B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-528/2011 U r t e i l v o m 1 7 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Vito Valenti, Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. Parteien A._______ AG, Schweiz, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Vorinstanz. Gegenstand Aufnahme von B._______ […] g/l in die Liste der nichtbewil- ligungspflichtigen Pflanzenschutzmittel; Allgemeinverfügung des BLW vom 7. Dezember 2010. C-528/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 14. Mai 2010 teilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW, im Folgenden: Vorinstanz) der A.________ AG (nachfolgend: B e- schwerdeführerin) unter Beilage einer Liste mit, sie beabsichtige, neue ausländische Produkte auf die Liste der nicht bewilligungspflichtigen Pflanzenschutzmittel (Parallelimport) zu setzen. Auf diese Liste gesetzt werden sollte unter anderem das Produkt «C._______ D._______ 1 » (ausländische Zulassungsnummer: PI 00 […]-00/0[..]), mit dem Wirkstoff B._______ […] g/l, Formulierungstyp: OD [Öldispersion]; B-act. 8.1-1 f., 8.1-5 f.). Die A.________ AG nahm am 14. Juli 2010 aufforderungsgemäss Ste l- lung und führte in Ziffer 23 im Wesentlichen aus, das in Frage stehende Pflanzenschutzmittel dürfe nicht auf die Liste der nicht bewilligungspflic h- tigen Pflanzenschutzmittel gesetzt werden, da die gesetzlichen Vorau s- setzungen nicht erfüllt seien, im Wesentlichen bestehe noch sehr lange ein Formulierungspatent für das Produkt . Die A.________ AG habe zu- dem der Firma C.________ in Deutschland nie die Zustimmung für das Inverkehrbringen de s aufgeführten Produkts gegeben und liefere dies er Firma weder Wirkstoff noch fertig formulierte s Produkt. Im Übrigen ve r- wies sie auf ein e bezüglich B.________ [...] g/l, Formulierungstyp: OD , bereits hängige Verwaltungsgerichtsbeschwerde (B-act. 1.2 S. 11 f.; vgl. Verfahren C-3953/2008). B. Das BLW erliess am 7. Dezember 2010 gestützt auf Art. 32 der Veror d- nung vom 18. Mai 2005 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschut z- mitteln (PSMV, SR 916.161; in der ab 1. Januar 2008 bis Ende Juni 2011 gültig gewesenen Fassung [AS 2007 6291; vgl. AS 2010 2331]) eine Al l- gemeinverfügung, die es gleichentags im Bundesblatt publizierte (BBl 2010 […] f.; B-act. 1.1). In der Allgemeinverfügung wurde die Aufnahme des Pflanzenschutzmittels (im Folgenden auch: PSM) mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l OD, in die Liste von im Ausland zugelassenen Pfla n- zenschutzmitteln, die in der Schweiz bewilligten Pflanzenschutzmitteln entsprechen (Liste der nicht bewilligungspflichtigen Pflanzenschutzmittel; im Folgenden: Liste), verfügt: 1. Produkteigenschaften (für alle aufgeführten Produkte) Wirkstoff(e): B.________ [...] g/l C-528/2011 Seite 3 Formulierungstyp: OD Öldispersion 2. Handelsprodukte «C.________ Schweizerische Zulassungsnummer: D-[…] B.________ 1» Herkunftsland: Deutschland Ausländische Zulassungsnummer: PI 00[…]-00/0[..] Ausländischer Bewilligungsinhaber: C.________ Die Vorinstanz stützte sich beim Erlass dieser Allgemeinverfügung auf das in der Schweiz zugelassene Pflanzenschutzmittel «E._______» (B.________ [...] g/l OD; B-act. 8.4-21 f.). C. Am 17. Januar 2011 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwa l- tungsgericht Verwaltungsbeschwerde gegen diese Allgemeinverfügung und beantragte deren Aufhebung. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass für den in Frage stehenden Wirkstoff B.________ (in B.________ [...] g/l, OD) ein Patentschutz bestehe, welcher noch bis zum 23. Februar 2012 wirksam sei. Zudem habe sie de r Firma C.________ nie die Zustimmung zum Vertrieb des Produkts «C.________ B.________ 1» gegeben und liefere dieser Firma weder Wirkstoff noch fertig formulier- tes Produkt. Sie verwies wiederum auf das vor Bundesverwaltungsgericht hängige Verfahren C-3953/2008 bezüglich B.________ [...] g/l, («E._______») und führte aus, die in diesem Verfahren vorgebrachte Be- gründung, weshalb das Produkt nicht auf die Liste gesetzt werden dürfe, würde weitestgehend auch für die nunmehr angefochtene Allgemeinve r- fügung vom 7. Dezember 2010 gelten. Mittlerweile sei die Formulierung des Produkts «E._______» in Deutschland und in der Schweiz identisch. Es bestehe aber weiterhin die Problematik der Dickflüssigkeit bei grossen Gebinden. Aufforderungsgemäss ging am 3. Februar 2011 beim Bundesverwa l- tungsgericht ein Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- ein (B-act. 4). D. In ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2011 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei abzuweisen, unter K ostenfolge zu Lasten der B e- schwerdeführerin (B-act. 8). Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass das in Deutschland zugelassene Handelsprodukt «C.________ B.________» (Parallelimportnummer [PI] 00[…]-00/0[..]; B-act. 8 Ziff. 2.1.1 sowie B-act. 8.2-11) dem in der Schweiz zugelassenen bewilligten C-528/2011 Seite 4 Referenzprodukt «E._______» der Beschwerdeführerin entspreche (B-act. 8.4-21 f.). Das in der angefochtenen Allgemeinverfügung genannte Handelsprodukt entspreche unbestritten dem in der Schweiz bewilli gten Produkt «E._______». Es sei auch im Ausland aufgrund gleichwertiger Anford e- rungen wie in der Schweiz zugelassen worden und die agronomischen und umweltrelevanten Voraussetzungen für seinen Einsatz seien mit je- nem in der Schweiz vergleichbar. Es seien zudem keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die agronomischen und umweltrelevanten Bedingungen sich in Deutschland in relevanter Weise von den Schweizer Verhältnissen unterscheiden würden. Zudem sei das Handelsprodukt weder ein path o- gener oder gentechnisch veränderter Mikro- oder Makroorganismus, noch enthalte es solche Organismen (B-act. 8 Ziff. 3.2.1 – 3.2.3). Zur Frage des Patentschutzes führte die Vorinstanz aus, die Beschwerde- führerin mache durchaus glaubhaft, dass für das Referenzprodukt noch ein gewisses Patentschutzrecht bestehe (vgl. Ergänzendes Schutzzertif i- kat [ESZ] C[…] für B.________, Schutzdauerbeginn am 24. Februar 2007, maximale Laufzeit bis 23. Februar 2012; B -act. 8.6-35 f.). Die B e- schwerdeführerin erbringe indes keinen Beweis dafür, da ss das in Deutschland zugelassene Handelsprodukt «C.________ B.________» (PI 00[…]-00/0[..]) ohne Zustimmung der Patentinhaberin – A.________, Z._______ (JP) – innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in Ve r- kehr gebracht worden sei. Es lägen auch keine objektiven Anhaltspunkte dafür vor, die einen Zweifel am Vorliegen der Zustimmung der Patenti n- haberin wecken würden, weshalb von einer Zustimmung der Patentinh a- berin am Inverkehrbringen de s genannten Produkts in den europäischen Wirtschaftsraum auszugehen sei. Somit seien sämtliche Voraussetzu n- gen gemäss Art. 32 Abs. 2 PSMV erfüllt, weshalb das BLW die Aufnahme des in Frage stehenden Produkts auf die Liste zu Recht verfügt habe. E. Mit Replik vom 1. Juni 2011 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem B e- gehren, das in Frage stehende Produkt dürfe nicht auf die Liste gesetzt werden, fest (B -act. 10). Sie wiederholte, die ESZ -Inhaberin sei die A.________ (JP) und die A.________ AG habe bezüglich dem Wirkstoff B.________ keinerlei geschäftliche Beziehungen zu r Firma C.________ und habe nie die Zustimmung dafür gegeben, dass diese Firm a das Pro- dukt «C.________ B.________ 1» (entsprechend: «E._______») ver- markten dürfe. Sie könne daher eine – nicht existierende Bewilligung – C-528/2011 Seite 5 nicht beweisen. Sie selbst vermarkte jedoch natürlich ihr eigenes Produkt «E._______» (B.________ [...] g/l) in verschiedenen EWR-Staaten (S. 4). Sie führte weiter aus, Reimporteure müssten z.B. der deutschen Behörde nachweisen, dass die Produkte "identisch" mit den in Deutschland ve r- markteten Ori ginalpräparaten seien. Dann bekämen sie hierfür eine PI-Nummer. Es habe sich indes gezeigt, dass von solchen Reimporteuren ein A.________ Originalprodukt aus dem EWR vorgelegt worden sei, u n- ter der dafür erteilten PI -Nummer, aber ein Produkt mit anderer H erkunft vertrieben worden sei. Sie wies weiter darauf hin, dass sie bei Testkäufen teilweise Originalprodukte, Parallelimportprodukte und illegale Produkte und Empfehlungen erhalten habe. Es sei "unendlich" schwierig, solche Parallelimportprodukte zu überprüfen bzw. Fälschungen zu beweisen, zu- mal durch Importeure und Händler versucht würde, ihr nichts zu verka u- fen. Beim letzten – über einen Landwirt getätigten – Probekauf habe sie Originalware, Parallelimportprodukte und illegale Produkte und Empfe h- lungen erhalten. Bei B.________ (Referenzmittel: «E._______») sei b e- reits das Parallelimportprodukt angepriesen worden, geliefert worden sei aber Originalware. Zudem sei bei keinem der eingekauften Parallelimport- produkte die obligatorisch beizulegende Packungsbe ilage mit den Info r- mationen für die Anwendung in der Schweiz enthalten gewe sen (S. 4 f.). Ergänzend wies sie darauf hin, dass «C.________ B.________ 1» (B.________ [...] g/l; OD) im Gegensatz zu «C.________ B.________» (B.________ [...] g/l; SC [Suspensionskonzentrat]) auf keinen Fall im Obstbau eingesetzt werden dürfe, da dieses Produkt die Obstbäume stark schädigen könne. Schäden seien vorprogrammiert, da scheinbar die Schweizer Packung sbeilagen nicht mitgeliefert würden und daher die Produkte nicht unterschieden werden könnten. F. Mit Duplik vom 8. Juli 2011 hielt die Vorinstanz an ihren Anträgen fest und äusserte sich ausführlich zur gesetzlichen Beweislastverteilung im Ra h- men der Zulassung von Parallelimporten von im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (B-act. 12 Ziff. 3.1. f.). Zum vorliegend zu beurteilenden Fall führte sie aus, die Beschwerdefü h- rerin habe keine Beweise dafür erbracht, dass das in Deutschland zuge- lassene Produkt «C.________ B.________» (PI 00[…]-00/0[..]), ohne Zu- stimmung der ESZ -Inhaberin A.________ (JP) innerhalb des Europä i- schen Wirtschaftsraums in Verkehr gebracht worden sei. Sie habe auch C-528/2011 Seite 6 keine objektiven Anhaltspunkte substantiiert dafür vorgebracht, die einen Zweifel an der Zustimmung der ESZ -Inhaberin wecken u nd die Verm u- tung des rechtmässigen Inverkehrbringens umstossen könnten. Sie habe im Gegenteil bestätigt, dass das in der Schweiz zugelassene PSM «E._______» (B.________ [...] g/l) in verschiedenen Staaten des europä- ischen Wirtschaftsraums mit Zustimmung der Patentinhaberin in Verkehr gebracht worden sei und werde. Mangels Beweisen bzw. substantiierter und konkreter anderer Hinweise müsse davon ausgegangen werden, dass die ESZ -Inhaberin dem Inverkehrbringen des genannten Produkts zugestimmt habe (B-act. 12 Ziff. 3.1.2 f.). Zu den Ausführungen der Beschwerdeführerin bezüglich der Gefahr, dass unter den PI -Nummern nicht zugelassene Produkte eingeführt würden, führte die Vorinstanz aus, dass diese Gefahr bei der Einführ ung von Pflanzenschutzmitteln immer bestehe, dies aber im vorliegenden Zula s- sungsverfahren nicht massgeblich sei. Sie verwies diesbezüglich auf die Pflicht der Kantone zur Marktüberwachung und die für das Inverkehrbri n- gen von rechtswidrigen PSM im Landwir tschaftsgesetz vorgesehenen Straftatbestände (Ziff. 3.2). Ergänzend führte sie aus, die Testkäufe der Beschwerdeführerin seien für die vorliegende Frage, ob das in Deutsc h- land zugelassene Handelsprodukt «C.________ B.________» (PI 00[…]- 00/0[…]) zugelassen werden dürfe, nicht massgeblich, da die vorgebrach- ten Testkäufe nicht dieses – in der Schweiz noch nicht zugelassene – Handelsprodukt betreffen würden (Ziff. 3.3). G. Mit Verfügung vom 13. Juli 2011 übermittelte das Bundesverwaltungsg e- richt die Duplik der Beschwerdeführerin zur Kenntnis und räumte ihr die Gelegenheit zur Triplik ein (B -act. 13). Die Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen. Am 10. Oktober 2011 schloss der Instruktionsrich- ter den Schriftenwechsel ab (B-act. 14). H. Mit Urteil vom 16. Dezember 2011 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde der A.________ AG vom 13. Juni 2008 im Verfahren C-3953/2008 i.S. B.________ [...] g/l, OD («E._______») ab. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-528/2011 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den a n- fechtbaren Verfügungen gehören jene des BLW in Anwendung des Bun - desgesetzes vom 29. April 1998 über die Landwirtschaft (LwG, SR 910.1) und dessen Ausführungsbestimmungen, zumal das BLW eine Dienststelle der Bundesverwaltung ist (Art. 33 Bst. d VGG in Verbindung mit Art. 166 Abs. 2 LwG). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Angefochten ist die Allgemeinverfügung des B LW vom 7. Dezember 2010, mit welcher die Aufnahme des deutschen Pflanzenschutzmittels «C.________ B.________ 1» (PI 00[...]-00/0[..]) mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l; OD, in die Liste der nicht bewilligungspflichtigen Pflanzenschutzmittel gemäss Art . 32 PSMV angeordnet wurde. Der Ve r- waltungsakt des BLW vom 7. Dezember 2010 ist als Allgemeinverfügung einer Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 VwVG gleichzustellen (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwa l- tungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 925, BGE 125 I 313 E. 2b mit Hinweisen und Urteil des Bundesgerichts 2A.99/2002 vom 13. September 2002 E. 1). 1.3 Die Beschwerdeführerin hat fristgerecht Beschwerde erhoben (Art. 50 VwVG i.V.m. Art. 22 a Abs. 1 Bst. c VwVG). Das Bundesverwaltungsge- richt hat bereits in seinen Urteilen C-3952/2008 und C-3953/2008 (je vom 16. Dezember 2011, jeweils E. 1.3) die Unterschriftsberechtigung der vor- liegend die Beschwerde unterzeichnenden F.________, Geschäftsb e- reichsleiter […] und Mitglied der Geschäftsleitung der A.________ AG, und Dr. G._______ , technischer Leiter der A.________ AG, bejaht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Allgemeinverfügung als Inhaberin der E rstbe- willigung für das Inverkehrbringen des Referenzprodukts «E._______» und als Vertreiberin dieses Pflanzenschutzmittels besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Allgemeinverfügung, so dass s ie zur Beschwerde legit i- miert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. z.B. Urteil des Bundesverwaltungsg e-C-528/2011 Seite 8 richts C -599/2007 vom 16. November 2007, E. 2.2; mit Hinweisen). Nachdem auch der eingeforderte Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, sind sämtliche Pro zessvoraussetzungen erfüllt, weshalb auf die vorliegende Beschwerde einzutreten ist. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständig e Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale B e- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (vgl. Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts A-6743/2009 vom 3. Mai 2010 E. 1.5). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend g e- machten Argumente (Art. 62 Abs. 4 VwVG) noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (BGE 133 II 249 E. 1.4; BVGE 2007/41 E. 2). Immerhin ist das Bundesverwaltungsgericht nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche B e- hörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht vorgetragen wurden und sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind oder anhand des festgestellten Sachverhalts nahe liegen (vgl. BGE 119 V 347 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen und Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3545/2010 vom 17. Januar 2011 E. 1.2 mit Hinweisen). Soweit es um die Beurteilung technischer ode r wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanzen über ein besseres Fachwissen verfügen, kann den Beschwerdeinstanzen zugebilligt werden, nicht ohne Not von den Auffassungen der Vorinstanzen abzuweichen (BGE 130 II 449 E. 4.1). 3. Nachfolgend ist darzulegen, welche Rechtsnormen vorliegend in zeitl i- cher Hinsicht zur Anwendung gelangen. 3.1 Im Rahmen der am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Revision des LwG (AS 2007 6095) wurde Art. 160 a LwG eingeführt, wonach Pflanzen- schutzmittel, die im räumlichen Geltungsbereich des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der C-528/2011 Seite 9 Europäischen Gemeinschaft über den Handel mit landwirtschaftlichen E r- zeugnissen (SR 0.916.026.81) rechtmässig in Verkehr gebracht worden sind, auch in der Schweiz in Verkehr gebracht werden dürfen (Paralleli m- port), wobei der Bundesrat bei Gefährdung öffentlicher Interessen die Ein- fuhr und das Inverkehrbringen beschränken oder untersagen kann. Im Zusammenhang mit der Einführung von Art. 160 a LwG sind di e Vor- schriften der PSMV über die Zulassung von im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln durch Aufnahme in die Liste an die neuen gesetzl i- chen Bestimmungen angepasst worden. So wurde insbesondere mit Wi r- kung ab 1. Januar 2008 Art. 32 Abs. 2 Bst. c PSMV aufgehoben (Ände- rung der PSMV vom 21. November 2007, AS 2007 6291) und – im Rah- men der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen PSMV – aArt. 32 Abs. 2 PSMV neu in Art. 36 Abs. 2 Bst. a bis e normiert. 3.2 Gemäss Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung i st grun d- sätzlich vom Rechtszustand auszugehen, wie er sich im Zeitpunkt des Er- lasses der angefochtenen Verfügung (hier: 7. Dezember 2010) dargestellt hat – soweit nicht Übergangsbestimmungen eine andere Regelung vorse- hen (zu den allgemeinen intertemporalr echtlichen Grundsätzen vgl. etwa BGE 125 II 591 E. 5e/aa mit Hinweisen). Im Laufe des Beschwerdeve r- fahrens eingetretene Rechtsänderungen sind an sich unbeachtlich, es sei denn, zwingende Gründe sprächen für die sofortige Anwendung des ne u- en Rechts (zum Gan zen ausführlich siehe Urteile C -3952/2008 und C-3953/2008 des Bundesverwaltungsgerichts, je vom 16. Dezember 2011, E. 2.2 f.). 3.3 Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, welche für die Berücksicht i- gung der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen Bestimmu ngen der PSMV sprächen – bereits die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Ä n- derungen der PSMV dienten der Durchsetzung wirtschaftspolitischer Inte- ressen, die – anders als polizeiliche Interessen – nicht nach einer soforti- gen Anwendung auch in hängigen Beschwerdeverfahren rufen (vgl. hiezu Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts C -8602/2007 vom 29. Januar 2010, E. 3.2.3). Daran hat die am 1. Juli 2011 in Kraft getretene neue PSMV nichts geändert. Damit ist der vorliegende Rechtsstreit mit Blick auf das Datum der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 7. Dezember 2010 im Lichte jener Fassung der PSMV zu prüfen, welche zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 30. Juni 2011 in Kraft stand (AS 2007 6291 [Ä n- derungen vom 21. November 2007; diese bezogen sich auf die vom 1. August 2005 bis 31. Dezember 2007 in Kraft gewesenen Fassung [AS C-528/2011 Seite 10 2005 3035]). Im Sinne einer Ergänzung ist jedoch festzuhalten, dass auch die Anwe n- dung der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen der PSMV am Ergebnis nichts zu ändern vermöchten (vgl. nachfolgend E. 7). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin führt beschwerdeweise aus, die Vorinstanz habe die in der Eingabe vom 14. Juli 2010 geäusserten Argumente, we s- halb B.________ [...] g/l nicht auf die Liste gesetzt werden solle, nicht be- achtet, weshalb nun die Allgemeinverfügung angefochten werden müsse (B-act. 1). Sollte die Beschwerdeführerin im Umstand, dass sich die Vo r- instanz vor Verfügungserlass nicht weiter zur Eingabe der Beschwerd e- führerin vom 14. Juli 2010 geäussert hat, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt haben, ist Folgendes festzuhalten: 4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient es einerseits der Sachabklärung, stellt andererseits aber auch ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs - recht beim Erlass von Verfügungen dar, welche in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreifen (vgl. BGE 126 V 131 f., BGE 121 V 152). Zum ve r- fassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), der für das Verwaltungsverfahren in Art. 26 ff. VwVG konkretisiert worden ist, gehören insbesondere Garantien bezüglich B e- weisverfahren, Akteneinsicht, Anhörungsrecht und Begründungspflicht der Behörden. Darin enthalten ist auch der Anspruch, dass die Behörde vorgelegte Beweismittel, die entscheidrelevant sein können, würdigt und in ihrem Entscheid berücksichtigt (Art. 32 Abs. 1 VwVG). 4.3 Der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene, vorliegend anwendbare Art. 33 Abs. 2 PSMV (AS 2007 6291; vgl. auch Art. 37 Abs. 2 Bst. a und b in der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Fassung) stellte – soweit er den Bewilligungsinhaberinnen das Recht auf vorgängige Stellungnahme zu Fragen des Patentschutzes einräumt – eine Konkretisierung des A n- spruchs auf rechtliches Gehör dar. Indem die Vorinstanz der Beschwerde- führerin zwar mitgeteilt hatte, dass sie die Aufnahme de s Produkts «C.________ D._______ 1» (recte: «C.________ B.________ 1»); Wirk- stoff: B.________ [...] g/l (recte: [...] g/l); Schweizerische Zulassung s- nummer: D -[…]; deutsche Zulassungsnummer: PI 00[...]-00/0[x] (oder C-528/2011 Seite 11 PI 00[...]-00/0[y]; siehe hienach E. 6.1.1 ff.), in die Liste beabsichtige, sich jedoch vor Erlass der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 7. De- zember 2010 zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 14. Juli 2010 nicht geäussert hatte, fragt sich, ob dadurch der A n- spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden war bzw. die Verletzung des Gehörsanspruchs – welcher formeller Natur ist – ungeachtet der Erfolgs- aussichten in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Allg e- meinverfügung vom 7. Dezember 2010 führt. Diese Fragen können j e- doch letztlich offen gelassen werden (anders: Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-8602/2007 vom 29. Januar 2010, E. 2.). Dies aus folge n- den Gründen: 4.4 Nach ständiger Rechtsprechung kann eine (nicht besonders schwer wiegende) Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdei n- stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann – wobei die Heilung eines allfälligen Mangels die Ausnahme bleiben soll (BGE 133 I 201 E. 2.2, 127 V 431 E. 3d/aa, 126 V 130 E. 2). Selbst bei einer schwer wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs ist dann von einer Rückweisung abzusehen, wenn und soweit diese zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge- rungen führen würde, die mit dem Interesse an einer möglichst beförderli- chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V 387 E. 5.1, je mit weiteren Hinweisen; vgl. auch LORENZ KNEUBÜHLER, Gehörsverletzung und Heilung, in: Schweizerisches Zent- ralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 99 [1998] S. 114 f.). Da dem Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren die volle Kognition zukommt und diese ohne Zurückhaltung wahrgenommen wird (vgl. E. 2.2 hie rvor), und weil die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Beschwerde vom 17. Januar 2011 (B -act. 1) sowie ihrer Replik vom 1. Juni 2011 (B-act. 10) Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten und sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2011 (B -act. 8) s o- wie ihrer Duplik vom 8. Juli 2011 (B -act. 12) mit den Vorbringen der B e- schwerdeführerin ausführlich auseinander gesetzt hat, ist die – wenn überhaupt – nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs im vorliegenden Verfahren als geheilt zu betrachten und auf eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu verzichten – umso mehr, als eine solche hier ohnehin zu einem formalistischen Leerlauf führen und das Verfahren zusätzlich verzögert würde. C-528/2011 Seite 12 5. Im Folgenden werden die vorliegend zu r Anwendung gelangenden Rechtsnormen wiedergegeben: 5.1 Gemäss Art. 6 Bst. b des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen (ChemG, SR 813.1) in Verbindung mit Art. 160 LwG und Art. 4 PSMV bedarf das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln einer Zulassung. Ein Pfla n- zenschutzmittel wird gemäss Art. 11 ChemG in Verbindung mit Art. 10 PSMV zugelassen, wenn es bei der vorgesehenen Verwendung insb e- sondere keine unannehmbaren Nebenwirkungen auf die Gesundheit de s Menschen oder von Nutz- und Haustieren hat. 5.2 Die Zulassung kann nach Art. 5 PSMV namentlich aufgrund eines Be- willigungsverfahrens (3. Kapitel, 2. bis 5. Abschnitt PSMV) ergehen, oder aber – wie vorliegend – mittels Allgemeinverfügung durch die Aufnahme in die Liste von im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, die in der Schweiz bewilligten Pflanzenschutzmitteln entsprechen (3. Kapitel, 8. Abschnitt PSMV). Da neben gibt es die besondere Zulassung zur B e- wältigung von Ausnahmesituationen (3. Kapitel, 7. Abschnitt PSMV). 5.3 Die Zulassung eines im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmittels durch Aufnahme in die Liste setzt gemäss Art. 32 Abs. 2 PSMV (in der ab 1. Januar 2008 bis Ende Juni 2011 in Kraft gestandenen Fassung) kum u- lativ voraus, dass - in der Schwei z ein Pflanzenschutzmittel bewilligt ist, das gleichartige wertbestimmende Eigenschaften, namentlich den gleichen Gehalt an Wirkstoffen, aufweist und zum gleichen Zubereitungstyp gehört (Bst. a), - das Pflanzenschutzmittel im Ausland auf Grund gleichwertiger Anfor- derungen zugelassen ist und die agronomischen und umweltreleva n- ten Voraussetzungen für seinen Einsatz mit jenen in der Schweiz ver - gleichbar sind (Bst. b), - aufgehoben (Bst. c), - das Pflanzenschutzmittel weder ein pathogener oder gentechnisch veränderter Mikro- oder Makroorganismus ist noch einen solchen ent- hält (Bst. d), C-528/2011 Seite 13 - die Bewilligungsinhaberin des in der Schweiz bewilligten Pflanze n- schutzmittels (Referenzprodukt) nicht glaubhaft machen konnte, dass dieses noch patentgeschützt ist und, wenn dies der Fall ist, dass das im Ausland zugelassene Pflanzenschutzmittel ohne Zustimmung des Patentinhabers nach Artikel 27 b LwG in Verkehr gebracht wurde (Bst. e). 5.4 Art. 27b LWG besagt Folgendes: Hat der Patentinhaber ein Produkt i- onsmittel oder ein landwirtschaftliches Investitionsgut im In- oder Ausland in Verkehr gebracht oder dessen Inverkehrbringen zugestimmt, so darf dieses eingeführt, weiterveräussert und gewerbsmässig gebraucht we r- den (Abs. 1). Als Produktionsmittel gelten Stoffe und Organismen, die der landwirtschaftlichen Produktion dienen. Darunter fallen insbesondere Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futtermittel und pflanzliches Vermehrungs- material (Art. 158 Abs. 1 LwG). 6. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das in der angefochtenen Allg e- meinverfügung genannte deutsche Pflanzenschutzmittel dürfe nicht in die Liste aufgenommen werden, da die Voraussetzungen von Art. 32 Abs. 2 PSMV nicht erfüllt seien. Nachfolgend sind demnach die kumulativ anwendbaren Zulassungsa n- forderungen von Art. 32 Abs. 2 PSMV zu prüfen und ist zu klären, ob die Vorinstanz das in Frage stehende PSM «C.________ B.________ 1» zu Recht auf die Liste gesetzt hat. 6.1 6.1.1 Unter den Parteien ist unter Bezugnahme auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a PSMV unbestritten, dass das in Frage stehende PSM «C.________ B.________ 1» (vgl. B-act. 1.1; [bzw. «C.________ B.________» gemäss den Ausführungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung und in der Duplik, B -act. 8, 12 ]) in Deutschland in der im Internet aufgeschalteten Liste der erteilten Verkehrsfähigkeitsb escheinigungen für Parallelimpor t- mittel des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsiche r- heit (BVL) unter de r Zulassungsnummer PI 00[...]-00/0[y] («C.________ B.________ 1») bzw. 00 [...]-00/0[x] («C.________ B.________») am 15. März 2011 aufgeführt war (vgl. act. 8.2-9 ff.) bzw. aktuell aufgeführt ist (vgl. http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/- 02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html, genehmi-C-528/2011 Seite 14 gungen_parallelhandel.xls, Stand: 10. Juni 2013, zuletzt besucht am 26. Juni 2013). 6.1.2 Von der Beschwerdeführerin wird nicht bestritten, dass das Han- delsprodukt «C.________ B.________ 1» dem in der Schweiz bewilligten Pflanzenschutzmittel (Referenzprodukt) «E._______» entspricht. 6.1.3 Gemäss den Akten ist das Pflanzenschutzmittel «E._______» in der Schweiz in der Formulierung [...] g/l OD zugelassen (act. 8.4 -21 f.; Bewil- ligung vom 17. Dezember 2008). Das vorliegend in Frage stehende Pr o- dukt «C.________ B.________ 1» (vgl. B -act. 1.1) ist als B.________ [...] g/l OD formuliert. Die Beschwerdeführerin gibt in der Beschwerde i n- des an, mittlerweile sei die Formulierung des Produkts « E._______» in Deutschland und in der Schweiz identisch (B-act. 1 S. 2 und 5). Weiter ist festzustellen, dass aufgrund der aktuellen Z ulassungsliste des BLW das in der Schweiz zugelassene Handelsprodukt «E._______» der Bewill i- gungsinhaberin A.________ AG, Schweizerische Zulassungsnummer W-[...], den Wirkstoff B.________ [...] g/l, Formulierungscode: OD, enthält (vgl. http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/- 02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html, Stand: 10. Juni 2013, zuletzt besucht am 26. Juni 2013) Das in Frage stehende Produkt « C.________ B.________ 1» PI 00[...]-00/0[y] (bzw. «C.________ B.________» PI 00[...]-00/0[x]; vgl. B-act. 8.2-11) entspricht demnach unzweifelhaft dem in der Schweiz zugelassenen PSM «E._______» der Beschwerdeführerin. 6.1.4 Gemäss der aktuellen Paralleli mportliste der Firma C.________ (vgl. http://www.C.________.[...], besucht am 10. Juni 2013 ), ergibt sich, dass unter den Parallelimpo rtprodukten für das Originalprodukt «E._______» unter den PI -Nummern PI 00[...]-00/0[x] und PI 00[...]- 00/0[y] je die Produktebezeichnung «C.________ B.________ 1» aufge- führt ist. Es ist weiter festzustellen, dass das von der Firma C.________ in derselben Liste unter der Produktebezeichnung « C.________ B.________» aufgeführte Pflanzenschutzmittel dem für Deutschland zu- gelassenen Referenzmittel «H._______» der A.________ AG mit der Formulierung B.________ [...] g/l SC (15 PI-Nummern 0 […]-00/0[v] – 0[…]-00/0[w]) entspricht («H._______» entspricht dem in der Schweiz zugelassenen Referenzprodukt «I._______» der Beschwerdeführerin, vgl. hiezu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-121/2011 vom 26. Juni 2013). C-528/2011 Seite 15 6.1.5 Demnach ergibt sich gestützt auf die vorigen Feststellungen, dass die Produktebezeichnung für das vorliegend in Frage stehende PSM «C.________ B.________ 1» lauten muss – wie es die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung vom 7. Dezember 2010 grundsätzlich korrekt verfügt hat. Die deutsche Zulassungsnummer für dieses Produkt lautet PI 00[...]-00/0[y] oder PI 00[...]-00/0[x]. Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a PSMV sind damit die Voraussetzungen für die Allgemeinverfügung vom 7. Dezember 2010 betreffend das Produkt bzw. « C.________ B.________ 1» (PI-Nrn. PI 00[...]-00/0[x] oder PI 00[...]-00/0[y]) mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l OD grundsätzlich erfüllt. 6.1.6 Soweit die Vorinstanz sowohl in der Vernehmlassung wie auch in der Duplik das in Frage stehende Handelsprodukt «C.________ B.________», unter Bezugnahme auf die PI-Nummer PI 00[...]-00/0[x], benannte, ist festzuhalten, dass die Handelsprodukte mit der Bezeic h- nung «C.________ B.________» – jedenfalls gemäss der von der Vertreiberin C.________ geführten Liste – einem vom vorliegend in Frage stehenden Handelsprodukt mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l OD sich unterscheidenden PSM mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l SC , ent- sprechen (Referenzmittel in Deutschland: «H._______», PI-0[…]-00; Re- ferenzprodukt in der Schweiz: «I.________», Schweizer Zulassung s- nummer W-[…] bzw. D-[…] – D-[…]; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge- richts C-121/2011 vom 26. Juni 2013 ). Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen der Replik ausgeführt, es bestehe eine Verwechslungsgefahr bei diesen beiden Produkten. B.________ [...] g/l SC dürfe auf keinen Fall im Obstbau eingesetzt werden, da Obstbäume mit diesem Produkt stark ge- schädigt werden könnten (B-act. 10). Die von der Vorinstanz nicht konse- quent vorgenommene Produktenennung – allenfalls bedingt durch die ebenfalls nicht gleichlautende Produktebezeichnung auf der deutschen Zulassungsliste (vgl. B -act. 8.2-11) – erweist sich allerdings für das vo r- liegende Verfahren als unbeachtlich und nicht massgebend (siehe hi e- nach E. 6.5), zumal die verschiedenen PSM sich aufgrund der deutschen PI-Nummern PI 00[...]-00/x ( B.________ [...] g/l OD) und PI 0 […]-00/x (B.________ [...] g/l SC) genügend unterscheiden lassen. Die Vorinstanz ist aber aufzufordern, die Zulassung des in Frage stehenden PSM bezüg- lich der PI -Nummer und des Produktenamens zu überprüfen und gege- benenfalls zu korrigieren. 6.2 Nicht bestritten und aufgrun d der Akten nicht zu bezweifeln ist, dass das in Frage stehende Handelsprodukt «C.________ B.________ 1» in Deutschland aufgrund gleichwertiger Anforderungen zugelassen worden C-528/2011 Seite 16 ist und die agronomischen und umweltrelevanten Voraussetzungen für ih- ren Einsatz mit jenem für die Schweiz vergleichbar, zumindest aber – hin- sichtlich des Schutzniveaus – gleichwertig sind (B -act. 8 Ziff. 3.2.2 mit Hinweisen auf die Richtlinie 91/414/EWG [ABl. 1991 L 230, 1; und Weit e- re] sowie Urteil C -8602/2007 des Bundesverwaltungsg erichts vom 29. Januar 2010 E. 4.1). Unter diesen Umständen sind auch die Aufnah- mevoraussetzungen nach Art. 32 Abs. 2 Bst. b PSMV erfüllt. 6.3 Von den Parteien im Weiteren nicht bestritten wird, dass das fragliche PSM «C.________ B.________ 1» (PI 00 [...]-00/0[y] oder PI 00 [...]- 00/0[x]) weder ein pathogener oder gentechnisch veränderter Mikro- oder Makroorganismus ist, noch einen solchen enthält. Damit ist auch die Auf- nahmevoraussetzung gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. d PSMV erfüllt. 6.4 Somit bleibt die Prüfung, ob die Aufnahmevoraussetzungen gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e PSMV erfüllt sind, was die Beschwerdeführerin im Wesentlichen bestreitet. 6.4.1 Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2010, in ihrer Beschwerde und in der Replik bezüglich de s Parallelim- portprodukts mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l OD («E._______») im Wesentlichen aus, dieses Produkt stehe noch unter Patentschutz und die A.________ AG habe der Firma C.________ nie das Einverständnis für die Vermarktung von «C.________ B.________ 1» in Deutschland geg e- ben (B-act. 1.2 S. 11, 1 S. 4, 10 S. 4). In der Beschwerde reichte sie den entsprechenden Swissregauszug des Eidgenössischen Instituts für Gei s- tiges Eigentum für d as damals noch gültige Ergänzende Schutzzertifikat (ESZ) für B.________ nach ( C[…], maximale Laufzeit bis 23. Februar 2012, B-act. 1.3). Sie wiederholte, sie habe der Firma C.________ nie die Zustimmung zum Vertrieb des in Frage stehenden Produkts gegeben und ergänzte, die A.________ AG liefere dieser Firma weder Wirkstoff noch fertig formuliertes Produkt. Sie habe keinerlei Beziehung mit der Firma. Sie könne daher eine – nicht existierende Bewilligung – nicht belegen. Auf der anderen Seite vermarkte die A.________ AG natürlich ihr Produkt «E._______» (B.________ [...] g/l, OD) selber in verschiedenen EWR - Staaten. 6.4.2 Die Vorinstanz führte in der Vernehmlassung und der Duplik aus, die Beschwerdeführerin als Bewilligungsinhaberin des in der Schweiz bewilligten PSM (Referenzprodukt) mache zwar die Tatsache glaubhaft, dass dieses noch bis am 23. Februar 2012 unter dem ESZ -Schutz stehe. C-528/2011 Seite 17 Sie erbringe aber keinen Beweis dafür, dass das in Deutschland zugelas- sene – in Frage stehende – PSM «C.________ B.________» (recte: «C.________ B.________ 1»; PI 00[...]-00/0[y] oder PI 00[...]-00/0[x]) oh- ne ihre Zustimmung in Verkehr gebrac ht worden sei. Darüber hinaus l ä- gen auch keine objektiven Anhaltspunkte dafür vor, die Zweifel an der Zu- stimmung der Patentinhaberin am Inverkehrbringen des genannten Pr o- dukts wecken würden. 6.4.3 Aufgrund der Akten ist festzustellen, dass der ESZ -Schutz für B.________ (Inhaberin: A.________, Z._______, Japan, ESZ -Nr. C[…]) am 23. Februar 2012 abgelaufen ist , weshalb für B.________ kein P a- tentschutz mehr besteht. Die Beschwerdeführerin machte zwar in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2010 geltend, es bestehe für B.________ [...] g/l OD noch ein sehr lange gültiges Formulierungspatent. Es finden sich in den Akten indessen keine Belege für ein solches noch gültiges Form u- lierungspatent. Unter diesen Umständen ist festzustellen, dass für das in der Schweiz bewilligte Pflanzenschutzmittel « E._______» ( B.________ [...] g/l OD; Referenzprodukt) kein Patentschutz mehr belegt ist bzw. die Beschwerdeführerin keinen Patentschutz mehr glaubhaft machen kann. Unter diesen Umständen ist die Frage nach der Zusatzbedingung der umgekehrten Beweisführungslast bzw. Glaubhaftmachung, wonach die Bewilligungsinhaberin glaubhaft darzulegen hat, dass das im Ausland z u- gelassene PSM ohne Zustimmung der Patentinhaberin nach Art. 27 b LwG (i.V.m. Art. 32 Abs. 2 Bst. e PSMV) in Verkehr gebracht w orden sei, nicht mehr zu prüfen. Es ist indes darauf zu verweisen, dass es der Beschwerdeführerin au f- grund der eingereichten Akten – die Akten enthalten keine Hinweise , die belegt hätten, dass sie sich (vor ESZ-Ablauf) gegen die Aufnahme der in Frage stehenden Produkte auf die deutsche "Liste der erteilten Genehm i- gungen und Verkehrsfähigkeitsbescheinigungen für den Parallelhandel" und gegen die Vergabe der PI-Nummern zur Wehr gesetzt hätte – nicht gelungen wäre, glaubhaft darzulegen, dass das im Ausland zugelassene Produkt «C.________ B.________ 1» ohne die Zustimmung der Pate n- tinhaberin in Deutschland in Verkehr gebracht wurde, weshalb die B e- schwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit – bzw. vorliegend die Folgen der ungenügenden Glaubhaftmachung – auch ohne ESZ -Ablauf zu tragen gehabt hätte (vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]). C-528/2011 Seite 18 6.4.4 Unter diesen Umständen ist auch die Aufnahmevoraussetzung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e PSMV erfüllt. 6.5 Soweit die Beschwerdeführer in replikweise im Allgemeinen vorbringt, die Schweiz dürfe sich bei diesen Parallelimportprodukten nicht auf die Entscheide und Kontrolle der ausländischen Behörden verlassen, da u n- ter den im Ausland zugelassenen Parallelimportprodukten und den mittels Testkäufen erworbenen Produkten teilweise die bewilligten Originalpr o- dukte, teilweise Parallelimportprodukte und teilweise illegale Produkte und falsche Empfehlungen zur Anwendung der PSM in Verkehr geliefert worden seien, verkennt sie, dass im vorliegend in Frage stehenden Z u- lassungsverfahren gemäss Art. 33 PSMV nur die Voraussetzungen g e- mäss Art. 32 Abs. 2 PSMV zu prüfen sind (siehe oben E. 3.1 ff. m.w.H. sowie B-act. 12 Ziff. 3.1.1). Das gilt auch für das hier in Frage stehende – in der Schweiz noch nicht zu gelassene – Produkt, wovon die Beschwe r- deführerin angibt, es sei angepriesen, indessen sei aber Originalware ge- liefert worden (B-act. 10 S. 5, 10.1; vgl. Ausführungen der Vorinstanz hie- zu B-act. 12 Ziff. 3.3) . Die Kontrolle der Produkteverpackung, der -kenn- zeichnung und der Erstellung und Abgabe von Sicherheitsdatenblättern sowie der vorschriftsgemässen Anwendung der Pflanzenschutzmittel e r- folgt im Rahmen der nachträglichen Marktüberwachung, welche den Kan- tonen und nicht dem BLW obliegt (Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b PSMV; und B-act. 12 Ziff. 3.2 sowie ausführlich Urteil des Bundeverwaltungsg e- richts C -3952/2008 vom 16. Dezember 2011 E. 5.4.4.1). Die entspr e- chenden Vorbringen der Beschwerdeführerin sind folglich für das vorlie- gende Verfahren unbeachtlich. 6.6 Damit steht fest, dass hier sämtliche Voraussetzungen für die Au f- nahme des deutschen Pflanzenschutzmittels «C.________ B.________ 1» mit dem Wirkstoff B.________ [...] g/l, Formulierungstyp OD Öldisper- sion, in die Liste erfüllt sind. Die angefochtene Allgemeinverfügung vom 7. Dezember 2010 (BBl 2010 […] ff.) erweist sich demnach als rechtmäs- sig, weshalb die Beschwerde vom 17. Januar 2011 abzuweisen ist. Die Vorinstanz ist indes aufzufordern , die Zulassung von «C.________ B.________ 1» (PI 00[...]-00/0[x] oder PI 00[...]-00/0[y]) korrekt zu erfas- sen (siehe oben E. 6.1.6). 7. Wie bereits erwähnt (vgl. oben E. 3.3), vermöchte auch die Anwendung der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen der PSMV an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Dies aus folgenden Gründen: C-528/2011 Seite 19 Art. 36 Abs. 2 Bst. a, b, c und d PSMV in der ab 1. Juli 2011 gültigen Fas- sung entsprechen wortwörtlich Art. 32 Abs. 2 Bst. a, b, d und e PSMV in der bis Ende Juni 2011 gültig gewesenen Fassung. Hinsichtlich der neuen Bestimmung von Art. 36 Abs. 2 Bst. e PSMV ergibt sich einerseits, dass die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren für das Referenzpr o- dukt «E._______» – welches mit Verfügung vom 17. Dezember 2008 (Er- satz der Verfügung vom 30. Mai 2008, Erstgesuch vom 10. Januar 2005; vgl. B -act. 8.4-21 f.) zugelassen wurde – den in dieser Verordnungsb e- stimmung neu normierten Berichtschutz für Versuchs- und Studienberich- te nicht in Anspruch nehmen kann, da dieser Schutz erst mit dem I n- krafttreten der neuen PSMV eingeführt wurde und ents prechende Ver- suchs- und Studienberichte nicht aktenkundig sind. Andererseits hat die Beschwerdeführerin auch nicht glaubhaft machen können, dass für den Berichtschutz nach Art. 46 PSMV (neu) das im Ausland zugelassene Pflanzenschutzmittel vor dem ESZ -Ablauf vom 23. Februar 2012 ohne Zustimmung einer ihrer ausländischen Vertreterinnen oder Lieferantinnen in Verkehr gebracht wurde (siehe hievor E. 6.4.3). Zudem ist festzuste l- len, dass die Beschwerdeführerin seit 24. Februar 2012 für das in Frage stehende Produkt auch keinen bestehenden Patentschutz mehr glaubhaft machen kann. 8. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient- schädigung. 8.1 Gemäss dem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 VwVG kostenpflicht ig. Die Verfahrenskosten sind g e- mäss dem Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu bestimmen. Sie werden auf Fr. 2'000.- festgelegt und sind mit dem ge- leisteten Verfahrenskostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. 8.2 Weder die obsiegende Vorinstanz noch die unterliegende Beschwe r- deführerin haben einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE und Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. C-528/2011 Seite 20 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000. - werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Beat Weber Susanne Flückiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: