Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 14. Mai 2019 (400 19 6) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Arbeitsrecht: Entschädigung wegen missbräuchlicher Kündigung der Arbeitgeberin i.S.v. Art. 336 Abs. 1 lit. d OR, es sei denn die Geltendmachung arbeitsvertraglicher Ansprüche kommt einer Verletzung der Treuepflicht des Arbeitnehmers gegenüber der Arbeitgeberin gemäss Art. 321a OR gleich; Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB) Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richter Dieter Freiburghaus (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , Kläger gegen B. ___ AG , vertreten durch Advokat Philippe Nordmann, und/oder MLaw Jonas Knechtli, Advokat, Walder Wyss AG, Aeschenvorstadt 48, 4010 Basel, Beklagte und Berufungsklägerin Gegenstand Arbeitsrecht Berufung gegen den Entscheid des Präsidiums des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 7. November 2018 A. Mit Arbeitsvertrag vom 15. September 2016 wurde A. ____ durch die B. ____ AG als Leiter Finanzen und Rechnungswesen eingestellt. Als Stellenantritt für diese Stelle mit Vollpen- sum wurde der 1. Oktober 2016 vereinbart. Die Mitar beitenden der B. ____ AG sind für ihre berufliche Vorsorge bei der Vorsorgestiftung für da s Personal der B. ____ AG versichert. Ge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schäftsleiterin und Verwaltungsratspräsidentin der B. ____ AG sowie Präsidentin des Stiftungs- rates der Personalvorsorgestiftung ist C. ____. Am 30. März 2017 fand zwischen A. ____ und C. ____ im Beisein von Dr. D. ____, Verwaltungsrat d er Arbeitgeberin und Stiftungsrat der Per- sonalvorsorgestiftung, eine Besprechung statt, an welche r die Geschäftsleiterin angebliche Aussagen des Finanzleiters A. ____ gegenüber den Mitar beitenden über die finanzielle Situati- on der Arbeitgeberin thematisierte und monierte. Ber eits mit Schreiben vom 26. März 2017 er- hob A. ____ bei der Stiftungsaufsicht beider Basel Be schwerde gegen die Vorsorgestiftung für das Personal der B. ____ AG im Zusammenhang mit Wahlen in den Stiftungsrat und mit der angeblich fehlenden Parität der Anlagekommission. Gleich zeitig warf er der Stiftungsaufsicht diverse Unterlassungen vor. Die Beschwerde wurde der Pers onalvorsorgestiftung am 3. April 2017 zur Stellungnahme übermittelt. Am 19. April 201 7 sprach die B. ____ AG gegenüber A. ____ die Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Mai 2017 aus und stellte den Leiter Finanzen und Rechnungswesen per sofort frei. Umgehend nach Erhalt der Kündigung protes- tierte der Arbeitnehmer am 19. April 2017 und verlan gte seine Wiederanstellung oder eine an- gemessene Entschädigung wegen missbräuchlicher Kündigung. B. Die Arbeitgeberin hielt an ihrer Kündigung fest un d bestritt das Vorliegen einer miss- bräuchlichen Kündigung in der Folge, so dass der Arbeit nehmer beim Präsidium des Zivilkreis- gerichts Basel-Landschaft West ein Schlichtungsverfahren e inleitete. In seinem Schlichtungs- gesuch vom 15. Juni 2017 beantragte er teilklageweise di e Verurteilung der Arbeitgeberin zur Bezahlung von CHF 30‘000.00 nebst Zins zu 5% seit 1. Juni 2017 unter Kostenfolgen zu Lasten der Beklagten. Da unter den Parteien keine Einigung e rzielt werden konnte, wurde dem Arbeit- nehmer und Kläger am 18. August 2017 die Klagebewilligung ausgestellt. C. Mit Eingabe vom 15. November 2017 beantragte A. ___ _ (Kläger im erstinstanzlichen Verfahren), es sei die Missbräuchlichkeit der Kündigung festzustellen und es sei ihm eine Ent- schädigung von CHF 11'000.00 nebst Verzugszins zu 5% seit 1. Juni 2017 zuzusprechen, unter Vorbehalt einer möglichen Nachklage und alles unter Ko stenfolge zu Lasten der beklagten B. ____ AG. Die Beklagte beantragte mit Stellungnahm e vom 4. Januar 2018, es sei die (Teil-)Klage vollumfänglich abzuweisen, dies unter o/e- Kostenfolge. Mit fakultativer Stellung- nahme vom 8. Februar 2018 hielt der Kläger an seinen Rechtsbegehren fest, ebenso die Be- klagte mit ihrer weiteren Eingabe vom 15. März 2018. Im Sinne einer Beweismitteleingabe be- antragte der Kläger sodann am 4. April 2018, den Ka ndidaten für die Wahl eines Stiftungsrates der Personalvorsorgestiftung, E. ____, als Zeuge zum Wa hlablauf zu befragen. Ebenso sei F. ____ zu besagtem Sachverhalt zu befragen. D. Mit Entscheid vom 27. April 2018 wies die Stiftungsaufsi cht beider Basel die Beschwerde des Klägers vom 26. März 2017 ab. Eine zunächst dagegen er hobene Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zog der Kläger am 24. Juni 2018 wieder zurück. E. Im zivilkreisgerichtlichen Arbeitsstreit verfügte der instruierende Zivilkreisgerichtspräsident am 18. Juni 2018 die Vorladung der Parteien zur Haupt verhandlung und ordnete zugleich an, dass der Kläger und für die Beklagte C. ___ sowie Dr. D . ____ persönlich zur Parteiverhand- lung zu erscheinen hätten. Ferner stellte der Instrukti onsrichter die Vorladung von G. ____ und H. ____ als Zeugen in Aussicht. Gegen diese Beweisverfügu ng erhob der Kläger beim Kan- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Besc hwerde und beantragte die Vorladung von zwei weiteren Zeugen. Zudem ersuchte er um Feststell ung, dass H. ____ nicht als Zeuge, sondern als Parteivertreter gelte und dass der Kläger da s Gericht vom Vorliegen des Miss- brauchstatbestands und dessen Ursache für die Kündigung n ur zu überzeugen habe, unter Kostenfolgen zu Lasten des Staates. Nachdem der Kläger seine Beschwerde gegen die Be- weisverfügung wieder zurückgezogen hatte, schrieb das Kant onsgericht Basel-Landschaft das betreffende Verfahren (Nr. 410 18 199) mit Entschei d vom 25. Juli 2018 zufolge Beschwerde- rückzugs als erledigt ab. Die Hauptverhandlung vor dem Präsidium des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West fand am 7. November 2018 statt. Im schr iftlich begründeten Entscheid der Vorinstanz vom 7. November 2018 wurde festgehalten, da ss der Rechtsvertreter der Beklagten an der Verhandlung auf die Einvernahme von G. ____ v erzichtet habe. Hingegen wurde der Zeuge H. ____, wie in der Beweisverfügung angeordnet , an der Hauptverhandlung einvernom- men. Das Zivilkreisgericht kam bei seiner Beurteilung der Streitsache zum Schluss, dass die Kündigung vom 19. April 2017 missbräuchlich ausgesprochen worden sei. Dementsprechend hiess es die Klage gut. Hinsichtlich der Höhe der Entschä digung folgte der Vorderrichter dem klägerischen Antrag und verurteilte die Arbeitgeberin zur Bezahlung eines Betrags von CHF 11‘000.00 nebst Zins zu 5% seit 1. Juni 2017. Ger ichtskosten wurden keine erhoben. Zu- dem wurde festgehalten, dass jede Seite für ihre Parte ikosten selbst aufzukommen habe. Nach dem Vorliegen des begründeten Entscheids ersuchte die B eklagte beim Zivilkreisgerichtspräsi- dium Basel-Landschaft West um Berichtigung des Verhandlungsprotokolls in diversen Punkten. Nach Einholung einer Stellungnahme bei der Klägerschaft, hiess der Vorderrichter das Berichti- gungsbegehren teilweise gut. F. Mit Eingabe vom 14. Januar 2019 erhob die B. ____ A G (Beklagte im erstinstanzlichen Verfahren und Berufungsklägerin im Rechtsmittelverfahre n; nachstehend: Berufungsklägerin oder Arbeitgeberin) beim Kantonsgericht Kanton-Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Beru- fung und beantragte, es sei der Entscheid des Zivilkreisg erichts Basel-Landschaft West vom 7. November 2018 aufzuheben und die (Teil-)Klage vom 15. November 2017 abzuweisen. Eventualiter wurde um Aufhebung des angefochtenen Urt eils und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ersucht, alles unter K osten- und Entschädigungsfolge zulas- ten des Klägers. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Vorinstanz sei auf- grund fehlerhafter Sachverhaltsfeststellung zu Unrecht zum Schluss gelangt, die Kündigung sei missbräuchlich erfolgt. Das Vertrauen auf Arbeitgebersei te gegenüber dem Arbeitnehmer sei bereits wegen eines Vorfalls im März 2017 angeschlagen ge wesen. Damals habe der Arbeit- nehmer und Kaderangestellte der Berufungsklägerin bei deren Belegschaft verbreitet, die wirt- schaftliche Situation der Arbeitgeberin sei schlecht, wa s bei den Mitarbeitenden grosse Verun- sicherung hervorgerufen habe. An einer Besprechung vom 30. März 2017 sei der Berufungsbe- klagte angewiesen worden, derartige Äusserungen zu unt erlassen. Das Vertrauen vollkommen zerstört habe der Berufungskläger mit seiner Beschwerde an die Stiftungsaufsicht beider Basel. Der Grund für die danach ausgesprochene Kündigung sei a ber nicht die Beschwerdeerhebung als solche gewesen. Das Arbeitsverhältnis zum Berufungsbeklagten sei vielmehr aufgelöst wor- den, weil sich der Arbeitnehmer in der Begründung der Beschwerde komplett in Stil und Ton vergriffen habe. Aus diesen Gründen könne keine Rede von einer missbräuchlichen Kündigung sein. Obwohl auch die Voraussetzungen einer fristlosen Kün digung vorgelegen hätten, habe Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich die Berufungsklägerin für eine mildere Massnahme en tschieden und das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist pe r Ende Mai 2017 einseitig aufgelöst. Der angefochtene Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West sei zwar zu einem ge- genteiligen Schluss gekommen und habe stattdessen die Missbräuchlichkeit bejaht, habe dabei aber aufgrund falscher tatsächlicher Feststellungen die massgeblichen arbeitsrechtlichen Be- stimmungen rechtsfehlerhaft angewendet. G. Mit Berufungsantwort vom 26. Februar 2019 beantragte der Berufungsbeklagte, es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, di es unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Berufungsklägerin. Im Sinne von Verfahrensanträgen wurde zudem um Befragung von H. ____, G. ____, E. ____ sowie F. ____ als Zeugen ersucht. De r Berufungsbeklagte hielt an seinem Standpunkt fest, die Berufungsklägerin habe die Kündig ung aus Rache ausgesprochen, nach- dem er bei der Stiftungsaufsicht beider Basel Beschwerde erhoben habe. Dies sei aufgrund der zeitlichen Nähe der Kenntnisnahme seiner Beschwerde und der ausgesprochenen Kündigung offensichtlich. Die nachträgliche Behauptung eines Vertr auensmangels sei völlig unglaubwür- dig. H. Mit Verfügung des Präsidenten der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel- Landschaft vom 4. März 2019 wurde der Schriftenwechsel g eschlossen und die Durchführung einer Parteiverhandlung angeordnet. Im Hinblick auf d iese Hauptverhandlung verpflichtete der Instruktionsrichter den Berufungsbeklagten sowie für die Berufungsklägerin C. ____ und Dr. D. ____ zum persönlichen Erscheinen. Die weiteren Be weisanträge wurden unter dem Vor- behalt eines anderslautenden Entscheids der Dreierkammer abgewiesen. Die Verhandlung vor der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, fand am 14. Mai 2019 statt. Anlässlich dieser Hauptverhandlung wurde e ine Parteibefragung durchgeführt, von welcher nebst einem schriftlichen Protokoll eine Audio- Aufnahme gemacht wurde. In ihren Schlussvorträgen hielten die Parteien an ihren bereits schriftlich vorgetragenen Anträgen und Begründungen fest. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Zivilrecht, beriet alsdann über die Streitsache und stellte den Parteien die Eröf fnung des Berufungsentscheids in schrift- lich begründeter Form in Aussicht. Erwägungen 1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer ve rmögensrechtlichen Angelegen- heit ist die Berufung zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt vor der ersten Instanz aufrechter- haltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 betr ägt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Der vorliegenden Berufung liegt der Ent scheid des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West im Verfahren 150 17 3225 IV vom 7. November 2018 aus einer Arbeitsstreitig- keit zugrunde. In der betreffenden Klage beantragte d er Arbeitnehmer, die Arbeitgeberin zur Bezahlung einer Entschädigung wegen missbräuchlicher Kün digung gemäss Art. 336 ff. OR in Höhe von CHF 11‘000.00 (nebst Zins) zu verurteilen. De r für eine Berufung gesetzlich erforder- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche Streitwert ist vorliegend demnach zweifellos erre icht. Die Berufung ist schriftlich und be- gründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründe ten Entscheides bzw. seit der nachträgli- chen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsm ittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Begründung des angefochtene n Entscheids vom 7. November 2018 wurde der Berufungsklägerin gemäss Rückschein der Sc hweizerischen Post am 30. No- vember 2018 zugestellt. Die Berufungsfrist endete unte r Berücksichtigung des Fristenstillstan- des zwischen 18. Dezember 2018 und 2. Januar 2019 somit am 15. Januar 2019 (Art. 142 i.V.m. Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO). Die Eingabe der Berufungsklägerin vom 14. Januar 2019, wel- che gleichentags bei der Schweizerischen Post zum Versand aufgegeben wurde, erfolgte somit innert Frist (Art. 143 ZPO). Sachlich zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Berufung ist laut § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO (SGS 221) die Dreierkam mer der Abteilung Zivilrecht des Kan- tonsgerichts. Es gilt das vereinfachte Verfahren (Art. 243 Abs. 1 ZPO). Zudem gilt Art. 114 lit. c ZPO, wonach bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhäl tnis bis zu einem Streitwert von CHF 30‘000.00 keine Gerichtskosten gesprochen werden dü rfen, auch im kantonalen Rechts- mittelverfahren (statt vieler: R ÜEGG V./ RÜEGG M., in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 114 ZPO N 2), wesh alb der zunächst bei der Berufungskläge- rin erhobene Kostenvorschuss wieder zurückerstattet wurd e. Mit der Berufung können unrichti- ge Rechtsanwendung und/oder unrichtige Feststellung d es Sachverhalts gerügt werden (Art. 310 ZPO). Die Zulässigkeitsvoraussetzungen der Be rufung sind von Amtes wegen zu prü- fen. Die Berufungsklägerin rügt in ihrer Berufung vom 14. Januar 2019 eine falsche oder unvoll- ständige Sachverhaltsfeststellung im Zusammenhang mit den Begebenheiten, welche für die ausgesprochene Kündigung kausal gewesen seien. Dara us ergebe sich eine rechtsfehlerhafte Beurteilung zu ihren Ungunsten, indem die Vorinstanz zum falschen Schluss gelangt sei und die Kündigung vom 19. April 2017 per 31. Mai 2017 a ls missbräuchlich taxiert habe. Zumal die- se Rügen einer Rechtsmittelerhebung im Sinne von Art. 319 f. ZPO zugänglich sind und auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. 2. Im Zusammenhang mit der behaupteten falschen Darstell ung des Kündigungsmotivs durch die Vorinstanz macht die Berufungsklägerin geltend , der Zivilkreisgerichtspräsident West habe in seinen Erwägungen die aus der Luft gegriffen e Behauptung aufgestellt, dass die Ar- beitnehmerin die Kündigung nicht schriftlich begründe t habe. Zum einen sei die Existenz einer schriftlichen Kündigungsbegründung nie Prozessthema gewesen. Zum anderen habe die Beru- fungsklägerin dem Berufungsbeklagten bereits mit Schreib en vom 21. April 2017 schriftlich be- stätigt, dass die Kündigung ausgesprochen worden sei, weil das Vertrauensverhältnis infolge des Anlasses zum Gespräch vom 30. März 2017 gebenden Vorfal ls sowie des berufungsbe- klagtischen Verhaltens unwiderruflich zerstört gewesen sei. Als Nachweis legt die Berufungs- klägerin ihr Schreiben an den Berufungsbeklagten vom 21. April 2017 ins Recht. Im Berufungs- verfahren werden gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue Tatsache n und Beweismittel jedoch nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht wer den (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Wer sich auf sog. unechte Noven beruft, d.h. auf solche, die berei ts vor der erstinstanzlichen Hauptverhand- lung entstanden waren, hat in der Berufung die Grün de detailliert darzulegen, weshalb er die Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Inst anz in den Prozess hat einbringen können (BGE 143 III 42 E. 4.1; BGer 4A_508/2016 E. 4 .1). Ob zulässige Noven vorgetragen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, entscheidet die Berufungsinstanz von Amtes wegen (BGE 142 III 48 E. 4.1.2). Art. 317 Abs. 1 ZPO ist auch für Verfahren beachtlich, welche un ter der eingeschränkten Untersu- chungsmaxime stehen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1 mit Hinw eis auf BGE142 III 413 E. 2.2.2; BGE 138 III 625 E. 2.2 sowie HURNI , Zum Rechtsmittelgegenstand im schweizerischen Zivilpro- zessrecht, Bern 2018, S. 229 ff. N 74 f.). Zumal in den sog. sozialen Zivilprozessen, zu welchen auch Arbeitsstreitigkeiten mit einem Streitwert von unter CHF 30‘000.00 zu zählen sind, der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist (Art. 247 Abs. 2 ZPO), mithin der eingeschränkte Untersuchungsgrundsatz massgebend ist, gi lt ein grundsätzliches Noven- verbot im umschriebenen Sinne. Die Berufungsklägerin hat in ihrer Berufung nicht begründet, weshalb es ihr nicht möglich gewesen sei, das Schreiben vom 21. April 2017 bereits im erstin- stanzlichen Verfahren als Beweismittel zu relevieren. Si e bleibt deshalb den Nachweis der Voraussetzungen für die nachträgliche Einbringung unech ter Noven in den Berufungsprozess im Sinne von Art. 317 ZPO schuldig. Die Eingabe vom 21 . April 2017 ist demnach als verspätet aus dem Recht zu weisen und muss beim Entscheid über die vorliegende Berufungssache un- berücksichtigt bleiben. Zur Behauptung der Berufungskläg erin, die Frage nach dem Bestand einer schriftlichen Kündigungsbegründung sei vorinstanzli ch nie Prozessthema gewesen, bleibt anzumerken, dass es den Parteien auch im Geltungsbereich der eingeschränkten Untersu- chungsmaxime obliegt, bei der Aufbereitung des relevante n Prozessstoffes mitzuwirken. Die Umstände, die zur Kündigung führten, sind bei einer K lage auf Entschädigung wegen miss- bräuchlicher Kündigung zentral. Demzufolge können schrif tlich angeführte Kündigungsgründe Gegenindizien für das Vorliegen eines Missbrauchstatbestan ds darstellen. Unterlässt es die Partei, welche die Kündigung ausgesprochen hat, dem erstinstanzlichen Gericht ein entspre- chendes Schriftstück vorzulegen, kann sie dies im Rechtsmitt elverfahren nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 317 ZPO nachholen, was im vorlie genden Fall, wie bereits gezeigt, nicht mehr möglich ist. 3.1 Die Berufungsklägerin rügt wie bereits im Rahmen des Pr otokollberichtigungsverfahrens vor dem Zivilkreisgerichtspräsidium eine falsche Wiedergabe der von C. ____ an der Hauptver- handlung gemachten Aussagen in den Erwägungen des angefochtenen Entscheids. Sie stellt in Abrede, dass die Geschäftsleiterin zu Protokoll gegeben habe, das Vertrauensverhältnis zum Berufungsbeklagten sei zum Zeitpunkt des Gesprächs vom 3 0. März 2017 intakt bzw. nicht ge- stört gewesen. C. ____ habe an der Verhandlung im Ge genteil klar und deutlich betont, das Vertrauen sei bereits zu diesem Zeitpunkt angeschlagen g ewesen. Alles andere wäre auch nicht nachvollziehbar gewesen, nachdem der Berufungsbekl agte durch krasse Verletzungen seiner Treue- und Geheimhaltungspflicht wahrheitswidri ge Aussagen über die Finanzlage der Berufungsklägerin gemacht und dadurch in der Belegschaf t Existenzängste ausgelöst habe. Auch das Kündigungsmotiv sei falsch dargestellt worden. D ie von der Vorinstanz gemachte Aussage, es sei unbestritten, dass die Berufungsklägerin d ie Kündigung nicht schriftlich be- gründet habe, sei völlig aus der Luft gegriffen. Die Existenz einer schriftlichen Kündigungsbe- gründung sei nie Prozessthema gewesen. C. ____ würden vom Vorderrichter nie gemachte Aussagen in den Mund gelegt wie etwa, der Anlass zum Gespräch vom 30. März 2017 gebende Vorfall sei nicht mit ein Grund für die Kündigung gew esen, vielmehr hätten einzig die an sie persönlich gerichteten Vorwürfe die Kündigung veranlasst . Die im Entscheid erwähnten Aussa- gen liessen sich nicht einmal auf das Protokoll stützen, wo C. ____ viel allgemeiner zitiert wer- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht de. Tatsächlich hätten nachweislich beide Aspekte zur Kündigung geführt. Deshalb sei auch die vorinstanzliche Feststellung falsch, die Aussagen des Zeugen H . ____ seien bezüglich des re- levanten Sachverhaltes unwesentlich. Schliesslich habe der Rechtsvertreter der Berufungsklä- gerin entgegen dem Protokoll und den Entscheiderwägu ngen auch nicht auf die Einvernahme der Zeugin G. ____ verzichtet. Vielmehr habe er diesen Antrag nie zurückgezogen bzw. nicht mit Kopfnicken auf die Befragung verzichtet, sondern nu r zur Kenntnis genommen, dass der Zivilkreisgerichtspräsident aufgrund von G. _____‘s unbestr ittener Teilnahme an der Schlich- tungsverhandlung von einer Zeugenbefragung habe absehen wollen. 3.2 Der Berufungsbeklagte moniert vorab das Fehlen eines Au dio-Protokolls für die Parteibe- fragung an der erstinstanzlichen Verhandlung. Dieser Um stand stelle einen schwerwiegenden Verfahrensmangel dar, da die Berufungsklägerin unverhohlen versuche, ihre Aussagen zu revi- dieren. Die Berufungsklägerin habe im Verfahren bei d er Stiftungsaufsicht keine Hemmungen gezeigt, Wahlunterlagen und somit Beweismittel zu fäl schen. Die nachträgliche Behauptung eines bestehenden Vertrauensmangels sei völlig unglaubwürdig: Wenn C. ____ für eine ordent- liche Arbeitgeberkündigung einen Anwalt beiziehe, wär e bei einem vorherigen Vertrauensver- lust mindestens eine schriftliche Verwarnung erfolgt. Ferner müsste die Berufungsklägerin noch substanziieren, weshalb die angeblich ordentliche Kündigu ng im Beisein des wohl nicht immer disponiblen Anwalts gerade mal 15 Tage nach Empfang der Aufsichtsbeschwerde erfolgt sei. 3.3 Bei der Durchführung einer Parteibefragung gemäss Art. 193 ZPO gelten die Bestim- mungen über die Protokollierung von Zeugenaussagen na ch Art. 176 ZPO sinngemäss. Nach Art. 176 Abs. 1 ZPO muss bei Fehlen einer elektronische n Aufzeichnung, wie vorliegend im zivilkreisgerichtlichen Erkenntnisverfahren der Fall, der wesentliche Inhalt der Aussagen zu Pro- tokoll genommen werden. Was protokolliert wurde, ist anschliessend zu verlesen und vom Zeu- gen bzw. von der Partei zu unterzeichnen. Eine Verletzu ng von Art. 176 ZPO wird jedoch in der Berufung nicht gerügt, weshalb das Kantonsgericht Base l-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, die Frage nach der Einhaltung der zivilprozessualen Protokol lierungsvorschriften durch die Vor- instanz nicht zu beurteilen hat. Im Weiteren wurde de r Berichtigungsentscheid vom 7. Januar 2019, mit welchem das Protokollberichtigungsgesuch der Be rufungsklägerin durch den Vorder- richter teilweise abgewiesen worden war, nicht (mit Beschwerde) angefochten. Somit ist für den Entscheid im vorliegenden Rechtsmittelverfahren auf das erstinstanzliche Verhandlungsproto- koll in der Fassung nach erfolgter Berichtigung durch d ie Vorinstanz abzustellen. Gemäss die- sem äusserte sich C. ____ gegenüber dem Zivilkreisgerichtspr äsidium folgendermassen: „Die Leute (sprich: die Mitarbeitenden; Anmerkung nu r hier) waren verunsichert. Sie sagten, dass der Kläger erzähle, es stehe schlecht. Die Leute kame n zu mir, um nachzufragen, was los sei. Nur der Kläger wusste über die Zahlen Bescheid. Ich sagte ihm bei der Besprechung vom März 2017, dass er das als Finanzchef nicht sagen dürfe. Es sei wichtig, dass Ruhe einkehre. Ich mochte ihn als Person. Ich habe nicht damit gerech net, dass er es weiterhin mache. Ob er es weiterhin machte, kann ich nicht sagen. Als ich davon h örte, sagte ich es ihm sogleich. Ich habe ihm nicht gesagt, dass es Konsequenzen gebe. Ich sagte ihm einfach, dass es nicht gehe. Das Vertrauen zu ihm war intakt. Es gab keine Ankündigu ngen in Bezug auf Konsequenzen“. Bereits weiter oben im Protokoll, stellte der Berufungsbeklagte in Abrede, im Haus die finanziel- le Situation der B. ____ Gruppe publik gemacht zu haben. Auf der letzten Zeile der ersten Seite Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Protokolls wird schliesslich seitens des Berufungsbeklagte n bestätigt, dass es keine An- kündigungen oder Drohungen gegeben habe. Aufgrund de r fehlenden Rügen bzw. Anfechtung des Berichtigungsentscheids hat das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, im vorliegenden Berufungsentscheid auch im Zusammenhang mit dem Verzicht der Befragung von G. ____ als Zeugin von der berichtigten Protokollieru ng durch die Erstinstanz auszugehen. Gemäss berichtigter Protokollierung nickte der Rechtsvertr eter der Berufungsklägerin auf die Frage des Vorderrichters hin, ob er auf die Aussage von G. ____ verzichte. Im Weiteren ergibt sich aus dem Protokoll, dass Dr. D. ____ im Zusammenhang mit der angeblichen Verbreitung von Finanz-Interna nur ausgesagt hat, dass Mitarbeitende ihm gegenüber Entsprechendes be- richtet hätten und er C. ____ im Vorfeld des Gesprächs g esagt habe, sie solle untersuchen las- sen, ob der Berufungsbeklagte noch tragbar sei. Weiter hat C. ____ gemäss Protokoll erklärt, es sei zur Kündigung gekommen, nachdem sie gesehen habe , was der Berufungsbeklagte in der Beschwerde an die Stiftungsaufsicht geschrieben hab e und wie er sie dargestellt habe. Sie sei über sein Vorgehen bei der Aufsichtsbehörde erstaunt gewesen. Sie habe kein Vertrauen mehr zu ihm gehabt, er hätte ihr vorher sagen können , dass er sich so aufrege und eine Be- schwerde mache. Sie könne den Inhalt der Beschwerde nicht nachvollziehen. Ferner hat C. ____ erklärt, sie habe anlässlich der Kündigung gesagt , sie habe kein Vertrauen mehr zu ihm. Dr. D. ____ habe ihr schon vorher gesagt, der Ber ufungsbeklagte habe die Belegschaft verunsichert. Dass die Vorinstanz in sachverhaltlicher Hinsi cht festgestellt hat, die Beschwerde an die Stiftungsaufsicht sei für die Kündigung ausschlag gebend gewesen, ist aufgrund dieser protokollierten Aussagen nicht zu beanstanden. Unabhängig davon, ob erstellt war, dass der Berufungsbeklagte gegenüber der Belegschaft tatsächlich Aussagen zur finanziellen Situation der Berufungsklägerin gemacht hat oder nicht, durfte d ieser erste Vorfall von der Vorinstanz als für die Kündigung von untergeordneter Bedeutung auf gefasst werden. Das Vertrauen der Ar- beitgeberin gegenüber dem Arbeitnehmer war damals ni cht nachweislich beeinträchtigt gewe- sen. Konsequenzen sind gegenüber dem Berufungsbeklagten auch keine angedroht worden. Bei dieser Ausgangslage ist das Beweisergebnis zur Frage der Verbreitung von Finanz-Interna nicht relevant, weshalb der Vorinstanz auch zuzustimmen ist, dass auf die Würdigung der Zeu- genaussage H. ____ verzichtet werden konnte. Eine fehle rhafte Sachverhaltsfeststellung ist dabei demnach nicht zu erblicken, weshalb sich die Beru fung in diesem Punkt als unbegründet erweist. Die im Weiteren erhobene Rüge, der Rechtsvert reter habe – entgegen der zivilkreisge- richtlichen Feststellung – zu keiner Zeit auf die Einver nahme der Zeugin G. ____ verzichtet, zielt sodann ins Leere, zumal nicht nachvollziehbar ist, was die Berufungsklägerin damit be- zweckt. Selbst wenn nach der Schilderung der Berufungsklä gerin das Verhalten ihres Rechts- vertreters an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht als Verzicht auf eine Zeugeneinver- nahme, sondern als Kenntnisnahme der Verfahrensinstrukti on des vorsitzenden Richters zu interpretieren gewesen wäre, käme dies entgegen der Rü ge der Rechtsmittelklägerin keiner fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung gleich. Die Beru fungsklägerin behauptet in der Beru- fungsbegründung denn auch nicht, an der Abnahme des b etreffenden Beweises ausdrücklich festgehalten zu haben. Im Ergebnis läuft dieses Verhalt en im Prozess demnach auf einen kon- kludenten Abstand auf Einvernahme der zunächst beantrag ten Zeugin G. ____ hinaus. Hätte die Berufungsklägerin tatsächlich darauf bestanden, dass di e besagte Zeugin befragt werde, hätte ihr Rechtsvertreter gegen die Ablehnung durch den Zivilkreisgerichtspräsidenten unmittel- bar protestieren und einen entsprechenden Vermerk im Pr otokoll zu seinem Festhalten verlan- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen müssen. Daraus folgt, dass die vorinstanzliche Feststellung eines Verzichts auf Zeugenein- vernahme durch die Berufungsklägerin im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. 4.1 Zur Beurteilung der Frage nach der Missbräuchlichkeit der ausgesprochenen Kündigung erwog die Vorinstanz, die Berufungsklägerin mache gelte nd, nicht die Beschwerdeerhebung an sich sei der Kündigungsgrund gewesen, sondern die darin e nthaltenen Vorwürfe sowie die Wortwahl des Berufungsbeklagten. Nach Ansicht der Arbei tgeberin, habe sich dieser in grob diffamierender Art und Weise über die Aufsichtsbehör de, Drittpersonen sowie die Beklagte ge- äussert. Der Zivilkreisgerichtspräsident stellte in grundsä tzlicher Weise fest, dass die Be- schwerde an die Aufsichtsbehörde Anlass für die Kündigu ng gewesen sei. Als Versicherter sei der Arbeitnehmer legitimiert, eine solche zu erheben . Dabei werde im weiteren Sinn ein An- spruch aus dem Arbeitsverhältnis geltend gemacht. Unter Hinweis auf Art. 336 Abs. 1 lit. d OR sei eine Kündigung eines Arbeitsverhältnisses jedoch missbräuchlich, wenn eine Partei sie aus- spricht, weil die andere Partei nach Treu und Glauben Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis geltend mache. Dem Berufungsbeklagten stehe aufgrund d er Meinungsäusserungsfreiheit ein verfassungsmässiges Recht zu, sich über auch vermeintliche Reg elwidrigkeiten zu äussern. Hier sei jedoch zu beachten, dass von ihm als Kadermitar beiter eine erhöhte Loyalität gefordert werde. Vorliegend habe das Arbeitsverhältnis sieben Mona te gedauert. Insbesondere zu Be- ginn des Arbeitsverhältnisses dürfe von einem Kadermitarbe iter erwartet werden, dass er sich in Bezug auf Kritik an seiner Arbeitgeberin zurückhalte . Im Weiteren führte der Vorderrichter sinngemäss aus, dass Missbräuchlichkeit einer Kündigung im Zu sammenhang mit der Gel- tendmachung eines Anspruchs aus dem Arbeitsverhältnis zu verneinen sei, wenn das Vorge- hen des Arbeitnehmers einer arbeitsvertraglichen Treuepf lichtverletzung gleichkomme. Im vor- liegenden Fall habe sich der Berufungsbeklagte in seine r Beschwerde über die vermeintlich nichtordnungsgemässe Gesamterneuerungswahl der Arbeitne hmervertreter in den Stiftungsrat für die Amtsperiode 2017-2019 und die vermeintlich ni chtparitätisch zusammengesetzte Anla- gekommission beklagt. Zudem übe er Kritik betreffend an geblich mangelnder Ausbildung der Stiftungsratsmitglieder. Deutlich und wiederholend wer fe er auch der Stiftungsaufsicht Ver- säumnisse vor. lm Vorwurf der patronal geführten Vorso rgestiftung und der Berufungsklägerin übe der Berufungsbeklagte Kritik an die Adresse von C. ____. Dass im Rahmen einer Be- schwerde nachdrücklich auf vermeintliche Regelwidrigkeiten hingewiesen werden dürfe, sei selbstredend. Das Vorbringen, dass ein Unternehmen patronal geführt werde, sei kein diffamie- render Vorwurf. In der Aussage, dass die externe Geschäf tsführerin der Vorsorgestiftung und die damalige Revisionsstelle der Vorsorgestiftung gegen G eld alles akzeptieren würden, könne eine Unterstellung der passiven Bestechlichkeit gesehen we rden. Nachvollziehbar sei auch, dass sich C. ____ über die Wortwahl und Anschuldigung e mpört habe. Adressaten der vom Kläger vorgebrachten Vorwürfe seien jedoch Dritte. Vor liegend seien die Unterstellung der pas- siven Bestechlichkeit und die Wortwahl des Klägers noch to lerierbar, zumal es sich nicht um eine öffentliche, sondern um eine in einem Rechtsmittel verfahren geäusserte Kritik handle, wo- bei die Rechtsmittelinstanz an die behördliche Geheimh altungspflicht gebunden sei. Der Beru- fungsbeklagte habe seine Beschwerde in guten Treuen erho ben. Wenn diese materiell auch abgewiesen worden sei, habe die Stiftungsaufsicht im merhin in ihrem Entscheid festgehalten, dass die Kommunikation des Wahlverfahrens suboptimal erfo lgt sei. Unsachlich oder grob dif- famierend sei seine Beschwerde in den Äusserungen gege nüber der Aufsichtsbehörde, Dritt- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht personen sowie der Berufungsklägerin nicht ausgefallen. Eine Treueverletzung könne dem Ar- beitnehmer demnach nicht vorgeworfen werden. Folge a uf eine gutgläubige Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis eine Kündigung, sei diese im Sinne von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR als missbräuchlich zu qualifizieren. 4.2 Die Berufungsklägerin rügt in ihrer Berufung zunächst ei ne Verletzung der Regeln über die Beweislastverteilung im Sinne von Art. 8 ZGB. Zur Begründung lässt sie ausführen, die Vor- instanz habe zunächst im Grundsatz zwar richtig festgehalt en, dass der Arbeitnehmer den Be- weis für das Vorliegen eines verpönten Kündigungsgrunds und dessen Kausalität für die Kündi- gung führen müsse. Bezogen auf den vorliegenden Fall habe der Berufungsbeklagte aber nicht ansatzweise nachgewiesen, dass die Kündigung auf gesetzlich verpönten Gründen beruhe. Die im angefochtenen Entscheid zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Vorliegen teilwei- ser verpönter und teilweise nicht verpönter Kündigungsg ründe sei deshalb nicht einschlägig. Vielmehr hätte die Vorinstanz die Klage abweisen müssen . Im Weiteren habe das Zivilkreisge- richt Basel-Landschaft West das Vorliegen einer krassen Ve rletzung der arbeitsrechtlichen Treuepflicht gemäss Art. 321a OR durch den Berufungsbekla gten zu Unrecht verneint, wenn man den Stil und den Inhalt seiner Beschwerde an die Stiftungsaufsicht beachte. Ausschlagge- bend für die Kündigung sei nicht die Tatsache gewesen, dass der Kläger vermeintlich entdeckte Unregelmässigkeiten zur Kenntnis gebracht habe, sonder n die im Rahmen der Beschwerde enthaltenen, diffamierenden Äusserungen. Diese seien der Berufungsklägerin sodann zu einem Zeitpunkt zur Kenntnis gelangt, als das Vertrauensverhält nis zum Berufungsbeklagten wegen der untragbaren Verbreitung von Finanz-Interna an die Mitarbeitenden durch diesen bereits angeschlagen gewesen sei. Zwar stelle das Vorbringen, das Unternehmen der Berufungskläge- rin werde patronal geführt, für sich betrachtet noch k einen diffamierenden Vorwurf dar. Stellte man eine solche Behauptung jedoch in Verbindung mit der Unterstellung auf, dass sich die Mit- arbeitenden seit Jahren nicht getrauten, sich gegen Gese tzesverletzungen zur Wehr zu setzen, sei darin eine Verunglimpfung zu sehen. Nicht angehen k önne zudem, wenn sich der Beru- fungsbeklagte in seiner Beschwerde dahingehend äussere, dass er der Aufsichtsbehörde eine stossende, ja gar absolut skandalöse Ausserachtlassung ihre r Aufsichtspflichten sowie den Missbrauch des Vertrauens der Versicherten unterstellt ha be. Ausserdem habe der Berufungs- beklagte der externen Geschäftsführerin der Vorsorgesti ftung, I. ____, der damaligen Revisi- onsstelle der Vorsorgestiftung, der J. ____ AG, sowie d em BVG-Experten der Vorsorgestiftung, K. ____, im Beschwerdeschreiben gar kriminelle Machenschaften bzw. ein strafbares Verhalten unterstellt. Erstere sollen sich der passiven Bestechlichkeit schuldig gemacht haben. Entgegen der Vorinstanz, sei es nicht so, dass die Äusserung, jemand akzeptiere gegen Geld alles, als passive Bestechlichkeit verstanden werden könne, sondern vielmehr als solche aufgefasst wer- den müsse. Gegenüber K. ____ habe der Berufungsbeklag te den Vorwurf erhoben, aus Eigen- nutz und zum Schaden der Versicherten die Pflicht zur Au sbildung der Stiftungsräte verletzt zu haben, sodass deren Ausbildungsstand geradezu besorgniserregend sei. Nicht nachvollziehbar sei auch der Hinweis der Vorinstanz auf die Geheimhalt ungspflicht der Stiftungsaufsicht und das damit verbundene Fehlen einer öffentlich geäusserten Kritik. Zusammenfassend könne nicht beanstandet werden, dass die Berufungsklägerin das Arbeitsverhältnis mit dem Beru- fungsbeklagten infolge dessen wiederholten krassen Treuep flichtverletzungen ordentlich ge- kündigt habe. Eine Missbräuchlichkeit sei in diesem Vorge hen nicht zu erblicken. Selbst wenn Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht von einer missbräuchlichen Kündigung ausgegangen werden k önnte, müsste das erhebliche Verschulden des Berufungsbeklagten an der Kündigung dazu führen, dass von einer Entschä- digung nach Art. 336a OR abgesehen werden müsste. 4.3 Wer gestützt auf Art. 336 und 336a OR wegen missbräuchl icher Kündigung eine Ent- schädigung geltend machen will, muss gemäss Art. 336b Ab s. 1 OR gegen die Kündigung längstens bis zum Ende der Kündigungsfrist beim Kündige nden schriftlich Einsprache erheben. Ist die Einsprache gültig erfolgt und einigen sich die Parteien nicht über die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, so kann die Partei, der gekündigt worden ist, gemäss Art. 336b Abs. 2 OR ihren Anspruch auf Entschädigung geltend machen. Wird n icht innert 180 Tagen seit Beendi- gung des Arbeitsverhältnisses Klage anhängig gemacht, i st der Anspruch verwirkt. Die Vor- instanz erwog im angefochtenen Entscheid, dass dem Beruf ungsbeklagten mit schriftlicher Kündigung vom 19. April 2017 per 31. Mai 2017 gekün digt worden sei. In einem Schreiben an die Arbeitgeberin vom 19. April 2017 habe dieser soda nn gegen die Kündigung rechtskonform protestiert. Die Einsprache sei somit rechtzeitig erfolgt . Mit Schlichtungsgesuch vom 15. Juni 2017 habe der Berufungsbeklagte sodann seine Klage v or Ablauf von 180 Tagen seit Beendi- gung des Arbeitsverhältnisses anhängig gemacht. Der Schlu ss der Vorinstanz, dass der Beru- fungsbeklagte mit seiner Klage demnach die formellen Erfordernisse zur Geltendmachung einer Entschädigung wegen missbräuchlicher Kündigung im Sinne von Art. 336b OR erfüllt habe, ist zutreffend und wird auch seitens der Parteien im Rechtsmittelverfahren nicht kommentiert. 4.4 Die materiellrechtlichen Voraussetzungen einer missbrä uchlichen Kündigung gemäss Art. 336 OR und damit verbundene Fragen der Beweislastverteilung gemäss Art. 8 ZGB werden in den Erwägungen unter Ziffer 2.3 im zivilkreisgerichtl ichen Entscheid unter Hinweis auf die einschlägige bundesgerichtliche Rechtsprechung und die Literatur korrekt wiedergegeben, weshalb im Wesentlichen darauf verwiesen werden kann. W elche Kündigungsgründe als miss- bräuchlich gelten, wird exemplarisch in Art. 336 OR ang eführt, wobei die gesetzliche Aufzäh- lung nicht abschliessend ist. Im Vordergrund für die Be urteilung des vorliegenden Falles steht Art. 336 Abs. 1 lit. d OR, wonach eine Kündigung der einen Partei als missbräuchlich einzustu- fen ist, wenn sie als Folge der Geltendmachung von Anspr üchen aus dem Arbeitsverhältnis nach Treu und Glauben durch die andere Partei ausges prochen wurde. Die gekündigte Partei muss nicht nur den Missbrauchstatbestand an sich beweisen, sondern dessen Kausalität für die Kündigung. Die Rechtsprechung lässt für den Nachweis e iner missbräuchlichen Kündigung In- dizien ausreichen, die die Kündigung aus missbräuchliche n Motiven in hohem Grade wahr- scheinlich erscheinen lassen, insbesondere wenn ein enger zeitlicher Zusammenhang zwi- schen Grund und Kündigung besteht oder dies aus dem Verh alten des Arbeitgebers hervor- geht. Werden mehrere Gründe für die Kündigung angegeben, von denen nicht alle missbräuch- lich sind, genügt für den Nachweis der Kausalität wied erum eine sich aus den Umständen er- gebende grosse Wahrscheinlichkeit. Hier ist zu untersuchen , ob ohne den durch das Gesetz missbilligten Grund das Arbeitsverhältnis nicht aufgelöst w orden wäre. Liegen mehrere Gründe vor, ergibt sich bei einer Gesamtbeurteilung, welcher für die Kündigung mit hoher Wahrschein- lichkeit letztlich ausschlaggebend war (R EHBINDER / STÖCKLI , in: BE-Komm., Obligationenrecht, Der Arbeitsvertrag, Bern 2014, Art. 336 OR N 59 und 60 mit Hinweisen auf umfangreiche kan- tonale und bundesgerichtliche Rechtsprechung sowie andere Autoren). Werden mehrere (miss- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht bräuchliche und nicht missbräuchliche) Kündigungsgründe angerufen, trägt der Arbeitgeber die Beweislast dafür, dass er die Kündigung auch ohne den m issbräuchlichen Grund ausgespro- chen hätte (Entscheid des Bundesgerichts 4A_19/2015 E. 4.6). Im Zusammenhang mit Art. 336 Abs. 1 lit. d OR ist eine Kündigung nicht missbräuchlich, wenn das Anrufen von arbeitsvertragli- chen Ansprüchen durch die Gegenpartei wider Treu und G lauben erfolgt. Geht mit der Art und Weise der Geltendmachung durch den Arbeitnehmer ein e Verletzung seiner arbeitsrechtlichen Treuepflichten gemäss Art. 321a OR einher, ist die vom A rbeitgeber darauf gestützte Kündi- gung nie missbräuchlich. Während der Arbeitnehmer für die Kündigung des Arbeitgebers als Folge der Geltendmachung arbeitsvertraglicher Ansprüche beweispflichtig ist, hat der Arbeitge- ber, der sein Vorgehen mit einer Verletzung von Art. 321a OR durch den Arbeitnehmer zu rechtfertigen sucht, dessen treuwidriges Verhalten nachzuweisen. 4.5 Der Berufungsbeklagte stützte seine Klage auf die Beha uptung ab, die Berufungsklägerin habe ihre Kündigung ausgesprochen, kurz nachdem sie von seiner Beschwerde an die Stif- tungsaufsicht Kenntnis erlangt habe. Sinngemäss macht e r dabei auch die Kausalität zwischen Beschwerdeerhebung und Kündigung geltend. Als Beweismi ttel legte der Berufungsbeklagte seine Beschwerde an die Stiftungsaufsicht vom 26. März 2017 sowie die schriftliche Kündigung der Berufungsklägerin vom 19. April 2017 ins Recht. Im Weiteren ist der Vorinstanz beizupflich- ten, dass diesem Kündigungsschreiben keine Begründung beigefügt war. Der dieser Kündigung vorgelagerte Vorfall, wie er von der Berufungsklägerin geschildert wurde, wonach der Beru- fungsbeklagte unzulässigerweise Finanz-Interna unter den Mitarbeitenden verbreitet haben soll, wurde von diesem bereits im erstinstanzlichen Verfahren bestritten (vgl. Protokoll der Hauptver- handlung vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West v om 7. November 2018, S. 1). Die Berufungsklägerin hält in ihrer Berufung zwar an ihrem Standpunkt fest, dass schon dieses Verhalten zu einer Beeinträchtigung des Vertrauens gege nüber ihrem Kadermitarbeiter geführt habe. Indizien, welche diese Behauptung erhärten wür den, konnte sie jedoch nicht anführen, zumal die von C. ____ gemäss der protokollierten Aussage gegenüber dem Vorderrichter hier- zu in einem unauflöslichen Widerspruch steht. Unabhängig vom fehlenden Nachweis eines Fehlverhaltens oder der fehlenden Würdigung der Aussage des Zeugen H. ____ durch die Vor- instanz ist zudem allein aufgrund der zeitlichen Nähe de r Kündigung zur Kenntnisnahme der Berufungsklägerin von der Beschwerde des Berufungsbeklagt en vor der Stiftungsaufsicht da- von auszugehen, dass der erstgenannte Vorfall für die Kün digung von untergeordneter Bedeu- tung gewesen ist. Dies gesteht auch die Berufungsklägerin in ihrer Berufung implizit zu, indem sie für die Rechtfertigung ihrer Kündigung im Sinne eines Eventualstandpunktes weder behaup- tet noch nachgewiesen hat, sie hätte die Kündigung auch ohne die Beschwerdeerhebung allein gestützt auf den früheren Vorfall ausgesprochen. Zuge standen wurde von Arbeitgeberseite auch, dass sie sich für die einseitige Auflösung des Arbe itsverhältnisses mit dem Berufungsbe- klagten entschieden habe, nachdem sie von der Beschwerdebegründung des Berufungsbeklag- ten an die Stiftungsaufsicht Kenntnis erlangt habe. Dabei differenzierte sie zwar, dass es einem Arbeitnehmer offen stehe, sich bei vermeintlichen Unregelmässigkeiten bei der Vorsorgeeinrich- tung seines Arbeitgeberbetriebs mit einer Beschwerde a n die zuständige Aufsichtsbehörde zu wenden. Nicht tolerierbar sei allerdings, wenn der A rbeitnehmer dabei seine arbeitsvertragliche Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber verletze, was vo rliegend aufgrund grob diffamierender Äusserungen über die Aufsichtsbehörde, Drittpersonen sow ie die Beklagte der Fall sei. Daraus Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgt zunächst zusammenfassend einmal, dass der Schluss der Vorinstanz nicht zu beanstan- den ist, wonach als massgeblicher Kündigungsgrund die Be schwerdeerhebung bei der Auf- sichtsbehörde, welche eine Geltendmachung eines Anspruch s aus dem Arbeitsverhältnis im weiteren Sinne darstellt, vom Berufungsbeklagten hinr eichend nachgewiesen wurde. Eine Ver- letzung der Beweislastregel nach Art. 8 ZGB ist dabei – entgegen den Ausführungen der Beru- fungsklägerin in ihrer Berufungsbegründung – nicht zu erblicken. Des Weiteren ist festzuhalten, dass es für die Beurteilung der Missbräuchlichkeit im Sinn e von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR nicht darauf ankommt, ob der geltend gemachte arbeitsvertrag liche Anspruch begründet ist oder nicht, solange dieser in guten Treuen erhoben wurde ( REHBINDER / STÖCKLI , in: BE-Komm., Obligationenrecht, Der Arbeitsvertrag, Hausheer/Walter [Hrsg.], Bern 2014, Art. 336 OR N 35). Ob sich der Berufungsbeklagte in seiner Beschwerde derar t gravierend im Ton vergriffen hat, dass sein Vorgehen auch als Verletzung von Art. 321a OR taxiert werden muss, ist Ermessens- sache. Dabei ist nebst dem Inhalt der Äusserungen ausschla ggebend, an welche Adresse er seine Kritik richtete und in welchem Rahmen, d.h. ob öffentlich oder nicht, diese erhoben wurde. Eine für sich betrachtete, sachlich kaum zu rechtfertigen de, beleidigende Äusserung kann in einem nicht öffentlichen Umfeld oder Verfahren gerad e noch als tragbar eingestuft werden, während sie gegenüber einem breiten Publikum oder den anderen Mitarbeitenden getätigt als offensichtlich treuwidrig im Sinne von Art. 321a OR qu alifiziert werden müsste. Ob die Ausfüh- rungen des Berufungsbeklagten die Grenze der Tragbarkei t überschritten haben, ist für das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, di skutabel. Nach dem Rollenverständnis des Berufungsbeklagten und zur Begründung seiner Beschw erdelegitimation verfasste dieser sein Schreiben ausdrücklich „als aktiv Versicherter der Vorsor gestiftung für das Personal der B. ___ AG“ und somit nicht in seiner Funktion als Leiter Finanzen und Rechnungswesen der Berufungsklägerin. Im Weiteren ist die Beschwerde mit Ti teln unterteilt („Zum Sachverhalt“, „Zum Rechtlichen“ sowie „Zum Politisch-Moralischen“), so da ss die Beanstandungen des Be- schwerdeführers als konkrete Rügen zum einen und als Bekund ung seiner allgemeinen Unzu- friedenheit zum anderen eingeordnet werden können. Au ffallend ist zudem, dass die heftigsten Unmutsäusserungen im Zusammenhang mit der Ausübung d er Stiftungsaufsicht gemacht wur- den und sich damit ausschliesslich an die Beschwerdeinstan z selber richten. Zudem zitiert die Berufungsklägerin die ihr gegenüber angeblich erhobene Kritik in der Beschwerde nicht korrekt. So wird behauptet, der Berufungsbeklagte unterstelle C. ____ in seiner Beschwerde, diese füh- re sowohl die Vorsorgestiftung als auch die Berufungskläg erin derart „patronal“, dass sich die Mitarbeiter seit Jahren nicht getrauten, sich gegen Gese tzesverletzungen zur Wehr zu setzen. Aus der Lektüre der Beschwerde ergibt sich jedoch etwas an deres. Der Berufungsbeklagte dif- ferenzierte mit seiner Formulierung insofern, als er der Aufsichtsbehörde vorwirft, ihren gesetzli- chen Pflichten nicht nachzukommen, was besonders stossend se i, weil sich Arbeitnehmer in eigentümergeführten Unternehmen kaum getrauten, sich gegen Gesetzesverletzungen zu weh- ren, wie es auch in casu vorliegend seit Jahren der Fa ll sei. Erst im übernächsten Satz, wiede- rum an die Adresse der Stiftungsaufsicht gerichtet, trä gt er sodann vor, dass die obgenannte Vorsorgestiftung vor den Augen und im stillen Einverständnis der Stiftungsaufsicht als patronale Stiftung geführt werde, was nicht haltbar sei. Die Zur ückhaltung in der Opposition von Mitarbei- tenden bei eigentümergeführten Unternehmen wird dab ei als allgemeine Behauptung aufge- stellt. Im Weiteren wird nicht in erster Linie der pa tronale Führungsstil in der Vorsorgestiftung angeprangert, sondern wiederum die Untätigkeit der Au fsichtsbehörde trotz Kenntnis der be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht haupteten Umstände in der Vorsorgestiftung. Über die Art der Führung im berufsklägerischen Betrieb selber wird in diesem Zusammenhang sodann nichts vorgetragen. Die Feststellung der Vorinstanz, dass das Vorbringen, ein Unternehmen werde patronal geführt, für sich allein kei- nen diffamierenden Vorwurf enthalte, ist auch aus der Sicht des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. Die von der Be- rufungsklägerin sodann als nicht tolerierbar bezeichnete Äusserung, wonach die externe Ge- schäftsführerin der Vorsorgestiftung und die damalige Revisionsstelle der Vorsorgestiftung ge- gen Geld alles akzeptiert hätten, muss nicht gleichbedeute nd mit dem Vorwurf passiver Be- stechlichkeit sein. Diese kann auch dahingehend verstanden werden, dass die besagten Stellen Honorar beziehen würden, ohne ihren Auftrag zu erfül len. Aus der durchaus angriffigen Formu- lierung ist ferner erkennbar, dass hier eine beschwerdef ührende Partei vor allem ihrem Ärger Luft verschaffen wollte. Die Beschwerdeerhebung ist wohl , wie sich aus der bei den Vorakten liegenden Korrespondenz im Zusammenhang mit den Wahl en in den Stiftungsrat ergibt, auch als Kulminationspunkt eines Konflikts zu verstehen, welcher sich seit Längerem angebahnt hat- te. Der Berufungsbeklagte fühlte sich nicht gehört und sah sich deshalb zur Beschwerdeerhe- bung gezwungen. Dabei machte er auch polemische Äusserung en. Darunter fällt etwa die Be- hauptung, die Pflicht zur Ausbildung der Stiftungsräte werde verletzt bzw. durch den Experten in Eigennutz zum Schaden der Versicherten umgangen. Der Au sbildungsstand der Stiftungsräte sei gelinde gesagt besorgniserregend. Abschliessend wir d die Gesamtsituation als absolut skandalös bezeichnet und dass dies ein schlechtes Licht auf die sehr teure und mit genügend Juristen ausgestattete Stiftungsaufsicht werfe. Insgesamt ist die in der Tonalität scharf und zum Teil sicher auch inhaltlich grenzwertig gehaltene Beschwe rde im Zusammenhang mit einer län- geren Entwicklung zu sehen. Trotz polemischen und auch u nsachlichen Spitzen wird die Quali- tät einer arbeitsvertraglichen Treuepflichtverletzung ge genüber der Berufungsklägerin dabei nicht erreicht. Die Beschwerde wird klar als solche eines aktiv Versicherten geführt und enthält grossmehrheitlich Unmutsbekundungen gegenüber der Besch werdeinstanz selber oder an die Adresse Dritter. Schliesslich werden sie in einem Verfahr en vorgetragen, in welchem der Beru- fungsbeklagte als Partei aufgetreten ist. Die entscheidende Instanz unterliegt der amtlichen Ge- heimhaltungspflicht und deren Entscheid ist der Öffent lichkeit nicht zugänglich. Zusammenfas- send deckt sich die Erkenntnis des Kantonsgerichts Basel-Lan dschaft, Abteilung Zivilrecht, mit der Beurteilung der Vorinstanz, wonach dem Berufungsb eklagten in der Art und Weise der Be- schwerdeerhebung keine Verletzung seiner arbeitsvertragl ichen Treuepflicht gegenüber der Berufungsklägerin vorzuwerfen ist. Der Berufungsbeklagte hat mit seiner Beschwerdeerhebung in guten Treuen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis geltend gemacht. Aufgrund der zeitlichen Nähe der einseitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu r Kenntnisnahme der Beschwerde durch die Berufungsklägerin ist die Kündigung im Einklan g mit der zivilkreisgerichtlichen Schlussfolgerung als missbräuchlich im Sinne von Art. 3 36 Abs. 1 lit. d OR zu qualifizieren. Ein anderer Kündigungsgrund wurde weder nachgewiesen noch ist ein solcher aus den Akten er- kennbar. Daraus folgt, dass die Berufung auch in diesem Punkt abzuweisen ist. 4.6 Die Berufungsklägerin aberkennt dem Berufungsbeklagten e inen Entschädigungsan- spruch, auch wenn das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abt eilung Zivilrecht, zum Schluss gelangen sollte, die fragliche Kündigung sei missbräuch lich gewesen, zumal der Arbeitnehmer die Kündigung durch eigenes erhebliches Verschulden mi tversursacht habe. Diesem Antrag ist Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht schon wegen des Befunds gemäss der vorstehenden Erwägung ni cht zu entsprechen. Ist im Verhalten des Berufungsbeklagten keine Treuepflichtver letzung im Sinne von Art. 321a OR auszumachen, kann diesem der Entschädigungsanspruch wege n missbräuchlicher Kündigung nicht mit der widersprüchlichen Argumentation verwehrt werden, es sei ihm bei der Vertragsauf- lösung ein gewisses Mitverschulden anzulasten. Ist die missbräuchliche Kündigung, wie im vor- liegenden Fall, für die Beendigung des Arbeitsverhält nisses kausal, muss die kündigende Ver- tragspartei stets eine Entschädigung bezahlen. Allein d ies trägt dem Charakter einer Entschä- digung nach Art. 336a OR als Strafzahlung bzw. Genugt uung Rechnung (Art. 336a Abs. 1 OR; STREIFF /VON KAENEL /R UDOLPH , Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. A ufl., Zürich Basel Genf 2012, Art. 336a N 2). Der Antrag de r Berufungsklägerin, sie von der Pflicht zur Leistung einer solchen Strafzahlung im vorliegende n Fall einer missbräuchlich ausgespro- chenen Kündigung zu befreien, ist somit auch unter recht lichen Gesichtspunkten nicht haltbar. Die Höhe der dem Berufungsbeklagten zugesprochenen En tschädigung entspricht einem Mo- natsgehalt, was gemäss Vorinstanz unter Berücksichtigung der gesamten Umstände angemes- sen sei, zumal kein schwerer Eingriff in die Persönlichke itsrechte des Berufungsbeklagten vor- liege. Die Höhe der Entschädigung sowie wie Zusprechung eines Verzugszinses blieben in der Berufung unangefochten, so dass diese Punkte aus dem ersti nstanzlichen Entscheid ohne Überprüfung durch die Berufungsinstanz zu bestätigen sind. Daraus folgt zusammenfassend, dass die Berufung vom 14. Januar 2019 vollumfänglich abzuweisen ist. 5. Gemäss Art. 114 lit. c ZPO dürfen bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von CHF 30‘000.00 keine Gerichtskosten gesprochen werden. Diese Vorschrift hat – wie bereits erwähnt – auch im kantonalen Rechtsmi ttelverfahren Gültigkeit, weshalb mit dem vorliegenden Entscheid keine Gerichtsgebühr zu erheb en ist. Trotz Obsiegen steht eine Parteientschädigung an den Berufungsbeklagten mangels an waltlicher Vertretung ausser Fra- ge. Für die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung m angelt es zudem an einem entspre- chenden Parteiantrag. Jede Partei hat ihre Parteikosten somit selbst zu tragen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Jede Partei trägt ihre Parteikosten selbst. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher