A bteilung IV D -5420/2006 gar/geg {T 0/2} U rteil vom 18. M ai 2007 M itw irkung: R ichter G alliker, W espi, H aefeli G erichtsschreiber G eisser A._______, B._______, und Kinder C ._______, D ._______, E._______, R ussland, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. Juli 2006 i. S. A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) Eigenen Angaben zufolge gelangten die Beschw erdeführer am 2. Septem ber 2004 unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz und stellten ihre Asylgesuche am gleichen Tag in der F._______. Anlässlich der sum m arischen Befragungen vom 7. Septem ber 2004 in der F._______ und der Anhörungen vom 28. Septem ber 2004 durch die Frem denpolizei des Kantons G ._______ m achten sie zur Begründung ihrer Asylgesuche im W esentlichen geltend, dem Beschw erdeführer sei am 8. O ktober 1999 ein M arschbefehl zugestellt w orden, doch habe er diesem keine Folge geleistet. In der Folge hätten ihn die Behörden bereits am 10. O ktober 1999 gew altsam zu H ause abholen lassen. N ach einer m ilitärischen Ausbildung, w elche etw a eine W oche bis zehn Tage gedauert habe, sei er m it seiner Einheit nach Tschetschenien verlegt w orden. D ort sei er bereits im N ovem ber 1999 in die H ände tschetschenischer R ebellen gefallen, w elche ihn in verschiedenen O rtschaften festgehalten hätten. Im Laufe seiner G efangenschaft habe er verschiedentlich Treffen von russischen O ffizieren m it tschetschenischen R ebellen beobachten können, bei denen es w ohl um illegale W affenschiebereien gegangen sei. N achdem er insgesam t bereits etw a 20 M onate in H aft zugebracht habe, sei er im Som m er 2001 von russischen Soldaten befreit w orden. Allerdings habe es sich nicht um eine eigentliche Befreiung gehandelt, hätten ihn doch die R ussen in einem G ebäude eingesperrt. N ach ungefähr einem M onat sei es ihm gelungen, anlässlich eines Ü berfalls auf dieses G ebäude zu entkom m en, und er habe sich auf den H eim w eg gem acht. N ach einer ungefähr einw öchigen R eise sei er am 5. August 2001 zu H ause in H ._______ angekom m en und habe sich in den folgenden drei oder vier W ochen dort aufgehalten. Im Septem ber 2001 habe er bei den m ilitärischen Behörden vorgesprochen, um zu erfahren, w ie es w eitergehe. D araufhin sei er am 25. Septem ber 2001 zu H ause aufgesucht und festgenom m en w orden. W ährend seiner U ntersuchungshaft in H ._______ hätten ihm die Behörden vorgew orfen, w ährend seiner G efangenschaft an der Seite der Tschetschenen gekäm pft zu haben. Indessen habe die U ntersuchung keine ausreichende G rundlage für eine Anklage vor G ericht geliefert, w eshalb ihn die Behörden am 9. M ärz 2002 aus der U ntersuchungshaft vorläufig entlassen hätten. D ie Behörden hätten ihn jedoch nicht in R uhe gelassen. Im Septem ber und N ovem ber 2002 sow ie im Januar 2003 habe die Polizei seine W ohnung nach Sprengstoff durchsucht. Am 25. Januar 2003 hätten ihn in der U m gebung von M oskau russische O ffiziere, w elche er w ährend seiner G efangenschaft in Tschetschenien gesehen habe, überfallen, zusam m engeschlagen und beraubt. In der folgenden N acht sei sein Fahrzeug von einem Lastw agen verm utlich absichtlich angefahren w orden. Aufgrund dieses Vorfalls hätten sie ihren W ohnsitz heim lich nach I._______ verlegt. Im O ktober und D ezem ber 2003 habe er sich zw eim al in M oskau m it M ajor E. getroffen, w elcher ihm bei seiner R ehabilitation habe helfen w ollen. Ein drittes Treffen hätte Ende M ai 2004 in M oskau stattfinden sollen, doch habe er den M ajor nicht m ehr auffinden können. Stattdessen sei er am 24. M ai 2004 in M oskau von U nbekannten im Kofferraum eines Autos entführt 3 w orden. W ährend eines Verkehrsstaus sei es ihm gelungen, den Kofferraum deckel zu öffnen und zu entkom m en. Tags darauf habe er sich nach I._______ begeben und dort lediglich noch die Brandruine seiner Behausung angetroffen. D ie Beschw erdeführerin und ihre Kinder hätten sich retten können und seien bei Freunden in Kuznezovka untergekom m en. Zehn Tage später habe ihm sein Freund P. m itgeteilt, M ajor E. sei verschw unden. Auch sein Freund P. sei am 28. M ai 2004 festgenom m en und drei Tage lang festgehalten w orden. Anlässlich der Einvernahm en seines Freundes hätten die Behörden den Beschw erdeführer m it terroristischen O rganisationen in Verbindung gebracht und insbesondere seinen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen w ollen. N ach seiner Entlassung habe ihn sein Freund gew arnt, w eshalb sich die Beschw erdeführer am 31. August 2004 ausser Landes begeben hätten. Für die übrigen Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. b) Am 15. Juni 2005 w urde in G ._______ die Tochter E._______ geboren. B. M it Verfügung vom 14. Juli 2006 - eröffnet am 17. Juli 2006 - stellte das Bun- desam t fest, die Beschw erdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte deren Asylgesuche ab, w ies sie aus der Schw eiz w eg und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die Vorbringen der Beschw erdeführer seien in zahlreichen w esentlichen Punkten w idersprüchlich ausgefallen. So sei den Vorbringen des Beschw erdeführers vor der kantonalen Behörde zu entnehm en, er sei nach einer zirka einw öchigen R eise am 5. August 2001 zu H ause angekom m en, nachdem er von den R ussen aus der H aft der Tschetschenen befreit und danach von diesen zirka einen M onat lang eingesperrt w orden sei. Aus diesen Angaben ergebe sich som it zw angsläufig, dass er von den R ussen ungefähr gegen Ende Juni oder anfangs Juli 2001 befreit w orden sei. D em gegenüber habe der Beschw erdeführer in der Em pfangsstelle die Befreiung durch die R ussen nicht erw ähnt, sondern stattdessen gesagt, er sei am 25. oder am 27. Juli 2001 von U nbekannten aus der tschetschenischen H aft befreit w orden und habe sich daraufhin sogleich nach H ause begeben. D ort sei er am 5. August 2001 angekom m en. D es W eiteren habe er in der Em pfangsstelle erklärt, seit Februar 2002 habe er als Autom echaniker schw arz gearbeitet. D ieses Vorbringen w iderspreche seinen Behauptungen, w onach er die Zeit vom 25. Septem ber 2001 bis 9. M ärz 2002 in H ._______ in U ntersuchungshaft gew esen sei. Aufgrund dieser w idersprüchlichen, den Ausgangspunkt säm tlicher Vorbringen betreffenden Aussagen der Beschw erdeführer m üsse die G laubhaftigkeit ihrer Angaben erheblich in Frage gestellt w erden, zum al auch w eitere Ausführungen w idersprüchlich seien. So habe der Beschw erdeführer beispielsw eise an der Em pfangsstelle behauptet, zw ei der Entführer hätten schw arze Kleider getragen. Vor dem Kanton habe er hingegen gesagt, nur einer dieser M änner habe eine schw arze U niform getragen. Ferner seien die Ausführungen des Beschw erdeführers über die angebliche Festnahm e und H aft in H ._______, die U ntersuchungen der russischen M ilitärbehörden sow ie die Verfolgung durch die ihm aus Tschetschenien bekannten russischen O ffiziere w eitgehend unsubstanziiert geblieben. Seine diesbezüglichen Schilderungen liessen jegliche D ifferenzierung und detaillierte Beschreibung verm issen und 4 beschränkten sich auf stereotype W iederholung von Allgem einplätzen, obw ohl von ihm hätte erw artet w erden können, detaillierte Angaben über seine fast halbjährige H aft in H ._______ zu m achen. Im W eiteren liessen die vagen Aussagen der Beschw erdeführer zu ihrem R eisew eg in die Schw eiz den Eindruck entstehen, sie versuchten, die schw eizerischen Behörden über den w irklichen Aufenthaltsort vor ihrer Einreise in die Schw eiz zu täuschen. Zudem hätten es die Beschw erdeführer unterlassen, irgendw elche Bem ühungen in R ichtung Papierbeschaffung in die W ege zu leiten, obw ohl dies zw eifelsohne ohne w eiteres m öglich gew esen w äre. Schliesslich w idersprächen die Vorbringen der Beschw erdeführer der allgem einen Lebenserfahrung, insbesondere entspreche ihr Verhalten nach der H aftentlassung des Beschw erdeführers im M ärz 2003 (recte: 2002) nicht dem Verhalten von tatsächlich verfolgten Personen und sei nicht m it dem w ährend des Asylverfahrens geltend gem achten Ausm ass der von ihnen angeblich befürchteten M assnahm en der russischen Strafverfolgungsbehörden zu vereinbaren. In casu hätten die Beschw erdeführer ohne ersichtlichen G rund noch zw eieinhalb Jahre bis zu ihrer Ausreise aus R ussland verstreichen lassen. D em entsprechend hielten die Vorbringen der Beschw erdeführer den Anforderungen von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) an die G laubhaftigkeit nicht stand. Im Ü brigen sei der Vollzug der W egw eisung zulässig, zum utbar und m öglich. C . a) M it Beschw erde vom 16. August 2006 beantragten die Beschw erdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl in der Schw eiz. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführer anzu- ordnen. Allenfalls sei die Verfügung im W egw eisungspunkt in dem Sinne abzuändern, dass die R ückschaffung in den H eim atstaat der Beschw erdeführer ausgeschlossen w erde. Im W eiteren beantragten sie in prozessualer H insicht die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) sow ie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Beschw erdebegehren w ird, sow eit für das U rteil von Belang, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. b) Als Bew eism ittel reichten die Beschw erdeführer drei Fotos einer Brandruine zu den Akten. D . M it Zw ischenverfügung vom 25. August 2006 teilte der Instruktionsrichter der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) den Be- schw erdeführern m it, sie könnten den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten. G leichzeitig w ies er die G esuche um G ew ährung einer Frist zur Einreichung einer Beschw erdeergänzung sow ie um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG ab. D es W eiteren verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden entscheidet das Bundesverw al- tungsgericht in einem vereinfachten Verfahren. U m eine solche Sache handelt es sich vorliegend, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). D er Antrag, es sei den Beschw erdeführern das R eplikrecht zu allfälligen Stellungnahm en der Vorinstanz zu gew ähren, w ird dam it gegenstandslos. 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 In der Beschw erde w ird unter anderem gerügt, das Bundesam t habe den Sachverhalt in Verletzung des rechtlichen G ehörs erstellt. 3.2 In casu liegen keine H inw eise vor, die auf unvollständige oder fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung schliessen lassen. N ach Prüfung der Protokolle kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass der Beschw erdeführer aus- reichend G elegenheit hatte, seine Asylgründe detailliert vorzubringen. Auch sind keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass die Aussagen des Be- schw erdeführers nicht korrekt protokolliert und übersetzt w orden w ären. So be- stätigte der Beschw erdeführer anlässlich der Em pfangstellenbefragung, er habe den D olm etscher gut verstanden und das Protokoll entspreche den Aussagen und der W ahrheit (A 2/9, S. 7). Zu Beginn der kantonalen Anhörung bekräftigte er dies nochm als (vgl. A14/23, S. 5). Auch nach der R ückübersetzung des kantonalen Protokolls bestätigte er, es entspreche seinen Ausführungen, alle seine Vorbringen seien abschliessend festgehalten und er habe diesen nichts m ehr beizufügen 6 (A 14/23, S. 20). N ach D urchsicht der Protokolle ist w eiter festzuhalten, dass die Befragung sow ie die Anhörung in einer sachlichen Atm osphäre stattgefunden haben. D ie bei der kantonalen Anhörung anw esende H ilfsw erkvertreterin sah sich zu keiner Bem erkung veranlasst. Bei dieser Sachlage m uss sich der Beschw erdeführer bei seinen Vorbringen behaften lassen, w ie sie in die Protokolle Eingang gefunden haben. 3.3 Zum Einw and in der Beschw erde, die Vorinstanz hätte als U ntersuchungsbehörde "dem Beschw erdeführer ein rechtliches G ehör in Bezug auf diese (W idersprüche) m achen m üssen", ist Folgendes festzuhalten: D er Asylgesuchsteller ist m it W idersprüchen in seinen eigenen Aussagen nach M öglichkeit zu konfrontieren, um ihm G elegenheit zu geben, diese allenfalls zu erklären. D ieser G rundsatz ergibt sich aus der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtser- heblichen Sachverhalts, stellt jedoch keinen eigentlichen verfahrensrechtlichen Anspruch im Sinne des rechtlichen G ehörs dar (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 1994 N r. 13 S. 111 ff.; diese Praxis w ird vom Bundesverw altungsgericht als w eiterhin zutreffend erachtet). Einem Betroffenen ist näm lich in der R egel kein R echt auf vorgängige Stellungnahm e bezüglich Fragen der rechtlichen Beurteilung und W ürdigung von Tatsachen einzuräum en, es sei denn, die Behörde gedenke, sich in ihrem Entscheid auf einen völlig unüblichen, nicht voraussehbaren R echtsgrund abzustützen. Letzteres w ar in casu nicht der Fall und w ird in der Beschw erdeschrift denn auch nicht behauptet. Som it liegt keine Verletzung des rechtlichen G ehörs vor, w eil sich das beanstandete N ichtvorhalten von W idersprüchen in casu lediglich auf eigene Aussagen des Beschw erdeführers - und nicht auf solche von D rittpersonen - bezieht. 3.4 N ach dem G esagten erw eist sich der Einw and in der Beschw erde, w onach der rechtserhebliche Sachverhalt unter Verletzung des rechtlichen G ehörs erstellt w orden sei, als unbegründet. Zu einer R ückw eisung der Beschw erdesache an die Vorinstanz zw ecks erneuter beziehungsw eise ergänzender Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts besteht daher kein Anlass. 4. 4.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 4.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig 7 begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 5. 5.1 M it der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Beschw erdeführer die Flüchtlings- eigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht erfüllen. Es w ird hierzu ergänzend zu den nachfolgenden Ausführungen auf die zutreffenden Erw ägungen in der an- gefochtenen Verfügung verw iesen (Art. 109 Abs. 3 BG G i.V.m . Art. 6 AsylG und Art. 4 Vw VG ). 5.2 G rundsätzlich sind die Vorbringen eines G esuchstellers dann glaubhaft, w enn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in w esentlichen Punkten nicht w idersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w idersprechen. G laubhaftm achung bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein reduziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew isse Einw ände und Zw eifel an den Vorbringen des G esuchstellers. Entscheidend ist, ob die G ründe, die für die R ichtigkeit der Sach- verhaltsdarstellung des G esuchstellers sprechen, überw iegen oder nicht. D abei ist auf eine objektivierte Sichtw eise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG ; EM AR K 2004 N r. 1 E. 5a S. 4; 1996 N r. 27 E. 3c.aa S. 263 f.; N r. 28 E. 3a S. 270). 5.3 In der Beschw erdeschrift w ird bezüglich der w idersprüchlichen Vorbringen ausgeführt, w as die Befreiung des Beschw erdeführers von den R ussen angehe, ergebe sich gar kein W iderspruch in Bezug auf seine Vorbringen. Im Em pfangszentrum habe er sich sum m arisch, bei der kantonalen Anhörung hinge- gen detailliert und w ahrheitsgetreu geäussert. D ieser Einw and verm ag indessen insow eit nicht zu überzeugen, als es beispielsw eise ausgeschlossen ist, in einer Autow erkstatt einer illegalen Schw arzarbeit nachzugehen und im selben Zeitraum inhaftiert zu sein (vgl. A2/9, S. 2; A14/23, S. 7), w ie dies der Beschw erdeführer geltend gem acht hat. D erartige chronologische U nstim m igkeiten in den Schilderungen lassen vielm ehr den Schluss zu, dass der Beschw erdeführer bei seinen Schilderungen nicht auf Erinnerungen an tatsächliche Begebenheiten zurückgreifen konnte, sondern eine Verfolgungssituation lediglich erfunden hat, um seinem Asylgesuch N achdruck zu verleihen. Bestätigt w ird diese Einschätzung durch w eitere U nstim m igkeiten, w ie etw a in Bezug auf die Bekleidung der Entführer. So soll einer zivil gekleidet gew esen sein und der andere eine schw arze U niform getragen haben (A14/23, S. 13), w ährend anlässlich der Befragung in der Em pfangsstelle dem gegenüber noch von zw ei schw arz gekleideten Personen, einer zivil gekleideten und einem Fahrer, dessen Bekleidung nicht beschrieben w urde, die R ede w ar (A2/9, S. 6). D arüber hinaus ist die geltend gem achte Flucht aus dem Kofferraum des Autos bei einem Stau realitätsfrem d, w enn bedacht w ird, dass vier Personen den Beschw erdeführer entführt haben sollen. D ie Beschw erdeführer w enden in der Beschw erde im W eiteren ein, bei tatsächlich Verfolgten gebe es keine „logische“ Vorgehensw eise, w eshalb ihnen nicht vorgew orfen w erden könne, nach der vorläufigen Entlassung aus der U ntersuchungshaft (am 9. M ärz 2002) noch zw eieinhalb Jahre bis zur Flucht 8 zugew artet zu haben. W enngleich diesem Einw and eine gew isse Berechtigung zukom m t, ist vorliegend aus den Akten ersichtlich, dass die Beschw erdeführer in der Folge ein Verhalten an den Tag gelegt haben, w elches im G esam tzusam m enhang ihrer Schilderungen nur den Schluss zulässt, dass keine Verfolgung beziehungsw eise keine begründete Furcht vor Verfolgung gem äss Art. 3 AsylG vorlag. Im Ü brigen ist festzustellen, dass die Beschw erdeführer auch auf Beschw erdeebene keine Identitätspapiere eingereicht haben, w eshalb ihre Identität bis heute nicht feststeht, w as aber für die Ü berprüfung der Aussagen und der Bew eism ittel sow ie für die Asylgew ährung grundsätzlich Voraussetzung ist. 5.4 Aufgrund der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf w eitere Einw endungen in der Beschw erde oder die eingereichten Bew eism ittel (Fotos) näher einzugehen, da diese nicht geeignet sind, einen anderen Entscheid in den Fragen der Flüchtlingseigenschaft und Asylgew ährung herbeizuführen. In W ürdigung der gesam ten U m stände ist festzustellen, dass die Vorbringen den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht genügen. D as nachgesuchte Asyl ist den Beschw erdeführern zu R echt nicht gew ährt w orden. D ie Ablehnung ihrer Asylgesuche ist dem entsprechend zu bestätigen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden.9 6.5 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 6.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (VG L. M AR IO G ATTIKE R , D AS ASYL- U N D W EG W EISU N G SVER FAH R EN , BER N 1999, S. 89). D a es den Beschw erdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr der Beschw erdeführer in die russische Föderation ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihren H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w ären. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üssten die Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation sow ie die politische und w irtschaftliche Lage in R ussland lassen den W egw eisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen. 6.7 6.7.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Art 14a Abs. 4 AN AG findet insbesondere Anw endung auf Personen, die nach ihrer R ückkehr einer konkreten G efahr ausgesetzt w ären, w eil sie die absolut notw endige m edizinische Versorgung nicht erhalten können oder – aus objektiver Sicht – w egen der vorherr- schenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürden, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechte- rung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w ären. 6.7.2 In W ürdigung der allgem einen aktuellen Lage in R ussland ist die Zum utbarkeit der R ückkehr dorthin zu bejahen, zum al dort kein Bürgerkrieg herrscht und auch nicht von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden kann. D em nach kann nicht von einer konkreten G efährdung der Beschw erdeführer im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ausgegangen w erden.10 6.7.3 D en Akten lassen sich auch keine individuellen Vollzugshindernisse entnehm en. N am entlich die beruflichen Aussichten des Beschw erdeführers sind eher über- durchschnittlich, verfügt dieser doch über eine universitäre Ausbildung als Elekt- roingenieur sow ie praktische Berufserfahrung als Autom echaniker. W eiter ist zu berücksichtigen, dass die M utter des Beschw erdeführers nach w ie vor im H eim at- staat lebt (A2/9, S. 3), w eshalb die Beschw erdeführer dort auf ein bestehendes rudim entäres Beziehungsnetz zurückgreifen können. D arüber hinaus bestehen realistische Aussichten, dass sich die jungen und den Akten zufolge gesunden Beschw erdeführer allenfalls auch in einem anderen Teil ihres H eim atstaates w ieder eine Existenz aufbauen können. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 6.8 D en Akten sind ausserdem keine Anhaltspunkte dafür zu entnehm en, dass der Vollzug der W egw eisung unm öglich im Sinne der Praxis der AR K w äre (vgl. EM AR K 2000 N r. 16 E. 7c S. 146 ff.). 6.9 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). Ebenso ist ein Ausschluss des W egw eisungsvollzuges nach R ussland zu verneinen und der diesbezügliche Eventualantrag abzuw eisen. 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 1, 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden den Beschw erdeführern auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilagen: Bew eism ittel [3 Fotos eines abgebrannten H auses], Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten - die J._______ des Kantons G ._______ D er R ichter: D er G erichtsschreiber: R obert G alliker G regor G eisser Versand am :