<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00260</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106461&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00260</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.12.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Für die Bemessung des Mehrlängenzuschlages gelten die vorspringenden Fassadenteile nur dann als selbständig, wenn ihr gegenseitiger Abstand wenigstens der Summe der bauordnungsgemässen Grundabstände entspricht. Dieses Mass kann nicht durch nachbarliche Vereinbarung verringert werden. Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEHRLÃNGENZUSCHLAG">MEHRLÃNGENZUSCHLAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NÃHERBAURECHT">NÃHERBAURECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)">WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 260 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 270 Abs. III PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 BZO ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 lit. III BZO ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2002 Nr. 6</span><br/><span class="ungerade">RB 2001 Nr. 71</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich erteilte am 5. Dezember 2000 B und C die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Erstellung von Balkon­anbauten an der seitlich gegliederten Westfassade des Doppelmehrfamilienhauses Vers.Nr. 1 und 2 auf den GrundstÃ¼cken Kat.Nrn. 3 und 4 an der L-strasse in ZÃ¼rich. Die Baubewilligung erfolgte u.a. unter folgenden Auflagen und Bedingungen: </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. 2. FÃ¼r das Hineinragen der Balkone in der GebÃ¤udenische und an den GebÃ¤udevorsprÃ¼ngen in den Grenzabstandsbereich ist die Zustimmung der EigentÃ¼mer der GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 5 und 6 zu einem NÃ¤herbaurecht im Sinne von § 270 Abs. 3 PBG erforderlich (gilt als Alternativ-Auflage zu Ziff. I 3 dieses Beschlusses). </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. 3. Falls die nachbarliche Zustimmung gemÃ¤ss Auflage Ziff. I 2 nicht beigebracht werden kann, ist auf die Balkone an den GebÃ¤udevorsprÃ¼ngen zu verzichten und die Balkone in der GebÃ¤udenische sind im Sinne von ErwÃ¤gung lit. d Abs. 1 dieses Beschlusses zurÃ¼ckzusetzen bzw. zu verschmÃ¤lern (gilt als Alternativ-Auflage zu Ziff. I 2 dieses Beschlusses). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhoben B und C am 9. Januar 2001 Rekurs an die Baurekurskommission I und beantragten zur Hauptsache die Aufhebung von Disp. Ziff. I.2 und I.3. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Entscheid vom 8. Juni 2001 hiess die Baurekurskommission I den Rekurs teilweise gut und fasste die Disp. Ziffern I.2 und I.3 des Beschlusses der Bausektion der Stadt ZÃ¼rich vom 5. Dezember 2001 wie folgt neu: </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. 2. FÃ¼r das Hineinragen der Balkone an den GebÃ¤udevorsprÃ¼ngen in den Grenzabstandsbereich ist die Zustimmung der EigentÃ¼mer der GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 5 und 6 zu einem NÃ¤herbaurecht im Sinne von § 270 Abs. 3 PBG erforderlich. </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. 3. Falls die nachbarliche Zustimmung gemÃ¤ss Auflage Ziff. I 2 nicht beigebracht werden kann, ist auf die Balkone an den GebÃ¤udevorsprÃ¼ngen zu verzichten. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Rekurskommission I kam zum Schluss, die vorspringenden Fassadenteile seien nicht abstandskonform und wÃ¼rden die bauordnungsgemÃ¤ssen GrenzabstÃ¤nde im Westen um rund 3 â 4,5 m unterschreiten. Die Abstandsprivilegierung nach § 260 Abs. 3 des Planungs- und Baugesetzes von 7. September 1975 (PBG) fÃ¼r die an diesen Fassadenteilen projektierten Balkone kÃ¶nnten somit nicht zur Anwendung gelangen und eine weitergehende Abstandsunterschreitung setze zwingend die BegrÃ¼ndung eines NÃ¤herbaurechts im Sinn von § 270 Abs. 3 PBG voraus. Hinsichtlich der Balkone in der GebÃ¤udenische hielt die Rekurskommission dafÃ¼r, diese erwiesen sich auch ohne nachbarliche Zustimmung als bewilligungsfÃ¤hig, weshalb der Rekurs in diesem Punkt gutzuheissen sei. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 24. August 2001 liessen die unterlegenen Rekurrenten dem Verwaltungsgericht beantragen, Dispositiv Ziffern I. lit. a und b (Beibringung der ZustimmungserklÃ¤rung bzw. von RevisionsplÃ¤nen) sowie Ziff. I.2 und I.3 der Baubewilligung vom 5. Dezember 2000 aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission I am 19, Oktober 2001 und die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich am 6. September 2001 beantragten Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Parzellen Kat.Nrn. 3 und 4 sind nach der seit 2. September 2000 in Kraft stehenden Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich (BZO; Teile I und II) der Wohnzone W4 zugeteilt. Diese GrundstÃ¼cke sind mit den beiden zusammengebauten HÃ¤usern L-strasse (Vers.Nr. 7) und (Vers.Nr. 8) Ã¼berstellt. Die Westfassade des GesamtgebÃ¤udes ist gestaffelt und weist zwei seitliche VorsprÃ¼nge und im mittleren Abschnitt einen zurÃ¼ckliegenden Fassadenteil (Nische) auf. Streitig ist vor Verwaltungsgericht die Erstellung von je einem Balkonanbau an den beiden vorspringenden Teilen der West­fassade. HierfÃ¼r erteilte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich am 5. Dezember 2000 die baurechtliche Bewilligung unter der Auflage, dass die ZustimmungserklÃ¤rung der EigentÃ¼mer der westlich anstossenden Nachbarparzellen Kat.Nrn. 9 und 10 beizubringen sei, da diese in den Grenzabstandsbereich hineinragten. Sollte die Zustimmung nicht erteilt werden, so sei auf diese Balkone zu verzichten (Disp. Ziff. I.2 und I.3). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die Baurekurskommission I hat im angefochtenen Entscheid vom 8. Juni 2001 diese Auflage geschÃ¼tzt, zur Hauptsache mit folgenden ErwÃ¤gungen: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Bausektion gehe von einer Abstandswidrigkeit der rekurrentischen Wohnbauten aus. Der Auffassung der Rekurrenten, dass der MehrlÃ¤ngenzuschlag fÃ¼r die an der Grund­stÃ¼cksgrenze zusammengebauten WohnhÃ¤user separat zu berechnen sei, kÃ¶nne nicht gefolgt werden. Der um den MehrlÃ¤ngenzuschlag erweiterte ordentliche Grenzabstand soll den Nachbar vor der Riegelwirkung von Ã¼berlangen Fassaden schÃ¼tzen. Massgebend fÃ¼r die Berechnung der FassadenlÃ¤nge sei die Aussenwand eines GebÃ¤udes, welche in der Ansichtsebene eine Einheit darstelle. Der Umstand, dass die einseitig zusammengebauten Mehr­familienhÃ¤user auf zwei benachbarten GrundstÃ¼cken situiert seien, rechtfertige keine getrennte Berechnung des MehrlÃ¤ngenzuschlages. Das Doppelmehrfamilienhaus verfÃ¼ge Ã¼ber eine einheitliche, geschlossene Westfassade, welche die Sicht des Nachbarn in gleichem Masse zu beeintrÃ¤chtigen vermÃ¶ge, wie die Fassade eines auf einer einzigen Parzelle situierten, langgestreckten GebÃ¤udes. Bei seitlich gegliederten Fassaden werde gemÃ¤ss § 260 Abs. 2 PBG und § 24 Abs. 1 der Allgemeinen Bauverordnung vom 22. Juni 1977 (ABauV) die fÃ¼r den MehrlÃ¤ngenzuschlag massgebende LÃ¤nge grundsÃ¤tzlich fÃ¼r jeden Fassadenteil fÃ¼r sich bestimmt. ZurÃ¼ckliegende Fassadenteile werden durch vorspringende Fassadenteile hindurch bis zur Ã¤ussersten sichtbaren GebÃ¤udekante in oder vor der Fassaden­flucht gemessen; vorspringende Fassadenteile gelten nur dann als selbstÃ¤ndig, wenn ihr gegenseitiger Abstand wenigstens der Summe zweier GrundabstÃ¤nde entspreche (§ 24 Abs. 2 ABauV). Vorliegend betrage der Abstand zwischen den auf der Westseite vorspringenden Fassadenteilen 9,4 m und damit 0,6 m unter den massgeblichen 10 m als Summe der beiden GrundabstÃ¤nde von 5 m. FÃ¼r die Bestimmung des MehrlÃ¤ngenzuschlags sei des­halb von der gesamten FassadenlÃ¤nge von 26,9 m auszugehen, was einen MehrlÃ¤ngenzuschlag von 4,97 m ergebe. Bei einem Grundabstand von 5 m resultiere damit ein Gesamtabstand von 9,97 m (Grundabstand 5 m + MehrlÃ¤ngenzuschlag 4,97 m). Mit AbstÃ¤nden von 7 m bzw. 5,5 m wÃ¼rden die Wohnbauten den bauzonengemÃ¤ssen Abstand von 9,97 m deutlich unterschreiten. Da der Abstandsbereich bereits weit Ã¼ber das zulÃ¤ssige Mass hinaus beansprucht werde, kÃ¶nne die Abstandsprivilegierung nach § 260 Abs. 3 PBG fÃ¼r die an diesen Fassadenteilen projektierten Balkone nicht zur Anwendung gelangen und eine weitergehende Abstandsunterschreitung setze zwingend die BegrÃ¼ndung eines NÃ¤herbaurechts im Sinn von § 270 Abs. 3 PBG voraus. Der Rekurs erweise sich mithin in diesem Punkt als unbegrÃ¼ndet. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Diesen AusfÃ¼hrungen halten die BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrer Beschwerdeschrift an das Verwaltungsgericht vom 24. August 2001 entgegen, die beiden Fassaden der zusammengebauten GebÃ¤ude wÃ¼rden nicht Ã¼ber eine <i>einheitliche</i>, geschlossene Westfassade verfÃ¼gen, sondern eine vÃ¶llig kontrÃ¤re, eigene Gestaltung aufweisen, weshalb sich eine einheitliche Betrachtung der beiden GebÃ¤ude nicht aufdrÃ¤nge. Weiter sei mit der Ãnderung von § 270 Abs. 3 PBG (Fassung vom 1. September 1991) eine Unterschreitung des Grundgrenzabstands aufgrund privatrechtlicher Vereinbarung mÃ¶glich, wenn die Mindestanforderungen in wohnhygienischer bzw. feuerpolizeilicher Hinsicht gewahrt wÃ¼rden. Dadurch sei das Institut des <i>Grundgrenzabstands</i> aufgeweicht worden und nur der kantonale MindestgebÃ¤udeabstand von 3,5 m in der Praxis als kantonaler "Grundabstand" unangetastet geblieben. § 24 Abs. 2 ABauV mÃ¼sse vor dem Hintergrund dieser GesetzesÃ¤nderung ausgelegt und angewendet werden. Bei Situationen, wo die Nachbarn sich gegenseitig ein NÃ¤herbaurecht (unter dem Grundabstand der Bauordnung) eingerÃ¤umt oder wie hier zusammengebaut hÃ¤tten, mÃ¼sse § 24 Abs. 2 ABauV dergestalt ausgelegt werden, dass nicht die <i>bauordnungsgemÃ¤ssen</i> GrundabstÃ¤nde fÃ¼r das Mass der SelbstÃ¤ndigkeit eines Vorsprunges herangezogen werden, sondern die <i>kantonalen</i> GrundgebÃ¤udeabstÃ¤nde von je 3,5 m, total 7 m. So wie die Bestimmungen Ã¼ber das Ã¼bliche Mass einer maximalen einvernehmlichen Unterschreitung von GrenzabstÃ¤nden in der Praxis begrenzt werde durch das Minimalmass von 2 x 3,5 m GebÃ¤udeabstand/kantonaler Grundabstand, welche Situation sich "Dritt-Nach­barn" entgegenhalten lassen mÃ¼ssten, so mÃ¼sse in der Praxis auch fÃ¼r die TatbestÃ¤nde der Beurteilung einer SelbstÃ¤ndigkeit eines Vorsprunges nach § 24 Abs. 2 ABauV dasselbe Mass angelegt werden. Nur so wÃ¼rde verhindert, dass die Auslegung von § 24 Abs. 2 ABauV zu einer wesentlichen EinschrÃ¤nkung fÃ¼hre, welche das Ã¼bergeordnete Planungs- und Baugesetz mit § 270 Abs. 3 PBG, zumindest seit dessen Ãnderung, nicht beabsichtigt habe. Dies fÃ¼hre dazu, dass nach § 24 Abs. 2 ABauV vorliegend die SelbstÃ¤ndigkeit der VorsprÃ¼nge beider GebÃ¤udefassaden mit einem tatsÃ¤chlichen Abstand von 9,4 m und damit Ã¼ber 7 m zu bejahen sei. Diese GebÃ¤udevorsprÃ¼nge hielten gegenÃ¼ber den Nachbarparzellen den bauordnungsgemÃ¤ssen Grenzabstand von 5 m ein, weshalb die beiden geplanten Balkone entsprechend § 260 Abs.</span> 3 PBG zulÃ¤ssig seien. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">c) aa) GemÃ¤ss § 260 Abs. 1 PBG bestimmt der Grenzabstand die nÃ¶tige Entfernung zwischen Fassade und der massgebenden Grenzlinie. Er setzt sich entsprechend § 21 Abs. 1 ABauV aus dem Grundabstand und (einem allfÃ¤lligen MehrhÃ¶henzuschlag) sowie dem MehrlÃ¤ngenzuschlag gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung zusammen. Nach Art. 13 BZO betrÃ¤gt der Grundabstand in der hier massgebenden W4 mindestens 5 m. Bei FassadenlÃ¤ngen von mehr als 12 m erhÃ¶ht sich der Grenzabstand um 1/3 der MehrlÃ¤nge, in der W4 hÃ¶chs­tens auf 12 m (Art. 14 Abs. 1 BZO). <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">bb) Wie die Baurekurskommission I in ihrem angefochtenen Entscheid vom 8. Juni 2001 zu Recht ausfÃ¼hrt (Erw. 4a), haben die Vorschriften Ã¼ber den MehrlÃ¤ngenzuschlag nach­barschÃ¼tzende Funktion. Der um den MehrlÃ¤ngenzuschlag erweiterte ordentliche Grenz­abstand soll den Nachbarn vor der Riegelwirkung von Ã¼berlangen Fassaden, welche die Belichtungs-, Besonnungs- und AussichtsverhÃ¤ltnisse beeintrÃ¤chtigen, schÃ¼tzen. Im Lichte dieser wohnhygienischen Zielsetzung ist unmassgeblich, ob ein (Gesamt-)GebÃ¤ude auf verschiedenen GrundstÃ¼cken situiert ist. In gleicher Weise ist irrelevant, ob die Fassade eines GebÃ¤udes eine einheitliche oder aber verschiedene unterschiedliche Gestaltungsabschnitte aufweist. FÃ¼r die Ermittlung des MehrlÃ¤ngenzuschlages ist ein zusammengebautes GebÃ¤ude als Einheit zu betrachten, auch wenn dieses auf verschiedenen Parzellen steht und die Fassaden unterschiedlich ausgestaltet sind. Dieser Grundsatz gilt allgemein fÃ¼r eine geschlossene Bauweise. Er rechtfertigt sich hier umso mehr, als nach Art. 14 Abs. 3 BZO ausdrÃ¼cklich Fassaden von HauptgebÃ¤uden sogar in offener Bauweise zusammengerechnet werden, wenn diese den GebÃ¤udeabstand von 7 m unterschreiten. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">cc) § 24 ABauV regelt die Berechnung des MehrlÃ¤ngenzuschlages bei besonderem Fassadenverlauf. GrundsÃ¤tzlich wird bei seitlich gegliederten Fassaden die fÃ¼r den MehrlÃ¤ngenzuschlag massgebende LÃ¤nge fÃ¼r jeden Fassadenteil fÃ¼r sich bestimmt (§ 260 Abs. 2 PBG; § 24 Abs. 1 ABauV). ZurÃ¼ckliegende Fassadenteile werden durch vorspringende Teile hindurch bis zur Ã¤ussersten sichtbaren GebÃ¤udekante in oder vor der Fassadenflucht gemessen; vorspringende Fassadenteile gelten nur dann als selbstÃ¤ndig, wenn ihr gegenseitiger Abstand wenigstens der Summe zweier GrundabstÃ¤nde entspricht (§ 24 Abs. 2 ABauV). Wird dieser Abstand unterschritten, so weist die betreffende Baute nicht "selbstÃ¤ndige Fassadenteile" auf, sondern einen unselbstÃ¤ndigen (unbeachtlichen) RÃ¼cksprung. In diesem Fall verlÃ¤uft die fÃ¼r die Abstandsbemessung massgebliche Fassadenflucht fÃ¼r das ganze GebÃ¤ude entlang der Fassaden beider VorsprÃ¼nge und ist diese GesamtlÃ¤nge die fÃ¼r die Berechnung des MehrlÃ¤ngenzuschlags massgebliche FassadenlÃ¤nge. Die beiden VorsprÃ¼nge an der Westfassade des streitbetroffenen Mehrfamilienhauses weisen unbestrittenermassen einen gegenseitigen Abstand von 9,4 m auf und unterschreiten damit die Summe der beiden GrundabstÃ¤nde von 10 m (2 x 5 m Grundabstand). Nach der Definition von § 24 Abs. 2 ABauV stellen damit diese VorsprÃ¼nge keine selbstÃ¤ndigen Fassadenteile dar, sondern bemisst sich die fÃ¼r den MehrlÃ¤ngenzuschlag massgebende LÃ¤nge aufgrund der GesamtlÃ¤nge der Westfassade von 26,9 m, wobei der RÃ¼cksprung â wie gesehen â unbeachtet bleibt. Dies fÃ¼hrt in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 BZO zu einem MehrlÃ¤ngenzuschlag von 4,97 m (MehrlÃ¤nge Ã¼ber 12 m:14,9 m; 1/3 = 4,97 m). Der bauordnungsgemÃ¤sse Grenzabstand betrÃ¤gt damit gegenÃ¼ber der Westfassade 9,97 m (Grundabstand 5 m + MehrlÃ¤ngenzuschlag 4,97 m) und wird mit einem tatsÃ¤chlichen Abstand zwischen den vorspringenden westlichen Fassadenteilen und der Grenzlinie zu den benachbarten Parzellen Kat.Nr. 9 und 10 von 5,5 â 7 m deutlich unterschritten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es besteht kein Grund, vom klaren Wortlaut von § 24 Abs. 2 ABauV abzuweichen, weil seit der GesetzesÃ¤nderung vom 1. September 1991 nach Art. 270 Abs. 3 PBG durch nachbarliche Vereinbarung unter Vorbehalt einwandfreier wohnhygienischer und feuerpolizeilicher VerhÃ¤ltnisse ein NÃ¤herbaurecht begrÃ¼ndet werden kann. Mit dieser Ãnderung wurde die Unterschreitung der bauordnungsgemÃ¤ssen Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde durch nachbarliche Vereinbarung, also im gegenseitigen EinverstÃ¤ndnis zugelassen; es war aber nicht Absicht des Gesetzgebers, mit dieser Ãnderung die GrenzabstÃ¤nde gegenÃ¼ber DrittgrundstÃ¼cken zu verringern. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden vertretene Rechtsauffassung, vorspringende Fassadenteile bei zusammengebauten GebÃ¤uden entgegen dem Wortlaut von § 24 Abs. 2 ABauV bereits dann als selbstÃ¤ndige Fassadenteile zu messen, wenn ihr gegenseitiger Abstand 7 m einhÃ¤lt, hÃ¤tte zur Folge, dass gegenÃ¼ber dem Zustand vor der Gesetzesrevision vom 1. September 1991 in FÃ¤llen wie hier die GrenzabstÃ¤nde gegenÃ¼ber DrittgrundstÃ¼cken verkleinert wÃ¼rden. Dies war nicht Absicht des Gesetzgebers, im Gegenteil: Da Bauten, welche gestÃ¼tzt auf nachbarliche Vereinbarung nÃ¤her zusammengebaut werden, in ihren Auswirkungen auf DrittgrundstÃ¼cke wie eine zusammenhÃ¤ngende langgezogene Baute wirken kÃ¶nnen, wurde vielmehr durch den Erlass von § 27 Abs. 2 ABauV ein gewisser Ausgleich gesucht. Nach dieser Bestimmung kann die Bau- und Zonenordnung bestimmen, dass die fÃ¼r den MehrlÃ¤ngenzuschlag massgeblichen FassadenlÃ¤ngen von benachbarten HauptgebÃ¤uden zusammengerechnet werden, wenn der GebÃ¤udeabstand ein bestimmtes Mass unterschreitet (vgl. hierzu auch Robert Wolf/Erich Kull, Das revidierte Planungs- und Baugesetz (PBG) des Kantons ZÃ¼rich, Schweizerische Vereinigung fÃ¼r Landesplanung, Bern 1992, Rz. 188). Von dieser Kompetenz hat die Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich Gebrauch gemacht und in Art. 14 Abs. 3 BZO festgehalten, dass Fassaden von â in <i>offener</i> Bauweise erstellten â HauptgebÃ¤uden zusammengerechnet werden, wenn diese den GebÃ¤udeabstand von 7 m unterschreiten. Umso mehr sind bei <i>geschlossener </i>Bauweise Fassadenteile bei der Ermittlung des MehrlÃ¤ngenzuschlags gegenÃ¼ber NachbargrundstÃ¼cken nach wie vor nur dann als selbstÃ¤ndige Bauteile zu behandeln, wenn diese gegeneinander mindestens den bauordnungsgemÃ¤ssen doppelten Grenzabstand einhalten. Die gegenteilige Rechtsauffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden ist unbegrÃ¼ndet. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">dd) Die Baurekurskommission I hat im angefochtenen Entscheid weiter festgehalten, dass die Abstandsprivilegierung nach § 260 Abs. 3 PBG fÃ¼r die an den vorspringenden Fassadenteilen projektierten Balkone nicht zur Anwendung gelangen kÃ¶nne, da der Abstandsbereich bereits weit Ã¼ber das zulÃ¤ssige Mass hinaus beansprucht werde. Auch unter dem Gesichtspunkt von § 357 Abs. 1 PBG komme eine Baubewilligung nicht in Frage. Diese AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz werden nicht substanziert in Frage gestellt. Es kann daher hierauf verwiesen werden (§ 70 i.V. mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">d) Zusammengefasst ergibt sich, dass die projektierten Balkonanbauten an den beiden vorspringenden Teilen der Westfassade infolge Verletzung der Abstandsvorschriften ohne BegrÃ¼ndung eines NÃ¤herbaurechtes im Sinn von § 270 Abs. 3 PBG nicht bewilligungsfÃ¤hig sind. Die von der Vorinstanz neu gefassten Auflagen Disp. Ziff. I.2 und I.3 der Baubewilligung vom 5. Dezember 2000, wonach fÃ¼r diese Balkone die Zustimmung der EigentÃ¼mer der benachbarten GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 5 und 6 zu einem NÃ¤herbaurecht erforderlich oder auf diese Balkone zu verzichten sei, erweisen sich mithin als rechtmÃ¤ssig. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">3. Die Beschwerde ist abzuweisen. ... </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>