B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-3130/2011 U r t e i l v o m 2 0 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Michael Beusch, Richter Daniel Riedo, Gerichtsschreiber Jürg Steiger. Parteien A._______, Beschwerdeführerin, gegen Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Rechtsverweigerungsbeschwerde. A-3130/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Auf amtshilfeweises Ersuchen der deutschen Zollbehörden (Hauptzollamt […]) beauftrag te die Oberzolldirektion (OZD) am 9. Dezember 2010 die Zollkreisdirektion Schaffhausen , zahlreiche Ursprungsnachweise der A._______ betreffend die Jahre 2008 bis 2010 zu überprüfen. Die Pr ü- fung ergab, dass die A._______ für die in 133 Rechnungen an die B._______ (D) aufgeführten Fässer den Ursprung der Waren nicht habe nachweisen können. In der Folge stellte die Zollkreisdirektion Schaffha u- sen in ihrer Verfügung vom 21. Februar 2011 fest, die betreffenden Ur- sprungsnachweise seien ungültig. B. Am 23. März 2011 reichte die A._______ "vorsorglich" eine Beschwerde gegen die Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 21. Februar 2011 bei der OZD ein. Sie machte im Wesentlichen geltend, da sie über keine entsprechende Dokumentation verfüge, könne sie nicht für jede s Fass den geforderten Nachweis des Schweizer Ursprungs erbringen. Sie sei jedoch überzeugt, es handle sich bei sämtlichen ausgeführten Fäs- sern um Altwaren im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Bst. h des Protokolls Nr. 3 vom 28. Oktober 2004 über die Bestimmung des Begriffs "Ursprungse r- zeugnisse" und über die Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltu n- gen zum Abkommen vom 22. Juli 1972 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (SR 0.632.401.3, "Protokoll Nr. 3"). Als solche Altwaren seien die Fässer ohne weiteren Nachweis als Schweizer Ursprungsware n zu behandeln, sofern jene von ihr in der Schweiz oder in der Europäischen Union ( EU) bezo- gen worden seien. Sie sei zudem der Meinung, die Fässer seien unter die Tarifnummer 7310.1000 einzureihen. Im Weiteren legte sie dar, sie habe gleichzeitig mit ihrer Beschwerdeein- gabe auch noch ein Gesuch um verbindliche Ursprungsauskunft gemäss Art. 20 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) bei der OZD gestellt, um die Frage des Ursprungs der Fässer verbindlich klären zu lassen. Obwohl dieses Gesuch in erster Linie der korrekten Zollabwic k- lung zukünftiger Lieferungen von gebrauchten Fässern zur Wied eraufbe- reitung nach Deutschland diene, mache es Sinn, dessen Ausgang abzu- warten. Sie stelle deshalb den Antrag, das Beschwerdeverfahren zu si s- tieren, bis die Auskunft vorliege. A-3130/2011 Seite 3 C. Am 23. März 2011 reichte die A._______ ein Gesuch um verbindliche Ur- sprungsauskunft bei der OZD ein. Sie legte im Wesentlichen dar, sie übernehme oder kaufe von in der Schweiz ansässigen Lie feranten ge- brauchte und ursprünglich in der Schweiz oder in der EU gefertigte Fä s- ser. Anschliessend sende sie diese an Unternehmen in Deutschland. Dort würden die Fässer g ereinigt, umgewandelt, ausgebeult und neu gestr i- chen (sog. "Rekonditionierung"). Danach erhalte sie die Fässer wieder zurück. Sie sei der Meinung, es handle sich bei den ausgeführten Waren um Altwaren im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Bst. h des Protokolls Nr. 3 und da- mit um Schweizer Ursprungswaren. Sie ersuche die OZD , den präferen- ziellen Ursprung im Sinne einer verbindlichen Ursprungsauskunft gemäss Art. 20 ZG zu bestätigen. D. Am 13. April 2011 teilte die OZD der A._______ insbesondere mit, für die in der Schweiz hergestellten oder gesammelten Fässer müsste im Ra h- men der verschiedenen Freihandelsabkommen in jedem Fall eine gültige Lieferantenerklärung des Schweizer Lieferanten vorliegen. Liege eine solche vor, könne der Exporteur bei der Ausfuhr nach Deutschland einen Ursprungsnachweis ausstellen. Sofern keine Lieferantenerklärung beig e- bracht werden könne oder es sich um Fässer mit Ursprung aus Drittlä n- dern handle, sei die Ausstellung eines Ursprungsnachweises nicht zulä s- sig. Bei der "Rekonditionierung" der Fässer in Deutschland handle es sich lediglich um eine Wiederaufbereitung der Fässer und nicht um eine G e- winnung von Rohstoffen im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Bst. h des Protokolls Nr. 3. Im Weiteren legte die OZD dar, diese Ursprungsauskunft verliere ih- re Gültigkeit nach spätestens drei Jahren oder wenn die angewendeten Rechtsgrundlagen geändert hätten. Zudem teilte die OZD mit, sie habe das Beschwerdeverfahren antragsgemäss sistiert. E. Mit Schreiben vom 20. April 2011 ersuchte die A._______ um Erlass einer anfechtbaren Verfügung, in welcher die OZD den Ursprung der betroff e- nen Waren entsprechend ihrer Auskunft vom 13. April 2011 verbindlich feststelle. Am 25. Mai 2011 wiederholte sie dieses Ersuchen. F. Am 27. Mai 2011 antwortete die OZD, Tarifauskünfte seien gemäss kon- stanter Rechtsprechung keine beschwerdefähigen Verfügungen. Entspre- chendes müsse auch für Ursprungsauskünfte gelten. Aus diesem Grund A-3130/2011 Seite 4 stehe der Rechtsmittelweg gegen die erteilte Auskunft nicht offen. In der Folge erübrige sich der Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Sie empfeh- le, die Sistierung des hängigen Beschwerdeverfahrens aufzuheben. G. Am 30. Mai 2011 reichte die A._______ (Beschwerdeführerin) eine als "Rechtsverweigerungsbeschwerde" bezeichnete Eingabe beim Bunde s- verwaltungsgericht ein mit den folgenden Anträgen: "(1) Es sei vorfrag e- weise festzustellen, dass Ursprungsauskünfte gemäss Art. 20 ZG Verf ü- gungscharakter im Sinn von Art. 5 VwVG haben und deshalb in Form e i- ner rechtsmittelfähigen Verfügung zu erlassen sind . (2) Die Ursprung s- auskunft der Vorinstanz vom 13. April 2011 sei dahingehend abzuändern, dass für die beschriebenen Waren verbindlich festgestellt wird, dass di e- se Schweizer Ursprungswaren im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. h des Pr o- tokolls Nr. 3 zum Freihan delsabkommen Schweiz -EWG sind. (3) Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz". Zur B e- gründung brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, Be- schwerdeobjekt sei vorliegend die Weigerung der Vorinstanz, ihr eine a n- fechtbare Verfügung zuzustellen. Dies stelle eine formelle Rechtsverwe i- gerung dar. Die Ursprungsauskunft betreffe eine individuell-konkrete An- ordnung. Die vorliegende Ursprungsauskunft stelle verbindlich fest, dass die im Auskunftsbegehren beschriebenen Waren keinen Ursp rung in der Schweiz hätten. Da der Ursprungsauskunft Verfügungscharakter zuko m- me, wäre die Vorinstanz verpflichtet gewesen, eine den Anforderungen von Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ve r- waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) entsprechende Verfügung zu er- lassen. Im Weiteren beantrage sie aus prozessökonomischen Gründen – bei Gutheissung des Antrags auf Feststellung des Verfügungscharakters einer Ursprungsauskunft – die Auskunft vom 13. April 2011 materiell zu beurteilen. H. In ihrer Vern ehmlassung vom 11. August 2011 beantragte die OZD, auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen. Im Weiteren sei sowohl auf das Rechtsbegehren Nr. 1 als auch Nr. 2 nicht einzutreten , eventualiter seien diese Anträge abzuweisen. Zudem stellte sie den Verfahrensantrag, im Fall der materiellen Beurteilung des Rechtsbegehrens Nr. 2 sei ihr eine angemessene Frist z ur Stellungnahme einzuräumen. Zur Begründung legte die OZD im Wesentlichen dar, die Beschwerdeführerin bezeichne ih- re Eingabe zwar als Rechtsverweigerungsbeschwerde. Ein entspreche n-A-3130/2011 Seite 5 des Begehren stelle sie hingegen nicht. In der Folge sei a uf die Recht s- verweigerungsbeschwerde nicht einzutreten. Im Weiteren verpflichte das ZG die Zo llverwaltung nicht ausdrücklich, Ursprungsauskünfte in Form einer Verfügung zu erlassen. Hätte der Gesetzgeber den Rechtsschutz auch für Ursprungsauskünfte vorsehen wollen, hätte er dies auch so g e- regelt. Weil einer Ursprungsauskunft kein Verfügungscharakter zukomme, habe die Beschwerdeführerin auch keinen Anspruch auf den Erlass einer entsprechenden Auskunft in Verfügungsform. Die OZD sei demnach auch nicht verpflichtet gewesen, eine solche Verfügung zu erlassen. I. Mit Schreiben vom 25. August 2011 ersuchte die Beschwerdeführerin um Akteneinsicht. Mit Verfügung vom 29. August 2011 erteilte ihr das Bun- desverwaltungsgericht Einsicht in die Verfahrensakten und lud sie zur al l- fälligen Replik bis zum 23. September 2011 ein. Auf Ersuchen der B e- schwerdeführerin ver längerte das Bundesverwaltungsgericht diese Frist mit Verfügung vom 20. September 2011 bis am 4. Oktober 2011. J. Am 4. Oktober 2011 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein. Sie formulierte ihre Beschwerdeanträge wie folgt neu: " (1) Es sei vorfrag e- weise festzu stellen, dass die Weigerung der Oberzolldirektion gemäss Schreiben vom 27. Mai 2011, den Inhalt der Ursprungsauskunft vom 13. April 2011 in Form einer rechtsmittelfähigen Verfügung zu erlassen, eine formelle Rechtsverweigerung im Sinn von Art. 46a VwVG darstellt. (2) Die Ursprungsauskunft der Vorinstanz vom 13. April 2011 sei dahi n- gehend abzuändern, dass für die beschriebenen Waren verbindlich fes t- gestellt wird, dass diese Schweizer Ursprungswaren im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Bst. h des Protokolls Nr. 3 zum Freihandelsabkommen Schweiz - EWG sind. (3) Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz". Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentl i- chen aus, bei der Neuformulierung des Rechtsbegehrens Nr. 1 handle es sich um eine Präzisierung des Beschwerdeantrags und nicht um einen neuen Antrag. Die Ursprungsauskunft diene der Erleichterung des Nac h- weises beim konkreten V erzollungsvorgang. Im Rahmen der kon kreten Verzollung müsse der Zollpflichtige nur noch die betreffenden Tatsachen nachweisen, die gemäss der erteilten Auskunft für einen präferenziellen Ursprung entscheidend seien . Doch selbst wenn der Ursprungsauskunft der Verfügungscharakter abges prochen werden sollte, dürfe die Verwa l- tung dennoch nicht im rechtsfreien Raum handeln. Die Auskunft der OZD könne in jedem Fall als Realakt überprüft werden. Das Gebot der Pr o-A-3130/2011 Seite 6 zessökonomie gebiete, die Auskunft der OZD vom 13. April 2011 materiell zu beurteilen, denn die OZD werde im Fall einer Rückweisung identisch entscheiden. K. In ihrer Duplik vom 26. Oktober 2011 hielt die OZD an ihren bisherigen Standpunkten fest. Im Weiteren führte sie aus, es werde nicht in Abrede gestellt, dass die behauptete Rechtsverweigerung in der Beschwerdeb e- gründung vorgebracht worden sei . Das gestellte Rechtsbegehren sei j e- doch unvollständig und mangelhaft gewesen. Dies anerkenne auch die Beschwerdeführerin durch die nun erfolgte Präzisierung des Rechtsb e- gehrens Nr. 1. Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügu n- gen nach Art. 5 VwVG oder gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer Verfügung (Art. 46a VwVG). 1.2. 1.2.1. Die Vorschriften des VwVG finden gemäss dessen Art. 3 Bst. e auf das Verfahren der Zollveranlagung keine Anwendung (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3213/2009 vom 7. Juli 2010 E. 1.3.1 und A-5612/2007 vom 1. März 2010 E. 2.1.2). Dieser Dispens wird damit b e- gründet, dass das Verfahren der Zollveranlagung im Interesse eines flü s- sigen Personen- und Warenverkehrs möglichst zügig und einfach abg e- wickelt werden soll, was nach dem ordentlichen Prozedere nach VwVG nicht gewährleistet ist ( PIERRE TSCHANNEN, in: Auer/Müller/Schin dler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008 [Kommentar VwVG], Art. 3 N 13). Grund- sätzlich gelten somit die Verfahrensbestimmungen des ZG, soweit dieses überhaupt solche enthält. Insbesondere unterli egt die Zollveranlagung den durch das Selbstdeklarationsprinzip getragenen spezialgesetzlichen Vorschriften (Art. 21 ff. ZG; Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-3130/2011 Seite 7 A-829/2011 vom 30. Dezember 2011 E. 1.2, A-6930/2009 vom 1. Se p- tember 2011 E. 1.2.1, A-1791/2009 vom 28. September 2009 E. 2.2.1; NADINE MAYHALL, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [Praxiskommentar], Zürich 2009, Art. 3 N 38). 1.2.2. Nach der Rechtsprechung bezieht sich Art. 3 Bst. e VwVG au s- schliesslich auf das Verfahren der Zollveranlagung; vom Ausschluss nicht erfasst wird hingegen das Beschwerdeverfahren (Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts A-3213/2009 vom 7. Juli 2010 E. 1.3; MAYHALL, Praxis- kommentar, a.a.O., Art. 3 Fn. 38). Das Verfahren vor dem Bundesverwal- tungsgericht richtet sich demnach nach dem VwVG (Art. 37 VGG), soweit nicht spezialgesetzliche Normen des Zoll - und anderen Abgaberechts bzw. Bundesrechts anzuwenden sind (Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-6930/2009 vom 1. September 2011 E. 1.2.2). 1.3. Gemäss Art. 52 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerdeschrift die Bege h- ren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten. Der Strei t- gegenstand des Rechtsmit telverfahrens wird einerseits durch den G e- genstand der angefochtenen Verfügung und andererseits durch die Par- teibegehren bestimmt. Der Streitgegenstand darf sich dabei im Laufe des Beschwerdeverfahrens nur verengen, er kann nicht erweitert oder qualita- tiv verändert werden (Urteil des Bundesgerichts 2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1626/2010 vom 28. Januar 2011 E. 1.2.1, A -4478/2009 vom 13. Juli 2010 E. 1.2.1, A-2293/2008 vom 8. Mai 2010 E. 1.2.1). Die Begehren e i- ner Beschwerde können nach Ablauf der Beschwerdefrist deshalb nicht erweitert, sondern höchstens präzisiert, eingeengt oder fallengelassen werden (BGE 133 II 30 E. 2.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-8761/2010 vom 8. Dezember 2011 E. 5, A-775/2011 vom 24. Mai 2011 E. 4; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.208 ff.). Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin ihr Rechtsbegehren Nr. 1 mit ihrer Replik vom 4. Oktober 2011 um formuliert. Ihre Beschwe r- deschrift vom 30. Mai 2011 war zwar als "Rechtsverweigerungsb e- schwerde" bezeichnet, einen entsprechenden Antrag stellte sie in dieser Eingabe hingegen noch nicht. Indessen rügte die Beschwerdeführererin bereits in der Beschwerdebegründung explizit die Verweigerung der Vo r- instanz, die verlangte Verfügung zu erlassen (vgl. insbesondere Rz. 2 der A-3130/2011 Seite 8 Beschwerde). Aus der Bezeichnung der Beschwerde und ihrer Begrü n- dung geht deshalb klar der Wille der Beschwerdeführerin hervor, die b e- hauptete Verweigerung der OZD zum Erlass einer Verfügung anzufec h- ten. Die Neuformulierung des Rechtsbehrens Nr. 1 in der Replik stellt deshalb eine blosse Präzisierung dar. Eine solche ist nach dem oben Ge- sagten zulässig. 1.4. 1.4.1. Nach Art. 46a VwVG kann gegen das unrech tmässige Verweigern oder Verzögern einer Verfügung ebenfalls Beschwerde geführt werden. Beschwerdeinstanz ist jene Behörde, die zuständig wäre, wenn die Ve r- fügung ordnungsgemäss ergangen wäre (Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Febr uar 2001 , BBl 2001 4408; vgl. auch MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.18 mit Hinweisen). Die OZD gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht (Art. 32 VGG) , ist nicht gegeben. Das Bundesverwaltungsgericht ist deshalb zuständig für die Beurteilung der Rechtsverweigerungsb e- schwerde gegen die OZD. 1.4.2. Das Recht verweigert eine Behörde, die es ausdrücklich ablehnt oder stillschweigend unterlässt, eine Verfügung zu treffen, obwohl sie da- zu verpflichtet ist (BGE 124 V 13 0 E. 4; Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-1247/2010 vom 19. April 2010 E. 3.2.2). Voraussetzung für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde ist, dass die Rechtssuchenden zuvor ein Begehren auf Erlass ei ner Verfügung bei der zuständigen Behörde gestellt haben und ein Anspruch auf Erlass einer solchen Verfügung b e- steht ( ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwa l- tungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 725; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.20). Ein solcher Anspruch ist dann gegeben, wenn einerseits eine Behörde nach dem anzuwendenden Recht verpflichtet ist, in Verfügungsform zu handeln, und wenn andere r- seits die gesuchstellende Person nach Art. 6 i.V.m. A rt. 48 Abs. 1 VwVG Parteistellung beanspruchen kann (Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts A-6471/2009 vom 2. März 2010 E. 3, A -3260/2009 vom 16. Juli 2009 E. 2, A-2723/2007 vom 30. Januar 2008 E. 3). 1.4.3. Aufgrund einer Rechtsverweigerungsbeschwerde kann das B un- desverwaltungsgericht lediglich überprüfen, ob die betreffende Verwa l- tungsbehörde die erwartete Verfügung zu Unrecht verweigert hat. Mat e- rielle Aspekte der – allenfalls verweigerten Verfügung – können somit nie A-3130/2011 Seite 9 den Streitgegenstand bilden. Heisst das Bun desverwaltungsgericht eine Rechtsverweigerungsbeschwerde gut, so weist es die Sache mit verbin d- lichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Eine andere Möglichkeit, den rechtmässigen Zustand herzustellen, gibt es nicht; insbesondere darf das Gericht (vorbehältlich von Spezialkonstel- lationen, vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -2723/2007 vom 30. Januar 2008 E. 4.2) nicht anstelle der das Recht verweigernden B e- hörde entscheiden, würden dadurch doch der Instanzenzug verkürzt un d allenfalls weitere Rechte der am Verfahren Beteiligten verletzt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3290/2011 vom 29. September 2011 E. 3; BVGE 2008/15 E. 3.1.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.25). 1.4.4. Die Rechtsverweigerungsbeschwerde ist – obwohl eine ordentliche Beschwerde – nicht fristgebunden. Sie kann gemäss Art. 50 Abs. 2 VwVG jederzeit eingereicht werden. Die Grenze bildet freilich der Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. E. 1.5). Verweigert eine Behörde ausdrücklich den Erlass einer Verfügung, so ist innerhalb der gesetzlichen Frist von 30 T a- gen Beschwerde zu erheben (BVGE 2008/15 E. 3.2). Hat die Verwaltung allerdings bereits einen Entscheid erlassen, der beim Bundesverwa l- tungsgericht oder mittels Einsprache bzw. Beschwerde im Sinn von Art. 32 Abs. 2 Bst. a VGG angefochten werden kann, kann grundsätzlich keine formelle Rechtsverweigerung mehr vorliegen (Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts A -420/2007 vom 3. September 2007 E. 2.3). B e- hauptete inhaltliche oder formelle Mängel der Verfügung sind alsdann auf dem ordentlichen Beschwerdeweg geltend zu machen (BVGE 2008/15 E. 3.2). Mangels eines aktuellen Rechtsschutzinteresses gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG ist in diesem Fall auf die Rechtsverweigerungsb e- schwerde nicht einzutreten (MARKUS MÜLLER, Kommentar VwVG, Art. 46a N. 11 ; FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, Praxiskommentar, Art. 46a N. 6). 1.5. Der Grundsatz von Treu und Glauben zählt nach schweizerischem Rechtsverständnis zu den grundlegenden Rechtsprinzipien. Er gilt seit j e- her als Richtschnur f ür das Handeln der Privaten untereinander (vgl. Art. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) und bestimmt auch die Beziehungen zwischen Staat und Privaten (PASCAL MAHON, in: Aubert/Mahon [Hrsg.], Petit commentaire de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999, Z ü- rich/Basel/Genf 2003, Art. 5 N. 15). Gemäss Art. 5 Abs. 3 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) haben staatliche Organe und Private nach Treu und Glauben zu A-3130/2011 Seite 10 handeln. Inhaltlich umfasst der Grundsatz von Treu und Glauben im Ve r- waltungsrecht unterschiedliche Tatbestände wie den Vertrauensschutz, das Verbot widersprüchlichen Verhaltens und das Rechtsmissbrauch s- verbot (Urteil des Bundesger ichts 1P .701/2004 vom 7. April 2005 E. 4.2; Urteil des Bundesve rwaltungsgerichts A -6642/2008 vom 8. November 2010 E. 4. 1 und 4.2 ). Als Verbot widersprüchlichen Verhaltens verbietet der Grundsatz von Treu und Glauben sowohl den staatlichen Behörden wie auch den Privaten, sich in ihren öffentlich -rechtlichen Rechtsbezi e- hungen widersprüchlich zu verhalten ( ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/ FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 623). Widersprüchliches oder rechtsmissbräuc hliches Verhal- ten der Privaten findet keinen Rechtsschutz ( HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 712). 2. 2.1. Im vorliegenden Fall ist folgender Verfahrensablauf belegt und un- bestritten. Die Zollkreisdirektion Schaffhausen stellte in ihrer Verfügung vom 21. Februar 2011 sinngemäss fest, die Beschwerdeführerin habe für zahlreiche an die B._______ nach Deutschland ausgeführte gebrauchte Fässer (Rechnungen von 2008 bis 2010) den Schweizer Ursprung der Waren nicht nachweisen könne n und die entsprechenden Ursprung s- nachweise seien deshalb zu Unrecht ausgestellt worden . Dagegen hat die Beschwerdeführerin am 23. März 2011 Beschwerde an die OZD g e- führt. Gleichzeitig verlangte sie von dieser eine Ursprungsauskunft betref- fend die Ausfuhr von Fässern zur "Rekonditionierung " nach Deutschland und stellte den A ntrag auf Sistierung des hängigen Beschwerdeverfah- rens bis zu m Vorliegen der Auskunft. Die OZD nahm am 13. April 2011 die Sistierung des Beschwerdeverfahrens antragsgemäss vor und erteilte mit Schreiben vom gleichen Tag die verlangte Ursprungsauskunft. In der Folge ersuchte die Beschwerdeführerin um Erlass dieser Auskunft in Ver- fügungsform. Die OZD antwortete mit Schreiben vom 27. Mai 2011, bei einer Auskunft handle es sich nicht um eine Verfügung, somit erübrige sich der Erlass einer solchen. Zudem empfahl sie der Beschwerdeführe- rin, die Sistierung des bei ihr hängigen Beschwerdeverfahrens aufheben zu lassen. In ihrer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ver- langt die Beschwerdeführerin mit ihrem (in der Replik präzisierten) Rechtsbegehren Nr. 1 die Feststellung, dass eine Rechtsverweigerung durch die OZD vorliege, da diese die Auskunft nicht in Verfügungsform er- lassen habe. A-3130/2011 Seite 11 2.2. 2.2.1. Zunächst sind die Eintretensvo raussetzungen für die Rechtsver- weigerungsbeschwerde zu prüfen. Es fragt sich, ob die Beschwerdeführe- rin dafür ein aktuelles Rechtsschutzinteresse aufweist. Dies ist aufgrund der Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 21. Februar 2011 zu verneinen. Streitgegenstand dieser Verfügung war nämlich der U r- sprungsnachweis der von der Beschwerdeführerin in den Jahren 2008 bis 2010 an die B._______ nach Deutschland zur "Rekonditionierung" ausge- führten gebrauchten Fässer. Die Auskunft der OZD vom 13. April 2011 hatte ebenfalls den Ursprungsnachweis von Ausfuhren von gebrauchten Fässern zur "Rekonditionierung" nach Deutschland zum Thema. Die Be- schwerdeführerin verlangt mit ihrer Rechtsverweigerungsbeschwerde somit den Erlass einer Verfügung, obwohl die Zollkreisdirektion Schaff- hausen in der gleichen Sache bereits am 21. Februar 2011 eine solche erlassen hatte. Deshalb fehlt der Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der Rechtsverweigerungsbeschwerde gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG (E. 1.4.4). Die Beschwerdeführerin begründet ihre Legitima- tion zur Erhebung der Rechtsverweigerungsbeschwerde im Übrigen se l- ber damit, sie müsse für den Fall, dass die Ursprungsauskunft der OZD vom 13. April 2011 nicht abgeändert werde, aufgrund des "parallel" lau- fenden Beschwerdeverfahrens vor der OZD letztlich mit einer Zollnac h- forderung in der Höhe von rund Fr. 100'000.-- rechnen (vgl. Ziffer 17 der Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 30. Mai 2011) . Da der Begriff des schutzwürdigen Interesses im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG dem- jenigen von Art. 25a Abs. 1 VwVG entspricht (MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.39 FN 116; MOSER/ BEUSCH/KNEUBÜHLER, Ausgewählte prozessrechtliche Fragen im Verfa h- ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, veröffentlicht in Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2008, S. 9), kommt ein Verfahren nach Art. 25a VwVG ebenfalls schon aus diesem Grund nicht in Frage. 2.2.2. Im Weiteren ist das Verhalten der Beschwerdeführerin als wide r- sprüchlich zu qualifizieren und verdient auch daher keinen Rechtsschutz (E. 1.5). Einerseits beantragte sie nämlich betreffend eine Verfügung, in welcher es genau um die sie interessierende Frage geht, die Sistierung des Beschwerdeverfahrens vor der OZD ; andererseits reichte sie beim Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich ein er die nämliche Frage ang e- henden Auskunft eine Rechtsverweigerungsbeschwer de ein und rügte, die OZD habe die verlangte Verfügung nicht erlassen . Unter diesen Um- ständen könnte auch der Einwand nicht gehört werden, das Gesuch der A-3130/2011 Seite 12 Beschwerdeführerin um Ursprungsauskunft habe sich auf zukünftige Aus- fuhren und damit nicht auf diejenige n bezogen, die Gegenstand der Ver- fügung vom 21. Februar 2011 gewesen seien. Ein solcher Einwand müss- te als rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden , da es materiell um den nämlichen Sach verhalt mit den g leichen Rechtsfragen geht . Mangels Rechtsschutzinteresse wäre demnach auch aus diesem Grund auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde nicht einzutreten. 2.2.3. Im Übrigen könnte a uf das Rechtsbegehren Nr. 2 der Beschwerde auch deshalb nicht eingetreten werden, da materielle Aspekte nie den Streitgegenstand einer Rechtsverweigerungsbeschw erde bilden können (E. 1.4.3). Es bleibt nochmals darauf hinzuweisen, dass die Frage des Ursprungs der betreffenden Waren im hängigen Beschwerdeverfahren vor der OZD überprüft werden kann. Gegen den diesbezüglichen Ent- scheid der OZD steht allenfalls die Beschwerde an das Bundesverwa l- tungsgericht offen. Unter diesen Umständen kann und muss von vornher- ein nicht auf die Tragweite von Art. 20 ZG eingegangen werden. Vorlie- gend nicht zu beurteilen ist schliesslich auch, ob die Sistierung des B e- schwerdeverfahrens vor der OZD sachgerecht oder zulässig war. 3. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 5'000.-- sind der Beschwerdeführe- rin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG in Ver bindung mit Art. 4 des Re g- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem g e- leisteten Kostenvorschuss im selben Umfang zu verrechnen. Eine Parte i- entschädigung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). A-3130/2011 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000. -- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die OZD (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Markus Metz Jürg Steiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: