<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00482</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222988&amp;W10_KEY=13045532&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00482</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.02.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA </b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Freizügigkeitsrechtliches Verbleiberecht eines dauernd arbeitsunfähig gewordenen Arbeitnehmers. [Der spanische Beschwerdeführer wurde in der Schweiz geboren und war im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Mit 28 Jahren kehrte er nach Spanien zurück, wo er in der Folge zehn Jahre lebte. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz vor zehn Jahren wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur unselbständigen Erwerbstätigkeit erteilt. Ab 2020 war er mehrere Male wegen seiner seit Jugendjahren bestehenden Drogenabhängigkeit hospitalisiert und seither nicht mehr erwerbstätig. 2022 wurde ihm eine volle IV-Rente zugesprochen. Als Eintritt der dauernden Arbeitsunfähigkeit wurde von der IV ein Datum im Februar 2021 festgelegt. Die Vorinstanz ging davon aus, der Beschwerdeführer habe seine Arbeitnehmereigenschaft verloren.] Darstellung der freizügigkeitsrechtlichen Aufenthaltsansprüche von Arbeitnehmer/-innen aus einem Mitgliedstaat der EU/EFTA (E. 2). Bei dauernder Arbeitsunfähigkeit besteht ein bedingungsloses Verbleiberecht, wenn Staatsangehörige der EU oder EFTA wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit dauernd arbeitsunfähig geworden sind und Anspruch auf eine Rente eines schweizerischen Versicherungsträgers haben oder nach zweijährigem ständigem Aufenthalt in der Schweiz aus einem anderen Grund dauerhaft arbeitsunfähig werden. Die unselbständige Erwerbstätigkeit muss gerade infolge dauernder Arbeitsunfähigkeit aufgegeben worden sein, was nicht der Fall ist, wenn der Arbeitnehmerstatus bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bereits entfallen war (E. 2.3.5). Der Beschwerdeführer war zuletzt bis Ende August 2020 arbeitstätig. Gemäss seiner früheren Arbeitgeberin sei der Beschwerdeführer ein sehr angenehmer Mitarbeiter gewesen. Plötzlich habe er innert kürzester Zeit rapid und sichtbar an Gewicht verloren und sei seiner Arbeit nicht mehr gewachsen gewesen. Nach der Krankschreibung hätten sie nichts mehr vom Beschwerdeführer gehört. Dieser trat unmittelbar nach Arbeitsaufgabe in eine psychiatrische Klinik zur Entzugsbehandlung ein. Nach seiner Entlassung versuchte er offenbar erneut, eine Anstellung zu finden. Die in der Folge zahlreichen Klinikaufenthalte sprechen zumindest rückblickend betrachtet dafür, dass ab dem Zeitpunkt des ersten Klinikaufenthalts nicht mehr mit der Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit gerechnet werden konnte. Vielmehr ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer seine letzte Arbeitstätigkeit offenkundig wegen starken gesundheitlichen Einschränkungen aufgegeben hat und seither mit Blick auf seine Arbeitnehmereigenschaft als dauernd arbeitsunfähig qualifiziert werden muss. Ein freizügigkeitsrechtlicher Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 ist daher gegeben. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist dem Beschwerdeführer zu verlängern (E. 3.3). Der Beschwerdeführer erfüllt die zeitlichen Voraussetzungen für die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung gestützt auf den Briefwechsel vom 9. August/31. Oktober 1989 der Schweiz mit Spanien. Ob die weiteren, materiellen Voraussetzungen für eine Erteilung der Niederlassungsbewilligung erfüllt sind, hat das Migrationsamt zu prüfen (E. 4). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITNEHMEREIGENSCHAFT">ARBEITNEHMEREIGENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSLOSIGKEIT">ARBEITSLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG EU/EFTA">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG EU/EFTA</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BRIEFWECHSEL">BRIEFWECHSEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DAUERNDE ARBEITSUNFÃHIGKEIT">DAUERNDE ARBEITSUNFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENABHÃNGIGE/-R">DROGENABHÃNGIGE/-R</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENSUCHT">DROGENSUCHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTHEISSUNG">GUTHEISSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IV">IV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IV-RENTE">IV-RENTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLINIKAUFENTHALT">KLINIKAUFENTHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPANIEN">SPANIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBLEIBERECHT">VERBLEIBERECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 61a AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 61a Abs. V AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. d AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 2 Abs. I Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 Abs. II Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 6 Abs. I Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 Abs. VI Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 23 Abs. I VFP</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60718" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00482</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. Februar 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist spanischer StaatsangehÃ¶riger. Er wurde 1973 in C (ZH) geboren und ist in D (ZH) aufgewachsen. Am 19. Juli 1990 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. Im Jahr 2002 verliess A die Schweiz zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern. Am 15. Mai 2012 kehrte er wieder in die Schweiz zurÃ¼ck und ersuchte um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, um hier als â¦ erwerbstÃ¤tig zu sein. Am 27. Juni 2012 wurde ihm die gewÃ¼nschte Bewilligung erteilt. Nachdem er die fÃ¼r seinen Antrag auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung vom 28. MÃ¤rz 2017 benÃ¶tigten Unterlagen nicht einreichte, wurde ihm die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA letztmals bis 14. Mai 2022 verlÃ¤ngert. Von April bis August 2020 war A zuletzt fÃ¼r die E AG in D (ZH) erwerbstÃ¤tig; seither ging er keiner ErwerbstÃ¤tigkeit mehr nach. Nachdem sich seine bereits seit Jugendjahren bestehende DrogenabhÃ¤ngigkeit (Heroin, Cannabis) wieder akzentuierte, begab sich A am 1. September 2020 in freiwillige stationÃ¤re Behandlung in der Klinik F, von welcher er am 30. September 2020 wieder entlassen wurde. Vom 31. MÃ¤rz 2021 bis 21. April 2021 fand die 2. Hospitalisation, vom 12. Mai 2021 bis 16. Juni 2021 die 3. Hospitalisation und am 22. Februar 2022 ein weiterer Kurzaufenthalt in der Klinik statt. Seit dem 1. MÃ¤rz 2020 musste A von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden. Das Migrationsamt versuchte daraufhin mit diversen Schreiben, datierend vom 3./17. November 2020 und 15. Dezember 2020 sowie 5. Januar 2021, A mitzuteilen, er kÃ¶nne nicht mehr als Arbeitnehmer im Sinn des FreizÃ¼gigkeitsabkommens vom 21. Juni 1999 (FZA) gelten, und gewÃ¤hrte ihm zum beabsichtigten Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA das rechtliche GehÃ¶r. Dieser liess sich nicht vernehmen. Mit VerfÃ¼gung vom 17. Januar 2022 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A und setzte ihm zum Verlassen der Schweiz eine Frist bis 28. Februar 2022.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Ein von A verfasster und an das Migrationsamt adressierter Rekurs vom 25. Februar 2022 gelangte erst mit Eingabe des von A neu mandatierten Rechtsanwalts am 23. MÃ¤rz 2022 an die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion. Dessen Begehren um Ansetzung einer Nachfrist zur ergÃ¤nzenden RekursbegrÃ¼ndung wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 24. MÃ¤rz 2022 mit prozessleitender VerfÃ¼gung ab. Mit Entscheid vom 20. Juni 2022 wurde der Rekurs abgewiesen und dem Rekurrenten eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 15. September 2022 angesetzt. Ferner wurde dem Rekurrenten die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt und Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand eingesetzt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Vorbescheid vom 19. Juli 2022 sprach die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons ZÃ¼rich (SVA) A gestÃ¼tzt auf ein von ihm am 20. Oktober 2021 gestelltes Gesuch rÃ¼ckwirkend ab April 2022 eine ganze IV-Rente zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 22. August 2022 beantragte A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) dem Verwaltungsgericht, die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 17. Januar 2022 sowie die Dispositiv-Ziffern I und II des Rekursentscheids vom 20. Juni 2022 seien unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten des Beschwerdegegners aufzuheben und der Beschwerdegegner anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Zudem ersuchte er darum, ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihm in der Person von Rechtsanwalt B einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, ging keine Beschwerdeantwort des Migrationsamts ein.</p> <p class="Urteilstext">Am 23. November 2022 reichte der Rechtsvertreter dem Verwaltungsgericht den definitiven Entscheid Ã¼ber die Zusprache einer vollen IV-Rente an den BeschwerdefÃ¼hrer (30. September 2022) ein, mitsamt Feststellungsblatt fÃ¼r den Beschluss vom 19. Juli 2022. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Dezember 2022 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer aufgefordert, dem Verwaltungsgericht den Arbeitsvertrag mit der E AG einzureichen und darzulegen, ob die Aufgabe der Arbeitsstelle bei der E AG freiwillig oder unfreiwillig erfolgte. Die geforderten Unterlagen und Angaben gingen in der Folge beim Verwaltungsgericht ein. Zudem reichte Rechtsanwalt B eine aktuelle Honorarnote ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unange­messenheit des ange­fochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungs­rechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das FZA keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nach Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA haben StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei, welche mit einem Arbeitgeber des Aufnahmestaats ein ArbeitsverhÃ¤ltnis von mindestens einem Jahr eingegangen sind, Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung mit einer mindestens fÃ¼nfjÃ¤hrigen GÃ¼ltigkeit. GemÃ¤ss Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA wird diese Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA hernach automatisch verlÃ¤ngert, sofern die Bewilligungsvoraussetzungen nach wie vor erfÃ¼llt sind.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Nach Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 Ã¼ber den freien Personenverkehr (VFP) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung unter anderem widerrufen oder nicht mehr verlÃ¤ngert werden, wenn eine mit der VerfÃ¼gung verbundene Bedingung nicht (mehr) eingehalten wird. Als Bedingung im vorgenannten Sinn gilt auch der Aufenthaltszweck, wie er gemÃ¤ss Art. 33 Abs. 2 AIG mit jeder Aufenthaltsbewilligung verbunden wird (Silvia Hunziker in: Martin Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 62 N. 43; VGr, 16. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00301, E. 3.2.1). Der Verlust der Arbeitnehmereigenschaft bzw. die Aufgabe der selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit fÃ¼hrt damit in der Regel zum Verlust der darauf basierenden freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsrechte, insbesondere wenn die betroffene Person in der Folge von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden muss und somit auch freizÃ¼gigkeitsrechtliche AufenthaltsansprÃ¼che im Sinn von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA entfallen (vgl. VGr, 20. Juli 2022, VB.2022.00070, E. 3.1.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b>Nach Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA darf einer arbeitnehmenden Person eine gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung nicht allein deshalb entzogen werden, weil sie keine BeschÃ¤ftigung mehr hat, weil sie entweder infolge von Krankheit oder Unfall vorÃ¼bergehend arbeitsunfÃ¤hig oder unfreiwillig arbeitslos geworden ist, falls Letzteres vom zustÃ¤ndigem Arbeitsamt ordnungsgemÃ¤ss bestÃ¤tigt wird. Dabei gelten die von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde ordnungsgemÃ¤ss bestÃ¤tigten Zeiten unfreiwilliger Arbeitslosigkeit und die Abwesenheiten infolge Krankheit oder Unfall als BeschÃ¤ftigungszeiten (vgl. Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 2 der Verordnung [EWG] Nr. 1251/70 der Kommission vom 29. Juni 1970 Ã¼ber das Recht der Arbeitnehmer, nach Beendigung einer BeschÃ¤ftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates zu verbleiben [ABl 1970, L 142 vom 30. Juni 1970 S. 24 ff.; hiernach: Verordnung [EWG] Nr. 1251/70]; siehe zum Ganzen BGE 147 II 35 E. 3.1). Hingegen verliert der Arbeitnehmer seinen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Status, wenn er freiwillig arbeitslos geworden ist, aufgrund seines Verhaltens feststeht, dass keinerlei ernsthafte Aussichten (mehr) darauf bestehen, dass er in absehbarer Zeit eine andere Arbeit finden wird, oder sein Verhalten gesamthaft als rechtsmissbrÃ¤uchlich bezeichnet werden muss (BGE 144 II 121 E. 3.1; 141 II 1 E. 2.2.1, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.3 </b>Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ging zunÃ¤chst davon aus, dass die freizÃ¼gigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft spÃ¤testens nach 18 Monaten (BGr, 10. April 2014, 2C_390/2013, E. 4.3; Andreas ZÃ¼nd/Thomas Hugi Yar, Staatliche Leistungen und Aufenthaltsbeendigung unter dem FZA in: Astrid Epiney/Teresia Gordzielik [Hrsg.], PersonenfreizÃ¼gigkeit und Zugang zu staatlichen Leistungen, ZÃ¼rich etc. 2015, S. 192 f. und 199) bzw. zwei Jahren (BGr, 25. November 2013, 2C_1060/2013, E. 3.1) unfreiwilliger Arbeitslosigkeit verloren ging. Dabei vermochten BeschÃ¤ftigungsmassnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt den Verlust der Arbeitnehmereigenschaft nicht hinauszuzÃ¶gern (BGE 141 II 1 E. 2.2.5; BGr, 7. Dezember 2017, 2C_882/2017, E. 2.3.1; VGr, 20. Juni 2018, VB.2018.00218, E. 2.3). Seit dem 1. Juli 2018 regelt Art. 61a AuG (heute AIG) das ErlÃ¶schen des Aufenthaltsrechts sowie den Zugang zur Sozialhilfe fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige der EU/EFTA-Mitgliedstaaten, die ursprÃ¼nglich eine Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung zur AusÃ¼bung einer unselbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit erhalten haben und deren ArbeitsverhÃ¤ltnis unfreiwillig beendet wurde (vgl. Botschaft zur Ãnderung des AuslÃ¤ndergesetzes vom 4. MÃ¤rz 2016, BBl 2016 3007 ff., 3054 f.). Bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit nach einer Anstellung von mehr als zwÃ¶lf Monaten sieht Art. 61a Abs. 4 AIG vor, dass die Aufenthaltsbewilligung spÃ¤testens sechs Monate nach dem Ende des Anspruchs auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung erlischt. Nach lÃ¤ngerer Arbeitslosigkeit wird die Arbeitnehmereigenschaft sodann auch durch kÃ¼rzere, befristete ArbeitseinsÃ¤tze nicht mehr wiedererlangt (BGr, 10. April 2014, 2C_390/2013, E. 4.4 und 5.3; VGr, 20. Juni 2018, VB.2018.00218, E. 2.3; kritisch hierzu Benedikt Pirker, Zum Verlust der Arbeitnehmereigenschaft im FreizÃ¼gigkeitsabkommen, AJP 2014, 1222 f.). Demnach erlischt das Aufenthaltsrecht von StaatsangehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EU und der EFTA mit einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA sechs Monate nach der unfreiwilligen Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses bzw. spÃ¤testens sechs Monate nach dem Ende der EntschÃ¤digungszahlungen aus der Arbeitslosenkasse (Art. 61a Abs. 4 AIG). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.4 </b>Die Regelungen von Art. 61a AIG regeln nicht Konstellationen eines unfreiwilligen Stellenverlusts aufgrund vorÃ¼bergehender oder dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit (Art. 61a Abs. 5 AIG; vgl. Marc Spescha in: Marc Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich etc. 2019, Art. 61a AIG N. 6). Der in Art. 61a Abs. 5 AIG statuierte Ausschluss der Anwendbarkeit von Art. 61a Abs. 4 AIG kann aber nicht dazu fÃ¼hren, dass ein Arbeitnehmer, dessen ArbeitsverhÃ¤ltnis aufgrund vorÃ¼bergehender ArbeitsunfÃ¤higkeit infolge von Krankheit oder Unfall beendet wurde, nach Ablauf der in letzterer Bestimmung statuierten Frist seine freizÃ¼gigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft uneingeschrÃ¤nkt behÃ¤lt, obschon es ihm zumutbar wÃ¤re, einer angepassten TÃ¤tigkeit nachzugehen. Jedenfalls dann, wenn er nach Ablauf dieser Frist trotz Wiedererlangung der FÃ¤higkeit, eine angepasste ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben, wÃ¤hrend sechs Monaten keine solche TÃ¤tigkeit aufnimmt, ist deshalb (in Analogie zu Art. 61a Abs. 4 AIG und trotz Art. 61a Abs. 5 AIG sowie Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA) von einem ErlÃ¶schen der freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Arbeitnehmereigenschaft auszugehen (vgl. BGr, 5. November 2021, 2C_986/2020, E. 6.4.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.5 </b>Bei dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit besteht ein bedingungsloses Verbleiberecht, wenn StaatsangehÃ¶rige der EU oder EFTA wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit dauernd arbeitsunfÃ¤hig geworden sind und Anspruch auf eine Rente eines schweizerischen VersicherungstrÃ¤gers haben oder nach zweijÃ¤hrigem stÃ¤ndigem Aufenthalt in der Schweiz aus einem anderen Grund dauerhaft arbeitsunfÃ¤hig werden (Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 bzw. Art. 2 Abs. 1 lit. b der Richtlinie 75/34/EWG; ZÃ¼nd/Hugi Yar, S. 191, mit Hinweisen). GemÃ¤ss den genannten Bestimmungen muss die unselbstÃ¤ndige bzw. selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit gerade "infolge dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit" aufgegeben worden sein, was nicht der Fall ist, wenn die Erwerbsaufgabe auf andere GrÃ¼nde zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist bzw. der Arbeitnehmerstatus bei Eintritt der ArbeitsunfÃ¤higkeit bereits entfallen war (vgl. BGE 141 II 1 E. 4.2.3). In Analogie zum Sozialversicherungsrecht liegt eine derartige "dauernde ArbeitsunfÃ¤higkeit" erst vor, wenn gesundheitliche GrÃ¼nde die Aufnahme einer angepassten TÃ¤tigkeit ausserhalb des angestammten Berufsumfelds dauerhaft verhindern und in diesem Sinn eine dauernde ErwerbsunfÃ¤higkeit vorliegt (BGE 146 II 89 E. 4; VGr, 29. April 2020, VB.2020.00041, E. 2.1.5; vgl. auch die Differenzierung zwischen Arbeits- und ErwerbsunfÃ¤higkeit in Art. 6 f. des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 Ã¼ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Wer sich auf ein Verbleiberecht im Sinn der genannten Bestimmungen berufen kann, behÃ¤lt seine als selbstÃ¤ndig oder unselbstÃ¤ndig ErwerbstÃ¤tiger erworbenen Rechte und hat insbesondere auch Anspruch auf Sozialhilfe bzw. ErgÃ¤nzungsleistungen (vgl. BGE 141 II 1 E. 4.1). FÃ¼r den Eintritt der dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit ist auf die Ergebnisse im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren abzustellen (BGr, 16. Februar 2018, 2C_262/2017, E. 3.6.2). Sind in Bezug auf die behauptete dauernde ArbeitsunfÃ¤higkeit die IV-AbklÃ¤rungen noch im Gang, ist vor der FÃ¤llung des Bewilligungsentscheids im Zweifelsfall die VerfÃ¼gung der zustÃ¤ndigen IV-Stelle abzuwarten (BGE 141 II 1 E. 4.2.1, unter Hinweis auf BGr, 30. Oktober 2013, 2C_587/2013; BGr, 8. Juli 2014, 2C_1102/2013, E. 4.4). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Nebst den AnwesenheitsansprÃ¼chen, die sich aus dem FZA bzw. dem AIG ergeben, ist auch das Recht auf Achtung des Privatlebens nach Art. 8 EMRK in die PrÃ¼fung einzubeziehen. Nach einer rechtmÃ¤ssigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren kann regelmÃ¤ssig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf. Im Einzelfall kann es sich freilich anders verhalten und die Integration zu wÃ¼nschen Ã¼brig lassen. Es kann auch sein, dass schon zu einem frÃ¼heren Zeitpunkt der Anspruch auf Achtung des Privatlebens betroffen ist (BGE 144 I 266 E. 3.9). Die allgemein fÃ¼r die Beurteilung der Integration bestehenden Kriterien sind in Art. 58a AIG verankert (Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung; Respektierung der Werte der Bundesverfassung; Sprachkompetenzen und Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung). Nach Art. 8 Abs. 2 EMRK ist ein Eingriff in das Recht auf Achtung des Privat- oder Familienlebens dann statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft fÃ¼r die nationale Sicherheit, fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung oder zur Verhinderung strafbarer Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig erscheint (vgl. BGr, 19. November 2018, 2C_417/2018, E. 6.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz resÃ¼mierte die verschiedenen, von A seit seiner Wiedereinreise in die Schweiz ausgeÃ¼bten ArbeitstÃ¤tigkeiten, wobei dieser nun seit 6. Mai 2019 arbeitslos sei. Am 26. MÃ¤rz 2020 habe er sich bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) angemeldet. Am 12. Juni 2020 habe das RAV C A von der Arbeitsvermittlung des RAV abgemeldet, da er auf ArbeitslosenentschÃ¤digung verzichtet habe. Am 31. August 2021 habe er sich bei der IV zur PrÃ¼fung eines Rentenanspruchs angemeldet und sich dabei fÃ¼r 2020, zeitweise auch frÃ¼her, sowie bis auf Weiteres als 100 % arbeitsunfÃ¤hig bezeichnet. Aufgrund der drei Jahre dauernden Erwerbslosigkeit, der geltend gemachten ArbeitsunfÃ¤higkeit und der bezÃ¼glich seiner ArbeitsfÃ¤higkeit schlechten Prognose gemÃ¤ss Ã¤rztlichem Bericht der Institution G vom 18. Februar 2022 liege bei A keine Arbeitnehmereigenschaft mehr vor und es bestehe auch keine Aussicht darauf, dass er diese in naher Zukunft wiedererlangen kÃ¶nnte. Damit seien die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung nicht mehr erfÃ¼llt, weshalb diese gemÃ¤ss Art. 23 Abs. 1 VFP widerrufen bzw. nicht mehr verlÃ¤ngert werden kÃ¶nne. Ein Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA scheide damit aus. Zu prÃ¼fen seien die Voraussetzungen eines Verbleiberechts nach Beendigung der BeschÃ¤ftigung unter den Voraussetzungen von Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit der Verordnung (EWG) Nr. 1251/70. GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 1 lit. b Satz 1 der Verordnung Nr. 1251/70 bestehe insbesondere ein Verbleiberecht fÃ¼r den Arbeitnehmer, der "infolge dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit" eine BeschÃ¤ftigung im Lohn- oder GehaltsverhÃ¤ltnis aufgebe, wenn er sich seit mindestens zwei Jahren im Hoheitsgebiet dieses Mitgliedstaats stÃ¤ndig aufgehalten habe. Abzustellen sei auf das Ergebnis im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren. Die bei A diagnostizierten psychischen BeeintrÃ¤chtigungen hÃ¤tten schon vor seiner Wiedereinreise in die Schweiz (2012) bestanden: Schon in Spanien habe er sich wÃ¤hrend zwei Jahren in eine Entzugstherapie begeben bzw. habe er sich schon vor rund 30 Jahren zur Entzugsbehandlung von Heroin und Cannabis fÃ¼r einen Monat in die Klinik H in stationÃ¤re Behandlung begeben. Am 12. Februar 2018 sowie am 28. April 2020 sei er von der RAV-Beratung als 100 % vermittlungsfÃ¤hig beurteilt worden. Auch dem Protokoll der SozialbehÃ¶rde D vom 11. Juni 2020 sei zu entnehmen, dass er zu 100 % arbeitsfÃ¤hig sei. Es bestÃ¼nden somit keine Hinweise darauf, dass A seine ErwerbstÃ¤tigkeit im Mai 2019 aufgrund einer dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit aufgegeben hÃ¤tte. Er sei zuvor und danach als vermittlungsfÃ¤hig bzw. als 100 % arbeitsfÃ¤hig beurteilt worden; aus dem Ã¤rztlichen Bericht der Institution G vom 18. Februar 2022 gehe zudem hervor, dass bei ihm keine kÃ¶rperlichen Beschwerden diagnostiziert worden seien. Ãberdies bringe er in seiner Rekurseingabe selbst vor, sich so bald wie mÃ¶glich um eine Arbeitsstelle zu bemÃ¼hen. Auch habe er seine ErwerbstÃ¤tigkeit nicht aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls aufgegeben. Demzufolge stehe ihm auch kein Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 4 Anhang I FZA zu. Da die Aufgabe der ErwerbstÃ¤tigkeit des Rekurrenten klarerweise nicht auf eine dauernde ArbeitsunfÃ¤higkeit zurÃ¼ckzufÃ¼hren sei, sei auch der Ausgang des IV-Verfahrens nicht abzuwarten. Des Weiteren erfÃ¼lle er auch die Voraussetzungen fÃ¼r einen erwerbslosen Aufenthalt in der Schweiz nicht; dies selbst wenn ihm eine IV-Rente zugesprochen wÃ¼rde, wÃ¤re er doch diesfalls zur Bestreitung des Lebensunterhalts auf ErgÃ¤nzungsleistungen angewiesen. Eine tiefgreifende Integration in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse liege aufgrund des Sozialhilfebezugs und der Arbeitslosigkeit ebenfalls nicht vor, weshalb sich A auch nicht auf das Recht auf Achtung des Privatlebens berufen kÃ¶nne. Die Berufung auf Ziff. 2 des Briefwechsels zwischen der Schweiz und Spanien scheitere am ErfÃ¼llen des Widerrufsgrunds von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG. Die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung erweise sich auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig: Eine<span> RÃ¼ckkehr nach Spanien,</span><span> </span><span>wo sich die LebensverhÃ¤ltnisse kaum von denjenigen in der Schweiz unterscheiden wÃ¼rden, sei A zumutbar. Er habe zwar wÃ¤hrend einer ersten Phase wÃ¤hrend 28 Jahren in der Schweiz gelebt,</span> sich jedoch <span>ab 2001 rund elf Jahre im Heimatland aufgehalten, womit er sich</span><span> </span><span>mit den VerhÃ¤ltnissen im Heimatland </span>habe <span>vertraut machen </span>kÃ¶nnen<span>. Sein erneuter zehnjÃ¤hriger</span><span> </span><span>Aufenthalt in der Schweiz Ã¤ndere an dieser Beurteilung nichts. </span>In dieser Zeit habe er sich <span>nicht tiefgreifend in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse eingegliedert und ausser zu seiner Schwester</span> u<span>nd deren Ehemann keine engen Beziehungen geknÃ¼pft. Im Heimatland lebe zumindest</span><span> </span><span>noch seine Mutter. </span>Ferner sei in Spanien <span>auch seine medizinische Versorgung gewÃ¤hrleistet,</span><span> </span><span>zumal er sich dort schon wÃ¤hrend zwei Jahren</span> wegen seiner Drogensucht<span> in stationÃ¤rer Behandlung befunden habe. Aufgrund des in Spanien vorhandenen Sozialsystems </span>sei <span>auch sein wirtschaftliches Auskommen</span><span> </span><span>gewÃ¤hrleistet. Sollte ihm eine IV</span>-<span>Rente</span><span> </span><span>zugesprochen werden, wÃ¼rde ihm diese auch ins Heimatland Ã¼berwiese</span>n.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer erachtet sÃ¤mtliche Voraussetzungen fÃ¼r eine Bewilligungserteilung gestÃ¼tzt auf Art. 4 Anhang I FZA erfÃ¼llt: So habe er sich bei seiner gesundheitsbedingten Arbeitsaufgabe Ã¼ber zwei Jahre in der Schweiz aufgehalten und seither bis zur Zusprache einer ganzen Invalidenrente nicht mehr gearbeitet. Er sei dauerhaft arbeitsunfÃ¤hig und habe deswegen seine letzte BeschÃ¤ftigung bei der E AG aufgeben mÃ¼ssen. Davon wÃ¼rden auch die Klinikaufenthalte zeugen. Bereits sein langjÃ¤hriger Suchtmittelabusus und die damit einhergehenden psychischen Probleme bildeten Hinweis genug, dass er seine ErwerbstÃ¤tigkeit aufgrund einer dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit aufgegeben habe. Andere GrÃ¼nde, welche zum definitiven Ausscheiden aus dem Erwerbsleben gefÃ¼hrt hÃ¤tten, gÃ¤be es nicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer kann heute ohne Weiteres als dauernd arbeitsunfÃ¤hig erachtet werden, nachdem ihm mit VerfÃ¼gung vom 30. September 2022 rÃ¼ckwirkend ab April 2022 eine ganze IV-Rente zugesprochen wurde. Entscheidend ist jedoch, ob er im Zeitpunkt der Aufgabe der ErwerbstÃ¤tigkeit dauernd arbeitsunfÃ¤hig war bzw. die TÃ¤tigkeit gerade aufgrund einer dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit aufgegeben hat. GemÃ¤ss VerfÃ¼gung der IV vom 30. September 2022 ist die ArbeitsunfÃ¤higkeit am 12. Februar 2021 eingetreten. Die IV-Anmeldung erfolgte am 20. Oktober 2021. Die Vorinstanz ging davon aus, der BeschwerdefÃ¼hrer sei seit dem 6. Mai 2019 arbeitslos gewesen; seither habe er keine ErwerbstÃ¤tigkeit mehr ausgeÃ¼bt. Dabei stÃ¼tzte sie sich auf das Protokoll der SozialbehÃ¶rde D vom 11. Juni 2020. Aus den erstmals dem Verwaltungsgericht eingereichten AuszÃ¼gen aus dem individuellen Konto des BeschwerdefÃ¼hrers bei der SVA ergibt sich fÃ¼r die Zeitspanne von April bis August 2019 eine ErwerbstÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers bei der I AG in J, wobei er in dieser Zeitspanne ein Einkommen von Fr. 12'603.- erzielte. Von April bis September 2020 ist schliesslich ein Einkommen von Fr. 9'388.- verzeichnet, welches aus einer ErwerbstÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers bei der Firma E AG in D resultierte. Seinen ersten Arbeitstag bei der Firma E AG hatte der BeschwerdefÃ¼hrer am 29. April 2020. Per 1. September 2020 trat er fÃ¼r einen einmonatigen Aufenthalt in die Klinik F ein. Demzufolge verteilt sich das der SVA ZÃ¼rich gemeldete Einkommen auf die Monate Mai, Juni, Juli und August. Somit erzielte der BeschwerdefÃ¼hrer in diesen Monaten ein monatliches Einkommen von Fr. 2'347.-. Die ArbeitstÃ¤tigkeit bei der E AG, gestÃ¼tzt auf einen "Teilzeit-Arbeitsvertrag auf Abruf", wurde im ersten Arbeitsmarkt ausgefÃ¼hrt und es handelte sich um eine quantitativ und qualitativ echte und tatsÃ¤chliche wirtschaftliche TÃ¤tigkeit (vgl. dazu BGE 141 II 1 E. 2.2.4; EuGH, 31. Mai 1989, <i>Bettray</i>, Slg. 1989 1621 Rz. 13). Bis zu diesem Zeitpunkt bzw. bis Ende August 2020 kann der BeschwerdefÃ¼hrer ohne Weiteres als Arbeitnehmer im Sinn der freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Vorgaben gelten. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer bis dahin arbeitsfÃ¤hig und vermittlungsfÃ¤hig war, ergibt sich auch aus dem von der SozialbehÃ¶rde D im Zusammenhang mit der PrÃ¼fung des Antrags des BeschwerdefÃ¼hrers um Erhalt von Sozialhilfeleistungen erstellten Bericht, datierend vom 11. Juni 2020, und aus dem prozessorientierten Beratungsprotokoll des RAV vom 28. April 2020 ("â¦ weiterhin 100% vermittlungsfÃ¤hig"). Parallel zu seiner ErwerbstÃ¤tigkeit von Ende April bis Ende August 2020 bezog der BeschwerdefÃ¼hrer ab dem 1. MÃ¤rz 2020 Sozialhilfeleistungen. Da Arbeitnehmer aus der EU/EFTA von den gleichen Sozialleistungen profitieren wie die inlÃ¤ndischen ArbeitskrÃ¤fte (Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA), vermochte der ergÃ¤nzende Bezug von Sozialhilfe nichts am Arbeitnehmerstatus des BeschwerdefÃ¼hrers zu Ã¤ndern (vgl. BGr, 14. Juli 2015, 2C_1061/2013, E. 4.2.1; VGr, 23. Januar 2019, VB.2018.00712, E. 4.1; Weisungen VFP des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM], Januar 2023, Ziff. 8.4.4.1).</p> <p class="Erwgung2">Fraglich ist, ob der BeschwerdefÃ¼hrer seine letzte ArbeitstÃ¤tigkeit aufgrund einer dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit verlor: GemÃ¤ss Schreiben der E AG vom 19. Januar 2022 (recte: 2023) sei der BeschwerdefÃ¼hrer ab April 2020 bei der Firma fÃ¼r die â¦ zustÃ¤ndig gewesen. Er sei ein sehr angenehmer Mitarbeiter gewesen, der mit grosser Freude zur Arbeit gekommen sei und bei allen Mitarbeitern beliebt gewesen sei. PlÃ¶tzlich habe er innert kÃ¼rzester Zeit rapid und sichtbar an Gewicht verloren. Er sei der Belastung nicht mehr gewachsen gewesen und vom Arzt krankgeschrieben worden. Da die Firma E AG nach Ablauf der Krankschreibung nichts mehr vom BeschwerdefÃ¼hrer gehÃ¶rt habe, habe sich der Vertrag "ausgeschlichen". Direkt im Anschluss an seine ArbeitstÃ¤tigkeit bei der E AG begab sich der BeschwerdefÃ¼hrer am 1. September 2020 erstmals seit acht Jahren wieder (freiwillig) in eine einmonatige Entzugsbehandlung in der Klinik F. Behandlungsschwerpunkt gemÃ¤ss Austrittsbericht der Klinik F vom 30. September 2020 waren die AbhÃ¤ngigkeitserkrankungen des BeschwerdefÃ¼hrers (Opioide und Cannabioide). GemÃ¤ss Bericht hatte der BeschwerdefÃ¼hrer vor ca. zwei Monaten, also im Juli 2020, einen Suizidversuch unternommen. Ferner wurde ein Gewichtsverlust von 20 kg festgestellt. Nach abgeschlossener qualifizierter Entzugsbehandlung wurde der BeschwerdefÃ¼hrer am 30. September 2020 "bei fehlenden Hinweisen auf eine akute Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung" aus der Klinik entlassen. In der Folge sei er wieder auf Stellensuche gewesen. Eine Anmeldung beim RAV erfolgte nicht mehr (rÃ¼ckwirkende Abmeldung per 26. MÃ¤rz 2020). Aus den Akten ergibt sich, dass der Vater des BeschwerdefÃ¼hrers im Oktober 2020 verstarb, woraufhin der BeschwerdefÃ¼hrer depressiv dekompensiert sei (siehe Austrittsbericht der Klinik F vom 22. April 2021). Im Februar 2021 hatte er starke Suizidgedanken und wurde in der Institution G hospitalisiert. Ab 12. Februar 2021 bestand gemÃ¤ss IV ein IV-Grad von 100 % bzw. eine komplette ArbeitsunfÃ¤higkeit. Vom 31. MÃ¤rz 2021 bis 21. April 2021 fand die 2. Hospitalisation, vom 12. Mai 2021 bis 16. Juni 2021 die 3. Hospitalisation und am 22. Februar 2022 die 4. Hospitalisation statt. Ein weiterer Klinikaufenthalt ergibt sich aus dem E-Mail vom 20. April 2022 von Rechtsanwalt B an die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion, wonach sich sein Mandant derzeit in der Klinik K in Behandlung befinde. </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten muss davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers noch vor Aufgabe seiner letzten ArbeitstÃ¤tigkeit bei der E AG Ende August 2020 rapid verschlechtert hatte. Davon zeugen einerseits sein Suizidversuch im Juli 2020 sowie die starke Gewichtsabnahme, welche auch die letzte Arbeitgeberin feststellen konnte. Zwar versuchte der BeschwerdefÃ¼hrer nach Austritt aus der Klinik Ende September 2020 offenbar weiterhin eine Arbeitsstelle zu finden und fÃ¼hrte noch am 25. Februar 2022 gegenÃ¼ber dem Migrationsamt aus, durch die vielen Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken nicht in der Lage gewesen zu sein, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Nun wolle er sich aber so bald wie mÃ¶glich um eine Arbeitsstelle bemÃ¼hen, da er auch medikamentÃ¶s gut eingestellt sei und einen geregelten Arbeitsalltag antreten kÃ¶nne. Entgegen dieser eigenen optimistischen EinschÃ¤tzung des BeschwerdefÃ¼hrers sprechen die oben aufgefÃ¼hrten zahlreichen Klinikaufenthalte ab September 2020 zumindest rÃ¼ckblickend betrachtet dafÃ¼r, dass ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit der Wiederaufnahme einer ArbeitstÃ¤tigkeit gerechnet werden konnte. Vielmehr ist ersichtlich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine letzte ArbeitstÃ¤tigkeit bei der E AG offenkundig wegen starken gesundheitlichen EinschrÃ¤nkungen aufgegeben hat und seither mit Blick auf seine Arbeitnehmereigenschaft als dauernd arbeitsunfÃ¤hig qualifiziert werden muss. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann sich demnach auf einen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsanspruch im Sinn von Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 berufen. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist dem BeschwerdefÃ¼hrer daher zu verlÃ¤ngern. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Spanische StaatsangehÃ¶rige haben nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung (Ziff. 2 des Briefwechsels vom 9. August/31. Oktober 1989 zwischen der Schweiz und Spanien Ã¼ber die administrative Stellung der StaatsangehÃ¶rigen aus einem der beiden LÃ¤nder im andern nach einer ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von fÃ¼nf Jahren [SR.0.142.113.328.1]). Der BeschwerdefÃ¼hrer erfÃ¼llt die zeitlichen Voraussetzungen fÃ¼r eine Berufung auf den Briefwechsel. Indessen muss auch ein StaatsvertragsauslÃ¤nder die weiteren materiellen Kriterien fÃ¼r die Erteilung der Niederlassungsbewilligung erfÃ¼llen (vgl. dazu BGr, 9. Mai 2022, 2C_881/2021, E. 4.2 und E. 4.3; BGr, 6. August 2015, 2C_1144/2014, E. 4.4; Weisungen und ErlÃ¤uterungen des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM], AuslÃ¤nderbereich, Oktober 2013, Stand: 1. Oktober 2022, Ziff. 0.2.1.3.2): Namentlich dÃ¼rfen keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 oder 63 Abs. 2 AIG vorliegen und muss der AuslÃ¤nder integriert sein (Art. 34 Abs. 2 lit. b und lit. c AIG). Ob auch diese weiteren materiellen Kriterien fÃ¼r die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung erfÃ¼llt sind, hat das Migrationsamt zu Ã¼berprÃ¼fen. </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist gutzuheissen. Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des kantonalen Verfahrens sind neu zu regeln und beurteilen sich grundsÃ¤tzlich nach Massgabe des Verfahrensausgangs (Unterliegerprinzip, § 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a sowie § 17 Abs. 2 VRG). DemgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen. Aufgrund der neuen Kostenverlegung sind die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Zudem ist dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Dabei erscheint eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 610.10 fÃ¼r das Rekursverfahren angemessen, da der BeschwerdefÃ¼hrer die Rekursschrift selbst verfasst hatte und Rechtsanwalt B erst im Laufe des Rekursverfahrens mandatierte. Da dem mittellosen BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt wurde und Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt wurde, wurde dieser bereits mit Fr. 610.10 (Mehrwertsteuer und Barauslagen inklusive) aus der Staatskasse entschÃ¤digt. Die fÃ¼r das Rekursverfahren zugesprochene ParteientschÃ¤digung entspricht in der HÃ¶he dem von Rechtsanwalt B fÃ¼r das Rekursverfahren geltend gemachten Honorar (inkl. Mehrwertsteuer) bzw. der ihm zugesprochenen EntschÃ¤digung. Damit ist auch das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands fÃ¼r das Rekursverfahren als gegenstandslos abzuschreiben.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>FÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'100.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Mit der zugesprochenen ParteientschÃ¤digung sind auch die Auslagen eines unentgeltlichen Rechtsbeistands gedeckt, weshalb das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ebenfalls als gegenstandslos abgeschrieben werden kann.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren werden als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 20. Juni 2022 und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 17. Januar 2022 werden aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 610.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Die an Rechtsanwalt B bereits ausbezahlte EntschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 610.10 (inkl. Mehrwertsteuer) ist daran anzurechnen, womit die ParteientschÃ¤digung bereits ausgerichtet ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'100.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>