<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00405</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204816&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00405</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.02.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Wasser- und Abwasserversorgung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kostenverteiler für die Sanierung der Schmutzwasserleitung: <br/><br/>Zuständigkeit des Einzelrichters (E.1). Die gesetzlichen Grundlagen bieten keinen Anhaltspunkt für die Kostenverlegung der Sanierung der Anschlussleitungen auf die beteiligten Liegenschaften. Es rechtfertigt sich daher für die Verlegung der streitbetroffenen Kosten die Grundsätze des Abgaberechts zu berücksichtigen (E.2). Die von der Gemeinde gewählte Verlegung der Kosten nach Wohneinheiten stellt eine zulässige Methode dar, welche mit dem Verursacher- und dem Äquivalenzprinzip grundsätzlich vereinbar ist (E.3.1). Zwischen den Parteien ist umstritten, ob es sich bei der Liegenschaft des Beschwerdeführers um eine oder zwei Wohneinheiten handelt (E.3.2). Bei einer Gesamtwürdigung erweist sich die Belastung des Beschwerdeführers mit einem Kostenanteil, welcher zwei Wohneinheiten entspricht, als rechtswidrig. Gutheissung der Beschwerde (E. 3.3). Kostenfolge (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃQUIVALENZPRINZIP">ÃQUIVALENZPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: BEITRÃGE">BEITRÃGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVERLEGUNG">KOSTENVERLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SANIERUNG">SANIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNEINHEIT">WOHNEINHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit WiedererwÃ¤gungsbeschluss vom 30. April 2004 hob der Gemeinderat X die SanierungsverfÃ¼gung vom 22. Dezember 2003 samt dem darin enthaltenen, bereits mit Beschluss vom 18. November 2003 genehmigten Kostenverteiler fÃ¼r die Sanierung der im Eigentum der AnstÃ¶sser stehenden Schmutzwasserleitung an der R-Strasse auf und setzte einen neuen Kostenverleger fest. Diese Sanierung betrifft die Liegenschaften R-Strasse 01-08 und 09, S-Strasse 10, 11, 12, 13 und T-Strasse 14. Mit dem WiedererwÃ¤gungsbeschluss wurde bei zwei beteiligten Liegenschaften die fÃ¼r den VerteilschlÃ¼ssel massgebende Zahl der Wohneinheiten geÃ¤ndert. Die Liegenschaft Kat.-Nr. 15 des A an der R-Strasse 07 wurde bezÃ¼glich der Kosten der Schmutzwasserleitung neu als zwei Wohneinheiten gerechnet und damit mit Fr. 9'300.- (2 x Fr. 4'650.- statt 1 x Fr. 5'167.- gemÃ¤ss frÃ¼herem Verleger) belastet. Die WiedererwÃ¤gung erfolgte wÃ¤hrend eines pendenten Rekursverfahrens und fÃ¼hrte dazu, dass der damals rekurrierende EigentÃ¼mer einer anderen betroffenen Liegenschaft, der die Behandlung der Liegenschaft des heutigen BeschwerdefÃ¼hrers beanstandet hatte, seinen Rekurs am 12. Mai 2004 zurÃ¼ckzog.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 9. Mai 2004 machte A geltend, seine Liegenschaft sei im revidierten Kostenverleger wiederum (wie in der ursprÃ¼nglichen VerfÃ¼gung vom 22. Dezember 2003) als eine Wohneinheit einzusetzen. Der Bezirksrat Y wies den Rekurs am 6. August 2004 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 20. September 2004 beantragte A dem Verwaltungsgericht, die vorinstanzlichen BeschlÃ¼sse aufzuheben und die Sache "zur Neubeurteilung an die Vorinstanzen zurÃ¼ckzuweisen"; sinngemÃ¤ss erneuerte er damit seinen Antrag, bei der Festsetzung des Kostenverlegers fÃ¼r die Sanierung der Schmutzwasser-Kanalisation bezÃ¼glich seiner Liegenschaft von einer Wohneinheit auszugehen. Eventualiter beantragte er, den Kostenverleger fÃ¼r die Sanierung der Schmutzwasser-Kanalisation entsprechend dem GebÃ¤udeversicherungswert der einzelnen Liegenschaften festzulegen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.</p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Y verzichtete auf Vernehmlassung. Der Gemeinderat X ersuchte am 16. November 2004 um Abweisung der Beschwerde. Das Verwaltungsgericht zog von der Gemeinde X weitere Unterlagen, insbesondere die kommunale Verordnung Ã¼ber die SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen vom 14. Juni 2001 sowie den Gemeinderatsbeschluss vom 18. November 2003 betreffend den frÃ¼heren Kostenverleger, bei. </p> <p class="Urteilstext">Sodann wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. Dezember 2004 sÃ¤mtlichen EigentÃ¼mern der von der Sanierung betroffenen anderen Liegenschaften Gelegenheit gegeben, zur Beschwerde Stellung zu nehmen. Von diesen Ã¤usserte sich einzig D mit Eingabe vom 17. Januar 2005, worin eine Verteilung der Kosten anhand des GebÃ¤udeversicherungswerts abgelehnt wurde. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Streitig ist lediglich der Kostenanteil fÃ¼r die Schmutzwasseranschlussleitung; fÃ¼r die Wasseranschlussleitung ist die Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers unverÃ¤ndert als eine Wohneinheit behandelt worden. Der Streitwert betrÃ¤gt damit Fr. 4'133.-, weshalb zur Behandlung der Streitsache nicht die Kammer, sondern der Einzelrichter zustÃ¤ndig ist (§ 38 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gesetzliche Grundlage fÃ¼r die streitbetroffene Kostenverlegung bilden § 15 Abs. 4 des kantonalen EinfÃ¼hrungsgesetzes zum GewÃ¤sserschutzgesetz vom 8. Dezember 1974 (GewÃ¤sserschutzG, LS 711.1) sowie die gestÃ¼tzt auf § 7 GewÃ¤sserschutzG erlassene Verordnung Ã¼ber die SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen der Gemeinde X vom 14. Juni 2001 (SEVO). GemÃ¤ss § 15 Abs. 4 GewÃ¤sserschutzG sind Erstellung, Unterhalt und Reinigung der Abwasseranlagen der einzelnen GrundstÃ¼cke Sache der GrundeigentÃ¼mer nach Massgabe der diesbezÃ¼glichen kommunalen Vorschriften. GemÃ¤ss Art. 6.1 SEVO trÃ¤gt der jeweilige EigentÃ¼mer die Kosten fÃ¼r den Unterhalt und die Sanierung der Anlagen. Wie die Kosten fÃ¼r die Sanierung der Anschlussleitungen unter die beteiligten Liegenschaften bzw. EigentÃ¼mer zu verteilen sei, ergibt sich nicht unmittelbar aus diesen oder aus anderen Vorschriften. FÃ¼r die Verlegung mÃ¼ssen daher GrundsÃ¤tze aus verwandten Rechtsgebieten herangezogen werden. Hier handelt es sich um die Sanierung von Hausanschlussleitungen fÃ¼r die Liegenschaften eines eng begrenzten Gebiets. Es liegt eine Ã¤hnliche Situation vor wie bei der Kostenverlegung im Quartierplanverfahren nach §§ 123 ff. des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG; vgl. insbesondere §§ 146 und 177 PBG). Zugleich sind die streitbetroffenen Kostenanteile aber auch mit Kausalabgaben vergleichbar, zumal die Finanzierung der Ã¶ffentlichen Abwasserleitungen weit gehend durch solche Abgaben (AnschlussgebÃ¼hren und MehrwertsbeitrÃ¤ge; vgl. Art. 6.2.1 und 6.2.3 SEVO) erfolgt; es rechtfertigt sich daher, fÃ¼r die Verlegung der hier streitbetroffenen Kosten der Sanierung privater Leitungen die GrundsÃ¤tze des Abgaberechts zu berÃ¼cksichtigen. </p> <p class="Urteilstext">GebÃ¼hren fÃ¼r die Abwasserentsorgung haben namentlich das Kostendeckungsprinzip, das Ãquivalenzprinzip sowie das Verursacherprinzip zu beachten (Adrian HungerbÃ¼hler, GrundsÃ¤tze des Kausalabgabenrechts, ZBl 104/2003, S. 505 ff., insbesondere S. 520, 522 und 530). Das Kostendeckungsprinzip spielt im vorliegenden Fall von vornherein keine Rolle, weil klar ist, dass die Gesamtkosten der Sanierung â und nur diese â auf die beteiligten GrundstÃ¼cke bzw. GrundeigentÃ¼mer zu verlegen sind. Das Verursacherprinzip wird bezÃ¼gliche der Kosten der Abwasserentsorgung in Art. 60a des eidgenÃ¶ssischen GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 (GSchG, SR 814.20) statuiert. Danach sorgen die Kantone dafÃ¼r, dass die Kosten fÃ¼r Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz der Ã¶ffentlichen Zwecken dienenden Abwasseranlagen mit GebÃ¼hren oder anderen Abgaben den Verursachern Ã¼berbunden werden. Das Ãquivalenzprinzip verlangt in Konkretisierung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV]) und des WillkÃ¼rverbots (Art. 9 BV), dass eine Kausalabgabe nicht in einem offensichtlichen MissverhÃ¤ltnis zum objektiven Wert der bezogenen Leistung oder des abgegoltenen Vorteils stehen darf und sich in vernÃ¼nftigen Grenzen bewegen muss (BGE 122 I 279 E. 6c S. 289; 121 I 230 E. 3g/bb S. 238). Das Ãquivalenzprinzip belÃ¤sst aber nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung einen weiten Rahmen fÃ¼r Pauschalierungen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Beschwerdegegnerin hat die streitbetroffenen Kosten nach Wohneinheiten verlegt. Sie weist darauf hin, dass diese Art der Verlegung ihrer stÃ¤ndigen Praxis entspreche. Erstmals in der Beschwerde verficht der BeschwerdefÃ¼hrer eventualiter eine Verlegung nach Massgabe des GebÃ¤udeversicherungswerts. Prozessual gesehen handelt es sich dabei nicht um ein neues Begehren (welches bei VerÃ¤nderung des Streitgegenstands unzulÃ¤ssig wÃ¤re), sondern um einen neuen Rechtsstandpunkt, den der BeschwerdefÃ¼hrer im Zusammenhang mit seinem Einwand, die Verlegung nach der Zahl der Wohneinheiten sei rechtswidrig, einnimmt. Das Verwaltungsgericht hat primÃ¤r diesen Haupteinwand zu prÃ¼fen. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer ihn erstmals im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren vorbringt, wÃ¤hrend er im vorinstanzlichen Rekursverfahren lediglich die Behandlung seiner Liegenschaft als zwei Wohneinheiten gerÃ¼gt hatte, schadet ihm nichts (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 7). </p> <p class="Erwgung2">Der diesbezÃ¼glichen Beurteilung der Vorinstanzen ist dabei beizupflichten; die Verlegung nach Wohneinheiten stellt eine zulÃ¤ssige Methode dar, welche mit dem Verursacher- und dem Ãquivalenzprinzip grundsÃ¤tzlich vereinbar ist; denn sie steht jedenfalls in einem engeren oder weiteren Zusammenhang mit der Nutzweise und NutzungsintensitÃ¤t der Liegenschaften, deren Anschlussleitungen saniert worden sind. Allerdings ist bei der Anwendung dieser Methode fÃ¼r die Beurteilung der RechtmÃ¤ssigkeit des Ergebnisses (des einzelnen Kostenanteils) auch von erheblicher Bedeutung, was unter einer Wohneinheit zu verstehen ist. Dieser Aspekt hÃ¤ngt eng mit der schon im Rekursverfahren unter den Parteien kontroversen Frage zusammen, ob die (als Einfamilienhaus gebaute) Liegenschaft Kat.-Nr. 15 des BeschwerdefÃ¼hrers als eine oder als zwei Wohneinheiten zu behandeln sei. Dabei geht es insofern nicht um die Auslegung eines so genannten unbestimmten Rechtsbegriffes, als die massgebenden gesetzlichen Vorschriften das fragliche Kriterium (Wohneinheit) nicht ausdrÃ¼cklich vorsehen; wie erwÃ¤hnt lÃ¤sst sich ihnen fÃ¼r die Verlegung Ã¼berhaupt keine Regel entnehmen. Wird aber die von der Beschwerdegegnerin gewÃ¤hlte Art der Verlegung (nach Wohneinheiten) grundsÃ¤tzlich anerkannt, so bedarf dieser Begriff gleichwohl in Ã¤hnlicher Weise der KlÃ¤rung, wie wenn er im Gesetz selber verwendet wÃ¼rde. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Gemeinderat X hÃ¤lt die Behandlung der Liegenschaft als zwei Wohneinheiten vorab deswegen fÃ¼r gerechtfertigt, weil der ursprÃ¼nglich als Einfamilienhaus konzipierte Bau aufgrund der am 4. Dezember 1990 erteilten baurechtlichen Bewilligung in ein Zweifamilienhaus umgebaut worden sei. Mit dem Einbau einer zusÃ¤tzlichen KÃ¼che und einer weiteren Nasszelle im erweiterten Dachgeschoss sei â wie in der Umbaubewilligung festgehalten â eine unabhÃ¤ngige Zweitwohnung entstanden. Sowohl das Dach- wie auch das Erdgeschoss wiesen damit heute eigene Wohn- und SanitÃ¤rrÃ¤ume auf.</p> <p class="Erwgung2">Der Bezirksrat hat sich dieser Beurteilung angeschlossen. Der Begriff der Wohneinheit sei unabhÃ¤ngig von der Anzahl und der GrÃ¶sse der Zimmer, welche dazu gehÃ¶ren, zu definieren. Als Wohneinheiten gÃ¤lten gemÃ¤ss Ã¼blichem Sprachgebrauch Ein-, Zwei- oder Dreizimmerwohnungen und auch EinfamilienhÃ¤user, ungeachtet von der Zahl und der GrÃ¶sse der einzelnen RÃ¤ume sowie der Zahl der Personen, welche darin lebten. Entscheidend sei, dass in der betreffenden Einheit ein selbststÃ¤ndiges Wohnen innerhalb eines abgeschlossenen Bereichs mÃ¶glich sei, was hier bezÃ¼glich des Dachgeschosses in der Liegenschaft des Rekurrenten zutreffe; daran Ã¤ndere nichts, dass Keller und WaschkÃ¼che nur durch die Wohneinheit im Erdgeschoss zugÃ¤nglich seien. Aus dem Umstand, dass die Liegenschaft des Rekurrenten bezÃ¼glich der Erhebung von KehrichtgebÃ¼hren, Fernseh- und RadiogebÃ¼hren sowie hinsichtlich der Bemessung des Eigenmietwerts als Einfamilienhaus behandelt werde, kÃ¶nne er nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil diesbezÃ¼glich andere Rechtsgrundlagen massgebend seien.</p> <p class="Erwgung2">Dem hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer entgegen, sein Haus habe nur einen Eingang; das Treppenhaus im Innern sei zudem nicht gegenÃ¼ber verschiedenen Wohneinheiten abgeschlossen; es handle sich daher um ein Einfamilienhaus bzw. um eine einzige Wohneinheit. Dass zwei Nasszellen und zwei KÃ¼chen vorhanden seien, rechtfertige die Annahme von zwei Wohneinheiten nicht; damit sei allenfalls mehr Komfort fÃ¼r die Bewohner, nicht aber zwingend ein grÃ¶sserer Wasserverbrauch verbunden. Halte man schon an dem problematischen VerteilschlÃ¼ssel (Verlegung nach der Zahl von Wohneinheiten) fest, dÃ¼rfe dies jedenfalls nicht dazu fÃ¼hren, dass bei baulichen VerhÃ¤ltnissen wie den vorliegenden in unsachgemÃ¤sser Weise von zwei Wohneinheiten ausgegangen werde.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>In dem sowohl vom Bezirksrat wie auch vom BeschwerdefÃ¼hrer (mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen) angerufenen Entscheid RB 1992 Nr. 65 setzte sich das Verwaltungsgericht mit dem Begriff "Wohneinheiten" auseinander, wie er in den gestÃ¼tzt auf § 237 Abs. 2 PBG erlassenen Zugangsnormalien des Regierungsrats vom 9. Dezember 1987 (LS 700.5) verwendet wird. Dieses Urteil bildet fÃ¼r den vorliegenden Fall nur eine beschrÃ¤nkte Entscheidungshilfe, weil sich das Gericht darin nicht im Einzelnen zur Frage geÃ¤ussert hat, welche rÃ¤umliche Gegebenheiten die Annahme verschiedener Wohneinheiten in der gleichen Liegenschaft rechtfertigen. Immerhin hat es festgehalten, dass EinfamilienhÃ¤user Wohneinheiten darstellten, und zwar ungeachtet von Zahl und GrÃ¶sse der einzelnen RÃ¤ume. Daraus kann geschlossen werden, dass der Umbau eines als Einfamilienhaus konzipierten Wohnhauses selbst bei Einbau weiterer KÃ¼chen und SanitÃ¤rrÃ¤ume nicht ohne weiteres die Annahme mehrerer Wohneinheiten rechtfertigt. Bei der Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers dÃ¼rfte es sich diesbezÃ¼glich um einen Grenzfall handeln. </p> <p class="Erwgung2">Es fragt sich, ob die Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin nicht schon deswegen zu schÃ¼tzen sei, weil ihr bei der Anwendung ihres eigenen kommunalen Rechts eine erhebliche Beurteilungs- und Entscheidungsfreiheit zusteht (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 19, § 50 N. 8). Das ist zu verneinen. Wie erwÃ¤hnt lÃ¤sst sich dem kommunalen Recht Ã¼berhaupt keine Regel entnehmen, wie die von den LiegenschafteneigentÃ¼mern zu tragenden Kosten der Sanierung der privaten Abwasserleitungen zu verlegen sind. Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf eine "stÃ¤ndige Praxis" beruft, bezieht sich diese offenkundig lediglich auf die gewÃ¤hlte Methode (Verlegung nach der Zahl von Wohneinheiten), nicht aber darauf, dass bei Liegenschaften, die in ihrer baulichen Ausgestaltung im Innern mit jener des BeschwerdefÃ¼hrers vergleichbar wÃ¤ren, zwei Wohneinheiten anzunehmen seien. Bei der Konkretisierung des von der Gemeinde verwendeten Begriffs der Wohneinheit geht es daher nicht um die Auslegung und Anwendung kommunalen Rechts. </p> <p class="Erwgung2">Der Umstand, dass die Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers vor dem Ausbau des Dachgeschosses klarerweise ein Einfamilienhaus war und dass das Dachgeschoss auch nach dem Umbau keinen rÃ¤umlich vom Ã¼brigen Haus abgetrennten Wohnbereich bildet, spricht gegen die Annahme einer zweiten Wohneinheit. Es kommt hinzu, dass die Annahme einer zweiten Wohneinheit im Zusammenhang mit der streitbetroffenen Kostenverlegung im Widerspruch zur Behandlung der Liegenschaft mit Bezug auf verschiedene GebÃ¼hren (insbesondere der KehrichtgebÃ¼hren) und auf die steuerliche Bewertung steht, was auch der Bezirksrat einrÃ¤umt. Bei einer GesamtwÃ¼rdigung erweist sich die Belastung des BeschwerdefÃ¼hrers mit einem Kostenanteil, welcher zwei Wohneinheiten entspricht, als rechtswidrig. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Rekurskosten sowie die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). FÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren ist dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung im angemessenen Betrag von Fr. 800.- zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Rekursentscheid des Bezirksrats Y vom 6. August 2004 sowie der Beschluss des Gemeinderats X vom 30. April 2004 werden aufgehoben. Die Sache wird zur Neufestsetzung des Kostenverlegers im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Gemeinderat X zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf</span></p> <p class="Einzug2"><span> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 900.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer binnen 30 Tagen nach Zustellung dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 800.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>