<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Gründe für die rapide Zunahme von muskuloskelettalen Erkrankungen (MSD) zu untersuchen; im Jahr 2016 wurden diese zur häufigsten Ursache für Spitalaufenthalte. Die Untersuchung soll auch die durch MSD verursachten Kosten für unser Gesundheits- und Sozialsystem (Krankenversicherung, IV, EL) präsentieren. Diese Beschwerden dürften unsere Unternehmen zudem jährlich mehr als 10 Milliarden Franken kosten (Absenzen, verminderte Produktivität). Auch hierzu soll der Bericht die exakten Zahlen liefern.</p><p>Ist das genaue Ausmass der MSD bekannt, wird dies positive Auswirkungen auf die Prävention bei gefährdeten Personen haben und eine Verbesserung bei der ergonomischen Gestaltung der Arbeitsplätze herbeiführen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Kosten, welche muskuloskelettale Erkrankungen für die Gesellschaft und Wirtschaft verursachen, sind weitgehend bekannt. Diese Erkrankungen verursachen sehr hohe direkte medizinische und verglichen mit anderen nichtübertragbaren Krankheiten die höchsten indirekten Kosten wie Fehlzeiten am Arbeitsplatz usw. (für 2011: 8,7 Milliarden Franken bzw. 5,7 bis 12,4 Milliarden Franken).</p><p>Die detaillierte Aufteilung der direkten Kosten in ambulante, stationäre und weitere Leistungen wie z. B. Arzneimittel liegt ebenfalls vor. Es bestehen zudem Angaben zu den Anteilen der gesamten Gesundheitskosten, welche durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), Selbstzahlungen oder die Invalidenversicherung gedeckt sind. Dies liefert Anhaltspunkte zur entsprechenden Aufteilung bei muskuloskelettalen Erkrankungen.</p><p>Über die Ursachen von muskuloskelettalen Erkrankungen besteht ebenfalls weitgehend Klarheit. Das Risiko für eine Erkrankung wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Drei davon sind nicht veränderbar: Alter, Geschlecht und genetische Faktoren. Weitere Risikofaktoren können jedoch durch Präventionsmassnahmen positiv beeinflusst werden (körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion, Verzicht auf Rauchen und Alkohol, ausgewogene Ernährung, ergonomisches Verhalten und Reduktion von psychischen Stressoren).</p><p>Der Kostenanstieg der letzten Jahre ist vor allem auf die demografische Entwicklung, d. h. auf die alternde Gesellschaft, den sitzenden Lebensstil und gewisse ergonomische Risiken am Arbeitsplatz zurückzuführen.</p><p>Die Hintergründe und Folgen muskuloskelettaler Erkrankungen für die Gesellschaft und Wirtschaft sind also weitgehend bekannt und stellen grosse Herausforderungen für das Gesundheitswesen dar. Der Bundesrat hat dies erkannt und geht diese Herausforderungen im Rahmen der Nationalen Strategie zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten 2017-2024 an. Sie beinhaltet Massnahmen zur Prävention von muskuloskelettalen Erkrankungen. Darunter finden sich Massnahmen zur Förderung von täglicher Bewegung. Auch Massnahmen in Wirtschaft und Arbeitswelt werden umgesetzt. So wurden z. B. gemeinsame Empfehlungen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) "Aufstehen - kleiner Aufwand, grosse Wirkung" formuliert oder Aktionsversprechen zur Förderung eines bewegungsfreundlichen Umfeldes im Rahmen von Actionsanté - der Initiative von BAG und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) für einen gesunden Lebensstil - erarbeitet. Das Seco stellt eine Broschüre zur Verfügung, instruiert die kantonalen Inspektoren die Einhaltung des Arbeitsgesetzes bei den Unternehmen zu prüfen, und bietet zudem ein Hilfsmittel an, um die Risiken am Arbeitsplatz abzuschätzen.</p><p>Der Bund fördert zudem über sein zuständiges Fachamt, das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), die muskuloskelettale Forschung mit einem Beitrag von etwa 4 Millionen Franken pro Jahr an den Balgrist-Campus (im Rahmen von Art. 15 des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation, FIFG). Auch im ETH-Bereich gibt es verschiedene Forschungs- und Lehraktivitäten im Bereich der muskuloskelettalen Erkrankungen (u. a. Zusammenarbeit in der Forschung mit der Schulthess-Klinik und der Universitätsklinik Balgrist und etwa 20 Professorinnen und Professoren an der ETHZ und EPFL in der Medizintechnologie und Biomechanik).</p><p>Die Nationale Strategie Muskuloskelettale Erkrankungen (2017-2022) der Rheumaliga beinhaltet Massnahmen zur Prävention und zur Behandlung und Versorgung von betroffenen Personen. Ausserdem wird im Rahmen dieser Strategie auch die Datenlage geprüft sowie Forschung und Wissenstransfer koordiniert und gefördert.</p><p>Der Bundesrat erachtet die Erarbeitung einer weiteren Studie angesichts der bereits vorhandenen Kenntnisse und der breitabgestützten Massnahmen als wenig zielführend und legt den Fokus daher auf die Umsetzung dieser Massnahmen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.