B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-603/2010 U r t e i l v o m 5. A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Elena Avenati-Carpani, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Pakistan, vertreten durch Y._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV (Rentenrevision). C-603/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am (…) 1964 geborene, verheiratete, Schweizerbürger X._______ lebt in Pakistan (IV -act. 2). Er war von 1991 bis 2002 in der Schweiz e r- werbstätig und entrichtete dabei Beiträge an die Schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Zuletzt war er in e i- nem Krankenheim als Pflegeassistent angestellt (IV-act. 12). B. Am 28. Februar 2002 meldete sich X._______ bei IV-Stelle Zürich (nach- folgend: IV-Stelle ZH) zum Bezug einer Invalidenrente an. Mit Verfügung vom 23. Juli 2004 (IV -act. 36) sprach die IV -Stelle ZH X._______ bei einem Invaliditätsgrad von 100% mit Wirkung ab 1. November 2001 eine ganze Invalidenrente zu. Dieser Verfügung lagen namentlich die Berichte von Dr. med. A._______, Facharzt für Innere Me- dizin, vom 19. Juli 2001 (IV-act. 4) und vom 3. Dezember 2001 (IV-act. 7), der Bericht der Dres. med. B._______ und C._______vom 28. März 2002 (IV-act. 11), der Kurzbericht von Dr. med. D._______, Facharzt für I nnere Medizin, vom 24. April 2002 (IV -act. 10) und das Gutachten von Dr. med. E._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. Januar 2004 (IV-act. 30) zugrunde. Im Wesentlichen wurden bei X._______ folgende Diagnosen gestellt: zer- vikozephales und zervikobrachiales Syndrom rechts bei Fehlhaltung und Instabilität der HWS , Symptomausweitung eines Schmerzsyndromes (ICD-10 F45.4), chroni sche Depression (ICD -10 F34.1) und anankasti- sche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5). Gestützt auf diese Diagn o- sen wurde eine Arbeitsunfähigkeit 100% für jegliche Tätigkeiten attestiert. Im April 2005 zog X._______ nach Pakistan (IV-act. 40). C. Im August 2006 leitete die IV -Stelle für Versicherte im Ausland (nachfo l- gend: IVSTA) von Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren ein (IV - act. 50). Mit Verfügung vo m 30. November 2009 (IV-act. 129) hob die IVSTA die bisher gewährte ganze Rente mit Wirkung ab 1. Februar 2010 auf. Dieser Verfügung lagen insbesondere das interdisziplinäre MEDAS - Gutachten vom 11. April 2009 (IV-act. 109) und diverse medizinische Stel-C-603/2010 Seite 3 lungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 19. Mai 2009 (IV -act. 112), vom 6., 17. und 20. November 2009 (IV -act. 124 ff.) zugrunde. Die untersuchenden Ärzte attestierten X._______ im Wesentlichen ein spondylo- und diskogenes Zervikalsyndrom, ein tendomyogenes Lumbal- syndrom und tendomyogene Funktionsbeschwerden der Schultergelenke mit eher psychogenem Schonverhalten. D. Gegen die Verfügung vom 30. November 2009 erhob X._______ (nach- folgend: Beschwerdeführer) mit undatierter Eingabe (Poststempel vom 31. Januar 2010) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bea n- tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Weiterau s- richtung der bisherigen ganzen Rente; alles unter Kosten - und Entschä- digungsfolge zu Lasten der IVSTA. In verfahrensrechtlicher Hinsicht b e- antragte der Beschwerdeführer die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung führte er aus, die IVSTA sei zu Unrecht davon ausgegangen, sein Gesundheitszustand habe sich verbessert. Auf das MEDAS-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da bei der psych i- atrischen Untersuchung sprachliche Probleme bestanden hätten und kein Dolmetscher anwesend gewesen sei. E. Mit Eingabe vom 6. Juli 2010 reichte der Beschwerdeführer ein aktuelles Arztzeugnis vom 12. Juni 2010 ein. F. Mit Vernehmlassung vom 10. September 2010 beantragte die IVSTA die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ste l- lungnahme des ärztlichen Dienstes, gemäss welcher eine Verbesserung des (psychischen) Gesundheitszustandes festgestellt worden sei. G. Mit Replik vom 18. Oktober 2010 hielt der Beschwerdeführer, vertreten durch Y ._______, an seinem Begehren fest. Ferner reichte er das ausg e- füllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" mit Belegen ein. H. Mit Duplik vom 25. Oktober 2010 hielt die IVSTA ebenfalls an ihrem A n- trag fest. C-603/2010 Seite 4 I. Am 3. Dezember 2010 ging beim Bundesverwaltungsgericht die einve r- langte Vollmacht des Vertreters des Beschwerdeführers ein. J. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten B e- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversich e- rung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesver waltungsgericht B e- schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver wal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts an deres bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in so - zialversicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestim mungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vor behalten. Ge mäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Ge setzes auf die bun des- gesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs gesetze es vor sehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die In validenversicherung a n- wendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht aus drücklich eine Ab- weichung vom ATSG vor sieht. Dabei finden nach den allgemeinen inte r- temporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anders- lautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeit punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). C-603/2010 Seite 5 1.3. Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung be rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.4. Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Da sich in den Akten kein Zustellnachweis befindet und die postalischen Nachforschungen der IVSTA ergebnislos verlaufen sind (vgl. IV -act. 145) und die IVSTA die Rechtzeitigkeit der Beschwerde auch nicht bestreitet, ist zu Gunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen, dass die Beschwerde fristgerecht erfolgt ist. Da die Beschwerde im Übrigen formgerecht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten. 2. Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA die zuständige Verfügungsbehörde war. 2.1. Die Revisionsverfahren werden von jener IV -Stelle durchgeführt, die bei Eingang des Revisionsgesuches oder bei der Wiederaufnahme des Verfahrens von Amtes wegen nach Art. 40 für den Fall zuständig ist (Art. 88 Abs. 1 IVV). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen ist gemäss Art. 40 Abs. 1 IVV die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherten ihren Wohnsitz haben (lit. a); für im Ausland wohnende Versicherte unter Vorbehalt von Abs. 2 die IV -Stelle für Versicherte im Ausland (lit. b). Die einmal begründete Zuständigkeit der IV -Stelle bleibt im Verlauf des Ve r- fahrens erhalten. 2.2. Im August 2006 (vgl. IV -act. 50) leitete die IVSTA das R evisionsver- fahren von Amtes wegen ein. Der Beschwerdeführer hatte damals seinen Wohnsitz bereits in Pakistan, sodass die IVSTA für die Durchführung des Revisionsverfahrens und den Erlass der Verfügung zuständig war. 3. 3.1. Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde - verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss - brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). C-603/2010 Seite 6 3.2. Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeit punkt des Erlasses des streitigen Entscheides eingetretenen Sach verhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt sei t- her verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Ve r- waltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 3.3. In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf j ene Bestimmungen des IVG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) respektive des ATSG und der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungs- rechts (ATSV, SR 830.11) abzustellen, die für die Beurteilung eines Re n- tenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft standen (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1). Da vorliegend der Rentena n- spruch ab 1. Februar 2010 strittig ist, ist auf die Fassung gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Im Fol genden wird – ohne anders- lautende Hinweise – jeweils auf diese Fassung Bezug genommen. Noch keine Anwendung findet v orliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 4. 4.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöh t, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad des Renten bezügers erheb- lich verändert hat. 4.1.1. Zu einer Änderung des Invaliditätsgrades Anlass geben kann einer- seits eine wesentliche Verbesserung oder Verschlechterung des Ge - sundheitszustandes mit entsprechender Beeinflussung der Erwerbs - fähigkeit und anderseits eine erhebliche Veränderung der erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens (BGE 125 V 369 E. 2, 113 V 275 E. 1a, 107 V 221 E. 2 mit Hinweisen; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Ist die Invalidität nach der Einkommens - vergleichsmethode gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG zu bemessen, so kann j e- de Änderung eines der beiden Vergleichseinkommen zu einer für den An- spruch erheblichen Erhöhung oder Verringerung des Inva liditätsgrades führen. C-603/2010 Seite 7 Dagegen ist die un terschiedliche Beurteilung eines im Wesent lichen un- verändert geblie benen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unter - schiedliche Beurteilun gen sind revisionsrechtlich nur dann beacht lich, wenn sie Aus druck von Än derungen der tatsächlichen Verhältnis se sind (siehe nur BGE 115 V 313 E. 4a/bb mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). Identisch gebliebene Diagnosen schliessen eine revision s- rechtlich erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder es der versiche r- ten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. Ob eine derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder aber eine revisionsrechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentl i- chen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, bedarf auch mit Blick auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Person einer sorgfältigen Pr üfung. Dabei gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer Verbesserung tatsächl i- cher Art genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 9C_88/2010 vom 4. Mai 2010 E. 2.2.2 mit Hinweis). 4.1.2. Ob eine unter revisionsrecht lichen Gesichtspunkten erhebliche Än- derung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sach ver- haltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren- tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts abklärung, Beweis - würdigung und Durchführung eines Einkommensver gleichs (bei Anhalt s- punkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des G e- sundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der str eitigen Revisi- onsverfügung respektive des Einspracheent scheides; vor behalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozes sualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Vorliegend ist somit der Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 23. Juli 2004 mit dem Sachverhalt im Zeitpunkt der strittigen Revis i- onsverfügung vom 30. November 2009 zu vergleichen. 4.2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburts gebrechen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit ver- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein gliederung verble i-C-603/2010 Seite 8 bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der kör perlichen, geistigen oder psych i- schen Gesundheit bedi ngte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgabenbereich zu mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.3. Um den Invaliditäts grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel len haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenver sicherungs- verfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Ste l- lung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls be züglich wel- cher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünf- te sind sodann eine wichtige Grundlage für die B eurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet we r- den können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI -Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 4.4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweis mittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs - und Be schwerde- verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie um fassend und pflichtge- mäss zu würdigen. Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un - tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be - urteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge rungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die B e- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdi gung in C-603/2010 Seite 9 Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut achten auf- zustellen (vgl. hierzu B GE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersuchungen s o- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürd i- gung volle Be weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu verlässigkeit der Experti se sprec hen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weite ren Hinweisen). Be richte der behandelnden Ärzte schliesslich sind auf grund deren auf tragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den all gemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den beha n- delnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 4.5. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgr ad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines Ein - kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkom men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass- nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli chener Arbeits- marktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein kommen), in Bezi e- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er zielen könnte, wenn sie nicht invalid g eworden wäre (sogenanntes Va lideneinkommen). Der Ei n- kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom men ziffernmässig möglichst g e- nau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich au s der Einkommensdifferenz der Invalidi tätsgrad bestimmen lässt (allgeme i- ne Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkom mensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentena nspruchs massg e- bend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grund- lage zu erheben und allfälli ge rentenwirksame Änderungen der Ve r- gleichseinkommen bis zum Ver fügungserlass respektive bis zum Ei n- spracheentscheid zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4). Für die Ermittlung des Einkommens, welches der Versicherte ohne In - validität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein gül-C-603/2010 Seite 10 tigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen) als Ge - sunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt er - zielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah rung en t- spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müs sen ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sein, damit sie berücksichtigt werden können. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der be - ruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicher te Person konkret steht. Hat die versicherte Person nach Eintritt des Ge - sundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rech t- sprechung LSE -Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b bb; RKUV 1999 U 343 S. 412 E. 4b aa). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnittlichen mona tlichen Bruttolohn für Mä n- ner oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderung s- niveau 4 des Arbeitsplatzes) auszugehen. Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinko m- mens auf den Wert "Tota l Privater Sektor" abzustellen, wenn der vers i- cherten Person die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist und sie darauf angewiesen ist, ein neues Betätigungsfeld zu suchen, wobei grundsätzlich der ganze Bereich des Arbeitsmarktes zur Verfügung steht (Urteil des BGer 9C_237/2007 vom 24. August 2007 E. 5.2). Da den Ta- bellenlöhnen generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche W o- chenarbeitszeit erforderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitstätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt si nd und deshalb in der Regel mit unterdurc h- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit e i- nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 124 V 321 E. 3b bb; SVR 2007 IV Nr. 11 S. 41 E. 3.2; RKUV 2003 U 494 S. 390 E. 4.2.3). Die Frag e, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne hera b-C-603/2010 Seite 11 zusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen U m- ständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigung s- grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der A b- zug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.3, 126 V 75 E. 5b bb und cc; AHI 2002 S. 69 ff. E. 4b). 4.6. Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mi n- destens 40 Prozent invalid sind, bei ei nem Invaliditätsgrad von min - destens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mi n- destens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Pro- zent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Pr o- zent entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausge richtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha- ben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinba rungen eine abweichende Re- gelung vorsehen, was für Pakistan nicht der Fall ist. 5. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA zu Recht das Vorliegen eines Revisionsgrundes beim Beschwerdeführer bejaht und gestützt darauf seine ganze Rente mit Wirkung ab 1. Februar 2010 aufgehoben hat. 5.1. Im Rahmen der vorliegend als Vergleichsbasis dienenden Rentenver- fügung vom 23. Juli 2004 stellten die untersuchenden Ärzte na mentlich folgende Diagnosen: zervikozephales und zervikobrachiales Syndrom rechts bei Fehlhaltung und Instabilität der HWS, Symptomausweitung e i- nes Schmerzsyndromes (ICD -10 F45.4), chronische Depression (ICD -10 F34.1) und anankastische Persönlichkeitsstöru ng (ICD -10 F60.5). Die Ärzte erachteten den Beschwerdeführer aus kombiniert somatisch - medizinischer und psychiatrischer Sicht als zu 100% arbeitsunfähig. 5.2. 5.2.1. Anlässlich des in den Jahren 2006 bis 2009 durchgeführten Revis i- onsverfahrens erfolgten weitere Abkl ärungen, welche nachfolgend z u- sammenzufassen sind. Die untersuchenden Ärzte stellten im interdi s- ziplinären MEDAS-Gutachten vom 11. April 2009 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit : 1) spondylo- und diskogenes Zervika l- syndrom mit/bei leic ht bis mittelgradiger teils dorsaler Spondylosis defo r-C-603/2010 Seite 12 mans und Unkovertebralarthrose, mässig ausgeprägter Osteochondrose, leichter Keilform des 5. Halswirbelkörpers sowie Zervikalkyphose, ohne eindeutige Nervenwurzelkompressionssymptomatik, 2) tendomyogenes und spondylogenes Lumbalsyndrom mit/bei Flachrücken und leichter linkskonvexer Fehlhaltung, angeborene Formvariante der kleinen Wirbe l- gelenke, geringe Spondylosis deformans und 3) tendomyogene Funkt i- onsbeschwerden der Schultergelenke mit eher psychogenem Schonver- halten. Ferner stellten die Ärzte folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 4) leichte Sulcus nervi ulnaris -Symptomatik beidseits, 5) beginnende Heberden -Arthrose und leichte Reizarthrose rechts, 6) mässig ausgeprägter Senkspreizf uss beidseits und 7) Knochen- vorsprung am Schienbeinkopf bei Status nach M. Osgood-Schlatter. Auf- grund der Beschwerden des Haltungsapparates erachteten die Ärzte den Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Pflegeassistent als zu 100% arbeitsunf ähig. Alle leichten bis mittelschweren, vorzugsweise wechselbelastenden Tätigkeiten seien jedoch ab dem Zeitpunkt der U n- tersuchung/des Gutachtens (März/April 2009) zumutbar, soweit Rump f- zwangshaltungen mit vorgebeugtem Oberkörper oder eine hocke n- de/kniende Position nur ein bis zwei Minuten dauerten und höchstens drei bis fünf Mal pro Stunde erforderlich seien. Aus psychiatrischer und inte r- nistischer Sicht seien keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr feststellbar. Die Ärzte des RAD, Dr. med. F._______, Facharzt für Psychi- atrie und Psychotherapie, und Dr. med. G._______, Fachärztin für Phys i- kalische Medizin und Rehabilitation , bestätigten in ihren Stellungnahmen vom 19. Mai 2009 sowie vom 6., 17. und 20. November 2009 die Schlussfolgerungen der MEDAS-Gutachter. 5.2.2. Anlässlich des Vorbescheidverfahrens reichte der Beschwerdefü h- rer bei der IVSTA eine Stellungnahme von seinem früheren Hausarzt, Dr. med. D._______, Facharzt für Innere Medizin, vom 7. September 2009 ein. In dieser Stellungnahme kritisierte der Arzt die im MEDAS - Gutachten getroffenen Feststellungen und bemängelte auch die Qualität des Gutachtens, da seines Erachtens zu Unrecht kein Arbeitsassessment durchgeführt worden sei und d ie psychiatrische Untersuchung maximal 45 Minuten gedauert habe. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reich- te der Beschwerdeführer zudem ein Attest von Dr. med. H._______, Psy- chiater, ein. Mit diesem attestierte der Arzt, dass der Beschwerdeführer an einem spondylogenen Zervikalsyndrom und an einer "Major Depress i- ve Disorder" leide und der Beschwerdeführer deshalb seine Arbeit nicht wieder aufnehmen könne. C-603/2010 Seite 13 5.3. 5.3.1. Unbestritten und den Akten zu entnehmen ist , dass der Beschwe r- deführer im Revisionszeitpunkt insbesondere an orthopädisch -rheumato- logischen Beschwerden der Hals - und Lendenwirbelsäule und der Schu l- terpartie leidet. Dies sind auch diejenigen Beschwerden, die den B e- schwerdeführer bereits seit der Rentenzusprache einschränkten; in dieser Hinsicht hat sich sein Gesundheitszustand nicht wesentlich verändert. Ei- ne Veränderung stellten die Gutachter aber in psychiatrischer Hinsicht fest. Dr. med. I._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, äusserte sich im psychiatrischen MEDAS -(Teil-)Gutachten dahingehend, dass beim Beschwerdeführer die früher gestellte Diagnose "somatoforme Schmerzstörung" unter Zugrundelegung der Diagnosekriterien des Klassi- fikationssystems ICD-10 heute nicht mehr ausgewiesen sei. Es sei zwar vorstellbar, dass früher eine somatoform e Schmerzstörung bestanden habe, heute sei eine solche jedoch mangels Faktoren wie beispielsweise emotionale und psychosoziale Konflikte nicht mehr auszumachen. Früher sei möglicherweise die schwierige psychosoziale Situation und die uns i- chere finanzielle Zukunft zufolge Verlusts des Arbeitsplatzes für die soma- toforme Störung ursächlich gewesen. Durch die Umsiedlung nach Paki s- tan habe sich die Situation – wie auch der Beschwerdeführer bestätige – insgesamt zum Positiven verändert und auch die depressive Symptoma- tik sei in den Hintergrund getreten . Ferner stellte der untersuchende Psy- chiater fest, es liege keine anankastische Persönlichkeitsstörung von Krankheitswert vor. Dieser überzeugenden und begründeten Auffassung ist zu folgen. Die unbegründeten Diagno sen aus dem Attest von Dr. med. H._______ sind nicht nachvollziehbar und daher vorliegend nicht zu b e- rücksichtigen. Die vom Beschwerdeführer und von Dr. med. D._______ am MEDAS - Gutachten angebrachte Kritik ist ferner nicht fundiert. Einerseits ist Dr. med. D._______ kein Facharzt auf dem Gebiet der Psychiatrie und somit nur beschränkt dafür geeignet, die Qualität des psychiatrischen Gutachtens zu beurteilen. Andererseits wurde das ausführliche Gutachten von einer kompetenten Stelle unter Beizug eine s Facharztes erstellt, weshalb grundsätzlich davon auszugehen ist, dass das Gutach ten lege artis angefertigt worden ist , sofern – wie hier – keine gegenteiligen Hin- weise vorliegen. Selbst wenn die Behauptung des Beschwerdeführers zu- treffen sollte, dass die psychiatrische Untersuchung lediglich 40 Minuten gedauert ha t, ist nicht per se davon auszugehen, das Gutachten sei mangelhaft (vgl. Urteil des BGer I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3). C-603/2010 Seite 14 Die Behauptung des Beschwerdeführers betreffend die sprachlichen Schwierigkeiten erscheint ferner als Schutzbehauptung, da aus den g e- samten Akten hervorgeht, dass der Beschwerdeführer früher einige Deutschkurse besucht und in der Schweiz das Diplom als Pflegeassistent mit der Note 5,5 erworben hat, weshalb er der deutschen Sprache mäch- tig sein muss. Zudem sind in den Akten keine Hinweise dafür vorhanden, dass die Verständigung mit dem Beschwerdeführer auf Deutsch schwierig gewesen wäre. Gemäss dem überzeugenden MEDAS -Gutachten und den mit diesem übereinstimmenden Schlussfolgerungen des RAD ist somit davon ausz u- gehen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers w e- sentlich verbessert hat, da aus psychiatrischer Sicht keine Einschränku n- gen mehr festzustellen waren. 5.3.2. Zu überprüfen bleibt somit noch die von den Ärzte n ermittelte A r- beitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung des Fehlens von psychiatrischen, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Einschränkungen und unter B e- achtung der nach wie vor bestehenden orthopädischen und rheumatol o- gischen Einschränkungen erachteten die Ärzte den Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Pflegeassistent als zu 100% arbeitsunf ä- hig. In leichten bis mittelschweren, vorzugsweise wechselbelastenden Tä- tigkeiten schätzten sie den Beschwerdeführer indes "ab sofort" als zu 100% arbeitsfähig ein, sofern Rumpfzwangshaltungen mit vorgebeugtem Oberkörper oder eine hockende/kniende Position nur eine bis zwei Min u- ten und maximal drei bis fünf Mal pro Stunde erforderlich sind. Dr. med. H._______ äusserte sich zu r Arbeitsfähigkeit nicht differenziert und unterschied insbesondere nicht zwischen der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit. Er stellte lediglich fest, der Beschwerdeführer könne seine Arbeit nicht wieder aufnehmen. So mit ist auch betreffend d ie Bezifferung der Arbeitsfähigkeit auf die Einschä t- zung der MEDAS-Gutachter respektive des RAD abzustellen. 6. Zu prüfen bleibt der von der IVSTA ermittelte Invaliditätsgrad. 6.1. Als Valideneinkommen hat die IVSTA den Lohn des Beschwerd efüh- rers von Fr. 51'406.-- aus dem Jahr 1999 auf das Jahr 2006 aufindexiert. Dies ergibt für das Jahr 2006 ein Einkommen von Fr. 56'420.54 respekti- ve von Fr. 4'701.71 pro Monat, was grundsätzlich korrekt ist . Diesbezüg- lich ist aber festzuhalten, dass die I VSTA das Einkommen auf das Jahr C-603/2010 Seite 15 2009 (Datum der Revisionsverfügung) hätte aufindexieren sollen. Da dies im Ergebnis jedoch keinen Unterschied macht, ist nicht weiter darauf ei n- zugehen. 6.2. Die Berechnung des Invalideneinkommens hat die IVSTA gestützt auf die Durchschnittslöhne von verschiedenen Branchen gemäss LSE 2006 ermittelt. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass grundsätzlich vom Total a l- ler Branchen auszugehen ist (vgl. E. 4.5. hiervor). Somit beläuft sich das hypothetische Invalideneinkommen des Beschwerd eführers gemäss den LSE 2006, TA1, Männer, Anforderungsniveau 4, für alle Tätigkeiten auf Fr. 4'732.--. Hochgerechnet auf die branchenübliche Arbeitswoche von 41,7 Stunden ergibt sich ein monatliches Einkommen von Fr. 4'933.10. Unter Berücksichtigung des von der IVSTA angerechneten leidensbeding- ten Abzugs von 10%, welcher nicht zu beanstanden ist , ergibt sich somit ein monatliches Invalideneinkommen von Fr. 4'439.80. Die Frage der Hö- he des leidensbedingten Abzugs kann jedoch offengelassen werden, da selbst ein maximaler Abzug von 25% keine rentenrelevanten Auswirku n- gen hätte. 6.3. Der Vergleich der massgebenden Einkommen ergibt bei einem Val i- deneinkommen von Fr. 4'701.70 und einem Invalideneinkommen von Fr. 4'439.80 eine Erwerbseinbusse von Fr. 261.90 und somit einen Invali- ditätsgrad von (gerundet) 6%. Der Beschwerdeführer hat somit – wie die IVSTA korrekt festgestellt hat – keinen Anspruch mehr auf eine Invaliden- rente. 7. 7.1. Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Än derung vom Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentlichen Unterbruch drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV). Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die Herabsetzung einer Rente in jedem Fall frühestens vom ersten Tag des zweiten Monats an, welcher der Zustellung der Herabsetzungsverfügung folgt. 7.2. Aufgrund der Akten ist davon auszugehen , dass sich der Ge - sundheitszustand des Beschwerdeführers (spätestens) im April 2009 (MEDAS-Gutachten) verbessert hat. Die anspruchsbeeinflussende Änd e- rung dauerte im Zeitpunkt der Verfügung (30. November 2009) bereits C-603/2010 Seite 16 seit rund sieben Monaten. Die Verfügu ng wurde dem Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben am 15. Dezember 2009 zugestellt (vgl. B e- schwerde). Die bisher gewährte ganze Rente ist in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an, in casu somit per 1. Februar 2010, auf- zuheben. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IVSTA zu Recht von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerde- führers ausgegangen ist und infolge dessen die Rente mit Wirkung ab 1. Februar 2010 aufgehoben hat. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 8. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 8.1. Die Beschwerdeinstanz auferlegt in der Entscheidungsformel die Ver- fahrenskosten, bestehend aus Spruchgebühr, Schreibgebühren und B a- rauslagen, in der Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um Bewilligung oder Verwe i- gerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Strei twert im Rahmen von 200 bis 1'000 Franken festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Der unterliegende Beschwerdeführer hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht, welches aufgrund der Akten gutzuheissen ist . Es werden daher keine Verfahrenskosten erhoben. 8.2. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbehörde hat die IVSTA jedoch kei nen Anspruch auf Parteient- schädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der unterliegende Beschwerdeführer hat ebenso wenig einen Anspruch auf Parte ientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contr a- rio). C-603/2010 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …) – die Pensionskasse der Stadt Zürich (Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: