A bteilung V E -6675/2006 gyk/sw n {T 0/2} U rteil vom 19. Juli 2007 M itw irkung:R ichter G ysi, R ichterin Kojic, R ichter Badoud G erichtsschreiber Sw ain X_______, geboren _______, Türkei, w ohnhaft _______, vertreten durch Y_______, G esuchsteller gegen Schw eizerische A sylrekurskom m ission (A R K ) (N achfolgeorganisation: Bundesverw altungsgericht, Postfach, 3000 Bern 14) betreffend U rteil der A R K vom 20. M ai 2003 i.S. A syl und W egw eisung (R evision) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 11. M ärz 2003 w ies das dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF) das Asylgesuch des G esuchstellers vom 3. Septem ber 2002 ab und ordnete dessen W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. D ie vom G esuch- steller gegen diese Verfügung erhobene Beschw erde vom 8. April 2003 w urde von der AR K m it U rteil vom 20. M ai 2003 vollum fänglich abgew iesen. B. Am 6. Juli 2003 reiste die Ehefrau des G esuchstellers in die Schw eiz ein und reichte am 10. Juli 2003 ebenfalls ein Asylgesuch ein. D ieses w urde vom BFF m it Verfügung vom 22. August 2003 abgew iesen und die W egw eisung aus der Schw eiz angeordnet. D ie gegen diese Verfügung vom 24. Septem ber 2003 erho- bene Beschw erde w urde von der Beschw erdeführerin m it schriftlicher Erklärung vom 7. Juni 2007 zurückgezogen, da sie nach Scheidung ihrer Ehe m it dem G esuchsteller beabsichtigt, in ihren H eim atstaat zurückzukehren. D ie Beschw erde w urde in der Folge m it Verfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 14. Juni 2007 abgeschrieben. C . M it Eingabe vom 15. Juli 2003 - vorab per Telefax - ersuchte der G esuchsteller durch seinen R echtsvertreter um revisionsw eise Aufhebung des U rteils der AR K vom 20. M ai 2003 und W iederaufnahm e des Beschw erdeverfahrens sow ie Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und G ew ährung des Asyls. Eventualiter sei die U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. In form eller H insicht beantragte er die Aussetzung des W egw eisungsvollzugs. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der G esuchsteller folgende Bew eism ittel zu den Akten: - einen Artikel aus der Zeitung „Ö zgür Politika“ vom 23. Februar 2003, inkl. Ü ber- setzung - ein Bestätigungsschreiben von drei Vorstandsm itgliedern der H AD EP, Sektion B_______, vom 19. Juni 2003, inkl. Ü bersetzung - ein Bestätigungsschreiben der D EH AP Europa vom 7. Juli 2003, inkl. Ü berset- zung - ein Bestätigungsschreiben von C _______, (....) der H AD EP B_______, vom 12. Juli 2003, inkl. Ü bersetzung - zw ei Ausschnitte aus der Zeitung „Ö zgür Politika“ vom 13. Juli 2003, m it zusam - m enfassender Inhaltsangabe in D eutsch. D . M it Eingabe vom 16. Juli 2003 (vorab per Telefax) ersuchte der G esuchsteller um Annullierung der Ausreisefrist sow ie darum , dass ihm die Arbeitstätigkeit w eiterhin zu bew illigen sei. E. M it Zw ischenverfügung vom 9. O ktober 2003 stellte der dam als zuständige Instruktionsrichter fest, dass der G esuchsteller den Ausgang des R evisionsver-3 fahrens in der Schw eiz abw arten könne und forderte ihn dazu auf, innert Frist einen Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'200.- einzuzahlen. Ferner w urde festgestellt, dass sich das Ersuchen betreffend Annullierung der Ausreisefrist erübrigt habe und dass die AR K nicht zuständig sei für die Bew illigung von Aus- nahm en vom Arbeitsverbot. F. M it Eingabe vom 23. O ktober 2003 ersuchte der G esuchsteller um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) und reichte eine Fürsorgebestätigung der G em eindeverw altung Aesch vom 16. O ktober 2003 ein. Ferner reichte er als neues Bew eism ittel das Protokoll einer Aussage von E_______, einem früheren Kaderm itglied der D EH AP B_______, vom 23. O ktober 2003 zu den Akten. G . M it Zw ischenverfügung vom 27. O ktober 2003 verzichtete der Instruktionsrichter antragsgem äss auf die Erhebung des Kostenvorschusses und stellte fest, dass über das G esuch um unentgeltliche R echtspflege im Endentscheid befunden w erde. H . M it Eingabe vom 16. Januar 2006 reichte der G esuchsteller ein Bestätigungs- schreiben von F_______, einem Parteikollegen, vom 31. O ktober 2005, inkl. Ü ber- setzung, ein. I. M it Eingabe vom 2. M ai 2007 m achte der G esuchsteller das Vorliegen subjektiver N achfluchtgründe geltend und reichte eine Kopie seines Presseausw eises des R adios G _______, Aufzeichnungen von zw ei von ihm m oderierten R adiosendung- en vom 15. August 2004 und 13. Februar 2005, sow ie Ausgaben der Zeitung „Ö zgür Politika“ vom 6. Februar 2005 und der Zeitung „Yeni Ö zgür Politika“ vom 5. und 8. Februar 2007 ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht ist für die Beurteilung von G esuchen um R evision seiner U rteile zuständig (vgl. Art. 45 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). D abei entscheidet es in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen (Art. 21 Abs. 1 VG G ), sofern das R evisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsw eise der Einzelrichterin fällt (vgl. Art. 23 VG G ; Art. 111 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t ferner am 1. Januar 2007 die Beurtei-4 lung der vorm als bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) hängigen G esuche um R evision derer U rteile. 1.3 G em äss Art. 45 VG G sind für die R evision von Entscheiden des Bundesverw al- tungsgerichts die Artikel 121 - 128 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110) anw endbar. Es stellt sich die Frage, ob dieser G esetzesver- w eis auch für R evisionsgesuche gegen U rteile der AR K, deren Beurteilung vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w urde, gilt, oder ob solche Fälle w eiterhin nach den Bestim m ungen des Vw VG zu beurteilen sind. M it Beschluss des Ple- num s der R ichterinnen und R ichter des Bundesverw altungsgerichts vom 25. Juni 2007 w urde bestim m t, dass R evisionsgesuche, w elche vor dem 31. D ezem ber 2006 bei den Vorgängerorganisationen des Bundesverw altungsgerichts anhängig gem acht w urden, w eiterhin nach den M assstäben des Vw VG beurteilt w erden (vgl. das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -4889/2006 vom 12. Juli 2007 in Sachen E.X.). 1.4 D er G esuchsteller hat ein schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung oder Ände- rung des Beschw erdeurteils und ist daher zur Einreichung eines R evisionsgesu- ches legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Bst. c Vw VG in analogiam ; vgl. U R SIN A BEER LI-BO N O - R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 65 ff.). 2. 2.1 M it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision w ird die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten, im H inblick darauf, dass die R echtskraft beseitigt w ird und über die Sache neu ent- schieden w erden kann (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.). G em äss Art. 66 Abs. 2 Vw VG zieht die Beschw erdeinstanz ihren Beschw erdeentscheid auf Begehren einer Partei in R evision, w enn neue erhebliche Tatsachen oder Bew eism ittel vorgebracht w erden (Bst. a), w enn nach- gew iesen w ird, dass sie aktenkundige erhebliche Tatsachen oder bestim m te Begehren übersehen (Bst. b) oder gew isse verfahrensrechtliche Bestim m ungen verletzt hat (Bst. c). 2.2 N ach Absatz 3 der genannten Bestim m ung gelten die erw ähnten G ründe nicht als R evisionsgründe, w enn die Partei sie im R ahm en des Verfahrens, das dem Beschw erdeentscheid voranging, oder auf dem W ege einer Beschw erde, die ihr gegen den Beschw erdeentscheid zustand, geltend m achen konnte. 2.3 N eu im Sinne dieser Bestim m ung sind Tatsachen und Bew eism ittel, die sich bis zum Abschluss des ordentlichen Verfahrens verw irklicht beziehungsw eise bestan- den hatten, jedoch trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt w aren und daher nicht geltend gem acht w erden konnten. Erheblich sind Tatsachen und Bew eism it- tel dann, w enn sie zu einem anderen Entscheid hätten führen können (vgl. BG E 108 V 171 E. 1).5 3. 3.1 Vorw eg ist festzuhalten, dass an die Begründung ausserordentlicher R echtsm ittel erhöhte Anforderungen gestellt w erden (Art. 66 Abs. 3 und 67 Abs. 3 Vw VG ). In der R echtsschrift ist die R echtzeitigkeit des R evisionsbegehrens darzutun; zudem ist anzugeben, w elcher gesetzliche R evisionstatbestand angerufen w ird und inw ie- fern Anlass besteht, gerade diesen G rund geltend zu m achen. Sind dem G esuch nicht genügend substanziierte, w irkliche R echtsm ittelgründe zu entnehm en, so ist darauf überhaupt nicht einzutreten (vgl. G YG I, a.a.O ., S. 198 f.). D em gegenüber ist nicht erforderlich, dass die angerufenen R evisionsgründe w irklich bestehen, son- dern es genügt, w enn der G esuchsteller deren Vorliegen behauptet (BG E 96 I 279; BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 148 f.). 3.2 D er G esuchsteller ruft die R evisionsgründe des Vorliegens neuer erheblicher Tat- sachen und Bew eism ittel (Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG ) sow ie des Ü bersehens aktenkundiger w esentlicher Tatsachen (Art. 66 Abs. 2 Bst. b Vw VG ) an und zeigt ausserdem die R echtzeitigkeit des R evisionsbegehrens auf. D ie Eingabe erw eist sich dam it als hinreichend begründet. Auf das im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte (vgl. Art. 124 VG G ; Art. 47 VG G i.V.m . Art. 67 Abs. 3 Vw VG i.V.m . Art. 52 Vw VG ) R evisionsgesuch ist deshalb einzutreten. 4. 4.1 G em äss Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG m üssen die zur Stützung eines R evisi- onsgesuches eingereichten Bew eism ittel neu und erheblich sein. Sie sind nur dann als neu zu qualifizieren, w enn sie entw eder neue erhebliche Tatsachen erhärten oder dem Bew eis von Tatsachen dienen, die zw ar im früheren Verfahren bekannt w aren und vorgebracht w urden, aber zum N achteil der gesuchstellenden Person unbew iesen geblieben sind beziehungsw eise nicht glaubhaft gem acht w erden konnten. D er im Beschw erdeverfahren m isslungene Bew eis kann im R evisionsver- fahren auch m it Bew eism itteln geführt w erden, w elche erst nach dem Beschw erde- entscheid entstanden sind (vgl. ALFR E D KÖ LZ/ISABELLE H ÄN ER , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 260, R n 741; Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1994 N r. 27 S. 199 E. 5c). 4.2 "N eu" im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG bedeutet som it "neu entdeckt" beziehungsw eise "neu zugänglich", m uss sich jedoch auf Tatsachen beziehen, die zur Zeit der Erstbeurteilung bereits bestanden haben (vgl. G YG I, a.a.O ., S. 262). 4.3 Erheblich im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG sind neue Tatsachen und Bew eism ittel dann, w enn im Lichte der veränderten tatbeständlichen G rundlage die rechtliche W ürdigung anders ausfallen m üsste als im früheren Entscheid, respektive w enn die Bew eism ittel geeignet sind, von der R ichtigkeit eines neuen erheblichen Tatsachenvorbringens zu überzeugen (G YG I, a.a.O ., S. 263 f.). 4.4 Sow ohl neue erhebliche Tatsachen als auch neue erhebliche Bew eism ittel bilden im Ü brigen nur dann einen R evisionsgrund, w enn sie der gesuchstellenden Person dam als trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt sein konnten oder ihr die G eltendm achung oder Beibringung aus entschuldbaren G ründen nicht m öglich w ar (vgl. Art. 66 Abs. 3 Vw VG und EM AR K 1994 N r. 27 S. 198 f. E. 5a und b).6 5. 5.1 Zunächst rügt der G esuchsteller das Bestehen eines R evisiongrundes im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. b Vw VG , da die AR K im Beschw erdeurteil übersehen habe, dass durch den im Beschw erdeverfahren eingereichten Artikel aus der Zeitung „Ö zgür Politika“ vom 23. Februar 2003 die Inhaftierung von drei Vorstandsm it- gliedern der Sektion B_______ der H AD EP, m it w elchen er zusam m engearbeitet habe, dokum entiert w erde. D as Ü bersehen einer Tatsache setzt voraus, dass der R ichter versehentlich ein bestim m tes Aktenstück beziehungsw eise eine daraus hervorgehende Tatsache nicht berücksichtigt oder unrichtig verstanden hat. D as Ü bersehen bezieht sich aber nicht auf eine allfällig unrichtige W ürdigung (vgl. EM AR K 1999 N r. 4 E. 5a S. 24 f.). D en Akten des Beschw erdeverfahrens lässt sich entnehm en, dass der G esuchsteller im Beschw erdeverfahren eine Kopie eines Ausschnitts der Titelseite der Zeitung „Ö zgür Politika“ vom 23. Februar 2003 sow ie eine ausschnittsw eise Ü bersetzung eines Artikels dieser Zeitungsausgabe einreichte. Jedoch fand sich in keinem dieser Bew eism ittel die auf R evisionsebene eingereichte und übersetzte Passage betreffend die inhaftierten Parteikollegen des G esuchstellers. D er G esuchsteller hat ausserdem in der Beschw erdeschrift zw ar auf die Verhaftung zahlreicher M itglieder der H AD EP verw iesen, aber in keiner W eise erw ähnt, dass auch M itglieder des Vorstandes seiner Parteisektion betrof- fen seien. D a som it dieser U m stand w eder der Beschw erdeschrift noch den im Beschw erdeverfahren eingereichten Bew eism itteln zu entnehm en w ar, kann der Beschw erdeinstanz diesbezüglich kein Ü bersehen angelastet w erden. D ie Voraus- setzungen für eine R evision des Beschw erdeurteils gestützt auf Art. 66 Abs. 2 Bst. b Vw VG sind som it nicht gegeben. 5.2 Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich bei der Festnahm e von Parteikollegen des G esuchstellers und dem diesbezüglichen Bew eism ittel (Zeitungsartikel vom 23. Februar 2003) allenfalls um einen R evisionsgrund im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG handelt. N achdem der G esuchsteller bereits im Beschw erdeverfahren einen Ausschnitt der Ausgabe der Zeitung „Ö zgür Politika“ vom 23. Februar 2003 sow ie eine teilw eise Ü bersetzung einreichte, m uss davon ausgegangen w erden, dass ihm die Verhaftung von Parteikollegen, w elche in dem auf R evisionsebene eingereichten Artikel aus derselben Zeitungsausgabe erw ähnt w ird, schon im Zeit- punkt des Beschw erdeverfahrens bekannt w ar. D em zufolge fehlt es diesem Vor- bringen sow ie dem entsprechenden Bew eism ittel an der N euheit im revisionsrecht- lichen Sinne. 5.3 W eiter hat der G esuchsteller vorgebracht, dass die übrigen M itglieder des Vor- stands der Sektion B_______ der H AD EP nach seinem Verbleib und seinen allfälligen Kontakten zur KAD EK Partei befragt w orden seien und hat diesbezüg- lich zw ei Bew eism ittel eingereicht: erstens eine Bestätigung seines früheren Parteikollegen C _______. vom 12. Juli 2003, w elche die Aussage beinhaltet, dass C _______ im Februar 2003 (bei der Jahreszahl 2002 in der Ü bersetzung handelt es sich um ein offensichtliches Versehen des Ü bersetzers) verhaftet und unter anderem ausdrücklich zum Aufenthaltsort des G esuchstellers sow ie zu dessen Kontakten zur KAD EK befragt w orden sei, und zw eitens ein Bestätigungsschreiben des D EH AP-Vorstands vom 19. Juni 2003, w elches seine Tätigkeit als Kassier der genannten Parteisektion B_______ bestätigt und aussagt, dass die Sicherheits-7 kräfte nach ihm gefragt hätten und er gefährdet sei. Als Bestätigungen von privater Seite kann diesen D okum enten bloss ein reduzierter Bew eisw ert im Vergleich zu am tlichen D okum enten beigem essen w erden. Jedenfalls stellt aber das dargelegte dam alige Interesse der Sicherheitskräfte am G esuchsteller keinen hinreichend konkreten Anhaltspunkt für eine auch im heutigen Zeitpunkt noch drohende asyl- relevante Verfolgung w egen seiner Vorfluchtaktivitäten dar. In diesem Zusam m en- hang ist zu berücksichtigen, dass keine w eiteren N achforschungen der Sicher- heitskräfte betreffend den G esuchsteller aktenkundig sind. Aus diesen G ründen erscheinen die genannte, neu vorgebrachte Tatsache sow ie die diesbezüglichen Bew eism ittel nicht geeignet, die Schlussfolgerungen im Beschw erdeurteil der AR K um zustossen, w eshalb sie als nicht erheblich im revisionsrechtlichen Sinn bezeich- net w erden m üssen. 5.4 D er Bestätigung der D EH AP Europa vom 7. Juli 2003, w elche die M itgliedschaft des G esuchstellers bei der H AD EP, Sektion B_______, sow ie die von ihm bekleideten Funktionen bestätigt, fehlt es an der revisionsrechtlichen Erheblichkeit, da diese U m stände bereits im ordentlichen Verfahren vorgebracht w orden w aren und deren G laubhaftigkeit im Beschw erdeurteil der AR K nicht bestritten w urde. 5.5 D ie in der Eingabe vom 23. O ktober 2003 protokollierten Aussagen von E_______, einem früheren G eneralsekretär der D EH AP und H AD EP-M itglied, bestätigen die Ausführungen des G esuchstellers zu seinen politischen Aktivitäten im H eim atstaat. D a diese Angaben aber bereits im ordentlichen Verfahren bekannt w aren und im Beschw erdeverfahren als glaubhaft erachtet w urden, ist dieses D okum ent nicht erheblich. 5.6 Ebenso ist das Bestätigungsschreiben von F_______, einem ehem aligen G eneral- sekretär der H AD EP, vom 31. O ktober 2005, in w elchem von R echtsverletzungen die R ede ist, w elche der G esuchsteller erlitten habe, ohne dass diese aber w eiter konkretisiert w erden, nicht geeignet, eine asylrelevante Verfolgung zu belegen und daher nicht erheblich im revisionsrechtlichen Sinne. 5.7 Schliesslich hat der G esuchsteller einen Ausschnitt aus der Zeitung „Ö zgür Poli- tika“ vom 13. Juli 2003 eingereicht, betreffend die Festnahm e eines Aktivisten der D EH AP, m it w elchem er zusam m engearbeitet habe. Aus den im Artikel beschrie- benen Vorkom m nissen lässt sich m angels konkreten Bezugs zu den Vorbringen des G esuchstellers nicht auf eine G efährdung desselben schliessen. D aher ist die- ses D okum ent ebenfalls als nicht erheblich zu bew erten. 5.8 Im W eiteren hat der G esuchsteller vorgebracht, dass seine Ehefrau ebenfalls in der Schw eiz um Asyl ersucht habe, unter anderem m it der Begründung, sie sei w egen der Ausreise ihres Ehem annes R epressalien ausgesetzt gew esen. In der Folge der Scheidung ihrer Ehe hat jedoch seine Ehefrau ihre bei der AR K einge- reichte Beschw erde zurückgezogen, da sie beabsichtigt in die Türkei zurückzu- kehren. D araus kann geschlossen w erden, dass sie keine Behelligungen w egen der Aktivitäten ihres Ehem annes m ehr befürchtet, w eshalb auch ein R ückschluss aus ihren Vorbringen im Asylverfahren auf eine G efährdung des G esuchstellers im heutigen Zeitpunkt nicht m öglich ist. D em zufolge fehlt es diesem Vorbringen an der Erheblichkeit im revisionsrechtlichen Sinn. 8 6. Sow eit der G esuchsteller schliesslich Sachverhalte vorbringt (und entsprechende Bew eism ittel einreicht), die sich erst nach dem Zeitpunkt der Ausfällung des Beschw erdeurteils der AR K vom 20. M ai 2003 ereignet haben (Teilnahm e an einer D em onstration zur Frauenfriedensbew egung in Zürich am 12. Juli 2003, Tätigkeit als M oderator einer kurdischen Sendung auf R adio G _______, w obei er in den Jahren 2004 bis 2007 w iederholt Interview s m it führenden kurdischen Politikern geführt habe, Verfassen und Publikation m ehrerer Artikel in der Zeitung „Yeni Ö zgür Politika“) ist festzustellen, dass dam it eine nachträglich veränderte Sach- lage geltend gem acht w ird, w elche im R ahm en des vorliegenden R evisionsverfah- rens nicht berücksichtigt w erden kann, sondern vom BFM im R ahm en eines zw eiten Asylverfahrens zu beurteilen sein w ird (vgl. Ziff. 9). 7. D ie vom G esuchsteller geäusserte allgem eine Kritik am Beschw erdeurteil, insbe- sondere an der Einschätzung seiner G efährdung, sow ie an der Instruktion im Beschw erdeverfahren, m uss als appellatorische Kritik bew ertet w erden, w elche im R evisionsverfahren nicht berücksichtigt w erden kann (vgl. BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 133 f.; KÖ LZ/H ÄN E R , a.a.O ., S. 259, R z. 737). 8. Schliesslich sind auch den Ausführungen des G esuchstellers zur U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs keine R evisionsgründe im Sinne von Art. 66 Vw VG zu entnehm en, w eshalb sie im R ahm en des vorliegenden Ver- fahrens nicht berücksichtigt w erden können. 9. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass kein revisionsrechtlich relevanter Sach- verhalt dargetan ist. D as G esuch um R evision des U rteils der AR K vom 20. M ai 2003 ist dem zufolge abzuw eisen. D er Beschw erdeentscheid bleibt in R echtskraft. D a die Eingaben des G esuchstellers im vorliegenden R evisionsverfahren - w ie oben dargelegt - Vorbringen bezüglich Vorkom m nissen enthalten, die erst nach Ausfällung des Beschw erdeentscheides vom 20. M ai 2003 eingetreten sind, und der G esuchsteller ausdrücklich die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung des Asyls beantragt, sind die Akten gestützt auf Art. 8 Abs. 1 Vw VG zuständigkeitshalber an das BFM zur Prüfung als zw eites Asylgesuch zu überw eisen (vgl. EM AR K 1998 N r. 1 E. 6c/bb S. 12 f.). D er G esuchsteller kann den Ausgang dieses Verfahrens in der Schw eiz abw arten (Art. 42 Abs. 1 AsylG ). 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten von insgesam t Fr. 1'200.- dem G esuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). In Anbetracht der U m stände des vorliegenden Falles w ird jedoch in Anw endung von Art. 6 VG KE auf die Auferlegung von Verfahrenskosten verzichtet. Bei dieser Sachlage ist das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege als gegenstandslos gew orden abzuschreiben.9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrensakten w erden dem BFM zur Prüfung als zw eites Asylgesuch im Sinne der Erw ägungen überw iesen. 3. D er G esuchsteller kann den Ausgang des zw eiten Asylverfahrens in der Schw eiz abw arten. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird als gegenstandslos gew orden abgeschrieben. 6. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des G esuchstellers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______), inkl. Akten E-6675/2006 des Bundesverwaltungs- gerichts, und unter Hinweis auf die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 - das M _______ des Kantons A_______ ad (...) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi N icholas Sw ain Versand am :