Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. November 2014 (725 13 92 / 293) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Gerichtsgutachten, Frage der Unfallkausalität von Beschwerden, die aus mehreren Unfäl- len resultieren Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. A.____ erlitt in der Vergangenheit vier Unfaller eignisse. Zum Zeitpunkt des ersten Un- falles vom 13. April 2005 war er arbeitslos und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversiche- rungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi- chert. Mit Unfallmeldung vom 26. April 2005 liess e r mitteilen, dass er sich beim Aufstehen eine Verletzung am rechten Knie zugezogen habe. Diagnostiziert wurde eine laterale Meniskusläsion rechts. In der Folge unterzog sich der Versicherte einer Kniearthroskopie. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Ab dem 1. August 2005 war er wieder voll arbeitsfähig. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit Unfallmeldung vom 25. Februar 2008 teilte A.___ _ der SUVA ein weiteres Unfallereignis mit. Dabei hatte er sich am 29. Januar 2008 beide Kni e an einem Betonsilo angeschlagen. Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistunge n. Bereits am 18. Februar 2008 erlitt der Versicherte erneut einen Unfall. Dabei rutschte er auf der Treppe aus und stiess mit dem linken Knie gegen eine Treppenstufe. Am 12. September 2008 unterzog er sich an beiden Knien einer Arthroskopie und einer arthroskopischen me dialen Meniskektomie, einer lateralen Teilmeniskektomie rechts sowie einer Abrasionschondroplas tik kondylär medial. Nachdem postoperativ Beschwerden persistiert hatten, wurden im l inken Kniegelenk eine posttraumati- sche Femurkondylennekrose sowie eine Osteochondrose lin ks diagnostiziert und dem Versi- cherten am 21. November 2008 im linken Knie eine uniko ndyläre Prothese eingesetzt. Auch hier anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Unfallmeldung vom 26. Oktober 2010 liess A.____ mit teilen, dass er am 11. Oktober 2010 die Treppe habe hinunter gehen wollen, als sein linke s operiertes Knie versagt habe und er mit dem linken Fuss nach innen eingeknickt sei. Dabei erlit t er bei einem OSG-Distorsions- und Supinationstrauma eine laterale Flake-Fraktur des Talu s, eine vordere Syndesmosenläsion so- wie eine Teilläsion fibulo-talare anterior. Am 28. O ktober 2010 wurde eine Arthrotomie, eine Flakeentfernung und Mikrofakturierung an der lateralen Talusschulter, eine Syndesmosennaht sowie eine Stellschraubenosteosynthese am linken oberen Sprunggelenk vorgenommen. Die Stellschrauben wurden am 21. Dezember 2010 wieder en tfernt. Auch für dieses Unfallereignis anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht. Nach diversen medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach die SUVA A.____ mit Ver- fügung vom 20. Juli 2011 ab dem 1. August 2011 eine Invalidenrente auf der Basis einer Er- werbsunfähigkeit von 30 % sowie, basierend auf einer Integritätseinbusse von 30 %, eine Integ- ritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 37‘800.-- zu. Die gegen diese Verfügung vom Versi- cherten erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einsprache entscheid vom 20. Februar 2013 ab. Zusammenfassend wurde in der Begründung ausgeführt, dass der Versicherte vom 2. Mai 2011 bis 1. Juni 2011 in der Rehaklinik Z.____ gewesen sei. Dort habe man sich intensiv mit den Knie- und den Sprunggelenksbeschwerden auseinander gesetzt und sei betreffend Arbeits- fähigkeit zum Schluss gelangt, dass unter Berücksichtigung de r unfallbedingten Beeinträchti- gungen leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbe iten ganztags zumutbar seien. Wie- derholte Kniezwangshaltungen (Knien, Kauern, Hocke) sowie das Gehen in unebenem Gelände seien zu vermeiden. Von dieser Beurteilung sei auszugeh en. Gestützt auf ein Invalidenein- kommen von Fr. 61‘432.--, ermittelt durch die DAP-Met hode, und ein Valideneinkommen von Fr. 87‘919.-- sei von einem IV-Grad von 30 % auszugehen. Kreisarzt Dr. med. B.____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, sei unter Berücksichtigung aller relevanten medizinischen Akten am 10. Juni 2011 zum Ergebnis gekommen, dass ein Integritätsschaden von 30 % bestehe. Da alle Beschwerden berücksichtigt worden seien, bestehe kein Anl ass für weitere Abklärungen. Die Verletzung des linken Sprunggelenks (OSG-Distorsionstrau ma vom 11. Oktober 2010) sei kei- neswegs unberücksichtigt gelassen worden. Die Rehaklinik Z._ ___ habe die Zumutbarkeitsbe- urteilung unter Berücksichtigung der OSG-Beschwerden abgegeben. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Da niel Altermatt, am 6. April 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte unter o/e-Kostenfolge, es sei der Einspracheentscheid vom 20. Februar 2013 aufzuhe- ben und es sei zwecks Abklärung der Arbeitsfähigkeit und d es Integritätsschadens ein gerichtli- ches bidisziplinäres medizinisches Gutachten der Fachrichtung en Neurologie und Orthopädie anzuordnen. In der Begründung liess er zusammenfassend a usführen, dass sich die Be- schwerdegegnerin im Einspracheentscheid nicht mit seinen Vorbringen auseinander gesetzt habe. Sie habe bei der Zumutbarkeitsbeurteilung lediglich die Beschwerden, die sich infolge der Knieverletzungen ergeben hätten, berücksichtigt. Unbeac htet geblieben seien hingegen die Einschränkungen aufgrund der Verletzung des linken Spru nggelenks. Zudem habe die Be- schwerdegegnerin nicht abgeklärt, inwiefern die bei ihm diagnostizierte Polyneuropathie unfall- kausal sei. Durch das gerichtliche Gutachten sei abzukläre n, inwiefern er durch die Sprungge- lenks- und Knieverletzungen in seiner Arbeitsfähigkeit e ingeschränkt sei bzw. wie hoch der In- tegritätsschaden sei. Ebenso sei durch das Gerichtsgutacht en abzuklären, inwiefern die unfall- kausale Polyneuropathie die Arbeitsfähigkeit zusätzlich einschränke und ob sich dadurch ein weiterer Integritätsschaden ergebe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2013 schloss die Be schwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Sie verwies dabei auf die ärztl iche Stellungnahme von Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, SUVA- Versicherungsmedizin, vom 16. Mai 2013. Gestützt auf desse n Beurteilung beantragte die Be- schwerdegegnerin zudem, der Einspracheentscheid sei hinsi chtlich der dort verfügten Integri- tätsentschädigung in reformatio in peius zu ziehen. Dr. C.____ gehe lediglich von einem Integri- tätsschaden von 25 % aus. D. Mit Replik vom 27. Juli 2013 hielt der Beschwerdeführ er an seinen bisherigen Ausfüh- rungen fest und reichte zusätzlich das Gutachten von Dr. med. D.____, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 5. April 2013 ein. Dr. D .____ äussere sich darin nicht nur zum Behandlungsfehler, sondern auch zu den Schmerzen, die erklärbar seien und nicht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung zurückgeführt werden könnten. E. Mit Duplik vom 8. August 2013 hielt die Beschwerdegeg nerin an der Abweisung der Beschwerde fest und verwies auf die in der Vernehmlassung gemachten Ausführungen. F. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2013 reichte der Beschwer deführer den Bericht von Dr. D.____ vom 25. Oktober 2013 zu den Akten. G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 31. Oktober 2013 g elangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der An gelegenheit gestützt auf die medizini- sche Aktenlage nicht möglich sei. Die Beschwerdegegnerin h abe sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf den Austri ttsbericht der Rehaklinik Z.____ vom 7. Juni 2011 gestützt. Diesem Bericht komme jedoch keine ausschlaggebende Beweiskraft zu, da unter anderem die Frage, ob eine Einschränkung durch die Sprunggelenksverletzung bestehe und eine unfallbedingte Polyneuropathie vorlie ge, nicht beantwortet werde. Da die üb- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte eb enfalls keine verlässliche Entscheid- grundlage bilden würden, seien die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Daher sei ein bidisziplinäres n eurologisches und orthopädisch- chirurgisches Gerichtsgutachten anzuordnen. Das Kantonsgeri cht bestimmte als Begutach- tungsstelle das Begutachtungsinstitut Y.___ und schlug den Parteien Prof. Dr. med. E.____, Chefarzt, Facharzt für Neurologie FMH, Facharzt für Psychi atrie und Psychotherapie FMH, in- terventionelle Schmerztherapie SSIPM, Vertrauensarzt SG V, zertifizierter Medizinischer Gut- achten SIM, und Dr. med. F.____, orthopädische Chirur gie FMH, zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM, als begutachtende Fachärzte vor. Die Parte ien erhielten in der Folge Frist, um allfällige triftige Ablehnungsgründe gegen Prof. E. ____ und Dr. F.____ geltend zu machen und um zum Fragekatalog Stellung zu nehmen. H. Nachdem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. Janu ar 2014 keine Ausstands- gründe geltend gemacht und auch keine Ergänzungsfragen anzubringen hatte, liess die Be- schwerdegegnerin mit Eingabe vom 10. Januar 2014 mittei len, dass sie Prof. E.____ als Gut- achter ablehne, da er eher als Kopfschmerzspezialist gelte. In der Folge unterbreitete die instru- ierende Präsidentin dem Begutachtungsinstitut Y.____ di e Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 10. Januar 2014 zur Stellungnahme. Mit Schreiben vom 5. Februar 2014 teilte Prof. E.____ mit, dass er bereit sei, das neurologische Gutachten zu erstellen. Der berufliche Werdegang sei von der Beschwerdegegnerin falsch dargestellt worden. M it Verfügung vom 7. Februar 2014 lehnte die instruierende Präsidentin den Einwand der Beschwerdegegnerin ab und hielt am ge- richtlichen Gutachter Prof. E.____ fest. Das Begutachtu ngsinstitut Y.____ erstattete das bidis- ziplinäre Gutachten am 17. April 2014. I. Mit Eingabe vom 26. Mai 2014 hielt die Beschwerde gegnerin fest, dass das Gerichts- gutachten im Ergebnis ihren Standpunkt vollumfänglich b estätige. In Abänderung des bisheri- gen Begehrens beantrage sie aber, dass der Einspracheent scheid insoweit in reformatio in pei- us zu ziehen sei, als der Fallabschluss neu auf den 30. Juni 2010 zu legen und dem Beschwer- deführer bereits ab dem 1. Juli 2010 eine 30 %-ige In validenrente auszurichten sei. Dem Be- schwerdeführer sei lediglich bis 30. Juni 2010 ein Tag geld auszurichten. Das von der Be- schwerdegegnerin zu viel ausgerichtete Taggeld sei mit den künftigen Rentenleistungen zu ver- rechnen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. J. Mit Eingabe vom 20. Juli 2014 beantragte der Beschw erdeführer, es sei das Gerichts- gutachten aus den Akten zu entfernen, eventualiter sei es für die Entscheidfindung nicht zu be- rücksichtigen, da es erhebliche formelle Mängel aufweise. Zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. Juli 2014 nahm das Begutachtungsinstitut Y.___ mit Eingabe vom 17. September 2014 Stellung. Mit Eingabe vom 4. November 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag, es sei das Gerichtsgutachten aus den Akten zu entfernen, fe st. Zudem liess er ein radiologisches Gutachten von PD Dr. med. G.____, Institut für Radiologie der Klinik X.____, vom 20. Juni 2014 einreichen. Daraus gehe hervor, dass eine Fehlstellung beider Prothesenkomponenten vorlie- ge. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Schr iften und die Akten wird – soweit notwen- dig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in W.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes übe r die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge- richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerd en gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be- schwerde ist einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, in welchem Umfang dem Beschwerdeführer Versicherungsleistungen auszurichten sind. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per- son. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person A nspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invali d ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsent schädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist. 4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schade n ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3. 2). Ursachen im Sinne des natür- lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne dere n Vorhandensein der eingetrete- ne Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e in Unfall die alleinige oder unmit- telbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt , dass das schädigende Ereignis zu- sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder g eistige Integrität der versicherten Per- son beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Wort en nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwei- sen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ge sundheitlichen Störung ein natür- licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, w orüber die rechtsanwendende Behör- de – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswür- digung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Bew eisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eine s Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5. Nachdem das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberat ung vom 31. Oktober 2013 zur Auffassung gelangte, dass eine abschliessende Einschätzung der Angelegenheit gestützt auf die bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen nicht möglich sei, wurde das Begutach- tungsinstitut Y.____ am 7. Februar 2014 mit der Erste llung eines bidisziplinären neurologisch- orthopädischen Gutachtens beauftragt. Prof. E.____ un d Dr. F.____ diagnostizieren in ihrem Gutachten vom 17. April 2014 aus bidisziplinärer Sicht mi t Einschränkungen auf die Arbeitsfä- higkeit eine unicondyläre Knieprothese links medial mit Impingement, eine Gonarthrose rechts sowie eine verheilte OSG-Distorsion links mit Talusflake lateral, Syndesmosenruptur und Läsion Ligamentum fibulo-talare bei OSG-Arthrose links und beginnender, leichtgradiger, linksbetonter, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sensibler Polyneuropathie unklarer Ätiologie. Ohne wese ntliche Einschränkung auf die Arbeits- fähigkeit könne ein regredientes sensibles Defizit im Ver sorgungsgebiet des Ramus infrapatel- laris des Nervus saphenus links nach Knieoperation diagno stiziert werden. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter fest, dass die zu letzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter Baupolier aus bidisziplinärer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Hauptsächlich aufgrund der ortho- pädischen Störungen könne diese stehende Tätigkeit, bei der auch Zwangshaltungen einge- nommen und Leitern und Gerüste bestiegen werden müssten , nicht mehr ausgeübt werden. Diese Einschätzung gelte ab September 2012, nachdem de r Explorand während kurzer Zeit Verweistätigkeiten auf dem Bau ausgeübt habe. In ein er den Fähigkeitsstörungen der unteren Extremitäten Rechnung tragenden Tätigkeit könne ein volles Arbeitspensum geleistet werden. Die Einschränkungen aufgrund der Kniebeschwerden – und weniger aufgrund der Beschwer- den des linken oberen Sprunggelenks – würden kein Gehe n auf unebenem Boden sowie keine längerdauernde belastende Knieflexion durch Knien, Kauern und Hocken erlauben. Das Bestei- gen von Leitern und Gerüsten sei unsicher und sollte ni cht gefordert werden. Das wiederholte Heben von Lasten sollte auf ca. 15 kg beschränkt bleiben. Aufgrund der Polyneuropathie könn- ten dem Exploranden keine Tätigkeiten mit erhöhten An forderungen an die Koordination, wie Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder unebenen Flä chen, zugemutet werden. Diese Zumut- barkeitsbeurteilung gelte ab Abschluss der Rehabilitation vier Monate nach der Implantation der Hemiprothese am linken Knie Ende November 2008. In Bezug auf mögliche Therapiemassnahmen halten Prof. E.____ und Dr. F.____ fest, dass der Versicherte seit über fünf Jahren mit der unbefriedigenden Situation am linken Kniegelenk lebe. Die Bedeutung der Rotation der Femurkomponente auf diese Beschwerden dürfe nicht über- schätzt werden. Das beschriebene Einsinken im linken Knie, das auch zur Verletzung des Sprunggelenkes geführt habe, könne auf die Impingeme ntsymptomatik der Femurkomponente am Mittelteil der Tibia zurückgeführt werden. Man kö nne annehmen, dass bei diesem Kontakt ein stichartiger Schmerz entstehe, der reflektorisch zum V ersagen der stabilisierenden Musku- latur führe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass „ein fach“ ein schlechtes Resultat nach Knieprothese vorliege, was leider immer wieder vorkomme und auch in die Tabellen der Integri- tätsentschädigung Eingang gefunden habe. Ob in dieser Situation der Wechsel auf eine Total- prothese eine deutliche Verbesserung bringe, sei unsich er. Am rechten Knie und linken OSG würden arthrotische Veränderungen vorliegen, die zwar szintigraphisch nicht sehr aktiv seien, trotzdem prophylaktisch mit Chondroitin- und Glukosaminsu lfat angegangen werden könnten. Behandlungen mit deutlichem Erfolg auf eine Besserung stünden aber nicht zur Verfügung. Von neurologischer Seite her sei die weitere Abklärung der Ursache der Polyneuropathie notwendig. 6.1 Nach der Praxis weicht das Gericht bei Gerichtsgutacht en nicht ohne zwingende Grün- de von der Einschätzung der medizinischen Fachpersonen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach- kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me- dizinisch zu erfassen (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchli ch ist oder wenn ein vom Gericht ein- geholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse- rungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genu g erscheinen, die Schlüssigkeit des Ge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fach- person im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hä lt, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfol gerungen zieht ( BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Die Beurteilung von Prof. E.____ und Dr. F.____ vom 17. April 2014 beruht auf einer eingehenden Untersuchung des Beschwerdeführers sowie aktueller neurologischer Diagnost ik (EMG, ENG und SEP) und einer bildgebenden Untersuchung (CT). Die Gutachter setzen si ch mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten vertieft auseinander. Nach sorgfä ltiger Würdigung der Vorgeschichte und des klinischen Befunds liefern Prof. E.____ und Dr. F.____ eine überzeugende Beurteilung zu den umstrittenen Fragen ab, ob eine unfallbedingte Polyneuropathie vorliegt (S. 57 – 60) und ob die Sprunggelenksbeschwerden eine zusätzliche Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit verur- sachen (S. 50). Zudem liegen klare Aussagen in Bezug au f die Frage vor, ob der Beschwerde- führer an einer Schmerzfehlverarbeitung (vgl. S. 43) l eidet. Insgesamt ist die Beurteilung im Gerichtsgutachten sowohl in der Darlegung der medizini schen Zusammenhänge als auch be- züglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeuge nd und deshalb für die Beurtei- lung massgebend. 6.2 Der Beschwerdeführer stellt sich in den Eingaben vom 20. Juli 2014 und vom 4. No- vember 2014 auf den Standpunkt, dass das Gerichtsgutachte n unter gravierenden formellen Mängeln leide, weshalb ihm kein Beweiswert zukomme. Aus diesem Grund sei es aus den Ak- ten zu entfernen und es sei ein zweites Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 6.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass die Gerichtsgutacht er die Konsensbesprechung vor- gezogen hätten. Diese dürfe jedoch nicht erfolgen, solange nicht alle Untersuchungsergebnisse vorliegen würden. Ansonsten drohe die Gefahr, dass das Ergebnis vorweg genommen werde. In ihrer Stellungnahme vom 17. September 2014 zu den formellen Rügen des Beschwerdefüh- rers halten die Gutachter fest, dass es beim Begutacht ungsinstitut Y.____ generell üblich sei, dass die Konsensbesprechung unmittelbar nach den einzelnen Untersuchungen stattfinde. Dies habe den Vorteil, dass die untersuchenden Fachärzte die Untersuchungsergebnisse frisch im Kopf hätten und sie gemeinsam besprechen könnten, we lche weiterführenden Untersuchungen fachübergreifend zur Beantwortung der gutachterlichen Fragen noch notwendig seien. 6.3.2 Grundsätzlich ist es den Gutachtern zu überlassen, wi e sie den Ablauf und die Erstel- lung des Gutachtens handhaben und ob sie sich direkt im Anschluss an die klinische Untersu- chung der versicherten Person (erstmals) treffen und sich untereinander austauschen. Wenn dann weitere Untersuchungen für notwendig erachtet w erden, deren Ergebnisse in die jeweili- gen Teilgutachten einfliessen, so muss dies möglich und zul ässig sein. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht konkret aufgezeigt, inwiefern die Feststellungen von Prof. E.____ und Dr. F.____ und die daraus gezogenen Schlüsse durch diesen Ablauf ver- fälscht worden sind. Entscheidend ist letztlich, dass die Gu tachter das Gutachten gemeinsam am Schluss unterzeichnen und sich damit mit den Schlussf olgerungen und mit der Beantwor- tung der Fragen einverstanden erklären. Ein wichtiger G rund, der den Beweiswert des Ge- richtsgutachtens in Frage stellen würde, liegt damit nicht vor. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Soweit der Beschwerdeführer rügt, es liege eine gravierende Unstimmigkeit vor, da der Bericht über das EMG nachträglich abgeändert worden se i, ist auf die Stellungnahme von Prof. E.____ vom 17. September 2014 abzustellen. Dar in legt Prof. E.____ dar, dass die Neu- rographie/SEP–Untersuchung nicht durch das Begutachtung sinstitut Y.____, sondern durch das Spital V.____ durchgeführt worden sei. Der Bericht sei vom Spital V.____ abgeändert worden, weil er in der Beurteilung der neurographischen Unte rsuchung durch die Oberärzte des Spitals V.____ einen fachlichen Fehler entdeckt habe. Nachdem d ie zuständigen Oberärzte ihren Feh- ler erkannt hätten, hätten sie die entsprechende Änder ung ihres Berichts vorgenommen. Ge- stützt auf die Ausführungen von Prof. E.____ ist davon auszugehen, dass der Umstand, dass der Bericht nachträglich durch die Verfasser selbst abgeän dert wurde, am vollen Beweiswert des Gerichtsgutachtens nichts ändert. Es handelt sich nich t um eine nachträgliche Änderung, die ohne das Einverständnis der Fachärzte des Spitals V._ ___ durch den Gutachter selbst vor- genommen worden wäre. 6.5.1 Der Beschwerdeführer sieht den Beweiswert des Ge richtsgutachtens zudem als stark herabgesetzt, weil es eine falsche Angabe in Bezug auf d ie Dauer der Untersuchung durch Dr. F.____ beinhalte. Diese habe nicht, wie im Gutach ten festgehalten, 70 Minuten gedauert, sondern nur 45 Minuten. Dr. F.____ sei zu spät gekommen und habe in aller Eile seine Unter- suchung vornehmen müssen. Diese Untersuchung biete somit keine Gewähr, dass die Befunde richtig erhoben worden seien. 6.5.2 Gemäss höchstrichterlicher Praxis kommt es für den Au ssagegehalt eines medizini- schen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Un tersuchung an, sondern es ist in erster Linie massgebend, ob die Expertise inhaltlich vol lständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2009, 9C_55/2009 , E. 3.3). Zwar muss der zu betrei- bende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Pathologie angemessen sein. In erster Linie hängt aber der Aussagegehalt ein er Expertise davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bunde sgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.4.2). Dr. F.____ führt in der Ste llungnahme vom 17. September 2014 aus, dass er nicht unter einem zeitlichen Druck gestanden habe. Er hält fest, dass die Befragung und Untersuchung 70 Minuten gedauert habe. Er weist aber darauf hin, dass er den vereinbarten Termin am Morgen nicht habe wahrnehmen können, wofür er sich beim Beschwerdeführer ent- schuldigt habe. Am Nachmittag habe aber ein neuer Ter min vereinbart werden können. Im An- schluss an die Exploration habe er sogar noch begonnen, d ie Untersuchungsergebnisse zu diktieren. Hinweise darauf, dass die Exploration unter Zeitdruck stattgefunden hat, gibt es nicht. Der Beschwerdeführer legt auch nicht dar, inwiefern der orthopädische Status aufgrund eines Zeitmangels unzutreffend erhoben worden wäre. Wie bereits in Erwägung 6.1 hiervor dargelegt, überzeugen die gutachterlichen Ausführungen von Dr. F.____ und sie sind inhaltlich vollständig. In Anbetracht des Umstands, dass sich Dr. F.____ insbesondere mit der Auswertung von radio- logischen Untersuchungen und fachärztlichen Einschätzungen hat auseinander setzen müssen, erscheint die Dauer für die persönliche Untersuchung von 70 Minuten als ausreichend. Selbst wenn sich der zeitliche Untersuchungsaufwand auf (nur) 45 Minuten erstreckt haben sollte, was vom Gutachter bestritten wird, dürfte sich dieser Aufwa nd in jedem Fall als hinreichend erwei- sen. Es ist somit nicht erstellt, dass im orthopädischen G utachten von Dr. F.____ das vom Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer gezeigte Leistungsvermögen und seine Beschwerden unkorrekt wiedergegeben worden wären. 6.6 Der Beschwerdeführer verweist sodann auf das radiol ogische Gutachten von PD Dr. G.____ vom 20. Juni 2014. PD Dr. G.____ gehe, and ers als die Gerichtsgutachter, davon aus, dass eine Fehlstellung beider Prothesenkomponenten vorliege. Deshalb seien die Schluss- folgerungen der Gutachter bezüglich der Arbeitsfähigk eit des Beschwerdeführers nicht verwert- bar, da die Gutachter die Schmerzen des Beschwerdeführers nicht ernst nehmen bzw. behaup- ten würden, dass die Diskussion um die Fehlplatzierung des Implantats auf dem Bedürfnis gründe, eine Erklärung für die anhaltenden Schmerzen zu finden. PD Dr. G.____ äussert sich in seinem Bericht nicht zur Beurteilung von Dr. F.____. Au ch wird das Gerichtsgutachten bei den Vorakten nicht erwähnt. Um die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, genügt es aber nicht, dass ein anderer Facharzt zu einer andersl autenden Einschätzung gelangt. Die Gutachter nehmen die Schmerzen des Beschwerdeführers erns t. Sie halten auf S. 36 des Gut- achtens fest, dass es keine Hinweise auf Verdeutlichungsten denzen, Aggravation oder Simula- tion gebe. 6.7 Somit kann zusammenfassend in Bezug auf den Beweisw ert des Gerichtsgutachtens festgehalten werden, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass das eingeholte Gutachten in irgendeiner Hinsicht mangelhaft sein könnte. Es erfül lt alle praxisgemässen Kriterien vollum- fänglich (vgl. dazu Erwägung 4.2 hiervor). Sodann ist a uch keine der Konstellationen gegeben, die es ausnahmsweise rechtfertigen oder gebieten würde n, von den Schlussfolgerungen eines Gerichtsgutachtens abzurücken (vgl. dazu Erwägung 6.1 h iervor), weshalb auf das Gutachten des Begutachtungsinstituts Y.____ vom 17. April 2014 abzu stellen ist. Demnach kann in antizi- pierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf ergänzende medizinische Abklärungen verzichtet werden. 7.1 Die Zuverlässigkeit und die Vollständigkeit des Gerich tsgutachtens stehen ausser Fra- ge, weshalb es für die Beurteilung der Rente und der Integritätsentschädigung ausschlagge- bend ist. In Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist gestützt auf das Gerichtsgutachten davon auszugehen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter Baupolier, bei der es sich um eine rein stehende Tätigkeit handelt, wo auch Z wangshaltungen eingenommen und Leitern und Gerüste bestiegen werden müssen, nicht mehr zumutbar ist. Die vorgenannten Tä- tigkeiten können hauptsächlich aufgrund der orthopädische n Störungen nicht mehr erbracht werden. In einer den Fähigkeitsstörungen der unteren E xtremitäten Rechnung tragenden Tätig- keit könnte der Beschwerdeführer ein volles Arbeitspensum leisten. Die Einschränkungen durch beide Knie und weniger das linke obere Sprunggelenk er lauben kein Gehen auf unebenem Bo- den, keine längerdauernde belastende Knieflexion durch Knien, Kauern und Hocken. Auf das Besteigen von Leitern und Gerüsten ist zu verzichten. Das wiederholte Heben von Lasten sollte auf ca. 15 kg beschränkt bleiben. Die Beschwerden am linken oberen Sprunggelenk wirken sich dabei nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit aus, son dern gehen in den Einschränkungen, die sich aus den Restfolgen der Kniebeschwerden ergeben, auf (vgl. Dr. F.____, S. 50). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist weiter davon auszugehen, dass zwar eine Poly- neuropathie vorliegt, diese aber nicht mit überwiegend er Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zu- rückzuführen ist. In Bezug auf die Polyneuropathie zeigt P rof. E.____ auf S. 57 ff. des Gutach- tens in nachvollziehbarer Weise auf, dass klinische Zeich en einer beginnenden sensiblen links- betonten Polyneuropathie vorliegen würden, die sich auch neurophysiologisch verifizieren las- sen würden. Zur Ätiologie der Polyneuropathie legt er dar, dass eine solche Erkrankung als Folgestörung einer anderen Erkrankung, als Folge eine r Autoimmunerkrankung, als Vergif- tungsfolge, nach infektiösen Erkrankungen sowie paraneoplastisch bei Tumorerkrankungen und bei vererbbaren Erkrankungen auftreten könne. Weitere Ursachen seien Vitaminmangelerkran- kungen, Stoffwechselstörungen oder entzündliche Erkrankun gen der Gefässe. Eine Polyneuro- pathie könne aber auch ohne erkennbare Ursache (sog. i diopathisch) auftreten. Die chronisch inflammatorische Polyneuropathie (CIDP), welche postoper ativ auftrete, erreiche ihr Maximum definitionsgemäss nach acht Wochen. Beim Exploranden gebe es keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer CIDP. Weder der klinische Verlauf spre che für eine CIDP noch seien die inter- national anerkannten diagnostischen Kriterien einer CI DP erfüllt. Es sei somit davon auszuge- hen, dass eine beginnende sensible Polyneuropathie idio pathischer Genese vorliege. Damit könne ein unfallkausaler Zusammenhang nicht hergestellt werden. 7.3 Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist zudem nun klar erstellt, dass der Beschwerde- führer nicht unter einer Schmerzfehlverarbeitung leidet, wie von der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 24. Mai 2013 behauptet. Prof. E.__ __, der neben dem Facharzttitel für Neurologie auch denjenigen für Psychiatrie und Psychother apie besitzt, führt auf S. 43 des Gutachtens aus, dass keine Hinweise auf eine Schmerzfehl verarbeitungsstörung vorliegen würden. Den Beschwerden und der daraus folgenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liegen organische Ursachen zugrunde, für die die Beschwerdegegne rin – mit Ausnahme der nicht un- fallkausalen Polyneuropathie, die ohnehin nicht zu einer zusätzlichen Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit führen würde – Versicherungsleistungen au szurichten hat. Alle involvierten Ärzte haben einen Kausalzusammenhang zwischen den Kniebeschwerde n und den bei der Be- schwerdegegnerin versicherten Unfallereignissen anerkannt. Für die vorliegend zu beantwor- tenden Fragen ist nicht entscheidend, ob die zugestanden en Einschränkungen auf eine Fehl- behandlung oder aber auf ein schlechtes Ergebnis des Implantates zurückzuführen ist. Aus die- sem Grund erübrigt sich im vorliegenden Beschwerdeverfah ren die vertiefte Auseinanderset- zung mit der Frage, ob es bei der Implantation der Kn ieprothese zu einer Fehlbehandlung ge- kommen ist oder nicht. Es wird vom Beschwerdeführer nich t dargelegt, inwiefern eine höhere Arbeitsunfähigkeit aus der Anerkennung, dass es sich um ei nen Behandlungsfehler handelt, resultieren könnte. 8.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Febr uar 2013 und der Verfügung vom 20. Juli 2011 hat die Beschwerdegegnerin den Einkommen svergleich vorgenommen. Dabei hat sie einen Invaliditätsgrad von 30 % und eine Integrit ätsentschädigung von Fr. 37‘800.-- gestützt auf einen Integritätsschaden von 30 % ermittelt. Da d as vom Gerichtsgutachten festgelegte Zumutbarkeitsprofil demjenigen der Rehaklinik Z.____ en tspricht, können die einzelnen Para- meter des Einkommensvergleichs übernommen werden. Die konkreten Berechnungen, die vom Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nich t substantiell bestritten worden Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind, sind nicht zu beanstanden. Es kann diesbezüglich vollu mfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden. 8.2.1 Die Beschwerdegegnerin bringt in der Stellungn ahme vom 26. Mai 2014 vor, dass der von ihr auf den 1. August 2011 festgesetzte Rentenbegi nn angesichts der gutachterlichen Ein- schätzung als deutlich verspätet erscheine. Im Sinne einer reformatio in peius sei der Renten- beginn neu auf den 1. Juli 2010 vorzuverlegen. Das von d er Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt zu viel ausgerichtete Taggeld sei mit den kün ftig auszurichtenden Rentenleistungen zu verrechnen. 8.2.2 Zu prüfen bleibt damit der Beginn des Rentenan spruchs. Der Rentenanspruch ent- steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge- sundheitszustands erwartet werden konnte und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inva- lidenversicherung (IV) abgeschlossen waren (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.3). Ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namha fte Besserung des Gesundheitszu- standes erwartet werden kann, beurteilt sich namentlich n ach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkei t, soweit sie unfallbedingt beeinträchtigt war. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes „n amhaft“, dass die durch weitere Heil- behandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4). Sodann gilt, dass der Gesundheitszustand der versicher- ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektive r Feststellungen zu beurteilen ist (Ur- teil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 3.2). 8.2.3 Die Leistungseinstellung per Austritt aus der Re haklinik Z.____ erweist sich als richtig. Prof. E.____ und Dr. F.____ gehen retrospektiv zwar da von aus, dass ab April 2009 die Aus- übung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 100 % wieder möglich gewesen wäre. Zu diesem Zeitpunkt bestanden aber in Bezug auf die Beschwe rden des linken Knies weiterhin diagnostische Unklarheiten. Unklar war insbesondere, ob die Einsetzung einer Totalprothese zu einer deutlichen Verbesserung des Beschwerdebildes und damit auch zu einer höheren Arbeits- fähigkeit führen könnte. Mit Bericht vom 15. Februar 2 010 stellte Dr. med. H.____, Chefarzt der Orthopädischen-Traumatologischen Abteilung des Spitals U. ____, fest, dass seit November 2008 eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde . Anlässlich der Besprechung nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. Juni 2010 wurde festge halten, dass der Verlauf nicht gut sei. Es werde nochmals drei Monate abgewartet, dann we rde entschieden, ob ein Wechsel auf eine Knie-Totalprothese in Erwägung gezogen werden m üsse. Am 10. Februar 2011 und am 18. März 2011 fanden zwei Konsultationen bei PD Dr. m ed. I.____, Leitender Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Spitals T.____ statt. Vor dem Hintergrund der echtzeitlichen Arztberichte v ermag die Einschätzung der Gutachter, selbst wenn sie retrospektiv durchaus als nachvollziehbar er scheint, nicht zu überzeugen. Überdies ist zu berücksichtigen, dass es im Oktober 2010 zur Verletzung des linken oberen Sprunggelenks kam, die am 28. Oktober 2010 und am 21. Dezember 2010 zwei operative Ein- griffe nach sich zog. Damit verbunden war auch eine wei tere postoperative Arbeitsunfähigkeit. Somit stand erstmals im Sommer 2011 nach dem Aufenthalt in der Rehaklinik Z.____ fest, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Ve rbesserung des Gesundheitszu- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht stands und der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten waren. Aus diesem Grund ist von einer Vor- verlegung des Rentenbeginns auf den 1. Juli 2010 abzusehen. 9. Nach dem Gesagten sind der angefochtene Einspracheent scheid vom 20. Februar 2013 und die Verfügung vom 20. Juli 2011 im Ergebnis zu Rech t ergangen. Der Beschwerdeführer hat daher ab dem 1. August 2011 Anspruch auf eine I nvalidenrente im Umfang von 30 %. Zu- dem hat er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 37‘800.-- gestützt auf eine Integritätseinbusse von 30 %. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 10 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 11.1 Mit BGE 139 V 496 E. 4.4 S. 502 hat das Bundesg ericht für den Bereich der Invaliden- versicherung Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage zu berücksichtigen sind, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung aufer legt werden können. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Verwal- tung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise an zuordnen. Dies sei namentlich in folgen- den Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Wi derspruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohn e dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe (BG E 135 V 465 E. 4.4, siehe auch BGE 139 V 225 E. 4 und Urteil des Bundesgerichts vom 27. Jun i 2013, 8C_71/2013, E. 2); wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation not wendige Aspekte unbeantwortet gelas- sen oder auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (BGE 125 V 351 E . 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Experti se gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens). Gemäss BGE 140 V 70 E. 6 si nd diese Kriterien auch im Bereich der Unfallversicherung anzuwenden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2014, 8C_159/2014, E. 5). 11.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid einzig auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Z.____ vom 7. Ju ni 2011. Das Kantonsgericht kam an- lässlich seiner Urteilsberatung vom 31. Oktober 2013 zu m Ergebnis, dass ein Sachentscheid gestützt auf die vorhandene Aktenlage nicht möglich war . Gestützt auf die Beurteilung der Rehaklinik Z.____ war unklar, ob die OSG-Beschwerden bei der Einschätzung der Restarbeits- fähigkeit berücksichtigt wurden. Auf S. 4 des Austrittsberichts wurde ausgeführt, dass die belas- tungsabhängigen Schmerzen im linken Knie und im linken o beren Sprunggelenk mit Schwel- lungstendenz das arbeitsrelevante Problem darstellen w ürden. Auch im rechten Knie kämen Schmerzen hinzu, wenn dieses länger oder stark belastet w erde. Bei der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit wurden dann aber nur die speziellen Ein schränkungen betreffend die Kniebe- schwerden erwähnt (S. 2 des Austrittsberichts vom 7. Juni 2011). Die Frage, ob eine unfallkau- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht sale Polyneuropathie vorliegt, die zu weiteren Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führt, klärte die Beschwerdegegnerin nicht weiter ab, obwohl dieser Umstand bereits im Einspracheverfah- ren vom Beschwerdeführer gerügt wurde (vgl. Einsprache vo m 30. April 2012) und obwohl kon- krete Hinweise von einem neurologischen Facharzt vorlage n. Erst anlässlich des Beschwerde- verfahrens sah sich die Beschwerdegegnerin dazu veranlasst, bei ihrem versicherungsmedizi- nischen Dienst eine Stellungnahme einzuholen (orthopädische Beurteilung von Dr. C.____ vom 16. Mai 2013). Auch die Frage, ob die Beschwerden auf eine Schmerzfehlverarbeitung zurück- zuführen sind, klärte die Beschwerdegegnerin nicht weite r ab. Die Beschwerdegegnerin hat damit notwendige Aspekte zur Klärung der medizinischen Situation unberücksichtigt gelassen. Ihre Abklärungsergebnisse sind in rechtserheblichen Punkt en nicht ausreichend beweiswertig. Hinzu kommt, dass vom Beschwerdeführer keine neuen Beweismittel aufgelegt wurden, die das Kantonsgericht veranlasst hätten, das Gerichtsgutachten einz uholen. Unter diesen Umständen ist es gerechtfertigt, die Kosten der Begutachtung de r Beschwerdegegnerin zu auferlegen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsmangel und der Notwendigkeit, ein Gerichtsgutachten anzuordnen. Eine entsprechende Ergä nzung des medizinischen Sachver- halts hat sich zwingend aufgedrängt. 11.3 Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Re chtsprechung sind die resultieren- den Kosten, welche sich gemäss Honorarrechnung des Begut achtungsinstituts Y.____ vom 17. April 2014 auf Fr. 11‘931.95 belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 12.1 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Angesichts der Tatsache, dass zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückwe isung in Frage gekommen wäre, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung d er Verfahrensfairness entfallen und ein gerichtliches Gutachten angeordnet worden ist (BGE 137 V 210 ff.), gilt der Beschwerdeführer als obsiegende Partei. Entsprechend der bis zum Entscheid BGE 137 V 210 ff. geltenden Pra- xis, wonach die Rückweisung der Sache an den Versicherungstr äger zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung grundsätzlich als Obsi egen im Sinne der genannten Bestimmung galt (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 132 V 23 5 E. 6.2, je mit weiteren Hinweisen), besitzt der Beschwerdeführer mithin auch im vorliegende n Fall Anspruch auf eine Parteient- schädigung. Wurde im Verfahren ein Gerichtsgutachten eingeholt, ist der beschwerdeführenden Partei in der Regel eine volle Parteientschädigung zuzusprechen, selbst wenn sie letztlich in der Sache unterliegt und die Beschwerde abgewiesen wird. V orbehalten bleibt indessen in diesen Fällen ein übermässiger Aufwand des Rechtsvertreters nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens. 12.2 Gemäss Honorarnote vom 4. November 2014 macht der Vertreter des Beschwerdefüh- rers insgesamt 15 Stunden sowie Auslagen von Fr. 261.35 geltend, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsf ragen als angemessen erweist. Ein übermässiger Aufwand nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens liegt nicht vor. Die Bemühungen sind zum in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur An wendung gelangenden Stun- denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerde führer ist deshalb eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4‘332.25 (15 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 261.35) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 11‘931.95 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4‘332.25 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht