B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5521/2011 U r t e i l v o m 11 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Francesco Parrino, Gerichtsschreiber Roger Stalder. Parteien X._______ AG, Schweiz, vertreten durch Daniel Staffelbach, Rechtsanwalt, und Dr. iur. LL.M. Daniel Zimmerli, Fürsprecher, beide Walder Wyss AG, Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Gesundheit BAG, Direktionsbereich Kran- ken- und Unfallversicherung, Schwarzenburgstrasse 165, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Individuelle Rückvergütung von Krankenversicherungsprä- mien, Verfügung vom 1. September 2011. C-5521/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 6. Mai 2011 teilte das Bundesamt für Gesundheit BAG (im Folgenden: BAG oder Vorinstanz) der X._______ AG (im Folgenden: X._______ oder Beschwerdeführerin) mit, die A._______ AG (im Folgen- den: A._______) sei mit Brief vom 23. Dezember 2010 dahingehend ori- entiert worden, dass die nachträgliche Rabattierung im Modell "B._______" ab dem Jahr 2012 nicht mehr gestattet werde. Das BAG ha- be festgestellt, dass die X._______ die Produktepalette der A._______ in der Grundversicherung teilweise in ide ntischer Form anbiete. Entspr e- chend werde die Anwendung der korrekten Prämie ab dem Jahr 2012 verlangt. Die Auszahlung der ex post Prämienrabatte für das Jahr 2011 sei erlaubt; die transitorische Buchung sei somit erst im Jahr 2012 – nach Erstattung der Ra batte – aufzulösen. Zudem mache das BAG darauf aufmerksam, dass der A._______ die Einführung der Modelle "C._______ und D._______" nur unter Auflagen erlaubt worden sei ; gegenüber der X._______ habe das BAG nie eine solche Erlaubnis erteilt (act. 37). B. Mit Schreiben vom 18. Mai 2011 teilte die X._______ dem BAG mit, sie sei mit der Aufhebung der ex post Rabattierung für das Versicherung s- modell "E._______" nicht einverstanden. Bereits die "aktuelle" Gesetzg e- bung lasse eine solche Lösung zu. Diese Meinung habe im Jahr 2003 mit der Zulassung von " B._______", worauf " E._______" ba siere, auch die Aufsichtsbehörde geteilt. Im Ergebnis werde festgehalten, dass der Au f- forderung nicht nachgekommen werden könne, künftig auf eine individ u- elle Rückvergütung infolge s ystemtreuen Verhaltens zu verzichten. De m- entsprechend würden auch die AVB für "E._______" nicht angepasst. So- fern das BAG an seiner Forderung festhalte, sei eine formelle Verfügung mit Rechtsmittelbelehrung zu erlassen (act. 38). C. In der Folge erliess das BAG am 1. September 2011 eine Verfügung (act. 45), mit welcher festgestellt wurde, dass die von der X._______ ge- mäss den AVB des " F._______ (G._______)" gewährten nachträglichen Rabatte unter dem Titel "Erfolgsbeteiligung" gesetzwidrig seien. Die nach- trägliche Rabattierung dürfe ab dem 1. Januar 2012 nicht mehr ang e- wendet werden (Ziff. 1 des Dispositivs), die transitorischen Passiven von Konten zur Auszahlung einer Erfolgsbeteiligung im Sinn des Versich e- rungsmodells " E._______" seien ab dem 1. Januar 2 012 ordnungsg e-C-5521/2011 Seite 3 mäss aufzulösen (Ziff. 2), die X._______ habe die Aufhebung der E r- folgsbeteiligung gemäss dem " F._______ (G._______)" den betroffenen Versicherten mit der Kommunikation der neuen Prämie mitzuteilen (Ziff. 3) und die Gebühren dieser Verfügung würden total auf Fr. 1'040.- bestimmt (Ziff. 4). D. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2011 liess die X._______, vertreten durch Daniel Staffelbach, Rechtsanwalt, und Dr. iur. LL.M Daniel Zimmerli, Fü r- sprecher, beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und b e- antragen, die Verfügung der Vorinstanz vom 1. September 2011 sei au f- zuheben (act. im Beschwerdeverfahren [ im Folgenden: B-act.] 1). Zur Begründung wurde zusammengefasst Folgendes ausgeführt: Die nachträgliche Rückvergütung sei ein wesentlicher Beitrag zur Kos- tensenkung im Gesundheitswesen sowie ein echter Beitrag zum Wettb e- werb unter den Krankenkassen. Das Versicherungsprodukt " E._______" werde nicht dank einer Risikoselektion effizienter, sondern dank Koste n- reduktionen, die wegen der über positive Anreize gesteigerten Syste m- treue der Versicherten entstünden. In der Korrespondenz zwischen der Beschwerdeführerin bzw. der A._______ und der Vorinstanz werde diese Rückvergütung uneinheitlich als "Erfolgsbeteiligung", "ex post Rabatti e- rung", "weitere Prämienreduk tion" oder "Rückvergütung" bezeichnet. Mit Blick auf Art. 20, 21 sowie 12 und 16 AVB E._______ sei stets eine indivi- duelle, nachträgliche Rückvergütung gemeint. Die Rückvergütung (Art. 21 AVB E._______) sei kein Prämienbestandteil. Sie sei deshalb nicht zw ingender Teil der AVB und bedürfe somit auch nicht der Genehmigung durch die Vorinstanz nach Art. 61 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; SR 832.10) und Art. 92 Abs. 4 der Verordnung über die Kranke n- versicherung vom 27. Juni 1995 (KVV; SR 832.102). Die Rückvergütung basiere alleine auf einer privatautonomen, zusätzlichen Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und den Versicherten. Die Vorinstanz sei nunmehr der Ansicht, die Vereinbarung zwischen der Beschwerdefüh- rerin und ihren Versicherten betreffend die Rückvergütung nicht gene h- migt zu haben. Dies sei indessen bedeutungslos . Die Beanstandung der Rückvergütung durch die Vorinstanz betreffe nicht die für das Jahr 2012 zu genehmigende Prämie des Produkts " E._______", sondern sei Au s- druck der nachträglichen Aufsicht. Die Aufsichtsbehörde mache damit e i- ne nachträgliche aufsichtsrechtliche Anordnung in einem Bereich, in we l-C-5521/2011 Seite 4 chem die Beschwerdeführerin ihre Produkte autonom innerhalb der Schranken des KVG gestalten könne. Das Krankenversicherungsrecht verbiete die Rückvergütung nicht, denn diese stelle keinen zusätzlichen Prämienrabatt dar. Vielmehr führe sie zur Rückerstattung von zusätzlichen, erst am Ende des Versicherungsjahrs ersichtlichen Kostenersparnissen aus d em Systemerfolg von "E._______". Die Vorinstanz nehme an, den Versicherern – wie der B e- schwerdeführerin – sei bei der Produktentwicklung bzw. der Prämienge s- taltung alles verboten, was das KVG nicht ausdrücklich erlaube. Weil die fragliche Rückvergütung nic ht explizit im KVG oder in der KVV erlaubt werde, sei sie widerrechtlich. Diese Ansicht verletze Bundesrecht. Es gin- ge zu weit, anzunehmen, Krankenversicherer verfügten in der Grundve r- sicherung über keinen privatautonomen Freiraum und unternehmerischen Gestaltungsspielraum. Dies wäre mit der Wirtschaftsfreiheit, dem Legal i- tätsprinzip und dem zentralen Anliegen des Krankenversicherungsg e- setzgebers, den Wettbewerb zwischen den Krankenversicherern zu fö r- dern, nicht vereinbar. Soweit das Krankenversicherungsrec ht Freiräume lasse oder sogar Autonomiebereiche formuliere, sei es den Krankenversi- cherern unbenommen, diese Freiräume privatautonom zu nutzen, sola n- ge sie die zwingenden Bestimmungen des KVG einhielten. Verbleibende Frei- und Ermessensspielräume der Versicherer zu Gunsten des Wettb e- werbs unter den Versicherern soll die Aufsichtsbehörde nur mit Zurüc k- haltung einschränken. Erst recht müsse sich die Aufsichtsbehörde an die Eingriffsschranken nach Art. 36 BV halten, wenn sie Einfluss auf die T ä- tigkeiten der Ve rsicherer innerhalb anderer Freiräume nehme. Diesen Grundsatz missachte die Vorinstanz, wenn sie feststelle, die nachträgl i- che individuelle Rückvergütung (Art. 21 AVG E._______) sei widerrech t- lich, weil sie das KVG und die KVV nicht explizit vorsähen. Dieser Um- stand bedeute nicht, dass die Rückvergütung unzulässig sei. Sie sei nur widerrechtlich, wenn sie gegen die Regeln des Krankenversicherung s- rechts oder gegen übriges objektives Recht verstosse. KVG und KVV verböten die nachträgliche individuelle Rückvergütung nicht. Würden die Versicherten gegen das Stufenmodell verstossen, könnten die Leistungen der Beschwerdeführerin gekürzt werden, oder die Vers i- cherten, die sich nicht an das F._______ hielten, in die OKP umgestuft werden; dies betreffe die ordent liche Prämienermässigung von 5 %. Dies entspreche dem System von Art. 41 Abs. 4 KVG. Die Rechtmässigkeit dieses Systems sei unbestritten. Nicht systemtreue Versicherte verlören bei einer Umstufung in die OKP freilich auch den nach Art. 21 AVB C-5521/2011 Seite 5 E._______ vereinbarten Anspruch auf ihren Anteil an zusätzlichen Ei n- sparungen. Die Reduktion oder der Verlust der separat vereinbarten Rückvergütung seien somit von Kürzungen gemäss Art. 20 AVB E._______ (bzw. Art. 41 KVG) zu unterscheiden. Auf die ordentliche Prä- mienermässigung von 5 % wirke sich die Rückvergütung nicht aus. Schliesslich würden die Versicherten, die sich nicht systemtreu verhielten, auch keine "Mehrfachkürzungen", die Art. 41 Abs. 4 nicht vorsehe, e r- leiden. Die Rückvergütung sei ein zusätzlicher positi ver und separat g e- schaffener Anreiz, sich systemkonform im Sinne des Produkts "E._______" zu verhalten. Ohne die separate Vereinbarung bestünde dieser Anreiz nicht. Im Gegensatz zu Sanktionen nach Art. 41 Abs. 4 KVG oder zur Umstufung in die OKP werde aber nicht vor systemwidrigem Verhalten abgeschreckt. Vielmehr veranlasse die Aussicht auf die Rüc k- vergütung die Versicherten, sich gesteigert systemkonform zu verhalten, sodass nachträglich zusätzliche Ersparnisse möglich würden, die dann den Versicherten nach Massgabe ihres individuellen Beitrags nachträglich zu Gute kämen. Der Vollständigkeit halber weise die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die Rückvergütung auch die maximale Prämienreduktion (Art. 101 Abs. 3 KVV) nicht verletze. Die Rückvergütung verstosse nicht gegen das System von Art. 62, Art. 41 Abs. 4 KVG und Art. 93 ff. sowie Art. 101 KVV. Dass sie als solche von keiner Bestimmung des KVG oder der KVV erwähnt werde, schade nicht. Sie sei Ausdruck privatautonomen Verhaltens, basiere auf der Wir t- schaftsfreiheit (Art. 27 BV), könne die Kosten der Krankenversicherung über positive Anreize zusätzlich reduzieren und sei zuzulassen, weil sie die zwingenden Bestimmungen des Krankenversicherungsrechts nicht verletze. Weshalb die Rückvergütung den Grundsatz der gleichen Prämien (Art. 61 Abs. 1 KVG) verletzen solle, sei nicht nachvollziehbar. Dass die Rückver- gütung auch den Solidaritätsgrundsatz nicht verletze, liege auf der Hand. Der Rückvergütung stünden auch verrechnungsrechtliche Vorschriften nicht entgegen . Die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zur Verrechnung seien unverständlich. E. Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2011 wurde die Beschwerdefüh- rerin – unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die B e- schwerde) – aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 4'000. - in der C-5521/2011 Seite 6 Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B -act. 2 und 3); dieser Aufforderung wurde nachgekommen (B-act. 4). F. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Januar 2012 beantragte die Vorinstanz, auf die Beschwerde vom 5. Oktober 2011 gegen die Verfügung vom 1. September 2011 sei nicht einzutreten (Ziff. 1) bzw. die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 2). Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, der Versuch der B e- schwerdeführerin, den Streitgegenstand au f die Zulässigkeit der "indiv i- duellen Erfolgsbeteiligung" einzugrenzen, sei nicht hinzunehmen. Das BAG habe der Beschwerdeführerin bereits mit Brief vom 6. Mai 2011 mi t- geteilt, dass es ohne vollständige Anpassung der AVB die Prämien zu den beiden Modellen für das Jahr 2012 nicht mehr genehmigen werde. Diese Androhung sei ungehört verhallt, wie die Prämieneingabe gezeigt habe. Die "individuelle Erfolgsbeteiligung" und ihre Auswirkungen gemäss AVB Ausgabe 01.2010 müssten in ihrem gesamten Kontext beurteilt we rden. Die angefochtene Verfügung sei nur auf ausdrücklichen Wunsch der B e- schwerdeführerin erlassen worden, um ihr den Rechtsweg zu garanti e- ren. Da sich die "individuelle Erfolgsbeteiligung" auf keine gesetzliche Grundlage stützen könne, welche der Beschwer deführerin eine Reg e- lungsautonomie einräumen würde, sei die vom BAG als Aufsichtsbehörde erlassene Verfügung auch nicht als solche im Sinne von Art. 5 VwVG zu betrachten. Gestützt auf das Urteil des Eidgenössischen Versicherung s- gerichts (EVG; seit 1. Janua r 2007: Bundesgericht [BGer], sozialrechtl i- che Abteilungen) vom 6. Juni 1997 (RKUV 4/1997 S. 216 ff. E. 2b und c sowie RKUV 6/1997 KV 18 S. 415 E. 5.2 und 7.2) sei die Verfügung vom 1. September 2011 als Anordnung der Behörde mit Weisungscharakter zu betrachten. Der Antrag gemäss Ziff. 1 der Rechtsbegehren erweise sich somit als begründet. Das BAG habe die angefochtene Verfügung gestützt auf Art. 29a BV und 46a VwVG erlassen, womit der Beschwerdeführerin das Recht auf ric h- terliche Prüfung ermöglicht worden sei. Neu argumentiere die Beschwerdeführerin, die "individuelle Rückverg ü- tung" von Kostenersparnissen nach Art. 101 KVV sei nicht genehm i- gungspflichtig. Um den Anspruch auf Gestaltungsautonomie aufrecht zu erhalten, gleichzeitig aber dem Genehmigungsverfahren der Prämientar i- fe zu entgehen, konstruiere sie somit aus der "individuellen Erfolgsbeteil i-C-5521/2011 Seite 7 gung" eine "Rückvergütung, welche allein auf einer privatautonomen, z u- sätzlichen Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und den Ve r- sicherten basiere". Formell möchte sich die Beschwerdeführerin offenbar auf das Prämiengenehmigungsverfahren stützen können, um kein Nich t- eintreten der Beschwerdeinstanz zu provozieren. Im materiellen Teil möchte sie sich dann dem Konnex der "in dividuellen Erfolgsbeteiligung" mit der Prämie ganz entledigen, um die "individuelle Erfolgsbeteiligung" nicht mit dem Prämiengenehmigungsverfahren nach KVG und KVV in Verbindung zu bringen, womit die Verfügungsbefugnis der Aufsichtsb e- hörde verbunden sei. Die Argumentation ändere aber an der Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin Gelder vom BAG nach Art. 92 KVV in Verbindung mit Art. 61 KVG genehmigten und demnach gestützt auf das KVG erhobenen Prämien zurückzahle. Bei der "individuellen Erfolgs- beteiligung" handle es sich um eine Sanktion für die in diesen " F._______ (G._______) ( E._______)" versicherten Personen (AVB Ausgabe 01.2010), die sich nicht an den Behandlungspfad hielten. Die Sanktion bestehe darin, dass solche Versicherte ( am Ende des Jahres ) höhere Prämientarife bezahlen müssten. Der Versuch der Beschwerdeführerin, die individuell erhöhten Prämientarife als "privatrechtlich vereinbart" zu erklären, ändere an der Überschreitung dieser gesetzlich eingeräumten Kompetenz nichts. Eine gesetzliche Grundlage für eine Prämienerhöhung im Sinn einer Sanktion bestehe nicht. Da Rückzahlungen im Sinn der "individuellen Erfolgsbeteiligung" an die Versicherten aus vom BAG genehmigten Prämienbestandteilen bestehe, sei nicht auszuschliessen, dass die Beschwer deführerin gegen die max i- male Prämienreduktion verstosse. Seit 1. Januar 2012 sei auch Art. 105c KVV in Kraft, welcher die Verrech- nung von Versicherungsleistungen mit Prämien und Kostenbeteiligungen verbiete. Indem die Beschwerdeführerin die erwirtschafte ten Kostenei n- sparungen neu als "zusätzliche Leistungen" gestützt auf einen "priva t- rechtlichen, obligatorischen Leistungsanspruch" deklariere, versuche sie, der Problematik der Verrechnung zu entgehen. Ergänzend sei erwähnt, dass die "individuelle Erfolgsb eteiligung" selbst zu gar keinen Einsparungen führe. Es handle sich um ein reines Mark e- tinginstrument. Ziel der "individuellen Erfolgsbeteiligung" sei letztlich, j e- weils vor der neuen Prämienrunde die gesunden und sich systemtreu verhaltenden Versicherten mit einer Prämienrückvergütung bei guter C-5521/2011 Seite 8 Laune zu halten, während die anderen durch höhere Prämien aus dem Versicherungsmodell verdrängt werden sollen. G. In ihrer Replik vom 4. April 2012 liess die Beschwerdeführerin die b e- schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren bestätigen, die Abweisung der Anträge der Vorinstanz beantragen und weitere Ausführungen machen (B-act. 12). H. In ihrer Duplik vom 4. Juni 2012 bestätigte die Vorinstanz ihre verneh m- lassungsweise gestellten Rechtsbegehren , beantragte – soweit darauf einzutreten sei – die Abweisung der Rechtsbegehren der Beschwerdefüh- rerin und machte ebenfalls weitere Ausführungen (B-act. 14). I. Mit Zwischenverfügung vom 13. Juni 2012 wurde von Amtes wegen im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Beschwerdeführerin untersagt, während der Dauer des Beschwerdeverfahrens im Sinn einer "individue l- len Erfolgsbeteiligung" Prämienanteile an die Versicherten zurückzuve r- güten (B-act. 15). J. Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Juni 2012 schloss die Instrukt i- onsrichterin den Schriftenwechsel (B-act. 17). K. Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Anfechtungsgegenstand ist vorliegend die Verfügung der Vorinstanz vom 1. September 2011, mit der diese festgestellt hat, dass die von der X._______ gemäss den AVB des " F._______ (G._______)" nach Art. 20 und 21 und den damit zusammenhängenden Artikeln gewährten nac h- träglichen Rabatte unter dem Titel "Erfolgsbeteiligung" gesetzwidrig se i- en. Ferner hat sie angeordnet, dass die nachträgliche Rabattierung ab C-5521/2011 Seite 9 dem 1. Januar 2012 nicht mehr angewendet werden dürfe (Ziff. 1), dass die transitorischen Passiven von Konten zur Auszahlung einer Erfolgsb e- teiligung im Sinne des Versicherungsmodells " E._______" ab dem 1. J a- nuar 2012 ordnungsgemäss aufzulösen seien (Ziff. 2) und dass die X._______ die Aufhebung der Erfolgsbeteiligung gemäss dem "F._______ (G._______)" den betroffenen Versicherten mit der Kommuni- kation der neuen Prämien mitzuteilen habe (Ziff. 3). 1.2 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschlies s- lich Überschreitung oder Miss brauch des Ermessens), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 Bst. c des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). 1.3 Nach Art. 62 Abs. 4 VwVG sind Gerichte gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden. 2. 2.1 Die Genehmigung eines beantragten Prämientarifs bzw. deren Ve r- weigerung stellt eine anfechtbare Verfügung nach Art. 5 Abs. 1 VwVG dar, bei deren Erlass die Vorschriften des VwVG zu beachten sind, und gegen die die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich z u- lässig ist (BVGE 2009/65 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). Im Übrigen gelten Anordnungen einer Aufsichtsbehörde gegenüber Versi- cherern in deren Eigenschaft als Durchführungsorgan der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) nicht als anfechtbare Verfügungen gemäss Art. 5 Abs. 1 VwVG (RKUV 4/1997 S. 216 ff. und RKUV 6/1997 S. 399 ff.). 2.2 In der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2011 stellt die Vorinstanz fest, dass die von der X._______ gemäss den AVB des "G._______ (G._______)" gewährten nachträglichen Rabatte unter dem Titel "Erfolgsbeteiligung" gesetzwidrig seien, und ordnet an, welche Massnahmen die Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Prämieng e- nehmigung für das Jahr 2012 zu treffen habe. C-5521/2011 Seite 10 2.3 Es handelt sich dabei um eine Zwischenverfügung im Rahmen des Verwaltungsverfahrens zur Genehmigung des Prämientarifs 2012; die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts ergibt sich aufgrund seiner Zuständigkeit in der Hauptsache (Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwa l- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32] i.V.m. Art. 61 Abs. 5 KVG und Art. 92 Abs. 1 KVV). 2.4 Gegen eine solche Zwischenverfügung ist die Beschwerde unter a n- derem dann zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG). Dies ist vorliegend zu verneinen, nachdem die Vorinstanz am 26. September 2011 die En d- verfügung betreffend die Genehmigung des Prämientarifs 2012 erlassen und die Beschwerdeführerin auch diese Verfügung mit Eingabe vom 25. Oktober 2011 angefochten hat (vgl. Beschwerdeverfahren C -[…]/ 2011). 2.5 Bei dieser Sachlage erübrigt sich die Prüfung von Art. 46 Abs. 1 Bst. b VwVG, wonach die Beschwerde gegen eine selbständig eröffnete Zw i- schenverfügung zulässig ist, wenn die Gutheissung der Beschwerde s o- fort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Au f- wand an Zeit und Kosten für ein weitläufi ges Beweisverfahren ersparen würde. 2.6 Da die Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 1. September 2013 somit unzulässig ist, ist diese durch Beschwerde gegen die Endve r- fügung anfechtbar, soweit sie sich auf den Inhalt der Endverfügung vom 26. September 2011 ausgewirkt hat (vgl. Art. 46 Abs. 2 VwVG). 2.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass auf die B e- schwerde vom 5. Oktober 2011 nicht einzutreten ist. 3. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 3.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht kostenpflichtig und werden die Verfahrenskos- ten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Pro- zessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4 bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR C-5521/2011 Seite 11 173.320.2]). Die Verfahrenskosten sind in Berücksichtigung sämtlicher dieser Kriterien, des Verfahrensausgangs und des erforderlichen Au f- wands auf Fr. 2'000.- festzulegen und mit dem bereits geleisteten Verfah- renskostenvorschuss von Fr. 4'000.- zu verrechnen; die Restanz von Fr. 2'000.- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Nichteintretensentscheids zurückzuerstatten. 3.2 Der Beschwerdeführerin ist aufgrund des Verfahrensausgangs keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i. V. m. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). Die Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000. - werden de r Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'000. - ver- rechnet; die Restanz von Fr. 2'000. - wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Nichteintretensentscheids z u- rückerstattet. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) C-5521/2011 Seite 12 Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Roger Stalder Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: