B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-4611/2016 U r t e i l v o m 2 1 . N o v e m b e r 2 0 1 7 Besetzung Richter Martin Kayser (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Andreas Trommer, Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, (…), Beschwerdeführer, gegen Eidgenössisches Departement für auswärtige Angele- genheiten EDA, Konsularische Direktion KD ‒ Zentrum für Bürgerservice, Sozialhilfe für Auslandschweizer/innen (SAS), Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Sozialhilfe an Schweizer Staatsangehörige im Ausland. F-4611/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (geb. 1958, Bürger von B._______) lebt gemäss ei- genen Angaben seit 2013 auf den Philippinen. Seinen Lebensunterhalt fi- nanzierte er von den monatlichen Überweisungen seines Sohnes und vom Geld der Pensionskasse. Nachdem die Überweisungen eingestellt wurden und das Pensionskassengeld aufgebraucht war, ersuchte der Beschwer- deführer am 23. September 2015 bei der Schweizer Vertretung in Manila um Übernahme der Heimreisekosten gemäss den bis Ende Oktober 2015 geltenden Rechtsgrundlagen (Bundesgesetz vom 21. März 1973 über So- zialhilfe und Darlehen an Schweizer Staatsangehörige im Ausland [BSDA, AS 1973 1976], Verordnung vom 4. November 2009 über Sozialhilfe und Darlehen an Schweiz er Staatsangehörige im Ausland [VSDA, AS 2009 5861]). Diesem Gesuch wurde zugestimmt. Ausserdem wurden dem Be- schwerdeführer im Hinblick auf eine baldige Rückkehr Überbrückun gshil- fen im Umfang von je PHP 8'647.‒ ausgerichtet. Infolge seiner angeschla- genen Gesundheit entschied sich der Beschwerdeführer um und wünschte, auf den Philippinen zu bleiben. Am 18. Mai 2016 er suchte er daher bei der Schweizer Vertretung in Manila um Ausrichtung einer wieder- kehrenden Leistung gemäss dem seit dem 1. November 2015 geltenden neuen Recht (Auslandschweizergesetz vom 26. September 2 014 [ASG, SR 195.1 ], Auslandschweizerverordnung vom 7. Oktober 2015 [V-ASG, SR 195.11]). B. Mit Verfügung vom 13. Juni 2016 lehnte die Vorinstanz das Unterstützungs- gesuch des Beschwerdeführers vom 18. Mai 2016 ab. Zur Begründung führte sie aus, der Beschwerdeführer sei 57 Jahre alt und mit einer Schwei- zer Staatsangehörigen in der Schweiz verheiratet. Vor rund 3 Jahren habe er die Schweiz ohne seine Ehefrau verlassen und auf den Philippinen Wohnsitz genommen, wo er seiner philippinischen Freundin ein Haus ge- kauft habe, nachdem er in der Schweiz seine Pensio nskasse in der Höhe von Fr. 100 '000.‒ aufgelöst habe. Einer Erwerbstätigkeit sei er im Emp- fangsstaat nie nachgegangen. Ein regelmässiges Einkommen habe er durch die monatlichen Überweisungen seines Sohnes C._______ gehabt. Gemäss dem Sohn habe es sich dabei um ein Darlehen für eine Weiterbil- dung gehandelt, welches er seinem Vater ratenweise zurückerstattet habe. Zusätzlich habe der Beschwerdeführer vom Geld der Pensionskasse ge- lebt. Als das Darlehen abbeza hlt gewesen sei und die Fr. 100 '000.‒ ver- braucht gewesen seien, sei er in fina nzielle Schwierigkeiten geraten und F-4611/2016 Seite 3 habe den Bund um Unterstützung ersucht – zuerst für die Rückkehr in die Schweiz, nun für eine regelmässige Unterstützung vor Ort. Der Beschwer- deführer lebe erst seit drei Jahren auf den Philippinen und habe seinen Lebensunterhalt bisher nicht mit einer Erwerbstätigkeit bestritten, sondern dank eines an ihn zurückbezahlten Darlehens beziehungsweise Erspar- tem. Ausserdem verfüge er über eine familiäre Bande in der Schweiz. Der Beschwerdeführer erfülle somit weder von der Dauer seines Ausland- aufenthalts, noch von der Finanzierung, noch von den familiären Banden her die notwendigen Kriterien, um auf den Philippinen regelmässig unter- stützt zu werden. Angesichts dieser Sachlage erfülle er die Voraussetzungen für den Erhalt von Sozialhilfeleistungen im Ausland nicht. C. Mit Rechtsmitteleingabe, welche am 18. Juli 2016 bei der Schweizerischen Botschaft in Manila einging und zuständigkeitshalber dem Bundesverwal- tungsgericht überwiesen wurde, beantragt der Beschwerdeführer sinnge- mäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfüg ung vom 13. Juni 2016 . Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, er habe weder Wohnsitz in der Schweiz, noch Vermögen, noch Einkommen und sei invalid. Er erhalte weder private Hilfe noch eine Invalidenrente und habe keine Chance, un- abhängig zu werden . Seit er auf den Philippinen sei, habe er dort seine familiären Bande, inklusive Pflege. Eine Rückkehr in die Schweiz sei daher unzumutbar. Zu seinen Kindern und seiner Ex-Frau habe er keinen Kontakt mehr. Dass er die Schweiz ohne seine Frau verlassen habe, stimme nicht. Sie seien bereits seit 2010 getrennt gewesen; sie habe ihn verlassen. Da sie beide arbeitslos gewesen seien, hätten die Probleme zugenommen. Ausserdem sei er verunfallt. Wegen seiner Arbeitslosigkeit und Invalidität habe er die Wohnung verkaufen müssen. Somit sei der Entscheid gefallen, die Schweiz zu verlassen, ohne daran zu denken, dass es hinsichtlich sei- ner Krankheit („Befund Osteoporose“) keine Besserung geben würde. Seit dem 3. März 2016 sei er von seiner Ex-Frau geschieden. Im Begleitschreiben, welches der Beschwerdeführer der Botschaft zusam- men mit der Beschwerde einreichte, macht er namentlich darauf aufmerk- sam, dass er für Soforthilfe dankbar wäre. Er sei invalid und hätte wirklich Anrecht auf eine Invalidenrente. Er könne nicht stehen und schon gar nicht laufen, nicht selbstständig zu r Toilette gehen, sich nicht alleine anziehen etc.. F-4611/2016 Seite 4 Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung vom 13. Juni 2016, das Urteil des D._______ vom 3. März 2016, mit dem der Beschwerdefüh- rer von Frau E._______ geschieden wurde, und Fotos, welche seinen Ge- sundheitszustand dokumentieren sollen, bei. D. Mit Vernehmlassung vom 21. September 2016 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und hält vollumfänglich an der angefochtenen Verfügung fest. Der Beschwerdeführer bringe hiergegen auf Beschwerde- ebene keine stichhaltigen Argumente vor. So setze er sich mit der Argu- mentation der Verfügung nicht auseinander und lege nicht dar, weshalb die vorinstanzlichen Erwägungen unzutreffend sein sollten. Es werde einzig vorgebracht, dass er familiäre Bande auf den Philippinen habe, wobei er dies nicht näher begründe. Sein Argument, wonach er auf den Philippinen keine Chance habe, unabhängig zu werden, sei genau einer der Gründe, weshalb ein Verbleib im Empfangsstaat aufgrund der gesamten Umstände nicht gerechtfertigt sei (vgl. Art. 19 Abs. 1 Bst. c Ziff. 2 V-ASG). Das Schei- dungsurteil vom 3. März 2016 sei der Vorinstanz nicht bekannt gewesen. Insbesondere sei dieses Urteil mit dem Gesuch vom 1 8. Mai 2016 nicht eingereicht worden beziehungsweise habe der Beschwerdeführer unvoll- ständige und widersprüchliche Angaben zu seinem familienrechtlichen Sta- tus gemacht. So habe er im Gesuch vom 18. Mai 2016 beim Punkt „Ge- schieden“ Frau F._______ mit Ziff. 1 und Frau E._______ mit Ziff. 2 ange- geben. Beim Ort und Datum der Scheidung habe er neben Ziff. 1 ein Fra- gezeichen und neben Ziff. 2 den 20. August 2013 gesetzt. Diesen Angaben habe somit nicht entnommen werden können, ob der Beschwerdeführer immer noch verheiratet gewesen sei oder nicht. Die fehlenden Angaben zu Frau F._______ hätten vielmehr vermuten lassen, dass er immer noch mit ihr verheiratet gewesen sei. Die Scheidung ändere aber nichts daran, dass aufgrund der gesamten Umstände ein Verbleib auf den Philippinen nicht gerechtfertigt erscheine. Es seien demnach keine Gründe ersichtlich, wel- che die Ausrichtung wiederkehrender Leistungen auf den Philippinen recht- fertigen würden. Die Beschwerde erweise sich infolgedessen von vornhe- rein als unbegründet. E. Von seinem Replikrecht machte der Beschwerdeführer keinen Gebrauch. F. Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä- gungen eingegangen. F-4611/2016 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge- führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen unter anderem Verfü- gungen der KD betreffend Sozialhilfeleistungen an Schweizer Staatsange- hörige im Ausland nach Art. 33 Abs. 1 ASG. 1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver- waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes be- stimmt. 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be- schwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er- messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be- schwerdeinstanz verfügt h at – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde a uch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Analog zum Sozialversicherungsrecht ist auf dem Gebiet der Sozialhilfe an Schweizer Staatsangehörige im Ausland grundsätzlich auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen, wie si e sich im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung dargestellt haben (vgl. Urteil des BVGer C-4103/2013 vom 30. April 2015 E. 2 m.H.). 3. 3.1 Gemäss Art. 22 ASG gewährt der Bund im Rahmen dieses Gesetzes Auslandschweizerinnen und -schweizern, die bedürftig sind, So zialhilfe. Auslandschweizerinnen und -schweizer im Sinne dieses Gesetzes sind nach Art. 3 Bst. a ASG Schweizerinnen und Schweizer, die in der Schweiz keinen Wohnsitz haben und im Auslandschweizerregister eingetragen sind. Gemäss Art. 24 ASG wird Auslandsch weizerinnen und -schweizern F-4611/2016 Seite 6 nur dann Sozialhilfe gewährt, wenn diese ihren Lebensunterhalt nicht hin- reichend aus eigenen Kräften und Mitteln, aus Beiträgen von privater Seite oder aus Hilfeleistungen des Empfangsstaates bestreiten können. Aus- landschweizerinnen und -schweizern mit mehrfacher Staatsangehörigkeit wird in der Regel keine Sozialhilfe gewährt, wenn die ausländische Staats- angehörigkeit vorherrscht (Art. 25 ASG). 3.2 Art und Umfang der Sozialhilfe richten sich nach den besonderen Ver- hältnissen des Empfangsstaates, unter Berücksichtigung der notwendigen Lebensbedürfnisse einer oder eines sich dort aufhaltenden Schweizer Staatsangehörigen (Art. 27 Abs. 1 ASG). Je nach Situation kann die Sozialhilfe in Form von wiederkehrenden oder einmaligen Leistungen ge- währt werden (vgl. Art. 18 Abs. 1 V -ASG). Anspruch auf wiederkehrende Leistungen hat eine Person, wenn ihre anrechenbaren Ausgaben die an- rechenbaren Einnahmen übersteigen und ihr liquidierbares Verm ögen bis auf den Vermögensfreibetrag verwertet worden ist (Art. 19 Abs. 1 Bst. a und Bst. b V-ASG). Zudem muss ihr Verbleib im Empfangsstaat aufgrund der gesamten Umstände gerechtfertigt sein (Art. 19 Abs. 1 Bst. c V-ASG), was namentlich dann der Fall ist, wenn sich die betreffende Person schon seit mehreren Jahren im Empfangsstaat aufhält (Ziff. 1), wenn sie mit gros- ser Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit im Empfangsstaat wirtschaftlich selbstständig wird (Ziff. 2) oder wenn sie nachweist, dass ihr wegen enger familiärer Bande oder anderer Beziehungen die Rückkehr in die Schweiz nicht zugemutet werden kann (Ziff. 3). Dabei ist unerheblich, ob die ent- sprechenden Leistungen im Ausland oder in der Schweiz kostengünstiger wären (Art. 19 Abs. 2 V-ASG). Besagte Kriterien werden in den Richtlinien der KD zur Sozialhilfe für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer (gültig ab 1. Januar 2016; nachfolgend: Richtlinien) konkretisiert (vgl. www.eda.admin.ch > Dienstleistungen und Publikationen > Dienstleistun- gen für Schweizer Staatsangehörige im Ausland > Sozialhilfe für Ausland- schweizerinnen und Auslandschweizer (SAS) > rechtliche Grundlagen > Richtlinien). Erscheint der Verbleib im Empfangsstaat nicht gerechtfertigt, kann dem oder der Bedürftigen die Rückkehr in di e Schweiz nahegelegt werden, wobei der Bund anstelle der Unterstützung im Ausland die Rück- kehrkosten übernimmt (vgl. Art. 30 ASG). 3.3 Die allfällige Bedürftigkeit einer Person wird – um dem Gleichbehand- lungsgebot Rechnung zu tragen – in jedem Unterstützungsfall auf der Grundlage eines Haushaltsbudgets festgestellt. Jedem Gesuch um Aus- richtung von Sozialhilfeleistungen ist daher ein solches Budget beizulegen, in welchem die anrechenbaren Einnahmen der gesuchstellenden Person F-4611/2016 Seite 7 ihren anerkannten Ausgaben gegenüber gestellt sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 Bst. a und Art. 21 f. V-ASG sowie Ziff. 2.1 der Richtlinien). Bei der Berech- nung des Budgets stützen sich die zuständigen Behörden auf die allgemei- nen sozialhilferechtlichen Grundsätze (beispielsweise die Empfehlungen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe [SKOS] oder die Richtlinien der KD). 4. 4.1 Selbst wenn aufgrund des von der Botschaft ausgefüllten Budgets vom 15. Februar 2016 (Akten der Vorinstanz [KD-act.] 13) von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist, besteht – wie in E. 3.2 erwähnt – nur dann ein Anspruch auf die beantragten wiederkehrenden Leistungen, wenn auch die übrigen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind, was nach Auf- fassung der Vorinstanz, welche sich in diesem Zusammenhang auf Art. 19 Abs. 1 Bst. c V-ASG stützt, nicht zutrifft. Gemäss den Bestimmungen von Ziff. 1.3.4 der Richtlinien, die die Kriterien von Art. 19 Abs. 1 Bst. c V-ASG konkretisieren und vom Gericht grundsätzlich zu berücksichtigen sind (vgl. Urteil des BVGer C -6795/2014 vom 29. April 2015 E. 4.1 m.H. auf BVGE 2010/33 E. 3.3.1), wird zwischen Umständen abgewogen, die eher für eine Leistung vor Ort im Ausland sprechen, und solchen, die eher die Heimkehr in die Schweiz nahelegen. 4.2 Eher für eine Leistung vor Ort spricht den Richtlinien zufolge, wenn der Lebensunterhalt im Empfangsstaat bisher ganz oder teilweise durch eine Erwerbstätigkeit finanziert wurde, w enn die gesuchstellende Person sich seit mehr als fünf Jahren im Empfangsstaat aufhält und in der Gesellschaft des Empfangsstaats gut integriert ist. Ebenfalls ins Gewicht fällt, wenn enge persönliche Bindungen zu Personen des Empfangsstaats bestehen (z.B. Ehe bzw. stabiles Kon kubinat und Verwandtschaft), so dass eine Heimkehr nicht zugemutet werden kann. Eher gegen eine Leistung vor Ort spricht gemäss den Richtlinien, wenn die Chancen auf wirtschaftliche Unabhängigkeit trotz Arbeitsfähigkeit gering sind, wenn der Lebensunterhalt im Empfangsstaat bisher vor allem aus Er- sparnissen finanziert wurde, wenn keine ordentliche Aufenthaltsbewilli- gung vorhanden ist beziehungsweise eine solche nicht innert nützlicher Frist beschafft werden kann. Auch der Umstand, dass die gesuchstellende Person weder mit einer Person des Empfangsstaats verheiratet ist noch in einem stabilen Konkubinat lebt, oder Verwandte im Empfangsstaat hat, spricht gegen die Ausrichtung von Unterstützungsleistungen im Ausland. F-4611/2016 Seite 8 Diese Kriterien machen deutlich, dass eine Unterstützung vor Ort im vor- liegenden Kontext insbesondere dann als insgesamt gerechtfertigt anzu- sehen ist, wenn eine eigentliche Verwurzelung – sozial, familiär und wirt- schaftlich – im Empfangsstaat besteht. 4.3 4.3.1 Den Akten zufolge lebt der Beschwerdeführer seit 2013 auf den Phi- lippinen. Erforderlich wäre indessen ein mehrjähriger Aufenthalt (vgl. Art. 19 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 V-ASG). Praxisgemäss werden Unterstützungs- leistungen vor Ort erst gewährt, wenn der Aufenthalt mehr als fünf Jahre beträgt (vgl. Ziff. 1.3.4 der Richtlinien). 4.3.2 Im Weiteren ist der Beschwerdeführer auf den Philippinen in wir t- schaftlicher Hinsicht nicht integriert. So hat er seinen Lebensunterhalt aus den monatlichen, mittlerweile eingestellten Überweisungen seines Sohnes und dem Geld aus der Pensionskasse finanziert, nicht jedoch aus eigener Erwerbstätigkeit. Er gibt diesbezüglich selbst an, weder Einkommen noch Vermögen zu haben und erklärt, eine Chance, unabhängig zu werden, be- stehe nicht. In diesem Zusammenhang ist auf seine angeschlagene Ge- sundheit hinzuweisen, welche ihn daran hindern dürfte, eine Arbeit aufzu- nehmen und somit in absehbarer Zeit wirtschaftlich selbstständig zu wer- den. Gemäss dem ärztlichen Attest des G._______ vom 17. Februar 2016 wurde beim Beschwerdeführer nämlich eine chronische Arthritis mit Kon- traktur beider Knie diagnostiziert. Es wurde festgehalten, er leide an Ge- lenkschmerzen, könne nicht gehen und sei auf den Rollstuhl angewiesen. Wie seine Lebenspartnerin bei einem Gespräch mit der Botschaft erklärte, kann er auch seinen Schliessmuskel nicht mehr kontrollieren (vgl. Bericht der Schweizer Vertretung in Manila zum Gesuch um Ausrichtung einer Un- terstützung [KD-act. 1] vom 26. Januar 2016, S. 4 unter Bemerkungen). Er selbst gab auf Beschwerdeebene an, nicht selbstständig zur Toilette gehen und sich nicht alleine anziehen zu können. 4.3.3 Unklar sind sodann auch die in der Beschwerde vorgebrachten fami- liären Bindungen im Empfangsstaat. Der Beschwerdeführer macht diesbe- züglich einzig geltend, seit er auf den Philippinen sei , habe er dort seine familiären Bande, inklusive Pflege. Näh ere Ausführungen dazu macht er nicht. Den weiteren Akten ist in diesem Zusammenhang zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit seiner philippinischen Freundin und deren Mutter im gleichen Haushalt lebt, wobei er von der Freundin gepflegt wird. Wie sich das Konkubinat konkret gestaltet, ist nicht bekannt. Der Umstand, F-4611/2016 Seite 9 dass die Partnerin den Beschwerdeführer pflegt, lässt zwar auf eine ge- wisse Bindung schliessen; ein länger dauerndes Konkubinat, welches für eine Leistung vor Ort sprechen würde, ergibt sich daraus jedoch nicht. Im Übrigen soll auch die Mutter des Beschwerdeführers auf den Philippinen leben. Sein Sohn hat diesbezüglich angegeben, die Mutter des Beschwer- deführers wäre bereit gewesen, mit dem Beschwerdeführer in ihrem Haus zusammenzuwohnen, jedoch unter der Bedingung, dass keine Frauen „temporär einziehen“ würden (vgl. E-Mail der Vorinstanz an die Botschaft in Manila vom 8. Februar 2016, KD-act. 9). In welcher konkreten Beziehung der Beschwerdeführer zu seiner Mutter steht, ist aus den Akten nicht er- sichtlich. In der Beschwerd e wird die Mutter denn auch mit keinem Wort erwähnt. Zusammenfassend ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- rer vor Ort besonders enge persönliche Bindungen unterhält, die bei einer allfälligen Unterstützung im Empfangsstaat mitberücksichtigt werden könn- ten. 4.4 Nach dem Gesagten liegt insgesamt keine tiefgreifende Verwurzelung des Beschwerdeführers im Empfangsstaat vor, welche eine Unterstützung vor Ort rechtfertigen würde. Keine Bedeutung kommt von Gesetzes wegen der Überlegung zu, dass der Lebensunterhalt im Empfangsstaat wen iger kostet als in der Schweiz (vgl. Art. 19 Abs. 2 V-ASG). 4.5 Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer seit dem 3. März 2016 geschieden ist und zu seiner Ex-Frau sowie seinen Kindern angeblich kei- nen Kontakt mehr hat, vermag nichts daran zu ändern, dass i hm eine Heimkehr in die Schweiz zumutbar ist. 4.6 Im Rahmen des Gesuchs um Übernahme der Heimreisekosten vom 23. September 2015 wurde eine Unterbringung des Beschwerdeführers in einem Pflegeheim in Betracht gezogen. Sollte er aufgrund seines Gesund- heitszustandes auch im heutigen Zeitpunkt einen Pflegeplatz benötigen, besteht die Möglichkeit , in der Schweiz entsprechend untergebracht zu werden. 5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Gesuch des Be- schwerdeführers vom 18. Mai 2016 um Ausrichtung einer wiederkehrenden Leistung zu Recht abgelehnt hat. Die angefochtene Verfügung erweist sich F-4611/2016 Seite 10 demnach mit Blick auf Art. 49 VwVG als rechtmässig. Die Beschwerde ist infolgedessen abzuweisen. 6. Ausgangsgemäss wären die Kosten des Verfahrens grundsätzlich dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen . Angesichts der besonderen Umstände rechtfertigt es sich jedoch, auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu ver- zichten (vgl. Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) F-4611/2016 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (durch Vermittlung der Schweizerischen Bot - schaft in Manila) – die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Akten Ref-Nr. […] zurück) – die Schweizerische Botschaft in Manila mit der Bitte, das Urteil gegen Empfangsbestätigung auf diplomatischem Weg zuzustellen und die Empfangsbestätigung anschliessend ans Bundesverwaltungsgericht zu senden Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Kayser Karin Schnidrig F-4611/2016 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden ( Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter- schrift z u enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hände n hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: