B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5444/2010 U r t e i l v o m 2 6 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Francesco Parrino, Richterin Elena Avenati-Carpani, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Spanien, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV (Rente). C-5444/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am (…) 1964 geborene, verheiratete , spanische Staatsangehörige X._______ lebt in Spanien (IV -act. 1). Sie arbeitete in den Jahren 1986 bis 2000 in der Schweiz im Reinigungsdienst in diversen Spitälern und leistete dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (IV -act. 6). Am 5. März 2008 stellte X._______ über den spanischen Sozialversicherungsträger bei der IV -Stelle für Ver- sicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) einen Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente (IV-act. 1). B. B.a Mit Verfügung vom 12. Dezember 2008 (IV -act. 41) wies die IVSTA das Leistungsbegehren ab. B.b Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2008 erhob X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwa l- tungsgericht. Mit Urteil vom 27. April 2009 (IV -act. 50) hob das Bunde s- verwaltungsgericht die Verfügung vom 12. Dezember 2008 auf und wies die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die IVSTA zurück. C. Nach Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen wies die IVST A das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 12. Juli 2010 (IV -act. 86) er- neut ab. Zur Begründung führte sie aus, dass keine ausreichende durc h- schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vorliege; trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung sei eine Betäti gung im bisherigen Bereich immer noch in rentenausschliessender Weise zumutbar. Die IVSTA stellte zur Beurteilung des Gesuchs im Wesentlichen auf fo l- gende Unterlagen ab: diverse ärztliche Atteste der behandelnden Ärzte aus den Jahren 2007 und 2008 (IV -act. 13 bis 15, 18 f. und 36), den Fo r- mularbericht E213 von Dr. med. A._______ vom 26. Februar 2008 (IV - act. 16), das Attest von Dr. med. B._______, Facharzt für Psychiatrie, vom 23. November 2009 (IV -act. 65), das Gutachten von Dr. med. C._______, Facharzt fü r Rheumatologie, vom 2. Dezember 2009 (IV - act. 66), das Gutachten von Dr. med. D._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Dezember 2009 (IV -act. 67), den Bericht von Dr. med. E._______, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 12. Mai 2010 (IV -act. 82) sowie die Stellungnahmen von C-5444/2010 Seite 3 Dr. med. F._______, Facharzt für Allgemeinmedizin des Regionalen Ärz t- lichen Dienstes (RAD), vom 28. Februar 2010 (IV -act. 71) und vom 28. Juni 2010 (IV-act. 85). Die Ärzte diagnostizierten bei der Beschwerdef ührerin im Wesentlichen eine Fibromyalgie, eine somatoforme Schmerzstörung, ein lumbales Schmerzsyndrom (Diskopathien bei L3 -L5 mit Diskusprotrusion, Hype r- trophie der Fazettengelenke und Einengung des Spinalkanals auf dieser Höhe), ein chronisches Erschöpf ungssyndrom und chronische Kop f- schmerzen. D. Gegen die Verfügung vom 12. Juli 2010 erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. Juli 2010 (Poststempel, BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente. Zur B e- gründung verwies sie auf die eingereichten Arztberichte und führte a us, aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei sie nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. E. Mit Zwi schenverfügung vom 5. August 2010 verlangte der Instruktion s- richter von der Beschwerdeführerin einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.--. Am 1. September 2010 ist beim Bundesverwaltungsgericht eine Zahlung in der Höhe von Fr. 394.-- eingegangen. F. Mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 2010 (BVGer -act. 10) beantragte die IVSTA die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. C._______ und Dr. med. D._______ sei davon auszugehen, dass keine rentenbe- gründende Invalidität vorliege, da die gesundheitlichen Beeinträchtigu n- gen keine entsprechende Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten. G. Mit Replik vom 24. Januar 2011 (BVGer-act. 13) hielt die Beschwerdefüh- rerin an ihrem Antrag fest. Zur Begründung führte sie aus, es sei nicht auf das bidisziplinäre Gutachten aus der Schweiz, sondern auf die zahlre i- chen in Spanien erstellten Arztberichte abzustellen, da sie von den Ärzten in der Schweiz – im Gegensatz zu denjenigen in Spanien – nur einmal untersucht worden sei. C-5444/2010 Seite 4 H. Mit Duplik vom 4. Februar 2011 (BVGer-act. 15) hielt die IVSTA ebenfalls an ihrem Antrag fest. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten B e- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversich e- rung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesver waltungsgericht B e- schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver wal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts an deres bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in so - zialversicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestim mungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vor behalten. Ge mäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Ge setzes auf die bun des- gesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs gesetze es vor sehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die In validenversicherung a n- wendbar (Art. 1a bis 70 IVG), s oweit das IVG nicht aus drücklich eine Ab- weichung vom ATSG vor sieht. Dabei finden nach den allgemeinen inte r- temporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anders- lautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeit punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). C-5444/2010 Seite 5 1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss in- nert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. In Bezug auf die fehlenden Fr. 6.--, des Kostenvorschusses ist festzuhalten, dass gemäss eingereichtem Beleg der Beschwerdeführerin in Spanien zwar unter Berücksichtigung von Bankspesen ein Euro -Betrag im Gegenwert von über Fr. 400.-- einbezahlt worden ist, beim Bundesverwaltungsgericht dennoch nur Fr. 394.-- eingegangen sind. Zufolge Geringfügigkeit des Be- trages wurde auf eine Nachforderung verzichtet. 2. 2.1 Die Beschwerdeführerin ist spanische Staatsangehörige, so dass vor- liegend das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwisc hen der Schweize - rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein - schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend Koordinie- rung der Systeme der sozialen Sicherheit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die i n- nerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (Verordnung Nr. 1408/71, SR 0.831.109.268.1) haben die in den persönlichen An wendungsbereich der Verordnung fallenden, in einem Mitgliedstaat wohnenden Per sonen aufgrund der Rechts vorschriften eines Mitglied staats gr undsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Noch nicht zu beachten sind vorliegend die am 1. April 2012 für die Schweiz anwendbar gewordenen neuen EU -Verordnungen (insb. Verord- nung [EG] Nr. 883/2004 und Verordnung [EG] Nr. 987/2009). 2.2 Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage an - wendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens – unter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit sowie der Ef- fektivität – sowie die Prüfung der Anspruchsvoraus setzungen einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich nach der in nerstaatlichen C-5444/2010 Seite 6 Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vor- liegend der Anspruch der Be schwerdeführerin auf eine Rente der Inval i- denversicherung aus schliesslich nach dem in nerstaatlichen schweizer i- schen Recht, ins besondere nach dem IVG, der Verordnung vom 17. Ja- nuar 1961 über die Invalidenver sicherung (IVV, SR 831.201), dem ATSG sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11). 2.3 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel au f den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 12. Juli 2010) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Be stimmungen des IVG und der Ver ordnung über di e Invali denversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201) respektive des ATSG und der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherung s- rechts (ATSV, SR 830.11) abzustellen, die für die Beur teilung eines Ren- tenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft stan den. Da vorliegend die Anmeldung zum Leistungsbezug am 5. März 2008 eingereicht worden ist, ist vorliegend auf die Fassungen gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Im Folgenden wird – ohne anderslautende Hinweise – jeweils auf diese Fassungen Bezug genommen. Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (I VG in der Fa s- sung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde - verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss - brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. 3.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG die rentenberechtigten Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben. Diese Voraus- setzung erfüllt die Beschwerdeführerin. C-5444/2010 Seite 7 3.2 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs M o- naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters- jahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [BGer] 9C_562/2012 E. 3). Somit ist vorliegend aufgrund der im März 2008 eingereichten Anmeldung e in Leistungsanspruch ab 1. September 2008 zu prüfen. 3.3 Nach den Bestimmungen der 5. IV-Revision haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, die ihre Er werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs - massnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können, wä h- rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mi n- destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. a bis c IVG). 3.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In- validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre chen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsun fähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit ver- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede rung verble i- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkei ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli chen, geistigen oder psych i- schen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angew iesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel len haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we l- chem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Ver- sicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistu n- gen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). C-5444/2010 Seite 8 3.5.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweis mittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs - und Be schwerdever- fahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie um fassend und pflichtge- mäss zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unter lagen eine zuverlässige Beu r- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Ins besondere darf es bei einander widersprechenden me dizinischen Be richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis material zu wür digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere m e- dizinische These abstellt. 3.5.2 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei lung der m e- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der E x- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grun d- sätzlich somit weder die Herkunft des Be weismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinie n für die Beweis würdigung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut achten auf- zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund ein gehender Beobach tungen und Untersuchungen s o- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdi- gung volle Beweiskraft zuzuerken nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Experti se sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Be richte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auf tragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti zierenden Hausarzt wie auch für den be -C-5444/2010 Seite 9 handelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; v gl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 3.5.3 Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt B e- weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be - gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der be fragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangen heit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Un- parteilichkeit der Beurteilung objektiv als be gründet erscheinen las sen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 3.6 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt werden, ob die versicherte Person a ls (teil -)erwerbstätig oder nichter - werbstätig einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzu - wendende Methode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine M e- thode des Einkommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische M e- thode des Betätigungs vergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG). 3.7 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mi n- destens 40 Prozent invalid sind, bei ei nem Invaliditätsgrad von min - destens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Ren te, bei mi n- destens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Pro- zent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Pr o- zent entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausge richtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha- ben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinba rungen eine abweichende Re- gelung vorsehen, was für Staaten der EU der Fall ist. 4. Nachfolgend ist zu prüfe n, ob die IVSTA das Leistungsbegehren der B e- schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 4.1 4.1.1 Die Beschwerdeführerin machte geltend, aufgrund ihrer gesundheit- lichen Beeinträchtigungen erfülle sie die Voraussetzungen für eine IV - Rente. C-5444/2010 Seite 10 4.1.2 Die Vorinstanz führte aus, die vorliegenden medizinischen Unterl a- gen hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin nicht rentenrelevant eingeschränkt sei, weshalb sie keinen Anspruch auf eine Rente habe. 4.2 4.2.1 Den von der Beschwerdeführerin eingereichten und von der IVSTA eingeholten medizinischen Unterlagen sind im Wesentlichen folgende D i- agnosen zu entnehmen: chronisches Erschöpfungssyndrom, Fibromya l- gie, Bulimie und Panikattacken, soziale Phobie und generalisierte Angs t- störung, Lumbalgien (L3 -L5 mit Diskusprotrusion und Verengung des Spinalkanals), Facettensyndrom, Schlafstörungen, Polyarthralgien (Schultern, Hände, Füsse und Knie), Dysthymie, Inkontinenz und chron i- sche Kopfschmerzen. 4.2.2 Dr. med. G._______, Facharzt für Psychiatrie, hielt in seinem B e- richt vom 12. Dezember 2007 fest, dass d ie diagnostizierten Krankheiten einen Einfluss auf den Alltag und das Berufsleben der Beschwerdeführ e- rin hätten. Dr. med. A._______ führte aus, die Beschwerdeführerin sei für ihre frühere Tätigkeit in der Fabrik für Tiefkühlprodukte grundsätzlich als zu 100% arbeitsfähig anzusehen, sofern sie keine schweren Arbeiten ver- richten müsse und an ihrem Arbeitsplatz nicht mit Rauch, Gas und son s- tigen Dämpfen in Kontakt komme. Dr. med. E._______ attestierte der Be- schwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 70% für jegliche Arbeiten. Dr. med. H._______, Dr. med. I._______, Dr. med. J._______ und Dr. med. K._______ äusserten sich nicht zur Arbeitsfähigkeit. Die Gutach- ter Dr. med. C._______, Facharzt für Rheumatologie, und Dr. med. D._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, kamen in ihren Gutachten zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin trotz der diagnostizierten gesundheitlichen Einschränkungen voll arbeitsfähig sei. Dr. med. D._______ begründete dies insbesondere damit, dass bei a n- haltenden somatoformen Schmerzstörungen und ähnlichen Erkranku n- gen davon auszugehen sei, dass die Schmerzen überwindbar seien, s o- fern nebst dieser Grunderkrank ung keine weiteren Kriterien (bedeutende psychische Komorbidität, sozialer Rückzug, auffällige prämorbide Persön- lichkeitsstruktur, festgestellte rheumatologische Erkrankung mit Ei n- schränkung der Arbeitsfähigkeit) erfüllt seien, die gegen eine Überwin d- barkeit sprächen. Die Schmerzkrankheit sei zwar bereits chronifiziert, was im Allgemeinen gegen die Überwindbarkeit spreche, weil aber keines der übrigen Kriterien erfüllt sei, könne man dennoch von der Überwindbarkeit der Erkrankung ausgehen. Dr. med. C._______ wies ferner darauf hin, C-5444/2010 Seite 11 dass ihr aufgrund der Lumbalgie keine allzu hohe Rückenbelastung z u- zumuten sei. 4.2.3 Dr. med. F._______, Facharzt für Allgemeinmedizin beim RAD, bes- tätigte in seinen Stellungnahmen vom 28. Februar 2010 und vom 28. Juni 2010 die Einschätzungen von Dr. med. C._______ und Dr. med. D._______ und bestätigte, dass bei der Beschwerdeführerin kein rente n- relevantes körperliches oder psychisches Leiden vorliege, welches eine wesentliche Arbeitsunfähigkeit begründen könnte; die geringe Einschrä n- kung aufgrund des Rückenleidens führe nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit. 4.2.4 Dr. med. E._______, Facharzt für orthopädi sche Chirurgie, wies in seinem anlässlich des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 12. Mai 2010 im Wesentlichen auf dieselben gesundheitlichen Probleme hin, wie bereits im Bericht vom 23. Oktober 2008. Eine detaillierte B e- gründung seiner Einschätzung fehlte wiederum. 4.2.5 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die beurteilenden Ärzte in Bezug auf die gestellten Diagnosen im Wesentlichen einig sind. Allerdings differieren ihre Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit erheblich. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit begründen lediglich Dr. med. C._______ und Dr. med. D._______ ihre Angaben. Sie legen ausführlich und nac h- vollziehbar dar, weshalb die von der Beschwerdeführerin und ihren b e- handelnden Ärzten als einschränkend angesehenen gesundheitlichen Probleme keine relevante Arbeitsunfähigkeit bewirken. Diesbezüglich ist insbesondere auf die zutreffenden Ausführungen von Dr. med. D._______ hinzuweisen, der eingehend dargelegt hat, weshalb er die Schmerzen der Beschwerdeführerin als überwindbar erachtet. Da die anderen Ärzte i hre Angaben überdies nicht begründ en, ist auf die begründete und nachvol l- ziehbare Einschätzung der schweizerischen Gutachter abzustellen und davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Ein Einkommensvergleich er- übrigt sich somit. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen und die angefochtene Verf ü- gung vom 12. Juli 2010 ist zu bestätigen. 5. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. C-5444/2010 Seite 12 5.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV -Leistungen nach dem Verfahrensauf wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 -1'000 Franken festzule- gen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Für das vorliegende Verfahren sind die Verfah- renskosten auf Fr. 400.-- festzusetzen und der Be schwerdeführerin als unterlegene Partei aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 394.-- zu verrechnen. Auf die Nachforderung des Fehlbetrags von Fr. 6.-- ist zufolge Geringfügigkeit zu verzichten. 5.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Be gehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und ver hältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bunde s- behörde hat die IVSTA jedoch keinen Anspruch auf Partei entschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die unterliegende Bes chwerdeführerin hat keinen A n- spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). C-5444/2010 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 394.- verrechnet. Auf die Nachforderung des Fehlbetrags von Fr. 6.-- wird ver- zichtet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis C-5444/2010 Seite 14 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173. 110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: