<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00834</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222580&amp;W10_KEY=13013463&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00834</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.08.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung/Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung nach Nichtigerklärung der Einbürgerung. [Der nigerianische Beschwerdeführer 1 war 2004-2014 mit einer Schweizerin verheiratet. Die Eheleute lebten ab Frühjahr 2011 in getrennten Haushalten bevor es zur definitiven Trennung kam. Nach der Scheidung heiratete der Beschwerdeführer 1 2016 eine Landsfrau, mit welcher er anlässlich eines Seitensprungs im Jahr 2006 einen Sohn gezeugt hatte. Seine erleichterte Einbürgerung wurde vom SEM für nichtig erklärt, weil der Beschwerdeführer 1 im Einbürgerungsverfahren seinen ausserehelichen Sohn verschwiegen habe. Auch das Schweizer Bürgerrecht seiner 2013 geborenen Tochter wurde für nichtig erklärt. Das Bundesverwaltungsgericht (F-4522/2018) wies eine dagegen erhobene Beschwerde rechtskräftig ab. Das Migrationsamt wies daraufhin das Gesuch um Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung an Vater und Tochter ab und widerrief die Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung der Mutter bzw. des Sohns.] Gemäss den per 1. Januar 2018 neu in Kraft getretenen Widerrufsgründen nach Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG bzw. Art. 62 Abs. 1 lit. f AIG kann die Niederlassungsbewilligung bzw. die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer in rechtsmissbräuchlicher Weise versucht hat, das Schweizer Bürgerrecht zu erschleichen, oder ihr oder ihm dieses aufgrund einer rechtskräftigen Verfügung im Rahmen einer Nichtigerklärung gemäss Art. 36 BüG entzogen worden ist. Ausgehend vom grammatikalischen Wortlaut der Bestimmungen, würde die Nichtigerklärung der Einbürgerung ohne Weiteres zum Widerruf der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung führen, vorausgesetzt, der Widerruf erweist sich als verhältnismässig. Hierfür spricht auch die systematische Auslegung. Näher zu beleuchten ist die Entstehungsgeschichte zum Zweck der historischen und teleologischen Auslegung: Die neuen Widerrufsgründe gehen auf eine Motion von Nationalrat Philipp Müller zurück, mit welcher bezweckt wurde, die vom Bundesgericht in BGE 135 II 1 aufgezeigte echte Gesetzeslücke dahingehend zu schliessen, dass die Einbürgerung künftig jede ausländerrechtliche Bewilligung erlöschen lässt. Aus der Botschaft zum Bürgerrechtsgesetz ergibt sich dagegen, dass der vom Bundesgericht festgehaltene Grundsatz, dass die von einer Nichtigerklärung der Einbürgerung betroffene Person ausländerrechtlich in die gleiche Rechtsstellung wie vor der Einbürgerung versetzt wird, mit dem neuen Gesetz übernommen werden sollte. In der Lehre wird der Widerrufsgrund dahingehend verstanden, dass die Bestimmungen nur Anwendung finden sollten, wenn auch ein Fehlverhalten im ausländerrechtlichen Verfahren vorliege. Denn ein fehlerhaftes Verhalten im Einbürgerungsverfahren schliesse ein fehlerhaftes Verhalten im ausländerrechtlichen Verfahren nicht zwingend mit ein. Das Verwaltungsgericht erachtet die Kritik der Lehre am Widerrufsgrund, wonach allein aus den Gründen, die zur Nichtigkeit des Bürgerrechts geführt haben, nicht auf das Vorliegen von ausländerrechtlichen Widerrufsgründen geschlossen werden kann, als nachvollziehbar und schlüssig. Es prüft daher, ob der Beschwerdeführer 1 mit seinem Verhalten den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG gesetzt hat (E. 2). Der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 unterhielten im Zeitpunkt der Erteilung der Niederlassungsbewilligung an Ersteren keine Parallelbeziehung. Vielmehr wurde die Ehe mit der Schweizerin auch nach dem einmaligen Seitensprung in Nigeria weiterhin gelebt. Somit war der Beschwerdeführer 1 auch nicht gehalten, im Bewilligungsverfahren im Jahr 2009 auf die Existenz seines Sohns hinzuweisen, zumal er zu diesem Zeitpunkt noch ernsthafte Zweifel an seiner Vaterschaft hegte (E. 3.6). Selbst wenn die Vorgehensweise der Vorinstanz gewählt würde, welche den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG gestützt auf die Nichtigerklärung der Einbürgerung ohne Weiteres bejahte und die Prüfung, ob der Beschwerdeführer 1 durch die unterlassene Aufklärung über seine Vaterschaft die Behörden getäuscht habe, in die Verhältnismässigkeitsprüfung verlagerte, erwiese sich die Nichterteilung der Niederlassungsbewilligung an den Beschwerdeführer 1 als unverhältnismässig (E. 3.7). Die Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung an den Beschwerdeführer 1 steht gemäss Art. 3 lit. c ZV-EJPD unter dem Vorbehalt der Zustimmung des SEM (E. 3.8). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSEREHELICHES KIND">AUSSEREHELICHES KIND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINBÃRGERUNG">EINBÃRGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTHEISSUNG">GUTHEISSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGERKLÃRUNG">NICHTIGERKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGERKLÃRUNG DER EINBÃRGERUNG">NICHTIGERKLÃRUNG DER EINBÃRGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARALLELBEZIEHUNG">PARALLELBEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWEIZERBÃRGERRECHT">SCHWEIZERBÃRGERRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHWEIGEN WESENTLICHER TATSACHEN">VERSCHWEIGEN WESENTLICHER TATSACHEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUFSGRUND">WIDERRUFSGRUND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTIMMUNGSVERFAHREN">ZUSTIMMUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 Abs. I lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. f AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 63 Abs. I lit. d AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 BÃG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 lit. c ZV-EJPD</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=57360" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00834</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil<br/> </span></b><b><br/> <br/> <br/> </b></p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. August 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. D,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Nr. 3 + Nr. 4 vertreten durch Nr. 1 + Nr. 2,</span></p> <p class="MsoBodyText">Nr. 1 + 2 vertreten durch RA E, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung/Aufenthaltsbewilligung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1976, nigerianischer StaatsbÃ¼rger, reiste erstmals am 9. April 2003 illegal und unter falscher IdentitÃ¤t und NationalitÃ¤t in die Schweiz, um hier um Asyl zu ersuchen. Auf das Asylgesuch trat das damalige Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge (BFF) mit VerfÃ¼gung vom 2. Juli 2003 nicht ein und ordnete die sofortige Wegweisung von A an. Auf eine von ihm erhobene Beschwerde trat die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) am 3. September 2003 nicht ein. Nach Heirat mit der Schweizerin F (geboren 1970) am 8. Juli 2004 wurde A eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug erteilt. Das Ehepaar lebte zusammen mit den vorehelichen Kindern von F (G, geboren 1995, und H, geboren 1997) in Q. Am 8. Juli 2009 wurde A die Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 7. MÃ¤rz 2008 hatte er um erleichterte EinbÃ¼rgerung gemÃ¤ss Art. 27 des damals geltenden BÃ¼rgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (aBÃ¼G) ersucht. Die Ehegatten A/F unterzeichneten am 6. Mai 2010 eine ErklÃ¤rung, wonach sie sich in einer tatsÃ¤chlichen, stabilen ehelichen Gemeinschaft befinden wÃ¼rden. Daraufhin wurde dem Ehemann am 10. September 2010 das Schweizer BÃ¼rgerrecht erteilt. Am 5. April 2014 stellten die Ehegatten A/F ein gemeinsames Scheidungsbegehren. Mit Urteil vom 28. Mai 2014 schied das Bezirksgericht Q die Eheleute. Im Rahmen der Scheidungsverhandlung gaben die Ehegatten an, seit 1. April 2011 getrennt zu leben.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 17. Februar 2016 heiratete A in Nigeria die nigerianische StaatsbÃ¼rgerin B, geboren 1976. Aus dieser Beziehung stammen die beiden Kinder C, geboren 2007, und D, geboren 2013. Beide Kinder wurden vom Kindsvater am 4. Oktober 2016 anerkannt. Am 20. MÃ¤rz 2017 reiste die Familie in die Schweiz, wo der Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde; der Sohn C erhielt eine Niederlassungsbewilligung. Der Tochter D wurde bereits mit der Kindsanerkennung das Schweizer BÃ¼rgerrecht erteilt. Am 24. April 2017 initiierte das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) ein Verfahren nach Art. 41 aBÃ¼G betreffend NichtigerklÃ¤rung der erleichterten EinbÃ¼rgerung von A. Mit VerfÃ¼gung vom 3. Juli 2018 erklÃ¤rte das SEM die EinbÃ¼rgerung von A fÃ¼r nichtig, wobei sich die NichtigerklÃ¤rung auch auf die EinbÃ¼rgerung der Tochter D erstreckte. Das SEM begrÃ¼ndete die VerfÃ¼gung damit, dass die Ehe A/F bereits wÃ¤hrend des EinbÃ¼rgerungsverfahrens nicht mehr stabil und zukunftsgerichtet gewesen sei. Selbst wenn aber die Ehe bis im April 2011 Bestand gehabt hÃ¤tte, stelle doch die Tatsache, dass A gegenÃ¼ber dem SEM die Geburt seines Sohns C verheimlicht habe, ein Nichtigkeitsgrund dar. Das Bundesverwaltungsgericht stÃ¼tzte diese Rechtsauffassung mit Urteil vom 7. Mai 2020 (F-4522/2018) und wies die dagegen erhobene Beschwerde rechtskrÃ¤ftig ab. Am 29. MÃ¤rz 2021 stellte A fÃ¼r sich und D ein Gesuch um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Mit Schreiben vom 26. April 2021 informierte das Migrationsamt A, dass der Erteilung der Niederlassungsbewilligung die WiderrufsgrÃ¼nde von Art. 63 Abs. 1 lit. d und lit. a des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) entgegenstÃ¼nden und sich die Nichterteilung der Niederlassungsbewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweise. Hierzu gewÃ¤hrte es ihm das rechtliche GehÃ¶r. Mit Eingabe vom 15. Juni 2021 nahm A dazu Stellung. Mit VerfÃ¼gung vom 17. August 2021 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligungen von A und C sowie die Aufenthaltsbewilligung von B. Gleichzeitig wies es die Gesuche um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung von A und D ab. Ferner wies es A, B, C und D aus der Schweiz weg und setzte ihnen eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis 16. November 2021. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs von A, B, C und D wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 12. November 2021 ab. Zum Verlassen der Schweiz setzte sie der Familie eine neue Frist bis 12. Februar 2022.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 14. Dezember 2021 beantragten A, B, C und D (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrenden) dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids, verbunden mit der Anweisung an das Migrationsamt, auf den Widerruf der Niederlassungs- bzw. Aufenthaltsbewilligung zu verzichten. Eventualiter sei das Migrationsamt anzuweisen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und den beiden Kindern eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zudem beantragten sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. FÃ¼r den Fall, dass die Frage einer tÃ¤uschungsrelevanten Parallelbeziehung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 vor Juli 2009 aufgrund der Akten nicht rechtsgenÃ¼glich beurteilt werden kÃ¶nne, beantragten die BeschwerdefÃ¼hrenden die persÃ¶nliche Befragung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 und der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sowie von F und deren Kinder. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, ging keine Beschwerdeantwort des Migrationsamts ein. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 19. Mai 2022 lud die AbteilungsprÃ¤sidentin i.V. Viviane Sobotich die BeschwerdefÃ¼hrenden 1â3 zur Befragung als Partei sowie F als Zeugin auf den 29. Juni 2022 vor. Gegenstand der Beweisverhandlung war die Frage, ob A wÃ¤hrend seiner Ehe mit F eine Parallelbeziehung mit B fÃ¼hrte. Am selben Tag wurde das SEM mittels PrÃ¤sidialverfÃ¼gung darum ersucht, dem Verwaltungsgericht die Verfahrensakten betreffend NichtigerklÃ¤rung der erleichterten EinbÃ¼rgerung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 einzureichen. Nachdem die Verfahrensakten innert angesetzter Frist dem Verwaltungsgericht nicht eingereicht wurden, ersuchte das Verwaltungsgericht mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Juni 2022 das SEM erneut um Zustellung der geforderten Akten. Beide PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen wurden dem SEM zugestellt. Indessen gingen die Akten auch innert der neuen Frist und nach telefonischer RÃ¼ckfrage beim SEM nicht ein. </p> <p class="Urteilstext">Am 29. Juni 2022 wurden die BeschwerdefÃ¼hrenden 1â3 (in Begleitung ihres Rechtsvertreters) sowie F unter Anwesenheit eines Vertreters des Migrationsamts persÃ¶nlich angehÃ¶rt. Das Verhandlungsprotokoll wurde den Parteien in der Folge zur freigestellten Stellungnahme zugestellt. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- oder -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessen­heit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Mit der rechtskrÃ¤ftigen NichtigerklÃ¤rung der EinbÃ¼rgerungen des BeschwerdefÃ¼hrers 1 und der BeschwerdefÃ¼hrerin 4 unterstehen diese â nunmehr wieder nigerianische StaatsbÃ¼rger â dem AuslÃ¤nderrecht bzw. dem AIG (vgl. BGE 140 II 65 E. 4.2.2; BGE 135 II 1 E. 3.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Im Grundsatzentscheid BGE 135 II 1 hielt das Bundesgericht fest, in Bezug auf den auslÃ¤nderrechtlichen Status nach NichtigerklÃ¤rung der EinbÃ¼rgerung bestehe eine echte GesetzeslÃ¼cke. Diese LÃ¼cke sei dahingehend zu fÃ¼llen, dass eine auslÃ¤ndische Person, welche vor der EinbÃ¼rgerung die Niederlassungsbewilligung besass, diese auslÃ¤nderrechtlich privilegierte Rechtsstellung durch die NichtigerklÃ¤rung der erleichterten EinbÃ¼rgerung nicht definitiv und unwiederbringlich verliere (BGE 135 II 1 E. 3.6). Vielmehr sei der auslÃ¤ndischen Person grundsÃ¤tzlich bzw. vorbehÃ¤ltlich zwischenzeitlich eingetretener ErlÃ¶schens- oder WiderrufsgrÃ¼nde die gleiche Rechtsstellung wie vor der EinbÃ¼rgerung zuzuweisen (BGE 135 II 1 E. 3.7 f.). Vor dem Hintergrund der vom Bundesgericht festgestellten GesetzeslÃ¼cke wurden mit Erlass des BÃ¼rgerrechtsgesetzes vom 20. Juni 2014 (BÃ¼G, SR 141.0) ins AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz zwei neue WiderrufsgrÃ¼nde aufgenommen: So kann die <i>Niederlassungsbewilligung</i> nach Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG widerrufen werden, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder in rechtsmissbrÃ¤uchlicher Weise versucht hat, das Schweizer BÃ¼rgerrecht zu erschleichen, oder ihr oder ihm dieses aufgrund einer rechtskrÃ¤ftigen VerfÃ¼gung im Rahmen einer NichtigerklÃ¤rung gemÃ¤ss Art. 36 BÃ¼G entzogen worden ist. Aus demselben Grund kann auch die <i>Aufenthaltsbewilligung</i> widerrufen werden (Art. 62 Abs. 1 lit. f AIG). Ausgehend vom <i>grammatikalischen Wortlaut</i> der Bestimmungen, wÃ¼rde die NichtigerklÃ¤rung der EinbÃ¼rgerung ohne Weiteres zum Widerruf der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung fÃ¼hren, vorausgesetzt, der Widerruf erweist sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. HierfÃ¼r spricht auch die <i>systematische Auslegung</i>.</p> <p class="Erwgung2">NÃ¤her zu beleuchten ist die Entstehungsgeschichte zum Zweck der <i>historischen und teleologischen Auslegung</i>: Die per 1. Januar 2018 in Kraft getretenen neuen WiderrufsgrÃ¼nde gehen auf eine Motion von Nationalrat Philipp MÃ¼ller zurÃ¼ck, mit welcher bezweckt wurde, die vom Bundesgericht in BGE 135 II 1 aufgezeigte echte GesetzeslÃ¼cke dahingehend zu schliessen, dass die EinbÃ¼rgerung kÃ¼nftig jede auslÃ¤nderrechtliche Bewilligung erlÃ¶schen lÃ¤sst (Motion 09.3489, "Aufenthaltsstatus des AuslÃ¤nders nach NichtigerklÃ¤rung des BÃ¼rgerrechts", eingereicht am 2. Juni 2009). Der Nationalrat nahm die Motion am 3. MÃ¤rz 2010 in erster Lesung an. Der StÃ¤nderat nahm am 14. Juni 2010 die Motion ebenfalls an, Ã¤nderte den Motionstext indessen dahingehend, dass der Bundesrat beauftragt wurde, die vom Bundesgericht aufgezeigte GesetzeslÃ¼cke unter BerÃ¼cksichtigung der geltenden ZustÃ¤ndigkeitsregelungen zwischen Bund und Kantonen zu schliessen (siehe dazu den Bericht der Staatspolitischen Kommission vom 19. August 2010 betreffend die Motion 09.3489). Aus der Botschaft zum BÃ¼rgerrechtsgesetz ergibt sich, dass der vom Bundesgericht festgehaltene Grundsatz, dass die von einer NichtigerklÃ¤rung der EinbÃ¼rgerung betroffene Person auslÃ¤nderrechtlich in die gleiche Rechtsstellung wie vor der EinbÃ¼rgerung versetzt wird, mit dem neuen Gesetz Ã¼bernommen werden sollte (Botschaft vom 4. MÃ¤rz 2011 zur Totalrevision des Bundesgesetzes Ã¼ber das Schweizer BÃ¼rgerrecht [BÃ¼rgerrechtsgesetz, BÃ¼G], BBl 2011 2825, 2868 f.). In einem am 14. April 2021 entschiedenen Fall (2C_195/2021, E. 4.4) gelangte das Bundesgericht zum Schluss, das BÃ¼rgerrecht des BeschwerdefÃ¼hrers sei widerrufen worden, weshalb er den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG erfÃ¼lle; der Wortlaut von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG sei klar (<i>"Le recourant a fait l'objet d'une dÃ©cision d'annulation de sa naturalisation facilitÃ©e [...]. </i><i><span>Dans ces circonstances [â¦], le recourant remplissait le motif de rÃ©vocation de l'Art. </span>63 al. 1 let. d LEI, dont le texte est clair."</i>). Im zweiten Schritt prÃ¼fte es, ob der Widerruf verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei (2C_195/2021, E. 4.5). Ob sich der betreffende BeschwerdefÃ¼hrer auch im auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren und nicht nur im EinbÃ¼rgerungsverfahren fehlerhaft verhalten hatte, liess es bei der PrÃ¼fung des Widerrufsgrunds von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG ausser Acht. In der Lehre wird der Widerrufsgrund dahingehend verstanden, dass mit dessen EinfÃ¼hrung keine VerschÃ¤rfung der bisherigen Praxis des Bundesgerichts beabsichtigt worden sei (Fanny de Weck in: Marc Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 36 BÃ¼G N. 12). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gemÃ¤ss BGE 135 II 1 sei der Widerruf einer Bewilligung nur mÃ¶glich, wenn ein einschlÃ¤giger Widerrufsgrund erfÃ¼llt wÃ¤re. Denn ein fehlerhaftes Verhalten im EinbÃ¼rgerungsverfahren schliesse ein fehlerhaftes Verhalten im auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren nicht zwingend mit ein. Die Bestimmungen sollten daher nur Anwendung finden, wenn auch ein Fehlverhalten im auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren vorliege (Peter Uebersax et al., Migrationsrecht "in a nutshell", ZÃ¼rich/St. Gallen 2021, S. 169). Andere Autoren votieren dafÃ¼r, im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung strenge Anforderungen zu stellen: So sei der Widerruf grundsÃ¤tzlich nur als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu erachten, wenn die TÃ¤uschungshandlung nicht nur in Bezug auf die EinbÃ¼rgerung, sondern auch schon in Bezug auf die Erteilung der Bewilligung bestand (Martina Caroni et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 4. A., Bern 2018, S. 246). Somit rechtfertige Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG die Verweigerung der Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung nur dann, wenn auch der Erlangung desselben eine TÃ¤uschungshandlung zugrunde gelegen habe (Marc Spescha et al. [Hrsg.], Handbuch zum Migrationsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2020, S. 331 ff.). In den Weisungen AIG des Staatssekretariats fÃ¼r Migration vom Oktober 2013 (aktualisiert am 1. Juli 2022) wird davon ausgegangen, dass einer Person, die vor <span>der EinbÃ¼rgerung die Niederlassungsbewilligung besessen</span> hat<span>, </span>wieder <span>die gleiche Rechtsstellung wie vor der EinbÃ¼rgerung zugewiesen</span> wird<span>, sofern nicht ErlÃ¶schens- oder WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 61 und 63 AIG vorliegen</span>. Denn a<span>llein aus den GrÃ¼nden, die zur Nichtigkeit des BÃ¼rgerrechts gefÃ¼hrt h</span>Ã¤tten<span>, </span>dÃ¼rfe <span>nicht auf das Vorliegen von auslÃ¤nderrechtlichen WiderrufsgrÃ¼nden geschlossen werden. </span>Sei<span> beispielsweise die NichtigerklÃ¤rung der EinbÃ¼rgerung erfolgt, weil im EinbÃ¼rgerungsverfahren die BehÃ¶rde Ã¼ber das Bestehen der ehelichen Gemeinschaft getÃ¤uscht w</span>orden sei<span>, so habe die BehÃ¶rde den Nachweis zu erbringen, dass die Ehe bereits im fÃ¼r den Erwerb der Niederlassungsbewilligung nach fÃ¼nfjÃ¤hriger Dauer massgeblichen Zeitpunkt nicht mehr gelebt w</span>orden sei <span>und der Betroffene die BehÃ¶rde darÃ¼ber getÃ¤uscht habe. Das Verschweigen einer dauerhaften Beziehung, die parallel zur bewilligungsbegrÃ¼ndenden Beziehung gefÃ¼hrt werd</span>e<span>, rechtfertige jedoch grundsÃ¤tzlich auch den Widerruf einer (wiederauflebenden) Niederlassungsbewilligung oder einer Aufenthaltsbewilligung</span> (Weisungen AIG, Ziff. 3.4.6). Nach dem VerstÃ¤ndnis des SEM ist daher in solchen FÃ¤llen im Rahmen der PrÃ¼fung des Widerrufsgrunds nach Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG zu prÃ¼fen, ob das tÃ¤uschende Verhalten, welches zur Nichtigkeit der EinbÃ¼rgerung fÃ¼hrte, auch im Bewilligungsverfahren eine Rolle spielte. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Das Migrationsamt erwog im vorliegenden Fall mit Blick auf die Entstehungsgeschichte von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG, dass dessen Anwendungsbereich nur diejenigen FÃ¤lle erfassen soll, in welchen die der nichtigen EinbÃ¼rgerung vorausgegangene Erteilung der Niederlassungsbewilligung auf einer Ehe beruhe, welche zum Zeitpunkt des Gesuchs um Erteilung der Niederlassungsbewilligung nicht mehr hinreichend intakt war, um daraus auslÃ¤nderrechtliche AnsprÃ¼che ableiten zu kÃ¶nnen. Entsprechend gelange Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG auch dann zur Anwendung, wenn das Verschweigen einer dauerhaften, parallel zur Ehe gefÃ¼hrten Beziehung dazu fÃ¼hre, dass die Niederlassungsbewilligung zu Unrecht erteilt worden sei. Dagegen verlagerte die Vorinstanz die PrÃ¼fung, ob A durch die unterlassene AufklÃ¤rung Ã¼ber seine Vaterschaft die BehÃ¶rden getÃ¤uscht habe, in die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung, nachdem es aufgrund des rechtskrÃ¤ftigen Nichtigkeitsentscheids betreffend die EinbÃ¼rgerung das ErfÃ¼llen des Widerrufsgrunds von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG ohne Weiteres bejahte. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Das Verwaltungsgericht schliesst sich dem Vorgehen des Migrationsamts an, fÃ¼r welches gute GrÃ¼nde vorliegen: Die Kritik der Lehre am Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG, wonach a<span>llein aus den GrÃ¼nden, die zur Nichtigkeit des BÃ¼rgerrechts gefÃ¼hrt h</span>Ã¤tten<span>, nicht auf das Vorliegen von auslÃ¤nderrechtlichen WiderrufsgrÃ¼nden geschlossen werden</span> kann, ist nachvollziehbar und schlÃ¼ssig<span>.</span> Nachfolgend wird daher zu prÃ¼fen sein, ob der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mit seinem Verhalten den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG gesetzt hat. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GestÃ¼tzt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder oder ihr oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Eine auslÃ¤ndische Person, welche um Aufenthalt in der Schweiz ersucht, ist verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken und zutreffende und vollstÃ¤ndige Angaben Ã¼ber die fÃ¼r die Regelung des Aufenthalts wesentlichen Tatsachen zu machen (Art. 90 Abs. 1 lit. a AIG). Sie muss die Fragen der MigrationsbehÃ¶rde wahrheitsgetreu beantworten. Falsche Angaben, welche fÃ¼r die Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung relevant sind, fÃ¼hren zum Widerruf derselben. Dabei ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen oder vollstÃ¤ndigen Angaben mit Sicherheit verweigert worden wÃ¤re. Es genÃ¼gt, wenn der Anspruch auf eine Bewilligung bei Offenlegung der VerhÃ¤ltnisse ernsthaft infrage gestellt gewesen wÃ¤re (BGE 142 II 265 E. 3.1 = Pra 106 [2017] Nr. 10). Eine TÃ¤uschungsabsicht ist zu bejahen, wenn die auslÃ¤ndische Person einen falschen Anschein Ã¼ber Tatsachen erweckt hat oder aufrechterhÃ¤lt, von denen sie vernÃ¼nftigerweise wissen musste, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid von Bedeutung sein kÃ¶nnten (BGE 135 II 1 E. 4.1). Insbesondere das Verschweigen einer die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz konkurrenzierenden Parallelbeziehung fÃ¼hrt somit zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG (BGr, 17. <span>August</span><span> 2018, 2C_169/2018, E. 2.2; BGE 142 II 265 E. 3.2 = Pra 106 [2017] Nr. 10; BGr, 9. April 2018, 2C_334/2017, E. 2.2). </span>Ein starkes Indiz hierfÃ¼r bilden aussereheliche Intimkontakte, zumindest wenn diese Ã¼ber vereinzelte SeitensprÃ¼nge hinausgehen und aussereheliche Kinder gezeugt wurden (vgl. BGr, 20. Juli 2016, 2C_1115/2015, E. 5.2; BGE 142 II 265, E. 3.2 = Pra 106 [2017] Nr. 10). Verfestigen sich die SeitensprÃ¼nge zu einer echten Beziehung, erscheint die Berufung auf einen ehelichen Aufenthaltsanspruch selbst dann rechtsmissbrÃ¤uchlich, wenn das Eheleben im Sinn einer Dreiecksbeziehung bzw. "MÃ©nage-Ã -trois" parallel dazu fortgesetzt wird (vgl. VGr, 22. MÃ¤rz 2017, VB.2016.00790, E. 2.4; VGr, 10. Juli 2013, VB.2013.00007, E. 2.8; vgl. auch BGr, 18. Februar 2014, 2C_808/2013, E. 3.4; BGr, 3. April 2014, 2C_804/2013, E. 4).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Vorinstanz ging (unter dem Titel der <i>VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit</i>) davon aus, dass A am 8. Juli 2009 bei Vorliegen eines transparenten Sachverhalts die Niederlassungsbewilligung nicht erteilt worden wÃ¤re. Vielmehr kÃ¶nne angenommen werden, dass die Vorinstanz die 2004 erteilte Aufenthaltsbewilligung dannzumal widerrufen hÃ¤tte und die eheliche Gemeinschaft von A mit F spÃ¤testens mit der Geburt von C Mitte 2007, wenn nicht gar mit dessen Zeugung, als aufgehoben gegolten hÃ¤tte. Auch das Migrationsamt ging (bei der PrÃ¼fung des <i>Widerrufsgrunds</i>) in seiner VerfÃ¼gung von einer Parallelbeziehung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 aus: So habe dieser <span>gleich zwei aussereheliche Kinder</span><span> </span><span>mit der gleichen Frau gezeugt, die er nach der Scheidung von F relativ</span><span> </span><span>zeitnah geheiratet und in die Schweiz nachgezogen habe. Es k</span>Ã¶nne<span> offenkundig</span><span> </span><span>nicht von einer einmaligen ehelichen Untreue ausgegangen werden, wie bereits das</span><span> </span><span>B</span>undesverwaltungsgericht<span> festgestellt habe. Vielmehr </span>hÃ¤tten <span>offenbar Ã¼ber einen langen Zeitraum verschiedene</span><span> </span><span>intime Kontakte zwischen </span>dem BeschwerdefÃ¼hrer 1<span> und seiner heutigen Ehegattin</span><span> </span><span>statt</span>gefunden<span>. Wie sich dem an das SEM gerichtete Schreiben von F vom 5. Mai</span><span> </span><span>2018 entnehmen </span>lasse<span>, habe sich A praktisch jedes Jahr fÃ¼r mehrere</span><span> </span><span>Wochen in Nigeria auf</span>gehalten<span> und seine dort lebenden AngehÃ¶rigen trotz der</span><span> </span><span>angespannten eigenen finanziellen Lage regelmÃ¤ssig mit Geldleistungen</span> unterstÃ¼tzt<span>. Auch wenn</span><span> </span><span>es zu berÃ¼cksichtigen gelt</span>e<span>, dass die Aufenthalte (auch) der Kontaktpflege zu den weiteren</span><span> </span><span>FamilienangehÃ¶rigen gedient haben dÃ¼rften, </span>sei<span> es doch lebensfremd, anzunehmen,</span><span> </span><span>dass er nicht auch die Gelegenheit wahr</span>genommen habe<span>, Zeit mit seinen Kindern und seiner zukÃ¼nftigen Gattin zu verbringen. Inwiefern diese auch in Genuss besagter</span><span> </span><span>Ãberweisungen gekommen s</span>eien<span>, k</span>Ã¶nne<span> offenbleiben, da der Sachverhalt so oder anders</span><span> </span><span>hinreichend erstellt sei.</span><span> </span><span>Nicht ausschlaggebend </span>sei<span> hingegen, dass zwischen den Eheleuten</span>A/F <span>im fraglichen</span><span> </span><span>Zeitraum weiterhin eine affektive Bindung bestand</span>en habe<span> und F auch dann von</span><span> </span><span>einer Trennung ab</span>gesehen habe<span>, als sie von der Geburt des ersten ausserehelichen Kinds</span> Kenntnis erhielt. Entscheidwesentlich sei vielmehr der fehlende Wille von A, eine der migrationsrechtlichen Konzeption entsprechende exklusive bzw. monogame Beziehung zu seiner Schweizer Frau zu fÃ¼hren, was sich in der Aufnahme der Parallelbeziehung hinreichend manifestiert habe. Zusammenfassend bestÃ¼nden keinerlei Zweifel daran, dass A Ã¼ber Jahre hinweg eine Parallelbeziehung gefÃ¼hrt habe, die spÃ¤testens mit der Zeugung von C im Herbst 2006 ihren Anfang genommen habe, mithin vor Ablauf der in der damals gÃ¼ltigen Fassung massgeblichen FÃ¼nfjahresfrist fÃ¼r die Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 aAuG). Bei Kenntnis dieser Sachlage wÃ¤re A keine Niederlassungsbewilligung erteilt worden. Entsprechend rechtfertigte es sich, diese gestÃ¼tzt auf Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG bzw. Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG zu widerrufen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wie unter E. 2.4 dargelegt, kommt fÃ¼r das Verwaltungsgericht ein Widerruf der Niederlassung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 nur in Betracht, wenn dieser bereits im Bewilligungsverfahren zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung falsche Angaben machte bzw. wesentliche Tatsachen verschwieg. DiesbezÃ¼glich stÃ¼tzt sich das Verwaltungsgericht auf die ihm eingereichten Akten und die anlÃ¤sslich der Verhandlung vom 29. Juni 2022 protokollierten Aussagen der BeschwerdefÃ¼hrenden 1â3 und der Zeugin F. Die beim Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) zweimal mittels PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 19. Mai 2022 und 15. Juni 2022 und auch telefonisch angeforderten vollstÃ¤ndigen Akten betreffend NichtigerklÃ¤rung des Schweizer BÃ¼rgerrechts des BeschwerdefÃ¼hrers 1 gingen bis heute nicht ein, weshalb diese â mit Ausnahme der auszugsweise in den Vorakten vorhandenen AktenstÃ¼cke jenes Verfahrens â fÃ¼r den Entscheid ausser Betracht gelassen werden mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Das Bundesverwaltungsgericht ging in seinem rechtskrÃ¤ftigen Entscheid vom 7. Mai 2020 betreffend NichtigerklÃ¤rung der erleichterten EinbÃ¼rgerung (F-4522/2018) davon aus, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe seinen ausserehelich gezeugten Sohn C im EinbÃ¼rgerungsverfahren gÃ¤nzlich unerwÃ¤hnt gelassen. Bei einem Gesuchsteller, der verschweige, dass er wÃ¤hrend der Ehe ein aussereheliches Kind gezeugt habe, kÃ¶nne nicht leichthin angenommen werden, es habe zum Zeitpunkt des Gesuchs bzw. der EinbÃ¼rgerung eine stabile eheliche Gemeinschaft bestanden. Gleichwohl kÃ¶nne nicht vom Erschleichen der EinbÃ¼rgerung ausgegangen werden, wenn im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und des EinbÃ¼rgerungsentscheids die Voraussetzungen trotzdem erfÃ¼llt gewesen seien und im Zeitpunkt der EinbÃ¼rgerung insbesondere eine stabile eheliche Gemeinschaft bestanden habe (F-4522/2018, E. 9.1). Vorliegend liessen die gesamten UmstÃ¤nde nicht darauf schliessen, dass die Voraussetzungen fÃ¼r eine erleichterte EinbÃ¼rgerung im entscheidenden Zeitpunkt erfÃ¼llt gewesen seien. Zum einen habe der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mit der Mutter von C ein weiteres Kind gezeugt und die Kindsmutter am 17. Februar 2016 geheiratet und die Familie anschliessend in die Schweiz nachgezogen. Weiter hÃ¤tten sich die Ehegatten A/F knapp sieben Monate nach der rechtskrÃ¤ftig gewordenen erleichterten EinbÃ¼rgerung rÃ¤umlich getrennt. In Anbetracht dieser UmstÃ¤nde erweise sich die EinschÃ¤tzung des BeschwerdefÃ¼hrers 1, wonach mindestens bis FrÃ¼hjahr 2011, also auch im Zeitpunkt der erleichterten EinbÃ¼rgerung, eine intakte und zukunftsgerichtete eheliche Gemeinschaft bestanden habe, als unzutreffend. Zwar habe er im massgeblichen Zeitpunkt keine ernsthafte, langandauernde Parallelbeziehung gefÃ¼hrt, doch spreche der Umstand, dass er wÃ¤hrend der Ehe mit F zwei aussereheliche Kinder gezeugt habe, nicht fÃ¼r eine bloss einmalige oder kurzfristige vorÃ¼bergehende Untreue (E. 9.2). Damit hÃ¤tte der aussereheliche Sohn einen Hinderungsgrund fÃ¼r die erleichterte EinbÃ¼rgerung dargestellt, wenn die BehÃ¶rden davon gewusst hÃ¤tten. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wÃ¤re damit gehalten gewesen, diese Tatsache anlÃ¤sslich des EinbÃ¼rgerungsverfahrens anzugeben (E. 9.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>In der Beschwerde an das Verwaltungsgericht wird vorgebracht, die Vorinstanz habe diese ErwÃ¤gungen des Bundesverwaltungsgerichts in Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs der BeschwerdefÃ¼hrenden ignoriert. Denn die von der Vorinstanz ungeprÃ¼ft gebliebene Spekulation des Migrationsamts Ã¼ber den Beginn und die QualitÃ¤t der Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 (Aufnahme einer Parallelbeziehung im Herbst 2006) genÃ¼ge den Anforderungen an die behÃ¶rdliche BeweisfÃ¼hrung in Scheinehe- bzw. TÃ¤uschungsfÃ¤llen in keiner Weise. Im Gegensatz zum Migrationsamt habe das Bundesverwaltungsgericht die Aufnahme einer ernsthaften und dauerhaften Parallelbeziehung durch den BeschwerdefÃ¼hrer 1 verneint. Ob die Vorinstanz durch dieses Vorgehen das rechtliche GehÃ¶r der BeschwerdefÃ¼hrenden verletzt hat, kann offenbleiben, ist doch die Beschwerde mangels Vorliegens des Widerrufsgrunds von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG und Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG gutzuheissen (siehe sogleich E. 3.6).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Fraglich ist, ob das Verschweigen des ausserehelichen Kinds C im Bewilligungsverfahren zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung bewilligungsrelevant war. Dies wÃ¤re der Fall, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer 1 und die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 im Zeitpunkt des Gesuchs um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung am 2. Juni 2009 bzw. im Zeitpunkt der Erteilung der Niederlassungsbewilligung am 8. Juli 2009, eine Parallelbeziehung unterhielten. </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 fÃ¼hrte bereits in seinem Schreiben vom 18. September 2016 aus, seine heutige Frau anlÃ¤sslich der Ferien in Nigeria im September 2006 kennengelernt zu haben. Sie habe damals bei einer Stromerzeuger-Firma gearbeitet. Er habe sich Ã¼ber Preis und KapazitÃ¤t der verschiedenen Produkte erkundigt und sei telefonisch mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 verbunden worden, die fÃ¼r Marketing und Kundenanfragen zustÃ¤ndig gewesen sei. Nach geschÃ¤ftlichen GesprÃ¤chen sei es zu einem persÃ¶nlichen Treffen gekommen, wobei sie eine "kleine AffÃ¤re" bis zu seiner RÃ¼ckkehr in die Schweiz unterhalten hÃ¤tten. Nach einigen Wochen habe sie angerufen, um ihn Ã¼ber die Schwangerschaft zu informieren. Er sei wÃ¼tend geworden und habe sie erstmals informiert, dass er verheiratet sei; er habe eine Abtreibung vorgeschlagen. Nach der Geburt von C habe er versucht, wieder Kontakt mit der Kindsmutter aufzunehmen, um herauszufinden, ob das Kind wirklich von ihm sei, jedoch ohne Erfolg; erst 2012 habe sie mit ihm wieder geredet und er habe sie um Verzeihung gebeten, weil er sie mit seinem Verhalten extrem verletzt habe. In diesem Zeitpunkt habe er beschlossen, eine Beziehung mit ihr "zu versuchen", seien sie doch durch ein Kind verbunden gewesen. Ab 2012 habe er seine jetzige Ehefrau immer wieder besucht und Zeit mit C verbracht. Wegen schlechten Gewissens habe er damals auch der Ex-Frau von seinem Seitensprung und dem Telefonat berichtet. Sie sei enttÃ¤uscht gewesen, aber habe spÃ¤ter damit leben kÃ¶nnen. In ihrer Ehe hÃ¤tten sie viele andere Probleme gehabt, sei es finanzieller Natur als auch mit den vorehelichen Kindern der Ex-Ehefrau. Sie hÃ¤tten viele Streitigkeiten in der Familie gehabt. 2011 habe sich die Ex-Ehefrau von ihm getrennt und habe von ihm verlangt, dass er ausziehe. Er habe alles versucht, um die Ehe zu retten, aber seine Frau habe nicht mehr gewollt. WÃ¤hrend der Trennungszeit habe die Ex-Ehefrau manchmal bei ihm Ã¼bernachtet; dannzumal habe er noch Hoffnung gehabt. </p> <p class="Erwgung2">F erklÃ¤rte im Schreiben vom 8. Mai 2018, sie hÃ¤tten in der Ehe im November 2007 eine Krise gehabt. Sie habe die Vermutung gehegt, dass ihr Ehemann sie betrÃ¼ge. Die beantragten Eheschutzmassnahmen habe sie dann aber wieder zurÃ¼ckgezogen, da sie gemerkt hÃ¤tten, dass sie nicht ohne einander leben wollten. Sie hÃ¤tten sich wieder zusammengerauft. Einige Wochen vor der gerichtlichen Trennung, also im November 2010, sei ihr alles Ã¼ber den Kopf gewachsen. Die Schwierigkeit sei gewesen, dass sie sich in der Kindererziehung immer mehr allein gelassen gefÃ¼hlt habe. Die Beziehung zwischen ihrem Sohn G, der an ADHS leide, und ihrem Ex-Mann hÃ¤tte sich zusehends verschlechtert. Die rÃ¤umliche Trennung hÃ¤tte schliesslich dazu gefÃ¼hrt, dass sie gemerkt hÃ¤tten, dass sie sich immer noch liebten, aber dass sie nicht mehr unter dem gleichen Dach wohnen wollten. Der Trennungswunsch sei dann spÃ¤ter schliesslich klar von ihr gekommen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe dies nicht gewollt. Aus dem Schreiben vom 28. Januar 2019 von F geht sodann hervor, dass sie das GestÃ¤ndnis wegen des ausserehelichen Kinds verletzt habe. Da ihr der BeschwerdefÃ¼hrer 1 glaubhaft versichert habe, dies sei ein Ausrutscher gewesen und er keinen Kontakt zur Kindsmutter mehr pflege, sei das Thema fÃ¼r sie erledigt gewesen. Das aussereheliche Kind sei aufgrund der schwierigen finanziellen Situation, seiner Jobsuche, Deutsch lernen und Erziehungsfragen usw. in den Hintergrund gerÃ¼ckt und dann komplett in Vergessenheit geraten. Ihre Ehe sei immer von Liebe geprÃ¤gt gewesen. Die spezielle Situation mit einem heranwachsenden Jugendlichen mit ADHS habe das Zusammenleben des Ãfteren erschwert. G habe sich hÃ¤ufig mit dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 angelegt. Sie hÃ¤tten auch Hilfe beim Jugendsekretariat gesucht. Erst als G 15 Jahre alt gewesen sei und die PubertÃ¤t bei ihm die ''verrÃ¼cktesten Ideen'' ausgelÃ¶st hÃ¤tten, habe es angefangen, dass sie sich in Erziehungsfragen nicht mehr hÃ¤tten einigen kÃ¶nnen. Schliesslich habe sie sich zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und den Kindern entscheiden mÃ¼ssen. Sie habe ihn gebeten, auszuziehen. Sie hÃ¤tten keinerlei Scheidungsabsichten gehegt. Die Beziehung habe sich erheblich verbessert, als sie in zwei Wohnungen gelebt hÃ¤tten. Sie hÃ¤tten sich regelmÃ¤ssig getroffen und eine Zweisamkeit genossen, welche vorher in diesem Umfang nicht mÃ¶glich gewesen sei. Auch der Kontakt zu den Kindern habe sich durch die Situation verbessert und es sei ihnen klar geworden, dass sie nicht wieder zusammenziehen wollten. Die Liebe sei wieder aufgeblÃ¼ht. Fortan hÃ¤tten sie eine Wochenendbeziehung gefÃ¼hrt. Dann hÃ¤tte sie einen Fehler gemacht und eine AffÃ¤re begonnen. Dies habe beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 zum Vertrauensverlust gefÃ¼hrt. AnlÃ¤sslich der Verhandlung vom 29. Juni 2022 bekrÃ¤ftigten der BeschwerdefÃ¼hrer 1 und die Zeugin F ihre bereits gemachten Aussagen. F erklÃ¤rte, sie habe es dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 verziehen, dass er ein aussereheliches Kind habe. In der Ehe sei es nicht so ein Thema gewesen. Sie selbst habe zwei Kinder mitgebracht, die unehelich gewesen seien. So habe sie kein Recht gehabt, Ã¼ber ihn zu richten. Er sei fÃ¼r ihre Kinder in die Vaterrolle geschlÃ¼pft und habe sich engagiert. Die Tatsache, dass er ein aussereheliches Kind gehabt habe, habe nicht so viel bedeutet. Der Haupttrennungsgrund seien die Probleme in der Patchworkfamilie gewesen; gefÃ¼hlsmÃ¤ssig habe es zwischen ihnen gestimmt. Auch seien sie finanziell knapp dran gewesen. Nach dem Auszug des BeschwerdefÃ¼hrers 1 aus der gemeinsamen Wohnung sei ihre Liebe noch einmal aufgeblÃ¼ht. Sie gehe nicht davon aus, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wÃ¤hrend der Ehe mit ihr eine Parallelbeziehung mit seiner heutigen Frau gehabt habe. Er sei auch nicht hÃ¤ufig und auch nicht fÃ¼r lÃ¤nger nach Nigeria gereist. </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 gab an der Verhandlung an, es sei im Jahr 2006 mit seiner heutigen Ehefrau zu einem einmaligen Seitensprung gekommen. Als er Ã¼ber die Schwangerschaft informiert worden sei, habe es ihn wÃ¼tend und enttÃ¤uscht gemacht. FÃ¼r ihn sei es eine einmalige Sache gewesen. Er sei sich auch nicht im Klaren darÃ¼ber gewesen, ob es wirklich sein Kind sei. Den Vorschlag der Abtreibung habe seine heutige Frau abgelehnt. Dann habe er den Kontakt abgebrochen. Die Schwester seiner jetzigen Frau habe ihm damals eine Nachricht geschickt, dass das Kind geboren worden sei. 2009 sei er wieder nach Nigeria gereist. AnlÃ¤sslich dieser Reise habe er NÃ¤heres zum Kind herausfinden wollen, z.<span> </span>B. Ã¼ber einen DNA-Test. Seine jetzige Frau habe ihn aber nicht an das Kind herangelassen. Das erste Mal habe er C im Jahr 2009 gesehen. Er habe noch nicht sagen kÃ¶nnen, ob es wirklich sein Kind sei. 2012 sei er dann wieder nach Nigeria gereist. Er habe das Ganze mit seiner heutigen Ehefrau klÃ¤ren wollen und deshalb wieder Kontakt mit ihr aufgenommen. Als er C 2012 wiedergesehen habe, habe er auch Freude verspÃ¼rt. Er sei von der Schule nachhause gekommen; die Mutter habe ihn vorgestellt. Als sie gesagt habe, er sei sein Vater, habe er ihn komisch angeschaut. Die Beziehung zu ihm habe sich nicht so gut entwickelt und sei auch heute noch etwas distanziert. Richtig prÃ¤sent als Vater sei er ab 2013 gewesen, nach der Geburt des zweiten Kinds. 2012 sei er nur kurz zu Besuch gewesen. Danach sei er lÃ¤nger in Nigeria geblieben. Richtig entwickelt habe sich die Beziehung erst in der Schweiz. FÃ¼r seine heutige Frau sei es als alleinerziehende Mutter schwierig gewesen. Er habe sich fÃ¼r sein Verhalten entschuldigt. Zum Heiratsentschluss sei es gekommen, weil sich ihre Beziehung intensiviert habe und er nicht mehr gewollt habe, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 alleinerziehende Mutter bleibe. Kurz vor der Geburt von D habe die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 dann seine Eltern kennengelernt. Nach der Geburt von D habe er auch die Mutter seiner heutigen Frau kennengelernt. Auch bei ihr habe er sich entschuldigen mÃ¼ssen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 schilderte an der persÃ¶nlichen Befragung ebenfalls das Kennenlernen im Rahmen ihrer Arbeit fÃ¼r eine Stromgeneratorfirma in Nigeria. Sie sei mit dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 ein einziges Mal intim geworden; dies sei ihr einziger sexueller Kontakt in dieser Zeit gewesen. Danach hÃ¤tten sie sich nicht mehr getroffen und der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe sich am Telefon verabschiedet. Etwa zwei Monate nach seiner Abreise habe sie Fieber verspÃ¼rt und sei ins Spital gegangen, zur AbklÃ¤rung, ob es Malaria sei. Dort habe sie herausgefunden, dass sie schwanger sei. Als sie den BeschwerdefÃ¼hrer 1 telefonisch Ã¼ber die Schwangerschaft informiert habe, sei dieser sehr, sehr wÃ¼tend gewesen. Sie habe es ihm nicht Ã¼belnehmen kÃ¶nnen; sie habe ihn ja nicht gekannt. Sie habe dann keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt. Ihre Schwester habe ihn Ã¼ber die Geburt von C informiert, fÃ¼r den Fall, dass er in Kontakt treten mÃ¶chte. Er habe aber keinen Kontakt aufgenommen. Sie habe sich dann entschlossen, die ganze Verantwortung zu Ã¼bernehmen. Im Jahr 2009, ca. zwei Jahre nach der Geburt habe ihr ihre Schwester mitgeteilt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mit ihr in Kontakt getreten sei. In der Zwischenzeit habe sie die Stadt verlassen und sei wieder zu ihrer Mutter gezogen; die Arbeit habe sie wÃ¤hrend der Schwangerschaft aufgegeben. Eines Abends sei der BeschwerdefÃ¼hrer 1 vor dem Haus erschienen. C sei bereits im Bett gewesen. Sie hÃ¤tten ihn dann geweckt, worauf er seinen Vater fÃ¼r 20 Minuten gesehen habe. Dann sei der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wieder gegangen. Das nÃ¤chste Mal hÃ¤tten sie sich 2012 getroffen. Sie habe versucht, ihn zu blockieren. In diesem Zeitpunkt sei sie sehr wÃ¼tend gewesen. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie ihn nicht brÃ¤uchten und es ihnen gut gehe. Er habe aber insistiert. Bei dem Treffen 2012 sei C fÃ¼nf Jahre alt gewesen. Der Vater sei auf der Couch gesessen im Wohnzimmer als C vom Schulbus gekommen sei. Er habe gesehen, dass da ein Fremder sitze. Der Vater habe nett sein wollen. Als C aber gesehen habe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 neben seiner Mutter sitze, habe er gesagt, er solle weggehen von seiner Mutter und habe sich in die Mitte gesetzt, um diese zu verteidigen; den Vater habe er etwas weggestossen. Dann habe sie ihm erzÃ¤hlt, dass das sein Vater sei. Als er die mitgebrachten Spielsachen gesehen habe, habe er ein bisschen relaxt. Ab 2012 sei sie mit dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 in telefonischem Kontakt gestanden und es habe auch wieder Besuche gegeben. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe sich sehr bemÃ¼ht und auch Geld fÃ¼r den Unterhalt des Kinds geschickt. Der Hauptgrund, dass sie ihm verziehen habe, sei ihr Sohn gewesen, der mit dem Stigma der Vaterlosigkeit habe leben mÃ¼ssen. Es habe Zeit gebraucht, um dem Kindsvater zu vergeben. Auch heute spÃ¼re sie den Schmerz noch manchmal. Sie habe allein fÃ¼r den Unterhalt von C gesorgt. C in Nigeria als alleinerziehende Mutter aufzuziehen sei nicht einfach gewesen. Finanziell sei es aufgegangen, da sie spÃ¤ter als â¦ gearbeitet habe. </p> <p class="Urteilstext">Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die heutigen Eheleute nach der Geburt von C wÃ¤hrend mehrerer Jahre keinen Kontakt mehr hatten; im Jahr 2009 kam es zu einem Kurzbesuch des BeschwerdefÃ¼hrers 1 bei Mutter und Kind in Nigeria. Erst im Jahr 2012, nach der Trennung von F, trafen sich die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 wieder und wurde der BeschwerdefÃ¼hrer 1 C als Vater vorgestellt. Zuvor kÃ¼mmerte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 als alleinerziehende Mutter allein um das Wohlergehen des Sohns, auch in finanzieller Hinsicht. Aus den Ã¼bereinstimmenden Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers 1 und F kann davon ausgegangen werden, dass die Ehe in der Schweiz auch nach dem einmaligen Seitensprung in Nigeria weiterhin gelebt wurde. Jedenfalls ist fÃ¼r den hier entscheidenden Zeitpunkt im Jahr 2009 von einer echten, monogamen Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 mit F auszugehen. Die Hypothese der Vorinstanzen, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe im Heimatland mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 eine Parallelbeziehung unterhalten, die mit der Zeugung von C im Herbst 2006 ihren Anfang genommen habe, findet somit weder in den Akten noch basierend auf die Angaben an der persÃ¶nlichen Befragung vom 29. Juni 2022 eine StÃ¼tze. Auch der zeitliche Ablauf deutet nicht auf eine Parallelbeziehung hin: So trennten sich die Ehegatten A/F im FrÃ¼hjahr 2011 rÃ¤umlich, indem der BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine Wohnung anmietete. Hierauf kam es zunÃ¤chst zum Aufflackern der ehelichen Beziehung und anschliessend zum definitiven Bruch der Ehe. 2012 sahen sich die heutigen Ehegatten A/B â abgesehen vom Kurzbesuch im Jahr 2009, um herauszufinden, ob er (der BeschwerdefÃ¼hrer 1) tatsÃ¤chlich der Vater sei â erstmals wieder. Bis dahin bestand eine langjÃ¤hrige Kontaktpause. Das zweite Kind, D, wurde nach Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft mit F gezeugt. Die Scheidung von F erfolgte allerdings erst im Jahr 2014. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 heirateten schliesslich erst rund zwei Jahre nach der Scheidung im Februar 2016. Somit war der BeschwerdefÃ¼hrer 1 auch nicht gehalten, im Bewilligungsverfahren im Jahr 2009 auf die Existenz seines Sohns hinzuweisen, zumal er zu diesem Zeitpunkt noch ernsthafte Zweifel an seiner Vaterschaft hegte. Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG bzw. Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG ist damit nicht erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Selbst wenn nach der Vorgehensweise der Vorinstanz der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. d AIG zu bejahen gewesen wÃ¤re, erwiese sich die Nichterteilung der Niederlassungsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer 1 nach NichtigerklÃ¤rung seiner EinbÃ¼rgerung als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 lebt â ohne BerÃ¼cksichtigung seines illegalen Aufenthalts im Jahr 2003 und der vorÃ¼bergehenden Wohnsitznahme in Nigeria im Jahr 2014 â seit 18 Jahren in der Schweiz. Er spricht fliessend Hochdeutsch und musste an der Verhandlung vom 29. Juni 2022 nicht auf die Ãbersetzungsdienstleistungen der Dolmetscherin zurÃ¼ckgreifen. Seit 1. Februar 2019 arbeitet der BeschwerdefÃ¼hrer 1 im Vollzeitpensum fÃ¼r die I AG, wo er am 1. Februar 2020 auch befÃ¶rdert wurde. Zuvor hatte er verschiedene Arbeitsstellen inne: Als Betriebsmitarbeiter bei der Firma K (2005), als Produktionsmitarbeiter bei der Firma L (2006â2007), bei der I AG (2007), als Betriebsmitarbeiter bei der Firma M (2008â2009), bei der Firma N (2009â2015), als Betriebsmitarbeiter bei der Firma O (2016â2018) und 2018 bis heute als ... 2007 bis 2009 studierte er im Vollzeitpensum an der Hochschule R; das Studium wurde jedoch abgebrochen. Lediglich fÃ¼r kurze Zeit waren er und seine damalige Ehefrau F mitsamt deren Kinder H und G auf Sozialhilfe angewiesen (total Fr. 27'050.65 fÃ¼r die ganze Familie); seit August 2006 hat der BeschwerdefÃ¼hrer 1 keine Sozialhilfe mehr bezogen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 haben nie Sozialhilfe bezogen. Auch betreibungsrechtlich trat der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nie in Erscheinung; gleiches gilt fÃ¼r seine Ehefrau. In strafrechtlicher Hinsicht hat er sich mit Ausnahme des nicht mehr zu berÃ¼cksichtigenden Strafbefehls wegen illegalen Aufenthalts im Jahr 2004 nichts zuschulden kommen lassen. Auch die Kinder C und D sind in der Schweiz bestens integriert: GemÃ¤ss den Schulleitern der Primar- und Sekundarschule in P (siehe Schreiben vom 28. Mai 2021) sprÃ¤chen die beiden Ã¼berdurchschnittlich gut Deutsch. Sie seien gut integriert und seien mit ihrem "tadellosen und positiven Verhalten besonders fÃ¼r andere Kinder mit Migrationshintergrund eindrÃ¼ckliche Vorbilder". An der Verhandlung vom 29. Juni 2022 fÃ¼hrte C in akzentfreiem Schweizerdeutsch aus, hier viele Freunde zu haben. Nach Abschluss der Sekundarschule ziehe er eine Lehre als Informatiker oder Optiker in Betracht. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.8 </b>Folglich ist dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 die Niederlassungsbewilligung â unter Vorbehalt der Zustimmung des SEM nach Art. 3 lit. c der Verordnung vom 13. August 2015 des EJPD Ã¼ber das auslÃ¤nderrechtliche Zustimmungsverfahren (ZV-EJPD) â wieder zu erteilen. Unter demselben Vorbehalt ist der BeschwerdefÃ¼hrerin 4 erstmals die Niederlassungsbewilligung zu erteilen (Art. 43 Abs. 6 AIG). Erteilt das SEM die Zustimmung zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer 1, ist dem BeschwerdefÃ¼hrer 3 die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ist nicht zu widerrufen: Die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ist indes von der â unter dem Vorbehalt der Zustimmung des SEM â wieder erteilten Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 akzessorisch abhÃ¤ngig. </p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). FÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren ist den BeschwerdefÃ¼hrenden eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). FÃ¼r das Rekursverfahren ist die ParteientschÃ¤digung auf Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzusetzen. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren rechtfertigt es sich, eine hÃ¶here ParteientschÃ¤digung (Fr. 2'000.-) zuzusprechen, wurde doch eine Beweisverhandlung durchgefÃ¼hrt, an welcher auch der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden teilnahm (vgl. dazu VGr, 7. Juli 2021, VB.2020.00361, E. 4.2)</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 17. August 2021 sowie der Entscheid der Rekursabteilung vom 12. November 2021 werden aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span> Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und der BeschwerdefÃ¼hrerin 4 die Niederlassungsbewilligung unter Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats fÃ¼r Migration zu erteilen. Die Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers 3 und die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sind diesen zu belassen, unter Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats fÃ¼r Migration zur Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer 1.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'500.-- (inkl. Beweisverhandlung); die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 3'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>