<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass für die nachhaltige, arbeitsplatzerhaltende Integration und deren Verbleib im Betrieb von Menschen mit Beeinträchtigung dem Arbeitgeber die wesentlichste Rolle zufällt?</p><p>2. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass ein erfolgreicher Verbleib im ersten Arbeitsmarkt (im Betrieb) von Menschen mit Beeinträchtigung eine markante Entlastung für die gesamte Volkswirtschaft darstellt?</p><p>3. Trifft es zu, dass für den nachhaltigen Verbleib von Menschen mit Beeinträchtigung im ersten Arbeitsmarkt nicht nur finanzielle Anreize für den arbeitgebenden Betrieb, sondern insbesondere der Erwerb von Kompetenzen (der vorgesetzten Personen) im Betrieb für den täglichen Umgang mit den beeinträchtigten Personen wegweisend sind?</p><p>4. Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat in Ergänzung zum Artikel 68sexies IVG einzuleiten, damit die Förderung der Kompetenzen der Arbeitgeber ermöglicht werden können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Es sind verschiedene Faktoren, die es Menschen mit Behinderungen ermöglichen, im ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten. Dazu gehören neben individuellen Voraussetzungen von Menschen mit Behinderungen, die bei Bedarf durch Eingliederungsmassnahmen gezielt verbessert werden können, auch ein inklusives Arbeitsumfeld. Gerade mit der Bereitstellung inklusiver Rahmenbedingungen können Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen wesentlich zu einer dauerhaften und chancengleichen Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen beitragen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>2. Dass Menschen mit Behinderungen Teil der Arbeitswelt sind und ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise selbst bestreiten können, ist nicht nur ein volkswirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches und menschenrechtliches Anliegen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>3. Wie ausgeführt, sind verschiedene Faktoren für die berufliche Integration von zentraler Bedeutung. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich im Arbeitsalltag mit den Anforderungen auseinanderzusetzen, welche die berufliche Inklusion je nach Konstellation an Mitarbeitende, Vorgesetzte, Teams wie auch an Abläufe, Organisation und Kultur stellen kann.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>4. Angesichts der grossen Vielfalt an möglichen Konstellationen ist die Offenheit, sich im konkreten Fall mit den genannten Anforderungen auseinanderzusetzen, und die Möglichkeit, gerade in einer ersten Phase bei Bedarf auf Begleitung und Beratung zurückgreifen zu können, die zentrale Voraussetzung für eine gelingende berufliche Inklusion. Die Invalidenversicherung IV unterstützt in konkreten Fällen die Arbeitgeber bei der beruflichen Eingliederung von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Mit Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB konnten zudem verschiedene Instrumente zur Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds entwickelt werden, die sich an Arbeitgeber richten. Da bereits zahlreiche Instrumente zur Verfügung stehen, sind keine weiteren Massnahmen notwendig.</p>