A bteilung I A -1454/2006 {T 0/2} U rteil vom 26. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter M ichael Beusch (Vorsitz); M arkus M etz; R ichterin Salom e Zim m erm ann; G erichtsschreiber Keita M utom bo. X._______ A G , ..., Beschw erdeführerin, vertreten durch ..., gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M ehrw ertsteuer (M W STV; 1. Q uartal 1996 bis 4. Q uartal 2000; B uchführungspflicht, Erm essenseinschätzung, Vorsteuerabzug) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X._______ AG betreibt in ... ein R einigungsinstitut, aufgrund dessen sie gestützt auf Art. 17 und 21 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer (M W STV, AS 1994 1464) seit dem 1. Januar 1995 im R egister der Steuerpflichtigen bei der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) eingetragen ist. Von 1995 bis 1998 rechnete sie m it Saldo- steuersatz ab, in den Jahren 1999 und 2000 hingegen effektiv. Im R ahm en einer Kontrolle in den R äum lichkeiten der X._______ AG Anfang M ai 2001 hielt die ESTV dafür, dass die G eschäftsbücher den gesetzlichen Anforde- rungen nicht genügten. Ausserdem w ürde der Bruttogew inn m assiv unter ihren Erfahrungsw erten liegen. D eshalb nahm die ESTV eine kalkula- torische U m satzerm ittlung auf Basis der produktiven Löhne vor. N ach Vornahm e von Korrekturen beim Vorsteuerabzug für die Jahre 1999 und 2000 sow ie w eiteren kleineren Berichtigungen m achte die ESTV m it Ergänzungsabrechnung (EA) N r. ... vom ... eine Steuernachforderung von (abgerundet) Fr. 43'775.-- zuzüglich Verzugszins ab 30. April 1999 (m ittlerer Verfall) geltend. B. M it Schreiben vom 7. M ai 2001 erklärte sich die X._______ AG m it der EA N r. ... nicht einverstanden und verlangte einen einsprachefähigen Entscheid. In der Folge stornierte die ESTV die erw ähnte EA m it der G utschriftsanzeige (G S) N r. ... vom ... vollum fänglich, da sich in der kalkulatorischen U m satzberechnung ein Fehler eingeschlichen habe. G leichentags m achte die ESTV m it der EA N r. ... eine korrigierte Steuernachforderung von Fr. 42'494.-- (zuzüglich Verzugszins ab 30. April 1999 [m ittlerer Verfall]) geltend. Am 5. Septem ber 2001 erliess die ESTV einen entsprechenden form ellen Entscheid. C . G egen diesen Entscheid erhob die Vertreterin der X._______ AG (m it undatierter Eingabe) frist- und form gerecht Einsprache und beantragte die vollum fängliche Aufhebung des förm lichen Entscheids (inkl. EA) bzw . eine Anpassung der EA im Sinne ihrer Ausführungen resp. die Feststellung, dass aufgrund korrekt geführter Buchhaltung keine w eiteren M ehrw ert- steuerbeträge als die bereits bezahlten m ehr geschuldet seien. M it Einspracheentscheid vom 19. April 2005 stellte die ESTV die Teil- rechtskraft ihres Entscheids vom 5. Septem ber 2001 im Betrag von Fr. 415.65 zuzüglich Verzugszins fest. D arüberhinaus w urde die Einspra- che durch die ESTV im U m fang von Fr. 23'338.50 teilw eise gutgeheissen und die M ehrw ertsteuerforderung im Ü brigen, d.h. für den Betrag von Fr. 18'739.85 zuzüglich Verzugszins ab 30. April 1999, erneut geltend gem acht. D . M it Eingabe vom 11. M ai 2005 liess die X._______ AG (Beschw erde- führerin) gegen den Einspracheentscheid vom 19. April 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) erheben m it dem sinngem ässen Antrag, diesen im U m fang der festgestellten R estzahlungs- pflicht (sam t dazugehöriger EA) aufzuheben bzw . die EA im Sinne ihrer Ausführungen anzupassen resp. festzustellen, "dass die Buchhaltung korrekt und fehlerlos erstellt ist und daher für die betreffende Periode keine 3 w eiteren M ehrw ertsteuerbeträge als die bereits bezahlten geschuldet sind"; ferner sei der Vorsteuerabzug in H öhe von Fr. 1'658.-- zu gew ähren und gutzuschreiben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. Zur Begründung führte die Beschw erdeführerin im W esentlichen aus, die ganze Buchhaltung (sam t Kassabuch) sei m it keinem einzigen M akel behaftet und daher tadellos geführt w orden; jede einzelne Bew egung sei belegt und im vorliegenden Fall seien es so w enige Kassabelege gew esen, dass das Kassabuch nur einm al im M onat oder einm al alle zw ei bzw . alle sechs M onate hätte geführt w erden können. Im W eiteren m achte die Beschw erdeführerin sinngem äss geltend, es handle sich bei ihr nicht um einen bargeldintensiven Betrieb w ie beispielsw eise ein C oiffeur- geschäft. Vielm ehr seien die Erträge via Banküberw eisungen einge- gangen. Zur vorgenom m enen Erm essenseinschätzung und insbesondere zum kalkulierten Lohnaufw and bzw . U m satz sei grundlegend festzuhalten, dass w eder der Lohnaufw and (der Beschw erdeführerin) zu hoch sei, noch unerklärliche Abw eichungen (von Erfahrungsw erten der ESTV) vorhanden seien, zum al statistische W erte angesichts ihrer überw iegend subjektiven Kom ponente ernsthaft in Frage gestellt w erden m üssten. E. M it Vernehm lassung vom 27. Juni 2005 beantragte die ESTV die kosten- pflichtige Abw eisung der Beschw erde. Zur Begründung führte sie insbe- sondere aus, die Beschw erdeführerin sei in der Einsprache m it keinem W ort auf die N achbelastungen gem äss Ziff. 1 und 3 der EA N r. ... eingegangen, w eshalb diese als unbestritten gelten w ürden und dem nach in R echtskraft erw achsen seien. Sodann sei die Kassabuchführung der Beschw erdeführerin als m angelhaft zu bezeichnen, und die ausgew ie- senen Anteile der produktiven Löhne am G esam tum satz seien sehr w eit von den Erfahrungsw erten entfernt, ohne dass der U nterschied aus den konkreten U m ständen zu erklären w äre. D ie ESTV sei som it nicht nur befugt, sondern verpflichtet gew esen, eine Schätzung nach pflichtge- m ässem Erm essen vorzunehm en. F. Zur R eplik der Beschw erdeführerin vom 4. Juli 2005 nahm die ESTV am 12. Juli 2005 Stellung. G . M it Schreiben vom 23. Januar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Parteien m it, dass es das hängige Beschw erdeverfahren übernom m en habe. Auf die w eiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien w ird – sow eit entscheidw esentlich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen Einspracheentscheide der ESTV der Beschw erde an die SR K. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, 4 sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei der SR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsver- fahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesverw altungsgericht ist zur Be- handlung der Beschw erde sachlich w ie funktionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VG G ). 1.2 Am 1. Januar 2001 sind das Bundesgesetz vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20) sow ie die zugehörige Verord- nung (M W STG V, SR 641.201) in Kraft getreten. D er zu beurteilende Sach- verhalt hat sich indessen in den Jahren 1996 bis 2000 zugetragen. Auf die vorliegende Beschw erde ist dam it grundsätzlich noch altes R echt an- w endbar (Art. 93 und 94 M W STG ). 1.3 D ie Beschw erdeführerin beantragt die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids im U m fang der festgestellten R estzahlungspflicht und zusätzlich die "Verfassung" der EA 131'134 im Sinne der gem achten Ausführungen sow ie die Feststellung, dass die Buchhaltung korrekt und fehlerlos erstellt sei und daher für die betreffende Periode keine w eiteren M ehrw ertsteuerbeträge als die bereits bezahlten geschuldet seien. Abgesehen davon, dass das Bundesverw altungsgericht zur "Verfassung" einer EA nicht zuständig ist und diese ohnehin nie form elles Anfechtungs- objekt eines R echtsm ittelverfahrens darstellt (vgl. U rteil des Bundesver- w altungsgerichts A-1608/2006 vom 8. M ai 2007 E. 2.1; ALO IS C AM EN ZIN D / N IKLAU S H O N AU ER /KLAU S A. VALLE N D ER , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz [M W STG ], 2. Aufl., Bern 2003, R z. 1678), ist ein solcher Feststellungsent- scheid aufgrund seiner Subsidiarität gegenüber G estaltungs- und Leistungsentscheiden (ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 76 f. R z. 207) vorliegend nicht zulässig. Es fehlt der Beschw erdeführerin an einem aktuellen Feststellungsinteresse, w eil sie bereits G estaltungs- bzw . Leistungsbegehren gestellt hat. D am it können die in Frage stehenden R echtsfragen anhand eines konkreten Falles entschieden w erden, w as das Feststellungsbegehren hinfällig w erden lässt (vgl. U rteil des Bundes- gerichts 2A.150/2001 vom 13. Februar 2002 E. 2b m it H inw eisen, zusam m engefasst in Steuer R evue [StR ] 2002 S. 670 f.). Auf das Fest- stellungsbegehren ist nicht einzutreten. 1.4 Streitgegenstand bildet das in der angefochtenen Verfügung geregelte R echtsverhältnis, sow eit es im Beschw erdeverfahren noch streitig ist (U rteil des Bundesgerichts 2A.121/2004 vom 16. M ärz 2005 E. 2.1). In der vorliegenden Beschw erde w endet sich die Beschw erdeführerin aus- drücklich gegen die festgestellte R estzahlungspflicht im U m fang von Fr. 18'739.85 und beantragt die Aufhebung von Ziffer 2 des D ispositivs des Einspracheentscheids – die Beschw erdeführerin übernim m t dabei die falsche N um m erierung im D ispositiv des Einspracheentscheids; eigentlich handelt es sich um Ziffer 3. D am it w endet sich die Beschw erde nicht 5 gegen die eine Teilrechtskraftserklärung im U m fang von Fr. 415.65 (zuzüglich Verzugszins) enthaltende Ziffer 1 des Einspracheentscheids. D ieser ist m ithin nicht Streitgegenstand, w oran auch nichts ändert, dass die Beschw erdeführerin ebenfalls die vollum fängliche Aufhebung der EA N r. 131'134 verlangt. D iese stellt näm lich – w ie erw ähnt (oben E. 1.3) – kein Anfechtungsobjekt dar. 1.5 1.5.1 G em äss dem m it dem M arginale "Verfahrensdisziplin" versehenen Art. 60 Abs. 1 Vw VG kann die Verletzung des Anstandes in einem bestim m ten Verfahren m it einem Verw eis oder m it einer O rdnungsbusse bis zu Fr. 500.-- belegt w erden (vgl. auch für das Verfahren vor Bundesgericht Art. 33 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- gericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Als D isziplinarfehler gilt jedes Verhalten, das geeignet ist, die W ürde von M enschen zu ver- letzen sow ie das Ansehen oder die Vertrauensw ürdigkeit der staatlichen Tätigkeit zu beeinträchtigen. U ngebührlich sind Ausführungen einerseits, w enn sie die W ürde und Autorität der Behörden m issachten, anderseits aber auch, w enn sie persönliche, verleum derische, beleidigende oder ehrverletzende Verunglim pfungen oder Schm ähungen einer G egenpartei oder von Behörden und einzelnen Behördenm itgliedern enthalten. N icht hinzunehm en sind insbesondere Vorw ürfe von C harakterm ängeln und der Irreführung, zum al diese Ausführungen nichts zur Feststellung des Sach- verhalts beitragen. D ie Verletzung des durch die guten Sitten gebotenen Anstands im R ahm en eines R echtsm ittelverfahrens ist als D isziplinarfehler m it einer O rdnungsbusse zu ahnden. W ird disziplinw idrig prozessiert, ergibt sich m ithin der D isziplinarfehler aus dem aktenkundigen Verhalten des Betroffenen selbst, erübrigt es sich dabei unter verfassungsrechtlichen G esichtspunkten, diesem vor Erlass des D isziplinarentscheids das recht- liche G ehör zu gew ähren, da eine zusätzliche Anhörung den Sachverhalt in der R egel nicht w eiter zu klären verm ag (Bundesgerichtsentscheid [BG E] 111 Ia 273 E. 2c). 1.5.2 U ngebührlichkeit ist nicht leichthin anzunehm en, da im R ahm en von R echtsstreitigkeiten unzim perliche, übertriebene und verallgem einernde Argum entationen – in gew issen G renzen – in Kauf zu nehm en sind (vgl. ALFR ED KÖ LZ/JÜ R G BO SSH A R T/M AR TIN R Ö H L, Kom m entar zum Verw altungs- rechtspflegegesetz des Kantons Zürich, Zürich 1999, 2. Aufl., § 5 N . 42). D as Bundesverw altungsgericht ist deshalb zw ar zurückhaltend bei der Annahm e von prozessualer U nanständigkeit. W ährenddem sich einige Vorbringen vor diesem H intergrund bloss als nicht sachbezogen und w enig hilfreich erw eisen, lassen sich andere Ausführungen der Beschw erde- führerin auch bei gelebter Zurückhaltung nicht akzeptieren. D azu gehören etw a die U nterstellungen, die M itarbeitenden der ESTV hätten aufgrund ihrer unbefriedigenden Arbeit persönliche Problem e und M inderw ertig- keitsgefühle, und bei der ESTV gebe es nur realitätsferne, unfähige und hoffnungslos überforderte R evisoren. Keine R echtfertigung für solche Äusserungen darzustellen verm ag der H inw eis der Beschw erdeführerin darauf, sie habe ausschliesslich ihre M einung geäussert und der teilw eise 6 scharf angeschlagene Ton sei die einzige M öglichkeit, auf die nach ihrer Auffassung bestehenden U ngerechtigkeiten hinzuw eisen. D ie Vertreterin der Beschw erdeführerin ist m ithin m it einer O rdnungsbusse zu belegen. D iese ist nach der Schw ere der Verletzung der Verfahrensdisziplin und nach deren Verschulden zu bem essen (vgl. U rteil des Bundesverw altungs- gerichts C -2096/2006 vom 5. M ärz 2007 E. 3.3) und auf Fr. 100.-- festzu- setzen. 2. 2.1 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Einsprache- entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erde- führerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. AN D R É M O SE R , in: M oser/U ebersax, Prozessieren vor Eidgenössischen R ekurskom m is- sionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, S. 59 f., R z. 2.59; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, Zürich 2006, 5. Aufl., R z. 1758 ff.). D as Bundesverw altungsgericht auferlegt sich allerdings bei der Ü berprüfung von zulässigerw eise erfolgten Erm essens- veranlagungen eine gew isse Zurückhaltung und führt so die gefestigte diesbezügliche R echtsprechung der SR K w eiter (vgl. U rteile des Bundes- verw altungsgerichts A-1397 und A-1398/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.1, A- 1535/2006 vom 14. M ärz 2007 E. 2.1; Entscheide der SR K vom 10. M ai 2005 [SR K 2004-023] E. 1b, vom 24. O ktober 2005, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.41 E. 2d/cc, vom 14. M ai 2003, veröffentlicht in VPB 67.122 E. 2c/cc). O b indessen die Voraus- setzungen für die Vornahm e einer Erm essensveranlagung gegeben sind, überprüft das Bundesverw altungsgericht – w ie früher die SR K – uneinge- schränkt (Entscheid der SR K vom 3. D ezem ber 2003, veröffentlicht in VPB 68.73 E. 1c; vgl. PASC AL M O LLA R D , TVA et taxation par estim ation, veröffentlicht in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 69 S. 557). 2.2 D ie Veranlagung und Entrichtung der M ehrw ertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 37 f. M W STV; vgl. ER N ST BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). D ies bedeutet, dass der M ehrw ertsteuerpflichtige selbst und unaufgefordert über seine U m sätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten M ehr- w ertsteuerbetrag (Steuer vom U m satz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat. D ie Verw altung erm ittelt die H öhe des geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrages nur dann an Stelle des M ehrw ertsteuerpflichtigen, w enn dieser seinen Pflichten nicht nachkom m t (Art. 48 M W STV, Erm es- senseinschätzung; vgl. C AM EN ZIN D /H O N AU E R /VALLEN D E R , a.a.O ., R z. 1680 ff.). Ein Verstoss des M ehrw ertsteuerpflichtigen gegen diesen G rundsatz ist als schw erw iegend anzusehen, da durch die N ichteinhaltung dieser Vorschrift der M ehrw ertsteuerpflichtige die ordnungsgem ässe Erhebung der M ehrw ertsteuer und dam it das Steuersystem als solches gefährdet (vgl. Entscheide der SR K vom 18. Septem ber 1998, veröffentlicht in VPB 7 63.80 E. 2a, vom 25. August 1998, veröffentlicht in VPB 63.27 E. 3a; vgl. auch den Entscheid der SR K [zum M W STG ] vom 19. M ai 2004, veröffent- licht in VPB 68.131 E. 2b). 2.3 G em äss Art. 47 Abs. 1 M W STV hat der M ehrw ertsteuerpflichtige seine G e- schäftsbücher ordnungsgem äss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der M ehrw ertsteuerpflicht sow ie für die Berechnung der Steuer und der abziehbaren Vorsteuern m assgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig erm itteln lassen. D ie ESTV kann hierüber nähere Bestim m ungen aufstellen. Von dieser Befugnis hat sie m it dem Erlass der W egleitung für M ehrw ertsteuerpflichtige (in erster Auflage erschienen im H erbst 1994; im Frühling 1997 als "W egleitung 1997 für M ehrw ertsteuerpflichtige" neu herausgegeben, im Folgenden: W egleitung 1994 bzw . 1997) G ebrauch gem acht. In der W egleitung 1997 (w ie auch unter den entsprechenden Ziffern der W egleitung 1994) sind genauere An- gaben enthalten, w ie eine Buchhaltung auszugestalten ist (R z. 870 ff.). D ie G eschäftsbücher m üssen der Eigenart und Bedeutung des U nternehm ens angepasst sein (R z. 873), alle G eschäftsfälle m üssen fortlaufend, chrono- logisch und lückenlos aufgezeichnet w erden (R z. 874) und alle Eintra- gungen haben sich auf entsprechende Belege zu stützen, so dass die einzelnen G eschäftsvorfälle von der Eintragung in die H ilfs- und G rund- bücher bis zur Steuerabrechnung und bis zum Jahresabschluss sow ie um gekehrt leicht und genau verfolgt w erden können ("Prüfspur"; vgl. R z. 879 der W egleitung 1997). D as Bundesgericht hat (bereits unter dem W arenum satzsteuerrecht) entschieden, dass der Steuerpflichtige selbst bei geringem Barverkehr zur Führung zum indest eines einfachen ordentlichen Kassabuchs verpflichtet ist. Er ist zw ar m ehrw ertsteuerlich nicht gehalten, kaufm ännische Bücher im Sinne des H andelsrechts zu führen; die Bücher m üssen die erzielten U m sätze jedoch lückenlos erfassen und die ent- sprechenden Belege sind aufzuheben (U rteile des Bundesgerichts 2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 3.1, 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 3.1; vgl. ASA 55 S. 574 E. 2c sow ie 73 S. 233 E. 2c/aa m it H inw eisen; VPB 63.27 E. 3b m it w eiteren H inw eisen). D am it befinden sich die m ehrw ertsteuerlichen Anforderungen an die Auf- zeichnungspflicht auch im Einklang m it den bei den direkten Steuern gel- tenden R egelungen (vgl. auch R z. 877 der W egleitung 1997). Soll also ein Kassabuch für die R ichtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs Bew eis erbringen, ist zu verlangen, dass in diesem die Bareinnahm en und -aus- gaben fortlaufend, lückenlos und zeitnah aufgezeichnet w erden und durch Kassenstürze regelm ässig – in bargeldintensiven Betrieben täglich – kon- trolliert w erden. N ur auf diese W eise ist gew ährleistet, dass die erfassten Bareinnahm en vollständig sind, d.h. den effektiven Bareinnahm en ent- sprechen (vgl. etw a U rteil des Bundesgerichts 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3). 2.4 2.4.1 D er Vorsteuerabzug nach Art. 29 ff. M W STV ist ein w esentliches Elem ent der schw eizerischen M ehrw ertsteuer, w elche von ihrem System her als 8 N ettoallphasensteuer ausgestaltet ist. Er erm öglicht es, dass der U nter- nehm er nur seinen effektiven "M ehrw ert" zu versteuern hat. Praktisch funktioniert der Vorsteuerabzug so, dass der M ehrw ertsteuerpflichtige – bei gegebenen (insbesondere form ellen) Voraussetzungen – von der Steuer auf seinem Ausgangsum satz (= Ausgangsum satzsteuer) diejenige Steuern abziehen darf, w elche ihm von seinen Lieferanten und Auftrag- nehm ern überw älzt w urden. D am it reduziert die Vorsteuer seine Zahllast gegenüber der ESTV. D er Vorsteuerabzug ist das G egenstück zur Aus- gangsum satzsteuer. Beide Bereiche sind deshalb auseinanderzuhalten und es ist die Steuer auf dem Ausgangsum satz von der Vorsteuer getrennt zu erm itteln (vgl. so schon ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU E R, H andbuch zur neuen M ehrw ertsteuer, Bern 1994, S. 237 ff., R z. 866 ff.). 2.4.2 D am it ein Vorsteuerabzug geltend gem acht w erden kann, ist grundsätzlich vorausgesetzt, dass die bezogene Lieferung oder D ienstleistung für Zw ecke gem äss Art. 29 Abs. 2 Bst. a-d M W STV verw endet w ird (vgl. STEPH AN KU H N /PETER SPIN N LER , M ehrw ertsteuer, M uri/Bern 1994, S. 100). D ie D urchführung des Vorsteuerabzugs verlangt insbesondere auf der Seite der Verw altung nach Belegen, die eine rasche, einfache und effiziente Kontrolle der Selbstveranlagung zulassen und M issbräuche ausschliessen. Art. 29 Abs. 1 Bst. a M W STV sieht daher vor, dass zum Vorsteuerabzug nur berechtigt ist, w er die geltend gem achten Beträge m it Belegen nach Art. 28 Abs. 1 M W STV nachw eisen kann. D em nach m uss ein M ehrw ertsteuerpflichtiger, um die ihm von einem anderen M ehrw ertsteuerpflichtigen in R echnung gestellte Steuer von seiner Ausgangsum satzsteuer abziehen zu dürfen, Belege beibringen können, w elche den N am en, die Adresse und die M ehrw ertsteuernum m er des Lieferers (Art. 28 Abs. 1 Bst. a M W STV), den N am en und die Adresse des Em pfängers (Bst. b) sow ie D atum oder Zeitraum der Lieferung oder D ienstleistung enthalten (Bst. c). Ferner m üssen auf diesen Belegen Art, G egenstand und U m fang der Lieferung oder D ienstleistung um schrieben sein (Bst. d) sow ie das hierfür zu bezahlende Entgelt (Bst. e) und der darauf geschuldete Steuerbetrag bzw . für den Fall, dass das Entgelt die Steuer einschliesst, der Steuersatz (Bst. f). D iese Anforderungen an Belege, w elche zum Vorsteuerabzug berechtigen, sind sachgerecht und verletzen die übergeordneten, system tragenden G rundprinzipien der M ehr- w ertsteuer, w ie etw a das Ü berw älzbarkeitsprinzip, den G rundsatz der Allgem einheit der Steuer, der Steuerneutralitätsgrundsatz, den G rundsatz der einm aligen Besteuerung oder das Bestim m ungslandprinzip nicht (vgl. dazu auch M W ST-Journal 4/98, S. 168 ff. und den Entscheid der SR K vom 22. O ktober 1997 [SR K 1996-050] E. 2c). Eine genaue Anw endung dieser eher form ellen Anordnungen durch die ESTV liegt im Interesse einer gerechten und m issbrauchsfreien Erhebung der M ehrw ertsteuer. D ie einzelnen Anforderungen an m ehrw ertsteuerkonform e Belege sind von den M ehrw ertsteuerpflichtigen ohne überm ässigen Aufw and erfüllbar und können auch vom Em pfänger einer Lieferung oder D ienstleistung einfach und rasch überprüft w erden (vgl. Entscheid der SR K vom 25. M ärz 2002, veröffentlicht in VPB 66.97 E. 4b m it w eiteren H inw eisen). Erfüllen die 9 vorgew iesenen Belege die vorgesehenen Bedingungen nicht, m uss die Verw altung den Vorsteuerabzug grundsätzlich verw eigern (vgl. Entscheid der SR K vom 3. D ezem ber 2003, veröffentlicht in VPB 68.73 m it H inw ei- sen). 2.4.3 D a es sich bei den Vorsteuern um steuerm indernde Tatsachen handelt, obliegt der form gerechte Bew eis (vgl. Art. 29 Abs. 1 Bst. a in Verbindung m it Art. 28 Abs. 1 M W STV) für deren Vorliegen dem Steuerpflichtigen (BLU M EN STEIN /LO C H ER , a.a.O ., S. 416). Zw ar m uss die ESTV den G rundsatz der N eutralität der M ehrw ertsteuer respektieren. D ies kann indes nur dann gelten, w enn der M ehrw ertsteuerpflichtige seinen aus dem Selbstveran- lagungsprinzip fliessenden Pflichten nachkom m t. Es ist dem M ehrw ert- steuerpflichtigen indes unbenom m en, sogar noch im R ahm en einer Beschw erde gegen eine Schätzung m ittels Belegen den N achw eis für angefallene Vorsteuern zu erbringen (vgl. Entscheide der SR K vom 3. D ezem ber 2003, a.a.O ., E. 3b m it H inw eisen; vom 25. M ärz 2002, a.a.O ., E. 4d/aa). 2.4.4 D ie ESTV praktiziert darüber hinaus ein nachträgliches Korrekturverfahren der Vorsteuer m ittels Form ular 1310 («Bestätigung des Leistungser- bringers an den Leistungsem pfänger zw ecks nachträglicher Erm öglichung des Vorsteuerabzuges trotz form ell ungenügender R echnung»; heute Form ular 1550). D iese durch die R echtsprechung gestützte Praxis kom m t indes von vornherein nur zur Anw endung, w enn auf der R echnung eine oder m ehrere der nachfolgenden Angaben fehlen: M ehrw ertsteuernum m er des Leistungserbringers; D atum oder Zeitraum der Lieferung oder D ienst- leistung; Art, G egenstand und U m fang der Lieferung oder D ienstleistung; Steuersatz; bei R echnungen in ausländischer W ährung der Steuersatz und/oder der Steuerbetrag in Schw eizerfranken (bis 31. D ezem ber 2000). Beispielsw eise N am e und Adresse des (richtigen) Leistungsem pfängers stellen hingegen Angaben dar, die (um die G efahr entsprechender M iss- bräuche auszuschliessen) unverzichtbar sind und für w elche eine N ach- besserung m ittels Bestätigung des Leistungserbringers nicht m öglich ist (Entscheide der SR K vom 28. O ktober 2002, veröffentlicht in VPB 67.53 E. 3b, vom 17. Juni 2002, veröffentlicht in VPB 67.125 E. 3b, vom 25. M ärz 2002, veröffentlicht in VPB 66.97 E. 4d). 2.5 N ach Art. 48 M W STV nim m t die ESTV eine Schätzung nach pflichtge- m ässem Erm essen vor, w enn keine oder nur unvollständige Aufzeichnun- gen vorliegen oder die ausgew iesenen Ergebnisse m it dem w irklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstim m en. Zu unterscheiden sind m ithin zw ei von einander unabhängige Konstellationen, w elche zu einer Erm essenseinschätzung führen. Erstens geht es um diejenige der unge- nügenden Aufzeichnung, w obei eine Schätzung insbesondere auch dann erfolgen m uss, w enn die Verstösse gegen die form ellen Buchhaltungs- regeln derart gravierend sind, dass sie die m aterielle R ichtigkeit der Buch- haltungsergebnisse in Frage stellen (ASA 73 S. 233 E. 2c/aa; vgl. zum R echt der W arenum satzsteuer: BG E 105 Ib 182 ff. m it w eiteren H inw eisen; ASA 61 S. 819 E. 3a, 61 S. 532 f. E. 2b, 59 S. 563 E. 1). Zw eitens kann selbst eine form ell einw andfreie Buchführung die D urchführung einer 10 Schätzung erfordern, w enn die ausgew iesenen Ergebnisse m it dem w irklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstim m en. D ies ist nach der R echtsprechung der Fall, w enn die in den Büchern enthaltenen G eschäftsergebnisse von den von der Steuerverw altung erhobenen branchenspezifischen Erfahrungszahlen w esentlich abw eichen (Entscheid der SR K vom 3. D ezem ber 2003, veröffentlicht in VPB 68.73 E. 2b; ASA 58 S. 383 E. 2b m it w eiteren H inw eisen, 42 S. 407 E. 2c m it H inw eisen, 35 S. 479 E. 2). Für das Vorliegen der Voraussetzungen zur Vornahm e einer Erm essenseinschätzung ist nach den allgem einen R egeln die ESTV bew eisbelastet (vgl. BLU M EN STEIN /LO C H ER , a.a.O ., S. 454). 2.6 2.6.1 Sind die Voraussetzungen für die Vornahm e einer Erm essensein- schätzung gegeben, so hat die Verw altung diejenige Schätzungsm ethode zu w ählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der Steuer- pflichtigen sow eit als m öglich R echnung trägt, auf plausiblen Angaben beruht und deren Ergebnis der w irklichen Situation m öglichst nahe kom m t (VPB 70.41 E. 2d/aa; ASA 61 S. 819 E. 3a, 52 S. 238 E. 4). In Betracht fallen einerseits M ethoden, die auf eine Ergänzung oder R ekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, andererseits U m satz- schätzungen aufgrund unbestrittener Teil-R echnungsergebnisse in Ver- bindung m it Erfahrungssätzen (VPB 70.41 E. 2d/aa; ASA 73 S. 233 f. E. 2c/aa m it w eiteren H inw eisen; vgl. zum G anzen auch M O LLA R D , a.a.O ., in: ASA 69 S. 526 ff.). "Technisch" bedeutet dies, dass die Schätzung des geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrags durch die Verw altung entw eder nach vorangehender Kontrolle des Betriebs des M ehrw ertsteuerpflichtigen (insbesondere der G eschäftsbücher; so genannte "externe Schätzung") oder ohne eine derartige Kontrolle vor O rt vorgenom m en w erden (so genannte "interne Schätzung"), dies jedoch unter dem Vorbehalt einer späteren Kontrolle. D ie interne Schätzung w ird vor allem dann Anw endung finden, w enn der M ehrw ertsteuerpflichtige seiner Aufzeichnungs- und Abrechnungspflicht nicht nachgekom m en ist bzw . er nicht einm al rudim en- täre geschäftliche Aufzeichnungen vorw eisen kann oder er seine Abrech- nung nicht eingereicht hat (vgl. anstelle vieler VPB 63.75 E. 4c ff.). 2.6.2 Im Beschw erdeverfahren kann der M ehrw ertsteuerpflichtige die vorge- nom m ene Schätzung der Ausgangsum satzsteuer als solche bestreiten und er hat die M öglichkeit, die erforderlichen Bew eism ittel einzureichen, um die U nrichtigkeit der durch die Verw altung vorgenom m enen Schätzung nach- zuw eisen. Sind die Voraussetzungen einer Erm essenstaxation erfüllt, ob- liegt es ihm , den Bew eis für die U nrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (vgl. ASA 61 S. 819, 58 S. 384, 50 S. 432 E. 1b; BG E 105 Ib 186; Entscheide der SR K vom 19. Februar 1998 [SR K 1997-021] E. 2b und vom 15. O ktober 1999, veröffentlicht in VPB 64.47 E. 5b). D abei ist eine aus- führliche Begründung unter H inw eis auf Bew eism ittel erforderlich, inw ie- fern die M ehrw ertsteuerforderung tiefer sein soll als von der ESTV ge- schätzt. Erst w enn der M ehrw ertsteuerpflichtige den N achw eis dafür er- bringt, dass der Vorinstanz bei der zulässigen Schätzung grössere Erm essensfehler unterlaufen sind, setzt das Bundesverw altungsgericht 11 sein eigenes Erm essen an die Stelle jenes der Vorinstanz (vgl. Entscheide der SR K vom 5. Januar 2000, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 3b, vom 25. August 1998, veröffentlicht in VPB 63.27 E. 5c/aa, vom 21. Juni 1999 [SR K 1998-138] E. 4c, vom 24. O ktober 2005, veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2d/bb). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall ist zunächst zu untersuchen, ob die ESTV zu R echt zu einer Erm essenseinschätzung geschritten ist. N ur w enn dies der Fall ist, ist zu überprüfen, ob der Beschw erdeführerin der ihr obliegende N ach- w eis der U nrichtigkeit der Schätzung gelingt. 3.1.1 Laut Einspracheentscheid vom 19. April 2005 sah sich die ESTV insbe- sondere aufgrund folgender M ängel in den G eschäftsbüchern der Be- schw erdeführerin gezw ungen, nebst einigen w eiteren, kleineren Korrek- turen, die U m sätze auf Basis der produktiven Löhne kalkulatorisch zu erm itteln: "a) D as Kassabuch w urde nicht fortlaufend, sondern nur zw ei- bis dreim al pro Jahr geführt und es w urden auch keine periodischen Saldierungen vorgenom m en. b) D er in den Büchern ausgew iesene Bruttogew inn lag teilw eise w eit unter den in der R einigungsbranche festgestellten W erten, w as auf unverbuchte U m sätze hinw eist." G em äss Beiblatt N r. 1 des Kontrollberichts vom 4. M ai 2001 w eist die Buchhaltung der Beschw erdeführerin – bis auf die falsche Verbuchung der Vor- und U m satzsteuer in den Jahren 1999 bis 2000 – keine form ellen M ängel auf. Im Konto Kasse sow ie im Kassabuch haben keine M inus- beträge oder sonstige U nregelm ässigkeiten festgestellt w erden können. R ückfragen bei der G eschäftsführung der Buchhaltungsstelle der Be- schw erdeführerin hätten dagegen ergeben, dass zum Zeitpunkt der Kontrolle durch die ESTV das Kassabuch für das Jahr 2001 noch gar nicht nachgeführt w orden sei, obw ohl stets erheblicher U m satz (u.a. Lohn- zahlungen) via Kassa abgew ickelt w orden sei. Eine "tagfertige" Kassa- buchführung m it periodischer Bestandesaufnahm e sei in keinem Fall gegeben gew esen. Im angefochtenen Entscheid äussert sich die Vorinstanz betreffend der Berechtigung zur Vornahm e einer kalkulatorischen U m satzberechnung sodann w ie folgt: "... Sind jedoch – w ie im vorliegenden Fall – zw ar die form ellen An- forderungen m ehr oder w eniger erfüllt, w eichen aber die ausgew iesenen Ergebnisse in unerklärlicher und deutlicher W eise von den Erfahrungs- w erten ab, dann ist die ESTV gem äss Art. 48 M W STV verpflichtet, eine Schätzung nach pflichtgem ässem Erm essen vorzunehm en..." (S. 6, E. 4.a/cc). 3.1.2 D ie Beschw erdeführerin ihrerseits w eist m it N achdruck darauf hin, dass es sich bei ihr nicht um eine Branche handle, in der das Kassageschäft 12 vorherrsche, w ie beispielsw eise bei einem C oiffeurgeschäft. Vielm ehr seien bei der Beschw erdeführerin die Erträge via Banküberw eisung einge- gangen. Inw iefern nun das Kassabuch täglich – oder in der Term inologie der ESTV "tagfertig" – hätte geführt w erden sollen, sei daher nicht ersichtlich. W as die Buchführungspflicht anbelangt, w ürden die gesetzlichen Be- stim m ungen nur besagen, dass ein Kassabuch in chronologischer R eihen- folge geführt w erden m üsse. Sie w ürden jedoch nicht besagen, dass es täglich resp. an dem Tage, an w elchem ein Kassabeleg vorliege, nach- getragen w erden m üsse. D er von der ESTV verw endete Begriff "tagfertig" sei eine eigene W ortschöpfung, zum indest jedoch irrelevant und ihr ent- sprechendes Vorgehen grenze an W illkür und in Anbetracht des geführten Kassabuches an überspitztem Form alism us. D ie von der Beschw erdeführerin abgegebenen Buchhaltung (sam t Kassa- buch) sei w ahrheitsgetreu, m ängelfrei und daher absolut korrekt. Zudem seien alle Bew egungen dokum entiert w orden. Im Ü brigen verw eist die Beschw erdeführerin auf zahlreiche Beispiele, um darzulegen, dass Statistiken im Allgem einen sow ie nam entlich die so genannten Erfahrungszahlen der ESTV nicht haltbar seien. 3.2 D ie ESTV beruft sich zur R echtfertigung der Vornahm e einer Erm essens- einschätzung im Einspracheentscheid form ell auf den G rund der m angel- haften Aufzeichnungen. Faktisch zieht sie indessen beide in Art. 48 M W STV genannten Voraussetzungen heran. D ie aufgrund des behaupte- ten ungenügenden Bruttogew inns verm uteten unverbuchten U m sätze beschlagen näm lich nicht die Variante der m angelhaften Aufzeichnungen als solche, sondern stellen – sofern zu R echt geltend gem acht – einen Anw endungsfall der offensichtlichen N ichtübereinstim m ung zw ischen aus- gew iesenen Ergebnissen und w irklichem Sachverhalt dar. 3.3 3.3.1 D er ESTV kann zunächst nicht gefolgt w erden, w enn sie davon ausgeht, bei der Beschw erdeführerin sei stets erheblicher U m satz via Kasse abgew ickelt w orden. Zw ar ergibt sich aus dem eingereichten Kassabuch der Beschw erdeführerin für die Jahre 1997 bis 2000, dass in der R egel w öchentliche bzw . m indestens zw eim al m onatliche Kassabew egungen in Form von Zahlungen unter anderem an verschiedene D etailhandels- unternehm ungen, R estaurants, Tankstellen und m ehrfach an die Stadt- polizei bzw . sogar diverse Lohnzahlungen an M itarbeitende des Betriebs der Beschw erdeführerin stattfanden. D iese Kassa-Ausgaben verm ögen aus der Beschw erdeführerin jedoch noch keinen "bargeldintensiven Betrieb" im Sinne der m ehrw ertsteuerrechtlich relevanten R echtsprechung zu m achen, w as die ESTV im vorliegenden Fall denn auch zu R echt nicht explizit behauptet. Vielm ehr hat die Beschw erdeführerin nachvollziehbar dargelegt, dass die Einnahm en für ihre m ehrw ertsteuerpflichtigen Leistungen (R einigungsarbeiten hauptsächlich im Kino- und Bankenbe- reich) w ohl fast ausschliesslich via Banküberw eisung eingegangen und 13 eben gerade nicht über die Kasse abgew ickelt w orden sind. D ies scheint auch deshalb glaubhaft, als die Beschw erdeführerin ihre Einnahm en auch von der Y._______ als ihrer dam aligen H auptauftraggeberin, für w elche sie im m erhin bis im Jahre 1999 rund 70% ihrer m ehrw ertsteuerpflichtigen Leistungen erbrachte, unw idersprochenerw eise nach entsprechender Fakturierung stets per Banküberw eisung erhielt. D aran ändert auch nichts, dass die ESTV im Sachverhaltsteil ihres Einspracheentscheids von der von ihr hernach nicht w eiter aufgegriffenen U nm öglichkeit der Ü berprüfung der Vollständigkeit der Zahlungseingänge spricht. Im U nterschied etw a zu einem C oiffeurgeschäft, einem R estaurant oder einem selbständigen Taxihalter handelt es sich bei der Beschw erde- führerin som it nicht um einen "bargeldintensiven Betrieb". D a die m ehr- w ertsteuerlich relevanten Zahlungen vorliegend gem äss glaubhafter D arstellung der Beschw erdeführerin fast vollständig über Bankkonti abgew ickelt w urden, könnte m an sich gar fragen, ob aus der hier einzig m assgeblichen m ehrw ertsteuerlicher Sicht allenfalls gar auf die Führung eines Kassabuchs vollständig hätte verzichtet w erden können (vgl. TO N I W AIB EL, D ie Erm essenseinschätzung bei Selbständigerw erbenden, D iss. St. G allen 1983, S. 55). O b dem so ist, kann vorliegend indessen ebenso offengelassen w erden w ie die geschäftsm ässige Begründetheit aller über die Kasse verbuchten Ausgaben (w ie diverse Zahlungen an die Stadt- polizei in der H öhe der O rdnungsbussenbeträge von Fr. 40.-- und 120.--). 3.3.2 N un aber hat die Beschw erdeführerin – und dies obw ohl ihre m ehrw ert- steuerpflichtigen Einnahm en nicht prim är in Form von Bargeld erfolgten – unbestrittenerm assen ein Kassabuch geführt (s. Beilage 4 zur Beschw er- de). D a es sich bei ihr jedoch nicht um einen bargeldintensiven Betrieb handelt und ihre m ehrw ertsteuerpflichtigen Einnahm en vorw iegend m ittels Banküberw eisung eingingen, sind an das von der Beschw erdeführerin ge- führte Kassabuch keine strengen (form ellen) Anforderungen zu stellen. Vielm ehr ist das Augenm erk im Zusam m enhang m it der Buchführungs- pflicht der Beschw erdeführerin prim är auf deren Bank- oder Postbücher (bzw . -auszüge) zu richten. In diesem Sinn kann vorliegend die Frage, in w elchen zeitlichen Abständen die Beschw erdeführerin ihr Kassabuch hätte nachführen m üssen, offen bleiben. 3.3.3 Ü ber m angelhafte Bankbücher hat sich die ESTV jedoch nicht geäussert und stattdessen zugestanden, dass die form ellen Anforderungen (w ohl an die Buchführungspflicht der Beschw erdeführerin) "m ehr oder w eniger erfüllt" seien. W eil die ESTV zudem anlässlich ihrer Kontrolle w eder unverbuchte R echnungen oder Zahlungen noch fehlende Belege fest- stellen konnte, kann vorliegend jedenfalls nicht davon ausgegangen w erden, es liege im Ergebnis ein gravierender Verstoss gegen die Buch- haltungsregeln im Sinne des G esetzes vor. D am it ist aber auch gesagt, dass sich – angesichts der durch die Beschw erdeführerin geführten G e- schäftsbücher – die Vornahm e einer Erm essenseinschätzung w egen fehlender oder nur unvollständiger Aufzeichnungen nicht rechtfertigte.14 D ie ESTV selbst scheint im angefochtenen Entscheid denn auch den H auptgrund für die Berechtigung zur Vornahm e einer Erm essenstaxation darin zu sehen, dass die von der Beschw erdeführerin ausgew iesenen Ergebnisse "in unerklärlicher und deutlicher W eise von ihren Erfahrungs- zahlen abw eichen" w ürden (vgl. oben, E. 3.1.1), w as nachstehend zu prüfen bleibt. 3.4 3.4.1 Erfahrungszahlen dienen üblicherw eise dazu, bei gegebenen Voraus- setzungen der Vornahm e einer Erm essensveranlagung die H öhe des geschuldeteten Steuerbetrags festzusetzen (vgl. anstelle vieler VPB 70.41 E. 5e/bb). Es ist indessen nicht ausgeschlossen, dass sie – w ie dies hier von der ESTV unausgesprochen gehandhabt w ird – auch dazu dienen, selbst den für die Vornahm e einer Erm essenseinschätzung eigenständigen G rund der offensichtlichen N ichtübereinstim m ung zw ischen ausgew ie- senen Ergebnissen und w irklichem Sachverhalt zu begründen (vgl. oben, E. 2.5). 3.4.2 Erfahrungszahlen w erden aus zuverlässigen Buchhaltungen von Firm en der verschiedenen W irtschafts- und Berufszw eige gew onnen und geben Aufschluss über durchschnittliche U m satzziffern usw . Erfahrungsw erte m üssen breit abgestützt sein und sollten nebst der Betriebsstruktur und den regionalen G egebenheiten auch die Betriebsgrösse berücksichtigen (M O LLAR D , a.a.O ., in: ASA 69 S. 553). Bei Erfahrungszahlen handelt es sich m it anderen W orten prinzipiell um D urchschnittsw erte, w elche die ESTV aufgrund von Erhebungen bei einer M ehrzahl von U nternehm ungen einer bestim m ten Branche gew onnen hat. Ü berdies sollten die zum Vergleich herangezogenen Betriebe nicht nur der gleichen Branche entstam m en w ie der eingeschätzte Steuerpflichtige, sondern auch in anderer H insicht vergleichbar sein, w ie zum Beispiel betreffend Standort, Betriebsgrösse, Kundenkreis usw . (vgl. auch anstelle vieler VPB 70.41 E. 5e/bb/aaa). 3.4.3 D ie Erfahrungszahlen der ESTV bestehen für den vorliegend interes- sierenden Fall aus einer Liste von D atensätzen von Betrieben aus der G ebäude- und W ohnungsreinigungsbranche. Von den insgesam t 56 gesam tschw eizerisch von der ESTV geprüften U nternehm ungen w erden 47 als so genannte städtische Betriebe bezeichnet. In Anbetracht des G eschäftsdom izils der Beschw erdeführerin hat die ESTV richtigerw eise nur die städtischen Betriebe m it dem Betrieb der Beschw erdeführerin verglichen. G em äss den besagten Erfahrungszahlen der ESTV beträgt der prozentuale Lohnaufw and in der Branche m indestens 36.6% und höchstens 65% . D er prozentuale Bruttogew inn w ird dem gegenüber m it W erten zw ischen 31.4% (M inim aler W ert) und 59.9% (M axim aler W ert) beziffert. D er ausgew iesene M ittelw ert für den Lohnaufw and (D urchschnitt säm tlicher geprüften städtische Betriebe) beträgt laut ESTV 50.7% . 3.4.4 Für die Beurteilung, ob die ausgew iesenen G eschäftsergebnisse der Beschw erdeführerin w esentlich von den einschlägigen Erfahrungszahlen abw eichen, geht die ESTV vom besagten D urchschnittsw ert aus, zum al sie selber ausführt, für das Jahr 2000 sei keine U m satzschätzung notw endig 15 gew esen, da der ausgew iesene Lohnanteil nahe beim Erfahrungsw ert von 50% gelegen habe. Für die restlichen vier G eschäftsjahre (d.h. 1996 bis 1999) erachtet die ESTV hingegen die Voraussetzung zur Vornahm e einer Erm essenstaxation aufgrund einer unerklärlichen und deutlichen Ab- w eichung von ihren Erfahrungsw erten (w om it nur der D urchschnittsw ert von rund 50% gem eint sein kann) als gegeben. 3.4.5 W ill m an nun aber zur R echtfertigung der Vornahm e einer Erm essens- veranlagung aufgrund der offensichtlichen N ichtübereinstim m ung zw ischen ausgew iesenen Ergebnissen und w irklichem Sachverhalt die G eschäfts- ergebnisse eines Betriebs m it denjenigen anderer Betriebe vergleichen um festzustellen, ob der geprüfte Betrieb w esentlich von den statistisch aufge- zeichneten Ergebnissen der Vergleichsbetriebe abw eicht, so kann m an – entgegen der Vorgehensw eise der ESTV – nicht von einem D urchschnitts- w ert als M assstab ausgehen. U m nam entlich auch dem R echtsgleichheits- gebot R echnung zu tragen, kann für den besagten Vergleich nur die gesam te Bandbreite (zw ischen M inim al- und M axim alw ert) der von der ESTV geprüften Betriebe m assgebend sein. Vorliegend hätte die Vor- instanz som it insbesondere den em pirischen G eschäftsergebnissen über dem oben erw ähnten D urchschnittsw ert und nam entlich dem höchsten prozentualen Lohnanteil von 65% in der Branche R echnung tragen m üssen (vgl. etw a U rteile des Bundesgerichts 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 5 und 2A.109/2005 vom 10. M ärz 2006 E. 3 sow ie Entscheide der SR K vom 3. D ezem ber 2003, veröffentlicht in VPB 68.73 E. 4b, vom 7. M ai 2003 [SR K 2002-029] E. 3b). Im vorliegenden Fall liegen die prozentualen Lohnanteile vom U m satz für die Jahre 1996 (rund 57% ), 1997 (rund 61% ), 1998 (rund 63% ) sow ie für das Jahr 2000 (rund 53% ) allesam t noch im R ahm en der Erfahrungszahlen der ESTV. M it anderen W orten gibt es gem äss den Erfahrungszahlen der ESTV zahlreiche städtische Betriebe, deren prozentuale Lohnanteile im Vergleich m it der Beschw erdeführerin höher ausfallen. Für das Jahr 1996 w aren dies m indestens sieben Betriebe, für 1997 vier, für 1998 zw ei und für das Jahr 2000 sogar m indestens neunzehn Betriebe. Lediglich das "Ergebnis" des G eschäftsjahres 1999 liegt m it rund 68% Lohnaufw and des U m satzes (knapp) ausserhalb der Erfahrungszahlen der ESTV von höchstens 65% Lohnaufw and für die G ebäude- und W ohnungsreinigungs- branche. U nter diesen U m ständen kann nach Auffassung des Bundesver- w altungsgerichts für die hier einzig zu beurteilende Konstellation allein aufgrund der vorliegenden Zahlen nicht gesagt w erden, die ausgew ie- senen Ergebnisse könnten m it dem w irklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstim m en. D a die ESTV sodann den ihr auch anderw eitig m öglichen N achw eis der U nrichtigkeit der erw ähnten Zahlen, etw a durch N achw eis einer unkorrekten Verbuchung der Löhne (vgl. z.B. U rteil des Bundesgerichts 2A.258/2005 vom 19. O ktober 2005 = StE [2006] B 101.3 N r. 8), nicht beigebracht hat, ist sie zu U nrecht zu einer Erm essensein- schätzung geschritten. D am it kann offen bleiben, w elche R olle die D urch- schnittsw erte der Erfahrungszahlen im R ahm en der internen Schätzung bei einer zulässigerw eise durchgeführten Erm essensveranlagung spielen.16 3.5 Zusam m enfassend kann aufgrund der Akten nicht gesagt w erden, bei der Beschw edeführerin w ürden keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vorliegen. Ebenso w enig kann darauf geschlossen w erden, die aus- gew iesenen Ergebnisse der Beschw erdeführerin w ürden – aufgrund einer w esentlichen Abw eichung von den Erfahrungszahlen der ESTV – m it dem w irklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstim m en. Zw ar w ird von der Beschw erdeführerin selbst eingestanden, dass sie ihren M itarbeiten- den im Allgem einen relativ hohe Löhne ausgerichtet habe. D ie prozen- tualen Lohnanteile der Beschw erdeführerin liegen jedoch – w ie vorstehend aufgezeigt – noch im R ahm en der statistisch erhobenen W erte der ESTV und auch für das G eschäftsjahr 1999 w eicht das Ergebnis der Beschw er- deführerin nicht w esentlich von den Erfahrungsw erten der Vorinstanz ab. Aus all diesen G ründe w ar die Vorinstanz im vorliegenden Fall nicht be- rechtigt, eine Schätzung nach pflichtgem ässem Erm essen vorzunehm en. N ach dem G esagten erübrigt sich auch eine Ü berprüfung des durch die Vorinstanz kalkulierten U m satzes auf Basis der produktiven Löhne. 3.6 Schliesslich m acht die Beschw erdeführerin die G ew ährung eines Vorsteu- erabzugs in der H öhe von Fr. 1'658.-- geltend. Laut ESTV w urde dieser Vorsteuerbetrag für die Jahre 1999 und 2000 (im R ahm en der EA N r. ... korrigierend) rückbelastet, da ein Teil der Lieferantenrechnungen und Kassenbelege – hauptsächlich infolge form eller Fehler – die Beschw erde- führerin nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt hätten. Insbesondere aus G ründen der einfachen H andhabung habe die ESTV – in Abw eichung der form ellen Voraussetzungen zur G eltendm achung eines Vorsteuerabzugs – festgelegt, dass bei Kassenzetteln und C oupons von R egistrierkassen bei Beträgen bis zu Fr. 200.-- pro C oupon auf Angaben des N am ens und der Adresse des Kunden verzichtet w erden könne (vgl. R z. 760 der W egleitung 1997). D ie Beschw erdeführerin hält diese Praxis der ESTV für w eltfrem d und überspitzt form alistisch. Allerdings verm ag die Beschw erde- führerin die entsprechenden (form ellen) Beanstandungen durch die Vor- instanz w eder im Einsprache- noch im Beschw erdeverfahren bew eism äs- sig zu entkräften bzw . hat sie dies gar nicht erst versucht. 3.6.1 Im vorliegenden Fall hat die ESTV die von der Beschw erdeführerin geltend gem achten Vorsteuerabzüge m ehrfach insbesondere auch deshalb nicht zugelassen und korrigierend rückbelastet, w eil auf den vorgelegten Belegen, w elche den Betrag von Fr. 200.-- überstiegen, keine bzw . eine falsche Em pfängeradresse aufgeführt w urde. Zur Anw endung käm e in solchen Fällen grundsätzlich der neue Art. 15a M W STG V, w elcher w ie die neue Version von Art. 14 Abs. 2 sow ie 45a M W STG V ebenfalls am 1. Juli 2006 in Kraft getreten ist und gleicherm assen dem Form alism us in der M ehrw ertsteuer entgegenw irken soll (siehe Praxism itteilung der ESTV vom 27. O ktober 2006, S. 14). D as Bundesverw altungsgericht hat die R ückw irkung dieser neuen "Pragm atis- m usbestim m ungen" auf (zum Zeitpunkt ihrer Inkraftsetzung) bereits hängige Fälle (selbst unter dem G eltungsbereich der M W STV) in grundsätzlicher W eise bejaht (vgl. etw a U rteil des Bundesverw altungs-17 gerichts A-1352/2006 vom 25. April 2007 E. 4.1 und 4.2 m it H inw eisen). D er neue Artikel 15a M W STG V bezieht sich auf Art. 37 Abs. 1 und 3 des M W STG , w elcher die form ellen Anforderungen an R echnungsbelege zur G eltendm achung von Vorsteuerabzügen regelt. N eu hat die ESTV auch R echnungen und R echnungen ersetzende D okum ente anzuerkennen, w elche die Anforderungen an die Angaben zu N am en und Adresse der steuerpflichtigen Person und zum Em pfänger der Lieferung oder der D ienstleistung nach Art. 37 Abs. 1 Bst. a und b M W STG nicht vollum - fänglich erfüllen, sofern die tatsächlich vorhandenen Angaben die betref- fenden Personen eindeutig identifizieren (Art. 15a M W STG V). D ie ESTV w ird im zw eiten R echtsgang G elegenheit haben, über die Anw endbarkeit der entsprechenden R egelungen zu befinden. 3.6.2 Betreffend des G eschäftsfalles (A._______) hat die Beschw erdeführerin im Beschw erdeverfahren ein form gültig ausgefülltes und unterzeichnetes Form ular 1310 (zw ecks nachträglicher Erm öglichung des Vorsteuerabzugs trotz form ell ungenügender R echnung) eingereicht. D iesbezüglich hat die ESTV som it den Vorsteuerabzug grundsätzlich zuzulassen, sofern das durch die Beschw erdeführerin erw orbene Fahrzeug zur Erzielung steuer- barer U m sätze verw endet w orden ist. Aus diesem G rund und im Lichte der oben erw ähnten neuen Pragm atis- m usbestim m ung (E. 3.6.1) ist der angefochtene Einspracheentscheid in diesem Punkt im Sinne der Erw ägungen aufzuheben und der ESTV zu neuem Entscheid zurückzuw eisen. 4. 4.1 D em nach ist die Beschw erde im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutzu- heissen, sow eit darauf einzutreten ist. D er Einspracheentscheid der ESTV vom 19. April 2005 ist im Sinne der Erw ägungen teilw eise aufzuheben und die Sache zur Berechnung des zu gew ährenden Vorsteuerabzugs an die Verw altung zurückzuw eisen. 4.2 D ie Verfahrenskosten w erden auf Fr. 4'000.-- festgesetzt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die nicht vollständig obsiegende Beschw erde- führerin einen Teil der Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 600.-- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG und Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Keine Verfahrenskosten können dagegen nach Art. 63 Abs. 2 Vw VG der Vorinstanz auferlegt w erden. D er geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- w ird der Beschw erdeführerin im U m fang von Fr. 1'900.-- nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils erstattet. G estützt auf Art. 9 Abs. 2 VG KE ist keine Entschädigung geschuldet, w enn der Vertreter oder die Vertreterin in einem Arbeitsverhältnis zur Partei steht. D a der D irektor und VR -Präsident der Vertreterin der Beschw erde- führerin gleichzeitig deren G eschäftsführer und VR -Präsident ist, steht der Beschw erdeführerin keine Entschädigung zu.18 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutgeheissen sow eit darauf eingetreten w ird. Ziffer 2 (recte: Ziffer 3) des Einsprache- entscheids vom 19. April 2005 betreffend geschuldeter M ehrw ertsteuern von Fr. 18'739.85 w ird aufgehoben und die Sache zur Berechnung des zu gew ährenden Vorsteuerabzugs im Sinne der Erw ägungen an die Eidge- nössische Steuerverw altung zurückgew iesen. 2. D ie Vertreterin der Beschw erdeführerin w ird w egen Verletzung des gebotenen Anstandes im vorliegenden Verfahren m it einer O rdnungsbusse von Fr. 100.-- belegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der R echtskraft des vor- liegenden U rteils zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ie Verfahrenskosten w erden auf Fr. 4'000.-- festgesetzt, der Beschw erde- führerin zu 3/20 auferlegt und zu 17/20 auf die G erichtskasse genom m en. D er von der Beschw erdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- w ird ihr im U m fang von Fr. 1'900.-- nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils zurückerstattet. 4. Eine Parteientschädigung w ird nicht zugesprochen. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. ...) (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M ichael Beusch Keita M utom bo R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts in Abgabesachen können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m sow ie 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :