<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00390</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206271&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00390</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.11.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baurechtlicher Vorentscheid</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nicht drittverbindlicher baurechtlicher Vorentscheid (§§ 323 f. PBG): Bundesrechtswidrigkeit, Nichtigkeit oder Anfechtbarkeit, Anfechtungsinteresse. Ein nicht drittverbindlicher Vorentscheid ist bundesrechtswidrig (E. 4.1). Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in der Regel nicht nichtig, sondern nur anfechtbar. Die Bundesrechtswidrigkeit eines baurechtlichen Entscheids hat keineswegs zwingend dessen Nichtigkeit zur Folge. Der Verfahrensmangel mit Blick auf den Rechtsschutz Dritter ist nicht derart schwer wiegend, dass er Nichtigkeit bewirken würde. Ein nicht förmlich ergangener Vorentscheid ist somit nur anfechtbar, d.h. an sich gültig und rechtswirksam (E. 4.3). Ist der Vorentscheid grundsätzlich rechtswirksam, muss er innerhalb der Anfechtungsfrist angefochten werden. Das erforderliche Berührtsein und das schutzwürdige Interesse hierzu sind vorliegend zu bejahen. Die bisherige Praxis der Baurekurskommissionen, wonach mangels Verbindlichkeit eines bundesrechtswidrigen Vorentscheids kein Anfechtungsinteresse bestehe, erweist sich als unzutreffend (E. 4.4). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFECHTBARKEIT">ANFECHTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUNDESRECHTSWIDRIG">BUNDESRECHTSWIDRIG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGKEIT">NICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBINDLICHKEIT">VERBINDLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORENTSCHEID">VORENTSCHEID</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 324 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 324 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 57 S. 18</span><br/><span class="gerade">RB 2006 Nr. 72</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die A AG beabsichtigt, die bestehenden GebÃ¤ude auf dem gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung vom 10. Juni 1994 in der Kernzone I gelegenen GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01, L, X, abzubrechen und 5-6 ReiheneinfamilienhÃ¤user zu erstellen. Im Zusammenhang mit der NeuÃ¼berbauung ersuchte die A AG den Gemeinderat, ihr im Rahmen eines Vorentscheids im Sinn von §§ 323 f. des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) verschiedene Fragen zur Erschliessung sowie zu Abstandsvorschriften zu beantworten. Mit Beschluss vom 2. Mai 2006 stellte der Gemeinderat im Wesentlichen fest, dass das GrundstÃ¼ck zurzeit nicht hinreichend erschlossen und baureif sei und ein Quartierplan durchgefÃ¼hrt werden mÃ¼sse. Unter bestimmten, in den ErwÃ¤gungen nÃ¤her umschriebenen Auflagen kÃ¶nne eine Baubewilligung jedoch in Aussicht gestellt werden.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Rekurs vom 30. Mai 2006 beantragte die A AG der Baurekurskommission III, diesen Beschluss aufzuheben. In der BegrÃ¼ndung wies sie darauf hin, dass der Vorentscheid bundesrechtswidrig sei. Entgegen der von der Baurekurskommission II in einem Entscheid vom 17. August 1999 (BEZ 1999 Nr. 40) vertretenen Auffassung sei die Gesuchstellerin daran interessiert, einen unverbindlichen Entscheid anzufechten. Andernfalls laufe sie nÃ¤mlich Gefahr, dass sich der Gemeinderat im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren auf die Rechtskraft des Vorentscheids berufe.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission III verwarf diese Auffassung unter Hinweis auf die gefestigte Praxis und trat am 26. Juli 2006 auf den Rekurs nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 19. September 2006 liess die A AG dem Verwaltungsgericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Der angefochtene Beschluss und der Beschluss des Gemeinderats Volketswil vom 2. Mai 2006 seien aufzuheben.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. AllfÃ¤llige Vernehmlassungen des Beschwerdegegners und der Vorinstanz seien der BeschwerdefÃ¼hrerin umgehend zur Stellungnahme, eventuell zur Kenntnisnahme, zuzustellen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3. Der BeschwerdefÃ¼hrerin sei fÃ¼r dieses und das vorinstanzliche Verfahren je eine angemessene UmtriebsentschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. Es seien die Kosten dieses und des vorinstanzlichen Verfahrens vollumfÃ¤nglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen."</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">In ihrer Vernehmlassung vom 29. September 2006 schloss die Baurekurskommission III auf Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat Volketswil erklÃ¤rte am 6. Oktober 2006 den Verzicht auf eine Stellungnahme.</p> <p class="Urteilstext">Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden UrteilsgrÃ¼nden eingegangen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nichteintretensentscheide der Baurekurskommissionen kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 48 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) beim Verwaltungsgericht selbstÃ¤ndig angefochten werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 48 N. 3).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann sich vor Verwaltungsgericht darauf berufen, dass die Vorinstanz zu Unrecht das Vorliegen der Legitimation verneint habe. Die Frage der Legitimation wird von der Ã¼bergeordneten Rechtsmittelinstanz im Rahmen der materiellen PrÃ¼fung behandelt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19â28 N. 98, § 21 N. 28).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Weil der Gemeinderat Volketswil auf eine Beschwerdeantwort verzichtet hat, besteht von vornherein kein Anlass fÃ¼r einen zweiten Schriftenwechsel.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss § 324 Abs. 1 PBG ist ein baurechtlicher Vorentscheid hinsichtlich der behandelten Fragen in gleicher Weise verbindlich, gÃ¼ltig und Ã¶ffentlichrechtlich anfechtbar wie baurechtliche Bewilligungen. Nach § 324 Abs. 2 PBG muss ein fÃ¶rmlicher Vorentscheid mit Drittverbindlichkeit vom Gesuchsteller ausdrÃ¼cklich verlangt werden. Dies hat die BeschwerdefÃ¼hrerin unterlassen. Die BaubehÃ¶rde hat deshalb einen Vorentscheid ohne Drittverbindlichkeit getroffen. Ein solcher ist gemÃ¤ss bundes- und verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung in der Regel, d.h., wenn es um die Anwendung des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) und seiner eidgenÃ¶ssischen und kantonalen AusfÃ¼hrungsbestimmungen geht, bundesrechtswidrig (BGr, 9. September 1992, ZBl 95/1994, S. 66 E. 2b; RB 1994 Nr. 92 = BEZ 1995 Nr. 4). Dies trifft vorliegend unbestrittenermassen zu, da es beim fraglichen Vorentscheid vorab um die Anwendung kantonaler Normen betreffend die planungsrechtliche Baureife und Erschliessung (§§ 233 PBG ff.) und damit um AusfÃ¼hrungsrecht zum RPG geht.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GestÃ¼tzt auf diese Rechtsprechung kommt die Vorinstanz zum Schluss, nicht drittverbindliche Vorentscheide wÃ¼rden aufgrund dieses formellrechtlichen Mangels auch gegenÃ¼ber dem Vorentscheidsgesuchsteller keine Rechtswirkung entfalten. GestÃ¼tzt auf eine gefestigte Praxis (vgl. BEZ 1999 Nr. 49) fÃ¼hrt sie aus, der BeschwerdefÃ¼hrerin fehle es damit auch an einem schutzwÃ¼rdigen Interesse, einen bundesrechtswidrigen Entscheid anzufechten. Die Rekurslegitimation werde in solchen Konstellationen regelmÃ¤ssig verneint, sodass auf gegen solche Vorentscheide gerichtete Rekurse nicht einzutreten sei. Es bestehe auch kein Interesse an der formellen Feststellung der Unverbindlichkeit des Vorentscheids gegenÃ¼ber dem Gesuchssteller bevor der Entscheid Ã¼ber ein konkretes Baugesuch gefÃ¤llt worden sei, denn bis zu diesem Zeitpunkt entstÃ¼nde der Rekurrentin kein Nachteil. SpÃ¤testens im Rekursverfahren gegen einen Baubewilligungsentscheid, der sich auf einen (nicht drittverbindlichen) Vorentscheid abstÃ¼tzt, wÃ¼rde die Unverbindlichkeit des Vorentscheids ohne weiteres und vor allem ohne jeglichen Nachteil fÃ¼r die Rekurrentin festgestellt werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>Diese Auffassung rÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor Verwaltungsgericht als rechtsirrtÃ¼mlich. Selbst nichtige Entscheide kÃ¶nnten trotz ihrer begriffsnotwendig absoluten rechtlichen Unwirksamkeit angefochten werden. Es bestehe ein offensichtliches und erhebliches Interesse daran, die Nichtigkeit oder sonstige Unverbindlichkeit einer VerfÃ¼gung feststellen zu lassen. Wie die BegrÃ¼ndung des Verwaltungsgerichtsentscheids vom 16. Dezember 1994 (RB 1994 Nr. 92 = BEZ 1995 Nr. 4) erkennen lasse, sei die Auffassung, dass nicht drittverbindliche Vorentscheide in der Regel bundesrechtswidrig seien, keineswegs unbestritten. Zu Unrecht stÃ¼tze die Baurekurskommission ihren Entscheid mit dem Argument, dass der Gesuchstellerin zuzumuten sei, ein konkretes Baugesuch auszuarbeiten. Dies treffe gerade nicht zu, weil nach dem Nichteintretensentscheid der Rekurskommission die Gefahr bestehe, dass der Gemeinderat am rechtswidrigen Vorentscheid materiell festhalte. Wenn der Gesuchstellerin der Rechtsschutz mit dem paradoxen Argument verweigert werde, dass ein entsprechendes Interesse aufgrund der klaren Rechtslage fehle, werde ihr Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r missachtet, was eine formelle Rechtsverweigerung darstelle. Eventuell habe das Verwaltungsgericht klarzustellen, dass der Gemeinderatsbeschluss unwirksam sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Vorinstanz scheint davon auszugehen, dass ein bundesrechtswidriger baurechtlicher Entscheid nichtig sei, denn nur ein nichtiger Entscheid wÃ¼rde keinerlei Rechtswirkungen entfalten.</p> <p class="Erwgung2">Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in der Regel nicht nichtig, sondern nur anfechtbar, und sie werden durch Nichtanfechtung rechtsgÃ¼ltig. <span class="highlight"><span>Nichtigkeit</span></span>, d.h. absolute Unwirksamkeit einer VerfÃ¼gung, wird nur angenommen, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der <span class="highlight"><span>Nichtigkeit</span></span> nicht ernsthaft gefÃ¤hrdet wird. Inhaltliche MÃ¤ngel haben nur in seltenen AusnahmefÃ¤llen die <span class="highlight"><span>Nichtigkeit</span></span> einer VerfÃ¼gung zur Folge. Als NichtigkeitsgrÃ¼nde fallen hauptsÃ¤chlich funktionelle und sachliche UnzustÃ¤ndigkeit einer BehÃ¶rde sowie schwer wiegende Verfahrensfehler in Betracht (BGE 129 I 361 E. 2.1 S. 363 f.; 122 I 97 E. 3a/aa S. 99; vgl. zudem die Zusammenfassung der Rechtsprechung bei Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2006, N. 958 ff.). Insbesondere hat auch die Bundesrechtswidrigkeit eines baurechtlichen Entscheids keineswegs zwingend dessen Nichtigkeit zur Folge (BGE 132 II 21 E. 3.2.2 S. 28). WÃ¤re jede VerfÃ¼gung, die nicht im Einklang mit Bundesrecht steht, nichtig, so hÃ¤tte dies eine unertrÃ¤gliche Rechtsunsicherheit zur Folge.</p> <p class="Urteilstext">Ein nicht fÃ¶rmlich ergangener Vorentscheid leidet mit Blick auf den Rechtsschutz Dritter gemÃ¤ss Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG unter einem verfahrensrechtlichen Mangel. Selbst bei schwer wiegenden VerfahrensmÃ¤ngeln wird Nichtigkeit allerdings praxisgemÃ¤ss nur zurÃ¼ckhaltend angenommen; insbesondere bewirkt die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs in der Regel keine Nichtigkeit (HÃ¤felin/MÃ¼ller/Uhlmann, Rz. 965 ff.; RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel 1990, Nr. 40/2b). Wurde ein ausschreibungspflichtiges Bauvorhaben ohne die erforderliche Ausschreibung getroffen und hatten demnach die betroffenen Nachbarn nicht die MÃ¶glichkeit von ihrem Beschwerderecht Gebrauch zu machen, so fÃ¼hrt dies nicht notwendigerweise zur Nichtigkeit, denn die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs kann im weiteren Verfahren behoben werden, etwa durch die Ansetzung bzw. die Wiederherstellung einer Einsprache- oder Rekursfrist (vgl. BGE 121 I 177 E. 2b/bb S. 180; Pierre Moor, Droit administratif, Bd. II, Bern 2002, S. 317; gemÃ¤ss BGE 132 II 21 E. 3.3 S. 28 ist die Tatsache, dass kein fÃ¶rmlicher Entscheid gefÃ¤llt wurde selbst dann, wenn ein solcher zwingend erforderlich wÃ¤re, kein Nichtigkeitsgrund, wenn letztlich Sinn und Zweck der betreffenden Formvorschrift Rechnung getragen wurde). In diesem Sinn ist auch im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass ein nicht fÃ¶rmlich ergangener Vorentscheid nicht nichtig, sondern nur anfechtbar und damit an sich gÃ¼ltig ist. Die Vorinstanz ist demnach zu Unrecht von der Unverbindlichkeit des Vorentscheids ausgegangen. DemgegenÃ¼ber erweist sich die BefÃ¼rchtung der BeschwerdefÃ¼hrerin als begrÃ¼ndet, dass der Gemeinderat ihr den â obschon von der Rekurskommission wie gesagt zu Recht als bundesrechtswidrig qualifizierten â Vorentscheid im Fall des unterbliebenen Weiterzugs an das Verwaltungsgericht im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren entgegenhalten kÃ¶nnte.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Ist der Vorentscheid fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin grundsÃ¤tzlich rechtswirksam, muss er innerhalb der Anfechtungsfrist angefochten werden, damit dessen Rechtswirksamkeit verhindert werden kann. Als GrundeigentÃ¼merin des vom Vorentscheid betroffenen GrundstÃ¼cks (Kat.-Nr. 01) und als Adressatin des Vorentscheids ist die BeschwerdefÃ¼hrerin von diesem berÃ¼hrt und hat ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ãnderung (§ 324 Abs. 1 in Verbindung mit 338a Abs. 1 PBG). Demnach hat die Vorinstanz zu Unrecht ein Anfechtungsinteresse der BeschwerdefÃ¼hrerin verneint, und die diesbezÃ¼gliche bisherige Praxis der Baurekurskommissionen erweist sich als unzutreffend.</p> <p class="Urteilstext">Anzumerken bleibt, dass selbst wenn von der Nichtigkeit des Vorentscheids ausgegangen wÃ¼rde, die BeschwerdefÃ¼hrerin ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an einem Feststellungsentscheid hÃ¤tte; dieses besteht im praktischen Interesse an der Feststellung des Nichtbestehens der Verbindlichkeit bzw. an der Beseitigung des Scheins der Verbindlichkeit einer fehlerhaften VerfÃ¼gung (vgl. Ivo Hangartner, Die Anfechtung nichtiger VerfÃ¼gungen und von ScheinverfÃ¼gungen, AJP 2003, S. 1054, mit Hinweisen). Die Nichtigkeit der angefochtenen VerfÃ¼gung wÃ¤re alsdann im Urteilsdispositiv festzustellen (BGE 132 II 342 E. 2.3 S. 349 mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Nach den oben stehenden ErwÃ¤gungen ist die Beschwerde gutzuheissen. DemgemÃ¤ss sind der angefochtene Entscheid und der Vorentscheid des Beschwerdegegners aufzuheben.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Kostenauflage gilt nach § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG in erster Linie das Unterliegerprinzip; ergÃ¤nzend kommt, unabhÃ¤ngig vom Verfahrensausgang, das Verursacherprinzip gemÃ¤ss Satz 2 zum Zug (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 14). Sowohl der Beschwerdegegner als auch die BeschwerdefÃ¼hrerin, die zum Zeitpunkt der Gesuchseingabe durch eine grosse Verwaltungs- und Immobiliengesellschaft vertreten wurde, hÃ¤tten von der Bundesrechtswidrigkeit eines nicht fÃ¶rmlich ergangenen Vorentscheids Kenntnis haben mÃ¼ssen und dementsprechend den Weg des Baubewilligungsverfahrens mit Ã¶ffentlicher Ausschreibung einschlagen mÃ¼ssen. Sie haben somit das Rekurs- wie das Beschwerdeverfahren gleichermassen zu vertreten. Demnach rechtfertigt es sich, die Kosten der beiden Verfahren den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen. Folglich wird auch keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Entscheid der Baurekurskommission III vom 26. Juli 2006 und der Vorentscheid des Gemeinderats Volketswil vom 2. Mai 2006 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>