Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2023 76 Zwischenbescheid vom 25. Mai 2023 im Hauptverfahren III 2023 54 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Monica Huber-Landolt, Richterin lic.iur. Karl Gasser, Richter MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________ AG, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt LL.M. B.________, gegen Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanz Gegenstand Öffentliches Beschaffungsrecht (Zuschlagsverfügung; Arbeitsverga- be für die interkantonale Beschaffung einer neuen IT-Lösung zum Vollzug der landwirtschaftlichen Gesetzgebung; aufschiebende Wir- kung)2 Sachverhalt: A.Im Amtsblatt vom 22. Juli 2022 (und gleichentags auf der Plattform www.simap.ch) hat das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Schwyz als Auftraggeber die gemeinsame, dem Staatsvertragsbereich unterliegende Be- schaffung einer neuen einheitlichen kantonalen IT-Lösung zum Vollzug der land- wirtschaftsrelevanten Gesetzgebung von Bund und Kantonen durch den feder- führenden Kanton Schwyz für 12 Kantone im offenen Verfahren ausgeschrieben (ABl Nr. 29 vom 22. Juli 2022 S. 1963 ff.; Vi-act. 22). Innert der Eingabefrist bis 17. Oktober 2022 haben die A.________ AG sowie die C.________ AG je ein Angebot eingereicht (vgl. Offertöffnungsprotokoll vom 18.10.2022; Vi-act. 90). B.Mit Einschreiben vom 29. März 2023 informierte das Amt für Landwirtschaft die A.________ AG, der Regierungsrat des Kantons Schwyz habe mit RRB Nr. 962/2022 am 13. Dezember 2022 die Arbeiten der C.________ AG zum Netto- preis von Fr. 19'280'917 exkl. MwSt vergeben mit der Begründung: "Die Vergabe erfolgte an das wirtschaftlich günstigste Angebot. Das preislich günstigere Ange- bot der A.________ AG erweist sich nach Auswertung der Zuschlagskriterien insgesamt nicht als das wirtschaftlich günstigste Angebot, obwohl die reine Preisdifferenz zwischen der C.________ AG und A.________ AG circa 4.58 Mio. Franken beträgt. Ausschlaggebend war das Zuschlagskriterium "funktionale An- forderungen inklusive Optionen", welche die C.________ AG deutlich besser er- füllt. In den anderen Zuschlagsbewertungskriterien liegen die beiden Unterneh- men ähnlich bzw. erfüllen die Kriterien mit kleinen Differenzen. Das Angebot der C.________ AG ist somit das wirtschaftlich günstigste Angebot. Selbst wenn oh- ne entsprechende Bereinigung der Offerten vom tieferen Preis der Offerte (Fr. 12'851'600.-- ohne Bereinigung) der Firma A.________ AG auszugehen wä- re, läge sie nicht an erster Stelle und würde den Zuschlag somit nicht erhalten." C.Gegen den Zuschlag an die C.________ AG lässt die A.________ AG am 11. April 2023 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Be- schwerde einreichen mit den Anträgen: Sachanträge 1. Die Zuschlagsverfügung vom 29. März 2023 sowie der dieser Verfügung zu- grundeliegende Beschluss Nr. 962/2022 des Regierungsrats des Kantons Schwyz vom 13. Dezember 2022 in der Beschaffung einer IT-Lösung in den Be- reichen der landwirtschaftsrelevanten Gesetzgebung von Bund und Kanton (Di- rektzahlungen, Naturschutz, Veterinärwesen, Umwelt- und Gewässerschutz) seien aufzuheben und es sei der Zuschlag für die Arbeiten für die Interkantona- le Beschaffung einer neuen IT-Lösung zum Vollzug der landwirtschaftlichen Gesetzgebung der Beschwerdeführerin entsprechend dem von ihr eingereich- ten Angebot zu erteilen.3 2. Eventualiter seien die Zuschlagsverfügung vom 29. März 2023 sowie der dieser Verfügung zugrundeliegende Beschluss Nr. 962/2022 des Regierungsrats des Kantons Schwyz vom 13. Dezember 2022 in der Beschaffung einer IT-Lösung in den Bereichen der landwirtschaftsrelevanten Gesetzgebung von Bund und Kanton (Direktzahlungen, Naturschutz, Veterinärwesen, Umwelt- und Gewäs- serschutz) vollumfänglich aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vergabebehörde zurückzuweisen. 3. Subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der Zuschlagsverfügung vom 29. März 2023 bzw. des dieser Verfügung zugrundeliegenden Beschlusses Nr. 962/2022 des Regierungsrats des Kantons Schwyz vom 13. Dezember 2022 festzustellen und die Vergabebehörde sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin Schaden- ersatz in noch genauer zu beziffernder Höhe, mindestens jedoch CHF 60’000.00, zu leisten. Verfahrensanträge 4. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei superprovisorisch ohne vorgängige Anhörung sicherzustellen, dass bis zum Abschluss des vorliegenden Verfahrens jegliche Vollzugsvorkehrungen un- terbleiben, insbesondere ein Vertragsabschluss der Vergabebehörde mit der Zuschlagsempfängerin. 5. Der Beschwerdeführerin sei vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren, soweit nicht begründete Geheimhaltungsinteressen entgegenstehen. Nach gewährter Akteneinsicht sei ihr eine angemessene Frist von mindestens 20 Tagen anzu- setzen, um sich zu den Akten zu äussern und die Beschwerde zu ergänzen 6. Sämtliche Anträge werden unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vergabebehörde. eventualiter - soweit sich diese als Partei im Verfahren betei- ligt - zulasten der Zuschlagsempfängerin gestellt. D.Mit Verfügung vom 12. April 2023 wurde der Beschwerde einstweilen bis auf Widerruf aufschiebende Wirkung erteilt. Zudem wurde der Vorinstanz Frist zur Vernehmlassung bis 11. Mai 2023 angesetzt und die C.________ AG (als Zuschlagsempfängerin) eingeladen, innert derselben Frist durch Einreichung ei- ner Vernehmlassung dem Verfahren als Beigeladene beizutreten. E.Mit Schreiben vom 9. Mai 2023 verzichtete die C.________ AG auf einen Verfahrensbeitritt. Über den Umfang der Akteneinsicht habe sie die Vorinstanz informiert. F.Innert erstreckter Frist beantragt das Volkswirtschaftsdepartement mit Ver- nehmlassung vom 16. Mai 2023: 1. Der Beschwerde vom 11. April 2023 sei die aufschiebende Wirkung umgehend wieder zu entziehen. 2. Die Beschwerde vom 11. April 2023 sei, eingeschlossen die Verfahrensanträge, vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt darauf eingetreten wird. 3. Eventualiter sei die Beschwerdeführerin gestützt auf § 26 Abs. 1 Bst. g der Ver- ordnung zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungs-4 wesen vom 15. Dezember 2004 (altVIVöB; GS 20, S.626 ff.) vom Verfahren auszuschliessen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. G.Mit Eingabe vom 22. Mai 2023 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung zur Akteneinsicht bzw. Offenlegung. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Anwendbar ist auf das vorliegende Submissionsverfahren die Interkantona- le Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SRSZ 430.120.1) vom 25. November 1994/15. März 2001, nachdem das Verfahren mit Publikation vom 22. Juli 2023, und damit noch nicht unter der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SRSZ 430.120.1) vom 15. November 2019 eingeleitet wurde (vgl. Art. 64 Abs. 1 IVöB 2019). 1.2Die Beschwerdeführerin beantragte mit der Beschwerde vom 11. April 2023 die aufschiebende Wirkung (vgl. Ingress Bst. C). Mit Verfügung vom 12. April 2023 wurde diese einstweilen bis auf Widerruf erteilt (vgl. Art. 17 Abs. 2 IVöB). Die Vorinstanz beantragt vernehmlassend den umgehenden Entzug der auf- schiebenden Wirkung. Gegenstand des vorliegenden Zwischenbescheides bildet allein dieser Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung. Mithin ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen hierfür gegeben sind. 1.3Über ein Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ist ohne Verzug zu entscheiden (§ 42 Abs. 3 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). Das Nämliche gilt für den von der Vorinstanz be- antragten Entzug der aufschiebenden Wirkung. Der Entscheid ist durch die hier- für zuständige Gerichtskammer III zu fällen, nachdem diese zeitnah tagt (vgl. be- treffend die konkurrierende Zuständigkeit nach § 23 Abs. 2 VRP VGE III 2014 2 vom 7.1.2014 Erw. 1.5 mit Hinweis auf EGV-SZ 1982 Nr. 1 Erw. 2). 2.1Die Submissionsbeschwerde hat von Gesetzes wegen keine aufschieben- de Wirkung (Art. 17 Abs. 1 IVöB). Auf Gesuch hin oder von Amtes wegen kann das Gericht die aufschiebende Wirkung erteilen, wenn die Beschwerde als aus- reichend begründet erscheint und keine überwiegenden öffentlichen oder priva- ten Interessen entgegenstehen (Art. 17 Abs. 2 IVöB). Vorliegend erfolgte die Er- teilung einstweilen bis auf Widerruf, nachdem die Beschwerdeführerin die auf- schiebende Wirkung mit begründeter Beschwerde vom 11. April 2023 beantragt hatte.5 2.2Einer Beschwerde kann keine aufschiebende Wirkung erteilt werden, wenn sie offensichtlich unbegründet ist. Mit diesem Erfordernis soll verhindert werden, dass offensichtlich unbegründete Rechtsmittel dazu verwendet werden, die Durchführung einer Beschaffung hinauszuzögern (BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3c; Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. Zürich 2013, Rz. 1342). Das Kriterium der ausreichenden Begründung verlangt eine prima-facie-Würdi- gung der materiellen Rechtslage. Diese Würdigung erfolgt - praxisgemäss und soweit der Mangel nicht geradezu offensichtlich ist - nicht unmittelbar nach Ein- gang der Beschwerde, sondern nach einstweiliger Erteilung der aufschiebenden Wirkung bis auf Widerruf hin auf entsprechenden Antrag zum Entzug der auf- schiebenden Wirkung. Dem Antrag auf Entzug ist stattzugeben, wenn die sum- marische Prüfung ergibt, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten oder sie ab- zuweisen ist. 2.3.1Sind hingegen Erfolgschancen der Beschwerde vorhanden oder bestehen darüber Zweifel, bedarf es einer Interessenabwägung aufgrund einer summari- schen Beurteilung der im Zeitpunkt des prozessualen Entscheids überblickbaren Rechts- und Sachlage (VPB 66.37 Erw. 2e; BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3a). Es gilt dabei einerseits zu beachten, dass die Anordnung der aufschiebenden Wirkung der erwähnten Verwirklichung eines ausreichenden Rechtsschutzes dient. Aus- gangspunkt ist mithin die Gewährung des effektiven Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen, die das Rechtsmittel illusorisch werden lassen (vgl. VPB 69.80 Erw. 2c; VPB 66.37 Erw. 2c). Dem Interesse der Auftraggeberin ist dabei nicht von vornherein ein stärkeres Gewicht beizumessen (vgl. Galli/Mo- ser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1341). Wird die aufschiebende Wirkung nicht erteilt und ist der Vertrag bereits abgeschlossen, ist nämlich nurmehr ein Feststel- lungsentscheid möglich (Art. 18 Abs. 2 IVöB; BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3a). Ander- seits ist aber auch zu berücksichtigen, dass der Vergabestelle bei der Beurtei- lung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien ein weiter Ermessensspiel- raum zur Verfügung steht, in welchen das Gericht, dem keine Überprüfung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVöB), nicht eingreift (BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3c). Gleiches gilt analog auch bei der Festlegung der Eignungskriterien (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 557 und 564; EGV- SZ 2003 B 1.3). 2.3.2Der Umstand, dass die aufschiebende Wirkung nicht ex lege gilt, gebietet nicht, die aufschiebende Wirkung nur ausnahmsweise zu gewähren. Vielmehr bedarf es einer individuellen Prüfung (BEZ 1999, Nr. 9 Erw. 1c; VPB 66.37 Erw. 2c; BR 4/99, S. 149 Nr. S 53). Dabei soll aber die aufschiebende Wirkung nur bei 6 Vorliegen guter Gründe gewährt werden, kommt doch dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides von Vornherein einiges Gewicht zu (vgl. Verfügung BGer 2C_717/2020 vom 6.10.2020). 2.3.3 Das öffentliche Interesse ist vornehmlich in einer möglichst verzögerungs- freien Beschaffung zu sehen. Soweit zeitliche Dringlichkeit geltend gemacht wird, darf darauf in der Regel nur abgestellt werden, wenn sich diese aus äusseren Umständen ergibt und nicht der eigenen unzureichenden Zeitplanung der verge- benden Instanz zuzuschreiben ist (BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3b). Schon bei der Planung ist zu bedenken, dass gegen den Zuschlag ein Rechtsmittel ergriffen werden kann, dem gegebenenfalls die aufschiebende Wirkung erteilt wird (BR 4/99, S. 149, S. 53). Beschaffungsgeschäfte samt Durchführung des eigentlichen Submissionsverfahrens sind nach Möglichkeit langfristig genug zu planen (Galli/ Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1328; VPB 62.79 Erw. 3c; betr. zeitliche Dring- lichkeit siehe auch EGV-SZ 2005 B 1.4 und 1.5). 2.3.4Die Interessen einer beschwerdeführenden Partei liegen in der Chancen- wahrung im Hinblick auf den Zuschlag, die des Zuschlagsempfängers in einem baldigen Vertragsabschluss (BEZ 1999, Nr. 2 Erw. 1c; zur aufschiebenden Wir- kung im Submissionsverfahren: VGE 1024/05Z vom 30.6.2005 Erw. 2). Diesbe- züglich hält die bundesgerichtliche Praxis fest, dass dieses wirtschaftliche Inter- esse der Beschwerde führenden Partei für sich allein zur Gewährung der auf- schiebenden Wirkung grundsätzlich nicht genügt, ausser wenn bei provisorischer Einschätzung eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für die Gutheissung der Be- schwerde spricht oder wenn Umstände aufgezeigt werden, welche klar gegen die im Submissionsverfahren grundsätzlich zu vermutende Dringlichkeit bei der Um- setzung des Vergabeentscheides sprechen (Verfügungen BGer 2C_717/2020 vom 6.10.2020; 2C_1086/2017 vom 17.1.2018 Erw. 3.2; 2C_994/2016 vom 17.11.2016 Erw. 2.1). 2.4Es gilt damit in einem ersten Schritt eine prima-facie-Würdigung der Eintre- tensvoraussetzungen und der materiellen Rechtslage vorzunehmen; ergibt diese, dass auf Nichteintreten oder Abweisung der Beschwerde zu befinden ist, ist dem Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung stattzugeben. Andernfalls ist in einem zweiten Schritt die erwähnte Interessenabwägung vorzunehmen und dem Antrag dann statt zu geben, wenn das öffentliche Interesse am raschen Vollzug des Vergabeentscheides überwiegt. 3.Was die Sachurteilsvoraussetzungen anbelangt, so kann festgehalten wer- den:7 3.1Gegen Verfügungen der Vergabebehörde kann innert 10 Tagen seit deren Eröffnung schriftlich und begründet Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erhoben werden (Art. 15 Abs. 2 IVöB; § 3 KRB über den Beitritt des Kantons Schwyz zur IVöB). Die vorliegend angefochtene Zuschlagsverfügung datiert vom 29. März 2023; sie ging der Beschwerdeführerin - laut Sendungsverlauf - am 30. März 2023 zu (Bf- act. 2). Die Beschwerdeführerin reichte ihre Beschwerde am 11. April 2023 ein und damit innert der 10tägigen Beschwerdefrist (vgl. § 158 Abs. 2 Justizgesetz [JG; SRSZ 231.110] vom 18.11.2009). Die Beschwerde wurde damit fristgerecht beim hierfür zuständigen Verwaltungsgericht schriftlich mit einer Begründung eingereicht. 3.2Die Beschwerdelegitimation setzt bei der Submissionsbeschwerde nicht nur voraus, dass die Partei von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen ist (etwa weil sie sich durch die Offertstellung am Verfahren beteiligt hat), sondern gemäss Rechtsprechung darüber hinaus auch, dass die Stellung der Beschwer- de führenden Partei durch eine Beschwerdegutheissung unmittelbar beeinflusst wird (vgl. VGE III 2022 189 vom 29.3.2023 Erw. 1.2 f.; VGE III 2019 46 vom 24.4.2019 Erw. 1.3.1 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch BGE 141 II 14 Erw. 5). Zeigen Zwischenergebnisse der gerichtlichen Beurteilung auf, dass keine reellen Chancen für einen Zuschlag an die Beschwerde führende Partei mehr bestehen, werden die noch nicht beurteilten Rügen praxisgemäss nicht weiter beurteilt (vgl. VGE III 2008 241 vom 30.1.2009 Erw. 2.1, mit Hinweisen u.a. auf VGE 1053- 1055/02 vom 17.4.2003 Erw. 1b, Robert Wolf, Die Beschwerde gegen Vergabe- entscheide - Eine Übersicht über die Rechtsprechung zu den neuen Rechtsmit- teln, in: ZBl 2003, S. 1 ff. v.a. S. 11 f.). 3.3.1Vorliegend gingen zwei Offerten ein. Beide Anbieter bzw. Angebote erfüll- ten die Eignungskriterien und wurden zugelassen. In der Auswertung der Zu- schlagskriterien erreichte die Beschwerdeführerin 703.92 Punkte und damit rund 63 Punkte weniger als die Zuschlagsempfängerin (766.94 Punkte). Aufgeschlüs- selt nach Zuschlagskriterien wurden die beiden Angebote wie folgt beurteilt (Vi- act. 22, 96): ZK Gewichtung A.___ AG C.___ AG 1 Preis 30% 300 207.77 2 funktionale Anforderungen inkl. Optionen 35% 137.14 292.86 3 Nicht-Funktionale Anforderungen 25% 179.69 170.31 4 Angebotspräsentation 10% 87.09 96.00 Total 100% 703.92 766.948 3.3.2Die Beschwerdeführerin rügt, sie habe nach Erhalt der Zuschlagsverfügung um Akteneinsicht ersucht, worauf am 3. April 2023 ein Debriefing durchgeführt worden sei. Anlässlich dieses Debriefings habe ihr jedoch die Bewertung der An- gebote nicht nachvollziehbar aufgezeigt werden können. Namentlich nicht die nach der Offertöffnung festgelegte Preisspanne von 100-200% oder die Bewer- tung des Zuschlagskriteriums 2. Es sei damit das rechtliche Gehör verletzt wor- den. Weiter habe die Vorinstanz ihr Angebot von Fr. 12'851'600 auf Fr. 14'385'560 netto exkl. MwSt. bereinigt. Diese Bereinigungsberechnung er- schliesse sich ihr nicht. Weiter sei in der Ausschreibung festgehalten worden, die Preis-Bandbreite werde erst nach der Offertöffnung festgelegt. Sie sei nun mit 100% bis 200% festgelegt worden, und dies unbesehen der Tatsache der effekti- ven Bandbreite der zwei einzigen Angebote. Vor diesem Hintergrund erweise sich die gewählte Preiskurve, die erst bei 100% über der billigsten Offerte 0 Punkte ergäbe, als rechtswidrig, werde doch dadurch auch die Gewichtung (30%) in Wirklichkeit massiv reduziert auf rund 10%. Bei Festlegung einer korrek- ten Preiskurve würde die Zuschlagsempfängerin mit ihrem Angebot von Fr. 19'280'917 exkl. MwSt viel weniger Punkte erreichen und der Zuschlag wäre der Beschwerdeführerin zu erteilen. Weiter kritisiert die Beschwerdeführerin auch die Auswertung des Zuschlagskriteriums 2, für welches total 350 Punkten verge- ben worden seien, sie aber nur 137 erzielt habe. Die Vorinstanz habe den Sach- verhalt offensichtlich mehrfach unrichtig und unvollständig festgestellt, ihr Ermes- sen missbraucht und damit rechtsfehlerhaft entschieden. Korrekterweise seien der Beschwerdeführerin mindestens 300 Punkte zuzuteilen. 3.3.3Würde die Beschwerdeführerin mit ihren Rügen durchdringen, bestünden reelle Chancen auf den Zuschlag, da sie dann mehr Punkte als die Zuschlags- empfängerin erzielen würde. Denn gemäss der angefochtenen Bewertung erziel- te die Beschwerdeführerin rund 63 Punkte weniger als die Zuschlagsempfänge- rin. Würde bei der Preiskurve - wie von der Beschwerdeführerin gefordert - eine Bandbreite von höchstens 150% angewendet (ausgehend von einem durch die Vorinstanz auf Fr. 14'747'320 bereinigten Preis der Beschwerdeführerin), würde die Zuschlagsempfängerin noch 115.55 Punkte erzielen und damit rund 92 Punk- te weniger als von der Vorinstanz ermittelt. Dies wäre bereits mehr als die Diffe- renz gemäss Auswertung aller Zuschlagskriterien durch die Vorinstanz (63 Punk- te). Die Beschwerdelegitimation ist damit ohne Weiteres zu bejahen. 3.4Im Rahmen der prima-facie-Würdigung sind die Sachurteilsvoraussetzun- gen damit als erfüllt zu betrachten, womit auf die Beschwerde einzutreten ist. Somit ist in einem nächsten Schritt die materielle Rechtslage summarisch zu prü- fen. 9 4.1Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Begründung des Submissionsergebnisses resp. der Mitteilung sei ungenügend und auch im Debriefing vom 3. April 2023 habe die Vorinstanz die Bewertung der Angebote nicht nachvollziehbar begründen können. Einsicht in die Evaluation habe sie verweigert. Die Vergabeverfügung ist summarisch zu begründen und mit einer Rechtsmittel- belehrung zu versehen (§ 36 Abs. 2 VIVöB). Dem ist die Vorinstanz mit der be- gründeten Eröffnung des Zuschlages nachgekommen (vgl. oben Ingress Bst. B). Die Vorinstanz hat sich dabei nicht auf eine pauschale Begründung (etwa, der Zuschlag gehe an das wirtschaftlich günstigste Angebot) beschränkt, sondern auch ausgeführt, in welchem Kriterium die Zuschlagsempfängerin entscheidend besser abschnitt und damit auch das Minus beim Kriterium 'Preis' wettmachen konnte. Der minimalen Anforderung gemäss Verordnung ist die Vorinstanz damit nachgekommen. Zusätzlich offerierte sie der Beschwerdeführerin ein Debriefing, welches auch stattfand. Dieses Vorgehen der Vorinstanz ist nicht zu beanstan- den (vgl. § 36 Abs. 3 VIVöB). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist unter diesen Umständen prima vista auszuschliessen. Aber selbst wenn eine solche vorläge, dann wäre sie nicht derart gravierend, dass sie im Rahmen des Be- schwerdeverfahrens nicht geheilt werden könnte (Urteil BVGer B-3302/2019 vom 24.9.2019 Erw. 6.2). Es wäre die Verletzung gegebenenfalls im Rahmen der Kostenfrage zu berücksichtigen, änderte aber nichts an der Vergabe (vgl. VGE III 2019 205 vom 20.3.2020 Erw. 2.4 und 8). 4.2.1Hinsichtlich Zuschlagskriterium 'Preis' rügt die Beschwerdeführerin zum ei- nen, die Vorinstanz habe ihr Angebot zu Unrecht von Fr. 12'851'600 auf Fr. 14'385'560 netto exkl. MwSt. bereinigt. Zum andern habe die Vorinstanz eine nicht korrekte Preiskurve angewendet. Sie habe in der Ausschreibung angekün- digt, die Preiskurve resp. die Bandbreite nach Offertöffnung in Kenntnis der An- gebote festzulegen und habe diese dann bei Vorliegen der zwei Angebote (Fr. 12'851'600 und Fr. 19'176'701) zu Unrecht auf 100% bis 200% festgelegt. Damit habe sie eine viel zu grosse Bandbreite festgelegt, ohne dies weiter zu begründen, was zusätzlich zu einer Verfälschung der Gewichtung des Kriteriums (30%) führe. 4.2.2Die Vorinstanz begründet die Bereinigung des Preises mit der Anzahl Pro- jekttag und der Vergleichbarmachung der Angebote. Gemäss Ausschreibung sei mit 660 Projekttagen gerechnet worden, was gemäss Offerte der Beschwerde- führerin nicht ausreiche; sie garantiere eine Umsetzung mit 2880 Projekttagen +/- 1200 Tagen. Die Beschwerdeführerin selbst habe damit einen Vorbehalt ange- bracht. Wenn aber die Offerte auf 660 Projekttagen basiere, müsse eine Bereini-10 gung hin zu realistischen Projekttagen gemäss Beschwerdeführerin vorgenom- men werden. Anlässlich der Präsentation habe sie dies selbst bestätigt, weshalb von einem bereinigten Preis von Fr. 14'747.320 auszugehen sei. Dass die Preisbandbreite erst nach Offertöffnung festgelegt werde, sei in den Un- terlagen bekannt gegeben worden. Nach Kenntnis der Offerten sei die Preis- spanne bei 100% festgelegt worden, was nach Ansicht der Vorinstanz aufgrund des komplexen Auftrages für IT-Leistungen zulässig und im Resultat sachgerecht sei. Es führe dies auch nicht zu einer unrechtmässigen Verschiebung der Preis- gewichtung von 30%. Im Gegenteil komme man mit der ebenfalls teilweise tiefe- ren, effektiven Gewichtung der übrigen Zuschlagskriterien auf eine finale effektiv verhältnismässige Preisgewichtung von fast 35%. Die Gewichtung des Preises werde mit der gewählten Preiskurve damit nicht unterlaufen, sondern gar höher bewertet. 4.2.3Im zur Publikation in der EGV-SZ vorgesehenen Entscheid VGE III 2022 27 vom 23. Juni 2022 Erw. 3.3.1 ff. hat sich das Verwaltungsgericht mit Fragen zur Ausgestaltung der Preiskurve auseinandergesetzt. Unter Hinweis auf die Recht- sprechung wurde festgehalten, dass das Transparenzgebot verletzt sei, wenn ei- ne erst nach der Ausschreibung festgelegte flache Preiskurve zu einer starken Relativierung der Gewichtung des Preiskriteriums führe. Gemäss Bundesgericht führe eine Skala, bei welcher die Bewertungsobergrenze beim Doppelten des bil- ligsten Angebots liege und die für ein um 50% teureres Angebot immer noch die Hälfte der maximalen Punktzahl vorsehe, zu einer äusserst flach verlaufenden Preiskurve; dergestalt werde die mit 30% ohnehin tiefe Gewichtung des Preises weiter abgeschwächt. Weiter führte das Verwaltungsgericht aus, falls die Preis- kurve erst nachträglich festgelegt werde, habe sich die Vergabestelle grundsätz- lich an die effektive Bandbreite der eingereichten Angebote zu halten. Damit werde im Normalfall erreicht, dass die festgelegte Gewichtung des Preises effek- tiv zum Tragen komme. Im konkreten Fall (Beschaffung eines elektronischen Tools) wurde eine Preiskurve mit einer Bandbreite von 300% (bei einer Gewich- tung von 30%) aufgrund der effektiven drei auswertbaren Offerten (Spanne von 32%) als nicht rechtens beurteilt und ein Bereich von 35% als sachgerecht beur- teilt; eine Bandbreite von 50% wurde als relativ deutlich über der effektiven Bandbreite beurteilt. 4.2.4Vor dem Hintergrund dieses Leiturteils erscheint die Rüge der Beschwerde- führerin im Rahmen einer prima-facie-Würdigung nicht als geradezu unbegrün- det. Die Festlegung der Preiskurve wurde auf den Zeitpunkt nach Offertöffnung verschoben, um die effektive Bandbreite zu berücksichtigen. Nach Vorliegen die- ser Bandbreite (Fr. 12'851'600 zu Fr. 19'176'701 = ca. 50%) resp. nach Bereini-11 gung der Offerten (ca. 31%) eine Bandbreite von 100% (d.h. erst ein doppelt so hoher Preis wie das günstigste Angebot erhält 0 Punkte) festzulegen, bedarf ei- ner schlüssigen, nachvollziehbaren Begründung, erscheint sie doch 'prima vista' als unrechtmässig. Bleibt zu ergänzen, dass das genannte Leiturteil noch vor der Publikation der vorliegenden Beschaffung erging und bei der Vorinstanz als be- kannt vorausgesetzt werden darf (vgl. auch VGE III 2021 85 vom 31.5.2021 Erw. 4.5.4). 4.2.5Würde vorliegend aufgrund der effektiven Bandbreite (ca. 30%) für die Preiskurve eine solche von 50% festgelegt, würde dies das Ergebnis der Sub- mission wesentlich verändern (die Zuschlagsempfängerin verlöre rund 92 Punk- te), so dass im Rahmen der prima-facie-Würdigung im Mindesten die Möglichkeit besteht, dass sich die Beschwerde als begründet erweist. 4.3Was die Rügen betreffend Bewertung des Zuschlagskriteriums 2 (funktio- nale Anforderungen inkl. Optionen; Gewichtung 35%) anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass der Vergabebehörde bei der Auswahl, Gewichtung der Zu- schlagskriterien sowie bei der Würdigung und dem Vergleich der Angebote ein erheblicher Ermessensspielraum zukommt (BGE 143 III 553 Erw. 6.3.2; VGE III 2021 115 vom 18.2.2022). Gleichzeitig nimmt das Gericht nur eine zurückhalten- de Überprüfung vor, wo sich Fragen vorwiegend technischer Natur stellen sowie bei reinen Ermessensfragen (VGE III 2020 105 vom 21.12.2020 Erw. 1.4.3). Im Rahmen einer prima-facie-Würdigung kann nicht festgestellt werden, dass die Vorinstanz das Zuschlagskriterium 2 geradezu rechtsfehlerhaft ausgewertet hät- te, so dass die Beschwerde offenkundig gutzuheissen wäre. 4.4Zusammenfassend besteht damit eine gewisse Erfolgschance der Be- schwerde, sollte sich zeigen, dass die nachträgliche Festlegung der Preiskurve rechtsfehlerhaft war. Eine summarische Prüfung lässt diesbezüglich keine klare Aussage zu; eine Gutheissung der Rüge erscheint nicht geradezu unmöglich, was es im Rahmen des Hauptverfahrens vertieft zu klären gilt. 5.Steht aufgrund einer prima-facie-Würdigung der Eintretensvoraussetzun- gen und der materiellen Rechtslage fest, dass weder die Beschwerdelegitimation klarerweise nicht gegeben ist, noch Erfolgschancen nicht ausgeschlossen wer- den können, bedarf es in einem nächsten Schritt einer Interessenabwägung auf- grund einer summarischen Beurteilung der im Zeitpunkt des prozessualen Ent- scheids überblickbaren Rechts- und Sachlage (vgl. oben Erw. 2.3.1 ff.; VGE III 2022 4 vom 19.1.2022).12 5.1Die Beschwerdeführerin macht im Rahmen der Interessenabwägung ein erhebliches wirtschaftliches Interesse geltend. Öffentliche Ausschreibungen in der wirtschaftlichen Grössenordnung wie der vorliegenden seien nicht allzu häu- fig; die finanzielle Bedeutung des Zuschlags sei deshalb für die Beschwerdefüh- rerin gross. Entsprechend habe man einen nicht geringen Aufwand zur Erstellung einer zuschlagsgeeigneten, ausschreibungskonformen Offerte betrieben. Das Projekt sei geradezu auf die Beschwerdeführerin zugeschnitten. Als Vergabeteil- nehmerin sei sie darauf angewiesen, dass das Verfahren rechtsstaatlich korrekt ablaufe. Insoweit gingen die beschwerdeführerischen Interessen mit dem öffent- lichen Interesse an der Gewährung eines rechtsstaatlich einwandfreien Verfah- rens und dem Interesse eines effektiven Rechtsschutzes Hand in Hand. Entge- genstehende überwiegende öffentliche oder private Interessen seien nicht er- sichtlich. Zeitliche Aspekte seien nicht von vorrangiger Bedeutung; dies umso weniger, als sich die Vergabebehörde mit der Zuschlagsverfügung reichlich Zeit gelassen habe. Zudem könne die Rechtsmittelbehörde vorliegend in der Sache selbst direkt entscheiden, wodurch mit einem Abschluss des Verfahrens innert nützlicher Frist zu rechnen sei. 5.2Demgegenüber betont die Vorinstanz, die öffentlichen Interessen würden die privaten der Beschwerdeführerin bei weitem überwiegen. Es gehe um die Beschaffung einer Informatiklösung für den Vollzug der landwirtschaftlichen Ge- setzgebung, die aufgrund der Änderungen der Agrarpolitik und der Gesetzge- bung dringend notwendig sei. Die im Einsatz stehende Fachapplikation sei nicht mehr weiter einsatzfähig und müsse auf den 1. Januar 2026 zwingend abgelöst werden. Ihre Wartung, Pflege und der Support seien nur noch bis zum 31. De- zember 2025 vertraglich abgesichert. Das Beschwerdeverfahren verunmögliche die rechtzeitige Einführung einer Nachfolgelösung, was die Erfüllung des gesetz- lichen Leistungsauftrages in zwölf Kantonen gefährde und zu immensen Nachtei- len für rund ¼ der Schweizer Landwirtschaft führe. Die zwölf Kantone (AG, AI, AR, GL, GR, NW, OW, SZ, SG, TI, UR, ZH) würden seit rund 20 Jahren im Be- reich Landwirtschaftsrecht und weiterer Rechtsgebiete mit einer gemeinsamen IT-Lösung zusammenarbeiten (Agricola-Kantone). Von den vom Bund im Jahr 2021 ausgerichteten 2.815 Mia. Franken an Direktzahlungen würden rund 1/3 über diese Lösung erhoben, kontrolliert, verwaltet und ausbezahlt. Rund 15'000 User (Landwirte, Dritte, Verwaltung) hätten täglich Zugriff auf die Fachapplikati- on. Dies zeige die grosse Bedeutung des Tools auf. Der Übergang von der alten zur neu zu beschaffenden Applikation per 1. Januar 2026 müsse gewährleistet sein. Dieses gemeinsame, öffentliche Interesse an einer reibungslosen Ablösung der Fachapplikation übersteige das private Interesse der Beschwerdeführerin bei weitem. Eine existenzielle Bedrohung von zwölf Kantonen zur Erfüllung ihrer 13 durch die Landwirtschaftsgesetzgebung aufgetragenen Aufgaben durch eine be- schwerdeweise Verzögerung, die nach Darstellung der Vorinstanz objektiv keine Chancen auf Gutheissung habe, sei nicht zu schützen. 5.3Damit zeigt sich, dass sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf ihr wirtschaftliches Interesse beruft, welchem rechtsprechungsgemäss indes nicht überragende Bedeutung beizumessen ist, resp. das für sich allein für die Bestäti- gung der aufschiebenden Wirkung nicht auszureichen vermag. Die Beschwerde- führerin hält denn auch fest, ihr wirtschaftliches Interesse decke sich mit dem öf- fentlichen Interesse an Rechtsstaatlichkeit und rechtmässigem Submissionsver- fahren. Dieses Interesse ist zu bejahen, wenn bei provisorischer Einschätzung eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für die Gutheissung der Beschwerde spricht (vgl. oben Erw. 2.3.4). Wie zuvor ausgeführt, besteht wohl die Möglichkeit einer Beschwerdegutheissung; jedoch kann - bei summarischer Prüfung - nicht gera- dezu von einer erheblichen Wahrscheinlichkeit gesprochen werden, weshalb das private Interesse zu relativieren ist. Anderseits ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin auf die lange Dauer bis zum Erlass der Vergabeverfügung hinweist, was die zeitliche Dringlichkeit ausschliesse. Auch fällt auf, dass die Vorinstanz für die Einreichung der Ver- nehmlassung um Fristerstreckung ersuchte, was die Dringlichkeit grundsätzlich ebenfalls in Frage stellt (zumindest hätte die Vorinstanz bereits vorzeitig den An- trag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung stellen können). Immerhin ist anzu- erkennen, dass sie die erstreckte Frist nicht ausgenutzt und die Vernehmlassung vor Fristablauf eingereicht hat. Was die Zeit bis zur Vergabe anbelangt, so ist an- zuerkennen, dass eine interkantonale Beschaffung notgedrungen mehr Zeit be- ansprucht. Nach der Beschlussfassung im federführenden Kanton Schwyz (13.12.2022) mussten elf weitere kantonale Beschlüsse folgen, wobei das Ver- fahren in jedem Kanton anders aussieht (vgl. Vi-act. 107 - 125). Es ist selbster- klärend, dass die Vergabeverfügung nicht erlassen werden konnte, bevor nicht der letzte zustimmende Kantonsbeschluss vorlag. Dies war erst am 20. März 2023 der Fall, worauf dann aber die Vergabeverfügung am 28. März 2023 zeit- nah erfolgt ist. Mithin kann der Vorinstanz nicht trölerisches Verhalten vorgewor- fen werden. Im Weitern vermag die Vorinstanz die Bedeutung der zeitlichen Dringlichkeit nachvollziehbar aufzuzeigen. Die IT-Lösung zum Vollzug der landwirtschaftlichen Gesetzgebung kommt in 12 Kantonen für rund ¼ der gesamtschweizerischen Landwirtschaft zum Einsatz. Die Ablösung muss per 1. Januar 2026 gewährleis- tet sein, was gemäss Zeitplan keinen Aufschub duldet. Zudem kann es als gera- dezu notorisch bezeichnet werden, dass die Einführung neuer IT-Lösungen 14 Überraschungen und damit Verzögerungen mit sich bringen kann. Auch deshalb ist die zeitliche Dringlichkeit nachvollziehbar und als hoch zu gewichten. Die Komplexität der zu beschaffenden Fachapplikation ergibt sich aus dem Beschaf- fungsgegenstand ohne weiteres und wird - in Betonung der wirtschaftlichen Be- deutung - auch durch die Beschwerdeführerin bestätigt. Auch die Bedeutung durch den Vollzug in 12 Kantonen und die Vielzahl der User bestärkt das hohe öffentliche Interesse an einer raschen bzw. fristgerechten Beschaffung, damit der Vollzug per 1. Januar 2026 gewährleistet ist. 5.4Die Gegenüberstellung der Interessen ergibt damit, dass das vorinstanzlich geltend gemachte, öffentliche Interesse an einer raschen, verzugslosen Umset- zung ausgewiesen und höher zu gewichten ist als das private Interesse der Be- schwerdeführerin an der Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung des Ver- fahrens, was einen zeitgerechten Vollzug der landwirtschaftlichen Gesetzgebung per 1. Januar 2026 in zwölf Kantonen gefährden würde. 6.Diesem Ergebnis entsprechend ist dem Antrag der Vorinstanz auf Entzug der aufschiebenden Wirkung statt zu geben. 7.1 Der Beschwerdeführerin wird mit diesem Zwischenbescheid die Vernehm- lassung der Vorinstanz vom 16. Mai 2023 zugestellt. Des Weitern erhält die Beschwerdeführerin: - Akten gemäss Aktenverzeichnis zur Beschwerdeantwort VG III 2023 54: act. 201, 202, 203 - Akten (vier Ordner) gemäss Aktenverzeichnis der Vorinstanz zur Beschwer- deantwort VG III 2023 54 ohne act. 61 - 88, 93.8 - 93.11, 94.28, 95.6 - 96, wo- bei act. 95.11 und 95.12 geschwärzt (betr. C.________ AG) beigelegt werden. - Akten der Vorinstanz geschwärzt zur Beschwerdeantwort VG III 2023 54: act. 61, 73, 93.8 - Kopie Eingabe Zuschlagsempfängerin vom 9. Mai 2023 Werden Akten zur Einsicht verlangt, die mit diesem Zwischenbescheid nicht zu- gestellt werden, ist so rasch als möglich darum zu ersuchen, worauf nach Rück- sprache mit den Parteien über deren Offenlegung entschieden werden kann. 7.2Es wird ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Die Beschwerdeführerin hat die Replik dem Gericht bis spätestens 16. Juni 2023 einzureichen. 8. Über die Kosten- und Entschädigungsfolge dieses Zwischenbescheides wird mit der Hauptsache befunden.15 9. Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zu- ständigkeit und über Ausstandsbegehren ist gemäss Art. 92 Abs. 1 des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 die Be- schwerde ans Bundesgericht zulässig. Gegen andere selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist die Beschwerde zulässig (Art. 93 Abs. 1 BGG), wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen unbedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufi- ges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b). Des Weiteren ist zu beachten, dass dieser Entscheid betreffend aufschiebende Wirkung nur in dem Umfang beim Bundesgericht angefochten werden kann, als in der Hauptsache der Beschwer- deweg ans Bundesgericht offensteht (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1354). Über die Anfechtbarkeit dieses Zwischenbescheides hat im Falle eines Weiterzu- ges das Bundesgericht zu entscheiden. Wenn dieser Zwischenbescheid, um al- len Eventualitäten gerecht zu werden, mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen wird, können die Parteien hieraus im Falle eines Weiterzuges folglich nichts zu ihren Gunsten herleiten.16 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Der Beschwerde vom 11. April 2023 wird die aufschiebende Wirkung per sofort entzogen. 2. Es wird ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Die Beschwerdeführerin hat die Replik bis spätestens am 16. Juni 2023 einzureichen; im Unterlas- sungsfall wird Verzicht angenommen. Die Akten sind in jedem Fall zu re- tournieren. 3. Über die Kosten- und Entschädigungsfolge dieses Zwischenbescheides wird mit der Hauptsache befunden. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden, wenn der staatsvertragliche Schwellenwert überschritten ist und soweit sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be- deutung stellt (Art. 42 und 82 ff., insbesondere Art. 83 lit. f des Bundesge- setzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Im Übrigen kann ebenfalls innert 30 Tagen seit Zustellung subsidiäre Ver- fassungsbeschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässi- gen Rechten gerügt werden (Art. 113 ff. BGG). Bei gleichzeitiger ordentli- cher Beschwerde sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift ein- zureichen. 5. Zustellung an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R; inkl. den erwähnten Beilagen) - den Regierungsrat (EB) - das Volkswirtschaftsdepartement (EB; inkl. den Eingaben der Zu- schlagsempfängerin vom 9.5.2023 und der Beschwerdeführerin vom 22.5.2023) - und die Eidg. Wettbewerbskommission, 3003 Bern (A). Schwyz, 25. Mai 2023 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber:17 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 26. Mai 2023