Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Februar 2013 ( 725 12 271 / 29) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Verfrühte Leistungseinstellung durch den Unfallversicherer mangels Nachweis des er- reichten gesundheitlichen Endzustandes Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Martina Freivogel Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dominik Zehntner, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen Basler Versicherung AG , Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Ad- vokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Die 1955 geborene A.____ arbeitete seit 2004 zu 90 % als B.____ bei der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft. Durch ihre Arbeitgeberin war sie bei der Basler Versicherung AG (Basler) obligatorisch gegen d ie Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 24. August 2011 erlitt A.____ einen Auffahrunfall. Nach dem Unfallereignis verspürte sie Kopfschmerzen sowie ein Kribbe ln in den Fingern und Händen beidseits, weshalb sie sich in die Notfallstation des Spi tals C.____ begab. Im gleichentags Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erstellten Arztbericht der Interdisziplinären Notfallstat ion des Spitals C.____ wurde eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) Grad II diagnostizie rt. Am 26. August 2011 stellte die behandelnde Ärztin Dr. med. D.____, FMH Innere Medizi n, ebenfalls eine HWS-Distorsion Grad II fest und schrieb A.____ zu 100 % arbeitsunfäh ig. Gleichzeitig verordnete sie als Therapie Akupunktur, Entspannungstechniken sowie Schme rzmittel (“Arztzeugnis UVG“ vom 26. August 2011). Nachdem die Basler der Versicherten na ch Eingang der Unfallmeldung die gesetzlichen Leistungen für die Folgen dieses Unfalls a usgerichtet hatte, stellte sie mit Verfügung vom 16. Dezember 2011 sämtliche Leistungen rückwirkend per 30. September 2011 ein. Als Begründung wurde angegeben, es bestehe zwischen den anhaltenden Beschwerden von A.____ und dem Unfallereignis vom 24. August 2011 kein adäquater Kausal- zusammenhang. Die dagegen erhobene Einsprache der Versi cherten wies die Basler mit Entscheid vom 16. August 2012 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt D ominik Zehntner namens und im Auftrag von A.____ am 7. September 2012 Beschwe rde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantrag te er, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpfl ichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlich vorgesehenen Leistungen zu erbringen; u nter o/e-Kostenfolge. Als Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanz habe den Fall zu früh abgeschlossen. Sie sei ohne eingehende ärztliche Abklärung vom erreichten E ndzustand ausgegangen. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich indes Anfang 2012 weiterhin gebessert. Seit August 2012 sei sie wieder im selben Umfang tätig wie v or dem Unfallereignis. Die Basler habe daher die gesetzlichen Leistungen auch für die Zeit nach dem 30. September 2011 bis zum Erreichen des Endzustandes zu erbringen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 23. November 2012 beantr agte die Vorinstanz, vertreten durch Rechtsanwalt Manfred Bayerdörfer, die Abweisung der Beschwerde mit der Begründung, der Fallabschluss sei korrekterweise per 30. September 2011 erfolgt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Ve rbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 sind die Bestimmungen des ATSG auf die Unfallversicherung anwendbar. So sehen Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG vor, dass gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträge r beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden kann. Zus tändig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versi cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser befindet sich vorliegend in E.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Lan dschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verw altungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ver sicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachli ch zur Behandlung der vorliegenden Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 7. September 2012 ist demnach einzutreten. 2. Die Beschwerdegegnerin hat die Versicherungsleistungen der Beschwerdeführerin in ihrer Verfügung vom 16. Dezember 2011, bestätigt durch den angefochtenen Einspracheent- scheid vom 16. August 2012, rückwirkend per 30. September 2011 eingestellt. Streitig und zu prüfen ist, ob diese Leistungseinstellung zu Recht erfolgt ist oder ob die Versicherte über dieses Datum hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG statuiert der versicherten Person den Anspruch auf eine zweckmässige Behand lung der Unfallfolgen (Heil- behandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unf alles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Ta ggeld. Dieses beträgt bei voller Ar- beitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfä- higkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infol- ge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Dieser Rentenanspruch entsteht, sobald von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan- des der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass- nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (sog. Endzustand). Mit dem Rentenbe- ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistu ngen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art . 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ä rztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt als erstes voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetreten en Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein na türlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist. Es genügt, wenn das schädigende Ereignis zu sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versichert en Person beeinträchtigt hat. Mit anderen Worten reicht es aus, falls das Ereignis nicht weggedac ht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 1 29 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwi- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausal- zusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die r echtsanwendende Behörde - die Ver- waltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen de r ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der üb erwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenh angs genügt für die Begründung ei- nes Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Bei einem Schleudertrauma ohne organisch nachweisba re Funktionsausfälle ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den bestehenden Beschwerden sowie der damit verbundenen Beeinträchtigung der Arb eits- bzw. Erwerbsfähigkeit in der Regel dann zu bejahen, wenn ein solches Trauma diagnostiziert ist und innert der Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden seit dem Unfall (RKUV 2000 Nr. U 359, S. 29 E. 5e) die für diese Verletzung typische Beschwerdesymptomatik zumindest teilwei se aufgetreten ist (BGE 117 V 382 E. 4a und E. 4b [Kopf- und Nackenschmerze n, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, Lärmempfindlichkeit, rasche Ermüdbarkeit, usw.]). Dassel- be gilt bei Verletzungen im Bereich der HWS, die auf einem dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzungsmechanismus (Kopfanprall mit Abknickung der H WS, Distorsionstrauma der HWS mit Kopfanprall, vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 395 S. 31 7 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67) oder einem Schädel-Hirn-Trauma (BGE 117 V 382 E. 4a) beruhen. 3.4 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funkti on einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen ). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und d er eingetretenen gesund- heitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den v on Doktrin und Praxis entwickelten Re- geln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.5 Im Entscheid 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht einlässlich mit der Thematik be- fasst, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer die Prüfung des adäquaten Kausal zusam- menhangs vornehmen könne. Dabei hat es deutlich gemacht , dass nicht danach zu fragen sei, in welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorgenommen w erden dürfe, sondern wann der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen und den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesge- richt weiter, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Z eitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan- des der versicherten Person mehr erwartet werden könne und allfällige Eingliederungsmass- nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen seien (BGE 1 34 V 113 ff. E. 4). Was unter Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu ver stehen sei, umschreibe das Ge- setz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), bestimme sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigeru ng oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtig t. Die Verwendung des Begriffs "namhaft" durch den Gesetzgeber verdeutliche dabei, dass die dur ch weitere Heilbehandlung zu erwar- tende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genügten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). In Bezug auf S chleudertraumen der HWS resp. äquiva- lente Verletzungen mit einem ähnlichen Beschwerdebild hat das Bundesgericht wiederholt fest- gehalten, dass die Behandlungsbedürftigkeit (im Sinn e medikamentöser Schmerz- und Physio- therapie) während zwei bis drei Jahren nach dem Unfal l durchaus üblich sei (Urteil des Bun- desgerichts vom 12. Oktober 2012, 8C_269/2012, E. 6.4.8 mit zahlreichen Hinweisen). 3.6 Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unf allversicherer ist in rechtlicher Hin- sicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach- gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspf licht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache de s Gesundheitsschadens darstellt bzw. wenn Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfre mden Ursachen beruht. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa- len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund heitsschadens mit dem im Sozial- versicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der üb erwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzli ch fehlender ursächlicher Auswir- kungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um ein e anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegrün- dender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nic ht bei der versicherten Person, son- dern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze sind für sämtliche Leistungsarten mass- gebend (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2012, 8C. 956/2011, E. 4.1 mit mehreren Hin- weisen). 3.7 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - ob eine g esundheitliche Beeinträchtigung in einem natürlichen Kausalzusammenhang zu einem Unfal lereignis steht oder ob ein Endzu- stand erreicht ist und der Versicherungsfall im vorgenan nten Sinne abgeschlossen werden darf - ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unter lagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozial- versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswü rdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) wie alle anderen Beweismittel frei, d.h. ohne Bindun g an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel - unabhängig von wem sie stammen - objek tiv zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 1 60 E. 1c). In Bezug auf Berichte von be- handelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahr ungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. B ei der Abschätzung des Beweiswertes im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigun g sind allerdings auch die potentiel- len Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht zu vergessen. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nic ht dazu führen, sie von vornherein als unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitr aum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht [KGE SV] vom 14. April 2011, 725 08 358, E. 2.3.2). 4. Folgende medizinischen Unterlagen liegen dem Gerich t für die Beurteilung des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor: 4.1 Als erstes war die Beschwerdeführerin eine Dreiviert elstunde nach dem Unfall im Spital C.____ von Oberarzt Dr. med. F.____, FMH Allgemeinme dizin, Klinische Notfallmedizin SGNOR, untersucht worden. Dieser hielt im bereits erwä hnten Arztbericht der Interdisziplinären Notfallstation sowie im “Dokumentationsbogen für Erstkon sultation nach kranio-zervialem Be- schleunigungstrauma“ fest, dass die Beschwerdeführerin be im Auffahrunfall den Kopf an der Kopfstütze angestossen und dabei eine HWS-Distorsion Grad II erlitten habe. Beim Röntgen der Halswirbelsäule hätten keine Anhaltspunkte für eine Fraktur bestanden. Es könne weder Bewusstlosigkeit noch Übelkeit, Erbrechen oder Amnesie ve rzeichnet werden. Hingegen habe die Patientin sofort nach dem Unfall über Kopf-, Nacke n- und Schulterschmerzen geklagt. Aus- serdem seien Parästhesien im Sinne eines Kribbelns in den Fingern und Händen beidseits auf- getreten. Zur Arbeitsfähigkeit machte F.____ keine Angaben. 4.2. Zwei Tage später diagnostizierte D.____ bei der B eschwerdeführerin ebenfalls eine HWS-Distorsion Grad II (vgl. bereits erwähntes “Arztzeug nis UVG“ vom 26. August 2011). Die Patientin leide weiterhin an erheblichen Kopfschmerze n, Nackenbeschwerden sowie Verspannungen. Zudem bestünden Kribbelparästhesien bis i n die Finger. Als Therapie verordnete D.____ Akupunktur, Entspannungstechniken und Schmerzmittel. Zudem schrieb sie die Beschwerdeführerin vom 26. August 2011 bis mindest ens Ende September 2011 zu 100 % arbeitsunfähig. Als voraussichtliche Behandlungsdauer gab die Hausärztin zwölf Wochen an. 4.3 Mit ärztlichem Zeugnis vom 23. September 2011 attest ierte D.____ der Beschwerdefüh- rerin für die Zeit vom 26. September 2011 bis am 23. Oktober 2011 erneut eine 100%ige Ar- beitsunfähigkeit. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Am 3. Oktober 2011 suchte die Versicherte aufgrund von starken Beschwerden die Kli- nik G.____ auf. Dort wurde sie von Dr. med. H.____, F acharzt FMH für Neurologie, noch glei- chentags untersucht. Zwei Tage später fand eine weitere Konsultation statt. Im Zusammenhang mit der ersten Konsultation hielt H.____ schriftlich fe st, die Beschwerdeführerin habe die Nacht zuvor sehr heftige Schmerzen frontal hinter den Augen m it Druck auf den Kopf verspürt. Seit dem Unfall leide sie an Dauertinnitus in beiden Ohren . Infolge der hausärztlichen Behandlung werde eine Akupunktur vorgenommen, wobei jeweils für kur ze Zeit eine Besserung eintrete. Es liege keine Arbeitsunfähigkeit als Kindergärtnerin vor. Bei raschem Gehen bestünden Belas- tungskopfschmerzen, weshalb häufiges Liegen notwendig sei . Unter der Rubrik “Beurteilung“ diagnostizierte H.____ Cephalea (Kopfschmerzen), Tinnit us bei St.n. sowie ein HWS- Distorsionstrauma; zur Arbeitsfähigkeit wurde an dieser Stelle des Arztberichtes keine Angabe gemacht. Der Neurologe verordnete der Versicherten Sch merzmittel und meldete sie für ein MRI Neurokranium am 5. Oktober 2011 sowie ein MRI Hal swirbelsäule am 7. Oktober 2011 an. Anlässlich der zweiten Konsultation stellte H.____ fest, die Patientin berichte über eine deutli- che Besserung des Gesundheitszustandes. Durch die verordneten Schmerzmittel habe sie eine gute Nachtruhe. 4.5 Die beiden durch H.____ angeordneten MRI wurden vom Chefarzt des Spitals G.____, Dr. med. I.____, Facharzt FMH für medizinische Radiologie, vorgenommen. Dieser konnte beim MRI des Schädels vom 5. Oktober 2011 keine hirnorganisch e Ursache für die Kopfschmerzen der Versicherten feststellen. Was das MRI der Halswirbelsä ule vom 7. Oktober 2011 betrifft, hielt Dr. I.____ fest, es deute nichts auf eine posttraumatische Veränderung an den knöchernen Strukturen und Weichteilen hin. 4.6 In ihrem Arztbericht vom 30. Oktober 2011 zuhanden der Basler diagnostizierte D.____ erneut eine HWS-Distorsion im Sinne eines Schleudertr aumas, diesmal Grad II bis III. Trotz Schmerzmitteleinnahme leide die Patientin unter starken Kopfschmerzen, Nackenschmerzen sowie Konzentrationsstörungen. Bis zum Beurteilungszeitpu nkt habe keine befriedigende Schmerzreduktion erreicht werden können. Der Verlauf se i anfangs günstig erschienen und die Beschwerdeführerin habe sich auf eine Wiederaufnahme d er Arbeit eingestellt. Bereits bei klei- nen Belastungen im Alltag habe sie jedoch vermehrt Ko pfschmerzen verspürt und eine Zunah- me der Konzentrationsstörungen bemerkt. Bis zum 30. Nove mber 2011 betrage die Arbeitsun- fähigkeit daher weiterhin 100 %. Die Akupunkturbehand lung mit Lasertherapie werde fortge- führt. Ausserdem sei eine gezielte Physiotherapie geplan t. Die Versicherte sei motiviert und verantwortungsbewusst. Hinsichtlich der Arbeitsaufnahme h abe sie gebremst werden müssen, da eine Zunahme der Belastung unter fortdauernden S chmerzen kontraproduktiv wäre. Die Prognose der Arbeitsfähigkeit sei gut; wann der Endzustand eintrete, könne noch nicht beurteilt werden. 5. Vorab stellt sich die Frage, ob ein natürlicher Kaus alzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den im Zeitpunkt der Leistungsein stellung vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden der Versicherten besteht. Gestützt auf die v orstehenden medizinischen Unterla- gen ist festzustellen, dass innert 24 Stunden seit der Kollision ein Distorsionstrauma der HWS mit - zumindest teilweise - typischer Beschwerdensymptomat ik (Kopf- und Nackenschmerzen) Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht diagnostiziert worden ist. Dieselben Beschwerden haben im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. September 2011 noch immer bestanden. Damit ka nn die natürliche Kausalität bejaht werden, was im Übrigen von den Parteien auch nicht bestritten wird. 6.1 Nach der natürlichen ist in der Regel die adäquate Kausalität zu prüfen. Im vorliegenden Fall ist jedoch strittig, ob die Vorinstanz eine Adäqu anzprüfung überhaupt hat vornehmen dür- fen bzw. ob sie zu Recht den Endzustand per 30. September 2011 festgelegt hat. 6.2.1 Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer Vernehmlassu ng vom 23. November 2012 sinngemäss geltend, die Beschwerdeführerin sei seit dem 1. Oktober 2011 wieder vollumfänglich arbeitsfähig. Weder F.____ als erstbeha ndelnder Oberarzt des Spitals C.____ noch der Neurologe H.____ seien zum Schluss gelangt, d ass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch die erhobenen Befunde beeint rächtigt sei. Einzig die Hausärztin habe der Versicherten eine vorerst bis Ende September 2011 befristete und später verlängerte vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, wobei hausä rztliche Einschätzungen mit einer gewissen Zurückhaltung zu gewichten seien. Entgegenkommen derweise sei sie zunächst dennoch der Beurteilung der behandelnden Ärztin gefolgt, führt die Basler im Weiteren aus, und habe bis zum 30. September 2011 Taggelder auf der Ba sis einer vollständigen Arbeitsun- fähigkeit bezahlt. Ein unfallanalytisches Kurzgutachten habe später allerdings deutlich gemacht, dass die fragliche Auffahrkollision als sehr leicht einz ustufen sei. Dies habe den Ausschlag gegeben, eine über September 2011 hinaus andauernde Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. 6.2.2 Zur Argumentation der Beschwerdegegnerin ist Fo lgendes festzuhalten: Das unfallanalytische Kurzgutachten vom 16. November 2011 ist für die vorliegende Beurteilung des Gesundheitszustandes bzw. dessen Verbesserungspotential nicht relevant. Solange der Endzustand nicht feststeht, spielt die Schwere des Unfall ereignisses keine Rolle. Erst bei der Adäquanzprüfung könnte das besagte Gutachten allenfall s beigezogen werden. Was die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten betrifft, hat die Vorinstanz im Einspracheentscheid vom 16. August 2012 selbst festgehalten, dass bei der Beschwer deführerin nach dem 30. September 2011 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (vgl. Ziff. 6 Abs. 3 Satz 1 des Einspracheentscheides). Es scheint daher widersprüchl ich, wenn sie später in ihrer Vernehmlassung die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten im entsprechenden Zeitraum in Frage stellt. Im Übrigen hat der erstbehandelnde Oberarzt ga r keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen, was durchaus nachvollziehbar ist, sind doch di e Folgen eines Auffahrunfalls lediglich 45 Minuten nach der Kollision schwer einzuschät zen. Aufgrund der Tatsache, dass sich F.____ nicht zu einer allfälligen Arbeitsunfähigke it der Beschwerdeführerin geäussert hat, kann indes nicht geschlossen werde, eine solche sei für ihn nicht in Betracht gekommen. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch H.____ trifft es zwar zu, dass dieser in seinem Bericht den Satz „keine Arbeitsunfähigkeit als Ki ndergärtnerin“ erwähnt hat. Diese Aussage befindet sich jedoch im ersten Teil des Schreiben s, in welchem die von der Patientin geschilderte momentane Situation aufgeführt wird. Se ine eigene Einschätzung gibt der Neurologe erst später unter der Rubrik “Beurteilung“ a b, wobei die Arbeitsfähigkeit keine Erwähnung findet. Es ist deshalb davon auszugehen, dass e s sich bei der Aussage „keine Arbeitsunfähigkeit als Kindergärtnerin“ nicht um ein e tatsächliche Beurteilung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsfähigkeit handelt. Gestützt auf den Arztbericht von H.____ kann folglich nicht darauf geschlossen werden, dieser habe die Arbeitsfähigkeit de r Beschwerdeführerin abschliessend beurteilt und als vollumfänglich intakt bewertet. Als einzige Angabe zur Arbeitsfähigkeit verbleibt damit die Einschätzung von D.____. Diese hat der Patien tin für die Zeit vom 26. August 2011 bis am 30. November 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigke it attestiert. Es ist vorliegend kein Grund ersichtlich, weshalb nicht auf die Berichte der Hausärztin abgestellt werden sollte, insbesondere da die Basler zunächst selbst deren Beurteil ung gefolgt ist (vgl. Ziff. 5 der Vernehmlassung). Im Übrigen hat die Unfallversicherung keine weiteren medizinischen Abklärungen vorgenommen, welche die hausärztliche Ein schätzung in Frage stellen würden. Mit den Vorbringen in ihrer Vernehmlassung gelingt es der Vorinstanz daher nicht, überzeugend darzulegen, dass die Beschwerdeführerin ab Oktober 2011 wieder vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Bis die Basler den entsprechenden Nachweis erb racht hat, ist vermutungsweise weiterhin – d.h. auch für die Zeit nach dem 30. Sept ember 2011 – von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Versicherten auszugehen. 6.3.1 Trotz fortdauernder Arbeitsunfähigkeit ist der E ndzustand erreicht, wenn keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes bzw. keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden kann. Im angefochtenen Entscheid vom 16 . August 2012 bringt die Basler vor, es könne von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung ke ine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin mehr erwartet werden, womit ab Oktober 2011 der Endzustand erreicht sei. 6.3.2 Im Hinblick auf das Genesungspotential der Versiche rten ist festzuhalten, dass ein über mehrere Monate andauernder Heilungsprozess bei HWS-Di storsionen keineswegs unüblich ist. Wie bereits erwähnt, hat das Bundesgericht in solchen Fä llen eine Behandlungsbedürftigkeit von zwei bis drei Jahren als durchaus im Rahmen liegend a nerkannt. Trotz dieser Rechtsprechung geht die Unfallversicherung davon aus, e ine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin sei schon rund fünf Wochen nach dem Unfallereignis nicht mehr zu erwarten gewesen. Keiner der vorliegenden Arztberichte stützt jedoch diese Behauptung der Vorinstanz. Im Gegenteil beantwortet D.____ in ihrem Schreiben vom 30. Oktober 2011 die Frage der Basler, wann ungefä hr mit einem Endzustand zu rechnen sei, mit „zurzeit nicht beurteilbar“. Sie bezeichnet die Prognose der Arbeitsfähigkeit als gut. Was den Heilverlauf betrifft, so deuten die Aussagen der H ausärztin lediglich darauf hin, dass die Genesung der Beschwerdeführerin mehr Zeit als anfängli ch angenommen beanspruchen würde. Es ist jedoch in keiner Hinsicht die Rede davon, eine massgebende Rekuperation falle künftig ausser Betracht. Sowohl die Beschwerdeführerin al s auch die behandelnde Ärztin D.____ haben stets bekräftigt, die Versicherte wolle als bald möglich wieder an ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren und die vormals ausge übte Tätigkeit vollumfänglich weiterführen. Diesbezüglich ist auch auf den am 6. Dezem ber 2011 erstellten Bericht von K.____, Casemanager Unfall/Kranken bei der Basler zu ve rweisen, welcher gestützt auf ein mit der Beschwerdeführerin am 11. November 2011 geführtes persönliches Gespräch erstellt worden ist. Für ein über den 30. September 2011 hina us bestehendes Verbesserungspotential spricht ferner die von H.____ anlässlich der zweiten Kon sultation am 5. Oktober 2011 im Spital G.____ gemachte Aussage, wonach die Patientin (bereits zw ei Tage nach der ersten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Konsultation) über eine deutliche Besserung berichte. In Anbetracht des Gesagten ist es nicht erwiesen, dass bei der Beschwerdeführerin ab Oktober 201 1 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheit szustandes resp. keine bedeutende Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr zur erwarten gewesen ist. Den Akten können keine konkreten Hinweise auf einen (zukünftigen) Invali ditätsfall entnommen werden. Angesichts dieser Umstände befremdet es, dass die Basler b ereits nach wenigen Wochen Genesungsprozess vom erreichten Endzustand ausgegangen ist und aufgrund dieser Annahme die Adäquanzprüfung durchgeführt sowie sämtliche Versicherungsleistungen eingestellt hat. 6.4 Infolgedessen ist der Versicherten zuzustimmen, dass die Vorinstanz gestützt auf die vorhandenen Unterlagen den Endzustand nicht auf den 30 . September 2011 hätte festlegen dürfen. Mithin erübrigt sich die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs. 7. Als Ergebnis kann zusammenfassend festgehalten werde n, dass die Basler die Versicherungsleistungen der Beschwerdeführerin zu Unrecht per 30. September 2011 eingestellt hat. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. August 2012 wird aufgehoben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung des Leistungsa nspruchs der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2011 an die Vorinstanz zurückgewiesen. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Beim Entschei d über die Verlegung der Verfah- rens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro zessausgang abzustellen. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin obsiegende und die Basler un terliegende Partei. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb keine Verfahrenskosten zu erheben. Was die ausserordentlichen Kosten betrifft, hat die obsiegende Beschwerdeführerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. In seiner Honorarnote vom 10. Dezemb er 2012 hat der Rechtsvertreter der Versicherten einen Zeitaufwand von 6 Stunden und 20 Mi nuten geltend gemacht, was sich um- fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts - und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherung sprozessen zur Anwendung ge- langenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 46.--. Der Beschwerdeführerin ist des- halb eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1'759. 70 (6 Stunden 20 Minuten à Fr. 250.-- plus Auslagen von Fr. 46.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer ) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9.1 Abschliessend ist für den Fall, dass eine Partei das Ergreifen eines Rechtsmittels ge- gen den vorliegenden Entscheid in Erwägung zieht, Fol gendes anzumerken: Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Ju ni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesg ericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Nach der bundesgerichtlichen Rechsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschlies- senden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sonder n um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materie llrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Selbstän dig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigke it und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil be wirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Ko sten für ein weitläufiges Beweisverfah- ren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Folglich ist dagegen eine B eschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor- aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einsprache- entscheid der Basler Versicherung AG vom 16. August 2012 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung des Lei stungsan- spruchs der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2011 an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Basler Versicherung AG hat der Beschwerdeführeri n eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1'759.70 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.