B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3607/2014 U r t e i l v o m 1 0 . J u l i 2 0 1 4 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Martina Culic, Rechtsanwältin, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, (…), Gesuchsteller, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2549/2014 vom 22. Mai 2014 (Dublin-Verfahren) / N (…). D-3607/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Gesuchsteller suchte am 12. Februar 2014 in der Schweiz um Asyl nach, wobei er in persönlicher Hinsicht – ohne Identitäts- oder Rei- sepapiere einzureichen – geltend machte, er sei ein minderjähriger a f- ghanischer Staatsangehöriger. A.a Mit Verfügung vom 28. April 2014 trat das BFM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein, verfügte di e Wegweisung nach B._______, forderte den G e- suchsteller – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, stellte fest, der Kanton C._______ sei verpflichtet, die Wegweisungsve r- fügung zu vollziehen, händigte ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und hielt weiter fest, eine allfällige Beschwerde g e- gen die vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung. B. B.a Mit an das Bundesverwaltungsgericht adressiert er Beschwerde vom (…) 2014 beantragte der Gesuchsteller durch seine damalige Rechts- vertreterin, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben ; d ie Vorinstanz sei anzuweisen, sich für das Asylgesuch aus humanitären Gründen zu- ständig zu erklären; der Beschwerde sei mit superprovisorischer und pro- visorischer Verfügung die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die zu- ständige kantonale B ehörde sei anzuweisen, Vollzugshandlungen sofort einzustellen. Im Weiteren wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. Zum Nachweis der Identität des Gesuchstellers wurde ein in einer Fremdsprache verfasstes Schulzeugnis vom (…) ein- gereicht. B.b Mit Urteil D -2549/2014 vom 22. Mai 2014 wies das Bundesverwa l- tungsgericht die Beschwerde ab. Bezüglich der vom Gesuchstel ler geltend gemachten Minderjährigkeit führte das Bundesverwaltungs gericht im Wesentlichen aus, die im vorinstanzlichen Verfahren durchgeführte Knochenaltersanalyse habe ein Alter von 18 Jahren oder mehr ergeben . Nach Praxis des Bundesverwa l- tungsgerichts liessen zwar entsprechende Ergebnisse einer radiologi- schen Knochenaltersbestimmung keine sicheren Schlüsse auf die Voll - oder Minderjährigkeit zu und wiesen generell nur einen beschränkten Aussagewert z ur Bestimmung des tatsächlichen Alters auf , wobei sich D-3607/2014 Seite 3 diese Aussagen insbesondere auf die Situation beziehen würden, wonach das behauptete Alter im Vergleich zum festgestellten Knochenalter inne r- halb der normalen Abweichung von zweieinhalb bis drei Jahren liege. Die Handknochenanalyse gelte nur unter bestimm ten Voraussetzungen – nämlich dann, wenn der Unterschied zwischen dem angegebenen Alter und dem festgestellten Knochenalter mehr als drei Jahre beträgt – trotz des beschränkten Aussagewertes als Beweismittel, wobei an solche "Gutachten" zur Altersbestimmung gewisse formale und inhaltliche Anfo r- derungen zu stellen s eien (vgl. zum Ganzen statt vieler: Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-5860/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.2 mit wei- teren Hinweisen). Die in casu durchgeführte Analyse genüge insgesamt den inhaltlichen Anforderungen an Knochenaltersanalysen, wobei der Un- terschied zwischen dem vom Gesuchsteller angegebenen Alter von (im Zeitpunkt der Analyse) 16 Jahren und dem festgestellten Knochenalter von 18 Jahren oder älter nicht grösser als zwei Jahre sei. Somit könnten aus der vorliegenden Knochenaltersanalyse zwar keine annäherungswe i- se verlässlichen Schlüsse auf das tatsächliche Alter gezogen werden, die Analyse bilde aber immerhin ein – wenngleich schwaches – Indiz für die Volljährigkeit des Gesuchstellers (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.2 S. 210 f.). Im Übrigen bestünden im Rahmen einer Gesamtwürdigung a l- ler Umstände (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.4 S. 210) ohnehin keine überwiegenden Hinweise auf eine Minderjährigkeit des Gesuchstellers. Das Bundesverwaltungsgericht habe im Grundsatzurteil BVGE 2007/7 festgelegt, dass unter Identitätspapieren jeder Ausweis zu verstehen sei, der (hauptsächlich) zum Zwecke des Identitätsbew eises von den heima t- lichen Behörden ausgestellt worden sei, solche Dokumente die Identität fälschungssicher und zweifelsfrei belegen müssten und diese Anforde- rungen grundsätzlich nur Reisepapiere ( -pässe) und Identitätskarten e r- füllten, nicht aber zu ander en Zwecken ausgestellte Dokumente (vgl. a.a.O., E. 4 - 6). Demnach seien in casu weder das im Rahmen des B e- schwerdeverfahrens eingereichte Schulzeugnis noch die in Aussicht g e- stellte Geburtsurkunde geeignet, die Identität (einschliesslich das G e- burtsdatum) des Gesuchstellers zu belegen, weshalb es sich erübrige, das in Aussicht gestellte Original des Schulzeugnisses abzuwarten . Der Gesuchsteller habe trotz Kenntnis seiner Mitwirkungspflicht bis zum Zei t- punkt des Urteils keinerlei rechtsgenügliche Identitäts papiere zu den A k- ten gereicht, weshalb die nachträgliche Einreichung eines allfälligen Iden- titätsausweises nicht abgewartet werden m üsse. Die Argumentation des Gesuchstellers, er habe nie eine Taskara besessen beziehungsweise dort, wo er gewohnt habe, sich nicht identifizieren müssen, sei als unbe-D-3607/2014 Seite 4 helfliche Schutzbehauptung zu beurteilen . A ufgrund der pflichtwidrigen Nichtabgabe von Identitätspapieren bestünden überwiegende Zweifel an der geltend gemachten Minderjährigkeit des Gesuchstellers, weshalb ihn das BFM – da er die Folgen der Beweislosigkeit für die behauptete Mi n- derjährigkeit zu tragen hat (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.1 S. 208 f.) – zu Recht als volljährige Person betrachtet habe. C. C.a Mit Revisionsgesuchs vom 27. Juni 2014 (Poststempel) an das Bu n- desverwaltungsgericht beantragte der Gesuchsteller durch seine neu be- stellte Rechtsvertreterin Eintreten auf das Revisionsgesuch, die revis i- onsweise Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Mai 2014 und die Wiederaufnahme des Beschwerdev erfahrens, die Feststellung der Minderjährigkeit des Gesuchsteller s, die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 28. April 2014, Eintreten auf das Asylgesuch und Durchführung des Asylverfahrens in der Schweiz. In verfahrensrecht- licher Hinsicht seien die Vollzu gsbehörden im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuweisen, bis zum Entscheid über das R e- visionsgesuch von jeglichen Vollzugsmassnahmen abzusehen; der G e- suchsteller sei von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien, auf die Erhebung ein es Gebührenvorschusses sei zu verzichten und es sei eine Parteientschädigung zu entrichten. Gleichzeitig wurden zur Stützung der Vorbringen eine Taskara, ein Schulzeugnis, beides mit deutscher Übersetzung, und ein Teil eines Briefumschlags im Original eingereicht. C.b Mit Schreiben vom 30. Juni 2014 (Poststempel) an das Bundesve r- waltungsgericht reichte der Gesuchsteller eine n Zustellnachweis der Fir- ma D._______ vom selben Datum ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Gesuchen um Revision seiner Urteile zuständig (Art. 45 VGG; vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 242 f.). Dabei entscheidet es in der Besetzung von drei Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 VGG), sofern das Revisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsweise der Einze l- richterin fällt (Art. 23 VGG, Art. 111 AsylG). D-3607/2014 Seite 5 1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bu n- desverwaltungsgerichts die Art. 121 - 128 BGG sinngemäss. Bezüglich Inhalt, Form u nd Ergänzung des Revisionsgesuches gelangt Art. 67 Abs. 3 VwVG zur Anwendung (Art. 47 VGG). 1.3 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus den in Art. 121 - 123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte geltend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG). 2. 2.1 Mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision wird die Una b- änderlichkeit und Massgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschwerdeen t- scheides angefochten, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2005, S. 269). 2.2 An die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel werden erhöhte Anforderungen gestellt. Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angeru- fene Revisionsgrund anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revision s- begehrens im Sinne von Art. 124 BGG darzutun. Es muss dargelegt wer- den, welche Änderung des früheren Entscheids beantragt wird. Für die Zulässigkeit eines Revisionsbegehrens ist nicht erforderlich, dass die R e- visionsgründe wirklich bestehen, sondern es genügt, wenn der G e- suchsteller deren Bestehen behauptet und hinreichend begründet. Die in Art. 121 - 123 BGG enthaltene Aufzählung der Revisionsgründe ist a b- schliessend (Verletzung von Ausstandspflichten; Nichtbeurteilung von An- trägen; versehentliche Nichtberücksichtigung von in den Akten liege nden erheblichen Tatsachen; Verletzung der EMRK nach Vorliegen eines En t- scheids des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte; nachträgl i- ches Erfahren von erheblichen Tatsachen oder Auffinden von entsche i- denden Beweismitteln, unter Ausschluss von Tatsac hen oder Beweismi t- teln, die erst nach dem Entscheid entstanden sind). 2.3 Der Gesuchsteller versucht mit der Nachreichung von Beweismitteln seine bereits im vorangegangenen Beschwerdeverfahren geltend g e- machte Minderjährigkeit zu beweisen . Er ruft mithin sinngemäss den Re- visionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG an und macht die ursprün g- liche Fehlerhaftigkeit des Beschwerdeentscheids vom 22. Mai 2014 ge l-D-3607/2014 Seite 6 tend. Auf das im Übrigen fristgerechte Revisionsgesuch ist deshalb einzu- treten (Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG und Art. 52 VwVG). 3. 3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zieht das Bundesverwaltungsg e- richt seinen Entscheid auf Begehren einer Partei in Revision, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder en t- scheidende Beweismitte l auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen oder Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. Hingegen kann die Revision nicht aus einem Grund verlangt werden, der bereits im ordentlichen Be- schwerdeverfahren hätte geltend gemacht werden können (Art. 46 VGG). Tatsachen, auf die sich die gesuchstellende Partei beruft, müssen sich somit bereits vor Abschluss des Beschwerdeverfahrens verwirklicht h a- ben. Zudem muss die gesuchstellende Partei dartun, dass sie diese wäh- rend des vorangegangenen Verfahrens nicht gekannt hat und deshalb nicht beibringen konnte, da der Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG nicht dazu dient, bisherige Unterlassungen in der Beweisführung wieder gutzumachen. Ausgeschlossen sind damit auch Umstände, die die gesuchstellende Partei bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte kennen können (vgl. ELISABETH ESCHER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, N. 8 zu Art. 123 BGG ). Auch bezüglich nachträglich aufg e- fundener Beweismittel darf die gesuchstellende Partei nicht in der Lage gewesen sein, diese bereits im früheren Verfahren beizubringen. Revis i- onsweise eingereichte Beweismittel sind dann beachtlich, wenn sie en t- weder die neu erfahrenen erheblichen Tatsachen b elegen oder geeignet sind, Tatsachen zu belegen, die zwar im früheren Verfahren bekannt g e- wesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Partei unbewiesen geblieben sind. Das Beweismittel muss zudem für die Tatbestandsermit t- lung von Belang sein. Es genügt n icht, wenn es zu einer neuen Würd i- gung der bereits bekannten Tatsachen führen soll (vgl. ANDRÉ MO- SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band X, 2008, Rz. 5.48, S. 250). Für ein e andere Würdigung des Sachverhalts besteht im Rahmen eines Revisionsverfahrens kein Raum. Eine erneute rechtl i- che Würdigung aktenkundiger Tatsachen beschlägt eine Rechtsfrage und nicht den Sachverhalt und stellt damit keinen Revisionsgrund dar (vgl. EMARK 2000 Nr. 29 E. 5). 3.2 Im vorliegenden Revisionsgesuch wird bezüglich der nachgereichten Dokumente ausgeführt, dass inzwischen ein Briefumschlag mit den Orig i-D-3607/2014 Seite 7 nalen der Taskara und des Schulzeugnisses des Gesuchstellers in die Schweiz gelangt sei. Auf der Grun dlage dieser Beweismittel werde die Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Mai 2014 und die Anerkennung der Minderjährigkeit des Gesuchstellers verlangt. Diese müsse angesichts der Tatsache, dass die E._______ des G e- suchstellers in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung besitze, dazu füh- ren, dass das BFM auf das Asylgesuch des Gesuchstellers einzutreten und dessen A sylverfahren in der Schweiz durchzuführen habe. Auf B e- schwerdeebene habe der Gesuchsteller eine Kopie des Schulzeugnisses zu den Akten gereicht und eine Geburtsurkunde oder Taskara in Aussicht gestellt. Dazu habe er ausgeführt, sein Schwager habe ihm mitgeteilt, dass inzwischen auch die Eltern des Gesuchstellers aus dem Dorf hätten fliehen müssen, und nur noch ein Onkel in de r Heimat lebe. Dieser sei beauftragt worden, für den Gesuchsteller eine Geburtskurkunde oder eine Taskara ausstellen und diese sowie das Original des Schulzeugnisses umgehend in die Schweiz transportieren zu lassen . Deswegen sei die Beschaffung der beiden Beweismittel erst nach der Eröffnung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts möglich gewesen. Die Originale seien im eingereichten Teil des Briefumschlags in die Schweiz geschickt worden. Der restliche Teil des Briefumschlags würde umgehend nachgereicht. Aus diesem würde das Versanddatum ersichtlich sein. Beide Beweismittel seien bereits im Beschwerdeverfahren bekannt gewesen, sei doch deren Einreichung in Aussicht gestellt worden. Insbesondere das Original der Taskara sei geeignet, die vom Gesuchsteller geltend gemachte Minde r- jährigkeit glaubhaft zu machen, handle es sich doch um dessen afghan i- sche Identitätskarte (vgl. Revisionsgesuch […]). Mit der D._______- Sendung, die am (…) 2014 bei der E._______ des Gesuchstellers in F._______ angekommen sei, seien die Originale der Taskara und des Schulzeugnisses aus G._______ in die Schweiz gesandt worden (…). 3.2.1 Vorab ist bezüglich des Schulzeugnisses festzustellen, dass dieses im Rahmen aller Umstände zu würdigende Dokument nicht geeignet ist, die Identität (einsch liesslich das Geburtsdatum) des Gesuchstellers zu belegen. Diesbezüglich ist unter (erneute r) Bezugnahme auf BVGE 2007/7 und EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.4 S. 2010 auf die entsprechenden Erwägungen im Beschwerdeurteil D -2549/2014 (vgl. Sachverhalt B.b) zu verweisen, welche sich als zutreffend erweisen. Daran vermag auch die Nachreichung des Schulzeugnisses im Original nichts zu ändern. Abg e- sehen davon datiert dieses gemäss der nunmehr eingereichten Überset- zung vom (…) 2014, wobei darin ein Schulbesuch vom Jahr (…) bis (…) bestätigt wird, wogegen das Dokument gemäss den Ausführungen in der D-3607/2014 Seite 8 Beschwerde vom 12. Mai 2014 am (…) 2014 ausgestellt wurde und der Schulbesuch vom Jahr (…) bis (…) erfolgte. Diese widersprüchlichen Da- ten führen zu einer weiteren Relativierun g der Beweiskraft des Schul- zeugnisses. 3.2.2 Was die am (…) 2014 registrierte Taskara anbelangt, hat der G e- suchsteller im erstinstanzlichen Verfahren als Verwandte im Heimatstaat keinen Onkel, sondern einzig seine Eltern, sein e beiden Brüder H. und I._______ sowie seine fünf Schwestern J._______, K._______, L._______, M._______ und N._______ genannt, wobei seine beiden Brüder und die beiden letztgenannten Schwestern mit den Eltern zusa m- menlebten und ihm deren aktueller Aufenthaltsort nicht bekannt sei, wäh- rend seine verheiratete Schwester K._______ in O._______ wohnhaft sei. Diese habe er auf seiner Flucht aus dem Heimatstaat nicht gefunden, weshalb er sich in O._______ während (…) in einem Hotel aufgehalten habe (vgl. Vorakten BFM […]). Erst auf Beschwerdeebe ne brachte der Gesuchsteller vor, dass nunmehr einzig ein Onkel von ihm in seiner He i- mat wohnhaft sei (vgl. Beschwerde […]). Der zusammen mit dem Revis i- onsgesuch eingereichte Briefumschlag, in welchem die beiden erwähnten Beweismittel im Original in die Sc hweiz gesandt worden seien, stammt von der Bakhtar Speedy Post (mit Geschäftsstellen in […]), ist nicht d a- tiert beziehungsweise enthält keine zeitlichen Übermittlungsdaten, ist an P ._______, den angeblichen Schwager des Gesuchstellers in Q._______ adressiert und weist als Absender H._______, O._______, Afghanistan, aus. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Gesuchsteller nie vorg e- bracht hatte, dass sein Bruder H._______ in O._______ wohnhaft sei. Sodann ist weder die Identität noch der Aufenthaltsort des Onkels des Gesuchstellers in Afghanistan bekannt. Unter diesen Umständen bleibt die Herkunft der eingereichten Taskara unbestimmt, abgesehen davon, dass der Gesuchsteller im erstinstanzlichen Verfahren erklärt hatte, dass er ein Identitätsdokument weder beantragt noch besessen habe, weshalb ihm die Einreichung eines solchen nicht möglich sei (vgl. Vorakten BFM […]). Sodann ist gemäss dem am (…) 2014 eingereichten Zustellnac h- weis am (…) 2014 eine Sendung der Firma D._______ an eine Person namens R._______ ausgehändigt worden, wobei als Empfangsland F._______, Schweiz, und unter den zusätzlichen Lieferangaben eine A b- holung am (…) 2014 im Versandland S._______, G._______, aufgeführt werden. D er eingereichte Zustellnachweis lässt zum einen keine Rüc k- schlüsse auf den Inhalt der Sendung zu, abgesehen davon, dass der G e- suchsteller nie vorgebracht hatte, einen Onkel oder andere Verwandte in G._______ zu haben. Zum andern lässt er sich mit dem eingereichten D-3607/2014 Seite 9 Umschlag der Bakhtar Speedy Post nicht in Einklang bringen, in dem die Beweismittel ebenfalls transportiert worden sein sollen. Unter diesen U m- ständen erweist sich die geltend gemachte Herkunft der Taskara als nicht glaubhaft, weshalb dieser keine Beweiskraft für die Minderjährigkeit des Gesuchstellers zukommt. 3.2.3 Nach dem Gesagten sind die neuen Beweismittel als nicht bewei s- tauglich und somit als nicht erheblich im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zu erachten. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen im Re- visionsgesuch vom 27. Juni 2014 und dem Schreiben vom (…) 2014 ein- zugehen, weil diese an der vorgenommenen Würdigung der Beweismittel nichts zu ändern vermögen. 4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kein revisionsrechtlich releva n- ter Sachverhalt dargetan ist. Das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-2549/2014 vom 22. Mai 2014 ist demzufol- ge abzuweisen. 5. Die Anträge auf Erlass vorsorglicher Massnahmen sowie auf Kostenvor- schusserlass sind aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstandslos geworden, weshalb darüber nicht zu befinden ist. 6. 6.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Erlass der Verfahrenskosten) ist abzuweisen, da die Begehren des prozessual bedürftigen Gesuchstellers – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos z u bezeichnen waren, weshalb die kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 6.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeistä n- dung (Entrichtung einer Parteienschädigung) im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ist mangels Er füllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen. 6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 1200.– dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG und Art. 68 Abs. 2 VwVG; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) D-3607/2014 Seite 10 (Dispositiv nächste Seite) D-3607/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung i nklusi- ve Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden dem Gesuchsteller aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller , das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: