<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-05-31-9C_149-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_149/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 31. Mai 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Parrino, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Moser-Szeless, nebenamtliche Bundesrichterin Bechaalany, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin N. Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, AHV-Ausgleichskasse, Ottostrasse 24, 7000 Chur, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ergänzungsleistung zur AHV/IV, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 1. Dezember 2021 (S 20 108). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Dem 1956 geborenen A.________ sprach die IV-Stelle des Kantons Graubünden ab 1. Mai 2016 eine halbe Rente zu und die AHV-Ausgleichskasse richtete ihm ab 1. Mai 2016 Ergänzungsleistungen aus. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Nachdem die AHV-Ausgleichskasse den Versicherten im Frühjahr 2017 aufgefordert hatte, seinen ausländischen Rentenanspruch abzuklären, sprach ihm die Deutsche Rentenversicherung mit Verfügung vom 3. Februar 2020 ab 1. November 2015 eine Rente zu. In der Folge berechnete die Verwaltung den monatlichen Ergänzungsleistungsanspruch neu und forderte von A.________ betreffend den Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis 29. Februar 2020 eine Rückzahlung von Fr. 13'886.- (Verfügung vom 28. Februar 2020). Im Einspracheentscheid vom 14. Juli 2020 reduzierte die AHV-Ausgleichskasse den Rückerstattungsbetrag auf Fr. 13'247.80. Dabei lehnte sie unter anderem ab, Mehrkosten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit der Rückforderung zu verrechnen. Ferner erklärte die Verwaltung gleichentags, dass sie eine von ihr geschuldete Nachzahlung von Fr. 687.- mit der Rückerstattungsforderung verrechne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die vom Versicherten erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ab, soweit es darauf eintrat (Urteil vom 1. Dezember 2021). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.________ führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Mit dieser ersucht er um aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels. Ferner stellt er verschiedene Feststellungsbegehren und fordert sinngemäss, im Umfang von Fr. 7780.94 sei von einer Rückerstattung abzusehen. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 1. April 2022 (Postaufgabe) reicht A.________ ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer stellt verschiedene Feststellungsbegehren. Wie sich aus der Begründung ergibt, bestreitet er damit die Höhe der geschuldeten Rückforderung. Den Feststellungsbegehren kommt daher keine selbstständige Bedeutung im Vergleich zu seinen anderen Anträgen zu, weshalb kein schutzwürdiges Interesse an den beantragten Feststellungen besteht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-18%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page18">BGE 132 V 18</a> E. 2.1). Auf die Feststellungsbegehren ist nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann namentlich die Verletzung von Bundes- und Völkerrecht gerügt werden (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/95/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/95/a" type="start"></artref>Art. 95 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/95/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>), doch prüft es unter Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und Begründungspflicht (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>) grundsätzlich nur die geltend gemachten Rechtswidrigkeiten, sofern allfällige weitere rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind. Die Verletzung von Grundrechten prüft es nur insofern, als eine solche Rüge in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist; es gilt eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.1 f. mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das kantonale Gericht hat die massgebenden Bestimmungen (in ihrer bis am 31. Dezember 2020 geltenden und hier anwendbaren Fassung; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-V-210%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page210">BGE 144 V 210</a> E. 4.3.1 mit Hinweisen) und Grundsätze über den Anspruch auf Ergänzungsleistungen (<span class="artref">Art. 2 Abs. 1 ELG</span>), die Unterscheidung zwischen der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (<span class="artref">Art. 3 Abs. 1 lit. b ELG</span>) und der jährlichen Ergänzungsleistung (<span class="artref">Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG</span>) sowie den bei der jährlichen Ergänzungsleistung zu berücksichtigenden anerkannten Ausgaben, welche in <span class="artref">Art. 10 ELG</span> geregelt sind, zutreffend dargelegt. Gleiches gilt hinsichtlich der vorinstanzlichen Ausführungen zur Rückerstattung unrechtmässig bezogener Ergänzungsleistungen und zum Erlass der Rückforderung (<span class="artref">Art. 25 Abs. 1 ATSG</span>). Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Die Vorinstanz stellte mit Blick auf die Rentennachzahlung der Deutschen Rentenversicherung insbesondere fest, dass der Beschwerdeführer Ergänzungsleistungen von Fr. 13'244.- unrechtmässig bezogen und diese mangels guten Glaubens zurückzuerstatten habe. Die geltend gemachten Mehrkosten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie liess das kantonale Gericht nicht zur Verrechnung zu. Es erwog, dass deren Vergütung unter dem Titel Krankheits- und Behinderungskosten nach <span class="artref">Art. 14 ELG</span> nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei und diese Kosten keine anerkannten Ausgaben im Sinne von <span class="artref">Art. 10 ELG</span> darstellten. Ferner sei aufgrund der pauschalen und unsubstanziierten Rügen keine Verletzung von Grundrechten auszumachen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von <span class="artref">Art. 25 ATSG</span> und beanstandet unter verschiedenen Gesichtspunkten, dass die infolge der ausserordentlichen Lage der Corona-Pandemie besonderen Mehrkosten bei der jährlichen Ergänzungsleistung nicht berücksichtigt wurden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Zunächst ist zu prüfen, ob das angefochtene Urteil <span class="artref">Art. 25 ATSG</span> verletzt. Der Beschwerdeführer begründet dies damit, dass mit der Rückforderung, die mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zusammengefallen sei, ein besonderer Härtefall bestanden habe. Bei dieser Gefährdungslage sei der Verbrauch der nachbezahlten deutschen Renten in gutem Glauben erfolgt. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden, beruht sie doch auf einem falschen Verständnis der Voraussetzung des guten Glaubens gemäss <span class="artref">Art. 25 ATSG</span> (zu dieser Erlassvoraussetzung: vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-V-218%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page218">BGE 138 V 218</a> E. 4). Wie die Vorinstanz aufzeigte und in der Beschwerde auch eingeräumt wird, wusste der Beschwerdeführer, dass er die bezogenen Ergänzungsleistungen im Umfang einer allfälligen Nachzahlung der Deutschen Rentenversicherung zurückzuerstatten hat. Der Beschwerdeführer ist somit nicht als gutgläubig zu qualifizieren, wenn er in der Folge die erhaltenen Rentennachzahlungen ohne Rücksprache mit der Beschwerdegegnerin anders verwendete. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer sich und seine Familie aufgrund der Corona-Pandemie in einer schwierigen Lage beurteilte und den Einsatz der erhaltenen Rentennachzahlung zum Schutz vor der Pandemie für gerechtfertigt erachtete, führt daher nicht zum Erlass der Rückerstattungsschuld. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Im einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte, indem sie einen Ergänzungsleistungsanspruch auf die Pandemie bedingten Mehrkosten des Beschwerdeführers verneinte und nicht zur Verrechnung zuliess. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.1.</b> Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers ist die Aufzählung der anzuerkennen Ausgaben betreffend die jährliche Ergänzungsleistung in <span class="artref">Art. 10 ELG</span> abschliessend geregelt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-V-441%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page441">BGE 147 V 441</a> E. 3.3). Durch die Pandemie bedingte Mehrkosten können somit bei der Festlegung der jährlichen Ergänzungsleistung nur insoweit berücksichtigt werden, als sich diese Ausgaben unter <span class="artref">Art. 10 ELG</span> subsumieren lassen. Die vorinstanzliche Erwägung, die amtlichen Durchführungsstellen könnten von klaren gesetzlichen Vorgaben nicht abweichen, ist somit nicht zu beanstanden. Mit Blick darauf kann der Beschwerdeführer aus dem Vorwort der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen (WEL) nichts zu seinen Gunsten ableiten, wonach bei den Anwendern der WEL der gesunde Menschenverstand gefragt sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.2.</b> Der Beschwerdeführer beruft sich auf <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 lit. e ELG</span>. Die Vorinstanz lehnte mangels einer rechtlichen Pflicht zur Unterhaltsleistung ab, die vom Beschwerdeführer geleistete finanzielle Unterstützung an seine Familie als Ausgaben anzuerkennen. Dies verletzt angesichts der nicht gerügten vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung zur fehlenden rechtlichen Unterhaltspflicht kein Bundesrecht, setzt doch die Berücksichtigung einer Ausgabe als familienrechtliche Unterhaltszahlung im Sinne von <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 lit. e ELG</span> voraus, dass sie richterlich, behördlich oder vertraglich festgesetzt und betraglich konkretisiert worden ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-V-441%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page441">BGE 147 V 441</a> E. 3.3.1). Entsprechend kann der vorinstanzlichen Erwägung 6.3.4 zur Nichtanwendung der Regel von Rz. 3272.01 WEL gefolgt werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.3.</b> Der Einwand des Beschwerdeführers ist berechtigt, dass im vorinstanzlichen Verfahren der Untersuchungsgrundsatz gilt und entgegen dem vorinstanzlichen Urteil hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten keine erhöhten Begründungsanforderungen bestehen (vgl. <span class="artref"><artref id="CH/830.1/61/c" type="start"></artref><artref id="CH/830.1/61/b" type="start"></artref>Art. 61 lit. b und c ATSG</span><artref id="CH/830.1/61/c" type="end"></artref><artref id="CH/830.1/c" type="end"></artref>). Einer Beschwerde führenden Person obliegt jedoch im kantonalen Verfahren gleichwohl eine Begründungs- und Substanziierungspflicht, auch wenn an die Begründung einer Beschwerde keine allzu strengen Anforderungen zu stellen sind (vgl. Urteil 9C_278/2021 vom 8. September 2021 E. 4.6; SUSANNE BOLLINGER, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 25 und 37 zu <span class="artref">Art. 61 ATSG</span>). Mit Blick darauf schadet vorliegend nicht, dass die Vorinstanz von falschen Anforderungen hinsichtlich der Beschwerdebegründung ausgegangen ist. Denn sie hat trotzdem jede einzelne Einwendung des Beschwerdeführers untersucht und nachvollziehbar dargelegt, weshalb damit eine Verletzung der massgeblichen Bestimmungen der Verfassung und des Ergänzungsleistungsrechts nicht vorliegt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers musste das kantonale Gericht keine weitergehende Prüfung vornehmen, denn es hat den angefochtenen Einspracheentscheid nicht losgelöst, der geltend gemachten Vorbringen unter schlechthin aller in Frage kommenden Aspekte zu prüfen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-V-48%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page48">BGE 110 V 48</a> E. 4a). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.4.</b> Der Vorwurf des Beschwerdeführers eines Verstosses gegen Treu und Glauben, da er in der Verfügung vom 28. Februar 2020 über einen allfälligen sozialhilferechtlichen Anspruch mangelhaft aufgeklärt worden sei, ist unbehelflich. Er übersieht damit, dass sich die Informationspflicht der Beschwerdegegnerin nur auf damals in Frage kommende und nicht auch auf mögliche zukünftige Ansprüche richtete (Urteil 9C_894/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 6). Die Beschwerdegegnerin hatte am 28. Februar 2020 keinen Anlass den Beschwerdeführer auf einen allfälligen Sozialhilfeanspruch hinzuweisen, nachdem dieser die Corona bedingten Mehrkosten erst im Einspracheverfahren geltend machte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.5.</b> Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Verletzung von verfassungsmässigen Rechten zielt schliesslich zum Vornherein ins Leere, soweit er damit für das Bundesgericht und andere rechtsanwendene Behörden verbindliche Gesetzesbestimmung rügt (vgl. <span class="artref">Art. 190 BV</span>). Daher sind entgegen den Ausführungen in der Beschwerde die im Zusammenhang mit der Pandemie angefallenen Ausgaben nicht beim allgemeinen Lebensbedarf unter dem Titel von <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG</span> anrechenbar, bemisst sich dieser doch nach fixen Beträgen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-V-402%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page402">BGE 142 V 402</a> E. 5.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.6.</b> Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass spezifische Regelungen betreffend die Bewältigung der Corona-Pandemie fehlten und er als vulnerable Person dadurch vom Staat allein gelassen worden sei. Dies mag für den Beschwerdeführer zwar unverständlich erscheinen und es kann auch nachvollzogen werden, dass dies für ihn eine schwierige Situation war. Eine Grundrechtsverletzung und ein darauf beruhender EL-Anspruch ist damit aber nicht hinreichend substanziiert (vgl. E. 2 hiervor; vgl. zur Funktion der Grundrechte: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=27&amp;from_date=26.05.2022&amp;to_date=14.06.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-V-312%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page312">BGE 147 V 312</a> E. 6.3.1 mit Hinweisen). Darauf ist deshalb nicht weiter einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Nach dem Dargelegten ist mit der Beschwerde eine Verletzung von Bundesrecht hinsichtlich der festgestellten Rückerstattungsschuld und der nicht zur Verrechnung zugelassenen Ausgaben nicht dargetan. Die Beschwerde ist abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.</b> </div> <div class="para">Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat der Beschwerdeführer grundsätzlich die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann jedoch entsprochen werden (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Es wird indessen ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 64 Abs. 4 BGG</span> hingewiesen, wonach die begünstigte Partei der Bundesgerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn sie dazu später in der Lage ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt, indes vorläufig auf die Bundesgerichtskasse genommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 31. Mai 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Parrino </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Möckli </div> </div></body></html>