Seite 1 Entscheid vom 6. März 2015 (530 14 33) __________________________________________________ ___________________ Eigenmietwert / Liegenschaftsunterhalt USA Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Steuer richter J. Felix, Dr. P. Spitz, Gerichtsschreiber D. Brügger Parteien A.____ Beschwerdeführer gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin betreffend direkte Bundessteuer 2012 Seite 2 Sachverhalt: 1. Mit Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2012 vom 27. Februar 2014 hat die Steuerverwaltung für die Liegenschaft der Beschwer deführer in B.____ (US-Liegenschaft) unter Verweis auf die Kurzmitteilung Nr. 414 der Steu erverwaltung vom 15. Juni 2007 (KM Nr. 414) einen Eigenmietwert in Höhe von Fr. 16‘465.-- a ufgerechnet und einen Liegenschaftsun- terhalt in Höhe des Pauschalabzugs von Fr. 1‘647.-- zugelassen. 2. Mit Eingabe vom 17. März 2014 erhoben die Pflichti gen unter anderem mit den Begeh- ren, die US-Liegenschaft sei bei der Einkommenssteuer ni cht zu berücksichtigen, eventualiter sei ein Eigenmietwert in Höhe von Fr. 6‘505.-- aufzu rechnen und ein Liegenschaftsunterhalt in Höhe von Fr. 17‘250.-- zum Abzug zuzulassen, Einsprache. Zur Begründung machten sie gel- tend, der Eigenmietwert sei aufgrund des Gebäudewerte s zu ermitteln. Weiter seien die Rech- nungen der C.____ in Höhe von $ 14‘250.--, der D.___ _ in Höhe von $ 1‘500.--, die Kosten für einen Hin- und Rückflug in die USA in Höhe von $ 1‘50 0.-- sowie die in den USA entrichtete Property Tax in Höhe von $ 5‘700.-- als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 26. August 2014 wurde die Einsprache teilweise gutge- heissen. Zur Begründung führte die Steuerverwaltung a us, der Wert der Liegenschaft und der Ertrag daraus würden in der Schweiz satzbestimmend berücksich tigt. Bei der Property Tax handle es sich um eine Objektsteuer, die als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen sei. Für die Berechnung des Eigenmietwertes sei grundsätzlich vom Kaufpreis auszugehen. Auf- grund der bevorzugten Lage sei dem Gebäude ein nicht u nbedeutender Wert zuzurechnen. Man erachte deshalb 2/3 des gesamten Kaufpreises für da s Gebäude als sachgerecht. Den geltend gemachten Kosten für den Bootssteg sowie die F lugreise in die USA fehle es am wert- erhaltenden Charakter, so dass lediglich der Pauschalabzug gewährt werden könne. 4. Mit Eingabe vom 24. September 2014 erhoben die Pf lichtigen mit den Begehren, 1. Es sei 1/3 des Kaufpreises der Liegenschaft in den USA zur Er mittlung des Eigenmietwertes her- anzuziehen, 2. Es seien die Rechnungen der C.____ und der D.____ sowie die Property Tax als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen, Beschwerde. Zur Begründung machten sie geltend, im Jahr 2012 habe man sich zu einer Teilerneu erung des bestehenden Bootsstegs Seite 3 entschieden, da die Holzkonstruktion, insbesondere der st ützende und tragende Unterbau, durch den Einfluss des Salzwassers und des Muschelbefalls‚ repa raturbedürftig gewesen sei. Der bestehende mechanische Bootshebelift, welcher auf de r Holzkonstruktion montiert sei, sei nicht ersetzt worden. Die Notwendigkeit der elektrischen Arbeiten sei eine Folge der werterhal- tenden Zimmermannsarbeiten gewesen. Bei der Property Tax handle es sich um eine Grund- und Vermögenssteuer, welche als Objektsteuer als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulas- sen sei. 5. Mit Vernehmlassung vom 10. November 2014 beantrag te die Steuerverwaltung die teil- weise Gutheissung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, für ausländische Liegen- schaften fehlten die nötigen Angaben wie Brandlagerwe rt und Korrekturfaktoren, um nach den massgebenden Regeln den Eigenmietwert bestimmen zu könne n. Deshalb gelte für die Be- rechnung gemäss KM Nr. 414 folgende Grundregel: Der Au sländische Wert der Liegenschaft (Kaufpreis) sei durch 2.6 (Repartitionswert 260%) zu te ilen, was den Katasterwert des Kantons Basel-Landschaft ergebe, welcher wiederum durch 3.45 zu teilen sei, was zum einfachen Brandlagerwert führe. Die Alternative dazu wäre eine Berechnung anhand von Mietzinseinnah- men. Das Bundesgericht fordere eine Eigenmietwertbesteu erung im Umfang von mindestens 60% des Marktwertes. Für eine vergleichbare Liegenschaf t werde Fr. 770.-- pro Woche ver- langt. Die Kosten für den Bootssteg könnten als Unterhal t abgezogen werden, da bei ausländi- schen Liegenschaften keine Unterscheidung zwischen Land und Gebäude gemacht werde. Was die Property Tax anbelange, so sei bereits im Einsprac he-Entscheid ausgeführt worden, dass es sich dabei um eine Objektsteuer handle, die als Li egenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen sei. Anschliessend finde gemäss internationalem Ste uerrecht eine objektmässige Ausscheidung in die USA statt, was dazu führe, dass der L iegenschaftsunterhalt nur in der Satzbestimmung Berücksichtigung finden würde. 6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Begehren fest. Ergän- zend wiesen die Pflichtigen darauf hin, die Liegenschaf t in den USA sei entgegen der Meinung der Steuerverwaltung in deren Vernehmlassung nicht im Jahr 2010, sondern im Jahr 1980 er- stellt worden. Hinsichtlich der von der Steuerverwaltung in der Vernehmlassung erwähnten Wo- chenmietpreisen führten sie aus, dass diese unrealistisch seien, da Liegenschaften zu solchen Preisen nicht über das ganze Jahr, sondern nur in wenigen Monaten vermietet werden könnten. Ein realistischerweise erzielbarer Jahresmietzins würde rund $ 18‘000.-- (12 Monate à $ 1‘500.- Seite 4 -) betragen. Zur Untermauerung reichten die Pflichti gen eine Übersicht von Objekten mit Lang- zeitvermietung ein. Das Steuergericht zieht in Erwägung: 1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetz es über die direkte Bundes- steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän- dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Ste uergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.-- nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei Richterinnen und R ichtern des Steuergerichts beurteilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerd e zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Vorliegend unterliegt zunächst der Beurteilung, wi e der Eigenmietwert der US- Liegenschaft der Beschwerdeführer zu bestimmen ist. 3. a) Gemäss Art. 6 DBG ist bei persönlicher Zugehörigkei t die Steuerpflicht unbe- schränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetrieb e, Betriebsstätten und Grundstücke im Ausland (Abs. 1). Die Abgrenzung der Steuerpflicht für Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke erfolgt im Verhältnis zum Ausland nach d en Grundsätzen des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerun g. Wenn ein schweizerisches Unter- nehmen Verluste aus einer ausländischen Betriebsstätte mit inländischen Gewinnen verrechnet hat, innert der folgenden sieben Jahre aber aus dieser Betriebsstätte Gewinne verzeichnet, so ist im Ausmass der im Betriebsstättestaat verrechenbaren Gewinne eine Revision der ursprüng- lichen Veranlagung vorzunehmen; die Verluste aus dieser Betriebsstätte werden in diesem Fall in der Schweiz nachträglich nur satzbestimmend berücksic htigt. In allen übrigen Fällen sind Auslandsverluste ausschliesslich satzbestimmend zu berücksichtige n. Vorbehalten bleiben die in Doppelbesteuerungsabkommen enthaltenen Regelungen (Abs. 3). Gemäss Art. 7 Abs. 1 DBG entrichten die natürlichen Personen, die nur für einen Teil ihres Einkommens in der Seite 5 Schweiz steuerpflichtig sind, die Steuer für die in der Schweiz steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen entspricht. b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schwei zerischen Eidgenos- senschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika zur V ermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen vom 2. Oktob er 1996 (DBA CH-USA) können Einkünfte, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Pe rson aus unbeweglichem Vermögen (einschliesslich der Einkünfte ausland- und forstwirtschaftl ichen Betrieben) bezieht, das im an- deren Vertragsstaat liegt, im anderen Staat besteuert werden. Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. a DBA CH-USA wird in der Schweiz die Doppelbesteuerung wie f olgt vermieden: Bezieht eine in der Schweiz ansässige Person Einkünfte, die nach diesem Abkomme n in den Vereinigten Staaten besteuert werden können, so nimmt die Schweiz, vorbehaltl ich der Buchstaben b), c) und d) und des Absatzes 3, diese Einkünfte von der Besteuerung au s; für Gewinne, mit denen sich Absatz 1 von Artikel 13 (Gewinne aus der Veräusserung v on Vermögen) befasst, gilt diese Be- freiung jedoch nur dann, wenn die Besteuerung dieser Gewinne in den Vereinigten Staaten nachgewiesen wird. Die Schweiz kann bei der Festsetzung d er Steuer für das übrige Einkom- men dieser Person den Steuersatz anwenden, der anzuwend en wäre, wenn die betreffenden Einkünfte nicht von der Besteuerung ausgenommen wären. Mit anderen Worten geht die zitierte Norm von der Freistellung mit Progressionsvorbehalt aus, d.h. die Schweiz nimmt die in den USA auf unbeweglichem Vermögen erzielten und versteuert en Einkünfte von der Besteuerung aus und berücksichtigt dieselben lediglich satzbestimmend. 4. a) Gemäss Art. 21 Abs. 1 DBG sind die Erträge aus unb eweglichem Vermögen, insbesondere alle Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung , Nutzniessung oder sonstiger Nut- zung (lit. a); der Mietwert von Liegenschaften oder Li egenschaftsteilen, die dem Steuerpflichti- gen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigengebrauch zur Verfügung stehen (lit. b); Einkünfte aus Baurechts verträgen (lit. c); Einkünfte aus der Aus- beutung von Kies, Sand und anderen Bestandteilen des Bo dens (lit. d) steuerbar. Die Festset- zung des Eigenmietwertes erfolgt gemäss Art. 21 Abs. 2 D BG unter Berücksichtigung der orts- üblichen Verhältnisse und der tatsächlichen Nutzung der am Wohnsitz selbstbewohnten Lie- genschaft. b) Die Eidgenössischen Steuerverwaltung (EStV) als gesa mtschweizerisches Auf- sichtsorgan anerkennt die für die kantonalen Steuern m assgebenden Eigenmietwerte auch für Seite 6 die direkte Bundessteuer, sofern sie gemäss den periodischen, stichprobeweise durchgeführten Erhebungen im kantonalen Durchschnitt nicht unter 70% d es Marktmietwerts (Interventionslimi- te) liegen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkom mentar zum DBG, 2. A., Zürich 2009, Art. 21 N 96). Die jeweils kantonal festgelegten Mietw erte, welche für die Staatssteuer gelten, können für die direkte Bundessteuer jedoch nicht in jed em Kanton ohne Korrektur resp. Zu- schlag übernommen werden. Aus diesem Grund hat die ESTV in ihrem Rundschreiben an die kantonalen Verwaltungen vom 21. Februar 2008 den jew eils erforderlichen Zuschlag in den davon betroffenen Kantonen, geltend ab der Steuerpe riode 2007, festgelegt. Im Kanton Basel- Landschaft hat aufgrund dessen ein Zuschlag von 20% zu e rfolgen. Der Eigenmietwert für die direkte Bundessteuer beträgt demzufolge 120% des kantona len Eigenmietwertes für die Staatssteuer. c) Gemäss § 43 StG ist der Wert der Grundstücke unter b illiger Berücksichtigung des Verkehrswertes und des Ertragswertes zu ermitteln (Abs. 1). Massgebend ist die Kataster- schätzung. Das Nähere bestimmt die Vollziehungsverordnung (Abs. 3). Gemäss § 14 des Dekrets gilt als Verkehrswert der Gebäude grundsätzlich de r durchschnittliche Brandversiche- rungswert in den ersten 15 der letzten 17 Jahre vor der Neuschätzung. Gemäss § 27ter StG leitet sich der Eigenmietwert von dem gemäss dem Sachve rsicherungsgesetz vom 12. Januar 1981 geschätzten einfachen Brandlagerwert einer Liegensc haft ab, welcher mit einem gemein- despezifischen Korrekturfaktor, einem Korrekturfaktor nac h Alter der Liegenschaft und einem Korrekturfaktor für Stockwerkeigentum multipliziert wird , was den steuerlichen Brandlagerwert ergibt (Abs. 1). Die Korrekturfaktoren nach Alter der Liegenschaft betragen: bei 25 Jahre und jünger: --; bei 26 bis 85 Jahre: 0.9; bei 86 Jahre und älter: 0.8 (Abs. 3). Bis zu einem steuerli- chen Brandlagerwert von Fr. 20'000.-- beträgt der Ei genmietwert 64.53%. Für jeden um Fr. 100.-- höheren steuerlichen Brandlagerwert reduziert si ch dieser Satz gemäss nachstehender Tabelle […] (Abs. 5). Der Eigenmietwert beträgt 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 6). d) Im interkantonalen Verhältnis kann der Eigenmietw ert der ausserkantonalen Lie- genschaft gemäss KM Nr. 414 ohne Korrekturen direkt übern ommen werden, da dieser in der Regel ebenfalls 60% der Marktmiete beträgt. Für auslä ndische Liegenschaften fehlen die nöti- gen Angaben wie Brandlagerwert und Korrekturfaktoren , um nach den für die Staatssteuer massgebenden Regeln den Eigenmietwert bestimmen zu kön nen, weshalb für die Berechnung folgende Grundregel zur Anwendung kommen soll: Der Au sländische Wert der Liegenschaft wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was de n Katasterwert des Kantons Basel- Seite 7 Landschaft ergibt, welcher wiederum durch 3.45 zu teil en ist, was zum einfachen Brandlager- wert führt. 5. Es stellt sich die Frage, ob vorliegend auf die KM N r. 414 abzustellen ist. Das Veranla- gungsverfahren hat den Charakter eines Massenverfahrens. H inzu kommt, dass im Steuer- recht im Interesse der Praktikabilität eine gewisse Schem atisierung und Pauschalisierung un- ausweichlich und deshalb zulässig ist (vgl. Entscheid des Bun desgericht [BGE] 131 I 291, E. 3.2.1). In solchen Fällen genügt es, wenn die gesetzliche Regelung nicht in genereller Weise zu einer wesentlich stärkeren Belastung oder systematischen Ben achteiligung bestimmter Grup- pen von Steuerpflichtigen führt (vgl. BGE 126 I 76, E . 2a). Letzteres ist bei der Anwendung der KM Nr. 414 nicht auszumachen. Im Gegenteil ist die KM Nr. 414 Ausdruck einer langjährigen und konstanten Praxis, welche bei unterschiedlichen Steuer pflichtigen zu vergleichbaren Er- gebnissen führt. So ist auch im vorliegenden Fall nicht erkennbar, wieso die Anwendung der- selben ein nicht sachgerechtes oder gar willkürliches Resu ltat ergeben soll. Das Abstellen auf den Erwerbspreis der ausländischen Liegenschaft ist ange sichts der praktischen Bewertungs- probleme jedenfalls nicht zu beanstanden (vgl. dazu auch den Entscheid der Steuerrekurs- kommission Basel-Stadt vom 20. Juni 2013, publ. in Basel landschaftliche und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra], Bd. XXII, S. 267 ff., E. 5c). E ntsprechend ist für die Berechnung des Ei- genmietwertes der US-Liegenschaft von der KM Nr. 414 auszugehen. 6. In quantitativer Hinsicht berechnet sich der Eigenm ietwert entsprechend wie folgt. a) Gemäss Settlement Statement vom 27. Juni 2011 betr ug der Kaufpreis der US- Liegenschaft $ 262‘129.71. Vorliegend ist das Steuerja hr 2012 strittig, so dass der Kaufpreis zum Jahresmittelkurs der Eidgenössischen Steuerverwaltung (E STV) des Jahres 2012 von 0.937918 umzurechnen ist, was Fr. 245‘856.17 ($ 262‘129.71 x 0.937918) ergibt. Dieser Betrag ist durch 2.6 zu teilen, was zu einem Katasterwert von F r. 94‘560.-- (Fr. 245‘856.17 / 2.6) führt, welcher wiederum durch 3.45 zu teilen ist, was einen Br andlagerwert von Fr. 27‘408.-- (Fr. 94‘560.-- / 3.45) ergibt. b) Bezüglich der Altersentwertung gilt vorliegend au fgrund des Baujahrs von 1980 gemäss Auszug aus dem Lee County Property Appraiser betr effend die US-Liegenschaft (vgl. Seite 8 www.leepa.org ) der Faktor 0.9, was einen steuerlich massgebenden Bran dlagerwert von Fr. 24‘667.-- (Fr. 27‘408.-- x 0.9) ergibt. c) Gemäss der Tabelle in § 27ter Abs. 5 StG ist bei d er Umrechnung des Brandla- gerwertes bei einem steuerlichen Brandlagerwert zwischen Fr. 20'001.-- und Fr. 26'000.-- von einem Satz von 64.53% auszugehen (Korrekturfaktor: 0.1 92925%). Vorliegend beläuft sich der steuerliche Brandlagerwert gemäss vorangehender Berechnung auf Fr. 24‘667.--. Die Korrektur des Prozentsatzes errechnet sich wie folgt: Fr. 24‘667.- - ./. Fr. 20‘001.-- = Fr. 4'666.--; Fr. 4‘666.-- : 100 = Fr. 46.66; Fr. 46.66 x 0.192925 = 9 .00%. Der Satz von 64.53% ist demzufolge auf 55.53% (64.53% ./. Fr. 9.00%) zu reduzieren. Der steuerlich massgebliche Brandlagerwert ist mit diesem Satz zu multiplizieren, was einen Eigenmi etwert für die Staatssteuer von Fr. 13‘691.-- (Fr. 24‘667.-- x 55.53%) ergibt. d) Zur Ermittlung des Eigenmietwertes der direkten Bundessteuer ist, wie hiervor unter Erw. 4b festgehalten wurde, ein Zuschlag von 20% auf den Eigenmietwert der Staats- steuer vorzunehmen. Demzufolge beträgt der Eigenmietw ert für die direkte Bundessteuer Fr. 16‘429.-- (Fr. 13‘691.-- x 120%). 7. Weiter unterliegt der Beurteilung, ob die von den Pflichtigen geltend gemachten Kosten für den Bootssteg sowie die Objektsteuer als Liegenschaft sunterhalt zum Abzug zuzulassen sind. 8. a) Nach Art. 32 Abs. 2 DBG können bei Liegenschaften im Privatvermögen die Un- terhaltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu e rworbenen Liegenschaften, die Versi- cherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dr itte abgezogen werden. Der Steuer- pflichtige kann für Grundstücke des Privatvermögens anstel le der tatsächlichen Kosten und Prämien einen Pauschalabzug geltend machen. Der Bundesra t regelt diesen Pauschalabzug (Art. 32 Abs. 4 DBG). Dabei kann in jeder Steuerperio de und für jede Liegenschaft zwischen dem Abzug der tatsächlichen Kosten und dem Pauschalab zug gewählt werden (Art. 3 der Ver- ordnung vom 24. August 1992 über den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Privatver- mögens bei der direkten Bundessteuer). Seite 9 b) Unterhaltskosten sind Aufwendungen, welche die Erh altung bisheriger Werte bezwecken und die nach längeren oder kürzeren Zeitabschnit ten erneut zu tätigen sind. Unter- haltsarbeiten lassen ein Gebäude in seiner Gestaltung, Form und Zweckbestimmung unverän- dert weiter bestehen; es werden einzig die mangelhaften Teile ersetzt oder instand gestellt. Un- terhaltsarbeiten sind Aufwendungen zur Erhaltung der Liegenschaft im bisherigen Zustand. Von den Unterhaltskosten zu unterscheiden sind Aufwendungen, welche zur Wertvermehrung eines Grundstücks führen. Solche wertvermehrende Aufwendungen sind bei der Einkommenssteuer nicht abzugsfähig (vgl. Schweighauser in: Nefzger/Simo nek/Wenk, Kommentar zum Steuerge- setz des Kantons Basel-Landschaft, § 29 N 111 ff.). c) Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermehr ung erfolgt nach ob- jektivtechnischen Kriterien. Alle Aufwendungen, welche ein Grundstück in einen besseren Zu- stand versetzten, d.h. zum Beispiel ein Haus in den Rang eines besser ausgestatteten, wertvol- leren Gebäudes aufrücken lassen, haben wertvermehrenden Charakter. Die Aufwendungen für die Instandstellung oder Modernisierung eines Grundstückes, welche einer eigentlichen Neuein- richtung gleichkommt, sind daher nicht als Unterhaltskoste n abzugsfähig (vgl. Rich- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steu ergesetz, 3. A., Zürich 2013, § 30 N 36 ff.). Zur Abgrenzung der abzugsfähigen Unterhalt skosten von den wertvermehrenden Auf- wendungen hat die Steuerverwaltung im Merkblatt "Lie genschaftsunterhalt, Energiesparmass- nahmen, Umwelt- und Lärmschutzmassnahmen, Denkmalpflege“ (Merkblatt), Stand 1.1.2015, einen nicht abschliessenden Katalog aufgestellt. d) Die Tatsachen, welche einen bestimmten Liegenschaf tsaufwand als abzugsfähi- gen Liegenschaftsunterhalt im Sinne von Art. 32 Abs. 2 DBG erscheinen lassen, sind steuer- mindernd und deshalb von der steuerpflichtigen Person darzutun und nachzuweisen (vgl. Der Steuerentscheid [StE] 1991 B 25.6 Nr. 21; Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des Steuer- rechts, 6. A., Zürich 2002, S. 416 und S. 453). Häufig kann eine einzelne bauliche Massnahme oder Anschaffung nicht als Ganzes entweder dem Aufwand oder den wertvermehrenden Auf- wendungen zugeteilt werden, da sie Elemente beider Ka tegorien umfasst. In diesen Fällen müssen die Kosten in abzugsfähigen Aufwand und wertver mehrende Aufwendungen zerlegt werden (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band II, 9. A., Bern 2002, § 41 N 84). 9. Nach gefestigter Rechtsprechung sind bei den selbst ge nutzten Liegenschaften nur die- jenigen Kosten als Unterhalt abzugsfähig, die mit dem steuerbaren Eigenmietwert in unmittelba- Seite 10 rem Zusammenhang stehen. Für die Abzugsfähigkeit solcher Kosten ist es daher notwendig, dass der liegenschaftliche Wert, an welchem der Unterha lt getätigt wurde, im Eigenmietwert enthalten ist. Dieser enge Konnex ist im Kanton Basel- Landschaft bei Garten- und Umge- bungsarbeiten in der Regel nicht vorhanden, weil der Eigenmietwert allein aufgrund des Ge- bäudewertes ermittelt wird (vgl. dazu den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 22. Januar 2014, publ. in BStPra, Bd. XXII, S. 62 f f.). Vorliegend wurde, wie hiervor gesehen, der Eigenmietwert der US-Liegenschaft aufgrund des Ka ufpreises bestimmt. Der Kaufpreis der Liegenschaft umfasst das Gebäude und das Land, so dass, da der zitierte enge Konnex gege- ben ist, vorliegend die Garten- und Umgebungsarbeiten abgezogen werden können. 10. a) Die Pflichtigen machen zunächst die Kosten für d en Bootssteg bzw. die Rech- nungen der C.____ in Höhe von $ 14‘250.-- sowie der D .____ in Höhe von $ 1‘500.--, total so- mit $ 15‘750.-- geltend. Zur Begründung führten sie aus, im Jahr 2012 habe man sich zu einer Teilerneuerung des bestehenden Bootsstegs entschieden, da die Holzkonstruktion, insbeson- dere der stützende und tragende Unterbau, durch den E influss des Salzwassers und des Mu- schelbefalls‚ reparaturbedürftig gewesen sei. Der beste hende mechanische Bootshebelift, wel- cher auf der Holzkonstruktion montiert sei, sei nicht erse tzt worden. Die Notwendigkeit der elektrischen Arbeiten sei eine Folge der werterhaltend en Zimmermannsarbeiten gewesen. Ge- mäss Auszug aus dem Lee County Property Appraiser betref fend die US-Liegenschaft (vgl. www.leepa.org ) wurde im Jahr 1986 ein Bootssteg errichtet. Dass dersel be im Jahr 2012, d.h. 26 Jahre später von den Pflichtigen ersetzt werden musst e, ist nachvollziehbar. Es handelt sich somit um werterhaltende Unterhaltsarbeiten, welche zum Abzug zuzulassen sind. b) Die Pflichtigen machen weiter die in den USA bezah lte Objektsteuer in Höhe von $ 5‘700.-- geltend. Gemäss dem zitierten Merkblatt, Aussche idungskatalog, Ziff. 10.2.6 sind aus- serkantonale Liegenschaftssteuern (Objektsteuern) vollumfä nglich als Unterhaltskosten zum Abzug zuzulassen. Für internationale Liegenschaftssteuern kann nichts anderes gelten, so dass die bezahlte Property Tax in Höhe von $ 5‘700.-- zum Abzug zuzulassen ist. c) Zusammenfassend ergibt sich damit ein abzugsfähiger Lie genschaftsunterhalt in Höhe von $ 21‘450.-- ($ 15‘750.-- + $ 5‘700.--), welcher gemäss Jahresmittelkurs der Eidgenössi- schen Steuerverwaltung (ESTV) des Jahres 2012 von 0.937918 umzurechnen ist, was Fr. 20‘118.-- ($ 21‘450.-- x 0.937918) ergibt. Seite 11 11. Unter Verweis auf die vorstehenden Ausführungen i st abschliessend darauf hinzuwei- sen, dass die US-Liegenschaft nur für die Satzbestimmung zu berücksichtigen ist und die Aus- scheidungsverluste nicht zu übernehmen sind. Aufgrund all dieser Ausführungen ist die Beschwerde demnach teilweise gutzuheissen. 12. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens und einem Obsiegen in der Höhe von rund 30% sind den Beschwerdeführern nach Art. 144 Abs. 1 DB G reduzierte Verfahrenskosten auf- zuerlegen. Seite 12 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. 2. Die Steuerverwaltung wird angewiesen, die Beschw erdeführer im Sinne der Erwägun- gen neu zu veranlagen, inkl. internationaler Ausscheidung, und zwar mit folgenden Pa- rametern: - Eigenmietwert US-Liegenschaft Fr. 16‘429.--, - Unterhaltsabzug US-Liegenschaft Fr. 20‘118.--, - US-Liegenschaft nur für die Satzbestimmung, - Ausscheidungsverlust nicht übernehmen. 3. Den Beschwerdeführern werden gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG reduzierte Verfahrens- kosten in der Höhe von Fr. 560.-- (inkl. Auslagen von pa uschal Fr. 100.--) auferlegt, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechne t werden. Der zu viel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 240.-- wird den Beschwerdeführern zurückerstattet. 4. Mitteilung an die Beschwerdeführer (1), die Eidg enössische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3).