<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2018-12-06-9C_33-2018.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_33/2018</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 6. Dezember 2018</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Pfiffner, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Glanzmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Fleischanderl. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">IV-Stelle Solothurn, Allmendweg 6, 4528 Zuchwil, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Roger Zenari, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Invalidenversicherung (Rechtsverweigerung), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 17. November 2017 (VSBES.2017.200). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Der 1966 geborene A.________ meldete sich am 1. April 2015 unter Hinweis auf Schmerzen am rechten Arm bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle des Kantons Solothurn Abklärungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht vorgenommen hatte, lehnte sie vorbescheidweise sowohl den Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch auf eine Invalidenrente ab. Auf Einwendungen des Versicherten hin holte die IV-Stelle u.a. Stellungnahmen ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2. Mai und 21. Juni 2017 ein. Gestützt darauf teilte sie A.________ mit formloser Mitteilung vom 7. August 2017 mit, es werde an der bereits vorgängig angekündigten Durchführung der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) festgehalten. Da es sich dabei nicht um ein medizinisches Gutachten sondern vielmehr um eine Art Arbeitsassessment handle, käme das in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-210%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page210">BGE 137 V 210</a> vorgesehene Vergabeverfahren nicht zum Tragen und sei das Schreiben nicht in Form einer beschwerdefähigen Verfügung zu erlassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die in der Folge von A.________ erhobene Rechtsverweigerungsbeschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn gut und wies die IV-Stelle an, bis spätestens am 15. Dezember 2017 eine Verfügung hinsichtlich der beabsichtigten EFL sowie der beantragten Begutachtung zu erlassen (Entscheid vom 17. November 2017). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Die IV-Stelle führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid sei betreffend die Bejahung der Verfügungspflicht über die Durchführung einer EFL aufzuheben. Es sei ferner festzustellen, dass sie über die Notwendigkeit einer EFL nicht in Verfügungsform zu entscheiden habe. </div> <div class="para">Während A.________ auf Abweisung der Beschwerde schliessen lässt, soweit darauf einzutreten sei, verzichtet das Bundesamt für Sozialversicherungen auf eine Vernehmlassung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit und die Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-42%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page42">BGE 139 V 42</a> E. 1 S. 44 mit Hinweisen; Urteil 9C_908/2017 vom 22. Oktober 2018 E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, das kantonale Gericht habe mit seinem Entscheid in der Sache ihre Rechtsverweigerungsbeschwerde nach <span class="artref">Art. 56 Abs. 2 ATSG</span> (in Verbindung mit <span class="artref">Art. 1 Abs. 1 IVG</span>) gutgeheissen. Dieser stelle daher einen ohne weitere Voraussetzungen beim Bundesgericht anfechtbaren Endentscheid gemäss <span class="artref">Art. 90 BGG</span> dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Dem ist entgegenzuhalten, dass Anfechtungsgegenstand ein kantonaler Entscheid über eine Rechtsverweigerungsbeschwerde bildet, mit welchem die Angelegenheit an die Beschwerdeführerin zurückgewiesen und diese angewiesen wird, hinsichtlich der beabsichtigten EFL sowie der beantragten medizinischen Begutachtung eine Verfügung zu erlassen. Das Verfahren wird folglich nicht abgeschlossen, sodass es sich dabei um einen Zwischenentscheid im Sinne von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span> handelt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 141 V 330</a> E. 1.1 S. 332; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-477%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page477">133 V 477</a> E. 4.2 S. 481 f. und E. 5.1 S. 482 f., 645 E. 2.1 S. 647; Urteile 8C_748/2016 vom 29. November 2016 und 9C_138/2014 vom 12. März 2014). Dies gälte im Übrigen selbst für den Fall, dass keine Rückweisung angeordnet worden wäre (vgl. dazu u.a. Urteile 8C_1014/2012 vom 3. Juli 2013 E. 1, in: SVR 2013 UV Nr. 31 S. 108, und 9C_87/2013 vom 18. März 2013 E. 5, je mit weiteren Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist somit grundsätzlich nur zulässig, wenn der Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span>) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b). Ein Zwischenentscheid bleibt im Rahmen einer Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, sofern er sich auf dessen Inhalt auswirkt (<span class="artref">Art. 93 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.1.</b> Der Eintretensgrund von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG</span> fällt hier ausser Betracht und wird in der Beschwerde denn auch nicht angerufen. Zwar führte die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbei. Inwiefern damit aber ein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart würde, ist nicht erkennbar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.2.1.</b> Ein Rückweisungsentscheid kann sodann in jenen Fällen einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span>), in denen er materiellrechtliche Anordnungen beinhaltet, welche den Beurteilungsspielraum des Versicherungsträgers wesentlich einschränken, ohne dass dieser die seines Erachtens rechtswidrige neue Verfügung selber anfechten könnte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 141 V 330</a> E. 1.2 S. 332; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-477%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page477">133 V 477</a> E. 5.2 S. 483 ff.; Urteil 9C_171/2012 vom 23. Mai 2012 E. 3.3.1, in: SVR 2012 AHV Nr. 15 S. 55). Dies trifft in casu nicht zu, sind dem vorinstanzlichen Zwischenentscheid doch keine die Beschwerdeführerin bindende konkrete Vorgaben zu entnehmen. Die Verpflichtung, die Anordnung zur Durchführung einer EFL in Verfügungsform zu erlassen, spurt den allfälligen Anspruch des Beschwerdegegners auf berufliche Massnahmen und/oder eine Rente in keiner Weise vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.2.2.</b> Auch greift im vorliegenden Fall die von der Beschwerdeführerin erwähnte Praxis nicht, wonach bei Beschwerden betreffend Rechtsverweigerung und -verzögerung auf das Erfordernis des irreversiblen Nachteils nach <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> verzichtet wird (vgl. u.a. Urteile 8C_1014/2012 vom 3. Juli 2013 E. 1, in: SVR 2013 UV Nr. 31 S. 108, und 9C_87/2013 vom 18. März 2013 E. 5, je mit weiteren Hinweisen). Damit wollte das Bundesgericht sicherstellen, dass das Verfahren insgesamt dem Grundsatz des fairen Verfahrens genügt, also wirksamen Rechtsschutz innert angemessener Frist gewährleistet (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-165%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page165">BGE 136 II 165</a> E. 1.2.1 S. 171 oben). Deshalb verzichtet es auf das Erfordernis des rechtlichen Nachteils und lässt einen tatsächlichen Nachteil genügen, wenn die beschwerdeführende Partei darlegt, ein Zwischenentscheid verletze gemäss <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BV</span> das Beschleunigungsgebot (insbesondere bei Sistierungsentscheiden) oder stelle eine Rechtsverweigerung dar (insbesondere bei Sistierungs- und Nichteintretensentscheiden). Grund dafür ist, dass eine allfällige Verletzung dieser Garantien auch mit einem späteren günstigen Entscheid nicht behoben würde (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-III-190%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page190">BGE 138 III 190</a> E. 6 S. 191 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=23.11.2018&amp;to_date=12.12.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-258%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page258">138 IV 258</a> E. 1.1 S. 261; je mit Hinweisen; ferner Felix Uhlmann, Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 6 zu <span class="artref">Art. 93 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eine derartige Konstellation ist hier klar nicht gegeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Die Beschwerde erweist sich demnach als unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>). Zudem hat sie dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner eine Parteientschädigung auszurichten (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'400.- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 6. Dezember 2018 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Pfiffner </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Fleischanderl </div> </div></body></html>