B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5123/2022 U r t e i l v o m 5. J u l i 2 0 2 3 Besetzung Richter Jürg Steiger (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Richterin Iris Widmer, Gerichtsschreiberin Katharina Meienberg. Parteien A._______, (…) Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, Vorinstanz. Gegenstand Amtshilfe (DBA CH-SE). A-5123/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit Schreiben vom 1. Juli 2022 richtete die Swedish Tax Agency, Unit for International Relations (nachfolgend: STA oder ersuchende Behörde ) gestützt auf Art. 27 des Abkommens vom 7. Mai 1965 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich Schweden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (SR 0.672.971.41; nachfolgend: DBA CH-SE) zwei Amtshilfeersuchen betreffend A._______ (nachfolgend: betroffene Person) an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Darin ersuchte sie um allgemeine Steuerinformationen betreffend die betroffene Person und spezifische Informationen in Zusammenhang mit der B._______ AG (nachfolgend : Bank 1) und der C._______ AG (nachfol- gend: Bank 2) jeweils für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezem- ber 2020 (jeweils Ziff. 13 der Amtshilfeersuchen vom 1. Juli 2022, act. 1, S. 5 sowie act. 2, S. 5 der Akten der Vorinstanz; nachfolgend: act.): Erstes Amtshilfeersuchen (…) Allgemeine Steuerinformationen: 1. Is A._______ known to your tax authorities? 2. If A._______ is known to your tax authorities, please state what type of address the taxpayer is registered at. 3. Does A._______ carry out any economic activities? 4. Is A._______ resident in your country according to your domestic law and/or the tax treaty applicable? 5. Has A._______ got any permanent home /habitual abode in your country? 6. Please, specify whether A._______ has got social/economic conn ections in your country (centre of vital interests)? 7. Does your country have any information (pieces of evidence) to demon- strate on which dates A._______ has been present in your country since? 8. Please provide copies of all relevant documents mentioned in this section. If needed, please specify. Informationen betreffend Bank 1: 9. For the period of 1 January 2018 to 31 December 2020, all accounts in B._______ AG, including but not restricted to account no. (…) that A._______ is in possession with in person and or by proxy, alone or jointly with others: a) Please provide with bank statements for the period. A-5123/2022 Seite 3 b) Is/has any credit card been linked to the account during the whole or part of the period? If yes, please specify name of the us er and what period and send us copies of all bank statements concerning transactions with those credit cards for the period. c) Account opening forms. 10. Banking information regarding aII accounts in the name of D._______, company number (…), including but not restricted to account no. - (…) - (…) - (…) - (…) - (…), in B._______ AG for the period 01/01/2018 -31/12/2020: a) Who is/has been the account holder(s) of these bank accounts? b) Who is/was authorised to operate the bank accounts? c) Please provide with bank statements for the period. d) Is/has any credit card been linked to the account during the whole or part of the period? If yes, please specify name of the user and what period and send us copies of all bank statements concerning transactions with those credit cards for the period. Zweites Amtshilfeersuchen (…) Informationen betreffend Bank 2 1. For the period 1 January 2018 to 31 December 2020, we kindly request bank statements concerning transactions for the credit card (…) issued by C._______ AG. If A._______ has had another banking card during the period, please specify name of the user and what period and send us copies of all bank statements concerning transactions with those banking cards for the pe- riod 1 January 2018 to 31 December 2020. Die STA führte in Bezug auf den Sachverhalt zusammengefasst aus, es laufe eine Untersuchung betreffend den steuerlichen Wohnsitz und das steuerbare Einkommen der betroffenen Person für den genannten Zeit- raum. Die betroffene Person sei Geschäftsführer bei und wirtschaftlich Be- rechtigter an verschiedenen schwedischen Unternehmen, weshalb die Steuerpflicht bis einschliesslich im Jahr 2017 unbestr itten sei. Während des Jahres 2018 habe die betroffene Person mit Verweis auf ihren Wegzug in die Schweiz beantragt, in Schweden nur der eingeschränkten Steuer- pflicht zu unterstehen, was die STA bewilligt habe. Zwischenzeitlich habe die STA Informationen erhalten, wonach es den Anschein habe, als ob sich die betroffene Person überwiegend in Schweden (und Spanien) aufhalte. A-5123/2022 Seite 4 Mittels Auskunftsgesuchs sollen Informationen erlangt werden, die es er- laubten, die Frage der Steuerpflicht der betroffenen Person in Sc hweden zu klären. Aufgrund der bisher bereits erlangten Informationen sei stark an- zunehmen, dass die betroffene Person über die ausgezahlten staatlichen Pensionsgelder hinaus noch weitere Einkünfte erziel t habe . Ausserdem habe die vorgenommene Untersuchung ergeben, dass die betroffene Per- son Eigentümer in der im J ahr 2020 liquidierten zyprischen Gesellschaft D._______ (nachfolgend: Gesellschaft) gewesen sei. Diese Gesellschaft habe mindestens fünf Konten bei der Bank 1. Aufgrund einzelner bekann- ter Kontobewegungen sei zu vermuten, dass unversteuertes Einkommen verschoben worden sei. Die STA habe trotz Aufforderung nicht alle Infor- mationen und Unte rlagen von der betroffenen Person erhalten. Sie habe alle möglichen Mittel ausgeschöpft, um in Schweden an die notwendigen Informationen zu gelangen. B. Am 7. Juli 2022 erliess die ESTV drei Editionsverfügungen an die Bank 1 (act. 6), die Steuerverwaltung de s Kantons Obwalden (nachfolgend: STV OW; act. 7) und der Bank 2 (act. 8). Gleichzeitig ersuchte sie die Bank 1 und 2 für den Fall, das im relevanten Zeitraum eine Kundebeziehung mit der betroffenen Person bestanden habe , diese mittels beigelegten Infor- mationsschreibens über das laufende Amtshilfeverfahren zu informieren und Zustelldatum sowie Versandadresse bekannt zu geben. B.a Mit E-Mail vom 13. Juli 2022 übermittelte die STV OW die ersuchten Informationen an die ESTV (act. 13). B.b Mit Schreiben vom 15. Juli 2022 übermittelte die Bank 2 die ersuchten Informationen an die ESTV (act. 14). Sie teilte mit Brief vom 19. Juli 2022 sodann mit, dass die betroffene Person mit Schreiben vom 15. Juli 2022 über das Verfahren orientiert worden sei (act. 17). B.c Mit E-Mail vom 15. Juli 2022 übermittelte die Bank 1 die ersuchten In- formationen an die ESTV (act. 15). Sie reichte ausserdem einen Zustell- nachweis vom gleichen Tag ein (act. 16). Mit telefonischer Nachfrage vom 20. Juli 2022 und sodann mit E -Mail vom gleichen Tag forderte die ESTV die Bank 1 auf, weitere bzw. fehlende Informationen zu ergänzen (act. 19). Dieser Aufforderung kam die Bank 1 mit Schreiben vom 22. Juli 2022 nach, mit welchem sie die zusätzlichen Informationen einreichte (act. 20). A-5123/2022 Seite 5 B.d Am 22. Juli 2022 zeig te Rechtsanwältin (…) die Vertretung der be- troffenen Person an und verlangte die Zustellung der Amtshilfeersuchen vom 1. Juli 2022. In der Folge holte die ESTV die Erlaubnis der ersuchen- den Behörde zur Gewährung der Akteneinsicht ein (act. 26, 34). Sie ver- langte weitere bzw. ungeschwärzte Unterlagen bei den Auskunftsstellen ein (act. 27, 29-33, 36-40), bevor die Akteneinsicht mit Schreiben jeweils vom 11. August 2022 gewährt wurde (act. 41-46). Mit gleichen Schreiben wurde die betroffene Person über die bea bsichtigte Gutheissung der bei- den Amtshilfeersuchen inkl. konkreter Antwort und Beilagen informiert und diesbezüglich Frist zur Zustimmung respektive zur Einreichung allfälliger Einwände gesetzt. Sie gewährte auch der Gesellschaft das rechtliche Ge- hör (act. 35). B.e Am 22. August 2022 liess die betroffene Person eine Stellungnahme einreichen, in welcher sie zur Steuerpflicht in Schweden und zur Mitwirkung im schwedischen Verfahren, respektive zum Subsidiaritätsprinzip, Ausfüh- rungen machte und eine Fristerstreckung zur Einreichung weiterer Unter- lagen beantragte (act. 48). B.f Nach Gewährung dieser Fristerstreckung (act. 50), liess die betroffene Person mit Schreiben vom 5. September 2022 eine ergänzende Stellung- nahme einreichen. In dieser wurden zusätzliche Ausführungen zur Aufent- haltsdauer der betroffenen Person in Schweden und zur Mitwirkung im schwedischen Verfahren gemacht. C. Mit Schlussverfügung vom 11. Oktober 2022 behandelte die ESTV die bei- den Amtshilfeersuchen und entschied, der STA in Bezug auf die betroffene Person Amtshilfe zu leisten (Dispositiv-Ziffer 1, act. 53). D. Mit Beschwerde vom 9. November 2022 beantragt die betroffene Person (nachfolgend: Beschwerdeführer), beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der Schlussverfügung vom 11. Oktober 2022. Dem Amtshilfeer- suchen der STA sei nicht Folge zu leisten, die von der Bank 1, Bank 2 und der STV OW edierten Informationen sowie die im schweizerischen Zentra- len Migrationsinformationssystem verzeichneten Informationen seien nicht an die STA zu übermitteln. Die Verfahrenskosten seien von der Vorinstanz zu übernehmen und es sei eine Parteientschädigung auszurichten. A-5123/2022 Seite 6 E. Mit Vernehmlassung vom 21. Dezember 2022 beantragt die ESTV die kos- tenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Auf die übrigen Ausführungen der Parteien und die Akten wird – sofern und soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen der STA g e- stützt auf das Abkommen vom 7. Mai 1965 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich Schweden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (SR 0.672.971.41 , nachfolgend: DBA CH -SE) zugrunde. Die Durchführung der mit diesem Abkommen vereinbarten Bestimmungen richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 28. September 2012 über die in- ternationale Amtshilfe in Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG , SR 651.1). Vorbehalten bleiben abweichende Bestimmungen des im vor- liegenden Fall anwendbaren DBA CH-SE (Art. 1 Abs. 2 StAhiG). 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die Amtshilfe gestützt auf das DBA CH -SE zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG i.V.m. Art. 31 – 33 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsge- richt [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG , SR 173.32]). Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich dabei nach dem Bundesgesetz vom 20. De- zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensge- setz, VwVG, SR 172.021) soweit das VGG oder das StAhiG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 19 Abs. 5 StAhiG). Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behandlung der Beschwerde ist somit ge- geben. 1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom- men und ist mit Blick auf die ihn betreffenden, nach der angefochtenen Schlussverfügung an die STA zu übermittelnden , Informationen materiell beschwert. Er ist damit und als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschwerdeführung berechtigt (vgl. Art. 19 Abs. 2 StAhiG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). A-5123/2022 Seite 7 1.4 Der vorinstanzliche Entscheid vom 11. Oktober 2022 wurde m it Be- schwerde vom 9. November 2022 vollumfänglich angefochten. Die Be- schwerde wurde form - und fristgerecht e ingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Ab. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet- zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un- vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 2. 2.1 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuer- sachen gegenüber Schweden sind die Amtshilfeklausel von Art. 27 DBA CH-SE und die dazu vereinbarte Ziff. 4 des Protokolls zum DBA CH-SE, welche seit dem 5. August 2012 in Kraft sind (vgl. Art. XIV des Protokolls vom 28. Februar 2011 zwischen der Schweizerischen Eid- genossenschaft und dem Königreich Schweden zur Änderung des Abkom- mens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steu- ern vom Einkommen und vom Vermögen [AS 2012 4155 ff.; nachfolgend: Änderungsprotokoll 2011 oder Protokoll ]). Diese sind auf das streitbe- troffene Amtshilfeersuchen vom 1. Juli 2022, mit welchem um Informatio- nen betreffend den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2020 ersucht wird, anwendbar (vgl. Art. XV Ziff. 2 Bst. d des Änderungsproto- kolls 2011). Das am 19. Juni 2019 unterzeichnete und am 6. Dezember 2020 in Kraft getretene Protokoll zwischen der Schweizerischen Eidgenos- senschaft und dem Königreich Schweden zur Änderung des Abkommens vom 7. Mai 1965 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich Schweden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (AS 2020 5353; nachfolgend Änderungsprotokoll 2019) ist zwar teilweise anwendbar (vgl. Art. IV Ziff. 3 des Änderungsprotokolls 2019), für die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts allerdings nicht von Bedeutung. 2.2 Gemäss Art. 27 Abs. 1 DBA CH-SE tauschen die zuständigen Behör- den der Vertragsstaaten die Informationen aus, die zur Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend Steuern jeder Art und Bezeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer politischen Unterabteilungen oder ihrer lokalen Körperschaften erhoben werden, voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen A-5123/2022 Seite 8 widerspricht. In Ziff. 4 Bst. c des Protokolls zum DBA CH-SE sind die An- gaben aufgeführt, welche die Steuerbehörden des ersuchenden Staates bei der Stellung eines Amtshilfeersuchens zu liefern haben (Art. 6 Abs. 2 StAhiG ist aufgrund der in Ziff. 4 Bst. c des Protokolls zum DBA CH-SE statuierten Regelung nicht einschlägig, soweit er strengere Anforderungen aufstellt [Art. 1 Abs. 2 StAhiG; vgl. BGE 142 II 218 E. 3.4; 142 II 161 E. 2.1.4; Urteile des BV Ger A -1450/2021 vom 3. Mai 2022 E. 2.2; A - 4603/2019 vom 17. August 2020 E. 2.2]). 2.3 Gemäss Art. 26 des Wiener Übereinkommens über das Recht der Ver- träge vom 23. Mai 1969 (SR 0.111) bindet ein rechtskräftiger Vertrag die Vertragsparteien und ist von ihnen nach Treu und Glauben zu erfüllen. Da- raus folgt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Amtshilfe in Steuersachen, dass prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachverhaltsdar- stellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerrecht- liches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4; 143 II 224 E. 6.3, je mit weiteren Hinweisen). 2.4 2.4.1 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort korrekt zu besteuern ( BGE 143 II 185 E. 3.3.1; 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des BVGer A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2). Ob eine Information erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende Staat absc hliessend feststellen (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2; 142 II 161 E. 2.1.1; statt vieler: Urteil des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6). Die Vorausset- zung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünftige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheblich erweisen werden (BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Keine Rolle spielt, ob sich diese Informationen nach deren Übermittlung für die ersuchende Behörde als nicht erheblich herausstellen (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1). Die Rolle des ersuchten Staates bei der Beurteilung der voraussichtlichen Erheblichkeit beschränkt sich darauf, zu überprüfen, ob die vom ersuchenden Staat verlangten In- formationen und Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden (vgl. BGE 144 II 29 E. 4.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017 E. 5.2; Urteile des BVGer A -4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6; A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.1.4 mit Hinweisen). Vor diesem A-5123/2022 Seite 9 Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte – mit der Begründung, dass die verlangten Informationen nicht «voraussichtlich erheblich» im Sinne von Art. 27 Abs. 1 Satz 1 DBA CH -SE seien – nur verweigern, wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und der im ersuchen- den Staat durchgeführten Untersuchung wenig wahrscheinlich bzw. un- wahrscheinlich erscheint (vgl. Ziff. 4 Bst. b des Protokolls zum DBA CH - SE; BGE 143 II 185 E. 3.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 3.4.3 mit Hinweisen). 2.4.2 Informationen können im abkommensrechtlichen Sinne jedoch nur dann als voraussichtlich erheblich qualifiziert werden, wenn sie (unter an- derem oder ausschliesslich) Personen betreffen, deren unbeschränkte oder beschränkte Steuerpflicht im ersuchenden Staat während der mass- gebenden Zeitspanne mittels genügender Anhaltspunkte im Ersuchen gel- tend gemacht wird (vgl. Urteil des BVGer A-3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 5.1.2). Der Umstand, dass eine Person in einem Staat als steuerlich an- sässig gilt, schliesst nicht aus, dass diese Ansässigkeit von einem anderen Staat in Abrede gestellt wird oder dass in anderen Staaten eine be- schränkte Steuerpflicht gegeben ist (Urteil des BVGer A -2548/2016 vom 15. September 2016 E. 2.2). Der ersuchte Staat hat aufgrund des Vertrau- ensprinzips nur zu prüfen, ob dem Ersuchen Kriterien dafür zu entnehmen sind, dass im ersuchenden Staat gemäss Abkommen eine Steuerpflicht bestehen könnte. Ein möglicher Ansässigkeitskonflikt ist nicht im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens, sondern eines Verständigungsverfahrens zu lö- sen. Ein Amtshilfeersuchen kann dem ersuchenden Staat auch dazu die- nen, Argumente für die Lösung des Ansässigkeitskonflikts zu erhalten (BGE 142 II 218 E. 3.1 und E. 3.6 f.; 142 II 161 E. 2.2.2 und E. 2.4; Urteile des BVGer A -7622/2016 vom 23. Mai 2017 E. 2.4.1; A-4157/2016 vom 15. März 2017 E. 3.5.3.1 f.). Damit nicht davon ausgegangen wird, ein Amtshilfeersuchen sei willkürlich gestellt worden, genügt also bereits, dass der ersuchende Staat Anhaltspunkte nennt, die eine (je nach dem be- schränkte oder unbeschränkte) Steuerpflicht der betroffenen Person in die- sem Staat begründen könnten (Urteil des BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 3.6.1 mit Hinweisen). 2.4.3 Gemäss Ziff. 4 Bst. b des Protokolls zum DBA CH -SE besteht Ein- vernehmen darüber, dass der Zweck der Verweisung (in Art. 27 Abs. 1 DBA CH-SE) auf Informationen, die voraussichtlich erheblich sind, darin be- steht, einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch in Steuerbe- langen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlaub en, «fishing expeditions» zu betreiben oder um Informationen zu ersuchen, deren A-5123/2022 Seite 10 Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten steuerpflich- tigen Person unwahrscheinlich ist. Sie muss sich bereits aus dem Amtshil- fegesuch ergeben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2; 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des BVGer A-2725/2019 vom 25. Februar 2020 E. 2.4.3, je mit Hinweisen). Dem «voraussichtlich» kommt somit eine doppelte Bedeutung zu. Zum ei- nen bezieht es sich darauf, dass der ersuchende Staat die Erheblichkei t voraussehen und diese dem Amtshilfegesuch zu entnehmen sein muss, wobei im Einklang mit dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip (vgl. E. 2.3) vermutet wird, dass der ersuchende Staat nach Treu und Glauben handelt. Zum anderen sind nur solche Informationen zu übermitteln, die voraus- sichtlich erheblich sind (vgl. zum Ganzen statt vieler: BGE 143 II 185 E. 3.3.2 mit Hinweisen). 2.5 Gemäss Ziff. 4 Bst. a des Protokolls zum DBA CH-SE besteht Einver- nehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein Begehren um Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er zur Beschaffung der Informationen alle in seinem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehe- nen üblichen Mittel ausgeschöpft h at, sofern dies nicht mit unverhältnis- mässigen Schwierigkeiten verbunden ist. Dabei handelt es sich um das sogenannte Subsidiaritätsprinzip (vgl. dazu BGE 144 II 206 E. 3.3 mit Hin- weisen). Unter Berücksichtigung des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (vgl. E. 2.3 vorstehend) bedeutet dies, dass kein Anlass besteht, an einer von der ersuchenden Behörde abgegebenen Erklärung der Ausschöpfung aller üblichen innerstaatlichen Mittel zu zweifeln, es sei denn, es liegen ernsthafte Zweifel vor (vgl. BGE 144 II 20 6 E. 3.3.2; Urteile des BVGer A-2175/2021 vom 22. September 2021 E. 2.5.2; A-5034/2020 vom 7. Mai 2021 E. 2.5.2). 2.6 Es ist nicht Aufgabe des ersuchten Staates, über eine Plausibilitätsprü- fung hinaus die Rechtmässigkeit des im Ausland durchgeführten Steuer- verfahrens zu überprüfen. Sofern Argumente das ausländische Recht be- treffen, sind diese vor der zuständigen ausländischen Behörde vorzubrin- gen (BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017 E. 5.6). 3. Im vorliegenden Fall kann zunächst festgestellt werden, dass die Amtshil- feersuchen alle formellen Voraussetzungen erfüllen (vgl. E. 2.2). Im Fol- genden ist zu prüfen, ob die materiellen Voraussetzungen für die Gewäh- rung der Amtshilfe erfüllt sind. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass keine unbeschränkte Steuerpflicht in Schweden bestehe (E. 3.1), die Infor- mationen voraussichtlich nicht erheblich seien (E. 3.2), die angefochtene A-5123/2022 Seite 11 Schlussverfügung das Subsidiaritätsprinzip verletze (E. 3.3) und die schwedischen Behörden das Amtshilfeersuchen rechtsmissbräuchlich ge- stellt hätten (E. 3.4). 3.1 3.1.1 Der Beschwerdeführer bestreitet, in Schweden der unbeschränkten Steuerpflicht zu unterstehen. Er sei zwar bis im Jahr 2017 in Schweden unbeschränkt steuerpflichtig gewesen, sei dann aber in die Schweiz gezo- gen, sodass ab diesem Zeitpunkt nur noch eine beschränkte Steuerpflicht in Schweden bestanden habe , welche sich aufgrund des Besitzes eines Ferienhauses ergebe. Die schwedische Steuerbehörde habe die se be- schränkte Steuerpflicht anerkannt. Nach schwedischem Recht müsse sich eine Person an mehr als 150 Tagen im Jahr in Schweden aufhalten, um der unbeschränkten Steuerpflicht zu unterstehen. Dies habe die STA nicht nachweisen können. Er habe in den Jahren 2018 bis 2020 jeweils nur we- nige Tage in Schweden verbracht. Das Ferienhaus sei darüber hinaus nicht beheizbar, weshalb dieses keine Wohnstätte für die ganzjährige Nutzung darstelle, sondern lediglich für Ferien in den Sommermonaten verwendet werden könne. 3.1.2 Die Vorinstanz argumentiert, die STA habe konkrete Verdachtsmo- mente dargetan, wonach eine unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwer- deführers in Schweden zumindest nicht ausgeschlossen werden könne. Die STA habe auf Bank- und Kreditkartenauszüge sowie Flugscheine ver- wiesen. Ob ein Anfangsverdacht vorliege oder nicht, sei sodann nach dem schwedischen Recht zu beurteilen. Etwaige Rügen seien im ausländischen Verfahren vorzutragen. Aufgrund der Angaben der STA ergäben sich keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche, sodass dem völker- rechtlichen Vertrauensprinzip zur Folge kein Anlass bestehe, an den Dar- stellungen der STA zu zweifeln. 3.1.3 Aus dem Ersuchen ergibt sich und ist unbestritten, dass der Be- schwerdeführer bis im Jahr 2017 in Schweden unbeschränkt steuerpflichtig war und seither zumindest der beschränkten Steuerpflicht unterliegt. Der Vermutung der STA, der Beschwerdeführer erfülle in der fraglichen Periode die Voraussetzungen für eine unbeschränkte Steuerpflicht in Schweden, liegen verschiedene Anhaltspunkte zugrunde. Die genannten Kreditkarten- abrechnungen und Flugtickets (act. 1, S. 4; act. 2, S. 4 [Amtshilfeersuchen, je vom 1. Juli 2022]) sowie die von der STA erstellten Aufenthaltskalenda- rien (act. 51 [ Beilage des Beschwerdeführers bei der Vorinstanz vom 5. September 2022]) lassen es zumindest möglich erscheinen, dass sich A-5123/2022 Seite 12 der Beschwerdeführer längerfristig in Schweden aufhielt und damit der un- beschränkten Steuerpflicht in Schweden untersteht, bzw. in der fraglichen Periode unterstand. Das Argument des Beschwerdeführers, es handle sich nur um ein nicht beheizbares Sommerhaus, sodass ein längerfristiger Auf- enthalt in Schweden von vorneherein ausgeschlossen sei, verfängt nicht. Gemäss den von der STA erstellten Kalendarien, die der Beschwerdefüh- rer grundsätzlich nicht bestritt, hielt sich dieser unter anderem auch in den Wintermonaten in Schweden auf (so beispielsweise im Dezember 2018 sowie an verschiedenen Tagen im Januar, Februar und März 2019, vgl. act. 51). Indem der Beschwerdeführer vorbringt, er sei in der Zeit von 2018 bis 2021 in der Schweiz ansässig gewesen, vermag er die Darstellung der STA nicht zu widerlegen, insbesondere da die Ansässigkeit in einem ande- ren Staat nicht ausschliesst, dass in Schweden nicht auch die Ansässigkeit bzw. die unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwerdeführers geltend ge- macht wird (vgl. E. 2.4.2 vorstehend). Darüber hinaus ist es zulässig, mit dem Amtshilfeersuchen gerade die Frage der Steuerpflicht zu klären (vgl. E. 2.4.1 vorstehend). Da der seitens der STA dargestellte Sachverhalt im Übrigen nicht offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche enthält bzw. die betroffene Person sofort beweisen kann, dass die Vorbringen des ersuchenden Staats falsch sind, ist im Sinne des Vertrauensprinzips darauf abzustellen. 3.1.4 Somit ist eine unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwerdeführers in Schweden während der genannten Perioden nicht von vorneherein ausge- schlossen, weshalb die Amtshilfeersuchen nicht aus d iesem Grund abzu- weisen sind. 3.2 Der Beschwerdeführer macht darüber hinaus auch geltend, dass die edierten Informationen an sich nicht voraussichtlich erheblich seien. 3.2.1 Der Beschwerdeführer bring t vor , einzelne Banktransaktionen von und nach Schweden sowie das Bezahlen von üblichen Auslagen während eines Aufenthaltes in Schweden würden keine tauglichen Beweise für die Darstellungen der STA liefern und seien unerheblich. Es sei sodann nicht nachvollziehbar, warum Einkünfte aus einer Gesellschaft mit Sitz in Zypern relevant sein sollten. 3.2.2 Die Vorinstanz hält dem entgegen, da die STA eine unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwerdeführers in Schweden vermute, sei es auch gerechtfertigt, alle Einkünfte für d ie Bemessung der Besteuerungsgrund- lage zu erheben. Die Amtshilfeersuchen würden somit zum einen zur A-5123/2022 Seite 13 Feststellung der unbeschränkten Steuerpflicht, zum anderen aber auch zur Feststellung der Besteuerungsgrundlage dienen, sodass auch letztere In- formationen als voraussichtlich erheblich zu beurteilen seien. Nach Aus- künften der STA sei der Beschwerdeführer der wirtschaftliche Berechtigte an der Gesellschaft, weshalb die Bankinformationen in Bezug auf die Ge- sellschaft relevant seien, um die Einkommens - und Vermö genssituation des Beschwerdeführers zu klären. Zudem bestehe auch die Vermutung, dass der Beschwerdeführer von der Gesellschaft Zahlungen erhalten bzw. durch die Gesellschaft ein Einkommen generiert hat, was für die Bemes- sung der schwedischen Einkommensteuer relevant sei. 3.2.3 Ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und der Un- tersuchung ist klar gegeben. Zum einen vermögen die Informationen zu erhellen, wann und wie lange sich der Beschwerdeführer in Schweden auf- hielt, sodass der STA Feststellungen über die Steuerpflicht ermöglicht wer- den, zum anderen können weitergehende Erkenntnisse über die Einkom- mens- und Vermögenssituation des Beschwerdeführers der Bemessung der Besteuerungsgrundlage dienen. Die Informationen betreffend die Ge- sellschaft sind entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers relevant, da die STA darlegte, der Beschwerdeführer sei wirtschaftlich Berechtigter an dieser Gesellschaft (act. 1, S. 4; act. 2, S. 4). Folglich sind auch Infor- mationen betreffend die Bankkonten dieser Gesellschaft voraussichtlich er- heblich (vgl. E. 2.4 vorstehend). Es kann den überzeugenden Ausführun- gen der Vorinstanz gefolgt werden, die feststellte, dass die zu übermitteln- den Unterlagen geeignet sind, den dargelegten Sachverhalt zu klären und eine korrekte Besteuerung in Schweden zu ermöglichen. 3.2.4 Die Vorinstanz hat in ihrer Schlussverfügung somit richtigerweise festgestellt, dass die ersuchten Informationen für die Feststellung der Steu- erpflicht und für eine korrekte Erhebung der Besteuerungsgrundlage des Beschwerdeführers voraussichtlich erheblich sind. 3.3 3.3.1 Der Beschwerdeführer macht vorliegend sodann geltend, die STA habe nicht alle inländischen Mittel zur Informationsbeschaffung genutzt und damit das Subsidiaritätsprinzip verletzt. Da die Veranlagung des be- treffenden Jahres mehr als zwei Jahre zurückliege, sei die STA nach schwedischem Recht vollumfän glich beweisbelastet für die korrekte Be- steuerung, sodass sie Beweismittel nicht direkt beim Beschwerdeführer A-5123/2022 Seite 14 einverlangen dürfe. Der Beschwerdeführer sei seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen, es sei die STA, die nicht auf ein Schreiben des Beschwer- deführers vom 22. Februar 2022 reagiert habe. 3.3.2 Die Vorinstanz argumentiert, die STA habe erklärt, alle üblichen Aus- kunftsquellen ausgeschöpft zu haben, soweit diese nicht mit einem unver- hältnismässigen Aufwand verbunden sind. Zudem habe die STA ausge- führt, der Beschwerdeführer habe sich nicht kooperativ verhalten und die verlangten Informationen nicht mitgeteilt. Für sie bestehe vorliegend kein Anlass für Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussagen. Die Ausführungen des Beschwerdeführers seien als blosse Gegenbeha uptungen einzuord- nen. 3.3.3 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips ( vgl. E. 2.3 vor- stehend) besteht grundsätzlich kein Anlass, an der Erklärung der STA (act. 1, S. 4 f.; act. 2, S. 4) zu zweifeln, wonach sie alle möglichen Mittel ausgeschöpft habe, um an die notwendigen Informationen in Schweden zu gelangen (Subsidiaritätsprinzip, vgl. E. 2.5 vorstehend) . Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe im Verfahren vor der STA hinreichend mit- gewirkt, vermag es nicht, ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Erklä- rung der STA zu begründen. Der Beschwerdeführer trägt denn auch gerade nicht vor, er habe der STA die ersuchten Informationen zur Verfügung ge- stellt. Auch das erwähnte Schreiben des Beschwerdeführers an die STA vom 22. Februar 2022 wurde nicht eingereicht. Den Ausführungen des Be- schwerdeführers ist zu entnehmen, dass er der Auffassung ist, aufgrund der Beweislastverteilung im schwedischen Verfahren keiner (weitergehen- den) Mitwirkungspflicht zu unterstehen, weshalb die STA die gewünschten Informationen nicht von ihm verlangen dürfe. Aufgrund dessen hatte die STA keinen Anlass davon auszugehen, dass die Ansetzung einer weiteren Frist zum gewünschten Erfolg führen würde. Letztlich stellte sie die Amts- hilfeersuchen erst am 1. Juli 2022 (act. 1; act. 2) und somit mehrere Mo- nate später. Die Schlussfolgerung der STA, wonach sie sämtliche Mittel ausgeschöpft habe, um in Schweden an die geforderten Informationen zu gelangen, ist vor diesem Hintergrund nicht zu bezweifeln. 3.3.4 Dem Beschwerdeführer gelingt es nach dem Gesagten nicht, die Er- klärung der STA in Zweifel zu ziehen, weshalb in Anwendung des völker- rechtlichen Vertrauensprinzips davon auszugehen ist, dass die STA alle in ihrem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel aus- geschöpft hat. Somit ist das Subsidiaritätsprinzip vorliegend eingehalten. A-5123/2022 Seite 15 3.4 3.4.1 Der Beschwerdeführer trägt letztlich vor, dass die STA mit den vorlie- genden Amtshilfeersuchen versuche, an Informationen zu gelangen, die sie nach inländischem Recht nicht direkt vom Beschwerdeführer einverlan- gen dürfe, weshalb die Amtshilfeersuchen rechtsmissbräuchlich seien. 3.4.2 Die Vorinstanz erwidert, Fragen betreffend das schwedische Pro- zessrecht und die Beweislastverteilung im schwedischen Steuerrecht seien nicht im Amtshilfeverfahren zu beantworten. Der Beschwerdeführer müsse diese Arg umente vor den zuständigen ausländischen Behörden vortragen. 3.4.3 Die beiden Amtshilfeersuchen der STA wurden formell korrekt gestellt (vgl. E. 2.2 und E. 3 vorstehend). Die STA machte alle erforderlichen An- gaben. Es liegen keine Hinweise vor, die die Amtshilfe ersuchen rechts- missbräuchlich erscheinen liessen. Insbesondere sind auch die voraus- sichtliche Erheblichkeit und die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips ge- geben (vgl. E. 3.2 und 3.3). Der Einwand ist folglich nicht im vorliegenden Verfahren, sondern vor d en schwedischen Behörden vorz utragen (E. 2.6 vorstehend). 3.4.4 Damit ist vorliegend keine Rechtsmissbräuchlichkeit der gestellten Amtshilfeersuchen ersichtlich. 3.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine Argumente vortragen konnte, die die angefochtene Verfügung fehlerhaft erscheinen liesse. Die Voraussetzungen für die Gewährung der Amtshilfe sind erfüllt. Die Amtshilfeersuchen wurden formell korrekt gestellt, es be- stehen genügende Anhaltspunkte für eine unbeschränkte Steuerp flicht in Schweden und die gewünschten Informationen sind voraussichtlich erheb- lich. Das Subsidiaritätsprinzip ist eingehalten. Nach dem Gesagten ist die Amtshilfeverpflichtung der Schweiz im vorliegenden Fall gegeben. Die Be- schwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 4. 4.1 Ausgangsgemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfah- renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 5'000.– festzulegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und E ntschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte A-5123/2022 Seite 16 Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zur Bezahlung dieser Kosten zu ver- wenden. 4.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 5. Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer- sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge- richt weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli- cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht. A-5123/2022 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Be- zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Jürg Steiger Katharina Meienberg A-5123/2022 Seite 18 Rechtsmittelbelehrung: Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, wenn sich eine Recht sfrage von grund- sätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung er- füllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis- mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, bei- zulegen (Art. 42 BGG). Versand: A-5123/2022 Seite 19 Zustellung erfolgt an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)