A bteilung IV D -6433/2006 law /bah {T 0/2} U rteil vom 25. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, R ichterin M arianne Teuscher, R ichter H ans Schürch G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, sow ie Kinder B ._______, geboren _______, und C ._______, geboren _______, Bosnien und H erzegow ina, vertreten durch Katerina Baum ann, Fürsprecherin, c/o Berner R echtsberatungsstelle für Asylsuchende, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 31. M ärz 2003 i.S. Vollzug der W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D ie Beschw erdeführer, ethnische M uslim e m it letztem W ohnsitz in A._______, ver- liessen ihr H eim atland eigenen Angaben gem äss zusam m en m it ihrem ältesten Sohn beziehungsw eise Bruder am 10. Septem ber 2000 und gelangten am 13. Septem ber 2000 in die Schw eiz, w o sie am selben Tag um Asyl nachsuchten. Anlässlich der Em pfangsstellenbefragung, w elche am 21. Septem ber 2000 in B._______ stattfand, sagte die Beschw erdeführerin aus, sie habe alle ihre Fam ili- enangehörigen verloren. Sie habe nur noch ihre M utter und ihre drei Kinder. W äh- rend des Krieges habe m an sie aus ihren H äusern in Srebrenica fortgejagt und nun habe m an sie auch aus den H äusern verjagt, in denen sie seit 1995 gelebt hätten. D er Besitzer des H auses habe ihnen vor einem M onat gesagt, sie m üssten dieses verlassen, da er es zurückhaben w olle. D a sie nirgendw o hingehen könne, sei sie ob dieser Situation verzw eifelt. Sie sei psychisch erkrankt und w olle m anch- m al ihre Kinder töten; sie w isse nicht, w as sie tue, w enn sie ein Anfall der Ver- zw eiflung überkom m e. Von den Ärzten habe sie Beruhigungsm ittel erhalten, richtig geküm m ert habe m an sich aber nicht um sie. D er Sohn B._______ der Beschw er- deführerin bestätigte im W esentlichen deren Aussagen. D ie Vorinstanz forderte die Beschw erdeführerin m it Zw ischenverfügung vom 23. O ktober 2000 auf, einen ärztlichen Bericht einzureichen. D ie die Beschw erdeführerin behandelnde Ärztin für Psychiatrie und Psychothera- pie, Frau A._______, überm ittelte der Vorinstanz am 11. N ovem ber 2000 einen Bericht des A._______spitals vom 19. O ktober 2000. Am 22. D ezem ber 2000 überm ittelte Frau A._______ der Vorinstanz einen Bericht der (...) vom 19. D ezem - ber 2000. D as Bundesam t führte am 16. Februar 2001 eine Anhörung der Beschw erdeführe- rin und ihres Sohnes B._______ durch. D ie Beschw erdeführerin sagte im W esent- lichen aus, m an habe sie dorthin zurückschicken w ollen, w o sie bedroht w erde. Ihr dortiges Eigentum sei zerstört w orden. Von ihrem älteren Sohn w erde erw artet, dass er in der R epublika Srpska D ienst leiste. Als im Jahre 1995 Srebrenica gefal- len sei, sei ihr Ehem ann abgeführt w orden. Sie habe zusehen m üssen, w ie er ge- quält w orden sei. Sie habe ihr H aus in A._______ verlassen m üssen. Sie habe sich an ein G ericht gew andt, dort habe m an ihr gesagt, der Besitzer dürfe in sein H aus zurückkehren. Sie habe keine andere U nterkunft erhalten können. Sie habe sich zirka vier M onate vor ihrer Ausreise in ärztliche Behandlung begeben. Auslö- ser dafür sei der Tod ihres Schw agers gew esen. D ieser habe w ährend des Tan- kens geraucht und sich angezündet; sie habe geholfen, ihn zu löschen. Sie habe Valium erhalten, das ihr ein w enig geholfen habe. B._______ bestätigte, dass sei- ne Fam ilie das H aus, in dem sie gelebt hätten, habe verlassen m üssen. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. Zur Stützung ihrer Vor- bringen reichte die Beschw erdeführerin m ehrere Bew eism ittel zu den Akten (vgl. Bew eism ittelum schlag, Akte A24). D ie Vorinstanz forderte die Beschw erdeführerin am 17. D ezem ber 2002 auf, einen w eiteren ärztlichen Bericht einzureichen.3 Am 30. D ezem ber 2002 überm ittelte D r. B._______, Spezialarzt FM H für Innere M edizin, dem Bundesam t seinen Bericht. B. D as Bundesam t lehnte die Asylgesuche der Beschw erdeführer m it Verfügung vom 31. M ärz 2003 ab, verfügte deren W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete de- ren Vollzug an. Es begründete seinen Entscheid dam it, dass die von den Be- schw erdeführern geschilderten Ereignisse (Vertreibung, Verlust des Ehem annes beziehungsw eise Vaters und anderer Angehöriger) in der ehem aligen Bürger- kriegssituation begründet lägen. Seit dem Friedensabkom m en von D ayton vom 14. D ezem ber 1995 habe sich die Situation in Bosnien und H erzegow ina norm alisiert. D en Akten könnten keine H inw eise auf ihnen aus einem der in Art. 3 AsylG ge- nannten G ründe drohende Verfolgung entnom m en w erden. D ie von ihnen geltend gem achte Ausw eisung aus dem H aus sei Ausdruck der allgem einen politischen Si- tuation in Bosnien und H erzegow ina, w elche auf das im D ayton-Abkom m en festge- schriebene R echt auf Eigentum und R ückkehr für alle Flüchtlinge und Vertriebenen zurückzuführen sei. D as Vorbringen habe deshalb keinen Verfolgungscharakter im Sinne des Asylgesetzes. D ie geltend gem achte fehlende R ückkehrm öglichkeit an den ursprünglichen W ohnort in der R epublika Srpska gehe auf die individuelle La- gebeurteilung der Beschw erdeführerin und ihrer Fam ilie zurück. Angesichts der N iederlassungsfreiheit und der dam it verbundenen M igrationsalternativen hätten sie die M öglichkeit, in der Föderation W ohnsitz zu nehm en. D avon hätten sie vor der Ausreise bereits G ebrauch gem acht. D er eingereichte Beschluss vom 5. Au- gust 2000, gem äss dem die Beschw erdeführer ihr H aus hätten verlassen m üssen, sei nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu führen. D er Vollzug der W eg- w eisung sei als zum utbar zu erachten. D ie Beschw erdeführerin habe einen er- w achsenen Sohn, der bereits vor der Ausreise zu ihrem Lebensunterhalt beigetra- gen habe. Solange er der einzige Ernährer der Fam ilie sei, könne er den M ilitär- dienst verschieben. D er jüngere Sohn w erde bald 17 Jahre alt und könne ebenfalls zum U nterhalt der Fam ilie beitragen. Sie erhalte eine W itw enrente und verfüge über ein fam iliäres Beziehungsnetz. In Bosnien und H erzegow ina seien in den letzten Jahren zahlreiche Kliniken für psychisch Kranke aufgebaut w orden, in de- nen auch verschiedene Therapien zur Behandlung traum atisierter M enschen m ög- lich seien. D ie Beschw erdeführerin könne sich zur Behandlung ihrer psychischen Leiden an eine Einrichtung in ihrem H eim atland w enden. D iesbezüglich falle auch die G ew ährung m edizinischer R ückkehrhilfe in Betracht. C . M it Eingabe an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 30. April 2003 liessen die Beschw erdeführer durch ihre R echtsvertreterin Beschw erde erhe- ben, in w elcher sie beantragten, die Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der angefoch- tenen Verfügung seien aufzuheben. Es sei die U nzum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs festzustellen und die Vorinstanz sei anzuw eisen, sie vorläufig aufzuneh- m en. Es sei ihnen die vollum fängliche unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. D er Eingabe lagen ein Arztbericht von Frau A._______ vom 28. April 2003, ein Arztbericht von D r. C ._______ vom 7. April 2003, ein Schreiben der evangelisch reform ierten Kirchgem einde C ._______ vom 22. April 2002, eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit der Beschw erdeführer vom 29. April 2003 und eine Kosten- note vom 30. April 2003 bei. D . D er Instruktionsrichter der AR K hiess die G esuche um anw altliche Verbeistän- dung, um Erlass der Verfahrenskosten und um Verzicht auf die Erhebung eines 4 Kostenvorschusses m it Zw ischenverfügung vom 2. Juni 2003 gut. Frau Fürsprecherin R egula D ick w urde den Beschw erdeführern als Vertreterin beigeordnet. E. D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 3. Juli 2003 die Abw ei- sung der Beschw erde. F. D ie Beschw erdeführer hielten in ihrer Stellungnahm e vom 30. Juli 2003, w elcher ein ärztliches Zeugnis vom 29. Juli 2003 beilag, an ihren Anträgen fest. G . D er Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts gab der Beschw erdeführe- rin m it Zw ischenverfügung vom 5. April 2007 G elegenheit, einen aktualisierten ärztlichen Bericht und eine ergänzte Kostennote einzureichen. H . M it Schreiben vom 18. April 2007 teilte die R echtsvertreterin m it, sie überlasse die Festlegung einer allfälligen Parteientschädigung dem Erm essen des Bundesver- w altungsgerichts. Am 14. M ai 2007 überm ittelte die R echtsvertreterin diverse ärztliche Zeugnisse und Berichte sow ie einen Bericht über die Identifizierung der sterblichen Ü berreste des Ehem annes beziehungsw eise Vaters der Beschw erdeführer. D ie R echtsvertreterin reichte am 16. M ai 2007 einen "Antrag auf W eiterschulung in der R egelklasse" der kantonalen Erziehungsberatung D ._______ vom 14. M ai 2007 für die Tochter der Beschw erdeführerin ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind 5 legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten. 3. D ie Beschw erde richtet sich ausschliesslich gegen den angeordneten Vollzug der W egw eisung (Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung). G egenstand des vor- liegenden Beschw erdeverfahrens bildet som it einzig die Frage, ob entsprechend dem diesbezüglich gestellten R echtsbegehren w egen U nzum utbarkeit des Voll- zugs der W egw eisung die vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 4. 4.1 In der Beschw erde w ird geltend gem acht, die Beschw erdeführerin habe sich auf- grund der traum atisierenden Erlebnisse im Zusam m enhang m it dem M assaker in Srebrenica nicht m ehr in der Lage gesehen, sich um ihre Kinder zu küm m ern. Ihre jüngere Schw ester habe die R olle einer "Ersatzm utter" übernom m en; nach deren W egzug habe sich die fam iliäre Situation verschlechtert. H inzu gekom m en sei, dass der Besitzer des von ihnen bew ohnten H auses verlangt habe, dass sie die- ses räum ten. D ie Behörden hätten gesagt, sie sollten doch zurück in ihre in der R epublika Srpska liegende H erkunftsgem einde kehren. N ach dem U nfall, bei dem ihr Schw ager verbrannt sei, habe sie einen Zusam m enbruch erlitten, in dessen Folge sie sich m ehrm als in ärztliche Behandlung begeben habe. M an habe ihr M e- dikam ente abgegeben, die sie selbst habe bezahlen m üssen, eine therapeutische Behandlung habe nicht stattgefunden. D ie Beschw erdeführer hätten gerade noch genug zum Ü berleben gehabt; ihre Angehörigen hätten ihnen nicht unter die Arm e greifen können, da sie unter ähnlichen Bedingungen hätten leben m üssen. Es sei ihnen nicht m öglich gew esen, in der N ähe ihres dam aligen W ohnorts eine neue U nterkunft zu finden. D eshalb habe der älteste Sohn und Bruder der Beschw erde- führer sich zur Ausreise aus der H eim at entschlossen. D er psychische Zustand der Beschw erdeführerin habe sich jedoch auch in der Schw eiz nicht verbessert. Sie habe m ehrm als m it der Am bulanz ins A._______spital gebracht w erden m üssen, da sie bew usstlos gew orden sei. Sie habe auch stationär behandelt w erden m üs- sen. In der Schw eiz habe w iederum die Schw ester der Beschw erdeführerin die Aufgabe übernom m en, für die Fam ilie zu sorgen. In der Beschw erde w ird in der Folge auf die prekäre w irtschaftliche Situation in Bosnien und H erzegow ina und die schw ierige Lage von R ückkehrern hingew iesen. D es W eiteren w ird auf die Beurteilung der m edizinischen Versorgungslage durch die AR K hingew iesen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2002 N r. 12). G em äss Abklärungen der AR K hät- ten R ückkehrer, die sich in einer G em einde niederlassen w ollten, auch grosse Schw ierigkeiten, sich registrieren zu lassen; w er sich nicht registrieren könne, m üsse für seine m edizinische Versorgung selber bezahlen. Aus dem Arztzeugnis von Frau A._______ gehe hervor, dass die Beschw erdefüh- rerin an rezidivierenden depressiven Episoden, einer posttraum atischen Belas- tungsstörung und dissoziativen Kram pfanfällen leide. Entgegen der Behauptung der Vorinstanz habe sich der Zustand der Beschw erdeführerin kaum verbessert. 6 Sie benötige psychiatrische Behandlung und das Ansprechen des Kriegstraum as könne potentiell zu einem Anfall führen. Sie w erde die notw endige Behandlung - insbesondere eine stationäre Behandlung - in Bosnien und H erzegow ina m it an Sicherheit grenzender W ahrscheinlichkeit nicht erhalten. Für schw er traum atisierte Personen, die unbedingt psychiatrischer Behandlung bedürften, sei der Vollzug der W egw eisung unzum utbar. D ie heute noch nicht abschätzbaren Kosten könnten entgegen der Annahm e der Vorinstanz durch die m edizinische R ückkehrhilfe nicht gedeckt w erden. D ie Beschw erdeführerin sei schon in der Schw eiz nicht in der Lage, für sich und die Kinder zu sorgen; sie sei nicht arbeitsfähig und für die Führung des H aushalts auf die H ilfe ihrer Schw ester und des ältesten Sohnes angew iesen. N ach einer R ückkehr in die H eim at w äre sie kaum in der Lage, für ihre Fam ilie zu sorgen. Sie bräuchte ein enges soziales N etz, w elches sie unterstützen könnte, beziehungsw eise staatliche Strukturen, die dieses ersetzen könnten; beides sei in ihrem Fall nicht gegeben. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass die beiden Söhne der Beschw erdeführerin in ausreichender W eise für die Existenz der Fam ilie sorgen könnten. 4.2 D as Bundesam t führt in seiner Vernehm lassung vom 3. Juli 2003 aus, die Be- schw erdeführerin habe eigenen Angaben gem äss vor ihrer Ausreise aus dem H ei- m atland von ihrer W itw enrente, dem Ertrag aus dem G em üseanbau und dem Ein- kom m en ihres volljährigen Sohnes gelebt; dies könne sie bei einer R ückkehr w ei- terhin tun. W eiter sei darauf hinzuw eisen, dass sie sich die illegale R eise in die Schw eiz habe leisten können und dem nach über beträchtliche R essourcen verfügt haben m üsse. D ie Erklärung ihres Sohnes, die Ausreise habe nichts gekostet, sei nicht glaubhaft. Sie habe die M öglichkeit, nach ihrer R ückkehr w ieder m it ihrer Schw ester, deren Asylgesuch erstinstanzlich abgelehnt w orden sei, und ihrer M ut- ter eine Lebensgem einschaft zu bilden. D ie m edizinische Versorgung in A._______ sei ausreichend, M edikam ente und Fachpersonal stünden zur Verfü- gung. Es stehe ihr frei, sich nach einer R ückkehr um den Erhalt einer Psychothera- pie zu bem ühen. Sie sei in ihrer H eim at bereits einm al registriert w orden, sie habe eine Identitätskarte erhalten und Zugang zu psychiatrischer Therapie gefunden, w eshalb nicht einzusehen sei, dass dies nach einer R ückkehr nicht m ehr m öglich sein sollte. Schliesslich sei darauf hinzuw eisen, dass die von der Ärztin gestellte D iagnose auch m it Therapie sehr fraglich sei. Vor diesem H intergrund m üssten so- w ohl die in der Beschw erdeschrift geäusserten Bedenken im H inblick auf eine R ückkehr als auch die Vorteile des w eiteren Verbleibs in der Schw eiz relativiert w erden. 4.3 In der Stellungnahm e vom 30. Juli 2003 w ird entgegnet, die Beschw erdeführerin leide gem äss neuen Abklärungen unter schw eren H erzbeschw erden, w eshalb sie einen H erzschrittm acher benötige. D ie beiden Söhne der Beschw erdeführerin sei- en nicht in der Lage, für den U nterhalt der Fam ilie aufzukom m en. D ie M utter der Beschw erdeführerin lebe noch in Bosnien und H erzegow ina, habe in den letzten drei Jahren aber dreim al die U nterkunft w echseln m üssen. Zurzeit lebe sie in einer kleinen W ohnung, die keinen Platz für die zurückkehrenden Fam ilienm itglieder bie- ten w ürde. D ie einzige Behandlung, die der Beschw erdeführerin nach einer R ück- kehr zuteil w ürde, w äre die Abgabe von Psychopharm aka. Es sei ihr vor der Aus- reise nicht m öglich gew esen, eine intensivere Behandlung zu erhalten, w oran sich kaum etw as ändern w erde. Eine rein m edikam entöse Behandlung w äre aber unge-7 nügend. D ie Vorinstanz übersehe, dass sie durch den Verlust des H auses auch den Zugang zum G em üsegarten, der einen Teil ihrer Existenz bedeutet habe, ver- loren habe. D er U m stand, w onach die Beschw erdeführer nichts für ihre R eise in die Schw eiz hätten bezahlen m üssen, sei einem Freundschaftsdienst zuzuschrei- ben. D ie Aussicht, w ieder in diese hoffnungslose Situation zurückkehren zu m üs- sen, versetze die Beschw erdeführerin in Panik, zum al sie dam it rechne, am frühe- ren W ohnort nicht w illkom m en zu sein. D a sie von den G em eindebehörden aufge- fordert w orden sei, in die R epublika Srpska zurückzukehren, m üsse sie dam it rechnen, bei einem R egistrierungsversuch Schw ierigkeiten zu erhalten. Sie sei aufgrund ihres G esundheitszustandes nicht in der Lage, in ihrer H eim at einen Kam pf um ihr R echt auf eine U nterkunft und auf m edizinische Behandlung auszu- fechten. Eine solch extrem e Belastung sei ihr nicht zum utbar. 4.4 D em Arztbericht von Frau A._______ vom 14. M ai 2007 ist zu entnehm en, dass die Beschw erdeführerin w eiterhin von ihrer m ittlerw eile in der Schw eiz vorläufig aufgenom m enen Schw ester unterstützt w erde. Bei einer im August 2003 erfolgten Abklärung im Inselspital habe eine kardiale U rsache der Sturzereignisse ausge- schlossen w erden können; die Beschw erdeführerin denke aber w eiterhin, sie sei herzkrank und es drohe ihr ein H erzstillstand. G em äss Angaben des ältesten Soh- nes habe sie im m er noch M ühe m it der Besorgung des einfachen H aushaltes. Sie erleide m indestens alle zw ei W ochen einen Anfall, könne dessen Schw ere indes- sen durch vorgängige Einnahm e einer Beruhigungstablette m ildern. M eistens falle sie bei den Anfällen zu Boden und schlage um sich, w obei sie sich m anchm al ver- letze. Im Februar 2006 sei sie beim Stehlen von Fleisch beobachtet w orden. Sie sei auf U m w egen ins Psychiatriezentrum E._______ gebracht und dort einen M o- nat lang stationär behandelt w orden. D ie Krankheit der Beschw erdeführerin belas- te auch deren Kinder und w irke sich negativ auf das Fam ilienleben aus. Vor einem Jahr habe die Fam ilie vom Tod des Ehem annes beziehungsw eise Vaters erfahren, da dessen Ü berreste, die sich in einem M assengrab befunden hätten, identifiziert w orden seien. Ebenfalls gestorben sei die in der H eim at verbliebene und an Leukäm ie erkrankte Schw ester der Beschw erdeführerin, so dass sie noch einen vagen Kontakt zur betagten M utter habe, die zusam m en m it einem Enkel in ärm li- chen Verhältnissen in A._______ lebe. D ie Beschw erdeführerin erscheine echt lei- dend und w enig belastbar. D ie Therapie bestehe aus psychoedukativer und sozial- psychiatrischer Begleitung, bei w elcher der Aufbau einer vertrauensvollen Bezie- hung eine zentrale Bedeutung zukom m e. D ie Versuche, sie zu einer gew issen Selbstständigkeit zu bringen, seien kaum erfolgreich gew esen. Sie erhalte ein neu- es Antidepressivum m it günstigem Effekt auf die Schm erzw ahrnehm ung und Beru- higungstabletten. Seit Kurzem könne sie an einer speziell für schw er traum atisierte M igrantinnen konzipierten psychoedukativen G ruppe teilnehm en. Ihr G esundheits- zustand sei auf tiefem N iveau stabil; bei schlechten N achrichten respektive Belas- tungen trete im m er eine erhebliche Zustandsverschlechterung ein. D ie Prognose sei hinsichtlich einer G esundung ad integrum auch m it Therapie sehr fraglich, ohne Therapie durchw egs ungünstig. D ie R eisefähigkeit sei w egen der G efahr der akuten psychischen D ekom pensation vor, w ährend und auch nach der Ausreise nicht gegeben. D ie Beschw erdeführerin verfüge nur sehr begrenzt über die M ög- lichkeit seelischen Schm erz innerlich m it Trauer zu bew ältigen. Ihrer Ü berforde- rung gebe sie nach aussen Ausdruck in Form von psychosom atischen Beschw er-8 den oder von archaisch-hysterisch anm utenden Verhaltensw eisen. G em äss den Angaben der m it beiden Kulturen vertrauten Ü bersetzerin, einer bosnischen Zahn- ärztin, w ürde das Verhalten der Beschw erdeführerin in ihrer H eim at nicht verstan- den. Es bestünde gegenüber kriegstraum atisierten, alleinstehenden Frauen keine N achsicht. D ie nach dem D ayton-Vertrag initiierten Therapieprogram m e für trau- m atisierte Frauen liefen infolge fehlender R essourcen kaum noch und die staatli- che U nterstützung von Kriegsw itw en sei dürftig, so dass diese, w enn sie sich noch um schulpflichtige Kinder küm m ern m üssten und nicht über eine funktionierende Sippe verfügten, m eist in grosser N ot lebten. 4.5 G em äss den Erkenntnissen der kantonalen Erziehungsberatung D ._______ (vgl. Schreiben vom 14. M ai 2007) leidet die Tochter C ._______ der Beschw erdeführe- rin unter Konzentrationsproblem en, die auf gravierende psychosoziale Schw ierig- keiten im fam iliären U m feld zurückzuführen seien und psychotherapeutisch ange- gangen w erden m üssten. Es ist vorgesehen, dass C ._______ von einem H eilpäda- gogen unterstützt w ird. D ie Erziehungsberatung erachtet es als nötig, dass C ._______ sich in psychotherapeutische Behandlung begibt und ist dabei, einen Therapieplatz zu organisieren. 5. 5.1 D er Vollzug der W egw eisung kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). D am it w ird zum Ausdruck gebracht, dass aus hum anitären G ründen und nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, insbesondere dann auf den Vollzug der W egw eisung zu verzichten ist, w enn die R ückkehr in den H eim at- oder H erkunftsstaat für die betroffene Person angesichts der dort herr- schenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, eine konkrete G efährdung darstellt. N eben einer konkreten G efährdung können aber auch andere U m stände im H eim at- oder H erkunftsstaat dazu führen, dass der Vollzug der W egw eisung - aus hum anitären Ü berlegungen - nicht zum utbar ist. So kann sich der W egw ei- sungsvollzug gestützt auf Art. 14a Abs. 4 AN AG auch aus m edizinischen G ründen als unzum utbar erw eisen, w as aber grundsätzlich nur dann der Fall ist, w enn für die betroffene Person bei einer R ückkehr in ihre H eim at eine w esentliche m edizini- sche Behandlung nicht erhältlich w äre. Bei der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 14a Abs. 4 AN AG sind hum anitäre Ü berlegungen im Einzelfall gegen andere öffentliche Interessen abzuw ägen, die allenfalls für den Vollzug der W egw eisung sprechen w ürden, w as den Asylbehörden einen Erm essensspielraum lässt. Ent- sprechend bilden etw a gesundheitliche Problem e, w elche für sich allein betrachtet den W egw eisungsvollzug nicht bereits als unzum utbar erscheinen lassen, ein Be- urteilungselem ent, w elches in die vorzunehm ende Interessenabw ägung einbezo- gen w erden m uss und zusam m en m it w eiteren hum anitären Aspekten zur Feststel- lung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs führen kann (vgl. zum G anzen EM AR K 2001 N r. 16 E. 6b S. 123; 2003 N r. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.). Schliesslich stellt bei der Prüfung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges auch das Kindesw ohl einen zu berücksichtigenden, w esentlichen Aspekt dar (vgl. EM AR K 2005 N r. 6 E. 6.1. S. 57).9 5.2 In W eiterführung der Praxis der AR K erachtet das Bundesverw altungsgericht die allgem eine Lage in Bosnien und H erzegow ina als einem W egw eisungsvollzug ge- nerell nicht entgegenstehend, sofern die R ückkehr in eine Entität erfolgt, in w el- cher die betroffene Person der M ehrheitsethnie angehört (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7k S. 54). Eine R ückkehr der Beschw erdeführer in das G ebiet der heutigen R e- publika Srpska, in dem sie bis im Jahre 1992 lebten, ist som it als unzum utbar zu bezeichnen. Es bleibt dem nach zu prüfen, ob ihnen eine R ückkehr in die bosnisch- kroatische Föderation, in der sie von 1992 bis zum Septem ber 2000 lebten, zuzu- m uten ist. 5.3 Bei der Prüfung der Frage der Zum utbarkeit in ein G ebiet, w elches grundsätzlich als sicher gilt, sind sodann im R ahm en einer G esam tw ürdigung individuelle Fakto- ren - nam entlich das Vorhandensein beziehungsw eise Fehlen eines fam iliären oder sozialen N etzes und von W ohneigentum , das Alter, die G esundheit, das G e- schlecht und allfällige fam iliäre Verpflichtungen - zu gew ichten (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7l S. 54 f.). 5.3.1 D ie Beschw erdeführerin m acht auf Beschw erdeebene insbesondere das Vorliegen gesundheitlicher Einschränkungen geltend, w elche einen W egw eisungsvollzug als unzum utbar erscheinen liessen. 5.3.2 In den eingereichten Arztzeugnissen w erden der Beschw erdeführerin eine andau- ernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrem belastung m it dissoziativen Kram pfanfällen und eine posttraum atische Belastungsstörung m it rezidivierenden depressiven Episoden attestiert. Es besteht für das Bundesverw altungsgericht kein Anlass, an der in m edizinischer H insicht sachlichen R ichtigkeit der eingereichten ärztlichen Berichte zu zw eifeln (vgl. zur Bew eiskraft so genannter Privatgutachten EM AR K 2002 N r. 13 E. 6c S. 115 f., und N r. 18). Som it steht fest, dass die Be- schw erdeführerin unter nicht unerheblichen psychischen Beschw erden leidet, die eine bereits länger andauernde m edikam entöse und psychotherapeutische Be- handlung erforderlich gem acht haben, deren Fortsetzung aus m edizinischer Sicht angezeigt erscheint; angesichts der Schw ere und Eindeutigkeit der diagnostizier- ten Beeinträchtigungen erübrigen sich w eitere diesbezügliche Abklärungen. 5.3.3 Auch die Vorinstanz stellt die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschw er- deführerin nicht in Abrede; sie stellt sich indessen in ihrer Verfügung vom 31. M ärz 2003 sow ie in ihrer Vernehm lassung vom 3. Juli 2003 auf den Standpunkt, dass eine Behandlung der Beschw erden auch in Bosnien und H erzegow ina m öglich sei. N ach den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts bestehen in Bosnien und H erzegow ina in der Tat m edizinische Einrichtungen, w elche Behandlungen für psychische Krankheiten anbieten; diese sind allerdings aufgrund der grossen Zahl von Patienten oft überlastet. D ie benötigten intensiven Therapien stehen Personen m it schw eren Traum atisierungen, die einer dauerhaften psychologischen Behand- lung bedürfen, aufgrund der bereits überlasteten Kapazitäten kaum zur Verfügung. D ie übrigen Einrichtungen, w elche H ilfe für psychologische Problem e anbieten, be- schränken sich im W esentlichen auf m edikam entöse Behandlung. Betreffend die Verfügbarkeit von M edikam enten ist festzustellen, dass eine Vielzahl von M edika- m enten in Bosnien und H erzegow ina erhältlich ist, jedoch Patienten und Patientin- nen verschiedentlich die Kosten der benötigten M edikam ente selbst tragen m üs- sen, auch w enn es ihnen gelingt, sich in ihrer W ohngem einde registrieren zu las-10 sen, w as die erste Voraussetzung für den Zugang zu kostenlosen Leistungen des öffentlichen G esundheitssystem s darstellt. Zudem begegnen insbesondere Ar- beitslose, deren Krankenversicherungspräm ien von der Arbeitslosenkasse zu be- zahlen w ären, regelm ässig grossen Schw ierigkeiten, w enn sie ihr R echt auf Versi- cherungsschutz geltend m achen w ollen. Ferner sind im m er m ehr m edizinische Ins- titutionen dazu übergegangen, Vorauszahlungen zu verlangen, da sie Schw ierig- keiten haben, das G eld bei den Versicherungen einzutreiben (vgl. zum G anzen: EM AR K 2002, N r. 12 S. 102 ff.; J. Scacchi, Bosnien-H erzegow ina, Behandlungs- m öglichkeiten für schw er traum atisierte Personen, Schw eizerische Flüchtlingshilfe [SFH ], Bern, im O ktober 2004; S. 6 ff.; U N H C R , U pdate on C onditions for R eturn to Bosnia and H erzegow ina, Januar 2005; W H O , H ealth Q uestions, 02/2006). 5.3.4 Vor diesem H intergrund erscheint es fraglich, ob die von der Beschw erdeführerin langfristig benötigte engm aschige ärztliche und psychotherapeutische Betreuung in Bosnien und H erzegow ina ohne W eiteres gew ährleistet w äre. Aufgrund der zu den Akten gereichten ärztlichen Berichte m uss zum heutigen Zeitpunkt sodann ge- schlossen w erden, dass eine zw angsw eise R ückführung der Beschw erdeführerin in ihren H eim atstaat zu w eiteren gesundheitlichen Verschlechterungen führen w ür- de, w as eine noch intensivere m edizinische Betreuung erforderlich m achen w ürde. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Beschw erdeführerin in Bosnien und H erze- gow ina einen Teil oder gar die G esam theit der M edikam enten- und Behandlungs- kosten selbst übernehm en m üsste. H insichtlich der Finanzierbarkeit der Behand- lung ist anzuführen, dass angesichts einer aktuellen Arbeitslosenquote in Bosnien und H erzegow ina von nahezu 50% die Beschw erdeführerin praktisch keine und ihre beiden Söhne nur geringe C hancen hätten, eine Arbeitsstelle zu finden, die es ihnen erm öglichen w ürde, für die Fam ilie zu sorgen und darüber hinaus noch die finanziellen M ittel für die Bezahlung einer angem essenen psychiatrischen und ärztlichen Behandlung aufzubringen. D ie Aufnahm e einer Erw erbstätigkeit durch die Beschw erdeführerin erscheint schon aufgrund ihrer gravierenden gesundheitli- chen Problem e als praktisch ausgeschlossen. Vor dem H intergrund obiger Erw ä- gungen ist auch nicht davon auszugehen, dass ihre Söhne, die über w enig berufli- che Erfahrungen verfügen und seit bald sieben Jahren in der Schw eiz leben, in ab- sehbarer Zeit ein für die Fam ilie ausreichendes Erw erbseinkom m en erw irtschaften könnten. Selbst w enn sich die Beschw erdeführer als Arbeitslose registrieren las- sen oder sonstige Sozialhilfe beziehungsw eise die W itw enrente in Anspruch neh- m en könnten, w ürden diese nach Kenntnissen des Bundesverw altungsgerichts im D urchschnitt geringen Entschädigungen, die kaum den notw endigen Lebensbedarf abdecken - ebenso w enig w ie das Entgelt eines allfälligen Arbeitgebers -, nicht zu- sätzlich auch noch zur Finanzierung der von der Beschw erdeführerin beziehungs- w eise nun auch ihrer m inderjährigen Tochter benötigten m edizinischen bezie- hungsw eise psychiatrischen Behandlungen ausreichen. Es bestehen som it ernst- hafte Zw eifel, ob die Beschw erdeführer in der Lage w ären, sich eine neue w irt- schaftliche Existenz in Bosnien und H erzegow ina aufzubauen; angesichts des ho- hen Bedarfs an finanzieller und persönlicher U nterstützung der Fam ilie ist auch nicht davon auszugehen, dass die im H eim atstaat lebenden Fam ilienangehörigen in ausreichendem M asse H ilfe leisten könnten, zum al sich aus den Akten keinerlei derartige Anhaltspunkte ergeben. D ie jüngere Schw ester der Beschw erdeführerin, w elche die Fam ilie seit Jahren m it grossem Engagem ent unterstützt, w urde vom 11 BFM m it Verfügung vom 4. D ezem ber 2006 vorläufig aufgenom m en. D ie Beschw erdeführerin kann som it entgegen der von der Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung vom 3. Juli 2003 noch erw ähnten M öglichkeit, keine "Lebensgem einschaft" m ehr m it ihr und ihrer Tochter bilden. Schliesslich kom m t hinzu, dass der heute bald 15-jährigen Tochter der Beschw erdeführerin eine R ückkehr in den H eim atstaat, den sie im Septem ber 2000 verlassen hat, nach bald siebenjährigem Aufenthalt in der Schw eiz, w o sie eingeschult w urde, schw er fiele, zum al ihre M utter aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen kaum fähig w äre, sie bei einer R eintegration in Bosnien und H erzegow ina adäquat zu unterstützen. D er Aspekt des Kindesw ohls spricht daher ebenfalls für einen w eiteren Verbleib der Fam ilie in der Schw eiz (vgl. EM AR K 2006 N r. 11 E. 7.2.3. f., 2005 N r. 6 E. 6.2. und 7.1.). 5.3.5 D er m ittlerw eile volljährig gew ordene Sohn B._______ der Beschw erdeführerin gelangte im Alter von 14 Jahren in die Schw eiz. W ie bereits den obigen Erw ägun- gen entnom m en w erden kann, dürfte er auch bei einer alleinigen R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina - m it U rteil vom heutigen Tag w ird die vorläufige Auf- nahm e des älteren Bruders von B._______ angeordnet - grosse Schw ierigkeiten haben, sich gesellschaftlich und w irtschaftlich zu reintegrieren. B._______ m usste seinen G eburtsort im Jahre 1992 zusam m en m it seiner Fam ilie verlassen, lebte anschliessend bei Srebrenica, von w o seine M utter, seine G eschw ister und er im Jahre 1995 nochm als vertrieben w urden. D anach lebten sie bis im Jahre 2000 in A._______, von w o aus sie in die Schw eiz gelangten, da sie das von ihnen be- w ohnte H aus verlassen m ussten. B._______ konnte som it an keinem O rt in sei- nem H eim atland dauerhaft Fuss fassen; m üsste er nach nunm ehr siebenjähriger Anw esenheit in der Schw eiz gezw ungenerm assen nach Bosnien und H erzegow ina zurückkehren, käm e dies einer w eiteren Entw urzelung gleich. D a er in seinem H ei- m atland über keine gesicherte W ohnm öglichkeit verfügt, kaum m it der U nterstüt- zung der noch dort lebenden Verw andten rechnen kann und auch von seiner in der Schw eiz lebenden M utter und seinem älteren Bruder m it keiner finanziellen U nter- stützung rechnen kann, stellten sich ihm bei der R eintegration kaum überw indbare Problem e. Schliesslich gilt es zu berücksichtigen, dass ein Auseinanderbrechen der Fam ilie für den G esundheitszustand der M utter w ohl nicht ohne negative Fol- gen bleiben dürfte. 5.3.6 D ie Beschw erdeführerin w urde am 13. N ovem ber 2000, 4. M ai 2005 und 24. O kto- ber 2005 w egen Ladendiebstahls angezeigt (W arenw ert: Fr. 24.75, Fr. 37.80 be- ziehungsw eise Fr. 36.80). D en eingereichten ärztlichen Berichten ist zu entneh- m en, dass ihre Verhaltensw eise in Zusam m enhang m it ihrer psychischen Erkran- kung steht. Bei dieser Sachlage w äre ein Ausschluss der Beschw erdeführerin von der vorläufigen Aufnahm e gestützt auf Art. 14a Abs. 6 AN AG unverhältnism ässig. 5.3.7 G egen B._______ w urden im Januar 2004 Erm ittlungen in Sachen D iebstahl und H ehlerei eingeleitet; er w urde beim Jugendgericht (...) angezeigt. Bei der Kan- tonspolizei (...) w urde am 31. M ärz 2004 Anzeige gegen den Beschw erdeführer und zw ei andere Jugendliche w egen sexueller N ötigung und Pornographie erstat- tet. Einem Polizeibericht vom 30. April 2004 ist zu entnehm en, dass der Verdacht, die Anzeigeerstatterin könnte sexuell genötigt w orden sein, nicht habe erhärtet w erden können. G em äss Polizeibericht vom 13. M ai 2004 änderte die Anzeigeer- statterin ihre Aussagen dahingehend, dass sie von den Beanzeigten w eder ge-12 schlagen noch bedroht w orden sei. Es sei zu prüfen, ob sich diese w egen falscher Anschuldigung strafbar gem acht habe. Ü ber den Ausgang der Verfahren ist nichts bekannt, da darüber w eder den vorinstanzlichen Akten noch denjenigen des Bun- desverw altungsgerichts etw as zu entnehm en ist. Aufgrund der vorliegenden Akten kann som it nicht davon ausgegangen w erden, B._______ habe die öffentliche Si- cherheit und O rdnung in einem Ausm ass gefährdet oder verletzt, das die Anord- nung einer vorläufigen Aufnahm e ausschliessen w ürde (vgl. Art. 14a Abs. 6 AN AG ). Festzuhalten bleibt, dass die vorläufige Aufnahm e im Falle eines künftigen deliktischen Verhaltens w ieder aufgehoben w erden und die W egw eisung vollzogen w erden kann (vgl. EM AR K 2006 N r. 30; N r. 23 E. 8 S. 247 ff.). 5.3.8 Zusam m enfassend ergibt sich, dass der W egw eisungsvollzug für die Beschw erde- führerin, ihren erw achsenen Sohn und ihre m inderjährige Tochter als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu erachten ist. N achdem keine Ausschluss- gründe nach Art. 14a Abs. 6 AN AG gegeben sind, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e erfüllt. 6. D ie Beschw erde ist dem nach gutzuheissen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der angefochtenen Verfügung sind aufzuheben und das Bundesam t ist anzuw eisen, die Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 1 und 4 AN AG ). 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). 7.2 D en Beschw erdeführern ist angesichts des O bsiegens im Beschw erdeverfahren in Anw endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 37 VG G eine Parteientschädigung für ihnen erw achsene notw endige Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7, Art. 8, Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE; SR 173.320.2]). D ie dam alige R echtsvertreterin bezeichnete ihren Aufw and in ei- ner der Beschw erde beigelegten H onorarnote vom 30. April 2003 m it sechseinhalb Stunden (à Fr. 100.--) und die Spesen m it Fr. 27.90, w as angem essen erscheint. N ach Erstellung dieser Kostennote w urde der R echtsvertreterin von der AR K die Vernehm lassung der Vorinstanz m it R eplikrecht zugestellt, w orauf diese eine Stel- lungnahm e einreichte. Auf Aufforderung durch das Bundesverw altungsgericht hin, w urden von der neuen R echtsvertreterin w eitere Arztberichte eingereicht. D iese stellte die Festlegung einer allfälligen Parteientschädigung in das Erm essen des Bundesverw altungsgerichts. D ie Kosten der Vertretung sind dem entsprechend auf- grund der Aktenlage auf pauschal Fr. 1'000.-- (inkl. allfälliger M ehrw ertsteuer) zu veranschlagen und das BFM ist anzuw eisen, den Beschw erdeführern diesen Be- trag als Parteientschädigung auszurichten. D er Anspruch auf das am tliche H onorar der m it Zw ischenverfügung der AR K vom 2. Juni 2003 als unentgeltliche Anw ältin eingesetzten R echtsvertreterin w ird dam it gegenstandslos. 13 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 31. M ärz 2003 w erden auf- gehoben. D as BFM w ird angew iesen, die vorläufige Aufnahm e der Beschw erde- führer zu verfügen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM hat den Beschw erdeführern für das Beschw erdeverfahren eine Partei- entschädigung von Fr. 1'000.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: vorinstanzliche Verfügung im O riginal) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans Schürch C hristoph Basler Versand am :