BRKE IV Nr. 0195/2005 vom 22. Dezember 2005 in BEZ 2006 Nr. 23 Wegen der Lärmimmissionen von einer SBB -Linie, mit de nen die Immission s- grenzwerte überschritten werden, sind die Fenster lärmempfindlicher Woh nräume wie folgt projektiert: Die Fenster sollen horizontal zweigeteilt werden, und vor den jeweils unteren Teil soll in 30 cm Abstand zur Fassade ein seitlich und unt en g e- schlossener Glasschild angebracht werden. Der Gemeinderat X überwies das Baugesuch zur Beurteilung aus lärmschut z- rechtlicher Sicht an die Baudirektion, welche mit der Begründung, die vorgeseh enen Glasschilde stellten keine Massnahme im Sinne von Art. 31 Abs. 1 lit. b LSV dar, die baurechtliche Bewilligung verweigerte. Aus den Erwägungen: 4. Gemäss § 318 PBG entscheidet die örtliche Baubehörde über Baugesuche, soweit durch Verordnung nichts anderes bestimmt ist. Die Bauverfahrensve rordnung (BVV) legt i n ihrem Anhang fest, wann eine Beurteilung durch eine ka ntonale Stelle erforderlich ist. Dies ist bei Bauten und Anlagen mit besonderen Problemen hinsich t- lich Lärmschutzes der Fall. Neben zwei anderen, hier nicht we iter interessierenden Fällen besagt Ziff. 3.2 des Anhangs zur BVV, dass Vorhaben in durch ortsfeste Anl a- gen lärmbelasteten Gebieten einer Bewilligung durch die Baudirektion bedürfen, wenn trotz Ausschöpfen aller Massnahmen Immission s grenzwertüberschreitungen verbleiben. Damit ist offensichtlich d ie Ausnahmebewilligung einer kantonalen B e- hörde gemäss Art. 31 Abs. 2 LSV gemeint. Im vorli egenden Fall geht es indessen nicht um eine solche Ausnahmebewilligung; vie lmehr scheinen sich die behördlichen Instanzen einig darüber zu sein, dass mit Massnahmen baulicher oder gestalter i- scher Art die Einhaltung des Immissionsgrenzwerts erreicht werden kann. Das Ve r- fahren dreht sich einzig um die Frage, welche Massnahmen zu ergreifen sind, bezi e- hungsweise, ob die von den Reku rrierenden vorgesehenen Massnahmen tauglich sind. Eine Beurteilung dieser Frage durch die Baudirektion findet somit keine rechtl i- che Grundlage, weder in lärmrechtlicher Hinsicht noch bezüglich der Gestaltung oder wohnhygienischen Auswirkungen. Demzufolge war gemäss der grundsätzlichen R e- gel von § 318 PBG die kommunale Behörde – in casu der Gemeinderat X – zum Entscheid über die Bewilligung der vorgesehenen Massnahme zuständig. Dies - 2 - scheint auch die Ba udirektion nicht ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Daran ändert nichts, dass sich offenbar die Beur teilung und Bewilligungserteilung durch die Baud i- rektion Kanton Zürich in Fällen wie dem vorliegenden eingebürgert hat. Diese Praxis kann sich – wie oben aufgezeigt – auf keine gesetzliche Grundlage stützen und ist daher zu korrigieren. Die angefochtene Ve rfügung ist demnach mangels Zuständi g- keit der verfügenden Behörde aufzuheben, und die Sache ist zur Beurteilung an den Gemeinderat X zu überweisen. (Im Übrigen weist die Baurekurskommission I bemerkungsweise darauf hin, dass die von der Vori nstanz erarbeit eten, publizierten Kriterien (Lärm -Info 1/November 1997) bei der Beurteilung entsprechender Bauvorhaben durch die z u- ständigen kommunalen Instanzen als Leitfaden zu beachten seien).