Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. August 2012 (720 11 171) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D ieter Gysin, Advokat, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene A.____ reiste im Jahr 2004 in di e Schweiz ein. Vom 16. August 2004 bis 31. Januar 2005 arbeitete er als Maschinist beim B.____ in W.____. Am 21. November 2006 meldete er sich unter Hinweis auf ein Schleudertr auma, ein chronisches Zervikalsyndrom und eine Depression bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen V erhältnisse lehnte die IV-Stelle am 22. März 2011 nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren einen Rentenanspruch des Versi- cherten ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Mathis Hafner, am 6. Mai 2011 fristgerecht Beschwerde ans Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht. Darin beantragte er, es sei der Einspracheentscheid (recte: Verfügung) vom 22. März 2011 auf- zuheben und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Even- tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor instanz zurückzuweisen; unter o/e Kosten- folge. Im Fall des Unterliegens sei dem Beschwerdeführe r die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. In der Begründung beanstandete er aufgru nd der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Versicherungsträgern die Unabhängigkeit der Gutachte r der C.____. Zudem sei das Gut- achten der C.____ vom 2. März 2010, auf welchem sich die IV-Stelle in der angefochtenen Ver- fügung stütze, inhaltlich weder schlüssig noch nachvollziehb ar. Es enthalte zahlreiche Wider- sprüche, Ungenauigkeiten und sonstige Ungereimtheiten. Ausserdem bestehe zu den Beurtei- lungen der behandelnden Ärzteschaft eine grosse Diskrep anz, so dass auf das Gutachten der C.____ nicht abgestellt werden könne. C. Mit Verfügung vom 9. Juli 2011 bewilligte das Kan tonsgericht dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. D. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Juli 2011 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 27. Oktober 2011 beschloss das Kantonsgericht, den Fall auszustellen, da die medizinische Aktenlage nicht ausr eiche, den psychiatrischen Gesund- heitszustand des Versicherten rechtsgenüglich beurteilen zu können. Es bestimmte, dass Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachterauftrag zu erteilen sei. Der Versicherte erklärte sich am 5. Dezember 2011 mit der Begutachtung durch Dr. D.____ einverstanden. Die IV-Stelle verzichtete auf eine Stellungnahme. F. Dr. D.____ stellte ihr Gutachten am 13. März 2012 dem Gericht zu. Der Versicherte be- antragte, nun vertreten durch Advokat Dieter Gysin, in seiner Stellungnahme vom 25. April 2011, das Gutachten von Dr. D.____ vom 13. März 2012 s ei aus dem Recht zu weisen. Es sei bei einer mit der Sache nicht vorbefassten Fachstelle ei n fachärztliches Obergutachten zur Be- urteilung der psychiatrischen Diagnosen und deren Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers in Auftrag zu geben. Eventualiter sei be i Abweisung der gestellten Anträge dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, Dr. D.____ schriftlich Ergänzungsfragen zu stel- len und sie sei zur weiteren Erläuterung und Ergänzung ihres Fachgutachtens anzuhalten. Da- zu legte er ein Schreiben von Prof. Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. April 2012 sowie eine Stellungnahme von Dr. med. F.___, FMH Innere Medizin, vom 23. April 2012 bei. Die IV-Stelle hielt mit Eingabe vom 25. April 2012 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob der Ver sicherte Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 1.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 1. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht e und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigke it sind Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliess- lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Er- werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 1.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 2. Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 2.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER-BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 2.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Bei der Beurteilung der Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang bei einer versicher- ten Person eine Arbeitsunfähigkeit besteht beziehungswe ise wie die verbleibende Arbeitsfähig- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit verwertet werden kann, sind die Gerichte regelmässig auf entsprechende fachärztliche Ein- schätzungen und Stellungnahmen angewiesen. Widersprechen sich medizinische Berichte, darf das Gericht den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nich t auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitig en Untersuchungen beruht, auch die ge- klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini- schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung en der Expertin oder des Experten be- gründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zw ingende Gründe" von den Ein- schätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufg abe es ist, seine Fachkennt- nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um e inen bestimmten Sachverhalt medizi- nisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn e in vom Gericht eingeholtes Ober- gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolg erungen gelangt. Abweichende Beur- teilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensät zliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, d ie Schlüssigkeit des Gerichtsgutach- tens in Frage zu stellen, sei es, dass er die Überprüfung durch einen Oberexperten für ange- zeigt hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Ergeb nis des Gerichtsgutachtens abwei- chende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinweisen). 3.1. Im Beschluss vom 27. Oktober 2011 hielt das Kanton sgericht fest, dass gestützt auf das nachvollziehbare und schlüssige Fachgutachten von Dr. me d. G.____, FMH Neurologie, vom 2. Februar 2010 aus neurologischer Sicht keine Einsch ränkungen der Arbeitsfähigkeit be- ständen. Diese Beurteilung wird von den Parteien im vo rliegenden Verfahren nicht bestritten, weshalb in somatischer Hinsicht auf das Fachgutachten von Dr . G.____ abzustellen ist. Unei- nigkeit besteht dagegen bezüglich der Auswirkungen der psych ischen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. In Bezug auf d en psychischen Gesundheitszustand ist von folgendem medizinischen Sachverhalt auszugehen: 3.2 In den Akten liegt eine Bagatell-Unfallmeldung vom 21. Oktober 2004 bzw. 1. März 2005 vor, wonach sich der Versicherte am 22. August 2004 in ein er Telefonkabine mit einer Kanüle einer süchtigen Person in den Finger gestochen habe. Di e Erstbehandlung erfolgte im H.____. Der behandelnde Arzt stellte eine kleine leicht blutend e Stichverletzung am rechten Mittelfinger fest (vgl. Arztzeugnis UVG vom 4. Mai 2005). Die Blutunt ersuchungen in Bezug auf HIV, Hepa- titis B und C fielen negativ aus. Dem Bericht des Hausarztes Dr. F.____ vom 9. Dezember 2006 zufolge habe sich der Versicherte am 22. August 2004 beim Joggen mit einer herumliegenden Nadel in den Finger gestochen. Diese Verletzung habe zu grossen Ängsten, Schlaflosigkeit, Nervosität, Herzklopfen, Schweissausbrüchen, Müdigkeit, Lust losigkeit, Potenzstörungen und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht starke Gespanntheit geführt. Daraus habe sich eine depr essive Verstimmung entwickelt (vgl. auch Bericht vom 10. Juni 2006). Aufgrund der zunehmen d psychischen und psychosomati- schen Beschwerden überwiesen die behandelnden Ärzte der Abteilung für Infektiologie des H.____ den Versicherten an die I.____. Im Bericht der I.____ vom 2. Februar 2005 wurde eine mittelgradige depressive Episode mit Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung als Diagnose und als Differentialdiagnose eine Anpassungsstöru ng mit Angst und depressiver Re- aktion aufgeführt (vgl. auch Bericht der I.____ vom 3 0. März 2005). Da es im Laufe der ambu- lanten Behandlung in den I.____ zu keiner Besserung kam, veranlasste diese einen stationären Aufenthalt in der J.____, wo sich der Versicherte vom 26. April 2005 bis 5. Juli 2005 aufhielt (vgl. Therapieverlaufs- und Abschlussbericht vom 22. Aug ust 2008). Gemäss Austrittsbericht der J.____ vom 16. August 2005 sei der Auslöser der psyc hischen Krise das am 16. August 2004 erfolgte Stechen mit zwei Spritzen in einer Tel efonkabine gewesen. Als Diagnosen wurde eine posttraumatische Belastungsstörung mit depressiver Symptomatik und "deutlich überwerti- gen Ideen" festgehalten. Vom 24. August 2005 bis 1. Ma i 2006 stand der Versicherte in der K.____ in X.____ in ambulanter Behandlung. Im Abschl ussbericht vom 4. Mai 2006 hielt Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, als Diag nosen Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände und eine atypische famil iäre Situation fest. Sie wies darauf hin, dass das Ausmass und die Intensität der angegebenen B eschwerden zum grossen Teil nicht nachvollziehbar und erklärbar seien. Es stelle sich di e Frage der Medikamentencomplian- ce, weshalb sie einen stationären Aufenthalt vorgeschlagen habe, dieser jedoch vom Versicher- ten abgelehnt worden sei. 3.3 Seit dem 16. Mai 2006 ist der Versicherte mit ei ner Kadenz von 3 - 4 Wochen in Be- handlung bei Prof. E.____. Dieser führte in seinem B ericht vom 6. März 2007 aus, dass der Versicherte seit dem Nadelstich beim Joggen an grossen Än gsten mit Schweissausbrüchen, Schlaflosigkeit und Potenzstörungen leide. Der Versichert e meine, dass seine Ehefrau, die ihn inzwischen verlassen habe, ihn umbringen wolle. In Übere instimmung mit der J.____ stellte er aufgrund der Verfolgungs- und Wahnideen des Versicherte n die Diagnose einer schizodepres- siven Störung. Am 3. November 2008 berichtete Prof. E.____, dass der Versicherte sehr ängst- lich sei. Er habe weite Pupillen, klage über innere St immen und wähne sich von Männern ver- folgt, die seine Frau mit seiner Ermordung beauftragt habe. Er vermöge deswegen kaum mehr zu schlafen und wage sich nicht alleine auf die Strasse. Ge mäss Prof. E.____ leide der Versi- cherte an einer schweren Depression mit psychotischen Symptome n. Der Versicherte sei psy- chisch schwer krank. Durch seine Vereinsamung werde er noch m ehr in seine Ängste getrie- ben. Sollte er aus der Schweiz ausreisen müssen, sei Suizid nicht auszuschliessen. 3.4 Im Auftrag des Amtes für Migration Baselland äussert e sich Dr. phil. M.____, diplomierter Psychologe, im Juni 2008 über den psychischen Gesundheitszustand des Versicherten. Er bes- tätigte die von Prof. E.____ gestellte Diagnose einer schweren Depression mit psychotischen Symptomen. Der Versicherte sei sichtlich verängstigt und h abe mit seinen Verfolgungsideen zu kämpfen. Er sei durch die Schlafstörungen mit Aufschrecke n in der Nacht stark beeinträchtigt. Zudem lebe er sozial ziemlich isoliert. Kollegen würden ihn gelegentlich mit Lebensmitteln ver- sorgen und ihn zu den Gesprächsterminen bei Prof. E.____ begleiten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5.1 Die IV-Stelle beauftragte die C.____ mit der Begutachtung des Versicherten. Ge- mäss Gutachten vom 2. Februar 2010 konnten die Experten der C.____ aufgrund einer psychi- atrischen, neurologischen und allgemein-internistischen Un tersuchung keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen. In der p sychiatrischen Beurteilung wies Dr. med. N.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, darauf hin, dass der Versicherte auffallend über eine gute Realitätsorientierung verfüge und ein adäq uates Auftreten und Verhalten aufweise, was aber nicht zu einer Störung schizophrenen Ursprungs pass e. Das Denken sei keineswegs zerfahren und eine wirklich psychotische Episode habe von ni emandem beobachtet werden können. Die Symptome beruhten auf subjektiven anamnesti schen Angaben des Versicherten. Eine an Schizophrenie erkrankte Person würde Halluzinationen nicht ertragen können, verzwei- feln und dekompensieren. Das Vorliegen einer Störung psychotischen Ursprungs könne des- halb nicht bestätigt werden. Eine depressive Störung sei zu verneinen, da ein niedergedrückter Affekt, eine vitale Traurigkeit oder eine Antriebsstöru ng nicht feststellbar seien. Es fehlten An- haltspunkte für eine objektivierbare Suizidalität. Eine r schwer depressiven Person sei es auch nicht möglich, selbstständig zu leben und den Haushalt w eitgehend selbst zu erledigen, wie es der Versicherte tue. Lediglich die vom Versicherten gesch ilderte Angst sei nachvollziehbar, weshalb er eine generalisierte Angststörung mit Pseudoh alluzinationen diagnostizierte. Da je- doch viele Ungereimtheiten vorlägen, würde diese Störung zu den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugeordnet werden. In der Gesamtkonklusion wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert. 3.5.2 In seiner Stellungnahme vom 29. April 2010 füh rte Prof. E.____ aus, dass er den Schlussfolgerungen und der Diagnosen der Gutachter der C.____ nicht folgen könne. Bereits die behandelnden Ärzte der J.____ hätten in ihrer Dia gnosestellung "überwertige Ideen" fest- gehalten. Entgegen der Ansicht der Experten der C.___ _ könne aus den Angaben des Versi- cherten über seine Medikamenteneinnahme nichts zu dessen Ungunsten abgeleitet werden. Es komme oft vor, dass an Schizophrenie erkrankte Leute Med ikamente nicht einnehmen würden. Dass seine Sinnestäuschungen Pseudohalluzinationen darstell en sollten, sei eine gewagte Aussage, zumal schizophrene Personen nicht selten gefährl iche Szenen halluzinierten. Sein autistisches Leben sei typisch für das Krankheitsbild. Er halte daran fest, dass der Versicherte psychisch schwer krank sei. Die chronifizierte schizodepressive Psych ose führe zu einem man- gelnden Realitätsbezug. Der Versicherte sei deshalb nicht mehr arbeitsfähig. Dieser Beurteilung schloss sich Dr. F.____ mit Bericht vom 2. Mai 2010 und 23. August 2010 an. 3.5.5 Dr. med. O.____, FMH Hämatologie und Allgemei ne Innere Medizin, Regionaler ärztli- cher Dienst (RAD), stellte in seiner Beurteilung vom 12. Juli 2010 unter Hinweis auf die psychi- atrische Stellungnahme von pract. med. P.____, Facharzt f ür Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass aufgrund der medizinischen Dokumentation nicht von einer schizophrenen Störung ausgegangen werden könne. Vielmehr liege eine reakti ve psychische Störung vor, welche - wenn überhaupt - höchstens zu einer Teilarbeitsunfähi gkeit führen könne. Da eine Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit durch objektive Störungen d es Gesundheitszustandes zu begründen sei, reichten dafür die weitgehend auf den subjektiven Angaben des Versicherten beruhenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte nicht aus. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5.6 Mit Schreiben vom 2. August 2010 kritisierte Prof . E.____ die Beurteilungen des RAD und der Experten der C.____. Er hielt daran fest, da ss die Begründung der Gutachter der C.____, weshalb der Versicherten nicht an einer schizoph renen Erkrankung leide, sehr gewagt sei und vorliegend nicht zutreffen würde. Zudem widerlegte er in mehreren Punkten die Ausfüh- rungen des Facharztes pract. med. P.____. Dazu nahm pr act. med. P.____ am 11. Oktober 2010 Stellung und hielt an seinen bisherigen Ausführ ungen in seiner Stellungnahme vom 12. Juli 2010 fest. 3.6.1 Da aufgrund der Akten eine abschliessende Beurte ilung des medizinischen Sach- verhalts nicht möglich war, beauftragte das Kantonsge richt Dr. D.____ mit der Begutachtung des Versicherten. Dr. D.____ konnte in ihrem psychiatrisc hen Fachgutachten vom 13. März 2012 keine psychiatrische Erkrankung diagnostizieren. In i hrem psychopathologischen Befund hielt sie fest, dass der Versicherte bewusstseinsklar und die Orientierung intakt gewesen sei. Psychomotorisch sei er ruhig. Er berichte freundlich und o hne Zeichen von Ängstlichkeit oder Misstrauen. Der Gedankengang sei klar und formell unau ffällig, insbesondere nicht verlang- samt, sprunghaft, assoziativ gelockert oder zerfahren. Es h abe ihm keine ersichtlichen Schwie- rigkeiten bereitet, während insgesamt vier Stunden ruh ig auf dem Stuhl zu sitzen. Zu Beginn der Untersuchung habe er sich hilflos gezeigt. Während der Schilderung der Schmerzen habe er eine schmerzverzerrte Miene gehabt und seine Ausdru cksweise sei weinerlich gewesen. Inhaltlich sei eine deutliche Einengung auf eine ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung festzustellen. Er gebe verschiedene Ängste an, ohne dass dabei eine dazu passende Ängst- lichkeit oder emotionale Beteiligung habe beobachtet werden können. Kognitiv ergebe sich kein Hinweis auf signifikante Defizite. Er sei in der Lage, se ine biografische Anamnese chronolo- gisch geordnet zu berichten sowie seine zahlreichen Medikam ente einschliesslich Indikationen auswendig aufzulisten. Er erinnere sich an sämtliche Name n der behandelnden Ärzte. Im Ge- gensatz dazu gebe er punktuelle Wissenslücken und/oder Nich tverstehen an. Gegen Ende der vierstündigen Exploration habe sich keine nachlassende Au fmerksamkeit feststellen lassen. Hinweise auf das Vorliegen von psychotischen Symptomen wie Wahninhalte, Wahrnehmungs- oder Ich-Störungen lägen keine vor. Während der Unters uchung habe er angegeben, dass er Stimmen höre und einen schwarzen Mann sehe. Eine Negat ivsymptomatik wie eine Antriebs- minderung oder affektive Verflachung sei nicht zu beob achten. Affektiv sei er ausgeglichen mit leicht eingeengter Schwingungsfähigkeit. Die Mimik sei lebhaft. Gegenwärtige Suizidgedanken würden verneint. In der diagnostischen Begründung wies Dr. D.____ auf die zahlreichen Wider- sprüche und Unstimmigkeiten hin. So habe der in sämtlich en versicherungsrechtlichen Angele- genheiten gut informierte Versicherte zuerst nicht gewu sst, ob er mehr als einmal verheiratet gewesen sei. Erst auf Konfrontation mit entsprechenden Dokumenten habe er eine zweite Hei- rat eingeräumt. In Bezug auf die Umstände der Aufgabe des eigenen Restaurationsbetriebes in Y.____ habe er unstimmige Angaben gemacht. Einmal sei er hoch verschuldet gewesen, weil seine Landsleute ihn "reingelegt" hätten. Dann habe ihm die Konzessionsinhaberin, mit welcher er verheiratet gewesen sei, Schwierigkeiten bereitet. Zum Schluss sei er sich nicht sicher ge- wesen, ob er Schulden in Y.____ habe. Des Weiteren sa ge er, dass er vor dem Unfall mit einer Injektionsnadel eine "gute Arbeit bei einer guten Fi rma" gehabt habe. Wenig später sei der Auf- traggeber ein "schlimmer Mensch" gewesen. Bezüglich des Her gangs der Stichverletzung mit der Nadel gebe es verschiedene Versionen. Einmal sei er beim Joggen mit einer herumliegen- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Nadel in Kontakt gekommen, einmal habe er sich in einer Telefonzelle bei der Herausnah- me des Wechselgeldes durch zwei Spritzenkanülen verletzt. Dr. D.____ listete weitere Wider- sprüche auf wie z.B. in Bezug auf den Autokauf im März 2 006, der Begleitumstände des Auf- fahrunfalls vom 10. März 2006 und die Unterhaltszahlung en für seine beiden Kinder in Z.____. Ausserdem falle auf, dass sich der Versicherte bei der U ntersuchung darüber beklage, seit fünf oder sechs Jahren oder noch länger nicht mehr in seiner Heimat bei seiner Mutter gewesen zu sein. In den medizinischen Akten sei dagegen zu lesen, dass der Versicherte im September 2009 kurzfristig nach Z.____ habe reisen müssen. Zu diese m Zeitpunkt habe der behandelnde Psychiater den Versicherten jedoch als einen schwer kranken bzw. schwer depressiven, von mannigfaltigen Ängsten geplagten Mann ohne Realitätsbezug beschrieben, welcher sich infolge seiner Schmerzen kaum bewegen, nicht lange sitzen oder g ehen könne. Die Fülle dieser Inko- härenzen und das ausgeprägte selbstlimitierende Verhalte n des Versicherten seien nicht durch eine psychiatrische Störung erklärbar. Die unterschiedlich en Beschwerdekomplexe wie frühere Nachhallerinnerungen, Ängste, depressive Symptome, Schm erzen, Schwindel, angebliches Stimmenhören und optische Halluzinationen könnten nicht unter einer einzigen psychiatrischen Diagnose subsumiert werden. Das Vorkommen von solchen z ahlreichen Symptomen aus ganz unterschiedlichen Krankheitsentitäten sei äusserst ungewöhnlich und auch durch eine mögliche mehrfache psychiatrische Komorbidität nicht zu erklären. Aufgrund der zahlreichen Widersprü- che müssten vielmehr die Angaben des Versicherten in Frage gestellt werden. Es könne des- halb bei der diagnostischen Beurteilung und derjenigen der Arbeitsfähigkeit nicht auf die subjek- tiven Angaben des Versicherten abgestellt werden. Objek tivierbare Beeinträchtigungen lägen nicht vor. In der Gesamtschau dränge sich der Eindruck au f, dass der Versicherte eine Kran- kenrolle einnehme, um einen sekundären Krankheitsgewin n (Invalidenrente, Schadenersatzfor- derung gegenüber Unfallversicherer, Aufenthaltsbewill igung, offene Unterhaltszahlungen) zu erreichen. Durch das fortgesetzte selbstlimitierende, d ysfunktionale Verhalten sei es zu einer gewissen Regression auf der psychischen Ebene und einer Dek onditionierung auf der somati- schen Ebene gekommen. Hierbei handle es sich jedoch nich t um psychische Störungen mit Krankheitswert. Das Vorliegen eines möglichen, ursprüngl ich primären Krankheitsgewinns, d.h. die Entwicklung von Krankheitssymptomen zur innerpsychisch en Entlastung im Rahmen einer Konfliktsituation, könne nicht ganz ausgeschlossen werden, sei aufgrund der widersprüch- lichen Angaben jedoch retrospektiv nicht mehr beurteilbar. Dazu komme, dass insgesamt sechs behandelnde und/oder begutachtende psychiatrische Fach personen erhebliche Zweifel an den Angaben des Versicherten geäussert hätten. Die Differentialdiagnosen wie Anpassungsstörung, posttraumatische Belastungsstörung, Psychose aus dem schizoph renen Formenkreis, gegen- wärtige depressive Episoden, anhaltende somatoforme S chmerzstörung, chronische Schmerz- störung mit somatischen und psychischen Faktoren, hirnorgani sches Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma oder generalisierte Angststörungen könnten nicht bestätigt werden. Entwe- der fehle es an einer entsprechenden klinischen Symptomatik oder diese sei nicht ausreichend, um die diagnostischen Kriterien zu erfüllen. Frühere depressive Episoden seien zwar nicht aus- zuschliessen. Gegenwärtig lasse sich aber keine klinisch manif este depressive Symptomatik feststellen. In der biografischen Anamnese würden sich mög liche Hinweise auf akzentuierte Persönlichkeitszüge oder eine Persönlichkeitsstörung (sehr enge Beziehung zur Mutter, Zu- sammenleben mit ihr bis ins hohe Erwachsenenalter, wied erholte Stellenwechsel und Konflikte am Arbeitsplatz, Beziehungskonflikte etc.) ergeben. Angesichts des Zustandbildes und der zahl- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht reichen Widersprüche sei eine Beurteilung der Persönlichk eitsstruktur des Versicherten nicht mehr möglich. Aufgrund ihrer Befunde könne sie deshalb keine psychiatrische Störung diagnos- tizieren, weshalb dem Versicherten eine Beeinträchtigung in der Arbeitsfähigkeit nicht attestiert werden könne. 3.6.2 Am 5. April 2012 nahm Prof. E.____ und am 23. April 2012 Dr. F.____ Stellung zum Gutachten von Dr. D.____. Prof. E.____ wies darauf hin , dass der Versicherte nicht wie ein un- auffälliger Mensch wirke. Er friste ein eintöniges Leben , das insbesondere durch mannigfaltige Ängste gekennzeichnet sei. Eine schwere Verängstigung best ehe insbesondere in Bezug auf eine erzwungene Rückkehr nach Z.____. Er habe den Konta kt zu seinem Heimatland verloren und er fühle sich hier bis zu einem gewissen Grad trotz sei ner Ängste geschützt. Das Ausmass des Meidens von Sozialkontakten würde erkennen lassen, dass beim Versicherten zumindest eine schwere Persönlichkeitsstörung vorliege. Die im DSM-IV und ICD-10 aufgeführten Kriterien für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung kämen den Psych osen, an welcher der Versicherte leide, sehr nahe. Er betrachte deshalb den Versicher ten als psychisch sehr krank und er könne kaum in eine berufliche Tätigkeit eingegliedert werd en. Auch Dr. F.____ konnte sich der Beur- teilung von Dr. D.____ nicht anschliessen. Der Versicherte hinterlasse bei ihm den Eindruck eines mittelschwer depressiven Menschen mit starken Ängsten und Schlaflosigkeit. Dazu weise er eine ausgeprägte vegetative Komponente mit Schweiss ausbrüchen, hohen Blutdruckwerten unter Belastung, ausgeprägter Müdigkeit und Leistungsschwäche auf. 4.1 Das Gutachten von Dr. D.____ vom 13. März 2012 erfüllt - entgegen der Ansicht des Versicherten - sämtliche rechtsprechungsgemässen Voraussetzung en an ein Gutachten. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es i st - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 2.3 hiervor) - für die streitigen Belan ge umfassend, es beruht auf allseitigen Unter- suchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es i st in Kenntnis der Vorakten ab- gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medi zinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Es enthält eine ausführliche Darlegung und eingehende Würdigung der medizinischen Aktenla- ge. Dr. D.____ setzte sich mit den divergierenden Arbe itsfähigkeitsbeurteilungen auseinander und legte schlüssig dar, weshalb auf die entsprechenden Einschätzungen nicht abgestellt wer- den kann. So erklärte sie, dass sich Dr. F.____ lediglich an den subjektiven Angaben des Ver- sicherten orientiert habe. Die zahlreichen Widersprüche in den Aussagen des Versicherten sei- en ihm nicht bekannt gewesen, da ihm die entsprechend en Unterlagen nicht zur Verfügung ge- standen hätten und ihm die fremdanamnestischen Angaben nicht bekannt gewesen seien. Aus- serdem fällt eine psychiatrische Beurteilung nicht in sein Fachgebiet, weshalb seine Berichte an der Massgeblichkeit des Gutachtens von Dr. D.____ nichts zu ändern vermögen. In Bezug auf die Beurteilung von Prof. E.____ führte Dr. D.____ a n, dass er sich ebenfalls auf die Aussagen des Versicherten stütze, ohne diese kritisch zu hinterfrage n. Zu Recht stellte sie fest, dass in seinen Berichten ein psychopathologischer Befund und eine Begründung seiner Diagnosen fehlten und er sich mit den abweichenden diagnostischen E inschätzungen von Dr. L.____ nicht auseinandersetze. Zur von Prof. E.____ gestellten Diag nose einer Psychose aus dem schizo- phrenen Formenkreis erläuterte sie nachvollziehbar, weshalb eine solche nicht vorliegen könne. Für eine solche Diagnosestellung müsse für die vom Versich erten geschilderten Phänomene, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie Stimmen hören und nachts einen schwarzen Mann sehen, eine affektive Beteiligung vorlie- gen. Der Versicherte habe aber während der Untersuchun g mehrfach unvermittelt auf seine angegebenen Wahrnehmungsstörungen zurückkommen können u nd anschliessend den Ge- sprächsfaden mühelos wieder aufgreifen können. Er habe seine Wahrnehmungsstörungen als isolierte Phänomene schildern können, was nicht zum Krank heitsbild der Schizophrenie passe. Zudem seien optische Halluzinationen bei schizophrenen E rkrankungen äusserst selten. Dazu sei das Vorliegen einer Psychose aus dem schizophrenen Fo rmenkreis zu verneinen, da es an kognitiven Defiziten oder Persönlichkeitsveränderungen, einer affektiven Verflachung oder einer Antriebsminderung sowie an einer Besserung der Symptoma tik durch Neuroleptika fehlen wür- de. Ausserdem manifestiere sich eine schizophrene Psychose nu r selten nach dem 40. Lebensjahr. Diese überzeugenden Ausführungen von D r. D.____ vermögen an der Ein- schätzung von Prof. E.____ Zweifel zu erwecken, weshalb n icht darauf abgestellt werden kann. Da keine zwingenden Gründe zu erblicken sind, von den Schlu ssfolgerungen von Dr. D.____ abzuweichen, kommt dem vom Gericht angeordneten Guta chten voller Beweiswert zu (vgl. Er- wägung 2.4). Ein unsachlicher Ton lässt sich - entgegen d er Ansicht des Versicherten - im Ge- richtsgutachten nicht erkennen. Der Versicherte legt auch nicht begründet dar, inwiefern Dr. D.____ Unsachlichkeit vorzuwerfen sei. Sofern Dr. D.____ ein "negatives" Verhalten des Versi- cherten aufgezeigt haben sollte, so beruhen ihre Festste llungen auf ihre Beobachtungen wäh- rend der Untersuchungen. Solche Beobachtungen bilden jedoch einen wichtigen Teil für die Diagnosestellung, weshalb der Versicherte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008, C_121/2008, E. 4.1 mit Hinweisen). 4.2.1 Was der Versicherte gegen die Zuverlässigkeit de s Gutachtens von Dr. D.____ weiter vorbringt, vermag nicht zu einer anderen Einschätzung seine r Arbeitsfähigkeit führen. Er rügte, dass die psychiatrische Beurteilung durch Dr. D.____ ledig lich auf zwei Untersuchungen von insgesamt 5 Stunden und 20 Minuten beruhe. Demgegenüb er würden der behandelnde Psy- chiater Prof. E.____ und der Hausarzt den Versicherten s eit Jahren kennen, weshalb sie ein besseres Bild von seinem Gesundheitszustand vermitteln kön nten. Der Versicherte verkennt, dass es für den Aussagegehalt eines Gutachtens nicht au f die Dauer der Behandlung ankom- men kann. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltl ich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. U LRICH MEYER-BLASER , Rechtliche Vorgaben an die medizinische Begutach- tung, in: Schaffhauser/ Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 23 f.). Es ist zu berücksichtigen, dass sich die Beurtei- lung der Gutachterin nicht nur auf die persönliche Unte rsuchung des Versicherten stützt. Der Expertin sind darüber hinaus diverse, bisher zum Gesundhe itszustand des Versicherten erstell- te medizinische Akten zur Verfügung gestanden, die es ihr durchaus ermöglicht haben, eine nicht auf eine Momentaufnahme beschränkte Beurteilung abzugeben. 4.2.2 Der Versicherte machte weiter geltend, dass die Sch lussfolgerung der Vorinstanz, er leide nicht an einer psychischen Erkrankung, weil er sich ungewöhnlich verhalte und Symptome aus ganz unterschiedlichen Krankheitsentitäten aufweise, welche durch eine mögliche mehrfa- che psychiatrische Komorbidität nicht zu erklären seien, nic ht zulässig sei. Hierzu ist anzufüh- ren, dass Dr. D.____ ihre Einschätzung, dass keine psychiatr ische Diagnose zu stellen sei, auf einer klinischen Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symp tomerfassung und Verhaltensbe- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht obachtung beruht. Sie konnte dabei keine objektivierbaren Beeinträchtigungen im psychopatho- logischen Befund feststellen. Mit dem Hinweis auf die U ngewöhnlichkeit der Fülle von Sympto- men, welche äusserst unterschiedlichen Diagnosen zuzuordnen und nicht mit einer mehrfachen Komorbidität zu erklären seien, wollte sie vielmehr verde utlichen, dass die Angaben des Versi- cherten kritisch zu hinterfragen sind. Sie gestand zwar zu, dass bei einer Person mehrere psy- chiatrische Diagnosen gestellt werden könnten. Gleichzeit ig machte sie darauf aufmerksam, dass dies doch sehr selten vorkomme. Mangels objektivierb arer Befunde und den zahlreichen Widersprüchen ist es durchaus nachvollziehbar, dass sie be im Versicherten das Vorliegen eines solchen Ausnahmefalls verneinte; zumal die zahlreich en Inkohärenzen in den Angaben des Versicherten gemäss Dr. D.____ auch nicht auf eine psychische Störung zurückgeführt werden könnten. Gleichermassen begründete Dr. D.____ i hre Beurteilung, dass beim Versi- cherten keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könn e, nicht allein mit dem Hinweis, dass insgesamt sechs der behandelnden bzw. begutachtenden psychiatrischen Fachpersonen erhebliche Zweifel an den Angaben des Versicherten äusse rten. Ihre Aussage ist vielmehr als Bestätigung zu verstehen, indem die von ihr aufgezeigten Widersprüche auch von anderen Me- dizinern festgestellt wurden. 4.2.3 Was die von Dr. D.____ offen gelassenen Fragen ü ber das Vorliegen eines möglichen primären Krankheitsgewinns und von akzentuierten Persön lichkeitszügen oder einer Persön- lichkeitsstörung betrifft, so ist aufgrund ihrer Ausführu ngen nicht zu erwarten, dass eine weitere psychiatrische Begutachtung in den relevanten Punkten ein anderes Ergebnis zeitigen würde. Damit kann auf die vom Versicherten beantragten weiteren medizinischen Abklärungen verzich- tet werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. daz u BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 5. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 1.4 h iervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufg rund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die IV-Stelle nahm in ihrer Verfügung vom 22. März 2011 zur Ermittlung der Ein- schränkung des Versicherten im Erwerbsbereich den erforder lichen Einkommensvergleich vor und berechnete somit einen Invaliditätsgrad von 0 %. Die konkrete Berechnung, die vom Versi- cherten nicht beanstandet wurde, erweist sich als rechte ns. Es kann diesbezüglich vollumfäng- lich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 22. März 2011 verwiesen werden. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes übe r die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Re- gel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass a uferlegt. Entsprechend dem Aus- gang des Verfahrens würde der Beschwerdeführer im vorli egenden Verfahren unterliegen. Nun ist allerdings zu beachten, dass gestützt auf das Grundsat zurteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2011 (BGE 137 V 210) bei Einholung eines Ger ichtsgutachtens anstelle einer Rück- weisung zur weiteren Abklärung die entsprechenden Kost en den IV-Stelle aufzuerlegen sind. Bei einer Rückweisung - so das Bundesgericht - wären diese Kosten auch von der IV-Stelle zu Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht übernehmen gewesen. Die Gerichtsgutachten seien damit grundsätzlich den von der IV-Stelle selbst in Auftrag gegebenen medizinischen Gutachten gleich zustellen. Aus dieser Gleichset- zung folgt konsequenterweise für die Frage der Verleg ung der ordentlichen Kosten, dass diese auch von der IV-Stelle zu tragen sind, zumal bei eine r Rückweisung der Angelegenheit zur wei- teren Abklärung an den Versicherungsträger die Gegenp artei als obsiegende Partei gilt (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.2; U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 , Art. 61 Rz. 117). Unter diesen Umständen sind der IV-S telle die Verfahrenskosten aufzuerle- gen. Laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO werden den Vorinstanz en - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - jedoch keine Verfahrenskost en überbunden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz nicht für di e Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 6.2.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die Kosten für ein Gerichtsgutach- ten als ordentliche Abklärungskosten zu behandeln (vgl. auch Erwägung 6.1), welche der IV- Stelle aufzuerlegen sind. Das Bundesgericht führte im B GE 137 V 210 in Erwägung 4.4.2 zur Begründung aus, dass Art. 45 Abs. 1 ATSG und Art. 78 A bs. 3 der Verordnung über die Invali- denversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 eine Kostentr agung der IV-Stelle auch für Abklä- rungsmassnahmen vorsähen, welche die IV-Stelle zwar nicht angeordnet hätten, welche jedoch für die Beurteilung des Leistungsanspruchs unerlässlich seien (vgl. dazu auch IV- Rundschreiben Nr. 314). Diese Voraussetzung ist vorliegend gegeben, nachdem das Kantons- gericht zum Schluss kam, dass eine abschliessende Beurteilun g gestützt auf die bis zu jenem Zeitpunkt vorgelegene Aktenlage nicht möglich sei. Die Aufwendungen für die gerichtliche Be- gutachtung durch Dr. D.____ sind demgemäss der IV-Stelle zu überbinden. 6.2.2 Dr. D.____ machte in ihrer Honorarrechnung vom 16. März 2012 einen Betrag von insgesamt Fr. 12'410.-- zuzüglich Dolmetscherkosten von Fr . 273.-- (vgl. Rechnung vom 6. März 2012) geltend. In Anbetracht des hohen Rechnun gsbetrages erhielt die IV-Stelle Gele- genheit, sich zur Rechnung von Dr. D.____ zu äussern. I n ihrer Stellungnahme vom 16. April 2012 führte sie an, dass der Stundenaufwand von 36 Stunden zwar als angemessen erscheine, der Stundenansatz von Fr. 354.-- dagegen zu hoch sei. Eine Entschädigung von ca. Fr. 263.-- pro Stunden entsprechend dem Tarmed-Tarif für ein Gutachten der Kategorie C, d.h. insgesamt von Fr. 9'500.--, betrachte sie als angebracht. In der Folge reduzierte Dr. D.____ ihre Honorar- forderung auf Fr. 11'600.-- exkl. Dolmetscherkosten. Da das Gericht es unterliess, mit der Gut- achterin einen Kostenvoranschlag oder einen Kostenrahme n zu erstellen, rechtfertigt es sich vorliegend, der IV-Stelle lediglich zur Bezahlung der Gutachterkosten in Höhe von Fr. 9'500.-- und Fr. 273.-- Dolmetscherkosten zu verpflichten. Der Restbetrag von Fr. 1'660.-- geht zu Las- ten der Gerichtskasse. 6.3.1 Aufgrund der obigen Überlegungen zu den Verfah renskosten folgt, dass die IV-Stelle grundsätzlich zur Tragung der Parteikosten zu verpflichten ist, da bei einer Rückweisung diese Kosten auch von der IV-Stelle zu übernehmen gewesen wär en (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In die- ser Hinsicht stellt sich die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt der vom Parteivertreter geltend ge- machte Aufwand zu entgelten ist. Diese Frage wird jew eils im Einzelfall zu entscheiden sein. Richtig erscheint jedenfalls, dass sämtliche Kosten bis zum Z eitpunkt der Anordnung des Ge- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtsgutachtens und der mit diesem in unmittelbaren Zusammenhang stehende später angefal- lene Stundenaufwand inkl. Ausgaben zu entschädigen sind. 6.3.2 Der Rechtsvertreter des Versicherten wies in seiner H onorarnote vom 29. Mai 2012 einen Stundenaufwand von insgesamt 20 Stunden und 59 Minuten (davon 0.17 Stunden Volon- tär) sowie Auslagen von Fr. 429.20 aus. Der Aufwand na ch dem Zeitpunkt der Anordnung des Gerichtsgutachtens betreffen ausschliesslich Bemühungen im Zusammenhang mit dem Ge- richtsgutachten. Es rechtfertigt sich daher dem Versicherten den gesamten von seinem Rechts- vertreter geltend gemachten Stundenaufwand zu entgelt en. Praxisgemäss beträgt der Stun- denansatz in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle Fr. 250.-- bzw. Fr. 140.-- für Volontäre. Damit ist dem Versicherten für das vorli egende Beschwerdeverfahren eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 6'002.65 (20,42 Stunden à Fr. 250.-- und 0.17 Stunden à Fr. 140.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 429.20 und 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung bei D r. D.____in Höhe von Fr. 11'433.-- (inkl. Dolmetscherkosten von Fr. 273.- -) werden im Umfang von Fr. 9'773.-- der IV-Stelle auferlegt. Der Restbetrag von Fr. 1'660.-- wird Dr. D.____ aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 6'002.65 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 21. November 2012 Beschwerde beim Bundesgericht ( 8C_955/2012 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht