B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-2574/2021 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 2 1 Besetzung Richter Alexander Misic (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Maurizio Greppi, Gerichtsschreiberin Anna Wildt. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Sibyille Ueberschlag, Rechtsanwältin, Beschwerdeführer, gegen Kommando Operationen (Kdo Op), Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Bundespersonal; Nichtanstellung. A-2574/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ bewarb sich am 5. März 2021 online für die vom Kompetenz- zentrum SWISSINT des Kommandos Operationen (nachfolgend: Kdo Op) ausgeschriebene Stelle eines «Fahrers ADR/SDR» der Transportgruppe Spezialtransporte im Camp Novo Selo im Kosovo (ADR bezeichnet das Europäische Übereinkommen vom 30. September 1957 über die internati- onale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse [SR 0.741.621]; SDR ist die Kurzbezeichnung für die Verordnung vom 29. November 2002 über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse [SR 741.621]). Laut Stellenbeschreibung umfasst der Arbeitsbereich verschiedene Tätigkeiten, die für die Swiss Company (SWISSCOY) der Schweizer Armee im natio- nalen Bereich und zugunsten der Friedensmission Kosovo Force (KFOR) im internationalen Bereich zu leisten sind. Er füllte das elektronische Be- werbungsformular «KFOR SWISSCOY/EUFOR LOT» aus, in dem 24 un- terschiedliche Funktionen aufgelistet sind. Im «Personenfragebogen für den Personalpool Friedenserhaltende Operationen» gab er an, am (…) in B._______ geboren zu sein. Unter der Rubrik «militärische Grade» kreuzte er die Angaben «kein Militärdienst geleistet» und «Zivilschutz» an. B. Gleichentags wurde A._______ telefonisch von einem personalverantwort- lichen Sachbearbeiter des Kdo Op kontaktiert. Im Gespräch bestätigte er, keinen Militärdienst geleistet zu haben, woraufhin der Sachbearbeiter Aus- führungen zu den Stellenanforderungen machte. Kurz darauf erhielt A._______ eine Mitteilung per E-Mail, dass auf seine Bewerbung nicht ein- gegangen werde. Die Schweizer Armee suche engagierte und qualifizierte Männer und Frauen für friedensfördernde E insätze. Zu diesen Qualifikati- onen gehöre grundsätzlich die bestandene Rekrutenschule . Es könnten keine Männer verpflichtet werden, welche den Militärdienst verweigert oder anstelle des Militärdienstes Zivildienst geleistet hätten. C. Mit Schreiben vom 12. März 2021 teilte die Rechtsanwältin von A._______ dem Kdo Op mit, das Nichteingehen auf seine Bew erbung als Fahrer ADR/SDR basiere offensichtlich auf einer direkten Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, welche qualifiziert zu rechtfertigen sei. In der Stellenbeschreibung werde die abgeschlossene Rekrutenschule als militä- rische Grundvoraussetzung erwähnt, wobei Frauen diese Anforderungen offenbar nicht zwingend erfüllen müssten. Er habe weder den Militärdienst A-2574/2021 Seite 3 verweigert noch Zivildienst geleistet. Vielmehr habe er sich im zivilen Schutzdienst engagiert, weil er erst eingebürgert worden sei, als er zu alt gewesen sei, um die Rekrutenschule zu besuchen. Aufgrund seiner Fähig- keiten und Kenntnisse sei davon auszugehen, dass er die militärische Aus- bildung problemlos erfüllen könne, und ersuche um eine Zusage unter den für Frauen geltenden Voraussetzungen. Andernfalls bitte er um die Zustel- lung einer anfechtbaren Verfügung. D. Mit Schreiben vom 7. April 2021 teilte das Kdo Op A._______ mit, sein An- liegen geprüft zu haben. Da Friedensförderungseinsätze freiwillig seien, bestehe kein Anspruch auf die Übernahme einer Einsatzfunktion. Aufgrund der beschränkten Anzahl von Schweizer Kontingentsangehörigen in den Einsatzgebieten und der vordefinierten Anforderungsprofile könnten nicht sämtliche Bewerbungen berücksichtigt werden. Die Funktion als Fahrer ADR/SDR, auf die er sich beworben habe, verfüge regelmässig über hin- reichend geeignete Kandidaten, welche das gesuchte Anstellungsprofil vollumfänglich erfüllten. E. Mit Schreiben vom 14. April 2021 hielt A._______ fest, ihm sei die Anstel- lung beziehungsweise Prüfung seiner Bewerbung einzig deshalb versagt worden, weil er als Mann keine Rekrutenschule absolviert habe, wobei dies für die Anstellung beziehungsweise Prüfung der Bewerbung einer F rau keine Rolle spiele. An diesem Umstand änderten die Angaben des Kdo Op nichts. Das gesuchte Anstellungsprofil, für das regelmässig genug Kandi- daten vorhanden seien, basiere auf einer geschlechtsspezifischen Un- gleichbehandlung. Er ersuche erneut um Erlass einer anfechtbaren Verfü- gung, da er eine Diskriminierung geltend gemacht habe. F. Mit Verfügung vom 18. Mai 2021 stellte das Kdo Op fest, die Kandidatur von A._______ vom 5. März 2021 für einen militärischen Friedensförde- rungseinsatz nicht zu berücksichtigen . Zur Begründung führte es an, die militärische Friedensförderung bewege sich in einem rein militärischen Ar- beitsumfeld. Funktionsabhängig seien bestimmte militärische Vorkennt- nisse notwendig, die sich aus den Vorgaben der jeweiligen internationalen Friedensmission in einem bestimmten Einsatzgebiet ergeben würden. Als militärische Grundanforderung für alle Bewerberinnen und Bewerber gelte mindestens der erfolgreiche Abschluss einer Rekrutenschule. Von dieser A-2574/2021 Seite 4 Grundanforderung könne nur mit Zurückhaltung in bestimmten Ausnahme- fällen abgewichen werden. Dies sei der Fall, wenn die internationalen Frie- densmissionen gegenüber den trup penstellenden Staaten besondere ge- schlechterspezifische oder fachsp ezifische Bedürfnisse auswiesen, etwa um den Zugang zur weiblichen Lokalbevölkerung sicherzustellen oder um Schlüsselfunktionen mit bes onderen fachlichen Anforderungsprofilen zu übernehmen. Letzteres gelte sowohl für Bewerberinnen als auch für Be- werber ohne militärische Vorbildung. Vor diesem Hintergrund könnten per- sönliche Attribute oder fachliche Fähigkeiten ausschlaggebender sein als die militärischen Vorkenntnisse. In diesem Zusammenhang könne aber nur dann von den militärischen Grundanforderungen abgewichen werden, wenn die fachspezifischen Fähigkeiten überwiegen würden, ein Bedürfnis ausgewiesen sei und die entsprechende Einsatzfunktion nicht durch geeig- nete Bewerberinnen und Bewerber mit einer militärischen V orbildung be- setzt werden könnten. A._______ habe keine militärischen Vorkenntnisse, weshalb die militärischen Grundanforderungen für einen Friedensförde- rungseinsatz nicht e rfüllt seien. Da er sich für eine Funktion beworben habe, für welche regelmässig genügend Bewerbungen von Kandidatinnen und Kandidaten mit militärischen Vorkenntnissen vorlägen, bestehe kein Bedürfnis der Schweizer Armee oder der internationalen Friedensmission, das eine Abweichung von den militärischen Grundanforderungen erlaube. G. Gegen die Verfügung des Kdo Op (nachfolgend: Vorinstanz) vom 18. Mai 2021 erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 2. Juni 2021 Beschwerde beim Bundesverw altungsgericht und beantragt, die Vorinstanz sei zu verpflichten, ihm für die diskriminierende Nichtanstel- lung eine Entschädigung in der Höhe eines Bruttomonatslohns zu bezah- len, eventualiter sei die Sache zur korrekten und vollständigen Sachver- haltsdarstellung sowie neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzu- weisen. Zur Begründung macht er zusammengefasst geltend, die Vorin - stanz sei lediglich deshalb nicht auf seine Bewerbung eingegangen, weil er als Mann keine Rekrutenschule besucht habe. Dabei handle es sich um eine Anforderung, welche Bewerberinnen für die Anste llung als Fahrer ADR/SDR nicht aufweisen müssten. Da keine qualifizierte Begründung für die geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung vorliege , handle es sich um eine Diskriminierung. H. In der Vernehmlassung vom 19. Juli 2021 hält die Vorinstanz an ihrer Ver-A-2574/2021 Seite 5 fügung fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Für die Funk- tion Fahrer ADR/SDR würden jeweils hinreichend Bewerbungen von Kan- didatinnen und Kandidaten eingehen, welche sowohl das mili tärische als auch das fachliche Anforderungsprofil erfüllten. Die genannte Funktion habe über drei Kontingente beziehungsweise für die nächsten 18 Monate zuzüglich der mehrmonati gen Einsatzvorbereitung mit entsprechenden Kandidatinnen und Kandidaten belegt werden können. I. In seinen Schlussbemerkungen vom 9. August 2021 hält der Beschwerde- führer an seinen Beschwerdebegehren fest. Seine Bewerbung sei nur des- halb nicht berücksichtigt worden, weil er als Mann keinen Militärdienst ge- leistet habe. Die Vorinstanz habe im Nachhinein Gründe für die Nichtan- stellung vorgeschoben. J. In den Schlussbemerkungen vom 24. August 2021 hält die Vorinstanz an ihren Erwägungen in der Vernehmlassung fest und bekräftigt, für die Funk- tion Fahrer ADR/SDR geschlechtsunabhängig keine Bewerbungen ohne militärische Vorkenntnisse zu berücksichtigen. K. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be- findlichen Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgen- den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern sie von einer Vorinstanz nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor- liegt. Die Nichtanstellungsverfügung vom 18. Mai 2021 stellt ein zulässiges Anfechtungsobjekt dar und wurde von einer Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG erlassen. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der Beschwerde zustän- dig. A-2574/2021 Seite 6 1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom- men und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch materiell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), weshalb auf sie einzutreten ist. 2. 2.1 Nach Art. 3 Abs. 1 des Gleichstellungsgesetzes vom 24. März 1995 (GlG, SR 151.1) dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund ih- res Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden, nament- lich nicht unter Berufung auf den Zivilstand, die familiäre Situation oder, bei Arbeitnehmerinnen, eine Schwangerschaft. Das Verbot gilt insbesondere für die Anstellung, Gestal tung der Arbeitsbedingungen, Entlöhnung, Aus- und Weiterbildung, Beförderung und Entlassung (Art. 3 Abs. 2). Angemes- sene Massnahmen zur Verwirklichung der tatsächlichen Gleichstellung stellen keine Diskriminierung dar (Art. 3 Abs. 3). 2.2 Gemäss Art. 6 GlG wird bezüglich der Aufgaben zuteilung, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Entlöhnung, Aus- und Weiterbildung, Beförderung und Entlassung eine Diskriminierung vermutet, wenn diese von der be- troffenen Person glaubhaft gemacht wird. Die Beweislasterleichterung nach Art. 6 GlG findet beim Beweis einer An- stellungsdiskriminierung keine Anwendung. Für diesen Anwendungsfall gilt die allgemeine Beweislastverteilung nach Art. 8 des Schweizerischen Zivil- gesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210). Das mutmassliche Opfer einer Anstellungsdiskriminierung muss den Regelbeweis erbringen (vgl. Urteil des BVGer A-8105/2016 vom 26. Juni 2018 E. 4.3 m.w.H.). 2.3 Laut Art. 13 Abs. 2 Satz 1 GlG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 Satz 1 GlG hat eine Person, die durch die Abweisung ihrer Bewerbung für die erst- malige Begründung eines Arbeitsverhältnisses aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wird, Anspruch auf eine Entschädigung. Nach Art. 13 Abs. 2 Satz 2 GlG kann sie diese direkt mit Beschwerde gegen die abweisende Verfügung verlangen. 2.4 Art. 4 Abs. 2 Bst. d des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) sieht vor, dass Arbeitgeber geeignete Massnahmen für die Chancengleichheit von Frau und Mann und zu deren Gleichstellung A-2574/2021 Seite 7 treffen. Darauf basiert Art. 6 der Bundespersonalverordnung vom 3. Juli 2001 (BPV, SR 172.220.111.3), der als Grundlage für die Gleichstellungs- massnahmen des Bundesrates, etwa im Bereich von Förderungsprogram- men oder Zielquoten, dient (vgl. Art. 6 Abs. 2 BPV). Gestützt darauf hat der Bundesrat die Weisungen zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frau und Mann in der Bundesverwaltung erlassen (Chancengleichheitsweisungen vom 22. Januar 2003 in d er geänderten Fassung vom 9. Oktober 2013, BBl 2013 8481). Die Personalwerbung ist so zu gestalten, dass sie beide Geschlechter gleichermassen anspricht. Bei der Besetzung von Stellen bemühen sich die Verantwortlichen geeig- nete Kandidatinnen beziehungsweis e Kandidaten des untervertretenen Geschlechts zu finden, indem sie ein innovatives, kundinnen- und kunden- orientiertes Personalmarketing einsetzen . Das Anforderungsprofil einer Stelle wird so formuliert, dass es sich gleichermassen an beide Geschlech- ter richtet. Insbesondere darf ein militärischer Grad nur dort verlangt und berücksichtigt werden, wo entsprechende Fachkenntnisse für die Aufga- benerfüllung nachgewiesenermassen unerlässlich sind (vgl. BBl 2013 8485). 2.5 2.5.1 Die Friedensförderung als Aufgabe der Armee ist im zweiten Kapitel des Bundesgesetzes vom 3. Februar 1995 über die Armee und die Militär- verwaltung (Militärgesetz, SR 510.10) geregelt (vgl. Art. 65a und Art. 66 ff.). Die Einsätze werden vom Bundesrat auf de r Grundlage eines UNO- oder OSZE-Mandates angeordnet und von schweizerischen Personen oder Truppen geleistet, die eigens dafür ausgebildet sind (Art. 66 Abs. 1 und 2). 2.5.2 Damit sich die Schweiz an internationalen Friedensmissionen betei- ligen kann, ist der Einsatz von Personal hinsichtlich Ort und Dauer flexibel zu handhaben und dem Bedarf der jeweiligen Mission im Ausland unterzu- ordnen (vgl. Bericht des Bundesrates vom 23. Oktober 2002 über Möglich- keiten und Grenzen von freiwilligen Auslandeinsätzen im Rahmen der zivi- len Friedensförderung, BBl 2002 8127, 8136). Der Personaleinsatz als Massnahme der Friedensförderung wurde vom Gesetzgeber in Art. 3 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 19. Dezem- ber 2003 über Massnahmen zur zivilen Friedensförderung und Stärkun g der Menschenrechte (SR 193.9) vorgesehen. In Ausführung des Gesetzes A-2574/2021 Seite 8 hat der Bundesrat die Verordnung vom 2. Dezember 2005 über das Perso- nal für die Friedensförderung, die Stärkung der Menschenrechte und die humanitäre Hilfe (PVFMH , SR 172.220.111.9) erl assen. Nach Art. 3 PVFMH kann das Personal vom Bund nicht nur im Rahmen von zivilen, sondern auch von militärischen oder zivil-militärisch organisierten Aktionen und Operationen eingesetzt werden. 2.5.3 Für die militärische Friedensförderung werden Personalplanu ng, Rekrutierung und Ausbildung im Kompetenzzentrum SWISSINT des Kdo Op vorgenommen. Die Rekrutierung erfolgt über regelmässig geschaltete Stelleninserate in verschiedenen Medien beziehungsweise auf Social-Me- dia-Kanälen sowie mit diversen Einsätzen eines Marketingteams an Mes- sen, Ausstellungen und Rekrutenschulen. Aus dem aufgebauten «Perso- nalpool Friedenserhaltende Operationen» sowie aus den neu zugegange- nen Bewerbungen werden die freiwillig Einsatzleistenden entsprechend dem jeweiligen Bedarf der international mandatierten Mission gewonnen (vgl. Hintergrundwissen über die SWISSCOY, Einsatz der SWISSCOY in der multinationalen Mission Kosovo Force [KFOR], Version 2021, abrufbar auf www.vtg.admin.ch > Aktuell > Einsätze und Operationen > Militärische Friedensförderung > Missionen > KFOR SWISSCOY > Präsentation, zu- letzt besucht am 30. August 2021). Bewerberinnen und Bewerber, die sich für den befristeten Einsatz in der militärischen Friedensförderung interessieren, füllen den «Personalfrage- bogen für den Personalpool Friedenserhaltende Operationen» aus. Für die jeweilige Mission sind spezifische Fragebögen auszufüllen. Der Bogen «KFOR SWISSCOY EUFOR LOT» listet 24 verschiedene Funktionen auf (vgl. www.vtg.admin.ch > Karriere > Berufe der Schweizer Armee > Frie- densförderung im Ausland SWISSINT > Bewerbung, zuletzt besucht am 30. August 2021). Hat sich eine interessierte Person auf eine ausgeschriebene Stelle für eine bestimmte Funktion beworben, prüfen Personalverantwortliche in erster Li- nie die Vollständigkeit des Bewerbungsdossiers, die Erfüllung der Grund- voraussetzungen für einen friedensfördernden Einsatz sowie mögliche Funktionen. Zirka einmal monatlich wird in den Rekrutierungszentren ein erster Rekrutierungstag durchgeführt (1 Tag), an dem mehrere Tests statt- finden. In Frage kommende Kandidatinnen und Kandidaten lädt SWISSINT danach zum Vorstellungsgespräch (1/2 Tag) ein. An diesem Halbtag s te-A-2574/2021 Seite 9 hen wiederum Tests sowie ein persönliches Gespräch an, in dem die As- pekte möglicher Funktionen sowie Lohn, Verfügbarkeit und Versicherung behandelt werden (vgl. Hintergrundwissen über die SWISSCOY, a.a.O.). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, ihm sei in einem Kurztelefonat a m 5. März 2021 mitgeteilt worden, dass aufgrund der kurzen Einsatzdauer für die von ihm gewünschte Einsatzfunktion als Fahrer ADR/SDR immer wie- der ein Bedarf bestehe. Für eine Anstellung werde aber bei Männern die abgeschlossene Rekrutenschule vorausgesetzt. Auch aus der schriftlichen Begründung der per E -Mail mitgeteilten Absage gehe zweifelsfrei hervor, dass keine Männer angestellt würden, welche die Rekrutenschule nicht ab- solviert hätten. Demnach sei auf seine Bewerbung einzig aus dem Grund, dass er als Mann keine Rekrutenschule besucht habe, nicht eingegangen worden. In der Stellenbeschreibung werde die abgeschlossene Rekrutenschule zwar geschlechtsneutral als Voraussetzung erwähnt. Das Erfordernis wird aber bezüglich Bewerberinnen mit dem Zusatz ergänzt, dass «Frauen mit Schweizer Staatsbürgerschaft ohne mili tärische Grundausbildung der Funktion entsprechend militärisch ausgebildet [werden]». Zwei Zeilen un- terhalb werde unter der Anforderung «zivile Alternativen zu militärischen Grundvoraussetzungen» die abgeschlossene Berufsausbildung angeführt, über welche der Beschwerdeführer nachgewiesenermassen verfüge. Der Sachverhalt offenbare, dass damit nicht gemeint sei, dass bei männlichen Bewerbern mit Berufs ausbildung die nicht abgeschlossene Rekruten- schule wie bei Frauen «kompensiert» werden könne. Bei männlichen Be- werbern werde die abgeschlossene Rekrutenschule als unabdingbare Vo- raussetzung behandelt. Dem Bewerbungsinformationsflyer sei zu entneh- men, «für gewisse Funktionen [sei] das zivile Know-how entscheidend, was auch Frauen mit Schweizer Staatsbürgerschaft ohne militärische Grund- ausbildung einen Einsatz ermögliche». Die abgeschlossene Berufsausbil- dung werde im Flyer als selbstständige Voraussetzung aufgeführt, ohne dass sie – wie im Stellenbeschrieb – im Zusammenhang mit zivilen Alter- nativen zu den militärischen Grundvoraussetzungen erwähnt werde. Diese Differenzierung bezüglich der Anstellungskriterien sei eine direkte Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts , welche qu alifiziert zu rechtfertigen sei, damit sie keine verpönte Geschlechterdiskriminierung darstelle. Da keine zwingenden biologischen oder funktionalen Gründe A-2574/2021 Seite 10 vorlägen, welche die Gleichbehandlung von Frauen und Männern aus- schliessen würden, sei die Ungleichbehandlung nur dann gerechtfertigt, wenn sie als verhältnismässiger Grundrechtseingriff bzw. Frauenförde- rungsmassnahme im Sinne von Art. 3 Abs. 3 GlG zu qualifizieren wäre . Hierfür fehlten im vorliegenden Fall aber die gesetzliche Grundlage und die Verhältnismässigkeitsprüfung. Für einen Einsatz ohne militärische Grundausbildung nenne die Vorinstanz neben zwei funktionsspezifischen Voraussetzungen auch den Grund, dass die Einsatzfunktion nicht durch geeignete Bewerberinnen oder Bewerber besetzt werden könne. Die Behauptung, dass auch bei männlichen Bewer- bern von der Grundanforderung der bestandenen Rekrutenschule abgewi- chen werden könne, sei nicht belegt und aus dem Recht zu weisen. Die Behauptung, dass für die Funktion als Fahrer ADR/SDR kein weiterge- hendes Bedürfnis der Armee oder der internationalen Friedensmission vor- liege, welches ein Abweichen von den militärischen Grundanforderungen erlaube, stehe im Widerspruch zur Pub likation im Journal 4/2020 der Schweizer Beiträge zur internationalen Friedensförderung («Swiss Peace Supporter»). Darin werde ausgeführt, dass Lastwagenfahrer/in eine Funk- tion sei, bei welcher das zivile Know -how im Vordergrund stehe und ein Einsatz von Frauen ohne absolvierter Rekrutenschule möglich sei. Die Vor- instanz sei auf die Aussagen im Telefongespräch und im E -Mail vom 5. März 2021 zu behaften. Es sei nicht auf die beschönigenden Aussagen im zwischenzeitlichen Schriftverkehr abzustellen, der nicht mehr den effek- tiven Grund für das Nichteingehen auf die Bewerbung wiedergebe. 3.2 Demgegenüber führt die Vorinstanz aus, als militärische Grundanfor- derung für alle Bewerberinnen und Bewerber gelte mindestens der erfolg- reiche Abschluss einer Rekrutenschule. Die Einsätze bewegten sich in ei- nem rein militärischen Umfeld. Die vom Beschwerdeführer gewünschte Funktion könne für die nächsten drei Einsatzkontingente sowie darüber hinaus durch armeeangehörige Kandidatinnen und K andidaten besetzt werden, die vollumfänglich über die fachlichen und militärischen Ausbildun- gen verfügten. Nur in bestimmten Ausnahmefällen könne davon abgewi- chen werden, nämlich wenn die internationalen Friedensmissionen gegen- über den truppenstellenden Staaten besondere, z.B. geschlechterspezifi- sche oder fachspezifische Bedürfnisse ausweisen würden. Dies sei in Be- reichen möglich, in denen die Armee – im Unterschied zur Funktion Fahrer ADR/SDR – nicht selbst für die gewünschte Ausbildung sorge, wie etwa im A-2574/2021 Seite 11 medizinischen Bereich oder im Bereich Human Resources, Rechtswissen- schaften oder Politikwissenschaften. So bestehe etwa bei den Angehöri- gen der «Liaison and M onitoring Teams (LMT)» ein geschlechtsspezifi- scher Personalbedarf. Für die Zusammenstellung solcher Teams sei der Einsatz von weiblichen Kontingentsangehörigen zwingend notwendig, um den Zugang zur weiblichen Lokalbevölkerung und verschiedenen Instituti- onen wie z.B. Frauenhäusern im Einsatzgebiet sicherzustellen. Die Schweiz habe den internationalen Friedensmissionen solche Leistungen bzw. Funktionen zugesichert. Als truppenstellender Staat sei sie aufgrund zunehmender Vorgaben zur Erhöhung des Anteils an weiblichen Armeean- gehörigen international verpflichtet. Die Vereinten Nationen hätten sich ei- nen Anteil von 16% an weiblichem Einsatzpersonal in Spezialisten-Funkti- onen zum Ziel gesetzt. Da die Militärdienstpflicht nur für Schweizer obliga- torisch sei (Art. 59 Abs. 1 BV , SR 101), sei die Anzahl von Rekrutinnen verschwindend gering. Es sei äusserst schwierig bis fast unmöglich, für Funktionen, welche zwingend von weiblichen Kontingentsangehörigen übernommen werden müssten – beispielsweise in LMTs – genügend Kan- didatinnen mit abgeschlossener militärischer Grundausbildung zu finden. Um die solchermassen der KFOR zugesicherten Leistungen erbringen zu können, müsse auf das Erfordernis der abgeschlossenen Rekrutenschule verzichtet werden . Die Stellenbeschreibungen im Bereich der Mann- schaftsgrade und der Spezialisten-Funktionen sowie in verschiedenen me- dialen Plattformen enthielten entsprechende Hinweise, um gezielt Frauen auf die grundsätzliche Möglichkeit eines militärischen Friedensförderungs- einsatzes aufmerksam zu machen. Der eigentliche Selektionsprozess folge aber den eingangs erwähnten V orgaben. Der Unterschied bestehe nicht in den Anstellungskriterien, sondern darin, dass Männer nicht auf die gleiche Weise wie Frauen angeworben würden. Demnach liege keine Dis- kriminierung vor. 4. 4.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer über keine militärischen Vorkenntnisse verfügt und die Vorinstanz deshalb seine Bewerbung als Fahrer ADR/SDR abgelehnt hat. Unbestritten ist auch, dass in der Stellen- beschreibung alternativ zu den militärischen Vorkenntnissen geschlechts- neutral zivile Vorkenntnisse genannt werden. Bei den militärischen Vor- kenntnissen (Rekrutenschule) befindet sich der Zu satz, «Frauen mit Schweizer Staatsbürgerschaft ohne militärische Grundausbildung werden der Funktion entsprechend militärisch ausgebildet». A-2574/2021 Seite 12 Der Beschwerdeführer hat im Bewerbungsformular KFOR SWISSCOY/ EUFOR LOT als gewünschte Funktion «Transportgruppe Lastwagen» so- wie «Transportgruppe Spezialtransporte» angekreuzt. Mit seinem Bewer- bungsschreiben vom 5. März 2021 hat er sich dann auf die Stelle eines Fahrers ADR/SDR beworben. Anfechtungsgegenstand ist die Verfügung vom 18. Mai 2021, mit der seine Bewerbung auf diese Stelle abgelehnt wurde. Streitgegenstand bildet sein Entschädigungsbegehren, welches er mit einer Diskriminierung begründet. Er bringt vor, aus dem Telefonat und dem E-Mail vom 5. März 2021 sowie aus der Stellenbeschreibung Fahrer ADR/SDR ergebe sich, dass seine Bewerbung – im Gegensatz zu Bewer- bungen von möglichen Kandidatinnen, die auch keine Rekrutenschule be- sucht haben – unabhängig von seinen fachlichen Vorkenntnissen abge- lehnt wurde. 4.2 Bei der Anstellungsdiskriminierung gilt der Be weis erst dann als er- bracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Rich- tigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (vgl. E. 2. 2 hiervor). Hierfür muss keine a bsolute Gewissheit vorliegen. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel leicht erscheinen (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; Urteil des BVGer A-8105/2016 vom 26. Juni 2018 E. 4.3 m.w.H.). 4.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, am 5. März 2021 in einem zweiminü- tigen Kurztelefonat gefragt worden zu sein, ob er vergessen habe, im Be- werbungsbogen die Militärdienstleistung anzukreuzen. Nachdem er dies verneint habe, sei ihm gesagt worden, dass bei Männern der Besuch der Rekrutenschule vorausgesetzt werde. Demgegenüber geht der personalverantwortliche Sachbearbeiter laut Ak- tennotiz vom 8. Juli 2021 von einem 15-minütigen Telefongespräch aus. In diesem habe er dem Beschwerdeführer mehrmals erklärt, dass für die Funktion Fahrer ADR/SDR viele Bewerbungen vorlägen, welche die kom- pletten militärischen wie fachlichen Anforderungen erfüllten. Daraufhin habe der Beschwerdeführer immer wieder seinen Unmut geäussert. Dem E-Mail, mit welchem dem Beschwerdeführer am gleichen Tag eine Absage erteilt wurde, lässt sich entnehmen, dass sich engagierte Frauen und Männer für einen Friedensförderungseinsatz qualifizier ten, wenn sie die Rekrutenschule bestanden hätten. Es würden keine Männer verpflich- tet, welche den Militärdienst verweigert oder Zivildienst geleistet hätten . Dieser Umstand treffe auf den Beschwerdeführer zu. A-2574/2021 Seite 13 4.4 Der Beschwerdeführer äussert Zweifel am Inhalt des internen Gedächt- nisprotokolls, das der Personalverantwortliche am 8. Juli 2021 über das geführte Telefongespräch verfasst hat. Es trifft zu, dass bis zur Erstellung der Aktennotiz vier Monate vergangen sind. Ihr kommt daher kein grosses Gewicht zu. In einer Gesamtschau und unter Berücksichtigung sämtlicher Beweismittel und Indizien ist aber aufgrund der schriftlichen Absage vom 5. März 2021 nicht erstellt, dass dem Beschwerdeführer allein aufgrund des fehlenden Besuchs einer Rekrutenschule eine Absage erteilt worden ist. In dem E-Mail vom 5. März 2021 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass Bewerbungen von Männern, die den Militärd ienst verweigert oder statt des Militärdienstes Zivildienst geleistet hätten, nicht berücksichtigt würden. Die beiden genannten Kriterien stellen zweifellos Ausschluss- gründe dar, die aufgrund von Art. 59 Abs. 1 BV nur auf Männer zutreffen können, weshalb sie rechtfertigungsbedürftig sind. Eine Auseinanderset- zung damit kann hier aber unterbleiben. Im Schreiben vom 12. März 2021 hat der Beschwerdeführer erklärt, den Militärdienst nicht verweigert und anstelle des Militärdienstes auch keinen Zivildienst geleistet zu haben. Da keines der beiden im E-Mail genannten Ausschlusskriterien auf den Be- schwerdeführer zutrifft, ist auf ihre vertiefte Prüfung zu verzichten. 4.5 Nachdem der Beschwerdeführer die Umstände erläutert hatte, weshalb er keinen Militärdienst, sondern Zivilschutz geleistet habe (späte Einbürge- rung/Alter), kam es zu einer erneuten Prüfung seiner Bewerbungsunterla- gen. Dieser Umstand spricht gegen die Annahme des Beschwerdeführers, seine Bewerbung sei nur aus dem Grund abgelehnt worden, weil er als Mann keine Rekrutenschule besucht habe. Bei Durchsicht der Akten fällt auf, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz geboren wurde und die Schweizer Staatsbürgerschaft hat. Anhand der Begründung im E-Mail wird ersichtlich, dass der Personalverantwortliche die Angaben des Beschwer- deführers missverstanden haben könnte. Allenfalls beruhte die Absage auf einem Versehen, das höchstens geeignet wäre, die Frage einer Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuwerfen, nicht aber die einer Diskriminierung. Da keine Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt wurde und eine solche ohnehin aufgrund der erneuten Prüfung der Bewerbungsunterlagen als ge- heilt anzusehen wäre, können diesbezüglich weitere Ausführungen unter- bleiben. 4.6 Wie sich aus den Akten ergibt, hat sich der Beschwerdeführer für die Funktion als Fahrer ADR/SDR beworben . Den Ausführungen der Vorin -A-2574/2021 Seite 14 stanz zufolge lagen genügend Bewerbungen von armeeangehörigen Kan- didatinnen und Kandidaten mit vollumfänglich erfüllten fachlichen und mili- tärischen Vorkenntnissen vor. Sie führt schlüssig aus, dass die Schweizer Armee selbst Rekrutinnen und Rekruten entsprechend dem Anforderungs- profil ADR/SDR ausgebildet hat. Den Personalplanungsunterlagen und An- gaben der Vorinstanz ist zu entnehmen, dass in den vergangenen Jahren sowie in den kommenden 18 Monaten ausschliesslich der Einsatz von Ar- meeangehörigen für die vom Beschwerdeführer gewünschte Funktion ge- plant war beziehungsweise ist. Der Beschwerdeführer ist aufgrund eines fehlenden Bedarfs an Bewerberinnen oder Bewerbern ohne militärische Vorkenntnisse aus dem Bewerbungsprozess ausgeschieden. Es bestehen ernsthafte Zweifel daran, dass es den Vergleichsfall einer Bewerberin für die Funktion als Fahrer ADR/SDR geben könnte, die ohne Erfüllung der Anforderung der abgeschlossenen Rekrutenschule im Bewerbungspro- zess berücksichtigt würde. 4.7 Die ernsthaften Zweifel an der behaupteten Anstellungsdiskriminierung werden – entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers – auch nicht durch die Stellenbeschreibung und die Werbemassnahmen (Bewerbungs- flyer, Kommunikationsmaterial, Journal 4/2020) umgestossen. 4.7.1 Zunächst ist zu erwähnen, dass Art. 3 Abs. 2 GlG die Stellenbeschrei- bung nicht als Tatbestandsmerkmal einer Diskriminierung aufführt. Auf- grund des qualifizierten Schweigens des Gesetzgebers sind die Massnah- men der Vorinstanz bei der Anwerbung von Kandidatinnen und Kandidaten – sowohl in der Stellenbeschreibung als auch im übrigen Werbematerial – nicht verboten. Der Beschwerdeführer bringt aber vor, die Stellenausschreibung sei als In- diz für diskriminierende Anstellungskriterien zu werten. 4.7.2 In der Stellenbeschreibung für die Funktion Fahrer wird unter ande- rem Folgendes aufgeführt: Grundvoraussetzungen: - Die Zulassungskriterien für den Dienst in der Schweizer Armee sind erfüllt; - Führerausweis (mind Kat CE); - Abgeschlossene Berufsausbildung. Militärische Grundvoraussetzun- gen: - Abgeschlossene Rekrutenschule; - Frauen mit Schweizer Staatsbürger- schaft ohne militärische Grundausbil- dung werden der Funktion ent spre- chend militärisch ausgebildet. A-2574/2021 Seite 15 Erwünschte militärische Ausbil- dungen: - Truppengattung Logistik von Vorteil; - Militärische Fahrkategorie 930. Zivile Alternativen zu militärischen Grundvoraussetzungen: - Abgeschlossene Berufsausbildung 4.7.3 Gleichzeitig mit der Nennung der Voraussetzung der abgeschlosse- nen Rekrutenschule werden offenbar Frauen eingeladen, sich trotz des fehlenden Erfordernisses zu bewerben. Die Vorinstanz hat plausibel dar- gelegt, dass es sich bei dem strittigen Zusatz um eine Werbemassnahme im Sinne der Chancengleichheitsweisungen handelt (vgl. E. 2.4 hiervor) . Viele der in der SWISSCOY ausgeschriebenen Stellen (Mannschaftsgrade und Spezialisten -Funktionen) enthalten beim Erfordernis der Rekruten- schule einen solchen Zusatz . Bei einer Nennung der absolvierten Rekru- tenschule allein würden überwiegend Frauen von der Armee als Arbeitge- berin gar nicht angesprochen. Es ist allgemein bekannt, dass sich Listen von Anforderungen in Stellenbeschreibungen dazu eignen, die Anzahl der Interessierten von vorneherein zu beschränken, was die Vorinstanz offen- bar zu vermeiden versucht. Abgesehen davon erfüllt sie die Vorgaben zur geschlechtsneutralen Bezeichnung der Stellenanforderungen, indem sie die Berufsausbildung als alternative Voraussetzung zu den militä rischen Vorkenntnissen genannt hat. 4.7.4 Aufgrund der schlüssigen Ausführungen der Vorinst anz über die Massnahmen zur Rekrutierung von Frauen, die stark unterrepräsentiert sind, ist die Stellenbeschreibung im Fall des Beschwerdeführers nicht als Indiz für verbotene, ungleiche Anstellungskriterien zu werten. 4.8 Zusammengefasst bestehen ernsthafte Zweifel am Vorliegen der be- haupteten Anstellungsdiskriminierung. Es ist nicht mit dem nötigen Beweis- grad erstellt, dass der Beschwerdeführer aus dem Bewerbungsprozess ausgeschieden ist, weil er als Mann keinen Abschluss einer Rekruten- schule habe vorweisen können. Es gibt entgegen seiner Annahme keinen Vergleichsfall erleichterter Anstellungskriterien für Kandidatinnen für die Funktion als Fahrer ADR/SDR. Die Ausführungen der Vorinstanz, seine Be- werbung entsprechend der von ihm gewünschten Funktion in Hinblick auf Kandidatinnen und Kandidaten ohne militärische Vorkenntnisse ge- schlechtsneutral geprüft zu haben, sind nicht zu beanstanden. Die Be- schwerde ist als unbegründet abzuweisen. A-2574/2021 Seite 16 5. 5.1 Das Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht im Bereich der Geschlechtergleichstellung ist grundsätzlich kostenlos (vgl. Art. 13 Abs. 5 GlG). Es sind daher keine Verfahrenskosten zu erheben. 5.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer steht keine Parteientschädi- gung zu (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die obsiegende Vorinstanz hat als Bundesbehörde keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). (Dispositiv nächste Seite) A-2574/2021 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Einschreiben) – das Generalsekretariat VBS (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Alexander Misic Anna Wildt A-2574/2021 Seite 18 Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der öffentlich- rechtlichen Arbeitsverhältnisse können beim Bundesgericht angefochten werden, sofern es um eine vermögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 BGG). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegen- heit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichstellung der Ge- schlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die Beschwerde in öffent- lich-rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Er- öffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist ge- wahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bun- desgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen o der konsularischen Vertre- tung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: