Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 21. Januar 2020 (410 19 242) ____________________________________________________________________ Zivilprozessordnung Scheidungsverfahren, das mittels gerichtlich genehm igter Teilvereinbarung und Ent- scheid über die strittigen Nebenfolgen erledigt wird. Frage nach der prozentualen Auf- teilung und Gewichtung des Verfahrens in strittigen und unstrittigen Teil, da sich die- se auf die Prozesskostenverteilung auswirken. Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richter Dieter Freiburghaus (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiberin Karin Wies- ner Parteien A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Erik Johner, divortis AG, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel, Beschwerdeführer gegen B.____ , vertreten durch Advokatin Isabelle Achermann, Bäumleingasse 18, 4051 Basel, Beschwerdegegnerin Gegenstand Kostenentscheid (Ehescheidung) Beschwerde gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 11. Juni 2019 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Parteien haben am 15. Mai 2009 in Arlesheim g eheiratet. Sie haben keine gemein- samen Kinder. Am 16. September 2015 reichte B.____ be im Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West die Scheidungsklage ein. In ihrer Klagbegründung vom 30. November 2016 beantragte sie das Folgende: 1. Die am 15. Mai 2009 in Arlesheim geschlossene Ehe sei zu scheiden. 2. Es sei festzustellen, dass gegenseitig kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist. 3. Die während der Ehe aufgelaufene Errungenschaft i nkl. der Guthaben der Säule 3a sei hälftig aufzu- teilen bzw. es sei eine güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Art. 196 ff. ZGB vorzunehmen. 4. Das während der Ehe geäufnete Freizügigkeitsguthab en der Ehegatten sei gemäss Art. 122 ZGB zu teilen. Eventuell sei der Ehemann zu verpflichten, de r Ehefrau eine angemessene Entschädigung nach Art. 124 ZGB auszurichten, sofern inzwischen der Vorsorgefall bei ihm eingetreten ist. Subeven- tuell sei der Ehefrau eine lebenslange Rente aus de r Pensionskasse des Ehemannes gemäss Art. 124a und Art. 7b SchlT ZGB auszurichten. 5. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Beklagte n. Eventuell sei der Klägerin Kostenerlass für das Verfahren und ihre unentgeltliche Verbeiständung durch die Unterzeichnete zu bewilligen, subeventu- ell mit einem Selbstbehalt. B. Mit Klageantwort vom 31. März 2017 beantragte A.___ _: 1. Die am 15. Mai 2009 geschlossene Ehe der Parteien sei gemäss Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Es seien gegenseitig keine nachehelichen Unterhaltsbeiträge zuzusprechen. 3. Die Ehegatten seien als güterrechtlich auseinandergesetzt zu erklären. 4. Es sei auf eine Teilung der ehezeitlich angesparte n Pensionskassenersparnisse bzw. Renten gemäss Art. 124b Abs. 2 ZGB zu verzichten. 5. Die Rechtsbegehren gemäss Klagbegründung vom 30. November 2016 seien allesamt abzuweisen, soweit sie den vorstehenden Rechtsbegehren widersprechen. 6. Unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Ehefrau. C. Das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West ordnete einen zweiten Schriftenwechsel in Bezug auf die vermögensrechtlichen und vorsorgerechtlichen Begehren der Parteien an, worauf B.____ in ihrer beschränkten Replik vom 7. Juni 2017 beantragte: 1. Die am 15. Mai 2009 in Arlesheim geschlossene Ehe der Parteien sei zu scheiden. 2. Es sei festzustellen, dass gegenseitig kein nachehelicher Unterhalt geschuldet sei. 3. Es sei festzustellen, dass die Ehegatten güterre chtlich auseinandergesetzt sind, so dass keiner vom anderen mehr etwas zu fordern hat. 4. Das während der Ehe geäufnete Freizügigkeitsguthab en der Ehegatte sei gemäss Art. 122 ZGB zu teilen. Eventuell sei der Ehemann zu verpflichten, de r Ehefrau nach Art. 124a und Art. 7d SchlT ZGB eine lebenslange Rente aus der Pensionskasse des Ehem annes auszurichten, da während des Scheidungsverfahrens der Vorsorgefall des Ehemannes eingetreten ist. 5. Die Rechtsbegehren gemäss Klageantwort vom 31. Ma i (recte März) 2017 seien abzuweisen soweit sie den vorstehenden Rechtsbegehren widersprechen, insbesondere die Anträge in den Ziffern 4 bis 6 der Klageantwort. 6. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Beklagte n. Eventuell sei der Klägerin Kostenerlass für das Verfahren und ihre unentgeltliche Verbeiständung durch die Unterzeichnete zu bewilligen, subeventu- ell mit einem Selbstbehalt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Am 8. September 2017 beantragte A.____ in seiner b eschränkten Duplik: 1. An den Rechtsbegehren der Klageantwort wird festgehalten. 2. Die Rechtsbegehren der Ehefrau in ihrer Klage, Kl agebegründung und Replik seien abzuweisen, so- weit sie den eigenen Rechtsbegehren widersprechen. 3. Unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Ehefrau. E. In der anschliessenden Vergleichsverhandlung vom 16. Ma i 2018 schlossen die Partei- en eine Teilvereinbarung. Strittig blieb lediglich n och ein allfälliger Vorsorgeausgleich. Die Hauptverhandlung vom 27. November 2018 vor der Dreier kammer des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West musste aufgrund eines medizinischen Notfal ls von A.____ kurzfristig abgebo- ten werden. Daraufhin unterbreitete die Vorinstanz de n Parteien einen Vergleichsvorschlag be- züglich der beruflichen Vorsorge, der jedoch nicht ang enommen wurde. Deshalb wurde erneut zur Hauptverhandlung vom 11. Juni 2019 geladen. Anlässl ich dieser Verhandlung wurde die Ehe der Parteien geschieden, die Teilvereinbarung der Ehegatten genehmigt und die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidung sverfahrens am 17. September 2015 angesparten Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorg e hälftig geteilt. Es wurde vorgesehen, die Angelegenheit nach Rechtskraft des Entscheids in Anwendung von Art. 281 Abs. 3 ZPO zur Teilung der Austrittsleistungen an das Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht, zu überweisen. Die Gerichtsgebühr von CHF 4'000.00 ohne sc hriftliche Begründung bzw. CHF 6'000.00 mit schriftlicher Begründung wurde zu 1/8 der Klägerin und zu 7/8 dem Kläger auf- erlegt. Überdies wurde der Beklagte verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 23'106.65 (inkl. CHF 454.65 Auslagen und CHF 1'652.00 MWSt) zu bezahlen. F. Gegen den Kostenentscheid erhob A.____ (folgend Beschw erdeführer), vertreten durch Advokat Dr. Erik Johner, mit Eingabe vom 9. Oktober 2 019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, mit folgenden Anträgen: 1. Der Kostenentscheid des Urteils der Vorinstanz vom 11. Juni 2019 (Ziffern 4, 5 und 6 des Urteils) sei aufzuheben. 2. Die Gerichtsgebühr von CHF 6'000.00 sei den Parte ien je hälftig aufzuerlegen; die geleisteten Kos- tenvorschüsse seien mit dem Hälfteanteil zu verrechnen. 3. Der Beschwerdekläger sei zu keiner Parteientschädigun g an die Beschwerdebeklagte zu verpflichten, vielmehr seien die Anwaltskosten wettzuschlagen. Event ualiter sei die Parteientschädigung auf CHF 6'450.00 zzgl. MWSt festzusetzen. 4. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdebeklagten. G. In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. November 2019 be antragte B.____ (folgend Be- schwerdegegnerin), wiederum vertreten durch Advokatin Isa belle Achermann, die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des Urteils der Vo rinstanz vom 11. Juni 2019 (Ziffern 4 – 6 des Urteils). Zudem sei ihr der Kostenerlass für die ses Verfahren und die unentgeltliche Verbeiständung durch die Unterzeichnete zu bewilligen. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Auf die Ausführungen der Partei en in ihren Rechtsmitteleingaben wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Verfügung des Präsidiums des Kantonsgerichts Base l-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, vom 25. November 2019 wurde der Schriftenwechsel geschlossen, den Parteien den Entscheid der Dreierkammer aufgrund der Akten in Aussi cht gestellt und der Beschwerdegeg- nerin die unentgeltliche Rechtspflege für das Rechtsmitt elverfahren mit der Rechtsbeiständin Isabelle Achermann bewilligt. Erwägungen 1. Die Beschwerde richtet sich gegen die Ziffern 4 – 6 d es Entscheids der Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 11. Juni 2019 betreffend Ehescheidung, mithin gegen den Kostenentscheid. Sofern eine Partei nur de n Kostenpunkt anfechten will, steht ihr gemäss Art. 110 ZPO – unabhängig von der Höhe der um strittenen Prozesskosten – lediglich die Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO zur Verfügung. I n diesem Fall wird die anfechtende Partei also auf das grundsätzlich subsidiäre, beschränkte und ausserordentliche Rechtsmittel verwiesen. Die Beschwerdefrist beträgt nach Art. 321 Abs. 1 ZPO dreissig Tage. Die schriftliche Begründung des Entscheids vom 11. Juni 2019 wurde dem Beschwerdeführer laut Eintrag auf dem Rückschein am 16. September 2019 zugestellt. Die Besc hwerde wurde am 9. Oktober 2019 zuhanden des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abtei lung Zivilrecht, der Schweizeri- schen Post übergeben, womit die Beschwerdefrist gewahrt wurde. Der Kostenvorschuss von CHF 600.00 für das Rechtsmittelverfahren wurde rechtz eitig geleistet, so dass auf die Be- schwerde eingetreten werden kann. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Dreierkammer der Zivi lkreisgerichte die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zuständig. Der Entscheid ergeht in Anwendung von Art. 327 Abs. 2 ZPO aufgrund der Akten. 2. Gemäss Art. 320 ZPO kann mit der Beschwerde einerseits die unrichtige Rechtsanwen- dung (lit. a) und andererseits die offensichtlich unrich tige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwe ndung umfasst jeden Verstoss gegen geschriebenes und ungeschriebenes Recht. Dabei spielt e s keine Rolle, ob Bundesrecht oder kantonales Recht falsch angewendet wurde; auch nicht, ob es sich dabei um einen verfahrens- oder materiellrechtlichen Fehler der Vorinstanz handel t. Zu erwähnen sind insbesondere die fehlerhafte Anwendung der Zivilprozessordnung und ihre r Ausführungsbestimmungen. Die Be- schwerdeinstanz überprüft die Rüge der unrichtigen Recht sanwendung mit sog. freier Kogniti- on. Für die Beschwerde hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung gilt indessen eine beschränkte Kognition. Diesfalls ist eine qualifiziert fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts erforderlich, wobei „offensichtlich unrichtig“ gleichbedeutend mit wil lkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (vgl. FREIBURGHAUS /A FHELDT , in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auf l., Zürich 2016, N 3 zu Art. 230 ZPO; SPÜHLER , Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, N 1 f. zu Art. 320 ZPO). 3. Mit Entscheid vom 11. Juni 2019 wurde die Ehe der Pa rteien geschieden, die Teilverein- barung genehmigt und die während der Ehe bis zum Zei tpunkt der Einleitung des Scheidungs- verfahrens am 17. September 2015 angesparten Austrittsl eistungen der beruflichen Vorsorge hälftig geteilt. Die Gerichtsgebühr von CHF 4'000.00 ohne schriftliche Begründung bzw. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 6'000.00 mit schriftlicher Begründung wurde zu 1/8 der Klägerin und zu 7/8 dem Kläger auf- erlegt. Überdies wurde der Beklagte verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 23'106.65 (inkl. CHF 454.65 Auslagen und CHF 1'65 2.00 MWSt) zu bezahlen. In der Be- gründung erwog das Gericht im Wesentlichen, die Teilung der Austrittsleistungen sei bereits ab dem Zeitpunkt der Einigungsverhandlung Hauptstreitpunk t zwischen den Parteien gewesen. Entsprechend hätten sich ihre Rechtsschriften grösstenteils nur mit dieser strittigen Nebenfolge befasst. Diesbezüglich sei die Klägerin mit ihrem Begeh ren vollständig durchgedrungen. Über die restlichen Scheidungsfolgen hätten die Parteien d ie Teilvereinbarung vom 16. Mai 2018 abgeschlossen. Entsprechend sei bei der Gewichtung des Prozessstoffes von ¼ für die unstrit- tigen und von ¾ für die strittigen Nebenfolgen der S cheidung auszugehen. Da sich die Parteien über den ¼ geeinigt hätten, seien diese Kosten den Pa rteien je hälftig aufzuerlegen und die ¾, bei denen die Klägerin vollständig obsiegt habe, ginge n vollumfänglich zu Lasten des Beklag- ten. Die Klägerin mache in ihrer Honorarnote einen A ufwand von 109 Stunden zzgl. Auslagen und Mehrwertsteuer geltend. Es werde nur die notwendi ge Tätigkeit entgeltet, deshalb sei der Aufwand wegen Überlänge der Telefonate sowie für die Ausarbeitung der Klagbegründung auf gesamt 100 Stunden zu kürzen. Da es sich um einen Fall leicht überdurchschnittlicher Schwie- rigkeit handle und die Sache für die Klägerin von gro sser Bedeutung sei, sei von einem Stun- denhonorar von CHF 280.00 auszugehen. Nach Massgabe des zuvor erwähnten Verteilschlüs- sels habe der Beklagte der Klägerin ¾ des Stundenaufwa nds zu bezahlen zuzüglich ¾ der Spesen und der Mehrwertsteuer. Zufolge Bewilligung de r unentgeltlichen Rechtspflege mit ei- nem Selbstbehalt von CHF 2'000.00 für die Gerichtskost en an die Klägerin gehe zudem eine Entschädigung an ihre Rechtsvertreterin im Umfang von ¼ des Stundenaufwands zuzüglich ¼ der Auslagen und Mehrwertsteuer zu Lasten des Staates. 4.1 Der Beschwerdeführer moniert die vorinstanzliche Kostenve rteilung und führt aus, er habe sich von Anfang an auf den Standpunkt gestellt, eine hä lftige Teilung der ehelich geäufneten Pensionskassenguthaben ungerecht zu empfinden, da die Ehe aus seiner Sicht nicht wirklich gelebt worden sei. Beim Unterhalt und Güterrecht hä tten hingegen von Anfang an keine un- überwindbaren Meinungsverschiedenheiten geherrscht. So h abe nach Durchführung des dop- pelten Schriftenwechsels die Teilvereinbarung vom 16. M ai 2018 geschlossen werden können. Die gesamte Prozessperiode von Beginn des Prozesses bis z um 16. Mai 2018 habe somit durch Vergleich erledigt werden können, bis auf die Fr age des Vorsorgeausgleichs. Bei Ab- schluss eines Vergleichs sei es üblich, die Gerichtskosten h älftig zu teilen und die Anwaltskos- ten wettzuschlagen. Der grossmehrheitliche Aufwand des V erfahrens sei in die Prozessperiode bis 16. Mai 2018 gefallen. Ab diesem Zeitpunkt sei nur noch der Vorsorgeausgleich strittig ge- wesen. Angesichts dieses Prozessverlaufs sei es nicht sachger echt, die Gerichtskosten zu 7/8 dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und ihn zu verpflichten , der Gegenseite eine Parteient- schädigung für ¾ des vollen Aufwands der Gegenanwältin zu verpflichten. Die Vorsorgeteilung sei mit ¼ zu gewichten, zumal sie eines unter mehreren P rozessthemen gewesen sei. Der dop- pelte Schriftenwechsel habe vor Abschluss der Teilvereinbarung stattgefunden. Ab dem 16. Mai 2018 fielen lediglich noch zwei Hauptverhandlungen an . Diese zweite Zeitperiode mache somit den deutlich kleineren Teil des Aufwandes aus, ca. einen Viertel. Deshalb sollte der Streit um die Vorsorgeteilung mit lediglich 43% gewichtet werd en und die übrigen Themen mit 57%. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, das Gericht könne in familienrechtlichen Verfahren gemäss Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 107 Abs. 1 lit. c) ZPO von den üblichen Kostenverte ilungsregeln absehen. Es könne auch abweichen, wenn eine Partei zur Führung des Streites in guten Treuen veranlasst war (lit. b) und wenn besondere Umstände vorlägen, die die Anwendun g der üblichen Regeln als unbillig erscheinen liessen (lit. f). Die Parteien hätten eine sehr unübliche und aussergewöhnliche Ehe geführt, deshalb habe er sich für einen anderen Verteilschlüssel des Pensionskassenguthabens nach Art. 124 b Abs. 2 lit. 1 ZGB eingesetzt. Dass sein Standpunkt nicht völlig unbegründet sei, habe auch das knappe Ergebnis der Dreierkammer gezeigt. Die nunmehrige Verteilung der Prozesskosten stelle im Resultat eine Bestrafung des Beschwer deführers dar. Bei Fragen, in denen dem Gericht ein erhebliches Ermessen zukomme und de r Ausgang des Prozesses nicht vorausgesagt werden könne, dürfe keine Quasibestrafung d urch Kostenfolgen entstehen. Der Beschwerdeführer hält der Vorinstanz die willkürliche Fä llung des Kostenentscheids unter Ver- letzung der geltenden Praxis zu Art. 107 ZPO vor. In fam ilienrechtlichen Verfahren müsse es als gefestigte und ankerkannte Praxis angesehen werden, die Gerichtskosten grundsätzlich zu halbieren und die Anwaltskosten wettzuschlagen. Von die ser Regel sei nur in sehr ausserge- wöhnlichen Fällen abzuweichen. Im vorliegenden Fall sei er in einer Ermessensfrage unterle- gen, in welcher ein Abweichen von dieser Praxis nicht sa chgerecht sei. Korrekt und angemes- sen wäre die Halbierung der Gerichtskosten und die Wett schlagung der Anwaltskosten gewe- sen. Eventualiter sei der Gegenseite eine Parteientschäd igung von höchstens CHF 6'450.00 zzgl. Mehrwertsteuer zuzusprechen. 4.2 Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Beschwerdeantwo rt diesbezüglich aus, das Verfah- ren habe sich seit Beginn in erster Linie um die Weige rung des Beschwerdeführers, sein wäh- rend der Ehe angespartes Freizügigkeitsguthaben zu tei len, gedreht. Der Beschwerdeführer führe dies selbst so aus. Damit widerspreche er aber sei ner Schlussfolgerung, das Verfahren habe sich erst ab Abschluss der Teilvereinbarung am 16. M ai 2018 um diese Frage gedreht. Die Teilung der ehelich geäufneten beruflichen Vorsor ge sei bereits anlässlich der ersten Eini- gungsverhandlung im Zentrum der Diskussion gestanden. Ric htig sei, dass sich das Verfahren ab dem 16. Mai 2018 auf dieses Thema beschränkt habe. Der Beschwerdeführer sei der An- sicht, dass der Streit um die Vorsorgeteilung lediglich mit ¼ zu gewichten sei und der unstrittige Teil mit ¾. Wie er die Anteile mit 43% gegenüber 57 % berechnet habe, sei nicht nachvollzieh- bar und werde entschieden zurückgewiesen. 4.3 Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei aufer- legt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, bei Anerkennung der Kla- ge die beklagte Partei als unterliegend. Art. 107 sieht für verschiedene, typisierte Fälle vor, dass das Gericht von den Verteilgrundsätzen gemäss Art. 106 ZPO abweichen und die Prozesskos- ten nach Ermessen verteilen kann. Dies ist unter anderem in familienrechtlichen Verfahren der Fall (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Nach seinem klaren Wortlaut ist Art. 107 ZPO eine «Kann»- Bestimmung. Das Gericht verfügt im Anwendungsbereich die ser Norm nicht nur über Ermes- sen, wie es die Kosten verteilen will, sondern zunächst und insbesondere bei der Frage, ob es überhaupt von den allgemeinen Verteilungsgrundsätzen nach Art. 106 ZPO abweichen will (BGE 139 III 358, E. 3). Bei der Verteilung der Kost en der familienrechtlichen Verfahren wird das Gericht, das von seiner Billigkeitskompetenz Gebrauch macht, u.a. auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit abstellen. Es ist aber hervorzuheben, dass auch bei familienrechtlichen Ver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahren die Grundnorm Art. 106 ZPO ist: Soweit das Ver ursacherprinzip sachgerecht ist und kei- ne besonderen Gründe vorliegen, die einen Billigkeits entscheid nahelegen, ist nach Art. 106 ZPO zu entscheiden ( DAVID JENNY , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Kom- mentar, Art. 107 N 12). 4.4 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers existiert keine gefestigte und anerkann- te Praxis, beim Abschluss eines Vergleichs in allen familie nrechtlichen Verfahren die Gerichts- kosten zu halbieren und die Anwaltskosten wettzuschlagen. E ine derartige Kostenverteilung könnte unter Umständen zu äusserst stossenden Ergebnissen führen, sofern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Parteien nicht gleich ist oder d as Resultat des vereinbarten Vergleichs dermassen ausfällt, dass eine Partei mir ihren Begehren beinahe durchgedrungen oder unterle- gen ist. Auch das Bundesgericht hat diesbezüglich festgeh alten, die blosse Tatsache, dass es sich um ein familienrechtliches Verfahren handle, vermög e ein Abrücken von der klaren Rege- lung von Art. 106 Abs. 1 ZPO noch nicht zu rechtfertige n (vgl. BGE 139 III 358, S. 363, E. 3). Vorliegend geht es nicht um die Aufteilung der Gericht skosten aufgrund eines Vergleichs, son- dern um die Gewichtung der unstrittigen mit einer Te ilvereinbarung erledigten Punkte gegen- über den strittigen Punkten und damit um die entspre chende Aufteilung der Gerichtskosten. Nach Durchsicht der vorinstanzlichen Akten ist festzustellen, dass bereits anlässlich der Eini- gungsverhandlung vom 3. Mai 2016 die Frage nach der Te ilung der beruflichen Vorsorge das zentrale Thema war. In Bezug auf die übrigen Scheidun gsnebenfolgen bestanden zwischen den Parteien keine unüberwindbaren Schwierigkeiten. In ihrer Klagbegründung vom 30. No- vember 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Forderung aus Güterrecht, sofern der Beschwerdeführer ebenfalls keine Rückerstattungsanspr üche für bezahlte Krankenkassen- prämien geltend mache. Sowohl in der Klagbegründung als auch in der Klagantwort wurde ins- besondere auf die berufliche Vorsorge eingegangen. D er beschränkten Duplik der Beschwer- degegnerin kann sodann entnommen werden, dass sie nunme hr definitiv auf ihre güterrechtli- chen Ansprüche verzichtete, sodass im zweiten Schriftenwechse l lediglich noch die allfällige Teilung der beruflichen Vorsorge umstritten war. Entgegen der Argumentation des Beschwerde- führers ist somit für die Gewichtung des schlussendlich st rittigen Teils der Scheidung nicht bloss die Zeitperiode ab Abschluss der Teilvereinbarung vom 16. Mai 2018, sondern die ge- samte Verfahrensdauer zu berücksichtigen. Der Beschwerde führer widerspricht sich selbst, wenn er in seiner Beschwerde in Ziffer 10 ausführt, b is auf die Teilung der beruflichen Vorsorge seien die übrigen Punkte der Scheidung im Grossen und Ganzen unstreitig gewesen. Bei dieser Sachlage erweist sich die prozentuale Aufteilung der Vorinstanz, dem Beschwerdeführer 7/8 und der Beschwerdegegnerin 1/8 der Prozesskosten aufzuerlegen, sachgerecht und angebrac ht, indem sie die Gewichtung der einzelnen Scheidungsneben punkte im Verfahren wiederspiegelt. Diese Kostenaufteilung ist mitnichten willkürlich und fü hrt keinesfalls zu einer Quasibestrafung des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer unterlag im strittigen Punkt, der wesentlich stärker zu gewichten ist als der unstrittige Teil, weshalb ihm die Vorinstanz zu Recht 7/8 der Pro- zesskosten auferlegt hat. Ob der vorinstanzliche Entscheid e instimmig gefällt wurde oder nicht, hat überdies keine Auswirkungen auf die Kostenverteilung. 5.1 Die Beschwerdegegnerin weist in ihrer Beschwerdeantwo rt darauf hin, dass die Vor- instanz ihre Überlegungen und Schlussfolgerungen, wona ch der Beschwerdeführer 7/8 der Ge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtskosten und einer Parteientschädigung an die Beschwerdegegnerin im selben Umfang hät- te bezahlen müssen, nicht konsequent zu Ende geführt habe. Die Vorinstanz habe diese Vertei- lung bei der Verlegung der Gerichtskosten berücksichtigt, nicht aber bei der Festsetzung ihrer Parteientschädigung. Die Vorinstanz habe dem Beschwerde führer nämlich lediglich ¾ der Stunden der Beschwerdegegnerin und nicht die zugesprochenen 7/8 auferlegt. 5.2 Die Beschwerdegegnerin irrt in der Annahme, die Vori nstanz habe dem Beschwerdefüh- rer analog der Gerichtskosten 7/8 ihrer Parteientschädigung auferlegen wollen. Die Be schwer- degegnerin obsiegt zu 7/8, deshalb werden dem Beschwerdeführer 7/8 der Gerichtskosten aufer- legt. Der Beschwerdeführer hätte der Beschwerdegegner in 7/8 ihrer gekürzten Honorarnote zu bezahlen. Umgekehrt hätte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 1/8 seiner Partei- entschädigung zu übernehmen. Diese gegenseitigen Anspr üche werden verrechnet. Es wird davon ausgegangen, der Aufwand der Parteien sei in et wa gleich hoch ausgefallen, was zu gleich hohen Honoraren führt. Es wird auch nichts Gegent eiliges behauptet und in den Akten befindet sich keine Honorarnote des Rechtsvertreters de s Beschwerdeführers. Somit wird von den 7/8 Parteientschädigung, welche die Beschwerdegegnerin vo m Beschwerdeführer erhielte, der von ihr zu leistende 1/8 abgezogen und verrechnet, so dass eine vom Beschwerdef ührer an die Beschwerdegegnerin zu bezahlende Parteientschädigun g von 6/8 = ¾ der gekürten Hono- rarnote resultiert. 6.1 Der Beschwerdeführer beanstandet in seiner Beschwerde w eiter die sehr aufwändige und nicht zielgerichtete Prozessführung der Vorinstanz, die wesentlich zur Verfahrensverzögerung beigetragen habe. Der Beschwerdeführer habe von Prozessbeginn weg die hälftige Teilung des ehelichen Pensionskassenguthabens bestritten, während di e übrigen Scheidungspunkte im Grossen und Ganzen unstreitig waren. Dafür seien nicht ein fast dreifacher Schriftenwechsel und vier Jahre Prozessdauer erforderlich. 6.2 Die vorinstanzliche Prozessdauer mag lang sein, ändert je doch nichts am Verfahrensaus- gang. Die lange Verfahrensdauer rührt unter anderem aus den zahlreichen Fristerstreckungs- gesuchen, den mehrfachen Verhandlungsverschiebungen, da einmal der Beschwerdeführer krank und ein anderes Mal die Rechtsvertreterin der Besch werdegegnerin kurzfristig verhindert war, den mehrfach unternommenen Bemühungen des Geric hts, den Parteien einen Vergleich zu unterbreiten sowie im unvorhergesehenen Ausfall und Wechsel des Präsidiums. Die vorge- tragene Kritik ist deshalb unbegründet. 7.1 Der Beschwerdeführer rügt überdies den geltend gemac hten Aufwand der Beschwerde- gegnerin. Der durch die Vorinstanz auf 100 Stunden ge kürzte Aufwand erscheine als zu hoch. Die Gegenseite habe diesen Fall ausgebreitet und für die Rechtsschriften viel Zeit veranschlagt. Auch seien unüblich viele Telefonate und Besprechungen mit der Klientschaft abgehalten wor- den. Der Fall sei auch nicht besonders schwierig, so dass ein Stundenansatz von CHF 250.00 ausreiche. Insgesamt sei der Aufwand auf 60 Stunden à C HF 250.00 zu kürzen. Dies ergäbe eine Parteientschädigung von CHF 15'000.00, wovon 43%, d.h. CHF 6'450.00 zzgl. Mehrwert- steuer, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen seien. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die Beschwerdegegnerin bestreitet den Einwand, ihre H onorarnote sei zu hoch ausgefal- len und ihr Stundenansatz sei zu kürzen. Die Vorinstanz h abe ihre Stundenanzahl bereits redu- ziert und den gewählten Stundenansatz geschützt. Desha lb sei es nicht sachgerecht, ihre Ho- norarnote noch mehr zu reduzieren. 7.3 Die vorgebrachte Rüge des Beschwerdeführers bezüglich de s zu hohen Aufwands der Gegenseite ist zu pauschal und genügt den gesetzlichen A nforderungen in keiner Weise. Der Beschwerdeführer hätte die einzelnen Positionen der Ho norarnote benennen müssen unter Angabe des Grundes, weshalb diese nicht angemessen und folglich zu streichen sind. Dies hat er jedoch unterlassen und er begnügt sich lediglich mit dem Antrag um Kürzung auf pauschal 60 Stunden. Auch wenn der Rechtsvertreter des Beschwerde führers im vorinstanzlichen Ver- fahren keine Honorarnote eingereicht hat, zeigt sich nach Durchsicht der vorinstanzlichen Ak- ten, dass sein Aufwand in vergleichbarer Höhe ausgefall en ist. Die Vorinstanz hat die Honorar- note bereits von 109 auf 100 Stunden gekürzt. Auch wen n eine stärkere Kürzung der Honorar- note vertretbar gewesen wäre, erscheint der Entscheid d er Vorinstanz aufgrund des getätigten Aufwands, des doppelten Schriftenwechsels, der unzähli gen Parteieingaben, der mehrfachen Verhandlungen sowie der vierjährigen Verfahrensdauer nicht willkürlich. Gemäss § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; S GS 178.112) beträgt der Stundenansatz bei Prozessen mit unbestimmtem Streitwert CHF 200.00 b is CHF 350.00, je nach Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, der damit verbundenen Veran twortung und der persönlichen und finanziellen Verhältnisse der zahlungspflichtigen oder d er auftraggebenden Person. Der ge- wählte Stundenansatz von CHF 280.00 liegt leicht übe r dem Mittelwert und ist angesichts der Schwierigkeit der Sache hinsichtlich der allfälligen Te ilung der beruflichen Vorsorge, gestützt auf der aus Sicht des Beschwerdeführers nicht wirklich gelebten Ehe, nicht zu beanstanden. Der Entscheid der Vorinstanz ist auch in dieser Hinsicht nicht willkürlich. 8.1 Abschliessend ist noch über die Verlegung der Prozesskoste n des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kostenfol gen sind wiederum die Be- stimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Rechtsmit telverfahren gelten. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden P artei auferlegt. Entsprechend dem vorliegenden Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer somit für die Prozesskosten aufzu- kommen. Eine Anwendung von Art. 107 ZPO, der ein Abwe ichen von den Verteilungsgrundsät- zen und die Verteilung der Prozesskosten nach Ermessen erl aubt, ist nicht angebracht. Die Entscheidgebühr wird in Anwendung von § 9 Abs. 2 lit. a der Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte (SGS 170.31; Geb ührentarif) auf pauschal CHF 900.00 festgelegt. Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer der Gegenpartei eine Parteientschädi- gung auszurichten, zumal ein diesbezüglicher Antrag ges tellt wurde. Die Rechtsbeiständin der Beschwerdegegnerin versäumte es, eine Honorarrechnung e inzureichen, so dass ihre Ent- schädigung von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist (v gl. § 18 Abs. 1 TO). In fami- lienrechtlichen Verfahren berechnet sich diese laut § 2 Abs. 1 TO nach dem mutmasslichen Zeitaufwand für die Vertretung der Beschwerdegegneri n vor der Zweitinstanz. Der dafür erfor- derliche Zeitaufwand für die Ausarbeitung der Beschwerd eantwort wird vorliegend auf 4 Stun- den geschätzt. Aufgrund der geringeren Komplexität des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der Ansatz auf CHF 250.00 pro Stunde festzusetzen. Di es ergibt ein Honorar von Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 1'000.00. Zuschläge gemäss § 4 TO werden nicht gel tend gemacht und sind auch nicht geschuldet. Kopiaturen und weitere Auslagen sind nach § § 15 und 16 TO zu berechnen und in Rechnung zu stellen. Wird keine Honorarrechnung eingereicht und folglich kein entsprechender Auslagenersatz geltend gemacht, ist dieser nicht zusät zlich zu vergüten (vgl. publizierten Ent- scheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, KGE BL 400 19 196 vom 19. November 2019 E. 10.2). Die Mehrwertsteuer, welche auf Grundlage des Ho norars und der geltend gemachten Auslagen berechnet wird, ist in der Honorarnote separa t auszuweisen und nur bei einem aus- drücklichen Antrag zusätzlich zu vergüten (dazu KGer BL 4 00 11 38 vom 9. Mai 2011 E. 4.5; 400 17 135 vom 9. Mai 2017 E. 11; 410 16 205 vom 18. Oktober 2016 E. 12). Bei fehlender Honorarrechnung ist der entschädigungsberechtigten Partei demnach einzig ein aufwand- oder streitwertabhängiges Honorar entsprechend den Bestimmu ngen der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte zuzusprechen. 8.2 Nachdem im hier zu beurteilenden Fall die Rechtsvertret erin der Beschwerdegegnerin darauf verzichtet hat, eine Honorarrechnung einzureichen , ist vom Gericht weder eine Schät- zung über allenfalls entstandene Spesen vorzunehmen, no ch ist zusätzlich zum Honorar von CHF 1'000.00 eine Mehrwertsteuerabgabe geschuldet. D eshalb ist der Beschwerdeführer zu verpflichten, der Beschwerdegegnerin für das Rechtsmittel verfahren eine Parteientschädigung von CHF 1'000.00 auszurichten. Demna ch wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 900.00 wird dem Beschwe rdeführer auf- erlegt. Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Ko stenvorschuss von CHF 600.00 verrechnet. Der Beschwerdeführer hat noch CHF 300.00 in die Staatskasse zu bezahlen. 3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin ein e Parteientschä- digung von CHF 1'000.00 zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiberin Karin Wiesner