B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1671/2017 U r t e i l v o m 2 4 . M a i 2 0 1 7 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei, vertreten durch Klausfranz Rüst-Hehli, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. Februar 2017 / N (…). E-1671/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin reiste zusammen mit ihre r Mutter und (…) Ge- schwistern am 12. November 2010 in die Schweiz ein. Gleichentags stell- ten sie in der Schweiz ihre ersten Asylgesuche. Daneben waren zwischen- zeitlich auch ihr (…) Vater und der (…) in Asylverfahren in der Schweiz involviert. Mit Verfügung vom 15. April 2011 lehnte das damalige Bundesamt für Mig- ration (BFM; heute SEM) die Asylgesuche vom 12. November 2010 ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung der betreffenden Personen aus der Schweiz und den Vollzug an. In der Folge reichten die Familienmitglieder – zusammen, individuell oder in unterschiedlichen Zusammensetzungen – durch verschiedene Rechtsvertreter zahlreiche ordentliche und ausseror- dentliche Rechtsmittel und -behelfe, Mehrfachasylgesuche, Ausstandsbe- gehren und dergleichen beim SEM und/oder beim Bundesverwaltungsge- richt ein, die allesamt abschlägig (Abweisung oder Nichteintreten) beurteilt wurden. Weitere Eingaben erfolgten bei kantonalen Behörden. Der letzte die Beschwerdeführerin betref fende Entscheid in Asyl - beziehungsweise Wegweisungsangelegenheiten bildet das Urteil des Bundesverwaltungs- gerichts E-7405/2016 vom 7. Februar 2017, mit welchem das Gericht eine Beschwerde, die sich gegen den Nichteintretensentscheid des SEM vom 18. November 2016 betreffend ein Wiedererwägungsgesuch vom 3. No- vember 2016 gerichtet hatte, abwies. Zwischenzeitlich wies das Gericht zudem eine vom 13. Januar 2017 datierende Rechtsverweigerungsbe- schwerde der Beschwerdeführerin mit Urteil vom 24. Januar 2017 ab. Für die protokollierten Aussagen, die vorgelegten Beweismittel sowie die In- halte der verschiedenen Rechtsschriften und (Zwischen -)Entscheidungen wird auf die Akten und, soweit für das vorliegende Verfahren wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. B. Mit schriftlicher Eingabe an das SEM vom 11. Januar 2017 (mit Ergän- zungseingaben) stellte die durch den rubrizierten Rechtsvertreter vertre- tene Beschwerdeführerin ein "(Erst-)Asylgesuch" (Bezeichnung durch den Rechtsvertreter), mit welchem sie die Du rchführung einer Befragung, die „Feststellung eines prozeduralen Aufenthaltsrechts" , die Gewährung von Asyl, ihre Anerkennung als Flüchtling und – sinngemäss – den Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung beantragte. E-1671/2017 Seite 3 C. Das SEM behandelte diese s behauptungsge mässe "(Erst -)Asylgesuch" als Mehrfachasylgesuch und lehnte dieses mit Verfügung vom 16. Februar 2017 – eröffnet tags darauf – unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin ab; gleichzeitig ordnete es deren Wegweisung aus der Schweiz s owie den Vollzug an. Zudem erhob das SEM von der Be- schwerdeführerin eine Gebühr von Fr. 600.–. D. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 17. März 2017 (und rund einem Dutzend Ergänzungseingaben) reichte die Beschwerdeführerin beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung des SEM vom 16. Februar 2017 ein. Darin beantragt sie deren Aufhebung, die Gewäh- rung von Asyl unter Feststellung ihrer Flüchtlingseigenschaft sowie even- tualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Sachverhaltser- gänzung und Neubeurteilung. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie ferner die instruktionsrichterliche Durchführung einer Anhörung oder eine entsprechende Anweisung an die Vorinstanz, die Einholung eines Schul- und Arztberichts, die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive unentgeltliche Rechtsverbeiständung und die Sistierung des Be- schwerdeverfahrens bis zum Abschluss des bei der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hängigen (…)verfahrens. E. Mit Zwischenverfügung vom 23. März 2017 stellte das Bundesverwaltungs- gericht den legalen Aufenthalt der Beschwerdeführerin während des Be- schwerdeverfahrens fest. Die Anträge betreffend Verfahrenssistierung, Durchführung einer Anhörung, Einholung von Schul- und Arztberichten so- wie Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeistän- dung wurden abgewiesen. Gleichzeitig wurde die Beschwerdeführerin un- ter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der Beschwerde und den überdurch- schnittlichen Bearbeitungsaufwand zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1‘200.– bis zum 7. April 2017 aufgefordert, unter Androhung des Nichteintretens auf die Beschwerde im Unterlassungsfall. Der Kostenvorschuss wurde am 3. April 2017 geleistet. F. Am 29. März 2017 gelangte die Beschwerdeführerin durch den rubrizierten Rechtsvertreter mit einem Ausstandsbegehren an das Bundesverwal-E-1671/2017 Seite 4 tungsgericht. Darin beantragte sie hauptsächlich die Feststellung der Be- fangenheit der Instruktionsrichterin Regula Schenker Senn sowie des Ge- richtsschreibers Urs David im Beschwerdeverfahren E-1671/2017 und de- ren Ausstand. Das Geschäft wurde unter der Verfahrensnummer E-1905/2017 erfasst. Am 4. April 2017 sistierte die Instruktionsrichterin auf Anweisung der In- struktionsrichterin im Ausstandsverfahren das vorliegende Beschwerde- verfahren E -1671/2017 bis zum Abschluss des Ausstandsverfahren s E-1905/2017. Am 10. Mai 2017 erging das Urteil im Verfahen E-1905/2017. Das gegen die Instruktionsrichterin sowie den Gerichtsschreiber des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens gerichtete Ausstandsbegehren wurde vollumfänglich abgewiesen. Ebenso wurde das darin gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung infolge Aussichtslosigkeit des Ausstands- begehrens abgewiesen . Die Verfahrenskosten von Fr. 750. – wurden je hälftig der Beschwerdeführerin und dem rubrizierten Rechtsvertreter aufer- legt. G. Für die Inhalte des Mehrfachasylgesuchs vom 11. Januar 2017, der ange- fochtenen Verfügung vom 16. Februar 2017, der Beschwerde vom 17. März 2017 (mit ihren zahlreichen Ergänzungen und Beweismitteln), der Zwischenverfügung vom 23. März 2017 sowie der Eingaben und (Zwi- schen-)Entscheidungen im Ausstandsverfahren E -1905/2017 ist auf die Akten und, soweit für das vorliegende Verfahren wesentlich, auf die nach- folgenden Erwägungen zu verweisen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-E-1671/2017 Seite 5 ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. Unter Bezugnahme auf die von ihr im aktuellen Verfahren mehrfach geäus- serte Kritik ist insbesondere auch klarzustellen, dass die Beschwerdefüh- rerin im vorliegenden multiplen Asylverfahren wie auch in sämtlichen vor - angegangenen ordentlichen und ausserordentlichen Verfahren sowohl von der Vorinstanz als auch vom Bundesverwaltungsgericht stets als eigen- ständiges Rechtssubjekt und unter Anerkennung ihrer eigenen schutzwür- digen Interessen behandelt wurde und wird. Bereits im Rahmen des aller- ersten Asylverfahrens – die Beschwerdeführerin war bei der Verfahrensein- leitung gerade mal dreijährig – hat d ie Vorinstanz zutreffend von einer Mehrzahl von Asylgesuchen gesprochen und die Beschwerdeführerin nicht lediglich als in das Verfahren ihrer Mutter eingesc hlossen betrachtet (vgl. Dispositiv Ziff. 2 des Asylentscheides vom 15. April 2011: „Die Asylgesuche werden abgelehnt“). 1.3 Bei dem in die angefochtene Verfügung vom 16. Februar 2017 mün- denden Verfahren handelt es sich um ein multiples Asylverfahren, das vom SEM zutreffend als solches erkannt wurde. Die anderslautende Auffassung der Beschwerdeführerin („Erstasylgesuch“) trifft offensichtlich nicht zu. Wie zuvor erwähnt, war die Beschwerdeführerin als eigenständiges Rechtssub- jekt Verfahrensbeteiligte beim ersten Asylgesuch vom 12. November 2010. Allseits unbestrittene Tatsache ist im Weiteren, dass es sich auch beim Ge- such vom 11. Januar 2017 um ein Asylgesuch handelt, zumal dessen Hauptanträge (am Ende des schriftlichen Gesuchs) auf die Anerkennung als Flüchtling und die Gewährung von Asyl ausgerichtet sind. Unbesehen der zwischenzeitlichen prozessualen Ereignisse (mit insbesondere weite- ren Asylgesuchen) handelt es sich somit bei diesem Asylgesuch vom 11. Januar 2017 eindeutig um ein Mehrfachgesuch. Diese Qualifikation ist nicht disponibel. Die am 1. Februar 2014 in Kraft gesetzte neue Fassung E-1671/2017 Seite 6 des Asylgesetzes (Änderungen vom 14. Dezember 2012) enthält unter an- derem neue Bestimmungen zur Wiedererwägung und eben zu Mehrfach- asylgesuchen (insb. Art. 111b und 111c AsylG). Diese sind somit im vorlie- genden multiplen Asylverfahren anwendbar und wurden vom SEM im an- gefochtenen Entscheid denn auch zutreffend umgesetzt. 1.4 Das vorliegende Beschwerdeverfahren ist spruchreif, zumal die mit Zwischenverfügung vom 4. April 2017 ang eordnete Verfahrenssistierung zeitlich ausdrücklich bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Ausstands- verfahrens E -1905/2017 begrenzt war. Mit dem Ausstandsurteil vom 10. Mai 2017 fiel die Sistierung somit ohne weiteres dahin, ohne dass sie formell noch aufzu heben gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin bezie- hungsweise ihr Rechtsvertreter hat trotz der Verfahrenssistierung dem Bundesverwaltungsgericht zahlreiche Ergänzungseingaben zukommen lassen, welche als Bestandteil des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zu den Akten genommen worden sind und mithin als zulässig betrachtet wer- den. 1.5 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 E-1671/2017 Seite 7 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder de r Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 3.4 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach d en gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völ- kerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Üb ereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Hei- mat-, Herkunfts - oder einen Dritts taat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Her- kunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). 3.5 Bei Asylgesuchen, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, hat die Ein- gabe schriftlich und begründet zu erfolgen. Unbegründete oder wiederholt E-1671/2017 Seite 8 gleich begründete Mehrfachgesuche werden formlos abgeschrieben. (vgl. Art. 111c Abs. 1 und 2 AsylG). 4. 4.1 Zur Begründung der Aussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde erwog die Instruktionsrichterin in der Zwischenverfügung vom 23. März 2017 (Zitat:), „dass das SEM nach einwandfreier Feststellung des entscheidrelevanten Sachverhalts in seinen Erwägungen offensichtlich mit überzeugender Be- gründung zur zutreffenden Erkenntnis gelangt ist, die Vorbringen der Be- schwerdeführerin in ihrem (multiplen) Asylgesuch vom 11. Januar 2017 (mit Ergänzungseingaben) würden den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügen, weshalb sie kei- nen Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und auf Gewäh- rung des Asyls habe, dass das SEM nach einer ersten Aktenprüfung ebenso die verfügte Weg- weisung und die Anordnung des Wegweisungsvollzuges gesetzes - und praxiskonform erwogen hat, dass auf diese Erwägungen verwiesen werden kann und darin nach Prü- fung der Akten kein Grund zur Beanstandung zu erblicken sein dürfte, dass der Inhalt der Beschwerd e (mit Ergänzungseingabe) offensichtlich keine andere Betrachtungsweise aufdrängt, dass die dortigen Ausführungen trotz ihrer erheblichen Quantität offensicht- lich keine qualitative Durchschlagskraft besitzen, sondern eine weitgehend unsystematische, konzeptlose und teilweise wirre Ansammlung von bereits in früheren Verfahren geltend gemachten Argumenten, türkeispezifischen geschichtlichen und politischen Abrissen, einer Ausbreitung von weiten Tei- len der Kinderrechtskonvention sowie Rundumschlägen gegen das SEM und die aktuelle türkische Regierung und Präsidentschaft darstellen, dass die Beschwerdeführerin (beziehungsweise ihr Rechtsvertreter) so- dann in aller Deutlichkeit darauf aufmerksam zu machen ist, dass es sich vorliegend erstens unzweifelhaft um ein mu ltiples Asylverfahren statt um ein behauptungsgemässes Erstasylverfahren handelt (mit den daraus sich ergebenden gesetzlichen Konsequenzen beispielsweise betreffend die Durchführung einer Anhörung), die Beschwerdeführerin zweitens vom SEM durchaus als eigenständiges Rechtssubjekt behandelt wurde, drittens die Mutter der Beschwerdeführerin weder Gesuchstellerin noch Beschwer- deführerin im aktuellen multiplen Asylverfahren ist und viertens das Anfech- tungsobjekt vorliegend einzig die Verfügung des SEM vom 16. Februar 2017 ist, E-1671/2017 Seite 9 dass das SEM im angefochtenen Entscheid absolut zutreffend erkannt hat, dass die seit dem Jahre 2010 durch verschiedene Rechtsvertretungen ein- gereichten ordentlichen und ausserordentlichen Gesuche und Eingaben der Beschwerdeführerin (beziehungsweise ihrer Familie) in asyl- und weg- weisungsrechtlicher Hinsicht einen engen Sachzusammenhang aufweisen und in weit über einem Dutzend erst- und nachinstanzlichen Entscheidun- gen praktisch durchwegs vollumfänglich abschlägig beurteilt wurden, dass das SEM damit implizit und zutreffend ausdrückt, dass sich das vor- liegende Asylgesuch vom 11. Januar 2017 bereits am Rande eines Eintre- tens- beziehungsweise Anhandnahmeanspruchs befand (vgl. Art. 111c Abs. 2 AsylG), dass die vorliegende Beschwerde diese Umstände offensichtlich verkennt und deren Inhalt vom auffallenden Bestreben geprägt ist, rechtskräftig er- gangene Asyl- und Wegweisungsentscheidungen immer wieder mit aus- schweifenden, aber weitgehend untauglichen und juristisch schwer ein- ordenbaren Argumenten in Frage zu stellen und Neubeurteilungen zu er- wirken, welches Verhalten nunmehr rechtsmissbräuchliche und mithin mut- willige Züge annimmt“. An dieser summarischen Beurteilung der Beschwerde ist nicht nur vollum- fänglich festzuhalten, sondern die zitierten Erwägungen sind auch integral auf die zahlreichen seitherigen Ergänzungseingaben anwendbar. Dort sind nämlich keine Noven enthalten, die einer zusätzlichen spezifischen Würdi- gung bedürften. Die Beschwerdeführerin zeigt gegenüber diesen Erwägun- gen vielmehr eine beachtliche Resistenz. Sie beziehungsweise ihr Rechts- vertreter ist sodann auf die Erwägungen 6 und 7 des Ausstandsurteils E-1905/2017 vom 10. Mai 2017 aufmerksam zu machen. Dort erkannte das Bundesverwaltungsgericht Folgendes (Zitat): „Wie bereits in einem früheren Verfahren (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -5343/2016 vom 27. September 2016) festgehalten worden ist, sind durch denselben Rechtsvertreter bereits mehrere Verfahren für die Gesuchstellerin und de- ren Familienangehörigen eingeleitet worden. Beim vorliegenden Aus- standsbegehren handelt es sich bereits um das fünfte. Indem sich der Rechtsvertreter als ein in Pension stehender Rechtsvertreter bezeichnet, der sich für die Interessen von Kindern respektive für ein Verfahren ein- setze, welches von anderen erwerbstätigen Rechtsvertretern (aufgrund Rechtsschutzsystems in der Schweiz) nicht bearbeitet werden könne (vgl. Eingabe vom 29. März 2017 S. 4), lässt vorliegend zudem den Anschein erwecken, als trete er in Verfahren auf, in welchen kaum Chancen auf Er- folg bestehen. Auch ist zudem fraglich, ob die von ihm verfolgten Motive E-1671/2017 Seite 10 mit den tatsächlichen Interessen seiner Mandanten übereinstimmen. Je- denfalls legt er mit seinen wiederholten Begehren eine Beharrlichkeit an den Tag, welche sich wiederum an der Grenze zur Missbräuchlichkeit und mithin an der Grenze zur Eintretenspflicht des Bundesverwaltungsgerichts bewegt (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Pro- zessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, S. 211 f. und S. 245 f.)“. Weiter erwog das Gericht: „Indem der Rechtsver- treter Klausfranz Rüst-Hehli zahlreiche Verfahren seit dem Jahre 2010 für die Gesuchstellerin und deren Familienangehörigen wiederholt mit densel- ben Anträgen und ähnlicher Begründung eingeleitet hat, die jeweils durch Urteile des Bundesverwaltungsgericht negativ entschieden worden si nd, verfolgt er mit seinen neuerlichen Begehren offensichtlich nicht nur die In- teressen seiner Mandantin. Seine Beharrlichkeit grenzt an Verbohrtheit und mangelnde Einsicht, dass Folgeverfahren mit derselben Argumenta- tion kaum einen anderen Ausgang finden dürften als vorhergehende.“ Ab- schliessend ist die Beschwerdeführerin (und mittelbar ihre gesetzliche Ver- treterin beziehungsweise ihr Rechtsvert reter) darauf hinzuweisen, dass eine Rückkehr in die Heimat, ohne damit verbundene Schwierigkeiten in Abrede stellen zu wollen, durchaus nicht nur als Schicksal, sondern viel- mehr als Chance für eine Neuausrichtung des Lebens im Familienverbund in der Türkei wahrgenommen werden kann. 4.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM in gesetzes - und praxiskonformer Weise die behauptungsgemässen Ansprüche der Be- schwerdeführerin auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Gewäh- rung des Asyls verneint sowie die Wegweisung und den Wegweisungsvoll- zug angeordnet hat. Es erübrigt sich, auf den Inhalt der Beschwerde sowie auf die zahlreichen Ergänzungseingaben und Beweismittel (insb. Zeitungs- berichte) näher einzugehen und weitere Abklärungen irgendwelcher Art zu treffen. 5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer - deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1‘200.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 E-1671/2017 Seite 11 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 3. April 2017 geleistete Kostenvorschuss in selber Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Trotz augenfälliger Störung des Geschäftsganges und des als tendenziell rechtsmissbräuchlich und mithin mutwillig erk annten Prozessverhaltens wird auf eine weitere Erhöhung der Verfahrenskosten und disziplinarische Sanktionen zulasten der Beschwerdeführerin oder ihres Vertreters verzich- tet. Indessen geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass Beide spätestens seit Ergehen des Ausstandsurteils E-1905/2017 und des vorlie- genden Beschwerdeurteils Klarheit betreffend die zulässigen Grenzen ih- res prozessualen Verhaltens haben. Einer Überschreitung wäre gegebe- nenfalls in zukünftigen Verfahren vor dem Bundesverwal tungsgericht Rechnung zu tragen. (Dispositiv nächste Seite) E-1671/2017 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘200.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der am 30. März 2015 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zu deren Bezahlung verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David