B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6016/2016 mel U r t e i l v o m 3 1 . O k t o b e r 2 0 1 6 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner; Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Moreno Casasola, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 20. November 2014 / (…). D-6016/2016 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili- scher Ethnie – im November 2013 in die Schweiz gelangte und um Asyl nachsuchte, dass er vom BFM – heute SEM – am 5. Dezember 2013 summarisch be- fragt und am 12. November 2014 einlässlich angehört wurde, dass er dabei unter anderem eine ihm drohende Reflexverfolgung geltend machte, dass die Vorinstanz d as Asylgesuch mit Verfügung vom 20. November 2014 ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegwei- sungsvollzug anordnete, dass im Entscheid festgehalten wurde, es sei dem Beschwerdeführer un- besehen der Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht gelungen, eine asylbeachtliche und konkrete Verfolgungsgefahr darzutun, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Dezember 2014 ans Bun- desverwaltungsgericht gelangte und insbesondere geltend machte, er fürchte, im Fall der Rückkehr bereits am Flughafen festgenommen und zu Belangen eines Bruders verhört zu werden, dass das Gericht im Urteil vom (…) eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne einer Reflexverfolgung verneinte und den Vollzug der Wegweisung für zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass der Gesuchsteller am 5. Oktober 2015 mit einer als "Wiedererwä- gungsgesuch respektive Mehrfachgesuch" bezeichneten Eingabe seiner Rechtsvertretung ans SEM gelangte, dass das Bundesverwaltungsgericht diese Eingabe als Revisionsgesuch entgegennahm und mit Urteil vom (…) guthiess, dass das SEM im wiederaufgenommenen Beschwerdeverfahren mit Ver- nehmlassung vom 25. Oktober 2016 das Gericht ersuchte, die vorinstanz- liche Verfügung vom 20. November 2014 aufzuheben, D-6016/2016 Seite 3 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG [SR 142.31]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilge nom- men ha t, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde im Geltungsbereich des Asylgesetzes die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Er- messen, und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass sich die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich begründet erweist, soweit damit die Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung verlangt wird, weshalb in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustim- mung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), dass der Entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), D-6016/2016 Seite 4 dass dem Beschwerdeführer in der Beilage eine Kopie der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 25. Oktober 2016 zur Kenntnisnahme zu übermitteln ist, dass die Vorinstanz darin die Aufhebung ihrer Verfügung vom 20. Novem- ber 2014 beantragt und eine Neubeurteilung der Sache in Aussicht stellt, dass diesem Kassationsbegehren ohne weiteres entsprochen werden kann und demnach – in Gutheissung der Beschwerde vom 16. Dezember 2014 – die Verfügung des SEM vom 20. November 2014 aufzuheben und die Sache antragsgemäss an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, dass die Rückweisung für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen gilt, unab- hängig davon, ob sie überhaupt beantragt oder ob das entsprechende Be- gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (vgl. BGE 137 V 210 E. 7.1, BGE 133 V 450 E. 13, je m.w.H.; Urteile des Bundesverwaltungs- gericht E-1209/2011 vom 8. November 2011, D-4751/2009 vom 22. Sep- tember 2010 sowie D-62/2010 vom 14. Januar 2010), dass bei vorliegendem Ausgang de s Verfahrens demnach keine Kosten aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 - 2 VwVG), dass der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.– zurückzuerstatten ist, dass der Beschwerdeführer als obsiegende Partei Anspruch auf Entschä- digung für die ihm durch das Beschwerdeverfahren erwachsenen notwen- digen und verhältnismässig hohen Kosten ha t (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 VGKE [SR 173.320.2]), dass der Beschwerdeführer im damaligen Verfahren noch nicht vertreten war und ihm dem zufolge keine solchen Kosten erwachsen sein dürften, weshalb keine Parteientschädigung auszurichten ist. (Dispositiv nächste Seite) D-6016/2016 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die vorinstanzliche Verfügung vom 20. November 2014 wird aufgehoben und die vorliegende Sache ans SEM zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der einbezahlte Kostenvor- schuss wird rückerstattet. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: