<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 90 S.323</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Güterregulierung</span> <span class="page_no">323</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Güterregulierung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>90 Neuzuteilung</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Landwirtschaftsland angrenzend an Bauzone; sog. Bauerwartungs-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>land. Massgebend ist grundsätzlich die aktuelle Rechtslage; die künf-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>tige Rechtslage, d.h. Zonierung, ist nur massgebend, falls eine hohe</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Wahrscheinlichkeit für eine Änderung in naher Zukunft besteht.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus einem Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission vom</span><br/> <span class="ft6">25. März 2004 in Sachen Erbengemeinschaft Z. gegen Bodenverbesserungs-</span><br/> <span class="ft6">genossenschaft (BVG) X.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">4.3.</span> <span class="ft8">Die Beschwerdeführer beanstanden, indem ihnen</span><br/> <span class="ft8">kein Land mehr im Gebiet "Z" zugeteilt worden sei, hätten sie kein</span><br/> <span class="ft8">gleichwertiges und gleichartiges Land erhalten, worauf die Eigen-</span><br/> <span class="ft8">tumsgarantie einen Anspruch vermittle. Es sei strategisch günstiges</span><br/> <span class="ft8">Land mit Land im "Y" abgegolten worden (...). Sinngemäss machen</span><br/> <span class="ft8">sie geltend, dass damit das in § 18 Abs. 2 LwG-AG enthaltene Prin-</span><br/> <span class="ft8">zip, wonach die neuen Grundstücke in ähnlicher Lage zuzuteilen sind</span><br/> <span class="ft8">wie die eingeworfenen, verletzt sei (...). Zentrales Motiv der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer ist die Nähe des Gebiets "Z" zur Bauzone; sie neh-</span><br/> <span class="ft8">men an, dass das Gebiet in einer nächsten Zonenplanrevision einge-</span><br/> <span class="ft8">zont werde (...).</span><br/> <span class="ft8">4.3.1.</span> <span class="ft8">Eine Güterregulierung hat sich grundsätzlich an die</span><br/> <span class="ft8">geltende Nutzungsplanung einer Gemeinde zu halten. Immerhin sind</span><br/> <span class="ft8">künftige, vorhersehbare Planungsänderungen auch ohne unmittelbare</span><br/> <span class="ft8">rechtliche Verpflichtung bei der Umlegung zu berücksichtigen (LKE</span><br/> <span class="ft8">GR.92.50001 / L 92/46 vom 15. April 1994 in Sachen A.B. gegen</span><br/> <span class="ft8">BVG U., S. 12 f.). Wo aber keine Änderungen der Nutzungsplanung</span><br/> <span class="ft8">absehbar sind, sind die Grundstücke strikte entsprechend ihrer Zo-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Landwirtschaftliche Rekurskommission</span> <span class="page_no">324</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">nenzugehörigkeit zu behandeln. Rechtlich gesehen gibt es kein</span><br/> <span class="ft8">"Bauerwartungsland".</span><br/> <span class="ft8">Tatsächlich kann es dagegen sein, dass Landwirtschaftsland hö-</span><br/> <span class="ft8">her bewertet wird, weil es an die Bauzone stösst und die Interessier-</span><br/> <span class="ft8">ten mit einer Einzonung rechnen. Dabei handelt es sich aber - öko-</span><br/> <span class="ft8">nomisch gesprochen - um eine Spekulation. Wer in der erwähnten</span><br/> <span class="ft8">Hoffnung einen im Vergleich zum sonstigen Landwirtschaftsland er-</span><br/> <span class="ft8">höhten Preis zahlt, trägt auch das Risiko der nicht erfüllten Erwar-</span><br/> <span class="ft8">tung, wenn sich die Nutzungsplanung letztlich anders entwickeln</span><br/> <span class="ft8">sollte. Ein allfälliger Verlust könnte jedenfalls nicht der öffentlichen</span><br/> <span class="ft8">Hand überwälzt werden (AGVE 1996 S. 452).</span><br/> <span class="ft8">(...)</span><br/> <span class="ft8">4.3.4.</span> <span class="ft8">Der Einwurf "Z" der Erbengemeinschaft Z. liegt in</span><br/> <span class="ft8">der Landwirtschaftszone. Bei der Neuzuteilung ist grundsätzlich auf</span><br/> <span class="ft8">die aktuelle Rechtslage, das heisst auf den Zonenplan 97/98 abzu-</span><br/> <span class="ft8">stellen. Analog dem Enteignungsrecht sind künftige Rechtslagen nur</span><br/> <span class="ft8">massgebend, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen wer-</span><br/> <span class="ft8">den kann, dass die für das fragliche Grundstück geltende rechtliche</span><br/> <span class="ft8">Regelung in naher Zukunft z.B. durch Ein-, Aus-, Umzonung o.ä.</span><br/> <span class="ft8">geändert würde (für das Enteignungsrecht: BGE 112 Ib 533). Diese</span><br/> <span class="ft8">Voraussetzung ist vorliegend nicht gegeben. Das Kriterium "Bauer-</span><br/> <span class="ft8">wartung" spielt bei der Neuzuteilungsabwägung grundsätzlich keine</span><br/> <span class="ft8">Rolle und ist somit entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer nicht</span><br/> <span class="ft8">zu berücksichtigen.</span><br/> <span class="ft8">(...)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>