<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">AB.2011.00033</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">III. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichterin Heine, Vorsitzende</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Annaheim</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer</font> </p><p><font size="4">Gerichtsschreiber Stocker</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 29. August 2012</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch den Sohn Y.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">AHV-Ausgleichskasse IMOREK</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Murtenstrasse 137 A, Postfach 5259, 3001 Bern</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Nachdem die AHV-Ausgleichskasse IMOREK X.___ mit Verfügung vom 19. Januar 2011 (Urk. 10/8) mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine Hilflosenentschädigung der Eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung (Hilflosigkeit schweren Grades) zugesprochen und die dagegen erhobene Einsprache, mit der die Ausrichtung der Hilflosenentschädigung ab 1. Januar 2006 beantragt worden war, mit Entscheid vom 8. April 2011 (Urk. 2) abgewiesen hatte;</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> nach Einsicht in</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Eingabe vom 17. Mai 2011 (Urk. 1), mit der Y.___, Sohn von X.___, Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der AHV-Ausgleichskasse IMOREK vom 8. April 2011 (Urk. 2) erhob mit dem sinngemässen Antrag, es sei X.___ eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit schweren Grades mit Wirkung ab 1. Januar 2006 (oder noch früher) zuzusprechen (vgl. Urk. 10/9),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der AHV-Ausgleichskasse IMOREK vom 8. September 2011 (Urk. 9)</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> sowie die übrigen Verfahrensakten;</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> mit den Hinweisen darauf, dass</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> X.___ urteilsunfähig (vgl. Urk. 3/2) und folglich auch handlungsunfähig im Sinne von Art. 17 des Zivilgesetzbuches (ZGB) ist, so dass seine Handlungen grundsätzlich keine rechtlichen Wirkungen herbeiführen können (Art. 18 ZGB), weshalb die von ihm ausgestellten Vollmachten (vgl. etwa Urk. 7) ungültig sind,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> der Sohn von X.___, Y.___, allerdings gestützt auf Art. 67 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) berechtigt war, seinen Vater zum Leistungsbezug anzumelden und gemäss höchstrichterlicher Praxis (vgl. BGE 130 V 560 E. 4.3 sowie das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 9C_321/2012 vom 11. Juli 2012, E. 4.3.1) demzufolge auch legitimiert ist, den streitigen Anspruch im Rechtsmittelweg zu verfolgen;</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerdegegnerin demzufolge zu Recht auf die Eingaben von Y.___ eingetreten ist und auch vorliegend Eintreten zu erfolgen hat;</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> in Erwägung, dass</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. April 2011 (Urk. 2) und in der Beschwerdeantwort vom 8. September 2011 (Urk. 9) die Rechtsnormen, welche die Ausrichtung von Hilflosenentschädigungen regeln, zutreffend wiedergegeben hat, weshalb darauf verwiesen werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerdegegnerin diesbezüglich zu Recht darauf hinwies, dass gemäss Art. 46 Abs. 2 AHVG Nachzahlungen von mehr als zwölf Monaten nur erbracht werden, wenn der Versicherte den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> diesbezüglich jedoch zu ergänzen ist, dass es auf die Kenntnisnahme (oder die Möglichkeit der Kenntnisnahme) der versicherten Person (oder ihres gesetzlichen oder gewillkürten Vertreters) ankommt, nicht aber auf den Umstand, dass eine (andere) nach Art. 67 Abs. 1 AHVV zur Anmeldung berechtigte Person um den anspruchsbegründenden Sachverhalt wusste oder hätte wissen müssen (BGE 108 V 226 E. 3; vgl. auch Ueli Kieser, Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, Zürich 1996, S. 187 sowie Ulrich Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 1. Auflage, Zürich 1997, S. 284 mit Hinweisen),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> zwischen den Parteien einzig strittig und zu prüfen ist, ab X.___ bereits für die Zeit vor dem 1. Dezember 2009 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerdegegnerin diese Frage mit der Begründung verneinte, dass X.___ selbst aufgrund der bestehenden Alzheimer-Demenz zwar nicht in der Lage gewesen sei, seinen Anspruch früher geltend zu machen, er sich aber anrechnen lassen müsse, dass sein Sohn, Y.___, der seit dem Jahre 2005 über alle erforderlichen Vollmachten von X.___ verfüge und diese auch benütze, das Gesuch um Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung früher hätte stellen können (Urk. 2 und 9),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht beizupflichten ist, weil die Vollmacht(en), die X.___ ausstellte, mangels Handlungsfähigkeit nicht gültig sind, so dass Y.___ - wie ausgeführt - wenigstens im Rechtssinne nicht als Bevollmächtigter seines Vaters gilt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> es zwar zutrifft, dass Y.___ früher Kenntnis vom Anspruch seines Vaters auf eine Hilflosenentschädigung hätte haben können,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> dies aber vorliegend irrelevant ist, weil Y.___ nicht der gewillkürte Vertreter seines Vaters, sondern (lediglich) eine andere nach Art. 67 Abs. 1 AHVV zur Anmeldung berechtigte Person ist, so dass sich X.___ die mögliche Kenntnisnahme von Y.___ nach der oben wiedergegebenen höchstrichterlichen Praxis nicht anrechnen lassen muss,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> ausser Frage und Streit steht, dass X.___ aufgrund seiner schweren Erkrankung selbst nicht in der Lage war, seinen Anspruch (früher) geltend zu machen,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> aus dem Gesagten folgt, dass sich die grundsätzliche Weigerung der Beschwerdegegnerin, weitergehende Nachzahlungen der Hilflosenentschädigung zu leisten beziehungsweise materiell zu prüfen, nicht schützen lässt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die herrschende Aktenlage es dem hiesigen Gericht aber nicht erlaubt, selbst zu entscheiden, seit wann genau bei X.___ eine Hilflosigkeit vorliegt und welchen Grad sie gegebenenfalls in welchen Zeitabschnitten erreichte,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. April 2011 (Urk. 2) folglich insoweit aufzuheben ist, als damit der Anspruch von X.___ auf eine Hilflosenentschädigung vor dem 1. Dezember 2009 verneint wurde, und dass die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie sachdienliche Abklärungen vornehme und hernach über den Anspruch auf Hilflosenentschädigung für die Zeit vor dem 1. Dezember 2009 neu verfüge;</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. April 2011 insoweit aufgehoben wird, als damit der Anspruch von X.___ auf eine Hilflosenentschädigung vor dem 1. Dezember 2009 verneint wurde, und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie sachdienliche Abklärungen vornehme und hernach über den Anspruch auf Hilflosenentschädigung für die Zeit vor dem 1. Dezember 2009 neu verfüge</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Y.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- AHV-Ausgleichskasse IMOREK</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>