<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 108 S.465</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Erschliessungsabgaben</span> <span class="page_no">465</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>108 Anschlussgebühr</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Mangels anderweitiger Regelung im kommunalen Abwasser-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>reglement besteht kein Anspruch auf Rabatt, wenn der Sicker-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schacht einen Überlauf aufweist.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft4">18. Dezember 2001 in Sachen Z. gegen Einwohnergemeinde B.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.3.3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, über eine Ver-</span><br/> <span class="ft1">sickerungsanlage für Sauberwasser zu verfügen. In den zwei Jahren</span><br/> <span class="ft1">seit Inbetriebnahme sei sämtliches Sauberwasser versickert. Die</span><br/> <span class="ft1">Anlage verfüge über eine Notentlastung in die Schmutzwasserkanali-</span><br/> <span class="ft1">sation, um bei Extremsituationen eine Kellerüberschwemmung zu</span><br/> <span class="ft1">verhindern. Diese Notentlastung werde statistisch gesehen höchstens</span><br/> <span class="ft1">alle 5 Jahre, wenn überhaupt, in Funktion treten (...). Der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rat führt dagegen an, dass usanzgemäss überall dort kein Versicke-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">466</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rungsrabatt gewährt werde, wo das Sickerwasser, auch wenn es nur</span><br/> <span class="ft1">ein Überlauf sei, an die Kanalisation angeschlossen werde. Hätte der</span><br/> <span class="ft1">Versickerungsschacht keinen Überlauf aufgewiesen, wäre die Re-</span><br/> <span class="ft1">duktion gewährt worden (...).</span><br/> <span class="ft1">2.3.3.2. Nach § 37 Abs. 2 AR wird der auf die Gebäudegrund-</span><br/> <span class="ft1">fläche entfallende Anteil der Anschlussgebühr um 40% ermässigt,</span><br/> <span class="ft1">wenn das Dachwasser gemäss § 25 AR direkt abgeleitet oder ver-</span><br/> <span class="ft1">sickert wird. Unter Ableitung ist die Einleitung in ein oberirdisches</span><br/> <span class="ft1">Gewässer zu verstehen (§ 25 Abs. 1 lit. b AR). In casu sind unter</span><br/> <span class="ft1">diesem Beschwerdepunkt somit Fr. 1'743.25 strittig (40% auf</span><br/> <span class="ft1">Fr. 4'054.05 für die Gebäudegrundfläche plus Mehrwertsteuer von</span><br/> <span class="ft1">7,5% [...]).</span><br/> <span class="ft1">2.3.3.3. Die Kanalisationsanschlussgebühr ist die einmalige</span><br/> <span class="ft1">Gegenleistung des Grundeigentümers dafür, dass er das Recht erhält,</span><br/> <span class="ft1">die Kanalisation für die Ableitung des Abwassers zu benutzen. Die</span><br/> <span class="ft1">Anschlussgebühr ist geschuldet, wenn der Anschluss an die Kanali-</span><br/> <span class="ft1">sation erfolgt und deren Benutzung möglich ist. Der Nachweis der</span><br/> <span class="ft1">tatsächlichen Benutzung des Anschlusses durch den Grundeigentü-</span><br/> <span class="ft1">mer ist dagegen nicht erforderlich (Bundesgerichtsentscheid [BGE]</span><br/> <span class="ft1">106 Ia 242). Auf den vorliegenden Fall angewendet bedeutet das,</span><br/> <span class="ft1">dass kein Anspruch auf den Rabatt von 40% besteht, da der Sicker-</span><br/> <span class="ft1">schacht einen Überlauf aufweist, denn mit dem Überlauf wird die</span><br/> <span class="ft1">Benutzung der öffentlichen Abwasserleitung auch für den Bereich</span><br/> <span class="ft1">des Sickerschachtes möglich. Dies ist auch sachlich begründet, denn</span><br/> <span class="ft1">der Rabatt für direkt abgeleitetes oder versickertes Dachwasser ist im</span><br/> <span class="ft1">Grundgedanken der Entlastung der Leitung begründet, d.h. die Lei-</span><br/> <span class="ft1">tung kann entsprechend kleiner dimensioniert werden. Ein Notüber-</span><br/> <span class="ft1">lauf gestattet der öffentlichen Hand indes keine kleinere Dimensio-</span><br/> <span class="ft1">nierung, zumal der Überlauf in die öffentliche Kanalisation gerade</span><br/> <span class="ft1">dann stattfindet, wenn diese ohnehin voll beansprucht wird.</span><br/> <span class="ft1">Unbestritten blieb indes, dass es wenig Sinn machen würde,</span><br/> <span class="ft1">wenn nun der Beschwerdeführer den Notüberlauf verschliessen</span><br/> <span class="ft1">würde, um in den Genuss den Rabatts von 40% zu kommen (...).</span><br/> <span class="ft1">Zudem erweist sich die Versickerungsanlage insofern als vorteilhaft</span><br/> <span class="ft1">für die Gemeinde, als die an die Kläranlage abzuliefernde Abgabe</span><br/> <span class="ft1">bei geringerer Wassermenge kleiner ausfällt (...).</span><br/></div> </div> </body> </html>