B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4558/2013 U r t e i l v o m 1 9 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richterin Esther Karpathakis, Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), syrischer Herkunft, vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. Juli 2013 / N (…). E-4558/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Aussagen zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat Syrien am 24. August 2011 und gelangte nach einem Aufent- halt von ungefähr einer Woche in der Türkei am 1. September 2011 mit dem Flugzeug und einem gefälschten Pass nach Italien . Von dort aus reiste er mit dem Zug am 3. September 2011 illegal in die Schweiz, wo er am folgenden Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ ) B._______ um Asyl nachsuchte. A.b Gestützt auf seine Angaben wurde ihm im Anschluss an die summ a- rische Befragung vom 15. September 2011 das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens zur allfälligen Durchführung des Asylverfahrens, zur allfäll igen Wegweisung dorthin und zu einem allfäll i- gen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgeset- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) gewährt. A.c Mit Schreiben vom 28. Dezember 2011 teilte das BFM dem B e- schwerdeführer mit, dass das Dub lin-Verfahren beendet sei, und das n a- tionale Asyl- und Wegweisungsverfahren durchgeführt werde. Anlässlich der Befragung vom 15. September 2011 im EVZ B._______ und der Anhörung vom 17. Juni 2013 machte der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuc hs im Wesentlichen geltend, er stamme aus C._______ (Distrikt al-Hasaka), sei kurdischer Ethnie und Ajnabi. Als solcher sei er nicht im Besitz der syrischen Staatsbürgerschaft. Zwar h a- be er sich nach Erlass des Dekrets 49, welches den Ajnabi des Distrikts al-Hasaka die syrische Staatsbürgerschaft zuerkenne, bei den syrischen Behörden gemeldet, um entsprechende Papiere zu erhalten. Aufgrund von Verzögerungen habe er bis zu seiner Ausreise jedoch keine Papiere erhalten und sei folglich nicht im Besitz der syrischen Staatsbürgerschaft. Von Mai 2011 bis August 2011 habe er regelmässig an Demonstrationen in C._______ teilgenommen beziehungsweise sei beim Aufbau der ersten Demonstrationen gegen das Regime Assads als Mitinitiant beteiligt g e- wesen. Nachdem sich die Bewegung zu einem Aufstand entwickelt habe, habe er sich aus Angst, verhaftet zu werden, vorwiegend versteckt gehal- ten. Als er sich am 19. August 2011 nach einer Demonstration bei einem Freund aufgehalten habe, habe er von seinem älteren Bruder erfahren, dass ihn die Behörden bei ihnen zu Hause aufgesucht hätten. Noch am selben Tag habe er seinen Vater beauftragt, einen Schlepper zu organ i-E-4558/2013 Seite 3 sieren und habe fünf Tage später, am 24. August 2011, Syrien über Alep- po in Richtung Türkei verlassen. In der Schweiz übe er regelmässig exilpolitische Tätigkeiten aus; er veröf- fentliche Berichte über die politische Lage in Syrien auf verschiedenen In- ternetseiten und nehme regelmässig an Kundgebungen teil. Zudem habe er kurz nach seiner Einreise in die Schweiz in der Nach richtensendung "10vor10" zu seiner Flucht und zur allgemeinen Lage in Syrien berichtet. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er anlässlich der Anhörung fo l- gende Beweismittel ein: - Familienbüchlein in Kopie mit deutscher Übersetzung; - Personenauszug für Ajnabi im Original; - Führerausweis im Original; - Bestätigung seiner Familienmitglieder in Kopie; - zwei Schulzeugnisse. Für weitere Einzelheiten kann auf die Protokolle bei den Akten verwiesen werden. A.d Mit Schreiben vom 28. November 2011 legte der Beschwerdeführer zum Beweis seiner Identität Farbkopien seines Familienregisterauszugs ein. Zusätzlich legte er ein Arztzeugnis in fremder Sprache und ein en Auszug seines Schulzeugnisses (je in fremder Sprache und in Kopie) s o- wie vier Fotos eines Newroz-Festes zu den Akten. A.e Am 19. Februar 2013 und am 27. Mai 2013 reichte der Beschwerd e- führer ein en USB-Stick (mit der Aufnahme der Nachrichtensendung "10vor10", sieben Fotos von einer Veranstaltung, einem Gedicht und zwei politischen Artikeln) sowie mehrere Dokumente in Ko pie (Bestätigung seiner Mitgliedschaft bei der Yekîtî-Partei, mehrere Internetartikel in frem- der Sprache , N -Ausweis, Bestätigung seiner Teilnahme an Kun dgebun- gen des Vereins Ararat, Familienbüchlein, Führerschein, Personenaus- zug, Arztzeugnis, Gedicht) ein. B. Mit Verfügung vom 15. Juli 2013 – eröffnet am 17. Juli 2013 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der E-4558/2013 Seite 4 Schweiz. Wegen Unzumutbarkeit schob es den Wegweisungsvollzug zu- gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. C. Mit Eingabe vom 13. August 2013 liess der Beschwerdeführer durch se i- nen Rechtsvertreter dagegen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwe r- de erheben und in materieller Hinsicht beantragen, die angefochtene Ver- fügung sei betreffend die Dispositivziffern 1 bis 3 vollumfänglich aufzuh e- ben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm sei Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, und auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses sei zu verzichten. Mit seiner Beschwerde legte er (bereits eingereich- te) Dokumente in Kopie zu den Akten (Fotos des Beschwerdeführers a n- lässlich eines Newroz-Festes, ärztliches Zeugnis in fremder Sprache und USB-Stick). D. Mit Zwischenverfügung vom 22. August 2013 wies die Instruktionsricht e- rin die Gesuche um Gewährung der unentgelt lichen Rechtspflege im Sin- ne von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG sowie um Verzicht auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses ab, und setzte dem Beschwerdeführer Frist bis zum 6. September 2013 zur Leistung eines Kostenvorschusses. E. Mit Eingabe seines Rechts vertreters vom 6. September 2013 liess der Beschwerdeführer beantragen, es sei die Zwischenverfügung vom 22. August 2013 in Wiedererwägung zu ziehen, es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und das Beschwerdeverfahren sei zu sisti e- ren, bis über das vorliegende Gesuch entschieden worden sei. Mit der Eingabe reichte er eine Kopie eines Haftbefehls in fremder Sprache und mit deutscher Übersetzung sowie ein Schreiben des Repräsentanten der "Kurdischen Jugend-Union" in Kopie und in fremder Sprache zu den Ak- ten. Gleichzeitig stellt er die Originale der beiden Dokumente in Aussicht. F. Mit Zwischenverfügung vom 12. September 2013 verzichtete die Instru k- tionsrichterin antragsgemäss wiedererwägungsweise auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, verwies den erneuten Entscheid über das G e- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 E-4558/2013 Seite 5 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt , hielt am Entscheid betreffend die Abweisung der Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person des Rech tsvertreters fest und lud das BFM im Sinne von Art. 57 VwVG zur Stellungnahme ein. G. In seiner Vernehmlassung vom 25. September 2013 hielt das BFM vol l- umfänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. H. Mit Schreiben vom 11 . Oktober 2013 replizierte der Beschwerdeführer. Gleichzeitig reichte er den Haftbefehl im Original, einen Internetartikel aus www.wikipedia.org ("Islamic State of Iraq and the L evant") sowie zwei E-Mails vom 26 . Sep tember 2013 und vom 29. September 2013 , je in Kopie und in fremder Sprache, zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt ni cht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist E-4558/2013 Seite 6 durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangbestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängige Verfahren das neue Recht. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichti- ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gru ppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit s owie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Zur Begründung des angefochtenen Entscheids führte die Vorinstanz aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden weder den Anford e- rungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG noch jenen der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG genügen. E-4558/2013 Seite 7 In Bezug auf Art. 7 AsylG stellte die Vorinstanz fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers zu der behördlichen Suche nach ihm, die ihn vera n- lasst habe, sein Heimatland zu verlassen, seien zweifelhaft ausgefallen. So habe er anlässlich der Befragung ausgesagt, er habe sein Heimatland verlassen, weil er sich fürchte, wie andere Demonstrationsteilnehmer von den Behörden festgenommen zu werden, um bei der Anhörung jedoch zu deponieren, er sei behördlich gesucht worden, weil er an der Organisat i- on der ersten Demonstrationen in C._______ beteiligt gewesen sei. Seine Erklärung, ihm sei im Rahmen der Befragung gesagt worden, er solle dies bei der Anhör ung erzählen, vermöge nicht zu überzeugen, da das summarische Erfassen aller Asylgründe einerseits ein Kernelement der Befragung sei und der Beschwerdeführer andererseits die Frage, ob er alle Gründe für sein Asylgesuch genannte habe, bejaht habe. Aufgrund dieser Tatsache sei davon auszugehen, dem Beschwerdeführer sei mit t- lerweile bewusst geworden, dass er als Organisator von Demonstrationen bessere Aussichten habe, in der Schweiz als Flüchtling anerkannt zu werden. Auch sei unverständlich, dass er erst anl ässlich der Anhörung vorgebracht habe, dass sein Bruder wegen dessen Beteiligung an D e- monstrationen verhaftet worden sei, weil der Beschwerdeführer damit schon damals seine Furcht vor einer ihm drohenden Verfolgung hätte u n- termauern können. Aktuell hingege n, erscheine dieses Vorbringen zwe i- felhaft. Darüber hinaus sei es dem Beschwerdeführer a ufgrund der vagen und undifferenzierten Aussagen auch auf wiederholte Nachfrage nicht gelu n- gen, den Eindruck zu vermitteln, er habe bei der Organisation von D e- monstrationen eine tragende Rolle übernommen. So sei er nicht in der Lage gewesen, verschiedene Positionen der Diskussion um den Au s- gangspunkt der Demonstrationen wiederzugeben, obwohl solche aussa- gegemäss stattgefunden hätten. Auch sei es ihm nicht gelungen zu sch il- dern, wie das erste Treffen mit seinen Freunden, anlässlich welchem sie sich entschlossen hätten, Demonstrationen zu organisieren, abgelaufen sei. Angesichts der Bedeutung eines solchen Beschlusses und der damit verbundenen Gefahren, hätte es dem Beschwe rdeführer jedoch möglich sein sollen, dieses Treffen substanziiert wiederzugeben. Bezeichnende r- weise sei er den Fragen nach diesen Organisationtreffen aber wiederholt ausgewichen oder habe das Gespräch auf die allgemeine Lage in Syrien gelenkt. Des Weiteren seien seine Angaben zu den Umständen seiner Ausreise nicht nachvollziehbar und würden jegliche Details vermissen lassen. Die E-4558/2013 Seite 8 Aussagen, er habe weder irgendwelche speziellen Vorbereitungen getrof- fen, noch habe er sich von seiner Familie verabschiedet, sei en realitäts- fremd. Zudem erscheine unwahrscheinlich, dass er sich nach dem Tel e- fongespräch mit seinem Vater gleich entschieden haben wolle, das Land zu verlassen, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Darüber hinaus habe er seine Verfolgungsvorbringen nicht logisch nachvollziehbar darzu- legen vermocht, sondern stets vage Aussagen gemacht, keine der Ker n- geschehen präzise wiedergegeben und mehrere neue Vorbringen geltend gemacht, ohne dass es dafür eine einleuchtende Erklärung geben würde. Ferner mache der Bes chwerdeführer geltend, er sei wegen seiner Mi t- gliedschaft in der Yekîtî -Partei in Syrien in Gefahr. Hierzu sei festzuste l- len, dass er aussagegemäss seit dem Jahr 2010 einfaches Mitglied di e- ser Partei gewesen und in dieser Zeit unbehelligt geblieben sei. Da mit bestehe kein begründeter Anlass zur Befürchtung, der Beschwerdeführer habe deswegen in Syrien eine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten. Alleine die Mitgliedschaft bei einer oppositi o- nellen Partei oder einfache regimekritisc he Tätigkeiten alleine wür den in Syrien nicht geahndet. Bezüglich der geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten des B e- schwerdeführers hielt das BFM fest, es sei bekannt, dass die syrischen Sicherheitsdienste auch im Ausland aktiv seien und oppositionel le Kreise überwachten. Angesichts der umfangreichen exilpolitischen Betätigungen syrischer Staatsangehöriger im Ausland sei jedoch davon auszugehen, dass sich die syrischen Geheimdienste nur auf Personen mit qualifizie r- ten Aktivitäten konzentrieren würden. Um aus Sicht des syrischen R e- gimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen zu werden, sei dabei massgebend, dass sich ein Asylsuchender aufgrund seiner Persönlic h- keit, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlic h- keit abgegebenen Er klärungen exponiere. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Aktivitäten hingegen vermöchten keine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu begründen. Weder die ins Recht g e- legte Aufzeichnung in "10vor10", in welcher er zu seiner Flucht befragt worden und der keine pointierten politischen Stellungnahmen zu entne h- men sei, noch die übrigen eingereichten Beweismittel (Veröffentlichungen im Internet, Bestätigung des Vereins Ararat) seien geeignet, um zu einer anderen Schlussfolgerung zu gelangen . Es se i damit nicht davon auszu- gehen, er habe aufgrund dieser Tätigkeiten beim syrischen Geheimdienst ein besonderes Interesse an seiner Person geweckt . Auch diese Vorbrin-E-4558/2013 Seite 9 gen würden demnach den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. 4.2 In seiner Vernehmlassung vom 25. September 2013 führte das BFM ergänzend aus, dass ein angeblicher Bekannter des Beschwerdeführers gerade zum Zeitpunkt des Beschwerdeverfahrens in Besitz der eing e- reichten Kopie des Haftbefehls gelangt sein s olle, sei verwunderlich. Z u- dem stelle sich die Frage, wo sich das Schreiben Nr. 814, auf welches sich der vorliegende Haftbefehl stütze, befinde und wo das Original di e- ses Befehls sei, welcher im bisherigen Verfahren nie erwähnt worden sei. Zudem könne das Vorbringen, er sei anlässlich der Befragung äusserst knapp befragt worden und sei davon ausgegangen, er werde während der Anhörung vertieft zu seinen politischen Aktivitäten befragt werden, weshalb er erst in der Anhörung vorgebracht habe, Mitorganisator der Demonstrationen gewesen zu sein, nicht gehört werden, da der B e- schwerdeführer bei der Befragung ausdrücklich gefragt worden sei, wer die Demonstrationen organisiert habe. 4.3 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Rechtsmitteleingabe, das BFM habe Bundesrecht, insbesondere Art. 7 und Art. 3 AsylG verletzt. Entge- gen seinen Ausführungen lassen sich in seinen Asylvorbringen diverse Ungereimtheiten feststellen, die die Glaubhaftigkeit der Vorbringen e r- schüttern. Übereinstimmend mit dem BFM kommt auch das Bundesve r- waltungsgericht zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungsgründe aufgrund seines Engagements als Mito r- ganisator von Demonstrationen in C._______ als unglaubhaft zu werten sind und der Beschwerdeführer folglich im Zeitpunkt des Verlassens se i- nes Heimatlandes nicht in asylrelevanter Weise verfolgt worden ist. Au f- grund der Akten erweisen sich die Erwägungen des BFM zu den Fluch t- gründen und -umständen sowie zum Verlassen Syriens und der Chron o- logie der Ereignisse, die ihn zur Flucht bewegt hätten, als zutreffend, und es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden. Der Beschwerdeführer hat anlässlich der summarischen Befragung weder über ein politisches Engagement berichtet noch das Erleiden behördlicher Nachstellungen geltend gemacht, um daraufhin – im Rahmen der einlässlichen Anhörung, der Beschwerdeeingabe und seiner Replik – ein angeblich beachtenswer- tes Engagement als Mitorganisator von Demonstrationen und eine ganze Serie von angeblich relevanten Vorfällen zu behaupten. Obwohl der B e- fragung im EVZ nur summarischer Charakter zukommt, und – wie vom Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht erkannt – in den nachfolge n- den Anhörungen grundsätzlich Raum und Zeit für Ergänzungen zur Ve r-E-4558/2013 Seite 10 fügung stehen müssen und bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit den Aussagen im Erstprotokoll nur ein beschränkter Beweiswert beizumessen ist, bedeutet dies indessen nicht, dass die Aussagen der Erstbefragung für die Beurteilun g der Glaubhaftigkeit keine Rolle spielen. Sofern die Aussagen im Erstprotokoll klar ausgefallen sind und in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den später im Rahmen der kantonalen, direkten oder ergänzenden Anhörung zu Protokoll gegebenen Angaben diametral abweichen oder nicht einmal ansatzweise erwähnt worden sind, können sie für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit massgeblich sein. Bloss geringfügige Ungereimtheiten zwischen den Aussagen in der Ers t- befragung und den später folgenden Anhörungen ge nügen jedoch für die Begründung der Unglaubhaftigkeit nicht und verspätete respektive nac h- geschobene Vorbringen beeinträchtigen die Glaubhaftigkeit nicht, wenn plausible Erklärungen für das Nachschieben vorgebracht werden können (vgl. Entscheidungen und Mi tteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission, ARK [EMARK] 1993 Nr. 3 und EMARK 1998 Nr. 4). Aufgrund der vorliegenden Akten kann jedoch kein Anlass z ur Annahme bestehen, der Beschwerdeführer sei erst im Rahmen der einlässlichen Anhörung zu einem vollständigen und insbesondere auch inhaltlich zutreffenden Sac h- verhaltsvortrag in der Lage gewesen. Sein Vorbringen in der Beschwe r- deeingabe, die gesprächsführende Person habe ihm keine weiterführe n- den Fragen zu seinen politischen Aktivitäten gestellt, obwohl er bereits während der ersten Befragung vertieft über sein politisches Engagement und die Teilnahme an der Organisation der Demonstrationen habe erzäh- len wollen (vgl. Beschwerdeeingabe S. 5), vermag in keiner Weise zu überzeugen, zumal er am Ende der summarischen Befragung auf zwe i- maliges Nachfragen verneint hat, weitere Gründe zu haben (vgl. Akten BFM A5 S. 6). Die erst im Rahmen der Anhörung vorgebrachten Sac h- verhaltsumstände sind vielmehr als nachgeschoben und daher unglau b- haft zu erkennen, wobei dieser Schluss durch die mangelnde Substanz der Schilderungen im Sachverhaltsvortrag bestätigt wird. So ist aufg rund der Akten mit dem BFM zunächst darin einig zu gehen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers über sein angebliches polit i- sches Engagement keinen nennenswerten Vertiefungsgrad aufweisen und daher zu bezweifeln sind . Der Beschwerdeführer hat zwar im R ah- men der einlässlichen Anhörung behauptet, Mitorganisator von Demonst- rationen gewesen zu sein, konnte jedoch ü ber die blosse Behauptung hinaus keine nachvollziehbaren Angaben machen. Seine Ausführungen sind vielmehr überaus dürftig ausgefallen. Das Vorbri ngen, er habe sich aus Furcht vor den Amen -Leuten und Spitzel anlässlich der Demonstrat i-E-4558/2013 Seite 11 onen nicht offiziell als Promotor zu erkennen gegeben, sondern habe bloss daran teilgenommen , indem er sich bei prokurdischen Veransta l- tungen jeweils unters Volk gemisc ht und dieselben Parolen gerufen und dasselbe gesagt habe, was die anderen Teilnehmer gerufen hätten (vgl. Akten BFM A24 S. 7 f.), lässt ebenso wenig auf ein politisch relevantes Engagement schliessen wie das nachgeschobene Vorbringen, einige Freunde, mit denen er zusammen in C._______ Demonstrationen organi- siert habe, und sein Bruder seien festgenommen worden. Obschon diese Ereignisse auf ein persönliches Erleben und mit der angeblichen Fes t- nahme des Bruders auf eine persönliche Betroffenheit schliessen lassen, war er jedoch nicht in der Lage , diese stimmig und differenziert zu schi l- dern. Die offenkundig mangelnde Substanziierung lässt auf ein blosses Nacherzählen allgemein bekannter Tatsachen schliessen (vgl. A24 S. 5) . In der Beschwerdeschrift bringt der Beschwerdeführer im Weiteren vor, er sei aufgrund der Situation der Kurden in Syrien seit seiner Kind heit politi- siert und auch selbst politisch tätig geworden, wobei er auch regelmässig an jährlich stattfindenden Newroz-Festen aktiv an der Organisation der Festlichkeiten tätig gewesen sei. Auch daraus lässt sich nichts ableiten, zumal bekannt ist, dass viele Kurden an solchen Veranstaltungen teil- nehmen, was schliesslich auch gegen eine asylrelevante Verwertbarkeit der dazu ins Recht gelegten Fotos spricht. Schliesslich vermag die vom Beschwerdeführer anlässlich der Befragung geschilderte einmalige Ver- haftung im Jahre 2009 – welche wiederum nicht substanziiert ist – keine Asylrelevanz zu entfalten, da diesem Ereignis die hinreichende Intensität abzusprechen und die Verhaftung auch in zeitlicher Hinsicht nicht kausal für die im Jahr 2011 erfolgte Ausreise gewesen ist. Dieser Vorfall sei ge- mäss Aussagen des Beschwerdeführers auch nicht der Grund für seine Ausreise gewesen (vgl. A24 S. 11 A:83). Dem BFM ist sodann zuzustim- men, dass der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 6. September 2013 in Kopie eingereichte Haftbe fehl nichts an der G e- samtwürdigung zu ändern vermag, da tatsächlich verwunderlich ist, dass ein angeblicher Bekannter gerade zum Zeitpunkt des Beschwerdeverfa h- rens in Besitz dieses Dokumentes ge langt sein soll. Diesbezüglich kann auf die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen in der Vernehmlas- sung verwiesen werden. Ergänzend dazu ist zu erwähnen, dass dem später nach gereichten Original des Haftbefehls mehrere formale Unr e- gelmässigkeiten zu entnehmen sind. Entsprechend wurden darin mehrere Korrekturen nachträglich von Hand angebracht (vgl. u.a. die Zeichen الأمن; ء ;ا und der Stempel wurde offensichtlich mit roter Farbe nachgezeichnet, so dass er insgesamt ein ver schwommenes Bild ergibt, was bei solchen Dokumenten nicht üblich ist. Ferner ist nicht nachvollziehbar, weshalb der E-4558/2013 Seite 12 Beschwerdeführer den Haftbefehl, der vom 19. August 2011 datiert , nicht bereits spätestens zum Zeitpunkt der Anhörung erwähnte. Der mit der Replik eingereichte Internetauszug ("Islamic State of Iraq and the Levant" [ISIS respektive ISIL] ) und die E-Mails vom 26. September 2013 und 29. September 2013 , je mit einem Link i m Anhang , wonach der B e- schwerdeführer schliesslich von der Gruppierung ISIS verfolgt werde und er einer zusätzlichen Gefährdung ausgesetzt sei, sind als nachgeschoben zu qualifizieren und vermögen seine unglaubhaften Vorbringen nicht auf- zuwiegen. Ferner ist den beiden E -Mails nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer auf einer Liste Verfolgter stehen sollte, da der im Mail vom 26. September 2013 aufgeführte Link ("www.facebook. com/tahaalha") nicht mehr verfüg bar ist und jener im Mail vom 29. Se p- tember 2013 (www.all4syria.info/Archive/ 100622) eine Weblog-Seite ist. Nachvollziehbar sind im Resultat einzig seine Angaben und Ausführungen zu den Bemühungen um den Erwerb der syrischen Staatsbürgerschaft (vgl. A5 S. 4, A24 S. 2). Mit dem BFM ist demnach davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer getätigten Aktivitäten zur Unterstützung der Kurden nicht glaubhaft sind und er zum Zeitpunkt seiner Ausreise vom syrischen Geheimdienst nicht gesucht wurde. 5. 5.1 5.1.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch sein Verhalten nach der Ausreise aus seinem Heimatland, namentlich dem geltend gemachten exilpolitischen Engagement in der Schweiz, Grund für eine zukünftige Verfolgung durch die syrischen Behörden gesetzt hat und deshalb (das heisst infolge subjektiver Nachfluchtgründe) die Flüchtling s- eigenschaft erfüllt, wie er dies geltend macht. Dabei kann es sich ang e- sichts der Entwicklung in Syrien nur um grundsätzliche Erwägungen ha n- deln, ist doch die Zukunft de s aktuellen Regimes mit seinem Sicherheit s- apparat, auf den auch vorliegend Bezug genommen wird, völlig offen. 5.1.2 Allgemein sind subjektive Nachfluchtgründe dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E . 5a, mit weiteren Hinweisen). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu verstehen und mithin unabhängig davon anzuwenden, ob Nachfluchtgründe missbräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. E-4558/2013 Seite 13 EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.). Es ist daher nicht entscheidend, we l- chen mutmasslichen Zweck die asylsuchende Person durch ihre exilpol i- tischen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat. Massgebend ist vielmehr, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352; UNHCR, Han d- buch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseige n- schaft, Genf 1979, Neuauflage: UNHCR Österreich 2003, Rz. 96, S. 25). 5.1.3 Zunächst ist festzuhalten, dass – da der Beschwerdeführ er eine Vorverfolgung nicht glaubhaft machen konnte – ausgeschlossen werden kann, dass er vor dem Verlassen des Heimatlandes als regimefeindliche Person ins Blickfeld der syrischen Behörden geraten ist. 5.1.4 Dass der syrische Geheimdienst im Ausland aktiv ist und gezielt In- formationen über Personen syrischer Herkunft sammelt, ist bekannt. Di e- ser Umstand reicht für sich allein genommen jedoch nicht aus, um eine begründete Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. Dafür müssten z u- sätzliche konkrete Anhaltspunkte – nicht rein theoretische Möglichkeiten – vorliegen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich das Interesse der syr i- schen Behörden auf sich gezogen hat respektive als regimefeindliches Element namentlich identifiziert und registriert worden ist . So werden nach Kenntnisstand des Bundesverwaltungsgerichts exilpolitische Aktiv i- täten erst dann wahrgenommen, wenn ein exponiertes exilpolitisches Wirken an den Tag gelegt wird. An dieser Einschätzung vermag auch die derzeitige Situation in Syrien nichts zu ändern. 5.1.5 Der Beschwerdeführer machte mit Hinweis auf seine nach der Ei n- reise begonn ene Teilnahme an Demonstrationen in der Schweiz für die Belange der kurdischen Minderheit und seine Aktivitäten das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe geltend. Dazu reichte er eine M itgliederbe- stätigung der Kurdischen Demokratischen Partei der Einheit in Syrien (Yekîtî-Partei) sowie mehrere, auf Internetseiten aufgeschaltete Berichte, ein Bestätigungsschreiben des Vereins Ararat, Zürich, wonach der B e- schwerdeführer jeweils samstags a n Kundgebungen gegen das Blutve r- giessen in Syrien teilnehme, an deren Proteste aktiv mithelfe und dabei oft fotogr afiert worden sei sowie einen U SB-Datenträger (enthaltend: Nachrichtensendung "10vor10" vom (…), sieben Stehbilder des B e-E-4558/2013 Seite 14 schwerdeführers anlässlich einer Kundgebung in (…), ein von ihm ve r- fasstes Gedicht und zwei Artikel in Arabisch) ein. Diesbezüglich ist fes t- zuhalten, dass die Wahrscheinlichkeit, der Beschwerdeführer sei anhand dieser Fotografien, worauf er an einer Kundgebung mit einem Mikrop hon einen Text lesend abgelichtet ist, von den syrischen Geheimdiensten wahrgenommen und erkannt worden, nur gering ist. Dies insbesondere auch deshalb, weil in der Schweiz unzählige exilpolitische Anlässe durc h- geführt werden, sodass es den syrischen Behör den unmöglich sein dür f- te, alle diese Anlässe genau zu überwachen. Inwiefern er aus der Masse der exilpolitisch aktiven Kurdinnen und Kurden hervorgetreten sein und dadurch wahrscheinlich eine Registrierung durch die syrischen Behörden bewirkt haben sollte, ist nicht einzusehen. Durch die blosse Teilnahme an Protestaktionen hebt er sich nicht von der breiten Masse der exilpolitisch tätigen Kurden ab. Insgesamt erscheint es nicht als überwiegend wah r- scheinlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund der eingerei chten D o- kumentationen identifiziert worden ist, da es sich bei ihm nicht um eine für die exilpolitische Szene bedeutsame Persönlichkeit handelt und der Inhalt der von ihm verfassten Texte – aus den vom BFM zu Recht ausgeführten Gründen (vgl. Verfügung BFM S. 6) – zu wenig aussagekräftig ist. Auch vermag die Aufnahme in der Nachrichtensendung "10vor10", worin er mit drei anderen Syrern zusammen zu sehen ist, wie er seine Ausreise schi l- dert, nichts zu ändern, da er auch dort nicht im Fokus gestanden und sich darin nicht regimekritisch geäussert hat. Vielmehr war der Fokus auf den vor (…) Jahren aus Syrien geflüchteten D._______ gerichtet, der heute in E._______ lebt und als (…) dient. Entgegen den Ausführungen des Be- schwerdeführers und angesichts des Umfanges seiner exilpolitischen T ä- tigkeiten, welche sich auf die blosse Teilnahme an Protestkundgebungen und auf das Verfassen einzelner Gedichte und Artikel beschränken, kann er nicht als besonders engagierter und exponierter Regimegegner qualifi- ziert werden. Insgesamt lassen die eingereichten Beweismittel nicht auf ein wesentliches exilpolitisches Engagement des Beschwerdeführers schliessen, aufgrund dessen dieser damit rechnen müsste, dass er dem syrischen Geheimdienst als ernsthafter Regimegegner aufgefallen und entsprechend registriert worden wäre. Dieser Einschätzung liegt die E r- kenntnis zugrunde, dass nicht primär das Hervortreten im Sinne einer o p- tischen Erkennbarkeit, sondern die Fähig keit zu einem Verhalten in der Öffentlichkeit massgebend ist, welches aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der äusseren Form seines Auftretens und nicht zuletzt aufgrund des Inhaltes der abgegebenen Erklärungen den Eindruck e r- weckt, er stelle ein e Gefahr für das von der Baath -Partei und dem Präs i- denten Baschar al-Assad dominierte politische System in Damaskus dar. E-4558/2013 Seite 15 Eine dermassen spezifische, über die Rolle eines blossen Mitläufers h i- nausgehende und damit einer erhöhten Exponiertheit gleichkommende Funktion innerhalb der regimekritischen exilsyrischen Gemeinschaft kann dem Beschwerdeführer nicht bescheinigt werden. In diesem Zusamme n- hang ist zu erwähnen, dass er für die Yekîtî -Partei, bei welcher er auss a- gegemäss seit dem Jahr 2010 normales Mitglied und in dieser Zeit nie behelligt worden sei (vgl. A24 S. 10), auch kein herausragendes Eng a- gement für diese zu belegen vermochte. Die auf Beschwerdeebene neu eingereichten Beweismittel ( Internetartikel aus www.wikipedia.org; "Isla- mic State of Iraq and the Levant " [ISIS respektive ISIL] sowie die beiden E-Mails vom 26. September 2013 und vom 29. September 2013), wonach der Beschwerdeführer wegen seines politischen Engagements von An- hängern der ISIS respektive der ISIL gesucht werde und auf einer Liste Verfolgter aufgeführt sei, führen nicht zu einer anderen Schlussfolgerung. Es ist dem Internetartikel "Islamic State of Iraq and the Levant " nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von diese n Gruppierungen ver- folgt wird. Ferner ist den beiden E -Mails nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer auf einer Liste Verfolgter stehen sollte (vgl. E. 4.2. S. 11 f. hiervor). Daher ist vorliegend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er bei der Rückkehr nach Syrien nicht mit einer ernsthaften Benachteiligung seitens der dortigen Behörden zu rechnen hat. Dies auch in Berücksichtigung der in den Eingaben vom 13. August 2013 und vom 6. September 2013 erwähnten Urteilen des Bundesverwal- tungsgerichts D -1242/2010 vom 4. Januar 2013 und D -4051/2011 vom 8. Juli 2013, wo exilpolitisch tätigen Asylsuchenden die Flüchtlingseige n- schaft zuerkannt worden sei, da diesen keine präjudizielle Wirkung beizumessen ist und sich die vorliegende Sachlage anders präsentiert als in den genannten Urteilen. An obiger Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der B e- schwerdeführer in der Schweiz um Asyl nachgesucht hat, da keine A n- haltspunkte dafür bestehen, dass die Einreichung eines Asylgesuchs für sich alleine bei einer Rü ckkehr nach Syrien regelmässig zu behördlicher Verfolgung führt. 5.1.6 Aufgrund des Gesagten ist festzustellen, dass der Beschwerdefü h- rer die Flüchtlingseigenschaft auch unter dem Aspekt der subjektiven Nachfluchtgründe nicht erfüllt. 5.2 Zusammenfassend ist somit f estzuhalten, dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen be-E-4558/2013 Seite 16 ziehungsweise die Asylrelevanz nicht zu genügen vermögen und die ge l- tend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen die weiteren Ausführungen in der Rechtsmi t- teleingabe sowie die eingereichten Dokumente nichts zu ändern. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht a b- gelehnt. 5.3 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 5.4 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). 5.5 Da der Beschwerdeführer vom BFM in seinem Entscheid vom 15. Juli 2013 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufgenommen wurde, erübrigen sich sodann Ausführungen zur Frage der Zulässigkeit sowie der Möglichkeit des Wegweis ungsvollzuges (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung in Bezug auf die Nichtanerkennung als Flüchtling, die Ablehnung des Asy l- gesuchs und die Wegweisung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtse r- heblichen Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt und angeme s- sen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abz u- weisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG). Da die Beschwerde nicht aussichtslos ist, ist das wiedererwägungsweise Gesuch um Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG, über welches bislang noch nicht entschieden wurde, gutzuheissen. Es sind keine Verfahrenskosten zu sprechen. E-4558/2013 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: