Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Mai 2014 (720 13 274 / 108) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ablehnung einer IV-Rente zu Recht erfolgt; Würdigung der medizinischen Unterlagen, Berechnung des IV-Grads mittels gemischter Methode, Abklärungsbericht Haushalt be- weiskräftig Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____, Beschwerdeführerin , vertreten durch Renate Jäggi , Advok a- tin, Hauptstrasse 12, Postfach 811, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1960, arbeitete zuletzt vom 1. M ai 2005 bis 30. April 2009 als Verkäu- ferin bei der B.____ AG in einem Pensum von 70 %. Mit Gesuch vom 2. März 2009 meldete sie sich bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen der Invalidenver- sicherung (IV) an. Nach Abklärung der beruflichen V erhältnisse sprach die IV-Stelle A.____ mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mitteilungen vom 15. Juli 2009 und 13. Januar 2010 im Rahmen beruflicher Massnahmen eine Umschulung zur Bürofachfrau zu. In der Folge bestand di e Versicherte die Diplomprüfungen nicht und konnte die Ausbildung nicht abschliessen. Mi t Mitteilung vom 8. August 2011 wurden die beruflichen Massnahmen beendet und die Prüfung der Rentenleistungen eingeleitet. Nach Abklärung der erwerblichen, gesundheitlichen und haushä lterischen Verhältnisse und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom 16. August 2013 gestützt auf die Anwendung der ge mischten Methode mit den Anteilen Haushalt 30 % und Erwerbstätigkeit 70 % aufgrund eine s IV-Grads von 12 % ab Oktober 2009 und von 29 % ab Januar 2011 ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Re nate Jäggi, am 23. September 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht und liess unter o/e-Kostenfolge die Ausrichtung einer ha lben IV-Rente beantragen. Eventualiter sei eine Viertelsrente auszurichten oder es seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen. C. Mit Eingabe vom 22. November 2013 beantragte die B eschwerdegegnerin die Abwei- sung der Beschwerde. D. Die Parteien hielten in einem zweiten Schriftenwe chsel an ihren Anträgen fest (Replik vom 3. Februar 2014 und Duplik vom 19. Februar 2014). Schliesslich liess sich die Beschwer- deführerin mit Eingabe vom 24. März 2014 zur Duplik vernehmen. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 23. September 2013 ist demnach einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Beschwer degegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente zur Recht abgelehnt hat. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich blei- bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilwei se Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geist igen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung; Art. 28a IVG). 3.5 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, her- abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgra d in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsg rad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrun d namentlich die erhebliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens erheblich verändert haben (vgl. BGE 109 V 116 E. 3b mit Hinweisen, vgl. zum Ganzen: U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, S. 228 ff.) . Wird der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherten Person rückwirkend eine abgestufte und/oder b efristete Rente zugesprochen, d.h. wird ihr gleichzeitig eine Rente zugesprochen und diese revisionsweise herauf- oder herabge- setzt und/oder aufgehoben, so sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG) analog anzuwenden (BGE 131 V 164, 125 V 413 E. 2d). 4. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin i n der angefochtenen Verfügung als Teilerwerbstätige eingestuft und den Invaliditätsgr ad anhand der gemischten Methode be- messen. Bei der Festlegung der Anteile der Erwerbs- un d der Haushaltstätigkeit ist sie davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundhei tliche Beeinträchtigung einer Er- werbstätigkeit im Umfang von 70 % nachgegangen wäre. D ie verbleibenden 30 % der Gesamt- tätigkeit hat sie der Haushaltsführung zugeordnet. Dab ei hat sich die Beschwerdegegnerin auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Hausha ltsabklärung gestützt (vgl. Frage- bogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 17. Januar 2012, act. 58). Die Beschwerdeführe- rin rügt die von der Beschwerdegegnerin festgelegte Au fteilung zwischen Erwerbs- und Haus- haltstätigkeit nicht. Gestützt auf die unbestritten ge bliebene Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung ist daher mit der Besc hwerdegegnerin davon auszugehen, dass vorliegend zur Ermittlung der Invalidität die gemisch te Methode mit einer Aufteilung von 70 % Erwerb und 30 % Haushalt zur Anwendung gelangt. 5.1 Im Zusammenhang mit der Ermittlung der Einschränk ung im Erwerbsbereich ist zu- nächst zu klären, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.2.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist A rbeitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit b edingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutba re Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt (Satz 2). Die ärztlichen Stellungnahmen bilde n in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbark eit, also der Frage, welche anderen Er- werbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbei t von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes eine r versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Str eitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verf ügung zu stellen sind. Im Weiteren ist es Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes, dazu Stellung zu ne hmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbe itsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 5.2.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach d em für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesgerichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizini- scher Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweisw ürdigung aufzustellen (vgl. die aus- führlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin nen und -ärzte, welche aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurte ilung des Gesundheitszustands und der Bemessung der Arbeitsunfähigkeit im erwerblichen Be reich vollumfänglich auf das polydis- ziplinäre Gutachten des Begutachtungszentrums Z.____ vom 12. Oktober 2011 und ging davon aus, dass der Beschwerdeführerin ab dem 13. Oktober 2009 eine leidensadaptierte sitzende Tätigkeit zu 70 % und ab dem 1. Januar 2011 noch zu 50 % zumutbar sei (Gutachten vom 12. Oktober 2011, act. 50). Das Begutachtungsteam bestehe nd aus Dr. med. C.____, FMH Allge- meine Innere Medizin, Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. med. E.____, FMH Neurologie, diagnostiziert mit Auswirkunge n auf die Arbeitsfähigkeit eine multiple Sklerose (ES 1995, ED 11/2008) bei primär schubförmig em Verlauf, Verdacht auf beginnende sekundär chronische Progression, EDSS 4,0 und immunmoduli erender Therapie mit Interferon- beta-1a (Avonex) seit Februar 2009 sowie ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei degene- rativen LWS-Veränderungen. Als Diagnosen ohne Auswirku ngen auf die Arbeitsfähigkeit wer- den ein Status nach Arthroskopie Knie links sowie ein Ni kotinabusus gemäss Aktenlage ge- nannt. In der zusammenfassenden Beurteilung hält das Gu tachterteam fest, dass die psychiat- rische Evaluation keine Diagnose mit Einfluss auf die Arb eitsfähigkeit ergeben habe, weshalb aus rein psychiatrischer Sicht sämtliche Tätigkeiten, die an die somatischen Gegebenheiten angepasst seien, vollschichtig zugemutet werden könnten . Die neurologische Untersuchung habe ergeben, dass der Explorandin die angestammte Tä tigkeit als Verkäuferin seit September 2008 nicht mehr zugemutet werden könne. In einer ange passten sitzenden Tätigkeit bestehe aus neurologischer Sicht seit Anfang 2011 eine 50 %-ig e Arbeitsfähigkeit. Davor gehe man von einer 30 %-igen Einschränkung aus. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Wie oben ausgeführt, ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärzte und –innen, die aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertisen sprechen. Das Gutachten des Begutachtungsinstituts Z.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf. Es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl . Erwägung 5.2.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Es ist in Kenntnis der Vorakten abg egeben worden und setzt sich mit den vorhandenen ärztlichen Einschätzungen auseinander. Das Gutachten leuchtet ausserdem in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. 5.4.1 Die Beschwerdeführerin stellt die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens in Frage, da die Gutachter die Einschätzung der Arbeitsf ähigkeit von 70 % bzw. von 50 % nicht einlässlich begründen, sondern nur pauschal auf die Ein schränkungen aufgrund der Fatigue und der Rückenschmerzen verweisen würden. Dr. E.____ hal te zudem die Auswirkungen der Fatigue einerseits und der Rückenschmerzen andererseits auf die Leistungsfähigkeit und einen allfälligen Arbeitsplatz nicht auseinander. 5.4.2 Dr. E.____ führt in seinem Teilgutachten aus, dass in einer angepassten sitzenden Tä- tigkeit aus neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit vo n 50 % bestehe. Die Einschränkung bestehe einerseits aufgrund der limitierenden neuropsych ologischen Störungen, andererseits wegen der Rückenbeschwerden, welche bei längerem Sitzen zunehmen würden (Gutachten, S. 27 f., act. 50). Mit ergänzender Stellungnahme vom 19. Dezember 2012 (act. 74) hält Dr. C.____ auf Anfrage der Beschwerdegegnerin fest, dass d ie hauptsächlichen Einschränkungen der Explorandin in einer spastisch-ataktischen Gangstörun g linksbetont sowie einer MS- assoziierten Fatigue und damit einhergehender Konzentra tionsstörung bestehen würden. Aus der massgebenden spastisch-ataktischen Gangstörung ergebe si ch, dass die noch vorhande- nen Ressourcen in einer sitzenden (nicht gehenden und nich t stehenden) Tätigkeit umgesetzt werden sollten. Körperliche Belastungen wie das Heben und Tragen von Gewichten, Überkopf- arbeiten, knieende Tätigkeiten etc. würden demnach e ntfallen. Die Fatigue hingegen beein- trächtige die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer. Die Einschränkungen in der Konzentra- tionsfähigkeit und der Ausdauer seien ein wesentlicher Grund für die 50 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in einer sitzenden Tätigkei t und somit in der attestierten Arbeitsunfä- higkeit miteingeschlossen. Eine Arbeitszeitstrukturierun g mit der Möglichkeit eingebauter Pau- sen sei wünschenswert, es resultiere daraus aber keine zusätzl iche Leistungseinschränkung. Die 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit beinhalte auch diese L eistungseinschränkung. Das bedeute, bei eingebauten längeren Pausen müsste entsprechend die Präsenzzeit erhöht werden. 5.4.3 Die Ausführungen der beiden Gutachter Dr. E.__ __ und Dr. C.____ sind schlüssig. Sie legen in genügender Deutlichkeit dar, welche Einschränk ungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund welcher Beschwerden bestehen und wie sich die Einschränkun gen auf die Arbeitsplatzsituation Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht auswirken. Zudem führt Dr. med. F.____, FMH Allgemein medizin, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), in seiner Stellungnahme vom 16. J anuar 2013 aus, dass eine absolute Trennung dieser Anteile gar nicht möglich sei. In Bezug auf die Hitze, die der Beschwerdeführe- rin vermehrt Mühe bereiten könnte, führt Dr. F.____ in nachvollziehbarer Weise aus, dass sol- che (Hitze-)Tage nur beschränkt vorkommen, weshalb sie sic h nicht auf die Gesamtarbeitsfä- higkeit auswirken würden. Weitere medizinische Abklärungen in Bezug auf die im Gutachten erwähnten diffusen Druckdolenzen der LWS, die leichte T endomyose sowie die Hitzeempfind- lichkeit der Beschwerdeführerin sind daher nicht erforderlich. 5.5.1 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass die Beur teilung des Begutachtungsinstituts Z.____ im Widerspruch zur Beurteilung der Neurologisch-Neurochirurgischen Poliklinik des Spi- tals X.____ vom 22. März 2011 (act. 39) stehe. Es sei off ensichtlich, dass es in der Zeitspanne zwischen Untersuchung im Spital und Begutachtung zu eine r Verschlechterung gekommen sei, die aber bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit vom Gutachterteam nicht berücksichtigt wor- den sei. Zum einen habe sich der EDSS Score von 3,0 au f 4,0 erhöht, zum anderen sei die be- stehende Fatigue im März 2011 noch insgesamt als mittelg radig und vor allem auch motorisch betont eingeschätzt worden, demgegenüber habe das Guta chterteam eine schwere kognitive und schwere motorische Fatigue festgestellt. Dabei falle die als schwer eingeschätzte kognitive Fatigue umso mehr ins Gewicht, als die als zumutbar erachtete Verweistätigkeit nur rein sitzend absolviert werden könne und die Fatigue ein wesentli cher Grund für die Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit darstelle. 5.5.2 Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztber icht der Neurologisch-Neuro- chirurgischen Poliklinik des Spitals X.___ vom 28. Mai 200 9 (act. 9) diagnostizieren die Ärzte bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkungen auf die Ar beitsfähigkeit eine multiple Sklerose vom schubförmigen Verlauf ES 1995, ED 11/2008 bei immu nmodulierender Therapie mit Inter- feron seit Februar 2009 und aktuellem EDSS 3,0, degenerative Wirbelsäulenveränderungen vor 2007 sowie einen Vitamin B12-Mangel im März 2009. Akt uell bestünden Residuen einer spas- tisch-ataktischen Gangstörung sowie einer schweren Fatigu e-Symptomatik (motorisch betont). Seit Oktober 2008 bestehe in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin in einer Bäckerei eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Die körperliche Ermüdbarkeit lasse die Ausübung des Berufes als Verkäuferin nicht mehr sinnvoll und zumutbar erscheinen. Darüber hinaus sei bei einer zuneh- menden Ermüdung von einer erhöhten Fehlerhäufigkeit bei der Bestellungsaufnahme und der Preisberechnung auszugehen. Eine Fortsetzung der Tätigkei t bei vorwiegend sitzender Be- schäftigung in einem Pensum von voraussichtlich 70 % dage gen sei vorstellbar. In Bezug auf die Einschränkungen halten die Ärzte fest, dass das Konz entrationsvermögen, das Auffas- sungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und die Belastbark eit aufgrund der leichten kogniti- ven Fatigue eingeschränkt seien. Bei gleichbleibenden D iagnosen halten die Ärzte der Neuro- logisch-Neurochirurgischen Poliklinik des Spitals X.____ im Bericht vom 22. März 2011 (act. 39) fest, dass seit dem letzten Schubereignis im November 2008 ein stabiler Verlauf der Erkran- kung bestehe. Es bestünden immer noch Residuen einer spast isch-ataktischen Gangstörung sowie einer schweren Fatigue-Symptomatik, die motorisch b etont sei. Die angestammte Tätig- keit sei weiterhin nicht zumutbar. Eine sitzende Tätigk eit sei ab sofort zu voraussichtlich 50 % zumutbar. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.3 Die Würdigung dieser Berichte zeigt, dass die Beu rteilung des Gutachterteams in Bezug auf die gestellten Diagnosen und die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit mit derjenigen der Neurologisch-Neurochirurgischen Poliklinik des Spitals X._ ___ grundsätzlich übereinstimmen. Dr. C.____ führt im Schreiben vom 19. Dezember 2012 zur Frage der Beschwerdegegnerin, ob es zu einer massgebenden Verschlechterung gekommen sei, w enn im Bericht des Spitals X.____ vom 22. März 2011 ein EDSS von 3,0, im Gutachte n vom Oktober 2011 dagegen ein EDSS von 4,0 ermittelt worden sei, in nachvollziehbar er Weise aus, dass grundsätzlich beim festgestellten Krankheitsverlauf mit Verdacht auf begi nnende sekundär chronische Progression mit der Möglichkeit einer sukzessiven weiteren Zustandsversch lechterung und einer damit ein- hergehenden Zunahme der Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden müsse. Der Vergleich der Be- funde anlässlich der Untersuchung im Spital X.____ im M ärz 2011 und der eigenen erhobenen Befunde Ende August 2011 erlaube aber keine Rückschlüsse a uf eine in dieser kurzen Zeit- spanne eingetretene erhebliche Zustandsverschlechterung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit. Zum EDSS bemerkt er, dass dieser Score Schwankungen unterliegen könne, die sich nicht automatisch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Ausserdem sei der EDSS zwar ein nützliches, aber nicht ausgewogenes Instrument zur Verlau fsbeurteilung bei einer multiplen Sklerose, da der EDSS massgeblich durch Entwicklung der Gehfähigkeit geprägt sei. Gemäss diesen Ausführungen von Dr. C._____ hat das Gutachtert eam keine erhebliche Verschlechte- rung unberücksichtigt gelassen. Nötigenfalls ist aber, wi e von Dr. C.____ bemerkt, je nach wei- terem klinischem Verlauf zu gegebener Zeit eine Reevaluation der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit vorzunehmen. 5.6 Insgesamt liegen somit keine hinreichenden Indizien vor, die gegen den Beweiswert des Gutachtens sprechen würden. Auf die in sich schlüssige un d überzeugende Beurteilung des Gutachterteams kann abgestellt werden. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist daher nicht zu beanstanden. Weitere medizinische Abklärungen erweisen sich als nicht notwendig. Daher ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass de r Beschwerdeführerin aus medizi- nisch-theoretischer Sicht ab Oktober 2009 eine an ihre g esundheitlichen Einschränkungen an- gepasste sitzende Tätigkeit zu 70 % und ab Januar 2011 zu 50 % zugemutet werden kann. 6.1 Zu prüfen ist, wie sich die eingeschränkte Arbeitsfä higkeit auf die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt. Dabei ist in einem ersten S chritt zu klären, ob die Beschwerde- führerin die Restarbeitsfähigkeit von 50 % nach Eintr itt der Verschlechterung im Januar 2011 überhaupt noch wirtschaftlich zu verwerten vermag. 6.2.1 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei der Best immung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommen s darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht von einer Arbeitsge- legenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch ni cht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbei tgebers möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 2 .1; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von sei ner Struktur her einen Fächer verschie- denartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel- lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körpe rlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem au sgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten der Verwertung ihrer Restarbeit sfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamte n objektiven und subjektiven Gege- benheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Es geht bei dieser Beurteilung um die Einschätzung der C hancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Ar beitgeber noch angestellt zu werden, das heisst um die für die versicherte Person realistischerweis e noch vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchancen (Urteil des Bundesgericht s vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2). 6.2.2 Ausgehend von diesen Grundsätzen kann nicht von ei nem IV-rechtlich erheblichen fehlenden Zugang der Beschwerdeführerin zum Arbeitsmar kt im Sinne des Art. 16 ATSG ge- sprochen werden. Die Einschränkungen, die die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Erkrankung erleidet, bestehen gemäss gutachterlicher Einschätzung im Erfordernis der sitzenden Tätigkeit (aufgrund der spastisch-ataktischen Gangstörung) und dem reduzierten Pensum von 50 %, um mit den notwendigen Erholungszeiten den Rückenbeschwer den und den limitierenden neu- ropsychologischen Störungen bzw. der Fatigue Rechnung zu t ragen. Der Umstand, dass nur noch sitzende Tätigkeiten möglich sind, führt dazu, da ss auch körperliche Belastungen wie das Heben und Tragen von Gewichten, Überkopfarbeiten, Arb eiten auf den Knien entfallen (vgl. ergänzende Stellungnahme von Dr. C.____ vom 19. Dezemb er 2012, act. 74). Dass der Be- schwerdeführerin das Sitzen nur im Umfang von 15 Minute n bis 2 Stunden möglich wäre, was die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglicher weise einschränken könnte, wird von den Fachärzten nicht bestätigt und beruht auf subjektiven An gaben der Beschwerdeführerin. Den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten vermehrten Pausen und dem verlangsamten, inkonstanten Arbeitstempo wurde mit der Reduktion des Pe nsums bereits genügend Rechnung getragen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Umschulung zur Bürofachfrau nicht erfolgreich abgeschlossen hat, schränkt die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zwar ein. Er lässt eine Verwertbarkeit aber nicht völlig unrealistisch erscheinen und spricht für intakte Ar- beitsmarktchancen. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beste hen genügende Tätigkeiten, in denen die Beschwerdeführerin die verbliebene Arbeitsf ähigkeit von 50 % umsetzen könnte. Zu denken ist dabei an Archivarbeiten, einfache Büroarbeiten oder Empfangsdienste an einer Pfor- te. Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen V erfügung die als zumutbar erachteten Verweistätigkeiten in genügender Weise aufgezeigt. Au f weitere Abklärungen kann auch hier verzichtet werden. 6.3.1 Es bleibt die Prüfung der Einbusse im erwerblich en Bereich. Wie bereits in Erwägung 3.2 hiervor dargestellt, wird diese durch einen Einko mmensvergleich ermittelt. Bei der Bemes- sung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versich erte Person nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunk t des Rentenbeginns tatsächlich ver- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dienen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre (U rteil des Bundesgerichts vom 16. De- zember 2012, 8C_600/2012, E. 4.1.1). Die Einkommenserm ittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel von der Tätigkeit, welche die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1). 6.3.2 In Bezug auf die Ermittlung des Valideneinkomm ens hat die Beschwerdegegnerin ihren Berechnungen zu Recht die Tabellenlöhne der Schweizer ischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik aus den Jahren 2008 und 2010 , Tabelle TA1, Privater Sektor, Detailhandel, Anforderungsniveau 4 des Arbeitsplatzes, Spalte Frauen, zugrunde gelegt. 6.3.3 Die Beschwerdeführerin hätte im Zeitpunkt des f rühest möglichen Rentenbeginns im Jahr 2009 bei einem Beschäftigungsgrad von 70 % als Gesun de ein Jahreseinkommen von Fr. 36‘316.-- erzielen können. Grundlage dafür bildet die LSE 2008, Tabelle TA1, Sektor Detail- handel und Reparatur, Anforderungsniveau 4 des Arbeit splatzes, Spalte Frauen, Fr. 4‘031.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassun g dieses Betrages an die Nomi- nallohnentwicklung von 2.4 % (vgl. BFS Lohnentwicklung 2010, Tabelle T1.2.05 Nominallohnin- dex Frauen 2007-2010, Abschnitt G/H) und nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchent- liche Arbeitszeit von 41.9 Stunden (vgl. „Die Volkswirtsch aft“, Ausg. 1/2-2014, Tabelle B9.2) x 12 Monate ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘880.-- bei einem 100 % Pensum. Umge- rechnet auf ein Arbeitspensum von 70 % ergibt sich das vo rstehend erwähnte Jahreseinkom- men. 6.3.4 Nach Eintritt der Verschlechterung der Gesundhe it im Jahr 2011 und somit ab Eintritt des Revisionsgrunds nach Art. 17 ATSG hätte die Beschwerde führerin als Gesunde bei einem Beschäftigungsgrad von 70 % in einer Tätigkeit als Verkä uferin ein Jahreseinkommen von Fr. 37'218.-- erzielen können. Grundlage hierfür ist die LSE 2010, Tabelle TA1, Sektor Detail- handel, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Frauen, Fr. 4‘164.-- monatlich, basie- rend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses Betra gs an die Nominallohnentwicklung von 1.6 % (BFS Lohnentwicklung 2011, Tabelle T1.1.10 N ominallohnindex nach Geschlecht, Frauen, Abschnitt G) und nach Umrechnung auf die betr iebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.9 Stunden (vgl. „Die Volkswirtschaft“, Ausg. 1/2- 2014, Tabelle B9.2) x 12 Monate ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 53‘169.-- in einem Pensu m von 100 %. Angepasst an ein Arbeitspensum von 70 % ergibt sich das vorstehend erwähnte Jahreseinkommen. 6.4.1 In Bezug auf das Invalideneinkommen ist die Beschwe rdegegnerin zur Auffassung ge- langt, dass der Beschwerdeführerin ab Oktober 2009 die Ausübung einer angepassten sitzen- den Tätigkeit im Umfang von 70 % zumutbar sei. Gestützt auf die LSE 2008 könnte sie daher im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns ein Invalideneinkommen von Fr. 31‘280.-- erzielen. Grundlage dafür bilden die LSE 2008, Tabel le TA1, Privater Sektor, Anforderungsni- veau 4, Spalte Frauen, Total, Fr. 4‘116.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeit szeit von 41.6 Stunden (vgl. „Die Volkswirtschaft“, Ausg. 1/2-2014, Tabelle B9.2) und an die Nominallohnentwicklung von 2.1 % (BFS Lohnentwicklung 2010, Tabelle T1.2.05, Nominallohnindex Frauen 2007-2010, Total) x 12 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Monate ergibt sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 52‘438.--. Angepasst an das zu- mutbare Pensum von 70 % ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 36‘706.--. 6.4.2 Vom gestützt auf die LSE Tabellenlöhne erhobe nen statistischen Wert sind praxisge- mäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 126 V 7 5 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/ Aufenthaltska- tegorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgem ässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn un ter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insge samt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht auto matisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die ver sicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich be dingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittl ichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Sch ätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richt erliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. 6.4.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin für die i nvaliditätsbedingte Beeinträchtigung einen Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 15 % vo rgenommen. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass ein Abzug von 25 % zu berücksichtigen sei. In Anbetracht des Umstands, dass die Verlangsamung und die zusätzlichen P ausen bereits in der Reduktion des Arbeitspensums auf 70 % bzw. auf 50 % mitenthalten sind, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten, dass ein weiterer Abzug diese Einschrä nkungen in unzulässiger Weise doppelt berücksichtigen würde. Andere lohnwirksame Umstän de, die zu einem weiteren Abzug berechtigen würden, sind keine ersichtlich. In Anbetracht der persönlichen und beruflichen Situ- ation der Beschwerdeführerin erweist sich der gesamthaft zu schätzende Abzug von 15 % da- her als angemessen. Demzufolge beläuft sich das massgeben de Invalideneinkommen nach Berücksichtigung des leidensbedingten Abzuges von 15 % im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns im Jahr 2009 auf Fr. 31‘200.-- (Fr. 36‘706.-- x 85 %). 6.4.4 Für die Zeitspanne ab Eintritt der Verschlechter ung des Gesundheitszustands per 2011 ist gestützt auf die LSE 2010 davon auszugehen, dass di e Beschwerdeführerin ein Invaliden- einkommen von Fr. 22‘588.-- erzielen könnte. Grundlage dafür bilden die LSE 2010, Tabelle TA1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Spalte Frauen, Total, Fr. 4‘225.-- monatlich, basie- rend auf 40 Wochenstunden. Nach Umrechnung auf die be triebsübliche wöchentliche Arbeits- zeit von 41.6 Stunden (vgl. „Die Volkswirtschaft“, Ausg. 1/2-2014, Tabelle B9.2) und an die No- minallohnentwicklung von 1 % (BFS Lohnentwicklung 2011, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex nach Geschlecht, Frauen, Abschnitt Total) x 12 Monate ergibt sich ein jährliches Invalidenein- kommen von Fr. 53‘255.--. Angepasst an das zumutbare Pen sum von 50 % und abzüglich ei- nes leidensbedingten Abzugs in der Höhe von 15 % ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 22‘633.--. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Setzt man im Einkommensvergleich diese Invalidenein kommen von Fr. 31‘200.-- (ab Oktober 2009) bzw. von Fr. 22‘633.-- (ab Januar 2011) dem jeweiligen Valideneinkommen von Fr. 36‘316.-- (ab Oktober 2009) bzw. von Fr. 37‘218.-- (ab Januar 2011) gegenüber, so ergibt dies ab Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns i m Jahr 2009 ein ungewichteter IV- Grad von 14.08 % und ab Januar 2011 ungewichtet ein IV-Grad von 39.18 %. Nach Massgabe der zeitlichen Beanspruchung im Erwerbsbereich von 70 % resultiert somit ein IV-Grad gewich- tet von 9.85 % (0.7 x 14.08 %) ab möglichem Rentenbeg inn und von 27.43 % (0.7 x 39.18 %) ab Januar 2011. Die gegenüber der angefochtenen Verf ügung leicht veränderten Ergebnisse sind darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdegegnerin z ur Berechnung der Vergleichsein- kommen ab Oktober 2009 beim Valideneinkommen irrtümlicherweise auf die LSE 2010 statt auf die LSE 2008 und bei der Berechnung der Vergleichsei nkommen ab Januar 2011 beim Invali- deneinkommen irrtümlich auf die LSE 2008 statt auf di e LSE 2010 abgestellt hat. Dieser Um- stand vermag aber aufgrund seiner Geringfügigkeit nichts am Ergebnis zu ändern. 7.1 Streitig ist schliesslich die Einschränkung im Haushalt sbereich. Zur Ermittlung der Ein- schränkung im Haushaltsbereich hat die Beschwerdegegnerin am 17. Januar 2012 Haushalts- abklärungen getätigt (vgl. Bericht vom 8. Februar 2012 [act. 57]). Gestützt darauf ist sie bei der Invaliditätsbemessung von einer Einschränkung im Haushal t ungewichtet von 2 % ausgegan- gen. Die Beschwerdeführerin bestreitet den Beweiswert des Abklärungsberichts. Die eruierte Einschränkung von lediglich 2 % sei nicht nachvollziehbar. Insbesondere liessen sich viele Tä- tigkeiten, die als noch möglich erachtet worden seien, nicht mit den im Erwerbsbereich festge- stellten Einschränkungen vereinbaren. Unberücksichtigt geb lieben sei zudem die schwere kog- nitive Fatigue, die zu einem inkonstanten Arbeitstempo , zunehmend rascherer Ermüdung oder Konzentrationsminderung führe. Ausserdem sei die in Abzu g gebrachte Mithilfe des Lebens- partners im Rahmen der obliegenden Schadenminderungspflicht weder zumutbar noch möglich, da er 100 % erwerbstätig sei. Es sei daher von einer mi ndestens 20 %-igen Einschränkung auszugehen. 7.2.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsber eich bedarf es im Regelfall einer Ab- klärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 der Verordnung übe r die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abkläru ngsberichts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Haushaltsabklärungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntni s der örtlichen und räumlichen Verhält- nisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicher ten Person zu berücksichtigen, wo- bei divergierende Meinungen der Beteiligten im Berich t aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detaill iert bezüglich der einzelnen Ein- schränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bund esgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern d er Bericht eine zuverlässige Entschei- dungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abklärungsper- son nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlich keiten) vorliegen. Das gebietet insbe- sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklär ungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). Rechtspre- chungsgemäss bedarf es des Beizugs einer ärztlichen Fachperso n, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter dem Gesichtswinke l der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdig en Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urtei l des Bundesgerichts vom 28. Juli 2008, 9C_49/2008, E. 5.1 mit weiteren Hinweisen) und bei psychischen Leiden (Urteil des Bun- desgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). 7.2.3 Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass im Zusammenh ang mit den Einschränkungen im Haushalt nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfäh igkeit ausschlaggebend ist, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen B etätigung konkret auswirkt (Urteil des Bundesgerichts vom 31. März 2011, 9C_121/2011, E. 3.1.1 mit Hinweisen). Dabei ist die im Sozialversicherungsrecht jeder versicherten Person obliege nde Schadenminderungspflicht auch bei der Bemessung der Invalidität im Haushalt in d ie Bemessung miteinzubeziehen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse H aushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditäts- bedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Person en nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden könn en, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Er- werbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastun g entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau oder einem H ausmann zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versiche- rungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge- richts vom 25. März 2010, 9C_39/2010, E. 4.3.2). 7.3.1 Der zuständige Sachbearbeiter der Beschwerdegegner in, eine qualifizierte Fachperson, führte die Haushaltsabklärung an Ort und Stelle durch. Er hat dabei unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden, Behinderu ngen und der ärztlichen Diagnosen sowie der Familiengrösse, der Wohnverhältnisse, der tech nischen Einrichtungen und der örtli- chen Lage eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich von ungewichtet 2 % festgestellt. Der vom Sachbearbeiter verfasste Bericht befasst sich umfassend mit den ein- zelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualen Gewichtung und umschreibt die zu verrich- tenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festge stellten Einschränkungen in diesen Berei- chen. Bei den jeweiligen Positionen im Abklärungsbericht wurden die Einschränkungen der Be- schwerdeführerin aufgrund der körperlichen Behinderung und der Fatigue berücksichtigt und die entsprechende prozentuale Einschränkung nachvollzieh bar begründet (vgl. dazu auch die im Beschwerdeverfahren eingereichten Stellungnahmen vo m 23. Oktober 2013 und vom 13. Februar 2014). Der Bericht ist daher hinsichtlich des fe stgestellten Sachverhalts schlüssig und Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachvollziehbar begründet. Er berücksichtigt zudem auch die Angaben, die die Beschwerdefüh- rerin anlässlich der Abklärungen gemacht hat. Es sind da her keine besonderen Umstände ge- geben, welche den Abklärungsbericht als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen lassen wür- den; vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen, so dass für die Entscheid- findung grundsätzlich darauf abgestellt werden kann. 7.3.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, ver mag die Beweiskraft nicht in Zweifel zu ziehen. Insbesondere der Umstand, dass die Beschwerdefü hrerin langsamer arbeitet und schneller ermüdet, wurde im Abklärungsbericht berücksichtig t, wie aus der Stellungnahme vom 23. Oktober 2013 hervor geht. Zwar trifft es zu, dass d er vermehrte Zeitaufwand zu einer Ein- schränkung führen könnte. Hier gilt es aber zu berücksichtige n, dass die Beschwerdeführerin die Tätigkeiten zu Hause im Unterschied zur beruflichen Ausübung selber organisieren kann und ihr bei der Besorgung des eigenen Haushalts in de r Regel ein gewisser Spielraum für die Einteilung sowie die Ausführung der Arbeit offen steht. Sie muss aufgrund ihrer Schadenminde- rungspflicht daher Verhaltensweisen entwickeln, welche d ie Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und die ihr eine möglichst vollständige und unabhängi- ge Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann sie wegen ihrer Beeinträchtigungen gewisse Haushaltsarbeiten nur mühsam und mit viel höhere m Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit entsprechend gliedern. Ausschlaggebend für die Feststellung der Behinderung Nichterwerbstätiger im anerkannten Aufgab enbereich ist nicht die medizinisch- theoretische Arbeitsfähigkeit, sondern wie sich der Ge sundheitszustand in der nichterwerbli- chen Betätigung konkret auswirkt, was vorliegend durch di e Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der Beschwerdeführerin in korrekter Weise erhoben worden ist. 7.3.3 Auch die Beurteilung der Abklärungsperson bezüg lich der zumutbaren Hilfe des Leben- spartners und der Organisation der Arbeiten durch die B eschwerdeführerin selbst erscheinen plausibel und nachvollziehbar begründet. Wie bereits dargelegt, geht die im Rahmen der Invali- ditätsbemessung zu berücksichtigende Mithilfe von Familie nangehörigen weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstü tzung. Aus diesem Grund darf die Mithilfe des Lebenspartners insbesondere bei der Woh nungspflege erwartet werden. Eine Belastung, die über das übliche Mass hinausgehen würde, liegt nicht vor. Der Umstand, dass der Lebenspartner der Beschwerdeführerin 100 % arbeite t, wurde von der Abklärungsperson in angemessener Weise beim Kriterium „Wohnungspflege“ b erücksichtigt, indem ihm ein geringe- rer Umfang an Mithilfe zugemutet wurde (vgl. Abklärungsbericht, S. 4). 7.4 Insgesamt stellt der Abklärungsbericht daher eine zu verlässige Entscheidungsgrundlage dar. Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unr ichtigkeit der Abklärungsresultate sind keine ersichtlich. Für ein Eingreifen des Gerichts in d en vorinstanzlichen Ermessensentscheid besteht demnach kein Anlass. Auf weitere Abklärungen zur Einschränkung im Haushalt kann verzichtet werden. Soweit die Beschwerdegegnerin daher festgestellt hat, dass sich nach Mas- sgabe der zeitlichen Beanspruchung im Haushaltsbereich somit im Zeitpunkt des frühest mögli- chen Rentenbeginns ab Oktober 2009 ungewichtet ein IV- Grad von 0.60 % (0.30 x 2 %) erge- be, ist daran nichts auszusetzen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Die Beschwerdegegnerin rügt zudem, dass unter Berücksi chtigung der Wechselwirkun- gen, die sich aus gleichzeitig ausgeübter Berufstätigkei t und Haushaltsführung ergeben, von einer zumutbaren Verweistätigkeit von maximal 30 % und einer Einschränkung im Haushalt von mindestens 30 % auszugehen sei. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis kann das infolge der Beanspruchung in der Erwerbstätigkeit oder im häuslichen Aufgabenbereich im jeweils anderen Tätigkeitsbereich reduzierte Leistungsvermögen berücksichtigt werden, wenn es offenkundig ist und ein gewisses normales Mass überschreitet (Urteil des Bun desgerichts vom 17. Januar 2013, 8C_879/2012, E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 134 V 9 E. 7.3.3 und 7.3.5). Allfällige Wech- selwirkungen sind stets vom anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden Bereich zu berücksichtigen. Gesundheitliche Auswirkungen vom Erwerbs- in den Haushaltsbereich kön- nen gemäss Bundesgericht jedoch nur angenommen werden, wenn die verbleibende Arbeitsfä- higkeit im erwerblichen Tätigkeitsbereich voll ausgenüt zt wird, was bedeutet, dass der für den Gesundheitsfall geltende Erwerbsanteil die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich übersteigen oder mit diesem identisch sein muss (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2013, 8C_879/2012, E. 4.3). Aufgrund der Akten ist erstellt, dass die Besch werdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit erwerbsmässig nicht verwertet. Aus diesem Grund hat die von ihr geltend gemachte allfällige Wechselwirkung rechtsprechungsgemäss ausser Acht zu bleiben. 9. Die invaliditätsbedingte Einschränkung der Beschwerd eführerin beziffert sich nach dem Gesagten im Erwerbsbereich im Zeitpunkt des frühest mögl ichen Rentenbeginns mit 9.85 % und ab Januar 2011 mit 27.43 % (vgl. Erwägung 6.5 hie rvor) und im Haushaltsbereich ab Zeit- punkt des frühest möglichen Rentenbeginns mit 0.60 % (vg l. Erwägung 7.4 hiervor). Dies ergibt insgesamt einen rentenausschliessenden IV-Grad von rund 10 % (9.85 % + 0.60 %) ab Oktober 2009 und von 28 % (27.51 % + 0.60 %) ab Januar 2011 ( zur Rundungspraxis vgl. BGE 130 V 121 ff.). Die angefochtene Verfügung vom 16. August 2 013, mit welcher ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt wurde, ist im Ergebn is nicht zu beanstanden. Die dagegen gerichtete Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 10. Gemäss den Änderungen des IVG vom 1. Juli 2006 ist das Beschwerdeverfahren vor kantonalem Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig (vgl. Art. 69 Abs. 1 un d 1 bis IVG). Nach § 20 Abs. 3 VPO wer- den die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegen den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens h at die Beschwerdeführerin die Ver- fahrenskosten zu tragen. Diese werden auf Fr. 600.-- f estgesetzt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die ausserordentlich en Kosten sind dem Prozessaus- gang entsprechend wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem bereits geleiste ten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht