Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. Februar 2020 (810 19 94) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Revision der Zonenvorschriften Landschaft Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichter Clau de Jeanneret, Hans Furer, Daniel Häring, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte Kantonale Natur - und Landschaftsschutzkommission BL , Beschwerdeführerin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde Wittinsburg , Beschwerdegegnerin Betreff Zonenvorschriften (RRB Nr. 388 vom 26. März 201 9) A. Die Einwohnergemeindeversammlung Wittinsburg beschl oss am 5. Dezember 2017 die Revision der Zonenvorschriften Landschaft. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Die öffentliche Planauflage fand vom 25. Januar 2 018 bis 23. Februar 2018 statt. C. Während der Auflagefrist erhob die Natur- und Lan dschaftsschutzkommission des Kan- tons Basel-Landschaft (NLK) Einsprache. Im Rahmen de r gesetzlich vorgeschriebenen Ver- ständigungsverhandlungen konnte keine Einigung erzielt werden. D. Am 20. September 2018 bzw. am 27. November 2018 un terbreitete die Einwohner- gemeinde Wittinsburg die am 5. Dezember 2017 beschloss ene Revision der Zonenvorschriften Landschaft dem Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) zur Genehmi- gung und ersuchte um Abweisung der unerledigten Einsp rache. Zudem beantragte sie im Ein- vernehmen mit den betroffenen Grundeigentümerinnen u nd Grundeigentümern geringfügige Änderungen (Aufnahme der ursprünglichen Naturschutzzonen Nr. 15 und Nr. 17 in den neuen Zonenplan). E. Mit Beschluss des Regierungsrats (RRB) Nr. 388 vom 26. März 2019 wurde die Ein- sprache abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde, un d die am 5. Dezember 2017 be- schlossenen Zonenvorschriften Landschaft wurden im Sinne der Erwägungen genehmigt und allgemeinverbindlich erklärt. F. Mit Eingabe vom 5. April 2019 erhebt die NLK geg en den Entscheid des Regierungs- rats vom 26. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Ab teilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht). Die Beschwerdebegründung d atiert vom 7. Juni 2019. Die Be- schwerdeführerin beantragt, es sei der angefochtene En tscheid aufzuheben und die Einwoh- nergemeinde Wittinsburg anzuweisen, die Streichung der Naturobjekte Nr. 9, Nr. 19, Nr. 23, Nr. 24, Nr. 26, Nr. 27 und Nr. 28 im Zonenplan rückgä ngig zu machen; zudem sei die Feld- scheune im Gebiet "Chäbismatt" unter Schutz zu stellen und der Wildtierkorridor im Gebiet "Eichholde" durch die Ausdehnung der Landschaftsschutzzone nach Nordosten (Parzellen Nr. 1302, nördlicher Teil, Nr. 1305 und Nr. 1306) sich erzustellen; eventualiter sei der angefoch- tene Entscheid aufzuheben und zur Neubeurteilung an di e Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegner. G. Der Regierungsrat schliesst in seiner Stellungnahme vo m 12. August 2019 auf kosten- fällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. H. Die Einwohnergemeinde Wittinsburg beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 12. August 2019, die Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. I. Mit Verfügung vom 21. August 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung mit vorangehendem Augenschein überwiesen. J. Mit Eingabe vom 29. August 2019 reichte der Regieru ngsrat ein Exemplar des mit dem angefochtenen Entscheid aufgehobenen Zonenplans Landschaft ein. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Am heutigen Augenschein nahmen das Kantonsgericht so wie die Parteien Kenntnis von den örtlichen Gegebenheiten und in der anschliessen den Parteiverhandlung hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren und Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgeset zlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben. 1.2 Zur Beschwerde befugt ist gemäss § 47 Abs. 1 lit. b VPO jede Person, Organisation oder Behörde, die durch besondere Vorschrift zur Beschwe rde ermächtigt ist. Die NLK ist gemäss § 20 Abs. 2 des Gesetzes über den Natur- und Lan dschaftsschutz (NLG) vom 20. No- vember 1991 in allen Belangen des Natur- und Landscha ftsschutzes einsprache- und be- schwerdeberechtigt. Die Beschwerdeführerin macht im vorli egenden Fall Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes geltend und ist demnach zur Beschwerde legitimiert. 1.3.1 In seiner Vernehmlassung stellt der Beschwerdegegne r den Antrag, es sei auf das Vor- bringen der Beschwerdeführerin, es sei eine Wiederherste llungspflicht der nicht mehr existie- renden Naturobjekte zu prüfen, nicht einzutreten, weil darüber nicht im Rahmen eines Geneh- migungsentscheids zu befinden sei. 1.3.2 Nach § 29 NLG ist zur Wiederherstellung des rech tmässigen Zustands verpflichtet, wer die gestützt auf dieses Gesetz erlassenen Vorschriften und Anordnungen verletzt und dadurch Lebensräume von Pflanzen- oder Tierarten beeinträchti gt oder zerstört (Abs. 1). Der Regie- rungsrat legt die konkreten Massnahmen auf Antrag der k antonalen Fachstelle fest. Er kann diese Massnahmen auf Kosten des Schadensverursachers oder de r Schadensverursacherin vornehmen lassen (Abs. 2). 1.3.3 Mit dem Beschwerdegegner kann festgehalten werd en, dass über eine allfällige Pflicht zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Sinn e von § 29 Abs. 1 NLG nicht im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zu befinde n ist, weil es sich vorliegend um ein Genehmigungsverfahren von Zonenvorschriften und nicht um ein Verfahren betreffend Wiederherstellung im vorgenannten Sinn handelt. Demzu folge überprüft der Regierungsrat im Wesentlichen, ob die Zonenvorschriften mit höherrangige m Recht vereinbar sind. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Einwohnergemeinde n gemäss § 27 Abs. 2 NLG für die Pflege und den Unterhalt der geschützten Naturobj ekte von lokaler Bedeutung sorgen. Im vorliegenden Fall konkretisierte das bisherige Zonenreg lement Landschaft der Einwohnerge- meinde Wittinsburg (ZRL) vom Dezember 1990 (Genehmigungsbeschluss des Regierungsrates Nr. 2274 vom 9. November 1993) diese Pflicht der Einwoh nergemeinde zur Bewahrung und Pflege der lokalen Naturschutzeinzelobjekte. Die im Anha ng zu den Naturschutzeinzelobjekten aufgeführten Pflege- und Schutzmassnahmen umfassten neben der Pflicht zu deren Erhaltung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch eine Pflicht zu deren Wiederherstellung für den Fall eines natürlichen Abgangs. Vor diesem Hintergrund kann eine allfällige Wiederherstell ungspflicht im Rahmen einer Gesamt- beurteilung der streitgegenständlichen Zonenvorschriften nicht ausser Acht gelassen werden. Die Vorgaben im ursprünglichen ZRL sind bei der Intere ssenabwägung, ob ein Naturschutz- einzelobjekt gestrichen werden kann oder nicht, zu berücksi chtigen und folglich fliessen auch Überlegungen im Zusammenhang mit der Wiederherstellung bei der Beurteilung der Rechtmäs- sigkeit der Genehmigung des Zonenplans ein. Zu beachte n ist ferner, dass die Beschwer- deführerin keinen förmlichen Antrag auf Wiederherstel lung der nicht mehr im neuen Zonenplan eingetragenen Naturschutzeinzelobjekten gestellt hat, sondern im Rahmen der Beschwerde- begründung darauf Bezug genommen hat, was nach dem Ge sagten nicht zu beanstanden ist. Demzufolge kann dem Antrag des Beschwerdegegners auf Ni chteintreten auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht gefolgt werden. 1.4 Die weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenf alls erfüllt (§ 48 VPO), sodass auf die vorliegende Beschwerde vollumfänglich einzutreten ist. 2.1 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Unangemessenheit kann nach § 45 Abs. 1 lit. c VPO nur in den in dieser Bestimmung genannten Ausnahmefällen überprüft werden. Entscheide betreffend die Genehmigung von Zonenvorschriften fallen nicht darunter. 2.2 Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungs- gesetz, RPG) vom 22. Juni 1979 hat das kantonale Recht di e volle Überprüfung von Verfügun- gen und Nutzungsplänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde zu gewährleisten. Diesen Anforderungen genügt es nach ständiger Rechtsprechung, wenn der Regierungsrat als Plange- nehmigungsbehörde als einzige Instanz mit voller Kogniti on über Einsprachen und Beschwer- den entscheidet (vgl. BGE 127 II 238 E. 3b/bb; BGE 119 Ia 321 E. 5c; BGE 114 Ia 233 E. 2b; PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. A uflage, Bern 2016, S. 549 f.; B ERNHARD WALDMANN /PETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 74 f. zu Art. 33 RPG). Volle Überprüfung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die freie Prüfung des Sachverhalts und der sich stellenden Rechtsfragen, sondern auch eine Ermessenskontrol- le. Die Überprüfung hat sich dabei dort sachlich zurückzuhalten, wo es um lokale Angelegenhei- ten geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe, Ortskenntni s und örtliche Demokratie von Bedeutung sein sollen, hingegen so weit auszugreifen, dass die übergeordneten, vom Kanton zu sichernden Interessen einen angemessenen Platz erhalten (BGE 127 II 238 E. 3b/aa; BGE 114 Ia 245 E. 2b). Bei der Angemessenheitsprüfung ist jeweils der den Planungsträgern durch Art. 2 Abs. 3 RPG zuerkannte Gestaltungsbereich zu beachten. Nach Art. 2 Abs. 3 RPG achten die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden darauf, den ihnen nachgeordneten Behörden den zur Erfüllung ihrer Aufgabe nötigen Ermessensspielraum zu lassen. Ein Planungsentscheid ist gestützt darauf zu schützen, wenn er sich als zweckmässig erweist, unabhängig davon, ob sich weitere, ebenso zweckmässige Lösungen erkennen lassen (vg l. BGE 127 II 238 E. 3b/aa; HÄNNI , a.a.O., S. 551). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den RR B Nr. 388 vom 26. März 2019, mit welchem der Regierungsrat die Einsprache der Beschw erdeführerin abwies, soweit er darauf eintrat, und den Beschluss der Einwohnergemeindeversammlung Wittinsburg vom 5. De- zember 2017 betreffend die Zonenvorschriften Landschaft genehmigte und für allgemeinver- bindlich erklärte. Streitgegenstand im vorliegenden Ve rfahren bilden die Fragen, ob die ur- sprünglichen Einzelschutzobjekte resp. -zonen Nr. 9, Nr. 1 9, Nr. 23, Nr. 24, Nr. 26, Nr. 27 und Nr. 28 zu Recht nicht mehr in den neuen Zonenplan aufgenommen und die Unterschutzstellung der Feldscheune im Gebiet "Chäbismatt" sowie die Ausdeh nung der Landschaftsschutzzone nach Nordosten zur Sicherstellung des Wildtierkorridors zu Recht verweigert wurden. 4.1 Im angefochtenen Entscheid erwog der Beschwerdegeg ner im Wesentlichen, dass die streitgegenständlichen Naturschutzeinzelobjekte aufgrund von natürlichen Veränderungen nicht in den neuen Zonenplan aufgenommen worden seien: So seien die Einzelschutzobjekte Nr. 9, Nr. 24 und Nr. 26 vom Wald überwachsen; Nr. 23 und Nr. 28 würden nicht mehr existieren. Von einer Aufnahme des Einzelschutzobjektes Nr. 27 in den neuen Zonenplan sei ferner abgesehen worden, weil dieses neu in der Uferschutzzone liege und damit unter Schutz stehe. Hinsichtlich des Einzelschutzobjektes Nr. 19 führt der Beschwerdegegn er aus, dass dieses zum einen von Wald überwachsen sei, zum andern der auch bis anhin nich t geschützte Bereich der Strassen- böschung auf Kantonsstrassenareal liege und deshalb nicht in den neuen Zonenplan eingetra- gen worden sei. Hinsichtlich der Feldscheune hält der Bes chwerdegegner fest, dass im Feld- scheuneninventar drei Kategorien unterschieden würden: A = kantonal zu schützen, B = kom- munal zu schützen, C = übrigen Bauten. Die Feldscheune Chäbismatt sei der Kategorie C zugewiesen worden und damit auch gemäss dem Inventar über die Feldscheunen Baselland als nicht schützenswert qualifiziert worden. Es liege demzu folge im Ermessen der Gemeinde, ob sie diesen Weidstall unter Schutz stelle oder nicht . Wie von der Beschwerdegegnerin dargelegt, würden der desolate bauliche Zustand der Fe ldscheune sowie die fehlende Zufahrt gegen eine Unterschutzstellung sprechen. In Bezug auf den Wildtierkorridor führt der Be- schwerdegegner aus, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Kantonalen Richtplan (KRIP) nicht angewiesen werden könne, in den Zonenvorsch riften zusätzliche Massnahmen im Bereich des Wildtierkorridors im Gebiet "Eichholde" festzulegen, weil der KRIP diesbezüglich nicht als Richtplanaussage mit verbindlichen Vorgaben i n den Objektblättern ausgestaltet sei, sondern vielmehr als Orientierungsstütze dienen würden. 4.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend , dass die Streichung der Natur- schutzeinzelobjekte bzw. -zonen unrechtmässig sei. Sie bestr eitet zwar nicht, dass im Land- schaftsbereich natürliche Vorgänge stattfinden würden, welchen bei einer Revision der Zonen- planung Rechnung zu tragen seien. Sie stellt sich jed och auf den Standpunkt, dass die verän- derte Situation der gestrichenen Schutzobjekte (Nr. 9, Nr. 19, Nr. 23, Nr. 24, Nr. 26, Nr. 27, Nr. 28) nicht auf natürliche Vorgänge zurückzuführen sei, sondern darauf, dass die Einwohner- gemeinde Wittinsburg ihrer Verpflichtung zu deren Pf lege bzw. Unterhalt nicht nachgekommen sei. Folglich könnten diese Schutzobjekte nicht einfach ge strichen oder durch andere ersetzt werden. Vielmehr sei eine Wiederherstellung des rech tmässigen Zustands der ursprünglichen Naturschutzeinzelobjekte sowie deren allfällige Aufna hme in den Zonenplan unter Abwägung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sämtlicher Interessen zu prüfen. Das Planungsermessen der Einwohnergemeinde legitimiere diese nicht, in den (ursprünglichen) Zonenplan aufgeno mmene und unter Schutz gestellte Naturobjekte einfach zu streichen bzw. durch andere zu ersetzen. Des Weiteren moniert die Beschwerdeführerin, dass das im Feldscheuneninventar des Vereins Baselbieter Feldscheunen beschriebene Objekt Nr. 70.1 "Sommerau/Chäbismatt", Parzelle Nr. 1333, Grundbuch Wittins- burg, ohne entsprechende Interessenabwägung nicht in di e Zonenvorschriften aufgenommen worden sei. Damit habe sie ihr Ermessen unterschritten, was eine Rechtsverletzung darstelle. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin dem Planungsgrund satz gemäss KRIP Objekt- blatt L3.1, wonach Bund, Kanton und Gemeinden die Du rchgängigkeit der Wildtierkorridore erhalten und verbessern, nicht nachgekommen, weil sie di e beantragte Ausdehnung der Land- schaftsschutzzone nach Nordosten nicht vorgenommen habe. 4.3 In seiner Vernehmlassung vertritt der Beschwerdegegn er demgegenüber die Auffas- sung, dass die bestehenden Naturschutzeinzelobjekte nicht ohne Interessenabwägung, son- dern gestützt auf das entsprechende Fachgutachten "Naturinventar Landschaft" gestrichen oder geändert worden seien. Zudem könne dem Planungsberich t des A.____ vom 10. September 2018 entnommen werden, weshalb die bisherigen Schutzzo nen aufgehoben worden seien. Darüber hinaus seien sieben neue Schutzzonen in den neu en Zonenplan aufgenommen wor- den, d.h. es seien gleich viele Naturschutzzonen aufgehob en wie neu geschaffen worden (öko- logisches Gleichgewicht). Insgesamt sei damit sogar ein höh erer ökologischer Wert geschaffen worden und daraus resultiere eine deutliche Verbesser ung des Natur- und Landschaftsschut- zes. Die Planungshoheit liege bei den Gemeinden und di ese seien Planungsträgerinnen mit einem beträchtlichen Planungsspielraum. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin sei nicht ein Soll-Zustand im Zonenplan zu erfassen, wenn Veränderungen wie Zerstörung oder unterlassene Pflege stattgefunden hätten. Ferner macht er geltend, dass im Rahmen der streit- gegenständlichen Revision keine geschützten Naturobjekte ge mäss § 12 NLG vom Zonenplan gestrichen worden seien, weil keines der von der Besch werdeführerin erwähnten Naturobjekte zum Inventar der geschützten Naturobjekte gehöre. Hinsicht lich der Feldscheune Chäbismatt führt der Beschwerdegegner ergänzend aus, dass das Feld scheuneninventar von einer Privat- person erstellt worden und daher für die Beschwerdegegnerin nicht rechtsverbindlich sei. Selbst wenn dieses für die Beschwerdegegnerin massgeblich wäre, könnte kein anderer Schluss gezogen werden, sei die Feldscheune Sommerau/Chäbisma tt doch als nicht schützenswert (Klassifizierung C) beurteilt worden. Nach dem Gesagten sei erstellt, dass die Beschwerdegeg- nerin ihr Ermessen nicht in rechtsverletzender Weise ausgeü bt habe, und es habe auch eine Interessenabwägung stattgefunden. 5.1 Gestützt auf Art. 14 ff. RPG und die §§ 5 sowie 18 des Raumplanungs- und Baugeset- zes (RBG) vom 8. Januar 1998 ist die Einwohnergemeind e zum Erlass von Nutzungsplänen verpflichtet (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 1P.733/2003 vom 29. Januar 2004 E. 3.1). Nach Art. 26 Abs. 1 RPG i.V.m. § 2 RBG genehmigt der Regi erungsrat die Nutzungspläne und ihre Anpassungen, wobei er sie, nebst der Kontrolle auf Ver einbarkeit mit dem Bundesrecht, insbe- sondere auf ihre Übereinstimmung mit den vom Bundesrat genehmigten kantonalen Richtplä- nen prüft (Art. 26 Abs. 2 RPG). Demgemäss sind die Gemeinden im Kanton Basel-Landschaft – obwohl sie unbestrittenermassen über grundsätzliche Planungsautonomie verfügen – in diesem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereich nicht völlig frei. Die Planungsautonomie ist m ithin nicht unbeschränkt, sondern ihre Tragweite wird massgeblich vom höherrangigen Recht mit bestimmt. Nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung haben die Planungsbehörden bei der Erfüllung raumplanerischer Aufga- ben und der Festsetzung von Zonen die im positiven Rech t normierten, im öffentlichen Interes- se liegenden Ziele und Grundsätze optimal zu berücksichtigen (vgl. HÄNNI , a.a.O., S. 84 ff.). 5.2 Der dritte Abschnitt des Bundesgesetzes über den Nat ur- und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966 ist entsprechend seiner Verfassungsgrun dlage in Art. 78 Abs. 4 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 dem Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt oder – prägnante r ausgedrückt – dem Naturschutz gewid- met und enthält Bestimmungen zu zwei Schwerpunkten: Er stens zum Lebensraumschutz bzw. Biotopschutz (und als Spezialfall dazu zum Schutz der Ufe rvegetation sowie zum ökologischen Ausgleich) und zweitens zum Artenschutz (vgl. N INA DAJCAR , in: Peter M. Keller/Jean-Baptiste Zufferey/Karl Ludwig Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NH G, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, N 1 zu Vorbemerkungen Art. 18-23 NHG). Art. 18 Abs. 1 NHG nennt als erste Massnahme gegen das Aussterben der einheimischen Tier- und Pflan zenarten "die Erhaltung genügend grosser Lebensräume" und somit den Biotopschutz. Der Biot opschutz verfolgt im Sinne dieser Definition den quantitativen (d.h. flächenmässigen) und qualitativen Schutz von Lebensräumen. Mittel zur Realisierung des Schutzes sind die sogenannten Schutzmassnahmen (vgl. D AJCAR , a.a.O., N 4 zu Vorbemerkungen Art. 18-23 NHG). Darunt er fallen vorab alle Schutz- und Unter- haltsvorschriften für Biotope von nationaler, regional er und lokaler Bedeutung. Auch der Arten- schutz und der ökologische Ausgleich stellen Massnahmen im Si nne von Art. 18 Abs. 1 NHG dar. Dasselbe gilt für das Verbot zur Beseitigung von Ufervegetation (Art. 21 NHG, vgl. K ARL LUDWIG FAHRLÄNDER , in: Peter M. Keller/Jean-Baptiste Zufferey/Karl Ludwig Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., N 9 zu Art. 18 NHG). Art. 18 NHG als Grundn orm beauftragt die zuständigen Instanzen des Bundes, der Kantone sowie der Gemeinden, die erfo rderlichen Schutzvorkehren zu treffen, und umschreibt die (Ersatz-)Massnahmen für unvermeidbar e Eingriffe in schützenswerte Lebensräume. Dabei liefert sie auch die Grundlage für die vorzunehmenden Interessenabwä- gungen. Vor allem aber ermöglicht oder verlangt die G rundnorm in Art. 18 Abs. 1 ter NHG eine umfassende Interessenabwägung, um technische Eingriffe in schutzwürdige Lebensräume im Einzelfall zuzulassen (vgl. FAHRLÄNDER , a.a.O., N 2 zu Art. 18 NHG). 5.3 Bei der Anordnung von Massnahmen im Sinne von Art . 18 NHG ist den "schutzwürdi- gen land- und forstwirtschaftlichen Interessen Rechnung z u tragen" (Art. 18 Abs. 1 Satz 2 NHG). Anders als etwa bei der Ufervegetation (Art. 21 NHG) müssen die zuständigen kantona- len bzw. kommunalen Behörden die zu schützenden Lebensr äume von regionaler oder lokaler Bedeutung im einzelnen Fall unter Abwägung aller auf dem Spiel stehenden Interessen erst noch bezeichnen (vgl. BGE 133 II 220 E. 2.3, BGE 118 Ib 485 E. 3a). Dies gilt nicht erst bei der Frage nach der Zulässigkeit eines technischen Eingriffs in ein schutzwürdiges Biotop, sondern die Frage ist bereits bei der Beurteilung der Schutzwürdigkeit eines Lebensraums und damit bei der "Unterschutzstellung" zu beurteilen. Die Anordnung von Massnahmen des Biotopschutzes erfordert im Interesse einer verfassungskonformen Auslegu ng der Bestimmung vorab eine Ge- wichtung der betroffenen unterschiedlichen öffentlichen (und privaten) Interessen. Soweit die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht öffentlichen Schutzinteressen überwiegen, haben sich diese zudem als verhältnismässig zu er- weisen (vgl. FAHRLÄNDER , a.a.O., N 9 zu Art. 18 NHG). 5.4 Konkretisiert werden diese Vorgaben vorab in der n icht abschliessenden Aufzählung von Art. 14 Abs. 2 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV) vom 16. Januar 1991. Dabei liegt der Schutz und Unterhalt von Bioto pen nationaler, regionaler und lokaler Be- deutung übereinstimmend bei den Kantonen. Unbestritten ist, dass der Richt- und Nutzungspla- nung, insbesondere den Schutzzonen nach Art. 17 RPG, un d der Koordination zwischen Nut- zungsplanung und Biotopschutz grosse Beachtung zu schenken ist (vgl. F AHRLÄNDER , a.a.O., N 9 zu Art. 18 NHG). 5.5 Gemäss Art. 17 Abs. 1 RPG umfassen Schutzzonen Bäche, Flüsse, Seen und ihre Ufer (lit. a); besonders schöne sowie naturkundlich ode r kulturgeschichtlich wertvolle Land- schaften (lit. b); bedeutende Ortsbilder, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenkmä- ler (lit. c) sowie Lebensräume für schutzwürdige Tiere u nd Pflanzen (lit. d). Schutzzonen können als eigenständige oder als überlagernde Zonen a usgeschieden werden (vgl. H ÄNNI , a.a.O., S. 189). Der Schutz dieser Objekte erfolgt al lerdings nicht primär durch das RPG, sondern durch die entsprechende Spezialgesetzgebung sowie durch zahlreiche kantonale Er- lasse (vgl. HÄNNI , a.a.O., S. 190). 5.6 Der Schutz und Unterhalt von schützenswerten Landschaft en und Naturobjekten können durch Ausscheidung und Bezeichnung in Zonenplänen und Aufnahme ins Inventar der geschützten Naturobjekte erreicht werden (§ 10 Abs. 1 li t. a und b NLG). Nach § 11 NLG erhe- ben Kanton und Einwohnergemeinden die schützenswerten Landschaften und Naturobjekte im Rahmen ihrer raum- und nutzungsplanerischen Aufgaben. Sie stützen sich dabei auf ein Fach- gutachten (Abs. 1). Kanton und Einwohnergemeinden er lassen die erforderlichen Schutz- und Schonzonen entsprechend den Bestimmungen des Raumplanun gs-, Bau- und Forstrechts (Abs. 2). Die Nutzungspläne haben die nach § 12 geschüt zten Naturobjekte zu enthalten (Abs. 3). Die mittels naturschutzfachlicher Erhebung ("Naturinventar", Fachgutachten nach § 11 NLG) erhobenen schutzwürdigen Naturobjekte sind im Zone nplan verbindlich festzulegen (als Naturschutzzone oder Naturschutzobjekt). Im Zonenregle ment sind zu jedem schutzwürdigen Naturobjekt die verbindlichen Schutzziele sowie Schutz- u nd Pflegemassnahmen festzusetzen (vgl. Kantonale Randbedingungen Landschaft, Amt für Raumplanung Basel-Landschaft, S. 5). 5.7 Gemäss § 29 Abs. 1 RBG umfassen Schutzzonen Gebiete, die für bestimmte im öffent- lichen Interesse liegende Funktionen erfüllen. Die Nut zung muss auf das Schutzziel ausgerich- tet sein. Schutzzonen sind gemäss Abs. 2 insbesondere Naturschutzzonen (lit. a); Landschafts- schutzzonen (lit. b); Landschaftsschonzonen (lit. c); Schutzzonen für die Erhaltung und Renatu- rierung von Fliessgewässern und ihrer Uferbereiche (Ufer schutzzonen, lit. d); Grundwasser- und Quellschutzzonen (lit. e); Schutzzonen, die sich für Versickerung von unverschmutztem Abwasser eignen (Versickerungszonen, lit. f); Ortsbildschu tzzonen (lit. g) sowie Schutzzonen zur Erhaltung von Kulturdenkmälern (Denkmalschutzzonen, lit. h). Schützenswerte Einzelobjek- te werden in den Zonenvorschriften bezeichnet und umschr ieben (Abs. 3). Landschaftsschutz- zonen bezwecken die Erhaltung und Aufwertung von gebiet stypischen, ökologisch wertvollen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und ästhetisch reichhaltigen Landschaften und Landschafts teilen sowie des Landschaftsbildes (§ 11 der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz [RBV] vom 27. Oktober 1998). 6. Die im bisherigen Zonenplan geschützten Naturschutzei nzelobjekte und -zonen gelten nicht als Biotop von nationaler Bedeutung gemäss Art. 1 8a Abs. 1 NHG und wurden auch nicht ins Inventar der geschützten Naturobjekte gemäss § 12 NLG a ufgenommen. Es fragt sich je- doch, ob der Kanton für seinen Schutz als Biotop lokale r Bedeutung zu sorgen hat. Die Be- schwerdegegner haben zwar grundsätzlich anerkannt, dass es sich bei den fraglichen Natur- schutzeinzelobjekten teilweise um schützenswerte Lebensräum e handelt bzw. gehandelt hat. Dennoch haben sie von einer Aufnahme in den neuen Zon enplan abgesehen mit der Begrün- dung, dass die umstrittenen Schutzobjekte resp. -zonen me hrheitlich nicht mehr vorhanden seien und als Kompensation dieser Streichungen Ersatzobjekte in den neuen Zonenplan aufge- nommen worden seien. Wie sich jedoch am heutigen Auge nschein gezeigt hat, sind entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegner die streitgegens tändlichen Naturschutzeinzelobjekte des bisherigen Zonenplans mehrheitlich noch vorhanden. Zudem hängt deren Schutzwürdigkeit der streitgegenständlichen Naturschutzeinzelobjekte entge gen der Auffassung des Beschwer- degegners nicht davon ab, ob sie ins Inventar gemäss § 12 N LG aufgenommen wurden. Wie nachfolgend noch eingehend aufzuzeigen sein wird, ha ben weder die Einwohnergemeinde Wittinsburg noch der Regierungsrat bei der Festsetzung b zw. Genehmigung der neuen ZRL Massnahmen zum Schutz dieser Einzelobjekte geprüft. Auch das von der Einwohnergemeinde in Auftrag gegebene Fachgutachten "Naturinventar Witt insburg" (Bericht und Beilagen) vom Oktober 2015 der B.____, auf das die Beschwerdegegner verweisen, ändert daran nichts. Die- ses zielte darauf ab, die Objekte aus dem Inventar von 1986 zu überprüfen und seither hinzugekommene Objekte neu zu erfassen (Gutachten Bericht , S. 4). Das Gutachten hält fest, dass in den letzten 29 Jahren viele trockenartige Säume du rch das Vorrücken des Waldes verloren gegangen seien und dass die Artenvielfalt, vor allem in den Wiesen zurückgegangen seien (Gutachten Bericht, S. 2). Die Gebiete im Wald w urden im Fachgutachten jedoch nicht berücksichtigt und demzufolge wurden viele kommunale Nat urschutzeinzelobjekte im Rahmen des Gutachtens ausser Acht gelassen. Das Gutachten beschrän kt sich fast ausschliesslich auf die neuen Naturschutzeinzelobjekte und behandelt die u rsprünglich unter Schutz gestellten Objekte nicht. Demzufolge enthält es auch keine Beur teilung derselben oder Empfehlungen für deren Schutz. Damit stützen sich die Beschwerdegegner primär auf ein Gutachten, welches die hier streitgegenständlichen Fragen mehrheitlich ausklammert. 7. Gemäss § 11 des bisherigen ZRL bezwecken Naturschutzzon en/Naturschutzeinzel- objekte die Bewahrung und Pflege naturkundlich inte ressanter, ästhetischer und ökologisch wertvoller Landschaftsteile, den Schutz bedrohter Pflanzen und Tiere sowie die Sicherung ihrer Lebensräume (Abs. 1). Das bisherige ZRL enthält darüb er hinaus alle im vorliegenden Beschwerdeverfahren streitgegenständlichen Naturschutzeinz elobjekte (Abs. 2) und dessen Anhang schied die spezifischen Bestimmungen und Massnahmen, die Unterteilung nach natio- naler, regionaler/kantonaler und lokaler Bedeutung sowie die Zuständigkeitsregelung aus (Abs. 3). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1.1 Der Anhang des bisherigen ZRL beschreibt das Natu rschutzeinzelobjekt Nr. 23 auf der Parzelle Nr. 1220 als schönen Nussbaum und "einige weni ge Sträucher neben dem Schopf". Als Schutzziel wurde die Erhaltung des Einzelbaumes und der kleinen Buschgruppe an ihrem Standort und ihrem Wert festgehalten. Es war unters agt, das Schutzobjekt zu gefährden oder zu beseitigen. Das Gehölze beim Schopf sollte periodisch zurückgeschnitten, nicht aber ganz entfernt werden. Als weitere Pflegemassnahme wurde fest gehalten, dass bei einem natürlichen Abgang in unmittelbarer Nähe ein Ersatzbaum zu pflanzen und im Schopf ein Schleiereulenkas- ten anzubringen ist. 8.1.2 Die Einzelbäume Holchen, Naturschutzobjekt Nr. 2 8, auf den Parzellen Nr. 1305 und 1306 sind eine Weide und eine Esche an der Strassenböschu ng; auch diese sollten gemäss dem vorerwähnten Anhang an ihrem Standort und in ih rem Wert erhalten bleiben. Es wurde untersagt, das Schutzobjekt zu gefährden oder zu beseitigen und bei einem natürlichen Abgang ist in der unmittelbaren Umgebung ein Ersatzbaum zu p flanzen. Die Pflege ist auf eine mög- lichst grosse Lebenserwartung des Baumes auszurichten. 8.1.3 In Bezug auf die vorgenannten Einzelschutzobjekte kann gestützt auf die Verfahrens- akten festgestellt werden, dass der Beschwerdegegner im Rahmen des angefochtenen Ent- scheids nicht auf die vorstehend dargelegten Schutz- und Pflegemassnahmen eingegangen ist. Auch dem Naturinventar lässt sich dazu nichts entnehmen . In allgemeiner Weise hält Letzteres jedoch fest, dass Bäume als Trittsteine eine wichtige Rolle für die Vernetzung von Lebens- räumen spielen und wie ein kleines Biotop darstellen können (vgl. Gutachten Bericht, S. 27). Der Naturwert von Bäumen wächst mit ihrem Altern, alte Bäume sind mit jungen kaum zu erset- zen und aus diesem Grund besonders schützenswert. Einzelbäume sind, wo immer möglich, zu erhalten und fachgerecht zu pflegen; gegebenenfalls sol l für entsprechende Ersatzpflanzung in der Nähe gesorgt werden (vgl. Gutachten Bericht, S. 27 f.). Anlässlich des heutigen Augen- scheins führte ein Vertreter der Beschwerdegegnerin aus, dass der geschützte Nussbaum (Ein- zelschutzobjekt Nr. 23) im Jahr 1994 von einem Blitzschlag getroffen worden und aus diesem Grund nicht mehr vorhanden sei. Als Ersatz dafür seien nör dlich vom ursprünglichen Baum ein Nussbaum sowie in der näheren Umgebung zwei weitere Bä ume gepflanzt worden. Allerdings wurden nur die beiden Letzteren unter Schutz gestellt (vgl. Protokoll zum Augenschein vom 19. Februar 2020). Es ist zwar begrüssenswert, dass die Be schwerdegegnerin in der Folge Ersatzbäume gepflanzt hat, doch war sie gemäss dem alten Objektblatt im Anhang des bisherigen ZRL verpflichtet, in unmittelbarer Nähe e inen Ersatzbaum zu pflanzen. Wie der Augenschein gezeigt hat, pflanzte die Beschwerdegegnerin in unmittelbarer Nähe zwar einen neuen Nussbaum, doch hat sie es versäumt, diesen unter Schutz zu stellen. Damit ist sie ihrer Wiederherstellungspflicht gemäss Anhang des bisherigen ZRL nicht nachgekommen. Einzig die Feststellung, dass diese beiden Schutzobjekte nicht mehr bestehen würden, vermag die erfor- derliche Interessenabwägung nicht zu ersetzen. Die Bewer tung der Biotopqualität bzw. eine Interessenabwägung über die Frage der Erhaltungswürdi gkeit bzw. einen allfälligen Ersatz der fraglichen Naturschutzeinzelobjekte ist unterblieben. Ein e derartige Unterlassung ist mit dem bundesrechtlichen Gebot der hinreichenden Interessenabw ägung im Rahmen der Ausschei- dung von Biotopen nicht vereinbar (vgl. hierzu auch BGE 133 II 220 E. 2.6, BGE 118 Ib 485 E. 3b). Die kantonalen und kommunalen Behörden sind be züglich der Beseitigung geschützter Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Naturschutzeinzelobjekte nicht frei von den bundesrecht lichen Mindestvorschriften (vgl. BGE 133 II 220 E. 2.7). Demzufolge kann der vori nstanzliche Entscheid hinsichtlich dieser beiden Einzelschutzobjekte nicht geschützt werden. 8.2.1 Beim Naturschutzeinzelobjekt Nr. 26 auf der Parze lle Nr. 1185 handelt es sich um einen grossen Lesesteinwall mit verschiedenen Pflanzenarten im Wald und am Waldrand sowie einen sehr schönen Gebüschmantel des Waldrandes. Dieser f ür Eidechsen und Blindschlei- chen ideale Lebensraum soll erhalten werden, indem en tferntes Gehölz auf der Parzelle Nr. 1186 wieder anzupflanzen ist; ansonsten kann der Lesesteinwall sich selbst überlassen blei- ben (Anhang bisheriges ZRL, S. 26). 8.2.2 In Bezug auf das Naturschutzobjekt Nr. 26 führte der Beschwerdegegner ebenfalls aus, dass dieses vom Wald überwachsen und aus diesem Grun d nicht mehr in den Zonenplan aufgenommen worden sei. Dieser Argumentation kann aus folgenden Gründen nicht gefolgt werden: Gestützt auf den Anhang des bisherigen ZRL erg ibt sich, dass der Lesesteinwall von Beginn an "im Wald und am Waldrand" gelegen hat. Da mals stellte dieser Umstand keinen Grund für einen Verzicht zur Unterschutzstellung dar. Ausse rdem sind die Pflegemassnahmen ohne weiteres mit der Waldgesetzgebung vereinbar, er fordern diese lediglich ein Sich-selbst- überlassen des Steinwalls. Es ist somit nicht ersichtlich, u nd wird von den Beschwerdegegnern auch nicht dargelegt, aus welchem Grund der Lesesteinwa ll nicht mehr schützenswert sein und nicht in den Zonenplan aufgenommen werden soll. Die Beschwerde ist in diesem Punkt folglich gutzuheissen. 8.3.1 Das Naturschutzeinzelobjekt Nr. 19 ist eine artenr eiche Magerwiesenböschung zwi- schen der Känerkinderstrasse (Kantonsstrasse) und dem Waldr and, wobei die Böschung ca. 5 Meter breit ist, und auf den Parzellen Nr. 1178, Nr. 1179 und Nr. 1180 sowie dem Areal der Kantonsstrasse zu liegen kommt. Ziel ist gemäss Anhang des bisherigen ZRL die Erhaltung der speziellen und seltenen Vegetation an der Böschung zwisc hen Wald und Strasse. Als Pflege- massnahmen wurden das Mähen der Böschung nicht vor dem 1. September inkl. Abführungen des Mähguts, das abschnittweise periodische Zurückschneiden d es Waldrands, das einzel- baumweise Auslichten des waldnahen Baumbestands, damit ein naturnaher, stufig aufgebauter Geschützmantel aufkommen kann bzw. erhalten bleibt, genannt. 8.3.2 Gemäss § 8 Abs. 1 des Strassengesetzes vom 24. März 1 986 stehen die Kantons- strassen – vorbehältlich der Befugnisse des Bundes – unter der Hoheit und im Eigentum des Kantons. Nach § 11 Abs. 1 Strassengesetz umfasst der Strassenraum die Strasse mit den ihrer technisch richtigen Ausgestaltung dienenden Anlagen wie insbesondere Kunstbauten, Halte- stellen der öffentlichen Verkehrsmittel, Gehwege, Radstr eifen, Grünstreifen, Neben- und Unter- haltsanlagen sowie Parkplätze. Das umstrittene Schutzo bjekt Nr. 19 liegt unbestrittenermassen teilweise auf einer Kantonsstrassenparzelle. Diese Fläch en stehen gemäss § 8 Strassengesetz unter der Hoheit und im Eigentum des Kantons und sie zählen als direkt an die Strasse angren- zender Grünstreifen zum Umfang des Strassenraumes gemäss § 11 Strassengesetz. Die letzt- lich gewählte Formulierung fasst den Umfang des Strassenareals relativ weit, sodass Grünstrei- fen, welche der Sicherheit von Fussgängern und Radfahre rn oder der Strassenraumgestaltung Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht dienen, ebenfalls zum Strassenareal gehören (Urteil de s Kantonsgerichts Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 26. August 2015 [810 14 281] E. 3; Bericht der Spezialkommission an den Landrat betreffend Erlass eines n euen Strassengesetzes vom 3. September 1985, S. 6). Eine Überlagerung des Stra ssenareals durch einen kommunalen Nutzungsplaninhalt wie das Schutzobjekt Nr. 19 würde d aher dem Willen des kantonalen Gesetzgebers widersprechen und liesse sich mit dem Sinn und Zweck von § 11 des Strassen- gesetzes nicht vereinbaren. Der Kanton (und nicht die G emeinde) ist dafür zuständig, allfällig notwendige Schutzmassnahmen für entsprechende schützenswert e Objekte im Strassenareal von Kantonsstrassen zu erlassen. Zudem stand dieser Teil de r Böschung auch bisher nicht unter Schutz. Die Beschwerde erweist sich folglich in diesem Punkt als unbegründet und ist ab- zuweisen. 8.4.1 Die Strassenböschung Moos, Naturschutzeinzelobjekt N r. 24, Parzellen Nr. 1229 (Strassenareal) und Nr. 1230, stellt eine lückige Magerw iese mit flachgründigem Boden unter- halb des direkten Waldmantels an der steilen Wegböschung dar. Ziel ist die Erhaltung der magerkeitszeigenden Vegetation. Es dürfen keine Düngemi ttel verwendet werden; die Mager- wiese ist höchstens zweimal jährlich zu schneiden, der erste Schnitt nicht vor dem 15. Juni, der zweite Schnitt nicht vor dem 15. August; das Schnittgut ist wegzuführen (vgl. Anhang bisheriges ZRL, S. 25). 8.4.2 Das Naturschutzeinzelobjekt Nr. 24 liegt ebenfal ls teilweise im Strassenraum (Stras- senparzelle Nr. 1229). Bei dieser Strasse handelt es sic h um eine Gemeindestrasse (§ 6 Stras- sengesetz) und diese stehen unter der Hoheit und im E igentum der Gemeinden (§ 8 Abs. 2 Strassengesetz). Demzufolge stellt diese Tatsache kein H indernis für eine Aufnahme in den Zonenplan dar. Zu beachten ist, dass Magerwiesen biolo gisch wertvoll sind, weil sie reich an seltenen Pflanzen- und Tierarten sind. Gemäss dem Fachgutachten würden die meisten schutz- würdigen Wiesen und Weiden noch bestehen, jedoch sei ih re Artenvielfalt teilweise stark bis sehr stark zurückgegangen. Ausserdem seien viele Wiesen nährstoffreicher, was auf eine inten- sivere Bewirtschaftung zurückgeführt werden könne. Auffä llig sei auch die Ausbreitung von Wald auf Kosten von saumartigen wertvollen Magerwiesen , welche alle fast komplett verloren gegangen seien (vgl. Gutachten Bericht, S. 26). Als Massnahmen hält das Gutachten fest, dass magere Wiesen und Weiden in ihrer Grösse und Artenvie lfalt zu erhalten und fachgerecht zu pflegen seien (vgl. Gutachten Bericht, S. 27). Wie am heutigen Augenschein von der Beschwer- deführerin und Fachkommission ausgeführt wurde, ist für den Wiederaufbau bzw. den Erhalt dieser Magerwiesenböschung die normale Waldpflege ausr eichend (vgl. Protokoll zum Augen- schein vom 19. Februar 2020, S. 2). Das bedeutet, es b edarf keiner Rodung von Wald, um die Magerwiesenböschung schützen zu können, sondern eines zweimal jährlichen Schneidens und insbesondere Abtransportierens des Mähguts. Demzufolge ist der Erhalt des Naturschutzeinzel- objektes Nr. 24 mit der Walgesetzgebung vereinbar und die Argumentation des Beschwerde- gegners, das Einzelschutzobjekt Nr. 24 könne nicht in de n Zonenplan aufgenommen werden, weil es vom Wald überwachsen sei, erweist sich als nicht a usreichend für die Rechtfertigung einer Streichung. Vielmehr ergibt sich daraus, dass kein e hinreichende Interessenabwägung vorgenommen wurde und folglich ist die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.1 Der Anhang des bisherigen ZRL beschreibt die Mage rwiese Ilten, Naturschutzzone Nr. 9, Parzelle Nr. 1261, als mageren Wiesenstreifen e ntlang des Waldrandes. Als Schutzziel wurde die Erhaltung der trockenen Magerwiese und Förderung des Artenreichtums definiert und als Schutzmassnahmen wurde ein Verbot der Dünger- und Biozidanwendung auf der ganzen Fläche angeordnet. Die Pflegemassnahmen umfassen das Sch neiden zweimal jährlich, wobei der erste Schnitt nicht vor dem Verblühen und Versamen (in der Regel erste Hälfte Juni) und der zweite Schnitt nicht vor dem 15. August vorzunehmen ist. Gleichzeitig müsse das Schnittgut weggeführt werden. 8.5.2 Der Beschwerdegegner macht auch diesbezüglich gel tend, die Magerwiese Ilten sei von Wald überwachsen und deshalb nicht in den neuen Zo nenplan aufgenommen worden. Wie bereits dargelegt (vgl. vorne E. 8.4.2) reicht gemä ss Ausführung der Beschwerdeführerin und kantonalen Fachkommission eine normale Waldrandpflege a ls Schutz- und Pflegemassnahme für die Wiederherstellung und Erhaltung der Magerwie se aus. Gestützt auf dieses Vorbringen der Fachkommission kann der gegenteiligen Argumentation des Beschwerdegegners nicht ohne weiteres gefolgt werden. Ferner stellte sich am h eutigen Augenschein heraus, dass die Magerwiese offenbar aufgrund der angrenzenden Schafswe ide nicht so erhalten werden konnte, wie dies im bisherigen ZRL vorgesehen war. Im angefochtenen Entscheid findet sich jedoch keine Erwähnung dieses Umstands und vor diesem Hintergrund fehlt es auch in Bezug auf diesen Punkt insbesondere an der erforderlichen I nteressenabwägung. Da eine solche vor einer allfälligen Streichung des Naturschutzeinzelobjekt s jedoch vorzunehmen ist, muss die Beschwerde auch in diesem Punkt gutgeheissen werden. 8.6.1 Auf der Parzelle Nr. 1342 (Strassenareal), Nat urschutzeinzelobjekt Nr. 27, steht eine schöne grosse Silber-Weide, welche an ihrem Standort und in seinem Wert erhalten werden soll. Es wurde untersagt, das Schutzobjekt zu gefährden o der zu beseitigen. Die Pflege ist auf eine möglichst grosse Lebenserwartung des Baumes auszurich ten und es ist bei einem natür- lichen Abgang in der unmittelbaren Umgebung ein Ersatzbaum zu pflanzen. Bei Strassenbau ist ein Ersatzstandort in der Nähe zu suchen (vgl. Anhang b isheriges ZRL, S. 27). Zu diesem Naturschutzeinzelobjekt führt der Beschwerdegegner aus , dass es neu in der Uferschutzzone zu liegen komme und der Schutz der Silber-Weide damit gewährleistet werde. Aus diesem Grund sei das ursprüngliche Einzelschutzobjekt im neuen Zo nenplan nicht mehr als schützens- wert ausgeschieden worden. 8.6.2 Ufervegetation ist ein pflanzenökologischer Begr iff und massgebende Elemente für die Abgrenzung der Ufervegetation sind die Komponenten Fl ora, Hydrologie und Bodenqualität (vgl. H ANS -PETER JENNI , in: Peter M. Keller/Jean-Baptiste Zufferey/Karl Lu dwig Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., N 4 zu Art. 21 NHG). Nach Art. 21 NH G hat sich Ufervegetation im Uferbereich zu befinden und ist auf das Vorkommen natürlicher Pflanz engesellschaften beschränkt (vgl. JENNI , a.a.O., N 5 zu Art. 21 NHG). Als Ufervegetation komm t nur eine natürliche oder naturnahe und standortgerechte Vegetation infrage (vgl . JENNI , a.a.O., N 11 zu Art. 21 NHG). Da die natürlichen Gegebenheiten ausschlaggebend sind, kann Ufervegetation auch verschwin- den, wenn die ökologischen Voraussetzungen für sie nicht m ehr gegeben sind. Ein solches, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht natürliches Verschwinden ist zu unterscheiden vom willkür lichen Zum-Absterben-Bringen (vgl. JENNI , a.a.O., N 5 zu Art. 21 NHG). 8.6.3 Ufervegetation stellt eine gegen jegliche Beeint rächtigungswünsche geschützte dyna- mische Naturgegebenheit dar. Gestützt auf den direkt anw endbaren Art. 21 NHG ist dieser Schutz umfassend. Insbesondere kennt diese Bestimmung keine Pflicht zur Rücksichtnahme auf schutzwürdige land- und forstwirtschaftliche Interesse n, wie sie etwa den Biotopschutz- bestimmungen in Art. 18 Abs. 1 und Art. 18b Abs. 2 NH G vorangestellt wird (vgl. J ENNI, a.a.O., N 19 zu Art. 21 NHG). D.h. bei der Ufervegetation (A rt. 21 NHG) müssen die zuständigen kantonalen bzw. kommunalen Behörden die zu schützenden Lebensräume von regionaler oder lokaler Bedeutung nicht im einzelnen Fall unter Abwäg ung aller auf dem Spiel stehenden Interessen erst noch bezeichnen (vgl. auch BGE 133 II 220 E. 2.3). Untersagt und als Vergehen unter Strafe gestellt ist jede Einwirkung des Menschen, d ie die Ufervegetation zum Absterben bringt. Da der Schutz der Ufervegetation ein dauernd er ist, ist auch eine vorübergehende Ent- fernung mit anschliessender Wiederbepflanzung nicht gest attet (vgl. J ENNI , a.a.O., N 20 zu Art. 21 NHG). 8.6.4 Das Naturschutzobjekt Nr. 27 befindet sich unbestrit tenermassen in der Uferschutz- zone und ist dadurch geschützt. Nach dem Gesagten kann m it dem Beschwerdegegner fest- gehalten werden, dass es folglich keines weitergehenden Schutzes bedarf und die Nichtauf- nahme desselben im neuen Zonenplan nicht zu beanstanden ist. Folglich ist die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen. 8.7 Als Zwischenergebnis kann festgehalten werden, dass di e Beschwerde hinsichtlich der Naturschutzzone resp. -einzelobjekte Nr. 9, Nr. 23, Nr. 24, Nr. 26 und Nr. 28 gutzuheissen bzw. in Bezug auf die Naturschutzzone Nr. 19 und das Naturschut zeinzelobjekt Nr. 27 abzuweisen ist. 9. Zu prüfen ist weiter, ob die Feldscheune Chäbismatt zu Recht nicht unter Schutz gestellt wurde. Zunächst kann mit dem Beschwerdegegner festgehalten werden, dass dieser Weidstall auch im bisherigen Zonenplan nicht als schützensw ert aufgenommen war. Des Wei- teren hat der Beschwerdegegner zutreffend ausgeführt , dass das Feldscheuneninventar von einem Verein (Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgese tzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907) erstellt wurde und demzufolge für die Beschwerde gegnerin nicht rechtsverbindlich ist. Selbst wenn das Inventar für die Beschwerdegegnerin r echtsverbindlich wäre, ist nicht nach- vollziehbar, was die Beschwerdeführerin daraus schliesst und würde an den vorstehenden Aus- führungen nichts ändern, weil der streitgegenständli che Weidstall im Feldscheuneninventar in die Klassifizierung C (= "übrige Bauten") eingeteilt u nd damit weder als kantonal noch kommu- nal schützenswert eingestuft wurde. Eine Unterschutzstel lung liegt somit im Ermessen der Pla- nungsbehörde. Gemäss dem Naturinventar bilden Feldscheunen zwar oft wichtige Landschafts- elemente und können vielen Tierarten als Lebensraum d ienen. Die von Büschen und Bäumen umgebende Feldscheune auf der Chäbismatt, Parzelle Nr. 1333, ist gemäss Fachgutachten vom Einsturz gefährdet, aber ein sehr wertvoller poten tieller Unterschlupf für Fledermäuse (vgl. Gutachten Bericht, S. 29). Die Feldscheune erhielt jed och auch im Rahmen des erstellten Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Naturinventars kein eigenes Objektblatt und entsprechend wurde keine Unterschutzstellung em- pfohlen. Darüber hinaus ergibt sich aus den Verfahrensakten, dass sich die Beschwerdegegner mit der Frage, ob die Feldscheune geschützt werden soll , eingehend auseinandergesetzt und eine Interessenabwägung vorgenommen hat. Die Beschwerdeg egnerin hat insbesondere auf- grund des desolaten Zustands der Feldscheune und der f ehlenden Zufahrt von einer Unter- schutzstellung derselben abgesehen. Vor diesem Hintergru nd ist keine Unterschreitung und damit unrechtmässige Ausübung des Ermessens durch die Besch werdegegnerin feststellbar. Demzufolge ist die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen. 10.1 Schliesslich verlangt die Beschwerdeführerin, es sei der Wildtierkorridor im Gebiet Eichholde im neuen Zonenplan aufzunehmen und eine Ausd ehnung der Landschaftsschutz- zone nach Nordosten sicherzustellen. Der Wildtierkorridor ist im KRIP aufgeführt und im ent- sprechenden Objektblatt L3.1 "Voranggebiet Natur" wird unter Beschlüsse, Planungsgrundsät- ze, lit. f, aufgeführt, dass Bund, Kanton und Gemeinden die Durchgängigkeit der Wildtierkorrido- re erhalten, verbessern und bei Planungen und Vorhabe n, welche die Durchgängigkeit tangie- ren sowie bei bestehenden Strassen und Trassees, die notwendigen Massnahmen ergreifen. 10.2 Gemäss § 9 Abs. 1 RBG zeigt der Richtplan den St and der Koordination aller wesentli- chen raumwirksamen Tätigkeiten von Bund, Kanton und Gem einden, soweit sie das Kantons- gebiet betreffen (lit. a); die wesentlichen Bestandtei le der künftigen räumlichen Ordnung des Kantonsgebiets, die als Vorgaben für die Regelung der Nutzung des Bodens (Nutzungspla- nung) festgelegt werden. Der kantonale Richtplan dient als Grundlage und Rahmen für die kom- munale Richtplanung sowie für die Nutzungsplanung von K anton und Gemeinden (Abs. 2). Der kantonale Richtplan ist für die Behörden verbindlich (Abs. 3). Der KRIP legt die räumlichen Inte- ressen des Kantons und die Rahmenbedingungen zur räum lichen Entwicklung verbindlich fest. Er dient als Grundlage für die kommunale Richtplanung und für die Nutzungsplanung von Kan- ton und Gemeinden. Die Beschlussinhalte des Richtplans sind für alle kantonalen und kommu- nalen Behörden verbindlich. Das bedeutet, dass der Richtplan für die regierungsrätliche Geneh- migung von Nutzungsplänen wegleitend sein muss (vgl. vorne E. 5.1). 10.3 Im vorliegenden Fall liegen die von der Beschwer deführerin genannten Parzellen Nr. 1302, nördlicher Teil, Nr. 1305 und Nr. 1306 nicht im "Vorranggebiet Natur" und demnach ist das Objektblatt L3.1 für das betreffende Gebiet nicht einschlägig, wie dies auch der Beschwer- degegner zutreffend ausgeführt hat. Vor diesem Hintergrund kann die Gemeinde nicht verpflich- tet werden, das Gebiet Eichholde auszudehnen und unter Schutz zu stellen. Folglich erweist sich die Beschwerde in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen. 11.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- zur Hälfte, d.h. im Umfang von Fr. 1'100.--, der Beschwerdeführerin und je zu einem Viertel, d.h. im Umfang von Fr. 550.--, den Beschwer- degegnern aufzuerlegen. Die der Beschwerdeführerin a uferlegten Verfahrenskosten sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200 .-- zu verrechnen und der zu viel Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'100.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuer- statten. 11.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge stützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angeme ssene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemeinden und a ndere Träger öffentlicher Aufgaben haben Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern der Beizug einer Anwältin bzw. eines An- walts gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Die NLK hat die vorliegende Beschwerde ohne an- waltlichen Beistand verfasst. Demzufolge sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbe- schluss Nr. 388 vom 26. März 2019 aufgehoben und die Ange legenheit an die Einwohnergemeinde Wittinsburg zur Neubeurteil ung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden zur Hälfte, d.h. im Umfang von Fr. 1'100.--, der Beschwerdeführerin un d je zu einem Viertel, d.h. im Umfang von je Fr. 550.--, den Besch werdegegnern aufer- legt. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Verfahre nskosten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2 '200.-- ver- rechnet und der zu viel bezahlte Kostenvorschuss in der Höh e von Fr. 1'100.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin