102 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 oder veräussert wird. Für diese Lösung sprechen im Übrigen neben dem Wortlaut von § 27 Abs. 4 StG (bzw. Art. 18 Abs. 4 DBG) auch Rechtsgleichheits- und Praktikabilitätsüberlegungen (vgl. so bereits zur Frage der unterschiedlichen buchhalterischen Behandlung von Grundstück und darauf befindlicher Baute WBE.2008.385 Erw. 5.3.4). 2.4.4. Hinzu kommt hier, dass die Beschwerdeführer für die ins Privatvermögen überführte Parzelle nur ein einziges Konto in der Buchhaltung ihres Landwirtschaftsunternehmens eingestellt hatten. Auch wenn offenbar für Wohnhaus und Scheune getrennte Abschrei- bungstabellen geführt wurden, fällt daher von vornherein ausser Be - tracht, für einen Teil der ins Privatvermögen überführten Parzelle einen Verlust anzunehmen, welcher den bis zur Höhe der Anlage - kosten des anderen Grundstückteils erzielten Gewinn schmälern würde. 16 § 26a–26d StG - Steuerliche Nichtanerkennung von Mitarbeiteraktien, welche keine Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens, sondern lediglich eine Gewinnbeteiligung bezwecken. - Versagen des Vertrauensprinzips bei unlauterem Auskunftsbegehren. Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 27 . Januar 2016, i.S. A.H. gegen KStA (WBE.2015.274). Aus den Erwägungen 3. 3.1. 3.1.1. 2016 Kantonale Steuern 103 Gemäss KS Nr. 5 sind M itarbeiteraktien Aktien der Arbeitge - berin, die Mit arbeitern zu einem V orzugspreis übertragen werden. Sie sind zum Zeit punkt der Übertragung durch die Mitarbeitenden als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu versteuern. Als steuerbares Ein kommen gilt der Differenzbetrag zwischen dem reduzierten Erwerbspreis und dem Marktwert der Aktien zum Er - werbszeitpunkt. Bei gebundenen Mitar beiteraktien (d.h. bei vereinbarter Sperrfrist) ist der Verkehrswert pro Jahr der Sperrfrist mit 6% zu diskont ieren. Der Diskont wird dabei mit dem (subjek - tiven) Minderwert der gesperrten Aktien begründet, da der Mitar bei- tende während der Sperrfrist nicht verkaufen und damit nicht auf Marktschwankungen reagieren kann. Ein beim Verkauf der Aktien erzielter Gew inn stellt einen steuerfreien Kapitalgewinn dar; ein allfällig erzielter Verlust fällt steuerlich ausser Betracht. 3.1.2. Die geschilderten Grundsätze, welchen unter altem Recht die Verwaltungs- und Gerichtspraxis folgte, wurden mit den bereits er - wähnten Gesetzesnovellen explizit in die Einkommenssteuergesetze von Bund und Kantonen aufgenommen (vgl. Art. 7c–f StHG sowie Art. 17a–d DBG; § 26a–d StG). 3.2. 3.2.1. Abgesehen von der Verwendung der zivilrechtlichen Bezeich - nung "Aktien" findet sich weder im KS Nr. 5 noch in den neuen Be - stimmungen eine Legaldefinition des Begriffs der Mitarbeiteraktien. Der Wortlaut der neuen Bestimmungen ist insoweit unergiebig. Damit ist – wie gerade der vorliegende Fall zeigt, wo es um die Besteuerung individuell nur ei nem einzigen leitenden Angestellten zugeteilter Aktien geht – das Problem ungelöst, wie (echte) Kapital - gewinne, die beim Verkauf am Markt von vom Arbeitgeber erwor - benen Aktien erzielt werden von solchen Einkünften abzugrenzen sind, die trotz der zivilrechtlichen Charakterisierung der zugrundelie- genden Geschäfte zumindest wirt schaftlich als Entgelt für unselbst - ständig erbrachte Arbeit zu charakterisieren sind. In der Literatur und Praxis wird die Problematik, soweit erkenn- bar, nirgends eingehend abge handelt. Im Zusammenhang mit Mitar -104 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 beiteraktien findet sich regelmässig nur die Äusserung, bei echten Mitarbeiterbeteiligungen beteilige sich der Mitarbeitende im Ergeb - nis am Eigenkapital des Arbeitgebers, dessen Muttergesellschaft oder einer anderen Konzerngesellschaft. Als unechte Mitarbeiterbetei - ligungen werden dagegen eigenkapital - oder aktien kursbezogene Bargeldanreize bezeichnet, die den Mitarbeitern keine Beteili - gungsrechte des Arbeitgebers, dessen Muttergesellschaft oder einer anderen Konz erngesellschaft einräumen (vgl. etwa MARTIN PLÜSS, in: MARIANNE KLÖTI-WEBER/DA VE SIEGRIST/DIETER WEBER [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri/Bern 2015 [Kommentar StG], N 5 zu § 26a mit Hin weis auf das Kreisschreiben Nr. 37 Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen vom 22. Juli 2013 [zum neuen Recht]). Immerhin finden sich im neuen Kreisschreiben Textpassagen, die darauf hindeuten, dass sich die Praxis der Problematik bewusst ist, wird doch im Zusammenhang mit der Abgrenzung zwischen ech- ten und unechten Mitarbeiterbeteiligungen ausgeführt, in der Regel werde durch unechte Mitarbeiterbeteiligungen nur eine Geldleistung in Aussicht gestellt. Weil diese Instrumente dem Mitarbeitenden re - gelmässig keine weiteren Rechte wie Stimm - und Dividendenrechte einräumten, gälten sie bis zu ihrer Realisation als blosse Anwart - schaften (vgl. KS Nr. 37 Ziff. 2.3.2.). Darüber hinaus hat auch das Verwaltungsgericht Zürich in einem Ent scheid, der Betei ligungen betraf, die leitenden Mitarbeiten den an einer von der Mutter - gesellschaft gegründeten Beteiligungsgesellschaft einge räumt wor - den waren, die entsprechenden Beteiligungsrechte nicht als Mitar - beiteraktien anerkannt. Namentlich weil die Möglichkeit, sich an der Beteiligungsgesellschaft zu beteiligen, nur einem äusserst begrenzten Personenkreis von Konzernleitungsmitgliedern offenstand und diese mittels ihnen eingeräumter Put -Optionen das Verlustrisiko minimie - ren und die Beteiligungsrechte jederzeit wieder an ihren Ar beitgeber zurückgeben konnten, gelangte das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass bei der Veräusserung solcher Beteiligungsrechte er zielter Gewinn steuerlich nicht etwa steuerfreien Kapitalgewinn, sondern wegen des engen Zusammen hangs mit dem Arbeitsverhält nis grundsätzlich Einkommen aus unselbst ständiger Erwerbstätigkeit 2016 Kantonale Steuern 105 darstelle (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 27 . Juni 2012 [SB.2010.00148]). 3.2.2. Wortlaut und systematische Stellung der neuen Bestimmungen geben für die Auslegung hinsichtlich der dargeleg ten Problematik nur wenig her. Die neuen Bestimmungen erwähnen zwar Aktien, Ge- nussscheine, Partizipa tionsscheine und Genossenschaftsanteile als Beispiele von Mitarbeiter beteiligungen. Allein daraus lässt sich indessen kaum schliessen, dass damit alle zivilrechtlich in dieser oder ähnlicher Weise ausgestalteten Konstrukte nach dem Willen des Gesetzgebers als echte Mitarbeiterbetei ligungen qualifizieren sollen. Das erhellt zum einen daraus, dass bereits das Gesetz zwar diese zivilrechtlichen Begriffe enthält, als zentralen Anknüpfungspunkt je- doch den im Zivilrecht nicht verwendeten Begriff der Mitarbeiter - beteiligung benutzt (vgl. Marginale zu § 26a StG; ebenso Mar ginale zu Art. 7c StHG und zu Art. 17a DBG; ebenso sprechen die Ge - setzestexte von " Beteiligungen anderer Art, die die Arbeitge berin, deren Muttergesellschaft oder eine andere Konzerngesellschaft den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgibt"). Zentral ist somit für den Gesetzgeber der Begriff der Beteiligung und nicht etwa die ein fache Anknüpfung an be stimmte zivilrechtliche Ausgestaltungen. Dies erhellt auch aus dem Anlie gen der Revision, das darin bestand, Rechtssicherheit für Mitarbeiter beteiligungen zu schaffen (vgl. BBl 2005 587). Durch die Revision sollte der Bedeutung, die Mitarbeiter- beteiligungen in den letzten Jahren gewon nen haben, Rechnung getragen werden. Es sollten die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen werden, dass Unternehmen die V oraussetzungen für ein leistungsorientiertes, unternehmerisches Verhalten ihrer M itarbei- terinnen und Mitarbeiter schaffen. Insbesondere jungen Unter neh- men sollte ermöglicht werden, "zu günstigen Kosten hoch quali- fizierte Mitarbeitende einzustellen, die erst Steuern bezahlen müssen, wenn sich der Erfolg auch einstellt" (BBl 2005 5 87). Auch diese Passage in der bun desrätlichen Botschaft verdeutlicht, dass es in erster Linie darum ging, sichere steuerliche Randbedingungen für bestimmte Arten von Lohnanreizen zu schaffen und nicht darum, Ve- hikel zur Verfügung zu stellen, welche ein e möglichst steuerbefreite 106 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 Erzielung von Lohn oder wirtschaftlich lohnähnlichen Einkünften er- lauben. 3.2.3. Sinn einer echten Mitarbeiterbeteiligung ist es, den Mitarbeiten- den am Eigenkapital der Gesellschaft zu beteiligen. Dabei ist es möglich, den Mitarbeitenden von wesentlichen Aktionärsrechten aus- zuschliessen, so etwa dem Stimmrecht. Sowohl das alte Recht wie nunmehr auch § 26a Abs. 1 lit. a StG (ebenso Art. 7c Abs. 1 lit. a StHG und Art. 17a Abs. 1 lit. a DBG) bestimmen ausdrücklich, dass auch Genuss- und Partizipationsscheine als echte Mitarbeiterbetei - ligungen anzusehen sind. Auch bei diesen Be teiligungsformen be - steht indessen immerhin ein Anspruch auf Gewinn ausschüttungen bzw. Beteiligung am Liquidationsergebnis (vgl. Art. 656f Abs. 1 so- wie Art. 657 OR); dass dieser durch die Gewinnausschüt tungspolitik der Gesellschaft faktisch erheblich beschränkt werden kann, ändert nichts. Auch der Umstand, dass gewisse Aktien als V orzugsaktien ausgestaltet sind (vgl. Art. 654 f. OR) und allfällige Mitarbeiteraktien nicht, lässt deren steuerliche Qualifikation unberührt. Auch Ver - äusserungsbeschränkungen oder die Pflicht, eine Mitarbeiteraktie im Falle des Ver kaufs zunächst dem Arbeitgeberunternehmen anbieten zu müssen, lassen den Charakter der einem Mitarbeitenden zugeteil- ten Aktie als Mitarbeiteraktie im steuerrechtlichen Sinn unverändert. Der Umstand, dass eine Mitarbeiterbeteiligung in verschie - denster Hinsicht wie dargelegt gegenüber einer "normalen" Aktie Be- schränkungen unter liegen kann (Bes chränkung des Gewinnrechts, der Veräusserbarkeit, des Stimmrechts etc.) ändert indessen nichts daran, dass in wirtschaftlicher Hinsicht von einer echten Mitarbeiter - beteiligung nur dann gesprochen werden kann, wenn als wesentlicher Inhalt der Begebung von Mitarbeiterbeteiligungsrechten eine Beteili- gung am Eigenkapital der Gesellschaft gewollt ist und – der bei einer Veräusserung einer allfälligen Beteiligung erzielte Gewinn qualifi - ziert in steuerlicher Hinsicht als steuerfreier Kapital gewinn – nach Ablauf einer allfälligen Sperrfrist eine realistische Möglich keit zur (echten) Veräusserung der Mitarbeiterbeteiligung besteht. Als essen - tialia des steuerrechtlichen Begriffs der Mitarbeiterbeteiligung müssen damit zum einen die echte Beteiligung am Kapital einer 2016 Kantonale Steuern 107 Gesellschaft (d.h. eben nicht wie bei der unechten Beteiligung eine blosse Kop pelung gewisser Lohnbestandteile an die Gewinnent - wicklung der Gesell schaft) und damit einhergehend die dieser Beteiligung innewohnende Möglichkeit der echten Realisie rung eines Kapitalgewinns am Markt an gesehen werden (oder eben auch eines Verlusts; ein erheblicher Reiz des Instruments liegt eben auch in der V olatilität des Instruments; der prak tische Ausschluss einer Verlustmöglichkeit dürfte wie der bereits ange führte Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich zeigt, ebenfalls die Qualität eines Instruments als Mitarbeiterbeteiligung im steuerrechtlichen Sinn ausschliessen). 3.2.4. Die hier zu beurteilende Mitarbeiterbeteiligung stellt sich bei einer ge naueren Analyse ihres wirtschaftlichen Gehalts gesamthaft betrachtet nicht als echte Mitarbeiterbeteiligung im steuerrechtlichen Sinn, sondern als Schema zur steuerbegünstigten aufgeschobenen Auszahlung eines quantitativ direkt mit dem Erfolg des Unterneh - mens gekoppelten Bonus dar: Der Beschwerdeführer hat (selbst wenn offenbar auch andere lei tende Mitarbeitende von Gruppengesellschaften der X. Gruppe an Gruppengesellschaften beteiligt werden können) als einziger Arbeit nehmer der Y . Aktien dieser Ges ellschaft erworben; die restlichen Aktien verblieben als V orzugsaktien im Eigentum der Z. AG. Die erworbenen Aktien be - rechtigten nicht zum Dividenden bezug, obwohl Dividenden – an die Muttergesellschaft – ausgeschüttet wurden. Statt einer Dividenden - ausschüttung wurde der auf den Be schwerdeführer entfal lende Gewinnanteil einer allein für ihn reservierten Spezialreserve gut - geschrieben. Infolge der bestehenden Sperrfrist durfte er nicht über die Aktien verfügen. Eine Verfügung über die Aktien war auch t at- sächlich ausgeschlossen, da diese gemäss Ziff. 6. des Aktionär - bindungsvertrags zu hinterlegen waren. Schliesslich hatte der Be - schwerdeführer die Aktien der Muttergesellschaft nach Ablauf der Sperrfrist anzubieten und konnte sie nicht freihändig verk aufen (vgl. Art. 10 Aktienplan, Ziff. 7.–9. des Aktionärbindungsvertrags). Ein freihändiger Verkauf der Aktien wäre im Übrigen aus verschiedenen Gründen kein realistisches Szenario gewesen. Zum einen hätten, da 108 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 einem Kaufinteressenten nur die Zahlen der ordentlichen Abschlüsse hätten vorgelegt werden können, verlässliche Angaben über den Ver- kehrswert gefehlt. Zum andern han delte es sich bei den Aktien um solche einer im Wesentlichen personen bezogenen Gesellschaft, die überdies Teil der X. Gruppe und damit in ihrem Schicksal weithin von dieser abhängig war; die Aktien waren daher in jedem Fall, wenn überhaupt, im Fall eines freihändigen Verkaufs nur in einem sehr be- schränkten Umfang überhaupt verkehrsfähig (wobei selbst für einen Rückkauf realistische Bewertungskriterien gänzlich fehlten, sondern im Ergebnis einfach eine nachträgliche Ausschüttung der sog. Spezialreserve als Verkaufserlös erfolgen sollte). Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass realistisch für den Beschwerdeführer als Erwerber der Aktien nur die Möglichkeit bestand, die Aktien an die X. Gruppe zurück zu verkaufen, welche ihm dann einen Preis unter Berücksichtigung der seit dem Erwerb geäufneten Spezialreserve ga- rantierte. Im Ergebnis liegt damit entgegen der Auffassung des Beschwer- deführers nicht etwa eine Mitarbeiterbeteiligung, sondern die Abrede einer zeitlich aufgeschobenen Gewinn - und Verlustbeteiligung vor. Entgegen der Auf fassung des Spezialverwaltungsgerichts war dabei zwar auch möglich, dass der Beschwerdeführer an V erlusten der Y . partizipiert hätte, indem Verluste im Umfang von 17% der Spezial - reserve belastet worden wären und damit den Gewinnanteilsanspruch des Beschwerdeführers hätten verringern können. Ein solcher Effekt wurde indessen, worauf das KStA in seiner Stellungnahme zur Be - schwerde zutreffend hinweist, durch die Diskontierung hier (nur ge - ringe Verluste der Y . während der Haltedauer) jedenfalls voll kompensiert, so dass der Beschwerde führer insoweit nur einem geringen Risiko unterlag. Entscheidend is t allerdings, dass zwar ein geringes Verlustrisiko bestand, es jedoch von vornherein klar war, dass es sich bei den an den Beschwerdeführern ab gegebenen Titeln um keine (auch nach Ablauf der Sperrfrist) tatsächlich handelbaren Aktien handeln würde – und auch realistische Grundlagen für die Preisbemessung im Fall eines Rückkaufs der Aktien durch die Ge - sellschaft definitionsgemäss (Rückkauf zum Substanzwert zuzüglich Betrag der Spezialreserve) fehlen würden –, der Beschwerdeführer 2016 Kantonale Steuern 109 und die X. Gruppe aber dennoch davon ausgingen, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf der Sperrfrist (oder in gegenseitigem Einvernehmen auch früher) von seiner Arbeitgeberin zusätzlich zu seinem Lohn den seiner Beteiligung entsprechenden während der Sperrfrist entstandenen u nd in der Spezialreserve thesaurierten Ge - winn würde beziehen können. Der Beschwerdeführer hat somit mit dem "Verkauf" seiner Aktien an die X. Gruppe nicht etwa einen Kapitalgewinn erzielt, sondern eine Einkunft bezogen, die nach dem wirklichen Willen der Parteien während der Sperrfrist zu thesaurieren war. Das entsprechende Einkommen ist daher als Einkommen aus Erwerbstätigkeit zu erfassen. Diese Qualifikation des hier zu behandelnden "Mitarbei ter- beteiligungsschemas" fusst, wie bereits dargelegt, nic ht etwa auf einer kurzschlüssi gen, nicht weiter begründeten Annahme einer wirtschaftlichen Anknüpfung bei der Auslegung (vgl. zum Be griff und zur Kritik, die Praxis nehme bisweilen ohne weiteres eine wirtschaftliche Anknüpfung einer Steuer norm an: SILVIO BAUM- BERGER, Die Grenzen des Legalit ätsprinzips im Steuerrecht, AJP 2012, S. 911). § 26a Abs. 1 lit. a StG, der im Wesent lichen die bis da hin unter Herrschaft des KS Nr. 5 geltenden Grundsätze übernimmt, zählt wie das KS Nr. 5 (vgl. KS Nr. 5 Ziff. 2.1.) Aktien, Genussscheine etc., wie bereits erwähnt, nämlich nur als Beispiele für die Beteiligung eines Arbeitnehmers am Unternehmen des Arbeit- gebers auf. Daneben definiert § 26a Abs. 2 StG unechte Mitar - beiterbeteiligungen als Anwartschaften auf blo sse Bargeld abfin- dungen (im KS Nr. 5 fehlen ent sprechende Kriterien ganz). Diese Abgrenzung (hier Beteiligung, dort Bargeldabfindung) bleibt zu - mindest teilweise begriffsunscharf, da es letzt lich – bei ech ter wie unechter Beteiligung – immer um einen g eldwerten V orteil geht, durch den Mitarbeitende enger ans Unternehmen gebunden wer den sollen. Selbst aus der neuen gesetzlichen Formulierung ergibt sich indessen klar, dass der Gesetzgeber nur wirkliche Beteiligungen am Eigenkapital des Unternehmens des A rbeitgebers steuerlich als Mitarbeiterbeteiligungen behandelt sehen wollte und nicht etwa Schemen, die in erster Linie direkt auf Geldflüsse an den Arbeitneh - mer (wenn auch solche, die vom Erfolg des Unternehmens abhängig 110 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 sind) zielen. Deshalb kann eben, wie dargelegt, nicht einfach an die zivilrechtlichen Begriffe von Aktie, Genussschein etc. angeknüpft werden. Vielmehr ist die wirtschaftliche Funktion eines Beteiligungs- plans in jedem Fall konkret zu unter suchen und sind nur solche Mitarbeiterbeteiligungen in steuerlicher Hin sicht als echte Mitar bei- terbeteiligungen zu qualifizieren, die wirklich auf eine Unter - nehmensbeteiligung ausgerichtet sind. Im Fall der "Beteili gung" des Beschwerdeführers an der Y . steht klar eine zwar aufgescho bene, aber direkte, unmittelbar geldmässige Partizipation an den Jahres - ergebnissen der Y . im V ordergrund, so dass die zivil rechtlich als Stammaktien ausgestaltete Beteiligung in steuerlicher Hinsicht nicht als echte Mitarbeiterbeteiligung qualifiziert werden kann. 4. Das von der X. Gruppe und dem Beschwerdeführer von der Überlassung der Aktien der Y . bis zu deren Rücknahme durch die X. Gruppe acht Jahre später gewählte V orgehen erscheint im Übrigen, worauf das KStA zutreffend hinweist, als ungewöhnlich. Die von den Parteien gewählte Geschäftsgestaltung mittels Aktienvereinbarung, Aktienplan, Aktionärsbindungsvertrag und Rücknahmevertrag zielte wie dargelegt, in Wirklichkeit nicht auf eine mittel - oder langfristige Beteiligung des Beschwerdeführers an der Y . als einer der Tochterge- sellschaften der X. Gruppe, sondern darauf, dass dieser nach Rück - nahme der Aktien die bis dahin seit Begebung der Aktien aufgelaufe- nen, seiner Beteiligungsquote entsprechenden Gewinne vereinnah - men kann. Um dieses Ergebnis zu bew erkstelligen, hätte es keiner aktienmässigen Beteiligung des Beschwerdeführers an der Y . bedurft. Diese wurde nur deshalb gewählt, um auf diese Weise eine erhebli - che Steuerersparnis zu erzielen, indem das bei der Rücknahme der Aktien erzielte Einkommen als Kapitalgewinn einkommenssteuerfrei hätte bleiben sollen. Diese Steuerfreiheit hätte die Vermögenssteuer, die für die Aktien während de ren Haltedauer zu entrichten war, bei weitem aufgewogen, d.h. die Ver steuerung der Gewinnbeteiligung als Einkommen h ätte in ganz beträchtli chem Ausmass eine höhere Einkommenssteuerlast ausgelöst als die ku mulierte Vermögens - steuerlast während der Haltedauer der Aktien. Damit sind hier entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers auch sämt liche 2016 Kantonale Steuern 111 V oraussetzungen für die Annahme einer Steuerumgehung (Unge - wöhnlichkeit der gewählten Rechtsgestaltung, Ausrichtung der ge - wählten Rechtsgestaltung auf eine erhebliche Steuerersparnis sowie tatsächliche Steuerersparnis, sofern die Rechtsgestaltung steuerlich hingenommen würde; vgl. zum Ganzen BGE 138 II 239 , Erw. 4 mit zahlreichen Hinweisen) erfüllt, so dass auch aus diesem Grund nicht die vom Beschwerde führer und der X. Gruppe gewählte Rechts - gestaltung hinzunehmen, sondern das Gesamtgeschäft in steuer licher Hinsicht wie das Rechtsgeschäft, das eigentlich gewollt war, nämlich eine – aufgeschobene – Gewinnbeteiligung, deren Aus zahlungs- zeitpunkt auf den Willen des Beschwerdeführers gestellt war, zu behandeln ist. 5. 5.1. In masslicher Hinsicht ist entgegen den V orins tanzen davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer im Umfang der Differenz zwischen dem 2002 bezahlten Kaufpreis, der wirtschaftlich nichts anderes als ein Entgelt für die vereinbarte Gewinnbeteiligung ("Ein - trittspreis": Fr. 71'514.75) darstellt, und dem im Jahr 2009 erhaltenen "Preis" für die Rücknahme der Aktien ( Fr. 388'240.00) Einkommen zugeflossen ist ( Fr. 388'240.00 abzüglich Fr. 71'514.75 = Fr. 316'725.25). Dabei stellt sich indessen die Frage, ob, da das Ver - waltungsgericht den angefochtenen En tscheid nicht zu Un gunsten der beschwerdeführenden Partei abändern darf ( § 199 Abs. 2 StG), die bisher noch nicht in die Besteuerung einbezogene Diskontierung der Einkommenssteuer unterworfen werden darf. 5.2. Im Hinblick auf die Beantwortung dieser Frage, ist zu beachten, dass zu besteuerndes Einkommen die in den letzten acht Jahren aufgelaufene Beteiligung am Gewinn der Y . bildet. Es wäre daher zu- mindest denkbar, die kumulierte Gewinnauszahlung im Jahr 2009 als Kapitalabfindung für wiederkehrende Leis tungen im Sinne von § 44 StG zu betrachten und dementsprechend die Einkommensteuer unter Berücksichtigung der übrigen Einkünfte zu dem Steuersatz zu berechnen, der sich ergäbe, wenn an Stelle der einmaligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet wurde. Nur wenn 112 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 die gemäss dieser Regel ermittelte Steuerlast die Steuerlast unter Zu - grundelegung der vom Spezialverwaltungsgericht gewählten Besteuerung überschritte, läge überhaupt eine von § 199 Abs. 2 StG verpönte reformatio in peius vor. Gegen dieses V orgehen spricht, dass das Bundesgericht es abgelehnt hat, eine Steuersatzermässigung dann Platz greifen zu lassen, wenn die Ausrichtung einer Kapital - abfindung anstelle periodischer Teilleistungen und der Aus - zahlungszeitpunkt von der W ahl des Beteiligten abhängen, was hier zweifellos der Fall war (Entscheid vom 5 . Oktober 2000 [2A.68/2000]). Dieser Rechtsprechung folgt auch das Spezialverwal- tungsgericht und es sind keine zwingenden Gründe erkennbar, wa - rum das Verwaltungsgericht ihr se inerseits nicht folgen sollte (vgl. dazu HANS-JÖRG MÜLLHAUPT, Kommentar StG, § 44 N 2 mit Hin - weis). Dementsprechend muss es mit der vom Spezialverwaltungs - gericht gewählten Besteuerung (Erfas sung der Spezialreserve im Umfang des diskontierten "Marktwert s" der Aktien bei Rücknahme [89%]) sein Bewenden haben. 6. 6.1. Der Beschwerdeführer beruft sich auf den Vertrauensschutz, ge- nauer auf die vom Bundesgericht für das Vertrauen in behördliche Auskünfte und insbesondere in Auskünfte von Steuerbehörden (sog. Rulings) entwickelten Regeln. Mit schriftlicher Anfrage habe die X. Gruppe, nachdem sie schon 2001 ein Ruling vom Kantonalen Steuer- amt Zürich eingeholt habe, am 22 . Dezember 2008 eine entspre - chende Anfrage beim KStA gestellt. Dieses habe der Rechtsauffa s- sung der X. Gruppe, wonach es sich bei den an den Beschwerde - führer zugeteilten Aktien der Y . in steuerlicher Hinsicht um eine echte Mitarbeiterbeteiligung und dement sprechend beim aus einer allfälligen Rücknahme durch die Arbeitgeberin resultierenden Ge- winn um einen steuerfreien Gewinn handle, am 27 . Februar 2009, d.h. noch weit vor der Rücknahme der Aktien durch die X. Gruppe am 17. November 2009, zugestimmt. Damit seien die V oraussetzun- gen für die Gewährung des Vertrauensschutzes, d.h. konk ret den Nichteinbezug des bei der Rücknahme der Aktien erzielten Ge winns in die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer 2009, erfüllt. 2016 Kantonale Steuern 113 Diese Rechtsauffassung des Beschwerdeführers ist in verschie - dener Hinsicht fehlerhaft, so dass ihm die Steuerkommission un d in der Folge das Spezialverwaltungsgericht zu Recht die Gewäh rung des von ihm verlangten Vertrauensschutzes versagt haben. 6.2. 6.2.1 Rulings bilden einen Anwendungsfall des allgemeinen Vertrauensschutzes. Es handelt sich um vorgängige Auskünfte der Steuerverwaltung, die zwar nicht Verfügungscharakter haben, aber nach den allgemein anerkannten Grundsätzen von Treu und Glauben (Art. 9 BV) Rechtsfolgen gegenüber den Behörden auslösen können. V oraussetzung für die Bindungswirkung des "Rulings" ist, dass sich (a) die Auskunft der Behörde auf eine konkrete, den Rechtsuchenden berührende Angelegenheit bezieht; (b) dass die Behörde, welche die Auskunft gegeben hat, hierfür zuständig war oder der Rechtsuchende sie aus zureichenden Gründen als zuständig betra chten durfte; (c) dass der Rechtsuchende die Unrich tigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres hat erkennen können; (d) dass er im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machende Dispo sitionen getroffen hat; (e) und dass die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftserteilung (BGE 141 I 161, Erw. 3.1 mit zahlreichen weiteren Nachweisen der bun desgericht- lichen Rechtsprechung). 6.2.2. Aus dem Umstand, dass Rulings einen Anwendungsfall des all - gemeinen Vertrauensschutzes darstellen, folgt, dass auch bei Rulings sämtliche allgemein geltenden Bedingungen für die Gewährung des Vertrauensschutzes erfüllt sein müssen, die – auch wenn nicht aus - drücklich genannt – implizit in den oben genannten Beding ungen enthalten sind. Dabei ist vor allem zu beachten, dass die V oraus - setzung, wonach der Rechtsu chende die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen können darf, nichts anderes als den all- gemeinen V orbehalt des guten Glaubens des Recht ssuchenden zum Ausdruck bringt. Das Fehlen des guten Glaubens des Rechtssuchen - den ist aber nicht nur dann zu verneinen, wenn er von der Fehlerhaf - tigkeit einer Auskunft weiss oder wissen muss, sondern auch dann, 114 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 wenn er diese durch unlautere Mittel, wie bewusst falsche oder unvollständige Angaben, selbst (mit)verursacht hat (vgl. statt vieler BEATRICE WEBER-DÜRLER, Vertrauensschutz im öffentlichen Recht, Basel 1983, S. 92 und dort die Nachweise bei FN 20). 6.2.3. 6.2.3.1. Hier ergibt sich aus den Akten zunächst, dass die infrage stehenden Aktien und deren Besteuerung schon im Jahr 2008 Gegen- stand von Ge sprächen zwischen dem Steueramt W. und dem Vertre - ter des Be schwerdeführers waren. Dabei war das Steueramt schon damals nicht dazu bereit, der Betrachtungsweise des Beschwerdefüh- rers zu folgen, wonach ein aus der Rücknahme der Aktien durch die Arbeitgeberin resul tierender Gewinn als steuerfreier Kapitalgewinn und nicht als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu betrachten sei. In der Fol ge entspann sich eine Diskussion zwischen Steueramt und Vertreter darüber, welche Einkommenssteuerfolgen der Beschwerdeführer allen falls im Zusammenhang mit einer Rück - nahme der Aktien zu akzeptieren bereit sein würde. Auch wenn we - der der Beschwerdeführe r selbst noch dessen Vertreter in der Folge bei Einreichung der Rulinganfrage ans KStA am 22. Dezember 2008 in Erscheinung traten, sondern allein die als Organ der X. Gruppe handelnden Verwaltungsräte A.B. und C.D., erhellt doch schon aus dem zeitlichen Ablauf, dass die Rulinganfrage offensichtlich dazu dienen sollte, die Schwierigkeiten, welchen die vom Beschwerde - führer bzw. seiner Arbeit geberin gewünschte Besteuerung beim Steueramt am Wohnsitz begegnete, zu beheben. 6.2.3.2. Unvollständig war die Anfrage im Übrigen auch, worauf bereits die V orinstanz zutreffend hingewiesen hat, hinsichtlich des Um - stands, dass die Zuteilung der Aktien der Y . nicht etwa bevor stand, sondern bereits mehrere Jahre zuvor erfolgt war. Auch dieser Umstand hätte das KStA m it Sicherheit zu einer eingehenderen Prüfung der Angelegen heit veranlasst, wäre doch dann erkennbar gewesen, was mit der An frage sicher gestellt werden sollte, nämlich allein die Steuerfreiheit eines aus der Rücknahme der Aktien des 2016 Kantonale Steuern 115 Beschwerdeführers dur ch seine Arbeitgeberin resultierenden Gewinns. 6.2.3.3. Wiederum zutreffend macht die V orinstanz im Übrigen auf eine weitere Unvollständigkeit in der Rulinganfrage aufmerksam, nämlich den Um stand, dass die konkreten Randbedingungen mit Bezug auf den Beschwerdeführer – einziger Mitarbeiter der Y ., der Aktien be- ziehen konnte und auch bezog, namentliche Bezeichnung des Be - schwerdeführers – nicht umschrieben wurden. 6.2.3.4. Insgesamt erscheint die Rulinganfrage damit als der gezielte Versuch, mittels einer möglichst unkonkret gehaltenen Anfrage durch Verschieben vom Steueramt W. auf eine höhere Hierarchiestufe die Schwierigkeiten, die im Hinblick auf die steuerliche Behandlung des Gewinns aus einer Rücknahme der Aktien durch die Arbeitgeberin des Beschwer deführers, aufgetaucht waren, zu "umschiffen". Es kann offen bleiben, ob die ses Verhalten des Beschwerdeführers bzw. von dessen Arbeitgeberin nicht sogar als treuwidrig zu bezeichnen wäre. Entscheidend ist allein, dass die in verschiedener Hinsicht un - vollständige Präsentation des zu beurteilenden Sachverhalts in der Ruling-Anfrage keinen Vertrauens schutz zu begründen vermag. In - dem der Beschwerdeführer bzw. dessen Arbeitgeberin es nämlich un- terliessen, einen vollständigen Sachverhalt zu präsentieren, v erhin- derten sie eine in jeder Hinsicht umfassende Prüfung der sich stellenden Rechtsfragen durch das KStA. Damit kann der Be schwer- deführer nicht als gutgläubig betrachtet werden, weshalb die Ge wäh- rung von Vertrauensschutz ausser Betracht fällt. 7. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegrün - det und ist abzuweisen. 17 Grundstückgewinnsteuer Pauschalierung der Anlagekosten auch bei Baurechtsgrundstücken