<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00287</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106943&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00287</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.11.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erschliessung. Zulässigkeit der Rückwärtsausfahrt in eine im kommunalen Richtplan als Sammelstrasse bezeichnete Gemeindestrasse. Legitimation (E. 1). Die Klassifizierung einer Gemeindestrasse als Sammelstrasse im kommunalen Verkehrsplan stellt nicht notwendigerweise auf die Verkehrsmenge oder den Ausbaugrad der Strasse ab. Deshalb kann bei der Bestimmung des Ausfahrt-Typs nicht allein darauf abgestellt werden, dass die entsprechende Strasse richtplanerisch eine Sammelstrasse darstellt. Massgeblich ist vielmehr die - möglicherweise davon abweichende - Festlegung als Zugangsart nach den Zugangsnormalien. Für die Bezeichnung kommunaler Strassen als Groberschliessungsanlagen sieht die Richtplanverordnung lediglich die Bezeichnung Sammelstrasse vor (E. 3b). Im vorliegenden Fall entspricht die im kommunalen Verkehrsplan als Sammelstrasse bezeichnete Strasse nach der verkehrsmässigen Funktion wie auch dem Ausbau einer Zufahrtsstrasse. Rückwärtsausfahrten sind gemäss Anhang der Verkehrssicherheitsverordnung deshalb erlaubt (Ausfahrt-Typ A). Gutheissung (E. 3c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSFAHRT">AUSFAHRT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FEINERSCHLIESSUNG">FEINERSCHLIESSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GROBERSCHLIESSUNG">GROBERSCHLIESSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTPLAN">RICHTPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWÃRTSAUSFAHRT">RÃCKWÃRTSAUSFAHRT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SAMMELSTRASSE">SAMMELSTRASSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENTYPEN">STRASSENTYPEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: VERKEHR (INKL. STRASSENRECHT, WANDERWEGE)">VERKEHR (INKL. STRASSENRECHT, WANDERWEGE)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSPLAN">VERKEHRSPLAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRTSSTRASSE">ZUFAHRTSSTRASSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUGANGSART">ZUGANGSART</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 31 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 91 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 93 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 124 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 240 Abs. III PBG</span><br/><span class="gerade">§ 2 lit. III QuartierplanV</span><br/><span class="ungerade">RichtplanV</span><br/><span class="gerade">§ 1 lit. II RichtplanV</span><br/><span class="ungerade">§ 13 RichtplanV</span><br/><span class="gerade">§ 5 StrassG</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 lit. I VerkehrssicherheitsV</span><br/><span class="gerade">§ 6 Abs. I Zugangsnormalien</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2003 Nr. 4</span><br/><span class="gerade">RB 2002 Nr. 79</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 19. MÃ¤rz 2002 beantwortete der Gemeinderat X vorentscheids­weise die von der A AG gestellten Fragen be­treffend die Erschliessung des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 01 an der K-strasse/L-­weg in X. Hinsichtlich des nordÃ¶stlichen GrundstÃ¼cks­teils hielt der Gemein­derat fest, dass dieser Ã¼ber die K-strasse erschlossen werden kÃ¶nne (Dispositiv Ziffer 1; Frage a). Die Zufahrten zu den Garagen und AbstellplÃ¤tzen seien nach der Ver­kehrssicherheitsverordnung vom 15. Juni 1983 (VerkehrssicherheitsV) auszufÃ¼hren (GefÃ¤l­le, Sichtdistanz, Einlenkerradien usw.); sofern die Verkehrssicherheitsverordnung eingehalten werde, kÃ¶nne auch rÃ¼ckwÃ¤rts in die K-strasse ausgefahren werden (Dispositiv Ziffer 2; Frage b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhoben C und D, EigentÃ¼mer des benachbarten Grund­stÃ¼cks Kat.‑Nr. 02, am 1. Mai 2002 Rekurs an die Baurekurskommission und beantrag­ten, Disposi­tiv Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses so abzuÃ¤ndern, dass infolge der zu geringen Sichtdistanz nur vorwÃ¤rts in die K-strasse ausgefahren werden dÃ¼rfe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Entscheid vom 30. Juli 2002 hiess die Baurekurskommission den Rekurs von C und D gut. Sie ersetzte Dispositiv Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses durch eine Anord­nung, wonach auf die K-strasse nur vorwÃ¤rts ein- und ausgefahren werden dÃ¼rfe und die GaragenvorplÃ¤tze so auszubilden seien, dass darauf gewendet wer­den kÃ¶nne. Die Baurekurs­kommission begrÃ¼ndete ihren Entscheid damit, dass die K-strasse im Verkehrsplan der Gemeinde X vom 9. Februar 1998/6. Juli 1999 als Sammelstrasse bezeichnet sei. GemÃ¤ss Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung handle es sich bei der Ausfahrt eines einzelnen Abstellplatzes in eine Sammel­stras­se um eine Ausfahrt des Typs B, bei welchem nach den Mindestanforderungen eine Aus- und Einfahrt nur vorwÃ¤rts erfolgen dÃ¼rfe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 11. September 2002 beantragten die A AG dem Verwaltungsgericht, den Entscheid der Baurekurskommission vom 30. Juli 2002 aufzuheben und den Gemeinderatsbeschluss vom 19. MÃ¤rz 2002 zu bestÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft. Mit Ein­gabe vom 16. September 2002 erhob auch der Gemeinderat X Beschwerde an das Verwaltungsgericht und stellte die nÃ¤mlichen AntrÃ¤ge; eventualiter beantragte der Gemeinderat, das Verfahren an die Vorinstanz zum Neuentscheid zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 17. September 2002 wurden die beiden Beschwerdever­fahren VB.2002.00287 und VB.2002.00289 vereinigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission und die Beschwerdegegnerschaft beantragten Abweisung der Beschwerden; Letztere schloss zudem auf Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheb­­lich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Als Adressatin des im Streit stehenden Vorentscheids vom 19. MÃ¤rz 2002 ist die A AG in Anwendung von § 21 lit. a des Verwaltungrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine Gemeinde ist entsprechend § 21 lit. b VRG zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen rechtsmittelbefugt. Inwiefern die Gemeinde X in ihren schutz­wÃ¼rdigen Interessen berÃ¼hrt ist, wenn vom GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 aus vor­wÃ¤rts und nicht rÃ¼ckwÃ¤rts in die K-strasse ausgefahren wird, ist schwer zu erkennen. Diese Frage kann indessen offen bleiben, da auf die Beschwerde angesichts der kla­ren Rechtsmittellegi­ti­mation der A AG, welche zudem die gleichen RÃ¼gen wie der Gemeinderat X erheben, auf jeden Fall einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die A AG bringen in ihrer Beschwerde vom 11. September 2002 zusammengefasst vor, die K-strasse sei im Verkehrsplan wohl als Sammelstrasse bezeichnet, effektiv er­fÃ¼lle sie aber die Funktion einer Zufahrtsstras­se. Insgesamt wÃ¼rden rund 65 Wohn­ein­hei­ten erschlossen. Beim Typ Zufahrtsstrasse sei ein rÃ¼ckwÃ¤rtiges Hineinfahren in die Strasse erlaubt. Eine Einzonung von weiterem Bau­land in diesem Gebiet sei sehr unwahrscheinlich. Auf der Seite des zu erschliessenden GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 01 sei ein 2 m breites Trot­toir vorhanden. Dieses werde im Bereich des BaugrundstÃ¼cks praktisch nicht begangen und kÃ¶nne darum problemlos dem âRÃ¼ckwÃ¤rtskehrenâ dienen. Die Ausbildung der Garagenvor­plÃ¤tze zu Kehrzwecken fÃ¼hre zu einer Wertverminderung des GrundstÃ¼cks infolge grÃ¶s­serer VerkehrsflÃ¤che und StÃ¼tzmauern. Zudem seien zu viel versiegelte FlÃ¤chen Ã¶kologisch schlecht und mit ein Grund fÃ¼r die sich hÃ¤ufenden Hochwasser. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Gemeinderat brachte in seiner Beschwerdeschrift vom 16. September 2002 als BegrÃ¼ndung zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht aus dem Umstand, dass die K-strasse im kommunalen Richtplan als Sammelstrasse bezeichnet werde, geschlossen, dass diese Strasse auch verkehrstechnisch diese Funktion erfÃ¼lle. GemÃ¤ss § 31 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) kÃ¶nne auf den (kommunalen) Verkehrsplan mit den kommunalen Strassen fÃ¼r die Groberschliessung und den Wegen von kommunaler Bedeutung nicht verzichtet werden. Nach § 5 des Strassengesetzes vom 27. September 1981 seien Staatsstrassen die gemÃ¤ss Planungs- und Baugesetz in den kantonalen und regionalen VerkehrsplÃ¤nen festgelegten Strassen; alle Ã¼brigen Strassen seien Gemeindestrassen. In § 31 PBG Ã¼ber den kommunalen Verkehrs­plan werde von Strassen âfÃ¼r die Groberschliessungâ gesprochen und in den §§ 91 und 93 PBG Ã¼ber den Erschliessungsplan sei von Werken und Anlagen die Rede, die âfÃ¼r die Groberschliessungâ nÃ¶tig seien. Quartierstrassen im Sinn von § 124 Abs. 2 PBG seien demgegenÃ¼ber Strassen der Feinerschliessung. Nochmals anders wÃ¼rden die Strassen im Anhang der Verordnung Ã¼ber die einheitliche Darstellung der Richtplanungen vom 8. De­zember 1976 (RichtplanV) klassiert; dort wÃ¼rde unterhalb von Hauptverkehrsstrassen nur noch ein Symbol fÃ¼r den Strassentyp âSammelstrassenâ zur VerfÃ¼gung gestellt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Begriffswahl des Planungs- und Baugesetzes mit seinen ausfÃ¼hrenden Erlassen sowie des Strassengesetzes zeichne sich demzufolge nicht durch besondere Folgerichtigkeit aus. Immerhin sei ein zentraler Begriff jener der Groberschliessung, unter den nach allgemei­­ner Auffassung die HauptstrÃ¤nge der Erschliessungsanlagen fielen. In X wÃ¼rden sogar die Staatsstrassen unmittelbar der GrundstÃ¼ckserschliessung dienen; fÃ¼r verkehrsorientierte Sammelstrassen bestehe kein Bedarf. Massgeblich fÃ¼r die Bezeichnung von Strassen mit dem Begriff âSammelstrasseâ seien weder die Verkehrsmenge noch der Ausbaugrad der Stras­senzÃ¼ge gewesen. Im Vordergrund sei vielmehr die Umschreibung der Baupflicht der Gemeinde im Rahmen der Groberschliessung gestanden. Der Begriff Sammelstrasse sei sy­no­nym zum Begriff Groberschliessungsstrasse verwendet worden. Die K-strasse sei 1997 neu in den kommunalen Verkehrsplan aufgenommen worden, und zwar als ausgebaute Sam­melstrasse, obwohl deren Fahrbahnbreite zum Teil nur 4,5 m betrage. Der Zweck der Auf­nahme der K-strasse habe einzig und allein da­rin bestanden, fÃ¼r das noch unerschlossene Gebiet Grundreben eine zweckmÃ¤ssige Quartier­planbegrenzung zu ermÃ¶glichen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Aufnahme der K-strasse in den kommunalen Verkehrsplan als Sammel­strasse gebe keineswegs die planerische Absicht wieder, dieser in verkehrstechnischer Hin­sicht eine derartige Bedeutung zuzuerkennen. Der vorinstanzliche Entscheid beruhe des­halb auf der unzutreffenden Annahme, dass auf die K-strasse in Anwendung der Verkehrssicherheits­verordnung RÃ¼ckwÃ¤rtsausfahrten von vornherein ausser Betracht fielen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss § 240 PBG dÃ¼rfen durch Bauten, Anlagen, Bepflanzungen und sonstige GrundstÃ¼cknutzungen weder der Verkehr behindert oder gefÃ¤hrdet noch der Bestand und die Sicherheit des StrassenkÃ¶rpers beeintrÃ¤chtigt werden (Abs. 1). Verkehrserschlies­sungen im Bereich wichtiger Ã¶ffentlicher Strassen haben nach MÃ¶glichkeit rÃ¼ckwÃ¤rtig oder durch Zusammenfassung mehrerer Ausfahrten zu erfolgen (Abs. 3). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die technischen Anforderungen fÃ¼r Ausfahrten sind im Anhang der Verkehrssicher­­heitsverordnung (§ 6 Abs. 1 VerkehrssicherheitsV) geregelt. Als âAusfahrtâ gilt dabei jede fÃ¼r die BenÃ¼tzung mit Fahrzeugen oder fÃ¼r FussgÃ¤nger bestimmte Verbindung zwischen einem GrundstÃ¼ck und einer Strasse (§ 2 Abs. 3 VerkehrssicherheitsV), vorliegend also die streitigen Ausfahrten vom GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 in die K-strasse. Der Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung sieht je nach Bedeutung der Ausfahrt (Anschluss) einerseits und der Strasse anderseits drei Ausfahrt-Typen (A, B und C) vor. GemÃ¤ss der An­merkung zum Anhang richtet sich der Strassentyp nach den Zugangsnormalien vom 9. De­zem­ber 1987. Diese unterscheiden entsprechend dem voraussichtlichen Ver­kehrs­aufkom­men auf­grund der Nutzung mit Wohneinheiten (§ 6 Abs. 1 Zugangsnormalien) folgende Stras­sen­typen (Zugangsarten): Zufahrtsweg, Zufahrtsstrasse, Erschliessungsstrasse so­wie (nutzungsorientierte) Sammelstrasse. Der Anschluss einzelner AbstellplÃ¤tze an eine Sammelstrasse (Aus­fahrt-Typ B) darf laut Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung nur so erfolgen, dass vorwÃ¤rts aus- und eingefahren wird. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz hat entsprechend der Festlegung der K-strasse im Ver­kehrs­plan der Gemeinde X vom 6. Juli 1999 als Sammelstrasse ausgefÃ¼hrt, dass der anwendbare Ausfahrt-Typ B nur eine Aus- und Einfahrt vorwÃ¤rts zulasse. Streitig ist mithin, ob die Bezeichnung einer Strasse als âSammelstrasseâ im kommunalen Verkehrsplan jener nach den Zugangsnormalien entspricht. Dies hÃ¤tte zur Folge, dass der Plan­eintrag einer Strasse im Verkehrsplan als Sammelstrasse genÃ¼gt, damit die Ausfahrt ein­zel­ner AbstellplÃ¤tze in diese Strasse nach der Verkehrssicherheitsverordnung die Anforderungen als Ausfahrt-Typ B erfÃ¼llen muss. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die kommunale Richtplanung obliegt den Gemeinden. Diese kÃ¶nnen sich auf ein­zelne TeilrichtplÃ¤ne beschrÃ¤nken, doch darf nach § 31 Abs. 2 PBG nicht auf den Verkehrs­plan verzichtet werden. Mit dem kommunalen Verkehrsplan werden die kommunalen Strassen fÃ¼r die Groberschliessung von jenen der Feinerschliessung abgegrenzt (§ 31 Abs. 2 PBG). WÃ¤hrend die Kosten der Groberschliessung grundsÃ¤tzlich vom Gemeinwesen zu tragen sind, obliegt die Kostentragungspflicht der Feinerschliessung den GrundeigentÃ¼mern (vgl. die ausfÃ¼hrlichen ErwÃ¤gungen im Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 19. De­­zember 1996, BEZ 1997 Nr. 6; auch zum Folgenden). Auf Stufe Nutzungsplanung gibt der Erschliessungsplan Aufschluss Ã¼ber die Ã¶ffentlichen Werke und Anlagen, die fÃ¼r die Groberschliessung der Bauzonen notwendig sind; dieser zeigt ferner auf, in welchen zeitlich bestimmten Etappen das Gemeinwesen die Groberschliessung durchfÃ¼hrt (§ 91 PBG). Bei der Abgrenzung zwischen Grob- und Feinerschliessung steht den Gemeinden ein weiter Ermessensspielraum zu (RB 1988 Nr. 59). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Richtplanverordnung enthÃ¤lt im Anhang eine Anzahl von Symbolen, Signaturen und Farben fÃ¼r die Richtplanung. Deren Beachtung ist Genehmigungsvoraussetzung im Sinne von § 5 PBG (§ 1 Abs. 2 RichtplanV). Weitere Symbole und Signaturen kÃ¶nnen nur mit Zustimmung der Baudirektion und aufgrund Ã¶rtlicher Besonderheiten verwendet werden (§ 13 RichtplanV). FÃ¼r den Verkehrsplan sieht der Anhang Zeichen vor fÃ¼r Hochleis­tungs- und wichtige Hauptverkehrsstrassen, Hauptverkehrsstrassen sowie Sammelstrassen. FÃ¼r die Bezeichnung kommunaler Strassen als Groberschliessungsanlagen sieht die Richtplanverordnung mithin lediglich die Bezeichnung als Sammelstrasse vor. Eine weitere Un­ter­teilung solcher Strassen je nach ihrer verkehrsmÃ¤ssigen Bedeutung erfolgt im kommuna­len Verkehrsplan nicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie gesehen, kommt dem Gemeinwesen bei der Abgrenzung zwischen Grob- und Feinerschliessung ein weiter Ermessensspielraum zu. Dieser Entscheid kann aufgrund planerischer Ãberlegungen gefÃ¤llt werden, so aufgrund des Charakters als Hauptachsen im Sied­­lungsgebiet oder als wichtige Verbindungen zu Nachbargemeinden sowie zur sinnvol­len Abgrenzung eines Quartierplan-Beizugsgebiets (§ 124 Abs. 2 PBG und § 2 Abs. 3 Quar­­tierplanverordnung vom 18. Januar 1978). Die Ãbernahme der Kostentragungspflicht durch das Gemeinwesen kann aber auch weniger aus planerischer Notwendigkeit als politisch motiviert erfolgen. Die Klassifizierung einer Gemeindestrasse als Sammelstrasse im kommunalen Verkehrsplan stellt auf jeden Fall nicht notwendigerweise auf die Verkehrsmenge oder den Ausbaugrad der Strasse ab. Deshalb kann bei der Bestimmung des Ausfahrt-Typs nicht allein darauf abgestellt werden, dass die entsprechende Strasse richtplanerisch eine Sammelstrasse darstellt. Massgeblich ist vielmehr die â mÃ¶glicherweise davon ab­weichende â Festlegung als Zugangsart nach den Zugangsnormalien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) GemÃ¤ss Anhang Zugangsnormalien kÃ¶nnen an eine Zufahrtsstrasse bis 150, an eine Erschliessungsstrasse bis 300 und an eine nutzungsorientierte Sammelstrasse bis 600 Wohneinheiten angeschlossen werden. Auf die K-strasse werden heute nach den AusfÃ¼hrungen des Gemeinderats X rund 66 Wohneinheiten, im Vollausbau weitere 40 Wohn­ein­heiten erschlossen. Eine weitere Erschliessungsfunktion hat die K-strassen nicht; sie endet an der Bauzonengrenze bzw. fÃ¼hrt in den Wald und hat kei­ne Durchgangsfunktion. Nach der verkehrsmÃ¤ssigen Funktion wie auch nach dem Ausbau entspricht sie einer Zufahrtsstras­se. Einzelne wie auch zusammengefasste Ausfahrten in eine Zufahrtsstrasse haben nach dem Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung dem Ausfahrt-Typ A zu entsprechen, d.h. es ist nicht vorgeschrieben, dass die Ein- und Ausfahrt nur vorwÃ¤rts erfolgen darf. Die Beantwortung der Frage b im angefochtenen Beschluss des Gemeinderats X vom 19. MÃ¤rz 2002 (Dispositiv Ziffer 2), wonach die Zufahr­ten zu den Garagen und AbstellplÃ¤tzen nach der Verkehrssicherheitsverordnung auszufÃ¼hren seien und, sofern diese eingehalten werde, </span></p> <p class="Einzug1"><span>auch rÃ¼ckwÃ¤rts in die K-strasse ausgefahren werden kÃ¶nne, erweist sich damit als rechtmÃ¤s­sig. Die Beschwerden sind gutzuheissen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text4"></a></span>entscheidet<span> die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. </span>Die Beschwerden werden gutgeheissen. Dispositiv Ziffer I des Entscheids der Baurekurskommission vom 30. Juli 2002 wird aufgehoben und demgemÃ¤ss der Beschluss des Gemeinderats X vom 19. MÃ¤rz 2002 vollumfÃ¤nglich wiederhergestellt.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>