Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 9. Oktober 2018 (400 18 41) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Art. 129 ZPO: Übersetzungsanspruch bei englischsprachigen Urkunden als Beweismittel Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richte- rich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Andreas Béguin, Picassoplatz 8, Postfach 330, 4010 Basel, Klägerin und Berufungsklägerin B. ____, vertreten durch Advokat Andreas Béguin, Picassoplatz 8, Postfach 330, 4010 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen C. ____ , vertreten durch Advokat Dr. Georg Gremmelspacher, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel, Beklagte und Berufungsbeklagte D. ____, vertreten durch Advokat Dr. Georg Gremmelspacher, St. Jakobs- Strasse 11, Postfach, 4002 Basel, Beklagter und Berufungsbeklagter Gegenstand Anfechtung Kündigung / Mieterstreckung und Mietzinsreduktion / Forderung Berufung gegen die Ziffern 1, 2, 3, 6, und 7 des Entscheids des Präsi- denten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 15. Dezember 2017 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Parteien schlossen am 4. März 2014 einen Mietvertra g über das Einfamilienhaus an der X.____ in Y.____ mit einer Kündigungsfrist von sec hs Monaten, einer Mindestmietdauer bis 30. Mai 2015 und einem monatlichen Nettomietzins von C HF 5‘875.00. Mietantritt war der 1. Mai 2014. B. Mit Klage vom 3. April 2017 an das Zivilkreisgericht Basel -Landschaft West beantragten die Mietparteien B.____ und A.____, es sei die von de n Vermieterparteien D.____ und C.____ am 15./23. November 2016 per 31. Mai 2017 ausgesproc hene Kündigung des Mietverhältnis- ses als missbräuchlich/ungültig aufzuheben. Eventualiter sei das Mietverhältnis angemessen zu erstrecken, erstmals mindestens um zwei Jahre bis 31. Mai 2 019. Mit der Klagebegründung vom 20. Juni 2017 wurde neu beantragt, es sei festzustellen, dass der gerichtlichen Beurteilung der Gültigkeit der Kündigung der Einwand der abgeurt eilten Sache entgegenstehe und somit das Mietverhältnis ungekündigt andaure. Ebenfalls neu beantragt wurde eine Herabsetzung des Mietzinses ab Oktober 2016 um 15%. An den bereits mit Kl age vom 3. April 2017 formulierten Rechtsbegehren wurde als Eventual- bzw. Subeventualbeg ehren festgehalten, unter o/e- Kostenfolge. Die Vermieter beantragten mit Klagantwort vom 16. Au gust 2017 die Abweisung der Kündi- gungsanfechtung, eventualiter sei das Mietverhältnis maxi mal um drei Monate seit der Haupt- verhandlung zu erstrecken. Das Rechtsbegehren um Reduktion des Nettomietzinses sei abzu- weisen, eventualiter sei der Nettomietzins um höchstens 10 % herabzusetzen. Widerklageweise beantragten die Beklagten, die Kläger seien zu verurtei len, die getätigten Abzüge von ihren Mietzinszahlungen zuzüglich 5% Zins zu bezahlen und sie seie n weiter zu verurteilen, den Be- klagten die Mehrkosten für den verlängerten Verbleib i n Australien, die Einlagerung und den Bezug des Hausrates sowie die weiteren im Zusammenhan g mit der Nichtfreigabe der Liegen- schaft stehenden und noch zu beziffernden Kosten zu bezahlen. Mit Entscheid vom 15. Dezember 2017 wies der Zivilkreisge richtspräsident das klägerische Rechtsbegehren auf Feststellung des Fortbestands eines ung ekündigten Mietverhältnisses ab, soweit er darauf eintrat. Das Kündigungsanfechtungsbege hren wies er ebenfalls ab und stellte fest, dass die per 31. Mai 2017 ausgesprochene Kündigung gültig und wirksam sei. Das Mieter- verhältnis erstreckte er einmalig unter Zweiterstreckungsaussc hluss bis zum 31. Juli 2018. Das Mietzinsreduktionsbegehren hiess er teilweise gut und setzte den Mietzins für die Monate Okto- ber 2016 bis Mai 2017 um CHF 427.05 und für die Mona te Juni 2017 bis August 2017 um CHF 569.40 pro Monat herab. Die widerklageweise gelte nd gemachten Forderungsbegehren der Beklagten wies der Zivilkreisgerichtspräsident angebra chtermassen ab. Die Gerichtsgebühr von CHF 8‘000.00 auferlegte er den Klägern zu CHF 5‘0 00.00 und den Beklagten zu CHF 3‘000.00 und er verpflichtete die Kläger, den Be klagten eine Parteientschädigung von CHF 5‘000.00 zu bezahlen. C. Mit Eingabe vom 2. Februar 2018 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, erklärten die Kläger die Berufung gegen de n Entscheid vom 15. Dezember 2017 hin- sichtlich des vorinstanzlich verneinten Fortbestands des Miet vertrags, der Kündigungsanfech- tung, der Mieterstreckung und des Kostenentscheids mit dem Antrag, die Ziffern 1, 2, 3, 6 und 7 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht des angefochtenen Entscheids seien aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Für den Fall der Neuentsch eidung durch das Kantonsgericht sei festzustellen, dass der gerichtlichen Beurteilung de r Gültigkeit der mit der Kündigung vom 15./23. November 2016 angestrebten Auflösung des Mietverhältnisses der Einwand der abgeur- teilten Sache entgegenstehe und somit das Mietverhältni s ungekündigt andaure, eventualiter sei die Kündigung als missbräuchlich/ungültig aufzuheben, subeventualiter sei das Mietverhält- nis angemessen zu erstrecken, erstmals bis mindestens 31. Juli 2019. Die ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien den Berufungs- beklagten aufzuerlegen. In verfahrensmässiger Hinsicht bea ntragten die Berufungskläger, die Gegenparteien seien zur Einreichung einer amtlich beg laubigten Übersetzung der bei der Vor- instanz in englischer Sprache eingereichten Beweismittel anzuhalten und es sei mittels ent- sprechender Verfügung anzudrohen, dass widrigenfalls die nicht übersetzten Beweismittel un- beachtet bleiben würden. Sodann seien die eingereichte n übersetzten Beweismittel den Beru- fungsklägern zuzustellen mit Frist zur einlässlicheren Beru fungsbegründung. Die Berufungsklä- ger machen primär Verletzungen des rechtlichen Gehörs g eltend, weil die von den Berufungs- beklagten bei der Vorinstanz zahlreich eingereichten en glischsprachigen Unterlagen zum gel- tend gemachten dringenden Eigenbedarf entgegen dem Antrag der Berufungskläger nicht in die Amtssprache Deutsch übersetzt worden seien und weil der an gefochtene Entscheid nicht hin- reichend begründet sei. D. Mit Stellungnahme vom 19. März 2016 (recte: 2018) bea ntragten die Berufungsbeklagten die Abweisung der Verfahrensanträge, eventualiter sei den Berufungsklägern eine Frist anzu- setzen, um konkret mitzuteilen, welche Auszüge der Beweismittel zu übersetzen seien. Mit Ver- fügung vom 9. April 2019 wies der Kantonsgerichtspräsident die Verfahrensanträge ab. E. Mit Berufungsantwort vom 7. Mai 2018 beantragten die Berufungsbeklagten die Abwei- sung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei, unt er o/e-Kostenfolgen, woraufhin der Kan- tonsgerichtspräsident mit Verfügung vom 8. Mai 2018 d en Schriftenwechsel schloss, die Be- weisanträge abwies und den Entscheid durch die Dreierkammer aufgrund der Akten anordnete. Mit Eingabe vom 20. Juni 2018 reichten die Berufungskläg er unaufgefordert eine Replik mit mehreren Beilagen ein. Mit Eingabe vom 25. Juni 2018 beantragten die Berufungsbeklagten, diese Replik samt Beilagen sei aus dem Recht zu weisen. Au f die Ausführungen in den Einga- ben des Berufungsverfahrens und auf die vorinstanzliche E ntscheidbegründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. F. Mit Verfügung vom 17. Juli 2018 unterbreitete das Kan tonsgericht den Parteien einen schriftlichen Vergleichsvorschlag. Gestützt auf die Einga be der Berufungsbeklagten vom 11. September 2018 stellte das Kantonsgerichtspräsidium mit Verfügung vom 12. September 2018 fest, dass kein Vergleich zustande gekommen ist. De n Antrag der Berufungskläger vom 14. September 2018 auf Fristansetzung zu einer Stellu ngnahme zur Eingabe vom 11. September 2018 wies der Kantonsgerichtspräsident mi t Verfügung vom 25. September 2018 ab. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer ve rmögensrechtlichen Angelegen- heit ist die Berufung zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegeh- ren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Mit Berufung kann gemäss Art. 310 ZPO unrichtige Rechtsanwendung o der/und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Ta- gen seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. sei t der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz einzurei chen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Streitwertgrenze ist im vorliegenden Fall erreicht. Der angefochtene Entscheid vom 15. Dezem- ber 2017 wurde den Klagparteien bzw. deren Rechtsvertreter schriftlich begründet am 3. Januar 2018 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist von 30 Tagen ist durch die Postaufgabe der Berufung vom 2. Februar 2018 eingehalten. Die Berufungskläger rüge n die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts, womit zul ässige Berufungsgründe geltend ge- macht werden. Der einverlangte Kostenvorschuss für das Berufungsverfahren wurde rechtzeitig geleistet. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Drei erkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gege n Entscheid der Präsidien der Zivil- kreisgerichte zuständig, sofern diese – wie vorliegend erfüllt – nicht in die Zuständigkeit des Präsidiums fallen. 2. Die Berufungsbeklagten rügen in der Berufungsantwort, die Berufungsbegründung genü- ge den inhaltlichen Anforderungen nicht, da lediglich appellatorische Kritik am vorinstanzlichen Entscheid geübt werde, kaum eine Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Entscheidbe- gründung stattfinde, lediglich auf die Schriften des e rstinstanzlichen Verfahrens verwiesen wer- de und die bereits erfolgten vorinstanzlichen Ausführungen wiederholt würden. 2.1 Ob die Berufungsschrift inhaltlich den gesetzlichen Anfo rderungen entspricht, stellt eine Zulässigkeitsvoraussetzungen der Berufung dar und ist von A mtes wegen zu prüfen. Das Kan- tonsgericht, Abteilung Zivilrecht, hat daher im Folge nden zu prüfen, ob die Berufung nebst den formellen auch den inhaltlichen Anforderungen, insbeso ndere in Bezug auf die Begründung, zu genügen vermag. In der Berufungsbegründung ist darzulegen, aus welchen Gründen der ange- fochtene Entscheid falsch ist und deshalb abgeändert we rden muss. Die ZPO legt nicht aus- drücklich fest, welchen Anforderungen die Begründung zu genügen hat. Verlangt ist im Sinne einer sogenannten Begründungslast, dass sich die Berufung führende Partei sachbezogen mit den Entscheidgründen des erstinstanzlichen Entscheides auseinandersetzt, dass sie dem Beru- fungsgericht erkennbar im Wesentlichen darlegt, inwiefe rn von der ersten Instanz Recht falsch angewendet und welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll (vgl. Art. 310 ZPO). Der gesetzlichen Begründungslast im Sinne einer ernsthaf ten Auseinandersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz genügen daher in einer Be rufungsschrift weder blosse Wiederho- lungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser bereits abgehandelt wurden, noch blosse Verweise in der Berufungsschrift auf die ei genen Sachdarstellungen vor der ersten Instanz. Ungenügend ist sodann bloss allgemeine formel hafte Kritik an den erstinstanzlichen Erwägungen, wie z.B. diese seien falsch, rechtswidrig ode r willkürlich, ohne dass zugleich dar- getan wird, warum dem aus der Sicht der Berufung führ enden Partei so sein soll. In der Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gründung ist nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, wie der Rechtsmit- telkläger dies will. Es ist eben auch aufzuzeigen, weshal b der vorinstanzliche Entscheid fehler- haft ist bzw. weshalb zulässige Noven oder die neuen Bew eismittel einen anderen Schluss auf- drängen. Die Berufungsklägerin hat die von ihr kritisie rten Passagen des Entscheides wie auch die Dossierunterlagen, auf die sie ihre Kritik stützt, zu bezeichnen. Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen denkbaren möglichen Fehlern eigen ständig forschen (REETZ /THEILER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung, 3. Aufl., 2016, Art. 311 N 36; H UNGERBÜHLER /BUCHER , DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., 2016, Art. 311 N 30 ff.). 2.2 Das Kantonsgericht erachtet die Berufung vom 2. Februa r 2018 als hinreichend begrün- det. Exemplarisch sind etwa die Ausführungen in der Ber ufung betreffend die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz zu nennen (S. 9 d er Berufung), wo die Berufungsklä- ger den vorinstanzlichen Entscheid zitieren und bemängeln, es werde nicht erwähnt, auf welche Beweismittel sich die Vorinstanz abstützte, als sie davon a usging, dass der Eigenbedarf nach- gewiesen sei. Ebenso wird konkret gerügt, die Vorinsta nz habe nicht davon ausgehen dürfen, dass die Kläger den Inhalt der Beweismittel vollständig verstanden hätten, auch wenn sich ihre Ausführungen darauf bezogen hätten (S. 10 der Berufu ng). Dass die Berufungskläger in der Berufung die Gründe wiederholten, die sie bereits bei der Vorinstanz vorbrachten, lässt sich damit erklären, dass die Vorinstanz ihrer Argumentation nicht gefolgt ist. Die Kläger bringen denn auch immer wieder vor, dass sie die anderslautende Begründung der Vorinstanz für unzu- treffend erachten und die Vorinstanz für ihre Begründ ung keine Beweismittel habe nennen kön- nen. Die Berufungsbegründung genügt damit den inhal tlichen Anforderungen. Da auch die wei- teren formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. 3. Die Berufungsbeklagten beantragen mit Eingabe vom 25. Juni 2018, die von den Beru- fungsklägern eingereichte Replik vom 20. Juni 2018 samt Beilagen sei aus dem Recht zu wei- sen. 3.1 Es trifft zu, dass der Antrag der Berufungskläger auf Fr istansetzung zur Einreichung einer schriftlichen Replik mit Verfügung vom 17. Mai 2018 abg ewiesen wurde. Auch wenn das Ge- richt keine Replikfrist setzt, steht den Parteien jedoch das Recht auf Einreichung einer unaufge- forderten Replik zu, so dass eine solche nicht aus dem Recht zu weisen ist. Denn nach Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK haben die P arteien eines Gerichtsverfahrens An- spruch auf rechtliches Gehör und auf ein faires Gerichtsve rfahren, unter Beachtung des Grund- satzes der Waffengleichheit. Diese Garantien umfassen das Recht, von allen bei Gericht einge- reichten Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich da zu äussern zu können, unabhängig davon, ob die Eingaben neue und/oder wesentliche Vor bringen enthalten. Die Parteien haben zu beurteilen, ob eine Entgegnung erforderlich ist od er nicht. Es ist Aufgabe des Gerichts, in jedem Einzelfall ein effektives Replikrecht der Parteie n zu gewährleisten. Hierzu kann es einen zweiten Schriftenwechsel anordnen oder den Parteien Fri st für eine allfällige Stellungnahme ansetzen. Es kann Eingaben aber auch lediglich zur Ken ntnisnahme zustellen, wenn von den Parteien erwartet werden kann, dass sie umgehend unaufg efordert Stellung nehmen oder eine Stellungnahme beantragen, was namentlich bei anwaltli ch Vertretenen oder Rechtskundigen der Fall ist. Das Gericht hat demnach bei der letztgena nnten Vorgehensweise mit der Ent- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheidfällung so lange zuzuwarten, bis es annehmen darf, der Adressat habe auf eine weitere Eingabe verzichtet (vgl. BGer 4A_215/2014 vom 18. Septe mber 2014 E. 2.1 mit weiteren Hin- weisen). Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechun g ist daher die Replik entgegen dem Antrag der Berufungsbeklagten nicht aus dem Recht zu weisen. 3.2 Für allfällige Noven, seien es neue Tatsachenbehauptun gen oder Beweismittel, gilt dage- gen Art. 317 Abs. 1 ZPO, wonach Noven nur noch berücksicht igt werden, wenn sie ohne Ver- zug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor- gebracht werden konnten (lit. b). Der vorinstanzliche Ent scheid erging am 15. Dezember 2017. Bei den Replikbeilagen 1 und 2 handelt es sich um unech te Noven, so dass diese nicht zu be- rücksichtigen sind. Die Replikbeilagen 3 bis 6 sind nach de m erstinstanzlichen Entscheid ent- standen und stellen echte Noven dar. Damit sie berücksich tigt werden können, müssen sie un- verzüglich eingereicht werden. Das letzte dieser Dokumente ist am 16. März 2018 entstanden und erst drei Monate später mit der Replik eingereicht worden, was nicht als unverzüglich gilt. Die mit der Replik eingereichten Beweismittel erfolgte n somit verspätet und sind nicht zu be- rücksichtigen. Auf die mit der Replik vorgebrachten Ausf ührungen bzw. die Frage, ob es sich allenfalls um neue Tatsachen handelt, wird an dieser S telle nicht näher eingegangen, sondern es wird darauf allenfalls im konkreten Zusammenhang zurückgekommen. 4. Streitpunkte der vorliegenden Berufung sind lediglich d ie Gültigkeit der Kündigung vom 15./23. November 2016 und das Erstreckungsbegehren der Berufungskläger. Nicht mehr strei- tig ist hingegen die Mietzinsreduktion. 5. Die Berufungskläger rügen eine Verletzung des rechtlich en Gehörs in zweierlei Hinsicht. Sie monieren zum einen, dass die Vorinstanz entgegen i hrem Antrag die Berufungsbeklagten nicht zur Einreichung der offerierten beglaubigten Üb ersetzung der in Englisch abgefassten Beweismittel angehalten habe. 5.1 Es ist unbestritten, dass die Berufungsbeklagten im vorin stanzlichen Verfahren mit der Klagantwort vom 16. August 2017 zahlreiche Beweismittel ins Recht legten, welche in engli- scher Sprache abgefasst sind, wobei gleichzeitig in Ziffer 5 auf S. 2 der Klagantwort die Nach- reichung von Übersetzungen offeriert wurde. Mit Einga be vom 2. Oktober 2017 reichten die Berufungsbeklagten weitere englischsprachige Dokumente bei der Vorinstanz ein. An der Hauptverhandlung vom 15. Dezember 2017 machten die Ber ufungskläger geltend, die zum Beweis des dringenden Eigenbedarfs angerufenen Dokumente seien zu übersetzen, ansonsten diese Beweismittel nicht zuzulassen seien. 5.2 Die Vorinstanz liess die in englischer Sprache eingereichten Dokumente nicht übersetzen. Sie führte dazu in der Entscheidbegründung unter Ziffer I 6a aus, der Rechtsvertreter der Kläger hätte sich erst an der mündlichen Hauptverhandlung darauf berufen, diese Dokumente teilweise nicht zu verstehen. Dieser Einwand sei in Anbetracht der dringlichen Natur der Sache verspätet, nachdem die Verhandlung nach Abschluss des Schriftenwech sels umgehend und zeitlich weit- räumig angesetzt worden sei. Der Rechtsvertreter hätte diesen Einwand vorzeitig an das Ge- richt herantragen müssen. Weiter wies die Vorinstanz unt er Ziffer I 6b auf den Basler Kommen- tar zur ZPO hin und führte aus, aus praktischen Überlegun gen und in teilweiser Übereinstim- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mung mit der bisherigen kantonalen Praxis sowie zwecks Kon gruenz mit dem BGG müsse es möglich sein, fremdsprachige Urkunden ins Recht zu legen , sofern diese von den Gerichtsmit- gliedern und der Gegenpartei des Beweisführers verstan den werden. Englisch sei heutzutage die dominante Weltsprache, welche namentlich Akademike r verstehen dürften. Die eingereich- ten englischsprachigen Dokumente seien von der Thematik, dem Stil und der Wortfolgen her nicht derart speziell, dass Verständnishürden hätten auf keimen müssen. Der Rechtsvertreter der Mieter habe sich an der Verhandlung einlässlich mit den Urkunden auseinandergesetzt und ausserdem selber noch einen französischsprachigen E-Mail-Verkehr eingereicht. 5.3 Die Berufungskläger machen geltend, gemäss Art. 129 ZPO sei das Verfahren in der Amtssprache des zuständigen Kantons zu führen, was für sämtl iche Eingaben und Urkunden gelte. Die Vorinstanz habe den von den Berufungsklägern anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 15. Dezember 2017 gestellten Antr ag auf Übersetzung der vermieter- seits in englischer Sprache eingereichten Beweismittel zu deren geltend gemachten dringenden Eigenbedarf zu Unrecht als verspätet abgewiesen. Weite r sei die Vorinstanz einfach davon ausgegangen, dass die englischen Dokumente verstanden w orden seien, obwohl geltend ge- macht worden sei, dass die englischsprachigen Unterlagen zu wenig verständlich seien. 5.4 Die Berufungsbeklagten entgegnen, lediglich die Rechts schriften seien prinzipiell in der Verfahrenssprache einzureichen, nicht jedoch die Beilagen . Diese könnten in der Originalspra- che eingereicht werden, seien aber auf Aufforderung d es Gerichts hin zu übersetzen. Ob eine Übersetzung anzuordnen sei, bemesse sich nach den konkreten Umständen. Gemäss bundes- gerichtlicher Rechtsprechung könne heutzutage davon ausgegangen werden, dass die hiesigen Gerichte selbst englischsprachige Schiedsurteile nicht üb ersetzen müssten. Dies gelte vorlie- gend umso mehr, als die eingereichten englischsprachigen Dokumente eine geringe Komplexi- tät aufweisen würden. Selbst wenn ein Übersetzungsanspru ch bestehen würde, wäre der ent- sprechende Antrag zu spät erfolgt und daher nicht zu hör en. Überdies sei er rechtsmissbräuch- lich. 5.5 Gemäss Art. 129 ZPO ist das Verfahren in der Amtssprache des zuständigen Kantons zu führen. Im Kanton Basel-Landschaft stellt gemäss § 57 Abs. 1 der Kantonsverfassung (SGS 100) ausschliesslich Deutsch die Amtssprache dar. Der kla re Gesetzeswortlaut von Art. 129 ZPO lässt keinen Spielraum für Auslegungen zu. In d er Literatur wird denn auch überwie- gend die Auffassung vertreten, dass das Gericht an die Ve rfahrenssprache gebunden ist (FREI , Berner Kommentar zur ZPO, 2012, Art. 129 N 5; S TAEHELIN , in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizer ischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 2016, Art. 129 N 3 und 6; G ESCHWEND , in: Basler Kommentar zur ZPO, 3. Aufl., 2016, Art. 129 N 4; KUKO ZPO-W EBER , 2. Aufl., 2014, Art. 129 N 3). Selbst bei Zustimmun g der Ge- genpartei soll nicht von der Verfahrenssprache abgewichen werden dürfen (F REI , a.a.O, Art. 129 N 3; Staehelin, a.a.O., Art. 129 N 6; a.M . K UMSCHICK , Stämpflis Handkommentar, ZPO, 2010, Art. 129 N 3). Eine strikte am Wortlaut orientierte Anwendung von Art. 129 ZPO wird auch durch die Entstehungsgeschichte gestützt, hat das Parlam ent doch eine liberalere Lösung be- wusst verworfen (STAEHELIN , a.a.O., Art. 129 N 2). Das Bundesgericht hat unter Hinweis auf die Lehre festgehalten, dass nicht in der Amtssprache redig ierte Parteieingaben mangelhaft seien und gestützt auf Art. 132 Abs. 1 Satz 1 ZPO unter Anse tzung einer angemessenen Frist zur Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verbesserung, d.h. Übersetzung zurückzuweisen sind (vgl. BGer 4A_246/2013 vom 8. Juli 2013). Es kann somit festgehalten werden, dass sich sowoh l die Parteien als auch die Ge- richtspersonen im gegenseitigen formellen Umgang für a lle mündlichen und schriftlichen Pro- zesshandlungen (insbesondere für Rechtsschriften, Eingaben , Plädoyers, Gerichtsverhandlun- gen, Verfügungen, öffentliche Urteilsberatungen und E ntscheide) der territorial festgelegten Verfahrenssprache zu bedienen haben. 5.6 Es stellt sich die Frage, wie sich die Verfahrenssprache au f eingereichte fremdsprachige Urkunden auswirkt bzw. ob solche immer zu übersetzen sind. Di e ZPO enthält keine entspre- chende Bestimmung wie Art. 54 Abs. 3 BGG, wonach das Ge richt mit dem Einverständnis der anderen Parteien darauf verzichten kann, Urkunden, die nicht in einer Amtssprache verfasst sind, übersetzen zu lassen. R.M. JENNY /D. JENNY (in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach, ZPO Kommentar, 2. Aufl., 2015, Art. 129 N 7 f.) werfen die Frage auf, ob ein qualifiziertes Schweigen vorliege. Aus Praktikabilitätsgründen und zwecks Kongrue nz mit dem BGG sowie aus Kosten- und Zeitgründen soll nach ihrer Auffassung auch unter der ZPO ein entsprechendes Regime möglich sein. Insbesondere vor Handelsgerichten sollten en glische Dokumente zulässig sein. Gemäss zahlreichen Lehrmeinungen kann auf eine Überset zung verzichtet werden, sofern alle Beteiligten die Fremdsprache verstehen und keine Part ei eine Übersetzung verlangt oder wenn die Urkunden von vornherein irrelevant sind. Der Verzich t auf eine Übersetzung muss nicht ausdrücklich erfolgen, sondern kann auch stillschweigend ku ndgetan werden. So kann von ei- nem stillschweigenden Verzicht auf eine Übersetzung ausgeg angen werden, wenn jede Partei Urkunden in derselben Fremdsprache einreicht, ohne ein e Übersetzung beizulegen, (vgl. etwa JENNY /JENNY , a.a.O., Art. 129 N 8; FREI , in Berner Kommentar zur ZPO, 2012, Art. 129 N 12 f .; GESCHWEND , in: Basler Kommentar zur ZPO, 3. Aufl., 2016, Art. 129 N 6 mit weiteren Hinwei- sen). Ordnet das Gericht die Übersetzung von Urkunden nich t von sich aus an, kann auch ein Prozessbeteiligter eine Übersetzung verlangen. Allerdings muss der Richter nicht alle Urkunden übersetzen lassen, sondern er kann sich auf die Übersetzun g der wesentlichen und entscheid- relevanten Urkunden beschränken. Unter Umständen kann all erdings eine Übersetzung not- wendig sein, um überhaupt beurteilen zu können, ob ei n Dokument wesentlich ist oder nicht (FREI , a.a.O., Art. 129 N 13). 5.7 Im vorliegenden Fall hat der Rechtsvertreter der Berufu ngskläger bei der Vorinstanz die Übersetzung der englischsprachigen Dokumente explizit bean tragt mit der Begründung, es sei- en mehrere englischsprachige Dokumente eingereicht worde n und es stelle sich die Frage, ob der dringende Eigenbedarf klar dargelegt sei. Dafür m üsse man die Unterlagen einlässlich ver- stehen, was der Rechtsvertreter selber nicht könne, wesha lb die Dokumente zu übersetzen seien. Gestützt auf diesen Antrag hätten die entscheidre levanten Dokumente aus dem Engli- schen ins Deutsche übersetzt werden müssen. Denn grundsätzli ch besteht ein Übersetzungs- anspruch und der Rechtsvertreter der Berufungskläger ha t diesen explizit geltend gemacht und eben gerade keinen Verzicht auf eine Übersetzung kundget an. Bei den Ausführungen der Vor- instanz, dass Englisch die auf der Welt dominante Sprache sei, welche alle Akademiker verste- hen dürften, handelt es sich um eine allgemeine Annah me, welche nicht darüber entscheiden kann, ob Dokumente zu übersetzen sind oder nicht. Nachdem der Rechtsvertreter der Beru- fungskläger die Übersetzung verlangte, weil er die Doku mente nicht verstehe, kann nicht ein- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fach gestützt auf eine allgemeine Annahme davon ausgegan gen werden, dass alle Beteiligten die Dokumente verstehen. Gänzlich ins Leere läuft die Argumentation der Vorinstanz, der Rechtsvertreter der Berufungskläger habe selber einen fr anzösischsprachigen E-Mail-Verkehr eingereicht, da daraus kein stillschweigender Verzicht au f eine Übersetzung der englischspra- chigen Unterlagen abgeleitet werden kann. Von einem missbräuchlichen Beharren auf der Übersetzung kann höchstens dann ausgegangen werden, wenn die antragstellende Partei sel- ber Urkunden in der gleichen Sprache ohne Übersetzung e inreicht oder die fragliche, von der Gegenseite ins Recht gelegte Urkunde selber (mit)verfasst hat. Weder das eine noch das ande- re liegt in casu vor. Die Berufungskläger reichten keine eigenen englischsprachigen Dokumente als Beweismittel ein, sondern nur die von den Berufungsb eklagten vorgelegten englischspra- chigen Unterlagen und diese lediglich als Korrespondenz beilagen und als Sammelbeilage der von der Gegenseite erfolgten Eingabe an die Schlichtun gsstelle (siehe Beilagen 15 und 16 der Klage vom 3. April 2017 und Sammelbeilage 16 der Kl agebegründung vom 20. Juni 2017). So- weit sich die Berufungsbeklagten auf Ausführungen im S chlichtungsverfahren beziehen wollen, sind sie in Anwendung von Art. 205 Abs. 1 ZPO nicht zu hören, da das Schlichtungsverfahren vertraulich ist und die im Schlichtungsverfahren erfolgten Aussagen im Entscheidverfahren nicht verwendet werden dürfen. Die Berufungsbeklagten können auch aus BGE 138 III 520 nichts zu ihren Gunsten herleiten, da dieses Urteil nicht in Anwendung der ZPO erging, sondern des New Yorker Übereinkommens vom 10. Juni 1958 über die Anerkennung und Vollstreckung ausländi- scher Schiedssprüche (SR 0.277.12). Zudem lag hinsichtlich des zu vollstreckenden englisch- sprachigen Schiedsspruchs die Übersetzung des Dispositivs und des Teils „V Costs“ vor, und das Bundesgericht führte unter Erwägung 5.5 denn auch aus, es erscheine rein formalistisch, neben der vorhandenen Übersetzung des Dispositivs und des Teils „V Costs“ auch noch eine Übersetzung des restlichen Schiedsspruchs zu verlangen, zuma l gerade die Kostenverlegung strittig sei; die eingereichte Teilübersetzung sei ausrei chend. Im Gegensatz zum vorliegenden Fall, wo gar keine Übersetzungen von Beweismitteln vo rliegen, lagen dem in BGE 138 III 520 beurteilten Fall eben gerade Übersetzungen der massge benden Teile des Schiedsspruchs für die Beurteilung der umstrittenen Rechtsöffnung vor. S chliesslich kann auch nicht eingewendet werden, die Berufungskläger hätten eine zu weitreichen de Übersetzung verlangt, da es Sache des Gerichts gewesen wäre, die beweisrelevanten Urkunden zu bezeichnen oder bezeichnen zu lassen und deren Übersetzung zu verlangen. Das Kantons gericht gelangt daher zum Schluss, dass angesichts des expliziten Antrags auf Übersetzun g ein Übersetzungsanspruch der Berufungskläger im vorinstanzlichen Verfahren bestand. 5.8 Es gilt zu prüfen, ob der Antrag auf Übersetzung verspät et erhoben wurde. Die Beru- fungsbeklagten reichten im vorinstanzlichen Verfahren mit der Klagantwort vom 16. August 2017 diverse englischsprachige Unterlagen ein (so etwa die Klagantwortbeilagen 17, 19, 20, 21, 22, 24, 26, 27, 28, 29, 31 und 32), ohne Übersetzung en. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 reichten die Berufungsbeklagten zahlreiche weitere eng lischsprachige Unterlagen ein, wiede- rum ohne Übersetzungen. Erst als nach der Eingabe der Berufungsbeklagten vom 2. Oktober 2017 alle Unterlagen vorlagen, welche die Berufungsbe klagten zum Beweis ins Recht legen wollten, konnte beurteilt werden, welche der englischspr achigen Dokumente überhaupt ent- scheidrelevant sein könnten, da allenfalls die am 2. Okt ober 2017 eingereichten Unterlagen die Würdigung der bereits mit der Klagantwort eingereicht en Unterlagen beeinflussen könnten. Es Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht war daher nicht von Beginn an klar gewesen, welche Un terlagen für die Übersetzung evident sind, sondern diese Frage konnte eben erst nach der Eing abe vom 2. Oktober 2017 beantwor- tet werden. Diese Eingabe wurde den Berufungsklägern mit Verfügung vom 13. Oktober 2017 zugestellt. Es folgten sodann keine weiteren Verfahre nsschritte bis zur Verhandlung vom 15. Dezember 2017, anlässlich welcher gleich zu Beginn der Verhandlung der Übersetzungsan- trag gestellt wurde. Es kann den Berufungsklägern kein Ha ndeln wider Treu und Glauben vor- geworfen werden, weil sie den Übersetzungsantrag nicht früher stellten, sondern nach der Ver- fügung vom 13. Oktober 2017 bis zum nächsten Verfahrenssch ritt, d.h. der Verhandlung zuge- wartet haben. Der Übersetzungsantrag ist daher nicht v erspätet erfolgt. Soweit die Berufungs- beklagten ausführen, sie hätten bereits bei der Schlicht ungsstelle mit Eingabe vom 9. Februar 2017 englischsprachige Unterlagen eingereicht und die Übersetzung offeriert, mithin 10 Monate vor dem Übersetzungsantrag vom 15. Dezember 2017, ist d em entgegenzuhalten, dass die Berufungskläger den Übersetzungsantrag anlässlich des Schl ichtungsverfahrens noch nicht erheben mussten, da dieses weitgehend formlos verläuft . Eine Partei verzichtet nicht auf pro- zessuale Einwände, wenn sie diese nicht bereits im Schlichtungsverfahren geltend macht. Folg- lich wurde der Übersetzungsanspruch nicht verspätet erho ben und die Rüge der Berufungsklä- ger, wonach eine Verletzung von Art. 129 ZPO, mithin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege, ist begründet. 6. Die Berufungskläger rügen eine weitere Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil die Vor- instanz ihren Entscheid ungenügend begründet habe. 6.1 Die Berufungskläger bringen in diesem Zusammenhang vor , die Vorinstanz habe den bestrittenen dringenden Eigenbedarf der Berufungsbekl agten gestützt auf die eingereichten Beweismittel in englischer Sprache als dargetan und erw iesen erachtet, ohne dass diese Do- kumente im Einzelnen genannt geschweige denn zitiert wo rden seien. Dies hätte generell und insbesondere auch angesichts der nicht in der Amtssprache eingereichten Dokumente für eine überprüfbare Begründung erfolgen müssen, umso mehr al s die Vorinstanz damit hätte nach- weisen müssen, dass sie selber der englischen Sprache tatsä chlich in genügendem Ausmass mächtig ist, um ein Urteil in Kenntnis der entscheidrele vanten englischsprachigen Dokumente fällen zu können. In der Entscheidbegründung seien jedo ch die Beweise/Beweismittel nicht ge- nannt worden, auf die das Gericht zur Bejahung des dri ngenden Eigenbedarfs als Kündigungs- grund abgestellt habe. 6.2 Die Berufungsbeklagten vertreten dagegen die Auffassun g, es genüge, wenn das Gericht darlege, von welchen Motiven es sich leiten liess und auf welcher Grundlage der Entscheid ge- fällt werde, ohne dass die einschlägigen Dokumente explizit genannt oder daraus zitiert werden müsse. Die Berufungskläger würden sich sodann widersprüchlic h und wider Treu und Glauben verhalten, wenn sie einerseits einen schweren Verfahrensma ngel wegen der unterbliebenen Übersetzung geltend machen und sich andererseits im Rahme n ihrer Klagebegründung vom 20. Juni 2017 selber mit entsprechenden Dokumenten auseinandersetzen würden. 6.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich auch der Anspruch auf Begründung des gerichtlichen Entscheids. Die Vorbringen des vom Ent scheid in seiner Rechtsstellung Be- troffenen sind zu hören und in der Entscheidbegründung zu berücksichtigen. Die Urteilsbegrün- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung muss so abgefasst sein, dass sich die vom Entscheid betro ffenen Parteien über die Trag- weite des Entscheids und über allfällige Anfechtungsmög lichkeiten ein Bild machen können, damit sie die Möglichkeit haben, die Sache in voller K enntnis um die Entscheidgründe an die obere Instanz weiterzuziehen. Dabei muss sich das Gericht ni cht mit allen Standpunkten der Parteien einlässlich auseinandersetzen, es kann sich auf di e für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen kurz die Überlegungen genan nt werden, die zum entspre- chenden Entscheid geführt haben (BGE 136 I 229 E. 5.2; BGE 134 I 83 E. 4.1; BGE 133 III 439 E. 3.3; SUTTER -SOMM /CHEVALIER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommen- tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 2016, Art. 53 N 13 f.). 6.4 Zunächst fällt auf, dass der Entscheid vom 15. Dezembe r 2017 in Abweichung der übli- chen Urteilsgestaltung keine Darlegung des Sachverhalts en thält, sondern direkt mit den Erwä- gungen beginnt. Es gilt an dieser Stelle vorauszuschicken, dass der Berufungsbeklagte berufs- bedingt nach Australien entsandt wurde, woraufhin die Berufungsbeklagten mit ihren Kindern dorthin zogen und ihr Haus in Y.____ an die Berufung skläger vermieteten. Die Berufungsbe- klagten begründen ihre hier angefochtene Kündigung m it dem dringenden Eigenbedarf für sich und ihre Kinder aufgrund der Rückversetzung des Berufu ngsbeklagten durch seine Arbeitgebe- rin. Unter Ziffer II.2 a) – e) der Entscheidbegründu ng geht die Vorinstanz auf die Anfechtung der Kündigung ein. Sie führt zunächst unter Verweis auf Art. 271a Abs. 1 lit. e OR aus, es sei durch die Beendigung des Streits um die erste Kündigung mitt els Vergleich vor der Schlichtungsstelle am 21. September 2016 eine Sperrfrist ausgelöst worden . Demnach sei die erneute Kündigung nur möglich, falls es den Berufungsbeklagten gelinge, i hren dringenden Eigenbedarf nachzu- weisen und den Ausnahmetatbestand von Art. 271a Abs. 3 l it. a OR greifen zu lassen. Aus der Begründung geht sodann hervor, dass die Vorinstanz davon ausging, dass im Zeitpunkt der ersten Kündigung vom 30. Mai 2016 bloss eine provisorische und unverbindliche Mitteilung der Arbeitgeberin über die Rückversetzung des Berufungsbeklagten nach Basel vorgelegen sei und er erst in der Folge die definitive Nachricht über seine Repatriierung in die Schweiz per 1. März 2017 erhalten habe, woraufhin die zweite Kündigung vo m 15./23. November 2016 ausgespro- chen worden sei. Auf welche Unterlagen die Vorinstanz diese Sachverhaltsfeststellung stützt, ist dem Entscheid eben so wenig zu entnehmen wie deren Erwägungen, der Berufungsbeklagte habe im Zeitpunkt der Kündigung davon ausgehen müssen, von seiner Arbeitgeberin inskünftig wiederum kontinuierlich in Basel beschäftigt zu werden u nd er habe damals von der aktuellen, vorübergehenden Entsendung nach Seoul noch nichts gewus st. Im vorinstanzlichen Entscheid werden die bisherigen kostenintensiven Vorkehrungen der Berufungsbeklagten in Bezug auf die Rückkehr in die Schweiz erwähnt und ihre jetzige unzumutba re, provisorische Lebenssituation, ohne auszuführen, auf welche Beweise sich diese Aussagen stützen. Die Vorinstanz gelangt sodann zum Schluss, die beklagtische Familie habe glaub haft zum Beweis gestellt, ihren Le- bensmittelpunkt in die Nordwestschweiz verlegt zu haben und diesen auf unabsehbare konstan- te Dauer beizubehalten, dies wiederum ohne Ausführungen dazu, mittels welcher Beweise dies erstellt sei. Bezüglich der Anfechtung der Kündigung ist somit nicht ersichtlich, auf welche Be- weismittel sich die Vorinstanz für die Annahme eines dringenden Eigenbedarfs abstützte. Konk- ret erwähnt werden lediglich der Mietvertrag vom 4. M ärz 2014, die erste Kündigung vom 30. Mai 2016, die zweite Kündigung vom 15./23. Novemb er 2016 und der Vergleich bei der Schlichtungsstelle. Für die Berufungskläger ist nicht erkennbar, auf welche Unterlagen sich das Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gericht hinsichtlich des dringenden Eigenbedarfs abgestützt und wie sie diese gewürdigt hat, so dass eine sachgerechte Anfechtung weitgehend ausgeschloss en bleibt und es bei pauschalen Rügen bleiben muss. Somit sind die Anforderungen an ei ne Entscheidbegründung nicht erfüllt und das rechtliche Gehör ist auch diesbezüglich verletzt. 7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das rechtlic he Gehör der Berufungs- kläger im vorinstanzlichen Verfahren zweifach verletzt wurd e, indem zum einen entgegen dem Antrag ihres Rechtsvertreters die entscheidrelevanten engl ischsprachigen Dokumente nicht übersetzt wurden und zum anderen der Entscheid unzureich end begründet ist. Angesichts der vorinstanzlichen Abweisung des Übersetzungsantrags war es umso wichtiger, in der Entscheid- begründung anzugeben, auf welche Dokumente für die Be weiswürdigung konkret abgestützt wird, damit ersichtlich geworden wäre, ob und inwiewe it überhaupt auf die englischsprachigen Dokumente abgestellt wurde und ob die Vorinstanz deren Inhalt einlässlich verstanden hat. Wird in einem Rechtsmittelverfahren eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vor- instanz festgestellt, leidet der Entscheid an einem schwere n Mangel und wird aufgrund der so- genannten formellen Natur des Gehörsanspruchs unabhäng ig davon, ob das Urteil ohne die Verletzung anders ausgefallen wäre, aufgehoben (S UTTER -SOMM /CHEVALIER , a.a.O., Art. 53 N 26, m.w.H.). Eine nicht besonders schwerwiegende Ver letzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise geheilt werden, wenn die betroffene Per son die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, sofern diese sowohl d en Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (SUTTER -SOMM /C HEVALIER , a.a.O., Art. 53 N 28). Im vorliegen- den Fall liegen schwerwiegende Gehörsverletzungen vor, we lche hinsichtlich der Kündigungs- anfechtung und der davon abhängigen Frage der Mieterst reckung zur formellen Nichtigkeit des Entscheids führen und im vorliegenden Berufungsverfahren nicht geheilt werden können. Folg- lich ist der Entscheid diesbezüglich aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei- sen, damit diese den Klagparteien vorab Frist setzt, um konkrete Übersetzungsanträge zu stel- len bzw. um zu benennen, welche Dokumente zu übersetze n sind, und die Vorinstanz danach festlegt, welche Dokumente zu übersetzen sind. Nach Einga ng der übersetzten Dokumente ist das rechtliche Gehör zu gewähren, bevor die Vorinstanz n eu entscheidet. Die Aufhebung des Entscheids betrifft in der Sache die Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 3 des angefochtenen Entscheids vom 15. Dezember 2017. Da sich mit dem neuen Entscheid allenfalls auch eine andere Kosten- verteilung des erstinstanzlichen Verfahrens aufdrängen kann, sind auch die Ziffern 6 und 7 des Dispositivs aufzuheben. Nicht angefochten und somit auch nicht aufzuheben sind die Dispositiv- Ziffern 3 und 4 (Mietzinsreduktion und Gegenforderungsbegehren) des Entscheids vom 15. De- zember 2017. 8. Abschliessend ist über die Kosten des vorliegenden Beruf ungsverfahrens zu befinden. Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist der angef ochtene Entscheid in den Ziffern 1, 2, 3, 6 und 7 aufzuheben und der Fall zur weiteren Instruktion und Neubeurteilung an die Vor- instanz zurückzuweisen. Die Berufungskläger obsiegen somit mit ihrem Hauptantrag. Ange- sichts dieses Ausgangs des Verfahrens sind die Kosten des vor liegenden Berufungsverfahrens in Anwendung von Art. 95 i.V.m. Art. 106 Abs. 1 und 3 den Berufungsbeklagten in solidarischer Verbindung aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist in Anw endung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 1 lit. f Ziff. 4 der Verordnung über die Gebühr en der Gerichte (Gebührentarif, GebT; SGS 170.31) auf CHF 4‘000.00 festzulegen. Die Berufungsbeklagten haben den Berufungsklägern sodann eine Parteientschädigung auszu- richten. Da keine Honorarrechnung des Rechtsvertreters der Berufungskläger vorliegt, wird die Parteientschädigung in Anwendung von § 18 Abs. 1 der kan tonalen Tarifordnung für die Anwäl- tinnen und Anwälte (TO, SGS 178.112) vom Gericht nach Ermessen festgesetzt, wobei die Bemessung nach Streitwert erfolgt (§ 2 Abs. 2 TO). Ge mäss § 10 TO ist das Grundhonorar für die Vertretung vor zweiter Instanz nach den für die erste Instanz geltenden Grundsätzen zu berechnen, beträgt jedoch ohne schriftliche Berufungsbe gründung nur 50%, mit einer solchen bis zu 100% des jeweils zutreffenden Grundhonorars und allfälliger Zuschläge gemäss § 8. Im Grundhonorar für das Verfahren vor erster Instanz sind im schriftlichen Verfahren eine Haupt- verhandlung und eine Rechtsschrift inbegriffen (vgl. § 7 Abs. 1 TO). Im vorliegenden schriftli- chen Berufungsverfahren wurde keine Parteiverhandlung d urchgeführt, so dass es angemes- sen ist, das Grundhonorar für die Vertretung vor zweiter Instanz in Anwendung von § 10 TO auf 50% des Grundhonorars vor erster Instanz festzulegen. De r Streitwert beträgt CHF 233‘337.30 (siehe Berufung vom 2. Februar 2018, Begründung Ziff. II, S. 4). Die TO sieht für das erstin- stanzliche Verfahren bei einem Streitwert von CHF 200‘ 000.00 bis CHF 500‘000.00 ein Grund- honorar von CHF 16‘500.00 bis 34‘500.00 vor (§ 7 Abs. 1 lit. h TO). Angesichts des vorliegen- den Streitwerts am unteren Rand dieser Spannbreite und der Einstufung als einfache bis mittle- re Schwierigkeit wird vom Grundhonorar von CHF 17‘200 .00 ausgegangen und dieses – wie bereits erläutert – auf 50% bzw. CHF 8‘600.00 festgel egt. Zuschläge gemäss § 8 TO scheinen nicht angebracht, zumal die von den Berufungsklägern e ingereichte Replik vom 20. Juni 2018 und die Eingabe vom 14. September 2018 unaufgeforde rt eingereicht wurden und unnötig wa- ren. Da weder Auslagen noch die Mehrwertsteuer geltend gemacht wurden, ist die Parteient- schädigung auf pauschal CHF 8‘600.00 festzulegen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Der Entscheid des Präsidenten des Zivilkreisgericht s Basel- Landschaft West vom 15. Dezember 2017 wird in den Ziffern 1, 2 , 3, 6, und 7 auf- gehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur wei teren Instruk- tion und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Berufungsverfahr en von CHF 4‘000.00 wird den Berufungsbeklagten in solidarischer Ve rbindung auferlegt. Die Berufungsbeklagten haben den Berufungsklägern für das Rechtsmit- telverfahren eine Parteientschädigung von pauschal CHF 8‘600.00 in solidarischer Verbindung zu bezahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin Karin Arber