Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 24. Juni 2014 (460 13 274) ____________________________________________________________________ Strafrecht Veruntreuung und Urkundenfälschung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), Richter Edgar Schürmann, Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, 4132 Muttenz Anklagebehörde A.____ , Privatklägerin B.____ , Privatkläger C.____ , Privatklägerin gegen D.____ , vertreten durch Advokat Dieter Gysin, dieser substitutionsweise vertreten durch Advokat Saif Al-Rubai, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gegenstand Veruntreuung etc. (Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel- Landschaft vom 19. August 2013) A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landsc haft vom 19. August 2013 wurde D.____ in teilweiser Abänderung des Strafbefehls de r Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 20. November 2012 der Veruntreuung im Fall 2 sowie der Ur- kundenfälschung betreffend den Kaufvertrag vom 11. Oktober 2006 ebenfalls im Fall 2 schuldig gesprochen und zu einer bedingt vollziehbaren Freih eitsstrafe von sechs Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, verurteilt, unter Anrech nung der vom 31. August 2001 bis zum 7. September 2001 sowie vom 23. Mai 2009 bis zum 17 . Juli 2009 ausgestandenen Untersu- chungshaft von insgesamt 64 Tagen; dies in Anwendun g von Art. 138 Ziff. 1 StGB, Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB. Von der Anklage der Veruntreuung zum Nachteil von B.____ im Fall 1 sowi e der Urkundenfälschung betreffend den Kaufvertrag vom 15. Januar 2007 im Fall 2 wurde D._ ___ freigesprochen. Des Weiteren wurde D.____ verurteilt, A.____ den Betrag von CHF 13'029 .55 als Parteientschädigung zu bezahlen. Demgegenüber wurden die Genugtuungsforderung von CH F 500.-- und die Schadenersatzfor- derung für die Pneus in Höhe von CHF 860.-- abgewie sen sowie die Mehrforderung (Schaden- ersatz im Rahmen des Kaufs des VW Golfs, Modelljahr 2007) auf den Zivilweg verwiesen. Des- gleichen wurde die Zivilforderung von B.____ abgewi esen und die Forderung der C.____ in Höhe von CHF 33'049.-- auf den Zivilweg verwiesen. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von CHF 3'500. -- und einer pauschalen Gerichtsgebühr von CHF 2'000.--, wurden im Umfang von ¾ D.____ auferlegt und gingen im Übrigen zu Lasten des Staates. Auf die Begründung dieses Urteils sowi e der nachfolgenden Eingaben der Partei- en wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägun gen des vorliegenden Entscheids einge- gangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel -Landschaft vom 19. August 2013 meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 22. Augu st 2013 die Berufung an. In seiner Beru- fungserklärung vom 28. November 2013 stellte er die folgenden Rechtsbegehren: Es sei der angefochtene Entscheid teilweise aufzuheben (Ziff. 1) und es sei der Berufungskläger vollum- fänglich von Schuld und Strafe freizusprechen (Ziff . 2). Ausserdem sei der Berufungskläger für die ausgestandene Untersuchungshaft angemessen zu e ntschädigen (Ziff. 3). Eventualiter sei Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten aufzuheben und der Berufungsklä- ger sei zu einer milderen Strafe zu verurteilen (Zi ff. 4). Des Weiteren sei die Verurteilung des Berufungsklägers zur Bezahlung einer Parteientschäd igung an A.____ aufzuheben und es sei diese Forderung vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 5) . Eventualiter sei die Parteientschädigung an A.____ angemessen zu reduzieren (Ziff. 6). Schli esslich sei die Verweisung der Zivilforde- rung der C.____ auf den Zivilweg aufzuheben und es sei die Forderung stattdessen vollumfäng- lich abzuweisen (Ziff. 7); dies alles unter o/e Kos tenfolge zu Lasten des Staates, wobei der Un- terzeichnende als amtlicher Verteidiger zu bestätig en sei (Ziff. 8). Im Sinne eines Beweisan- trags wurde zudem begehrt, es sei E.____ als Zeugin zur Sache zu befragen. In seiner Beru- fungsbegründung vom 13. März 2014 hielt der Beschul digte sowohl an seinen Rechtsbegehren als auch an seinem Beweisantrag fest. Darüber hinau s reichte er ein Schreiben von F.____ – seines Zeichens Verkäufer bei der Auto H.____ AG in G.____ im Jahre 2006 – vom 18. Februar 2014 ein. C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsantwort vom 7. April 2014, es sei das angefochtene Urteil zu bestätigen und es sei überdies der Beweisantrag, wo- nach E.____ als Zeugin zu befragen sei, abzuweisen. D. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft , Abteilung Strafrecht, vom 14. Januar 2014 wurde dem Beschuldigten die amtlich e Verteidigung mit Advokat Dieter Gysin für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt und g leichzeitig dessen Verfahrensantrag, wonach ihm zu einer allfälligen Stellungnahme der anderen Parteien ein Replikrecht zu gewähren sei, unter Hinweis auf die Möglichkeit zur umfassenden S tellungnahme im Rahmen des Parteivor- trages vor dem Kantonsgericht abgewiesen. Des Weite ren wurde mit Verfügung vom 8. April 2014 der Beweisantrag des Beschuldigten, es sei E._ ___ vor Kantonsgericht als Zeugin einzu- vernehmen, abgewiesen und es wurde der Berufungsklä ger zum persönlichen Erscheinen vor dem Kantonsgericht verpflichtet. E. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht sind der Beschuldigte und sein Rechtsvertreter Advokat Saif Al-Rubai sowi e E.____ als Zuschauerin anwesend. Die Staatsanwaltschaft wurde mit Verfügung des Kantonsg erichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 8. April 2014 von der Pflicht zum E rscheinen vor dem Berufungsgericht dispen- siert. Auf die von den Anwesenden getätigten Ausfüh rungen wird ebenfalls, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formelles / Verfahrensgegenstand 1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung de r vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 li t. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlich er Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs . 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschl iesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge rung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Ab s. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Er öffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 2 0 Tagen seit der Zustellung des be- gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklär ung einzureichen. Die Legitimation des Be- schuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem das angefochtene Urteil ein taugliches Anfe chtungsobjekt darstellt, der Beschuldigte berufungslegitimiert ist, eine zulässige Rüge erheb t und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Erklärungspflicht nachgekommen ist, ist ohne Weiteres auf die Berufung einzutreten. 1.2 Aufgrund der Tatsache, dass lediglich der Beschuld igte ein Rechtsmittel gegen das vor- instanzliche Urteil ergriffen hat, sind vorliegend auch nur die Schuldsprüche wegen Veruntreu- ung im Fall 2 sowie wegen Urkundenfälschung betreff end den Kaufvertrag vom 11. Oktober 2006 im Fall 2 und damit im Zusammenhang stehend di e Strafzumessung sowie die Zivilforde- rungen der beiden Privatklägerinnen (Zusprechung ei ner Parteientschädigung in der Höhe von CHF 13'029.55 an A.____ und Verweisung der Forderun g der C.____ in der Höhe von CHF 33'049.-- auf den Zivilweg) Gegenstand des vorl iegenden Berufungsverfahrens. Nicht mehr zu beurteilen sind damit gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO namentlich die Freisprüche vom Vorwurf der Veruntreuung im Fall 1 und der Urkundenfälschung betreffend den Kaufvertrag vom 15. Januar 2007 im Fall 2 sowie die Zivilforderung des Privatklägers B.____. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Stellungnahmen der Parteien 2.1 Der Beschuldigte führte zur Begründung seiner Beru fung im Wesentlichen aus, die Privat- klägerin habe ihn, nachdem er bereits bei einem frü heren Autokauf ein gutes Angebot habe aushandeln können, mit dem Kauf eines VW Golfs Mode lljahr 2007 beauftragt. Zu diesem Zweck hätten die Parteien vereinbart, dass der Besc huldigte einen ersten Teilbetrag in der Hö- he von CHF 21'000.-- zu einem möglichst vorteilhaft en Kurs in WIR-Checks habe umwandeln sollen. Dieser Betrag sei von der Privatklägerin im Mai 2006 an ihre Mutter überwiesen worden. Der restliche Kaufpreis wäre aus dem Erlös des alte n Personenwagens, welcher wiederum in WIR hätte eingelöst werden sollen, zu finanzieren g ewesen. Der Verkauf des alten VW Golfs Modelljahr 2005 habe möglichst zeitnah mit dem Kauf des neuen VW Golfs Modelljahr 2007 zusammenfallen sollen. Zu diesem Zweck habe der Bes chuldigte im Mai 2006 für den überwie- senen Betrag von CHF 21'000.-- zu guten Konditionen WIR-Checks eingelöst. Unerwarteter- weise habe die Privatklägerin kurzfristig ihre Plän e geändert und die Bereitstellung des neuen Fahrzeugs bereits im Dezember 2006 verlangt. Der Be schuldigte sei indes nicht in der Lage gewesen, derart kurzfristig und entgegen der klaren Absprache eine Autogarage zu finden, wel- che einerseits WIR-Checks als Zahlungsmittel akzeptiert habe und andererseits das gewünsch- te Automodell habe liefern können. Folglich sei er gezwungen gewesen, das Fahrzeug bei einer anderen Garage zu bestellen, die allerdings keine W IR-Checks akzeptiert habe. So habe er bei der Auto H.____ AG, vertreten durch F.____, am 11. Oktober 2006 einen Kaufvertrag über ei- nen neuen VW Golf Modelljahr 2007 für CHF 41'000.-- abgeschlossen. Aufgrund der Dringlich- keit des Rechtsgeschäfts und der Auslandsabwesenheit der Privatklägerin sei der Beschuldigte gezwungen gewesen, den Kaufvertrag selbst im Namen der Privatklägerin zu unterzeichnen. Dies habe er in Anwesenheit und nach Absprache mit F.____ von der Auto H.____ AG getan. Anschliessend habe er vereinbarungsgemäss den alten VW Golf am 4. Dezember 2006 für CHF 22'800.-- verkauft. Da dieser Betrag jedoch nic ht zur vollständigen Begleichung des im Dezember 2006 fällig gewordenen Kaufpreises ausgereicht habe und der von der Privatklägerin überwiesene Kostenvorschuss von CHF 21'000.-- berei ts in WIR-Checks umgetauscht worden sei, habe der Beschuldigte seiner Zahlungspflicht n icht rechtzeitig nachkommen können. Aus diesem Grund habe ihm seine Lebenspartnerin, die Mu tter der Privatklägerin, ausgeholfen und die Bezahlung des Neuwagens übernommen. Dieses Geld sei ihr vom Beschuldigten nach der Rückumwandlung der WIR-Checks selbstverständlich zu rückerstattet worden. In rechtlicher Hinsicht sei bei der Veruntreuung festzuhalten, dass das Tatbestandsmerkmal der unrechtmäs- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sigen Verwendung nur dann gegeben sei, wenn die Han dlungsweise des Täters eindeutig den Willen manifestiere, seine Verpflichtungen gegenübe r dem Treugeber nicht zu erfüllen. In casu unterstelle die Vorinstanz dem Beschuldigten zu Unr echt, zum Zeitpunkt der Vertragserfüllung nicht fähig bzw. nicht willens gewesen zu sein, die Gelder zweckbestimmt einzusetzen. Das umgetauschte Geld sei lediglich aufgrund des Meinun gsumschwungs der Privatklägerin blo- ckiert gewesen, nach dem Verkauf der WIR-Checks abe r umgehend an die Mutter der Privat- klägerin retourniert worden. Gegen das Vorliegen ei ner unrechtmässigen Verwendung der an- vertrauten Vermögenswerte spreche im Weiteren die T atsache, dass die Vorinstanz für diese Feststellung keinerlei Beweise aufführen könne. Es sei aber nicht die Aufgabe der beschuldig- ten Person, ihre Unschuld zu beweisen, um so die von den Strafverfolgungsbehörden versäum- ten Ermittlungshandlungen zu kompensieren. Im Resultat sei davon auszugehen, dass der Wert des anvertrauten Geldes und folglich die Ersatzmögl ichkeit jederzeit fortbestanden habe, ledig- lich in anderer Form. Somit sei bereits der objekti ve Tatbestand der Veruntreuung nicht erfüllt. Hinzu komme, dass es auch an den subjektiven Tatbes tandsmerkmalen des Vorsatzes und der Bereicherungsabsicht fehle. Der Beschuldigte habe z u keinem Zeitpunkt die Absicht gehabt, sich zu bereichern, vielmehr habe er es der Privatk lägerin ermöglichen wollen, zu günstigen Konditionen einen neuen Wagen zu kaufen. Hinsichtli ch des Vorwurfs der Urkundenfälschung habe der Beschuldigte erwiesenermassen den Kaufvert rag für den Neuwagen VW Golf Modell- jahr 2007 nicht mit seinem Namen, sondern mit demje nigen der Privatklägerin unterschrieben. Allerdings habe er den Kaufvertrag im Beisein des V erkäufers der Auto H.____ AG in G.____ und nicht im Chalet in I.____ unterschrieben, wie d ies fälschlicherweise dargelegt worden sei. Folglich sei dem Vertragspartner klar gewesen, dass es sich beim Unterzeichneten nicht um die Privatklägerin gehandelt habe, womit auch keine Täuschung über die Identität vorgelegen habe. Der Beschuldigte habe lediglich allfällige Rückfrag en vermeiden und eine möglichst rasche Be- stellung des Fahrzeuges im Interesse der Privatkläg erin ermöglichen wollen. Damit fehle es schliesslich auch an der vorausgesetzten Schädigung s- oder Vorteilsabsicht, da der Beschul- digte mit dem Kauf des Personenwagens keinerlei Vor teile erzielt und niemanden geschädigt habe. 2.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtete demgegenüber au f eine eigene Stellungnahme und verwies zur Begründung ihres Antrages vollumfänglic h auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Ebenso liegen von Seiten der Privatkläger keine Stellungnahmen vor. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Tatbestand der Veruntreuung im Fall 2 3.1 Der von der Vorinstanz in diesem Zusammenhang ihrem angefochtenen Urteil zugrunde gelegte Sachverhalt ist von Seiten des Beschuldigte n grundsätzlich unbestritten, allerdings macht er anlässlich der Parteiverhandlung vor dem K antonsgericht erstmals geltend, er habe den VW Golf Modelljahr 2005 nicht erst im Dezember 2006 verkauft, vielmehr habe er diesen bereits nicht mehr gehabt, als er im Oktober 2006 d en Vertrag mit der Auto H.____ AG bezüg- lich des VW Golfs Modelljahr 2007 unterschrieben ha be (Protokoll KG S. 7). Aufgrund dieser divergierenden Behauptungen ist im Folgenden in ein em ersten Schritt zunächst der rechtser- hebliche Sachverhalt zu bestimmen. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilende Ge- richt frei von Beweisregeln und nur nach seiner per sönlichen Überzeugung aufgrund gewissen- hafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl der Beweismitte l, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Bewei smittels (R OBERT HAUSER /E RHARD SCHWERI /K ARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Ba sel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtliche n Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nachweis se iner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig i st (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdi- gungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich d er Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objek- tiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sac hverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Be- schuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter drückende Zweifel handeln, d.h. um sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdräng en (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung praxisge- mäss ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). Der in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf recht liches Gehör verlangt, dass die Behörden die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsst ellung Betroffenen auch tatsächlich hören, prüfen und in der Entscheidfindung berücksichtigen. Die Behörde darf sich auf die wesentlichen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesichtspunkte und Leitlinien beschränken und braucht sich nicht mit jedem sachverhaltsdienli- chen oder rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen ( BGE 137 II 266 E. 3.2 S. 270, mit Hin- weisen; BGer 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.5). 3.2 Im vorliegenden Fall sind bei der Prüfung des ents cheidrelevanten Sachverhalts die fol- genden massgeblichen Beweise bzw. Indizien zu würdi gen: die verschiedenen Aussagen des Beschuldigten gegenüber dem Bezirksstatthalteramt A rlesheim vom 7. Juli 2009 (act. 2245 ff.) und vom 16. Juni 2010 (act. 2469 ff.), gegenüber de m Strafgericht (act. 3095 ff.) und dem Kan- tonsgericht (Protokoll KG), diejenigen der Privatkl ägerin A.____ gegenüber der Kantonspolizei Waadt vom 19. Februar 2008 (act. 2239 ff.) und dem Bezirksstatthalteramt Arlesheim vom 4. August 2009 (act. 2263 ff.), die Aussagen des Ze ugen J.____ gegenüber dem Bezirksstatt- halteramt Arlesheim vom 5. November 2009 (act. 2319 ff.), diejenigen des Zeugen K.____ ge- genüber der Kantonspolizei Waadt vom 22. Februar 20 10 (act. 2427 ff.), die Zeugenaussagen von L.____ gegenüber der Kantonspolizei Waadt vom 2 3. Februar 2010 (act. 2435 ff.) und die- jenigen der Zeugin E.____ gegenüber der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 28. März 2012 bzw. 24. Februar 2012 (act. 2473.245 ff.), der Kaufvertrag mit der Auto H.____ AG für den VW Golf Modelljahr 2007 vom 11. Oktober 2006 über den Betrag von CHF 41'000.-- (act. 2251) sowie schliesslich di e Quittung von M.____ über den Kaufpreis von CHF 22'800.-- für den VW Golf Modelljahr 2005 vom 1. Dezember 2006 (act. 2315). Gestützt auf die vorgängig dargelegten Beweismittel ergeben sich für das Kantonsgericht auch unter Berücksichtigung der Maxime „in dubio pro reo “ keine Zweifel, dass der Sachverhalt, wie ihn die Vorinstanz im angefochtenen Urteil definiert hat (vgl. E. I.2.3.1 f. S. 13 ff.), zutreffend is t. Namentlich findet die erstmals anlässlich der Parte iverhandlung vor dem Kantonsgericht erho- bene und nicht substantiierte Behauptung des Beschu ldigten, wonach er den VW Golf Modell- jahr 2005 vor dem Vertragsabschluss mit der Auto H. ____ AG bezüglich des VW Golfs Modell- jahr 2007 im Oktober 2006 verkauft habe und demnach das Datum auf der Quittung falsch sei, keinerlei Stütze in den Akten. Vielmehr widersprich t diese Behauptung den bisherigen eigenen Depositionen: So hat der Beschuldigte diesbezüglich noch in seiner Berufungsbegründung aus- geführt, er habe bei der Auto H.____ AG, vertreten durch F.____, am 11. Oktober 2006 einen Kaufvertrag über einen neuen VW Golf Modelljahr 200 7 für CHF 41'000.-- abgeschlossen und anschliessend vereinbarungsgemäss den alten VW Golf am 4. Dezember 2006 (recte: 1. De- zember 2006) für CHF 22'800.-- verkauft. Insofern i st diese Aussage als Schutzbehauptung zu qualifizieren und vorliegend nicht von Relevanz. De mnach ist in groben Zügen von folgendem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtserheblichen Sachverhalt auszugehen: Nach eine r vorgängigen Vereinbarung zwischen dem Beschuldigten und A.____ über den Ersatz des VW Golfs Modelljahr 2005 durch einen VW Golf Modelljahr 2007 hat diese per Anweisung vom 19 . Mai 2006 an die N.____ AG den Betrag von CHF 21'000.-- auf das Konto ihrer Mutter überwi esen (act. 2137). Dieses Geld hat der Be- schuldigte mutmasslich tranchenweise in WIR-Checks umgewandelt. Am 11. Oktober 2006 hat der Beschuldigte mit der Auto H.____ AG im Namen vo n A.____ einen Kaufvertrag bezüglich eines VW Golfs Modelljahr 2007 zum Preis von CHF 41 '000.-- abgeschlossen (act. 2251). Mit Datum vom 1. Dezember 2006 hat dann der Beschuldigt e den VW Golf Modelljahr 2005 an M.____ zu einem Preis von CHF 22'800.-- verkauft (a ct. 2315), wobei in Nachachtung des An- klageprinzips zugunsten des Beschuldigten von einem Verkaufspreis in der Höhe von CHF 22'000.-- ausgegangen werden muss, nachdem die Staatsanwaltschaft fälschlicherweise diesen Betrag in den als Anklageschrift dienenden S trafbefehl aufgenommen hat. Diese Sum- me hat der Beschuldigte ebenfalls in WIR-Checks umgetauscht (Protokoll KG S. 6). Schliesslich hat E.____ den VW Golf Modelljahr 2007 im Januar 20 07 (Valuta per 12. Januar 2007) bezahlt und A.____ hat ihn in der Folge übernommen (act. 851). 3.3 In Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB wird mit Fr eiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereicher n (Abs. 1) oder wer ihm anvertraute Ver- mögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines ande ren Nutzen verwendet (Abs. 2). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntr euung von Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen An- spruch des Treugebers zu vereiteln. Praxisgemäss gi lt als anvertraut, was jemand mit der Ver- pflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden. Dabei genügt es, dass der Täter ohne Mitwirkung des Treug ebers über die Werte verfügen kann. Ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Treugeber und Treuhänder muss nicht bestehen. Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger Bereiche- rungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert si ch bei der Veruntreuung von Vermögens- werten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die e r dem Berechtigten jederzeit zur Verfü- gung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohn e fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 [27] E. 6.1 f.; m it Hinweisen). Die Ersatzbereitschaft, das heisst der Wille, fristgerecht Ersatz zu leisten, und die Fähigkeit, dies tun zu können, muss zum Zeitpunkt der Tat vorhanden sein. Ob dieser Ersatzwille vorgelegen hat, ist nicht immer leicht zu klären. Das Bundesgericht verneint einen solchen Wi llen grundsätzlich dann, wenn der Täter Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage nicht überzeu gt sein kann, rechtzeitig Ersatz leisten zu können. Die Ersatzfähigkeit wird praxisgemäss abgel ehnt bei blossen Aussichten auf die Zu- kunft, dass der Täter sich das Benötigte von Dritten wird beschaffen können, die ihm gegenüber zu keiner Leistung verpflichtet sind (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI / CHRISTOF RIEDO , Basler Kom- mentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 116 ff. zu Art. 138 StGB, mit Hinweisen). 3.4 Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Akten und ist unter den Parteien unbestritten, dass der Beschuldigte bereits am 21. Mai 2006 von A .____ via E.____ den Betrag von CHF 21'000.-- erhalten hat. Was mit dieser Summe ko nkret passiert ist, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr nachvollzogen werden. Auf jede n Fall ist das Geld nicht in den Kauf des VW Golfs Modelljahr 2007 geflossen, was der ursprün gliche Zweck gewesen wäre. Da dieser Betrag jedoch nicht Teil des Strafbefehls vom 20. N ovember 2012 und damit der Anklageschrift geworden ist, bildet er nicht Gegenstand der vorlie genden Beurteilung hinsichtlich der ange- klagten Veruntreuung, womit sich diesbezüglich in N achachtung des Akkusationsprinzips wei- tergehende Erörterungen erübrigen. Klar ist hingege n, dass der Beschuldigte am 11. Oktober 2006 mit der Auto H.____ AG einen Kaufvertrag über den Kauf eines VW Golfs Modelljahr 2007 zum Preis von CHF 41'000.-- abgeschlossen hat. Ebenso unbestritten ist, dass die Auto H.____ AG keine WIR-Checks akzeptiert hat und die Ausliefe rung des Wagens am 6. Dezember 2006 vorgesehen gewesen ist. Aus den Akten ergibt sich sodann unzweifelhaft, dass der Beschuldig- te den VW Golf Modelljahr 2005 am 1. Dezember 2006 an M.____ zu einem Preis von CHF 22'800.-- verkauft hat. Unverständlich ist daher in der Folge, weshalb der Beschuldigte den Verkaufserlös für den VW Golf Modelljahr 2005 in de r Höhe von CHF 22'800.-- im Dezember 2006 ebenfalls in WIR-Checks umgewandelt hat. Zu di esem Zeitpunkt hat er selbstverständlich gewusst, dass dieser Betrag, welcher als Teil ebenf alls für die Bezahlung des Kaufpreises für den VW Golf Modelljahr 2007 hätte dienen sollen, in der Form von WIR-Checks für die Privat- klägerin absolut wertlos gewesen ist. Der einzige E rklärungsversuch des Beschuldigten vor dem Kantonsgericht für diesen Widerspruch ist die B ehauptung, das Datum auf der Ver- kaufsquittung sei falsch, was aber – wie bereits vo rgängig ausgeführt (vgl. oben E. 3.2) – in keiner Weise stichhaltig ist. Indem der Beschuldigte den Verkaufserlös für den VW Golf Modell- jahr 2005 in der Höhe von CHF 22'800.-- in Verletzu ng seiner Pflicht zur ständigen Herausgab- ebereitschaft und damit treuwidrig in WIR-Checks um gewandelt hat, statt ihn für den Kauf des VW Golfs Modelljahr 2007 zu verwenden oder A.____ z ur Verfügung zu halten, hat er im Um- fang dieses Betrags bzw. im Umfang der angeklagten CHF 22'000.-- eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch der Treugebe rin zu vereiteln, womit der objektive Tat- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestand der Veruntreuung ohne Weiteres erfüllt ist. Gleiches gilt auch für den subjektiven Tat- bestand von Art. 138 Ziff. 1 StGB, nachdem der Besc huldigte ohne Zweifel vorsätzlich und in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht gehandelt hat, da er weder fähig noch gewillt gewesen ist, den von ihm vereinnahmten Verkaufserlös jederz eit sofort zu ersetzen. Die Ersatzbereit- schaft des Beschuldigten hat im Übrigen nicht nur zum Tatzeitpunkt gefehlt, sondern auch noch im Januar 2007, ansonsten wohl kaum E.____ das Geld für den neuen VW Golf Modelljahr 2007 überwiesen hätte. In diesem Zusammenhang ist d arauf hinzuweisen, dass weder die Überweisung von E.____ an die Auto H.____ AG noch eine allfällige Rückzahlung des Betrages von CHF 41'000.-- durch den Beschuldigten an die Mu tter der Privatklägerin an der Vollendung des Delikts und damit an der Strafbarkeit des Verha ltens des Beschuldigten etwas zu ändern vermögen, vielmehr kann es sich bei der letztgenann ten Variante lediglich um eine nachträgli- che Wiedergutmachung handeln. Gemäss diesen Ausführungen ist der Beschuldigte in Bestätigung des angefochtenen Ent- scheids und demzufolge in Abweisung seiner diesbezü glichen Berufung der Veruntreuung im Fall 2 der Anklageschrift in der Höhe von CHF 22'000.-- schuldig zu sprechen. 4. Tatbestand der Urkundenfälschung betreffend den Kaufvertrag vom 11. Oktober 2006 im Fall 2 4.1 Nachdem in rubrizierter Angelegenheit der inkrimini erte Sachverhalt in tatsächlicher Hin- sicht grundsätzlich unbestritten ist, wird gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO – wonach das Gericht im Rechtsmittelverfahren für die tatsächliche und d ie rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verw eisen kann – an vorliegender Stelle auf die entsprechenden Erwägungen des Strafgerichts (E. I.2.3.3 S. 18 und I.2.4.2.2 S. 26 f.) ver- wiesen. Vom Beschuldigten wird demnach anerkannt, dass er den Kaufvertrag vom 11. Oktober 2006 mit der Auto H.____ AG betreffend das Fahrzeug VW Golf Modelljahr 2007 im Namen von A.____ unterschrieben hat. Neu macht er allerdings vor dem Kantonsgericht geltend, er habe den Kaufvertrag im Beisein des Verkäufers bei der A uto H.____ AG in G.____ und nicht im Chalet in I.____ unterschrieben. Dieser Umstand ist nachfolgend bei der rechtlichen Subsump- tion (unten E. 4.3) zu würdigen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstr afe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu schaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das ec hte Handzeichen eines anderen zur Herstel- lung einer unechten Urkunde benützt oder eine recht lich erhebliche Tatsache unrichtig beur- kundet oder beurkunden lässt oder eine Urkunde dies er Art zur Täuschung gebraucht. In be- sonders leichten Fällen kann auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe erkannt wer- den (Art. 251 Ziff. 2 StGB). Geschütztes Rechtsgut ist das Vertrauen, welches im Rechtsverkehr einer Urkunde als einem Beweismittel entgegen gebra cht wird. Fälschen ist Herstellen einer unechten, d.h. einer Urkunde, deren wirklicher Auss teller mit dem erkennbaren nicht überein- stimmt; idealtypisch ist die Nachahmung einer fremden Unterschrift. Subjektiv ist neben Vorsatz zunächst eine Täuschungsabsicht erforderlich, wobei Eventualabsicht genügt. Überdies muss alternativ eine Benachteiligungs- oder Vorteilsabsi cht bestehen. Der angestrebte Vorteil kann vermögensrechtlicher oder anderer Natur sein, erfas st wird jede Besserstellung. Unrechtmäs- sigkeit verlangt weder Schädigungsabsicht noch selb stständige Strafbarkeit der Vorteilserlan- gung. Unrechtmässig ist der Vorteil unter anderem d ann, wenn er rechtswidrig ist oder wenn darauf kein Anspruch besteht, z.B. bei Selbstbegüns tigung (S TEFAN TRECHSEL /M ARK PIETH , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1, 3, 12 ff. zu Art. 251 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). 4.3 Im vorliegenden Fall ist wie bereits ausgeführt (o ben E. 4.1) von Seiten des Beschuldigten unbestritten, dass er ohne entsprechende Bevollmäch tigung durch die Privatklägerin den Kauf- vertrag mit der Unterschrift von A.____ versehen ha t und damit den objektiven Tatbestand von Art. 251 StGB erfüllt. Geltend gemacht wird hingegen, dass der Beschuldigte unter einem zeitli- chen Druck gestanden habe, der Verkäufer über die f alsche Unterschrift informiert gewesen sei und beim Beschuldigten keine Vorteilsabsicht vorgelegen habe, mithin das Fehlen des subjekti- ven Tatbestandes. Gestützt auf die Akten ist es für das Kantonsgericht zunächst entgegen den Behauptungen des Beschuldigten fraglich, ob sich di e Privatklägerin zum massgeblichen Zeit- punkt der Vertragsunterzeichnung durch den Beschuldigten bzw. kurz davor tatsächlich im Aus- land befunden hat. Zumindest ergibt sich aus deren Einvernahme vom 4. August 2009 gegen- über dem Bezirksstatthalteramt Arlesheim, dass sie den Beschuldigten an ihrem Geburtstag am 25. September 2006 im Chalet in I.____ gesehen habe (act. 2271). Für das Kantonsgericht ist kein Grund ersichtlich, weshalb die Privatklägerin zu diesem Punkt lügen sollte, wie dies vom Beschuldigten anlässlich der heutigen Hauptverhandl ung bemängelt wird. Davon ausgehend, Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass sich die Privatklägerin am 11. Oktober 2006 in der Schweiz aufgehalten hat, findet die Argumentation des Beschuldigten, wonach er den Vert rag deshalb mit dem Namen der Privat- klägerin unterschrieben habe, weil er unter einem zeitlichen Druck gestanden habe und sich ein weiteres Theater mit der Privatklägerin habe sparen wollen, keine Stütze. Sodann ist es ange- sichts der heutigen technischen Kommunikationsmögli chkeiten – soweit sich die Privatklägerin tatsächlich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses i m Ausland aufgehalten haben sollte – we- nig glaubhaft, dass es mit einem unzumutbaren Aufwa nd verbunden gewesen sein sollte, den Vertrag zur Unterschrift der Privatklägerin nach Am erika zu schicken oder zu mailen. Abgese- hen davon ist es für das Kantonsgericht per se nich t nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte sich von der Privatklägerin so unter einen zeitlich en Druck hätte setzen lassen und in dessen Folge wissentlich eine Urkundenfälschung begehen so llen, nachdem es beim ganzen Geschäft offenbar sowieso nur um eine Gefälligkeit seinersei ts gegenüber der Privatklägerin gegangen sein soll und die beiden unzweifelhaft bereits zum damaligen Zeitpunkt kein gutes Einverneh- men gehabt haben. Angesichts dieser zweifellos best ehenden zwischenmenschlichen Proble- me zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägeri n wäre es wohl das Naheliegendste ge- wesen, die Gefälligkeit im Interesse der Privatklägerin zu verweigern, wenn denn diese tatsäch- lich von der ursprünglichen Vereinbarung abgewichen sein sollte, wie er behauptet. Selbst wenn aber der Beschuldigte wirklich unter zeitlichem Druck gestanden haben und die Privatklä- gerin tatsächlich landesabwesend gewesen sein sollt e, wäre für das Kantonsgericht dennoch kein Grund ersichtlich, weshalb er den Kaufvertrag mit dem Namen der Privatklägerin unter- zeichnet hat. Selbst in diesem Fall hätte der Beschuldigte, sofern er bei der Vertragsunterzeich- nung im Auftrag und im Interesse der Privatklägerin gehandelt haben sollte, sich vorgängig eine Vollmacht geben lassen oder zumindest dem Namen der Privatklägerin den Zusatz "im Auftrag von" oder "in Vertretung von" hinzufügen müssen und nicht einfach mit ihrem Namen unter- schreiben dürfen. Dass der Beschuldigte des Weitere n bei der Unterzeichnung des Kaufver- trags mit falschem Namen vorsätzlich gehandelt hat, steht vorliegend ausser Frage. Keine Rolle bei der rechtlichen Qualifikation spiel t hingegen, wo der Beschuldigte den Kaufver- trag unterschrieben hat – in I.____, wie vor dem St rafgericht ausgeführt (act. 3109), oder in G.____, wie vor dem Kantonsgericht behauptet – und ob der Verkäufer F.____ Kenntnis dar- über gehabt hat, dass der Beschuldigte mit einem falschen Namen unterschrieben hat, wie dies im Schreiben vom 18. Februar 2014 dargelegt wird. A nzumerken ist diesbezüglich, dass in be- sagtem Schreiben nicht bestätigt wird, der Beschuld igte habe in Anwesenheit des Verkäufers den Vertrag unterzeichnet, sondern lediglich, diese r sei einverstanden gewesen, dass der Be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigte bei einem guten Einvernehmen mit der Käu ferin in deren Namen unterzeichne. Ab- gesehen davon, dass der Beschuldigte und die Privat klägerin gerade kein gutes Einvernehmen gehabt haben, erachtet es das Kantonsgericht als un gewöhnlich, wie gut sich der damalige Verkäufer noch im Februar 2014 an ein Geschäft erin nern kann, welches sich vor über sieben Jahren zugetragen hat, weshalb ein grundsätzlicher Vorbehalt an der Aussagekraft des Schrei- bens anzubringen ist. Dessen ungeachtet ändert auch der allfällige Umstand, wonach der Ver- käufer womöglich Kenntnis von der falschen Untersch rift gehabt hat, nichts daran, dass der Kaufvertrag mit der vorgetäuschten originalen Unter schrift in den Rechtsverkehr gebracht wor- den und damit bestimmt und geeignet gewesen ist, da s Vertrauen in die spezifische Urkunde als ein Beweismittel zu verletzen. Dabei kann auch offenbleiben, ob und in welchem Umfang sich allenfalls weitere Personen – namentlich der V erkäufer F.____ mit seinem allfälligen Wis- sen bezüglich der falschen Unterschrift – strafbar gemacht haben könnten. Dies gilt umso mehr, als die Urkundenfälschung bereits vollendet ist, so bald der Täter die unechte Urkunde herge- stellt hat, selbst wenn von der Urkunde noch kein G ebrauch gemacht worden ist (BGE 137 IV 167 [171] E. 2.4). Bezüglich des Vorliegens einer V orteilsabsicht genügt schliesslich praxisge- mäss das Erreichen jeder Besserstellung, wie beispi elsweise die Einsparung von Kosten oder die Erzielung eines Zeitgewinns (BGE 137 IV 167 [17 2] E. 2.4). In casu ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte dadurch eine Besserstellung e rreicht hat, als er einen Kaufvertrag in fremdem Namen abgeschlossen hat, ohne hierfür den a ngeblich in WIR-Checks umgetausch- ten und bereits im Mai 2006 empfangenen Betrag in d er Höhe von CHF 21'000.-- einsetzen zu müssen, nachdem die Auto H.____ AG bekanntlich kein e solchen Checks akzeptiert hat. Dar- über hinaus hat der Beschuldigte zugestanden, mit der Unterschrift bezweckt zu haben, weitere Rückfragen zu vermeiden, was sowohl gegenüber seine m Vertragspartner als vor allem auch gegenüber der Privatklägerin einen unrechtmässigen Vorteil im Sinne eines Zeitgewinns im Hinblick auf die anstehende Rechtfertigung bezüglich des Verwendungszwecks der bereits fünf Monate vorher erhaltenen CHF 21'000.-- darstellt. Demzufolge ist auch der subjektive Tatbestand erfül lt, womit die diesbezügliche Berufung des Beschuldigten abzuweisen und die angefochtene Verur teilung wegen Urkundenfälschung be- treffend den Kaufvertrag vom 11. Oktober 2006 im Fall 2 zu bestätigen ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Strafzumessung 5.1 Der Beschuldigte ist in seinem Eventualantrag der Ansicht, es sei zu berücksichtigen, dass sich sein Verhalten lediglich in der Vornahme von alltäglichem Verhalten erschöpft habe, nämlich in der Entgegennahme von Geld zum Abschluss eines Kaufvertrags und im Abschluss desselben. Entgegen der Annahme der Vorinstanz sei daher nur von einem leichten Verschul- den auszugehen. Dies insbesondere, weil der gesamte Vorfall nicht nur durch ihn heraufbe- schworen worden sei, sondern auch durch das Verhalt en der Privatklägerin, welche ihn durch ihre kurzfristigen Meinungsänderungen erst in diese Notlage gebracht habe. Zu beachten sei im Weiteren, dass durch die Handlungen des Beschuldigt en niemand zu Schaden gekommen sei. Die Tatsache, wonach der Beschuldigte das Geld nicht der Privatklägerin, sondern deren Mutter überwiesen habe, könne ihm nicht angelastet werden. Er habe davon ausgehen dürfen, dass er das Geld der Mutter der Privatklägerin zu bezahlen habe, da diese einerseits den Kaufpreis für den Neuwagen beglichen und andererseits für den Betrag von CHF 21'000.-- als Zahlstelle fun- giert habe. Festzustellen sei zudem, dass der Beschuldigte keine Vorstrafen aufweise, seit dem fraglichen Vorfall strafrechtlich nicht mehr negati v in Erscheinung getreten und die sehr lange Verfahrensdauer strafmildernd zu berücksichtigen sei. Aufgrund dieser Umstände erscheine die festgelegte Strafe als zu hoch, weshalb sie entsprechend zu reduzieren sei. 5.2 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nac h dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Gemäss Art. 50 StGB hat das Gericht die f ür die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten. Es lieg t im Ermessen des kantonalen Gerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessu ngsfaktoren berücksichtigt. Das Bun- desgericht greift auf Beschwerde hin in die Strafzu messung nur ein, wenn das kantonale Ge- richt den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unter schritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder w enn es wesentliche Komponenten ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Mi ssbrauch seines Ermessens falsch ge- wichtet hat oder wenn die Strafe in einem Masse unv erhältnismässig streng bzw. mild er- scheint, dass von einer Überschreitung oder einem M issbrauch des Ermessens gesprochen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden muss (BGer 6B_21/2010 vom 4. März 2010 E. 7. 3; BGE 134 IV 17 E. 2.1; BGer 6B_48/2007 vom 12. Mai 2007 E. 3.1). Hingegen muss das Gericht nicht auf Umstände aus- drücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermesse nsverletzend wäre – bei der Strafzumes- sung als nicht massgebend oder nur von geringem Gew icht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Im vorliegenden Fall ist de r Beschuldigte der Veruntreuung und der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen, wobei der o rdentliche Strafrahmen sowohl nach Art. 138 Ziff. 1 StGB als auch gemäss Art. 251 Ziff . 1 StGB zwischen einer Geldstrafe von ei- nem Tagessatz und einer Freiheitsstrafe von höchste ns fünf Jahren liegt. Die Deliktsmehrheit ist in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB straferhöh end zu gewichten. Strafmilderungsgründe sind keine gegeben, strafmindernd zu berücksichtigen ist jedoch die Verfahrensverzögerung bei der Staatsanwaltschaft zwischen Juni 2010 und Augus t 2012, wie dies bereits die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat (vgl. E. II.2.3 S. 33). 5.3 Die Vorinstanz setzt sich bei der konkreten Strafz umessung mit den wesentlichen schuld- relevanten Komponenten auseinander und würdigt dies e zutreffend. Es ist nicht ersichtlich, dass sie sich von unmassgeblichen Gesichtspunkten h ätte leiten lassen oder wesentliche As- pekte unberücksichtigt gelassen hätte, weshalb diesbezüglich in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die umfassenden Ausführungen der Vorinstan z im angefochtenen Urteil (E. II.2.2 f. S. 30 ff.) verwiesen werden kann. Nachdem sich das Kantonsgericht – auch unter Berücksichti- gung der zu bestätigenden Verurteilungen nach den e ntsprechenden Ausführungen zur jeweili- gen rechtlichen Würdigung (oben E. 3.4 und 4.3) – d en Erwägungen des Strafgerichts vollum- fänglich anschliesst, erübrigt es sich, diese mit d en Worten des Kantonsgerichts wiederzuge- ben. Den Einwendungen des Beschuldigten ist im Einz elnen Folgendes zu entgegnen: Die Be- hauptung, das Verhalten des Beschuldigten habe sich lediglich in der Vornahme von alltägli- chem Verhalten erschöpft, wird bereits durch die mi t vorliegendem Urteil erfolgenden Verurtei- lungen wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung widerlegt. Die Rechtfertigung für sein Tun, er habe sich durch das Verhalten der Privatklägerin in einer Notlage befunden, wirkt ebenfalls wenig überzeugend, nachdem sich in den Akten keine stringenten Hinweise für ein solches Szenario finden lassen. Bezieht der Beschuldigte di e Notlage hingegen auf den geltend ge- machten zeitlichen Druck, ist kein Grund ersichtlic h, weshalb sich der Beschuldigte davon nicht ganz einfach durch Verweigerung der Gefälligkeit ge genüber der Privatklägerin hätte befreien können. Soweit er der Ansicht ist, durch seine Hand lungen sei niemand zu Schaden gekom- men, blendet er wiederum aus, dass er mit vorliegen dem Urteil in Beachtung des Akkusations- prinzips wegen Veruntreuung in der Höhe von CHF 22' 000.-- verurteilt wird. Darüber hinaus ist Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht unklar, was mit dem von ihm vereinnahmten Betrag vo n insgesamt CHF 43'800.-- (CHF 21'000.-- im Mai 2006 durch die Privatklägerin erhalten und CHF 22'800.-- durch den Ver- kauf des Wagens der Privatklägerin im Dezember 2006 ) geschehen ist. Dass er der Mutter der Privatklägerin den von ihr im Januar 2007 für den V W Golf Modelljahr 2007 bezahlten Betrag von CHF 41'000.-- zurückgezahlt haben soll, erschei nt dem Kantonsgericht angesichts der un- durchsichtigen und aufgrund der Aktenlage vermutung sweisen prekären finanziellen Lage des Beschuldigten sowie fehlender objektiver Beweise, w ie z.B. einer Banküberweisung, als un- glaubhaft. Daran vermag auch die Rückzahlungsbestät igung von E.____ angesichts deren of- fensichtlichen und auch vor dem Kantonsgericht darg estellten Verbundenheit zum Beschuldig- ten nichts zu ändern. Selbst wenn aber diese Bestät igung der Wahrheit entsprechen würde, verbliebe immer noch ein Differenzbetrag von CHF 2'800.--. Die restlichen Rügen, wonach fest- zustellen sei, dass der Beschuldigte keine Vorstrafen aufweise, seit dem fraglichen Vorfall straf- rechtlich nicht mehr negativ in Erscheinung getreten und die Verfahrensdauer sehr lange gewe- sen sei, sind bereits von der Vorinstanz im angefochtenen Urteil – soweit sie wie die Vorstrafen- losigkeit nicht neutral zu bewerten sind – gebühren d berücksichtigt worden, womit sich entspre- chende Ausführungen erübrigen. Somit geht das Kantonsgericht in Würdigung aller im vorliegenden sowie im angefochtenen Urteil geschilderten persönlichen und tatbezogenen Umstände ebenfalls von einem nicht mehr leichten Verschulden des Beschuldigten aus und erac htet unter Berücksichtigung der vorgängi- gen sowie der zitierten Ausführungen der Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten als schuld- und tatangemessen. Gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB ist dem Beschuldigten der bedingte Strafvollzug zu gewähren, wobei die Probezeit in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 StGB auf zwei Jahre festzusetzen ist. Der Anrechnung der vom 31. August 2001 bis zum 7. Septem- ber 2001 sowie vom 23. Mai 2009 bis zum 17. Juli 20 09 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 64 Tagen steht in Anwendung von Art. 51 StGB nichts im Wege. Demzufolge ist auch betreffend des Strafmasses die diesbezügliche Berufung des Beschuldigten in Bestäti- gung des angefochtenen Urteils abzuweisen. 6. Zivilforderungen 6.1 Der Beschuldigte beantragte zunächst in der Berufu ngsbegründung vom 13. März 2014, er sei für die ungerechtfertigte Untersuchungshaft von 64 Tagen mit dem Betrag von Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 12'800.-- angemessen zu entschädigen. Im Rahmen seines Parteivortrages vor dem Kan- tonsgericht stellt er sodann das Begehren, es sei i hm für die ungerechtfertigte Untersuchungs- haft von insgesamt 65 Tagen der Betrag von CHF 6'500.-- als Entschädigung auszurichten. Des Weiteren sei die Zivilforderung der Privatklägerin in der Höhe von CHF 43'340.55 aufgrund des zu erfolgenden Freispruchs als unbegründet abzuweis en, eventualiter sei sie selbst im Falle einer Verurteilung auf den Zivilweg zu verweisen (g emäss Ausführungen in der Berufungsbe- gründung) bzw. angemessen zu reduzieren (gemäss Erw ägungen im Plädoyer). Bezüglich der Zivilforderung der C.____ sei festzustellen, dass d iese sowohl bei einem Freispruch als auch bei einer Verurteilung direkt abzuweisen und nicht lediglich auf den Zivilweg zu verweisen sei. 6.2 Nach Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Per son zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen. Gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO entscheidet das Gericht über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. In Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, wen n die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hin- reichend begründet oder beziffert. Wäre die vollstä ndige Beurteilung des Zivilanspruchs unver- hältnismässig aufwendig, so kann das Gericht die Zi vilklage nur dem Grundsatz nach entschei- den und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen ( Art. 126 Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber de r beschuldigten Person Anspruch auf an- gemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt (lit. a) oder wenn die beschuldigte Person nach Art . 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (lit. b). Obsiegen gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO bedeute t die Verurteilung der beschuldigten Per- son bzw. Obsiegen der Privatklägerschaft im Zivilpu nkt. Als notwendige Aufwendungen im Ver- fahren müssen auch Anwaltskosten gelten, wenn der P rivatkläger durch seine Handlungen we- sentlich zur Abklärung einer Strafsache und Verurte ilung eines Täters beigetragen hat (S TEFAN WEHRENBERG /I RENE BERNHARD , in: Basler Kommentar zur schweizerischen Strafpro zessord- nung, Basel 2011, N 6 und N 10 zu Art. 433 StPO, mi t Hinweisen). Wird die beschuldigte Per- son ganz oder teilweise freigesprochen oder wird da s Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Genugtuung für besonders schwere V erletzungen ihrer persönlichen Verhält- nisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). 6.3 Zutreffenderweise wird vom Beschuldigten nicht das Vorliegen einer rechtswidrigen (Art. 431 StPO), sondern lediglich einer ungerechtfertigten Untersuchungshaft geltend gemacht. Diesbezüglich ist jedoch angesichts der vorliegend zu bestätigenden Verurteilung des Beschul- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht digten wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung und des entsprechenden Strafmasses von sechs Monaten Freiheitsstrafe festzustellen, dass i m Umfang der ausgestandenen 64 Tage keine ungerechtfertigte Untersuchungshaft vorliegt und damit auch kein Anspruch auf eine Ent- schädigung besteht. Bezüglich des Begehrens, die Zivilforderung der Privatklägerin sei als unbegründet abzuweisen, auf den Zivilweg zu verweisen bzw. angemessen zu re duzieren, ist festzuhalten, dass die An- waltskosten in der Höhe von CHF 13'029.55 – nachdem zufolge der in casu zu bestätigenden Verurteilung des Beschuldigten von einem Obsiegen d er Privatklägerin im Strafpunkt auszuge- hen ist und dies zu einem Entschädigungsanspruch ih rerseits gegenüber dem Beschuldigten führt, wobei die von ihrer Rechtsvertretung in dies em Zusammenhang ausgewiesenen Kosten ohne Weiteres als notwendige Aufwendungen zu qualif izieren sind – gestützt auf Art. 433 Abs. 1 StPO zu Lasten des Beschuldigten gehen. Nich t zu beanstanden ist zudem, dass die Vorinstanz die Mehrforderung der Privatklägerin nac h Abweisung deren Forderungen über CHF 500.-- (Genugtuung) und CHF 860.-- (Pneus) ange sichts der unklaren Verhältnisse (vgl. dazu E. III.2.2 S. 37 f.) in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO sowie Art. 126 Abs. 3 StPO auf den Zivilweg verwiesen hat. Gleiches gilt auch für die Zivilforderung der C.____, da die Strafgerichtsbarkeit gestützt auf die ihr zur Verfügung stehenden Akten nicht in der Lage ist, die Ansprüche umfassend zu beurteilen. Infolgedesse n ist das angefochtene Urteil auch in die- sem Punkt zu bestätigen, womit im Resultat die Beru fung des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen ist. 7. Kostenfolge Bei diesem Verfahrensausgang – indem die Berufung d es Beschuldigten vollumfänglich abge- wiesen wird – gehen nach Art. 428 Abs. 1 StPO die o rdentlichen Kosten des Berufungsverfah- rens in der Höhe von CHF 6'200.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 6'000.-- [vier Stunden Verhandlung zu jeweils CHF 1'500.-- pro Stunde] sow ie Auslagen von CHF 200.--) zu Lasten des Beschuldigten. Dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Advokat Dieter Gysin, wird zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung ein Honorar gemäss dessen Honorarnote (plus 3 Stun- den Aufwand für die heutige Hauptverhandlung zu jew eils CHF 200.-- pro Stunde sowie CHF 48.-- Mehrwertsteuer) in der Höhe von insgesamt CHF 5'147.-- (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse ausgeri chtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzah- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung a n den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). In Bezug auf die erstinstanz- lichen Verfahrenskosten und deren Verteilung erübri gen sich angesichts der zu bestätigenden Verurteilung an vorliegender Stelle weitergehende Ausführungen und diese sind ohne Weiteres zu bestätigen. Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Base l-Landschaft vom 19. August 2013, lautend "1. D.____ wird in teilweiser Abänderung des Strafb efehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arles- heim, vom 20. November 2012 der Veruntreuung (Fall 2) so- wie der Urkundenfälschung betreffend den Kaufvertra g vom 11. Oktober 2006 (Fall 2) schuldig gesprochen und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 6 Monaten, unter Anrechnung der vom 31. August 2001 bis zum 7 . Sep- tember 2001 sowie vom 23. Mai 2009 bis zum 17. Juli 2009 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 64 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, Art. 251 Z iff. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. D.____ wird von der Anklage der Veruntreuung zu m Nachteil von B.____ (Fall 1) sowie der Urkundenfälschung bet reffend den Kaufvertrag vom 15. Januar 2007 (Fall 2) freigesprochen. 3. a) Die Zivilforderung von B.____ wird abgewiesen. b) D.____ wird verurteilt, A.____ Fr. 13'029.55 al s Parteient- schädigung zu bezahlen (Art. 433 StPO). Die Genugtuungsforderung von Fr. 500.00 sowie die Scha- denersatzforderung in Höhe von Fr. 860.00 (Pneus) w erden abgewiesen, die Mehrforderung (Schadenersatz im Rah men des Kaufs des VW Golf, Modelljahr 2007) wird auf de n Zivil- weg verwiesen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) Die Forderung der C.____ in Höhe von Fr. 33'049 .00 wird auf den Zivilweg verwiesen. 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver- fahrens von Fr. 3'500.00 und einer pauschalen Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00. D.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO ¾ der Verfahrenskosten, ¼ gehen zu Lasten des Staates. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründe tes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgeric htliche Ge- bühr auf Fr. 1'000.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 5. Betreffend das Honorar des amtlichen Verteidiger s erfolgt ein separater Entscheid." wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vo llumfänglich bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von CHF 6'200.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 6'000 .-- sowie Auslagen von CHF 200.--) gehen zu Lasten des Beschuldigten. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten, Advokat Dieter Gysin, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 5'147.-- (inklusive Auslagen und Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädig ung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobal d es seine wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann