A bteilung I A -2718/2007 {T 0/2} U rte il v o m 8 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), R ichterin M arianne R yter Sauvant, R ichter Jürg Kölliker, G erichtsschreiber M artin Föhse. A ._______ G m bH , vertreten durch Advokat und N otar D r. iur. V._______, Beschw erdeführerin, gegen B undesam t für K om m unikation (B A K O M ), Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel, Vorinstanz. N um m ernw iderruf. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandA -2718/2007 Sachverhalt: A . M it Verfügung vom 17. Januar 2007 teilte das Bundesam t für Kom - m unikation (BAKO M ) der A._______ G m bH die M ehrw ertdienst- num m er 0901 XXXXXX zur N utzung zu. D iese versandte am 14. Februar 2007 im R ahm en einer Valentinstags-Aktion zahlreichen Personen eine SM S m it der M itteilung, es sei für die betreffende Person eine G russbotschaft zum Valentinstag deponiert w orden, w elche sie über die oben erw ähnte M ehrw ertdienstnum m er abhören könne. B . Am 12. M ärz 2007 w iderrief das BAKO M die zugeteilte N um m er m it sofortiger W irkung und w ies die TD C Sw itzerland AG an, die N um m er innerhalb von drei W erktagen ausser Betrieb zu nehm en. Es be- gründete den W iderruf m it der Verletzung der N utzungsbedingungen. Beim Betrieb der N um m er sei der Preis nicht deutlich und unm issver- ständlich angegeben w orden. D aneben stellte das BAKO M den Vor- w urf der rechtsw idrigen N utzung in den R aum . Einer allfälligen Be- schw erde gegen diese Verfügung entzog es die aufschiebende W ir- kung. C . M it Beschw erde vom 16. April 2007 verlangt die A._______ G m bH (Beschw erdeführerin), die Verfügung des BAKO M (Vorinstanz) vom 12. M ärz 2007 sei - unter Kostenfolge zu Lasten der Vorinstanz - aufzuheben. Zur Begründung bringt die Beschw erdeführerin vor, sie habe nicht gegen die N utzungsbedingungen verstossen. D ie von ihr gem achte Preisangabe ("1.85/Anruf u. M in.") sei m it den gesetzlichen Vorschriften vereinbar. Zum Vorw urf der rechtsw idrigen N utzung w ird ausgeführt, es sei unzutreffend, dass die Personen, w elche die N um - m er gew ählt hätten, für die erhobene G ebühr keine adäquate G egen- leistung erhalten hätten. Insbesondere habe m an auch nicht w ahllos SM S verschickt. D . M it Zw ischenverfügung vom 15. M ai 2007 w ies der Instruktionsrichter das gleichzeitig m it der Beschw erde gestellte G esuch um W iederher- stellung der aufschiebenden W irkung ab. S eite 2A -2718/2007 E. In ihrer Stellungnahm e vom 4. Juni 2007 beantragt die Vorinstanz, die Beschw erde vom 16. April 2007 sei unter Kostenfolge abzuw eisen. In ihrer R eplik vom 22. Juni 2007 zur Stellungnahm e der Vorinstanz führt die Beschw erdeführerin nam entlich aus, die Vorinstanz habe es ver- säum t, ihr die richtige Preisbekanntgabe rechtzeitig m itzuteilen. W eiter rügt sie eine Verletzung des R echtsgleichheitsgebotes und des Ver- trauensschutzes. Auf die w eiteren Ausführungen der Parteien w ird, so- w eit entscheidrelevant, im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D er angefochtene Entscheid des BAKO M vom 12. M ärz 2007 stellt eine Verfügung im Sinne von A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D e- zem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) dar. G em äss A rt. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesver- w altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 Vw VG . Eine Ausnahm e gem äss A rt. 32 VG G ist vorliegend nicht gegeben und das BAKO M ist eine Vorinstanz im Sinne von A rt 33 Bst. d VG G . D em - nach ist das Bundesverw altungsgericht zur Beurteilung der vorliegen- den Beschw erde zuständig. 1.1 Zur Beschw erde ist nach A rt. 48 Abs. 1 Vw VG berechtigt, w er vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom m en hat oder keine M öglichkeit zur Teilnahm e erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung beson- ders berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D ie Beschw erdeführerin ist form elle Adressatin der angefochtenen Verfügung. Indem ihr die Vorinstanz eine zugeteilte M ehrw ertdienstnum m er entzogen hat, ist sie durch den angefochtenen Entscheid zudem m ateriell beschw ert und deshalb zur Beschw erde befugt. Auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde (A rt. 50 und 52 Vw VG ) ist dem nach einzutreten. 1.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die zugeteilte M ehr- w ertdienstnum m er zu R echt w iderrufen hat. Sie stützt den W iderruf der M ehrw ertdienstnum m er auf A rt. 11 Abs. 1 Bst. b der Verordnung vom 6. O ktober 1997 über die Adressierungselem ente im Fernm elde- bereich (AEFV, SR 784.31). D anach kann das Bundesam t die Zutei- lung von Adressierungselem enten w iderrufen, w enn die Inhaberin der S eite 3A -2718/2007 Adressierungselem ente das anw endbare R echt, insbesondere die Bestim m ungen dieser Verordnung, die Vorschriften des Bundesam tes oder die Bestim m ungen der Zuteilungsverfügung m issachtet. D er von der Vorinstanz im Ü brigen geäusserte Verdacht einer rechtsw idrigen N utzung gem äss A rt. 24g Abs. 2 AEFV w ird von dieser allerdings offen gelassen und ist dam it nicht G egenstand dieses Verfahrens. 2. Vorab zu klären ist die Frage, ob ein W iderrufsgrund nach A rt. 11 Abs. 1 Bst. b AEFV gegeben ist. 2.1 D ie Vorinstanz m acht geltend, die Beschw erdeführerin habe die Bestim m ungen der Zuteilungsverfügung m issachtet. In diesen w erde ausdrücklich darauf hingew iesen, dass die Inhaberin der N um m er dazu verpflichtet sei, die Verordnung vom 11. D ezem ber 1978 über die Bekanntgabe von Preisen (PBV, SR 942.211) zu beachten. W eiter w er- de in den N utzungsbedingungen gefordert, der zu entrichtende Tarif m üsse deutlich und unm issverständlich angegeben w erden. M it ihrer Praxis, den Preis ihrer D ienstleistung (lediglich) in der Form "1.85/Anruf u. M in." zu kom m unizieren, genüge sie den gesetzlichen Anforderungen nicht. D iese Form der Preisangabe m ache nicht klar, dass für einen Anruf eine G rundgebühr von Fr. 1.85 zu bezahlen sei sow ie zusätzlich Fr. 1.85 für jede M inute. D ie Angabe der Beschw erde- führerin könnte von den Konsum entinnen und Konsum enten auch da- hingehend verstanden w erden, dass für einen Anruf von einer M inute insgesam t Fr. 1.85 zu bezahlen seien. Schliesslich w ürde der Einw and der Beschw erdeführerin, w onach M ehrw ertdienstnum m ern seit Jahren im Einsatz stünden und es den Konsum entinnen und Konsum enten m ittlerw eile allgem ein bekannt sein dürfte, dass es sich bei solchen N um m ern um kostenpflichtige N um m ern handle, die Beschw erdefüh- rerin nicht davon entbinden, die für den Betrieb geltenden Bestim - m ungen einzuhalten. 2.2 D em hält die Beschw erdeführerin entgegen, die Preisangabe sei w eder undeutlich noch m issverständlich gew esen. D er Begriff "deut- lich" beziehe sich lediglich auf die D arstellung, w as sich sow ohl aus A rt. 11a PBV als auch aus dem allgem einen Sprachgebrauch ergebe. D aneben sei die Angabe auch nicht m issverständlich. "1.85" bedeute in diesem Zusam m enhang einen Franken und fünfundachtzig R appen. S eite 4A -2718/2007 W eiter sei allgem ein bekannt, dass der Schrägstrich ("/") "pro" bedeute. D ie verw endeten Abkürzungen "u." sow ie "M in." seien die offiziellen Abkürzungen für "und" und "M inute". W er folglich "1.85/Anruf u. M in." lese, könne nichts anderes verstehen als einen Franken und fünfundachtzig R appen pro Anruf und M inute. D aneben bem ängelt sie den U m stand, dass das Staatssekretariat für W irtschaft (SEC O ) w eder in der von ihm publizierten Broschüre "Preisbekanntgabeverordnung - W egleitung für die Praxis" noch in den Inform ationsblättern "Preisbekanntgabe und W erbung für telefonische M ehrw ertdienste" und "Preisbekanntgabe und W erbung für Fernm eldedienste" - beide datieren vom 1. Juni 2004 - die von ihm als rechtskonform eingestuften Beispiele nenne, w ie sie aus der E-M ail-Korrespondenz zw ischen dem SEC O und der Vorinstanz vom 26. und 27. Juli 2004 hervorgingen. Schliesslich habe es auch die Vorinstanz versäum t, diese Vorschläge in geeigneter Form (rechtzeitig) zu publizieren. W eiter gehe die Vorinstanz m it ihren Anforderungen an eine Preisbekanntgabe von einem ziem lich einfältigen und bestim m t nicht durchschnittlich intelligenten Konsum enten aus und handle daher unangem essen. Schliesslich führt sie einige w eitere Anbieter von M ehrw ertdienst- num m ern an, w elche ihre Preise gleich w ie sie selber publizieren w ürden, deren N um m er hingegen nicht entzogen w orden sei. Sie w ill darin eine Verletzung des G ebotes der rechtsgleichen Behandlung erblicken. 2.3 Zu beantw orten ist dem nach zunächst die Frage, ob die Be- schw erdeführerin den Preis für ihre D ienstleistung klar und unm issver- ständlich - und dam it im Einklang m it den Bestim m ungen der Zutei- lungsverfügung und der PBV - angegeben hat. 2.3.1 D ie Verfügung der Vorinstanz vom 17. Januar 2007, m it w elcher der Beschw erdeführerin die später w ieder entzogene E.164-N um m er zur N utzung zugeteilt w urde, enthält einen Abschnitt m it dem Titel "Be- sondere N utzungsbedingungen" (vgl. A rt. 24e Abs. 3 AEFV). G em äss Ziff. 3 dieses Abschnitts ist die Inhaberin der N um m er verpflichtet, die Bestim m ungen der Preisbekanntgabeverordnung zu berücksichtigen. Sie hat bei jeder schriftlichen und verbalen Bekanntgabe der N um m er den Tarif, den anrufende Teilnehm er zu entrichten haben, inklusive M ehrw ertsteuer in Franken und R appen pro M inute bzw. pro Anruf deutlich und unm issverständlich anzugeben. S eite 5A -2718/2007 2.3.2 D ie Preisbekanntgabeverordnung gilt unter anderem für das An- gebot der in A rt. 10 PBV genannten D ienstleistungen, für w elche eine Preisbekanntgabepflicht besteht (A rt. 2 Abs. 1 Bst. c PBV). Som it ist die PBV auch auf die in A rt. 10 Abs. 1 Bst. q PBV genannten D ienst- leistungen w ie Inform ations-, Beratungs-, Verm arktungs-, G ebührentei- lungsdienste anw endbar, die über Fernm eldedienste erbracht oder an- geboten w erden, unabhängig davon, ob sie von einer Anbieterin von Fernm eldediensten verrechnet w erden. D ie Subsum tion der D ienstleis- tung der Beschw erdeführerin unter diesen Tatbestand liegt vorliegend nicht im Streit; die PBV w äre auch ohne den H inw eis in den N utzungs- bedingungen anw endbar. D ie PBV bezw eckt, dass die Preise klar und m iteinander vergleichbar sind und irreführende Preisangaben verhin- dert w erden (A rt. 1 PBV; vgl. auch BG E 132 II 240 E. 4.3.1, m it H inw ei- sen). Für die Form der Preisbekanntgabe für entgeltliche M ehrw ert- dienste w ie die vorliegende findet sich allerdings keine spezielle R ege- lung in der PBV. A rt. 11a PBV bezieht sich lediglich auf D ienstleis- tungen, deren G rundgebühr oder deren Preis pro M inute zw ei Franken übersteigt, w as hier (Fr. 1.85 pro Anruf G rundgebühr zuzüglich Fr. 1.85 pro M inute) nicht gegeben ist. Anw endbar ist allerdings A rt. 11 PBV, der die A rt und W eise der Preisbekanntgabe in allgem einer Form be- schreibt. G em äss dessen Abs. 2 m uss aus der Bekanntgabe hervorge- hen, auf w elche A rt und Einheit der D ienstleistung oder w elche Ver- rechnungssätze sich der Preis bezieht. In A rt. 13 Abs. 1bis PBV ist schliesslich die Preisbekanntgabe in der W erbung für die fraglichen M ehrw ertdienstleistungen geregelt. D anach sind den Konsum ierenden die G rundgebühr und der Preis pro M inute bekannt zu geben. 2.3.3 D as SEC O vertritt im Inform ationsblatt "Preisbekanntgabe und W erbung für telefonische M ehrw ertdienste" die Ansicht, für entgelt- liche M ehrw ertdienste, deren Preis die Schw ellenw erte für eine m ünd- liche Ansage (A rt. 11a Abs. 1 PBV) nicht erreiche, m üssten die Preise zum indest gem äss der W erbebestim m ung des A rt. 13 Abs. 1bis PBV bekannt gegeben w erden. Es seien m ithin die G rundgebühr und der Preis pro M inute bekannt zu geben. Ein konkretes Beispiel findet sich in diesem Inform ationsblatt hingegen nicht. Im April 2007 hat das SEC O indes eine neue Broschüre "Preisbekanntgabeverordnung - W egleitung für die Praxis" herausgegeben. D arin findet sich neuer- dings ein Beispiel für einen kom binierten Tarif m it G rundgebühr und M inutenpreis. D er Vorschlag lautet w ie folgt: "G rundgebühr SFr. 2.50; Preis/M in. SFr. 2.23". S eite 6A -2718/2007 2.4 D ie Vorinstanz und die Beschw erdeführerin stim m en darin über- ein, dass sow ohl die G rundgebühr w ie auch der Preis pro M inute be- kannt gegeben w erden m üssen. D ie Vorinstanz führt zu den von ihr definierten N utzungsbedingungen für Einzelnum m ern aus, deren H auptziel sei die vollständige Transparenz bezüglich der G ebühren- pflicht und der konkreten Kosten für den Bezug von D ienstleistungen, die m ittels Belastung der m onatlichen Telefongebühren in R echnung gestellt w ürden. D ie Konsum ierenden sollten dadurch vor N achteilen respektive vor unlauteren Angebotspraktiken geschützt w erden. D ie Begriffswahl der N utzungsbedingungen orientiere sich an derjenigen der PBV. Beide Anordnungen w ürden denn auch das Ziel des Konsu- m entenschutzes verfolgen, w eshalb es Sinn m ache, gleiche Begriffe zu verw enden und diese gleich auszulegen. D iese Argum entationsw ei- se überzeugt, und es erscheint sachgerecht und naheliegend, sich bei der Auslegung der interessierenden Auflage in der Zuteilungsverfü- gung an die Vorschriften der PBV anzulehnen. W eiter führende, für den hier zu beurteilenden Fall geltende R egeln enthalten die N ut- zungsbedingungen freilich nicht. Es bleibt daher dabei, die Preisanga- be der Beschw erdeführerin im Lichte des Zw ecks der PBV, für klare, vergleichbare und nicht irreführende Preise zu sorgen, zu überprüfen. 2.5 D as Bundesgericht stellt in Fällen, in w elchen es - w ie vorliegend - das Ziel der Anbieterin eines M ehrw ertdienstes ist, m öglichst viele An- rufe m it den entsprechenden M ehrw ertdienstgebühren auf die fragli- che N um m er zu erhalten, strenge Anforderungen an die Eindeutigkeit ihrer Preisanschrift. Im Zusam m enhang m it Preisangaben in der Er- w achsenenunterhaltung sow ie für TV-G ew innspiele, die über eine M ehrw ertdienstnum m er betrieben w erden, hat das Bundesgericht fest- gehalten, es sei auf nicht besonders gew andte und desw egen ver- stärkt schutzw ürdige Konsum enten abzustellen (BG E 132 II 240 E. 4.3.4, 128 IV 177 E. 2.3). D er Vorw urf der Beschw erdeführerin, die Vorinstanz gehe zu U nrecht von einem nicht durchschnittlich intelligen- ten Konsum enten aus, geht dem nach fehl. 2.6 D ie Vorinstanz führt aus, die Preisangabe der Beschw erdeführerin ("1.85/Anruf u. M in.") könne auch dahingehend interpretiert w erden, dass der Anruf und die M inute insgesam t Fr. 1.85 kosten w ürden. Ein Anruf von w enigen Sekunden bis höchstens einer M inute D auer dürfte in diesem Falle m it anderen W orten bloss Fr. 1.85 kosten und nicht die effektiven Fr. 3.70 (Fr. 1.85 G rundgebühr zuzüglich Fr. 1.85 für eine Verbindungsdauer von einer M inute). D iese Befürchtung der Vorin- S eite 7A -2718/2007 stanz ist begründet. D ie strittige Preisangabe kann bei Konsum entin- nen und Konsum enten durchaus den Eindruck erw ecken, ein Anruf w ürde zw ar im M inim um Fr. 1.85 kosten, sollte er aber innerhalb der ersten M inute beendet w erden, es auch bei diesem Preis bleibe. N a- m entlich bei einem Anruf von w enigen Sekunden versteht es sich nicht von selbst, dass neben der G rundgebühr zusätzlich ein ebenso hoher Betrag für die erste G esprächsm inute geschuldet w ird. Zentrales Problem einer Preisangabe in der Form , w ie sie die Be- schw erdeführerin handhabte, ist die fehlende Klarheit in Bezug auf den U m stand, dass sich der Preis aus zw ei (voneinander unab- hängigen) Kom ponenten - m ithin aus zw ei Preisen - näm lich einer G rundgebühr und einem M inutenpreis zusam m ensetzt. D ie Vorschläge des SEC O (einerseits hervorgehend aus der E-M ail-Korrespondenz zw ischen dem SEC O und der Vorinstanz vom 26. und 27. Juli 2004, andererseits aus der Broschüre "Preisbekanntgabeverordnung - eine W egleitung für die Praxis") sind denn auch genau in diesem Punkt deutlicher. In der einen Variante ("Je Fr. xy pro Anruf und M inute") ist es die Beifügung des W ortes "Je", w elches klarstellt, dass zw ei Preise geschuldet sind. In den beiden w eiteren Varianten ("Fr. xy pro Anruf + Fr. xy pro M in." sow ie "Fr. xy/Anruf + Fr. xy/M in.") verdeutlicht die zw ei- m al aufgeführte W ährungs- und Preisangabe in Verbindung m it dem zw ischen die beiden Preise gesetzten "+" nicht zuletzt schon rein op- tisch, dass es sich um einen zusam m engesetzten Tarif handelt. Schliesslich sei vorliegend auf den Aspekt hingew iesen, dass die Preisbekanntgabe über eine SM S folgenden Inhalts erfolgte: "D u hast einen Valentinsgruss erhalten. U m die Botschaft abzuhören, w ähle 0901 XXXXXX (1.85/Anruf u. M in.). H appy Valentine\'s D ay! w w w .valentinelovecalls.com ". M it R ücksicht auf die stark einge- schränkte G rösse des D isplays eines M obiltelefons w ird ein durch- schnittliches M obiltelefon in der R egel nicht in der Lage sein die ganze N achricht auf einm al anzuzeigen, w eshalb die Benutzerin oder der Be- nutzer regelm ässig scrollen m uss, um auch das Ende des Textes zur Kenntnis nehm en zu können. D aneben ist die D arstellung häufig rela- tiv unübersichtlich. In Anbetracht dieser Tatsachen ist es leicht m ög- lich, dass die Preisangabe im übrigen Text etw as untergeht. D abei kann nicht ohne w eiteres erw artet w erden, die Em pfängerin oder der Em pfänger der N achricht w ürde sich - angesichts der sich hier bieten- den Interpretationsm öglichkeiten - m it der erforderlichen Sorgfalt m it der Frage des Preises auseinander setzen. Vielm ehr w ird der Lektüre S eite 8A -2718/2007 einer SM S für gew öhnlich nicht eine derart hohe Aufm erksam keit geschenkt. 2.7 Im Ergebnis ist dam it der Vorinstanz zu folgen, w enn sie in dieser von der Beschw erdeführerin praktizierten Form der Preisbekanntgabe eine Verletzung der N utzungsbestim m ungen sieht. Ein W iderrufsgrund gem äss A rt. 11 Abs. 1 Bst. b ist som it gegeben. D er Vorw urf der Be- schw erdeführerin, w onach es sow ohl die Vorinstanz als auch das SEC O versäum t hätten, konkrete Beispiele für eine korrekte Preisan- gabe zu publizieren, m ag berechtigt sein. D ies spielt in diesem Verfah- ren allerdings keine R olle, w aren doch w eder die Vorinstanz noch das SEC O verpflichtet, solche Beispiele bekannt zu geben. D aneben w ar es der Beschw erdeführerin freigestellt, sich selber bei einer dieser Stellen zu inform ieren. 3. Es gilt in einem w eiteren Schritt zu prüfen, ob der W iderruf der N um - m er im öffentlichen Interesse liegt und verhältnism ässig ist. G em äss A rt. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) m uss jedes staatliche H andeln diesem Anspruch genügen. D er G rund- satz der Verhältnism ässigkeit verlangt, dass die M assnahm en zur Ver- w irklichung eines im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich sind und in einem vernünftigen Verhältnis zu den Ein- schränkungen stehen, die Privaten allenfalls auferlegt w erden (BG E 133 I 77 E. 4.1; PIER R E TSC H AN N EN /U LR IC H ZIM M E R LI, Allgem eines Ver- w altungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 21 R z. 1, vgl. auch U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 581 f., je m it H inw eisen). 3.1 D as öffentliche Interesse am W iderruf der M ehrw ertdienstnum m er durch die Vorinstanz liegt im Schutz der Konsum ierenden vor Irrtüm ern aufgrund der unklaren Preisangabe. D iesem Interesse dient unter an- derem auch die Preisbekanntgabeverordnung. D er W iderruf einer M ehrw ertdienstnum m er, in Zusam m enhang m it deren Betrieb gegen die Vorschriften der PBV verstossen w urde, ist geeignet, dieses öffent- liche Interesse zu w ahren. 3.2 Sofern eine gleich geeignete, m ildere M assnahm e als der W ider- ruf der N um m er ausgereicht hätte, um dem oben um schriebenen öf- fentlichen Interesse genüge zu tun, hätte der W iderruf unterbleiben m üssen (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 591). S eite 9A -2718/2007 Als m ilderes M ittel w äre hier die Aufforderung zur Änderung der Form der Preisbekanntgabe in Frage gekom m en. M it Schreiben vom 20. Februar 2007 teilte die Vorinstanz der Beschw erdeführerin die Einleitung des N um m ernw iderrufsverfahrens m it. D ie Vorinstanz führte darin unter anderem aus, die Beschw erdeführerin hätte m it dem Betrieb der fraglichen N um m er gegen das anw endbare R echt verstossen, indem der Tarif der N um m er nicht deutlich und unm issverständlich angegeben w orden sei. D er Beschw erdeführerin w urde schliesslich G elegenheit gegeben, sich zum Sachverhalt und den Erw ägungen zu äussern und den N achw eis zu erbringen, dass m it dem Betrieb der fraglichen N um m er keine Verletzung der N utzungsbedingungen stattgefunden hat oder die festgestellte Verletzung behoben w orden ist. D ie Beschw erdeführerin bem erkte zu diesem Vorw urf in ihrem Schreiben vom 27. Februar 2007, die Behauptung, es seien keine korrekten Tarife angezeigt w orden, sei falsch. M an habe die Tarife deutlich und unm issverständlich deklariert. Sie signalisierte dam it, dass sie nicht gew illt ist, diesbezüglich (bei künftigen Aktionen) eine Änderung vorzunehm en. Sie inform ierte sich auch nicht darüber, w as denn nach Ansicht der Vorinstanz eine korrekte Preisangabe darstellen w ürde. Es gab dem nach letztendlich kein m ilderes M ittel als den W iderruf der M ehrw ertdienstnum m er, um das Ziel, die Konsum ierenden zu schützen, zu erreichen. D ie M assnahm e w ar daher auch erforderlich. 3.3 D ie Interessen der Beschw erdeführerin am Betrieb der M ehrw ert- dienstnum m er sind privater, rein w irtschaftlicher N atur und w erden im Ü brigen nicht näher substantiiert. Insbesondere lassen sich den Akten keine H inw eise entnehm en, w onach ihr w irtschaftliches Fortkom m en ernstlich gefährdet w äre. D as öffentliche Interesse am Schutz der Kon- sum entinnen und Konsum enten ist dagegen als gew ichtig zu erachten und überw iegt die erw ähnten Interessen der Beschw erdeführerin. D es- halb ist der W iderruf der M ehrw ertdienstnum m er vom 12. M ärz 2007 verhältnism ässig. 4. D ie Beschw erdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung des R echts- gleichheitsgebots (A rt. 8 BV). W eil andere Institutionen ihre Preise in der gleichen A rt und W eise w ie sie selbst bekannt gäben, deren Praxis von der Vorinstanz aber toleriert w ürde, liege eine unzulässige U n- gleichbehandlung in der R echtsanw endung vor. S eite 10A -2718/2007 4.1 D as G ebot der R echtsgleichheit verlangt, dass G leiches nach M assgabe seiner G leichheit gleich, aufgrund des D ifferenzierungsge- botes indes U ngleiches nach M assgabe seiner U ngleichheit ungleich zu behandeln ist (vgl. BG E 131 I 191 E. 3.4 m it H inw eisen). 4.2 Zunächst sei darauf hingew iesen, dass sich die von der Beschw er- deführerin selbst (auszugsw eise) genannten Beispiele bereits von ih- rer eigenen Preisangabe unterscheiden, indem bei jenen sow ohl das Zeichen "/" ("pro") als auch die Konjunktion "und" ausgeschrieben w ird. D iese Form der Preisbekanntgabe unterscheidet sich dadurch in rechtserheblicher W eise von der Preisbekanntgabe der Beschw erde- führerin. G erade bei einer derart gedrängten Form der Preisbekannt- gabe können bereits kleine N uancen in der Form ulierung den ent- scheidenden U nterschied zw ischen einer klaren und einer unklaren D eklaration ausm achen (vgl. E. 2.6). D aneben ist auch nicht erkennbar, inw iefern die Praxis der Vorinstanz, sich auch auf H inw eise von Konsum entinnen und Konsum enten, M it- bew erbern, Fernm eldedienstanbieterinnnen, anderen Am tsstellen etc. zu stützen, nicht vor dem G ebot der R echtsgleichheit standhalten sollte. Angesichts der Tatsache, dass gem äss den Angaben der Vorin- stanz ungefähr 35'000 N um m ern der Kategorien 0900, 0901 und 0906 in Betrieb sind, scheint diese Vorgehensw eise als vernünftig und ange- m essen. Im Ü brigen besteht vorliegend kein konkreter Anlass, an den Ausführungen der Vorinstanz zu zw eifeln, w onach sie säm tlichen H in- w eisen - auch denjenigen der Beschw erdeführerin - nachgeht und die allenfalls erforderlichen Schritte einleitet. Eine Verletzung des G ebotes der rechtsgleichen Behandlung ist dem nach vorliegend nicht ersicht- lich. 5. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erw eist sich die angefochtene Verfügung als rechtens. Es ist ein G rund für den W iderruf der zugeteil- ten M ehrw ertdienstnum m er gegeben. D er W iderruf liegt im öffentlichen Interesse, ist verhältnism ässig und verstösst auch nicht gegen das R echtsgleichheitsgebot. 6. D ie Kosten zur Ausfällung der Zw ischenverfügung vom 15. M ai 2007 w erden zur H auptsache geschlagen. D ie Verfahrenskosten, insgesam t S eite 11A -2718/2007 bestim m t auf Fr. 2'000.-, sind der unterliegenden Beschw erdeführerin aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). 7. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (A rt. 64 Abs. 1 Vw VG ; A rt 7 f. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.1]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D er Beschw erdeführerin w erden die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- auferlegt und m it dem in gleicher H öhe geleisteten Vorschuss ver- rechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung gesprochen. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - die Vorinstanz (eingeschrieben, R ef-N r. [...]) - dem G eneralsekretariat U VEK, R echtsdienst, Bundeshaus N ord, 3003 Bern (G erichtsurkunde) Für die R echtsm ittelbelehrung w ird auf die nächste Seite verw iesen. D er Abteilungspräsident: D er G erichtsschreiber: Lorenz Kneubühler M artin Föhse S eite 12A -2718/2007 R echtsm ittelbelehrung: G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtli- chen Angelegenheiten geführt w erden (A rt. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. A rt. 42 BG G ). Versand: > S eite 13