A bteilung V E -7174/2006 E -7175/2006/sca {T 0/2} U rteil vom 28. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter M arkus König (Vorsitz), Beat W eber, Jean-Pierre M onnet G erichtsschreiber Bindschedler 1. Z._______, Serbien, 2. B ._______, Serbien, 3. C ._______, Serbien, vertreten durch lic. iur. Peter Bolzli, Zürcher R echtsberatungsstelle für Asylsuchende, Bertastrasse 8, 8004 Zürich, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellen- w eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 16. M ärz 2001 i. S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: I. A. D ie Beschw erdeführerin ersuchte zusam m en m it ihrem Ehem ann D ._______ sow ie m it ihren dam als noch m inderjährigen Kindern am 5. August 1991 erstm als in der Schw eiz um Asyl. Am 6. Januar 1992 zogen die Eheleute ihr Asylgesuch zurück, w orauf das Asylverfahren m it Verfügung des Bundesam tes vom 13. Januar 1992 abgeschrieben w urde. II. B. D ie Beschw erdeführerin und ihre Söhne verliessen den H eim atstaat nach eigenen Angaben erneut am 21. Januar 2001 und gelangten über angeblich unbekannte Länder am 22. Januar 2001 illegal in die Schw eiz, w o sie gleichentags w ieder um Asyl nachsuchten. Am 2. Februar 2001 fanden die Befragungen im Transitzentrum Altstätten statt. Am 23. Februar 2001 w urden die Beschw erdeführerin sow ie ihr äl- terer Sohn vom Bundesam t direkt zu den Asylgründen angehört. Im W esentlichen m achte die Beschw erdeführerin geltend, sie sei eine E._______ und kom m e aus F._______. D ort habe sie seit 1997 als Sekretärin in der R edaktion des E._______-Fernsehsenders G ._______ gearbeitet. Am zw eiten Sonntag im N ovem ber 2000 sei eine Sendung über die Situation der E._______ zur Zeit der Bom bardierungen Serbiens durch die Alliierten ausgestrahlt w orden. D arauf habe sie m it der Polizei Schw ierigkeiten erhalten, w eil sie für diese Sendung M aterial gesam m elt habe. Ab M itte N ovem ber 2000 habe die Polizei ihr H aus sow ie die R edaktionsräum e m ehrm als nach w eiteren U nterlagen durchsucht. Anfang D ezem ber 2000 sei die Beschw erdeführerin durch die Polizei verhört w orden. Am 15. Januar 2001 seien ihr M ann sow ie der C hefredaktor verhaftet w orden. Am darauf folgenden Tag hätten dann die Behörden die R edaktion geschlossen. Ausserdem m achte die Beschw erdeführerin geltend, sie sei im August 2000 von einem serbischen N achbarn vergew altigt w orden, der nach seiner R ückkehr aus dem Kosovo als Polizist gearbeitet habe. Aus Furcht vor einer Verhaftung w egen ihrer Tätigkeit bei G ._______ habe sie schliesslich Serbien m it ihren Söhnen verlassen. Als Bew eism ittel gab die Beschw erdeführerin eine Bestätigung der E._______ R edaktion G ._______ vom 21. Juli 2000 und einen M itgliederausw eis des H ._______-Vereins zu den Akten. D er Sohn der Beschw erdeführerin m achte geltend, er sei E._______ und stam m e ebenfalls aus F._______. W egen der Tätigkeit seiner M utter habe die Polizei ab M itte N ovem ber 2000 dreim al in ihrem H aus nach M aterial gesucht, w elches seine M utter für eine Fernsehsendung über die Situation der E._______ gesam m elt gehabt habe. Am 15. Januar 2001 sei sein Vater verhaftet w orden. W eil die 3 Behörden seine M utter gesucht hätten, sei er m it ihr sow ie m it seinem jüngeren Bruder am nächsten Tag abgereist. W eiter brachte der Beschw erdeführer vor, er sei in der Schule w egen seiner ethnischen Zugehörigkeit benachteiligt w orden. Für die übrigen Aussagen der Beschw erdeführer w ird auf die Akten verw iesen. C . M it separaten Verfügungen vom 16. M ärz 2001 – beide eröffnet am 20. M ärz 2001 – stellte das Bundesam t fest, die Vorbringen der Beschw erdeführer hielten w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingsei- genschaft stand, w eshalb sie diese nicht erfüllten. D ie Vorinstanz lehnte die Asyl- gesuche ab, verfügte die W egw eisung der Beschw erdeführer aus der Schw eiz und ordnete den W egw eisungsvollzug an. D . M it gem einsam er Beschw erde vom 18. April 2001 an die dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragten die Beschw erdeführer unter anderem die Aufhebung der Verfügungen vom 16. M ärz 2001, die G ew äh- rung von Asyl oder die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, eventuell die Fest- stellung der U nzulässigkeit oder U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs und die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e sow ie den Verzicht auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses und die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021). Auf die Begründung im Einzelnen w ird in den Erw ägungen eingegangen. D ie Beschw erdeführer gaben als Bew eism ittel eine Bestätigung ihrer Fürsorgeabhängigkeit und ein den Ehem ann der Beschw er- deführerin betreffendes ärztliches Zeugnis der Klinik für N eurochirurgie in F._______ vom 21. M ärz 2001 zu den Akten. E. M it Zw ischenverfügung der dam als zuständigen Instruktionsrichterin der AR K vom 7. M ai 2001 w urden die Verfahren der Beschw erdeführer vereinigt. W eiter w urde antragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und der Ent- scheid über die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege aufgeschoben. Zu- dem w urde der Antrag auf am tliche Ü bersetzung des eingereichten frem dsprachi- gen D okum ents respektive ärztlichen Zeugnisses abgew iesen. D ie Beschw erde- führer w urden zur Einreichung einer Ü bersetzung des D okum ents aufgefordert. F. M it Eingabe vom 22. M ai 2001 reichten die Beschw erdeführer die Ü bersetzung des erw ähnten ärztlichen Zeugnisses nach. G . M it Eingabe vom 18. Juni 2001 reichte die Beschw erdeführerin ein w eiteres ärztli- ches Zeugnis zu den Akten, gem äss w elchem sie an schw eren psychischen und psychosom atischen Problem en leide, w elche w eitere Indizien für den W ahrheits- gehalt ihrer Vorbringen, nam entlich der erlittenen Vergew altigung und auch des gew altsam en Todes ihres Ehem annes seien. Ausserdem legte sie einen Bericht des "H elsinki C om m itee for H um an R ights in Serbia" vom M ai 2001 ins R echt und führte dazu aus, die darin enthaltenen Aussagen einer renom m ierten M enschen- rechtsorganisation stünden der Ländereinschätzung des Bundesam tes diam etral entgegen. H . M it Vernehm lassung vom 20. Juni 2001 beantragte das Bundesam t die Abw eisung der Beschw erde. D abei hielt es unter anderem fest, aus dem den Ehem ann betref- fenden Arztbericht könne einerseits nicht geschlossen w erden, der Tod des M an- nes sei im Zusam m enhang m it oder als Folge einer behördlichen M assnahm e er-4 folgt. Andererseits seien w eder über die angebliche behördliche Verfolgung des E._______ Senders G ._______, dessen C hefredaktors oder der Beschw erdeführerin w egen kritischer Berichterstattung noch über die angebliche Verhaftung der M itglieder des H ._______-Vereins Berichte veröffentlicht w orden. D erartige Vorfälle w ären indessen erfahrungsgem äss nicht unbem erkt geblieben, hätten breites Interesse hervorgerufen und w ären publik gew orden. I. M it Zw ischenverfügung der dam als zuständigen Instruktionsrichterin vom 28. Juni 2001 w urde den Beschw erdeführern G elegenheit geboten, sich zur vorinstanzli- chen Vernehm lassung zu äussern. In ihrer R eplik vom 16. Juli 2001 w ird m it Bezug auf den Tod des Ehem annes der Beschw erdeführerin festgehalten, dass jede Version, w elche die tödlichen Ver- letzungen nicht im Zusam m enhang m it einer H aft und einer behördlichen M iss- handlung sehe, höchst unw ahrscheinlich sei. W eiter brachten die Beschw erdefüh- rer vor, es spreche gerade für U nregelm ässigkeiten, die zum Tod geführt hätten, dass dem Arztbericht keine Angaben zur U rsache der Verletzungen zu entnehm en seien. Auch die Art der angeführten Verletzungen sprächen gegen einen gew öhnli- chen U nfall. D ie Beschw erdeführer beantragten eine diesbezügliche Begutachtung des Arztzeugnisses durch einen gerichtlichen Facharzt. Ferner m achten die Be- schw erdeführer geltend, es könne durchaus m öglich sein, dass der Vorfall rund um den Sender G ._______ Beachtung gefunden habe und eventuell sogar publik gew orden sei. M it Sicherheit könne dies jedoch nicht angenom m en w erden. D as Bundesam t habe trotz U ntersuchungspflicht keine entsprechenden Abklärungen vor O rt vorgenom m en. D aher beantragten die Beschw erdeführer eine Botschaftsanfrage. J. M it Zw ischenverfügung vom 13. April 2007 w urde den Beschw erdeführern m itge- teilt, dass ihre bei der AR K in vorliegender Angelegenheit anhängig gem achten Verfahren per 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w or- den seien (Art. 53 Abs. 2 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32] und von der Abteilung V behandelt w ürden. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ).5 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erden sind form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erden ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Beschw erdeführer brachten zur Begründung ihrer R echtsm ittel zunächst m it Bezug auf die vorinstanzlichen Zw eifel an der Authentizität der Vorbringen der Be- schw erdeführerin vor, diese Ü berlegungen entsprächen m ehr einem W unschden- ken des Bundesam tes als der R ealität. Von einer gesicherten Erkenntnis, w onach bereits w enige W ochen nach der "sanften R evolution" in Jugoslaw ien die M en- schenrechte der E._______ geachtet w orden seien, könne keine R ede sein. M it dem Tod des Ehem annes beziehungsw eise Vaters der Beschw erdeführer seien die Zw eifel des Bundesam tes sow ieso hinfällig gew orden. W enn auch unaufgeklärt, m üsse jener Tod m it der H aft zusam m enhängen, w elche dam it als belegt zu gelten habe (vgl. Beschw erde S. 4). D er einzige vom Bundesam t angeführte W iderspruch – eine U ngereim theit zw ischen den Aussagen im Transitzentrum und bei der direkten Bundesanhörung im Zusam m enhang m it der Verhaftung des Ehem annes – sei bereits vor dessen Tod unbedeutend und nicht geeignet gew esen, die G laubw ürdigkeit der Beschw erdeführerin in Frage zu stellen. Bei der Befragung im Transitzentrum sei die Beschw erdeführerin aufgeregt gew esen und habe den Fehler erst nach der R ückübersetzung des Protokolls bem erkt; zudem kom m e der Em pfangsstellenbefragung aufgrund ihres bloss sum m arischen C harakters kein grosser Bew eisw ert zu (vgl. Beschw erde S. 4). 6 W eiter brachte die Beschw erdeführerin vor, ihre Schilderungen seien sehr präzise, substanziiert und gut nachvollziehbar. Es ergäben sich auch keine W idersprüche zu den Aussagen des Sohnes B._______, w elcher separat angehört w orden sei. Som it liege ein w eiteres Indiz für die G laubhaftigkeit ihrer Erlebnisse vor (vgl. Beschw erde S. 5). Aufgrund des geschilderten Sachverhaltes, insbesondere aufgrund des Todes ihres Ehem annes, sei eine künftige Verfolgungsgefahr evident (vgl. Beschw erde S. 5). 4.2 N ach Prüfung der Akten, insbesondere der w ährend der Anhörungen protokollier- ten Asylvorbringen, kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die angefochtenen Verfügungen einer Ü berprüfung insgesam t standhalten. D ie Vorins- tanz hat in ihren Verfügungen nachvollziehbar aufgezeigt, w eshalb die Vorbringen der Beschw erdeführer sow ohl als unglaubhaft als auch als asylrechtlich unerheb- lich zu beurteilen sind. Im Einzelnen ist zw ecks Verm eidung unnötiger W iederho- lungen vorab auf die Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung zu verw eisen. D ie Beschw erde enthält keine stichhaltigen Angaben, w elche die vorinstanzlichen Erw ägungen um zustossen und zu einer anderen Beurteilung der Asylvorbringen der Beschw erdeführer zu führen verm öchten. 4.3 Sow eit die Beschw erdeführer in der Beschw erde geltend m achen, die Zw eifel des Bundesam tes an den Vorbringen der Beschw erdeführerin seien m it dem Tod des Ehem annes beziehungsw eise Vaters, der im G efängnis m utm asslich erm ordet w orden sei, hinfällig gew orden (vgl. Beschw erde S. 4), verm ögen diese Vorbringen die U nglaubhaftigkeitsargum entation des Bundesam tes nicht in Frage zu stellen. D ie Ausführungen über die Todesursache des Ehem annes hinterlassen einen spe- kulativen und ungereim ten Eindruck. D em eingereichten (jugoslaw ischen) Arztbe- richt lässt sich in diesem Zusam m engang nichts Erhellendes entnehm en; darin w ird unter anderem lediglich festgehalten, der Ehem ann sei infolge eines U nfalls gestorben. U nter W ürdigung der gesam ten Akten erübrigt es sich, diesen Bericht begutachten zu lassen, w eshalb der entsprechende Antrag abzuw eisen ist. Eben- so unbehelflich in dieser Frage ist der ärztliche Bericht von Frau D r. m ed. I._______ vom 11. Juni 2001. D er in der Beschw erde erw ähnte Aussagew iderspruch (vgl. dort S. 4) betreffend die U m stände der Benachrichtigung der Beschw erdeführerin über die Verhaftung des Ehem annes erscheint auch unter Berücksichtigung des sum m arischen C harakters der Erstbefragung im Em pfangszentrum (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1993 N r. 3 S. 11 ff.) als m assgeblich. D ie Beschw erdeführerin hat unm issverständlich zw ei verschiedene Versionen zu einem nicht unw esentlichen Punkt der Asylbegründung zu Protokoll gegeben (vgl. Protokoll des Transitzentrum s S. 5 und Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 12 f. und S. 22), w elche sich nicht m it einer allfälligen Aufregung plausibel erklären lassen. Ausserdem ist darauf hinzuw eisen, dass gem äss dem Bericht des "Project on Ethnic R elations" (PER , Princeton, N ew Jersey, August 2001) am 16. Februar 2001 in Belgrad eine D iskussion am R unden Tisch über Status und Perspektiven der E._______ in Serbien stattgefunden hat, an der der G ._______-C hefredaktor ebenfalls teilnahm . Er befand sich dem nach dam als offensichtlich nicht in H aft, w ie die Beschw erdeführerin anlässlich der Bundesanhörung vom 23. Februar 2001 behauptete (vgl. betreffendes Protokoll S. 12). D ie angeblich zusam m en m it dem C hefredaktor erfolgte Verhaftung des 7 Ehem annes vom 15. Januar 2001 (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 12) erscheint unter diesen U m ständen zusätzlich unglaubhaft. Zudem ist in kei- ner W eise nachvollziehbar, dass der Ehem ann w egen der Beschw erdeführerin res- pektive w egen deren Sekretariatstätigkeit bei G ._______ verhaftet w orden sein soll, w ie sie bei der Bundesanhörung vorbrachte (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 14). 4.4 D as Bundesverw altungsgericht erachtet es als unlogisch und nicht nachvollzieh- bar, dass die Beschw erdeführerin, w elche als gew öhnliche Sekretärin (vgl. auch Arbeitszeugnis vom 21. Juli 2000) bei einer Fernsehredaktion arbeitete, infolge ei- ner Sendung von der Polizei behelligt w orden sein soll, zum al der Sender G ._______ staatlich zugelassen w ar, von der Stadt F._______ technisch unterstützt w urde (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 4 f.) und die Verhaftung des verantw ortlichen C hefredaktors als unglaubhaft zu betrachten ist. M it Bezug auf die angeblichen Besuche der Polizei ergibt sich aus den Anhörungsprotokollen übrigens ein w eiterer W iderspruch, indem die Beschw erdeführerin im Transitzentrum von drei H ausdurchsuchungen sprach, w elche in der Zeit vom 15. N ovem ber 2000 bis zum 10. Januar 2001 erfolgt seien (vgl. Protokoll des Transitzentrum s S. 5); hingegen bei der bundesam tlichen Anhörung sagte, die Polizei hätte in der Zeit vom 15. N ovem ber 2000 bis zum 3. oder 5. D ezem ber 2000 ihre W ohnung durchsucht und zudem sei sie beim dritten oder vierten M al verhaftet w orden (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 8 und S. 14, 22). D ie Schilderungen der Beschw erdeführerin sind in den w esentlichen Punkten entgegen ihrer Auffassung nicht als präzise zu qualifizieren (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 10 f. und 13 f.). D ie von der Beschw erdeführerin geltend gem achte Vergew altigung durch einen N achbarn, einen Polizisten, erw eist sich ebenfalls als unglaubhaft. Ihre Angaben zu den äusseren U m ständen des angeblichen Vorfalls, besonders zur Frage, w ann sie den N achbarn jew eils angetroffen und gesprochen habe, sind w idersprüchlich (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 16 ff. und S. 23). N achdem sow ohl die angebliche Vergew altigung der Beschw erdeführerin als auch die in den Einga- ben w iederholt dargelegten U m stände des Todes ihres Ehem annes als unglaub- haft einzustufen sind, m üssen die in der Eingabe vom 18. Juni 2001 respektive im ärztlichen Bericht von Frau D r. m ed. I._______ vom 11. Juni 2001 diagnostizierten G esundheitsproblem e auf andere, unbekannte U rsachen zurückgeführt w erden. D er m it der Eingabe vom 18. Juni 2001 als Bew eism ittel eingereichte "R eport on R acial D iscrim ination" des H elsinki C om m ittee for H um an R ights in Serbia vom M ai 2001 (Internetausdruck) bezieht sich nicht direkt auf die spezifische persönli- che Situation der Beschw erdeführer oder den konkreten Kontext ihrer Asylvorbrin- gen und erscheint dam it für das vorliegende Verfahren ebenfalls w enig erhellend. Sow eit bezüglich der angeblichen Schliessung des E._______-Senders G ._______ (vgl. Protokoll der direkten Bundesanhörung S. 11 und 15) eine Botschaftsanfrage beantragt w ird, ist dieser Antrag abzuw eisen, w eil der Sachverhalt als hinreichend erstellt zu bezeichnen ist. Im Ü brigen w ird der Sender G ._______, F._______, noch im Jahresbericht der "m edienhilfe" (http://archiv2.m edienhilfe.ch/m h-info/2002/JB2002.pdf) erw ähnt und ist offensichtlich nicht geschlossen w orden.8 4.5 N achdem die vom Sohn B._______ geltend gem achten Asylgründe sich direkt auf die Vorbringen seiner M utter abstützen, m üssen auch sie als unglaubhaft qualifiziert w erden. 4.6 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der gem einsam en Beschw erdeschrift sow ie der w eiteren Eingaben ein- zugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. D er rechtserhebliche Sach- verhalt ist genügend erstellt. Zusam m enfassend folgt, dass die Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnten. D ie Vorinstanz hat die Asylgesuche dem nach zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D ie Beschw erdeführerin und der Sohn C ._______ verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). H ingegen verfügt unterdessen der ältere Sohn B._______ durch H eirat m it einer niedergelassenen Ausländerin seit dem 30. M ärz 2005 über eine Aufenthaltsbew illigung B. D ie Anordnung seiner W egw eisung ist dam it praxisgem äss dahingefallen und seine Beschw erde insow eit gegenstandslos gew orden (vgl. EM AR K 2000 N r. 30 S. 251 f., 2001 N r. 21 S. 178). 5.3 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.4 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M en- schenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand-9 lung unterw orfen w erden. D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es den Beschw erdeführern respektive insbesondere der Beschw erdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr der Beschw erdeführer in ihren H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihren H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w ären. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofs für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üssten die Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer R ückschiebung Fol- ter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ies gelingt ihnen offensichtlich nicht. D ie allgem eine M enschen- rechtssituation in Serbien lässt den W egw eisungsvollzug nicht als unzulässig er- scheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.5 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Eine Situation, w elche die Beschw erdeführer als "G ew alt- oder D e-facto-Flüchtlin- ge" qualifizieren w ürde, liegt nicht vor. N ach dem oben G esagten ist davon auszu- gehen, dass die Beschw erdeführer nach einer R ückkehr in ihr H eim atland keinen relevanten Behelligungen ausgesetzt w ären. W eiter verfügen die Beschw erdefüh- rer im H eim atland über ein fam iliäres Beziehungsnetz (Schw ester und Eltern der Beschw erdeführerin respektive M utter, Tante und G rosseltern) und angesichts ih- rer Ausbildung und Berufserfahrung auch über realistische Aussichten, sich im H eim atland w ieder eine Existenz aufbauen zu können, zum al die Verw andten die Beschw erdeführer bei der R eintegration unterstützen können. Schliesslich ist zu den letztm als in der Eingabe vom 18. Juni 2001 geltend ge- m achten gesundheitlichen Problem en der Beschw erdeführerin festzuhalten, dass die darin beschriebenen Beschw erden im H eim atland der Beschw erdeführerin m e- dizinisch behandelt w erden könnten, sofern sie nach w ie vor aktuell sein sollten. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung auch als zum utbar zu be-10 zeichnen. 5.6 Schliesslich obliegt es den Beschw erdeführern, sich bei der zuständigen Vertre- tung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.7 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung sow eit die Beschw er- deführerin und Ihren Sohn Ivan betreffend zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esag- ten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügungen Bun- desrecht nicht verletzen, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellen und angem essen sind (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erden sind deshalb abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) D a jedoch die Beschw erde - bezogen auf den Zeitpunkt ihrer Einreichung - nicht als aussichtslos bezeichnet w erden konnte, ist das darin gestellte G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ge- m äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gutzuheissen, nachdem die Bedürftigkeit sich aus den Akten ergibt. Som it sind keine Verfahrenskosten zu erheben. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erden w erden abgew iesen, sow eit sie nicht gegenstandslos gew orden sind. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird gutgeheissen. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer, (eingeschrieben; über die H erausgabe der bei der Vorinstanz eingereichten D okum ente entscheidet das BFM auf Anfrage) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - das J._______ ad _______ (Beilagen: drei G eburtsregisterauszüge der Beschw erdeführer, Identitätskarte der Beschw erdeführerin _______) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus König R udolf Bindschedler Versand am :