{"Signatur": "AG_OG_006", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2021-10-20", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2020-43_2021-10-20.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4633", "Checksum": "c21e185e10ad1a7c618695211cd023a8"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["WBE.2020.43"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 20.10.2021 WBE.2020.43"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Verwaltungsgericht / 3. Kammer Obergericht / Verwaltungsgericht / 3. Kammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Das Verdichtungsziel bzw. das Ziel, durch die \u00c4nderung von Bauzonenvorschriften eine intensivere Nutzung zuzulassen, stellt keine Bundesaufgabe im Sinne von Art. 2 NHG dar. Entsprechend muss im Planungsverfahren selbst bei einer m\u00f6glichen erheblichen Beeintr\u00e4chtigung eines ISOS-Schutzobjekts kein obligatorisches Gutachten der Eidgen\u00f6ssischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) gem\u00e4ss Art. 7 NHG eingeholt werden. Ein fakultatives Gutachten der ENHK liegt im pflichtgem\u00e4ssen Ermessen der Planungsbeh\u00f6rde und kann grunds\u00e4tzlich nicht gerichtlich angeordnet werden.\r\n\r\nIn ISOS-Gebieten mit dem Erhaltungsziel B (\"Erhalten der Struktur\") ist eine \"massvolle\" Erh\u00f6hung der baulichen Dichte auch ohne gleichzeitiges Bev\u00f6lkerungswachstum, mithin auch ohne Baulandoptimierung, m\u00f6glich. Allerdings soll sich die grunds\u00e4tzlich m\u00f6gliche Erweiterung von Bauvolumina (zur Befriedigung gesteigerter Fl\u00e4chenbed\u00fcrfnisse) an den charakteristischen und pr\u00e4genden Merkmalen in den als erhaltungsw\u00fcrdig eingestuften Quartieren orientieren (lockere Bebauungsstruktur und grossz\u00fcgige Durchgr\u00fcnung).\r\n\r\nWeichen die in einer neuen Bauzonenvorschrift vorgesehene \u00dcberbauungsziffer und Gr\u00fcnfl\u00e4chenziffer erheblich vom baulichen Bestand in einem Quartier ab und f\u00fchren zu einer (horizontalen) Erweiterungsreserve von beinahe 75% aller untersuchten Grundst\u00fccke, kann nicht mehr von einer \"massvollen\" Verdichtung gesprochen werden und das ISOS-Erhaltungsziel ist in hohem Masse in Frage gestellt.\r\n\r\nIm Planungsverfahren wurden die Auswirkungen der getroffenen Festlegungen auf die bestehenden baulichen Strukturen nur ungen\u00fcgend untersucht. Insofern erf\u00fcllt die vorgenommene Interessenabw\u00e4gung die Voraussetzungen nach Art. 3 RPV nicht vollst\u00e4ndig. Es fehlte an den erforderlichen Grundlagen, um beurteilen zu k\u00f6nnen, inwiefern das auch von der Planungsbeh\u00f6rde als hoch gewichtete Interesse am Erhalt der baulichen Strukturen durch die Planung beeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnte. Die erforderlichen Erhebungen (Grundst\u00fccksvermessungen) erfolgten erst im Rechtsmittelverfahren vor Verwaltungsgericht. Infolgedessen muss die Planungsbeh\u00f6rde die Abw\u00e4gung zwischen Erhaltungs- und Verdichtungsinteresse nachholen und die Bauziffern neu so festlegen, dass in voller Kenntnis der Auswirkungen der Planung alle beteiligten Interessen angemessen einfliessen und optimiert werden."}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:08:42", "Checksum": "64644225a530c2a36b62594434538635"}