A bteilung V E -2549/2007 {T 0/2} U rteil vom 26. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichterin Luterbacher, R ichter Brodard G erichtsschreiberin Bodenm ann A ._______, dessen Ehefrau B ._______, und deren Kinder C ._______, w ohnhaft (...) alle vertreten durch lic. iur. Pollux L. Kaldis, (...) Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, (vorm als: Bundesam t für Flüchtlinge; BFF) Vorinstanz betreffend Verfügung des B FM vom 6. M ärz 2007 in Sachen W iedererw ägung betreffend W egw eisungsvollzug W iederherstellung der B eschw erdefrist / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass das BFM m it Verfügungen vom 15. Juli 1999 und 27. April 2001 die Asylgesuche der Beschw erdeführer vom 29. April 1999 und 16. Februar 2000 abw ies und deren W egw eisung aus der Schw eiz anordnete, dass gleichzeitig die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführer in der Schw eiz angeordnet w urde, w obei diese Ersatzm assnahm e m it der Ethnie der Beschw erdeführer als albanisch-sprechende R om a aus dem Kosovo begründet w urde, dass das BFM im R ahm en der ordentlichen Ü berprüfung der vorläufigen Aufnahm e der Beschw erdeführer im N ovem ber 2005 Abklärungen über die Vertretung in Pristina in (...) veranlasst hat, w elche ergeben haben, dass die Beschw erdeführer (...) entgegen ihren Vorbringen im Asylverfahren vor 25 Jahren verlassen hätten und nach (...) ausgew andert seien, dass das BFM m it Schreiben vom 13. Februar 2006 die Beschw erdeführer über die vorgenom m enen Abklärungen orientierte und ihnen das rechtliche G ehör zu den dies- bezüglichen Abklärungsergebnissen gew ährte, dass das BFM gleichzeitig festhielt, die Beschw erdeführer hätten den Asylbehörden falsche Angaben zu ihrem früheren W ohnort gem acht und ihren langjährigen Aufenthalt in (...) verschw iegen, w eshalb in Betracht gezogen w erde, die vorläufige Aufnahm e in Anw endung von Art. 14b Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) aufzuheben, zum al der W egw eisungsvollzug nach (...) in Serbien als zum utbar erachtet w erde, dass sich die Beschw erdeführer m it Eingabe vom 2. M ärz 2006 hierzu vernehm en liessen, dass das BFM m it Verfügung vom 3. April 2006 die m it Verfügung vom 27. April 2001 angeordnete vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführer aufhob und ihnen eine Aus- reisefrist bis zum 29. M ai 2006 ansetzte, dass die Beschw erdeführer m it Eingabe ihres R echtsvertreters vom 3. M ai 2006 (Tele- fax; Poststem pel 4. M ai 2006) gegen diese Verfügung bei der Schw eizerischen Asylre- kurskom m ission (AR K) Beschw erde erhoben und dabei nam entlich die Aufhebung der BFM -Verfügung vom 3. April 2006 beantragten, dass die AR K m it U rteil vom 8. D ezem ber 2006 die Beschw erde vollum fänglich abw ies, dass die Beschw erdeführer m it Eingabe vom 8. Februar 2007 ein W iedererw ägungsge- such beim BFM einreichten und dabei die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 3. April 2006 und die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e beantragten, dass sie gleichzeitig in form aler H insicht um Anordnung vorsorglicher M assnahm en sow ie um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ersuchten, dass sie zur Begründung prim är auf das Kindesw ohl hinw iesen und dabei ausführten, die Kinder der Beschw erdeführer hätten insgesam t sieben Jahre lang in der Schw eiz gelebt; sie seien nicht verantw ortlich zu m achen für den U m stand, dass ihre Eltern die Aufenthalte in (...) vor ihrer Flucht bei den Anhörungen zu den Asylgründen nicht erw ähnt hätten,3 dass die Beschw erdeführer zur Stützung ihrer Vorbringen ein m it 17. Januar 2007 datiertes Bestätigungsschreiben von Verw andten eingereicht haben und zudem auf laufende m edizinische Behandlungen der Beschw erdeführer hingew iesen haben, dass die Beschw erdeführer seitens des BFM aufgefordert w urden, bezüglich der vorgetragenen m edizinischen Behandlungen entsprechende Arztberichte einzureichen, dass das BFM m it Verfügung vom 6. M ärz 2007 - eröffnet am 8. M ärz 2007 - das W iedererw ägungsgesuch der Beschw erdeführer abw ies, die Verfügung vom 3. April 2006 als rechtskräftig und vollziehbar erklärte und w eiter festhielt, dass einer allfälligen Beschw erde keine aufschiebende W irkung zukom m e, dass die Beschw erdeführer durch ihren R echtsvertreter m it Telefax vom 11. April 2007, 00:01 U hr gegen diese Verfügung beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde einreichten (Eingang: 11. April 2007, 00:02 U hr) und dabei nam entlich die Aufhebung der BFM -Verfügung vom 6. M ärz 2007 sow ie die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e beantragten, dass das Bundesverw altungsgericht gleichentags m it Telefax die zuständige kantonale Behörde anw ies, einstw eilen von Vollzugsm assnahm en abzusehen, bis nach Eingang der Akten über allfällige vorsorgliche M assnahm en entschieden w erden könne, dass die Beschw erdeführer m it Telefax-Eingabe ihres R echtsvertreters vom 22. April 2007, 22:29 U hr (Eingang: 22:30 U hr) sinngem äss ein G esuch um W iederherstellung der Beschw erdefrist einreichten und dabei auf technische Problem e des R echtsvertre- ters m it dem Telefaxgerät respektive auf Verzögerungen der Telefax-Ü berm ittlung ver- w eisen, dass die Beschw erdeführer zur Stützung ihrer Vorbringen vier Bew eism ittel (R echnung betreffend D ruck- und Telefaxgerät, drei Arztberichte) – ebenfalls per Telefax überm ittelt – einreichen liessen, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass nach Lehre und Praxis W iedererw ägungsentscheide grundsätzlich w ie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen R echtsm ittelw eg w eitergezogen w erden können, w eshalb das Bundesverw altungsgericht auch zuständig ist für die Beurteilung der vorliegenden W iedererw ägungsbeschw erde, dass seit dem 1. Januar 2007 das neue Verfahrensrecht Anw endung findet (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass gem äss Art. 21 Abs. 1 VG G die Abteilungen des Bundesverw altungsgerichtes in 4 der R egel in der Besetzung m it drei R ichterinnen oder R ichtern als Spruchkörper ent- scheiden, dass diese R egel auch für G esuche um W iederherstellung der Beschw erdefrist im Sinne von Art. 24 Vw VG gilt, da diese nicht unter die explizit in Art. 111 Abs. 2 AsylG auf dem G ebiet des Asylrechts dem Einzelrichter bzw . Einzelrichterin vorbehaltenen Zuständig- keiten fallen, dass gem äss Art. 50 Vw VG die Beschw erde innerhalb von 30 Tagen seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen ist, dass schriftliche Eingaben nach Art. 21 Abs. 1 Vw VG spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde einzureichen oder zu deren H anden der schw eizerischen Post zu übergeben sind, dass aufgrund des bei den Akten befindlichen R ückscheines der Post feststeht, dass die angefochtene Verfügung am 8. M ärz 2007 eröffnet w urde, dass som it die Anfechtungsfrist von 30 Tagen am 10. April 2007 abgelaufen ist (unter Berücksichtigung von Art. 20 Abs. 3 Vw VG und Art. 17 Abs. 1 AsylG ) und dem nach die Telefaxeingabe, w elche am 11. April 2007, um 00:02 U hr beim Bundesverw altungs- gericht eingegangen ist, verspätet eingereicht w urde, dass der R echtsvertreter der Beschw erdeführer in seiner Eingabe vom 22. April 2007 die verspätete Einreichung der R echtsm itteleingabe nicht bestreitet, jedoch vorbringt, er habe am 10. April 2007 bereits um 23.50 U hr die Beschw erde per Telefax zu überm itteln versucht, w obei technische Problem e aufgetaucht seien, dass der R echtsvertreter in der Folge um 23:56 U hr einen "R eset" seines Faxgerätes vorgenom m en habe, w obei das Faxgerät sechs M inuten für die Ü berm ittlung der R echtsm itteleingabe benötigt habe, w as dazu geführt habe, dass diese m it zw ei M inuten Verspätung beim Bundesverw altungsgericht eingegangen sei, dass der R echtsvertreter w eiter vortrug, er habe m it diesem "völlig unerw arteten Aussetzer" nicht rechnen m üssen und dabei sinngem äss geltend m achte, es w ürden entschuldbare G ründe im Sinne von Art. 24 Vw VG vorliegen, dass gem äss Art. 24 Abs. 1 Vw VG Voraussetzung für die W iederherstellung der Be- schw erdefrist ist, dass der Beschw erdeführer unverschuldet davon abgehalten w orden ist, innert der Frist zu handeln und dass er binnen 30 Tagen nach W egfall des H inder- nisses die versäum te R echtshandlung vornim m t, dass die W iederherstellung von Fristen dazu dient, die Prozessnachteile aus einer unverschuldet versäum ten Prozesshandlung zu beheben, w obei W iederherstellungs- gründe unter anderem M ilitärdienst oder plötzliche schw ere Erkrankungen darstellen können (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 62), dass gem äss Lehre und R echtsprechung zu Art. 24 Abs. 1 Vw VG ein Fristversäum nis nur dann unverschuldet ist, w enn der Partei keine N achlässigkeit vorgew orfen w erden kann und objektive G ründe vorliegen (vgl. ALFR E D KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN ER , Verw altungsverfah- ren und Verw altungsrechtsprechung des Bundes, 2. Aufl. Zürich 1998, R z. 345, S. 124f.; BG E 112 V 255, BG E 108 V 109; Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 60.39, S. 367),5 dass dem behördlichen Erm essen bei der Beurteilung eines geltend gem achten W ieder- herstellungsgrundes zw ar ein w eiter Spielraum eingeräum t ist, jedoch im Interesse der R echtssicherheit und eines geordneten Verfahrensganges ein H inderungsgrund nicht leichthin angenom m en w erden darf, dass nach Lehre und Praxis nur solche G ründe als erheblich zu betrachten sind, die dem G esuchsteller beziehungsw eise dessen R echtsvertreter auch bei Anw endung der üblichen Sorgfalt die W ahrung seiner Interessen verunm öglicht oder unzum utbar er- schw ert hätten, dass den N achw eis, dass die Frist w egen eines unverschuldeten H indernisses nicht gew ahrt w erden konnte, der G esuchsteller zu erbringen hat, w obei die entsprechenden U m stände zu bew eisen sind und ein blosses G laubhaftm achen insow eit nicht genügt (vgl. zum G anzen: U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel in der Verw altungsrechtpflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 227 ff., m it w eite- ren H inw eisen auf Lehre und Praxis), dass vorliegend auf Seiten des R echtsvertreters der Beschw erdeführer nichts auf eine unverschuldete Verhinderung an der Ausführung der fristw ahrenden H andlung hinw eist, dass nam entlich die technischen Schw ierigkeiten, die der R echtsvertreter bei der An- w endung des Telefaxgerätes einige M inuten vor Ablauf der 30 Tage dauernden Beschw erdefrist gehabt habe respektive die sechsm inütige Ü bertragungs- und Ü berm itt- lungszeit des betreffenden Telefaxgerätes nicht als entschuldbare G ründe im Sinne der R echtssprechung zu Art. 24 Vw VG betrachtet w erden können, dass in diesem Zusam m enhang die Behauptung des R echtsvertreters, er habe m it die- sem "völlig unerw arteten Aussetzer" nicht rechnen können, nicht stichhaltig ist, zum al er durch die Benutzung eines Telefaxgerätes unm ittelbar, d.h. einige M inuten, vor Ablauf der 30-tägigen Beschw erdefrist, m it entsprechenden Verzögerungen rechnen m uss und sich bew usst sein m uss, dass er m it diesem Vorgehen ein erhebliches R isiko der ver- späteten Einreichung einer R echtsm itteleingabe eingeht, dass die Beschw erdeführer die Fristversäum nis zu verantw orten haben, da ihnen das Verhalten des R echtsvertreters zuzurechnen ist, dass die W iederherstellung einer Frist gem äss Art. 24 Vw VG nur erteilt w erden kann, w enn der G esuchsteller oder sein Vertreter unverschuldet abgehalten w orden ist, innert der Frist zu handeln und – im Sinne eines kum ulativen Erfordernisses – innert 30 Tagen nach W egfall des H indernisses ein begründetes Begehren um W iederherstellung einreicht und die versäum te R echtshandlung nachholt, dass som it das G esuch um W iederherstellung der Beschw erdefrist – unabhängig von der Frage der rechtzeitig nachgeholten R echtshandlung – abzuw eisen ist, dass bei dieser Sachlage gleichzeitig auf die Beschw erde betreffend Abw eisung des W iedererw ägungsgesuches w egen N ichteinhaltung der Beschw erdefrist nicht einzu- treten ist, dass dem nach die Verfügung des BFM vom 6. M ärz 2007 rechtskräftig ist,6 dass beim vorliegenden Ausgang des Beschw erdeverfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem entes über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) den Beschw erdeführern aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as G esuch um W iederherstellung der Beschw erdefrist w ird abgew iesen. 2. Auf die Beschw erde w ird nicht eingetreten. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden den Beschw erdeführern auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzah- lungsschein) - die Vorinstanz, BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung (R ef.-N r. N ...) - (kantonales Am t) D ie R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic Sandra Bodenm ann Versand am :