7. Oktober 1994 N 1877 Petitionen #ST# 94.3227 Postulat WBK-NR (94.2027) Gebärdensprache. Anerkennung Postulat Csec-CN (94.2027) Reconnaissance de la langue des signes Wortlaut des Postulates vom 27. Mai 1994 Der Bundesrat wird ersucht, die Gebärdensprache zur Integra- tion von Gehörlosen und hörbehinderten Menschen anzuer- kennen und sie, nebst der Lautsprache, in Bildung, Ausbil- dung, Forschung und Vermittlung zu fördern. Texte du postulat du 27 mai 1994 Le Conseil fédéral est invité à reconnaître la langue des signes pour l'intégration des sourds et des malentendants et à l'en- courager dans l'éducation, la formation, la recherche et la communication, à côté du langage parlé. Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 17. August 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Déclaration écrite du Conseil fédéral du 17 août 1994 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat Überwiesen - Transmis 94.2028 Petition Verein gegen Tierfabriken Verbot der Massentierhaltung von Wachteln. Importverbot für Wachtelfleisch und Wachteleier Pétition Association contre les fabriques d'animaux Interdiction de l'élevage en batterie des cailles. Interdiction de l'importation de viande et d'oeufs de cailles Haering Binder Barbara (S, ZH) unterbreitet im Namen der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) den folgenden schriftlichen Bericht: 1. Am 7. Januar 1994 reichte Dr. Erwin Kessler im Namen des Vereins gegen Tierfabriken eine Petition ein mit der Forde- rung, die Massentierhaltung von Wachteln in Anlagen mit über 200 Tieren sowie den Import von Wachtelfleisch und Wachteleiern zu verbieten. 2. Der Petent wirft dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) vor, wirtschaftliche Interessen vor den Tierschutz zu stellen. Seines Erachtens erlauben die aktuellen Bestimmungen über die Haltung von Wachteln keineswegs, diese wilden, scheuen Zugvögel tiergerecht zu halten. Laut BVET-Richtlinien sollen die Käfige so flach sein, dass die Tiere sich strecken, aber nicht auffliegen können: Die vorgeschriebene Käfighöhe beträgt 18 Zentimeter, während die Tiere eine Körperlänge von 16 bis 18 Zentimetern aufweisen. Diese Haltungsbedingungen seien heute überholt, doch sei auch noch kein tiergerechtes Hal- tungssystem erarbeitet worden. 3. An den Beratungen der Kommission anerkannte der Vertre- ter des BVET, dass diese Aufzuchtbedingungen unbefriedi- gend seien. Dieses Problem sei zurzeit nicht lösbar, weil die Kenntnisse über diese Tiere zu beschränkt seien. Genauere Angaben werde indessen ein aufgrund des Inspektionsbe- richtes der GPK eingeleitetes Forschungsprojekt liefern, das in drei Jahren abgeschlossen sein dürfte und konkrete Vor- schläge über neue Prototypen der Wachtelhaltung mit sich bringen werde. Erwägungen der Kommission Die Kommission hat auf die klare Vorschrift des Tierschutzge- setzes verwiesen, wonach die Tiere unter qualfreien Bedin- gungen zu halten sind. Dies scheint bei Wachteln offensicht- lich nicht der Fall zu sein, wie das auch bereits von den Ge- schäftsprüfungskommissionen festgehalten worden ist (s. 93.033, Bericht vom 6.4.1993). Ihre Reaktionen zeigen, dass Wachteln auch in der Zucht scheu bleiben. Solange keine artgerechten Haltungsbedingungen gegeben sind, muss auf deren Zucht verzichtet werden. Die Kommission schlägt ein entsprechendes Postulat vor. Einige Kommissionsmitglieder haben in diesem Zusammen- hang Vorbehalte geäussert und betont, dass die schweizeri- schen Zuchthaltungen sowohl den eidgenössischen als auch den internationalen Vorschriften entsprächen. Aus diesen Gründen haben sie sich dem Postulat widersetzt: da die Batte- riehaltung von Wachteln bis anhin bewilligt gewesen sei, müsste der Bund die Tierhalter entschädigen, bis das revi- dierte Gesetz vorliege. Es bleibt allerdings festzuhalten, dass das BVET seine Information von 1982 als eindeutig überholt bezeichnet. Die Kommission beantragt mit 8 gegen 7 Stimmen, das Po- stulat 94.3228 zu überweisen. Haering Binder Barbara (S, ZH) présente au nom de la Com- mission de la science, de l'éducation et de la culture (Csec) le rapport écrit suivant: 1. Le 7 janvier 1994, le Dr Erwin Kessler déposait une pétition au nom de l'Association contre les fabriques d'animaux. Celle-ci demande l'interdiction de l'élevage en batterie des cailles dans des installations de plus de 200 oiseaux ainsi que l'interdiction de l'importation de viande et d'oeufs de caille. 2. Reprochant à l'Office vétérinaire fédéral (OVF) de faire pas- ser l'intérêt économique avant la protection des animaux, le pétitionnaire estime que les dispositions qui régissent l'éle- vage des cailles ne tiennent compte en aucune façon des be- soins de ces oiseaux migratoires farouches. Selon les directi- ves de l'OVF, les cages doivent être conçues de telle façon que les animaux puissent s'étirer, mais non s'envoler, c'est-à- dire qu'elles doivent avoir 18cm de hauteur par rapport aux 16 à 18 cm de longueur de l'oiseau. Ces directives sont aujourd'hui dépassées, mais aucun système adapté à ces ani- maux n'a encore été arrêté. 3. Lors des délibérations de la commission, le représentant de l'OVF a reconnu que ces élevages se trouvent dans une situa- tion non satisfaisante. Ce problème est pour le moment insolu- ble, car les connaissances sur ces animaux sont trop limitées. Mais un projet de recherche consécutif à un rapport d'inspec- tion des CdG devrait aboutir dans trois ans. Il donnera de pré- cieuses indications sur le sujet et débouchera sur des proposi- tions concrètes de nouveaux prototypes pour la détention des cailles. Considérations de la commission La commission a relevé que la loi sur la protection des ani- maux stipule clairement que les animaux doivent être détenus dans des conditions excluant toute souffrance. Il semble évi- dent que ce n'est pas le cas avec les cailles, comme cela avait déjà été constaté par les Commissions de gestion (v. 93.033, rapport du 6.4.1993). Les réactions des cailles prouvent qu'elles restent sauvages, même en élevage. Tant qu'il en ira ainsi, tant que ces animaux ne supporteront pas leur déten-Postulat Csec-CN (94.2028) 1878 N 7 octobre 1994 tion, il faut renoncer à leur élevage. C'est dans ce sens qu'a été proposé un postulat de commission. Certains membres de la commission ont émis des réserves, relevant que les élevages suisses répondent aussi bien aux exigences fédérales qu'internationales. Ils ont aussi combattu le postulat pour la raison suivante: l'élevage en batterie étant jusqu'ici autorisé, la Confédération devrait indemniser les éle- veurs jusqu'à ce que la loi soit modifiée. Il reste néanmoins vrai que l'OVF définit sa directive de 1982 comme incontestable- ment dépassée. Par 8 voix contre 7, la commission propose de transmettre le postulat 94.3228. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, die Petition dem Bun- desrat zur Kenntnisnahme zu überweisen. Proposition de la commission La commission propose à l'unanimité de transmettre la péti- tion au Conseil fédéral pour qu'il en prenne acte. Angenommen -Adopté #ST# 94.3228 Postulat WBK-NR (94.2028) Haltung von Wachteln Postulat Csec-CN (94.2028) Détention de cailles Wortlaut des Postulates vom 26. Mai 1994 Der Bundesrat wird ersucht, die Massentierhaltung von Wach- teln in der Schweiz zu verbieten, bis ein entsprechendes Hal- tungssystem entwickelt worden ist Entsprechend ist auch der Import von Wachtelfleisch und Wachteleiern aus grausamer Käfighaltung zu untersagen. Texfe du postulat du 26 mai 1994 Le Conseil fédéral est invité à interdire l'élevage en batterie des cailles en Suisse jusqu'à ce qu'un système adapté à ces ani- maux soit mis au point. Parallèlement, l'importation de viande et d'oeufs de cailles dé- tenues dans des cages de manière cruelle doit être interdite. Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 7. September 1994 Es ist unbestritten, dass die heutige Wachtelhaltung in der Schweiz, in welcher nach Kenntnis des BundesamtesfürVete- rinärwesen (BVET) nur drei grössere Betriebe bestehen, aus tierschützerischer Sicht nicht befriedigt. In seiner Antwort auf die Einfache Anfrage vom 21. März 1991 «Intensiv-Tierhaltung in der Schweiz für Wachteln und Kaninchen» (91.1035) hat der Bundesrat darauf hingewiesen, dass die 1982 vom BVET her- ausgegebene Information über Wachtelhaltung im Rahmen eines Forschungsprojekts überarbeitet werden soll, um Beur- teilungsgrundlagen für Wachtelhaltungen zu beschaffen. Mit den vom BVET in Auftrag gegebenen und finanzierten For- schungsarbeiten, die vorerst auf drei Jahre angesetzt sind, wurde Ende 1993 begonnen. Es wird in absehbarer Zeit mit Resultaten gerechnet. Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates gab am 26. August 1992 Empfehlungen im Bereich des Tierschutzes ab (BB11993 II 310), welche von der Geschäftsprüfungskom- mission des Ständerates am 5. November 1993 bestätigt wur- den. Bestandteil dieser Empfehlungen ist die Entwicklung ei- nes tiergerechten Haltungssystems für Wachteln. Gleichzeitig wird anerkannt, dass diese Entwicklung Zeit benötigt, auch wenn die angegebene Entwicklungsphase von drei Jahren als zu lang eingeschätzt wird. Von der Empfehlung eines Halte- verbots bzw. einer Einfuhrsperre wird abgesehen. Die Produktion von Wachteln und Wachteleiern entspricht ei- ner Nachfrage. Es wäre unverhältnismässig, die einheimische Produktion sofort einzustellen. Ein Verbot, wie es im Postulat verlangt wird, würde die schweizerische Wachtelproduktion auf längere Dauer verunmöglichen. Die bisherige Produk- tionsweise befriedigt aus Gründen des Tierschutzes nicht. Sie ist aber nicht in dem Sinn tierquälerisch, dass sie von heute auf morgen verboten werden müsste. Ein Einfuhrverbot für ein bestimmtes Produkt, das die Umwelt oder die Gesundheit von Menschen und Tieren beeinträchtigt, wäre nach den Regeln des Gatt nur dann zulässig, wenn diese Massnahme nicht diskriminierend ausgestaltet, Verhältnis- massig und wissenschaftlich begründbar ist Aus diesen Gründen erachtet der Bundesrat den von den Ge- schäftsprüfungskommissionen empfohlenen Weg, nämlich die schweizerische Wachtelproduktion auf eine tiergerechte Haltung zu lenken, als zweckmässig. Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 septembre 1994 II est incontestable que du point de vue de la protection des animaux la détention des cailles ne donne pas satisfaction dans notre pays où, selon les données de l'Office vétérinaire fédéral (OVF), on ne compte cependant pas plus de trois ex- ploitations d'une certaine importance. Dans sa réponse à la question ordinaire du 21 mars 1991 «Exploitation intensive de cailles et de lapins» (91.1035), le Conseil fédéral indiquait que les directives de l'OVF de 1982 sur la détention des cailles avaient besoin d'une révision et que cet office avait l'intention de lancer un projet de recherche dont les conclusions pour- raient servir à l'évaluation des exploitations détenant des cail- les. L'OVF a donné un mandat pour ces recherches et assure leur financement; commencées fin 1993, elles sont planifiées en un premier temps pour trois ans. On en attend des résultats à moyen terme. Le 26 août 1992, la Commission de gestion du Conseil natio- nal a fait des recommandations dans le domaine de la protec- tion des animaux (FF 1993 II 324), recommandations confir- mées le 5 novembre 1993 par la Commission de gestion du Conseil des Etats. L'une d'elles concerne le développement d'un système de détention convenable pour les cailles. La commission reconnaît que cette tâche prend du temps, même si la période de trois ans qui avait été indiquée lui paraît trop longue. Elle ne fait cependant aucune recommandation visant à interdire la détention de cailles ou l'importation de produits de cailles. La production de cailles et d'oeufs de cailles répond à une de- mande du consommateur. Il serait tout à fait disproportionné de faire cesser la production indigène. En appliquant l'inter- diction réclamée par le postulat, on rendrait impossible pour longtemps la production dans ce domaine en Suisse. Or, s'il est vrai que la manière dont sont détenues les cailles n'est ac- tuellement pas satisfaisante, elle n'est nullement cruelle au point de justifier une interdiction d'un jour à l'autre. Selon les règles du Gatt, une interdiction d'importer un produit déterminé susceptible de nuire à l'environnement et à la santé humaine ou animale n'est admise que si cette mesure n'a pas de caractère discriminatoire, respecte le principe de la propor- tionnalité et se justifie scientifiquement. Telles sont les raisons pour lesquelles le Conseil fédéral est d'avis qu'il faut s'en tenir à la voie recommandée par la Com- mission de gestion, à savoir orienter de plus en plus la produc- tion de cailles dans notre pays vers une détention respectant mieux les besoins de ces animaux.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat WBK-NR (94.2027) Gebärdensprache. Anerkennung Postulat Csec-CN (94.2027) Reconnaissance de la langue des signes In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3227 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 07.10.1994 - 08:00 Date Data Seite 1877-1878 Page Pagina Ref. No 20 024 546 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.