<h2>SubmittedText<h2><p>Die Ankündigung vom Bundesrat bezüglich der neuen Restrukturierungswelle hat auch uns sehr überrascht. Zwar wurde der Umzug von Liebefeld nach Posieux bereits vor einigen Jahren beschlossen. Insofern hat die neue Ankündigung zum massiven Abbau bei Agroscope und zur Konzentration in Posieux personell keine direkten neuen Auswirkungen auf den Kanton Bern. Trotzdem sind mit dieser Restrukturierung grössere indirekte Wirkungen nicht auszuschliessen.</p><p>Entsprechend stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Können die grossen Herausforderungen in der Landwirtschaft (Trinkwasser-Initiative, Pflanzenschutzmittel-Einsatz, Antibiotika-Reduktion, Marktdruck, Abbau Grenzschutz usw.) mit der Reduktion von Stellen, dem Straffen des Forschungsportfolios und einer Konzentration auf einen Standort noch erfüllt werden?</p><p>2. Wird eine reduzierte, nur auf Grundlagen basierte und schwache Agrarforschung nicht die gesamte Landwirtschaft schwächen?</p><p>3. Am 1. Januar 2018 hat Agroscope das neue Forschungsprogramm 2018-2021 gestartet (<a href="https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/arbeitsprogramm-2018-2021.html">https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/arbeitsprogramm-2018-2021.html</a>). Das darin enthaltene Forschungsportfolio hat sehr relevante Themen für die Agrarwirtschaft. Welchen Einfluss hat die massive Kürzung auf dieses Forschungsprogramm in der Landwirtschaft?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Im Zentrum der gestrafften und an einem Standort konzentrierten Agrarforschung steht neben der Einsparung unnötiger Infrastrukturkosten die stärkere Ausrichtung des Portfolios auf die rechtlichen Grundlagen, namentlich die Forschung für die Landwirtschaft unter unterschiedlichen schweizspezifischen Bedingungen, die Unterstützung der landwirtschaftlichen Praxis sowie Forschungs- und Vollzugsaufgaben zugunsten der Agrarpolitik des Bundes. Die Erweiterung der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 24. September 2017 mit Artikel 104a verpflichtet Agroscope noch stärker als bisher, wissenschaftliche Grundlagen für die Weiterentwicklung sämtlicher Aspekte der Ernährungssicherheit bereitzustellen. Es ist die Absicht des Bundesrates, die landwirtschaftliche Forschung langfristig zu garantieren. Neben den Infrastrukturfragen bringt die Neupositionierung von Agroscope daher auch eine Überprüfung des Portfolios im Sinne einer verstärkten Ausrichtung auf die künftigen Herausforderungen der Landwirtschaft mit sich.</p><p>2. Agroscope wird mit dem Zukunftsprojekt nicht geschwächt, im Gegenteil: Es geht um eine ressourcenschonende, standortangepasste und wirtschaftlich produzierende Schweizer Landwirtschaft und um deren bestmögliche wissenschaftliche Unterstützung. Es wird alles darangesetzt, dass Agroscope ihre Stellung in der Forschungsgemeinschaft stärkt und eine wissenschaftlich fundierte und zeitgerechte Weiterentwicklung der Agrarpolitik unterstützt.</p><p>3. Das Projekt ist langfristig angelegt. Das Forschungsprogramm 2018-2021 ist davon nicht betroffen, es wird wie geplant umgesetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.