BRKE I Nr. 99/2002 vom 17. Mai 2002 in BEZ 2002 Nr. 37 6. a) Der Rekurrent macht geltend, dass die geplanten Bauten übergeschossig se i- en. Zur Begründung verweist er auf den in BEZ 2001 Nr. 40 publizierten Entscheid, w o- nach die zulässige Ausdehnung von Attikag eschossen bei Bauten, deren Grundriss die Form eines mehr oder weniger langgezogenen Rechtecks aufweise, anhand eines die Gebäudelängsseite als Trauffassade annehmenden (hypothetischen) Schrägdachprofils zu bestimmen sei. Hiergegen verstosse das streitige Projekt. Bei den vorgesehenen A t- tikageschossen handle es sich daher aufgrund des zitierten Urteils um überzählige Vol l- geschosse. b) Diese Auffassung ist aus den folgende n Gründen unzutreffend, was dazu führt, dass sich die Rekursinstanz mit der von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung geäu s- serten Kritik am genannten Entscheid nicht au seinanderzusetzen braucht. Zu beurteilen war in jenem Verfahren ein Flachdachgebäude mit einem Grundriss von 8,15 m x 12,6 m und demgemäss einem Verhältnis zwischen Gebäudelänge und -breite von rund 2 zu 3. Die Rekursinstanz ging davon aus, dass zumindest ab einem derartigen Verhältnis zw i- schen Länge und Breite von einem mehr oder weniger la nggezogenen Rechteck auszu- gehen sei und die zulässige Ausdehnung des Attikageschosses – zwecks Unterscheid- barkeit von Vollgeschossen – nicht anhand eines mit der Gebäudeschmalseite als Trauffassade gebildeten hypothetischen Schrägdachprofils bestimmt werde n dürfe. Die vorliegend zu beurteilenden Bauten weisen eine Gebäudebreite von 12,1 m und eine Gebäudelänge von 16,1 m auf (Verhältnis 3:4). Ein quadratischer Grundriss, bei welchem der Bauherrschaft mit Bezug auf die Ansetzung des hypothetischen Dac h- profils eindeutig die W ahlfreiheit zustünde, liegt damit zwar nicht vor. Umgekehrt unte r- scheiden sich Gebäudelänge und -breite nicht derart ausgeprägt voneinander, dass die Ansetzung des Profils des hypothetischen Schrägdaches mit der Gebäudeschmalseite als Trau ffassade als eindeutige Umgehung der Regelungen gemäss §§ 281 und 292 PBG anzusehen wäre. Der in BEZ 2001 Nr. 40 publizierte Rekursentscheid ist im richt i- gen Kontext zu sehen. Das Planungs - und Baugesetz schreibt, wie die Vorinstanz in i h- rer Vernehmlassung zu Recht anführt, nicht explizit vor, wie das für die zulässige Au s- dehnung von Attikageschossen anzunehmende Profil eines hypothetischen Schrägd a- ches zu bilden sei. Nach der Rechtsprechung sollen jedoch A ttikageschosse klar von Vollgeschossen unterscheidb ar und als Dachgeschosse erkennbar sein. Letzteres wird, da Attikageschosse giebelseits bis zu den Vollgeschossfassaden vorspringen dürfen, zunichte gemacht, wenn bei Gebäuden mit deutlich unterschiedlicher Länge und Breite die Längsseite als (hypothetisch e) Giebelfassade angenommen wird und das Attikag e-- 2 - schoss daher über weite Strecken des Gebäudeumfangs mit den Vollgeschossfa ssaden bündig ausgestaltet werden kann. Diese Problematik stellt sich beim vorliegend streitigen Projekt höchstens in unte r- geordnetem Umfang. Aufgrund der geplanten Grundrisse von 12,1 m x 16,1 m führt die Zugrundelegung der Längsseite als (hypothetische) Giebelfassade nicht dazu, dass die Attikageschosse im Vergleich zum Regelfall, von welchem der Gesetzgeber beim Erlass von § 292 PBG wohl ausging (BEZ 2001 Nr. 40, E. 4 lit. b), in einem Ausmass bis zu den Vollgeschossen vorspringen, so dass sie von letzteren nicht mehr zu unterscheiden wären. In casu kommt hinzu, dass bei beiden projektierten Bauten südwestseits gröss e- re Balkonvorbaute n vorgesehen sind, welche dazu führen, dass die Bauten optisch a n- nähernd als solche mit (dem Bauherrn wie erwähnt bezüglich Dachprofil W ahlfreiheit einräumendem) quadratischem Grundriss empfunden werden. Aus diesen Gründen ist der Einwand der Übergeschossi gkeit der geplanten Bauten zu verwerfen.