<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00276</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205310&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00276</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 02.03.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Anwaltsregister</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Löschung eines Anwalts aus dem Anwaltsregister: Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Das Gesuch betreffend Ansetzung einer Nachfrist ist abzuweisen (E.2). Die Frage, ob sich der Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit des beschwerdeführenden Anwalts im Kanton Zürich befindet, kann offen gelassen werden (E.3). Die Frage, ob die Einstellung eines Konkursverfahrens mangels Aktiven zur Löschung eines Anwalts aus dem Anwaltsregisters führt, kann offen bleiben, da gegen den beschwerdeführenden Anwalt provisorische Verlustscheine vorliegen. Abweisung der Beschwerde (E.4). Kostenfolge (E.5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTS- UND NOTARIATSRECHT">ANWALTS- UND NOTARIATSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSREGISTER">ANWALTSREGISTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSTÃTIGKEIT">ANWALTSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONKURS">KONKURS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃSCHUNG">LÃSCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REGISTER">REGISTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTSCHEIN">VERLUSTSCHEIN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 31 S. 105</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Der Konkursrichter des Bezirksgerichts X erÃ¶ffnete am 26. August 2004 Ã¼ber Rechtsanwalt A, der als Gesellschafter und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einer GmbH im Handelsregister eingetragen ist, ohne vorgÃ¤ngige Betreibung den Konkurs. Ein dagegen gerichteter Rekurs des Schuldners wies die II. Zivilkammer des Obergerichtes am 8. Oktober 2004 ab. Am 13. Dezember 2004 teilte der Konkursrichter der Aufsichtskommission Ã¼ber die RechtsanwÃ¤lte im Kanton ZÃ¼rich mit, dass er das Konkursverfahren Ã¼ber A gleichentags mangels Aktiven eingestellt habe. Das mit der DurchfÃ¼hrung des Konkurses beauftragte Konkursamt berichtete der Aufsichtskommission am 5. Januar 2005 seinerseits Ã¼ber die Einstellung des Konkursverfahrens und wies zusÃ¤tzlich darauf hin, dass kein GlÃ¤ubiger innert Frist die DurchfÃ¼hrung des Verfahrens verlangt und den entsprechenden Kostenvorschuss geleistet habe, sodass das Konkursverfahren definitiv mangels Aktiven eingestellt sei.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Die Aufsichtskommission setzte A am 21. Januar 2005 Frist, sich zur LÃ¶schung im kantonalen Anwaltsregister gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte (Anwaltsgesetz, BGFA) zu Ã¤ussern. Die Frist wurde auf Ersuchen des Anwalts mehrmals erstreckt, letztmals bis 15. April 2005. </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 12. Mai 2005 wies die Aufsichtskommission ein Fristerstreckungsgesuch vom 15. April 2005 ab und trat auf die nachfolgenden Gesuche vom 22. April und 6. Mai 2005 nicht ein. Im gleichen Beschluss ordnete die Aufsichtskommission die LÃ¶schung von A im kantonalen Anwaltsregister an. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss erhob A am 22. Juni 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Staates. </p> <p class="Urteilstext">Die Aufsichtskommission Ã¼bermittelte dem Verwaltungsgericht am 4. Juli 2005 die Akten sowie zwei nach Beschlussfassung eingegangene Schreiben und verzichtete auf eine Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG in der Fassung vom 17. November 2003, in Kraft seit 1. Januar 2005) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">In formeller Hinsicht beantragte der BeschwerdefÃ¼hrer Einsicht in die vorinstanzlichen Akten und die Ansetzung einer Nachfrist, sich im Rahmen einer BeschwerdeergÃ¤nzung hierzu Ã¤ussern zu kÃ¶nnen. Bei der dreissigtÃ¤gigen Beschwerdefrist gemÃ¤ss § 53 VRG handelt es sich um eine gesetzliche Verwirkungsfrist. Nach Ablauf der Beschwerdefrist kÃ¶nnen Antrag und/oder BegrÃ¼ndung nicht mehr erweitert werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 53 N. 15). Das Gesuch betreffend Ansetzung einer Nachfrist ist demnach abzuweisen. Im Ãbrigen kann vermerkt werden, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer jederzeit offen stand, von seinem Akteneinsichtsrecht gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 8 VRG Gebrauch zu machen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Art. 5 Abs. 1 BGFA fÃ¼hrt jeder Kanton ein Register der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die Ã¼ber eine GeschÃ¤ftsadresse auf dem Kantonsgebiet verfÃ¼gen und die Voraussetzungen nach den Art. 7 und 8 BGFA erfÃ¼llen. Arbeitet ein Rechtsanwalt in einer Kanzlei, die Ã¼ber verschiedene BÃ¼ros in mehreren Kantonen verfÃ¼gt, so ist fÃ¼r den Eintrag massgebend, wo sich der Schwerpunkt seiner beruflichen TÃ¤tigkeit befindet. Im Zweifelsfall steht es dem Anwalt frei, sich im einen oder anderen Kanton eintragen zu lassen (Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.]), Kommentar zum Anwaltsgesetz, ZÃ¼rich etc. 2005, Art. 5 N. 5 f.). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wohnt an der M-Strasse in X und war bis vor kurzem Inhaber einer Anwaltskanzlei in X. Als er die MietrÃ¤umlichkeiten des BÃ¼ros im Zusammenhang mit dem Konkurs verlor, reaktivierte er ein frÃ¼heres BÃ¼ro in Y (ausserhalb des Kantons ZÃ¼rich). Seither Ã¼bt er seine AnwaltstÃ¤tigkeit mehrheitlich von Y her aus, fÃ¼r Klientenbesprechungen benutzt er jedoch seine Wohnung im Kanton ZÃ¼rich. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist bis heute im zÃ¼rcherischen Anwaltsregister eingetragen. Es ist fraglich, ob sich dieser Eintrag unter den dargelegten UmstÃ¤nden noch weiterhin rechtfertigt. Die Frage kann jedoch offen bleiben, da die Aufsichtskommission die LÃ¶schung nicht mit dem fehlenden beruflichen Bezug im Kanton ZÃ¼rich begrÃ¼ndete. Im Ãbrigen kommt dem Ort der Eintragung ohnehin bloss untergeordnete Bedeutung zu. Die AufsichtsbehÃ¶rden sollten deshalb nur in klaren MissbrauchsfÃ¤llen einschreiten und die Eintragung in einem anderen Kanton verlangen (</span>Fellmann/Zindel, <span>Art. 5 N. 6). Ein solcher Fall liegt nicht vor, nachdem der berufliche Schwerpunkt des BeschwerdefÃ¼hrers zumindest bis vor wenigen Monaten noch klar im Kanton ZÃ¼rich lag.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die eine der Voraussetzungen fÃ¼r den Registereintrag nicht mehr erfÃ¼llen, werden im Register gelÃ¶scht (Art. 9 BGFA). GemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 BGFA mÃ¼ssen die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte fÃ¼r den Eintrag ins kantonale Anwaltsregister verschiedene persÃ¶nliche Voraussetzungen erfÃ¼llen; insbesondere dÃ¼rfen keine Verlustscheine gegen sie bestehen (lit. c). </p> <p class="Urteilstext">Die Aufsichtskommission begrÃ¼ndet den angefochtenen Entscheid unter Hinweis auf ihre prozessleitende VerfÃ¼gung vom 21. Januar 2005, in welcher sie unter Berufung auf die Literatur (<span>Fellmann/Zindel,</span> Art. 8 N. 25) ausgefÃ¼hrt hat, dass die Einstellung des Konkurses mangels Aktiven gleich zu behandeln sei wie die Ausstellung eines Verlustscheines. Weiter argumentiert sie damit, dem BeschwerdefÃ¼hrer sei bis zur Beschlussfassung der Nachweis nicht gelungen, dass sÃ¤mtliche Verlustscheine abgelÃ¶st seien. Die LÃ¶schung im Register sei daher unumgÃ¤nglich.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA knÃ¼pft an das Bestehen von Verlustscheinen an, sei es ein provisorischer oder definitiver Verlustschein nach Art. 115 Abs. 1 und 2 bzw. 149 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) in der Betreibung auf PfÃ¤ndung oder sei es ein Konkursverlustschein gemÃ¤ss Art. 265 SchKG in der Konkursbetreibung. Wird ein Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt, bedeutet dies gemÃ¤ss Art. 230 Abs. 1 SchKG, dass die Konkursmasse voraussichtlich nicht ausreicht, um die Kosten eines summarischen Konkursverfahrens zu decken. In diesen FÃ¤llen werden im Gegensatz zum ordentlichen oder auch zum summarischen Konkursverfahren keine Verlustscheine ausgestellt, da auch kein Kollokationsverfahren stattgefunden hat (Adrian Staehelin/Thomas Bauer/Daniel Staehelin, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs, Basel etc., 1998, Art. 230 N. 16, auch zum Folgenden). Bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven kann ein GlÃ¤ubiger auch nicht von den Vorteilen eines Verlustscheins wie die verlÃ¤ngerte VerjÃ¤hrungsfrist (Art. 149a Abs. 1 in Verbindung mit Art. 265 Abs. 2 SchKG) und dem spezifischen Arrestgrund (Art. 271 Abs. 1 Ziff. 5 SchKG) profitieren. Im Gegenzug dazu kann er den Gemeinschuldner jedoch wÃ¤hrend zwei Jahre nach Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven auf PfÃ¤ndung betreiben (Art. 230 Abs. 3 SchKG). Die vor der Konkursbetreibung eingeleiteten Betreibungen leben nach der Einstellung des Konkurses wieder auf (Art. 230 Abs. 4 Satz 1 SchKG) und kÃ¶nnen nunmehr bis zum Erlangen eines PfÃ¤ndungsverlustscheins fortgesetzt werden. In diesem Betreibungsverfahren auf PfÃ¤ndung kann sich der Gemeinschuldner â im Gegensatz zum Gemeinschuldner nach durchgefÃ¼hrter Kollokation â nicht darauf berufen, er dÃ¼rfe gestÃ¼tzt auf den Verlustschein erst wieder betrieben werden, wenn er zu neuem VermÃ¶gen gekommen sei (Art. 265 Abs. 2 SchKG). </p> <p class="Urteilstext">Die Regelung von Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA will die ZahlungsfÃ¤higkeit des Anwalts sicherstellen. Die Klienten sollen ihm bedenkenlos finanzielle Mittel anvertrauen kÃ¶nnen und nicht befÃ¼rchten mÃ¼ssen, dass er sie wegen Zahlungsschwierigkeiten nicht zurÃ¼ckgeben kann (Fellmann/Zindel, Art. 8 N. 23). Nach dem Willen des Gesetzgebers bildet nur das Vorliegen eines Verlustscheines genÃ¼gend Anhaltspunkt fÃ¼r die ZahlungsunfÃ¤higkeit des Anwalts. Die eidgenÃ¶ssischen RÃ¤te haben es ausdrÃ¼cklich abgelehnt, den Eintrag an die im Gesetzesentwurf noch vorgesehene Bedingung zu knÃ¼pfen, dass Ã¼ber den Anwalt innerhalb von zehn Jahren vor Einreichung des Eintragungsgesuches der Konkurs erÃ¶ffnet wurde (vgl. noch Botschaft des Bundesrates, BBl 1999 S. 6050 f.). Sie waren der Meinung, es genÃ¼ge zum Schutz der Klienten, wenn keine Verlustscheine gegenÃ¼ber dem Anwalt (mehr) bestÃ¼nden, die KonkurserÃ¶ffnung bilde einen unnÃ¶tigen und stigmatisierenden Verweigerungsgrund, wenn die Verlustscheinforderung in der Zwischenzeit getilgt sei (Fellmann/Zindel, Art. 8 N. 28; Lucien W. Valloni/Marcel C. Steinegger, Bundesgesetz Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 35 f.). Infolge dieser BeschrÃ¤nkung auf Verlustscheine erfasst Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA diejenigen Zwangsvollstreckungsverfahren nicht, welche wie das Nachlassverfahren oder das mangels Aktiven eingestellte Konkursverfahren nicht zu einem Verlustschein fÃ¼hren (Fellmann/Zindel, Art. 8 N. 29). Zu Unrecht leitet die Vorinstanz aus einer vorangehenden Kommentarstelle etwas anderes ab (Fellmann/Zindel, Art. 8 N. 25). Hier wird nur dargelegt, dass die Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven nicht zur Ausstellung von Verlustscheinen fÃ¼hre. Die BefÃ¼rchtung, dass ein Anwalt mit einem eigenen Begehren auf KonkurserÃ¶ffnung die Ausstellung von Verlustscheinen verhindern kÃ¶nne, wird sodann mit dem Hinweis zerstreut, dass die Praxis fÃ¼r die KonkurserÃ¶ffnung auf eigenes Begehren einen Kostenvorschuss verlange, der die Kosten des summarischen Verfahrens decke, in welchem eben gerade Verlustscheine ausgestellt wÃ¼rden. </p> <p class="Urteilstext">Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA verlangt nicht zwingend eine Ã¼ber den klaren Wortlaut hinausgehende Auslegung der Bestimmung. Anderseits ist in Betracht zu ziehen, dass die aktuelle Einstellung eines Konkursverfahrens mangels Aktiven im Allgemeinen erheblich mehr Zweifel an der ZahlungsfÃ¤higkeit des Schuldners begrÃ¼ndet als irgendeine vor einigen Jahren erfolgte KonkurserÃ¶ffnung. Auch mag der Vorgang selber gewisse Parallelen zum provisorischen PfÃ¤ndungsverlustschein aufweisen, zumal das Konkursverfahren aus seiner Konzeption heraus den provisorischen Verlustschein nicht kennt. Wie es sich damit verhÃ¤lt, muss jedoch an dieser Stelle nicht abschliessend beurteilt werden, da gegen den BeschwerdefÃ¼hrer tatsÃ¤chlich Verlustscheine bestehen (nachfolgend E. 4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt im Beschwerdeverfahren vor, gegen ihn seien noch gar keine Verlustscheine ausgestellt worden, und untermauert diese Behauptung mit einem Betreibungsregisterauszug vom 14. April 2005.</p> <p class="Urteilstext">Aus diesem Auszug ergibt sich, dass gegen den BeschwerdefÃ¼hrer sowohl vor der KonkurserÃ¶ffnung als auch nach dessen Einstellung zahlreiche PfÃ¤ndungen durchgefÃ¼hrt wurden, welche eine ungenÃ¼gende Deckung erbracht hatten (im Auszug mit <span>"</span>Vu â PfÃ¤ndung mit ungenÃ¼gender Deckung<span>"</span> bezeichnet). Nicht aufgefÃ¼hrt sind im fraglichen Auszug dagegen Verlustscheine, welche mit <span>"</span>DV â Verlustschein nach Art. 149 SchKG<span>"</span> oder <span>"</span>X â Verlustscheine nach Art. 115 SchKG<span>"</span> gekennzeichnet sind. Nach Art. 115 SchKG bestehen indessen zwei Arten von Verlustscheinen. Wenn kein pfÃ¤ndbares VermÃ¶gen vorhanden ist, bildet die PfÃ¤ndungsurkunde gemÃ¤ss Art. 115 Abs. 1 SchKG den Verlustschein im Sinne von Art. 149 SchKG, also einen definitiven Verlustschein. Wenn hingegen pfÃ¤ndbares VermÃ¶gen vorhanden ist, dieses jedoch nach der SchÃ¤tzung des Beamten nicht genÃ¼gt, so dient die PfÃ¤ndungsurkunde nach Art. 115 Abs. 2 SchKG als provisorischer Verlustschein mit den Rechtswirkungen von Art. 271 Ziff. 5 und Art. 285 SchKG. DemgemÃ¤ss steht die Kennzeichnung <span>"</span>X â Verlustscheine nach Art. 115 SchKG<span>"</span> ausschliesslich fÃ¼r definitive Verlustscheine im Sinne von Abs. 1 der Bestimmung, wÃ¤hrend die Kennzeichnung <span>"</span>Vu â PfÃ¤ndung mit ungenÃ¼gender Deckung<span>"</span> bescheinigt, dass dem GlÃ¤ubiger ein provisorischer Verlustschein im Sinne von Art. 115 Abs. 2 SchKG ausgestellt worden ist. </p> <p class="Urteilstext">Damit liegen durchaus Verlustscheine im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA gegen den BeschwerdefÃ¼hrer vor. Den Nachweis, dass er diese ablÃ¶sen konnte, hat er bis heute nicht erbracht. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>