Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Juni 2013 (725 12 22 / 118) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Bemessung der Invalidität Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch A ndré Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen AGV Aargauische Gebäudeversicherung , Bleichemattstrasse 12/14, Postfach, 5001 Aarau, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Beat Frischkopf, Rechtsanwalt, Bahnhofstrasse 24, Postfach, 6210 Sursee Betreff Leistungen A. Der 1953 geborene A.____ war ab 1. Juni 2006 arb eitslos und bei der Arbeitslosenver- sicherung angemeldet. Vom 15. Juni 2006 bis 7. Juli 2006 arbeitete er im Rahmen eines Zwi- schenverdienstes in der Sekundarschule X.____ als Turn- u nd Werklehrer und war in dieser Eigenschaft bei der Aargauischen Gebäudeversicherungsanstalt (AGV) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 26. Juni 2006 stolperte A.____ beim Fussballspiel und stürzte auf die rechte Schulter. Dabei erlitt er gemäss Austrittsbericht des Spitals B.____ vom 3. Juli 2006 eine laterale Clavikulaf raktur (Schlüsselbeinbruch) rechts. Die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht AGV erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Mit Ver- fügung vom 10. Oktober 2011 stellte sie die Taggeldleist ungen per 30. Juni 2011 ein und ver- neinte einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrent e. Indes sprach sie ihm eine Integri- tätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 5% zu. Daran hielt sie auch auf Ein- sprache des Versicherten hin mit Entscheid vom 5. Dezember 2011 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat And ré Baur, am 20. Januar 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der Einspr acheentscheid vom 5. Dezember 2011 aufzuheben und es sei zum Ausmass der durch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung bedingte Arbeitsunfähigkeit eine gerichtliche Expertise anzuordnen. Eventualiter sei eine solche auch zur Frage, ob eine unfallkausale Algodystrophie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, einzuholen. Eventualiter sei ihm rückwirkend ab 1. Juli 2011 eine monatliche Invaliden- rente von wenigstens Fr. 1'993.60, basierend auf dem maximalen versicherten Verdienst von Fr. 106'800.-- und einem Erwerbsausfall von wenigstens 28% auszurichten. Die Ansprüche sei- en gegegebenenfalls ab 1. Juli 2013 mit 5% zu verzinsen. Zudem sei ihm für das vorinstanzli- che Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Baur als Rechtsvertreter zu bewil- ligen und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die entsprechenden Kosten im Be- trag von Fr. 2'421.45 zu ersetzen; unter o/e- Kostenfo lge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht be- antragte er, es sei ihm im vorliegenden Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Baur als unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bewilligen. Die Beschwerde begründete er im We- sentlichen damit, dass die Verfügung auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe und zudem der Einkommensvergleich nicht korrekt durchgeführt worden sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Februar 2012 schloss die AGV, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Frischkopf, auf Abweisung der Be schwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 3. Mai 2012 gela ngte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich ist. In der Folge stell te es den Fall aus und beauftragte am 29. August 2012 das Begutachtungsinstitut C.____ mit einem neurologisch-orthopädischen Gut- achten, welches am 28. Dezember 2012 erstattet wurde. E. Mit Eingaben vom 8. Februar 2013 und 12. Februar 2013 nahmen die Parteien zum Gutachten des Begutachtungsinstituts C.____ vom 28. Dezemb er 2012 sowie zu den Auswir- kungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Z.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht und einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwa ltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfü gung bildet, und zwar in dem Aus- mass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den Part eianträgen des Beschwerdever- fahrens noch streitig ist (vgl. F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 46). Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfe chtungsgegenstand und Streitge- genstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insge samt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des dur ch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festge- legten Rechtsverhältnisses zwar zum Anfechtungs-, nicht ab er zum Streitgegenstand (vgl. BGE 125 V 414 f. E. 1b). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass den Parteianträgen entspre- chend dem Verfügungsgrundsatz für die Festlegung des Streitgegenstandes vorrangige Bedeu- tung zukommt. So wie die versicherte Person sich mit ein er Verfügung durch Nichtanfechtung abfinden kann, so steht ihr auch die Befugnis zu, nur e inzelne der verfügungsweise geregelten Rechtsverhältnisse durch Beschwerde richterlich überprüfen zu lassen (vgl. BGE 118 V 313 f. E. 3b mit Hinweisen; ULRICH MEYER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: BJM 19 89 S. 25). 1.3 Gegenstand des Einspracheentscheides vom 5. Dezember 2011 ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente, die Höhe der Integr itätsenschädigung sowie der Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung im Einspracheverfah ren. Hinsichtlich der Versicherungsleis- tungen gemäss UVG zielen die Rechtsbegehren und die Beg ründung in der Beschwerde aus- schliesslich auf die Prüfung der Rentenfrage. Demgegenüb er wurde die Höhe der Integritäts- entschädigung beschwerdeweise weder konkret gerügt noch si nd aus der Begründung Hinwei- se ersichtlich, dass der Beschwerdeführer damit nicht einv erstanden ist. Damit ist der Einspra- cheentscheid vom 5. Dezember 2011, soweit er die Höhe d er Integritätsentschädigung anbe- langt, in Rechtskraft erwachsen und kann deshalb im vorli egenden Verfahren nicht mehr über- prüft werden. Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens ist demnach einzig der Rentenan- spruch des Beschwerdeführers sowie der Anspruch auf unentg eltliche Verbeiständung im Ein- spracheverfahren. Diesbezüglich ist auf die form- und fri stgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obliga- torischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts ander es bestimmt, die Versicherungs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen un d Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf di e zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG An spruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infol- ge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. Der Renten anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 2.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer n ur unter der Voraussetzung auf- zukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ei ngetretenen Schaden (Ar- beitsunfähigkeit, Invalidität) ein natürlicher und adä quater Kausalzusammenhang besteht. Ur- sachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a lle Umstände, ohne deren Vor- handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr eten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingung en die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (Ulrich Meyer-Blaser , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 2.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sp rechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind di e folgenden medizinischen Unterla- gen zu berücksichtigen: 3.1 Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) liess den Versicherten beim Begutachtungs- institut C.____ polydisziplinär begutachten. Am 3. Sept ember 2010 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schulter-Armschmerzen rechts bei Status nach Sturztrauma mit lateraler Mehrfragmentfraktur der Clavicula rechts, chronische Schulterschmerzen links bei Sta- tus nach Arthroskopie der Schulter mit Dekompression eine s subacromialen Impingements, eine Algodystrophie der rechten Hand, ein rechtsbetontes Zervikalsyndrom mit intermittierender möglicher Irritation der Wurzel C6 bei hochgradiger Osteochondrose C5/C6 und Einengung des Foramens auf dieser Höhe rechts, eine emotional instab ile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3), rezidivierende depressive Episoden, zurzeit mitt leren Grades (ICD-10 F33.31) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert. Hinsichtlich der speziellen Frage n der AGV wurde festgehalten, aus or- thopädischer und neurologischer Sicht sei mit überwiegen der Wahrscheinlichkeit davon auszu- gehen, dass die Schulterproblematik unfallbedingt sei. Betreffend die Problematik der Halswir- belsäule (HWS), müsse von einer richtungsgebenden Verschle chterung durch den Unfall aus- gegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht sei festzustellen, dass durch den Unfall ein psy- chisch hochlabiles Gleichgewicht dekompensiert sei und der Unfall mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit als Teilursache gewertet werden müsse. Die p sychische Behandlung sei noch nicht optimal. Bei guter Etablierung der Arzt-Patient en-Beziehung und Verbesserung der Complience der psychopharmakologischen Behandlung könne e ine Verbesserung erwartet werden. Dies könne aber erst in circa zwei Jahren beurtei lt werden. Aus somatischer Sicht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht könnten keine ärztlichen Behandlungen empfohlen werden , die eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes bewirken würden. Von einem Endzustan d sei noch nicht auszugehen. Aus gesamtmedizinsicher Sicht sei der Versicherte als Primar lehrer zu 100% arbeitsunfähig. In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit sei zunächst eine Arbeitsabklärung durchzuführen. Ziel sei es, beim Versicherten im Rahmen einer zeitlichen Beansp ruchung von 60%, eine 50%ige Leis- tung zu erreichen. 3.2 Am 17. Februar 2011 hielt der Kreisarzt Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirur- gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, e inzige Unfallfolge sei der Status nach lateraler Claviculafraktur und AC-Resektion rechts. Bezüg lich der Beschwerden der HWS sei durch den Unfall keine organische Veränderung oder rich tungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes verursacht worden. Eine gewisse Traumatisierung des Vorzustandes sei möglich. In der Regel seien aber solche Traumatisierungen späte stens nach zwölf Monaten als abge- schlossen zu betrachten. Die aktuell geklagten Beschwerden seien durch die medizinischen Befunde an der HWS nicht vollumfänglich erklärbar. Es se i zu einer somatoformen Schmerz- entwicklung gekommen. Betreffend die rechte Schulter bestünde ein Status nach einer Clavicu- lafraktur mit AC-Resektion. Eine Teilkausalität zum Unfal l sei zu bejahen. Im Bereich der linken Schulter bestünde eine Labrumschädigung, vereinbar mit einer SLAP-Läsion. Diesbezüglich sei die Unfallkausalität höchstens möglich. Aktuell seien die B eschwerden im Rahmen der somato- formen Schmerzstörung zu sehen. Diese stelle aber keine Un fallfolge dar. Dies gelte auch für die Nacken-, Kopf- und Kieferschmerzen. Es bestünden kein e behandlungsbedürftigen Unfall- folgen mehr und der Fall sei abzuschliessen. 3.3 Am 19. April 2011 führte Dr. D.____ aus, dass kei ne sicheren Anhaltspunkte für den Bestand einer Algodystrophie bestehen würden. Einzige U nfallfolge sei der Status nach einer Claviculafraktur mit AC-Resektion. Der Versicherte sei zu 100% arbeitsfähig. 3.4 Nachdem das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberat ung vom 3. Mai 2012 zur Auf- fassung gelangte, dass die dem angefochtenen Einsprachee ntscheid zugrunde liegenden me- dizinischen Unterlagen teilweise widersprüchlich seien und eine abschliessende Beurteilung der Unfallfolgen nicht zulassen würden, beauftragte es das B egutachtungsinstitut C.____ mit einer Begutachtung des Beschwerdeführers. Am 28. Dezember 2012 wurde als unfallkausale Diag- nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schme rzhafte Funktionsstörung der rechten Schulter (ICD-10 M75.0) diagnostiziert. Ohne Einfluss au f die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach einem posttraumatischen Complex regional pain syndrome (CRPS) Typ I des rech- ten Armes, nach arthroskopischer Acromioplastik und Mobilisation bei SLAP-Läsion II der linken Schulter und partieller Rotatorenmanschettenruptur, ein Verdacht auf eine beginnende Coxarth- rose links, ein chronisches rechtsbetontes Zervikalsyndrom (ICD-1 0 M54.2) und Tendomyo- pathie im Schultergürtelbereich rechts mit Zeichen ein er somatoformen Schmerzstörung, ein episodisches zervikozephales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0) und ein Status nach mögli- chem HWS-Distorsionstrauma (ICD-10 S13.4). Die Tätigkei t als Werk- und Turnlehrer sei dem Versicherten wegen der verminderten Belastbarkeit des re chten dominanten Arms nicht mehr zumutbar. Die übrige allgemeine Tätigkeit als Lehrer se i aber in einem Leistungspensum von 90% möglich. Die Einschränkung begründe sich aus orthopä discher Sicht durch die nachvoll- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziehbaren Schmerzen und die dadurch glaubhaft mitverur sachte Schlafstörung. Angepasste Verweistätigkeiten ohne manuelle Verrichtungen über T ischhöhe, ohne Heben und Tragen von Lasten über 8 kg im Sitzen, Stehen oder Gehen seien ebenfalls in einem Leistungspensum von 90% möglich. In Bezug auf die unfallbedingten Befund e an der rechten Schulter sei der medizi- nische Endzustand erreicht. Durch medizinische Massnahmen s eien keine weitere Verbesse- rungen zu erwarten. 4.1 Wie oben (vgl. E. 2.4 hiervor) ausgeführt, ist hi nsichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes entscheidend, ob der Bericht für die streitig en Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden b erücksichtigt, in Kenntnis der Vor- akten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Das Gutachten des Begu tachtungsinstituts C.____ vom 28. Dezember 2012 beruht auf eingehenden Untersuchungen des Versicherten und berücksich- tigt die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem gingen die Gutachter auf die Beschwerden des Versicherten ein und vermittel n ein hinreichendes Bild über dessen Gesundheitszustand. Es wird deutlich, dass der Beschwerdeführer unfallkausal und mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit eine schmerzhafte Funktionsstörung der rechten Schulter aufweist. Auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigke it ist nachvollziehbar begründet und es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehe n, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Werk- und Turnlehrer wegen der verminder ten Belastbarkeit des rechten domina- ten Arms nicht mehr zumutbar ist. Indes sind ihm die ü brige allgemeine Tätigkeit als Lehrer und angepasste Verweistätigkeiten möglich. Zufolge der Sch merzen und der dadurch mitverursach- ten Schlafstörung ist von einer Einschränkung der Arbeit sfähigkeit von 10% auszugehen. Die Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsinstituts C .____ ist sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend und bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage deshalb massgebend. 4.2 Daran vermögen die Vorbringen der Parteien nich ts zu ändern. Soweit der Beschwer- deführer rügt, die Gerichtsgutachter hätten die Unfallkausalität und die Auswirkungen der soma- toformen Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Gutachter dem chronischen rechtsbetonten Zervikalsyndr om und der Tendomyopathie im Schultergürtelbereich rechts mit Zeichen einer somatofor men Schmerzstörung keine Ein- schränkung auf die Arbeitsfähigkeit beimassen. Im Übrige n ist darauf hinzuweisen, dass das Kantonsgericht bereits anlässlich der ersten Urteilsberatun g vom 3. Mai 2012 zur Auffassung gelangte, dass kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen d em Unfall und den bestehen- den psychischen Beschwerden des Versicherten bestehen. In de r Folge verzichtete es darauf, den versicherten psychiatrisch begutachten zu lassen. Diesem Vorgehen hielt der Beschwerde- führer in seinem Schreiben an das Kantonsgericht vom 23. August 2012 nichts entgegen. So- weit die Beschwerdegegnerin die Beurteilung des ortho pädischen Gutachters, wonach unfall- bedingt leistungseinschränkende Schlafstörungen bestünden, in Frage stellt und diese vielmehr im Rahmen der nicht unfallkausalen psychischen Beschwerden sieht, ist festzustellen, dass der orthopädische Gutachter überzeugend ausführte, dass d er organisch erklärbare Schulter- schmerz rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an der nächtlichen Schlafstörung mitbe- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht teiligt sei und die resultierende Tagesmüdigkeit zumi ndest in teilkausalem Zusammenhang mit dem Unfall vom 26. Juni 2006 stehe. Insgesamt lässt das Gutachten des Begutachtungsinstituts C.____ vom 28. Dezember 2012 eine zuverlässige Beurteil ung der verbleibenden Arbeitsfähig- keit des Versicherten zu, weshalb in antizipierter Beweiswü rdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf eine weitere medizinische Abklärung verzichtet werden kann. 5. Da nach der Beurteilung im massgebenden Gutachten d es Begutachtungsinstituts C.____ vom 28. Dezember 2012 davon auszugehen ist, dass i n Bezug auf die unfallbedingten Befunde an der rechten Schulter der medizinische Endzust and erreicht ist und die Beschwer- degegnerin die Taggeldleistungen per 30. Juni 2011 einstellte, ist nachfolgend zu prüfen ob der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2011 Anspruch auf eine R ente der obligatorischen Unfallversiche- rung hat (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). 6.1 Für die Bemessung der Invalidität ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 18 UVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n, worauf sich aus der Einkommensdiffe- renz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 6.2.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns (vgl . BGE 129 V 222) nach dem Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesund e tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Die Ermittlu ng des Valideneinkommens muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkei t ohne Gesundheitsschaden erfahrungs- gemäss fortgesetzt wird, ist in der Regel vom letzten L ohn auszugehen, der vor Eintritt der Ge- sundheitsschädigung erzielt wurde. Dieses Gehalt ist wenn nötig der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupassen (BGE 135 V 58 E. 3.1). 6.2.2 Der Beschwerdeführer ist ausgebildeter Primarle hrer und seit 1. Juni 2006 arbeitslos. Vom 15. Juni 2006 bis 7. Juli 2006 war er im Rahmen eines Zwischenverdienstes in der Sekun- darschule X.____ als Turn- und Werklehrer angestellt. Be reits im Unfallzeitpunkt stand somit fest, dass der Beschwerdeführer die Schule per 7. Juli 20 06 verlassen würde. Ob danach eine erneute vorübergehende oder feste Anstellung des Beschw erdeführers in der Sekundarschule X.____ oder aber in einer anderen Sekundarschule als Turn- und Werklehrer in Frage gekom- men wäre, ist aufgrund der vorliegenden Unterlagen ni cht hinreichend erstellt. Demnach kann bei der Bemessung des Valideneinlohnes - entgegen der A nsicht des Beschwerdeführers - nicht auf das Einkommen eines Werklehrers an der Oberstuf e abgestellt werden. Vielmehr ist überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Versicherte als G esunder nicht mit ungewissen, bloss punktuellen Einsätzen als Lehrer abgefunden, sond ern sich um ein neues, stabiles und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht unbefristetes Arbeitsverhältnis in seinem erlernten Beruf als Primarlehrer bemüht und gemäss den verlässlichen Angaben des Kantons Aargau, Department Bildung, Kultur und Sport, Perso- naldienst Lehrpersonen, vom 12. Mai 2011 in einem Vollzeitpensum ab 1. August 2011 ein Jah- resverdienst von Fr. 121'171.-- erzielt hätte. 6.3 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zum utbarerweise noch reali- sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von d er beruflich-erwerblichen Situati- on auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da dem Beschwerdeführer nach der massgebenden Beurteilung im Gutachten des Beg utachtungsinstituts C.____ vom 28. Dezember 2012 (vgl. E. 4.1 hiervor) die allgemein e Tätigkeit als Lehrer weiterhin zumutbar ist, ist für die Bemessung des Invalideneinkommens ebenfalls der Verdienst eines Primarlehrers massgebend. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerd eführer zufolge der Schmerzen und der dadurch mitverursachten Schlafstörung eine Ei nschränkung von 10% aufweist. Wenn er geltend macht, Primarlehrer würden die ihnen anve rtrauten Klassen auch im Turnen und Werken unterrichten, was ihm aber beschwerdebedingt nic ht zumutbar sei und dieser Umstand bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Einschränkun gen des Beschwerdeführers innerhalb des Schulsystems einer Primarschule kompensierbar si nd. Demnach beträgt das massgebende Invalideneinkommen Fr. 109'054.-- (Fr. 121'171.-- x 90%). 6.4 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 109'054.-- dem Valideneinkommen von Fr. 121'171.-- gegenüber, s o resultiert daraus ein IV-Grad von 10%. Demnach hat der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2011 Anspruch auf eine Rente der obligatorischen Unfallversicherung. 7. Der Beschwerdeführer beantragte weiter, es seien i hm Verzugszinsen auf die geschul- deten Rentenleistungen auszurichten. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG haben die Sozialversiche- rungen für ihre Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung Ver zugszinsen zu bezahlen, sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfäng lich nachgekommen ist. Eine Ver- zugszinspflicht entsteht demnach nur, wenn die versicherte Person die Mitwirkungspflicht voll- umfänglich erfüllt. Eine - den Anspruch auf Verzugszinse n ausschliessende - Verletzung der Mitwirkungspflicht kann aber nur darin erblickt werden, wenn dadurch die Ursache für eine Ver- fahrensverzögerung gesetzt wird oder mit anderen Worten die Verzögerung der Leistungsaus- richtung auf das Verhalten der versicherten Person zurückzufü hren ist (vgl. U LRICH KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich 2009, 2. Auflage, Art. 26 Rz 1 7 ff.). Vorliegend ist keine derartige Verletzung der Mitwirkungspflicht ersichtlich und es wird auch nichts Derartiges geltend ge- macht. Demnach ist festzustellen, dass die Voraussetzungen zur Zusprechung von Verzugszin- sen grundsätzlich erfüllt sind. Bei Leistungsnachzahlungen beginnt die Verzugszinspflicht nach Art. 26 Abs. 2 ATSG 24 Monate nach Beginn der Rente nberechtigung als solcher für die ge- samten bis anhin aufgelaufenen Leistungen, nicht erst jeweils zwei Jahre nach Fälligkeit jeder einzelnen Monatsrente (vgl. zum Ganzen BGE 133 V 9 mit weiteren Hinweisen sowie zur Be- rechnung im Einzelfall K IESER , a.a.O, Art. 26 Rz 25 in fine). Nachdem der Renten anspruch am 1. Juli 2011 entstanden ist, besteht für sämtliche Rentenbetreffnisse mit Wirkung ab 1. Juli 2013 Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Anspruch auf Verzugszinsen. Dabei ist ein Zinssatz vo n 5% zu beachten (vgl. Art. 7 Abs. der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozi alversicherungsrechts vom 11. September 2002). 8. Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer - wie von ihm geltend gemacht - für das Einspracheverfahren Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung hat. 8.1 Art. 52 Abs. 3 Satz 1 ATSG hält fest, dass das Ein spracheverfahren vor dem Versiche- rungsträger kostenlos ist. Parteientschädigungen werden laut Satz 2 der genannten Bestim- mung in der Regel nicht ausgerichtet. Es stellt sich deshal b die Frage, unter welchen Voraus- setzungen von diesem Grundsatz abgewichen werden kann, un d ob im vorliegenden Fall ein derartiger Ausnahmetatbestand gegeben ist. Im Entsche id 130 V 570 ff. hat das damalige Eid- genössisches Versicherungsgericht (EVG, heute: Bundesgericht , sozialrechtliche Abteilungen) anhand der Entstehungsgeschichte dieser Bestimmung auf gezeigt, dass der Gesetzgeber die ausnahmsweise Zusprechung einer Parteientschädigung im E inspracheverfahren unter einer Bedingung als zulässig und geboten erachtete: Der Eins precher, der nicht über die erforderli- chen Mittel verfügt, um die Anwaltskosten selbst zu tragen , und der im Falle des Unterliegens die unentgeltliche Verbeiständung (Art. 37 Abs. 4 ATS G) hätte beanspruchen können, soll bei Obsiegen vom unterliegenden Versicherungsträger entschädig t werden (BGE 130 V 572 f. E. 2.2 mit Hinweisen). 8.2 Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben. Zwar gilt der Beschwerdeführer in Anbetracht des Ausgangs des vorliegenden Beschwerdeverfah rens auch in Bezug auf das vo- rangegangene Einspracheverfahren als obsiegende Partei. Indes ist mit der Beschwerdegegne- rin davon auszugehen, dass im Zeitpunkt des Einspracheent scheides die prozessuale Bedürf- tigkeit der Versicherten nicht erstellt ist. So verfügte der Versicherte gemäss seinen Angaben im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 23. Oktober 2 011 über Wertschriften in der Höhe von rund Fr. 36'657.--. Diese Mittel sind bei der Beu rteilung der prozessualen Bedürftigkeit zu berücksichtigen. Unter diesen Umständen ist mit der Beschwe rdegegnerin davon auszugehen, dass der Versicherte in der Lage war, für die ausserord entlichen Kosten im Einspracheverfah- ren in der Höhe von Fr. 2'421.45 aufzukommen. Die prozessuale Bedürftigkeit des Versicherten ist folglich gestützt auf seine Vermögensverhältnisse zu v erneinen. Demnach muss der Antrag des Beschwerdeführers, es sei ihm für das vorinstanzliche Ver fahren die unentgeltliche Ver- beiständung mit Advokat Baur als Rechtsvertreter zu bewill igen und die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, ihm die entsprechenden Kosten im Be trag von Fr. 2'421.45 zu ersetzen, ab- gewiesen werden. 9. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann, in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass der Einspracheen tscheid vom 5. Dezember 2011 auf- gehoben und festgestellt wird, dass der Beschwerdeführe r mit Wirkung ab 1. Juli 2011 An- spruch auf eine Rente aufgrund eines IV-Grades von 10% h at. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Die Kosten der Gerichtsbegutachtung durch das Beg utachtungsinstitut C.____ in der Höhe von Fr. 12'373.35 sind der Beschwerdegegnerin au fzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 6. Juni 2013, 8C_894/2012). 10.2 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 10.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Be schwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist dem Be- schwerde führenden Versicherten deshalb eine Parteientschä digung zu Lasten der Beschwer- degegnerin zuzusprechen. Angesichts der Tatsache, dass zur Du rchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückwe isung in Frage gekommen wäre, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfallen ist, ist dem Beschwerdeführer volle Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono rarnote vom 7. März 2013 einen Zeitaufwand von 17,833 Stunden sowie Auslagen in Höhe von Fr. 499.90 ausgewiesen, was angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfrag en sowie des Aktenumfangs nicht zu beanstanden ist. Damit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'354.90 (17,83 Stunden à Fr. 250.-- und Ausla- gen von Fr. 499.90 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Laste n der Beschwerdegegnerin zuzu- sprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetrete n werden kann, in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als der Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2011 aufgehoben und festgestellt wird, dass der Be- schwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2011 Anspruch auf eine Rente aufgrund eines IV-Grades von 10% hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 12'373.35 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 5'354.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht