Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. März 2012 (725 11 298) ____________________________________________________________________ Unfallversicherungsrecht Invalidenrente; Vorbestehender Gesundheitsschaden; Ermittlung des Invalideneinkom- mens mittels DAP; Parallelisierung des Minderverdienstes Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Michael Guex, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Eduard Schoch, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 28, 4143 Dornach 1 gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1963 geborene A.____ war als Hilfsarbeiterin für die Firma B.____ AG in C.____ tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ge- gen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen ve rsichert. Am 23. April 2009 stürzte sie beim Überqueren der Strasse über das Trottoir und fie l mit beiden Händen auf den Boden. Die in der Folge durchgeführten neurographischen Untersuch ungen bestätigten ein mässig ausge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht prägtes Cartpaltunnelsyndrom (CTS) rechts. Nachdem die Schmerzen nach der Aufnahme ei- ner hälftigen Arbeitsfähigkeit wieder zugenommen hatt en, fand Mitte März 2010 ein operativer Eingriff in Form einer Neurolyse am rechten Handgelen k statt. Eine zunächst wieder in vollem Umfang erreichte Arbeitsfähigkeit musste in der Folge wegen erneuter Schmerzen im rechten Unterarm ab Mitte Mai 2010 auf 50% reduziert werden. B. Am 8. Oktober 2010 kündigte die B.____ AG das Arbe itsverhältnis der Versicherten per Ende 2010. Nach einer kreisärztlichen Abschlussunter suchung vom 11. Oktober 2010 sprach die SUVA der Versicherten mit Verfügung vom 18. F ebruar 2011 eine Invalidenrente in der Höhe von 10% zu und verneinte einen Anspruch auf ei ne Integritätsentschädigung. Eine hiergegen mündlich erhobene Einsprache auf Zusprache einer Invalidenrente von 50% wies die SUVA mit Entscheid vom 4. Juli 2011 ab. Sie begründet e dies im Wesentlichen damit, dass in erwerblicher Hinsicht aus dem Vergleich zwischen Validen- und Invalideneinkommen eine Lohneinbusse von Fr. 4'966.-- resultiere, was einen IV-Grad von 10% ergebe. Zumal ein solcher auch nicht geltend gemacht worden sei, sei gestützt auf d ie kreisärztliche Beurteilung im Übri- gen auch kein erheblicher Integritätsschaden gegeben. Mi t Vorbescheid vom 15. August 2011 sprach die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 2010 eine ganze und ab 1. September 2010 bis Ende Februar 2011 eine halbe IV-Rente zu. C. Gegen den Einspracheentscheid der SUVA vom 4. Juli 2 011 erhob die Versicherte, vertreten durch Eduard Schoch, Rechtsanwalt, frist- und fo rmgerecht Beschwerde am Kantons- gericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversi cherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, der Einspracheentscheid vom 4. Juli 20 11 sei aufzuheben und die SUVA sei anzuweisen, den medizinischen Sachverhalt erneut abzuklären. Zur Begründung wurde im We- sentlichen geltend gemacht, dass der Kreisarzt die übrigen Arztberichte zu wenig berücksichtigt habe und bis dato keine umfassende Untersuchung der Beschwerdeführerin erfolgt sei. D. Die SUVA, vertreten durch Andrea Tarnutzer-Münch, A dvokat, schloss mit Vernehm- lassung vom 18. November 2011 auf Abweisung der Beschwer de. Zusammenfassend wurde geltend gemacht, dass der Kreisarztbericht von Dr. D.____ den bundesgerichtlichen Vorgaben an einen beweistauglichen Bericht vollauf genüge und d emnach von einer vollen Arbeitsfähig- keit betreffend leichte Tätigkeiten ohne Vibration, oh ne Stück- und Zeitakkord, unter Meidung von Nässe, Kälte und Zugluft bei leichter bis manchmal m ittelschwerer Arbeit auszugehen sei, wobei schwerere Arbeiten sowie dauernd mittelschwere Arbeiten zu unterlassen seien. Gestützt auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung sei der Invalidenlohn auf Fr. 44'894.-- festzusetzen, wonach in Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 49'860.-- eine Invalidenrente von 10% resultiere. Weitere medizinische Abklärungen seien ü berflüssig, da keine neuen Erkennt- nisse zu erwarten seien. E. Mit Eingabe vom 30. Dezember 2011 verzichtete die Be schwerdeführerin auf eine Stel- lungnahme zu den zum Verfahren beigezogenen IV-Akten. Am 19. Januar 2012 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin diverse Unterlage n betreffend die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin sowie seine Honorarnote ein. D ie SUVA reichte am 8. Februar 2012 ihre Stellungnahme betreffend die zum Verfahren beig ezogenen IV-Akten ein. Auf die weiteren Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorbringen der Parteien ist - soweit erforderlich - in den nachfolgenden Erwägungen einzuge- hen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 A bs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instan z des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 In Bezug auf die Integritätsentschädigung ist der vorinstanzliche Einspracheentscheid in Teilrechtskraft erwachsen, weshalb darauf nicht einzu treten ist (vgl. BGE 119 V 347). Die Parteien sind sich sodann einig, dass die Beschwerdeführer in für die verbleibenden Folgen des Unfallereignisses vom 23. April 2009 mit Wirkung ab 1. März 2011 Anspruch auf eine Invaliden- rente aus der obligatorischen Unfallversicherung hat. Str ittig ist deren Höhe: Während die SUVA in ihrer Verfügung vom 18. Februar 2011, welch e sie mit Einspracheentscheid vom 4. Juli 2011 bestätigt hat, der Versicherten eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsun- fähigkeitsgrad von 10% zugesprochen hat, beantragt di e Versicherte beschwerdeweise die er- neute Abklärung des medizinischen Sachverhalts. Insoweit i st auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistu ngspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht. 2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu m indestens 10% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Ok- tober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, die voraussichtl ich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese entspricht dem durch Beeinträchti- gung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verurs achten und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Art. 16 ATSG hält schliesslich fest, dass die Bestimmung des Invaliditätsgrad es bei erwerbstätigen Versicherten anhand eines Einkommensvergleichs zu erfolgen hat. Wie d as Eidgenössische Versicherungs- gericht (EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abte ilungen des Bundesgerichts) aufgezeigt hat, brachte das ATSG hinsichtlich der unfallversicherungsr echtlichen Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Normenlage. Die im ATSG enthaltenen Definitionen de r Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidität ( Art. 8 ATSG) entsprechen ebenso wie die Vorschrift über die Bestimmung des Invaliditätsgrades (b ei erwerbstätigen Versicherten; Art. 16 ATSG) den bisherigen, in der Unfallversicherung von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen und Grundsätzen. Die zur altrechtlichen Regelung ergangene Judikatur bleibt deshalb weiterhin massgebend (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungs- praxis [RKUV] 2004 Nr. U 529 S. 573 ff. E. 1.2-1.4; U rteil K. des EVG vom 28. Juli 2004, U 12/04, E. 1.2). 2.3 Im Zusammenhang mit der Beurteilung des Rentenans pruchs der Beschwerdeführerin ist zu prüfen, in welchem Ausmass sie unfallbedingt arbeit sunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch e ine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutba- re Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.4 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde somit auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). Rechtsprechun gsgemäss ist es dem Sozialversiche- rungsgericht demnach nicht verwehrt, gestützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizi- nische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesgericht u nlängst präzisiert hat, sind in sol- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Fällen jedoch strenge Anforderungen an die Bewei swürdigung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigk eit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vg l. Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113 /2009, E. 3.2 mit Verweisen). Zu ergän- zen ist, dass einem reinen Aktengutachten durchaus voller Beweiswert zukommen kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen n ur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts I. Sozi- alrechtliche Abteilung, vom 27. März 2008, 8C_540/200 7, E. 3.2; vgl. auch Urteile U 181/06 vom 21. Juni 2007, E. 2.3, und U 223/06 vom 8. Februa r 2007, E. 5.1.2). Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber das Ausma ss einer Behinderung verschieden bewertet wird. Diesfalls kann in einem Aktengutachten se hr wohl das Für und Wider der ver- schiedenen Meinungen abgewogen und die überwiegende W ahrscheinlichkeit für eine be- stimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (vgl. H ANS KIND , So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: R ENÉ SCHAFFHAUSER /F RANZ SCHLAURI [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, Veröffentlichung en des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen/Band 42, St. Gallen 1997, S. 52). 2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von i hrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofe rn das Gesetz nichts Abweichen- des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wah rscheinlichkeit zu fällen. Die blos- se Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den B eweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol gen, die es von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BG E 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Untersuchungsmaxime entsprechend h at das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Par tei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgr undsatzes aufgrund einer Be- weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumin dest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozi- alversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonac h die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben . Ein Anspruch auf Leistungen be- steht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwie gender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (vgl. ZAK 1983 S. 259). 3.1 Die SUVA stützte sich bei der Zumutbarkeitsbeurtei lung auf den kreisärztlichen Unter- suchungsbericht von Dr. D.____ vom 11. November 2010. D ieser diagnostizierte bei der Versi- cherten einen Status nach fraglicher distaler Radiusfraktur rechts, ein rechts mässiges und links leichtes CTS sowie einen Status nach Neurolyse des Nervus medianus carpales im rechten Handgelenkssegment. Unfallfremd bestünde ein Status nach CTS rechts und nach Carpaltun- nelspaltung am 23. Februar 2009. Bezüglich des rechten Handgelenks bestünde Konkordanz. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Beschwerden am linken Handgelenk sowie an der Hals - und Lendenwirbelsäule seien hin- gegen unfallfremd. Trotz operativer Revision des rechten Carpalkanals im März 2010 zeige sich im Vergleich mit der kreisärztlichen Untersuchung vom 1. Oktober 2009 eine identische Situati- on. Aus objektiver Sicht sei die Schmerzsymptomatik an der rechten Hand etwas geringer. Die Versicherte sei darüber aufgeklärt worden, dass einersei ts eine Zumutbarkeit in unfallkausaler Hinsicht und andererseits eine Zumutbarkeit unter Berücksi chtigung der unfallfremden Leiden erstellt werde. Aus rein medizinischer Sicht sei zweifels frei ein Endzustand eingetreten. Eine erneute, objektivierbar neurologische Schädigung des rechten Carpalkanals könne nicht festge- stellt werden. Es lägen vielmehr Residuen der erfolgten Eingriffe mit erneuten Vernarbungen vor, sodass von weiteren operativen Interventionen am re chten Carpalkanal aktuell abgesehen werden sollte. Zumutbar seien der Versicherten in Bezug auf das rechte Handgelenk ganztags leichte Tätigkeiten ohne Vibration, ohne Stück- und Zeitakkord, unter Meidung von Nässe, Kälte und Zugluft bei leichter bis manchmal knapp mittelschwere r Arbeit. Schwere manuelle Arbeiten sowie dauernd mittelschwere Tätigkeiten seien zu unterlassen. 3.2 Im Weiteren sind folgende medizinische Unterlagen vo n Relevanz zu berücksichtigen: 3.2.1 Gemäss Arztbericht von Dr. E.____, FMH Innere Med izin, vom 11. November 2011 seien bei der Versicherten mit Auswirkung auf deren Arbe itsfähigkeit ein progredientes zervi- kalbetontes Panvertebralsyndrom, eine Diskushernie C3/4 b ei ausgeprägten degenerativen Veränderungen, Diskusprotusionen L3-5 sowie ein seit dem Jahre 2010 bestehendes Ausfall- syndrom S1 zu diagnostizieren. Im Weiteren bestünden mitt elschwere bis schwere depressive Episoden, ein rezidivierendes Hyperventilationssyndrom se it 2011, eine chronische somatofor- me Schmerzstörung seit 2010, ein Status nach CTS-Operat ion rechts mit persistierenden Rest- symptomen sowie ein Status nach Radiusfraktur rechts seit Unfalldatum vom 23. April 2009. Die Ursache der Arbeitsunfähigkeit sei krankheitsbedingt. A n körperlichen, geistigen und psy- chischen Einschränkungen bestünde ein chronisch-generalisie rtes Schmerzsyndrom, welches sowohl durch organisch nachweisbare Veränderungen als a uch durch psychosomatische Fak- toren verursacht sei. Auch die notwendige Opiat-Therap ie schränke die Leistungsfähigkeit massgebend ein. Den grössten negativen Einfluss übe die p sychische Problematik aus. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne derzeit bzw. mittelfristig nicht gerechnet wer- den. 3.2.2 Mit Arztbericht vom 13. September 2011 diagnostizi erte Dr. F.____, Leitender Arzt Neurologie des Kantonsspitals G.____, ein panvertebral es Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen lumbal, eine mittelschwere depressive Episo de, eine intermittierende CK- Erhöhung unklarer Ätiologie, ein Gewichtsverlust unklar er Ätiologie sowie ein Vitamin D-Mangel. In anamnestischer Hinsicht wurde festgehalten , dass Anfang des Jahres auf der rechten Seite ein CTS operiert worden sei, wobei bish er keine Besserung eingetreten sei. Die Versicherte habe seit Jahresanfang ebenso linksseitige Besch werden mit beinahe täglichen Problemen, zudem auch Taubheitsgefühle links mehr als rechts. In der Beurteilung hätten sich keine manifesten Paresen gezeigt, die mit einer Myopathie vereinbar gewesen wären. Aufgrund der beklagten und zunehmenden Beschwerden im Sinne ein es CTS rechts mehr als links sei Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine erneute Untersuchung durchgeführt worden, wobei sich jedoch mit Ausnahme eines resi- duellen sensomotorischen, leichtgradigen CTS rechts insgesamt Normalbefunde gezeigt hätten. Die beklagten Beschwerden hätten somit nicht objektiviert werden können. Insgesamt sei am Wahrscheinlichsten von einer nicht organischen, sondern depressiven Genese auszugehen. 3.2.3 Gemäss kreisärztlicher Notiz von Dr. D.____ vom 5. August 2010 seien die neuerdings behandlungsbedürftigen HWS-Beschwerden nicht auf das Unf allereignis vom 23. April 2009 zurückzuführen, sondern stünden eher im Zusammenhang mit einem Autounfall in Portugal aus dem Jahre 2002. Die nach wie vor behandlungsbedürfti gen Handgelenksbeschwerden auf der rechten Seite stünden jedoch mindestens wahrscheinlich noch im Zusammenhang mit dem Un- fall vom 23. April 2009, demgegenüber jene am linken Handgelenk nie unfallkausal gewesen seien. 3.2.4 Mit Bericht vom 30. Juli 2010 diagnostizierte Dr . E.____ einen Status nach posttrauma- tisch verstärktem CTS rechts mit gutem postoperativem Resultat, ein leichtes CTS links, chroni- sche, teilweise konstitutionell begünstigte Ketten-Tendom yopathien der rechten mehr als der linken oberen Extremität sowie ein Zervikalsyndrom mit Disk ushernien. Die Carpaltunnel- Symptomatik rechts habe sich seit der letzten Dekompression deutlich gebessert. Links sei sie weiterhin belastungsabhängig vorhanden, aber nicht post traumatischer Natur. Seit Juni 2010 bestünden vermehrt Nackenschmerzen und Schwierigkeiten, die Arme zu heben. 3.2.5 Gemäss Untersuchungsbericht von Dr. H.____, FMH für Neurologie, vom 22. Juni 2010 bestehe ein neurografisch mässig ausgeprägtes CTS li nks, welche im Vergleich zur Vor- untersuchung vom 14. Dezember 2009 keine wesentliche Ve ränderung zeige. Im Weiteren sei ein Status nach CTS rechts am 23. Februar 2009 und im März 2010, ein Status nach Radius- fraktur rechts am 23. April 2009 sowie eine vorwiegend tendomyogen bedingte Cervikobrachi- algie beidseits zu erheben. Bei anamnestisch zunehmenden CTS-Beschwerden am linken Handgelenk sei eine chirurgische Mitbeurteilung empfehlenswert. 3.2.6 Gemäss ärztlichem Zwischenbericht von Dr. E.____ v om 28. Mai 2010 seien ein Status nach Radiusfraktur rechts sowie sekundäre Kettentendino sen der rechten oberen Extremität sowie ein posttraumatisch verstärktes CTS zu diagnostizieren . Nach erfolgter Operation des CTS-Rezidivs rechts sei es vorübergehend zu einer deutli chen Besserung und zu einer voll- ständigen Wiederaufnahme der Arbeit am 3. Mai 2010 gekommen. Seit dem 12. Mai 2010 seien wieder deutliche Schmerzen im rechten Unterarm sowie vor allem neu auch links durch Über- lastung aufgetreten. 3.2.7 Gemäss Operationsbericht von Dr. I.____, J.____ Klinik, vom 15. März 2010 sei die Patientin bereits am 2. Februar 2009 wegen eines CTS rechts operiert worden. Am 23. April 2009 sei sie über einen Trottoirrand gestolpert und ha be sich eine Radiusfissur rechts zugezo- gen. Wegen persistierenden Schmerzen habe Dr. H.____ am 8. Juli 2009 ein CTS-Rezidiv pos- tuliert. Die Kontrolluntersuchung am 14. Dezember 20 09 habe keinerlei Erholungstendenz des Nervus medianus gezeigt, weshalb nunmehr operativ revidiert werden sollte. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.8 Dem ärztlichen Zwischenbericht von Dr. E.____ vom 7. August 2009 zufolge sei ein Verdacht auf einen Morbus Sudeck bei Status nach distaler Radiusfraktur rechts zu diagnosti- zieren. Zuletzt seien vor allem Schmerzen im rechten Daumenballen sowie ein mässiges Ödem in jenem Bereich beklagt worden. Das Handgelenk selbst habe zuletzt eine gute Funktion ge- zeigt. Im Handlungsverlauf würden auch unfallfremde Fa ktoren mitspielen. Es sei ein Verdacht auf ein CTS-Rezidiv rechts zu erheben, weshalb ein handch irurgisches sowie neurologisches Konsilium empfohlen werde. Seit 19. Juni 2009 sei die Arbeit wieder im Umfang von 50% auf- genommen worden. Ein bleibender Nachteil sei eher nicht zu erwarten. 3.2.9 Gemäss Untersuchungsbericht von Dr. H.____ vom 8. Juli 2009 sei bereits am 2. Feb- ruar 2009 ein mässig ausgeprägtes CTS rechts nachgewiesen worden, welches am 23. Februar 2009 operiert worden sei. Nach der Operation sei das Ei nschlafgefühl in den Fingern der rech- ten Hand verschwunden, hingegen habe die Patientin noch an Schmerzen im volarseitigen Handgelenk und in den Fingern gelitten. Am 23. Apri l 2009 sei sie gestützt und habe sich eine distale Radiusfraktur rechts zugezogen. Die neurograph ischen Befunde würden weiterhin ein mässig ausgeprägtes CTS rechts bestätigen. Die motorischen und sensiblen neurographischen Parameter des Nervus ulnaris seien im distalen Abschnitt r echts jedoch normal. Im Vergleich zur neurographischen Voruntersuchung vom 2. Februar 2009 sei es zu keiner Befundverbesse- rung gekommen. Auf Grund der anamnestischen Angaben kön nte es sich durchaus um ein CTS-Rezidiv rechts handeln. 3.2.10 Dem Untersuchungsbericht von Dr. H.____ vom 2. F ebruar 2009 ist zu entnehmen, dass die Versicherte seit Oktober 2008 unter rechtsbetont en Handgelenksschmerzen beidseits leide. Nachtsüber würden die Finger einschlafen. Wegen Schmerzen im Bereich des rechten Armes sei die Patientin bereits im Jahre 2002 neurolo gisch abgeklärt worden. Die neurographi- schen Befunde würden ein beidseitig bestehendes CTS bes tätigen, welches rechts mässig und links leicht ausgeprägt sei. Möglicherweise liege zusätzlich eine arthrogene oder tendinogene Handgelenksaffektion vor. Aufgrund der seit Oktober 200 8 bestehenden Beschwerden infolge des CTS sei eine chirurgische Mitbeurteilung nach operati ver Dekompression zumindest des Nervus medianus rechts empfehlenswert. 3.3 Was zunächst die mit Ausnahme der rechten Handgelen kschmerzen beklagten, übri- gen Beschwerden der Versicherten betrifft, ist festzustel len, dass diese mit Blick auf das fragli- che Unfallereignis vom 23. April 2009 allesamt unfallfr emder Natur sind. Dem Bericht von Dr. E.____ vom 30. Juli 2010 ist zu entnehmen, dass die b elastungsabhängige Carpaltunnel- symptomatik am linken Handgelenk gerade nicht posttraumat ischer Natur ist. Nichts anderes gilt hinsichtlich der geklagten Rückenbeschwerden, welche d em neuerlichen Arztbericht von Dr. E.____ vom 11. November 2011 zufolge auf degenera tive Veränderungen und auf ein erst seit dem Jahre 2010 bestehendes Ausfallsyndrom zurückzuführ en sind. Ebenso führt der Neu- rologe Dr. F.____ in seinem Bericht vom 13. September 2011 das diagnostizierte Panvertebral- syndrom auf degenerative und somit krankheitsbedingte Ve ränderungen im Lumbalbereich zu- rück. Damit korrespondiert schliesslich die Aussage des beha ndelnden Hausarztes der Versi- cherten, wonach die Ursache der Arbeitsunfähigkeit der Versicherten mit Ausnahme der Be- schwerden infolge des Status nach unfallbedingter Radi usfraktur am rechten Handgelenk letzt- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich krankheitsbedingt ist (vgl. Arztbericht von Dr. E.___ _. vom 11. November 2011). Die kreis- ärztliche Beurteilung von Dr. D.____ vom 5. August 201 0, wonach weder die HWS- Beschwerden noch die Beschwerden am linken Handgelenk au f das fragliche Unfallereignis vom 23. April 2009 zurückgeführt werden können, deckt sich mithin mit den übrigen, medizini- schen Akten und erweist sich somit als schlüssig. 3.4 In Bezug auf die geklagten Beschwerden am rechten H andgelenk gehen die Parteien demgegenüber übereinstimmend davon aus, dass diese - jedenfalls teilweise - in einem natürli- chen und mithin auch adäquaten Kausalzusammenhang mit d em fraglichen Unfallereignis vom 23. April 2009 stehen. Uneinigkeit besteht hinsichtli ch der der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang noch verbleibenden Erwerbsfähigkeit. Die SUVA stützte sich bei der Beurtei- lung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ vom 11. Novembe r 2010. Sie ging davon aus, dass der Versicherten unter Berücksichtigung der unfallfremde n Leiden weiterhin eine leichte bis manchmal knapp mittelschwere Tätigkeit ganztags ohne Vi bration, ohne Stück- und Zeitakkord und unter Meidung von Nässe, Kälte sowie Zugluft zumutb ar sei. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. 3.4.1 Vorab ist festzustellen, dass die Versicherte berei ts schon vor dem fraglichen Unfaller- eignis vom 23. April 2009 an einem mässig ausgeprägten CTS rechts gelitten und sie nach ei- nem diesbezüglich ebenfalls noch vor dem Sturz vom 23. Apr il 2009 erfolgten operativen Ein- griff im Februar 2009 ebenfalls bereits Schmerzen im volarseitigen Handgelenk und in den Fin- gern beklagt hatte (vgl. Untersuchungsberichte von Dr. H.____ vom 2. Februar 2009 sowie vom 8. Juli 2009). Zu berücksichtigen ist im Weiteren, dass di e kurze Zeit nach dem Unfall durchge- führte, neurologische Untersuchung weiterhin ein mässige s CTS rechts bestätigt hat (vgl. Un- tersuchungsbericht von Dr. H.____ vom 8. Juli 2009), wie es bereits vor dem Unfall vom 23. April 2009 vorgelegen hatte. Zumal anlässlich dies er Untersuchung keine abnormalen neu- rographischen Befunde erhoben werden konnten, wäre in rein diagnostischer Hinsicht diesbe- züglich gar von einem Wiedererreichen des Status quo ante auszugehen. Infolge der jedoch zunächst verdachtsweise erhobenen und in der Folge bestätigten Diagnose eines auf den Sturz vom 23. April 2009 zurückzuführenden CTS-Rezidivs (vgl. ärzt licher Zwischenbericht von Dr. E.____ vom 7. August 2009 sowie insbesondere Operati onsbericht von Dr. I.____ vom 15. März 2010) ist letztlich nicht zu beanstanden, dass die SUVA die entsprechende Unfallkau- salität unter Ausscheidung der vorbestehenden und mithin unfallfremden Leiden am rechten Handgelenk schliesslich anerkannt hat (vgl. ebenso kreisärztli che Notiz von Dr. D.____ vom 5. August 2010, wonach die rechten Handgelenksbeschwerde n weiterhin behandlungsbedürftig seien). 3.4.2 Als zutreffend erweist sich bei dieser Sachlage je doch ebenso der Umstand, dass im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung im November 2 010 keine erneute, objektivierbare Schädigung des rechten Carpalkanals mehr festgestellt wer den konnte, sondern vielmehr nur noch Residuen der erfolgten operativen Eingriffe vorgelegen haben. Soweit die Beschwerdefüh- rerin vorbringen lässt, die Feststellungen des Kreisarztes Dr. D.____ würden jene der übrigen Ärzte nur ungenügend berücksichtigen, kann ihr deshalb nicht beigepflichtet werden. Dem so- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eben Gesagten zufolge ist just aufgrund der übrigen med izinischen Akten zweifelsohne ausge- wiesen, dass am rechten Handgelenk ein vorbestehender und mithin unfallfremder Status eben- falls nach CTS bestanden hatte (vgl. kreisärztlicher Unter suchungsbericht von Dr. D.____ vom 11. November 2010 sowie Untersuchungsbericht von Dr. H. ____ vom 2. Februar 2009). Nichts anderes ergibt sich aus der Diagnose des Hausarztes, won ach lediglich ein posttraumatisch verstärktes CTS zu diagnostizieren sei (vgl. ärztlicher Zwische nbericht von Dr. E.____ vom 28. Mai 2010) und geht letztlich auch aus dem Operatio nsbericht von Dr. I.____ vom 15. März 2010 hervor, wonach die Kontrolluntersuchung vom 14. D ezember 2009 keinerlei Erholungs- tendenz des rechten Carpalkanals gezeigt habe. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung kann auch nicht davon gesprochen we rden, die Mühe beim Greifen bzw. beim Halten von Gegenständen sei ausschliesslich auf das fragliche Unfallereignis zu- rückzuführen. So kann bereits dem Untersuchungsbericht von Dr. H.____ vom 2. Februar 2009 entnommen werden, dass die Finger der Versicherten ein schlafen würden und sich die CTS- Beschwerden im Bereich des rechten Armes schon im Oktober 2008 manifestiert hatten. Ent- sprechend kann gerade nicht gesagt werden, der Kreisar zt habe bei der Beurteilung der noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit - immer mit Blick auf die CTS-Symptomatik der Versicherten am rechten Handgelenk - eine allenfalls unzutreffende A usscheidung unfallkausaler und unfall- fremder Beschwerden vorgenommen. Auch besteht kein Anl ass, die mittlerweile weit zurücklie- gende Verdachtsdiagnose eines Morbus Sudeck weiter abzuklä ren (vgl. ärztlicher Zwischenbe- richt von Dr. E.____ vom 7. August 2009). Zum einen wa r sich der Kreisarzt bei der Beurteilung der der Versicherten noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit über die entsprechende Verdachts- diagnose im Klaren. Zum anderen kann den Aussagen säm tlicher im Übrigen beteiligten Ärzte keinerlei Bestätigung einer solchen Diagnose entnommen werden. 3.4.3 Der Kreisarzt hat die Versicherte in Kenntnis al ler medizinischen Akten eingehend un- tersucht (vgl. kreisärztliche Untersuchung von Dr. D.____ vom 11. November 2010, ad akten- mässiger Verlauf). Die daraus resultierende, medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes ist daher schlüssig und erweist sich mit der ü brigen Aktenlage als kongruent. Sie ergibt in ihrer Gesamtheit ein umfassendes und schl üssiges Bild über den Gesundheitszu- stand der Versicherten. In Übereinstimmung mit der von der Vorinstanz vorgenommenen Ein- schätzung ist deshalb davon auszugehen, dass ihr unter Aussche idung der unfallfremden Lei- den weiterhin eine leichte bis manchmal knapp mittelschw ere Tätigkeit ganztags ohne Vibrati- on, ohne Stück- und Zeitakkord und unter Meidung von Nä sse, Kälte sowie Zugluft zumutbar ist. 3.5 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabn ahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsach en abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt da s Gericht bei pflichtgemässer Beweis- würdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des rele- vanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreich end abgeklärt ist, kann auf ein be- antragtes Beweismittel verzichtet werden. Eine solche anti zipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Diese z u Art. 4 der alten Bundesverfassung der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweizerischen Eidgenossenschaft (aBV) vom 29. Mai 1874 e rgangene Rechtsprechung gilt auch unter der Herrschaft des Art. 29 Abs. 2 der nunmeh r geltenden Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 199 9 (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahl- reichen Hinweisen). Entgegen des von der Beschwerdeführerin vertretenen Standpunkts lassen wie soeben erwähnt die vorliegenden medizinischen Unter lagen eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten ab er zu. Auf zusätzliche medizinische Ab- klärungen kann unter diesen Umständen verzichtet werden. 4.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invali ditätsgrades von einer ausge- glichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Bei diesem Begrif f, der im Gesetz nicht umschrieben wird, handelt es sich rechtsprechungsgemäss um einen theo retischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, die Leistungsbereiche der Invaliden- bzw. der Unfallversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein gewisses Gleich- gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen. Andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar bezüglich der dafür verlangten berufliche n und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Letzteres gi lt auch im Bereich der un- und an- gelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nach d iesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit h at, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver- werten und ob sie ein Renten ausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 E. 3b; Urteil I. des EVG vom 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3). Daraus folgt, dass für die Invalidi tätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarkt verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbei tskraft noch wirtschaftlich verwerten könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür- den (AHI-Praxis 1998 S. 291 E. 3b). Das restliche erwerb liche Leistungsvermögen hat sich mit anderen Worten in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsgemäss unter ande- rem konjunkturell ausgeglichen ist (Urteil I. des EVG v om 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3; RUDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumutbarkeits- grundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausge glichenen Arbeitsmarkt, in: R ENÉ SCHAFFHAUSER / FRANZ SCHLAURI [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 35). In seinem Urteil D. vom 3. Ju ni 2004 (I 252/03), E. 2.2.3, hat das EVG ausdrücklich bekräftigt, dass an diesem rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Ar- beitsmarktes festzuhalten ist. Dabei geht es, wie das EVG weiter betont hat, nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundhei tlich zumutbare) Beschäftigungsmög- lichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunk- turellen Verhältnissen, umfasst (Urteil C. des EVG vom 16. Juli 2003, I 758/02, E. 3.3). 4.2 Der Versicherten stehen - trotz ihrer funktionellen Einschränkungen bezogen auf grundsätzlich nur leichte Arbeiten ohne Vibration, ohne Stück- und Zeitakkord und unter Mei- dung von Nässe, Kälte sowie Zugluft - auf einem hypoth etisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstä tigkeiten offen, so dass nicht von reali- tätsfremden und mithin von unmöglichen oder unzumutba ren Einsatzmöglichkeiten ausgegan- gen wird. Die ihr noch zumutbare Tätigkeit ist vorli egend insbesondere nicht nur in so einge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht schränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmar kt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnit tlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (Urteil O. des EVG vom 22. November 2006, U 303/06, E. 7.2.2; ZAK 1989 S. 322 Erw. 4a). Wird der massgebenden kreisärztlichen Beurtei lung zufolge von einer vollständigen Verweistätigkeit mit beiden Händen ausgegangen, ist di e noch verbleibende Leistungsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vielmehr ohne Probl eme weiterhin verwertbar. In diesem Zusammenhang ist denn auch darauf hinzuweisen, dass der A rbeitsmarkt in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zwar durchaus gewissen strukturellen Anp assungen und Änderungen un- terworfen war. Er hat sich in den letzten Jahren aber eher dahingehend entwickelt, dass in In- dustrie und Gewerbe Arbeiten, welche physische Kraft er fordern, in zunehmendem Masse durch Maschinen verrichtet werden, während den körperlich weniger belastenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeu tung zukommt. Wie sich schliess- lich auch aus der von der SUVA angegebenen Gesamtzahl d er auf Grund der Behinderung der Beschwerdeführerin in Frage kommenden DAP ergibt, steh en der Versicherten sowohl in die- sen Bereichen als auch im Dienstleistungssektor genügend Stellen offen (R UDOLF RÜEDI , a.a.O., S. 42 f. mit Hinweisen auf ZAK 1991 S. 320 E. 3b und 1989 S. 321 E. 4a). 5.1 Wie bereits erwähnt (E. 2.2 hiervor), hat die I nvaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu erfolge n. Gemäss Art. 16 ATSG wird dazu das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nac h Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom- mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Nach der Rechtspre- chung des Bundesgerichts sind für den Einkommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend (BGE 129 V 222, 128 V 174). Vor- liegend ist der Versicherten die Invalidenrente, deren Höhe strittig ist, mit Wirkung ab 1. März 2011 zugesprochen worden. Dem Einkommensvergleich sind demnach die in diesem Zeitpunkt gegebenen Einkommensverhältnisse zu Grunde zu legen. 5.2 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommens- ermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, wesha lb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens er zielt hat, auszugehen ist (Ur- teil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorlie- gend ist die SUVA zu Recht davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne unfallbe- dingte Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Hilfs arbeiterin bei der B.____ AG tätig gewe- sen wäre. Laut deren Auskunft vom 29. November 2010 (S UVA-Akt Nr. 77 inkl. Lohnbuchaus- zug) hätte die Versicherte dabei im Jahr 2011 ein Jahre sgehalt von brutto Fr. 49'860.-- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Fr. 4'155.-- x 12) erzielt. Dieser Betrag ist im Einkom mensvergleich somit als Validenlohn zu berücksichtigen. Wie erwähnt (E. 5.1 hievor) sind dem E inkommensvergleich die Einkommens- verhältnisse im Jahre 2011 (Rentenbeginn: 1. März 2011) zu Grunde zu legen. Die Auskünfte der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin betreffen das Jahr 2011. Eine Nominal- lohnanpassung kann somit unterbleiben. 5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin seit der A uflösung ihres Arbeitsverhältnisses im Oktober 2010 infolge ihrer unfallbedingten Absenzen kei ne Erwerbstätigkeit mehr aufgenom- men. Beim Einkommensvergleich ist deshalb von einem hypo thetischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, können nach der Re chtsprechung entweder Tabellenlöh- ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch hera usgegebenen Lohnstrukturerhe- bungen (LSE) oder die so genannten DAP-Zahlen heran gezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). 5.3.1 Im Entscheid 129 V 472 ff. hat sich das EVG ausfüh rlich mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschreibungen aus der von der S UVA geschaffenen Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) befasst und festgestellt, dass die für die Invaliditätsbemessung he- rangezogenen DAP-Profile im konkreten Einzelfall repräse ntativ sein müssen. Es genügt daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben wer- den, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkei t als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefälle handeln kann. Vielmehr mu ss der Unfallversicherer mindestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Repräsentativit ät der DAP-Profile als gegeben betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die G esamtzahl der auf Grund der ge- gebenen Behinderung der versicherten Person in Frage ko mmenden dokumentierten Arbeits- plätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie üb er den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hinreichen- de Überprüfung des dem Unfallversicherer bei der Auswah l der DAP-Blätter zustehenden Er- messens ermöglicht. Sind die erwähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (zitiertes Urteil, E. 4.2.2; vgl. auch die Urtei- le W. vom 14. Oktober 2003, U 347/00, E. 2.3.1 und S. vom 20. Oktober 2003, U 392/00, E. 5.2.2). 5.3.2 Vorliegend hat die SUVA das Invalideneinkommen aufgrund der DAP ermittelt und hierzu im Verwaltungsverfahren insgesamt fünf DAP-Blät ter aufgelegt. Gestützt auf die darin enthaltenen Lohnangaben hat sie infolge eines unterdurchschnittlichen Valideneinkommens das massgebende Invalideneinkommen anhand der jeweils ausgew iesenen Minimallöhne mit Fr. 44'494.-- pro Jahr beziffert. Darüber hinaus hat si e Angaben über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung der Beschwerdeführerin in Frage kommenden dokumentier- ten Arbeitsplätze (insgesamt 83 DAP), über den dabei erzielbaren Höchstlohn (Fr. 70'612.--), über den Tiefstlohn (Fr. 40'559.--) sowie über den Du rchschnittslohn der dem verwendeten Be- hinderungsprofil entsprechenden Gruppe (Fr. 51'995. --) gemacht (SUVA-Akte 84). Die daraus resultierende Berechnung des Invalideneinkommens durch die Vorinstanz ist nicht zu bean- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht standen, zumal die herangezogene Grundlage lediglich anhand der ausgewiesenen Minimal- löhne zu Gunsten der Beschwerdeführerin ausfällt. Wie die SUVA bereits in ihrer dem ange- fochtenen Einspracheentscheid vorangehenden Verfügung vom 18. Februar 2011 festgehalten hat, resultiert aus einem Vergleich des vormals erzielte n Valideneinkommens in Höhe von Fr. 49'860.-- (vgl. oben, Erwägung 5.2) mit dem Durch schnittslohn der dem verwendeten Be- hinderungsprofil entsprechenden DAP-Gruppe in Höhe von Fr. 51'559.-- ein Minderverdienst im Umfang von lediglich 4,1% (Minderverdienst von Fr. 2'1 35.-- dividiert durch durchschnittliches Invalideneinkommen nach DAP im Umfang von Fr. 51'995. --). Ein solcher Minderverdienst ist jedoch nur in jenem Umfang zu parallelisieren, in wel chem die prozentuale Abweichung die Er- heblichkeitsgrenze von 5% übersteigt (vgl. Urteil des Bund esgerichts 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009, E. 6.1.2). Auch wenn vorliegend keine Gründe ersichtlich sind, dass die Versicherte als Gesunde einen Soziallohn bezogen oder sich mit einem ger ingeren Einkommen als üblich ein- verstanden erklärt hat, liegt mithin eine Abweichung vo r, die mangels Erreichens der rechtspre- chungsgemäss anerkannten Massgeblichkeitsgrenze von mindesten s 5% beim Einkommens- vergleich nicht zwingend hätte korrigierend berücksichti gt werden müssen. Mangels Erreichens der Erheblichkeitsgrenze einer Invalidität von 10% (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG) wäre diesfalls - wie die SUVA in Erwägung 4 ihres Einspracheentscheids vom 4. Juli 2011 deshalb zu Recht fest- gehalten hat - eine Renten relevante Erwerbseinbusse nicht ausgewiesen und gar die Ableh- nung eines Rentenanspruchs zu schützen gewesen. Festzuhalten ist jedoch auch, dass bei der Bestimmung des Invaliditätsgrads bezüglich der einzelnen Faktoren ein Ermessenspielraum der Vorinstanz besteht, in welches das Gericht nicht ohne Not eingreift (vgl. BGE 126 V 81 E. 6; Urteil des EVG C. vom 17. November 2003 [U 75/01] E. 5.3.2). Im Lichte der Angemessen- heitskontrolle ist die Berücksichtigung eines Minderverdienstes unter den konkreten Umständen deshalb letztlich nicht zu beanstanden. Eine nähere Betrachtung der fünf von der SUVA aufge legten DAP-Blätter zeigt schliesslich, dass die darin beschriebenen Tätigkeiten alle grundsätzli ch körperlich leicht sind. Den jeweili- gen Arbeitsplatzbeschrieben ist gemeinsam, dass im Wes entlichen jeweils nur Kleinteile zu be- händigen sind und das Heben und Tragen von Lasten bis ma ximal fünf Kilogramm vorausset- zen. Die soweit gemäss DAP ausgewiesenen Beschäftigungsmögl ichkeiten entsprechen daher dem massgebenden ärztlichen Zumutbarkeitsprofil. Zumal die Beschwerdeführerin keine Ein- wendungen hiergegen vorbringen lässt, kann an dieser Ste lle auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in deren Vernehmlassung verwiesen werden . Auf den von der SUVA herange- zogenen DAP-Lohnvergleich kann jedenfalls abgestellt werd en. Da für die Vornahme des Ein- kommensvergleichs die Verhältnisse im Zeitpunkt des Rente nbeginns am 1. März 2011 mass- gebend sind (vgl. oben, Erwägung 5.1), ist das soweit berechnete Invalideneinkommen letztlich im Umfang von 0,9% an die Nominallohnentwicklung anzupassen. Damit resultiert ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 44'894.-- (Fr. 44'494.-- x 1,009). 5.4 Setzt man das Invalideneinkommen von Fr. 44'894.-- dem oben erwähnten Validenein- kommen von Fr. 49'860.-- gegenüber, ergibt sich eine Er werbseinbusse von Fr. 4'966.--, wes- halb rein rechnerisch ein Invaliditätsgrad der Versicher ten von 9,95% resultiert. Rechtspre- chungsgemäss ist ein exakt ermittelter Invaliditätsgrad nach den Regeln der Mathematik auf die nächste ganze Prozentzahl auf- oder abzurunden (BGE 130 V 121 ff.). Damit ergibt sich ein Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad von 10%. Im Übrigen hat die SUVA den Rentenbeginn auf den 1. März 2011 festgesetzt, was sich im Lichte der massgebenden Bestimmu ng von Art. 19 Abs. 1 UVG als korrekt erweist und von der Beschwerdeführerin denn auch zu Recht nicht in Frage gestellt worden ist. Soweit darauf einzutreten ist, ist die Besch werde bei diesem Ergebnis deshalb ab- zuweisen. 6. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlage n, wobei die Beschwerdeführerin die unentgeltliche Verbeiständung beantragt hat. Gemä ss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältnisse es recht fertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Gemäss Rechtsprechung ist die u nentgeltliche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bewilligen, wenn der Prozess nicht offensichtlich aus- sichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anwaltl iche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (Urteil des EVG vom 7. Juli 2003, U 3 56/02, E. 3.1; ALEXANDRA RUMO -JUNGO , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht , Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 200 3, S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2009, Art. 61 Rz. 104). Diese Vorausset zungen sind vorliegend gegeben. Den eingereichten Unterlagen ist zu entnehmen, dass dem mon atlichen Einkommen der Familie der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 7'070.-- (Lohn Ehemann: Fr. 5'250.-- inkl. 13. Monats- lohn; Ersatzeinkommen Beschwerdeführerin: Fr. 1'400.- ; Anteil Lehrlingslohn Tochter: Fr. 300.--; Prämienverbilligung approximativ Tochter: Fr. 120.--) Ausgaben in Höhe von Fr. 7'775.-- gegenüber stehen. Diese setzen sich zusammen aus dem Grundbetrag für die gan- ze Familie im Umfang von Fr. 3'335.-- (inkl. 15% Zuschla g), den Wohnkosten von Fr. 1'740.--, den Prämien für die obligatorische Krankenversicherung der Familie im Umfang von Fr. 900.--, den anteilsmässigen Kosten für ein Automobil mit Kompet enzcharakter im Umfang von Fr. 300.--, den durchschnittlichen, monatlichen Kosten fü r die U-Abonnemente der Kinder und den Mittagstisch in Höhe von Fr. 200.--, den ausgewiesen en Schulden aus Kreditgeschäften im Umfang von Fr. 950.-- (Fr. 865.-- + Fr. 85.--) sowie aus den monatlich anfallenden Steuern in der Höhe von Fr. 300.--. Damit resultiert eine monat liche Unterdeckung von rund Fr. 700.--. Die Familie der Beschwerdeführerin verfügt den eingereic hten Bankbelegen zufolge schliesslich über keinerlei massgebendes Vermögen. Deren Mittellosigkeit ist damit erstellt. Eine offensicht- lich aussichtslose Prozessführung liegt keine vor. Der Be schwerdeführerin ist deshalb die un- entgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen. Dieser weist in seiner Ho- norarnote vom 19. Januar 2012 für das vorliegende Besch werdeverfahren einen Zeitaufwand von 7 3/4 Stunden sowie Auslagen in der Höhe von insge samt Fr. 72.50 aus, was umfangmäs- sig nicht zu beanstanden ist. Es ist ihm deshalb für seine Bemühungen gesamthaft ein Honorar von Fr. 1'584.90 (7 3/4 Stunden à Fr. 180.-- und Ausl agen von Fr. 72.50 zuzüglich 8 % Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1'584.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.