Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 14. Juni 2016 (400 16 43) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Behauptungs- und Substantiierungslast; richterliche Fragepflicht bei anwaltlicher Ver- tretung Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.) Richter Dieter Freiburghaus Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____, vertreten durch Advokat Moritz Gall, Elisabethenstrasse 28, Post- fach 425, 4010 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen B. ____, vertreten durch Advokatin Sandra-Jane Markowitsch, Dufourstrasse 49, 4010 Basel, Beklagter Gegenstand Forderung / Werkvertrag A. Der Beklagte ist Eigentümer eines Fahrzeugs Aston Martin DB 6 Volante, Baujahr 1967. Der Kläger führt in X. einen Garagenbetrieb, welche r sich unter anderem auf Instandstellung und Unterhalt von Oldtimern spezialisiert hat. Im H erbst 2006 liess der Beklagte sein Automobil Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht in die Garage des Klägers verbringen. Der Kläger inspizierte das Fahrzeug und erstellte darauf- hin für bestimmte Reparaturarbeiten eine schriftliche Offerte. Nachdem der Beklagte eine An- zahlung geleistet hatte, nahm der Kläger seine Arbeite n auf. Nebst den ursprünglich vereinbar- ten Reparaturen erbrachte der Kläger zusätzliche Arbe iten, teils gestützt auf eine weitere schriftliche Offerte, teils nach mündlicher Absprache mit dem Beklagten. Letzterem wurden während der gesamten Reparaturzeit immer wieder Akont orechnungen zugestellt, welche die- ser auch bezahlt hat. Zudem wurde dem Kläger ein weit eres Fahrzeug des Beklagten (Merce- des) an Zahlungs statt zu Eigentum übertragen. Nach Fert igstellung der Arbeiten und Ausliefe- rung des Fahrzeugs stellte der Kläger dem Beklagten Rec hnung über einen Gesamtbetrag von CHF 434‘951.05 und ersuchte unter Anrechnung der Akon toleistungen um Überweisung des ausstehenden Restbetrags von CHF 186‘459.50. B. Da der Beklagte dieser Zahlungsaufforderung nicht nach kam, leitete der Kläger gegen ihn die Betreibung ein. Dieser wiederum setzte sich mit Rechtsvorschlag dagegen zur Wehr, weshalb der Kläger beim zuständigen Friedensrichteramt ein Schlichtungsgesuch stellte. Das Schlichtungsverfahren verlief ergebnislos, so dass dem Klä ger die Klagebewilligung ausgestellt wurde. Mit Eingabe vom 21. Juni 2012 erhob dieser sod ann beim Zivilkreisgericht Basel- Landschaft West Klage und verlangte die Verurteilung des Beklagten zur Bezahlung eines Be- trages von CHF 186‘956.30 zuzüglich Zins zu 5% seit 13. Mai 2011 und Zahlungsbefehlskos- ten. Zudem ersuchte er um Beseitigung des Rechtsvorschlag s in der angehobenen Betreibung des Betreibungsamtes Arlesheim und Erteilung der def initiven Rechtsöffnung, alles unter o/e- Kostenfolge. In seiner Klageantwort beantragte der Be klagte die Abweisung der Klage sowie die Aufhebung der Betreibung resp. die Anweisung an das Betreibungsamt, die Betreibung zu löschen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. C. Nach Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und ei ner Hauptverhandlung wies die Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft We st die Klage mit Entscheid vom 25. November 2015 vollumfänglich ab, hob die Betreibun g Nr. 000 des Betreibungsamtes Arle- sheim auf und wies die Zivilrechtsverwaltung Basel-Landscha ft, Abteilung Betreibungen, an, gemäss Art. 8a Abs. 3 lit. a SchKG Dritten keine Kenntnis über diese Betreibung zu erteilen. Die Gerichtskosten wurden dem Kläger auferlegt. Zudem wurd e dieser verpflichtet, dem Beklagten eine Parteientschädigung zu bezahlen. Die Entscheidfind ungsgründe können wie folgt zusam- mengefasst werden: Der Kläger mache geltend, dass während den Arbeiten am Aston Martin DB 6 Volante immer neue und weitere Schäden zum Vorschein gekommen seien. E r habe den Beklagten stets über den Stand der Dinge sowie die zusätzlich anfallenden Kosten für die Behebung informiert und dieser habe jeweils die Zustimmung dazu erteilt, was indessen vom Beklagten bestritten werde. Als Beleg für die erbrachten Zusatzleistungen und die g eltend gemachte Forderung begnüge sich der Kläger mit der Beilegung der Rechnung vom 12. April 2011. Dabei verkenne er jedoch die Anforderung an die Substantiierung seiner Forderu ng. Die Rechnung allein lasse keine Rückschlüsse zu, ob für die einzelnen Tätigkeiten tatsächli ch eine zusätzliche Auftragserteilung durch den Beklagten stattgefunden habe oder nicht. Ebenso lasse sich nicht erkennen, ob nicht Leistungen in Rechnung gestellt worden seien, welche i n den beiden Offerten bereits inbegrif- fen gewesen seien, wie dies vom Beklagten vorgebracht w erde. lm Weiteren hätte es dem Klä- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ger oblegen, als anspruchsbegründende Tatsachen bzw. al s Klagefundament zumindest die Ausführung der Arbeiten substantiiert darzustellen: Er hätte die behaupteten weiteren Schäden und den damit zusammenhängenden Mehraufwand detailli ert beschreiben müssen. In Erman- gelung einer Preisabrede hätte der Kläger die Höhe seiner Forderung im Sinne von Art. 374 OR begründen und die eingeklagte Forderung bezüglich den einzelnen Zusatzaufwendungen auf- schlüsseln müssen. Insgesamt müsse festgestellt werden, dass der Kläger den Sachverhalt ungenügend substantiiert darlege und keinerlei Belege zum Beweis seiner Forderung einreiche. Der Verweis auf entsprechende mündliche Abmachungen se i dabei unbehelflich, da diese be- stritten worden seien und keiner der befragten Zeugen konkret habe bestätigen können, ob und welche Zusatzaufträge der Beklagte zu einem bezifferten P reis erteilt habe. Auch die – im Übri- gen wenig aussagekräftige – Expertise könne die mangeln de Substantiierung der Forderung nicht ersetzen, wobei sowohl hinsichtlich der angerufene n Zeugen wie auch der Expertise an- zumerken bleibe, dass das Beweisverfahren ohnehin nicht da zu diene, ungenügend substanti- ierte Tatsachenbehauptungen zu heilen. Zusammenfassend ve rmöge der Kläger die an- spruchsbegründenden Tatsachen als Klagfundament nicht in der nötigen Tiefe zu behaupten und beweisen, weshalb vom Nichtvorhandensein dieser Tatsachen auszugehen sei. Die Folgen dieser Beweislosigkeit habe der beweisbelastete Kläger zu tragen, was zur Abweisung der Kla- ge führe. Bei diesem Verfahrensausgang seien demgegen über die Anträge des Beklagten auf Aufhebung der Betreibung und Anweisung des zuständigen Betreibungsamtes im Sinne von Art. 8a Abs. 3 lit. a SchKG gutzuheissen. D. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 15. Februar 2016 Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilr echt, und beantragte die Aufhebung desselben unter gleichzeitiger Verpflichtung des Berufu ngsbeklagten, dem Berufungskläger CHF 186‘156.30 nebst Zins zu 5% seit 13. Mai 2011 und Zahlungsbefehlskosten zu bezahlen sowie die Beseitigung des Rechtsvorschlags und Gewährung der definitiven Rechtsöffnung in der angehobenen Betreibung, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, was folgt: Die Vorinstanz habe unberücksichtigt gelassen, dass die zweit e schriftliche Offerte für die Mo- torenrevision am 10. November 2009 erst nach dem erwähnt en Zeitraum zwischen Oktober 2006 und Juni 2009 gestellt worden sei, in welchem die diversen Zahlungen des Beklagten ein- gegangen seien. In der logischen Konsequenz bedeute die s, dass die für Motorenrevision ver- einbarten Kosten von den durch den Beklagten geleistete n Zahlungen über insgesamt CHF 282‘397.80 nicht erfasst seien. Somit seien die ent sprechenden Kosten gemäss Offerte über CHF 72‘500.00 in jedem Fall geschuldet. Der Bekla gte habe zudem die ihm zugestellte Rechnung nie bemängelt, weder inhaltlich noch betragsm ässig. Er habe sich damit begnügt, diese nicht zu bezahlen. Des Weiteren habe die Gegenpartei den Bestand von Zusatzaufträgen anerkannt, ohne eine feste Preisbestimmung hinsichtlich de rselben zu behaupten bzw. zu be- weisen. Der Beklagte habe zudem duplicando seine zunächst widersprüchlichen Ausführungen berichtigt und damit zudem anerkannt, dass die Parteien die Restauration respektive vollständi- ge Instandsetzung des Fahrzeugs vereinbart hätten. Die Vorinstanz habe eine Expertise in Auf- trag gegeben, mit welcher die Ausführung der Arbeite n gemäss Rechnung des Klägers, der Einbau der dort aufgeführten Teile, die Werthaltigke it derselben sowie der am Fahrzeug vorge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nommenen Arbeiten geklärt werden sollten. Diese Exper tise beantworte für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit zentrale Fragen, weshalb es umso mehr erstaune, dass das Gutachten in die vorinstanzlichen Erwägungen keinen Eingang gefun den habe. Unzutreffend sei des Wei- teren, dass der Beklagte bestreite, von Mehrleistungen Kenntnis gehabt zu haben. Vielmehr anerkenne er, dass die Parteien die vollständige Instand setzung des Fahrzeugs vereinbart hät- ten. Mit Blick auf die beiden schriftlichen Offerten wü rde sofort klar, dass diese die anerkannte Vereinbarung nicht abdecken würden. Der Beklagte anerk enne, dass nebst den offerierten Ar- beiten weitere Aufträge mit dem Ziel der vollständige n Instandsetzung des Fahrzeugs erteilt worden seien. Die Vorinstanz vermische Themenbereiche, we lche für die Beurteilung der vor- liegenden Forderung je gesondert zu prüfen seien. So wäre danach zu fragen gewesen, ob wei- tere, über die genannten Offerten hinausgehende Arbeiten vereinbart worden seien, ob die ver- einbarten Arbeiten tatsächlich ausgeführt worden seien , ob hinsichtlich der mündlich vereinbar- ten Vertragsleistungen eine genaue Bestimmung der gesch uldeten Vergütung erfolgt sei und falls nicht, ob der Preis anhand des Wertes der Arbeiten sowie der Aufwendungen des Beru- fungsklägers festgesetzt werden könne. Da es die Vorinstan z versäumt habe, diese Fragen je gesondert zu beurteilen, sei dies im Berufungsverfahren nachzuholen. E. Mit Berufungsantwort vom 18. April 2016 beantragte d er Beklagte die vollumfängliche Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids, unter o/e-Ko stenfolge, in Abweisung der Beru- fung im Wesentlichen mit folgender Begründung: Die Erkenntnisse des Zivilkreisgerichtes Ba- sel-Landschaft West in seinem Entscheid hinsichtlich der fehlenden Substantiierung des einge- klagten Anspruchs seien zutreffend. Der Kläger vermöge seine Forderung weder detailliert und substantiiert darzulegen noch zu beweisen. Nach wie vor sei nicht ersichtlich, welche Arbeiten für die behaupteten Zusatzleistungen in Auftrag gegeb en worden und welche Kosten konkret daraus entstanden sein sollen. Mangels Erteilung der vo m Kläger behaupteten Zusatzaufträge seien die Fragen, ob zusätzliche Arbeiten ausgeführt wor den seien und wie diese zu vergüten seien, nicht von Bedeutung und könnten vorliegend of fengelassen werden. Die beiden Offerten hätten sämtliche Arbeiten enthalten, die im Rahmen d er vereinbarten Instandstellung des Fahr- zeugs erforderlich gewesen und vom Beklagten in Auftrag gegeben worden seien. Der Beklagte habe sich zwar im Nachhinein auf Nachfrage und Bitte de s Klägers bereit erklärt, für die Über- holung der Hinterachse, die Revision des Kühlers und di e teilweise Lackierung des Armaturen- bretts ein zusätzliches Entgelt zu leisten. Entgegen den A usführungen des Klägers sei es da- gegen nie zu den behaupteten Zusatzaufträgen gekommen. Hinsichtlich der Argumentation des Berufungsklägers zur Chronologie der Akontozahlungen und der Offerte über die Motorenrevi- sion führt der Berufungsbeklagte an, dass es sich bei solch en Überweisungen um Vorauszah- lungen handle, auf die kein definitiver Anspruch beste he und die noch keiner bestimmten Leis- tung zugeordnet seien. Diese würden vielmehr laufend m it effektiv entstandenen Kosten ver- rechnet. Entgegen den Ausführungen des Klägers habe der Beklagte weder Kenntnis von allfäl- ligen Mehrarbeiten gehabt, noch habe er solchen zugestim mt. Die Parteien seien sich einig ge- wesen, dass das Fahrzeug des Beklagten vollständig zu restau rieren respektive instand zu setzen sei. Auf der Grundlage dieser Einigung sei nac h einer detaillierten Inspektion durch den Kläger und durch einen Spengler- und Karosseriespeziali sten die Offerte vom 9. Oktober 2006 erfolgt. Der Beklagte habe folglich davon ausgehen und darauf vertrauen dürfen, dass sämtli- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht che offerierten Arbeiten zu einer Restauration respekti ve vollständigen Instandsetzung seines Fahrzeugs führen würden. F. Mit Verfügung vom 20. April 2016 schloss der Präsident des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel, ordnete die Aktenzirkulation bei den Richtern an und stellte den Parteien den Entscheid gest ützt auf die Akten, also ohne Parteiver- handlung, in Aussicht. Erwägungen 1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung erhoben werden, wobei in vermögensrechtlichen Angelege nheiten die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechts- begehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Die Beruf ung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz einzu- reichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Im vorliegenden Fall ist der Streitwert erreicht. Der begründete Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 25 . November 2015 wurde dem Berufungskläger am 15. Januar 2016 zugestellt. Der letz te Tag der Rechtsmittelfrist fällt auf einen Sonntag (14. Februar 2016). Die Frist endete g estützt auf Art. 142 Abs. 3 ZPO am Mon- tag, 15. Februar 2016, und ist somit durch Postaufgab e der Berufungsschrift am selben Tag eingehalten (Art. 143 ZPO). Da auch die weiteren Fo rmalien und Prozessvoraussetzungen er- füllt sind, insbesondere auch die fristgerechte Bezahlung des Kostenvorschusses (mit Valutada- tum vom 29. Februar 2016), ist auf die Berufung einzut reten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kan tonsgerichts für die Beurteilung von Beru- fungen gegen Entscheide der Dreierkammern der Zivilkreisgerichte sachlich zuständig. 2. Hauptstreitpunkt des vorliegenden Verfahrens bildet die unterschiedliche Wahrnehmung der Parteien über die Art und den Umfang der Auftra gserteilung durch den Berufungsbeklagten an den Berufungskläger für die Restauration des eingang s erwähnten Oldtimers. Der Beru- fungskläger stützt seine Forderungsklage auf erbrachte Ar beiten an diesem Fahrzeug (Zeitauf- wand und Material), sei es durch den eigenen Garagenb etrieb, sei es durch eingekaufte Dritt- leistungen (Karosseriearbeiten). Die rechtliche Qualifikation solcher Arbeiten ist zweifelsohne im Werkvertragsrecht anzusiedeln. Gemäss Art. 363 OR verpflich tet sich der Unternehmer zur Herstellung eines Werkes und der Besteller zur Leistung einer Vergütung. Der Werksbegriff wird im Gesetz nicht konkret umschrieben. Unter Herstellun g eines Werks wird gemeinhin die Erbringung einer qualifizierten Arbeitsleistung, d.h. einer Leistung von Arbeit mit einem be- stimmten Arbeitserfolg, verstanden (zum Ganzen statt viel er: GAUCH , Der Werkvertrag, Zürich Basel Genf 2011, 5. Aufl., S. 6ff.). Die komplette R evision/Restaurierung eines Liebhaberfahr- zeuges hat einen entsprechenden Arbeitserfolg zum Inha lt, nämlich die Instandstellung als sol- che und die Sicherstellung der Fahrtauglichkeit (Entsch eid des Schweizerischen Bundesge- richts, nachstehend: BGer, 4D_112/2009 E 3). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Will eine Partei für entsprechende Arbeiten eine Ve rgütung vom Besteller und Auftragge- ber einfordern, hat sie für die konkrete Auftragserteil ung Beweis zu erbringen (Art. 8 ZGB). Wie dieser Beweispflicht in prozessualer Hinsicht nachzukommen ist, wird im Grundsatz in Art. 55 Abs. 1 ZPO umschrieben: “Die Parteien haben dem Gerich t die Tatsachen, auf die sie ihr Be- gehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeb en“. Nach diesem sog. Verhand- lungsgrundsatz stehen die Parteien in der Pflicht und insbesondere nicht das entscheidende Gericht, den rechtlich relevanten Prozessstoff aufzubereit en (D OLGE , Anforderungen an die Substanzierung, in: PraxiZ – Schriften des Praxisinstituts für Zivilprozessrecht und Zwangsvoll- streckung, Band/Nr. 3, Zürich 2013, S. 20; GL ASL , in: DIKE-Komm-ZPO, Zürich/St. Gallen 2016, 2. Aufl., Art. 55 N 3; H ASENBÖHLER , Das Beweisrecht der ZPO, Zürich 2015, S. 5 N 1.3; H URNI , Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Schweize rische Zivilprozessordnung, Bd. I, Bern, 2012, Art. 55, N 4; M EIER , Die Behauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungs- last im ordentlichen und vereinfachten Verfahren nach de m Verhandlungsgrundsatz der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Diss., Basel 2015, S. 10ff.; SCHRANK , in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Zürich 2016, 3. A ufl., Art. 55 N 7). Ihnen obliegt es, dem Gericht, das den Sachverhalt nicht kennt, einerseits jene Fakten zu unterbreiten, auf die sie ihre Rechtsbegehren stützen und andererseits die zu r Erhärtung ihrer Sachvorbringen dien- lichen Beweismittel anzugeben. Dies geschieht im Behauptungsstadium (HASENBÖHLER a.a.O.). Aufgrund der sog. Behauptungslast, liegt es deshalb am b eauftragten Unternehmer, die er- wähnten relevanten, rechtsbegründenden Tatsachen im Pr ozess vorzutragen. D.h. es sind alle Tatbestandselemente der materiellrechtlichen Norm zu beh aupten, welche dessen Rechtsbe- gehren stützen (HURNI a.a.O. N 17; BGer 4A_201/2009). Was nicht behauptet wird, ist für das Gericht inexistent. Damit verbunden ist auch ein sog. Ver bot des Ausforschungsbeweises, wo- nach das Gericht keine über die Parteibehauptungen hinausgehenden Ermittlungen vornehmen darf. Ebenso wenig dient das dem Schriftenwechsel folg ende Beweisverfahren dazu, die not- wendigen schlüssigen Tatsachenbehauptungen zur Vervollstän digung einer lückenhaften Sachdarstellung zu gewinnen (S CHRANK a.a.O. N 12; G LASL a.a.O. N 22). Fehlt es an einem hinreichenden Sachvorbringen, bleibt auch der Beweis aus (HURNI a.a.O. N 15). Allerdings ge- nügt es zunächst, die rechtsrelevanten Tatsachen in allgemeiner Weise zu benennen (SCHRANK a.a.O. N 21) bzw. – um es im Sinne der bundesgerichtli chen Rechtsprechung auszuführen – ist der Behauptungslast Genüge getan, wenn die Tatsachenbe hauptungen “unter Annahme sie seien bewiesen, einen Sachverhalt ergeben, den das Ger icht den entsprechenden Ge- setzesnormen zuordnen und gestützt darauf die Forderung z usprechen kann“ (H URNI a.a.O. N 19 m.H.a. BGer 4A_144/2009 E 3.2). Stellvertreten d für die konstante bundesgerichtliche Rechtsprechung ist sodann BGE 127 III 365 zu nennen, w elcher auch in der Literatur mehrfach zitiert wird (statt vieler: SCHRANK a.a.O. N 21; HURNI a.a.O. N 29) und der die Thematik der Be- hauptungslast dergestalt zusammenfasst, dass zunächst das materielle Recht bestimme, wie weit die anspruchsbegründenden Tatsachen dabei inhaltl ich zu substantiieren seien, damit sie unter die massgeblichen Bestimmungen des materiellen Re chts subsumiert werden könnten. Zu den Anforderungen inhaltlicher Art präzisiert das B undesgericht des Weiteren, dass die Tat- sachenbehauptungen dabei so konkret formuliert sein müsst en, dass ein substantiiertes Be- streiten möglich sei oder der Gegenbeweis angetreten w erden könne (BGE 127 III 365 E 2b). Konkret muss es der Gegenpartei aufgrund der Umschreibung des Prozessstoffes m.a.W. mög- lich sein, dazu einzeln und unterschiedlich Stellung zu nehmen, die Behauptungen zu bestrei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten, zu anerkennen oder eine Gegendarstellung dazu abzu geben (GLASL a.a.O. N 22). Dabei genügt der blosse Verweis auf Beilagen zur Klage den An forderungen an die Behauptungslast in aller Regel nicht (BGer 4A_317/2014 E 2.2 und BGe r 4A_264/2015). Denn Beilagen stellen blosse Beweismittel dar, weshalb zum Behauptungsfundam ent nur zählt, was eine Partei in ihrer Rechtsschrift oder ihrem Parteivortrag ausführt (GLASL a.a.O. N 26). Hat eine Klagpartei die rechtsbegründenen Tatsachen im Sinne dieser Ausfü hrungen in einem ersten Vortrag hin- reichend behauptet, hängt das weitere Vorgehen vom Ver halten der Gegenpartei ab (BGE 127 III 365 E 2b sowie BGer 4A_271/2013 E 6.1, 4A_178/2 013 und 4A_57/2014 E 1.3.3, je mit Hin- weisen, HURNI a.a.O. N 23). Bestreitet der Prozessgegner das an sich schl üssige Vorbringen der behauptungsbelasteten Partei, kann diese gezwungen sein, die rechtserheblichen Tatsa- chen nicht nur in den Grundzügen, sondern so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen werden kann (BGE 127 III 365 E 2b m.H.a. BGE 108 II 337 E 2 S. 341 und B RÖNNIMANN , Die Behauptungslast, in Leuenberger [Hrsg.], Der Bewei s im Zivilprozess- recht, S. 60). In einem anderen Entscheid ergänzt das Bundesgericht, dass in diesem Fall eine über die Behauptungslast hinausgehende Substanziierungsl ast greife, indem der zunächst in den Grundzügen umschriebene Sachverhalt nunmehr in Ein zeltatsachen so umfassend und klar darzulegen sei, dass nicht nur darüber Beweis abgeno mmen, sondern dagegen auch der Gegenbeweis angetreten werden könne (BGer 4A_210/2009). Diese prozessuale Obliegenheit, welche eine grössere Detaillierung oder Dichte in der Sachverhaltsdarstellung verlangt, wird in der Lehre und bundesgerichtlichen Rechtsprechung gemei nhin als Substantiierungslast be- zeichnet (MEIER a.a.O. S. 83 N 167 m.H.a. H URNI a.a.O. N 23 und BGer 4A_210/2009 E 3.2). Kommt eine Partei dieser Substantiierungsobliegenhei t nicht nach, so dass das Gericht den Sachverhalt letztlich nicht unter die entsprechende Re chtsnorm subsumieren und den Beweis abnehmen kann, ist die Klage ohne Durchführung eines Beweisverfahrens durch Sachurteil abzuweisen (SCHRANK a.a.O. N 31a m.H.a. GLASL a.a.O. N 28 und HURNI a.a.O. N 28 sowie auf BGer 4C.82/2006). In der Literatur wird allerdings a uch darüber diskutiert, ob die Gerichte ge- halten sind, eine Partei im Rahmen der Fragepflicht g emäss Art. 56 ZPO auf den Mangel an Substanz ihres Vortrages hinzuweisen. Diese Bestimmung nim mt das Gericht in die Pflicht, ei- ner Partei, deren Vorbringen offensichtlich unvollständ ig ist, durch gezielte Fragen Gelegenheit zur Ergänzung zu geben. Zum Teil wird dabei differenzi ert, ob die betreffende Partei anwaltlich vertreten ist oder nicht, wobei Einhelligkeit darüber besteht, dass es bei anwaltlicher Verbei- ständung unter diesem Titel keinerlei Hinweis durch das Gericht bedarf, wenn die Gegenpartei in ihrer Entgegnung bereits konkret auf eine mangelnd e Substantiierung hingewiesen hat (DOLGE a.a.O. S. 25; G LASL a.a.O. N 32; GRIEDER in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger, ZPO Komm., Zürich 2016, 3. Aufl., Art. 56 N 28 ff. i nsb. N 30 mit Hinweisen; H URNI a.a.O. Art. 56 N 18 und 26ff.; MEIER a.a.O. N 185). Das Bundesgericht hat sich mit der letzt genannten Konstellation wiederholt befasst und gelangte dabei zum selben Schluss, dass kein Grund für die Anrufung der richterlichen Fragepflicht bestehe, we nn die Gegenpartei bereits auf die mangelnde Substantiierung hingewiesen und die beweisb elastete Partei ihr Unterlassen daher „ihrer eigenen Nachlässigkeit“ zuzuschreiben habe (BGer 4A_57/2014 E 1.3.3 m.H.a. 4A_635/2009 E 2.2 sowie 4A_169/2011 E 5.4). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Die Vorinstanz stellte fest, dass es dem Vortrag des Beruf ungsklägers insgesamt an der gebotenen Substanz mangelt und wies die Klage ab, wie nachstehend aufgezeigt wird, völlig zu Recht. 4.1 Das Kantonsgericht, Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ist der Ansicht, dass für den Entscheid darüber, ob eine Partei ihre Behauptungslast im Sinne der vorstehenden Ausfüh- rungen hinreichend erfüllt hat, kein allzu strenger Massstab anzusetzen ist, um nicht dem mate- riellen Recht den Durchbruch zu verwehren. Entsprechend durfte sich der Berufungskläger zu- nächst in seiner Klagebegründung darauf beschränken, B ehauptungen zum Beweisthema ge- mäss Art. 8 ZGB in den Grundzügen aufzustellen. Im Kon text zum vorliegenden Fall bedeutet dies eine allgemeine Darstellung zu Vertragsabschluss, Be stand von Zusatzaufträgen, Arbeits- ausführung, Rechnungsstellung und Bezifferung der eingeklagten Forderung. Im frühen Verfah- rensstadium der Klageinreichung mag der Berufungskläger in seiner Klagebegründung vom 21. Juni 2012 den erforderlichen Minimalstandard, der für den ersten Parteivortrag im ordent- lichen Verfahren gemäss Art. 221 ZPO verlangt ist, erreicht haben, indem er ausführte, dass: - im Oktober 2006 der Berufungsbeklagte an ihn gelangt sei mit dem Anliegen, sein Fahrzeug, Typ Aston Martin DB 6 Volante, Baujahr 1967, zu repa rieren und er diesem hierfür eine Of- ferte mit einer Kostenschätzung in der Höhe von CHF 100‘000.00 bis CHF 150‘000.00 unter- breitet habe, - sich herausgestellt habe, dass anstatt der geplanten R eparaturarbeiten ein kompletter Neu- aufbau des Fahrzeugs notwendig sein würde, - die Parteien in der Folge für Zusatzarbeiten bis hi n zur Restaurierung mehrere Vereinba- rungen abgeschlossen hätten, - dabei auch Arbeiten einer Drittfirma notwendig ge worden seien (C. ____ AG), - im Verlauf der Arbeitsausführungen mehrere Gespräch e stattgefunden hätten hinsichtlich der Weiterführung der Arbeiten, wobei der Berufungsbeklag te weitergehende Aufträge erteilt habe, wie zum Beispiel für die komplette Karosserie-La ckierung oder die Beschaffung von Neuteilen, wie Pneus, Kühler, Heizung, Armaturen sowie das Verdeck, - weiter im Detail die Suche nach einer Ersatz-Hintera chse, deren Bestellung sowie Revision derselben mit dem Kunden besprochen und durch diesen abgesegnet worden sei, - er hinsichtlich der Motorenrevision mit einer weiteren schriftlichen Offerte über die ent- sprechenden Kosten informiert habe und der Berufungsbeklagte diese akzeptiert habe und - schliesslich aus diesen Arbeiten Gesamtkosten von CHF 434‘ 951.05 (zzgl. MWSt) entstan- den seien, was nach Abzug geleisteter Akontozahlungen e ine Nachforderung gegenüber dem Berufungsbeklagten gemäss Schlussrechnung vom 12. April 2011 im Umfang der ein- geklagten Forderung von CHF 186‘459.50 ergebe. 4.2 Der Berufungsbeklagte liess dieser Sachverhaltsschilderung seine Klageantwort vom 19. Oktober 2012 folgen, mit welcher er – soweit es ih m aus seiner Sicht möglich war – zahlrei- che Behauptungen bestritt und auch darauf hinwies, ein e ausführliche Stellungnahme zu den klägerischen Vorbringen sei dadurch erschwert, dass die Gegenpartei ihrerseits keine detaillier- ten Angaben liefere. Insbesondere schilderte der Beruf ungsbeklagte den Hergang, wie es zur Auftragserteilung gekommen ist, nicht deckungsgleich mi t den Ausführungen des Berufungs- klägers. So sei er vielmehr bereits im August 2006 mit dem Wunsch an diesen als Fachmann Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht für Oldtimer getreten, sein Fahrzeug zu restaurieren. Nach einer ersten Besichtigung habe er um Erstellung einer Offerte gebeten. Am 9. Oktober 2 006 habe ihm der Garagist eine solche unterbreitet mit einer Kostenschätzung in der Grössenordnung, wie oben dargelegt, wobei darin die folgenden Arbeiten aufgeführt worden seien: die Überholung des ganzen Unterbodens/ Unterbaus inklusive aller notwendigen Malerarbeiten, d ie Komplettüberholung der ganzen Bremsanlage sowie der ganzen Vorder- und Hinterachsaufh ängung, der ganze Ersatz der Aus- puffanlage sowie die Abdichtung der Frontscheibe. Zum Zeichen seines Einverständnisses und seiner Auftragserteilung habe er sodann eine erste Akon to-Zahlung von CHF 30‘000.00 geleis- tet. Er habe davon ausgehen können und dürfen, dass sämtliche für die Restauration des Aston Martin notwendigen Arbeiten von dieser Offerte erfasst würden. Für die Motorenrevision habe ihm der Berufungskläger am 10. November 2009 eine wei tere schriftliche Offerte unterbreitet, wobei darin zwei Varianten vorgeschlagen worden seien m it unterschiedlichen Preisen, worauf es im Dezember zu einer entsprechenden Vereinbarung für diese Arbeiten gekommen sei zu einem Pauschalpreis von CHF 72‘500.00. Trotz der auf ei ner detaillierten Inspektion beruhen- den Offerte habe sich der Berufungsbeklagte damit einv erstanden erklärt, die Überholung der Hinterachse (soweit diese Arbeiten nicht bereits mit d er Position der Offerte „Komplettüber- holung der ganzen Vorder- und Hinterachsaufhängung“ enthalten gewesen seien) sowie die Revision des Kühlers und die teilweise Lackierung des Arma turenbretts zusätzlich in Auftrag zu geben. Über den Umfang der daraus entstandenen Zusatzkosten sei er indessen nicht orientiert worden. Es treffe zwar zu, dass er in unterschiedlichen Abst änden mündlich über den Arbeits- fortschritt der Restauration informiert worden sei. Üb er die laufenden Kosten oder allfällige Mehraufwände sei er hingegen zu keinem Zeitpunkt informiert worden. Die behaupteten Einzel- gespräche hinsichtlich des Weiteren und notwendigen Vorg ehens hätten nie stattgefunden. Sodann listete er seine einzelnen Akontozahlungen im Zei traum Oktober 2006 bis Juni 2009 auf. Eine weitere Leistung sei an Zahlungs statt durch Übergabe eines anderen Fahrzeugs im Wert CHF 42‘000.00 erfolgt, was insgesamt erbrachte Werklohnleistungen von CHF 282‘397.80 ergebe. Mit dieser seien die Arbeiten gemäss den beide n schriftlichen Offerten und den akzep- tierten Zusatzarbeiten für Arbeits- und Materialaufwan d abgegolten, weshalb keine weiteren Schulden gegenüber dem Berufungskläger mehr bestünden. Dieser habe dem Berufungsklä- ger, nachdem die letzte Zahlung im Juni 2009 geleistet und das Fahrzeug übergeben worden sei, auf Anfrage zugesichert, dass keine weiteren Kosten me hr entstehen würden, weshalb die Rechnungstellung im April 2012 und damit erst zwei Jahre später für ihn sehr überraschend gewesen sei. In Bezug auf die Rechnung bemängelte er, dass die dort für entstandenen Ar- beitsaufwand aufgeführten CHF 163‘170.00 vom Kläger in keiner Weise substantiiert belegt respektive ausgewiesen seien. Insbesondere sei nicht ersicht lich, wie viel Zeit er für die auf Grundlage der ersten Offerte vereinbarten Arbeiten be nötigt habe. Ferner seien in der Schluss- rechnung Arbeiten aufgeführt, die vom Berufungsbeklagten weder bestellt noch genehmigt wor- den seien. Im Übrigen würden auch die Material- und Fremdkosten bestritten, da solche ver- rechnet worden seien, die über die Offerten und akzepti erten Zusatzarbeiten hinausgingen, wo- für er aber nie eine Bestellung aufgegeben oder sein Einverständnis erklärt habe. Die behaup- tete nachträgliche Ersatzvereinbarung eines kompletten Neuaufbaus anstelle der schriftlich of- ferierten Reparaturarbeiten werde vom Berufungskläge r nicht substantiiert dargelegt. Des Wei- teren habe der Berufungskläger für die Fremdarbeiten der C. ____ AG Rechnungen ins Recht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelegt, mit welchen weder der Stundenaufwand noch de r Stundenansatz und der allenfalls an- gefallene Materialaufwand nachvollzogen und überprüft werden könne. 4.3 Wie die Parteistandpunkte aus dem ersten Schriftenwechse l zeigen, bestehen bereits zum Vertragsschluss unterschiedliche Positionen. Ebenso sind die behaupteten Zusatzaufträge nach Bestand, Inhalt und Umfang bzw. Aufwand bestritten worden. Von dieser Bestreitung aus- genommen sind die konkret zugestandenen, aus der Sicht des Berufungsbeklagten in den bei- den Offerten nicht enthaltenen Arbeiten, nämlich Üb erholung der Hinterachse (soweit diese Arbeiten nicht bereits mit der Position der Offerte „ Komplettüberholung der ganzen Vorder- und Hinterachsaufhängung“ korrespondieren). Des Weiteren wi rd auch moniert, dass allein der in Rechnung gestellte Gesamtarbeitsaufwand von rund CHF 160‘000.00 nicht nachvollziehbar sei. Ebenso wenig könnten die dort aufgeführten Arbeiten und der Materialaufwand den offerierten Arbeiten zugeordnet werden. Schliesslich würden verrechne te Zusatzarbeiten behauptet, für welche eine Auftragserteilung des Berufungsbeklagten fe hle. Und schliesslich bestreitet dieser, vom Berufungskläger regelmässig und kostentransparent über notwendige Zusatzarbeiten in- formiert worden zu sein. Da der Berufungskläger für die eingeklagte Forderung aus Werkvertrag gemäss Art. 8 ZGB beweispflichtig ist, wäre er bei die ser Prozesslage gehalten gewesen, seine zunächst allgemein gehaltenen Ausführungen zu seinem K lagefundament hinsichtlich Vertrags- abschluss, Vertragsinhalt bzw. Bestand von Zusatzaufträgen einerseits sowie für ihm bei Erfül- lung dieser Aufträge entstandenen Zeit- und Material aufwand andererseits durch detaillierte, umfassende und plausible Tatsachenbehauptungen zu konkr etisieren. Eine richterliche Auffor- derung hierzu im Sinne von Art. 56 ZPO war vorliegend aufgrund der anwaltlichen Vertretung nicht geboten. Die Berufungsbeklagte liess unmissverständlic h vortragen, in welchen Punkten der Berufungskläger in seiner Klagebegründung zu unbestimmt geblieben sei bzw. inwiefern es der bei den Akten liegenden Schlussabrechnung an hinreich enden Angaben mangle, um diese auf Plausibilität und Wahrheitsgehalt hin überprüfen zu können. Der Berufungskläger wurde damit hinreichend auf seine Substantiierungslast sensibi lisiert. Auch ist dem Berufungsbeklag- ten ohne Konkretisierung des Prozessstoffs nicht zuzumuten, seinerseits substantiierte Bestrei- tungen vorzutragen oder den Gegenbeweis hierfür anzutreten. Mangels hinreichender Detaillie- rung der (bestrittenen) einzelnen Arbeiten unter Zuordnung des angefallenen Aufwands wäre es dem Gericht auch nicht möglich, Beweise abzunehmen und einen Entscheid zu fällen. 4.4 Obwohl der Berufungskläger also aufgefordert wurde, s eine Forderungsklage in sach- verhaltlicher Hinsicht detaillierter zu untermauern, be schränkte sich dieser in seiner Replik im erstinstanzlichen Verfahren in Verkennung der Beweislastv erteilung im Wesentlichen darauf, die Ausführungen der Gegenpartei zu bestreiten. Insbe sondere unterliess er es, auf den be- rechtigten beklagtischen Einwand einzugehen, dass aus der relevierten Rechnung allein eine Zuweisung von Zeitaufwand und Material auf die einzeln en Arbeitsgattungen unmöglich ist. Entgegen der Ansicht des Berufungsklägers kann es vor diese m Hintergrund jedoch nicht am Berufungsbeklagten liegen, bestrittene Zusatzaufträge in der Rechnung genauer zu bezeich- nen, weil gar nicht ersichtlich ist, wie die zugestanden en und offerierten Arbeiten, abgesehen von der Motorenrevision zum genannten Pauschalpreis, gege nüber diesen Zusatzarbeiten in- haltlich und preislich abgegrenzt wurden. Auch kann dem Berufungskläger nicht gefolgt werden, wenn er in seiner Replik behauptet, dass die Schlussrechnung vom Berufungsbeklagten akzep- tiert worden sei, da dieser nach Erhalt dagegen nicht opponiert habe. Stillschweigen durch den Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Adressaten nach Rechnungsstellung begründet in der Rege l keine Verpflichtung. Gegenteiliges bedeutete eine unrechtmässige Umverteilung der Beweislast auf den Besteller, welche vor Art. 8 ZGB nicht standhalten würde. Der Berufungsbekla gte konnte sich deshalb darauf be- schränken, nachdem er vom Berufungskläger ins Recht gefasst w urde, seine oben wiederge- gebenen Einwendungen und Bestreitungen im Prozess vorzut ragen, ohne daraus einen Nach- teil zu erleiden. Demgegenüber kam der Berufungskläger seiner Obliegenheit zur Detaillierung des Prozessstoffs nicht nach. Der einfache Verweis auf die f ragliche Rechnung für die erbrach- ten (Zusatz-)Leistungen verunmöglicht es der Gegenpartei in der Tat, die verrechneten Arbeiten und insbesondere der dabei jeweils angefallene Aufwa nd für Zeit und Material nachzuvollzie- hen, weil die Abrechnung eine Aufschlüsselung nach Arbeit sgattung, Zeitaufwand und Material vermissen lässt. Dass dadurch auch eine Nachprüfung, ob n icht Leistungen in Rechnung ge- stellt wurden, welche in den beiden Offerten bereits b erücksichtigt wurden, von vornherein scheitert, erscheint offensichtlich. Vom Berufungskläger wä re zu erwarten gewesen, dass er den Verlauf der Arbeiten schildert, indem er eine Erkl ärung dafür liefert, weshalb die ursprüng- lich schriftlich offerierten Leistungen für eine Restauri erung des Fahrzeugs nicht ausreichend gewesen waren und bei welchen Arbeiten sich welche Art vo n Schäden manifestierten, welche wiederum zusätzliche Reparaturen notwendig machten. Selbstredend wäre auch der dabei ent- standene Aufwand detailliert darzulegen gewesen. Wer aber darauf verzichtet, den Arbeitsfort- schritt chronologisch zu rapportieren, trägt letztlich da s Risiko, im Nachhinein nicht mehr in der Lage zu sein, hinreichende Angaben dazu machen zu können. Der vorinstanzliche Entscheid verdient deshalb zusammengefasst uneingeschränkte Zustimmu ng bei der Feststellung, dass der Berufungskläger seiner Substantiierungslast nicht hin reichend nachgekommen ist. Was nicht behauptet ist, ist auch nicht bewiesen, so dass de r Berufungskläger die Folgen dieser Be- weislosigkeit zu tragen hat (Art. 8 ZGB). 5. Fehlt eine detaillierte Darstellung des rechtlich rele vanten Sachverhaltes, kann darüber auch nicht Beweis abgenommen werden. Die fehlende ein gehende Auseinandersetzung im erstinstanzlichen Entscheid mit dem Ergebnis aus den Ze ugenbefragungen und aus der Expertise ist deshalb entgegen der Ansicht des Berufungskl ägers nicht zu beanstanden. Schei- tert eine Klage bereits im Behauptungsstadium wegen fe hlenden anspruchsbegründenden Tat- sachen, erübrigt sich zudem die Beurteilung der vom Berufungskläger in seiner Berufung aufge- führten weiteren Prozessthemen. Denn die Frage nach ver einbarten weiteren, über die beiden Offerten hinausgehenden Arbeiten könnte nur beantwort et werden, wenn diese in der Klage oder Replik genau umschrieben worden wären, was – wie o ben dargelegt wurde – vorliegend gerade nicht der Fall ist. Gleiches gilt für die Frage der tatsächlichen Ausführung dieser Arbei- ten und ob eine bestimmte Vergütung hierfür vereinbart wurde oder nicht. 6. Schliesslich beanstandet der Berufungskläger den abschlägi gen Entscheid des Zivil- kreisgerichts Basel-Landschaft West, soweit es um die Werkloh nforderung aus der Motorenre- vision geht. Der Berufungsbeklagte habe Akontozahlungen im Zeitraum 27. Oktober 2006 bis 11. Juni 2009 geleistet. Die Offerte für den genannt en Zusatzauftrag datiere allerdings vom 10. November 2009. Aus diesem Sachverhaltsverlauf ergeb e sich ohne weiteres, dass die früheren Akontozahlungen die für die Motorenrevision ve reinbarten Kosten nicht erfasst hätten. Dem kann sich das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Zivilrecht, nicht anschliessen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Berufungskläger hat weder in seinen Rechtsschriften im erstinstanzlichen Verfahren noch in seiner Berufungsbegründung nähere Angaben dazu gem acht, welche Modalitäten die Partei- en zur Fälligkeit von Teil- oder Akontozahlungen verab redet haben sollen. Je nach Absprache zeitigen solche Leistungen des Bestellers unterschiedlich e Rechtsfolgen. Als nach gebräuchli- cher Redewendung bezeichnete „Vorauszahlungen“ sind sie v om Besteller vor der entspre- chenden Gegenleistung des Unternehmers zu erbringen, so dass im Umfang des jeweils fälligen Betrages die gesetzliche Vorleistungspflicht de s Unternehmers beseitigt wird. Ebenfalls verbreitet sind Akontozahlungen im Sinne von „Abschlagsza hlungen“, die nach Massgabe be- reits erbrachter Leistungen des Unternehmers anfallen. In beiden Fällen haben derartige Zah- lungen lediglich vorläufigen Charakter (im Gegensatz zu vereinbarten, endgültigen Gesamt- oder Teilzahlungen), indem sie auf Anrechnung an den u mfangmässig erst später zu ermitteln- den (gesamten) Vergütungsanspruch und damit unter Vor behalt einer definitiven Abrechnung erfolgen (zum Ganzen: G AUCH a.a.O. S. 460 N 1163 mit Hinweis auf BGE 134 III 59 5 sowie BGer 4C.397/2005). Der Berufungsbeklagte hat die Abr ede konkreter Zahlungsmodalitäten in der Duplik im erstinstanzlichen Verfahren ausdrücklich bestritten, weshalb die Akontozahlungen keinen einzelnen Arbeiten zugewiesen werden könnten. I n der Berufungsantwort unterstrich er seine Sichtweise erneut. Für eine Verabredung von Te ilzahlungen ist wiederum der Berufungs- kläger beweispflichtig (Art. 1 ff. OR i.V.m. Art. 8 Z GB). Diesen Beweis ist er allerdings schuldig geblieben, indem er es unterlassen hat, die rechtsbegr ündenden Tatsachen für eine entspre- chende Parteiabrede darzustellen. Da der Berufungskläge r selber den Gesamtbetrag bereits geleisteter Zahlungen des Berufungsbeklagten in der S chlussabrechnung von der beanspruch- ten Gesamtvergütung in Abzug gebracht hat, ist davon auszugehen, dass die Akontozahlungen vorläufiger Natur waren. Die Berufung erweist sich desh alb auch in diesem Punkt als unbe- gründet. 7. Zusammenfassend kann deshalb festgehalten werden, dass das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, zum selben Schluss gelang t wie die Vorinstanz. Der Be- rufungskläger hat es unterlassen, den für sein Klagfunda ment rechtlich relevanten Sachverhalt in der erforderlichen Detaillierung in den Prozess ein zubringen. Spätestens nachdem der Beru- fungsbeklagte konkretere Angaben zu den einzelnen Arbeite n reklamiert hat, um die gestellte Schlussrechnung auf verrechnete Arbeitsgattungen, Eigen- bzw. Drittleistungen, Zeit- und Ma- terialaufwand überprüfen zu können, wäre er gehalten gewesen, seine Parteivorbringen ent- sprechend auszubauen. Dass ihm dies allenfalls mangels lau fender Rapportierung aller Arbei- ten nachträglich gar nicht mehr möglich war, hat er sel ber zu verantworten. Die Berufung ist demnach abzuweisen, was zur vollumfänglichen Bestätigun g des erstinstanzlichen Entscheids führt. 8. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten für das Berufungsverfahren zu entscheiden. Massgebend für die Regelung der Kosten- un d Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Die Gerichtskosten de s Berufungsverfahrens sind deshalb voll- umfänglich dem Besuchskläger aufzuerlegen. Zudem hat die ser der Gegenpartei eine Partei- entschädigung zu entrichten. Die Entscheidgebühr für da s zweitinstanzliche Verfahren mit einem Streitwert von rund CHF 186‘000.00 wird in Anw endung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht lit. f Ziff. 3 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170.31) auf CHF 10'000.00 festgelegt. Die Rechtsbeiständin des Berufungsbeklagten hat keine Hono- rarnote eingereicht, weshalb die Parteientschädigung ge mäss Art. 105 Abs. 2 ZPO nach der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112) zuzusprechen ist. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, legt die zu leistende Parteientschä- digung gestützt auf §§ 7 und 10 TO fest, wobei für die Bemessung derselben vorliegend nebst einem Grundhonorar keine Zuschläge gemäss § 8 TO gerecht fertigt sind. Bei einem Streitwert zwischen CHF 100‘000.00 und 200‘000.00 sieht § 7 Abs. 1 TO ein Grundhonorar von mindes- tens CHF 9‘750.00 bzw. maximal CHF 17‘250.00 vor, weshalb die vom Berufungskläger an den Berufungsbeklagten für dessen anwaltliche Vertretung ge schuldete Entschädigung in einer Hö- he von CHF 16‘250.00 als angemessen erscheint. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. Auslagen- ersatz ist mangels Antrag des Berufungsbeklagten keiner zuzusprechen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von pauschal CHF 10‘000.00 wird dem Berufungs- kläger auferlegt. Der Berufungskläger hat dem Berufung sbeklagten eine Parteientschädigung von pauschal CHF 17‘550.00 (inkl. M WSt) zu be- zahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher