B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-403/2013 U r t e i l v o m 1 4 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiberin Christa Grünig. Parteien A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2012 / N (…). D-403/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Hei - matstaat Anfang (…) und gelangte über B._______, C._______ und ihm angeblich unbekannte Länder am (…) in die Schweiz, wo er am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ ein Asylge- such stellte. Dazu wurde er am 20. Dezember 2010 im Transitzentrum E._______ befragt. Am 4. Januar 2011 führte das BFM eine Anhö rung durch. A.b Dabei machte de r Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, aus der Provinz F._______ zu stammen und der Ethnie der G._______ anzu- gehören. Er sei am (…) geboren worden und dem nach noch minderjä h- rig. Vor un gefähr (…) Jahren sei er mit seiner Familie nach H._______ gezogen. Er habe unter prekären Lebensbedingungen gelitten. Es ge be weder Sicherheit noch Freiheit noch Arbeit. Im Weiteren sei ihm bereits während der Kindheit ein Mädchen für die spätere Heirat in Aussicht g e- stellt worden. Die Familie dieses Mädchens sei ebenfalls nach H._______ umgezogen. Das Mädchen sei im Jahr (…) aber einer Person aus einer anderen, reichen Familie in H._______ zugesprochen worden. Während eines Jahres habe er versucht, die Heirat zu verhindern. Dabei habe er den Bräutigam bedroht. In der Folge hätten sich die Mitglieder der Familie des Mädchens bei seinen Eltern entschuldigt und sie gebeten, ihn von Vorkehrungen zur Verhinderung der Heirat abzuhalten. Seine Mutter habe ihn inständig darum gebeten, auf das Mädchen zu verzichten. Die Heirat mit dem anderen Mann habe daraufhin im (…) stattgefunden. Im (…) sei- en zwei jüngere Brüder des Bräutigams misshandelt und in einen Bru n- nen geworfen worden. Man habe ihn beschuldigt, die Tat be gangen z u haben. Einmal sei er auf offe ner Strasse beinahe übe rfahren worden. Im Jahre (…) habe er Afghanis tan erstmals verlassen und sei nach I._______ gelangt. Etwa (…) später sei er indes ins Heimatland zurüc k- gekehrt. Aus Angst vor Racheakten der Familie sei er im (…) erneut ins Ausland geflohen. A.c Im Rahmen einer Knochenaltersbestimmung wurde beim Beschwe r- deführer am (…) ein wahrscheinliches chronologisches Alter von 19 Ja h- ren oder mehr festgestellt. A.d Mit Verfügung vom 28. März 2011 stellte das BFM fest, der B e- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei genschaft nich t, und lehnte das D-403/2013 Seite 3 Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. A.e Mit Urteil D -2427/2011 vom 26. März 2012 wies das Bundesverwa l- tungsgericht die gegen die se Verfügung erhobene Beschwerde vom 27. April 2011 ab. Nach Ausfällung des Urteils wurde dem Beschwerde- führer eine Ausreisefrist bis zum 25. April 2012 angesetzt. B. B.a Mit Eingabe vom 20. April 2012 ersuchte der Beschwerdeführer um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D -2427/2011 vom 26. März 2012. B.b Mit Zwischenverfügung vom 27. April 2012 stellte der Instruktionsrich- ter fest, die im Revisionsgesuch geltend gemachten Vorbringen und die damit eingereichten Beweismittel dürften nicht geeignet sein, die Ausfü h- rungen im Urteil zu entkräften . Das Revisionsgesuch erscheine als aus- sichtslos, weshalb er – unter anderem – zur Deckung der mutmasslichen Verfahrenskosten einen Kostenvorschuss von Fr. 1200.– erhob. B.c Mit schriftlicher Erklärung vom 30. April 2012 zog der Beschwerd e- führer sein Revisionsgesuch vom 20. April 2012 mit der Begründung, den Kostenvorschuss nicht leisten zu können, zurück, worauf das Verfahren mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts D -2131/2012 vom 8. Mai 2012 als durch Rückzug gegenstandslos geworden abgeschrieben wu r- de. C. C.a Auf die am 2. Mai 2012 beim BFM eingereichte , als " Wiedererwä- gungsgesuch" betitelte Eingabe trat das Bundesamt mangels Zuständig- keit nicht ein und wies den Beschwerdeführer beziehungsweise seinen Rechtsvertreter darauf hin, dass es sich bei seiner Eingabe um ein Rev i- sionsgesuch handle, zu dessen Behandlung das Bundesverwaltungsg e- richt zuständig sei. C.b Daraufhin reichte der Beschwerdeführer am 30. Mai 2012 eine mit als "zweites Asylgesuch " bezeichnete Eingabe beim BFM ein , welche die Vorinstanz als Wiedererwägungsgesuch entgegennahm. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2012 wies das BFM d as Wiedererwä- gungsgesuch vom 30. Mai 2012 ab, erklärte die Verfügung vom 28. März 2011 als rechtskräftig und vollstreckbar, erhob unter Verrechnung mit dem D-403/2013 Seite 4 geleisteten Vorschuss eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600. – und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. D. D.a Mit Eingabe vom 24. Januar 2013 erhob der Beschwerdeführer g e- gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 28. März 2011 seien in Wiedererwägung zu ziehen und aufzuheben. Es sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. E s sei d ie au f- schiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, eventualiter die aufschiebende Wirkung zu gewähren und im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Vollzug der Wegweisung zu sistieren sowie die kanton a- le Vollzugsbehörde anzuweisen, von jeglichen Vollzugsmassnahmen ab- zusehen. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensge- setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorsc husses. Auf die Begründung und die eingereichten Beweismittel wird, soweit entscheidwesentlich, in den nach- folgenden Erwägungen eingegangen. D.b Mit Zwischenverfügung vom 5. Februar 2013 wies der Instruktion s- richter die Gesuche um Aussetzung des Vollzugs sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ab. Im Weiteren stellte er fest, gestützt auf die Aktenlage seien keine besonderen Gründe erkennbar, welche es rechtfertigen würden, ganz oder teilweise auf einen Kostenvorschuss zu verzichten, weshalb er zur Deckung der mutmasslichen Verfahrenskosten einen Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 1200. – erhob, dies unter der Androhung, bei ungenutzter Frist auf die Beschwerde nicht einzutreten. E. Nach fristgerechter Ein zahlung des Kostenvorschusses beantragte der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 19. Februar 2013 , die mit Re- visionsgesuch vom 20. April 2012 und Beschwerde vom 24. Januar 2013 eingereichten Beweismittel seien durch Expertisen auf ihre Echtheit hin überprüfen zu lassen . Durch die Schweizerische Botschaft in K._______ sei abklären zu lassen, ob die Familie des Beschwerdeführers tatsächlich im L._______ lebe. Die Beschwerde vom 24 . Januar 2013 sei für den Fall, dass es sich bei den neuen Tatsachen, die im Wiedererwägungsge-D-403/2013 Seite 5 such vom 30. Mai 2012 und in der Beschwerdeschrift vom 24. Januar 2013 vorgebracht worden seien, um Revisionsgründe im Sinne von Art. 66 VwVG i.V.m. Art. 121 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) handle, als Revisi on entgegenzunehmen und en t- sprechend zu behandeln. Der Instruktionsrichter sei zu verpflichten, in den Ausstand zu treten. F. F.a Mit Verfügung vom 4. April 2013 gab der für die Behandlung des Aus- standsbegehrens zuständige Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich bis zum 19. April 2013 zur Stellungnahme des Instrukti- onsrichters vom 26. März 2013 zu äussern , und erhob einen innert glei- cher Frist zu bezahlenden Kostenvorschuss von Fr. 600.–. F.b Mit Eingabe vom 9. April 2013 zog der Beschwerdeführer sein Au s- standsbegehren zurück , worauf das Verfahren mit Entscheid des Bu n- desverwaltungsgerichts D-878/2013 vom 11. April 2013 als durch Rüc k- zug gegenstandslos geworden abgeschrieben wurde. G. Mit Eingabe vom 14. Januar 2014 ersuchte der Beschwerdeführer um Auskunft über den Verfahrensstand. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgeri cht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betre ffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG. Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bund es- verwaltungsgericht endgültig entscheidet. D-403/2013 Seite 6 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 1.3 Bei Wiedererwägungsgesuchen gilt für die im Zeitpunkt des Inkrafttre- tens der Änderung vom 14. Dezember 2012 des AsylG – mithin am 1. Februar 2014 – hängigen Verfahren bisheriges Recht in der Fassung vom 1. Januar 2008 (Übergangsbestimmungen zur Änderung vo m 14. Dezember 2012 Abs. 2). 1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 alt Abs. 1 AsylG). 1.5 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen ( Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 1.6 Aufgrund der Beschwerdebegehren bildet Gegenstand des B e- schwerdeverfahrens lediglich die Frage, ob Wiedererwägungsgründe b e- züglich der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges vorliegen und ob das Bundesamt diesbezüglich das Wiedererwägung s- gesuch zu Recht abgewiesen hat. 2. 2.1 Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein ve r- fassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 136 II 177 E. 2 S. 181 f. m.w.H.). Danach hat die zuständige Be hörde ei- ne selbst getroffene Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid b e-D-403/2013 Seite 7 ziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Recht s- mittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüng- lich fehlerfreie Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 VwVG einen Anspruch auf Wiedererwägung b e- gründen, sofern sie si ch auf eine in materielle Rechtskraft erwachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln (vgl. BVGE 2010/27 E. 2.1 S. 367 f.). 2.2 Auf ein Wiedererwägungsgesuch ist nicht einzutreten, wenn lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tat- sachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die be - reits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Ve r- fügung hätten geltend gemacht werden können. Ausserdem fällt eine Wiedererwägung dann nicht in B etracht, wenn zu deren Begründung l e- diglich unsubstantiierte Behauptungen aufgestellt werden und aus der Rechtsschrift die tatsächlichen Anhaltspunkte, die auf das Vorliegen eines Wiedererwägungsgrundes hindeuten sollen, nicht ersichtlich sind. Hinge - gen i st auf ein Gesuch einzutreten, wenn die gesuchstellende Person Tatsachen vorbringt, die an sich geeignet sein könnten, zu einem anderen Entscheid zu führen. Ob sie auch tatsächlich gegeben und auch geeignet sind, im konkreten Fall zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen, ist Gegenstand der materiellen Prüfung der Eingabe (vgl. BVGE 2010/27 E. 2.1.3 S. 368 f.; Entscheid ungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 25 E. 4.2 S. 227 f., EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a und b S. 103 f. m .w.H., EMARK 2003 Nr. 7 E. 4a S. 44). 3. 3.1 Zur Begründung de r als "2. Asylgesuch" betitelten Eingabe vom 30. Mai 2012 an das BFM führte der Beschwerdeführer – nebst den e r- neuten Vorbringen im Zusammenhang mit der Familienfehde , welche be- reits im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2427/2011 vom 26. März 2012 abschliessend geprüft wurden – im Wesentlichen aus, während sei- nes Aufenthaltes in der Schweiz keinen Kontakt mit seiner Familie gehabt zu haben, da er sein Notizheft mit deren Telefonnummern auf der Flucht verloren habe. Er habe erst etwa einen Monat nach ergangenem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. März 2012 definitiv erfahren, D-403/2013 Seite 8 dass seine in H._______ wohnhaft gewesene Familie in den L._______ ausgereist sei. Grund des Wegzugs der Fami lie aus H._______ sei die Angst, wieder Opfer eines Racheakts der Familie der misshandelten Ki n- der zu werden, aber auch die prekäre Sicherheits - und Menschenrechts- lage in Afghanistan. Dieses neue Ereignis (Wegzug der Familie aus H._______ in den L._______) sei nach dem Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts vom 26. März 2012 eingetreten und geeignet, seine Flücht- lingseigenschaft zu begründen. Allenfalls sei der Vollzug der Wegweisung unzumutbar und unzulässig, da er über keine soziale Vernetzung mehr in H._______ verfüge. Die dort wohnhaften Tanten seien lediglich entfernte Verwandte und nicht in der Lage, ihn auf Dauer zu unterstützen. Gleiches gelte auch für die in M._______ lebende Tante und deren Söhne, welche zwar über Lastwagen verfügten, diese jedoch alt seien und kein Geld mit ihnen verdient werden könne, weshalb ihn diese Verwandte n auch nicht finanziell unterstützen könnten. Im Weiteren machte der Beschwerdefü h- rer geltend, er sei bei der Befragung im Transitzentrum gehindert worden zu erwähnen, dass sein Vater von Unbekannten angegriffen und mit Mes- serstichen verletzt worden sei. Seine Familie gehe davon aus, dass hinter der Attacke die Familie der misshandelten Kinder stecke. 3.2 Das BFM hielt in seiner Zwischenverfügung vom 13. November 2012 sowie im angefochtenen Entscheid vom 20. Dezember 2012 im Wesentli- chen fest, es sei zu bezweifeln, dass die Familie des Beschwerdeführers H._______ verlassen und in den L._______ weggezogen sei. Der Vo r- wand, der Beschwerdeführer habe seine Familie von der Schweiz aus nicht kontaktieren können, könne nicht gehört werden, da er an der Anhö- rung angegeben habe, seine Familie am Tag seiner Ankunft in der Schweiz mittels Schlepper kontaktiert zu haben. Im Weiteren seien die Vorbringen bezüglich des Weggangs seiner Familie au s H._______ be- ziehungsweise der Ausreise in den L._______ widersprüchlich. So könne dem Revisionsgesuch vom 20. April 2012 entnommen werden, er habe zirka (…) Monate zuvor, also ungefähr im (…), erfahren, dass seine gan- ze Familie H._______ verlassen habe. Damit hätte er die angebliche neue Sachlage bereits im erstinstanzlichen Verfahren geltend machen können, was auch in seinem Interesse gewesen wäre . Gemäss vorli e- gendem Gesuch, welches vom selben Rechtsvertreter verfasst worden sei, habe der Beschwerdeführer vom Wegzug der Familie erst einen M o- nat nach ergangenem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. März 2012 erfahren. Sowohl aufgrund dieses Widerspruchs als auch de r bereits im ordentlichen Verfahren festgestellten Unglaubhaftigke it seiner Aussagen seien an dieser Behauptung erhebliche Zweifel anzubringen. D-403/2013 Seite 9 Im Weiteren hätten diese Vorbringen bereits im vorangegangenem B e- schwerdeverfahren geltend gemacht werden müssen. Auch sei den Akten kein plausibler Grund zu entnehmen, weshalb dies dem Beschwerdefüh- rer trotz zumutbarer Sorgfalt nicht möglich gewesen sein soll. Bezüglich des Angriffs auf den Vater des Beschwerdeführers führte das BFM aus, dass er die Korrektheit der Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt h a- be und keine Hinwe ise auf Unregelmässigkeiten festgestellt werden könnten. Zudem sei er zweimal aufgefordert worden, seine Asylgründe geltend zu machen. Ferner sei zu bemerken, dass von diesem angebl i- chen Vorfall in der Beschwerdeschrift vom 27. April 2011 nichts erwähnt sei. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer den Vorfall an der Anh ö- rung ebenfalls nicht erwähnt habe, spreche – wie bereits im ordentlichen Verfahren festgestellt – gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. 3.3 In der Stellungnahme vom 26. November 2012 liess der Beschwerde- führer im Wesentlichen ausführen, dass nicht er, sondern vermutlich der Schlepper seine Familie am Tag seiner Ankunft in der Schweiz kontaktiert habe. Er selber habe dies nicht tun könne n, da er sein Notizbuch mit den Telefonnummern verloren habe. Aufgrund seiner Aussagen und des Ver- lusts dieses Notizbuches gehe klar hervor, dass er mit seiner Familie seit seiner Ankunft in der Schweiz keinerlei Kontakte aufgenommen habe. Ferner sei zu den von der Vorinstanz aufgeführten Widersprüchen in Be- zug auf den Weggang seiner Familie in den L._______ festzuhalten, dass im Gesuch vom 30. Mai 2012 geschrieben worden sei, der Beschwerde- führer habe erst nach dem rechtskräftigen Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts vom 26. März 2012 definitiv in Erfahrung br ingen können, dass seine Familie etwa eine n Monat nach seiner Ausreise H._______ verlas- sen habe. Mit dem Wort "definitiv" sei zum Ausdruck gebracht und b e- sonders hervorgehoben worden, dass er die sichere Kenntnis über den Verbleib der Familie im L._______ erst nach ergangenem Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts, namentlich durch direkte Kontaktauf nahme am (…) erlangt habe. Er habe schon etwa zwei Monaten vor der Einreichung des Revisionsgesuchs gewusst, dass seine Familie im L._______ sei, je- doch sei ihm deren genauer Aufenthaltsort nicht bekannt gewesen . Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb er diese Tatsache nicht rechtzeitig vor dem Bundesverwaltungsgericht während des ordentlichen Verfahrens habe geltend machen können. Ohne konkrete Angaben und Bewe ismittel wäre die Geltendmachung diese r Erkenntnisse eine reine Tatsachenb e- hauptung, welche kein Gehör gefunden hätte. Ausserdem dürfe ihm kein Vorwurf gemacht werden, da es ihm aufgrund des Verlusts seines A d-D-403/2013 Seite 10 resshefts schlicht nicht möglich gewesen sei, d en Aufenthaltsort seiner Familie in Erfahrung zu bringen. Der Beschwerdeführer ergänzte die bereits in der Stellungnahme vom 26. November 2012 gemachten Ausführungen in seiner Rechtsmittelein- gabe vom 24. Januar 2013 auf Beschwerdeebene im Wesentlichen damit, dass er nach Erhalt der Zwischenverfügung der Vorinstanz vom 13. N o- vember 2012 mit seinen Eltern nochmals Kontakt aufgenommen habe, wobei diese ihm eine Bestätigung der Einwohner des Ortes N._______ per Post hätten zukommen lassen, welche er am 10. Janu ar 2013 entge- gengenommen habe. Aufgrund dieser Bestätigung und der vorher mit dem zurückg ezogenen Revisionsgesuch und der in den Eingaben vom 2. und 30. Mai 2012 eingereichten Beweise (vgl. dazu E. 3.4 .1) sollten keine Zweifel mehr an seinen Vorbringen zur Ausreise seiner ganzen Familie aus H._______ in den L._______ bestehen, weshalb sich eine weitergehende Begründung über den Verbleib seiner Familie im L._______ erübrige. 3.4 3.4.1 Der Beschwerdeführer brachte im Rahmen des Wiedererwägung s- verfahrens zusammengefasst im Wesentlichen vor, in H._______ über kein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz mehr zu verfügen, da seine Familienangehörigen in den L._______ ausgereist seien. Zum Beleg di e- ser Ausführungen liess er drei Fotos ein reichen, welche die angeblichen Familienmitglieder des Beschwerdeführers auf dem (Nennung Platz) in K._______ zeigen sollen, zwei Internetauszüge (Lage in H._______ und ein Bild des Platzes in K._______) sowie eine Bestätigung der afghan i- schen Botschaft in K._______ vom (…), gemäss welcher seine Familie seit (…) im L._______ wohnhaft sei. Der Vollständigkeit halber gilt es darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Mai 2012 ein Foto einreichte , auf welchem sein Vater mit Messerstichverlet- zungen zu sehen sei. 3.4.2 Zu den Ausführungen des Beschwerdeführers in Bezug auf die Aus- reise seiner Familie in den L._______ ist festzuhalten, dass er eigenen Aussagen zufolge entfernte Verwandte im L._______ haben will, zu de- nen er manchmal telefonischen Kontakt pflege (vgl. BFM act. A8/12 S. 4). Es mutet sonderbar an, dass er zu diesen "entfernten Verwandten" im L._______ trotz angeblichen Verlusts seines Notizbuches den telefon i- schen Kontakt aufrecht erhalt en konnte, dies zu seinen Eltern und G e- schwistern jedoch nicht möglich ge wesen sein soll. Auch kann den Au s-D-403/2013 Seite 11 führungen nicht geglaubt werden , wonach sich der Beschwerdeführer während des ordentlichen Beschwerdeverfahrens nie nach dem Verbleib und Ergehen seiner Familie erkundigt haben soll und es dabei bewenden liess, diesen "vermutlich" über den Schlepper sein e Ankunft in der Schweiz mitteilen zu lassen. Bezüglich des behaupteten Angriffs auf den Vater durch Unbekannte und der angeblichen Messerstichverletzungen ist im Übrigen den Ausführungen der Vorinstanz vom 13. November 2 012 zuzustimmen und zur Vermeidung von Wiederholungen auf die diesb e- züglichen Erwägungen zu verweisen. 3.4.3 Die eingereichten Fotos vermögen ausserdem nicht den Nachweis zu erbringen, dass es sich bei den fotografierten Personen tatsächlich um die Eltern und G eschwister beziehungsweise um den mit Messerstichen verletzten Vater des Beschwerdeführers handelt. So liegen dem Bunde s- verwaltungsgericht weder Dokumente vor, die die behauptete verwand t- schaftliche Beziehung zu de r angeblich auf den Fotos befindlichen Fam i- lie des Beschwerdeführers (Vater, Mutter, Brüder und Schwestern) rechtsgenüglich belegen könnten, noch vermochte der Beschwerdeführer selber seine tatsächliche Identität, insbesondere sein Alter , glaubhaft zu machen (vgl. Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts D -2427/2011 vom 26. März 2012 ). Dementsprechend vermögen die eingereichten Fotos keine Beweiskraft zu entfalten. 3.4.4 Der Beschwerdeführer liess in seine r Eingabe vom 30. Mai 2012 weiter geltend ma chen, die an der An hörung erwähnte Tante in H._______ sei lediglich eine weit entfernte Verwandte und selber nicht in der Lage , ihn finanziell zu unterstützen. Gleiches gelte auch für die in M._______ lebende Tante und deren Söhne, welche zwar über Lastwa- gen verfügten, diese jedoch nicht taugen würden, um damit Geld zu ver- dienen, weshalb auch sie ihn nicht unterstützen könnten. Der Beschwer- deführer selber führte anlässlich der B efragung vom 20. Dezember 2010 sowie der Anhörung vom 4. Januar 2011 aus, dass in M._______ zwei Onkel und zwei Tanten und in H._______ zwei verheiratete Tanten mit de- ren Kindern leben würden . Ein Onkel in M._______ arbeite als (…) , der andere Onkel sei alt und arbeite nicht. Die sechs Söhne der Tante in M._______ würden sich drei Lastwagen teilen, welche jedoch nichts taug- ten (vgl. act. A8/12 S. 4, act. A14/12 S. 4). Der erst auf Beschwerdeebene gemachten Ausführung, die Tante in H._______ sei eine weit entfernte Verwandte, kann nicht gefolgt werden, zumal nicht ersichtlich ist, wie so eine Tante eine "weit entfernte Verwandte" sein sollte, und dies auch nicht weiter ausgeführt wurde. Im Übrigen lebt gemäss den Ausführungen des D-403/2013 Seite 12 Beschwerdeführers eine weitere Tante mit dere n Familie in H._______, weshalb er, selbst wenn Mitglieder der Kernfamilie H._______ verlassen hätten, nach wie vor über ein gewisses Beziehungsnetz in H._______ verfügt. Auch in M._______ verfügt der Beschwerdeführer , wie soeben ausgeführt, über ein Beziehungsnetz. Den Ausführungen, jene Verwandte könnten ihn finanziell nicht unterstütze n, kann nicht geglaubt werden, zumal ein Onkel als (…) arbeitet und die sechs Söhne eines weiteren Onkels über drei Lastwagen verfügen, welche zwar alt seien , mit denen jedoch den Angaben des Beschwerdeführers zufolge noch gearbeitet wird (vgl. act. A14/12 S. 4). 3.4.5 In der Stellungnahme vom 19. Februar 2013 zur Zwischenverf ü- gung vom 5. Februar 2013 liess der Beschwerdeführer weiter ausführen, dass der Vollzug der Wegweisung nach M._______ nicht als zumutbar erachtet werden könne, da ihm auch dort Blutrache drohe und der afgha- nische Staat keine funktionstüchtige und wirksame Infrastruktur zum Schutz seiner Bürger zur Verfügung stelle. Dazu ist festzuhalten, dass die Vorbringen bezüglich der angeblichen Verfolgung durch die Familie der misshandelten Brüder berei ts im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2427/2011 ausführlich behandelt und als nicht glaub haft angesehen wurden, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf das Urteil verwiesen wird. Demzufolge erübrigen sich jegliche Erwägun- gen zur geltend gemachten Blutrache, da dieses Vorbringen unmittelbar mit jenen, über welche bereits entschieden wurde, zusammenhän gt. Diesbezüglich bleibt anzufügen, dass den Ausführungen, die Familie des Beschwerdeführers sei in den L._______ ausgereist, aufgrund der B e- fürchtung, wieder Opfer eines Racheakts der Familie der misshandelten Kinder zu werden, ebenfalls kein Glaube geschenkt werden kann. 4. 4.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterrei se der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgege n- stehen (Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 4.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 D-403/2013 Seite 13 Abs. 1 AsylG; vg l. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 4.3 Da dem Beschwerdeführer mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung des BFM vom 28. März 2011 die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt und f olglich das Asylgesuch abgelehnt wurde (vgl. Bst. A.d hiervor), kommt das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Nonrefoulements im vorliegenden Verfahren nicht zum Tragen. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Afghanistan erweist sich de m- nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG als rechtmässig. Sodann ergeben sich aus den Akten des vorliegenden Wiedererwägungs- verfahrens keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Rückschiebung in den Heimatstaat daselbst mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss konstanter Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ( EGMR) sowie jener des UN Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaub haft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde ( vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, m.w.H.; EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 bis 127 m.w.H.). Diese Voraussetzungen sind j e- doch als nicht erfüllt zu erachten. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr in sein H ei- matland eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen. 4.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-403/2013 Seite 14 5. 5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) kann der Vol l- zug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Hei- mat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürge r- krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konk ret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme anzuordnen (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 5.2 In Be zug auf die allgemeine Lage in Afghanistan kann auf die vom Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2011/49 vorgenommene Einschä t- zung der Lage verwiesen werden. 5.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen, gemäss Aktenlage nicht an einer gravierenden be handlungsbedürftigen Krankheit leidenden Mann, der als (…) und im (…) gearbeitet hat. Eigenen Angaben zufolge konnte er in wirtschaftlicher Hinsicht in Afghanistan leben und verwendete zwecks seiner Ausreise 700'000 Afghani (vgl. act. A8/12 so- wie act. A14/12). Er verbrachte den grössten Teil seines Lebens in Afgha- nistan und ist mit der dortigen Sprache, Kultur, Arbeits - und Lebensweise bestens vertraut. Wie bereits ausgeführt , verfügt er in M._______ über zwei Onkel, zwei Tanten sowie mindestens sechs Cousins und in H._______ über zwei Tanten mit deren Familien. Demzufolge kann er an beiden Orten auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen, welches ihm bei der Reintegration behilflich sein wird. Es kann dem Beschwerd e- führer somit zugemutet werden, sich entweder in M._______ oder auch in H._______ niederzulassen. Im Weiteren kann davon ausgegangen we r- den, dass es ihm auch nach seiner Landesabwesenheit möglich sein soll- te, sich in seinem Heimatland zu integrieren. Es steht ihm zudem offen, beim BFM ein Ges uch um Rückkehrhilfe zu stel len (Art. 74 der Asylver- ordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). 5.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers abgew iesen hat. Auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel ist nicht weiter einzugehen, da si e an der Beurteilung der Rechtsfrage nichts ä n- dern. Damit erübrigt es sich vorliegend, sowohl die vom Beschwerdefü h- rer mit Stellungnahme vom 19. Februar 2013 beantragte Durchführung D-403/2013 Seite 15 der Expertise betreffend die Echtheit der Beweismittel anzuordnen, als auch die Schweizerische Botschaft in K._______ um Abklärung der Wohnsituation der Familie des Beschwerdeführers zu ersuchen. Da kein revisionsrechtlich relevanter Sachverhalt vorliegt, erübrigt sich eine die s- bezügliche Prüfung der Vorbringen. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 alt Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1200.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 19. Februar 2013 in gleicher Höhe geleist e- ten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-403/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Christa Grünig Versand: