Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. April 2017 (720 16 392 / 103) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bemessung von IV-Taggeldern bei unregelmässig erzieltem Valideneinkommen; Beru- fung auf Vertrauensschutz verneint. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtss chreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Taggeld A. Die 1966 geborene A.____ war seit September 2003 im Stundenlohn als Pflegefachfrau am Spital A.____ (Spital) angestellt. Seit Septembe r 2012 studierte sie daneben an der Univer- sität. Am 27. August 2015 erlitt sie bei Gartenarbe iten einen Unfall, als sie sich mit einer Hand- sichel die Kuppe des rechten Mittelfingers abtrennt e und in Folge der daraus resultierenden Bewusstlosigkeit auf die linke Hand stürzte. B. Am 29. Februar 2016 meldete sich A.____bei der e idgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, worauf ihr im Hinblick auf den beruflichen Wiedereinstieg ein indi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht viduelles Coaching zugesprochen wurde. Am 13. Juli 2016 wurden die Eingliederungsmass- nahmen der IV abgeschlossen. Mit Mitteilung vom 18. Okto ber 2016 wurden der Versicherten für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 31. Januar 2017 die Kosten für eine Umschulung zum Ba- chelor zugesprochen. Mit Verfügung vom 3. November 20 16 wurde ihr für denselben Zeitraum ein Taggeld im Umfang von Fr. 97.60 zugesprochen. C. Gegen die Verfügung vom 3. November 2016 erhob d ie Versicherte am 28. November 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei i hr ein höheres Taggeld auszurichten. In ihrer Beschwerdebegründung vom 30. Dezember 2016 bea ntragte sie, es sei ihr in Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung ein angemessenes Tag geld auszurichten. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass ihr rechtsverbindlich zugesichert worden sei, dass ihr ein Taggeld im Umfang von 80% ihres massgebenden Lohn es von Fr. 60‘000.— ausgerichtet werde. Sie habe sich im Vertrauen auf diese Aussage daz u entschieden, ihr Arbeitsverhältnis beim Spital zu beenden. Hätte sie gewusst, dass sie bloss e in monatliches Taggeld von Fr. 2‘800.— erhalten werde, hätte sie die Umschulung au s finanziellen Gründen abgelehnt. Aufgrund der falschen Rechtsauskunft resultiere für si e ein Schaden. Die IV-Stelle sei deshalb verpflichtet, das Invalidentaggeld auf der Grundlage ih res Einkommens im Jahre 2014 zu be- messen. D. Die IV-Stelle schloss unter Hinweis auf eine Stellung nahme der zuständigen Ausgleich- kasse B.____ (Kasse) vom 27. Januar 2017 mit Vernehmlassung vom 1. März 2017 auf Abwei- sung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie zusammenf assend vor, dass das Taggeld der Beschwerdeführerin korrekt bemessen worden sei. Darü ber hinaus fehle es an einer ver- bindlichen Zusicherung der zuständigen Behörde, welche als Grundlage geeignet gewesen wä- re, das berechtigte Vertrauen der Versicherten in ein höheres Taggeld zu schützen. Der Be- schwerdeführerin sei ausserdem bereits vor der strittige n Auskunft der IV-Stelle bewusst gewe- sen, dass sie vom Beruf als Pflegefachfrau Abschied nehmen werde. Sie habe keine Dispositi- onen getroffen, die ohne Nachteile nicht wieder rückgä ngig gemacht werden könnten. Es trete hinzu, dass die Beschwerdeführerin seit Kurzem wieder am Spital arbeite. Da sie dabei ein identisches Einkommen erzielen könne wie bereits zuvor, ha be sie ohnehin keinen Nachteil erlitten. Letztlich sei das öffentliche Interesse, all en Bezügern ein Taggeld nur im gesetzlich zulässigen Rahmen auszurichten, gegenüber dem privaten In teresse der Beschwerdeführerin höher zu gewichten. E. Mit Replik vom 10. März 2017 hielt die Beschwerdefüh rerin im Wesentlichen fest, dass sie ohne ihren Unfall ihre Erwerbstätigkeit bis zur Beend igung ihres Studiums keinesfalls aufgege- ben hätte. Seit dem Arztbesuch im Juli 2016 sei jedoch klar geworden, dass sie ihre ange- stammte Tätigkeit als Pflegefachfrau nicht mehr lange w erde ausüben können. Aus finanziellen Gründen habe sie jedoch erst nach der Zusicherung der IV-Stelle ihren Antrag auf eine Ver- tragsverlängerung gegenüber ihrem Arbeitgeber zurückgezo gen. Sie bestreite die Aussagen der IV-Stelle und halte im Übrigen an ihren bereits beschwerdeweise getätigten Standpunkten fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Duplik vom 15. März 2017 verwies die IV-Stelle i m Wesentlichen auf ihre Vernehmlas- sung vom 1. März 2017. Ergänzend hielt sie fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Replik die vernehmlassungsweise vertretene Auffassung selbst bestät ige, dass sie ihre Tätigkeit als Pflegefachfrau ohnehin hätte beenden müssen. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 3. November 2016, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Land schaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegend form- u nd fristgerecht erhobenen Beschwerde zuständig. 1.2 Nach § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidi erende Person der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts über Streitigkeite n bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.--. Vorliegend liegt für die Periode von Oktober 2016 bis Januar 2017 eine Differenz in der Taggeldgeldbemessung im Umfang von Fr. 3‘190.55 im Streit (Fr. 60‘000.— dividiert durch 365 Tage x 80% abzüglich verfügtes Taggeld à Fr. 9 7.20 x 93 Tage). Da der Streitwert somit unter Fr. 10‘000.-- liegt, ist die Angelegenheit präsidial zu entscheiden. 2.1 Gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG haben Versicherte während der Durchführung von Einglie- derungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigs- tens drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Eing liederung verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu min destens 50 % arbeitsunfähig sind (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Das Taggeld besteht aus einer Grunde ntschädigung, auf die alle Versicher- ten Anspruch haben, und einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern (Art. 22 Abs. 2 IVG). 2.2 Die Grundentschädigung beträgt nach Art. 23 Abs. 1 IVG 80 % des letzten ohne ge- sundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als 80 % des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG (Höch stbetrag des versicherten Tages- verdienstes nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicheru ng [UVG] vom 20. März 1981). Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkommens nach Absatz 1 bildet das durchschnittli- che Einkommen, von dem Beiträge nach dem Bundesgesetz übe r die Alters- und Hinterlas- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht senenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 erhoben werden (massgebendes Er- werbseinkommen; Art. 23 Abs. 3 IVG). Gemäss Art. 21 bis Abs. 3 der Verordnung über die Invali- denversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 wird das massge bende Einkommen auf den Tag ausgerechnet. Personen, die in einem auf Dauer angelegten Arbeitsverhältnis stehen und deren Einkommen keinen starken Schwankungen ausgesetzt ist, gel ten als Versicherte mit regelmäs- sigem Einkommen (Art. 21 bis Abs. 1 IVV). Dabei wird für Versicherte mit Monatslöhn en der letz- te ohne gesundheitliche Einschränkungen erzielte Monatsl ohn mit zwölf vervielfacht. Dem er- mittelten Jahreslohn wird ein allfälliger 13. Monatsl ohn hinzugerechnet. Der so ermittelte Jah- resverdienst wird durch 365 geteilt (Art. 21 bis Abs. 3 lit. a IVV). 2.3 Personen, die nicht in einem auf Dauer angelegte n Arbeitsverhältnis stehen oder deren Einkommen starken Schwankungen ausgesetzt ist, gelten hin gegen als Versicherte ohne re- gelmässiges Einkommen (Art. 21 bis Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 21 ter Abs. 1 IVV). Kein auf Dauer angelegtes Arbeitsverhältnis liegt dabei vor, wen n es befristet ist oder wenn es für weni- ger als ein Jahr eingegangen wurde (Art. 21 bis Abs. 2 IVV). Hat die versicherte Person kein re- gelmässiges Einkommen im Sinne von Art. 21 bis IVV, so wird für die Ermittlung des massge- benden Einkommens auf das während der letzten drei Mon ate ohne gesundheitliche Ein- schränkung erzielte Erwerbseinkommen abgestellt (Art. 21 ter Abs. 1 IVV). Das errechnete Quar- tals-Einkommen ist mit vier zu vervielfachen, und der so e rmittelte Jahresverdienst durch 365 zu teilen (Kreisschreiben über die Taggelder in der In validenversicherung, gültig ab 1. Januar 2016, Rz. 3014, 3035). Ist auf diese Weise die Ermittl ung eines angemessenen Erwerbsein- kommens nicht möglich, so wird das Einkommen einer lä ngeren Zeitspanne berücksichtigt, wo- bei diese maximal zwölf Monate betragen darf (Art. 21 ter Abs. 2 IVV). Die Wahl der massgeben- den Periode obliegt der Ausgleichskasse. Diese muss allerdi ngs so gewählt werden, dass stets die Ermittlung eines den Verhältnissen angemessenen Durch schnittslohnes ermöglicht wird (Kreisschreiben, a.a.O., Rz. 3037). Abzustellen ist auch bei unregelmässig erzieltem Einkom- men stets auf das zuletzt ohne gesundheitliche Einschränkung erzielte Erwerbseinkommen (Art. 23 Abs. 1 IVG; Kreisschreiben, a.a.O., Rz. 3006 und 301 1). Für die Umrechnung auf das mas- sgebende Einkommen werden deshalb jene Tage, an welch en die versicherte Person unter anderem wegen Krankheit, Unfalls oder ohne ihr Verschu lden aus andern Gründen kein oder nur ein vermindertes Erwerbseinkommen erzielen konnte, nicht berücksichtigt (Kreisschreiben, a.a.O, Rz. 3012). 3.1 Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren und im Sozialversiche- rungsprozess gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben Versicherungsträger und Sozial- versicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vor- bringen oder Beweisanträge der Parteien, für die rich tige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch , dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnot wendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungs gerichts ist, für die Zusammentra- gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversi cherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, w enn sie von ihrem Bestehen über- zeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entschei d, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen ügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 4. Streitig und zu prüfen ist zunächst die der angefoch tenen Verfügung vom 3. November 2016 zu Grunde gelegte Taggeldhöhe im Umfang von Fr. 97.60. Während die IV-Stelle als Be- messungsgrundlage den zwischen September 2014 und August 2015 beim Spital bezogenen Jahresverdienst der Versicherten im Umfang von Fr. 44‘5 22.25 herangezogen hat, beruft sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen darauf, dass ihr E inkommen im Sommer 2015 auf- grund ihrer universitären Prüfungen und einer anschlie ssenden Auszeit tiefer als im Normalfall ausgefallen sei. Als Grundlage für die Bemessung des Invalidentaggelds sei daher das im Jahr 2014 erzielte Einkommen heranzuziehen. 4.1 Zwischen den Parteien zu Recht unbestritten gebliebe n ist die Tatsache, dass der von der Beschwerdeführerin im Spital erzielte Verdienst ei n unregelmässiges Einkommen im Sinne von Art. 21 ter IVV darstellt. Das Arbeitsverhältnis der Versicherten war auf Abruf abgeschlossen worden. Ihr Einkommen war somit stets von den effektiv auf der Basis eines Stundenlohns ge- leisteten Arbeitseinsätzen abhängig. Diese Einsätze hab en sich innerhalb eines Pensums von 40% bis 80% bewegt (vgl. Arbeitsbestätigung des Spitals vom 23. Dezember 2016, IV-Dok 73, S. 1) und führten zu teilweise stark divergierenden Mo natssalären (vgl. Lohnabrechnungen, Beilagen 7 ff. zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 3 0. Dezember 2016). So lag die Band- breite des monatlichen Brutto-Einkommens im Jahr 2014 beispielsweise zwischen Fr. 3‘161.30 und Fr. 7‘359.75 und in der Zeit von Januar bis Juli 2015 zwischen Fr. 1‘893.20 und Fr. 4‘688.50 (vgl. a.a.O.). Unter diesen Umständen ist des halb nicht zu beanstanden, dass die Kasse und mit ihr die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung von einem unregelmässig er- zielten Erwerbseinkommen der Versicherten ausgegangen sind. 4.2 Dem Gesagten zufolge (vgl. oben, Erwägung 2.3) w ird bei Personen mit unregelmässi- gem Einkommen für die Ermittlung des massgebenden Einko mmens grundsätzlich auf das während der letzten drei Monate, noch ohne gesundheit liche Einschränkungen erzielte Er- werbseinkommen abgestellt (Art. 21 ter Abs. 1 IVV). Ist die Ermittlung eines angemessenen Er- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht werbseinkommens auf diese Weise nicht möglich, ist das Eink ommen einer längeren Zeitspan- ne im Umfang maximal eines Jahres zu berücksichtigen (Art. 21 ter As. 2 IVV). In Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 IVG ergibt sich aus den genannten Bestim mungen, dass dabei so oder anders stets an den zuletzt erzielten Lohn anzuknüpfen ist. Entgegen der von der B eschwerdeführerin vertretenen Auffassung verbietet es sich deshalb, vor dem u nfallbedingten Eintritt ihrer gesund- heitlichen Einschränkung am 27. August 2015 (vgl. Unfa llschein Suva, IV-Dok 2) auf eine nicht unmittelbar vorangehende Lohnperiode (von drei bis maxi mal zwölf Monaten) abzustellen. Massgebend für die Berechnung des für die Taggeldbemessun g massgebenden Einkommens ist mit anderen Worten immer nur jener Lohn, den die versicherte Person unmittelbar vor dem Eintritt ihrer gesundheitlichen Einschränkung während d rei bis maximal zwölf Monaten zuvor erworben hat. Auch wenn die Beschwerdeführerin im Sommer 2015 infolge ihrer Prüfungssitua- tion und einer anschliessenden Auszeit ein tieferes Einko mmen als im Normalfall erzielt hat, darf als Grundlage für die Bemessung des Invalidentagge lds daher nicht das im Jahr 2014 er- zielte Einkommen herangezogen werden. Anders zu entschei den hiesse, nicht nur den klaren Wortlaut von Art. 23 Abs. 1 IVG zu ignorieren, sonder n letztlich auch über den in Art. 21ter Abs. 2 IVV zulässigen Zeithorizont von maximal zwölf Monat en vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung hinauszugehen. Eine derartige Vorge hensweise liesse unberücksichtigt, dass eine Erhöhung des Pensums bei Beschäftigungen ohne fi xe Arbeitszeit oft unregelmässig und insbesondere nicht immer zu den gleichen Kalendermonate n erfolgt, wie gerade der vorliegen- de Fall zeigt. Die Höhe des für die Taggeldbemessung h eranzuziehenden Verdienstes unter Berücksichtigung eines – möglicherweise deutlich höheren – Vorjahreseinkommens bliebe da- her weitgehend zufällig. Damit wäre nicht ausgeschlossen, dass eine länger als ein Jahr seit Eintritt der gesundheitlichen Einschränkung zurückliegend e Beschäftigung letztlich zu einer rechtsungleichen Festsetzung der massgebenden Bemessungsgrundlage führen würde. Solche unerwünschten Ergebnisse lassen sich nur vermeiden, wenn ausschliesslich von einem unmit- telbar vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtig ung erzielten Lohn ausgegangen und das massgebende Einkommen gemäss Art. 21 ter Abs. 1 und 2 IVV aufgrund des Durchschnitts einer rückwirkenden Zeitspanne von maximal zwölf Monaten berechnet wird. Soweit die Beschwerde- führerin den Standpunkt vertritt, dass sie aufgrund der Wichtigkeit der Prüfungen im Sommer 2015 weniger Einsätze als normal geleistet hat, ist ih r deshalb entgegen zu halten, dass sich die von ihr postulierte, abweichende Bemessungsperiode den erwähnten Bestimmungen zufol- ge (vgl. oben, Erwägung 2.3) als gesetzeswidrig erweisen würde. Es ist an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung zu r ufen, dass als Grundlage für die Bemes- sung des Invalidentaggelds stets nur das tatsächlich erzielt e Einkommen vor dem Eintritt einer gesundheitlichen Beeinträchtigung heranzuziehen ist. Insofern ist es auch nicht von Belang, ob und in welchem Umfang die Versicherte nach ihrem Unfall vom 27. August 2015 aufgrund be- reits geplanter Arbeitseinsätze einen Verdienst erzielt hätte. Der von ihr vertretenen Auffassung, wonach eventualiter das von der Kasse herangezogene Einko mmen im August 2015 um die dazumal bereits geplanten, unfallbedingt jedoch nicht mehr absolvierten Arbeitseinsätze zu er- höhen sei, kann deshalb ebenso wenig gefolgt werden. 4.3 Aus den Akten geht hervor, dass die Versicherte seit i hrem Unfall am 27. August 2015 für längere Zeit vollständig arbeitsunfähig war (vgl. Unfallschein Suva, IV-Dok 2). Den letzten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitseinsatz vor ihrem Unfall hat sie am 21. August 2015 absolviert (vgl. Fragebogen für Ar- beitgebende vom 19. Mai 2016, ad Ziffer 2.7, IV-Dok 28, S. 5). Damit erhellt, dass die Kasse und mit ihr die IV-Stelle der strittigen Taggeldbeme ssung zu Unrecht den von der Versicherten im August 2015 erzielten Monatsverdienst zu Grunde gele gt haben. Als letzter Arbeitsmonat ohne unfallbedingte Erwerbseinbusse ist vielmehr Juli 20 15 zu betrachten. Das während eines Jahres zuletzt ohne gesundheitliche Einschränkung erzielte Erwerbseinkommen (Art. 23 Abs. 1 IVG; Art. 22 ter Abs. 2 IVV) beläuft sich aufgrund des ein Jahr zuvor noch seit August 2014 erziel- ten Einkommens von Fr. 6‘920.35 korrekterweise auf Fr. 47‘412.15 (vgl. Lohnabrechnungen, Beilagen 7 ff. zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. Dezember 2016). Wie die Kasse bereits in ihrer Stellungnahme vom 27. Januar 2017 zu Recht darauf hingewiesen hat, liegt der monatliche Durchschnitt in der Periode von August 2014 b is Juli 2014 im Vergleich zum mass- gebenden Einkommen von Fr. 44‘522.25, wie es der stri ttigen Verfügung zu Grunde gelegt worden ist, mit Fr. 3‘951.01 damit letztlich höher (Fr . 47‘412.15 dividiert durch 12 Monate). Da- ran vermag nichts zu ändern, dass die Festsetzung der massge benden Verdienst-Periode grundsätzlich im Ermessen der Kasse liegt. Wie bereits erw ähnt (vgl. oben, Erwägung 4.1 a.E.) unterlag der erzielte Verdienst der Versicherten stets hohen Schwankungen. Die Ermittlung des massgebenden Einkommens gestützt auf den Durchschnitt einer kürzeren Periode würde daher zu einem unangemessenen Ergebnis führen, weil die doch deutlich höheren Verdienste insbe- sondere im September, Oktober und Dezember 2014, aber auch jene im Januar und Februar 2015, von der Berechnung diesfalls ausgeklammert blieben. Zumal von der Kasse offenbar just aus denselben Überlegungen bereits der strittigen Bemess ungsgrundlage eine Einjahresperio- de zu Grunde gelegt worden war (vgl. Beilage 4 zur Ste llungnahme der Kasse vom 27. Januar 2017), muss es demnach bei einem für die strittige Tagge ldbemessung massgebenden Er- werbseinkommen von Fr. 47‘412.15 (August 2014 bis Juli 20 15) sein Bewenden haben. Dies führt zu einem durchschnittlichen Tageseinkommen von F r. 129.90 (Fr. 47‘412.15 dividiert durch 365 Tage) und damit letztlich zu einem Taggeldansp ruch von Fr. 103.90 (x 80%; vgl. Art. 23 Abs. 1 IVG). 5. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass ihr di e IV-Stelle zugesichert habe, als Grundlage für die Bemessung des Invalidentaggelds das vo n ihr im Jahr 2014 erzielte Einkom- men im Umfang von Fr. 60‘000.-- heranzuziehen. Hätte sie bereits dazumal die Höhe des ihr schliesslich zugesprochenen Taggelds gekannt, hätte sie ihr Arbeitsverhältnis beim Spital kei- nesfalls beendet und die von der IV-Stelle organisier te Umschulung abgelehnt. Zu prüfen bleibt somit, ob der Vertrauensschutz gebietet, entgegen dem so eben Gesagten (vgl. oben, Erwä- gung 4) bei der Taggeldbemessung auf eine höhere Bemessungsgrundlage abzustellen. 5.1 Gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung gebietet der verfassungsmässige Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 5 Abs. 3 der sc hweizerischen Bundesverfassung (BV) vom 18. April 1999 im Allgemeinen sowohl den Ve rwaltungsbehörden als auch den Bür- gern ein redliches, loyales, vertrauenswürdiges und rücksichtsvolles Verhalten im gegenseitigen Verkehr (MAX IMBODEN /R ENÉ RHINOW , Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel und Stuttgart 1976, Band I, Nr. 74 B II und IV und dort ige Hinweise; U LRICH H ÄFELIN /GEORG MÜLLER , Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, Zürich 2002, Rz. 622; YVO HANGARTNER , in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender, Die schwei zerische Bundesverfassung, Zü- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rich/Lachen 2002, Art. 5 BV, Rz. 39). In Form des sogen annten Vertrauensschutzes (Art. 9 BV) verleiht dieser Grundsatz den Privaten einen Anspruch auf Schutz ihres berechtigten Vertrau- ens in behördliche Zusicherungen oder in sonstiges, besti mmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden (BGE 130 I 60 E. 8.1, 129 I 170 E. 4.1 und 4.2, 126 II 387 E. 3a, 122 II 123 E. 3b/cc). Damit der Vertrauensschutz wirksam wird, mu ss eine Vertrauensgrundlage ge- schaffen werden. Diese setzt voraus, dass sich behördliche Z usicherungen oder sonstiges, be- stimmte Erwartungen begründendes Verhalten auf eine ko nkrete, den betreffenden Bürger be- rührende Angelegenheit beziehen (BGE 130 I 60 E. 8.1). Das Verhalten des staatlichen Organs muss bei den betroffenen Privaten mit anderen Worten b estimmte Erwartungen auslösen. Ent- scheidend ist mithin der Bestimmtheitsgrad der Vertra uensgrundlage. Dieser muss so gross sein, dass der Private daraus die für seine Dispositionen massgebenden Informationen ent- nehmen kann (H ÄFELIN /M ÜLLER , a.a.O., Rz. 631). Die versicherte Person darf eine a llfällige Fehlerhaftigkeit der Vertrauensgrundlage sodann wede r kennen noch hätte sie eine solche kennen müssen. Insbesondere aber kann Vertrauensschutz nur ge ltend machen, wer gestützt auf sein Vertrauen in eine behördliche Auskunft oder in sonstiges Verhalten eine Disposition getätigt hat, die ohne Nachteil nicht wieder rückgängi g gemacht werden kann. Das behördliche Handeln muss für die nachteilige Disposition mithin kausal gewesen sein (H ÄFELIN /M ÜLLER , a.a.O., Rz. 660 ff.). Dieser Kausalzusammenhang fehlt , wenn anzunehmen ist, dass die Dispo- sition auch ohne ein Vertrauen begründendes behördlich es Verhalten bzw. bei Kenntnis der Mangelhaftigkeit der Vertrauensbasis vorgenommen worden wäre (HÄFELIN /M ÜLLER , a.a.O., Rz. 664). Sind alle diese Voraussetzungen kumulativ erfüllt , kann sich die betroffen Person auf den Vertrauensschutz schliesslich nur dann berufen, soweit im Einzelfall keine überwiegenden öf- fentliche Interessen vorgehen (vgl. zum Ganzen HÄFELIN /M ÜLLER , a.a.O., Rz. 525 ff.; BGE 127 I 36 E. 3c, 124 V 220 E. 2, 121 II 479 E. 2c, 118 Ia 254 E. 4b). 5.2.1 Den Akten zufolge wurde die Versicherte von der IV-Stelle, Abteilung Integration, mit Mailschreiben vom 13. Juli 2016 darüber informiert, da ss sie eine Unterstützung während ihres Studiums erhalten werde. Sie könne demnach davon ausg ehen, ihr Studium in Ruhe und ohne Einsätze als Pflegefachfrau beenden zu können. Ab wann un d in welcher Form oder Höhe die Versicherte diese Unterstützung erhalten werde, sei aller dings nicht bekannt (vgl. Beilage 5 zur Eingaben der Beschwerdeführerin vom 30. Dezember 2016) . Dieses Schreiben alleine vermag mangels Angabe einer konkreten Höhe des nunmehr strittig en Taggelds noch keinen Vertrau- ensschutz begründen. Da die zuständige Sachbearbeiterin d er IV-Stelle explizit darauf hinge- wiesen hat, dass ihr die Höhe der künftigen Taggeld-Un terstützung nicht bekannt sei, erweist sich dessen Bestimmtheitsgrad jedenfalls als zu gering, als dass die Versicherte im Hinblick auf eine allfällige Nichtverlängerung ihres Arbeitsverhältn isses bereits dazumal ein konkretes Er- satzeinkommen hätte beziffern können. 5.2.2 Einem zweiten Mail der IV-Stelle, Abteilung Be rufsberatung, vom 25. August 2016 an die Versicherte ist folgender Wortlaut von Relevanz zu entnehmen: „Gemäss der Ausgleichs- kasse 12, welche für Sie zuständig ist, wird das IV-Tagge ld wie folgt berechnet: Sie hatten den Unfall am 27.08.2015, d.h. es wird in der Regel der Lohn vom Jahr zuvor genommen. Im 2014 haben Sie ca. CHF 60‘000.— verdient. Das IV-Taggeld w äre dann 80% von diesen CHF 60‘000.—.“ Die Beschwerdeführerin weist in ihrer er gänzenden Beschwerdebegründung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht grundsätzlich zu Recht darauf hin, dass sie am 12. Juli 20 16 ursprünglich eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses bis Ende September 2017 bei ihrer Arbeitgeberin beantragt hatte (vgl. Bei- lage 4 zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. Dez ember 2016). Entgegen der von ihr im Übrigen vertretenen Auffassung, wonach sie diese Vertrag sverlängerung erst aufgrund des Mailschreibens der IV-Stelle vom 25. August 2016 – im V ertrauen auf ein höheres Taggeld – wieder zurückgezogen habe, ist den weiteren Unterlage n jedoch zu entnehmen, dass die Auf- gabe ihrer Tätigkeit als Pflegefachfrau bereits vor dem fraglichen Mail der IV-Stelle beschlossen worden war. So geht aus der unterschriftlich bestätigte n Zielvereinbarung zwischen der Berufs- beratung und der Versicherten vom 5. August 2016 hervor, dass die Tätigkeit als Pflegefachfrau bis Ende September 2016 aufgegeben werden soll (vgl. IV-Dok 43, S. 2, ad weitere Schritte). Hintergrund ihrer bereits dazumal beschlossenen Stellena ufgabe war offenbar der ebenfalls schon im Juli 2016 geäusserte Wunsch, Unterstützung bei de r Beendigung ihres Studiums zu erhalten, da sie sich aufgrund ihrer Fingerproblemati k nicht mehr in der Lage sah, ihren Le- bensunterhalt in ihrem erlernten Beruf zu erwirtschafte n (vgl. Checkliste Anspruch berufliche Massnahmen vom 13. Juli 2016, IV-Dok 35, S. 2). Dieser deutlich noch vor Erhalt des Mails der IV-Stelle vom 25. August 2016 geäusserte Wunsch deckt si ch mit der bereits ebenfalls schon zuvor festgestandenen medizinischen Tatsache, dass eine no rmale Beschäftigung als Pflege- fachfrau nicht mehr möglich war, auch wenn die Versicher te trotz relevanter, unfallbedingter Funktionseinschränkungen an der linken Hand immer wiede r in der Pflege gearbeitet habe und geplant gewesen sei, dass sie hier auch weiterhin einge setzt werden könne (vgl. Arztbericht Klinik C.____ vom 6. Juli 2016, IV-Dok 34, S. 2 f.). N ichts anderes ergibt sich aus den Äusse- rungen der Beschwerdeführerin selbst, wonach bereits na ch dem Arztbesuch im Juli 2016 klar geworden sei, dass sie ihre angestammte Tätigkeit als P flegefachfrau nicht mehr lange werde ausüben können (vgl. Replik vom 10. März 2017, S. 1; vgl. ebenso Mailschreiben der Versicher- ten vom 31. August 2016, Einzel-Beilage zur Replik vom 10. März 2017). 5.3 Auch wenn die Beschwerdeführerin ihren Antrag auf Vertragsverlängerung gegenüber dem Spital erst nach dem Mailschreiben der IV-Stelle vom 25. August 2016 zurückgezogen hat (vgl. Einzel-Beilage zur Replik vom 10. März 2017), ist m it überwiegender Wahrscheinlichkeit demnach davon auszugehen, dass die Versicherte bereits zuvor beschlossen hatte, ihre Anstel- lung im Spital zu beenden. Damit aber fehlt es an ein em kausalen Zusammenhang zwischen der entsprechenden Auskunft der IV-Stelle vom 25. Au gust 2016 und der Stellenaufgabe der Versicherten bzw. der Nichtverlängerung ihrer bisherigen Anstellung. Eine Berufung auf den Vertrauensschutz ist unter diesen Umständen ausgeschlossen. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführ erin für die Zeit von 1. Oktober 2016 bis Ende Januar 2017 Anspruch auf ein Taggeld im Umfang von Fr. 103.90 besitzt. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen. 7. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ve rfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei präsidialen Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahre nsaufwand entstanden ist, setzt das Ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht richt die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrec htlichen Kostenrahmens einheit- lich auf Fr. 400.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO w erden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. In casu hätte deshalb die IV- Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verf ahrenskosten zu tragen. In diesem Zu- sammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Ab s. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten aufer- legt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-S telle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden und der gel eistete Kostenvorschuss der Be- schwerdeführerin zurückzuerstatten ist. Die ausserordentli chen Kosten sind bei der anwaltlich nicht vertretenen Beschwerdeführerin schliesslich wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft vom 3. November 2016 aufgehobe n und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2016 bis Ende Januar 2017 Anspruch auf Taggeld in der Höhe von Fr. 103.90 hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- wir d der Be- schwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.