B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Entscheid bestätigt durch BGer mit Urteil vom 22.05.2017 (2C_582/2016) Abteilung II B-3797/2015 U r t e i l v o m 1 3 . A p r i l 2 0 1 6 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Pascal Richard, Richterin Eva Schneeberger, Richter Francesco Brentani, Richter Hans Urech, Gerichtsschreiberin Beatrice Badilatti. Parteien Publicom AG, vertreten durch Rechtsanwältin Mirjam Barmet, Steinbrüchel Hüssy, Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Kommunikation BAKOM, Zukunftstrasse 44, Postfach 252, 2501 Biel, Vergabestelle. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen - (1552) 808 Analyse des SRG Online-Angebotes, SIMAP-Meldungsnummer 868921 (Projekt-ID 122001). B-3797/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Am 28. Januar 2015 schrieb das Bundesamt für Kommunikation BAKOM (im Folgenden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel "(1552) 808 Analyse des SRG Onl ine-An- gebotes" einen Dienstleistungsa uftrag im offenen Verfahren aus (Mel- dungsnummer: 852823). Gemäss Ziffer 2.5 der Ausschreibung umfasst der Auftrag Analysen des Online -Angebots der SRG SSR, wobei diese sich jeweils auf ein Kalenderjahr beziehen und jähr lich durchgeführt werden müssen. Mit den Analysen soll das Online -Angebot anhand quantitat iver Methoden untersucht werden. Die Stichprobe muss jeweils so gezogen werden, dass sie für das gesamte Online -Angebot aller vier Unterneh- menseinheiten der SRG SSR ( SRF, RSR, RSI, RTR) repräsentativ ist. Schliesslich sollen die Analysen feststellen, wie der Auftrag gemäss Art. 13 der SRG -Konzession in den untersuchten Onlineangeboten umgesetzt wird. Dabei soll an die bisher durchgeführten Programmana lysen, welche auf der Homepage der Vergabestelle aufgeschaltet sind, angeknüpft wer- den. A.b In der Folge gingen fristgerecht zwei Angebote ein, nämlich dasjenige der Publicom AG und jenes der Universität Zürich. A.c Der Zuschlag vom 20. Mai 2015 an die Universität Zürich (im Folgen- den: Zuschlagsempfängerin) wurde am 26. Mai 2015 auf der Internetplatt- form SIMAP (Meldungsnummer: 868921) publiziert. Der Dienstleistungs- auftrag wurde zu einem Preis von Fr. 688'188.- (ohne MwSt.) vergeben. Im Rahmen der Evaluation der Angebote erhielt d ie Zuschlagsempfängerin insgesamt 9'700 von maximal 10'000 Punkten, während das Angebot der Publicom AG mit 9'511 Punkten bewertet wurde. A.d Gegen die Zuschlagsverfügung vom 26. Mai 2015 erhob die Publicom AG (im Folgenden: Beschwerdefüh rerin) am 15. Juni 201 5 Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, es sei die Zuschlagsverfü- gung vom 26. Mai 2015 aufzuheben und der Zuschlag der Beschwerdefüh- rerin zu erteilen. Eventualiter sei der Zuschlagsentscheid aufzuheben und die Sache mit Weisungen entsprechend den Anträgen der Beschwerdefüh- rerin zur neuen Beurteilung an die Vergabestelle zurückzuweisen. In pro- zessualer Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu er-B-3797/2015 Seite 3 teilen. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin vor, die Vergabe- stelle verle tze durch eine unzulässige Änderung der Zuschlagskriterien bzw. durch ein nachträgliches Vorschieben eines zu Beginn der Ausschrei- bung nicht klar kommunizierten Zuschlagskriteriums das Transparenzprin- zip sowie Art. 21 Abs. 2 BöB, soweit mit dieser Norm die Anforderungen an die Publikation von Zuschlagskriterien und Subkriterien beschrieben wer- den ( Beschwerde, S. 8 ff.). Die Vergabestelle habe betreffend das Zu- schlagskriterium 3 von den Anbietern zwei Referenzstudien verlangt, wel- che den Anforderungen gemäss Anhang 4 des Pflichtenhefts zu entspre- chen hatten. Gemäss Anhang 4 (ZK3_3) habe die Referenzstudie mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung das ausgeschriebene Projekt zu repräsentieren, wobei namentlich die Online -Angebote der SRG SSR untersucht werden müssen. Der Beschwerdeführerin habe man beim Subkriterium "inhaltliche Vergleichbarkeit" 400 Punkte abgezogen, womit ihr beim Zuschlagskrite- rium 3 "Referenzstudien" 1‘600 von maximal 2‘000 Punkten vergeben wur- den. Die Vergabestelle habe diese Bewertung dahingehen d begründet, dass die Repräsentativität nicht gegeben sei, indem die Beschwerdeführe- rin das Subkriterium ZK3_03 "inhaltliche Vergleichbarkeit" (Anhang 4 des Pflichtenhefts) des Zuschlagskriterium s 3 "Referenzstudien" nicht erfüllt habe, weil sie die Stichp robe nicht – wie angeblich vorgegeben – in der Form gezogen habe, dass sie für das gesamte Online -Angebot aller vier Unternehmenseinheiten der SRG repräsentativ sei (SRF, RSR, RSI, RTR). Nach Ansicht der Beschwerdeführerin ergibt sich d as von der Vergabe- stelle bei der Bewertung nun vorgebrachte Kriterium, wonach die einzu- reichenden Referenzstudien derart erstellt werden müssen, dass sie das gesamte Online-Angebot aller vier Unternehmenseinheiten der SRG SSR abdecken, weder aus der abschliessenden Aufzählung der Anforderungen unter ZK 3_03 (Anhang 4 des Pflichtenhefts), noch aus der Beschreibu ng im Pflichtenheft selbst (vgl. Ziff. 5.4 zum Zuschlagskriterium 3). Die Beschwerdeführerin bezweifelt ausserdem, dass das Angebot der Zu- schlagsempfängerin kosten deckende Preise enthält (Beschwerde, S. 17 ff.). Das Angebot der Zuschlagsempfängerin liege zwar preislich nur rund 3 Prozent unter demjenigen der Beschwerdeführerin, doch hege sie die Vermutung, dass die Zuschlagsempfängerin unter Kosten offeriert habe, weil ihre Methodik viel personalaufwändiger sei als die technologie- basierte Methodik der Beschwerdeführerin. Aus der Tatsache, dass die von der Vergabestelle veranschlagte Anzahl Stunden für das Projekt (rund 11'495 Stunden) tendenziell auf den Erfahrungswerten der den Auftrag bis anhin ausführende n Zuschlagsempfängerin beruhten, schliesst die Be-B-3797/2015 Seite 4 schwerdeführerin, dass diese offenbar einen durchschnittlichen Stunden- ansatz von Fr. 60.- veranschlage. Die Zuschlagsempfängerin habe, indem sie deutlich unter Kosten offeriert habe, ein unzulässiges Unterangebot ein- gereicht. Die Vergabestelle sei zwar nicht verpflichtet gewesen, weitere Ab- klärungen zu treffen zur Frage, ob einer der in Art. 11 BöB genannten Aus- schlussgründe gegeben sei. Indessen sei zusätzlich die Verletzung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb relevant (Be- schwerde, S. 20 f.). Ein Unterangebot eines öffentlich -rechtlichen Anbie- ters sei aus lauterkeitsrechtlicher Sicht zu beanstanden; es müsse verhin- dert werden, dass Dienstleistungen der Zuschlagsempfängerin mit Steuer- geldern quersubventioniert werden, um diese dann nicht kostendeckend am freien Markt anzubieten (Beschwerde, S. 2 1 ff.). Mit der Veranschla- gung von Unterkosten habe die Zuschlagsempfängerin gegen das Zürcher Universitätsgesetz und gegen das Finanzreglement verstossen, womit eine Verletzung von Art. 2 UWG einhergehe. Dieses UWG-widrige Verhal- ten begründe einen Ausschluss- bzw. Widerrufsgrund im Sinne von Art. 11 BöB. B. Mit superprovisorischer Anordnung vom 17. Juni 2015 untersagte der Instruktionsrichter bis zum Entscheid betreffend die Erteilung der aufschie- benden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, namentlich den Vertrags - schluss mit der Zuschlagsempfängerin. Gle ichzeitig wurde die Vergabe- stelle ersucht, die vollständigen Akten betreffend das in Frage stehende Vergabeverfahren einzureichen und zu den prozessualen Anträgen der Be- schwerdeführerin Stellung zu nehmen. Der Zuschlagsempfängerin wurde mit Hinweis auf die Kostenfolgen freigestellt, ebenfalls eine Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen einzureichen. C. C.a Mit Vernehmlassung vom 1. Juli 2015 beantragte die Vergabestelle die Abweisung des Antrags der Beschwerdeführerin auf Erteilung der auf- schiebenden Wirkung . Die Vergabestelle macht e nicht geltend, die Be- schwerde sei offensichtlich unbegründet (Vernehmlassung, Ziff. 2.2). In Bezug auf die Interessenabwägung brachte sie indessen vor, das öffentli- che Interesse an einer raschen Umsetzung des ausgeschriebenen Dienst- leistungsauftrags mit Blick auf die konzessionsrechtlichen Vorgaben und der entsprechenden Aufsichtsfunktion der Vergabestelle spreche gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. B-3797/2015 Seite 5 C.b Gleichzeitig mit der Vernehmlassung vom 1. Juli 2015 reichte die Vergabestelle die Verfahrensakten (jeweils in einer geschwärzten und un- geschwärzten Version) ein. D. D.a Mit Verfügung vom 1. Juli 2015 wurde der Beschwerdeführerin unter Hinweis darauf, dass im Zwischenverfahren zur aufschiebenden Wirkung grundsätzlich kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet werde, die Gele- genheit eingeräumt, Stellung zu nehmen in Bezug auf die in der Vernehm- lassung der Vergabestelle vom 1. Juli 2015 geltend gemachte Dringlichkeit. D.b Mit Verfügung vom 2. Juli 2015 wurden die Vorakten der Beschwerde- führerin in teilweise geschwärzter Form zugestellt. D.c Mit Eingabe vom 6. Juli 2015 replizierte die Beschwerdeführerin zur Argumentation der Vergabestelle betreffend die Interessenabwägung. E. Mit Zwischenentscheid vom 13. Juli 2015 wurde dem Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung teilweise entsprochen und der Beschwerde die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die Gegenstand der Option bil- denden Studien für die Jahre 2016 und 2018 gewährt. Soweit weiterge- hend, in Bezug auf die Grundleistung des ausgeschr iebenen Dienstleis- tungsauftrags für das Jahr 20 15, wurde der Antrag abgewiesen. Dies mit der Begründung, es bestehe namentlich ein erhebliches öffentliches Inte- resse an einer möglichst unterbruchsfreien Datenanalyse und damit an der Ausführung der Grundleistung. F. F.a Am 21. Juli 2015 reichte die Beschwerdeführerin substantiierte Akten- einsichtsanträge ein. Sie beantragte namentlich Einsicht in die von der Zu- schlagsempfängerin eingereichte Kostenaufstellung der detaillierten Ar- beitsschritte und de n jeweils dazu v eranlagten Aufwand in Stunden und Schweizer Franken . Sie sei auf dieses Dokument angewiesen, um im Hauptverfahren zu beweisen, dass die Zuschlagsempfängerin nicht kos- tendeckende Löhne veranschlage. F.b Die Vergabestelle führte mit Stellungnahme vom 31. Juli 2015 aus, dass sie die wechselseitige Einsichtnahme der Beschwerdeführerin und B-3797/2015 Seite 6 der Zuschlagsempfängerin in die geschwärzten Stellen als problematisch erachte, da im Vergabeverfahren der Grundsatz der Vertraulichkeit gelte. G. Mit selbständig anfechtbarer Zwischenverfügung vom 31. Juli 2015 wurden der Antrag der Zuschlagsempfängerin auf Verzicht der Publikation des Zwi- schenentscheids zur aufschiebenden Wirkung vom 13. Juli 2015 und der Eventualantrag auf Anonymisierung ihrer Identität abgewiesen. H. H.a Am 7. August 2015 beantragte die Zuschlagsempfängerin, die Akten- einsichtsanträge der Beschwerdeführerin vom 21. Juli 2015 seien abzu- weisen. Als Begründung brachte sie vor, dass ohne Zustimmung der Be- troffenen kein allgemeiner Anspruch auf Einsichtnahme in Konkurrenzo f- ferten bestehe. H.b Die Beschwerdeführerin hielt am 13. August 2015 am gestellten Ein- sichtsbegehren vom 21. Juli 2015 vollumfänglich fest. H.c Die Zuschlagsempfängerin wurde mit Verfügung vom 14. August 2015 ersucht, zum gerichtlichen Abdeckungsvorschlag von ihren die Preise und Kosten betreffende Angebotsunterlagen Stellung zu nehmen. Am 28. Au- gust 2015 reichte die Zuschlagsempfängerin eigene Abdeckungsvor- schläge ein. H.d Nachdem die Beschwerdeführerin am 1. September 2015 erneut und unaufgefordert Stellung zur Akteneinsicht genommen hatte, hiess der In- struktionsrichter am 3. September 2015 den Antrag der Beschwerdeführe- rin auf Einsicht in die Seiten 34/40 bis 36/40 der Offerte der Zuschlagsemp- fängerin teilweise gut, ohne diese Anordnung aber sofort zu vollstrecken. I. Mit Eingabe vom 11. September 2015 beantragte die Zuschlagsempfänge- rin, auf die Publikation der Zwischenverfügung vom 3. September 2015 be- treffend die Akteneinsicht sei zu verzichten; eventualiter seien ihre Identität und bestimmte Passagen der Verfügung nicht offenzulegen. J. Die mit Zwischenverfügung vom 3. September 2015 genannten Aktenstü- cke wurden der Beschwerdeführerin am 14. September 2015 in teilweis e geschwärzter Form zugestellt. B-3797/2015 Seite 7 K. Mit Beschwerdeergänzung vom 25. September 2015 hält die Beschwerde- führerin an ihren gestellten Rechtsbegehren fest. Sie macht geltend, dass gemäss Universitätsgesetz Dienstleistungen in der Regel mindestens kos- tendeckend in Rechnung gestellt werden müssen. In der Preisberechnung der Zuschlagsempfängerin sei jedoch – wie sich aus der Offerte der Zu- schlagsempfängerin ergebe – der Aufwand des Gesamtprojektverantwort- lichen nicht berücksichtigt worden. Der ohnehin sehr tief kalkulierte Stun- denaufwand sei überhaupt nic ht in Rechnung gestel lt worden, womit di e effektiven Kosten verschleiert worden seien (Beschwerdeergänzung, S. 5 ff.). Die Zuschlagsempfängerin habe aber auch bei den Personalkos- ten für das übrige Personal nicht die wahren Kosten abgebildet und den Grundsatz der Kostenwahrheit verletzt. Der von der Zuschlagsempfängerin verrechnete Stundenansatz sei zu tief ang esetzt (Beschwerdeergänzung, S. 7 ff.). Ausserdem falle auf, dass keine Sachkosten, Akquisitions - und Projekteingabekosten, kein e Marge und Risiken eingerechnet worden seien. Auch sei ausgeh end von einem durchschnittlichen Overhead von über 36 Prozent die pauschale Abgeltung des Overheads für das Projekt mit 13,4 Prozent viel zu tief ausgefallen (Beschwerdeergänzung, S. 12). Zusammenfassend habe die Zuschlagsempfängerin beim Zuschlagskrite- rium Preis nur deshalb die maximale Punktzahl erhalten, weil sie den Preis durch Quersubventionierung bzw. Steuergelder künstlich unter den Kosten habe halten können, die realistischerweise bei diesem Projekt anfallen wür- den. L. Mit selbständig anfechtbarer Zw ischenverfügung vom 2. Oktober 2015 wies der Instruktionsrichter den Antrag der Zuschlagsempfängerin betref- fend Verzicht auf die Publikation der Zwischenverfügung vom 3. Septem- ber 2015 ebenso ab wie die Eventualanträge auf Nichtoffenlegung ihrer Identität und auf Anonymisierung bestimmter Passagen. M. Am 19. Oktober 2015 reichte die Vergabestelle ihre Vernehmlassung in der Hauptsache ein mit dem Antrag, die Beschwerde abzuweisen. Zur Rüge der Beschwerdeführerin betreffend Punkteabzug bei den Referenzstudien bringt sie vor, dass aus der Systematik der Unterlagen und den relevanten Dokumenten die Vorgaben in Bezug auf die Abdeckung aller vier SRG-Un- ternehmenseinheiten in den Referenzstudien unmissverständ lich hervor- gehen würden (Vernehmlassung, Ziffer 2.2 f.). Der Anspruch auf Reprä-B-3797/2015 Seite 8 sentativität gelte auch für Referenzstudien, mit denen Bewerber ihre Fä- higkeit zur Bewältigung der gestellten Aufgabe belegen würden. In Bezug auf die Rüge des Unterangebots macht die Vergabestelle geltend, dass weder das Gesamttotal im Preisblatt noch die detaillierte Aufstellung der Arbeitsschritte und des dazu veranschlagten Aufwands der späteren Zu- schlagsempfängerin Verdachtsmomente begründet hätten, wonach ein Ausschlussgrund nach Art. 11 BöB vorliegen könnte. Auch für die Annahme eines ungewöhnlich niedrigen Angebots, welches das Vorliegen eines Un- terangebots vermuten liesse, würden keine Anhaltspunkte vorliegen. Die Preiskalkulation der Zuschlagsempfängerin bewege sich vielmehr im Rah- men früherer vergleichbarer Studien. Schliesslich sei die Vergabestelle be- rechtigt, aber nicht verpflichtet gewesen, bei der Zuschlagsempfängerin Er- kundigungen zur Preisgestaltung einzuholen (Vernehmlassung, Ziffer 3.2.2). N. Mit Replik vom 12. November 2015 führt die Beschwerdeführerin aus, dass die Vergabestelle in Zusammenhang mit der Rüge der einzureichenden Referenzstudien verkenne, dass die entsprechenden Anforderungen nur aus Anhang 4 hervorgehen würden. Die Vergabestelle setze den Inhalt und Umfang des ausgeschriebenen Auftrags mit dem Inhalt und Umfang der Referenzstudien gleich, womit sie die Ausschreibungsunterlagen in unzu- lässiger Weise auslege (Replik, S. 4 und 6 ff.). Zum unzulässigen Unteran- gebot macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die Vergabestelle An- lass gehabt hätte, zu vermuten, dass die Zuschlagempfängerin ein Unter- angebot eingereicht hat. So sei nicht erkl ärbar, weshalb der Aufwand des Gesamtprojektverantwortlichen eingerechnet, aber nicht verrechnet wor- den sei, oder wie es möglich sei, akademisches Personal mit einem durch- schnittlichen Personalkostenansatz von unter 60 Franken einzusetzen. Im Unterschied zu privaten Anbietern habe die Zuschlagsempfängerin als öf- fentlich-rechtliche Anstalt den Verfassungsgrundsatz der Wettbewerbs- neutralität zu beachten (Replik, S. 14 f.). Würde man mit Steuergeldern quersubventionierte Unterangebote von öffentlich-rechtlichen Institutionen im Vergaberecht zulassen, werde insbesondere d em Ansinnen, den wirt- schaftlichen Einsatz öffentlicher Mittel zu fördern, nicht Rechnung getra- gen. Ausserdem werde dadurch der Wettbewerb zerstört; das gewählte Vorgehen führe zu einer Ungleichbehandlung zwischen öffentlich -rechtli- chen Institutionen und privaten Unternehmen. Im Ergebnis habe die Zu- schlagsempfängerin nur deshalb ein derart günstiges Angebot einreichen können, weil sie in Verletzung des UWG einen Preis offeriert habe, der weit unter ihren Gestehungskosten liege. Dieser Wettbewerbsvortei l durch B-3797/2015 Seite 9 Rechtsbruch stelle ein en Ausschluss- bzw. Widerrufsgrund dar (Replik, S. 17). O. Die Vergabestelle verzichtete mit Eingabe vom 1. Dezember 2015 auf die Einreichung einer Duplik. Daraufhin wurde der Schriftenwechsel am 2. De- zember 2015 geschlossen. P. Anlässlich der mit Verfügung vom 3. März 2016 angesetzten öffentlichen Beratung vom 13. April 2016 wurde das Dispositiv dieses Urteils beschlos- sen und den Verfahrensbeteiligten ausgehändigt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Ob die Prozessvoraussetzungen gegeben sind, hat das Bundesverwal- tungsgericht von Amtes wegen und mit f reier Kognition zu prüfen (BVGE 2007/6 E. 1; Urteil des BVGer B-1687/2010 vom 21. Juni 2011, auszugs- weise publiziert in BVGE 2011/17, E. 1.1). 1.2 Gegen Verfügungen über den Zuschlag oder den Ausschluss in Verga- beverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 27 Abs. 1 i. V. m. Art. 29 Bst. a und d des Bundesgesetzes vom 16. De- zember 1994 über das öffentliche Be schaffungswesen [BöB, SR 172.056.1]). 1.3 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor- schriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das BöB und das Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimm en (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemessenheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 1.4 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein- kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agre ement, [GPA, SR 0.632.231.422 ]) unter-B-3797/2015 Seite 10 stellt sind (e contrario Art. 2 Abs. 3 Satz 4 BöB, vgl. auch Art. 39 der Ver- ordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, SR 172.056.11]; BVGE 2008/61 E. 3.1, 2008/48 E. 2.1; Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungs- wesen [BRK] vom 11. Oktober 2001, publiziert in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 66.4, E. 1b mit Hinweisen). Das BöB ist anwend- bar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Ar t. 2 Abs. 1 BöB), der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der ge- schätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entspre- chenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Aus- nahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 1.5 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesver- waltung und untersteht damit dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB ; vgl. An- hang 1 Annex 1 zum GPA). 1.6 Die Vergabestelle geht in Ziffer 1.8 der Ausschreibung vom 28. Januar 2015 von einem Dienstleistungsauftrag aus. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter oder einer Anbieterin über die Erbrin- gung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 d es GPA bzw. An- hang 1a zur VöB. Hierfür wiederum massgeblich ist die Zentrale Produkte- klassifikation der Vereinten Nationen (CPCprov; Urteil des BVGer B - 1773/2006 vom 25. September 2008, auszugsweise publiziert in BVGE 2008/48, E. 3). Die Ausschreibung ordnet die Beschaffung der Com- mon Procurement Vocabulary -Referenznummer 79300000 "Markt - und Wirtschaftsforschung; Umfragen und Statistiken" zu. Diese entspricht einer der Gruppe 864 ("Market research and public opinion polling services") zu- zuordnenden Dienstleistung, welche vom Anhang I Annex 4 zum GPA bzw. vom Anhang 1a zur VöB erfasst wird. Demnach fällt die Dienstleistung in den sachlichen Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffent- liche Beschaffungswesen (vgl. zum Ganzen MARTIN BEYELER, De r Gel- tungsanspruch des Vergaberechts [im Folgenden: Geltungsanspruch], Zü- rich/Basel/Genf 2012, Rz. 1059 und 1131 ff.). Weiter überschreitet der Preis des berücksichtigten Angebots von Fr. 688'188.- den für Dienstleis- tungsaufträge gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b BöB i.V. mit Art. 1 Bst. b der Ver- ordnung des WBF über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2014 und 2015 (SR 172.056.12) gelten- den Schwellenwert von Fr. 230'000.-. Demzufolge wird die in Frage ste- hende Beschaffung vom Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen erfasst, wovon im Übrigen auch die B-3797/2015 Seite 11 Vergabestelle ausgeht. Ausnahmen im Sinne von Art. 3 BöB sind nicht ge- geben. 1.7 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilge- nommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und ist durch die angefochtene Ver- fügung – der Zuschlag wurde einer Mitbewerberin erteilt – besonders be- rührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG ). Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei der am 26. Mai 2015 publizierte Zuschlag aufzuheben und ihr selbst zu erteilen; eventualiter sei die Sache mit Weisungen entsprechend den An- trägen der Beschwerdeführerin zur Neubeurteilung an die Vergabestelle zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin rangiert an zweiter (und zugleich letzter) Stelle. Demnach würde ihr die Aufhebung der Zuschlagsverfügung die Möglichkeit geben, selbst den Zuschlag zu erhalten. Aufgrund dessen hat die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG), welches nach wie vor aktuell und praktisch ist (vgl. zum Ganzen BGE 141 II 14 E. 4.4 sowie das Urteil des BVGer B-4288/2014 vom 25. März 2015 E. 2.3 mit Hinweisen). 1.8 Frist (Art. 30 BöB) und Form (Art. 52 Abs. 1 VwVG) der Beschwerde sind gewa hrt. Der Kostenvorschuss wurde fri stgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.9 Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Beschwerde einzutreten ist. Soweit die Beschwerdeführerin der Zuschlagsempfängerin einen Verstoss gegen § 40 Abs. 3 des Gesetzes der Univer sität Zürich vom 15. März 1998 (LS 415.11; UniG) betreffend die kostendeckende Abrech- nung von Dienstleistungen und gegen das diese Bestimmung konkretisie- rende Finanzreglement der Universität Z ürich vom 16. November 2009 (LS 514.112) vorwirft, ist indessen festzuhalten, dass dessen Verletzung nur insoweit zu prüfen ist, als damit zugleich eine Verletzung von Bundes- recht verbunden ist (vgl. Art. 49 Bst. a VwVG; ANDRÉ MOSER/MCIHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs- gericht, 2. Aufl., Basel 2013, Rz. 2.172). Das behauptet die Beschwerde- führerin insoweit, als sie eine Verletzung von Art. 2 des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vom 19. Dezember 1986 (UWG; SR 241) durc h Verstoss gegen einschlägiges kantonales Recht geltend macht, worauf im Rahmen der materiellen Ausführungen näher einzuge- hen sein wird (vgl. dazu E. 2.1 und E. 4.2 hiernach). B-3797/2015 Seite 12 2. 2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Zuschlagsempfängerin habe ein un- zulässiges Unterangebot eingereicht. Das Angebot der Zuschlagsempfän- gerin liege mit Fr. 688'188.- zwar nur 3 Prozent tiefer als das Angebot der Beschwerdeführerin mit Fr. 709'350 .-, doch liege die Vermutung nahe, dass die Zuschlagsempfängerin klar unter Kosten offeri ert habe, weil ihre Methodik viel personalaufwändiger sei als die technologiebasierte Metho- dik der Beschwerdeführerin. Weiter führt die Beschwerdeführerin aus, dass die Vergabestelle zu prüfen gehabt hätte, ob Verletzungen des UWG und des Kartellgesetzes vorliegen, welche zu einer Benachteiligung der Be- schwerdeführerin im vorliegenden Vergabeverfahren geführt hätten. Da die Aufzählung der Ausschlussgründe des BöB nicht abschliessend sei und angesichts der Zielsetzungen und ratio legis des BöB, stelle ein we ttbe- werbswidriges Verhalten einen Ausschlussgrund dar. Das Universitätsge- setz und das Finanzreglement der Zuschlagsempfängerin würden vor- schreiben, dass Dienstleistungen in der Regel mindestens kostendeckend zu veranschlagen seien. Damit werde darauf abgezielt, dass Dienstleistun- gen zu Wettbewerbspreisen erbracht werden; gleichzeitig werde verhin- dert, dass mit Steuergeldern Dienstleistungen quersubventioniert würden und die Zuschlagsempfängerin so einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil erhalte. Mit der Veranschlagung von Unterkosten habe die Zuschlagemp- fängerin gegen diese Vorgaben verstossen und Art. 2 UWG im Sinne eines Wettbewerbsvorteils durch Rechtsverstoss verletzt, womit ein Widerruf s- grund nach Art. 11 BöB vorliege (Beschwerde, S. 17 ff.). Nach erfolgter Akteneinsicht in Teile der Offerte der Zuschlagsempfängerin bringt die Be- schwerdeführerin vor, dass die Zuschlagsempfängerin bei einem um 61 Prozent höheren Stundenaufwand einen um 3 Prozent günstigeren Preis angeboten habe und der Stundenau fwand des Projektverantwortli- chen keinen Eingang in die Preiskalkulation gefunden habe. Vor diesem Hintergrund hätte die Vergabestelle zumindest nachfragen müssen, wie die Zuschlagsempfängerin ihr Projekt durchzuführen gedenke. Die Vergabe- stelle hätte nachforschen müssen, da es sich bei der Zuschlagsempfänge- rin einerseits um eine öffen tlich-rechtliche Anstalt handle, die verpflichtet sei, Dienstleistungen kostendeckend zu erbringen und die Aufstellung des Aufwands andererseits die Frage aufwerfe, ob richtig e Angaben gemacht worden seien. Quersubventionierte Unterangebote von öffentlich -rechtli- chen Institutionen zuzulassen, hiesse die se systematisch zu bevorteilen. Dieses Vorgehen sei auch mit Blick auf die Wettbewerbsneutralität staatli- chen Handelns fraglich (Replik, S. 14 ff.). B-3797/2015 Seite 13 2.2 Dagegen bringt die Vergabestelle vor, dass sich die Preiskalkulation im Rahmen früherer vergleichbarer Studien bewege, welche die Zuschlags- empfängerin bereits im Auftrag der Vergabestelle durchgeführt habe. Auf- grund dessen habe für die Vergabestelle keinen Anlass bestanden, ein un- gewöhnlich niedriges Angebot anzunehmen. Die Offerte der Zuschlags- empfängerin habe zudem nur rund drei Prozent unter derjenigen der Be- schwerdeführerin gelegen. Die Vergabestelle macht ausserdem geltend, dass weder das zur Bewertung verwendete Gesamttotal im Preisblatt noch die detaillierte Aufstellung der Arbeitsschritte und des dazu veranschlagten Aufwands der Zuschlagsempfängerin Verdachtsmomente begründet hät- ten, wonach ein Ausschlussgrund gemäss Art. 11 BöB vorliegen könnte (vgl. Vernehmlassung vom 19. Oktober 2015, Ziffer 3.2.2). 2.3 Im Folgenden stellt sich einerseits die Frage, ob eine öffentlich-rechtli- che Anbieterin, welche ein Unterangebot einreicht, vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden kann oder gar muss. Andererseits ist zu entschei- den, ob die Vergabestelle bei entsprechenden Anzeichen nicht nur befugt, sondern auch verpflichtet ist, ein ungewöhnlich niedriges Angebot einer öf- fentlich-rechtlichen Anbieterin daraufhin zu prüfen, ob Grundsätze des Vergaberechts bzw. des Wirtschaftsverfassungsrechts verletzt worden sind. Schliesslich ist für den Fall, dass die vorstehend aufgeworfenen Fra- gen zu bejahen sind, in Bezug auf den Sachverhalt zu prüfen, ob die Of- ferte der Zuschlagsempfängerinnen Auffälligkeiten aufweist, welche die Vergabestelle zu weiteren Abklärungen hätten veranlassen müssen. 3. 3.1 Weder das BöB noch die VöB in der ursprünglichen Fassung vom 11. Dezember 1995 regeln das Vorgehen bei ungewöhnlich niedrigen An- geboten. Indessen ist Art. 25 VöB m it dem neuen Titel "Bereinigung und Bewertung der Angebote" im Rahmen der Revision vom 18. November 2009 durch einen entsprechenden Absatz ergänzt worden (AS 2009 6149 ff., insb. S. 6154; vgl. zum Ganzen BVGE 2011/40 E. 4.1). Gemäss dem seit dem 1. Januar 2010 geltenden Art. 25 Abs. 4 VöB kann die Auf- traggeberin, die ein Angebot erhält, dessen Preis im Vergleich zu den an- dern Angeboten aussergewöhnlich niedrig ist, bei der Anbieterin Erkundi- gungen darüber einholen, ob ein Ausschlussgrund nach Art. 11 BöB vo r- liegt. Mit dieser Bestimmung wird, wie in Bezug auf die Offertbereinigung nach Art. 25 Abs. 1 VöB, zunächst festgehalten, dass bei aussergewöhn- lich niedrigen Angeboten die Abklärungen auch eine Kontaktaufnahme mit B-3797/2015 Seite 14 dem betroffenen Anbieter zu rechtfertigen vermögen (vgl. zur Kontaktauf- nahme im Rahmen der Offertbereinigung etwa ALEXIS LEUHOLD, Offertver- handlungen in öffentlichen Vergabeverfahren, Zürich 2009, insb. Rz. 51 und Rz. 244, oder PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEI- NER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. , Zürich 2013, Rz. 683 mit Hinweisen). 3.2 Ein "ungewöhnlich niedriges Angebot" kann als eine Offerte aufgefasst werden, die das Vorliegen eines Unterangebots vermuten lässt (vgl. die Definition zu Art. XIII Abs. 4 Bst . a GPA von G ERHARD KUNNERT, WTO- Vergaberecht, Baden-Baden 1998, S. 269). Ein "Unterangebot" ist ein An- gebot, das unter den Gestehungskosten des Anbieters liegt (Urteil des BVGer B-1057/2012 vom 29. März 2012 E. 2.6; vgl. HANS RUDOLF TRÜEB, BöB-Kommentar, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Zü- rich 2011, Rz. 10 zu Art. 11 BöB, sowie G ALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1109 mit Hinweisen). 3.3 Unterangebote sind in Art. 11 BöB nicht als Ausschlussgrund erwähnt. Demnach sind Unterangebote nach de m Beschaffungsrecht des Bundes im Grundsatz zulässig, sofern die Teilnahmebedingungen und Eignungs- kriterien erfüllt sind (BVGE 2011/40 E. 4.5; T RÜEB, BöB -Kommentar, a.a.O., Rz. 10 zu Art. 11 BöB, G ALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1110 ff.). Auch besteht diesbezüglich kein Grund zur Annahme einer generellen Pflicht der Vergabestelle zur Einholung zusätzlicher Informatio- nen allein aufgrund eines aussergewöhnlich niedrigen Angebotspreises. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts wäre eine sol- che Pflicht jedenfalls lediglich auf offensichtliche und krasse Fälle zu be- schränken (BVGE 2011/40 E. 4.6), in deren Kontext in aller Regel aber auch ein Ausschlussgrund nach Art. 11 BöB und damit einhergehend die Pflicht zur Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (Art. 12 VwVG) in Frage stehen dürfte (vgl. zum Ganzen das Urteil des BVGer B-1332/2013 vom 12. Februar 2014 E. 3.3.3.1). Immerhin lässt sich bereits den Materi- alien zur VöB entnehmen, dass ein Unterangebot zum Ausschluss eines Anbieters führen kann, wenn damit eine Verletzung des UWG verbunden ist (Erläuternder Bericht zur Änderung der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 1. Januar 2010 , S. 1 7 zu Art. 25 Abs. 4 V öB, siehe http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/ 17793.pdf, zuletzt besucht am 15. Januar 2016 ; vgl. zum Ganzen CHRIS- TOPH JÄGER, Ausschluss vom Verfahren – Gründe und der Rechtsschutz, in: Zufferey/Stöckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberec ht 2014, Zürich 2014 , B-3797/2015 Seite 15 S. 342, und zum kantonalen Vergaberecht etwa das Urteil des Verwal- tungsgerichts des Kantons Zürich VB. 2002.00348 vom 27. August 2003 E. 3e). Dasselbe gilt auch für den Gesetzgeber im Rahmen des Vorent- wurfs zum neuen Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen, wenn er von der Unzulässigkeit unlauterer Angebote im Sinne des UWG ausgeht (Erläuternder Bericht zum Vorentwurf vom 1. April 2015, S. 35 zu Art. 42 Abs. 3 VE BöB; https://www.bkb.admin.ch/bkb/de/home/oeffentli- ches-beschaffungswesen/revision-des-beschaffungsrechts.html, zuletzt besucht am 18. Mai 2016). 3.4 Eine unter den Gestehungspreisen liegende Offerte ist namentlich zu rechtfertigen, wenn diese abgegeben wird in der Absicht, in einem Markt neu Fuss zu fassen oder in einer kritischen Phase personelle Überkapazi- täten zu überbrücken bzw. Arbeitsplätze zu erhalten ( ROBERT WOLF, Der Angebotspreis: Probleme und Lösungen, in: Baurecht, Sonderheft Verga- betagung 2004, S. 12 ff., insb. S. 13; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1115 und 1126, je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Ökonomi- sche Prämisse dieser Konzeption ist das Wissen darum, dass die Risiken, die Unterangebote für die in Frage stehenden Unternehmen mit sich brin- gen, schon als solche dazu führe n, dass der Anreiz für die Abgabe von derartigen Offerten tendenziell in einem vernünftigen Rahmen bleibt. Der Verordnungsgeber hatte also, obwohl das in Art. 25 Abs. 4 VöB nicht expli- zit gesagt wird, bei der Regelung des Umgangs mit ungewöhnlich niedri- gen Angeboten private Anbieter vor Augen, die die Folgen risikoreichen Verhaltens selbst zu tragen haben und einem hinreichenden „Druck zur Wirtschaftlichkeit“ bzw. den Marktgesetzlichkeiten ausgesetzt sind (vgl. un- ter Betonung des Unterschiedes zu den öffent lichen Vergabestellen dazu etwa GIOVANNI BIAGGINI, Das Abkommen über bestimmte Aspekte des öf- fentlichen Beschaffungswesens, in: Thürer/Weber/Portmann/Kellerhals [Hrsg.], Bilaterale Verträge I & II Schweiz – EU, Zürich 2007, S. 651 ff., insb. S. 660 ff. , MARTIN BEYELER, Öffentliche Beschaffung, Vergaberecht und Schadenersatz [im Folgenden: Öffentliche Beschaffung], Zürich 2004, S. 62). 3.5 Nichts anderes als aus dem Beschaffungsrecht des Bundes ergibt sich auch aus Art. XIII Abs. 4 Bst. a GPA. Diese Bestimmung sieht vor, dass die Vergabestelle, wenn sie ein Angebot erhält, das ungewöhnlich niedriger ist als andere eingereichte Angebote, beim Anbieter Erkundigungen einziehen und sicherstellen kann, dass er die Teilnahmebedingungen einhalten und die Auftragsmodalitäten erfüllen kann (vgl. zum Ganzen BVGE 2011/40 E. 4.2). Dabei ist diese Norm (wie auch Art. XV Abs. 6 des revidierten GPA) B-3797/2015 Seite 16 im Sinne einer Mindestvorgabe so zu verstehen, dass sie die Nachfrage beim Anbieter erlaubt, aber auch einer nationalen Regulierung nicht entge- gensteht, welche die Vergabestelle zur Nachfrage verpflichtet (vgl. dazu rechtsvergleichend etwa das Urteil des EuGH vom 29. März 2012 in der Rechtssache C-599/10 SAG ELV Slovensko a.s.u.a. ./. Urad pre verejne obstaravanie, Rz. 27 ff., oder zur deutschen VOB/A etwa RUDOLF WEYAND, Vergaberecht, 4. Aufl., München 2013, Rz. 682 ff. zu § 16 VOB/A, wobei die unangemessen niedrigen Angebote in der VOB/A vom 7. Januar 2016 neu in § 16d geregelt sind ). KUNNERT hält dazu fest, dass "von internatio- nal-rechtlichen Rahmengesetzen realistischerweise keine entscheidenden Beiträge zur Problemlösung" erwartet werden können. Insofern überrasche es nicht, wenn sich der WTO -Vergabekodex damit begnüge, das Thema der ungewöhnlich niedrigen Angebote "am Rande" der Zuschlagsentschei- dung zu behandeln ( KUNNERT, a.a.O., S. 270). In diesem Sinne hat auch das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich bereits mit Entscheid VB.2002.00384 vom 27. August 2003 (E. 3d) erkannt, dass sich aus Art. XIII Ziffer. 4 Bst. a GPA (wie auch aus dem einschlägigen kantonalen Vergaberecht) keine gesetzliche Grundlage für einen Ausschluss von Un- terangeboten ergibt. Und ebenso gilt aufgrund des soeben in Bezug auf das Regulierungsziel des GPA Gesagten, dass dieses den Ausschluss von Unterangeboten auch nicht verbietet. Damit ist davon auszugehen, dass das GPA (aus der Sicht derjenigen Rechtsauffassung, welche die Beto- nung der Wettbewerbszielsetzung favorisiert) weniger in die "richtige Rich- tung" weist, als in der Lehre teilweise angenommen wird (vgl. PETER GAUCH/HUBERT STÖCKLI, Vergabethesen 1999, Thesen zum neuen Verga- berecht des Bundes, Freiburg 1999, S. 33 ff., insb. S. 34 f. Ziff. 14.3 f.). Zur Wettbewerbszielsetzung hält etwa das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich fest, dass das Verbot von Untera ngeboten den Anbietern das Ein- dringen in neue Märkte erschweren und bestehende Marktstrukturen ze- mentieren würde. Dies wiederum würde nicht der Zielsetzung des Verga- berechts entsprechen (vgl. etwa die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2002.00384 vom 27. August 2003 E. 3d und VB.2005.00240 E. 3.5.1, je mit Hinweisen). 4. 4.1 Das Fehlen von Ausschlussgründen stellt die Voraussetzung jeder Ver- fahrensteilnahme und Auftragserteilung an einen Anbieter dar ( JÄGER, a.a.O., S. 325 ff., insb. S. 331). Die Ausschluss- bzw. Widerrufsgründe sind in Art. 11 BöB umschrieben. Danach kann die Auftraggeberin den Zuschlag B-3797/2015 Seite 17 widerrufen, insbesondere wenn die Anbieter: (a.) die geforderten Eig- nungskriterien nach Artikel 9 nicht mehr erfüllen; (b.) der Auftraggeberin falsche Auskünfte erteilt haben; (c.) Steuern oder Sozialabgaben nicht be- zahlt haben; (d.) den Verpflichtungen aus Artikel 8 nicht nachkommen; (e.) Abreden getroffen haben, die wirksamen Wettbewerb beseitigen oder er- heblich beeinträchtigen; (f.) sich in einem Konkursverfahren befinden. Bei den in dieser Bestimmung genannten Gründen handelt es sich aber nicht um eine abschliessende Aufzählung, denn die Verwendung des Begriffs "insbesondere" zeigt, dass von einer bloss beispielhaften Aufzählung aus- zugehen ist (Zwischenverfügung des BVGer B -6136/2007 und B-6132/2007 vom 30. Januar 2008 E. 9 und zu Art. 19 Abs. 3 BöB etwa das Urteil des BVGer B -985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3; BEYELER, Öf- fentliche Beschaffung, a.a.O., Rz. 366; JÄGER, a.a.O., S. 335 ). So ist na- mentlich per 1. Januar 2010 in Art. 21a VöB (AS 2009 6149) der durch die Rechtsprechung gestützt auf Art. VI Ziff. 4 GPA entwickelte Ausschluss we- gen unzulässiger Vorbefassung des Anbieters und dem daraus resultieren- den Wettbewerbsvorteil geregelt (vgl. dazu etwa den Zwischenentscheid des BVGer B-1172/2011 vom 31. März 2011 E. 5.2; TRÜEB, BöB-Kommen- tar, Rz. 13 zu Art. 11 BöB). 4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, um dem UWG zum Durch- bruch zu verhelfen, könne der Katalog der Ausschlussgründe auch inso- weit nicht als abschliessend verstanden werden. Konkret wirft sie der Zu- schlagsempfängerin einen "Wettbewerbsvorteil durch Rechtsverstoss" vor, welcher von Art. 2 UWG erfasst werd e. Das UW G-widrige Verhalten der Zuschlagsempfängerin begründet nach Auffassung der Beschwerdeführe- rin einen Ausschluss- bzw. Widerrufsgrund nach Art. 11 BöB (Beschwerde, S. 22). Replicando führt sie ergänzend aus, dass das Verhalten der Zu- schlagsempfängerin auch am Gebot der Wettbewerbsneutralität staatli- chen Handelns zu messen sei. Darum gelte es, Quersubventionierungen mittels Steuergeldern zu vermeiden. Ein Verzicht auf das Unterbinden von mit Steuergeldern quersubventionierten "Dumpingpreisen" könne un d dürfe nicht Eingang in die Rechtsprechung finden (Replik, S. 15 ff.). Damit wird (jedenfalls implizit) geltend gemacht, es müsse einen Ausschluss- grund geben, der im Ergebnis die Verletzung der Wettbewerbsneutralität durch die öffentliche Hand als Anbieterin verhindere. Ansonsten würden die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin zu Art. 25 Abs. 4 VöB, auf welche im Einzelnen später einzugehen sein wird (vgl. E. 5.1 ff. hiernach), keinen Sinn ergeben. B-3797/2015 Seite 18 Die Beschwerdeführerin weist im Zusammenhang mit ihren Ausführungen zu Art. 2 UWG auf § 40 Abs. 3 des Zürcher Universitätsgesetzes (UniG) hin, wonach die Universität Zürich Dienstleistungen in der Regel mindes- tens kostendeckend in Rechnung zu stellen hat. Dazu konkretisiere § 15 des Finanzreglements der Universität Zürich, dass die von Dritten im Rah- men von Dienstleistungen zu leistende Entschädigung marktkonform und mindestens kostendeckend anzusetzen sei , wobei insbesondere direkte Kosten, wie Lohn - und Sozialversicherungskosten des beteiligten Pe rso- nals, Sachkosten, Mehrwertsteuer und die Abgeltung besonderer Risiken sowie indirekte Kosten (Overhead) wie der Raum, die Infrastruktur - und Administrationskosten zu berücksichtigen seien. Indem die Zuschlagsemp- fängerin nicht kostendeckende Dienstleistungen angeboten habe, habe sie gegen diese Regeln verstossen. 4.3 Die Vergabestelle bringt zur Frage des Ausschlusses der Zuschlags- empfängerin lediglich vor, dass keine Verdachtsmomente vorgelegen hät- ten, welche einen Ausschlussgrund nach Art. 11 BöB oder ein ungewöhn- lich niedriges Angebot der Zuschlagsempfängerin hätten vermuten lassen. Deren Preiskalkulation bewege sich denn auch im Rahmen früherer ver- gleichbarer Studien. Ausführungen zur Frage eines Ausschluss - bzw. Wi- derrufsgrunds nach Art. 11 BöB in Zusammenhang mit UWG-widrigem Ver- halten bzw. dem Gebot der Wettbewerbsneutralität macht die Vergabe- stelle dagegen nicht. 4.4 Die Vergabestelle legt ihrer Argumentation richtigerweise die Auffas- sung zugrunde, dass es nicht ihre Sache ist, den Vorgaben des Zürcher Universitätsgesetzes betreffend die Quersubventionierung zum Durch- bruch zu verhelfen. Zutreffend ist auch, dass weder das Binnenmarktrecht noch das Vergaberecht des Bundes die Tatsache der Subvention von An- bietern an sich als Problem adressieren (Entscheid der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern vom 14. April 2015, publiziert in Baurecht 2015 S. 233 f. Nr. 326, E. 6a mit Anmerkungen BEYELER; vgl. dazu auch WOLF, a.a.O., S. 13 f.). In vergleichbarer Weise hat etwa für das deutsche Recht das OLG Düsseldorf angenommen, dass aus dem Er- halt staatlicher Fördermittel als solchem keine für den betreffenden Bieter ungünstigen Rechtsfolgen abgeleitet werden können ( grundlegend Be- schluss 22/02 vom 26. Juli 2002 E. B/3a/aa; vgl. auch V ergabekammer [VK] Bund, Beschluss 3-20/13 vom 24. April 2013 E. II/2a). Inwieweit allen- falls in der Verletzung einschlägiger Normen des Universitätsgesetzes ein lauterkeits- und damit bunde srechtlich relevanter Rechtsbruch im Sinne von Art. 2 UWG zu sehen ist (vgl. dazu etwa PETER JUNG, in: Jung/Spitz B-3797/2015 Seite 19 (Hrsg.), Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb (UWG), Bern 2010, Rz. 107 ff. zu Art. 2 UWG), kann zudem aufgrund der nachfolgenden Ausführungen offen bleiben. 4.5 Das in Art. 27 BV verankerte Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit schützt die freie Wahl des Berufes sowie die freie wirtschaftliche Entfaltung des Individuums. Gemäss Art. 94 Abs. 1 BV halten sich Bund und Kantone an den Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit. Abweichungen von diesem Grund- satz, insbesondere Massnahmen, die sich gegen den Wettbewerb richten, sind nur zulässig, wenn sie in der Bundesverfassung vorgesehen oder durch kantonale Regalrechte begründet sind (Art. 94 Abs. 4 BV). Art. 27 BV schützt damit den individualrechtlichen Gehalt; Art. 94 BV als grundlegen- des Ordnungsprinzip einer auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruhen- den Wirtschaftsordnung schützt die systembezogene oder institutionelle Dimension der Wirtschaftsfreiheit, wobei diese beiden Aspekte eng aufei- nander bezogen sind und nicht isoliert betrachtet werden können (BGE 138 I 378 E. 6.1 mit Hinweisen; Botschaft vom 20. November 1996 über eine neue Bundesverfassung, BBl 1997 I 175 ff., 293 , 296; KLAUS A. VALLEN- DER, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler BV - Kommentar, Zürich/St. Gallen 2014, Rz. 29 f. zu Art. 27 BV). Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen verbietet Massnahmen, die den Wettbewerb unter direkten Konkurrenten verzerren bzw. nicht wettbe- werbsneutral sind, namentlich wenn sie bezwecken, in den Wettbewerb einzugreifen, um einzelne Konkurrenten oder Konkurrentengruppen ge- genüber anderen zu bevorzugen oder zu benachteiligen (BGE 131 II 271 E. 9.2.2 mit Hinweisen). Zu vermeiden gilt es demnach die Verzerrung des Wettbewerbs unter direkten Konkurrenten (RENÉ RHINOW/GERHARD SCHMID/GIOVANNI BIAGGINI/FELIX UHLMANN, Öffentliches Wirtschaftsrecht, 2. Aufl., Basel 2011, § 5 Rz. 135). Auch eine faktische Massnahme kann gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstossen (BGE 138 I 378 E. 6.2.2). 4.6 Die Wirtschaftsfreiheit gibt auch in ihrer Ausprägung als Gebot der Gleichbehandlung der Konkurrierenden bzw. Wettbewerbsneutralität kei- nen individualrechtlichen Schutz vor staatlicher Konkurrenz. Wird das Ge- meinwesen in gleicher Weise wie ein Privater unternehmerisch tätig, so bewirkt dies zunächst nur eine systemimmanente Verschärfung des Kon- kurrenzdruckes, mit der jeder Wirtschaftsteilnehmer jederzeit zu rechnen hat (BGE 138 I 378 E. 6.2.2 mit Hinweisen; RHINOW/SCHMID/BIAGGINI/UHL- MANN, a.a.O., § 18 Rz. 57 und Rz. 68). Dies gilt jedenfalls so lange, als ein gewisses Mass nicht überschritten wird (STEFAN VOGEL, Der Staat als B-3797/2015 Seite 20 Marktteilnehmer, Zürich 2000, S. 102 f.). Auch UHLMANN geht davon aus, dass die gewinnorientierte staatliche Wirtschaftstätigkeit zulässig ist; ge- rade die Gewinnorientierung stelle dabei die Einhaltung der Wettbewerbs- neutralität sicher (FELIX UHLMANN, Gewinnorientiertes Staatshandeln, Ba- sel 1997, S. 216 ff.; vgl. dazu auch SCHLATTER, welche sich dieser Meinung anschliesst, ELIANE SCHLATTER, Grundrechtsgeltung beim wirtschaftlichen Staatshandeln, Zürich/Basel/Genf 2009., S. 38 ff.). VOGEL ist der Meinung, dass unternehmerisch tätige Subjekte mit staatlichem Hin tergrund nicht per se in die Wirtschaftsfreiheit eingreifen, sofern diese rechtlich oder fi- nanziell nicht bessergestellt werden und so nicht gezielt die Wettbewerbs- verhältnisse verzerrt werden (VOGEL, a.a.O., S. 102 ff.). Daraus ergibt sich, dass der Grundsatz der Staatsfreiheit der Wirtschaft insoweit eher ein wirt- schaftspolitisches Leitbild als eine Rechtsregel darstellt ( BGE 138 I 378 E. 6.2.2 in fine; UHLMANN, a.a.O., S. 180 f.; anders möglicherweise VAL- LENDER, a.a.O., Rz. 55 zu Art. 27 BV, wie auch PAUL RICHLI, Grundriss des schweizerischen Wirtschaftsverfassungsrechts, Bern 2007, Rz. 179). Da- bei wird jedenfalls eine formell-gesetzliche Grundlage vorausgesetzt (RHI- NOW/SCHMID/BIAGGINI/UHLMANN, a.a.O., § 5 Rz. 149; SCHLATTER, a.a.O., S. 32), was sich unabhängig vom Vorliegen eines Grundrechtseingriffs im Sinne von Art. 36 BV schon aus dem materiellen Gesetzesbegriff im Sinne von Art. 164 Abs. 1 BV ergibt (vgl. dazu BVGE 2014/50 E. 4.3 ff. und ins- besondere zur marktordnenden Wirkung staatlich er Einkaufstätigkeit BVGE 2009/17 E. 8.2). Ausserdem soll sich die privatwirtschaftliche Tätig- keit des Gemeinwesens wettbewerbsneutral bzw. nicht wettbewerbsver- zerrend zeigen und mit Blick auf die Gleichbehandlung der Konkurrieren- den den gleichen Wettbewerbsbedingungen unterworfen werden, wie ein entsprechendes privates Unternehmen ( BGE 130 I 96 E. 3.7). Aus der Sicht des Betroffenen kann es keinen Unterschied machen, ob das Ge- meinwesen andere private Konkurrenten (namentlich im Sinne der Schaf- fung gewisser regulatorischer Rahmenbedingungen) verfassungswidrig unterstützt oder ob es selbst, unmittelbar durch seine Teilnahme am Markt- prozess, Urheberin einer Wettbewerbsverzerrung ist ( UHLMANN, a.a.O., S. 198 ff.). 4.7 4.7.1 Für das Vergaberecht ergibt sich aus dem zur wirtschaftsverfas- sungsrechtlichen Ausgangslage soeben Gesagten, dass d ie Teilnahme von Subjekten mit staatlichem Hintergrund, namentlich von selbständigen öffentlich-rechtlich konstituierte n Rechtssubjekten, an Vergabeverfahren B-3797/2015 Seite 21 grundsätzlich erlaubt ist (Entscheid der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendi- rektion des Kantons Bern vom 14. April 2015, publiziert in Baurecht 2015 S. 233 f. Nr. 326 E. 5b mit Anmerkungen BEYELER; BEYELER, Geltungsan- spruch, a.a.O., Rz. 1382). Insoweit nimmt da s Vergaberecht den Markt grundsätzlich so hin, wie er tatsächlich ist. Dies aufbauend auf der Prä- misse, dass die Marktteilnahme an sich dem Grundsatz der Gleichbehand- lung der Gewerbegenossen nicht widerspricht ( BEYELER, Geltungsan- spruch, a.a.O., Rz. 1389). Davon gehen auch GALLI/MOSER/LANG/STEINER (a.a.O., Rz. 251) aus, wenn sie festhalten, dass einem öffentlich beherrsch- ten "Profitcenter", welches als Marktteilnehmerin auftritt, keine Aufträge mittels In-house-Beschaffung zugehalten werden dürfen. In diesem Sinne führt auch BEYELER aus, dass Akteure, welche für eine vergaberechtsfreie In-house, Quasi-in-house oder In-state-Vergabe infrage kämen, dieses Pri- vileg verlieren, sobald sie an einem öffentlichen Vergabeverfahren teilneh- men ( BEYELER, Geltungsanspruch, a.a.O., Rz. 1387). In gleicher Weise wird für das EU -Vergaberecht bereits i n Form einer Begriffsbestimmung geklärt, dass auch eine öffentliche Einrichtung als Wirtschaftsteilnehmer bzw. Anbieterstellung im Sinne des Richtlinienrechts ei nnehmen kann. Art. 2 Abs. 1 Ziff. 11 der Richtlinie 2014/24/EU vom 26. Februar 2014 (ABl. L 94 vom 28. März 2014, S. 65 ff. ) nimmt insoweit die Konzeption früherer Definitionen auf (vgl. dazu auch die Urteile des EuGH vom 18. De- zember 2014 in der Rechtssache C-568/13 Rz. 30 ff. und vom 6. Oktober 2015 in der Rechtssache C -203/14 Rz. 32 ff.). Davon offensichtlich inspi- riert ist die vergleichbare Legaldefinition "Anbieterin" gemäss Art. 2 Bst. a des Vorentwurfs des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungs- wesen (VE BöB; https://www.bkb.admin.ch/bkb/de/home/oeffentliches-be- schaffungswesen/revision-des-beschaffungsrechts.html, zuletzt besucht am 18. Mai 2016), nach welcher ebenfalls davon auszugehen ist, dass sich eine öffentliche Einrichtung um öffentliche Aufträge bewerben darf. 4.7.2 Der Grundsatz der Zulässigkeit staatlichen Anbietens in öffentlichen Vergabeverfahren steht jedoch unter einem wichtigen Vorbehalt: Die in Frage stehenden Subjekte müssen über eine entsprechende gesetzliche Marktbetätigungserlaubnis verfügen, welche namentlich sicherstellt, dass keine faktische Quersubventionierung der Wettbewerbstätigkeit des Sub- jektes aus hoheitlichen oder anderen marktfernen Tätigkeiten dieses Sub- jektes stattfinden kann (BEYELER, Geltungsanspruch, a.a.O., Rz . 1386). Nach RICHLI versteht sich generell von selbst, dass öffentliche Unterneh- men eine allfällige privatwirtschaftliche Tätigkeit nicht aus dem Monopol- bereich quersubventionieren dürfen ( RICHLI, a.a.O., Rz. 334). In gleicher B-3797/2015 Seite 22 Weise hält auch UHLMANN fest, dass eine Quersubventionierung unzuläs- sig ist. Ganz generell verbiete der Grundsatz der Wettbewerbsneutralität, dass Verwaltungsträger einen funktionierenden Markt durch Finanztrans- fers verfälschen (UHLMANN, a.a.O., S. 213 f. und S. 216). Daraus schliesst das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, dass in Bezug auf die Kalku- lation der Anbieter eine gewisse Kontrolle am Platz ist, wenn es sich bei den Anbietern um öffentliche Gemeinwesen handelt oder um private Orga- nisationen, die erhebliche staatliche Finanzmittel erhalten; in diesen Fällen ist es nach dieser Rechtsprechung gerechtfertigt, vermehrt auf die Kalku- lation der Angebote zu achten, um Quersubventionen zu vermeiden (Ur- teile des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2007.00531 vom 1. Oktober 2008 E. 3.4.7 und VB.98.00319 vom 24. November 1999 E. 7c; vgl. zum Ganzen mit rechtvergleichendem Fokus das Urteil VB.2002.00384 vom 27. August 2003 E. 3d; siehe auch WOLF, a.a.O., S. 13 f.). 4.7.3 Zum Schluss, dass Unterangebote der öffentlichen Hand für die Vergabestelle relevant sind, führt auch ein Blick auf die Ziele des Vergabe- rechts selbst. Gemäss Art. 1 Abs. 1 Bst. b BöB will der Bund mit diesem Gesetz den Wettbewerb unter den Anbietern stärken. Zugleich soll der wirt- schaftliche Einsatz der öffentlichen Mittel gefördert werden (Art. 1 Abs. 1 Bst. c BöB). Die Gesetzeszwecke stehen einerseits in einem engen Bezug zueinander (Botschaft zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO -Über- einkommen [Uruguay-Runde] notwendigen Rechtsanpassungen [GATT - Botschaft 2] vom 19. September 1994; BBl 1994 IV 950 ff., insb. S. 1176), können aber auch im Sinne von Zielkonflikten in einem Spannungsverhält- nis stehen (Zwischenentscheid des BVGer B-562/2015 vom 21. April 2015 E. 5.6.1 mit Hinweisen). Dabei ist davon auszugehen, dass die Vergabeer- lasse keine Rangfolge festlegen bzw. die Ziel e gleichwertig sind, womit eine Abwägung im Einzelfall erfolgen muss (MARCO FETZ, Öffentliches Be- schaffungswesen des Bundes, in: Cottier/Oesch [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XI: Allgemeines Aussenwirtschafts - und Binnenmarktrecht, 2. Aufl., Basel 2007, S. 477 ff., insb. S. 498). Damit hat das Gebot der haushälterischen Verwendung öffentlicher Mittel keinen Vor- rang im Verhältnis zu Transparenz, Wettbewerb und Gleichbehandlung der Anbieter (MARTIN BEYELER, Ziele und Instrumente des Vergaberechts, Zü- rich 2008, S. 132 Rz. 359; anderer Meinung STEFAN SUTER, Der Abbruch des Vergabeverfahrens, Basel 2009, S. 71). Dabei besteht der Anreiz zur Teilnahme namentlich im Vertrauen auf die Fairness des Wettbewerbsver- fahrens (SUTER, a.a.O., S. 71). Teil der Wettbewerbszielsetzung ist auch das Gebot der Wettbewerbsneutralität ( BEYELER, a.a.O., S. 27 ff.). Des B-3797/2015 Seite 23 Weiteren führt das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich zutreffend aus, dass eine gewisse Aufmerksamkeit in Bezug auf die Frage der Quersub- ventionierung auch der Gleichbehandlung der Anbieter dient (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.98.00319 vom 24. November 1999 E. 7c). Zusammenfassend ergibt sich demnach, dass das Verbot der Quersubventionierung auch aus der Sicht der Ziele des Vergaberechts nicht als irrelevanter bzw. vergabefremder Gesichtspunkt erscheint. 4.8 Zusammenfassend ist ein öffentlich -rechtliches Subjekt grundsätzlich berechtigt, an einem Vergabeverfahren teilzunehmen. Indessen muss bei einer derartigen Teilnahme darauf geachtet werden, dass das unternehme- risch tätige Subjekt nicht wettbewerbsverzerrend auftritt. Als Konsequenz daraus muss die Verg abestelle jedenfalls die Möglichkeit haben, wenn nicht gar verpflichtet sein, ein Angebot eines öffentlichen Anbieters, wel- ches aufgrund von Quersubventionierung nicht kostendeckend ist, gestützt auf Art. 11 BöB auszuschliessen. Das sagt BEYELER in aller Klarheit, wenn er für den Fall einer unzulässigen Quersu bventionierung davon ausgeht, dass ein "Teilnahmerecht" auszuschliessen ist ( BEYELER, Geltungsan- spruch a.a.O., Rz. 1386). In gleicher Weise geht auch FETZ von der unzu- lässigen Quersubventionierung als möglichem (wohl fakultativem) Aus- schlussgrund aus, wenn er in diesem Zusammenhang auf die nicht ab- schliessende Aufzählung der Ausschlussgründe in Art. 11 BöB hinweist (FETZ, Öffentliches Beschaffungsrecht des Bundes, a.a.O., S. 507 mit Fn. 113; vgl. zum Ganzen E. 4.1 hiervor). Aus rechtsvergleichender Sicht ist auch die Re chtsprechung des EuGH zu berück sichtigen, wonach ein Mitgliedstaat im Hinblick auf die Möglichkeit, ein Angebot einer öffentlichen Einrichtung abzulehnen, eine öffentliche Finanzierung ber ücksichtigen darf, die eine solche Einrichtung erhält (Urteil des EuGH vom 18. Dezem- ber 2014 in der Rechtssache C -568/2013 Rz. 30 ff.). An dieser Stelle ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass im Bereich des öffentlichen Beschaf- fungswesens die Anforderungen an die erforderliche Normstufe und Norm- dichte nicht überspannt werden dürfen (vgl. dazu spezifisch zu Art. 11 BöB JÄGER, a.a.O., S. 337). Richtig ist zwar, dass der Ausschluss mit Blick auf Rechtsgüter, die nicht aus den Zielsetzungen des Vergaberechts abgeleitet werden, eine Verordnungs - oder gar eine formell-gesetzliche Grundlage voraussetzen ( JÄGER, a.a.O., S. 337 f., oder mit Blick auf die Umwelt - schutzgesetzgebung MARC STEINER, Nachhaltige öffentliche Beschaffung – ein Blick auf das Vergaberecht des Bundes und die Perspektiven, in: Zu- fferey/Stöckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2014, Zürich 2014, S. 149 ff., insb. S. 154; vgl. in Bezug auf Zuschlagskriterien BGE 140 I 287 E. 7.2 mit Hinweisen sowie das Urteil des BVGer B -4288/2014 vom 25. März 2015 B-3797/2015 Seite 24 E. 4.4). Demgegenüber ist das Ziel der Wahrung der verfassungsrechtlich gebotenen Wettbewerbsneutralität bzw. der Gleichbehandlung der Konkur- rierenden dem Vergaberecht als konkretisiertem Wirtschaftsverfassungs- recht vergleichbar der Vermeidung gewisser Verstösse gegen das UWG (vgl. dazu E. 3.3 hiervor) inhärent. Der zu vermeidende Wertungswider- spruch ergibt sich mit anderen Worten aus dem Regulierungsziel der Stär- kung des Anbieterwettbewerbs selbst (Art. 1 Abs. 1 Bst. b BöB; vgl. E. 4.7.3 hiervor). Damit steht die fehlende gesetzliche Grundlage einem Ausschluss eines öffentlich-rechtlich konstituierten Subjekts als Anbieter zur Vermei- dung von Quersubventionierung nicht im Wege. Mit anderen Worten dürfen unternehmerisch tätige Subjekte mit staatlichem Hintergrund in Bezug auf die Frage nach der Zulässigkeit von Unterangeboten aufgrund ihrer Un- gleichheit in Bezug auf das unternehmerische Risiko bzw. die Möglichkeit der Quersubventionierung nicht mit privaten Anbietern gleichgestellt wer- den, welchen es nach der Rechtsprechung grundsätzlich nicht verwehrt ist, Unterangebote einzureichen (vgl. E. 3.3 hiervor). 5. Nach dem Gesagten ist nun zu prüfen, ob und gegebenenfalls unter wel- chen Voraussetzungen bzw. gestützt auf welche Bestimmung die Vergabe- stelle gehalten gewesen wäre, die Kalkulation der Zuschlagsempfängerin zu überprüfen und allenfalls entsprechende Erkundigungen einzuziehen. 5.1 Der Wortlaut des von der Beschwerdeführerin angerufenen Art. 25 Abs. 4 VöB lautet wie folgt: "Erhält sie [die Auftraggeberin] ein Angebot, dessen Preis im Vergleich zu den andern Angeboten aussergewöhnlich niedrig ist, so kann sie bei dem Anbieter oder der Anbieterin Erkundigungen darüber einholen, ob ein Ausschlussgrund nach Artikel 11 des Gesetzes vorliegt." Diese Kann-Vorschrift stellt es grundsätzlich in das Ermessen der Behörde, ob im Falle des Vorliegens ungewöhnlich niedriger An gebote privater An- bieter zusätzliche Erkundigungen eingeholt werden sollen oder nicht (vgl. E. 3.1 hiervor). An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten. Indessen ist zu prüfen, ob und inwiefern sich der Umstand, dass es sich bei der Zu- schlagsempfängerin um eine öffentlich-rechtliche Anstalt handelt, insofern auswirkt, als die Vergabestelle unter gewissen Voraussetzungen verpflich- tet sein kann, Erkundigungen in Bezug auf die Kalkulation des Angebots einzuholen. B-3797/2015 Seite 25 5.2 Art. 25 Abs. 4 VöB wird mit "Bereinigung und Bewertung der Angebote" betitelt und findet sich – was für die systematische Auslegung bedeutsam ist – unter dem 2. Kapitel: Beschaffungen im Anwendungsbereich des Ge- setzes; 2. Abschnitt: Vergabeverfahren. Damit ist davon auszugehen, dass ähnlich wie bei der Offertbereinigung im Sinne von Art. 25 Abs. 1 VöB eine Ermächtigung, nicht aber eine Verpflichtung zur Kontaktaufnahme mit An- bietern anvisiert ist (Urteil des BVGer B-1332/2013 vom 12. Februar 2014 E. 3.3.2). Zweck der Bestimmung nach Art. 25 Abs. 4 VöB ist es, der Verga- bestelle zu ermöglichen, eine Anbieterin auf Gründe, welche zu ihrem Aus- schluss führen können, zu überprüfen. 5.3 Das Ermessen der Vergabestelle in Bezug auf die Frage, ob bei unge- wöhnlich niedrigen Angeboten Erkund igungen ein geholt werden sollen , fusst auf der Prämisse, dass das Einreichen von Unterangeboten nicht per se problematisch ist (vgl. E. 3.3 hiervor). Der Verordnungsgeber hatte da- bei private Anbieter im Auge; zu öffentlichen Anbietern enthalten weder das Gesetz noch die Verordnung einschlägige Vorgaben (vgl. E. 3.1 und 3.4). Damit wäre einerseits möglich, Art. 25 Abs. 4 VöB auf Offerten von öffent- lich-rechtlichen Anbietern analog anzuwenden und dabei zu berücksichti- gen, dass diese nicht mit jenen von privaten Anbietern gleichzusetzen sind. Deshalb ist im vorliegenden Fall die Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts zu Unterangeboten von privaten Anbietern (vgl. dazu das Ur- teil des BVGer B-1332/2013 vom 12. Februar 2014 E. 3.3), auf welche sich die Vergabestelle beruft ( Vernehmlassung vom 19. Oktober 2015, S. 7), jedenfalls nicht einschlägig. Denn im Unterschied zu privaten Unterange- boten sind öffentlich-rechtliche nicht kostendeckende Offerten mit Blick auf die Frage der Quersubventionierung tendenziell problematisch (vgl. E. 4.7.2 hiervor). Indessen kann vorliegend offen bleiben, ob aus Art. 25 Abs. 4 VöB (per analogiam) eine entsprechende Abklärungspflicht abzulei- ten ist. Denn eine solche ergibt sich jedenfalls aus dem Untersuchungs- grundsatz gemäss Art. 12 VwVG. Diese Bestimmung bringt zum Ausdruck, dass im Verwaltungsverfahren die Abklärung sowie die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts von zentraler Bedeutung sind. Die für die Entscheidfindung vorzunehmende Tatsachenfeststellung setzt ihrer seits voraus, das die Sachlage korrekt und vollständig ermittelt worden ist (PAT- RICK KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER/FABIO BABEY, in: Waldmann/Weis- senberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich 2016, Rz. 1 zu Art. 12 VwVG). Dabei sind alle Tatsachen ent- scheid- bzw. rechtserheblich, welche die tatbestandlichen Voraussetzun- gen einer anwendbaren Rechtsnorm betreffen (BVGE 2009/64 E. 7.3; B-3797/2015 Seite 26 KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, a.a.O., Rz. 28 zu Art. 12 VwVG). In die- sem Zusammenhang ist zu ber ücksichtigen, dass die Bundesverwaltung, wenn sie als Vergabestelle ihren Bedarf deckt, nicht hoheitlich als Regulie- rungsbehörde handelt, sondern als regulierungsbedürftige Akteurin. Die Wahrung des wirksamen Wettbewerbs obliegt der Wettbewerbskommis- sion (Verfügung der WEKO betreffend Wettbewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich vom 22. April 2013, publiziert in Recht und Politik des Wettbewerbs [ RPW] 2013 S. 524 ff., insb. S. 551 Rz. 137 ). Nichtsdestoweniger ist die Vergabestelle gehalten, im Bewusstsein um die Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichem Mitteleinsatz und den anderen in Art. 1 BöB formulierten Zielen zu handeln; dabei hat sie dem Wettbewerbs- ziel als konkretisiertem Wirtschaftsverfassungsrecht Rechnung zu tragen (vgl. zu Zielkonflikten zwischen den Gesetzeszwecken E. 4.7.3 hiervor). Namentlich in spezialisierten kleinen Anbietermärkten hat die Auftraggebe- rin, wenn sie – wie vorliegend – immer wieder vergleichbaren Bedarf de- cken muss, im Übrigen nicht nur ein Interesse am (einmaligen) wirtschaft- lichen Mitteleinsatz, sondern auch an der (langfristigen) Förderung funkti- onierenden Wettbewerbs. In Bezug auf Angebote öffentlich-rechtlicher An- bieter hat das Gericht festgehalten, dass die Vergabestelle mit Blick auf die Gewährleistung des Wettbewerbs bzw. der Gleichbehandlung der Konkur- rierenden (E. 4.5 hiervor) zumindest die Möglichkeit hat, Unterangebote von öffentlichen Einrichtungen auszuschliessen (E. 4. 8 hiervor). Daraus ergibt sich, dass bei öffentlich-rechtlichen Anbietern "vermehrt" auf die Kal- kulation der Angebote zu achten ist, um Quersubventionen zu vermeiden (E. 4.7.2 in fine hiervor). Somit erweist sich der insoweit relevante Sach- verhalt als im Sinne von Art. 12 VwVG rechts - bzw. entscheiderheblich. Ausserdem kann es sich bei entsprechenden Abklärungen auch aus der Logik des Vergaberechts betrachtet nicht um unerlaubten Kontakt mit An- bietern handeln. Somit ergibt sich, dass von einer Verpflichtung der Verga- bestelle auszugehen ist, entsprechende Angebote für den Fall, dass ge- wichtige Indizien im Sinne eines ungewöhnlich niedrigen Angebots gege- ben sind, dahingehend zu überprüfen, ob ein Unterangebot vorliegt. An- sonsten kann dem Gebot der Gleichbehandlung der Konkurrierenden im Ergebnis keine Nachachtung verschafft werden. Dabei kommt der Auftrag- geberin diesbezüglich kein Ermessen zu; die Prüfung , ob der Untersu- chungsgrundsatz verletzt worden ist, erfolgt in Beantwortung einer Rechts- frage (BGE 132 V 393 E. 4.2). Demnach kann sich die Vergabestelle nicht auf den Standpunkt stellen, es stehe auch für den Fall, dass gewichtige Indizien im Sinne eines ungewöhnlich niedrigen Angebots vorliegen in ih- rem Ermessen, ob sie weitere Abklärungen trifft oder nicht. B-3797/2015 Seite 27 5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vergabestelle beim Vorliegen gewichtiger Indizien im Sinne eines ungewöhnlich niedrigen Angebots öf- fentlich-rechtlicher Anbieter nicht nur ermächtigt, sondern auch verpflichtet ist, Abklärungen zu treffen und gegebenenfalls Erkundigungen einzuziehen mit dem Ziel, die Kalkulation der Zuschlagsempfängerin zu überprüfen. 6. Im Folgenden ist nun zu prüfen, wie das beschriebene Recht auf den vor- liegenden Fall anzuwenden ist. 6.1 Gemäss § 1 Abs. 1 des UniG handelt es sich bei der Zuschlagsemp- fängerin um eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlich- keit. Die Zuschlagsempfängerin erbringt in Zusammenhang mit der wissen- schaftlichen Arbeit in der Forschung und Le hre auch Dienstleistungen (vgl. § 2 UniG). Die Zuschlagsempfängerin verfügt demnach jedenfalls über eine gesetzliche Grundlage, auf welche sie ihr Auftreten als Anbieterin in Vergabeverfahren stützen kann. Nach dem Gesagten ist die Zuschlags- empfängerin grundsätzlich berechtigt, am vorliegenden Vergabeverfahren teilzunehmen (vgl. E. 4. 8 hiervor) bzw. die V ergabestelle musste die Zu- schlagsempfängerin einzig aufgrund des Umstands, dass es sich um ein Subjekt mit staatlichem Hintergrund handelt, nicht aus dem Vergabever- fahren ausschliessen. 6.2 Das Angebot der Zuschlagsempfängerin enthält betreffend die Kosten ein Preisblatt, wobei die Aufstellung 1 die Arbeitsschritte detailliert darstellt und den dazu veranschlagten Aufwand in Stunden und Franken pro Jah- resstudie ohne optionale Zusatzstudien und die Aufstellung 2 die Kosten mit den optionalen Zusatzstudien auffü hrt (vgl. Beila ge 10 der Vergabe- stelle). Dieser Abschnitt 5 "Preise und Kosten – Zuschlagskriterium ZK 1" wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen der Akteneinsicht im Hauptver- fahren teilweise offengelegt. Aus den Preisblättern ist ersichtlich, dass der Projektverantwortliche 177.99 bzw. 188.19 Stunden als Eigenleistung für das Projekt pro Jahr einplant. Unter der Rubrik "Gehälter" wird kein Fran- kenbetrag vermerkt, sondern bloss "Eigenleis" genannt. Gemäss Anhang 5 des Angebots der Zuschlagsempfängerin werden für die Projektleitung – wie auch für d ie übrigen Mitarbeiter – Fr. 57.37 pro Stunde exkl. MwSt. berechnet (Beilage 12 der Vergabestelle). Die Leistungen des Gesamtpro- jektverantwortlichen werden auf dem Preisblatt (Beilage 10 der Vergabe- stelle) sodann nicht zu den Projektkosten gerechnet und finden letztlich keinen Eingang in die Kostenaufstellung der Zuschlagsempfängerin. Auch B-3797/2015 Seite 28 Sekretariatskosten werden gemäss den Angaben der Zuschlagsempfän- gerin keine ausgewiesen, da dies e in den Overhead -Kosten inkludier t seien. Die Overhead-Kosten werden mit 5% für das Institut für Publizistik- wissenschaft und Medienforschung (IPMZ) und mit 10% für die Universität Zürich einberechnet. 6.3 Beim Angebot der Zuschlagsempfängerin fällt insbesondere auf, dass die Arbeiten des Gesamtprojektverantwortlichen mit 177.99 Stunden bzw. 188.19 Stunden (vgl. Seiten 36 und 37 der Beilage 10 der Vergabestelle) in der Preisberechnung nicht berücksichtigt werden. Mit rund 180 Stunden ist der Aufwand des Gesamtprojektverantwortlichen im Vergleich zu den übrigen Mitarbeitern (795.26 Stunden, 533.29 Stunden und 567. 46 Stun- den) zwar geringer, jedoch keineswegs als vernachlässigbar zu qualifizie- ren. Zudem widmet das Angebot der Zuschlagsempfängerin der Person des Gesamtprojektverantwortlichen rund 10 von 40 Seiten, insbesondere mit einer Auflistung seiner Publikationen. Die Vergabestelle konnte folglich, so wie sich die Zuschlagsempfängerin präsentiert, davon ausgehen, dass der Gesamtprojektverantwortliche nicht nur in quantitativer, sondern auch in qualitativer Hinsicht für das Projekt einsteht und wesentlich am Projekt beteiligt ist. Aus dem Angebot der Zuschlagsempfängerin geht nicht klar hervor, ob der Stundenansatz des Gesamtprojektverantwortlichen dem Stundenansatz der "Projektleitung" gemäss Anhang 5 des Angebots der Zuschlagsempfängerin entspricht (vgl. das Preisblatt der Zuschlagsemp- fängerin, Kategorie "Gehälter" [S. 35 und 36 des Angebots der Zuschlags- empfängerin, Beilage 10 der Vergabestelle] und Anhang 5 des Angebots der Zuschlagsempfängerin, Beilage 12 der Vergabestelle), da neben dem Gesamtprojektverantwortlichen eine Mitarbeiterin als "Projektleiterin" be- zeichnet wird. Immerhin kann aber davon ausgegangen werden, dass die Kosten des Gesamtprojektverantwortlichen, wenn sie verrechnet worden wären, einen nicht unwesentlichen Teil an den Gesamtkosten ausmachen würden. Jedenfalls in Bezug auf den Aufwand des Gesamtp rojektverant- wortlichen ist damit festzustellen, dass die Zuschlagsempfängerin nich t kostendeckend verrechnet hat. 6.4 Sekretariatskosten werden nach den Angaben der Zuschlagsempfän- gerin keine ausgewiesen, da diese in den Overhead-Kosten für das IPMZ und die Universität Zürich inkludiert sind (vgl. S. 34 des Angebots der Zu- schlagsemfängerin, Beilage 10 der Vergabestelle). Ob der Overhead (5% für das IPMZ und 10% für die Universität) wie die Beschwerdeführerin vor- bringt unrealistisch und nicht kostendeckend ist, kann jedoch mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offen bleiben. B-3797/2015 Seite 29 6.5 Nach dem Gesagten besteht bereits aufgrund der Nichtberücksichti- gung des Aufwands des Gesamtprojekt verantwortlichen im Rahmen der Offertkalkulation zumindest ein begründeter Verdacht, dass die Zuschlags- empfängerin nicht kostendeckend offeriert hat. Folgerichtig sind auch keine Angaben zu seinem Stundenansatz gemacht worden. Demnach hätte die Vergabestelle im vorliegenden Fall Anlass gehabt, die Kalkulation der Uni- versität Zürich genauer zu prüfen . Daran ändert auch das Vorbringen der Vergabestelle nichts, dass sich die Preiskalkulation insgesamt im Rahmen früherer vergleichbarer Studien bewegt. Die Beschwerdeführerin erklärt im Übrigen auch in nachvollziehbarer Weise, dass ihr Angebot aufgrund einer technologiebasierten und damit günstigeren Methodik nur 3 Prozent teuer als dasjenige der Zuschlagsempfängerin ist (Beschwerde, S. 18; vgl. auch E. 2.1 hiervor); dies wird von der Vergabestelle auch nicht bestritten. Ergibt sich aus der Offerte wie vorliegend in offensichtlicher Weise, dass in nicht zu vernachlässigendem Umfang Leistungen nicht berechnet worden sind, kann der Vergabestelle nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, sie habe keinen Anlass zur Prüfung gehabt, da das Angebot der Zuschlagsempfän- gerin nur 3 Prozent billiger gewesen sei als jenes der Beschwerdeführerin. Damit kann offen bleiben, inwieweit der Vergabestelle zu folgen ist, wenn sie sich auf den Standpunkt stellt, es sei generell nur der Preisvergleich für die Frage nach einem ungewöhnlich niedrigen Preis massgeblich . Indes- sen sei darauf hingewiesen, dass je nach Umständen allenfalls auch Qua- litätsaspekte eine Rolle spielen können. In diesem Sinne macht die Be- schwerdeführerin – ohne dass ihr widersprochen worden wäre – geltend, die Methodik der Zuschlagsempfängerin sei viel personalaufwändiger als die technologiebasiertere Methodik der Beschwerdeführerin. Wird eine auf- wändigere (und damit im Zweifel qualitativ ansprechendere) Methode zum Preis einer deutlich weniger aufwändigen Methode angeboten, ist darin al- lenfalls in gleicher Weise ein Indiz für ein Unterangebot zu sehen, wie wenn die gleiche Qualität zu einem wesentlich tieferen Preis angeboten wird. Dieser Schluss ist für das schweizerische Vergaberecht besonders erwä- genswert, da gemäss Art. 21 BöB ebenso wie nach dem (inter)kantonalen Recht in der Regel nicht der billigste Preis, sondern das beste Preis -Leis- tungs-Verhältnis ermittelt werden soll (BGE 138 I 143 E. 4.2; PETER HÄNNI/ANDREAS STÖCKLI, Schweizerisches Wirtschaftsverwaltungsrecht, Bern 2013, S. 258 f.; STEINER, a.a.O., S. 165 ff.). Inwieweit vorliegend sei- tens der Zuschlagsempfängerin tatsächlich bessere Qualität angeboten wird, kann indessen offen gelassen werden. Fest steht jedenfalls, dass die geringe Preisdifferenz mit Blick auf die leicht festzustellende Nichteinrech-B-3797/2015 Seite 30 nung des Aufwandes des Gesamtprojektverantwortlichen der Vergabe- stelle nicht dazu dienen kann, den Verzicht auf weitere Abklärungen in Be- zug auf die Kalkulation der Universität Zürich zu begründen. 7. 7.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vergabestel le entgegen ihrer eigenen Ansicht verpflichtet gewesen wäre, das Angebot der Zuschlags- empfängerin in Bezug auf dessen Kalkulation zu untersuchen, gegebenen- falls weitere Erkundigungen einzuziehen, und für den Fall, dass diese Prü- fung ein auch insgesamt nicht kostendeckendes Angebot ergeben hätte – einen Ausschluss der Anbieterin im Sinne von Art. 11 BöB mit Blick auf das Gebot der Gleichbehandlung der Konkurrierenden (E. 4.8 hiervor) zu prü- fen. Damit erweist sich die Beschwerde als begründet. Demnach wäre grundsätzlich nicht näher auf die Frage einzugehen, inwiefern die Verga- bestelle unter "Abdeckung des Online-Angebots aller vier Unternehmens- einheiten" in Bezug auf die Referenzobjekte einen Gesichtspunkt geprüft und bewertet hat, der so aus den Ausschreibungsunterlagen nicht hervor- gegangen ist, wie die Beschwerdeführerin geltend macht. Indessen ist aus prozessökonomischen Gründen im Sinne der umfassenden Beurteilung des Falles dazu einerseits festzuhalten, dass das strittige Erfordernis aus den Ausschreibungsunterlagen entgegen der Auffassung der Beschwerde- führerin erkennbar war. Andererseits wird mit diesem Erfordernis zwar zu- gegebenermassen der Anbietermarkt entscheidend eingeschränkt, dies je- doch gestützt auf ein gewichtiges Interesse an der qualitativ hoch stehen- den Abdeckung der verschiedenen Sprachgebiete . Damit wird das der Vergabestelle diesbezüglich zustehende Ermessen (Art. 31 BöB) nicht ge- sprengt (vgl. Urteil des BVGer B -4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.2) . Demnach ist auch nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdeführerin un- ter diesem Kriterium 400 (von insgesamt 10‘000) Punkten abgezogen wor- den ist. Offen bleiben kann demgegenüber die Frage, inwieweit in der die Missachtung der wirtschaftsverfassungsrechtlichen Vorgaben zur Gleich- behandlung der Konkurrierenden zugleich ein Verstoss gegen Art. 2 UWG durch Rechtsbruch zu sehen ist (vgl. E. 4.2 hiervor) , da sich das Ziel der Verhinderung von Quersubventionierung auch direkt aus dem Verfas- sungsrecht des Bundes und den Zielen des Vergaberechts ergibt (E. 4.8 hiervor). 7.2 Während die Beschwerdeinstanz nach Art. 61 Abs. 1 VwVG nur aus- nahmsweise nicht in der Sache selbst entscheidet, entscheidet das Bun- desverwaltungsgericht nach der lex specialis von Art. 32 Abs. 1 BöB in der B-3797/2015 Seite 31 Sache selbst oder weist diese mit verbindlichen Weisungen an die Auftrag- geberin zurück ( Urteil des BVGer B -4288/2014 vom 25. März 2015 E. 6; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1395). Da die Vergabestelle je- denfalls Erkundigungen einzuholen und somit eine Handlung nachzuholen hat, fällt eine direkte Erteilung des Zuschlags durch das Gericht ausser Be- tracht (vgl. hierzu die Urteile des BVGer B-738/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 2.2 und B-7571/2009 vom 20. April 2011 E. 9.2 mit Hinweisen). Damit ist die Beschwerde im Hauptantrag abz uweisen, wogegen dem Eventu- alantrag auf Rückweisung stattzugeben ist. Demnach ist die angefochtene Zuschlagsverfügung aufzuheben und die Sache im Sinne von Art. 32 Abs. 1 BöB an die Vergabestelle zurückzuweisen, damit diese die Kalkula- tion der Zuschlagsem pfängerin überprüft. Allenfalls ist gestützt auf diese Abklärungen ein Ausschluss der Zuschlagsempfängerin in Erwägung zu ziehen. 8. 8.1 Zum Verfahrensausgang ist zunächst festzustellen, dass die Be- schwerdeführerin mit ihrem Hauptantrag auf direkte Erteilung des Zu- schlags an sie unterliegt. Hingegen wird ihrem Antrag auf Rückweisung entsprochen. Da der beschwerdeführerische Antrag auf Rückweisung mit dem Hinweis, dass der Zuschlag auf jeden Fall gestützt auf Art. 11 BöB zu widerrufen ist (Beschwerde, S. 26), wesentlich enger ist als die mit vorlie- gendem Urteil beschlossene Rückweisung, obsiegt die Beschwerdeführe- rin insgesamt nicht vollständig, sondern zu drei Vierteln, weshalb ihr in re- duziertem Umfang Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der von ihr zu tragende Verfahr enskostenanteil in Höhe von Fr. 1‘000.- ist dem geleisteten Kostenvorschuss zu entnehmen. Der Verga- bestelle können als Bundesamt keine Verfahrenskosten auferlegt werden (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwV G). Die Zuschlagsempfängerin hat sich in Bezug auf das Hauptverfahren nicht als Beschwerdegegnerin konstituiert, wes- halb ihr insoweit ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt werden kön- nen. Das gilt aber nicht in Bezug auf die Zwischenverfügungen betreffend Akteneinsicht und Publikation. Namentlich betreffend die Publikation der Zwischenverfügungen zur aufschiebenden Wirkung und zur Akteneinsicht hat die Zuschlagsempfängerin Anträge gestellt, welche die Vergabestelle nicht gestellt hat, und insoweit Parteiste llung beansprucht. Damit sind ihr diesbezüglich Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'000.− aufzuerlegen. B-3797/2015 Seite 32 8.2 Eine ganz oder teilweise obsiegende Partei hat Anspruch auf eine Par- teientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismäs- sig hohen Kosten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung um- fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Ausla- gen der Partei (vgl. Art. 8 VGKE). 8.2.1 Die Beschwerdeführerin hat mit Eingabe vom 8. Januar 2016 ver- schiedene Kostennoten eingereicht und macht ausgehend von einem Zeit- aufwand von 97.3 Stunden, wovon 12 Stunden mit einem Stundenansatz von Fr. 400.- und 85.3 Stunden mit Fr. 300.- gerechnet worden sind, eine Parteientschädigung von Fr. 33'805.80 geltend. Die Beschwerdeführerin führt aus, dass der Aufwand aufgrund von zwei Besonderheiten – der An- träge der Zuschlagsempfängerin betreffend Publikation verschiedener Ent- scheide und die Verweigerung der Zuschlagsempfängerin in die Einsicht der Kostenberechnung – relativ hoch gewesen sei. 8.2.2 Die Vergabestelle beantragt mit Eingabe vom 19. Januar 2016, dass, für den Fall einer Gutheissung der Beschwerde, die eingereichten Kosten- noten angemessen zu reduzieren seien. Die Vergabestelle habe sich an den Auseinandersetzungen zwischen der Beschwerdeführerin und der Zu- schlagsempfängerin betreffend Publikation und Akteneinsicht nicht betei- ligt. 8.2.3 Die Zuschlagsempfängerin bringt mit Eingabe vom 19. Januar 2016 vor, dass ihr keine Parteientschädigung auferlegt werden könne, da sie als Zuschlagsempfängerin nicht Partei des vorliegenden Verfahrens sei. Sie habe keine Anträge gestellt, sondern lediglich auf Aufforderung des Ge- richts zur Publikation und zur Akteneinsicht Stellungnahmen eingereicht. In Bezug auf die Akteneinsicht führt sie weiter aus, dass sie nicht die Einsicht- nahme in die Akten verweigern wollte, sondern lediglich ihr rechtlich ge- schütztes Geheimhaltungsinteresse geltend gemacht und kooperativ die Einsicht in die Akten ermöglicht habe. 8.2.4 Der Maximalansatz von Fr. 400. - pro Stunde (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE) kommt in Vergabesachen nur bei besonders komplexen Fällen in Betracht (vgl. Urteile des BVGer B-738/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 6.3 und B-6177/2008 vom 13. Februar 2009 E. 11.4). Im vorliegenden Fall be- steht kein Anlass, über den nach der Praxis des Bundesverwaltungsge- richts für das Vergaberecht geltenden Regelstundenansatz von Fr. 350. - B-3797/2015 Seite 33 hinauszugehen. Indessen ist zu berücksichtigen, dass der überwiegende Teil des Zeitaufwands zu einem Stundenansatz von Fr. 300. - berechnet worden ist, weshalb der geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 400.- für 12 Stunden nicht zu beanstanden ist. 8.2.5 Die obsiegende Partei hat Anspruch auf Entschädigung der notwen- digen Kosten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass neben dem Zwischenent- scheid zur aufschiebenden Wirkung und einer Akteneinsichtsverfügung auch Anordnungen betreffend die Publikation dieser Zwischenentscheide zu treffen waren. Indessen hat die Beschwerdeführerin teilweise unaufge- fordert Stellungnahmen eingereicht, welche nicht notwendig gewesen sind. Namentlich wurde der Antrag vom 7. August 2015, wonach die Zuschlags- empfängerin anzuzeigen habe, ob sie gegen die Zwischenverfügung vom 31. Juli 2015 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhebt, mit Verfügung vom 10. August 2015 abgewiesen. Diese Eingabe war für das Verfahren nicht notwendig. Auch die Stellungnahmen zur Akteneinsicht vom 13. August 2015 und vom 1. September 2015 erfolgten unaufgefordert und haben nichts zum Ausgang des Zwischenverfahrens betreffend die Ak- teneinsicht beigetragen. Diesbezüglich ist ein Abzug vorzunehmen. Mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin am 8. Januar 2016 eingereichte detaillierte Kostenaufstellung betreffend den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis 30. September 2015 ist der Beschwerdeführerin die Parteientschädigung in der Höhe von fünf Stunden à Fr. 300.- pro Stunde (Fr. 1'500.-) zu kürzen. Das Total des Honorars für diesen Zeitraum (Fr. 11'710.-) und der Auslagen (Fr. 351.30) inkl. MwSt. (Fr. 9 64.90) beläuft sich damit auf Fr. 13' 026.20. Zusammenfassend wird die Höhe der zu verlegenden Parteikosten auf Fr. 32‘137.20 festgesetzt. Die Vergabestelle hat auch soweit sie obsiegt keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 8.2.6 Die Zuschlagsempfängerin hat mit Eingabe vom 30. Juli 2015 bzw. vom 11. September 2015 den Antrag auf Verzicht der Publikation bzw. Ano- nymisierung des Zwischenentscheids vom 13. Juli 2015 bzw. d er Zwi- schenverfügung vom 3. September 2015 gestellt. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Instruktionsrichter der Zuschlagsempfängerin ledig- lich Gelegenheit gegeben hat, sich zur Publikation der genannten Ent- scheide zu äussern. Mit Zwischenverfügungen vom 31. Juli 2015 bzw. vom 2. Oktober 2015 wurden die Anträge der Zuschlagsempfängerin abgewie- sen. Ausserdem hat die Zuschlagsempfängerin in Bezug auf die Aktenein- sicht in die sie betreffenden Offertunterlagen Anträge gestellt, welche teil- weise abgewiesen worden sind (vgl. Zwischenverfügung vom 3. Septem- ber 2015). Mit den genannten Anträgen hat sich die Zuschlagsempfängerin B-3797/2015 Seite 34 betreffend die Publikation der Entscheide und in Bezug auf die Aktenein- sicht am Verfahren beteiligt und hat die entsprechenden Kosten zu tragen (vgl. Art. 64 VwVG) . Der der Beschwerdeführerin entstandenen Aufwand ist demnach insoweit von der Zuschlagsempfängerin zu tragen. Bezugneh- mend auf die Kostenaufstellung der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis 30. September 2015 betrug der durch die Zuschlags- empfängerin verursachte Kostenaufwand in etwa 10 Stunden (1 Stunde zu einem Stundenaufwand von Fr. 400.- und 9 Stunden zu Fr. 300.-). Da das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführerin nur teilweise gutgeheissen worden ist, hat die Zuschlagsempfängerin für den Aufwand von 8 Stunden (0.8 Stunden zu einem Stundenaufwand von Fr. 400.- und 7.2 Stunden zu Fr. 300.- ergibt Fr. 2'480.-) aufzukommen. Die von der Zuschlagsempfän- gerin zu zahlende Parteientschädigung beläuft sich somit auf Fr. 2'758.80 (Honorar [Fr. 2'480.-] inkl. Kleinspesenpausche [Fr. 74.40] und MwSt. [Fr. 204.40]). Der Antrag der Zuschlagsempfängerin vom 23. September 2015 betreffend die Publikation der Zwischenverfügung vom 31. Juli 2015 wurde mit Verfügung vom 5. Oktober 2015 gutgeheissen, weshalb die Zu- schlagsempfängerin diesbezüglich keine Kosten zu tragen hat. 8.2.7 Um den zwischen Beschwerdeführerin und Vergabestelle zu verle- genden Kostenanteil zu bestimmen, ist der von der Zuschlagsempfängerin zu tragende Anteil von den Gesamtkosten abzuziehen, was Fr. 29‘378.40 (inkl. MwSt.) ergibt. Diese Kosten wiederum sind analog zu den Verfah- renskosten zu drei Vierteln der Vergabestelle aufzuerlegen, womit sie Par- teikosten der Gegenseite in Höhe von Fr. 22‘033.80 (inkl. MwSt.) zu tragen hat. 8.2.8 Zusammenfassend hat die Vergabestelle der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 22‘033.80 (inkl. MwSt.) zu entrichten. Die von der Zuschlagsempfängerin zu tragende Parteientschädigung zuguns- ten der Beschwerdeführerin beläuft sich auf Fr. 2'758.80 (inkl. MwSt.). B-3797/2015 Seite 35 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. 1.1 Die Beschwerde wird im Sinne des Eventualbegehrens der Beschwer- deführerin gutgeheissen. 1.2 Die angefochtene Zuschlagsverfügung wird aufgehoben und die Sache wird an die Vergabestelle zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwä- gungen prüfe, ob die Zuschlagsempfängerin wegen Verletzung von verga- berechtlichen Grundsätzen auszuschliessen ist. 2. 2.1 Der Besch werdeführerin werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘000.- auferlegt. Dieser Betrag wird dem von der Beschwerdeführerin einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 5‘000.- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4‘000.- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur- teils zurückerstattet. 2.2 Die Zuschlagsempfänge rin hat Verfahren skosten in der Höhe von Fr. 1'000.- zu tragen. Dieser Betrag ist dem Gericht innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu überweisen. 2.3 Der Vergabestelle werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. 3.1 Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 22'033.80 zu Lasten der Vergabestelle und von Fr. 2'758.80 zu Lasten der Zuschlagsempfängerin zugesprochen. B-3797/2015 Seite 36 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreterin; Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungsformular) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 122001; Gerichtsur- kunde) – die Zuschlagsempfängerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde; Bei- lage: Einzahlungsschein) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Beatrice Badilatti Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 1 00 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be- schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 23. Mai 2016, vorab in elektronischer Form