Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. April 2016 (720 15 378 / 91) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einer gehörgeschädigten versi- cherten Person Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Doris Vollenweider , Ad- vokatin, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1964 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1 . September 1989 bis 22. Januar 2003 als Magaziner/Verkäufer bei dem Unternehmen B. ____. Mit Gesuch vom 30. Oktober 2003 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invali denversicherung (IV) unter Hinweis auf eine hochgradige Schwerhörigkeit beidseits zum Bezu g einer Rente an. Von der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft (IV-Stelle) beauftragt, teilte der b ehandelnde Dr. med. C.____, Spezialarzt FMH Oto-Rhino-Laryngologie, mit Schreiben vom 18. November 2003 mit, es sei dringend eine Neu- anpassung der Hörgeräte indiziert. Die Kostenüberna hme für die verbesserte Hörgeräteversor- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung wurde mit Verfügung vom 2. August 2004 gewährt. Die in der Zwischenzeit durchgeführ- ten beruflichen Massnahmen ergaben eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer ange- passten Tätigkeit. Mit Verfügung vom 23. September 2005 wurden die beruflichen Massnahmen abgeschlossen (IV act. 41). Daraufhin veranlasste die I V-Stelle eine polydisziplinäre Begutach- tung durch das Begutachtungsinstitut D.____, welches sein Gutachten am 14. Juni 2006 erstat- tete. Darauf abgestützt und nach durchgeführtem Vorbesch eidverfahren wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. November 2006 das Leistungsgesuch aufg rund eines IV-Grades von 15 % ab. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2006 erhob der Versi cherte, vertreten durch Advokatin Doris Vollenweider, Beschwerde beim Kantonsgericht Base l-Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Mit Urteil vom 11. Juli 2007 hiess das Kantonsgericht die Be- schwerde in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfü gung aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfüg ung an die IV-Stelle zurückwies. In den Erwägungen hielt es fest, dass auf das Gutachten vom 1 4. Juni 2006 abgestellt und davon ausgegangen werden könne, dass dem Beschwerdeführer ein e körperlich leichte bis mittel- schwere Tätigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht zu 10 0 % zugemutet werden könne, so- fern für derartige Tätigkeiten keine Kommunikation mi t Blickkontakt, mit mehreren Personen gleichzeitig und in lärmiger Umgebung, keine Wahrneh mung akustischer Reize oder Rich- tungshören vorausgesetzt seien. Die IV-Stelle habe es abe r unterlassen, die Verweisungstätig- keiten genauer und unter Berücksichtigung der sehr erheb lichen Beeinträchtigungen am Ar- beitsplatz zu umschreiben. Sie habe zu prüfen, ob bei d er vorliegenden Ausgangslage über- haupt eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit vorliege. Au sserdem seien vor der Rentenprüfung medizinische Massnahmen durchzuführen und die Notwendigke it eines Cochlea-Implantats zu prüfen. Mit Verfügung vom 24. Juli 2008 erteilte die IV-Stel le Kostengutsprache für die Implantation der beiden Cochlea-Implantate und der Nachbehandlung fü r die Dauer von sechs Monaten nach Spitaleintritt. Am 14. Oktober 2008 wurde am rechten, am 17. März 2009 am linken Ohr das Cochlea-Implantat eingesetzt. Mit Mitteilung vom 22. Dezember 2009 wurden die Kosten für ein weiteres Arbeitstraining vom 7. Dezember 2009 – 6. Mä rz 2010 übernommen. Dieses Arbeits- training wurde mit Mitteilung vom 10. Mai 2010 bis zu m 30. April 2010 verlängert. Da die beruf- lichen Massnahmen nicht den erwünschten Erfolg erzielen konnten, wurden diese abgeschlos- sen (Mitteilung vom 11. Januar 2011, IV act. 147). In der Folge liess die IV-Stelle den Versicher- ten erneut durch das Begutachtungsinstitut D.____ begut achten (Gutachten vom 21. März 2011, IV act. 152). Nach Durchführung des Vorbescheid verfahrens verneinte die IV-Stelle schliesslich am 2. November 2011 den Anspruch auf eine I V-Rente bei einem IV-Grad von 37 %. Dagegen erhob A.____, wiederum vertreten durch Advokatin Doris Vollenweider, mit Eingabe vom 2. Dezember 2011 Beschwerde beim Kantonsger icht. Mit Urteil vom 23. August 2012 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde teilweise g ut, hob die angefochtene Verfügung auf und stellte fest, dass seit dem 1. Oktober 2009 Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe. Die dagegen vom Versicherten beim Schweizerischen Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen, erhobene Beschwerde hiess dieses mit Entscheid vom 30. Ap ril 2013, 9C_1027/2012, gut und hob das Urteil, soweit nicht den Invalidenrentenanspru ch ab 1. Oktober 2009 betreffend, auf. Das Bundesgericht wies die Angelegenheit an die IV-Stel le zurück, damit diese nach erfolgter Abklärung über den Anspruch auf eine Invalidenrente a b Januar 2004 bis September 2009 neu Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfüge. B. In der Folge leitete die IV-Stelle Abklärungen zu den möglichen Verweistätigkeiten im Zeitraum von Januar 2004 bis September 2009 ein. Nach d urchgeführtem Vorbescheidverfah- ren wurde schliesslich die Verfügung vom 2. November 2015 erlassen, mit welcher die IV-Stelle festhielt, dass kein Anspruch auf eine IV-Rente bestehe, da der Einkommensvergleich einen IV- Grad von 10 % ergeben habe. In der Begründung wurde ausgeführt, dass im Einwandverfahren zwei leidensangepasste Tätigkeiten konkreter umschrieben wo rden seien. In beiden Tätigkeits- beschrieben werde deutlich, dass für die Absolvierung de r einzelnen Arbeitsschritte nur ein ge- ringer Interaktionsbedarf bestehe. Es handle sich hier bei um wiederholende Tätigkeiten, die mehrheitlich von einer Einzelperson (und nicht im Team) getätigt würden. Die Tätigkeiten könn- ten in weitere Einzelschritte unterteilt werden und in einem konkreten Ablaufplan schriftlich bzw. in einer Bilddokumentation abgefasst werden. Unterstütz end dazu könnten Pagersysteme als Telefonersatz und Lichtsignalanlagen eingesetzt werden. Aufgrund der detaillierten Listen- und Arbeitsablaufpläne, der Einzelarbeit, des Einsatzes von Hilfsmitteln und der sich wiederholen- den Arbeitsabläufen würden die beiden genannten Einsa tzgebiete einer leidensangepassten Verweistätigkeit entsprechen. C. Dagegen erhob A.____, erneut vertreten durch Advok atin Doris Vollenweider, mit Ein- gabe vom 2. Dezember 2015 Beschwerde beim Kantonsgeric ht und beantragte, es sei die Ver- fügung vom 2. November 2015 aufzuheben und es sei ihm v om 1. Januar 2004 bis 30. Sep- tember 2009 eine ganze IV-Rente auszurichten; unter o/ e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen R echtspflege. In der Begründung wur- de auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 11. Juli 2007 ve rwiesen, worin festgehalten worden sei, dass verschiedene Arbeiten nicht verlangt werden könn ten. Die Vorakten hätten für den fraglichen Zeitraum eine Eingliederung im ersten Arbe itsmarkt als nicht realistisch erachten las- sen. Die Beschwerdegegnerin habe es erneut unterlassen zu prüfen, ob in Anbetracht der ho- hen Anforderungen an einen potenziellen Arbeitgeber und der Vielzahl von gesundheitlichen Einschränkungen überhaupt noch eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit vorliege. D. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 bewilligte der instruierende Präsident dem Be- schwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unent geltliche Prozessführung und die un- entgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Doris Vollenweider. E. Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Zwischen den Parteien nicht mehr umstritten ist, dass – ausgehend vom Gesundheits- zustand des Beschwerdeführers – bei der Rentenprüfung dr ei Beurteilungszeiträume zu unter- scheiden sind: Eine erste Phase, die vom Zeitpunkt der An meldung zum Leistungsbezug im Oktober 2003 bis zum Zeitpunkt der Cochlea-Implantation im Oktober 2008 dauerte, eine zwei- te Phase ab Oktober 2008 bis September 2009 (Operatio nen und Rehabilitation) und schliess- lich die letzte Phase nach Abschluss der Rehabilitation im Oktober 2009. Weiter nicht mehr zu überprüfen ist die ärztliche Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers sowie die attestierte Restarbeitsfähigkeit. Zudem ist berei ts rechtskräftig entschieden, dass der Be- schwerdeführer ab dem 1. Oktober 2009 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. 2.2 Zwischen den Parteien ist jedoch weiterhin umstritt en, ob der Beschwerdeführer vom 1. Januar 2004 bis 30. September 2009 Anspruch auf ein e IV-Rente hat. Dabei ist nur noch zu prüfen, wie sich die vom Begutachtungsinstitut D.____ im Gutachten vom 14. Juni 2006 attes- tierte Restarbeitsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt. 3.1 Am 1. Januar 2008 sind die vom Gesetzgeber am 6. Okt ober 2006 beschlossenen Än- derungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 und die vom Bundesrat am 28. September 2007 verordneten Anpassun gen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 (5. IV-Re vision) in Kraft getreten. Was die Anwendbarkeit dieser neuen materiell-rechtlichen Besti mmungen betrifft, ist in zeitlicher Hin- sicht – von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgeseh en – der übergangsrechtliche Grundsatz massgebend, wonach im Falle einer Änderung de r gesetzlichen Grundlagen die Ordnung anwendbar ist, die zur Zeit galt, als sich der zu Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1). Liegt eine Dauerleistung der IV – wie etwa der Anspruch auf eine IV-Rente – im Streit, de ren Beginn noch in den Geltungszeitraum des alten Rechts (vor Ende 2007) fällt, und erging die Verfügung der IV-Stelle nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision, sind demnach der Beurteilung des str ittigen Leistungsbegehrens bis 31. Dezember 2007 das alte Recht und ab 1. Januar 20 08 die im Rahmen der 5. IV-Revision erfolgten Änderungen des IVG und der IVV zu Grunde zu legen (BGE 130 V 329 ff. und 446 f. E. 1.2.1 f.). 3.2 Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer, es sei i hm ab dem 1. Januar 2004 eine ganze IV-Rente auszurichten. Im Streit liegt somit die Ausrichtung einer Dauerleistung, deren allfälliger Beginn noch in den Geltungsraum des alten Rechts fällt. Deshalb sind der Beurteilung des Leistungsbegehrens für den Zeitraum bis 31. Dezember 2007 die bis dahin geltenden Best- immungen des IVG und der IVV zu Grunde zu legen. Für den Zeitraum ab 1. Januar 2008 ist der Anspruch hingegen anhand der im Rahmen der 5. IV -Revision erfolgten Änderungen des IVG und der IVV zu beurteilen. 4.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 20 07 gültig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung) hat die versi- cherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Re nte, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% i nvalid ist. Als Invalidität gilt die durch Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit sschaden als Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher ungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstäti gen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). 4.2 Sowohl nach der bis Ende 2007 geltenden Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG als auch gemäss der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehen den Regelung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG setzt der Anspruch auf eine IV-Rente voraus, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mind estens 40 % arbeitsunfähig gewe- sen ist (sog. Wartejahr). Der Zeitpunkt des Eintritts de r Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im So- zialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 17. Mai 2011, 8C_41/2011, E. 2.2) nach- gewiesen sein. 4.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5. Für die Klärung des Gesundheitszustands und der Arbe itsfähigkeit des Beschwerde- führers in der Zeitspanne von der Anmeldung bis zur oper ativen Einsetzung des Cochlea- Implantates am rechten Ohr im Oktober 2008 hat das Ka ntonsgericht im Urteil vom 11. Juli 2007 vollumfänglich auf das Gutachten des Begutachtungsi nstituts D.___ vom 14. Juni 2006 abgestellt. Dem Beschwerdeführer waren somit körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in einem vollen Pensum zumutbar, sofern für derartige Tätigkeiten nicht eine Kommunikation ohne Blickkontakt, mit mehreren Personen gleichzeitig od er in lärmiger Umgebung und die Wahrnehmung akustischer Reize und Richtungshören verlangt werden. Zu klären bleibt, ob der Beschwerdeführer die von den Gutachtern geschätzte Rest arbeitsfähigkeit hätte wirtschaftlich verwerten können. 6.1 Nach der Rechtsprechung ist bei der Berechnung des I nvalideneinkommens von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) auszugehen. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach A rbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b). Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vora ussetzungen wie auch hinsichtlich des kör- perlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremd en Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berü cksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutba r sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2012, 9C_910/2011, E. 3.1). Je restriktiver Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht indessen das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist , desto eingehender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeit smarkt abzuklären und nachzuweisen (Ur- teil des EVG vom 23. Oktober 2006, U 42/06, E. 3.2.3). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt um- fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- u nd Arbeitsangebote, bei denen Be- hinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_12 4/2010, E. 2.2 mit Hinweis). Von einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr g esprochen werden, wenn die zumutba- re Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Ar- beitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Find en einer entsprechenden Stelle da- her von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil de s Bundesgerichts vom 30. März 2012, 9C_910/2011, E. 3.2 mit Hinweisen). Für die Invaliditätsbemessung ist somit grundsätzlich n icht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermi ttelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wi rtschaftlich nutzen könnte, wenn die ver- fügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden. Massgebend ist der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahie rt von den konjunkturellen Verhältnis- sen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2013, 9C_941/2012, E. 4.1.2 mit weiteren Hinwei- sen). Gleichwohl können für die Frage der Verwertbarke it der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit auf dem aus medizinisch-theoretischer Sicht grundsätzlich in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen auch erfolglose Bemühungen um eine Anstellung trotz fachlicher Unterstützung insbesondere durch die Invalidenversicherung im Rahmen von Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) von Bedeutung sein. Voraussetzung i st, dass die versicherte Person ihren Mitwirkungspflichten bei der beruflichen Integration vollumfänglich nachgekommen ist und auch deutlich wird, dass der fehlende Eingliederungserfolg nicht der konjunkturellen, sondern der strukturellen Verfassung des Arbeitsmarktes geschuldet ist (Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2013, 9C_941/2012, E. 4.1.2). Von Relevanz sind a uch die Dauer und die Intensität der Bemühungen, ob lediglich lokal oder regional oder sog ar in einem grösseren Gebiet gesucht wurde, ob die nachgefragten Stellen dem medizinischen A nforderungsprofil und den Ergebnis- sen der beruflichen Abklärung effektiv entsprachen und ve rschiedenste in Betracht fallende Tä- tigkeiten umfassten sowie die Gründe, weshalb es zu keiner Anstellung kam. 6.2.1 Im vorliegenden Fall stellte das Bundesgericht im Urteil vom 30. April 2013 fest, dass die Beschwerdegegnerin den Auftrag des Kantonsgerichts vom 11. Juli 2007, insbesondere E. 5, unerfüllt gelassen und keine nähere Umschreibung der genannten Verweisungstätigkeiten vorgenommen habe. Daher habe sie unter Beachtung der E rwägungen des Kantonsgerichts abzuklären, welche Art Verweisungstätigkeiten im Zeitrau m von Januar 2004 bis Oktober 2008 vom Versicherten hätten ausgeübt werden können. Hierbei müsse sie die am Arbeitsplatz exis- tenten Beeinträchtigungen in jener Zeit berücksichtige n und prüfen, ob in der damaligen Aus- gangslage überhaupt eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Gestützt auf die erlangten Ergebnisse habe die IV-Stelle nachfolgend d en IV-Grad für die Zeit zwischen Januar 2004 und September 2009 zu bestimmen und, je nach E rgebnis, eine Rente nachzubezahlen (E. 4 und 5). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2 In der Folge erstellte die Beschwerdegegnerin im Juli 2013 einen Eingliederungsplan (IV act. 211). Diesem kann im Wesentlichen entnommen we rden, dass die aktuelle Situation nicht mit jener in den Jahren 2004 bis 2008 verglichen werden könne. Es wurde ein Arbeitstrai- ning veranlasst, wobei vorgesehen wurde, die damaligen Einschränkungen bei der Beurteilung zu berücksichtigen. Das Arbeitstraining wurde im Restaura nt E.____ durchgeführt. Im Ab- schlussbericht dieser Eingliederungsmassnahme vom 2. Dezemb er 2013 (IV act. 234) wurde festgehalten, dass der Versicherte für fünf Zimmer im Ho usekeeping zuständig gewesen sei. Wiederkehrende Tätigkeiten habe er selbständig ausgeübt . Andere Arbeiten hätten aktive Un- terstützung gebraucht. Gemäss Hotelbetreiber könne der Versicherte aufgrund seiner extremen Lärmempfindlichkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht bestehen . Ein Vergleich mit dem Zeitraum 2004 bis 2008 sei sehr schwierig. Der Bericht des Restaurants E.____ vom 18. Dezember 2013 hielt zudem fest, dass Ruhe am Arbeitsplatz zwingend notwe ndig sei (IV act. 238). In der Folge schloss die Abteilung Integration das Dossier. 6.2.3 Gestützt auf diese Akten ist davon auszugehen, dass die damalige Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit mittels Arbeitsmassnahmen heute nic ht mehr überprüft werden kann. Die getätigten Abklärungen bestätigen aber immerhin die a ktuellste Einschätzung des Gutachtens des Begutachtungsinstituts D.____ vom 21. März 2011, wona ch gegenüber der früheren Unter- suchung eine Verschlechterung eingetreten ist und eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit nicht mehr besteht. Diese Verschlechterung ist auf die im Gutachten beschriebene Konzentrationsproble- matik des Beschwerdeführers zurückzuführen, die vor dem Einsetzen der Implantate noch nicht bestand. Aus diesem Grund ist es richtig, dass die Beschwerdegegnerin – wie nachfolgend auf- zuzeigen sein wird – die echtzeitlichen Akten für die Be stimmung von Verweistätigkeiten heran- gezogen hat. 6.3.1 Die Abteilung Arbeitsvermittlung verwies in einer Email vom 6. Oktober 2014 (IV act. 248) auf einen Arztbericht von Dr. med. F.____, Fachär ztin Allgemeine Medizin FMH, vom 11. November 2005 (IV act. 45). Darin nannte Dr. F.____ A uslieferungsarbeiten, Behindertentrans- porte und Archivarbeiten ohne direkten Publikumskontakt als mögliche Tätigkeiten. Sie hielt zudem fest, dass der Patient nach eigenen Angaben die A ufgaben beim Auslieferungsdienst gut bewältigt habe. Er wäre daher in einem Lieferjo b gut einsetzbar. Die Abteilung Berufsbera- tung schlug daraufhin folgende Verweistätigkeiten vor: Hilfsarbeiter in der Lagerbewirtschaftung Detailhandel, Chauffeur/Aussendiensthilfsarbeiter Kurierdienst, Logistik, Zustellung und Hilfsar- beiter in der Hauswirtschaft, in der Reinigung, im Be triebsunterhalt oder im Scanning, in der internen Post, in der Dokumentation oder im Archiv (IV act. 267). In der Folge hielt die Abteilung Berufsberatung – gestützt auf die Aktennotiz vom 10. Mä rz 2015, den Abschlussbericht der In- tegrationsstätte G.____ vom 10. Dezember 2004 (IV act. 30), den Abschlussbericht Berufsbera- tung vom 22. September 2004 (IV act. 26), den Abschlussbe richt Arbeitsvermittlung vom 19. September 2005 (IV act. 40) sowie das Gutachten vom 20. Juni 2006 – exemplarisch zwei Tä- tigkeitsprofile fest und kam zum Schluss, dass diese Tätig keiten einer leidensbedingten Tätig- keit entsprechen würden (Aktennotiz vom 2. Oktober 2015, IV act. 275). Genau umschrieben werden die Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Lagerbe wirtschaftung Detailhandel und als Hilfsar- beiter in der Hauswirtschaft Reinigung und Wäscheversorg ung. Für die Absolvierung der ein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zelnen Arbeitsschritte bestehe bei diesen Tätigkeiten nu r ein geringer Interaktionsbedarf. Es handle sich um Wiederholungen, die mehrheitlich von e iner Einzelperson ausgeführt würden. Die Tätigkeiten könnten in Einzelschritte unterteilt und in einem konkreten Ablaufplan festgehal- ten werden. Kommunikation ohne Blickkontakt und mit mehreren Personen sei nicht nötig. 6.3.2 Die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin ist gru ndsätzlich nicht zu beanstanden. Sie zeigt unter Bezugnahme auf die echtzeitlichen Doku mente Arbeitsstellen auf, die dem Be- schwerdeführer zugemutet werden können. Entgegen der A uffassung des Beschwerdeführers ist die quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemäss dem Gutachten des Begutach- tungsinstituts D.____ vom 21. März 2011 erst mit der er sten Operation eingetreten. Das Kan- tonsgericht stellte bereits im Urteil vom 11. Juli 2007 fest, dass der Beschwerdeführer Probleme bei der Stellensuche hat. Nicht gesagt werden kann jed och, dass er alles versucht hätte. Bei der Einarbeitung in einer Bäckerei war der Lärm das P roblem (vgl. Abschlussbericht der berufli- chen Massnahmen vom 10. September 2005, IV act. 40). Die se Stelle war somit nicht optimal an die Behinderung des Beschwerdeführers angepasst. Dies ze igt auch der etwas frühere Be- richt der Integrationsstätte G.____ vom 10. Dezember 2 004, dem entnommen werden kann, dass der Beschwerdeführer als Beifahrer und Chauffeur e ine gute Leistung erbracht hatte. Die Verantwortlichen stuften ihn als 100 % arbeitsfähig e in (IV act. 30). Der Beschwerdeführer konnte daher im fraglichen Zeitraum – unter der Bedi ngung, dass das Umfeld stimmte – sogar selbständig arbeiten. Die Bemühungen der IV im Rahmen der Integrationsmassnahmen sind daher nicht vollständig ohne Erfolg geblieben, was al s Indiz für die Verwertbarkeit der Restar- beitsfähigkeit sprechen würde. Zentral ist bei der vorl iegenden Abklärung weiter, ob es im aus- geglichenen Arbeitsmarkt Stellen gibt, die dem Anford erungsprofil des Beschwerdeführers ent- sprechen. Die nun erfolgte Umschreibung von Arbeitsplätze n durch die Beschwerdegegnerin deckt sich in Bezug auf einen Arbeitsplatz weitgehend mi t dem, was der Beschwerdeführer bei der Integrationsstätte G.____ gearbeitet hat. Es gibt also Arbeitsplätze, welche für den Be- schwerdeführer in Frage kamen und in welchen er auch tä tig war. Die Warenannahme und die Eingangskontrolle sind dem Beschwerdeführer zuzumuten, ebenso das Einlagern der Ware. Unbestritten ist, dass er für solche Tätigkeiten eingearbeitet werden muss; danach aber können solche Arbeiten weitgehend selbständig erledigt werden. Die nötige Kommunikation erscheint möglich. Dasselbe gilt für das Auspacken der Ware und d as Versorgen derselben im richtigen Regal. Für die Ordnung im Lager zu sorgen scheint eb enso machbar, wie auch das Bereitstel- len von Waren für den Abtransport. 6.3.3 Der Beschwerdeführer verweist insbesondere auf den Bericht der Stiftung H.____ (IV act. 56). Welche Aufgaben er dort ausführen musste, ge ht aus dem Bericht nicht hervor, wes- halb er wenig tauglich ist, die fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu belegen. Nicht gegen die Verwertbarkeit spricht der Umstand, dass er sei ne Stelle beim Unternehmen B.____ verlor. Die Kündigung erfolgte aufgrund zwischenmenschli cher Probleme. Ausserdem kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer bereits w ährend seiner damaligen Anstellung unter massiven Hörproblemen litt. Auch der Umstand, da ss sich der Beschwerdeführer damals nicht alleine bewerben konnte, schliesst eine Verwertba rkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht aus. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, aufgrund von erheblichen Gleichgewichtsproblemen sei das Besteigen von Treppen und Leitern ausgeschlossen gewesen, so muss auf das Gutachten Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 14. Juni 2006 verwiesen werden. Die Problematik m it dem Gleichgewicht wurde nicht er- wähnt (vgl. Seite 6.2). Dem Gutachten kann auch nicht entnommen werden, dass der Be- schwerdeführer eine solche körperliche Problematik gegen über den Untersuchern erwähnt hät- te. Es ist somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlic hkeit davon auszugehen, dass sie die berufliche Tätigkeit damals wesentlich beeinflusst hätte. 6.4 Die Beschwerdegegnerin ist ihrer Pflicht, unter R ücksichtnahme auf die ärztlich attes- tierten Einschränkungen Verweistätigkeiten zu umschreiben und Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen, nachgekommen. Sie legte genügend konkret da r, dass es verschiedene Hilfsar- beitertätigkeiten gab, die den medizinischen Anforderun gen genügten. Es ist daher davon aus- zugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt Stellen für den Beschwerdeführer bereit hielt und die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gegeb en war. Klar ist, dass ein potenzieller Ar- beitgeber ein gewisses Entgegenkommen zeigen muss. Es ist aber nicht so, dass ein derartiges Entgegenkommen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt völlig undenkbar wäre. 7.1 Es bleibt die Berechnung des Invaliditätsgrads im B eurteilungszeitraum Januar 2004 bis Oktober 2008 vorzunehmen. Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu b estimmen. Dazu wird das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 7.2.1 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Berechnung des I nvaliden- sowie des Validenein- kommens auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung des B undesamtes für Statistik (LSE) 2008 ab. In Anbetracht des frühestmöglichen Rentenbegi nns im Jahr 2004 ist jedoch auf die LSE Tabellenlöhne 2004 abzustellen. Ohne Gesundheitsschaden könnte der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiter ein Jahreseinkomm en von Fr. 57'258.-- erzielen (Validenein- kommen). Grundlage dafür bildet die Schweizerische Loh nstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2004, Tabelle TA1, privater Sektor Total, Anforderungsniveau des Arbeits- platzes 4, Spalte Männer, Fr. 4'588.-- monatlich, basi erend auf 40 Wochenstunden. Nach An- passung dieses Betrags an die betriebsübliche wöchentlich e Arbeitszeit von 41.6 Stunden (vgl. "Die Volkswirtschaft", 2006, Heft 1/2, S. 94 Tabelle B 9.2) x 12 Monate ergibt sich das vorste- hend erwähnte jährliche Einkommen. 7.2.2 In Bezug auf die Berechnung des Invalideneinkomme ns ist gestützt auf die gutachterli- chen Abklärungen davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführe r bis zum Zeitpunkt der ers- ten Operation im Oktober 2008 die Ausübung einer körp erlich leichten bis mittelschwere Tätig- keit (ohne relevante akustische Anforderungen) zu 100 % zugemutet werden kann. Ausgehend Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der LSE 2004, Tabelle TA1, privater Sektor Total, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Männer, Fr. 4'588.-- monatlich, basierend a uf 40 Wochenstunden, und nach Anpas- sung dieses Betrags an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden (vgl. "Die Volkswirtschaft", 2006, Heft 1/2, S. 94 Tabelle B 9.2) x 12 Monate und unter Berücksichtigung der 100%-igen Leistungsfähigkeit ergibt sich ein jährl iches Einkommen von Fr. 57'258.--. Ge- sundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die nicht mehr voll leistungsfähig sind, haben erfah- rungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohnansatzes hin zunehmen. Aus diesem Grund sind von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE erho benen Invalideneinkommen praxisge- mäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn berein igt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des ko nkreten Einzelfalles abhängt (lei- densbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstja hre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesam t höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Die Beschwerdegegnerin ging dav on aus, dass sich insgesamt ein Ab- zug von 10 % für die invaliditätsbedingte Beeinträchtig ung rechtfertige. Dies erscheint als an- gemessen. Es ist daher von einem Invalideneinkommen von Fr . 51'532.-- (Fr. 57'258.-- – 10 %) auszugehen. 7.2.3 Stellt man im Einkommensvergleich das Invalidene inkommen dem Valideneinkommen gegenüber, so resultiert daraus ein IV-Grad von 10 %. Es besteht daher kein Anspruch auf eine Rente. Anzufügen bleibt, dass auch bei einem leidensbe dingten Abzug von 25 % bei einem errechneten IV-Grad von 25 % eine IV-Rente abzulehnen wäre. 8.1 Zu klären bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers im Zeitraum der Operationen und der Rehabilitation von Oktober 2008 bis Ende September 2009. 8.2 Damit ein Rentenanspruch entstehen kann ist voraus gesetzt, dass die versicherte Per- son während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch du rchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist. Die Wartezeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetre- ten ist. 8.3 Vorliegend ist nicht mehr umstritten, dass das Warte jahr vom 14. Oktober 2008 bis 13. Oktober 2009 dauerte und der Beschwerdeführer in dieser Zeitspanne ohne wesentlichen Un- terbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähi g war. Er hat das Wartejahr somit er- füllt, aber für diese Zeit noch keinen Anspruch auf eine Rente. Der Anspruch auf die Viertelsren- te entstand im Oktober 2009, was vorliegend ebenfalls nicht mehr umstritten ist. 9. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegne rin mit Verfügung vom 2. November 2015 zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführe rs auf einen IV-Rente vom 1. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Januar 2004 bis 30. September 2009 abgelehnt hat. Die Beschwerde vom 2. Dezember 2015 ist deshalb abzuweisen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 60 0.-- festgesetzt werden, ihm zu auf- erlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings m it Verfügung vom 4. Dezember 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Au s diesem Grund gehen die Verfahrens- kosten zu Lasten der Gerichtskasse. 10.2 Gemäss dem Ausgang des Verfahrens sind die ausserorde ntlichen Kosten wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der un entgeltlichen Prozessführung wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar von Fr. 1‘645.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) entsprechend dem in der Honorarnote vo m 23. Februar 2016 ausgewiesenen Aufwand aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständ ung wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘645.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht