Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Mai 2014 (715 13 333) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung der Anspruchsberechtigung wegen Nichterfüllung der Beitragszeit; Aussage der ersten Stunden; anrechenbarer Arbeitsausfall bei Arbeitsvertrag auf Abruf Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32 , 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A.1 A.____ arbeitete auf Abruf als Betriebsmitarbei terin bei der B.____. Am 17. April 2013 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Münchenstein zur Arbeits- vermittlung an und am 19. April 2013 ersuchte sie d ie Öffentliche Arbeitslosenkasse Basel- Landschaft (Arbeitslosenkasse) um Ausrichtung von T aggeldern ab 11. Mai 2013. Gemäss An- gaben im Antragsformular sei sie in der Zeit vom 30 . März 2012 bis 16. März 2013 bei der B.____ beschäftigt gewesen. Diese Aussagen bestätig te die Arbeitgeberin in der Arbeitgeber- bescheinigung am 25. Mai (recte wohl April) 2013, w elche am 7. Mai 2013 bei der Vorinstanz Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einging. Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisse s sei ein Auftragsrückgang bei der B.____. A.2 Mit Verfügung Nr. 1023/2013 vom 7. Juni 2013 leh nte die Arbeitslosenkasse die An- spruchsberechtigung der Versicherten ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Versicherte sei innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit le diglich während 11.560 Monaten einer bei- tragspflichtigen Beschäftigungen nachgegangen und erfü lle daher die gesetzliche Beitragszeit von zwölf Monaten nicht. Die dagegen erhobene Einsprach e wies die Einspracheinstanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) am 17. Oktober 2013 ab, wobei sie festhielt, dass die Versicherte während der Rahmenfrist f ür die Beitragszeit vom 11. Mai 2011 bis 10. Mai 2013 keine zwölfmonatige beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt habe. B. Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, wel che A.____ am 14. November 2013 beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsre cht (Kantonsgericht), erhob. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentsch eids vom 17. Oktober 2013. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie zwischen dem 30. März 2012 und dem 7. Mai 2013 bei der Firma B.____ gearbeitet habe, wesha lb sie die Beitragszeit erfülle und An- spruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung habe. C. Zur Beschwerde liess sich Arbeitslosenkasse am 31. Janua r 2014 vernehmen und be- antragte deren Abweisung. Unter Hinweis auf den Einspracheentscheid führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin zwischen dem 2. April 2012 und 16. M ärz 2013 bei der B.____ gearbeitet und die Beitragszeit daher nicht erfüllt habe. D. Am 21. Februar 2014 teilte die B.____ dem Kanton sgericht per E-Mail mit, die Be- schwerdeführerin habe auch am 30. und 31. März 2012 be i ihr gearbeitet. Weiter treffe es zu, dass die Beschwerdeführerin am 7. Mai 2013 für sie tät ig gewesen sei. Sie sei an diesem Tag angerufen und zur Arbeit aufgeboten worden. E. Die Arbeitslosenkasse hielt in ihrem Schreiben vom 2 8. März 2014 an den bereits ge- machten Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowi e Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjen igen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontro llpflicht erfüllt. Vorliegend kommt die in Aesch wohnhafte Beschwerdeführerin im Kanton Basel- Landschaft ihren Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherung sträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosene ntschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. a AVIG), wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Bei- tragszeit befreit ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 13 und 14 AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafü r vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitrags- zeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während minde stens zwölf Monaten eine beitrags- pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für d en Leistungsbezug. Letztere wiederum beginnt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG an jenem Tag, an de m sämtliche Anspruchsvoraussetzun- gen erfüllt sind. Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in welchem sich die versicherte Person erstmals zur Erfüllung der Kontrollpflicht auf der Wohn sitzgemeinde meldet (vgl. Art. 17 Abs. 2 AVIG). 2.2 Als Beitragsmonat zählt gemäss Art. 11 Abs. 1 AVIV j eder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Person beitragspflichtig ist. Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zusammengezählt. Je 30 Kalendertage ge lten als ein Beitragsmonat (Art. 11 Abs. 2 AVIV). Da für die Ermittlung der Bei tragszeit somit nicht die Beitragstage - also die Tage, an welchen die versicherte Person tatsächlich einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist -, sondern die Kalendertage massgebend sind, müssen Erstere in Kalender- tage umgerechnet werden, wozu praxisgemäss ein Umrechnun gsfaktor 1.4 verwendet wird (BGE 122 V 256 E. 2a, S. 258 f. mit Hinweisen; Urtei l des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_836/2008). Die Beitragszeit von Teilzeitbeschä ftigten wird laut Art. 11 Abs. 4 AVIV nach den gleichen Regeln ermittelt wie bei Arbeitnehmern mit Vollzeitbeschäftigung. 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und de r Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO i.V.m. Art. 61 Satz 1 ATSG; Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende In stanz und – im Beschwerdefall – das Ge- richt dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiese n annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat das G ericht seinen Entscheid, sofern das Ge- setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines besti mmten Sachverhalts genügt den Be- weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein lichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). Dabei stellt der Grundsatz, wonach die spontanen "Aus- sagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener un d zuverlässiger sind als spätere Schil- derungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtli- cher oder anderer Art beeinflusst sein können, eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar (Urteil des Eidge nössischen Versicherungsgerichts [heute: Bundesgericht; sozialrechtliche Abteilung] vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2008, 8C_827/2007, E. 5.2). 4. Strittig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin a uf Arbeitslosenentschädigung ab 11. Mai 2013. In diesem Zusammenhang ist zunächst die Fr age zu prüfen, ob sie die Beitrags- zeit erfüllt hat. Der für die streitigen Belange massgebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: 4.1. In ihrem als „Arbeitsbestätigung“ bezeichneten Schr eiben vom 16. April 2013 aner- kannte die B.____ gegenüber der Beschwerdeführerin, d ass diese vom 29. Januar 2008 bis 28. Februar 2009 und vom 30. März 2012 bis 16. März 201 3 bei ihr gearbeitet habe. Aufgrund eines Auftragsrückgangs bestehe momentan keine Möglichkei t, sie weiter zu beschäftigen. Die B.____ hoffe aber, auch in Zukunft auf ihre wertvolle Arbeit zählen zu dürfen. Diese Angaben bestätigte die B.____ in der Arbeitgeberbestätigung vom 25. Mai (recte wohl April) 2013, welche am 7. Mai 2013 beim KIGA einging. Wiederum hielt sie fest, dass die Beschwerdeführerin vom 30. März 2012 bis zum 16. März 2013 bei ihr als Betrieb smitarbeiterin beschäftigt gewesen und das Arbeitsverhältnis wegen eines Auftragsrückgangs aufgelöst worden sei. 4.2 Am 19. April 2013 füllte die Beschwerdeführerin d as Formular „Antrag auf Arbeitslo- senentschädigung" aus und nannte als letztes Arbeitsverhä ltnis die Beschäftigung bei der B.____, die vom 30. März 2012 bis 16. März 2013 gedauert habe. Als letzter geleisteter Arbeits- tag wurde der 16. März 2013 angegeben. 4.3 Nach Erlass der Verfügung vom 7. Juni 2013, mit welch er die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder ablehnte, machte die Beschwerdeführerin in der Ein- sprache vom 2. Juli 2013 geltend, dass sie vom 30. März 201 2 bis 7. Mai 2013 bei der B.____ gearbeitet habe. Den Lohn für ihren Arbeitseinsatz vom 7. Mai 2013 habe sie aber erst im Juni 2013 bekommen. 4.4 Im Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2013 führte di e Beschwerdegegnerin aus, dass die Beschwerdeführerin vom 2. April 2012 bis 16. Mä rz 2013 für die B.____ gearbeitet habe. Sie erfülle die Beitragszeit nicht, da sie nur während 11,513 Monaten einer beitragspflich- tigen Beschäftigung nachgegangen sei. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 In ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2014 machte die Beschwerdegegnerin gel- tend, dass die Beschwerdeführerin ihre Behauptung, won ach sie bereits am 30. und 31. März 2012 bei der B.____ gearbeitet habe, nicht mit schrift lichen Beweisen und Nennung von Perso- nen, welche dies bestätigen würden, zu belegen vermöge. Weiter hielt sie fest, dass nur die Monatsabrechnungen für die Zeitspanne vom 1. April 2012 bis 31. März 2013 vorhanden seien. Eine Monatsabrechnung für den Monat März 2012 liege n icht vor. Ebenso sei das Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht stichhaltig, wonach ihr letzter Arbeitstag der 7. Mai 2013 gewesen sei. Dies werde pauschal behauptet, ohne einen entsprec henden Beweis zu erbringen. Des Weiteren sei aus der Arbeitsbestätigung der B.____ vom 16. April 2013 ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin bis zum 16. März 2013 gearbeitet hab e. Schliesslich fehle in den Akten eine Lohnabrechnung für die Monate April 2013 und Mai 2013. 4.6 Die B.____ teilte dem Kantonsgericht mit E-Mail vom 20. Februar 2014 mit, dass die Beschwerdeführerin auch am 30. und 31. März 2012 für sie gearbeitet habe. Dies sei dem Stempelkartenauszug zu entnehmen. Weiter hielt sie fest, dass die Beschwerdeführerin über- dies am 7. Mai 2013 für sie tätig gewesen sei. Sie sei ad hoc angerufen und zur Arbeit aufgebo- ten worden. Da sie keinen Badge gehabt habe, sei die geleistete Zeit nicht im System, sondern nur von Hand erfasst worden. Der Lohn sei im Juni 2013 ausbezahlt worden, wie dem persönli- chen Jahreslohnkonto 2013 und der Juni-Lohnabrechnung 2013 entnommen werden könne. 4.7 Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Eingabe vo m 28. März 2014 fest, dass sie auch unter Berücksichtigung der neu eingereichten Unterlagen an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalte. Selbst wenn davon ausgegangen wer de, dass die Beschwerdeführerin am 30. und 31. März 2012 für die B.____ gearbeitet h abe, erziele sie lediglich eine Beitragszeit von 11,560 Monaten und erfülle damit die Mindestbeitr agszeit von zwölf Monaten nicht. Weiter betonte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die durch die B.____ im Verwaltungsverfah- ren eingereichten Akten, dass der letzte Arbeitstag der Beschwerdeführerin der 16. März 2013 und nicht der 7. Mai 2013 gewesen sei. 5.1 Zunächst ist festzustellen, dass die massgebende Rahm enfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 und Ab s. 2 AVIG) vom 11. Mai 2011 bis 10. Mai 2013 lief. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht zudem fest, dass die Beschwerdefüh- rerin während dieser Rahmenfrist ab 30. März 2012 bei der B.____ eine beitragspflichtige Be- schäftigung ausgeübt hat. Im Weiteren ist aufgrund der übereinstimmenden schriftlichen Anga- ben der B.____ vom 16. April 2013 (Arbeitsbestätigung zuhanden der Beschwerdeführerin) wie auch vom 25. Mai 2013 (recte wohl April; Arbeitgeberb estätigung) sowie der Beschwerdeführe- rin im Formular „Antrag auf Arbeitslosenentschädigung" vom 19. April 2013, davon auszugehen, dass das Arbeitsverhältnis bis 16. März 2013 dauerte. Ein stimmig und widerspruchsfrei halten sowohl die Beschwerdeführerin wie auch die B.____ vor Erlass der Verfügung vom 7. Juni 2013 fest, dass das Arbeitsverhältnis am 16. März 2013 beendet wurde. Darauf ist auch vorliegend abzustellen. 5.2 Die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach sie b is zum 7. Mai 2013 bei der B.____ gearbeitet habe, welche sie im Rahmen des Eins prache- und des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens vorbringt, ändert daran nichts. Zwar bestätigte die B.____ diesen Sachver- halt in der E-Mail vom 20. Februar 2014 und belegte - entgegen den Ausführungen der Be- schwerdegegnerin - die Beschäftigung der Beschwerdeführe rin an besagtem Tag mit dem per- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sönlichen Jahreslohnkonto 2013 und der Juni-Lohnabrechnu ng 2013. Die B.____ führte aber gleichzeitig aus, die Beschwerdeführerin sei am 7. Mai 2013 nur ad hoc aufgeboten worden. Da sie keinen Badge mehr gehabt habe, seien die Arbeitsstu nden manuell erfasst worden. Diese Aussagen bestätigen aber lediglich, dass die Beschwerdefüh rerin am 7. Mai 2013 tatsächlich bei der B.____ gearbeitet hat. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass das Arbeits- verhältnis über den 16. März 2013 bis zum 7. Mai 2013 da uerte. Vielmehr ist aufgrund der For- mulierungen der Arbeitgeberin davon auszugehen, dass di e Beschwerdeführerin an diesem Tag spontan zur Arbeit aufgeboten worden ist. Dies spri cht aber eindeutig gegen ein bestehen- des Anstellungsverhältnis, denn ansonsten die Beschwer deführerin nicht ad hoc aufgeboten worden wäre. Zudem verfügte die Beschwerdeführerin üb er keinen Badge mehr, was auch da- rauf hinweist, dass das Arbeitsverhältnis in diesem Zeitpunkt bereits beendet war. 5.3 Damit steht aber mit überwiegender Wahrscheinlichkei t fest, dass die Beschwerdefüh- rerin in der Zeit vom 30. März 2012 bis 16. März 2013 b ei der B.____ einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist. Aufgrund der Aktenlage ist nicht auszuschliessen, dass ihre nachträgliche Darstellung des Sachverhaltes, wonach das Ar beitsverhältnis bis zum 7. Mai 2013 gedauert habe, von Überlegungen versicherungsrecht licher Art beeinflusst war. Gestützt auf ihre „Aussage der ersten Stunde“, welcher in beweism ässiger Hinsicht höheres Gewicht beizumessen ist (vgl. vorstehend E. 3.2), ist davon auszugehe n, dass ihr Arbeitsverhältnis bei der B.____ bis 16. März 2013 dauerte und sie in der ma ssgebenden Rahmenfrist keine weitere beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Da die Beschwerdeführerin somit lediglich 11 Monate und 18,2 Tage bzw. 11,6 Monate (11 ganze Monat e [April 2012 bis Februar 2013] plus 13 Werktage [30. und 31. März 2012, 1. + 4.-8. + 11.- 15. März 2013], welche mit dem Faktor 1,4 in Kalendertage umzurechnen sind, woraus sich 18,2 T age Beitragszeit ergeben, welche wiederum mit 30 Kalendertagen zu dividieren sind = 0,6 0; vgl. E. 2.2 vorstehend) Beitragszeit vorweisen kann, hat sie die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten gemäss Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG nicht erfüllt und daher unter diesem Aspekt keinen An- spruch auf Arbeitslosenentschädigung. 5.4 Die Beschwerdeführerin machte zudem nicht geltend, v on der Erfüllung der Beitrags- zeit befreit zu sein, und es bestehen auch keine Anhalt spunkte für das Vorliegen eines Befrei- ungsgrundes im Sinne von Art. 14 AVIG. 5.5. Zusammenfassend fehlt es nach dem Gesagten sowohl a n der erforderlichen Beitrags- zeit von zwölf Monaten innerhalb der Rahmenfrist als au ch an einem Befreiungstatbestand im Sinne von Art. 14 AVIG. Die Beschwerdegegnerin hat d en Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab 11. Mai 2013 unter diesem Aspekt somit zu Recht verneint. 6.1 Selbst wenn mit der Beschwerdeführerin davon ausge gangen würde, dass das Ar- beitsverhältnis bis zum 7. Mai 2013 dauerte, ist fragl ich, ob sie mangels anrechenbaren Ar- beitsausfalls im Sinne von Art. 11 Abs. 1 AVIG Anspruch auf Arbeitslosentaggelder hätte. Diese Voraussetzung erfüllt, wer einen Verdienstausfall erleidet, der mindestens zwei au feinander folgende volle Arbeitstage dauert, was bei Abrufverträgen - wie dem vorliegenden - kaum erfüllt ist. Bei der Arbeit auf Abruf besteht nämlich keine Gar antie für einen bestimmten Beschäfti- gungsumfang, sodass die Person während der Zeit, in der sie nicht zur Arbeit aufgefordert wird, keinen Arbeits- und Verdienstausfall nach Art. 11 Abs. 1 AVIG erleidet, dies deshalb, weil ein anrechenbarer Ausfall an Arbeitszeit nur entstehen ka nn, wenn zwischen dem Arbeitgeber und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Arbeitnehmer eine wöchentliche Normalarbeitszeit ve reinbart war (vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 23. Januar 2014, 8C_625/2013). 6.2 Von diesem Grundsatz kann jedoch abgewichen werden, wenn der auf Abruf erfolgte Einsatz während längerer Zeit im Wesentlichen mehr oder weniger konstant war. In diesem Fall ist die effektiv absolvierte Arbeitszeit als normal zu be trachten. Nach der Rechtsprechung kann der Beobachtungszeitraum dabei umso kürzer sein, je weni ger die Arbeitseinsätze in den ein- zelnen Monaten schwanken, und er muss länger sein, wenn d ie Arbeitseinsätze sehr unregel- mässig anfallen oder wenn die Arbeitsdauer während de r einzelnen Einsätze starken Schwan- kungen unterworfen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2014, 8C_625/2013, E. 2; BGE 107 V 59 E. 1; SVR 2006 ALV 29 S. 99, C 9 /06 E. 1.3; T HOMAS NUSSBAUMER , Ar- beitslosenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 2224 Rz. 151). Damit von einer Normalarbeitszeit ausgegangen werden ka nn, dürfen die Beschäftigungs- schwankungen in den einzelnen Monaten des Arbeitsverhältn isses im Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten im Verhältnis zu den im Monatsdurchschni tt geleisteten Arbeitsstunden höchstens 20% nach unten oder nach oben ausmachen. Bei e inem Beobachtungszeitraum von sechs Monaten beträgt die höchstens zulässige Beschäftigungssch wankung 10%. Übersteigen die Beschäftigungsschwankungen bereits in einem Monat die höchstens zulässige Abweichung, kann nach der Verwaltungspraxis nicht mehr von einer Norm alarbeitszeit gesprochen werden, mit der Folge, dass der Arbeits- und Verdienstausfall n icht anrechenbar ist (AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, Oktober 2012, Rz B97). 6.3.1 Es steht fest, dass beim vorliegenden Arbeitsverhält nis, bei welchem die Arbeit ge- mäss übereinstimmender Aussagen der Beschwerdeführerin u nd der B.____ (vgl. Aktennotiz der Vorinstanz vom 2. Oktober 2013) jeweils vereinbarungsgemäss nur auf Aufforderung der Arbeitsgeberin hin (ohne Zusicherung eines durchschnittlichen oder minimalen Beschäftigungs- grades) aufgenommen wurde, grundsätzlich die auf dieser besonderen Vereinbarung beruhen- de Arbeitszeit als normal gilt. Die Versicherte erleid et daher während der Zeit, in der sie nicht zur Arbeit aufgefordert wird, keinen anrechenbaren Arbeitsausfall. 6.3.2 Auch bei Berücksichtigung eines Beobachtungszeitra umes von zwölf Monaten Be- schäftigung resultiert vorliegend keine Normalarbeitszeit , welche zu einem anrechenbaren Ar- beitsausfall führen würde; denn die Beschäftigungsschw ankungen weichen in den einzelnen Monaten des Arbeitsverhältnisses im Verhältnis zu den im M onatsdurchschnitt geleisteten Ar- beitsstunden um 40,5 % nach oben und 62,05 % nach unte n vom Monatsdurchschnitt ab. So arbeitete die Beschwerdeführerin gestützt auf die Anga ben in den eingereichten Lohnabrech- nungen (vgl. act. 58-69) zwischen April 2012 bis März 201 3 durchschnittlich 99,33 Stunden pro Monat (1‘192 Arbeitsstunden dividiert durch zwölf Monate ). Im Monat Oktober 2012 arbeitete sie insgesamt 139,57 Stunden und überstieg den Monats durchschnitt um mehr als 40%. Dem- gegenüber war sie im Juli 2012 lediglich während 37.72 Stunden tätig und lag damit zu 62,05% unter dem Durchschnitt. Damit kann nicht von einer Norma larbeitszeit bei einem Abrufvertrag ausgegangen werden und die Beschwerdeführerin erleidet keinen anrechenbaren Arbeitsausfall im Sinne von Art. 11 Abs. 1 AVIG. Ihr Anspruch auf Arbe itslosentaggelder wäre auch unter die- sem Gesichtspunkt abzulehnen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zusammenfassend erweist sich der Einspracheentscheid der V orinstanz vom 17. Ok- tober 2013 als rechtens. Die durch die Beschwerdeführer in erhobene Beschwerde ist abzuwei- sen. 8. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskost en zu erheben. Die ausseror- dentlichen Kosten sind schliesslich wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht