<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Standard berschrift1"><img src="word/media/image1.png"/></p></td></tr></table><div><div><p><span>ZL.2021.00092</span></p></div><div><p><span> </span></p></div><div><p><span> </span></p></div><p><br/></p><div><p>I. Kammer</p></div><div><p>Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens als Einzelrichterin<br/>Gerichtsschreiber Wilhelm</p></div><p class="Standard berschrift2"><span class="Standard berschrift2">Urteil</span><span class="Standard berschrift2"> vom </span><span class="Standard berschrift2">30. September 2022</span></p></div><p class="Standard StandardEinzug"><span class="Standard StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch die Tochter Y.___ X.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2017 und Darlegung der finanziellen Verhältnisse (Urk. 10/1 ff.) wurden der seinerzeit in Opfikon wohn</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">haften X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, geboren 1960, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fortan Ergänzungsleistungen zu ihrer Invalidenrente ausgerichtet (Urk. 10/42, Urk. 10/64, Urk. 10/109, Urk. 10/112, Urk. 10/156) sowie Krankheits- und Behinderungskosten vergütet (Urk. 10/52, Urk. 10/56, Urk. 10/66, Urk. 10/72, Urk. 10/76, Urk. 10/82, Urk. 10/88, Urk. 10/92, Urk. 10/98, Urk. 10/101, Urk. 10/106, Urk. 10/117, Urk. 10/123, Urk. 10/131, Urk. 10/137, Urk. 10/142, Urk. 10/145, Urk. 10/154). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 23. Dezember 2020 erhielt die zuständige Durchführungsstelle, die Sozialver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, Kenntnis von der Wohnsitzverlegung von X.___ nach Kloten per 1. August 2020 (Urk. 10/161 f.). Mit Verfügung vom 4. Januar 2021 stellte die Durchführungs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stelle die Ausrichtung der bisher erbrachten Leistungen rückwirkend auf den Zeitpunkt des Wohnsitzwechsels ein und forderte die von August bis Dezember 2020 erbrachten Leistungen zurück, das heisst Ergänzungsleistungen im Umgang von Fr. 10'405.-- und Krankheits- und Behinderungskosten in der Höhe von Fr. 503.30 (Urk. 10/168; vgl. auch Urk. 10/169-170). Diese Verfügung blieb unangefochten. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das von der Beschwerdeführerin bei der Stadt Kloten gestellte Gesuch um rück</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wirkende Auszahlung der Zusatzleistungen von August bis Dezember 2020 wurde mit </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einspracheentscheid</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 4. Juni 2021 abgewiesen (Urk. 10/214).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Eingabe vom 20. Mai 2021 ersuchte X.___ um Erlass der Rückerstattung (Urk. 10/187). Dieses Gesuch wies die Durchführungsstelle mit Verfü</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung vom 12. August 2021 ab (Urk. 10/228). Ebenso wies die Durch</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führungs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stelle die von X.___ am 22. August 2021 gegen diese Verfügung erhobene Einsprache ab (Urk. 10/230, Urk. 2 = Urk. 10/231). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gegen den </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einspracheentscheid</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 27. September 2021 erhob X.___ mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, in Aufhebung des angefochtenen </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einspracheentscheids</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> sei ihr die Rückforderung zu erlassen (Urk. 1). Innert einer ihr gewährten Nachfrist (Urk. 4) reichte X.___ die Beschwerdeschrift eigenhändig unterzeichnet ein und überdies eine Vollmacht für die sie im Beschwerdeverfahren vertretende Tochter Y.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___ (Urk. 6-7). Die Durchführungsstelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2021 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 22. Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span id="FUNKTION1"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Einzelrichterin</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht; </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">GSVGer</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.1</span><span> </span><span id="AB016"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">versicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzu</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">erstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Dabei wird die Rückerstattung ganz oder teilweise erlassen (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts; ATSV)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach der Rechtsprechung ist der gute Glaube nicht schon bei Unkenntnis des Rechtsmangels gegeben. Vielmehr darf sich der Leistungsempfänger oder die Leistungsempfängerin nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit schuldig gemacht haben. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach der Rechtsprechung entfällt der gute Glaube als Erlassvoraussetzung von vornherein, wenn der Rücker</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">stattungstatbestand (Melde- oder Auskunftspflichtverletzung) durch ein arg</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">listiges oder grobfahrlässiges Verhalten herbeigeführt wurde. Anderseits kann sich die versicherte Person auf den guten Glauben berufen, wenn ihre fehlerhafte Handlung (beispielsweise die Meldepflichtverletzung) oder Unterlassung nur eine leichte Fahrlässigkeit darstellt </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">(BGE 138 V 218 E. 4, 112 V 97 E. 2c; Urs Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, Art. 25 </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Rz</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> 32-33 mit weiteren Hinweisen).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Wie in anderen Bereichen beurteilt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach einem objektiven Massstab, wobei aber das den Betroffenen in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare (wie etwa Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad) nicht ausgeblendet werden darf (BGE 138 V 218 E. 4 mit Hinwei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sen; Urteil des Bundesgerichts 8C_448/2017 vom 3. Januar 2018 E. 2.1).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach der Rechtsprechung ist bei der Frage nach der Gutgläubigkeit beim Leistungsbezug zu unterscheiden zwischen dem guten Glauben als fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen Umständen auf den guten Glauben berufen kann oder ob er bei zumutbarer Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen (Urteil des Bundesgerichts 8C_102/2020 vom </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Mai 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Eine grosse Härte im Sinne von Art. 25 Abs. 1 ATSG liegt gemäss Art. 5 Abs. 1 ATSV vor, wenn die vom Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) anerkannten Ausgaben und die zusätzlichen Ausgaben nach Art. 5 Abs. 4 ATSV die nach ELG anrechenbaren Einnahmen übersteigen, dies unter Berücksichtigung der zusätzlichen Vorgaben gemäss Art. 5 Abs. 2 und 3 ATSV. Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhält</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nisse, wie sie im Zeitpunkt vorliegen, in welchem über die Rückforderung rechtskräftig entschieden ist (vgl. Art. 4 Abs. 2 ATSV).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einspracheentscheids</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> aus, Erlassvoraussetzung sei zunächst der gute Glaube beim Bezug der Leistungen, die der Rückforderung unterlägen. Indem die Beschwerdeführerin nicht rechtzeitig über ihre veränderten Verhältnisse, das heisst über den Wohnsitzwechsel infor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">miert habe, habe sie die ihr obliegende Meldepflicht verletzt. Die Meldepflicht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">verletzung stehe einem Erlass entgegen (Urk. 2 S. 1 f.). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe Anspruch auf die Zusatzleis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungen. Zuviel geleistet würde bedeuten, dass sie effektiv Leistungen über ihren Anspruch hinaus erhalten hätte. Allerdings habe sie die Leistungen nicht doppelt erhalten, sondern nur einmal, wobei irrtümlich durch die nicht mehr zuständige Auszahlstelle. Es sei nicht nachvollziehbar, weswegen die Leistungen nicht buchhalterisch zwischen jener und der nachmalig zuständigen Auszahlungsstelle koordiniert werden könnten. Die Meldung des Wohnsitzwechsels sei nicht unter</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">blieben, sondern lediglich verspätet erfolgt. Die Zahlung wäre sodann gar nicht erst zu ihr gelangt, wenn die Durchführungsstelle ihrer Sorgfaltspflicht besser nachgekommen wäre (Urk. 1 S. 1 f.). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit der unangefochten gebliebenen Verfügung vom 4. Januar 2021 (Urk. 10/168) hat die Beschwerdegegnerin über die Rückforderung rechtskräftig entschieden; dies betrifft sowohl die Gründe der Rückforderung als auch deren Höhe. Der hier angefochtene </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Einspracheentscheid</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> vom 27. September 2021 (Urk. 2) respektive die davor erlassene Verfügung vom 12. August 2021 (Urk. 10/228) betreffen die Frage des Erlasses der Rückforderung. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde Rügen in Bezug auf die Rückforderungsgründe vorträgt - in mass</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">licher Hinsicht erfolgten keine Einwände - sind diese in diesem Verfahren nicht zu prüfen und diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die Rückforderung als solche </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ist hier nicht Anfechtungsgegenstand (vgl. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Aufgrund der Verfügung vom 4. Januar 2021 (Urk. 10/168) steht fest, dass die Beschwerdeführerin eine Meldepflichtverletzung im Zusammenhang mit der Nicht- respektive verspäteten Anzeige ihrer Wohnsitzverlegung von Opfikon nach Kloten per 1. August 2020 (Urk. 10/162) zu vertreten hat. Zur unterbliebe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nen respektive erst verspätet erfolgten Meldung der Wohnsitzverlegung (Urk. 10/161) macht die Beschwerdeführerin geltend, die Meldung sei irrtümlich verspätet erfolgt (Urk. 1 S. 1</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">). </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dokumentiert ist, dass die Beschwerdeführerin mit jeder Leistungsverfügung im Detail auf ihre Meldepflicht hingewiesen wurde. Dazu gehörte auch der explizite Hinweis, dass die Meldepflicht auch Adressän</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">derungen betrifft (</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10/42, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10/64, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10/109, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10/112, </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10/156). </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Damit ist das Vorliegen einer Meldepflicht und deren Verletzung ausgewiesen, was unbestritten ist.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin lässt sich indessen nicht aus jeder Meldepflichtverletzung ohne weiteres auf das Fehlen eines guten Glaubens schliessen. Zu prüfen ist vielmehr, ob der Rückerstattungstatbestand der Melde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pflichtverletzung durch ein arglistiges oder grobfahrlässiges Verhalten herbei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">geführt wurde oder ob die fehlerhafte Handlung oder Unterlassung nur eine leichte Fahrlässigkeit darstellt. Während sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach objektivem Massstab beurteilt, sind auch das der Betroffenen subjektiv Mögliche und Zumutbare zu berücksichtigen (E. 2.2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nachdem die Beschwerdeführerin, wenn auch verspätet, von sich aus am 7. Dezember 2020 die neue Adresse meldete (Urk. 10/155) und am 23. Dezember 2020 den neuen Mietvertrag einreichte (Urk. 10/161-162) und sie bei rechtzeitiger Meldung weiterhin in der neuen Wohnortgemeinde Anspruch auf Zusatzleistun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen gehabt hätte, welche in der Folge ab Januar 2021 auch ausgerichtet wurden (Urk. 10/214), ist ein arglistiges Verhalten zu verneinen. Als subjektive, beim Mass der erforderlichen Sorgfalt zu berücksichtigende Kriterien fällt der Gesund</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">heitszustand der Beschwerdeführerin in Betracht, der zur Ausrichtung einer Invalidenrente geführt hat. Die behandelnde Ärztin attestierte am 2. Juni 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit und hielt unter Hinweis auf eine schlechte Prognose fest, dass die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei, den Enkel oder andere Kinder zu hüten (Urk. 10/32). Näheres ist nicht akten</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kundig. Laut Fragebogen zur Erwerbstätigkeit vom 16. Dezember 2017 (Urk. 10/20) durchlief die Beschwerdeführerin ferner keine schulische oder beruf</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">liche Ausbildung und ist kurdischer Muttersprache, welche sie nur mündlich, nicht aber schriftlich beherrscht. Andere Sprachkenntnisse sind nicht vermerkt. Unter </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Berücksichtigung dieser subjektiven Umstände erscheint zumindest fraglich, ob der Beschwerdeführerin die Tragweite der Meldepflicht bewusst war. Hinzu kommt, dass die Verfügungen betreffend Zusatzleistungen jeweils von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich erlassen worden waren. Damit war für die Beschwerdeführerin nicht ohne weiteres erkennbar, dass auch ein Umzug in eine neue, aber immer noch innerhalb des Kantons Zürich liegende Gemeinde sich auf den Leistungsanspruch auswirken würde. Insgesamt erscheint die Unter</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lassung der rechtzeitigen Meldung der Adressänderung damit als eine nur leichte Fahrlässigkeit. Daran ändert nichts, dass die Tochter der Beschwerdeführerin sich – wie dem Mailverkehr zu entnehmen ist (Urk. 10/155, Urk. 10/160-161, Urk. 10/166, Urk. 10/174, Urk. 10/212, Urk. 10/216) - um die Angelegenheiten der Beschwerdeführerin kümmerte. Denn trotz Vollmacht (Urk. 10/24) wurden die jeweiligen Verfügungen mit dem Hinweis auf die Meldepflicht der Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin weiterhin direkt zugestellt, so insbesondere auch die letzte Verfügung betreffend Zusatzleistungen für das Jahr 2020 (Urk. 10/112) und betreffend Krankheits- und Behinderungskosten ab August 2020 (Urk. 10/131, Urk. 10/137, Urk. 10/142, Urk. 10/145, Urk. 10/154). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Vor diesem Hintergrund ist die Sorgfaltspflichtverletzung als leicht einzustufen und es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die Leistungen in gutem Glauben empfangen hat. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Unbestritten (Urk. 10/228, Urk. 2) und aufgrund der im Zeitpunkt der Rechtskraft der Rückerstattungsforderung (Urk. 10/168-170) bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse ausgewiesen (Urk. 10/191, Urk. 10/204/4, Urk. 10/214) ist das Vorliegen einer </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">grossen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Härte (vorstehend E. 2.3). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Damit sind die kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für den Erlass der Rückerstattungsforderung von insgesamt Fr. 10‘908.30 erfüllt, was zur </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Gutheis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sung</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> der Beschwerde führt.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Die Einzelrichterin erkennt:</span><span id="BeginnMateriell"></span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">In </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Gutheissung</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> der Beschwerde wird der </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Einspracheentscheid</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> der Sozialversicherungs</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">anstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, vom 27. September 2021 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf Erlass der Rückerstattungsforderung von insgesamt Fr. 10‘908.30 hat.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Y.___ X.___</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Sicherheitsdirektion Kanton Zürich</span></p><p class="Standard Rechtsmittelbelehrung"><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Standard Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</span></p><p class="Standard Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Standard Rechtsmittelbelehrung">mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>Grieder-MartensWilhelm</p><p></p></div> </div></body></html>