<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2006.00005</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206078&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2006.00005</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Schenkungssteuer</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Schenkungssteuerbegründender Schulderlass?<br/><br/>Die Erklärung "ich halte ausdrücklich fest, dass ... mir nichts schuldet" kann nicht von vornherein als Schulderlass eines Darlehens infolge Schenkung qualifiziert werden. Es besteht nämlich durchaus auch die Möglichkeit, dass das Darlehen zurückbezahlt wurde. Die Steuerbehörde hat jedoch von Beginn an den Standpunkt vertreten, es handle sich um einen eine Schenkung darstellenden Schulderlass. Da sie den Sachverhalt somit ungenügend abgeklärt hat, liegt ein Verstoss gegen ihre Untersuchungspflicht und wurde dem Rekurrenten das rechtliche Gehör verweigert. Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DARLEHENSERLASS">DARLEHENSERLASS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHENKUNG">SCHENKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHENKUNGSWILLE">SCHENKUNGSWILLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULDERLASS">SCHULDERLASS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSPFLICHT">UNTERSUCHUNGSPFLICHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 4 Abs. 1 ESchG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 104</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>D gewÃ¤hrte am 5. Februar 1993 A ein Darlehen von Fr. 400'000.-. WÃ¤hrend er zunÃ¤chst diesen Betrag in seiner SteuererklÃ¤rung als Guthaben auffÃ¼hrte, deklarierte er in seiner SteuererklÃ¤rung 1996 lediglich noch ein Darlehen von Fr. 250'000.-. In einer vom 10. November 1995 datierten und von ihm und seiner Ehefrau unterzeichneten ErklÃ¤rung heisst es unter anderem: "Ich halte ausdrÃ¼cklich fest, dass A mir und meiner Frau nichts schuldet (D.V. [Darlehensvertrag] vom 5.2.1993)". Am 4. Juni 2000 verstarb D. Der Willensvollstrecker in seinem Nachlass machte am 31. August 2001 vor dem Bezirksgericht X einen Prozess gegen A anhÃ¤ngig, indem er von ihm die RÃ¼ckzahlung des Darlehens im Betrag von Fr. 250'000.- forderte. Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich wies die Klage mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 3. Juni 2005 ab, da A aufgrund der erwÃ¤hnten ErklÃ¤rung von D aus dem Darlehen nichts mehr schulde. Mit Blick auf eine allfÃ¤llige Schenkungssteuerpflicht von A teilte es das Urteil dem kantonalen Steueramt mit.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Die Finanzdirektion auferlegte A mit VerfÃ¼gung vom 27. Juni 2005 eine Schenkungssteuer (samt Zins) von Fr. â¦, was sie mit "Schulderlass gemÃ¤ss Urteil des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 3.6.2005" in HÃ¶he von Fr. 250'000.- begrÃ¼ndete. Die hiergegen am 9. September 2005 erhobene Einsprache von A wies sie am 5. April 2006 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 5. Mai 2006 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, die Schen­kungssteuerverfÃ¼gung sei aufzuheben, eventualiter sei die Sache an die Finanzdirektion zur Neubeurteilung zurÃ¼ckzuweisen. Ausserdem verlangte er die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Das kantonale Steueramt schloss namens der Finanzdirektion auf Abweisung des Rekurses.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Der Schenkungssteuer unterliegen laut § 4 Abs. 1 des Erbschafts‑ und Schen­kungs­steuergesetzes vom 28. September 1986 (ESchG) Zuwendungen unter Lebenden, mit denen der EmpfÃ¤nger aus dem VermÃ¶gen eines andern ohne entsprechende Gegenleis­tung bereichert wird. Eine Schenkung liegt vor, wenn vier Elemente erfÃ¼llt sind, nÃ¤mlich die Zuwendung, die Bereicherung aus dem VermÃ¶gen eines andern, die Unentgeltlichkeit und der Schenkungswille des Zuwendenden (BGE 118 Ia 497 E. 2b S. 500 = ASA 62 [1993/94] S. 437 ff. = StR 48, 339; RB 1994 Nr. 62, 1992 Nr. 52; vgl. auch Felix Richner/Walter Frei, Kommentar zum ZÃ¼rcher Erbschafts‑ und Schen­kungs­steuergesetz, ZÃ¼rich 1996, § 4 N. 4 ff. mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2">Durch das vorausgesetzte Merkmal des Schenkungswillens (causa donandi) unterscheidet sich die Schenkung von anderen Zuwendungen und insbesondere von der grundlosen Bereicherung. Der Zuwendende muss Wissen und Willen bezÃ¼glich der Ver­mÃ¶gens­zuwendung und der Unentgeltlichkeit haben (BGr, 24. Februar 1993, ZStP 1993, 147 mit Hinweisen; BGE 118 Ia 497 E. 2b S. 500 = ASA 62 [1993/94] S. 437 ff. = StR 48, 339). Weil die Schen­kung einen Vertrag darstellt (Art. 239 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts), muss nicht nur der Schenkungswille beim Schen­ker vorliegen, sondern Ã¼berdies der Beschenkte davon Kenntnis haben. </p> <p class="Erwgung2">Da es sich um eine schenkungssteuerbegrÃ¼ndende Tatsache handelt, trÃ¤gt die SteuerbehÃ¶rde die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen einer Schenkung im Allgemeinen und des Schenkungswillens im Besondern. Nur wenn alle Ã¼b­rigen Elemente einer steuerpflichtigen Schenkung (Zuwen­dung, Bereicherung, Unent­gelt­lichkeit) erfÃ¼llt und die Beziehungen zwischen den betei­ligten Personen genÃ¼gend nah sind, darf der Schenkungswille vermutet werden (RB 1992 Nr. 52, 1990 Nr. 55, mit Hin­wei­sen). Insbesondere bei Verwandtschaft oder Freundschaft zwischen den Parteien, bei hohem Alter, schlechter Gesundheit oder guten VermÃ¶gensverhÃ¤ltnissen des Zuwendenden sowie bei BedÃ¼rftigkeit des EmpfÃ¤ngers spricht eine natÃ¼rliche Vermu­tung fÃ¼r den Schenkungswillen (Richner/Frei, § 4 N. 87). Ist der Schenkungswille aufgrund sol­cher UmstÃ¤nde zu vermuten, obliegt es dem Beschenk­ten, GrÃ¼nde fÃ¼r dessen Fehlen dar­zutun (RB 1992 Nr. 52; vgl. Martin Zweifel, Die Sach­verhalts­ermittlung im Steuerver­an­lagungsverfahren, ZÃ¼rich 1989, S. 111). Unerheblich ist allerdings, aus welchen GrÃ¼nden die Schenkung geleistet wurde (vgl. Richner/Frei, § 4 N. 92).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich hat in seinem Urteil vom 3. Juni 2005 verbindlich festgestellt, dass A aufgrund der vom 10. November 1995 datierten ErklÃ¤rung von D aus dem ihm am 5. Februar 1993 gewÃ¤hrten Darlehen nichts mehr schulde. Die Finanzdirektion stellt sich auf den Standpunkt, diese ErklÃ¤rung sei als Schulderlass infolge Schenkung zu wÃ¼rdigen, was der Rekurrent bestreitet.</p> <p class="Erwgung2">Die Finanzdirektion stÃ¼tzt sich fÃ¼r das Vorhandensein einer Schenkung und insbesondere des hierfÃ¼r erforderlichen Schenkungswillens ausschliesslich auf eine einzige ErwÃ¤gung im Obergerichtsurteil (Ziff. 4.2, S. 7) ab, wonach "â¦ der Erblasser [D] dem Be­klagten [Rekurrenten] das Darlehen im Sinne einer unentgeltlichen Zuwendung erlassen woll­te, wie das der Beklagte im Prozess behauptet.". Indessen ist dieses Zitat unvollstÃ¤ndig. Die fragliche ErwÃ¤gung des Obergerichts lautet nÃ¤mlich wie folgt: "Denkbar ist es, dass die ErklÃ¤rung [vom 10. November 1995] abgegeben wurde, weil die Darlehenssumme voll­stÃ¤ndig zurÃ¼ckbezahlt wurde; denkbar ist aber auch, dass der Erblasser dem Beklagten das Darlehen im Sinne einer unentgeltlichen Zuwendung erlassen wollte â¦.". Somit kann kei­ne Rede davon sein, dass das Obergericht den Schulderlass auf eine Schenkung zurÃ¼ckge­fÃ¼hrt hat, es hat dies lediglich als eine MÃ¶glichkeit betrachtet. Den Rechtsgrund fÃ¼r die ErklÃ¤rung von D hat das Gericht indessen nicht nÃ¤her geprÃ¼ft, sondern offen gelassen.</p> <p class="Erwgung2">Die Finanzdirektion hat folglich die fÃ¼r das Vorliegen einer Schenkung massgeblichen tatsÃ¤chlichen und rechtlichen VerhÃ¤ltnisse, fÃ¼r welche sie die Beweislast trÃ¤gt, ungenÃ¼gend abgeklÃ¤rt. Sie hat somit gegen die ihr obliegende Untersuchungspflicht verstossen und dem Rekurrenten das rechtliche GehÃ¶r verweigert. Sie wird diese MÃ¤ngel im zweiten Rechtsgang aufgrund einer gehÃ¶rigen Untersuchung zu beheben und hernach neu Ã¼ber die Einsprache zu entscheiden haben.</p> <p class="Erwgung2">Das fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung des Rekurses.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem letztlich unentschiedenen Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 44 Abs. 1 Satz 2 ESchG) und steht dem Rekurrenten keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid Ã¼ber die Einsprache im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Finanzdirektion zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.-- die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'060.-- Total der Kosten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>