B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-425/2009 U r t e i l v o m 2 7 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Fulvio Häfeli, Richterin Emilia Antonioni, Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. Parteien A._______, geboren am (…), dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und deren gemeinsame Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Syrien, alle vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführende, Gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung vom 22. Dezember 2008 / N (…). E-425/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Die kurdischen Beschwerdeführenden aus F._______ (Provinz Al Has a- kah) verliessen ihr Heimatland eigenen Angaben gemäss am 25. Deze m- ber 2007 mit Hilfe eines Schleppers über die Türkei und reisten am 4. Februar 2008 in die Schweiz ein, wo sie gleichentags im (…) ein Asylge- such stellten. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer in der summarischen B e- fragung vom 25. Februar 2008 und in der eingehenden Anhörung vom 13. März 2008 aus, er sei Sympathisant der Yekiti -Partei (Einheitspartei der Kurden in Syrien), sein Vater und sein Bruder K. seien Mitglieder die- ser Partei, K. sei zudem Parteiverantwortlicher in G._______ gewesen. K. sei bei einer Demonstration am 26. Juni 2003 festgenommen worden und zwei Jahre in Haft gewesen. Ende Februar 2006/Anfang März 2006 sei er in den Nordirak geflohen, wo er sich heu te noch aufhalte. Der Beschwer- deführer sei am 14. März 2004 in G._______ nach der Teilnahme an De- monstrationen im Zusammenhang mit den Unruhen in Kamishli festg e- nommen worden, so auch sein Vater und zwei seiner Brüder. Er sei für zwei Monate und 17 Tage im Gefä ngnis gewesen, wo er auch missha n- delt und aus Mangel an Beweisen freigelassen worden sei. Anfang April 2006 habe er bei den Behörden erscheinen und unterschreiben müssen, dass er in Zukunft nicht mehr an Veranstaltungen teilnehmen werde. Da- bei sei er erneu t festgenommen worden, diesmal wegen seines Bruders K.. Die Behörden hätten auf ihn einzuwirken versucht, K. dazu zu brin- gen, aus dem Irak zurückzukehren. Sein Bruder hätte im Internet regim e- kritische Berichte veröffentlicht. Er sei zehn Tage inhaftiert gewesen und habe den Behörden bei der Entlassung schriftlich versichern müssen, nicht mehr an Kundgebungen teilzunehmen. Während des Gefängnis- aufenthaltes sei er geschlagen und beschimpft worden. Auch aus der zweiten Haft sei er aus Mangel an Beweisen freigelassen worden. Anfang Oktober 2007 habe er erneut schriftlich zusichern müssen, nicht mehr re- gimekritische Veranstaltungen zu besuchen. Am 16. Dezember 2007 h a- be er an einer kurdischen Demonstration teilgenommen. Diese sei von Armee und Polizei aufgelöst worden und er sei zusammen mit anderen Demonstrationsteilnehmern auf einen Lastwagen verfrachtet und ausse r- halb G._______ ausgesetzt worden. Die syrischen Behörden seien dar- aufhin am Morgen des 17. Dezember 2007 bei ihm zu Hause erschienen und hätten von seiner Ehefrau bei einer Hausdurchsuchung seinen Auf-E-425/2009 Seite 3 enthaltsort wissen wollen. Die Beschwerdeführerin sei anschliessend zu seinem Bruder S. gegangen, welcher ihn telefonisch ü ber den Vorfall i n- formiert habe. Am 18. Dezember 2007 habe sein Bruder S. sie mit den beiden in Syrien geborenen Kindern zum Beschwerdeführer in das Dorf H._______ ausserhalb G._______ gebracht, in welchem sich der B e- schwerdeführer versteckt habe. Von dort aus seien sie per Pkw mit Zwi- schenstopp beim Schiegervater an die syrische Grenze zur Türkei gefah- ren. Diese hätten sie am 25. Dezember 2007 zu Fuss passiert und sich etwa einen Monat in der Türkei aufgehalten. Anschliessend seien sie von dort in Begleitung eines Schleppers und mit g efälschten Reisedokumen- ten in ein ihn en unbekanntes Land geflogen, wo sie nach einer meh r- stündigen Autofahrt von der Polizei aufgegriffen und mit dem Zug nach I._______ geschickt worden seien. Sie seien auf der Zugfahrt von einem Freund von K. begleitet worden. Den Flug aus der Türkei habe der in der Türkei lebende Schwager des Beschwerdeführers finanziert. Die Beschwerdeführerin machte keine eigenen Asylgründe geltend, so n- dern berief sich auf die des Ehemannes. B. Am (…) wurde die Tochter der Beschwerdeführenden, E._______, gebo- ren. C. Mit Schreiben vom 17. September 2008 ersuchte das BFM die Schweize- rische Botschaft in Syrien um Abklärung der Fragen, ob die Beschwerd e- führenden syrische Reisepässe besässen, ob sie Syrien le gal verlassen hätten und ob sie durch die syrischen Behörden gesucht würden. D. Mit Antwortschreiben vom 17. November 2008 teilte die Botschaft dem BFM mit, Abklärungen ihres Vertrauensanwalts hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer einen syrischen Reisepa ss besässe, ebenso die bei- den älteren Kinder. Der Beschwerdeführer und die beiden älteren Kinder hätten Syrien in Richtung J._______ am 21. Januar 2008 verlassen. G e- gen die Beschwerdeführenden liege nichts vor. E. Mit Zwischenverfügung vom 25. November 2008 erteilte das BFM de n Beschwerdeführenden in Bezug auf die genannten Abklärungsergebnisse das rechtliche Gehör. E-425/2009 Seite 4 F. Mit Eingabe an das BFM vom 12. Dezember 2008 nahm en die Be- schwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter zu den Abklärungen der Botschaft Stell ung. Dabei brachten sie ihre Befürchtung eines erhöhten Verfolgungsrisikos als Folge der Abklärungen durch die hinzugezogenen Vertrauensanwälte zum Ausdruck, da diese direkte Beziehungen zu den Sicherheitsorganen des Staates pflegten. Als Folge dessen sei auch der Wahrheitsgehalt der beschafften Informationen anzuzweifeln. Der B e- schwerdeführer sei mit den Kindern von G._______ aus mit Hilfe eines Schleppers am 21. Januar 2008 nach K._______ geflogen. Die Schlepper würden von der syrischen Regierung ged eckt, da sie in deren Interessen handelten. Der Schlepper habe die ganze Familie mit Reisepässen au s- gestattet und bis zum Einstieg ins Flugzeug begleitet. Die Beschwerde- führenden könnten keine Angaben über die Reisepässe machen, da sie diese nie gesehen hä tten. Sie seien von K._______ aus in ein ihnen un- bekanntes Land weitergeflogen. Auf Anraten ihres Schleppers hätten sie falsche Angaben zum Reiseweg gemacht. Der Beschwerdeführer würde wegen seiner politischen Aktivitäten und der unbewilligten Ausreise g e- sucht, die syrischen Behörden würden aber nie eine politische Verfolgung der eige nen Staatsbürger offenlegen. Es sei im Interesse der syrischen Regierung, syrische Kurden nach Europa ausreisen zu lassen. Die Beschwerdeführenden legten als Beweismittel für die Haft des Br u- ders K. des Beschwerdeführers fremdsprachige unübersetzte Kopien bei, welche Teile des Gerichtsurteils gegen den Bruder K. darstellten, und ei- ne englische Übersetzung eines "Statements" des Bruders an das " (…)" vom 30. Januar 2006, sowie die Kopie einer Bestäti gung vom UNHCR vom 8. November 2006 über die Registrierung des Bruders K. in L._______ als Asylbewerber. Ferner lagen ein unübersetzter fremdspra- chiger Syrien-Bericht von A mnesty-International aus dem Jahr 2005 bei, sowie Fotoausdrucke, Internetberichte und CD-Roms zur Bestätigung des exilpolitischen Engagements des Beschwerdeführers . Dieser sei in der Schweiz Mitglied der Yekiti-Partei geworden. Er habe wegen seines exi l- politischen Engagements und wegen des Risikos einer Reflexverfol gung wegen seines Bruders K. bei einer Rückkehr in den Heimatstaat mit asy l- relevanter Verfolgung zu rechnen. G. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2008 – eröffnet am 23. Dezember 2008 – lehnte das BFM d ie Asylgesuche der Beschwerdeführ enden ab und ordnete de ren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisung s-E-425/2009 Seite 5 vollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) und an die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht genügen. Hinsichtlich der exilpolitischen Aktivitäten des Beschwe r- deführers argumentierte das BFM, die von diesem vorgebrachten Tätig- keiten wiesen nicht eine derartige Qualität auf , dass sie von den syr i- schen Geheimdienstorganen wahrgenommen würde n und asylrelevante Verfolgung nach sich ziehen würde n. Auch der Beitritt des Beschwerd e- führers zur Yekiti-Partei vermöge daran nichts zu ändern. H. Mit Eingabe vom 21. Januar 2009 legten die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter gegen die Verfügung des BFM beim Bundesverwal- tungsgericht Beschwerde ein. Dabei beantragte n sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulä s- sigkeit beziehungsweise der Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwe i- sung. In prozessualer Hinsicht ersuchte n sie um Gewährung der unen t- geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundes- gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Mit der Eingabe reichten die Beschwerdeführenden neben einer Fürsorgebestätigung vom 12. Januar 2009 ein übersetztes Bestätigungsschreiben vom 16. Dezember 2008 eines in Frankreich a n- erkannten kurdischen Flüchtlings aus Syrien über die politischen Aktivit ä- ten des Beschwerdeführers sowie die seiner Brüder und seines Vaters ein, zudem mehrere Beweismittel über die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers (Bestätigung der (…) vom 13. Januar 2009, Flugblät- ter sowie im Internet veröffentlichte Fotos von Protestkundgebungen in der Schweiz, auf denen der Beschwerdeführer zu sehen sei). Auf die Begründung der Beschwerde sowie den Inhalt des eingereichten Beweismittels wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägun- gen eingegangen. I. Mit Eingabe vom 27. Januar 2009 reichten die Beschwerdeführenden ein Referenzschreiben der "Kurdischen Yekiti -Partei in Syrien, Schweizer Sektion" vom 22. Januar 2009 ein. E-425/2009 Seite 6 J. Mit Schreiben vom 28. Jan uar 2009 gaben die Beschwerdeführenden ei- ne DVD sowie ein Flugblatt zu den Akten, welche sich auf eine Kundg e- bung der (…) und der die (…) in M._______ im Dezember 2008 bezögen, an welcher der Beschwerdeführer teilgenommen habe. K. Mit Zwischenverf ügung vom 30. Januar 2009 hiess die zuständige I n- struktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pr o- zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut , verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und wies gleichzeitig das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständigung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG ab. Zu- dem wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen. L. Mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2008 hielt das BFM vollumfänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. Dabei erwog es hinsichtlich der exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers, diese würden auch unter Würdigung der eingereic h- ten Beweismittel keine Furcht vor Verfolgung begründen. M. Am 27 . März 2009 replizierte n die Beschwerdeführenden . Hinsichtlich des exilpolitischen Engagement des Beschwerdeführer s wurde entge g- net, dieses sei intensiv, die Opposition werde von den syrischen Behö r- den auch im Ausland ausgespäht und es sei den Beschwerdeführenden nicht anzulasten, dass sie die neuen Besuche der syrischen Behörden beim Onkel nicht belegen könnten. Auch sei darauf hinzuweisen, dass die Teilnahme des Beschwerdeführers an der Kundgebung in M._______ im Dezember 2008, welche bis zum (…) geführt habe, sicherlich vom syr i- schen Geheimdienst aufgezeichnet worden sei. Der Replik lagen weitere Beweismittel zu seinem exilpolitischen Engagement bei (Flugblätter und Fotos von Kundgebungen syrischer Kurden). N. Im Verlauf des Verfahrens reichten die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel zu den Akten: – am 12. August 2009 Kopien von drei im Internet veröffentlichten Nachrufen (samt deutscher Überset zung) auf den im (…) verstorbe- nen Vater des Beschwerdeführers als bekannten Yekiti-Aktivisten E-425/2009 Seite 7 – am 22. Februar 2010 eine Kopie einer vom Beschwerdeführer eing e- holten pol izeilichen Bewilligung für eine Kundgebung vom (…) in M._______ sowie ein hierbei verteiltes Flugblatt der Yekiti -Partei/ Schweiz – am 23. Juli 2010 zwei Bestätigungsschreiben von Yekiti -Partei- Vertretern (eines mit deutscher Übersetzung, das andere auf En g- lisch), mit welchen das Engagement für die Yekiti -Partei und die G e- fährdung des Beschwerdeführers in Syrien belegt werden solle – am 4. Oktober 2010 eine an den Beschwerdeführer gerichtete Einla- dung der (…) für eine Veranstaltung in Deutschland am (…) und ein Referenzschreiben eines Bekannten des Beschwerdeführers (auf Deutsch) vom 3. Oktober 2010 über die politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers in Syrien – am 16. Juni 2011 zum Beleg des Engagement s des Beschwerdefüh- rers und seiner Funktion in der Yekiti-Partei Flugblätter und im Internet veröffentlichte Berichte, auf welchen dieser gut zu sehen sei, von s y- risch-kurdischen Veranstaltungen in der Schweiz im Zeitraum vom 30. September 2009 bis 16. Februar 2011 sowie ein Bestätigung s- schreiben der (…) vom 20. April 2011 über dessen Mitgliedschaft im (…) der Partei O. Mit Verfügung vom 11. Juli 2011 forderte die Instruktionsrichterin das BFM unter Hinweis auf die nach dem BFM -Entscheid eingereichten weiteren Beweismittel zu den exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers und auf die aktuelle Entwicklung der politischen und menschenrechtlichen Lage in Syrien auf, eine ergänzende Vernehmlassung einzureichen. P. Mit Verfügung vom 14. Juli 2011 hob das BFM nach Würdigung aller Um- stände, insbesondere des exilpolitischen Engagements des Beschwerde- führers im Zusammenhang mit der aktuellen Lage in Syrien, die Ziffern 1, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2008 auf, stell- te gestützt auf Art. 54 AsylG die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerd e- führers fest und erkannte gestützt auf den Grundsatz der Einheit der F a- milie die Beschwerdeführerin und die Kinder ebenfalls als Flüchtlinge an. Gleichzeitig wurde wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die E-425/2009 Seite 8 vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz angeord- net. Q. Angesichts dessen wurden die Beschwerdeführenden mit Instruktionsver- fügung vom 20. Juli 2011 angefragt, ob sie an der Beschwerde festhie l- ten, soweit sie nicht hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft und den Vol l- zug der Wegwei sung g egenstandslos geworden sei . Zudem wurde der Rechtsvertreter aufgefordert, eine detaillierte Kostennote einzureichen. R. Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 27. Juli 2011 teilten die Beschwer- deführenden mit, sie hielten an ihrer Beschwerde fest. Gleichzeitig wurde eine Kostennote eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsg e- setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG , dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-E-425/2009 Seite 9 se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Prüfungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind nur noch Asylg e- währung und Wegweisung aller Beschwerdeführenden sowie die origin ä- re Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin und der gemeinsamen Kinder, nachdem das BFM mit Verfügung vom 14. Juli 2011 seinen E nt- scheid vom 22. Dezember 2008 – soweit dieser sich auf die Flüchtling s- eigenschaft und den Vollzug der Wegweisung bezog – teilweise in Wi e- dererwägung gezogen hat, die Flüchtlingseigenschaft des Be schwerde- führers festgestellt, wegen des Grundsatzes der Einheit der Familie auch die restliche Familie als Flüchtlinge (derivativ) gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG anerkannt und die Beschwerdeführenden wegen Unzulässigkeit des Wegweisungs vollzugs vor läufig in der Schweiz aufgenommen hat. Dadurch wurde d ie Beschwerde in Bezug auf die originäre Flüchtlingsei- genschaft des Beschwerdeführers sowie die derivative Flüchtlingseige n- schaft der restlichen Familienmitglieder und den Wegweisungsvollzug gegenstandslos. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschau ungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträgliche n psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Der Beschwerdeführerin und den gemeinsamen Kinder wurde g e- stützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG d ie Flüchtlingseigenschaft sogenannt deri- vativ anerkannt. I n Berücksichtigung von Art. 37 der Asylverordnung 1 E-425/2009 Seite 10 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) ist im Folgenden zu prüfen, ob sie die Flüchtlingseigenschaft selbstständig in sogenannt originärer Weise erfüllen. 4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM brachte in seiner Verfügung vom 22. Dezember 2008 vor, die geschilderte Ausreise ohne Papiere beziehungsweise mit gefälschten Papieren sei angesichts der Ergebnisse der Botschaftsabklärung als ta t- sachenwidrig einzustufen. Vielmehr seien die Beschwerdeführenden im Besitz von Reisepässen, die ihnen im Jahr (…) ausgestellt worden seien. Auch habe sich die vermeintliche illegale Ausreise über die Türkei als u n- wahr herausgestellt, der Beschwerdeführer sei stattdessen zu einem a n- deren als dem genannten Datum behördlich kontrolliert statt illegal nach J._______ ausgereist. Auch der Ausreisegrund, der Beschwerdeführer werde von den Behörden gesucht, widerspreche dem Abklärungserge b- nis, wonach nichts gegen diesen vorläge. Die Behauptung der Beschwer- deführenden, wegen der Abklärungsmassnahme der Vertrauensanwälte einem erh öhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt zu sein, müsse als reine Schutzbehauptung eingestuft werden. Auch die weiteren Ausführungen in der Stellungnahme zur Botschaftsabklärung betreffend Reisepässen und Reiseumständen seien nicht nachvollziehbar. Es sei demnac h unglau b- haft, dass die Beschwerdeführenden das Land verlassen hätten, weil der Beschwerdeführer dort seitens der Behörden ge sucht we rde. Auch vor dem Hintergrund der im Jahr (…) erfolgten Ausstellung der Reisepässe sei es realitätsfremd, dass dieser im Jahr 2006 inhaftiert worden sei und im Oktober 2007 mehrfach bei den Behörden, welche auch sein Haus durchsucht hätten, habe vorstellig werden müssen. Der Umstand, dass den Beschwerdeführenden in dem Zeitraum gemäss Abklärungsergebnis Reisepässe ausgestellt worden seien, sei als klares Indiz dafür zu werten, dass sie aus Sicht der Behörden als unbescholten gelten würden. Auch sei es unlogisch, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 we gen seines Bruders festgenommen und von ihm verlangt worden sei, er solle di esen den Behörden ausliefern. Schliesslich hat der Bruder doch gemäss den E-425/2009 Seite 11 Angaben des Beschwerdeführers zu dem Zeitpunkt seine zweijährige Haftstrafe, die er im Juni 2003 nach Verurteilung angetreten sein soll, b e- reits verbüsst und ist aus der Haft entlass en. Allein der Umstand, dass er zuvor aus Syrien ausgereist sein soll, vermöge daran nichts zu ändern. Auch sei es nicht nach vollziehbar, dass die Behörden den Beschwerde- führer nach zehn Tagen wieder freigelassen haben sollen, angeblich aus Mangel an Bewei sen gegen ihn, wenn er doch wegen seines Bruders festgenommen worden sein soll. Angesichts der realitätsfremden Auss a- gen des Beschwerdeführers und angesichts der Abklärungsergebnisse der Botschaft sei somit nicht glaubhaft, dass er in den Jahren 2006 und 2007 in der vorgebrachten Weise verfolgt und schikaniert worden sei. Auch am Wahrheitsgehalt der übrigen Aussagen sei somit zu zweifeln , dies auch deswegen, weil der Beschwerdeführer hinsichtlich der Umstän- de der damals mit ihm zusammen festgenommenen Familienangehörigen widersprüchliche Aussagen gemacht habe. Die Festnahme im Jahr 2004 stelle überdies ein abgeschlossenes Ereignis dar ohne genügend engen Kausalzusammenhang zu der später erfolgten Ausreise, da sie ohne we i- tere strafrechtliche Folgen geblieben sei. Sie sei daher nicht asylrelevant. Auch sei nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr Reflexverfolgungsmassnahmen ausgesetzt w erde. Er habe zwar angegeben, er sei wegen seines Bruders mehrfach vor geladen und einmal festgenommen w orden. Auch sei er wegen seiner eigenen polit i- schen Aktivitäten bei einer Veranstaltung im Dezember 2007 von den Be- hörden gesucht worden. Diese Vorbringen seien aber, wie bereits ausg e- führt, als unglaubhaft einzustufen. Auch komme Reflexverfolgung in S y- rien zwar vor, vorliegend bestehe aber kein Grund zur Annahme, der B e- schwerdeführer würde wegen seines Bruders zur Rechenschaft herang e- zogen, da dieser doch bereits seine Haftstrafe nach der Verurteilung im Jahr 2003 verbüsst haben soll. Reflexverfolgung für den Beschwerdefüh- rer als Folge von Fahndungsmassnahmen der Behörden in Bezug auf den Bruder sei also nicht anzunehmen. In Bezug auf die Aktivitäten se i- nes Vaters habe er keine Verfolgungsmassnahmen geltend gemacht, was impliziere, dass er auch zukünftig ke ine Verfolgung zu befürchten habe, zumal der Vater nach Aussage des Beschwerdeführers keine Tätigkeiten mehr ausübe. In seiner Vernehmlassung wiederholte das BFM, ang e- sichts des Abklärungsergebnisses der Schweizerischen Vertretung in Damaskus, es liege nic hts gegen die Beschwerdeführenden vor, sei an der behaupteten Gefährdung zu zweifeln. Die vorgebrachte Kritik an den Auskünften der Vertretung entbehrten überdies jeder Grundlage. E-425/2009 Seite 12 5.2 Nach Auffassung des Beschwerdeführers hat das BFM die allgemeine Lage der Ku rden in Syrien und deren staatliche Repressionen nicht au s- reichend berücksichtigt. Hierbei wies er auf einen Bericht der Schweizer i- schen Flüchtlingshilfe zur aktuellen Entwicklung in Syrien vom 20. August 2008 hin. Seine Schilderungen seien als detailreich und differenziert ei n- zustufen und damit glaubhaft, auch seine Glaubwürdigkeit sei gegeben. Er stamme aus einer kurdisch politisch aktiven Familie. Es sei offensich t- lich, dass die vor Ort getätigten Abklärungen durch Vertrauensanwälte ein erhöhtes Verfolgungsrisiko für ihn bewirken könnten, da davon auszug e- hen sei, dass die Vertrauensanwälte nicht unabhängig von der staatlichen Verwaltung arbeiten könnten. Daraus folge auch, dass die Abklärungse r- gebnisse der Vertrauensanw älte bei Weitergabe der Personalien erwar- tungsgemäss falsche Informatio nen ent halten würden. Vorliegend seien die Personalien des Beschwerdeführers an den Vertrauensanwalt weiter- gegeben worden. Die syrische Regierung würde aber nie gegenüber e i- nem Drittstaat anerkennen, dass der eigene Staatsbürger aus politischen Gründen verfolgt werde. Es bestünden daher Zweifel am Abklärungse r- gebnis, wonach er nicht behördlich gesucht werde. Zumal die Beschwe r- deführerin auf dem gleichen Weg zusammen mit den anderen Fami lien- angehörigen ausgereist sei, aber in der Botschaftsabklärung nicht als B e- sitzerin eines Passes genannt werde. Dies zeige, dass die Botschaftsi n- formationen mit Vorsicht zu geniessen seien. Selbst bei Annahme einer behördlich kontrollierten Ausreise sei a ber ein erhebliches Verfolgungsr i- siko nicht auszuschliessen. Eine erfolgreiche Bestechung mit Hilfe eines Schleppers liege auf der Hand. Auch erscheine es möglich, dass der Schlepper über Blanko -Pässe aus dem Jahr (…) verfügt habe. Hinsich t- lich der gegen d en Beschwerdeführer gerichteten Reflexverfolgung b e- rücksichtige das BFM nicht, dass der Bruder K. an der Universität in L._______ weiterhin gegen die syrischen Behörden politisch aktiv sei und innerhalb der kurdischen Opposition weiterhin bekannt sei. Dies lege der Bericht von amnesty international nahe. Auch habe die Beschwerdeführe- rin berichtet, dass ihr Haus jedes Mal nach der Veröffentlichung eines A r- tikels im Internet durch ihren Schwager von den Sicherheitskräften aufge- sucht worden sei. Auch ein der B eschwerde beigelegtes Bestätigung s- schreiben eines in Frankreich anerkannten kurdischen Flüchtlings aus Syrien beweise unter anderem die Gefahr der Reflexverfolgung für den Beschwerdeführer. Überdies halte der Beschwerdeführer daran fest, dass er kurz nach der Festnahme von seinem mit ihm zusammen festgeno m- menen Vater sowie Bruder getrennt worden sei. Dies entspreche seinen Aussagen und jenen der Beschwerdeführerin, sowie dem üblichen Vo r- gehen der Sicherheitskräfte, Verwandte im Polizeigewahrsam zu trennen. E-425/2009 Seite 13 Die Festnahme und Inhaftierung aus dem Jahr 2004 stelle ke in abg e- schlossenes, isoliertes Geschehen dar, sondern müsse zumindest als e r- littene Vorverfolgung berücksichtigt werden angesichts dessen, dass er auch damals als Mitglied einer politisch aktiven Familie behelligt und in der Haft misshandelt worden sei. Es bestehe vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen Aktivitäten des Bruders K. gegen die syrische Regierung für den Beschwerdeführer die Gefahr von Reflexverfolgung. 6. 6.1 Auch das Bundesverwaltun gsgericht kommt zum Schluss, dass d ie Beschwerdeführenden keine asylrechtlich relevante Verfolgung durch die syrischen Behörden glaubhaft machen konnte n und somit die Flüch t- lingseigenschaft im Sinne des Art. 3 AsylG nicht erfüllen. Die Entgegnun- gen in der Rechtsmitteleingabe vermögen die vorinstanzlichen Erwägu n- gen nicht zu entkräften. 6.2 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie g e- nügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen ers chöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht d er Fall ist, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder b e- wusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des G e- suchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, ü berwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2010/57 E.2.2f.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). 6.3 Auffällig sind zahlreiche Widersprüche und Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers. So sagte er beispielsweise in der Erstbefragung aus, er sei im Jahr 1995 von F._______ nach G._______ gezogen (vgl. act. A1, S. 1, 2), in der ein- lässlichen Anhörung gab er jedoch zu Protokoll, im Jahr 1990 zusammen mit seinem Bruder nach G._______ gegangen zu sein, lediglich der Rest der Familie sei erst im Jahr 1995 nachgezogen (vgl. act. A19, S. 2). E-425/2009 Seite 14 Auch widerspricht er sich hinsichtlich seines politischen Engagements. Er gibt an, er sei S ympathisant (vgl.act. A19, S.2) und will beispielsweise an der Demonstration vom 16. Dezember 2007 als einfacher Teilnehmer ge- wesen sein (vgl act. A1, S. 5). In der Bundesbefragung ist jedoch zugleich auch die Rede davon, er habe darüber hinaus Kundgebungen und D e- monstrationen organisiert (vgl. act. A19, S.2, 3), beispielsweise eine Ver- anstaltung vom 5. Okto ber 2007, bei welcher er Flugblätter verteilt und Transparente bei sich deponiert habe (vgl. act. A19, S.2). Auf Nachfrage räumt er dann jedoch wieder ein, selber nie eine Kundgebung organisiert, sondern lediglich seinen Bekanntenkreis über die Daten informiert zu ha- ben, so auch hinsichtlich der Veranstaltung vom 16. Dezember 2007 (vgl. act. A19, S. 3). Auf den Widerspruch hinsichtlich des Ausmasses seines Engagements beziehungsweise der blossen Teilnahme an Kundgebun- gen angespr ochen, erklärt er daraufhin wenig überzeugend, er habe in seiner Sprache einen Fehler gemacht (vgl. act. A19, S. 3). Auffällig ist, dass er in der Erstbefragung nicht erwähnt, er habe bei den Behörden erscheinen und schriftlich zusichern müssen, nicht mehr an Veranstaltungen teilzunehmen, so erwähnt er dies weder für den April 2006, als er beim Behördengang verhaftet worden sei, noch für de n Ok- tober 2007 (vgl. aber act. A19, S. 4, 7). Diesbezüglich gibt er nur zu Pr o- tokoll, dass die Sicherheitskräfte im April 2006 zu ihm nach Hause g e- gangen seien, nicht, d ass er bei den Behörden habe er scheinen müssen (vgl. act. A1, S. 5, 6). Unstimmig sind zudem die Aussagen bezüglich seiner Verhaftung im März 2004. So erwähnt er in der Erstbefragung nicht, dass sein Vater und zwei seiner Brüder mit ihm zusammen im März 2004 festgenommen wo r- den seien (vgl. act. A1, S. 5, A19, S. 4 , 8). Auch bezüglich des Ortes der Verhaftung widerspricht er sich, da er in der Bundesanhörung zuerst zu Protokoll gibt, er sei zu Hause (vgl. act. A19, S. 4), spä ter jedoch, er sei bei seinem Vater verhaftet worden (vgl. act. A19, S. 5, 8). Auch bezüglich der Ereignisse im Dezember 2007 widerspricht er sich. Es erschliesst sich nicht, wieso er nicht gleich auf der Demonstration ve r- haftet wurde, wo er nach Aussagen der eingehenden Anhörung doch mit den anderen Demonstrationsteilnehmern auf einen Lastwagen verfrachtet und fortgebracht worden sei, sondern erst am nächsten Tag (vgl. act. A19, S.12). Auch verwundert es, dass er bei der Erstbefragung lediglich aus- sagt, die Behörden hätten von seiner Anwesenheit erfahren, nicht, dass er bereits am Tag der Demonstration aufgegriffen wurde (vgl. act. A1, S. E-425/2009 Seite 15 5, A19, S. 12). Auch sagt er in der Erstbefragung nicht, dass die Behö r- den nach der Veranstaltung v om 16. Dezember 2007 auch bei seinem Vater nach ihm gesucht hätten (vgl. act. A19, S. 13), nur, dass seine Frau zum Bruder S. gegangen sei (vgl. act. A1, s. 5), der nach Angaben bei der zweiten Befragung im Haus des Vaters wohnen soll (vgl. act. A19, S. 13). Weiter bestehen in den Aussagen Widersprüche hinsichtlich der Dauer, die er mit seinem Vater und seinen Brüdern nach der Verhaftung im März 2004 zusammen auf dem ersten Posten verbracht haben will, ist doch erst die Rede davon, dass er eine Woche mit ihnen auf dem Posten ve r- bracht habe (vgl. act. A19, S. 5), später aber heisst es, sein Vater sei ei- nen Tag nach der Festnahme freigelassen und er selbst (der Beschwe r- deführer) sei auf dem Posten gleich von seinem Vater und den Brüdern getrennt worden (vgl. act. A19, S. 9). Auch verwundert es, dass der B e- schwerdeführer als einfacher Yekiti -Sympathisant über zwei Monate i n- haftiert worden sein soll, sein Vater aber als ehemaliger Vorsitzender der Partei für (…) (vgl.act. A1, S. 5) bereits nach einem Tag und auch die bei- den Brüder bereits nach einer Woche schon freigelassen worden seien. Unklar ist ferner, w eshalb er nach der Verhaftung im April 2006 bereits nach zehn Tagen freigelassen wurde, da er ja angeblich so lange fes t- gehalten werden sollte, bis sich sein noch immer im Irak aufhaltender Bruder K. den Behörden stellen würde (vgl. act. A19, S. 8) , zumal er bei seiner ersten Verhaftung über zwei Monate inhaftiert worden sei (vgl. act. A19, 10). Vor dem Hintergrund, dass es bei der Verhaftung um den Br u- der K. gegangen sein soll, überzeugt es auch nicht, dass er angeblich aus Mangel an B eweisen freigelassen worden sei (vgl. act. A1, S. 5) so- wie gegen die schriftliche Versicherung, sich nie mehr an einer Kundg e- bung zu beteiligen (vgl. act. A19, S. 8). Auch erstaunt, dass er sich nicht zu erinnern vermag, wo er sich wann während seiner zweimonatigen Haft im Jahr 2004 befunden haben will (vgl. act. A19, S. 8, 9). Auch weiss er nicht, um was für Posten es sich handelte (vgl. act. A19, S. 9). Die Schilderung seiner zehntägigen Gefa n- genschaft im April 2006 ist überdies wenig detailreich und mangelt an Realkennzeichen (vgl. act. A19, S. 10). Divergierend sind die Aussagen hinsichtlich dessen , wann und aus we l- chen Motiven die Behörden bereits vor der Demonstration im Dezember 2007 beim Beschwerdeführer zu Hause erschienen sein sollen. Nach den Angaben der Erstbefragung seien mehrfach Beamte wegen des Bruders, E-425/2009 Seite 16 nicht wegen des Beschwerdeführers, bei ihnen vorher er schienen (vgl. act. A19, S. 6), später heisst es jedoch, die Hausdurchsuchungen , Zeit- punkte könnten nicht genannt werden, seien im Oktober 2007 nach einer Demonstration und generell nach Demonstrationen in G._______ erfolgt. Die Beamten seien wegen der Suche nach Flugblättern gekommen, nicht speziell wegen des Bruders (vgl. act. A19, S. 12). 6.4 Die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen werden durch das Abklärungsergebnis der Schweizer Vertretung in Damaskus, wonach nichts gegen die Beschwerdeführenden vorläge un d sie in S yrien nicht gesucht wü rden, gestützt. In diesem Zusammenhang ist in grundsätzl i- cher Hinsicht zunächst festzuhalten, dass es der Schweizerischen Bo t- schaft in Syrien über Verbindungsleute möglich ist, eine behördliche S u- che festzustellen (vgl. Urteil des Bun desverwaltungsgerichts E-823/2009 vom 13. März 2009 E. 5.1). Das Bundesverwaltungsgericht zweifelt praxisgemäss nicht an der Seri o- sität der Bemühungen der damit betrauten Person(en). In Anbetracht der Struktur des syrischen Geheimdienstapparates können sich indessen ge- gebenenfalls Zweifel daran ergeben, ob Ahndungsmassnah men sämtl i- cher potenzieller Verfolger wirklich mit hinrei chender Schlüssigkeit abg e- klärt werden können (vgl. dazu den von der Beschwerdeseite erwähnten Bericht der Schweizerischen Flü chtlingshilfe [SFH], Syrien: Zuverlässig- keit von Bot schaftsabklärungen: "von den Behör den gesucht", Bern, 7. September 2010). Vorliegend wurde in der Botschaftsantwort unter ande- rem festgehal ten, " pas recherchées par les autorités syriennes ". Im er - wähnten SFH-Bericht wird aber darauf hingewiesen, dass die Mitteilung, der Betroffene werde von den Behörden nicht gesucht nicht geeignet ist, die Gefährdungssituation des Betroffenen abzuschätzen ( SFH, a.a.O., S. 5 f.: wurde auch bei den Geheimdiensten ab geklärt? Heisst eine Suche "Zur Verhaftung ausgeschrieben" oder auch "un ter Beobachtung st e- hend"? Gibt es unter Umständen mehrere Gesuch ten-Listen?). Hinzu kommt auch, dass die Botschaftsantwort ausgesprochen kurz ausgefallen ist. Unklar ist, bei welche n Behörden nachgeforscht wurde. Derar tig knappe Auskünfte mögen jedoch dann genügen, wenn den Akten kei - nerlei konkrete Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung durch die Be - hörden des Heimatlandes zu entnehmen sind (vgl. dazu D -3608/2010 vom 29. Septem ber 2010). Dies ist im vorliegenden Fall gegeben (siehe oben). Auch hat die Botschaftsabklärung ergeben, dass der Beschwerd e- führer mit seinem im Jahre (…) ausgestellten Reisepass sein Heimatland legal verlassen hat. Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb keinen E-425/2009 Seite 17 Anlass, die Korrektheit des Abklärungsergebnisses in Frage zu stellen und im Rahmen der freien Beweis würdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilpr o- zess [BZP , SR 273]) zu bezweifeln. Soweit die Beschwerdeführenden nun in diesem Zusam menhang rügen, dass durch die Botschaft nicht abg e- klärt werden könne, ob sie in der Heimat gesucht würden, kann dieser Einschätzung nicht gefolgt werden. So ist zunächst festzuhalten, dass sich ihre Ausführungen zur angeblichen Verfolgung des Beschwerdefüh- rers durch die syrischen Behörden aufgrund obiger Feststellungen als unglaubhaft erweisen. Sie konnten somit nicht glaubhaft machen, dass er tatsächlich im Visier der syrischen Geheimdienste gestanden habe und mit einer willkürlichen Verhaftung hätte rechnen müs sen. Soweit sie die Verlässlichkeit des Abklärungsergebnisses kriti sieren, ist diesbezüglich zunächst festzustellen, dass sie sich in ihrer Kritik hauptsächlich auf den Punkt beziehen , wonach er von den syrischen Behörden nicht gesucht werde. Die Abklärungsergebnisse zu seiner legalen Ausreise erst im J a- nuar 2008 über J._______ statt im Dezember 2007 über die Türkei wer- den im Grossen und Ganzen nicht bestritten. In diesem Zusammenhang bleibt der Umstand bestehen, wonach der Beschwerdeführer mit den Kindern gemäss Abklärungsergebnis der Botschaft das Land auf kontro l- liertem Weg im Besitz gültiger Reisepässe verlassen hat . Für die B e- schwerdeführerin liegt diesbezüglich kein Abklärungser gebnis vor. D er Behauptung, die Beschwerdeführenden seien alle zusammen mit g e- fälschten Reisepässen, welche sie vom Schlepper erhalten hätten, au s- gereist, kann nicht gefolgt werden. Zumal sie in der Erstbefragung au s- sagten, sie seien mit gefälschten türkischen Pässen per Flugzeug ausge- reist (vgl. act. A1, S. 7). Syrische Reisepässe hätten sie nie besessen (vgl. act. A1, S. 3). Dem BFM ist auch zuzustimmen, dass es nicht nac h- vollziehbar ist, weshalb die Beschwerdeführenden ihre Reiseumstände verheimlicht haben wollen. Es ist daher mit dem Abklärungsergebnis von einer legalen Ausreise auszugehen. Diese wäre ihnen aber nicht möglich gewesen, wenn einer der Geheimdienste sich des Beschwerdeführers hätte bemächtigen und ihn hätte festnehmen wollen. In diesem Zusa m- menhang ist zu berücksichtigen, dass syrische Staatsangehörige, um in den Besitz eines Reisepasses zu gelangen, zahlreiche Bedingungen e r- füllen müssen. Sind die Formalitäten einmal erfüllt und liegen die Me i- nungen der verschiedenen staatlichen Stellen vor, wird einem Ge- suchsteller ein regulärer Reisepass ausgehändigt. Angesichts der dive r- sen Hürden zum Erhalt eines Reisepasses und insbesondere der Abkl ä- rungen bei diversen Amtsstellen ist mit an Sicherheit grenzender Wah r- scheinlichkeit auszuschliessen, dass gegen den Beschwerdeführer etwas E-425/2009 Seite 18 von behördlichem Interesse vorgelegen haben könnte, da ihm ansonsten im Jahr (…) die Ausstellung eines Reisepasses verweigert und mithin die legale Ausreise verunmöglicht worden wäre. 6.5 Im vorliegenden Fall ist ausserdem festzuhalten, d ass die Vorbringen des Beschwerdeführers auch unter Berücksichtigung der aktuellen polit i- schen Entwicklungen in Syrien nicht zur Einschätzung führen, es liege aus heutiger Sicht aufgrund von im Herkunftsstaat vor der Ausreise Erleb- tem (sog. Vorfluchtgründe ; diese sind von den subjektiven Nachfluch t- gründen zu unterscheiden, welche im Rahmen der Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft mit Verfügung des BFM vom 14. Juli 2011 berück- sichtigt wurden) eine asylrechtlich relevante Gefährdungssituation vor. 7. 7.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen konnte der Beschwerdefü h- rer für den Zeitpunkt der Ausreise keine Gründe nach Art. 3 AsylG nac h- weisen oder glaubhaft machen. 7.2 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG ist indessen nicht die Situation im Zeitpunkt der Ausreise, sondern die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides. So ist gegebenenfalls auch eine asylsuchende Person als Flüchtling anzuerkennen, die erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde, mithin subjektive oder objektive Nachfluchtgründe vorli e- gen. 7.3 Fraglich ist vorliegend nur noch , ob objektive Nachfluchtgründe be- stehen, nachdem das BFM subjektive Nachfl uchtgründe bereits aufgrund der exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers anerkannt hat. Ob- jektive Nachfluchtgründe sind dann gegeben, wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Einfluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von Verfolgung bedrohten Person ist in diesen Fällen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu g e- währen. Konkret stellt sich hier die Frage, ob eine Reflexverfolgung we- gen Aktivitäten von Familienangehörigen, die erst nach der Ausrei se der Beschwerdeführenden stattgefunden haben, anzuerkennen ist. 7.4 Unter Reflexverfolgung versteht man behördliche Belästigungen oder Behelligungen von Angehörigen auf Grund des Umstandes, dass die B e- hörden einer gesuchten, politisch unbequemen Person nicht habhaft wer- den oder schlechthin von deren politischer Exponiertheit auf eine solche E-425/2009 Seite 19 auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer solchen Reflexverfo l- gung kann insbesondere darin liegen, Informationen über effektiv gesuch- te Personen zu erlangen beziehungsweise Geständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Der Beschwerdeführer macht künftige Reflexverfolgung wegen seines Bruders K. geltend, der aus seinem Exil seine politischen Aktivitäten g e- gen die syrische Regierung intensiv weiterführe . Gemäss den dem Bun- desverwaltungsgericht vorliegenden Erkenntnissen ist es in Syrien in der Vergangenheit zwar wiederholt zur Verfolgung von Familienangehörigen politischer Aktivisten gekommen. Familienangehörige von Personen, die von den Behörden oppositioneller oder sta atsfeindlicher Aktivitäten ve r- dächtigt werden und sich ins Ausland abgesetzt haben oder unterg e- taucht sind, laufen vermehrt Gefahr, von syrischen Behörden gesucht, verhört und inhaftiert zu werden. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass der Bruder K. seine zweijährige Haftstrafe verbüsst hat. Es ist nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer und seine Familie w egen der in der B e- schwerde behaupteten weiterhin bestehenden politischen Aktivitäten von K. gegen den syrischen Staat Nachstellungen der Behörden zu be fürch- ten hätte. Die diesbezüglich auf Beschwerdeebene eingereichten Ref e- renzschreiben von Bekannten des Beschwerdeführers (vgl. Beilagen zu den Eingaben vom 23. Juli 2010 - der Bruder K. sei Leiter der Yekiti Partei im Irak - und 4. Oktober 2010) , mit dene n die Gefährdung der politisch aktiven Familie wegen des Engagements von K. belegt werden soll, mü s- sen als reine Gefälligkeitsschreiben eingestuft werden, zumal der B e- schwerdeführer in den Anhörungen nicht aussagte, seine in Syrien ve r- bliebenen Brüder oder Eltern seien wegen des Engagements von K. ei- nem erheblichen Druck der syrischen Sicherheitsbehörden ausgesetzt. Der Vater, zumindest nach Beendigung seines politischen Engagements (vgl. act. A1, S. 5), und seine Brüder S. und A . scheinen ohnehin nicht besonders im Fokus der Sicherheitsbehörden gestanden zu haben, da sie nach der behaupteten gemeinsamen Festnahme im März 2004 nach kurzer Zeit wieder aus der Haft entlassen worden seien und den Akten nicht zu entnehmen ist, dass sie seither Nachteile erlitten hätten. 7.5 Damit kann der Beschwerdeführer keine ihm drohende, flüchtling s- rechtlich relevante Verfolgung im Sinne einer Reflexverfolgung geltend machen. Er erfüllt die Flüchtlingseigenschaft unter dem Aspekt objektiver Nachfluchtgründe nicht. E-425/2009 Seite 20 7.6 Die Beschwerdeführerin ihrerseits und die gemeinsamen Kinder h a- ben keine eigenen Probleme in Syrien geltend gemacht, weshalb die A n- erkennung der originären Flüchtlingseigenschaft zu verneinen ist. 8. Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass das BFM zu Recht zur Beurteilung gelangt ist, d ie Beschwerdeführenden hätten keine Verfolgung glaubhaft gemacht, die zur Gewährung von Asyl führen würde. 9. 9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht z u- lässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Die Beschwerdef ührenden verfügen weder über ausländerrechtl i- che Aufenthaltsbewilligung en noch über einen Anspruch auf Erteilung eben dieser. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord net (vgl. BVGE 2009/50 E.9). 9.2 Die Beschwerdeführenden wurden vom BFM indessen als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen; die Aufnahme erfolgte wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen w e- gen exilpolitischer Aktivitäten des Beschwerdeführers. Damit sind die be i- den anderen Bedingungen für einen Verz icht auf den Vollzug der We g- weisung (Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) wegen ihrer alternativen Natur – ist eine Bedingung erfüllt, ist der Vollzug der Wegweisung u n- durchführbar – nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2009/51 E.5.4). 10. Aus den angestellten Erwägu ngen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung, soweit sie im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist (vgl. E. 2.2), Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos g e- worden ist. 11. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wären an sich reduzierte E-425/2009 Seite 21 Verfahrenskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltliche Prozessfüh- rung im Sin ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfü gung vom 30. Januar 2009 gutgeheissen. Nachdem auch heute noch von der Bedürftig- keit ausgegangen werden kann, haben die Beschwerde führenden keine Verfahrenskosten zu tragen. 12. Nachdem die Vorinstanz den angefochtenen Entscheid hinsichtlich des Bestehens der Flüchtlingseigenschaft teilweise in Wiedererwägung gez o- gen und wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden als Flüchtlinge angeordnet hat, sind diese faktisch mit ihren Beschwerdebegehren zu zwei Dritteln durchg e- drungen. Somit ist i hnen eine angemessene, um ein Drittel reduzierte Parteientschädigung zu entrichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter hat mit Eingabe vom 27 . Juli 2011 eine Honorarnote eingereicht. Darin weist er einen Arbeitsaufwand von 13,5 Std. zum Stundensatz von Fr. 240.- und Fr. 188 für Spesen auf. Das so- mit ausgewiesene Honorar von total Fr. 3240.- für die Arbeitszeit ist um Fr. 80.- zu kürzen, da die Erstellung der Honorarnote ("Abschluss Ma n- dat"), die mit 20 Minuten verrechnet wurde, nicht zu entschädigen ist. Es handelt sich dabei um eine Sekretariatsarbeit, deren Aufwand im Stu n- densatz bereits enthalten ist. Auch sind die Fotokopie-Kosten von Fr. 47.- vom 21. Januar 2009 ist nicht nachvollziehbar, weshalb diese nicht zu be- rücksichtigen sind. Damit ist von einem als angemessen erscheinende n Betrag von Fr. 3160.- für die Arbeitszeit und von Fr. 141.- als Spesenent- schädigung, also insgesamt Fr. 33 01.-, auszugehen. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist dieser um einen Drittel zu kürzen (auf Fr. 2200.--), und den Beschwerdeführen- den somit Fr. 2368.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Dieser Betrag ist ihnen durch das BFM zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) E-425/2009 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos g e- worden ist. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Den Beschwerdeführenden wird eine Parteientschädigung von Fr. 2368.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen, die ih nen durch das BFM zu entrichten ist. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Mareile Lettau Versand: