<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2023.00107</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223801&amp;W10_KEY=13045535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2023.00107</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.01.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 25.07.2024 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 2018</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kinderabzug und Gewährung des Elterntarifs bei alternierender Obhut. [Der Steuerpflichtige und seine Ex-Partnerin teilen sich das elterliche Sorgerecht über die beiden Kinder und haben sie alternierend in Obhut. Während des Aufenthalts der Kinder übernimmt jeder Elternteil die anfallenden Kosten. Der Vater beteiligt sich am Barunterhalt der Kinder während der Betreuung durch die Mutter mit einem monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 810.- pro Kind/Monat. Zudem übernimmt er u.a. die Krankenkassenversicherungsprämien der Kinder. Das kantonale Steueramt verweigerte dem Pflichtigen den Kinderabzug sowie einen zusätzlichen Versicherungsprämienabzug für die Kinder und brachte den Grundtarif zur Anwendung.] Nichteintreten auf die Beschwerden, soweit es sich um eine Kopie der Rekursschrift handelt (E. 2). Rechtliche Grundlagen zum Kinderabzug, zum zusätzlichen Versicherungsprämienabzug und zum Elterntarif (E. 3.1). Bei getrennt besteuerten Eltern hat derjenige Elternteil Anspruch auf den Elterntarif, dem der Kinderabzug zusteht. Sind zwei Inhaber der elterlichen Sorge vorhanden, ist demjenigen Elternteil der Kinderabzug zu gewähren, aus dessen versteuerten Einkünften der Unterhalt des unter seiner elterlichen Sorge stehenden Minderjährigen zur Hauptsache bestritten wird. Leistet ein Elternteil trotz gemeinsamer elterlicher Sorge an den anderen Unterhaltsbeiträge, ist steuerrechtlich davon auszugehen, dass der Kinderabzug dem Empfänger der Unterhaltsbeiträge zusteht: Denn wer Unterhaltsbeiträge für Kinder leistet und diese von seinen steuerbaren Einkünften abzieht, trägt steuerlich betrachtet keine Kosten des Kinderunterhalts. Diese steuersystematische Umverteilung von Ressourcen hat zur Folge, dass der unterhaltsberechtigte Elternteil, der als zur Hauptsache für den Unterhalt des Kinds sorgend gilt, Anspruch auf den Kinderabzug hat (E. 3.2). Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz, indem sich diese nicht mit der gerügten Ungleichbehandlung von Unterhaltsverpflichtetem und Unterhaltsempfänger auseinandersetzte (E. 5.3). Vorliegend hat das Leisten von Unterhaltsbeiträgen und der damit verbundene Steuerabzug die Verweigerung des Kinderabzugs sowohl im Hinblick auf die Staats- und Gemeindesteuern als auch im Hinblick auf die direkte Bundessteuer zur Folge (E. 6.1). Vorliegend muss die Kindsmutter ihre eigenen Auslagen und jene der Kinder (zur Hälfte) mit einem Einkommen decken, das nicht einmal der Hälfte des Einkommens des Pflichtigen entspricht. Dass der Pflichtige im Verhältnis zu seiner Ex-Partnerin eine höhere Steuerlast trägt, entspricht gerade dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (E. 6.2). Da der Pflichtige die Versicherungsprämien direkt zahlt, kommt es nicht zu einer Ressourcenverschiebung an die Ex-Partnerin, weshalb auch das Korrespondenzprinzip nicht zum Tragen kommt. Die vom Pflichtigen bezahlten Versicherungsprämien stellen daher steuerlich nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten dar (E. 6.4). Berücksichtigung der Verletzung des rechtlichen Gehörs bei der Kostenverteilung (E. 7.1). Abweisung der Beschwerden, soweit darauf eingetreten werden kann. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTERNIERENDE OBHUT">ALTERNIERENDE OBHUT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINELTERNTARIF">EINELTERNTARIF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERLICHE SORGE">ELTERLICHE SORGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERNTARIF">ELTERNTARIF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERLETZUNG">GEHÃRSVERLETZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GETRENNT LEBENDE ELTERN">GETRENNT LEBENDE ELTERN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GETRENNTE BESTEUERUNG">GETRENNTE BESTEUERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDTARIF">GRUNDTARIF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIND">KIND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERABZUG">KINDERABZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERUNTERHALT">KINDERUNTERHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERUNTERHALTSBEITRAG">KINDERUNTERHALTSBEITRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALABZUG">SOZIALABZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERHALTSBEITRAG">UNTERHALTSBEITRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHEIRATETENTARIF">VERHEIRATETENTARIF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICHE LEISTUNGSFÃHIGKEIT">WIRTSCHAFTLICHE LEISTUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 127 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 33 Abs. I lit. c DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 35 Abs. I lit. a DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 36 Abs. II DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 Abs. IIbis DBG</span><br/><span class="gerade">§ 31 Abs. I lit. c StG</span><br/><span class="ungerade">§ 35 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 35 Abs. IIbis StG</span><br/><span class="ungerade">§ 47 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 47 Abs. IIbis StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64940" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SB.2023.00107<br/> SB.2023.00108</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">31. Januar 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Andreas Frei, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kanton ZÃ¼rich, </span><span>vertreten durch das kantonale Steueramt,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2018 sowie</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>direkte Bundessteuer 2018,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A (nachfolgend: der Pflichtige) ist Vater der Kinder B (geboren 2012) und C (geboren 2014). Mit der von ihm getrennt lebenden Kindsmutter D war er nicht verheiratet. Die Eltern teilen sich das gemeinsame Sorgerecht. Die Kinder stehen unter alternierender Obhut der Eltern und werden je zur HÃ¤lfte von der Kindsmutter und vom Kindsvater betreut. Als Wohnsitz der Kinder wurde die Wohnadresse des Vaters festgelegt. Mit Urteil des Obergerichts vom 24. April 2019 wurde der Unterhaltsanspruch der Kinder ab 1. Januar 2018 auf je Fr. 710.- pro Monat und Kind (zuzÃ¼glich hÃ¤lftiger Familienzulage), insgesamt je Fr. 810.- pro Monat und Kind, festgesetzt. Nachdem der Pflichtige fÃ¼r die Zeit vom 1. Januar 2017 bis 30. Juli 2018 bereits UnterhaltsbeitrÃ¤ge in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 34'200.- geleistet hatte, verblieb fÃ¼r die Zeit vom 1. Januar 2017 bis 30. Juli 2018 eine zu begleichende Restschuld von (total) Fr. 1'140.-. Ab 1. August 2018 war ein monatlicher Unterhaltsbeitrag (zuzÃ¼glich hÃ¤lftiger Familienzulage) von je Fr. 710.- an die Kindsmutter geschuldet. Im Ãbrigen erfolgt die Betreuung der Kinder jeweils auf eigene Kosten der Eltern. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>In der SteuererklÃ¤rung 2018 brachte der Pflichtige fÃ¼r das Kind C KinderunterhaltsbeitrÃ¤ge von Fr. 20'052.- zum Abzug und machte fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern und die direkte Bundessteuer je einen hÃ¤lftigen Kinderabzug geltend. Mit EinschÃ¤tzungsentscheid vom 22. MÃ¤rz 2023 erhÃ¶hte das kantonale Steueramt die UnterhaltsbeitrÃ¤ge auf Fr. 20'704.-, verweigerte aber den Kinderabzug und den damit verbundenen VersicherungsprÃ¤mienabzug. Folglich schÃ¤tzte es den Pflichtigen fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ ein. Als Steuertarif brachte es den Grundtarif zur Anwendung. Gleichentags erging die VeranlagungsverfÃ¼gung betreffend die direkte Bundessteuer 2018, mit welcher der Pflichtige mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ zum Grundtarif veranlagt wurde. Auch hier wurde weder ein Abzug fÃ¼r Kinder noch ein zusÃ¤tzlicher VersicherungsprÃ¤mienabzug fÃ¼r die Kinder zugelassen. Hiergegen erhob der Pflichtige Einsprachen und verlangte im Hauptantrag einen Unterhaltsabzug von total Fr. 20'052.- fÃ¼r beide Kinder, die Anwendung des Elterntarifs, die GewÃ¤hrung des hÃ¤lftigen Kinderabzugs fÃ¼r beide Kinder und den vollen VersicherungsprÃ¤mienabzug fÃ¼r beide Kinder. Mit Einspracheentscheid vom 4. Juli 2023 wies das kantonale Steueramt die Einsprachen ab. Dies mit der BegrÃ¼ndung, dass eine Kombination des Abzugs fÃ¼r Unterhaltszahlungen mit dem Kinder- und Versicherungsabzug nicht mÃ¶glich sei. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob der Pflichtige Rekurs bzw. erstinstanzliche Beschwerde an das Steuerrekursgericht, wobei er im Haupt- und Eventualantrag dieselben Rechtsbegehren stellte wie im Einspracheverfahren. Mit Entscheid vom 20. September 2023 wies das Steuerrekursgericht die Rechtsmittel ab, soweit es darauf eintrat. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerden vom 30. Oktober 2023 beantragte der Pflichtige dem Verwaltungsgericht, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Im Hauptantrag stellte er folgende Rechtsbegehren:</p> <p class="Urteilstext">1.<span> </span>Es sei ihm der Unterhaltsabzug fÃ¼r beide Kinder in der HÃ¶he von Fr. 20'052.- zu gewÃ¤hren. </p> <p class="Urteilstext">2.<span> </span>Es sei ihm fÃ¼r jedes der beiden Kinder ein hÃ¤lftiger Kinderabzug zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Urteilstext">3.<span> </span>Es sei ihm fÃ¼r jedes der beiden Kinder der volle VersicherungsprÃ¤mienabzug zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Urteilstext">4.<span> </span>Er sei zum Verheiratetentarif bzw. Einelterntarif zu besteuern.</p> <p class="Urteilstext">5.<span> </span>Es sei zu prÃ¼fen, ob der Sachverhalt gegen das Gleichbehandlungsgebot und/oder gegen die GleichmÃ¤ssigkeit der Besteuerung verstosse.</p> <p class="Urteilstext">6.<span> </span>FÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht sei ihm eine ParteientschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 2'300.- zuzusprechen.</p> <p class="Urteilstext">Eventualiter beantragte er:</p> <p class="Urteilstext">1.<span> </span>Es sei ihm der ganze Kinderabzug fÃ¼r B zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Urteilstext">2.<span> </span>Es sei ihm fÃ¼r jedes der beiden Kinder der hÃ¤lftige VersicherungsprÃ¤mienabzug zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Urteilstext">3.<span> </span>Es sei ihm ein ganzer VersicherungsprÃ¤mienabzug fÃ¼r B zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Urteilstext">4.<span> </span>Das Urteil des Steuerrekursgerichts sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 31. Oktober 2023 vereinigte die AbteilungsprÃ¤sidentin i.V. die Verfahren SB.2023.00107 betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2018 und SB.2023.00108 betreffend direkte Bundessteuer 2018. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 6. November 2023 wurde dem Pflichtigen, der weitestgehend eine Kopie der Rekursschrift als Beschwerdeschrift einreichte, eine einmalige, nicht erstreckbare Nachfrist von 10 Tagen angesetzt, um dem Verwaltungsgericht eine verbesserte Beschwerde einzureichen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wÃ¼rde. Am 14. November 2023 ging eine verbesserte Beschwerdeeingabe ein. In Abweichung von der ersten Eingabe machte der Pflichtige neu eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 3'000.- geltend.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend das Steuerrekursgericht auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Beschwerde. Die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die vorliegenden Beschwerden SB.2023.00107 (Staats- und Gemeindesteuern 2018) und SB.2023.00108 (direkte Bundessteuer 2018) betreffen denselben Pflichtigen, den gleichen Sachverhalt und dieselbe Rechtslage, weshalb die Verfahren mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 31. Oktober 2023 zu Recht vereinigt wurden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und eine BegrÃ¼ndung enthalten (§ 147 Abs. 4 Satz 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]; Art. 140 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer [DBG]). In der BegrÃ¼ndung ist darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Rechtsmangel leidet. Folglich muss sich die Beschwerde zwingend mit den massgeblichen ErwÃ¤gungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen (vgl. VGr, 1. Dezember 2021, SB.2021.00012, E. 1.2). GenÃ¼gt die Rechtsschrift diesen Erfordernissen nicht, ist dem BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich eine kurze, nicht erstreckbare Nachfrist zur Behebung des Mangels anzusetzen unter der Androhung, dass ansonsten auf sein Rechtsmittel nicht eingetreten werde (§ 147 Abs. 4 Satz 2 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG bzw. Art. 140 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG). Der gesetzliche Sinn der Nachfrist ist, rechtsunkundige und prozessual unbeholfene Steuerpflichtige vor den Folgen einer mangelhaften ProzessfÃ¼hrung zu bewahren (VGr, 17. Mai 2021, SB.2021.00018 und SB.2021.00019, E. 1.4; VGr, 23. Januar 2020, SB.2019.00077 und SB.2019.00078, E. 1.3.2; Silvia Hunziker/Corinna Bigler in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer, 4. A., Basel 2022, Art. 140 N. 48). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nachdem die Beschwerde vom 30. Oktober 2023 eine Kopie der Rekursschrift darstellte, wurde dem rechtsunkundigen Pflichtigen eine Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerde angesetzt. Mit Eingabe vom 14. November 2023 verbesserte der Pflichtige die Beschwerde; indes stellt auch diese Eingabe ab Rz. 24 "Steuerliche Entlastung" bis Rz. 27 "Steuertarif" im Wesentlichen eine Kopie der Rekursschrift dar. Auf die Beschwerde ist daher nur insoweit einzutreten, als nicht wÃ¶rtlich die AusfÃ¼hrungen der Rekursschrift wiederholt werden (vgl. dazu VGr, 25. Mai 2022, VB.2021.00799, E. 2.2). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 34 Abs. 1 lit. a StG wird vom Reineinkommen fÃ¼r die Steuerberechnung ein Kinderabzug je Fr. 9'000.- abgezogen fÃ¼r minderjÃ¤hrige Kinder unter elterlicher Sorge oder Obhut des Steuerpflichtigen sowie fÃ¼r volljÃ¤hrige Kinder, die in der beruflichen Erstausbildung stehen und deren Unterhalt zur Hauptsache vom Steuerpflichtigen bestritten wird (Satz 1). Bei nicht gemeinsam besteuerten Eltern wird der Kinderabzug hÃ¤lftig aufgeteilt, wenn das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht und keine UnterhaltsbeitrÃ¤ge nach § 31 Abs. 1 lit. c StG fÃ¼r das Kind geltend gemacht werden (Satz 2). FÃ¼r Ehegatten, die in rechtlich und tatsÃ¤chlich ungetrennter Ehe leben, sowie fÃ¼r verwitwete, gerichtlich oder tatsÃ¤chlich getrennt lebende, geschiedene und ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern im Sinn von § 34 Abs. 1 lit. a StG zusammenleben, ist in Bezug auf die Einkommenssteuer und die VermÃ¶genssteuer der Verheiratetentarif anwendbar (§ 35 Abs. 2 StG und § 47 Abs. 2 StG). Bei nicht gemeinsam besteuerten Eltern, die mit Kindern unter gemeinsamer elterlicher Sorge zusammenleben und denen der Kinderabzug je zur HÃ¤lfte zusteht, hat derjenige Elternteil Anspruch auf den Verheiratetentarif in Bezug auf die Einkommens- und VermÃ¶genssteuer, der aus seinen versteuerten EinkÃ¼nften den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache bestreitet (§ 35 Abs. 2<sup>bis </sup>StG und § 47 Abs. 2<sup>bis</sup> StG). Ferner steht dem Steuerpflichtigen, der einen vollen Kinderabzug geltend machen kann, ein zusÃ¤tzlicher VersicherungsprÃ¤mienabzug in der HÃ¶he von Fr. 1'300.- pro Kind zu, respektive die HÃ¤lfte hiervon im Fall einer hÃ¤lftigen Aufteilung des Kinderabzugs (§ 31 Abs. 1 lit. g StG). Entsprechende Bestimmungen finden sich im DBG: Laut Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG (in der bis 31. Dezember 2022 gÃ¼ltigen und hier anwendbaren Fassung) werden als Sozialabzug vom Einkommen abgezogen: Fr. 6'500.- fÃ¼r jedes minderjÃ¤hrige oder in der beruflichen oder schulischen Ausbildung stehende Kind, fÃ¼r dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person sorgt (1. Halbsatz); werden die Eltern getrennt besteuert, so wird der Kinderabzug hÃ¤lftig aufgeteilt, wenn das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht und keine UnterhaltsbeitrÃ¤ge nach Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG fÃ¼r das Kind geltend gemacht werden (2. Halbsatz).<span> </span>FÃ¼r die in rechtlich und tatsÃ¤chlich ungetrennter Ehe lebenden Ehepaare und die verwitweten, gerichtlich oder tatsÃ¤chlich getrennt lebenden, geschiedenen und ledigen steuerpflichtigen Personen, die mit Kindern oder unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigen Personen im gleichen Haushalt zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreiten, gilt der Verheiratetentarif gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 2 DBG sinngemÃ¤ss (Art. 36 Abs. 2<sup>bis</sup> Satz 1 DBG). Der so ermittelte Steuerbetrag ermÃ¤ssigt sich um 251 Franken fÃ¼r jedes Kind oder jede unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftige Person (Art. 36 Abs. 2<sup>bis</sup> Satz 2 DBG). Ferner steht dem Steuerpflichtigen, der einen Kinderabzug geltend machen kann, ein zusÃ¤tzlicher VersicherungsprÃ¤mienabzug in der HÃ¶he von Fr. 700.- fÃ¼r jedes Kind zu (Art. 33 Abs. 1<sup>bis </sup>lit. b DBG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Bei getrennt besteuerten Eltern hat derjenige Elternteil Anspruch auf den Elterntarif, dem der Kinderabzug zusteht (BGE 141 II 338 E. 4.3 = Pra 105 [2016] Nr. 45; BGE 133 II 305 E. 6.6 = Pra 97 [2008] Nr. 39; BGE 131 II 553 E. 3.4 = Pra 95 [2006] Nr. 78). Sind zwei Inhaber der elterlichen Sorge vorhanden, ist demjenigen Elternteil der Kinderabzug zu gewÃ¤hren, aus dessen versteuerten EinkÃ¼nften der Unterhalt des unter seiner elterlichen Sorge stehenden MinderjÃ¤hrigen zur Hauptsache bestritten wird (Felix Richner et al., Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 4. A., ZÃ¼rich 2021, § 34 N. 28 und Felix Richner et al., Handkommentar zum DBG, 4. A., ZÃ¼rich 2023, Art. 35 N. 37, jeweils auch zum Folgenden). Leistet ein Elternteil trotz gemeinsamer elterlicher Sorge an den anderen UnterhaltsbeitrÃ¤ge, ist steuerrechtlich davon auszugehen, dass der Kinderabzug dem EmpfÃ¤nger der UnterhaltsbeitrÃ¤ge zusteht: Denn derjenige Elternteil, der die Alimente als Einkommen versteuern muss, wird dadurch, dass diese seinen eigenen Ressourcen gleichgestellt wird, als der Steuerpflichtige bestimmt, der den Unterhalt des Kinds bestreitet.<span> </span>Eine Kumulation des Abzugs fÃ¼r UnterhaltsbeitrÃ¤ge fÃ¼r Kinder und des Kinderabzugs in der Person der gleichen steuerpflichtigen Person ist ausgeschlossen (BGr, 11. Oktober 2010, 2C_437/2010, E. 2.2; <a id="_Hlk153203585">BGE 133 II 305 E. 8.4 = Pra 97 [2008] Nr. 39</a>). Ebenso ist ausgeschlossen, dass der Tarif fÃ¼r Ehepaare beiden geschiedenen oder getrennt lebenden Elternteilen gewÃ¤hrt wird (BGE<a id="_Hlk153195442"> 133 II 305 E. 6.8 = Pra 97 [2008] Nr. 39</a>; Richner et al., § 34 N. 29a). Das Kumulationsverbot von Unterhalts- und Kinderabzug gilt aus PraktikabilitÃ¤tsgrÃ¼nden unabhÃ¤ngig davon, ob sich das Kind in alternierender Obhut befindet oder nicht. Auch im Fall alternierender Obhut gilt: Wer UnterhaltsbeitrÃ¤ge fÃ¼r Kinder leistet und diese von seinen steuerbaren EinkÃ¼nften abzieht, trÃ¤gt steuerlich betrachtet keine Kosten des Kinderunterhalts. Es wird dabei nicht vorausgesetzt, dass der Anspruchsberechtigte die Kosten des Kinderunterhalts in Ã¼berwiegendem Ausmass oder sogar vollstÃ¤ndig trÃ¤gt. Es genÃ¼gt, dass der Anspruchsberechtigte mindestens Kosten im Umfang des Kinderabzugs trÃ¤gt. Diese steuersystematische Umverteilung von Ressourcen hat zur Folge, dass der unterhaltsberechtigte Elternteil, der als zur Hauptsache fÃ¼r den Unterhalt des Kindes sorgend gilt, Anspruch auf den Kinderabzug hat (BGr, 18. Oktober 2023, 9C_696/2022, E. 2.4.2; siehe auch Richner et al., Art. 35 N. 28). Dabei kann der zahlende Elternteil nicht freiwillig auf die Geltendmachung der UnterhaltsbeitrÃ¤ge verzichten und stattdessen den Kinderabzug beanspruchen. Die durch die Leistung von KinderunterhaltsbeitrÃ¤gen geschaffene Umverteilung der Mittel geht vor. Die Zahlung bzw. die Entgegennahme von UnterhaltsbeitrÃ¤gen prÃ¤judiziert somit die Zuteilung des Sozialabzugs (BGr, 18. Oktober 2023, 9C_696/2022, E. 2.4.3). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Steuerrekursgericht widmete sich zunÃ¤chst der Darstellung der gesetzlichen Grundlagen und der Praxis des Bundesgerichts und resÃ¼mierte daraus, dass es sich beim Kumulationsverbot in Bezug auf den Abzug fÃ¼r KinderunterhaltsbeitrÃ¤ge und den Kinderabzug um eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers handle. Ein "manifestierter Rechtsirrtum", wie es der Pflichtige ausdrÃ¼cke, liege nicht vor. Dass die geleisteten KinderunterhaltsbeitrÃ¤ge vorliegend abzugsfÃ¤hig seien, sei gÃ¤nzlich unumstritten. Der Umstand, dass der Pflichtige nur UnterhaltsbeitrÃ¤ge fÃ¼r seine Tochter deklariert habe, Ã¤ndere ferner nichts daran, dass er vom Obergericht des Kantons ZÃ¼rich dazu verpflichtet worden sei, fÃ¼r beide Kinder UnterhaltsbeitrÃ¤ge zu leisten bzw. diese offenkundig auch leiste. Eine bewusst fehlerhafte Deklaration der Alimente vermÃ¶ge an der Rechtslage nichts zu Ã¤ndern. Der Pflichtige habe damit weder Anspruch auf einen halben noch auf einen ganzen Kinderabzug. Da der VersicherungsprÃ¤mienabzug an den Kinderabzug gekoppelt sei und der Pflichtige keinen Anspruch auf den Kinderabzug habe, bleibe ihm auch die GewÃ¤hrung des hÃ¤lftigen oder des ganzen VersicherungsprÃ¤mienabzugs fÃ¼r seine beiden Kinder verwehrt. Die GewÃ¤hrung des Verheiratetentarifs nach § 35 Abs. 2<sup>bis</sup> StG setze die Berechtigung zum hÃ¤lftigen Kinderabzug voraus, weshalb es vorliegend fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern beim Grundtarif sein Bewenden habe. DemgegenÃ¼ber werde fÃ¼r die GewÃ¤hrung des Elterntarifs bei der direkten Bundessteuer in Art. 36 Abs. 2<sup>bis</sup> DBG verlangt, dass die steuerpflichtige Person mit den Kindern im gleichen Haushalt zusammenlebe und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreite. Die Berechtigung zum hÃ¤lftigen Kinderabzug werde somit nicht vorausgesetzt. WÃ¼rden jedoch UnterhaltsbeitrÃ¤ge gemÃ¤ss Art. 33 Abs 1 lit. c DBG in Abzug gebracht, so werde in steuerrechtlicher Hinsicht der Unterhalt nicht bestritten. Weil der Pflichtige vorliegend UnterhaltsbeitrÃ¤ge einkommensmindernd in Abzug bringe, sei er auch nicht zum Elterntarif berechtigt. Sofern der Pflichtige schliesslich geltend mache, Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG verstosse in FÃ¤llen alternierender Obhut gegen das Gleichbehandlungsgebot, sei zu beachten, dass die Gerichte selbst dann an Bundesgesetze gebunden seien, wenn sich diese als verfassungswidrig erweisen sollten. Dies gelte gestÃ¼tzt auf Art. 190 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) auch vor Bundesgericht. Aufgrund des Anwendungsgebots bundesgesetzlicher Regelungen kÃ¶nne vorliegend offengelassen werden, ob das Bundesrecht zu einem rechtsungleichen Ergebnis fÃ¼hren wÃ¼rde. Soweit der Pflichtige schliesslich beantrage, der Abzug fÃ¼r UnterhaltsbeitrÃ¤ge sei auf Fr. 20'052.- zu reduzieren, fehle ihm ein steuerrechtliches Interesse am Antrag auf eine HÃ¶herveranlagung, weshalb auf den Antrag nicht einzutreten sei. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der Pflichtige rÃ¼gt, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r verletzt. Namentlich habe sich diese nicht bzw. nicht genÃ¼gend mit seinen RÃ¼gen auseinandergesetzt und bloss auf steuerrechtliche Artikel und Bundesgerichtsurteile verwiesen, ohne sich mit dem konkreten Sachverhalt zu befassen. Insbesondere gÃ¤be es nicht einmal einen Verweis auf die von ihm zitierte Studie "Anna und Hans". Auch sei auf keine seiner in der Rekursschrift aufgelisteten "DenkstÃ¼tzen" eingegangen worden. Auch habe die Vorinstanz es unterlassen, sich mit der â in der Konstellation alternierende Obhut mit Unterhaltszahlung â gegen das Gleichbehandlungsgebot verstossende Regelung von Art. 34 lit. a DBG (<i>recte:</i> Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG) auseinanderzusetzen und lediglich auf Art. 190 BV verwiesen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 BV) ist formeller Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen BegrÃ¼ndetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids fÃ¼hrt (BGE 144 IV 302 E. 3.1; BGE 135 I 187 E. 2.2). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die MÃ¶glichkeit erhÃ¤lt, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu Ã¤ussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei Ã¼berprÃ¼fen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darÃ¼ber hinaus â im Sinn einer Heilung des Mangels â selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs von einer RÃ¼ckweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die RÃ¼ckweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnÃ¶tigen VerzÃ¶gerungen fÃ¼hren wÃ¼rde, die mit dem (der AnhÃ¶rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer befÃ¶rderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wÃ¤ren (BGE 142 II 218 E. 2.8.1 = Pra 106 [2017] Nr. 2; BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>GemÃ¤ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r. Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r verlangt, dass die BehÃ¶rde die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person auch tatsÃ¤chlich hÃ¶rt, prÃ¼ft und in der Entscheidfindung berÃ¼cksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der BehÃ¶rde, ihren Entscheid zu begrÃ¼nden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlÃ¤sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrÃ¼cklich widerlegt. Der BegrÃ¼ndungspflicht genÃ¼gt bereits, wenn die BehÃ¶rde sich auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Punkte beschrÃ¤nkt. Die BegrÃ¼ndung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person sich Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die hÃ¶here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn mÃ¼ssen wenigstens kurz die Ãberlegungen genannt werden, von denen sich die BehÃ¶rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stÃ¼tzt (BGE 143 III 65 E. 5.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die vom Pflichtigen im Rekursverfahren eingereichte Studie "Anna und Hans" (mit unbekannter Urheberschaft) befasst sich mit der unterschiedlichen Steuerbelastung von Paaren bzw. getrennten Paaren mit zwei Kindern, unter Auflistung verschiedener Lebensmodelle. Der Pflichtige brachte vor, der Unterhaltspflichtige in der Variante alternierende Obhut mit Unterhaltszahlungen werde laut Studie steuerlich am stÃ¤rksten belastet. Das Steuerrekursgericht war indes nicht gehalten, die Angaben gemÃ¤ss der theoretischen Studie "Anna und Hans" abstrakt zu Ã¼berprÃ¼fen, da sich diese nicht mit dem konkreten Sachverhalt des Pflichtigen befasst. Gleiches gilt fÃ¼r die Hypothesen des Pflichtigen in Form von "DenkstÃ¼tzen": Das Steuerrekursgericht ist nicht gehalten, sich mit jedem Parteistandpunkt auseinanderzusetzen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Rechtslage klar ist und zur Thematik des Kinderabzugs eine reichhaltige, konstante Praxis des Bundesgerichts besteht, weshalb die Anforderungen an die BegrÃ¼ndungsdichte weniger streng sind (vgl. dazu RenÃ© Wiederkehr/Kaspar PlÃ¼ss, Praxis des Ã¶ffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2020, Rz. 596 und Rz. 603). Hingegen befasste sich das Steuerrekursgericht nicht mit der RÃ¼ge des Pflichtigen, wonach die aktuelle Steuerpraxis im Fall des Lebensmodells "Alternierende Obhut mit Unterhaltszahlungen" den UnterhaltsempfÃ¤nger doppelt entlaste, wÃ¤hrend der Unterhaltspflichtige keine Entlastung erhalte. Dies fÃ¼hre <a id="_Hlk156470558">â</a> wie in seinem Fall â zu einer Ungleichbehandlung: Diese Ungleichbehandlung halte der Rechtsgleichheit nicht stand. Das Steuerrekursgericht erwog hierzu lediglich, dass unter dem Blickwinkel des Gleichbehandlungsgrundsatzes getrennte Eltern mit Eltern in intakter Ehe zu vergleichen seien. Diese beiden Kategorien seinen mÃ¶glichst gleich zu behandeln. Beiden Kategorien sei die Kumulierung des Kinderabzugs und des Unterhaltsabzugs untersagt. Dies gelte auch bei gemeinsamer elterlicher Sorge sowie alternierender Obhut. Ferner kÃ¶nne aufgrund von Art. 190 BV offengelassen werden, ob ein rechtsungleiches Ergebnis vorliege, da das Gericht an Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG gebunden sei. Mit diesen AusfÃ¼hrungen vermag das Steuerrekursgericht den BegrÃ¼ndungsanforderungen nicht zu genÃ¼gen: Einerseits befasst es sich nur mit dem VerhÃ¤ltnis verheiratete Eltern/getrennte Eltern, nicht aber mit der allfÃ¤lligen Ungleichbehandlung von Unterhaltsverpflichtetem/UnterhaltsempfÃ¤nger. Andererseits handelt es sich bei Art. 190 BV gerade nicht um ein ÃberprÃ¼fungsgebot, sondern um ein Anwendungsgebot (BGE 137 I 23 E. 2.4.4; BGE 136 II 120 E. 3.5.1). Das Steuerrekursgericht wÃ¤re daher verpflichtet gewesen, auch auf die mÃ¶gliche Ungleichbehandlung von Unterhaltsverpflichtetem und UnterhaltsempfÃ¤nger einzugehen. In diesem Punkt hat es das rechtliche GehÃ¶r des Pflichtigen verletzt, wobei die GehÃ¶rsverletzung nicht besonders schwer wiegt. Vorliegend wÃ¼rde eine RÃ¼ckweisung ohnehin zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnÃ¶tigen VerzÃ¶gerungen fÃ¼hren, weshalb eine solche unterbleiben kann. Denn wie gleich zu zeigen sein wird, hat der Pflichtige weder Anspruch auf den Kinderabzug noch auf den VersicherungsprÃ¤mienabzug oder den Elterntarif. Indes ist der festgestellten GehÃ¶rsverletzung im Rahmen der Kostenverteilung angemessen Rechnung zu tragen (vgl. BGr, 30. MÃ¤rz 2020, 1C_158/2019, E. 6; BGr, 15. Februar 2017, 1C_397/2016, E. 4.2). </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Vorliegend wurde der Pflichtige verpflichtet, im Jahr 2018 fÃ¼r seine Kinder monatliche UnterhaltsbeitrÃ¤ge von Fr. 1'420.-, insgesamt Fr. 17'040.- im Jahr, zu leisten. Weiter bezieht er Familienzulagen von Fr. 400.- pro Monat (je Fr. 200.- pro Kind), welche er zur HÃ¤lfte an seine Ex-Partnerin weiterzuleiten hat. GestÃ¼tzt auf § 31 Abs. 1 lit. c StG bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG kann er die effektiv geleisteten UnterhaltsbeitrÃ¤ge in Abzug bringen. Das kantonale Steueramt gewÃ¤hrte ihm einen Abzug von Fr. 20'704.-. Auf den Antrag auf KÃ¼rzung dieses Betrags auf Fr. 20'052.- ist mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten (vgl. dazu auch die entsprechenden AusfÃ¼hrungen des Steuerrekursgerichts in E. 4d des angefochtenen Entscheids). Aufgrund des Kongruenzprinzips hat die EmpfÃ¤ngerin die erhaltenen UnterhaltsbeitrÃ¤ge als Einkommen zu versteuern (§ 23 lit. f StG bzw. Art. 23 lit. f DBG). Dies wird vom Pflichtigen nicht bestritten. Das Leisten von UnterhaltsbeitrÃ¤gen und der damit verbundene Steuerabzug hat die Verweigerung des Kinderabzugs sowohl im Hinblick auf die Staats- und Gemeindesteuern als auch im Hinblick auf die direkte Bundessteuer zur Folge. Dies gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst dann, wenn â wie hier â die Kinder je zur HÃ¤lfte in alternierender Obhut stehen. Demzufolge ist dem Pflichtigen auch der Elterntarif und der Versicherungsabzug zu verweigern. Indessen sind die rechtlichen AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz zum Elterntarif bzw. Verheiratetentarif (E. 4c des angefochtenen Entscheids) mit Blick auf die Staats- und Gemeindesteuern zu korrigieren: Die GewÃ¤hrung des Verheiratetentarifs/Elterntarifs setzt nicht grundsÃ¤tzlich die Berechtigung zum <i>hÃ¤lftigen</i> Kinderabzug voraus. Die Bestimmung von § 35 Abs. 2<sup>bis </sup>StG ist nur bei nicht gemeinsam besteuerten Eltern, die mit Kindern unter gemeinsamer elterlicher Sorge zusammenleben und denen der Kinderabzug je zur HÃ¤lfte zusteht, weil keine UnterhaltsbeitrÃ¤ge fliessen, anwendbar. Vorliegend wÃ¤re § 35 Abs. 2 StG einschlÃ¤gig gewesen, welcher auch fÃ¼r geschiedene und ledige Steuerpflichtige gilt, die mit Kindern im Sinn von § 34 Abs. 1 lit. a StG zusammenleben. Lebt ein minderjÃ¤hriges Kind regelmÃ¤ssig in beiden Haushalten seiner getrennt lebenden Eltern, steht der Elterntarif demjenigen Elternteil zu, der fÃ¼r das Kind den Kinderabzug geltend machen kann (Richner et al., § 35 N. 36).</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Der Pflichtige stellt infrage, dass die Zahlung bzw. die Entgegennahme von UnterhaltsbeitrÃ¤gen auch die Zuteilung des Kinderabzugs prÃ¤judiziere. Er bringt vor, in der Konstellation der alternierenden Obhut mit Unterhaltszahlungen halte die Annahme des Bundesgerichts, der UnterhaltsempfÃ¤nger setze zusÃ¤tzliche eigene Mittel fÃ¼r die BedÃ¼rfnisse der Kinder ein, nicht stand. Vorliegend verfÃ¼ge die Kindsmutter Ã¼ber ein nicht betreuungsbedingtes Manko, weshalb sie keine eigene Mittel fÃ¼r den Bedarf der Kinder aufbringen kÃ¶nne. Vielmehr wÃ¼rden sÃ¤mtliche Kinderkosten bei der Kindsmutter nur Ã¼ber UnterhaltsbeitrÃ¤ge finanziert. Alle zusÃ¤tzlichen Kosten (Hobby, Krankenkasse, Gesundheitskosten usw.) wÃ¼rden direkt und nicht mittels Unterhaltszahlungen via Mutter gedeckt. Bei dieser Argumentation verkennt der Pflichtige, dass Unterhaltszahlungen eine Verschiebung von Ressourcen bedeuten. Der Steuerpflichtige, der Kinderunterhaltszahlungen erhÃ¤lt, verwendet sie fÃ¼r den Unterhalt des Kindes anstelle eigener Ressourcen; der Kinderunterhalt wird diesen Ressourcen gleichgestellt, und er wird bei ihm besteuert. Steuerrechtlich gesehen sorgt damit dieser Steuerpflichtige ganz oder zur Hauptsache fÃ¼r den Unterhalt des Kindes und hat Anspruch auf den Kinderabzug (vgl. BGE 133 II 305 E. 6.5 = Pra 97 [2008] Nr. 39; BGr, 18. Oktober 2023, 9C_696/2022, E. 2.4.2). Dabei ist der Pflichtige, der davon auszugehen scheint, dass er die Hauptlasten des Kinderunterhalts trage, zusÃ¤tzlich auf Folgendes hinzuweisen: Die Ex-Partnerin des Pflichtigen erzielte in der Steuerperiode 2018 ein monatliches Durchschnittseinkommen von Fr. â¦ (S. 19 und 39 des Urteils des Obergerichts vom 24. April 2019). ZusÃ¤tzlich erhielt sie monatliche UnterhaltsbeitrÃ¤ge von total Fr. 1'620.- fÃ¼r die Kinder, was monatlichen EinkÃ¼nften von Fr. â¦ entspricht bzw. jÃ¤hrlichen EinkÃ¼nften von Fr. â¦. Der Pflichtige erzielte dagegen ein monatliches Einkommen von Fr. â¦ (exkl. Familienzulagen; siehe S. 22 und 39 des Urteils des Obergerichts) bzw. Frâ¦ im Jahr; sein steuerbares Einkommen ist fÃ¼r die Steuerperiode 2018 gemÃ¤ss Einspracheentscheid auf Fr. â¦ zu beziffern. Die Kindsmutter muss damit ihre eigenen Auslagen und jene der Kinder (zur HÃ¤lfte) mit einem Einkommen decken, das nicht einmal der HÃ¤lfte des Einkommens des Pflichtigen entspricht. Selbst wenn der Pflichtige noch zusÃ¤tzlich fÃ¼r die ausserordentlichen Kinderkosten aufkommt, bestreitet die Kindsmutter (qua Ressourcenverschiebung) zur Hauptsache den Unterhalt der Kinder. Dass der Pflichtige im VerhÃ¤ltnis zu seiner Ex-Partnerin eine hÃ¶here Steuerlast trÃ¤gt, entspricht daher gerade dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit (Art. 127 Abs. 2 BV). Das Gebot der vertikalen Steuergerechtigkeit verlangt, dass im Sinn der verhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Gleichheit der wirtschaftlich LeistungsfÃ¤higere einen hÃ¶heren Prozentsatz seines Einkommens als Steuer zu zahlen hat als der wirtschaftlich SchwÃ¤chere (BGE 141 II 338 E. 3.2 = Pra 105 [2016] Nr. 45; Richner et al., VB zu StG N. 70). Mit den SozialabzÃ¼gen und Steuertarifen wird bezweckt, die Steuerbelastung â in schematischer Weise â an die spezifische persÃ¶nliche und wirtschaftliche Situation jeder Kategorie von Steuerpflichtigen anzupassen (vgl. BGE 141 II 338 E. 4.5 = Pra 105 [2016] Nr. 45; BGE 133 II 305 E. 5.1; BGr, 23. Juni 2022, 2C_533/2021, E. 6.4.1). Im Einklang mit diesem Zweck steht, dass der Kinderabzug der wirtschaftlich schlechter gestellten Ex-Partnerin des Pflichtigen, welche â wie hier aufgrund der Ressourcenverschiebung â zur Hauptsache fÃ¼r den Kinderunterhalt aufkommt, zugewiesen wird und diese vom gÃ¼nstigeren Steuertarif profitiert (vgl. dazu auch BGE 141 II 338 E. 6.1 und 6.3.1 = Pra 105 [2016] Nr. 45). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>6.3.1 </b>Weiter bringt der Pflichtige vor, das kantonale Steueramt habe den VersicherungsprÃ¤mienabzug einfachheitshalber auf den Unterhaltsabzug addiert. Dieses willkÃ¼rliche Vorgehen sei vom kantonalen Steueramt im Einspracheentscheid (S. 4 Abs. 2) explizit ausgewiesen worden. Die Behauptung des Steuerrekursgerichts, bei der Differenz von Fr. 652.- kÃ¶nne es sich nicht um den Versicherungsabzug handeln, sei willkÃ¼rlich.</p> <p class="Erwgung3"><b>6.3.2 </b>Das Steuerrekursgericht erwog, es kÃ¶nne nicht nachvollziehen, weshalb das kantonale Steueramt UnterhaltsbeitrÃ¤ge von Fr. 20'704.- statt den beantragten Fr. 20'052.- zum Abzug zugelassen habe. Entgegen der Meinung des Pflichtigen handle es sich bei der Differenz von Fr. 652.- nicht um den VersicherungsprÃ¤mienabzug, da dieser gestrichen worden sei. Angesichts der GeringfÃ¼gigkeit des Betrags, welcher ohnehin zugunsten des Pflichtigen ausfalle, kÃ¶nne auf weitere AbklÃ¤rungen verzichtet werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>6.3.3 </b>Die Ansicht des Pflichtigen, das kantonale Steueramt habe einen Teil des VersicherungsprÃ¤mienabzugs unter dem Titel Unterhaltskosten zum Abzug zugelassen, trifft nicht zu: GemÃ¤ss Einspracheentscheid S. 4 Abs. 2 korrigierte die SteuerkommissÃ¤rin die UnterhaltsbeitrÃ¤ge geringfÃ¼gig zugunsten des Steuerpflichtigen; Ã¼berdies rechnete sie den vom Pflichtigen geltend gemachten halben Kinder- und VersicherungsprÃ¤mienabzug auf. Aufrechnen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass kein Kinder- und VersicherungsprÃ¤mienabzug zugelassen und dieser komplett gestrichen wurde. Dies ergibt sich auch aus der dem EinschÃ¤tzungsentscheid bzw. der VeranlagungsverfÃ¼gung beiliegenden Berechnungsmitteilung. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Der Pflichtige beanstandet weiter, dass nur der UnterhaltsempfÃ¤nger den VersicherungsprÃ¤mienabzug geltend machen kÃ¶nne, selbst wenn die VersicherungsprÃ¤mien vom Unterhaltsverpflichteten direkt beglichen wÃ¼rden. Der Unterhaltsverpflichtete kÃ¶nne dagegen keinen Abzug machen. </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Urteil des Obergerichts vom 24. April 2019 (S. 34) wurde beim Barbedarf der Kinder ein Betrag von Fr. 116.- pro Monat/Kind beim Vater fÃ¼r die Krankenkasse eingerechnet. Der aufseiten der Mutter angerechnete Barunterhalt fÃ¼r die Kinder enthÃ¤lt keinen Betrag fÃ¼r die Krankenkasse. Somit enthÃ¤lt der vom Vater an die Kindsmutter ab 1. Januar 2018 geleisteten UnterhaltsbeitrÃ¤ge von Fr. 810.- pro Monat und Kind keinen Betrag fÃ¼r die Krankenkasse. Insoweit kommt es auch nicht zu einer Ressourcenverschiebung, wenn der Pflichtige die vollen KrankenkassenprÃ¤mien direkt an den Versicherer leistet: Hier findet eben gerade keine Verschiebung der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit vom Pflichtigen zur Ex-Partnerin statt. Da ihr keine Leistung zufliesst, kommt das Korrespondenzprinzip nicht zum Tragen. Die vom Pflichtigen bezahlten VersicherungsprÃ¤mien stellen daher steuerlich nicht abzugsfÃ¤hige Lebenshaltungskosten dar (siehe dazu § 33 lit. a StG bzw. Art. 34 lit. a DBG). Der VersicherungsprÃ¤mienabzug, der mit dem Kinderabzug verknÃ¼pft ist, steht daher der Kindsmutter zu. </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten sind die Beschwerden des Pflichtigen abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei dieser Sachlage besteht auch kein Raum fÃ¼r die eventualiter beantragte RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss wÃ¤ren die Verfahrenskosten grundsÃ¤tzlich vollumfÃ¤nglich dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG bzw. Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG). Nach dem Verursacherprinzip rechtfertigt es sich jedoch, zumindest ein Teil der Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ausnahmsweise auch dem Steuerrekursgericht aufzuerlegen (vgl. BGr, 30. MÃ¤rz 2020, 1C_158/2019, E. 6; VGr, 21. Dezember 2022, SB.2022.00107, E. 6.1 [nicht auf www.vgr.zh.ch verÃ¶ffentlicht]; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 13 N. 59 mit Hinweisen). Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu 1/10 dem Steuerrekursgericht und zu 9/10 dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Eine UmtriebsentschÃ¤digung ist dem materiell unterliegenden Pflichtigen dagegen nicht zuzusprechen, da nicht ersichtlich ist, dass ihm ein besonderer Aufwand entstanden wÃ¤re (vgl. § 17 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG bzw. Art. 64 Abs. 1â3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG] in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde SB.2023.00107 betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2018 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde SB.2023.00108 betreffend direkte Bundessteuer 2018 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Verfahren SB.2023.00107 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 600.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 87.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 687.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Verfahren SB.2023.00108 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 52.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 552.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Gerichtskosten werden zu 9/10 dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu 1/10 der Vorinstanz auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Eine UmtriebsentschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) das Steuerrekursgericht;<br/> c) das Sekretariat der GeschÃ¤ftsleitung des kantonalen Steueramts;<br/> d) das Steueramt der Gemeinde E;</span></p> <p class="Einzug2"><span> e) die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung (ESTV).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>