Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Mai 2013 (720 13 31 / 97) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente (Zwischenverfügung, Umfang der medizinischen Begutachtung im Hinblick auf die Revision des Rentenanspruchs) Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Daniel Schaffner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch André M. Brunner, Advokat, Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Gutachten (756.5229.4975.89) A. Nach einem Motorradunfall im Jahre 1996 wurde der 1968 geborenen A.____ von der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 30. November 1999 ab dem 1. Juni 1997 eine halbe Invalidenrente zugesprochen. In den Ja hren 2001, 2003 und 2007 durchge- führte Revisionsverfahren bestätigten diesen Rentenanspruch . Im Jahre 2009 erlitt die Versi- cherte als Mitfahrerin einen Autounfall. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Im Jahre 2010 leitete die IV-Stelle ein weiteres R evisionsverfahren ein. Nach Abklärung der beruflichen und erwerblichen Verhältnisse holte di e IV-Stelle ein rheumatologisches Gut- achten (vom 10. Juli 2011) bei Dr. med. B.____, FMH Rh eumatologie und Allgemeine Innere Medizin, ein, welches dem Regionalen Ärztlichen Dienst (R AD) zur Prüfung vorgelegt wurde (Bericht Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medi zin, vom 16. August 2011). Nachdem die Versicherte, vertreten durch Advokat André M. Brunne r, im Vorbescheidverfahren eine Ver- schlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend gemacht h atte (vgl. Schreiben vom 4. April 2012), holte die IV-Stelle Arztberichte bei dem Chiro praktiker Dr. D.____ (vom 15. Juni 2012) und bei Dr. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, ( vom 4. Juli 2012) ein. Dr. E.____ seiner- seits legte seinem Bericht einen weiteren Bericht von Dr . med. F.____, FMH Neurologie, vom 19. Dezember 2011 bei, welcher die Beschwerdeführeri n auf Zuweisung von Dr. E.____ hin untersucht hatte. Die Berichte der Dres. D.____ und E .____ wurden sodann dem RAD vorge- legt mit der Frage, ob sich aus ihnen eine Verschlechteru ng des Gesundheitszustands der Ver- sicherten ableiten lasse (Bericht Dr. C.____ vom 20. August 2012). In der Folge kündigte die IV- Stelle der Versicherten mit Schreiben vom 22. August 2012 eine monodisziplinäre somatische Begutachtung durch Dr. med. G.____, FMH Neurologie, an. Mit Schreiben vom 14. September 2012 beantragte die Versicherte demgegenüber die Einholung eines neutralen polydisziplinären Obergutachtens. Sie begründete dies namentlich mit der Widersprüchlichkeit der Ausführungen im Gutachten von Dr. B.____. Speziell bei komplizierten HWS-Leiden müsse die Beurteilung im Übrigen gesamtheitlich erfolgen. Von der IV-Stelle d araufhin entsprechend befragt, verneinte der RAD die geltend gemachte Notwendigkeit einer polyd isziplinären Begutachtung im vorlie- genden Fall (Bericht Dr. C.____ vom 16. Oktober 2012). Mit Schreiben vom 16. November 2012 hielt die Versicherte ihrerseits an ihrem vorerwähnten Antrag fest und ersuchte gleichzeitig dar- um, man möge ihr eine beschwerdefähige Verfügung zukom men lassen, sollte die IV-Stelle nicht von ihrem Standpunkt hinsichtlich des weiteren Vorg ehens, wie im Schreiben vom 22. August 2012 geäussert, abweichen. C. Mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 2012 hielt di e IV-Stelle daran fest, eine neu- rologische Begutachtung durch Dr. G.____ durchführen zu lassen. Sie verwies dafür auf die Berichte der Dres. D.____ und E.____. In Anbetracht d er dort gestellten Diagnosen sei eine polydisziplinäre Begutachtung, wie durch die Versicherte g efordert, nicht notwendig, was auch durch den RAD wiederum bestätigt worden sei. D. Gegen diese Zwischenverfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch Ad- vokat Brunner, am 31. Januar 2013 Beschwerde an das Kan tonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Dabei b eantragte sie, es sei die Zwischen- verfügung aufzuheben und es sei eine polydisziplinäre und umfassende Oberbegutachtung an- zuordnen; unter o/e-Kostenfolge. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung mit Advokat Brunner als Vertreter zu bewi lligen. Insgesamt brachte die Be- schwerdeführerin dabei vor, der rechtserhebliche Sachverh alt lasse sich nicht hinreichend erstellen, wenn man es bei der angeordneten neurolog ischen Begutachtung durch Dr. G.____ belassen würde. Verlangt wurde namentlich eine psychiat rische fachärztliche Begutachtung. Überdies machte die Versicherte geltend, dass die Gutac hterstelle nach dem Zufallsprinzip zu bestimmen sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Die IV-Stelle liess sich zu der erhobenen Beschwerde m it Schreiben vom 14. Februar 2013 vernehmen, wobei sie die Abweisung der Beschwerde beantragte. Gestützt auf die Akten- lage bestehe einzig ein Verdacht auf eine Veränderung in neurologischer Hinsicht. Somit genü- ge eine neurologische Beurteilung. F. Mit Verfügung vom 4. Februar 2013 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerdeführe- rin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokat Brunner. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Zwischenverfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Bei der Rüge der Beschwerdeführerin, vor- liegend wäre der medizinische Sachverhalt als nicht gen ügend abgeklärt zu qualifizieren, falls man kein polydisziplinäres Gutachten einholen sollte, handelt es sich um eine materielle Ein- wendung, wie sie den kantonalen Gerichten nunmehr besch werdeweise unterbreitet werden kann (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Be- schwerde vom 31. Januar 2013 ist einzutreten. 2. Zugesprochene Invalidenrenten können gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 bei erheblich verändertem Invaliditätsgrad der die Rente beziehenden Person revidiert – d.h. je nachdem erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben – werde n. Art. 87 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 erm öglicht dabei von Amtes wegen erfol- gende Revisionsverfahren, wobei die diesbezügliche Kompete nz im vorliegenden Fall nach Art. 88 Abs. 1 i.V.m. Art. 40 Abs. 1 lit. a IVV bei der Beschwerdegegnerin liegt. Die Tatsache, dass ein Revisionsverfahren durchgeführt wird, ist vorliegend weder unter den Parteien umstrit- ten noch gerichtlich zu beanstanden. 3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der im Hinblick auf die anstehende Revision des Rentenan- spruchs der Beschwerdeführerin massgebliche Sachverhalt hin reichend festgestellt werden kann, wenn – wie dies die IV-Stelle vorsieht – man es b ei einer noch durchzuführenden neuro- logischen Begutachtung belässt und auf die durch die Be schwerdeführerin verlangte polydiszi- plinäre Beurteilung verzichtet. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabk lärung von Amtes wegen, wobei es im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinde n, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt i hm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von me dizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla ge. Gestützt auf den Untersu- chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu- mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt dabei eine Beschränkung auf das Wesentliche. 3.3 Im vorliegenden Fall ist entscheidend, ob über den Rentenanspruch der Beschwerdefüh- rerin auch ohne das von ihr verlangte polydisziplinäre Gutachten entschieden werden kann. Um diese Frage beantworten zu können, müsste die vorliegen de medizinische Aktenlage auf ihre Vollständigkeit und Schlüssigkeit hin überprüft werden. Eine solche eingehende Überprüfung würde aber dazu führen, dass der Endentscheid im Hinbli ck auf die Beurteilung der medizini- schen Sachlage weitgehend präjudiziert würde. Unter Be rücksichtigung, dass die Verfahrens- hoheit bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens bei der IV-Stelle liegt und ihr deshalb im Rahmen der Verfahrensleitung ein grosser Ermessensspielr aum bezüglich Notwendigkeit, Um- fang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zuko mmt, muss in diesem Verfah- ren die richterliche Prüfung bei einer knappen Beurtei lung der Aktenlage im Sinne einer Plausi- bilitäts- resp. Missbrauchskontrolle ihr Bewenden haben. Entscheidend ist, ob die Gründe, wel- che die IV-Stelle für ihre Ablehnung der polydisziplin ären Begutachtung, wie sie die Beschwer- deführerin für notwendig erachtet, anführt, plausibel erscheinen. Das Gericht greift bei der Fra- ge der Notwendigkeit einer weiteren Begutachtung in das Ermessen der mit der Abklärung betrauten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkennba re Fehleinschätzungen vorliegen, eine Begutachtung von vornherein untauglich angelegt wäre oder Anhaltspunkte bestehen, dass sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid von sachfremden Moti ven leiten liess. Dabei ist im Übrigen noch zu beachten, dass die zum jetzigen Zeitpunkt erfolge nde kursorische Würdigung der ge- planten Modalitäten der Feststellung des medizinischen S achverhalts nicht etwa Ergänzungen in einem späteren Verfahrensstadium ausschliesst, sollten solche dereinst aufgrund des künfti- gen Kenntnisstandes für notwendig befunden werden. 4. In der Folge sind in einem ersten Schritt die vorh andenen medizinischen Unterlagen in ihren Grundzügen wiederzugegeben (E. 5.1 ff.), um sod ann die Einschätzung der IV-Stelle, dass es keiner polydisziplinären Begutachtung bedürfe, unte r Einbezug der entsprechenden Argumentation der Beschwerdeführerin einer Plausibilitätskontrolle zu unterziehen (E. 6.1 ff.). 5.1 In seinem rheumatologischen Gutachten vom 10. Juli 2011 stellt Dr. B.____ folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Begin nende Gonarthrose / Retropatellararthro- se rechts mit / bei Status nach Motorradunfall als Sozia mit Knieverletzung mit isolierter hinterer Kreuzbandruptur am 2. Juni 1996, Status nach hinterem Kreuzbandersatz rechts am 18. Juli 1996, Status nach Arthroskopie, arthroskopischem Shaving, Schraubenentfernung femoral und Neurolyse des Nervus saphenus sowie Narbenkorrektur in de r Kniekehle rechts am 5. August 1997, Hyp- und Dysästhesie mit Ausbreitungsgebiet des Ram us infrapatellaris Nervi sapheni, hintere Reinstabilität. Die Diagnosen ohne Einfluss au f die Arbeitsfähigkeit lauten wie folgt: Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Retropatellararthrose links und zervikovertebrales Syndr om. Letzteres sei im Vergleich mit frü- heren Berichten nunmehr neu dazukommen, der Gesundhei tszustand hinsichtlich des Kniege- lenks habe sich nicht verändert. Im angestammten Beruf al s Coiffeuse, also einer rein stehen- den Tätigkeit, sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arb eitsfähig, bezogen auf ein Ganztages- pensum. Als Verweistätigkeit gibt Dr. B.____ eine Täti gkeit an, bei welcher die Beschwerdefüh- rerin nicht nur stehen müsste, sondern vorwiegend sitzen könnte, nicht Treppen steigen müsste und die Gehstrecke maximal eine Distanz von einer halben Stunde am Stück betragen würde. Hier bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit, bezogen auf ein Ganztagspensum. Anlässlich der Untersuchung der Beschwerdeführerin sei insbesondere bei beiden Knien ein erhebliches retropatellares Krepitieren festgestellt worden. Spezif isch hinsichtlich des rechten Kniegelenks wird eine leicht verminderte Extensionsfähigkeit konsta tiert sowie eine diskrete hintere Instabili- tät. Allgemein sei ein lockerer Gelenkstatus im Bereich d er Knie und der OSG zu verzeichnen. Neben Knieproblemen berichte die Beschwerdeführerin s odann auch von – teilweise migräni- formen – Nackenbeschwerden. 5.2 In seiner Prüfung des vorerwähnten von Dr. B.____ verfassten Gutachtens kommt der RAD-Arzt Dr. C.____ am 16. August 2011 zum Schluss, all e für die Arbeitsfähigkeit massge- benden Gesundheitsprobleme würden ausführlich und na chvollziehbar bezüglich der Anamne- se und der Untersuchungsbefunde abgehandelt. Im Vergl eich zu früheren Begutachtungen be- stehe ein unveränderter Gesundheitszustand, was die ange stammte Tätigkeit anbelange. Dr. C.____ merkt aber an, dass seines Erachtens in der Vergangenheit, d.h. in den vor den ent- sprechenden Ausführungen von Dr. B.____ rapportierten Einschätzungen, eine Verweistätigkeit nicht geprüft worden sei. 5.3 In seinem Bericht vom 19. Dezember 2011 diagnostizie rt Dr. F.____ bei der Beschwer- deführerin einen Status nach Autounfall mit Beschleuni gungsverletzung der Halswirbelsäule (HWS) am 20. Januar 2009 mit chronischem rechtsbetontem Zervikalsyndrom sowie intermittie- rendem Einschlafen des rechten Armes unklarer Ursache. Ferner stellt Dr. F.____ eine Migräne ohne Aura fest. Was die Schmerzen anbelange, so gebe die Beschwerdeführerin neben Kopf- auch Nackenschmerzen an. 5.4 Der Chiropraktiker Dr. D.____ diagnostiziert mit B ericht vom 15. Juni 2012 bei der Be- schwerdeführerin ein zervikales Distorsionstrauma (Status na ch Unfall vom 20. Januar 2009), wobei sich dieses auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die ursprünglichen Nackenbeschwerden hätten bis zum Abschluss seiner Behandlung am 20. Januar 2012 um die Hälfte verbessert werden können. Sie seien jedoch belastungsabhängig gebl ieben. Nach wie vor trete bei der Beschwerdeführerin unregelmässig Schwindel auf. Dr. D.____ stellt eine schmerzhafte und ein- geschränkte Kopfrotation fest sowie Druckdolenzen und B lockaden C5/6 beidseits und Myoge- losen Musculi Supraspinati und lev. Scapulae. Des Weit eren wird konstatiert, die Beschwerde- führerin sei in ihrem Konzentrationsvermögen und ihr er Belastbarkeit eingeschränkt. Die Arbeit als Coiffeuse sei mit Nackenschmerzen verbunden, wenn sie mehr als einen halben Tag an- dauere; zumutbar seien vier Stunden Arbeit pro Tag. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 In seinem Bericht vom 4. Juli 2012 diagnostiziert Dr . E.____ mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit einen Status nach Autounfall mit HWS-Beschleunigungsverletzung am 20. Januar 2009 mit chronischem rechtsbetontem Zervikalsyndrom, int ermittierendem Einschlafen des rechten Armes unklarer Ursache und chronischer rezidivierend er Cephalea. Des Weite- ren diagnostiziert er Migräne ohne Aura seit Jahren. D ie Beschwerdeführerin könne nur mit ei- nem reduzierten Pensum von 50 % arbeiten. Die von Dr. E.____ gestellten Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauten wie folgt: S tatus nach Arthroskopie mit hinterem Kreuz- bandersatz am 18. Juli 1996 wegen hinterer Kreuzbandru ptur rechts bei Status nach Motorrad- unfall am 2. Juni 1996 sowie Status nach Arthroskopie m it Shaving Knie rechts, Schraubenent- fernung femoral, Neurolyse des Nervus saphenus, Narben korrektur Kniekehle rechts am 5. Au- gust 1997. Die Beschwerdeführerin leide unter persistie renden Schmerzen cervikal und Kopf- schmerzen (Cephalea). Die seit Jahren auftretende Migrä ne ohne Aura sei seit einigen Mona- ten im Zunehmen begriffen und dauere teilweise bis zu sechs Tage. Sodann bestünden per- sistierende Schmerzen im Knie rechts. Das Einschlafen des rechten Armes trete verstärkt auf bei Belastung der HWS (Kopfdrehen, Flexio und Extensio des Kopfes). 5.6 Durch die IV-Stelle um Stellungnahme gebeten, ob in Anbetracht der Berichte der Dres. D.____ und E.____ von einer Verschlechterung de s Gesundheitszustandes der Be- schwerdeführerin auszugehen sei, verneint der RAD-Arzt Dr . C.____ mit Bericht vom 20. Au- gust 2012 diese Frage bezüglich des Berichts von Dr. D.___ _. Dem Bericht von Dr. E.____ sei zu entnehmen, dass die Migräneanfälle hinsichtlich Häufig keit und Dauer zugenommen hätten, was aber wiederum therapeutisch angegangen werden kön ne. Eine massive Verschlechterung könne auch dem Bericht von Dr. E.____ nicht entnommen we rden. Das Gutachten von Dr. B.____ behalte weiterhin seine Gültigkeit. Nicht g änzlich klar sei jedoch, ob es durch die Migräne zu einer zusätzlichen Einschränkung bei der Ausübung einer Verweistätigkeit komme. 5.7 Mit Bericht vom 16. Oktober 2012 verneint der von der IV-Stelle entsprechend befragte RAD-Arzt Dr. C.____ die Notwendigkeit einer polydiszipl inären Begutachtung. Aus einer Würdi- gung der Berichte der Dres. D.____ und E.____ ergebe sich, dass eine neurologische Beurtei- lung genüge, da die Hauptproblematik die Kopfschmerzen seien. Es gehöre zudem zum Fach- bereich eines Neurologen, eine HWS-Problematik zu beur teilen. Dabei erscheine es überdies sinnvoll, dass der begutachtende Neurologe Dr. G.____ e ine Konsensusbesprechung mit Dr. B.____ durchführe. 6.1 In der angefochtenen Zwischenverfügung und der Be schwerdevernehmlassung argu- mentiert die IV-Stelle dahingehend, dass sich grundsätzlich aus den Berichten der Dres. E.____ und D.____ sowie deren Überprüfung durch den RAD kein e Verschlechterung der somatischen Beschwerden ergebe. Es bestehe jedoch in Anbetracht der aktuellen medizinischen Aktenlage ein Verdacht auf eine Veränderung in neurologischer H insicht. Die noch abzuklärende Haupt- problematik seien die Kopfschmerzen. Diesbezüglich genü ge eine rein neurologische Beurtei- lung. Ebenso gehöre es zum Fachgebiet eines Neurologen , die sich bezüglich der HWS stel- lende Problematik zu beurteilen, wie sie vorliegend üb erdies in Frage stehe. Eine Veränderung im psychiatrischen Bereich gehe aus der medizinischen Aktenlage nicht hervor. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Unbestrittenermassen liegen bei der Beschwerdeführe rin einerseits Probleme im Be- reich der Knie vor. Diese Beschwerden werden im Gutacht en von Dr. B.____ genügend thema- tisiert, weshalb sich keine Anhaltspunkte für die Notwendigkeit weiterer Abklärungen zeigen. Andererseits ergeben sich aus den medizinischen Unterlagen Probleme im Kopf-, Nacken- und HWS-Bereich. In diesem Kontext ist auch das konstatierte ge legentliche Einschlafen des rech- ten Armes der Beschwerdeführerin zu sehen, welches von Dr. E.____ als mit der Belastung der Wirbelsäule verknüpft qualifiziert wird. Dass bei der B eschwerdeführerin diesbezüglich Proble- me bestehen, denen mittels weiterer Abklärungen nachgeg angen werden muss, wird durch die medizinischen Berichte mehrfach bestätigt. Dabei ist zu b eachten, dass die in Frage stehenden Probleme – gerade etwa was die Migräne, die eingeschrä nkte Kopfrotation und den einschla- fenden Arm anbelangt – im Grundsatz von durchaus nicht zu unterschätzender Schwere und dementsprechend ernst zu nehmen sind. Dazu kommt, dass d ie Kopf- und Nackenprobleme sowie die HWS-Probleme bisher noch nicht in hinreichend em Masse medizinisch untersucht und gewürdigt worden sind. Dass noch offene Fragen bestehen, ergibt sich schon daraus, dass die Dres. F.____ und E.____ keine Ursache für das Einsch lafen des rechten Armes der Be- schwerdeführerin angeben können. Insgesamt ist eine nä here Abklärung der gesamten den Kopf- und Nackenbereich wie auch den HWS-Bereich der Beschwerdeführerin betreffenden Symptomatik dringend geboten, bevor eine Einschätzung der aktuellen Arbeitsfähigkeit möglich ist. Was im Übrigen die Auswahl der massgebenden Diszipli n des Gutachters, der hier aktiv zu werden hat, anbelangt, so erscheint es bei Migräne, be i Schmerzen und Bewegungseinschrän- kungen im Nackenbereich, bei festgestelltem Zervikalsyndrom u nd bei vermutungsweise zufol- ge Wirbelsäulenbelastung einschlafendem Arm durchaus sachg erecht, eine neurologische Be- urteilung einzuholen. Die Vorgehensweise der IV-Stelle, die Knieprobleme be i der Beschwerdeführerin rheumatolo- gisch und die Kopf- und Nackenbeschwerden sowie die HWS-Be schwerden (inklusive der Symptomatik des einschlafenden Arms) neurologisch begutac hten zu lassen, ist folglich als plausibel zu qualifizieren. Wird das noch fehlende neu rologische Gutachten eingeholt, so er- scheint der Sachverhalt von der medizinischen Aktenlage he r als in kohärenter Manier erstellt und kann dem Revisionsentscheid zugrunde gelegt werden. 6.3.1 Was die Beschwerdeführerin ihrerseits gegen das V orgehen der IV-Stelle vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. 6.3.2 Ein erster Einwand der Beschwerdeführerin geht dahin, das Gutachten von Dr. B.____ sei insofern schwer verständlich, als dieser der Beschwerde führerin als Coiffeuse eine Arbeits- unfähigkeit von 50 % attestiere, in einer Verweistäti gkeit jedoch keine Einschränkung bestehen soll. Zu betonen ist zunächst erneut, dass im vorliegend en Verfahrensabschnitt noch nicht zu untersuchen ist, ob für die Einschätzung der Arbeitsfäh igkeit der Beschwerdeführerin auf das Gutachten von Dr. B.____ abgestellt werden kann. Fragl ich ist einzig, ob es der IV-Stelle im Rahmen der hier vorzunehmenden Plausibilitäts- resp. M issbrauchskontrolle anzulasten ist, dass sie in Anbetracht des Gutachtens von Dr. B.____ kein umfassendes Obergutachten ange- ordnet hat. Dies wäre namentlich dann der Fall, wenn man davon ausgehen müsste, dass das Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht entsprechende Gutachten von Vornherein als untauglich erschiene. Dem ist jedoch nicht so: Es bildet im Grundsatz keinen argumentativen Widerspruch, d ass in der angestammten Tätigkeit eine verglichen mit der Verweistätigkeit verminderte Arbeitsfähigkeit besteht. Auch ist es bei der hier durchzuführenden Überprüfung, entgegen den Ausf ührungen der Beschwerdeführerin, nicht problematisch, wenn Dr. B.____ gewisse Beschwerden erwähnt, welche auch bei Aus- übung der Verweistätigkeit fortbestehen. Vom Vorliege n von Beschwerden muss nicht automa- tisch auf eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, kann der Gutachter doch der Meinung sein, dass es der explorierten Person zuzumut en ist, trotz der Beschwerden ein ganzes Pensum zu bewältigen. Insgesamt gibt also das Gutachten von Dr. B.____ zum jetzigen Zeitpunkt nicht Anlass zu der durch die Beschwerdeführeri n beantragten polydisziplinären Oberbegutachtung. 6.3.3 Ebenso wenig bedarf es im Übrigen einer obergu tachterlichen Stellungnahme im Hin- blick auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Dres. D.____ und E.____, wie sie durch die Beschwerdeführerin verlangt wird. Die Würdigung dieser Berichte und deren Inbezug- setzung zu der Einschätzung durch Dr. B.____ wird Gegen stand des Revisionsverfahrens sein. Anlass, im Rahmen der vorliegend vorzunehmenden limitie rten Kontrolle dieser Würdigung durch die Anordnung eines Obergutachtens vorzugreifen, besteht nicht. 6.3.4 Des Weiteren wendet die Beschwerdeführerin ein, bei einem Schleudertrauma, einer äquivalenten Verletzung der HWS und einem Schädel-Hirn-Trauma sei nach der bundesgericht- lichen Rechtsprechung zwingend eine polydisziplinäre und u mfassende Oberbegutachtung durchzuführen. Diese müsse insbesondere auch psychische Besc hwerden mitberücksichtigen. Was zunächst den Verweis auf die Praxis des Bundesgerichts a nbelangt, so wurde in BGE 134 V 109 E. 9.3 durch das Bundesgericht statuiert, dass in Schleudertrauma-Fällen bei länger und ohne deutliche Besserungstendenz bestehenden Beschwerden ei ne zügige interdisziplinäre Abklärung und Beurteilung durch Fachärzte angezeigt sei . Für den vorliegenden Fall kann je- doch nicht auf diese Aussage abgestellt werden, um ei ne polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin als notwendig erscheinen zu lassen. D enn erstens ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit durch aus nicht etwa bloss monodisziplinär begutachtet worden ist. Vielmehr beabsichtigt die IV-St elle, revisionsweise über die Rentenbe- rechtigung der Beschwerdeführerin aufgrund einer rheu matologischen Begutachtung (Dr. B.____), eines Berichts eines Allgemeinmediziners (D r. E.____), welchem wiederum ein Bericht eines Neurologen (Dr. F.____) beiliegt, eines Chiropraktikers (Dr. D.____) und zusätz- lich der noch vorzunehmenden neurologischen Begutachtun g (Dr. G.____) zu entscheiden. Ein solcher auf die verschiedenen der bei der Beschwerdeführe rin bestehenden Beschwerden ein- gehender Begutachtungsmodus ist mithin im Lichte von BGE 134 V 109 nicht zu beanstanden; die Beschwerdeführerin vermag aus der bundesgerichtlichen Praxis nichts zu Gunsten des von ihr vertretenen Standpunkts abzuleiten. Zweitens wird in Anbetracht der in den medizinischen Akten rapportierten Symptome zumindest nicht restlos klar, ob sich bei der Beschwerdeführerin tatsächlich das typische Beschwerdebild einer HWS-Distorsio n (vgl. dazu BGE 134 V 109 E. 6.2.1) zeigt. In Anbetracht der ohnehin nicht mono disziplinären Begutachtung kann im vorlie- genden Rahmen eine entsprechende Würdigung jedoch un terbleiben. Was noch die verlangte psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin losgelö st von der Berufung auf BGE 134 Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht V 109 anbelangt, so ergeben sich aufgrund der Akten kei ne in hinreichendem Masse konkreten Hinweise, dass eine solche notwendig wäre. Dass Dr. D.__ __ in seinem Bericht vom 15. Juni 2012 eine Beeinträchtigung im Konzentrationsvermögen und der Belastbarkeit konstatiert, kann im Rahmen der vorliegend vorzunehmenden Plausibilitäts - resp. Missbrauchskontrolle nicht genügen, um den Verdacht einer psychischen – und übrige ns auch nicht denjenigen einer in eine andere medizinische Disziplin zu verortenden – Erkran kung zu begründen, dem seitens der IV-Stelle nachgegangen werden müsste. Daran ändert , wie dies die IV-Stelle in ihrer Ver- nehmlassung zutreffend ausführt, auch ihre mit Schreiben der Beschwerdeführerin vom 4. April 2012 ins Feld geführte angebliche Medikation durch Dr. E.____ mit Antidepressiva nichts, figu- riert eine solche doch tatsächlich nicht im durch Dr. E.____ verfassten Bericht vom 4. Juli 2012. 6.3.5 Die Beschwerdeführerin listet in der Beschwerdeschri ft sodann Fragen auf, zu welchen das verlangte Obergutachten Stellung nehmen müsse. Auch dieser Katalog vermag nichts dar- an zu ändern, dass ein polydisziplinäres Gutachten zum je tzigen Zeitpunkt und gemäss dem verfahrensbedingt anzulegenden Kontrollmassstab nicht n otwendig ist. Die Migräne, die Kopf- und Nackenschmerzen, der Schwindel, das Einschlafen des re chten Arms und die feinmotori- schen Probleme sind geeignet, durch das neurologische Guta chten, wie es von der IV-Stelle in Aussicht gestellt wird, beurteilt zu werden. Für die vor gebrachten Konzentrationsprobleme und die Einschränkung in der Belastbarkeit ist auf das eben (E. 6.3.4) Gesagte zu verweisen, nichts anderes kann für die Schlafstörungen, die Müdigkeit ta gsüber und die verminderte Leistungsfä- higkeit gelten. Was die Kniebeschwerden anbelangt, so i st im Übrigen auf das rheumatologi- sche Gutachten von Dr. B.____ zu verweisen (siehe zu den d iesbezüglichen Einwänden der Beschwerdeführerin soeben E. 6.3.2); es ist nicht ersicht lich und wird in der Beschwerde auch nicht substanziiert, weshalb hinsichtlich dieser Beschwerde n noch eine neurologische Beurtei- lung erfolgen müsste. Für die im Katalog enthaltenen Fragen bezüglich des durch Dr. B.____ erstellten Gutachtens und dessen Inbezugsetzung zu den Berichten der Dres. D.____ und E.____ ist ebenso auf das vorgehend Ausgeführte (E. 6.3.2) zu verweisen. 7. Bedarf es mithin keiner polydisziplinären Begutachtu ng, so erübrigt es sich, auf die Vor- bringen der Beschwerdeführerin bezüglich der Ausgestaltung einer solchen Begutachtung nach dem Zufallsprinzip gestützt auf Art. 72 bis Abs. 2 IVV einzugehen. 8. Zusammenfassend hält das vorliegend in Aussicht gestel lte Vorgehen der IV-Stelle im Hinblick auf die Feststellung des dem Revisionsverfahren z u Grunde zu legenden Sachverhalts vor der Plausibilitäts- resp. Missbrauchskontrolle, wie sie hier durchzuführen ist, stand. Es lie- gen weder klar erkennbare Fehleinschätzungen seitens der IV-Stelle vor noch erscheint die Begutachtung als von vornherein untauglich angelegt. E benso wenig bestehen Anhaltspunkte, dass sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid von sachfremd en Motiven leiten liess. Der im Hin- blick auf das Revisionsverfahren des Rentenanspruchs der Besch werdeführerin massgebliche Sachverhalt kann folglich in hinreichendem Masse festge stellt werden, wenn – wie dies die IV- Stelle vorsieht – man es bei einer noch durchzuführenden neurologischen Begutachtung be- lässt und auf die durch die Beschwerdeführerin verlangte polydisziplinäre Untersuchung ver- zichtet. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah renskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahren skosten zu Lasten der Gerichtskasse. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang ent sprechend wettzuschlagen. Zu- folge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter der Beschwer- deführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'028.50, bestehend aus 4.95 Stunden zu Fr. 180.-- zuzüglich Fr. 61.30 für Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 10. Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich um eine n selbständig eröffneten Zwi- schenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn e ine Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unt er den in Art. 93 Abs. 1 BGG ge- nannten Voraussetzungen zulässig. Wie das Bundesgericht n unmehr im Grundsatzurteil BGE 138 V 271 festgestellt hat, sind kantonale Entscheide über Beschwerden gegen Verfügun- gen der IV-Stellen betreffend die Einholung von medizinischen Gutachten nicht an das Bundes- gericht weiterziehbar, sofern nicht Ausstandsgründe beurteilt worden sind. Es ist daher fraglich, ob die Voraussetzungen für eine Beschwerde im vorliege nden Fall erfüllt sind. Der Entscheid darüber obliegt dem Bundesgericht. Die nachstehende Re chtsmittelbelehrung erfolgt unter die- sem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1'028.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht