B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1036/2012 U r t e i l v o m 6 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter Bruno Huber, Gerichtsschreiberin Stella Boleki. Parteien A._______, Iran, vertreten durch Lukas Siegfried, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012 / N (…). E-1036/2012 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer, ein aus der B._______ stammender konfessions- loser Iraner, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) April 2010 ohne eigene Reise - und Identitätspapiere, reiste über Griechenland sowie weitere Länder in die Schweiz, wo er am Tag der Ein- reise am 3. Mai 2010 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchte. Das BFM befragte den Beschwerdeführer am 10. Mai 2010 über seinen Reiseweg, die Personalien und summarisch zu den Gesuchsgründen. B. Das Bundesamt trat am 5. August 2010 i m Rahmen eines sogenannten Dublin-Verfahrens auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und verfügte seine Wegweisung nach Griechenland. Diese Verfügung liess d er Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 10. August 2010 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Im Rahmen eines Schriftenwechsels hob das Bundesamt am 23. März 2011 seinen Nichteintretensentscheid vom 5. August 2010 auf und nahm das Asylver- fahren wieder auf . Das Bundesverwaltungsgericht schrieb mit Urteil E-5680/2010 vom 24. März 2011 die gegen die vorinstanzliche Verfügung erhobene Beschwerde als gegenstandslos geworden ab. II. C. Am 13. Januar 2012 hörte das BFM den Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asylgründen an. C.a Zur Begründung seines Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er sei seit seiner Kindheit durch die anti -islamische Haltung seines Vaters und seines Grossvaters geprägt worden. Er habe die Zeitung (…) schon in jungen Jahren gekannt und für diese schon während der Schulzeit Artikel geschrieben. In den Jahren 2000/2001 sei er letztmals mit Artikeln oder Schriftgut öffentlich in Erscheinung getreten. Er habe drei Bücher und 5000 Gedichte verfasst; alles sei beschlagnahmt E-1036/2012 Seite 3 worden. Er habe deswegen Schwierigkeiten gehabt, von einer Universität aufgenommen zu werden. Er sei bei einem Interview über den Islam b e- fragt worden und habe das Meiste nicht ge wusst, deshalb sei er nicht aufgenommen worden. Schliesslich habe er an den Universitäten C._______, D._______ und E._______ studiert. Als Student im zweiten oder vierten Semester habe er sein erstes Buch über die iranische G e- schichte und den Islam – unter Weglassen der ursprünglichen Textstellen, in denen der Islam direkt angegriffen worden sei – in einer grösseren Auf- lage selbst drucken lassen. Das Werk sei in der Zeit von 2000 bis 2004 erschienen. Er habe das Buch unter einem Pseudonym verfasst , und die Sittenpolizei der Universität habe solche Bücher immer kontrolliert. C.b Am (…) Juli 1999 sei er im Zusammenhang mit der Teilnahme an ei- ner Demonstration gegen das Regime festgenommen und zirka (…) Tage lang inhaftiert worden. Zuerst sei er (…) Tage lang in Einzelhaft gewesen, wo er gefoltert worden sei ; die restliche Zeit sei er zusammen mit einem Vergewaltiger respektive mit Kriminellen in einer Zelle ge sessen. D er Erstgenannte habe versucht, ihn zu vergewaltigen, doch er habe dies mit einer sich selbst zugefügten Verletzung verhindern können, indem er (…). Zivile Beamte beziehungsweise Angehörige der Sicherheitskräfte hätten erfolglos versucht, ihm mit Hilfe von Foltermethoden ein Geständnis a b- zuringen. C.c Im (…) 2004 sei sein bei der islamische n Revolutionsgarde (Sepah) tätiger Schwager beim Absturz eines Flugzeugs des Modells Antonov C/13 ums Leben gekommen . Er sei Regime kritiker gewesen. Er (B e- schwerdeführer) vermute, dass die Regierung hinter dem Unfall stecke. Nach diesem Unglück habe er zusammen mit mehreren Personen – dar- unter auch Angestellte der Regierung – an einer Protestaktion teilge- nommen. Sie hätten dagegen protestiert , dass Regierungsmitarbeitende mit alten russischen Flugzeug en fliegen müssten. Er sei daraufhin fes t- genommen und nach (…) Tagen freigelassen worden, mit der Auflage, nicht mehr Versammlungen zu organisieren oder an solchen teilzune h- men. Zurück an der Unive rsität sei sein Theaterverein , in welchem G e- dichtabende durchgeführt und politische Diskussionen geführt worden seien, geschlossen worden. C.d Am (…) 2006 habe er den Militär- bzw. den Polizeidienst angetreten. Er sei zwar von der Sicherheitspolizei beobachtet worden, aber aufgrund seiner guten Schulbildung im (…) Rang ("[…]") eingereiht worden. Wäh- rend seines Polizeidienstes habe er öfters Befehle – beispielsweise den-E-1036/2012 Seite 4 jenigen, demonstrierende Lehrer mit Eisenstangen zu schlagen – miss- achtet sowie kritische Diskussionen geführt. Er sei mehrfach in Haft g e- nommen worden beziehungsweise habe er Bürgschaften leisten müssen oder sei gezwungen worden, irgendwelche Papiere unterschreiben zu müssen; einmal sei er auch versetzt worden. Sein Militärdienst habe vi el- leicht auch deshalb statt achtzehn Monate bis (…), mithin rund (…) lang, gedauert. C.e Am (…) Dezember 2008 ([…]) habe er an einer grossen Protes t- kundgebung gegen das Regime teilgenommen und sei mit vielen anderen Teilnehmern festgenommen und inhaftiert worden. Er sei wiederum mit einem Vergewaltiger in einer Zelle gewesen, der sich an ihm habe ve r- greifen wollen. Er habe der Vergewaltigung aber entgehen können, indem er sich selbst in (…) habe. Alle zwei oder drei Tage sei er verhört und da- bei auch geohrfeigt worden. Am (…) März 2009 sei er für (…) Tage be- dingt beurlaubt worden , weil der Vater seines zweiten Schwagers seine einflussreichen Kontakte habe spielen lassen und seine jüngere Schwe s- ter eine Kaution für ihn bezahlt habe . Er (Beschwerdeführer) habe diese Gelegenheit genutzt und sei aus seinem Hei matstaat ausgereist. Seine Familienangehörigen hätten seine Reise organisiert. C.f Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer fremd- sprachige Unterlagen zu den Akten. Seinen Angaben zufolge handelt es sich um eine Zulassungsbestätigung der Universität C._______ und um drei Ablehnungsschreiben von anderen Universitäten. Im Verlauf des vor- instanzlichen Verfahrens reichte er einen iranischen Führerausweisweis , eine nationale Identitätskarte und eine Kopie seines Polizeidienstauswei- ses nach. D. Das BFM verneinte mit Verfügung vom 27. Januar 2012 – eröffnet am 2. Februar 2012 – die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, wies sein Asylgesuch vom 3. Mai 2010 ab und ordn ete die Wegweisung sowie deren Vollzug an. E-1036/2012 Seite 5 E. Mit Beschwerde vom 23. Februar 2012 liess der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Verfügung anfechten und sinngemäss beantragen, es sei seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren. F. Am 29. Februar 2012 erhob die damals zuständige Instruktionsrich- terin mit Zwischenverfügung einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.–, der bis zum 14. März 2012 zu zahlen sei, ansonsten auf d ie Beschwerde nicht eingetreten werde. G. Mit Schreiben vom 8. März 2012 ersuchte die Rechtsvertretung bei der Instruktionsrichterin um die Gewährung von Ratenzahlungen. H. Am 13. März 2012 lehnte die Instruktionsrichterin das Gesuch ab und setzte dem Beschwerdeführer eine Nachfrist von drei Tagen ab Erhalt der Verfügung zur Bezahlung des Kostenvorschusses. Der Beschwerdeführer leistete den eingeforderten Kostenvorschuss in der Folge fristgerecht. I. Am 28. Januar 2013 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsver- treter das Original des vorgängig in Kopie zu den Akten gegebene n Poli- zeidienstausweises nachreichen. J. Am 20. März 2013 lud das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. K. Am 17. April 2013 hielt die Vorinstanz innert der erstreckten Frist an ihrem bisherigen Standpunkt fest und beantragte die Abweisung der Beschwe r- de. L. Am 19. April 2013 wurde dem Beschwerdeführer die vorinstanzliche Ve r- nehmlassung vom 17. April 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt. E-1036/2012 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem V wVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kan n die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder E-1036/2012 Seite 7 begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen o der massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM qualifiziert die Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers als überwiegend unglaubhaft. 4.1.1 Es führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschwerdefüh- rer habe zwar Eckdaten der beiden Inhaftierungen im Jahre 1999 und 2008 genannt, die Tagesabläufe in der Haft habe er jedoch nicht b e- schreiben können. Somit würden bereits erste Zweifel daran bestehen, dass er selbst und tatsächlich im Zentrum des Geschehens gestanden habe. Diese Einschätzung erhärte sich durch die stereotype und pa u- schale Schilderung von angeblichen Foltererlebnissen, de r persönliche Wahrnehmungen und Betroffenheit fehlen würden. Namentlich habe er die Folterer einzig mit ihrem " brutalen Gesi chtsausdruck" beschreiben können. Eine solche Aussage in derart allgemeiner und oberflächlicher Form vermöge nicht zu überzeugen. Auch die Beschreibungen d er ver- suchten Vergewaltigungen seien oberflächlich und diffus geblieben. Auch wenn sich Vergewaltigun gsopfer erfahrungsgemäss nicht immer an den eigentlichen Tathergang erinnern könnten oder wollten, könne dennoch erwartet werden, dass die Begleitumstände und Vorgänge geschildert werden könnten, die zur Situation des (hier nur versuchten) Übergriffs ge- führt hätten. Davon sei vorliegend insbesondere auch auszugehen, weil sich der Beschwerdeführer angeblich durch Selbstverstümmelung zu schützen gewusst habe. Nachvollziehbare und anschauliche Angaben liessen sich seinen Aussagen jedoch nicht entnehmen. 4.1.2 Die Schilderung der angeblich versuchten Vergewaltigungen sei krass widersprüchlich ausgefallen. Anlässlich der Anhörung habe er klar geltend gemacht, während der ersten Haft im Jahr 1999 mit Kriminellen in E-1036/2012 Seite 8 einen Raum gesteckt worden und dabei einem Vergewal tigungsversuch nur durch (…) entkommen zu sein. Demgegenüber habe er im weiteren Verlauf der Anhörung die ses Vorbringen bestritten und stattdessen g e- sagt, ein Vergewaltigungsversuch habe erst während der zweiten Haft 2008/2009 stattgefunden. Diesem habe er nur durch selbst herbeigeführ- te Verletzungen (…) entgehen können. Zudem widerspreche letztere Ver- sion seinen Aussagen, er habe in der Haft 2008/2009 ausser Ohrfeigen keine anderen Nachteile und Folterun gen erlitten . Kurz darauf habe er aber zu Protokoll gegeben, die Regierung habe durch eine solche Verg e- waltigung seinen Willen zu brechen beabsichtigt. Auf die Widersprüche angesprochen habe er mit der blossen Erklärung, er sei während der Haft mit Kriminellen in die Zelle gesteckt worden, nicht zu überzeugen vermö- gen. 4.1.3 Andere Aussagewidersprüche würden die bestehenden Zweifel er- härten. Während er an der Anhörung einerseits zu Protokoll gegeben h a- be, die dem BFM nachgereichten Dokumente habe er seiner Tante nach F._______ geschickt, habe er sich andererseits im Verlaufe derselben Anhörung dahingehend geäussert, dass seine Tante die Unterlagen wäh- rend seiner Haft nach F._______ geschickt habe. Sodann sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer von einem (…)tag spreche, aber nicht dessen Bedeutung kenne. Gemäss ihren (Vorinstanz) Erkenntnissen gebe es keinen Flugzeugtyp mit der Bezeichnung Antonov C13, und im Herbst 2004 habe es im Iran auch keinen Flugzeugabsturz mit Regierungsmitgliedern gegeben. Bekannt seien aber die Abstürze e i- ner Antonov im November 2006 und einer Herkules C130 im Dezember 2005. 4.2 Die Aussagen des Beschwerdeführers, er habe zwar Dokumente und Beweismittel aus dem Iran kommen lassen können, nicht aber die Ident i- tätskarte, weil jene seinen Namen trage, seien als realitätsfremd zu we r- ten. Seine Erklärung, die Namen auf den anderen Dokumenten seien weniger bedeutend und stellten deshalb keine Gefahr dar, sei haltlos . Ebenso wenig vermöchten die – übrigens gut verheilten – Narben nichts an der Einschätzung des Bundesamtes zu ändern, da die Unterlagen die Vorbringen nicht belegen würden. Die äusserliche Erscheinung der gleich langen und parallel angeordneten Narben (…) lasse den Schluss zu, dass diese Verletzungen nicht in einem Moment innerer Verzweiflung als letzte Massnahme zum Schutz vor einem Ü bergriff selbst zugeführt wo r- den seien. E-1036/2012 Seite 9 Die Fähigkeit des Beschwerdeführers, Gedichte zu verfassen, werde nicht bezweifelt, doch sei damit nicht belegt, dass er deswegen ins Visier der iranischen Behörden geraten sei. Auch die Universitätsunterlag en (Zulassungs- und Ablehnungsentscheide) vermöchten nicht zu beweisen, dass ihm wegen der vorgenannten Gründe der gewünschte Studienplatz verweigert worden sei. Diese Erwägungen habe er selber durch die Aus- sage bestätigt, mangelnde Islamkenntnisse und hohe Laufnummern sei- en die Ursachen für die Ablehnung gewesen. 4.2.1 Schliesslich sei der Wahrheitsgehalt wesentlicher Vorbringen, die ohne zwingenden Grund im weiteren Verlauf des Verfahrens nicht mehr geltend gemacht würden, zweifelhaft . So habe er die anfänglich aufge- führte Art der Folter, wonach er mit Kot überschüttet worden sei , bei der Zweitbefragung zunächst nicht mehr erwähnt. Auf Nachfrage habe er e r- klärt, er stehe unter Stress und habe dies deshalb zu erwähnen verges- sen; die Erklärung überzeuge in der pau schalen und stereotypen Form nicht. Ein anderes Beispiel hierfür sei der bei der Erstbefragung noch a n- gegebene Haftgrund (konfiszierte Bücher und Gedichte): Bei der Zweitbe- fragung sei auch dieses Vorbringen unerwähnt geblieben; demgegenüber habe er ausgeführt, es sei während de r Haftverhöre im Jahr 1999 immer um Fragen betreffend die Familienangehörigen und – ganz offensichtlich im Zusammenhang mit den Demonstrationen – um Freunde und Unte r- stützer gegangen. Auch während der Haft von 2008/2009 hätten sich di e Fragen um Freunde und Auslandkontakte gedreht. Darauf angesprochen habe er in seiner Stellungnahme angeführt, die Behörden hätten sich an der Universität über ihn und seine Schreibaktivitäten erkundigt; dieser unplausiblen Äusserung fehle jedoch jede wei tere Substanz. Habe er in diesem Zusammenhang bei der Erstbefragung noch angegeben, eine Hinrichtung wegen der Konfiszierung der Zeitungsartikel zu b efürchten oder dass vor der zweiten Festnahme oder im Oktober/November 2008 Hausdurchsuchungen durchgeführt worden seien, habe er diese zentra- len Vorbringen an der Zweitbefragung nicht mehr erwähnt. Bei dieser ha- be er vielmehr erwähnt, eine Hausdurchsuchung habe nach der Fes t- nahme vom 7. Dezember 2008 stattgefunden, wobei ein Buch mit selbs t- verfassten klassischen Gedichten beschlagnahmt worden sei. 4.2.2 Insgesamt würden die Asylvorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit im Sinn von Art. 7 AsylG nicht standhalten. Aufgrund di e- ser Sachlage sei auf die weiteren Unglaubhaftigkeitselemente in den Vor- bringen, nicht einzugehen. E-1036/2012 Seite 10 4.3 Der Beschwerdeführer bestätigt in seine m Rechtsmittel den bei der Vorinstanz zu Protokoll gegebene n Sachverhalt und ergänzt diesen mit zahlreichen Details. 4.3.1 Im Wesentlichen ergänzt er, bei seiner ersten Festnahme (Stude n- tentag) sei er gefoltert worden, indem er auf einen am Boden befestigten Stuhl gebunden und öfters sehr heftig an den Schultern gestossen wor- den sei, so dass ihm übel geworden sei und er Kopfschmerzen beko m- men habe . Bei anderen Gelegenheiten sei er mit Stiefeln an Brust und Hüfte gestossen und angeschrien worden und habe unzählige Ohrfeigen erhalten. Er habe beim Absitzen enorm Zeit gebraucht, weil er vor Schmerzen nicht habe sitzen können (vgl. Beschwerde Ziffer 5). Bei der zweiten Inhaftierung sei er nicht gefolt ert worden, doch sei er mit Stiefeln gegen Körper und Hinterkopf getreten sowie geohrfeigt worden. Es seien aber auch schreckliche Ereignisse vorgefallen , die als psychische Folte- rung zu qualifizieren seien. Dadurch sei er depressiv geworden und habe sich deswegen verletzt (vgl. Beschwerde Ziffern 23–27). Im Gefängnis in Frankreich habe er einen Suizidversuch verübt (vgl. Beschwerde Ziffern 18/19). 4.3.2 Die Anzahl der Verhaftungen wisse er nicht mehr, doch das erste Mal sei im Jahr 1999 gewesen und im siebten Semester sei en es 12–15 Mal gewesen. In dieser Zeit habe er ber eits Vorträge gehalten, sich am Studententheater beteiligt und eigene Gedichte verteilt. Nach zwei Jahren an der Universität habe er festgestellt, dass er von einem Kollegen hei m- lich beobachtet worden sei. Dieser habe seine Beobachtungen an einen Gruppenleiter der Psychologie weitergeleitet. Aus diesem Grund habe er (Beschwerdeführer) an der Abschlussfe ier nicht teilgenommen (vgl. Be- schwerde Ziffer 6). 4.3.3 Während seiner (…)jährigen Dienstzeit bei der Polizei sei er viele Male in Haft gewesen, sei es für einen Tag, eine Woche oder zwei Mon a- te (vgl. Beschwerde Ziffer 6). Die längste Inhaftierung habe er sich wegen Diskussionen mit seinem Vorgesetzten eingehandelt; dieser habe von ihm verlangt, dass er bete und in die Moschee gehe. 4.3.4 Es habe zwei Flugzeugabstürze gegeben, gegen die er mit seinen Kollegen protestiert habe. Sein Schwager sei beim zweiten Absturz am (…) 2006 gestorben, als die Antonov (…) im Flughafen (…) abgestürzt sei. Er sei damals bei der Polizei gewesen (vgl. Beschwerde Ziffern 16 E-1036/2012 Seite 11 und 40). Da es viele derartige Ereignisse gegeben habe, hätten sich bei ihrer Schilderung Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen. 4.3.5 Hausdurchsuchungen hätten in unregelmässigen Abständen statt- gefunden. Beim ersten Mal seien die 5000 Gedichte beschlagnahmt wo r- den, beim zweiten Mal sei nach anderen regimekritischen Dokumenten gesucht worden. Heute befänden sich neue Ge dichte im Iran und das erste Buch sei auch im Iran. Das zweite Buch befinde sich in der Schweiz (vgl. Beschwerde Ziffer 31). 5. 5.1 Grundsätzlich sind die Vorbringen eines Gesuchstellers dann glau b- haft, wenn sie genügend substan ziiert, in sich schlüssig und pla usibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbe h- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wide r- sprechen. Darüber hinaus muss der Ges uchsteller persönlich glaubwü r- dig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er seine Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweis mass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf ei ne objektivierte Sichtweise abzu - stellen (Art. 7 AsylG; vgl. BVGE 2010/57 S. 826 ff., m.w.H.). 5.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach eingehender Prüfung der Akten ebenfalls zu m Ergebnis, dass die Vorfluchtgründe des B e- schwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit im Sinn von Art. 7 AsylG nicht genügen. 5.2.1 Zur Begründung kann vorab auf die zu bestätigenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. hierzu Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012, S. 3–5). 5.2.2 Weiter kann auf das auffällige Aussageverhalten des Beschwerd e- führers verwiesen werden, der während der ausführlichen Anhörung auf E-1036/2012 Seite 12 konkrete Fragen zu wesentlichen Vorbringen häufig ausweichend antwor- tete und dafür ausschweifende und teilweise widersprüchliche, anderwei- tige Erklärungen zu Protokoll gab (vgl. etwa BFM-Akte A33 F16, F18, F21–F24, F36–47, F56–F58, F88–F90). 5.2.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der Staat verfolge ihn aufgrund seiner regimekritischen journalistischen Tätigkeit und aufgrund von Teilnahmen an Demonstrationen gegen die Regierung, hat er sich bei seinen Vorbringen in zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten ver- strickt: 5.2.3.1 Erste Zweifel entstehen bei seiner Schilderung, er habe die Ein- trittsprüfungen zu den Universitäten nicht bestanden, weil er viele Fragen zum Islam nicht habe beantworten können (vgl. A33 F37). Seinen Ang a- ben zufolge umfasst der Inhalt seines ersten Buches eine Abhandlung über den Islam und die islamische Republik . Vom Autor eines kritischen Werks über den Islam ist zwangsläufig zu erwarten, dass er sich mit d ie- sem Glauben eingehend auseinandergesetzt hat. Dass er sich in der Be- schwerdeschrift nun dahingehend äussert, er sei nicht auf genommen worden, weil er keinen Glauben in den Islam habe, muss als Schutzb e- hauptung qualifiziert werden. 5.2.3.2 Sodann ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass er an der Zwei t- befragung die Probleme mit dem Regime wegen seiner regimekritischen Zeitungsartikel, seiner drei verfassten Bücher und der 5000 Gedichte z u- erst gar nicht und dann erst auf Nachfrage hin erwähnt hat. 5.2.3.3 Zusätzlich ist zu bemerken, dass die in diesem Zusammenhang protokollierten Schilderungen insgesamt kein nachvollziehbares Bild e r- geben. Der Beschwerdeführer macht einerseits geltend, er habe regim e- kritische Artikel veröffentlicht und seine Bücher seien vor seiner zweiten Gefängnisstrafe beschlagnahmt worden ; andererseits bringt er vor, bei seiner zweiten Haft im Dezember 2008 hätten seine Verfolger wissen wol- len, wo er seine regimekritischen Artikel v ersteckt habe. Seinen Angaben zufolge wäre er zu diesem Zeitpunkt in der Öffentlichkeit als Regimekrit i- ker bereits bekannt gewesen. Die angebliche Frage nach dem Versteck seiner regimekritischen Artikel hätte unter diesen Umständen keinen Sinn gemacht, zum al auch seine Bücher zu diesem Zeitpunkt bereits konfi s- ziert gewesen seien (vgl. A1 S. 6). Erst an der Anhörung bringt er auf Nachfrage vor, er habe das erste Buch unter einem Pseudonym g e- schrieben, wobei er die i slam-kritischen Passagen weggelassen habe. E-1036/2012 Seite 13 Das Buch sei von der Sittenpolizei gelesen worden (vgl. A33 F161–F165). Würden diese Angaben (Pseudonym und Weglassen von kritischen Pa s- sagen) zutreffen, stellte sich die Frage, weshalb er denn wegen seiner regimekritischen Äusserungen (journalistische Tät igkeit und konfiszierte Bücher) im Iran die Hinrichtung zu befürchten gehabt hätte. Die in diesem Zusammenhang protokollierte Aussage des Beschwerdeführers , er sei letztmals im Jahr 2000/2001 öffentlich regimekritisch in Erscheinung g e- treten (vgl. A33 F153) bringt keine Erhellung und widerspricht zudem der Aussage, sein Buch sei von 2001 bis 2004 veröffentlicht worden. Insg e- samt vermag der Beschwerdeführer seine regimekritische n journalisti- schen und schriftstellerischen Aktivitäten nicht glaubhaft darzulege n (vgl. auch A33 F197). Daran ändert auch die auf Beschwerde vorgebrachte Argumentation nichts, er habe Vorträge über seine Bücher gehalten und nach zwei Jahren feststellen müssen, dass er beobachtet worden sei, weshalb er nicht an der Schlussfeier teilgenommen habe. 5.2.3.4 In dem vom Beschwerdeführer geschilderten Kontext erscheint schwer nachvollziehbar, dass er, der als bekannter Regimekritiker meh r- fach inhaftiert gewesen sei, ab Februar 2006 seine Wehrdienstpflicht ausgerechnet bei der Polizei absolviert haben will (vgl. A33 F104 –108). Die Aussagen zur Versetzung (bzw. den Versetzungen) und der Verha f- tung (bzw. den Verhaftungen) während dieser Zeit sind denn auch wide r- sprüchlich und unsubstanziiert ausgefallen (vgl. A33 F12, F20–F29). 5.2.3.5 Auch b ezüglich der län geren Inhaftierungen im Jahr 1999 ( […] Tage) und vom (…) 2008 bis (…) 2009 schliesst sich das Gericht im W e- sentlichen den vorinstanzlichen Erwägungen an. Die konkreten Mis s- handlungen (Überschütt en mit Kot, Fusstritte, Stösse und Ohrfeigen, Fesselungen) werden unterschiedlich geschildert, was zu ersten Zweifeln Anlass gibt. Die konkreten Fragen nach einem Tagesablauf im Gefängnis (vgl. A33 F76) oder nach dem Hergang der versuchten Vergewaltigung (vgl. A33 F87, F91) konnte der Beschwerdeführer nicht überzeuge nd be- antworten. Seine Vorbringen sind wenig substanziiert und auch sonst von einem Mangel an Realitätskennzeich en geprägt. Einerseits gab der Be- schwerdeführer an, in den ersten fünf Tagen nach der Festnahme im Jahr 1999 sei er in Einzelhaft genommen und dort gefoltert worden (vgl. A33 F87); andererseits gab er zu Protokol l, damals sei nichts Spezielles g e- schehen, er habe Suppe erhalten und sei befragt worden (vgl. A33 F74). Auch bezüglich des Vergewaltigungsversuchs gab der Beschwerdeführer Widersprüchliches zu Protokoll. So gab er bei der Anhörung zunächst an, E-1036/2012 Seite 14 bei der ersten längeren Verhaftung im Jahr 1999 Vergewaltigungs - versuchen entgangen zu sein (vgl. A33 F87 –91); später gab er zu Proto- koll, es habe sich beim zweiten Gefängnisaufenthalt im Dezember 2008 alles wie beim ersten Mal abgespielt (vgl. A33 F141, F143–F146) mit dem einzigen Unterschied, dass er sich an (…) Verletzungen zugefügt habe (vgl. A33 F147). Schliesslich stellte er auf Nachfrage hin fest, der Verge- waltigungsversuch habe erst beim zwe iten Mal stattgefunden (vgl. A33 F148). 5.2.3.6 Die Glaubhaftigkeit des behaupteten familiären Hintergrunds des Beschwerdeführers, der ihn in regimekritischer Hinsicht geprägt habe, kann letztlich offenbleiben, da seine Ausführungen zu den geltend g e- machten Ereignissen als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Auch bei den Ausführungen zu seinen Schwäger n bestehen im Übrigen erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt. So soll der erste Ehemann seiner jüngeren Schwester ein ranghoher Regierungsbeamter und Regimekrit i- ker gewesen sein, der im (…) 2004 bei einem – vermutungsweise durch die iranische Regierung verursachten – Flugzeugabsturz umgekommen sei (vgl. A33 F6, F8). Das BFM hatte festgestellt, dass weder der ange- gebene Flugzeugtyp "Antonov C13" existiert noch zum angegebenen Zeitpunkt ein Flugzeug mit iranischen Regierungsbeamten abgestürzt ist. Auf Beschwerdeebene wird in diesem Zusammenhang nun an gegeben, sein Schwager sei im Jahr 2006 gestorben, als er bereits im Militär gew e- sen sei, und die Protestaktion vom (…) 2004 habe wegen des Absturzes eines Helikopters mit einer Rettungsmannschaft des Roten Halbmondes stattgefunden. Auch diese nachgeschobene Anpassung des Sachverhalts ist offenkundig unglaubhaft. 5.2.3.7 Die zu den Akten gereichten Unterlagen vermögen die erwähnten Ungereimtheiten nicht auszuräumen. Selbst wenn der Beschwerdeführer bei der Polizei Dienst geleistet hätte, würden die in diesem Zusamme n- hang geltend gemachten Behelligungen und Inhaftierungen während se i- ner Dienstzeit unglaubhaft erscheinen. Auch die Ausführungen zu den Beweismitteln, die der Beschwerdeführer nach F._______ geschickt habe (vgl. Beschwerde S. 4), verm ögen die überzeugenden vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu relativieren. 5.2.4 Insgesamt ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass es dem Be- schwerdeführer auch auf Beschwerdeebene nicht gelungen ist, seine Vor-E-1036/2012 Seite 15 fluchtgründe glaubhaft darzulegen . Das BFM hat den Asylantrag folglich zu Recht abgewiesen. 5.3 Sodann macht der Beschwerdeführer im Sinn von subjektiven Nac h- fluchtgründen geltend, er habe in der Schweiz eine Website, namens (…) betrieben, die, vermutlich durch den iranischen Geheimdienst , gelöscht worden sei . Auf Facebook sei er sehr aktiv, dies aber nur unter einem Pseudonym, weil seine Familie im Iran sonst Probleme bek äme. In der Schweiz habe er einen Verein gesucht und einen namens G._______ ge- funden, doch nach zweimaliger Teilnahme an Versammlungen, an denen er Transparente gegen Ahmedinejad hochgehalten habe , habe er sich gegen eine Mitgliedsc haft entschieden; die Vorgehensweise des Vereins habe ihm nicht entsprochen (vgl. A33 F186–F192). 5.3.1 Flüchtlingen wird kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Au s- reise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüc htlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden ( Art. 54 AsylG). Als subjektive Nachfluchtgründe können insbesondere das illega- le Verlassen des Heimatlandes ( sogenannte Republikflucht), das Einrei- chen eines Asylgesuchs im Ausland oder eine aus der Sicht der heima t- staatlichen Behörden unerwünschte exilpolitische Betätigung gelten, falls diese Aktivitäten die Gefahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden jedoch als Flüch tlinge vorläufig aufg e- nommen. Durch Republikflucht zum Flüchtling wird, wer sich aufgrund der unerlaubten Ausreise mit Sanktionen seines Heimatstaates konfrontiert sieht, die bezüglich ihrer Intensität und der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen (vgl. (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3, 2009/29 E. 5.2 , m.w.H.; D-3892/2008 E.5.3.3). 5.3.2 Das Bundesamt führt bezogen auf diese Vorbringen in der ang e- fochtenen Verfügung aus, die geltend gemachte Teilnahme an Kundg e- bungen, sowie die Publikationen im Internet vermöchten keine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr in den Iran zu begründen. Das Ve r- halten des Beschwerdeführers in der Schweiz sei insgesamt nicht geei g- net, ein ernsthaftes Vorgehen der iranischen Behörden zu bewirken, z u- mal keine Anhaltspunkte für die Annahme bestünden, im Iran wären g e- gen ihn aufgrund der geltend gemachten Aktivitäten behördliche M ass- nahmen eingeleitet worden. Ferner sei zu erwähnen, dass zum Vorbrin- gen, die Homepage sei vom iranischen Sicherheitsdienst gelöscht wo r-E-1036/2012 Seite 16 den, substanziierte Angaben fehlen würden. Der Beschwerdeführer ve r- füge nicht über ein politisches Profil, das ihn bei einer Rückkehr in den Iran einer konkreten Gefährdung aussetzen würde. Die geltend gemac h- ten subjektiven Nachfluchtgründe vermöchten den Anforderungen an Art. 3 AsylG nicht zu genügen, weshalb der Beschwerdeführer nicht als Flüchtling anerkannt werden könne. 5.3.3 Der Beschwerdeführer hält den diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen in seinem Rechtsmittel nichts Stichhaltiges entgegen. 5.3.4 Nach diesen Erwägungen ergibt sich in einem zweiten Zwischene r- gebnis, dass keine subjektiven Nachfluchtgründe vorliegen, d ie eine A n- erkennung der Flüchtlingseigenschaft rechtfertigen würden. Der B e- schwerdeführer hat bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat keine asyl- relevante Verfolgung zu befürchten. 5.4 Das BFM hat somit zu Recht auch die Flüchtlingseigenschaft des Be- schwerdeführers verneint. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über e inen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9, m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 42.20]). E-1036/2012 Seite 17 7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völke r- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Da dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen schaft nicht zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Z u- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 der Bu n- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]); Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter un d andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten [EMRK, SR 0.101]. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch au s den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der We gweisung ist demnach sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Die allgemeine Lage im Iran ist weder durch Krieg, Bürgerkrieg noch durch eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, aufgrund derer die Zivilbevölkerung al lgemein als konkret gefährdet bezeichnet werden müsste. Sodann sind den Akten keine Hinweise auf individuelle, in der Person des Beschwerdeführers liegende Vollzugshindernisse zu entne h- men. Der Beschwerdeführer hat den Iran im Alter von (…) Jahren verlas- sen und ist demnach mit der dortigen Kultur und Tradition verwurzelt. Seine Familienangehörige n und Verwandte n leben nach wie vor in H._______ und F._______, und es ist davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer im Iran über ein familiäres (und auch über ei n ausserfa- miliäres) Beziehungsnetz verfügt, auf welches er bei einer Rückkehr z u- rückgreifen k ann. Aufgrund der guten Ausbildung und der langjährigen E-1036/2012 Seite 18 Arbeitserfahrung sollte es ihm auch möglich sein, sich wieder eine Exi s- tenz aufbauen zu können. Der Vollzug der Wegweisung ist somit zumutbar. 7.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Wegweisungsvollzug schliesslich auch als möglich zu bezeichnen. Es obliegt den Beschwerdeführe nden, sich bei der zuständigen i ranischen Vertretung die für eine Rückkehr notwendigen Rei sedokumente zu beschaffen ( Art. 8 Abs. 4 AsylG ; vgl. BVGE 2008/34 E. 12). 7.5 Die Vorinstanz hat demnach den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläuf i- gen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7.6 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG ) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Beschwerdeführer hat im Rahmen des Instruktion s- verfahrens fristgerecht einen Kostenvorschuss in derselben Höhe b e- zahlt. Deshalb wird diese Forderung mit dem eingezahlten Kostenvo r- schuss beglichen. (Dispositiv nächste Seite) E-1036/2012 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Diese Forderung ist mit dem in gleicher Höhe ein bezahlten Kostenvorschuss beglichen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Stella Boleki Versand: