<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 582/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Spira, Bundes- </div> <div class="para">richterin Widmer und nebenamtlicher Richter Bühler; Ge- </div> <div class="para">richtsschreiber Signorell </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 10. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Fürsorgeverein X.________, Klinik für Epilepsie und </div> <div class="para">Neurorehabilitation, Verwaltungsdirektion, Beschwerde- </div> <div class="para">führer, vertreten durch Fürsprecher B.________, und dieser </div> <div class="para">vertreten durch Fürsprecher Dr. J.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesamt für Sozialversicherung, Effingerstrasse 20, Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eidgenössisches Departement des Innern, Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der Fürsorgeverein X.________ (nachfolgend: </div> <div class="para">Verein) bezweckt die spezialisierte Gesundheitsfürsorge auf </div> <div class="para">dem Gebiet der Epilepsie, der Neurorehabilitation sowie der </div> <div class="para">Parkinson-Krankheit und betreibt zu diesem Zweck die Klinik </div> <div class="para">für Epilepsie und Neurorehabilitation in Y.________. In die </div> <div class="para">Klinik integriert sind Werkstätten (Ateliers), in denen die </div> <div class="para">Patienten verschiedenen ergotherapeutischen und handwerkli- </div> <div class="para">chen Beschäftigungen im Rahmen einer Aktivierungs- oder </div> <div class="para">Werktherapie nachgehen können. In diesen Werkstätten werden </div> <div class="para">überwiegend Invalide beschäftigt, weshalb das Bundesamt für </div> <div class="para">Sozialversicherung (BSV) dem Verein jährliche Beiträge an </div> <div class="para">die dadurch entstandenen zusätzlichen Betriebskosten zu- </div> <div class="para">sprach. Mit rechtskräftiger Verfügung vom 6. Juni 1995 ge- </div> <div class="para">währte das BSV dem Verein Beiträge für die Rechnungsjahre </div> <div class="para">1992 und 1993 und hielt fest (Ziff. 5 der Verfügung), nach </div> <div class="para">dem 31. Dezember 1994 würden Beiträge nur noch gewährt, </div> <div class="para">wenn spezielle Abteilungen ("z.B. für das Wohnen sowie für </div> <div class="para">das Beschäftigen") geschaffen würden, die auf "die Bedürf- </div> <div class="para">nisse der Behinderten im IV-Alter" zugeschnitten seien. Zu </div> <div class="para">diesem Zweck müssten folgende Voraussetzungen erfüllt wer- </div> <div class="para">den: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"-Für die Behindertenabteilungen sind in der Buchhaltung </div> <div class="para"> separate Kostenstellen zu führen. </div> <div class="para">-Die bauliche Gestaltung der Abteilungen muss den Richt- </div> <div class="para"> linien und dem Richtraumprogramm für Behindertenwohn- </div> <div class="para"> heime bzw. Beschäftigungsstätten entsprechen. </div> <div class="para">-Für die Behindertenabteilung muss ein Konzept zur ziel- </div> <div class="para"> gerichteten Förderung und Beschäftigung mit spezifischen </div> <div class="para"> Förderungsmassnahmen vorhanden sein und durchgeführt </div> <div class="para"> werden. </div> <div class="para">-Für die Behindertenabteilungen ist fachlich ausgebilde- </div> <div class="para"> tes Personal für die Betreuung einzustellen. Das Ver- </div> <div class="para"> hältnis Personal/Behinderte soll dem einer reinen </div> <div class="para"> Behinderteninstitution entsprechen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Eingaben vom 28. Juni 1996 und 15. Mai 1997 stell- </div> <div class="para">te der Verein Gesuche um Gewährung von Beiträgen für die </div> <div class="para">Rechnungsjahre 1995 und 1996. Nach Ergänzung der Akten </div> <div class="para">durch die beiden Konzepte "Aktivierungstherapie" und "Werk- </div> <div class="para">therapie" führte das BSV am 4. September 1997 einen Augen- </div> <div class="para">schein durch und hielt mit Verfügung vom 30. September 1997 </div> <div class="para">fest, die Voraussetzungen für die Gewährung eines Beitrages </div> <div class="para">seien nicht erfüllt; zugleich ordnete es die Rückerstattung </div> <div class="para">der am 11. September 1996 für das Rechnungsjahr 1995 ausge- </div> <div class="para">richteten Akontozahlung von Fr. 700'000.- an. Der Verein </div> <div class="para">erhob Einsprache und beantragte, es seien Betriebskosten- </div> <div class="para">beiträge für die Rechnungsjahre 1995 und 1996 zu gewähren </div> <div class="para">und die Rückerstattungsverfügung aufzuheben. Mit Einspra- </div> <div class="para">cheentscheid vom 1. Mai 1998 wies das BSV diese Anträge ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Mit Beschwerde an das Eidgenössische Departement </div> <div class="para">des Innern (EDI) beantragte der Verein, es seien die Ver- </div> <div class="para">fügung vom 1. Mai 1998 aufzuheben und für die Rechnungsjah- </div> <div class="para">re 1995 und 1996 Beiträge "mindestens im Umfang der durch- </div> <div class="para">schnittlich in den Vorjahren geleisteten Summen" zuzuspre- </div> <div class="para">chen; eventuell sei festzustellen, dass die Voraussetzungen </div> <div class="para">für die Gewährung von Beiträgen für die Rechnungsjahre 1995 </div> <div class="para">und 1996 erfüllt seien, und die Sache sei zur Festsetzung </div> <div class="para">der Beiträge an das BSV zurückzuweisen. Nach Durchführung </div> <div class="para">eines doppelten Schriftenwechsels wies das EDI die Be- </div> <div class="para">schwerde mit Entscheid vom 24. August 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneuert der </div> <div class="para">Verein die vorinstanzlichen Rechtsbegehren. </div> <div class="para"> EDI und BSV beantragen Abweisung der Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Da es sich bei der angefochtenen Verfügung </div> <div class="para">nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche- </div> <div class="para">rungsleistungen handelt, hat das Eidgenössische Versiche- </div> <div class="para">rungsgericht nur zu prüfen, ob das vorinstanzliche Gericht </div> <div class="para">Bundesrecht verletzt hat, einschliesslich Überschreitung </div> <div class="para">oder Missbrauch des Ermessens, oder ob der rechtserhebliche </div> <div class="para">Sachverhalt offensichtlich unrichtig, unvollständig oder </div> <div class="para">unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen fest- </div> <div class="para">gestellt worden ist (Art. 132 in Verbindung mit Art. 104 </div> <div class="para">lit. a und b sowie <span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Eidgenössische Versicherungsgericht prüft frei </div> <div class="para">und ohne Beschränkung auf die von den Parteien aufgeworfe- </div> <div class="para">nen Rechtsfragen, ob die Vorinstanz Bundesrecht, zu welchem </div> <div class="para">auch das Bundesverfassungsrecht und die allgemeinen Rechts- </div> <div class="para">grundsätze wie die Rechtsgleichheit und die Verhältnismäs- </div> <div class="para">sigkeit gehören (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page288">BGE 121 V 288</a> Erw. 3 mit Hinweis), ver- </div> <div class="para">letzt oder ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 104 lit. a OG</span>). Es kann demzufolge eine Beschwerde </div> <div class="para">aus anderen Gründen schützen als in der Beschwerdebegrün- </div> <div class="para">dung vorgetragen und umgekehrt den angefochtenen Entscheid </div> <div class="para">mit rechtlichen Erwägungen bestätigen, die von denjenigen </div> <div class="para">der Vorinstanz abweichen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-34%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page36">BGE 122 V 36</a> Erw. 2b, 119 V 28 </div> <div class="para">Erw. 1b und 442 Erw. 1a, 118 V 70 Erw. 2 mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- In formellrechtlicher Hinsicht rügt der Beschwer- </div> <div class="para">deführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil die </div> <div class="para">Vorinstanz sich mit seinen Tatsachen- und Rechtsvorbringen </div> <div class="para">grösstenteils gar nicht oder bloss generell im Sinne einer </div> <div class="para">Bestätigung der angefochtenen Verfügung auseinandergesetzt </div> <div class="para">habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach der bis zum 31. Dezember 1999 gültig gewesenen </div> <div class="para">Bundesverfassung floss der Gehörsanspruch direkt aus <span class="artref">Art. 4 </span></div> <div class="para">Abs. 1 aBV. Wesentlicher Bestandteil dieses Anspruchs ist </div> <div class="para">die Begründungspflicht eines Entscheides. Diese soll ver- </div> <div class="para">hindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven </div> <div class="para">leiten lässt, und dem Betroffenen ermöglichen, die Verfü- </div> <div class="para">gung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur </div> <div class="para">möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz </div> <div class="para">sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen </div> <div class="para">können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überle- </div> <div class="para">gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei- </div> <div class="para">ten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies </div> <div class="para">bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit je- </div> <div class="para">der tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein- </div> <div class="para">wand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die </div> <div class="para">für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-180%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page181">BGE 124 V 181</a> Erw. 1a mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung </div> <div class="para">gilt auch unter der Herrschaft von <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>, der </div> <div class="para">am 1. Januar 2000 in Kraft getreten ist. Es kann offen </div> <div class="para">bleiben, ob intertemporalrechtlich die neue Bundesverfas- </div> <div class="para">sung zum Zuge käme (nicht publiziertes Urteil J. vom 9. Mai </div> <div class="para">2000, I 278/99). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Vorinstanz hat dargelegt, dass das BSV mit der </div> <div class="para">verlangten "Entflechtung von Klinikbetrieb und Werkstätten" </div> <div class="para">sachgerechte Ziele verfolgt (Erw. 4, 6, 7 und 11 des Ent- </div> <div class="para">scheides) und die Abweisung der Beschwerde im Wesentlichen </div> <div class="para">damit begründet, dass der Beschwerdeführer die ihm zum Zwe- </div> <div class="para">cke der Verselbstständigung der Werkstätten "auferlegten </div> <div class="para">Bedingungen" weder in räumlicher und organisatorischer noch </div> <div class="para">in buchhalterischer Hinsicht erfüllt bzw. hinreichend er- </div> <div class="para">füllt hat (Erw. 8, 10 und 11 des Entscheides). Die ent- </div> <div class="para">scheidwesentlichen Überlegungen der Vorinstanz gehen aus </div> <div class="para">dieser Begründung klar hervor und ermöglichten dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer eine sachgerechte Anfechtung des vorinstanz- </div> <div class="para">lichen Entscheides auch insoweit, als darin zu seinen tat- </div> <div class="para">sächlichen und rechtlichen Vorbringen nicht Stellung genom- </div> <div class="para">men wurde. Es liegt daher kein Begründungsmangel vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Die Invalidenversicherung gewährt Beiträge an </div> <div class="para">die Errichtung, den Ausbau und die Erneuerung von öffentli- </div> <div class="para">chen und gemeinnützigen privaten Anstalten und Werkstätten, </div> <div class="para">die in wesentlichem Umfang Eingliederungsmassnahmen durch- </div> <div class="para">führen. Ausgeschlossen sind Anstalten und Werkstätten, die </div> <div class="para">der stationären Durchführung von medizinischen Massnahmen </div> <div class="para">dienen (<span class="artref">Art. 73 Abs. 1 IVG</span>). Nach <span class="artref">Art. 73 Abs. 2 IVG</span> kann </div> <div class="para">die Versicherung auch Beiträge an den Betrieb von Einrich- </div> <div class="para">tungen gemäss Absatz 1 (lit. a) sowie an die Errichtung, </div> <div class="para">den Ausbau und die Erneuerung von öffentlichen und gemein- </div> <div class="para">nützigen privaten Werkstätten für Dauerbeschäftigung von </div> <div class="para">Invaliden und an die durch die Beschäftigung von Invaliden </div> <div class="para">entstehenden zusätzlichen Betriebskosten gewähren. Als Dau- </div> <div class="para">erbeschäftigung gilt auch eine Tätigkeit, die keinen wirt- </div> <div class="para">schaftlichen Nutzen bringt (lit. b). Der Bundesrat setzt </div> <div class="para">die Höhe der Beiträge fest. Er kann deren Gewährung von </div> <div class="para">weiteren Voraussetzungen abhängig machen oder mit Auflagen </div> <div class="para">verbinden (<span class="artref">Art. 75 IVG</span>). Der Bundesrat hat in <span class="artref">Art. 99 ff. </span></div> <div class="para">IVV Ausführungsbestimmungen für Baubeiträge (Art. 99-104 bis </div> <div class="para">IVV) einerseits und für Betriebsbeiträge (<span class="artref"><artref id="CH/831.201/105" type="start"></artref>Art. 105-107 IVV</span><artref id="CH/831.201/107" type="end"></artref>) </div> <div class="para">anderseits erlassen. Gemäss <span class="artref">Art. 100 Abs. 1 lit. a IVV</span> wer- </div> <div class="para">den Beiträge an die Errichtung, den Ausbau und die Erneue- </div> <div class="para">rung von öffentlichen und gemeinnützigen privaten Werkstät- </div> <div class="para">ten gewährt, welche dauernd überwiegend Invalide beschäfti- </div> <div class="para">gen, die unter üblichen Bedingungen keine Erwerbstätigkeit </div> <div class="para">ausüben können oder beruflich nicht eingliederungsfähig </div> <div class="para">sind. Betriebsbeiträge werden an solche Werkstätten ausge- </div> <div class="para">richtet, soweit ihnen aus der Beschäftigung von Invaliden </div> <div class="para">zusätzliche Betriebskosten entstehen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 IVV</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das BSV (<span class="artref">Art. 103 Abs. 3 IVV</span> und 107 Abs. 2 IVV) </div> <div class="para">hat die Voraussetzungen für die Ausrichtung von Betriebs- </div> <div class="para">beiträgen im Kreisschreiben über die Gewährung von Be- </div> <div class="para">triebsbeiträgen an Werkstätten für die Dauerbeschäftigung </div> <div class="para">Invalider (gültig ab 1. Januar 1988) näher umschrieben. Die </div> <div class="para">buchhalterischen Erfordernisse werden in Rz 10 u.a. wie </div> <div class="para">folgt geregelt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Institutionen, die neben der Werkstätte noch eine berufli- </div> <div class="para">che Eingliederungsstätte, eine Sonderschule, ein Wohnheim, </div> <div class="para">ein Altersheim, eine Pflegestation oder einen Handelsbe- </div> <div class="para">trieb betreiben, haben eine Kostenstellenrechnung vorzu- </div> <div class="para">weisen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) aa) Verwaltungsweisungen sind für das Sozialver- </div> <div class="para">sicherungsgericht nicht verbindlich. Es soll sie bei seiner </div> <div class="para">Entscheidung mit berücksichtigen, sofern sie eine dem Ein- </div> <div class="para">zelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der an- </div> <div class="para">wendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht </div> <div class="para">anderseits insoweit von Weisungen ab, als sie mit den an- </div> <div class="para">wendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-70%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page72">BGE 123 V 72</a> Erw. 4a, 122 V 253 Erw. 3d, 363 Erw. 3c, je </div> <div class="para">mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Sinn und Zweck der in Rz 10 des erwähnten Kreis- </div> <div class="para">schreibens vorgeschriebenen Kostenstellenrechnung ist es, </div> <div class="para">bei jenen Institutionen, die ausser einer oder mehrerer </div> <div class="para">Werkstätten zur dauernden Beschäftigung von Invaliden zu- </div> <div class="para">gleich Einrichtungen betreiben, die entweder der Eingliede- </div> <div class="para">rung, Sonderschulung oder Beherbergung von Invaliden oder </div> <div class="para">aber der Unterbringung, Pflege oder Beschäftigung nicht in- </div> <div class="para">valider (u.a. betagter) Personen dienen, die auf die unter- </div> <div class="para">schiedlichen Betriebszweige entfallenden Kosten genau zu </div> <div class="para">erfassen und auszuscheiden. Damit sollen doppelte oder </div> <div class="para">mehrfache Leistungen/Beiträge an dieselben Einrichtungen </div> <div class="para">oder Versicherte, die unter verschiedenen Rechtstiteln </div> <div class="para">leistungs- oder beitragsberechtigt sind, vermieden und die </div> <div class="para">zweckentsprechende Verwendung der ausgerichteten Beiträge </div> <div class="para">sichergestellt werden. Diese der Kostenstellenrechnung zu- </div> <div class="para">grunde liegende Zielsetzung ist sachgerecht und dient der </div> <div class="para">rechtsgleichen Durchführung der in <span class="artref">Art. 73 Abs. 2 lit. b </span></div> <div class="para">IVG in Verbindung mit <span class="artref">Art. 100 Abs. 1 lit. a und <artref id="CH/831.201/106/1" type="start"></artref>Art. 106 </span></div> <div class="para">Abs. 1 IVV<artref id="CH/831.201/100/1/a" type="end"></artref> vorgesehenen Beitragsordnung für Werkstätten, </div> <div class="para">welche überwiegend nicht eingliederungsfähige Invalide be- </div> <div class="para">schäftigen. Sie trifft auch auf den Beschwerdeführer vorbe- </div> <div class="para">haltlos zu, obschon dieser neben den Werkstätten nicht eine </div> <div class="para">der in Rz 10 des Kreisschreibens ausdrücklich aufgeführten </div> <div class="para">Einrichtungen, sondern ein (gemäss <span class="artref">Art. 49 Abs. 1 KVG</span> sub- </div> <div class="para">ventionsberechtigtes) Spital betreibt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er die </div> <div class="para">von ihm mit Verfügung vom 6. Juni 1995 verlangte Kosten- </div> <div class="para">stellenrechnung in der Erfolgsrechnung seiner Buchhaltung </div> <div class="para">für die streitigen Rechnungsjahre 1995 und 1996 noch nicht </div> <div class="para">realisiert hat. Vielmehr wollte er diese nach seiner Sach- </div> <div class="para">darstellung erst ab 1. Januar 1998 nach Massgabe von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 49 Abs. 6 KVG</span> einführen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Ausser der Kostenstellenrechnung hat das BSV </div> <div class="para">mit Verfügung vom 6. Juni 1995 vom Beschwerdeführer für die </div> <div class="para">Rechnungsjahre 1995 und 1996 die Realisierung folgender zu- </div> <div class="para">sätzlicher Massnahmen verlangt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-Bauliche Gestaltung der "Abteilungen" gemäss Richtlinien </div> <div class="para">und Richtraumprogramm für "Behindertenwohnheime" bzw. </div> <div class="para">"Beschäftigungsstätten"; </div> <div class="para">-Konzept für die zielgerichtete Förderung und Beschäfti- </div> <div class="para">gung der in den "Behindertenabteilungen" beschäftigten </div> <div class="para">Personen; </div> <div class="para">-Einstellung von fachlich ausgebildetem Personal für die </div> <div class="para">Betreuung der "Behinderten". </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die gesetzliche Grundlage für Auflagen im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/831.20/73" type="start"></artref>Art. 73 </span></div> <div class="para">und 74 IVG<artref id="CH/831.20/74" type="end"></artref> findet sich in <span class="artref">Art. 75 IVG</span> in Verbindung mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 107 Abs. 2 IVV</span>. Sie sind somit gesetzmässig. Darüber </div> <div class="para">hinaus müssen sie dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit </div> <div class="para">entsprechen, um rechtsgültig und selbstständig erzwingbar </div> <div class="para">zu sein (Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrecht- </div> <div class="para">sprechung, Band I: Allgemeiner Teil, Basel und Stuttgart </div> <div class="para">1976, Nr. 39 III/c S. 234, und Rhinow/Krähenmann, Ergän- </div> <div class="para">zungsband, Basel und Frankfurt a.M. 1990, Nr. 39 III/c </div> <div class="para">S. 116; Häfelin/Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwal- </div> <div class="para">tungsrechts, 2. Aufl., Zürich 1993, Rz 735 S. 172; Grisel, </div> <div class="para">Traité de droit administratif, Band I, Neuchâtel 1984, </div> <div class="para">S. 409). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit stellt einen </div> <div class="para">im gesamten Verwaltungsrecht sowohl bei der Rechtsetzung </div> <div class="para">wie bei der Rechtsanwendung zu beachtenden Grundsatz dar, </div> <div class="para">welcher insbesondere auch in der Sozialversicherung Geltung </div> <div class="para">hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-V-251%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page252">BGE 108 V 252</a> Erw. 3a mit Hinweisen; vgl. auch 122 V </div> <div class="para">380 Erw. 2b/cc, 119 V 254, je mit Hinweisen). Er setzt vor- </div> <div class="para">aus, dass die Massnahme das geeignete Mittel zur Erreichung </div> <div class="para">des angestrebten Zieles ist, dass der Eingriff nicht über </div> <div class="para">das hinausgeht, was zur Erreichung des Zweckes erforderlich </div> <div class="para">ist und dass zwischen Ziel und Mitteln ein vernünftiges </div> <div class="para">Verhältnis besteht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-209%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page223">BGE 125 I 223</a> Erw. 10d/aa, 124 I 115 </div> <div class="para">Erw. 4c/aa, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> 5.- a) Es steht fest, dass der Beschwerdeführer je ein </div> <div class="para">Konzept für die in seinen Werkstätten (Ateliers) durchge- </div> <div class="para">führte Aktivierungstherapie einerseits und Werktherapie an- </div> <div class="para">derseits erstellt hat. Er hat sodann unter Hinweis auf die </div> <div class="para">als integrierender Bestandteile seiner Beitragsgesuche 1995 </div> <div class="para">und 1996 verurkundeten Personallisten sowie Aufstellungen </div> <div class="para">der jährlichen Fortbildungskosten geltend gemacht, dass von </div> <div class="para">den rund 30 in seinen Werkstätten beschäftigten Mitarbei- </div> <div class="para">tern der überwiegende Teil über eine abgeschlossene Ausbil- </div> <div class="para">dung als Sozialpädagoge oder Aktivierungs- oder Ergothera- </div> <div class="para">peut verfügt. Das BSV hat weder die Richtigkeit dieser Be- </div> <div class="para">hauptungen bestritten noch substanziiert dargelegt, dass </div> <div class="para">und in welchen Bereichen der Beschwerdeführer für die Be- </div> <div class="para">schäftigung von Invaliden nicht ausreichend qualifiziertes </div> <div class="para">Personal einsetzt. Dasselbe gilt für allfällige Mängel der </div> <div class="para">vom Beschwerdeführer vorgelegten Konzepte. Entsprechend dem </div> <div class="para">Tenor des vorinstanzlichen Entscheides und den vom BSV im </div> <div class="para">vorinstanzlichen Verfahren erstatteten Vernehmlassungen ist </div> <div class="para">lediglich noch streitig, ob der mit der Auflage der "bauli- </div> <div class="para">chen Gestaltung" der Werkstätten nach den Richtlinien und </div> <div class="para">dem Richtraumprogramm für "Behindertenwohnheime" bzw. "Be- </div> <div class="para">schäftigungsstätten" verfolgte Zweck der räumlichen und or- </div> <div class="para">ganisatorischen "Entflechtung zwischen Klinik und Behinder- </div> <div class="para">tensituation" in bundesrechtskonformer Weise anvisiert wird </div> <div class="para">oder nicht. Damit wird mittelbar derselbe Zweck wie mit der </div> <div class="para">buchhalterischen Auflage der Kostenstellenrechnung ange- </div> <div class="para">strebt, nämlich die aus der Beschäftigung von Invaliden in </div> <div class="para">den Werkstätten erwachsenden zusätzlichen Betriebskosten </div> <div class="para">genau zu erfassen und damit Doppelleistungen oder -subven- </div> <div class="para">tionierungen zu vermeiden sowie die zweckentsprechende Bei- </div> <div class="para">tragsverwendung sicherzustellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Aus dem vom Beschwerdeführer verurkundeten Plan des </div> <div class="para">Klinikareals mit Gebäude- und Liegenschaftsverzeichnis geht </div> <div class="para">hervor, dass die Küche, die Wäscherei, die Schneiderei und </div> <div class="para">die Heizzentrale im Wirtschaftsgebäude, die Elektrowerk- </div> <div class="para">statt, die Schlosserei, die mechanische Werkstätte im Werk- </div> <div class="para">stattgebäude I sowie die Schreinerei und die Malerei im </div> <div class="para">Werkstattgebäude II untergebracht sind. Diese Bauten sind </div> <div class="para">von den Klinik- und Bettengebäuden baulich ebenso getrennt </div> <div class="para">wie die dem Landwirtschafts- und Gärtnereibetrieb dienenden </div> <div class="para">Liegenschaften. </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer bietet für die bei ihm unterge- </div> <div class="para">brachten Invaliden eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglich- </div> <div class="para">keiten an, so neben ergotherapeutischen (Wollverarbeitung, </div> <div class="para">Töpferei, Malen, Stricken) auch handwerkliche (Hausdienst, </div> <div class="para">Wäscherei, Glätterei, Landwirtschaft, Gärtnerei, Industrie- </div> <div class="para">aufträge) Betätigungen (vgl. Liste der 15 Ateliers in "Auf- </div> <div class="para">stellung über die in den einzelnen Produktionszweigen und </div> <div class="para">als Heimarbeiter beschäftigten Personen). Im Hinblick auf </div> <div class="para">den angestrebten Zweck - präzise Erfassung der auf die Be- </div> <div class="para">schäftigung von Invaliden in den Werkstätten entfallenden </div> <div class="para">zusätzlichen Betriebskosten - erscheint aber eine vollstän- </div> <div class="para">dige Trennung sämtlicher Werkstätten weder möglich noch </div> <div class="para">notwendig und angemessen. So wäre z.B. die Verselbstständi- </div> <div class="para">gung der im Hausdienst oder in der Küche beschäftigten In- </div> <div class="para">validen im Rahmen einer entsprechenden, räumlich und orga- </div> <div class="para">nisatorisch von der Klinik vollständig getrennten Werkstät- </div> <div class="para">te wenig sinnvoll, soweit dies überhaupt möglich wäre. We- </div> <div class="para">der die Vorinstanz noch das BSV haben aber konkret darge- </div> <div class="para">legt, welche Werkstätten des Beschwerdeführers im Einzelnen </div> <div class="para">ohne unverhältnismässigen baulichen oder personellen Auf- </div> <div class="para">wand vom Spitalbetrieb getrennt und sowohl räumlich als </div> <div class="para">auch organisatorisch verselbstständigt werden könnten. In </div> <div class="para">der angeordneten, generellen, sämtliche Werkstätten umfas- </div> <div class="para">senden Form schiesst die entsprechende Verpflichtung über </div> <div class="para">das damit angestrebte Ziel hinaus und verletzt mangels ei- </div> <div class="para">ner vernünftigen Zweck-/Mittel-Relation das Verhältnismäs- </div> <div class="para">sigkeitsprinzip. Denn der angestrebte Zweck kann zumindest </div> <div class="para">weitgehend bereits mit dem buchhalterischen Mittel der Kos- </div> <div class="para">tenstellenrechnung erreicht werden. Die Auflage der "bauli- </div> <div class="para">chen Gestaltung" der Werkstätten nach dem "Richtraumpro- </div> <div class="para">gramm für Behindertenwohnheime bzw. Beschäftigungsstätten" </div> <div class="para">ist daher in der angeordneten allgemeinen Form als bundes- </div> <div class="para">rechtswidrig zu qualifizieren und der angefochtene Ent- </div> <div class="para">scheid ist insoweit aufzuheben, als damit die Durchführung </div> <div class="para">dieser undifferenzierten Verpflichtung zur räumlichen und </div> <div class="para">organisatorischen Verselbstständigung sämtlicher Werkstät- </div> <div class="para">ten geschützt wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6.- a) Das BSV hat dem Beschwerdeführer mit Einspra- </div> <div class="para">cheentscheid vom 1. Mai 1998 Beiträge für die Rechnungsjah- </div> <div class="para">re 1995 und 1996 verweigert sowie die für das Rechnungsjahr </div> <div class="para">1995 geleistete Vorschusszahlung von Fr. 700'000.- zurück- </div> <div class="para">gefordert, weil er die in der Verfügung vom 6. Juni 1995 </div> <div class="para">enthaltenen Auflagen (noch) nicht erfüllt hatte. Damit hat </div> <div class="para">es als Sanktion der Auflagen-Nichterfüllung die gänzliche </div> <div class="para">Verweigerung aller Beitragsleistungen für die Rechnungsjah- </div> <div class="para">re 1995 und 1996 angeordnet und so zwecks Durchsetzung der </div> <div class="para">dem Beschwerdeführer auferlegten Verpflichtungen das Voll- </div> <div class="para">streckungsmittel der administrativen Rechtsnachteile einge- </div> <div class="para">setzt. Dieses Vorgehen zur Durchsetzung verwaltungsrechtli- </div> <div class="para">cher Rechtspflichten ist grundsätzlich zulässig, doch ist </div> <div class="para">der Grundsatz der Verhältnismässigkeit hier von besonderer </div> <div class="para">Bedeutung, namentlich wenn es um den Entzug oder die Ver- </div> <div class="para">weigerung von wichtigen Leistungen geht, auf die der Be- </div> <div class="para">troffene angewiesen ist. Der Entzug oder die Verweigerung </div> <div class="para">solcher Leistungen ist nur rechtmässig, wenn andere weniger </div> <div class="para">einschneidende Massnahmen erfolglos blieben oder von vorne- </div> <div class="para">herein als ungeeignet erscheinen, die angestrebte, gesetz- </div> <div class="para">mässige Ordnung sicherzustellen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-318%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page320">BGE 111 V 320</a> Erw. 4, 108 </div> <div class="para">V 252 f. Erw. 3a je mit Hinweis; Häfelin/Müller, a.a.O., </div> <div class="para">Rz 978 S. 229; Imboden/Rhinow, a.a.O., Nr. 56 III S. 324; </div> <div class="para">Knapp, Grundlagen des Verwaltungsrechts, Band II, Basel und </div> <div class="para">Frankfurt a.M. 1993, Ziff. 1737 S. 439). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Nach dem Gesagten ist lediglich die Sanktionie- </div> <div class="para">rung der nicht erfüllten Verpflichtung des Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rers zur Einführung einer Kostenstellenrechnung rechtmässig </div> <div class="para">und zulässig. Der Beschwerdeführer hat in beiden Beitrags- </div> <div class="para">gesuchen für die Rechnungsjahre 1995 und 1996 die Lohnkos- </div> <div class="para">ten der in den Werkstätten tätigen Mitarbeiter nach Mass- </div> <div class="para">gabe der von ihnen im Zusammenhang mit der Beschäftigung </div> <div class="para">Invalider geleisteten Arbeitsstunden mit Fr. 1'376'355.- </div> <div class="para">(1995) bzw. Fr. 1'373'256.- (1996) ermittelt sowie die Er- </div> <div class="para">werbsausfallentschädigungen und die Weiterbildungskosten </div> <div class="para">für diese Mitarbeiter separat ausgewiesen (vgl. Liste "Auf- </div> <div class="para">stellung über die in den einzelnen Produktionszweigen und </div> <div class="para">als Heimarbeiter beschäftigten Personen" mit Arbeitsstun- </div> <div class="para">denanteilen und Liste "Aufstellung über die Werkmeister, </div> <div class="para">Vorarbeiter und Instruktoren sowie das Fach- und Hilfsper- </div> <div class="para">sonal" mit Arbeitsstunden- und Lohnaufteilung sowie Liste </div> <div class="para">"Fortbildungskosten" bzw. "Kurskosten" und "vereinnahmte </div> <div class="para">Lohnausfallentschädigungen"). Analoge Kostenausscheidungen </div> <div class="para">hat der Beschwerdeführer für den Raum- und Sachaufwand vor- </div> <div class="para">genommen. Damit hat er die aus der Beschäftigung von Inva- </div> <div class="para">liden erwachsenen zusätzlichen Betriebskosten in einer mit </div> <div class="para">einer Kostenstellenrechnung zumindest vergleichbaren Art </div> <div class="para">und Weise erfasst. Unklar bleibt, mit welcher Genauigkeit </div> <div class="para">die beitragsberechtigten Betriebskosten auf diese Weise im </div> <div class="para">Vergleich zu einer in die Erfolgsrechnung integrierten Kos- </div> <div class="para">tenstellenrechnung erfasst worden sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Da unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer mit </div> <div class="para">Bezug auf seine Werkstätten die gesetzlichen Anspruchsvor- </div> <div class="para">aussetzungen für Beiträge an die damit verbundenen zusätz- </div> <div class="para">lichen Betriebskosten erfüllt, steht die angeordnete Sank- </div> <div class="para">tion der Verweigerung jeglicher Betriebsbeiträge für die </div> <div class="para">beiden Rechnungsjahre 1995 und 1996 sowie der Rückforderung </div> <div class="para">des gesamten für das Rechnungsjahr 1995 geleisteten Vor- </div> <div class="para">schusses von Fr. 700'000.- zu dem mit der Kostenstellen- </div> <div class="para">rechnung angestrebten Zweck - präzise Ausscheidung der bei- </div> <div class="para">tragsberechtigten Betriebskosten - in einem offensichtli- </div> <div class="para">chen Missverhältnis. Dieser Zweck und die damit anvisierte </div> <div class="para">zweckentsprechende Beitragsverwendung bzw. Vermeidung von </div> <div class="para">Doppelleistungen oder -subventionierungen werden auch er- </div> <div class="para">reicht, wenn dem Beschwerdeführer die Beiträge um den sei- </div> <div class="para">ner eigenen Kostenausscheidung anhaftenden Unsicherheits- </div> <div class="para">und Ungenauigkeitsanteil gekürzt werden. Dessen Grösse </div> <div class="para">hängt von Art und Umfang der den Berechnungen des Beschwer- </div> <div class="para">deführers zugrunde liegenden Belegen und Kostenerfassungs- </div> <div class="para">grundlagen ab, welche je nach ihrem Detaillierungsgrad mehr </div> <div class="para">oder weniger exakt Aufschluss über die effektiven, durch </div> <div class="para">die Beschäftigung von Invaliden in Werkstätten entstandenen </div> <div class="para">Betriebskosten geben. Die Akten enthalten dazu keinerlei </div> <div class="para">Angaben (auf dem Gesuchsformular für das Rechnungsjahr 1995 </div> <div class="para">befinden sich lediglich handschriftliche Bleistiftkorrektu- </div> <div class="para">ren eines unbekannten Urhebers, deren Bedeutung und Berech- </div> <div class="para">nungsweise nicht nachvollziehbar sind). Die Streitsache ist </div> <div class="para">daher an das BSV zurückzuweisen, damit es die der Kosten- </div> <div class="para">ausscheidung des Beschwerdeführers anhaftenden Unsicherhei- </div> <div class="para">ten und Ungenauigkeiten, allenfalls mittels einer Buchhal- </div> <div class="para">tungsexpertise, abkläre und über die angemessene Beitrags- </div> <div class="para">kürzung neu verfüge. Soweit auch nach ergänzender Sachver- </div> <div class="para">haltsabklärung unklar bleibt, ob und in welchem Masse der </div> <div class="para">Beschwerdeführer die effektiv beitragsberechtigten Be- </div> <div class="para">triebskosten exakt ermittelt hat oder nicht, dürfen die </div> <div class="para">verbleibenden Ungewissheiten zum Nachteil des säumigen Be- </div> <div class="para">schwerdeführers sanktioniert werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 7.- Zusammenfassend ist somit der angefochtene Ent- </div> <div class="para">scheid zufolge Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrund- </div> <div class="para">satzes insoweit aufzuheben, als damit die Sanktionierung </div> <div class="para">der unerfüllt gebliebenen Verpflichtung des Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rers zur Führung einer Kostenstellenrechnung von der Vor- </div> <div class="para">instanz in unzulässigem Ausmass einer vollständigen Bei- </div> <div class="para">tragsverweigerung und Vorschussrückerstattung geschützt </div> <div class="para">worden ist, sowie die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsab- </div> <div class="para">klärung im dargelegten Sinne an das BSV zurückzuweisen. </div> <div class="para">Dass der Beschwerdeführer die Verletzung des Verhältnismäs- </div> <div class="para">sigkeitsprinzips nicht gerügt hat, schadet ihm nicht (vor- </div> <div class="para">stehend Erw. 1b). </div> <div class="para"> Bei diesem Prozessausgang braucht nicht weiter geprüft </div> <div class="para">zu werden, ob auf das sowohl im vorinstanzlichen als auch </div> <div class="para">im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren im Eventualstand- </div> <div class="para">punkt gestellte Feststellungsbegehren hätte eingetreten </div> <div class="para">werden können. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 8.- Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder </div> <div class="para">Verweigerung von Versicherungsleistungen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-134%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 122 V 136</a> </div> <div class="para">Erw. 1, 120 V 448 Erw. 2a/bb) geht, ist das Verfahren kos- </div> <div class="para">tenpflichtig (<span class="artref">Art. 134 OG</span> e contrario). Dem Bund, der in </div> <div class="para">seinem amtlichen Wirkungskreis und ohne dass es sich um </div> <div class="para">seine Vermögensinteressen handelt, dürfen indessen in der </div> <div class="para">Regel keine Gerichtskosten auferlegt werden (<span class="artref">Art. 156 </span></div> <div class="para">Abs. 2 OG). Gemäss einem Gesamtgerichtsbeschluss des Eid- </div> <div class="para">genössischen Versicherungsgerichts vom 23. März 1992 be- </div> <div class="para">treffen Streitigkeiten um Baukosten- oder Betriebsbeiträge </div> <div class="para">der AHV/IV das Vermögensinteresse des Bundes im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 156 Abs. 2 OG</span> nicht (nicht publizierte Erw. 7 des Ur- </div> <div class="para">teils <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-136%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 117 V 136</a>). Dem unterliegenden BSV dürfen daher </div> <div class="para">keine Gerichtskosten auferlegt werden. Hingegen hat dieses </div> <div class="para">entsprechend dem Prozessausgang dem Beschwerdeführer eine </div> <div class="para">Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 159 Abs. 2 in Verbin- </div> <div class="para">dung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbe- </div> <div class="para"> schwerde werden der Entscheid des Eidgenössischen De- </div> <div class="para"> partements des Innern vom 24. August 1999 und der Ein- </div> <div class="para"> spracheentscheid des Bundesamtes für Sozialversiche- </div> <div class="para"> rung vom 1. Mai 1998 aufgehoben, und es wird die Sache </div> <div class="para"> an das Bundesamt für Sozialversicherung zurückgewie- </div> <div class="para"> sen, damit es im Sinne der Erwägungen verfahre und </div> <div class="para"> über das Beitragsgesuch des Fürsorgevereins Bethesda </div> <div class="para"> im Sinne von Erwägung 6 neu verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 18'000.- wird </div> <div class="para"> dem Beschwerdeführer zurückerstattet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Das Bundesamt für Sozialversicherung hat dem Beschwer- </div> <div class="para"> deführer für das Verfahren vor dem Eidgenössischen </div> <div class="para"> Versicherungsgericht eine Parteientschädigung (ein- </div> <div class="para"> schliesslich Mehrwertsteuer) von Fr. 5000.- zu be- </div> <div class="para"> zahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V.Das Eidgenössische Departement des Innern wird über </div> <div class="para"> eine Parteientschädigung für das vorinstanzliche Ver- </div> <div class="para"> fahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen </div> <div class="para"> Prozesses zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">VI.Dieses Urteil wird den Parteien und dem Eidgenössi- </div> <div class="para"> schen Departement des Innern zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 10. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident Der Gerichts- </div> <div class="para">der I. Kammer: schreiber: </div> </div></body></html>