B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5410/2012 U r t e i l v o m 2 8 . M a i 2 0 13 Besetzung Richterin Marianne Ryter (Vorsitz), Richterin Kathrin Dietrich, Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Gerichtsschreiber Ivo Hartmann. Parteien 1. A._______ AG, 2. B._______ AG, 3. C._______ SA Beschwerdeführerinnen, gegen Schweizerisches Seeschifffahrtsamt SSA, Elisabethen- strasse 33, Postfach, 4010 Basel, Vorinstanz. Gegenstand Aberkennung als Prüfungsstelle für den schweizerischen Hochseeausweis. A-5410/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die H ._______ Holding AG ist eine Aktiengesell schaft mit Sitz in I._______, welche den Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen in der nautischen Branche aller Art in der Schweiz und im Ausland bezweckt. Einziger Verwaltungsrat ist D._______. Bei der H._______ Holding AG handelt es sich um eine Holdinggesellschaft, wel- che Beteiligungen an mehreren Tochtergesellschaften hielt bzw. hält, so insbesondere an der X._______ AG in Liquidation, der Y ._______ AG in Liquidation (gelöscht am 18. August 2010), der A._______ AG , der B._______ AG und der C._______ S.A. Des weiteren ist auch das Institut Z._______ mit dem Konzern verbunden. B. Am 15. März 2010 verfügte das Schweizerische Seeschifffahrtsamt (SSA, Vorinstanz) gestützt auf Art. 19 Abs. 2 und Abs. 4 der Verordnung über die schweizerischen Jachten zur See (Jachtenverordnung, SR 747.321.7) sowie Art. 13 und 19 der Verordnung über den schweizerischen Fähi g- keitsausweis zum Führen von Jachten zur See (Hochseeausweis - Verordnung, SR 747.321.71) , dass die H ._______ Holding AG als Pr ü- fungsstelle für die Prüfung und Ausstellung schweizerischer Hochse e- ausweise anerkannt wird und die Anerkennung auch für " X._______ AG, das Institut Z._______ sowie für weitere Seefahrtsschulen der H._______ Holding AG" gilt. Zugleich wurde die Verfügung vom 3. Juli 2007 betre f- fend Anerkennung "der X._______ AG und de r Y ._______ AG" aufgeho- ben. C. Am 14. Februar 2012 wurde die H._______ Holding AG im Handelsregis- ter des Kantons S ._______ gestützt auf Art. 155 der Handelsregisterve r- ordnung vom 7. Juni 1937 (HRegV, SR 221.411) von Amtes wegen g e- löscht. D. Die Vorinstanz führte am 20. April 2012 eine Inspektion bei den Trägeri n- nen der Prüfungsstelle durch. Das SSA wurde dabei jedoch nicht über die erfolgte Löschung der H._______ Holding AG im Handelsregister des Kantons S._______ informiert. E. A-5410/2012 Seite 3 E.a Nachdem die Vorinstanz von der Löschung der H._______ Holding AG im Handelsregister des Kantons S ._______ Kenntnis erhalten hatte, gelangte sie mit Email vom 4. Juli 2012 an den einzigen Verwaltungsrat der H._______ Holding AG , D._______, und ersuchte diesen um Ste l- lungnahme. E.b Weil D._______ dieser Aufforderung nicht nachkam, richtete die Vo r- instanz am 29. August 2012 ein weiteres Schreiben an die H._______ Holding AG. Sie führte dabei insbesondere aus, dass beim Untergang e i- nes Unternehmens auch die Anerkennung als Prüfungsstelle entfalle. Zur Gewährung des rechtlichen Gehörs setzte die Vorinstanz Frist bis a m 10. September 2012, um zur Angelegenheit Stellung zu nehmen. E.c Da seitens der H._______ Holding AG wiederum keine Stellungna h- me eingereicht wurde, verfügte die Vorinstanz am 13. September 2012, der H._______ Holding AG werde gemäss Art. 16 Abs. 2 der Hochs ee- Ausweisverordnung mit sofortiger Wirkung die Anerkennung als Pr ü- fungsstelle entzogen. Gleichzeitig werde der H._______ Holding AG un- tersagt, weitere Hochsee ausweise auszustellen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die H._______ Holdin g AG am 14. Februar 2012 im Handelsregister des Kantons S ._______ gelöscht worden war und somit nicht mehr existiere. Da die Vorinstanz von der Prüfungsstelle nie darüber informiert worden sei, habe d ie Prüfungsstelle ihre Mitwirkungspflichten erheblich verletzt. F. Gegen diese Verfügung erheb en die A._______ AG, die B._______ AG und die C._______ S.A. (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) am 13. Oktober 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und b e- antragen sinngemäss, die Verfügung vom 13. September 2012 sei dahin- gehend anzupassen, dass nur der H._______ Holding AG , der X._______ AG in Liquidation und dem "Institut Z._______" die Bewill i- gung als Prüfung sstelle zu entziehen sei, nicht jedoch den drei B e- schwerdeführerinnen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 15. März 2010 insbesondere s o- wohl die H._______ Holding AG als auch die weiteren zur H._______ Holding AG gehörenden Seefahrtschulen als Prüfungsstelle für die Pr ü- fung und Ausstellung schweizerischer Hochseeausweise anerkannt habe. Im vorliegenden Fall sei zwar hinsichtlich der H._______ Holding AG der Entzug der Anerkennung als Prüfungsstelle berechtigt. Demgegenüber sei es jedoch nicht zulässig, auch den ehemaligen Tochtergesellschafte n A-5410/2012 Seite 4 bzw. Beschwerdeführerinnen die Anerkennung als Prüfungsstelle zu en t- ziehen, da diese die Anforderungen an ein e Prüfungsstelle gemäss Art. 12 ff. (recte: Art. 13 ff.) Hochseeausweis-Verordnung nach wie vor er- füllten. G. Mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2012 beantragt das SSA, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie abzuweisen. H. Am 25. Februar 2013 schied E._______ als einziger Verwaltungsrat aus der A._______ AG aus. Ebenso gab er am 28. März 2013 seine Funktion als einziger Verwaltungsrat der B._______ AG auf. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten b e- findliche Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfo l- genden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), so fern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Nach Art. 13 Abs. 1 des Bundesgeset- zes vom 23. September 1953 über die Seeschifffahrt unter der Schweizer Flagge (Seeschifffahrtsgesetz; SR 747.30), Art. 2 Abs. 2 der Jachtenver- ordnung und Art. 17 der Hochseeausweis -Verordnung richtet sich das Beschwerdeverfahren gegen Ve rfügungen des SSA nach den allgeme i- nen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege. Somit liegt im Bereich der Anerkennung von Prüfun gsstellen für die Prüfung und Ausstellung schweizerischer Hochseeausweise keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vor. Zudem ist das SSA eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG. Folglich ist d as Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliege n- den Beschwerde zuständig. A-5410/2012 Seite 5 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 2. Die Beschwerdeführerinnen sind allesamt Aktiengesellschaften nach Art. 620 ff. des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220) und als solche juristische Personen des Privatrechts. Vorab ist ihre Partei - und Prozessfähigkeit zu prüfen, denn diese wird für die Beschwerdelegi- timation gemäss Art. 48 VwVG vorausgesetzt (vgl. VERA MARANTELLI- SONANINI/SAID HUBER, in: Praxiskommentar VwVG, Wal d- mann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009 [hienach: Praxiskommentar VwVG], Art. 48 Rz. 6; ISABELLE HÄNER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008 [hiernach: VwVG-Kommentar], Rz. 5 zu Art. 48). 2.1 Unter Parteifähigkeit wird die Möglichkeit verstanden, im Beschwe r- deverfahren als Partei aufzutreten. Dabei gilt – analog zu den Grundsä t- zen des Zivilprozessrechts – als parteifähig, wer rechtsfähig ist (ISABELLE HÄNER, VwVG-Kommentar, Rz. 5 zu Art. 48). Juristische Personen besi t- zen gemäss Art. 53 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) eine umfassende Rechtsfähigkeit, soweit nicht wesensmässige Unterschiede zu natürlich en Personen eine Einschränkung gebieten (vgl. auch KRISTINA TENCHIO-KUZMIC, in: Spü h- ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivilpro- zessordnung, Basel 2010 [hienach: BSK -ZPO], Rz. 11 zu Art. 66). G e- mäss Art. 643 OR erlangt die Aktiengesellschaft ihre Rechtspersönlichkeit erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Die Beschwerdeführerinnen sind unter der Firma A._______ AG im Handelsregister des Kantons R._______, B._______ AG im Handelsregister des Kantons S ._______ und C._______ S.A. im Handelsregister des Kantons T._______ einge- tragen. Das Erfordernis der Rechtspersönlichkeit und damit der Parteif ä- higkeit ist somit bei sämtlichen Beschwerdeführerinnen erfüllt. 2.2 Eine Partei ist prozessfähig, wenn sie auch handlungsfähig ist ( ISA- BELLE HÄNER, VwVG-Kommentar, Rz. 5 zu Art. 48). Gemäss Art. 54 ZGB sind juristische Personen handlungsfähig, sobald die nach Gesetz und Statuten unentbehrlichen Organe bestellt sind. Fehlt es der juristischen Person an den für sie handelnden Organen und auch an mittels Vol l- macht zur Vertretung berechtigten Personen, so ist sie handlungsunfähig (CHRISTOPH LEUENBERGER/BEATRICE UFFER-TOBLER, Schweizerisches Zi- vilprozessrecht, Bern 2010, Rz. 3.10; ALEXANDER FISCHER, in: Backer & McKenzie [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Bern 2010, A-5410/2012 Seite 6 Rz. 4 zu Art. 67). Aufgrund des Ausscheidens von E._______ als einzi- gem Verwaltungsrat verfügen die A._______ AG seit dem 25. Februar 2013 sowie die B._______ AG seit dem 28. März 2013 nicht mehr über einen Verwaltungsrat. Folglich mangelt es den beiden Gesellschaften an einem unentbehrlichen, für sie handelnden Organ, weshalb sie nicht mehr prozessfähig sind. Demgegenüber weist die C._______ S.A. nach wie vor einen Verwaltungsrat auf; sie ist somit prozessfähig. 2.3 Fällt die Beschwerdelegitimation einer Partei während des laufenden Verfahrens dahin, weil sie nicht mehr über die für die Parteistellung vo r- ausgesetzte Partei- und Prozessfähigkeit verfügt, so ist das Verfahren als gegenstandslos abzuschreiben (VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, Praxiskommentar VwVG, Art. 48 Rz. 7; BVGE 2007/12 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-5531/2009 vom 4. Februar 2010). Mangels Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 erweisen sich deren Begehren als gegenstandlos und das Verfahren ist diesbezüglich abz u- schreiben. Im Folgenden ist daher nur die Beschwerde der Beschwerd e- führerin 3 zu prüfen. 3. Vorliegend richtet sich die Verfügung vom 13. September 2012 formell nicht an di e Beschwerdeführerin 3, sondern nur geg en die H._______ Holding AG. Aus diesem Grund wird deren Beschwerdelegitimation denn auch von der Vorinstanz bestritten. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Voraussetzungen gemäss Art. 48 VwVG erfüllt sind und die B e- schwerdeführerin 3 zur Beschwerde legitimiert ist. Dies kann vorliegend jedoch offen gelassen werden, da aus einem anderen Grund (Ziff. 4 ff.) nicht auf ihre Beschwerde einzutreten ist. 4. Die Verfügung vom 13. September 2012 richtet sich an die H._______ Holding AG, welche am 14. Februar 2012 im Handelsregister des Ka n- tons S._______ gelöscht wurde. Zunächst ist deshalb zu prüfen, ob diese Verfügung Rechtswirkungen entfaltet und somit überhaupt ein Anfec h- tungsobjekt in einem Beschwerdeverfahren darstellen kann. 4.1 Eine allfällige Nichtigkeit einer Verfügung ist von Amtes wegen zu b e- achten. Eine nichtige Verfügung entfaltet keinerlei Rechtswirkungen und ist ex tunc sowie ohne amtliche Aufhebung rechtlich unverbindlich. Fe h- lerhafte Verfügungen sind grun dsätzlich anfechtbar und nur ausnahm s- weise nichtig. Nichtig ist eine Verfügung nur dann, wenn sie einen beso n-A-5410/2012 Seite 7 ders schweren Mangel aufweist, der Mangel offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und die Annahme der Nichtigkeit die Rechtssicherheit nicht ernsthaft gefährdet (sog. Evidenztheorie: BGE 132 II 342 E. 2.1 und 129 I 361 E. 2.1; BVGE 2008/8 E. 6.2, Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A -11/2012 vom 26. März 2013 E. 4.4 ff. ; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsre cht, 6. Aufl., Z ü- rich/St. Gallen 2010, Rz. 956; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMER- LI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 31 Rz. 13-15; PIERRE MOOR/ETIENNE POLTIER, Droit administratif, Bd. II, 3. Aufl., Bern 2011, Ziff. 2.3.3.2 ff., S. 364 ff.). Schwere Verfahrensfehler, wie die Unzuständigkeit der verfügenden Behörde, sind Nichtigkeitsgrü n- de (BGE 132 II 21 E. 3.1, 129 I 361 E. 2.1, 122 I 97 E. 3a/aa und 116 Ia 215 E. 2c; BVGE 2008/59 E. 4.2 und 2008/8 E. 6.2; Urteile des Bundes- verwaltungsgerichts A -6683/2010 vom 25. August 2011 E. 3.3 und A- 6829/2010 vom 4. Februar 2011 E. 2.2.1). 4.2 Im Zivilrecht nimmt die Lehre Nichtigkeit an, wenn ein Entscheid sich an eine nicht existierende Partei richtet (FABIENNE HOHL, Procédure civile, Bd. II, 2. Aufl., Bern 2010, Rz. 548, S. 110; WALTER J. HABSCHEID, Schweizerisches Zivilprozess - und Gerichtsorganisationsrecht, 2. Aufl., Basel/Frankfurt a.M. 1990, Rz. 459, S. 259). Denn dieser Mangel kann nicht durch die Aufhebung des Entscheids im Beschwerdeverfahren g e- heilt werden, litte doch das Beschwerdeverfahren wieder am gleichen Mangel, indem die nicht existierende Person in das Verfahren einbezogen würde (Urteil des Bundesgerichts 6B_860/2008 vom 10. Juli 2009 E. 2.1). Nichtig sind weiter Entscheide, die gefällt werden, ohne dass Klage erh o- ben worden wäre, Entscheide, die nicht umgesetzt werden können oder eine Rechtsfolge nach sich ziehen, die dem schweizerischen Recht u n- bekannt ist, s olche, die zu einer verbotenen oder gegen die guten Sitten verstossenden Leistung verurteilen ( HOHL, a.a.O., Rz. 548, S. 110 f.; HABSCHEID, a.a.O., Rz. 459, S. 259) und ausserdem alle Entscheide, d e- ren Ausführung schwer gegen die Rechtsordnung verstossen würde. Die- se Grundsätze sind gleichermassen im Strafprozessrecht anwendbar (Ur- teil des Bundesgerichts 6B_860/2008 vom 10. Juli 2009 E. 2.2; ROBERT HAUSER/ERHARD SCHWERI/KARL HARTMANN, Schweizerisches Strafpr o- zessrecht, 6. Aufl., Basel/Genf/München 2005, § 101 Rz. 20 ff., insb. Rz. 23, S. 497) und es ist kein Grund ersichtlich, sie nicht auf das öffentli- che Recht zu übertragen (Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-6683/2010 vom 25. August 2011 E. 3.4, A-6729/2010 vom 5. April 2011 E. 2.2.2, A-6829/2010 vom 4. Februar 2011 E. 2.2.2). Hinzu kommt, dass auch im Verwaltungsrecht die Unmöglichkeit als gravierender inhaltlicher A-5410/2012 Seite 8 Fehler zur Nichtigkeit führt ( PETER SALADIN, Die sogenannte Nichtigkeit von Verfügungen, in: Festschrift für Ulrich Häfelin, Zürich 1989, S. 552), was bei einer gegen einen nichtexistenten Adressaten gerichteten Verf ü- gung regelmässig der Fall sein wird (vgl. auch den analogen Fall im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, wo ein Zahlungsbefehl, in we l- chem als Schuldner eine nicht existierende Person angegeben wird, nich- tig ist [BGE 102 III 63, E. 2 mit weiteren Hinweisen]). 4.3 Im vorliegenden Fall wurde die H._______ Holding AG am 14. Februar 2012 im Handels register des Kantons S ._______ gelöscht. Mit der Löschung enden die Registerwirkunge n der gelöschten Dat en endgültig und unwiderruflich. Obwohl eine Löschung grundsätzlich den Untergang der Gesellschaft bewirkt, kann eine gelöschte Rechtseinheit wieder eingetragen werden (vgl. MARC BAUEN/ROBERT BERNET, Schweizer Aktiengesellschaft, Zürich 2007 Rz. 623, 646; CHRISTOPH STÄUBLI, in: Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], Basler Kommentar Obligationenrecht II, Art. 530-964, 4. Aufl., Basel 2012 [nachfolgend BSK-OR II], Rz. 6 zu Art. 746; MARTIN K. ECKERT, BSK-OR II, Rz. 1 zu Art. 938). Die Löschung bewir kt jedoch die Vermutung, dass der eingetragene Sachverhalt, d.h. Firma, Geschäft, Vertretungsverhältnisse etc., zu bestehen aufgehört hat (Art. 933 Abs. 2 OR). Durch die Löschungseintragung entfallen die Rechtsfolgen, welche die bisherige Eintragung kraft konstitutiver Wirkung hervorgebracht hat. Folglich verlieren Kapitalgesellschaften, wie die Akt i- engesellschaft, ihre Rechtspersönlichkeit mit der Löschung ihrer Eintr a- gung (vgl. Art. 643 Abs. 1 OR; Ziff. 2.1; BGE 132 III 731 E. 3.1 und 117 III 39 E. 3a; MARTIN K. ECKERT, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 938; KRISTINA TENCHIO- KUZMIC, BSK-ZPO, Rz. 16 zu Art. 66). Durch die Löschung im Handelsre- gister des Kantons S ._______ hat die H._______ Holding AG somit ihre Rechtspersönlichkeit verloren; sie ist damit als im rechtli chen Sinne in - existent zu betrachten. 4.4 Indem die Vorinstanz im vorliegenden Fall ihre Verfügung vom 12. September 2012 an die H._______ Holding AG richtete, fasste sie ei- ne Verfügungsadressatin ohne Rechtspersönlichkeit ins Recht. Die Ve r- fügung leidet damit an einem schweren Mangel (vgl. Ziff. 3.2), welcher überdies leicht erkennbar ist. Ebenso führt im vorliegenden Fall die Fes t- stellung der Nichtigkeit zu keiner ernsthaften Gefährdung der Rechtss i- cherheit. Folglich ist die Verfügung vom 13. September 2012 nichtig. 5. Eine nichtige Verfügung entfaltet keinerlei Rechtswirkungen. Dement- sprechend kann die Verfügung der Vorinstanz vom 13. September 2012 A-5410/2012 Seite 9 auch nicht Anfechtungsobjekt einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde sein. Auf die Beschwerde ist daher nicht ein zutreten, jedoch ist die Nichtigkeit im Dispositiv festzustellen (BGE 132 II 342 E. 2.3; BVGE 2008/59 E. 4.3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -6630/2010 vom 19. Juli 2011 E. 2.4 und A-6406/2010 vom 15. April 2011 E. 2.2.3; YVO HANGARTNER, Die Anfechtung nichtiger Verfügungen und von Scheinverfügungen, Aktu- elle juristische Praxis [ AJP], 2003, S. 1053 ff. , 1054; MOOR/POLTIER, a.a.O., Ziff. 2.3.3.2, S. 364; MARKUS MÜLLER, VwVG-Kommentar, Rz. 1 zu Art. 44; a.M. Urteil des Bundesgerichts 2C.522/2007 vom 2 8. April 2008 E. 2, jedoch unter Hinweis auf dieselbe Rechtsprechung und Literatur). 6. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde der B e- schwerdeführerinnen 1 und 2 als gegenstandslos geworden abzuschrei- ben. Auf jene der Beschwerdeführerin 3 ist nicht einzutreten. 7. 7.1 Wird ein Verfahren gegenstandslos, sind die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei aufzuerlegen, deren Verhalten die Gegenstandslosi g- keit bewirkt hat (vgl. Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Besch werde der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 ist deshalb als gegenstandlos abzuschreiben, weil der Austritt des einzigen Verwaltungsrats bei beiden G esellschaften zu einem Mangel in der Organisation und damit während des laufenden Beschwerdeverfa h- rens zur Prozessunfähigkeit geführt hat. Der Grund für die Gegenstandlo- sigkeit ist somit den beiden Beschwerdefüh rerinnen zuzurechnen, we s- halb sich eine anteilsmässige Auferlegung der Verfahrenskosten rechtfer- tigt. Für die Frage, ob eine Parteientschädigung zuzusprechen ist, gilt Art. 5 VGKE sinngemäss (Art . 15 VGKE). Weil die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 die Ursache für die Gegenstandslosigkeit gesetzt haben und über- dies nicht anwaltlich vertreten sind, haben sie keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 7.2 In der Regel werden die Verfahrenskosten bei einem Nichteintreten der besch werdeführenden Partei auferlegt und es wird von der Zuspr e- chung einer Parteie ntschädigung abgesehen (Art. 63 Abs. 1 VwVG , Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE ). Da vorliegend die A-5410/2012 Seite 10 Nichtigkeit, welche zum Nichteintreten geführt hat, jedoch nur aufgrund einer Beschwerde festgestellt werden konnte und die Beschwerdelegit i- mation der Beschwerdeführerin 3 ausdrück lich offengelassen wurde (Ziff. 3), rechtfertigt es sich, die Bestimmungen über die Kosten - und Ent- schädigungsfolgen bei Gegen standslosigkeit von Verfahren analog a n- zuwenden (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6683/2010 vom 25. August 2011 E. 5.1 , A-6639/2010 vom 21. Juni 2011 E. 5.1 und A- 6829/2010 vom 4. Februar 2011 E. 4). Entsprechend sind die Verfahrens- kosten vorliegend somit grundsätzlich von der Vorinstanz zu tragen, weil diese die nichtige Verfügung erliess und damit den Grund für das Nich t- eintreten gesetzt hat (Art. 5 analog VGKE). Der Vorinstanz können jedoch keine Kosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG), weshalb in diesem Punkt auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist. Der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin 3 sind keine verhäl t- nismässig hohen Kosten entstanden . Von der Zusprechung einer Parte i- entschädigung ist deshalb abzusehen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i. V.m. Art. 7 Abs. 4 VGKE). 7.3 Da die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 ihre Beschwerde gemeinsam eingereicht haben, besteht eine freiwillige Streitgenossenschaft. Aus die- sem Grund sind die ihnen gemeinsam auferlegten Verfahrenskosten un- ter solidarischer Haftung einer jeden Beschwerdeführerin für den gesa m- ten Betrag zu erheben (vg l. Art. 6a VGKE; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor Bundesverwaltungsg e- richt, Basel 2008, S. 208 Rz. 4.45). Die Verfahrenskosten, welche vorliegend auf Fr. 1'500.– festgelegt we r- den, werden zu zwei Dritteln, d.h. im Umfang von Fr. 1'000.– den B e- schwerdeführerinnen 1 und 2 auferlegt unter solidarischer Haftung für den gesamten Betrag. Die Kosten werden mit dem geleisteten Koste n- vorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.– verrechnet. Der Überschuss von Fr. 500.– ist den Beschwerdeführerinnen zurückzuerstatten. 7.4 Die Vorinstanz hat von vornherein keinen Anspruch auf eine Parte i- entschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). A-5410/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden der Beschwerdefüh rerinnen 1 und 2 werden mangels Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerinnen als gegenstandslos gewo r- den abgeschrieben. 2. Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 3 wird nicht eingetreten. 3. Es wird festgestellt, dass die Verfügung des Schweizerischen Seeschif f- fahrtsamt vom 13. September 2012, Ref-Nr. [… ], nichtig ist. 4. 4.1 Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500. – werden im Umfang von Fr. 1'000.– den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 unter solidarischer Haf- tung einer jeden Beschwerdeführerin für den gesamten Betrag auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.– verrechnet. Die Differenz in der Höhe von Fr. 500.– wird den Beschwerdeführerinnen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Hierzu haben sie dem Bundesverwaltungsgerich t eine Kontonummer bekanntzugeben. 4.2 Von der Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 6. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Generalsekretariat EDA (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. A-5410/2012 Seite 12 Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Ryter Ivo Hartmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frist steht still vom 15. Juli bis und mit dem 15. August (Art. 46 A bs. 1 Bst. b BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: