<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-10-21-9C_178-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_178/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 21. Oktober 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Parrino, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Stadelmann, Bundesrichterin Glanzmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Stanger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Roger Burges, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Schaffhausen, </div> <div class="para">Oberstadt 9, 8200 Schaffhausen, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Invalidenversicherung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 31. Januar 2020 (63/2018/12). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die 1969 geborene A.________ meldete sich im Juni 2016 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, nachdem im Jahr 2010 ein Rentenbegehren wie auch ein Begehren um Gewährung einer Hilflosenentschädigung abgewiesen worden waren (Verfügungen der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 27. April und 3. Mai 2010, bestätigt mit Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. Mai 2011). Nach Abklärungen, insbesondere einer zwischen dem 17. November und 20. Dezember 2016 durchgeführten Observation und anschliessender polydisziplinärer Begutachtung durch die Swiss Medical Assessment- and Business-Center AG (SMAB; Expertise vom 1. September 2017), verneinte die infolge Wohnsitzwechsels neu zuständige IV-Stelle des Kantons Schaffhausen mit Verfügung vom 9. Februar 2018 einen Leistungsanspruch. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Schaffhausen mit Entscheid vom 31. Januar 2020 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.________ führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Rechtsbegehren, der Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen sei aufzuheben und es seien ihr die ihr zustehenden invalidenversicherungsrechtlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur neuen polydisziplinären Begutachtung und zur Neuprüfung der Rentenfrage zurückzuweisen. Weiter sei gestützt auf <span class="artref">Art. 13 EMRK</span> festzustellen, dass <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1, <artref id="CH/0.101/8" type="start"></artref>Art. 8, <artref id="CH/0.101/13" type="start"></artref>Art. 13 und <artref id="CH/0.101/14" type="start"></artref>Art. 14 EMRK</span><artref id="CH/0.101/13" type="end"></artref><artref id="CH/0.101/8" type="end"></artref><artref id="CH/0.101/6/1" type="end"></artref> verletzt worden seien. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (<span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>), die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz nur, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Es kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen und Invalidenrente). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend, das kantonale Gericht habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör und auf ein faires Verfahren nach <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span> und <span class="artref">Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II</span> (SR 0.103.2) verletzt, indem es den angefochtenen Entscheid einzig ihrem damaligen Rechtsvertreter und nicht (auch) ihr zugestellt habe. Diese Rüge ist unbegründet, zumal sich aus den Akten ergibt, dass der Rechtsvertreter (unter anderem) bevollmächtigt war, die Versicherte vor Gericht zu vertreten und diese nicht geltend macht, sie habe die Vollmacht während des vorinstanzlichen Verfahrens widerrufen. Die Zustellung des angefochtenen Entscheids einzig an den Rechtsvertreter war damit rechtmässig, woran auch die angerufenen Konventionsbestimmungen nichts zu ändern vermögen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Unzutreffend ist die Behauptung der Versicherten, das kantonale Gericht habe sich in weiten Teilen nicht mit ihren Vorbringen auseinandergesetzt. In den Erwägungen 4.1 bis 4.3 des angefochtenen Entscheids werden die wesentlichen Argumente der Beschwerdeführerin behandelt. Mit Blick auf diese Erwägungen war die Versicherte ohne Weiteres in der Lage, den vorinstanzlichen Entscheid sachgerecht anzufechten. Nicht erforderlich ist indes, dass sich das kantonale Gericht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jede einzelne Rüge ausdrücklich widerlegt (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=03.10.2020&amp;to_date=22.10.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-433%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page433">BGE 142 III 433</a> E. 4.3.2 S. 436mit Hinweisen). Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>; <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span>) resp. der daraus abgeleiteten Begründungspflicht kann nach dem Gesagten genauso wenig die Rede sein wie von einer (ebenfalls gerügten) Verletzung des Anspruchs auf ein faires Verfahren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> In eingehender Würdigung der Akten und in Abwägung der Interessen gelangte das kantonale Gericht zum Ergebnis, die Observationsergebnisse seien verwertbar und dürften Berücksichtigung in der gutachterlichen Beurteilung finden. Insbesondere gestützt auf das beweiswertige SMAB-Gutachten vom 1. September 2017 verneinte die Vorinstanz - in Bestätigung der Verfügung vom 9. Februar 2018 - einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Im Zusammenhang mit der Observation resp. der Verwertbarkeit der Observationsergebnisse trägt die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf verschiedene Konventionsbestimmungen (Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. d, <span class="artref">Art. 8, <artref id="CH/0.101/13" type="start"></artref>Art. 13 EMRK</span><artref id="CH/0.101/8" type="end"></artref>; <span class="artref">Art. 17 UNO-Pakt II</span>) mehrere Rügen vor, welche indessen alle unbegründet sind: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.1.</b> Nicht einsehbar ist, weshalb der Beschwerdeführerin - im Rahmen des Invalidenversicherungsverfahrens - gestützt auf <span class="artref">Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK</span> ein Konfrontationsrecht mit den von der IV-Stelle mit der Observation beauftragen Detektiven zukommen soll. Auf ihre diesbezüglichen Vorbringen ist daher nicht weiter einzugehen. Soweit die Versicherte erstmals vor Bundesgericht geltend macht, die beauftragen Detektive würden nicht über eine kantonale Bewilligung verfügen, haben ihre Vorbringen (samt den dazugehörigen Dokumenten) als unzulässige Noven im Sinne von <span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span> unbeachtlich zu bleiben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=03.10.2020&amp;to_date=22.10.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-19%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page19">BGE 143 V 19</a> E. 1.2 S. 22 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=03.10.2020&amp;to_date=22.10.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-V-543%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page543">140 V 543</a> E. 3.2.2.2 S. 548). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.2.</b> Unbehelflich ist sodann der Einwand der Versicherten, sie sei (unter anderem) in Räumlichkeiten mit einem privaten Hausrecht (z.B. in einem Einkaufszentrum) observiert worden, zumal die Eigentumsverhältnisse für die Zulässigkeit einer Observation irrelevant sind (Urteil 8C_837/2018 vom 15. Mai 2019 E. 5.1). Unbestritten blieb demgegenüber die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Observation ausschliesslich im öffentlich frei einsehbaren Raum erfolgte (vgl. zur Zulässigkeit/Verwertbarkeit einer im Invalidenversicherungsverfahren angeordneten Observation <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=03.10.2020&amp;to_date=22.10.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 143 I 377</a>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.3.</b> Schliesslich wird in der Beschwerde nicht (substanziiert) dargelegt, inwiefern die vorinstanzliche Auffassung, die von der Versicherten als Ersatz für eine Observation postulierte polydisziplinäre Begutachtung sei nicht geeignet, einen gleichwertigen Erkenntnisgewinn zu erbringen, willkürlich oder sonstwie bundesrechtswidrig sein soll. Solches ist auch nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und daher im vereinfachten Verfahren mit summarischer Begründung nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG</span> zu erledigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Schaffhausen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 21. Oktober 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Parrino </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Stanger </div> </div></body></html>