<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00069</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106174&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00069</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.07.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Veränderte Verhältnisse Wird im Rechtsmittelverfahren über die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung wegen Vorliegen eines Ausweisungsgrunds geltend gemacht, die Verhältnisse hätten sich geändert, muss dies bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden und allenfalls eine (erneute) Sachverhaltsabklärung vorgenommen werden. Rückweisung an den Regierungsrat. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELLE VERHÃLTNISSE">AKTUELLE VERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENENTZUG">DROGENENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATION">INTEGRATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATE INTERESSEN">PRIVATE INTERESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROZESSÃKONOMIE">PROZESSÃKONOMIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSABKLÃRUNG">SACHVERHALTSABKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERAPIEBERICHT">THERAPIEBERICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERAPIEMÃGLICHKEITEN">THERAPIEMÃGLICHKEITEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)">UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRÃFUNG">VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRÃFUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 7 lit. I ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 lit. Ia ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="gerade">lit. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 52 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Der libanesische StaatsangehÃ¶rige L. reiste 1990 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Das Asylgesuch wurde abgewiesen und L. aus der Schweiz weggewiesen. Nachdem er untergetaucht war, wurde er im Februar 1993 in ZÃ¼rich verhaftet und aus der Schweiz ausgeschafft. Das Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen (BFA) belegte ihn am 2. April 1993 mit einer fÃ¼nfjÃ¤hrigen Einreisesperre. Am 1. Januar 1994 reiste er trotzdem in die Schweiz ein, wurde am 30. Mai 1994 erneut verhaftet und ausgeschafft. Am 31. Januar 1994 hatte er in seiner Heimat die Schweizerin M. geheiratet, aus welcher Beziehung bereits im November 1993 der Sohn N. hervorgegangen war. Am 16. Februar 1995 hob das BFA die Einreisesperre auf und am 8. Juni 1995 wurde ihm die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">L. wurde von StrafbehÃ¶rden wie folgt belastet:</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>mit Strafbefehl ... vom April 1990 wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz Ã¼ber Niederlassung und Aufenthalt der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) mit sieben Tagen GefÃ¤ngnis bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren; </p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>mit Strafbefehl ... vom Januar 1991 wegen Beteiligung an einem Raufhandel mit einer Busse von Fr. 100.-;</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>mit Strafbefehl ... vom Oktober 1991 wegen Ãbertretung des BetÃ¤ubungsmittelgesetzes vom Oktober 1951 (BetmG) unter Umgangnahme von Bestrafung;</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>mit Urteil ... vom November 1994 wegen der FÃ¤lschung von Ausweisen und der Widerhandlung gegen das ANAG mit vier Monaten GefÃ¤ngnis unbedingt und einer gerichtlichen Landesverweisung von vier Jahren; letztere Nebenstrafe wurde bedingt unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben;</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>mit Strafbefehl ... vom November 1994 wegen Widerhandlung gegen das ANAG mit einer GefÃ¤ngnisstrafe von 30 Tagen bedingt;</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>mit Urteil ... vom Mai 1999 wegen mehrfacher Widerhandlung und mehrfacher Ãbertretung gegen das BetmG sowie der GeldwÃ¤scherei mit 22 Monaten GefÃ¤ngnis; der Vollzug dieser Strafe wurde zu Guns­ten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In den Jahren 1995 bis 1999 wurde L. und seine Familie von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge mit Fr. 50'000.- unterstÃ¼tzt. Er steht in ambulanter psychiatrischer Behandlung und unterzieht sich zusammen mit seiner Ehefrau einem Methadonprogramm.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 17. September 1999 verfÃ¼gte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Fremdenpolizei), dass die Aufenthaltsbewilligung von L. nicht verlÃ¤ngert werde und setzte ihm eine Frist zum Verlassen des zÃ¼rcherischen Kantonsgebiets. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Einen dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Beschwerdeweise beantragte L. dem Verwaltungsgericht, es sei die VerfÃ¼gung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit aufzuheben und es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten der Staatskasse. FÃ¼r das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht beantragte er die unentgeltliche Rechtspfle­ge und die Bestellung seines gewÃ¤hlten Rechtsvertreters zum unentgeltlichen Rechtsbeistand. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">WÃ¤hrend sich die beschwerdebelastete Direktion nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats, die Beschwerde sei abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Der Regierungsrat hat festgestellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer, welcher mit einer Schweizerin verheiratet ist, gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 Satz 1 ANAG Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung hat. Ebenfalls kÃ¶nne er sich auf die Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) berufen. GestÃ¼tzt auf diese zutreffenden und vom BeschwerdefÃ¼hrer selbst nicht bestrittenen AusfÃ¼hrungen, auf welche gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) verwiesen werden kann, ist gestÃ¼tzt auf § 43 Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. De­zember 1943 auf die Beschwerde einzutreten. Die PrÃ¼fung, ob der mÃ¶gliche Rechtsanspruch auf Grund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklicht ist, ist dabei Gegenstand der materiellen ErwÃ¤gungen <span>(BGE 122 II 289 E. 1d S. 294)</span>. Zu ergÃ¤nzen ist, dass sich ein Rechtsanspruch auch aus der Garantie der Familienlebens gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ergibt, welche Vorschrift allerdings keine weiteren AnsprÃ¼che als Art. 8 Abs. 1 EMRK vermittelt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Der bundesrechtliche Anspruch auf Erteilung oder VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung erlischt, wenn ein Ausweisungsgrund vorliegt (Art. 7 Abs. 1 ANAG). Ein solcher ist unter anderem dann gegeben, wenn die auslÃ¤ndische Person wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG) oder wenn sie oder von ihr zu unterstÃ¼tzende Personen der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge fortgesetzt und in erheblichem Mass zur Last fallen (Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG). Selbst bei Vorliegen ei­ner gerichtlichen Bestrafung soll die Ausweisung nur verfÃ¼gt werden, wenn sie nach den gesamten UmstÃ¤nden verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Bei der InteressenabwÃ¤gung ist insbesondere auf die Schwere des Verschuldens, auf die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie auf die der betroffenen Person und ihrer Familie fÃ¼r den Fall der Ausweisung drohenden Nachteile abzustellen (Art. 16 der Vollziehungsverordnung zum ANAG vom 1. MÃ¤rz 1949).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Keinen weiteren Anspruch vermittelt Art. 8 EMRK (BGE 120 Ib 131, mit Hinweisen). Art. 8 Abs. 2 EMRK verlangt eine umfassende AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼berstehenden privaten Interessen an der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und den Ã¶ffentlichen Interessen an deren Verweigerung. (BGE 120 Ib 4 f.; 120 Ib 25; 122 II 6). Mit zu berÃ¼cksichtigen ist dabei insbesondere auch die Zumutbarkeit fÃ¼r nahe FamilienangehÃ¶rige, der auslÃ¤ndischen Person ins Ausland zu folgen. Diese ist allerdings umso weniger zu gewichten, je unerwÃ¼nschter der Aufenthalt der auslÃ¤ndischen Person auf Grund ihres Verhaltens in der Schweiz ist (BGE 120 Ib 15). Die Zumutbarkeit beurteilt sich nicht auf Grund der persÃ¶nlichen WÃ¼nsche der Betroffenen, sondern unter objektiver Beurteilung al­ler UmstÃ¤nde (BGE 116 Ib 15). Eine allfÃ¤llige Unzumutbarkeit der Ausreise fÃ¼hrt nicht fÃ¼r sich allein zur UnzulÃ¤ssigkeit einer Bewilligungsverweigerung (BGE 122 II 6). SinngemÃ¤ss gelten diese GrundsÃ¤tze auch fÃ¼r Art. 13 Abs. 1 BV.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Der Regierungsrat ist von der Praxis des Bundesgerichts ausgegangen, wonach beim Ausgangspunkt der Beurteilung, der gerichtlichen Bestrafung wegen eines Verbrechens oder Vergehens, die Grenze, von der an in der Regel keine Bewilligungen mehr erteilt werden, bei zwei Jahren Freiheitsstrafe liegt, wenn der mit einer Schweizerin verheira­tete AuslÃ¤nder um eine erstmalige Bewilligung ersucht oder nach bloss kurzer Aufenthalts­dauer die VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung beantragt (BGE 120 Ib 14). Nach dieser Praxis ist bei einer zweijÃ¤hrigen oder lÃ¤ngeren Freiheitsstrafe von einem Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesse an der Fernhaltung der auslÃ¤ndischen Person auszugehen, auch wenn dem schweizerischen Ehegatten die Ausreise nicht oder nur schwer zugemutet werden kann und ein dauerndes Zusammenleben der Eheleute faktisch verhindert wird. Ist eine Bestrafung im genannten Umfang gegeben, kommt die Erteilung oder VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nur noch bei Vorliegen besonders gewichtiger privater Interessen in Frage. Ist statt einer Strafe eine gerichtliche Massnahme angeordnet worden, ist darauf abzustellen, welche Strafe das Gericht als angemessen erachtet hÃ¤tte, wenn es von einer Massnahme abgesehen hÃ¤tte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Unter Zugrundelegung dieser GrundsÃ¤tze hat die Vorinstanz erwogen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer insgesamt zu Freiheitsstrafen von 27 Monaten verurteilt wurde, die teilweise zu Gunsten von therapeutischen Massnahmen aufgeschoben wurden. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe die Freiheitsstrafen von insgesamt 27 Monaten in mehreren gerichtlichen Verfahren auf Grund zeitlich aufeinander folgenden Deliktsphasen verschuldet, was bedeute, dass er sich jeweils durch die frÃ¼heren Verurteilungen nicht habe warnen lassen, erneut ge­setzwidrig tÃ¤tig zu werden. Daraus sei auf eine besondere Uneinsichtigkeit und GleichgÃ¼ltigkeit der Rechtsordnung gegenÃ¼ber zu schliessen. So sei er vor der Verurteilung wegen Drogendelikten zu 22 Monaten Freiheitsstrafe, die zu Gunsten einer therapeutischen Massnahme aufgeschoben wurden, bereits fÃ¼nf Mal wegen anderer Deliktsarten verurteilt worden. Diesem Verhalten stÃ¼nden keine ausserordentlichen persÃ¶nlichen UmstÃ¤nde entgegen, welche die Ausweisung als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen liessen. So falle ein Teil der Aufenthaltsdauer des BeschwerdefÃ¼hrers auf das Asylverfahren. Vom August 1994 bis Ende Mai 1995 habe er sich im Ausland aufgehalten. Mehrere Male sei er untergetaucht. Zweimal habe er ausgeschafft werden mÃ¼ssen. Insgesamt ergebe sich keine Aufenthaltsdauer in der Schweiz, die auf eine besondere Verwurzelung hindeute. Ein Stellenantritt sei ihm im Rahmen seiner Therapie erstmals im MÃ¤rz 2000 ermÃ¶glicht worden. WÃ¤hrend vier Jahren habe er und seine Familie von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt werden mÃ¼ssen. Im Libanon, wo er 21 Jahre verbracht habe, verfÃ¼ge er Ã¼ber Bekannte und Verwandte, zu denen er sehr gute Beziehungen unterhalte, so dass eine Ausweisung fÃ¼r ihn persÃ¶nlich nicht mit unzumutbaren HÃ¤rten verbunden sei. Eine Methadontherapie sei auch in seiner Heimat nicht grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen. Seiner Ehefrau und seinem Sohn sei eine Ausreise zumutbar, wenn auch mit Erschwernissen verbunden. Die Ehefrau kÃ¶nne ihre Methadontherapie auch im Ausland weiterfÃ¼hren. Andernfalls hÃ¤tten die Eheleute eine Trennung hinzunehmen und die familiÃ¤ren Beziehungen auf Besuchsbasis zu pflegen, was auf Grund der Verschuldenslage hinzunehmen sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der BeschwerdefÃ¼hrer liess einwenden, dass er sich nach wie vor der Therapie durch einen Facharzt unterziehe und sich sein Gesundheitszustand laufend verbessere. In einem Pensum von 20 Wochenstunden sei er erwerbstÃ¤tig, im Ãbrigen kÃ¼mmere er sich um den Haushalt und die Erziehung seines Sohns. Seine Ehefrau habe sich seit 1993 mit seiner massgeblichen UnterstÃ¼tzung von ihrer Suchtkrankheit gelÃ¶st und unterziehe sich einem Methadonprogramm. Durch die familiÃ¤re StabilitÃ¤t sei es wÃ¤hrend Jahren zu keinen RÃ¼ckfÃ¤llen gekommen. Dieser Zustand habe es ihr ermÃ¶glicht, eine Teilzeitanstellung in einer chemischen Reinigung anzunehmen. Der Sohn besuche zwischenzeitlich die erste Klasse. Die Familie sei gegenÃ¼ber dem Zeitpunkt des Entscheids der Fremdenpolizei auf dem Weg, sich von ihrer Vergangenheit zu lÃ¶sen, sich gesundheitlich und wirtschaftlich zu stabilisieren und mÃ¼sse nicht mehr von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer selbst spreche zwischenzeitlich gut Deutsch und sei seit drei Jahren nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Die Familie verfÃ¼ge am Wohnort Ã¼ber gute soziale Kontakte. Dass eine Fortsetzung der Therapie fÃ¼r ihn und seine Ehefrau im Libanon problemlos mÃ¶glich sei, wie dies der Regierungsrat behaupte, sei eine unbegrÃ¼ndete Feststellung. Dass die Ã¼berwiegenden sozialen Beziehungen zu seinem Heimatland bestÃ¼nden, sei unrichtig. Der Entscheid des Regierungsrats stelle einseitig auf die Bestrafung ab und berÃ¼cksichtige in keiner Weise die seitherige Entwicklung. Diese lasse eine Wegweisung als unzumutbar erscheinen. WÃ¼rde die Familie getrennt, wÃ¤re ein RÃ¼ckfall der in der Schweiz verbleibenden Ehefrau in die FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit vorprogrammiert und auch der Sohn wÃ¼rde in Mitleidenschaft gezogen. Der angefochtene Entscheid erweise sich deshalb als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Die Staatskanzlei verwies in ihrer Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde in der Hauptsache auf den Entscheid des Regierungsrats. Sie betonte lediglich, dass das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als schwer einzustufen sei und dass eine Ã¤rzt­liche Betreuung auch im Libanon gewÃ¤hrleistet sei, unter Verweis auf ein "LÃ¤nderinforma­tionsblatt des BFF, Libanon, Stand Juli 1997".</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Beschwerde argumentiert schwergewichtig damit, dass sich die VerhÃ¤ltnisse seit dem angefochtenen Entscheid der Fremdenpolizei beim BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Familie massgeblich verÃ¤ndert hÃ¤tten, woraus sich eine Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers im besonderen Licht der heutigen Situation als besonders unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, weil un­zumutbar, erweise. - Zwar ist das Verwaltungsgericht als Rechtspflegeinstanz Ã¼ber Verwal­tungsbehÃ¶rden in erster Linie gehalten, den angefochtenen Entscheid der Vorinstanzen im Licht der dannzumal bestehenden UmstÃ¤nde zu Ã¼berprÃ¼fen. Andererseits ist es dem Gericht nicht verwehrt, neue Tatsachen zu berÃ¼cksichtigen, zumal es einzige gerichtliche Instanz ist (§ 52 Abs. 2 VRG e contrario). Diese MÃ¶glichkeit erklÃ¤rt sich dadurch, dass das Gericht nicht nur eine kassatorische, sondern auch eine reformatorische Funktion erfÃ¼llen muss. "Die BerÃ¼cksichtigung neu eingetretener Tatsachen muss daher zulÃ¤ssig sein, wenn wichtige prozessÃ¶konomische GrÃ¼nde dafÃ¼r sprechen, der Streitgegenstand nicht verÃ¤ndert wird und keine neuen Ermessensfragen aufgeworfen werden [...]. Das Problem sollte pragmatisch unter dem Gesichtswinkel einer vernÃ¼nftigen Trennung der Verwaltungs- und Rechtspflegefunktion gelÃ¶st werden" (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 16).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Ausgehend von der angefÃ¼hrten Rechtsprechung, wonach bei einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr nur in AusnahmefÃ¤llen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann, wenn sich die mit einem schweizerischen Ehepartner verheiratete auslÃ¤ndische Person um eine erstmalige Bewilligung bemÃ¼ht oder nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer um VerlÃ¤ngerung ihrer Bewilligung ersucht, erscheint jedenfalls im vorliegenden Fall eine AbwÃ¤gung der entgegenstehenden privaten Interessen keinesfalls als Ã¼berflÃ¼ssig. Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde gerichtlich mit insgesamt 27 Monaten Freiheitsentzug bestraft, wobei der Vollzug teilweise zu Gunsten einer ambulanten Therapiemassnahme aufgeschoben wurde. Das dem Verschulden entsprechende Strafmass Ã¼bersteigt den Grenzwert von zwei Jahren zwar, aber nicht in einem Mass, welches jede weitere PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Nichtbewilligung als obsolet erscheinen liesse; zumal es bei der Verweigerung durch die Fremdenpolizei nicht um die erstmalige Bewilligung ging. Auf eine pflichtgemÃ¤sse Handhabung des Ermessens kann somit nicht verzichtet werden. Die Argumente des Regierungsrats beschrÃ¤nken sich indessen darauf, dass das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers schwer wiege und, unbesehen der besonderen VerhÃ¤ltnisse bei ihm selbst - das Gericht erachtete ihn als in vermindert zurechnungsfÃ¤hig und therapiebedÃ¼rftig - und seiner Ehefrau - sie ist therapiebedÃ¼rftig wegen einer DrogenabhÃ¤ngigkeit -, eine Trennung der Familie keine unzumutbare HÃ¤rte bewirke oder eine medizinische Betreuung im Libanon gewÃ¤hrleistet sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Auf Grund eines Ã¤rztlichen Berichts vom 21. MÃ¤rz 2001, welcher mit der Beschwerde eingereicht wurde, erscheint die erstgenannte Annahme jedenfalls nicht bestÃ¤tigt. Vielmehr sei der Therapieerfolg beim BeschwerdefÃ¼hrer und der Ehefrau massgeblich vom intakten familiÃ¤ren Rahmen und der Anwesenheit des BeschwerdefÃ¼hrers abhÃ¤ngig. Die letztere Feststellung des Regierungsrats wird vom BeschwerdefÃ¼hrer in Frage gestellt. Dem von der Vorinstanz erwÃ¤hnten Bericht aus dem Jahr 1997 Ã¼ber eine zufriedenstellende bis gute Ã¤rztliche Versorgung im Libanon lÃ¤sst sich die Antwort auf die Frage, ob eine sachgerechte FortfÃ¼hrung der Therapien des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau, welche teilweise den Drogenentzug anstreben mÃ¼ssten, gewÃ¤hrleistet wÃ¤re, jedenfalls nicht entnehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Was die in der Beschwerde angefÃ¼hrten VerhÃ¤ltnisse nach dem angefochtenen Entscheid der Fremdenpolizei, d.h. nach dem 17. September 1999 angeht, fanden diese im bisherigen Verfahren keine BerÃ¼cksichtigung. Somit sind die jÃ¼ngeren Entwicklungen, welche dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers entgegenstehen, insbesondere die Fortschritte in den Therapien, der (behauptete) Wegfall der FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit, die ErwerbstÃ¤tigkeit der Eltern sowie die unter anderem durch die Einschulung des Sohns fortgeschrittene Integration der Familie, unberÃ¼cksichtigt geblieben. Weil aber ein Entscheid in der Sache diese UmstÃ¤nde nicht ausklammern soll, und sei es nur, um zu verhindern, dass der BeschwerdefÃ¼hrer darauf gestÃ¼tzt ein neues Bewilligungsgesuch einreicht oder eine Revision des hÃ¤ngigen Verfahrens anstrebt, sind die genannten zusÃ¤tzlichen AbklÃ¤rungen vorzunehmen und dem Entscheid zu Grunde zu legen; dies im Sinn der angefÃ¼hrten prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nde. Die SachverhaltsabklÃ¤rungen sind sinnvollerweise durch die Vorinstanz bzw. von dieser zu bezeichnenden SachbehÃ¶rde vorzunehmen, weshalb das GeschÃ¤ft an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen ist. Bei dieser Gelegenheit darf - unter Hinweis auf § 27a Abs. 1 VRG - angefÃ¼gt werden, dass auch die Verfahrensdauer beim Regierungsrat vom 14. Oktober 1999 bis zum 17. Januar 2001 dazu gefÃ¼hrt hat, dass der angefochtene Entscheid den massgeblichen aktuellen Sachverhalt unberÃ¼cksichtigt lÃ¤sst. Im Rahmen der AbklÃ¤rungen ist sodann auf act. ... hinzuweisen, wo das Amt fÃ¼r Justizvollzug am 18. Juni 1999 unter anderem dem Sozialdienst der Justizdirektion auferlegte, per 18. Mai 2001 einen "Zwischen- sowie einen abschliessenden Therapiebericht sowie einen Situations-/Sozialbericht zu senden, welcher Ã¼ber den Verlauf und allenfalls erreichten (Teil-)Erfolg der Behandlung Auskunft gibt und zur Frage des nachtrÃ¤glichen Strafvollzugs Stellung nimmt". Dieses wÃ¤hrend der HÃ¤ngigkeit der Beschwerde fÃ¤llig gewordene Dokument wÃ¤re sinnvollerweise ebenfalls in die SachverhaltsergÃ¤nzungen einzubeziehen. Sollte die neu entscheidende BehÃ¶rde eine Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers bei weiterhin gegebener TherapiebedÃ¼rftigkeit in ErwÃ¤gung ziehen, so wÃ¤ren die TherapiemÃ¶glichkeiten im Libanon konkreter abzuklÃ¤ren, als dies mit Hinweis auf ein verwaltungsinternes Merkblatt aus dem Jahr 1997 erfolgte, welches sich nur sehr allgemein zur medizinischen Versorgung Ã¤ussert.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. ... </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> ...</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung im Sinn der ErwÃ¤gungen und zum Neuentscheid an den Regierungsrat zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>