<h2>SubmittedText<h2><p>Im Bundeshaus ist zuhanden der Öffentlichkeit eine laufende Anzeige der Leistungen von vier externen Fotovoltaikanlagen (ETML Lausanne, CP Delémont, Solarbahnhof Luzern, Berufsschule Ziegelbrücke) installiert. Nicht in der Anzeige enthalten sind die Kosten dieser Energieproduktion. Im Hinblick auf die kommende Solar-Initiative dürfte es von allgemeinem Interesse sein, die Grössenordnungen und den realistischen Vergleich zu anderen Varianten der erneuerbaren Energien, z. B. der Wasserkraft als indirekte Sonnenenergie, und zu den üblichen Handelspreisen zu sehen; dies auch dann, wenn es sich eventuell nur um Pilotanlagen handelt.</p><p>1. Kann der Bundesrat die nachfolgenden Parameter aufzeigen:</p><p>a. Fotovoltaik: Investitionskosten; jährliche Kosten; Kosten pro Kilowattstunde;</p><p>b. andere: Kleinwasserkraftwerke, Kosten pro Kilowattstunde; Strombörse Laufenburg, Kosten pro Kilowattstunde?</p><p>2. Wie schätzt der Bundesrat die realistischen Entwicklungsmöglichkeiten und die Zukunftsaussichten der Fotovoltaik angesichts der heutigen Vergleichszahlen bei den Stromkosten ein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Investitionskosten für Fotovoltaikanlagen bewegen sich heute in der Grössenordnung von 10 000 Franken (mittlere bis grössere Anlagen) bis 15 000 Franken (Kleinanlagen) pro Kilowatt maximaler elektrischer Leistung (kWp). Der Durchschnittspreis der 1998 in der Schweiz installierten Anlagen betrug 12 500 Franken pro kWp, entsprechend betrugen die Jahreskosten etwa 925 Franken pro kWp. In den letzten 10 Jahren sind die Kosten stark gesunken, und weitere Verbilligungen sind zu erwarten: Die weltweite Produktion nimmt dauernd zu; in den nächsten Jahren wird sie noch stärker zunehmen als bisher, weil verschiedene Industrieländer ehrgeizige Förderprogramme lanciert haben oder noch lancieren wollen. So wird geschätzt, dass Fotovoltaikanlagen in 10 Jahren rund 30 Prozent billiger sein könnten als heute.</p><p>Bei einer Lebensdauer von 20 Jahren betragen die mittleren Stromgestehungskosten heute rund 1 Franken bis Fr. 1.20 pro Kilowattstunde. Sie enthalten im Wesentlichen die Kapitalkosten; der Aufwand für Wartung und Instandhaltung fällt dagegen kaum ins Gewicht: Er beträgt nur etwa 1 Rappen pro Kilowattstunde. In 10 Jahren dürfte der fotovoltaische Strom mit heutiger Technologie demnach noch rund 70 bis 85 Rappen pro Kilowattstunde kosten. Wesentlich billiger könnte er nur werden, wenn neue Technologien anwendungsreif werden, die eine billigere Herstellung ermöglichen und gleichzeitig eine höhere Ausbeute bieten. Es wird weltweit an diesem Problem gearbeitet; auch die Schweiz leistet mit ihren Forschungsinstituten einen bedeutenden Beitrag.</p><p>Allerdings: Die Module selber kosten nur rund einen Drittel der Gesamtanlage: Wechselrichter und Montagestruktur schlagen stark zu Buche und sind selbst bei Mehrfachnutzung (Gebäudeintegration) nur begrenzt zu verbilligen. Fotovoltaikanlagen werden damit noch auf lange Sicht die teuerste der erneuerbaren Energien bleiben.</p><p>Neue Kleinwasserkraftwerke erzeugen heute Strom zu typischen Kosten zwischen 12 und 25 Rappen pro Kilowattstunde. Strom aus Anlagen mit weniger als 40 Kilowatt ist in der Regel teurer. Tendenziell dürften künftig die Kosten eher steigen, da die günstigsten Standorte allmählich ausgeschöpft sein werden. </p><p>Der Spotmarktpreis für Elektrizität lag in der Periode von April 1999 bis April 2000 bei durchschnittlich 3 Rappen pro Kilowattstunde, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 1,5 Rappen pro Kilowattstunde. Zu beachten ist jedoch, dass es sich hierbei um den Preis für die Überschussverwertung der Produzenten handelt. Bei längerfristigen Lieferverträgen liegen die Preise bedeutend höher. Massgebend für einen Vergleich ist nicht der Spotpreis, sondern der Preis auf gleicher Handelsstufe, also in der Regel ab Steckdose (20 Rappen pro Kilowattstunde).</p><p>2. Die Zukunftsaussichten der Fotovoltaik scheinen auf den ersten Blick im künftig liberalisierten Strommarkt angesichts der hohen Preisdifferenz nicht gerade rosig. Der Bundesrat sieht aber gerade unter den künftigen Voraussetzungen gewisse Chancen: Die freie Wahl des Stromlieferanten eröffnet der Fotovoltaik (und anderen erneuerbaren Stromerzeugungsarten) die Möglichkeit, Ökostrom anzubieten. Schätzungsweise 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung sind bereit, mindestens für einen Teil ihres Stromkonsums einen höheren, kostendeckenden Preis zu bezahlen, sofern dieser aus umweltfreundlicher Produktion stammt. Solche Fotovoltaik-Strombörsen gibt es schon heute (in der Schweiz haben rund 2 Millionen Personen bereits Zugang). Bei flächendeckendem Angebot kann der Fotovoltaikzuwachs noch weiter belebt werden. Es wird aber auf absehbare Zeit ein Nischenmarkt bleiben.</p>  Antwort des Bundesrates.