00/01 4 Zivilprozessordnung. Art. 19, Ar t. 200 Abs. 2 ZPO. Hat dem Prozess ein Vermittlungsverfahren voranzugehen, ist der Klage ein Weisungsschein des Ver- mittlers beizulegen. Steht fest, dass (zu Unrecht) keine Vermittlungsverhandlung stattgefunden hat und demnach kein Weisung sschein vorhanden ist, hat der ent- scheidende Richter gleich vorzugehen, wi e wenn der Weisungsschein verfallen wä- re oder von einem unzuständigen Vermittler stammen würde. Der Richter tritt für dermalen auf die Klage nicht ein und erl ässt einen Erledigungsbeschluss. Die An- setzung einer Verbesserungsfrist zur Nachre ichung eines allenfalls vorhandenen Weisungsscheins entfällt. Art. 19 ZPO sieht einzig eine Überweisung bei Unzustän- digkeit nach dem Streitwert vor. Die Bestimmung umfasst den Vermittler nicht. Obergericht, 07. September 2000, OG Z 00 9 (siehe 00/01 3) Aus den Erwägungen: in Erwägung, dass ... - dem Prozess ein Vermittlungsverfahren voranzugehen hat (Art. 185 ff. ZPO), nach Art. 200 Abs. 2 ZPO der Klage ein Weisungsschein des Vermittlers beizulegen ist; - vorliegend feststeht, dass keine Vermittlungsverhandlung stattgefunden hat, demnach auch kein Weisungsschein vorhanden ist; - in solchen Fällen der entscheidende Richter gleich vorzugehen hat, wie wenn der Weisungs- schein verfallen wäre oder von einem unzuständigen Vermittler stammen würde, der Richter auf die Klage für dermalen nicht einzutreten und einen Erledigungsbeschluss zu erlassen hat (Art. 200 Abs. 2 ZPO; vgl. Art. 97 Abs. 2 lit. a ZPO); - die Ansetzung einer Verbesserungsfrist zur Nachreichung eines allenfalls vorhandenen Wei- sungsscheins (Art. 94 Abs. 2 lit. f, Art. 84 lit. h i.V.m. Art. 85 ZPO) entfällt; - Art. 19 ZPO einzig eine Überweisung bei Unzuständigkeit nach dem Streitwert vorsieht, die Bestimmung den Vermittler nicht mitumfasst (vgl. Art. 190 ZPO), ...