<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00383</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107348&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00383</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.06.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die ungenügende Begründung des Vergabeentscheides kann noch mit der Beschwerdeantwort ergänzt werden, jedoch nicht mehr im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels (E. 2a). Begründet die Vergabebehörde ihren Entscheid mit Referenzen und Auskünften des obsiegenden Anbieters, müssen diese Angaben in den Akten dokumentiert sein (E. 2b). Die Vergabebehörde muss in den Ausschreibungsunterlagen die Gewichtung der Zuschlagskriterien nicht bekanntgeben (E. 3a), wohl aber die Zusschlagskriterien in der Reihenfolge ihre Bedeutung aufführen (E. 3b). Rügt der unterlegene Anbieter die Beurteilung der Referenzen, muss er dartun, inwiefern er in Bezug auf die konkret zu beurteilende Vergabe über die besseren Referenzen verfügt (E. 3c). Beschränkung auf die Feststellung der Rechtswidrigkeit des mangelhaft begründeten Entscheides, da der Vertrag bereits abgeschlossen worden ist (E. 4). Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DOKUMENTATION">DOKUMENTATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REFERENZ">REFERENZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 9 lit. III BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 lit. h IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 16 lit. I IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 lit. II IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 18 lit. II IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 17 lit. I i SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 33 lit. I SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 33 lit. II SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 10 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2003 Nr. 50</span><br/><span class="ungerade">RB 2003 Nr. 56</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Publikation vom 13. September 2002 leitete das Tiefbauamt der Stadt ZÃ¼rich fÃ¼r verschiedene Bauarbeiten (Kanal- und Werkleitungsbau, Strassenbau, Gleisbau) in der T- und U-Strasse eine Submission im offenen Verfahren ein. In den Ausschreibungsunterlagen wurden folgende vier Zuschlagskriterien aufgelistet: </span></p> <p class="Einzug1"><span>-<span> </span></span><span>Erfahrung mit der Umsetzung von vergleichbaren Bauvorhaben in stÃ¤dtischen<br/> VerhÃ¤ltnissen </span></p> <p class="Einzug1"><span>-<span> </span></span><span>HÃ¶he des Preisangebotes, AttraktivitÃ¤t der EntschÃ¤digungsart (Akkord, Globale,<br/> Pauschale)</span></p> <p class="Einzug1"><span>-<span> </span></span><span>Teamzusammensetzung, Qualifikation des fÃ¼r den Einsatz vorgesehenen Personals<br/> und das daraus zu erwartende Leistungsniveau</span></p> <p class="Einzug1"><span>-<span> </span></span><span>Technische Kriterien <br/> Bauzeit (alternative Bauprogramme, kÃ¼rzere Bauzeit)<br/> AttraktivitÃ¤t allfÃ¤lliger alternativer Baumethoden, innovative LÃ¶sungsansÃ¤tze und<br/> Einsatz von GerÃ¤ten, welche die Immissionen (LÃ¤rm, Staub usw.) auf die BevÃ¶lke-<br/> rung reduzieren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am Wettbewerb beteiligten sich insgesamt 15 Anbieter mit â bereinigten â Offertsummen zwischen Fr. 1'600'000.- (global) und Fr. 2'411.481.-. Mit VerfÃ¼gung vom 6. November 2002 vergab der Stadtrat ZÃ¼rich die Arbeiten zum Betrag von Fr. 1'620'000.- (global ohne Anteil Werke und private Anschlussleitungen) an die B AG in O. Der Vergabeentscheid wurde den Anbietern am 7. November 2002 mitgeteilt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die A AG in P am 18. November 2002 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragte zur Hauptsache, den Vergabebeschluss aufzuheben und den Zuschlag ihr zu erteilen; fÃ¼r den Fall, dass die aufschiebende Wirkung nicht erteilt werde, verlangte die A AG, es sei die Rechtswidrigkeit der Vergabe festzustellen, je unter Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt ZÃ¼rich erstattete am 25. No­vember 2002 die Beschwerdeantwort mit den AntrÃ¤gen, die Beschwerde abzuweisen und dieser keine aufschiebende Wirkung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die B AG verzichtete auf eine Stellungnahme.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 3. Dezember 2002 wurde das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abgelehnt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden â soweit rechtserheblich â in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben<span>. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Ein nicht berÃ¼cksichtigter Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid unter anderem dann legitimiert, wenn er im Fall der Gutheissung der Beschwerde eine realistische Chance hat, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem er ein neues Angebot einreichen kann (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 10). Andernfalls fehlt ihm das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (§ 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; VRG). Vorliegend ist die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin gegeben, stellte sie doch die preislich gÃ¼nstigste Offerte. WÃ¤re der Vertrag mit der Mitbeteiligten noch nicht abgeschlossen, so wÃ¤re bei Gutheissung der Beschwerde eine Zuschlagserteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin in Betracht zu ziehen. Dass dies infolge des Vertragsschlusses nicht mehr mÃ¶glich ist, Ã¤ndert an der Legitimation nichts, zumal die Submissionsbeschwerde auch dafÃ¼r zur VerfÃ¼gung steht, nach Vertragsschluss die Rechtswidrigkeit einer ZuschlagsverfÃ¼gung feststellen zu lassen (Art. 18 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. No­vember 1994; IVÃ¶B).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Nach Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin war die VergabeverfÃ¼gung unzureichend begrÃ¼ndet. Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest, der Zuschlag an die Mitbeteiligte sei "wegen des wirtschaftlich gÃ¼nstigsten Angebots" erfolgt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) GemÃ¤ss Art. 13 lit. h IVÃ¶B mÃ¼ssen die Kantone in ihren Submissionserlassen eine "kurze BegrÃ¼ndung" des Zuschlags gewÃ¤hrleisten. Der ZÃ¼rcher Gesetzgeber setzte das Konkordat mit einem zweistufigen System um: In der ursprÃ¼nglichen ZuschlagsverfÃ¼gung darf sich die VergabebehÃ¶rde auf einige formelle Angaben beschrÃ¤nken (unter anderem Verfahrensart, Auftragsgegenstand sowie Preis des berÃ¼cksichtigten Angebots; im Einzelnen § 33 Abs. 1 lit. aâf der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997; SubmV). Eine kurze BegrÃ¼ndung enthÃ¤lt der unterlegene Anbieter erst auf Verlangen (§ 33 Abs. 2 SubmV).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die vorliegend zu beurteilende VerfÃ¼gung enthÃ¤lt einzig die von § 33 Abs. 1 SubmV verlangten formellen Angaben. Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndet den Zuschlag an die Mitbeteiligte sodann damit, diese habe das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot gemacht hat. <i>Dass </i>deren Angebot das wirtschaftlich GÃ¼nstigste gewesen sein muss, ergibt sich jedoch bereits aus § 31 SubmV. <i>Weshalb </i>die Beschwerdegegnerin das Angebot der Mitbeteiligten als das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot ansah, geht aus der VerfÃ¼gung dagegen nicht hervor. Damit erfÃ¼llte die VerfÃ¼gung die Anforderungen an eine kurze BegrÃ¼ndung (Art. 13 lit. h IVÃ¶B) nicht (ebenso die Praxis im Kanton St. Gallen; zitiert bei Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, ZÃ¼rich/Basel/Genf 2003, Rz. 604). Ein unterlegener Anbieter hat in diesem Fall jedoch die MÃ¶glichkeit, nachtrÃ¤glich eine BegrÃ¼ndung zu verlangen (§ 33 Abs. 2 SubmV). Wenn er dies â wie hier â unterlÃ¤sst, die VerfÃ¼gung jedoch anficht, um die Beschwerdefrist einzuhalten, kann die VergabebehÃ¶rde die BegrÃ¼ndung naturgemÃ¤ss erst in der Beschwerdeantwort nachholen. Dies ist nach der Rechtsprechung zulÃ¤ssig (RB 2000 Nr. 59 = BEZ 2000 Nr. 25). Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die BegrÃ¼ndung in der Beschwerdeantwort die Anforderungen von Art. 13 lit. h IVÃ¶B bzw. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In ihrer Replik macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, dass fÃ¼r sie auch aufgrund der Beschwerdeantwort nicht nachvollziehbar sei, weshalb der Zuschlag an die Mitbeteiligte erteilt wurde. So sei nicht ersichtlich, worauf sich die Beschwerdegegnerin stÃ¼tzte, als sie der Mitbeteiligten mehr Erfahrung mit der Umsetzung vergleichbarer Bauvorhaben in stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen attestierte<i>. </i>â Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrte in ihrer Beschwerdeantwort einzig aus, die Mitbeteiligte habe ihr "die nÃ¶tigen Referenzen" vorgelegt und deshalb 6 Punkte erhalten. Solche Referenzen sind jedoch in den von der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten nicht dokumentiert. FÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin war somit auch aufgrund der Beschwerdeantwort nicht nachvollziehbar, weshalb sie beim Kriterium "Erfahrung mit der Umsetzung von vergleichbaren Bauvorhaben in stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen" schlechter beurteilt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Beschwerdeantwort weiter fest, die Mitbeteiligte habe unter "Technische Kriterien" besser abgeschnitten, weil sie zu den "technisch schwierigen Tiefbauarbeiten detailliert Auskunft" gegeben habe. Diese Angaben wurden jedoch im UnternehmergesprÃ¤ch mit der Mitbeteiligten nicht protokolliert: Das Protokoll enthÃ¤lt unter dem Titel "Pressbohrungen" einzig den Hinweis, die Mitbeteiligte sehe vor, in der T-Strasse "fÃ¼r die Unterquerung der VBZ zu pressen" und in der U-Strasse "einen Start­schacht zu erstellen um von diesem aus den neuen Kanal unter dem VBZ-Trasse hindurch ... zu bohren". FÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin war somit auch nach Einsicht in die Akten nicht nachvollziehbar, weshalb sie 2 Punkte weniger als die Mitbeteiligte erhalten hatte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss der Beschwerdeantwort hat die Mitbeteiligte beim Kriterium "Teamzusammensetzung" deshalb 2 Punkte mehr erhalten, weil die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Gruppe vorgeschlagen habe, die der Beschwerdegegnerin unbekannt sei. Die Mitbeteiligte habe zu ihrem Polier die besseren Angaben machen kÃ¶nnen als die BeschwerdefÃ¼hrerin zu der von ihr vorgesehenen Person. Auch dies konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin anhand der eingereichten Akten nicht nachvollziehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Damit ergibt sich zusammenfassend, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin den Vergabeentscheid auch nach Erhalt der Beschwerdeantwort nicht nachvollziehen konnte. Zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt â in der Duplik â darf die BegrÃ¼ndung nicht mehr ergÃ¤nzt werden (VGr, ­13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3 f; </span>19. Juni 2002, VB.2001.00360, E. 5d, www.vgrzh.ch). Die angefochtene VerfÃ¼gung erweist sich damit als unzureichend begrÃ¼ndet und folglich als rechtswidrig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>3. Es bleibt anzumerken, dass sich die Ã¼brigen RÃ¼gen der BeschwerdefÃ¼hrerin als unbegrÃ¼ndet erweisen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht zunÃ¤chst geltend, die Beschwerdegegnerin habe in der Beschwerdeantwort erstmals einen Teil der Bewertungsmatrix offen gelegt. In den Ausschreibungsunterlagen seien einzig die Zuschlagskriterien bekannt gegeben worden. Das darin an erster Stelle rangierende Kriterium "Erfahrung etc." sei mit 30 % am stÃ¤rksten gewichtet, das in den Ausschreibungsunterlagen an dritter Stelle erscheinende Kriterium "Teamzusammensetzung etc. " sei mit 20 % und die "Technische(n) Kriterien etc." an vierter Stelle seien mit 24 % bewertet worden. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung seien die Zuschlagskriterien wie auch deren Gewichtung indessen in der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen vorgÃ¤ngig bekannt zu geben. Dieser Grundsatz sei in dreifacher Hinsicht verletzt worden. Die Beschwerdegegnerin habe die prozentuale Beurteilungsmatrix nicht bekannt gegeben, die Zuschlagskriterien nicht in der vorgegebenen Reihenfolge gewichtet und durch die Anwendung einer "behÃ¶rdenintern flachen Bewertungsmatrix" den in den Ausschreibungsunterlagen aufgrund der verÃ¶ffentlichten Reihenfolge der Zuschlagskriterien vermittelten Eindruck verfÃ¤lscht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht hat mit Entscheid vom 18. Dezember 2002 (VB.2001.00095, ­www.vgrzh.ch, BEZ 2003 Nr. 13 E. 3) zur Frage Stellung genommen, ob in den Ausschreibungsunterlagen nicht nur die Zuschlagskriterien, sondern auch deren Gewichtung bekannt gegeben werden mÃ¼ssen. Das Gericht ist nach einlÃ¤sslicher WÃ¼rdigung der Lehre und hierzu ergangenen Rechtsprechung des Bundesgerichts und anderer Kantone zum Schluss gekommen, dass eine Bekanntgabe der Gewichtungen mit Blick auf die Transparenz zwar wÃ¼nschbar wÃ¤re, die Vor- und Nachteile der verschiedenen LÃ¶sungen sich im heutigen Zeitpunkt indessen nicht ausreichend Ã¼berblicken liessen. In dieser Situation obliege es nicht in erster Linie der Rechtsprechung, sondern der Gesetzgebung und dem Verordnungsgeber, die Voraussetzungen der Vergabe Ã¶ffentlicher AuftrÃ¤ge nÃ¤her zu bestimmen. Das Verwaltungsgericht hat daher eine Pflicht der vergebenden BehÃ¶rde, in den Ausschreibungsunterlagen die Gewichtung der Zuschlagskriterien bekannt zu geben, verneint. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet, die prozentuale Beurteilungsmatrix sei bei der Ausschreibung nicht bekannt gegeben worden, ist die Beschwerde somit unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Ebenso ist der Einwand unbehilflich, die Beschwerdegegnerin habe mit einer Gewichtung von 30 %, 26 %, 20 % und 24 % eine "flache Bewertungsmatrix" angewendet. Die fÃ¼r eine bestimmte Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien und deren Gewichtung werden von der VergabebehÃ¶rde im Hinblick auf die Besonderheiten des Auftrags festgelegt, wobei ihr ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht (RB 1999 Nr. 67). In dieses Ermessen greift das Verwaltungsgericht, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B; vgl. auch § 50 Abs. 3 VRG), nicht ein. Wenn vorliegend die VergabebehÃ¶rde die Erfahrung mit vergleichbaren Bauvorhaben, der Teamzusammensetzung und QualitÃ¤t des einzusetzenden Personals sowie die "Technischen Kriterien" untereinander sowie gegenÃ¼ber dem Preis nicht mit grossen prozentualen Unterschieden gewichtete, sondern "flach" bewertete, so hat die Beschwerdegegnerin das ihr bei der Gewichtung der Zuschlagskriterien zustehende Ermessen auf jeden Fall nicht Ã¼berschritten oder missbraucht (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVÃ¶B; vgl. § 50 Abs. 2 lit. c VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hingegen ist der Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin insoweit begrÃ¼ndet, als die Beschwerdegegnerin dem an vierter Stelle publizierten Zuschlagskriterium "Technische Kriterien etc." mehr Gewicht (24 %) beimisst als dem an dritter Stelle rangierenden Zuschlagskriterium "Teamzusammensetzung, Qualifikation etc." (20 %). Mit dieser Gewichtung verletzt die BeschwerdefÃ¼hrerin den Grundsatz, dass die Zuschlagskriterien in der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt gegeben werden mÃ¼ssen (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV; RB 1999 Nr. 62 = ZBl 100/1999, S. 372 E. 3b = BEZ 1999 Nr. 13; BGE 125 II 86 E. 7c). Dieser Mangel wirkt sich indessen auf die Gesamtrangierung nicht aus, da die BeschwerdefÃ¼hrerin bei beiden Kriterien nominal drei Punkte und die Mitbeteiligte je nominal fÃ¼nf Punkte zugesprochen erhielt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Wie bei der Festlegung der fÃ¼r eine bestimmte Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien steht der VergabebehÃ¶rde auch bei der Beurteilung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien ein erheblicher Ermessenspielraum zu (RB 1999 Nr. 67). Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort mit Bekanntgabe der Beurteilungsmatrix auch die Punktezuteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin und Mitbeteiligte â wenn auch unzureichend â begrÃ¼ndet. Die Richtigkeit der vorgenommenen Bewertung wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin "angezweifelt". Konkret wird diesen aber lediglich entgegengehalten, sie habe bereits mehrere Bauvorhaben in stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen mit besten Referenzen ausgefÃ¼hrt. In Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin als ausschlaggebend bezeichneten Erfahrungen mit Pressverfahren verfÃ¼ge sie im Gegensatz zur Mitbeteiligten zumindest Ã¼ber langjÃ¤hrige Erfahrungen im verwandten Rammverfahren. Diese AusfÃ¼hrungen stellen indessen die Bewertung der Angebote nicht in Frage. Der allgemeine Hinweis, bereits mehrere Bauvorhaben in stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen ausgefÃ¼hrt zu haben, ist nicht geeignet aufzuzeigen, Erfahrungen mit der Umsetzung von <i>vergleichbaren</i> Bauvorhaben in stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen zu haben. Auch der Hinweis, sie verfÃ¼ge zumindest Ã¼ber langjÃ¤hrige Erfahrungen im verwandten Rammverfahren, zeigt nicht auf, dass die Beschwerdegegnerin die Bewertung der Angebote rechtsverletzend vorgenommen habe. Denn ausgeschrieben war ein Pressbohrvortrieb (NPK 152: Rohrvortrieb) und nicht ein Rammverfahren. Die Beschwerde ist unter diesem Gesichtspunkt unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insoweit begrÃ¼ndet, als damit eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs geltend gemacht wird. Da inzwischen jedoch das Vergabeverfahren beendet und der Vertrag mit dem ausgewÃ¤hlten Anbieter abgeschlossen worden ist, ist der angefochtene Entscheid nicht mehr aufzuheben, sondern lediglich festzustellen, dass sich der Entscheid infolge mangelhafter BegrÃ¼ndung (E. 2) als rechtswidrig erweist (Art. 9 Abs. 3 des Binnenmarktgesetzes vom 6. Oktober 1995; Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B). Die Beschwerdegegnerin ist zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung an die obsiegende BeschwerdefÃ¼hrerin zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erweisen sich vorliegend Fr. 1'000.-.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde wird festgestellt, dass die VergabeverfÃ¼gung des Tiefbauamtes der Stadt ZÃ¼rich vom 6. November 2002 rechtswidrig ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf </span></p> <p class="Einzug2"><span> Fr. 6'000.-- ; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'210.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, </span>der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.-- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entrichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Zustellung dieses Entscheids.<span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">5.<span> </span>...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>