Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Mai 2020 (720 19 399 / 113) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Auf das von der IV-Stelle eingeholte Gut- achten kann nicht abgestellt werden; Rückweisung an die IV-Stelle zu weiteren Abklä- rungen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch G abriela Grob Hügli, Rechtsanwältin, c/o Procap Schweiz, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1989 geborene A.____ meldete sich am 15. Dezem ber 2016 unter Hinweis auf psychische Probleme sowie eine seit der Kindheit besteh ende Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei der Eidgenössischen Inval idenversicherung (IV) zum Leis- tungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und e rwerblichen Verhältnisse lehnte die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 11. November 2019 ab. B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertre ten durch Gabriela Grob Hügli, Advokatin, am 16. Dezember 2019 Beschwerde beim Kanto nsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin be antragte er, die Verfügung sei aufzu- heben und die Angelegenheit sei zu weiteren Abklärung en an die Beschwerdegegnerin zurück- zuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die unentgeltli- che Prozessführung mit Advokatin Hügli als Rechtsvertrete rin. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass das für die Ablehnung des Leistungsa nspruchs massgebende Gutach- ten aus verschiedenen Gründen nicht beweiskräftig sei. Al sdann seien insbesondere auch die Voraussetzungen einer Frühinvalidität sowie berufliche Massnahme zu prüfen. Überdies habe die Beschwerdegegnerin keine Invaliditätsbemessung vorgenommen. C. Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Januar 2020 be willigte die instruierende Prä- sidentin dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Proze ssführung und die unentgeltliche Ver- beiständung mit Advokatin Hügli. D. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gerich t form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. 1.2 Im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen der zuständige Sozialversicherer vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung geno mmen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgeg enstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurt eilsvoraussetzung, wenn und inso- weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E . 2.1; 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hin- weisen). Vorliegend stellte die IV-Stelle in der Ver fügung vom 11. November 2019 im Wesentli- chen fest, dass dem Beschwerdeführer keine Rente der Inval idenversicherung zustehe. Nicht Gegenstand der dem vorliegenden Verfahren zugrundelie genden Rentenverfügung bildete die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Massnahmen hat. Soweit der Be- schwerdeführer geltend macht, es seien berufliche Massnahm en an die Hand zu nehmen, fehlt es demnach an einem Anfechtungsgegenstand und folglich an einer Sachurteilsvoraussetzung, weshalb im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht auf diesen Antrag eingetre- ten werden kann. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich e rreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gel ingt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Gemäss diesen Richtlinien ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenhe it sind im Wesentlichen die folgen- den Unterlagen von Relevanz: 5.2 In einem Bericht der Psychiatrie B.____ vom 15. Jul i 2015 wurden als Diagnosen eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADS) (ICD-10 F90.0) unter Hinweis auf einen älteren Bericht der damaligen Dienste C.____ vom 24. Juni 2006 sowie eine Anpassungsstö- rung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) gestellt. Beim Exploranden sei es seit dessen Kindheit bereits mehrfach zu Kontakt mit Psychother apeuten aufgrund der bekannten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einfachen ADS gekommen. Eine erneute Anmeldung sei im Rahmen einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion aufgrund einer Überl astung am Arbeitsplatz erfolgt. Nach dem Wegfall der belastenden Situation und dem Beginn einer integriert psychiatrisch- psychotherapeutischen Behandlung sowie nach Verordnung e iner schlafanstossenden antide- pressiven Pharmakotherapie sei rasch eine Verbesserung der depressiven Symptomatik einge- treten. 5.3 Mit Bericht vom 31. Mai 2017 diagnostizierten Dr. m ed. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. E.____, Fachpsychologe für Psychotherapie (FSP), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) seit dem 8. Lebensjahr und eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1). Bereits mit acht Jahren sei bei m Exploranden die Diagnose ADS ge- stellt worden. Eine medikamentöse Therapie mit Rital in sei bis zum 14. Lebensjahr erfolgt, was dem Patienten in der Schule geholfen, sein Gefühlsleb en jedoch beeinträchtigt habe. Der Pati- ent berichte, dass er die Schule nur mit grossen Schwieri gkeiten habe abschliessen können. Die Lehre als Carrosseriesattler habe er nur mit viel W illen und Energieaufwand bewältigen können. Eine weitere Lehre als Restaurationsfachmann h abe der Explorand abbrechen müs- sen. Im Oktober 2015 sei er aus seiner Anstellung als Ca rrosseriesattler entlassen worden. Er habe lange gekämpft, seine Leistung sei jedoch eingebr ochen, sobald er unter Zeitdruck ge- kommen sei. Er habe oft viel länger für die Arbeit ge braucht als andere und sei anfällig für Feh- ler gewesen. Eine ADS-Abklärung im Erwachsenenalter ha be aufgezeigt, dass der Patient wei- ter unter dieser Symptomatik leide, so die Fachpersonen weiter. Seit März 2017 erfolge deshalb eine medikamentöse Therapie mit Elvanse, was zu einer V erbesserung der Konzentration, der Aufmerksamkeit und (teilweise) des Gefühlslebens geführt habe. Weiterhin problematisch seien alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Personen sowie die Benutzung von öffentlichen Ver- kehrsmitteln. Hierbei würde der Patient schnell starke S tressgefühle empfinden. Aktuell leide er unter Stimmungsschwankungen, Ängsten, Schlafschwierigkeit en, hoher Sensibilität, erhöhter innerer Anspannung, schneller Ermüdung, Gedankenkreisen und Selbstzweifeln. Der Patient lebe zurückgezogen, viele Aktivitäten ausserhalb der Wohn ung meide er aufgrund der Stress- anfälligkeit. Nach einer Aktivität wie Busfahren oder Einkaufen brauche er für die Regeneration oft mehrere Stunden. Dabei wurde eine vollständige A rbeitsunfähigkeit veranschlagt. Bei sorg- fältigem Aufbau in einer für den Patienten förderli chen Umgebung könnte eine berufliche Tätig- keit mit bis zu vier Stunden wieder möglich werden. 5.4 In ihrem Verlaufsbericht vom 19. Oktober 2017 stel lten Dr. D.____ und lic. phil. E.____ zusätzlich die Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.1/F32.2). Nachdem sich zunächst eine Besserung der Sit uation eingestellt habe, sei es im September zu einem Streit mit der Freundin des Pati enten gekommen, worauf diese aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei. Seit diesem Zeitpu nkt hätten seine Schlafschwierig- keiten zugenommen. Der Patient leide ferner unter St immungsschwankungen mit zumeist ge- drückter Stimmung, (Zukunfts-)Ängsten und sozialen Ängste n, Schlafschwierigkeiten, hoher Sensibilität bezüglich Emotionen anderer Menschen und G eräuschen, erhöhter innerer An- spannung, Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls, schneller Ermüdung, Gedankenkreisen und Selbstzweifel sowie Enttäuschung über sich selber. Dabei attestierten sie weiterhin eine voll- schichtige Arbeitsunfähigkeit. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Am 19. Juni 2018 berichtete Dr. D.____ bei den b ekannten Diagnosen einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) und einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1), dass der Patient nach der Trennung von seiner l angjährigen Lebenspartnerin bis Ende 2017 gebraucht habe, um sich wieder zu orientieren und Distanz zu gewinnen. Dabei hätten ihn insbesondere die Umstände der Trennung stark belastet. Hinzu gekommen sei ein durch das Sozialamt veranlasster Wohnungswechsel in eine kleinere W ohnung. Ab Februar 2018 sei es ihm gelungen, eine freundschaftliche Beziehung zu einer Kollegin seiner Schwester aufzubau- en. Seit diesem Zeitpunkt berichte der Patient über ei ne etwas bessere Stimmung. Die Kon- zentrationsfähigkeit habe jedoch abgenommen. Geblieben seien die Schlafstörungen und die Grübeleien. Aus heutiger Einschätzung sei eine Verbesser ung des Zustands des Patienten bis zur Erreichung einer Arbeitsfähigkeit von mehr als 20% nicht zu erwarten. 5.6 Im Gutachten vom 27. Dezember 2018 zuhanden der I V-Stelle diagnostizierte Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ICD-10 F98.8), eine Agoraphobie mit Panik- störung (ICD-10 F40.01) und eine rezidivierende depres sive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4). Die Schilderungen des Exploranden al s auch der Bericht des Kinderarztes aus dem Jahr 1998 seien hinweisend auf eine Störung der Aufmerksamkeit. In der kognitiven Basis- testung COGBAT hätten sich keine Hinweise auf eine Verm inderung der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der Exekutivfunktionen gezeigt. Es hand le sich hier jedoch um ein Scree- ning-Instrument, nicht um eine ausführliche neuropsycho logische Untersuchung. Gemäss Schilderungen des Exploranden seien diese Symptome seit d er Kindheit vorhanden. Eine Hy- peraktivität sei vom Exploranden nicht berichtet worden u nd in den Untersuchungen sowie in den Akten nicht ersichtlich gewesen, weshalb von einer A ufmerksamkeitsstörung ohne Hyper- aktivität auszugehen sei. Der Explorand schildere Ängste, sich in Menschenmengen zu bewe- gen, Geschäfte zu betreten und mit öffentlichen Verkehrsm itteln zu reisen. Er berichte über ein Zittern und Herzklopfen sowie ein Beklemmungsgefühl im Thorax mit Atembeschwerden und Unwirklichkeitsgefühl mit Hörstörungen. Es bestehe ein de utliches Vermeidungsverhalten und die Symptomatik beschränke sich ausschliesslich auf die gefürchteten Situationen. Es sei somit von einer Agoraphobie und Panikstörung auszugehen. Der Explorand äussere, dass er sich von der Grundstimmung her ausgeglichen fühle. Eine Freudl osigkeit sowie eine Verminderung der Interessen seien verneint worden. Der Antrieb sei un auffällig gewesen. Nach ICD-10 seien da- her die B-Kriterien nicht erfüllt, weswegen bei bereits früher mehrfach bestehenden depressiven Episoden aktuell die Diagnose der rezidivierenden depre ssiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) gestellt werde. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führte Dr. F.____ aus, dass in Bezug auf die angestammte Tä- tigkeit als Carrosseriesattler eine Einschränkung von 30% bestehe. Diese Einschränkung liege in der Symptomatik der Angststörung, höchstens leichtgradig auch der Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität begründet, da sich anlässlich der ko gnitiven Basistestung COGBAT keine Hinweise auf eine Verminderung der Aufmerksamkeit, des G edächtnisses und der Exekutiv- funktionen gezeigt hätten. Es bestehe jedoch aufgrund d er Ängste eine Vermeidungstendenz mit einer erhöhten Ermüdbarkeit und gedanklicher Einen gung auf die Angstsymptomatik, wes- wegen von einer Einschränkung von 30% ausgegangen werden könne. In zeitlicher Hinsicht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht könne davon ausgegangen werden, dass nach der Kündigung der Arbeitsstelle 2015 zeitweise eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit best anden habe. Nachdem die Behand- lung abgebrochen worden sei, sei diese einem Bericht vom 29. Mai 2017 zufolge ab Dezember 2016 wiederaufgenommen worden. Es sei damals geschildert worden, dass nach sorgfältigem Aufbau eine Arbeitsfähigkeit von bis zu 50% erreicht werden könne, trotzdem sei aber eine Ein- schränkung in der angestammten Tätigkeit als Carrosseriesatt ler von 100% in der Zeit von De- zember 2016 bis Mai 2017 bescheinigt worden. Es könne da her davon ausgegangen werden, dass damals eine Arbeitsfähigkeit von bis zu 50% bestan den habe. Ende 2017 sei es zur Tren- nung mit einem wenige Wochen anhaltenden reaktiven de pressiven Zustandsbild und einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gekommen. Im Jahr 2018 habe sich wieder eine zuneh- mende Stabilisierung eingestellt, weshalb von einer ste tigen Zunahme der Arbeitsfähigkeit bis aktuell 70% auszugehen sei. Unter einer weiteren leitl iniengerechten Behandlung sollte in circa drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80% err eicht werden können. Bei der gelernten Tätigkeit als Carrosseriesattler handle es sich um eine der Behinderung angepasste Tätigkeit. Der Explorand habe hier Abwechslung bei der Arbeit, e ine monotone Tätigkeit wie an einem Fliessband sei nicht zu erwarten. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefocht enen Verfügung vom 11. No- vember 2019 bei der Beurteilung des medizinischen Sachve rhalts und der zumutbaren Arbeits- fähigkeit im Wesentlichen auf das hiervor zitierte Gutacht en von Dr. F.____ vom 27. Dezember 2018 sowie die hierzu ergangene Beurteilung des Regi onalen Ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD) vom 8. Januar 2019. Demzufolge ging sie davon au s, dass dem Beschwerdeführer ab Juni 2018 die Ausübung seiner angestammten Tätigkeit a ls Carrosseriesattler − welche zu- gleich auch eine leidensadaptierte Tätigkeit darstell e − zu 70% zumutbar sei, weshalb kein An- spruch auf eine Invalidenrente resultiere. Wie nachfolgend darzulegen sein wird, kommt diesem Gutachten − entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin − keine ausschlaggebende Beweiskraft zu, so dass nicht darauf abgestellt werden kann. 6.2 Das Gutachten von Dr. F.____ erscheint insgesamt und auf einen ersten Blick zwar als sehr umfangreich. Bei genauerer Betrachtung fällt in dessen zunächst auf, dass sich bei der Darlegung des medizinischen Sachverhalts auf Seite 2 des Gutachtens einige Passagen finden, die offenbar unbesehen aus der RAD-Beurteilung vom 15. März 2018 in den Text hineinkopiert worden sind. Alsdann kann in der − ebenfalls unter der Darlegung des medizinischen Sachver- halts und ebenso aus der RAD-Beurteilung übernommenen , jedoch ohne Hinweis darauf − ge- machten Feststellung (S. 5), wonach Dr. D.____ und li c. phil. E.____ in ihrem Bericht vom 19. Juni 2018 "dem Wunsch des Versicherten entsprechend ei ne volle Arbeitsunfähigkeit ver- anschlagt" und "sogleich eine äusserst schlechte Prognose abgegeben" hätten, eine gewisse Voreingenommenheit erblickt werden. 6.3 Ungeachtet dieser formellen Gründe fällt aber i nsbesondere ins Gewicht, dass Dr. F.____ im Einklang mit der medizinischen Aktenlage zwar die Diagnose einer ADS bestä- tigt, er aber die aus der besagten Diagnose resultieren den Einschränkungen nicht mit der hier- für erforderlichen Sorgfalt untersucht bzw. sich mit di esen nicht adäquat auseinandersetzt. Es ist daran zu erinnern, dass für die Belange der Invalid enversicherung nicht die Diagnose, son- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dern insbesondere die sozial-praktische Auswirkung der Erkr ankung, mithin die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, massgebend ist (vgl. Urteil des Bun desgerichts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2 und vom 27. September 2017, 8C_8 20/2016, E. 5.4). Diesbezüglich man- gelt es namentlich auch mit Bezug auf die Berufsanamnese des Versicherten an einer vertieften Exploration. So hätten Feststellungen hinsichtlich des b eruflichen Werdegangs, wonach die Kündigung des Versicherten bei seinem letzten Arbeitgeber u.a. aufgrund eines Ausbildungsde- fizits erfolgt sei, durch weitere Informationsquellen ergänzt und vertieft werden müssen. Dies umso mehr, als sich der Versicherte nach Abschluss seiner Lehr e nicht sehr lange auf diesem Beruf bewährt hatte und die Berufsanamnese durch viele Unterbrüche gekennzeichnet ist. Der Versicherte hat überdies selbst berichtet, dass er seine Lehre als Carrosseriesattler nur mit viel Energieaufwand habe bewältigen können und Lernschwieri gkeiten gehabt hätte, was im Gut- achten keinerlei Würdigung erfahren hat. Dr. F.____ begnügt sich mit einer kurz gehaltenen Darstellung des beruflichen Werdegangs, die überdies wid ersprüchliche Angaben enthält und die unsorgfältige Auseinandersetzung mit der Diagnose ADS bekräftigt. Angesichts der Tatsa- che, dass der Versicherte seine Lehre erst im November 200 7 angetreten und im August 2010 beendet hatte, trifft bspw. die Feststellung nicht zu, derzufolge der Versicherte im Zeitraum von 2006 bis 2010 auf seinem Ausbildungsberuf gearbeitet h abe. In medizinischer Hinsicht hält der Gutachter sodann lediglich fest, dass sich entgegen der ana mnestisch dokumentierten Störung der Feinmotorik und den starken Konzentrationsstörungen anlässlich der kognitiven Basistes- tung COGBAT keine Hinweise auf eine Verminderung der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der Exekutivfunktionen gezeigt hätten. Mit seiner diese Erhebungen ergänzenden Feststel- lung, wonach es sich bei der COGBAT lediglich um ein Screening-Instrument und nicht um eine neuropsychologische Untersuchung handle, untermauert Dr . F.____ − wie der Beschwerdefüh- rer zu Recht geltend macht − alsdann die Zweifel, ob den mit der ADS einhergehen den funktio- nellen Einbussen hinreichend Rechnung getragen wurde. Diese Zweifel sind umso gewichtiger, als die erhobene fehlende Einschränkung der Exekutivfunkt ionen mit der Diagnose ADS an sich, die sich geradezu durch einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, kennzeichnet, schwer zu vereinbaren ist un d daher nicht nachvollziehbar erscheint. Letztlich bleibt insbesondere auch die damit e röffnete Frage, ob im konkreten Fall eine neuropsychologische Untersuchung erforderlich gewes en wäre, um die kognitive Beein- trächtigung objektiver zu erfassen, im Raum stehen, ohne dass diese von Dr. F.____ beantwor- tet worden wäre. 6.4 Gestützt auf diese Feststellungen sowie die Ergebn isse der kognitiven Basistestung COGBAT schliesst Dr. F.____ letztlich auf eine leichtgrad ige Beteiligung der ADS an der attes- tierten Einschränkung von insgesamt 30%, was unter d en gegebenen Umständen nicht zu überzeugen vermag. Dies umso weniger, als − einem weiteren Einwand des Beschwerdefüh- rers folgend − fraglich erscheint, wie die Feststellung des RAD im Be richt vom 8. Januar 2019, wonach ein Arbeitstraining den Versicherten überfordern und destabilisieren könne, mit der at- testierten Arbeitsunfähigkeit von 30% in Einklang zu b ringen ist. Aufgrund der Berufsanamnese zweifelhaft erscheint auch, ob der angestammte Beruf al s Carrosseriesattler eine leidensadap- tierte Tätigkeit darstellt. Schliesslich fehlt es im Gut achten mit Blick auf einen möglichen befris- teten Rentenanspruch auch an einer schlüssigen retrospektiv en Beurteilung der Arbeitsfähig- keit. So führt Dr. F.____ diesbezüglich aus, dass entgege n dem Bericht von Dr. D.____ vom Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 29. Mai 2017 in der Zeit von Dezember 2016 bis Mai 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und nicht eine solche von 100% bestanden habe. Nachdem es nach der Trennung des Exploranden von seiner Freundin Ende 2017 aufgrund des anhaltende n reaktiven Zustandsbilds zu einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gekommen sei, habe sich im Jahr 2018 wieder eine zu- nehmende Stabilisierung eingestellt. Seitdem sei von e iner stetigen Zunahme der Arbeitsfähig- keit auszugehen bis aktuell 70%. Gestützt auf die gutach terlichen Ausführungen ist nicht ein- leuchtend, weshalb im Zeitraum von Dezember 2016 bis Ma i 2017 im Vergleich zum Begutach- tungszeitpunkt eine höhergradige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestanden haben soll, nachdem sich die medizinische Situation nicht wesentlich anders präsentiert als im Erstellungs- zeitpunkt des Gutachtens. Unklar bleibt auch, wie die Ve rschlechterung der Arbeitsfähigkeit Ende 2017 bzw. die Verbesserung derselben zu Beginn d es Jahres 2018 hinsichtlich des Ar- beitsunfähigkeitsgrads zu werten ist und wie es sich mit deren Verlauf verhält. Aus den genann- ten Gründen bestehen konkrete Zweifel an dem Gutacht en von Dr. F.____, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 7.1 Nach dem Gesagten erlaubt das Gutachten von Dr. F._ ___ weder eine zuverlässige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts noch eine recht sgenügliche Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit. Da die übrigen bei den Akten liegende n medizinischen Berichte ebenfalls keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bilden, sind die Abkläru ngsergebnisse aus dem Verwal- tungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig, der relev ante medizinische Sachverhalt bedarf deshalb weiterer Abklärung. 7.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das ange rufene kantonale Versiche- rungsgericht im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn es einen im Verwal- tungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf- tig hält oder wenn eine Administrativexpertise in ein em rechtserheblichen Punkt nicht beweis- kräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist zulässig , wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage be gründet liegt oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterl ichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). Gestützt auf das Gut achten von Dr. F.____ bleibt die für den Leistungsanspruch zentrale Frage nach den Auswirkungen de r diagnostizierten ADS auf die Arbeitsfähigkeit vorliegend ungeklärt, nachdem der Gu tachter, unter fehlender besonderer Be- rücksichtigung der Berufsanamnese, die mit der Diagnose einhergehenden funktionellen Beein- trächtigungen ungenügend abgeklärt hat. Ebenfalls unbe antwortet bleibt die Frage, ob für die rechtsgenügliche Feststellung dieser Beeinträchtigungen eine neuropsychologische Abklärung erforderlich ist oder nicht (vgl. E. 6.3 hiervor). Da d ie Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen − trotz diesen und weiteren erheblichen Mängeln − unterlassen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren v ersäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Beschwerdegegn erin unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegen- heit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 11 . November 2019 zur weiteren Abklä- rung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat d en Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Rahmen eines psychia trischen Gutachtens neu abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse ihrer zusätzlichen medizinischen Abklärungen wird die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch des Ver sicherten neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung o- der die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflich- tig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs . 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu h at deshalb die IV-Stelle als unterliegen- de Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- sind der IV-Stelle aufzuerlegen. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem obsiegenden Beschwerdeführe r ist demnach eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 16. März 2020 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Zeita ufwand von 9 Stunden und 30 Minuten erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnitt- liche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Nicht zu bean- standen sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesen en Auslagen im Umfang von Fr. 162.50. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Part eientschädigung in der Höhe von Fr. 2'679.05 (9 Stunden und 30 Minuten à Fr. 250.-- zzgl. Auslagen von Fr. 162.50 inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bstständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzuma chenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Soweit darauf eingetreten werden kann, wird die Beschwerde in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. November 2019 aufgehoben und die Ange- legenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägu ngen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-L andschaft zu- rückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'679.05 (inkl. Ausla gen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht