B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5654/2013 U r t e i l v o m 2 8 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Gérard Scherrer, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 21. August 2013 / N (…). E-5654/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein sri -lankischer Staatsangehöriger tamil i- scher Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______, Distrikt C._______ (Nordprovinz), erkundigte sich am 14. September 2009 schriftlich bei der schweizerischen Botschaft in Colombo, ob er für sich und seine nächsten Angehörigen ein formelles Gesuch um Ausstellung eines Visums für ein Bleiberecht in der Schweiz, wo sein Brude r als "Swiss British Citizen" (schweizerisch-britischer Bürger) lebe und sie unterstützen könne, bea n- tragen dürfe. Er gab an, in den Kriegsjahren getrennt von seiner Familie in existenzieller Not gelebt zu haben. 1999 habe er bei einer Minenexpl o- sion (…). Er gehe davon aus, wegen seiner Behinderung aus dem Inte r- nierungslager entlassen und von der Regierung nicht unterstützt zu we r- den. Die Lage im Land sei prekär. Weitere Informationen reiche er nach, wenn er im Besitz einer Antwort der Botschaft sei. A.b Mit S chreiben vom 8. Oktober 2009 teilte ihm die Schweizer Bo t- schaft mit, dass sie sein Schreiben als Gesuch um Asyl wegen sozialer und wirtschaftlicher Gründe auffasse. Da Asyl aus blossen humanitären Gründen in der Regel nicht gewährt werde, forderte ihn die Botschaft auf, auf die im Schreiben gestellten Fragen einzugehen. A.c Mit Eingabe vom 20. Oktober 2009 (Eingang bei der Botschaft als Te- lefax am 9. November 2009 und als Schreiben am 7. Dezember 2009) nahm der Beschwerdeführer zu den Fragen Stellung. Einleite nd wies er darauf hin, dass er die Fragen wegen der Auflagen und Umstände im L a- ger nicht eingehend zu beantworten wage. Würde seine Korrespondenz Behörden oder Armee bekannt, hätte das für ihn tödliche Folgen. Er e r- suchte die Botschaft, sein Asylgesuch pendent zu halten. Er sei nach sei- ner Rückkehr in die Geburtsregion in der Lage, mehr Details nachzuli e- fern, weil er Dokumente an einem sicheren Ort aufbewahrt habe. Folge n- des könne er bereits angeben: Im Dezember 1998 hätten die Liberation Tigers of Tamil Ee lam (LTTE) begonnen, von jeder Familie eine Person für ihre Organisation zwangsmässig zu rekrutieren. In dieser Phase seien seine (…Verwandten….) ins Ausland geflohen. Er und ein Freund seien von den LTTE zum Küchen- und Versorgungsdienst (Mahlzeiten zuberei- ten und diese auf Fahrrädern austragen) gezwungen worden. Bei einer der Versorgungstouren seien sie Opfer einer Landmine geworden. Der Freund sei getötet und er selber schwer verletzt worden; man habe (…). Die LTTE habe ihn in der Folge von den Pflichten entbunden, weil er für sie nutzlos gewesen sei. Im Mai 2009 sei er mit (…seiner Familie…) – wie E-5654/2013 Seite 3 Tausende andere Tamilen – vor den Kriegswirren geflohen. Da sie auf von der Regierung kontrolliertes Gebiet geflohen seien, hätten seine Schwi e- rigkeiten erst recht begonnen. Sie seien interniert worden. Er sei von den Angehörigen getrennt, in Haft genommen und gefoltert worden. Die A r- mee habe ihn mit Gleichaltrigen in einer unbekannten Gegend festgeha l- ten. Er habe nur noch mit seiner (…eine Verwandte…) schriftlichen Kon- takt gehabt. Die Armee halte ihn für ein Mitglied der LTTE, denn (…er weise nicht natürliche Verletzungsspuren auf…) . Er sei während seiner Haft mit sehr schwerwiegenden Vorhalten konfrontiert worden. Ihm sei schierer Hass entgegengeschlagen, und e r sei Opfer von Folter und schweren Misshandlungen geworden. Obschon er Zwangsrekrutierung durch die LTTE angegeben habe, hätten ihn die Soldaten weiterhin gefo l- tert – wenn die sogenannten Kopfnicker (Informanten der Armee) jema n- den als LTTE -Angehörigen id entifiziert hätten, sei man tagelang Opfer von Misshandlungen geworden. Seine (…eine Verwandte…) habe ihn erst nach langem Kampf mittels einer Kautionsleistung freibekommen. Aus den erwähnten Gründen seien er und seine Angehörigen in den let z- ten fünf Jahre n nie herumgereist, da er sich vor eskalierenden Situati o- nen fürchte. Fundamentale Menschenrechte gälten in Sri Lanka nichts und die Armee handle nach dem Muster: einmal Terrorist, immer Terrorist. Sobald ihm gestattet sei, ins angestammte Gebiet zurückzukehren, könne er sein Asylgesuch substanziieren. A.d Mit Schreiben vom 24. November 2009 bestätigte die schweizerische Botschaft den Eingang des Schreibens vom 20. Oktober 2009 und die darin erklärte Absicht auf eine Übersiedelung in die Schweiz. Sie ersuchte den Beschwerdeführer, die Botschaft im Hinblick auf einen Austritt aus dem IDP-Camp (Lager für Internally Displaced Persons = Binnenvertri e- bene) und betreffend sein Festhalten am Gesuch auf dem Laufenden zu halten. Gleichentags übermittelte sie die bisherig en Unterlagen an das BFM. A.e Die sri-lankische Post retournierte das an den Beschwerdeführer g e- richtete Schreiben an die Schweizer Botschaft am 4. Januar 2010 (Ei n- gangsdatum Botschaft) wegen Unzustellbarkeit. A.f Das BFM schrieb mit internem Beschluss vom 10. Dez ember 2009 das Asylgesuch als gegenstandslos geworden ab. A.g Mit Schreiben vom 20. April 2010 (Eingang Botschaft: 14. Mai 2010) teilte der Beschwerdeführer mit, dass er aus medizinischen Gründen aus dem Lager entlassen worden sei. Er lebe bei seiner (…eine Verwand-E-5654/2013 Seite 4 te…). Indizien sprächen dafür, dass er wieder verhaftet werden könnte. Er habe im Lager schlimme Erfahrungen mit der sri -lankischen Armee und dem Regime gemacht. Stress, schwere Misshandlungen, Einzelhaft, Hass, der Verrat durch Kopfnicker und Exekut ionsandrohungen hätten seiner Gesundheit geschadet. Die Armee beachte die Grundrechte nicht und lasse Leute heimlich hinrichten. Aufdecker ihrer Menschenrecht s- verbrechen würden zur Rechenschaft gezogen. Er dürfte auf ihren Listen vermerkt sein. Er benötige den Schutz vor den sri -lankischen Militärbe- hörden und dem Regime. Für eine Befragung stehe er zur Verfügung. Künftige Korrespondenzen seien erbeten an die Anschrift seiner (…eine Verwandte…). Als Beweismittel reichte er Kopien von Berichten zum Lager und (…), ei- ner Identitätskarte, eines Ausweises der International Organisation for Migration (IOM) sowie eine Farbfoto ein. A.h Auf Zusatzfragen der Botschaft vom 21. Mai 2010 hin ergänzte er sein Gesuch mit Brief vom 12. Juli 2010. Er machte geltend, wegen des Verdachts der Mitgliedschaft bei den LTTE nicht an den Wohnort seiner (…Familienangehörigen..) zurückkehren zu können. Er befürchte ansons- ten die erneute Überstellung in ein Lager. Er erwarte ein solches Szenario immer dann, wenn es zu einem Führungswechse l in der Region komme. Einer erneuten Verhaftung würde er sich wahrscheinlich durch Freitod oder Kampf zu entziehen versuchen. A.i Am 1. September 2010 fand die Befragung des Beschwerdeführers in der schweizerischen Botschaft in Colombo statt. Im Wesentlichen führte er aus, er fürchte sich als Tamile davor, dass ihm die Sri Lanka Special Forces (SLF), namentlich das Criminal Investigation Department (CID) und die Armee schweres Leid antun könnten. 1998 sei er den LTTE beigetreten, habe ein Training absolviert und sei fortan als Frontkämpfer der Imran-Pandian-Brigade zugeteilt worden. Er habe dabei keine Schlüsselrolle besetzt. 1999 sei er verletzt worden, weshalb (…). Anschliessend sei er von den LTTE ins Kommunikationsbüro in Visvam a- du versetzt worden. 2002 h abe er sie um seine Entlassung ersucht und damals argumentiert, er müsse für seine Eltern, namentlich seinen kra n- ken Vater, sorgen und sei auch wegen des (…) für die Organisation nicht mehr von Bedeutung. Die LTTE habe ihn darauf zuerst im Sinne einer Bestrafung für sechs Monate zum Küchendienst abkommandiert, bevor er die Organisation habe offiziell verlassen dürfen. Er sei anschliessend ins Elternhaus in C._______ zurückgekehrt. Er habe fortan einen Laden (…) E-5654/2013 Seite 5 geführt und sei vom Postbüro B._______ weiterhin als Bote eingesetzt worden, namentlich auch im beziehungsweise für das von den LTTE kon- trollierte Gebiet. Durch die Kriegswirren vorübergehend aus der Grossr e- gion C._______ vertrieben, sei er Anfang 2008 erneut dorthin zurückg e- kehrt, wo er weiterhin für das erwähnte Postbüro tätig gewesen sei. Am 6. Februar 2009 habe er mit seiner Familie – wie andere Zivilisten auch – über die Region (…) auf die von der Armee kontrollierte Seite hinüber gewechselt. In der Folge seien sie in den IDP -Lagern (…) und (…) inter- niert worden. Die Armee habe die Lagerinsassen ersucht, sich zu melden, falls sie – auch wenn es bloss für die Dauer eines Tages gewesen wäre – je etwas mit den LTTE zu tun gehabt hätten. Er habe sich deshalb bei der Armee gemeldet. Am (…) 2009 habe ihn die Armee verhaftet und für (…) Tage ins Gefangenenlager (…), dann für die Dauer (…) Monat(…) ins Ge- fängnis (…) und anschliessend für (…) Tage ins Gefangenenlager (…) überstellt. Bis zur Entlassung vom (…) 2010 sei er im Gefangenenlager (…) gewesen. Er sei darauf nach B._______ zurückgekehrt. Das CID und die sri-lankische Armee hätten ihn dort (…) aufgesucht und versucht, von ihm Informationen über ehemalige Kollegen bei den LTTE und Standorte von Waffenverstecken zu erhalten. Dabei hätten sie ihm nicht ge glaubt, dass er sich seit 2002 von den LTTE abgewandt habe. Sie hätten ihm mit Exekution gedroht. Mit anderen Personen oder Organisationen, namen t- lich den LTTE, tamilischen Gruppierungen oder Parteien habe er keine Probleme. A.j Die Unterlagen wurden von der Schweizer Botschaft mit Beglei t- schreiben vom 3. September 2010 ans BFM weitergeleitet. A.k Am 30. Oktober 2010 ersuchte der Beschwerdeführer die schweizer i- sche Botschaft um eine Behandlung seines Gesuchs und um entspr e- chende Benachrichtigung. A.l Mit Begleitschreiben vom 19. November 2010 übermittelte die Bo t- schaft weitere Unterlagen ans BFM. A.m Am 24. November 2010 teilte die Botschaft dem Beschwerdeführer mit, dass sein Fall in Bearbeitung sei. A.n Mit Schreiben vom 1. November 2011 (Eingang BFM: 9. Januar 2012) erinnerte der Beschwerdeführer das BFM an seine Situation. B. Mit Verfügung vom 21. August 2013 – am 4. September 2013 von der E-5654/2013 Seite 6 Schweizer Botschaft an den Beschwerdeführer versandt (Eröffnungsd a- tum nicht aktenkundig) – verweigerte das BFM die Einreis e des B e- schwerdeführers in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab. Es b e- gründete seinen Entscheid damit, der Beschwerdeführer befinde sich nicht in akuter Gefahr und habe keine objektiv begründete Furcht vor Ver- folgung. C. Mit Beschwerde vom 7 . Oktober 20 13 (verbessert am 8. Oktober 2013 [Unterschrift fehlte]) beantragte der Beschwerdeführer durch seine in der Schweiz lebende (…), die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl in der Schweiz zu gewähren. In formeller Hinsicht wurde um Gewährung der vollständigen Einsicht in die Vorakten ersucht, insbesondere in die Visumsunterlagen, unter Ansetzung einer Frist zwecks Beschwerdeergänzung. Der Beschwerde lagen bei: eine vom 3. Oktober 2013 datierte Vollmacht sowie Fotokopien der angefochtenen Verfügung, des Arbeitsvertrags der Postbehörde (…) aus dem Jahr 2006, der Kündigungsbestätigung der Postbehörde vom (…) 2010 (je mit deutschen Übersetzungen), der Wohnsitzbestätigung vom 1. Oktober 2013, der Reisepassauszügen von zwei Geschwistern und eines Internetauszugs vom TamilNet vom 8. Mai 2012. Nicht eingereicht wurde das in der Beilagenliste der Beschwerd e angeführte Arztzeugnis. D. Am 9. Oktober 2013 bestätigte das Gericht schriftlich den Eingang der Beschwerde. E. Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2013 kam das Gericht dem in der Beschwerde gestellten Akteneinsichtsgesuch nach und gewährte dem Beschwerdeführer Einsicht in die Vorakten N (…) (inkl. Aktenverzeichnis). Es teilte ihm mit , dass sich in den Vorakten keine Visumsunterlagen b e- finden würden, und wies den Antrag auf Ansetzung einer Frist zur B e- schwerdeergänzung ab. E-5654/2013 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus - nahme i.S. von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsg e- richt ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie- gend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Für Asylgesuche aus dem Ausland, die vor dem 29. September 2012 (Inkrafttreten der Dringlichen Änderungen vom 28. September 2012, mit welchen das Auslandverfahren abgeschafft wurde; AS 2012 5359) gestellt wurden, gilt das Asylgesetz nach der alten Fassung: In diesen Fällen sind weiterhin dessen Art. 12, 19, 20, 41 Abs . 2, 52 und 68 (alt AsylG; Übe r- gangsbestimmung zur Änderung des AsylG vom 28. September 2012) anwendbar. Die Beschwerde ist somit vor dem Hintergrund dieser al t- rechtlichen Bestimmungen zu beurteilen. 1.4 Die angefochtene Verfügung wurde am 4. September 2013 von der Schweizer Botschaft über die sri-lankische Post zugesandt und hat ihn zu einem unbestimmten Zeitpunkt erreicht (fehlender Rückschein und keine Angabe der Botschaft). Aufgrund dieser Unterlassung und angesichts der erfahrungsgemäss mehrere Tage dauernden Zustellung (an die Adresse seiner (…) in C._______) ist mangels gegenteiliger Hinweise zu Gunsten des Beschwerdeführers anzunehmen, die 30 -tägige Beschwerdefrist sei mit der Postaufgabe der Beschwerde am 7. Oktober 2013 eingehalten. 1.5 Die eingereichte Beschwerde ist demnach frist - und formgerecht e r- folgt. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise E-5654/2013 Seite 8 Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimie rt (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.6 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.7 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet. 1.8 Die Korrespondenz der Botschaft mit dem Beschwerde führer erfolgte in englischer Sprache. Aufgrund der guten Leserlichkeit und Verständlich- keit wurden die Eingaben des Beschwerdeführers von der Vorinstanz praxisgemäss akzeptiert. Die angefochtene Verfügung des BFM und die Beschwerdeschrift wurden in deutscher Sprache abgefasst. Die Schwe i- zer Behörden führen ihr e Verfahren in einer der vier schweizerischen Amtssprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch). Im Beschwerdeverfahren ist die Sprache des angefochtenen Entscheids massgebend (vgl. dazu Art. 33a Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 2. Vorab ist zu untersuchen, ob die formelle Rüge, das BFM habe den recht- lichen Gehörsanspruch verletzt, zutrifft. In der Beschwerde wird hierzu er- klärt, das Recht auf vollständige Einsicht in die Akten, insbesondere in die Visumsunterlagen, sei verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei un- vollständig und unrichtig abgeklärt worden. Die Verletzung der Begrü n- dungspflicht ergebe sich einerseits aus der un zureichenden Abklärung in- dividueller Umstände – das BFM hätte zur Verifizierung von Behauptu n- gen eine Botschaftsanfrage durchführen können – und anderseits aus der (willkürlichen) Würdigung der geltend gemachten Aspekte einer künftigen persönlichen Gefährdung. Das BFM habe hierzu zwar weitgehend aktuel- le Länderberichte verwendet, die jedoch zu den vorliegend entscheide n- den Fragen keine relevanten Aussagen enthielten. Diese Rügen sind vorab zu prüfen, da sie im Bejahungsfall zufolge Ve r- letzung des Anspruchs auf Gewährung der rechtlichen Gehörs eine Ka s- sation der angefochtenen Verfügung bewirken könnten. 2.1 Der Beschwerdeführer stellte erst in der Beschwerdeschrift ein G e- such um Einsicht in seine Vorakten. Von einer Verletzung des Rechts auf vollständige Akteneinsicht durch die Vorinstanz kann mithin nicht die R e-E-5654/2013 Seite 9 de sein. Zudem befinden sich keine Visumsunterlagen in den Vorakten, weshalb der Antrag auf Einsicht in dieselben gegenstandslos ist. Auf Beschwerdestufe wurde der Antrag auf Einsicht in die Akten des Vor- verfahrens (inkl. Einsicht ins Aktenverzeichnis) gutgeheissen und der Rechtsvertreterin die entsprechenden Aktenstücke am 10. Januar 2014 zugestellt (vgl. Sachverhalt Bst. E). 2.2 Im Asylverfahren ist der Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die behördliche Untersu- chungspflicht wird durch die der asylsuchenden Person obliegende Mi t- wirkungspflicht (Art. 8 AsylG, Art. 13 VwVG) ergänzt und eingeschränkt, wobei diese namentlich ihre Identität offen legen, die Asylgründe vollstän- dig nennen und alle verfüg - beziehungsweise beschaffbaren sachdienl i- chen Beweismittel einreichen muss. Die asylsuchende Person hat nicht nur die Pflicht zur, sondern auch den Anspruch auf Mitwirkung, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt. Im Rahmen der aus dem Gehörsanspruch folgenden behördlichen Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG) hat die verfügende Behörde denn auch die Übe r- legungen substanziiert zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die s ich ihr Entscheid stützt. Eine hinreichende Begründung bildet die Grundlage für eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung und stellt e i- ne unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Beschwerdeinstanz dar. Aus dem verfass ungsmässigen A n- spruch auf rechtliches Gehör ergibt sich allerdings keine Pflicht der B e- hörden, zu allen im Verfahren vorgetragenen Elementen ausführlich Ste l- lung zu nehmen; sie können sich bei der Begründung auf die für den En t- scheid wesentlichen Punkte be schränken. Der Untersuchungsgrundsatz fordert dort eingehende Amtsermittlung und -würdigung des Sachverhalts, wo es sachverhaltsgerecht erscheint. Die urteilende Instanz soll somit in eigener Verantwortung die Geschehnisse und Gegebenheiten (Urteil s- grundlagen) ermitteln, aus denen sich die Rechtsfolgen ergeben. Die Durchsicht des Befragungsprotokolls und der bisherigen Korrespo n- denz des Beschwerdeführers ergibt keine Anhaltspunkte dafür, dass er seine Asylgründe nicht vollständig hätte schildern können, bei den Befra- gungen intellektuell überfordert gewesen wäre oder bislang unzureichend Gelegenheit gehabt hätte, seine Vorbringen vollständig darzulegen. Das von der Botschaft erstellte Protokoll ist zwar partiell knapp gehalten und lässt an Tiefgang und Nachfr agen da und dort zu wünschen übrig. Alle r- dings geht es dort, wo die Fragen und Antworten an der Oberfläche ble i-E-5654/2013 Seite 10 ben, auch nicht um Sachverhalte, die für den Ausgang des Verfahrens von entscheidender Bedeutung wären. Festzustellen ist denn auch, dass der Beschwerdeführer sich an der Anhörung frei zu seinen Asylgründen äussern konnte und dass er das Protokoll nach Rückübersetzung vorb e- haltlos unterzeichnet hat, weshalb er bei seinen Aussagen zu behaften ist und sich Unterlassungen nach der Rückübersetzung selb er zuzuschrei- ben hat (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art. 8 Abs. 1 AsylG). Zudem ergibt sich aus der vom Beschwerdeführer geführten Korrespondenz mit der Botschaft ein genügend aufschlussreiches Bild über die geltend gemachte Verfo l- gungssituation. Das Befragungsprotokoll, die vorhandenen übrigen Akten und Beweismittel stellen damit eine rechtsgenügende Basis für einen Entscheid dar. Bei dieser Sachlage erweist sich die Rüge eines ungen ü- gend in die Tiefe gehenden oder ungenügend situationsgerechten Befr a- gens in Colombo und damit eines ungenügend oder unrichtig festgestel l- ten Sachverhaltes als nicht stichhaltig. Zudem darf die Behörde im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung von weiteren Beweisabnahmen oder Abklärungen absehen, wenn der betreffende Sachverhalt hin reichend er- stellt erscheint, die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachku n- de und der Aktenlage ausreichend würdigen kann oder von vornherein gewiss ist, dass angebotene Beweise keine wesentlichen Erkenntnisse mehr zu vermitteln vermöchten; darin ist keine Verletzung der Begrü n- dungs- oder Würdigungspflicht zu erkennen. Dass dem Beschwerdefü h- rer durch eine mangelhafte Begründung der angefochtenen Verfügung oder die Protokollierung eine sachgerechte Beschwerdeführung verwehrt gewesen wäre, wurde zu Rech t nicht behauptet. Ausserdem hat der durch seine in der Schweiz wohnhafte (…) vertretene Beschwerdeführer in den zwei Monaten seit Beschwerdeeinreichung genügend Zeit und Ge- legenheiten gehabt, seine Angaben zum Asylgesuch zu untermauern und zu vervollständigen (vgl. dazu Art. 32 Abs. 2 VwVG). Mithin besteht kein Anlass für weitere Abklärungen, Massnahmen oder ein Abwarten von wei- teren, in der Beschwerdeschrift nicht definierten Unterlagen oder B e- weismitteleingaben. 2.3 Zusammenfassend liegen keine Hinweise auf Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht, auf mangelhafte Sachverhaltsfeststellung oder ung e- nügende Begründung der angefochtenen Verfügung und damit auf eine Gehörsverletzung vor, weshalb der Antrag auf Aufhebung der angefoc h- tenen Verfügung unter Rückweisun g der Sache an die Vorinstanz abz u- weisen ist. E-5654/2013 Seite 11 2.4 Auf eine Nachforderung des in der Beilagenliste der Beschwerde a n- geführten, aber nicht eingereichten ärztlichen Zeugnisses ist angesichts des Verfahrensgegenstandes (vgl. E. 3.1) zu verzichten. 3. 3.1 Das Bundesamt b ewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsort zu bleiben oder in einen anderen Staat auszureisen (alt Art. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein Ve rbleib namentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig ist. Schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Ra s- se, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit z u einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei - len ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un- erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, die Einreise in die Schweiz (im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylerteilung) verwei- gern, wenn keine Hinweise auf eine aktuelle Gefährdung i.S. von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Au f- nahme zu bemühen (alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraussetzun- gen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2011/10 E. 3 m.w.H.). Ausgangspunkt für die Frage nach einer E r- teilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der b e- troffenen Person, mithin die Üb erprüfung, ob eine Gefährdung i.S. von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wurde und ob der Verbleib am Aufen t- haltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärungen zugemutet werden kann. Neben der Gefährdung sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Mögl ichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische und objek- tive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche und die voraussichtl i- chen Eingliederungsmöglichkeiten in der Schweiz in Betracht zu ziehen. 3.2 Ein Asylgesuch konnte nach dem im Zeitpunkt der Asylgesuchstellung geltenden Recht bei einer schweizerischen Vertretung im Ausland gestellt werden, die es mit einem Bericht an das BFM zu überweisen hatte (alt Art. 19 f. AsylG). Gemäss Art. 10 der Asylver ordnung 1 vom 11. August E-5654/2013 Seite 12 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) hat die Schweizer Vertretung mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchzuführen oder, falls dies nicht möglich ist, sie aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten. Die schweizerische Vertretung hat in ihren oben angegebenen Schreiben Fragen und Hinweise formuliert und in der Folge vom Beschwerdeführer mehrere schriftliche Antworten erhalten. Sie hat zudem am 1. September 2010 mit ihm eine rechtsgenügende Befragung durchgeführt. 4. 4.1 Gemäss den Ausführungen in der Beschwerde hat der Beschwerd e- führer noch dieselben Probleme, die ihn ursprünglich zum Stellen des Asylgesuchs veranlasst hatten: Die geltend gemachten Verfolgungshand- lungen, die er zu erleiden geh abt habe, seien von Angehörigen des CID und der Armee wegen seiner früheren Mitgliedschaft bei den LTTE und seiner Tätigkeiten zu Gunsten der LTTE erfolgt. Ergänzend behauptete er, Kämpfer der LTTE gewesen und als Frontkämpfer der Imran-Pandian- Brigade zug eteilt worden zu sein, wobei er keine Schlüsselrolle besetzt habe (Anhörung vom September 2013) beziehungsweise er habe eine Kampfeinheit des Pandian-Regiments geführt (vgl. Beschwerde S. 3). Als bekanntes, bereits einmal verhaftetes und gefoltertes LTTE -Mitglied sei es eigentlich sein Wunsch, in Sri Lanka fortan ein normales Leben zu füh- ren. Angesichts der systematischen und zielgerichteten Verfolgungshand- lungen seitens des CID, des TID (Anmerkung Gericht: Terrorist Investiga- tion Department, eine auf Terro rabwehr spezialisierte Abteilung der sri - lankischen Polizei) und der Armee sowie wegen der Diskriminierungen durch die Arbeitgeberin (sri -lankische Post) sei dieser Wunsch nicht u m- setzbar. Er dürfte auf der Fahndungsliste des Militärs vermerkt sein, da er wegen eines Verrats am (…) 2009 bis (…) 2010 von der Armee in Haft gehalten und gefoltert worden sei. Er sei namentlich wie folgt gefoltert worden: Er habe sich ausziehen müssen, habe auf einem Bein stehen bleiben müssen, sei beim Ausruhen geschlagen und m it Wasser am Schlafen gehindert worden, ferner habe man sein Gesicht mit benzinb e- feuchteten Plastiksäcken bedeckt und er habe Misshandlungen anderer Kämpfer der LTTE miterleben müssen. Nach seiner Freilassung im (…) 2010 habe er sich um die Fortsetzung der ungekündigten Anstellung bei der Poststelle bemüht. In dieser Zeit sei er zu Hause durch Unbekannte, mutmasslich Leute des Umfelds des TID, bedroht worden. Diese hätten von ihm verlangt, dass er nicht an den ursprünglichen Wohnort zurüc k- kehre. Am (…) 2010 habe das Militär den mit ihm verwandten K. erschos-E-5654/2013 Seite 13 sen. Von K. habe er zuvor erfahren, dass dieser selber vom TID und vom Militär über seine Kenntnisse und Verbindungen zur LTTE, zum Vanni - Gebiet, zu Waffenverstecken und zur Person des Beschwerdeführers verhört worden sei. Die Poststelle habe mit Brief vom (…) 2010 sein Schreiben vom (…) 2010 beantwortet. Sie habe ihn orientiert, dass seine Anstellung (Arbeitsvertrag vom […]) nicht mehr bestehe. Sein Rekurs g e- gen diese fristlose und unbegründete Entlassung datiere vom (…) 2010. Er habe zurzeit keine Arbeitsstelle und keinen festen Wohnort mehr. Er habe Verantwortung für eine Familie und sei zum steten Wohnortswec h- sel gezwungen. Er habe sein Stimmrecht nicht mehr ausgeübt. Die Me n- schenrechtslage in Sri Lanka sei schlecht, namentlich gebe es willkürliche Verhaftungen, Folter, systematische Entführungen, Verschwindenlassen von Personen, "Singhalesierung", Stimmungsmache gegen tamilische Rückkehrer, Unterdrückungen der Meinungsfreiheit und von Minderheiten bis hin zum Genozid. Die Entwicklung zur Militärdiktatur zeichne sich ab. Ausserdem sei sein (…) in der Politik aktiv und mit grösster Wahrschei n- lichkeit registriert. Die aktuelle Menschenrechtslage sei unter Beobac h- tung des UNO-Menschenrechtsrats. 4.2 Die zentralen Aussagen in der Begründung des Beschwerdeführers führen aus folgenden Gründen nicht zur Anerkennung einer aktuellen b e- gründeten Furcht vor Verfolgung: 4.2.1 Der Beschwerdeführer ist – nach längeren Aufenthalten in IDP - Lagern und Gefängnissen (2009/2010) – am (…) 2010 aus der Haft off i- ziell entlassen worden. Er gab dazu an, bei der Freilassung eine Urkunde unterzeichnet zu haben, welche er verständlicherweise nicht einreichen kann und deren Inhalt deshalb unbekannt bleiben muss. Es dürfte alle r- dings auszuschliessen sein, dass er alleine wegen seiner Invalidität z u- folge (…) freigekommen ist – auch nicht auf Kautionsleistung hin. Vie l- mehr lässt sich aus dem Umstand der Ausstellung einer Entlassungsu r- kunde ohne weitere Auflagen ableiten, dass sich der vom CID und vo n der Armee ursprünglich gehegte Verdacht einer strafbaren Handlung oder einer besonderen Gefährlichkeit des Beschwerdeführers wegen seiner (früheren) Zugehörigkeit bei den LTTE nicht konkretisiert oder bewahrhei- tet hat beziehungsweise dass seitens dieser staatlichen Stellen keine ak- tuell von ihm ausgehende Gefahr geortet worden ist. Der Beschwerdefüh- rer dürfte damit keiner strafrechtlichen Verfolgungsmassnahme ausg e- setzt sein, falls er sich in Freiheit bewähren sollte. Dies bedeutet auch, dass er sich, gegebenenfalls mit Hilfe von Rechtsvertretern, gegen ung e- rechtfertigte Vorhalte oder Bedrohungen zur Wehr setzen könnte. Sollte E-5654/2013 Seite 14 es ihm verboten oder erschwert sein, sich an seinem früheren Wohnort niederzulassen, wäre in einem solchen staatlichen Verbot mangels erheb- licher Eingriffsintensität keine Verfolgung zu erblicken. Abgesehen von dieser allfälligen Einschränkung ist es ihm unbenommen, den Wohnsitz seiner Präferenz zu wählen. Damit könnte er sich allfälligen lokalen Pro b- lemen arbeitsrechtlicher, militäri scher oder sozialer Natur, namentlich denjenigen im Umfeld von speziell überwachten Grenzregionen des Va n- ni-Gebiets entziehen. Diese Rechte ändern jedoch nichts an der bekan n- ten Tatsache, dass Internierte, die sich einmal dem Verdacht einer allfälli- gen Mitgliedschaft und Tätigkeit bei den LTTE ausgesetzt haben, weite r- hin von sri-lankischen Sicherheitsleuten überwacht werden könnten. Di e- se Situation, in der sich im Übrigen Tausende von Personen befinden, stellt wiederum keinen einer Verfolgung gleichkommenden schweren Ein- griff in zentrale Rechtsgüter der Beschwerdeführers dar. Ob der B e- schwerdeführer während seiner Aufenthalte in IDP -Lagern und Gefän g- nissen Folterungen und schwere Misshandlungen erlebt hat, kann vom Gericht nicht überprüft werden, wird aber g rundsätzlich auch nicht in Fr a- ge gestellt. Vergangenes Unrecht und erlittene Verfolgung hat aber nur dann für die Entstehung der Flüchtlingseigenschaft eine rechtliche B e- deutung, wenn die Gefahr und damit auch die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung anhalten, was in casu nicht erstellt ist. Wenig glau b- haft ist, dass sich der Beschwerdeführer seit seiner Entlassung aus dem IDP-Lager stets in Verstecken aufgehalten hat. Weder macht es Sinn, j e- manden zu entlassen, um ihn sogleich weiter zu verfolgen, no ch deutet die Möglichkeit des Beschwerdeführers, mit seiner (…) und seiner Familie in Kontakt zu sein, auf eine engmaschige Überwachung oder gänzliche Verhinderung der Teilnahme am sozialen Leben hin. Immerhin ist ihm seit der Freilassung aus der Haft – mithin seit dreieinhalb Jahren – nichts Gravierendes im Sinne von Art. 3 AsylG geschehen. Eine akute oder kon- krete Verfolgungslage ist demzufolge nicht auszumachen. 4.2.2 Ergänzend ist anzumerken, dass einige der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Sachverhalte wid ersprüchlich, variierend, vage und u n- stimmig sind, sei es in Bezug auf seine eigene Rolle und seine Verha l- tensweisen, sei es bezüglich der Abläufe und Zeitverhältnisse. Die fo l- genden drei Beispiele mögen dies belegen: Gemäss erster Version sei er dem Küche n- und Versorgungsdienst der LTTE zugewiesen worden und sei bei einer seiner Versorgungstouren Opfer einer Minenexplosion geworden (vgl. Schreiben vom 20. Oktober 2009). Demgegenüber behauptete er in der Befragung, bei der Imran -E-5654/2013 Seite 15 Randian-Brigade der LTTE al s Frontkämpfer ohne Schlüssel - oder Füh- rungsfunktion gewesen zu sein; nach dem Minenunfall und (…) sei er ins Kommunikationsbüro in Visvamadu abkommandiert und erst nach B e- kanntwerden seiner Absicht, die Organisation zu verlassen, zu Küchenar- beit verpflichtet worden (vgl. A15 S. 6).). In der Beschwerde wird neu eine Führungsrolle in der Kampfeinheit der Imran -Randian-Brigade behauptet (vgl. Beschwerde S. 3), was in der Befragung noch ausdrücklich verneint worden ist (A15 S. 6). Im erstinstanzlichen Verfahren führte er die Bekanntheit seiner Person auf die Art seiner Verletzung zurück, da für die Armee (eine solche Verlet- zung) auf einen kriegerischen Ursprung hinweise. In der Beschwerde monierte er, seine Bekanntheit gründe auf se iner Mitgliedschaft und Füh- rungsrolle innerhalb des Kampfverbandes (Beschwerde S. 3). Weiter e r- klärte er, die Armee habe den Internierten aufgetragen, sich bei ihr zu melden, falls ein Lagerinsasse bei den LTTE tätig gewesen sein sollte, was er in der Folg e getan habe. Umgekehrt war im erstin stanzlichen Ver- fahren keine Rede davon gewesen, dass er verraten worden sei, wie dies neu in der Beschwerde behauptet wird. Ausserdem erscheint das Bestreben, nach der Entlassung nicht aufzufa l- len, nicht vereinbar mit dem Umstand, ein Rechtsmittel gegen den En t- lassungsbescheid der Post eingelegt zu haben – und damit seine A n- schrift bekannt gemacht zu haben. Zusammenfassend erscheinen die erst auf Beschwerdestufe behauptete Führungsrolle innerhalb des Kampfverbandes, der Grund seiner B e- kanntheit und die geltend gemachte Bedrohungslage als aufgesetzt. 4.3 Die Einschätzung des BFM, wonach keine Gefährdung des B e- schwerdeführers bestehe, ist zutreffend. Er weist weder in wirtschaftl i- cher, politischer noch militärischer Hinsicht e in besonderes Profil auf und dürfte eigenen Angaben zufolge aufgrund einer Zwangsrekrutierung in e i- nem beschränkten Rahmen für die LTTE tätig gewesen sein. In Bezug auf den bisherigen Verlust seiner Arbeitsstelle soll er seinen Angaben zufolge in einer arb eitsrechtlichen Auseinandersetzung stehen, was als weiteres Indiz gegen das Bestehen einer Verfolgungssituation zu werten ist. 4.4 Im Übrigen kann er sich zum Schutz vor ungerechtfertigten Verfo l- gungen durch Dritte an die staatlichen Organe seines Heimatlandes wen- den. Was die Drohungen seitens unbekannter Personen betrifft, ist darauf E-5654/2013 Seite 16 zu verweisen, dass der sri-lankische Staat seine Schutzpflicht im Rahmen seiner Möglichkeiten wahrnimmt. Die Hinweise des Beschwerdeführers zu den Behelligungen durch Dritte sind im Übrigen ohne vertiefende Sub- stanz erfolgt und auch zu wenig aktuell, als dass damit eine gegenwärtige Gefährdung glaubhaft gemacht werden könnte, zumal es für die Zeit nach Sommer 2010 keine Angaben mehr über seine Lebenssituation gibt. Bei dieser Sachlage kann weder eine bestehende Verfolgungslage noch eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung durch das CID, das TID und die Armee erkannt werden. 4.5 Im Lichte dieser eine aktuelle Schutzbedürftigkeit verneinenden E r- wägungen kann sich das Gericht darau f beschränken, nur im Sinne einer Zusatzbegründung zu vermerken, dass von den weiteren kumulativ in Be- tracht zu ziehenden Kriterien zwar die erforderliche Beziehungsnähe zur Schweiz – in Form der Anwesenheit von Verwandten – gegeben wäre, es dem Beschwerdeführer aber möglich und zuzumuten ist, sich bei allfäll i- gen lokalen Schwierigkeiten in einem anderen Landesteil Sri Lankas ni e- derzulassen. 4.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine aktuelle oder künftige Verfo lgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Das BFM hat demnach zu Recht seine Einreise die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts erheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). A us verwaltungsökonom i- schen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 a.E. VwVG ist aller- dings auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-5654/2013 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die schweiz e- rische Botschaft in Colombo. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Stöckli Thomas Hardegger Versand: