<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2015.00102</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=215081&amp;W10_KEY=13013518&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2015.00102</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.04.2015</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 10.12.2015 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung (Widerruf)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf einer Niederlassungsbewilligung bei einem straffälligen Ausländer zweiter Generation. [Der aus Mazedonien stammende, aber in der Schweiz geboren und aufgewachsene Beschwerdeführer wurde wegen der Beteiligung an verschiedenen illegalen Autorennen auf öffentlichen Strafen mit einer Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren bestraft, nachdem er bereits zuvor wegen geringfügigeren Verstössen einen getrübten automobilistischen Leumund aufwies. Seine Ehefrau, welche er erst nach seiner rechtskräftigen Verurteilung, aber noch vor der Androhung des Bewilligungsentzugs heiratete, erwartet ein Kind.] Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 1). Streitgegenstand: Da die Ehefrau des Beschwerdeführers erst im Lauf der Rekursverfahrens schwanger wurde, bilden Aufenthaltsansprüche zum Schutz des Familienlebens bezüglich einer nach der Niederkunft allenfalls entstehenden Vater-Kind-Beziehung bzw. im Rahmen eines (umgekehrten) Familiennachzugs nicht Streitgegenstand. Vielmehr hat zur Wahrung des Instanzenzugs hierüber zunächst das Migrationsamt zu befinden. Dieses wird gegebenenfalls auch über eine allfällige Verfahrenssistierung bis zur erwarteten Geburt des Kindes zu befinden haben, während eine Sistierung im vorliegenden Verfahren nicht angezeigt ist (E. 2). Vorliegen einer längerfristigen Freiheitsstrafe: Mit der Verurteilung zu einer 3 1/2-jährigen Freiheitsstrafe ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gegeben, ohne dass ein Widerruf bereits per se aufgrund des mehr als 15-jährigen Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz ausgeschlossen wäre (E. 3). Verhältnismässigkeit eines Widerrufs: Da der Beschwerdeführer in schwerwiegender Weise delinquiert hat und ihm ausländerrechtlich keine günstige Legalprognose gestellt werden kann, besteht ein hohes öffentliches Fernhalteinteresse. Die von ihm erwirkte 3 1/2-jährige Freiheitsstrafe liegt sowohl über der bundesgerichtlichen Reneja-Praxis als auch über der Dreijahresgrenze, bei welchen sich zumindest bei ledigen und kinderlosen Ausländern selbst bei längerer Anwesenheit tendenziell das öffentliche Fernhalteinteresse durchsetzt. Da der Beschwerdeführer seine Ehefrau erst nach seiner Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe heiratete und mit dieser erst nach seiner erstinstanzlichen Wegweisung ein Kind zeugte, ist praxisgemäss weder seiner Heirat noch der Schwangerschaft seiner Ehefrau entscheidwesentliche Bedeutung zuzumessen und die Dreijahresgrenze auf vorliegende Konstellation analog anzuwenden. Mangels weiterer besonderer Umstände setzt sich damit das öffentliche Fernhalteinteresse gegenüber den privaten Interessen des Beschwerdeführers und seiner Familie durch (E. 4). Offen gelassen, ob das Verhalten des Beschwerdeführers zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist (E. 5). Liegen die Voraussetzungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung vor und erscheint diese auch verhältnismässig, ist weder eine blosse Verwarnung auszusprechen noch eine blosse Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (E. 6). Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 7). Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DREIJAHRESGRENZE">DREIJAHRESGRENZE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FERNHALTEINTERESSE">FERNHALTEINTERESSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIRAT">HEIRAT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃNGERFRISTIGE FREIHEITSSTRAFE">LÃNGERFRISTIGE FREIHEITSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALPROGNOSE">LEGALPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MAZEDONIEN">MAZEDONIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RASER">RASER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RENEJA-PRAXIS">RENEJA-PRAXIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLRISIKO">RÃCKFALLRISIKO</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWANGERSCHAFT">SCHWANGERSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SISTIERUNG">SISTIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STREITGEGENSTAND">STREITGEGENSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMGEKEHRTER FAMILIENNACHZUG">UMGEKEHRTER FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSPSYCHOLOGISCHE UNTERSUCHUNG">VERKEHRSPSYCHOLOGISCHE UNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWARNUNG">VERWARNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHLVERHALTEN">WOHLVERHALTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWEITE GENERATION">ZWEITE GENERATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 34 Abs. I AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 42 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 51 Abs. I lit. b AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 62 lit. b AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 63 AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 63 Abs. I lit. b AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. ii AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 96 Abs. I AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 96 Abs. II AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. II EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 5 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 20a Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 52 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 54 VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=26286" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2015.00102</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. April 2015</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Felix Blocher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Niederlassungsbewilligung<br/> (Widerruf),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Der 1985 in der Schweiz geborene und in den Kantonen C, D und ZÃ¼rich aufgewachsene mazedonische StaatsangehÃ¶rige A erhielt am 8. April 2002 eine Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. </p> <p class="Sachverhalt2">WÃ¤hrend seines hiesigen Aufenthalts erwirkte er folgende strafrechtliche Verurteilungen:</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Bestrafung mit einer Busse von Fr. 1'000.- gemÃ¤ss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft E vom 2. Februar 2005 wegen grober Verkehrsregelverletzung;</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Bestrafung mit einer unbedingten Geldstrafe von 30 TagesÃ¤tzen zu Fr. 30.- gemÃ¤ss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft E vom 14. Juni 2010 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln; </p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 3½ Jahren und einer Busse von Fr. 500.- gemÃ¤ss Urteil des Obergerichts ZÃ¼rich vom 18. MÃ¤rz 2013 (ersetzt das Urteil vom 14. August 2012 des Bezirksgerichts F) wegen mehrfach vorsÃ¤tzlich begangenen groben Verkehrsregelverletzungen, NichtmitfÃ¼hrens des erforderlichen Ausweises und mehrfachen Ãbertretungen des BetÃ¤ubungsmittelgesetzes.</p> <p class="Urteilstext">Die gegen die obergerichtliche Strafzumessung erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 ab, soweit es darauf eintrat. </p> <p class="Urteilstext"><span>A</span> befindet sich derzeit im (offenen) Strafvollzug, wird frÃ¼hestens am 15. Juni 2016 bedingt entlassen werden kÃ¶nnen und seine Strafe am 15. August 2017 vollstÃ¤ndig verbÃ¼sst haben. </p> <p class="Urteilstext">Am 10. Januar 2014 heiratete er die 1984 geborene Schweizerin G, welche auf Ende Juni 2015 (voraussichtlicher Geburtstermin) ein Kind erwartet.</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund der mit dem bundesgerichtlichen Entscheid rechtskrÃ¤ftig gewordenen Verurteilungen zu einer 3½-jÃ¤hrigen Freiheitsstrafe widerrief das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 9. Juli 2014 die Niederlassungsbewilligung von <span>A</span>.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 16. Januar 2015 ab, soweit dieser nicht gegenstandslos geworden war.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 13. Februar 2015 liess <span>A </span>beantragen, es sei der Entscheid der Vorinstanz vollumfÃ¤nglich aufzuheben und es sei von einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung und seiner Wegweisung abzusehen. Eventualiter sei er unter Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung letztmalig zu verwarnen, subeventualiter sei ihm nach dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung â eventuell unter Auflagen â eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu erteilen. In prozessualer Hinsicht ersuchte <span>A</span> um eine Verfahrenssistierung bis zur voraussichtlichen Geburt seines Kindes. Weiter beantragte er eine ParteientschÃ¤digung, wofÃ¼r seinem Rechtsvertreter vor Abschluss des Verfahrens Gelegenheit zur Einreichung einer Honorarnote einzurÃ¤umen sei. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen. Ein <span>A</span> auferlegter Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleistet.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen</span>,<span> einschliess</span>­<span>lich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessens­unterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Streitgegenstand ist die im Rechtsmittelbegehren enthaltene Rechtsfolgebehauptung im Rahmen des Umfangs der angefochtenen VerfÃ¼gung. Prozessthema kann nur sein, was auch Gegenstand der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung war beziehungsweise nach richtiger Gesetzesauslegung hÃ¤tte sein sollen. Auf Begehren, Ã¼ber welche die Vorinstanz weder entschieden hat noch hÃ¤tte entscheiden sollen, ist nicht einzutreten (vgl. VGr, 12. Sep</span>­<span>tember 2012, VB.2012.00394, E. 1.2; VGr, 2. Oktober 2013, VB.2013.00335, E. 1.1.1; RB 1963 Nr. 19, RB 1983 Nr. 5</span>). </p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss § 20a Abs. 2 VRG sind neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel im Rahmen des Streitgegenstands grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig. Hingegen liegt ein unzulÃ¤ssiges neues Sachbegehren vor, wenn zwar dieselben Rechtsfolgen wie mit dem verfahrens</span>­<span>auslÃ¶senden Gesuch bezweckt werden, dieses sich aber auf neue Tatsachen abstÃ¼tzt, welche vom ursprÃ¼nglich zu beurteilenden Sachverhalt wesentlich abweichen. Dies ist im Bereich des AuslÃ¤nderrechts der Fall, wenn sich der Anwesenheitsanspruch auf einen neuen Sachverhalt bezieht, welche</span>r<span> von den Vorinstanzen noch gar nicht beurteilt wurde (vgl. Marco Donatsch</span> in: Alain Griffel [Hrsg.]<span>, Kommentar zum Verwaltungsrechts</span>­<span>pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG]<span>,</span> § 20a N. 10 und 17)<span>. </span></span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Schweizer Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers wurde erst im Laufe des Rekursverfahrens schwanger, weshalb ein hierauf gestÃ¼tzter Aufenthaltsanspruch nach Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zum Schutz des Familienlebens bezÃ¼glich einer nach der Niederkunft allenfalls entstehenden Vater-Kind-Beziehung ebenso wenig Gegenstand des migrationsamtlichen Verfahrens bilden konnte wie ein hierauf gestÃ¼tzter Anspruch im Rahmen eines (umgekehrten) Familiennachzugs.</p> <p class="Erwgung2"><span>Ãndert sich der Aufenthaltszweck der erteilten Bewilligung, ist gemÃ¤ss Art. 54 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) eine neue Bewilligung erforderlich, welche nach dem Gesagten nicht Streitgegen</span>­<span>stand des vorliegenden Verfahrens sein kann (vgl. </span>VGr, 20. August 2014, VB.2014.00373, E. 2.2; <span>VGr, 31. Oktober 2012, VB.2012.00447, E. 1.2). Deshalb ist auf die Beschwerde gemÃ¤ss § 20 a Abs. 1 in Verbindung mit § 52 Abs. 1 VRG nicht einzutreten, soweit </span>der<span> BeschwerdefÃ¼hrer</span> seinen<span> Aufenthaltsanspruch </span>mit dem von ihm gezeugten und noch nicht geborenen Kind begrÃ¼ndet<span>. Vielmehr hat zur Wahrung des Instanzenzugs hierÃ¼ber zunÃ¤chst das Migrationsamt zu befinden</span> (vgl. auch VGr, 28. Januar 2015, VB.2014.00326, E. 2 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]). Dieses wird gegebenenfalls auch Ã¼ber eine allfÃ¤llige Verfahrenssistierung bis zur per Ende Juni 2015 erwarteten Geburt des Kindes zu befinden haben, wÃ¤hrend eine Sistierung im vorliegenden Verfahren nicht angezeigt ist. Es kann von einer Ãberweisung nach § 5 Abs. 2 VRG abgesehen werden, da ein solches Begehren nicht an eine kurze Frist gebunden ist (VGr, 31. Oktober 2012, VB.2012.00447, E. 1.2).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b>Nach Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 16. Dezember 2005 (AuG) wird die Niederlassungsbewilligung unbefristet und ohne Bedingungen erteilt. <span>AuslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizer StaatsbÃ¼rgern haben </span>zudem <span>nach Art. 42 AuG grundsÃ¤tzlich einen Anwesenheitsanspruch, wenn sie mit diesen in intakter Ehegemeinschaft zusammenleben. Der entsprechende Anspruch steht jedoch nach Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG unter dem Vorbehalt, dass keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AuG vorliegen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die Nieder­lassungsbewilligung widerrufen werden, wenn ein AuslÃ¤nder zu einer lÃ¤ngerfristigen Frei</span>­<span>heitsstrafe verurteilt wurde. Eine solche ist immer dann gegeben, <span>wenn</span> die auslÃ¤n­dische Person zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 377 E. 4.2; BGE 137 II 297 E. 2). Ein Widerruf ist diesfalls selbst dann mÃ¶glich, wenn sich der AuslÃ¤nder seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemÃ¤ss im Land aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Mit </span>obergerichtlichem U<span>rteil vom </span>18. MÃ¤rz 2013<span> wurde der BeschwerdefÃ¼hrer zu einer Freiheitsstrafe von 3½</span> <span>Jahren verurteilt. Damit hat </span>er <span>eine Ã¼berjÃ¤hrige und </span>somit<span> lÃ¤nger</span>­<span>fristige Freiheits­strafe im Sinn der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung erwirkt und den dies­bezÃ¼glichen Widerrufsgrund gesetzt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dass er sich hierbei bereits Ã¼ber 15 Jahre in der Schweiz aufgehalten hat, schliesst einen Widerruf gemÃ¤ss Art. 63 Abs. 2 AuG nicht aus.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht zwingend zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Zu prÃ¼fen ist vielmehr, ob der Widerruf oder die NichtgewÃ¤hrung einer Bewilligung verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (Marc Spescha in: derselbe et al., Migra­tionsrecht, 3. A., ZÃ¼rich 2012, Art. 62 AuG N. 2). Die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden haben alle UmstÃ¤nde des Einzelfalls zu berÃ¼cksichtigen. Unter Einbezug der Ã¶ffentlichen Interessen, der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie des Grads der Integration des AuslÃ¤nders ist eine sorgfÃ¤ltige InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen. Dabei gilt es namentlich der Schwere des Verschuldens, der Dauer der Anwesenheit sowie der dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile Rechnung zu tragen (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG; BGr, 23. Juli 2012, 2C_1026/2011, E. 3; Silvia Hunziker in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 62 AuG N. 8</span> sowie Art. 63 AuG N. 9 ff.<span>).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Die vom Strafrichter verhÃ¤ngte Strafe bildet Ausgangspunkt und Massstab fÃ¼r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche InteressenabwÃ¤gung (BGE 129 II 215 E. 3.1). Bei der Festsetzung des Strafmasses werden schuldmildernde UmstÃ¤nde stets mitberÃ¼cksichtigt, weshalb grundsÃ¤tzlich auf die Beurteilung des Strafgerichts abzustellen ist. Im auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren besteht regelmÃ¤ssig kein Raum, die Beurteilung des Strafgerichts in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (BGr, 14. MÃ¤rz 2013, 2C_889/2012, E. 3.3).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Mit Blick auf die hohe Freiheitsstrafe von 3½ Jahren ist von einem schweren Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen. Dies wird auch durch die Analyse der strafgerichtlichen ErwÃ¤gungen bestÃ¤tigt: Hintergrund der Verurteilung waren zehn verkehrsgefÃ¤hrdende Fahrten bzw. illegale Autorennen auf Ã¶ffentlichen Strassen, an welcher der BeschwerdefÃ¼hrer mit grÃ¶sstenteils massiv Ã¼bersetzter Geschwindigkeit sowie nachts bei eingeschrÃ¤nkten SichtverhÃ¤ltnissen teilnahm und hierbei mit teils deaktivierter elektronischer Fahrhilfe und in gefÃ¤hrlicher Interaktion mit anderen Fahrzeugen fuhr. Das Obergericht bezeichnete das Fahrverhalten des BeschwerdefÃ¼hrers hierbei als "eigentlich gemeingefÃ¤hrlich" und die objektive Tatschwere als "eher schwer als 'mittelschwer'". Der automobilistisch schlecht beleumundete und wegen Strassenverkehrsdelikten bereits vorbestrafte BeschwerdefÃ¼hrer soll allein aus Geltungssucht und somit aus einem nichtigen Grund (wiederholt) die Gesundheit und das Leben einer Vielzahl von Verkehrsteilnehmenden aufs Spiel gesetzt haben, was von einer niederen charakterlichen Haltung zeugt. </p> <p class="Urteilstext">Es ist sodann davon auszugehen, dass das Strafgericht strafmildernde UmstÃ¤nde bereits bei der Festlegung des Strafmasses berÃ¼cksichtigte und dabei insbesondere auch der schwierigen persÃ¶nlichen Situation des BeschwerdefÃ¼hrers nach dem Tod seiner Mutter und seinem noch jungem Alter ausreichend Rechnung trug. Der BeschwerdefÃ¼hrer vermag sein schweres Verschulden hierdurch nicht weiter zu relativieren.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Dem Gesichtspunkt der RÃ¼ckfallgefahr kommt ausserhalb des Geltungsbereichs des FreizÃ¼gigkeitsabkommens keine vorrangige Bedeutung zu. Bei schweren Straftaten muss zum Schutz der Ãffentlichkeit auslÃ¤nderrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer BeeintrÃ¤chtigungen wesentlicher RechtsgÃ¼ter nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 2.2.1; BGr, 13. MÃ¤rz 2008, 2C_701/2007, E. 2.2.2; vgl. auch Laura Campisi, Die rechtliche Erfassung der Integration im schweizerischen Migrationsrecht, ZÃ¼rich/Sankt Gallen 2014, S. 223). PraxisgemÃ¤ss kommt dem Wohlverhalten wÃ¤hrend laufender Strafuntersuchung, im Strafvollzug, wÃ¤hrend der strafrechtlichen Probezeit oder unter dem Druck des hÃ¤ngigen Bewilligungsverfahrens eine geringere Bedeutung zu als einem Wohlverhalten ausserhalb einer Drucksituation und in (voller) Freiheit (Thomas Hugi Yar, Von Trennung, HÃ¤rtefÃ¤llen und Delikten in: Alberto Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch fÃ¼r Migrationsrecht 2012/2013, S. 122; BGr, 20. Juli 2014, 2C_1000/2013, E. 3.2). Ausserhalb des Anwendungsbereichs des FreizÃ¼gigkeitsabkommens vom 21. Juni 1999 (FZA) darf auch generalprÃ¤ventiven Aspekten Rechnung getragen werden (BGr, 29. Juli 2013, 2C_259/2013, E. 3.6). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Der automobilistische Leumund des BeschwerdefÃ¼hrers ist aufgrund seiner massiven GeschwindigkeitsÃ¼berschreitungen sowie zahlreichen FÃ¼hrerausweisentzÃ¼gen und weiteren Administrativmassnahmen wegen Fahrten in alkoholisiertem Zustand und GeschwindigkeitsÃ¼berschreitungen stark belastet, weshalb eine konkrete Gefahr erneuter schwerer Strassenverkehrsdelikte fortbesteht. Zwar hat der BeschwerdefÃ¼hrer den FÃ¼hrerausweis im Sommer 2013 wieder erhalten, nachdem er eine freiwillige Verkehrstherapie besucht hatte und seine charakterliche Fahreignung aus verkehrspsychologischer Sicht wieder positiv beurteilt wurde. Dies schliesst aber eine fortbestehende RÃ¼ckfallgefahr hinsichtlich weiterer schwerer Strassenverkehrsdelikte keineswegs aus (BGr, 14. MÃ¤rz 2013, 2C_889/2012, E. 3.3.3; VGr, 9. Januar 2013, VB.2012.00619, E. 3.6 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]). Auch konnte sich der BeschwerdefÃ¼hrer seit Wiedererhalt seines FÃ¼hrerausweises erst kurze Zeit im Strassenverkehr bewÃ¤hren. Zudem steht sein Wohlverhalten im Zusammenhang mit einer Ã¤usseren Drucksituation, musste er doch bereits ab seiner Verhaftung im November 2010 mit schwerwiegenden straf- und auslÃ¤nderrechtlichen Konsequenzen rechnen, selbst wenn ihm das Migrationsamt seine Wegweisung erst mit Rechtskraft der gegen ihn erwirkten 3½-jÃ¤hrige Freiheitsstrafe ausdrÃ¼cklich in Aussicht stellen konnte. </p> <p class="Erwgung2"><span>Der verkehrspsychologische Bericht beruht zudem auf falschen Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers und wurde nicht in BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde erstellt: So geht der Bericht von einer bedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 18</span> <span>Monaten als Anlasstat fÃ¼r den FÃ¼hrerausweisentzug aus und nimmt lediglich auf zwei der vom BeschwerdefÃ¼hrer durchgefÃ¼hrten Rennen Bezug. Selbst wenn die verkehrspsychologische Gutachterin darÃ¼ber hinaus Kenntnis von der Strafakte des BeschwerdefÃ¼hrers gehabt hÃ¤tte, basiert damit zumindest der schriftliche Bericht auf einem fehlerhaften und unvollstÃ¤ndig erstellten Sachverhalt und ist deshalb von geringer Aussagekraft (vgl. Kaspar PlÃ¼ss</span>, Kommentar VRG<span>, § 7 N. 146). Des Weiteren kann diesbezÃ¼glich auf die vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen verwiesen werden. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer in diesem Zusammenhang geltend macht, zu einem von der Vorinstanz zu seinen Ungunsten beigezogenen verwaltungsgerichtlichen Entscheid mangels Publikation keine Stellung nehmen zu kÃ¶nnen, ist ihm seine MÃ¶glichkeit, anonymisierte Urteilskopien beim Ver</span>­<span>waltungsgericht zu beziehen, entgegenzuhalten. Sodann ist das auch im vorinstanzlichen Entscheid angegebene Zitat von "Kaspar PlÃ¼ss, a.</span><span> </span><span>a.</span><span> </span><span>O., § 7 N. 146 f." in ErwÃ¤gung 1)b)aa des vorinstanzlichen Entscheids im Vollzitat wiedergegeben, weshalb die in der Be</span>­<span>schwerdeschrift hierzu geÃ¤usserte RÃ¼ge einer nicht zuordenbaren Quellenangabe nicht nachvollziehbar ist.</span></p> <p class="Erwgung3">Die vom BeschwerdefÃ¼hrer begangenen groben Verkehrsregelverletzungen sind als schwere StÃ¶rung bzw. GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zu betrachten, bei welchen auslÃ¤nderrechtlich selbst ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen werden muss (vgl. auch BGr, 21. Februar 2012, 2C_679/2011, E. 3.4.1 und 3.4.3). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat somit in schwerwiegender Weise delinquiert, ohne dass ihm heute bei einem Verbleib in der Schweiz auch auslÃ¤nderrechtlich eine hinreichend gÃ¼nstige Legalprognose gestellt werden kann. Sowohl aus spezial- als auch aus generalprÃ¤ventiver Sicht besteht damit ein hohes Ã¶ffentliches Fernhalteinteresse, zumal dem Gesichtspunkt des RÃ¼ckfallrisikos ausserhalb des Geltungsbereichs des FreizÃ¼gigkeitsabkommens ohnehin nur untergeordnete Bedeutung zukommt.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b>Sodann sind im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AuG das Ã¶ffentliche Interesse an der Fernhaltung der auslÃ¤ndischen Person und deren Interesse sowie das ihrer Familie am Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwÃ¤gen (BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Hunziker, Art. 63 AuG N. 10). </p> <p class="Erwgung2"><span>Bei der InteressensabwÃ¤gung ist hierbei auch der Anspruch auf Achtung Familienlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) zu berÃ¼ck</span>­<span>sichtigen, sofern die auslÃ¤ndische Person in intakter familiÃ¤rer Beziehung mit hier leben</span>­<span>den nahen Verwandten lebt, welche ihrerseits Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gen. Dieselben Bestimmungen kommen auch zur Anwendung, wenn besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. ent­sprechend vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich bestehen und deshalb ein konventions- und verfassungsmÃ¤ssiger Anspruch auf Achtung des Privatlebens besteht (BGE 139 I 16 E. 2.2.2; BGE 135 I 143 E. 1.3.1 und 1.3.2; BGE 130 II 281 E. 3.1), wobei in beiden FÃ¤llen von den aktuellen tatsÃ¤chlichen und rechtlichten VerhÃ¤ltnissen auszugehen ist (BGE 120 Ib 257 E. 1.f)</span>.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt in intakter Ehegemeinschaft mit einer Schweizerin, weshalb seine Wegweisung grundsÃ¤tzlich sein Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK (bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) tangiert. Zudem ist er in sozialer und familiÃ¤rer Hinsicht eng mit der Schweiz verbunden, wo neben seiner Ehefrau auch seine Geschwister und ein Grossteil seines sozialen Umfelds leben und wo er geboren und aufgewachsen ist. Es ist damit davon auszugehen, dass er sich als AuslÃ¤nder zweiter Generation auch auf sein in den erwÃ¤hnten Bestimmungen ebenfalls geschÃ¼tztes Recht auf Privatleben berufen kann (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGr, 2. Dezember 2014, 2C_445/2014, E. 2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.5 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.5.1 </b>GemÃ¤ss Art. 8 Abs. 2 EMRK (bzw. Art. 36 BV) ist ein Eingriff in das Rechtsgut des Privat- und Familienlebens jedoch statthaft, falls er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft fÃ¼r die nationale Sicherheit, die Ã¶ffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung strafbarer Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig erscheint. Entfernungs- bzw. Fernhaltemassnahmen setzen daher eine tatsÃ¤chliche und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung voraus, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt (BGE 129 II 215 E. 7.3). Die PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nach Bundes- und Konventionsrecht kann hierbei in einem gemeinsamen Schritt vorgenommen werden (BGr, 7. Februar 2012, 2C_655/2011, E. 10.2; BGr, 27. September 2011, 2C_265/2011, E. 6.1.2).</p> <p class="Erwgung3">Nach der bundesgerichtlichen Reneja-Praxis ist der Aufenthalt von hier erst seit kurzer Zeit anwesenden, kinderlosen auslÃ¤ndischen Delinquenten bei Freiheitsstrafen Ã¼ber zwei Jahren selbst dann nicht zu verlÃ¤ngern, wenn sie mit einer Schweizerin verheiratet sind, welcher eine gemeinsame Ausreise nicht zumutbar ist (BGE 139 I 145 mit Hinweisen). Bei ledigen und kinderlosen AuslÃ¤ndern soll sich â selbst bei lÃ¤ngerer Anwesenheit â tendenziell das Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse durchsetzen, sofern das Strafmass drei Jahre erreicht oder weitere erhebliche Delikte hinzukommen (BGE 139 I 16 E. 2.2.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.5.2 </b>Die vom BeschwerdefÃ¼hrer erwirkte 3½-jÃ¤hrige Freiheitsstrafe liegt sowohl Ã¼ber der bundesgerichtlichen Reneja-Praxis als auch Ã¼ber der erwÃ¤hnten Dreijahresgrenze, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer noch eine weitere erhebliche Verurteilung zu einer Geldstrafe von 30 TagessÃ¤tzen zu Fr. 30.- aufweist. Jedoch ist weder die Reneja-Praxis noch die Dreijahresregel auf den BeschwerdefÃ¼hrer direkt anwendbar: So steht bereits die lange Aufenthaltsdauer des hier aufgewachsenen BeschwerdefÃ¼hrers einer direkten Anwendung der Reneja-Praxis entgegen, wÃ¤hrend die Dreijahresgrenze keine direkte Anwendung finden kann, weil der BeschwerdefÃ¼hrer nicht ledig und inskÃ¼nftig allenfalls auch nicht mehr kinderlos ist. </p> <p class="Erwgung2">Die Heirat des BeschwerdefÃ¼hrers erfolgte jedoch erst nach seiner Verurteilung zu einer lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe, weshalb d<span>ie Eheleute </span>von Anfang an damit rechnen mussten<span>, ihr eheliche</span>s Zusammenleben<span> nicht in der Schweiz fortsetzen zu kÃ¶nnen</span>. Diesfalls ist eine Ausweisung des AuslÃ¤nders nur in ganz ausserordentlichen FÃ¤llen als Verletzung von Art. 8 EMRK zu betrachten (BGr, 21. Februar 2012, 2C_679/2011, 3.4.3). Dass dem BeschwerdefÃ¼hrer zum VermÃ¤hlungszeitpunkt die Wegweisung noch nicht konkret in Aussicht gestellt worden ist, spielt hingegen keine Rolle (vgl. <a id="OLE_LINK1">BGr, 21. Februar 2012, 2C_679/2011, 3.4.3</a>; BGr, 25. November 2014, 2C_503/2014, E. 4.4.2; BGr, 10. Januar 2014, 2C_837/2013, E. 2.2.3). Die erst noch zu etablierende Vater-Kind-Beziehung zu dem per Ende Juni 2015 erwarteten Kind bildet sodann nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. E. 2 vorstehend), zumal die bundesgerichtliche Praxis dem familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnis zu einem erst nach einer erstinstanzlichen Wegweisung gezeugten Kind ohnehin keine bewilligungswesentliche Bedeutung im nachfolgenden Rechtsmittelverfahren zumessen will (vgl. BGr, 8. Dezember 2008, 2C_494/2008, E. 4.4). Auch wenn letztgenannter Entscheid sich auf die erstinstanzliche <i>gerichtliche</i> Anordnung einer (altrechtlichen) Landesverweisung bezog, ist diese Rechtsprechung auf den prekÃ¤ren Aufenthalt nach einer migrationsamtlichen Wegweisung Ã¼bertragbar (vgl. auch BGr, 10. Januar 2014, 2C_837/2013, E. 2.2.3). </p> <p class="Erwgung2">Da somit weder der erst vor Kurzem erfolgten Heirat noch der Schwangerschaft der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers im vorliegenden Verfahren entscheidende Bedeutung zuzumessen ist, rechtfertigt sich eine analoge Anwendung der Dreijahresregel auf die vorliegende Konstellation. Entsprechend wÃ¤re dem BeschwerdefÃ¼hrer der weitere Aufenthalt in der Schweiz nur zu gestatten, wenn neben seiner (lebens)langen Aufenthaltsdauer, seiner ehelichen Beziehung und der Schwangerschaft seiner Ehefrau weitere persÃ¶nliche UmstÃ¤nde hinzukÃ¤men, welche seine Wegweisung unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen liessen. </p> <p class="Erwgung2">Solche besonderen persÃ¶nlichen UmstÃ¤nde sind nicht ersichtlich. So geht die hiesige Inte­gration des BeschwerdefÃ¼hrers nicht Ã¼ber das hinaus, was von einem AuslÃ¤nder zweiter Generation im Allgemeinen zu erwarten ist. Sein Wohlverhalten wÃ¤hrend der Strafuntersuchung und im Strafvollzug stellt keine besondere Leistung dar und ist vor dem Hintergrund des drohenden Bewilligungsentzugs und der noch kurzen BewÃ¤hrungszeit zu relativieren. <span>Auch in </span>wirtschaftlicher<span> Hinsicht ist der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz </span>nicht Ã¼bermÃ¤ssig gut<span> integriert: </span>So hat er keine<span> Berufsausbildung abgeschlossen</span>, wenngleich er <span>seinen Lebensunterhalt bislang </span>immerhin <span>selbst </span>bestreiten konnte<span>, indem er an wechselnden Arbeitsorten gearbeitet und vor dem Strafvollzug zusammen mit seinem Bruder ein Kleinunternehmen gefÃ¼hrt hat. </span>Jedoch ist er gemÃ¤ss eigenen Angaben derzeit mit rund Fr. 20'000.- verschuldet. Auch erscheint seine Reintegration in Mazedonien grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich: <span>Der </span>noch junge und gesunde <span>BeschwerdefÃ¼hrer beherrscht gemÃ¤ss eigenen Angaben fliessend Albanisch und kann sich damit in seiner Heimat </span>zumindest mÃ¼ndlich gut <span>verstÃ¤ndigen</span>, wo eine grosse albanische Minderheit lebt <span>(</span>anders hingegen die Ausgangslage in <span>BGE 139 I 16 E. 3.2</span>, wo der Betroffene<span> auch Albanisch nur sehr lÃ¼ckenhaft</span> sprach<span>).</span> Auch pflegt er zumindest zu seinem dort lebenden Cousin Kontakt und hat sein Heimatland in der Vergangenheit regelmÃ¤ssig besucht, was ihm beim Aufbau neuer sozialer und beruflicher Beziehungen helfen dÃ¼rfte. GemÃ¤ss eigenen Angaben sollte zudem in BÃ¤lde der Nachlass seines 2013 verstorbenen Vaters geteilt werden, was ihm allenfalls in finanzieller Hinsicht die Wiedereingliederung in seiner Heimat erleichtern dÃ¼rfte. Es ist damit davon auszugehen, dass seine Reintegration in Mazedonien zwar schwierig, aber durchaus mÃ¶glich und zumutbar erscheint. Hingegen ist es ihm zumutbar, den Kontakt zu seiner Familie Ã¼ber die Distanz telefonisch oder im Rahmen von Besuchsaufenthalten aufrecht zu erhalten, sofern diese ihm nicht in seine Heimat folgen will oder folgen kann. </p> <p class="Erwgung3">Auch die bundesgerichtliche Praxis hat in vergleichbaren FÃ¤llen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung geschÃ¼tzt (vgl. u.<span> </span>a. BGE 139 I 31; BGr, 22. Januar 2015, 2C_542/2014; BGr, 11. Dezember 2014, 2C_395/2014, vgl. bezÃ¼glich NichtverlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund von "Raser-Rennen" etc. auch BGr, 21. Februar 2012, 2C_679/2011). Die vom BeschwerdefÃ¼hrer hiergegen aufgefÃ¼hrten Entscheide des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) sind mit der vorliegenden Kon­stellation nicht vergleichbar: So war der betroffene AuslÃ¤nder im Fall Beldjoudi ursprÃ¼nglich franzÃ¶sischer StaatsbÃ¼rger und hatte diese nur deshalb verloren, weil seine Eltern nicht rechtzeitig nach der UnabhÃ¤ngigkeit von Algerien um (Wieder-)Anerkennung seiner franzÃ¶sischen StaatsbÃ¼rgerschaft ersuchten. Hingegen hatte er keinerlei Beziehungen zu seiner algerischen Heimat. Der EGMR mass sodann gerade auch dem Umstand entscheidende Bedeutung zu, dass die Delinquenz hauptsÃ¤chlich nach bereits erfolgter Heirat einsetzte und die Ehefrau des Delinquenten deshalb zum Heiratszeitpunkt nicht damit rechnen musste, ihre Ehe inskÃ¼nftig in dessen algerischem Heimatland fortsetzen zu mÃ¼ssen (EGMR, 26. MÃ¤rz 1992, 12083/86, Ziff. 72; vgl. auch BGr, 28. Januar 2013, 2C_695/2012, E. 3.3.4). Die FÃ¤lle Moustaquim (EGMR, 18. Februar 1991, 12313/86) und Maslov (EGMR, 23. Juni 2008, 1638/03) sind bereits vom Strafmass nicht mit der vorliegenden Konstellation zu vergleichen, bewegen sich doch beide Entscheide unter der Dreijahresgrenze, gemÃ¤ss welcher auch nach der Rechtsprechung des EGMR in der Regel das Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse Ã¼berwiegen soll (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf die EGMR-Rechtsprechung). Zudem spielte im letztgenannten EGMR-Entscheid das jugendliche Alter des Delinquenten eine entscheidende Rolle. Auch der Fall Nasri (EGMR, 13. Juli 1995, 19465/92) ist nicht vergleichbar, war dem dort betroffenen Delinquenten die Reintegration in seiner Heimat mangels Sprachkenntnissen, Heimatbezug und aufgrund einer Behinderung doch weitaus schwerer zumutbar als dem BeschwerdefÃ¼hrer (vgl. auch BGr, 28. Januar 2013, 2C_695/2012, E. 3.3.4). Sodann steht im Gegensatz zum Fall Radovanovic (EGMR, 22. April 2004, 42703/98) auch kein unbefristetes Einreise- und Aufenthaltsverbot zur Debatte. Es ist deshalb auch nicht bereits beim hier zu beurteilenden Widerrufsentscheid zu antizipieren, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer nach einer BewÃ¤hrungsphase in seiner Heimat die Neuerteilung einer Aufenthaltsbewilligung inskÃ¼nftig allenfalls in allzu restriktiver Praxis verweigert werden kÃ¶nnte, zumal auch in genannter BewÃ¤hrungsphase die GewÃ¤hrung kurzer Besuchsaufenthalte fÃ¼r Familienbesuche mÃ¶glich sein wird. Der Entscheid Udeh (EGMR, 16. April 2013, 12020/09) betraf sodann einen Einzelfall und ist nicht als Grundsatzentscheid geeignet, zumal der Gerichtshof durch die BerÃ¼cksichtigung von UmstÃ¤nden, welche sich erst nach dem angefochtenen Entscheid des Bundesgerichts ereignet haben, in problematischer Weise in den Ermessenspielraum der nationalen BehÃ¶rden eingegriffen hat (vgl. BGr, 30. August 2013, 2C_365/2013, E. 2.4; VGr, 18. Septem­ber 2013, VB.2013.00301, E. 2.4.2). Zu beachten ist zudem auch, dass nicht nur die GesamtlÃ¤nge aller erwirkten Freiheitsstrafen entscheidend ist, sondern auch deren Verteilung und insbesondere auch die HÃ¶he der unmittelbar zum Widerruf fÃ¼hrenden letzten Strafe. So kÃ¶nnen lÃ¤nger zurÃ¼ckliegende Delikte dem betroffenen AuslÃ¤nder nicht mehr im gleichen Ausmass entgegengehalten werden wie erst vor Kurzem abgeurteilte Taten. Die bundesgerichtliche Praxis lehnt es sodann auch ab, mehrere unterjÃ¤hrige Strafen zusammenzurechnen, um eine lÃ¤ngerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 lit. b AuG (in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG) zu begrÃ¼nden (BGE 137 II 297 E. 2.3). </p> <p class="Erwgung3">Demnach ist mangels besonderer weiterer UmstÃ¤nde davon auszugehen, dass sich aufgrund der erwirkten hohen Freiheitsstrafe â und trotz der (lebens)langen Aufenthaltsdauer sowie der persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren Beziehungen des BeschwerdefÃ¼hrers â das Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse durchsetzt, wobei des Weiteren auf die zutreffende vorinstanzliche InteressensabwÃ¤gung zu verweisen ist.</p> <p class="Erwgung2"><span>Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung und eine Wegweisung des Beschwerde</span>­<span>fÃ¼hrers erscheint damit </span>angesichts der massiven StraffÃ¤lligkeit des BeschwerdefÃ¼hrers <span>sowohl nach Massgabe des AuG als auch nach den konventions- und verfassungsmÃ¤ssigen Vorgaben von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</span> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2">Ob das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, wie die Vorinstanz angenommen hat, bedarf keiner nÃ¤heren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund in der vorliegenden Konstellation nur subsidiÃ¤r zur Anwendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen fÃ¼r einen Widerruf in Anwendung von Art. 62 lit. b AuG (in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG) fehlt (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; BGr, 11. November 2013, 2C_705/2013, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.1 </span></b><span>Bei der gegebenen Interessenlage waren die </span>Vorinstanzen<span> vorliegend auch nicht gehalten, aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit anstelle des (gÃ¤nzlichen) Widerrufs der Anwesenheitsbewilligung de</span>s<span> BeschwerdefÃ¼hrer</span>s<span> eine mildere Massnahme anzuordnen. Als solche sieht das Gesetz die blosse Androhung des Widerrufs vor (Art. 96 Abs. 2 AuG</span>). Eine entsprechende <span>Verwarnung </span>ist jedoch<span> nur angezeigt, wenn </span>ein<span> gÃ¤nzliche</span>r<span> Bewilli</span>­<span>gungswiderruf </span>(noch) <span>unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erschien</span>e, was vorliegend nicht der Fall ist. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.2 </span></b><span>Ausgeschlossen ist diesfalls auch die </span>sub<span>eventualiter beantragte Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung: Auch wenn es sich beim Widerruf der Niederlassungsbewilligung im Sinne von Art. 63 AuG im Unterschied zur altrechtlichen Ausweisung nicht zugleich um eine Entfernungs- und Fernhaltemassnahme handelt, welche per se im Widerspruch zur Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung stÃ¼nde (</span>BGr, <span>18. Mai 2010</span>, <span>2C_761/2009</span>, E. <span>7.4.2), geht es nicht an, beim Vorliegen eines Widerrufsgrundes, welcher wie im Falle von Art. 62 lit. b AuG </span>(in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG) <span>alle Bewilligungsarten betrifft, den fremdenpolizeilichen Status (vom Niedergelassenen zum Aufenthalter) zu Ã¤ndern. Im Ãbrigen wÃ¼rde der Betroffene dadurch im irrigen Glauben gelassen, in der Schweiz bleiben zu kÃ¶nnen, wÃ¤hrend es in Wahrheit mÃ¶glich wÃ¤re, die Aufenthalts</span>­<span>bewilligung bei fehlendem Rechtsanspruch einfach nicht mehr zu erneuern (BGr, 15. Juli 2010, 2C_254/2010, E. 4.3). </span></p> <p class="Erwgung2">Damit sind sowohl das Hauptbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers als auch das Eventual- und das Subeventualbegehren abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzu­erlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG), und es steht ihm keine Partei­entschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span> Entsprechend ist dem Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers auch keine Gelegenheit einzurÃ¤umen, seine Honorarnote einzureichen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>