Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 16. September 2020 ZK2 2019 49 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr. In Sachen A.________, Gesuchsgegner und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, betreffend Abänderung Eheschutz / vorsorgliche Massnahmen (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 25. Juli 2019, ZES 2018 569);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. A.________ (nachfolgend Gesuchsgegner) und C.________ (nachfol- gend Gesuchstellerin) sind die Eltern der gemeinsamen Kinder L.________, und M.________, geb. ________ 2002. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe regelte das Getrenntleben der Parteien mit Eheschutzverfügung vom 29. Dezember 2017 insbesondere wie folgt (KG-act. 18/1): 1. (Getrenntleben) 2. (Zuteilung eheliche Liegenschaft an die Gesuchstellerin) 3. (Ausweisung des Gesuchsgegners) 4. Die Söhne L.________ und M.________ werden unter die alternie- rende Obhut der Parteien gestellt. Dabei betreuen die Eltern die beiden Söhne in einem wöchentlichen Turnus. Der Gesuchsteller betreut die beiden Söhne in den geraden Wochen und die Ge- suchsgegnerin betreut die beiden Söhne in den ungeraden Wo- chen. Die Betreuung wechselt jeweils am Sonntag. Das Gericht überlässt den Parteien die Regelung der Ferien. Diese haben da- bei das Wohl und die Interessen der beiden Söhne zu beachten. Der zivilrechtliche Wohnsitz der beiden Söhne verbleibt bei der Gesuchsgegnerin. 5.1 Der Gesuchsteller hat der Gesuchsgegnerin für die Dauer des Ge- trenntlebens an den Unterhalt der gemeinsamen Söhne, L.________ und M.________, monatlich im Voraus einen Betrag für L.________ von Fr. 738.75 und einen Betrag für M.________ von Fr. 1’492.60 (davon Fr. 753.85 Betreuungsunterhalt) zu bezah- len. 5.2 Der Gesuchsteller hat der Gesuchsgegnerin für die Dauer des Ge- trenntlebens an ihren Unterhalt monatlich im Voraus den Betrag von Fr. 597.30 zu bezahlen. 6.-12. (Gütertrennung, Prozesskostenvorschuss, im Übrigen Abweisung der Anträge, Gerichtskosten, Parteientschädigung, Rechtsmittel, Zufertigung) In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Berufung regelte das Kan- tonsgericht mit Beschluss vom 13. September 2018 (ZK2 2018 7) die erstin-Kantonsgericht Schwyz 3 stanzlichen Gerichts- und Parteikosten neu, wies die Berufung im Übrigen (Zuteilung der ehelichen Liegenschaft) aber ab. Der gemeinsame Sohn L.________ wurde in der Zwischenzeit, am 27. Mai 2018, volljährig. Seit dem 4. Juni 2018 ist das Scheidungsverfahren erstin- stanzlich hängig (Vi-act. A/I, S. 2). a) Mit Gesuch vom 5. Oktober 2018 betreffend vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren stellte die Gesuchstellerin beim Bezirksgericht Höfe folgende Anträge (Vi-act. A/I): 1. Es sei die vom hiesigen Gericht mit Verfügung vom 29. Dezember 2017 getroffene Regelung betreffend Unterhalt (Dispositiv Ziff. 5.1 und 5.2) wie folgt abzuändern: a. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten bis zur Rechts- kraft des Scheidungsurteils an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung des gemeinsamen Sohnes M.________ monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Mo- nats einen Betrag von CHF 744.80 zu bezahlen. b. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten bis zur Rechts- kraft des Scheidungsurteils an ihren Unterhalt monatlich im Voraus den Betrag von CHF 3’190.00 zu bezahlen. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klä- gers (zzgl. MWST). Mit Gesuchsantwort vom 29. Oktober 2018 stellte der Gesuchsgegner folgen- de Anträge (Vi-act. A/II): 1. Es seien in Abänderung der Verfügung vom 29. Dezember 2017 im Eheschutzverfahren ZES 2016 113 des Einzelrichters des Be- zirksgerichts Höfe (Dispositiv Ziff. 5.1) neu für die Dauer des Scheidungsverfahrens die Unterhaltsbeiträge für den Sohn M.________ ab 1. Oktober 2018 wie folgt festzusetzen: - bis zum Auszug der Ehefrau aus der ehelichen Liegen- schaft:Kantonsgericht Schwyz 4 - Der Barbedarf des Sohnes M.________ ist nach An- rechnung des eigenen Verdienstes von M.________ von beiden Parteien je zur Hälfte zu tragen. - Die Kinderzulage für den Sohn M.________ verbleibt beim Kläger. - Es sind gegenseitig keine Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen. - nach dem Auszug der Ehefrau aus der ehelichen Liegen- schaft: - Der Barbedarf des Sohnes M.________ ist nach An- rechnung des eigenen Verdienstes von M.________ von beiden Parteien je zur Hälfte zu tragen. - Der Kläger überweist der Beklagten die hälftige Kin- derzulage. - Es sind gegenseitig keine Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen. 2. Es seien in Abänderung der Verfügung vom 29. Dezember 2017 im Eheschutzverfharen ZES 2016 113 des Einzelrichters des Be- zirksgerichts Höfe (Dispsitiv Ziff. 5.2) ab 1. Oktober 2018 die per- sönlichen Unterhaltsbeiträge für die Ehefrau aufzuheben. 3. Die Rechtsbegehren der Beklagten seien abzuweisen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten der Beklagten. Mit Eingabe vom 8. November 2018 ergänzte der Gesuchsgegner seine An- träge folgendermassen (Vi-act. A/III): 1. Es sei die Obhut über M.________, geb. ________ 2002, neu dem Vater zuzuteilen. 2. Die bisher mit Eingabe vom 29. Oktober 2018 gestellten Rechts- begehren 1-4 des Klägers im vorliegenden Verfahren sind insoweit zu ergänzen und anzupassen, dass der Kläger die Kinderzulage in jedem Fall, auch nach Auszug der Ehefrau aus der ehelichen Lie- genschaft, für sich behält, zur Verwendung für den Bar-Unterhalt des Sohnes M.________. Zudem ist die Beklagte zu verpflichten, einen nach Abschluss des Beweisverfahrens noch zu beziffernden Unterhaltsbeitrag für M.________ an den Kläger zu bezahlen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Beklagten.Kantonsgericht Schwyz 5 Am 22. November 2018 (Gesuchsgegner, Vi-act. A/IV), 26. November 2018 (Gesuchstellerin, Vi-act. A/V), 5. Dezember 2018 (Gesuchsgegner, Vi-act. A/VI) und am 20. Dezember 2018 (Gesuchstellerin, Vi-act. A/VII) reich- ten die Parteien weitere Stellungnahmen ein. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe wies die beidseitigen Gesuche um Abänderung des Eheschutzentscheides mit Verfügung vom 25. Juli 2019 ab, auferlegte die Gerichtskosten den Parteien je zur Hälfte und sprach keine Par- teientschädigungen zu (KG-act. 1/1). b) Dagegen erhob der Gesuchsgegner am 31. Juli 2019 Berufung mit fol- genden Anträgen (KG-act. 1): 1. Es sei die Verfügung des Einzelrichters im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Höfe vom 25. Juli 2019 insoweit aufzuhe- ben, als das Gesuch des Berufungsklägers um Abänderung des Eheschutzentscheides vom 29. Dezember 2017, abgewiesen wird. Zudem wird die Kosten- und Entschädigungsregelung angefoch- ten. 2. Es sei in Abänderung der Verfügung vom 29. Dezember 2017 im Eheschutzverfahren ZES 2016 113 des Einzelrichters des Bezirks- gerichts Höfe (Dispositiv Ziff. 4, Ziff. 5.1 + 5.2) folgender Entscheid zu erlassen: a. Die Obhut über M.________, geb. ________ 2002, wird dem Berufungskläger zugeteilt. b. Für die Dauer des Scheidungsverfahrens sind die Unter- haltsbeiträge für den Sohn M.________ ab 1. Oktober 2018 wie folgt festzusetzen: - Der Barbedarf des Sohnes M.________ ist nach An- rechnung des hälftigen eigenen Verdienstes von M.________ von beiden Parteien je zur Hälfte zu tra- gen; - Die Kinderzulage für den Sohn M.________ verbleibt beim Kläger; - Die Berufungsbeklagte hat dem Berufungskläger ei- nen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 540.00 für den Sohn M.________ zu bezahlen, jeweils auf den ersten des Monats.Kantonsgericht Schwyz 6 c. Es seien in Abänderung der Verfügung vom 29. Dezember 2017 im Eheschutzverfahren ZES 2016 113 des Einzelrich- ters des Bezirksgerichts Höfe (Dispositiv Ziff. 5.2) ab 1. Ok- tober 2018 die persönlichen Unterhaltsbeiträge für die Beru- fungsbeklagte aufzuheben. 3. Eventualiter sei die Sache an die erste Instanz zurückzuweisen. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Berufungsbeklagten. Die Gesuchstellerin beantragte mit Berufungsantwort vom 19. August 2019 die vollumfängliche Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen zulasten des Gesuchsgegners/Berufungsführers (KG-act. 6). Die Parteien reichten am 30. August 2019 (Gesuchsgegner, KG-act. 9), 12. September 2019 (Gesuchstellerin, KG-act. 11), 23. September 2019 (Ge- suchsgegner, KG-act. 13) und am 7. Oktober 2019 (Gesuchstellerin, KG-act. 15) weitere Stellungnahmen ein. Am 3. März 2020 wurde der Ehe- schutzentscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 29. Dezember 2017 (ZES 2016 113) beigezogen (KG-act. 17). M.________ wurde am 26. Mai 2020 persönlich angehört (KG-act. 22), woraufhin die Gesuchstellerin am 8. Juni 2020 (KG-act. 26), am 30. Juni 2020 (KG-act. 30) und am 13. Juli 2020 (KG-act. 34) sowie der Gesuchsgegner am 19. Juni 2020 (KG-act. 28) und am 3. Juli 2020 (KG-act. 32) Stellung nahmen. Letztere Eingabe wurde der Gegenpartei am 24. August 2020 mit dem Hinweis, dass die vorliegende Berufungssache in die Phase der Urteilsberatung übergehe, zur Kenntnis ge- bracht (KG-act. 35). Am 2. September 2020 reichte der Gesuchsgegner eine weitere Stellungnahme inklusive Beilagen ein (KG-act. 36), welche der Ge- suchstellerin am 3. September 2020 noch zu deren Akten zugestellt wurde (KG-act. 37). 2. Für vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren sind die Be- stimmungen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft Kantonsgericht Schwyz 7 sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 i.V.m. 271 ff. ZPO und Art. 172 ff. ZGB), was auch für die Abänderung von Eheschutzmassnahmen zu gelten hat. Ändern sich die Verhältnisse, so passt das Gericht auf Begehren eines Ehegatten die Eheschutzmassnahmen an oder hebt sie auf, wenn ihr Grund weggefallen ist (Art. 179 Abs. 1 ZGB). Eine Abänderung ist zulässig, wenn seit der Rechtskraft des Entscheids eine wesentliche und dauerhafte Veränderung eintrat, wenn die tatsächlichen Umstände, die dem Massnahmenentscheid zugrunde lagen, sich nachträglich als unrichtig erweisen oder sich nicht wie vorhergesehen verwirklichen. Eine Änderung ist ferner für den Fall ange- bracht, dass sich der Entscheid als nicht gerechtfertigt herausstellt, weil dem Massnahmengericht wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren. Andernfalls steht die formelle Rechtskraft des Eheschutzentscheides einer Abänderung entgegen (BGer, Urteil 5A_1018/2015 vom 8. Juli 2016 E. 4). Das Abände- rungsverfahren bezweckt nicht, das erste Urteil zu korrigieren, sondern es an veränderte Umstände anzupassen (BGer, Urteil 5A_1018/2015 vom 8. Juli 2016 E. 4). Eine Veränderung der ursprünglich massgebenden Verhältnisse ist wesentlich, wenn sie die Lebensverhältnisse der Ehegatten, zum Beispiel die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder den Bedarf, nachhaltig beeinflusst (Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, 2. A., 1999, N 10 zu Art. 179 ZGB). Mehrere verschiedenartige Entwicklungen können sich durch ihr Zu- sammentreffen gegenseitig aufheben, aber auch in ihrer Wirkung verstärken. Als dauerhaft erscheint eine Veränderung schon, wenn ungewiss ist, wie lan- ge sie anhält (Vetterli/Fankhauser, FamKommentar Scheidung, Band I, 3. A., 2017, N 3 zu Art. 179 ZGB). 3. Umstritten ist zunächst, ob insofern ein Abänderungsgrund für die Un- terhaltsregelung besteht, als sich das der Gesuchstellerin zumutbare und mögliche (hypothetische) Einkommen verändert hat.Kantonsgericht Schwyz 8 a) Im Zusammenhang mit dem Einkommen der Gesuchstellerin zitierte der Eheschutzrichter im Entscheid vom 29. Dezember 2017 vorab die rechtlichen Grundsätze zur zumutbaren Erwerbstätigkeit bei alternierender Obhut, insbe- sondere bei starken Einkommensgefällen, worauf verwiesen werden kann (§ 45 Abs. 5 JG; KG-act. 18/1, E. 5.6). Zu den konkreten Verhältnissen führte der Eheschutzrichter aus, während der Ehe sei die Rollenverteilung der Par- teien die klassische Zuverdienerehe gewesen. Die Hauptbetreuungsperson für die Kinder sei die Gesuchstellerin gewesen. Sie habe nur an ein oder zwei Abenden in der Woche gearbeitet, während der Gesuchsteller zu 100 % ar- beitstätig gewesen sei. Dementsprechend sei der Gesuchstellerin, nach der bisherigen Rollenverteilung und dem Alter des jüngsten Sohnes M.________ von mittlerweile 15 Jahren, ein Arbeitspensum von 60 % zuzumuten. Mit dem eruierten Einkommen von monatlich Fr. 2‘540.35 vermöge die Gesuchsgegne- rin ihre Lebenshaltungskosten nicht zu decken, sodass ein Betreuungsunter- halt auch bei alternierender Obhut geschuldet sei. Der Fehlbetrag der Ge- suchsgegnerin finde Niederschlag im Betreuungsunterhalt des jüngsten Soh- nes M.________, weil die Betreuung des 15-jährigen M.________ mehr Auf- wand generieren werde als beim 17-jährigen L.________ und dies ebenfalls der bundesgerichtlichen 10/16-Regel entspreche (KG-act. 18/1, E. 5.7). Im Abänderungsverfahren machte die Gesuchstellerin erstinstanzlich geltend, nach dem Wegfall der Arbeitslosenentschädigung und erfolgloser Bewerbun- gen sei es ihr nicht möglich, das ihr im Eheschutzentscheid hypothetisch an- gerechnete Einkommen von Fr. 2‘540.00 bei einem Pensum von 60 % zu er- zielen (Vi-act. A/I, S. 3). Bereits erstinstanzlich war unbestritten, dass die Ge- suchstellerin kein Einkommen (mehr) erzielt (vgl. Vi-act. KB 1). Der Gesuchs- gegner war jedoch der Ansicht, der Gesuchstellerin sei ein 100 %-Pensum zumutbar und möglich, weshalb ein Nettolohn von Fr. 6‘500.00, mindestens aber Fr. 4‘000.00 anzurechnen sei (vgl. Vi-act. A/II, S. 6-8).Kantonsgericht Schwyz 9 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, das im Eheschutzent- scheid angerechnete Einkommen von Fr. 2‘540.00 sei aus dem Durchschnitt der Arbeitslosenentschädigungen von Januar bis Oktober 2017 berechnet worden. Aus den Eheschutzakten ergebe sich, dass die unterschiedliche Höhe der Arbeitslosentaggelder einer Rückforderung aufgrund eines anfäng- lich tieferen Taggeldes geschuldet gewesen sei. Ab September 2017 sei die Taggeldhöhe unverändert bei Fr. 226.00 geblieben. Daraus ergebe sich, dass nicht primär die bisherige Arbeitslosenentschädigung als Massstab des einge- setzten Einkommens gedient habe, weil dieses ab dem Datum des Eheschut- zentscheides weiterhin bei durchschnittlich Fr. 4‘904.20 gelegen habe, son- dern das Einkommen aus einer etwa 60 %-igen Erwerbstätigkeit bei einem erwarteten Einkommen von Fr. 4‘000.00 bei einer Vollzeiterwerbstätigkeit. Im Eheschutzverfahren habe die Gesuchstellerin Absagen auf Stellenbewerbun- gen eingereicht. Ebenfalls sei dem Eheschutzrichter bewusst gewesen, dass die Höchstdauer der Arbeitslosenentschädigung schon relativ bald erreicht sein würde. Damit habe er implizit nebst der Zumutbarkeit auch die Möglich- keit der Erzielung dieses Einkommens bejaht. Er habe damit nicht auf ein dauerhaftes Einkommen aus der Arbeitslosenversicherung, sondern auf ein Erwerbseinkommen abgestellt. Auf die unangefochtene Feststellung über die Möglichkeit eines Erwerbseinkommens könne nur unter den Voraussetzungen der Abänderung der Eheschutzmassnahme zurückgekommen werden. Auch die Behauptung der Gesuchstellerin, dass das bisherige Arbeitsverhältnis eine fast schon fingierte Anstellung gewesen sei, sei dem Eheschutzrichter be- kannt gewesen. Dem Eheschutzrichter sei bekannt gewesen, dass die Ar- beitslosenentschädigung kein dauerhaftes Einkommen darstelle. Er habe den Beginn des Bezuges der Arbeitslosenentschädigung gekannt. Ebenfalls sei dem Eheschutzrichter bekannt gewesen, dass die Arbeitslosigkeit bereits eine gewisse Weile angedauert habe und sich daher die Stellensuche trotz Unter- stützung durch das regionale Arbeitsvermittlungszentrum nicht einfach gestal- tet habe. Auch damals seien Einstelltage kein Thema gewesen, sodass der Eheschutzrichter von Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt Kantonsgericht Schwyz 10 habe ausgehen müssen. Die Gesuchstellerin führe nicht substantiiert aus, aufgrund welcher, bei Fällung des Eheschutzentscheides noch nicht voraus- sehbarer Umstände diese Annahme nunmehr als völlig nicht mehr gerechtfer- tigt erscheine, weil sich eine unvorhersehbare Entwicklung ergeben hätte. Sie unterlasse es, detailliert auszuführen und unter Beilage verfügbarer Urkunden nachzuweisen, dass die Erzielung auch des reduzierten Einkommens von Fr. 2‘540.00 ausgeschlossen sei. Die Gesuchstellerin müsste unter den ge- nannten Umständen glaubhaft machen, dass sich aus unvorhersehbaren Um- ständen eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt nicht nur als durchaus schwierig sondern als – nicht vorhersehbar – völlig unmöglich erweise. Dazu wären sehr viel mehr Ausführungen und insbesondere Unterlagen zur Aussichtslosigkeit einzureichen gewesen. Die von der Gesuchstellerin eingereichten Absagebrie- fe – wie auch sämtliche Ausführungen in der Eingabe vom 20. Dezember 2018 – seien als unechte Noven verspätet eingereicht worden und daher nicht zu berücksichtigen. Selbst wenn sie jedoch berücksichtigt würden, wäre damit kein Abänderungsgrund nachgewiesen. Die Gesuchstellerin habe nicht mehr eingereicht als dem Eheschutzrichter bereits vorgelegt worden sei. Dass sich die Stellensuche nicht nur schwierig – wie es dem Eheschutzrichter habe be- wusst sein müssen – sondern geradezu aussichtslos gestalten würde, werde nur mit allgemeinen Ausführungen, die in ähnlicher Art im Eheschutzverfahren bereits gemacht worden seien, begründet. Es seien auch keine Ausführungen dazu gemacht worden, wieso sich die beabsichtigte Weiterbildung nicht för- derlich auf die Chancen auf dem Stellenmarkt ausgewirkt hätten oder dass die beabsichtigten beruflichen Schritte sich wider Erwarten nicht hätten realisieren lassen. Zu berücksichtigen sei dabei – was aber für den Eheschutzrichter bei seinem Entscheid ebenfalls bereits absehbar gewesen sei –, dass sich die zeitliche Verfügbarkeit der Gesuchstellerin nunmehr, da beide Söhne in der Lehre seien, noch einmal verbessert hätten. Da kein Abänderungsgrund glaubhaft gemacht werde, müsse dabei aber immerhin auch nicht entschieden werden, ob sich die Annahme einer 60 %-igen Erwerbstätigkeit im Lichte der Kantonsgericht Schwyz 11 neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur erwarteten Erwerbstätigkeit noch als richtig erweise (angef. Verfügung, E. 3.2-3.4). Zweitinstanzlich macht der Gesuchsgegner geltend, seit dem Antritt der Lehr- stelle von M.________ im August 2018, spätestens aber seit Erreichen des 16. Altersjahres sei der Gesuchstellerin ein 100 %-Pensum zumutbar und möglich. Der Eheschutzrichter habe ein Arbeitspensum von 60 % festgesetzt, weil der Sohn M.________ 15 Jahre alt gewesen sei und noch keine Lehre, sondern die Sekundarschule besucht habe. Es sei folgerichtig, wenn ihr ab Wegfall sämtlicher Betreuungsaufgaben ein Einkommen von mindestens Fr. 4‘000.00 für ein 100 %-Pensum angerechnet werde (KG-act. 1, S. 5 und 7). Die Gesuchstellerin stellt sich weiterhin auf den Standpunkt, dass Hintergrund der im Eheschutzentscheid getroffenen Regelung auch das starke Einkom- mensgefälle zwischen den Parteien gewesen sei. Dieses bestehe nach wie vor, wobei sich ihre Einkommenssituation noch verschärft habe. Ihr sei es trotz erheblichen Bemühungen nicht gelungen, im Arbeitsleben Fuss zu fas- sen, sodass sie im Herbst 2018 ausgesteuert worden sei und über kein Ein- kommen mehr verfüge (KG-act. 6, S. 3). Eine Anschlussberufung erhob die Gesuchstellerin indessen nicht. Im Hinblick auf die Berufung hält die Gesuch- stellerin vielmehr fest, zur Anrechenbarkeit eines hypothetischen Einkommens könne vollumfänglich auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (KG-act. 6, S. 3). b) M.________, geb. ________ 2002, war im Zeitpunkt seiner Anhörung im Eheschutzverfahren am 9. August 2016 rund 13 ½ Jahre alt und besuchte die N.________. Ein Wechsel in die Sekundarschule wurde nicht thematisiert (KG-act. 18/1, E. 2.4, S. 10). Im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides vom 29. Dezember 2017 war M.________ 15 Jahre alt. Der Eheschutzrichter zitier- te in seinem Entscheid die Behauptung des Gesuchsgegners, wonach Kantonsgericht Schwyz 12 M.________ in der Zwischenzeit, wie aus dem Protokoll der Verhandlung vom 9. März 2017 ersichtlich sei, das Langzeitgymnasium abgebrochen habe und seit Februar 2017 in der Sekundarschule in der zweiten Klasse sei (KG-act. 18/1, E. 2.3). Die Gründe für den Abbruch des Langzeitgymnasiums können dem Eheschutzentscheid nicht entnommen werden. Für den weiteren Ausbildungsweg wäre sowohl der Beginn einer Lehre als auch der Übertritt von der zweiten oder dritten Sekundarschule in ein (anderes) Kurzzeitgymna- sium möglich gewesen. Ob dem Eheschutzrichter bereits bekannt war, dass M.________ im August 2018 eine Lehrstelle tatsächlich antreten würde, lässt sich dem Eheschutzentscheid selber ebenso nicht entnehmen (KG-act. 18/1, E. 2.6). Der Lehrvertrag mit der E.________ AG mit Lehrbeginn am 1. August 2018 datiert denn auch vom 14. März 2018 (Vi-act. KB 5), d.h. zweieinhalb Monate nach Erlass des Eheschutzentscheides vom 29. Dezember 2017. Erst im Abänderungsentscheid führte der Vorderrichter aus, dass M.________ möglicherweise eine Lehre antreten würde, sei (im Eheschutzverfahren) the- matisiert worden und sei nach dem Wechsel vom Langzeitgymnasium in die Sekundarschule absehbar gewesen (angef. Verfügung, E. 4.1). Auch die Aus- sage von M.________ anlässlich der zweitinstanzlichen Anhörung, wonach er im zweiten Gymnasialjahr entschieden habe, dieses abzubrechen, in der Hälf- te des zweiten Jahres in die Sekundarschule gewechselt und sich für eine Lehre entschieden habe (KG-act. 22, S. 2), bedeutet nicht, dass bzw. ob die- ser Umstand dem Eheschutzrichter mitgeteilt worden ist. c) Der Eheschutzrichter begründete das der Gesuchstellerin angerechnete Arbeitspensum von 60 % mit der bisherigen Rollenverteilung der Ehegatten und dem Alter des damals fünfzehnjährigen M.________. Der Betreuungsun- terhalt wurde dem jüngeren Sohn M.________ zugesprochen, weil dieser mehr (Betreu-ungs-)Aufwand generiere als der zwei Jahre ältere L.________ und dies ebenfalls der bundesgerichtlichen 10/16-Regel entspreche (KG-act. 18/1, E. 5.7). Aus den Erwägungen im Eheschutzentscheid ist zu folgern, dass das der Gesuchstellerin zugemutete Arbeitspensum nicht nur Kantonsgericht Schwyz 13 wegen des Betreuungsaufwandes für M.________, sondern auch aufgrund der bisherigen Rollenverteilung der Ehegatten und der im Eheschutzentscheid angeordneten alternierenden Obhut über die beiden Söhne auf 60 % festge- legt wurde. Die im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides noch geltende 10/16-Regel be- sagte, dass dem betreuenden Elternteil die Aufnahme einer Teilzeiterwerbs- tätigkeit im Umfang von 50 % zugemutet werden könne, wenn das jüngste Kind 10 Jahre alt ist. Eine Vollzeiterwerbstätigkeit sei zumutbar, sobald das jüngste Kind 16 Jahre alt sei (Schwenzer/Büchler, in: FamKomm Scheidung, Bd. I, 3. A., Bern 2017, N 80 zu Art. 125 ZGB, mit div. Hinw.). Gemäss dem seit dem Bundesgerichtsentscheid vom 21. September 2018 (BGE 144 III 481) geltenden Schulstufenmodell ist dem hauptbetreuenden Elternteil in der Regel ab der (je nach Kanton mit dem Kindergarten- oder mit dem eigentli- chen Schuleintritt erfolgenden) obligatorischen Beschulung des jüngsten Kin- des eine Erwerbsarbeit von 50 %, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I eine solche von 80 % und ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb zuzumuten (BGE 144 III 481, E. 4.7.6). Bei beiden Regeln wäre die Gesuchstellerin somit grundsätzlich gehalten, seit Vollendung des 16. Al- tersjahres von M.________ am ________ 2018 eine Vollzeiterwerbstätigkeit auszuüben. Umso mehr würde dies bei alternierender Obhut oder bei einer Obhutszuteilung an den Gesuchsgegner gelten. Dem Eheschutzrichter dürfte im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides vom 29. Dezember 2017 sowohl die 10/16-Regel als auch das Alter von M.________ (15 Jahre) bekannt gewesen sein. Eheschutzmassnahmen sind aber nicht auf Dauer angelegt, weshalb eine abgestufte Berechnung der Kin- derunterhaltsbeiträge regelmässig nicht sinnvoll ist (vgl. Jann Six, Eheschutz, 2. A., Bern 2014, Rz. 2.44 in fine). Vor dem Hintergrund, dass der Eheschutz- richter (noch) nicht definitiv wusste, ob M.________ eine Lehre oder eine wei- terführende Schule besuchen und weiterhin Betreuung und Unterhalt benöti-Kantonsgericht Schwyz 14 gen würde, ist es nachvollziehbar, dass der Eheschutzrichter die bevorste- hende Vollendung des 16. Altersjahres von M.________ nicht zum Anlass nahm, eine abgestufte Unterhaltsregelung festzulegen. Das aber hat nicht zur Folge, dass das Alter von M.________ sowie dessen Lehrbeginn im Hinblick auf das der Gesuchstellerin zumutbare Arbeitspensum und das damit verbun- dene zu erzielende Einkommen nicht als Grund für ein Abänderungsgesuch betreffend die Unterhaltsbeiträge geltend kann. 4. Des Weiteren ist umstritten, ob der Eheschutzentscheid vom 29. De- zember 2017 insofern abzuändern ist, als die Obhut über den gemeinsamen Sohn M.________ neu dem Vater alleine zuzuteilen ist. a) Die Vorinstanz erwog zur Obhut über M.________, wenn ein Sechzehn- jähriger bei einer alternierenden Obhut nach einem Streit zwei Wochen nicht mehr zum anderen Elternteil zurückkehre und erkläre, dass er dies vorläufig auch nicht mehr zu tun gedenke, dann stelle dies noch keine dauerhafte Än- derung der Verhältnisse dar. Ein sechzehnjähriges Kind bestimme bei alter- nierender Obhut sehr häufig im Wesentlichen alleine oder zumindest ent- scheide es mit, bei welchem Elternteil es wie lange wohne. Eine einzige Aus- einandersetzung mit einem Elternteil könne dies regelmässig nicht dauerhaft beeinflussen. Zudem zeige die substantiierte Aufstellung der Gesuchstellerin, die vom Gesuchsgegner nur unsubstantiiert bestritten werde, dass die alter- nierende Obhut zuvor ebenfalls nicht gemäss der Eheschutzregelung ge- handhabt worden sei und die Söhne zu einem viel grösseren Teil bei der Ge- suchstellerin gewohnt hätten. Damit fehle es insgesamt auch diesbezüglich an einer dauerhaften Veränderung der Verhältnisse, die eine Anpassung des Eheschutzentscheides erforderlich machen würden (angefochtene Verfügung, E. 5.2). Der Gesuchsgegner macht geltend, die Vorinstanz gehe fälschlicherweise davon aus, dass der Umzug von M.________ in ein Zimmer im gleichen Haus, Kantonsgericht Schwyz 15 in dem auch er für die Zeit des Scheidungsverfahrens lebe, keinen Abände- rungstatbestand bezüglich der Obhut darstelle. Der Sohn M.________ führe selber in einer schriftlichen Stellungnahme vom 4. Dezember 2018 aus, dass es sein Wunsch sei, aus dem Haus zu ziehen. Auch gemäss Eingabe der Ge- suchstellerin vom 20. Dezember 2018 sei es trotz ihrem Angebot nicht zu ei- ner Rückkehr des Sohnes M.________ gekommen. In ihrer Eingabe vom 26. November 2018 habe die Gesuchstellerin anerkannt, dass M.________ in einer Wohnung wohne, welche der O.________ AG gehöre. Der Gesuchs- gegner zahle die Miete für M.________. M.________ lebe seit dem 25. Okto- ber 2018 nicht mehr bei der Gesuchstellerin. Diesen Zustand habe sie am 20. Dezember 2018 als immer noch aktuell bestätigt. Bis zum angefochtenen Ent- scheid seien bereits sieben Monate vergangen, in denen sich die aktuelle Wohnsituation von M.________ zementiert habe. Die Vorinstanz gehe zu Un- recht davon aus, dass keine veränderten Verhältnisse vorlägen (KG-act. 1, S. 6 f). Die Gesuchstellerin wendet ein, es treffe nicht zu, dass M.________ beim Gesuchsgegner wohne. M.________ habe in den letzten Monaten häufig in einer Einliegerwohnung, welche der O.________ AG gehöre, übernachtet. M.________ sei in der Regel von morgens bis abends ausser Haus, sei dies in der Berufsschule in Zürich oder im Lehrbetrieb in P.________ (KG-act. 6, S. 4). Die Gesuchstellerin bestreitet sodann, dass der Gesuchsgegner tatsächlich in der Wohnung an der F.________strasse xx in Wollerau wohne. Sie gehe vielmehr davon aus, dass er mehrheitlich bei seiner Freundin in Ein- siedeln übernachte. Es könne bereits aufgrund der separaten Wohnungen nicht gesagt werden, dass der Gesuchsgegner und M.________ zusammen- wohnen würden (KG-act. 6, S. 5). b) Die Obhut umfasst nicht mehr das Aufenthaltsbestimmungsrecht (vgl. Art. 301a ZGB), sondern nur noch die Befugnis zur täglichen Betreuung des minderjährigen Kindes, und damit das Recht mit ihm in häuslicher Ge-Kantonsgericht Schwyz 16 meinschaft zu leben und die Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit sei- ner Pflege und laufenden Erziehung auszuüben. Mit der Obhut ist damit die Betreuung im Alltag verbunden (Schwenzer/Cottier, in: Basler Kommentar zum ZGB, 6. A., Basel 2018, N 4 zu Art. 298 ZGB; vgl. BGE 142 III 612, E. 4.1; vgl. Büchler/Clausen, FamKomm Scheidung, Bd. I, N 3 zu Art. 298 ZGB und N 5 zu Art. 133 ZGB). Ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eine Abänderung der getrof- fenen Anordnungen bewirken soll, beurteilt sich aus der Perspektive des Kin- deswohls. Einerseits sollen stabile und kontinuierliche Rahmenbedingungen eine harmonische Entwicklung gewährleisten, andererseits muss die Möglich- keit bestehen, den rechtlichen Rahmen den Entwicklungen anzupassen. Eine Neuregelung setzt voraus, dass die Beibehaltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden droht; das Gericht muss zum Schluss kommen, dass die aktuelle Regelung dem Kind mehr schadet als der Verlust an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen, der mit der Ände- rung einhergeht (Fountoulakis/Breitschmid, Basler Kommentar zum ZGB, 6. A., Basel 2018, N 3 zu Art. 134 ZGB). c) Der Gesuchsgegner beantragte erstmals mit Eingabe vom 8. November 2018 die alleinige Obhut über M.________, weil dieser seit dem 25. Oktober 2018 nicht mehr bei der Gesuchstellerin lebe (Vi-act. A/III). Der grundsätzlich massgebende Zeitpunkt für die Beurteilung, ob für ein Abänderungsverfahren relevante neue Umstände eingetreten sind, ist das Datum der Einreichung des Abänderungsgesuchs (BGE 137 III 604 = Pra 101 (2012) Nr. 62, E. 4.1.1). Allerdings gilt in Kinderbelangen der uneingeschränkte Untersuchungsgrund- satz (Art. 296 Abs. 1 ZPO), folglich das Gericht neue Tatsachen und Beweis- mittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen hat (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Diese Regelung ist sowohl im Eheschutz- als auch im Abänderungsverfahren anwendbar (Spycher, in: Berner Kommentar zur ZPO, Bern 2012, N 5 zu Art. 296 ZPO).Kantonsgericht Schwyz 17 d) Die Vorinstanz holte eine schriftliche Gesuchsantwort ein (Vi-act. E/1) und stellte die nachfolgenden, im Rahmen des Replikrechts der Parteien ein- gereichten Stellungnahmen der Gegenpartei jeweils zur Kenntnis zu (Vi- act. E/2, 3, 6-9), die letzte am 24. Dezember 2018 (Vi-act. E/9). Mit Schreiben vom 12. Juni 2019 teilte der Vorderrichter den Parteien mit, dass als nächstes über die vorsorglichen Massnahmen (vorliegendes Verfahren) befunden wer- de (Vi-act. 11). Mithin ging das erstinstanzliche Verfahren in diesem Zeitpunkt in das Beratungsstadium über. Die Vorinstanz hätte deshalb bis dahin die No- ven in sämtlichen Rechtsschriften berücksichtigen müssen. Beide Parteien gingen während des gesamten erstinstanzlichen Verfahrens davon aus, dass M.________ seit dem 25. Oktober 2018 (jedenfalls grösstenteils) in einer ei- genen Wohnung lebte, welche sich im gleichen Haus wie die Wohnung des Gesuchsgegners befand. Im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Beratung wohnte M.________ somit mehr als nur zwei Wochen nicht mehr bei der Mutter. e) Im Anwendungsbereich des uneingeschränkten Untersuchungsgrund- satzes können Noven sodann auch im Berufungsverfahren unbeschränkt vor- gebracht werden, selbst wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 = Pra 108 (2019) Nr. 88, E. 4.2.1). Der Ge- suchsgegner reichte mit der Eingabe vom 30. August 2019 (KG-act. 9) das an das Kantonsgericht adressierte Schreiben von M.________ vom 23. August 2019 ein (KG-act. 9/1). M.________ schreibt, er wolle nicht bei seiner Mutter leben. Er fühle sich sehr wohl an dem Ort, an welchem er mit seinem Vater lebe. Er bitte das Kantonsgericht zu berücksichtigen, dass sein Vater die allei- nige Obhut habe und dies auch so bleiben solle. Sodann nahm M.________ im Schreiben vom 21. September 2019 (KG-act. 13/1) Stellung zur Eingabe der Gesuchstellerin vom 12. September 2019 (KG-act. 11). M.________ er- klärt, dass es für ihn, aufgrund der im Sommer 2018 begonnenen Lehre, bei welcher er einen Arbeitsweg von vier Stunden pro Tag habe, nicht in Frage gekommen sei, sich jede Woche Zeit zu nehmen um seinen temporären Wohnsitz zu wechseln. Zudem wird im Schreiben vom 21. September 2019 Kantonsgericht Schwyz 18 festgehalten, dass er (M.________) das Schreiben vom 23. August 2019 (KG-act. 9/1) nicht selber verfasst habe. Er aber derjenige gewesen sei, der dieses in Auftrag gegeben habe, da er Angst vor Formulierungsfehlern gehabt habe und weil er sich damit von Anfang an in keiner Art und Weise habe aus- einandersetzen müssen. Doch nachdem er gesehen habe, welche Aussagen über und für ihn gemacht worden seien, habe er sich persönlich dazu äussern wollen. Er habe dieses Schreiben (gemeint: vom 23. August 2019) durchgele- sen, so angepasst wie er es genau gewollt habe und habe es auch unter- schrieben. Es sei alles nach seinem Willen gelaufen (vgl. auch KG-act. 22, S. 4). Sodann reichte der Gesuchsgegner zwei Mietverträge für Wohnungen an der F.________strasse xx in Wollerau ein, welche vom 16. März 2018 (Einzim- merwohnung, KG-act. 1/3) bzw. vom 4. Juni 2018 (Zweizimmerwohnung, KG-act. 1/4) datieren. Mietbeginn war der 16. März 2018 (Einzimmerwohnung) bzw. der 1. September 2018 (Zweizimmerwohnung). Ebenso legte der Ge- suchsgegner die Wohnsitzbestätigung des Einwohneramtes der Gemeinde Wollerau vom 29. Juli 2019 ins Recht, wonach M.________ an der F.________strasse xx in Wollerau wohnhaft ist (KG-act. 1/2). Schliesslich fand am 26. Mai 2020 die Anhörung von M.________ vor einer Delegation des Kantonsgerichts statt (KG-act. 22). M.________ sagte aus, nachdem er mit der Lehre begonnen habe, habe die alternierende Obhut kaum geklappt, weil der Arbeitsweg lang gewesen sei. Die Zeit habe mit Be- ginn der Lehre nicht mehr genügt, um den Aufenthalt jeweils zu wechseln. Seit 1. November 2018 wohne er in der Zweizimmerwohnung, eine Art Einlieger- wohnung, an der F.________strasse xx in Wollerau. Der Grund sei gewesen, dass seine Mutter oft eine Art „Paranoia“ gehabt habe, d.h. dass Sachen ab- handengekommen wären. Sie habe ihn beschuldigt, er habe eine Festplatte genommen und gesagt, er solle nicht mehr nach Hause kommen bis er die Festplatte wiederhabe. Er habe diese aber nie gehabt, sodass er nicht habe Kantonsgericht Schwyz 19 zurückgehen können. Er habe bei seiner Tante geschlafen. Seither habe er mit der Mutter kaum mehr Kontakt, bis vor drei Monaten gar keinen gehabt. Theoretisch wohne er alleine, er esse aber immer mit dem Vater bei der Grossmutter Znacht. Der Vater bezahle das Essen sowie die Kleider; die Grossmutter wasche für ihn. Die Liegenschaft Q.________, in welcher er wohne, bestehe aus zwei Blöcken (KG-act. 22, S. 3 f.). Die beiden Blöcke sei- en aneinandergebaut. Die Wohnung, in welcher sein Vater – mit der Gross- mutter – wohne, befinde sich nicht im gleichen Block wie seine, die Wohnun- gen lägen aber quasi „Wand an Wand“ (KG-act. 24). Er wolle nicht, dass die Mutter gar kein Sorgerecht mehr habe. Für ihn sei aber klar, dass er beim Va- ter sei. Er habe keine Zeit für eine alternierende Obhut. Es solle so bleiben wie es jetzt sei. Faktisch sei die Obhut nur beim Vater gewesen, dies solle jetzt auch offiziell so sein. Mit der Mutter in die Ferien zu gehen sei kein Pro- blem. Ein Besuchsrecht der Mutter sei auch kein Problem. Er gehe sie ab und zu besuchen, er verbringe gerne Zeit mit ihr (KG-act. 22, S. 4). f) Aus den genannten Beweismitteln geht hervor, dass M.________ spätestens seit dem 1. November 2018 ohne Unterbruch in einer eigenen Wohnung an der F.________strasse xx in Wollerau wohnt. Bei der Mutter leb- te er seither weder alternierend noch tageweise, sodass sie die Alltagsbetreu- ung tatsächlich nicht mehr ausübte (vgl. Aussage M.________ anlässlich sei- ner Anhörung: Seit dem Vorfall mit der abhanden gekommenen Festplatte [ca. Oktober 2018] habe er mit der Mutter kaum mehr Kontakt gehabt, bis vor drei Monaten gar nicht; KG-act. 22, S. 3). Mit dem Vater lebt M.________ zwar ebenfalls nicht in der gleichen Wohnung, aber in derselben „Überbauung“. Ob sich die Wohnung des Vaters im gleichen „Block“ wie diejenige von M.________ oder im daran angebauten zweiten „Block“ befindet, ist dabei nicht entscheidend. Werktags ist er entweder im Lehrbetrieb oder in der Be- rufsschule. Sodann ist davon auszugehen, dass er das Abendessen grundsätzlich zusammen mit seinem Vater bei seiner Grossmutter einnimmt, welche für ihn auch wäscht. Gemäss Angabe von M.________ bezahlt sein Kantonsgericht Schwyz 20 Vater das Essen und die Kleider. Er könne nicht machen, was er wolle (v.a. an den Wochenenden), er müsse sich bei seinem Vater melden. Jetzt (in der Ein- liegerwohnung) müsse er selbständiger sein, aber der Vater sei immer für ihn da (KG-act. 22, S. 3 f.). Damit ist glaubhaft, dass der Gesuchsgegner M.________ im Alltag als Vertrauensperson unterstützt. Ob der Gesuchsgeg- ner M.________ tatsächlich werktags weckt, „verpflegt“ und zum Bahnhof bringt (KG-act. 32, S. 2), ist für die effektive Alltagsbetreuung eines 16- bzw. derzeit knapp 18-jährigen Jugendlichen nicht entscheidend. Vielmehr ist rele- vant, wen M.________ als Ansprech-/Vertrauensperson bei alltäglichen Fra- gen kontaktieren kann und es letztlich auch tut. In diesem Sinne nimmt der Gesuchsgegner – welcher notabene in unmittelbarster Nähe der Wohnung von M.________ in der O.________ AG arbeitet und somit bei Bedarf, bei- spielsweise bei Krankheit oder Unfall während des Tages für M.________ ebenso in unmittelbarer Nähe bzw. kontaktierbar wäre – bereits seit Novem- ber 2018 die tatsächliche Obhut über M.________ wahr. Zudem ist mit den vom Gesuchsgegner eingereichten Fotos seiner Wohnung (KG-act. 28/1) zu- mindest glaubhaft, dass er selber ebenfalls an der F.________strasse xx in Wollerau wohnt, auch wenn er zwischendurch bei seiner neuen Partnerin übernachten sollte (vgl. die vom Gesuchsgegner bestrittene [KG-act. 28, S. 2] Behauptung der Gesuchstellerin [KG-act. 6, S. 5; KG-act. 30, S. 2]). Letztere Behauptung kann die Gesuchstellerin jedenfalls nicht glaubhaft belegen noch liegen stichhaltige Indizien hierfür vor. Demgegenüber hatte M.________ zur Mutter bis vor einigen Monaten kaum Kontakt; immerhin verbrachte er den Alltag nicht – auch nicht alternierend oder tageweise – mit seiner Mutter. Die Gesuchstellerin übte damit die ihr zustehende teilweise Obhut seit November 2018 nicht mehr tatsächlich aus. Ihre Behauptung, sie bezahle für M.________ das Nachtessen, Kleider etc. bzw. sie trage den Hauptteil der Lebenshaltungskosten für M.________ (KG-act. 30, S. 3), belegt die Gesuch- stellerin ebenso wenig. Gründe, welche im Sinne des Kindeswohls gegen eine alleinige Zuteilung der Obhut an den Gesuchsgegner sprechen würden, sind keine ersichtlich. Kommt hinzu, dass M.________ anlässlich der zweitinstanz-Kantonsgericht Schwyz 21 lichen Befragung nicht den Eindruck erweckte, nur das wiederzugeben, was sein Vater hören möchte bzw. dieser in Bezug auf die Obhutszuteilung geltend machte. Oder anders gesagt, beschränkten sich die Antworten von M.________ nicht auf ein blosses Vortragen von „Vorbesprochenem“ oder „Eingeübtem“. Vielmehr antwortete M.________ gezielt und durchaus diffe- renziert. So sagte er auch unumwunden und überzeugend aus, dass er eben- so gerne Zeit mit seiner Mutter verbringe und weder ein Besuchs- noch ein Ferienrecht der Mutter ein Problem sei. Insbesondere brachte M.________ mit seinen Aussagen aber auch zum Ausdruck, nicht in seiner Meinung nach un- nötige Differenzen und Auffassungen der Parteien miteinbezogen und quasi als „Spielball“ verwendet werden zu wollen. g) Zusammenfassend hat sich die Wohn- und Lebenssituation von M.________ seit dem Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 derart verändert, dass ein Abänderungsgrund für die Obhutszuteilung zu bejahen und die Obhut über M.________ seit November 2018 allein dem Va- ter/Gesuchsgegner zuzuteilen ist. Die von M.________ wiederaufgenommene Beziehung zur Mutter wird dadurch bei den bisher bereits gelebten Verhältnis- sen auch nicht beeinträchtigt. Davon abgesehen wird M.________ am ________ dieses Jahres volljährig. h) Wird die Obhut über ein minderjähriges Kind einem Elternteil alleine zugeteilt, hat der andere Elternteil grundsätzlich Anspruch auf Regelung des persönlichen Verkehrs mit dem Kind (sog. Besuchsrecht; Art. 273 Abs. 1 ZGB). Für die Regelung der Häufigkeit und Dauer der Besuchskontakte spie- len insbesondere das Alter des Kindes, seine bisherige Bindung an den nicht obhutsberechtigten Elternteil, die Lebensausgestaltung des Kindes und beider Eltern, die Gesundheit und zeitliche Verfügbarkeit der Betroffenen sowie die Distanz zwischen den elterlichen Wohnungen eine massgebende Rolle (Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar zum ZGB, 2014, N 10 und 13 zu Art. 273 ZGB; Michel, in: Büchler/Jakob, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Kantonsgericht Schwyz 22 Kurzkommentar, 2012, N 12 zu Art. 273 ZGB; Achermann-Weber, in: Kren Kostkiewicz/Nobel/Schwander/Wolf, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Kom- mentar, 2011, N 6 zu Art. 273 ZGB). Angesichts des Alters von M.________ (knapp 18 Jahre) sowie des Umstandes, dass er zunächst längere Zeit keinen Kontakt zur Gesuchstellerin hatte, danach aber auch ohne gerichtliche Rege- lung einen solchen wiederaufbauen konnte und dass er zweitinstanzlich aus- sagte, ein Besuchsrecht der Mutter sei kein Problem, ebenso wenig ein Feri- enrecht (KG-act. 22, S. 3 f.), rechtfertigt es sich, auf die Festlegung eines Be- suchsrechts zu verzichten. 5. Der Gesuchsgegner beantragt, der Barunterhalt von M.________ sei nach Anrechnung des hälftigen eigenen Verdienstes von M.________ von beiden Parteien je zur Hälfte zu tragen, die Kinderzulagen sollen bei ihm ver- bleiben und die Gesuchstellerin habe ihm einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 540.00 für M.________ zu bezahlen (KG-act. 1, Anträge Ziff. 2.b). Zu- dem seien die persönlichen Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin aufzu- heben (KG-act. 1, Antrag Ziff. 2.c). a) In eherechtlichen Verfahren sind die Kindes- und Ehegattenunterhalts- beiträge gemeinsam zu berechnen. Liegt hinsichtlich einer Unterhaltsberech- nung ein Abänderungsgrund vor, sind auch die übrigen Berechnungselemen- te, die dem abzuändernden Entscheid zugrunde lagen, auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Aktualisierung setzt nicht voraus, dass die Anpas- sungen, die der Richter in den anderen Positionen vornimmt, ebenfalls den Tatbestand der Veränderung der Verhältnisse erfüllen. Die beschriebene Re- gel, die das Bundesgericht in seiner Praxis betreffend die Abänderung des nachehelichen Unterhalts entwickelt hat ( BGE 138 III 289, E. 11.1.1, mit Hin- weisen), gilt auch für Abänderungen von Massnahmen während des hängigen Scheidungsverfahrens (s. Urteil BGer 5A_1003/2014 vom 26. Mai 2015, E. 3; zum Ganzen: Urteil BGer 5A_948/2016 vom 22. Dezember 2017, E. 3). Wur- den in einem eherechtlichen Verfahren gleichzeitig Kindes- und Ehegattenun-Kantonsgericht Schwyz 23 terhaltsbeiträge festgelegt, muss folglich bei Vorliegen eines Abänderungs- grundes für den Kindesunterhalt auch der Ehegattenunterhalt neu berechnet werden. Weil ein Abänderungsgrund, nämlich die Abänderung der Obhutszu- teilung zu bejahen ist, wird im Gegensatz zum Vorderrichter die Zivilkammer zu prüfen haben, ob sich die Annahme einer 60prozentigen Erwerbstätigkeit laut Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 im Lichte der neueren bun- desgerichtlichen Rechtsprechung zu erwartenden Erwerbstätigkeit noch als richtig erweist. Bei vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren wird der Kindesun- terhalt gleich wie im Eheschutzverfahren nach den Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses bemessen (Art. 133 Abs. 1 Ziff. 4 bzw. Art. 176 Abs. 3 ZGB). Gemäss revidiertem Recht wird der Unterhalt des Kindes durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung geleistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kos- ten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Der gebührende Unterhalt soll den spezifischen Be- dürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen (Art. 285 Abs. 1 ZGB; BBl 2013 529 ff., S. 571-573) und wird durch Pflege und Erziehung (sog. Naturalunterhalt) sowie durch Geldleis- tung erbracht. Der geldwerte Unterhaltsbeitrag beinhaltet in Form des Barun- terhalts die direkten Kinderkosten (z.B. Ernährung, Unterkunft, Bekleidung, Drittbetreuungskosten) und in Form des Betreuungsunterhalts den für die Pflege und Erziehung der Kinder investierten Zeitaufwand des betreuenden Elternteils, welcher zu einem verminderten Beschäftigungsgrad führt (BBl 2013 529 ff., S. 540). Ausgangspunkt für die Unterhaltsberechnung sind stets die konkreten Bedürf- nisse des Kindes (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Sodann sind die Lebensstellung und die Leistungsfähigkeit der Eltern zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Die Kantonsgericht Schwyz 24 Leistungsfähigkeit ist das wirtschaftliche Potenzial, welches nach Deckung des notwendigen Eigenbedarfs übrig bleibt, d.h. das Resultat einer Gegenü- berstellung des Bedarfs und des Nettoeinkommens (Gmünder, a.a.O., N 3 zu Art. 285 ZGB; BGE 128 III 161, E. 2.c.aa; Urteil BGer vom 6. März 2017, 5A_399/2016, 5A_400/2016, E. 4.2). Der Unterhaltsverpflichtete ist nur inso- fern leistungsfähig, als ihm das betreibungsrechtliche Existenzminimum ver- bleibt (BGE 135 III 66, 137 III 59, E. 4.2.1). Unter den Eltern gilt das Prinzip der verhältnismässigen Belastung (Gmünder, a.a.O., N 5 zu Art. 285 ZGB). b) Der Gesuchsgegner macht geltend, der Gesuchstellerin sei ein Ein- kommen von Fr. 4‘000.00 bei einem Pensum von 100 % anzurechnen (KG-act. 1, S. 7). aa) Im Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 wurde festgehalten, die Gesuchsgegnerin bemühe sich um eine Anstellung, habe allerdings noch kei- ne gefunden. Sie habe vom RAV Arbeitslosengelder von Januar 2017 bis Ok- tober 2017 von durchschnittlich Fr. 2‘540.35 pro Monat erhalten. Aufgrund des Alters und der fehlenden Ausbildung sei davon auszugehen, dass sie bei ei- nem 100 % Pensum ein Einkommen von Fr. 4‘000.00 erzielen könnte. Der Gesuchstellerin werde ein Einkommen von Fr. 2‘540.35 angerechnet, welches einem Arbeitspensum von ca. 60 % entspreche. Während der Ehe sei die Rol- lenverteilung die klassische Zuverdienerehe gewesen. Die Hauptbetreuungs- person für die Kinder sei die Gesuchsstellerin gewesen. Dementsprechend sei der Gesuchstellerin, nach der bisherigen Rollenverteilung und dem Alter des jüngsten Sohnes M.________ von mittlerweile 15 Jahren, ein Arbeitspensum von 60 % zuzumuten (KG-act. 18/1, E. 5.7). Im Abänderungsverfahren machte die Gesuchstellerin erstinstanzlich geltend, sie erhalte seit 14. August 2018 keine Taggelder der Arbeitslosenkasse mehr, weil sie ausgesteuert sei. Trotz intensiver Bemühungen habe sie noch keine neue Anstellung gefunden (Vi-act. A/I, S. 3). Der Gesuchsgegner wendete ein, Kantonsgericht Schwyz 25 weil der jüngere Sohn M.________ inzwischen eine Lehrstelle angetreten ha- be, sei der Gesuchstellerin ein Pensum von 100 % zumutbar. Es sei ihr zu- mutbar und möglich, eine entsprechende Arbeitsstelle in der Gastronomie- branche zu erhalten (Vi-act. A/II, S. 5 ff.). Die Vorinstanz erwog dazu, dem Eheschutzrichter sei bekannt gewesen, dass die Arbeitslosenentschädigung kein dauerhaftes Einkommen darstelle sowie dass die Arbeitslosigkeit bereits eine gewisse Weile angedauert habe und sich daher die Stellensuche für die Gesuchstellerin nicht einfach gestalte. Der Eheschutzrichter habe von Schwie- rigkeiten bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt ausgehen müssen. Die Ge- suchstellerin unterlasse es, detailliert auszuführen und nachzuweisen, dass die Erzielung auch des reduzierten Einkommens von Fr. 2‘540.00 ausge- schlossen sei. Soweit sie dazu Ausführungen mache, handle es sich um ge- nerelle Ausführungen, dass die Integration in den Arbeitsmarkt schwer sei. Die Gesuchstellerin müsste glaubhaft machen, dass sich aus unvorhersehbaren Umständen eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt nicht nur als durchaus schwie- rig, sondern als – nicht vorhersehbar – völlig unmöglich erweise. Die Gesuch- stellerin reiche nicht mehr ein, als dem Eheschutzrichter bereits vorgelegt worden sei. Dass sich die Stellensuche als geradezu aussichtslos gestalte, werde nur mit allgemeinen Ausführungen, die in ähnlicher Art im Eheschutz- verfahren bereits gemacht worden seien, begründet. Zu berücksichtigen sei dabei, was für den Eheschutzrichter ebenfalls absehbar gewesen sei, dass sich die zeitliche Verfügbarkeit der Gesuchstellerin nunmehr, da beide Söhne in der Lehre seien, noch einmal verbessert habe. Mangels eines Abände- rungsgrundes sei auch nicht zu prüfen, ob die Annahme deren 60prozentigen Erwerbstätigkeit sich aktuell noch als richtig erweise (angef. Verfügung, E 3.4; vgl. auch E. 5.a vorstehend). Der Gesuchsgegner stellt sich auch im Berufungsverfahren auf den Stand- punkt, dass der Gesuchstellerin seit dem Antritt der Lehrstelle von M.________ im August 2018, spätestens aber seit Erreichen des 16. Alters- jahres ein Pensum von 100 % zumutbar und möglich sei. Ab Wegfall sämtli-Kantonsgericht Schwyz 26 cher Betreuungsaufgaben sei ihr ein Einkommen von mindestens Fr. 4‘000.00 anzurechnen (KG-act. 1, S. 7). Die Gesuchstellerin, die selber keine Berufung erhob, führt insbesondere aus, Hintergrund der getroffenen Regelung im Ehe- schutzverfahren sei das starke Einkommensgefälle der Parteien gewesen. Dieses bestehe nach wie vor, die Einkommenssituation der Gesuchstellerin habe sich sogar noch verschärft. Ihr sei es trotz erheblichen Bemühungen nicht gelungen, im Arbeitsleben Fuss zu fassen (KG-act. 6, S. 3). bb) Bei der Festsetzung der zu leistenden Unterhaltsbeiträge ist grundsätz- lich vom tatsächlich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszuge- hen (BGE 137 III 118, E. 2.3; BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012, E. 3.2; BGE 128 III 4, E. 4.a). Soweit das tatsächlich erzielte Einkommen nicht aus- reicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 143 III 233, E. 3.2; BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012, E. 3.2; BGE 137 III 118, E. 2.3; vgl. BGE 128 III 4, E. 4.a; vgl. auch BGer 5A_21/2012 vom 3. Mai 2012, E. 3.3; vgl. Schwander, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 5. A., Basel 2014, N 4 zu Art. 176 ZGB). Damit ein höheres Einkommen als das tatsächlich erzielte an- gerechnet werden kann, genügt es mithin nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres Einkommen zu er- zielen. Wo die reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt, muss eine solche ausser Betracht bleiben (BGE 143 III 233, E. 3.2; BGE 128 III 4, E. 4.a; BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012, E. 3.2). Folglich kommt die rückwir- kende Anrechnung eines höheren Einkommens als des tatsächlich erzielten nicht in Frage, wenn es an der realen Möglichkeit der rückwirkenden Einkom- menserzielung fehlt (Urteil BGer vom 22. Januar 2016, 5A_184/2015, E. 3.2). cc) Nachdem die Vorinstanz einen Abänderungsgrund verneinte, musste sie nicht prüfen, ob der Gesuchstellerin die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit – Kantonsgericht Schwyz 27 gegebenenfalls mit welchem Pensum – zumutbar und tatsächlich möglich ist. Vorliegend wurde jedoch ein Abänderungsgrund bejaht, sodass diese Um- stände im Folgenden zu behandeln sind. Wie bereits festgehalten (s.o., E. 3.c), wäre der Gesuchstellerin im Hinblick auf die Kinderbetreuung sowohl bei Anwendung der bisherigen 10/16-Regel als auch dem nunmehr bzw. im Zeitpunkt der Gesuchstellung neu anwendbaren Schulstufenmodell ab dem 16. Altersjahr von M.________, d.h. seit dem ________ 2018, eine Vollzeiter- werbstätigkeit zumutbar. Gründe, weshalb der Gesuchstellerin abgesehen von der bisherigen „Kinderbetreuung“ einzig eine Teilzeittätigkeit oder gar keine Erwerbsarbeit zumutbar sein soll, werden vorliegend nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Selbst die Gesuchstellerin äussert sich nicht zur Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit und akzeptiert mindestens ein Pen- sum von 60 %, nachdem sie selber die vorinstanzliche Verfügung vom 25. Juli 2019 nicht anfocht. Weil keine Gründe gegen die Zumutbarkeit einer Vollzeit- tätigkeit vorliegen, ist davon auszugehen, dass der Gesuchstellerin ab Januar 2019 ein Pensum von 100 % zumutbar war. Umstritten ist jedoch, ob es der Gesuchstellerin tatsächlich möglich ist, eine entsprechende Arbeitsstelle zu finden. dd) Die Gesuchstellerin ist derzeit knapp 52 Jahre alt. Gemäss Eheschut- zentscheid lebten die Parteien eine klassische Zuverdienerehe, bei welcher der Gesuchsgegner zu 100 % erwerbstätig war, die Gesuchstellerin an ein oder zwei Abenden in der Woche arbeitete und sie die Hauptbetreuungsper- son für die Kinder war (KG-act. 18/1, E. 5.7). Sie arbeitete im S.________ bzw. danach in der T.________ (Vi-act. A/V, S. 6). Von Januar bis Oktober 2017 bezog die Gesuchstellerin Arbeitslosentaggelder (KG-act. 18/1, E. 5.7). Belegt ist, dass die Gesuchstellerin in den Monaten Januar bis August 2018 jeweils die vollen Arbeitslosentaggelder erhielt, ohne dass ihr Einstelltage – z.B. wegen fehlender Arbeitsbemühungen – abgezogen wurden (Vi-act. KB 6- 13). Dies ist ein Indiz dafür, dass sich die Gesuchstellerin jedenfalls in diesen Monaten hinreichend um eine neue Arbeitsstelle bemühte (Urteil BGer Kantonsgericht Schwyz 28 5A_138/2010 vom 8. Juli 2019, E. 2.2). Seit dem 14. August 2018 ist die Ge- suchstellerin ausgesteuert (Vi-act. KB 1) und erzielte kein Erwerbseinkommen mehr. Erstinstanzlich reichte die Gesuchstellerin sieben Dokumente ein, mit welchen sie Absagen auf Stellenbewerbungen im Zeitraum vom 26. Oktober 2018 bis am 18. Dezember 2018 erhielt (Vi-act. KB 31). Zweitinstanzlich sind drei weitere Absagen per E-Mail vom 22. bzw. 30. Juni 2020 dokumentiert (KG-act. 34/2). Der Gesuchsgegner legte Ausdrucke von zahlreichen Stelleninseraten ins Recht (Vi-act. BB 5). Dazu ist zunächst festzuhalten, dass einige Inserate eine abgeschlossene Ausbildung, v.a. im Gastronomie- oder Hotelfachbereich, voraussetzen (z.B. abgeschlossene Ausbildung in der Gastronomie bzw. Re- staurationsfachmann, U.________ AG, Inserat vom 18. Oktober 2018 und Hotel V.________, Inserat vom 17. Oktober 2018; Zusatzausbildung Barkee- per, W.________ AG, Inserat vom 25. Oktober 2018). Beide Kriterien erfüllt die Gesuchstellerin offensichtlich nicht, sodass diese offenen Stellen für sie nicht in Frage kommen bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmt mit einer Absage zu rechnen ist. Ebenso wenig dürften befristete Arbeitsstellen wenig sinnvoll sein, weil ihr vorliegend auf längere Dauer eine Erwerbstätigkeit ange- rechnet wird und sie bei einer befristeten Anstellung bald wieder eine neue Tätigkeit suchen müsste (z.B. Barchef bei X.________ [Inserat vom 8. Okto- ber 2018], Barkeeper bei Y.________ AG [Inserat vom 25. Oktober 2018], Praktikant Juniorkader bei Restaurant Z.________ [Inserat vom 22. Oktober 2018], Event Allrounder bei G.________ AG [Inserat vom 18. Oktober 2018]). Zudem befinden sich einige Arbeitsorte in grösserer Distanz zum Wohnort der Gesuchstellerin, sodass fraglich ist, ob der Arbeitsweg noch zumutbar ist (z.B.: Employee Cafeteria bei H.________ AG: Hinweg 1 h 24 min. per Auto [Inserat vom 19. Oktober 2018]; Barkeeper bei W.________ AG: Hinweg 1 h 15 min. per Auto [Inserat vom 25. Oktober 2018]). Schliesslich richten sich einige Inserate im Gastronomiebereich explizit an jüngere Personen, sodass die Gesuchstellerin mit derzeit 52 Jahren nur geringe Chancen haben würde Kantonsgericht Schwyz 29 (Inserat vom 24. Oktober 2018, I.________ GmbH; Inserat vom 18. Oktober 2018, U.________ AG). Trotzdem finden sich auch verschiedene Inserate, welche für die Gesuchstel- lerin durchaus in Frage kommen könnten: z.B. Chef de Bar bei J.________ AG (Inserat vom 15. Oktober 2018), Night Auditor bei Hotel R.________ (Inse- rat vom 10. Oktober 2018), Hauswirtschaftsmitarbeiterin 100 % bei AD.________ (Inserat vom 24. September 2018), Barkeeper bei AE.________ (Inserat vom 18. Oktober 2018), Buffet- und Baraushilfe bei AF.________ AG (Inserat vom 18. Oktober 2018). Kommt hinzu, dass die Behauptung, die Ge- suchstellerin arbeite derzeit abends in der AG.________ (KG-act. 32, S. 3), der Gesuchsgegner zwar unbelegt liess, dieses Vorbringen von der Gesuch- stellerin aber nicht bestritten wird (vgl. KG-act. 34, S. 3 Rz 8). Weitere Erörte- rungen mit dem diesbezüglichen zusätzlichen Vorbringen des Gesuchsgeg- ners in der Stellungnahme vom 2. September 2020 erübrigen sich zudem, nachdem den Parteien am 24. August 2020 mitgeteilt wurde, dass die Beru- fung in die Urteilsberatungsphase übertrete (vgl. Urteil BGer 4A_538/2017 vom 21. Dezember 2017, E. 4.4.2).Aufgrund des Gesagten und namentlich in Berücksichtigung der geringen Anzahl nachgewiesener Bewerbungen ist für das vorliegende Verfahren als genügend glaubhaft zu erachten, dass es der Gesuchstellerin tatsächlich möglich ist , eine Arbeitsstelle im Gastronomiebe- reich zu finden. Somit ist der Gesuchstellerin künftig (vgl. E. 5.b.ee nachfolgend) ein hypothe- tisches Einkommen als Mitarbeiterin im Gastronomiebereich mit einem Pen- sum von 100 % anzurechnen. Die Höhe eines solchen Einkommens kann an- hand des Lohnrechners „Salarium“ des Bundesamtes für Statistik berechnet werden (Six, a.a.O., Rz. 2.148). Für Berufe im Bereich personenbezogener Dienste in der Branche Gastronomie, ohne Kaderfunktion, ohne abgeschlos- sene Berufsausbildung, einem Alter von 52 Jahren und 5 Dienstjahren, bei 42 Wochenstunden in einem Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten, Kantonsgericht Schwyz 30 resultiert für Frauen ein monatliches Median-Bruttoeinkommen von Fr. 3‘936.00. In Berücksichtigung des Alters der Gesuchstellerin sowie nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge (inkl. BVG) ist mit einem Nettoein- kommen von (mind.) Fr. 3‘540.00 zu rechen. ee) Schliesslich ist zu bestimmen, ab wann ihr das soeben festgestellte Ein- kommen bei einem Pensum von 100 % effektiv angerechnet werden kann. Im Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 wurde der Gesuchstellerin ein Einkommen von Fr. 2‘540.35 bei einem Pensum von 60 % veranschlagt (KG-act. 18/1, E. 5.7). Während des erstinstanzlichen Abänderungsverfahrens durfte die Gesuchstellerin sich grundsätzlich darauf verlassen. Zwar kommt der Berufung gegen einen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen keine aufschiebende Wirkung zu (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO), sodass die Regelung gemäss Eheschutzentscheid auch während des laufenden Berufungsverfah- rens gilt. Der Gesuchstellerin musste jedoch zwischenzeitlich bewusst gewor- den sein, dass namentlich aufgrund der veränderten Verhältnisse den ge- meinsamen Sohn M.________ betreffend die Zumutbarkeit bzw. eine Er- höhung des Arbeitspensums auf 100 % nicht ohne Weiteres mehr von der Hand zu weisen ist. Deshalb ist ihr vorliegend lediglich eine kurze Übergangs- frist bis Ende Oktober 2020 zu gewähren. Das hypothetische Einkommen von Fr. 3‘540.00 für ein Pensum von 100 % im Gastgewerbe ist folglich ab No- vember 2020 massgebend. c) Der Gesuchsgegner macht geltend, sein aktuelles Einkommen betrage nur noch Fr. 7‘500.00 brutto (KG-act. 1, S. 8). aa) Im Eheschutzentscheid wurde festgehalten, basierend auf den Aus- führungen der Parteien und nach erfolgter Beweiserhebung durch das Gericht sei davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner ein Nettoeinkommen von Fr. 8‘151.35 aufweise. Hinzu kämen die Kinderzulagen von Fr. 420.00 pro Monat. Die Spesen von Fr. 900.00 würden ebenfalls hinzugerechnet, da sie Kantonsgericht Schwyz 31 regelmässig anfielen und daher als versteckter Lohnbestandteil zu betrachten seien. Es sei von einem Nettoeinkommen von Fr. 9‘471.35 auszugehen (KG-act. 18/1, E. 5.3). Im Abänderungsverfahren machte der Gesuchsgegner erstinstanzlich geltend, seit Januar 2018 erziele er einen geringeren Bruttolohn von Fr. 7‘500.00. Aus- bezahlt erhalte er pro Monat total Fr. 7‘744.60 (inkl. Kinder- und Ausbildungs- zulagen von Fr. 220.00 für M.________ und von Fr. 270.00 für L.________, inkl. Pauschalspesen von Fr. 900.00). Die mit den Pauschalspesen vergüteten Auslagen würden effektiv anfallen. Im Eheschutzverfahren habe das Gericht zu Unrecht angenommen, dass den pauschal ausbezahlten Spesen keine effektiven Auslagen gegenüberstünden. Mit den zusammengestellten Spe- senbelegen für das Jahr 2018 belege er, dass die pauschalen Repräsentati- onsspesen tatsächlich den wirklichen Ausgaben entsprächen. Die Geschäfts- lage der O.________ AG sei in den letzten Jahren schwierig gewesen. Er ha- be in der O.________ AG aufgrund der Zusatzkosten beim Bau der Liegen- schaft, der Trennungssituation, dem familiären Lebensbedarf und dem Ein- kommensverzicht der Gesuchstellerin eine Darlehensschuld von aktuell Fr. 458‘527.75 angehäuft. Sein Nettolohn inkl. 13. ML betrage pro Monat Fr. 6‘884.15 (Vi-act. A/I, S. 4 f.). Die Vorinstanz erwog dazu, der Gesuchsgegner stütze sich auf Entwicklun- gen, die sich noch vor Erlass des Eheschutzentscheides zugetragen haben müssten, wenn aufgrund eines angeblich tieferen Umsatzes in der Vergan- genheit der Lohn ab 1. Januar 2018 hätte nach unten angepasst werden müs- sen. Mit der Inventarliste sei nicht annähernd glaubhaft gemacht, dass der Umsatz dauerhaft gesunken sei. Bereits rein betriebswirtschaftlich sei kein direkter Schluss vom Inventar auf den Umsatz zulässig. Als Geschäftsführer habe der Gesuchsgegner einen direkten Einfluss auf die Höhe des ihm aus- bezahlten Lohnes. Dass der Lohn unmittelbar nach dem Erlass der Ehe- schutzverfügung gesunken sei, könne durchaus andere als geschäftsbedingte Kantonsgericht Schwyz 32 Gründe haben. Ein tieferes Einkommen sei unter diesen Voraussetzungen kein Abänderungsgrund. Die tatsächlichen Spesen seien nicht erneut zu quali- fizieren, die entsprechende Einschätzung durch den Eheschutzrichter sei in Rechtskraft erwachsen (angef. Verfügung, E. 4.5). bb) Der Gesuchsgegner reichte zwar zum Nachweis seines angeblich tiefe- ren Einkommens die Lohnabrechnungen von August und September 2018 ein, wonach ihm netto pro Monat Fr. 7‘744.60 (inkl. Kinderzulagen von total Fr. 490.00) ausbezahlt wurde (Vi-act. BB 1). Der Vorinstanz ist aber insofern zuzustimmen, als diese angebliche Lohnreduktion nicht glaubhaft erscheint. So sind die vom Gesuchsgegner eingereichten Fahrzeug-Inventarlisten 2016 und 2018 (Vi-act. BB 4) in keinerlei Weise geeignet, die finanzielle Situation der O.________ AG darzulegen. Hierfür hätte vielmehr z.B. eine Jahresrech- nung mit Bilanz vorgelegt werden müssen. Wenn der Gesuchsgegner behaup- tet, ab Januar 2018 weniger Einkommen zu erhalten und dass die Geschäfts- lage der O.________ AG „in den letzten Jahren“ schwierig gewesen sei (Vi-act. A/II, S. 5), so bezieht er sich tatsächlich auf Umstände, welche sich vor dem Erlass des ursprünglichen Eheschutzentscheides vom 29. Dezember 2017 (KG-act. 18/1) ereigneten. Wie bereits erwähnt (s.o., E. 2), bezweckt das Abänderungsverfahren lediglich die Anpassung des Eheschutzentscheides an seit Erlass dieses Entscheides veränderte Verhältnisse. Es dient nicht dazu, die ursprünglichen Verhältnisse nach Art einer Wiedererwägung neu zu beur- teilen (vgl. Six, Eheschutz, 2. A., Bern 2014, Rz. 4.02). Dies gilt auch für die Behauptung des Gesuchsgegners, die pauschal angerechneten Spesen wür- den effektiv anfallen. Soweit er hierzu neue Belege einreicht (Vi-act. BB 2), erklärt er nicht, weshalb er entsprechende Unterlagen nicht bereits im ur- sprünglichen Eheschutzverfahren hätte beibringen können. Die Wertung des Eheschutzrichters, wonach diese als versteckter Lohnbestandteil gelte, ist demnach beizubehalten. Wäre der Gesuchsgegner damit nicht einverstanden gewesen, hätte er dies auf dem Rechtsmittelweg gegen den ursprünglichen Eheschutzentscheid geltend machen müssen. Zusammenfassend konnte der Kantonsgericht Schwyz 33 Gesuchsgegner somit nicht glaubhaft machen, dass sein Einkommen seit dem Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 wesentlich und dauerhaft ge- sunken ist. Dem Gesuchsgegner ist im Folgenden ein Nettoeinkommen von monatlich Fr. 9‘051.35 (exkl. Fr. 420.00 Kinder- und Ausbildungszulagen) an- zurechnen (vgl. KG-act. 18/1, E. 5.3). Davon abgesehen begründet der Ge- suchsgegner seine Behauptung, ein tieferes Einkommen zu erzielen, zweitin- stanzlich nicht weiter. d) Als Einkommen von M.________ gilt zunächst die Ausbildungszulage von Fr. 270.00. Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, dass der Lehrlingslohn des unmündigen M.________ nicht an seinen Bedarf anzurechnen sei, weil dieser gering sei und sich der Lehrstellenbetrieb in P.________ befinde, was höhere Kosten verursache (Vi-act. A/I, S. 7 und KG-act. 6, S. 3). Demgegenüber woll- te der Gesuchsgegner erstinstanzlich den Lehrlingslohn von M.________ auf- grund der engen finanziellen Verhältnisse und weil M.________ über ein er- hebliches Vermögen verfüge vollständig von dessen Bedarf abziehen (Vi-act. A/II, S. 9). Zweitinstanzlich rechnet er ohne weitere Begründung die Hälfte des Lehrlingslohns an den Bedarf von M.________ an (KG-act. 1, S. 7). Die Eltern sind von ihrer Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind in dem Masse befreit, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Ar- beitserwerb oder andern Mitteln zu bestreiten (Art. 276 Abs. 3 ZGB). Dement- sprechend ist bei der Bemessung des Kindesunterhaltsbeitrages das Ein- kommen des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Diese Rege- lung hat Ausnahmecharakter. Sie setzt objektiv das Vorhandensein entspre- chender Mittel und subjektiv die Zumutbarkeit für das unterhaltsberechtigte Kind voraus (Fountoulakis/Breitschmid, a.a.O., N 32 zu Art. 276 ZGB). Die Zumutbarkeit bestimmt sich vor allem aus dem Vergleich der Leistungsfähig- keit von Eltern und Kind einerseits sowie der Höhe ihrer Leistungen und dem Bedarf des Kindes andererseits. Dabei sind an die Zumutbarkeit hohe Anfor- derungen zu stellen. In der Regel sollte vom minderjährigen Kind nicht mehr Kantonsgericht Schwyz 34 als 60 % seines Erwerbseinkommens verlangt werden (Schweighauser, in: FamKomm Scheidung, Bd. I, 3. A., Bern 2017, N 34 zu Art. 285 ZGB; vgl. Fountoulakis/Breitschmid, a.a.O., N 34 f. zu Art. 276 ZGB). Gemäss den Richtlinien des Kantonsgerichts Schwyz für die Berechnung des betreibungs- rechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG (Notbedarf) vom 7. De- zember 2009 ist der Abzug bei einem minderjährigen Kind in der Regel auf einen Drittel seines Nettoeinkommens, höchstens jedoch auf den für sie gel- tenden Grundbetrag zu bemessen (Ziff. IV.2 der Richtlinien). Der Lehrlingslohn von M.________ betrug im ersten Lehrjahr (August 2018 bis Juli 2019) Fr. 600.00 brutto (Vi-act. KB 5, Ziff. 7), d.h. netto Fr. 597.10 (in- kl. 13. ML; Vi-act. A/I, S. 5 und A/II, S. 9). Gemäss Ziff. 7 des Lehrvertrags erhöht sich der Lehrlingslohn im zweiten Lehrjahr (August 2019 bis Juli 2020) auf Fr. 750.00 brutto, im dritten Lehrjahr (August 2020 bis Juli 2021) auf Fr. 1‘000.00 brutto und im vierten Lehrjahr auf Fr. 1‘200.00 brutto (je zzgl. 13. ML). M.________ wohnt in Wollerau (KG-act. 1/3), sein Lehrbetrieb befindet sich in P.________ und die Berufsschule in Zürich (Vi-act. KB 5). Dementsprechend fallen zweifelsohne höhere Reisekosten und werktags auswärtige Verpflegungskosten an. Indes ist zu beachten, dass die Reisekos- ten und je nach Arbeitseinsatz die Verpflegungskosten von mindestens Fr. 5.00 pro (Werk-)Tag von der Lehrlingsfirma finanziert werden (vgl. KG-act. 22, S. 4). Kommt hinzu, dass M.________ einen 13. Monatslohn erhält. Ange- sichts dieser Umstände sowie desjenigen, dass grundsätzlich nicht der volle Lehrlingslohn für den Kindesbedarf zu verwenden ist, erscheint es als zumut- bar und rechtfertigt sich folglich, den Lehrlingslohn teilweise, d.h. ab dem drit- ten Lehrjahr im Umfang von Fr. 200.00 als Einkommen von M.________ an den Kindesunterhalt anzurechnen. e) Beim Bedarf der Gesuchstellerin macht der Gesuchsgegner geltend, die Gesuchstellerin sei erst per 31. Juli 2019 aus dem Haus ausgezogen und ha- be bis dahin keine Mietzinsen oder Hypothekarzinsen gezahlt (KG-act. 1, Kantonsgericht Schwyz 35 S. 8). Die Gesuchstellerin entgegnet, dass sie seit dem Verkauf der Liegen- schaft Mietzinsen bezahle (KG-act. 6, S. 5). Die Vorinstanz erwog, die Situati- on, wonach die Gesuchstellerin noch nicht aus dem ehelichen Haus ausgezo- gen sei und daher mietzinsfrei lebe, weil sie weder Miete noch Hypothekarzin- sen zahle, bestehe nach dem Verkauf der ehelichen Liegenschaft nicht mehr. Es sei ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Gesuchstellerin nunmehr Mietkosten anfielen. Andererseits sei bereits dem Eheschutzrichter bekannt gewesen, dass die Hypothekarzinsen nicht mehr bezahlt worden seien (an- gef. Verfügung, E. 4.3). Im Eheschutzentscheid wurde festgehalten, dass die Hypothekarzinsen [betreffend die eheliche Liegenschaft] gemäss Schreiben der AI.________ (Bank I) vom 30. Oktober 2017 durch die Parteien nicht mehr bezahlt würden. Der Gesuchstellerin würden daher durchschnittliche Wohn- kosten im Raum Wollerau von Fr. 2'400.00 angerechnet. Davon trage die Ge- suchstellerin 2/3 (Fr. 1'600.00) und je 1/6 (Fr. 400.00) die Söhne (KG-act. 18/1, E. 5.4). Mithin war tatsächlich bereits dem Eheschutzrichter bekannt, dass die Gesuchstellerin faktisch keine Hypothekar-/Mietzinsen zahl- te. Trotzdem wurden ihr für die Unterhaltsberechnung hypothetische Wohn- kosten angerechnet. Diese Wertung ist im Abänderungsverfahren beizubehal- ten. Der Gesuchsgegner wäre, sofern er damit nicht einverstanden war, gehal- ten gewesen, diesen Umstand auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen. Folglich ist der Gesuchstellerin der im Eheschutzentscheid festgestellte Bedarf von Fr. 3'294.20 (Grundbetrag Fr. 1'350.00, Wohnkostenanteil inkl. NK Fr. 1'600.00, Krankenkassenprämie KVG Fr. 344.20) auch vorliegend an- zurechnen. f) Zu seinem eigenen Bedarf führt der Gesuchsgegner aus, der Vorderrich- ter habe unrichtig festgestellt, dass er nur einen Unterhalt von Fr. 700.00 an den Sohn K.________ bezahle. Es seien Unterhaltskosten von Fr. 700.00 plus Krankenkasse von Fr. 111.60, d.h. Fr. 811.60 Barunterhalt, sowie ein Betreu- ungsunterhalt von Fr. 700.00, somit total Fr. 1'511.60 ausgewiesen (KG-act. 1, S. 8).Kantonsgericht Schwyz 36 aa) Die Vorinstanz erwog, wie die beiden eingereichten Unterhaltsverträge zueinander stünden führe der Gesuchsgegner nicht aus und ergebe sich auch nicht aus den offenbar nicht von der KESB genehmigten Unterhaltsverträgen. Dass der zweite Unterhaltsbeitrag kumulativ zu den Fr. 700.00, die nebst der Krankenkassenprämie zu zahlen seien, hinzutreten würde und Betreuungsun- terhalt darstelle, sei dem Wortlaut des Vertrages nicht zu entnehmen. Damit sei lediglich unsubstantiiert behauptet, dass sich der Unterhaltsbeitrag für K.________ erhöht habe. Wie es zu dieser Erhöhung gekommen sei, sei nicht ersichtlich und werde nicht ausgeführt (angef. Verfügung, E. 4.2). bb) Am 2. November 2016 unterzeichneten der Gesuchsgegner und AJ.________, die Mutter von K.________, einen Vertrag betreffend Unterhalt und Besuchsrecht. Der Gesuchsgegner verpflichtete sich darin, einen monatli- chen Unterhaltsbeitrag von Fr. 700.00 bis zum erfüllten achten Altersjahr, von Fr. 800.00 ab Beginn des neunten Altersjahres bis zum erfüllten 12. Altersjahr und von Fr. 900.00 ab Beginn des 13. Altersjahres bis zur Mündigkeit des Kindes zu bezahlen. Zusätzlich verpflichtete er sich, die Krankenkassenprä- mie von Fr. 104.55 pro Monat bis zur Volljährigkeit des Kindes zu bezahlen (Vi-act. BB 9). Am 1. Januar 2018 schlossen der Gesuchsgegner und AJ.________ einen weiteren Vertrag „Betreuungsunterhalt für K.________“, mit welchem sich der Gesuchsgegner verpflichtete, monatlich einen Betreu- ungsbeitrag von Fr. 700.00 bis zum vollendeten 16. Altersjahr zu bezahlen (Vi-act. BB 9). cc) Der Gesuchsgegner hielt in der Gesuchsantwort fest, dass der Barun- terhaltsbeitrag für den Sohn K.________ Fr. 700.00 plus die Krankenkassen- prämie von Fr. 111.60 sowie der Betreuungsunterhalt Fr. 700.00 betrage. Er bezahle für den Sohn K.________ somit pro Monat Fr. 1'511.60. In der tabel- larischen Aufstellung sind bei seinem Bedarf die beiden Positionen Betreu- ungsunterhalt (Fr. 700.00) und Barunterhalt K.________, inkl. KK (Fr. 811.60) aufgeführt (Vi-act. A/II, S. 10). Damit behauptete er genügend substantiiert, Kantonsgericht Schwyz 37 dass nebst dem Barunterhalt von Fr. 811.60 auch ein Betreuungsunterhalt von Fr. 700.00 vereinbart wurde. Indessen sind Unterhaltsbeiträge lediglich dann im Bedarf zu berücksichtigen, wenn nachgewiesen ist, dass diese auch tatsächlich gezahlt werden (vgl. SchKG-Richtlinien, Ziff. II.5). Der Gesuchs- gegner reichte keinerlei entsprechende Belege ein, sodass die Erhöhung des Unterhaltsbeitrages an K.________ (insbes. Betreuungsunterhalt) nicht zu berücksichtigen ist. dd) Im Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 wurde der Gesuchs- gegner verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt von L.________ Fr. 738.75 zu bezahlen (KG-act. 18/1, Dispositiv-Ziff. 5.1), d.h. den hälftigen Barbedarf von insgesamt Fr. 1'477.50 (KG-act. 18/1, E. 5.7). Die Gesuchstel- lerin errechnete erstinstanzlich im Abänderungsverfahren einen Barbedarf von L.________ von Fr. 1'489.60, bestehend aus Fr. 600.00 Grundbetrag, Fr. 800.00 Wohnkostenanteil und Fr. 89.60 Krankenkassenprämie (Vi-act. A/I, S. 5) und argumentierte einzig dahingehend, angesichts der Volljährigkeit von L.________ und seinem nicht unerheblichen Einkommen (netto Fr. 1'194.20 pro Monat, seit August 2018; vgl. Vi-act. KB 4) sei die Hälfte des Nettolohnes von L.________ an dessen vom Gesuchsgegner vollständig und seit Volljäh- rigkeit direkt an L.________ bezahlten Unterhaltsbeitrag anzurechnen. Dies ergebe einen vom Gesuchsgegner zu tragenden Barbedarf von Fr. 892.50 für L.________ (Vi-act. A/I, S. 6 f.). Der Gesuchsgegner stimmte letzterem Betrag zu und übernahm diesen ohne weitere Begründung in seine Berechnungen (Vi-act. A/II, S. 4 und 9 f.). Zweitinstanzlich wurde dieser Unterhaltsbeitrag nicht thematisiert bzw. auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt in Frage ge- stellt, sodass im Bedarf des Gesuchsgegners der Unterhaltsbeitrag für L.________ im Betrag von Fr. 892.50 aufzunehmen bzw. weiterhin zu belas- sen ist. ee) Die Wohnkosten des Gesuchsgegners wurden im Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 lediglich geschätzt und aufgrund der damals ange-Kantonsgericht Schwyz 38 ordneten alternierenden Obhut auf den Gesuchsgegner mit Fr. 1'600.00 und die beiden Söhne mit je Fr. 400.00 aufgeteilt (KG-act. 18/1, E. 5.4). Im vorlie- genden Abänderungsverfahren reichte er zweitinstanzlich den Mietvertrag vom 16. März 2018 für die von ihm bewohnte Einzimmerwohnung mit einem Mietzins von Fr. 900.00 (inkl. NK) ein (KG-act. 1/3). Dabei handelt es sich zwar um ein unechtes Novum, welches bereits vor Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung entstanden ist und daher im Berufungsverfahren grundsätzlich nur unter eingeschränkten Voraussetzungen erstmalig ins Recht gelegt werden kann (vgl. Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Unterliegt das Verfahren der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime, wie dies in Kinderbelangen der Fall ist (Art. 296 Abs. 1 ZPO), können die Parteien aber im Berufungsver- fahren Noven selbst dann vorbringen, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Vorliegend sind mit dem Unterhaltsbeitrag an M.________ auch Kinderbelange zu regeln, sodass der neu eingereichte Mietvertrag vom 16. März 2018 berücksichtigt werden kann. Auch wenn die Kontoauszüge mit den Mietzinszahlungen vom 1. bzw. 15. Mai 2020 einmalige Buchungen zu zeigen scheinen (KG-act. 28/2), kann es im vorliegenden Verfahren gerade noch als genügend glaubhaft erachtet werden, dass der Besuchsgegner tatsächlich für die Mietzinszahlungen auf- kommt. Für die Bedarfsberechnung ist schliesslich irrelevant, wie oft der Ge- suchsgegner angeblich bei seiner neuen Partnerin übernachtet (vgl. die Be- hauptung der Gesuchstellerin in KG-act. 6, S. 5), weil ihm die Mietkosten un- abhängig von der Nutzung der Wohnung anfallen. Dem Gesuchsgegner ist daher ein Mietzins von Fr. 900.00 anzurechnen. ff) Folglich beträgt der Bedarf des Gesuchsgegners total Fr. 4'163.15 (Grundbetrag Fr. 1'350.00, Wohnkosten inkl. NK Fr. 900.00, Krankenkassen- prämie KVG Fr. 320.65, Unterhaltsbeitrag K.________ Fr. 700.00, Unterhalts- beitrag L.________ Fr. 892.50; vgl. KG-act. 18/1, E. 5.4).Kantonsgericht Schwyz 39 g) Beim Bedarf von M.________ will der Gesuchsgegner den Mietzins der Wohnung an der F.________strasse xx von Fr. 900.00 sowie die aktuelle Krankenkassenprämie von Fr. 148.00 angerechnet wissen (KG-act. 1, S. 7). M.________ bewohnt indessen die Zweizimmerwohnung gemäss Mietvertrag vom 4. Juni 2018 mit einem Mietzins von Fr. 1‘250.00 zzgl. Fr. 150.00 akonto NK (KG-act. 1/4 = Vi-act. BB 11). Der Gesuchsgegner reichte einen Konto- auszug mit einer Gutschrift über Fr. 1‘250.00 an die O.________ AG (KG-act. 28/3) ein. Zum Einwand der Gesuchstellerin, dass eine tatsächliche Zahlung durch den Gesuchsgegner in Frage gestellt werde, wird auf die Aus- führungen unter E. 4.e/ee verwiesen. Dieser ist somit im Bedarf von M.________ zu berücksichtigen. Die vom Gesuchsgegner geltend gemachte Krankenkassenprämie für M.________ von Fr. 148.00 pro Monat ist durch die Krankenkassenprämienrechnung vom 28. Mai 2019, welche die Gesuchstel- lerin einreichte, belegt (KG-act. 6/3), sodass diese anzurechnen ist. Die Ge- suchstellerin wendet ein, sie zahle die Krankenkassenprämie von M.________ immer noch (KG-act. 6, S. 5; KG-act. 6/3). Der Gesuchsgegner bestätigt dies (KG-act. 28, S. 2), will die Krankenkassenpolice aber auf ihn übertragen las- sen (KG-act. 9, S. 5). Weil dem Gesuchsgegener die alleinige Obhut über M.________ zukommen soll, fallen die Bedarfspositionen für M.________ ab dem Zeitpunkt der Änderung der bisherigen Obhutsregelung (1. November 2018) bei ihm an. Deshalb rechtfertigt es sich, die Krankenkassenbeiträge für M.________ rechnerisch auf der väterlichen Seite des Bedarfs von M.________ zu berücksichtigen. Der Gesuchsgegner ist aber zu verpflichten, der Gesuchstellerin die von ihr ab dem Zeitpunkt der alleinigen Obhut durch den Gesuchsgegner (1. November 2018) allenfalls weiterhin noch geleisteten Krankenkassenbeiträge nach Vorweisen entsprechender Belege zu vergüten. Weitere Positionen werden nicht geltend gemacht (KG-act. 1, S. 7) und wur- den auch im Eheschutzentscheid nicht berücksichtigt (KG-act. 18/1, E. 5.4). Der Barbedarf für M.________ beträgt somit total Fr. 1‘998.00 (Grundbetrag Fr. 600.00 [Ziff. I.1.4 der SchKG-Richtlinien], Wohnkosten Fr. 1‘250.00, Kran- kenkasse KVG Fr. 148.00).Kantonsgericht Schwyz 40 h) Schliesslich macht die Gesuchstellerin geltend, M.________ habe nach dem Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft ab Mitte April 2018 bis Ende Oktober 2018 beinahe ausschliesslich bei ihr gewohnt anstatt wie angeordnet alternierend bei beiden Eltern. In dieser Zeit habe sie sämtliche Kosten für M.________ bezahlt, weshalb eine Neufestsetzung der Unterhaltsbeiträge ab 1. Oktober 2018 unangebracht wäre (KG-act. 6. S. 3 f.; KG-act. 26, S. 2; KG-act. 30, S. 2; im Zusammenhang mit der Obhutsumtei- lung: Vi-act. A/V, S. 10 und Vi-act. A/VII, S. 3). Die Vorinstanz erwog dazu, die substantiierte Aufstellung der Gesuchstellerin, die vom Gesuchsgegner nur unsubstantiiert bestritten werde, zeige, dass die alternierende Obhut zuvor (d.h. bereits vor Ende Oktober 2018) ebenfalls nicht gemäss der Eheschutz- regelung gehandhabt worden sei und die Söhne zu einem viel grösseren Teil bei der Gesuchstellerin gewohnt hätten (angef. Verfügung, E. 5.2). Die Gesuchstellerin reichte als Nachweis eine „Aufenthaltstabelle M.________ & L.________“ ein, in welcher sie vom 16. April 2018 bis am 11./13. Novem- ber 2018 notierte, wo sich M.________ und L.________ aufhielten („bei mir“, „Vater“, „Lager“ etc.; Vi-act. KB 29). Demnach wohnte M.________ bis am 24. Oktober 2018 offenbar mehrheitlich bei der Mutter. Der Gesuchsgegner bestritt indessen diese Tabelle. Die Kinder hätten sich mehrheitlich an den Turnus gehalten. Zu Beginn seien sie häufiger bei der Gesuchstellerin gewe- sen, da diese im schönen Haus gewohnt und der Gesuchsgegner nur eine provisorische Unterkunft gehabt habe. Danach habe sich dies aber geändert (Vi-act. A/VI, S. 3). M.________ sagte anlässlich seiner Anhörung aus, die alternierende Obhut habe nach Beginn seiner Lehre kaum geklappt, weil der Arbeitsweg lang gewesen sei. Die Zeit habe nicht mehr genügt, um den Auf- enthalt jeweils zu wechseln. Sein Vater habe etwa 2-3 Monate vor Lehrbeginn, ca. im März, ausziehen müssen. Danach sei er sehr viel bei der Mutter gewe- sen. In dieser Zeit habe er selber entscheiden können, bei wem er sei. Der Vater habe bei der Grossmutter gewohnt, weshalb ein Umzug zu ihm nicht in Frage gekommen sei (KG-act. 22, S. 3). Die Aussagen von M.________ Kantonsgericht Schwyz 41 stimmen demnach mit der Aufenthaltstabelle der Gesuchstellerin überein, so- dass glaubhaft ist, dass M.________ von Mitte April bis Ende Oktober 2018 fast ausschliesslich bei der Mutter wohnte. Mindestens die im Bedarf von M.________ aufgeführten Positionen Grundbedarf und Wohnkosten fielen in dieser Zeit nur bei der Mutter an. Der Gesuchsgegner bestreitet nicht, der Ge- suchstellerin für M.________ nur den gemäss Eheschutzentscheid angeord- neten hälftigen Bedarf von M.________ als Unterhaltsbeitrag gezahlt zu ha- ben. Die Gesuchstellerin beantragte indessen für die entsprechenden Monate keine Erhöhung des Unterhaltsbeitrages. Deshalb rechtfertigt es sich als Aus- gleich der Unterhaltslast, die Änderung der Unterhaltspflicht zufolge der nun- mehr alleinigen Obhut durch den Gesuchsgegner erst ab 1. Mai 2019 vorzu- nehmen. Im Zeitraum zwischen 1. November 2018 (Änderung der Obhut) und dem 30. April 2019 kommt folglich weiterhin die Unterhaltsregelung gemäss Eheschutzentscheid vom 29. Dezember 2017 zur Anwendung. i) Aus den vorstehenden Erwägungen ergeben sich die folgenden neuen Unterhaltsberechnungen: aa) 1. Mai 2019 bis 31. Juli 2020 Gesuchstellerin Gesuchsgegner M.________ Einkommen Fr. 2540.35 Fr. 9051.35 Fr. 270.00 Bedarf Fr. 3294.20 Fr. 4163.15 Fr. 1998.00 Manko/Ü’schuss Fr. -753.85 Fr. 4888.20 Fr. -1728.00 Bei einer Gegenüberstellung des Gesamteinkommens von Fr. 11‘861.70 und dem Gesamtbedarf von Fr. 9‘455.35 ergibt sich ein Gesamtüberschuss von Fr. 2‘406.35. Die Gesuchstellerin kann ihren Bedarf mit ihrem eigenen Ein- kommen nicht decken, sodass sie für die Tragung des Kindesbarunterhalts nicht leistungsfähig ist. Das Manko ist aber nicht betreuungsbedingt, weil die Obhut über M.________ ab November 2018 allein dem Vater zukam resp. zukommt und der Gesuchstellerin aufgrund des Alters von M.________ grundsätzlich ein Vollpensum zumutbar gewesen wäre, sodass kein Betreu-Kantonsgericht Schwyz 42 ungsunterhalt geschuldet ist. Vom Einkommen des Gesuchsgegners von Fr. 9‘051.35 ist zunächst sein eigener Bedarf von Fr. 4‘163.15 sowie der von ihm zu tragende Nettokindesbedarf von Fr. 1‘728.00 abzuziehen, wodurch sich ein Überschuss von Fr. 3‘160.20 ergibt. Sodann hat die Gesuchstellerin grundsätzlich Anspruch auf Ehegattenunterhalt im Umfang ihres Mankos von Fr. 753.85. Der Ehegattenunterhaltsbeitrag unterliegt jedoch der Dispositi- onsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO; Six, a.a.O., Rz. 1.03 und 2.62). Die Gesuch- stellerin erhob gegen den ihr Gesuch um Festlegung höherer Unterhaltsbei- träge abweisenden Entscheid der Vorinstanz keine eigene Berufung (vgl. KG-act. 6) und akzeptierte damit den ihr im ursprünglichen Eheschutzent- scheid zugesprochenen Unterhaltsbeitrag von Fr. 597.30 (KG-act. 18/1, Dis- positivziffer 5.2), sodass dieser die Obergrenze des vorliegend zulässigen Ehegattenunterhaltsbeitrages bildet (vgl. vgl. Urteil BGer 5A_165/2018 vom 25. September 2018, E.3.4). Der vorstehend errechnete Betrag ist insoweit zu kürzen. Zusammenfassend resultieren folgende Unterhaltsbeiträge (mathema- tisch auf den Franken gerundet): vom Gesuchsgegner zu tragender Kindesunterhaltsbeitrag für M.________: Fr. 1’728.00 Barunterhalt Ehegattenunterhaltsbeitrag des Gesuchsgegners an die Gesuchstellerin: Fr. 597.00 bb) 1. August 2020 bis 31. Oktober 2020 Gesuchstellerin Gesuchsgegner M.________ Einkommen Fr. 2540.35 Fr. 9051.35 Fr. 470.00 Bedarf Fr. 3294.20 Fr. 4163.15 Fr. 1998.00 Manko/Ü’schuss Fr. -753.85 Fr. 4888.20 Fr. -1528.00 Bei einer Gegenüberstellung des Gesamteinkommens von Fr. 12‘061.70 und dem Gesamtbedarf von Fr. 9‘455.35 ergibt sich ein Gesamtüberschuss von Fr. 2‘606.35. Die Gesuchstellerin kann ihren Bedarf mit ihrem eigenen Ein- kommen weiterhin nicht decken, sodass sie für die Tragung des Kindesbarun-Kantonsgericht Schwyz 43 terhalts nicht leistungsfähig ist. Das Manko ist aber wie bereits festgestellt nicht betreuungsbedingt, sodass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. Vom Einkommen des Gesuchsgegners von Fr. 9‘051.35 ist zunächst sein ei- gener Bedarf von Fr. 4‘163.15 sowie der von ihm zu tragende Nettokindesbe- darf von Fr. 1‘528.00 abzuziehen, wodurch sich ein Überschuss von Fr. 3‘360.20 ergibt. Sodann hat die Gesuchstellerin wiederum grundsätzlich Anspruch auf Ehegattenunterhalt im Umfang ihres Mankos von Fr. 753.85. Wie bereits festgestellt, ist dieser Betrag aufgrund der für den Ehegattenun- terhalt geltenden Dispositionsmaxime auf Fr. 597.30 zu begrenzen s.o., E. 5.i.aa). Zusammenfassend resultieren folgende Unterhaltsbeiträge (ma- thematisch auf den Franken gerundet): vom Gesuchsgegner zu tragender Kindesunterhaltsbeitrag für M.________: Fr. 1’528.00 Barunterhalt Ehegattenunterhaltsbeitrag des Gesuchsgegners an die Gesuchstellerin: Fr. 597.00 cc) ab 1. November 2020 Gesuchstellerin Gesuchsgegner M.________ Einkommen Fr. 3345.60 Fr. 9051.35 Fr. 470.00 Bedarf Fr. 3294.20 Fr. 4163.15 Fr. 1998.00 Manko/Ü’schuss Fr. 51.40 Fr. 4888.20 Fr. -1528.00 Bei einer Gegenüberstellung des Gesamteinkommens von Fr. 12‘866.95 und dem Gesamtbedarf von Fr. 9‘455.35 ergibt sich ein Gesamtüberschuss von Fr. 3‘411.60. Die Gesuchstellerin erzielt mit ihrem eigenen Einkommen einen geringen Überschuss. Grundsätzlich hätten die Eltern den Kindesunterhalt im Verhältnis ihrer Überschussanteile zu tragen. Der Anteil der Gesuchstellerin am Gesamtüberschuss beider Eltern zusammen beträgt jedoch nur 1,04 %, sodass es sich aufgrund der Geringfügigkeit ihres Überschusses rechtfertigt, den gesamten Kindesunterhaltsbeitrag dem Gesuchsgegner aufzuerlegen. Mit seinem Einkommen von Fr. 9‘051.35 hat der Gesuchsgegner seinen eigenen Kantonsgericht Schwyz 44 Bedarf von Fr. 4‘163.15 sowie den Nettokindesbedarf von Fr. 1‘528.00 zu tra- gen. Der Unterhaltsbeitrag für die Gesuchstellerin ist aufgrund der für den Ehegattenunterhalt geltenden Dispositionsmaxime (wiederum) auf Fr. 597.30 zu begrenzen (s.o., E. 5.i.aa). Zusammenfassend resultieren folgende Unter- haltsbeiträge (mathematisch auf den Franken gerundet): vom Gesuchsgegner zu tragender Kindesunterhaltsbeitrag für M.________: Fr. 1’528.00 Barunterhalt Ehegattenunterhaltsbeitrag des Gesuchsgegners an die Gesuchstellerin: Fr. 597.00 6. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die Vorinstanz erwog, ausgangsgemäss (Abweisung der beid- seitigen Abänderungsbegehren) seien die Prozesskosten von den Parteien hälftig zu tragen und es seien keine Parteientschädigungen zuzusprechen (angef. Verfügung, E. 6). Im Gegensatz zur angefochtenen Verfügung wird vorliegend im Wesentlichen der Antrag des Gesuchsgegners um Änderung der Obhutszuteilung gutgeheissen. Betreffend Unterhaltsbeiträge unterliegen beide Parteien, die Gesuchstellerin betreffend Ehegattenunterhalt jedoch in wesentlich grösserem Umfang. Demzufolge sowie angesichts des augenfälli- gen Einkommensunterschiedes rechtfertigt es sich (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO), die je hälftig auferlegten Prozesskosten zu belassen. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind bei teilweiser Gutheissung der Be- rufung nach dem Verfahrensausgang zu verteilen (Art. 106 Abs. 2 ZPO); nach Art. 107 Abs. 1 lit c ZPO kann das Gericht die Prozesskosten in familienrecht- lichen Verfahren nach Ermessen verteilen. Der Gesuchsgegner obsiegt mit seinem Antrag betreffend Obhutsregelung über M.________, unterliegt jedoch betreffend Kinder- und Ehegattenunterhalt. Im Gesamten gesehen unterliegt er ermessensweise zu 2/3, sodass ihm die Prozesskosten in diesem Umfang aufzuerlegen sind. Sodann hat der Gesuchsgegner die Gesuchstellerin für das Kantonsgericht Schwyz 45 Berufungsverfahren angemessen zu entschädigen. Im summarischen Verfah- ren beträgt das Honorar der Rechtsanwälte auch im Berufungsverfahren Fr. 300.00 bis Fr. 4‘800.00 (§ 10 GebTRA). Innerhalb dieses Tarifrahmens ist die Entschädigung nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitauf- wand zu bemessen (§ 2 Abs. 1 GebTRA). Es wurden keine Kostennoten ein- gereicht, sodass die Entschädigungen ermessensweise festzulegen sind (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Betreffend den gesuchsgegnerischen Rechtsanwalt er- scheint für die knapp neunseitige Berufung (KG-act. 1) und vier kürzere Ein- gaben (KG-act. 9, 13, 28, 32) angesichts der für die Betroffenen jeweils hohen Bedeutung der Obhutszuteilung und der Unterhaltsbeiträge, der jedoch nicht sehr hohen tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeit der Streitsache eine Entschädigung von Fr. 3‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) als angemessen. Der gesuchstellerische Rechtsanwalt hatte für die fünfseitige Berufungsant- wort (KG-act. 6) und fünf kurze Eingaben (KG-act. 11, 15, 26, 30, 34) unge- fähr den gleichen Aufwand, sodass seine Entschädigung ebenfalls auf Fr. 3‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) festzulegen ist. Nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche (2/3 abzgl. 1/3) hat der Gesuchsgegner die Ge- suchstellerin daher mit reduziert Fr. 1‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. 7. Sämtliche Entscheide, welche Kinderbelange in familienrechtlichen An- gelegenheiten behandeln, sind dem betroffenen Kind, welches das 14. Alters- jahr vollendet hat, zu eröffnen (Art. 301 lit. b ZPO). Der Gesetzgeber wählte nicht die Urteilsfähigkeit eines Kindes, sondern eine fixe Altersgrenze als Kri- terium für die Eröffnungspflicht. Somit ist der vorliegende Entscheid dem knapp 18-jährigen Sohn M.________ ebenfalls zu eröffnen;-Kantonsgericht Schwyz 46 beschlossen: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird die Verfügung des Einzel- richters am Bezirksgericht Höfe vom 25. Juli 2019 (ZES 2018 569) auf- gehoben und wie folgt ersetzt: 1. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 4, 5.1 und 5.2 der Verfügung Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 29. Dezember 2017 (ZES 2016 113) aufgehoben und wie folgt ersetzt bzw. ergänzt: 4.1 M.________, geb. ________ 2002, wird ab 1. November 2018 unter die alleinige Obhut des Vaters gestellt. 4.2 Im Hinblick auf das Alter von M.________ wird auf eine Regelung des Besuchs- und Ferienrechts verzichtet. 5.1 Der Gesuchsgegner/Vater ist verpflichtet, den monatlichen Unterhaltsbeitrag für M.________ wie folgt zu tragen: 1. Mai 2019 bis 31. Juli 2020: Fr. 1’728.00 (Barunterhalt) ab 1. August 2020: Fr. 1’528.00 (Barunterhalt) Der Gesuchsgegner/Vater bezieht die Ausbildungszulage für M.________ von Fr. 270.00 pro Monat. 5.2 Der Gesuchsgegner/Vater ist verpflichtet, gegen Nachweis der Zahlungen der Gesuchstellerin/Mutter die Krankenkassenprämien für M.________, welche sie ab 1. November 2018 bezahlte, zu vergüten. 5.3 Der Gesuchsgegner ist verpflichtet, weiterhin der Gesuchstellerin ab 1. Mai 2019 an deren persönlichen Unterhalt einen Betrag von monatlich Fr. 597.00 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2‘500.00 werden zu 2/3 dem Gesuchsgegner mit Fr. 1‘666.70 und der Gesuchstellerin zu 1/3 mit Fr. 833.30 auferlegt und vom Kostenvorschuss des Berufungsführers bezogen. Die Gesuchstellerin hat dem Gesuchsgegner ihren Kostenan- teil von Fr. 833.30 zu bezahlen.Kantonsgericht Schwyz 47 3. Der Gesuchsgegner hat die Gesuchstellerin für das Berufungsverfahren mit reduziert Fr. 1‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert übersteigt Fr. 30'000.00. 5. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), M.________ (1/A), die Vorinstanz (1/A), sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin Versand 16. September 2020 kau