A bteilung III C -626/2006 {T 0/2} U rteil vom 14. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Blaise Vuille; R ichter Bernard Vaudan; G erichtsschreiber R udolf G run. A ._______, Beschw erdeführer, vertreten durch H errn R echtsanw alt Peter Bolzli, Lang- strasse 4, 8004 Zürich, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend A usdehnung der kantonalen W egw eisung in Bezug auf A ._______, B ._______ und C ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer (geb. 1971, Staatsangehöriger von Serbien) gelangte Ende 1995 in die Schw eiz, heiratete am 10. Februar 1996 die Schw eizer Bürgerin W ._______ und erhielt in der Folge eine Aufenthalts- bew illigung, w elche letztm als bis 9. August 2000 verlängert w urde. im Juni 1999 reisten B._______ und C ._______ (geb. 1993 und 1995), die aus einer Verbindung m it D ._______ (geb. 1971) stam m en, zu ihrem Vater (Beschw erdeführer). Im Juli 1999 kam auch D ._______ in die Schw eiz und ersuchte um Asyl. Sie gebar im Januar 2001 E._______ und im M ai 2002 F._______, w obei der Beschw erdeführer der Vater dieser beiden Kinder ist. M it U rteil vom 5. D ezem ber 2002 schloss die Schw eizerische Asyl- rekurskom m ission (AR K) dieses Asylverfahren ab und ordnete die vorläu- fige Aufnahm e der Lebenspartnerin des Beschw erdeführers und der bei- den jüngeren Kinder w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs an. D er Beschw erdeführer, seine Lebenspartnerin und die vier gem einsam en Kinder leben alle zusam m en in einem H aushalt. B. Am 18. Septem ber 2001 lehnte das M igrationsam t des Kantons Zürich das G esuch des Beschw erdeführers vom 14. Juli 2000 um Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung ab und hielt im W esentlichen fest, dass m it einer W iederaufnahm e der im D ezem ber 1998 aufgegebenen ehelichen Bezie- hung zw ischen ihm und W ._______ nicht m ehr gerechnet w erden könne, w om it sich Ersterer in rechtsm issbräuchlicher W eise auf eine nur noch for- m ell bestehende Ehe berufe. M it Beschluss vom 9. Februar 2005 w ies der R egierungsrat des Kantons Zürich den gegen diese Verfügung erhobenen R ekurs ab und beauftragte das M igrationsam t, die 1999 in die Schw eiz eingereisten Kinder des Beschw erdeführers, B._______ und C ._______, in dessen W egw eisung einzubeziehen und dem BFM die Akten betreffend D ._______, E._______ und F._______ vorzulegen zw ecks Prüfung der Frage, ob deren vorläufige Aufnahm e infolge W egw eisung des Beschw erdeführers und der älteren Kinder aufzuheben sei. D ie gegen diesen Beschluss eingereichte Beschw erde w ies das Verw altungsgericht des Kantons Zürich m it Entscheid vom 24. August 2005 letztinstanzlich ab. C . Auf kantonalen Antrag vom 17. Februar 2006 hin dehnte das BFM die W egw eisung des Beschw erdeführers und der Kinder B._______ und C ._______ m it Verfügung vom 22. Februar 2006 auf das ganze G ebiet der Schw eiz und des Fürstentum s Liechtenstein aus. D ie Ausreisefrist w urde auf den 30. April 2006 festgesetzt und das M igrationsam t des Kantons Zürich m it dem Vollzug der W egw eisung beauftragt. G leichzeitig w urde einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung entzogen. Ebenfalls m it Verfügung vom 22. Februar 2006 hob das BFM die vorläufige Aufnahm e der Lebenspartnerin des Beschw erdeführers und der beiden jüngeren Kinder auf. D . M it Eingabe vom 22. M ärz 2006 legte der Beschw erdeführer R echtsm ittel beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) ein m it dem 3 Begehren, die Verfügung betreffend ihn und der beiden älteren Kinder sei aufzuheben und die Sache zur ergänzenden W ürdigung des Sachverhalts und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Eventuali- ter sei die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festszustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. In verfahrensrechtlicher H insicht ersuchte er um Sistierung des Verfahrens, bis über den bei der AR K ein- gereichten R ekurs seiner Lebenspartnerin und der gem einsam en Kinder E._______ und F._______ entschieden w orden sei, bzw . um eine Koordination der beiden Beschw erdeverfahren. Ferner beantragte er die W iederherstellung der aufschiebenden W irkung der Beschw erde. Zur Begründung w ird unter H inw eis auf den Inhalt des bei der AR K einge- reichten R ekurses insbesondere eine m angelhafte W ürdigung des Sach- verhalts geltend gem acht, indem die Vorinstanz sich nicht m it dem Asyl- verfahren der Lebenspartnerin auseinandergesetzt habe. D em Beschw er- deführer sei es nicht zum utbar, zusam m en m it seiner Fam ilie w ieder nach Südserbien zurückzukehren. Als Angehörige der albanischen M inderheit seien sie dort Behelligungen ausgesetzt, die es der Fam ilie insgesam t ver- unm öglichten, eine Existenzgrundlage zu finden. D ie Fam ilie w ürde nicht nur kein Erw erbseinkom m en erzielen können, sondern auch beim Zugang zu Sozialhilfe und m edizinischer Versorgung noch schlechter versorgt sein als die M ehrheitsbevölkerung, der es angesichts der anhaltenden Krise seit dem Krieg w irtschaftlich ohnehin ebenfalls sehr schlecht gehe. Eine solche desolate Situation w ürde die Fam ilie aber auch psychisch derart belasten, dass das Kindesw ohl aller betroffenen Kinder beeinträchtigt w ür- de. Andererseits seien – w ie aus einem Bestätigungsschreiben der Stadt- verw altung Illnau-Effretikon vom 17. M ärz 2006 hervorgehe – der Be- schw erdeführer und seine Fam ilienangehörigen in der Schw eiz gut inte- griert. Schliesslich w ürden bei einer ganzheitlichen Betrachtung im Sinne der Praxis der AR K zu Art. 44 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) sow ie zur Kinderrechtskonvention die beiden seit lan- ger Zeit eingeschulten Kinder den Ausschlag dafür geben, dass der Voll- zug der W egw eisung für alle Betroffenen unzum utbar sei. E. M it Zw ischenverfügung vom 7. April 2006 stellte der dam als zuständige Beschw erdedienst des EJPD die aufschiebende W irkung der Beschw erde w ieder her und w ies das M igrationsam t des Kantons Zürich an, einstw eilen von Vollzugsm assnahm en abzusehen und dem Beschw erdeführer sow ie den beiden älteren Kinder die Anw esenheit im Kanton w ährend der D auer des Verfahrens zu gestatten. G leichzeitig w urde das G esuch um Sistierung des Verfahrens abgew iesen. F. D ie Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehm lassung vom 4. M ai 2006 auf Ab- w eisung der Beschw erde und führt insbesondere aus, dass sich die Situa- tion der ethnischen Albaner in Südserbien seit dem Friedensschluss vom 21. M ai 2001 sichtlich stabilisiert habe. W eder die geographische noch die ethnische Zugehörigkeit des Beschw erdeführers und seiner Fam ilie w ür- den som it dem Vollzug der W egw eisung entgegenstehen. G . In der R eplik vom 7. Juni 2006 hält der Beschw erdeführer an seiner Be- schw erde fest und verw eist im W esentlichen nochm als auf die Verw urze-4 lung in der Schw eiz, die auch im R ahm en der Zum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs nach Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) zu berücksichtigen sei. Bei der Zum utbarkeitsprüfung sei die D au- er der bisherigen Anw esenheit und das Ausm ass der Integration von ent- scheidender Bedeutung. Ein H erausreissen aus dieser Verw urzelung hätte im vorliegenden Fall eben eine unzum utbare H ärte zur Folge. Auf die w eitere Begründung w ird – sow eit entscheiderheblich – in den Er- w ägungen eingegangen. H . M it U rteil vom 15. D ezem ber 2006 w ies die AR K die Beschw erde der Le- benspartnerin und der beiden jüngeren Kinder letztinstanzlich ab und be- stätigte die vom BFM verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e, w o- bei deren Vollzug der W egw eisung als zulässig, zum utbar und m öglich er- achtet w urde. G leichzeitig w urde auch die von der Vorinstanz im plizit fest- gestellte U nzuständigkeit zur Prüfung einer schw erw iegenden persönli- chen N otlage der beiden älteren Kinder (N ichteinbezug in das asylrechtli- che Verfahren der Lebenspartnerin des Beschw erdeführers) bestätigt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Verfügungen des BFM betr. Ausdehnung der kantonalen W egw eisung un- terliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 AN AG i.V.m . Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verw al- tungsgerichtsgesetzes bereits beim EJPD hängige R echtsm ittelverfahren w erden vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. D ie Beurteilung er- folgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 4 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem - ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 2. D er Beschw erdeführer ist als Verfügungsbetroffener legitim iert. Auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist einzutreten. 3. G em äss Art. 12 Abs. 3 AN AG ist ein Ausländer unter anderem dann zur Ausreise verpflichtet, w enn ihm die Erteilung oder Verlängerung einer Be- w illigung verw eigert w ird (gem äss Art. 15 Abs. 1 und Art. 18 AN AG liegt die Zuständigkeit bei der kantonalen Frem denpolizeibehörde). D ie zustän- dige Behörde hat diesfalls den Tag festzusetzen, an dem die Aufenthalts- berechtigung aufhört, das heisst sie hat dem Ausländer eine Ausreisefrist anzusetzen. Ist die Behörde eine kantonale, so hat der Ausländer aus dem Kanton, ist sie eine eidgenössische, so hat er aus der Schw eiz auszurei- sen. D ie eidgenössische Behörde kann die Pflicht zur Ausreise aus dem Kanton auf die ganze Schw eiz ausdehnen (nachfolgend als Ausdehnung oder Ausdehnungsverfügung bezeichnet). Art. 17 Abs. 2 der Vollziehungs-5 verordnung vom 1. M ärz 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und N ie- derlassung der Ausländer (AN AV, SR 142.201) präzisiert diese N orm , in- dem dort (letzter Satz) festgehalten w ird, dass das Bundesam t "in der R e- gel die Ausdehnung der W egw eisung auf die ganze Schw eiz" verfügt, "w enn nicht aus besonderen G ründe dem Ausländer G elegenheit geboten w erden soll, in einem anderen Kanton um eine Bew illigung nachzusuchen". 3.1 Zum Verständnis der R egelung ist vorw eg auf Art. 1a AN AG hinzuw eisen. D anach ist ein Ausländer dann zur Anw esenheit in der Schw eiz berechtigt, w enn er über eine Aufenthalts- oder N iederlassungsbew illigung verfügt oder nach dem G esetz keiner solchen bedarf (zum letzteren vgl. Art. 2 AN AG und Art. 1 AN AV). Besitzt er keine Bew illigung und kann er sich auch nicht auf ein gesetzliches Bleiberecht berufen, ist sein Aufenthalt ille- gal, und er ist von G esetzes w egen verpflichtet, die Schw eiz zu verlassen (vgl. Art. 18 AN AG , sow ie: N IC O LA S W ISA R D , Les renvois et leur exécution en droit des étrangers et en droit d'asile, Basel/Frankfurt a.M . 1997, S. 102). Seine W egw eisung ist vor diesem H intergrund kein Eingriff in ein irgend- w ie geartetes Anw esenheitsrecht, sondern eine exekutorische M assnahm e zur Beseitigung eines rechtsw idrigen Zustandes (vgl. AN D R EAS ZÜ N D , Been- digung der Anw esenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: PETER U EBE R SAX/PETER M Ü N C H /TH O M A S G EIS ER /M AR TIN AR N O LD [H rsg.], Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, Privatrecht, Steuer- recht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, R z. 6.53 m it H inw eisen) und zugleich dessen logische und nicht in Frage zu stel- lende Konsequenz (Art. 12 Abs. 3 zw eiter Satz AN AG verleiht der Behörde kein Entschliessungserm essen; vgl. dazu W ISAR D , a.a.O ., S. 130). D ie W egw eisung kann bei dieser Konstellation nam entlich nicht dadurch in Frage gestellt w erden, dass die Ausreisefrist them atisiert w ird, beispiels- w eise indem geltend gem acht w ird, es bestehe ein überw iegendes privates Interesse am w eiteren Verbleib in der Schw eiz. Vorbringen, die solches zum Inhalt haben, sind in das Bew illigungsverfahren oder – nach Verw ei- gerung einer Bew illigung – in das dafür vorgesehene R echtsm ittelverfah- ren einzubringen (vorbehalten bleiben Vollzugshindernisse im Sinne von Artikel 14a AN AG , dazu w eiter unten; vgl. ferner W ISA R D , a.a.O ., S. 103). 3.2 D as G esagte gilt grundsätzlich für die ebenfalls exekutorisch w irkende Ausdehnungsverfügung. W urde der Ausländer im Anschluss an einen ne- gativen kantonalen Bew illigungsentscheid aus dem Kanton w eggew iesen und hat er als Folge davon kein R echt zum Aufenthalt in der Schw eiz (Art. 1a AN AG ), kann er die Ausreiseverpflichtung selbst nicht zum Them a des Verfahrens m achen (vorbehalten bleiben auch hier Vollzugshindernisse im Sinne von Artikel 14a AN AG , dazu w eiter unten). Es ist ihm nam entlich verw ehrt, Interessen einzubringen, die auf den w eiteren Verbleib in der Schw eiz gerichtet sind; denn die Ausreiseverpflichtung ist die gesetzliche Folge des fehlenden Aufenthaltsrechts und ein Aufenthaltsrecht, das not- w endig w äre, um die Ausreisepflicht zu beseitigen, w ird dem Ausländer durch den Verzicht auf eine Ausdehnungsverfügung nicht verm ittelt. D ies ist schon deshalb nicht m öglich, w eil die sachliche Zuständigkeit zur Lega-6 lisierung des Aufenthaltes nach der geltenden bundesstaatlichen Kom pe- tenzausscheidung nicht beim Bund, sondern bei den Kantonen liegt. D er Bund hat w ohl die M öglichkeit, im Einzelfall eine frem denpolizeiliche R ege- lung durch den Kanton zu verhindern, um gekehrt besitzt er aber keine Kom petenz, einen Kanton zur frem denpolizeilichen R egelung eines Aus- länders anzuhalten oder ihn auch nur zu dulden (vgl. Art. 18 AN AG ; vorbe- halten bleibt das Asylrecht, das hier nicht von Bedeutung ist, sow ie die vorläufige Aufnahm e, zu letzterer w eiter unten). 3.3 Vor diesem H intergrund ist die R egelung von Art. 17 Abs. 2 AN AV zu ver- stehen, w onach auf die Ausdehnung verzichtet w erden kann, w enn dem Ausländer aus besonderen G ründen G elegenheit gegeben w erden soll, in einem anderen Kanton um Bew illigung nachzusuchen (vgl. BG E 129 II 1 E. 3.3 S. 7). D a auf der einen Seite der Verzicht auf die Ausdehnung an der Illegalität des Aufenthaltes nichts ändert, und es auf der anderen Seite nicht angeht, einen rechtsw idrigen Zustand in Kauf zu nehm en, ist Art. 17 Abs. 2 AN AV in dem Sinne auszulegen, dass von einer Ausdehnung Ab- stand genom m en w erden kann, w enn in einem D rittkanton ein Bew illi- gungsverfahren hängig ist und der D rittkanton dem Ausländer den Aufent- halt w ährend des Verfahrens gestattet. Im Verhältnis zum w egw eisenden Kanton erübrigt sich jede M assnahm e, w eil die Ausdehnungsverfügung von G esetzes w egen dem Schicksal der kantonalen W egw eisung folgt (Ak- zessorietät der Ausdehnungsverfügung). Ist die kantonale W egw eisung vorderhand nicht w irksam , w eil beispielsw eise ein ordentliches R echtsm it- tel m it aufschiebender W irkung ergriffen oder einem ausserordentlichen R echtsm ittel die aufschiebende W irkung zuerkannt w urde, dann ist es auch die Ausdehnungsverfügung nicht. D asselbe gilt, w enn der w egw ei- sende Kanton um W iedererw ägung ersucht und dem Betroffenen im R ah- m en einer vorsorglichen M assnahm e der Aufenthalt w ährend des Verfah- rens gestattet w ird. W ird schliesslich die kantonale W egw eisung aufgeho- ben, fällt auch die Ausdehnungsverfügung dahin. In allen diesen Fällen tre- ten die W irkungen in Bezug auf die Ausdehnungsverfügung ein, ohne dass es hierzu einer Anordnung der Bundesbehörden bedürfte. 4. D er Beschw erdeführer besass nach der durch den Entscheid des Verw al- tungsgerichts des Kantons Zürich vom 24. August 2005 bestätigten N icht- verlängerung der Aufenthaltsbew illigung keinen R echtstitel, der ihm den w eiteren rechtm ässigen Verbleib in der Schw eiz erm öglicht hätte. D ie bei- den älteren Kinder hatten gar nie einen entsprechenden Aufenthaltstitel und w urden m it Beschluss des R egierungsrates des Kantons Zürich vom 9. Februar 2005 in die W egw eisung des Beschw erdeführers aus dem Kan- ton einbezogen. D aran verm ag auch das am 15. M ärz 2006 beim Kanton Zürich eingereichte W iedererw ägungsgesuch betreffend Verlängerung bzw . Erteilung der Aufenthaltsbew illigung, w elches am 11. M ai 2006 erstin- stanzlich abgew iesen w urde und zur Zeit beim R egierungsrat des Kantons Zürich hängig ist, nichts zu ändern. In der Beschw erde w ird sodann nicht geltend gem acht, dass ein anderer Kanton bereit w äre, den Aufenthalt des Beschw erdeführers und der Kinder B._______ und C ._______ zu regeln. D aher besteht kein Spielraum , vom G rundsatz der Ausdehnung der 7 kantonalen W egw eisung auf das ganze G ebiet der Schw eiz abzuw eichen. D as hat auch zur Folge, dass im vorliegenden Verfahren keine Argum ente m ehr vorgebracht w erden können, die das rechtskräftige abgeschlossene Aufenthaltsbew illigungsverfahren betreffen bzw . dort oder im hängigen W iedererw ägungsverfahren hätten geltend gem acht w erden m üssen (u.a. die Berufung des Beschw erdeführers auf Art. 8 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten [EM R K, SR 0.101]). In einem U rteil vom 19. D ezem ber 2003 (2P.143/2003 E. 3) stellte denn auch das Bundesgericht fest, dass in der D urchsetzung eines rechtskräftigen Entscheids – und darum geht es auch im vorliegenden Ausdehnungsverfahren – kein Verstoss gegen das beiläufig m itangerufene R echt auf Achtung des Privatlebens gem äss Art. 8 EM R K liegen kann. 5. U nabhängig von der Bestätigung der Ausdehnungsverfügung bleibt zu prü- fen, ob dem Vollzug der W egw eisung H indernisse entgegenstehen (Art. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG ) und das zuständige Bundesam t deshalb gestützt auf Art. 14a Abs. 1 AN AG die vorläufige Aufnahm e hätte verfügen m üssen (vgl. ALAIN W U R ZBU R G E R , La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en m a- tière de police des étrangers, in: R evue de droit adm inistratif et de droit fis- cal [R D AF], Septem ber 1997, S. 306). In diesem Zusam m enhang gilt es darauf hinzuw eisen, dass die vorläufige Aufnahm e als Ersatzm assnahm e für den Vollzug der W egw eisung ausgestaltet ist. Sie tritt neben die W eg- w eisung, deren Bestand sie nicht tangiert, sondern vielm ehr voraussetzt (BBl 1990 647; W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frank- furt a.M . 1990, S. 200). Vollzugshindernisse können som it die Ausdeh- nungsverfügung als solche nicht in Frage stellen (vgl. Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 62.52). 6. D er Vollzug der W egw eisung ist nicht m öglich, w enn die ausländische Per- son w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D ritt- staat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz – insbesondere jene der EM R K und des Ab- kom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) – einer W eiterreise in den H eim at-, H erkunfts- oder D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6.1 Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte, die darauf hindeuten w ürden, einer R ückkehr des Beschw erdeführers und seiner bei- den älteren Kinder stünden technische H indernisse im W eg oder es drohe ihnen in ihrem H eim atland Verfolgung, Folter oder eine andere Art grausa- m er und unm enschlicher Behandlung oder Bestrafung (vgl. Art. 1A Ziff. 2 i.V.m . Art. 33 FK sow ie Art. 3 EM R K; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 und 3 der Schw eizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 6.2 D em gegenüber stellt sich vorliegend die Frage einer konkreten G efähr- dung. Eine solche kann bestehen aufgrund einer im H eim atland herrschen- den politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si-8 tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efah- renm om ente, w ie beispielsw eise der N ichterhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung. W irtschaftliche Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Bevölkerung regelm ässig betroffen ist, w ie W ohnungsnot oder ein schw ieriger Arbeitsm arkt, verm ögen keine konkrete G efährdung zu begründen. D agegen ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum utbar, w enn sich die ausländische Person im Falle einer zw angsw eisen R ückkehr in ihren H eim atstaat m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer existenzge- fährdenden Situation ausgesetzt sähe. Eine solche Situation liegt nam ent- lich dann vor, w enn die w eggew iesene Person unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernsthaften Ver- schlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichts C - 598/2006 vom 16. April 2007 E. 7.2 m it w eiteren H inw eisen). 6.2.1 In der R echtsm itteleingabe m acht der Beschw erdeführer als H indernis für den W egw eisungsvollzug hauptsächlich geltend, er und seine Fam ilie sei- en als Angehörige der albanischen M inderheit in Südserbien Behelligun- gen ausgesetzt, die es ihnen verunm öglichten, eine Existenzgrundlage zu finden. W ie bereits die AR K in ihrem U rteil vom 15. D ezem ber 2006 (Ziff. 5.3.1) diesbezüglich zutreffend festhielt, ist die allgem eine Situation in Südser- bien nicht konfliktfrei, die Integration der albanischen Bevölkerung in serbi- sche Strukturen verbesserungsw ürdig, die ökonom ischen Verhältnisse schlecht und die Arbeitslosigkeit – insbesondere unter der albanischen Be- völkerung – hoch. Solche Faktoren stellen w ohl ein gew isses G efähr- dungspotenzial dar; es droht aber w eder ein bew affneter Konflikt, noch kann von allgem einer G ew alt und dam it konkreter G efährdung der ethni- schen Albaner im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ausgegangen w erden. Insgesam t hat sich die Lage trotz Aktivitäten von extrem istischen Kräften auf albanischer und serbischer Seite stabilisiert. Aus den Akten (insbeson- dere den beigezogenen Asylakten N ... der Lebenspartnerin des Be- schw erdeführers) geht hervor, dass sow ohl der Beschw erdeführer als auch seine Lebenspartnerin in ihrer H eim at über enge verw andtschaftliche Be- ziehungen verfügen. D er Beschw erdeführer und seine Lebenspartnerin lebten ferner vor ihrer Ausreise in einer R egion Südserbiens, die zu 50 bis 80 % von einer albanischen Bevölkerung bew ohnt w ird. D ies, die engen verw andtschaftlichen Beziehungen und die Tatsache, dass der Beschw er- deführer bis zum 25. Altersjahr in Südserbien gelebt hat, dürfte die R einte- gration bei einer R ückkehr in die H eim at erleichtern. Sein Alter von 36 Jah- ren sow ie seine in der Schw eiz ausgeübte Berufstätigkeit sprechen eben- falls dafür, dass er sehr w ohl in der Lage sein dürfte, sich in der alten H ei- m at eine neue Existenz aufzubauen. D ie dam it verbundenen vorüberge- henden U nannehm lichkeiten w ie W ohnungs- und Arbeitssuche sind dabei in Kauf zu nehm en. Schliesslich ist davon auszugehen, dass die Fam ilie allenfalls m it einer finanziellen U nterstützung durch den in der Schw eiz le- benden O nkel der Lebenspartnerin rechnen kann. 6.2.2 Im W eitern bringt der Beschw erdeführer vor, im R ahm en der Zum utbarkeit 9 des W egw eisungsvollzugs sei im Sinne der Praxis der AR K zu Art. 44 Abs. 3 AsylG (schw erw iegende persönliche N otlage) die D auer der bisherigen Anw esenheit und das Ausm ass der integration m itzuberücksichtigen. Ins- besondere die beiden seit langer Zeit in der Schw eiz eingeschulten Kinder B._______ und C ._______ w ürden den Ausschlag dafür geben, dass der Vollzug der W egw eisung für alle Betroffenen unzum utbar sei. D er Beschw erdeführer verkennt dabei aber, dass Artikel 44 Abs. 3 AsylG (im übrigen m it der Teilrevision des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 per 1. Januar 2007 aufgehoben) im vorliegenden Verfahren nicht anw end- bar ist. Zudem ist der U m stand, dass sich der Beschw erdeführer und ins- besondere seine eingeschulten Kinder seit vielen Jahren in der Schw eiz aufgehalten (bei B._______ und C ._______ ist es sogar der überw iegende Teil ihres Lebens) und sich bis zu einem bestim m ten G rad integriert ha- ben, grundsätzlich nicht relevant. Bei der Beurteilung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs nach Art. 14a Abs. 4 AN AG kom m t es näm lich nicht auf die Verhältnisse im G astland (Aufenthaltsdauer, Integration, Einschu- lung, hier lebende Verw andte), sondern in erster Linie auf die Situation im H eim atland an (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichts C -632/2006 vom 28. M ärz 2007 E. 5.2, sow ie VPB 62.52). D en hier eingeschulten Kin- dern, die den grössten Teil ihres bisherigen Lebens in der Schw eiz ver- bracht haben, dürfte die R eintegration in eine für sie ungew ohnte U m ge- bung w ohl nicht leicht fallen. Andererseits sind sie in einem Alter (12 und 14 Jahre), indem noch im m er die Eltern die engsten Bezugspersonen dar- stellen. D ie gem einsam e R ückkehr und das Zusam m enleben m it den engsten Bezugspersonen dürfte ihnen die R eintegration nach anfänglichen Schw ierigkeiten denn auch erleichtern. Von einer überm ässigen H ärte und dam it einer relevanten Beeinträchtigung des Kindesw ohls gem äss Art. 3 Abs. 1 des Ü bereinkom m ens vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes (Kinderrechtskonvention, SR 0.107) kann daher nicht ausgegangen w erden. Im Ü brigen können aus der Kinderrechtskonvention w eder ein Aufenthaltsanspruch noch das R echt auf den Aufenthaltsort abgeleitet w erden, der für das W ohl des Kindes am besten ist. 6.2.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass sich der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers und der Kinder B._______ und C ._______ als zum utbar erw eist. 7. Aus diesen D arlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt (vgl. Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist dem zufolge abzuw eisen. D am it w ird der m it Zw ischenverfügung des EJPD vom 7. April 2006 angeordnete Vollzugsstopp gegenstandslos. 8. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Be- schw erdeführer kostenpflichtig (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfah- renskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]).10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt. D iesen Betrag hat der Beschw erdeführer innert 30 Tagen m it beilie- gendem Einzahlungsschein der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilagen: Einzahlungsschein, an- gefochtene Verfügung im O riginal) - der Vorinstanz (eingeschrieben; Akten R ef-N r. ... und N ... zurück) - dem M igrationsam t des Kantons Zürich m it den Akten ZH ... D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf R udolf G run Versand am :