Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Juni 2016 (720 14 192) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf Invalidenrente gestützt auf schlüssiges Gerichtsgutachten abgelehnt. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Cam- pell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Doris Vollenweider, Advokatin, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____ absolvierte nach der obligatorischen Schu lzeit eine Verkaufslehre und war zu- letzt vom 1. bis 31. Januar 2012 bei der B.____ tät ig. Dieser Arbeitsvertrag wurde während der Probezeit aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst. A m 24. Februar 2012 meldete sich die Ver- sicherte unter Hinweis auf psychische Beschwerden b ei der Eidgenössischen Invalidenversi- cherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse sowie jene im Haushalt ab. Nach Durchfüh- rung des Vorbescheidverfahrens lehnte sie mit Verfü gung vom 29. Mai 2014 gestützt auf ei- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen nach der gemischten Bemessungsmethode ermittelten Inv aliditätsgrad von gerundet 28% einen Rentenanspruch der Versicherten ab. B. Hiergegen erhob A.____, nachfolgend stets vertreten durch Advokatin Doris Vollenwei- der, am 30. Juni 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei die Verfügung vom 29. Mai 2014 aufzuheben und es sei ihr spätestens ab 1. Januar 2013 eine ganze Invalide nrente auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. März 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 20. November 2014 gelangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Ange legenheit gestützt auf die vor- handenen medizinischen Akten nicht möglich sei. Es beschl oss daher, den Fall auszustellen und forderte die Parteien auf, dem Gericht einen gem einsamen Gerichtsgutachter zwecks ge- richtlicher Begutachtung vorzuschlagen und zu dem vom Geri cht vorgelegten Fragenkatalog Stellung zu nehmen. Nachdem sich die Parteien nicht au f eine Gutachterperson einigen konn- ten, bestimmte das Kantonsgericht mit Verfügung vom 15. April 2015 die Kliniken C.____ als Gutachterstelle. Das Gutachten, welches von Prof. Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie sowie Neurologe, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sig- niert wurde, wurde am 22. Dezember 2015 erstattet. Di esem ist zu entnehmen, dass die Be- schwerdeführerin mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit a n einer Persönlichkeit mit emotional in- stabilen und histrionischen Zügen am ehesten im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung und anamnestisch an einer rezidivierenden depressiven Störung , gegenwärtig unter Medikation leichtgradig oder remittiert, leide. Aus rein psychiatr ischer Sicht sei die Versicherte für eine Tä- tigkeit, die ihrem Ausbildungsniveau entspreche, zu 60% arbeitsfähig und in der Haushaltsfüh- rung sei sie nicht eingeschränkt. E. Mit Eingabe vom 2. Februar 2016 führte die IV-Ste lle unter Hinweis auf den Bericht des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 8. Januar 2016 aus, dass das Gerichtsgutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein Gutachten erfülle, weshalb darauf abzustellen und die gegen die Verfügung vom 29. Mai 2014 erhobene Beschwerde abzuweisen sei. F. Am 16. Februar 2016 liess sich die Beschwerdeführerin zum Gutachten vernehmen, wobei sie am Antrag auf Gutheissung der Beschwerde festh ielt. Sie monierte, dass den Ergeb- nissen im Gutachten nicht gefolgt werden könne. Es sei weiterhin auf die Beurteilung von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, abzustel len, weil lediglich sie sich ausführ- lich und nachvollziehbar zu den gesundheitlichen Einschrä nkungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit äussere. Zudem sei der Invalid itätsgrad nicht aufgrund der gemischten Methode, sondern gestützt auf einen Einkommensvergleich zu ermitteln, weil sie im Gesund- heitsfall zu 100% erwerbstätig wäre. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sa chlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne rin mit Verfügung vom 29. Mai 2014 zu Recht den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente verneinte. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit od er Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959). Unter Erwerbsunfä- higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglied erung verbleibende ganze oder teil- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betra cht kommenden allgemeinen Arbeits- markt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens der Erwerbsunfä- higkeit sind nach dem mit der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme ein er Erwerbstätigkeit nicht zugemutet wer- den kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Ab weichung von Art. 16 ATSG darauf abge- stellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisher igen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Renten- anspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbe- messung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstäti ge zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.5.1 In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 29 . Mai 2014 hat die IV-Stelle die Be- schwerdeführerin im Gesundheitsfall als teilerwerbstät ig eingestuft und den Invaliditätsgrad an- hand der gemischten Methode bemessen. Bei der Festlegu ng der Anteile der Erwerbs- und der Haushaltstätigkeit ist sie davon ausgegangen, dass die Be schwerdeführerin ohne gesundheitli- che Beeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit im Umfang v on 80% nachgegangen wäre und den Haushalt im Umfang der restlichen 20% besorgt hätte. Dabei stützte sich die IV-Stelle auf den Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit, dessen I nhalt durch die Beschwerdeführerin am 24. September 2013 unterschriftlich anerkannt wurde. 4.5.2 Während sich die Beschwerdeführerin weder im Rah men des Verwaltungsverfahrens noch in der Beschwerde zur Statusfrage äusserte und die Anwendung der gemischten Methode in Frage stellte, machte sie in ihrer Stellungnahme zu m Gerichtsgutachten vom 16. Februar 2016 nunmehr geltend, dass der Invaliditätsgrad aufgru nd eines Einkommensvergleichs zu er- mitteln sei, da sie - wäre sie gesund - in einem 100% P ensum arbeiten würde. Sinngemäss macht die Beschwerdeführerin demnach geltend, die IV-S telle habe den Invaliditätsgrad zu Un- recht nach der gemischten Methode berechnet. 4.5.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechun g des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia- len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön- lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü- gung (hier: 22. Oktober 2014) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der i m Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgen össischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimm ten Sachverhalts genügt den Beweisan- forderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhaltsd arstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür digt (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). 4.5.4 In der Regel ist zur Beurteilung der Statusfrag e auf die Angaben abzustellen, die anläss- lich des Abklärungsgesprächs von der versicherten Person ge macht werden. Gestützt auf die Ausführungen im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerb stätigkeit wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig und würde zu 20% den Haushalt führen und den Gar- ten pflegen. Diese Angaben bestätigte die Beschwerdef ührerin am 24. September 2013 mit ihrer Unterschrift. Darauf ist sie im vorliegenden Verf ahren zu behaften, denn es liegen keine Indizien vor, die für einen Irrtum betreffend das hypot hetische Arbeitspensum im Gesundheits- fall sprechen würden. Damit ist die Versicherte bei ihren spontanen Aussagen der sogenannten ersten Stunde zu behaften (vgl. dazu BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die ersten, intuitiven Angaben regelmässig als glaubhafter einzustufen als im Nachgang dazu gemachte, widersprechende Aussagen. Le tztere bedingen eine kritische Würdigung, können sie doch - bewusst oder unbewusst - von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 8C_741/2014, E. 4.2). Die erst nachträglich eingebrachten Vorbringen, sie habe immer 100% gearbeitet und würde auch heute im Gesundh eitsfall zu 100% erwerbstätig sein, sind daher nicht glaubwürdig bzw. nachvollziehbar begrü ndet. Zudem entsprechen sich auch nicht den Angaben im Fragebogen zur Ermittlung der E rwerbstätigkeit. Diesem ist auch zu ent- nehmen, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2009 p raktisch durchwegs in einem 80% Pensum gearbeitet hat. Lediglich in der Zeit vom 1. Oktober 2011 bis 31. Dezember 2011 war sie zu 100% als Telefonistin beschäftigt. Somit sind kei ne Umstände erkennbar, die für einen Statuswechsel und damit für eine Einstufung als 100% Er werbstätige sprechen würden (betref- fend Methodenwahl: vgl. auch das zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2016, 9C_178/2015). 4.6 Hinsichtlich der Statusfrage ist der Vollständigkeit darauf hinzuweisen, dass der Euro- päische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im Urteil Nr. 7186/09 vom 2. Februar 2016 i. S. Di Trizio c. Schweiz festgestellt hat, dass die bish erige Berechnungspraxis des Bundesge- richts Art. 14 in Kombination mit Art. 8 der Konventi on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 verletzt, d a die gemischte Methode der Invali- ditätsbemessung hauptsächlich bei Frauen (nach der Geb urt eines Kindes) angewandt werde. Das Urteil verweist ausserdem auf alternative Berechnungsm ethoden. Diese Rechtsprechung des EGMR gelangt für den vorliegenden Fall jedoch nicht zur Anwendung, da das Urteil des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht EGMR zum Verfügungszeitpunkt (29. Mai 2014) sowie auch zum Urteilszeitpunkt (2. Juni 2016) noch nicht rechtskräftig war und daher keine Auswirkung en auf das vorliegende Beschwerde- verfahren hat. 5. Ausgangspunkt bei der Ermittlung des Invaliditätsgr ades bildet damit die Frage, in wel- chem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundhe itlichen Beeinträchtigungen ar- beitsunfähig bzw. im Aufgabenbereich eingeschränkt ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f . E. 3b/aa mit Hinweisen). Gleicher- massen ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 29. Mai 2014 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ausführungen im bidiszipli- nären Gutachten von Dr. med. G.____, FMH Rheumatologi e, vom 18. Juli 2013 und Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Juli 2013 und dessen Stellungnahme vom 17. März 2014. Während der Rheumatologe Dr. G.___ _ aufgrund seiner Untersuchung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei t erhob, hielt Dr. H.____ fest, dass die Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit an einer rezidivierenden depressi- ven Störung mit mittelgradiger depressiver Episode (ICD -10 F33.10) leide. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit läge eine Persönlichkeitsstöru ng mit emotional instabilen und abhängi- gen Anteilen (ICD:10 F61.0) vor. Aufgrund der mittel gradigen depressiven Symptomatik lasse sich aus rein psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der A rbeitsfähigkeit in der angestamm- ten Tätigkeit als Verkäuferin wie auch in einer alter nativen Tätigkeit von 40% begründen, ohne zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit. Diese E inschränkung bestehe seit dem 9. Januar 2012. Am 17. März 2014 liess Dr. H.____ verl auten, dass die Beschwerdeführerin entgegen den Angaben im Gutachten vom 22. Juli 2013 nicht an einer Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und abhängigen Anteilen leide, sondern akzentuierte emotional instabi- le und abhängige Persönlichkeitszüge aufweise. Beide Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die IV-Stelle ging gestützt auf diese Angaben davon aus, dass der Versi- cherten ab Anfang 2012 eine angepasste Tätigkeiten im Umfang von 60% zumutbar sei. Dieser Auffassung widersprach das Kantonsgericht anlässlich der e rsten in dieser Angelegenheit er- folgten Urteilsberatung vom 20. November 2014. Es gelan gte zusammenfassend zum Schluss, dass dem Gutachten von Dr. H.____ vom 22. Juli 2013 und dessen Ergänzung vom 17. März 2014 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Diese Beurt eilungen würden betreffend die Frage, ob die Beschwerdeführerin an einer Persönlichkeitsstörung leide, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, oder lediglich akzentuiert e Persönlichkeitszüge aufweise, den Anga- ben von Dr. F.____ widersprechen, ohne dass dieser Wide rspruch nachvollziehbar aufgelöst wird. Diese habe nicht weniger überzeugend als Dr. H._ ___ in ihrem Gutachten vom 28. März 2013 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivi erende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F 33.10), eine posttrau- matische Belastungsstörung (PTB; ICD-10 F 43.1), eine chr onische Schmerzstörung mit soma- tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41) und eine emotional instabile Persönlich- keitsstörung (ICD-10 F 60.3) diagnostiziert. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medi- zinischen Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, erachtete das Kantons- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gericht die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren als nicht ausreichend beweis- kräftig. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Abklärung des massge- benden medizinischen Sachverhalts ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, mit dessen Erstellung die UPK beauftragt wurde. 6.2 In ihrem Gutachten vom 22. Dezember 2015 stellten Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ gestützt auf ihre Untersuchung vom 23. Juni 2015 bei de r Beschwerdeführerin mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeit mit emotiona l instabilen und histrionischen Zügen, am ehesten im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3, DD F61.0) und anamnestisch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig unte r Medikation leichtgradig oder remit- tiert, fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit b estünde anamnestisch eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die derzeit nicht nachweisbar sei. In der Beurteilung wurde ausge- führt, dass die Beschwerdeführerin von Beginn weg deutl ich gemacht habe, sie leide schwer und erlebe die Exploration an sich als Belastung. Insgesa mt sei eine dramatisierende und teils weitgehend infantil-histrionisch anmutende Darstellung sweise und Selbstpräsentation aufgefal- len, mit entsprechendem körperlichem Ausdruckverhalten (Kopf auf die verschränkten Arme auf den Tisch gelegt, Stöhnen etc.). Schmerzassoziierte bzw. m odulierende Positionsveränderun- gen oder Bewegungen seien aber nicht beobachtet worde n. Die potentiell traumatisierenden Erlebnisse seien spontan, ohne dass danach gefragt worde n wäre und ohne somatisch- vegetative Zeichen eines erhöhten Erregungsniveaus, beri chtet worden. Potentiell traumatisie- rende Kindheitserlebnisse seien letztlich weniger schwer geschildert worden als dies zunächst angedeutet worden sei. Der Rey Memory-Test zur Detekti on von Simulation bzw. Aggravation sei positiv gewesen, was als Hinweis auf eine vermindert e Anstrengungsbereitschaft bzw. Ag- gravation und somit gesamthaft als eine eingeschränkte Beschwerdenvalidität zu werten sei. Während dieser Umstand bezüglich einiger Störungen zu Unsicherheiten hinsichtlich ihres Vor- liegens bzw. ihrer Ausprägung führe (Depressivität etc.), sei unter Berücksichtigung der von Diskontinuitäten, Konflikten und Enttäuschungen beeinfl ussten Biographie der Versicherten mit deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine Pathologie der Per- sönlichkeit am ehesten mit emotional instabilen und his trionischen Zügen auf Störungsniveau vorliege. Die teils theatralisch überzeichnet wirkende Sym ptomdarstellung könne dabei partiell als Teil der Persönlichkeitspathologie angesehen werden, zumal reifere Bewältigungsstrategien und Regulationskompetenzen für innere und äussere Konflikte bzw. Affekte nicht zur Verfügung stünden. Die regressiv-histrionische Flucht in die eigene Leidensgeschichte biete dabei kurzfris- tig am leichtesten psychische Entlastung. Für die Bedeut ung regressiver Tendenzen spreche auch die aktuelle Lebenssituation der Versicherten, die für eine geringe Miete ein Zimmer im Haus ihres väterlich-geduldig geschilderten Expartners bew ohne, von dem sie offensichtlich auch teilweise unterhalten werde. Andererseits sei ge rade unter Berücksichtigung der deutlich eingeschränkten Beschwerdenvalidität von einer gewissen Kompetenz zur Planung und willkür- lichen Umsetzung zielorientierter Strategien auszugehen, was eine zumindest teilweise Kontrol- lier- und Überwindbarkeit der dysfunktionalen Verhaltensmuster nahelege. In Beantwortung der durch das Gericht gestellten Fragen führten Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ aus, dass die Be- schwerdeführerin aus rein psychiatrischer Sicht derzeit für eine Tätigkeit, die ihrem Ausbil- dungsniveau entspreche, zu circa 60% arbeitsfähig sei. In qualitativer Hinsicht sollten Tätigkei- ten mit interaktionsrelevanten Partizipationsfähigkeiten (Kontakt- und Gruppenfähigkeit, Selbst- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht behauptungsfähigkeit wie z. B. anspruchsvoller, häufige r Kundenkontakt o.ä.) sowie zusätzli- chen externen Stressoren (Zeit- und Termindruck, Arbeit spätabends oder nachts) ausge- schlossen sein. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei auf der Basis einer konsequenten und leitliniengerechten Behandlung der Persönlichkeitsstörung und der Depression denkbar. Es sei jedoch zu berücksichtigen, dass die Persönlichkeitspatholo gie seit vielen Jahren bestehe und die dysfunktionalen Erlebens- und Verhaltensmuster tief (“charakterlich“) verankert seien. Es sei prognostisch eher unwahrscheinlich, dass eine über die genannte relevant hinausgehen- de belastbare Arbeitsfähigkeit auch bei konsequent dur chgeführter Therapie in weniger als 5 Jahren zu erreichen sei. Darüber hinaus sei jedoch eine Besserung möglich. Betreffend eine Verweistätigkeit wurde ausgeführt, dass der Beschwerdefü hrerin im genannten Rahmen alle Tätigkeiten zumutbar seien, die ihrem Ausbildungsstatu s entsprächen und die körperlich be- dingten Einschränkungen berücksichtigen würden. Abschliessend wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht bei der Haushaltsführung nicht eingeschränkt sei. 7.1 Wie unter Erwägung 5.3 hiervor ausgeführt, weicht d as Gericht bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhal t medizinisch zu erfassen. Vorlie- gend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könn ten, die Ergebnisse des Gerichtsgut- achtens der Kliniken C.____ vom 22. Dezember 2015 in Fr age zu stellen oder davon abzuwei- chen. Das Gutachten weist weder formale noch inhaltli che Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es be- ruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darleg ung der medizinischen Zusammenhän- ge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein , setzt sich ausführlich mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzun gen auseinander und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere wird aufgrund der Ausführungen im Gutachten klar, dass die Beschwerdeführerin entgegen den Angaben von Dr. H.____ an einer Persönlich- keitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet . Begründend wird diesbezüglich festge- halten, dass der Persönlichkeitspathologie insgesamt Stör ungsniveau zuzumessen sei, welche insofern einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, als ein gewisser Teil der abweichenden und störenden Verhaltensweisen nicht kontrollierbar sche inen. Das Gerichtsgutachten vom 22. Dezember 2015 erfüllt damit die rechtsprechungsgem ässen Voraussetzungen an eine me- dizinische Beurteilungsgrundlage, weshalb darauf abgeste llt werden kann. Demzufolge ist die Beschwerdeführerin in sämtlichen adaptierten ausserhäusli chen Tätigkeiten zu 60% arbeitsfä- hig. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung stimmt mit jener von Dr. H.____ überein, der sowohl in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin wie auch in einer alternativen Tätigkeit von einer 40%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging. 7.2 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdeführ erin nichts. Entgegen ihrer An- sicht, wonach das Gerichtsgutachten keine Klarheit in Be zug auf ihre gesundheitliche Situation schaffe, weshalb weiterhin auf die Ergebnisse von Dr. F .____ abzustellen sei, führen die Ge- richtsgutachter einleuchtend aus, dass die Beschwerdeführer in an einer Persönlichkeitsstörung leidet, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Diese Beurteilung stimmt mit jener von Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. F.____ überein, welche unter anderem eine emotio nal instabile Persönlichkeitsstörung di- agnostiziert. Im Gegensatz zu ihr halten die Gutachter ab er nachvollziehbar fest, dass im Un- tersuchungszeitpunkt keine depressive Symptomatik vorlag, we il ausser einer gewissen Trau- rigkeit keine manifesten depressiven Symptome erhoben we rden könnten. Betreffend die von Dr. F.____ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsf ähigkeit genannte PTBS hielten Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ sodann fest, dass aktuel l auch diesbezüglich keine ausrei- chend sicheren Hinweise bestünden. Insbesondere sei auf gefallen, dass die Beschwerdeführe- rin über potentiell traumatisierende Kindheitserlebni sse völlig spontan berichtet habe. Dabei habe sie aber keine vegetativen Begleitsymptome wie eine erhöhte psychische Erregbarkeit, Schreckhaftigkeit oder Hypervigilenz gezeigt. Darüber hi naus seien auf konkretes Nachfragen diffuse Angaben über traumatische Erlebnisse in der Ki ndheit gemacht worden. Aus diesen Gründen erachteten die Gutachter die Kriterien für die Diagnose einer PTBS im Untersu- chungszeitpunkt als nicht erfüllt. In Bezug auf die von Dr . F.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit diagnostizierte Schmerzstörung mit psychischen und so matischen Faktoren hielten Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ fest, dass im Rahmen der Begutachtung keine Hinweise darauf erkennbar waren. Die Beschwerdeführerin habe die anam nestisch wiederholt als ausgespro- chen dominant beklagten Schmerzen erst nach entsprechende r aktiver Nachfrage durch die Gutachter genannt. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass bei der Beschwer- deführerin im Rahmen der Begutachtung in den Klinike n C.____ ein Rey-Memory-Test (RMT) zur Detektion von Aggravation und Simulation durchgefüh rt wurde, welcher positiv ausgefallen ist. Dabei ist zu beachten, dass - soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht - regelmässig keine versicher te Gesundheitsschädigung vorliegt (BGE 141 V 281 E. 2.2.1). Unter diesen Umständen leuchtet denn auch - entgegen den Ausfüh- rungen der Beschwerdeführerin - die Zumutbarkeitsbeurt eilung im Gutachten von Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ ein. 7.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach mit den Gerichtsgutachtern Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin im Erwerbsbe- reich in einer leidensadaptierten Tätigkeit noch eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit von 60% besteht. 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. 8.1.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entsch eidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozi alrechtliche Abteilungen] vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1.2 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 29. Mai 2014 die Be- stimmung des Validenlohns auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statis- tik vom Jahr 2010, Tabelle TA 1, Sektor Detailhandel, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 3, Spalte Frauen, von Fr. 4‘360.-- pro Monat, basierend auf 40 Wochenstunden abgestellt. Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung, von 1,6% und die Umrechnung auf eine betriebsüb- liche Arbeitszeit von 41,9 Stunden x 12, resultierte bei einem Pensum von 80% ein Jahresein- kommen von Fr. 44‘546.--. Im Rahmen des Beschwerdeverfa hrens korrigierte die Beschwerde- gegnerin das Valideneinkommen und stellte nunmehr zu Recht auf das zuletzt erzielte Ein- kommen beim letzten Arbeitgeber ab. Gestützt auf die An gaben der Post vom 20. Januar 2012 ging sie bei einem 80%-Pensum von einem Einkommen von Fr. 51‘324.-- aus. 8.2.1 Da die Versicherte seit Eintritt der Gesundheitss chädigung keine zumutbare leidens- angepasste Tätigkeit ausübt, hat die IV-Stelle das Inva lideneinkommen richtigerweise unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE ermittelt. Laut Tab elle TA1 der LSE 2010 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Au fgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftig- ten Frauen im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 4 '225.-- (LSE 2010, Privater Sektor, Tabel- le TA1, Frauen, Total). Nach Umrechnung der Arbeitsze it auf die durchschnittliche Wochenar- beitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 03 /2014 S. 88 Tabelle B 9.2) und Anpas- sung an die Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Stat istik, Die Lohnentwicklung 2012, S. 21, Tabelle T1.1.10, Frauen, Total), resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 4'448.60 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 53'383.--. Da die Versicherte laut den massgebenden me- dizinischen Unterlagen (vgl. E. 7 hiervor) in einer solche n Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig ist, ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 32‘030.-- (Fr. 53'383.-- x 60 %). 8.2.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen We rt sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persön- lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalle s abhängt (leidensbedingte Ein- schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu beg renzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen V erfügung keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen, was sich in Würdigung der gegebenen Umstän de sowie unter Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale entgegen den Au sführungen der Beschwerdeführerin nicht zu beanstandet ist. 8.3 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkomme n von Fr. 32‘030.-- dem Valideneinkommen von Fr. 51‘324.-- (vgl. oben E. 8.1 .2) gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 19‘294.--, was für den Erwerbsbereich einen Invaliditätsgrad von 38 % ergibt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Versicherte zuf olge ihrer gesundheitlichen Be- schwerden im Haushalt eingeschränkt ist. 9.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von A rztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist beweis- kräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen u nd Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die A ngaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Bet eiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2 .3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 9.2 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil vom 22. Dezember 2003 (I 311/03, in deutscher Übersetzung publiziert i n: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) hat das da- malige EVG seine Rechtsprechung zur Bemessung der Inva lidität von ganz oder teilweise im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychischen G esundheitsschaden leiden, präzi- siert (E. 5, insbesondere E. 5.3). Danach bildet die Ab klärung im Haushalt auch hier grundsätz- lich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Wider- spruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und d en fachmedizinischen Feststel- lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewo hnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stellungnahmen aber in der Regel mehr Gewi cht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung (Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund d arin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychi schen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bund esgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechts anwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Recht sprechung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 V 352 E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gl eichermassen beweiskräftige Stellung- nahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussag en vereinbar sind oder einander widersprechen. Bestehen Divergenzen zwischen den Ergebni ssen der Haushaltsabklärung und Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherte n Person, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell höheres Gewicht beizumessen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 9.3 Die IV-Stelle hat zur Ermittlung der Einschränkun g der Versicherten im Haushaltsbereich beim Abklärungsdienst die hierfür vorgesehene Abklärung vor Ort in Auftrag gegeben. In ihrem Haushaltsbericht ermittelte die Abklärungsperson gesa mthaft eine Beeinträchtigung der Versi- cherten von 1.8%, was nicht zu beanstanden ist. Dieses Erg ebnis stimmt zudem weitgehend mit den Angaben im Gerichtsgutachten vom 22. Dezember 2015 überein. Diesem ist zu ent- nehmen, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt keine E inschränkung aufweise. Zugunsten der Versicherten wird im vorliegenden Fall jedoch von e iner Einschränkung von 1,8% gemäss Haushaltsabklärung ausgegangen. 10. In Anwendung der gemischten Methode der Invaliditä tsbemessung ergibt sich aufgrund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung von 80% im Erwerbs- und von 20% im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haush altbereich von 0.36% (1.8% x 0.2) und einer solchen im Erwerbsbereich von 30.4% (0,8 x 3 8%) insgesamt ein Invaliditätsgrad in der Höhe von gerundet 31% (vgl. zur Rundungspraxis des Bundesgericht BGE 130 V 121 ff.). Bei einem Invaliditätsgrad unter 40% hat die Versicher te keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde abzuweisen. 11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 der Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 11.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, we nn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nach träglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rech tsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen : BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 20. November 2014 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestüt zt auf die damals vorhandene Ak- tenlage nicht möglich war. Wie in Erwägung 7.1 ausgef ührt, wiesen die medizinischen Berichte Widersprüche auf, die weder von den Gutachtern Dres. H .____ und G.____ noch von der Be- schwerdegegnerin entkräftet wurden. Das in der Folge ei ngeholte Gerichtsgutachten von Dr. E.____ und Prof. Dr. D.____ vom 22. Dezember 201 5 war daher mit anderen Worten für eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung si nd demnach die Kosten dieses Gut- achtens, welche sich gemäss eingereichter Honorarnote v om 23. März 2016 auf Fr. 6‘438.40 belaufen, der Vorinstanz aufzuerlegen. 11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Angesichts der Tatsache, dass zur Du rchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage gekommen wäre, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verf ahrensfairness entfallen und ein ge- richtliches Gutachten angeordnet worden ist (vgl. BGE 1 37 V 210 ff.), ist der Beschwerdeführe- rin grundsätzlich eine Parteientschädigung bis zum Zeit punkt der ersten Urteilsberatung (vorlie- gend 20. November 2014) zu Lasten der Verwaltung zuzu sprechen. Die nach diesem Zeitpunkt geltend gemachten Kosten sind in Anbetracht des Ausgang s des Verfahrens nicht zu entschä- digen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnoten vom 23. Oktober 2014 für das Beschwerdeverfahren bis zum 20. November 20 14 einen Zeitaufwand von 8.33 Stunden und Auslagen von insgesamt Fr. 120.-- au sgewiesen, was angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des Aktenumfangs angemessen ist. Damit ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘379.60 (8.33 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 120 zuzüglich 8% MwS t.) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre- chen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.4 Die nach der ersten Urteilsberatung vom 20. Nove mber 2014 angefallenen ausseror- dentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envor- schuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von Fr. 6‘438.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘379.60 (inkl . Auslagen und 8% MwSt.) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht