B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4226/2013 U r t e i l v o m 2 5 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), unbekannter Staatsangehörigkeit, vertreten durch lic. iur. Monique Bremi, Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. Juli 2013 / N (…). D-4226/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge den Heima t- staat am 15. Dezember 2012 Richtung Nepal und gelangte am 19. Fe b- ruar 2013 in die Schweiz, wo sie am folgenden Tag um Asyl nachsuchte. Im Rahmen der am 8. März 2013 durchgeführten Kurzbefragung im Emp- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ führte die Beschwerd e- führerin im Wesentlichen aus, sie sei tibetischer Ethnie und stamm e aus dem Dorf (…), Gemeinde (…), Kreis (…), Präfektur (…), Autonome Regi- on Tibet, Volksrepublik China. Ihre Eltern seien früh verstorb en, weshalb sie im Alter von drei Jahren vom Onkel mütterlicherseits und dessen Ehe- frau aufgenommen worden sei. Sie habe nie eine Schule besucht. Die meiste Zeit habe sie zu Hause verbracht, den Haushalt des Onkels g e- führt und sich um die Kinder gekümmert, da die Ehefrau selten anwesend gewesen sei. In Tibet g ebe es keine Rechte. Ihnen sei es nicht erlaubt, den Dalai Lama und den Panchen Lama zu verehren. Nicht einmal deren Bilder dürften sie besitzen. Die tibetische Sprache werde als zweitklassig betrachtet. In Tibet würden sich viele Landsleute verbrennen. Sie habe darüber nachgedacht, sich selber zu verbrennen, indes habe sie den Mut dazu nicht aufgebracht. Politisch sei sie in der Heimat nie aktiv gewesen und religiös exponiert habe sie sich auch nicht. In einem Auto sei sie, ille- gal und ohne Dokumente, von (Ort 1) über (Ort 2) nach Nepal eingereist. Am 18. Februar 2013 habe sie Nepal in Begleitung eines Schleppers auf dem Luftweg verlassen und sei in ein unbekanntes Land gelangt. Von dort aus sei sie mit einem anderen Flugzeug in ein weiteres unbekanntes Land weitergeflogen und nach der Landung dort in zwei Zugsfahrten in die Schweiz weitergereist, wo sie schliesslich am 20. Februar 2013 in B._______ angekommen sei. In der Folge wurde die Beschwerdeführerin für die Dauer des Verfahrens dem Kanton C._______ zugewiesen. B. Am 21. März 2013 führte ein Experte der Fachstelle L INGUA im Auftrag des BFM mit der Beschwerdeführerin ein Telefongespräch durch und ein weiterer Experte gelangte in einer sprachlich-länderkundlichen Her- kunftsanalyse vom 22. Mai 2013 zum Schluss, die Sozialisation der B e- schwerdeführerin habe sehr wahrschei nlich in der exiltibetischen G e- meinschaft in Nepal oder Indien stattgefunden; eindeutig aber nicht im D-4226/2013 Seite 3 Dorf (…), Kreis (…), Präfektur (…), Autonomes Gebiet Tibet, Volksrepu- blik China. C. Am 10. Juni 2013 wurde die Beschwerdeführerin im Rahmen von Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) durch das Bundesamt angehört. Dabei wieder- holte sie im Wesentlichen den bereits geltend gemachte n Sachverhalt und präzisierte, in Tibet keine Religionsfreiheit zu haben. Folge man trotzdem den Belehrungen der beiden Lamas , werde man von den Ch i- nesen ins Gefängnis gesteckt. Auch habe man kein Recht, Tibetisch zu lernen. Mit ungefähr 19 oder 20 Jahren habe sie zum ersten Mal bemerkt, dass sie keine Rechte und Freiheiten habe. Dies sowie von Verbrennu n- gen habe sie immer wieder vom Onkel gehört. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Anlässlich der gleichen Anhörung wurde der Beschwerdeführerin zum Analysebericht des Experten der Fachstelle LINGUA das rechtliche Gehör gewährt. Zu den diversen Vo r- halten des BFM (u.a. Verletzung der Mitwirkungspflicht wie Verschweigen der wahren Herkunft und somit der Identität; Unkenntnisse des Her- kunftsortes und der näheren Umgebung; realitätsfremde Angaben zum Schulwesen, zu Bestattungsgebräuchen und zum tibetischen Neujahr in der Heimat; Sprachgebrauch spreche gegen die Herkunft aus Tibet) führ- te die Beschwerdeführerin zusammenfassend aus, alles, was sie gesagt habe, entspreche der Wahrheit. So habe sie es erlebt. Sie habe den gle i- chen Dialekt wie ihr Onkel, der viel nach Nepal reise, wo er (Berufsaus- übung) betreibe. Sie sei meistens zu Hause geblieben und sei selten vom Dorf weggegangen. Die meiste Zeit habe sie mit den Kindern verbracht. Sie sei nie zur Schule gegangen, weswegen sie nur wenig Chinesisch könne. D. Das BFM stell te mit Verfügung vom 5. Juli 2013 – eröffnet am 1 0. Juli 2013 – fest, d ie Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Weg - weisung de r Beschwerdeführerin aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug unter Ausschluss in die Volksrepublik China an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen aus geführt, die Vorbringen de r Be- schwerdeführerin genügten weder den Anforderungen an die Glaubha f- tigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG. Aufgrund äusserst unsubstanziierter und teilweise offensichtlich tatsachenwidriger Aussagen der Beschwerdeführerin seien grosse Zweifel an der angegebenen Herkunft, mithin auch an der Staat s-D-4226/2013 Seite 4 angehörigkeit und der illegalen Ausreise aus diesem Land aufgekommen. Deshalb sei eine Herkunfts - und Sprachanalyse durch einen externen Experten durchgeführt worden (vgl. Bst. B hiervor). Seine Schlüsse habe der Experte aus den ungenügenden Kenntnissen der Beschwerdeführerin bezüglich de r geographischen Gegebenheiten des Dorfes (…) und der näheren Umgebung gewonnen (unzutreffende Beschreibungen der vo r- herrschenden Vegetation in diesem Gebiet; Unkenntnis hinsichtlich Nachbardörfer, angrenzender Verwaltungskreise, Berge und Seen in der Region; ungenügende Kenntnisse betreffend Topographie zwischen He i- matdorf und Grenzort (Ort 2); Zuordnung zum falschen Verwaltungskreis des Dorfes (…) und der gleichnamigen Gemeinde ). Weiter sei festzuha l- ten, dass sie nur üb er mangelndes spezifisches Alltagswissen verfüge, das bei in der Region einheimischen Personen voraussetzbar wäre (v a- ge, stereotype Aussagen zur lokalen Landwirtschaft; fehlende Kenntnisse bezüglich Viehhaltung, lokaler Bestattungsgebräuche und tibetischen Ka- lenders; Unkenntnis über das Schulwesen). Sodann habe die Beschwer- deführerin gegenüber dem Experten sowie bei der Befragung tatsachen- widrige, realitätsfremd e und erfahrungswidrige Erklärungen abgegeben (Angaben im Zusammenhang mit der Identitätskarte und ihrem Aufenthalt beim Onkel und dessen Ehefrau). Hinsichtlich der Sprache habe der E x- perte festgestellt, dass die Beschwerdeführerin nicht einmal einfachstes Chinesisch sprechen könne. Weiter habe eine linguistische Analyse erge- ben, dass das gesprochene Tibetisch der Beschwerdeführerin gar nicht dem in ihrer angeblichen Heimat vorherrschenden Dialekt, sondern einer Variante des Exiltibetischen entspreche . Der tibetische Sprachgebrauch der Beschwerdeführerin sei frei von jeglichen chinesischen Lehnwörtern, welche von Tibetern in der Autonomen Region Tibet und in China ve r- wendet würden. Im Rahmen des rechtlichen Gehör habe sie dem Vorhalt der Feststellungen des Experten hauptsächlich mit Ausflüchten entge g- net. Durch die Feststellung, dass ihre Hauptsozialisation nicht in Tibet er- folgt sei, werde den von ihr geltend gemachten Ausreise- beziehungswei- se Asylgründen jegliche Grundlage entzogen. Ferner sei auf ihre in we- sentlichen Punkten unsubstanziierten und widersprüchlichen Aussagen bezüglich ihres Reisewegs hinzuweisen (Angaben zu den Umständen der Ausreise über einen offiziellen Grenzübergang , zur Reiseroute, zu Flu g- gesellschaften und -destinationen sowie zum dabei verwendeten Reise- dokument). Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur dann asylrelevant, wenn begründeter A n- lass zur Annahme bestehe, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklichen werde. Das Bu n- desverwaltungsgericht habe in seinem publizierten Leitentsch eid BVGE D-4226/2013 Seite 5 2009/29 festgehalten, illegal ausgereiste Tibeter würden verdächtigt, den Dalai Lama zu unterstützen. Sie müssten bei einer Rückkehr Haft und Misshandlung in flüchtlingsrelevantem Ausmass befürchten. Die B e- schwerdeführerin mache geltend, illegal aus China ausgereist zu sein. Im Lichte der erwähnten Rechtsprechung hätte sie demnach begründete Furcht, bei einer Rückkehr flüchtlingsrelevanten Übergriffen ausgesetzt zu sein, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen erfüllen würde. Wie bereits festgehalten, sei d ie Hauptsozialisation der Beschwerdeführerin mit grosser W ahrscheinlich- keit nicht in Tibet beziehungsweise der Volksrepublik China erfolgt. Es sei davon auszugehen, dass sie sich in ihrem Leben nie auf tibetischem be- ziehungsweise chinesischem Gebiet aufgehalten habe und sie somit – weder illegal noch legal – auch nicht von dort ausgereist sei und den ch i- nesischen Behörden als Staatsangehörige nicht bekannt sei. Die Ausfüh- rungen in BVGE 2009/29 seien dahe r auf den vorliegenden Fall nicht a n- wendbar. Es würden somit keine subjektiven Nachfluchtgründe vorliegen. Was die Frage anbelange, ob die geltend gemachte Staatsbürgerschaft allenfalls trotzdem geglaubt werden könne, so habe das Bundesverwa l- tungsgericht wiederholt festgestellt, dass eine Täuschung hinsichtlich des Orts der Hauptsozialisation per se noch keinen Beweis dafür darstelle, dass eine Person zugleich bezüglich der behaupteten Staatsbürgerschaft zu täuschen versuche. Trotzdem würden in der Praxis e ntsprechende Nichteintretensentscheide des BFM gemäss aArt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG aufgrund versuchter Identitätstäuschung vom Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich gestützt. Dies aus gutem Grund, da es gemäss Entsche i- dungen und Mitteilungen der Schweizer ischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 8 den Asylsuchenden obliege, im Rahmen ihrer Mi t- wirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG ihre Staatsbürgerschaft offenzulegen. Bei fehlenden Identitätspapieren seien – wie vorliegend – in erster Linie die Aussagen als Beweismittel zu berücksichtigen. Diese seien indessen nicht geeignet, die angegebene Staatsbürgerschaft der Beschwerdefüh- rerin glaubhaft zu machen. Da sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, könne auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Ar t. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewandt werden. Aus den Akten würden sich zudem keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass ihr im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung dro he. Die Wegweisung sei daher z u- lässig. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Staatsangeh ö- rigkeit sei sodann nicht glaubhaft und müsse als unbekannt gelten. Ein Vollzug in die Volksrepublik China w erde im vorliegenden Fall jedoch ausgeschlossen. Zudem stelle sich die Lehre auf den Standpunkt, dass D-4226/2013 Seite 6 eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht den Vollzug der Wegwe i- sung nicht verhindern könne. Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Mö g- lichkeit des Wegweisungsvollzugs sei zwar grundsätzlich von Amtes w e- gen zu prüfen. Diese Untersuchungspflicht finde jedoch ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin, die auch die Substanzii e- rungslast trage. Es könne nach ständiger Rechtsprechung des Bunde s- verwaltungsgerichts nicht Sache der Asylbehörden s ein, bei fehlenden Hinweisen seitens einer Person nach etwaigen Wegweisungsvollzugshin- dernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Aus Gründen der Rechtsgleichheit könne im vorliegenden Verfahren nicht von der ge l- tenden Praxis abgewichen werde n. Die Beschwerdeführerin habe die Folgen ihrer unglaubhaften Identitätsangabe und der Unglaubhaftigkeit ih- res Sachverhalts zu tragen, indem vermutungsweise davon auszugehen sei, es stünden einer Wegweisung in ihren tatsächlichen Heimatstaat ke i- ne Vollzugshindernisse entgegen. Hinsichtlich der Frage nach der Mö g- lichkeit eines allfälligen Wegweisungsvollzugs bei der Verheimlichung der wahren Identität könne zum heutigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, di e- ser sei von vornherein nicht möglich oder technisch nic ht durchführbar. Der Beschwerdeführerin sei zuzumuten, sich bei der zuständigen Vertr e- tung ihres Heimatlandes die allenfalls benötigten Reisepapiere zu b e- schaffen. Auch das Bundesverwaltungsgericht erachte in seiner Rech t- sprechung den Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als möglich, selbst wenn ein Gesuchsteller seine wahre Identität oder Staatsangehörigkeit verheimliche. Somit sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar. E. Mit Eingabe vom 24. Juli 2013 reichte die Beschwerdeführerin gegen die- se Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. F. Mit Zwischenverfügung vom 29. Juli 2013 teilte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin mit, sie dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Sie wurde aufgefordert, innert laufender Rechtsmittel- frist, d.h. bis zum 9. August 2013, eine Beschwerdeverbesserung einz u- reichen. Ebenfalls wurde ein Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. –, zahlbar bis zum 13. August 2013, einverlangt. Beide Anordnungen wu r- den mit der Androhung verbunden, im Unterlassungsfall auf die B e- schwerde nicht einzutreten. D-4226/2013 Seite 7 G. Mit Eingabe vom 5. August 2013 liess die nunmehr durch die im Rubrum mandatierte Beschwerdeführerin gegen den Entscheid des BFM vom 5. Juli 2013 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichen und unter Kosten - und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochte- nen Verfügung sowie die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz beantragen. Eventualiter sei die Beschwerdeführerin direkt gestützt auf die Akten als Flüchtling zu anerkennen und die Vorinstanz anzuweisen, ihm (recte: ihr) Asy l in der Schweiz zu gewähren. Subeve n- tualiter sei die Vorinstanz anzuweisen , die Beschwerdeführerin wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit der Wegweisung vorläufig aufzune h- men. Es sei eine angemessene Nachfrist zur Beschwerdeverbesserung anzusetzen. Es se i auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ve r- zichten und die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren. Zur Begründung wurde unter anderem au s- geführt, die unterzeichnende Rechtsvertreterin sei sehr kurzfristig von der Beschwerdeführerin kontaktiert worden und habe noch keine Einsicht in die Akten erhalten. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, die Beschwerde zu begründen. H. Mit Zwischenverfügung vom 9. August 2013 – eröffnet am 13. August 2013 – wurde die Be schwerdeführerin aufgefordert, innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung eine Beschwerdeverbesserung einzureichen, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall auf die Beschwerde nicht einzutreten. I. Mit Eingabe vom 9. August 2013 wurde die Beschwe rdeverbesserung nachgereicht. Die Rechtsbegehren erweisen sich – von geringfügigen re- daktionellen Änderungen abgesehen – inhaltlich identisch. Auf die en t- sprechende Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erw ä- gungen eingegangen. J. Gemäss Mitt eilung des Finanzdienstes wurde der Kostenvorschuss am 13. August 2013 geleistet. D-4226/2013 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorlie genden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Ar t. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im D-4226/2013 Seite 9 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nac hteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind i nsbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Vorab ist in formelle r Hinsicht zu prüfen, ob das BFM das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt hat, weil der Analysebericht des Experten der Fachstelle LINGUA die von ihm gestellten Fragen nicht in zusammenfassender Weise und den wesentlichen Inhalt der darin enthal- tenen Antworten wiedergebe sowie keine weiteren Beweiselemente nen- ne, auf welche die Fachperson ihre Einschätzungen stütze. Da der B e- schwerdeführerin keine Einsicht in dieses Protokoll (Analysebericht) g e- geben worden sei, könne zu den Vorwürfen, die sich auf das LINGUA - Gutachten stützen würden, nur eingeschränkt Stellung genommen we r- den. 4.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbri n- gen der Beschwerdeführerin tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Begründung des Entscheides niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Abfassung der Begründung soll es dem Betroffenen möglich machen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur möglich ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmi t- telinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2; BVGE 2008/47 E. 3.2). D-4226/2013 Seite 10 4.3 Anlässlich der Bundesanhörung vom 10. Juni 2013 (vgl. Bst. C hie r- vor) wurde der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zum Analysebe- richt des Experten der Fachstelle LINGUA gewährt. Nebst der Abgabe des Blatts zum Werdegang und Qualifikation der sachverständigen Per- son, welche den Analysebericht verfasste, wurde die Beschwerdeführerin mit den vom Experten getroffenen Feststellungen umfassend konfrontiert. Auch wurden ihr zahlreiche konkrete Fragen gestellt, welche sie im Tel e- foninterview unzutreffend beantwortet hatte. Ihre jeweiligen Antworten fie- len indes äusserst dürftig respektive substanzlos aus. Mit anderen Worten ergab sich für das BFM aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin in Verbindung mit dem Ergebnis des Analyseberichts ein klares B ild. In der angefochtenen Verfügung wurden die Feststellungen im LINGUA - Gutachten nochmals aufgelistet und die vom BFM darauf getroffenen Schlussfolgerungen dargelegt, wobei sich die Form im Entscheid der Vor- instanz aufgrund der schriftlichen Ausdrucksweis e ausführlicher er weist, vom inhaltlichen Gehalt her gegenüber den protokollierten Aussagen in der Bundesanhörung indessen keineswegs abweicht. Aus der Darstellung der Antworten der Beschwerdeführerin bezüglich der LINGUA-Analyse im Protokoll der Anhörung und in der angefochtenen Verfügung ergibt sich zudem, welche Fragen gestellt wurden. So lässt sich zum Beispiel aus der Erwägung, die Beschwerdeführerin habe keine zutreffenden Angaben zur Vegetation im Gebiet von (…) machen können und sei nicht in der Lage gewesen, Nachbardörfer, angrenzende Verwaltungskreise, Berge und Seen in der Region zu benennen, ohne grosse Schwierigkeiten er- schliessen, welche Fragen gestellt wurden, ohne diese explizit in das A n- hörungsprotokoll oder in die vorinstanzliche Verfügung aufnehmen zu müssen. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass sich die verfügende B e- hörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und j e- dem rechtlichen Einwand auseinander setzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). 4.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass das rechtliche Gehör nicht ve r- letzt wurde. 5. 5.1 Gestützt auf die Feststellungen des Experten der Fachstelle LINGUA, wonach die Hauptsozialisation der Beschwerdeführerin nicht in Tibet e r- folgt sei, erachtete das BFM , die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ausreise- beziehungsweise Asylgründe hätten keine Grundla- ge. Unter anderem wies es auf die unsubstanziierten, realitätsfremden und erfahrungswidrigen Schilderungen der Beschwerdef ührerin zur Au s-D-4226/2013 Seite 11 reise aus Tibet und zum Reiseweg aus der Heimat bis in die Schweiz hin. Auch begründete es, weshalb ihr die behauptete chinesische Staatsa n- gehörigkeit nicht geglaubt werden könne. Insgesamt gelangte die Vori n- stanz daher zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art . 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG ge- nügten. Nach Überprüfung der Akten sieht das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung, die vorinstanzlichen Erwägungen in der angefocht e- nen Verfügung zu beanstanden . Ohne auf sämtliche in der Beschwerde dagegen erhobenen Einwände einzugehen, beschränkt sich das Gericht sodann darauf, d ie für das Urteil massgebenden Überlegungen darzule- gen. 5.2 Die Rechtsvertreterin hält in der Rechtsmitteleingabe in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin einleitend fest, dass sie erst (Al- ter) sei und sich in ihrem Leben bis zur Flucht fast nur zu Hause au f- gehalten habe. Sie sei eine junge und sehr introvertierte Frau. Da sie noch nie die Situation einer Befragung erlebt habe, sei sie nervös gew e- sen. Diese Unerfahrenheit vermöge ihre teils zurückhaltenden Aussagen zu erklären. Diese pauschalisierende Argumentation überzeugt aber nicht. 5.3 5.3.1 Die Beschwerdeführerin begegnet den ihr vom BFM vorgehaltenen fehlenden respektive ungenügenden Kenntnissen zur Umgebung ihres Herkunftsortes in der Rechtsmitteleingabe mit dem Vorbringen, sie sei als Analphabetin (nie zur Schule gegangen; des Lesens und Schreib ens un- kundig) ausnahmslos an den Haushalt ihres Onkels gebunden gewesen und deswegen wenig in Kontakt mit äusseren Einflüssen gekommen. Ihr Wissen hinsichtlich des Verwaltungskreises beruhe sodann auf Aussagen Dritter. Bei der Gewährung des rechtlichen Geh örs (vgl. Bst. C hiervor) war die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, grundlegendste Auskünfte zur näheren Umgebung von (…) zu geben. In Anbetracht des Umstandes, dass sie sehr wohl mit der Aussenwelt in Kontakt gekommen ist (A 20 S. 10 gemäss Aktenverzeichnis BFM sowie oben) und gemäss eigenen An- gaben die meiste Zeit mit den Kindern des Onkels , wovon die beiden ä l- testen schulpflichtig seien, verbracht haben will , ist davon auszugehen, dass sie – falls von ihr nicht selbst erfragt – in diesem Zusammenhang durchaus Informationen erhalten hat. Nicht ausser Acht zu lassen sind in diesem Zusammenhang allfällige von der Beschwerdeführerin erworbene Kenntnisse durch den monatlich regelmässig zwei bis drei Mal von seinen D-4226/2013 Seite 12 Geschäftsreisen nach Nepal zurückkehrenden Onkel, der für gewöhnlich öfters zu Hause als auf Reisen gewesen sein soll (vgl. Beschwerde S. 6) . Insbesondere gilt darauf hinzuweisen, dass sie die Gebiete, welche sie von ihrem angeblichen Zuhause bis zur Grenze in einem Auto durchquert habe, entweder nicht oder nur falsch beschreiben konnte. Eine konkrete Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Ausführungen der Vori n- stanz in der angefochtenen Verfügung unterbleibt. 5.3.2 Gleichermassen verhält es sich mit den Ausführungen der B e- schwerdeführerin im Zusammenhang mit dem ihr vom BFM bescheini g- ten mangelnden Alltagswissen, zu ihren Angaben hinsichtlich lokaler Be- stattungsgebräuche, zum tibetischen Kalender, zur Schulpflicht, oder zum Schulsystem. Ihnen ist – da grundsätzlich dem gleichen Begründung s- muster wie oben erwähnt folgend – der Wert von unbehelflichen Erkl ä- rungsversuchen zu attestieren. Vor allem ist nicht nachvollziehbar, wes- halb sich die während Jahren um die Kinder des Onkels kümmernde B e- schwerdeführerin, insbesondere bezüglich der beiden schulpflichtigen Kinder, von diesen – wie in der angefochtenen Verfügung ange führt – überhaupt nichts von im Zusammenhang mit der Schule ste henden Ge- gebenheiten mitbekommen haben will , auch wenn sie sich – wie in der Beschwerde vorgebr acht wird – aufgrund ihrer fehlenden Schulbildung nicht mit schulischen Belange n beschäftigt hätte . Kaum vorstellbar er- scheint auch, dass die nicht wie die Beschwerdeführerin an den Haushalt gebundenen Kinder gegenüber ihr weder von ihren (täglichen) Erlebnis- sen am Herkunftsort noch in dessen Umgebung stattgefundenen Vo r- kommnissen hätten berichten sollen. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durchaus, unter Umständen auch bloss rudimentäre Kenntnisse, über die an ihrem behaupteten Herkunftso rt in Tibet herr- schenden Gepflogenheiten erlangt hat, worüber sie hätte Auskunft geben können. Vor diesem Hintergrund ist daher nicht anzunehmen, dass (…), wo die Beschwerdeführerin zeitlebens zugebracht haben will, als He r- kunftsort zutrifft. 5.3.3 Der Vorwurf d es BFM im Zusammenhang mit den tatsachenwidri- gen, realitätsfremden und erfahrungswidrigen Angaben zur Identitätskarte sowie den Konsequenzen aufgrund des fehlenden Ausweispapiers bei all- fälligen Kontrollen durch chinesische Soldaten wird auf Beschwerdestufe nicht entkräftet. Hinsichtlich der unkorrekten Angaben zur Identitätskarte wird kein Wort verloren und zu den Konsequenzen im Falle der fehlenden Identitätskarte bei Kontrollen wird eine als nachträglich sachverhaltsa n- passend zu qualifizierende Begründung angeführt. So soll es unter ande-D-4226/2013 Seite 13 rem am Herkunftsort der Beschwerdeführerin keine Polizeistation geben. Auch würden dort in der Regel keine Kontrollen durch chinesische Sold a- ten stattfinden. Im Übrigen sei sie bloss ein einziges Mal und zufälliger- weise in eine Kontrolle wenige Meter vom Hause entfernt geraten, als sie dieses kurz verlassen habe, um frische Luft zu schnappen. 5.3.4 Die Entgegnungen im Zusammenhang mit dem Sprachgebrauch der Beschwerdeführerin in der Rechtsmitteleingabe überzeugen ebenfalls nicht. De r exiltibetische Dialekt der Beschwerdeführerin wird mit ihrem angeblichen Herkunftsort nahe der Grenze zu Nepal und dem einei n- halbmonatigen Aufenthalt bei einem Freund des Onkels in D._______ vor der Ausreise nach Europa erklärt. Zum Vorhalt des BFM , dass die B e- schwerdeführerin gemäss Experten nicht einmal einfachstes Chinesisch habe sprechen können, der Sprachgebrauch ihres tibetischen Dialekts (Variante des Exiltibetischen) am behaupteten Herkunftsort nicht vorher r- sche und frei von jeglichen chinesischen Lehnwörtern sei, welche von T i- betern in der Autonomen Region Tibet und China verwendet würden, wird hingegen keine Stellung bezogen. In diesem Zusammenhang ist sodann vor allem zu vermerken, dass die Beschwerdeführerin über (Anzahl) Jah- re ihres Lebens in (…) zugebracht und sich jahrelang um die drei Kinder des Onkels (u.a. seien zwei Kinder seit Jahren schulpflichtig) gekümmert haben will. Ebenfalls ist sie – wie bereits oben erwähnt (vgl. E. 5.3.1) – auch mit der Aussenwelt an ihrem angeblichen Herkunftsort in Kontakt gekommen. Für das Fehlen von einfachstem Chinesisch (u.a. schulisches Pflichtfach) sowie das Fehlen von jeglichen chinesischen Lehnwörtern im von der Beschwerdeführerin verwendeten tibetischen Dialekt (automati- sche Übernahme bei Sozialisation im fraglichen Gebiet) sind keine nach- vollziehbaren Gründe auszumachen , zumal sie während ihres lediglich eineinhalbmonatigen Aufenthalts in Nepal in der Lage gewesen sein soll, "logischerweise einige Worte aus dem exiltibeti schen Sprachgebrauch" aufzunehmen (Beschwerde S. 7) . Der Beschwerdeführerin gelingt es s o- mit nicht, eine Klärung hinsichtlich des von ihr behaupteten Herkunftso r- tes herbeizuführen. Die daraus resultierenden nachteiligen Konseque n- zen hat die Beschwerdeführerin zu tragen. 5.3.5 Mutmassend ist ferner das Vorbringen, wonach der im Monat "r e- gelmässig mehrmals" die Grenze zu Nepal passierende Onkel gewisse Beziehungen zu den Wachen aufgebaut habe und somit seine Nichte über die Grenze habe bringen können. Konkrete, die vorinstanzliche Be- gründung in diesem Zusammenhang entkräftende Ausführungen unte r- bleiben. In das ungereimte Bild passen schliesslich auch die Ausführu n-D-4226/2013 Seite 14 gen der Beschwerdeführerin zur Reise in die Schweiz, zu der sie keinerlei substanziierten Angaben machen konnte. Insbesondere ist nicht glau b- haft, dass sie keinen der von ihr passierten Flughäfen benennen kann. Die diesbezügliche Argumentation in der Beschwerde, wonach sie nicht lesen könne, ist gänzlich unbehelflich . Dem ist entgegenzuhalten, dass Flughäfen sowohl im Flugzeug als auch vor Ort immer wieder bei Ans a- gen namentlich erwähnt werden; zudem ist davon auszugehen, dass ihr der Schlepper die angeflogenen Flughäfen genannt hat. Das Gericht kommt auch diesbezüglich zum Schluss, dass die Beschwerdeführeri n Herkunft und Identität verschleiern will, um den Behörden eine Rüc k- schaffung zu erschweren beziehungsweise zu verunmöglichen. 5.3.6 Schliesslich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auch mit dem Hinweis auf den Bericht Concluding comments of the Committee on the Elimination of Discrimination against Women ( CEDAW), China, 2006, mangels Fallbezugs nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. Wie ein- gangs erwähnt (vgl. E. 5.1 vorstehend), stützt das Gericht die Auffassung des Bundesamtes, dass die Hauptsozialisation der Beschwerdeführerin nicht in Tibet erfolgt sei und deshalb den von ihr geltend gemachten Aus- reise- beziehungsweise Asylgründe n jegliche Grundlage entzogen ist. Aufgrund dieser Feststellung kann darauf verzichtet werden, die weiteren Vorbringen zu prüfen. 5.3.7 Abschliessend ist auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E–2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.10 zu verweisen, das in Präzisi e- rung der bis anhin gültigen Praxis (EMARK 2005 Nr. 1 E. 4.3) festhält, dass bei Personen tibetischer Ethni e, die ihre wahre Herkunft verschle i- ern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszugehen ist, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsrechtlichen Gründe gegen eine Rück- kehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestehen. 5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin kei- ne Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder zumindest glaubhaft zu machen vermag und deshalb nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigen- schaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. Der Antrag auf Rückwe i- sung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz (zur hinreichenden Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts; vgl. Bst. I hiervor) ist a b- zuweisen. D-4226/2013 Seite 15 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordne t (Art. 44 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 7. 7.1 Bezüglich des Wegweisungsvollzugs stellt sich das BFM vorweg auf den Standpunkt, da die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Staatsangehörigkeit nicht glaubhaft sei, müsse diese als unbekannt ge l- ten. Das Gericht folgt der Vorinstanz sowohl in diesem Punkt als auch den weiteren diesbezüglichen Erwägungen des Bundesamtes. 7.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchung s- pflicht findet ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerdefü h- rerin. Es ist in der Tat nicht Sache der Behörden, bei fehlenden Hinweisen – vorliegend offensichtlich gezielt vorenthaltenen – nach etwaigen Weg - weisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu for- schen. Vermutungsweise ist davon auszugehen, einer Wegweisung stü n- den keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den recht serheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuwei- sen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insg e- samt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 VGKE [SR 173.320.2]). Der am 13. August 2013 in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Das Gesuch vom 5. und 9. August 2013 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Si n-D-4226/2013 Seite 16 ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist mit der Zahlung vom 13. August 2013 ge- genstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) D-4226/2013 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Alfred Weber Versand: