Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Oktober 2020 (725 19 92 / 253) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unfallkausalität einer komplexen Schulterverletzung aufgrund eines Gerichtsgutachtens bejaht. Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Daniel Riner, Advo- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen SWICA Versicherungen AG , Rechtsdienst, Römerstrasse 37, Post- fach, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Der 1958 geborene A.____ war als Hauswart bei der Einwohnergemeinde B.____ an- gestellt und in dieser Eigenschaft bei der SWICA Versicherungen AG (Swica) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er am 4. Juli 2017 als Lenker eines Motorrads einen schweren Verkehrsunfall und in dessen Folge ein Polytrauma, eine distale Radiusfraktur rechts, ein Schädelhirntrauma mit kleiner traumatischer Subarachnoidalblutung, eine Sternumfraktur mit Toraxwandhämatom links, eine minimal dislozierte Abspreng ung am Dornfortsatz BWK 10 und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht am Rippenfortsatz links LWK 2 und 3, ein Monokelhämatom rechts sowie eine Prellung am rech- ten Kniegelenk erlitt. Im weiteren Verlauf wurde am rechten Knie durch den durch die Swica her- angezogenen medizinischen Experten eine Meniskusläsion mit einem kleinen Riss und einem retropatellären Knorpelschaden bzw. durch den Hausarzt des Versicherten ein Teilriss des Sei- tenbandes am rechten Kniegelenk erhoben. Ausserdem wurde festgestellt, dass sich der Versi- cherte mehrere Rippen gebrochen hatte. Eine am 7. Nove mber 2017 durchgeführte MRI- Untersuchung der rechten Schulter ergab schliesslich nebst Ödemen im Bereich der ventralen Supraspinatussehne und im Bereich der superioren Subskap ularissehne eine artikuläre Partial- läsion der langen Bizepssehne mit Verletzung des Bizepssehnenankers. Ein in der Folge anfangs November 2017 begonnener Arbeitsversuch musste nach kurzer Zeit schmerzbedingt wieder ab- gebrochen werden. Im weiteren Verlauf wurde an der rechten Schulter am 15. Februar 2018 eine Bizepssehnentenodese, eine arthroskopische Akromioplastik, eine Schultergelenksarthroskopie sowie ein intraartikuläres Débridement durchgeführt. B. Nach Einholung einer versicherungsinternen Einschätzu ng ihres beratenden Experten- arztes Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie u nd Traumatologie des Beweggungsap- parats, vom 25. Oktober 2017 teilte die Swica dem Versi cherten am 30. Januar 2018 mit, dass die geklagten Beschwerden an der rechten Schulter und am rechten Knie nicht unfallbedingt seien und hierfür weder Heilbehandlungskosten noch Tag geldleistungen erbracht würden. Seit dem 1. November 2017 bestehe in der angestammten Tätigkeit ausserdem eine hälftige Arbeits- fähigkeit, welche bis Ende des Jahres 2017 auf 100% ge steigert werden könne. Ab 1. Februar 2018 bestehe mit Ausnahme der Heilkosten für die rechte Hand daher kein Leistungsanspruch mehr. Daran hielt sie mit Verfügung vom 17. April 2018 fest. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 17. Mai 2018 wies die Swica mit Ein spracheentscheid vom 13. Februar 2019 nach ergänzender Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse ab. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versiche rte, vertreten durch Advokat Dr. Daniel Riner, am 15. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Land- schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, dass ihm in Aufhe- bung des angefochtenen Entscheids die gesetzlichen Leistungen auszurichten seien, unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass die über das Datum der Leistungseinstellung hinaus weiter andauernden Beschwer den sowohl an der rechten Schulter als auch am rechten Knie sehr wohl unfallkausal seien. Mit Vernehmlassung vom 26. April 2019 schloss die Swica auf Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 18. Juli 2019 ge langte das Kantonsgericht zum Schluss, dass die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren keine verlässliche Ent- scheidungsgrundlage bilden würden, und sich der massgeben de Sachverhalt als ungenügend abgeklärt präsentiere. Es beschloss daher, den Fall au szustellen und ein orthopädisches Ge- richtsgutachten bei Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie, anzuordnen. Dieses erging am 14. Oktober 2019. E. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Stellungnahme vom 18. Dezember 2019 fest, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf die Ergebnisse des G erichtsgutachtens die gesetzlichen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungen nicht nur für die Verletzungen an der rechten Schulter und am rechten Knie, sondern auch für die Unfallfolgen im Zusammenhang mit den n och immer vorhandenen Problemen im Bereiche des Zwerchfells und an der Wirbelsäule zu erbringen und in diesem Zusammenhang für die Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit auc h nach dem Erreichen des Endzustandes für ein weiteres Jahr ergänzende Physiotherapieleistungen zu übernehmen habe. Dies führe im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits mit Stellung- nahme vom 30. Dezember 2019 fest, dass sie sich den nachvo llziehbaren und überzeugenden Schlussfolgerungen des Gerichtsgutachters hinsichtlich d es Kausalzusammenhanges der ge- klagten Schulter- und Kniebeschwerden anschliesse. Da es si ch bei den verbleibenden Be- schwerden an der rechten Schulter und am rechten Knie um Unfallfolgen handle, seien die ent- sprechenden Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Nicht einverstanden sei sie hingegen mit der gutachterlichen Feststellung, dass zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit trotz Er- reichens des Endzustandes für die Dauer eines Jahres no ch weitere Physiotherapieleistungen zu erbringen seien. Diese Leistungen bildeten nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerde- verfahrens. Die Sache sei in teilweiser Gutheissung de r Beschwerde an die Swica zur Prüfung und zum Erlass eines entsprechenden Leistungsentscheids zurückzuweisen. F. Mit Eingabe vom 17. Januar 2020 wies der Beschwer deführer darauf hin, dass eine Rückweisung zum Erlass eines Leistungsentscheids, wie es die Beschwerdegegnerin beantragt habe, einer vollständigen Gutheissung der Beschwerde gle ichkomme. Sodann ersuchte er aus prozessökonomischer Sicht um eine ergänzende Begründung beim Gerichtsgutachter zur Frage, weshalb ohne weitere Physiotherapieleistungen das Risiko e iner Abnahme der Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits stellte es mi t Stellungnahme vom 31. Januar 2020 in das Ermessen des Gerichts, beim Gerichtsgutachter eine entsprechende Ergänzung einzuho- len. G. Am 5. Februar 2020 ersuchte das Kantonsgericht den Gerichtsgutachter in Ergänzung seines Gutachtens vom 14. Oktober 2019 um entsprechende Begründung, ob und weshalb eine Physiotherapie bezüglich Zwerchfell und Wirbelsäule zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbs- fähigkeit auch nach dem Erreichen des Endzustands notwendig sei. Die entsprechende Antwort des Gerichtsgutachters erging am 24. Februar 2020, in deren Folge der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. März 2020 unter Hinweis ergänzender medizinischer Akten beantragte, die Be- schwerdegegnerin habe trotz einer zwischenzeitlich eingetretenen Verbesserung der thorakalen Beschwerden im Bereich des Brustbeins insbesondere die in diesem Zusammenhang zusätzlich erfolgten Behandlungskosten für einen stationären Auf enthalt in der Zeit vom 13. Juni 2018 bis 21. Juni 2018 zu übernehmen. Die Beschwerdegegnerin h ielt mit Stellungnahme vom 3. April 2020 zusammenfassend fest, dass eine Leistungszusprache weiterer Heilkosten nach Erreichen des Endzustandes weder medizinisch ausgewiesen noch rechtlich geschuldet sei. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche- rungsgericht und einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einspracheent- scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist damit auch sachlich zur Behand- lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Vorab ist zu klären, was Streitgegenstand der Beschwe rde bildet. Im verwaltungsgericht- lichen Beschwerdeverfahren sind nur jene Rechtsverhältniss e zu beurteilen, zu denen die zu- ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt vorliegend der vorinstanzliche Einspracheentscheid den besch werdeweise weiterziehbaren An- fechtungsgegenstand. Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist mit anderen Worten nur jenes Rechtsverhältnis, das G egenstand des angefochtenen Ein- spracheentscheids bildet, und zwar in dem Ausmass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den Parteianträgen im Beschwerdeverfahren noch str eitig ist (FRITZ GYGI , Bundesverwal- tungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 46; BGE 125 V 414 f. E. 1b). 1.3 In ihrem Einspracheentscheid vom 13. Februar 2019 ve rneinte die Swica lediglich den rechtserheblichen Kausalzusammenhang hinsichtlich des Unfalls vom 4. Juli 2017 in Bezug auf die Beschwerden am rechten Knie des Versicherten und d essen Beschwerden an der rechten Schulter. In diesem Einspracheentscheid bestätigte sie durch die Abweisung der Einsprache des Versicherten ausserdem die am 17. April 2018 verfügte Einstellung von über den 31. Januar 2018 hinausgehenden Taggeldleistungen und Heilbehandlungskosten. Ob und wieweit zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit trotz Erreichens eines Endzustandes im Zusammenhang mit Beschwerden am Zwerchfell und an der Wirbelsäule weitere Physiotherapieleistungen zu erbrin- gen sind, hat die Swica hingegen weder in ihrem Einsp racheentscheid vom 13. Februar 2019 noch in ihrer vorangehenden Verfügung vom 17. April 2018 zum Prozessthema gemacht. Unbe- sehen des Umstands, dass das Kantonsgericht den Gerichtsgutachter in Ergänzung seines Gut- achtens vom 14. Oktober 2019 aufgrund übereinstimmender Parteivorbringen um entsprechende Begründung gebeten hat, ob und weshalb eine Physiotherapie bezüglich Zwerchfell und Wirbel- säule zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit auch nach dem Erreichen des Endzu- stands noch notwendig sei, bilden diese Fragestellungen demnach nicht Gegenstand des vorlie- genden Beschwerdeverfahrens. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde kann in streitgegenständlicher Hinsicht demnach nur hinsichtlich der Leistungspflicht im Zusammenhang mit den geklagten Beschwerden am rechten Knie und an der rechten Schulter sowie in Bezug auf Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Einstellung der Heilbehandlungskosten und Taggeldleistungen per Ende Januar 2018 einge- treten werden. 2. Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwer degegnerin im Zusammenhang mit dem am 4. Juli 2017 erlittenen Unfall ihre gesetzlichen Leistungen in Bezug auf die rechten Knie- und die Beschwerden an der rechten Schulter zu Recht v erneint und ihre Leistungen mit Aus- nahme der Heilungskosten für die rechte Hand per 1. Februar 2018 eingestellt hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des vorliegend angefochtenen Einsprache- entscheids vom 13. Februar 2019 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 2.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1984 so- wie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie im vorliegenden Fall – nach dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, und fü r Berufskrankheiten, die nach diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach neuem Recht ge währt (vgl. Übergangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG e contrario). 2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 2.3 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – vo- raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Ar- beitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre- chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natü rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmi ttelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt daher, dass das schädigende Ereignis zusamme n mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele. Für die Bejahung der natürliche n Unfallkausalität eines Beschwerdebilds genügt mithin eine Teilursächlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5), wobei sich die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen erstreckt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2016, 8C_620/2015, E. 3. 1). Ob zwischen einem schädigen- den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründ ung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürli- che und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausal zusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen ei nes Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles g enügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenha ng gegeben ist - nicht bei der versi- cherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 N r. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nach weis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha- dens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 2.5 Solange der Status quo sine vel ante noch nicht wie der erreicht ist, hat der Unfallversi- cherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistun- gen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auc h die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Dies gilt selbst dann, wenn die Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der konkurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil eine Krankheitsfolge darstellt. Dies bedeutet, dass die versicherte Person unter Umständen Ansp ruch auf einen operativen Eingriff mit anschliessender zweckmässiger Behandlung hat, wenn di ese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzei tigen) Beseitigung der vom Unfall zu- mindest mitverursachten Beschwerden diente und nicht gesa gt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig geworden (Urteil des Bunde sgerichts vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Art. 36 UVG setzt mit anderen Worten voraus, dass der Unfall und der Vorzustand derart zusammenwirken, dass von einer gemeinsamen Verursachung des Gesundheitsschadens zu sprechen ist. Beide Ursachen sind in einem solchen Fall für den gleichen Schaden kausal. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Keine gemeinsame Verursachung liegt jedoch vor, und Ar t. 36 UVG ist dann nicht anwendbar, wenn die beiden Einwirkungen einander nicht beeinfluss ende Schäden verursacht haben, so etwa wenn der Unfall und der Vorzustand verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder gerade nicht überschneiden (BGE 126 V 116 E. 3a; BGE 121 V 326 E. 3). Mit Art. 36 UVG wird das Kausalitätsprinzip mit anderen Worten teilweise durchbrochen. Der Unfall- versicherer hat für Pflegeleistungen und Kostenvergütung en sowie Taggelder und Hilflosenent- schädigungen ohne Einschränkung aufzukommen (Art. 36 Abs. 1 UVG). Liegt eine gemeinsame Schadenverursachung vor, kann deshalb auch keine Aufteilung der Leistungen nach Kausalitäts- anteilen erfolgen (BGE 121 V 326 E. 3c). 3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Un- tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von A mtes wegen für die richtige und voll- ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa- chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesge richts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 3.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht h at diese nach dem für den Sozial- versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un- abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver- fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr ündet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C _879/2014, E. 5.3). Bei Gerichtsgut- achten weicht das Gericht indessen nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt m edizinisch zu erfassen. Ein allfälliger Grund für ein Abweichen kann dann vorliegen, wenn d ie Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, oder wenn gegensätzliche Meinungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug er- scheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 4.1 In seinem Beschluss vom 18. Juli 2019 hatte das Kant onsgericht festgestellt, dass den Einschätzungen des beratenden Expertenarztes der Beschwerdegegnerin vom 25. Oktober 2017 und vom 24. Januar 2018 keine ausschlaggebende Beweiskraf t zukomme. Hintergrund bildete der Umstand, dass Dr. C.____ die Frage, ob der erlittene Unfall eine Mitursache der festgestellten gesundheitlichen Störungen darstellt, zunächst vernein t (Akten der Beschwerdegegnerin, Dok 48, S. 7, ad Frage 7.2), an anderer Stelle jedoch bejaht hatte (a.a.O., Dok 66, S. 3, ad Frage 1.2). An diesem Widerspruch vermochte nichts zu ändern, dass Dr. C.____ die rechtsseitig beklagten Schulterbeschwerden in seiner Zweitbeurteilung vom 24. Januar 2018 lediglich möglichweise als durch den Unfall verursacht beurteilt hat. Seine diesbe zügliche Argumentation erwies sich viel- mehr insofern als aktenwidrig, als der Versicherte nicht erst anlässlich der Exploration durch Dr. C.____, sondern bereits schon deutlich früher und zeitnah zum erlittenen Unfallereignis erstmals über rechtsseitige Schulterbeschwerden geklagt hatte. Zud em hatte sich Dr. C.____ im An- schluss an seine Einschätzungen in keiner Weise mit der am 15. Februar 2018 durchgeführten Schulteroperation auseinandergesetzt, gestützt auf welche der behandelnde Operateur in seiner Berichterstattung vom 28. Mai 2018 mit überwiegender W ahrscheinlichkeit vom Vorliegen einer Unfallkausalität ausgegangen war (a.a.O., Dok 92, S. 2, ad Frage 6 und 7). Trotz degenerativer Vorzustände sowohl in der rechten Schulter als auch am rechten Knie fehlte es in den Einschät- zungen von Dr. C.____ schliesslich an einer Auseinandersetzung mit der Thematik der Teilkau- salität. Mit Blick auf das rechte Knie des Versicherten g alt dies umso mehr, weil Dr. C.____ in seiner Erstbeurteilung vom 25. Oktober 2017 davon ausgegangen war, dass sich der Versicherte anlässlich des erlittenen Unfalls eine Distorsionsverletzu ng des rechten Kniegelenks mit einer Innenbandläsion Grad II zugezogen hatte. Ob diese unfallkausale Verletzung den degenerativen Meniskusschaden im Sinne einer Teilursächlichkeit überhaupt erst ausgelöst oder nur verschlim- mert hat, hatte Dr. C.____ indessen unbeantwortet gelassen. 4.2 Weil letztlich mehr als nur geringe Zweifel an de r vorinstanzlichen Abklärung des mass- gebenden Sachverhalts vorlagen und auch die übrigen bei den Akten liegenden Unterlagen keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, ist das Kantonsgericht in der Folge zum Schluss gekommen, den Fall auszustellen und ein Gerichtsgutacht en einzuholen. Damit steht nunmehr das in Auftrag gegebene Gerichtsgutachten von PD Dr. D .____ vom 14. Oktober 2019 im Zent- rum der medizinischen Beurteilung. Diesem Gerichtsgutachten zufolge stellt das erlittene Unfall- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ereignis vom 4. Juli 2017 eine überwiegend wahrscheinli che Mitursache sowohl der rechtsseiti- gen Schulterbeschwerden als auch der Beschwerden am re chten Knie dar. So sei es nachvoll- ziehbar, dass die Beschwerden an der rechten Schulter e rst nach einer rund dreimonatigen La- tenz aufgetreten seien, da sich die Problematik der langen Bizepssehne erst bei Überkopfarbeiten äussere. Mit diesen Überkopfarbeiten habe der Versicher te aber erst nach rund zwei Monaten wieder begonnen, da er zuvor durch die Rippenserienfrakturen derart stark eingeschränkt gewe- sen sei, dass an Überkopfarbeiten nicht zu denken gewes en sei und ausserdem auch starke Medikamente habe einnehmen müssen. Die zeitliche Latenz se i daher entgegen der Einschät- zung von Dr. C.____ kein Argument für ein überwiegend wahrscheinlich degeneratives Leiden. Zudem lägen intraoperative Bilder der Schulteroperation vom 15. Februar 2018 vor, auf welchen sich eine Ausfransung des Bizepssehnenankers im Sinne ein er SLAP-Läsion zeige. Degenera- tive SLAP-Läsionen seien meist nicht mit einer derartigen Ausfransung verbunden. Die entspre- chende Operation vom 15. Februar 2018 wäre ohne das erlittene Unfallereignis nicht notwendig geworden. Mit Blick auf die erlittenen Rippenserienfrakturen im Bereich der rechten Thoraxhälfte und die Fraktur BWK 12 müsse schliesslich aus biomechanischer Sicht von einem starken Trauma der rechten Thoraxhälfte ausgegangen werden. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass dabei auch die rechte Schulter in Mitleidenschaft ge zogen worden sei. In Bezug auf die rechten Kniebeschwerden ist dem Gerichtsgutachten sodann zu entnehmen, dass dem Unfaller- eignis ebenfalls ein auslösender Faktor zukomme, da es h ierbei zu einer Innenbandläsion mit entsprechender Innenmeniskusläsion gekommen sei. Die mediale Meniskusläsion und die Innen- bandläsion seien daher ebenfalls überwiegend wahrscheinl ich auf den erlittenen Unfall zurück- zuführen. Die degenerativen Anteile, wie sich von Dr. C .____ beschrieben worden seien, seien nicht erkennbar. Somit sei es wahrscheinlich, dass auch der Meniskusschaden, obschon dege- nerativ vorgeschädigt, traumatisch bedingt sein müsse. Auch die aktuell noch tieflumbalen Wir- belsäulenprobleme seien traumatisch bedingt. Schliesslich bestehe eine noch immer vorhandene Problematik infolge des Verdachts auf Verwachsungen am Zwerchfell, welche auf die erlittenen Rippenserienfrakturen zurückzuführen seien. Im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheent- scheids am 13. Februar 2019 habe noch immer eine unfal lkausale Behandlungsbedürftigkeit im Zusammenhang mit der Problematik der Verwachsungen des Zwerchfells und der Wirbelsäulen- problematik bestanden. Eine unfallbedingte Beeinträch tigung der Arbeitsfähigkeit sei anlässlich der aktuellen Untersuchung aber keine mehr feststellbar gewesen. 4.3 Was den medizinischen Sachverhalt und dabei insbeso ndere die strittige Kausalitätsbe- urteilung betrifft, kommt dem gerichtlichen Gutachten von Dr. D.____ massgebende Bedeutung zu. Dieses Gutachten erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräf- tige ärztliche Stellungnahme (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), weshalb ihm voller Be- weiswert zuzuerkennen ist. Es bestehen demnach keine Gründe, von der detaillierten und nach- vollziehbar sowie schlüssig begründeten Kausalitätsbeurteilung des Gerichtsgutachters abzuwei- chen (vgl. oben Erwägung 3.3 hievor). Nachdem in dieser Hinsicht anlässlich der Urteilsberatung des Gerichts vom 18. Juli 2019 nach Lage der damals vorhan denen Akten noch offensichtliche Widersprüche vorhanden gewesen waren, ist nunmehr gemä ss den Erläuterungen von Dr. D.____ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit insbesondere erstellt, dass ein natürlicher Kausal- zusammenhang zwischen den über Februar 2018 hinaus geklagten Beschwerden an der rechten Schulter und am rechten Knie und dem am 4. Juli 2017 erlittenen Motorradunfall besteht. Soweit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Gerichtsgutachter statuiert hat, dass die Schultero peration vom 15. Februar 2018 ohne das erlittene Unfallereignis nicht notwendig geworden sei, ist ausserdem erstellt, dass die von der Beschwerdegegnerin per Ende Januar 2018 verfügte Einstellung von Heilbehandlungen und all- fälligen Taggeldleistungen nicht rechtens gewesen ist. Schliesslich geht aus dem Gerichtsgut- achten hervor, dass beim Versicherten über den 1. Februar 2018 hinaus offenbar auch eine un- fallkausale Behandlungsbedürftigkeit in Bezug sowohl a uf Verwachsungen des Zwerchfells als auch in Bezug auf tieflumbale Probleme an der Wirbelsäule bestanden hat. Gestützt auf das Ge- richtsgutachten gehen die Parteien mittlerweile desha lb einig, die Angelegenheit an die Be- schwerdegegnerin zur ergänzenden Prüfung des medizinische n Sachverhalts und zum Erlass eines neuen Leistungsentscheids zurückzuweisen. Dies zu R echt: Es kann an dieser Stelle auf die umfassenden und detaillierten Erwägungen des Geri chtsgutachters verwiesen werden, wel- che auf einer vollständigen Aktenkenntnis und einer persönlichen beruflichen sowie gesundheit- lichen Anamnese beruhen und eine nachvollziehbare und schlüssige medizinische Beurteilung der objektiv und subjektiv erhobenen Befunde wiedergeben. Zumal auch die Beschwerdegegne- rin in ihrer Stellungnahme vom 30. Dezember 2019 festgehalten hat, dass das Gerichtsgutachten nachvollziehbar und überzeugend ausgefallen sei, ist angesichts der klaren Schlussfolgerungen des Gerichtsexperten nicht zu beanstanden, dass beide Parteien mittlerweile von einem über den 1. Februar 2018 hinausgehenden natürlichen Kausalzusamm enhang zwischen dem Unfall vom 4. Juli 2017 und den weiterhin geklagten Beschwerden sowohl an der rechten Schulter und am rechten Knie als auch am Zwerchfell und der Wirbelsäule ausgehen. Das Dahinfallen jeder kau- salen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen der erlittenen Gesundheitsschäden per Ende Ja- nuar 2018 ist jedenfalls nicht nachgewiesen (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen). Es kann an dieser Stelle auf die umfassenden Ausführungen im gerichtlichen Gutachten verwiesen wer- den. Damit folgt, dass die Beschwerde den übereinstimmenden Stellungnahmen beider Parteien vom 30. Dezember 2019 und vom 17. Januar 2020 zufolge zur Prüfung der über den 1. Februar 2018 hinausgehenden Leistungspflicht des Unfallversicherers und zum anschliessenden Erlass eines neuen Leistungsentscheids an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 4.5 Als gänzliches Obsiegen gilt grundsätzlich auch eine R ückweisung der Angelegenheit an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (BGE 132 V 235 E. 6.2; UELI KIESER , a.a.O., Art. 61 Rz. 117). Die im angefochtenen Einspracheent scheid vom 13. Februar 2019 und in der vorangehenden Verfügung der Swica vom 17. April 2018 umstrittenen Fragen sind vorliegend vollumfänglich im Sinne der Beschwerdeanträge des Besch werdeführers entschieden worden. Soweit darauf eingetreten werden kann (oben, Erwägun g 1.3 hiervor), ist die Beschwerde im Ergebnis deshalb nicht nur teilweise, sondern gänzlich gutzuheissen. 5.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 5.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahm en für die Beurteilung des An- spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur Durch- führung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wa hrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den Versicherungsträgern zu auferlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, m it der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 18. Juli 2019 zum Ergebnis gelangt, dass an der Einschät- zung des beratenden Expertenarztes der Beschwerdegegnerin aus verschiedener Sicht Zweifel bestanden haben. Da auch die übrigen vorhandenen medizinischen Akten keine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs des Versicherten zugelassen haben, erwies sich die gericht- liche Begutachtung durch Dr. med. D.____ für eine absch liessende Beurteilung des Leistungs- anspruches des Versicherten mithin als unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgericht- lichen Rechtsprechung sind die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insge- samt Fr. 10'340.-- (Rechnungen vom 13. Dezember 2019 und vom 24. Februar 2020) demnach der Beschwerdegegnerin zu auferlegen. 5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführer ist mit seinen in der Beschwerde formulierten Anträgen letztlich vollständig durchgedrungen. In prozessualer Hinsicht gilt er demnach als voll- ends obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 f.; BGE 132 V 235 E. 6.2, jeweils mit Hinweisen), und es ist ihm dem Ausgang des Verfahrens entsprechend eine angemessene Parteientschädi- gung zuzusprechen. Dessen Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 21. April 2020 einen Zeitaufwand von 24,05 Stunden sowie Auslagen in der H öhe von Fr. 325.90 geltend gemacht. Darin enthalten ist jedoch ein Aufwand von 2,5 Stunden für die Teilnahme an der ersten Urteils- beratung vom 18. Juli 2019. Da diese fakultativ ist, und ein Fernbleiben keinerlei Rechtsnachteile nach sich zieht, wird der entsprechende Aufwand gemäss geltender Praxis des Kantonsgerichts nicht entschädigt. Entschädigungsberichtigt ist allerdings der in diesem Zusammenhang angefal- lene Aufwand für die Nachbesprechung des Beschlusses des Kantonsgerichts vom 18. Juli 2019, welcher auf eine halbe Stunde festzulegen ist. Der im Übrigen geltend gemachte Aufwand ist in Anbetracht der in der Angelegenheit wiederholt notwendigen Stellungnahmen der Parteien letzt- lich nicht zu beanstanden, und der geltend gemachte Au fwand ist mithin im Ergebnis um zwei Stunden zu kürzen. Die resultierenden Bemühungen im Umfang von 22,05 Stunden sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun- denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdefü hrer ist demnach für das vorlie- genden Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung i n der Höhe von Fr. 6'287.95 (22,05 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 325.90 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 6.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständig keit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an- schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 6.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus- setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Soweit darauf einzutreten ist, wird der Einsp racheentscheid der SWICA Versicherungen AG vom 13. Februar 2019 in Gutheissung d er Be- schwerde aufgehoben, und die Angelegenheit wird im Si nne der Erwä- gungen zur weiteren Prüfung und zum Erlass eines Leistungsentscheids an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten von Dr. D.____, FMH Ortho- pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates Schul- ter- und Ellenbogenchirurgie, vom 14. Oktober 2019 in der Höhe von Fr. 9'765.-- und für dessen Stellungnahme vom 24. Februar 2020 in der Höhe von Fr. 575.-- werden der SWICA Versicherungen AG auferlegt. 4. Die SWICA Versicherungen AG hat dem Beschwerdefüh rer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 6'287.95 zu bezahlen.