<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00151</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222275&amp;W10_KEY=13045548&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00151</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.04.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 13.09.2022 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat (aufschiebende Wirkung des Rekursverfahrens und Vollzugsstopp)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Prozedurales Aufenthaltsrecht während des Rekursverfahrens] Nach einer erfolgten Hochzeit mit seiner Schweizer Verlobten hat der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 42 Abs. 1 AIG. Die diesbezüglichen Zulassungsvoraussetzungen sind aufgrund einer summarischen Würdigung der Sach- und Rechtslage jedoch nicht offensichtlich erfüllt, da der Beschwerdeführer den Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gesetzt hat und aufgrund einer summarischen Würdigung der Sachlage nicht gesagt werden kann, dass mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist. Gutheissung UP/URB Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIRAT">HEIRAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG">KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 Abs. 2 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=56760" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00151</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">13. April 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat <br/> (aufschiebende Wirkung des Rekursverfahrens und Vollzugsstopp),</b></p> <span><br/> </span> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A ist ein am 23. Januar 1980 geborener nigerianischer StaatsangehÃ¶riger. Er reiste am 13. November 2011 unter der IdentitÃ¤t D, StaatsangehÃ¶riger Trinidad und Tobagos, in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Mit VerfÃ¼gung vom 6. MÃ¤rz 2012 lehnte das Bundesamt fÃ¼r Migration (heute: Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) das Asylgesuch ab. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht am 30. April 2012 ab (E-1908/2012). Im Sommer 2012 verliess A die Schweiz in Richtung Ungarn, wo er eine ungarische StaatsangehÃ¶rige heiratete und in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung erhielt. 2013 kam in E F, die Tochter A's und G's, einer kongolesischen StaatsangehÃ¶rigen, zur Welt. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>SpÃ¤testens im Sommer 2015 reiste A erneut in die Schweiz. Mit Urteil des Regionalgerichts [Berner] Oberland vom 3. Mai 2016 wurde er insbesondere wegen Verbrechens gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt. In der Folge verhÃ¤ngte das SEM gemÃ¤ss Angaben A's eine fÃ¼nfjÃ¤hrige Einreisesperre gegen ihn. Am 26. Mai 2016 wurde er im Rahmen eines Dublin-Verfahrens nach Ungarn Ã¼berstellt. GemÃ¤ss eigenen Angaben liess sich A im Jahr 2019 von seiner ungarischen Ehefrau scheiden. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Seit dem Jahr 2016 fÃ¼hren <span>A und </span>B, eine 1973 geborene Schweizer BÃ¼rgerin, eine Liebesbeziehung. GemÃ¤ss eigenen Angaben schlossen sie im April 2017 in Nigeria traditionell die Ehe. Im November 2017 zogen die beiden gemeinsam dorthin. 2018 brachte B in Lagos, Nigeria, die Zwillinge H und I zu Welt; der BeschwerdefÃ¼hrer anerkannte diese. Im September 2018 kehrte B mit den beiden Kindern in die Schweiz zurÃ¼ck, wÃ¤hrend <span>A zurÃ¼ck nach Ungarn zog. Seit ihrer Wiedereinreise in die Schweiz bezieht </span>B, gemeinsam mit ihren Kindern, Sozialhilfe. Im September 2020 wurden H und I fremdplatziert; bereits davor war fÃ¼r beide Kinder eine Beistandschaft errichtet worden.</p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>D. </span></b><span>Zu einem nicht nÃ¤her bekannten Zeitpunkt reiste A erneut in die Schweiz ein, wo er am 10. August 2021 verhaftet wurde, da er wegen einem mÃ¶glichen auslÃ¤nderrechtlichen Delikt zur Fahndung ausgeschrieben war. Am 11. August 2021 ersuchte er um Asyl. Mit VerfÃ¼gung vom 21.</span> Oktober 2021 trat das SEM nicht auf das Asylgesuch ein. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Bereits am 7. Oktober 2021 hatte A um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat mit B ersucht. Mit VerfÃ¼gung vom 26. Januar 2022 wies das Migrationsamt das Gesuch ab und wies A aus der Schweiz weg; einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog es die aufschiebende Wirkung. Mit Rekurs vom 2. MÃ¤rz 2022 gelangte A an die Sicherheitsdirektion und beantragte im Wesentlichen, es sei ihm eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat zu erteilen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sowie um Anordnung eines Vollzugsstopps. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit prozessleitender Anordnung vom 3. MÃ¤rz 2022 wies die Sicherheitsdirektion den Antrag um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sowie um Erlass eines Vollzugsstopps ab (Dispositiv-Ziff. 3). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 11. MÃ¤rz 2022 beantragt A, unter EntschÃ¤digungsfolge sei Ziff. 3 der angefochtenen ZwischenverfÃ¼gung aufzuheben und dem Rekurs vom 2. MÃ¤rz 2022 die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Im Sinn einer superprovisorischen Massnahme sei der Beschwerdegegner anzuweisen, "bis auf Weiteres von jeglichen Wegweisungsvollzugsmassnahmen abzusehen". In prozessualer Hinsicht ersucht A um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. MÃ¤rz 2022 wies die AbteilungsprÃ¤sidentin das Gesuch um superprovisorische Anweisung an den Beschwerdegegner, bis auf Weiteres von jeglichen Wegweisungsvollzugsmassnahmen abzusehen, ab.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 28. MÃ¤rz 2022 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Vorinstanz Ã¼ber Anordnungen des Beschwerdegegners betreffend das Aufenthaltsrecht zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Mit dem hier angefochtenen Zwischenentscheid wurde das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sowie um Erlass eines Vollzugsstopps abgewiesen. Ob der vorinstanzliche Zwischenentscheid aufgrund der Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu B und der geltend gemachten Beziehung zu seinen beiden hier lebenden Schweizer Kindern geeignet ist, bei ihm einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinn von § 41 Abs. 3 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 VRG sowie Art. 93 Abs. 1 lit. a des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zu bewirken, kann offenbleiben, da die Beschwerde â wie sich sogleich zeigt â ohnehin abzuweisen ist (vgl. BGr, 17. Mai 2019, 2C_138/2019, E. 1.1 â 3. Juni 2016, 2C_472/2016, E. 1; VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00785, E. 1; zur selbstÃ¤ndigen Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden Martin Bertschi, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 19a N. 44 ff. und 48).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt zumindest sinngemÃ¤ss die GewÃ¤hrung des prozeduralen Aufenthalts fÃ¼r das Rekursverfahren. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 17 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) haben auslÃ¤ndische Personen, die fÃ¼r einen vorÃ¼bergehenden Aufenthalt rechtmÃ¤ssig eingereist sind und die nachtrÃ¤glich eine Bewilligung fÃ¼r einen dauerhaften Aufenthalt beantragen, den entsprechenden Entscheid im Ausland abzuwarten; dies gilt auch bzw. erst recht fÃ¼r illegal Anwesende, die ihren Aufenthalt nachtrÃ¤glich durch ein entsprechendes Bewilligungsgesuch zu legalisieren versuchen. Werden die Zulassungsvoraussetzungen offensichtlich erfÃ¼llt, kann die zustÃ¤ndige kantonale BehÃ¶rde allerdings den Aufenthalt wÃ¤hrend des Verfahrens gestatten (Art. 17 Abs. 2 AIG).</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE, SR 142.201) sind die Zulassungsvoraussetzungen dabei insbesondere dann offensichtlich erfÃ¼llt, wenn die eingereichten Unterlagen einen gesetzlichen oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf die Erteilung einer Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen, keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG vorliegen und die betroffene Person der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG nachkommt. Allein aus Vorkehren wie der Einleitung ehe- und familienrechtlicher Verfahren, der Einschulung von Kindern, dem Liegenschaftserwerb, der Wohnungsmiete, dem Abschluss eines Arbeitsvertrags oder der GeschÃ¤ftsgrÃ¼ndung oder -beteiligung kÃ¶nnen dagegen keine AnsprÃ¼che im Bewilligungsverfahren abgeleitet werden (Art. 6 Abs. 2 VZAE). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das Ziel des prozeduralen Aufenthalts ist es, die grundsÃ¤tzliche Ausreisepflicht nach Art. 17 Abs. 1 AIG zu mildern, wenn sie keinen Sinn macht, weil vermutlich die nachgesuchte Bewilligung zu erteilen sein wird. Ob die Bewilligung offensichtlich erteilt werden kann, ist in einer summarischen WÃ¼rdigung der Erfolgsaussichten (sog. "Hauptsachenprognose") zu entscheiden, wie dies bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen regelmÃ¤ssig der Fall ist (vgl. BGr, 3. MÃ¤rz 2021, 2C_1058/2020, E. 3.1 â 4. August 2016, 2C_544/2016, E. 2.1 â 29. MÃ¤rz 2016, 2C_199/2016, E. 2). Die Anwendung des Grundsatzes, dass der Bewilligungsentscheid im Ausland abzuwarten ist, muss grundrechtskonform erfolgen; unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige, schikanÃ¶se Ausreiseverpflichtungen und VerfahrensverzÃ¶gerungen sind im Interesse aller Beteiligten unter BerÃ¼cksichtigung des Beschleunigungsgebots primÃ¤r dadurch zu vermeiden, dass rasch erstinstanzlich entschieden wird (BGE 139 I 37 E. 2.2; BGr, 3. MÃ¤rz 2021, 2C_1058/2020, E. 3.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>In der Hauptsache geht es um die <span>Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat. </span>Nach einer erfolgten Hochzeit mit B hat der BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 42 Abs. 1 AIG. Die<span> diesbezÃ¼glichen Zulassungsvoraussetzungen sind</span> aufgrund einer summarischen WÃ¼rdigung der Sach- und Rechtslage nicht offensichtlich erfÃ¼llt: So wurde der BeschwerdefÃ¼hrer mit Urteil des <span>Regionalgerichts [Berner] Oberland vom 3. Mai 2016 insbesondere wegen Verbrechens gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt. Damit hat er den</span> Widerrufgrund gemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gesetzt. Daran Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass diese StraffÃ¤lligkeit heute Ã¼ber sechs Jahre zurÃ¼ck und der BeschwerdefÃ¼hrer sich seither wohlverhalten hat. Sodann ist zu berÃ¼cksichtigen, dass B seit mehreren Jahren Sozialhilfe bezieht. Nach erfolgter Hochzeit ist deshalb nicht auszuschliessen, dass auch der BeschwerdefÃ¼hrer â zumindest bis er eine Arbeitsstelle in der Schweiz gefunden hat â ebenfalls Sozialhilfe beziehen wÃ¼rde. An diesem Ergebnis vermag auch die bei den Akten liegende Arbeitszusicherung nichts zu Ã¤ndern. </p> <p class="Urteilstext">Schliesslich ist zu beachten, dass fÃ¼r die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung vorausgesetzt ist, dass mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (VGr, 18. Februar 2021, VB.2020.00399, E. 2.1 Abs. 1 â 1. September 2020, VB.2020.00189, E. 2.3.1). Aufgrund einer summarischen PrÃ¼fung der Sachlage ist dies vorliegend nicht der Fall, zumal das Zivilstandsamt ZÃ¼rich am 22. Oktober 2021 angab, dass die AktenprÃ¼fung noch nicht abgeschlossen sei und "noch Zivilstandspapiere nachgereicht werden [mÃ¼ssen]". In dieser Hinsicht ist sodann von zentraler Bedeutung, dass gemÃ¤ss Angaben in der Rekursschrift der Zivilstand des BeschwerdefÃ¼hrers unklar ist. Insbesondere steht offenbar nicht fest, ob die Scheidung des BeschwerdefÃ¼hrers von seiner ungarischen Ehefrau in der Schweiz anerkannt werden kann. Unter anderem diese Frage wird von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde im Kanton J, wo B ihren Heimatort hat, abgeklÃ¤rt. Es kann somit aufgrund einer summarischen WÃ¼rdigung der Sachlage nicht gesagt werden, dass <span>mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem BeschwerdefÃ¼hrer den prozeduralen Aufenthalt fÃ¼r das Rekursverfahren versagte. </p> <p class="Erwgung2">An diesem Ergebnis vermag auch der Umstand nichts zu Ã¤ndern, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nachweislich der Vater der Zwillinge H und I ist. Denn daraus kann er <span>nicht offensichtlich einen Aufenthaltsanspruch aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) ableiten, </span>zumal er wÃ¤hrend der letzten Jahre kaum Kontakt zu seinen hier lebenden Kindern hatte und die Zwillinge H und I momentan fremdplatziert sind. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Umstand, dass momentan die Umplatzierung Hs und Is in die Institution K stattfindet. </p> <p class="Erwgung2">Schliesslich kann der BeschwerdefÃ¼hrer auch aus der Beziehung zu seiner heute neunjÃ¤hrigen Tochter <span>F, welche gemeinsam mit ihrer Mutter in L wohnt, keinen Anspruch aus Art. 8 Abs. 1 EMRK ableiten. GestÃ¼tzt auf eine summarische WÃ¼rdigung der Aktenlage ist nicht davon auszugehen, dass er mit dieser wÃ¤hrend den letzten Jahren eine (affektive) Beziehung pflegte. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit drauf einzutreten ist. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Zu prÃ¼fen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers ist aufgrund der Akten zu bejahen<span>, und die gestellten Begehren waren nicht offensichtlich aussichtslos. </span>Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und -verbeistÃ¤ndung ist demnach gutzuheissen. Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist in der Person seiner Vertreterin, RechtsanwÃ¤ltin C eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (GebV VGr, LS 175.252) wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung (des Obergerichts) Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (LS 215.3) fÃ¼r RechtsanwÃ¤ltinnen und RechtsanwÃ¤lte in der Regel Fr. 220.- pro Stunde.</p> <p class="Erwgung2">Die Vertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers macht einen Aufwand von 5,5<span> Stunden sowie Barauslagen von Fr. 63.80 zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer geltend.</span><span> </span>Dieser Aufwand ist der Sache angemessen. RechtsanwÃ¤ltin C ist demnach fÃ¼r das vorliegende Verfahren mit insgesamt Fr. 1'371.90 (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschÃ¤digen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Schliesslich ist der BeschwerdefÃ¼hrer darauf hinzuweisen, dass gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Urteilstext">Da es sich bei dem vorliegenden Urteil ebenfalls um einen Zwischenentscheid handelt (Bertschi, § 19a N. 32; VGr, 9. April 2020, VB.2020.00145, E. 6), lÃ¤sst sich das Bundesgericht allerdings im Sinn des Art. 93 BGG nur anrufen, wenn ein nicht wiedergutzumachender Nachteil drohte oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren kÃ¶nnte und so ein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, jedoch unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung wird gutgeheissen und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person von RechtsanwÃ¤ltin C eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin bestellt. RechtsanwÃ¤ltin C wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren mit Fr. 1'371.90 (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>