B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1127/2017 law/auj U r t e i l v o m 6 . M ä r z 2 0 1 7 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. Parteien A._______, geboren am (…), und dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und die gemeinsamen Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), Afghanistan, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 20. Januar 2017 / N (…). D-1127/2017 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden, eigenen Angaben zufolge ethnische Tad- schiken aus der afghanischen Provinz G._______, ihren letzten Wohnort in Iran im Oktober 2015 verliessen und am 28. November 2015 in die Schweiz einreisten, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten, dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) anlässlich der Kurzbe- fragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum H._______ vom 3. Dezem- ber 2015 sowie der Anhörung zu den Asylgründen vom 28. Dezember 2015 zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, ein afghanischer General und Kommandant seiner Region habe seinem Vater Ende der Neunziger Jahre dessen landwirtschaftliches Grundstück streitig gemacht, dass die Familie (des Beschwerdeführers) gegen den General Anzeige er- stattet habe und daraufhin die zuständige Behörde das Eigentum des Va- ters am Grundstück bestätigt habe, dass der General diesen Entscheid nicht respektiert habe und 1999 beim Versuch, sich die Eigentumsurkunde anzueignen, den Vater umgebracht habe, dass ein Cousin aus Rache den Bruder des Generals umgebracht habe, woraufhin dieser wiederum einen Cousin getötet habe, welcher gleichzeitig der Vater seiner zukünftigen Ehefrau gewesen sei (vgl. act. 24/15 F105), dass der General erfahren habe, dass die Eigentumsurkunde sich mittler- weile bei ihm (dem Beschwerdeführer) befunden habe, und der General eine Granate geworfen und ihn verletzt habe, dass seine Familie sich nicht mehr getraut habe, gegen den mächtigen General Anzeige zu erstatten, und er selbst sich bei seiner Schwester in Kabul versteckt habe, wo auch seine Verletzung behandelt worden sei, dass er Kabul nach sechs Monaten verlassen habe und in den Iran gereist sei, wo er im Jahr 2005 B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ge- heiratet habe, dass man ihn im Jahr 2012 nach Afghanistan deportiert habe, und er nach drei Monaten wieder in den Iran zurückgekehrt sei, wo er sich bis zum Vor- arbeiter habe hocharbeiten können, D-1127/2017 Seite 3 dass die Ehefrau seines iranischen Arbeitgebers ihn eines Abends in ein Zimmer gelockt und zum Sex aufgefordert habe, und er sich zunächst ge- weigert, nach ihrer Drohung, sie werde ihn der Vergewaltigung bezichtigen, jedoch eingewilligt habe, dass plötzlich sein Arbeitgeber aufgetaucht sei und dessen Ehefrau zu schreien begonnen habe, um eine Vergewaltigung vorzutäuschen, und er (der Beschwerdeführer) mit einem Sprung au s dem Fenster entkommen sei, dass er zusammen mit seiner Ehe frau und den Kindern zu einem i m Iran wohnhaften Cousin seiner Frau geflüchtet sei und sie zwei Tage später das Land verlassen hätten, da er wegen des Beischlafs mit der Frau seines Arbeitgebers im Iran mit der Todesstrafe habe rechnen müssen, dass die Beschwerdeführerin an ihrer Anhörung zu Protokoll gab, ihr Vater sei als Märtyrer gefallen beziehungsweise er sei wegen Landstreitigkeiten getötet worden, dass ihre Mutter sechs Monate später wieder geheiratet habe, weshalb sie (die Beschwerdeführerin) fortan bei ihrer Grossmutter gewohnt habe und später mit dieser in den Iran gezogen sei, wo sie ab dem Alter von sieben beziehungsweise 13 Jahren gelebt habe, dass sie dort im Alter von (…) Jahren den Beschwerdeführer geheiratet habe, dass sie keine eigenen Asylgründe geltend machte, dass sie vorbrachte, sie selbst und später ihre Kinder hätten im Iran nicht zur Schule gehen können, da sie keine Aufenhaltsbewilligung gehabt hät- ten, dass die Beschw erdeführerin am 20 Januar 2016 ihr viertes Kind, F._______, gebar, dass das SEM am 2. Februar 2016 das eingeleitete Dublin -Verfahren be- endete und mit den Beschwerdeführenden ein nationales Asyl - und Weg- weisungsverfahren durchführte, dass das Staatssekretariat mit Verfügung vom 20. Januar 2017 feststellte, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, ihre D-1127/2017 Seite 4 Asylgesuche vom 28. November 2015 ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz anordnete, dass es ferner feststellte, die Wegweisung werde zurzeit wegen Unzumut- barkeit nicht vollzogen, und den Vollzug zugunsten einer vorläufigen Auf- nahme der Beschwerdeführenden aufschob, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 21. Februar 2017 (Datum des Poststempels) gegen den am 23. Januar 2017 eröffneten Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und dabei sinnge- mäss beantragen, es sei ihnen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren, dass sie in prozessualer Hinsicht beantragen, es seien ihnen keine Verfah- renskosten aufzuerlegen, da sie auf die Unterstützung des Sozialdienstes angewiesen seien, dass das Bundesverwaltungsgericht am 28. Februar 2017 den Eingang der Beschwerde bestätigte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls und die vor- läufige Aufnahme betreffend endgültig über Beschwerden gegen Verfügun- gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Aus- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]) i. V. m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG hier nicht vorliegt, weshalb das Bundesver waltungsgericht endgültig entschei- det, dass das während des Verfahrens geborene Kind F._______ in das Be- schwerdeverfahren einzubeziehen ist, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise D-1127/2017 Seite 5 Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass sich die im Beschwerdeverfahren möglichen Rügegründe und die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts aus Art. 106 Abs. 1 AsylG erge- ben, soweit das AsylG zur Anwendung gelangt, beziehungsweise aus Art. 112 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) in Verbindung mit Art. 49 VwVG, soweit das AuG angewandt wird (vgl. BVGE 2014/26 E. 5.4 f.), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur sum- marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften- wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer ethnischen Herkunft, Reli- gion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer- den (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen gelten, die e inen unerträgli- chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), und sie glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiege nder Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent- lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den D-1127/2017 Seite 6 Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden, dass das SEM zur Begründung der Abweisung der Asylgesuche im We- sentlichen anführte, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den An- forderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand, so dass er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und sein Asylgesuch ab- zulehnen sei, dass das Staatssekretariat im Einzelnen festhielt, eine von Seiten des Staates oder Dritter ausgehende Verfolgung sei nur dann asylrechtlich re- levant, wenn sie aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Motive erfolge, dass keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich seien, dass den vom Beschwer- deführer bei einer Rückkehr nach Afghanistan befürchteten schwerwiegen- den Übergriffen von Seiten des Generals, der sich seines Landstückes habe bemächtigen wollen, ein asylerhebliches Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG zugrunde liegen würde, dass allfällige Übergriffe daher asylrechtlich nicht von Belang seien, dass der Beschwerdeführer sich im Übrigen nach der vorgebrachten Ver- letzung durch den G ranatsplitter nach Kabul zu seiner Tante begeben habe, wo er sich bis zur Ausreise in den Iran während sechs Monaten vom General unbehelligt aufgehalten habe, dass er zwar an der Anhörung gesagt habe, seine Verwandten hätten ihm erzählt, der General sei immer noch hinter ihm her, beziehungsweise er sei ihm – gemäss Aussagen der Tante – sogar heute noch auf den Fersen, dass dem Beschwerdeführer jedoch während seiner beiden Aufenthalte in Kabul in den Jahren 1999 und 2012 nichts mehr passiert sei, obwohl er angegeben habe, der General hätte ihn aufgrund seines grossen Einflus- ses sogar durch die Taliban in Kabul festnehmen lassen können, was nicht plausibel sei, dass er auch nicht nachvollziehbar habe erklären können, welches Verfol- gungsinteresse der General heute überhaupt noch an ihm haben könn te, und deshalb davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Kabul keinem Risiko ausgesetzt sein würde, D-1127/2017 Seite 7 dass die vorgebrachten Gründe für die Flucht aus Afghanistan somit den Anforderungen an Art. 3 AsylG nicht standhielten, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung ferner ausführte, eine Per- son könne nur dann den Flüchtlingsstatus er langen, wenn sie im Staat, deren Staatsangehörigkeit sie besitze, verfolgt sei, dass die in Bezug auf den Aufenthaltsstaat Iran geltend gemachten Prob- leme (Verfolgung durch den Arbeitgeber, fehlende Möglichkeit der Kinder, die Schule zu besuchen) – deren Wahrheitsgehalt vorausgesetzt – sich in einem Drittstaat und nicht im Heimatstaat ereignet hätten, und sie deshalb für die Beurteilung der Asylgesuche nicht massgebend und nicht näher zu prüfen seien, dass in der Beschwerde eingewendet wird, das SEM verkenne die Situa- tion in Afghanistan, das seit Jahrzehnten unter verschiedenen Regierun- gen leide, dass der General I._______ immer noch einer der Machthaber in der Re- gion sei, eigene Truppen, Waffen und Munition habe, seine Macht miss- brauche und viele schutzlose Menschen zwinge, ihm ihr Land zu überge- ben, dass sein (des Beschwerdeführers) Vater sich dagegen gewehrt, die Sache bei den Behörden gemeldet und gewonnen habe, und das Land auf seinen Namen eingetragen und sein Eigentum anerkannt worden sei, dass der General den Vater umgebracht habe, als dieser sich geweigert habe, die Urkunde herauszugeben, und die Situation mit den Tötungen aus Rache und der Verletzung des Beschwerdeführers durch einen Granat- splitter eskaliert sei, dass die Taliban in Kabul an der Macht gewesen seien und die Tadschiken vor diesen Angst hätten, so dass er (der Beschwerdeführer) sich von sei- nen Verwandten in Kabul getrennt habe und in den Iran geflohen sei, dass er und seine Familie wegen Problemen nicht i m Iran hätten bleiben und auch nicht nach Afghanistan hätten zurückkehren können, weshalb sie nach Europa geflüchtet seien, dass Landstreitigkeiten in Afghanistan ein grosses Problem darstellten und weder die Mojahedin, noch die Taliban oder die jetzige Regierung fähig und D-1127/2017 Seite 8 willens seien, dieses Problem zu lösen, und Afghanistan kein Rechtsstaat sei, sondern ein Waffenstaat, dass General I._______ unter der jetzigen Regierung seine Macht und sei- nen Einfluss vergrössert habe beziehungsweise selber zur Regierung ge- höre, und er und sein Gefolge problemlos in Kabul aus- und eingehen und Leute belästigen oder töten könnten, dass der General auch im Jahr 1999 so etwas hätte machen können, aber jetzt die Sache für ihn noch viel einfacher sei, und er (der Beschwerdefüh- rer) sowie seine Brüder aus G._______ vertrieben worden seien, er aber die Urkunde habe und der General ihn deswegen umbringen wolle, dass der Beschwerdeführer, um zu zeigen, dass seine alten Probleme im- mer noch nicht gelöst seien und die Lage für ihn lebensgefährlich sei, sei- nen Schwager in Kabul angerufen und diesen gefragt habe, ob er für ihn nach G._______ reisen und ihm ein Dokument über sein Problem schicken könne, dass der Schwager Angst gehabt habe, selbst dorthin zu gehen, und eine Drittperson geschickt habe, welche das Anliegen des Beschwerdeführers auf ein offizielles Papier habe niederschreiben und durch die lokalen Be- hörden, das Amt für Auswärtige Angelegenheiten sowie das Amt gegen Terrorismus habe unterzeichnen lassen, dass sein Leben in Afghanistan aufgrund der ko rrupten und machthaberi- schen Regierung und ihres Gefolges in Gefahr sei, und die afghanische Regierung nicht fähig und willens sei, ihm Schutz zu gewähren, dass diese Ausführungen nicht geeignet sind, die Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu widerlegen, dass begründete Furcht vor Verfolgung vorliegt, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen, dass eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung nicht genügt, sondern konkrete Indizien vorliegen müssen, welche den Eintritt der erwar- teten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – D-1127/2017 Seite 9 Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht da- vor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2), dass aus den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht ersichtlich ist, dass er eine in asylrechtlicher Hinsicht relevante Verfolgung im Heimatland zu befürchten hätte, dass eine Verfolgung nämlich erst dann die Flüchtlingseigenschaft zu be- gründen vermag, wenn sie aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Gründe (Rasse beziehungsweise ethnische Herkunft, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politische An- schauung) erfolgt, dass ein derartiges Verfolgungsmotiv (vgl. hierzu beispielsweise WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, 1990, S. 86 ff.; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 11.10–11.12) aus den vorliegenden Akten indessen nicht ersicht- lich ist, dass es sich bei den vorgebrachten Versuchen des Generals beziehungs- weise Kommandanten, sich ein Landstück der Herkunftsfamilie des Be- schwerdeführers beziehungsweise die entsprechende Eigentumsurkunde anzueignen, um gemeinrechtliche Straftaten handelt, welche keine Verfol- gung im asylrechtlichen Sinne darzustellen vermögen, dass es ferner auch den vorgebrachten Racheakten von Seiten beider ver- feindeten Parteien in Form von gegenseitigen Tötungen am Erfordernis der flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmotivation mangelt, da die gel- tend gemachten Verfolgungsmassnahmen nicht aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Gründe erfolgten, weshalb sie ebenfalls asylrechtlich ir- relevant sind, dass die Beschwerdeführenden eine bestehende oder drohende Ver fol- gung aus ei nem flüchtlingsrechtlich relevanten Motiv nicht begründet be- fürchten müssen, und sie die Flüchtlingseigenschaft bereits aus diesem Grund nicht erfüllen, so dass sich deshalb auch die Frage, ob eine Flucht- beziehungsweise Schutzalternative – etwa in Kabul – besteht, nicht stellt (vgl. BVGE 2011/51 E. 8.1), dass der Beschwerdeführer sodann sowohl im erstinstanzlichen Verfahren als auch auf Beschwerdeebene einräumte, sein Vater habe sich erfolgreich D-1127/2017 Seite 10 gegen die Wegnahme des Landes gewehrt, und die zuständige B ehörde habe sein Eigentumsrecht daran offiziell anerkannt, dass das auf Beschwerdeebene eingereichte fremdsprachige Beweismittel zu keiner anderen Einschätzung zu führen vermag, dass es in der beigelegten französischen Übersetzung dieses Dokumentes unter anderem heisst: „Je Majnon, (…) ai immigré de l’Afghanistan en Iran et ensuite en Suisse en tant que réfugié, à cause des hostilités et inimitié que je ressentais à l’égard d’un des chefs locaux qui ont assassiné mon père et mon cousin dû aux conflits fonciers (…)“, dass der Inhalt des Dokumentes offenbar ausschliesslich auf den Angaben des Beschwerdeführers beruht, weshalb diesem von vornherein kein Be- weiswert zukommen kann, dass solche Dokumente überdies in Afghanistan leicht käuflich erworben werden können, dass der Beschwerdeführer zum Beleg seiner Identität im erstinstanzlichen Verfahren eine Kopie einer Tazkira (afghanische Identitätskarte) einreichte, und die Vorinstanz die afghanische Staatsangehörigkeit der Beschwerde- führenden nicht explizit bestreitet, dass – wer über eine Staatsangehörigkeit verfügt – nur als Flüchtling aner- kannt werden kann, wenn er oder sie im Heimatstaat verfolgt ist, und Ver- folgung in einem Drittstaat, in dem die betroffene Person gelebt hat, nicht zur Anerkennung als Flüchtling führen kann, wenn sie den Schutz des Lan- des in Anspruch nehmen kann, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und auch in dieses Land zurückkehren kann, da sie in diesem Fall keines inter- nationalen Schutzes bedarf (vgl. UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingsei genschaft, Neuauflage 2003, Rz. 90; KÄLIN, a.a.O., S. 34 f.), dass sich zusammenfassend ergibt, dass der Beschwerdeführer weder im Zeitpunkt der Ausreise aus Afghanistan verfolgt war, noch Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, weshalb er heute, 18 Jahre nach den behaupteten Vorkommnissen, bei einer (hypothetischen) Rückkehr nach Afghanistan begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG haben sollte, D-1127/2017 Seite 11 dass die Beschwerdeführerin für sich und ihre Kinder keine eigenen Asyl- gründe geltend machte, und solche aus den Akten auch nicht ersichtlich sind, dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich relevante Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder glaubhaft zu ma- chen, und sie daher im angegebenen Heimatstaat Afghanistan keine Ver- folgungsmassnahmen im Sinne des Asylgesetzes zu befürchten haben, dass sie demnach nicht auf internationalen Schutz angewiesen sind, wes- halb die Anerkennung der Flücht lingseigenschaft und die Asylgewährung von vornherein ausgeschlossen sind, und sich aus demselben Grund die Prüfung einer allfälligen Verfolgung (angeblich drohende Todesstrafe we- gen Beischlafs mit der Ehefrau des Arbeitgebers) im angegebenen Dritt- staat Iran erübrigt, dass bei dieser Sachlage darauf verzichtet werden kann, auf die zahlrei- chen Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen der Beschwerdefüh- renden einzugehen, welche die Vorinstanz teilweise angedeutet, jedoch nicht weiter geprüft hat, dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei- genschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Staatssekretariat ihre Asylgesuche im Ergebnis zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Weg- weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem- nach vom SEM zu Recht angeordnet wurde, dass das SEM die Beschwerdeführenden infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufgenommen hat, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene V erfügung Bunde srecht verletzen oder den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig feststellen soll (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, D-1127/2017 Seite 12 dass sich die Beschwerde als aussichtslos erweist, weshalb das mit der Beschwerde gestellt e Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung abzuweisen ist und die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]. (Dispositiv nächste Seite) D-1127/2017 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Jacqueline Augsburger Versand: