Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA080144/U/mum Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Herbert Heeb, Vizepräsident, die Kassationsrichterin Yvona Griesser, die Kassa- tionsrichter Reinhard Oertli und Georg Naegeli sowie der Gene- ralsekretär Viktor Lieber Zirkulationsbeschluss vom 28. September 2009 in Sachen A. , … …, Gesuchstellerin, Rekurrentin und Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt …, gegen 1. B., …, 2. C. , …, Gesuchsgegner, Rekursgegner und Beschwerdegegner 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt …, betreffend Befehl / Rückweisung Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 19. August 2008 (NL080096/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Die Beschwerdeführerin ist Eige ntümerin des Grundstücks Kat.Nr. yyy (...weg 3) in X. Die Beschwerdegegner sind Miteigentümer des benachbarten, un- terhalb des erstgenannten Grundstücks liegenden Grundstücks Kat.Nr. zzz (...strasse 27). Mit (öffentlich beurkundetem) Dienstbarkeitsvertrag vom 13. Janu- ar 2006 errichteten die Parteien sowie der Eigentümer des weiteren Nachbar- grundstücks Kat.-Nr. www u.a. ein Fuss- und Fahrwegrecht zugunsten Kat.Nr. yyy und zulasten Kat.Nr. zzz und Kat.Nr. www. Demnach hat der jeweilige Eigentümer des Grundstücks Kat.Nr. yyy (d.h. aktuell die Beschwerdeführerin) ein Fuss- und Fahrwegrecht auf einer in einem angef ügten Plan eingezeichneten Fläche. Die Beschwerdeführerin wollte auf ihrem Grundstück eine Garage erstellen (und hat diese mittlerweile auch erstellt). Das beschriebene Wegrecht sollte der Zufahrt von der ...strasse in diese Garage und der Wegfahrt von dieser Garage in die ...strasse dienen (vgl. ER act. 3/1 und 3/2). 2. Mit Eingabe vom 18. Januar 2007 an den Einzelrichter im summarischen Verfahren des Bezirkes X behauptete di e Beschwerdeführerin, die Beschwer- degegner hätten nach Erstellung der Garage entlang der Grenze der Liegenschaf- ten Kat.Nr. yyy und Kat.Nr. zzz einen Drai nagegraben bis zur ...strasse gezogen. Dieser Graben verunmögliche ihr die Ausübung des Wegrechtes. Sie verlangte im Wesentlichen, es sei den Beschwerdegegnern im Sinne von § 222 Ziff. 2 ZPO zu befehlen, den ungehinderten G ebrauch des Wegrechtes durch Entfernung aller Gegenstände und Zuschüttung des Grabens her zustellen und in Zukunft aufrecht zu erhalten. 3. Mit Verfügung vom 20. März 2007 bef ahl der Einzelrichter den Beschwer- degegnern in teilweiser Gutheissung des Begehrens, der Beschwerdeführerin durch Ermöglichen des Überfahrens des Grabens die ungehinderte Ausübung - 3 - des Wegrechtes gemäss Dienstbarkeit svertrag vom 13. Januar 2006 in dem Ausmass zu gewährleisten, in we lchem der genannte Vertrag unangefochten geblieben sei, und wies das Begehren im Mehrumfang ab (ER act. 19 S. 8). Mit Verfügung vom 29. Juni 2007 er läuterte der Einzelrichter seine Verfügung durch die Umschreibung des Ausmasses, in welchem der Dienstbarkeitsvertrag vom 13. Januar 2006 unangefochten geblieben sei, näm lich "unter Berücksichtigung einer Wegrechtsbreite von 3 m, gemessen ab dem bergseitigen Rand der Garagenzu- fahrt, und eines Einlenkerradius von 3m“, dies gemäss einem angehefteten Plan, der integrierenden Bestandteil der Verfügung bildet (ER act. 32 S. 3/4 samt Beila- ge). 4. Gegen die einzelrichterliche Ve rfügung vom 20. März 2007 mit Erläute- rung vom 29. Juni 2007 reku rrierte die Beschwerdeführe rin an das Obergericht. Sie beantragte, den Beschwe rdegegnern sei zu befehlen, ihr durch Ermöglichen des ungehinderten Überfahr ens des Grabens die ungehinderte Ausübung des Wegrechtes gemäss Dienstbarke itsvertrag vom 13. Januar 2006 vollumfänglich zu gewährleisten. Mit Beschluss vom 19. September 2007 wies das Obergericht (II. Zivilkammer) den Rekurs zur Hauptsa che ab und bestätigte den einzelrichter- lichen Entscheid; es hiess den Rekurs lediglich insofern gut, als es hinsichtlich des Mehrumfanges des Begehrens (d.h . bezüglich des angefochtenen Teils des Dienstbarkeitsvertrags) statt auf Abweisung auf Nichteintreten erkannte. 5. Gegen den Rekursentscheid erhob die Beschwerdeführerin Nichtigkeits- beschwerde. Mit Beschluss vom 9. Juli 2008 (Kass.-Nr. AA070160; KG act. 4) hiess das Kassationsgericht die Nichtigke itsbeschwerde gut, hob den Rekursent- scheid auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zurück. Es kam zum Schluss, die Beschwerdeführer in habe sich vor den Vorinstanzen nicht nur auf Art. 737 ZGB, sondern insbesonder e auch auf Besitzesschutz nach Art. 928 ZGB gestützt; darauf sei das Obergericht jedoch, insoweit in Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, nicht eingegangen. 6. Mit Beschluss vom 19. August 2008 (KG act. 2) bestätigte das Oberge- richt im Ergebnis seinen vorangehenden Entscheid, wobei es sich nunmehr auch mit der Frage des Besitzesschutz auseinandersetzte. - 4 - Dagegen richtet sich die vorliegende, rechtzeitig erhobene Nichtigkeitsbe- schwerde, mit welcher die Beschwerdeführ erin beantragt, es sei der angefochte- ne Beschluss erneut aufzuhebe n und es sei ihr Begehren vollumfänglich gutzu- heissen; eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägun- gen an die Vorinstanz zurückzuweisen (K G act. 1 S. 2). Die Beschwerdegegner beantragen Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (KG act. 11). Die Vorinstanz hat auf Vernehmlassung verzichtet (KG act. 9). 7. Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnah- me zugestellt (KG act. 12). II. 1. Das Obergericht begründet seinen Entscheid zunächst damit, es sei zwar unzweifelhaft, dass die Beschwerdeführerin ihr Wegrecht tatsächlich ausgeübt habe; offen bleibe aber, in welchem Umf ang dies geschehen sei. Konkret sei un- klar und ergebe sich aus den Akten nicht, ob sich die tatsächliche Ausübung auch auf den angefochtenen Teil der Dienstbarkeitsfläche beziehe. Damit seien die Verhältnisse bezüglich des angefochtenen Teils des Dienstbarkeitsvertrages auch unter Einbezug einer Prüfung von Art. 928 ZG B weiterhin illiquid (Beschluss S. 7 unten). Aber selbst wenn man – so die Vorinstanz weiter (Beschluss S. 8) – davon ausgehe, die Beschwerdeführerin habe das gesamte Wegrecht ausgeübt, ändere dies nichts am Ergebnis, weil es ih r nicht gelinge, den Einwand der Beschwerde- gegner, sie sei zur Besitzesstörung berechtigt (weil diese zur Abwehr von Schä- den erforderlich sei), sofort als unbegründet oder haltlos zu widerlegen. Auch in Bezug auf die Frage, ob sich die Be schwerdegegner beim Aushub des Drainage- grabens verbotener Eigenmacht bedienten, seien die tatsächlichen Verhältnisse somit illiquid (Beschluss S. 9). 2. Als aktenwidrig bzw. willkürlich erachtet die Besc hwerdeführerin zunächst die Annahme des Obergerichts, wonach unklar sei, ob die Beschwerdeführerin ihr - 5 - Wegrecht auch mit Bezug auf die angef ochtenen Teile der Die nstbarkeitsfläche tatsächlich ausgeübt habe (Beschwerde S. 6, Ziff. 19). 2.1 Das Obergericht hat di esbezüglich ausgeführt (B eschluss S. 7, Erw. 4.3), es dürfte unzweifelhaft sein, dass di e Beschwerdeführerin das Wegrecht in Anspruch genommen habe. Sie mache aber nicht geltend, sie habe das Wegrecht in seinem gesamten ursprünglichen Umfang ausgeübt. Sie erkläre lediglich, das Wegrecht durch den Bau der Garage ausg eübt zu haben. Die Garage selbst ste- he auf dem Grundstück der Beschwerdeführ erin, und mit dem Wegrecht habe ei- ne genügend grosse Zufahrt ermöglicht wer den sollen. Die Erstellung der Garage allein lasse aber nicht zwingend darauf schliessen, dass das Wegrecht tatsächlich genutzt worden sei, da eine Zufahrt zur Garage gemäss den eingereichten Plänen auch ohne Inanspruchnahme der Wegrechtsfläche möglich, wenn auch erheblich umständlicher, sein dürfte. Da aber die Beschwerdegegner ihrerseits einräumten, die Beschwerdeführerin habe ihr Grundstück während de r Bauphase benutzt, sei dennoch von einer Ausübung des Wegrechts auszugehen; offen bleibe aber, in welchem Umfang. Damit sei weiterhin unk lar und ergebe sich auch nicht aus den Akten, ob sich die tatsächliche Ausübung des Wegrechts auch auf den angefoch- tenen Teil der Dienstbarkeitsfläche beziehe. 2.2 Demgegenüber verweist die Beschwerdeführer in zur Begründung der Rüge auf die Akten, aus welchen sich ergebe, dass sie das Wegrecht auch im streitigen Umfang von allem Anfang an tatsächlich ausgeübt habe. Konkret verweist die Beschwerdeführerin (Beschwerde Ziff. 21) zunächst auf den kassationsgerichtlichen Rückweisungsentscheid vom 9. Juli 2008, wo festge- stellt werde, die Beschwerdeführerin habe ihr Wegrecht tatsächlich ausgeübt, und zwar gemäss den Beschwerdegegnern „sogar in exorbitanter Weise“. Diese Fest- stellung fusse wiederum auf den Erwägungen des Einzelri chters, auf welche das Obergericht verwiesen hatte. Jener sei zum Schluss gekommen, die Beschwerde- führerin habe den „Wegrechtsbereich“ bereits während der Bauphase – und damit vor der Besitzesstörung – „exorbitant“ in Anspruch genommen, was die Be- schwerdegegner selbst bestätigt hätten. - 6 - Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist es unter diesen Umständen willkürlich bzw. aktenwidrig, wenn es die Vorinstanz als unklar bezeichne, ob die Beschwerdeführerin das Wegrecht vollu mfänglich ausgeübt habe oder nicht. Von einer „exorbitanten“ Beanspruchung auszugehen bedeute nichts anderes, als er- stellt zu erachten, dass das Wegrecht in besonderem Masse, übermässig, mass- los und damit jedenfalls im gesamten Umfang ausgeübt worden sei (Beschwerde Ziff. 22). 2.3 Im Rückweisungsbeschluss vom 9. Juli 2008 hatte das Kassationsge- richt auf die Feststellungen des Einzelrichters und (darauf verweisend) des Ober- gerichts Bezug genommen, wonach die Beschwerdeführerin das Wegrecht tat- sächlich ausgeübt habe, und zwar gem äss den Vorbringen der Beschwerdegeg- ner sogar „in exorbitanter Weise“ (KG act. 4 S. 7 unten). Letztlich beruht diese Stelle somit auf den entsprechenden Ausf ührungen in der einzelrichterlichen Ver- fügung vom 20. März 2007; hier war auf die Vorbringen der Beschwerdegegner hingewiesen worden, nach welchen der Wegrechtsbereich durch die Beschwerde- führerin während der Bauphas e „über Gebühr“ bzw. „exorbitant“ in Anspruch ge- nommen worden sei (OG [I] act. 2 S. 4 unten). Diese Vorbringen bezogen sich aber darauf, dass – nach Darstellung der Beschwerdegegner – die Inanspruch- nahme ihres Grundstückes seitens der Besch werdeführerin insofern „exorbitant“ gewesen sei, als diese im Zusamm enhang mit der Erstellung der Garage schwerstes Gerät nur wenige Zentimeter neben der Hausmauer aufgefahren habe (ER act. 13 S. 11). Mit anderen Worten ging es um die Intensität, nicht aber um das (räumliche) Ausmass der Inanspruchnahme. Insofern liegt der behauptete Wi- derspruch zu den Akten nicht vor. Ob im Übrigen im Zusammenhang mit der Er- stellung der Garage schon von einer Ausübung des Wegrechts gesprochen wer- den kann (oder ob dieses nicht das Bestehen der Garage voraussetzt, vgl. KG act. 11 S. 8, Ziff. 17.5), kann hier dahingestellt bleiben. Die Rüge erweist sich damit als unbegründet. 3. In diesem Zusammenhang rügt die Be schwerdeführerin weiter eine Ver- letzung klaren materiellen Rechts (Beschwe rde S. 7 f., Ziff. 24 ff.). Da gegen den angefochtenen Entscheid mangels Erreic hung der massgebliche n Streitwertgren-- 7 - ze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht (vorbehältlich Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG) nich t zulässig ist, ist die Rüge im Hinblick auf § 285 ZPO im kantonalen Beschwerdeverfahren zulässig. 3.1 Die Rüge richtet sich gegen die Feststellung im angefochtenen Ent- scheid, wonach offen bleibe, ob bzw. in welchem Umfang die tatsächliche Aus- übung des Wegrechts sich auch auf den angefochtenen Teil de r Dienstbarkeits- fläche bezieht, weshalb insofern Illiquidität vorliege (Beschluss S. 7 unten). Zur Begründung der Rüge bringt die Be schwerdeführerin vor (Beschwerde Ziff. 25), es stelle klares Recht dar, dass vom Inhaber eines Wegrechts nicht der Nachweis darüber, dass er über jeden selbst noch so klei nen Teil des belasteten Grundstücks die Sachherrschaft ausgeübt habe, verlangt werden könne. Somit sei der Sachbesitz auch dann zu bejahen, wenn nur ein Teil der belasteten Sache bei der Ausübung des durch die Dienstbar keit vermittelten Rechts beansprucht werde. Zur Begründung dieser Auffassung beruft sich die Beschwerdeführerin auf ZK-LIVER und BK-R EY, je zu Art. 737 ZGB. Wenn da s Obergericht – so die Be- schwerdeführerin weiter (Beschwerde Zi ff. 26) – von ihr den Nachweis darüber verlange, dass sie ihr Wegrecht auch mit Bezug auf den angefochtenen Teil der Dienstbarkeitsfläche ausgeübt habe, verkenne es daher, dass Sachbesitz schon dann vorliege, wenn das belastete Grundstück nicht in vollem Umfang tatsächlich beherrscht worden sei. Damit vermöge entgegen der Vorinstanz die Besitzes- schutzklage für das Wegrecht in seinem Gesamtumfang zu greifen. 3.2 Die Auffassung der Beschwerdeführ erin, wonach schon durch Benüt- zung bloss eines Teils der Dienstbarkeitsfläche der Sachbesitz an der gesamten Dienstbarkeit zu bejahen sei, bildet kein klar es Recht. Aus den von ihr angeführ- ten Stellen folgt zunächst lediglich, dass Sachbesitz auch entstehen kann, wenn nur ein Teil der belasteten Sache bei de r Ausübung des durch die Servitut vermit- telten Rechts beansprucht wird, z. B. bei einem Wegrecht (BK-R EY, System. Teil zu Art. 730 und 731 ZGB, N 116). Umgekehrt spricht ZK-L IVER ZGB Art. 737 N 129 ausdrücklich davon, dass in diesem Fall zwar Sachbesitz, aber eben nur als Teilbesitz entsteht. Teilbesitz bedeutet, dass an einzelnen Bestandteilen einer Sache getrennter Besitz möglich ist, so etwa bei Liegenschaften, an deren einzel-- 8 - nen Räumlichkeiten verschiedenen Person en getrennter Besitz zustehen kann (vgl. BK-STARK, Einleitung vor ZGB Art. 919-941, N 42 ff.). Somit kann es nicht als Verletzung klaren Rechts bezeichnet we rden, wenn die Vorinstanz aufgrund des (liquiden) Besitzes an einem Teil des Wegr echts nicht auf Liquidität hinsichtlich des Vollbesitzes geschlossen hat. 4. Hinsichtlich der vorinstanzlic hen Eventualbegründung (Recht der Be- schwerdegegner auf Besitze sstörung, angefochtener Beschlu ss Erw. 6, S. 8/9) macht die Beschwerdeführerin ebenfalls eine Verletzung klaren materiellen Recht geltend (Beschwerde Ziff. 28 ff., S. 8 ff.). 4.1 Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, es sei der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die Berufung der Beschwerdegegner auf deren Notwehrsituation sofort als unbegründet und haltlos zurückzu weisen; insoweit seien die tatsächli- chen Verhältnisse illiquid geblieben (Beschluss S. 9). Damit habe sie – so die Be- schwerdeführerin – gegen den Grundsatz vers tossen, wonach es Sache der Be- schwerdegegner (und nicht der Beschwerdef ührerin) sei, diesen Nachweis zu erbringen, weil sie behaupteten, ein besseres Recht zu haben. Überdies lasse die Vorinstanz (entgegen dem klaren Wortlaut und der einstimmigen Lehre zu Art. 928 ZGB) eine Einwendung aus dem Recht zu, was gegen den possesorischen Zweck der Bestimmung verstosse, der gerade darin bestehe, jede Einrede aus dem Recht auszuschliessen. 4.2 Die von den Besc hwerdegegnern geltend gemac hte Notwehrsituation (Gefährdung ihres Eigentums zufolge drohender Wasserschäden) wird im Schrift- tum als mögliche Variante erwähnt, welc he die Berufung auf Besitzesstörung durch verbotene Eigenmacht ausschliesst (BSK ZGB II-S TARK/ERNST, Vor Art. 926-929 N 19). Massgebend ist, dass in diesem Fall eben keine verbotene, son- dern zulässige Eigenmacht (Ausübung der Selbsthilfe, vgl. Art. 926 ZGB) gege- ben ist (vgl. KG act. 11 S. 9 f.), womit die Vorbringen der Be schwerdeführerin in- soweit an der Sache vorbei gehen. Im Weiteren geht es in diesem Zusammenhang nicht um den Nachweis ei- nes besseren Rechts, sondern eines Tatbestandselementes im Zusammenhang - 9 - mit der Frage der Eigenmacht, nämlich darum, dass die Beschwerdegegner eine konkrete Gefährdung zufolge drohender Wasserschäden geltend gemacht hatten (Beschluss S. 8/9). Wenn die Vorinstanz dazu festhielt, es sei der Beschwerde- führerin gestützt auf das von ihr eingereichte hy drogeologischen Privatgutachten nicht gelungen, diesen Einwand der Besch werdegegner sofort als unbegründet oder haltlos zu entkräften, weshalb die Sach lage insofern illiquid sei, hat sie kein klares materielles Recht verletzt (z ur Frage der Beweiswürdigung nachfolgend Erw. 6). 5. Weiter macht die Beschwerdeführer in geltend (Beschwerde S. 10 f., Ziff. 35 ff.), selbst wenn der Rechtfertigungsgrun d der Notwehr vorliegend gehört wer- den müsste, könnten die Beschwerdegegner nur insoweit zur Besitzesstörung be- rechtigt sein, als eine solche zum Schutz ihres Eigentums tatsächlich erforderlich sei. Dies folge unmissverständlich aus dem Rückweisungsbeschluss des Kassati- onsgerichts; entgegen den dortigen Ausführ ungen (und somit in Verletzung von § 104a Abs. 1 GVG) habe es das Obergericht jedoch unterlassen zu prüfen, inwie- weit das Vorgehen der Beschwerdegegner nötig gewesen sei. Die Beschwerdeführerin beruft sich in soweit auf die Nic htigkeitsgründe der Verletzung eines wesentlic hen Verfahrensgrundsatzes bzw. klaren materiellen Rechts. 5.1 Das Kassationsgericht wies in sei nem Entscheid vom 9. Juli 2008 die Sache „im Sinne der Erwägungen“ zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück. Dabei ging es (wie sich insbes. den bei den letzten Sätzen von Erw. II., S. 10 des Entscheides entnehmen lässt) einerseits um die Prüfung der auf Art. 928 ZGB gestützten Position der Beschwerdeführ erin, andererseits um allfällige Einwen- dungen der Beschwerdegegner, wie: die Beschwerdeführerin habe das Wegrecht im streitigen Umfang gar ni e ausgeübt und demzufolge kein en Besitz daran oder jedenfalls nur partiellen Besitz, oder: di e Beschwerdegegner seien zur Besitzes- störung berechtigt, weil sie zur Abwehr vo n durch die Beschwerdeführerin verur- sachten und weiter drohenden Schäden nötig sei (a.a.O.). - 10 - Das Obergericht ist diesen Vorg aben im neuen Entscheid nachgekommen. Eine Verpflichtung, näher abzuklären, inwieweit das Vorgehen der Beschwerde- gegner erforderlich sei, lässt sich als solche dem Rückweisungsentscheid nicht entnehmen. Somit liegt keine Verletzung von § 104a Abs. 1 GVG vor. 5.2 In der Sache macht die Beschwer deführerin geltend, bei den von den Beschwerdegegnern gewählten Ma ssnahmen handle es sich um reine Schikane. So hätte anstelle der Aushebung eines Drainagegrabens mit Abschrankungen der Graben in geeigneter Art und Weise, etwa mit Platten, abgeckt werden können (Beschwerde Ziff. 39). Indessen weist die Beschwerdeführerin damit jedenfalls keine Verletzung klaren materiellen Rech ts nach, zumal eine solche – tragfähige – befahrbare Abdeckung wiederum mit ni cht unerheblichem Sicherheitsaufwand verbunden gewesen wäre. 6. Die Beschwerdeführerin rügt schliess lich (Beschwerde S. 11 f., Ziff. 41 ff.), der angefochtene Entscheid ber uhe in diesem Zusammenhang auch auf ak- tenwidrigen bzw. willkürlichen tatsächlichen Annahmen. 6.1 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Annahme der Vorin- stanz willkürlich, wonach es ihr nicht gelungen sei, die Berufung der Beschwerde- gegner auf deren Notwehrsituation als un begründet und haltlo s zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin habe bereits vor erster Instanz dargelegt, dass die be- hauptete Wasserproblematik nicht best ehe, und sie habe dazu das bereits er- wähnte Privatgutachten von dipl. Natw. ET H P. vom 2. Oktober 2006 eingereicht. Dieses halte fest, dass nach Erstellung der Garage weniger Hanggrundwasser bzw. Meteorwasser vom Grundstück der Be schwerdeführerin auf das Grundstück der Beschwerdegegner flie sse und weiter, dass die Beschwerdegegner selber durch das Abbauen der Decks chicht den Hanggrundwa sserleiter unterbrochen hätten, weshalb am Fusse des Hanges Wasser an die Oberfläche getreten sei. Die Würdigung dieses Gutachtens durch die Vorinstanz, welche sich damit (bzw. mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin) insoweit auch nicht ansatzwei- se auseinandersetze, erweise sich – so die Beschwerdeführerin – angesichts sei- ner substanziellen wissenschaftlichen Ausführungen als willkürlich; die Vorinstanz - 11 - überspanne hier die Anforder ungen an die Liquidität der tatsächlichen Verhältnis- se zulasten der Beschwerdeführerin in unzulässiger Weise. 6.2a) Gemäss § 226 ZPO tritt der Richter im Verfahren nach § 222 Ziff. 2 ZPO auf das Begehren nicht ein, soweit es (u.a.) an sofort beweisbaren tatsächli- chen Verhältnissen fehlt (Illiquidität) . Einreden und Einwendungen des Beklagten machen ein Begehren illiquid, wenn sie vom Kläger nicht (sofort) als unerheblich oder unzutreffend entkräftet werden (F RANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, § 226 N 3). Allein die Tatsache, dass unterschiedliche Auffassun gen hinsichtlich der Begründetheit des Klagebegehrens bestehen, führt dabei noch nich t zu Illiquidität; vielmehr dürfen die Einreden und Einwendungen des Beklagten nicht offensichtlich unbegründet oder haltlos erscheinen (vgl. ZR 103 Nr. 13 Erw. III.4.5c m.H.). Ob die Vorinstanz Liquidität zu Re cht verneint hat, prüft das Kassationsge- richt als verfahrensrechtliche Vorfrage frei (ZR 103 Nr. 78 Erw. 5.3, 107 Nr. 13). b) Das von der Beschwerdeführerin ei ngereichte Privatgutachten hat, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (und di e Beschwerdeführerin nicht bestreitet) prozessual nicht die Bedeutung eines formellen Beweismittels, sondern einer Par- teibehauptung (F RANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N 4 vor §§ 171 ff. m.H.). Dies schliesst aber nicht aus, dass einem Privatgutachten Beweistauglichkeit zukommt und es gegebenenfalls sogar die Einholung einer geric htlichen Expertise erübri- gen kann (vgl. BGer 5P.217/2004 [= S ZZP 2005, 265 ff.]). Auf jeden Fall er- schliesst sich die Bedeutung eines Privat gutachtens nicht abstrakt, sondern an- hand der konkreten Umstände (vgl. B JÖRN BETTEX, L’expertise ju diciaire, ASR 708, Bern 2006, S. 212 f. m.H.). So hängt der Beweiswert naturgemäss von der anerkannten fachlichen Kompetenz des Gutachters und der Qualität seiner Aus- führungen ab (A. BÜHLER, Die Beweiswürdigung, in: Chr. Leuenberger [Hrsg.], Der Beweis im Zivilprozessrecht, SWR Heft 1, Bern 2000, S. 83 f.). Grundsätzlich wird einem von einer anerkannten Fachperson er statteten Privatgutachten zumindest ein höherer Stellenwert als einer bl ossen Parteibehauptung zuerkannt werden müssen, ausser es lägen sofort ersichtlic he Mängel oder konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um ein blo sses Gefälligkeitsgutachten handelt. Mit ande-- 12 - ren Worten verlangt abgesehen von den genannten Ausnahmefällen auch ein Pri- vatgutachten eine (wenn auch summarische) Würdigung und Auseinandersetzung und darf vom Gericht nicht allein mit dem Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein formelles Beweismittel handelt, abgetan werden. c) Im vorliegenden Fall lässt sich aufgrund des angefochtenen Entscheides nicht nachvollziehen, wie die Vorinstanz zum Schluss kommt, es gelinge der Be- schwerdeführerin gestützt auf das Privat gutachten P. nicht, den Einwand der Be- schwerdegegner sofort zu entkräften. Der (von seiner Ausbildung bzw. Tätigkeit her in hydrogeologischen Belangen zweifello s qualifizierte) Privatgutachter ge- langt unter Hinweis auf die örtlichen G egebenheiten konkret zum Schluss, dass nach Erstellung der Garage „folglich in sgesamt weniger Hanggrundwasser bzw. Meteorwasser“ von der Parzelle der Besch werdeführerin zur unterliegenden Par- zelle der Beschwerdegegner fliesse (ER act. 15/2 S. 2). Mit Recht beanstandet die Beschwerdeführerin, dass sich die Vorinstanz mit diesem Standpunkt nicht einmal ansatzweise auseinandersetze. Da mit erweist sich die Beschwerde in die- sem Punkt als begründet im Sinne von § 281 Ziff. 1 ZPO. 6.3 Dies führt jedoch nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Da es sich, wie oben ausgeführt, insowe it um eine Eventual begründung der Vor- instanz handelt (und nachdem sich die gegen die Haupt begründung erhobenen Rügen als unbegründet erwiesen haben), ist pr axisgemäss der mit einem Nichtig- keitsgrund behaftete Teil der Begründung zuhanden des Bundesgerichts zu strei- chen (ZR 83 Nr. 57). Dies betrifft Erw. 6 des angefochtenen Beschlusses. Im Üb- rigen ist die Beschwerde abzuweisen. 7. Da die Beschwerdeführerin materi ell mit einem Teil ihrer Beschwerde ob- siegt, sind die Kosten des Kassationsverfahr ens den Parteien je zur Hälfte aufzu- erlegen. Die Prozessentschädigungen sind gegenseitig wettzuschlagen. - 13 - Das Gericht beschliesst: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Erwägung 6 des Beschlus- ses des Obergerichts des Kantons Zürich (II. Zivilkammer) vom 19. August 2008 gestrichen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiese n, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassati onsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 1'600.--. 3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden den Parteien je zur Hälfte (den Beschwerdegegnern intern je zu einem Viertel, unter solidarischer Haftbarkeit für die Hälfte der Gesamtkosten) auferlegt. 4. Die Prozessentschädigungen für das Kassationsverfahren werden gegensei- tig wettgeschlagen. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Ferner ist nach Mass gabe von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG (Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeut ung) allenfalls die ordentliche Be- schwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Bundesgericht zulässig. Werden beide Beschwerden erhoben, sind sie in der gleichen Rechtsschrift einzurei- chen (Art. 119 Abs. 1 BGG). Der Streitwert beträgt 15'000.--. Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Beschlusses der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 19. August 2008 neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG). Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. - 14 - 6. Schriftliche Mitteilung an die Partei en, an die II. Zivilkammer des Oberge- richts des Kantons Zürich sowie an den Einzelrichter im summarischen Ver- fahren des Bezirkes X, je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der Generalsekretär: