<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-12-03-7B_1078-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_1078/2024, 7B_1079/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. Dezember 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Lustenberger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, </div> <div class="para">Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">7B_1078/2024 </div> <div class="para">Einstellung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">7B_1079/2024 </div> <div class="para">Nichtanhandnahme, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerden gegen die Entscheide des Obergerichts des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 3. September 2024 </div> <div class="para">(SBK.2024.183, SBK.2024.185). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">B.B.________ stellte am 16. August 2022 Strafantrag gegen A.________ wegen Drohung und übler Nachrede und konstituierte sich als Privatklägerin. Nachdem sie ihren Strafantrag und die Privatklage zurückgezogen hatte, stellte die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm das Strafverfahren ein. Sie auferlegte A.________ die Verfahrenskosten und sprach ihm keine Entschädigung und keine Genugtuung zu. Eine von A.________ hiergegen erhobene Beschwerde, beschränkt auf den Kosten- und Entschädigungspunkt, wies das Obergericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 3. September 2024 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">A.________ stellte seinerseits am 2. November 2022 Strafantrag gegen den Ehemann von B.B.________, C.B.________ und warf ihm vor, seine Ehefrau zu falschen Anschuldigungen angestiftet zu haben. Am 6. Juni 2024 nahm die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm eine entsprechende Strafuntersuchung nicht an die Hand. Dagegen gelangte A.________ wiederum ans Obergericht des Kantons Aargau. Dieses wies seine Beschwerde ebenfalls mit Entscheid vom 3. September 2024 ab, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Gegen die beiden Entscheide erhebt A.________ Beschwerde beim Bundesgericht. Er ersucht darum, dass er im gegen ihn geführten Verfahren vollumfänglich von der Bezahlung von Verfahrenskosten befreit wird und dass C.B.________ zur Rechenschaft gezogen wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die beiden Beschwerden beziehen sich auf denselben Sachverhalt und werfen zwar nicht die gleichen, in der vorliegenden Konstellation aber doch miteinander verknüpfte Rechtsfragen auf. Die beiden Verfahren sind daher zu vereinigen und die Beschwerden in einem einzigen Urteil zu behandeln (vgl. <span class="artref">Art. 71 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 24 BZP</span> [SR 273]; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=16.11.2024&amp;to_date=05.12.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-215%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page215">BGE 133 IV 215</a> E. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Beim Bundesgericht eingereichte Rechtsschriften haben ein Begehren und eine Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>). In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). Um diesem Erfordernis zu genügen, muss die beschwerdeführende Partei mit ihrer Kritik bei den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=16.11.2024&amp;to_date=05.12.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-297%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page297">BGE 146 IV 297</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=16.11.2024&amp;to_date=05.12.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">140 III 86</a> E. 2). Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten einschliesslich Willkür in der Sachverhaltsfeststellung bestehen qualifizierte Rügeanforderungen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz stützt sich in ihrem Kosten- und Entschädigungsentscheid betreffend das gegen den Beschwerdeführer geführte Verfahren auf <span class="artref">Art. 426 Abs. 2 StPO</span> und führt aus, sein Verhalten stelle eine Missachtung der Persönlichkeitsrechte von B.B.________ dar. Indem er ihr nachgestellt sei, sie belästigt und Unwahrheiten über sie erzählt habe, habe er gegen <span class="artref">Art. 28 ZGB</span> verstossen, womit ein zivilrechtlich vorwerfbares Verhalten vorliege. Die Vorinstanz begründet diese Einschätzung einlässlich, indem sie sich mit der geltenden Rechtslage und verschiedenen Beweismitteln, namentlich den Aussagen von B.B.________, denjenigen des Beschwerdeführers und der Auswertung von dessen Mobiltelefon befasst. </div> <div class="para">Was der Beschwerdeführer dagegen vorträgt, erfüllt die vor Bundesgericht geltenden Begründungsanforderungen nicht. Er begnügt sich wie bereits im kantonalen Verfahren damit, B.B.________ als Opfer ihres Ehemanns darzustellen; er habe ihr nur aus Zivilcourage helfen wollen. Damit widerspricht seine Darstellung diametral der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz, ohne dass er diese als willkürlich rügen oder sich auch nur ansatzweise mit deren Argumentation befassen würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Mit derselben Begründung versucht der Beschwerdeführer, sich gegen den vorinstanzlichen Entscheid betreffend Nichtanhandnahme eines Verfahrens gegen C.B.________ zur Wehr zu setzen. Auch hier genügt es jedoch nicht, das Narrativ von B.B.________ als wehrloses Opfer bzw. unterdrückte Frau zu beüben. Vielmehr hätte sich der Beschwerdeführer mit der gegenteiligen vorinstanzlichen Einschätzung auseinandersetzen müssen, wonach sich B.B.________ nicht wegen Drohungen ihres Ehemanns zur Anzeigeerstattung veranlasst sah, sondern wegen des Verhaltens des Beschwerdeführers selber. Dabei hätte er darlegen müssen, weshalb diese Einschätzung qualifiziert fehlerhaft ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Insgesamt fehlt es den beiden Beschwerden an einer hinreichenden Auseinandersetzung mit den angefochtenen Entscheiden und damit an einer tauglichen Begründung. Darauf ist nicht einzutreten. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer für die beiden bundesgerichtlichen Verfahren kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerden abzuweisen (vgl. <span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt die Einzelrichterin:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 7B_1078/2024 und 7B_1079/2024 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 750.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. Dezember 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Einzelrichterin: Koch </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Lustenberger </div> </div></body></html>