B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5049/2014 U r t e i l v o m 1 6 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher, mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Regina Derrer. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 27. August 2014 / N (…). E-5049/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer , ein nigerianischer Staatsangehöriger, am 3. August 2 014 in die Schweiz einreiste, wo er gleic hentags um Asyl nachsuchte und am 7. August 2014 im Empfangs - und Verfahrenszent- rum (EVZ) in Chiasso zur Person, zum Reiseweg sowie summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt wurde, dass ihm zudem das rechtliche G ehör zu einer allfälligen Überstellung nach Italien gewährt wurde, dass der Beschwerdeführer zu Protokoll gab, er habe sein Heimatland im April 2010 verlassen und sei über B._______ (Niger) nach Libyen gereist, wo er sich von 2010 bis 2013 aufgehalten habe, dass er Libyen im Jahr 2013 auf dem Seeweg in Richtung Italien verla s- sen habe und am 15. Oktober 2013 in Lamp edusa (Italien) angekommen sei, dass er von Lampedusa nach C._______ (Italien) transferiert worden sei, wo er ein Asylgesuch eingereicht habe, dass er am 15. Mai 2014 von der Commissione Territoriale di C._______ zu seinen Asylgründen angehört worden sei und innerhalb von vier Tagen einen negativen Asylentscheid erhalten habe , gegen den er mittels eines Anwaltes Beschwerde erhoben habe, die derzeit noch hängig sei, dass er bis Ende Juli 2014 beziehungsweise Anfang August 2014 im Flüchtlingslager D._______, C._______, geweilt habe und schliesslich mit einem Autobus von C._______ nach Mailand gereist sei, von wo aus er am Samstagabend, 2. August 2014, in den Zug nach Lugano gestie gen sei, dass er nicht n ach Italien zurückkehren wolle, weil er während seines zehnmonatigen Aufenthalts im Flüchtlingslager D._______ trotz seines Ersuchens keine Medikamente zur Behandlung [seiner Krankheit] – an dem er seit seiner Kindheit leide und wegen dem er in Nigeria unter r e- gelmässiger ärztlicher Kontrolle gestanden habe – erhalten habe, dass ein Abgleich des Resultates der daktyloskopischen Abklärung des BFM mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Zentraleinheit Eu-E-5049/2014 Seite 3 rodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 13. Dezember 2013 in It a- lien um Asyl nachsuchte, dass das BFM die italienischen Behörden am 11. August 2014 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi- schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in e i- nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin -III- VO) um Wiederaufnahme ("take back") des Beschwerdeführers ersuchte, dass die italienischen Behörden das Wiederaufnahmegesuch des BFM innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin -III-VO vorgesehenen Frist unbeantwor- tet liessen, dass das BFM mit Verfügung vom 27. August 2014 – eröffnet am 2. Sep- tember 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat , die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz späte s- tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen seinen Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer verfügte, dass es zur Begrün dung im Wesentlichen ausführte, aufgrund des A b- gleichs der v om BFM erfassten Fingerabdrücke mit der "Eurodac"- Datenbank sei nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer am 13. De- zember 2014 in Italien ein Asylgesuch eingereicht habe, dass die italienischen Behörden zum Übernahmeersuchen innerhalb der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist nicht Stellung genommen hätten, weshalb die Zuständigkeit zur Durchführung des A syl- und Weg- weisungsverfahrens gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi- schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des z u- ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin -Assoziierungsabkommen, SR E-5049/2014 Seite 4 0.142.392. 689) und in Anwendung von Art. 25 Abs. 2 Dublin -III-VO an Italien übergegangen sei, dass die Überstellung des Beschwerdeführers nach Italien – vorbehaltlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 29 Dublin-III-VO) – bis spätestens am 26. Februar 2015 zu erfolgen habe, dass der Beschwerdeführer somit in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, weshalb das Non -Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat - oder He r- kunftsstaats nicht zu prüfen sei, und auch keine Hinweise für eine in It a- lien drohende Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bestehen würden, dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe g e- gen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs dorthin sprechen wü r- den, dass der Beschwerdeführer im Rahmen de s ihm gewährten rechtlichen Gehörs zu Protokoll gegeben habe, nicht nach Italien zurückkehren zu wollen, weil er an [Krankheit] leide und in Italien keine Medikamente e r- halten habe, dass dazu festzuhalten sei, dass Italien die Richtlinie 2003/9/EG des R a- tes vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Au f- nahme von Asylbewerbern in den Mitgliedstaaten (sogenannte Aufnah- merichtlinie) umgesetzt habe, welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden – unter anderem auch die medizinische Grundversorgung – beinhalte, und dass im Rahmen des Dublin-Systems davon auszugehen sei, dass der zuständige Dublin-Staat angemessene medizinische Versorgungsleistungen erbringen kann und den Zugang zu notwendiger medizinischer Behandlung gewährleiste, dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien somit zulässig, zumutbar und auch technisch möglich und praktisch durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. September 2014 (Post- stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht B e- schwerde erhob und beantragte, die BFM -Verfügung vom 27. A u- gust 2014 sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihr Recht auf E-5049/2014 Seite 5 Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylgesuch für z u- ständig zu erklären, dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, der Beschwerde sei die auf- schiebende Wirkung zu erteilen, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspfl e- ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu bewilligen und auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass er in der Begründung der Rechtsmitteleingabe überdies um unen t- geltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG e r- suchte, dass er seine Beschwerde im Wesentlichen damit begründete , dass er nicht nach Italien zurückkeh ren könne, weil seine schwere [Erkrankung] dort nicht behandelt worden sei und er ohne [Medikamente] in Lebensge- fahr sei, dass er bei einem [Anfall] während seines Au fenthalts in der Asylunte r- kunft in Italien fast gestorben wäre, weshalb er – im Wissen darum, dass er bald gezwungen sei, auf der Strasse zu leben – beschlossen habe, in die Schweiz zu reisen, dass es bekannt sei, dass verletzliche Personen, die wie er krank seien, riskierten, in Italien weder eine Unterkunft noch medizinische Ver sorgung zu erhalten, weshalb von einer systematischen Schwachstelle im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin -III-VO auszugehen sei, die für ihn aufgrund seiner Erkrankung eine Gefahr einer unmenschlichen oder en t- würdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfolgend: EU- Grundrechtecharta) mit sich bringe, weshalb in seinem Fall die Ausübung des Selbsteintrittsrechts durch die Schweiz angezeigt sei, das das BFM keinerlei Bezug zu seinem schlechten Gesundheitszustand und zur schwierigen Situation Asylsuchender sowie anerkannter Flüch t- linge in Italien genommen habe, weshalb sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sei, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom 10. September 2014 als superprovisorische Massnahme den Vollzug der Wegweisung bis zum Erhalt der Akten per sofort vorläufig aussetzte (Art. 56 VwVG), E-5049/2014 Seite 6 dass die vorinstanzlichen Akten am 11. September 2014 beim Bundes- verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 11. Sep- tember 2014 festhielt, die Beschwerde sei form - und fristgerecht eing e- reicht, das Gesuch um Anordnung der aufschiebenden Wirkung werde – mangels Hinweisen für eine konkrete Gefährdung des Beschwerdefü h- rers im zuständigen Dublin-Staat Italien (Art. 107 a Abs. 2 AsylG) – abge- wiesen, über das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung, inklusive Verbeiständigung (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) sei zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde indes antragsgemäss verzichtet (Art. 63 Abs. 4 Satz 3 VwVG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerde n gegen Verf ü- gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V. m. Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegrün dete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art . 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der B eschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, E-5049/2014 Seite 7 dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asyl gesuch auf seine Begründethe it hin zu übe r- prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der B e- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vori n- stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen kön nen, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt und gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzigen Mitglie d- staat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dub- lin-III-VO) als zuständiger Staat bestimm t wird, wobei die einzelnen B e- stimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im Kapitel III An- wendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), dass bei einem Wiederaufnahmeverfahren ("take back") diese Prüfung nach Kapitel III indessen nicht mehr vorzunehmen ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2.2; dieser Entscheid bezieht sich zwar noch auf die Dublin -II-VO, indessen ist der damalige Art. 4 Abs. 1 mit dem neuen Art. 20 Abs. 1 Dub- lin-III-VO deckungsgleich), dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an- deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsg e- biet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel auf hält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO), dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig- keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens z u- ständig wird, falls es sic h als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentl i- che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Au f-E-5049/2014 Seite 8 nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemisch e Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Be handlung im Sinne von Art. 4 EU -Grundrechtecharta mit sich bringen, und nach den Regeln der Dublin -III-VO kein anderer zu- ständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann, dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be- schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein- trittsrecht), dass entweder der Mitgliedstaat, in dem ein Antrag auf internationalen Schutz gestellt worden ist und der das Verfahren zur Bestimmung d es zuständigen Mitgliedstaats durchführt, oder der zuständige Mitgliedstaat vor der Erstentscheidung in der Sache jederzeit einen anderen Mitglie d- staat ersuchen kann, den Antragsteller aus humanitären Gründen oder zum Zweck der Zusammenführung verwandter P ersonen aufzunehmen, wobei die betroffenen Personen dem schriftlich zustim men müssen (Art. 17 Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. humanitäre Klausel), dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eurodac"-Datenbank ergab, dass dieser a m 13. Dezember 201 3 in Ita- lien ein Asylgesuch eingereicht hatte, dass das BFM die italienischen Behörden am 11. August 2014 gestützt auf Art. 23 Dublin -III-VO um Wiederaufnahme ("take back") des Beschwerdeführers ersuchte und die italienischen Behörden dieses G e- such innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin -III-VO vorgesehenen Frist unb e- antwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 7. August 2014 zu Protokoll gab, in Italien ein Asylgesuch eingereicht zu haben, weshalb auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates unbestritten blieb, dass er gegen eine Überstellung nach Italien indes einwendete, dass sei- ne [Erkrankung] dort nicht behandelt worden sei , und diesbezüglich auf Beschwerdeebene anfügte, dass er bei einem [Anfall] während seines Aufenthalts in der Asylunterkunft in Italien fast gestorben wäre, E-5049/2014 Seite 9 dass er in seiner Rechtsmitteleingabe weiter ausführte, dass sein Leben aufgrund der systematischen Schwachstellen in den Aufnahmebedingun- gen in Italien, die in der verweigerten Behandlung seiner [Erkrankung] ih- ren Ausdruck gefunden hätten, in Gefahr sei, weshalb ihm in Italien eine unmenschliche oder entwürdigende Behandlung im Sinne von Art. 4 EU- Grundrechtecharta drohe und die Ausübung des Selbsteintrittsrechts durch die Schweiz angezeigt sei, dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, in It alien mangels Behand- lung fast an einem [Anfall] gestorben zu sein, nachgeschoben erscheint und somit als unglaubhaft eingestuft werden muss, hat der Beschwerde- führer dieses nicht ungewichtige Ereignis bei der Befragung vom 7. A u- gust 2014 doch mit keinem Wo rt erwähnt und erst in seiner Rechtsmi t- teleingabe darauf hingewiesen, dass indes nicht bestritten wird, dass der Beschwerdeführer an [Krank- heit] leidet und deshalb auf medizinische Behandlung und Medikamente angewiesen ist, weshalb ein entsprechendes Arztzeugnis keine wesentl i- chen Erkenntnisse zu vermitteln vermag und auf dessen Einholung im Sinne einer antizipierten Beweiswürdi gung verzichtet wird (zur antizipier- ten Beweiswürdigung vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2), dass Italiens Asylwesen in jüngster Zeit zwar wiederholt in der Kritik stand (vgl. UN High Commissioner for Refugees [UNHCR], UNHCR Reco m- mendations on important aspects of refugee protection in Italy, Juli 2013 ; SERAINA NUFER/MURIEL TRUMMER, SFH (Hrsg.), Italien: Aufnahmebedin- gungen, Bern, Oktober 2013; MURIEL TRUMMER, SFH (Hrsg.), Bewe- gungsfreiheit in Italien für mittellose Personen mit Schutzstatus, Bern, 4. August 2014) , der Zugang zur medizinischen Grundversorgung und mithin zu einer zulänglichen Behandlung zumindest im Falle physischer Beschwerden aber – auch für Asylsuchende im Verfahren und Dublin - Rückkehrer – grundsätzlich gewährleistet ist (vgl. NUFER/TRUMMER, a.a.O., S. 49 f., 57, 62 f.), dass das BFM somit mit Verweis auf die Aufnahmerichtlinie zu Recht da- von ausgegangen ist, Italien garantiere bezüglich des vorliegenden Falls den Zugang zu angemessenen medizinischen Versorgungsleistungen (vgl. auch die neue Fassung der Aufnahmerichtlinie, Richtlinie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen), E-5049/2014 Seite 10 dass mithin auch das Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Rechtsmitteleingabe vom 9. September 2014 , das BFM habe keinerlei Bezug zu seinem Gesundheitszustand und der schwierigen Situation Asylsuchender in Italien genommen, womit es seinen Anspruch auf recht- liches Gehör verletzt habe, unbegründet ist, dass Italien zudem Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 g egen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und sei nen dies bezüglichen völkerrechtlichen Ve r- pflichtungen nachkommt, dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, in Italien aufgrund der verweigerten Behandlung seiner [Erkrankung] in Lebensgefahr gewesen zu sein, implizit geltend machte, die Überstellung dorthin setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze damit Art. 3 EMRK, dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder termina- len Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), dass dies für den Beschwerdeführer nicht zutrifft, da es – aus den zuvor genannten Gründen – unglaubhaft erscheint, dass er aufgrund seines unbestrittenen [Leidens] in Italien in Lebensgefahr war, dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen infolge der un- bestrittenen Krankheit des Beschwerdeführers bei der Bestimmung der konkreten Modalitä ten seiner Überstellung Rechnung zu tragen haben und die italienischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren müssen (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), dass der Beschwerdeführer auch kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn wieder aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einha l- tung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, E-5049/2014 Seite 11 dass aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Befra- gung vom 7. August 2014 vielmehr davon auszugehen ist, dass die italie- nischen Behörden das Asylgesuch des Beschwerdeführers bereits entge- gengenommen haben und derzeit noch ein Beschwerdeverfahren in sei- ner Sache hängig ist, dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non -Refoulement miss- achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge- fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein so l- ches Land gezwungen zu werden, dass nach dem Gesagten keine wesentlichen Gründe für die Annahme ersichtlich sind, dem Beschwerdeführer drohe aufgrund einer systemat i- schen Schwachstelle im Asylverfahren in Italien die Gefahr eine r Art. 4 EU-Grundrechtecharta beziehungsweise Art. 3 EMRK verletzenden B e- handlung, weshalb die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, dass es mithin auch kein en Grund für eine Anwendung der Ermessen s- klauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre- ten ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz e iner gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nich t- eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verf ü- gung des BFM zu bestätigen ist, E-5049/2014 Seite 12 dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung, einschliesslich Rechtsverbeiständung, ab- zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erw ä- gungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Vo r- aussetzungen von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-5049/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, ei n- schliesslich Rechtsverbeiständung, im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Regina Derrer Versand: