Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. August 2014 (720 14 128) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Aufhebung einer Rente bei pathogenetisch-ätiologisch unklarem syndromalem Be- schwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage (lit. a Abs. 1 SchlB IVG); für die Anwendung des fraglichen Schlusstitels ist nicht vorausgesetzt, dass die ursprüngliche Rente ausschliesslich aufgrund unklarer Beschwerden zugesprochen worden ist. Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf den im Rahmen der effektiv weiterhin ausgeübten Tätigkeit erzielten und auf die verbleibende Restarbeitsfähigkeit hochge- rechneten Lohn Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A._____ , vertr eten durch Erik Wassmer , Advokat , Fischmarkt 12 , 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1971 geborene A.____arbeitete vom 12. Dezembe r 1995 bis Ende Februar 1999 als Mitarbeiter in der B.____ bei der C.____ AG in D.____. Am 6. Mai 1998 erlitt der Versicherte bei einer Autokollision eine Distorsion der Halswirbelsä ule, welche sich in der Folge zu einem Zervikalsyndrom entwickelte. Seither leidet er unter Besc hwerden im Bereich der linken Schul- ter sowie unter Nackenschmerzen. Mit Gesuch vom 19. Februa r 1999 meldete er sich unter Hinweis auf die erwähnten Beschwerden bei der Eidgenössi schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Vornahme medizinischer und erwe rblicher Abklärungen ermittel- te die IV-Stelle in der Folge einen Invaliditätsgrad von 46%. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 8. März 200 2 rückwirkend ab 1. Mai 1999 eine halbe IV-Rente (Härtefallrente) zu. Nach zwei Rentenrevisionsverfahren, in denen jeweils unver änderte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilungen vom 13. Oktober 2006 sowie 1. Juni 2010), leitete die IV-Stelle am 12. April 2012 von Amtes wegen wiederum eine Überprü fung des laufenden Rentenanspruchs des Versicherten ein. Aufgrund der Ergebnisse ihrer neue n medizinischen Abklärungen und gestützt auf lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen de r am 18. März 2011 beschlossen Ände- rung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung ( IVG) vom 19. Juni 1959 (6. IV- Revision, erstes Massnahmenpaket, gültig seit 1. Januar 2012 ; im Folgenden: SchlB IVG) hob sie - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Ve rfügung vom 21. März 2014 die dem Versicherten bisher ausgerichtete halbe IV-Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfü- gung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Erik Wassmer, am 7. Mai 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt). Darin beantragte er, es sei die angefochtene V erfügung aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab 1. April 2012 (recte wohl: 2014) eine Dreiviertelsrente der IV zuzusprechen. Eventualiter sei eine unabhängige, polydiszi plinäre Begutachtung in Auftrag zu geben und nach Vorliegen der Ergebnisse über den Rentenanspruch neu zu entscheiden, unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juni 2014 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Auf die Vorbringen der Parteien ist – soweit notwendi g – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 7. Mai 2014 ist demnach einzu- treten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die d em Versicherten seit 1. Mai 1999 ausge- richtete halbe (Härtefall-) Rente der IV zu Recht per Ende April 2014 aufgehoben hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 8. März 2002 vorwiege nd gestützt auf das Gutachten von Dr. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. A ugust 2001 rückwirkend ab 1. Mai 1999 eine halbe Härtefall-Rente der IV zu. In der Fo lge führte sie von Amtes wegen mehrere Rentenrevisionsverfahren durch, in denen sie jeweils unveränderte Verhältnisse feststellte. Eine einlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medizi- nischen Sachverhaltes samt gestützt darauf integraler Ne uberechnung des IV-Grads erfolgte allerdings erst im Rahmen des vorliegend strittigen, im April 2012 eingeleiteten Revisionsver- fahrens, holte die IV-Stelle nebst weiteren ärztlichen Unterlagen bei den behandelnden Ärztin- nen und Ärzten doch erstmals in diesem Zeitpunkt wieder ein umfassendes, interdisziplinäres Gutachten bei der F.____ ein und überprüfte daraufhi n insbesondere auch erst in diesem Zeit- punkt die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten. Gest ützt auf die Ergebnisse, zu denen die F.____ in ihrem ausführlichen Gutachten vom 22. A pril 2013 gelangt war, eröffnete die IV- Stelle dem Versicherten in der Folge mit Vorbescheid vom 18. März 2013 die geplante Renten- aufhebung. In ihren Mitteilungen zuvor jeweils vom 13 . Juni 2006 und 1. Juni 2010 hatte sie dem Versicherten hingegen noch ohne integrale Überprü fung seiner gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse mitgeteilt, dass sie keine Änder ung festgestellt habe, die sich auf die Rente auswirke, weshalb weiterhin Anspruch auf die bishe rige halbe IV-Rente (Invaliditätsgrad: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 46% bzw. 45%) bestehe. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 21. März 2014 allenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die ei ne revisionsweise Aufhebung der bis an- hin ausgerichteten IV-Rente rechtfertigt, bildet dem nach die Situation, wie sie noch gemäss Verfügung vom 8. März 2002 bestanden hatte; denn laut Art. 74 ter lit. f der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bedarf e s keiner Verfügung, wenn die Invali- denrente nach einer von Amtes wegen durchgeführten Revision weiter ausgerichtet wird, sofern keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wird, was hier aber der Fall war. 4.4.1 Im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprache im Mär z 2002 stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes dem Gesagten zufolge auf das von ihr damals eingeholte Gutachten von Dr. E.____ vom 18. August 2001. In dieser Expertise war der Gutachter zur Auffassung gelangt, dass beim Versicherten in psychiatrischer Hinsicht eine so- matoforme Schmerzstörung, differentialdiagnostisch eine dissoziative Störung gemischt (Kon- versionsstörung), sowie eine leichte depressive Episode mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit erhoben werden könne. Der Explorand sei in der bisher ausgeübten Tätigkeit im Umfang von 30% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Eine psychiatrische Komorbidität bestehe nur in geringem Ausmass im Sinne einer sekundären reaktiv-dys phorischen Stimmungslage und Gereiztheit als Folge der subjektiv erlebten Beschwerden . Eine Willensanstrengung zur Über- windung seines Leidens sei zumutbar. Unter Berücksichtigu ng dieser Umstände sei der Versi- cherte in allen Tätigkeiten im Umfang von 70% arbeitsfähig. 4.4.2 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfah ren angefochtenen Verfügung vom 21. März 2014 bildet das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene interdisziplinäre Gutachten der F.____ vom 22. April 2013. Darin diagnostizierten die beteiligten Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung , gegenwärtig leichtgradige Episode mit somatischem Syndrom, ferner eine anhaltende somatofor me Schmerzstörung sowie eine chro- nische Kopfschmerzerkrankung. Ohne Einfluss auf die Arbeits fähigkeit sei ein chronisches Zer- vikalsyndrom, ein chronisches rechtsbetontes Lumbovertebralsynd om, eine milde traumatische Hirnschädigung (MTBI) nach Verkehrsunfall 1998, eine unkl are Belastungsdyspnoe, akten- anamnestisch ein Status nach Ganglion-Operation 1995, eine arterielle Hypertonie seit 1998, eine Appendektomie, eine Tonsillektomie, eine Inguina lhernienoperation rechts und zweimal links, drei Nasenoperationen und eine Trommelfellplasti k rechts zu erheben. Im Bereich des Bewegungsapparates stünden Schmerzen im Hals-, Schulter- und Beinbereich im Vordergrund. Es lägen Myogelosen im Bereich des Nackens und des Schul tergürtels vor, welche die Schmerzen zum Teil möglicherweise erklären könnten. Ein e Zuordnung der Beschwerden zur Diskushernie auf Höhe C5/6 könne bei fehlender Übereins timmung zwischen den klinischen Befunden und der Bildgebung nicht getroffen werden. Es würden keine fokalneurologischen Defizite vorliegen. Kompressionen neuraler Strukturen kö nnten ausgeschlossen werden. Die Wirbelsäulenbeschwerden seien neurologisch nicht erklärbar. Die Kopfschmerzen könnten nicht eindeutig zugeordnet werden. Es bestehe ein Verdacht auf Kopfschmerzen infolge Medikamen- ten-Übergebrauchs. Von psychiatrischer Seite her seien di e Kriterien für eine rezidivierende depressive Störung erfüllt. Derzeit bestehe eine leichtgr adige Episode mit somatischem Syn- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht drom. Dies stehe nicht im Widerspruch zur Einschätzung vo n Dr. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der in seinem Gutachten vom 15. Februar 2010 keine Depression diagnosti- ziert habe, da die Depression rezidivierend sei und im d amaligen Zeitpunkt nicht bestanden habe. Dr. G.____ habe im Weiteren auch eine anhalten de somatoforme Schmerzstörung bei ausgeprägter psychosozialer Problematik diagnostiziert. Die ausserdem von ihm diagnostizierte Phobie liege aktuell nicht mehr vor. Als konstante psychiat rische Diagnose finde sich sowohl in allen Gutachten, insbesondere im Gutachten von Dr. E._ ___ vom August 2001 sowie im Gut- achten von Dr. G.____ vom Februar 2010, als auch aktuel l die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Was deren Überwindbarkeit betreffe, habe der Explorand seine externen Freizeitbeschäftigungen zwar reduziert; er pfle ge jedoch weiterhin Kontakte zu Freun- den und Verwandten im Rahmen auch von regelmässigen Re staurantbesuchen. Sein Tageab- lauf sei regelmässig und strukturiert. Der Versicherte geh e zudem einer regelmässigen Er- werbstätigkeit nach. Eine andere Erkrankung von erhebli cher Schwere liege weder in affektiver noch in somatischer Hinsicht vor. Der Explorand nehme an keiner psychiatrischen Therapie teil. Ebenso wenig seien die von ihm berichteten Schmerzmittel im Blut nachweisbar. Ein verfestig- ter, therapeutisch nicht angehbarer innerseelischer Konfl ikt sei nicht zu eruieren, hingegen be- stehe eine psychosoziale Belastung durch eine hohe Schulden last. Der Versicherte sei aktuell als Scanner in einem Verkaufsbetrieb im Umfang eines Pe nsums von 30% bis 40% tätig. Für diese körperlich leichte Arbeit, die im Sitzen oder St ehen ausgeübt werde, bestehe aus ge- samtmedizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Di ese Einschätzung gelte ebenfalls für andere, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Die Kop fschmerzen verursachten aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 10%. Diese Einschrän- kung sei in der psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkei t von 20% bei ebenfalls leicht erhöh- tem Pausenbedarf allerdings bereits mit enthalten. Die aktuelle Zumutbarkeitsbeurteilung gelte ab Zeitpunkt des Gutachtens. Die Frage, ob sich die gesun dheitliche Situation seit der Renten- zusprache verändert habe, sei schwierig zu beantworten, da ein wesentlicher Anteil der Diag- nosen auf den subjektiven Angaben des Exploranden basi erten und objektivierbare Befunde sowohl aktuell als auch in der Vergangenheit nur in geringem Masse vorhanden seien bzw. feh- len würden. Mit Sicherheit jedoch sei es zu keiner Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Die bisherige Einschätzung der Arbeitsunfähig keit zwischen 20% bis 30% spiegle eine gewisse Bandbreite des Ermessens wieder. Dabei sei eine zumindest teilweise Überwind- barkeit der somatoformen Schmerzstörung aufgrund der zwe ifellos vorhandenen Ressourcen möglich, so dass ein nicht überwindbarer Anteil von 20 % verbleibe und insgesamt von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 80% ausgegangen wer den könne, wie dies bereits durch Dr. G._____ festgehalten worden sei. 4.5 Vergleicht man diese im aktuellen Revisionsverfahren eingeholten ärztlichen Erkennt- nisse mit dem medizinischen Sachverhalt, wie er noch der ursprünglichen Verfügung vom 8. März 2002 zu Grunde gelegen hatte, so zeigt sich, dass nicht von einer zwischenzeitlich ein- getretenen, tatsächlich nachweisbaren Verbesserung des Ge sundheitszustandes und - damit einhergehend – auch von einer erheblichen Verbesserung der dem Versicherten noch verblei- benden Arbeitsfähigkeit gesprochen werden kann. Es kan n in dieser Hinsicht auf die Beurtei- lung im F.____-Gutachten vom 22. April 2013 verwiesen werden, wonach schwierig und mithin Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht notwendigen Bew eisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu beantworten war, ob sich die gesundheitl iche Situation des Versicherten seit der ursprünglichen Rentenzusprache wesentlich verändert hat. Gegen eine allfällige Verbesse- rung der gesundheitlichen Verhältnisse spricht aber auch , dass es den Gutachtern der F.____ mangels rheumatologischer und neurologischer Unterlagen für die Periode zwischen 1998 und 2012 nicht möglich war, den somatischen Verlauf mit der notwendigen Sicherheit zu beschrei- ben. Zumal diese explizit festhalten, dass die bisherige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwi- schen 20% bis 30% eine Spannbreite des Ermessens widersp iegle, sind die Schlussfolgerun- gen der Gutachter der F.____ letztlich vielmehr auf ei ne unterschiedliche Ausübung des medi- zinischen Ermessens zurückzuführen. Wie oben aufgezeigt (vgl . E. 4.2 hiervor), berechtigt eine solche abweichende, bloss auf einer anderen Wertung ber uhende medizinische Einschätzung von im Wesentlichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen aber nicht zu einer materiellen Rentenrevision; eine solche fällt deshalb vorliegend auss er Betracht. Dieses (Zwischen-) Er- gebnis wird denn auch von den Parteien - zu Recht - nicht in Frage gestellt. 5.1 Die IV-Stelle stützt ihre Renteneinstellung nach d em Gesagten denn auch nicht auf Art. 17 ATSG, sondern auf lit. a Abs. 1 SchlB IVG ab. Danach werden Renten, die bei pathoge- netisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (nachfolgend: unklare Beschwerden) gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehob en, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmun g ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 ff.). Sie findet indessen laut lit. a Abs. 4 SchlB IVG keine Anwendung auf Per- sonen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderu ng das 55. Altersjahr zurückgelegt ha- ben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung einge leitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. 5.2 In seiner Beschwerdebegründung lässt der Versicherte in diesem Zusammenhang vor- bringen, dass er im Zeitpunkt der Rentenüberprüfung du rch die IV-Stelle bereits seit rund 13 Jahren eine Rente bezogen habe. Die Rentenaufhebung kn app vor Ablauf der in lit. a Abs. 4 SchlB IVG erwähnten Frist sei deshalb stossend. Der Beschwer deführer wirft damit die Frage auf, den Ausnahmetatbestand von lit. a Abs. 4 SchlB IVG aus Billigkeitsüberlegungen bereits im heutigen Zeitpunkt anzuwenden. Dies ist jedoch zu vernei nen. Vorliegend wurde dem Versi- cherten die halbe (Härtefall-) Rente der IV, welche n unmehr aufgehoben werden soll, rückwir- kend ab 1. Mai 1999 zugesprochen. Laut BGE 139 V 442 ff. bildet dieser Zeitpunkt des Renten- beginns – und, wie der Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht selber vorbringen lässt, nicht etwa das Verfügungsdatum – den Ausgangspunkt für die Berechnung der massgebenden Ren- tenbezugsdauer. Die heute zur Beurteilung stehende Übe rprüfung seines Rentenanspruchs leitete die IV-Stelle am 12. April 2012 ein (vgl. R evisionsfragebogen vom 12. April 2012, IV-Dok 55; vgl. im Übrigen zur Auslegung der Wendung “im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingelei- tet wird“: BGE 140 V 15 ff.). Diesen “Eckdaten“ lässt si ch entnehmen, dass die für die Anwen- dung des Ausnahmetatbestandes von lit. a Abs. 4 SchlB IVG massgebende Rentenbezugsdau- er des Beschwerdeführers lediglich knapp 13 Jahre betrage n hat. Der Versicherte gelangt des- halb klarerweise nicht in den Genuss der betreffenden A usschlussklausel. Es ist daran zu erin- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nern, dass der Einhaltung von Fristen stets eine abstrakte Schematisierung zu Grunde liegt. Im Zusammenhang mit deren Einhaltung würde die Anwendun g einzelfallbezogener Abweichun- gen einer objektivierten Betrachtungsweise zuwider lau fen, und es würde das Ziel der Rechts- gleichheit verfehlt, gleichgelagerte Fällen letztlich gleich zu behandeln. So hat das Kantonsge- richt in einem neulich beurteilten Fall, in welchem ein bereits über 14-jähriger Rentenbezug vor- gelegen hatte, ebenfalls entschieden, dass eine Schemat isierung dem kaum überprüfbaren Abstellen auf das Rechtsgefühl vorzuziehen ist und deshal b kein Raum für eine abweichende Handhabe der gesetzlich klaren Frist von 15 Jahren besteh t (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 23. Mai 2014, 720 14 77, E. 5.2). 5.3 Für die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente g estützt auf die SchlB IVG müssen rechtsprechungsgemäss drei Voraussetzungen erfüllt sein: Die seinerzeitige Rentenzusprache muss aufgrund der Diagnose eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Be- schwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage er folgt sein. Weiter ist erforderlich, dass auch im Revisionszeitpunkt ein unklares Beschwerdebild vo rliegt. Schliesslich ist zu prü- fen, ob die "Foerster-Kriterien" als erfüllt zu betrachten sind und eine Validitätseinbusse auf die- se Weise - trotz des hinsichtlich der invalidisierenden Fo lgen nicht objektivierbaren Beschwer- debildes - nachweisbar ist (Urteil W. des Bundesgericht s vom 23. Januar 2014, 8C_436/2013, E. 4 mit Verweis auf BGE 139 568 f. E. 9.4 und 10). Da es sich bei den erwähnten Punkten, von deren Beantwortung der Bestand laufender Renten abhängt, in erster Linie um solche medizini- scher Art handelt, sind an die entsprechenden Abklärung en besonders hohe Anforderungen zu stellen. Wie das Bundesgericht im Grundsatzurteil BGE 139 V 547 ff. ausdrücklich betont hat, setzt die Anwendung der genannten SchlB IVG denn auch eine fachgerechte und umfassende Begutachtung der betroffenen Person voraus. Namentlich muss verlangt werden, dass die Un- tersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestel- lung auseinandersetzen (Urteil W. des Bundesgerichts vom 2 3. Januar 2014, 8C_436/2013, E. 4 mit Verweis auf BGE 139 568 f. E. 9.4 und 10.2). 6.1 Wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. 4.4.1 hiervor ), stützte sich die IV-Stelle bei ihrer ursprünglichen Rentenzusprache auf das von ihr eingeholt e fachärztliche Gutachten von Dr. E.____ vom 18. August 2001. Dieser hielt darin a ls Diagnose mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit eine somatoforme Schmerzstörung, differe ntialdiagnostisch eine dissoziative Stö- rung gemischt (Konversionsstörung), sowie eine leichte depr essive Episode fest. Gleiches ergibt sich aus den übrigen, noch vor der ursprünglichen Rentenzusprache ergangenen ärztli- chen Unterlagen. So hielt bereits Dr. H.____, Assistenz arzt des Spitals I.____, in seinem Be- richt vom 3. August 1998 fest, dass der Versicherte an ein er somatoformen Schmerzstörung leide. Nichts anderes geht aus der kreisärztlichen Beurtei lung von Dr. J.____ vom 2. Februar 1999 hervor, wonach die Hauptdiagnose einer somatofor men Schmerzstörung einem vollen Arbeitseinsatz nicht im Wege stehen würde. Es kann an d ieser Stelle auf das Urteil des damali- gen Versicherungsgerichts des Kantons Basel-Landschaft vom 2. August 2000 verwiesen wer- den (99/215 Nr. 318). Dieses damals diagnostizierte Beschwerdebild gehört mithin zweifellos zu den hiervor genannten unklaren Beschwerden ohne nachwei sbare organische Grundlage (vgl. BGE 139 V 549 f. E. 2.2). Daran vermag nichts zu ändern, dass Dr. E.____ dazumal zu- sätzlich eine rezidivierende depressive Störung leichtgradig er Episode mit somatischem Syn- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht drom sowie eine chronische Kopfschmerzerkrankung diagnostizie rt hatte. Wie das Bundesge- richt in einem unlängst ergangenen Entscheid festgehalten hat, ist für die Anwendung des frag- lichen Schlusstitels von lit. a Abs. 1 SchlB IVG nicht vorausgesetzt, dass die ursprüngliche Ren- te ausschliesslich aufgrund unklarer Beschwerden zugesprochen worden ist. Vielmehr stehe der Umstand, dass eine laufende Rente sowohl für unklare Beschwerden als auch für andere Gesundheitsschäden, also auch für erklärbare Beschwerden, zugesprochen worden sei, einer Anwendung der fraglichen Bestimmung nicht entgegen (vg l. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2014, 8C_74/2014, E. 6.2.3). Laufende Rente n sind daher vom Anwendungsbereich von lit. a Abs. 1 SchlB IVG nur dann auszunehmen, wen n und soweit sie auf erklärbaren Be- schwerden beruhen. Diese Voraussetzung aber liegt vorli egend offensichtlich nicht vor. Unbe- strittenermassen liegt sodann auch im Revisionszeitpunkt ein solches unklares Beschwerdebild vor, haben doch die Gutachter der F.____ in ihrem von d er IV-Stelle eingeholten interdisziplinä- ren Gutachten vom 22. April 2013 als Diagnose mit Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls eine somatoforme Schmerzstörung festgehalten. Auch hie r steht der Umstand, dass nebst un- klaren auch erklärbare Beschwerden diagnostiziert worden sind, einer Anwendung von lit. a Abs. 1 SchlB IVG nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesg erichts vom 26. Juni 2014, 8C_104/2014, E. 3.1). 6.2.1 Indem die IV-Stelle im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens bei der F.____ das interdisziplinäre Gutachten vom 22. April 2013 eing eholt hat, hat sie sich bei der Renten- überprüfung sowohl auf umfassende als auch auf - im Re visionszeitpunkt - aktuelle medizini- sche Abklärungen stützen können. Die vorinstanzliche Renten überprüfung entspricht somit auch in dieser Hinsicht den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung formulierten Anforde- rungen (vgl. E. 5.3 hiervor und die dortigen Hinweise) . Sodann erfüllt das betreffende F.____- Gutachten alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ei ne taugliche, medizinische Beurteilungsgrundlage. Es weist weder formale noch inh altliche Mängel auf und ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt di e geklagten Beschwerden, ist in Kennt- nis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet in de r Darlegung der medizinischen Zusam- menhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Auch weist es keinerlei Wider- sprüche auf und setzt sich mit den bei den Akten liegenden fachärztlichen Einschätzungen aus- einander. 6.2.2 Der Beschwerdeführer lässt diverse Einwände gegen d as Gerichtsgutachten der F.____ vorbringen. Insbesondere zweifelt er zunächst an der Diagnose einer nur leichtgradigen Depression. Soweit er ausführt, dass die Symptomatik der Anamnese zufolge vielmehr auf eine mittelgradige Depression hinweise, kann ihm allerdings nicht gefolgt werden. Auch wenn fest- zustellen ist, dass sich der Hamilton-Depressions-Test punktemässig am Grenzbereich zu einer mittelgradigen Depression bewegt, kommt dessen Ergebni s mit 16 Punkten nichts desto trotz noch immer klar im Bereich einer leichtgradigen Depressi on zu liegen. Darüber geht aus dem psychiatrischen Untergutachten der F.____ vom 25. Oktober 2012 nachvollziehbar hervor, dass die Symptome nach den ICD-10-Kriterien für eine Depression zwar erfüllt würden, aufgrund des Gesamtbilds jedoch ein lediglich leichter Ausprägungsgrad vorliege (vgl. a.a.O., S. 16). Diese Einschätzung ist plausibel und deckt sich mit jener des regi onalärztlichen Dienstes RAD vom Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. November 2013 (vgl. IV-Dok 102). So kann den vorliegenden Akten zufolge in der Tat gerade keine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit entnommen w erden, welche auf eine depressi- ve Symptomatik zurückzuführen wäre. Ebenso überzeugt die A ussage, dass aufgrund der Tat- sache, dass Dr. G.____ in seinem Gutachten vom 15. Febru ar 2010 dazumal keine Depression diagnostiziert hatte (vgl. IV-Dok 52, S. 4 f.), von einer gar zeitweisen Remission der depressiven Symptomatik ausgegangen werden muss. Keine Zweifel am gerichtlichen Gutachten der F.____ hervorzurufen vermag sodann der Umstand, dass die von D r. G.____ in jenem Gutachten noch diagnostizierte Phobie aktuell nicht mehr vorliegt. Das psychiatrische Fachgutachten der F.____ vom 25. Oktober 2012 behandelt die Frage einer allfäl ligen Phobie namentlich im Zusammen- hang mit der Anamnese des Versicherten letztlich sehr aus führlich (vgl. a.a.O., IV-Dok 75, S. 42). So hat der Versicherte angegeben, dass er in Tu nnels und in Kellerräumen, ebenso in Liften und kleinen Räumen wie unter anderem auch das Z immer, in welchem die Exploration der F.____ stattgefunden hat, jeweils Angst empfinde. Der begutachtende Psychiater der F.____ würdigt dabei sehr wohl, dass leichtere Angstsymp tome insbesondere in spezifischen Phobiesituationen bestehen. Diese aber können mit Blick auf die ihm noch zumutbare Restar- beitsfähigkeit per se ohnehin keine zusätzlichen Einschränkungen begründen. Zu Recht stellt er der psychiatrische Fachgutachter der F.____ sodann fest, dass eine leicht ausgeprägte Ver- deutlichungstendenz vorhanden sei. So war es dem Versichert en doch immerhin möglich, wäh- rend der gesamten Explorationsdauer über zweidreiviert el Stunden in einem engen Raum zu verweilen, ohne dass nach Aussen eine Angstsymptomatik sich tbar geworden wäre oder die Konzentration tatsächlich offensichtlich nachgelassen hätt e (vgl. a.a.O., S. 41). Unter diesen Umständen aber ist es ohne Weiteres nachvollziehbar, dass d er psychiatrische Gutachter der F.____ keine eigentliche Phobie diagnostiziert hat. Ob sich eine vorbestehende Phobie mittler- weile zurückgebildet hat oder eine solche ursprünglich g ar zu Unrecht diagnostiziert worden war, kann bei diesem Ergebnis offen bleiben. Im Weiteren wendet der Beschwerdeführer ein, es sei im Hinblick auf die dokumentierten Be- wegungseinschränkungen in fast allen Segmenten der Halsw irbelsäule nicht nachvollziehbar, weshalb in rheumatologischer Hinsicht kein Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit resultiere. Auch dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen. So ist festzust ellen, dass der rheumatologische Experte der F.____ dem Versicherten zwar eine vollschichtig e Arbeitsfähigkeit attestiert, beim Anforderungsprofil die verbleibende Restarbeitsfähigke it jedoch insofern eingeschränkt hat, als lediglich noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten für zumutbar erachtet werden. Entgegen der vorgebrachten Kritik wird den dokumentierten, rheumato logischen Einschränkungen des Be- schwerdeführers somit durchaus Rechnung getragen (vgl. rhe umatologisches Fachgutachten der F.____ vom 2. November 2011, IV-Dok 75, S. 57). Di eser wendet ferner ein, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die auf die Kopfschmerzsymptomat ik zurückzuführende, 10%-ige Be- einträchtigung neben der psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht additiv zu berücksich- tigen sei. Hierzu ist festzuhalten, dass die psychiatrisch bed ingte Arbeitsunfähigkeit von 20% mit einem etwas verlangsamten Arbeitstempo sowie mit ein em erhöhten Pausenbedarf begrün- det wird (vgl. psychiatrisches Fachgutachten der F.____ vo m 25. Oktober 2012, IV-Dok 75, S. 50). Die neurologisch bedingte und ebenfalls auf d ie Kopfschmerzsymptomatik zurückzufüh- rende Arbeitsunfähigkeit von 10% wurde indessen auch mit einem erhöhten Pausenbedarf be- gründet (vgl. neurologisches Fachgutachten der F.____ v om 24. Oktober 2012, IV-Dok 75, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 65). Auch wenn bei der psychiatrisch bedingten Arbei tsunfähigkeit keine detaillierte Quantifi- zierung ersichtlich ist, welcher Anteil der Einschränkun g genau auf das verlangsamte Arbeits- tempo bzw. auf den erhöhten Pausenbedarf zurückzuführen ist, ist doch immerhin festzustellen, dass der erhöhte Pausenbedarf aufgrund der psychiatrische n und neurologischen Einschrän- kung bei einer hälftigen Aufteilung im Umfang von je weils 10% zu liegen kommt. Daraus aber resultiert, dass die neurologisch begründete Einschränkun g in der psychiatrisch bedingten Ein- schränkung aufgeht. Der Beschwerdeführer lässt schliesslich vorbringen, das F.____- Gutachten habe sich nicht mit den abweichenden Einschätzu ngen seines Hausarztes ausei- nandergesetzt, wonach alleine bereits aus somatischer S icht eine Arbeitsunfähigkeit von 50% resultiere. Dieser Auffassung kann in dieser Form nicht gefolgt werden. Die entsprechenden Berichte des Hausarztes vom 25. August 2009 und 7. Mai 2 012 wurden beide im F.____- Gutachten aufgeführt und inhaltlich zusammengefasst. Es i st deshalb davon auszugehen, dass die F.____ die beiden Berichte zur Kenntnis genommen und entsprechend auch gewürdigt hat. Zumal der Bericht des Hausarztes vom 25. August 2009 ohneh in als veraltet zu bezeichnen ist (vgl. IV-Dok 44), enthalten sie beide keine Diagnosen, d ie im F.____-Gutachten nicht auch er- hoben worden sind (vgl. ebenso IV-Dok 59). Insofern is t keine Diskrepanz vorhanden, auf wel- che die F.____ zwingend gesondert hätte Bezug nehmen mü ssen. Eine Diskrepanz besteht mithin einzig bei der Zumutbarkeitsbeurteilung. Da de r Hausarzt seine Zumutbarkeitsbeurtei- lung indes nicht näher begründet hat, bestand für di e Gutachter der F.____ weder Veranlas- sung noch überhaupt die Möglichkeit, sich mit dieser abwe ichenden Einschätzung auseinan- derzusetzten. Die F.____-Gutachter konnten der abwei chenden Meinung des Hausarztes unter diesen Umständen einzig ihre eigene Einschätzung entgege nsetzen und diese begründen, was dem Gesagten zufolge aber umfassend und überzeugend erfolgt ist. 7.1 Liegt bei einer versicherten Person - wie hier beim Beschwerdeführer - die Diagnose eines unklaren Beschwerdebildes ohne nachweisbare organisc he Grundlage vor, so wird nach geltender Rechtsprechung eine Erwerbsunfähigkeit nur anerkannt, wenn zusätzliche Kriterien (sog. "Foerster-Kriterien") in hinreichendem Ausmass erfüllt sind (vgl. zum Ganzen: BGE 139 V 547 ff. mit zahlreichen Hinweisen). Als diesbezüglich m assgebliche Kriterien sind von der Rechtsprechung anerkannt worden: das Vorliegen einer m itwirkenden, psychisch ausgewiese- nen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, A usprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien wie etwa chronische körperliche Begleiterkrankungen und meh rjähriger Krankheitsverlauf bei un- veränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger fristige Remission, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfest igter, therapeutisch nicht mehr an- gehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten , psychisch aber entlastenden Kon- fliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") sowie ein unbefriedigen- des Behandlungsergebnis trotz konsequent durchgeführter a mbulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem thera peutischem Ansatz) und geschei- terte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivat ion und Eigenanstrengung der versi- cherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutba- re Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 352 ff.). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob beim Beschwe rdeführer die "Foerster- Kriterien" als erfüllt zu betrachten sind und in welche m Umfang eine (Teil-) Erwerbsunfähigkeit auf diese Weise - trotz des hinsichtlich der invalidisieren den Folgen nicht objektivierbaren Be- schwerdebildes - nachweisbar ist. 7.3 Wie den Ausführungen insbesondere im Hauptgutacht en der F.____ vom 22. April 2013 entnommen werden kann, habe der Explorand exter ne Freizeitbeschäftigungen reduziert, verfüge aber noch über Kontakte zu Freunden und Verwan dten, beispielsweise im Rahmen regelmässiger Restaurantbesuche. Der Tagesablauf sei reg elmässig und strukturiert. Zudem gehe er einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nach. Ein e andere Erkrankung von erheblicher Schwere liege nicht vor, insbesondere keine schwere affek tive oder somatische Erkrankung. Der Explorand stehe in keiner psychiatrischen Therapie, au ch die berichteten Schmerzmittel liessen sich im Blut nicht nachweisen. Im Falle der empfo hlenen psychiatrischen Therapie sei die Prognose trotz chronischen Verlaufs grundsätzlich gün stig. Ein verfestigter, therapeutisch nicht angehbarer innerseelischer Konflikt sei nicht zu eru ieren, hingegen eine psychosoziale Belastung durch eine hohe Schuldenlast. Die bisherige Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit widerspiegle eine gewisse Spannbreite des Ermessens. Dabe i sei eine zumindest teilweise Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung aufgrund der zweifellos vorhandenen Res- sourcen möglich, so dass ein Anteil von 20% als nicht über windbarer Restanteil verbleibe und insgesamt von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 80% sowohl in der aktuellen Tätigkeit als Scanner als auch in einer anderen, körperlich leichten b is mittelschweren Tätigkeit ausgegan- gen werden könne. 7.4 Im Lichte dieser klaren gutachterlichen Feststellung en ist beim Versicherten das Vor- liegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorb idität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer ebenso auszuschliessen w ie das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erf üllter Kriterien wie etwa chronische kör- perliche Begleiterkrankungen, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Le- bens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer Verlauf einer an sich missglück- ten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung sow ie ein unbefriedigendes Behand- lungsergebnis trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungs- bemühungen und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen b ei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung des Versicherten. Die Gesamtwürdigung der zu prüfenden “Foerster- Kriterien“ führt demnach zum klaren Ergebnis, dass beim V ersicherten von einer Überwindbar- keit der diagnostizierten unklaren Beschwerden ohne nachweisbare organische Grundlage aus- zugehen ist. 7.5 Zusammenfassend resultiert, dass seit der am 8. März 2 002 rückwirkend ab 1. Mai 1999 erfolgten Rentenzusprache an den Versicherten zwar keine Verbesserung in den gesund- heitlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. E. 4.5 h iervor), dass vorliegend jedoch sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind, die für eine gestützt auf lit. a SchlB IVG vorzunehmende Herab- setzung oder Aufhebung der Rente erforderlich sind. Dab ei ergibt sich, dass die Beschwerde- gegnerin bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes un d der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers zu Recht auf das beweiskräftige F.____-Guta chten vom 22. April 2013 abge- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt hat. Demzufolge ist davon auszugehen, dass dem Besc hwerdeführer eine seinem Leiden angepasste Tätigkeit mit einer Leistungseinschränkung v on 80 % zumutbar ist. Es besteht kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen . Der Einwand des Beschwerdefüh- rers, die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sach verhalt vor Erlass der angefochte- nen Verfügung nur unvollständig abgeklärt, erweist sich daher als unbegründet. Da ausserdem keine Hinweise auf eine relevante gesundheitliche Verschl echterung vor Verfügungserlass vor- liegen, kann in antizipierter Beweiswürdigung von weite ren Abklärungen abgesehen werden (BGE 136 I 236 E. 5.3, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E . 3c in fine mit Hinweisen). Nachdem die Einwendungen des Beschwerdeführers die Beweiskraft des F. ____-Gutachtens nicht erschüt- tern können, kann bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf des- sen Ergebnisse abgestellt werden. 8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), i st der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt der Rentenrevision nach dem Beweisgrad der überwiegen den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittl ung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel auf den letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, abzustellen ist (vgl. Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen) . Der Versicherte arbeitete vor dem Eintritt seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung seit Dezember 1995 bis Ende Februar 1999 als Mit- arbeiter in der B.____ bei der C.____ AG in D.____. Basierend auf den Angaben seines ehe- maligen Arbeitgebers (vgl. Fragebogen Arbeitgeber vom 22. April 1999, IV-Dok 3) hat die IV- Stelle das Valideneinkommen daher zu Recht auf der Gru ndlage des bisher berücksichtigten Valideneinkommens ermittelt. Daraus resultiert, wie d ie IV-Stelle in der angefochtenen Verfü- gung errechnet hat, als Valideneinkommen ein der seith er eingetretenen Nominallohnentwick- lung von 3,7% angepasstes Jahresgehalt von Fr. 71‘887.— . Dieses unter den Parteien unbe- stritten gebliebene Valideneinkommen ist nicht zu beanstanden. 8.2.1 Strittig und zu prüfen bleibt hingegen die Be messung des Invalideneinkommens. Die IV-Stelle erwog in dieser Hinsicht, dass das Invalidenei nkommen gestützt auf die statistischen Durchschnittslöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung L SE 2010 zu ermitteln sei. Da- bei hat sie auf dieser Basis ein zumutbares Einkommen vo n Fr. 44‘586.— errechnet. Der Be- schwerdeführer bringt in seiner Beschwerdebegründung da gegen vor, dass für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die konkreten Einkommenswerte abzustellen sei. Auf der Basis des aktuell mit einem Pensum von 50% erzielten Gehalts e rgebe sich ein auf das als möglich erachtete Arbeitspensum von 80% hochgerechnetes Invalide neinkommen im Umfang von Fr. 42‘329.—. 8.2.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist pri mär von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versich erte Person konkret steht. Übt diese nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkommen gleichzusetzen, wenn - kumulativ - be sonders stabile Arbeitsverhältnisse Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegeben sind, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut barer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich kei n Soziallohn zur Auszahlung gelangt (BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinw eisen). Nur falls kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung keine oder jedenfalls ke ine ihr an sich zumutbare neue Er- werbstätigkeit aufgenommen hat, kann das Invalideneink ommen unter Beizug der Tabellenlöh- ne der LSE ermittelt werden (BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). 8.2.3 Der Versicherte besitzt keine Berufsausbildung u nd war seit seiner Migration in die Schweiz zunächst als Küchenhilfe, Bauarbeiter und als Fa brikmitarbeiter tätig. Nach Eintritt sei- ner gesundheitlichen Beeinträchtigung im Mai 1998 ar beitete er seit dem Jahr 2009 in einem Lebensmittelgeschäft als Kassier und Allroundmitarbeiter . Nach Kündigung dieses Arbeitsver- hältnisses infolge Arbeitsmangels folgte zunächst eine Tä tigkeit im Umfang von 30% bis 50% bei K.____ (vgl. F.____-Gutachten vom 22. April 2013, IV-Dok 75, S. 10 f.). Seit 2011 arbeitet der Beschwerdeführer bei der L.____ AG als Scanner im Rahmen eines 50%-Pensums (vgl. Protokoll Erstgespräch vom 17. Juli 2012, IV-Dok 84; IK-Auszug, IV-Dok 86). Dabei erziel- te er im Jahre 2013 auf der Basis einer 50%-igen Beschä ftigung zuletzt ein Jahresgehalt von Fr. 26‘456.— (vgl. Lohnausweise des Beschwerdeführers, Beil age 2 zur Beschwerdebegrün- dung). Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, dass für die Ermit tlung des Invalideneinkommens auf den im Rahmen dieser effektiv ausgeübten Tätigkeit erzie lten konkreten und auf 80 % hochge- rechneten Lohn abzustellen sei. Die IV-Stelle stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass nur dann von den tatsächlichen Verhältnissen ausgegangen werden dürfe, wenn eine ver- sicherte Person ihre Restarbeitsfähigkeit voll ausschöpfe . Diese Voraussetzung sei im konkre- ten Fall nicht gegeben, da der Beschwerdeführer bei e iner noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80 % nur in einem 30% bis 50%-Pensum arbeite. Aus diesem Grund habe die Ermittlung des Invalideneinkommens unter Beizug der LSE zu erfolgen. 8.2.4 Der Ansicht der IV-Stelle kann nicht gefolgt wer den. Wie hiervor (E. 8.2.2) aufgezeigt, entspricht das effektiv erzielte Erwerbseinkommen dem Inva lideneinkommen insbesondere dann, wenn – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhält nisse gegeben sind, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich kein Soziallohn zur Auszahlung gelangt. Das erste Kriterium – das Vor- liegen stabiler Arbeitsverhältnisse – ist im hier zu beurt eilenden Fall ohne weiteres zu bejahen. Der Beschwerdeführer arbeitet mittlerweile seit 2011 bei der Valora Warenlogistik bzw. Media- services AG. Dem arbeitsvertraglichen Lohnanspruch zufolge ist ausserdem nicht anzunehmen, dass es sich bei seinem erzielten Verdienst um einen Sozi allohn handelt. Zur Frage, ob der Versicherte seine Arbeitsfähigkeit voll ausschöpft, ist f estzuhalten, dass der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht zu 80 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 7.3). Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassung ist sodann davon auszugehen, dass da s aktuell ausgeübte Pensum nicht 30% bis 40% umfasst, sondern es ist aktuell von einem tatsächlichen Pensum von 50% auszugehen (vgl. aktuelle Lohnausweise des Beschwerdefüh rers für das Jahr 2013, Beilage 2 zur Beschwerdebegründung, ad Ziffer 15, Bemerkungen). Mit diesem Pensum von 50 % Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht schöpft der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit unbestrittenermassen nicht voll aus. Allerdings kann der tatsächlich erzielte Lohn bei einer versicherten Person, welche ihr Pensum nicht voll ausschöpft, unter besonderen Umständen auf da s zumutbare Pensum aufgerechnet werden (vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialver sicherungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gü ltig ab 1. Januar 2012, Rz. 3066.1). So hat auch das Bundesgericht ausgeführt, dass primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen sei, in der sich die versicherte Person befind e. Die Praxis, das hypothetische Inva- lideneinkommen stets aufgrund der LSE zu bestimmen, wen n der tatsächliche Verdienst unter den Werten der LSE liege, sei nicht haltbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Januar 2010, 8C_579/2009, E. 2.3.2). In Fällen, in welchen eine versicherte Person, die nach Eintritt der ge- sundheitlichen Schädigung in einem neuen Beruf tätig ist, die zumutbare Arbeitsfähigkeit aber nicht vollständig ausschöpft, ist das Invalideneinkommen da her aufgrund des (hochgerechne- ten) tatsächlichen Verdienstes und nicht anhand statist ischer Durchschnittslöhne zu ermitteln (vgl. so bereits Urteil des EVG vom 1. April 2005, I 17 1/04 E. 4.2). Vorliegend liegt die aktuelle Tätigkeit des Beschwerdeführers als Scanner offensichtlich innerhalb des Tätigkeitsbereiches, welcher ihm in qualitativer Hinsicht im Rahmen der gut achterlichen Einschätzung der F.____ in Bezug auf die noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit auch weiterhin attestiert wird. Mit einem Pensum von 50% schöpft er sein zumutbares Arbeitspensum zwa r nicht voll, aber seit einigen Jahren immerhin in einem masslich nicht unbedeutendem U mfang aus. Der tatsächlich erzielte Verdienst vermag die konkrete wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Versicherten in casu daher deutlich besser abzubilden als statistische Durchschnittswert e. Der Auffassung des Beschwer- deführers folgend, erscheint es im Sinne einer möglichs t konkreten Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung so mit als sachgerecht, bei der Ermitt- lung des Invalideneinkommens auf das - auf 80 % hochger echnete - tatsächliche Einkommen von Fr. 26‘456.— abzustellen (vgl. oben, E. 8.2.3 hierv or). Setzt man demnach im Einkom- mensvergleich das effektiv erzielte und auf 80 % hochger echnete Invalideneinkommen von Fr. 42‘330.— dem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 71‘887.— gegenüber, so resul- tiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 29‘557.— und somit ein Invaliditätsgrad von 41 %. Nichts zu ändern an diesem Ergebnis vermag der in diesem Zusammenhang vorgebrachte Einwand der IV-Stelle, dass bei dieser Berechnungsmetho de noch der statistische Teilzeit- mehranteil dem hochgerechneten Invalidenlohn hinzuge rechnet werden müsse. Weder ist eine solche Ausgleichungspflicht der bundesgerichtlichen Rechtsp rechung zu entnehmen, noch ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Versicherte bei einer allfälligen Pense- nerhöhung diesen prozentualen Mehranteil tatsächlich auch erhalten würde. Es tritt hinzu, dass mit Verweis auf die praxisgemässe Berücksichtigung eines l eidensbedingten Abzugs bei einem anhand der LSE ermittelten Invalideneinkommen sich ein e Vermengung statistischer Werte mit konkreten Lohnangaben aus grundsätzlichen Überlegungen als unzulässig erweist. 8.3 Bei einem Invaliditätsgrad von 41 % hat der Versich erte weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente der IV. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 21. März 2014 demnach aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Versicher- te mit Wirkung ab 1. Mai 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicher ungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festgelegt. Bei Fä llen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Ge richt die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin un terlegene Partei, weshalb sie grund- sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden ge- mäss Verwaltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine V erfahrenskosten auferlegt wer- den. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten, und der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 9.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer steht sodann ein e Parteientschädigung zu. Der eingereichten Honorarnote vom 28. Juli 2014 zufolge b eläuft sich der geltend gemachte Auf- wand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf 13 ½ Stunden. Dieser Aufwand erscheint angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen grundsätzlich als angemes- sen. Der der Honorarnote beigelegten Deservitenkarte i st allerdings zu entnehmen, dass sich darunter eine Bemühung im Umfang einer halben Stund e befindet, welche auf den Kontakt mit der Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers zurückzuführe n ist. Diese Bemühungen würden im Falle einer nicht Rechtsschutz versicherten Per son nicht anfallen und können daher nicht berücksichtigt werden. Es ergibt sich demnach eine Pa rteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 3‘727 .95 (13 Stunden à Fr. 250.— zuzüg- lich Spesen in der Höhe von Fr. 201.80 und 8 % Mehrwertsteuer). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft aufgehoben und es wird dem Be schwerdefüh- rer mit Wirkung ab 1. Mai 2014 eine Viertelrente der IV zugesprochen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘727.95 (inkl. Spese n und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde am 22. Oktober 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (sie- he nach Vorliegen des Urteils: Verfahren 8C_771/2014) erhoben.