<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-07-06-5A_450-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_450/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 6. Juli 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Stockwerkeigentümerschaft B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Reto Ziegler, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ernennung eines Verwalters, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 27. April 2022 (PF210042-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Wie dem Bundesgericht aus zahlreichen Verfahren bekannt ist, liegt die Beschwerdeführerin u.a. mit ihrer Stockwerkeigentümergemeinschaft in Dauerstreit. Vorliegend geht es um die gerichtliche Ernennung eines Verwalters. Das Bezirksgericht Zürich ging bei seinem diesbezüglichen Urteil vom 28. September 2021 von einem Streitwert von Fr. 1'000.-- aus. </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Zürich ging hingegen von einem Streitwert von Fr. 100'000.-- aus und nahm deshalb das als Beschwerde bezeichnete Rechtsmittel der Beschwerdeführerin als Berufung entgegen. Mit Urteil vom 27. April 2022 wies es diese ab, soweit es darauf eintrat, und auferlegte ihr Gerichtskosten von Fr. 3'300.--. </div> <div class="para">In Bezug auf die Kostenziffer wendet sich die Beschwerdeführerin an das Bundesgericht und bittet um deren Aufhebung sowie Rückweisung an das Obergericht mit der Anweisung, die Kosten erneut zu beurteilen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Im Streit um Nebenpunkte, namentlich in Bezug auf die Kosten, folgt der Rechtsweg an das Bundesgericht jenem der Hauptsache (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-159%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page159">BGE 134 I 159</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-380%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page380">137 III 380</a> E. 1.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachenrechtliche Streitigkeiten sind grundsätzlich vermögensrechtlicher Natur (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-II-77%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page77">BGE 108 II 77</a>), was namentlich auch im Zusammenhang mit der Einsetzung und Abberufung eines Verwalters bei Stockwerkeigentum gilt (letztmals Urteil 5A_920/2020 vom 15. Oktober 2021 E. 1.1). Das Obergericht hat den Streitwert auf Fr. 100'000.-- festgelegt und die Beschwerdeführerin setzt sich damit, wie die weiteren Erwägungen zeigen werden, nicht sachgerichtet auseinander, weshalb zur Bestimmung des Rechtsweges auch für das bundesgerichtliche Verfahren ermessensweise von diesem Wert auszugehen ist (<span class="artref">Art. 51 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Beschwerde in Zivilsache stünde mithin in der Sache selbst offen (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/74/1/b" type="start"></artref>Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG</span><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>) und folglich auch in Bezug auf den Kostenpunkt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde hat eine Begründung zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Erwägungen erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht hat erwogen, der vom Bezirksgericht angenommene Streitwert von Fr. 1'000.-- sei aufgrund der konkreten Situation offensichtlich zu tief. Es rechtfertige sich, auf das jährliche Verwaltungshonorar von mindestens Fr. 5'000.-- abzustellen und dieses auf 20 Jahre zu kapitalisieren, zumal die Beschwerdeführerin zeitlich unlimitiert die Einsetzung eines Verwalters verlange. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht in sachgerichteter Weise zu den Erwägungen des Obergerichtes. Insbesondere legt sie keine Rechtsverletzung im Zusammenhang mit <span class="artref">Art. 92 Abs. 2 ZPO</span> dar, auf welchen sich dieses explizit gestützt hat, und ebenso wenig äussert sie sich zu den im angefochtenen Urteil dargelegten tarifrechtlichen Grundsätzen. Vielmehr macht sie Ausführungen, welche höchstens indirekt einen Sachzusammenhang aufweisen, aber ohnehin nicht zielführend sind: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Gesetz gibt zwingend vor, welches Rechtsmittel zur Verfügung steht und die Rechtsmittelinstanz muss ein falsches Rechtsmittel in das zutreffende konvertieren und als solches behandeln, soweit die jeweiligen Anforderungen erfüllt sind (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-III-431%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page431">BGE 126 III 431</a> E. 3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-291%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page291">131 I 291</a></span> E. 1.3; Urteile 8D_7/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 1.4; 8D_13/2020 vom 19. Juli 2021 E. 1.4; STERCHI, in: Berner Kommentar, N. 2 zu <span class="artref">Art. 311 ZPO</span>). Dies war vorliegend ohne weiteres möglich, weil die allgemeinen Voraussetzungen der ZPO-Rechtsmittel gleich sind und die Kognition bei der Berufung sogar weiter ist als bei der Beschwerde. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe eine Beschwerde eingereicht und das Obergericht wäre verpflichtet gewesen, das Rechtsmittel wie von ihr bezeichnet entgegenzunehmen, ist nach dem Gesagten unzutreffend und entsprechend kann sie auch nicht ableiten, der Streitwert könne maximal Fr. 10'000.-- betragen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ferner war das Obergericht - jedenfalls vor dem Hintergrund seiner expliziten Feststellung, wonach die Beschwerdeführerin bereits mit Entscheid vom 12. Oktober 2021 auf die obergerichtliche Praxis zur Streitwertberechnung im Zusammenhang mit der Einsetzung eines Verwalters hingewiesen wurde - nicht gehalten, sie nach Eingang des Rechtsmittels zur Begründung der Höhe des Streitwertes aufzufordern; vielmehr wird dieser vom Gericht nach pflichtgemässem Ermessen festgelegt (<span class="artref">Art. 91 Abs. 2 ZPO</span>; STERCHI, a.a.O., N. 13 zu <span class="artref">Art. 91 ZPO</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die weiteren Ausführungen, wonach sämtliche Verwaltungen bzw. Verwalter unrechtmässig (gewesen) seien, gehen von vornherein am Anfechtungsgegenstand (Streitwertbestimmung und Höhe der Gerichtskosten) vorbei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde offensichtlich nicht hinreichend begründet im Sinn von <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span> und es ist auf sie nicht einzutreten. Die übrigens im Urteil 5A_795/2012 vom 21. Februar 2013 E. 1 offen gelassene Frage, ob die Kapitalisierung des Jahreshonorars im Zusammenhang mit der Ernennung eines Verwalters richtig sei (entsprechendes Vorgehen jedenfalls in den Urteilen 5C.2003 vom 22. Mai 2003 E. 1; 5C.243/2004 vom 2. März 2005 E. 1, nicht publ. in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.07.2022&amp;to_date=24.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-III-297%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page297">BGE 131 III 297</a>), ist deshalb auch vorliegend nicht näher zu erörtern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 6. Juli 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>