JAAC58.82 Entscheid des Bundesrates vom 4. Oktober 1993 Assurance-maladie. Art. 22quater al. 5 LAMA. Approbation par un gouvernement cantonal d’une convention tarifaire passée au niveau national entre les chiropraticiens et les caisses-maladie. Une convention ainsi approuvée ne déploie ses effets que sur le territoire cantonal, même si elle a été conclue par des associations nationales. Art. 1er al. 1 AFU 1991. Cette disposition désigne le gouvernement cantonal comme autorité compétente pour contrôler les augmentations de tarif quant à leur conformité avec l’AFU 1991. Ce faisant, elle ne modifie pas le régime des compétences prévu par la LAMA. Dans ces circonstances et en tant que les conventions approuvées et contrôlées par les gouvernements cantonaux ne déploient leurs effets que sur le territoire cantonal en vertu de l’art. 22 quater al. 5 LAMA, il y a lieu de se baser sur le matériel comptable du canton et non pas sur des données chiffrées nationales pour calculer l’augmentation maximale admissible. Krankenversicherung. Art. 22quater Abs. 5 KUVG. Genehmigung eines gesamtschweizerischen Tarifvertrages zwischen Chiropraktoren und Krankenkassen durch den Regierungsrat. Die Wirksamkeit des so genehmigten Tarifvertrages ist auf das jeweilige Kantonsgebiet beschränkt, selbst wenn der Vertrag durch nationale Verbände abgeschlossen wurde. Art. 1 Abs. 1 dBB 1991. Diese Bestimmung bezeichnet die Kantonsregierung als zuständige Behörde zur Überprüfung der Tariferhöhung auf deren Übereinstimmung mit dem dBB 1991. Sie ändert demgemäss an der Zuständigkeitsordnung des KUVG nichts. 1Ist die Wirksamkeit der genehmigten und durch die Kantonsregierung überprüften Verträge nach Art. 22 quater Abs. 5 KUVG auf das Kantonsgebiet beschränkt und wird durch den dBB 1991 an dieser Zuständigkeitsordnung der Kantone nichts geändert, rechtfertigt es sich, den Berechnungen der maximal zulässigen Tariferhöhung nach dBB 1991 kantonales und nicht gesamtschweizerisches Zahlenmaterial zugrunde zu legen. Assicurazione contro le malattie. Art. 22quater cpv. 5 LAMI. Approvazione da parte di un Governo cantonale di una convenzione sulle tariffe a livello svizzero stipulata tra chiropratici e casse malati. L’effetto della convenzione sulle tariffe così approvata è limitato al corrispondente territorio cantonale, anche se la convenzione è stata conclusa da associazioni nazionali. Art. 1 cpv. 1 DF conc. provvedimenti temporanei contro l’aumento dei costi nell’assicurazione contro le malattie. Il disposto designa il Governo cantonale autorità competente per esaminare se gli aumenti di tariffa sono conformi al DF di cui sopra. L’autorità non modifica pertanto il regime delle competenze previsto nella LAMI. In tali circostanze e considerato che l’effetto delle convenzioni approvate e verificate dal Governo cantonale giusta l’art. 22 quater cpv. 5 LAMI è limitato al territorio cantonale, è giustificato basarsi sul materiale contabile del Cantone e non sui dati rapportati a livello nazionale per calcolare l’aumento massimo ammissibile. ZusammenfassungdesSachverhalts A. Am13.Dezember1991vereinbartendieSchweizerische Chiropraktoren-Gesellschaft(SCG)unddasKonkordatderSchweizerischen Krankenkassen(KSK)dieErhöhungdesTaxpunktwertesvonFr.4.-aufFr.4.25. DieseVereinbarungerginggestütztaufArt.7deszwischendiesenParteien am19.November1986geschlossenenTarifvertrages. MitdemRundschreiben Nr.112/91anallekantonalenKrankenkassenverbändefordertedasKSKdie ihmangeschlossenenKantonalverbändeauf,dieTaxpunktwert-Vereinbarung ihrenKantonsregierungenzurGenehmigungzuunterbreiten. Dieser AufforderungkamderAargauischeKrankenkassen-Verband(AKV)am 15.Januar1992nachundersuchtedasGesundheitsdepartementdesKantons AargauumErteilungderentsprechendenGenehmigung. MitBeschlussvom 24.Februar1992genehmigtederRegierungsratdesKantonsAargau(im folgenden: Regierungsrat)dieVereinbarungrückwirkendaufden1.Januar 1992. DasGesundheitsdepartementdesKantonsAargauteiltedemAKVdiesen Beschlussam4.März1992mit. B. Am31.März1992erhobderAKVgegendenGenehmigungsbeschluss desRegierungsratesBeschwerdeandenBundesratundbeantragte,die GenehmigungderErhöhungdesTaxpunktwertesseizuverweigernundder BeschwerdeseidieaufschiebendeWirkungzubelassen. 2ZurBegründungmachtderAKVinsbesonderegeltend,dieErhöhungdes TaxpunktwertesverletzeArt.1desBBvom13.Dezember1991überbefristete MassnahmengegendieKostensteigerunginderKrankenversicherung (dBB1991,AS 1991 2604),welchereineErhöhungderTarifedurchdie zuständigeBehördeuntersagt,sofernderAnstiegderBehandlungskosten jeversichertePersonundJahrummehralseinenDrittelüberderEntwicklung desLandesindexesderKonsumentenpreise(LIKP)liegt. DerAKVkommt nachseinenBerechnungenzumSchluss,dasssichindenJahren1989-1990 dieKostenproVersichertenimKantonAargauum10,77%erhöhthaben, demgegenüberseiderLIKPlediglichum5,37%angestiegen. DieEntwicklung derdurchschnittlichenBehandlungskostenliegedemgemäss3,61%überder ToleranzgrenzedesdBB1991(5,37%+1/3=7,16%). EineTariferhöhungsei deshalbzuuntersagen. InseinerVernehmlassungvom27.April1992schliesstderRegierungsrat inderSacheaufAbweisungderBeschwerdeundbeantragtden EntzugderaufschiebendenWirkungderBeschwerde. Erbestreitetdie BeschwerdelegitimationdesAKV,daessichbeimgenehmigtenVertrag umeinegesamtschweizerischeVereinbarunghandle,welchedasKSK imAuftragderKantonalverbänderechtsverbindlichabgeschlossenhabe. DerRegierungsrathältzudemdieBerechnungsgrundlagendesAKV fürverfehlt,dadiesevonderBehandlungsfallstatistikfürdenKanton Aargauausgingen,dasKSKhingegen-angesichtsderTatsache,dasses sichumeinengesamtschweizerischenTarifhandle-richtigerweisedie gesamtschweizerischenZahlenseinenBerechnungenzugrundegelegthabe. InihrerVernehmlassungvom30.April1992bestreitetdieSCGdie BeschwerdelegitimationdesAKVmitdemArgument,eshandlesichum einengesamtschweizerischenVertrag. SiebeantragtebenfallsdenEntzug deraufschiebendenWirkung. DasKSKbeantragtinseinerStellungnahmevom8.Mai1992dieAbweisung derBeschwerdeunterHinweisaufseinRundschreibenNr.112/91andie kantonalenKrankenkassen-Verbände,inwelchemdieÜberlegungenund Berechnungsgrundlagenausführlichdargelegtwürden,diezurÄnderung derVereinbarungzwischenihmundderSCGgeführthätten. Indiesem RundschreibenführtdasKSKaus,dassimBereichderChiropraktik einenegativeMengenausweitungfestzustellenseiunddieFallkosten gesunkenseien. Demgemässrechtfertigeessich,dassdenschweizerischen ChiropraktorenderTeuerungsausgleichgemässLIKPgewährtwerde. Gestützt aufseineBerechnungen,welchengesamtschweizerischesZahlenmaterial zugrundegelegtwurde,erachtetesdieTariferhöhungauchfürdBB-konform. DasEidgenössischeDepartementdesInnern(EDI)sprichtsichinseiner Vernehmlassungvon9.Juni1992fürdieBeibehaltungderaufschiebenden WirkungderBeschwerdeaus. InmateriellerHinsichtbeantragtesam19.Juni 1992wegenVerletzungvonArt.1dBB1991dieGutheissungderBeschwerde. ZurBegründungführtesaus,dassderdBB1991zweifellosandiegeltende TarifordnunginderKrankenversicherunganknüpfe,welchestillschweigend vonkantonalenTarifverträgenausginge. Demgemässmüssebeider ErmittlungdesAnstiegsderdurchschnittlichenBehandlungskostenvon kantonalemZahlenmaterialausgegangenwerden. InseinenBerechnungen, welchendieBehandlungsfallstatistik desKSKfürdie Jahre1989/1990zugrunde 3lag,gelangtedasEDIzumErgebnis,dassderAnstiegderBehandlungskosten proversichertePersonundJahrimKantonAargaumehralseinenDrittel überdemAnstiegdesLIKPliege. NachVorliegenderBehandlungsfallstatistik desKSKfürdasJahr1991führtedasEDIseineBerechnungengestützt aufdasaktualisierteZahlenmaterialerneutdurchundgelangteinseiner Stellungnahmevom5.März1993wiederumzumErgebnis,dassderAnstieg derBehandlungskosteneineTaxpunktwerterhöhungnichtrechtfertigeunddie Beschwerdedemgemässgutzuheissensei. C. DasEidgenössischeJustiz-undPolizeidepartement(EJPD)wiesam 13.Juli1992dasGesuchdesRegierungsratesundderSCGumEntzugder aufschiebendenWirkungab. AusdenErwägungendesBundesrates 1. (Formelles) 2. NachArt.22 quater Abs.5desBGvom13.Juni1911überdie Krankenversicherung(KUVG,SR832.10)bedürfendieVerträgezwischen KassenundChiropraktorenderGenehmigungdurchdieKantonsregierung. Dieseprüft,obdievereinbartenTaxenmitdemGesetzundderBilligkeitin Einklangstehenundwirtschaftlichtragbarsind(VPB48.47). DadervorliegendeVertragnachdem14.Dezember1991genehmigtworden ist,findetderdBB1991Anwendung. NachdenBestimmungendesdBB1991 dürfendieTarifeundPreisenurinsoweiterhöhtwerden,dassderAnstieg derdurchschnittlichenBehandlungskostenjeversichertePersonundJahr voraussichtlichhöchstenseinenDrittelüberdemAnstiegdesLIKPliegt. Wenn nachdenletztenverfügbarenAngabenderAnstiegderBehandlungskosten jeversichertePersonundJahrbereitsummehralseinenDrittelüberder EntwicklungdesLandesindexesderKonsumentenpreiseliegt,untersagt diezuständigeBehördeeineErhöhungderTarifeundPreise(Art.1Abs.1 dBB1991). Art.1Abs.1Satz1dBB1991darfnichtisoliertbetrachtetwerden;erstellt zusammenmitSatz2eineEinheitdar. DieBedeutungvonSatz2istjene, dass-wenndiedortumschriebenenVoraussetzungenerfülltsind-jede Tariferhöhung,auchwennsie unterderLimitenachdBBliegt,untersagtbleibt. DiesgehtauchausderBotschaftdesBundesrateshervor,welchefesthält,dass imäusserstenFalleineErhöhungausgeschlossensei(BBl 1991 IV923)und wurdevomBundesratbestätigt( VPB58.50). SowohlderRegierungsratwieauchdasKSKunddieSCGmachen geltend,dassdenBerechnungendesAnstiegsderBehandlungskosten gesamtschweizerischesZahlenmaterialzugrundegelegtwerdenmüsse,da essichumeinengesamtschweizerischenVertraghandle. Demgegenüber gehenderBeschwerdeführerunddasEDIvomAnstiegderdurchschnittlichen BehandlungskostenfürChiropraktorenleistungenproPersonundJahrim KantonAargauaus. DieserletzterenAuffassungistausfolgendenGründen zuzustimmen: Art.1Abs.2dBB1991bezeichnetdieKantonsregierung alszuständigeBehördezurÜberprüfungderTariferhöhungaufderen ÜbereinstimmungmitdemdBB1991. DamitknüpftderdBB1991andie ZuständigkeitsordnungdesKUVGimBereichderTarifgenehmigungan. DieBotschaftdesBundesrateszumdBB1991führtdazuaus: «Mitdem vorliegendenEntwurfwirdamVerfahrenunddenZuständigkeitenfürdie 4FestlegungunddieGenehmigungvonTarifennichtsgeändert. DieinArt.1 Abs.1festgehaltenenGrundsätzesindvondenzuständigenBehördenbei derFestlegungundGenehmigungvonTarifenzubeachten. Eswirdalsoin ersterLinieAufgabederKantonsregierungsein,beiderGenehmigungvon Tarifverträgen(Art.22 quater Abs.5KUVG)zuprüfen,obbeidenvereinbarten TarifendervorliegendeBundesbeschlussbeachtetist.»(BBl 1991 IV923). WieinsbesonderedenArt.22 quater Abs.2KUVG(FestsetzungderTarifeim vertragslosenZustanddurchdieKantonsregierung)undArt.22 quater Abs.5 KUVG(GenehmigungvonVerträgen)zuentnehmenist,gehtdasKUVGvon kantonalenTarifverträgenaus. DaranändertauchdieTatsachenichts, dassdasKSKimAuftragderihmangeschlossenenKantonalverbändedie VereinbarungmitderSCGaufgesamtschweizerischerEbeneabgeschlossen hat,entfaltetdochdieseVereinbarungerstnacherfolgterGenehmigungdurch dieKantonsregierungenfürdasjeweiligeKantonsgebietseineWirksamkeit (Schären Fritz,DieStellungdesArztesindersozialenKrankenversicherung, Diss. Zürich1973,S.186ff.). InAnbetrachtderaufdasKantonsgebiet beschränktenGültigkeitderVereinbarungrechtfertigtessichdemgemäss, aufdaskantonaleZahlenmaterialabzustellen. AuchderEinwandderSCG,das AbstellenaufkantonalesZahlenmaterialberge-angesichtsdergeringen AnzahlderimKantonAargautätigenChiropraktoren-dieGefahrvon markantenVerzerrungen,führtzukeinemanderenErgebnis,umsomehr alsdieserEinwandnichtkonkretbelegtwerdenkann. 3. DasEDIhat-gestütztaufdasaktualisierteZahlenmaterial-folgende BerechnungdermaximalzulässigenTariferhöhungdurchgeführt: 1.1. Entwicklung der Behandlungskosten für Chiropraktorenleistungen pro Versicherter und Jahr im Kanton Aargau KantonAargau 1990 1991 Veränderung 1990-1991 (in%) Kosten(inFr.) (1) 2612973 3209682 - AnzahlVersicherte(2) 479420 491317 - KostenproVersicherter(inFr.) (1): (2) 5,45 6,53 +19,82 Quelle: BehandlungsfallstatistikdesKonkordatesSchweizerischer Krankenkassen1990und1991. 1.2. Entwicklung des LIKP 1990-1991 (1)LIKP1990(Jahresdurchschnitt) 121,6 (2)LIKP1991(Jahresdurchschnitt) 128,7 (3)ProzentualeVeränderungdesLIKP1990-1991 5,84 (4)dBB-Grenzwert([3]+1/3)inProzent 7,78 5Quelle für (1) + (2): BundesamtfürStatistik,Landesindexder Konsumentenpreise-November1992,Bern1992,S.26,Tabelle7a. NachdiesenBerechnungenkommtdasEDIzumSchluss,dassderAnstieg derBehandlungskostenproversichertePersonundJahrimKantonAargau mehralseinenDrittelüberdemAnstiegdesLIKP(19,82%gegenüber7,78%) liegtunddieBeschwerdedemnachgutzuheissensei. DasEDIistnicht nuranerkannteFachinstanz,esübtauchdieAufsichtüberdieKassen gemässArt.33KUVGaus(Art.5derVVvom2.Februar1965überdie KrankenversicherungbetreffenddieAnerkennungvonKrankenkassenund RückversicherungsverbändensowieihrefinanzielleSicherheit,SR832.121). DerBundesratsiehtkeinenAnlass,vondenfachtechnischenFeststellungen desEDIabzuweichenundkannsichdessenErgebnissenanschliessen. Danach Art.1Abs.1Satz2dBB1991diezuständigeBehördeeineTariferhöhungzu untersagenhat,sofernderAnstiegderBehandlungskostenproversicherte PersonundJahrummehralseinenDrittelüberdemLIKPliegt,istdie Beschwerdegutzuheissen. ... 6Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 58.82 - Entscheid des Bundesrates vom 4. Oktober 1993 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 1994 Année Anno Band 58 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 002 294 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. 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