<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VK.2006.00005</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=207300&amp;W10_KEY=4467131&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VK.2006.00005</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.01.2008</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Streitigkeit aus öffentlich rechtlichem Vertrag</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verwaltungsrechtliche Klage: Schadenersatz aus Auflösung eines Anschlussvertrages über den Betrieb eines Alterswohn- und Pflegeheims.<br/><br/>(Die drei klagenden Gemeinden fordern von der beklagten Gemeinde Schadenersatz von insgesamt Fr. 1'741'624.- wegen der Auflösung des Anschlussvertrages.)<br/><br/>Öffentlich-rechtliche Natur des Anschlussvertrages; Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1).<br/>Die Frage, ob Unterlagen aus einem vorgängigen Mediationsverfahren im nachfolgenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren verwendet werden dürfen, kann offen gelassen werden (E. 2.1).<br/>Besonders aufgrund der ausgeprägten Mitwirkungsrechte der Klägerinnen und der Beteiligung aller vier Gemeinden am Gewinn bzw. Verlust des Heims ist der vorliegende Anschlussvertrag als gesellschaftsähnlich zu qualifizieren (E. 3). <br/>Der Beschluss der Beklagten vom 25. Oktober 2004 war weder eine ordentliche noch eine fristlose Kündigung des Anschlussvertrages (E. 4.2). Er kann nur als Offerte zur Beendigung des Vertrages ausgelegt werden. Die Offerte wurde durch die Klägerinnen angenommen, ohne dass eine Einigung über die finanziellen Folgen der Vertragsaufhebung zu Stande kam (E. 4.3). Da keine Kündigung vorliegt, können die Klagevorbringen nur so verstanden werden, dass die Klägerinnen den ihnen zustehenden Restwert der während der gemeinsamen Betriebsdauer getätigten Investitionen und einen Anteil an den von Bund und Kanton geleisteten Staatsbeiträgen für den Bau des Heims fordern (E. 4.4).<br/>Der Anschlussvertrag enthält keine Regelung über die Folgen seiner Auflösung. Auch kam diesbezüglich keine spätere vertragliche Übereinkunft zustande. Demnach sind die Bestimmungen des Obligationenrechts sinngemäss anwendbar. Die Investitionen sind als Einlage in die einfache Gesellschaft zu qualifizieren. Mit der Auflösung der Gesellschaft haben die Gesellschafter einen Anspruch auf Rückerstattung ihrer Einlagen (E. 5.1). Massgebend ist, wie hoch der Restwert der Investitionen ist, welche die Parteien während dergemeinsamen Vertragsdauer getätigt haben (E. 5.2). Da die Klägerinnen bis zum Auslaufen der Bettenoptionen im Jahr 2010 noch unter den Bedingungen, welche während der Dauaer des gemeinsamen Betriebs des Heims Geltung hatten, von den Investitionen Gebrauch machen können, rechtfertigt es sich, von den Restwerten am Ende des Jahres 2010 auszugehen. Aufgrund der im vorliegenden Verfahren geltenden Dispositionsmaxime ist das Gericht nur durch den insgesamt eingeklagten Betrag gebunden. Es ist unerheblich, dass die Klägerinnen bei einzelnen Positionen mit Bezug auf den Abschreibungssatz weniger verlangen, als ihnen zusteht (E. 5.4), Da alle Vertragsparteien politische Gemeinden sind, ist für die Bewertung des Restwertes der Investitionen die Verordnung über die Abschreibung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten massgebend (E. 5.5). Da die Parteien entgegen dem Vertag sämtliche Investitionen anteilsmässig getragen haben, sind sowohl werterhaltende als auch wertvermehrende Investitionen zu berücksichtigen (E. 5.6). Die Berechnung des Restwertes der einzelnen Investitionen und des Anteils der Klägerinnen an diesen ergibt, dass die Beklagte den Klägerinnen insgesamt Fr. 363'946.- als Entschädigung für die Restwerte der Investitionen zu zahlen hat (E. 5.7). Die Einwände der Beklagten, dass der Landwert zu tief angenommen worden sei und dass sie aus einem Fonds Fr. 680'744.45 zugunsten des Heims aufgebracht habe, sind unerheblich (E. 5.8 und 5.9). Subventionen sind kein Investitionsgut. Da die Staatsbeiträge von Bund und Kanton der Beklagten alleine ausgerichtet worden sind und der Anschlussvertrag keine Regelung in Bezug auf die Subventionen enthält, liegt kein vertragliches Forderungsrecht der Klägerinnen vor (E. 6.2). Ein Forderungsrecht kann auch nicht aus Art. 62 OR hergeleitet werden, da die Beklagte zu keinem Zeitpunkt unrechtmässig bereichert war (E. 6.3). Teilweise Gutheissung der Klage.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTERSHEIM">ALTERSHEIM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSCHLUSSVERTRAG">ANSCHLUSSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFHEBUNGSVERTRAG">AUFHEBUNGSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINFACHE GESELLSCHAFT">EINFACHE GESELLSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVESTITION">INVESTITION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLAGE">KLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃNDIGUNG">KÃNDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLEGEHEIM">PFLEGEHEIM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESTWERT">RESTWERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHADENERSATZ">SCHADENERSATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSBEITRAG">STAATSBEITRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBVENTION">SUBVENTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Klageverfahren ST: VERFAHREN">VERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAG">VERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAG, ÃFFENTLICH-RECHTLICHER">VERTRAG, ÃFFENTLICH-RECHTLICHER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAGSAUFHEBUNG">VERTRAGSAUFHEBUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAGSAUFLÃSUNG">VERTRAGSAUFLÃSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAGSAUSLEGUNG">VERTRAGSAUSLEGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 39 Abs. II aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">Art. 530 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 545 OR</span><br/><span class="gerade">Art. 546 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 548 OR</span><br/><span class="gerade">§ 82 lit. k VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 27 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=8523" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VK.2006.00005</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Entscheid</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">17. Januar 2008</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident JÃ¼rg Bosshart<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Ersatzrichter Bruno FÃ¤ssler, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>GerichtssekretÃ¤r Markus Heer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b><a id="Anonym_Ruolo_KLÃG_1_1_2">Gemeinde Aesch,</a></span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b><a id="Anonym_Ruolo_KLÃG_2_2_5">Gemeinde Birmensdorf,</a></span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3.<b> </b><a id="Anonym_Ruolo_KLÃG_3_3_8">Gemeinde Uitikon,</a></span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">alle vertreten durch <a id="Anonym_ORT_4_17">RA A,</a></p> <p class="MsoNormal"><b><span>KlÃ¤gerinnen</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><a id="Anonym_Ruolo_BEKL_1_5_19"><span>Gemeinde Urdorf,</span></a><span> vertreten durch <a id="Anonym_ORT_6_28">RA B,</a><a id="BT_Z_PLZ_N"></a></span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beklagte</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Streitigkeit aus Ã¶ffentlich rechtlichem Vertrag.</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die politischen Gemeinden Urdorf, Aesch, Birmensdorf und Uitikon schlossen am 1. April 1979 einen (Anschluss)-Vertrag Ã¼ber den Bau und Betrieb eines Alterswohn- und Pflegeheims (nachfolgend "Heim"). Die Gemeinde Urdorf verpflichtete sich darin als TrÃ¤gergemeinde zum Bau und Betrieb dieses Heims auf einem in ihrem Eigentum stehenden GrundstÃ¼ck. Die drei anderen Gemeinden erhielten als Anschlussgemeinden das Recht, Optionen fÃ¼r HeimplÃ¤tze entsprechend ihren BedÃ¼rfnissen anzumelden, sowie Einsitz in die Baukommission und hernach in die Betriebskommission zu nehmen. Als Gegenleistung verpflichteten sie sich zur Entrichtung eines Beitrages an die Betriebskosten gemÃ¤ss einem speziellen VerteilschlÃ¼ssel. Das Bauvorhaben wurde vom Kanton ZÃ¼rich durch einen Staatsbeitrag von Fr. 3'733'127.- und einen Investitionsbeitrag von Fr. 1'000'000.- unterstÃ¼tzt. Der Bund sprach Subventionen im Umfang von Fr. 3'113'594.-.</p> <p class="Sachverhalt2">Das Heim nahm im Oktober 1982 seinen Betrieb auf. Ab 1992 wurden regelmÃ¤ssig Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten vorgenommen. Am 12. Dezember 2003 kÃ¼ndigte die Gemeinde Urdorf den Vertrag per 31. Dezember 2010. Eine gegen die KÃ¼ndigung erhobene Stimmrechtsbeschwerde wurde vom Bezirksrat Dietikon am 7. April 2004 gutgeheissen. Hierauf fÃ¼hrten die Gemeinden unter Mitwirkung eines hinzu gezogenen Mediators gemeinsame GesprÃ¤che Ã¼ber die Folgen einer Vertragsaufhebung. Der Gemeinderat Urdorf fÃ¤llte am 25. Oktober 2004 den Beschluss der KÃ¼ndigung (Aufhebung) des Anschlussvertrages und seit dem 1. Januar 2005 fÃ¼hrte die Gemeinde Urdorf das Heim selbstÃ¤ndig. Die Anschlussgemeinden traten aus der Betriebskommission aus, und die Gemeindeversammlung von Urdorf genehmigte am 7. Dezember 2005 den Beschluss ihres Gemeinderates vom 25. Oktober 2004. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinden Aesch, Birmensdorf und Uitikon erhoben am 2. MÃ¤rz 2006 Klage an das Verwaltungsgericht mit dem Begehren, die Gemeinde Urdorf sei zur Zahlung von insgesamt Fr. 1'741'624.- zu verpflichten. Die Gemeinde Urdorf ersuchte in ihrer Klageantwort vom 9. Juni 2006 um Abweisung der Klage. Sie stellte zudem die prozessualen AntrÃ¤ge, dass die von den KlÃ¤gerinnen eingereichten Aufstellungen von C vom 20. Dezember 2004 sowie vom 11. Januar 2005 aus dem Recht zu weise; eventualiter sei der Beklagten Frist anzusetzen, auch ihrerseits Akten aus dem Mediationsverfahren einzureichen. Die KlÃ¤gerinnen reichten am 2. Oktober 2006 ihre Replik ein. Die Beklagte beantragte am 5. Oktober 2006, dass Ã¼ber ihre in der Klageantwort gestellten prozessualen AntrÃ¤ge vor Ansetzung der Frist zur Erstattung der Duplik zu entscheiden sei. Diesen Antrag wies das Verwaltungsgericht mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. Oktober 2006 ab und setzte der Beklagten Frist zur Einreichung der Duplik an. Die Beklagte reichte die Duplik am 12. Februar 2007 ein. Die KlÃ¤gerinnen nahmen am 26. September 2007 zum mit der Duplik eingereichten Gutachten von D Stellung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">In Anlehnung an die Funktionstheorie ist ein Vertrag Ã¶ffentlich-rechtlicher Natur, wenn er unmittelbar die ErfÃ¼llung einer Ã¶ffentlichen Aufgabe betrifft oder Materien enthÃ¤lt, die an sich vom Ã¶ffentlichen Recht geregelt werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 1 N. 18; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., ZÃ¼rich etc. 2006, Rz. 1058). Die Errichtung und der Betrieb von Krankenheimen und Pflegeabteilungen in Altersheimen ist gemÃ¤ss § 39 Abs. 2 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) Sache der Gemeinden. Mit dem Bau und dem Betrieb eines Pflegeheimes haben die Parteien somit eine ihnen obliegende Ã¶ffentliche Aufgabe wahrgenommen, weshalb der hier vorliegende Vertrag Ã¶ffentlich-rechtlicher Natur ist. Das Verwaltungsgericht ist folglich gestÃ¼tzt auf § 82 lit. k des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Klage zustÃ¤ndig. Auf die im Ãbrigen frist- und formgerecht eingereichte Klage ist damit einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>In der Klageantwort stellte die Beklagte das prozessuale Begehren, die von den KlÃ¤gerinnen eingereichten Aufstellungen aus dem Mediationsverfahren seien aus dem Recht zu weisen. Sie begrÃ¼ndete dies vor allem damit, dass das Mediationsverfahren vertraulich sei. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2006 verlangte die Beklagte zudem, dass bereits "vor bzw. gleichzeitig mit der Ansetzung der Frist zur Erstattung der Duplik" Ã¼ber die in der Klageantwort gestellten prozessualen AntrÃ¤ge zu entscheiden sei. Mit VerfÃ¼gung vom 12. Oktober 2006 wies der AbteilungsprÃ¤sident diese Begehren ab und stellte es der Beklagten frei, Tatsachenbehauptungen und Unterlagen aus dem Mediationsverfahren vorzubringen. Die PrÃ¼fung der fraglichen Unterlagen ergibt jedoch, dass beide fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Streitsache nicht massgeblich sind. Demnach kann die von der Beklagten aufgeworfene Frage, ob Unterlagen aus einem vorgÃ¤ngigen Mediationsverfahren im nachfolgenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren verwendet werden dÃ¼rfen, offen bleiben.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Parteien bestreiten jeweils die geltend gemachten AnsprÃ¼che der Gegenseite vollumfÃ¤nglich. Bestritten werden auch generell sÃ¤mtliche Sachdarstellungen der Gegenseite, soweit sie nicht ausdrÃ¼cklich anerkannt werden (Klageantwort S. 4, Replik S. 3, Duplik S. 3). Solche pauschalen Bestreitungen genÃ¼gen nicht und bleiben unbeachtlich (vgl. die Androhung in den PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen, bei SÃ¤umnis wÃ¼rde auf Grund der Akten entschieden; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 84 N. 2 f. in Verbindung mit § 83 N. 1, 9 ff. und 26; RB 1986 Nr. 114 E. b S. 154).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vorab ist die Rechtsnatur des von den Parteien abgeschlossenen Anschlussvertrages zu klÃ¤ren. WÃ¤hrend die KlÃ¤gerinnen dafÃ¼r halten, es handle sich um einen gesellschaftsÃ¤hnlichen Vertrag, vertritt die Beklagte die Auffassung, es liege ein Innominatvertrag mit synallagmatischem − das heisst mit auf gegenseitigen Leistungsaustausch ausgerichtetem − Charakter vor.<b> </b></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Anschlussvertrag regelt die stÃ¤ndige Besorgung Ã¶ffentlicher Aufgaben der Anschlussgemeinde durch die TrÃ¤gergemeinde. Damit sind zwei Haupterscheinungsformen erfasst, nÃ¤mlich die AufgabenÃ¼bernahme und die MitbenÃ¼tzung. Ein weiterer in der Praxis wichtiger Typus besteht in der gemeinsamen Erstellung und Betreibung von Einrichtungen in einem der privatrechtlichen einfachen Gesellschaft gemÃ¤ss Art. 530 ff. des Schweizerischen Obligationenrechtes (OR) nachgebildeten VerhÃ¤ltnis. HauptsÃ¤chliches Unterscheidungsmerkmal zum Zweckverband ist dabei, dass kein rechtlich verselbstÃ¤ndigter TrÃ¤ger mit RechtspersÃ¶nlichkeit und selbstÃ¤ndig handelnden Organen geschaffen wird (vgl. zum Ganzen: H.R. Thalmann, Kommentar zum Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, S. 20; Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2005, N. 2304 f.). Die Typisierung eines Anschlussvertrages kann dabei nur durch Auslegung des konkreten RechtsverhÃ¤ltnisses ermittelt werden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ãffentlich-rechtliche VertrÃ¤ge sind grundsÃ¤tzlich gleich wie privatrechtliche nach den Regeln von Treu und Glauben (Vertrauensprinzip) auszulegen. Danach ist eine WillensÃ¤usserung so auszulegen, wie sie der EmpfÃ¤nger unter BerÃ¼cksichtigung des frÃ¼heren Verhaltens des ErklÃ¤renden und der im Zeitpunkt der ErklÃ¤rung bekannten UmstÃ¤nde in guten Treuen vernÃ¼nftigerweise verstehen und als wirklich gewollt betrachten durfte und musste. Im Zweifelsfall ist zu vermuten, dass die Verwaltung keine Vereinbarung treffen wollte, die mit den von ihr zu wahrenden Ã¶ffentlichen Interessen im Widerspruch steht und dass auch der Vertragspartner sich hierÃ¼ber Rechenschaft gibt. Die Auslegung hat sich primÃ¤r am Wortlaut zu orientieren; abzustellen ist dabei auf den normalen Sprachgebrauch, sofern nicht Anhaltspunkte dafÃ¼r bestehen, dass die Parteien von einem besonderen Wortsinn ausgegangen sind (RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 20 B V; RB 1985 Nr. 98; ZBI 88/1989, S. 82, 87; BGE 109 II 219 E. 2c S. 224 mit Hinweisen). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gesellschaft ist die vertragsmÃ¤ssige Verbindung von zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes mit gemeinsamen Mitteln (Art. 530 Abs. 1 OR). Eine bewusste Gesellschaftsbildung ist nicht erforderlich: Die einfache Gesellschaft kann also auch entstehen, ohne das sich die Beteiligten bewusst mit dem Willen zusammenschliessen, eine einfache Gesellschaft zu bilden und sich den daraus resultierenden Normen zu unterwerfen (Lukas Handschin, Basler Kommentar, 2. A., 2002, Art. 530 OR N. 2, 17; BGE 124 III 363 E. II/2a). Der Gesellschaftsvertrag unterscheidet sich in verschiedener Hinsicht vom synallagmatischen Vertrag. Im Gegensatz zum vollkommen zweiseitigen Vertrag, wo der Rechtsgrund der Leistungspflicht der einen Partei in der Verpflichtung der anderen besteht (do ut des), werden die jeweiligen Leistungen der Gesellschafter im Interesse des vereinbarten gemeinsamen Zwecks und nicht um der von den Gesellschaftern zugesagten Leistungen willen versprochen. Dieser Unterschied in der "causa-Struktur" gilt nicht nur fÃ¼r das VerhÃ¤ltnis der Beitragsleistungen der Gesellschafter untereinander, sondern auch fÃ¼r den Zusammenhang zwischen Beitragsleistung und Gewinnanspruch. Der Gewinn ist nicht etwa die Gegenleistung der Gesellschaft fÃ¼r die BeitrÃ¤ge der Gesellschafter, sondern Ausdruck der im GemeinschaftsverhÃ¤ltnis begrÃ¼ndeten Erfolgsbeteiligung. Ãberhaupt kommt es bei den Verpflichtungen der einzelnen Gesellschafter nicht primÃ¤r auf die Pflichten der Ã¼brigen Gesellschafter an, sondern auf die Schaffung einer Organisation auf Basis der Mitgliedschaft der einzelnen Gesellschafter. Ein Merkmal, das den Gesellschaftsvertrag sowohl vom vollkommen zweiseitigen wie auch vom unvollkommen zweiseitigen Vertrag unterscheidet, ist die Verschiedenartigkeit der typischen Interessenlagen. Beim zweiseitigen Vertrag gilt der Grundsatz: "sein Schaden mein Gewinn". Der Gesellschaftsvertrag beruht demgegenÃ¼ber auf der SolidaritÃ¤t der Interessen (Walter Fehlmann/Karin MÃ¼ller, Berner Kommentar, 2006, Art. 530 OR N. 70 f. mit Hinweisen).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r einen Leistungsaustauschcharakter des Anschlussvertrags spricht zunÃ¤chst, dass der Bau des Heims in die alleinige Verantwortung der Beklagten fiel. Sie blieb auch AlleineigentÃ¼merin des GrundstÃ¼ckes und wurde es somit auch unbestritten an der darauf errichteten Baute. Ziffer 4 des Anschlussvertrages sieht zudem vor, dass der Betrieb und die Verwaltung des Heims Obliegenheiten der Beklagten sind. Den KlÃ¤gerinnen wurden aber Mitwirkungsrechte in Form des Einsitzes in die Betriebs- und Baukommission eingerÃ¤umt. Dabei stellte die Beklagte jeweils vier Mitglieder; die KlÃ¤gerinnen hatten zusammen deren drei Sitze. Das Stimmrecht wurde aufgrund der Anzahl Bettenoptionen gewichtet. Des Weiteren erforderten Um- und Erweiterungsbauten sowie die Aufnahme weiterer Anschlussgemeinden die Zustimmung der KlÃ¤gerinnen. FÃ¼r normale Umbauten war eine Zweidrittelmehrheit erforderlich und fÃ¼r Erweiterungsbauten sogar Einstimmigkeit. Die Beklagte musste den KlÃ¤gerinnen zudem jÃ¤hrlich den Betriebsvoranschlag und die Betriebsrechnung zur Genehmigung vorlegen. Zur Genehmigung war auch hier eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Die KlÃ¤gerinnen hÃ¤tten somit als Anschlussgemeinden jederzeit den Voranschlag der TrÃ¤gergemeinde ablehnen kÃ¶nnen. AuffÃ¤llig ist sodann, dass sich der BetriebskostenschlÃ¼ssel lediglich zu einem Drittel auf die Bettenoptionen, hingegen zu je einem weiteren Drittel auf die Steuerkraft der Parteien und die Einwohnerzahlen abstÃ¼tzte. FÃ¼r ein reines BeherbergungsverhÃ¤ltnis, wie es die Beklagte geltend macht, hÃ¤tte die Vereinbarung eines kostendeckenden Betrages im VerhÃ¤ltnis der ausgeÃ¼bten Optionen genÃ¼gt. Der gewÃ¤hlte KostenschlÃ¼ssel erhellt hingegen den Ausgleich, welchen die bezÃ¼glich der BevÃ¶lkerungsstruktur unterschiedlichen Vertragsparteien untereinander suchten. Dass die KlÃ¤gerinnen auch in finanzieller Hinsicht gewichtige Partnerinnen der Beklagten waren, zeigt sich an den von ihnen getragenen Anteilen am Betriebsergebnis. In den Jahren 1982 bis 2004 trugen sie zusammen mehr als die Beklagte als TrÃ¤gergemeinde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die starken Mitwirkungsrechte und die Beteiligung aller Gemeinden am Gewinn oder Verlust des Heims zeigen deutlich, dass sie mit gemeinsamen KrÃ¤ften einen (Ã¶ffentlichen) Zweck erreichen wollten. In dieser Betrachtungsweise rÃ¼ckt der Bau, der unzweifelhaft massgeblich von der Beklagten geprÃ¤gt wurde, als zeitlich singulÃ¤res Ereignis gegenÃ¼ber dem jahrzehntelangen gemeinsamen Betrieb in den Hintergrund. Bei der Typisierung des Vertrages kann es entgegen der Ansicht der Beklagten auch keine Rolle spielen, welche Bezeichnung die Parteien fÃ¼r den Vertrag gewÃ¤hlt haben. Gleiches gilt fÃ¼r ihren Einwand, die Parteien hÃ¤tten einen Zweckverband gegrÃ¼ndet, wenn sie ein gesellschaftsÃ¤hnliches Gebilde hÃ¤tten grÃ¼nden wollen, denn eine bewusste Gesellschaftsbildung ist wie gesagt fÃ¼r die GrÃ¼ndung einer einfachen Gesellschaft nicht erforderlich. Der Wille der Parteien war aber eindeutig auf den gemeinsamen Betrieb des Heims ausgerichtet, so dass aus der Unterlassung der GrÃ¼ndung eines Zweckverbandes nicht auf einen mangelnden Gesellschaftswillen geschlossen werden kann. Sodann ist auch die von der Beklagten angefÃ¼hrte untergeordnete Rolle der Betriebskommission in Bezug auf das operative GeschÃ¤ft nicht von Belang. Wichtig ist, dass die Betriebskommission als Aufsichtsorgan Ã¼ber die Verwaltung und das Pflegepersonal amtete und fÃ¼r die Vorbereitung und DurchfÃ¼hrung des Heimbetriebes verantwortlich war. In diesen fÃ¼r die FÃ¼hrung und Entwicklung des Heims zentralen Bereichen hatte die Betriebskommission grosse Entscheidungsbefugnisse, an welchen die KlÃ¤gerinnen aufgrund ihrer drei Sitze und den teilweise qualifizierten Mehrheitserfordernissen fÃ¼r BeschlÃ¼sse massgeblichen Anteil hatten. Auch wenn die KlÃ¤gerinnen kein Eigentum am Heim erworben haben, ist somit das vorliegende VertragsverhÃ¤ltnis als gesellschaftsÃ¤hnlich zu typisieren, so dass − mangels einer eigenen Regelung im Ã¶ffentlichen Recht − die Normen Ã¼ber die einfache Gesellschaft (Art. 530 bis Art. 551 OR) analog zur Anwendung gelangen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Eine Typisierung als gesellschaftsÃ¤hnlich heisst aber nicht, dass die Bestimmungen Ã¼ber die einfache Gesellschaft unbesehen auf das vorliegende VertragsverhÃ¤ltnis angewendet werden kÃ¶nnen. Es ist immer zu berÃ¼cksichtigen, dass der in Frage stehende Vertrag Ã¶ffentlich-rechtlicher Natur ist. Auf Bestimmungen des Obligationenrechtes kann im Sinn von allgemeinen RechtsgrundsÃ¤tzen zwar insoweit abgestellt werden, als das Ã¶ffentliche Recht keine eigenen Regeln vorsieht; indessen muss sich die privatrechtliche Bestimmung auch auf dem Gebiet des Ã¶ffentlichen Rechts als sachgerecht erweisen (vgl. VGr, 19. Juni 2001, VK.2000.00007, E. 2a mit Hinweisen, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Ist die Gesellschaft auf unbestimmte Dauer oder auf Lebenszeit eines Gesellschafters geschlossen worden, so kann jeder Gesellschafter den Vertrag auf sechs Monate kÃ¼ndigen (Art. 546 Abs. 1 OR). Diese Bestimmung ist dispositiver Natur (BGE 106 II 228 f.) und unter den Parteien ist strittig, ob die Beklagte Ã¼berhaupt ein Recht zur KÃ¼ndigung hatte, nachdem der Anschlussvertrag keine Bestimmungen darÃ¼ber enthielt. WÃ¤hrend sich die Beklagte grundsÃ¤tzlich auf den Standpunkt stellt, dass sie den Anschlussvertrag mit dem Beschluss vom 25. Oktober 2004 gekÃ¼ndigt habe und dass der Vertrag bis zum Ablauf der KÃ¼ndigungsfrist am 31. Dezember 2010 weiterlaufe, nehmen die KlÃ¤gerinnen verschiedene Positionen ein. Mit Schreiben vom 27. Juni 2005 an die Beklagte liessen sie ausfÃ¼hren, es bestÃ¼nde kein Zweifel, dass der Anschlussvertrag auf den 31. Dezember 2010 aufgehoben resp. gekÃ¼ndigt worden sei. In der Klageschrift machen sie geltend, der Beklagten stÃ¼nde kein KÃ¼ndigungsrecht zu, die KlÃ¤gerinnen hÃ¤tten die KÃ¼ndigung zwar faktisch akzeptiert, sich aber SchadenersatzansprÃ¼che immer vorbehalten. In der Replik lassen die KlÃ¤gerinnen ausfÃ¼hren, der Anschlussvertrag sei bereits per 1. Januar 2005 in wesentlichen Punkten ausser Kraft bzw. lediglich mit wesentlich geÃ¤ndertem Inhalt fortgesetzt worden. Die KlÃ¤gerinnen machen somit sinngemÃ¤ss in ihrer Replik geltend, der Anschlussvertrag sei per 1. Januar 2005 aufgehoben worden mit einem gleichzeitigen Abschluss eines neuen Vertrages.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Es ist daher im Folgenden zu prÃ¼fen, ob und allenfalls auf welche Weise das VertragsverhÃ¤ltnis aufgelÃ¶st worden ist. Der Beschluss des Gemeinderates der Beklagten vom 25. Oktober 2004 lautet wie folgt:</p> <p class="einzug10">"1. Nach Massgabe der Bestimmungen der gÃ¼ltigen Gemeindeordnung der politischen Gemeinde Urdorf vom 2. Oktober 2004 und unter Vorbehalt des (fakultativen) Gemeindeversammlungsbeschlusses vom voraussichtlich 16. MÃ¤rz 2005 wird die KÃ¼ndigung (AuflÃ¶sung) des Anschlussvertrages Ã¼ber den Bau und Betrieb des Alters- und Pflegeheimes vom 1. April 1979 mit den bisher beteiligten Gemeinden Aesch, Birmensdorf und Uitikon unter Wahrung der (verlÃ¤ngerten) KÃ¼ndigungsfrist per 31. 12. 2010 ausgesprochen resp. bestÃ¤tigt.</p> <p class="einzug10"> </p> <p class="einzug10">2. Die Politische Gemeinde Urdorf fÃ¼hrt den Betrieb des Alterswohn- und Pflegeheimes ab 1. Januar 2005 finanziell und operativ selbstÃ¤ndig. Damit partizipieren die Anschlussgemeinden am Betriebsrisiko bis zum Ablauf der KÃ¼ndigungsfrist nicht mehr und werden demzufolge aus der operativen Mitverantwortung entlassen. Vorbehalten bleibt die PrÃ¼fung und Abnahme der Jahresrechnung 2004 (ca. MÃ¤rz 2005) durch die bisherige Betriebskommission z.Hd. der Exekutiven der am Ergebnis partizipierenden Gemeinden.</p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="einzug10"><span>3. Den Anschlussgemeinden wird das Recht eingerÃ¤umt, ihre gezeichneten Bettenoptionen im bisherigen Umfang und zu den TarifansÃ¤tzen der Bewohnerinnen und Bewohner der politischen Gemeinde Urdorf bis zum 31. Mai 2010 beanspruchen zu kÃ¶nnen. Bewohnerinnen und Bewohner der bisherigen Anschlussgemeinden kÃ¶nnen Ã¼ber das Jahr 2010 hinaus zeitlich nicht limitiert im Alterswohn- und Pflegeheim verbleiben.</span></p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="einzug10"><span>4. Vom vorliegenden Beschluss, basierend auf den Ergebnissen der unter den betroffenen Parteien gemeinsam vereinbarten Regelung der Ãbergangsfrist bis zum Ablauf der (verlÃ¤ngerten) KÃ¼ndigungsfrist vom 31.12.2010, bleiben ausgeklammert die Erkenntnisse und Entscheide des davon unabhÃ¤ngig laufenden Verfahrens zur Feststellung allfÃ¤lliger finanzieller EntschÃ¤digungsleistungen resp. RÃ¼ckerstattungsansprÃ¼che, die von den Anschlussgemeinden veranlasst wurden.</span></p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="einzug10"><span>â¦</span></p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="einzug10"><span>6. Folgende, den getroffenen Vereinbarungen und dem vorliegenden Beschluss widersprechenden Vertrags- und Reglementsgrundlagen werden mit Wirkung am 1. Januar 2005 aufgehoben resp. ausser Kraft gesetzt:</span></p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="einzug10"><span>- Der Vertrag Ã¼ber den Bau- und Betrieb eines Alterswohn- und Pflegeheim in Urdorf (Anschluss-Vertrag) vom 1. April 1979</span></p> <p class="einzug10"><span>- Verordnung zum Anschlussvertrag vom 18. Mai 1981</span></p> <p class="einzug10"><span>- Reglement zur Betriebskommission Alterswohn- und Pflegeheim Urdorf"</span></p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss dem Wortlaut spricht die Beklagte selbst von einer KÃ¼ndigung des Anschlussvertrages, fÃ¼hrt aber auch das Wort "AuflÃ¶sung" in Klammern an. Dem Wortlaut ist somit zunÃ¤chst lediglich zu entnehmen, dass die Beklagte das VertragsverhÃ¤ltnis beenden wollte</span>. </p> <p class="Erwgung2"><span>Nach Lehre und Rechtssprechung unterliegen zwar DauerschuldverhÃ¤ltnisse auch im Ã¶ffentlichen Recht der KÃ¼ndigung, wenn die Fortsetzung desselben zumindest fÃ¼r eine Seite als nicht mehr zumutbar erscheint (Rhinow/KrÃ¤henmann, Nr. 46 B Vb). Die KÃ¼ndigung stellt dabei die unwiderrufliche AusÃ¼bung eines rechtsaufhebenden Gestaltungsrechtes dar (vgl. BGE 128 II 129 E. 2a; BGE 131 III 33, S. 37). Die Wirkungen einer KÃ¼ndigung treten bei DauerschuldverhÃ¤ltnissen aber erst nach Ablauf einer KÃ¼ndigungsfrist ein, damit der Besonderheit des starken Eingriffes in die Rechtsposition des Vertragspartners bei DauerschuldverhÃ¤ltnissen Rechnung getragen werden kann.<b> </b>Im Falle<b> </b>einer blossen KÃ¼ndigung mÃ¼sste der Anschlussvertrag somit bis zum Ablauf der KÃ¼ndigungsfrist fÃ¼r alle Parteien vollumfÃ¤nglich weiter gelten. Nachdem sowohl die Beklagte als auch die KlÃ¤gerinnen von einer fÃ¼nfjÃ¤hrigen Ãbergangsfrist ausgehen, wÃ¼rde dies bedeuten, dass die KlÃ¤gerinnen im Falle einer blossen KÃ¼ndigung des Vertrages sowohl sÃ¤mtliche Mitwirkungsrechte als auch die Partizipation am jÃ¤hrlichen Betriebsergebnis bis zum 31. Dezember 2010 beibehalten hÃ¤tten. In systematischer Hinsicht ergibt sich aber, dass die Beklagte gemÃ¤ss Ziff. 2. des Beschlusses in Verbindung mit Ziff. 6. die selbstÃ¤ndige WeiterfÃ¼hrung des Heims, unter Ausschluss der Mitwirkungsrechte der KlÃ¤gerinnen und unter Wegfall deren Beteiligung am Betriebsergebnis, beschlossen hat. Der Wille der Beklagten zielte somit gegenÃ¼ber den KlÃ¤gerinnen nur auf die alleinige WeiterfÃ¼hrung des Heims ab 1. Januar 2005. Der Beschluss der Beklagten vom 25. Oktober 2004 kann damit klarerweise nicht als ordentliche KÃ¼ndigung des Anschlussvertrages ausgelegt werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zu prÃ¼fen ist daher im Weiteren, ob die WillenserklÃ¤rung der Beklagten als fristlose KÃ¼ndigung zu gelten hatte, denn aus wichtigen GrÃ¼nden kann die AuflÃ¶sung der Gesellschaft vor Ablauf der Vertragsdauer oder, wenn sie auf unbestimmte Dauer abgeschlossen worden ist, ohne vorherige AufkÃ¼ndigung verlangt werden (Art. 545 Abs. 2 OR). Wichtige GrÃ¼nde liegen vor, wenn die wesentlichen Voraussetzungen persÃ¶nlicher und sachlicher Natur, unter denen der Gesellschaftsvertrag eingegangen wurde, nicht mehr vorhanden sind, so dass die Erreichung des Gesellschaftszweckes in der bei der Eingehung der Gesellschaft beabsichtigten Art nicht mehr mÃ¶glich, wesentlich erschwert oder gefÃ¤hrdet wird. Wichtige GrÃ¼nde sind demzufolge Sachverhalte, die erst nach Abschluss des Gesellschaftsvertrages bekannt wurden. Sie haben entweder einen stark negativen Einfluss auf die MÃ¶glichkeit, den Gesellschaftszweck zu erreichen, oder lassen aus anderen GrÃ¼nden das Verbleiben eines Mitglieds in der Gesellschaft als unzumutbar erscheinen (Daniel Staehelin, Basler Kommentar, 2. A., 2002, Art. 545/546 OR N. 30 mit Hinweisen). Ãber das Vorhandensein wichtiger GrÃ¼nde befindet das Gericht nach seinem Ermessen (VGr, 16. Dezember 1999, VK.1999.00002). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Beklagte begrÃ¼ndet den Beschluss vom 25. Oktober 2004 vor allem mit ihren verÃ¤nderten BedÃ¼rfnissen. WÃ¤hrend beim Bau des Heims ihr Bedarf noch so gering gewesen sei, dass sie auf ein Zusammengehen mit den KlÃ¤gerinnen angewiesen gewesen sei, um das Heim in einer vernÃ¼nftigen GrÃ¶sse bauen und auslasten zu kÃ¶nnen, hÃ¤tten jÃ¼ngere BedÃ¼rfnisabklÃ¤rungen ergeben, dass sie mittelfristig sÃ¤mtliche HeimplÃ¤tze alleine benÃ¶tigen wÃ¼rde. Im Weiteren wurde der Beschluss damit begrÃ¼ndet, dass die Entscheidungswege und die Kompetenzordnung gemÃ¤ss dem Anschlussvertrag der aktuellen Betriebssituation und der FÃ¼hrungsstruktur der Beklagten nicht mehr angemessen gewesen seien.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Auch wenn die Versorgungssicherheit bezÃ¼glich der HeimplÃ¤tze langfristig nicht mehr fÃ¼r alle Parteien hÃ¤tte gewÃ¤hrleistet werden kÃ¶nnen, kann von einer Situation, welche die WeiterfÃ¼hrung des Vertrages als unzumutbar erscheinen lÃ¤sst, keine Rede sein. Eine solche Unzumutbarkeit, den Vertrag zu erfÃ¼llen, hat die Beklagte ausserdem selbst widerlegt, indem sie selbst den KlÃ¤gerinnen die WeiterfÃ¼hrung der Bettenoptionen fÃ¼r die nÃ¤chsten sieben Jahre anbot und mit Schreiben vom 11. April 2005 noch eine weitere Offerte zur vertraglichen Neuregelung der Rahmenbedingungen an die KlÃ¤gerinnen abgab. Gleiches gilt auch in Bezug auf die Entscheidungswege und die Kompetenzordnung. Das Zusammengehen von mehreren Gemeinden in einer einfachen Gesellschaft fÃ¼hrt beinahe zwangslÃ¤ufig zu komplizierten AblÃ¤ufen. Dennoch haben die Parteien wÃ¤hrend Jahren das Heim gemeinsam gefÃ¼hrt und damit gezeigt, dass der Anschlussvertrag erfÃ¼llbar war. An dieser Situation hat sich grundsÃ¤tzlich bis zur Beendigung des Vertrages nichts geÃ¤ndert. Da die Beklagte somit offensichtlich selbst davon ausging, dass der Anschlussvertrag in Bezug auf die Bettenbelegung durch die Parteien ohne weiteres wÃ¤hrend bis zu sieben Jahren weiter hÃ¤tte erfÃ¼llt werden kÃ¶nnen und da die Entscheidungswege von den Parteien selber wÃ¤hrend einer langjÃ¤hrigen gemeinsamen Betriebsdauer als zweckmÃ¤ssig erachtet wurden, liegen keine wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r eine fristlose KÃ¼ndigung des Anschlussvertrages vor.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zusammenfassend ergibt die Auslegung des Beschlusses der Beklagten vom 25. Oktober 2004 somit, dass dieser weder eine ordentliche noch eine fristlose KÃ¼ndigung des Anschlussvertrages war. Daher kÃ¶nnen auch die von den Parteien aufgeworfenen Fragen offen gelassen werden, ob die Beklagte Ã¼berhaupt ein Recht zur VertragskÃ¼ndigung gemÃ¤ss Art. 27 des Zivilgesetzbuches (ZGB) oder aus dem allgemeinen Rechtsgrundsatz der clausula rebus sic statibus hatte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der genannte Beschluss der Beklagten kann somit nur als Offerte zu Beendigung des Anschlussvertrages ausgelegt werden. Dies aus folgenden GrÃ¼nden:</p> <p class="Erwgung2">Bereits am 29. Oktober 2003 unterbreitete die Beklagte den KlÃ¤gerinnen zwei Varianten Ã¼ber die FortfÃ¼hrung der Heimzusammenarbeit. WÃ¤hrend Vorschlag A lediglich eine WeiterfÃ¼hrung der Bettenoptionen bis Ende 2010 unter Wegfall sÃ¤mtlicher sonstiger Mitsprachrechte der KlÃ¤gerinnen vorsah, bestand Vorschlag B in der WeiterfÃ¼hrung des Anschlussvertrages bis Ende 2010 mit reduzierten Mitsprachrechten. Die Beklagte gab somit bereits mit diesem Schreiben eine Offerte zur Aufhebung oder Novation des Anschlussvertrages ab. Am 11. Dezember 2003 ernannte die Betriebskommission einen Mediator mit dem Auftrag, bis MÃ¤rz 2004 konkrete VorschlÃ¤ge zu unterbreiten. Am 12. Dezember 2003 erfolgte ein erstes KÃ¼ndigungsschreiben der Beklagten an die KlÃ¤gerinnen. Die Parteien befanden sich somit seit dem 11. Dezember 2003 in Verhandlungen Ã¼ber die Umgestaltung des bestehenden VertragsverhÃ¤ltnisses. Am 25. Oktober 2004 erfolgte demnach nur noch eine weitere, bereinigte Offerte an die KlÃ¤gerinnen zur Aufhebung des Anschlussvertrages. Diese sah im Wesentlichen die Beendigung des Anschlussvertrages per 1. Januar 2005 und deren organisatorischen Folgen vor. Dass eine Offerte zur Aufhebung des Anschlussvertrages vorlag, geht auch aus dem Beschluss der Gemeindeversammlung der Beklagten vom 7. Dezember 2005 hervor. Unter Ziff. 3. fÃ¼hrte die Beklagte aus: "Die mit den bisherigen Anschlussgemeinden bereits vereinbarte selbstÃ¤ndige finanzielle und operative BetriebsfÃ¼hrung durch den Gemeinderat Urdorf, rÃ¼ckwirkend ab dem 1. Januar 2005, wird genehmigt." Die Organe der Beklagten gingen folglich selber von einer Vereinbarung mit den KlÃ¤gerinnen aus. Mit Schreiben vom 16. November 2004 teilte der Vertreter der KlÃ¤gerinnen der Beklagten mit, dass die Beendigung des Anschlussvertrages akzeptiert wÃ¼rde. Auch das Akzept der KlÃ¤gerinnen spricht klar fÃ¼r eine vertragliche Aufhebung. Beide Parteien verstanden offensichtlich unter dem Beschluss vom 25. Oktober 2004 eine Offerte, welche annahmebedÃ¼rftig war, um Rechtsfolgen zu entwickeln. Am 1. Januar 2005 wurde der Anschlussvertrag somit durch den Aufhebungsvertrag, der mittels Zustimmung der KlÃ¤gerinnen zur Offerte der Beklagten vom 25. Oktober 2004 zustande gekommen war, ausser Kraft gesetzt. Ab diesem Datum erfÃ¼llten die Parteien denn auch diesen Aufhebungsvertrag, was ebenfalls stark fÃ¼r eine Konsensbildung in Bezug auf die Vertragsaufhebung spricht. Die Betriebskommission tagte in der Folge (vertragsgemÃ¤ss) nur noch einmal im Jahr 2005, um dem unter Ziff. 2 des Beschlusses vom 25. Oktober 2004 festgehaltenen Vorbehalt der PrÃ¼fung und Abnahme der Jahresrechnung 2004 genÃ¼ge zu tun. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass spÃ¤testens ab dem 16. November 2004 zwischen den Parteien ein Konsens Ã¼ber die Beendigung des Anschlussvertrages bestand. Es kann hingegen offen bleiben, ob die Parteien, wie von den KlÃ¤gerinnen behauptet wird, ein Beherbergungsvertrag in Bezug auf die WeiterfÃ¼hrung der Bettenoptionen bis Ende 2010 geschlossen haben, da die Parteien aus diesem neu geschlossenen RechtsverhÃ¤ltnis keine Forderungen stellen.</p> <p class="Erwgung2">Keine Einigung kam zwischen den Parteien aber in Bezug auf die finanziellen Folgen der Aufhebung des Anschlussvertrages zu Stande. Die KlÃ¤gerinnen haben sich immer EntschÃ¤digungsansprÃ¼che vorbehalten. Diese Vorbehalte stehen dabei entgegen der Auffassung der Beklagten einer Zustimmung zur AuflÃ¶sung des Gesellschaftsvertrages nicht entgegen. Die EntschÃ¤digungsfrage war fÃ¼r die Beklagte in ihrer Offerte vom 25. Oktober 2004 gar kein wesentlicher Punkt. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits von den AnsprÃ¼chen der KlÃ¤gerinnen Kenntnis, waren diese doch der Hauptgegenstand des Mediationsverfahrens gewesen. Dennoch gab sie ihre Offerte ab und klammerte die EntschÃ¤digungsfragen unter Ziff. 4 bewusst aus (siehe oben E. 2.4). Die finanziellen Folgen der Aufhebung des Anschlussvertrages waren somit weder Gegenstand der Offerte noch des Akzeptes, weshalb der Vorbehalt des Schadenersatzes das Zustandekommen des Aufhebungsvertrages nicht hinderte.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Es ist somit zu prÃ¼fen, wie der von den KlÃ¤gerinnen immer wieder geltend gemachte Vorbehalt der SchadenersatzansprÃ¼che (vgl. Replik Rz. 6, Rz. 40, Rz. 45) zu verstehen ist. Sie machen zunÃ¤chst sinngemÃ¤ss geltend, der Schaden sei durch die widerrechtliche KÃ¼ndigung des VertragsverhÃ¤ltnisses entstanden. Ein weiteres schÃ¤digendes Verhalten der Beklagten wird von ihnen aber nicht vorgebracht. Nachdem, wie ausgefÃ¼hrt wurde, gar keine KÃ¼ndigung vorliegt, sondern die Parteien im Konsens die Aufhebung der von ihnen gebildeten einfachen Gesellschaft vereinbart haben, kÃ¶nnen die Klagevorbringen nur so verstanden werden, dass die KlÃ¤gerinnen den ihnen zustehenden Restwert der wÃ¤hrend der gemeinsamen Betriebsdauer getÃ¤tigten Investitionen und zudem einen Anteil an den von Bund und Kanton geleisteten StaatsbeitrÃ¤gen fÃ¼r den Bau des Heims fordern. Es ist somit entgegen der Ansicht der Parteien gar nicht zu prÃ¼fen, ob der Anschlussvertrag verletzt wurde, ob diese Verletzung gar schuldhaft erfolgt ist, sowie ob und allenfalls in welchem Umfang den KlÃ¤gerinnen dadurch ein Schaden entstanden ist. Zu prÃ¼fen ist folglich nur, ob die KlÃ¤gerinnen einen Anspruch auf den Restwert ihrer Investitionen haben und ob sie fÃ¼r einen Anteil an den StaatsbeitrÃ¤gen zu entschÃ¤digen sind.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">ZunÃ¤chst ist das Begehren um Ersatz von Fr. 576'909.- fÃ¼r Investitionen zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der Anschlussvertrag enthÃ¤lt keine Regelung Ã¼ber die Folgen der AuflÃ¶sung. Die Parteien vereinbarten lediglich, wie die laufenden Kosten zu tragen waren. Unter Ziff. 5 des Anschlussvertrages wurde festgehalten, dass die Betriebskosten unter anderem die jÃ¤hrlichen Abschreibungsquoten von 2 % auf den Netto-Baukosten (ohne Land) und die Abschreibungen von 5 % auf Einrichtungs- und Ausstattungskosten enthalten. Die Beklagte trug die Kosten fÃ¼r die Erweiterungen und Neuanschaffungen, die wertvermehrenden Charakter hatten. Die KlÃ¤gerinnen hatten nur den Anteil an den (ungedeckten) Betriebskosten gemÃ¤ss einem BetriebskostenschlÃ¼ssel zu tragen. Unbestritten ist dabei, dass die getroffene vertragliche Regelung von den Parteien in Bezug auf die Erweiterungen und Neuanschaffungen gar nicht beachtet wurde. Sie fÃ¼hrten keine Investitionsrechnung, sondern aktivierten sÃ¤mtliche Investitionen wÃ¤hrend der gesamten gemeinsamen Betriebszeit ungeachtet ihres Charakters, schrieben sie sofort ab und bezahlten sie als Betriebskosten im betreffenden Rechnungsjahr gemÃ¤ss dem jeweils festgelegten VerteilschlÃ¼ssel.</p> <p class="Erwgung2"><span>Da keine vertragliche Ãbereinkunft hinsichtlich der finanziellen Folgen der AuflÃ¶sung des Anschlussvertrages zustande kam, der Anschlussvertrag selber keine Regelungen enthÃ¤lt und sich die Parteien in Bezug auf die Tragung der Investitionskosten auch nicht an die vertraglichen Bestimmungen gehalten haben, ist zu prÃ¼fen, welcher Rechtsnatur die BeitrÃ¤ge der KlÃ¤gerinnen an die Investitionskosten sind. Mangels einer Regelung im Ã¶ffentlichen Recht sind dabei die Bestimmungen des Obligationenrechtes sinngemÃ¤ss anwendbar. Die BeitrÃ¤ge der Parteien an die getÃ¤tigten Investitionen sind somit als Einlagen in die von ihnen gefÃ¼hrte einfache Gesellschaft zu qualifizieren. Mit der AuflÃ¶sung der Gesellschaft haben die Gesellschafter einen Anspruch auf RÃ¼ckerstattung ihrer Einlagen (vgl. zum Ganzen: Daniel Staehelin, Basler Kommentar, 2. A., 2002, Art. 548/549 OR N. 8 ff.). Da die Parteien jedes Jahr die Anteile am Betriebsdefizit gemÃ¤ss einem speziellen KostentragungsschlÃ¼ssel berechneten, ist dieser SchlÃ¼ssel fÃ¼r die Berechnung der Restwerte an den Investitionen anwendbar (Art. 533 Abs. 1 OR). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die KlÃ¤gerinnen machen zunÃ¤chst geltend, sie hÃ¤tten in den Jahren 1982 bis 2004 insgesamt Fr. 4 Mio. an DefizitbeitrÃ¤gen geleistet. Die Beklagte beziffert den Umfang der geleisteten BeitrÃ¤ge auf Fr. 3'208'561.35. Aus der vertraglichen Regelung ergibt sich aber schon von selbst, dass nicht die gesamten BeitrÃ¤ge der KlÃ¤gerinnen an die Betriebskosten Investitionscharakter hatten und somit als Einlagen qualifiziert werden kÃ¶nnen, so dass die HÃ¶he der von den KlÃ¤gerinnen wÃ¤hrend der gemeinsamen Betriebszeit entrichteten BetriebsbeitrÃ¤ge fÃ¼r die Frage der EntschÃ¤digung nicht massgeblich ist. Entscheidend ist vielmehr nur, wie hoch der Restwert der Investitionen ist, welche die Parteien wÃ¤hrend der gemeinsamen Vertragsdauer getÃ¤tigt haben.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die KlÃ¤gerinnen fÃ¼hren an, der Restwert der in den Jahren 1994 - 2004 von den Parteien getÃ¤tigten Investitionen betrage Fr. 1'141'800.-. Im Detail gliedern sie die einzelnen baulichen Massnahmen wie folgt:</p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="einzug10"><span>Investition Rechnungstotal Restwert</span></p> <p class="einzug10"><span>Erweiterung der Pflegeabteilung (1994) Fr. 146'393.95 Fr. 73'000.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Fassadensanierung (1996 - 1998) Fr. 830'289.90 Fr. 597'800.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Abdichtung GartensitzplÃ¤tze (2001) Fr. 33'052.35 Fr. 27'700.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Heizkesselersatz (1994) Fr. 92'206.75 Fr. 46'000.--</span></p> <p class="einzug10"><span>BrandschutztÃ¼ren (1992) Fr. 28'320.-- Fr. 14'300.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Fensterersatz (1995) Fr. 43'183.70 Fr. 30'300.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Liftanlagen (1999) Fr. 124'280.25 Fr. 99'400.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Brandmeldeanlage, Telefon (2001 - 2004) Fr. 182'000.-- Fr. 163'800.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Telealarm (2004) Fr. 40'000.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Heizkesselersatz (2004) Fr. 27'000.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Klimatisierung (2004) Fr. 22'500.--</span></p> <p class="einzug10"><span>Total Fr. 1'141'800.--</span></p> <p class="einzug10"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Die KlÃ¤gerinnen gehen offensichtlich in ihrem Rechtsbegehren von EntschÃ¤digungsansprÃ¼chen aus, die sie bis per Ende 2004 berechnet haben und beziffern ihren Anspruch am Restwert der Investitionen in der KlagebegrÃ¼ndung mit insgesamt Fr. 576'609.-. Da sie aber bis zum Auslaufen der Bettenoptionen noch unter den tariflichen Bedingungen, welche wÃ¤hrend der Dauer des gemeinsamen Betriebs des Heims Geltung hatten, von den Investitionen Gebrauch machen kÃ¶nnen, rechtfertigt es sich, von den Restwerten am Ende des Jahres 2010 auszugehen. </p> <p class="Erwgung2"><span>Wie sich nachfolgend noch zeigen wird, verlangen die KlÃ¤gerinnen bei einzelnen Positionen (mit Bezug auf den Abschreibungssatz) weniger als ihnen zusteht. In Verfahren, die von der Dispositionsmaxime beherrscht werden, ist das Gericht hinsichtlich einer Klage, mit welcher die Zusprechung verschiedener auf dem gleichen Grund beruhender Schadensposten verlangt wird, nur durch den insgesamt eingeklagten Betrag gebunden. Es kann folglich − innerhalb von Grenzen, die von Fall zu Fall festzulegen sind − fÃ¼r ein Schadenselement mehr und fÃ¼r ein anderes weniger zusprechen (Frank/StrÃ¤uli/Messmer, Kommentar zur zÃ¼rcherischen Zivilprozessordnung, § 54 N. 14a; BGE 119 II 396 = Pra 83/1994 Nr.</span> <span>139).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>Die KlÃ¤gerinnen stÃ¼tzen sich zunÃ¤chst auf die ins Recht gelegten Berechnungen eines Architekten. Aus den Berechnungen des Experten ist aber ersichtlich, dass er keine Aufteilung der verbleibenden Werte auf die Parteien vorgenommen hat. Dies haben die KlÃ¤gerinnen lediglich im Rahmen der Rechtsschriften summarisch gemacht. FÃ¼r die Berechnung des Restwertanteils der Investitionen ist hingegen, wie bereits erwÃ¤hnt wurde, der jeweilige VerteilschlÃ¼ssel des Betriebsergebnisses anzuwenden, denn nur dieser gibt die tatsÃ¤chlichen Anteile der Parteien an den getÃ¤tigten Investitionen wieder. Die AbschreibungssÃ¤tze sind dabei nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten festzulegen, da am Ende der Abschreibungsdauer eine Ersatzinvestition getÃ¤tigt werden muss. Unter den Parteien ist dabei strittig, ob die finanzhaushaltsrechtlichen Abschreibungsquoten oder marktkonforme Abschreibungsquoten anzuwenden sind. Da die Parteien eine privatrechtliche einfache Gesellschaft gegrÃ¼ndet haben, unterliegen die AbschreibungssÃ¤tze − unter dem Vorbehalt der Wahrung des Ã¶ffentlichen Interesses − grundsÃ¤tzlich der Dispositionsmaxime. Zu berÃ¼cksichtigen ist aber, dass alle Vertragsparteien politische Gemeinden sind, so dass die Verordnung Ã¼ber den Gemeindehaushalt vom 26. September 1984 (VGH, LS 133.1) anwendbar ist und damit die Bewertung des Restwertes der Investitionen mittels der Verordnung Ã¼ber die Abschreibung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten vom 30. Juli 1999 (BAV, LS 133.15) vorzunehmen ist, sofern sich die Parteien Ã¼ber die Abschreibungsquoten nicht einig sind. Dabei ist massgeblich, dass die BAV seit dem 1. MÃ¤rz 2006 auch auf Alterswohnungen, Alters- und Pflegeheime anwendbar ist (ABl 2006, S. 213). Die von den Parteien aufgeworfenen Fragen zur Anwendbarkeit von mietrechtlichen Lebensdauertabellen im Ã¶ffentlichen Recht kÃ¶nnen damit offen bleiben. </p> <p class="Erwgung2"><span>Unmassgeblich ist schliesslich der von der Beklagten vorgebrachte Einwand, dass die Aktivierungsgrenze fÃ¼r Investitionen gemÃ¤ss § 23 VGH fÃ¼r Gemeinden mit Ã¼ber 6'000 Einwohnern bei Fr. 100'000.- liege und demzufolge Investitionen von geringerem Umfang in der betreffenden Jahresrechnung direkt abzuschreiben waren. Abgesehen davon, dass die Parteien auch Investitionen Ã¼ber Fr. 100'000.- sofort abgeschrieben haben, zielt diese Regelung der Abschreibung auf die BuchfÃ¼hrung einer einzelnen Gemeinde und nicht auf einen vertraglichen Zusammenschluss von mehreren Gemeinden zu einer einfachen Gesellschaft. Das betroffene Investitionsgut verbleibt auch nach einer einmaligen Abschreibung fÃ¼r die gesamte Dauer des Gebrauchs im VermÃ¶gen der betreffenden EigentÃ¼mergemeinde. Damit sind die Auswirkungen einer Einmalabschreibung rein buchmÃ¤ssiger Natur, verbleibt doch der EigentÃ¼merin eine stille Reserve am noch verbleibenden Restwert der betreffenden Investition. Im vorliegenden Streitfall wÃ¼rden aber die Restwerte der Investitionen nach der Aufhebung des Anschlussvertrages alleine der Beklagten verbleiben, obwohl sie von allen beteiligten Gemeinden gemeinsam finanziert worden sind.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.6 </b>Umstritten ist schliesslich noch, ob bloss der wertvermehrende oder auch der werterhaltende Anteil einer Investition fÃ¼r die Bemessung des Anteils der Parteien zu berÃ¼cksichtigen ist. Die KlÃ¤gerinnen stellen sich auf den Standpunkt, dass sÃ¤mtliche Investitionen ungeachtet ihres Charakters zu berÃ¼cksichtigen seien, da sie immer Ã¼ber die Betriebsrechnung beglichen worden seien. Die Beklagte ist der Auffassung, dass nur die wertvermehrenden Investitionen zu berÃ¼cksichtigen seien.</p> <p class="Erwgung2">Der Anschlussvertrag sah vor, dass die Betriebskosten, welche von den Parteien zusammen getragen werden mussten, auch die Kosten fÃ¼r den Betrieb und den Unterhalt des Heims und seiner Einrichtungen umfassten. Es war somit vertraglich vereinbart, dass die KlÃ¤gerinnen Ersatzinvestitionen, die nur werterhaltenden Charakter aufwiesen, mitfinanzieren sollten, wÃ¤hrend die Beklagte die Kosten fÃ¼r bauliche und betriebliche Erweiterungen sowie fÃ¼r wertvermehrende Neuanschaffungen an Einrichtungs- und AusstattungsgegenstÃ¤nden alleine hÃ¤tte tragen sollen. Da die Parteien wÃ¤hrend der gesamten Vertragsdauer von 1982 bis Ende 2004 aber keine Investitionsrechnung fÃ¼hrten, wurden alle Aufwendungen mit Investitionscharakter unstreitig immer Ã¼ber die laufende Rechnung abgewickelt. Dies hatte zur Folge, dass sÃ¤mtliche Investitionen sofort abgeschrieben und ungeachtet der Qualifikation als wertvermehrend oder werterhaltend von den Parteien gemÃ¤ss dem vereinbarten KostenschlÃ¼ssel mit der Abnahme der Rechnung Ã¼bernommen wurden. Es rechtfertigt sich somit auch, alle geltend gemachten Investitionen zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung2"><span>Der Anschlussvertrag selbst ist hinsichtlich der Bemessung des Restwertes der getÃ¤tigten Investitionen nicht von Belang, da er keine Bestimmungen Ã¼ber eine allfÃ¤llige Beteiligung der Parteien bei Vertragsende enthÃ¤lt, sondern nur Regeln Ã¼ber die Tragung der Investitionen wÃ¤hrend der Vertragsdauer aufstellt, die im Ãbrigen von den Parteien nach dem Gesagten gar nicht eingehalten wurden. Die Beklagte macht denn auch selbst nicht geltend, dass sie ihre vertragliche Pflicht zur vollstÃ¤ndigen Ãbernahme der wertvermehrenden Neuanschaffungen erfÃ¼llt habe. Da die Parteien alle Investitionen unstreitig anteilsmÃ¤ssig getragen haben, ist somit in einem ersten Schritt der Restwert dieser Investitionen festzulegen. Der Anteil der KlÃ¤gerinnen am Restwert bemisst sich dann aufgrund ihres Anteils am jeweiligen Betriebsdefizit des Jahres, in welchem die betreffende Investition getÃ¤tigt wurde. Der Anteil am Restwert stimmt auf diese Art und Weise proportional mit dem Anteil an der getÃ¤tigten Investition Ã¼berein.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.7 </b>Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Ausgangspunkt fÃ¼r die Berechnungen sind die Investitionskosten. Diese sind in der Folge gemÃ¤ss dem Willen der Parteien oder der BAV abzuschreiben, wobei der Abschreibungszeitraum fÃ¼r die Investitionen bis zum 31. Dezember 2010 berÃ¼cksichtigt wird. Der Restwert wird sodann im VerhÃ¤ltnis der Anteile der Parteien am Betriebsergebnis des Investitionsjahres aufgeteilt.</p> <p class="Erwgung2"><span>Im Einzelnen berechnen sich die Anteile der KlÃ¤gerinnen an den getÃ¤tigten Investitionen wie folgt: </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Erweiterung der Pflegeabteilung wurde durch StaatsbeitrÃ¤ge im Umfang von Fr. 118'950.- subventioniert. Es resultierte somit nur noch ein Anteil von Fr. 27'443.95 zu Lasten der Parteien. Beide Parteien gehen von einer Lebensdauer von 20 Jahren aus. Damit betrÃ¤gt der Restwert des Anteils an der Investition am Ende des Jahres 2010 noch 20 % und somit Fr. 5'488.80. Die KlÃ¤gerinnen waren im Jahre 1994 mit gerundeten 52.6 % am Betriebsverlust beteiligt, so dass ihr Anteil am Restwert der Erweiterung der Pflegeabteilung noch Fr. 2'887.- betrÃ¤gt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Bei der Sanierung der Fassade entstanden unbestritten Gesamtkosten von Fr. 830'289.90. Dabei gehen die KlÃ¤gerinnen von einer Lebensdauer von 25 Jahren aus. Sie machen damit einen Abschreibungssatz von 4 % pro Jahr geltend. Die Beklagte lÃ¤sst sich zur Lebensdauer dieser Investition nicht vernehmen. GemÃ¤ss Anhang 3 zu BAV betrÃ¤gt der Abschreibungssatz fÃ¼r GebÃ¤ude 3 % pro Jahr. Nach dem oben unter E. 5.4 zur Dispositionsmaxime Gesagten ist zu Gunsten der KlÃ¤gerinnen die BAV anzuwenden und mithin ein Abschreibungszeitraum von 33 Jahren festzulegen. Da sich die Sanierung in vier Etappen Ã¼ber die Jahre 1996 bis 1998 erstreckte, ist zusammen mit den KlÃ¤gerinnen von einem mittleren Investitionszeitpunkt im Jahr 1997 auszugehen. Es rechtfertigt sich daher, den Anteil der KlÃ¤gerinnen am Restwert dieser Investitionen ausgehend vom mittleren Investitionszeitpunkt im Jahr 1997 zu berechnen. Die Restlebensdauer der Investition betrÃ¤gt folglich am Ende des Jahres 2010 noch 20 Jahre. Dies ergibt einen Restwert von Fr. 503'206.-. Der Anteil der KlÃ¤gerinnen am Betriebsverlust betrug im Jahr 1997 51.2 %, so dass sich ein Anteil am Restwert der Fassadensanierung von Fr. 257'641.- ergibt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Abdichtung der GartensitzplÃ¤tze hat nach Ansicht der KlÃ¤gerinnen ebenfalls eine Nutzungsdauer von 25 Jahren. Da es sich dabei eigentlich um die Sanierung der FlachdachbelÃ¤ge unter den GartensitzplÃ¤tzen handelte, ist zu Gunsten der KlÃ¤gerinnen von der lÃ¤ngeren Nutzungsdauer gemÃ¤ss BAV von 33 Jahren auszugehen. Am Ende des Jahres 2010 besteht daher noch ein Restwert von 24/33 der Anfangsinvestition. Bei einem Investitionsvolumen von Fr. 33'052.35 sind dies noch Fr. 24'038.-. Im Jahr 2001 betrug der Anteil der KlÃ¤gerinnen am Betriebsgewinn 50.3 %, so dass der auf sie entfallende Restwertanteil an der Sanierung der FlachdachbelÃ¤ge noch Fr. 12'091.- betrÃ¤gt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der erste Heizkessel hat keinen Restwert mehr, weil er nach zehn Jahren bereits wieder ersetzt und damit vollumfÃ¤nglich abgeschrieben werden musste. Den KlÃ¤gerinnen steht folglich unter diesem Titel nichts mehr zu.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BrandschutztÃ¼ren wurden im Jahr 1992 eingebaut. Die KlÃ¤gerinnen machen ein Investitionsvolumen von Fr. 28'620.- geltend. Aus der von der Beklagten eingereichten Abrechnung des Unternehmens, welches die Arbeiten ausgefÃ¼hrt hat, ergibt sich aber lediglich ein Rechnungstotal von Fr. 22'765.-. Die Differenz zum klÃ¤gerischen Begehren liegt in der BerÃ¼cksichtigung einer weiteren Rechnung derselben Firma fÃ¼r einen anderen Auftrag im selben Jahr. Es ist somit vom Rechnungstotal von Fr. 22'765.- auszugehen. Die Lebensdauer der BrandschutztÃ¼ren wird von den KlÃ¤gerinnen mit 20 Jahren angegeben. Dieser Wert wird von der Beklagten nicht bestritten und aus der BAV geht nichts Gegenteiliges hervor. Am Ende des Jahres 2010 wird folglich noch ein Restwert von 10 % des Anschaffungswertes bestehen, mithin Fr. 2'276.50. Der Anteil der KlÃ¤gerinnen betrug am Betriebsergebnis des Jahres 1992 52.8 %, so dass ihr noch ein Anteil am Restwert der BrandschutztÃ¼ren von Fr. 1'202.- zuzusprechen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Lebensdauer der im Jahr 1995 ersetzten Fenster wird von den KlÃ¤gerinnen auf 30 Jahre veranschlagt. Die Lebensdauer von Fenstern als Teil eines GebÃ¤udes betrÃ¤gt aber nach der BAV 33 Jahre, so dass der Restwert noch 18/33 der Anfangsinvestition von Fr. 43'183.70 betrÃ¤gt. Die KlÃ¤gerinnen trugen im Jahr 1995 52.2 % des Betriebsverlustes, so dass ihr Anteil am Restwert der Fenster auf Fr. 12'296.- festzulegen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Liftanlagen wurden im Jahr 1999 ersetzt. Die Lebensdauer einer Liftanlage wird von den KlÃ¤gerinnen auf 25 Jahre veranschlagt. Da die Beklagte dieser Darstellung nicht widerspricht und die BAV nichts Gegenteiliges vorsieht, ist die Anlage mit 4 % pro Jahr abzuschreiben. Die Gesamtkosten betrugen unbestritten Fr. 124'280.85. Der Restwert betrÃ¤gt somit 14/25 der Anschaffungskosten, mithin Fr. 69'597.30. Die KlÃ¤gerinnen waren im Jahr 1999 mit 50.5 % am Betriebsgewinn beteiligt, so dass ihr noch Fr. 35'147.- vom Restwert der Liftanlagen zustehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Brandmeldeanlage, der Schwesternnotruf und die Telefonanlage wurden im Jahr 2002 realisiert. Die KlÃ¤gerinnen stÃ¼tzen ihre Begehren auf den Kreditbeschluss der Betriebskommission im Umfang von Fr. 182'000.-. Die Beklagte anerkennt Investitionen in die technischen Sicherheitsanlagen im Jahr 2002 im Umfang von Fr. 68'168.- fÃ¼r den Schwesternnotruf, Fr. 31'000.- fÃ¼r die Brandmeldeanlage und Fr. 50'699.- fÃ¼r Elektroinstallationen, mithin im Umfang von Fr. 149'867.-, wovon fÃ¼r die nachfolgenden Berechnungen auszugehen ist, weil nicht der Kreditbeschluss sondern die tatsÃ¤chlichen Ausgaben fÃ¼r die Berechnung der Restwerte massgeblich sind. Die KlÃ¤gerinnen bezeichnen die Lebensdauer der elektrischen Installationen mit 10 Jahren, was mit der BAV in Einklang steht. Am Ende des Jahres 2010 besteht folglich noch ein Restwert von 20 % der Anschaffungskosten, so dass der Restwert noch Fr. 29'973.40 betrÃ¤gt. Im Jahr 2002 betrug der Anteil der KlÃ¤gerinnen am Betriebsergebnis 51 %, womit ihr Anteil am Restwert der genannten elektrischen Anlagen noch auf Fr. 15'286.- festzulegen ist. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Erweiterung des Telealarms wurde im Jahr 2004 in die Rechnung aufgenommen. Die Kosten betrugen Fr. 39'875.-. Da wie bei den anderen elektronischen Einrichtungen auf eine Lebensdauer von 10 Jahren abzustellen ist, betrÃ¤gt der Restwert dieser Investition am Ende des Jahres 2010 noch 40 % der Anschaffungskosten, mithin Fr. 15'950.-. Der Anteil der KlÃ¤gerinnen am Betriebsergebnis des Jahres 2004 betrug 51.4 %. Ihr Anteil am Restwert dieser Investition betrÃ¤gt somit Fr. 8'198.-.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der erneute Ersatz des Heizkessels im Jahr 2004 hatte eine Preisreduktion durch die Lieferfirma von 33 % zur Folge, die in den Investitionskosten von Fr. 27'000.- bereits enthalten ist. Da die KlÃ¤gerinnen die vorzeitige vollumfÃ¤ngliche Abschreibung des ersten Heizkesselersatzes mittragen mussten, rechtfertigt es sich, ihnen einen proportionalen Anteil am Mehrwert des zweiten Heizkessels zuzusprechen. Der Wert des Heizkessels ist somit auf den vollen Betrag von Fr. 40'500.- zu erhÃ¶hen. Die KlÃ¤gerinnen gehen von einer normalen Lebensdauer von 20 Jahren aus, was mit der BAV Ã¼bereinstimmt. Der Restwert des Heizkessels betrÃ¤gt somit am Ende des Jahres noch 14/20 von Fr. 40'500.-, mithin Fr. 29'350.-. Bei einem Anteil von 51.4 % am Betriebsergebnis des Jahres 2004 betrÃ¤gt der Restwertanteil der KlÃ¤gerinnen am Heizkessel Fr. 14'572.-.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Klimatisierung wurde ebenfalls im Jahr 2004 ausgebaut. Der Betrag von Fr. 22'500.- wird von der Beklagten anerkannt, so dass sich bei einer Lebensdauer von elektrischen GerÃ¤ten von 10 Jahren ein Abschreibungsbedarf von 10 % pro Jahr ergibt. Der Restwert der Investitionen betrÃ¤gt somit am Ende des Jahres 2010 noch 40 % des Anfangswertes und folglich Fr. 9'000.-. Bei einem Anteil der KlÃ¤gerinnen von 51.4 % am Betriebsergebnis betrÃ¤gt ihr Restwertanteil am Ausbau der Klimatisierung noch Fr. 4'626.-.</span></p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ergeben sich damit folgende BetrÃ¤ge:</p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Objekt</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Kosten</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Zeitpunkt</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>der Invest.</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Lebensdauer in J.</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Restwert</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Anteil Kl. am Betriebserg.</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>Resultat</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Pflege-</span></p> <p class="MsoNormal"><span>abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>27'443.95</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>1994</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>20</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>4/20</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>52.6%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>2'887.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Fassade</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>830'289.90</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>1997</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>33</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>20/33</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>51.2%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>257'641.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Garten-</span></p> <p class="MsoNormal"><span>sitzplÃ¤tze</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>33'052.35</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2001</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>33</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>24/33</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>50.3%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>12'091.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>BrandschutztÃ¼ren</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>22'765.--</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>1992</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>20</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2/20</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>52.8%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>1'202.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Fenster</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>43'183.70</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>1995</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>33</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>18/33</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>52.2%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>12'296.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Lift</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>124'280.85</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>1999</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>25</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>14/25</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>50.5%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>35'147.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Brandmel.-</span></p> <p class="MsoNormal"><span>anlage etc.</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>149'867.--</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2002</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>10</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2/10</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>51.0%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>15'286.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Telealarm</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>39'875.--</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2004</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>10</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>4/10</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>51.4%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>8'198.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Heizkessel</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>40'500.--</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2004</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>20</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>14/20</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>51.4%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>14'572.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Klimatis.</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>22'500.--</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>2004</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>10</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>4/10</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>51.4%</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span>4'626.--</span></b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Total</span></b></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>363'946.--</span></b></p> </td> </tr> </table> <p class="Erwgung2"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Den KlÃ¤gerinnen sind somit insgesamt Fr. 363'946.- als EntschÃ¤digung fÃ¼r die Restwerte der Investitionen zuzusprechen, welche sie wÃ¤hrend der gemeinsamen Betriebszeit des Heims mit der Beklagten getÃ¤tigt haben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.8 </b>Die Beklagte wendet ein, dass der Landwert mit Fr. 550'000.- zu tief angenommen worden sei und den KlÃ¤gerinnen damit zu tiefe Zinsbelastungen auferlegt worden seien. Dies fÃ¼hre zu einer Schadensminderung. Sie substanziiert diesen Anspruch aber in keiner Art und Weise und rÃ¤umt auch ein, dass der Landwert bereits bei Vertragsschluss zu tief gewesen sei. Da eine vertragliche Ãbereinkunft Ã¼ber die buchmÃ¤ssige Bewertung des Landes offensichtlich vorhanden war, kann sich die Beklagte aber nicht auf einen zu tiefen Landwert berufen, so dass unter diesem Titel keine Reduktion des Anspruchs der KlÃ¤gerinnen entsteht.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.9 </b>Die Beklagte macht sodann geltend, sie habe aus einem Fonds von 1986 bis 2004 zugunsten des Heims Fr. 680'744.45 aufgebracht. Die von den KlÃ¤gerinnen zu erbringenden Leistungen seien dadurch um Fr. 367'469.- gemindert worden. Dieser Betrag sei bei einer Berechnung des Schadens in Abzug zu bringen. GemÃ¤ss der Schenkungsurkunde fÃ¼r den Fonds war aber offenbar alleine die Betriebskommission des Heims fÃ¼r die Verwaltung dieses Fonds zustÃ¤ndig. Da die Beklagte die Mehrheit in der Betriebskommission innehatte, konnte sie somit auch immer bestimmen, fÃ¼r welche Zwecke die Gelder eingesetzt wurden. GemÃ¤ss der Darstellung der KlÃ¤gerinnen besteht der Zweck des Fonds darin, dass bedÃ¼rftigen Einwohnern der Beklagten der Aufenthalt im Heim erleichtert werden soll. Diese Zweckbestimmung wird von der Beklagten nicht bestritten und ein zweckwidriger Mitteleinsatz wird von ihr auch nicht behauptet. Bei einem Einsatz der Mittel gemÃ¤ss der Zweckbestimmung waren aber die Zahlungen aus dem Fonds keine Einlagen in die einfache Gesellschaft, sondern FÃ¼rsorgeleistungen fÃ¼r bedÃ¼rftige Einwohnerinnen und Einwohner der Beklagten. Solche Leistungen berechtigen nicht zu einer Verrechnung mit den Forderungen der KlÃ¤gerinnen. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Die KlÃ¤gerinnen verlangen schliesslich einen Restanteil von Fr. 1'165'015.- an Subventionen, welche der Bund und der Kanton ZÃ¼rich an den Bau des Heims ausgerichtet haben. Die KlÃ¤gerinnen begrÃ¼nden ihr Begehren in der KlagebegrÃ¼ndung zunÃ¤chst damit, dass sie nach dem Jahr 2010 bei der Realisierung eigener Projekte keine Subventionsleistungen von Bund und Kanton mehr erhalten wÃ¼rden. Diese Leistungen seien aufgrund der Beteiligung der KlÃ¤gerinnen am Projekt geflossen, da das Heim damit eine grÃ¶ssere regionale Bedeutung bzw. Zentrumsfunktion Ã¼bernehmen konnte. In der Replik fÃ¼hren die KlÃ¤gerinnen zudem aus, dass ihnen ein Anspruch auf den Restwert der Subventionen auch aufgrund einer ungerechtfertigten Bereicherung der Beklagten zustehe.</p> <p class="Erwgung2"><span>Am 19. Juni 1980 verfÃ¼gte das Bundesamt fÃ¼r Sozialversicherung mit Brief an die Gemeindeverwaltung Urdorf die Auszahlung eines Betrages von Fr. 3'113''594.- fÃ¼r die Errichtung des Heims, und am 22. August 1984 fÃ¤llte der Regierungsrat folgenden Beschluss: "I. Der Gemeinde Urdorf wird an den Neubau des Alters- und Pflegeheims in Urdorf ein Staatsbeitrag von Fr. 3'733'127.- gewÃ¤hrt..."</span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Wenn sie einen "Restanteil" an den StaatsbeitrÃ¤gen fordern, verkennen die KlÃ¤gerinnen zunÃ¤chst, dass StaatsbeitrÃ¤ge kein Investitionsgut darstellen, das im Laufe der Zeit abgeschrieben wird, sondern zweckgebundene geldwerte Leistungen fÃ¼r die ErfÃ¼llung von Aufgaben im Ã¶ffentlichen Interesse sind (§ 1 Abs. 1 Staatsbeitragsgesetz vom 1. April 1990; LS 132.2; vgl. auch RenÃ© Rhinow, Wesen und Begriff der Subvention in der schweizerischen Rechtsordnung, Basel/Stuttgart 1971, S. 124). Das Argument der KlÃ¤gerinnen, sie hÃ¤tten durch ihr Zusammengehen mit der Beklagten die Subventionszahlungen erst ermÃ¶glicht, sticht in Bezug auf das Entstehen eines eigenen Anspruchs nicht. Die KlÃ¤gerinnen anerkennen denn auch zu Recht, dass die StaatsbeitrÃ¤ge von Bund und Kanton in formeller Hinsicht alleine der Beklagten als Erstellerin des Heims ausgerichtet wurden. Ebenso wenig kÃ¶nnen sie dartun, inwiefern ihnen ein vertragliches Forderungsrecht gegenÃ¼ber der Beklagten aus dem Anschlussvertrag zustÃ¼nde. Da die StaatsbeitrÃ¤ge von Bund und Kanton unbestritten der Beklagten alleine ausgerichtet worden sind und der Anschlussvertrag keine Regelung in Bezug auf die Subventionen enthÃ¤lt, liegt zusammenfassend kein vertragliches Forderungsrecht der KlÃ¤gerinnen vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>In Frage kommen daher nur noch ausservertragliche AnsprÃ¼che. Nachdem zu Recht keine Forderungen aus unerlaubter Handlung (Art. 41 ff. OR) gestellt werden, verbleibt nur noch der von den KlÃ¤gerinnen geltend gemachte Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung (Art. 62 ff. OR). Die Bereicherungshaftung ist eine Ausgleichshaftung fÃ¼r rechtlich unbegrÃ¼ndete VermÃ¶gensvermehrung durch unverdientes Erhalten oder Behalten fremder Leistung oder durch unberechtigte Verwertung fremden Gutes. Dabei muss das Fehlen eines objektiv rechtfertigenden Grundes vorliegen (vgl. Hermann Schulin, Basler Kommentar, 3. A., 2003, Art. 62 OR N. 1 und 10). Ungerechtfertigt ist eine Bereicherung demnach dann, wenn sie mit der von der Rechtsordnung unter Verwirklichung der Gerechtigkeit geschaffenen GÃ¼terverteilung nicht vereinbart werden kann. Dass die Leistung der StaatsbeitrÃ¤ge alleine an die Beklagte wÃ¤hrend der gemeinsamen Betriebsdauer eine ungerechtfertigte Bereicherung dargestellt hÃ¤tte, wird von den KlÃ¤gerinnen zu Recht nicht vorgebracht. Mit den StaatsbeitrÃ¤gen in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 7'846'721.-, welche mithin Ã¼ber 52 % der Baukosten von Fr. 14'871'456.05 deckten, wurde der Fremdkapitalanteil massiv reduziert, so dass die daraus folgende niedrige Zinslast auch die Betriebskosten verminderte. Von den niedrigeren Betriebskosten profitierten alle Beteiligten wÃ¤hrend der 23-jÃ¤hrigen gemeinsamen FÃ¼hrung des Heims im Umfang des jeweiligen KostenschlÃ¼ssels.</p> <p class="Erwgung2"><span>Fraglich ist somit nur noch, ob den KlÃ¤gerinnen durch die AuflÃ¶sung der einfachen Gesellschaft in subventionsrechtlicher Hinsicht ein vermÃ¶gensrechtlicher Nachteil entstanden und ob der Beklagten daraus ein Vorteil erwachsen ist. Die KlÃ¤gerinnen fÃ¼hren dazu im Wesentlichen aus, dass die Beklagte ohne den Anschluss der KlÃ¤gerinnen nicht in den Genuss der Subventionen gekommen wÃ¤re. Diese Argumentation lÃ¤sst aber zunÃ¤chst ausser Acht, dass die Subventionen nur von einer ausreichenden Auslastung des Heims abhÃ¤ngig gemacht worden sind. So fÃ¼hrte der damalige Regierungsrat E anlÃ¤sslich einer Sitzung vom 19. August 1976 mit den Vertretern der Parteien aus, dass das Heim nach den Unterlagen der FÃ¼rsorgedirektion fÃ¼r die Beklagte alleine zu gross dimensioniert sei. Es biete sich jedoch die Gelegenheit, mit diesem Heim allenfalls auch die BedÃ¼rfnisse weiterer Gemeinden der Region zu erfÃ¼llen. Daraus lÃ¤sst sich aber nur der Schluss ziehen, dass keine StaatsbeitrÃ¤ge geflossen wÃ¤ren, wenn das Heim nicht von Anfang an genÃ¼gend ausgelastet gewesen wÃ¤re. Durch das Zusammengehen der Parteien ist hingegen allen unzweifelhaft in Bezug auf die Subventionen ein vermÃ¶gensrechtlicher Vorteil entstanden. Da das Heim heute unbestrittenermassen auch ohne die Bewohnerinnen und Bewohner der KlÃ¤gerinnen voll ausgelastet wÃ¤re, liegt folglich auch mit dem Ausscheiden der Anschlussgemeinden aus dem Gesellschaftsvertrag kein subventionsrechtlicher Vorteil der Beklagten vor.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die KlÃ¤gerinnen machen schliesslich geltend, dass sie gemÃ¤ss der oben erwÃ¤hnten Verlautbarung von Regierungsrat E keinen Anspruch auf Subventionen fÃ¼r eigene Heimbauten haben wÃ¼rden. Die Stellungnahme von Regierungsrat E kann aber vernÃ¼nftigerweise nur so verstanden werden, dass die Regierung alleine aus dem Grund keine Altersheimprojekte der KlÃ¤gerinnen mehr subventionieren wollte, weil sie deren BedÃ¼rfnisse nach derartigen HeimplÃ¤tzen zum damaligen Zeitpunkt als gedeckt erachtete. GemÃ¤ss einem Schreiben der Gesundheitsdirektion vom 28. Februar 2005 ist denn auch die Situation von vor Ã¼ber 30 Jahren nicht mehr massgebend fÃ¼r die heutige Situation. Ein Staatsbeitrag an ein Projekt in einer Anschlussgemeinde kÃ¶nne deshalb nicht a priori ausgeschlossen werden, sondern mÃ¼sse auf der Grundlage der derzeitigen bzw. zukÃ¼nftigen Versorgungssituation beurteilt werden. Dass dabei die Versorgungssituation der gesamten Region berÃ¼cksichtigt wird und der Regierungsrat die einzelnen Gemeinden zur Zusammenarbeit in einem Zweckverband verpflichten kann (§ 39 GesundheitsG), lÃ¤sst ebenfalls keine finanzielle Benachteiligung der KlÃ¤gerinnen erkennen. Die Beklagte war somit zwar durch die Subventionszahlungen offensichtlich bereichert. Durch die vollstÃ¤ndige Auslastung des Heims und die oben dargelegte MÃ¶glichkeit der KlÃ¤gerinnen im Falle eines eigenen Heimprojektes ebenfalls StaatsbeitrÃ¤ge zu erhalten, war die objektive Bereicherung jedoch weder zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses und des gemeinsamen Heimbetriebs noch durch das Ausscheiden der KlÃ¤gerinnen aus der einfachen Gesellschaft je unrechtmÃ¤ssig im Sinn von Art. 62 OR</span>. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die KlÃ¤gerinnen weder durch den Anschlussvertrag noch durch dessen Aufhebung oder aus ungerechtfertigter Bereicherung eine Forderung gegenÃ¼ber der Beklagten auf Zahlung eines Anteils der beim Bau des Heims geleisteten StaatsbeitrÃ¤ge von Bund und Kanton ZÃ¼rich erworben haben. Die verwaltungsgerichtliche Klage ist daher in Bezug auf dieses Begehren vollumfÃ¤nglich abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Damit ist die Beklagte in teilweiser Gutheissung der Klage zu verpflichten, den KlÃ¤gerinnen insgesamt Fr. 363'946.- zu zahlen. Es bleibt dabei Sache der KlÃ¤gerinnen, diesen Betrag im internen VerhÃ¤ltnis nach ihrem SchlÃ¼ssel aufzuteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach § 86 in Verbindung mit § 70 und § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG werden die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens kostenpflichtig. Auszugehen ist dabei von einem Streitwert von Fr. 1'741'000.-. Da die KlÃ¤gerinnen nur mit rund 1/5 ihrer Forderungen durchdringen, rechtfertigt es sich, ihnen die Kosten zu 4/5 (je 4/15) aufzuerlegen. Die KlÃ¤gerinnen haben die Beklagte sodann im reduzierten Betrag von je Fr. 2'000.-, insgesamt Fr. 6'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen), zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, den KlÃ¤gerinnen insgesamt Fr. 363'946.- zu zahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 40'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 140.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 40'140.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten werden zu 3/15 der Beklagten und zu je 4/15 den KlÃ¤gerinnen, unter solidarischer Haftung einer jeden fÃ¼r 12/15, auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die KlÃ¤gerinnen werden verpflichtet, der Beklagten innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheides eine ProzessentschÃ¤digung von je Fr. 2'000.-, insgesamt Fr. 6'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen), zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>