<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-10-27-1F_24-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1F_24/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 27. Oktober 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Kneubühler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Jametti, Bundesrichter Müller, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Gesuchsteller, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beamte der Stadtpolizei St. Gallen, </div> <div class="para">Vadianstrasse 57, 9001 St. Gallen, </div> <div class="para">Gesuchsgegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt St. Gallen, </div> <div class="para">Schützengasse 1, 9001 St. Gallen, </div> <div class="para">Anklagekammer des Kantons St. Gallen, </div> <div class="para">Klosterhof 1, 9001 St. Gallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1C_783/2021 vom 20. Januar 2022 (1C_783/2021 (Entscheid AK 2021.422). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Mit Urteil 1C_783/2021 ist das Bundesgericht auf eine Beschwerde von A.________ gegen einen Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 16. November 2021 nicht eingetreten. Zur Begründung führte es an, A.________ habe ausdrücklich erklärt, entgegen der unzutreffenden Darstellung der Anklagekammer gegen die Polizisten keine Strafanzeige eingereicht zu haben. Diesfalls habe er aber auch kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids, mit dem die Anklagekammer die Ermächtigung zu deren strafrechtlicher Verfolgung nicht erteilte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 22. August 2022 beantragt A.________ u.a. die Revision dieses Urteils. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Revision eines Bundesgerichtsurteils kann verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind (<span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span>). Die Revision kann auch verlangt werden, wenn das Bundesgericht einzelne Anträge unbeurteilt liess (<span class="artref">Art. 121 lit. c BGG</span>) oder in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigte (<span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Der Gesuchsteller bringt vor, er habe in seiner Beschwerde zwar dargelegt, auf eine Strafanzeige verzichtet zu haben, aber, was das Bundesgericht im Sinne von <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> übersehen habe, nur "vorerst". Aus dem Umstand, dass er am 23. Dezember 2021 Beschwerde erhoben habe, ergebe sich "selbsterklärend", dass sich seine Einstellung dazu zwischenzeitlich geändert habe. Ausserdem seien seine Anträge betreffend Akteneinsicht unbeurteilt geblieben (<span class="artref">Art. 121 lit. c BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Der in der Beschwerdeschrift verwendete Ausdruck "vorerst", den das Bundesgericht angeblich übersehen haben soll, stellt indessen keine "in den Akten liegende erhebliche Tatsache" im Sinne der erwähnten Bestimmung dar. Der Einwand grenzt ohnehin an Trölerei. Aus der Darstellung des Gesuchstellers in seiner Beschwerde vom 23. Dezember 2021 ergibt sich, dass er bis zu diesem Zeitpunkt keine Strafanzeige eingereicht (und dementsprechend kein Rechtsschutzinteresse an der Beschwerde) hatte. Er bestreitet dies im Revisionsgesuch nicht und macht nicht etwa geltend, er habe, was vom Bundesgericht übersehen worden sei, eine Strafanzeige eingereicht. Er bringt nur vor, seine Einstellung zu dieser Frage habe sich geändert, was für den Ausgang des Beschwerdeverfahrens indessen unerheblich war. </div> <div class="para">Unbegründet ist auch der Einwand, das Bundesgericht habe seine Anträge betreffend Akteneinsicht nicht beurteilt. Zu deren Beurteilung war es gar nicht befugt, nachdem die Sachurteilsvoraussetzungen für eine materielle Beurteilung der Beschwerde nicht erfüllt waren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Gesuchsteller kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Er hat zwar ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, welches indessen abzuweisen ist, da das Gesuch aussichtslos war (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt St. Gallen, und der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 27. Oktober 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Kneubühler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Störi </div> </div></body></html>