B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5127/2013 U r t e i l v o m 1 3 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, Richterin Salome Zimmermann, Gerichtsschreiberin Anna Strässle. Parteien A._______ AG, (…), vertreten durch Urs Reinhard, Fürsprecher, Hodler & Emmenegger, Elfenstrasse 19, Postfach 1009, 3000 Bern 6, Beschwerdeführerin, gegen Zollkreisdirektion Schaffhausen, Bahnhofstrasse 62, 8201 Schaffhausen, handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Zolltarif und Aussenhandelsstatistik, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz, Gegenstand Zoll (Tarifierung von Kartoffelflocken). A-5127/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 7. August 2012 meldete die Zoll Service Online GmbH, Buchs, im EDV-Verfahren im Auftrag der A._______ AG, (…), bei der Zollstelle Schaanwald folgende Sendung zur vorübergehenden Einfuhr im Verede- lungsverkehr an: Kartoffelflocken "Agenaflock" zur Herstel lung von Le- bensmitteln, im Umfang von 22'032 kg (brutto), Tarifnummer 2005.2011, Zollansatz Fr. 0.00 je 100 kg brutto . Gleichentags wurde der Veranl a- gungstyp in der Anmeldung vom Veredelungsverkehr in eine Normalve r- anlagung – zu einem Zollansatz von Fr. 125.85 je 100 kg brutto – abge- ändert. Die Zollstelle nahm eine formelle Kontrolle vor und ordnete im An- schluss an diese eine materielle Kontrolle (Beschau) an. Sie öffnete einen Papiersack und stellte u.a. hellgelbe, feine Flocken, mit ausgeprägtem Kartoffelgeschmack fest. Die Zollstelle nahm deshalb eine provisorische Einreihung unter die Tarifnummer 2005.2011 vor und überwies das a n- lässlich der Beschau erhobene Muster zwecks Überprüfung der Tarifei n- reihung an die Oberzolldirektion (OZD). Das Muster wurde durch die Sek- tion Chemisch -technische Kontrolle (SCTK) der OZD untersucht. Diese stellte fest, die Kartoffelflocken "Agenaflock" bestünden u.a aus " […] fär- benden Gewürzextrakten (Kurkumaextrakt), nicht den Charakter einer Zubereitung aufweisend, […] . Dem vorliegenden Produkt wurden G e- würzextrakte insbesondere zum Zweck der Farbgebung zugesetzt. Eine Würzung ist jedoch weder geruchlich noch geschmacklich feststellbar." In der Folge übermittelte die Sektion Risikoanalyse der OZD den Zollbefund elektronisch an die Zollkreisdirektion Schaffhausen, welche ihrerseits die Zollstelle Schaanwald informierte. Letztere leitete die Informationen über das Ergebnis der Kontrolle der Firma Zoll Service Online GmbH weiter. B. B.a Mit Ve ranlagungsverfügung Nr. (…) vom 18. März 2013 nahm die Zollstelle Schaanwald die definitive Veranlagung gestützt auf den Zollb e- fund der OZD nach Tarifnummer 1105.2019 zum Ansatz von Fr. 426.-- je 100 kg brutto vor und erhob einen Zollbetrag von Fr. 93'856.30. B.b Bereits am 6. Februar 2013 war die A._______ AG mit einer Tarifan- frage betreffend Kartoffelflocken "Agenaflock 20.701" an die OZD gelangt und hatte als Einreihung die Tarifnummer 2005.2011 vorgeschlagen. Mit Antwort vom 14. Februar 2013 hatte daraufhin die OZD eine verbindliche Zolltarifauskunft des Inhalts erteilt, Agrana Agenaflock (Art. -Nr. 20.701) A-5127/2013 Seite 3 seien innerhalb des Zollkontingents nach der Tarifnummer 1105.2011, ausserhalb von diesem nach der Tarifnummer 1105.2019 einzuordnen. C. Gegen die Veranlagungsverfügung Nr. (…) vom 18. März 2013 (B.a ) er- hob die A._______ AG am 14. Mai 2013 Beschwerde und beantragte – wie ursprünglich angemeldet – die Einreihung in die Tarifnummer 2005.2011 zum Zollansatz von Fr. 125.85 je 100 kg brutto. Mit Beschwer- deentscheid vom 31. Juli 2013 wies die Zollkreisdirektion Schaffhausen die Beschwerde ab. Zur Begründung legte sie im Wesentlichen dar, den strittigen Kartoffelflocken sei zur Farbgebung Kurkumaextrakt zugeführt worden. Eine Würzung sei gemäss Zollbefund der OZD weder ge ruchlich noch geschmacklich feststellbar gewesen, weshalb die Kartoffelflocken nicht den Charakter einer Zubereitung aufweisen würden und demzufolge in die Tarifnummer 1105.2019 einzureihen seien. D. Mit Eingabe vom 13. September 2013 erhebt die A._______ AG (nachfol- gend: Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt , die Verfügung der Zollstelle Schaanwald vom 18. März 2013 sei aufzuheben und die am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldete Partie von Kartoffelflocken sei unter der Tarifnummer 2005.2011 zum An- satz von Fr. 125.85 pro 100 kg [recte: brutto] zu veranlagen. Zur Begrü n- dung bringt die Beschwerdeführerin insbesondere vor, nach dem Wortlaut der Tarifnummern sei es angezeigt, Kartoffelflocken zur Herstellung von Lebensmitteln unter der Kategorie "Waren der Nahrungsmittelindustrie" und damit unter der Tarifnummer 2005.2011 einzureihen; die Zubereitung sei nicht das entscheidende Kriterium. Auch aus den Anmerkungen zum Zolltarif lasse sich die Einreihung der Kartoffelflocken unt er die Tarifnum- mer 1105 nicht ableiten, da in den Anmerkungen von "zubereitet oder haltbar gemacht" die Rede sei. Aufgrund der alternativen Aufzählung könne für die Einreihung eines Produkts nicht allein auf dessen Eige n- schaft "zubereitet" a bgestellt werde n. Weiter sei in den Anmerkungen zum Kapitel 20 festgehalten, dass zum Kapitel 20 u.a. Gemüse und Früchte nicht gehören, die nach den im Kapitel 11 genannten Verfahren zubereitet oder haltbar gemacht worden seien. Hieraus lasse sich schliessen, dass zubereitete Produkte durchaus unter das Kapitel 11 ei n- gereiht werden könnten. Zudem dürften die Erläuterungen zur Einreihung eines Erzeugnisses nur dann herangezogen werden, wenn sie dem Wort- laut der Nummern und der Anmerkung nicht widerspr ächen; wobei auch die Erläuterungen letztlich zu keinem anderen Resultat führen würden. A-5127/2013 Seite 4 Die Art der Zubereitung sei nämlich in den Erläuterungen zur Nummer 1105 nicht genau und abschliessend definiert worden und tauge somit nicht zu einer Unterscheidung von Erzeugnissen und der en Einreihung. Auch wenn man schliesslich lediglich auf die Erläuterungen abstellen würde, sei aufgrund der lebensmittelrechtlichen Einordnung von Kurk u- maextrakt und dessen Verwendung im Erzeugnis unzweifelhaft davon auszugehen, dass eine Veranlagung diese s Erzeugnisses unter der Nummer 2005.2011 zu erfolgen habe. Gemäss dieser Einordnung würden u.a. Lebensmittel, getrocknet oder in konzentrierter Form, und aromat i- sche Stoffe, die bei der Herstellung von Lebensmittelzubereitungen w e- gen ihrer aromatisierende n, geschmacklichen oder ernährungsphysiol o- gischen Eigenschaften beigegeben würden und eine färbende Nebenwir- kung hätten, nicht als Farbstoffe gelten. Sodann werde beispielhaft Kur- kuma aufgeführt. Letztlich sei aus Gründen des Vertrauensschutzes und aufgrund des Verbots widersprüchlichen Verhaltens von einer Einreihung der Kartoffelflocken unter der Tarifnummer 1105.2019 abzusehen. E. In ihrer Vernehmlassung vom 8. November 2013 schliesst die OZD – handelnd für die Zollkreisdirektion Schaffhausen – (nachfolgend: Vorin- stanz) in Bezug auf die Einreihung der Kartoffelflocken "Agenaflock 20.701" unter die Tarifnummer 1105 auf Abweisung der Beschwerde (Ziff. 1). Jedoch sei die Gegenstand der Beschwerde bildende Sendung nach Tarifnummer 2005.2011 zuzulassen (Ziff. 2). Sie präzisiert, auf den 1. April 2012 seien die Schweizerischen Erläuterungen zur Tarifnummer 1105 angepasst worden. Dort sei ausdrücklich erwähnt, dass Stoffe, die ausschliesslich dazu bestimmt seien, eine gleich bleibende Qualität zu gewährleisten (Standardisierung) sowie im Verlauf der Herstellung verl o- ren gegangene oder geschädigte Stoffe zu ersetzen, toleriert w ürden; wobei Kurkuma und Kurkumaextrakte als Beispiel e aufgezählt w ürden. Weiter habe die Beschwerdeführerin nie eine auf die Nummer 2 005.2011 lautende verbindliche Zolltarifauskunft erhalten. Hierbei räumt die Vorin- stanz jedoch ein, aufgrund der Vorgeschichte habe die Beschwerdeführe- rin bis zum Erhalt der Tarifauskunft vom 14. Februar 2013 in guten Treuen davon ausgehen können, die strittigen Kartoffelflocken seien unter die Ta- rifnummer 2005.2011 einzureihen. Bei der Überprüfung des Kontrollmus- ters seien der Vorinstanz nämlich Fehler passiert, die zu einer Verzög e- rung geführt h ätten. Hätte die Vorinstanz diese Zusammenhänge bereits bei der Erstellung des Zollbefunds am 25. Januar 2013 erkannt, hätte sie die am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldeten Kartoffelflocken "Ag e-A-5127/2013 Seite 5 naflock" nach Tarifnummer 2005.2011 zugelassen. Im Übrigen hält sie an ihren Ausführungen im Beschwerdeentscheid vom 31. Juli 2013 fest. F. Auf weitere Sachverhaltselemente und die Parteivorbringen wird – sofern entscheidrelevant – im Rahmen nachfolgende r Erwägungen eingega n- gen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Beschwerdeentscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) grundsätzlich beim Bundesverwaltungs- gericht angefochten werden. Im Verfahren vor dieser Instanz wird die Zollverwaltung durch die OZD vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG) – nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Die B eschwerdeführerin ist durch den angefochtenen En t- scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufh e- bung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; di eser ersetzt allfällige En t- scheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-272/2013 vom 21. November 2013 E. 1.3, A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 1.1 und A-6124/2008 vom 6. September 2 010 E. 1.2; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, Rz. 2.7). Soweit die Beschwerdeführ e- rin die Aufhebung der erstinstanzlichen Veranlagungsver fügung Nr. (…) vom 18. März 2013 beantragt (vgl. Sachverhalt Bst. B.a und D), ist daher auf ihre Beschwerde nicht einzutreten. Immerhin gilt die erstinstanzliche Verfügung als inhaltlich mit angefochten bzw. kann u nter Einbezug der gesamten Rechtsschrift geschlossen werden, die Beschwerdeführerin beantrage die Aufhebung des Beschwerdeentscheids vom 31. Juli 2013. A-5127/2013 Seite 6 1.3 Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach – unter Vorbehalt der Einschränkung in Erwägung 1.2 – einzutreten. 1.4 1.4.1 Streitgegenstand in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bi l- det, soweit es im Streit liegt. Der Streitgegenstand darf im Laufe des B e- schwerdeverfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden und kann sich höchstens verengen und um nicht mehr streitige Punkte reduzieren, nicht aber ausweiten. Einzig eine Präzisierung ist noch mö g- lich. Fragen, über welche die erstinstanzlich ver fügende Behörde nicht entschieden hat, darf die zweite Instanz nicht beurteilen, da andernfalls in die funktionelle Zuständigkeit der ersten Instanz eingegriffen würde. Die Verfügung bzw. vorliegend der Beschwerdeentscheid vom 31. Juli 2013 bestimmt den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand (vgl. zum Ganzen BGE 136 II 457 E. 4.2, BGE 133 II 35 E. 2 und BGE 131 V 164 E. 2.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-272/2013 vom 21. November 2013 E. 1.4, A-3274/2012 vom 25. März 2013 E. 1.3.1 und A -1070/2012 vom 17. Oktober 2012 E. 1.3; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.208, 2.213 und 2.218; FRANK SEETHALER/FABIA BOCHSLER, in: Praxiskommentar VwVG, Wal d- mann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 52 N 41). Mit dem B e- schwerdeantrag wird gle ichzeitig der Streitgegenstand im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt. Hierbei legt die beschwerd e- führende Partei mit ihrem Begehren fest, in welche Richtung und inwi e- weit sie das streitige Rechtsverhältnis überprüfen lassen will ( MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.213). 1.4.2 Vorliegend beantragt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 13. September 2013, die Verfügung der Zollstelle Schaanwald vom 18. März 2013 (bzw. der Beschwerdeentscheid vom 31. Juli 2013, vgl. E. 1.2) sei aufzuheben (Ziff. 1) und die am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldete Partie von Kartoffelflocken sei unter der Tarifnummer 2005.2011 zum Ansatz von Fr. 125.85 pro 100 kg [recte: brutto] zu veran- lagen (Ziff. 2; vgl. Sachverhalt Bst. D). Der Streitgegenstand im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist somit lediglich auf die Veranlagung der am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldeten Partie von Kartoffelfl o- cken beschränkt. Diesbezüglich sind sich die Parteien über die anzuwe n- dende Tarifnummer (2005.2011) eini g (E. 2.1 f. hiernach). Erweist sich dieses Ergebnis als bundesrechtskonform (E. 2.3 hiernach), kann die A-5127/2013 Seite 7 Frage der generellen Einreihung der Kartoffelflocken "Agenaflock 20.701" unter die Tarifnummer 1105 offen bleiben. Nicht Gegenstand des vorli e- genden Verfahrens ist nämlich die verbindliche Zolltar ifauskunft vom 14. Februar 2013 (vgl. Sachverhalt Bst. B.b; zu den konzeptionellen U n- terschieden zwischen zollrechtlichen Veranlagungsverfügungen und ve r- bindlicher Zolltarifauskunft vgl. Urteil des Bundesgericht s 2C_423/2012 vom 9. Dezember 2012 E. 3). Sollte sich der Antrag der Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 8. November 2013 unter Ziffer 1, die Beschwerde sei in Bezug auf die Einreihung der Kartoffelflocken "Agenaflock 20.701" unter die Tarifnummer 1105 ab zuweisen (vgl. Sachverhalt Bst. E), auf diese verbindliche Zolltarifauskunft beziehen, so wäre darauf nicht einz u- treten. 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Beschwe r- deentscheid in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un- richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). Im Beschwerdeverfahren gelten die Untersuchungsmaxi- me, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist ( Art. 12 VwVG; vgl. zum Ganzen: ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHL- MANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1623 ff.; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, All- gemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009 , § 30 Rz. 23), und der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG; statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 1.3 mit weiteren Hinweisen , A-1217/2011 vom 29. Januar 2012 E. 1.2 und A-7046/2010 vom 1. April 2011 E. 1.2). An die von den Parteien oder der Vorinstanz vorgebrachten Begründungen ist das Bundesverwaltungsgericht nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 2. Nachfolgend ist in der gebotenen Kürze zu prüfen, wie hinsichtlich des vorliegend einzig zu entscheidenden Streitgegenstands – nämlich der Veranlagung der am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldeten Partie von Kartoffelflocken (vgl. E. 1.4.2) – mit der Einigkeit de r Parteien über die anzuwendende Tarifnummer (2005.2011) zu verfahren ist. 2.1 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerdeschrift vom 13. September 2013 unter Ziffer 2 geltend, die am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldete Partie von Kartoffelflocken sei unter der Tarifnu m-A-5127/2013 Seite 8 mer 2005.2011 zum Ansatz von Fr. 125.85 pro 100 kg [recte: brutto] zu veranlagen (vgl. Sachverhalt Bst. D). 2.2 Auch die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 8. November 2013 unter Ziffer 2, die Gegenstand der Beschwerde bi l- dende Sendung sei nach Tarifnummer 2005.2011 zuzulassen (vgl. Sach- verhalt Bst. E). 2.3 2.3.1 Somit liegen dem Bundesverwaltungsgericht übereinstimmende An- träge vor, wobei es auch aufgrund der Akten bzw. der angeführten Grün- de als bundesrechtskonform erscheint, diesen stattzugeben. Kartoffelflo- cken mit einem Gehalt von mehr als 80 Gewichtsprozent können nämlich durchaus Gegenstand der Tarifnummer 2005.2011 bilden, sofern sie in anderer Weise als mit Essig oder Essigsäure zubereitet oder haltbar g e- macht worden sind. Vor diesem Hintergrund räumt denn auch die Vori n- stanz in ihrer Vernehmlassung ein, die Beschwerdeführerin habe bis zum Erhalt der verbindlichen Zolltarifauskunft vom 14. Februar 2013 (Sac h- verhalt B.b) in guten Treuen von der Einreihung der "strittigen Kartoffelflo- cken" in die Tarifnummer 2005.2011 ausgehen dürfen. Damit ist die Be- schwerde gemäss den nunmehr übereinstimmenden Anträgen der Pa r- teien – mit der unter Erwägung 1.2 gemachten Einschränkung – gutzu- heissen, der angefochtene Beschwerdeentscheid vom 31 . Juli 2013 au f- zuheben und die Vorinstanz antragsgemäss anzuweisen, die am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldeten Kartoffelflocken "Agenaflock" nach Tarifnummer 2005.2011 zuzulassen. 2.3.2 Unter diesen Umständen erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbri n- gen der Beschwerdeführerin einzugehen. 3. 3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der obsiegenden B e- schwerdeführerin – soweit auf ihr Begehren eingetreten werden kann – und der Vorinstanz keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 VwVG). Entsprechend hat die Zollkreisdirektion Schaff- hausen den von der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren einbezahlten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'300.-- zurückzuer- statten. Der im vorliegenden Verfahren geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 5'000.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts- kraft des vorliegenden Entscheids ebenfalls zurückzuerstatten. A-5127/2013 Seite 9 3.2 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Partei- entschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 Vw VG). Diese umfasst die Kosten der Vertretung und allfällige weitere Auslagen der Partei, i n- klusive Mehrwertsteuer. Das Gericht setzt die Parteientschädigung au f- grund der eingereichten Kostennote oder – mangels Einreichung einer solchen – aufgrund der Akten fest. Das Anwaltshonorar wird dabei nach dem notwendigen Zeitaufwand bemessen, wobei der Stundenansatz mindestens Fr. 200.-- höchstens Fr. 400.-- beträgt. Die Auslagen der Ver- tretung werden aufgrund der tatsächlichen Kosten ausbezahlt (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da die Beschwerdeführerin bereits im v o- rinstanzlichen Beschwerdeverfahren anwaltlich vertreten war, sind auch diese Aufwendungen im Gesamtbetrag, den das Bundesverwaltungsg e- richt spricht, zu berücksichtigen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-7046/2010 vom 1. April 2011 E. 4.2). Die Vorinstanz hat der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin, die vorliegend keine Kostennote eing e- reicht hat, eine Parteientschädigung auszurichten, die aufgrund der Akten auf Fr. 7'500.-- (inkl. MWST und Auslagen) festzusetzen ist. 4. Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 Bst. l des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). A-5127/2013 Seite 10 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen – soweit darauf eingetreten wird – und der Beschwerdeentscheid vom 31. Juli 2013 aufgehoben. 2. Die am 7. August 2012 zur Einfuhr angemeldeten Kartoffelflocken "Ag e- naflock" sind unter der Tarifnummer 2005.2011 zuzulassen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Die Zollkreisdirektion Schaffhausen wird verpflichtet, d er Beschwerdeführerin den im v o- rinstanzlichen Beschwerdeverfahren eingeforderten Kostenvorschuss von Fr. 3'300.-- zurückzuerstatten. Der im vorliegenden Verfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 5'000. -- wird der Beschwerdeführerin ebenfalls zurückerstattet. 4. Die Vorinstanz wird verpflichtet , der Beschwerdeführerin für das vorli e- gende sowie für das vorinstanzliche Beschwerdeverfahren eine Partei- entschädigung von insgesamt Fr. 7'500.-- zu bezahlen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Beusch Anna Strässle Versand: