B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5110/2012 U r t e i l v o m 2 5 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), und deren Tochter B._______, geboren am (…), Sri Lanka, beide wohnhaft (…), Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. August 2012 / N (…). E-5110/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin, eine sri -lankische Staatsangehörige, tamilischer Ethnie aus C._______ (Provinz Sabaragamuwa) mit letztem Wohnsitz in D._______ (Colombo), suchte am 22. September 2008 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nach. Anlässlich der summarischen Befragung im EVZ E._______ vom 25. September 2008 und der Anhörung zu den Asylgründen vom 31. Juli 2009 machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, ihr Bruder habe in den Jahren 1996 bis 2005 bei R., einem Parlamentarier der UNP (United National Party) als (...) gearbeitet. Auch sie habe sich während der Wahlen für die Partei eingesetzt, indem sie etwa mitgeholfen habe, Transparente zu entwerfen, Flugblätter zu verteilen und an Strassenum- zügen mitzumachen. Nachdem ihr Bruder einer anderen Partei beigetr e- ten sei, sei das Haus der Familie in C._______ zerstört worden, worauf- hin sie mit ihrer Familie im Jahr 2005 nach D._______ (Colombo) umge- zogen sei. Dort seien sie und ihre Familie von Nachbarsleuten bei den Behörden als verdächtige Personen denunziert und im August 2006 vom Militär eine Woche festgehalten worden. Dabei sei en sie geschlagen und sie selbst "unnötig" berührt worden. Im Juni 2006 seien sie und ihr Bruder wegen Verdachts, mit den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) in Ver- bindung zu stehen, festgenommen und während sechs bis sieben Mon a- ten auf dem Polizeiposten von F._______ festgehalten worden. Dort sei sie geschlagen, mit Zigaretten und glühenden Eisenstangen gebrannt und sexuell belästigt worden. Daraufhin sei sie auf den Polizeiposten von G._______ transferiert und auch dort regelmässig einvernommen und geschlagen worden. Wegen der dabei erlittenen Verletzungen sei sie hospitalisiert worden. Am 1. Juni 2007 habe der Verantwortliche des Pol i- zeipostens sie vergewaltigt. Darauf habe sie zehn Tage im Spital v er- bracht. Mitte September 2007 sei sie in das Frauengefängnis von H._______ überführt worden. Nachdem das Gericht das gegen sie einge- leitete Verfahren eingestellt habe, sei sie am 9. Januar 2008 mit der Au f- lage, sich wöchentlich zwecks Unterschriftenleistu ng beim Fraueng e- fängnis zu melden, aus der Haft entlassen worden. Dieser Aufforderung sei sie lediglich einmal nachgekommen. Während sie sich daraufhin zu Hause versteckt habe, sei ihr Bruder entführt worden. Da ihre Eltern Angst um das Wohlergehen der Bes chwerdeführerin gehabt hätten, hä t- ten sie sie zu ihrer Freundin D. geschickt und a m 14. September 2008 E-5110/2012 Seite 3 habe sie ihr Heimatland mit Hilfe eines Schleppers mit einem gefälschten Pass über den Flughafen von Colombo definitiv verlassen. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen gab die Beschwerdeführerin folgen- de Dokumente zu den Akten: 1. ihre Identitätskarte 2. Anzeige (Acknowledgment of Complaint) vom 23. September 2003 (in fremder Sprache) 3. zwei Arbeitsbestätigungen ihres Bruders als (…) vom 1 4. Februar 1996 und vom 14. Juli 2005 (in Kopie und in Englisch übersetzt) 4. ein Laissez passer ihres Bruders als (...) (in Kopie) 5. eine Aufenthaltsbestätigung des Grama I._______ vom 6. Juli 2006 (im Original mit Kopie) 6. eine vom 13. Oktober 2008 datierte Haftbestätigung de s Police Head Quarters in J._______ (im Original), 7. eine vom Police Head Quarters in J._______ ausgestellte Bestätigung der Vermisstenmeldung ihres Bruders (im Original) 8. Berufsdiplome und Kursbestätigungen als (...) und (...) (in Kopie) 9. Fotografien eines (...)- und (...)wettbewerbs 10. eine Bestätigung des General Hospital J._______ vom 20. August 2009 (im Original mit Kopie) 11. ein Schreiben eines Anwalts vom 14. Dezember 2009 (im Original mit Kopie) Im Weiteren kann auf die Protokolle bei den Akten verwiesen werden. E-5110/2012 Seite 4 B. Mit Schreiben vom 5. März 2010 ersuchte das BFM die Schweizerische Vertretung in Colombo um nähere Abklärungen zu den geltend gemac h- ten Asylgründen und bezüglich der Echtheit der zu den Akten geleg ten Identitätskarte sowie der weiteren Dokumente (vgl. Bst. A). C. Am 20. März 2012 brachte die Beschwerdeführerin eine Tochter zur Welt. D. Die Botschaftsanfrage vom 5. März 2010 sowie der wesentliche Inhalt des Botschaftsberichts , gemäss welche m der Beschwerdeführerin am 22. November 2004 der Reisepass Nr. (...) ausgestellt worden sei, sie Sri Lanka am 17. Januar 2007 mit dem Flugzeug von Colombo aus Richtung K._______ verlassen habe und seither nicht mehr nach Sri Lanka z u- rückgekehrt sei, entsprechend auch nicht in der Datenbank des Internat i- onalen Komit ees des Roten Kreuzes (IKRK) aufgenommen worden sei und es sich bei den zu den Akten gereichten Dokumenten, die ihre Haft bestätigen sollten, um Fälschungen handle, wurden der Beschwerdefüh- rerin mit Sc hreiben vom 10. Juli 2012 zu r Kenntnis und zum rechtlichen Gehör gebracht. E. Mit Schreiben vom 31. Juli 2012 nahm sie dazu Stellung. Gleichzeitig reichte sie eine Farbkopie ihres Ausweises für Asylsuchende (N-Ausweis) sowie ein vom 20. Juli 2012 von einem Friedensrichter beglaubigtes "Affi- davit" ihres Vaters ein. F. Mit Verfügung vom 23. August 2012 – eröffnet am 28. August 2012 – lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführerin und ihrer Toch- ter ab, ordnete die Wegwe isung aus der Schweiz sowie de n Vollzug an und zog die als gefälscht erkannte Haftbestätigung vom 13. Oktober 2008 (Beweismittel Nr. 6) ein. G. Mit Eingabe vom 28. September 2012 – Datum Poststempel – erhob die Beschwerdeführerin dagegen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer- de und beantragte in materieller Hinsicht, ihr sowie ihrer Tochter sei die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren , eventualiter E-5110/2012 Seite 5 seien sie vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht e r- suchte sie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. H. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2012 bestätigte das Bundesverwaltungsge- richt der Beschwerdeführerin den Eingang ihrer Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-5110/2012 Seite 6 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachst e- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), wobei auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 4. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter ab, da ihre Vorbringen den Anforderungen an die Glaubwürdigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Da die Botschaftsabklärun g vom 2. Juni 2012 ergeben habe, dass die Beschwerdeführerin Sri Lanka am 17. Januar 2007 mit ihrem sri -lankischen Reisepass über K._______ ver- lassen habe und seither nicht mehr nach Sri Lanka zurückgekehrt sei, sei davon auszugehen, sie habe die für den Z eitraum von Juni 2006 bis am 9. Januar 2008 geltend gemachte Inhaftierung nicht erlebt. Entsprechend sei dem Botschaftsbericht zu entnehmen, dass sie auch nicht in der D a- tenbank des IKRK, welches in Haft gesetzte Personen registriere , aufge- nommen worden sei. Die von ihr im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 17. Juli 2012 vorgebrachten Erklärungsversuche seien bezeichnende r- weise nicht überzeugend ausgefallen, um die von der Botschaft gewo n- nen Erkenntnisse umzustossen. So bestreite sie darin lediglich, ihre He i- mat bereits am 17. Januar 2007 verlassen zu haben und behaupte we i- terhin, erst im Jahre 2008 aus Sri Lanka ausgereist zu sein. E-5110/2012 Seite 7 Ihrem entsprechenden Vorhalt, sie habe ihren Reisepass der Agentur a b- geben müssen, was sie sowohl anlässlich der Befragung als auch anläss- lich der Anhörung bereits deponiert habe, sei ferner entgegenzuhalten, dass sie im Rahmen der Anhörung zu Protokoll gegeben habe , ihr Vater habe ihre Ausreise im Jahr 2008 organisiert. Auch stehe die Ausführung im Affidavit, die Beschwerdeführerin habe zeitlebens mit ihrer Familie in C._______ gelebt, im Widerspruch zu den geltend gemachten Vorbrin- gen. So gehe aus dem Dokument hervor, dass sie seit Geburt bis am 13. September 2008 mit ihrer Familie an derselben Adresse in C._______ zusammengelebt habe, was in Wider spruch zu ihrer Behauptung stehe , wonach sie von Juni 2006 bis im Januar 2008 in Haft gewesen sei und die letzten Monate vor ihrer Ausreise bei einer Freundin respektive bei deren Verwandten und später noch zwei Monate in einem vom Schlepper organisierten Zimmer in L._______ gelebt habe. Ferner stünden auch ih- re Angaben bezüglich des Umzugs der Familie im J ahr 2005 nach D._______ (Colombo) im Widerspruch zu m Inhalt des Affidavits. Be- zeichnenderweise habe die Beschwerdeführerin weder Polizei - noch Ge- richtsakten, die das angeblich eingeleitete Verfahren gegen sie unte r- mauern könnten, eingereicht, wie dies tatsächlich verfolgte Asylsuchende gewöhnlich täten. Die als gefälscht erkannte Haftbestätig ung des Police Head Quarters in J._______ vom 13. Oktober 2008 sei einzuziehen. Indem sie anlässlich der Befragung angegeben habe, erstmals im August 2006 eine Woche und im März 2007 noch ein zweites Mal festgenommen worden zu sein, um während der Anhöru ng zu deponieren, sie sei Ende Juni 2006 festgenommen , daraufhin ungefähr sieben Monate auf dem Polizeiposten von F._______ festgehalten und schliesslich zum Polize i- posten G._______ transferiert worden, wo sie vergewaltigt worden sei , habe sie sich auch in Bezug auf die Anzahl der Festnahmen in Wide r- sprüche verstrickt. Die zu den Akten gereichten übrigen Dokumente seien nicht geeignet, diese Einschätzung umzustossen. So würden der Bestät i- gung des General Hospital J._______ vom 20. August 2009 sowie dem anwaltlichen Schreiben vom 14. Dezember 2009 kein Beweiswert z u- kommen, da solche Dokumente in Sri Lanka ohne W eiteres unrechtmäs- sig erworben werden könnten , und aus den ihren Bruder betreffenden Dokumenten könne sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. 5.2 Wie das BFM kommt auch das Bundesverwaltungsgeric ht zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ve r-E-5110/2012 Seite 8 folgungsgründe als insgesamt unglaubhaft zu werten sind und sie somit im Zeitpunkt des Verlassens ihres Heimatlandes nicht in asylrelevanter Weise verfolgt worden ist. Aufgrund der Akten erweisen sich die Erw ä- gungen des BFM zu der gel tend gemachten Inhaftierung, dem Ausreise- zeitpunkt und den -umständen sowie zu den Wohnverhältnissen als zu- treffend und es kann vollumfänglich darauf verwiesen werd en. Aus ihrer Beschwerdeeingabe geht auch nichts hervor, was die Erwägungen in Zweifel zu zieh en vermag. Bezeichnenderweise nimmt sie in der B e- schwerde zu den von der Vorinstanz aufgezeigten Unstimmigkeitsmer k- malen nicht Stellung, sondern be schränkt sich lediglich darauf, auf dem Wahrheitsgehalt ihrer Vorbringen zu beharren . Damit legt sie aber nicht substanziiert dar, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht auf Unglaubhafti g- keit ihrer Vorbringen geschlossen hat. Ebenso wenig ist der Einwand, wonach die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri Lanka G e- fahr laufe, von (...) und (...) bei den heimatlichen Behörden denunziert zu werden, geeignet, um zu einem anderen Schluss zu kommen. Vielme hr handelt es sich dabei um eine nachgeschobene und durch nichts belegte Behauptung, um ihrem Asylgesuch mehr Gewicht zu verleihen. Die Beschwerdeführerin hat somit nichts vorgebracht, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat demnach das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht a n- geordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vo llzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetz es vom E-5110/2012 Seite 9 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu bew eisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwu ngen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrech te und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsr echtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführerinnen nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde - führerinnen nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. E-5110/2012 Seite 10 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie und ihre Tochter für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Euro- päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführerinnen eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behan d- lung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in ihrem Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nac h dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.4 7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Grundsatzurteil BVGE 2011/24 zur aktuellen Lage in Sri Lanka hinsichtlich des Wegweisungs- vollzugs fest, dass dieser in das gesamte Gebiet der Ostprovinz grun d- sätzlich zumutbar ist (a.a.O. E. 13.1). Auch der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz ist grundsätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückha l- tende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien sowie eine B e- rücksichtigung des zeitlichen Elementes aufdr ängt (a.a.O. E. 13.2.1). Weiterhin als unzumutbar muss der Wegwei sungsvollzug für das Vanni - Gebiet gelten, welches zu Beginn des Jahres 2008 noch von den LTTE kontrolliert wurde und in welchem sich in der Folge bis zum endgültigen Sieg über die LTTE die Kr iegshandlungen abgespielt haben (a.a.O. E. 13.2.2). Für Personen, die hingegen aus dem übrigen Staatsgebiet Sri Lankas (d.h. die Provinzen North Central, North Western, Central, We s- tern [namentlich der Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamuwa und die Uva -Provinz) stammen und dorthin zurückkehren, ist der We g- weisungsvollzug grundsätzlich zumutbar (a.a.O. E. 13.3). E-5110/2012 Seite 11 7.4.2 Die Beschwerdeführerin stammt aus C._______ (Provinz Sabaru- gamuwa), wohin der Vollzug der Wegweisung – entgegen ihrer Ansicht – unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts zumutbar ist. Zudem ist sie jung und gemäss den Akten ge- sund, hat in ihrer Heimat ein (...) und ein (...) erworben und weist auf die- sen Gebieten Berufserfahrung aus. Z udem hat sie mit ihren Eltern in C._______ und mit ihrem sri -lankischen Lebenspartner respektive dem Vater ihrer Tochter, dessen in der Schweiz gestelltes Asylgesuch rechts- kräftig abgewiesen worden ist, über ein tragfähiges Beziehungsnetz in ih- rer Heimat. Unter di esen Umstände n ist davon auszugehen, die Be- schwerdeführerin verfüge über die notwendigen Voraussetzungen, die ihr eine soziale und berufliche Wiedereingliederung in ihrem Heimatstaat und die damit einhergehende Existenzsicherung ermöglichen. Dem steht auch das Wohl ihres Kindes nicht entgegen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung unter Ver- weis auf die zutreffenden Erwägungen des BFM auch als zumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente für sich und ihr Kind zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläuf igen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Das in ihrer Beschwerdeschrift gestellte Gesuch um Verzicht auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Urteil ohne vo r- gängige Instruktion gegenstandslos geworden. E-5110/2012 Seite 12 10. Bei diesem Ausgang der Beschwerde sind die Kosten von Fr. 600. - der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge- samt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-5110/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: