ist es unzulässig, ein letztinstanzlich und rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren unter dem Titel eines W iedererw ägungsgesuchs faktisch zu w iederho- len, indem die rechtliche Beurteilung der verfügenden oder der Beschw erdeinstanz (erneut) in Frage gestellt w ird. 4. N achdem die Vorinstanz den Anspruch der Beschw erdeführer auf Behandlung des W iedererw ägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt hat und auf das W iedererw ä- gungsgesuch eingetreten ist, hat das Bundesverw altungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz das G esuch zu R echt abgew iesen hat. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG , Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 6 solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine sol- che G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie bei- spielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.4.1 D ie Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung fest, es lägen keine G ründe vor, w elche die R echtskraft der Verfügung vom 26. Juli 2002 beseitigen könnten. D er eingereichte Zeitungsartikel über den Tod von E.S. habe nichts m it der allgem einen Lage in G ._______ zu tun. G em äss den Erkenntnissen des Bundesam tes sei die Lage in G ._______ seit Juni 1999 w eitgehend ruhig. Es könne daher nicht von einer Situation allgem einer G ew alt oder von einer für die kurdische Bevölkerung unerträglichen Lage im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG gesprochen w erden, w eshalb auch eine vorläufige Aufnahm e gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht in Betracht kom m e. W eiter w erde das W iedererw ägungsgesuch m it dem schlechten psychischen G esundheitszustand der Beschw erdeführerin begründet. Indes habe bereits die AR K in ihrem U rteil vom 10. Juni 2003 darin kein W egw eisungshindernis erblickt. D ie Beschw erdeführerin sei vom 26. Juni 2003 bis 22. O ktober 2003 in stationärer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik E._______ gew esen. Aufgrund der erfolgten Entlassung sei zu schliessen, dass sich ihr G esundheitszustand w ieder gebessert habe. Zur w eiterführenden Behandlung ihres Leidens könne die Beschw erdeführerin entsprechende Institutionen in ihrem H eim atland in Anspruch nehm en. G em äss den Erkenntnissen des Bundesam tes könne davon ausgegangen w erden, dass in der Türkei jede Krankheit behandelt w erden könne, w enn auch das Versorgungsniveau nicht landesw eit m it dem jenigen w esteuropäischer Länder zu vergleichen sei. In grösseren Städten im W esten der Türkei sei es indes ohne w eiteres m it dem jenigen in der Schw eiz vergleichbar. W eiter lasse sich feststellen, dass das G esundheitsw esen in der Türkei psychisch kranken M enschen grundsätzlich den Zugang zu G esundheitsdiensten und entsprechenden Beratungsstellen garantiere. Es solle allerdings nicht abgestritten w erden, dass D auereinrichtungen für psychisch Kranke nur in begrenzter Kapazität für chronische Patienten zur Verfügung stehen w ürden. D er G rund für diese im Vergleich zu w esteuropäischen Ländern geringeren D ichte an Einrichtungen erkläre sich in erster Line aus einem anderen soziokulturellen Verständnis der türkischen respektive kurdischen G esellschaft, die vor allem die Fam ilie als 7 geeignete Stütze für psychisch Kranke betrachte. Insgesam t gesehen könne davon ausgegangen w erden, dass die am bulante Betreuung psychisch kranker M enschen in den G ross- und Provinzstädten der Türkei sichergestellt sei. W eiter seien in der Türkei auch praktisch alle M edikam ente erhältlich. D es W eitern sichere das türkische G esundheitsw esen den Zugang zu m edizinischen Leistungen auch m ittellosen Bürgern zu. Solche Personen könnten eine "grüne Versicherungskarte" (Yesil Kart) beantragen, w elche zu unentgeltlichen m edizinischen Leistungen in staatlichen G esundheitseinrichtungen berechtige. Schliesslich stam m e die Beschw erdeführerin aus einer recht w ohlhabenden Fam ilie, w elcher daher auch die U nterstützung der Beschw erdeführerin - sow eit erforderlich - zugem utet w erden könne. 5.4.2 In der R echtsm itteleingabe vom 5. D ezem ber 2003 w ird ausgeführt, die Begründung der Vorinstanz sei oberflächlich und vorschnell erfolgt. In den südöstlichen Provinzen m üsse bei einer R ückkehr in die D örfer m it D rohungen, Ü bergriffen, Verschw indenlassen bis hin zu extralegalen H inrichtungen gerechnet w erden. Es seien diese Tatsachen und U m stände, w elche die Beschw erdeführerin hätten psychisch schw er erkranken lassen. D eshalb, und w eil die Beschw erdeführer über kein soziales N etz verfügen w ürden, sei der Vollzug nicht zum utbar. In der Eingabe vom 30. Januar 2004 w ird w eiter vorgebracht, die Beschw erdeführerin sei schw erst traum atisiert und eine R ückkehr w ürde eine H eilung m ilieubedingt sehr erschw eren. Im beigelegten ärztlichen Bericht des Psychiatrischen Zentrum s E._______ vom 30. Januar 2004 w ird ausgeführt, die Beschw erdeführerin sei bereits vom 26. Juni 2003 bis 22. O ktober 2003 in stationärer Behandlung gew esen. Seit dem 8. Januar 2004 sei sie erneut in stationärer Behandlung auf der Akut- und Aufnahm estation. D ie Beschw erdeführerin leide unter einem starken depressiven Stim m ungsbild m it schw eren Störungen der Vitalgefühle, fehlender Zukunftsorientierung, Angst- und Panikattacken, begleitet von starken vegetativen Sym ptom en und Antriebsarm ut. Zudem bestünden dauerhafte gastrointestinale Beschw erden, M iktionsproblem e und starke Schlafstörungen. W iederkehrendes Intrusionserleben, Albträum e sow ie akustische und optische H alluzinationen liessen sich in Einklang bringen m it der D iagnose einer schw eren depressiven Episode und einer anhaltenden posttraum atischen Belastungsstörung. D ie Beschw erdeführerin sei akut suizidgefährdet. Bisher sei es zu einer einm aligen suizidalen H andlung gekom m en. Trotz intensiver therapeutischer und m edizinischer Behandlung habe sich das Zustandsbild der Beschw erdeführerin noch nicht w esentlich verändert. Eine Entlassung zum gegenw ärtigen Zeitpunkt oder ein Abbruch der Behandlung könne das R isiko suizidaler H andlungen erhöhen. In der Eingabe vom 24. Februar 2004 w ird schliesslich dargelegt, die Beschw erdeführerin habe die Traum atisierung in einer Situation ausgeprägter, langandauernder Verletzlichkeit und U nsicherheit sow ie H ilflosigkeit erlitten, diese habe den Intim bereich beschlagen, w orin eine schw ere Verletzung zu erblicken sei. 5.4.3 Im ärztlichen Bericht des Psychiatrischen Zentrum s E._______ vom 28. Juli 2004 w ird ausgeführt, die Beschw erdeführerin sei seit dem 8. Januar 2004 im Zentrum 8 m it den D iagnosen posttraum atische Belastungsstörung sow ie schw ere depressive Episode hospitalisiert. Trotz intensiver m edikam entöser, psychologischer sow ie psychosozialer Therapie bestehe nach w ie vor eine ausgeprägte em otionale Instabilität m it zeitw eise durchbrechender Suizidalität. D ies hänge w ohl m it der schw ierigen Situation der Fam ilie im Asylzentrum , insbesondere für die kleine Tochter, zusam m en. D iese ungünstigen Lebensbedingungen w ürden für die Beschw erdeführerin eine grosse Belastung darstellen. Beim Beschw erdeführer und der Tochter w ürde sich in letzter Zeit nun auch eine psychopathologische Entw icklung abzeichnen. 5.4.4 D ie behandelnden Ärztinnen führen im Bericht vom 21. M ärz 2005 zur Anam nese aus, auf der Flucht in die Schw eiz habe die Beschw erdeführerin schw ere, traum atisierende Erfahrungen gem acht, die zu einer andauernden psychischen Erkrankung im R ahm en einer posttraum atischen Belastungsstörung geführt hätten. Anam nestisch w ürden bis zum Zeitpunkt vor der Flucht keine psychiatrischen oder som atischen Krankheiten beschrieben. D ie Beschw erdeführerin leide an einer depressiven Sym ptom atik m it Suizidalität, Verfolgungsängsten, Schlaf- sow ie diversen Som atisierungsstörungen. Im Verlauf der Erkrankung seien O hnm achtsanfälle m it Erinnerungsverlust ohne organische U rsache sow ie optische und akustische H alluzinationen aufgetreten. D er G esundheitszustand stabilisiere sich unter sichernden und psychiatrisch betreuten R ahm enbedingungen. Als D iagnose w ird festgehalten: Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit vor dem H intergrund einer posttraum atischen Belastungsstörung (IC D 10: F62.1), dissoziative Kram pfanfälle (IC D 10: F44.5), undifferenzierte Som atisierungsstörungen (IC D 10: F45.1). Seit dem 3. M ärz 2005 bis auf w eiteres w erde die Beschw erdeführerin am bulant behandelt. O hne Behandlung der psychiatrischen Erkrankung w erde sich der Verlauf voraussichtlich verschlechtern m it einer Zunahm e der Beschw erden. D ie Beschw erdeführerin bedürfe neben einer spezifischen psychiatrischen Behandlung insbesondere einer Sicherheit in ihrem sozialen U m feld. G egen eine Behandlung im H eim atstaat spreche, dass die Beschw erdeführerin im H erkunftsland traum atisierende Erfahrungen m it dem M ilitär gem acht habe. Einer ärztlichen Behandlung im H erkunftsland könne nicht genügend Vertrauen entgegengebracht w erden. Jede R e-Traum atisierung könne zu einer Verschlechterung des psychischen Zustandsbilds der Beschw erdeführerin führen. 5.4.5 Im letzten ärztlichen Bericht vom 12. April 2006 führt die leitende Ärztin des Psychiatrischen Zentrum s E._______ zunächst zur Anam nese aus, im Juni 2000 habe die Beschw erdeführerin eine starke persönliche Erschütterung nach der Tötung eines Lehrers durch das M ilitär im Q uartier erfahren. D er Beschw erdeführer sei in der Folge m ehrm als durch das M ilitär verhört w orden, w as für die Beschw erdeführerin angsteinflössend gew esen sei und zu ersten Schlafstörungen geführt habe. Aufgrund dieser Vorkom m nisse hätten sich die Beschw erdeführer zur Ausreise entschlossen. W ährend der R eise in die Schw eiz in einem Lastw agen sei es zur sexuellen Traum atisierung der Beschw erdeführerin gekom m en. Im Juni 2001 sei die Beschw erdeführerin aufgrund von Schlafstörungen, R eizbarkeit und vegetativen Beschw erden vom H ausarzt an das Zentrum verw iesen w orden. Im Vordergrund seien dam als Sym ptom e einer posttraum atischen Belastungsstörung einhergehend m it einer depressiven 9 Sym ptom atik und Verfolgungsängsten in Bezug auf M änner gestanden, darüber hinaus O hnm achtsanfälle sow ie Angstattacken. Im M ärz 2002 sei die ungeplante G eburt einer Tochter erfolgt, gefolgt von einem stationären Aufenthalt vom 26. Juni 2003 bis 22. O ktober 2003 w egen suizidaler Einengung und Phantasien für einen erw eiterten Suizid m it der Tochter. Vom 8. Januar 2004 bis 2. M ärz 2005 sei die Beschw erdeführerin w egen psychischer Krisensituation m it Suizidgedanken erneut hospitalisert w orden. W ährend dieses Aufenthalts sei es w iederholt zu im pulshaften suizidalen H andlungen bei psychosozialen Belastungssituationen gekom m en (Status nach Strangulation in suizidaler Absicht 02/2004, Status nach Tablettenintoxikation in suizidaler Absicht 10/2004, Schlucken von Scherben in suizidaler Absicht, Versuch, sich die Pulsadern aufzuschneiden). D arüber hinaus habe die Beschw erdeführerin an Sinnestäuschungen im Bereich von Sehen und H ören unter Belastung sow ie Verfolgungsängsten, w ahnhafter und angstbesetzter Verarbeitung zurückliegender traum atisierender Ereignisse gelitten. Vom 28. Juli 2005 bis 8. August 2005 sei die dritte stationäre H ospitalisation erfolgt bei Zustand nach Tablettenintoxikation in suizidaler Absicht. Anam nestisch habe die Beschw erdeführerin bis zum Zeitpunkt der Flucht keine psychiatrischen oder som atischen Erkrankungen angeführt. Zum Verlauf der Krankheit führt die Ärztin aus, gesam theitlich zeige sich bei der Beschw erdeführerin eine psychopathologische Stabilisierung auf niedrigem N iveau. N ach der letzten suizidalen H andlung sei es zu keinem Suizidversuch m ehr gekom m en. D ie Stabilisierung habe unter flankierenden R ahm enbedingungen w ie kontinuierlicher H albtages-Arbeitstherapie, begleitenden am bulanten psychiatrischen G esprächen, einschliesslich m edikam entöser Behandlung, und nicht zuletzt dank der stattfindenden kontinuierlichen Eltern/Kind-Therapie erreicht w erden können. Vor diesem H intergrund diagnostizierte die behandelnde Ärztin eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung (IC D -10: F62.1), dissoziative Kram pfanfälle (IC D -10: F44.5), undifferenzierte Som atisierungsstörungen (IC D -10: F45.1). W eiter führt die Ärztin aus, ohne die gegenw ärtige G esam tbehandlung sei von einer Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes auszugehen m it Sym ptom verstärkung von Angst, Verfolgungsideen, Som atisierungsstörungen, depressiver Stim m ungslage und suizidalen H andlungen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen zeige sich, dass die Beschw erdeführerin von dem aktuell installierten Behandlungsprogram m m assgeblich habe profitieren können; dies jedoch unter der Bedingung einer kontinuierlichen Therapie. U nter den aktuellen Behandlungsbedingungen sei von einer w eiteren psychopathologischen Stabilität auszugehen, w obei jedoch zu berücksichtigen sei, dass die Beschw erdeführerin sehr stark auf externe Belastungsfaktoren reagiere. Inw iew eit die therapeutischen R ahm enbedingungen bei einer R ückkehr gegeben seien, sei nicht bekannt. Es sei indes darauf hinzuw eisen, dass die psychiatrische Erkrankungsgeschichte der Beschw erdeführerin bislang m it w iederholten schw eren suizidalen H andlungen einhergegangen sei. D ie erreichten Behandlungserfolge, w enn auch auf niedrigem N iveau, seien aufgrund eines über die Jahre gew achsenen Vertrauensverhältnisses zustande gekom m en, w as im psychiatrischen Behandlungssetting bekanntlich m assgeblich sei. Aus dem Krankheitsverlauf der Beschw erdeführerin sei bekannt, dass sie sehr stark auf Veränderungen reagiere, die zu einer Sym ptom verstärkung führen und lebensbedrohliche H andlungen 10 triggern könnten. 5.4.6 In der Vernehm lassung vom 27. Juli 2006 verw eist das BFM auf seine bisherigen Erw ägungen. 5.4.7 In der R eplik vom 29. August 2006 w ird darauf verw iesen, dass der m it einer R ückkehr verbundene Abbruch der Therapie zu einer lebensbedrohlichen Situation für die Beschw erdeführerin führen könnte. 5.5 5.5.1 Als m assgeblicher Zeitpunkt für die Prüfung des Vorliegens veränderter U m stän- de, die es allenfalls rechtfertigen w ürden, w iedererw ägungsw eise eine andere Be- urteilung der festgestellten Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorzunehm en, gelten die Verhältnisse, w ie sie zum Zeitpunkt des Entscheids über das W iederer- w ägungsgesuch vorgelegen haben. 5.5.2 Aufgrund der Akten ergibt sich, dass die Beschw erdeführer am 6. D ezem ber 2000 in die Schw eiz einreisten. M it Verfügung vom 26. Juli 2002 lehnte die Vorinstanz die Asylgesuche ab. Bis zu diesem Zeitpunkt w ar die psychische Erkrankung der Beschw erdeführerin nicht bekannt. Insow eit w ird vorliegend eine im Vergleich zu dem der angefochtenen Verfügung zugrunde liegenden Sachverhalt veränderte Sachlage geltend gem acht, m ithin ist die Vorinstanz zu R echt auf das W iedererw ä- gungsgesuch eingetreten. D ie Vorinstanz vertritt indes die Auffassung, die Be- schw erdeführer könnten in die Türkei zurückkehren und die Beschw erdeführerin könne dort ärztliche H ilfe in Anspruch nehm en. D iese Feststellung w ird in der R echtsm itteleingabe bestritten. 5.5.3 In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass die Beschw erdeführerin an schw eren psychischen Problem en leidet, m ehrere Suizidversuche begangen hat und desw egen seit Juni 2003 insgesam t dreim al w ährend m ehrerer M onate (total 19 M onate) in stationärer psychiatrischer Behandlung w ar. Zw ischen den einzelnen Klinikaufenthalten w ar die Beschw erdeführerin in am bulanter Behandlung, ebenso seit der letzten Entlassung aus der stationären Behandlung im August 2005. Aufgrund der Befragungsprotokolle sow ie der ärztlich aufgeführten Anam nesen ist die genaue U rsache der psychischen Problem e der Beschw erdeführerin nicht eindeutig. D iese Frage kann indes vorliegend offen gelassen w erden. Aufgrund der langjährigen Behandlung durch dieselbe O berärztin sow ie deren fundierten und überzeugenden fachärztlichen Ausführungen besteht keine Veranlassung, an der Seriosität der m edizinischen Feststellungen zu zw eifeln. Entsprechend hat auch das BFM w eder in der angefochtenen Verfügung noch in der Vernehm lassung an der gestellten D iagnose gezw eifelt. W eiter erachtet es das Bundesverw altungsgericht vorliegend als erstellt, dass die Beschw erdeführerin auf unbestim m te Zeit regelm ässiger psychiatrischer Behandlung, Therapierung und Betreuung bedarf und nam entlich auf ein für sie stabilisierendes U m feld angew iesen ist, ansonsten ihr ernsthafte G efahr erneuter suizidaler H andlungen droht. Zw ar ist dem Bundesverw altungsgericht bekannt, dass Ausländer, deren Asylgesuche abgelehnt w erden oder die in lang andauernder U ngew issheit über ihren Aufenthaltsstatus im G astland leben, in 11 depressive Stim m ung verfallen und bei einem entsprechenden Persönlichkeitsprofil suizidale G edanken entstehen können. Aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufs sow ie des aufgezeigten Krankheitsbilds der Beschw erdeführerin ist vorliegend nicht davon auszugehen, die Beschw erdeführerin w ürde bloss vordergründig suizidale H andlungen androhen und sie setze den drohenden Suizid als D ruckm ittel gegen Vollzugsm assnahm en ein. Vielm ehr lassen das aufgezeigte psychische Krankheits- und Persönlichkeitsprofil sow ie insbesondere auch der U m stand, dass der psychische Zustand der Beschw erdeführerin gem äss dem letzten Arztbericht nur auf niedrigem N iveau stabilisiert w erden konnte, im gegenw ärtigen Zeitpunkt eine R ückkehr in die Türkei insgesam t als nicht zum utbar erscheinen. Zw ar ist - w ie das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung richtigerw eise festgestellt hat - die Betreuung, Therapierung und Behandlung von Patienten auch m it kom plexen psychischen Krankheitsbildern in der Türkei grundsätzlich m öglich. Indes ist vorliegend das psychische Befinden der Beschw erdeführerin derm assen angeschlagen, dass ein bevorstehender Vollzug der W egw eisung auf sie derart bedrohlich und belastend w irken w ürde, dass die G efahr einer Selbstgefährdung als m assiv erhöht zu bew erten ist. H inzu kom m t, dass solche H andlungen nach den Erkenntnissen des G erichts ohne direkte w illentliche Beeinflussung auftreten können. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin bei einer Bestätigung des W egw eisungsvollzugs bereits vor der Abreise in die Türkei, spätestens aber bei der R ückkehr dekom pensiert und allenfalls einen (eventuell sogar erw eiterten) Suizidversuch unternehm en w ürde. In Anbetracht dieser Sachlage ist es der Beschw erdeführerin nach Ansicht des G erichts nicht zuzum uten, in ihren H eim atstaat zurückzukehren. Bei diesem Ergebnis kann darauf verzichtet w erden, auf die erhöhten Schw ierigkeiten bei der Behandlung schw ersttraum atisierter Personen in der Türkei, w ie sie in den eingereichten Berichten der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe (SFH ) vom 13. August 2003 und 3. M ai 2005 aufgezeigt w erden, näher einzugehen. 5.5.4 In W ürdigung der besonderen U m stände des vorliegenden Falles gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass betreffend die gesundheitliche Situation der Beschw erdeführerin von einer seit Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens w esentlich veränderten Sachlage auszugehen und der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin im heutigen Zeitpunkt als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu qualifizieren ist. D a den Akten keine G ründe für eine Ausnahm e vom G rundsatz des Art. 44 Abs. 1 in fine AsylG (vgl. die w eiterhin zutreffenden Praxis der AR K in EM AR K 1995 N r. 24, S. 233) zu entnehm en sind, ist der Beschw erdeführer und die gem einsam e Tochter C ._______ in Anw endung dieser Bestim m ung in die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführerin einzubeziehen. 5.5.5 G em äss Art. 14a Abs. 6 AN AG finden die Absätze 4 (U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs) keine Anw endung, w enn der w eg- oder ausgew iesene Ausländer die öffentliche Sicherheit und O rdnung der Schw eiz verletzt hat oder in schw erw iegender W eise gefährdet. Seit der Einreise in die Schw eiz w urde der Beschw erdeführer m it Bussenverfügung vom 1. O ktober 2004 w egen unrechtm ässiger Aneignung zu einer Busse von Fr. 500.-- und m it Strafverfügung vom 26. M ai 2005 w egen Erschleichen einer Leistung zu einer bedingten 12 G efängnisstrafe von 10 Tagen verurteilt. D ieses dissoziale Verhalten des Beschw erdeführers w iegt klarerw eise nicht derart schw er, dass Art. 14a Abs. 6 AN AG zur Anw endung gelangen w ürde. Sollten der Beschw erdeführer in Zukunft indes w eitere Straftaten begehen, m üssten die Beschw erdeführer dam it rechnen, dass die vorläufige Aufnahm e w iderrufen w erden könnte. 6. D ie drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzu- lässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a, S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e durch die Vorinstanz steht den (ab- und w eggew iesenen) Asylgesuch- stellern w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (vgl. Art. 31 VG G i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ), w obei in jenem Verfahren säm tliche Voll- zugshindernisse von Am tes w egen nach M assgabe der dannzum al herrschenden Verhältnisse erneut zu prüfen sind. D a das G ericht vorliegend den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erachtet, ist auf eine Prüfung der anderen Voll- zugshindernisse zu verzichten. 7. N ach dem G esagten ist die Beschw erde gutzuheissen, sow eit darauf einzutreten ist. D ie Verfügung der Vorinstanz vom 7. N ovem ber 2003 ist vollum fänglich und jene vom 26. Juli 2002 hinsichtlich des Vollzugs der W egw eisung w iedererw ägungsw eise aufzuheben und die Beschw erdeführer sind m it ihrer Tochter in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die Akten dem Bundesam t und von dort dem Kanton zu überw eisen, zur Prüfung einer allfälligen vorläufigen Aufnahm e. D er entsprechende Antrag ist daher abzuw eisen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D er am 16. D ezem ber 2003 geleistete Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'200.-- ist den Beschw erdeführern zurückzuerstatten. 8.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw al- tungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE]). D er erste R echtsvertreter der Beschw erdeführer hat eine Kostennote vom 16. M ärz 2007 in der H öhe von Fr. 962.70 und der aktuelle Vertreter eine R echnung vom 16. M ärz 2007 in der H öhe von Fr. 1'887.50 zu den Akten gereicht. D er in der R echnung des ersten R echtsvertreters ausgew iesene zeitliche Aufw and von 2,5 Stunden nach Eingang der erstinstanzlichen Verfügung sow ie die für denselben Zeitraum entstandenen Auslagen für Porti, Telefon, Fax und Kopien in der H öhe von Fr. 63.30 erscheinen angem essen. In Anw endung von Art. 8, 9 und 11 VG KE 13 sow ie unter Berücksichtigung des Stundenansatzes von Fr. 200.-- ist die Parteientschädigung für den ersten R echtsvertreter auf Fr. 605.55 (inkl. Auslagen und M W St) festzusetzen. D er aktuelle Vertreter w eist in seiner R echnung einen zeitlichen Aufw and von 12,25 Stunden und Barauslagen von Fr. 50.-- aus. D er zeitliche Aufw and sow ie die geltend gem achten Barauslagen erscheinen - m it Ausnahm e des Aufw andes für die Eingabe vom 22. Februar 2007 - als angem essen. In Anw endung von Art. 8, 9 und 11 VG KE sow ie unter Berücksichtigung des Stundenansatzes von Fr. 150.-- ist die Parteientschädigung für den aktuellen Vertreter auf Fr. 1'737.50 (inkl. Auslagen) festzusetzen. D ie Parteientschädigung ist som it auf total Fr. 2'343.-- festzusetzen und das Bundesam t anzuw eisen, diesen Betrag den Beschw erdeführern auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfügung des Bundesam ts vom 7. N ovem ber 2003 w ird aufgehoben und das BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer - in teilw eiser W iedererw ägung der Verfügung vom 26. Juli 2002 - vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D er am 16. D ezem ber 2003 geleistete Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'200.-- w ird den Beschw erdeführern zurückerstattet. 4. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 2'343.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer durch Verm ittlung ihres Vertreters, 2 Expl. (eingeschrieben) - BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) m it dem besonderen H inw eis auf Ziff. 8.2 der Erw ägungen (Parteientschädigung) - H ._______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand am :