<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-11-24-6B_914-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_914/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 24. November 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Arquint Hill. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, Franziskanerhof, Barfüssergasse 28, </div> <div class="para">Postfach 157, 4502 Solothurn, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revision (grobe Verkehrsregelverletzung); Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Solothurn, Strafkammer, vom 14. Juni 2023 (STREV.2023.5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Die Präsidentin zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wurde mit Strafbefehl vom 20. Oktober 2020 u.a. wegen grober Verkehrsregelverletzung zu einer Geldstrafe und einer Busse (Ersatzfreiheitsstrafe 2 Tage) kostenfällig verurteilt. Die dagegen erhobene Einsprache vom 20. November 2020 (Poststempel 21. November 2020) übermittelte die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn zur Gültigkeitsprüfung an das Richteramt Bucheggberg-Wasseramt, das am 11. Dezember 2020 auf die Einsprache wegen Verspätung nicht eintrat. Eine dagegen eingereichte Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Solothurn am 28. Januar 2021 ab. Das Bundesgericht trat auf die dagegen gerichtete Eingabe des Beschwerdeführers am 10. März 2021 nicht ein (Urteil 6B_180/2021 vom 10. März 2021). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die vom Beschwerdeführer am 22. März 2021 beantragte Fristwiederherstellung wurde von der Staatsanwaltschaft am 8. April 2021 nicht gewährt, weil die Schuld der Säumnis bei ihm gelegen habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 21. März 2023 ersuchte der Beschwerdeführer sinngemäss um Revision des Strafbefehls vom 20. Oktober 2020. Zur Gesuchsbegründung führte er aus, das Bundesgericht habe sein Überholmanöver auf der Autobahn im Urteil 1C_105/2022 vom 14. Februar 2023 als blosse Ordnungswidrigkeit im Sinne der am 1. Januar 2021 in Kraft getretenen Ordnungsbussenverordnung qualifiziert und den gegen ihn erlassenen Führerausweisentzug in der Folge aufgehoben. Der Strafbefehl vom 20. Oktober 2020, welcher das ihm zur Last gelegte fragliche Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung beurteile und folglich dem referenzierten Bundesgerichtsurteil widerspreche, sei bundesrechtswidrig und daher zu revidieren; der ihm vorgeworfene Regelverstoss sei ebenfalls gemäss der Ordnungsbussenverordnung zu beurteilen. </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Solothurn trat mit Beschluss vom 14. Juni 2023 auf das Revisionsgesuch nicht ein, weil kein Revisionsgrund - weder im Sinne von Art. 410 Abs. lit. a noch im Sinne von <span class="artref">Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO</span> - vorliegen würde. Ein neues Gesetz bzw. eine Gesetzesänderung habe Norm- und nicht Tatsachencharakter. Eine Gesetzesänderung bringe naturgemäss mit sich, dass frühere Urteile nicht mehr im Einklang mit der nun anderen Rechtslage stünden. Abgesehen davon gehe es beim Urteil 1C_105/2022 auch nicht um einen späteren Strafentscheid, der in unverträglichem Widerspruch zum Strafbefehl vom 20. Oktober 2020 stehe, sondern um ein verwaltungsrechtliches Urteil. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer gelangt an das Bundesgericht und beantragt die Gutheissung seines Revisonsgesuchs vom 21. März 2023 und die Aufhebung der ihm auferlegten Kosten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die beschwerdeführende Partei kann in der Beschwerdeschrift nicht bloss erneut die Rechtsstandpunkte bekräftigen, die sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, sondern muss mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=17.11.2023&amp;to_date=06.12.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-205%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page205">BGE 148 IV 205</a> E. 2.6 mit Hinweis). Die Bestimmungen von <span class="artref">Art. 95 ff. BGG</span> nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der Anfechtung des Sachverhalts wegen Willkür; vgl. <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>) besteht eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Auf ungenügend begründete Rügen tritt das Bundesgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=17.11.2023&amp;to_date=06.12.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-IV-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 IV 73</a> E. 4.1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer befasst sich in seiner Eingabe nicht mit den Ausführungen im angefochtenen Beschluss und legt nicht dar, weshalb diese gegen Bundesrecht verstossen könnten. Insbesondere zeigt er nicht auf, dass und inwiefern die Vorinstanz das Vorliegen eines Revisionsgrund nach <span class="artref"><artref id="CH/312.0/410/b" type="start"></artref><artref id="CH/312.0/410/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/312.0/410/1/a" type="start"></artref>Art. 410 Abs. 1 lit. a und b StPO</span><artref id="CH/312.0/410/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/312.0/410/b" type="end"></artref><artref id="CH/312.0/b" type="end"></artref> unzulässig verneint haben könnte und auf das Revisionsgesuch folglich zu Unrecht nicht eingetreten sein soll. Stattdessen begnügt sich der Beschwerdeführer damit, unter Verweis auf die Erwägungen im bundesgerichtlichen Urteil 1C_105/2022 vom 14. Februar 2023 festzuhalten, der Strafbefehl vom 20. Oktober 2020 stelle für ihn eine "grobe ungerechtfertigte Strafe" dar und sei falsch. Daraus ergibt sich indessen nicht, inwiefern das angeblich revisionsbetroffene Urteil an einem revisionserheblichen Mangel leiden sollte und der vorinstanzliche Nichteintretensbeschluss bundesrechtswidrig sein könnte. Eine Auseinandersetzung mit der Begründung der Vorinstanz bzw. ihren Erwägungen zu <span class="artref"><artref id="CH/312.0/410/b" type="start"></artref><artref id="CH/312.0/410/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/312.0/410/1/a" type="start"></artref>Art. 410 Abs. 1 lit. a und b StPO</span><artref id="CH/312.0/410/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/312.0/410/b" type="end"></artref><artref id="CH/312.0/b" type="end"></artref> fehlt vollständig. Die Beschwerde genügt den Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> offensichtlich nicht ansatzweise, weshalb darauf im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> mangels einer tauglichen Begründung nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Auf eine Kostenauflage kann ausnahmsweise verzichtet werden (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt die Präsidentin:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 24. November 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill </div> </div></body></html>