A bteilung IV D -4995/2006 spn/m al {T 0/2} U rteil vom 10. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter W eber, R ichterin H irsig-Vouilloz, G erichtsschreiber M auerhofer A ._______, geboren _______ B ._______, geboren _______ C ._______, geboren _______ alle aus Kongo (Kinshasa), w ohnhaft _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 22. Septem ber 2006 i.S. Vollzug der W egw eisung (W iedererw ägung) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer - eine Staatsangehörige von Kongo (Kinshasa) und ihre beiden Kinder - ersuchten am 12. Septem ber 2001 respektive am 9. Januar 2003 um Asyl in der Schw eiz. Zur Begründung des G esuches w urden verschiedene Ereignisse in den Jahren 1991, 1993, 1998 und 2001 geltend gem acht. Insbesondere w urde ausgeführt, die Beschw erdeführerin und ihre Fam ilie seien w egen der H erkunft ihrer M utter aus R uanda ernsthaften Ü bergriffen ausgesetzt gew esen. Sie seien m ehrfach überfallen und ihr H aus ausgeplündert w orden. Schliesslich sei ihr Bruder im Jahre 1993 und ihr Ehem ann im Jahre 1998 vor ihren Augen um gebracht w orden. Aufgrund dieser Ereignisse sei sie schliesslich ausgereist. Am 25. Februar 2003 w ies das BFF das Asylgesuch der Beschw erdeführer ab und ordnete die W egw eisung und deren Vollzug an. In diesem Entscheid w urden die jüngsten G esuchsvorbringen als im W esentlichen unglaubhaft erkannt, im Ü brigen sei in Bezug auf die Ereignisse aus dem Jahre 1998 der Kausalzusam m enhang unterbrochen. Ausserdem w urde gegen das Vorliegen eines W egw eisungsvollzugshindernisses geschlossen, da die Beschw erdeführerin eine gute Ausbildung genossen habe und in _______ über ein Beziehungsnetz verfüge. Eine dagegen erhobene Beschw erde w urde von der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) am 28. N ovem ber 2003 abgew iesen. B. Am 3. Februar 2004 gelangte die Beschw erdeführerin m it einem ersten W iedererw ägungsgesuch ans BFF, w obei sie neue Problem e in der H eim at sow ie eine angeschlagene G esundheit seit Erhalt des AR K-U rteils geltend m achte. G em äss einem kurzen Bericht des H ausarztes m üsse die Beschw erdeführerin w egen panikartigen Angstattacken m edikam entös behandelt w erden. D as W iedererw ägungsgesuch w urde vom BFF m it Verfügung vom 25. Februar 2004 abgew iesen. D ieser Entscheid erw uchs unangefochten in R echtskraft. C . Am 12. O ktober 2004 gelangte die Beschw erdeführerin m it einem zw eiten W iedererw ägungsgesuch ans BFF, w oraufhin die Vorinstanz m it Schreiben vom 28. O ktober 2004 auf die R echtskraft des Entscheides vom 25. Februar 2003 verw ies. N ach einer w eiteren Eingabe setzte das BFF den Vollzug jedoch aus, um das W iedererw ägungsgesuch sorgfältig und um fassend m ateriell zu prüfen, nachdem offenbar Zw eifel an den bisher aufgeführten U nglaubhaftigkeitselem enten aufgekom m en w aren. D abei veranlasste das BFF Botschaftsabklärungen zur Frage der G laubhaftigkeit der Vorbringen der Beschw erdeführerin in Kongo (Kinshasa) und es führte m it den Beschw erdeführern eine ergänzende Anhörung durch. Im R ahm en der Botschaftsabklärungen w urde ausgeführt, dass es in den Jahren 1991 und 1993 tatsächlich zu Plünderungen gekom m en sei. D iese hätten jedoch einen politischen und nicht einen ethnischen H intergrund gehabt. D ie Bew ohner und N achbarn der 3 von der Beschw erdeführerin angegebenen Adressen hätten nichts von Plünderungen oder gar einem M ord aus ethnischen G ründen gehört und hätten die Beschw erdeführerin nicht gekannt. Eine ernsthafte G efährdung der Beschw erdeführerin aufgrund ihrer H erkunft und Ethnie w urde für den Zeitpunkt der Abklärungen als w enig w ahrscheinlich angesehen. Am 12. M ai 2005 w ies das BFM das zw eite W iedererw ägungsgesuch ab und erklärte seinen ursprünglichen Entscheid als rechtskräftig und vollstreckbar. D abei hielt das BFM dafür, die Feststellungen betreffend U nglaubhaftigkeit der Vorbringen hätten sich bestätigt. D ie von der Beschw erdeführerin vorgebrachten gesundheitlichen Problem e w urden als nicht derart gravierend betrachtet, als dass diese zur U nzum utbarkeit der W egw eisung zu führen verm öchten. D ie gegen diesen Entscheid erhobene Beschw erde w urde von der AR K im R ahm en des vereinfachten Verfahrens m it U rteil vom 10. O ktober 2005 abgew iesen. D . M it Schreiben vom 30. D ezem ber 2005 verw and sich die Lehrerin des Kindes C . beim BFM für einen w eiteren Verbleib ihres Schülers in der Schw eiz. M it Schreiben vom 11. Januar 2006 erläuterte das BFM der Lehrerin die allgem ein geltende Pflicht zur Ausreise nach erfolglos durchlaufenem Asylverfahren. E. Am 11. M ai 2006 gelangte D r. m ed. _______, Spezialarzt FM H für Psychiatrie und Psychotherapie, zusam m en m it lic. phil. _______, Psychologe FSP, an die Vorinstanz und teilte m it, dass die Beschw erdeführerin seit dem 20. Februar 2006 bei ihm in Behandlung stehe. Aufgrund einer schw eren suizidalen D epression sei sie von ihrer H ausärztin zur psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung an seine Praxis überw iesen w orden. Im Verlauf dieser Behandlung sei festgestellt w orden, dass die Beschw erdeführerin - als Folge gew altbedingter Traum atisierung - an einer ernsten psychischen Erkrankung leide. Alle Sym ptom e w ürden auf ein schw eres posttraum atisches Belastungssym ptom m it der Tendenz zur C hronifizierung hinw eisen. Für die Behandlung dieser Erkrankung sei eine stabile Lebenssituation unabdingbar, w elche aufgrund des Status der Beschw erdeführerin aber nicht gegeben sei. D ie Traum atisierung der ganzen Fam ilie sow ie die erschw erte Lebenssituation w ürden zu einem stark belasteteten fam iliären Klim a führen, w odurch die G enesung erschw ert und die Suizidalität der Beschw erdeführerin noch verstärkt w erde. Vor diesem H intergrund - im Lichte einer schw eren, traum atisch bedingten psychischen Erkrankung - w urde abschliessend um eine nochm alige Prüfung und Verbesserung der Lebenssituation ersucht. D a der Facharzt gem äss den Akten zur R echtsvertretung nicht bevollm ächtig w ar, w urde er vom BFM m it Schreiben vom 15. M ai 2006 darauf hingew iesen, dass es der Beschw erdeführerin oder einem bevollm ächtigten Vertreter frei stehe, beim BFM - allenfalls unter Beilage eines ärztlichen Berichts - erneut ein G esuch um W iedererw ägung zu stellen. F. Am 11. Juli 2006 gelangte die Beschw erdeführerin m it einer als "G esuch um eine vorläufige Aufnahm e aus gesundheitlichen G ründen" bezeichneten Eingabe ans BFM . D am it verbunden reichte sie das vorerw ähnte Schreiben von D r. m ed. _______ zu den Akten. N ach entsprechender Aufforderung durch die Vorinstanz nahm en die behandelnden Ärzte am 7. August 2006 schriftlich zu konkreten Fragen Stellung. 4 Am 8. August 2006 setzte die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung vorsorglich aus und am 9. August 2006 forderte die Vorinstanz die Beschw erdeführerin zum N achreichen eines ergänzenden Berichts ihrer H ausärztin auf. D r. m ed. _______, Ärztin für Allgem eine M edizin FM H , reichte daraufhin am 23. August 2006 einen aktuellen Bericht als H ausärztin zu den Akten. G . M it Verfügung vom 22. Septem ber 2006 - eröffnet am 25. Septem ber 2006 - w ies das BFM das W iedererw ägungsgesuch nach m aterieller Prüfung ab. H . M it Eingabe an die Vorinstanz vom 19. O ktober 2006 (Poststem pel) erhob die Beschw erdeführerin Beschw erde gegen den vorinstanzlichen Entscheid. D abei reichte sie gleichzeitig eine Stellungnahm e der sie behandelnden Fachärzte vom 17. O ktober 2006 zu den Akten. D ie Eingabe w urde vom BFM zuständigkeitshalber an die AR K überw iesen. I. Am 24. O ktober 2006 setzte die AR K den Vollzug der W egw eisung provisorisch aus. M it Zw ischenverfügung vom 25. O ktober 2006 verzichtete die dam als zuständige Instruktionsrichterin auf einen Kostenvorschuss und der Vollzug w urde definitiv bis zum Endentscheid ausgesetzt. J. D ie Vorinstanz verw ies in ihrer Vernehm lassung vom 30. O ktober 2006 auf ihre Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. K. M it Schreiben vom 6. Juni 2007 des Kindes C . erbat dieser aufgrund der schw ierigen Situation der Fam ilie um eine prioritäre Behandlung. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Es beurteilt letztinstanzlich dem nach auch - w ie vorliegend - Beschw erden gegen Verfügungen, in denen das Bundesam t es ablehnt, einen früheren Entscheid auf G esuch hin in W iedererw ägung zu ziehen, zum al die diesbezügliche R echtslage insow eit keine Änderung erfahren hat. 5 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 D ie Beschw erdeführer begründen ihr W iedererw ägungsgesuch dam it, die Beschw erdeführerin leide an einer schw eren suizidalen D epression. D ie bereits länger bestehenden psychischen Problem e hätten sich derart verschlechtert, dass der Vollzug der W egw eisung in ein Land w ie Kongo (Kinshasa) nicht m ehr zum utbar erscheine. Alle Sym ptom e deuteten darauf hin, dass ein posttraum atisches Belastungssym ptom m it Tendenz zur C hronifizierung vorliege. Für eine Behandlung sei eine stabile Lebenssituation unabdingbar, w as im H eim atstaat nicht gew ährleistet w erden könne. 3.2 D ie Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung vom 22. Septem ber 2006 aus, die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sei bereits m ehrfach bestätigt w orden und die neu geltend gem achten psychischen Problem e verm öchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Es sei festzustellen, dass aufgrund des blossen Vorhandenseins einer psychischen Erkrankung noch nicht auf deren U rsache geschlossen w erden könne. Insbesondere sei eine objektive Prüfung der G laubhaftigkeit von Vorbringen durch den Arzt nicht m öglich, zum al zw ischen ihm und dem Patienten ein Vertrauensverhältnis bestehe. D as diagnostizierte Krankheitsbild könne auch andere U rsachen, w ie die Entw urzelung aus dem H eim atstaat, haben. Eine m edizinische Behandlung sei jedoch grundsätzlich auch im H eim atstaat m öglich. Bei allfälligen Problem en beim Vollzug der W egw eisung w ürden die Vollzugsbehörden in Zusam m enarbeit m it den behandelnden Ärzten für die nötige m edizinische Betreuung und Begleitung sorgen. Suizidale Tendenzen seien im Ü brigen bei abgew iesenen Asylbew erbern häufig, solche verm öchten jedoch nicht zur U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs zu führen, zum al sie m edikam entös gedäm pft w erden könnten. Schliesslich verw ies die Vorinstanz auch auf die M öglichkeit der m edizinischen R ückkehrhilfe. 3.3 In der Beschw erdebegründung w urde dagegen eingew endet, dass die Beschw erdeführerin schon seit längerer Zeit unter psychischen Problem en leide, die nun eskaliert seien. D ie Argum ente der Ärzte seien zu U nrecht ignoriert w orden; die Beschw erdeführerin w ürde im Falle der R ückkehr m it Sicherheit einer ernsthaften G efahr ausgesetzt. Eine Behandlung der Erkrankung sei aus verschiedenen G ründen im H eim atstaat nicht m öglich. D ie Kinder hätten keinerlei Berufsausbildung erhalten, w eshalb auch nicht nachvollziehbar erscheine, w ie diese ihr U nterstützung anbieten könnten. 4. 4.1 Ein Anspruch auf W iedererw ägung besteht unter anderem dann, w enn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsw eise seit dem U rteil der m it Beschw erde angerufenen R echtsm ittelinstanz (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 1995 N r. 21, Erw . 1c, S. 204) 6 in w esentlicher W eise verändert hat und die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist (vgl. EM AR K 2003 N r. 7, Erw . 1, S. 42 f.). 4.2 D ie Beschw erdeführer beantragen im W iedererw ägungsverfahren insbesondere die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs. D as Bundesam t ist auf ihr W iedererw ägungsgesuch eingetreten und zum Schluss gekom m en, es liege in w iedererw ägungsrechtlicher H insicht keine seit Abschluss des ordentlichen Verfahrens w esentlich veränderte Sachlage vor. Im Folgenden ist som it zu prüfen, ob die vorinstanzliche Argum entation m it der aktuellen Aktenlage zu vereinbaren ist. 5. 5.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für die Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine sol- che kann angesichts der im H eim atstaat herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G e- w alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Betreuung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.2 D ie Beschw erdeführer stam m en unbestrittenerm assen aus Kongo (Kinshasa). D ie AR K hat in einem Entscheid im Jahre 2004 eine um fassende Lagebeurteilung in Bezug auf die Frage der Zum utbarkeit eines W egw eisungsvollzugs nach Kongo (Kinshasa) vorgenom m en, die grundsätzlich nach w ie vor ihre G ültigkeit hat. D abei w urde in Bezug auf die Lage vor Ausreise der Beschw erdeführerin ausgeführt, dass das Land in den 90er Jahren durch ethnische Spannungen und Konflikte m it den N achbarstaaten, insbesondere auch R uanda, geprägt w ar und sich schliesslich ein Bürgerkrieg über das ganze Land ausbreitete. In den Jahren 1996/1997 w ar R uanda beziehungsw eise die ruandische Arm ee als Verbündete aktiv beteiligt in der von Laurent-D ésiré Kabila angeführten "Alliance des Forces D ém ocratiques pour la Libération du C ongo" (AFD L), die schliesslich im M ai 1997 zum Sturz des dam aligen zairischen R egim es von M obutu und zur M achtübernahm e durch Kabila führte. D ie Allianz R uandas m it Kabila zerbrach indessen in den folgenden Jahren, nachdem die ruandischen H utu-M ilizen, w elche 1994 am G enozid in R uanda aktiv beteiligt gew esen und anschliessend ins dam alige Zaire geflüchtet w aren, sich w eiterhin in Kongo (Kinshasa) aufhalten und von dort aus neuerliche Angriffe auf R uanda ausführten, w ährend gleichzeitig Kabilas R egim e die ruandischen Truppen aus dem Land w ies und sich gegen die in Kongo (Kinshasa) ansässigen Tutsi zu richten begann. Im Jahre 1998 intervenierte R uanda m ilitärisch im O sten des Landes, w as zu jahrelangen Kam pfhandlungen führte. Erst unter Joseph Kabila, dem Sohn von Laurent-D ésiré beruhigte sich die Lage, zum al Ersterer ernsthaft bem üht w ar, dem durch den langjährigen Bürgerkrieg zerrütteten Land eine gew isse Stabilität zu verleihen und den Friedensprozess voranzutreiben (vgl. EM AR K 2004 N r. 33 und 2002 N r. 19). In W ürdigung der beschriebenen U m stände erachtete die AR K den W egw eisungsvollzug nach Kongo (Kinshasa) nur unter bestim m ten 7 Voraussetzungen als zum utbar, näm lich dann, w enn der letzte W ohnsitz der betroffenen Person die H auptstadt Kinshasa oder eine andere, über einen Flughafen verfügende Stadt im W esten des Landes w ar, oder w enn die Person in einer dieser Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt; trotz Vorliegen der vorstehend genannten Kriterien erscheint der Vollzug der W egw eisung jedoch - nach sorgfältiger Prüfung und Abw ägung der individuellen U m stände - in aller R egel nicht zum utbar, w enn die zurückzuführende Person (kleine) Kinder in ihrer Begleitung hat, für m ehrere Kinder verantw ortlich ist, sich bereits in einem vorangeschrittenen Alter oder in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befindet oder w enn es sich bei ihr um eine allein stehende, nicht über ein soziales oder fam iliäres N etz verfügende Frau handelt. 5.3 D ie Beschw erdeführerin stam m t zw ar ursprünglich aus der Stadt _______ in der Provinz _______, sie hat jedoch gem äss eigenen Angaben in _______ ihre Ausbildung absolviert und w ar ab dem Jahre 1987 bis zum indest ins Jahr 1998 überw iegend dort w ohnhaft. Anders als in den vorstehend erw ähnten R egionen im N orden und O sten des Landes ist die Lage _______ als ruhig und w eitgehend sicher zu betrachten. D aran dürfte aus heutiger Sicht w ohl auch die ruandische H erkunft der M utter der Beschw erdeführerin nichts ändern, w enn auch solche U m stände in den 90er Jahren zw eifellos zu Anfeindungen geführt haben können. Zw ar ist die Beschw erdeführerin für afrikanische Verhältnisse eher vorangeschrittenen Alters, sie verfügt jedoch über eine gute Ausbildung, w eshalb nicht davon auszugehen ist, allein aufgrund ihres Alters w ürde sie im Falle der R ückkehr einer existenzgefährdenden Situation gegenüber stehen. Ihre Kinder, das eine erw achsen, das andere _______, w ären zw eifellos auch in der Lage, ihre M utter zu unterstützen. W as das im Ü brigen bestehende Beziehungsnetz betrifft, ist auf jeden Fall von einem bestehenden Bekannten- oder Freundeskreis auszugehen, zum al die Beschw erdeführerin und später auch ihre Kinder m it H ilfe D ritter bis in die Schw eiz gelangt sind. O b darüber hinaus noch Fam ilienangehörige im H eim atstaat verblieben sind, kann deshalb offen bleiben. Zw ar w urden die Vorbringen zu den Ereignissen insbesondere im Jahre 2001 rechtskräftig als unglaubhaft erkannt, daraus aber im U m kehrschluss auf ein breites fam iliäres N etz zu schliessen, scheint aufgrund der kriegsbedingten U nruhen und Fluchtbew egungen nicht gerechtfertigt. D ie Beschw erdeführerin könnte sich aber w ie erw ähnt auf jeden Fall auf ein soziales N etz stützen, w enn auch ihre inzw ischen sechsjährige Landesabw esenheit eine R eintegration auch angesichts der prekären w irtschaftlichen Situation im H eim atstaat, ihrer Ethnie und ihrer H erkunft als schw ierig erscheinen lässt. Insgesam t w ürde aufgrund der bisherigen Ausführungen die R ückkehr der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder w ohl zw eifellos zu einer schw ierigen, jedoch nicht zu einer existenzgefährdenden Situation führen. Im ordentlichen Verfahren und in den darauf folgenden W iedererw ägungsverfahren w urde denn auch aufgrund dieses Sachverhalts von der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs ausgegangen. 5.4 5.4.1 H inzu kom m t jedoch aus heutiger Sicht die sich in negativer H insicht offenbar gravierend veränderte gesundheitliche Situation der Beschw erdeführerin. G em äss 8 dem Arztbericht vom 11. M ai 2006 befindet sich die Beschw erdeführerin seit dem 20. Januar 2006 in psychiatrischer Behandlung. Sie sei aufgrund einer schw eren suizidalen D epression und w eiteren som atischen Beschw erden, deren U rsache im psychischen Bereich zu suchen seien, überw iesen w orden. Alle festgestellten Sym ptom e w ürden darauf hindeuten, dass die Beschw erdeführerin an einem schw eren posttraum atischen Belastungssyndrom leide m it der Tendenz zur C hronifizierung (vgl. Arztbericht vom 11. M ai 2006 beziehungsw eise 11. Juli 2006 von D r. m ed. _______ und lic.phil. _______). In dem später eingereichten, sich auf D etailfragen beziehenden Bericht vom 7. August 2007 (Poststem pel) w ird ausgeführt, die D iagnose sei aufgrund von 26 Sitzungen erstellt w orden. D ie Beschw erdeführerin habe die Behandlung in einem schw er depressiven Zustand m it akuter Suizidalität angetreten (IC D 10: F32.2). Aufgrund ihrer traum atischen Erfahrungen in ihrem U rsprungsland sei auf eine stationäre psychiatrische Einw eisung verzichtet w orden, da diese im Sinne einer m öglichen R etraum atisierung als kontraindiziert erschienen sei. Im Laufe der M onate habe eine Stabilisierung des depressiven Zustandsbildes erreicht w erden können. D es w eiteren sei ein chronisches, kom plexes posttraum atisches Belastungssyndrom (D D N O S) diagnostiziert w orden; auch auf dieses habe durch die m edikam entöse und psychotherapeutische Behandlung stabilisierend eingew irkt w erden können. D er Zustand der Beschw erdeführerin sei zw ar im m er noch erheblich depressiv, aber aufgrund der sich etablierenden therapeutischen Beziehung w eniger akut suizidal. Auf äussere Belastungen w ürde die Patientin aber im m er noch m it w iederkehrenden Krisen und bisw eilen Suizidalität reagieren. Angesichts der Schw ere der Erkrankung m üsse m it einer m ehrjährigen Behandlung gerechnet w erden, dies im ein- bis zw eiw öchigen Turnus. An M edikam enten w ürden Paronex 20m g und Stilnox 10 m g eingesetzt. D ie Erkrankung habe nach Ansicht der Ärzte ihren U rsprung in w iederkehrenden traum atischen Erfahrungen im H eim atstaat, die Krisen w ürden jedoch durch die unsichere Situation in der Schw eiz ausgelöst und akzentuiert. Eine Behandlung im H eim atstaat scheine aufgrund der fehlenden Stabilität nicht denkbar (vgl. Arztbericht datiert vom 11. Juli 2006, eingereicht am 7. August 2006, von D r. m ed. _______ und lic. phil _______). G em äss dem Bericht der H ausärztin leidet die Beschw erdeführerin neben den psychischen Beschw erden, die schon seit längerem m edikam entös behandelt w orden seien, sich jedoch deutlich verschlechtert hätten, insbesondere an Bluthochdruck und einer angeborenen Störung der roten Blutkörperchen. Eine fehlende Behandlung des Bluthochdrucks könne zu H erzkreislaufkom plikationen im Sinne von Schlaganfall und H erzinfarkt führen (vgl. Arztbericht vom 23. August 2006 von D r. m ed. _______). M it Schreiben vom 17. O ktober 2006 w urde erneut festgehalten, dass die Beschw erdeführerin aus ärztlicher Sicht klarerw eise an einem ernsthaften posttraum atischen Belastungssyndrom leide, w elches auf schw ere G ew alterlebnisse zurückgehe. Säm tliche Sym ptom e w ie Triggers, Flashback und G ew alterinnerungen, die unter Tränen berichtet w ürden, w ürden unzw eifelhaft in diese R ichtung und nicht auf eine reaktive D epression infolge Entw urzelung w eisen. Eine regelm ässige ärztliche Behandlung sei bereits seit dem Jahre 2001 nötig gew esen und schliesslich erscheine eine Behandlung im H eim atstaat aufgrund der nach w ie vor instabilen Lage unm öglich. 5.4.2 G rundsätzlich ist festzustellen, dass ein unausw eichlich bevorstehender 9 W egw eisungsvollzug bei einer Vielzahl asylsuchender Personen zu Ängsten und einem gew issen psychischen D ruck führen. D iesem kom m t für die Frage der Zum utbarkeit jedoch m eist keine R elevanz zu. Vielm ehr ist entscheidendes Kriterium bei der Prüfung der Zum utbarkeit - unabhängig von der prozessgeschichtlichen Verfahrensebene - das Vorliegen einer konkreten G efährdung. W enn eine reaktiv auf einen bevorstehenden W egw eisungsvollzug auftretende und ernsthaft gesundheitsgefährdende psychische Störung lebensbedrohlichen Ausm asses vorliegt, kann einem solchem Krankheitsbild durchaus R elevanz für die Frage der Zum utbarkeit zukom m en. Im selben Zusam m enhang ist zu beachten, dass nicht selten vordergründig als selbstschädigend einzustufende H andlungen und D rohungen als D ruckm ittel gegen behördliche Vollzugsm assnahm en eingesetzt w erden. Es drängt sich dam it in der R egel die Prüfung auf, ob die asylsuchende Person versucht, durch unlautere M ittel ein dauerhaftes Anw esenheitsrecht in der Schw eiz zu erw irken. 5.4.3 Sofern Privatgutachten schlüssig erscheinen und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen, kann ihnen nach dem G rundsatz der freien richterlichen Bew eisw ürdigung (vgl. Art. 40 BZP i.V.m . Art. 19 Vw VG ) - die fachliche Kom petenz der begutachtenden Person vorausgesetzt - durchaus gleicher Bew eisw ert w ie gerichtlichen G utachten beigem essen w erden (vgl. EM AR K 1999 N r. 5). Angesichts der eingereichten ärztlichen Zeugnisse ist als erstellt zu erachten, dass die Beschw erdeführerin an ernsthaften psychischen G esundheitsbeeinträchtigungen leidet. An der Seriosität der durch Fachpersonen ausgefertigten Berichte, die sich auf einen längeren Behandlungszeitraum beziehen, w ird vorliegend nicht gezw eifelt. Auch aus dem U m stand, dass sich die Beschw erdeführerin erstm als nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens in psychiatrische Behandlung begab, lässt sich nicht generell schliessen, dass sie sich dadurch drohenden Vollzugsm assnahm en zu entziehen versucht. Plausibel w urde seitens der behandelnden Ärzte in diesem Zusam m enhang vorgetragen, dass die Beschw erdeführerin bereits im ordentlichen Verfahren an psychischen Problem en litt, diese dam als jedoch noch durch ihren H ausarzt behandeln lassen konnte. Im m erhin ist festzustellen, dass die im W iedererw ägungsgesuch eingereichten Zeugnisse im H inblick auf die U rsachen der geltend gem achten psychischen Erkrankung der Beschw erdeführerin nicht vollständig zu überzeugen verm ögen. D ie vorgenom m ene Beurteilung beruht einzig auf den von der Beschw erdeführerin geltend gem achten Sachdarstellungen, ohne diese zu bew erten oder zu hinterfragen. Sow eit vorgetragen w ird, die U rsache der psychischen G esundheitsbeeinträchtigung der Beschw erdeführerin sei vornehm lich in den traum atisierenden Ereignissen begründet, bleibt unklar, w elche diese traum atisierenden Ereignisse gew esen seien. Es ist auch festzustellen, dass die Vorbringen der Beschw erdeführerin zu ihren die Flucht begründenden U m stände G egenstand der vorangegangenen ordentlichen und ausserordentlichen Verfahren bildeten und dort eine asylrechtlich relevante G efährdung ausgeschlossen w orden w ar. Allerdings stam m t die Beschw erdeführerin aus Kongo (Kinshasa), das vom Bürgerkrieg gezeichnet ist, w eshalb insgesam t schw ierige Erlebnisse nicht ganz ausgeschlossen w erden können. Insgesam t ist dem nach festzustellen, dass die U rsache der psychischen Störung unklar bleibt, w as vorliegend jedoch nichts daran ändert, dass diese glaubhaft erscheint. 10 D ie Beschw erdeführerin leidet diesen Erw ägungen gem äss an einer ernsthaften psychischen Erkrankung, die eine langjährige m edikam entöse und psychiatrische Behandlung erfordert. Aufgrund der psychischen Störung der Beschw erdeführerin erachten die Ärzte im Falle des Verlusts der relativen Sicherheit, die sie in der Schw eiz em pfindet, eine akute Suizidalität als unabw endbar. Es ist vorliegend äusserst fraglich, ob im H eim atstaat der Beschw erdeführerin eine Behandlung überhaupt m öglich und finanzierbar w äre. G em äss der Praxis der Asylbehörden ist jedenfalls der W egw eisungsvollzug für Personen m it ernsthaften gesundheitlichen Problem en nach Kongo (Kinshasa) in der R egel unzum utbar. Sodann liegen keine U m stände vor, die ein Abw eichen von dieser R egel zulassen, zum al die bald _______-jährige Beschw erdeführerin für einen m inderjährigen Sohn verantw ortlich ist, das Bestehen eines fam iliären N etzes fragw ürdig ist und eine R eintegration auch aufgrund der langjährigen Landesabw esenheit und ihrer ruandischen H erkunft schw ierig w äre. 5.4.4 Insgesam t ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall nicht davon auszugehen ist, die Beschw erdeführerin setze ihre psychische Erkrankung und den Suizid als D ruckm ittel gegen Vollzugsm assnahm en ein. Vielm ehr ist von einer ernsthaften, gesundheitsgefährdenden psychischen Erkrankung auszugehen. Angesichts der diagnostizierten psychischen Erkrankung, die einhergeht m it einer akuten Suizidalität im Falle der W egw eisung, und angesichts der prekären gesellschaftlichen, w irtschaftlichen und sicherheitspolitischen Situation im H eim atstaat, erw eist sich der Vollzug im m om entanen Zeitpunkt als unzum utbar. Im Sinne der Einheit der Fam ilie ist ein W egw eisungsvollzug des m inderjährigen Sohnes ebenfalls als unzum utbar zu erachten. 6. W as schliesslich die Situation der Tochter der Beschw erdeführerin betrifft, ist Folgendes festzuhalten: D a ihrer M utter und ihrem Bruder die R ückkehr nicht zugem utet w erden kann, m üsste die allein stehende, m ittlerw eile volljährige Tochter, alleine nach Kongo (Kinshasa) zurückkehren. D iesbezüglich ist jedoch festzustellen, dass das Bestehen eines fam iliären N etzes unsicher erscheint. Sie verfügt zudem über keine Arbeitserfahrung und hat keine Berufsausbildung. U nter den gegebenen U m ständen erscheint insgesam t der Vollzug der W egw eisung auch für die inzw ischen volljährige Tochter als nicht zum utbar. 7. Es ist dem nach festzuhalten, dass sich der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer in ihr H eim atland als derzeit nicht zum utbar im Sinne von Artikel 14a Absatz 4 AN AG erw eist, da sich die Situation in w iedererw ägungsrechtlich relevanter W eise verändert hat. Es ergeben sich aus den Akten keine H inw eise darauf, dass im vorliegenden Fall die Anw endung von Art. 14a Abs. 4 AN AG gestützt auf die Klausel von Art. 14a Abs. 6 AN AG ausgeschlossen w erden m üsste. 8. N ach den vorstehenden Erw ägungen ist die Beschw erde gutzuheissen. D ie vorinstanzliche Verfügung vom 22. Septem ber 2006 w ird aufgehoben. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, w iedererw ägungsw eise auf ihre Verfügung vom 25. Februar 2003 zurückzukom m en, die D ispositivziffern 4 und 5 (Vollzug der W egw eisung) aufzuheben und die Beschw erdeführer in der Schw eiz w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig aufzunehm en. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 11 (Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). 8.2 N achdem die Beschw erdeführer nicht vertreten sind, ist nicht davon auszugehen, ihnen seien Parteikosten erw achsen, w eshalb keine Parteientschädigung auszurichten ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen und die Verfügung vom 22. Septem ber 2006 w ird aufgehoben. 2. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, w iedererw ägungsw eise auf ihre Verfügung vom 25. Februar 2003 zurückzukom m en und die D ispositivziffern 4 und 5 aufzuheben. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Lorenz M auerhofer Versand am :