<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00151</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106422&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00151</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.11.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Ärztin (Wiederaufnahme des Verfahrens VB.2000.00211)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Entzug der Bewilligung zur selbständigen ärztlichen Berufsausübung<br/>(Wiederaufnahme des Verfahrens VB.2000.00211 nach Aufhebung durch Bundesgericht):<br/><br/>Voraussetzungen zur selbständigen ärztlichen Berufsausübung; Grundlagen der Berufspflichten; Voraussetzungen zum Bewilligungsentzug (E. 2).<br/>Nach bereits 1997 verfügten Einschränkungen der Praxisbewilligung infolge unsachgemässer Verschreibung von suchterzeugenden Arzneimitteln hat sich die Beschwerdeführerin inzwischen mehrfach über diese Einschränkungen hinweggesetzt; zudem ist eine Praxisvertreterin nur ungenügend instruiert worden (E. 3a-e). Der Eigenkonsum von Betäubungsmitteln und die Abhängigkeit davon beeinträchtigen die Vertrauenswürdigkeit der Beschwerdeführerin. Auch ohne bisher Patienten konkret zu gefährden, wiegen die Verfehlungen insgesamt schwer. Ein Risiko nicht fachgerechter Behandlung besteht (E. 3f-g). Der Entzug der Bewilligung ist deshalb gerechtfertigt (E. 4).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZNEIMITTELMISSBRAUCH">ARZNEIMITTELMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZT">ARZT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: BERUFSAUSÃBUNG">BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSPFLICHT">BERUFSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTZUG">ENTZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 7 Abs. I lit. a aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 8 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 9 aGesundheitsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Dr. med. X, Jahrgang 1960, praktiziert seit 1993 als selb­stÃ¤n­dige Ãrztin mit Bewilligung zu FÃ¼hrung einer Privatapotheke in Y. Infolge wiederholter Verschreibung von Rohypnol und Toquilone an DrogenabhÃ¤ngige und nach erfolgloser diesbezÃ¼glicher Ermah­nung der Ãrztin verbot ihr die Gesundheitsdirektion am 17. Februar 1997 unter gewissen EinschrÃ¤nkungen und Differenzierungen, Medikamente, die unter die BetÃ¤ubungsmittelgesetzgebung fallen, zu verordnen und abzugeben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund verschiedener zwischen November 1999 und MÃ¤rz 2000 aufgedeckter<span> VerstÃ¶sse</span> gegen dieses Verbot entzog die Gesundheitsdirektion X die Be­willigung zur selbstÃ¤ndigen Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit mit VerfÃ¼gung vom 28. April 2000.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen diese VerfÃ¼gung erhob X am 8. Juni 2000 Beschwerde an das Verwaltungs­gericht und beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben, even­tualiter sei die Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung unter Aufhebung der Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapotheke aufrechtzuerhalten. Die Gesundheitsdirektion beantragte am 29. Juni 2000 die Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 29. August 2000 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde vollumfÃ¤nglich ab (VB.2000.00211).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dieses Urteil wurde vom Bundesgericht auf staatsrechtliche Beschwerde hin am 16. MÃ¤rz 2001 aufgehoben mit der BegrÃ¼ndung, das Verwaltungsgericht habe anders als die Gesundheitsdirektion den Ã¼bermÃ¤ssigen Medikamentenkonsum der BeschwerdefÃ¼hrerin als fÃ¼r die Beurteilung der VertrauenswÃ¼rdigkeit entscheidwesentlich erachtet. Dies sei ohne Beweisverfahren oder zumindest vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung der BeschwerdefÃ¼hrerin gehÃ¶rsverletzend. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 15. Juni 2001 fÃ¼hrte das Verwaltungsgericht eine mÃ¼ndliche Verhandlung mit der BeschwerdefÃ¼hrerin und deren Rechtsvertreterin durch. Mit Ã¤rztlichen Berichten vom 10. und 19. September 2001 beantworteten Dr. med. F und Dr. med. G dem Verwaltungsgericht verschiedene Fragen betreffend die Ã¤rztliche Behandlung der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die diesbezÃ¼glichen Stellungnahmen der Parteien erfolgten am 10. und 16. Oktober 2001. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der gegen die VerfÃ¼gung der Ge­sund­heitsdirektion vom 28. April 2000 erhobenen Beschwerde sachlich und funktionell zustÃ¤ndig (§ 41 und § 19a Abs. 2 Ziffer 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997; VRG). Der angefochtene Entscheid unterliegt im Verfahren der Direktbeschwerde nicht nur der Rechts‑ sondern auch der Ermessenskontrolle (§ 50 Abs. 1 und 3 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Um gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig medizinische Verrichtungen vorzunehmen, ist eine Bewilligung der Gesundheitsdirektion erforderlich (§ 7 Abs. 1 lit. a des Gesund­heits­­gesetzes vom 4. November 1962; GesundheitsG). Die Bewilligung wird erteilt, wenn der Gesuchsteller das eidgenÃ¶ssische Arztdiplom besitzt, vertrauenswÃ¼rdig ist und nicht an einem geistigen oder kÃ¶rperlichen Gebrechen leidet, das ihn zur BerufsausÃ¼bung offen­sicht­­lich unfÃ¤hig macht (§§ 8 Abs. 1 und 16 Abs. 1 GesundheitsG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die selbstÃ¤ndige ArzttÃ¤tigkeit setzt infolge der spezifischen Situation eines Patien­ten, des enormen Wissensvorsprungs des Arztes gegenÃ¼ber diesem und der demzufolge ent­stehenden AbhÃ¤ngigkeit ein enges VertrauensverhÃ¤ltnis zwischen Arzt und Patient vor­aus. Dieses Vertrauens erweist sich ein Arzt dann als wÃ¼rdig, wenn von ihm aufgrund sei­ner bisherigen BerufstÃ¤tigkeit und LebensfÃ¼hrung erwartet werden darf, dass er bei der selb­­stÃ¤ndigen AusÃ¼bung seines Berufs alle notwendige Sorgfalt anwenden wird (vgl. § 12 Abs. 1 GesundheitsG). Die Berufspflichten der Ãrztinnen und Ãrzte im Allgemeinen und die Anforderungen an die Ã¤rztliche Sorgfalt im Besonderen regelt das kantonale Gesund­heits­recht nicht. Diese ergeben sich in erster Linie aus dem Bundesrecht, etwa aus den dem Patientenauftrag entspringenden Ã¤rztlichen Vertragspflichten, aus den Schranken der straf­rechtlichen Ordnung oder etwa auch aus dem Heilmittel‑, BetÃ¤ubungsmittel‑ und Sozial­ver­sicherungsrecht. Begeht ein Bewilligungsinhaber bei der AusÃ¼bung seiner Ã¤rztlichen TÃ¤tigkeit eine strafbare Handlung, etwa eine solche gegen Leib und Leben oder gegen die Amts‑ oder Berufspflichten, so liegt darin ohne weiteres auch eine Verletzung der Ã¤rztli­chen Sorgfaltspflicht. Diese kann jedoch auch ohne das Vorliegen eines Straftatbestands im engeren Sinn verletzt sein. Die Ã¤rztliche Sorgfalt hat sich ganz allgemein an den anerkann­ten Regeln der medizinischen Wissenschaft zu messen. Soweit spezifische Berufsorganisa­tionen einen Verhaltenskodex in Form einer Standesordnung oder von Richtlinien aufge­stellt haben, kÃ¶nnen diese Ausdruck anerkannter Regeln der medizinischen Wissenschaft bilden und damit das Mass der notwendigen Sorgfalt bestimmen (vgl. VGr, 15. Juli 1999, VB.1999.00145 und VGr, 7. Oktober 1999, VB.1999.00213).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen AusÃ¼bung der ArzttÃ¤tigkeit ist zu entziehen, <br/> wenn deren Voraussetzungen nicht mehr vorhanden sind oder wenn den BehÃ¶rden nach­trÃ¤g­lich Tatsachen zur Kenntnis gelangen, aufgrund derer die Bewilligung hÃ¤tte verweigert wer­den mÃ¼ssen (§ 9 Abs. 1 Satz 1 GesundheitsG). Nicht jede Verletzung der Ã¤rztlichen Be­rufs­pflicht rechtfertigt es jedoch, der betroffenen Person die fÃ¼r die Bewilligungsertei­lung vorausgesetzte VertrauenswÃ¼rdigkeit abzusprechen. Aus diesem Grunde nennt § 9 Abs. 1 Satz 2 GesundheitsG als EntzugsgrÃ¼nde unter anderem nur die schwere, die Patien­ten gefÃ¤hr­dende Verletzung der Berufspflichten und die missbrÃ¤uchliche AusnÃ¼tzung der beruflichen Stellung. Der Entzug, der fÃ¼r die ganze oder einen Teil der BerufstÃ¤tigkeit auf bestimmte oder unbegrenzte Zeit erfolgen kann (§ 9 Abs. 2 GesundheitsG), muss gemessen an der Pflichtverletzung und den auf dem Spiel stehenden privaten und Ã¶ffentlichen Inter­essen je­denfalls verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. Dabei sind die gesamten UmstÃ¤nde eines Falles zu wÃ¼rdigen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Im Oktober 1995 hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin dem in einem Methadonpro­gramm bei einem anderen Arzt stehenden Patienten A. Z. unter anderem mehrmals die Me­di­kamente Toquilone (Wirkstoff Methaqualon) und Rohypnol (Wirkstoff Flunitraze­pam) âbei­des Benzodiazepine ‑ verschrieben. Die Gesundheitsdirektion wies sie in der Folge darauf hin, wegen der Gefahr bei kombiniertem Konsum von Benzodiazepinen und Opiaten seien solche Verschreibungen an drogenabhÃ¤ngige Patienten unter den Ãrzten ab­zu­spre­chen. Auf Stellungnahme der BeschwerdefÃ¼hrerin hin beanstandete die Gesund­heitsdirek­tion am 5. Dezember 1995 sowohl die Rezeptierung von Rohypnol und Toqui­lone zur Behandlung von Symptomen des Methadonentzuges als auch das wiederholte Verschreiben von Rohypnol aufgrund eines angeblichen Medikamentendiebstahls. Sie er­mahnte die BeschwerdefÃ¼hrerin, bei der Verschreibung von suchterzeugenden Medika­menten wie Rohyp­­nol und Toquilone die Ã¤rztliche Sorgfaltspflicht einzuhalten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin an A. Z. sowie an zwei weitere drogenabhÃ¤ngige Personen in den folgenden Monaten erneut wiederholt Rohypnol verschrieben hatte, fand am 28. Januar 1997 eine Aussprache mit dem Kantonsarzt und dessen Stellvertreter statt. Aufgrund der Schilderungen der Ãrztin entstand der Eindruck, dass sie die Kontrolle in der Behandlung von drogensÃ¼chtigen Patienten aus den HÃ¤nden verloren hatte, sich durch diese Patienten bedroht und erpresst fÃ¼hlte. Dies fÃ¼hrte zur VerfÃ¼gung der Gesundheitsdi­rek­tion vom 17. Februar 1997, welche im Wesentlichen Folgendes auferlegte: ein grundsÃ¤tzliches Verbot der Verschreibung und der Abgabe von Medikamenten, die unter die BetÃ¤ubungsmittelgesetzgebung fallen (Ziff. I), als Ausnahme von diesem Verbot jedoch die Erlaubnis, psychotrope Substanzen gemÃ¤ss Art. 3 lit. b der Verordnung Ã¼ber die BetÃ¤ubungs­mittel und die psychotropen Stoffe vom 29. Mai 1996 (BetmV) Ã¼ber die Apo­theke C in Y zu verschreiben (Ziff. II), an DrogenabhÃ¤ngige jedoch nur mit Bewilligung des Kantons­Ã¤rzt­lichen Dienstes im Einzelfall (Ziff. III), ein absolutes Ver­bot der Verschreibung der psychotropen Substanzen Flunitrazepam und Methaqualon (Ziff. IV). Schliesslich enthielt die VerfÃ¼gung einen Vorbehalt fÃ¼r den BetÃ¤ubungsmittel­bezug bei der Kantonsapotheke in NotfÃ¤llen (Ziff. V). FÃ¼r den Fall erneuter Regelwidrig­keiten bei der BerufsausÃ¼bung wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin der Entzug der Praxisbewil­ligung angedroht (Ziff. VI). Im gleichen Sinn schrÃ¤nkte auch die Kantonale Heilmittelkon­trolle am 16. Juli 1997 die der BeschwerdefÃ¼hrerin erteilte Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapotheke ein. Am 8. Sep­tem­ber 1997 kam es sodann zu einer hier nicht weiter inte­res­sierenden Lockerung des Verbotes gemÃ¤ss Ziff. I der VerfÃ¼gung vom 17. Februar 1997 mit Bezug auf Hustenmedikamente. </p> <p class="Einzug1">Wie das Verwaltungsgericht bereits in seinem Entscheid vom 29. August 2000 ausfÃ¼hrte, wiegen die VorwÃ¼rfe, welche zur dargelegten EinschrÃ¤nkung der Praxisbewilligung ge­fÃ¼hrt haben, schwer. Die Ãrztin hatte sich von drogenabhÃ¤ngigen Patienten zuneh­mend unter Druck setzen lassen und dabei offensichtlich die therapeutische Distanz, wel­che gerade sÃ¼chtigen oder suchtgefÃ¤hrdeten Patienten gegenÃ¼ber besonders wichtig ist, verloren. Die Verschreibung und Abgabe von suchterzeugenden Medikamenten birgt ein ganz erheb­liches Risiko in sich und kann daher, wenn sie medizinisch nicht einwandfrei indiziert ist, gerade bei DrogenabhÃ¤ngigen letztlich tÃ¶dliche Folgen haben. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Am 5. November 1999 stellte die Stadtpolizei ZÃ¼rich in der Drogenszene in ZÃ¼­rich 4 bei F. P., dessen Ehefrau als Arzthelferin bei der BeschwerdefÃ¼hrerin angestellt ist, verschiedene psychotrope Medikamente sicher, darunter auch Toquilone (Methaqualon), Rohypnol (Flunitrazepam), Dormicum (Midazolam) und Valium (Diazepam). Der Betrof­fene erklÃ¤rte, er selber sei kein Drogenkonsument, sondern gehÃ¶re einer Institution an, die DrogensÃ¼chtige zum AufhÃ¶ren bewegen wolle. Er gehe zwei bis dreimal pro Monat in die Drogenszene und sammle jeweils die von den SÃ¼chtigen vor Polizeiaktionen versteckten Drogen ein, um sie zu vernichten. Von den in seinem Besitz befindlichen Medikamenten habe er das Dormicum fÃ¼r seinen Sohn und das Nozinan (nicht psychotrop) von der Be­schwerdefÃ¼hrerin, ansonsten stammten die Medikamente von den SÃ¼chtigen. AnlÃ¤sslich einer nachfolgenden Hausdurchsuchung bei der Familie P. wurden neben verschiedenen rezeptpflichtigen nicht-psychotropen Medikamenten auch zwei psychotrope vorgefunden, nÃ¤mlich 1,5 mg Lexotanil (Bromazepam) und 30 mg Normaform (Phentermin), die jedoch an Ort belassen wurden. Auf telefonische Anfrage hin gab die BeschwerdefÃ¼hrerin an, sie habe F. P. diese Medikamente abgegeben, da er an einer Nervenkrankheit leide. Im Be­schwer­deverfahren bringt sie vor, lediglich das Dormicum (Midazolam) stamme aus ihrer Praxis, im Ãbrigen habe sie mit ihrer Aussage ihrer Arzthelferin und deren Mann helfen wollen, ohne zu bedenken, dass sie sich damit selber belaste.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Gesundheitsdirektion sieht im Verhalten der BeschwerdefÃ¼hrerin einen Ver­stoss gegen Ziff. I ihrer VerfÃ¼gung vom 17. Februar 1997, wobei unklar ist, von welchem Sachverhalt sie im Einzelnen ausgeht. Dabei weist die VerfÃ¼gung unter anderem auf eine Aussage der Ehefrau des Angeschuldigten hin, wonach dieser die Medikamente von der BeschwerdefÃ¼hrerin bekommen habe. Da eine solche Aussage jedoch nicht bei den Akten liegt, kann darauf vorliegend nicht abgestellt werden. Auch die polizeilich protokollierte Ãusserung der BeschwerdefÃ¼hrerin gibt keinen hinreichenden Anhaltspunkt fÃ¼r die Abgabe von Rohypnol, Toquilone und Valium. Mangels Protokollierung der gestellten Frage ist unklar, welche Medikamente die BeschwerdefÃ¼hrerin mit "diese" im seinerzeitigen Tele­fongesprÃ¤ch tatsÃ¤chlich meinte, ob die im Park sichergestellten, die zu Hause vorgefunde­nen oder Ã¼berhaupt alle. Im Weiteren erscheinen auch die Angaben von F. P. selber nicht unglaubwÃ¼rdig, nachdem er in der polizeilichen Einvernahme einigermassen genaue An­gaben Ã¼ber die Organisation D, der er angehÃ¶re, inklusive Internetadresse, Personen und Versammlungsdaten machen konnte. Immerhin sah auch die Polizei angesichts der Beweis­­lage keinen Anlass zu weiteren Ermittlungen gegen F. P. Auf dessen Angaben, wel­che mit denjenigen der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼bereinstimmen, ist daher abzustellen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Damit bleibt in diesem Punkt einzig der Vorwurf an die BeschwerdefÃ¼hrerin, dass sie dem nicht drogenabhÃ¤ngigen F. P. fÃ¼r dessen Sohn das Medikament Dormicum selber abgegeben hat, anstatt es ihm Ã¼ber die Apotheke C zu verschreiben. Dieser Ver­stoss ist â wie das Verwaltungsgericht bereits in seinem Entscheid vom 29. August 2000 feststellte â nicht schwerwiegend. Da die Ehefrau von F. P. als Arzthelferin bei der Be­schwerde­fÃ¼hre­rin arbeitet, ist es noch einigermassen nachvollziehbar, wenn auch verboten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin hier den komplizierteren Weg der Verschreibung umgangen und das Medikament aus ihrem Bestand direkt abgegeben hat. Der Umstand allerdings, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aus GefÃ¤lligkeit bei einer polizeilichen Ermittlung falsche Angaben machte, wirft kein besonders gÃ¼nstiges Licht auf sie.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">c) Eine am 30. November 1999 durch die Kantonale Heilmittelkontrolle durchge­fÃ¼hrte Kontrolle bei der Apotheke C in Y ergab, dass die Beschwerde­fÃ¼hrerin mehrfach Produkte, die der BetÃ¤ubungsmittelgesetzgebung unterstehen, an Pati­en­t­innen und Patienten verschrieben hatte. Dabei handelte es sich aber nur um solche Wirkstoffe, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin an nicht drogenabhÃ¤ngige Personen verschrei­ben durfte. Da die betroffenen Patientinnen und Patienten nicht als betÃ¤ubungsmittel­ab­hÃ¤ngig aktenkundig waren, leitete die Gesundheitsdirektion aus dieser Kontrolle denn auch keinen Vorwurf an die BeschwerdefÃ¼hrerin ab.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">d) AnlÃ¤sslich einer durch die Kantonale Heilmittelkontrolle am 29. Februar 2000 durchgefÃ¼hrten Inspektion in der Arztpraxis mussten verschiedene Arzneimittel und Medi­zinprodukte eingezogen und vernichtet werden. Dies betraf zum grossen Teil Produkte, deren Verfalldaten abgelaufen waren, sodann zwei registrierungspflichtige Pro­dukte, fÃ¼r deren Bezug und Verwendung die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber keine Bewilligung der Gesundheitsdirektion im Sinn von § 6a der Verordnung Ã¼ber den Verkehr mit Heil­mit­teln vom 28. Dezember 1978 verfÃ¼gte, und schliesslich eine Packung Rohypnol und eine Packung Ionamine (Phentermin). Eine Nachfrage bei der E AG ergab sodann, dass die Beschwer­defÃ¼hrerin in der Zeit zwischen Juli 1997 und Februar 2000 zahlreiche psychotrope Arzneimittel bezogen hatte, welche unter das Verbot der Gesund­heits­direktion fallen. Dabei handelte es sich einerseits um verschiedene Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie um AppetitzÃ¼gler, die sie gemÃ¤ss Ziff. II der VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion zwar an nicht drogenabhÃ¤ngige Personen verschreiben, aber nicht selber abgeben durfte. Ausserdem hatte sie in der fraglichen Zeit insgesamt 191 Packungen Rohyp­nol und 84 Packungen Toquilone bezogen, welche sie nach Ziff. IV der VerfÃ¼gung weder abgeben noch verschrei­ben durfte. Schliesslich waren drei Notfallprodukte geliefert worden, die gemÃ¤ss Ziff. V der VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion nur Ã¼ber die Kantons­apotheke hÃ¤tten bezogen werden dÃ¼rfen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Mit Bezug auf den Verstoss gegen Ziff. II der VerfÃ¼gung macht die Beschwerde­fÃ¼hrerin geltend, sie habe diese Medikamente nur in geringen Dosen an wenige nicht dro­genabhÃ¤ngige Patienten abgegeben. Diese Behauptung mag zwar zutreffen, lÃ¤sst sich je­doch nicht Ã¼berprÃ¼fen, da die BeschwerdefÃ¼hrerin diese Produkte direkt an die Patienten, zu welchen selbstverstÃ¤ndlich auch Angestellte, Verwandte und Freunde zÃ¤hlen, abgab, an­statt sie Ã¼ber die Apotheke C zu verschreiben. Dieser Verstoss wiegt schwer. Indem die Be­schwerdefÃ¼hrerin im fraglichen Zeitraum regelmÃ¤ssig die fraglichen Heil­mit­tel an mehrere Patienten direkt abgab, hat sie sich von Anfang an Ã¼ber die VerfÃ¼gung der Gesundheits­direktion klar hinweggesetzt und damit verhindert, dass der auf ihre Ver­schrei­bung hin erfolgte Medikamentenbezug lÃ¼ckenlos kontrolliert werden konnte. Wenn sie da­mit auch mÃ¶glicherweise keine Patienten direkt gefÃ¤hrdet haben sollte, so wurde durch ihr Verhalten letztlich doch das Ziel der ihr auferlegten BeschrÃ¤nkung massgeblich gefÃ¤hrdet. Der Umstand, dass die Abgabe auf ausdrÃ¼cklichen Wunsch der Patienten er­folgte, welche die Medikamente nicht aus der Apotheke C beziehen wollten, entlastet die BeschwerdefÃ¼hrerin dabei wenig. Der Einwand belegt gerade, dass die Be­schwerdefÃ¼hrerin nach wie vor MÃ¼he hat, sich gegen die WÃ¼nsche ihrer Patienten genÃ¼­gend abzugrenzen, um die ihr gesteckten Grenzen zu beachten. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Zum Bezug von Rohypnol (Flunitrazepam) bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, die­ses sei ausschliesslich fÃ¼r den Eigengebrauch bestimmt gewesen. Diese Angabe lÃ¤sst sich zwar ebenfalls nicht Ã¼berprÃ¼fen. Immerhin spricht jedoch der Umstand, dass bei der Praxis­­inspektion nur eine Packung Rohypnol und diese angeblich in einer Schublade im Sprechzimmer und nicht im Arzneimittelraum vorgefunden wurde, eher fÃ¼r deren Richtig­keit. In­sofern kann der BeschwerdefÃ¼hrerin ein Verstoss gegen das ihre auflegte Verbot gemÃ¤ss Ziff. IV der VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion hier nicht vorgeworfen werden. Jedoch vermag der mit diesem Einwand belegte eigene regelmÃ¤ssige und betrÃ¤chtliche BetÃ¤ubungs­mittelkonsum der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht gerade Vertrauen in ihre Be­rufstÃ¤tig­keit und ihre Sorgfalt bei der Verschreibung von suchterzeugenden Medikamenten zu erwecken (hierzu ErwÃ¤gung f nachfolgend). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Mit Bezug auf das mehrfach erworbene Medikament Toquilone sodann gibt die Be­schwerdefÃ¼hrerin an, dieses an eine einzige Patientin abgegeben zu haben, welche nicht drogenabhÃ¤ngig sei und seit einem Verkehrsunfall an SchlafstÃ¶rungen leide. Toquilone habe sich als das einzige bei ihr wirksame Schlafmittel erwiesen. Die Patientin habe ge­wusst, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin das Medikament nicht verschreiben oder abgeben dÃ¼rfte, habe aber den Arzt nicht wechseln wollen. Damit hat die BeschwerdefÃ¼hrerin klar gegen das Verbot von Ziff. IV der VerfÃ¼gung verstossen. Wenngleich die Medikamenten­abgabe im konkreten Fall durchaus medizinisch indiziert gewesen sein mag, so zeigt der Vorfall erneut, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin MÃ¼he hat, sich gegen die WÃ¼nsche ihrer Pati­en­ten genÃ¼gend abzugrenzen, und dabei auch bereit ist, die Grenzen des ZulÃ¤ssigen zu Ã¼berschreiten. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Was die Notfallmedikamente betrifft, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin zwingend hÃ¤tte Ã¼ber die Kantonsapotheke beziehen mÃ¼ssen, so wurden zwei davon auf Veranlassung der Praxisvertreterin geliefert (dazu nachfolgend ErwÃ¤gung e). Das dritte Medikament will die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r sich selber benÃ¶tigt haben. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die un­rechtmÃ¤ssig bezogenen Mittel demnach nicht selber fÃ¼r die Patientenbehandlung einge­setzt. Jedoch wirft auch hier der eigene Konsum von 14 Packungen Ritalin ein bedenkli­ches Licht auf die VertrauenswÃ¼rdigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin (hierzu ErwÃ¤gung f nachfolgend).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">e) AnlÃ¤sslich der Praxisinspektion stellte sich auch heraus, dass die BeschwerdefÃ¼h­rerin die Praxisvertreterin, welche sie fÃ¼r die Zeit vom 6. Januar bis 31. MÃ¤rz 2000 bestellt hatte, nur ungenÃ¼gend Ã¼ber die EinschrÃ¤nkungen der Praxisbewilligung orientiert hatte. So wusste diese zwar, dass Benzodiazepine in der Praxis nur rezeptiert wÃ¼rden, die weiteren Ein­schrÃ¤nkungen in der Praxisbewilligung wie etwa die zwingende Verschreibung psycho­troper Stoffe Ã¼ber die Apotheke C oder der Bezug von NotfallprÃ¤paraten Ã¼ber die Kantonsapotheke waren ihr nicht bekannt. Entsprechend verstiess diese Vertreterin denn auch in zwei FÃ¤llen gegen die letztgenannte Auflage. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Dieser Vorwurf wiegt â auch insoweit ist an der WÃ¼rdigung im Urteil vom 29. Au­gust 2000 festzuhalten â ebenfalls schwer. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wurde mit VerfÃ¼­gung vom 13. Januar 2000 ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen, dass die EinschrÃ¤nkungen der Praxisbewilligung auch fÃ¼r ihre Vertreterin gelten wÃ¼rden. Indem sie ihre Kol­legin nur ungenÃ¼gend Ã¼ber die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion orientierte, gab die BeschwerdefÃ¼hrerin einmal mehr zu erkennen, dass sie die ihr auferlegten BeschrÃ¤nkungen nicht wirklich ernst nahm. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">f) Aufgrund der erstinstanzlichen Akten war von einem eigenen betrÃ¤chtlichen BetÃ¤ubungsmittelkonsum der BeschwerdefÃ¼hrerin auszugehen. In ihrer Eingabe vom 2. April 2000 hatte sie ausgefÃ¼hrt, die bei der Firma E AG bezogenen Mengen an Rohypnol (191 Packungen) und Ritalin (14 Packungen) fÃ¼r den Eigenbedarf bezogen zu haben. Sie brauche zuweilen 4 bis 5 mg Rohypnol, um schlafen zu kÃ¶nnen, und umgekehrt zur BewÃ¤ltigung ihrer 60-80 Std./Woche Ritalin, um in der Nacht wach zu bleiben. Laut Arzneimittelkompendium liegt die empfohlene Tagesdosis von Rohypnol fÃ¼r Erwach­sene bei 0,5 bis 1 mg, zu steigern hÃ¶chstens auf 2 mg, wÃ¤hrend Ritalin, welches allein in Anhang a figuriert und daher nicht im Sinne von Art. 3 Abs. 2 BetmG von der Kontrolle ausgenommen ist, nicht zur Behandlung normaler ErmÃ¼dungszustÃ¤nde ange­wendet werden soll. Beide Mittel machen insbesondere bei lÃ¤ngerer Einnahme abhÃ¤ngig<i>.</i> Bei der Befragung vom 15. Juni 2001 brachte die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, sie leide seit 20 Jahren, vor allen seit der Zeit ihrer AssistenzarzttÃ¤tigkeit, unter SchlafstÃ¶rungen. Sie habe verschiedene Arzneien dagegen probiert, Rohypnol sei das einzige Medikament, das nicht bewirke, dass sie schlafwandle. Im Jahr 1997 sei sie von Rohypnol abhÃ¤ngig geworden; da­mals sei sie stark unter Druck gestanden, vor allem von drogenabhÃ¤ngigen Patienten oder solchen, die Schlaf- oder Beruhigungsmittel wollten. Vor einem Jahr habe sie aber mit der Einnahme von Rohypnol aufgehÃ¶rt, mit UnterbrÃ¼chen von ein bis zwei Wochen, wenn sie wirklich Probleme habe mit dem Schlaf. Das Ritalin habe sie benÃ¶tigt, um am Wochenende Ãbersetzungs- und Haus­arbeiten erledigen zu kÃ¶nnen, weil sie zu mÃ¼de gewesen sei. Sie nehme das Medikament schon lange nicht mehr (Prot. S. 4-7).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Zur Frage der BetÃ¤ubungsmittelabhÃ¤ngigkeit konnte Dr. F kaum Angaben machen, da die BeschwerdefÃ¼hrerin ihm erstmals anlÃ¤sslich der letzten Konsultation am 19. Oktober 2000 vom Rohypnolkonsum erzÃ¤hlt und ihn um einen Nachweis der Benzo­diazepin-Abstinenz gebeten hatte. DemgegenÃ¼ber ist Dr. G mit der Problematik seit Beginn der Betreuung im Jahr 1998 vertraut. Nach ihrer EinschÃ¤tzung be­steht eine AbhÃ¤ngigkeit von so­fort wirksamen Schlaf-, Schmerz- und MigrÃ¤nemitteln, inklusive Rohypnol. Diese AbhÃ¤ngig­keit sei immer wieder thematisiert und die Notwendigkeit eines Entzuges betont worden. SÃ¤mtliche Versuche zum stufenweisen Aufbau einer Langzeit-Intervallprophylaxe zum graduellen Ersatz der Sofortmittel seien bis jetzt erfolglos geblieben, eine kurzdauernde Abstinenz sei im Herbst 2000 erreicht worden. Obwohl ein ambulanter Rohypnolentzug nur kurz dauernden Erfolg gebracht habe, kÃ¶nne sich die BeschwerdefÃ¼hrerin wegen ihrer hohen Arbeitsbelastung nicht zu einem stationÃ¤ren Entzug entschliessen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Aufgrund der weiteren AbklÃ¤rungen des Verwaltungsgerichtes ist demgemÃ¤ss nicht nur von einem betrÃ¤chtlichen eigenen BetÃ¤ubungsmittelkonsum, sondern sogar von einer ei­­gentlichen und bis ins Jahr 2001 bestehenden AbhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin auszugehen. Dieser Umstand, insbesondere in seinem Zusammenspiel mit den festgestellten Ver­stÃ¶ssen betreffend die BetÃ¤ubungsmittelabgabe und -ver­schreibung belastet die Beschwer­­defÃ¼hrerin erheblich. Wer in dem von der BeschwerdefÃ¼hrerin eingestandenen Masse BetÃ¤ubungsmittel benÃ¶tigt, um den beruflichen Anfor­derungen zu genÃ¼gen, ist diesen offensichtlich nicht gewachsen. Dabei mag zwar die eige­ne Ãberforderung durchaus eine Rolle spielen, jedoch erhÃ¶ht die persÃ¶nliche Haltung ge­genÃ¼ber BetÃ¤ubungsmitteln jedenfalls die Gefahr eines allzu leichtfertigen Umgangs mit suchterzeugenden Medikamenten bei der Patientenbehandlung.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">g) Zusammenfassend beeintrÃ¤chtigen sowohl die bereits von der Gesundheitsdirektion gewÃ¼rdigten VorfÃ¤lle als auch die neuerlich im Beschwerdeverfahren erstellte BetÃ¤ubungsmittelabhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihre eigene Haltung dazu deren VertrauenswÃ¼rdigkeit ganz erheblich. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin setzte sich Ã¼ber die ihr auferlegten BerufseinschrÃ¤nkungen trotz ausdrÃ¼ck­licher Androhung des Bewilligungsentzuges im Fall erneuter Regelwidrigkei­ten hinweg. Im We­sentlichen behinderte ihr Verhalten die ihr auferlegte Kontrolle der Medikamentenverschrei­bung; in einem Fall kam dabei eine Patientin zu einem Medikament, welches ihr die Be­schwerdefÃ¼hrerin nicht einmal hÃ¤tte verschreiben dÃ¼rfen. Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Verhalten die Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten konkret gefÃ¤hrdet hÃ¤tte, ist zwar aufgrund der Akten nicht erstellt, immerhin beinhaltet aber die Verhinderung der Kontrolle der Rezeptierung eine indirekte PatientengefÃ¤hrdung. Ihr Fehlverhalten betraf daher nicht nur eine rein formale Ebene. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verkennt offenbar den Sinn der ihr auferlegten BerufseinschrÃ¤nkungen, wenn sie glaubt, indem sie keine drogen­abhÃ¤ngige Patienten mehr behandle, sei die Gefahr gebannt. Die VerfÃ¼gung der Gesund­heitsdirektion sollte nicht nur die direkte Abgabe von Benzodiazepinen an DrogenabhÃ¤n­gige verhindern, sondern auch den Bezug durch DrogenabhÃ¤ngige Ã¼ber nichtdrogenabhÃ¤n­gige Mittelsleute. Das Vertrauen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin das dafÃ¼r notwendige Ur­teilsvermÃ¶gen selber aufzubringen vermag, fehlte der Gesundheitsdirektion zu Recht. Die frÃ¼heren VorfÃ¤lle zeigten deutlich, dass sie sich allzu leichtfertig auf Angaben von Patien­ten verliess und sich nicht gegen diese abgrenzen konnte. Eine nach wie vor mangelnde Distanz ihren Patienten und deren WÃ¼nschen gegenÃ¼ber belegen auch die neuerlichen Be­gebenheiten. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Vor diesem Hintergrund bildet die eigene AbhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin von BetÃ¤ubungsmitteln sowie weiterer Medikamente eine zusÃ¤tzliche Quelle des Misstrauens. Dabei zeugt auch ihre eigene Haltung der ganzen Thematik gegenÃ¼ber von einem man­­gelhaften Problembewusstsein. Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin noch im Verfahren vor Bundesgericht eine BetÃ¤ubungsmittelabhÃ¤ngigkeit in Abrede gestellt hatte, gestand sie eine AbhÃ¤ngigkeit immerhin fÃ¼r die Zeit von 1997 bis 2000 bei der Befragung ein, betonte allerdings, dass die AbhÃ¤ngigkeit seit Entzug der Praxisbewilligung nicht mehr bestehe (Prot. S. 6). Diese EinschÃ¤tzung steht nun aber in einem klaren Widerspruch zum Bericht von Dr. Gs, welche die Ab­hÃ¤ngigkeit von Rohypnol trotz zeitweiser Abstinenz auch heute noch bejaht. Trotz einer von der Ãrztin empfohlenen und bereits zweimal in die Wege geleiteten stationÃ¤ren Therapie konnte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin dazu bisher nicht entschliessen. Bedenklich ist da­bei weiter, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die Ãrztin zu keiner Zeit auf ihren erheblichen Kon­sum von Ritalin in den Jahren 1998 und 1999 hingewiesen hatte. Insofern konnten ihre eigenen Angaben, wonach sie das Mittel schon anfangs 2000 abgesetzt haben will, im Beschwerdeverfahren auch gar nicht weiter Ã¼berprÃ¼ft werden.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das Gericht fragte die Arztpersonen zusÃ¤tzlich, ob es mÃ¶glich sei, dass der Medikamen­tenkonsum der BeschwerdefÃ¼hrerin ihre FÃ¤higkeit beeintrÃ¤chtigte, die Ã¤rztliche Sorgfaltspflicht, insbesondere bei Abgabe und Verschreibung Ã¤hnlicher Medikamente an eigene Patienten, zu beachten. Dr. F beantwortete die Frage explizit nicht, da er Ã¼ber das Ausmass der SuchtmittelabhÃ¤ngigkeit nicht informiert war. Dr. G konnte selber keine BeeintrÃ¤chtigung feststellen, war aber offensichtlich nicht darÃ¼ber informiert, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin Benzodiazepine an drogenabhÃ¤ngige Patienten abgegeben hatte und dass ihre Praxisbewilligung aus diesem Grunde eingeschrÃ¤nkt wor­den war und sie gegen diese EinschrÃ¤nkungen verstossen hatte. Jedenfalls konnte auch Dr. G die MÃ¶glichkeit einer BeeintrÃ¤chtigung nicht aus­schliessen. In WÃ¼rdigung aller UmstÃ¤nde des Falles ist daher davon auszugehen, dass auch der eigene BetÃ¤ubungsmittelkonsum ein Risiko bei der Patientenbehandlung bildet.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">4. Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin die ihr auferlegten BeschrÃ¤nkungen bisher of­fensichtlich nicht ernst genommen hat, fragt es sich, wie deren Wirkung verstÃ¤rkt und de­ren Einhaltung durchgesetzt werden kann. Im Eventualstandpunkt bietet sie selber an, es sei ihr die Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapotheke unter Orientierung der potentiel­len Lieferfirmen zu entziehen. Hierzu macht die Gesundheitsdirektion zu Recht geltend, dass diese Massnahme nicht geeignet ist, die auferlegten BeschrÃ¤nkungen besser durchzu­setzen. Die festgestellten Regelwidrigkeiten betrafen gerade nicht den der BeschwerdefÃ¼h­rerin belassenen Bereich der Privatapotheke, d. h. die Abgabe von Heilmitteln, die nicht der BetÃ¤ubungsmittelgesetzgebung unterstehen, sondern ausschliesslich den ihr verbotenen Bereich. Aufgrund dessen, wie sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bis anhin Ã¼ber das Verbot hin­wegzusetzen verstand, fehlt es der Gesundheitsdirektion verstÃ¤ndlicherweise am Ver­trauen, dass sie sich an ein weiter gehendes Medikamentenabgabeverbot halten wÃ¼rde. In Frage kÃ¤me daher hÃ¶chstens ein an die Hersteller und Lieferanten direkt gerichtetes Ver­bot, die entsprechenden Heilmittel an die BeschwerdefÃ¼hrerin abzugeben. Ein solches ist aber recht­lich nicht zulÃ¤ssig, da es ins vorliegende Verfahren nicht involvierte Dritte be­treffen wÃ¼rde. In eine Ã¤hnliche Richtung weist im Weiteren zwar die von der Beschwerde­fÃ¼hrerin angebotene Orientierung der potentiellen Lieferfirmen. Jedoch ist auch dies keine genÃ¼gend wirksame und praktikable LÃ¶sung, da es nach den AusfÃ¼hrungen der Gesund­heits­direktion gar nicht mÃ¶glich ist, alle Bezugsquellen und Verkaufsstellen (Apotheken) Ã¼ber die Ein­schrÃ¤nkung zu informieren. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss bietet sich als einziges Mittel nur die vollstÃ¤ndige Einstellung in der selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung an. Da heute nicht absehbar ist, ob und auf welche Weise es der BeschwerdefÃ¼hrerin allenfalls gelingen wird, das verlorene Vertrauen in eine sorgfÃ¤ltige selbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung wiederherzustellen, hat der Bewilligungsentzug zwangslÃ¤ufig unbefristet zu erfolgen. Es ist ihr jedoch unbenommen, spÃ¤ter etwa durch die Vorlage eines Arbeitszeugnisses, welches insbesondere auch RÃ¼ckschlÃ¼sse hinsichtlich der in der bisherigen BerufsausÃ¼bung beanstandeten Punkte zulÃ¤sst, und eines Berichtes Ã¼ber den positiven Verlauf einer eigenen Entzugstherapie ein erneutes Gesuch um Er­teilung der Bewilligung zu stellen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Beschwerde ist daher vollumfÃ¤nglich abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">...</p> <p class="Einzug2"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>