Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Juni 2022 (720 21 269 / 140) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Begutachtung; Die angeordnete Begutachtung stellt keine unzulässige "second opinion" dar. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber in Katja Wagner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch André Baur, Advokat, Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Gutachten A.a Der 1964 geborene A.____ erlitt am 9. September 2013 einen Unfall, als er bei der Arbeit von einem Gerüstbock rückwärts auf seine ausgestreckt en Arme stürzte. Für die Folgen dieses Unfalls erbrachte die Schweizerische Unfallversicheru ngsanstalt (Suva) bis zum 1. No- vember 2016 die gesetzlichen Leistungen. Im Februar 201 6 erlitt A.____ einen weiteren Unfall, indem er ausrutschte und erneut auf die linke Hand stü rzte. Diesbezüglich anerkannte die Suva ebenfalls ihre gesetzliche Leistungspflicht. Seit diesen Ereignissen klagt A.____ über Schmer- zen im Nacken-, Arm- und Kopfbereich sowie in den Hand gelenken. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2016 sprach die Suva A.____ zuletzt für die Unfallrestfolgen eine Invalidenrente auf Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Basis eines Invaliditätsgrads von 24% sowie eine Inte gritätsentschädigung für eine Integri- tätseinbusse von 20% zu. A.b Bereits am 23. April 2014 hatte sich A.____ unter Hinweis auf den im Jahr 2013 erlitte- nen Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an- gemeldet. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) gewährte dem Versicherten in der Folge berufliche Massnahmen in Form eines Arbeitsversuchs. Nachd em das Arbeitspensum in seiner angestammten Tätigkeit aufgrund von Beschwerden an den Schultern sowie Nacken- und Kopfschmerzen nicht über 25% hatte gesteigert werden kö nnen, wurden die beruflichen Mass- nahmen mit Mitteilung vom 11. Juni 2015 abgeschlossen. Gleichzeitig wurde der Versicherte darauf hingewiesen, dass das Dossier zur Prüfung von we iteren Leistungen an die zuständige Sachbearbeitung weitergeleitet werde. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten einen Invaliditätsgrad von 13%. Gestützt darauf lehnte sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 22. September 2017 ab. A.c Die gegen diese Verfügung geführte Beschwerde hi ess das Kantonsgericht des Kan- tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (K antonsgericht), mit Urteil vom 2. August 2018 (Verfahren-Nr. 720 17 360 / 207) in d em Sinne gut, als dass es die Angelegen- heit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückwie s. Es erwog, dass an der kreisärztlichen Beurteilung vom 10. März 2016 und der Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 27. Februar 2017, auf welche sich die angefochtene Verfügung gestützt hatte, Zweifel be- stünden. Den vorliegenden Akten würden sich namentlich ke ine Ausführungen bezüglich der Auswirkungen der Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäu le (HWS) auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen lassen. Die medizinische Aktenlage erweise sich als unvollständig und lasse eine zuverlässige Beurteilung darüber, welche Verweistätigkeite n dem Beschwerdeführer in wel- chem Umfang aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträc htigungen noch zugemutet werden können, nicht zu. Die IV-Stelle werde daher die Frage , wie es sich hinsichtlich der Arbeitsfähig- keit bezüglich der HWS-Beschwerden bis zum Verfügungserl ass als auch für die Zeit nach ei- ner diesbezüglich am 5. Januar 2018 erfolgten Opera tion verhalte, im Rahmen einer amtlichen Erkundigung bei Prof. Dr. med. B.____, FMH Neurochir urgie, abklären zu lassen haben. Da- nach werde sie den Gesundheitszustand sowie die Arbeits fähigkeit des Versicherten gesamt- medizinisch neu zu beurteilen haben. A.d Die IV-Stelle nahm daraufhin weitere Abklärungen vor und holte in Nachachtung des Kantonsgerichtsurteils eine amtliche Erkundigung bei Pro f. Dr. B.____ ein, welche am 21. Mai 2019 erstattet wurde. Am 6. August 2020 nahm Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, zur Akt enlage Stellung. Gestützt auf diese Beurteilung verneinte die IV-Stelle mit Vorbescheid vo m 15. Oktober 2020 einen Rentenan- spruch für die Zeit vom 1. Dezember 2014 bis 1. Januar 2 018. Für die Zeit ab 1. Januar 2018 stellte sie die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente in Aussicht. Im Rahmen des Vorbe- scheidverfahrens gelangte die IV-Stelle zur Auffassung, da ss der medizinische Sachverhalt weiterer Abklärung bedürfe. Mit Schreiben vom 30. Okt ober 2020 informierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter des Versicherten, Advokat André Baur, darüber, dass eine umfassende medizi- nische Untersuchung in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Psychiatrie, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Neurologie und Neuropsychologie durchgeführt werde. M it Schreiben vom 4. November 2020 erklärte sich dieser mit der angekündigten Begutachtung nicht einverstanden, da es sich hierbei um eine unzulässige Zweitmeinung handle. Nachdem die IV-Stelle am 30. November 2020 nach Rücksprache mit ihrem RAD an der Begutachtung fe stgehalten hatte, bekräftigte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 2. Dezember 2020 se ine Ausführungen und ersuchte gleichzeitig um Erlass eines anfechtbaren Zwischenentschei ds. Mit Mitteilung vom 6. Juli 2021 zeigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass die Begu tachtung durch die Swiss Medical As- sessment- and Business-Center (SMAB) AG durchgeführt werde und gab gleichzeitig die be- gutachtenden Fachpersonen bekannt. Mit Zwischenverfügung vo m 21. Juli 2021 hielt die IV- Stelle an der geplanten polydisziplinären Begutachtung fest. B. Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte, vert reten durch Advokat Baur, mit Ein- gabe vom 13. September 2021 Beschwerde beim Kantonsg ericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht), ein. Darin beantragte er, die Zwischenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 21. Juli 20 21 sei aufzuheben und es sei die- se anzuweisen, bei Prof. Dr. B.____ einen ergänzenden Bericht zur Frage der Restarbeitsfähig- keit vor der Operation vom 5. Januar 2018 einzuholen u nd danach die Frage der Anspruchsbe- rechtigung des Beschwerdeführers materiell zu prüfen. Eve ntualiter sei die Zwischenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 21. Juli 2021 aufzuheben und es sei diese anzuweisen, eine Ver- fügung über den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente entsprechend dem Vorbescheid vom 15. Oktober 2020 zu erlassen. Sollte weder dem Hauptant rag noch dem Eventualantrag gefolgt werden, sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, auch eine pneumologische und kardiologi- sche Begutachtung durchzuführen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte der Be- schwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass es sich beim Vorgehen der IV-Stelle um das Einholen einer unerlaubten "second opinion" handle. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. November 2021 schlo ss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten so wohl der Beschwerdeführer mit Replik vom 13. Januar 2022 als auch die Beschwerdegegne rin mit Duplik vom 10. Februar 2022 an ihren Anträgen und Standpunkten fest. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Zwischenverfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen form- und fristgerecht erhobene – Beschwerde vom 13. September 2021 ist einzu treten. 1.2 Gemäss § 1 Abs. 3 lit. g VPO entscheidet die präsidi erende Person der Abteilung durch Präsidialentscheid über Beschwerden gegen selbstständig anfechtbare prozess- und ver- fahrensleitende Verfügungen gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000. Bei der vorliegend ange- fochtenen Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 21. Juli 2 021 handelt es sich um eine solche verfahrensleitende Verfügung im Sinne der genannten B estimmung. Die Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde fällt somit in die Kompetenz der pr äsidierenden Person des Kantonsge- richts. 1.3 Im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen der zuständige Sozialversicherer vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung geno mmen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgeg enstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurt eilsvoraussetzung, wenn und inso- weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E . 2.1, 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hin- weisen). In der vorliegend angefochtenen Zwischenverfügu ng vom 21. Juli 2021 hielt die IV- Stelle im Wesentlichen an der mit Mitteilung vom 30. Oktober 2020 in Aussicht gestellten poly- disziplinären Begutachtung fest. Nicht Gegenstand der de m vorliegenden Verfahren zugrunde- liegenden Zwischenverfügung bildete die Höhe des Rent enanspruchs, der dem Beschwerde- führer zusteht. Soweit der Beschwerdeführer u.a. die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente gemäss Vorbescheid vom 15. Oktober 2020 beantragt, fehl t es demnach an einem Anfech- tungsgegenstand. Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kann auf diesen Antrag demnach nicht eingetreten werden. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist demnach, ob sich der Beschwerdeführer der durch die IV-Stelle in der Zwischenverfügung vom 21. Jul i 2021 angeordneten polydisziplinären Begutachtung durch die SMAB zu unterziehen hat. 3. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände- rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kra ft. Die vorliegend angefochtene Verfü- gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgeme inen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vie ler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmu ngen des IVG und diejenigen der IVV sowie des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gew esenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Fol- genden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 4.1 Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgeme inen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 statuiert die Sachv erhaltsabklärung von Amtes we- gen, wobei es grundsätzlich im Ermessen des Versicherungstr ägers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von me- dizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sic h aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist de r Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Bewe isgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesge richts vom 27. Mai 2020, 9C_721/2019, E. 3 mit Hinweisen). Die für die Beurte ilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durchzuführenden Abklärungen im Sinne von Art. 4 3 Abs. 1 ATSG beinhalten indessen rechtsprechungsgemäss nicht das Recht des Versicherungsträge rs, eine "second opinion" zu dem bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverh alt einzuholen, wenn dieser nicht sei- nen Vorstellungen entspricht. Entscheidend für die Fra ge, ob weitere Abklärungen angeordnet werden können und müssen, ist, inwieweit die bereits vo rliegenden Gutachten die praxisge- mässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfü llen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2 mit Hinweisen). 4.2 Für eine abschliessende Beantwortung der Frage, ob es sich bei der vorgesehenen polydisziplinären Begutachtung um das Einholen einer un zulässigen "second opinion" handelt, müsste die vorliegende medizinische Aktenlage auf ihre Vo llständigkeit und Schlüssigkeit hin überprüft werden. Eine eingehende Überprüfung der medizinischen Aktenlage würde aber dazu führen, dass die Endverfügung im Hinblick auf die Beurte ilung der medizinischen Sachlage weitgehend präjudiziert würde. Weil die Verfahrenshoh eit bis zum Abschluss des Verwaltungs- verfahrens bei der Beschwerdegegnerin liegt und ihr na ch dem Gesagten (vgl. E. 4.1 hiervor) im Rahmen der Verfahrensleitung ein grosser Ermessensspi elraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zukommt, muss im vorliegenden Verfahren die richterliche Prüfung bei einer knappen B eurteilung der Aktenlage im Sinne einer Plausibilitäts- resp. Missbrauchskontrolle ihr Bewenden h aben. Entscheidend ist, ob die Grün- de, die die Beschwerdegegnerin für die Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen an- führt, plausibel erscheinen. Demnach greift das Gericht bei der Frage der Notwendigkeit einer (weiteren) Begutachtung in das Ermessen der mit der Abklärung betrauten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkennbare Fehleinschätzungen vorliegen, eine Begutachtung von vornherein untauglich angelegt wäre oder Anhaltspunkte bestehen, dass sich die Beschwerdegegnerin bei ihrem Entscheid von sachfremden Motiven leiten liess (vgl. das Urteil der Präsidentin des Kan- tonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 7. M ärz 2018, 725 17 56 / 65, E. 3.2 mit Hinweisen). 5.1 Wie eingangs dargelegt, veranlasste die Beschwerdeg egnerin im Sinne der Erwägun- gen des Rückweisungsurteils des Kantonsgerichts am 18. Nove mber 2018 eine amtliche Er- kundigung bei Prof. Dr. B.____ (vgl. IV-act. 145). Ein er Telefonnotiz vom 11. Februar 2019 zu- folge weigerte sich der Behandler zunächst, die entspre chenden Fragen zu beantworten und verwies auf die bereits vorliegenden Unterlagen (vgl. I V-act. 148). Nach erneuter Anfrage sei- tens der IV-Stelle bzw. ihres RAD erging am 21. Mai 2019 eine entsprechende Beurteilung. Da- rin stellte Prof. Dr. B.____ in Bezug auf die ambula nte Untersuchung vom 2. April 2019 die Di- agnosen eines Status nach zervikaler Diskektomie und Cage -Fusion C6/7 am 5. Januar 2018 wegen links betont symptomatischer foraminaler Stenose C 6/7 beidseits, eines Status nach Sturz am 9. September 2013 mit Verletzung der Rotator enmanschette links, eines Status nach Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht arthroskopischer Supraspinatusnaht und Akromioplastik lin ks 2013, bei vorbestehendem Sup- raspinatusriss. Vor der HWS-Operation am 5. Januar 2018 habe ein chronifiziertes generalisier- tes Schmerzsyndrom (Kopf, Schultern, Arme und Hände bei dseits) seit dem Unfall vom 9. Sep- tember 2013 bestanden. Nach der Operation vom 5. Januar 2018 hätten sich die links betonten radikulären Schmerzen der oberen Extremitäten zurückgebil det. Die chronischen Schmerzen bezüglich Kopf, Schultern, Arme und Hände seien indesse n gleich geblieben. Objektiv seien keine neuen fokalen neurologischen Ausfälle aufgetrete n. Zusammengefasst habe die HWS- Operation vom 5. Januar 2018 die radikulären Schmerzen C7 links betont gelindert, ohne den chronischen Schmerzzustand des Patienten signifikant zu beeinflussen. Hinsichtlich der seitens der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen führte er a us, dass der Patient aus neurochirurgi- scher Sicht theoretisch sowohl in seiner angestammten al s auch in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeiten könne. Die nach der HWS-Operation eingetretene Verbesserung der links beton- ten zervikobrachialen radikulären Schmerzen habe keinen Einfluss auf den seit dem Unfall vom 9. September 2013 bestehenden generalisierten Schmerz ustand gehabt. Zurzeit bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit wegen dieses Traumas. Die Ein schränkungen bestünden seit dem Un- fall vom 9. September 2013. 5.2 Mit Schreiben vom 8. März 2019 machte der Versicher te eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend und reichte einen Operationsbericht vom 11. Januar 2019 bezüg- lich einer Implantation einer Schulterprothese rechts sowie Berichte der Klinik H.____ vom 1. und 29. Februar 2019 ein (vgl. IV-act. 153). Die IV- Stelle holte ferner weitere Unterlagen bei den behandelnden Ärzten ein. So bspw. einen Bericht d es Universitären I.____ in J.____ vom 26. Februar 2019 (IV-act. 172), von Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, E.____ AG, vom 20. Juni 2019 sowie des Spitals F.____, Pneumo logie, vom 5. September 2019 (IV- act. 177). 5.3 In der Folge legte die Beschwerdegegnerin das Akte ndossier Dr. C.____, RAD, vor. Dieser gelangte am 6. August 2020 zur Auffassung, dass der Versicherte im globalen medizini- schen Kontext somatisch wie auch neurokognitiv derart lim itiert sei, dass eine verwertbare Ar- beitsleistung auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr zumu tbar erscheine. Die einzelnen Be- schwerdebilder würden interferieren und sich gegenseitig verstärken (rheumatisch-entzündliche Erkrankung, Mehretagenproblematik des Bewegungsappara tes, Fatigue [Medikamente]). Für die Zeit von Mai 2014 bis Januar 2018 sah er aufgrund der Aktenlage indessen keine massge- bliche Limitierung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (vgl. hierzu IV-act. 190). 5.4 Gestützt auf diese Beurteilung stellte die IV-Ste lle mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2020 die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Januar 2 018 in Aussicht. Für die Zeit davor, ab 1. Dezember 2014, verneinte sie einen Rentenanspruch. Nachdem der Versicherte hiergegen Einwand erhoben hatte, gelangte die IV-Stelle zur A uffassung, dass eine polydisziplinäre Be- gutachtung angezeigt sei. Grundlage hierfür bildete die RAD-Beurteilung von Dr. C.____ vom 29. Oktober 2020. Dieser führte darin aus, dass der RAD am 6. August 2020 zur Arbeitsfähig- keit anhand der echtzeitlichen Arztberichte Stellung be zogen habe. Neue Berichte, die eine an- derslautende Beurteilung nahelegen würden, würden ni cht vorliegen. In letzter Konsequenz erscheine diese Frage am ehesten extern gutachterlich lösb ar. Daher werde ein polydisziplinä- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht res Gutachten via med@p empfohlen, das die Klärung ein er zusätzlich einschränkenden Aus- wirkung der im Verlauf hinzugetretenen HWS-Beschwerden und auch die Beurteilung der Rest- arbeitsfähigkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit zur Aufgabe habe. 5.5 Nachdem sich der Versicherte mit Schreiben vom 4. N ovember 2020 damit weiterhin nicht einverstanden erklärt hatte, holte die IV-Stelle eine weitere Stellungnahme bei Dr. C.____ vom 30. November 2020 ein. Dr. C.____ hielt fest, dass b ereits eine Rückfrage bei Prof. Dr. B.____ erfolgt sei. Auf die Beurteilung d er Arbeitsfähigkeit wie sie z.B. der Behandler Prof. Dr. B.____ inseriere, könne bei genauerer Ana lyse der echtzeitlichen medizinischen Do- kumente nicht abgestellt werden, weil die prozentuale Quantifizierung einer Arbeitsunfähigkeit von 75% über Jahre hinweg nicht ausführlich begründet werde. Insofern dürfte auch eine Rück- frage bei Prof. Dr. B.____ als wenig zielführend verla ufen. Es erscheine eine gutachterliche Evaluation zielführend, um den Verlauf der Arbeitsfähi gkeit retrospektiv bis in das Jahr 2014 valide zu beurteilen. 6.1 Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend , die Beschwerdegegnerin möchte das Ergebnis der gerichtlich angeordneten Abklärung bei Prof. Dr. B.____ nicht beachten und stattdessen eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag geben. Bei diesem Vorgehen handle es sich um das Einholen einer unerlaubten "second opinio n", was sich als willkürlich erweise. Dem Verlaufsbericht von Prof. Dr. B.____ vom 21. Mai 2019 lasse sich entnehmen, dass für die Zeit vor der Operation am 5. Januar 2018 eine Arbeitsu nfähigkeit von 75% gegolten habe. Die Beschwerdegegnerin hätte einen ergänzenden Bericht be i Prof. Dr. B.____ einholen müssen, wenn sie die anspruchsbegründende Arbeitsunfähigkeit du rch die Verlaufsbeurteilung vom 21. Mai 2019 nicht als schlüssig bzw. hinreichend geklärt erachtet habe. Für die Beurteilung des retrospektiven Verlaufs der Restarbeitsfähigkeit erweise sich die Befragung des bereits invol- vierten Facharztes als das sinnvollste und zielführendste V orgehen. Durch die Einholung einer Zweitmeinung stelle die Beschwerdegegnerin zudem die a b 1. Januar 2018 geltende Restar- beitsfähigkeit wieder in Frage, was unzulässig sei. 6.2 Wie oben dargelegt (vgl. E. 4.2 hiervor), geht e s bei der vorliegenden Beurteilung ein- zig darum, gestützt auf eine summarische Würdigung der A ktenlage zu überprüfen, ob die As- pekte, die von der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die N otwendigkeit einer Begutachtung genannt werden, plausibel erscheinen. Eine vertiefte Würdigung des Beweiswerts der medizini- schen Akten hat zum jetzigen Verfahrensstand durch das kan tonale Versicherungsgericht nicht zu erfolgen. 6.3.1 Wie aus dem Dargelegten erhellt, ist in der vo rliegenden Angelegenheit bisher noch keine gutachterliche Beurteilung des medizinischen Sachverh alts im Sinne von Art. 44 ATSG erfolgt. Bei dieser Sachlage kann demnach – wie die Be schwerdegegnerin zutreffend anführt – nicht von einer unzulässigen "second opinion" im eigentl ichen Sinne gesprochen werden. Es mangelt hierfür an einer entsprechenden Grundlage für die Beurteilung der Frage, inwieweit ein bereits vorliegendes Gutachten die praxisgemässen inhalt lichen und beweismässigen Anforde- rungen erfüllt (vgl. E. 4.1 hiervor). An dieser Stel le ist an die erhöhte Beweiskraft externer Ex- pertisen zu erinnern. Den im Rahmen des Verwaltungsverf ahrens eingeholten Gutachten exter- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingeh ender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen ist, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.3.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass die ergänzende Beurteilung von Prof. Dr. B.____ vom 21. Mai 2019 eine hinreichende B eurteilungsgrundlage für den zuzuspre- chenden Rentenanspruch darstelle bzw. eventuell weitere A bklärungen beim Behandler zu er- folgen hätten, steht damit die Frage nach dem Beweisw ert der bisher erfolgten Abklärungen in grundsätzlicher Hinsicht zur Diskussion. Für die abschliessend e Beantwortung dieser Frage wäre eine vertiefte Würdigung der vorliegenden Akten lage erforderlich, wie sie zum jetzigen Verfahrensstand durch das kantonale Versicherungsgericht indessen nicht zu erfolgen hat. Eine eingehende Beurteilung der Frage, ob der Behandler die im vorliegenden Verfahren zu klären- den Fragen abschliessend und schlüssig beantwortet hat, käme einer weitgehenden Präjudizie- rung der zu erlassenden Verfügung hinsichtlich der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts gleich (vgl. E. 4.1 hiervor). Die Tatsache, dass die Beschw erdegegnerin die Frage nach der Arbeitsfähigkeit des Versicherten, namentlich (auch) in retrospektiver Hinsicht, nicht als ab- schliessend beantwortet erachtet hat und diese Frage unt er Zuhilfenahme eines polydisziplinä- ren Gutachtens klären möchte, erscheint in der gebotene n summarischen Würdigung des me- dizinischen Sachverhalts (vgl. auch E. 5 hiervor) weder a ls sachfremd noch missbräuchlich. Ferner erscheint auch der von der IV-Stelle in ihrer Ve rnehmlassung angeführte Grund für eine Begutachtung plausibel, wonach seitens der involvierten Fachpersonen mehrfach von einem Schmerzsyndrom berichtet werde und ein komplexes Beschwerde bild vorliege, welches medi- zinisch interdisziplinär umfassend abzuklären sei. Hierbei gilt es ferner anzumerken, dass Ge- genstand des kantonsgerichtlichen Rückweisungsauftrags auch d ie gesamtmedizinische Neu- beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähig keit des Versicherten gebildet hat (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 2. August 2018, 720 17 360 / 207, E. 8.2). Vor diesem Hin- tergrund als nachvollziehbar zu betrachten ist – entgegen einem weiteren Vorbringen des Be- schwerdeführers – ferner, dass auch eine psychiatrische Abklär ung erfolgen soll. Als einleuch- tend erweist sich hierbei auch die Erklärung des RAD i n der mit der Vernehmlassung einge- reichten Beurteilung vom 27. September 2021, wonach au ch eine Schmerzstörung im Raum stehe. Bekräftigt werden diese Ausführungen sodann in d em vom Beschwerdeführer im vorlie- genden Beschwerdeverfahren beigebrachten Bericht des Rh eumazentrums G.____ vom 9. September 2021, worin eine somatoforme Schmerzstörung in Erwägung gezogen und eine psychiatrische Beurteilung aufgrund des generalisierten Sc hmerzsyndroms ausdrücklich emp- fohlen wird. Im Weiteren ist der Beschwerdegegnerin au ch darin beizupflichten, dass ein Ab- weichen vom Vorbescheid mit der definitiven Verfügung rechtsprechungsgemäss zulässig (SVR 2008 IV Nr. 43 S. 145; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2008, 9C_115/2007 E. 4 und 5) und der Vorbescheid insoweit nicht verbindlich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Okto- ber 2018, 8C_535/2018, E. 6.3.1). Die Anordnung ein er polydisziplinären Begutachtung erweist sich demnach auch unter diesem Aspekt nicht als unzulässig. Dies gilt im Übrigen auch für den Fall, dass sie sich nicht bloss auf eine retrospektive Beu rteilung beschränken sollte. Hervorzu- heben ist ferner die rechtsprechungsgemässe Leitlinie, wonach RAD-Beurteilungen nicht der- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht selbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 A TSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen zukommt (BGE 135 V 471 E. 4.7). Eine versi cherungsinterne Würdigung des medizinischen Sachverhalts steht einer externen Begutachtu ng grundsätzlich nicht entgegen, zumal die IV-Stelle nachvollziehbare Gründe für die ext erne Expertise anführt und keine Hin- weise ersichtlich sind, dass sie sich bei ihrem Entscheid von sachfremden Motiven leiten liess. Das Vorgehen der IV-Stelle kann jedenfalls auch angesicht s der bereits erfolgten RAD- Beurteilung zu einer allfälligen anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit nicht als unzulässige "second opinion" gewertet werden. Nach dem Gesagten ist eine eingehende Beurteilung der Frage, ob sich die RAD-Beurteilung vom 6. August 2020 (vgl. E. 5.3 hiervor) hinsichtlich der darin aufgeführten Arbeitsunfähigkeit als zutreffend erweist, zum gegenwärtigen Verfahrens- standard nicht angebracht. 6.3 In pflichtgemässer summarischer Würdigung der medizi nischen Unterlagen erscheint die Argumentation der Beschwerdegegnerin somit plausi bel. Mit Blick auf die in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierte Abklärungspflicht und den der Be schwerdegegnerin zukommenden Er- messensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckm ässigkeit von medizinischen Erhebungen, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstan z eine polydisziplinäre Begutachtung anordnete. Diese dient der für den Endentscheid notwendigen Sachverhaltsabklärung und stellt keine "second opinion" dar, wie der Beschwerdeführer g eltend macht. Weil die Verfahrensho- heit bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens bei der Be schwerdegegnerin liegt und zu- dem keine Hinweise ersichtlich sind, dass dem Beschwerdefüh rer die Begutachtung beschwer- debedingt nicht zumutbar wäre, besteht für das Kanto nsgericht kein Anlass, korrigierend einzu- greifen. 7.1 Nachdem sich die angeordnete Begutachtung als zulässig erweist, ist das im Sinne eines Eventualbegehrens geltend gemachte Vorbringen z u prüfen, wonach zusätzlich eine pneumologische sowie kardiologische Begutachtung zu veranlassen sei. Der Beschwerdeführer beruft sich hierbei auf die Berichte des Spitals F.____, Pneumologie, vom 5. September 2019 sowie des Rheumazentrums G.____ vom 9. September 2021, w orin schwere Koronarverkal- kungen sowie ein eosinophiles Asthma bronchiale diagnostiziert würden. 7.2 Die IV-Stelle stellt sich demgegenüber auf den St andpunkt, dass sich weder eine kar- diologische noch eine pneumologische Zusatzbegutachtung a priori aufdränge. Es sei letztlich aber den begutachtenden Fachpersonen zu überlassen, ob sie weitere Abklärungen in den an- geführten Fachgebieten als erforderlich erachten. Vorab gilt es anzumerken, dass der Beschwerdeführer die N otwendigkeit zusätzlicher Abklä- rungen in weiteren Fachgebieten erst mit der vorliege nden Beschwerde geltend macht. Nach- dem indessen sowohl die Anordnung einer polydisziplinär en Begutachtung an sich als auch deren Umfang Gegenstand des vorliegenden Beschwerdever fahrens bilden (vgl. E. 6. hiervor), steht einer gerichtlichen Überprüfung dieses Begehrens n ichts entgegen. Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung dieser Frage auf die RAD-Beu rteilungen von Dr. C.____ vom 27. Sep- tember 2021 und 1. Februar 2022. Am 27. September 2 021 hielt Dr. C.____ hierzu fest, dass keinerlei medizinische Befunde mit konkreten Funktionseinschränkungen auf pneumologischem Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht und kardiologischen Fachgebiet vorgelegt würden, welche retrospektiv eine additive oder sum- marische Auswirkung auf eine allfällig medizinisch-theore tisch angepasste körperliche Tätigkeit nahelegen würden. In seiner Beurteilung vom 1. Febru ar 2022 führte Dr. C.____ zu den vom Beschwerdeführer angerufenen Berichten aus, dass der Versicherte am 5. September 2019 wegen eines mehrjährigen Reizhustens abgeklärt worden sei. Die damals erhobenen Lungen- funktionsparameter hätten funktionell nur leichtgradi ge Veränderungen aufgewiesen, der pul- monale Gasaustausch sei als normal eingestuft worden. Im Bericht des Rheumazentrums G.____ würden zwar die bekannten kardialen Diagnosen aufgelistet, die selektiven Untersu- chungen seien aktenkundig zuletzt 2019 erfolgt. Dabei se ien in einem Herz-PET vom 26. Feb- ruar 2019 keine Narben, keine Ischämie bei erhaltener Flussreserve festgestellt und eine nor- male linksventrikuläre Pumpfunktion diagnostiziert worden . Wegweisende Befunde oder eine erwähnenswerte Therapiedichte pulmologischer oder kardiologischer Spezifikation seien seither nicht dokumentiert. Auch aktuell stünden kardiologische od er pulmonale Beschwerden mit defi- nitiver Behandlungsindikation offensichtlich nicht im Mittelpunkt der Beschwerden. Gemäss den anamnestischen Angaben des Versicherten stünden zunehmend wechselnde und generalisierte Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates des Beckens bei aktiver Spondylarthritis im Vordergrund, wobei die klinische Beurteilbarkeit derselben aufgrund der funktionellen Überlage- rung mit wechselnden Angaben nicht möglich sei. Deshal b werde letztlich ein generalisiertes Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren bei w iederholt depressiver Ver- stimmung diagnostiziert. 7.3 Den Ausführungen der Beschwerdegegnerin bzw. ihr es RAD kann in einer summari- schen Würdigung der angerufenen Berichte gefolgt werden. Zwar finden sich darin die vom Be- schwerdeführer geltend gemachten Diagnosen. Richtungswe isende Befunde oder damit ver- bundene funktionelle Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lassen sich den Berichten indessen nicht entnehmen. Ferner trifft es zu, dass das generali sierte Schmerzsyndrom mit einer mögli- chen psychischen Beteiligung auch im neuesten Bericht des Rheumazentrums G.____ vom 9. September 2021 im Zentrum der medizinischen Beurtei lung steht. Bei dieser Sachlage er- scheint es überdies als sinnvoll, die Frage, ob weitere A bklärungen in diesen Fachgebieten er- forderlich sind, in die Kompetenz der beteiligten Guta chter zu stellen. Mithin kann gestützt auf die überzeugenden Ausführungen von Dr. C.____ davon a usgegangen werden, dass sich eine pneumologische oder kardiologische Begutachtung nicht von vornherein aufdrängt. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht ein polydisziplinäres Gutachten mit den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Med izin, Orthopädie, Psychiatrie, Neuro- logie und Neuropsychologie angeordnet hat. Die angefochtene Zwischenverfügung vom 21. Juli 2021 ist nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde demnach abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann (vgl. E. 1.3 hiervor). 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- - bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorl iegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskoten in Berücksichtigung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 400.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des kan- tonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsproz essordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in an- gemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerd eführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Di ese werden mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss in Höhe von Fr. 400.-- verrechnet. Dem Aus gang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde i n öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). 10.2 Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich um e inen selbständig eröffneten Zwi- schenentscheid im Sinne des BGG. Wie das Bundesgericht i m Grundsatzurteil 138 V 271 fest- gestellt hat, sind kantonale Entscheide über Beschwerden gegen Verfügungen der Versiche- rungsträger betreffend die Einholung von medizinischen Gutachten nicht an das Bundesgericht weiterziehbar, sofern nicht Ausstandsgründe beurteilt wo rden sind. Der Entscheid darüber, ob die Voraussetzungen für eine Beschwerde im vorliegenden Fall erfüllt sind, obliegt dem Bun- desgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erf olgt unter diesem ausdrücklichen Vor- behalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in Höhe von Fr. 400.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht