B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2226/2012 U r t e i l v o m 9 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richter Gérald Bovier; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. März 2012 / N (…). D-2226/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge gelangte der Beschwerdeführer am 30. März 2009 in die Schweiz, wo er am gleichen Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nachsuchte. Dazu wurde er am 2. April 2009 im EVZ C._______ befragt (Kurzbefragung) und am 14. April 2009 am selben Ort angehört (Anhörung). A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen ge l- tend, er sei tamilischer Ethnie und stamme aus dem Distrikt Jaffna. Er habe LTTE[Liberation Tigers of Tamil Eelam] -Mitglieder mit Essen ve r- sorgt und sie beherbergt. Zudem habe er im Jahre 2003 sieben Tage an einem Training der LTTE teilgenommen. Am 10. August 2006 sei sein Freund D._______, der die LTTE unterstützt habe, von der sri -lankischen Armee festgenommen worden. Da er (Beschwerdeführer) befürchtet h a- be, von D._______ verraten zu werden, habe er sich noch am selben Tag bei seinem Onkel versteckt. Am folgenden Tag habe sich die sri-lankische Armee bei ihm zu Ha use nach ihm erkundigt, weshalb er noch am gle i- chen Tag nach Colombo gezogen sei. Dort sei er von den sri -lankischen Sicherheitsbehörden zusammen mit weiteren Personen im September 2006, im Juni 2007 sowie im Januar 2008 wegen des Verdachts, ein LTTE-Mitglied zu sein beziehungsweise diese Organisation unterstützt zu haben, festgenommen worden. Sie hätten der Polizei jedes Mal Geld ge- geben und einen Anwalt engagiert. Nach zwölf, fünfzehn beziehungswei- se siebenundzwanzig Tagen sei er vom Gericht jeweils aus Mangel an Beweisen freigelassen worden, da die Polizei dem Gericht jedes Mal ein Schreiben ausgehändigt habe, auf dem gestanden sei, dass gegen ihn nichts vorliege. Da er sich vor weiteren Festnahmen durch die sri -lanki- schen Sicherheitsbehörden gefürchtet habe, sei er am 28. März 2009 von Colombo via Doha nach Mailand geflogen, von w o er per Auto in die Schweiz gelangt sei. Bezüglich der weiteren Asylvorbringen des B e- schwerdeführers wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. A.c Im Verfahren vor der Vorinstanz reicht e der Beschwerdeführer eine sri-lankische Identitätskarte, eine "Detention At testation" des ICRC vom 27. Februar 2008, eine Registrationskarte des ICRC sow ie sri-lankische Gerichtsakten ein. D-2226/2012 Seite 3 B. B.a Mit Verfügung vom 22. März 2012 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. B.b Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Vor- bringen des Beschwerdeführers müssten vor dem Hintergrund der allg e- mein angespannten Situation betrachtet werden, die während des Bü r- gerkrieges geherrscht habe. Tamilen und Tamilinnen seien von lokal b e- dingten Verfolgungsmassnahmen seitens der sri -lankischen Sicherheits- kräfte und der mit ihnen verbündeten bewaffneten Gruppen besonders betroffen gewesen. Die Situation in Sri Lanka stelle sich heute jedoch an- ders dar. Seit dem Ende des Bürgerkrieges im Mai 2009 befinde sich das gesamte Land wieder unter Regierungskontrolle und es sei zu keinen ter- roristischen Aktivitäten der LTTE mehr gekommen. Die Sicherheits - und Menschenrechtslage sei zwar noch nicht in allen Teilen des Landes z u- friedenstellend, doch sei die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entfü h- rungen, Verschleppungen und Tötungen erheblich zurückgegangen. Die LTTE sei am Ende des Krieges vernichtend geschlagen worden und ve r- füge über keine handlungsfähige Struktur mehr. Auch der Einfluss der bewaffneten Gruppen habe seit dem Ende des Bürgerkrieges stark a bge- nommen. Zudem würden Übergriffe auf die Zivilbevölkerung von Seiten krimineller Einzeltäter oder bewaffneter Gruppen in der Regel von den zuständigen Behörden geahndet. Es treffe zwar durchaus zu, dass die sri-lankischen Behörden auch nach dem Ende der kriegerischen Ausei- nandersetzungen alles daran setzten, ein Wiedererstarken der LTTE zu verhindern und deshalb nach wie vor gegen ehemalige Kämpfer und Füh- rungspersönlichkeiten der LTTE vorgingen. Der Beschwerdeführer habe allerdings nie geltend gemacht, ein aktives oder sogar führendes Mitglied der LTTE gewesen zu sein. Er habe die LTTE lediglich mit Lebensmitteln unterstützt und im Jahre 2003 an einem einwöchigen Training teilg e- nommen. Er habe zudem angegeben, er sei bei seinen Festnahmen zw i- schen 2006 un d 2008 durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte in C o- lombo jeweils dem Gericht vorgeführt und freigelassen worden. Zudem habe er im Jahre 2008 einen Pass ausgestellt erhalten. Dies mache deut- lich, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt von den sri-lankischen Behörden nicht mehr ernsthaft verdächtigt worden sein könne, die LTTE aktiv zu un- terstützen. Denn gemäss Erkenntnissen des BFM werde in Sri Lanka g e- gen Personen, die ernsthaft im Verdacht stünden, eine Gefahr für die S i- cherheit des sri -lankischen Staates darzustellen, konsequent behördl i-D-2226/2012 Seite 4 cherseits vorgegangen. Dies sei jedoch beim Beschwerdeführe r nicht der Fall gewesen. In seinen Schilderungen fänden sich zudem keine Hinwe i- se dafür, dass die sri -lankischen Behörden heute – fast drei Jahre nach dem Ende de s Bürgerkrieges – ein ernsthaf tes Interesse daran haben sollten, gerade ihn zu verfolgen. Angesicht seines geringen politischen Profils sei nicht davon auszugehen, dass er zum jetzigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von as ylrelevanten Schwie rigkeiten be- droht sei. Die Vorbringen des Beschwerdeführers seien daher asylrech t- lich unbeachtlich. Auch die ins Recht gelegten Beweismittel vermöchten keine asylrelevante Verfolgung des Beschwerdef ührers durch die sri - lankischen Behörden zu belegen. Seine Vorbringen hielten daher den An- forderungen an die Flüchtlingseigenschaft ge mäss Art. 3 des Asylgese t- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeic h- nen. Für die weit ere Begründung wird auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen. C. Mit Beschwerde vom 23. April 2012 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die nachst e- hend aufgeführten Anträge stellen: 1. Die Verfügung des BFM vom 22. März 2012 sei aufzuheben und die Sache sei zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserhebl i- chen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. 2. Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 22. März 2012 aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzuste l- len. Es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 3. Eventuell sei die Verfügung des BFM vom 22. März 2012 betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegw ei- sungsvollzugs festzustellen. 4. Vor Gutheissung der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde sei dem unterzeichnenden Anwalt eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anz u- setzen. 5. Dem unter zeichnenden Anwalt sei zudem mitzuteilen, welcher Bu n- desverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und we l- cher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instrukt i- on im vorliegenden Verfahren betraut sei und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken würden. D-2226/2012 Seite 5 Auf die Begründung der Beschwerdebegehren wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Mit der Rechtsmittelschrift wurde eine Vielzahl von Berichten über die S i- tuation in Sri Lanka zu den Akten gereicht. D. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters des Bundesverwaltung s- gerichts vom 3. Mai 2012 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleic h- zeitig verfügte der Instruktionsrichter, dass der Beschwerdeführer bis zum 18. Mai 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu bezahlen habe. E. Mit Eingabe vom 18. Mai 2012 beantragte der Rechtsvertreter namens des Beschwerdeführers, dieser sei von der Bezahlung der Verfahrenskos- ten zu befreien, eventuell sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Mit der Eingabe wurde eine Fürsorgebestätigung vom 14. Mai 2012 sowie eine Kostennote vom 18. Mai 2012 eingereicht. F. Mit Verfügung vom 15. Juni 2012 hob der Instruktio nsrichter des Bundes- verwaltungsgerichts die Dispositivziffer 2 der Zwischenverfügung vom 3. Mai 2012 wiedererwägungsweise auf und verfügte, dass über das G e- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vo m 20. Dezember 1968 über das Ve r- waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) im Endentscheid befunden und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet werde. Gleichzeitig lud der Instruktionsrichter die Vorinstanz zur Einreichung einer Stellun g- nahme ein. G. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 16. Juli 2012 an seiner Ver- fügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Stellung- nahme der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer am 24. Juli 2012 in Kopie zur Kenntnisnahme zugestellt. H. Mit Eingabe v om 27. Juli 2012 liess der Beschwerdeführer drei Internet- berichte über die Situation in Sri Lanka zu den Akten reichen. D-2226/2012 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd eführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahmekonstellation liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG , dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der B e- schwerdeführer hat am V erfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz - würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist s o- mit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Das Ersuchen um Mitteilung, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren betraut ist und welc he Richter an einem Entscheid weiter mitwirken we r-D-2226/2012 Seite 7 den, ist mit Ergehen des vorliegenden Urteils in der Hauptsac he gegen- standslos geworden. 4. 4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rechtsbegehren erhoben. Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. En t- scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspfleg e, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4.2 4.2.1 In der Rechtsmittelschrift wird einerseits gerügt, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt, da sie ihn letztmals im April 2009 angehört habe. Seither seien drei Jahre vergangen und die Situation in Sri Lanka präsentiere sich heute – nach Beendigung d es Bürgerkrieges – wesentlich anders als damals. Angesichts des Grundsat- zes, dass die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft stets vor dem Hi n- tergrund der aktuellen Situation erfolgen müsse, hätte der Beschwerd e- führer vor Erlass der angefochtenen Verfügung "zwingend" erneut zu sei- ner aktuellen Gefährdungssituation angehört werden müssen oder es hät- te ihm zumindest die Möglichkeit eingeräumt werden sollen, zu seiner ak- tuellen Gefährdung schriftlich Stellung zu nehmen. 4.2.2 Bezüglich dieser Rüge ist festzuhalten , dass die Untersuchung s- pflicht der Behörden ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht eines G e- suchstellers findet (vgl. Art. 8 AsylG), der auch die Substanziierungslast trägt (vgl. Art. 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwer- deführer nach seiner letzten Befragung (Anhörung vom 14. April 2009) bis zum Ergehen der angefochtenen Verfügung keine aktuellen Ereignisse zu Handen des BFM zu vermelden hatte, weshalb das Bundesamt zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm und insbesondere darauf verzichte- te, den Beschwerdeführer nochmals anzuhören oder ihm Gelegenheit zu geben, schriftlich Stellung zu nehmen. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges erheblich geändert hat, zumal die Vorinstanz be- züglich dieser Veränderung ausreichend informiert ist. Nach dem Gesa g- ten erweist sich die Rüge, wonach die Vorinstanz das rechtliche Gehör D-2226/2012 Seite 8 des Beschwerdeführers verletzt habe, da sie ihn nicht nochmals angehört respektive ihm keine Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme geg e- ben habe, als unbegründet. 4.3 4.3.1 Im Weiteren wird in der Rechtsmittelschrift gerügt, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, indem sie es unterlassen habe, in der Verfügung zu erwähnen und som it auch zu würdigen, dass der B e- schwerdeführer klar vorgebracht habe, dass er jeweils nur nach der B e- zahlung eines Bestechungsgeldes aus der Haft entlassen worden sei. 4.3.2 Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen , das s sich das BFM bei der Begründung seiner Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken durfte und nicht gehalten war, sich au s- drücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung auseinander zu setzen (BGE126 I 97 E. 2.b S.102 f.). Sodann ist festzustellen, dass den Akte n keine Hinweise zu entnehmen sind, wonach das BFM den Sachverhalt ungenügend festgestellt beziehungsweise sich mit diesem nicht ausein- ander gesetzt hätte. Es ist in di esem Zusammenhang festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfa hren vorgebrachten Verfolgungsvorbringen von der Vorinstanz zu Recht als nicht asylrelevant beurteilt wurden (vgl. nachfolgend E. 5.5.4 f.). Die vom Beschwerdeführer erhobene Rüge, die Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung ihre Begründungspflicht verletzt, ist daher unbegründet. 4.4 In der Eingabe vom 27. Juli 2012 wird ausserdem moniert, das BFM habe im Rahmen seiner Vernehmlassung seine Begründungspflicht ve r- letzt, da es sich nicht effektiv mit den klaren Ausführungen und Rügen in der Beschwerde ause inander gesetzt habe. Diesbezüglich ist festzuha l- ten, dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 15. Juni 2012 lediglich zu e i- ner Stellungnahme eingeladen wurde (Art. 57 Abs. 1 VwVG) und die Vo r- instanz demnach nicht gehalten war , sich in ihrer Vernehmlassung vom 16. Juli 2012 detailliert mit den Ausführungen und Rügen in der B e- schwerde auseinanderzusetzen, weshalb auch diese Rüge sich als u n- begründet erweist. 4.5 4.5.1 In der Beschwerde wird überdies gerügt, das BFM habe das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich Sri Lanka (BVGE 2011/24) nicht berücksichtigt und dadurch den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig abge klärt. So habe die Vorinstanz das Profil D-2226/2012 Seite 9 des Beschwerdeführers und seine asylrelevante Gefährdung nicht korrekt erfasst und die notwendigen Abklärungen nicht getätigt. Insbesondere habe sie es versäumt abzuklären, was mit denjenigen Personen gesch e- hen sei, die von D._______ verraten worden seien. Zudem habe sie es unterlassen, dem Beschwerdeführer Fragen zu Folterungen zu stellen sowie medizinische Abklärungen zu allfälligen daraus resultierenden ge- sundheitlichen Folgen zu veranlassen. 4.5.2 Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfü- gung nicht explizit auf das zitierte Urteil Bezug nimmt. Daraus kann j e- doch nicht gefolgt werden, dass das BFM die diesbezügliche Rechtspr e- chung des Bundesverwaltungsgerichts nicht berücksichtigt hätte. Es ist festzustellen, dass das Bundesamt in sein er Verfügung vom 22. März 2012 ausführte, in den Schilderungen des Beschwerdeführers fänden sich keine Hinweise dafür, dass die sri -lankischen Behörden heute – fast drei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges – ein ernsthaftes Interesse daran haben sollten, gerade ihn zu verfolgen, woraus erhellt, dass die Vorinstanz sehr wohl die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der in BVGE 2011/24 aufgeführten Risikoprofile geprüft hat. Zur Rüge, das Bundesamt habe es versäumt abzuklären, was mit denjenigen Personen geschehen s ei, die von D._______ verra- ten worden seien, ist Folgendes festzuhalten: Die Behörden sind lediglich verpflichtet, den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen und dazu gegebenenfalls weitere Untersuchungs - und Be weismassnahmen anz u- ordnen. Als rechtserhebliche Tatsachen sind jene faktischen Grundlagen gemeint, die für die Regelung des in Frage stehenden Rechtsverhältni s- ses – vorliegend die Frage n der Flüchtlingseigenschaft und der Gewä h- rung des Asyls sowie jene der Wegweisung und dessen Vollzugs – rele- vant sind. Sachverhaltselemente, die für den Ausgang des Verfahrens nicht wesentlich sind, brauchen nicht erhoben zu werden ( CHRISTOPH AU- ER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Ko m- mentar zum Bu ndesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Z ü- rich/St. Gallen 2008, Art. 12 N. 2). Da der Situation der angeblich von D._______ verratenen Personen in casu für die Beurteilung der Flüch t- lingseigenschaft des Beschwerdeführers keine entscheidende Bedeutung zukommt, sah die Vorinstanz zu Recht davon ab, diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen. Hinsichtlich der Rüge, das Bundesamt habe es unterlassen, dem Beschwerdeführer Fragen zu Folterungen zu stellen sowie medizinische Abklärungen zu allfälligen daraus resultierenden g e- sundheitlichen Folgen zu veranlassen, ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung zu Protokoll gab, während D-2226/2012 Seite 10 seiner Inhaftierung seien keine ihn betreffenden speziellen Ereignisse vorgefallen (A 7/14 F86 f.), weshalb die Vorinstanz davon ausgehen durf- te, der Beschwerdeführer sei während seiner Haft nicht gefoltert worden. Sie war daher auch nicht verpflichtet dem Beschwerdeführer diesbezügli- che Fragen zu stellen sowie medizinische Abklärungen zu allfällig en dar- aus resultierenden gesundheitlichen Folgen zu veranlassen. Nach dem Gesagten erweist sich auch die Rüge, die Vorinstanz habe das Profil des Beschwerdeführers und seine asylrelevante Gefährdung nicht korrekt erfasst und die notwendigen Abklärungen nicht getätigt, als unbe- gründet. 4.6 4.6.1 In der R echtsmittelschrift wird ausserdem vorgebracht, das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig a b- geklärt, da es keine länderspezifischen Informationen in der Sache be i- gezogen habe. 4.6.2 Die Rüge, das BFM habe sich bei der Entscheidfindung auf keine länderspezifische Informationen gestützt und damit den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig und nicht richtig abgeklärt, entbehrt jeder Grundlage. Vielmehr kann – insbesondere auch in B erücksichtigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/24) – der an- gefochtenen Verfügung nicht entnommen werden, inwiefern das BFM die aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung ke i- ne Länderberichte erwähnt wurde n und sich keine solchen in den Akten finden, kann nicht der Schluss gezogen werden, von der Vorinstanz seien keine Länderberichte oder sonstige länderspezifische Informationen be- rücksichtigt worden. Da sich ferner das BFM mit ausreichender Begrü n- dung und unter Hinweis auf die Entwicklung der Sicherheitslage und der Lebensumstände im heutigen Zeitpunkt zum Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefochtenen Verfügung keine hinrei- chenden Anhaltspunkte zu entnehmen, welche den Schluss zuliessen, das BFM habe seine Begründ ungspflicht verletzt. Somit ist auch die in diesem Zusammenhang geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet. Sc hliesslich ist festzuhalten, dass sich der B e- schwerdeführer in der Beschwerde offensichtlich zu den in der angefoc h- tenen Verfügung festgehaltenen Argumenten ausführlich äussern konnte. D-2226/2012 Seite 11 4.7 In der Beschwerde wird im Weiteren gerügt, die Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung fälschlicherweise geltend gemacht, der Be- schwerdeführer habe sich im Jahre 2008 einen echten P ass ausstellen lassen, was eine aktenwidrige Behauptung sei, da der Beschwerdeführer anlässlich beider Befragungen überei nstimmend gesagt habe, die Au s- stellung s ei im Jah re 2006 erfolgt . Dazu ist festzustellen, dass der B e- schwerdeführer tatsächlich bei den Befragungen jeweils vorbrachte, er habe sich im Jahre 2006 einen Pass ausstellen lassen. Die Vorinstanz hat somit in der angefochtenen Verfügung zu Un recht ausg eführt, die Passausstellung sei im Jahre 2008 erfolgt . Aufgrund der gesamten U m- stände ist diese zu Recht gerügte Ungenauigkeit im vorliegenden Fall je- doch nicht von wesentlicher Bedeu tung (vgl. dazu nachfolgend E. 5.5.4). Es rechtfertigt sich daher nicht, die angefochtene Verfügung deswegen aufzuheben. 4.8 Somit wurde vorliegend der relevante Sachverhalt entgegen der Au f- fassung des Beschwerdeführers vom BFM hinreichend abgeklärt , zumal auch keine Fragen ersichtlich sind, die einer näheren Prüfung bedürfen. Die Rüge des Beschwerdeführers, der Sachverhalt sei unvollständig e r- hoben worden, erweist sich daher nicht als stichhaltig. Folglich ist das Begehren des Beschwerdeführers, wonach die Verfügung des BFM vom 22. März 2012 aufzuheben und die Sache zur Feststellun g des vollstä n- digen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurte i- lung an das BFM zurückzuweisen sei, abzuweisen. Nach dem Gesagten erweisen sich auch die beantragten weiteren Abklärungen durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Beschwerde S. 9 f.) als überflüssig. 5. 5.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob das BFM im vorliegenden Fall zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgewiesen hat. 5.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen gru nd- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthafte n Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). D-2226/2012 Seite 12 5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.4 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer den Wor t- laut der Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt hat und sich deshalb seine Aussagen entgegenhalten lassen muss, zumal er die übersetze n- den Personen bei beiden Befragungen gut verstanden habe n will (vgl. BFM-Akten A 2/11 S. 9, A 7/14 S. 2). 5.5 5.5.1 Im Verfahren vor der Vorinstanz machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe LTTE -Mitglieder mit Essen versorgt und sie beherbergt. Zudem habe er im Jahre 2003 sieben Tag e an einem Training der LTTE teilgenommen. Am 10. August 2006 sei sein Freund D._______, der die LTTE unterstützt habe, von der sri -lankischen Armee festgenommen worden. Da er (Beschwerdeführer) befürchtet habe, von D._______ verraten zu werden, habe er sich noch am selben Tag bei sei- nem Onkel versteckt. Am folgenden Tag habe sich die sri -lankische Ar- mee bei ihm zu Hause nach ihm erkundigt, wes halb er noch am gleichen Tag nach Colombo gezogen sei. Dort sei er von den sri -lankischen Si- cherheitsbehörden im September 2006, im Ju ni 2007 sowie im Januar 2008 wegen des Verdachts, ein LTTE -Mitglied zu sein beziehungsweise diese Organisation unterstützt zu haben , festgenommen worden. Vom Gericht sei er jeweils aus Mangel an Beweisen freigelassen worden, da die Polizei dem Gericht ein Schreiben ausgehändigt habe, auf dem g e- standen sei, dass gegen ihn nichts vorliege. 5.5.2 Zusätzlich zu diesen im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemach- ten Verfolgungsvorbringen bringt der Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens weitere Asylgründe vor. So führt er in der Rechts- mittelschrift aus, sein Engagement für die LTTE habe nicht nur die Unte r- stützung durch Lebensmittel und Obdach für LTTE -Mitglieder umfasst, sondern auch das Verstecken von Waffen (in den Jahren 2005 bis 2006) . Die Anweisungen hätten sie jeweils von Leuten der Charles Anthony Truppe erhalten. Er sei überzeugt, dass sein Engagement für die Charles Antohny Truppe und seine Unterstützung durch das Verstecken von Waf-D-2226/2012 Seite 13 fen in den Akten der LTTE festgehalten worden sei. Er befürchte deshalb, dass die sri-lankischen Behörden in der Zwischenzeit mit höchster Wah r- scheinlichkeit über dieses frühere Engagement Be scheid wüssten und deshalb die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wegen Beteili gung an Terror- aktivitäten der LTTE in jed em Fall wieder aufnehmen würden. Dass die sri-lankischen Behörden heute über seine Aktivitäten für die LTTE Kenn t- nis hätten sei auch deshalb wahrscheinlich, da D._______, der mit ihm Waffen versteckt habe, heute noch in Haft sei und ihn in der Zwischenzeit mit grosser Wahrscheinlichkeit verraten habe. Zudem macht der Be schwerdeführer in der Rechtsmittelschrift nunmehr geltend, er habe während seiner Inhaftierung Misshandlungen erlitten, weswegen er Anzeichen einer Traumatisierung aufweise. 5.5.3 Hinsichtlich di eser erst auf Beschwerdestufe geltend gemachten Verfolgungsvorbringen ist vorab festzustellen, dass diese als nachg e- schoben und daher unglaubhaft zu beurteilten sind. Anlässlich der Befr a- gungen erwähnte der Beschwerdeführer mit keinem Wort, dass er Waffen für die LTTE versteckt habe beziehungsweise während seiner Inhafti e- rung misshandelt worden sei , obwohl er ausreichend Gelegenheit dazu gehabt hätte. Weil es sich dabei bezüglich seiner Asylgründe um bede u- tende Ereignisse ge handelt hat , wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er diese Vorfälle bereits anlässlich der Befragungen erwähnt hätte, zumal er bei der Anhörung bestätigt e, dass er alle Asylgründe habe dar- legen können (A 7/14 F117). Zudem wurde er anlässlich der Befragung beziehungsweise Anhörung ausdrücklich auf seine Mitwirkungs- respekti- ve Wahrheitspflicht aufmerksam gemacht. Ebenso wurde er zu Beginn auf die Verschwiegenheitspflicht der anwesenden Personen hingewiesen (A 2/11 S. 2, A 7/14 S. 2 ). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer auch keine Beweise für das von ihm angeblich durch- geführte Verstecken von Waffen beziehungsweise die erlittenen Mis s- handlungen vorlegte. Nach dem Gesagten ist daher davon auszugehen, dass es sich bei d er Behauptung des Beschwerdeführers, er haben für die LTTE Waffen versteckt, weshalb er zusätzlich gefährdet sei, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka als LTTE-Unterstützer verfolgt zu werden, ledig- lich um ein Konstrukt handelt. Dasselbe gilt auch für das Vorbringen, er sei während seiner Inhaftierung misshandelt worden. Es erübrigt sich da- her, weiter auf die diesbezüglichen Vorbringen einzugehen. 5.5.4 Bezüglich der vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Verfolgungsvorbringen ist übereinstimmend mit der D-2226/2012 Seite 14 Vorinstanz festzustellen, dass diese nicht asylrelevant sind . Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er befürchte, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka weiterhin als LTTE -Unterstützer verdächtigt und deswegen i n- haftiert zu werden, ist Folgendes festzuhalten: Aus Quellen und Berichten unabhängiger Institutionen und Organisationen geht hervor, dass die Wahrscheinlichkeit einer konkreten asylrechtlich relevanten Gefährdung (auch) zum heutigen Zeitpunkt ein entsprechendes Profil der betreffenden Person voraussetzt. Dabei ist der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, nicht als ausreichendes Kriterium für eine so l- che Gefährdungswahrscheinlichkeit aufzufassen. Aufgrund der in den ehemals von den LTTE kontrollierten Gebieten von dieser Organisation aufgebauten Strukturen ist vielmehr davon auszugehen, dass praktisch die gesamte dortige Bevölkerung in bestimmter Weise entsprechende Kontakte aufwies (vgl. anstelle vieler etwa Amnesty International [AI], Re- port 2012, London 2012, S. 314 ff. [AI-Index: POL 10/001/2012]; dies., Sri Lanka: Locked away: Sri Lanka's security detainees, London 2012 [AI - Index: ASA 37/003/2012]; Human Rights Watch, World Report 2012, New York 2012, S. 388 ff.; International Crisis Group, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colo m- bo/Brüssel 2012; Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH), Sri Lanka: Situa- tion für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011). Bezüglich des Be- schwerdeführers ist festzuhalten, dass er gemäss seinen Angaben LTTE- Mitglieder mit Essen versorgt und sie beherbergt hat. Zudem will er im Jahre 2003 an einem siebentägigen Training der LTTE teilgenommen ha- ben. Sonst habe er nichts für die LTTE gemacht (A 7/14 F52 f.) Aus die- sen Angaben resultiert, dass er vor seiner Ausreise aus Sri Lanka zwar gewisse Kontakte mit den LTTE aufwies. Jedoch gingen diese Kontakte nicht in wesentlicher Weise über das hinaus, was ein grosser Teil der l o- kalen Bevölkerung in den nördlichen und östlichen tamilischen Sie d- lungsgebieten Sri Lankas in jenem Zeitraum erlebte. Eine besondere pe r- sönliche Exponiertheit, die auch zum heutigen Zeitpunkt zu einer spezi fi- schen Gefährdung des Beschwerdeführers führen würde, ist aufgrund dieser Kontakte nicht anzunehmen. Gegen ein heute noch bestehendes Verfolgungsinteresse der sri -lankischen Behörden am Beschwerdeführer spricht auch die Tatsache, dass er in den Jahren 200 6, 2007 und 2008 dreimal bereits nach wenigen Wochen vom Gericht aus Mangel an B e- weisen freigelassen wurde, nachdem er wegen des Verdachts, ein LTTE- Mitglied zu sein beziehungsweise diese Organisation unterstützt zu h a- ben, festgenommen worden war. Es ist d avon auszugehen, dass der B e-D-2226/2012 Seite 15 schwerdeführer nicht dreimal jeweils schon nach wenigen Wochen vom Gericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden wäre, hätten die sri-lankischen Behörden ihn tatsächlich ernsthaft verdächtigt, die LTTE in irgendeiner Form zu unterstützen, da dies dem üblichen Vorgehen der sri- lankischen Behörden widerspro chen hätte. An dieser Einschätzung ve r- mag auch die Aussage des Beschwerdeführers nichts zu ändern, wonach er freigesprochen worden sei, da sie der Polizei Geld gegeben hätten, zu- mal nach Kenntnis des Gerichts eine Person, die ernsthaft der LTTE - Unterstützung verdächtigt wird, auch nicht gegen eine Geldzahlung vom Gericht freigesprochen wird. Es erscheint daher nicht als w ahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer wegen seiner vorübergehenden und offenbar nicht in professioneller Weise ausgeübten Hilfstätigkeit für die LTTE ein anhaltendes Verfolgungsinteresse des sri -lankischen Staats zu befürc h- ten hat. Soweit der Beschwerdeführer in der Rechtsmittelschrift geltend macht , er weise ein Risikoprofil auf, da er aus der Schweiz nach Sri Lanka zurüc k- kehren würde, ist Folgendes festzuhalten: Der Umstand, dass er sich seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asylgesuch eing e- reicht hat, vermag nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor z u- künftiger Verfolgung zu führen, da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich im nahen Umfeld der LTTE bewegt. An dieser Einschätzung vermögen auch die vom Beschwerdeführer vorgelegten Beweismittel nichts zu ändern. Dies gilt zum einen für die Vielzahl an eingereichten Be- richten, die sich entweder zur allgemeinen Situation in Sri Lanka oder zu einzelnen Fällen von Menschenrechtsverletzungen äussern und ohne konkreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen indi vi- duellen Asylvorbringen sind. Zum anderen trifft dies auch auf jene B e- weismittel zu, welche die in der Vergangenheit liegenden Inhaftierungen und Gerichtsverfahren zu belegen versuchen und aufgrund derer nicht auf eine konkrete und heute aktuelle Verfolgu ngsgefahr geschlossen werden kann. Nach dem Gesagten sind den Asylvorbringen des B eschwerdeführers – entgegen der Behauptung in der Rechtsmittelschrift – keine konkreten und stichhaltigen Hinweise zu entnehmen, dieser weise ein Risikoprofil auf, das ihn z um heutigen Zeitpunkt und unter den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen in seinem Heimatstaat als in asylrelevanter Weise gefährdet erscheinen lässt. Soweit bezüglich der Gefährdung von abgewiesenen Asylsuchenden bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auf ein Urteil des Obersten Gerichts von Grossbritannien verwiesen wird, ist fest-D-2226/2012 Seite 16 zuhalten, dass dieses für das Bundesverwaltungsgericht nicht verbindlich ist, weshalb darauf verzichtet werden kann, weiter darauf einzugehen. 5.6 Aufgrund des soeben ausgeführte n ergibt sich, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerdeschrift sowie der Eingabe vom 27. Juli 2012 betreffend Asyl und die als Beweismittel eingereichten D o- kumente näher einzugehen, zumal diese insgesamt nicht zu einem and e- ren Entscheid zu führen vermögen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in D-2226/2012 Seite 17 den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, i hr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizeri schen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem B e- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefäh r- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit b eachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art . 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK widrige Behan d- lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United King- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. D-2226/2012 Seite 18 Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Applicat ion no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heima t- land die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden in einem flüch t- lingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch ke i- ne Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus d emselben Grund eine me n- schenrechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen. Auch die allg e- meine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der W egweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Kr ieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.3.2 Im bereits erwähnten Grundsatzurteil BVGE 2011/24 vom 27. Okto- ber 2011 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Analyse der all- gemeinen, heute herrschenden Sicherheits - und politischen Lage in Sri Lanka vorgenommen und die in BVGE 2008/2 publizierte Wegweisung s- vollzugspraxis teilweise abgeändert. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee un d den LTTE im Mai 2009 die allgemeine Lage in Sri Lanka erheblich verbessert (vgl. BVGE a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist indes gebietsweise sehr unterschiedlich. So herrscht in den Gebieten, die bereits seit läng e- rer Zeit unter Regierungsko ntrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar (mit anderen Worten: die Nordprovinz unter Ausschluss des sogenannten D-2226/2012 Seite 19 "Vanni-Gebietes") keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem ist die do r- tige politische Lage nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in d ieses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeit s- kriterien auf. Nebst der allgemeinen Zumutbarkeit (u.a. sozio -ökonomi- sche und medizinische Aspekte, Kindeswohl etc.) ist dabei auch dem zeit- lichen Element gebührend R echnung zu tragen. Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Lebens - und Wohnsituation zurückgreifen kann, die im Zeitpunkt der Ausreise geherrscht hat und dem Wegwe i- sungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der le tzte Aufent- halt der betreffenden Person in der Nordprovinz indessen längere Zeit zu- rück (vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen ko n- krete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Leben s- umstände seit der Ausreise massgeblich v erändert haben können, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abz u- klären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu übe r- prüfen. In diesem Zusammenhang erscheinen namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebl i- che Faktoren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vorliegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsa l- ternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo zu prüfen (vgl. BVGE a.a.O. E. 13.2.1). 7.3.3 Gestützt auf diese Beurteilung der allgemeinen, heute herrsche n- den Sicherheits- und politischen Lage in Sri Lanka sowie nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerd e- führers im heutigen Zeitpunkt zumutbar ist. An dieser Einschätzung ve r- mögen auch die von ihm im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eing e- reichten Berichte bezüglich der Situation in Sri Lanka nichts zu ändern , da sich ihnen nicht eine wesentlich andere Beurteilung der Lage in Sri Lanka entnehmen lässt. Es erübrigt sich daher, darauf weiter einzugehen. Der Beschwerdeführer stammt aus dem Distrikt Ja ffna, wo er von Geburt bis im August 2006 zusammen mit seiner Familie wohnte (A 2/11 S. 1). D-2226/2012 Seite 20 Anlässlich der Kurzbefragung gab er zu Protokoll, seine Eltern sowie se i- ne (…) Geschwister lebten in Jaffna (A 2/11 S. 3). Es liegen keine aktuel- leren Erkenntnisse vor, die zur Annahme führten, dass die Familienang e- hörigen des Beschwerdeführers sich heute nicht mehr im Distrikt Jaffna aufhalten würden. In Erwägung zu ziehen ist ausserdem, dass der B e- schwerdeführer gemäss eigenen Aussagen über eine gute Schulbildung verfügt und in Sri Lanka jahrelang als (…) tätig war. Soweit in der Rechtsmittelschrift geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer leide aufgrund erlittener Folter unter psychischen Problemen, ist festz uhalten, dass er es trotz Zumutbarkeit – befindet er sich doch schon seit dem 30. März 2009 in der Schweiz – und der ihm obliegenden Mitwirkung s- pflicht (Art. 8 AsylG) bis heute unterlassen hat, diese vorgebrachten g e- sundheitlichen Beschwerden mit einem ärztlichen Zeugnis zu belegen. Daher ist da von auszugehen, dass er unter keinen nennenswerten g e- sundheitlichen Problemen leidet. Es erweist sich somit, dass der Beschwerdeführer die vom Bundesve r- waltungsgericht in BVGE 2011/24 bezüglich der Zumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs nach Sri Lanka formul ierten Kriterien erfüllt. Er wird nach der Rückkehr in sein Heimatland sowohl auf die Unterstützung se i- ner im Distrikt Jaffna lebenden Verwandten zählen können und bei ihnen eine Unterkunftsmöglichkeit vorfinden, als auch in Zukunft in der Lage sein, sich dank seiner beruflichen Kenntnisse wieder wirtschaftlich zu i n- tegrieren. Zur Überbrückung allfälliger Anfangsschwierigkeiten kann er beim BFM Rückkehrhilfe beantragen. Insbesondere genügen bloss sozia- le und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die an sässige Bevölke- rung im Allgemeinen betroffen ist, nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2 , BVGE 2010/41 E. 8.3.6 ). Somit ist nicht anzunehmen, dass der B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine existen- zielle Notlage geraten wird. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 ), weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht als unmöglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten D-2226/2012 Seite 21 fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, da ss die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. 9.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wä ren die Kosten dem mit seinen Begehren unterlegenen Beschwerdeführer zu überbinden (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser hat aber mit Eingabe vom 18. Mai 2012 ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt. G e- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit di e Beschwerdeinstanz nach Einre i- chung der Beschwerde eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Dem Beschwerdeführer kann nicht vorgehalten werden, seiner Beschwerde habe es im Zeitpunkt der Bea n- tragung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Blick auf die Erfolgsaussich- ten an der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). Zudem wird seine prozessuale Bedürftigkeit du rch die eing e- reichte Fürsorgebestätigung vom 14. Mai 2012 hinreichend belegt. Damit sind beide kumulativ erforderlichen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege ist deshalb gutzuheissen, und der Beschwerdeführer ist von der Pflicht zur Kostentragung zu befreien. Infolgedessen sind ihm trotz seines Unterliegens keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist keine Parteientschädigung ausz u- richten. (Dispositiv nächste Seite) D-2226/2012 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: