Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Februar 2019 (810 18 249) ____________________________________________________________________ Personalrecht Entschädigung bei Kündigung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Manuela Stierli Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Schulrat der Sekundarschule B.____ , Beschwerdegegner Betreff Abgangsentschädigung (RRB Nr. 1348 vom 4. S eptember 2018) A. A.____, geboren 1958, war seit August 2009 als L ehrer an der Sekundarschule B.____ angestellt, wo er zuletzt als Fachlehrer für Englisch unterrichtete. B. Mit Verfügung vom 4. April 2017 kündigte der Sch ulrat der Sekundarschule B.____ (Schulrat) A.____ fristlos. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Gegen die fristlose Kündigung erhob A.____ mit Ein gabe vom 12. April 2017 Be- schwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). D. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1180 vom 29. Augu st 2017 hiess der Regie- rungsrat die Beschwerde gut und hob die Kündigungsverfü gung vom 4. April 2017 auf. Zudem wies er den Schulrat an, ein Verfahren zur Suche einer gleichwertigen Arbeitsstelle für A.____ gemäss § 20a des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse de r Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons (Personalgesetz) vom 25. September 1997 einzuleiten. E. Mit Schreiben vom 15. September 2017 teilte der Sch ulrat A.____ mit, dass er an der Kündigung festhalten und das Arbeitsverhältnis auf den nächstmöglichen Zeitpunkt auflösen werde. Weiter wurde ihm mitgeteilt, dass die Schulleitung beauftragt werde, in Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), Stab Personal, eine gleichwertige Arbeitsstelle gemäss § 20a Personalge setz für ihn zu finden und er bis zur nächsten Standortbestimmung, welche voraussichtlich im Jan uar 2018 stattfinden werde, frei- gestellt sei. F. Vom 18. September 2017 bis zum 30. September 2017 war A.____ als Bezirksschul- lehrperson an der Schule C.____ (AG) im Stundenlohn b eschäftigt und verdiente während die- ser Zeit Fr. 4'786.80 netto. G. Mit Schreiben vom 9. Februar 2018 teilte der Schul rat A.____ mit, dass bis zu diesem Datum die Suche nach einer gleichwertigen Arbeitsstelle intern und mit der Unterstützung durch den Stab Personal der BKSD kantonsweit bei allen Sek undarschulen erfolglos verlaufen sei, weshalb der Schulrat das Arbeitsverhältnis gemäss § 20a Personalgesetz aufzulösen beabsich- tige. Der Schulrat gewährte A.____ das rechtliche Gehör in Bezug auf die beabsichtigte Auflö- sung des Arbeitsverhältnisses. Mit Schreiben vom 16. März 2018 nahm A.____ dazu Stellung. H. Mit Verfügung vom 18. April 2018 kündigte der Schul rat das Arbeitsverhältnis mit A.____ gestützt auf § 20a Abs. 2 Personalgesetz per 31. Juli 2018. Mit demselben Schreiben teilte der Schulrat A.____ mit, dass keine Abgangsentschädigung entrichtet sowie unpräjudiziell auf die Rückforderung des Arbeitsentgelts von Fr. 4'786. 80, welches A.____ für seine Tätigkeit an der Schule C.____ erhalten hatte, verzichtet werde. I. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 30. April 20 18 Beschwerde beim Regierungs- rat. Er beantragte in der Hauptsache, es sei ihm gestüt zt auf § 20a Abs. 3 Personalgesetz, auf § 25 Personalgesetz und auf § 50a Abs. 4 des Dekrets zum P ersonalgesetz (Personaldekret) vom 8. Juni 2000 sowie unter analoger Berücksichtigung von Art. 337c des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuche s (Fünfter Teil: Obligationen- recht [OR]) vom 30. März 1911 eine Abgangsentschädigung in der Höhe von 12 Monatslöhnen zuzusprechen. J. Mit RRB Nr. 1348 vom 4. September 2018 hiess der Regierungsrat die Beschwerde teilweise gut und verpflichtete den Schulrat, A.____ eine Entschädigung in der Höhe von zwei Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Monatslöhnen (abzüglich Sozialversicherungsbeiträge) auszurichten. Im Übrigen wurde die Be- schwerde abgewiesen. K. Gegen den RRB Nr. 1348 vom 4. September 2018 erho b A.____ am 17. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), und beantragt, es sei ihm gestützt auf § 20a Abs. 3 Personalge- setz, auf § 25 Personalgesetz und auf § 50a Abs. 4 Persona ldekret sowie unter analoger Be- rücksichtigung von Art. 337c OR eine Abgangsentschädigung in der Höhe von 12 Monatslöh- nen zuzusprechen, unter o/e-Kostenfolge. L. Mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2018 beantragt der Regierungsrat die Abwei- sung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. M. Mit Vernehmlassung vom 18. Oktober 2018 beantragt d er Schulrat sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. N. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsrechtliche Beschwerde beim Kanton sgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beu rteilung der vorliegenden Angelegenheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angef ochtenen Entscheids berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auc h die weiteren formellen Voraus- setzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochte nen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob dem Beschwerde- führer im Rahmen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Sinne von § 20a Personalgesetz zu Recht eine Entschädigung in der Höhe von zwei Monatslöhnen zugesprochen wurde. 4.1.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, der Regierungsrat habe im Rahmen des regierungsrätlichen Beschwerdeverfahrens seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Beschwerdeführer habe in seiner Beschwerde vom 30 . April 2018 an den Regierungsrat beantragt, es sei ihm nach Eingang der Stellungnahme des Schulrats ein Replikrecht zu gewäh- ren. Dies sei versäumt worden, weshalb der Beschwerdeführer nicht auf die Stellungnahme des Schulrats habe reagieren können. 4.1.2 Mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2018 bringt der Regierungsrat vor, dass dem Beschwerdeführer am 12. Juni 2018 - zusammen mit der Z ustellung der Stellungnahme des Schulrats - die Möglichkeit gegeben worden sei, dem verfahrensleitenden Stab Recht der BKSD bis zum 22. Juni 2018 allfällige Bemerkungen einzureiche n, der Beschwerdeführer jedoch von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht habe. 4.1.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, wel cher in die Rechtsstellung des Einzel- nen eingreift (vgl. G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg. ], Die Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar , Zürich/Basel/St. Gallen 2014, N 42 zu Art. 29 BV). Dazu gehört insbesondere das Re cht des Betroffenen, sich vor Erlass ei- nes solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen g ehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zuminde st zum Beweisergebnis zu äus- sern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinfl ussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_146/2014 vom 26. Juni 2014 E. 4.3.2). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 I 279 E. 2.3; 135 II 286 E. 5.1; 132 V 368 E. 3.1, jeweils mit Hinweise n; Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2013 vom 2. September 2013 E. 8.1; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht [KGE VV], vom 25. Januar 2017 [810 16 134] E. 3.3.1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst auch das Recht, von den beim Gericht einger eichten Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu können (sog. Replikrecht, siehe BGE 133 I 98 E. 2.1). Die Wahrnehmung des Replikrechts setzt voraus, dass die fraglic he Eingabe der Partei zugestellt wird. Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, d ass den Verfahrensbeteiligten ein An- spruch auf Zustellung von Vernehmlassungen zusteht, unabh ängig davon, ob diese Eingaben neue und erhebliche Gesichtspunkte enthalten (BGE 137 I 195 E. 2.3.1). Der Anspruch auf Stellungnahme besteht unabhängig davon, ob förmlich ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet oder eine Frist zur allfälligen Stellungnahme angesetzt oder ob die Eingabe lediglich zur Kennt- nisnahme zugestellt ist und dabei angenommen wird, die Partei äussere sich umgehend oder ersuche darum oder verzichte aber auf eine weitere Stel lungnahme (STEINMANN , a.a.O., N 47 zu Art. 29 BV). 4.1.4 Im vorliegenden Fall ist aus den Akten ersichtlich, dass der Stab Recht der BKSD dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. Juni 2018 die Stellungnahme des Schulrats vom 4. Juni 2018 zustellte und ihn aufforderte, allfällig e Bemerkungen dazu bis zum 22. Juni 2018 einzureichen. Weder innerhalb dieser Frist noch nach Fri stablauf ging eine Stellungnahme des Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführers ein. Es ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des vor- instanzlichen Verfahrens die Möglichkeit hatte, sich zur St ellungnahme des Schulrats zu äus- sern und von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machte. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör in Bezug auf die Gewährung des Replikrechts ist somit nicht ersichtlich. 4.2.1 Der Beschwerdeführer rügt zudem die vorinstanzlich e Heilung der durch den Schulrat begangenen Verletzung des rechtlichen Gehörs hinsichtlich der fehlenden Begründung für die Verweigerung einer Entschädigung in der Kündigungsverf ügung vom 18. April 2018. Er bringt sinngemäss vor, anstelle der Heilung der Verletzung sein es rechtlichen Gehörs wäre eine Rückweisung an die Vorinstanz in seinem Interesse gewesen , da dies eine Ungültigerklärung der Kündigung vom 18. April 2018 und damit eine Lohnfortzahlung zur Folge gehabt hätte. 4.2.2 Der Regierungsrat erwog mit Entscheid vom 4. Se ptember 2018, die Kündigung vom 18. April 2018 habe sich betreffend die Ausrichtung ein er Entschädigung darauf beschränkt, dem Beschwerdeführer mitzuteilen, dass ihm keine Abgan gsentschädigung zugesprochen wer- de. Die Gründe dafür seien in der Kündigungsverfügung nicht dargelegt worden, weshalb die Verfügung den Anforderungen an eine ausreichende Beg ründung nicht zu genügen vermöge und der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Der Schul- rat habe in seiner Vernehmlassung an den Regierungsrat vom 4. Juni 2018 die Begründung seiner Kündigungsverfügung ergänzt und es sei aufgrund dieser Vernehmlassung nicht anzu- nehmen, dass ein neuer Entscheid nach einer Rückweisung d urch den Regierungsrat anders ausfallen würde. Eine Rückweisung würde zu einem bloss en formalistischen Leerlauf führen und sei mit dem Interesse des Beschwerdeführers an einer beförderlichen materiellen Beurtei- lung der Sache nicht zu vereinbaren, weshalb es aus verfah rensökonomischen Gründen ange- zeigt sei, die Gehörsverletzung als geheilt zu betrachten. 4.2.3 Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung de s rechtlichen Gehörs kann aus- nahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhal t wie auch die Rechtslage frei über- prüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber h inaus - im Sinne einer Heilung des Man- gels - selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betr offenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2). 4.2.4 Die durch den Regierungsrat festgestellte Verletzu ng des rechtlichen Gehörs durch den Schulrat aufgrund der fehlenden Begründung für d en Verzicht auf die Ausrichtung einer Entschädigung in der Kündigung vom 18. April 2018 wur de im vorliegenden Verfahren nicht bestritten. Zu beurteilen bleibt lediglich, ob die He ilung der Verletzung durch den Regierungsrat zu Recht erfolgte. Der Schulrat begründete den Verzicht auf die Ausrichtung einer Entschädi- gung nachträglich in seiner Stellungnahme vom 4. Juni 20 18. Er führte im Wesentlichen aus, die Ausrichtung einer Entschädigung von maximal drei Mon atsgehältern gemäss § 20a Perso- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nalgesetz liege im Ermessen des Schulrats. Der Schulrat habe den Antrag des Beschwerdefüh- rers unter Berücksichtigung aller Umstände diskutiert und s ei zum Schluss gelangt, keine Ent- schädigung zu bezahlen. Der Beschwerdeführer habe seit Ende des Jahres 2016 nicht mehr an der Sekundarschule B.____ unterrichtet, jedoch bis zum 3 1. Juli 2018 sein bisheriges Gehalt ausbezahlt erhalten, weshalb der Schulrat eine weite re Entschädigung als nicht angemessen erachte. Zudem liege eine Entschädigung von mehr als dr ei Monatsgehältern, wie sie der Be- schwerdeführer fordere, nicht im Kompetenzbereich des S chulrats. Aufgrund dieser Stellung- nahme durfte der Regierungsrat zu Recht davon ausgehen, dass die Aufhebung der Kündi- gungsverfügung vom 14. April 2018 in Bezug auf den a ngefochtenen Punkt der Ausrichtung einer Entschädigung und eine Rückweisung an den Schulra t zu einem formalistischen Leerlauf geführt hätten. Es ist an dieser Stelle des Weiteren an zumerken, dass eine Rückweisung ent- gegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zur Aufhebung der Kündigung vom 14. April 2018 geführt hätte, da die geltend gemachte Gehörsverl etzung einzig die Entschädigung und nicht die Kündigung als solche tangiert hätte. Somit hätte selbst die Bejahung der Gehörsverlet- zung nicht die Aufhebung der Kündigung und die Lohnf ortzahlung zur Folge gehabt. Überdies hatte der Beschwerdeführer wie bereits ausgeführt (E. 4.1.4 hiervor) die Möglichkeit, sich im regierungsrätlichen Beschwerdeverfahren zur Stellungnahm e des Schulrats vom 4. Juni 2018 und damit zur Begründung des Verzichts auf die Ausrichtu ng einer Entschädigung zu äussern. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist so mit auch in diesem Zusammenhang nicht erkennbar. 5.1 In materieller Hinsicht macht der Beschwerdeführer g eltend, es sei ihm gestützt auf § 20a Abs. 3 Personalgesetz, auf § 25 Personalgesetz un d auf § 50a Abs. 4 Personaldekret sowie unter analoger Berücksichtigung von Art. 337c OR ei ne Entschädigung in der Höhe von 12 Monatslöhnen zuzusprechen. Er bringt sinngemäss vor, die Begründung des Regierungsrats für den Ausschluss einer Entschädigung von mehr als drei M onatslöhnen gemäss § 25 Perso- nalgesetz sowie § 50 Abs. 4 Personaldekret sei nicht halt bar. Die fristlose Kündigung vom 4. April 2017 sei mit RRB Nr. 1180 vom 29. August 20 17 aufgehoben worden, womit nicht der "Automatismus" von § 20a Personalgesetz Anwendung finde , sondern eine ordentliche Kündi- gung erforderlich sei. Die fristlose Kündigung stelle e inen grobfahrlässigen oder mutwilligen Rechtsbruch dar, bei welchem der Schulrat die Unrecht mässigkeit der fristlosen Kündigung in Kauf genommen habe, um sich anschliessend mit Verweis auf § 20a Personalgesetz von einem missliebigen Angestellten trennen zu können. Zudem stell e die fristlose Kündigung einen Verstoss gegen Art. 10 des Bundesgesetzes über die Gleich stellung von Frau und Mann (GlG) vom 24. März 1995 dar, da aus Art. 10 Abs. 2 GlG ein Kü ndigungsschutz bis sechs Monate über den Abschluss des innerbetrieblichen Beschwerdeverfahrens bzw. Schlichtungsverfahrens erwachse. Bei der fristlosen Kündigung vom 4. April 2017 handle es sich um einen Akt der Will- kür, weshalb die Kündigung vom 18. April 2018 als eige nständige ordentliche Kündigung ge- mäss § 19 Abs. 3 lit. b Personalgesetz behandelt werden müsse, womit auch § 25 Personalge- setz und § 50 Abs. 4 Personaldekret anwendbar seien. Zude m verletze eine strikte Beschrän- kung der Entschädigung auf die Anwendung von § 20a Per sonalgesetz das Gebot der Verhält- nismässigkeit. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Im angefochtenen Entscheid führte der Regierungsr at aus, dass § 25 Personalgesetz sowie § 50a Abs. 4 Personaldekret nicht einschlägig seien . Auch sei eine analoge Anwendung von Art. 337c OR nicht angezeigt. Der Regierungsrat pr üfte in der Folge einen Anspruch auf Entschädigung gestützt auf § 20a Abs. 3 Personalgesetz und führte aus, dass diese Bestim- mung eine Obergrenze von drei Monatslöhnen als Entschädigung vorsehe. Er kam nach Ausle- gung der Voraussetzungen für eine Entschädigung sowie fü r deren Bemessung zum Schluss, dass es nach dem Sinn und Zweck von § 20a Abs. 3 Personal gesetz und in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers sowie seinen damit verbundenen geringeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt gerechtfertigt erscheine, i hm eine Entschädigung in der Höhe von zwei Monatslöhnen zuzusprechen. 5.3 Das Personalgesetz regelt unter anderem das Arbei tsverhältnis der Mitarbeitenden mit Voll- oder Teilpensum der öffentlichen Schulen des Kantons und der Einwohnergemeinden (§ 1 Abs. 1 lit. c Personalgesetz). Es enthält Bestimmungen zu den Voraussetzungen der fristlosen und der ordentlichen Kündigung (vgl. § 17 ff. Personal gesetz). § 20a Personalgesetz regelt die Folgen für den Fall, dass eine solche Kündigung unrec htmässig erfolgt ist. Erweist sich eine ausgesprochene Kündigung als unrechtmässig, ist gemäss § 2 0a Abs. 1 Personalgesetz der betroffenen Person eine gleichwertige Arbeitsstelle a nzubieten. Besteht keine Möglichkeit einer gleichwertigen Arbeitsstelle oder lehnt die Mitarbeite rin oder der Mitarbeiter die angebotene gleichwertige Arbeitsstelle ab, wird das Arbeitsverhältnis auf den nächstmöglichen Kündigungs- termin aufgelöst (§ 20a Abs. 2 Personalgesetz). Kann k eine gleichwertige Arbeitsstelle durch den Arbeitgeber gefunden werden, kann eine Entschädigung in der Höhe von maximal drei Mo- natslöhnen zugesprochen werden (§ 20a Abs. 3 Personalge setz). Diese Bestimmung wurde im Rahmen einer Teilrevision des Personalgesetzes per 1. Ja nuar 2013 neu in Kraft gesetzt und ersetzte den zuvor bestehenden grundsätzlich uneingeschränkten Anspruch auf Weiterbeschäf- tigung (vgl. Vorlage an den Landrat des Kantons Basel-L andschaft [LRV] Nr. 2012-013 vom 17. Januar 2012 S. 4 und 11 f.). Da dieser Anspruch a ls unzweckmässig, zu unbilligen Ergeb- nissen führend und den Kanton als Arbeitgeber unverhält nismässig benachteiligend angesehen wurde, sollte mit der neuen Bestimmung für Fälle, in welchen eine Weiterbeschäftigung effektiv nicht möglich ist, eine Kündigungsmöglichkeit mit einer allfälligen Entschädigung geschaffen werden (vgl. LRV Nr. 2012-013 vom 17. Januar 2012 S. 4 und 11 f.). 5.4 Im vorliegenden Fall wurde mit RRB Nr. 1180 vom 29. August 2017 rechtskräftig fest- gestellt, dass die fristlose Kündigung unrechtmässig erfo lgt ist. Die Kündigungsverfügung vom 4. April 2017 wurde aufgehoben und der Schulrat ange wiesen, ein Verfahren zur Suche einer gleichwertigen Arbeitsstelle für den Beschwerdeführer g emäss § 20a Personalgesetz einzulei- ten. Die Umstände der fristlosen Kündigung und deren Unrechtmässigkeit bilden demnach nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Der Beschwerdef ührer macht zudem die Anwen- dung von § 25 Personalgesetz, § 50a Abs. 4 Personaldekre t, Art. 10 GlG sowie die analoge Anwendung von Art. 337c OR geltend. § 25 Abs. 1 Person algesetz sieht vor, dass eine Ab- gangsentschädigung zugesprochen werden kann, wenn das Ar beitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst wird (lit. a) oder die Zuweisun g einer anderen Arbeitsstelle gemäss § 19 Abs. 3 lit. b nicht möglich ist (lit. b). Auch § 5 0a Abs. 4 Personaldekret ist einzig im Falle einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses gestützt auf § 19 Abs. 3 lit. b Personalgesetz an- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wendbar. § 19 Abs. 3 lit. b Personalgesetz betrifft je doch die ordentliche Kündigung aus dem Grund, dass die Arbeitsstelle aufgehoben oder geänderte n organisatorischen oder wirtschaftli- chen Gegebenheiten angepasst wird, was im vorliegenden F all nicht gegeben ist. Da somit we- der eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältn isses noch eine Kündigung nach § 19 Abs. 3 lit. b Personalgesetz vorliegt, sind § 25 Personalgesetz und § 50a Abs. 4 Personaldekret nicht anwendbar. Art. 10 GlG betrifft den Kündigungssch utz im Zusammenhang mit einem in- nerbetrieblichen Beschwerdeverfahren oder einem Schlichtungs- oder Gerichtsverfahren in Be- zug auf eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Ein solcher Anwendungsfall ist vorlie- gend nicht gegeben. Die Folgen einer unrechtmässigen K ündigung sind im Personalrecht des Kantons Basel-Landschaft in § 20a Personalgesetz ausdrückl ich geregelt. Es besteht somit auch keine Gesetzeslücke, welche eine analoge Anwendung von Art. 337c OR erlauben würde. Im vorliegenden Verfahren stellt sich damit einzig die F rage, ob § 20a Personalgesetz rechts- fehlerhaft angewendet wurde, wobei ausschliesslich die H öhe der Entschädigung angefochten wird. Gemäss § 20a Abs. 3 Personalgesetz kann eine Entsch ädigung in der Höhe von maximal drei Monatslöhnen zugesprochen werden. Eine über diese gesetzliche Maximalhöhe hinausge- hende Entschädigung ist nicht möglich. In Bezug auf die Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von bis zu drei Monatslöhnen kommt der Anstellu ngsbehörde ein Ermessensspiel- raum zu, welcher der Regierungsrat im Beschwerdeverfahren gemäss § 32 des Verwaltungs- verfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 mit voller Kognition über- prüft hat. Der Regierungsrat berücksichtigte in seinem E ntscheid vom 4. September 2018 das Alter des Beschwerdeführers, dessen berufliche und persö nliche Situation, die Dauer seiner Anstellung sowie den Zusatzverdienst während seiner Freist ellung, auf dessen Rückerstattung der Schulrat verzichtete, und erachtete infolgedessen die Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von zwei Monatslöhnen – bei einer maximal mög lichen Ausrichtung von drei Monats- löhnen – als angemessen. Eine rechtsfehlerhafte Ermessena usübung ist nicht ersichtlich. Dem- zufolge ist die Beschwerde abzuweisen. 6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die V erfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer aufz uerlegen und mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Der zu viel geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Die Parteikos- ten sind wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zu viel gele istete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdefüh rer zurücker- stattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.