Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 15. März 2018 (810 18 6) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Subsidiarität der Begleitbeistandschaft gegenüber Angeboten der Sozialhilfe oder priva- ter bzw. öffentlicher Dienste Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiberin i.V. Irina Trutmann Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Übernahme der Begleitbeistandschaft / Aufhe bung der Massnahme (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 18. Dezember 2017) Das Kantonsgericht hat i n E r w ä g u n g , dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.___ _ (KESB) mit Entscheid vom 18. De- zember 2017 die für A.____ errichtete Begleitbeista ndschaft gemäss Art. 393 ZGB rückwirkend per 1. Dezember 2017 übernommen und zugleich aufgehoben hat, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass A.____ gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 3. J anuar 2018 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), erhob mit der Begründung, seine Beiständin C.____ sei eine wichtige Person in seinem Leben sowie eine Verbindungsperson zwischen Behörden und Firmen und er habe nur zu ihr Vertrau- en, dass im vorliegenden Fall sämtliche Prozessvoraussetzungen na ch Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 und §§ 43 ff. des Gesetzes über di e Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, weshalb auf die Beschwerde einzutre- ten ist, dass die KESB gemäss Art. 399 Abs. 2 ZGB eine Beistandsch aft von Amtes wegen aufhebt, soweit für deren Fortbestehen kein Grund mehr besteht u nd ohne dass dafür geänderte Ver- hältnisse vorzuliegen brauchen (H ELMUT HENKEL , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom- mentar Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 8 zu Art. 399), dass der Beschwerdeführer gemäss den Akten bei der Regel ung seiner finanziellen Angele- genheiten auf Unterstützung angewiesen ist, dass er seit seinem Umzug nach D.____ bei der Sozialhil fe D.____ angegliedert ist und seine finanziellen Angelegenheiten von dieser Behörde erledigt werden, dass gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip Angebote der Sozialhilfe oder privater bzw. öffentli- cher Dienste der Begleitbeistandschaft vorgehen (H ELMUT HENKEL , a.a.O., N 2 zu Art. 393; CHRISTOPH HÄFELI , in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 11 zu Art. 389), dass die Beiständin der KESB am 17. Oktober 2017 mitteilte, dass bis vor einem Jahr noch eine Vertretungsbeistandschaft für den Beschwerdeführer besta nden habe und letzterer weiterhin auf Hilfe im finanziellen Bereich angewiesen sei, wesha lb sie es sinnvoller fände, wenn weiter- hin ein Beistand vorhanden wäre, dass der Beschwerdeführer am 20. November 2017 von der KESB angehört wurde und sich mit der Aufhebung der Begleitbeistandschaft nicht einverstan den zeigte, da er mit der Beiständin gut reden könne und sie für ihn zu einer wichtigen Bezugsperson geworden sei, dass die Vorinstanz zu Recht darauf hinweist, dass das Vert rauen, welches der Beschwerde- führer in seine Beiständin hat, und der Umstand, dass er sie als Bezugsperson wahrnimmt, kei- ne hinreichenden Gründe für die Beibehaltung der Begleitbeistandschaft darstellen, dass gemäss den aktenkundigen Abklärungen der KESB der Beschwerdeführer auf freiwilliger Basis von einer Mitarbeiterin des Sozialdienstes D.___ _ betreut wird und diese die finanziellen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Angelegenheiten mit dem Beschwerdeführer regelt, wob ei in diesem Zusammenhang weitere Unterstützung auf freiwilliger Basis gewährt werden könnte, dass unter diesen Umständen für die Beibehaltung der B egleitbeistandschaft im vorliegenden Fall kein Grund mehr besteht, da die notwendige Unterstützung des Beschwerdeführers vollum- fänglich durch den Sozialdienst D.____ gewährleistet wird, dass die Beschwerde vom 3. Januar 2018 somit abzuweisen ist, dass sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erwe ist, weshalb darüber im Zirkulati- onsverfahren zu entscheiden ist (§ 1 Abs. 4 VPO), dass es sich im vorliegenden Fall rechtfertigt, gestützt auf § 4 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT) vom 15. November 2010 au f die Erhebung von Verfahrenskos- ten zu verzichten und die Parteikosten wettzuschlagen sind Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.