<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>- Ist sich der Bundesrat der hohen Selbstmordraten, besonders bei Jugendlichen, bewusst?</p><p>- Teilt der Bundesrat die Meinung des Interpellanten, dass die Verhinderung von Suizidfällen eine öffentliche Aufgabe darstellt?</p><p>- Sieht der Bundesrat Möglichkeiten, seitens des Bundes zur Senkung dieser aussergewöhnlich hohen Selbstmordraten in unserem Land beizutragen? Wenn ja, welche?</p><p>- Erwägt der Bundesrat, zusammen mit den kantonalen Sanitätsdirektionen und/oder den Erziehungsdirektionen Massnahmen zur Suizidprävention zu prüfen und einzuführen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der hohen Suizidsterblichkeit in der Schweiz, insbesondere bei Jugendlichen, bewusst. 1993 starben insgesamt 1010 Männer und 406 Frauen an Suizid. 1993 starben in der Altersgruppe der 15- bis 24jährigen 132 junge Menschen durch Selbsttötung. Das ist nach den Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache in dieser Altersgruppe. Die genaue Zahl der Suizidversuche kann nicht erhoben werden, die Dunkelziffer dürfte indessen um ein Mehrfaches höher sein als die Zahl der Suizide.</p><p>Wie in vielen anderen Industrieländern zeigen die Suizidraten der letzten Jahre vor allem bei jungen Erwachsenen eine leicht steigende Tendenz. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz hohe Suizidraten auf.</p><p>Angesichts der grossen Häufigkeit der Suizide in unserem Land sollte die Verhütung von Suizid und Suizidversuchen eine hohe Priorität im Gesundheitswesen erhalten - eine Aufgabe, die angesichts der hohen Komplexität dieses Problems nicht mit einfachen Interventionen bewältigt werden kann. Diese Aufgabe liegt in erster Linie bei den Kantonen, welche für die allgemeine Gesundheitsversorgung und -förderung die Verantwortung tragen.</p><p>Auf Bundesebene unterstützt das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) verschiedene Projekte zur Suizidprävention. So führt das BAG in Zusammenarbeit mit der Verbindung der Schweizer Ärzte (FMH) seit 1993 eine nationale Aktion zum Thema Krise und Suizid durch. Ziel ist, die Kompetenz der Hausärzte bei der Früherkennung von Suizidsignalen zu erhöhen. Zu den weiteren Projekten gehört auch das vom Biga unterstützte Suizidpräventionsprojekt der Caritas, bei dem arbeitslose Personen aus dem Sozialbereich in Fragen der Suizidprävention weitergebildet werden.</p><p>Die meisten Kantone führen seit Jahren Programme zur Prävention und Gesundheitsförderung in der Schule durch, und das BAG hat die Schule als einen Schwerpunktbereich für die Suchtprävention definiert. Alle Massnahmen und Programme, welche die Stärkung der Persönlichkeit und der sozialen Kompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern, können zur Suizidverhütung beitragen. Zur Suizidverhütung gehören aber auch Projekte, welche in der Umwelt ansetzen und dort die Sensibilisierung für psychische Probleme und die Fähigkeiten zur Früherkennung fördern, z. B. in der Familie, am Arbeitsplatz, im Freizeitverein oder in der Schule.</p><p>Bund, Kantone und private Organisationen arbeiten im Bereich Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention in der gemeinsam getragenen Schweizerischen Stiftung für Gesundheitsförderung zusammen. Das Aktionsprogramm dieser Stiftung sieht als prioritären Förderungsbereich für die kommenden Jahre die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, bei Jugendlichen sowie die Krebsprävention vor. Gerade die ersten beiden Prioritäten sind geeignet, die Thematik der Suizidverhütung aufzunehmen. Das BAG, das in dieser Stiftung aktiv ist, wird sich in diesem Rahmen für die Suizidverhütung einsetzen.</p>  Antwort des Bundesrates.