B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4161/2014 U r t e i l v o m 1 0 . A p r i l 2 0 1 5 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richterin Esther Karpathakis, Richterin Muriel Beck Kadima; Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. Parteien A._______, Staat unbekannt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellen- weg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Juni 2014 / N (…). E-4161/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer stammt nach eigenen Angaben aus der Gemeinde B._______ im Distrikt C._______, D._______. Er gehöre der Volksgruppe der unterdrückten [Minderheit] an, weshalb er die Staatsangehörigkeit von D._______ nicht besitze. Er habe dort in der Landwirtschaft und Fischerei geholfen. Nach Unruhen (…), die Ende Mai 2012 begannen, seien [Zuge- hörige der Minderheit] umgebracht worden. In seinem Dorf sowie im Nach- barort seien im Juli 2012 Häuser niedergebrannt worden , weshalb ihn seine Mutter aufgefordert habe, das Land zu verlassen . Am 14. oder 15 Juli 2012 habe er sein Dorf verlassen . Über E._______ sei er mit einem Frachtschiff nach Italien gelangt. B. Am 1. November 2012 reiste der Beschwerdeführer in die Schweiz ein, wo er am 5. November 2012 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Ba- sel um Asyl ersuchte. Am 15. November 2012 wurde er zu r Identität und zum Reiseweg sowie summarisch zu seinen Fluchtgründen befragt. Der Beschwerdeführer reichte keine Identitätspapiere zu den Akten, nach sei- nen Angaben habe er als Minderheitenangehöriger auch nie welche beses- sen. C. Im Auftrag des BFM wurde am 13. Dezember 2012 mittels eines Telefon - Interviews eine Sprach- und Herkunftsanalyse mit dem Beschwerdeführer durchgeführt (sogenannte Lingua -Analyse). Der Sachverständige kam in seinem landeskundlich -kulturellen sowie linguisti schen Herkunftsgutach - ten vom 17. Oktober 2013 zum Schluss, der Beschwerdeführer habe wahr- scheinlich zur Hauptsache nicht wie behauptet in D._______ gelebt, son- dern sei sehr wahrscheinlich in E._______ sozialisiert worden. D. Am 23. Dezember 2013 wurde der Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asylgründen angehört. Die Zweifel des BFM an seinen Vorbringen hinsicht- lich Herkunft und Sozialisierung in D._______ wurden nicht angesprochen. Im Rahmen der Anhörung äusserte der Beschwerdeführer, dass der Dol- metscher einen anderen Dialekt spreche als er, nämlich das [Dialekt], das in E._______ gesprochen werde, aber man habe sich verständigen kön- nen. Auch die anwesende Hilfswerkvertretung vermerkte auf dem Unter-E-4161/2014 Seite 3 schriftenblatt, dass es Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem Dol- metscher und dem Beschwerdeführer gegeben ha be (vgl. act. A20/15, F. 91, Unterschriftenblatt der Hilfswerkvertretung). E. Am 10. März 2014 wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zum Gutachten über das Lingua-Interview gewährt. Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 20. März 2014 fristgerecht dazu Stellung und hielt daran fest, aus D._______ zu stammen, ein [Angehöriger der Minderheit] zu sein, dort zur Schule gegangen zu sein und ein wenig [Mehrheitsspra- che in D._______] schreiben und sprechen zu können. F. Am 26. Juni 201 4 lehnte das BFM das Asylgesuch ab, verfügte die Weg- weisung aus der Schweiz und änderte die Staatsangehörigkeit des Be- schwerdeführers in "unbekannt". Es setzte eine Ausreisefrist bis zum 21. August 2014. Zur Begründung führte das BFM unter Bezugnahme auf das Lingua-Gutachten aus, der Beschwerdeführer habe zu den Bereichen Religion, Nahrung, Preise von Gütern, Bildungssystem, politische Parteien und öffentliches Transportsystem nur sehr all gemeine Angaben gemacht, er kenne beispielsweise keine [Minderheiten]-Partei. Auch erstaune, dass er keine [Mehrheitssprache in D._______] -Kenntnisse haben wolle, sei dies doch die Unterrichtssprache in D._______. [Ausführungen zu den Sprachkenntnissen und zu verwendeten Lehnwörtern], auch entsprächen Phonetik, Morphologie, Syntax und Wortwahl nicht dem typischen [Minder- heit]-Dialekt. Aus diesem Grund sei davon auszugehen, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Hauptsache nicht in D._______, sondern in E._______ gelebt habe, weshalb seine Asylgründe grundsätzlich nicht glaubhaft seien, was durch seine realitätsfremden, widersprüchlichen und unsubstanziierten Angaben noch bestätigt werde. Die Schilderungen lies- sen einen persönlichen Bezug vermissen, weshalb es dem Beschwerde- führer nicht gelungen sei, im Sinne von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) eine Verfolgung gemäss Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Die Folgen der unglaubhaften Identitätsangaben habe der Beschwerdeführer auch hinsichtlich der Wegweisung zu tragen, indem davon auszugehen sei, dass einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine Vollzugshindernisse im Sinne des Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 – 4 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) entgegen stehen würden. Der Entscheid wurde am 30. Juni 2014 eröffnet. E-4161/2014 Seite 4 G. Am 22. Juli 2014 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungs- gericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 26. Juni 2014 sowie die Gewährung von As yl. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Anweisung, den Beschwerdeführer nochmals ergänzend anzuhören und den Fall neu zu beurteilen . In pro- zessualer Hinsicht wurde die unentgeltliche Rechtspflege nach 110a AsylG und der Verz icht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt. Dem Beschwerdeführer sei ein Anwalt seiner Wahl zu bestellen. H. Mit Zwischenverfügung vom 30. Juli 2014 bestätigte das Bundesverwal- tungsgericht den Eingang der Beschwerde und verzichtete auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 letzter Satz VwVG). I. Mit Eingabe vom 31. März 2015 reichte der Beschwerdeführer Beweisun- terlagen (seine "temporäre" Identitätskarte, einen Auszug aus dem Fami- lienbuch sowie Zustellcouverts) zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM beziehungs- weise SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref- fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver- waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, wesh alb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das AsylG und das VGG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-4161/2014 Seite 5 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Das Bundesverwaltungsgericht kann, wie vorliegend, gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichten. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Ausschlaggebend für die Einschätzung des Sachverhalte s ist vorlie- gend, ob der Beschwerdeführer – wie von ihm behauptet – ein Angehöriger der Volksgruppe der [Minderheit] aus D._______ ist und deshalb gefährdet sein könnte, Opfer asylrelevanter Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu E-4161/2014 Seite 6 werden (vgl. zur Situation der [Minderheit] beispielsweise: UN -News Centre, [Quellen]). Das BFM bestreitet dieses Vorbringen und hält für wahr- scheinlicher, dass er in E._______ sozialisiert wurde. Tatsächlich lebt in E._______ seit Jahrzehnten eine grosse Diasporage- meinde der aus D._______ stammenden [Minderheit]. Nach Angaben des UNHCR hielten sich Anfang 2013 rund 30'000 Personen als registrierte Flüchtlinge in zwei regierungsgeführten Flüchtlingslagern nahe der Grenze zu D._______ auf, wogegen geschätzte 200'000 weitere [Minderheitenan- gehörige] ohne Registrierung – und ohne Unterstützung – in E._______ lebten (vgl. UNHCR, [Quelle], abgerufen am 31.03.2015). Aus diesem Grund ist es durchaus möglich, dass der Beschwerdeführer, obwohl D._______ Abstammung, zur Hauptsache in E._______ gelebt haben könnte. Diese Ausgangslage ist vergleichbar mit der Situation von tibeti- schen Asylsuchenden, welche in tibetischen Diasporagemeinden in Indien und Nepal leben und aufwachsen. 5.2 Im publizierten Entscheid BVGE 2014/12 führte das Bundesverwal- tungsgericht in Bezug auf Flüchtlinge mit angeblicher Herkunft aus Ti- bet/China unter Berücksichtigung des Grundsatzes, dass die Abklärungs- pflicht der Asylbehörden ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsu- chenden Person findet, Folgendes aus: Sofern ein Asylsuchender durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status er in einem Drittstaat innehat, verunmöglicht, kann namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft wird so auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (BVGE 2014/12, E. 5.9). In Bezug auf Personen tibetischer Ethn ie, die ihre wahre Herkunft ver- schleiern oder verheimlichen, geht das Gericht daher vermutungsweise da- von aus, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestehen (Ebenda, E. 5.10). Nach diesen Grundsätzen ging das BFM auch im vor- liegend angefochtenen Entscheid vor. Die Vorinstanz hielt die Asylvorbrin- gen des Beschwerdeführers für unglaubhaft und sah sich angesichts sei- ner unklaren Identität ausserstande, allfällige Wegweisungshindernisse zu prüfen, beziehungsweise den Staat zu bestimmen, in den er zurückkehren müsste. 5.3 Das BFM stützte seine Einschätzung hinsichtlich der Herkunft des Be- schwerdeführers auf das Gutachten des Sachverständigen der Fachstelle E-4161/2014 Seite 7 Lingua vom 17. Oktober 2013 ab, wo nach der Beschwerdeführer wahr- scheinlich in E._______ und nicht in D._______ sozialisiert worden sein soll. Zu klären ist, ob das BFM zu Recht annehmen durfte, der Beschwer- deführer stamme nicht aus D._______, und ob der Sachverhalt diesbezüg- lich korrekt und abschliessend erstellt wurde. 6. 6.1 Hat die Vorinstanz entscheidwesentliche Zweifel an der vorgetragenen Herkunft von Asylsuchenden, so wird in der Regel eine von den Befragun- gen zur Person und zu den Asylgründen unabhängige Herkunftsanalyse durchgeführt. Dabei werden neben den landeskundlich -kulturellen Kennt- nissen üblicherweise auch die sprachlichen Fähigkeiten der asylsuchen- den Person geprüft; diese sogenannten "Lingua -Analysen" werden aus- schliesslich von amtsexternen, von der Fachstelle Lingua des SEM beauf- tragten Sachverständigen mit den entsprechenden Sprach - und Länder- kenntnissen durchgeführt (vgl. dazu die nach wie vor Gültigkeit beanspru- chende Rechtsprechung der Schweizerischen Asylrekurskommission, pu- bliziert in EMARK 1998 Nr. 34, EMARK 1999 Nr. 18 bis 20 sowie EMARK 2003 Nr. 14). Bei einer Lingua-Analyse handelt es sich zwar nicht um ein Sachverständigengutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG (vgl. hierzu Art. 57 – Art. 61 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern um eine schriftliche Auskunft einer Dritt person im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG. Das Bundesverwaltungsgericht misst einer Lingua-Analyse jedoch erhöh- ten Beweiswert zu, sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qua- lifikation, Objektivität und Neutralität des Experten sowie die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit erfüllt sind, denen eine solche Prü- fung zu entsprechen hat (vgl. EMARK 2003 Nr. 14 E. 7; EMARK 1998 Nr. 34; seither ständige Praxis des Bundesverwaltungsgerichts, vgl. beispiels- weise BVGE 2014/12 E. 4.2.1 sowie Urteil E-163/2012 vom 7. August 2012 E. 6.1.1). 6.2 Vorliegend wurde nach erfolgter Befragung zur Person eine Notiz er- stellt, wonach der zuständige Sachbearbeiter des BFM davon ausging, der Beschwerdeführer stamme aus einem anderen Land (vgl. act. A5/1). Als Begründung wurde genannt, er "spreche [Dialekt], wie es in E._______ ge- sprochen werde". Diese Einschätzung wurde in der Befragung zur Person (BzP) nicht thematisiert. Aus dem Protoko ll der einstündigen Befragung wird nicht ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer in seiner angebli- chen Herkunftsregion nicht auskennen würde (vgl. act. A4/9). Es ist mög- lich, dass die gleichentags beantragte Lingua-Abklärung auf einen Hinweis E-4161/2014 Seite 8 des anwesenden Dolmetschers hin eingeleitet wurde. Den Akten ist wei- terhin zu entnehmen, dass das am 13. Dezember 2012 durchgeführte Ge- spräch mit dem Beschwerdeführer nicht durch einen Sachverständigen, sondern durch einen Interviewer geführt wurde, weil der Sachve rständige nicht verfügbar war (vgl. act. A8/1). Das Interview wurde von letzterem erst in einem Gutachten vom 17. Oktober 2013 ausgewertet. Der Sachverstän- dige erscheint nach Aktenlage aufgrund von Herkunft und Ausbildung qua- lifiziert, um die nötige Einsch ätzung vorzunehmen (vgl. act. A 15/1). Er stammt aus der Region, verfügt über die nötigen Sprachkenntnisse und hat sich wiederholt und länger für Studien und Feldforschungen in E._______ und D._______ aufgehalten. Über die Qualifikation und den Hintergrund der Person, welche das Interview geführt hat, ist dagegen nichts bekannt, ausser dass er oder sie [Minderheitendialekt] gesprochen hat (vgl. act. A16/7). 6.3 Hinsichtlich des als "Lingua Report" bezeichn eten Gutachtens lässt sich folgendes bemerken: Vorab hält der Gutachter fest, dass bestimmte, zur abschliessenden Klärung der Herkunft sachdienliche Fragen ("perti- nent questions") entweder nicht gestellt wurden, beziehungsweise nur we- nig umfassend ("not ve ry copiously") beantwortet wurden. Der Gutachter stellt auch fest, dass der Interviewer einen Dialekt des F._______ (im Sü- den von E._______) gesprochen habe , während der Beschwerdeführer [Minderheitendialekt] auf einem nicht -muttersprachlichen Niveau gespro- chen habe ("non-native level", vgl. act. A 16/7, S. 1 f.). Das Gutachten fasst die Antworten auf die gestellten länderkundlichen und kulturellen Fragen zusammen. Dabei fällt auf, dass der Beschwerdeführer viele richtige Antworten gegeben hat. Die Antworten waren zwar nicht sehr ausführlich, aber überwiegend richtig. So kannte er den zum Zeitpunkt der Flucht gültigen Goldpreis (vgl. ebenda, Ziff. 2.1). Auch seine Angaben über die religiösen Gemeinschaften waren korrekt. Er nannte die verschiedenen Lebensmittelpreise, über den Preis für Fleisch sei nicht gesprochen wor- den. Auch zum Gesundheitssystem macht e er richtige Angaben (vgl. ebenda, Ziff. 2.3). Hinsichtlich der Schule gab er an, er habe kein [Mehr- heitssprache in D._______] gelernt, was den Gutachter ü berrascht, weil das die Unterrichtssprache D._______ sei. Richtig sei dagegen, so der Gutachter, dass auch [andere Sprache] gelehrt werde. Ansonsten wurden keine Fragen zur Schulausbildung gestellt. Der Beschwerdeführer äus- serte sich nicht sehr ausführlich hinsichtlich politischer Parteien, er nannte keine [Minderheiten]-Partei. Seine Ausführungen zum öffentlichen Ver- kehrswesen in der Region blieben knapp, aber richtig; er kannte jedoch E-4161/2014 Seite 9 den Preis eines Fahrscheins nicht, diesen habe immer der Vater bezahlt. Der Gutachter kommt zum Schluss, dass die Ausführungen des Beschwer- deführers im landeskundlich -kulturellen Teil sehr allgemein geblieben seien, hält aber auch fest, dass Gleiches auch für die Fragestellungen gelte. Es sei daher schwer, eine abschliessende Schlussfolgerung zu zie- hen (vgl. ebenda, Ziff. 2.4). Das Bundesverwaltungsgericht teilt diese An- sicht. Offenbar waren die Fragen sehr allgemein , und es scheint – ange- sichts der Kürze d es Gutachtens –, dass wenig nachgefragt wurde. Dies darf dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen. Festzuhalten ist, dass er die gestellten Fragen zwar knapp, aber überwiegend richtig be- antwortet hat. Hinsichtlich der Sprachanalyse erläutert der Gutachter vorab, dass [Aus- führungen zur Sprache und verwendeten Lehnwörtern und ähnlichem]. Der Gutachter beschreibt im Folgenden die Aussprache des Beschwerdefüh- rers und seine Verwendung von [Lehnwörtern] und kommt zum Ergebnis, dass [Minderheitendialekt] nicht die Muttersprache des Beschwerdeführers sei (vgl. ebenda, Ziff. 2.4). Der Gutachter bilanziert , die knappen Angaben gepaart mit den linguisti- schen Auffälligkeiten d euteten darauf hin , dass der Beschwerdeführer wahrscheinlich nicht aus D._______, sondern aus E._______ stamme (vgl. ebenda, Ziff. 4). Aus Sicht des Gerichts hat der Gutachter das Interview fachkundig, objek- tiv und sorgfältig ausgewertet. Sein Urteil bleibt – angesichts der knappen Angaben verständlich – jedoch nicht ganz eindeutig, viel mehr spricht er davon, es sei sehr wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer nicht aus D._______ komme. Das Gericht kommt zum Fazit, dass der Gutachter ohne Zweifel sorgfältig gearbeitet hat, dass das zu beurteilende Ausgangs- material aber allenfalls nicht genügend aussagekräftig war, was im Hinblick auf die Pflicht der Behörde zur Amtsermittlung gemäss Art. 12 VwVG zu berücksichtigen ist. Anscheinend hat der Interviewer nur sehr allgemeine Fragen gestellt. Die aktenkundigen Verständigungsschwierigkeiten zwi- schen dem Interviewer und dem Beschwerdeführer (vgl. act. A16/7, Re- marks on the interview, S. 1) könnten indizieren, dass das Gespräch auch aufgrund dieser Verständigungsschwierigkeiten nicht sonderlich in die Tiefe gegangen ist. Es ist auch nicht ganz auszuschliessen, dass der Be- schwerdeführer versucht hat, sich in seiner Sprechweise auf den Intervie- wer einzustellen. All diese Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben , sind im Nachhinein aber nur schwer zu beurteilen. E-4161/2014 Seite 10 6.4 Zwar hat bereits die ARK ein berechtigtes öffentliches und privates Ge- heimhaltungsinteresse anerkannt, welches die Verweigerung der vollum- fänglichen Offenlegung eines Lingua-Gutachtens an die Asylsuchenden rechtfertigt. Um dem nach Art. 29 Abs. 1 BV garantierten Grundsatz des fairen Prozesses zu genügen und den Kerngehalt des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV nicht zu verletzen, muss der asylsuchenden Person jedoch vom wesentlichen Inhalt des Gutachtens Kenntnis gegeben wer- den, mit der Möglichkeit, sich dazu zu äussern und Gegenbeweise zu be- zeichnen (Art. 28 VwVG; Art. 30 VwVG). Dazu muss die Behörde der asyl- suchenden Person in zusammenfassender Weise die von der Fachperson gestellten Fragen und den wesentlichen Inhalt der darauf erhaltenen Ant- worten sowie die weiteren in den Akten e nthaltenen Beweiselemente, auf welche die Fachperson ihre Einschätzung stützt, offenlegen, sei es in einer aktenkundigen schriftlichen Notiz, sei es anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs im Rahmen einer zu protokollierenden mündlichen An- hörung (vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 9; EMARK 2003 Nr. 14 E. 9; seither ständige Praxis des Bundesverwaltungsgerichts, vgl. beispielsweise Ur- teile des BVGer E -4104/2006 vom 24. April 2007 E. 5.2-5.4 sowie BVGer D-2335/2013 vom 8. April 2014 E. 3.8.7). 6.5 Das Gericht stellt angesichts der Aktenlage fest, dass die Vorinstanz in casu ihrer Verpflichtung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs aus fol- genden Gründen nicht in angemessener Weise nachgekom men ist: Das Lingua-Interview fand am 13. Dezember 2012 statt. Erst ein Jahr später wurde der Beschwerdeführer, am 23. Dezember 2013, zu den Asylgründen angehört. Bei diesem Termin wurden die Zweifel der Vor -instanz an der Identität des Beschwerdef ührers, beziehungsweise die aus dem Lingua - Gutachten gezogenen Schlüsse, jedoch nicht thematisiert, obwohl das Lin- gua-Gutachten seit geraumer Zeit vorlag. Erst am 10. März 2014, gut 15 Monate nach dem Interview , wurde der Beschwerdeführer schriftlich zur Stellungnahme aufgefordert. Die Ausführungen in der Verfügung zum In- halt des Gutachtens sind denkbar knapp und konzentrieren sich einzig auf jene Aussagen, welche der Gutachter als unrichtig taxierte. Auch wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen, er habe sehr knapp geantwor tet (vgl. A21/3); wie oben ausgeführt, darf dies nicht ihm angelastet werden, da es in der Hand des Interviewers gelegen wäre, vertieft nachzufragen. Es überrascht auch nicht, dass der Beschwerdeführer auf die Vorhaltungen des BFM nach so langer Zeit nur sehr pauschal und wenig präzis hat erwi- dern k önnen und einzig daran festhielt, er stamme aus D._______ und E-4161/2014 Seite 11 habe dort die Schule besucht (vgl. act. A22/1). Es ist in diesem Zusammen- hang auch wenig nachvollziehbar, warum die Vorinstanz den Anhörungs- termin nicht nutzte, um allfällige Zweifel an der Identität des Beschwerde- führers anzusprechen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Zwar fand auch die Anhörung erst ein Jahr nach dem Lingua -Interview statt, aber wenigstens hätte der Beschwerdeführer auf die Unterstützung durch einen Dolmetscher zur ückgreifen können und auf den Vorhalt des BFM allenfalls besser reagieren können. 6.6 Art. 29 Abs. 1 BV garantiert in allgemeiner Weise den Anspruch auf einen fairen Prozess sowohl für verwaltungsinterne als auch für gerichtli- che Verfahren. Neben dem Verbot der Rechtsverzögerung und der formel- len Rechtsverweigerung sowie dem Verbot des überspitzten Formalismus umfasst dieses allgemeine Fairnessgebot eine Reihe weiterer, durch Rechtsprechung und Lehre entwickelter Einzelgarantien. Dazu zählen na- mentlich die Pflicht der Behörden, sich nach Treu und Glauben zu verhal- ten, sowie der Grundsatz der Waffengleichheit, der unter anderem vorsieht, dass den Behörden vor allem bei unbeholfenen oder ohne Rechtsbeistand auftretenden Parteien eine verstärkte Aufklärungs - und O rientierungs- pflicht zukommt (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, in: Grund- rechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, Art. 29 BV S. 821 ff.; Gerold Steinmann, in: Die S chweizerische Bundesverfassung – Kommentar, Eh- renzeller/Mastronardi/Vallender/Schweizer (Hrsg.) 2. Aufl., Zürich/St. Gal- len 2008, Art. 29 BV N 9, 17 und 20; GIOVANNI BIAGGINI, in: BV Kommentar, Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Zürich 2007, Art. 29 BV N 11 ff.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Ver- waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auflage, 2013, Rz. 210 ff.). Das Gericht ist der Auffassung, dass die Behörde dem Beschwerdeführer zwar formal korrekt, jedoch nicht in fairer und angemessener Weise das rechtliche Gehör zum Ergebnis des Lingua-Gutachtens gewährte und des- halb seine Rechte aus Art. 29 Abs. 1 und 2 BV verletzt hat. Das BFM hätte den Beschwerdeführer viel zeitnaher nach Vorliegen des Sachverständi- gengutachtens zur Stellungnahme auffordern müssen, damit er sich über- haupt an das von ihm Gesagte noch hätte erinnern können, ansonsten das rechtliche Gehör zu einer Alibiübung verkommt. Dies war jedoch nach Ak- tenlage nicht möglich, weil das Dossier des Beschwerdeführers noch im Oktober 2013 keinem Sachbearbeiter zugeteilt word en war (vgl. act. A18/1). Derartige organisatorische Schwierigkeiten der zuständigen Be- hörde dürfen dem Beschwerdeführer jedoch nicht zum Nachteil gereichen, E-4161/2014 Seite 12 beziehungsweise seine Verfahrensrechte beschneiden. Das Gericht hält es nach Aktenlage für erwiesen, dass die Vorinstanz die Verfahrensgaran- tie des rechtlichen Gehörs vorliegend verletzt hat. 7. Das Gericht hegt auch grosse Zweifel, dass die Vorinstanz den Sachver- halt richtig gewürdigt hat. Das BFM ist gestützt auf den Anspruch auf recht- liches Gehör und den Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die Vorbringen der Betroffenen in einer für die Beschwerdeinstanz nachvollziehbaren Weise sorgfältig und ernsthaft zu prüfen (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2) sowie alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände – wozu auch die Asylsuchenden begünstigende Faktoren gehören – vollständig abzuklären und in den Akten festzuhalten (vgl. PATRICK KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEG- GER, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), VwVG, 2009, Praxiskommen- tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 12 VwVG N 19 ff. und N 42; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043 ff.). Wie ausgeführt, ist vorliegend die Herkunft des Beschwerdeführers für die Beurteilung des Vorliegens der Flüchtlingseigenschaft von entscheidender Bedeutung. Die Lingua-Abklärung ist dabei, wie unter E. 6.1. ausgeführt , nur ein Baustein, wenn ihr auch unter Umständen ein erhöhter Beweiswert zukommen kann. Zu beachten ist im vorliegend Verfahren zusätzlich, dass in Bezug auf die Anhörung Verständigungsprobleme zwischen dem Beschwerdeführer und der dolmetschenden Person aktenkundig sind. Der Dolmetscher bemerkte, dass der Beschwerdeführer den F._______-Dialekt spreche, der auch in D._______ gesprochen werde. Offenkundig stammt der Dolmetscher selbst nicht von dort, dafür spricht seine Aussage "Ich verstehe ihn (den Beschwerdeführer), aber es kann sein, dass ich für das Verständnis zum Teil nachfragen muss" (vgl. act. A20/15, F. 6). Zum Ende der Anhörung äusserte der Beschwerdeführer auf die Frage, ob er den Dolmetscher gut verstanden habe, dass sein [Dialekt] nicht dasselbe wie das [Dialekt] des Dolmetschers sei, der Dolmetscher spreche E._______-[Dialekt] (vgl. ebenda, F. 91). Auch die Hilfswerkvertretung vermerkte auf dem Unter- schriftenblatt, dass der Beschwerdeführer und der Dolmetscher nicht den gleichen Dialekt gesprochen hätten. Dagegen kam der Lingua -Sachver- ständige zum Ergebnis, der Beschwerdefü hrer spreche wie eine Person, die in E._______ sozialisiert worden sei. Es ist unklar, warum der Be- schwerdeführer, wenn er denn in E._______ sozialisiert worden sein soll, E-4161/2014 Seite 13 solch offenkundige Verständigungsprobleme mit einem aus E._______ stammenden Dolmetscher hatte. Der Entscheid vom 26. Juni 2014 geht auf diese Diskrepanzen nicht ein, sondern stützt die ablehnende Einschät- zung hinsichtlich der Herkunft des Beschwerdeführers vollumfänglich auf das Gutachten ab. Die Erkenntnisse des Gutachtens werden zudem nur gegen den Beschwerdeführer verwendet. Alles , was für ihn sprechen würde (oberflächliche Fragestellungen, richtige Antworten seinerseits) , wird im Entscheid ausg eklammert. Dabei verpflichtet der Untersuchungs- grundsatz die Vorinstanz, auch allfällige zutreffende Antworten der asylsu- chenden Person zu ihrem angeblichen Heimatland gebührend zu berück- sichtigen (vgl. EMARK 2004 Nr. 28 E. 7a-b), was vorliegend offensichtlich nicht der Fall gewesen ist. 8. Angesichts obiger Ausführungen muss festgeh alten werden, dass auf- grund der bei Erlass der vorinstanzlichen Verfügung bestehenden Sach- lage nicht eingeschätzt werden kann , woher der Beschwerdeführer tat- sächlich stammt. Die Argumentation der Vorinstanz überzeugt, wie darge- stellt, vorliegend nicht, weshalb davon auszugehen ist, dass der rechtser- hebliche Sachverhalt bei Erlass der angefochtenen Verfügung nicht aus- reichend abgeklärt war. Erst im Verlauf des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer ferner mit Eingabe vom 31. März 2015 Beweisunter lagen – seinen Anga- ben zufolge handle es sich um eine (…) Identitätskarte und um einen Aus- zug aus dem Familienbuch, samt Zustellcouverts – zu den Akten. Diese bedürfen indessen ebenfalls der näheren Abklärung, um ihren Beweiswert einzuschätzen. Der angefochtene Entscheid ist demnach aufzuheben und mit der Auflage an das SEM zurückzuweisen, die Herkunft des Beschwerdeführers unter Wahrung seiner Verfahrensrechte und unter Würdigung der im Beschwer- deverfahren eingereichten Unterlagen erneut abzuklären und den Sach- verhalt umfassend zu erstellen. Die Beschwerde ist gutzuheissen, und die Sache ist im Sinne der Erwä- gungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 E-4161/2014 Seite 14 Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb der Antrag um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung gegenstandslos geworden ist. Eine Parteientschädigung gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG ist nicht zuzuspre- chen, da aufgrund der Akten nicht davon auszugehen ist, es seien dem im Beschwerdeverfahren nicht vert retenen Beschwerdeführer notwendige und verhältnismässig hohe Kosten entstanden. Der Antrag des Beschwerdeführers auf rechtliche Verbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG ist angesichts der Gutheissung der Beschwerde ebenfalls gegenstandslos geworden, und es ist darüber nicht mehr zu befinden. (Dispositiv nächste Seite) E-4161/2014 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Entscheid der Vorinstanz wird auf- gehoben. 2. Das SEM wird angewiesen, die Herkunft des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen erneut abzuklären. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Susanne Bolz Versand: