<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 88 S.312</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">312</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>88</b></span> <span class="ft2"><b>Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen (§ 44 StG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen liegt vor,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wenn, dem Wesen der Leistung entsprechend, ordentlicherweise eine</b></span><br/> <span class="ft2"><b>periodische Ausrichtung vorgesehen gewesen wäre, und dies ohne</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Zutun des Steuerpflichtigen unterblieben ist.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">313</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Vergütungszinsen auf zu viel bezogenen Steuerbeträgen, die für meh-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rere Jahre ausbezahlt werden, stellen keine Kapitalabfindung für</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wiederkehrende Leistungen dar.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">1. Juli 2004 in Sachen R. + M.O., RV.2003.50038/K 8096</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. a) (...) Umstritten ist die Berechnung des steuersatzbestim-</span><br/> <span class="ft1">menden Einkommens und dabei insbesondere die Anwendung von</span><br/> <span class="ft1">§ 44 StG. Danach werden Kapitalabfindungen für wiederkehrende</span><br/> <span class="ft1">Leistungen zusammen mit den übrigen Einkünften besteuert. Die Be-</span><br/> <span class="ft1">steuerung erfolgt jedoch bezüglich der Kapitalabfindung nicht zum</span><br/> <span class="ft1">gesamten Steuersatz, sondern nur zu demjenigen Steuersatz, der An-</span><br/> <span class="ft1">wendung fände, wenn anstelle der Kapitalabfindung eine jährliche</span><br/> <span class="ft1">Leistung ausgerichtet würde (StE 2001 B 26.13 Nr. 15 = StR 2001</span><br/> <span class="ft1">S. 345).</span><br/> <span class="ft1">b) aa) Das bis 31. Dezember 2000 geltende aStG sah eine ge-</span><br/> <span class="ft1">trennte Besteuerung für ,,Kapitalzahlungen für wiederkehrende</span><br/> <span class="ft1">Leistungen" vor (§ 34 Abs. 1 lit. b aStG). Wenn auch im neuen Steu-</span><br/> <span class="ft1">ergesetz der Begriff ,,Kapitalabfindung" verwendet wird, kann die</span><br/> <span class="ft1">unter dem aStG ergangene Rechtsprechung zu § 34 Abs. 1 lit. b aStG</span><br/> <span class="ft1">zur Auslegung des § 44 StG herangezogen werden, verfolgen doch</span><br/> <span class="ft1">beide Normen denselben Zweck, nämlich die Ausschaltung der Pro-</span><br/> <span class="ft1">gressionswirkung bei Abgeltung von wiederkehrenden Leistungen</span><br/> <span class="ft1">durch Kapitalzahlungen. Die Formulierung wurde lediglich Art. 11</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 StHG angeglichen.</span><br/> <span class="ft1">bb) Bei Kapitalzahlungen für wiederkehrende Leistungen han-</span><br/> <span class="ft1">delt es sich nach der Rechtsprechung zu § 34 Abs. 1 lit. b aStG um</span><br/> <span class="ft1">Einmalleistungen, welche an die Stelle einer ursprünglich wiederkeh-</span><br/> <span class="ft1">rend geschuldeten Leistung treten. Diese kann für eine primäre Ver-</span><br/> <span class="ft1">pflichtung erfolgen, welche zeitlich zurückliegt oder welche eine be-</span><br/> <span class="ft1">stimmte oder unbestimmte Zeitspanne in der Zukunft umfasst (VGE</span><br/> <span class="ft1">vom 25. April 1995 in Sachen KStA/F.P.).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">314</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">c) Art. 37 DBG lautet inhaltlich gleich wie § 44 StG. Deshalb</span><br/> <span class="ft1">kann die Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu Art. 37 DBG zur</span><br/> <span class="ft1">Auslegung der kantonalen Norm herangezogen werden. In einem</span><br/> <span class="ft1">Urteil aus dem Jahr 2000 (StE 2001 B 29.2 Nr. 7 = ASA 70 S. 210 =</span><br/> <span class="ft1">StR 2001 S. 23) hat das Bundesgericht seine bis dahin restriktive</span><br/> <span class="ft1">Praxis zur Auslegung des Art. 37 DBG geändert.</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht führt im zitierten Entscheid aus (Erw. 4/c):</span><br/> <span class="ft7">"Eine Änderung ergibt sich namentlich daraus, dass als ,,Kapitalabfin-</span><br/> <span class="ft7">dung für wiederkehrende Leistungen" im Sinne von Art. 37 DBG un-</span><br/> <span class="ft7">ter bestimmten Voraussetzungen auch einmalige Vermögenszugänge</span><br/> <span class="ft7">gelten können, mit denen aufgelaufene, das heisst in der Vergangen-</span><br/> <span class="ft7">heit begründete Teilleistungen abgegolten werden. Solche Kapitalab-</span><br/> <span class="ft7">findungen kommen jedoch nur dann in den Genuss der nach Art. 37</span><br/> <span class="ft7">DBG privilegierten Besteuerung zum Rentensatz, wenn - dem Wesen</span><br/> <span class="ft7">der betreffenden Leistung entsprechend - ordentlicherweise eine peri-</span><br/> <span class="ft7">odische Ausrichtung vorgesehen gewesen wäre, und diese ohne Zutun</span><br/> <span class="ft7">des berechtigten Steuerpflichtigen unterblieben ist. Neben Renten-</span><br/> <span class="ft7">leistungen im Bereich der Sozialversicherungen könnte das etwa bei</span><br/> <span class="ft7">unbezahlt gebliebenen Unterhaltsbeiträgen (Art. 125 ZGB) oder bei</span><br/> <span class="ft7">Lohnnachzahlungen, die sich auf Art. 8 Abs. 3 BV stützen, der Fall</span><br/> <span class="ft7">sein. Sind derart geschuldete Teilleistungen vorenthalten worden, so</span><br/> <span class="ft7">dass sie gar nicht periodengerecht versteuert werden konnten, wäre es</span><br/> <span class="ft7">unbillig, die nachträgliche Kapitalabfindung zusammen mit dem übri-</span><br/> <span class="ft7">gen Einkommen zum vollen Satz zu besteuern und den berechtigten</span><br/> <span class="ft7">Empfänger dadurch steuerrechtlich zu ,,bestrafen". Demgegenüber</span><br/> <span class="ft7">wäre eine Steuersatzermässigung dort nicht gerechtfertigt und auch</span><br/> <span class="ft7">nicht sachgerecht, wo die Ausrichtung einer Kapitalabfindung anstelle</span><br/> <span class="ft7">periodischer Teilleistungen und der Auszahlungszeitpunkt von der</span><br/> <span class="ft7">Wahl der Beteiligten abhängen. Deshalb ist eine Anwendung von</span><br/> <span class="ft7">Art. 37 DBG beispielsweise ausgeschlossen bei der Realisierung stil-</span><br/> <span class="ft7">ler Reserven, bei Entschädigungen für hingegebenes Kapital, unab-</span><br/> <span class="ft7">hängig davon, ob diese einmalig, periodisch oder regelmässig erfol-</span><br/> <span class="ft7">gen, bei Abgangsentschädigungen (vgl. hierzu Art. 17 Abs. 2 DBG)</span><br/> <span class="ft7">oder auch bei auf Vereinbarung beruhenden Lohnzahlungen in einem</span><br/> <span class="ft7">langfristigen Arbeitsverhältnis (vgl. etwa ASA 48 72 ff.). Eine Aus-</span><br/> <span class="ft7">nahme gilt nach der Praxis (vgl. Kreisschreiben der Eidgenössischen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">315</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Steuerverwaltung vom 30. April 1980, in: ASA 48 641 f.), die hier</span><br/> <span class="ft7">nicht zu prüfen ist, für Lidlöhne im Sinn von Art. 334 ZGB. "</span><br/> <span class="ft1">Damit liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine</span><br/> <span class="ft1">privilegiert zu besteuernde Kapitalabfindung für wiederkehrende</span><br/> <span class="ft1">Leistungen vor, wenn, dem Wesen der Leistung entsprechend, or-</span><br/> <span class="ft1">dentlicherweise eine periodische Ausrichtung vorgesehen gewesen</span><br/> <span class="ft1">wäre, und dies ohne Zutun des Steuerpflichtigen unterblieben ist.</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hält zudem ohne ergänzende Begründung</span><br/> <span class="ft1">fest, dass Art. 37 DBG bei Entschädigungen für hingegebenes Kapi-</span><br/> <span class="ft1">tal, unabhängig davon, ob diese einmalig, periodisch oder regelmäs-</span><br/> <span class="ft1">sig erfolgen, keine Anwendung findet.</span><br/> <span class="ft1">d) aa) Die Rekurrenten reichten in Beilage zur Replik vom</span><br/> <span class="ft1">26. Mai 2003 ein Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Zü-</span><br/> <span class="ft1">rich vom 19. März 2003 (SB.2002.00097) ein, das sich mit der Be-</span><br/> <span class="ft1">steuerung von Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistung be-</span><br/> <span class="ft1">schäftigt. Sie sind der Ansicht, die Argumentation des Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft1">gerichtes könne nicht mit der Begründung abgetan werden, es handle</span><br/> <span class="ft1">sich um Anwendung kantonal-zürcherischen Rechts, weshalb dessen</span><br/> <span class="ft1">Erkenntnis hier unbeachtlich sei. Folge man der erwähnten Rechts-</span><br/> <span class="ft1">auffassung nicht, so hiesse das im Klartext, man sei der Ansicht, das</span><br/> <span class="ft1">Zürcher Verwaltungsgericht habe das harmonisierte Recht falsch an-</span><br/> <span class="ft1">gewandt (Replik vom 26. Mai 2003, S. 4).</span><br/> <span class="ft1">bb) Die Aussage des Rekurrenten überrascht, wurde doch im</span><br/> <span class="ft1">genannten Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Zürich eine</span><br/> <span class="ft1">Regelung für das kantonale Recht des Kantons Zürich getroffen, die</span><br/> <span class="ft1">von der herrschenden Meinung abweicht:</span><br/> <span class="ft7">,,(...) Soweit zum gleich lautenden Art. 37 DBG abweichende Auffas-</span><br/> <span class="ft7">sungen in Lehre (vgl. Agner/Digeronimo/Neuhaus/Steinmann, Art. 37</span><br/> <span class="ft7">N. 3a; Locher, Art. 37 N. 13) und Rechtsprechung (BGr, 5. Oktober</span><br/> <span class="ft7">2000, StE 2001 B 29.2 Nr. 7 E. 4c) bestehen, kann ihnen für das kan-</span><br/> <span class="ft7">tonale Recht nicht gefolgt werden. (...)" (zitierter Entscheid des VGer</span><br/> <span class="ft7">ZH, S. 5)</span><br/> <span class="ft1">Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich lässt in Abwei-</span><br/> <span class="ft1">chung von der Ansicht des Bundesgerichtes die Umrechnung von</span><br/> <span class="ft1">Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen zur Satzbestim-</span><br/> <span class="ft1">mung auch zu, wenn Zins für eine Kapitalüberlassung nach freiem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">316</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Willen der Beteiligten aperiodisch ausbezahlt wird (im konkreten</span><br/> <span class="ft1">Fall der Ertrag aus einem Diskont-Bond und einer globalverzinsli-</span><br/> <span class="ft1">chen Obligation). Es begründet diese Ansicht lediglich mit dem</span><br/> <span class="ft1">Hinweis auf ein Präjudiz vom 4. Oktober 1988, in dem ein Entscheid</span><br/> <span class="ft1">der Steuerrekurskommission I bestätigt wird (StE 1989 B 24.3 Nr. 3</span><br/> <span class="ft1">= StR 44 S. 439), und der Bemerkung, eine Berücksichtigung zur</span><br/> <span class="ft1">Satzbestimmung im vollen Betrag sei sachwidrig. Auf den neueren</span><br/> <span class="ft1">Entscheid des Bundesgerichtes vom 5. Oktober 2000 (vgl. Erw. 4/c)</span><br/> <span class="ft1">geht das Verwaltungsgericht dagegen nicht ein. Es erübrigt sich da-</span><br/> <span class="ft1">her, zum Urteil des Verwaltungsgerichts näher Stellung zu beziehen.</span><br/> <span class="ft1">5. a) Die Rekurrenten erhielten im Jahr 2001 aufgrund diverser</span><br/> <span class="ft1">definitiver Steuerveranlagungen Vergütungszinsen in der Höhe von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 11'455.-- ausbezahlt. Sie sind der Ansicht, da die Vergütungszin-</span><br/> <span class="ft1">sen für mehrere Jahre ausbezahlt worden seien, müssten die Zinsen</span><br/> <span class="ft1">zur Bestimmung des Steuersatzes auf einen Jahreszins umgerechnet</span><br/> <span class="ft1">werden. Es gehe um die Abgeltung von Ansprüchen, für welche -</span><br/> <span class="ft1">dem Wesen eben dieser Leistung entsprechend - ordentlicherweise</span><br/> <span class="ft1">eine periodische Ausrichtung hätte Platz greifen müssen. Zudem</span><br/> <span class="ft1">hätten die Rekurrenten offenkundig keine Möglichkeit gehabt, den</span><br/> <span class="ft1">Staat dazu zu zwingen, die Zinsleistungen ordnungsgemäss zeitnah</span><br/> <span class="ft1">zu erbringen.</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss § 163 Abs. 2 aStG und Art. 5 Abs. 1 der Verordnung</span><br/> <span class="ft1">über Fälligkeit und Verzinsung der direkten Bundessteuer vom</span><br/> <span class="ft1">10. Dezember 1992 wird auf zuviel bezogenen Steuerbeträgen Ver-</span><br/> <span class="ft1">gütungs- bzw. (für die direkte Bundessteuer) Rückerstattungszins</span><br/> <span class="ft1">gewährt. Der Vergütungs- bzw. Rückerstattungszins wird fällig im</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt, in dem der zu viel bezahlte Steuerbetrag zurückerstattet</span><br/> <span class="ft1">wird, was von den Rekurrenten auch nicht bestritten wird.</span><br/> <span class="ft1">Die Höhe des Vergütungs- bzw. Rückerstattungszinses steht erst</span><br/> <span class="ft1">im Zeitpunkt fest, in dem die definitive Steuerveranlagung in</span><br/> <span class="ft1">Rechtskraft erwächst. Zuvor ist nicht bekannt, ob und in welcher</span><br/> <span class="ft1">Höhe ein Vergütungszins ausgerichtet wird, oder ob allenfalls ein</span><br/> <span class="ft1">Verzugszins geschuldet ist. Aufgrund der Unsicherheit über den</span><br/> <span class="ft1">schliesslich zu bezahlenden Betrag ist eine jährliche Zahlung der</span><br/> <span class="ft1">Vergütungs- bzw. Rückerstattungszinsen im Bereich des Steuerrechts</span><br/> <span class="ft1">zwangsläufig ausgeschlossen. Zwar berechnet sich der Vergütungs-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">317</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zins aufgrund eines Jahreszinssatzes, doch ist der Betrag geschuldet</span><br/> <span class="ft1">für die Zeit vom jeweiligen Fälligkeitstermin der Steuerschuld bis</span><br/> <span class="ft1">zur Rückzahlung des zu viel bezahlten Betrages, ohne dass eine</span><br/> <span class="ft1">jährliche Zahlung der Zinsen möglich oder sogar üblich wäre.</span><br/> <span class="ft1">Da Vergütungs- bzw. Rückerstattungszinsen auf zu viel bezahl-</span><br/> <span class="ft1">ten Steuern ordentlicherweise nicht periodisch ausgerichtet werden</span><br/> <span class="ft1">und dies auch nicht möglich ist, sind die betreffenden Zahlungen</span><br/> <span class="ft1">nicht als Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen im Sinne</span><br/> <span class="ft1">von § 44 StG, sondern als einmalige Leistung zu qualifizieren. Die</span><br/> <span class="ft1">vergüteten Zinsen sind zur Bestimmung des satzbestimmenden Ein-</span><br/> <span class="ft1">kommens in vollem Umfang zum übrigen Einkommen hinzuzurech-</span><br/> <span class="ft1">nen.</span><br/> <span class="ft1">Ob allgemein Entschädigungen für hingegebenes Kapital, un-</span><br/> <span class="ft1">abhängig davon, ob diese einmalig, periodisch oder unregelmässig</span><br/> <span class="ft1">erfolgen, nicht unter die Anwendung von § 44 StG fallen, wie dies</span><br/> <span class="ft1">vom Bundesgericht ausgeführt wird (StE 2001 B 29.2 Nr. 7 =</span><br/> <span class="ft1">ASA 70 S. 210 = StR 2001 S. 23), kann vorliegend offen bleiben.</span><br/> <span class="ft1">6. a) Die Rekurrenten sind der Meinung, die Vergütungszinsen</span><br/> <span class="ft1">seien steuerlich gleich zu behandeln wie den Lidlohnanspruch be-</span><br/> <span class="ft1">friedigende Leistungen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern zwischen</span><br/> <span class="ft1">den beiden Konstellationen ein wesentlicher Unterschied erkennbar</span><br/> <span class="ft1">sein soll, welcher eine unterschiedliche Beurteilung erlaube. Denn in</span><br/> <span class="ft1">beiden Fällen werde der Anspruch auf ein Mal fällig und beziehe</span><br/> <span class="ft1">sich die Abgeltung (unbestrittenermassen) auf mehrere Jahre. Warum</span><br/> <span class="ft1">für Lidlohnansprüche - ohne spezielle gesetzliche Grundlage - eine</span><br/> <span class="ft1">Sonderregelung bestehen soll, sei nicht nachvollziehbar.</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss Kreisschreiben Nr. 4 der Eidgenössischen Steuer-</span><br/> <span class="ft1">verwaltung vom 30. April 1980 ist es angebracht, für die Ermittlung</span><br/> <span class="ft1">des Steuersatzes den Lidlohn stets durch die Anzahl Arbeitsjahre zu</span><br/> <span class="ft1">teilen und in diesem Umfang den übrigen Einkommensbestandteilen</span><br/> <span class="ft1">zuzurechnen. Aus dieser Praxis, die vom Bundesgericht im Urteil aus</span><br/> <span class="ft1">dem Jahr 2000 (StE 2001 B 29.2 Nr. 7 = ASA 70 S. 210 = StR 2001</span><br/> <span class="ft1">S. 23) erwähnt, aber nicht geprüft wurde, leiten die Rekurrenten ab,</span><br/> <span class="ft1">dass auch Vergütungszinsen zur Satzbestimmung umzurechnen seien.</span><br/> <span class="ft1">c) Unter dem Begriff ,,Lidlohn" ist die Entschädigung von</span><br/> <span class="ft1">Nachkommen für geleistete Arbeit im Familienbetrieb (unter genau</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">318</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">umschriebenen Voraussetzungen) zu verstehen (B. Studer, in: Basler</span><br/> <span class="ft1">Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch I,</span><br/> <span class="ft1">2. Auflage, Basel 2002, VB zu Art. 334 ZGB N 1). Die Lidlohnan-</span><br/> <span class="ft1">sprüche werden mit dem Tode des Schuldners oder unter bestimmten</span><br/> <span class="ft1">Umständen schon zu Lebzeiten des Schuldners fällig (Art. 334</span> <span class="ft8"><sup>bis</sup></span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 und 2 ZGB). Damit wird indes nur deren Zahlung aus wirt-</span><br/> <span class="ft1">schaftlichen und familiären Gründen aufgeschoben. Der Lohnan-</span><br/> <span class="ft1">spruch als zivilrechtliche Forderung entsteht dagegen nach Art. 320</span><br/> <span class="ft1">OR bereits im Zeitpunkt der Erbringung der Arbeitsleistung (BGE</span><br/> <span class="ft1">124 III 193; AGVE 1988 S. 433 mit Hinweisen; P. Tuor/</span><br/> <span class="ft1">B. Schnyder/A. Rumo-Jungo, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch,</span><br/> <span class="ft1">12. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2002, S. 473).</span><br/> <span class="ft1">Der Lidlohn unterscheidet sich somit dadurch vom Vergütungs-</span><br/> <span class="ft1">zins, der auf zu viel bezahlten Steuern erstattet wird, dass der zivil-</span><br/> <span class="ft1">rechtliche Anspruch fortlaufend bei Erbringen der Arbeitsleistung</span><br/> <span class="ft1">entsteht, während die Möglichkeit, den Anspruch geltend zu machen,</span><br/> <span class="ft1">von Gesetzes wegen aufgeschoben wird. Dagegen handelt es sich</span><br/> <span class="ft1">beim Vergütungszins um einen einmaligen Anspruch, der aufgrund</span><br/> <span class="ft1">der Unsicherheit über den Bestand eines Guthabens der steuerpflich-</span><br/> <span class="ft1">tigen Person zwangsläufig erst mit Rechtskraft der definitiven Ver-</span><br/> <span class="ft1">anlagungsverfügung entsteht.</span><br/> <span class="ft1">Dabei kann offen bleiben, ob für die Zahlung eines Lidlohnes</span><br/> <span class="ft1">die Anwendung von § 44 StG immer korrekt ist. Mit dieser Frage</span><br/> <span class="ft1">hatten sich Bundes-, Verwaltungs- und Steuerrekursgericht bisher</span><br/> <span class="ft1">noch nicht zu befassen. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtes</span><br/> <span class="ft1">ist eine Steuersatzermässigung aber nicht sachgerecht, wenn der Aus-</span><br/> <span class="ft1">zahlungszeitpunkt von der Wahl der Beteiligten abhängt, was in</span><br/> <span class="ft1">Bezug auf den Lidlohn jedoch etwa bei der Aufhebung des gemein-</span><br/> <span class="ft1">samen Haushaltes der Fall ist (vgl. Art. 334</span><span class="ft8"><sup>bis</sup></span> <span class="ft1">Abs. 2 ZGB).</span><br/></div> </div> </body> </html>