Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA080076/U/mum Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz K uhn, Präsident, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterinnen Sylvia Frei, Yvona Griesser und der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der Generalsekretär Viktor Lieber Zirkulationsbeschluss vom 8. April 2009 in Sachen X., …, …, Beklagter, Widerkläger, Appellant und Beschwerdeführer sowie Y. , …, Nebenintervenient gegen Stockwerkseigentümergemeinschaft Z., …, Klägerin, Widerbeklagte, Appellatin und Beschwerdegegnerin vertreten durch … betreffend unentgeltliche Rechtspflege Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 21. April 2008 (LB080009/Z04) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Die Beschwerdegegnerin ist eine St ockwerkeigentümergemeinschaft; der Beschwerdeführer erwarb im Jahre 1994 eine Stockwerkeinheit (3½-Zimmer- Wohnung) in der fraglichen Liegenschaft in _______ und wurd e als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Wegen Täuschung und Übervorteilung berief er sich in der Folge auf Unverbindlichkeit im Sinne von Art. 21 OR und strengte verschie- dene Gerichtsverfahren zwecks Rück übernahme und Änderung des Grundbuch- eintrages an. Im Juli 1995 zog er aus der Wohnung aus und leistete in der Folge keine weiteren Zahlungen an deren Kosten, blieb aber als Eige ntümer eingetra- gen. Am 5. September 2001 wurde die Wohnung zwangsversteigert und der Be- schwerdeführer als Eigentümer im Grundbuch gelöscht (zum Vorstehenden an- gefochtener Beschluss S. 3 f., insoweit unwidersprochen). 2.1 Mit Klageschrift vom 11. Januar 2001 klagte die Beschwerdegegnerin vor Bezirksgericht _________ gegen den Beschwerdeführer auf Zahlung von Fr. 27'521.10 nebst verschiedenen Zinsbetreffnissen. Dabei geht es um die Bezah- lung von Nebenkostenbeiträgen sowie ant eilsmässigen Baurechtszinsen für den Zeitraum zwischen Januar bzw. Juli 199 8 bis Ende 2000. Der Beschwerdeführer bestritt namentlich die Aktiv- und Passivlegitimation; überdies erhob er Widerkla- ge und verlangte die Feststellu ng, wonach er (zur fraglic hen Zeit) zu Unrecht als Eigentümer der betreffenden Wohnung im Grundbuch eingetragen gewesen sei. 2.2 Mit Urteil vom 30. November 2007 tr at das Bezirksgericht ________ auf die Widerklage nicht ein und verpflichtete den Beschwerdeführer in teilweiser Gut- heissung der Hauptklage, der Beschwerd egegnerin Fr. 25'701.50 zuzüglich Zin- sen zu bezahlen; im Mehrbetrag wies es die Klage ab (OG act. 115). 3. Gegen dieses Urteil gelangte der Beschwerdeführer mit Berufung ans Obergericht, welches ihn mit Verfügung vo m 7. Februar 2008 gestützt auf § 73 Ziff. 4 ZPO zur Leistung einer Prozesskaut ion von Fr. 8'200.-- innert zehn Tagen - 3 - verpflichtete. Innert Frist stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege; gleichzeitig begründete er kurz seinen Stand- punkt, den er im Berufungsverfahren einzunehmen gedenke (OG act. 121). Mit Beschluss vom 21. April 2008 (KG act. 2) wies die I. Zivilkammer des Obergerichts das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege (unentgeltliche Proz essführung und unentgeltliche Rechtsver- beiständung) wegen Aussichtslosigkeit der Berufung ab und setzte ihm erneut Frist von zehn Tagen zur Leistung der genannten Prozesskaution an. 4. Mit Eingabe vom 4. Mai 2008 an das Obergericht erhob der Beschwerde- führer Nichtigkeitsbeschwerde (OG act. 125 = KG act. 1). Gestützt auf § 194 Abs. 2 GVG überwies das Obergericht diese Eingabe zuständigkeitshalber dem Kassa- tionsgericht, wobei es darauf hinwies, zugunsten des Beschwerdeführers werde Ziff. 3 der Eingabe als Gesuch um Erst reckung der angesetzten Frist zur Kauti- onsleistung bis zum Entscheid über die Nichtigkeitsbesch werde interpretiert, wo- bei diesem Gesuch entsprochen werde in der Meinung, dass das Kassationsge- richt über eine allfällige Na chfrist zur Kautionsleistung zu befinden haben werde (KG act. 3). Mit Schreiben vom 9. Mai 2008 (KG act. 6) wurde der Beschwerdeführer auf die formellen Anforderungen an eine Nichtigkeitsbeschwerde und auf die Möglich- keit, seine Eingabe innert l aufender Beschwerdefrist zu ergänzen oder ergänzen zu lassen, hingewiesen. Mit (rechtzeiti ger) Eingabe vom 22. Mai 2008 reichte der Beschwerdeführer eine verbesserte Be schwerdeschrift ein (KG act. 7). Er bean- tragt, es sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und es sei ihm für das Beru- fungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (diese in der Person von RA Dr. A. ) zu bewilligen. Auch für das Verfahren vor Kassations- gericht beantragt er die Gewährung der umfassenden unentgeltlichen Rechtspfle- ge. Die Beschwerdegegnerin hat auf Beantwortung der Beschwerde verzichtet (KG act. 10), ebenso die Vorinstanz auf Vernehmlassung (KG act. 11). 5. Der vor der Vorinstanz als Nebenintervenient des Beschwerdeführers auf- tretende Y. ersuchte mit Eingabe vom 30. Oktober 2008 um Orientierung über - 4 - den Verfahrensstand (KG act. 12). Mit Ve rfügung vom 5. November 2008 wurde er auch für das Beschwerdeverfahren al s Nebenintervenient vermerkt (KG act. 14). II. 1. Aus der Natur des Beschwerdeverfahrens, das keine Fortsetzung des Verfahrens vor dem Sachrichter darstell t, folgt (worauf der Beschwerdeführer be- reits mit Schreiben vom 9. Mai 2008 hingewiesen worden war), dass sich der Nichtigkeitskläger konkret mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und den behaupteten Nicht igkeitsgrund in der Beschwerdeschrift selbst nachwei- sen muss (§ 288 Ziff. 3 ZPO). In der Beschwerdebegründung sind insbesondere die angefochtenen Stellen des vorinstanz lichen Entscheides zu bezeichnen und diejenigen Aktenstellen, aus denen sich ein Nichtigke itsgrund ergeben soll, im Einzelnen anzugeben. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vo- rinstanzlichen Akten nach den Grundlagen des geltend gemachten Nichtigkeits- grundes zu suchen. Wer die vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich rügt, muss in der Beschwerde genau darlegen, welche tatsächlichen Annahmen des angefochtenen Entscheides auf Grund welcher Aktenstellen willkürlich sein sollen. Wird Aktenwidrigkeit einer tatsächlic hen Annahme behauptet, so sind ebenfalls die Bestandteile der Akten, die nicht oder nicht in ihrer wahren Gestalt in die Be- weiswürdigung einbezogen worden sein sollen, genau anzugeben (ZR 81 Nr. 88 Erw. 6; F RANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcher ischen Zivilprozessord- nung, 3. Auflage, Zürich 1997, N 4 zu § 288; S PÜHLER/VOCK, Rechtsmittel in Zivil- sachen im Kanton Zürich und im Bund, Zürich 1999, S. 72 f.). 2.1 Einleitend (Beschwerde Ziff. 1, S. 2/3) wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, sie berufe sich au f Formalitäten, übersehe die Hintergründe und vergesse die Gerechtigkeit (Beschwerde S. 3). Er bezieht sich in diesem Zusam- menhang auf frühere Gerichtsverfahren, ohne jedoch konkret auf den angefoch- tenen Entscheid einzugehen und nachzuweis en, inwiefern dieser an einem Nich- tigkeitsgrund leiden soll. Damit kommt er den oben erwähnten Anforderungen an - 5 - die Begründung der Beschwerde nicht nach, weshalb insofern auf die Beschwer- de nicht einzutreten ist. 2.2 Ebenfalls nicht einzutreten ist aus folgenden Gründen auf die in diesem Zusammenhang erhobenen Vorwür fe gegen Oberrichterin D. (dazu bereits KG act. 1) sowie die Bezirksrichter E. und F. (Beschwerde S. 2): a) Soweit der Beschwerdeführer Oberrichterin D. mangelnde Unparteilichkeit vorwirft, hätte er einen diesbezüglichen Ablehnungsgrund gemä ss § 98 GVG im obergerichtlichen Verfahren geltend machen müssen, worauf das Obergericht darüber zu befinden g ehabt hätte (§ 101 Abs. 2 GVG) . Nur wenn er die von ihm behaupteten Grundlagen für eine Ablehnung erst nach Eröffnung des angefoch- tenen Entscheides entdeckt hätte (was der Beschwerdeführer aber selber nicht behauptet), könnte er die Frage des Ausstandes zum Gegenstand des vorliegen- den Beschwerdeverfahrens machen (§ 102 Abs. 2 GVG). Gleiches gilt für die nachträgliche Ab lehnung der Bezirksrichter E. und F. Hier wäre es Sache des Beschwerdef ührers gewesen, deren Ausstand während des Verfahrens vor Bezirksgericht zu verlangen, worauf über das Ausstands- bzw. Ablehnungsbegehren vom Obergericht zu entscheiden gewesen wäre (§ 101 Abs. 1 GVG). Auf das nachträglich im vorliegenden Beschwerdeverfahren gestellte Ab- lehnungsbegehren ist wegen Verspätung bzw. mangels funk tioneller Zuständig- keit ebenfalls nicht einzutreten. b) Der Vollständigkeit halber ist imme rhin darauf hinzuweisen, dass nach konstanter Praxis allein der Umstand, dass ein Richter in einem früheren Verfah- ren oder Verfahrensstadium zu Ungunsten einer Partei entschieden hat, keinen Ablehnungsgrund im Sinne von § 96 Ziff. 4 GVG darstellt (HAUSER/SCHWERI, Kom- mentar zum zürcherischen Gerichtsverfas sungsgesetz, Zürich 2002, § 96 N 40). Dies gälte selbst dann, wenn der frühere Entscheid sachlich falsch gewesen wäre (HAUSER/SCHWERI, a.a.O., N 23, 40 und 42 zu § 96 GVG; BGE 116 Ia 30, E. 2a; Pra 2006 Nr. 74, E. 2 mit Hinw.). - 6 - 3. Das Obergericht stellt im angefochtenen Entschei d fest (Beschluss S. 5), wohl habe der Beschwerdef ührer aussergerichtlich die einseitige Unverbindlich- keit des seinerzeitigen Kaufvertrages geltend gemacht; er habe jedoch in der Fol- ge über das umstrittene Kaufgeschäft und die damit verbundenen weiteren Ver- tragsabreden, insbesondere das Rückkaufsve rsprechen von Walter Witsch, ver- schiedene Prozesse führen müssen, und es gebe kein Urteil, das die Unverbind- lichkeit des Kauvertrages ex nunc rechtsverbindlich festgestellt hätte. In diesem Zusammenhang be hauptet der Beschwerd eführer (Beschwerde Ziff. 3, S. 3), mit Urteil des Bezirksgerichts _________ vom 3. November 2004 sei die absichtliche Täuschung rechtskräftig festgestellt und sei ihm auf dieser Grund- lage Schadenersatz zugesprochen worden. Damit macht der Beschwerdeführer geltend, die Feststellung des Obergerichts sei willkürlich bzw. aktenwidrig (vgl. Beschwerde S. 4, zweiter Absatz). Die Rüge scheitert jedoch schon daran, dass es der Beschwerdeführer unterlässt, das angebliche Urteil des Bezirksgerichts _________ vom 3. November 2004 aktenmässi g zu lokalisieren. Zwar behauptet er, dieses sei beigezogen worden und de m Obergericht daher bekannt gewesen (Beschwerde S. 4); er nennt jedoch kein entsprechendes Aktenstück, und in den vorinstanzlichen Akten findet sich auch kein Urteil des Bezirksgerichts _________ mit diesem Datum. Auf die entsprechende Rüge ist damit nicht einzutreten. 4. Mit seinen Vorbringen unter Ziff. 4, 5 und 6 (S. 5/6 der Beschwerde) setzt sich der Beschwerdeführer nicht mit dem angefochtenen En tscheid auseinander, sondern plädiert ohne ersichtlichen Bezug auf Nichtigkeitsgründe zur Sache. Dar- auf kann im vorliegenden Verfahren nac h dem Gesagten nicht eingetreten wer- den. 5.1 Im angefochtenen Entscheid wird u.a. die Frage einer Schuldübernahme oder eines Schulderlasses seitens der Be schwerdegegnerin bzw. der UBS aufge- worfen (Beschluss S. 9 ff.). Das Vorlie gen eines solchen Schul derlasses für die hier in Frage stehenden Verbindlichkeiten verneinte das Obergericht mit verschie- denen Begründungen. Abschliessend hält es fest (Beschluss S. 12), der Inhalt ei- ner Information betreffend eine "freiwilli ge" Übernahme der "alten Ausstände" sei unklar; "freiwillige Über nahme" bedeute nicht zwingend einen definitiven Schuld-- 7 - erlass, sondern könne auch die (durch Urkunden belegte) Bevorschussung gegen Zession meinen. Dieser Argumentation kommt jedoch vo rliegend insofern keine entscheiden- de Bedeutung zu, als das Obergericht zuvor ausdrücklich bereits aus anderen Gründen das Vorliegen eines Schulderlasses ver neint hat (Beschluss S. 12, Zeile 8: "Bereits dies verbietet die Annahme eines Schulderlasses"). Um diese Annah- me zu Fall zu bringen, müsste der Be schwerdeführer somit auch die vorangehen- den Begründungsvarianten (erfolgreich) anfec hten, zumal in der hier gegebenen Konstellation (schon mangels Erreichung des Streitwertes) eine gleichzeitige An- fechtung des obergerichtlichen Entscheides mittels Beschwer de beim Bundesge- richt entfällt. Die Hauptbegründung ficht der Beschwerdeführer jedoch vorliegend nicht an. Unter diesen Umständen ist auf die gegen die Alternativbegründung er- hobene Rüge (Beschwerde Ziff. 7, S. 6 f.) nicht einzutreten (ZR 107 Nr. 76), ohne dass damit noch zu prüfen ist, ob dies e den formellen B egründungsanforderun- gen genügt. 5.2 Soweit der Beschwer deführer (Beschwerde Ziff. 8, S. 7) daraus, dass der erstinstanzliche Gerichtspräsident die Beschwerdegegnerin aufgefordert ha- be, nachträglich noch eine Ze ssion der Ansprüche der UBS einzureichen (was in der Folge geschah, nachfolgend Erw. 6) , den Schluss zieht, die entsprechenden Forderungen seien längst untergegangen, wird kein Nichtigkeitsgrund nachgewie- sen. Der Beschwerdeführer unterlässt es auch hier, in rechtsgenügender Weise darzulegen, inwiefern die UBS bereits vor der Abtretung auf die gegen den Be- schwerdeführer gerichteten Forderungen verzichtet haben soll. 6. Der Beschwerdeführer hatte vor erster Instanz u.a. die Aktivlegitimation der Beschwerdegegnerin bestritten, da di e eingeklagten Nebenkostenbeitragsfor- derungen und Baurechtszinsen seinerzeit im Rahmen von Sanierungsbemühun- gen von der UBS bevorschusst und über nommen worden seien, womit die Be- schwerdegegnerin insoweit im Zeitpunkt der Klageeinleitung nicht aktivlegitimiert gewesen sei. Nachdem dieser Punkt anl ässlich der Fortsetzung der Hauptver- handlung am 1. März 2006 thematisiert wor den war (Prot. BG S. 26), kam es am 28. März 2006 zur Abtretung der fraglichen Forderungen durch die UBS an die - 8 - Beschwerdegegnerin (BG act. 73/6), womit di e Frage der Aktivl egitimation jeden- falls von diesem Zeitpunkt an geklärt war (zur Zulässigkeit der Begründung der Aktivlegitimation durch nac hträglich erklärte Abtret ung während des Prozesses FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., § 115 N 9 und § 188 N 4). 6.1 Im Rahmen seiner (im Hinblick auf das Armenrechtsgesuch) vorläufigen Berufungsbegründung vom 22. Februar 2008 beanstandete der Beschwerdefüh- rer auch (OG act. 121 S. 3/4), dass die erste Instanz bei der Kostenverteilung nicht berücksichtigt habe, dass die Beschwerdegegnerin die Kl age insoweit ohne Aktivlegitimation eingeleitet und den Mang el erst nach Durchführung der Haupt- verhandlung behoben habe. Damit hätten ihr die Kosten wegen insofern rechts- missbräuchlichen Vorgehens auferlegt werden müssen, und zwar – so der Be- schwerdeführer ausdrücklich und im Sinne eines Eventualbegehrens – selbst dann, wenn die Klage gutzuheissen wäre. Im Übrigen stellt sich der Beschwerde- führer auf den Standpunkt, ei ne Abtretung sei unter d en hier gegebenen Umstän- den rechtlich gar nicht mehr möglich gewesen. 6.2 Das Obergericht tritt diesem Standpunkt im angefochtenen Entscheid mit dem Argument entgegen, es habe zum Nachweis der Aktivlegitimation der Be- schwerdegegnerin gar keiner nachträglichen Abtretu ngserklärung bedurft (Be- schluss S. 7/8). Es stützt sich dafür auf die Inkassobestätigung der UBS (und der M. AG) vom 9. Februar 2000 (BG act. 73/1), worin gegenüber der Beschwerde- gegnerin und zuhanden der säumigen Stockwerkeigentümer bestätigt worden sei, dass die UBS die Beschwerdegegnerin (bzw. deren Verwaltung) u.a. mit dem In- kasso der Nebenkostenbeiträge 1998 u nd 1999 des Beschwerdeführers im Betrage von Fr. 6'215.25 beauftrage. Aus dieser Urkunde ergebe sich, dass die UBS gemäss der vorangehenden Grundsatzvereinbarung (BG act. 60/2) die aus- stehenden Nebenkostenbeiträge des Beschwer deführers offenbar nicht nur für das Jahr 1999, sondern auch für 1998 bevorschusst habe. Mit der Grund- satzvereinbarung in Verbindung mit der Abrechnung vom 9./10. Februar 2000 sei daher belegt, dass die bevorschussten Nebenk ostenforderungen zwar von der Beschwerdegegnerin an die UBS abgetreten worden seien, gleichzeitig aber ein Auftrag an die Beschwerdegegnerin zum Inkasso im eigenen Namen und auf ei-- 9 - gene Kosten, aber auf Rec hnung der UBS ergangen se i (Beschluss S. 8 oben). Dies bedeute – so das Obergericht weiter – gleichzeitig die Einräumung der Be- fugnis an die Beschwerdegegnerin, beim Inkasso gegenüber dem Schuldner als Gläubigerin aufzutreten, mithin als indire kte Stellvertreterin der UBS. Der Be- schwerdegegnerin seien trotz erfolgter Ze ssion also die mit dem Inkasso verbun- denen (Teil-)Rechte, nicht aber die umfassende Rechtsstellung einer Gläubigerin verblieben. Die erfolgte Zession und die Rechtsnachfolge in die umfassende Rechtsstellung einer Gläubigerin habe damit nur interne Wirkung zwischen der UBS und der Beschwerdegegnerin gehabt; folger ichtig sei damit einstweilen auch keine Notifikation an die Schuldner erfolgt. Damit sei die Beschwerdegegnerin ge- stützt auf den Inkassoauftrag trotz erfolgter interner Abtretung als indirekte Stell- vertreterin (mit Abrechnungs pflicht) zur prozessualen Geltendmachung im eige- nen Namen berechtigt und auch ve rpflichtet gewesen. Ihre Aktivlegitimation habe mit anderen Worten bereits bei Einleitung des Prozesses bestanden und sei nicht von der nachträglichen "Rückzession" abhängig gewesen. 6.3 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein (Beschwerde Ziff. 9, S. 8), diese Betrachtungsweise verletze klares materielles Recht. Die Auffassung, wo- nach die Beschwerdegegnerin zwar in eigenem Namen klagen könne, ohne sel- ber die umfassende Rechtsstellung einer Gläubigerin der eingeklagten Forderung innezuhaben, laufe nämlich auf eine gewillkürte Prozessstandschaft hinaus, die es im schweizerischen Recht nicht gebe. Diese Rüge ist begründet. Zwar ist privat rechtlich indirekte Stellvertretung in dem Sinne möglich, dass eine Person rechtsgeschäftlich in eigenem Namen, aber im Interesse und auf Rechnung eines Dri tten handelt. Prozessrechtlich ist aber – abgesehen von gesetzlich vorgesehenen Fällen (Willensvollstrecker, Nachlass- verwaltung; Abtretungsgläubiger; exklusiver Lizenznehmer) – gewillkürte Prozess- standschaft, d.h. Prozessführung durch eine andere Person (in eigenem Namen) als derjenigen, welche Rechtsträger, also in der Sache legitimiert ist, nach gelten- dem schweizerischem Recht nicht zulässig (BGE 78 II 274; FRANK/STRÄULI/MESS- MER, a.a.O., § 49 N 8; VOGEL/SPÜHLER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 8. Aufla- ge, Bern 2006, 5. Kapitel N 41; W ALDER, Zivilprozessrecht, 4. Auflage, Zürich - 10 - 1996, § 9 N 5). Auf eine solche gewillkürte Prozessstandschaft läuft aber die vom Obergericht hier vertretene und vom Beschwerdeführer beanstandete Rechtsauf- fassung hinaus. Insofern liegt eine Verl etzung eines wesentlichen Verfahrens- grundsatzes (§ 281 Ziff. 1 ZPO) vor, wobei die falsche Bezeichnung des Nichtig- keitsgrundes dem Beschwerdeführer nicht schadet. 6.4 Wie sich aus dem oben Ausgeführten ergibt, steht die mit einem Nichtig- keitsgrund behaftete Erwä gung im Zusammenhang mit dem (Eventual-)Stand- punkt, wonach dem Beschwerdeführer wege n der durch die Beschwerdegegnerin erst nachträglich eingerei chten Abtretungserklärung keine (bzw. nicht sämtliche) Kosten hätten auferlegt werden dürfen. Somit ist davon auszugehen, dass die im angefochtenen Entscheid festge- stellte Aussichtslosigkeit der Berufung zwar in der Sache mit keinem Nichtigkeits- grund behaftet ist. Hingegen leidet die vorinstanzliche Begründung insofern an ei- nem Mangel, als auch bezüglich der (event ualiter angefochtenen, siehe oben 6.1) Regelung der erstinstanzlichen Nebenf olgen Aussichtslosigkeit angenommen wurde: Wenn für den Ausgang des Verfahr ens die erst während laufendem Ver- fahren erfolgte Abtretung eines Teils der eingeklagten For derungen an die Be- schwerdegegnerin im Hinbli ck auf deren Aktivlegitimat ion eben doch von Bedeu- tung war, liegt es jedenfalls nahe, die von der Beschwerdegegnerin dadurch ver- ursachten Kosten als unnötig im Sinne von § 66 Abs. 1 ZPO zu betrachten (vgl. F RANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., § 115 N 6 a.E.), womit sie ohne Rücksicht auf den Ausgang des Prozesses der Besch werdegegnerin aufzuerlegen wären. Zur näheren Prüfung dieses Punktes ist die Sache daher in teilweiser Gutheissung der Beschwerde und Auf hebung des angefochtenen En tscheides an die Vorin- stanz zurückzuweisen. Zutreffendenfalls wä re dem Beschwerdeführer in der Fol- ge die unentgeltliche Rech tspflege teilweise (nämlich mit Bezug auf die Anfech- tung der erstinstanzlichen Nebenfolgen) zu bewilligen (nachdem die Vorinstanz die weitere Voraussetzung der Mittellosi gkeit bereits bejaht hat, angefochtener Beschluss S. 3, E. 2.2). - 11 - Das Obergericht wird sodann mit seinem neuen Entscheid dem Beschwer- deführer nochmals Frist zur Leistung der Prozesskaution (je nach verbleibendem Umfang) anzusetzen haben. 7. Soweit der Beschwerdeführer (auc h) für das vorliegende Beschwerdever- fahren ein Gesuch um Bewilligung der (umfassenden) unentgeltlichen Rechts- pflege stellt, muss dieses hinsichtlich desjenigen Teils der Be schwerde, in wel- chem es um die Frage der Aussichten der Berufung in der Sache geht, als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden, womit es insoweit abzuweisen ist. Hinsichtlich desjenigen Teils der Beschwe rde, in dem es um die Anfechtung der erstinstanzliche Regelung der Nebenfolgen geht, is t die Beschwerde begrün- det und gutzuheissen, womit insofern die Kosten auf die Gerichtskasse zu neh- men sind und das Gesuch um Bewilligung der unent geltlichen Prozessführung gegenstandslos wird. Für die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters besteht kein Anlass, nachdem der Beschwerdeführer in der Lage war, seinen Standpunkt insoweit ohne anwaltliche Verbeiständung mit Erfolg darzulegen. 8. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfah- rens zu einem Drittel auf die Gerichtska sse zu nehmen und zu zwei Dritteln dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da die Beschwerdegegnerin sich weder vor der Vorinstanz noch im Be- schwerdeverfahren geäussert hat, sind ke ine Entschädigungen zuzusprechen bzw. wettzuschlagen. III. Beim vorliegenden Beschluss handelt es sich um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Der Streitwert beläuft sich auf weniger als Fr. 30'000.–. Demnach ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG, al- lenfalls nach Massgabe von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG (Rechtsfrage von grundsätz- licher Bedeutung) die ordent liche Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das - 12 - Bundesgericht zulässig, beides jedoch nur unter den in Art. 93 BGG genannten Voraussetzungen. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Das Gericht beschliesst: 1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Kassationsverfahren wird, soweit nicht gegenstandslos geworden, abgewiesen. 2. In teilweiser Gutheissung der Be schwerde wird der Beschluss des Oberge- richts des Kantons Zürich vom 21. April 2008 aufgehoben und die Sache zur neuen Beurteilung des Armenrechtsgesuchs, soweit es um die Regelung der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen geht, an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit dar- auf einzutreten ist. 3. Die Gerichtsgebühr für das Kassati onsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 1'500.--. 4. Die Kosten des Kassat ionsverfahrens werden zu einem Drittel auf die Ge- richtskasse genommen und zu zwei Dri tteln dem Beschwerdeführer aufer- legt. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Ferner ist nach Mass gabe von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG (Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeut ung) allenfalls die ordentliche Be- schwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Bundesgericht zulässig. Werden beide Beschwerden erhoben, sind sie in der gleichen Rechtsschrift einzurei- chen (Art. 119 Abs. 1 BGG). Der Streitwert beträgt Fr. 27'000.--. - 13 - Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die I. Zivilkammer des Oberge- richts des Kantons Zürich sowie an das Bezirksgericht _________ (Proz.- Nr. CG010003), je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der Generalsekretär: