Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. Januar 2017 (810 16 134) ____________________________________________________________________ Personalrecht Kündigung des Arbeitsverhältnisses / Verletzung des rechtlichen Gehörs Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther , Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte Einwohnergemeinde A.____ , Beschwe rdeführerin , ve rtr eten durch Claudia von Wartburg Spirgi, Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner B.____ , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Philipp Vonarburg, Rechtsanwalt Betreff Kündigung (RRB Nr. 622 vom 3. Mai 2016) A. B.____ (geb. 1958) wurde am 1. April 1984 bei de r Einwohnergemeinde A.____ als Hauswartin des Primarschulhauses angestellt. Die ursprüngliche privatrechtliche Anstellung von B.____ wurde per 1. August 2006 durch einen öffentl ich-rechtlichen Arbeitsvertrag mit einem Pensum von 45% ersetzt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit E-Mail des Gemeindeverwalters, C.____, vom 6. M ärz 2015 wurde B.____ zu einer (persönlichen) Information betreffend Änderungen im S chulbetrieb ab dem Schuljahr 2015/16 eingeladen. Die fragliche Information fand am 12. M ärz 2015 im Beisein von B.____ und des Vizepräsidenten des Gemeinderats, D.____, sowie des Gemeindeverwalters statt. C. Mit Verfügung vom 30. März 2015 kündigte die Einwoh nergemeinde A.____ das Ar- beitsverhältnis mit B.____ per 30. Juni 2015. Zur Begr ündung wurde im Wesentlichen ausge- führt, B.____ sei am 12. März 2015 darüber informiert worden, dass die Schule A.____ per En- de Schuljahr 2014/15 – unter der Voraussetzung, dass d ie Gemeindeversammlung vom 20. April 2015 der Schulauslagerung zustimme – geschloss en werde. Gleichzeitig sei ihr mitge- teilt worden, dass ihre heutige Arbeitsstelle „Hauswartu ng Primarschule und Kindergarten“ als Folge der Schulschliessung aufgehoben werde. D. Mit Eingabe vom 10. April 2015 erhob B.____, vert reten durch Philipp Vonarburg, Rechtsanwalt und Notar, gegen die Verfügung der Geme inde Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft. Sie stellte das Rechtsbegehr en, die Kündigung sei ersatzlos aufzuheben, eventualiter sei die Angelegenheit unter Auflagen zu neuem Entscheid an die Vo- rinstanz zurückzuweisen. Im Weiteren sei der Beschwerdefüh rerin ein neues Zwischenzeugnis auszustellen; dies jeweils unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. E. Am 20. April 2015 stimmte die Einwohnergemeindever sammlung A.____ der neuen Schullösung (Genehmigung Schulverträge mit Einwohnerge meinden E.____ und F.____) bzw. der damit verbundenen Auslagerung der Schule A.____ zu. In der Referendumsabstimmung vom 21. Juni 2015 wurde der Schulvertrag mit der Einwohnergemeinde E.____ gutgeheissen. F. Mit Entscheid des Regierungsrats vom 3. Mai 2016 wurd e die Beschwerde von B.____ gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wurde. G. Gegen diesen Entscheid erhob die Einwohnergemeind e A.____, vertreten durch Clau- dia von Wartburg Spirgi, Advokatin, am 12. Mai 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Sie stellt das Re chtsbegehren, es sei der angefoch- tene Entscheid aufzuheben und die Verfügung der Einwo hnergemeinde A.____ vom 30. März 2015 sei zu bestätigen; dies unter o/e-Kostenfolge. H. In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2016 beant ragt die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Philipp Vonarburg, Rechtsanwalt und Notar, die Beschwerde sei abzuweisen. I. Der Regierungsrat beantragt mit Vernehmlassung vom 28. September 2016 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. J. Mit Verfügung vom 29. September 2016 wurde der Fa ll der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Die Beweisanträge auf Parteibefragung wurden abgewiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts, A bteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht, zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befug t, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Das Gemeinwesen ist g estützt auf diese Bestimmung zur Beschwerde legitimiert, wenn es gleich oder ähnlich wi e ein Privater betroffen oder aber in schutzwürdigen eigenen hoheitlichen Interessen berührt ist (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], v om 20. Oktober 2010 [810 09 509] E. 3.2). Bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten im Bereich des öffentlichen Dienstrechts ist das Gemeinwesen gleich oder ähnlich wie ein privater Arb eitgeber betroffen und hat daher ein be- sonderes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung eines Entscheides (vgl. KGE VV vom 16. Januar 2013 [810 12 164/165] E. 2; BGE 134 I 204 E. 2.3). Die Legitimation der Beschwer- deführerin ist demzufolge gegeben und auf die im Übri gen form- und fristgerecht erhobene Be- schwerde ist einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3.1 Strittig ist, ob der Regierungsrat die Kündigungsve rfügung der Beschwerdeführerin vom 30. März 2015 zu Recht infolge Verletzung des rechtlichen Gehörs aufhob. 3.2.1 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen Entsche id, dass die Beschwerdegegnerin zum Orientierungsgespräch vom 12. März 2015 eingeladen worden sei, ohne vorab zu wissen, was Inhalt dieses Gesprächs sein werde. Sie habe erst anl ässlich des Gesprächs erfahren, dass ihre Stelle aufgehoben und ihr deshalb gekündigt werde. Auch im Anschluss an das Ge- spräch vom 12. März 2015 sei der Beschwerdeführerin keine Möglichkeit mehr eingeräumt worden, sich dazu zu äussern, dass ihre Stelle aufgehoben und ihr deshalb gekündigt werde sowie zum Angebot einer anderen Stelle. Dies, obwohl ihr von der Gemeinde anlässlich des Gesprächs eine andere Stelle in Aussicht gestellt worde n sei mit dem Hinweis, dass deren Pflichtenheft noch erstellt werden müsse. Die Beschwerdefü hrerin habe deshalb davon ausge- hen dürfen, dass sie nach Kenntnis des entsprechenden Pfl ichtenhefts noch Stellung nehmen könne. Die Kündigung sei somit ohne vorgängige Anhör ung ausgesprochen worden, da die Beschwerdeführerin weder am Gespräch vom 12. März 2015 noch im Anschluss daran die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Möglichkeit gehabt habe, vor Fällung des Entscheids durch die Gemeinde zur Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses Stellung zu nehmen. Zudem gehe au s der Aktennotiz zum Gespräch vom 12. März 2015 unmissverständlich hervor, dass der Entschei d über die ordentliche Kündigung im Zeitpunkt des Gesprächs bereits festgestanden habe. Gestützt darauf sei festzustellen, dass der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Eine Heilung der Gehörsverletzung durch den Regierungsrat falle bere its deshalb ausser Betracht, weil der Regierungsrat nicht über die gleiche Kognition wie di e Gemeinde verfüge, zumal er nicht zur Angemessenheitsprüfung befugt sei. 3.2.2 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen gelt end, die Beschwerdegegnerin sei am 12. März 2015 darüber informiert worden, dass die Schule geschlossen werde und es dem- entsprechend sein könne, dass man ihre Stelle aufheben müsse. Die Einladung zum Gespräch vom 12. März 2015 sei mit dem Hinweis erfolgt, dass es um die Auswirkungen der Schulausla- gerung auf das Anstellungsverhältnis gehe. Im Weiteren se i der Beschwerdegegnerin bereits vorab telefonisch mitgeteilt worden, dass es im Gespräch u m die Auswirkungen der Schulaus- lagerung auf ihre Stelle gehen werde. Auch sei berei ts überall mehr oder weniger bekannt ge- wesen, dass die Schule ausgelagert werde, wobei der Ehe mann der Beschwerdegegnerin an einem entsprechenden „Workshop“ der Gemeinde zum Thema „Weiterführung oder Schlies- sung Kindergarten und Schule“ teilgenommen habe. Es e ntspreche deshalb nicht den Tatsa- chen, dass die Beschwerdegegnerin nicht gewusst habe, um was es im Gespräch gehen wer- de. Selbst für den Fall, dass die Beschwerdegegnerin er st anlässlich des Gesprächs davon er- fahren hätte, dass man ihre Stelle aufgrund der Schlie ssung des Schulhauses aufheben werde, hätte sie noch genügend Zeit gehabt, sich entweder am Gespräch oder in den folgenden zwei Wochen zwischen dem Gespräch und der effektiven Kündigu ng zu äussern. Soweit die Vo- rinstanz eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darin erblicke, dass der Entscheid über die Kündigung bereits im Zeitpunkt des Gesprächs festgestan den sei, könne ihr ebenfalls nicht ge- folgt werden. Entgegen den Ausführungen der Vorinsta nz sei nicht der Entscheid über die Auf- hebung der Stelle festgestanden, sondern der Entscheid, dass das Schulhaus und der Kinder- garten ausgelagert werden sollten. Der Umstand, dass dar aus als logische Konsequenz wohl auch die Stellenaufhebung der Beschwerdegegnerin resu ltieren würde, sei selbstredend nicht von der Hand zu weisen, könne aber nicht dazu führen, d ass der Gehörsanspruch der Be- schwerdegegnerin verletzt sei. Ebenfalls werde bestritten , dass man der Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellt habe, dass sie vor der Kündigung ein neues Pflichtenheft und die Möglich- keit einer neuen Stelle bekomme. Man habe vielmehr kom muniziert, dass man allenfalls nach der Aufhebung der Stelle über ein paar kleine weiter e Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Schulhaus diskutieren könne. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass es schlicht und einfach keine andere Stelle gebe, welche man der Beschwerdegegnerin hätte anbieten können. 3.3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, wel cher in die Rechtsstellung des Einzel- nen eingreift (vgl. G EROLD STEINMANN , in: Die Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, Zürich/St. Gallen 2014, N 42 zu Art. 29). Dazu gehört insbesondere das Recht des Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sa che zu äussern, erhebliche Be- weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mi t erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent weder mitzuwirken oder sich zumin- dest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkung srecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Gel- tung bringen kann (vgl. BGE 135 I 279 E. 2.3; 135 II 286 E. 5.1; 132 V 368 E. 3.1, jeweils mit Hinweisen). 3.3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gilt auch im ö ffentlichen Personalrecht uneinge- schränkt. Im Rahmen der Kündigung eines Arbeitsverhältniss es darf die zuständige Behörde erst nach Kenntnisnahme der gesamten entscheidrelevanten Sachlage und mithin erst nach Anhörung der betroffenen Person zu einer Entscheidung gelangen. Der Anspruch ist verletzt, wenn eine Entlassung schon vor der Anhörung faktisch feststeht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_340/2014 vom 15. Oktober 2014 E. 5.2 mit Hinweis; R UDOLF URSPRUNG /DOROTHEA RIEDI HUNOLD , Schwerpunkte der neueren bundesgerichtlichen Rechtspr echung zum öffentlichen Personalrecht, ZBl 114/2013 S. 306). Das rechtliche Ge hör ist namentlich auch bei Kündigun- gen wegen Stellenaufhebung zu gewähren (vgl. U RS STEIMEN , Kündigungen aus wirtschaftli- chen oder betrieblichen Gründen bzw. wegen Stellenaufh ebung durch öffentliche Arbeitgeber, in: ZBl 105/2004 S. 659). Zu berücksichtigen ist vorlie gend im Weiteren § 27 des Personalreg- lements der Einwohnergemeinde A.____ vom 7. Dezember 2 009, wonach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in wichtigen Personal- und Lohnfrag en Gelegenheit zur Stellungnahme zu ge- ben ist. Dass sich daraus ein weitergehender Gehörsanspruch als aus Art. 29 Abs. 2 BV erge- ben würde, wird indes nicht behauptet und ist auch nicht ersichtlich. 3.4.1 Die Beschwerdegegnerin wurde mit E-Mail des Gem eindeverwalters vom 6. März 2015 zu einer Information am 12. März 2015 eingeladen. Der Betreff des fraglichen E-Mails lautet „Änderungen Schulbetrieb ab Schuljahr 2014-15: Inform ation“. Im E-Mail wird darauf hingewie- sen, dass per Beginn des Schuljahres 2014-2015 (recte: 2 015-2016) gemäss Planung des Ge- meinderates und des Schulrates betreffend die Führung des Schulunterrichts (Kindergarten und Primarschule) massgebliche Änderungen umgesetzt würden. G emeinderat D.____ wolle die Beschwerdegegnerin möglichst rasch über die bevorstehende n Änderungen und das weitere Vorgehen informieren und die Beschwerdegegnerin werd e daher am 12. März 2015 zu einer Information eingeladen. 3.4.2 Anlässlich der Information vom 12. März 2015 wurd e die Beschwerdegegnerin – ge- mäss der entsprechenden Aktennotiz des Gemeindeverwalte rs – vom Vizepräsidenten des Gemeinderats, D.____, darüber informiert, dass die Primarschule A.____ per Beginn des Schul- jahres 2015/2016 aufgehoben werde, sofern der Souverän in den betroffenen Gemeinden der neuen Schullösung zustimme. Die Schulschliessung wirke si ch direkt auf die Arbeitsstelle der Beschwerdegegnerin aus (Ziffer 1). Der Gemeinderat we rde das Arbeitsverhältnis mit der Be- schwerdeführerin aus den genannten Gründen per Ende Ju ni 2015 oder spätestens per Ende Juli 2015 (der Kündigungstermin werde noch festgelegt) unter Beachtung der dreimonatigen Kündigungsfrist auflösen, wobei er die Kündigung auf der Grundlage von § 11 Abs. 5 lit. b des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Personalreglements (Aufhebung der Arbeitsstelle bzw. An passung an geänderte organisatori- sche und wirtschaftliche Gegebenheiten) aussprechen werde (Ziffer 2). B.____ wurde darauf hingewiesen, dass auch nach der Schulauslagerung gewisse Hauswartungsarbeiten im Primar- schulhaus notwendig seien. Der Gemeinderat werde die en tsprechenden Arbeiten in einem Pflichtenheft auflisten, welches der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme und Stellungnah- me zugestellt werde, sobald es vorliege. Die Beschwerdeg egnerin solle den Gemeinderat nach Kenntnisnahme des Pflichtenhefts informieren, ob sie dar an interessiert sei, die Hauswartungs- arbeiten im Primarschulhaus gemäss neuem Pflichtenheft mit im Vergleich zu heute stark redu- ziertem Aufgabenumfang auch in Zukunft (ab 1.7.2015 oder 1.8.2015) zu übernehmen (Ziffer 3). Weiter wird in der Aktennotiz festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin die Ausführungen von D.____ zur Kenntnis genommen habe und wünsche, dass die wichtigsten Informationen, die sie an der heutigen Besprechung erhalten habe, in schriftlicher Form (Aktennotiz) festgehal- ten werden. 3.5.1 Vorab ist festzustellen, dass die Einladung zur Inf ormation vom 12. März 2015 entge- gen der Argumentation der Beschwerdeführerin nicht mi t dem Hinweis erfolgte, dass es um die Auswirkungen der Schulauslagerung auf das Anstellungsverhäl tnis der Beschwerdegegnerin gehe. Im fraglichen E-Mail vom 6. März 2015 wird ledig lich in allgemeiner Weise und ohne Be- zugnahme auf das Anstellungsverhältnis der Beschwerdegegnerin auf Änderungen im Schulbe- trieb verwiesen. Die Beschwerdeführerin macht weiter g eltend, der Beschwerdegegnerin sei vorab telefonisch mitgeteilt worden, dass es im Gespräch u m die Auswirkungen der Schulaus- lagerung auf ihre Stelle gehen werde. Im Übrigen sei bereits überall mehr oder weniger bekannt gewesen, dass die Schule ausgelagert werde und der Ehemann der Beschwerdegegnerin habe an einem entsprechenden „Workshop“ teilgenommen. Wie es sich mit diesen – nicht weiter be- legten – Ausführungen der Beschwerdeführerin verhält, kann letztlich offen gelassen werden. Fest steht, dass der Beschwerdegegnerin vor der Informat ion vom 12. März 2015 keine Gele- genheit eingeräumt wurde, zur Aufhebung ihrer Stell e bzw. einer allfälligen Kündigung Stellung zu nehmen. 3.5.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standp unkt, die Beschwerdegegnerin habe sich anlässlich der Information vom 12. März 2015 oder in den nachfolgenden zwei Wochen bis zur Kündigung zur geplanten Stellenaufhebung äussern kön nen. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz hätten im Zeitpunkt des Gesprächs weder de r Entscheid über die ordentliche Kündigung noch der Entscheid über die Aufhebung der St elle festgestanden, sondern vielmehr der Entscheid, dass die Schule geschlossen bzw. ausgelagert werde. Die Beschwerdegegnerin habe das Recht erhalten, sich zur geplanten Aufhebung ihrer Stelle zu äussern. Auch in der Aktennotiz finde sich kein anderer Hinweis. 3.5.3 Der Argumentation der Beschwerdeführerin kann n icht gefolgt werden. In der Aktenno- tiz über die Information vom 12. März 2015, auf welche die Beschwerdeführerin mehrfach Be- zug nimmt, wird in Ziff. 2 folgendes festgehalten: „ Der Gemeinderat wird das Arbeitsverhältnis mit B.____ aus den unter Punkt 1. Ausgangslage genannte n Gründen per Ende Juni 2015 oder spätestens per Ende Juli 2015 (der Kündigungstermin wird noch festgelegt) unter Beachtung der dreimonatigen Kündigungsfrist auflösen […].“ Diese Formulierung lässt keinen Zweifel da- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ran, dass die Kündigung im Zeitpunkt der Information n icht nur erwogen wurde, sondern dass darüber bereits definitiv entschieden war. Unklar war le diglich noch der genaue Kündigungs- termin (Juni oder Juli). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe anlässlich der Information oder in den folgenden zwei Wochen bis zur Kündigung Gele- genheit gehabt, sich zur geplanten Aufhebung der Stel le zu äussern, kann ihr nur schon des- halb nicht gefolgt werden, weil die Kündigung im Zeitpunkt der Information wie dargelegt bereits feststand. Für die Behauptung der Beschwerdeführerin, d ie Beschwerdegegnerin habe das Recht erhalten, sich zur Aufhebung ihrer Stelle zu äusse rn, findet sich im Übrigen weder in der Aktennotiz über die Information vom 12. März 2015 noch anderweitig ein entsprechender Beleg. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin die von ihr berei ts anlässlich der Information vom 12. März 2015 und erneut mit Schreiben vom 26. März 201 5 verlangte Aktennotiz über die In- formation nicht vorgängig der Kündigung, sondern zusa mmen mit der Verfügung vom 30. März 2015 erhielt. Das Pflichtenheft über die nach der Schul auslagerung anfallenden Arbeiten, wel- ches ihr gemäss der Aktennotiz zur Information vom 12. Mä rz 2015 zur Kenntnisnahme und Stellungnahme unterbreitet werden sollte, wurde der Beschwerdegegnerin überhaupt nicht zu- gestellt. Die Regelung von § 11 Abs. 5 lit. b des Per sonalreglements, welcher im vorliegenden Fall als Grundlage für die Kündigung diente, setzt jedoch voraus, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter die Annahme eines neuen oder eines ander en Aufgabenbereichs ablehnt. Entspre- chend hätte der Beschwerdegegnerin das Pflichtenheft de s neuen bzw. verbleibenden Aufga- benbereichs zwingend vor der Kündigung zur Stellungnahme unterbreitet werden müssen. Das ihr zustehende Anhörungsrecht wurde der Beschwerdegegner in auch unter diesem Gesichts- punkt verweigert. 3.5.4 Der Regierungsrat entschied nach dem Gesagten zu Recht, dass im Rahmen der Kün- digungsverfügung vom 30. März 2015 das rechtliche Gehör der Beschwerdegegnerin verletzt wurde. 3.6.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sofern d as Gericht wider Erwarten von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgehe, stelle sich di e Frage, ob dieser Fehler derart gra- vierend sei, dass die Verfügung aufzuheben und damit als nichtig zu erklären sei. Auch sei zu bemerken, dass eine formell fehlerhaft ergangene Verf ügung nicht zwingend nichtig sei und deshalb aufgehoben werden müsse. Fehlerhafte Verfügun gen seien in der Regel lediglich an- fechtbar und damit grundsätzlich genauso rechtswirksam wie fehlerfreie Verfügungen. Vorlie- gend sei erstellt, dass das Schulhaus und der Kindergar ten mittlerweile geschlossen worden seien und keine andere Stelle vorhanden sei. Die Rückwei sung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs stelle deshalb einen formalistischen Leerlauf dar und würde zu einer unnöti- gen Verfahrensverlängerung führen. Namentlich würde sich dadurch an der Aufhebung der Stelle nichts ändern. In Bezug auf die Kognition der Vorinstanz sei festzustellen, dass die Frage der Angemessenheit im vorliegenden Fall gar nie ein Thema gewesen sei. 3.6.2 Den Ausführungen der Beschwerdeführerin im Zusam menhang mit der Frage der Nich- tigkeit der Verfügung vom 30. März 2015 kann nicht gefol gt werden. Tatsache ist, dass der Re- gierungsrat die fragliche Verfügung nicht als nichtig erklärte, sondern die dagegen erhobene Beschwerde guthiess und die Kündigungsverfügung dementsprechend aufhob. Was die von der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin geltend gemachte nachträgliche Heil ung der Gehörsverletzung anbelangt, so wies der Regierungsrat zutreffend darauf hin, dass er in Bezug auf die vorliegende Streitsa- che nicht über die gleiche Kognition wie die Beschwerd eführerin verfüge, da ihm gemäss § 32 Abs. 3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft ( VwVG BL) vom 13. Juni 1988 die Angemessenheitsprüfung verwehrt sei. Gestützt dara uf und im Hinblick auf das weite Er- messen, welches der Anstellungsbehörde im Zusammenhang mi t der Kündigung des Arbeits- verhältnisses zukommt, entschied der Regierungsrat zu Recht, dass die Heilung der Gehörsver- letzung im vorliegenden Fall ausser Betracht fällt. Nicht s anderes ergibt sich aus dem von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang angeführten Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, VB.2015.00105, vom 2. Dezember 2015 E. 5.4). Das fragliche Urteil beruht im Übrigen in Bezug auf die Folgen einer unrechtmässigen Kündigung – welche vorliegend mit Blick auf den Verweis in § 2 Abs. 6 des Personalreglements nach § 20a des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons (Personalgesetz) vom 25. September 1997 zu beurteilen sein wer- den – auf anderen rechtlichen Grundlagen. Dass die Auf hebung der Kündigungsverfügung vom 30. März 2015 zu einer Verlängerung des Verfahrens füh rt, entspricht der genannten Regelung und stellt keinen Grund dar für eine Heilung der Gehörsverletzung. 3.7 Nach dem Gesagten hat der Regierungsrat die Kündig ungsverfügung der Beschwerde- führerin vom 30. März 2015 zu Recht aufgehoben. Die Besch werde ist demnach abzuweisen. Von Beweismassnahmen kann im vorliegenden Fall abgesehe n werden und die entsprechen- den Beweisanträge der Parteien werden abgewiesen. 4.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen. 4.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Der obsiegenden Beschwe rdegegnerin ist eine Parteient- schädigung zu Lasten der Beschwerdeführerin zuzusprechen , wobei für das vorliegende Ver- fahren ein Aufwand von 12 Stunden à Fr. 250.-- pro S tunde als angemessen erscheint. Das Honorar ist demzufolge auf Fr. 3'305.65 (inkl. Auslagen und 8% MWST) festzusetzen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Der Beschwerdegegnerin wird eine Parteientschädig ung in der Höhe von Fr. 3'305.65 (inkl. Auslagen und 8% MWST) zulasten der Beschwerde- führerin zugesprochen. Präsidentin Gerichtsschreiber