A bteilung IV D -400/2007 / law /bah {T 0/2} U rte il v o m 7 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter W alter Lang (Vorsitz), H ans Schürch, G érald Bovier G erichtsschreiber C hristoph Basler. A ._______, geboren _______, Libanon, vertreten durch C hristian Koch, R echtsanw alt, _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl und W egw eisung; Verfügung des BFM vom 22. D ezem ber 2006 / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -400/2007 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer, ein ethnischer Araber schiitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in Beirut, verliess sein H eim atland eigenen Anga- ben zufolge am 28. O ktober 2006 und gelangte am 16. N ovem ber 2006 in die Schw eiz, w o er am 20. N ovem ber 2006 um Asyl nachsuch- te. Am 29. N ovem ber 2006 w urde er im Em pfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) A._______ zu den Personalien, zu den Aus- reisegründen und zum R eisew eg befragt. D abei gab er unter anderem zu Protokoll, er habe seit zirka einem Jahr für die Israelis gearbeitet, indem er Inform ationen über die H isbollah gesam m elt habe. D iese habe er an B._______ w eitergegeben, der von der H isbollah am 13. O ktober 2006 festgenom m en w orden sei. Er habe am 14. O ktober 2006 vergeblich versucht, B._______ anzurufen; danach habe er sei- nen Freund C ._______ kontaktiert, der ihm gesagt habe, er m üsse ihn sofort sehen. Als sie sich getroffen hätten, habe er von der Festnahm e erfahren. D anach sei er sofort zu D ._______ nach B._______ gegan- gen. B._______ habe D okum ente von ihm gehabt, die von der H isbol- lah beschlagnahm t w orden seien. Am 15. D ezem ber 2006 hörte das Bundesam t den Beschw erdeführer im EVZ A._______ zu seinen Asylgründen an. D ieser m achte im W e- sentlichen geltend, sein Freund C ._______ habe ihm am 14. O ktober 2006 m itgeteilt, die Frau von B._______ habe ihn angerufen und ge- sagt, die H isbollah habe ihren M ann festgenom m en. D ie Frau habe auch gesagt, die H isbollah habe alle Papiere m itgenom m en; B._______ habe einen R eisepass von ihm , G rundrisse von G ebäuden, auf denen er handschriftlich N otizen angebracht habe, und Fotografi- en, auf denen sie abgebildet gew esen seien, bei sich aufbew ahrt. Er (der Beschw erdeführer) sei sofort zu einem Freund geflohen und nicht m ehr nach H ause zurückgekehrt. D ort sei er am 17. O ktober 2006 von seiner Schw ester angerufen w orden, die ihm gesagt habe, dass am Vortag das H aus von der H isbollah durchsucht w orden sei. D ie H isbol- lah habe alle seine Papiere m itgenom m en und seinen Vater festge- nom m en. B._______ habe ihn und C ._______ nach Zypern begleiten w ollen, um sie m it einem israelischen O ffizier bekannt zu m achen. B . M it Verfügung vom 22. D ezem ber 2006 stellte das BFM fest, der Be- schw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das S eite 2D -400/2007 Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete deren Vollzug an. C . M it Eingabe an das Bundesverw altungsgericht vom 16. Januar 2007 beantragte der Beschw erdeführer durch seinen Vertreter, der Ent- scheid des BFM sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass er der Be- schw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle und das Asylgesuch sei entsprechend gutzuheissen. Eventuell sei die Streitsache zur N eu- beurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Auf eine W egw eisung sei zu verzichten. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung m it O f- fizialverbeiständung zu gew ähren. D er Beschw erde sei m ittels um ge- hendem , prozessleitendem Zw ischenentscheid die aufschiebende W ir- kung zu gew ähren. D . M it Zw ischenverfügung vom 14. Februar 2007 bestätigte der Instrukti- onsrichter des Bundesverw altungsgerichts das dem Beschw erdeführer von G esetzes w egen zustehende R echt auf Aufenthalt in der Schw eiz bis zum Abschluss des Verfahrens. G leichzeitig hiess er das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021) unter der Voraussetzung des N achrei- chens einer Fürsorgebestätigung gut und forderte den Beschw erde- führer auf, bis zum 1. M ärz 2007 eine Fürsorgebestätigung nachzurei- chen oder einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- einzuzahlen, verbun- den m it der Androhung, auf die Beschw erde w erden nicht eingetreten, w enn innert Frist die Fürsorgebestätigung nicht eingereicht oder der Kostenvorschuss nicht bezahlt w erde. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 2 Vw VG w ies er ab. E. M it Schreiben vom 23. Februar 2007 reichte der Beschw erdeführer eine Fürsorgeabhängigkeits-Bestätigung vom 22. Februar 2007 ein. F. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 13. M ärz 2007 die Abw eisung der Beschw erde. G . In seiner Stellungnahm e vom 2. April 2007 hielt der Beschw erdeführer an seinen Anträgen fest. S eite 3D -400/2007 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Be- schw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 Vw VG . D as Bundesam t für M igration (BFM ) gehört zu den Behörden nach A rt. 33 VG G und ist da- her eine Vorinstanz des Bundesverw altungsgerichts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). D as Bun- desverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor- liegenden Beschw erde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde hat aufschiebende W irkung (vgl. A rt. 55 Abs. 1 Vw VG ) und in der angefochtenen Verfügung w ird einer allfälligen Be- schw erde die aufschiebende W irkung nicht entzogen (vgl. A rt. 55 Abs. 2 Vw VG ). D ie angefochtene Verfügung enthält ferner keine Anordnung betreffend vorsorgliche W egw eisung in einen D rittstaat (vgl. A rt. 42 Abs. 2 und 3 AsylG ), w eshalb der Beschw erdeführer - w ie in der Zw i- schenverfügung vom 14. Februar 2007 festgestellt - berechtigt ist, den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abzuw arten (A rt. 42 Abs. 1 AsylG ). Auf das G esuch, der Beschw erde sei m it prozesslei- tendem Zw ischenentscheid die aufschiebende W irkung zu erteilen, ist deshalb m angels R echtsschutzinteresses nicht einzutreten (vgl. A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Bst. c Vw VG ). H insichtlich der w eiteren R echtsbe- gehren ist der Beschw erdeführer legitim iert, w eshalb auf die im Ü bri- gen frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (vgl. A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person aner- S eite 4D -400/2007 kannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu ei- ner bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrschein- lichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w ider- sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab m it der Begründung, seine Vorbringen w ürden den Anforderungen an die G laubhaftm achung gem äss A rt. 7 AsylG nicht standhalten. Im Einzel- nen führte es im W esentlichen aus, der Beschw erdeführer habe bei der Anhörung zu den Asylgründen ausgesagt, er hätte zusam m en m it B._______ und C ._______ nach Zypern reisen sollen, um dort einen israelischen O ffizier zu treffen. Bei der Erstbefragung habe er hinge- gen gesagt, B._______ habe beabsichtigt, ihn und eine w eitere Person nach Zypern zu schicken, um dort m it einem M ann Kontakt aufzuneh- m en. Er habe diese W idersprüche auf Vorhalt hin nicht auflösen kön- nen. Bei der Erstbefragung habe er konkrete Angaben über seine In- form antentätigkeit gem acht. Seine Antw orten auf entsprechende Fra- gen seien bei der Anhörung indessen sehr vage ausgefallen. Ange- sichts der aufgezeigten U ngereim theiten seien seine Vorbringen hin- sichtlich seiner Inform antentätigkeit und Kollaboration erheblich zu be- zw eifeln, w eshalb die abgeleiteten Verfolgungsvorbringen unglaubhaft seien. D er Beschw erdeführer sei gefragt w orden, w oher er w isse, dass B._______ in seiner W ohnung D okum ente gehabt habe, die für ihn hätten verhängnisvoll sein können. Es sei davon auszugehen, dass B._______ aufgrund seiner m ehrjährigen Erfahrung als Inform ant m it Bestim m theit keine verräterischen U rkunden bei sich aufbew ahrt hätte, S eite 5D -400/2007 zum al er w egen des Erstarkens der H isbollah zur Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen von Som m er/H erbst 2006 m it den Israelis gew arnt gew esen w äre. Zudem sei anzunehm en, dass C ._______ den Beschw erdeführer sofort, nachdem er von der Festnahm e von B._______ erfahren habe, angerufen und nicht dessen Anruf abgew artet hätte. Bei der Erstbefragung habe er das w ichtige Vorbringen, w onach er von seiner Schw ester von der Festnahm e seines Vaters erfahren habe, nicht erw ähnt, w as ein w eiterer H inw eis auf die U nglaubhaftigkeit seiner Vorbringen sei. D em Beschw erdeführer sei es nicht gelungen, seine Vorbringen hinsichtlich der geltend gem achten Verfolgungssituation glaubhaft darzutun. 4.2 In der Beschw erde w ird dem gegenüber geltend gem acht, aus den Aussagen des Beschw erdeführers lasse sich nur der Schluss ziehen, dass es sich bei dem M ann, m it dem ein Treffen in Zypern vereinbart w orden sei, um einen G eheim dienstoffizier handeln m üsse. Anders w äre nicht zu erklären, dass B._______ falsche Identitätspapiere für die R eise nach Zypern beschafft hätte. D ieser U m stand gehe bereits aus dem Protokoll der Erstbefragung hervor. D ieser O ffizier sei der Kontaktm ann von B._______ gew esen. D er Beschw erdeführer w isse nicht, w as ihn dort erw artet hätte, B._______ hätte lediglich den Kon- takt herstellen sollen. Aus dem Protokoll der Erstbefragung gehe nicht hervor, dass C ._______ und er alleine hätten nach Zypern reisen sol- len; offensichtlich sei diesbezüglich keine Frage gestellt w orden. Es sei undenkbar, dass der Kontakt hätte geschlossen w erden können, ohne dass B._______ selbst anw esend gew esen w äre. Er habe bereits bei der ersten Befragung gesagt, w elche Leistungen er für den M ossad er- bracht habe. So sei nachzulesen, dass er Inform ationen über die H is- bollah, ihre Leute und Lokalitäten gesam m elt habe, indem er die Fahr- zeuge observiert und beobachtet habe, w as die Personen gem acht hätten. Bei der Anhörung zu den Asylgründen habe er auch nam ent- lich eine Person erw ähnt, die er observiert habe. Er habe gesagt, er sei überzeugt, dass sich die Kriegsführenden auf solche Inform ationen gestützt hätten. Seine Antw orten seien nicht vage und ausweichend, sondern konkret gew esen. Es sei nachvollziehbar, dass er als Infor- m ant seinen nächsten Auftrag nicht gekannt habe. D ie Instruktion hät- te er in Zypern vom Führungsoffizier direkt erhalten. So sei auch seine Aussage, so sei seine Arbeit halt gew esen, zu verstehen. Es sei sehr glaubw ürdig, dass ein einfacher Inform ant keine w eitergehenden Kenntnisse über die nächsten nachrichtendienstlichen Schritte habe, bevor er einen konkreten Auftrag erhalte. D ie Vorinstanz lege nicht dar, S eite 6D -400/2007 w eshalb sie es als unglaubhaft erachte, dass B._______ bei sich zu H ause D okum ente und Fotografien aufbew ahrt habe. B._______ habe falsche Papiere organisiert, w as für die Enttarnung des Beschw erdeführers bereits genügt habe. Es sei durchaus nachvollziehbar, dass verräterische D okum ente zu H ause und nicht an einem anderen O rt, an w elchem D ritte Zugriff haben könnten, aufbew ahrt w ürden. D a der Beschw erdeführer kein Telefon besitze, habe M A. ihn nicht direkt kontaktieren können. C ._______ habe nicht gew usst, ob er bereits von der H isbollah verfolgt w erde, w eshalb auch nachvollziehbar sei, dass er ihn nicht persönlich aufgesucht habe. Es sei nicht klar, w ann C ._______ von der Festnahm e von B._______ erfahren habe. Er sei bei der Erstbefragung darauf hingew iesen w orden, einzig auf die gestellten Fragen zu antw orten. D em Protokoll sei zu entnehm en, dass er nicht gefragt w orden sei, ob er Inform ationen über G eschehnisse nach seiner Flucht habe. Er sei auch nicht zu seiner Fam ilie befragt w orden, w eshalb nachvollziehbar sei, dass er diese Ausführungen erst bei der zw eiten Befragung gem acht habe. D ie Aussagen des Beschw erdeführers seien über w eite Strecken deckungsgleich, w eshalb sie als glaubhaft erschienen. 4.3 D as BFM führte in seiner Vernehm lassung aus, es sei nicht glaub- haft, dass der Beschw erdeführer über kein Telefon verfügt habe. So seien M obiltelefone in Beirut unter Leuten, die es sich leisten könnten, w eit verbreitet. Zudem w äre er aufgrund seiner konspirativen Tätigkeit in besonderem M ass auf eine schnelle, zum Teil verschlüsselte Kom - m unikation angew iesen gew esen. Es sei zu schliessen, dass er sehr w ohl m it m odernsten technischen H ilfsm itteln ausgerüstet gew esen sei. D ies gehe überdies aus dem U m stand hervor, w onach er w ieder- holt angegeben habe, häufig Telefonate m it Leuten aus seinem Bezie- hungsnetz geführt zu haben. 4.4 In der R eplik w ird entgegnet, aus den Akten gehe hervor, dass der Beschw erdeführer jew eils von einem öffentlichen Telefon aus telefo- niert habe. Insofern die Vorinstanz von der N otw endigkeit einer schnel- len und teilw eise verschlüsselten Kom m unikation ausgehe, gehe sie von der Vorgehensw eise eines Spions aus. Beim Beschw erdeführer handle es sich aber um einen untergeordneten Inform anten. Er sei bei einem G espräch instruiert w orden, w elche Aufgaben er w ahrzuneh- m en habe. D ie R esultate habe er m ündlich w iedergegeben, er habe le- diglich über eine Kontaktperson verfügt. Som it sei nicht ersichtlich, m it w em er schnell und verschlüsselt hätte kom m unizieren m üssen. D er S eite 7D -400/2007 G ebrauch von M obiltelefonen stelle keinesw egs ein geringeres R isiko dar als derjenige von öffentlichen Telefonen. 5. 5.1 G rundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gem acht, w enn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dür- fen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in w esentlichen Punkten nicht w idersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w idersprechen. D arü- ber hinaus m uss der G esuchsteller persönlich glaubw ürdig erschei- nen, w as insbesondere dann nicht der Fall ist, w enn er w ichtige Tatsa- chen unterdrückt oder bew usst falsch darstellt, im Laufe des Verfah- rens Vorbringen ausw echselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige M itw irkung am Verfahren verw eigert. G laubhaftm a- chung bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein redu- ziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew isse Einw ände und Zw eifel an den Vorbringen des G esuchstellers. Entscheidend ist, ob die G ründe, w elche für die R ichtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überw iegen oder nicht. D abei ist auf eine objektivierte Sicht- w eise abzustellen (vgl. A rt. 7 AsylG ; vgl. Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1996 N r. 27 S. 263 f. E. 3c.aa; N r. 28 S. 270 E. 3a). 5.2 D as Bundesverw altungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zur Auffassung, dass das BFM die vom Beschw erdeführer zur Begrün- dung seines Asylgesuches geltend gem achten Vorbringen zu R echt und m it zutreffender Begründung als unglaubhaft beurteilt hat. W ie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung richtig festhält, stim m en die Angaben des Beschw erdeführers zur angeblich vorgesehenen R ei- se nach Zypern nicht überein. So sagte er bei der Erstbefragung, B._______ habe ihn und seinen Freund C ._______ nach Zypern schi- cken w ollen, dam it sie dort einen M ann träfen. Aus diesen Aussagen geht entgegen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung w eder hervor, dass B._______ die R eisenden begleitet hätte, noch, dass die- se sich m it einem G eheim dienstoffizier hätten treffen sollen. D ass sie einen G eheim dienstoffizier hätten treffen sollen, erklärte er zudem erst bei der Anhörung zu den Asylgründen und entgegen der D arstellung in der Beschw erde, lässt sich aufgrund der Aussagen des Beschw erde- führers in der Erstbefragung keinesw egs von selbst der Schluss zie- hen, dass es sich bei dem M ann, m it dem ein Treffen in Zypern verein- S eite 8D -400/2007 bart w orden sei, um einen G eheim dienstoffizier handeln m üsse. D er Beschw erdeführer m uss sich generell entgegenhalten lassen, dass er nicht in der Lage ist, verm eintlich tragende Teile seiner G esuchsbe- gründung m it einem M ass an Anschaulichkeit, U nm ittelbarkeit und subjektiver Färbung auszustatten, durch w elches Tatsachenberichte D irektbeteiligter in aller R egel gekennzeichnet sind. D ieses U nverm ö- gen zeigt sich - w ie das BFM in der angefochtenen Verfügung unter H inw eis auf die Fundstellen in den Protokollen - überzeugend aufzeigt, insbesondere auch hinsichtlich der angeblichen Spitzeldienste zuguns- ten der Israelis. Schw er nachvollziehbar ist in diesem Zusam m enhang etw a auch, dass der Beschw erdeführer erst bei der Anhörung zu den Asylgründen, nicht aber schon in der Erstbefragung erw ähnte, dass sein Vater von der H isbollah anlässlich deren H ausdurchsuchung am 16. O ktober 2006 festgenom m en w orden sei. N achteile, die nahe An- gehörige w egen des Verhaltens der asylsuchenden Person erlitten ha- ben, w erden infolge der erhöhten persönlichen Betroffenheit in den Befragungen erfahrungsgem äss in aller R egel bei erster G elegenheit und spontan erw ähnt. D er E rklärungsversuch in der Beschw erde, der Beschw erdeführer habe die Festnahm e seines Vaters nicht erw ähnt, w eil er nicht danach gefragt w orden sei, verm ag deshalb nicht zu über- zeugen. Schliesslich ist etw a auch die Behauptung des Beschw erde- führers, er sei nicht im Besitz eines Telefons gew esen, w enig plausibel. Einerseits ist schw er vorstellbar, dass ein selbständiger Plattenleger, der m itunter auch Arbeiter eingestellt und drei Jahre lang als selbstän- diger Taxifahrer seinen Lebensunterhalt verdient hat, über kein Telefon verfügen soll. Andererseits hätte der Beschw erdeführer angesichts sei- ner angeblichen Tätigkeit als Inform ant gerade deshalb telefonisch er- reichbar sein m üssen, dam it m an ihn bei einem N otfall vor G efahr hät- te w arnen können. So erscheint denn auch seine Schilderung, er habe, nachdem er B._______ telefonisch nicht habe erreichen können, seinen Freund C ._______ angerufen, der ihm gesagt habe, sie m üss- ten sich sofort treffen, reichlich um ständlich. W ären er und C ._______ tatsächlich Inform anten gew esen, hätten zum indest schnellere Kom - m unikationsm öglichkeiten zw ischen ihnen und zu ihren Kontaktperso- nen zur Verfügung stehen m üssen. U ngeachtet dessen m achte der Be- schw erdeführer zudem unterschiedliche Angaben zu dem m it C ._______ vereinbarten Treffpunkt. Bei der Erstbefragung sagte er, sie hätten sich auf der Autobahn "Said H adi" getroffen, w o sie auf der Strassenseite angehalten hätten. Bei der Anhörung zu den Asylgrün- den m achte er hingegen geltend, er habe sich m it C ._______ in der O rtschaft R uw es getroffen. S eite 9D -400/2007 5.3 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschw erdefüh- rer nicht gelungen ist, eine ihm seitens der H isbollah drohende G e- fährdung glaubhaft zu m achen. D ie von ihm geäusserte Furcht vor ei- ner R ückkehr in den Libanon erscheint som it als unter asylrechtlichen G esichtspunkten unbegründet. 5.4 Angesichts dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die w eiteren Vor- bringen in den Eingaben des Beschw erdeführers im D etail einzuge- hen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern verm ögen. Es ist ihm nicht gelungen, nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, dass er im Zeit- punkt seiner Ausreise aus dem Libanon begründete Furcht hatte, im Sinne von A rt. 3 Abs. 2 AsylG relevanten N achteilen ausgesetzt zu w erden. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch dem nach zu R echt ab- gelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw ei- sung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann ins- besondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine kon- krete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge- zw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). S eite 10D -400/2007 6.4 G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizeri- schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), A rt. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer sol- chen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 8. 8.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in A rt. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von A rt. 5 AsylG rechtm ässig. 8.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahr- scheinlichkeit einer nach A rt. 3 EM R K oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäi- schen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw ei- sen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m it w eiteren H inw eisen), w as ihm angesichts der obigen Erw ägungen zur G laubhaftigkeit seiner Vorbringen nicht gelun- gen ist. D ie allgem eine M enschenrechtssituation im Libanon lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als un- zulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw ei- S eite 11D -400/2007 sung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim - m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtli- chen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betrof- fenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politi- schen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahren- m om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen, aber nicht durchführ- baren m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Bot- schaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte, aufgrund derer allenfalls geschlossen w erden könnte, der Beschw erdeführer ge- rate im Falle der R ückkehr in seinen H eim atstaat aus individuellen G ründen w irtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher N atur in eine existenzbedrohende Situation, zum al er über reichlich Berufserfahrung und ein tragfähiges soziales und fam iliäres Beziehungsnetz verfügt. Auch die allgem eine Lage im Libanon hat sich seit Beendigung des Krieges w ieder stabilisiert und viele Schäden sind bereits behoben w orden. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zu- ständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr not- w endigen R eisedokum ente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), w es- halb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.5 Insgesam t ist der durch die Vorinstanz verfügte W egw eisungsvoll- zug zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat diesen zu R echt als zulässig, zu- m utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anord- nung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig S eite 12D -400/2007 und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Be- schw erde ist abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw er- deführer aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenver- fügung vom 14. Februar 2007 die unentgeltliche R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde und sich an den diesbezüglichen Voraussetzungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (D ispositiv nächste Seite) S eite 13D -400/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Vertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it de- ren Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand: S eite 14