A bteilung II B -2172/2006 {T 0/2} U rteil vom 11. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin M aria Am gw erd (vorsitzende R ichterin), R ichter Bernard M aitre (Abteilungspräsident), R ichterin Vera M arantelli; G erichtsschreiberin Barbara Aebi A ._______, vertreten durch R echtsanw alt Beat W ieduw ilt, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für B erufsbildung und Technologie (B B T), Vorinstanz betreffend A nerkennung eines D iplom s. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. A._______, deutsche Staatsangehörige, stellte am 19. Januar 2006 beim Bundesam t für Berufsbildung und Technologie (Bundesam t) das G esuch, ihr M eistertitel im Augenoptikerhandw erk (ausgestellt am 30. N ovem ber 2005 von der H andw erkskam m er Kassel) sei als gleichw ertig m it dem eid- genössischen D iplom als Augenoptikerin anzuerkennen. D en G esuchsbei- lagen ist zu entnehm en, dass A._______ am Institut für Berufsbildung (IfB) in Karlsruhe, einer staatlich anerkannten privaten Fachschule für Augenop- tik und O ptom etrie, vom 4. O ktober 2004 bis 30. Septem ber 2005 die M eisterschule absolviert und am 30. N ovem ber 2005 die M eisterprüfung im Augenoptikerhandw erk erfolgreich bestanden hatte. M it Verfügung vom 27. Februar 2006 entschied das Bundesam t, die M eis- terprüfung w erde der H öheren Fachprüfung gleichgestellt unter der Bedin- gung, dass A._______ als Ausgleichsm assnahm e entw eder a. eine Eig- nungsprüfung in den Fächern Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instru- m ente ablege oder b. einen einjährigen Anpassungslehrgang in der Schw eiz unter der Anleitung eines diplom ierten Augenoptikers absolviere und die Fächer Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instrum ente an der H öheren Fachschule für Augenoptik in O lten besuche. Zur Begründung hielt das Bundesam t fest, die Schw eiz habe m it dem Freizügigkeitsabkom - m en das System der Europäischen U nion (EU ) zur gegenseitigen Anerken- nung von D iplom en in ihren M itgliedstaaten angenom m en und w ende zur Beurteilung der G leichw ertigkeit bei reglem entierten Berufen die europäi- schen R ichtlinien an. D iese R ichtlinien sähen vor, dass der Aufnahm estaat einem EU /EFTA-Bürger den Zugang zu seinem Arbeitsm arkt nicht verw ei- gern könne, w enn der G esuchsteller in seinem H eim atland für die Aus- übung seines Berufes qualifiziert sei. Bestünden indessen U nterschiede bezüglich der D auer und dem Inhalt der Ausbildung, könne der Aufnahm e- staat vom G esuchsteller Ausgleichsm assnahm en verlangen. D ie Tätigkeit als Augenoptiker sei in der Schw eiz reglem entiert. D ie Ausbildung zur Vor- bereitung auf die H öhere Fachprüfung (H FP) zum diplom ierten Augenopti- ker daure zw ei Jahre. In den w ichtigsten Fächern Augenoptik (Pathologie, Anatom ie, Physiologie, Pharm akologie), O ptik und Kontaktlinsenanpas- sung verm ittle die Schule in O lten über 1500 Lektionen. G esam thaft um - fasse der Lehrplan der Schule 2750 Lektionen. Bei der H FP m it den Fallfä- chern Pathologie, R efraktionsbestim m ung, Kontaktlinsen und Allgem eine O ptik dienten optom etrische/physikalische G rundlagen als Q ualifikations- basis. In den handw erklichen M eisterprüfungen in D eutschland liege das Schw ergew icht bei der M eisterprüfungsarbeit und der Arbeitsprobe, die auch Teile der R efraktion und Kontaktlinsen-Abgabe beinhalte. D as im R ahm en der H FP geprüfte Fallfach Pathologie w erde bei der M eisterprü- fung nur als Teilbereich im Fach Augenoptik geprüft. Im Vergleich zu den 3 schw eizerischen Fallfächern Kontaktlinsen und R efraktionsbestim m ung fehlten in D eutschland w ichtige Teilbereiche w ie die äussere und innere In- spektion des Auges, die ihrerseits fundierte Kenntnisse in Pathologie vor- aussetzten. D ie Pathologie und die Inspektion des Auges erlangten in der Schw eiz vor allem vor dem H intergrund der kantonalen Berufsausübungs- vorschriften elem entare Bedeutung, sei doch der diplom ierte Augenoptiker verpflichtet, bei Erkennen oder Verdacht auf Augenkrankheiten einen Kun- den dem Facharzt zuzuw eisen. D as schw eizerische Fallfach Allgem eine O ptik & Instrum ente w erde in D eutschland nur sehr rudim entär geprüft. D as schw eizerische R eglem ent betrachte dieses Fach als unabdingbares G rundlagenfach zum Verständnis der Berufsausübung und zur Lehrlingsin- struktion. Aus diesen G ründen seien die H öhere Fachprüfung in der Schw eiz und die M eisterprüfung in D eutschland inhaltlich nicht vergleich- bar und som it nicht gleichw ertig. B. G egen diese Verfügung erhob A._______ (Beschw erdeführerin), vertreten durch R echtsanw alt C hristoph Köppel, am 29. M ärz 2006 Beschw erde bei der R ekurskom m ission EVD . Sie beantragt, die Verfügung sei unter Kos- ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Bundesam tes aufzuheben und es sei festzustellen, dass der von ihr in D eutschland erhaltene M eis- tertitel im Augenoptikerhandw erk gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers sei. Zur Begründung führt sie aus, sie habe von 1996 bis 1999 eine Ausbildung zur Augenoptikerin in D eutschland absol- viert. Von 1999 bis 2001 habe sie bei der Y._______ AG in P._______ (D eutschland) und ab M ai 2001 bei der Y._______ AG in der N iederlas- sung V._______ gearbeitet und w ährend dieser Zeit verschiedene W eiter- bildungen besucht. So habe sie unter anderem eine Kontaktlinsenanpas- sungsschulung und eine R efraktionsschulung absolviert. W ährend des Jahres 2004 habe sie sich entschlossen, entw eder die H öhere Fachprü- fung zur diplom ierten Augenoptikerin in der Schw eiz oder die M eisterprü- fung im Augenoptikerhandw erk in D eutschland zu absolvieren. Bevor sie sich für die Ausbildung am IfB in Karlsruhe entschieden habe, habe sie sich darüber inform iert, ob der ausländische Ausw eis m it dem schw eizeri- schen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. Kollegen (U ._______, S._______, C ._______ und W ._______) hätten ihr m itgeteilt, dass nach Auskunft des Bundesam tes ein deutscher M eister im Augenoptikerhand- w erk einem diplom ierten Augenoptiker in der Schw eiz gleichgestellt w erde. Insofern habe das Bundesam t eine unrichtige Auskunft erteilt. D ie Zusiche- rung des Bundesam tes, dass der deutsche M eistertitel anerkannt w ürde, sei zw ar nicht an sie selbst erfolgt, w as indessen unbeachtlich sei, da sie davon habe ausgehen dürfen, dass es sich in ihrer Situation gleich verhal- te. D ie Voraussetzungen des Vertrauensschutzes seien im vorliegenden Fall erfüllt, w eshalb das Bundesam t verpflichtet sei, gem äss seiner Aus- kunft zu handeln. Andernfalls sei sie für die von ihr getätigten Aufw endun- gen für die W eiterbildung in D eutschland angem essen zu entschädigen. D ie Anforderungen an die Absolventen der H öheren Fachprüfung zum dip- lom ierten Augenoptiker und an die Absolventen der deutschen M eisterprü-4 fung seien einander gleichw ertig. D ie deutschen Augenoptikerm eister und die schw eizerischen diplom ierten Augenoptiker nähm en die gleichen Auf- gaben w ahr. Beide dürften selbstständig R efraktionsbestim m ungen vor- nehm en und Kontaktlinsen anpassen. Im W eiteren sei die Argum entation des Bundesam tes, w onach die Ausbildung zur Vorbereitung auf die H öhe- re Fachprüfung für Augenoptiker zw ei Jahre betrage, nicht korrekt. Für die Zulassung zur H öheren Fachprüfung sei kein Schulbesuch vorgeschrie- ben; der Besuch der H öheren Fachschule oder anderer W eiterbildungen sei rein fakultativ. D em gegenüber habe sie eine ungefähr einjährige Aus- bildung am IfB absolviert. Auch die Aussage des Bundesam tes sei falsch, w onach der Schw erpunkt der M eisterprüfung im praktischen Bereich liege. D ie deutsche M eisterprüfung setze sich aus vier Teilbereichen, näm lich der Fachpraxis, der Fachtheorie, w irtschaftlichen und rechtlichen Kenntnis- sen sow ie Berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnissen zusam m en. In- sofern bestehe ein ausgew ogenes Verhältnis zw ischen dem praktischen und dem theoretischen Teil. Zw ar sei richtig, dass das im R ahm en der H öheren Fachprüfung geprüfte Fallfach Pathologie bei der deutschen M eisterprüfung nur als Teilbereich im Fach Augenoptik geprüft w erde. D ies dürfe indessen nicht dahingehend ausgelegt w erden, dass die deutsche M eisterprüfung nicht der H öheren Fachprüfung gleichw ertig sei, denn das Teilfach Pathologie nehm e bei der deutschen M eisterprüfung einen hohen Stellenw ert ein. Zudem w ürden viele Teilbereiche der Pathologie auch in anderen Fächern, w ie beispiels- w eise den Fächern Anatom ie des Auges und Anom alien des Farbsehens, behandelt. Es habe auch einen speziellen Lehrgang zu den Augenkrank- heiten gegeben. D aher seien die Inhaber eines deutschen M eistertitels auch im Bereiche der Pathologie m ehr als genügend ausgebildet. D as Bundesam t sei in diesem Bereich zudem von falschen Vorstellungen ausgegangen. So habe das Bundesam t dem Leiter des IfB in einem Schreiben sinngem äss m itgeteilt, dass Absolventen der H öheren Fachprü- fung fähig sein m üssten, Augenkrankheiten zu diagnostizieren. D ie D iag- nose von Augenkrankheiten und deren Behandlung seien indessen w eder die Aufgabe eines schw eizerischen diplom ierten Augenoptikers noch die Aufgabe eines deutschen Augenoptikerm eisters. W as das schw eizerische Fallfach Allgem eine O ptik & Instrum ente betreffe, so entspreche es nicht den Tatsachen, dass dieses nur rudim entär geprüft w erde. D ie Allgem eine O ptik sei in D eutschland in den Fächern Allgem eine O ptik und Augenoptik behandelt w orden. D as schw eizerische Teilfallfach Instrum ente w erde in D eutschland im Fach W erkstoff-, M aschinen- und G erätekunde geprüft. D eshalb könne auch bezüglich dieser Fächer nicht die R ede davon sein, dass die von ihr absolvierte M eisterprüfung nicht gleichw ertig m it der H öheren Fachprüfung sei. Auch der Argum entation, w onach im Vergleich zu den Fallfächern Kontaktlinsen und R efraktionsbe- stim m ung in D eutschland w ichtige Teilbereiche w ie die äussere und innere Inspektion des Auges fehlten, könne nicht gefolgt w erden. So sei sie an- lässlich der M eisterprüfung im Bereich W irkungsw eise und Anw endung von Kontaktlinsen und im Bereich der M ethoden der objektiven und subjek-5 tiven R efraktion getestet w orden. Auch die äussere und innere Inspektion des Auges sei in D eutschland unter dem Titel Anatom ie des Auges unter- richtet und geprüft w orden. Im Ü brigen sollte die Feststellung der G leichw ertigkeit von D iplom en nur verw eigert w erden, w enn gew ichtige G ründe - w ie insbesondere solche der Sicherheit - gegen eine G leichw ertigkeit sprächen. Solche G ründe sei- en vorliegend indessen keinesw egs vorhanden. D ie restriktive H andha- bung der gegenseitigen Anerkennung von D iplom en w iderspreche dem Sinn und Zw eck der Bilateralen Ü bereinkom m en zw ischen der Schw eiz und der EU im Bereich des freien Personenverkehrs. Für den freien Perso- nenverkehr sei die gegenseitige Anerkennung von D iplom en eine der w ich- tigsten G rundvoraussetzungen. Könnte der aufnehm ende Staat eine beruf- liche Tätigkeit unter H inw eis auf eine angeblich ungenügende Q ualifikation verw eigern, w ürde die freie N iederlassung in den Vertragsstaaten faktisch verhindert. D iesbezüglich spiele es auch keine R olle, dass sie selbst Schw eizerin sei und ihre Lehre in der Schw eiz absolviert habe, denn es w äre stossend, w enn m an das R echt hätte, ins europäische Ausland zu gehen, jedoch bei der R ückkehr in sein H eim atland beruflich diskrim iniert w ürde. Selbst w enn die H öhere Fachprüfung und die deutsche M eisterprüfung nicht gleichw ertig w ären, so w ären die in der Schw eiz gestellten höheren Anforderungen nicht nötig. D ie Inhaber der M eisterprüfung verrichteten in D eutschland seit Jahrzehnten die gleichen Aufgaben w ie die diplom ierten Augenoptiker in der Schw eiz. Im W eiteren könne es nicht im Sinne der bi- lateralen Verträge sein, dass ein Berufsverband w ie der Schw eizerische O ptikverband (SO V) die H ürden für das Erhalten eines D iplom s absichtlich und ohne N otw endigkeit so hoch ansetze, dass die D iplom e des europäi- schen Auslandes nicht anerkannt w erden könnten. Ansonsten könnte jeder Berufsverband die bilateralen Verträge zw ischen der Schw eiz und der EU dadurch unterw andern, dass er unnötig hohe Anforderungen bei Berufs- prüfungen einführe. Schliesslich bringt sie vor, das Bundesam t entscheide - nach der erfolgten Praxisänderung - angeblich je nach H andw erkskam m er, w elche das M eis- terprüfungszeugnis ausgestellt habe, unterschiedlich, obschon die Prü- fungsvoraussetzungen bundesw eit einheitlich geregelt w ürden. C . M it Vernehm lassung vom 30. Juni 2006 beantragt das Bundesam t die Ab- w eisung der Beschw erde. Es hält fest, am 1. D ezem ber 1937 hätten die R egierungen der Schw eiz und D eutschland ein Abkom m en zur G leichstel- lung deutscher und schw eizerischer handw erklicher Prüfungen unterzeich- net. W ahrscheinlich sei dieses Abkom m en von den deutschen und Schw ei- zer Behörden gelegentlich angew andt w orden. Es sei jedoch w eder ratifi- ziert noch in der system atischen Sam m lung des Bundesrechts publiziert und daher in keiner W eise rechtskräftig. M it dem Inkrafttreten des Freizü- gigkeitsabkom m ens (FZA) am 1. Juni 2002 habe sich die Anerkennung ausländischer D iplom e in der Schw eiz grundlegend verändert. D ie U m set-6 zung der bilateralen Abkom m en habe eine gew isse Zeit gedauert. Bei der Anerkennung von Ausbildungen deutscher O ptiker w ürden die Schw eizer Behörden nun Anhang III des Freizügigkeitsabkom m ens anw enden. Auf- grund der w ortgetreuen Auslegung des Abkom m ens von 1937 seien Aus- bildungen anerkannt w orden, die nicht den Anforderungen der Schw eizer Ausbildungen entsprächen. D ies w iderspreche ganz offensichtlich den in Anhang III FZA aufgenom m enen R ichtlinien. Eine Verw altungspraxis stelle keine rechtliche R egelung dar und Privatper- sonen könnten daraus keine R echte ableiten. D er R echtsgleichheitsgrund- satz könne nicht zur Folge haben, dass die Verw altung im m er an ihrer Pra- xis festhalten m üsse. D ies gelte vor allem dann, w enn eine Änderung der Praxis w ie im vorliegenden Fall auf eine G esetzesänderung zurückzufüh- ren sei. Eine Praxisänderung m üsse sofort für alle Fälle gelten und nur vorgängig angekündigt w erden, w enn sie die R echte der Bürgerinnen und Bürger auf unw iderrufliche W eise beeinträchtige. D as sei hier nicht der Fall, da ein D iplom nach einer nicht einm al einen halben Tag dauernden Prüfung anerkannt w erden könne. G em äss den europäischen R ichtlinien zur Anerkennung von D iplom en sei- en die w ichtigsten Kriterien für die Prüfung eines Anerkennungsgesuchs D auer und Inhalt der Ausbildungen. D iese seien zw ar nicht die einzigen Kriterien, die einen Vergleich der Ausbildungen erlaubten - verw iesen w er- de beispielsw eise auf die Kom petenzen-R eferenzm odelle - sie w ürden je- doch in den R ichtlinien berücksichtigt und gälten som it für die Schw eiz. D er Entscheid des Bundesam tes, der auf einem Vergleich der Ausbildun- gen beruhe, entspreche som it dem in den europäischen R ichtlinien vorge- sehenen System . In der Schw eiz w erde ein G rossteil der Berufsausbildun- gen in Form von Prüfungen m it fakultativer Ausbildung durchgeführt. D ie erlangten Titel (Fachausw eise und D iplom e) erm öglichten den Zugang zu Berufen m it grosser Verantw ortung und hohem W issenstand. Trotzdem w ürden diese in der EU nicht anerkannt, w eil ihre Inhaber sich nicht auf eine Ausbildungsdauer in Sinne der R ichtlinien berufen könnten. In Anbe- tracht dessen sei die Schw eiz nicht bereit, über die Anforderungen der eu- ropäischen R ichtlinien hinauszugehen. Eine Person ohne Berufserfahrung, deren Ausbildungsdauer deutlich kürzer sei als die im Aufnahm estaat vor- geschriebene D auer, erhalte keine Anerkennung und habe keine Anspruch auf Ausgleichsm assnahm en. Im vorliegenden Fall sei die Ausbildungsdau- er nicht das m assgebliche Kriterium , sondern es gehe hauptsächlich um den U nterrichtsinhalt. D a die europäischen R ichtlinien aber auf den Kriteri- en Ausbildungsdauer und -inhalt aufbauten, m üsse m an sich auf einen Ausbildungsw eg beziehen, um die Ausbildung des Beschw erdeführers m it derjenigen in der Schw eiz zu vergleichen. D ie Ausbildung an der Schule in O lten erlaube einen gültigen Vergleich, w eil sie den Erw erb der durch die Prüfungsordnung der höheren Fachprüfung vom 12. Juni 1991 geforderten Kenntnisse erm ögliche. D ie Ausbildung der Beschw erdeführerin sei vom Schw eizer O ptikverband (SO V) geprüft w orden. Aus diesem G utachten gehe hervor, dass die bei- den Fächer, für die Ausgleichsm assnahm en gefordert w ürden, in D eutsch-7 land zu oberflächlich behandelt w ürden. Entgegen dem Standpunkt der Beschw erdeführerin sei es nicht m öglich, sich bei einer so unterschiedli- chen Ausbildungsdauer den gleichen Stoff anzueignen. Im R ahm en dieser beiden Fächer w ürden Inhalte verm ittelt, die zur Berufsausübung unerläss- lich seien. Eine zuw andernde Person könne nach Belieben eine Eignungs- prüfung oder einen Anpassungslehrgang absolvieren. D as Bundesam t habe darauf verzichtet, im Fach R echtskunde Ausgleichsm assnahm en zu fordern, denn es gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um Kenntnisse handle, die für die Berufsausbildung unerlässlich seien. Im Ü brigen könnten die von der Beschw erdeführerin besuchten W eiterbil- dungskurse nicht anerkannt w erden, da diese an Privatschulen absolviert w orden seien. D . Am 28. August 2006 fand am Sitz der R ekurskom m ission EVD in Frauen- kappelen eine öffentliche Verhandlung im Sinne der Europäischen M en- schenrechtskonvention statt. D abei hatten die Beschw erdeführerin, nun- m ehr vertreten durch R echtsanw alt Beat W ieduw ilt, und das Bundesam t G elegenheit, ihren Standpunkt nochm als einlässlich darzulegen. Am 31. August 2006 äusserte sich das Bundesam t zur Bew ertung des Lehrgangs und reichte unter anderem die an der Verhandlung erw ähnten W eisungen des Bundesam tes vom 18. August 2006 an den G eschäftsfüh- rer des SO V betreffend die D urchführung der Eignungsprüfung ein. Am 7. Septem ber 2006 gab die R ekurskom m ission EVD der Beschw erde- führerin G elegenheit, sich zu diesen und w eiteren Eingaben des Bundes- am tes zu äussern. D ie Beschw erdeführerin liess sich dazu m it Schreiben vom 19. Septem ber 2006 vernehm en. Sie beantragt, die Eingabe des Bun- desam tes vom 31. August 2006 solle nicht gehört w erden, eventualiter hät- ten die Ausführungen des Bundesam tes - sollte der Eingabe G ehör ver- schafft w erden - infolge U nerheblichkeit unberücksichtigt zu bleiben. Zur Begründung des H auptantrages führt sie aus, m it Verfügung der R ekurs- kom m ission EVD vom 14. Juni 2006 sei der Schriftenw echsel abgeschlos- sen w orden, w as an der Verhandlung durch die R ekurskom m ission EVD nochm als bestätigt w orden sei. W eder zu diesem noch zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt habe das Bundesam t darauf hingew iesen, dass es Zeit zur Einreichung w eiterer U nterlagen benötige. Zur Begründung des Eventualantrags hält sie fest, das Bundesam t habe das Schreiben vom 18. August 2006 nicht der Prüfungskom m ission zugestellt, sondern dem G e- schäftsführer des SO V. D ie entsprechenden W eisungen hätten indessen dem Präsidenten der Eidgenössischen Prüfungskom m ission oder dessen Sekretariat zugestellt w erden m üssen. D ie Prüfungskom m ission sei daher zurzeit noch im m er nicht im Besitz von W eisungen zur D urchführung der Eignungsprüfung. Im W eiteren enthalte das Schreiben vom 18. August 2006 keine verbindlichen W eisungen, das Bundesam t schlage lediglich vor, w ie die Kandidaten beurteilt w erden sollten. Auch zum Anpassungs- lehrgang bestünden noch keine rechtsverbindlichen R ichtlinien und W ei- sungen. M onate nach Einreichung ihres G esuches habe sie vom Bundes-8 am t keine G rundlagen erhalten, auf G rund deren sie entscheiden könnte, ob sie die Eignungsprüfung oder den Anpassungslehrgang absolvieren m öchte. D ies zeige, dass sich das Bundesam t beim Entscheid über die Tragw eite seiner Praxisänderung nicht im Klaren gew esen sei. D ie Einräu- m ung einer Ü bergangsfrist hätte der R echtssicherheit gedient und voraus- sichtlich auch den Vertrauensgrundsatz nicht verletzt. E. Im N ovem ber 2006 teilte die R ekurskom m ission EVD den Parteien m it, dass die R ekurskom m ission EVD am 31. D ezem ber 2006 durch das Bun- desverw altungsgericht ersetzt w erde, w elches seine Tätigkeit am 1. Janu- ar 2007 in Bern aufnehm e und die Beurteilung der bisher bei der R ekurs- kom m ission EVD hängigen R echtsm ittel übernehm e. In der Folge überw ies die R ekurskom m ission EVD die Akten auf den 1. Januar 2007 an das neu geschaffene Bundesverw altungsgericht. D ieses übernahm das Verfahren m it Verfügung vom 18. Januar 2007. Auf die vorstehend genannten und w eiteren Vorbringen w ird, sow eit sie rechtserheblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. O b die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschw erde einzutreten ist, prüft das Bundesverw altungsgericht von Am tes w egen und m it freier Kognition (vgl. BG E 130 II 65 E. 1; ALFR E D KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, R z. 410). D er Entscheid des Bundesam tes vom 27. Februar 2006 stellt eine Verfü- gung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren dar (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). D iese Verfügung w ar bisher bei der R ekurskom m ission EVD angefochten, w el- che vor dem Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beur- teilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig w ar (vgl. Art. 61 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BBG œ [zitiert in E. 2], AS 2003 4557; aufgehoben ge- m äss Anhang Ziff. 35 zum VG G , AS 2006 2248). D as Bundesverw altungsgericht, w elches gem äss Art. 31 VG G als Be- schw erdeinstanz Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG be- urteilt, ist nach Art. 53 Absatz 2 VG G (i.V.m . Art. 33 Bst. d VG G ) für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zum al keine Ausnah- m e nach Art. 32 VG G greift. Sow eit vorliegend das Abkom m en über die Personenfreizügigkeit (zitiert in E. 3) zur Anw endung gelangt, hat dieses keine Änderungen auf die hier 9 dargestellte (innerstaatliche) O rdnung des R echtsschutzes zur Folge (vgl. STEPH AN BR EITEN M O SER /M IC H AEL ISLER , D er R echtsschutz im Personenfreizügig- keitsabkom m en zw ischen der Schw eiz und der EG sow ie den EU -M itglied- staaten, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2002 S. 1003 ff., insbes. S. 1018). D ie Beschw erdeführerin hat am Verfahren vor dem Bundesam t teilgenom - m en und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Sie hat zudem ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe- bung oder Änderung, w eshalb sie zur Beschw erdeführung legitim iert ist (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). D ie Eingabefrist sow ie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be- schw erdeschrift sind gew ahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Kosten- vorschuss w urde fristgem äss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), der Vertreter hat sich rechtsgenüglich ausgew iesen (Art. 11 Vw VG ) und die übrigen Sa- churteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 1.1 D ie Beschw erdeführerin beantragt m it Schreiben vom 19. Septem ber 2006, die Eingabe des Bundesam tes vom 31. August 2006 solle nicht ge- hört w erden, eventualiter seien die Ausführungen des Bundesam tes - soll- te der Eingabe G ehör verschafft w erden - infolge U nerheblichkeit unbe- rücksichtigt zu lassen. 1.2 Zunächst ist festzuhalten, dass das Bundesam t anlässlich der öffentlichen Verhandlung ersucht w urde, die R ichtlinien des Bundesam tes zu den ver- fügten Ausgleichsm assnahm en einzureichen (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 9). Abgesehen davon gilt es den prozessualen Anträgen der Beschw er- deführerin zu entgegnen, dass im Beschw erdeverfahren die U ntersu- chungsm axim e gilt (Art. 12 und 13 Vw VG ), w as zur Folge hat, dass es der entscheidenden Behörde erlaubt ist, verspätete Parteivorbringen, die aus- schlaggebend erscheinen, zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 2 Vw VG ; VPB 70.23 E. 11.5 m it Verw eis auf ALFR ED KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN ER , a.a.O ., R z. 325 und 944; vgl. auch U rteil des Bundesgerichts 2A.186/2000 vom 28. Juli 2000 E. 1d). 2. N ach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. D ezem ber 2002 (BBG , SR 412.10) regelt dieses G esetz säm tliche Berufsbereiche ausserhalb der H ochschulen, so unter anderem die berufliche G rundbildung, einschliess- lich der Berufsm aturität; die höhere Berufsbildung; die berufsorientierte W eiterbildung und die Q ualifikationsverfahren, Ausw eise und Titel (Art. 2 Abs. 1 Bst. a - d BBG ). Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die R egelung der Anerken- nung ausländischer D iplom e und Ausw eise der Berufsbildung im G eltungs- bereich des Berufsbildungsgesetzes. M it dem Erlass der Berufsbildungs- verordnung vom 19. N ovem ber 2003 (BBV, SR 412.101) hat der Bundesrat 10 diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 Folgendes bestim m t: 1 D as Bundesam t anerkennt ausländische D iplom e und Ausw eise, w enn diese: a. im H erkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und b. einem schw eizerischen Ausw eis oder Titel gleichw ertig sind. 2 Einem schw eizerischen D iplom oder Ausw eis gleichw ertig ist ein ausländisches D iplom oder ein ausländischer Ausw eis dann, w enn: a. die gleiche Bildungsstufe gegeben ist; b. die Bildungsdauer äquivalent ist; c. die Inhalte vergleichbar sind; und d. der Bildungsgang neben theoretischen auch praktische Q ualifikationen um fasst. 3 Antragsberechtigt ist, w er in der Schw eiz W ohnsitz hat oder als G renzgängerin oder G renzgänger tätig ist. 4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten. W ird die Ausübung einer Berufstätigkeit durch R echtsvorschriften an den Besitz eines bestim m ten D iplom s oder Ausw eises gebunden und verfügt die G esuchstellerin oder der G esuchsteller über ein ausländisches D iplom oder einen ausländischen Ausw eis, der in der Schw eiz nicht als gleichw er- tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesam t in Zusam m enarbeit m it den Kan- tonen oder m it O rganisationen der Arbeitsw elt für Ausgleichsm assnahm en, m it denen die verlangten Q ualifikationen erreicht w erden können (vgl. Art. 70 Abs. 1 und 3 BBV). 3. Am 1. Juni 2002 trat das Abkom m en vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G e- m einschaft und ihren M itgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkom m en, FZA, SR 0.142.112.681) in Kraft. N ach Art. 1 Bst. a Freizügigkeitsabkom m en hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri- gen der M itgliedstaaten der Europäischen G em einschaft und der Schw eiz ein R echt auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er- w erbstätigkeit und N iederlassung als Selbstständiger sow ie das R echt auf Verbleib im H oheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräum en. D er G rund- satz der N ichtdiskrim inierung (vgl. Art. 2 FZA) gew ährleistet den Staatsan- gehörigen der Schw eiz und der M itgliedstaaten der Europäischen G em ein- schaft das R echt, in der Anw endung des Abkom m ens nicht schlechter ge- stellt zu w erden als die Angehörigen des Staates, der das Abkom m en handhabt (YVO H AN G AR TN ER , D er G rundsatz der N ichtdiskrim inierung w egen der Staatsangehörigkeit im Freizügigkeitsabkom m en der Schw eiz m it der Europäischen G em einschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem Zusam m enhang bestim m t Art. 9 Freizügigkeitsabkom m en, dass die Ver- tragsparteien gem äss Anhang III die erforderlichen M assnahm en treffen, um den Staatsangehörigen der M itgliedstaaten der Europäischen G em ein- schaft und der Schw eiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän- digen Erw erbstätigkeiten und deren Ausübung sow ie die Erbringung von D ienstleistungen zu erleichtern.11 Anhang III trägt die Bezeichnung "G egenseitige Anerkennung beruflicher Q ualifikationen (D iplom e, Prüfungszeugnisse und sonstiger Befähigungs- nachw eise)". N ach dessen Bestim m ungen w enden die Vertragsparteien im Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachw ei- se untereinander die gem einschaftlichen R echtsakte, auf die Bezug ge- nom m en w ird, in der zum Zeitpunkt der U nterzeichnung des Abkom m ens geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge- nannten Änderungen oder gleichw ertige Vorschriften an (vgl. hierzu und zum G anzen: Botschaft vom 23. Juni 1999 zur G enehm igung der sektoriel- len Abkom m en zw ischen der Schw eiz und der EG , Botschaft, BBl 1999 6128, insbesondere S. 6155 und S. 6347 ff.; U rteil des Bundesgerichts 2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 m it H inw eis auf: R U D O LF N ATSC H , G egenseitige Anerkennung beruflicher Q ualifikationen, in: Bilaterale Ver- träge Schw eiz - EG , Zürich 2002, S. 195 ff., insbes. S. 204; M AX W ILD , D ie Anerkennung von D iplom en im R ahm en des Abkom m ens über die Freizü- gigkeit der Personen, in: Bilaterale Abkom m en Schw eiz - EU , Basel etc. 2001, S. 383 ff., insbes. S. 403; Bundesam t für Berufsbildung und Techno- logie, Bericht über die Anerkennung ausländischer D iplom e in der Schw eiz und die Anerkennung schw eizerischer D iplom e im Ausland: R egelungen, bestehende Praktiken und H andlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f.; im Folgen- den: Bericht 2001). H insichtlich der Anerkennung der beruflichen Q ualifikationen erfasst das bilaterale Personenfreizügigkeitsabkom m en nur die im Aufnahm estaat reg- lem entierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglem entierten Berufe ste- hen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Per- sonenfreizügigkeitsabkom m en ohne Bedeutung. Ist ein Beruf im Aufnah- m estaat nicht reglem entiert, bedarf es som it keiner Prüfung der G leichw er- tigkeit des D iplom s und eine Arbeitsbew illigung genügt (vgl. N ATSC H , a.a.O ., S. 205; W ILD , a.a.O ., S. 386 f.; H ILD EG AR D SC H N EID ER , D ie Anerkennung von D iplom en in der Europäischen G em einschaft, Antw erpen-Apeldoorn 1995, S. 177). Als reglem entierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der die Aufnahm e oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem M itgliedstaat direkt oder indirekt durch R echts- oder Verw altungsvorschrif- ten an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachw eises (bzw . D iplom s) gebunden ist. D azu gehört insbesondere die Ausübung einer be- ruflichen Tätigkeit in Verbindung m it der Führung eines Titels, der nur von Personen geführt w erden darf, die einen Ausbildungs- oder Be- fähigungsnachw eis (bzw . ein D iplom ) besitzen, die in einschlägigen R echts- und Verw altungsvorschriften festgelegt sind; sow ie die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit im G esundheitsw esen, w enn die Vergütung die- ser Tätigkeit und/oder eine diesbezügliche Erstattung durch das einzel- staatliche System der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbil- dungs- oder Befähigungsnachw eises (bzw . D iplom s) gebunden ist (Art. 1 Bst. f der R ichtlinie 92/51/EW G bzw . Art. 1 Bst. d der R ichtlinie 89/48/EW G , beide zitiert in E. 3.2). Berufsverbände oder -organisationen, die ihren M itgliedstaaten derartige Titel ausstellen und von den Behörden 12 anerkannt w erden, können sich nicht auf ihre private N atur berufen, um sich der Anw endung der m it dieser R ichtlinie vorgesehenen R egelung zu entziehen (Vorspann der R ichtlinie 89/48/EW G ). D as Bundesam t hat eine Liste der reglem entierten Berufe in der Schw eiz herausgegeben (abrufbar unter w w w .bbt.adm in.ch [Them en/Internationale D iplom anerkennung/EU -D iplom anerkennung/Liste der reglem entierten Be- rufe]). D er Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N . 1.04). So- m it ist das Freizügigkeitsabkom m en auf das G esuchsverfahren der Be- schw erdeführerin grundsätzlich anw endbar. 3.1 D ie Beschw erdeführerin arbeitet als Augenoptikerin im Kanton Aargau. D er Kanton Aargau regelt die Tätigkeit zur selbstständigen Berufsaus- übung als Augenoptiker im G esundheitsgesetz vom 10. N ovem ber 1987 (SAR 301.100). Zur selbstständigen Berufsausübung ist eine Bew illigung des G esundheitsdepartem ents erforderlich; die unselbstständige Berufs- ausübung erfolgt unter der Verantw ortung und Aufsicht des Bew illigungsin- habers (vgl. § 23 Abs. 1 und Abs. 3 des G esetzes). D ie Bew illigung w ird an Augenoptiker erteilt, die den eidgenössischen Fähigkeitsausw eis besit- zen; zur Vornahm e von Brillenglasbestim m ungen sow ie zur Anpassung und Abgabe von Kontaktlinsen ist überdies die höhere Fachprüfung als Au- genoptiker oder ein gleichw ertiges ausländisches D iplom erforderlich (§ 37 Bst. a des G esetzes). D am it steht fest, dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerbe- rufs im Kanton Aargau im Sinne der R ichtlinie 92/51/EW G reglem entiert ist. 3.2 D as europäische R echt unterscheidet spezielle und allgem eine Anerken- nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen H arm o- nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver- trauens in die Ausbildung der anderen M itgliedstaaten (vgl. Botschaft, a.a.O ., S. 6347 f.). Sieben sektorielle R ichtlinien w urden nach dem System der H arm onisierung gestaltet und erm öglichen dam it sechs m edizinischen und param edizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle- gepersonal in allgem einer Pflege, H ebam m e) sow ie Architekten die auto- m atische Anerkennung (vgl. W ILD , a.a.O ., S. 396 f.; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 167). D ie allgem eine Anerkennungsregelung, w elche nicht für bestim m te berufli- che Tätigkeiten gilt, setzt sich aus der R ichtlinie 89/48/EW G des R ates vom 21. D ezem ber 1988 über eine allgem eine R egelung zur Anerkennung der H ochschuldiplom e, die eine m indestens dreijährige Berufausbildung abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16; im Folgenden: R ichtlinie 89/48/EW G ) sow ie aus der R ichtlinie 92/51/EW G des R ates vom 18. Juni 1992 über eine zw eite allgem eine R egelung zur Anerkennung beruflicher Be- fähigungsnachw eise in Ergänzung zur R ichtlinie 89/48/EW G (ABl. L 209 S. 13 25; im Folgenden: R ichtlinie 92/51/EW G ) zusam m en. 3.3 D ie beiden allgem einen R ichtlinien 89/48/EW G und 92/51/EW G stützen sich auf die Art. 49, Art. 57 Abs. 1 und Art. 66 des Vertrages zur G ründung der Europäischen W irtschaftsgem einschaft und bezw ecken, dass Angehö- rige der M itgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte ih- ren Beruf auch in einem anderen M itgliedstaat ausüben können als in dem jenigen, in dem sie ihre beruflichen Q ualifikationen erw orben haben (vgl. einleitende Bem erkungen der R ichtlinien 89/48/EW G und 92/51/EW G , 1. Abs.). Von der R ichtlinie 89/48/EW G erfasst w erden Studienabschlüsse nach ei- nem Studium von m indestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. G edanken- strich der R ichtlinie 89/48/EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 239; W ILD , a.a.O ., S. 399). D ie R ichtlinie 92/51/EW G bezieht sich auf die Sekundarschulbildung sow ie die kurzen postsekundären Studiengänge von m indestens einem Jahr und alle im Anhang C der R ichtlinie aufgeführten Studiengänge (vgl. Erw ägung 9 der R ichtlinie 92/51/EW G und Art. 1 der R ichtlinie 92/51/EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 239; Bundesam t für Berufsbildung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O ., S. 28 f.). D ie Beschw erdeführerin hat 1999 in D eutschland (H erkunftsstaat) die G e- sellenprüfung im Augenoptikerhandw erk bestanden. Sie hat ebenfalls in D eutschland eine Ausbildung zur M eisterin im Augenoptikerhandw erk ab- solviert. Zur M eisterprüfung w ird zugelassen, w er eine G esellenprüfung in dem H andw erk, in dem er die M eisterprüfung ablegen w ill, bestanden hat. D ie Ausbildung zum Augenoptiker, w elche m it der G esellenprüfung abge- schlossen w ird, dauert drei Jahre (vgl. § 49 des G esetzes der Bundesre- publik D eutschland vom 17. Septem ber 1953 zur O rdnung des H andw erks [konsolidierte Fassung; BG BI I 1953, 1411]; im Folgenden: H w O sow ie § 2 der Verordnung der Bundesrepublik D eutschland vom 4. M ärz 1997 über die Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur Augenoptikerin; im Folgenden: AugO ptAusbV 1997). D ie Beschw erdeführerin beantragt die Anerkennung der G leichw ertigkeit ihres M eistertitels im Augenoptikerhandw erk m it dem eidgenössischen D i- plom als Augenoptiker. D er Inhaber des eidgenössischen D iplom s ist berechtigt, sich als "diplom ierter Augenoptiker" zu bezeichnen und diesen Titel öffentlich zu führen (vgl. Art. 23 Abs. 3 des R eglem ents vom 12. Juni 1991 über die D urchführung der H öheren Fachprüfung im Augenoptikerberuf [Prüfungsreglem ent]). D as D iplom ist eine U rkunde, w elche bezeugt, dass ihr Inhaber sich an der H öheren Fachprüfung über die zur selbstständigen Ausübung des Augenoptikerberufes notw endigen Fähigkeiten und Kenntnisse ausgew iesen hat (Art. 23 Abs. 1 des Prüfungsreglem ents). Zur H öheren Fachprüfung für Augenoptiker w ird zugelassen, w er über das Fähigkeitszeugnis der Lehrabschlussprüfung als Augenoptiker oder über einen von der Prüfungskom m ission als gleichw ertig bezeichneten Ausw eis verfügt, und w er seit dem Abschluss der Lehrzeit w ährend vier Jahren im 14 Berufe praktisch tätig w ar. D er Besuch einer höheren Fachschule für Augenoptiker w ird als Praxiszeit angerechnet (Art. 10 des Prüfungsreglem ents). D em zufolge handelt es sich sow ohl bei der M eisterprüfung im Augenopti- kerhandw erk in D eutschland (H erkunftsstaat) w ie auch der H öheren Fach- prüfung für Augenoptiker in der Schw eiz (Aufnahm estaat) um Ausbildun- gen im postsekundären Bereich, w elche w eniger als drei Jahre dauern. D ie berufliche Tätigkeit w ird zudem w eder von einer sektoriellen R ichtlinie noch von einer in Anhang A der R ichtlinie 92/51/EW G aufgeführten R ichtli- nie erfasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der R ichtlinie 92/51/EW G ). D aher ist für den Beruf des Augenoptikers die R ichtlinie 92/51/EW G an- w endbar. 3.4 Art. 3 Bst. a der R ichtlinie 92/51/EW G hält folgendes fest: "W ird der Zugang zu einem reglem entierten Beruf oder dessen Ausübung im Auf- nahm estaat von dem Besitz eines D iplom s im Sinne dieser R ichtlinie oder der R ichtlinie 89/48/EW G abhängig gem acht, so kann die zuständige Behörde [...] ei- nem Angehörigen eines M itgliedstaats den Zugang zu diesem Beruf oder dessen Ausübung unter denselben Voraussetzungen w ie bei Inländern nicht w egen m an- gelnder Q ualifikation verw eigern, w enn der Antragsteller das D iplom im Sinne die- ser R ichtlinie oder der R ichtlinie 89/48/EW G besitzt, das in einem anderen M it- gliedstaat erforderlich ist, um Zugang zu diesem Beruf in seinem H oheitsgebiet zu erhalten oder ihn dort auszuüben, und w enn dieses D iplom in einem M itgliedstaat erw orben w urde." M it anderen W orten kann der Aufnahm estaat einem Antragsteller, der im Besitz eines D iplom s im Sinne dieser R ichtlinien ist, grundsätzlich nicht den Zugang oder die Ausübung eines reglem entierten Berufes w egen m angelnder Q ualifikation verw eigern, w enn dieses D iplom Zugangs- oder Ausübungsvoraussetzung für den entsprechenden Beruf im H erkunftsstaat ist. Als D iplom e im Sinne der R ichtlinie 92/51/EW G gelten Ausbildungsnach- w eise, die in einem M itgliedstaat von einer nach dessen R echts- und Ver- w altungsvorschriften bestim m ten zuständigen Stelle ausgestellt w erden, und aus denen hervorgeht, dass der D iplom inhaber erfolgreich einen nicht in Art. 1 Bst. a der R ichtlinie 89/48/EW G genannten postsekundären Aus- bildungsgang von m indestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von entsprechender D auer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil- dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. G edankenstrich und 2. G edan- kenstrich Ziff. i der R ichtlinie 92/51/EW G ). D ie Schw eizerischen H öheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter Anhang C der R ichtlinie 92/51/EW G (vgl. dazu Bundesam t für Berufsbil- dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O ., S. 28 f.). D er M eistertitel der Beschw erdeführerin ist von der H andw erkskam m er Kassel ausgestellt w orden. H ierbei handelt es sich um eine Körperschaft des öffentlichen R echts, w elche zur Vertretung der Interessen des H and- w erks errichtet w orden ist (vgl. § 90 Abs. 1 H w O ). D er M eistertitel der Be-15 schw erdeführerin ist daher von einer zuständigen Stelle ausgestellt w or- den. D er deutsche Augenoptikerm eister ist in Anhang C N um m er 2 (Bildungs- und Ausbildungsgänge zum "M eister" für die nicht unter die R ichtlinien des Anhangs A fallenden handw erklichen Tätigkeiten) der R ichtlinie 92/51/EW G aufgeführt. Beim M eistertitel in D eutschland (H erkunftsstaat) handelt es sich som it ebenfalls um ein D iplom im Sinne der R ichtlinie 92/51/EW G . D as Augenoptikerhandw erk in D eutschland stellt ein zulassungspflichtiges H andw erk dar. D ie Ausbildungsbezeichnung M eister/M eisterin in Verbin- dung m it einem zulassungspflichtigen H andw erk darf nur führen, w er für dieses zulassungspflichtige H andw erk die M eisterprüfung bestanden hat (vgl. § 1 i.V.m . Anlage A N r. 33 H w O sow ie § 51 H w O ). Insofern ist dieser Beruf auch in D eutschland reglem entiert (vgl. auch den Leitfaden für die allgem eine R egelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach- w eise der Europäischen Kom m ission, Anhang 1). D er M eistertitel berech- tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. § 45 Abs. 2 H w O ). G rundsätzlich kann die Schw eiz daher der Beschw erdeführerin den Zugang oder die Ausübung des reglem entierten Berufes nicht w egen m angelnder Q ualifikation verw eigern. 3.5 H ingegen hat der Aufnahm estaat das R echt, Ausbildung und Berufserfah- rung m it seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der D iplom e als gleichw ertig abzulehnen, w enn die Ausbildung des Antragstel- lers sich in Bezug auf D auer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche w esentlich unterscheidet. D ie Kom pensation unterschiedlicher Ausbildungsdauer kann durch den N achw eis von Berufserfahrung erbracht w erden (Art. 4 Abs. 1 Bst. a der R ichtlinie 92/51/EW G ). Im Falle von unterschiedlichen Ausbildungsinhalten darf der Aufnahm estaat vom Antragsteller verlangen, dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung ablegt (Art. 4 Abs. 1 Bst. b der R ichtlinie 92/51/EW G ; N ATSC H , a.a.O ., S. 206 f., W ILD , a.a.O ., S. 400). M acht der Aufnahm estaat bei unterschiedli- chem Ausbildungsinhalt von der M öglichkeit eines Anpassungsinstrum en- tes G ebrauch, so m uss er dem Antragsteller die W ahl zw ischen dem An- passungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art. 4 Bst. b U nter- abs. 3 der R ichtlinie 92/51 EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 257; JAC Q U ES PER TEK, L'Europe des diplôm es et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). D er Auf- nahm estaat darf die Anpassungsinstrum ente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b nicht kum ulativ anw enden (Art. 4 Abs. 2 der R ichtlinie 92/51/EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 198; PER TEK, L'Europe des diplôm es et des professi- ons, a.a.O ., S. 80). 3.6 D ie Anforderungen an die Ausbildungsdauer w erden von der Beschw erde- führerin, w as auch das Bundesam t nicht bestreitet, erfüllt: D iese beträgt in der Schw eiz m indestens acht Jahre. N ach Art. 10 des 16 Prüfungsreglem ents ist die Zulassung zur H öheren Fachprüfung für Au- genoptiker an die doppelte Voraussetzung geknüpft, dass der Kandidat über das Fähigkeitszeugnis der Lehrabschlussprüfung als Augenoptiker verfügt, und dass er nach Abschluss der Lehrzeit vier Jahre als Augenopti- ker tätig w ar. D er Besuch einer höheren Fachschule für Augenoptiker w ird als Praxiszeit angerechnet. D ie Ausbildungsdauer ist in D eutschland dem gegenüber w esentlich kürzer. Zur M eisterprüfung w ird zugelassen, w er eine G esellenprüfung nach drei- jähriger Ausbildung zum Augenoptiker bestanden hat (vgl. § 49 H w O sow ie § 2 AugO ptAusbV 1997). D ie Beschw erdeführerin hat von Septem ber 1996 bis Juli 1999 in D eutsch- land eine Ausbildung zur Augenoptikerin absolviert. Von 1999 bis April 2001 arbeitete sie bei der Y._______ AG in P._______ (D eutschland) als Augenoptikerin. Ab dem 1. M ai 2001 w ar sie bei der Y._______ AG , N ie- derlassung V._______, als Augenoptikerin tätig. Vom 4. O ktober 2004 bis 30. Septem ber 2005 absolvierte sie die M eisterschule am IfB in Karlsruhe, w ar indessen stundenw eise als Aushilfe in der N iederlassung V._______ tätig (vgl. Zw ischenzeugnis der Y._______ AG vom 16. O ktober 2005). Ende 2005 w echselte die Beschw erdeführerin von der N iederlassung V._______ in die N iederlassung W ._______ (AG ). D ie Beschw erdeführerin hat die Berufsausbildung zur Augenoptikerin in D eutschland absolviert. D iese dauert zw ar m indestens ein Jahr w eniger lang als in der Schw eiz (4 Jahre Lehre zum Augenoptiker). D ies ist indessen unbeachtlich, w eil die Beschw erdeführerin die fehlende Ausbildungszeit von einem Jahr durch ihre langjährige Berufserfahrung kom pensieren kann (vgl. Art. 4 Abs. 1 Bst. a der R ichtlinie 92/51). 3.7 H ingegen entschied das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2006, dass die M eisterprüfung in D eutschland m it der H öheren Fachprüfung inhaltlich nicht vergleichbar und som it nicht gleichw ertig sei. D ie M eisterprüfung w erde der H öheren Fachprüfung gleichgestellt unter der Bedingung, dass sie als Ausgleichsm assnahm e entw eder a. eine Eig- nungsprüfung in den Fächern Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instru- m ente ablege oder b. einen einjährigen Anpassungslehrgang in der Schw eiz unter der Anleitung eines diplom ierten Augenoptikers absolviere und die Fächer Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instrum ente an der H öheren Fachschule für Augenoptik in O lten besuche. Insofern m acht das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung von Art. 4 Abs. 1 Bst. b der R ichtlinie 92/51/EW G G ebrauch, w onach der Aufnahm e- staat im Falle von unterschiedlichem Inhalt der Ausbildung als Kom pensa- tion vom G esuchsteller einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprü- fung verlangen kann. D ie Frage, ob sich die M eisterprüfung im Augenoptikerhandw erk inhaltlich w esentlich von der H öheren Fachprüfung im Augenoptikerberuf unter- scheidet und das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung vom 27. Fe-17 bruar 2006 als Voraussetzung für die Anerkennung der G leichw ertigkeit zu R echt eine Ausgleichsm assnahm e verlangt, kann hier offen gelassen w er- den, da die Beschw erde aus nachfolgenden G ründen gutzuheissen ist. 4. D ie Beschw erdeführerin rügt, die H andlungsw eise des Bundesam tes ver- stosse gegen den G rundsatz des H andelns nach Treu und G lauben. Bevor sie sich für die Ausbildung in D eutschland entschieden habe, habe sie sich im Jahr 2003 darüber inform iert, ob der ausländische Ausw eis m it dem schw eizerischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. Kollegen (U ._______, S._______, C ._______ und W ._______) hätten ihr m itgeteilt, dass nach Auskunft von Frau X._______ vom Bundesam t ein deutscher M eistertitel im Augenoptikerhandw erk einem D iplom als Augenoptiker in der Schw eiz gleichgestellt w erde. D ie Beschw erdeführerin beruft sich som it auf den Vertrauensschutz. 4.1 D er in Art. 9 BV (SR 101) verankerte G rundsatz von Treu und G lauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen, Auskünfte, M itteilungen oder Em pfehlungen einer Behörde, die sich im N achhinein als unrichtig erw eisen. Er führt dazu, dass die Behörde unter gew issen, kum ulativ zu erfüllenden Voraus- setzungen an ihre unrichtige Zusicherung, Auskunft usw . gebunden ist; das heisst, sich so verhalten m uss, als ob die Zusicherung, Auskunft usw . richtig gew esen w äre (P IER R E TSC H AN N EN /U LR IC H ZIM M E R LI, Allgem eines Ver- w altungsrecht, Bern 2005, S. 153; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 698). G em äss R echtsprechung und D oktrin sind unrichtige Zusicherungen, Aus- künfte, M itteilungen oder Em pfehlungen von Behörden bindend, w enn (a) die Behörde in einer konkreten Situation m it Bezug auf bestim m te Perso- nen gehandelt hat; (b) die Behörde für die Erteilung der Auskunft zuständig w ar oder als zuständig betrachtet w erden durfte; (c) der Bürger die U nrich- tigkeit der Auskunft nicht ohne w eiteres erkennen konnte; (d) der Bürger im Vertrauen auf die R ichtigkeit der Auskunft D ispositionen getroffen hat, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w erden können und (e) die gesetzliche O rdnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BG E 121 V 65 E. 2a, BG E 119 V 302 E. 3a, BG E 118 Ia 245 E. 4b, BG E 118 V 65 E. 7, BG E 117 Ia 285 E. 2b, BG E 117 Ia 412 E. 3b, je m it H inw eisen, U rteil des Bundesgerichts 1A.8/2004 vom 17. D ezem ber 2004 E. 4.2 m it H inw eisen; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 668 ff.). Selbst w enn die Voraussetzungen für eine verbindliche behördliche Aus- kunft erfüllt sind, scheitert die Berufung auf Treu und G lauben, w enn ihr überw iegende öffentliche Interessen gegenüberstehen (BG E 129 I 161 E. 4.1 m it H inw eisen, BG E 116 Ib 185 E. 3c; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 696 m it H inw eisen; FR ITZ G YG I, Verw altungsrecht, Bern 1986, S. 160; R EN É A. R H IN O W /BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrecht- sprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt am M ain 1990, 18 N r. 75 B IVc, S. 243; BEATR IC E W EBE R -D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentli- chen R echt, Basel und Frankfurt am M ain 1983, S. 112). In einem solchen Fall besteht aber allenfalls Anspruch auf Schadenersatz (H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 696 und R z. 703 m it H inw eisen; W EBE R -D Ü R LER , a.a.O ., S. 129 ff.). 4.2 W as die erste Voraussetzung betrifft, so taugt nicht jede behördliche Aus- kunft als Vertrauensbasis. D ie Auskunft m uss an sich geeignet sein, schutzw ürdiges Vertrauen zu begründen. N otw endig ist eine gew isse in- haltliche Bestim m theit; eine lediglich vage Absichtskundgabe oder ein H in- w eis auf eine bisherige Praxis genügt nicht. In Lehre und R echtsprechung w ird m ehrheitlich die Auffassung vertreten, nur eine auf einen konkreten, die auskunfterheischende Person direkt betreffenden Sachverhalt be- zogene Auskunft könne die Behörden binden (vgl. M AX IM B O D EN /R EN É A. R H IN O W , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Band I, Basel und Frankfurt am M ain 1986, N r. 75 B IIIa, S. 469; BG E 125 I 267 E. 4c, BG E 122 II 113 E. 3b/cc, m it H inw eisen). Einige Autoren befürw orten indessen in besonderen Fällen auch die Anerkennung allgem einer (generell-abstrak- ter) Auskünfte oder gar ein Stillschw eigen der Behörden als genügende Vertrauensgrundlagen (R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungs- rechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt am M ain 1990, N r. 74 B IXa, S. 231; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O .R z. 670; BEATR IC E W EBER - D Ü R LER , a. a. O ., S. 84, 207). Auch das Bundesgericht bejaht in besonde- ren Fällen eine D urchbrechung des G rundsatzes, w onach nur individuell- konkrete Auskünfte unter dem G esichtspunkt des Vertrauensschutzes eine Abw eichung vom G esetz zu rechtfertigen verm ögen (vgl. BG E 111 V 65 E. 4, in dem das Bundesgericht den Anspruch auf den Schutz des guten G laubens eines Versicherten anerkannte, der irregeführt w urde durch ein von der Verw altung herausgegebenes M erkblatt, das ihm sein Arbeitgeber überreicht hatte und dessen Inhalt in dem U m fang überholt w ar, als es sich von einer neuen Verw altungspraxis unterschied; vgl. auch BG E 101 Ia 116 E. 2b: eine Verordnungsbestim m ung, die trotz jahrzehntelanger Kenntnis ihrer G esetzw idrigkeit durch die Behörden nicht angepasst w orden ist, w urde als genügende Vertrauensgrundlage anerkannt). N ach BEATR IC E W EBER -D Ü R LER kann auch eine behördliche Auskunft, die ei- nem D ritten erteilt w orden ist, Vertrauensschutz begründen. Ihrer M einung nach erw eist sich auch hier eine zeitliche G renze, die bei Auskünften all- gem ein gilt, als hilfreich. D ie Auskunft bezieht sich grundsätzlich nur auf die R echtslage im Zeitpunkt der Erteilung; m it zunehm endem zeitlichen Abstand m uss m an m it inzw ischen erfolgten G esetzes- oder Praxisände- rungen rechnen (vgl. E. 4.6). W egen der befristeten Verlässlichkeit besteht nicht die G efahr, dass die w eitergeleitete Auskunft ein unkontrollierbares Eigenleben führt und der Behörde auf unabsehbare Zeit die H ände bindet. W ürde der D ritte innert kurzer Zeit ebenfalls an die Behörde gelangen, er- hielte er w ohl den gleichen Bescheid, ist es doch das W esen der abstrak- ten Auskunft, für alle gleichgelagerten Fällen zu gelten. D er D ritte w ird eine solche N achfrage zu R echt für unnötig halten, w enn er sich auf sei-19 nen Inform anten verlassen kann. Selbstverständlich trägt der D ritte das volle R isiko, dass der Adressat die Auskunft falsch verstanden oder unge- nau oder verspätet w eiter geleitet hat (a. a. O ., S. 86 und S. 209 f.). W eiter begründet eine Auskunft schutzw ürdiges Vertrauen nur, w enn sie vorbehaltlos erteilt w orden ist (vgl. U rteile des Bundesgerichts 2A.454/2002 vom 20. M ärz 2003 E. 2.2 und 2A.251/2000 vom 19. D ezem - ber 2000 E. 2b/cc; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 680; TSC H AN N EN /ZIM M E R LI, a.a.O ., S. 154; W EBER -D Ü R LER , a.a.O ., S. 205). U nm assgeblich ist die Form der Auskunftserteilung; auch eine m ündliche Auskunft kann verbindlich sein, w enn sie auf G rund der U m stände ge- eignet ist, den guten G lauben des Betroffenen zu erw ecken (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 669; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IIIa, S. 241; BG E 106 V 139 E. 4c m it Verw eis auf BG E 91 I 133 E. 4b, BG E 114 Ia 105 E. 2a). 4.2.1 D ie Beschw erdeführerin m acht geltend, Kollegen (U ._______, S._______, C ._______ und W ._______) hätten ihr m itgeteilt, dass nach Auskunft von Frau X._______ vom Bundesam t ein deutscher M eister im Augenoptiker- handw erk einem diplom ierten Augenoptiker in der Schw eiz gleichgestellt w erde. Sie habe davon ausgehen dürfen, dass es sich in ihrer Situation gleich verhalte. D ie von der Beschw erdeführerin erw ähnten Kollegen U ._______, S._______, C ._______ und W ._______ haben w ie die Beschw erdeführerin die Lehre zum Augenoptiker/zur Augenoptikerin in der Schw eiz absolviert und m it dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen. Sie alle haben zw ischen 2003 beziehungsw eise 2004 und 2005 am Institut für Be- rufsbildung (IfB) in Karlsruhe in D eutschland die M eisterschule absolviert und im Jahr 2005 die M eisterprüfung im Augenoptikerhandw erk erfolgreich bestanden. W ie die Beschw erdeführerin haben auch sie Ende 2005 beim Bundesam t je das G esuch gestellt, ihr M eistertitel im Augenoptikerhand- w erk (ausgestellt von den H andw erkskam m ern Karlsruhe [U ._______], H annover [S._______] und Kassel [C ._______ und W ._______]) sei als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker anzuerken- nen. Sie erhielten im D ezem ber 2005 beziehungsw eise Februar 2006 vom Bundesam t je eine gleich lautende negative Verfügung w ie die Beschw er- deführerin. G egen diese Verfügungen erhoben die Vorgenannten je Beschw erde an die R ekurskom m ission EVD beziehungsw eise an das Bundesverw altungs- gericht (vgl. E. 1; vgl. U ._______ (Verfahren B-2158/2006), S._______ (Verfahren B-2167/2006), C ._______ (Verfahren B-2166/18) und W ._______ (Verfahren B-2170/2006). U ._______ und S._______ nahm en zudem auch an der öffentlichen Verhandlung teil, w elche aus prozessöko- nom ischen G ründen gem einsam m it w eiteren, gleich gelagerten Verfahren am 28. August 2006 vor der R ekurskom m ission EVD durchgeführt w urde. Sie m achen übereinstim m end geltend, bevor sie ihre W eiterbildung zum Augenoptikerm eister/zur Augenoptikerm eisterin in D eutschland begonnen 20 hätten, hätten sie sich beim Bundesam t im Jahr 2003 (U ._______, S._______, W ._______) beziehungsw eise im Jahr 2004 (C ._______) tele- fonisch darüber inform iert, ob der ausländische Ausw eis m it dem schw ei- zerischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. D as Bundesam t habe dies zugesichert. U ._______ hält zusätzlich fest, das Bundesam t habe ausgeführt, es w erde sich frühestens im Jahr 2007 etw as ändern, w enn eine Fachhochschule für Augenoptiker eingeführt w erde. Per Fax habe ihm das Bundesam t einen Auszug aus dem Staatsvertrag zw ischen der Schw eiz und D eutschland zu- gesandt. W ._______ führt aus, der G eschäftsführer des SO V, H err J._______, habe ihr im Jahr 2004 ebenfalls m itgeteilt, dass die deutsche Ausbildung in gän- giger Praxis der Schw eizerischen Ausbildung gleichgestellt w erde und sich erst m it Einführung der Fachhochschule für Augenoptiker im Jahr 2007 et- w as ändern w erde. S._______ hält fest, er sei vom Schw eizer O ptikverband (SO V), w elcher ihm m itgeteilt habe, dass es in der Schw eiz einige Augenoptiker m it die- sem Titel und der schw eizerischen G leichstellung gebe, für genauere An- gaben an das Bundesam t verw iesen w orden, w elches ihm zugesichert habe, dass der deutsche Ausw eis m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. Auch C ._______ hat sich sow ohl beim Bundesam t als auch beim Schw ei- zer O ptikverband telefonisch inform iert. Er erklärt, Frau X._______ vom Bundesam t habe nicht erw ähnt, dass die Anerkennungsgrundlagen in ab- sehbarer Zeit ändern w ürden. 4.2.2 Zunächst erscheint aus den folgenden Ü berlegungen glaubhaft, dass U ._______, S._______, C ._______ und W ._______ vom Bundesam t sol- che individuell-konkreten Auskünfte vorbehaltlos erteilt w orden sind: U nbestritten und aktenkundig ist, dass das Bundesam t w ährend Jahren in ständiger Praxis alle deutschen M eistertitel im Augenoptikerhandw erk als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker anerkannt hat. D as Bundesam t stützte diese Anerkennungspraxis auf die Vereinba- rung zw ischen der Schw eiz und dem deutschen R eich vom 1. D ezem ber 1937 über die gegenseitige Anerkennung der Lehrabschluss- und M eister- prüfungen, w elche zw ar nie ratifiziert, aber beiderseits angew endet w urde (vgl. dazu N ATSC H , a.a.O ., S. 217 f. Fusszeile 41; Botschaft, a. a. O , S. 6350 sow ie Schreiben vom 2. August 1995 der Abteilung Berufsbildung des dam aligen Bundesam tes für Industrie, G ew erbe und Arbeit [BIG A; heute: BBT] an den D eutschen H andw erkskam m ertag, w onach das Bun- desam t die zw ischenstaatliche Vereinbarung von 1937 bis zum Zeitpunkt einer allfälligen neuen R egelung w eiter einhalten w erde). Am 1. Juni 2002 trat das Freizügigkeitsabkom m en und dam it die in seinem Anhang III aufgeführte R ichtlinie 92/51/EW G in Kraft. In der Folge stützte sich das Bundesam t w ie zuvor auf die G egenrechtsvereinbarung m it D eutschland (vgl. Vereinbarung zw ischen der Schw eiz und dem deutschen 21 R eich vom 1. D ezem ber 1937) und anerkannte w eiterhin autom atisch deutsche M eistertitel im Augenoptikerhandw erk als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers. D ies w ird vom Bundesam t nicht bestritten (vgl. dazu das Verfahren B-2158/2006 [Stellungnahm e des Bundesam tes vom 5. Juli 2006] sow ie das Verhandlungsprotokoll, S. 7 oben). D em Bundesverw altungsgericht liegen solche G leichw ertigkeitsbe- stätigungen aus den Jahren 2003 und 2004 vor (vgl. die eingereichten G leichw ertigkeitsbestätigungen in den Beschw erdeverfahren B-2159/2006, B-2160/2006, B-2169/2006; vgl. dazu auch die Beschw erdeverfahren B- 2161/2006, B-2168/2006, B-2195/2006, B-2173/2006). 4.2.3 D er U m stand, dass das Bundesam t nach eigenen Angaben (vgl. Verhand- lungsprotokoll, S. 7) in einer langjährigen, konstanten Praxis bis Ende 2004/anfangs 2005 alle deutschen M eistertitel im Augenoptikerhandw erk dem eidgenössischen D iplom gleichw ertig anerkannte, kann als gew ichti- ges Indiz für das Vorliegen entsprechender Zusicherungen in den Jahren 2003 und 2004 gew ertet w erden, standen diese doch vollkom m en im Ein- klang m it der dam aligen Anerkennungspraxis. Zudem ist auf G rund der Ausführungen des Bundesam tes in der Vernehm lassung, w onach die U m - setzung des Freizügigkeitsabkom m ens eine gew isse Zeit gedauert habe, und auf G rund der Aussagen des Vertreters des Bundesam tes an der öf- fentlichen Verhandlung (vgl. Verhandlungsprotokoll S. 7) zu schliessen, dass sich eine Änderung der Anerkennungspraxis erst im Verlaufe des Jahres 2005 abzeichnete. Kom m t hinzu, dass sich die Aussagen der Kollegen der Beschw erdeführe- rin über die Auskünfte des Bundesam tes m it den Aussagen anderer betrof- fener Personen, w elche in D eutschland ebenfalls die M eisterprüfung abge- legt und sich beim Bundesam t vorgängig über die G leichstellung dieser Prüfung inform iert haben, inhaltlich decken (vgl. dazu die Beschw erdever- fahren B-2159/2006, B-2168/2006, B-2174/2006). Auch bestehen kaum Zw eifel an der Aussage von U ._______, w onach das Bundesam t betont habe, dass sich an der Anerkennungspraxis erst im Jahr 2007 etw as än- dern w erde, w enn eine Fachhochschule für Augenoptiker eingeführt w er- de, zum al auch der Schw eizer O ptikverband Auskünfte desselben Inhalts erteilt hat. Im W eiteren ist aktenkundig, dass das Bundesam t im Jahr 2002 w eiteren Betroffenen die G leichstellung des deutschen M eistertitels m it dem schw eizerischen D iplom unter Verw eis auf Artikel 1 der Vereinbarung zw i- schen D eutschland und der Schw eiz vom 1. D ezem ber 1937 schriftlich be- stätigt hat (vgl. B-2162/2006; B-2179/2006), w eshalb auch die Aussage von U ._______, das Bundesam t habe ihm per Fax einen Auszug aus dem Staatsvertrag zugesandt, als glaubhaft erscheint. Zudem bestreitet das Bundesam t nicht, dass es dam als auf telefonische Anfrage hin solche Zusicherungen abgegeben hat (vgl. Verhandlungspro- tokoll S. 8). Auf die Aussage eines Beschw erdeführers anlässlich der öf- fentlichen Verhandlung hin, w onach das Bundesam t nun anscheinend kei- ne Auskünfte m ehr über die künftige Anerkennung von D iplom en erteile 22 (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 4), erklärte der Vertreter des Bundesam tes, es sei richtig, dass das Bundesam t früher solche Auskünfte erteilt habe (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 5). H inzu kom m t auch, dass der Vertreters des Bundesam tes anlässlich der öffentlichen Verhandlung ausgeführt hat, dass deutsche M eistertitel im Augenoptikerhandw erk bis anfangs 2005 als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers aner- kannt w orden seien. D as Bundesam t habe seine Praxis im Jahre 2005 überprüft und dann geändert, da es festgestellt habe, dass die bisherige Praxis nicht m ehr rechtskonform gew esen sei (vgl. Verhandlungsprotokoll S. 6 und 7 sow ie G utachten des Schw eizer O ptikverbandes vom 1. N o- vem ber 2005). 4.2.4 In der Beschw erde w ird ausgeführt, dass sich die Beschw erdeführerin im Jahr 2003 bei den vorgenannten Kollegen inform iert und insofern Kenntnis der zu diesem Zeitpunkt ergangenen Auskünfte des Bundesam tes an die Kollegen hatte, w onach der deutsche M eistertitel dem D iplom als Augen- optiker gleichgestellt sei. In diesem Zusam m enhang w ird als Bew eis die Einvernahm e von Frau X._______ vom Bundesam t und die Befragung der Kollegen als Zeugen angeboten (vgl. Beschw erdeschrift, S. 4). Anlässlich der öffentlichen Verhandlung vom 28. August 2006 hat der R echtsvertreter w iederum auf die in der Beschw erdeschrift genannten Personen verw iesen (vgl. Plädoyernotizen des R echtsvertreters, N . 5a). Zw ei der genannten Kollegen, U ._______ und S._______, haben ebenfalls an der Verhandlung teilgenom m en. Auf die Abnahm e der offerierten Bew eise hat die Be- schw erdeinstanz indessen verzichtet, da das Bundesam t im Beschw erde- verfahren solche Auskünfte im dam aligen Zeitraum bestätigt hat. Zudem hat es ausdrücklich zugestanden, dass nach konstanter Praxis bis anfangs 2005 deutsche M eistertitel im Augenoptikerhandw erk als m it dem D iplom des Augenoptikers gleichw ertig anerkannt w urden. D aher kann davon aus- gegangen w erden, dass auch die von der Beschw erdeführerin genannten Kollegen eine entsprechende m ündliche Zusicherung seitens des Bundes- am tes erhalten haben. D er U m stand, dass die Beschw erdeführerin im sel- ben Zeitraum w ie die erw ähnten Kollegen den gleichen Ausbildungslehr- gang am Institut für Berufsbildung in Karlsruhe besucht und die M eister- prüfung, deren Anforderungen bundeseinheitlich geregelt sind (vgl. §§ 45 - 51 H w O ), absolviert hat, lässt darauf schliessen, dass sie sich für diese Ausbildung in Kenntnis der an die Kollegen ergangenen Auskünfte ent- schieden hat. Im W eiteren verm ögen diese von den Kollegen an die Beschw erdeführerin w eitergeleiteten Auskünfte im vorliegenden Fall eine genügende Vertrau- ensgrundlage zu bilden: So w aren die Auskünfte des Bundesam tes, w onach der deutsche M eister- titel im Augenoptikerhandw erk m it dem schw eizerischen D iplom des Au- genoptikers gleichw ertig sei, inhaltlich genügend bestim m t, und sie betra- fen alle. Zudem enthielten die Auskünfte an die Kollegen der Beschw erde- führerin auch Inform ationen genereller N atur, d.h sie richteten sich an ei- nen unbestim m ten Adressatenkreis (alle Inhaber eines deutschen M eister- titels).23 Auf G rund des U m standes, dass das Bundesam t vier Kollegen der Be- schw erdeführerin, w elche im selben Zeitraum die M eisterschule besucht und zum fast gleichen Zeitpunkt (Ende 2005) w ie die Beschw erdeführerin die M eisterprüfung vor einer H andw erkskam m er absolviert haben, jew eils gleich lautende Auskünfte erteilt hat, durfte die Beschw erdeführerin davon ausgehen, der Erklärungsinhalt gelte auch für ihren - gleich gelagerten – Fall. H ätte sich die Beschw erdeführerin zu diesem Zeitpunkt selbst ans Bundes- am t gew andt, hätte sie w ohl die selbe Auskunft erhalten (vgl. E. 4.2; siehe auch die anderen Verfahren, zitiert in E. 4.2.3). D ie Beschw erdeführerin durfte daher unter diesen U m ständen eine solche N achfrage für unnötig halten. W ie die Beschw erdeführerin zu R echt festhält, w ürde ein anderes Ergebnis in stossender W eise dem G erechtigkeitsgedanken zuw ider laufen. 4.3 Ausser Frage steht, dass die Auskunft von der zuständigen Behörde erteilt w orden ist (vgl. Art. 68 Abs. 1 BBG und Art. 69 BBV, zitiert in E. 2; vgl. auch Art. 71 BBV). Sodann ist erforderlich, dass die Beschw erdeführerin die Fehlerhaftigkeit der an die Kollegen ergangenen Auskünfte nicht kannte und auch nicht hätte kennen sollen. Eigentliche N achforschungen über die R ichtigkeit be- hördlichen H andelns w erden von den Privaten aber nicht erw artet, sondern sie dürfen sich grundsätzlich darauf verlassen. Anlass zur Ü berprüfung, etw a durch eine R ückfrage bei der Behörde, besteht einzig dort, w o die Fehlerhaftigkeit der Vertrauensgrundlage leicht erkennbar ist (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a. a. O , R z. 655 ff.). W as die an die Kollegen der Beschw erdeführerin ergangenen Auskünfte des Bundesam tes bezüglich der im Zeitpunkt der Anfragen geltenden An- erkennungspraxis des Bundesam tes betrifft, so w aren diese richtig. D ie Auskünfte, w onach deutsche M eistertitel vom Bundesam t w eiterhin aner- kannt w ürden, erw eisen sich im N achhinein als falsch. Es ist offensichtlich, dass die Beschw erdeführerin die U nrichtigkeit der an ihre Kollegen ergan- genen Auskünfte nicht ohne W eiteres erkennen konnte, standen diese doch im Einklang m it der dam aligen Anerkennungspraxis und verfügte auch der Schw eizer O ptikverband über keine anderen Inform ationen. D as Freizügigkeitsabkom m en (in Kraft seit 1. Juni 2002) w ar im Zeitpunkt der Auskunftserteilungen (im Jahr 2003 beziehungsw eise 2004) schon seit m ehreren M onaten in Kraft, w eshalb die Beschw erdeführerin w eder ahnen konnte noch dam it rechnen m usste, dass dieses Abkom m en drei Jahre später eine Praxisänderung bew irken w ürde. D ie Beschw erdeführerin hatte daher keinen Anlass, an der R ichtigkeit der an die Kollegen ergangen Auskünfte zu zw eifeln. 4.4 In der R egel kann Vertrauensschutz nur geltend m achen, w er gestützt auf sein Vertrauen eine D isposition getätigt hat, die ohne N achteil nicht w ieder 24 rückgängig gem acht w erden kann (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 660 und 687 m it H inw eisen; vgl. auch U rteil des Versicherungsgerichts C .344/2000 vom 6. Septem ber 2001 E. 3c/bb). D ie Beschw erdeführerin hat vom 4. O ktober 2004 bis 30. Septem ber 2005 die M eisterschule am IfB in Karlsruhe absolviert und im Anschluss daran die M eisterprüfung vor der H andw erkskam m er Kassel abgelegt. Ausser Frage steht, dass der Besuch der Schule in D eutschland und die Ablegung der M eisterprüfung m it erheblichem finanziellem und zeitlichem Aufw and verbunden w aren und die Beschw erdeführerin ohne Kenntnis der an die Kollegen ergangenen Auskünfte des Bundesam tes sich nicht für die Aus- bildung entschieden hätte. 4.5 Eine Auskunft ist nur in Bezug auf den Sachverhalt, w ie er der Behörde zur Kenntnis gebracht w ird, verbindlich. Ändert sich die tatsächliche Situation, so hat die Behörde den neuen Sachverhalt zu beurteilen und ist an ihre früheren Aussagen nicht m ehr gebunden. Behördliche Auskünfte stehen sodann im m er unter dem Vorbehalt einer allfälligen späteren R echtsände- rung. Eine vertrauensschutzbegründende Auskunft kann deshalb nur vor- liegen, w enn die R echtslage zur Zeit der Verw irklichung des Tatbestandes die gleiche ist w ie im Zeitpunkt der Auskunfterteilung, es sei denn die aus- kunfterteilende Behörde sei für die R echtsänderung selbst zuständig und die Auskunft sei im H inblick darauf erteilt w orden (BG E 117 Ia 285 E. 2b m it H inw eisen; H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 692; BEATR IC E W EBE R - D Ü R LER , N euere Entw icklung des Vertrauensschutzes, Schw eizerisches Zentralblatt für Staats- und Verw altungsrecht [ZBl] 103/2002, S. 289 ff.; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IVb, S. 242; G YG I, Verw altungsrecht, a.a.O ., S. 160; TSC H AN N EN /ZIM M E R LI a.a.O ., S. 154). G leiches m uss auch für Auskünfte, w elche von D ritten w eitergeleitet w orden sind, gelten (so auch W EBE R D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentlichen R echt, a.a.O ., S. 210). D as Bundesam t m acht nicht geltend und aus den Akten ist nicht ersicht- lich, dass sich der Stoffplan des Vorbereitungslehrganges "Augenoptiker- m eister" des IfB (Institut für Berufsbildung) und die Anforderungen an die M eisterprüfung (vgl. die Verordnung vom 9. August 1976 über das Berufs- bild und über die Prüfungsanforderungen im praktischen Teil und im fach- theoretischen Teil der M eisterprüfung für das Augenoptiker-H andw erk und Verordnung vom 18. Juli 2000 über gem einsam e Anforderungen in der M eisterprüfung im H andw erk) seit den Auskunftserteilungen geändert ha- ben. Es steht auch fest, dass die Anforderungen an die H öhere Fachprü- fung im Augenoptikerberuf in der Schw eiz unverändert geblieben sind (vgl. Prüfungsreglem ent, insbes. Art. 15 [Prüfungsfächer] und Art. 16 [Prüfungs- stoff]). D ie tatsächliche Situation im Zeitpunkt der Auskunftserteilungen w ar som it dieselbe w ie im Zeitpunkt des Entscheides. D as Freizügigkeitsabkom m en trat am 1. Juni 2002 in Kraft (vgl. E. 3). D ie Kollegen der Beschw erdeführerin haben sich beim Bundesam t indessen erst im Jahr 2003 beziehungsw eise im Jahr 2004 über die G leichstellung ihrer deutschen Ausbildung in der Schw eiz erkundigt; zum Zeitpunkt der 25 Auskunftserteilungen w ar das Freizügigkeitsabkom m en dem zufolge schon seit m ehreren M onaten in Kraft. D as Inkrafttreten des Freizügigkeitsab- kom m ens lässt sich daher im konkreten Fall einer Berufung auf den Ver- trauensschutz nicht entgegen halten. Ebenfalls steht unbestritten fest, dass seit den Auskunftserteilungen im Jahr 2003 bzw . 2004 und dem Zeitpunkt der Einreichung des G esuches um Anerkennung der G leichw ertigkeit bzw . dem angefochtenen Entscheid im Februar 2006 die R echtslage keine Änderungen erfahren hat. 4.6 D er Bürger kann aus dem Vertrauensschutz dann keinen Anspruch auf Bindung an die Vertrauensgrundlage ableiten, w enn dieser R echtsfolge überw iegende öffentliche Interessen entgegenstehen (vgl. W EBE R -D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentlichen R echt, a.a.O ., S. 134; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IVc, S. 243). So besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass in den Beru- fen des G esundheitsw esens nur fähige Leute tätig sind, handelt es sich doch gerade bei der G esundheit um ein R echtsgut, das des gew erbepoli- zeilichen Schutzes in hohem M asse bedarf (vgl. BG E 125 I 322 E. 3d, BG E 125 I 335 E. 3b, BG E 112 IA 322 E. 4c m it H inw eisen). Vom Bundesam t w ird indessen nicht geltend gem acht, dass die deutschen M eister im Augenoptikerhandw erk nicht befähigt w ären und deren Tätigkeit G efahren für das Publikum m it sich bringe. Vielm ehr erklärte der Vertreter des Bundesam tes an der Verhandlung, dass es bisher keine Problem e m it deutschen Augenoptikerm eistern gegeben habe (vgl. S. 9 des Verhand- lungsprotokolls), und dass der einjährige Anpassungslehrgang auch unter der Anleitung eines im Ausland ausgebildeten Berufsangehörigen, dessen Ausw eis vom Bundesam t m it dem eidgenössischen D iplom des Augenopti- kers gleichgestellt w orden w ar, absolviert w erden könnte (vgl. S. 9 des Verhandlungsprotokolls). Ü berw iegende öffentliche Interessen, w elche der Berufung auf Treu und G lauben gegenüberstehen, sind im vorliegenden Fall daher nicht ersicht- lich. D ie Voraussetzungen für eine Berufung auf Treu und G lauben sind dam it erfüllt und die Beschw erdeführerin ist in ihrem Vertrauen auf die Auskunft des Bundesam tes an ihre Kollegen, w onach der M eistertitel als m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig anerkannt w erde, zu schützen. Auf die w eiteren R ügen der Beschw erdeführerin m uss daher nicht w eiter eingegangen w erden. Auf G rund der G utheissung des H auptantrages erübrigt es sich auch, auf den Eventualantrag der Beschw erdeführerin, w onach ihr Schadenersatz zu entrichten sei, einzugehen. 5. D ie Beschw erde ist daher gutzuheissen und die Verfügung des Bundes- am tes vom 27. Februar 2006 aufzuheben. Es w ird festgestellt, dass der 26 am 30. N ovem ber 2005 in D eutschland verliehene M eistertitel im Augen- optikerhandw erk m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker gleich- w ertig ist. D as Bundesam t w ird angew iesen, der Beschw erdeführerin eine G leichw ertigkeitsbestätigung auszustellen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschw erdeführerin obsiegen- de Partei. D ie Verfahrenskosten sind in der R egel von der unterliegenden Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Keine Verfahrenskosten w er- den Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). D er von der Be- schw erdeführerin am 21. April 2006 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.- ist ihr zurückzuerstatten. 7. D ie Beschw erdeführerin hat sich durch einen berufsm ässigen Anw alt ver- treten lassen und ist als obsiegende Partei zu betrachten. Es ist ihr daher zu Lasten der Vorinstanz eine angem essene Parteientschädigung zuzu- sprechen (vgl. Art. 64 Abs. 2 Vw VG i.V.m . Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). 8. G egen diesen Beschw erdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös- sischen Bundesgericht Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten eingereicht w erden (Art. 82 Bst. a und Art. 86 Abs. 1 Bst. a i.V.m . Art. 100 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.11, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesam tes für Berufsbildung und Technologie vom 27. Februar 2006 aufgehoben. Es w ird festgestellt, dass der am 30. N ovem ber 2005 in D eutschland ver- liehene M eistertitel im Augenoptikerhandw erk m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker gleichw ertig ist. D as Bundesam t w ird angew ie- sen, der Beschw erdeführerin eine G leichw ertigkeitsbestätigung auszustel- len. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D er Kostenvorschuss von Fr. 900.-- w ird der Beschw erdeführerin aus der G erichtskasse zurücker- stattet. 3. D er Beschw erdeführerin w ird zu Lasten des Bundesam tes für Berufsbil- dung und Technologie eine Parteientschädigung von Fr. 2000.-- (inkl. M w St) zugesprochen.27 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 353/han/7726; m it G erichtsurkunde) D er Abteilungspräsident: D ie G erichtsschreiberin: Bernard M aitre Barbara Aebi R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am : 12. April 2007