<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2P.158/2005 /leb </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 20. Juni 2005 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Betschart, Hungerbühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Wyssmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Steuerverwaltung des Kantons Thurgau, </div> <div class="para">Abteilung Direkte Bundessteuer, </div> <div class="para">Schlossmühlestrasse 15, 8510 Frauenfeld, </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, Frauenfelderstrasse 16, 8570 Weinfelden </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Kostenvorschusspflicht, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 11. Mai 2005. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">X.________ führte Rekurs und Beschwerde gegen die Steuerveranlagungen 2002 und 2003 (Staats- und direkte Bundessteuer) bei der Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau. Mit Eingabe vom 7. Februar 2005 ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Mit Präsidialverfügung vom 18. März 2005 wies die Rekurskommission das Gesuch ab und setzte Frist an zur Bezahlung des Kostenvorschusses von Fr. 500.--. Eine Beschwerde gegen diese Verfügung wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Urteil vom 11. Mai 2005 ab und auferlegte X.________ die Verfahrensgebühr von Fr. 500.--. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Hiergegen führt X.________ staatsrechtliche Beschwerde. Er beantragt sinngemäss u.a., die Verfahrensgebühr von Fr. 500.-- sei aufzuheben und es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Entscheide über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gelten als Zwischenentscheide, die in der Regel einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zur Folge haben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-337%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page337">BGE 119 Ia 337</a> E. 1 S. 338, 111 Ia 276 E. 2b S. 278 f.) Die Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts ist daher zulässig (<span class="artref">Art. 84 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/87" type="start"></artref>Art. 87 OG</span><artref id="CH/173.110/84/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Dass bei staatsrechtlichen Beschwerden grundsätzlich nur kassatorische Anträge zulässig sind, steht dem Eintreten auf die Beschwerde nicht entgegen; die Begehren des Beschwerdeführers können ohne Weiteres in den (kassatorischen) Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides des Verwaltungsgerichts umgedeutet werden. Hingegen stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeeingabe den Anforderungen an die Begründung von staatsrechtlichen Beschwerden genügt, weil bei diesen strengere Erfordernisse hinsichtlich der Beschwerdebegründung gelten und das Bundesgericht nach <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. a OG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> auf die Beschwerde nur eintritt, soweit Verfassungsrügen ausdrücklich erhoben und ausreichend begründet werden. Die Frage kann aber offen bleiben, da die Beschwerde ohnehin nicht durchdringt, wie sich aus der nachfolgenden Begründung ergibt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege wird durch das kantonale Prozessrecht geregelt. Unabhängig davon besteht nach <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> ein Mindestanspruch der bedürftigen Partei auf unentgeltliche Rechtspflege in einem nicht aussichtslosen Prozess. Dieser Anspruch umfasst auch die Befreiung von den Verfahrenskosten und der Sicherstellung von Verfahrenskosten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-8%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page8">BGE 122 I 8</a> E. 2a S. 9, 322 E. 2b S. 324). Das Bundesgericht prüft frei, ob der verfassungsmässige Anspruch gemäss <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> verletzt ist, während es die Anwendung des kantonalen Gesetzesrechts nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür prüft (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-I-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 129 I 129</a> E. 2.1 S. 133, 127 I 202 E. 3a S. 204 f.). Hinsichtlich der Voraussetzungen der Bedürftigkeit des Gesuchstellers prüft das Bundesgericht frei, ob die Kriterien zu deren Bestimmung im Sinne von <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> zutreffend gewählt worden sind; die tatsächlichen Feststellungen der Behörde werden hingegen nur auf Willkür hin geprüft (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-202%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page202">BGE 127 I 202</a> E. 3a S. 204 f., 120 Ia 179 E. 3a S. 181). Bedürftig ist ein Gesuchsteller, der die Leistung der erforderlichen Prozess- und Parteikosten nur erbringen kann, wenn er die Mittel angreift, deren er zur Deckung des Grundbedarfs für sich und seine Familie bedarf (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 124 I 1</a> E. 2a S. 2). Massgebend ist die gesamte finanzielle Situation; das heisst, es ist einerseits sämtlichen finanziellen Verpflichtungen Rechnung zu tragen und es sind andererseits nicht nur die Einkünfte, sondern auch die Vermögenssituation beachtlich (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 124 I 1</a> E. 2a S. 2, 120 Ia 179 E. 3a S. 181). Ein Überschuss zwischen dem zur Verfügung stehenden Einkommen und dem Zwangsbedarf muss in Beziehung gesetzt werden zu den für den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=04.06.2005&amp;to_date=23.06.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IA-179%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page179">BGE 120 Ia 179</a> E. 3a S. 181, 124 I 1 E. 2a S. 2 f.). </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Nach den tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts verfügen der Beschwerdeführer und seine Ehefrau über monatliche Einkünfte von Fr. 12'510.10 netto. Darin ist ein allfälliger 13. Monatslohn des Beschwerdeführers nicht enthalten. Das Verwaltungsgericht errechnete monatliche Ausgaben von Fr. 7'435.--. Damit resultierte ein monatlicher Überschuss von Fr. 6'063.55. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In der staatsrechtlichen Beschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, seine notwendigen monatlichen Ausgaben seien wesentlich höher als vom Verwaltungsgericht errechnet, und legte seiner Beschwerde eine Aufstellung bei, wonach sich diese Ausgaben auf monatlich Fr. 11'850.-- belaufen sollen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Feststellung des Verwaltungsgerichtes, wonach sich die monatlichen Einkünfte auf netto Fr. 12'510.-- belaufen, rügt der Beschwerdeführer hingegen nicht als willkürlich. Er legt nicht dar, inwiefern diese Feststellung offensichtlich unrichtig, d.h. geradezu unhaltbar sein soll. Die Behauptung, sein Lohnkonto sei rückläufig, lässt die Feststellung des Verwaltungsgerichts zur Höhe der Einkünfte jedenfalls nicht als willkürlich erscheinen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es ist somit von monatlichen Nettoeinkünften von Fr. 12'510.-- auszugehen. Damit verbleibt dem Beschwerdeführer auch unter Zugrundelegung der behaupteten höheren monatlichen Ausgaben von Fr. 11'850.-- ein Überschuss von Fr. 660.--, der es ihm erlaubt, den Kostenvorschuss für das Verfahren vor der Steuerrekurskommission, die Verfahrensgebühr für das verwaltungsgerichtliche Verfahren von Fr. 500.-- und die bundesgerichtlichen Kosten selbst zu tragen. Die Berechtigung der geltend gemachten monatlichen Ausgaben in der Höhe von Fr. 11'850.-- braucht nicht geprüft zu werden. </div> <div class="para">5. </div> <div class="para">Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, soweit darauf einzutreten ist, und ist im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> ohne Weiterungen des Verfahrens zu erledigen. Die bundesgerichtlichen Kosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Nach dem Gesagten steht auch fest, dass für das bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Prozessführung nicht bewilligt werden kann (sofern die in der staatsrechtlichen Beschwerde einleitend gestellte "Frage" wegen kostenloser Behandlung der Beschwerde als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu verstehen ist). Die weiteren in der Beschwerdeeinleitung gestellten Fragen betreffen das kantonale Verfahren und sind an die kantonalen Instanzen zu richten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Steuerverwaltung und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 20. Juni 2005 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>