A bteilung V E -918/2007 scr/dau {T 0/2} U rteil vom 16. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Stöckli (Abteilungspräsident), R ichter König (Kam m erpräsident), R ichterin Schenker Senn (Instruktionsrichterin), R ichter Badoud und H uber, G erichtsschreiber D avid A ._______, alias B ._______, Iran, vertreten durch R echtsanw alt U rs Ebnöther, C ._______ Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Zw ischenverfügung vom 19. Januar 2007 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D as erste Asylgesuch des Beschw erdeführers vom 3. Juli 2005 w urde m it Verfü- gung des BFM vom 28. Juli 2005 unter Anordnung der W egw eisung und des W eg- w eisungsvollzuges abgew iesen. Eine gegen diese Verfügung bei der vorm als zu- ständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) erhobene Beschw erde vom 29. August 2005 w ies die AR K m it U rteil vom 20. D ezem ber 2005 vollum fäng- lich ab. D er Beschw erdeführer liess in der Folge die ihm neu angesetzte Ausreise- frist unbenützt verstreichen. B. M it schriftlicher Eingabe vom 29. D ezem ber 2006 an das BFM stellte der Be- schw erdeführer ein zw eites Asylgesuch, m it w elchem er hauptsächlich die Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund exilpolitischer Aktivitäten und die G e- w ährung der vorläufigen Aufnahm e beantragte; ferner ersuchte er um Anordnung einer vollzugshem m enden vorsorglichen M assnahm e. C . M it Zw ischenverfügung vom 19. Januar 2007 erhob das BFM in Anw endung von Art. 17b Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) einen Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'200.--. Zur Bezahlung setzte es dem Be- schw erdeführer Frist bis zum 2. Februar 2007, unter Androhung des N ichteintre- tens im U nterlassungsfall. In der Begründung erkannte das BFM die Aussichtslo- sigkeit des zw eiten Asylgesuchs. Im Sinne einer R echtsm ittelbelehrung hielt das BFM unter H inw eis auf Art. 107 AsylG fest, dass es sich um eine Zw ischenverfü- gung handle, die nur durch Beschw erde gegen die Endverfügung angefochten w erden könne. D as G esuch um Anordnung einer vollzugshem m enden vorsorgli- chen M assnahm e blieb unbeantw ortet. D . M it Eingabe an das neu zuständig gew ordene Bundesverw altungsgericht vom 2. Februar 2007 (und Ergänzung vom 23. Februar 2007) erhob der Beschw erde- führer gegen die Zw ischenverfügung des BFM vom 19. Januar 2007 Beschw erde. D arin vertritt er den Standpunkt der selbständigen Anfechtbarkeit besagter Zw i- schenverfügung und beantragt deren Aufhebung, den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sow ie die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zur ordentlichen D urchführung des Asylverfahrens. E. M it Zw ischenverfügung vom 6. Februar 2007 ordnete die Instruktionsrichterin des Bundesverw altungsgerichts eine vollzugshem m ende vorsorgliche M assnahm e an. F. Am 23. M ärz 2007 berichtigte das BFM auf Begehren des Beschw erdeführers dessen ursprünglich in der Em pfangsstelle registrierten Personalien (B._______, Iran) auf neu A._______, Iran. G . M it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 27. M ärz 2007 w urde das BFM zur Vernehm lassung bis zum 11. April 2007 eingeladen. M it Vernehm lassung vom 29. M ärz 2007, w elche dem Beschw erdeführer am 4. April 2007 zur Kenntnis gebracht w urde, hält das BFM an seinen bisherigen Standpunkten und Erw ägungen fest und beantragt die Abw eisung der Beschw er- de.3 H . M it Eingabe vom 20. April 2007 m achte der Beschw erdeführer darauf aufm erksam , dass er Vater eines Kindes gew orden sei, dessen M utter die schw eizerische Staatsbürgerschaft besitze, und dass ein Verfahren betreffend Kindesanerkennung hängig sei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesver- w altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.3 Ü ber offensichtlich unzulässige Beschw erden entscheidet nach Art. 111 Abs. 2 Bst. b AsylG der Einzelrichter im vereinfachten Verfahren. W ie nachstehend aufzu- zeigen ist, handelt es sich vorliegend um eine zw ar unzulässige, nicht aber offen- sichtlich unzulässige Beschw erde. Eine Entscheidung im Einzelrichterverfahren fällt som it nicht in Betracht, sondern sie w äre in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen zu treffen (Art. 21 Abs. 1 VG G ). D as Spruchgrem ium w urde je- doch vorliegend im Interesse der R echtsfortbildung und der Einheit der R echtspre- chung in Anw endung von Art. 21 Abs. 2 VG G um zw ei w eitere R ichter auf fünf er- w eitert. 2. H auptstreitpunkt ist zunächst die Frage der selbständigen Anfechtbarkeit einer Zw ischenverfügung, m it der das Bundesam t einen Kostenvorschuss bei einem er- neuten Asylgesuch (beziehungsw eise bei einem W iedererw ägungsgesuch) erhebt. 2.1 D ie Vorinstanz nennt als gesetzliche G rundlage der Kostenvorschusserhebung zu- treffend und unbestrittenerw eise Art. 17b Abs. 4 AsylG . D ie Frage der Anfechtbar- keit der Zw ischenverfügung, m ittels w elcher der Kostenvorschuss erhoben w urde, verneint sie unter H inw eis auf Art. 107 AsylG . 2.2 D er Beschw erdeführer m acht dem gegenüber geltend, bei der Zw ischenverfügung vom 19. Januar 2007 handle es sich um ein taugliches Anfechtungsobjekt und der vorinstanzliche H inw eis auf Art. 107 AsylG sei unbeachtlich. D as BFM übersehe, dass Art. 17b Abs. 4 AsylG nicht unter den in Art. 107 AsylG enthaltenen Katalog der Bestim m ungen falle, bei w elchen die Zw ischenverfügung nicht selbständig, sondern nur durch eine Beschw erde gegen die Endverfügung angefochten w erden 4 könne. Som it sei nicht Art. 107 AsylG als lex specialis m assgebend, sondern Art. 46 Vw VG . D iese Bestim m ung lasse die Beschw erde gegen eine selbständig eröffnete Zw ischenverfügung zu, w enn letztere einen nicht w ieder gutzum achen- den N achteil bew irken könne. Ein solcher N achteil sei vorliegend offensichtlich, da der Beschw erdeführer in Anbetracht seiner Bedürftigkeit den Kostenvorschuss nicht bezahlen könne und som it einen N ichteintretensentscheid m itsam t den dam it einhergehenden negativen Konsequenzen (drohender W egw eisungsvollzug, Aus- schluss von der öffentlichen Sozialhilfe, m erkliche Einschränkungen in der m edizi- nischen Betreuung) zu gew ärtigen habe. Im Ü brigen führe eine objektive G esam t- betrachtung des eingereichten zw eiten Asylgesuchs auch bei einer antizipierenden und sum m arischen Bew eisw ürdigung zur Erkenntnis, dass die Kriterien für die N ichtaussichtslosigkeit der gestellten Begehren erfüllt seien. Er habe daher geset- zes- und praxisgem äss Anspruch auf D urchführung einer ordentlichen Anhörung, bevor über das erneute Begehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft be- funden w erde. 2.3 In seiner die Abw eisung der Beschw erde beantragenden Vernehm lassung hält das BFM kom m entarlos an seinen bisherigen Standpunkten und Erw ägungen fest. 3. G em äss Art. 17b Abs. 3 und 4 AsylG kann das Bundesam t von Personen, die nach rechtskräftigem Abschluss ihres Asyl- und W egw eisungsverfahrens ein W iederer- w ägungsgesuch oder ein erneutes Asylgesuch stellen, einen Kostenvorschuss ver- langen, bei dessen N ichtleistung auf das anhängig gem achte Verfahren grundsätz- lich nicht einzutreten ist; auf die Vorschusserhebung w ird im (kum ulativen) Falle der Bedürftigkeit der gesuchstellenden Person und der N ichtaussichtslosigkeit ih- rer Begehren verzichtet. Laut Art. 45 Abs. 1 Vw VG ist gegen selbständig eröffnete Zw ischenverfügungen über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren die Beschw erde zulässig. G e- gen andere selbständig eröffnete Zw ischenverfügungen ist gem äss Art. 46 Abs. 1 Bst. a Vw VG die Beschw erde zulässig, w enn diese einen nicht w ieder gutzum a- chenden N achteil bew irken können. Ist die Beschw erde nach Art. 46 Abs. 1 Vw VG nicht zulässig, so sind die betreffenden Zw ischenverfügungen durch Beschw erde gegen die Endverfügung anfechtbar, sow eit sie sich auf den Inhalt der Endverfü- gung ausw irken (Art. 46 Abs. 2 Vw VG ). G em äss Art. 107 Abs. 1 AsylG können Zw ischenverfügungen, die in Anw endung der Art. 10 Abs. 1-3 und 18-48 AsylG sow ie Art. 22a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) ergehen, nur durch Beschw erde gegen die Endverfügung angefochten w erden, vorbehältlich die Anfechtung von Verfügungen nach Art. 27 Abs. 3 AsylG (betreffend Kantonszuw eisung). Selbständig anfechtbar sind nach Art. 107 Abs. 2 AsylG ausserdem , sofern sie einen nicht w ieder gutzum achenden N achteil bew ir- ken können: vorsorgliche M assnahm en sow ie Verfügungen, m it denen das Verfah- ren sistiert w ird, ausser Verfügungen nach Art. 69 Abs. 3 AsylG . Als selbständig anfechtbar erw ähnt Art. 107 Abs. 3 AsylG zudem Verfügungen über die vorläufige Verw eigerung der Einreise sow ie über die Zuw eisung eines Aufenthaltsortes am Flughafen (Art. 22 Abs. 1 und 2 AsylG ).5 4. D ie Vorinstanz ist aus folgenden Erw ägungen in ihrer Auffassung zu stützen, w o- nach es sich bei vorliegender Zw ischenverfügung nicht um eine selbständig an- fechtbare handle: 4.1 R echtsnorm en bedürfen der Auslegung. Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der W ortlaut einer Bestim m ung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen m öglich, so m uss nach seiner w ahren Tragw eite gesucht w erden unter Berücksichtigung aller Auslegungselem ente; dabei kom m t es nam entlich auf den Zw eck der R egelung, die dem Text zu G runde liegenden W ertungen sow ie auf den Sinnzusam m enhang an, in dem die N orm steht. D ie G esetzesm aterialien sind zw ar nicht unm ittelbar entscheidend, dienen aber als H ilfsm ittel, den Sinn der N orm zu erkennen. D as Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem M ethodenpluralism us leiten lassen (BG E 131 II 31 E. 7.1, 131 V 93 E. 4.1, 128 E. 5.1, 130 V 232 E. 2.2, 129 II 118 E. 3.1, 125 II 196 E. 3a, je m it H inw eisen). 4.2 Art. 17b AsylG , w elcher vorliegend vom BFM als gesetzliche G rundlage für die Kostenvorschusserhebung herangezogen w urde, enthält in seinem W ortlaut keine Aussage über eine allfällige selbständige Anfechtbarkeit entsprechender Kosten- vorschussverfügungen. D ie Bestim m ung fand im August 2004 - dam als noch be- schränkt auf W iedererw ägungsverfahren, später durch die Staatspolitische Kom - m ission des Ständerates auf Zw eitgesuche erw eitert - erst im Verlaufe des parla- m entarischen G esetzgebungsverfahrens m ittels Einbringung durch den Bundesrat Eingang in die D ebatte, ohne dass sie zuvor in der bundesrätlichen Botschaft vom 4. Septem ber 2002 (BBl 2002 6845) zur D iskussion gestellt w orden w äre. D ie Fra- ge der selbständigen Anfechtbarkeit einer Kostenvorschusserhebung gestützt auf Art. 17b AsylG w ar in den beiden R äten nie ein Them a, w ogegen in den Erläute- rungen des Bundesrates zuhanden der Staatspolitischen Kom m ission des Stände- rates ("Antrag N r. 13" vom 25. August 2004) ausdrücklich und einzig die Anfecht- barkeit des N ichteintretensentscheides infolge N ichtleistung des auferlegten Kos- tenvorschusses Erw ähnung findet. Aus den Erläuterungen des Bundesrats zum betreffenden Antrag geht zudem der tendenziell gegen eine selbständige Anfecht- barkeit sprechende Beschleunigungsgedanke hervor: D ie gesetzliche G rundlage der Kostenvorschusserhebung w urde bew usst als Kann-Bestim m ung form uliert, um dem BFM die M öglichkeit einzuräum en, teure Verfahrensverzögerungen, die durch eine Kostenvorschusserhebung entstehen können, zu verm eiden. Auf dieser G rundlage ist - trotz fehlender bundesrätlicher Botschaft in diesem Zusam m en- hang – zu verm uten, bei der Legiferierung von Art. 17b AsylG sei bew usst auf die Einräum ung der selbständigen Anfechtbarkeit entsprechender Kostenvorschuss- verfügungen verzichtet w orden. Im Ü brigen w aren nicht nur die Vorarbeiten zu Art. 17b AsylG , sondern die D iskussion in den R äten zur Asylgesetzrevision vom Be- streben geprägt, Verfahrensabläufe zu beschleunigen, M issbräuche und Kosten- w irksam keiten zu verm indern und die Effizienz im Asylw esen zu steigern (vgl. Bot- schaft vom 4. Septem ber 2002 [BBl 2002 6845] sow ie die Beratungen in den vor- beratenden Staatspolitischen Kom m issionen, ene in den beiden R äten vom 3.-5. M ai 2004, vom 17. M ärz 2005, vom 26.-28. Septem ber 2005 und in der W interses- sion 2005; vgl. Parlam entarische G eschäftsdatenbank C uria Vista, G eschäftsnum - m er 02.060 [Teilrevision des Asylgesetzes]).6 4.3 W ortlaut und gesetzessystem atische Logik von Art. 107 AsylG (i.V.m . Art. 45 und 46 Vw VG in der Fassung vom 13. Juni 2006) sprechen dem gegenüber eher für die vom Beschw erdeführer vertretene Auffassung einer grundsätzlich selbständigen Anfechtbarkeit der Kostenvorschussverfügung, da Art. 17b Abs. 4 AsylG tatsäch- lich nicht in dem in Art. 107 AsylG enthaltenen Katalog der Bestim m ungen erw ähnt ist, bei w elchen eine Zw ischenverfügung nicht selbständig, sondern nur durch eine Beschw erde gegen die Endverfügung angefochten w erden könnte. M ithin m üsste sich die Konsequenz ergeben, dass nicht Art. 107 AsylG als lex specialis, sondern Art. 46 Vw VG zur Anw endung gelangen w ürde und die selbständige Anfechtbarkeit der Kostenvorschussverfügung unter der Voraussetzung eines nicht w iedergutzu- m achenden N achteils zu bejahen w äre. Auch das Eidgenössische Versicherungs- gericht (vgl. BG E 105 V 110 f. E. 3) und das Bundesgericht (vgl. BG E 77 I 46 E. 2, sow ie BG E 128 V 199) bejahen in konstanter Praxis die selbständige Anfechtbar- keit von Kostenvorschussverfügungen, sofern sie das Potenzial aufw eisen, einen nicht w ieder gutzum achenden N achteil zu bew irken; dieses Potenzial w ird bei sol- chen Kostenvorschussverfügungen, deren Beträge jedoch beim Bundesgericht be- trächtlich höher als Fr. 1'200.-- sein können, gar prinzipiell bejaht. D abei erkennt das Bundesgericht durchaus den bestehenden Konflikt m it dem G rundsatz der R aschheit des Verfahrens (vgl. BG E 103 V 195 f. E. 4 sow ie BG E 128 V 203 f. E. 2c [hier betreffend die Kostenvorschusserhebung in einem nach G esetz grundsätz- lich rasch abzuw ickelnden AH V-R ekursverfahren]), w elchen es aber im H inblick auf die Frage einer allfälligen Änderung der R echtsprechung bislang nicht als überw iegend erachtet hat. Zur Annahm e der selbständigen Anfechtbarkeit kann m an auch gelangen, w enn m an in der Legiferierung von Art. 17b AsylG ein gesetzgeberisches Versehen er- blickt. Tatsächlich liesse sich aus dem U m stand, dass die Frage der Anfechtbar- keit von auf Art. 17b AsylG gestützten Kostenvorschussverfügungen nie ernsthaft zur D iskussion gekom m en ist, schliessen, der G esetzgeber habe durch die unter- lassene R egelung eine G esetzeslücke geschaffen, und dam it die H ypothese ver- binden, dass der G esetzgeber die Anfechtungsfrage - w äre sie zur D iskussion ge- bracht w orden - positiv in Art. 107 AsylG beantw ortet hätte, zum al dieses Ergebnis der erw ähnten Bundesgerichtspraxis entspräche. 4.4 D iese skizzierte hypothetische Betrachtung und die Bundesgerichtspraxis erschei- nen vor dem H intergrund der Spezialgesetzlichkeit der Asylm aterie (m it ihrer eige- nen R egelung der Anfechtbarkeit von Zw ischenverfügungen in Art. 107 AsylG be- ziehungsw eise deren Vorgängerbestim m ung) und insbesondere durch die in dieser Spezialm aterie ergangene R echtsprechung allerdings in einem ganz anderen Licht: So hat die AR K eine konstante und differenzierte R echtsprechung zur Frage der selbständigen Anfechtbarkeit von Zw ischenverfügungen für ihren M aterienbe- reich entw ickelt. D ie Kom m ission hat insbesondere eine w egw eisende Auslegung von Art. 107 AsylG vorgenom m en. G em äss Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 1993 N r. 28, der als G rundsatz- entscheid zu Art. 46a AsylG in der Fassung des Bundesbeschlusses über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990 (AVB) ergangen ist, sind Zw ischenverfügungen, die im R ahm en des erstinstanzlichen Asylverfahrens erlassen w urden, m it Ausnah- m e der in dieser Bestim m ung abschliessend aufgeführten Fälle nicht selbständig, sondern nur durch Beschw erde gegen die Endverfügung anfechtbar; besagter Art. 7 46a aAsylG schliesse im Asylverfahren als lex specialis die Anw endung von Art. 45 Vw VG in der Fassung vom 29. Februar 2000 aus. D ie AR K hat sodann in einem U rteil vom 9. Juni 2006 i.S. M .Z. festgestellt, dass in Art. 107 AsylG der m aterielle G ehalt von Art. 46a AsylG in der Fassung des AVB grundsätzlich unverändert übernom m en w orden sei, w eshalb die zu dieser Bestim m ung entw ickelte R echtsprechung der AR K (insbesondere EM AR K 1993 N r. 28) auch auf Art. 107 AsylG anw endbar sei; die selbständige Anfechtbarkeit von Zw ischenverfügungen sei daher nach dem W illen des G esetzgebers auf die in Art. 107 Abs. 2 und 3 AsylG ausdrücklich genannten Verfügungsarten beschränkt (vgl. EM AR K 2006 N r. 21 E. 1.4.-1.6.). G estützt darauf ist die AR K zum Schluss gekom m en, dass Zw ischenverfügungen des BFM betreffend die Verw eigerung der unentgeltlichen R echtspflege im erstinstanzlichen Verfahren nicht selbständig m it Beschw erde an die AR K anfechtbar seien. Folgt m an der Argum entationslinie dieser R echtsprechung, ist eine in Anw endung von Art. 17b AsylG ergangene Kostenvorschussverfügung des BFM in der Frage der Anfechtbarkeit nicht anders zu behandeln. N achdem die AR K in ihrer konstanten, langjährigen und erst vor Jahresfrist w ieder bestätigten Praxis den W illen des G esetzgebers im Zusam m enhang m it Art. 46a aAsylG und Art. 107 AsylG in Form der Verneinung der selbständigen Anfechtbarkeit erkannt hat, erscheint diese Argum entation und Erkenntnis auch dem Bundesverw altungsgericht als die konsequente und zutreffende, zum al ausgeschlossen w erden kann, derselbe G esetzgeber hätte bei der Legiferierung von Art. 17b AsylG nun eine andere Absicht gehabt (selbständige Anfechtbarkeit), ohne diese andere Absicht auch nur ansatzw eise im G esetzgebungsverfahren zur Sprache zu bringen. Vielm ehr ist zu schliessen, der G esetzgeber habe keine gegenüber der AR K-Praxis abw eichende Lösung einführen, sondern diese w eiterführen w ollen. D ie Bestim m ung von Art. 107 Abs. 1 AsylG schliesst som it auch die selbständige Anfechtung von Zw ischenverfügungen des BFM nach Art. 17b Abs. 3 und 4 AsylG aus. D em zufolge erübrigt es sich zu prüfen, ob m it der gestützt auf Art. 17b Abs. 3 und 4 AsylG erfolgenden Erhebung eines Kostenvorschusses im Allgem einen oder in concreto überhaupt das Potenzial eines nicht w iedergutzum achenden N achteils verbunden ist. 4.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass aufgrund der Auslegung von Art. 107 AsylG und der durch das Bundesverw altungsgericht fortzuführenden Praxis der AR K die selbständige Anfechtbarkeit von auf Art. 17b Abs. 3 und 4 AsylG gestützten Zw i- schenverfügungen des BFM betreffend die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verneinen ist. Erst gegen die (End-) Verfügung des BFM , in w elcher es auf das zw eite Asylge- such beziehungsw eise auf ein W iedererw ägungsgesuch nicht eintritt, kann (ge- stützt auf Art. 46 Abs. 2 Vw VG ) Beschw erde erhoben und gerügt w erden, das BFM habe es in Verletzung von Art. 17b AsylG zu U nrecht abgelehnt, den G esuchsteller von der Bezahlung einer G ebühr zu befreien, beziehungsw eise es habe vom G e- suchsteller zu U nrecht einen G ebührenvorschuss eingefordert. Erw eist sich die m it Beschw erde erhobene R üge, die N ichteintretensverfügung verletze Art. 17b AsylG , als berechtigt, ist die Beschw erde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung auf- zuheben und die Sache an das BFM zur N eubeurteilung zurückzuw eisen, eventu- ell verbunden m it der Anw eisung, auf das zw eite Asylgesuch beziehungsw eise auf 8 das W iedererw ägungsgesuch einzutreten. 4.6 D ie Feststellung, dass die Zw ischenverfügung nicht selbständig anfechtbar ist, gilt allerdings nur sow eit sich die Verfügung auf den Kostenpunkt, d.h. die Vorschuss- pflicht, beschränkt und nicht m it der Anordnung beziehungsw eise Verw eigerung von vorsorglichen M assnahm en verknüpft ist. G egenstand des vorliegenden Ver- fahrens ist ein Zw eitasylgesuch; der G esuchsteller steht dem nach w ieder im Asyl- verfahren, w ährend dessen D auer er sich in der Schw eiz aufhalten kann; die Frage der Vollzugsaussetzung stellt sich daher nicht. 5. M angels Bestehens eines tauglichen Anfechtungsobjekts ist som it auf die vorlie- gende Beschw erde infolge U nzulässigkeit nicht einzutreten. D ie vorinstanzlichen Akten sind zur Fortsetzung beziehungsw eise Beendigung des erstinstanzlichen Verfahrens betreffend das zw eite Asylgesuch dem BFM zu retournieren. D ie m it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 6. Februar 2007 ausgesprochene vollzugshem m ende vorsorgliche M assnahm e bleibt bis zu einer anders lautenden Anordnung des BFM in Kraft. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und vorliegend auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). Ein entsprechendes Erlassgesuch kann der Beschw erde nicht entnom m en w erden, zum al der rechtskundig vertretene Beschw erdeführer nur den Verzicht auf die Erhebung des Kostenvorschusses beantragt hat und er diesen Antrag gem äss Beschw erdebegründung zudem als Anordnung an die Ad- resse der Vorinstanz (und nicht das Bundesverw altungsgericht) verstanden w issen w ill. D ennoch ist in casu auf die Erhebung von Verfahrenskosten in Anw endung von Art. 6 VG KE und im Sinne von Art. 63 Abs. 1 letzter Satz Vw VG zu verzichten, da aufgrund der unklaren Legiferierung eine Beschw erdeerhebung aus Sicht des R ekurrenten als durchaus gerechtfertigt und gar aussichtsreich erscheinen m uss- te. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. Auf die Beschw erde w ird nicht eingetreten. 2. D ie m it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 6. Februar 2007 ausgesprochene vollzugshem m ende vorsorgliche M assnahm e bleibt bis zu einer anders lautenden Anordnung des BFM in Kraft. 3. D em Beschw erdeführer w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, D ._______, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) zur Fortset- zung beziehungsw eise Beendigung des erstinstanzlichen Verfahrens betref- fend das zw eite Asylgesuch - das E._______ des Kantons F._______ ad G ._______ D er Abteilungspräsident: D er G erichtsschreiber: W alter Stöckli U rs D avid Versand am :