B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3536/2013 U r t e i l v o m 1 5 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren (…), deren Bruder B._______, geboren (…), und deren Schwester C._______, geboren (…), Eritrea, alle zurzeit in Äthiopien, alle vertreten (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 23. Mai 2013 / N (…). D-3536/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a D._______, die ältere Schwester der Beschwerdeführenden , reiste am (…) 2008 in die Schweiz ein und erhielt hierzulande mit Entscheid des BFM vom (…) 2011 Asyl. Mit Eingabe vom 26. Januar 2012 reichte sie für ihre sich in Äthiopien aufhalten den drei Geschwister (Vollmachten der Beschwerdeführenden datierend vom 23. Dezember 2011 ) beim BFM Asylgesuche ein und beantrag te die Bewilligung de ren Einreise in die Schweiz zwecks Abklärung des Sachverhalts im Sinne von Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). A.b Zur Begründung liessen die Beschwerdeführenden im Wesentlichen vorbringen, ihr Vater leiste seit vielen Jahren Militärdienst und ihre Mutter sei finanziell nicht mehr in der Lage gewesen, das benötigte Schulmateri- al zu kaufen, weshalb die Beschwerdeführenden 1 und 2 die Schule nicht mehr hätten besuchen können. Daraufhin seien sie aufgefordert worden, nach Sawa in den Militärdienst einzurücken. Aus Angst vor dem Mi litär- dienst hätten sie Eritrea vor drei Monaten illegal verlassen und seien nach Äthiopien geflohen. Dort hätten sie sich ins Flüchtlingslager E._______ begeben und sich vom UNHCR registrieren lassen. Die dorti- gen Lebensbedingungen seien sehr schwierig. Sie würden nur wenig e Nahrungsmittel erhalten und hätten die Lehmhütte, in der sie wohnen würden, selbst finanzieren müssen. Dies sei ihnen nur dank der Hilfe von D._______ möglich gewesen . Auch die medizinische Infrastruktur im Flüchtlingslager sei unzu reichend. Äthiopien könne nicht als sicherer Drittstaat gelten. Das Land werde von Flüchtlingen aus den umliegenden Staaten überrannt und der Zugang zu eine m Asylverfahren sei äusserst erschwert. Zudem sei die Beziehung zwischen Äthiopien und Eritrea hi s- torisch bedingt belastet und bei einem allfälligen Wiederaufflammen des Grenzkonflikts sei damit zu rechnen, dass ein grosser Teil der eritreischen Flüchtlinge nach Eritrea zurückgeschafft würde. Sie befänden sich daher in einer Notlage. Nach Eritrea könnten sie nicht zurückkehren, da ihnen dort Verhaftung und Folter dro he. Ein weiterer Verbleib in Äthiopien sei ihnen wegen des Risikos einer Deportation und der Zugehörigkeit zur Gruppe besonders verletzli cher Personen nicht zuzumuten. Zu D._______ hätten sie ein enges Verhält nis. Sie würden regelmässig mit ihr telefonieren. Da sie somit eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz aufweisen würden, sei ihnen die Einreise in die Schweiz gestützt auf Art. 20 Abs. 2 AsylG zu bewilligen. D-3536/2013 Seite 3 B. Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2012 forderte das BFM die Beschwerdeführenden auf, bis zum 8. Oktober 2012 nähere Angaben zu ihren Personalien, Angehörigen in Drittstaaten, ihren Asylgründen und ih- rer Situation in Äthiopien zu machen. Zudem wies das BFM darauf hin, dass es sich bei der Erhebung eines Asylgesuchs um ein relativ höchs t- persönliches Recht handle, weshalb urteilsfähige Personen ein Asylg e- such selbständig zu stellen hätten. Das Stellen eines Asylgesuchs durch einen Vertreter sei unzulässig, wobei der Mangel geheilt werden könne, indem der Inhalt des über einen Vertreter eingereichten Asylgesuchs durch eine persönlich verfasste oder zumindest unterzeichnete Stellung- nahme zum Fragekata log des BFM bestätigt wer de. Es sei daher not- wendig, dass die Beschwerdeführenden die Stellungnahme selbst schrei- ben oder zumindest unterschreiben und damit persönlich in Erscheinung treten würden. Seien die Verfahrensvoraussetzu ngen mangels Höchs t- persönlichkeit nicht erfüllt, werde auf die Asylgesuche nicht eingetreten. C. Mit von den Beschwerdeführenden persönlich unterzeichnetem Schrei- ben vom 18. September 2012 reichte D._______ die Stellungnahme zum Fragenkatalog des BFM vom 6. September 2012 ein. Neben der Aufli s- tung der Personalien führten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen aus, sie hätten am Morgen des (…) 2011 ein Aufgebot zur Absolvierung des Militärdienstes erhalten, wobei ihnen eine Woche Vorbereitungszeit eingeräumt worden sei. Könne man wie sie keinen Schulabschluss vo r- weisen, so stehe von vornherein fest, dass der Militärdienst lebenslang zu leisten sei. Um dieser Gefahr zu entgehen, seien sie noch am Abend des (…) 2011 zu Fuss geflohen und h ätten am Morgen des (…) 2011 die Grenze nach Äthiopien überschritten. Dort seien sie von äthiopischen S i- cherheitskräften aufgegriffen und ins Flüchtlingslager E._______ gebracht worden, wo sie vom UNHCR registriert worden seien. Sie hätten das Flüchtlingslager, wo sie zu dritt , ohne weitere Verwandte, in einer Leh m- hütte leben würden, seither nicht verlassen. D._______, die keiner Arbeit nachgehe, unterstütze sie im Rahmen ihrer beschränkten finanziellen Möglichkeiten. Dank dieser Unterstützung könnten sie die Miete für die Lehmhütte bezahlen. Die im Flüchtlingslager gratis zur Verfügung st e- henden Unterkünfte seien alle besetzt. Sie würden sich vor einer Entfüh- rung fürchten, zumal s olche bei Bekanntwerden von Verwandtschaft im Ausland immer wieder vor kämen, auch wenn sie noch keinen k onkreten Entführungsversuch erlebt hätten. Es sei bisher auch nicht versucht wor- den, sie nach Eritrea zu deportieren. Da sie im Flüchtl ingslager nicht die D-3536/2013 Seite 4 Möglichkeit hätten, genug zu essen, und sie auch kein sauberes Trin k- wasser hätten, seien sie häufig krank, wobei es nicht genügend Medik a- mente gebe. Da die Beschwerdeführenden 1 und 2 keiner Arbeit nachge- hen könnten und die Beschwerdefü hrerin 3 die Schule nicht besuchen könne, würden sie ohne Zukunftsperspektiven leben. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin 1 vor drei Monaten von einem Mann im Dunkeln ve r- gewaltigt worden . Daraus habe eine S chwangerschaft resul tiert. D as UNHCR habe ihr kostenlos eine Abtreibung ermöglicht. Die Beschwerde- führerin 1 habe seit diesem Vorfall grosse Angst und brauche permanent die Begleitung ihres Bruders (des Beschwerdeführers 2). D. Mit Schreiben vom 25. März 2013 zeigte F._______ beim BFM die Über- nahme der Rechtsvertretung an und ersuchte um prioritäre Behand lung des Verfahrens. E. E.a Mit Verfügung vom 23. Mai 2013 – eröffnet am 24. Mai 2013 – ver- weigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuche ab. E.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, Asylsuche n- den werde gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts bewilligt, wenn ihnen nicht zugemutet we r- den könne, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein a n- deres Land auszureisen. Gemäss Art. 20 Abs. 3 AsylG könne die Einreise in die Schweiz bewilligt werden, wenn glaubhaft gemacht werde, dass e i- ne unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht. Vorliegend erfordere die Sachverhalt s- abklärung nicht die Anwesenheit der Beschwerdeführenden in der Schweiz. Es könne aufgrund des vollständig erstellten Sachverhalts d a- von ausgegangen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise a ls notwendig erscheinen lasse. Ausschlagge- bend sei diesbezüglich ihre Schutzbedürftigkeit, d. h. die Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft erscheine und der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung z u- gemutet werden könne, beziehungsweise ob ihnen – ohne nähere Pr ü- fung einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten sei, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Halte sich die betreffende Person in einem Drittstaat auf, bedeute di es zwar nicht zwingend, dass es ihr auch zuzumuten sei, sich dort um Aufnahme zu D-3536/2013 Seite 5 bemühen, jedoch sei im Sinne einer Regelvermutung davon auszugehen, die Person habe in diesem Drittstaat bereits anderweitigen Schutz gefu n- den. In jedem Fall seien aber die Kriterien zu prüfen, welche die Zuflucht- nahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen liessen, und mit e i- ner allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. Vorliegend liessen die Ausführungen der Beschwerdeführenden darauf schliessen, dass sie mit den heimatlichen Behörden ernstzunehmende Schwierigkeiten hätten, zumal sie im dienstpflichtigen Alter seien bezi e- hungsweise in Kürze sein würden. Es bleibe deshalb zu prüfen, ob einer Asylgewährung der Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG entgegen- stehe. Demzufolge könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zuzumuten sei, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu b e- mühen. Zwar sei nicht zu verkennen, dass die Lag e eritreischer Flüchtlin- ge und Asylbewerber in Äthiopien nicht einf ach sei, dennoch bestünden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass ein dortiger Verbleib der Beschwerdeführenden nicht zumutbar oder möglich wäre. Flüchtlinge, die in Äthiopien vom UNHCR registriert und einem Flüch t- lingslager zugeteilt worden seien, würden die nötige Versorgung erhalten, und den Beschwerdeführenden sei es zuzumuten, sich weiterhin im Flüchtlingslager aufzuhalten. Hinsichtlich der Vergewaltigung der B e- schwerdeführerin 1, die nicht belegt sei, sei es nic ht nachvollziehbar, weshalb diese erst im September 2012 vorgebracht worden sei, zumal D._______, die in engem telefonischem Kontakt zu den Beschwerdefü h- renden stehe, am 5. Juli 2012 und 23. August 2012 weitere Schrei ben beim BFM ein gereicht habe, ohne darin den betreffenden Vorfall zu e r- wähnen. In Äthiopien sei der UNHCR -Schutz grundsätzlich vorha nden und in Anspruch zu nehmen. Die Einschätzung, dass der Aufenthalt in äthiopischen Flüchtlingslagern grundsätzlich zumutbar sei, werde auch vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt, zumal zumindest die Grundb e- dürfnisse der Lagerinsassen gedeckt würden. Weiter böten die äthiop i- schen Behörden, das UNHCR und nichtstaatliche Organisationen bei häuslicher Gewalt auf Antrag hin den nöti gen Schutz. D er Beschwerde- führerin 1 wäre es daher zumutbar gewesen, Schutz und Hilfe bei den entsprechenden Behörden und Organisationen zu suchen. Trotz der nicht einfachen Bedingungen sei der Verbleib der Beschwerdeführenden in Äthiopien demnach weder unzumutbar noch unmöglich. Dies gelte auch in Bezug auf die geltend gemachte Gefahr einer Entführung ode r einer Deportation, wofür keine konkreten Anhaltspunkte geltend gemacht wo r- den seien. D-3536/2013 Seite 6 Könne die Einreise gestützt auf Art. 20 i.V.m. Art. 3 und Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht bewilligt werden, so bleibe zu prü fen, ob aufgrund von Bezie- hungen zu in der Schweiz lebenden Familienangehörigen ein Familie n- nachzug gemäss Art. 51 AsylG möglich sei. Gemäss Art. 51 AsylG hätten Ehegatten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen, die in der Schweiz Asyl erhalten hätten, Anspruch auf Familienzusammenführung, wenn sie zuvor zusammengelebt hätten. Andere nahe Angehörige wie Geschwister könnten Familienasyl erhalten, wenn eine enge Beziehung vorliege und besondere Umstände , wie beispielsweise eine besondere Abhängigkeit einer Person aufgrund einer schweren Krankheit, welche die Fürsorge der anderen Person erfordere, für die Familienvereinigung sprechen wür- den. Ob eine solche enge Beziehung vorliege, sei aufgrund der konkreten Vorbringen im Einzelfall zu prüfen. Die Familienzusammenführung ziele zudem einzig darauf ab, die durch die Flucht getrennten Familienmitgli e- der wieder zu vereinigen und nicht eine neue F amiliengemeinschaft zu gründen (Art. 51 Abs. 4 AsylG). Zwingende Voraussetzung sei somit, dass schon vor der Flucht eine Familiengemeinschaft mit einem gemei n- samen Haushalt bestanden habe , und die Absicht bestehe, sich in de r Schweiz wieder zu vereinen. Diese Bedingungen seien vorliegend nicht erfüllt. Die bereits im Dezember 2008 in die Schweiz eingereiste Schwes- ter D._______ sei am (…) 2006 aus Eritrea ausgereist, nachdem sie seit 1999 im Dorf ihres Manne s gelebt habe und seit 2003 im Militärdienst gewesen sei. Die Beschwerdeführenden hätten Eritrea ihrerseits erst E n- de Oktober 2011 verlassen. Aufgrund der langjährigen Tre nnung vor der Ausreise der Beschwerdeführenden könne daher nicht von einer Tre n- nung durch Flucht gesprochen werden. Es bestehe deshalb kein Anlass zur Annahme, die Beschwerdeführenden seien vor ihrer Ausreise aus Eritrea mit ihre r Schwester D._______ im Si nne einer Familiengemei n- schaft oder auf andere Art und Weise eng verbunden gewesen. Das Vor- bringen, D._______ habe die Beschwerdeführenden bisher regelmässig mit Rat und Geldzahlungen unterstützt, vermöge in dieser Hinsicht nichts zu ändern. Art. 51 AsylG komme damit nicht zur Anwendung und die Ein- reise in die Schweiz könne nicht im Rahmen des Familienasyls gewährt werden. Den Beschwerdeführenden sei daher die Einreise in die Schweiz zu verweigern und ihre Asylgesuche seien abzulehnen. Es ste he ihnen indes frei, bei den zuständigen kantonalen Behörden ein Gesuch um F a- milienzusammenführung einzureichen. F. F.a Mit Eingabe vom 20. Juni 2013 reichte der Rechtsvertreter im Namen der Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer de D-3536/2013 Seite 7 ein, worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Bewill i- gung der Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfa h- rens gestützt auf Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ersucht wurde. Zudem wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwal tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses ersucht. F.b Zur Begründung brachte der Rechtsvertreter im Wesentlichen vor , das BFM gehe selbst angesichts des drohenden Wehrdienstes vom Vor- liegen einer Gefährdung der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt ihrer Aus reise aus Eritrea aus, erachte jedoch einen weiteren Aufenthalt in Äthiopien als zumutbar . Ein Verbleib in Äthiopien beziehungsweise ei ne dortige Schutzsuche sei den Beschwerdeführe n- den indes aufgrund der besonderen Umstände – Vergewaltigung der Be- schwerdeführerin 1, Minderjährigkeit der Beschwerdefüh rerin 3 und g e- genseitiges Abhängigkeitsverhältnis – nicht zuzumuten. Die Vergewalti- gung der Beschwerdeführerin 1 könne zwar nicht mit Beweismitteln be- legt werden, aber subjektive Gesichtspunkte wie die Integrität der Schwester D._______, die der Rechtsvertreter persönlich bezeugen kön- ne, und das vor dem kulturellen Kontext plausible Verhalten der Be- schwerdeführerin 1 sprächen für die Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens. Der Rec htsvertreter kenne D._______, die er in ihrem eigenen Asylve r- fahren vertreten habe, gut und es be stehe ein Vertrauensverhältnis. Die Asylgesuche für die Beschwerdeführenden u nd die Folgekorrespon denz habe D._______ mit Hilfe der (…) verfasst. Das zum Rechtsvertreter be- stehende Vertrauensverhältnis habe es D._______ überhaupt erst ermög- licht, über die von der Beschwerdeführerin 1 erlittene Vergewaltigung, von der D._______ Mitte Juli 2012 erfahren habe, anlässlich der Besprechung der Stellungnahme zuhanden des BFM vom 18. September 2012 zu r e- den. Es dürfe nicht vergessen werden, dass sexuelle Gewalt im eritre i- schen Kontext als Tabu gelte und in der Regel verschwiegen werde. So habe die Beschwerdeführerin 1 den Vorfall gegenüber den Beschwerd e- führenden 2 und 3 bis heute verschwiegen und ihren psychischen Z u- sammenbruch und die Operation (Abtreibung) mit falschen Vorwänden erklärt. Dies zeige, wie sehr es der Beschwerdeführerin 1 bis heute Mühe bereite, das Geschehene zu thematisie ren. Sie habe sich bisher auch nicht überwinden können, ei ne diesbezügliche Bestätigung vom UNHCR einzuholen und einzureichen. Dies sei objektiv nach vollziehbar. Auch wenn die Vergewalti gung nicht mit Beweismitteln belegt werden könne, sei sie damit doch glaubhaft dargelegt worden. Bei der Beurteilung der D-3536/2013 Seite 8 Zumutbarkeit des Verbleibs in Äthiopien sei zudem zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin 3 noch minderjährig sei, sich die Beschwer- deführenden ohne familiäres Netz im Flüchtlingslager aufhalten würden und voneinander abhängig seien. Damit gehörten sie zur Grup pe beson- ders verletzlicher Personen. Laut dem UNHCR würden pro Monat durc h- schnittlich 800 bis 1000 eritreische Flüchtlinge nach Äthiopien gelangen, wobei die Mehrzahl junge Männer seien. Übergriffe an Frauen und Mä d- chen in den Flüchtlingslagern seien eine Realität. Das Bundesverwa l- tungsgericht habe sich in BVGE 2011/25 eingehend zur Situation allei n- stehender Frauen in Äthiopie n geäussert. Demnach würden nicht verhe i- ratete und allein lebende Frauen von der Gesellschaft nicht akzeptiert und es werde allgemein davon ausgegangen, sie seien auf der Suche nach sexuellen Abe nteuern. Bei den Beschwerdeführerinnen 1 und 3 handle es sich zwar nicht um nach Äthiopien zu rückkehrende Frauen im Sinne der zitierten Recht sprechung, aber sie seien alleinstehend und würden vor Ort so wahrgenom men. Das Bundesverwaltungsgericht habe den Verbleib von Frauen, die sich in einem Drittstaat (meist in Flüchtlings- lagern) ohne nahe erwachsene Verwandte befänden und deswegen nicht nur in ökonomischer Hinsicht, sondern auch unter dem Aspekt der pe r- sönlichen Sicherheit unter prekären Bedingungen leben würden, ver- schiedentlich als unzumutbar erachtet , und das B FM ange wiesen, eine Einreisebewilligung zu erteilen, wenn die betreffen de Person über eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz verfü ge. Wäge man vorliegend die Zumutbarkeit der Zufluchtnahme in Äthiopien gegen die Beziehung s- nähe der Beschwerdeführenden zu r Schweiz ab, so erscheine letztere klar vorrangig. Ihr Verbleib in Äthiopien er weise sich damit als unzumut- bar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG, weshalb das BFM anzuweisen sei, ihnen die Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfa h- rens zu bewilligen. G. Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2013 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses. Gleichzeitig lud er die Vorinstanz zur Vernehmlassung zur Beschwerde ein. H. In seiner Vernehmlassung vom 17. Oktober 2013 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen Tat-D-3536/2013 Seite 9 sachen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Standpunkts recht- fertigen könnten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteil ung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. Septem- ber 2012 (AS 2012 5359), die am 29. September 2012 in Kraft getre ten sind, wurden die Besti mmungen betreffend die Stellung von Asylges u- chen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbestimmung (Ziffer III) hält jedo ch fest, dass für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Auslandsgesuche die massgeblichen Arti- kel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fa s- sung anwendbar sind. V orliegend kommen somit die bisherigen Besti m- mungen betreffend das Auslandsverfahren zur Anwendung. 1.3 Der Gesetzgeber hat m it den dringlichen Änderungen des Asylgeset- zes vom 28. September 2012 auch Art. 3 Abs. 3 AsylG neu eingeführt. Demnach sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder D e- sertion ernsthaften Nachteilen aus gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, kei ne Flüchtlinge. Vor- behalten bleibt das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). Diese neue Gesetzesbestimmung fin- det in jenen Fällen Anwendung, die – wie in casu – seit dem 29. September 2012 vom BFM entschieden wurden beziehungsweise werden (vgl. BVGE 2013/20 E. 3.2). D-3536/2013 Seite 10 2. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilge- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutre- ten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt w erden, die es an das Bundesamt überweist ( alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver fahrens sieht Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfa h- rensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass die schweizerische Vertretung mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Ist dies nicht möglich, sind die Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine Befragung im Au s- land in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 368). 4.2 Der Umstand, dass die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vor- liegend nicht bei einer schweizerischen Vertretung, sondern direkt beim BFM eingereicht wurden, ist nicht massgeblich (vgl. BVGE 2011/39 E. 3). Das BFM hat die Eingabe von D._______ vom 26. Januar 2012 zu Recht als Asylgesuche der Beschwerdeführenden aus dem Ausland entgege n- genommen. Der anfängliche Mangel des Fehlens einer erkennbaren per- sönlichen Willensbekundung der Beschwerdeführenden wurde im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens behoben, indem die Beschwerdeführen- den die Stellungnahme vom 18. September 2012, in der sie sich zu den vom BFM in der Zwischenverfügung vom 6. September 2012 aufgewo r- fenen Fragen äusserten und ihre Asylgründe ausführlich darlegten, per- sönlich unterzeichneten (vgl. BVGE 2011/39 E. 4). Den Verzicht auf pe r- sönliche Befragungen der Beschwerdeführenden bei der schweizerischen Vertretung in Addis Abeba begründete das BFM mit dem begrenzten Per- sonalbestand der Bot schaft und fehlenden Voraussetzungen im siche r- heitstechnischen und räumlichen Bereich. Die Beschwerdeführenden er-D-3536/2013 Seite 11 hielten indes die Möglichkeit, ihre Asy lgründe in der Eingabe vom 18. September 2012 ausführlich schriftlich darzulegen, so dass den ve r- fahrensrechtlichen Anforderungen von Art. 10 AsylV 1 Genüge getan wurde. 5. 5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss alt Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Ab klärung des Sachverhalts, wenn ihr nicht z ugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf alt Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass e i- ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit Blick auf den Asylausschlussgrund von alt Art. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederu ngs- und Assimilati- onsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erte i- lung einer Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betrof- fenen Person , mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet we r- den kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3). Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in einem Drittstaat auf, bedeutet dies zwar nicht zwingend, dass es ihr auch zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. Im Sinne einer R e- gelvermutung ist aber davon auszugehen, sie habe dort den erforderl i- chen Schutz gefunden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und der Verweigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Fall sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen lassen, und diese mit einer allfälligen Beziehung s-D-3536/2013 Seite 12 nähe zur Schweiz abzuwägen. Eine Beziehungsnähe zur Schweiz au f- grund hier ansässiger naher Familienangehöriger begründet nicht aut o- matisch eine Einreisebewilligung, wenn aufgrund einer Abwägung mit an- deren Kriterien der Verbleib im Drittstaat objektiv als zumutbar zu erac h- ten ist. Es gilt also zu prüfen, ob es aufgrund der gesamten Umstände geboten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die e iner Person den erforderlichen Schutz gewähren soll (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1). 6. 6.1 Vorliegend lassen die geltend gemachten Fluchtvorbringen, die nicht von vornherein unglaubhaft erscheinen, darauf schliessen, dass die B e- schwerdeführenden in Eritrea ernstzunehmende bezie hungsweise in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht relevante Schwierigkeiten mit den heimatl i- chen Behörden zu befürchten hatten. An dieser Feststellung vermag auch die neue gesetzliche Bestim mung von Art. 3 Abs. 3, 1. Satz AsylG nichts zu ändern, statuiert doch der zweite Satz von Art. 3 Abs. 3 AsylG gleich- zeitig den Vorbehalt der Flüchtlingskonvention. Ob die Beschwerdefü h- renden bei einer allfälligen Rückkehr nach Eritrea ei ner flüchtlingsrecht- lich relevanten Verfolgung ausgesetzt sein könn ten, kann dennoch offen- gelassen werden, da sie den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss alt Art. 52 Abs. 2 AsylG – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – nicht be- nötigen. Wie vom BFM zutreffend festgestellt wurde, ist den Beschwerde- führenden der weitere Verbleib in Äthiopien zuzumuten. 6.2 Die Beschwerdeführenden halten sich gemäss eigenen Angaben b e- reits seit Ende Oktober 2011 nicht mehr in ihrem Heimatland auf, sondern haben Zuflucht in einem Drittstaat (Äthiopien) gefunden . In Äthiopien le- ben sie seit ihrer Ankunft im ihnen zugewiese nen Flüchtlingslager E._______, wo sie vo m UNHCR registriert wurden . Das UNHCR unte r- stützt die äthiopische Regierung beim Schutz der Flüchtlinge und dem Unterhalt der Flüchtlingslager. Dennoch sind d ie Lebensbedingungen für eritreische Flüchtlinge in Äthio pien zugestandenermassen nicht einfa ch. Die Beschwerdeführenden teilen diesbezüglich das Leid mit einer gro s- sen Zahl ihrer Landsleute. Die Grundversorgung ist in den äthiopischen Flüchtlingslagern aber gewährleistet und der dortige Aufenthalt ist für die vom UNHCR registriert en eritreischen Flüchtlinge grundsätzlich z umut- bar. Auch den Beschwerdeführenden ist der weitere Verbleib in Äthiopien zuzumuten. In den nunmehr rund zwei Jahren, in de nen sie dort gemein- sam leben, vermochten sie eine gewisse Selbständigkeit zu entfalten. Sie werden von ihrer Schwester D._______ unterstützt und sind somit nicht gänzlich auf sich allein gestellt. So waren sie in der Lage, sich eine eige-D-3536/2013 Seite 13 ne Unterkunft zu mieten, in der s ie zu dritt , ohn e andere Flüchtlinge, wohnen können. Hinsichtlich der in der Eingabe vom 18. September 2012 vorgebrachten Vergewaltigung der Beschwerdeführerin 1 und der daraus resultierenden Schwangerschaft respektive des Schwangerschaftsa b- bruchs ist – unabhängig von der Frage der Glaubhaftigkeit der diesbezüg- lichen Vorbringen – festzuhalten, dass die Schilderung der Beschwerd e- führerin 1 zeigt, dass sie von Seiten des UNHCR umgehend Hilfe erhal- ten hat und ihr eine kostenlose medizinische Versorgung gewährleistet wurde. Ihre Angst nach dem tragischen Vorfall ist verständlich, vermag aber die bestehenden Zufluchts- und Schutzmöglichkeiten, die sie in An- spruch nehmen kann, nicht zu negieren. Hinsichtlich der geäusserten Furcht vor einer Entführung oder Rückschaffung nach Eritrea ist festz u- stellen, dass das Risi ko einer Deportation oder Verschleppung für Eri t- reer, die in Äthiopien vom UNHCR registriert wurden und sich in dem i h- nen zugewiesenen Flüchtlingscamp aufhalten, gering ist. Eine generelle Gefahr besteht für die in grosser Zahl in Äthiopien lebenden eritreischen Flüchtlinge nicht , und es bestehen keine ko nkreten Hinweise, dass die vom UNHCR registrierten und im ihnen zugewiesenen Flüchtlingscamp lebenden Beschwerdeführenden akut bedroht wä ren. Sie haben denn auch nicht dargelegt, in dieser Hinsicht jemals behelligt worden zu sein , sondern selbst angegeben, keine konkreten Entführungs- oder Deportati- onsversuche erlebt zu haben . Eine akute Gefährdungssituation liegt d a- mit nicht vor. Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Auch wenn die Lebensumstände der Beschwerdeführenden in Äthiopien unbestrittenermassen schwierig sind, sind sie nicht dergestalt, dass sie einen weiteren Verbleib gänzlich unzumutbar machen würden. Die geltend gemachte Beziehungsnähe zur Schweiz – die Schwester D._______ ist der einzige hiesige Bezugspunkt – vermag ebenfalls nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen. D._______, welche die Beschwerdeführenden seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben, vermag keinen derart gewichtigen Anknüpfungs- punkt darzustellen, dass eine Abwägung der Gesamtumstände im Sinne von alt Art. 52 Abs. 2 AsylG dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz ist, d ie den Beschwerdeführenden den erforderlichen Schutz gewähren soll. Die Beschwerdeführenden haben Zuflucht in Äthiopien ge- funden und benötigen den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss al t Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht. Der weitere Verbleib in Äthiopien ist ihnen z u- zumuten. 6.3 Das BFM hat auch das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Bewil- ligung der Einreise unter dem Titel des Familiennachzugs im Sinne von D-3536/2013 Seite 14 Art. 51 Abs. 2 und 4 AsylG zu Recht verneint. Die Beschwerdeführenden lebten im Zeitpunkt ihrer Flucht aus Eritrea Ende Oktober 2011 schon seit etlichen Jahren nicht mehr mit ihrer Schwester D._______, die seit 1999 im Dorf ihres Mannes gelebt und Eritrea bereits im Jahr 2006 v erlassen habe, zusammen, so dass – unabhängig von der Frage der Existenz e i- ner engen Beziehung und des Vorliegens einer besonderen Abhängigkeit zu D._______ – von vornherein nicht von einer durch Flucht getrennten Familiengemeinschaft im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG gesprochen werden kann. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen indes mit Verfügung vom 2. Oktober 2013 die unentgeltliche Prozessfü h- rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine Ve r- fahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-3536/2013 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und das BFM. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand: