B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6877/2014 U r t e i l v o m 1 9 . D e z e m b e r 2 0 1 6 Besetzung Richterin Esther Marti (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter François Badoud, Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. Parteien A._______, geboren am (…), Libanon, vertreten durch Raffaella Massara, Rechtsanwältin, Rechts- beratungsstelle für Asylsuchende - Testbetrieb VZ Zürich, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. November 2014 / N (…). E-6877/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer – ein ethnischer Schiite aus B._______ im Li- banon – verliess gemäss eigenen Angaben seinen Heimatstaat (…) über den Seeweg in die Türkei und nach Griechenland. Von dort aus sei er mit dem Lastwagen am 13. Oktober 2013 in die Schweiz gelangt; am gleichen Tag ersuchte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Kreuzlin- gen um Asyl. Das vor Ort ausgehändigte Personalienblatt füllte er unter Angabe einer fremden Identität – mit fremden Namen und (…) Nationalität – aus. Ebenfalls gleichentags wurde ihm mitgeteilt, dass er per Zufallsprin- zip der Testphase des Verfahrenszentrums Zürich (V Z) zugewiesen wor- den sei. Dem Beschwerdeführer wurde die Rechtsberatungsstelle für Asyl- suchende im VZ Zürich als Rechtsvertretung zugewiesen. A.b Ein vom SEM durchgeführter Abgleich mit dem zentralen Visa-Infor- mationssystem (CS-Vis) ergab, dass der Beschwerdeführe r unter seiner richtigen Identität 2013 sowohl in C._______ als auch in der D._______ ein Schengenvis um beantragt hatte ; beide Anträge waren abgewiesen worden. A.c Am 27. Oktober 2014 wurde der Be schwerdeführer im Beisein seiner von der Rechtsberatungsstelle bestimmten Rechtsvertreterin zu seiner Person befragt (BzP; Protokoll in den SEM -Akten: A13). Am 5. Novem- ber 2014 fand – ebenfalls im Beisein seiner Rechtsvertreterin – die Anhö- rung zu seinen Asylgründen statt (vgl. Protokoll in den SEM-Akten: A17). In Bezug auf seine Identität führte der Beschwerdeführer aus, da ihm – nachdem er bei seiner Ankunft im EVZ das Merkblatt gelesen habe – be- wusst geworden sei, dass er auch als libanesischer Staatsa ngehöriger Chancen auf Asyl in der Schweiz habe, habe er sich zur Offenlegung sei- nes richtigen Namens und der richtigen Nationalität entschlossen. Im Rahmen der Anhörung reichte der Beschwerdeführer mehrere Beweis- mittel, unter anderem eine Kopie eines Militärbüchleins vom (…) und eine Bestätigung zur Ausbildung für eine (…) vom (…) zu den Akten (vgl. Be- weiscouvert in den SEM-Akten: A16). B. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, seit (…) der libanesischen Armee angehört zu haben und dort in einer Spezialeinheit zum (...) ausgebildet worden zu sein. (…) E-6877/2014 Seite 3 habe er ein Gesuch um Dienstentlassung gestellt, das nicht bewilligt wor- den sei, weil die Armee in seine Ausbildung viel investiert habe. Die schrift- liche Absage habe er nicht erhalten, vermutlich werde er an einer geheimen Stelle aufbewahrt. Als er 2013 beziehungsweise 2014 in E._______, F._______ und G._______ stationiert worden sei , sei e s vermehrt zu Schwierigkeiten mit der Hisbollah, des sogenannten Islamischen Staates (IS) und der Al-Nusra Front gekommen. So hätten ihn zum einen Hisbollah- Anhänger rekrutieren wollen. Einmal sei er von ihnen angerufen worden; ein anderes Mal habe ihn ein Anhänger der Hisbollah auf offener Strasse angesprochen und ihm gesagt, er solle die Armee verlassen u nd für sie Dienst leisten. Zum anderen seien er und die anderen Soldaten von Ange- hörigen des IS und der Al-Nusra Front bekämpft und bedroht worden. Es sei auf sie geschossen worden und er habe mehrere Anrufe von unbekann- ten Personen beziehungsweise Terroristen erhalten, die ihn mit dem Tod bedroht hätten. Er habe die Vorfälle seinem Vorgesetzten gemeldet, der ihm aber lediglich mitgeteilt habe, dass er nicht der e inzige im Militär sei, der Anrufe erhalte. Auch er selbst erhalte solche Drohungen und sowieso sei die ganze libanesische Armee bedroht. Weiterhelfen habe er ihm nicht können. Da er niemanden habe töten wollen und ständig Angst gehabt habe, selbst getötet zu werden, sei er schliesslich desertiert; er habe den Stützpunkt verlassen, nachdem er dem Vorgesetzten gesagt habe, er habe Bauchweh und suche die Toilette auf. Der Beschwerdeführer gab w eiter an, er habe rund ein halbes Jahr vor seiner Ausreise, als er in H._______ stationiert gewesen sei, eine Bezie- hung mit ein er Frau geführt. Eines Tages sei er mit seiner Partnerin von deren Familienangehörigen im Auto erwischt worden. Die Angehörigen ih- rer Familie – ebenfalls (...) – hätten daraufhin bewaffnet das Haus seines (…) aufgesucht, wo sie den Beschwerdeführer vermutet hätten. Ein Tag später habe ein Versöhnungstreffen zwischen den beiden Vätern stattge- funden, wo die Bedingung formuliert worden sei, dass der Beschwerdefüh- rer die Tochter nicht mehr sehen und sich nicht mehr in ihrem Wohngebiet aufhalten dürfe. Seit dieser Geschichte sei er nicht mehr nach Hause zu- rückgekehrt und habe nicht mehr mit seinem Vater – nur noch mit seiner Mutter und seinem Bruder – gesprochen. Zu seinen Lebensverhältnissen gab der Beschwerdeführer an, während neun Jahren die Schule besucht und bevor er in die Armee eingetreten sei, als (...) gearbeitet zu haben. Gesundheitlich gehe es ihm gut, er leide indes unter Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit. E-6877/2014 Seite 4 C. Am 12. November 2014 wurde der Rechtsvertretung ein Entwurf der vor- liegend angefochtenen Verfügung zur Stellungnahme übergeben. Mit Schreiben vom 13. November 2014 nahm die Rechtsvertreterin des Be- schwerdeführers Stellung. D. Mit Verfügung vom 14. November 2014 stellte das SEM fest, der Be- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge- such ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Wegweisungs- vollzug an. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus , die Vorbringen des Be- schwerdeführers seien entweder unglaubhaft ausgefallen oder nicht asyl- relevant. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. E. Gegen die Verfügung des SEM vom 14. November 2014 liess der Be- schwerdeführer mit Eingabe vom 24. November 2014 beim Bundesverwal- tungsgericht Beschwerde erheben und beantragte, die Verfügung sei auf- zuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzic ht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. Zur Begründung seiner Eingabe brachte der Beschwerdeführer insbeson- dere vor, seine Asylvorbringen seien sehr wohl glaubhaft und nach seiner Desertion würden ihm im Falle einer Rückkehr nach Libanon asylrelevante Nachteile drohen; auf die einzelnen Ausführungen wird, soweit für den Ent- scheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Zusammen mit der Rechtsmitteleingabe reichte der Beschwerdeführer Auszüge eines Berichts der Schweize rischen Flüchtlingshilfe (SFH) , Schnellrecherche Libanon: Desertion, vom 7. November 2014 zu den Ak- ten. E-6877/2014 Seite 5 F. Mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2014 hiess das Bundesverwal- tungsgericht das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses un d forderte die Vorinstanz auf, zur Beschwerde vom 14. November 2014 eine Vernehmlassung ein- zureichen. G. G.a Mit Vernehmlassung vom 11. Dezember 2014 stellte die Vorinstanz mit einer ergänzenden Bemerkung fest, es lägen keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vor, die eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. G.b Zusammen mit seiner Replik vom 12. Januar 2015 reichte der Be- schwerdeführer einen ärztlichen Bericht von med. pract. I._______, Fach- ärztin des (…), vom 9. Dezember 2014 sowie ein Merkblatt für Asylsu- chende und Schutzbedürftige des BFM vom Februar 2014 zu den Akten. Mit Eingabe vom 25. Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer dem Bun- desverwaltungsgericht einen weiteren Arztbericht vom 24. Februar 2015 nach. H. Mit – vorab per Telefax übermittelter – Eingabe vom 14. September 2016 reichte der Beschwerdeführer eine Vorladung vom (…) und ein Gerichtsur- teil vom (…) im Original samt Übersetzung in die deutsche Sprache, ein. I. Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2016 lud das Bundesv erwal- tungsgericht die Vorinstanz zu einem ergänzenden Schriftenwechsel ein. Am 29. September 2016 hielt das SEM an der angefochtenen Verfügung fest und am 4. Oktober 2016 wurde die Vernehmlassung dem Beschwer- deführer zur Kenntnis gebracht. J. Mit Verfügung des SEM vom 23. September 2016 wurde der Beschwerde- führer dem Kanton J._______ zugewiesen. K. Mit Eingabe vom 28. September 2016 beantragte der Beschwerdeführer , es sei ihm die rubrizierte Rechtsanwältin al s amtliche Rechtsb eiständin E-6877/2014 Seite 6 nach Art. 110a AsylG beizuordnen. Gleichzeitig reichte er dem Bundesver- waltungsgericht eine Fürsorgebestätigung sowie eine aktualisierte Kosten- note ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet be treffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Aufgrund der Zuweisung des Beschwerdeführers in die Testphase des Ver- fahrenszentrums in Zürich kommt die Verordnung vom 4. September 2013 über die Durchführung von Testphasen zu den Beschleunigungsmassnah- men im Asylbereich (TestV, SR 142.318.1) zur Anwendung (Art. 112 b Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 1 und Art. 4 Abs. 1 TestV). E-6877/2014 Seite 7 In Bezug auf die vom SEM gestützt auf Art. 27 AsylG i.V.m. Art. 21 und 22 AsylV1 verfügte Kantonszuweisung vom 23. September 2016 ist festzuhal- ten, dass diese praxisgemäss, und entgegen der in der Ei ngabe des Be- schwerdeführers vom 28. September 2016 vertretenen Meinung , nicht gleichbedeutend mit einem Wechsel in das erweiterte Verfahren ist. Da auch sonst aus den Akten nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer dem erweiterte Verfahren zugeteilt worden wäre – vielmehr das SEM grundsätzlich gar nicht befugt ist, während einem hängigem Beschwerde- verfahren einen Wechsel vom Testphasen- ins erweiterte Verfahren anzu- ordnen - bildet die Testphasenverordnung demnach Grundlage für das vor- liegenden Verfahren. Das Asylgesetz findet auf das Asylverfahren im Rah- men von Testphasen Anwendung, sofern die Testphasenverordnung in Be- zug auf die Ausgestaltung des erstinstanzlichen Asylverfahrens und des Wegweisungsverfahrens nichts Abweichendes vorsieht (Art. 112 b Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 7 TestV). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder in einem Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nament- lich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei sen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flücht lings- eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor - bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend für die Glaubhaftmachung ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhal tsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Ver- folgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti- ierte, im Wese ntlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der E-6877/2014 Seite 8 dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat- sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi- nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung . Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, wi- dersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Für die Glaubhaftmachung reicht es insgesamt nicht aus, wenn der Inhalt der Vor- bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we- sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver- haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2013/11 E. 5.1, BVGE 2010/57 E. 2.3 jeweils m.w.H). 5. 5.1 Das SEM führte zur Begründung des abweisenden Asylentscheides im Wesentlichen aus, bezüglich der geltend gemachten Bedrohung seitens der Al-Nusra Front und der Hisbolla h enthielten die Aussagen des Be- schwerdeführers diverse Ungereimtheiten, weshalb sie nicht glaubhaft sei. Insbesondere seien sämtliche Angaben betreffend d ie zeitlichen Abläufe äusserst vage und diffus ausgefallen. So habe der Beschwerdeführer we- der klar angeben können, wie lange er im Laufe der letzten zwölf Monate an den jeweiligen Dien storten stationiert gewesen sei noch wann er be- droht worden sei. Auch habe er sich in Bezug auf die Ortsangaben, wo er sich versteckt gehalten habe, widersprochen. Schliesslich seien die Schil- derungen der Gespräche, welche er mit Vertretern der Al-Nusra Front be- ziehungsweise der Hisbollah geführt habe, oberflächlich, einsilbig und we- nig glaubhaft ausgefallen. In Bezug auf die vorgebrachte Desertion aus dem Militärdienst wies das SEM daraufhin, dass es grundsätzlich einem legitimen Recht eines Staates entspreche, eine Armee zu unterhalten und er im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen berechtigt sei, Massnahmen zu ergreifen, wenn sich eine militärdienstpflichtige Person vor Abschluss einer militärischen Dienstleis- tung oder Erfüllung seiner Dienstpflicht aus der Armee flüchte. Solche Mas- snahmen würden grundsätzlich nicht aus einer der von Art. 3 AsylG ge- schützten Eigenschaften, sondern aus im libanesischen Militärstrafrecht aufgeführten Gründen, erfolgen. Aufgrund der Aktenlage seien sodann keine Hinweise ersichtlich, wonach die Rekrutierung des Beschwerdefüh- rers in diskriminierender Absicht erfolgt sei oder er im Rahmen seines Mi- litärdienstes gezwungen worden sei, völkerrechtswidrige Taten auszufüh- ren. Im Übrigen seien am Wahrheitsgehalt des entsprechenden Vorbrin- gens Vorbehalte anzubringen. So sei es dem Beschwerdeführer zwar ge- lungen glaubhaft zu machen, den libanesischen Streitkräften angehört zu E-6877/2014 Seite 9 haben, die Darstellungen bezüglich seines Gesuches um Dienstbefreiung (…) sowie der Desertion (…) seien indes wenig anschaulich und ohne Re- alzeichen in der Erzählweise ausgefallen. Auch sei darauf hinzuweisen, dass in Libanon keine Dienstpflicht herrsche, der Beschwerdeführer als Berufssoldat demnach freiwillig Militärdienst geleistet habe und ihm jeder- zeit die Möglichkeit frei gestanden habe, seinen Dienst ordentlich zu quit- tieren. Darüber hinaus habe er die Desertion im Rahmen der Erstbefragung nicht erwähnt. Was schliesslich die geltend gemachten Probleme mit den Familienange- hörigen seiner Partnerin betreffe, sei davon auszugehen, dass die heimat- lichen Behörden dem Beschwerdeführer adäquaten Schutz gewähren wür- den, so dass die vorgebrachten Übergriffe nicht asylrelevant seien. 5.2 Der Beschwerdeführer hielt dem in Rahmen seiner Rechtsmittelein- gabe vom 24. November 2014 entgegen, die Gründe, weshalb die Vo- rinstanz seine Aussagen in Bezug auf die Übergriffe dur ch die Hisbollah beziehungsweise die Al-Nusra Front bezweifle, seien nicht nachvollzieh- bar. Seine Schilderungen seien sehr wohl anschaulich ausgefallen; hinzu- komme, dass er als Schiite und mit seiner Spezialausbildung ein objektiv betrachtet interessantes Rekrutierungsziel gewesen sei. Sodann sei seit längerem bekannt, dass Rebellen gezielt Druck auf libanesische Soldaten ausüben würden. Was die Desertion angehe, erstaune es, dass die Vorinstanz es unterlas- sen habe, sich näher mit den entsprechenden Aussagen auseinanderzu- setzen, sei dies doch ein wesentliches Vorbringen und seine diesbezügli- chen Ausführungen eb enfalls anschaulich und realitä tsnah ausgefallen. Nach dem Massstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei es gelun- gen, glaubhaft zu machen, dass er den libanesischen Streitkräften ange- hört habe und von diesen geflüchtet sei. Dem Beschwerdeführer deshalb im Fall einer Rückkehr noch am Flughafen verhaftet und zu einer Freiheits- strafe von bis zu zehn Jahren verurteilt zu werden , zumal in Libanon von einer kriegsähnlichen Situation auszugehen sei. Der ins Recht gelegte Be- richt der SFH belege sodann, dass dem Beschwerdeführer in der Haft be- ziehungsweise beim Vollzug der Strafmassnahme ein hohes Mass an Bru- talität sowie die Menschenwürde verletzende Zustände droh ten. Die Be- strafung von Deserteuren im Libanon sei als unverhältnismässig streng zu bezeichnen. E-6877/2014 Seite 10 Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer dem Bun- desverwaltungsgericht mit Eingabe vom 14. September 2016 eine Vorla- dung des (…) vom (…) sowie ein Gerichtsurteil desselben (…) vom (…) ein. In Bezug auf das letzte Dokument ist der beigelegten Übersetzung zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei wegen „ (…)“ „(…)“ zu „(…)“ verur- teilt worden. 5.3 In Bezug auf die nachträglich eingereichten Beweismittel stellte das SEM im Rahmen der ergänzenden Vernehmlassung vom 29. Septem- ber 2016 fest, solche könnten im Libanon ohne weiteres unrechtmässig er- worben werden, weshalb ihr Beweiswert als äussert gering einzustufen sei. Da es dem Beschwerdeführer weder gelungen sei, eine Verfolgung seitens der vorgängig genannten Akteure noch eine Desertion aus dem libanesi- schen Militärdienst glaubhaft zu machen, könne auf eine eingehende Wür- digung der Dokumente verzichtet werden. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach zum Schluss, dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat. 6.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz nicht bestritten hat, dass der Beschwerdeführer Soldat der libanesischen Armee war. Auch das Bun- desverwaltungsgericht sieht keinen Grund, daran zu zweifeln . Was sein Vorbringen betrifft, er sei während seiner Dienstzeit – insbesondere bei sei- ner Stationierung in F._______ sowie zuletzt in G._______ – von Angehö- rigen des IS und der Al-Nusra Front bedroht worden, so hat das SEM je- doch zu Recht Zweifel an den entsprechenden Aussagen geäussert. Ins- besondere trifft es zu, dass die Schilderungen der Gespräche, welche der Beschwerdeführer mit den Vertretern der Al-Nusra Front beziehungsweise der Hisbollah geführt haben will, oberflächlich ausgefallen sind. Unabhängig von der Glaubhaftigkeit d er entsprechenden Vorbringen ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer dargestellten Telefonanrufe sowie die angebliche Auseinandersetzung auf der Strasse mit einem His- bollah-Vertreter nicht die notwendige Intensität aufweisen, um in flücht- lingsrechtlicher Hinsicht relevant zu sein. Darüber hinaus gab der Be- schwerdeführer an, dass die Drohungen nicht nur ihn betroffen hätten, son- dern auch andere Soldaten und Offiziere Anrufe bekommen hätten (A17 F70, 75, 95) beziehungsweise die ganze libanesische Armee bedroht sei (A17 F95). Von einer, gezielt auf den Beschwerdeführer gerichteten, poli- tisch oder religiös motivierten Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG ist unter E-6877/2014 Seite 11 diesen Umständen nicht auszugehen . Da sselbe gilt für das nicht weiter substantiierten Vorbringen, „sie“ seien von Heckenschützen angeschossen worden (A17 F90). 6.3 In Bezug auf die vorgebrachte Desertion des Beschwerdeführers aus dem Militärdienst erweisen sich die entsprechenden Ausführungen der Vo- rinstanz in Bezug auf die fehlende Asylrelevanz als zutreffend und es kann vollumfänglich auf sie verwiesen werden. Auch sind die vom SEM darge- legten Vorbehalte an der Glaubhaftigkeit des entsprechenden Vorbringens berechtigt. Insbesondere hat das SEM hat zu Recht darauf hingewiesen, dass im Libanon – seit 2007 – keine Wehrpflicht mehr besteht, wobei der Beschwerdeführer selbst angegeben hatte, den Militärdienst im (…) freiwil- lig angetreten und Sold erhalten zu haben sowie darauf hinwies, es sei grundsätzlich möglich, diesen auf Antrag hin wieder zu verlassen (A17 F32, 36). Er selbst habe (…) ein Entlassungsgesuch gestellt, dieses sei indes abgelehnt worden, da das Militär aufgrund seiner Spezialausbildung viel Geld in ihn investiert habe (A17 F 36). Die Ausführungen des Beschwerde- führers zur Ablehnung seines Dienstentlassungsgesuchs vermögen insge- samt nicht zu überzeugen. So konnte der Beschwerdeführer die Frage, was die Bedingungen für eine Entlassung gewesen seien beziehungs- weise wie lange er bis zur Entlassung noch hätte dienen müssen, nicht substantiiert beantworten (A17 F 37 ff.). Auch die Aussagen in Bezug auf die Frage, ob er die Ablehnung schriftlich erhalten habe , und wo sich das entsprechende Schreiben befinde – nämlich er wisse nicht, wo der Brief sei, er vermute an einer geheimen Stelle, jedenfalls habe er keine Papiere mit nach Hause nehmen dürfen (A17 F 40 ff.) – fallen oberflächlich aus . Das SEM hat entsprechend zu Recht ausgeführt, dass am Wahrheitsgehalt des dargestellten erfolglosen Dienstentlassungsgesuchs Zweifel bestehen (Verfügung vom 14. November 2014 S. 4; Vernehmlassung vom 29. Sep- tember 2016, S. 2). Auch was die Desertion selbst betrifft, vermag der Beschwerdeführer diese nicht realitätsnah darzulegen. Zum einen machte der Beschwerdeführer widersprüchliche Angaben zum Motiv seiner Desertation, wenn er einer- seits ausführte, er habe sich freiwillig zum (...) ausbilden lassen, und ande- rerseits angab, er habe nicht den Mut gehabt, jemanden zu töten (A17 F 70). Zum anderen entspricht die Umschreibung, er sei „nicht sehr lange“ beziehungsweise „keinen Monat“ beziehungsweise „rund fünf Tage“ nach- dem er in G._______ stationiert worden se i, vom Militärstützpunkt zum „Zentrum“ gegangen, habe dort seine Waffe und seine Uniform abgelegt und seinem Vorgesetzten gesagt, er wolle auf die Toilette gehen, da er E-6877/2014 Seite 12 Bauchschmerzen habe (A17 F 110 ff.), nicht der Schilderung einer tatsäch- lich erlebten Flucht aus dem Militär . Insgesamt ist festzustellen, dass es den Aussagen in Bezug auf die unmittelbaren Fluchtumstände an Real- kennzeichen fehlt (vgl. insb. A17 F 115 f.). Unter diesen Umständen gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, die vor- gebrachte Dese rtion glaubhaft zu machen , wobei die Einwände in der Rechtsmitteleingabe vom 24. November 2014 an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen. Auch die mittels Eingabe vom 14. Septem- ber 2016 eingereichten Beweismittel führen nicht zu einer anderen Ein- schätzung. So ist insbesondere nicht nachvollziehbar, weshalb die Doku- mente, die vom (…) und (…) datieren, dem Bundesverwaltungsgericht erst mehr als (…) nach deren Entstehung zur Kenntnis gebracht wurden, zumal die Ausführung, sein Vater habe die Dokumente einem libanesischen Freund übergeben, der sie in die Schweiz gebracht habe und eine Zustel- lung über die Post sei aufgrund der Kontrollen nicht in Frage gekommen (Begleitbrief vom 14. September 2016), di e erhebliche Verspätung nicht erklärt. Damit erübrigt es sich näher auf allfällige Fälschungsmerkmale be- treffend die Dokumente einzugehen, wobei immerhin auffällt, dass die Stempel auf dem Gerichtsurteil keine Nasstempel sind. 6.4 In Bezug auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei rund ein halbes Jahr vor seiner Ausreise von Familienangehörigen seiner damali- gen Partnerin bedroht worden, stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass er diesbezüglich ebenso ausführte, dass es wenige Tage später – da sich die Eltern gut gekannt hätten – zu einer Einigung beziehungsweise Versöhnung gekommen sei (vgl. A17 F 142 f.). Nachgehende Übergriffe machte der Beschwerdeführer nicht geltend, womit weder ein sachlicher oder kausaler Zusammenhang zur Ausreise besteht noch ersichtlich ist, in- wiefern ihm durch das Ereignis im Falle einer Rückkehr nach Libanon flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile drohen könnten. Darüber hinaus hat das SEM zutr effend darauf hingewiesen, dass den Akten keine Hin- weise zu entnehmen seien, dass die heimatlichen Behörden dem Be- schwerdeführer keinen adäquaten Schutz gewähren würden, zumal er ei- nen solchen erst gar nicht versucht habe, in Anspruch zu nehmen. 6.5 Der vollständigkeitshalber ist darauf hinzuweisen, dass das SEM zu Recht folgerte, dass aufgrund der Tat sache, dass der Beschwerdeführer sein Asylgesuch zunächst unter falscher Identität eingereicht hatte, bereits erste Zweifel an seiner Schutzbedürftigkeit bestehen würden. Insbeson-E-6877/2014 Seite 13 dere ist nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer in di esem Zusam- menhang ein Rechtsnachteil erwachsen wäre, sodass die diesbezüglichen Einwände des Beschwerdeführers ins Leere stossen. 6.6 Zusammenfassend ist das SEM zu Recht zum Schluss gelangt, im Fall des Beschwerdeführers liege keine begründete Furcht vor Verfolgung vor. Das SEM hat seine Flüchtlingseigenschaft demzufolge zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordne t (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufig e Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. E-6877/2014 Seite 14 ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied- rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschli cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr - dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Li- banon ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akt en Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus - schaffung in den Heimat- beziehungsweise Herkunftsstaat dort mit beacht- licher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbote- nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste er eine konkrete Ge- fahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall ei- ner Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kam- mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihm vorliegend nicht, zu- mal die vorgebrachte Desertion als unglaub haft einzuschätzen ist (vgl. E. 5.3.3). Auch die allgemeine Me nschenrechtssituation im Libanon lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt schliesslich nicht landesweit als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. E-6877/2014 Seite 15 Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass die allgemeine Lage im Libanon nicht landesweit durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situ- ation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet ist, aufgrund derer die Zivilbevöl- kerung als konkret gefährdet bezeichnet werden müsste. Der Vollzug der Wegweisung ist unter diesen Umständen nicht generell als unzumutbar zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer macht gar nicht Wegweisungsvollzugshinder nisse geltend, solche sind denn auch aus den Akten nicht ersichtlich, zumal er sowohl in B._______ als auch in H._______ über ein Beziehungsnetz ver- fügt und seine gesundheitlichen Beschwerden – die Knie- und Rückenbe- schwerden sowie die Schlaflosigkeit – offensichtlich nichts an der Zumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs zu ändern vermögen. 8.4 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweis ungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 9. Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung rechtmässig und, soweit überprüfbar, angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Bun- desverwaltungsgericht das Gesuch des Beschwerdeführers um Erlass der Verfahrenskosten mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2014 gutge- heissen hat und nicht von einer Veränderung in seinen finanziellen Verhält- nissen auszugehen ist, sind keine Kosten zu erheben. 10.2 Mit Eingabe vom 28. September 2016 hat der Beschwerdeführer sodann um Beiordnung der rubrizierten Rechtsanwältin als rechtliche Beiständin gemäss Art. 110a AsylG ersucht. Zur Begründung des Gesuchs brachte er vor, mit dem Zuweisungsentscheid vom 4. März 2015 [recte: die Zuweisungsverfügung des SEM datiert vom 23. September 2016] in den E-6877/2014 Seite 16 Kanton, sei er dem erweiterten Verfahren zugeteilt worden. Gemäss Art. 25 Abs. 3 i.V.m. Art. 28 Abs. 2 TestV seien die Auwände der Rechtsvertretung nach der Zuweisung in das erweiterte Verfahren nicht mehr durch die für das beschleunigte Verfahren vorgesehene Fallpauschale entschädigt. Wie unter E. 3 bereits ausgeführt, geht das Bundesverwaltungsgericht da- von aus, dass die Zuweisung in den Kan ton nicht gleichbedeutend mit ei- nem Wechsel ins erweiterte Verfahren ist. Aus den Akten ergibt sich auch sonst nicht, dass der Beschwerdeführer ins erweiterte Verfahren zugewie- sen worden wäre. Da im Testphasenverfahren für das Beschwerdeverfah- ren keine zwingende Befristung vorgesehen ist, ist sodann davon auszu- gehen, dass Beschwerdeführende, welche während des erstinstanzlichen Verfahrens dem Testphasenverfahren zugewiesen wurden, während des Beschwerdeverfahrens in diesem Verfahren verbleiben, unabhängig da- von, wie lange das Beschwerdeverfahren dauert. Entsprechend sind die Kosten der Rechtsvertretung im Beschwerdeverfahren unabhängig von der Dauer desselben durch die pauschale Entschädigung gemäss Art. 28 TestV abgedeckt. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung nach Art. 110 a AsylG ist nach dem Gesagten abzuweisen. (Dispositiv nächste Seite) E-6877/2014 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 110 a AsylG wird abgewiesen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Esther Marti Sibylle Dischler