Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 5. Juli 2016 (400 16 97) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Methoden zur Unterhaltsbemessung im Eheschutzverfahren Besetzung Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Andreas Linder Parteien A.____, vertreten durch Advokat Dr. Erik Johner, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel, Klägerin gegen B.____, vertreten durch Advokatin Martina de Roche, Aeschenvorstadt 71, Postfach 326, 4010 Basel, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Eheschutz / Berufung gegen den Entscheid der Zivilkreisgerichtspräsi- dentin Basel-Landschaft West (Kammer I) vom 29. März 2016 A. A.____ und B.____ heirateten am 25. Mai 2013. Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Beide Ehegatten haben jeweils ein voreheliches Kind . Am 23. Oktober 2015 gelangte die Ehe- frau, vertreten durch Advokat Dr. Erik Johner, mit einem Gesuch um Eheschutz an das Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft West. Sie liess beantragen, den Ehegatten sei das Getrenntleben zu bewilligen und es sei festzustellen, dass sie di eses per 1. Mai 2015 aufgenommen haben. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Ehemann sei sodann rückwirkend ab Mai 2015 zu verpflich ten, der Ehefrau einen monatli- chen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 3'000.00 zu bezahlen, wobei sich die Ehefrau eine Änderung ihres Rechtsbegehrens nach Einsicht in die vollständigen Un- terlagen des Ehemannes ausdrücklich vorbehalte. Anlässlich einer Parteiverhandlung vom 24. Februar 2016 vor der Zivilkreisgerichtspräsidentin Ba sel-Landschaft West verständigten sich die Parteien unter Vorbehalt über die Geldbeiträ ge nach Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes. Die entsprechende Vereinbarung wurde dur ch den Ehemann mit Eingabe vom 7. März 2016 widerrufen. In der Folge bewilligte das Gericht mit Entscheid vom 29. März 2016 den Ehegatten die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes und stellte fest, dass der Ehemann am 1. Mai 2015 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen ist (Ziff. 1). Der Ehemann wurde verpflich- tet, mit Wirkung ab 1. Oktober 2015 bis und mit Juli 2016 an den Unterhalt der Ehefrau einen monatlichen Beitrag von CHF 1‘500.00 zu bezahlen (Zif f. 2). Die Gerichtsgebühr wurde den Ehegatten je zur Hälfte auferlegt. Jede Partei hatte für ihre Parteikosten selbst aufzukommen (Ziff. 3). In der Begründung erwog die Gerichtspräsid entin im Wesentlichen, es erscheine an- gemessen, den Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau eine n Unterhaltsbeitrag in der Höhe des hälftigen Mietzinses bis zur nächstmöglichen ordentlichen Auflösung des Mietverhältnisses per Ende Juli 2016 zu bezahlen. B. Mit Eingabe vom 11. April 2016 liess der Ehemann, ve rtreten durch Advokatin Martina de Roche aus Basel, gegen den Entscheid der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-Landschaft West (Kammer I) vom 29. März 2016 Berufung beim Kantonsger icht Basel-Landschaft, Abteilung Zi- vilrecht, einreichen. Er beantragte, es sei Ziff. 2 des besagten Entscheids vollumfänglich aufzu- heben und es sei festzustellen, dass gegenseitig kein Unte rhalt geschuldet sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsbeklagten. In der Begründung monierte der Ehemann zusammengefasst, man habe sich im März 2015 getrennt, nachdem die Parteien erst seit Mai 2013 verheiratet gewesen seien. Beide Partei en seien seit Anfang ihrer Beziehung un- unterbrochen voll erwerbstätig gewesen. Nach der Trenn ung habe sich der Berufungskläger dazu bereit erklärt, die eheliche Wohnung der Berufun gsbeklagten zu überlassen und habe für die Monate Mai bis Oktober 2015 jeweils die Hälfte der Mietkosten für die Wohnung und CHF 300.00 monatlich an das Leasing des Fahrzeugs der B erufungsbeklagten beglichen. Un- terdessen habe er mit seiner neuen Freundin eine gemei nsame Wohnung in Deutschland be- zogen. Die Geldleistungen an die Berufungsbeklagte sei en nicht sofort mit Aufnahme des Ge- trenntlebens hinfällig geworden, sondern ein halbes Jah r später. Damit hätte die Berufungsbe- klagte bereits ausreichend Zeit gehabt, sich auf die neu en Umstände einzustellen und sich neu zu orientieren. Dass die Wohnung für die Berufungsbeklag te zu gross und zu teuer sei, sei schon vor der sich abzeichnenden Trennung absehbar gewesen. Die Trennung sei für die Beru- fungsbeklagte denn auch nicht aus heiterem Himmel gekom men. Folglich hätte sie das Miet- verhältnis bereits Ende April 2015 mit Wirkung per Ende Juli 2015, spätestens jedoch Ende Juli 2015 mit Wirkung per Ende Oktober 2015 kündigen können . Angesichts der Höhe ihres Ein- kommens und als Alleinstehende, sei es ihr möglich, inne rt kurzer Frist eine neue Wohnung zu finden. Die Vorinstanz habe ohne nachvollziehbaren Grun d ausser Acht gelassen, dass Unter- haltsbeiträge, sollten sie tatsächlich geschuldet sein, i m Eheschutzverfahren nach der Leis- tungsfähigkeit der Ehegatten und nach dem Bedarf der Familie festzusetzen seien. Dabei sei ein Unterhalt nur dann geschuldet, wenn ein Ehegatte nicht für sich selbst sorgen könne und Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zufolge der langen Ehedauer auf eine Fortführung der bisherigen Lebensweise habe vertrauen dürfen. Beides sei von der Vorinstanz explizit verneint wo rden, da die Berufungsbeklagte voll erwerbstätig sei und somit über genügend Eigenversorgungskapazitäten verfüge, zumal es sich um eine Kurzehe handle, welche keine ehebedingten N achteile zeitige. Die Anordnung von Un- terhaltszahlungen zu Lasten des Berufungsklägers erscheine demnach insofern als willkürlich, als dass die Höhe des Unterhaltsbeitrags zum einen pausch al mit dem hälftigen Mietzins be- messen werde, und zum anderen deren Dauer aufgrund sac hfremder Kriterien für die Zeit vom Oktober 2015 bis Juli 2016 festgelegt werde. C. In der Berufungsantwort vom 3. Mai 2016 liess die Eh efrau, vertreten durch Advokat Dr. Erik Johner, beantragen, dass die Berufung abzuweisen sei , unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Im Rahmen der Begründung der Ber ufungsantwort entgegnete die Ehe- frau, die Parteien hätten während ihrer Ehe einen se hr hohen Lebensstandard geführt. Sie hät- ten in einer sehr schönen Wohnung für einen Mietzins vo n CHF 3'043.00 gewohnt, seien re- gelmässig in schöne Ferien gefahren, jeder hätte ein ge leastes Auto, jeder habe seine Hobbys gepflegt und es habe an nichts gefehlt. Die Ehegatten seien bis zur Trennung zwar nur rund zwei Jahre verheiratet gewesen, seien vorher als Paar j edoch schon rund zehn Jahre zusam- men gewesen. Mit dem abrupten Auszug des Ehemannes aus der bisherigen ehelichen Woh- nung sei eine rund zwölfjährige Beziehung zu Ende gegan gen. Dies wegen einer neuen Freun- din des Ehemannes, aufgrund derer er die Ehefrau von einem Tag auf den anderen habe sitzen lassen, um zu dieser neuen Freundin nach X.____ zu ziehe n. Für die Ehefrau sei die Zeit mit dem Ehemann also durchaus lebensprägend gewesen und si e habe sich während diesen Jah- ren an einen deutlich überdurchschnittlichen Lebensstanda rd gewöhnt. Die Ehegatten hätten zusammen rund CHF 20'000.00 pro Monat an Einkommen zur Verfügung gehabt. Eine Spar- quote habe nicht vorgelegen. Es gehe vorliegend nic ht um ein Scheidungsverfahren, sondern um ein Eheschutzverfahren, bei welchem die Modalitäten des Getrenntlebens festzulegen sei- en. Praxisgemäss könne vom anderen Ehepartner in der Tr ennungszeit nicht erwartet werden, sofort aus der bisherigen ehelichen Wohnung auszuziehen. Es sei das zu Hause des anderen Ehepartners. Zudem gehöre die sehr schöne Wohnung zum e helichen Lebensstandard. Der Entscheid der Vorinstanz, der Ehemann müsse sich zumindest noch von Oktober 2015 bis Juli 2016 zur Hälfte an den Mietkosten beteiligen, sei abs olut moderat und am alleruntersten Rand der möglichen Unterhaltspflichten. Die Behauptung, d ie Unterhaltsbemessung sei willkürlich, werde bestritten. Sie sei begründet in der teuren Woh nung, in der die Ehefrau alleine und ohne die langjährige Beziehung nicht leben würde. D. Mit Verfügung vom 4. Mai 2016 wurde der Schriftenwe chsel geschlossen und die Parteien wurden mit Vorladung vom 11. Mai 2016 zu einer Partei verhandlung vor den Präsidenten des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, geladen. E. Zur heutigen kantonsgerichtlichen Verhandlung sind de r Berufungskläger mit Advokatin Martina de Roche-Bankiher und die Berufungsbeklagte mit Advokat Dr. Erik Johner erschienen. Der Präsident befragt die Ehegatten informell zur Sach e und unterbreitet den Parteien alsdann einen Vergleichsvorschlag, der allerdings vom Ehemann und heutigen Berufungskläger verwor- fen wird. Anschliessend halten die Rechtsvertreter der E hegatten ihre Parteivorträge, wobei jeweils an den Rechtsbegehren und den wesentlichen Beg ründungen der Rechtsschriften fest- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehalten wird. Soweit die Parteivertreter in ihren Plädoyers von den Darlegungen in den Rechtsschriften abweichen, ist auf ihre entsprechenden Aus führungen in den Erwägungen zu- rückzukommen. Erwägungen 1. Gegen einen Endentscheid in einem Eheschutzverfahren ist die Berufung gemäss Art. 308 ZPO zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10‘000.00 beträgt. Bei wiederkehrende n Leistungen wie Unterhaltsbeiträgen gilt der Kapitalwert als Streitwert. Sind Leistungen mit ungewisser oder unbeschränkter Dauer streitig, wird auf den zwanzigfachen Betrag der einjäh rigen Leistung abgestellt (Art. 92 ZPO). Die Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-Landschaft West (Kam mer I) verpflichtete den heutigen Berufungskläger ab 1. Oktober 2015 bis und mit Juli 201 6 zu Unterhaltszahlungen von monat- lich CHF 1‘500.00. Im Rahmen der heutigen Rechtsbegehr en beantragt der Berufungskläger, es sei festzustellen, dass gegenseitig kein Unterhalt geschu ldet sei. Der Streitwert beträgt mit- hin CHF 15‘000.00 (10 Monate à CHF 1‘500.00), so dass die Sache berufungsfähig ist. Mass- nahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft unterliegen dem summarischen Verfahren (Art. 271 lit. a ZPO). Die Berufung ist daher schriftl ich und begründet innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bzw. seit der nacht räglichen Zustellung der Ent- scheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureiche n (Art. 314 Abs. 1 i.V. mit Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend wurde dem Ehemann die schriftliche Begründung des Entscheides am 31. März 2016 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durch die Postaufgabe der Berufung am Mon- tag, 11. April 2016, eingehalten (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Der Kostenvorschuss für das Rechtsmit- telverfahren wurde geleistet. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Ber ufungen gegen Entscheide der Präsi- dien der Zivilkreisgerichte, die im summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig. 2.1 Mit Entscheid vom 29. März 2016 bewilligte das Zivilkrei sgericht Basel-Landschaft West den Ehegatten die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes und stellte fest, dass der Ehe- mann am 1. Mai 2015 aus der ehelichen Wohnung ausgezo gen ist. Der Ehemann wurde ver- pflichtet, mit Wirkung ab 1. Oktober 2015 bis und mit Ju li 2016 an den Unterhalt der Ehefrau einen monatlichen Beitrag von CHF 1‘500.00 zu bezahl en. Die Vorinstanz erwog dazu im We- sentlichen, dass die Ehefrau grundsätzlich keine Nachteile in ihrer wirtschaftlichen Entfaltung aufgrund des Konkubinats und der darauffolgenden Ehe e rfahren habe. Den Ehegatten sei je- doch ein gewisser Schutz, welcher ihnen die Ehe biete , zu gewähren. Auf die Fortführung der bisherigen Lebensweise dürfe umso mehr vertraut werden, je besser die eheliche finanzielle Lage sei. Die Ehegatten hätten während ihres Zusammen lebens sowie während der Ehe einen aufwendigen Lebensstil gepflegt und einen Mietvertrag über die eheliche Wohnung für monat- lich CHF 3'043.00 inkl. Nebenkosten unterzeichnet. Die E hefrau lebe nach Aufnahme des Ge- trenntlebens und nach dem Auszug des Ehemannes weiterhin mit ihrer Tochter in der ehelichen Wohnung, wobei sie für diese aber mit ihrem Einkommen von monatlich CHF 5'847.00 zuzüg- lich 13. Monatslohn nicht alleine aufkommen könne. Es erscheine daher angemessen, den Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau einen Unterhaltsb eitrag in der Höhe des hälftigen Miet- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zinses bis zur nächstmöglichen ordentlichen Auflösung des M ietverhältnisses per Ende Juli 2016 zu bezahlen. 2.2 Der Ehemann erachtet den Entscheid der Vorinstanz al s willkürlich, da die Höhe des Un- terhaltsbeitrags zum einen pauschal mit dem hälftigen Mi etzins bemessen werde, und zum an- deren deren Dauer aufgrund sachfremder Kriterien für die Zeit vom Oktober 2015 bis Juli 2016 festgelegt worden sei. Er beanstandet im Wesentlichen, die Vorinstanz habe ausser Acht ge- lassen, dass Unterhaltsbeiträge im Eheschutzverfahren nach der Leistungsfähigkeit der Ehegat- ten und nach dem Bedarf der Familie festzusetzen seie n. Dabei sei ein Unterhalt nur dann ge- schuldet, wenn ein Ehegatte nicht für sich selbst sorgen könne und zufolge der langen Ehedau- er auf eine Fortführung der bisherigen Lebensweise hab e vertrauen dürfen. Beides sei von der Vorinstanz explizit verneint worden, da die Berufungsbe klagte voll erwerbstätig sei und somit über genügend Eigenversorgungskapazitäten verfüge, zuma l es sich um eine Kurzehe handle, welche keine ehebedingten Nachteile zeitige. Die Ehefr au hält dafür, dass der Entscheid der Vorinstanz, der Ehemann habe sich von Oktober 2015 bis Juli 2016 zur Hälfte an den Mietkos- ten zu beteiligen, absolut moderat und am allerunter sten Rand der möglichen Unterhaltspflich- ten sei. Es gehe vorliegend um ein Eheschutzverfahren, b ei welchem die Modalitäten des Ge- trenntlebens festzulegen seien. Es könne vom anderen Ehe partner in der Trennungszeit nicht erwartet werden, sofort aus der bisherigen ehelichen Wo hnung auszuziehen. Die sehr schöne Wohnung gehöre zum ehelichen Lebensstandard. 3. Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts begründet , so muss der Richter auf Be- gehren eines Ehegatten die Geldbeiträge, die der eine Ehegatte dem anderen schuldet, festset- zen (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Das Gesetz schreibt dem Sachrichter keine bestimmte Me- thode zur Unterhaltsbemessung vor (BGE 128 III 411 E. 3.2.2). Dieser geniesst im Rahmen des grossen Ermessens bei der Unterhaltsfestsetzung denn auch relativ weitreichende Freiheiten in der Gewichtung der relevanten Kriterien. Immerhin sollte er sich gegebenfalls zur angewandten Methode äussern und diese begründen (BGer 5A_589/200 9 vom 24. November 2009 E. 2.3; SCHWENZER , in: FamKomm Scheidung, 2. Aufl., N 69 zu Art. 125 ZGB). Als Berechnungsme- thode gelangt bei ehelichem Unterhalt regelmässig die Methode des betreibungsrechtlichen Existenzminimums mit Überschussverteilung (zweistufig-konkrete Methode) zur Anwendung. Nach dieser Berechnungsweise sind zunächst die massgebenden Einkommen der beiden Ehe- gatten zu bestimmen. In einem zweiten Schritt sind ausg ehend vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum die individuellen familienrechtlichen Gru ndbedürfnisse der Parteien festzule- gen. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum setzt sich zusammen aus einem Grundbetrag und Zuschlägen, wie etwa Wohnkosten, unumgänglichen Berufsauslagen, Kosten der Kranken- versicherung und gegebenenfalls Unterhaltsleistungen für unmündige Kinder. Dieses betrei- bungsrechtliche Existenzminimum wird anschliessend zum famil ienrechtlichen Grundbedarf erweitert. Zu diesem erweiterten Bedarf zählen insbes ondere Beiträge für Versicherungen, Steuern und Schulden. In einem dritten Schritt ist der Gesamtbedarf dem Gesamteinkommen gegenüberzustellen und ein allfälliger Überschuss aufzuteilen. Diese Aufteilung kann einer hälf- tigen Teilung entsprechen, muss aber nicht (H AUSHEER /S PYCHER , Handbuch des Unterhalts- rechts, 2. Aufl., N 02.27 ff.; S IX , Eheschutz, 2. Aufl., N 2.61; S CHWENZER , in: FamKomm Schei- dung, a.a.O., N 75 ff. zu Art. 125 ZGB). Diese Berechn ungsmethode wird vom Bundesgericht vor allem bei mittleren Familieneinkommen (bis rund CH F 10'000.00) empfohlen (BGer Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5A_908/2011 vom 8. März 2012 E. 4.2.; BGE 134 III 577 E. 3). Nach der Rechtsprechung hat in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen, in denen die durch das Getrenntleben entstandenen Mehrkosten ohne weiteres gedeckt werden können, die unt erhaltsberechtigte Person Anspruch darauf, dass der Unterhaltsbeitrag so festgelegt wird, dass der bisherige Lebensstandard wei- tergeführt werden kann. Der Unterhaltsanspruch findet dann aber auch seine Begrenzung in der während des Zusammenlebens geführten Lebenshaltung. Di e Unterhaltsregelung bezweckt keine Vermögensverschiebung. Musste während des Zusammenlebens nicht das gesamte Ein- kommen für den Unterhalt verwendet werden, so ist die b isherige Sparquote in erster Linie zur Finanzierung der durch zwei Haushalte verursachten Mehrko sten einzusetzen, um den bisheri- gen Lebensstandard beizubehalten. Bleibt trotz der Me hrkosten eine Sparquote übrig kann kei- ne hälftige Teilung des Überschusses Platz greifen. Es ist vielmehr nach der sog. einstufig- konkreten Methode direkt vom Bedarf des unterhaltsberecht igten Ehegatten für die Weiterfüh- rung seiner bisherigen Lebenshaltung auszugehen (H AUSHEER /S PYCHER , a.a.O., N 02.61, 02.65, 05.149; BGE 119 II 314 E. 4 b). Einkommen, we lches nicht der Befriedigung dieser Be- dürfnisse dient, verbleibt demjenigen, der es erwirtscha ftet (H AUSHEER /S PYCHER , a.a.O., N 02.65b, 05.173; S IX , a.a.O., N 2.67). Wurde hingegen das gesamte Einkom men effektiv für den Unterhalt der Familie verwendet, gelangt für die Bemessung der Unterhaltsbeiträge auch bei hohem Einkommen der Ehegatten die Methode des Exi stenzminimums mit Überschussbe- teiligung zur Anwendung (BGer 5A_323/2012 vom 8. August 2012 E. 5.1.). Sehr gute finanzielle Verhältnisse sind nicht schon beim Vorliegen eines Fami lieneinkommens in bestimmter Höhe gegeben, sondern erst dann, wenn der gebührende Unte rhalt aller Familienmitglieder gedeckt ist und darüber hinaus noch weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, welche eine Er- sparnisbildung ermöglichen (S CHWENZER , in: FamKomm Scheidung, a.a.O., N 79 zu Art. 125 ZGB; SIX , a.a.O., N 2.68; FamPra.ch 2007, S. 642 f.; H AUSHEER /S PYCHER , a.a.O., N 02.61c). Bei der einstufig-konkreten Methode sind die bisherige n monatlichen Haushaltungskosten und auf dieser Grundlage der Lebensstandard des unterhaltsb erechtigten Ehegatten konkret zu er- mitteln. Anstelle der einzelnen Positionen des famili enrechtlichen Existenzminimums treten da- mit die effektiven Ausgaben des unterhaltsberechtigten Ehegatten (HAUSHEER /S PYCHER , a.a.O., N 02.24, 02.65c; Six, a.a.O., N 2.68). Der Nachweis de r bisher gelebten Lebenshaltung obliegt bei der konkreten Unterhaltsberechnung im Falle sehr gut er wirtschaftlicher Verhältnisse dem Unterhaltsberechtigten, doch trifft den Unterhaltsverp flichteten insofern eine Mitwirkungspflicht, als er eine von ihm geltend gemachte Sparquote nachzu weisen hat (H AUSHEER /S PYCHER , a.a.O, N 02.65c, 05.149, 05.173; BGE 115 II 424 E. 3 ; BGer 5A_732/2007 vom 4. April 2008 E. 2.2). 4. Es steht vorliegend ausser Frage, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien in den Jahren des Zusammenlebens überdurchschnittlich gut war en. So ergibt sich aus den Ak- ten, dass der Ehemann als Geschäftsführer der Automobil -Service Aktiengesellschaft ein mo- natliches Nettoeinkommen von deutlich über CHF 13‘500 .00 erzielte. Seitens der Ehefrau ging die Vorinstanz von einem während dem Zusammenleben e rzielten monatlichen Nettolohn von CHF 5‘847.00 zuzüglich 13. Monatslohn aus. In Anbetracht dessen, dass nach bundesgerichtli- cher Rechtsprechung die einstufige Methode bereits ab e inem Haushaltseinkommen von CHF 10'000.00 und mehr als zulässig erachtet wird (M AIER , Die konkrete Berechnung von Un- terhaltsansprüchen im Familienrecht, FamPra 2014, S. 3 02, unter Verweis auf BGE 137 III 102 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 4.2.1), steht die einstufige Methode bei finanziel len Gegebenheiten wie den vorliegenden eindeutig im Vordergrund. Es mag sein, dass sich die Vorinstanz zur angewandten Methode nur sehr knapp äusserte. Allerdings erhellt aus der Begründung ohne weiteres, dass die Präsidentin vom Bedarf der unterhaltsberechtigten Ehegattin für die Weiterführung ihrer bisherigen Lebens- haltung ausging und somit sinngemäss die einstufig-konkret e Methode zur Anwendung gelang- te. Es wurde zutreffend angenommen, dass die Ehegatten während ihres Zusammenlebens und während der Ehe einen aufwendigen Lebensstil pfl egten und entsprechend ein Mietobjekt bewohnten, welches Wohnkosten von monatlich rund CHF 3 ‘000.00 auslöste. Vor dem Hinter- grund der sehr guten wirtschaftlichen Verhältnisse kön nen die durch das Getrenntleben ent- standenen Mehrkosten fraglos ohne weiteres abgedeckt wer den, so dass die unterhaltsberech- tigte Klägerin Anspruch darauf hat, den bisherige Lebensstandard auf Zusehen hin weiterzufüh- ren. Entgegen der Ansicht des Berufungsklägers ist in vorl iegender Konstellation für die Fest- setzung der Geldbeiträge, die der Ehemann der Ehefrau nach Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes schuldet, die (analoge) Anwendung der Grund sätze des nachehelichen Unterhalts gemäss Art. 125 ZGB nicht einschlägig. Die fragliche R echtsprechung des Bundesgerichts be- schlägt nämlich die Frage der Pflicht zur Aufnahme bzw. Ausdehnung der Erwerbstätigkeit ei- nes Ehegatten während einer voraussichtlich mehrjährigen Trennungszeit, wenn eine Wieder- herstellung des ehelichen Haushaltes nicht zu erwarten ist . Der Berufungskläger irrt, wenn er daraus ableiten wollte, in Anbetracht der kurzen und ki nderlosen Ehe sowie der ununterbroche- nen Erwerbstätigkeit der Ehefrau, hätte diese die heu tige Wohnung nach Aufnahme des Ge- trenntlebens zeitnah verlassen müssen. Selbst wenn nicht mehr mit einer Wiederaufnahme des Zusammenlebens zu rechnen ist, bleibt Art. 163 ZGB die G rundlage für die gegenseitige Unter- haltspflicht der Ehegatten in einem Eheschutzverfahren. Die Überlegungen der Vorinstanz, den Ehemann für einen beschränkten Zeitraum bis zum nächstmö glichen Zeitpunkt für eine ordent- liche Kündigung des Mietverhältnisses per Ende Juli 2016 zu verpflichten, einen Unterhaltsbei- trag in der ungefähren Höhe des hälftigen Mietzinses an die Ehefrau zu leisten, sind überzeu- gend, zumal der Ehefrau damit zu Recht der in der ehe lichen Gemeinschaft zuletzt gelebte Le- bensstandard zugestanden wird. Dass die Parteien übereingekommen wären, dass die Klägerin die Wohnung nach dem Auszug des Ehemannes möglichst bald aufzugeben und ein kosten- günstigeres Domizil zu suchen habe, wurde durch den Ber ufungskläger weder behauptet noch glaubhaft gemacht. Aus dem Nachtrag vom 30. April 2015 zum Mietvertrag ergibt sich vielmehr, dass der Ehemann einer Übertragung des Mietvertrages übe r die eheliche Wohnung an seine Ehefrau und deren Tochter ausdrücklich zustimmte. Er durfte mithin nicht stillschweigend davon ausgehen, dass die Ehefrau ihren Grundbedarf reduzier t und aus der besagten Wohnung aus- zieht. Gesamthaft betrachtet erweist sich der von der Vorinstanz gesprochene Unterhaltsbeitrag für die Ehefrau von CHF 1‘500.00 für die Dauer von zehn Monaten unter Beachtung der konkre- ten Umstände – insbesondere der sehr guten wirtschaftl ichen Verhältnisse der Ehegatten und der Bedürfnisse der Klägerin – als massvoll und den Verhä ltnissen als allemal angemessen, selbst wenn der Entscheid nach Recht und Billigkeit getr offen wurde und nicht das Ergebnis exakter Berechnungen auf genauen Grundlagen darstellt. Im Gesamtergebnis ist die Berufung des Ehemannes daher abzuweisen und der Entscheid der Zivi lkreisgerichtspräsidentin Basel- Landschaft West (Kammer I) vom 29. März 2016 zu bestätigen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten, bestehe nd aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), des Beru fungsverfahrens zu befinden. Massge- bend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestim mungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Berufungsverfahren gelten, da im Gesetz für das Rechtsm ittelverfahren keine speziellen Kostenvorschriften enthalten sind (vgl. S EILER , Die Berufung nach ZPO, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterli egenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten n ach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Im vorliegenden Fall b eantragte der Ehemann mit der Berufung, der vorinstanzlich festgelegte Unterhaltsbeitrag von CH F 1‘500.00 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass gegenseitig kein Unterhalt geschuldet sei. Nach dem Vorstehenden erwie- sen sich die Rügen des Berufungsklägers als unbegründet, w eshalb die von der Vorinstanz festgesetzten Unterhaltsbeiträge nicht zu beanstanden waren. Dies führte zur Abweisung der Berufung. Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Berufungskläger die Gerichtskosten zu tragen, wobei die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. h des Gebührentarifs (SGS 170 .31) auf pauschal CHF 1'400.00 festzuset- zen ist. Darüber hinaus hat der Berufungskläger der Beru fungsbeklagten eine Parteientschädi- gung auszurichten, zumal ein diesbezüglicher Antrag geste llt wurde. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, so dass die entsprechende Parteientschäd igung antragsgemäss von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist (vgl. § 18 Abs. 1 T arifordnung für die Anwältinnen und Anwälte; SGS 178.112). Unter Berücksichtigung der Schwi erigkeit und Bedeutung der Sache sowie der damit verbundenen Verantwortung erscheint e ine Parteientschädigung nach Zeitauf- wand im Umfang von 15 Stunden zu einem mittleren Ans atz von CHF 250.00 als angemessen. Im Weiteren sind geschätzte Auslagen von pauschal CHF 15 0.00 vertretbar. Der Berufungsklä- ger hat der Berufungsbeklagten somit eine Parteientschä digung von CHF 3‘750.00 zuzüglich Auslagen von CHF 150.00 und 8 % MWST von CHF 312.00 zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung des Ehemannes vom 11. April 2016 wird abgewiesen und der Entscheid der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel- Landschaft West (Kammer I) vom 29. März 2016 wird bestätigt. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 1'400.00 wird dem Be rufungskläger auferlegt. 3. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten ein e Parteientschä- digung von CHF 4‘212.00 inklusive Auslagen und MWST zu bezah- len. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Andreas Linder