B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5165/2015 U r t e i l v o m 4 . M a i 2 0 1 8 Besetzung Richter David R. Wenger (Vorsitz), Richterin Barbara Balmelli, Richter Jean-Pierre Monnet; Gerichtsschreiber Arthur Brunner. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 22. Juli 2015 / N (…). E-5165/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 8. August 2014 in der Schweiz um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person vom 18. August 2014 und der Anhörung vom 21. April 2015 brachte er zusammengefasst vor, bis zu sei- ner Ausreise im Dorf B._______ in der Nordprovinz Sri Lankas gelebt zu haben. 2009 sei sein Vater aufgrund verschiedener Tätigkeiten für die Ta- mil National Alliance (TNA) erschossen worden. Sein Bruder C._______ sei 2012 nach der Ermordung des Vaters und drei weiterer Freunde aus Angst um die eigene Sicherheit aus Sri Lanka ausgereist. Er selbst habe ab 2010 als Tuk -Tuk-Fahrer gearbeitet. Im Vorfeld der Lo- kalwahlen vom Herbst 2013 habe er für die TNA Plakate aufgehängt und Flugblätter verteilt. Am 20. Februar 2014 habe er telefonisch de n Auftrag erhalten, mit dem Tuk-Tuk drei Personen in D._______ abzuholen. Diese hätten ihn aufgefordert, nach E._______ zu fahren. In einer Seitengasse hätten die Männer ihn aus dem Tuk -Tuk gezerrt und in ein Zimmer ge- bracht. Dort hätten sie ihn geschlagen und nach seinen Tätigkeiten für die TNA befragt. Zudem hätten sie Informationen über ein Parteimitglied haben wollen; über solche Informationen habe er jedoch nicht verfügt. Mit der Auf- forderung, sich für we itere Befragungen verfügbar zu halten, hätten die Männer ihn in der Folge gehen lassen. In den folgenden Tagen sei er auf- gefordert worden, in F._______ zu erscheinen; zudem habe er Drohanrufe erhalten. Aus Angst habe er der Aufforderung keine Folge geleistet. Am 23. Februar 2014 hätten dieselben Männer ihn deshalb gegen Mitternacht mit einem weissen Van in seinem Zuhause abgeholt und an einen unbekann- ten Ort verbracht. Dort sei er wiederum misshandelt und befragt worden. Auf Intervention des Dorfvorstehers hin sei er am nächsten Tag freigelas- sen worden. Bis zu seiner Ausreise am 4. August 2014 habe er sich in G._______ und H._______ versteckt gehalten, zumal weiter nach ihm ge- sucht worden sei. B. Mit Verfügung vom 22. Juli 2015 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh- rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, ver- fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 24. August 2015 focht der Beschwerdeführer die Verfü- gung des SEM vom 22. Juli 2015 beim Bundesverwaltungsgericht an. Im E-5165/2015 Seite 3 Hauptpunkt beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Im Sinne eines Even- tualbegehrens beantragte er, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und ihm sei Asyl zu gewäh- ren. Subeventualiter stellte er Antrag, die Unzulässigkeit od er zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei festzustellen. Im Rahmen der Beschwerde machte der Beschwerdeführer abweichend von den erstinstanzlich vorgebrachten Verfolgungsgründen geltend, seinen älteren Bruder C._______ seit 2002 verschiedentlich auf Tuk-Tuk-Fahrten für die LTTE begleitet zu haben. C._______ sei aufgrund seiner Aktivitäten von den sri-lankischen Behörden verfolgt worden und 2012 aus Sri Lanka nach I._______ geflüchtet. Auch er selbst sei aus Sicht der sri -lankischen Behörden zu einer wichtigen Informationsquelle geworden, weil dort ver- mutet werde, dass er beispielsweise über Kenntnisse über weiterhin nicht ausgehobene Waffen- und Sprengstoffdepots der LTTE verfüge. Im erstin- stanzlichen Asylverfahren habe er nichts von seinen Verbindungen zur LTTE gesagt, weil Landsleute ihm davon abgeraten hätten. D. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 26. Oktober 2015 verschie- dene weitere Beweismittel ein, darunter das Protokoll der Asylbefragung seines Bruders C._______ in I._______ vom 28. Oktober 2013 (nachfol- gend: […]). Aufgrund der dort enthaltenen Informationen stelle sich sein Risikoprofil anders dar, als noch in der Beschwerde vorgebracht. Sein Bru- der C._______ sei als Informant für die sri-lankische Armee tätig gewesen; aufgrund der von ihm beschafften Informationen sei es zu Morden, Verhaf- tungen und Vergewaltigungen an tamilischen Separatisten gekommen. Sein Bruder C._______ habe Sri Lanka verlassen, weil er sowohl von ta- milischer Seite als auch von Seiten der sri-lankischen Sicherheitskräfte un- ter Druck geraten sei. Er sei also nicht etwa verfolgt worden, weil sein Bru- der für die LTTE aktiv gewesen sei, sonde rn weil sich dieser durch seine Flucht der Tätigkeit für die sri-lankische Armee entzogen habe. E. Der Beschwerdeführer machte mit Eingabe vom 11. Mai 2016 auf aktuelle Entwicklungen in Sri Lanka aufmerksam. Zudem reichte er einen Arztbe- richt der psychiatrischen Dienste des Spitals J._______ vom 24. März 2016 zu den Akten. Gemäss diesem Bericht leidet der Beschwerdeführer an ei- ner posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die durch regelmässige E-5165/2015 Seite 4 psychotherapeutische Sitzungen und die Einnahme von Antidepressiva be- handelt werden könne; allerdings sei für den Erfolg dieser Behandlung zwingend, dass die äussere Sicherheit und der Schutz des Beschwerde- führers vor erneuter Traumatisierung gewährleistet sei. F. Der Instruktionsrichter forderte das SEM am 7. März 2017 zur Einreichung einer Vernehmlassung auf. Das SEM reichte seine Vernehmlassung am 3. April 2017 ein und hielt darin an der angefochtenen Verfügung vollum- fänglich fest. Der Instruktionsrichter gewährte dem Beschwerdeführer da- raufhin mit Zwischenverfügung vom 4. April 2017 das Replikrecht, von wel- chem dieser mit Eingabe vom 19. April 2017 Gebrauch machte. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nac h Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le- gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Der Beschwerdeführer beantragt die vorgängige Bekanntgabe der Zusam- mensetzung des Spruchkörpers, um allfällige Ausstandsgründe geltend machen zu können. Aus Art. 30 BV lässt sich kein Anspruch auf vorgängige Bekanntgabe der Zusammensetzung des Spruchkörpers ableiten (vgl. Ur- teil des BGer 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 3.6), und auch das für das Bundesverwaltungsgericht mass geblich anwendbare Verfahrens- recht (VwVG, BGG, VRG) schreibt dies nicht vor (vgl. dazu auch Urteil des BGer 1B_491/2016 vom 24. März 2017 E. 1.2.1). Für die Geltendmachung von Ausstandsgründen genügt es, dass sich die Namen aller Mitglieder des Bundesverwaltungsgerichts, vorliegend insbesondere der Abteilungen IV E-5165/2015 Seite 5 und V, aus einer leicht zugänglichen öffentlichen Quelle wie dem Staatska- lender oder dem Internet ergeben (vgl. BGE 128 V 82 E. 2b). 4. In der Beschwerde werden der Vorinstanz Verletzungen des rechtl ichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen. Diese Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab- gefasst sein, dass der Betroffene de n Entscheid gegebenenfalls sachge- recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen- nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor- bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 4.1.1 Anders als in der Beschwerde und der Replik vorgebracht hat die Vor- instanz in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet, warum sie das Vorbringen des Beschwerdeführers, wegen seiner Aktivitäten für die TNA verfolgt worden zu sein, als unglaubhaft qualifiziert hat. Die zahlrei- chen Hinweise auf die Befragungsprotokolle dokumentieren die sorgfältige E-5165/2015 Seite 6 Vorgehensweise der Vorinsta nz. In Bezug auf die Begründung der Un- glaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdeführers ist sie ihrer Be- gründungspflicht damit nachgekommen. 4.1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs seine spezifische Si- tuation ausser Acht gelassen. Diese Vorhaltung verfängt nicht. Die Vo- rinstanz hat sich in der angefochtenen Verfügung zur Sicherheitslage in der Heimatregion des Beschwerdeführers, zu seiner familiären Situation und auch zu den Möglichkeiten seiner ökonomischen Reintegration geäussert. Damit hat sie die in den Anhörungen vom Beschwerdeführer zu Protokoll gegebenen Informationen berücksichtigt und die – aus ihrer Sicht – we- sentlichen Überlegungen für die Bejahung der Zumutbarkeit benannt. Wei- tergehende Anforderungen ergeben sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nicht. 4.1.3 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz unter dem Titel der Verlet- zung des rechtlichen Gehörs weiter vor, seine medizinischen Probleme bei der Würdigung seiner Aussagen unberücksichtigt gelassen zu haben. Da- mit vermengt er die Frage der Beweiswürdigung mit der Frage nach dem rechtlichen Gehör. Dasselbe gilt für seine Vorhaltung, seine Aussagen in der Anhörungen liessen nicht den von der Vorinstanz gezogenen Schluss zu, er sei vor allem zur Erlangung eines Aufenthaltsrechts exilpolitisch tätig geworden. 4.1.4 Ob die Vorinstanz es zu Unrecht unterlassen hat, weitere Sachver- haltsabklärungen zu treffen, ist im Übrigen unter dem Titel der vom Be- schwerdeführer ebenfalls gerügten Verletzung des Untersuchungsgrund- satzes zu klären. 4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge- listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). 4.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe seinen Gesundheitszustand nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Sein Verhalten ins- besondere während der Anhörung habe etliche Anzeichen für psychische und physische Probleme erkennen lassen , die sich auch auf die Qualität seiner Aussagen niedergeschlagen hätten. Die Vorinstanz hätte ihm des- halb Frist ansetzen müssen, um sich in spezialärztliche Untersuchung zu E-5165/2015 Seite 7 begeben und einen Arztbericht einzureichen. Dies gelte auch für die medi- zinische Dokumentation der von ihm behaupteten Folterspuren. Die Rügen des Beschwerdeführers sind unbegründet. Die Befragungspro- tokolle lassen nicht darauf schliessen, dass zum Zeitpunkt der Anhörung psychische und physische Probleme bestanden, welche das Aussagever- halten des Beschwerdeführers massgeblich beeinflusst haben könnten . Die in der Beschwerde in diesem Zusammenhang verwendeten Aussagen des Beschwerdeführers sind aus dem Kontext gerissen und werden nur selektiv zitiert. Auf die Frage nach seinem Befinden hat der Beschwerde- führer geantwortet, es gehe ihm einigermassen gut, er sei aber ein biss- chen depressiv (vgl. A17, F 2). In der Beschwerde wird nur der zweite Teil dieser Aussage zitiert; damit wird zu Unrecht suggeriert, dass die Vorinstanz trotz deutlicher Hinweise auf gesundheitliche Probleme keine weiteren Abklärungen getroffen und namentlich auf die Durchführung einer weiteren Anhörung verzichtet hat. In Anbetracht der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG war die Vorinstanz nicht verpflichtet, die gesundheitlichen Beschwerden von sich aus weiter abzuklären (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.2). Entbehrlich war auch die Durchführung einer weiteren Anhörung, zumal sich auch aus dem Be- richt der Hilfswerksvertretung keinerlei Hinweise darauf ergeben, dass die Anhörung wichtige Fragen offengelassen hätte und nicht rechtskonform durchgeführt worden wäre. Der Beschwerdeführer hat zum Ende de r An- hörung vielmehr selbst bestätigt, alles gesagt zu haben, was er für sein Asylgesuch als wesentlich erachtete (vgl. A17, F 188). 4.2.2 In der Beschwerde wird der Vorinstanz vorgeworfen, eine allfällige Reflexverfolgung des Beschwerdeführers aufgrund des Verhaltens seines nach I._______ geflüchteten Bruders nicht näher untersucht zu haben. Zu solchen Abklärungen hatte die Vorinstanz jedoch keinen Anlass, zumal der Beschwerdeführer weder in der BzP noch in der Anhörung zu Protokoll ge- geben hat, wegen seines Bruders irgendwelche Probleme gehabt zu ha- ben. Der Vorinstanz kann auch in diesem Zusammenhang keine Verlet- zung des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen werden. 4.3 Im Übrigen verwechselt der Beschwerdeführer die Frage einer Verlet- zung des Untersuchungsgrundsatze s beziehungsweise des rechtlichen Gehörs mit der Frage einer falschen Anwendung der Beweiswürdigungs- regeln, wenn er der Vorinstanz unter Vorlage verschiedener Berichte und anderer Quellen eine unzutreffende Wahrnehmung der Verhältnisse in Sri E-5165/2015 Seite 8 Lanka und namentlich eine völlig unhaltbare Länderpraxis vorhält. Alleine der Umstand, dass die Vorinstanz auf der Basis der ihr vorliegenden Län- derinformationen einer anderen Einschätzung der Lage in Sri Lanka folgt, als vom Beschwerdeführer gefordert, spricht weder für eine ungenügende Sachverhaltsinstruktion noch für eine Verletzung der Begründungspflicht. Das gleiche gilt, wenn die Vorinstanz aufgrund der Aktenlage zu einer an- deren Würdigung der Gesuchsvorbringen gelangt, als vom Beschwerde- führer gewünscht. Die Vori nstanz tut ihrer Begründungspflicht dann Ge- nüge, wenn sie im Rahmen der Begründung die wesentlichen Überlegun- gen nennt, welche sie ihrem Entscheid zugrunde legt. Dieser Anforderung ist sie im Rahmen ihrer ausführlichen Erwägungen zur Sache zweifelsohne gerecht geworden. 4.4 Die formellen Rügen erweisen sich als unbegründet. Es besteht des- halb keine Veranlassung, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Antrag ist abzuweisen. 5. Der Beschwerdeführer bringt vor, der angefochtenen Verfügung liege ein unrichtiger und unvollständiger Sachverhalt zugrunde. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts bildet ei- nen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG); dies gilt nicht nur für den Fall einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Vorinstanz (vgl. Urteil des BVGer E-4157/2012 vom 4. Okto- ber 2012 E. 5.1), weshalb die Frage von den oben bereits abgehandelten formellen Rügen (vgl. E. 4) zu trennen ist. 5.1 Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal- scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrec hts- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). Vorliegend beruft sich der Be- schwerdeführer sowohl auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung (vgl. dazu nachfolgend E. 5 .2) als auch auf eine unvollständige Sachverhalts- feststellung infolge neuer – erst auf Beschwerdeebene beigebrachter – Be- weismittel (vgl. dazu nachfolgend E. 5.3). 5.2 Zunächst ist die mit der Beschwerde aufgeworfene Frage zu beantwor- ten, ob zutrifft, dass die Vorinstanz der angefochtenen Verfügung in Ver-E-5165/2015 Seite 9 kennung der geltenden Beweiswürdigungsregeln einen falschen und ak- tenwidrigen Sachverhalt zugrunde gelegt hat. Im Asylverfahren gilt für die Beweiswürdigung nach Art. 7 AsylG der Glaub- haftigkeitsmassstab. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderun- gen an das Glaubhaftmachen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2015/3 E. 6.5.1). 5.2.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich be- gründet, weshalb sie das Vorbringen des Beschwerdeführers, wegen sei- ner Aktivitäten für die TNA verfolgt worden zu sein, als unglaubhaft qualifi- ziert hat. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, wonach die Aussagen in den Befragungen widersprüchlich, undif- ferenziert, unlogisch und tatsachenwidrig ausgefallen seien. Auch auf Be- schwerdeebene gelingt es dem Beschwerdeführe r nicht, die zahlreichen von der Vorinstanz bereits festgestellten Unglaubhaftigkeitselemente zu entkräften, zumal er die Befragungsprotokolle nach der Rückübersetzung unterzeichnet hat und sich damit auf ihrem Inhalt behaften lassen muss. Unbehelflich i st in diesem Zusammenhang insbesondere der wiederholt vorgebrachte Einwand, er verfüge nur über eine mangelhafte Schulbildung und habe sich deshalb nicht differenziert ausdrücken können; gemäss sei- nen eigenen Angaben hat der Beschwerdeführer bis zur zehnte n Klasse die Schule besucht (vgl. A4, F 1.17.04), was es ihm zweifellos ermöglicht, eigene Erlebnisse mit einem Mindestmass an Kohärenz wiederzugeben. Auch das Argument des Beschwerdeführers, er habe sich in der BzP kurz halten müssen, so dass allfälligen Widersprüchen und Unvollständigkeiten nur eingeschränktes Gewicht beigemessen werden könne, führt ins Leere: Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zu Recht vorbringt, sind die Ausführungen des Beschwerdeführers in der BzP aufgrund ihrer Ausführ- lichkeit qualitativ vergleichbar mit seinen Ausführungen in der Anhörung, so dass sie für die Glaubhaftigkeitsprüfung vorliegend ohne weitere Vorbe- halte herangezogen werden können. 5.2.2 Die im Beschwerdeverfahren auch durch Einreichung eines Arzt- zeugnisses belegte PTBS des Beschwerdeführers vermag an der Richtig- keit der vorinstanzlichen Erwägungen zur Unglaubhaftigkeit einer Verfol- gung des Beschwerdeführers wegen seines vorgeblichen TNA -Engage- ments nichts zu ändern. Aus der Diagnose einer PTBS lässt sich nämlich E-5165/2015 Seite 10 – anders als in der Replik dargelegt – nicht auf die Glaubhaftigkeit be- stimmter Verfolgungsvorbringen schliessen (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2.1 - 7.2.2). Die Aussagen des Beschwerdeführ ers während der BzP und der Anhörung sind zudem derart widersprüchlich und substanzlos ausgefallen, dass sie nicht mit dem Vorliegen einer PTBS erklärt werden können (an- ders lag der Fall im Urteil des BVGer E-3145/2012 E. 6.1, wo die Aussagen des Beschwerdeführers insgesamt als „substanziiert, mit Realkennzeichen versehen und in sich stimmig“ beurteilt wurden). 5.2.3 Ergänzend zu den bereits von der Vorinstanz festgestellten Unglaub- haftigkeitselementen stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die vom Besch werdeführer im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Schreiben eines Friedensrichters und des Dorfvorstehers sowohl zueinan- der als auch zu den Aussagen des Beschwerdeführers in den erstinstanz- lichen Befragungen teilweise in Widerspruch stehen. 5.2.4 Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht davon ausgegan- gen, dass die vom Beschwerdeführer erstinstanzlich vorgebrachten Asyl- gründe nicht glaubhaft sind. 5.3 Der Beschwerdeführer hat im vorliegenden Verfahren und unter Einrei- chung neuer Beweismittel völlig neue Sachverhalte geltend gemacht. Die Eingaben vom 26. Oktober 2015 und vom 11. Mai 2016 sind vom Bundes- verwaltungsgericht nach Massgabe von Art. 32 Abs. 2 VwVG zu berück- sichtigen. Es stellt sich diesbezüglich namentlich die Frage, ob die neuen Vorbringen und Beweismittel als rechtserheblich zu qualifizieren sind, was dazu führen könnte, dass die in der angefoc htenen Verfügung festgestell- ten Tatsachen als unvollständig bezeichnet werden müssten und eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu erwägen wäre (v gl. Ur- teil des BVGer E-4175/2012 vom 4. Oktober 2012 E. 4.6). Die Frage der Erheblichkeit der auf Beschwerdeebene neu eingebrachten Vorbringen hängt dabei massgeblich davon ab, ob sie mit Blick auf Art. 7 AsylG und unter Einbezug der neu eingereichten Beweismittel als glaubhaft bezeich- net werden können. Die in der Beschwerde geforderte Ansetzung einer weiteren Frist zur Be- schwerdeergänzung ist derweil entbehrlich, zumal die bisherigen Eingaben des Beschwerdeführers vom Bundesverwaltungsgericht nach Massgabe von Art. 32 Abs. 2 VwVG entgegengenommen wurden und ihm zudem die Möglichkeit gewährt wurde, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung E-5165/2015 Seite 11 zu nehmen. Der Antrag um Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergän- zung ist daher abzuweisen. 5.3.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Ver- laufe seines Asylverfahrens zwar daran festgehalten hat, von den sri-lanki- schen Sicherheitskräften beziehungsweise von EPDP -Leuten verfolgt zu werden, jedoch drei völlig verschiedene Verfolgungsmotive in den Raum gestellt hat: Im erstinstanzlichen Verfahren hat er zu Protokoll gegeben, wegen seiner Aktivitäten im Vorfeld der Lokalwahlen von 2013 entführt und bedroht worden zu sein. In der Beschwerdeschrift hat er ausgeführt, vor allem wegen der Verbindungen seines Vaters und seines Bruders zur LTTE verfolgt zu werden. In der Beschwerdeergänzung vom 26. Oktober 2015 schliesslich führte er seine Verfolgung darauf zurück, dass sein Bruder für die sri-lankische Armee (SLA) als Spitzel tätig gewesen sei und sich seinen Verpflichtungen durch seine Ausreise aus Sri Lanka entzogen habe. Allein diese Unbeständigkeit stellt die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen und seine persönliche Glaubwürdigkeit in Frage, zumal keine entschuldbaren Gründe (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre- kurskommission [EMARK] 1998 Nr. 4 E. 5a, zuletzt bestätigt in Urteil des BVGer E-3852/2016 vom 25. Januar 2018 E. 5.3.1) für das verspätete Gel- tendmachen zentraler Verfolgungsmotive ersichtlich sind: Nicht nachvollziehbar ist zunäc hst die Begründung des Beschwerdefüh- rers, im erstinstanzlichen Verfahren aus Angst vor einer sofortigen Aus- schaffung und wegen mangelnder Schulbildung nichts über die Verbindun- gen seines Bruders zur LTTE berichtet zu haben. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutreffend vorbringt, ist der Beschwerdeführer zu Beginn sowohl der BzP wie auch der Bundesanhörung explizit darauf hin- gewiesen worden, dass er verpflichtet sei, jegliche Verbindungen zur LTTE offenzulegen, weil es der Vorinstanz nur so möglich sei zu beurteilen, ob er in Sri Lanka gefährdet sei. Hinzu kommt, dass er in der Anhörung mehr- mals konkret nach allfälligen Verbindungen zur LTTE gefragt wurde und solche Fragen unmissverständlich verneint hat (vgl. A17, F 50-53). Hinge- gen erwähnte er, das s sein Vater mit der LTTE sympathisiert und deren Fahrzeuge repariert habe (vgl. A17, F 50 -51). Die Behauptung des Be- schwerdeführers, aus Angst keine LTTE-Verbindungen offengelegt zu ha- ben, ist also auch deshalb inkohärent, weil er über Verbindungen seines Vaters sehr wohl berichtet hat. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die erstinstanzlich eingereichten Beweismittel (Briefe des Friedensrichters und des Dorfvorstehers) in deutlichem Widerspruch zum Verfolgungsmotiv stehen, das der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene behauptet; dort E-5165/2015 Seite 12 wird die Gefährdung des Beschwerdeführers nämlich auf die Fortsetzung der Tätigkeiten seines Vaters zurückgeführt – von seinem Bruder ist hinge- gen nicht die Rede (vgl. namentlich Schreiben des Friedensrichters vom 20. Jul i 2014 und Schreiben des Dorfvorstehers vom 31. Oktober 2014). Nicht nachvollziehbar ist auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, bis zum Erhalt der (…) Befragungsprotokolle nichts von der angeblichen Infor- mantentätigkeit seines Bruders C._______ gewusst zu haben. Gemäss den Ausführungen in der Eingabe vom 11. Mai 2016 hat C._______ die Tätigkeit als Spitzel während rund sechs Jahren ausgeübt. Unter Berück- sichtigung des Vorbringens, dass der Beschwerdeführer ihn oft begleitet haben will, ist nicht plausibel, dass er von der Tätigkeit nichts erfahren ha- ben soll, zumal nach den Aussagen von C._______ im (…) Asylverfahren selbst die Dorfbewohner ihn der Informantentätigkeit verdächtigt hätten (vgl. […], S. 4-5). Die Aussagen in der (…) von C._______ weisen darüber hinaus weitere Unstimmigkeiten mit den Aussagen des Beschwerdeführers auf: Beispielsweise wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdefüh- rer die mehrmonatige Inhaftierung C._______ im Jahr 2006 (vgl. […], S. 2) erwähnt hätte, wenn ihm tatsächlich wegen seines Bruders Verfolgung ge- droht hätte. Das Vorbringen ist aber auch de shalb unplausibel, weil nach seinen Aussagen in der BzP und der Anhörung verschiedene seiner Fami- lienangehörige nach wie vor in der Umgebung von B._______ leben (vgl. A4, F 3.01; A17, F 4 und F 10) und kein Grund dafür ersichtlich ist, warum gerade er im Zusammenhang mit den Aktivitäten seines Bruders ins Visier der sri-lankischen Sicherheitskräfte beziehungsweise der EPDP geraten sein soll. 5.3.2 Keinen Beweiswert hat die mit der Eingabe vom 11. Mai 2016 einge- reichte Aktennotiz der Schweizerischen Botschaft in Colombo und das gleichzeitig eingereichte Statement an den UN-Menschenrechtsrat, zumal diese Beweismittel – ebenso wie die zahlreich eingereichten allgemeinen Lageberichte und Zeitungsartikel – keinen Zusammenhang zum vorliegen- den Verfahren aufweisen. 5.3.3 In der Anhörung hat der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, im (…) an einer (einzigen) Demonstration vor den Vereinten Nationen in Genf teilgenommen zu haben (vgl. A17, F 5 4-57). Daraus und aus seiner Aus- sage, dort „einfaches Demonstrationsmitglied“ gewesen zu sein (vgl. A17, F 58) zieht die Vorinstanz völlig zu Recht den Schluss, dass der Beschwer- deführer kein besonders exilpolitisches Profil aufweist, das ihn in den Au-E-5165/2015 Seite 13 gen der sri-lankischen Behörden als lohnenswerte Zielscheibe der Verfol- gung darstellen würde. Daran vermögen auch die Eingaben auf Beschwer- deebene nichts zu ändern. Aus dem behaupteten Umstand, dass der Be- schwerdeführer mit einem angeblichen Cousin des frühere n Geheim- dienstchefs der LTTE bekannt ist, kann nicht auf ein ausgeprägtes Enga- gement für die tamilische Sache geschlossen werden, das für die sri-lanki- schen Behörden von Interesse wäre. Dasselbe gilt für die eingereichten Fotos. Namentlich lässt das Foto, auf welchem der Beschwerdeführer an einem nicht näher identifizierbaren Ort als Teil einer Gruppe mutmasslicher tamilischer Landsleute mit einer LTTE -Fahne zu sehen ist, nicht auf ein relevantes exilpolitisches Engagement schliessen. Weitergehende Aktivi- täten wurden von ihm weder geltend gemacht noch mit Beweismitteln do- kumentiert. 5.4 Die Vorinstanz hat den Sachverhalt folglich zutreffend erstellt. Die erst auf Beschwerdeebene vorgebrachten Asylmotive sind ebenso wie die neu eingereichten Beweismittel unerhebl ich und führen nicht dazu, dass der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt als unvollständig erachtet werden müsste. Unter Einbezug sämtlicher eingereichter Beweismittel geht das Bundesverwaltungsgericht im Hinblick auf die Prüfung der flüchtlingsrecht- lichen Relevanz seines Profils von folgendem – bereits vo n der Vorinstanz festgestellten – Sachverhalt aus: Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen Tamilen, der im Falle des Wegweisungsvollzugs nach einem längeren Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zurückkehren würde. Die vom Beschwerdeführer behaupteten ge- walttätigen Entführungen und Drohungen im Frühjahr 2014 sind unglaub- haft. Seine exilpolitischen Tätigkeiten beschränken sich auf Sympathiebe- kundungen und lassen ihn nicht als Person mit prägnantem po litischem Profil erscheinen, sondern vielmehr als Mitläufer der tamilischen Diaspora. 5.5 Auf die in der Beschwerde beantragte Durchführung einer weiteren An- hörung kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, zumal sich aus dem Bericht der Hilfswerksvertretung zur erstinstanzlichen Anhö- rung keinerlei Hinweise darauf ergeben, dass diese wichtige Fragen offen- gelassen hätte und nicht rechtskonform durchgeführt worden wäre. Der Beschwerdeführer hat zum Ende der Anhörung selbst unterschriftlich be- stätigt, alles gesagt zu haben, was er für sein Asylgesuch als wesentlich erachtete (vgl. A17, F 188). Zur Einholung weiterer medizinischer Gutach- ten besteht auch deshalb kein Anlass, weil es dem Beschwerdeführer im E-5165/2015 Seite 14 vorliegenden Verfahren – entgegen seinen Ausführungen in der Beschwer- deschrift – möglich war, von sich aus einen Bericht zu seinem psychischen Gesundheitszustand einzureichen. Vor dem Hintergrund der klaren Un- glaubhaftigkeit seines Vorbringens, von den sri-lankischen Sicherheitskräf- ten beziehungsweise von Angehörigen der EPDP misshandelt worden zu sein, verspricht auch die Einholung einer Dokumentation seiner „Folterspu- ren“ keine zusätzlichen Erkenntnisse. Die Beweisanträge in der Be- schwerde sind entsprechend abzuweisen. 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Fr eiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehen- den Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des Abkom- mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). Sie sind nach Art. 54 AsylG zwar als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen, erhalten allerdings we- gen sogenannter subjektiver Nachfluchtgründe kein Asyl (vgl. auch BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 6.2 Aufgrund der unglaubhaften Verfolgungsvorbringen des Beschwerde- führers (vgl. vorstehend E. 5) fehlt die Grundlage zur Annahme einer flücht- lingsrechtlich relevanten Vorverfolgung. 6.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht ge- nerell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausge- setzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurtei- lung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form E-5165/2015 Seite 15 von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es sich um tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindungen zu den LTTE, um die Teilnahme an exilpoliti- schen regimekritischen Handlungen und um das Vorliegen früherer Verhaf- tungen durch die sri -lankischen Behörden, üblicherweise im Zusammen- hang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Si nne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri -lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wiederaufle- ben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). Der Beschwerdeführer ist keiner dieser Risikogruppen zuzurech nen. Es sind keine massgeblichen Hinweise dafür ersichtlich, dass er aufgrund sei- ner Vorgeschichte ins Visier der sri -lankischen Behörden geraten könnte und diese ein potenzielles Verfolgungsinteresse an ihm haben könnten. Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer be- fürchten muss, die sri-lankischen Behörden könnten ihm eine Verbindung zu den LTTE unterstellen, da seine Vorbringen weder auf eine relevante Vorverfolgung noch auf ein massgebliches exilpolitisches Engagement schliessen lassen. Die Brandnarbe am U nterarm des Beschwerdeführers ändert an diesem Gesamtbild nichts. 6.4 Eine Person, die subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, hat be- gründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise im Sinn von Art. 3 AsylG verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f.; BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352; EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1). Die Anforderungen an den Nachweis einer be- gründeten Furcht bleiben dabei grundsätzlich massgeblich (Art. 3 und Art. 7 AsylG). Wesentlich ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten E-5165/2015 Seite 16 des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG befürchten muss. Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner aktuellen Praxis davon aus, dass geltend gemachte exilpolitische Aktivitäten nur dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG durch die sri- lankischen Behörden zu begründen vermögen, wenn diese der betroffenen Person infolge ihres Engagements im Ausland einen überzeugten Aktivis- mus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamili schen Separatismus zu- schreiben. Dass sich eine Person in besonderem Masse exilpolitisch ex- poniert, ist dafür zwar nicht erforderlich. Angesichts des gut aufgestellten Nachrichtendienstes ist aber davon auszugehen, dass die sri -lankischen Behörden blosse "Mitläufer" von Massenveranstaltungen als solche identi- fizieren können und diese in Sri Lanka mithin nicht als Gefahr wahrgenom- men werden (vgl. Referenzurteil des BVGe r E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5.4). Wie bereits ausgeführt (vgl. oben, E. 5.3.3 und E. 5.4), erscheint der Be- schwerdeführer – auch unter Einbezug der im vorliegenden Verfahren ein- gereichten Beweismittel – nicht als Person mit prägnantem politischen Pro- fil, sondern vielmehr als Mitläufer der tamilischen Diaspora. Es erscheint äusserst unwahrscheinlich, dass er allein durch eine Teilnahme an Mas- senveranstaltungen in der Schweiz ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten sein könnte, zumal kein Grund zur Annahme besteht, er sei vor seiner Ausreise aus Sri Lanka bereits von den heimatlichen Sicherheitsbe- hörden registriert worden. Die sri-lankischen Behörden dürften die höchs- tens marginale exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers – sollten sie davon überhaupt Kenntnis erlangen – kaum als ernsthafte Bedrohung er- achten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ergibt sich, dass der Be- schwerdeführer auch die Voraussetzungen für die Anerkennung von sub- jektiven Nachfluchtgründen im Sinn von Art. 54 AsylG nicht erfüllt. 6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer weder Vor- noch Nachfluchtgründe nachgewiesen oder zumindest glaubhaft ge- macht hat. Das SEM hat somit zu Recht sein Asylgesuch abgelehnt und ihm die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt. 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet E-5165/2015 Seite 17 den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (A rt. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorl äufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen F olter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-E-5165/2015 Seite 18 schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124– 127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts nicht als unzuläs- sig erscheinen (vgl. Urteil BVGer E -1866/2015, a.a.O., E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK - widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem eu ropäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be- schwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O.; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. ge- gen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08 ; Rechtsprechung zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichts- hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren- den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. E-5165/2015 Seite 19 8.2.4 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch in- dividuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers las- sen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzu- lässig erscheinen. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 ist das Gericht nach einer eingehenden Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka zum Schluss ge- kommen, dass der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz grundsätzlich zumutbar ist (vgl. E. 13.2). Betreffend den Distrikt Jaffna, hielt es zusam- menfassend fest, dass es den Wegweisungsvollzug dorthin als zumutbar erachte, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien – ins- besondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Bezie- hungsnetzes sowie Aussi chten auf eine gesicherte Einkommens - und Wohnsituation – bejaht werden könne (vgl. E. 13.3.3.). In seinem neusten als Referenzurteil publizierten Entscheid erachtet das Bundesverwaltungs- gericht auch den Wegweisungsvollzug ins „Vanni-Gebiet“ als zumutbar (Ur- teil D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 8.3.3 In Bezug auf die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers gilt es festzuhalten, dass nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund- heitszustandes führt. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und drin- gende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewäh rleistung ei- ner menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls noch nicht vor, wenn im Heimat - oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Be- handlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b). E-5165/2015 Seite 20 8.3.4 Obwohl das öffentliche Gesundheitssystem im Norden Sri Lankas be- züglich Kapazität und Infrastruktur gewisse Mängel aufweist, ist vorliegend davon auszugehen, dass eine Behandlung der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers im Rahmen einer ambulanten Therapie – falls eine solche nötig sein sollte – im Distrikt Jaffna in verschiedenen staatlichen Institutionen (Teaching Hospital Jaffna, Base Hospital Chavakachcheri und Base Hospital Point Pedro) zugänglich wäre und grundsätzlich vom Staat bezahlt würde. Zudem bietet die in Jaffna situierte NGO „Shanthiham – Association for Health and Counselling“ Beratung, Gruppentherapie und psychologische Unterstützung für traumatisierte Personen an. Falls die im März 2016 diagnostizierte PTBS fortdauert, wäre dem Beschwerdeführer zumutbar, sich an eine dieser Stellen zu wenden. Im Falle einer Ver- schlechterung seines gesundheitlichen Zustandes wäre eine umfassen- dere Behandlung auch in Colombo möglich. Ferner wäre die bisherige me- dikamentöse Behandlung mit einem Antidepressivum in Sri Lanka bei der State Pharmaceutical Corporation (SPC) grundsätzlich kostenlos erhält- lich, wenngleich die Nachfrage nach kostenlos zur Verfügung gestellten Medikamenten zur Behandlung psychischer Krankheiten das Angebot des SPC bisweilen übersteigt (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 E. 14.2.2). Zwar ist nicht auszuschliessen, dass sich eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri L anka zunächst negativ auf den psychischen Zustand des Be- schwerdeführers auswirken könnte. Eine allfällige Behandlung im Heimat- land würde jedoch durchaus auch positive Aspekte mit sich bringen (ver- traute Umgebung, Kommunikation in der Muttersprache), weshalb die Er- folgschancen auch bei einer Rückkehr als durchaus intakt zu bezeichnen wären. Zudem kann den Bedürfnissen des Beschwerdeführers durch die medizinische Rückkehrhilfe Rechnung getragen werden (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Falls die im März 2016 laufende Therapie noch andauert, kann er sich schliesslich in Zusammenarbeit mit seiner Therapeutin gezielt auf eine Rückkehr vorbereiten. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass eine Rückkehr nach Sri Lanka zu einer raschen und l ebensgefährdenden Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes führen wird. Die psychi- sche Erkrankung des Beschwerdeführers stellt demnach kein Wegwei- sungsvollzugshindernis dar. 8.3.5 Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass sich seine Mutter mit der Finanzierung der Ausreise ihres Sohnes in eine finanziell schwierige Situation (vgl. A17, F 151) gebracht haben könnte. Daraus kann jedoch E-5165/2015 Seite 21 nicht auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen wer- den, leben doch zahlreiche weitere Verwandte in seiner Heimatregion (vgl. A4, F 3.01; A 17, F 4 und F 10), wobei seine Brüder alle arbeitstätig sein sollen. Nachdem die Vorbringen des Beschwerdeführers zum Vorliegen ei- ner Gefährdungssituation für unglaubhaft befunden worden sind (vgl. oben, E. 5), ist zudem nicht ersichtlich, warum er seine langjährige Tätigkeit als Tuk-Tuk-Fahrer (vgl. A4, F 1.17.05) nicht wieder aufnehmen könnte. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka (E._______) in eine existenzielle Notlage geraten wird. 8.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich , dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und zufolge seiner sehr um- fangreichen Eingaben auf Beschwerdeebene auf insgesamt Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-5165/2015 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: David R. Wenger Arthur Brunner Versand: