08/09 33 Baurecht. Art. 5 Abs. 3, Ar t. 9 BV. Art. 17 BauG. Ausfahrt auf Kantonsstrasse. Art. 9 BV statuiert einen grundrechtlichen Anspruch der Privaten gegenüber dem Staat auf Schut z des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder s onstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden. Im Zusammenhang mit dem Grundsatz des Vertrauensschutzes steht auch das Verbot des widersprüchlichen Verhaltens der Verwaltungsbehör den gegenüber den Privaten. Die Verwaltungsbehörden dürfen insbesondere einen einmal in einer bestimmten Angelegenheit eingenommenen Stan dpunkt ohne sachlichen Grund nicht wechseln. Widersprüchliches Verhalte n der Verwaltungsbehörden verstösst gegen Treu und Glauben. Wenn die Privat en auf das ursprüngliche Verhalten der Behörden vertraut haben, stellt ei n widersprüchliches Verhalten dieser Behörden auch eine Verletzung des Vert rauensschutzprinzips dar. Der Schutz der Privaten bei unrichtigen Auskünften der Behörden stellt einen praktisch besonders wichtigen Anwendungsfall d es Vertrauensschutzes dar. Eine Auskunft begründet schutzwürdiges Vertrauen allerdings nur, wenn sie vorbehaltlos erteilt worden ist. In concreto mangelte es an der Vorbehaltlosigkeit der Auskunft, die Au sfahrtsbewilligung zu erteilen, weil die Baudirektion Uri (zumindest) dem Sinn n ach zum Ausdruck gebracht hat, dass sie sich noch nicht definitiv festlegen will bzw. kann. Di e Berufung auf Treu und Glauben scheitert, wenn ihr überwi egende öffentliche Interessen entgegenstehen. Das öffentliche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung besteht vor allem in der Wahrung der Ve rkehrssicherheit auf dem betroffenen Strassen- und Trottoirabschnitt. Die öffe ntlichen Interessen an der Verkehrs- und vor allem Fussgängersicherheit auf der Gotthardstrasse sind höher zu gewichten als diejenigen des Beschwe rdeführers. Die vom Beschwerdeführer beantragte Ausfahrtsbewilligung wurde zu Recht nicht erteilt. Obergericht, 13. November 2009, OG V 08 46