Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 4. Dezember 2019 (810 18 294) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung / längerfristige Freiheitsstrafe Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Alain Joset, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und We gweisung (RRB Nr. 1664 vom 6. November 2018) A. A.____, türkischer Staatsangehöriger, (geb. 1963) re iste im Jahr 1983 in die Schweiz ein und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. A.____ ist mit B.____ verheiratet. Sie haben drei gemeinsame Kinder (geb. 1990, 1992, 2006). Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Im Jahr 1996 erhielt A.____ aufgrund einer posttra umatischen Belastungsstörung und einer Depression eine ganze IV-Rente zugesprochen. Im Jah r 2012 erhärtete sich der Ver- dacht, dass A.____ seine Beschwerden nur vorgetäuscht hab en soll. Mit Urteil vom 27. August 2015 wurde er vom Strafgericht Basel-Landschaft wegen gewerbsmässigen Betrugs und anderen kleineren Delikten zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Dieses Urteil wurde vom Kantonsgericht Basel-Landschaft sowie vom Bundesgericht bestätigt. C. Mit Schreiben vom 14. Februar 2018 gewährte das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM, ab 1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürge rrecht, AFMB) A.____ das rechtliche Ge- hör zum beabsichtigten Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Dieses nahm A.____, nachfol- gend vertreten durch Dr. Stefan Suter, Advokat, mit Schreiben vom 21. März 2018 wahr und hielt fest, dass er schwer krank sei und zur Zeit seine Haft erstehungsfähigkeit geprüft werde. Liege die Hafterstehungsfähigkeit nicht vor, sei A._ ___ auch nicht reisefähig und könne in der Türkei nicht überleben. Aus diesem Grund sei das Verfa hren zu sistieren, bis Klarheit über die medizinische Ausgangslage bestehe. Mit Schreiben vom 5. A pril 2018 teilte das AfM A.____ mit, dass die Reisefähigkeit erst nach Rechtskraft einer allfälligen Verfügung geprüft werde, da diese die Vollzugshandlungen und nicht den materiellen Entscheid betreffe. D. Am 15. Mai 2018 informierte A.____ das AfM darübe r, dass beim Straf- und Massnah- mevollzug ein medizinisches Gutachten vorliege. Mit Schrei ben vom 22. Mai 2018 wurde das Gutachten vom 5. März 2018, erstellt von Dr. med. C.___ _, forensischer Psychiater und Psy- chotherapeut FMH, leitender Arzt der Psychiatrie Baselland, vom AfM eingefordert. E. Am 26. Juni 2018 wurde der Ehefrau von A.____ die Möglichkeit gewährt, sich schriftlich zum in Frage stehenden Widerruf der Niederlassungsbewi lligung zu äussern. Mit Schreiben vom 6. Juli 2018 führte diese im Wesentlichen aus, dass es für sie und insbesondere für die minderjährige Tochter schwer sein würde, wenn A.____ die Schweiz verlassen müsste. Die Beziehung von A.____ zu den Kindern sei sehr eng und intensiv. F. Das AfM widerrief am 2. August 2018 die Niederlassu ngsbewilligung und ordnete die Wegweisung von A.____ an. Der Widerruf der Niederlassu ngsbewilligung sei verhältnismässig. A.____ könne sich nicht auf Art. 8 EMRK stützen, da kein e wirtschaftliche Beziehung zur Kern- familie bestehe und die Ehe gerichtlich getrennt sei. Auch ein allfälliger Härtefallanspruch sei zu verneinen. G. Gegen die Verfügung des AfM vom 2. August 2018 erh ob A.____ mit Eingabe vom 11. August 2018 Beschwerde beim Regierungsrat des Kanto ns Basel-Landschaft (Regierungs- rat). Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und den Verzicht auf den Widerruf. Eventuali- ter beantragte er die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Mit Entscheid vom 6. November 2018 wies der Regierungsrat die Beschwerde ab. Zur Begründun g wurde im Wesentlichen ausge- führt, aufgrund der strafrechtlichen Verurteilung im Jahr 2015 überwiege das öffentliche Interes- se an einer Wegweisung die privaten Interessen an eine m Verbleib in der Schweiz knapp. A.____ habe in der Schweiz sein familiäres Umfeld. Er sei jedoch erst im Alter von 20 Jahren in die Schweiz gekommen und habe somit die prägenden Kin der- und Jugendjahre in der Türkei Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht verbracht. Dass der Sohn von A.____ durch die Behörden in der Türkei befragt worden sei, las- se nicht auf eine tatsächliche Gefahr für A.____ in de r Türkei schliessen. Weiter habe A.____ nie Unterhalt für seine minderjährige Tochter bezahlt, habe hohe Schulden und lebe von der Sozialhilfe. A.____ sei weder beruflich noch wirtschaftlich integriert. H. Mit Eingabe vom 12. November 2018 erhob A.____ ge gen den Entscheid des Regie- rungsrats vom 6. November 2018 Beschwerde beim Kantonsg ericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Der Beschwerdeführer stellt die Be- gehren, es sei die Verfügung des AfM aufzuheben und a uf den Widerruf der Niederlassungs- bewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz zu verzich ten. Eventualiter sei die Aufent- haltsbewilligung zu erteilen. Es sei auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten und es sei A.____ eine amtliche Verteidigung zu gewähren s owie ein amtliches psychiatrisches Gutachten bei der Justizvollzugsanstalt D.____ einzuholen. I. Mit Eingabe vom 19. November 2018 reichte A.____, nachfolgend vertreten durch Alain Joset, Advokat, beim Kantonsgericht ergänzende Rechtsbege hren ein. Er beantragt, es sei der Entscheid des Regierungsrates aufzuheben und das AfM sei gerichtlich anzuweisen, dem Be- schwerdeführer die Niederlassungsbewilligung zu belassen resp. diesem eine Niederlassungs- bewilligung zu erteilen. Eventualiter sei der Entsche id des Regierungsrats aufzuheben und die vorliegende Streitsache sei zur Neubeurteilung an das AfM zurückzuweisen. In verfahrensrecht- licher Hinsicht sei der Beschwerde insofern die aufschieb ende Wirkung zu gewähren resp. zu belassen, als dem Beschwerdeführer zu gestatten sei, den Entscheid des Kantonsgerichts in der Schweiz abzuwarten. Unter o/e-Kostenfolge. Für den Fall des Unterliegens sei dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. J. Am 21. Januar 2019 wurde die Beschwerdebegründung e ingereicht. Der Beschwerde- führer macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem seine minderjährige Tochter zu keinem Z eitpunkt die Möglichkeit erhalten habe, sich zu äussern. Das Schreiben des AfM vom 26. Juni 2018 sei ausschliesslich an die Mutter adressiert gewesen und nicht an seine Tochter. Die An wendbarkeit von Art. 8 EMRK habe die Vorinstanz in Bezug auf seine Ehefrau zu Unrecht verneint, zumal die Trennung auch aus Sicht der Ehefrau nicht auf eine Scheidung gerichtet gewese n, sondern durch die psychischen Prob- leme des Beschwerdeführers notwendig geworden sei. Aufg rund dieser Probleme sei er in the- rapeutischer Behandlung. Ferner verkenne der Regierun gsrat, dass der Beschwerdeführer seit 35 Jahren in der Schweiz lebe und somit gewichtige priva te Interessen am Verbleib in der Schweiz habe. Er habe keinen Bezug mehr zur Türkei, da er seit mehr als acht Jahren nicht dort gewesen sei und zudem eine politische Verfolgung fürchte, wie der Vorfall mit seinem Sohn zeige. Weiter habe sich die Vorinstanz mit dem gesundhei tlichen Zustand des Beschwerdefüh- rers nicht auseinandergesetzt. So sei die medizinische Verso rgung in der Türkei nicht gewähr- leistet und eine Wegweisung schon aus diesem Grund unz umutbar. Der Beschwerdeführer sei familiär sowie sozial bestens integriert, spreche einwandf rei deutsch und habe keine nennens- werten Verbindungen mehr in die Türkei. Eine Wegweisung sei unverhältnismässig. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Am 5. Februar 2019 liess sich der Regierungsrat verne hmen. Im Wesentlichen wird da- bei auf den angefochtenen Entscheid verwiesen. Zusätzlich wird ausgeführt, das rechtliche Ge- hör sei nicht verletzt worden, da die Mutter stellvertre tend für die Tochter geantwortet habe. Bezüglich des Strafmasses wird weiter festgehalten, das V orgehen des Beschwerdeführers habe eine grosse kriminelle Energie, Skrupellosigkeit sow ie Dreistigkeit aufgewiesen, weshalb sein Verschulden als erheblich anzusehen sei. Der Beschwer deführer habe den Betrug über eine sehr lange Zeit (über 10 Jahre) ausgeübt und z eige dafür wenig Reue und Einsicht. Auf den Namen des Beschwerdeführers seien ausserdem 38 Verlu stscheine in der Höhe von Fr. 154‘814.-- verzeichnet. Weiter würde die Türkei ü ber die medizinische und psychiatrische Infrastruktur verfügen, um eine allfällige Behandlung weiterzuführen. Die entsprechenden Medi- kamente seien ebenfalls erhältlich. L. Mit Verfügung vom 13. Februar 2019 wurde der Fal l der Kammer zur Beurteilung über- wiesen und das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen. M. Am 12. April 2019 reichte der Beschwerdeführer ein e Stellungnahme ein und hält an seiner Begründung und seinen Rechtbegehren vollumfängli ch fest. Zusätzlich stellt der Be- schwerdeführer die Beweisanträge, wonach eine aktuelle Stellungnahme bei der Ehefrau und der minderjährigen Tochter des Beschwerdeführers sowie ein aktueller Zwischenbericht des behandelnden Psychotherapeuten in der Justizvollzugsansta lt D.____ gegebenenfalls unter Beizug weiterer involvierter Psychologen oder Psychiater einzuholen seien. Weiter sei der be- handelnde Psychotherapeut vom Gericht zu den möglichen F olgen einer Wegweisung in die Türkei zu befragen. N. Anlässlich der Urteilsberatung vom 12. Juni 2019 wur de beschlossen, eine Parteiver- handlung anzusetzen und weitere Beweismassnahmen durchzuf ühren. Mit Schreiben vom 23. Juli 2019 und vom 21. September 2019 reichte der behandelnde Psychotherapeut aktuelle Berichte über die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers ein. O. Am 27. November 2019 wurde die Tochter des Beschwer deführers vom Vizepräsidenten im Gerichtsgebäude angehört. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanto nsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzl icher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beur teilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. Auch die weiteren formellen Voraussetzun gen sind erfüllt, sodass auf die Be- schwerde eingetreten werden kann. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochte nen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Der Beschwerdeführer rügt zunächst in formeller Hinsi cht, der Beschwerdegegner habe zu Unrecht auf die persönliche (mündliche) Anhörung sei ner minderjährigen Tochter verzichtet. Er macht nicht geltend, er habe im vorinstanzlichen Ver fahren die persönliche Anhörung seiner Tochter beantragt. Es ist demnach zu fragen, ob der B eschwerdegegner im Rahmen der Sach- verhaltsabklärung von Amtes wegen verpflichtet war, eine m ündliche Kindesanhörung durchzu- führen. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechu ng sichert Art. 12 des Übereinkom- mens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes ( KRK) dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Mein ung in allen es berührenden Angele- genheiten bzw. Gerichts- und Verwaltungsverfahren unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle frei zu äussern und angehört zu werden. Indessen ist das Kind nicht zwingend mündlich, sondern lediglich in angemessener Wei se anzuhören, wobei diese Anhö- rung je nach der zu behandelnden Problematik und den Umständen des Einzelfalles auch schriftlich oder über einen Vertreter vorgenommen werd en kann (BGE 136 II 78 E. 4.8; BGE 124 II 361 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 2C_103/2014 vom 13. Januar 2015 E. 2; vgl. ALEXANDRA RUMO -JUNGO /M ARC SPESCHA , Kindeswohl, Kindesanhörung und Kindeswille in aus- länderrechtlichen Kontexten, AJP 2009, S. 1106 f.). Im Unterschied etwa zu einem Scheidungs- verfahren, wo die Interessen der Beteiligten nicht gl eichläufig sind und sich eine persönliche Anhörung der Kinder aus diesem Grund aufdrängt, kann in einem ausländerrechtlichen Verfah- ren grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich die H altung der Kinder mit jener der Eltern deckt und sich ihr Standpunkt ohne Weiteres den Ei ngaben und Rechtsschriften entneh- men lässt (Urteil des Bundesgerichts 2C_576/2011 vom 13 . März 2012 E. 3.3; Urteil des Bun- desgerichts 2C_746/2009 vom 16. Juni 2010 E. 4.1). An ders liegen die Dinge in solchen frem- denpolizeilichen Fällen, wo nur das Kind selbst über nich t rechtsgenüglich bekannte, aber für die Entscheidfindung wesentliche Tatsachen ergänzend Au fschluss zu erteilen in der Lage ist, insbesondere wo die genaue Kenntnis des Standpunktes der Kinder aufgrund der Sachlage einen Einfluss auf das Ergebnis der vorzunehmenden Int eressenabwägung haben könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_192/2011 vom 14. September 2011 E. 3.3.2; Urteil des Bun- desgerichts 2A.423/2005 vom 25. Oktober 2005 E. 5.4; Ur teil des Bundesgerichts 2A.82/2002 vom 23. Mai 2002 E. 1.4). Nach dem Gesagten genügt es , wenn der Beschwerdeführer das Anliegen seiner Tochter in das Verfahren einbringen ko nnte, was er im Verfahren vor der Vor- instanz ausführlich in seiner Beschwerdebegründung getan hat. Die Aussagen der Kindsmutter liegen den Akten ebenfalls bei, wobei sich ihr Standpun kt zu den Kinderbelangen mit demjeni- gen des Beschwerdeführers deckt und sie in ihrem Schreibe n ausführt, dass eine Wegweisung des Beschwerdeführers für die minderjährige Tochter seh r schlimm wäre (vgl. Stellungnahme zum rechtlichen Gehör vom 6. Juli 2018 [Posteingang]). D ie Vorinstanz hat nicht in Frage ge- stellt, dass der Beschwerdeführer eine enge und tatsächl iche Beziehung zu seiner Tochter hat und sie seine Wegweisung schwer treffen würde. Es ist wed er ersichtlich noch dargetan, wel- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht che neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten ergeben, durch eine mündliche Befragung der Tochter des Beschwe rdeführers hätten gewonnen werden können. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin stanz auf die mündliche Befragung verzichtet hat. Hinzu kommt, dass die minderjährige Tochte r des Beschwerdeführers im kan- tonsgerichtlichen Verfahren vom Vizepräsidenten mündl ich zur verfügten Wegweisung des Be- schwerdeführers angehört wurde. Ihr Standpunkt, wie er bereits durch die Eltern dargelegt wur- de, ist somit auch direkt in das Verfahren eingeflossen. Nach dem Gesagten war die Vorinstanz ebenfalls nicht verpflichtet, eine Kindsvertretung einzusetzen, zumal die Interessen der Eltern in Bezug auf die Belange ihrer Tochter die gleichen sin d. Der Umstand, dass der Beschwerde- gegner eine nahe und tatsächlich gelebte familiäre B eziehung zwischen den Eltern verneint hatte, vermag daran nichts zu ändern. Demzufolge ist di e Rüge, der Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, unbegründet. 4. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinn en und Ausländer und über die In- tegration [AIG] vom 16. Dezember 2005 [bis 31. Dezembe r 2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massgeblich ist: AuG]; vgl. auch Art . 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG im Rahmen der gesetzlichen Vorschrif- ten und Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufent- halt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspr uch auf die Erteilung einer Niederlas- sungsbewilligung hat die ausländische Person somit grun dsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BG E 133 I 185 E. 2.3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel, 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zw ischen der Schweiz und der Tür- kei keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welch e dem Beschwerdeführer einen An- spruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 4.3 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassun gsbewilligung ihrer Inhaberin resp. ihrem Inhaber grundsätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwe- senheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlic hen Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 4.4 Aus dem in Art. 8 Ziffer 1 der Konvention zum Sch utze der Menschenrechte und Grund- freiheiten [EMRK] vom 4. November 1950 (sowie dem in haltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaf t [BV] vom 18. April 1999) ge- schützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebe ns können ausländische Staatsange- hörige in besonderen Fällen ebenfalls einen Anspruch a uf Aufenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Famili- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht enmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnah- men im schweizerischen Ausländerrecht, Europäische Grundr echte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können dann verletzt sein, wenn einer auslän- dischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzuland e aufhaltenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insb esondere dann der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligun g besitzen oder über eine Aufent- haltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende minder- jährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsäc hliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Die Ehegatten sind seit Februar 2015 gerichtlich und räumli ch getrennt. Nach übereinstimmenden Angaben der Ehegatten sei es aufgrund der psychischen Pr obleme des Beschwerdeführers zur Trennung gekommen. Die Ehefrau habe diesen Zustand nicht mehr ertragen und selber psychi- sche Probleme bekommen (Stellungnahme der Ehefrau vom 1 7. Juli 2018, Protokoll der Partei- verhandlung vom 4. Dezember 2019). Die Situation mit dem Beschwerdeführer belaste die Ehe- frau nach wie vor, sie könne jedoch nicht ausschliessen, da ss sie irgendwann wieder mit ihm zusammenkomme. Sie besuche den Beschwerdeführer regelmässi g im Strafvollzug und wenn er Urlaub habe, wohne er in ihrer Wohnung (vgl. Prot okoll der Parteiverhandlung vom 4. Dezember 2019). Der Beschwerdeführer gibt diesbezüglich an, er werde nach dem Strafvoll- zug wieder mit seiner Ehefrau zusammenziehen. Aufgrund der Akten und der Aussagen anläss- lich der Parteiverhandlung zeigt sich, dass zwischen den Eh egatten durchaus eine Beziehung besteht. Obschon es sich dabei eher um eine Gemeinschaft handelt, welche insbesondere der Unterstützung des Beschwerdeführers dient, ist das Verhält nis als eng und tatsächlich zu be- zeichnen. In Bezug auf die jüngste Tochter ist mit dem R egierungsrat ebenfalls davon auszu- gehen, dass zwischen ihr und dem Beschwerdeführer eine na he, echte und tatsächliche Bezie- hung besteht. Zumindest wird dies von beiden Eltern sowie von der Tochter glaubhaft dargelegt und Gegenteiliges lässt sich den Akten nicht entnehmen. 4.5 Zusammenfassend kann sich der Beschwerdeführer vorliege nd somit auf den durch die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Ausländergeset zes gewährten Rechtsanspruch auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf das Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens berufen. 5.1 Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Auf enthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG noch der grundrechtliche Anspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK absolut. Bei Vorliegen eines Wider- rufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewi lligung entzogen werden. Wider- rufsgründe liegen unter anderem dann vor, wenn die a usländische Person zu einer längerfristi- gen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 62 lit. b AuG) oder wenn die ausländische Person er- heblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 62 lit. c AuG). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff g esetzlich vorgesehen ist und eine Mass- nahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öf- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl de s Landes, die Verteidigung der Ord- nung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. 5.2 Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG kann die Niederlas- sungsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländisc he Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafr echtliche Massnahme im Sinne der Artikel 59 - 61 oder 64 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs ( StGB) vom 21. Dezember 1937 ange- ordnet worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in die- sem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freihe itsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; BGE 137 II 297 E. 2). K eine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urt eil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Der genannte Widerrufsgrund gilt auch für die Niederlassungsbewilli- gung ausländischer Personen, die sich seit mehr als 15 Ja hren ununterbrochen und ordnungs- gemäss in der Schweiz aufhalten (vgl. Urteil des Bundesg erichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 2). 5.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgericht s Basel-Landschaft vom 27. August 2015 wegen gewerbsmässigen Betrugs, Führens ei nes Motorfahrzeugs ohne Haft- pflichtversicherung sowie wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Freiheits- strafe von dreieinhalb Jahren und einer Busse von Fr. 3 00.-- verurteilt. Damit hat der Be- schwerdeführer den Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt, was er zu Recht nicht bestreitet. Die Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe rechtfertigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Ei ngriff in den grundrechtlich begründeten Anwesenheitsanspruch, denn der angefochtene Entscheid stü tzt sich auf eine gesetzliche Grundlage und er bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinde- rung weiterer strafbarer Handlungen. Er verfolgt dam it öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. 6.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, muss die aufenthaltsb eendende Massnahme im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 Abs. 1 AuG; vgl. auch Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK, wenn durch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen im Sinn von Ar t. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. des inhaltlich de- ckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt wird; BG E 135 II 377 E. 4.3). Verlangt ist inso- fern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden private n Interessen an der Erteilung der Be- willigung und der öffentlichen Interessen an deren Ver weigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig e rweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Versc huldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die de m Betroffenen und seiner Familie dro- henden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2 .3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 11. November 2016 E. 3.2). Die konvent ionsrechtliche Verhältnismässig- keitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG und kann in ei- nem einzigen Schritt vorgenommen werden (Urteil des Bu ndesgerichts 2C_551/2013 vom Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 24. Februar 2014 E. 2.4, Urteil des Bundesgerichts 2C_1 1/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). 6.2 Somit bleibt nachfolgend anhand der dargelegten Rechtslage zu prüfen, ob unter Be- rücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Fal les die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten In teressen des Beschwerdeführers an ei- nem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 6.3 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens sowie die vorzunehmende ausländer- rechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht ver hängte Strafe (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 2C_725/2016 vom 30. Dezember 2016 E. 3.2). Das entsprechende sicherheitspoli- zeiliche Interesse kann durch den Zeitablauf seit der Tatb egehung, das Verhalten der ausländi- schen Person bis zum angefochtenen Urteil sowie weitere Faktoren (wie das Alter bei der jewei- ligen Tatbegehung) relativiert oder erhöht werden (vg l. Urteil des Bundesgerichts 2C_804/2016 vom 21. März 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). 6.4 Die ausländerrechtliche Verschuldensbeurteilung knüpft an die Einschätzung im Strafur- teil an (BGE 134 II 10 E. 4.2; BGE 129 II 215 E. 3. 1). Das Straf- und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen: Ausländerrechtlich steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, strafrechtlich die verschuldensabhängige Sanktionierung verpönten Verhaltens und die Rein- tegration des Täters oder der Täterin. Die Anforderungen an die Rückfallgefahr und das Sicher- heitsrisiko, das ausländerrechtlich noch hingenommen werden kann, sind umso niedriger anzu- setzen, je schwerer die zur Diskussion stehende Rechtsgüterv erletzung und die Umstände der Tat wiegen (Urteil des Bundesgerichts 2C_573/2018 vom 1. Februar 2019 E. 3.3.2 m.w.H.). Die Ausländerbehörden sind nicht an die Einschätzung der St rafbehörden hinsichtlich der Rückfall- gefahr gebunden – auch wenn sie diese sinnvollerweise i n ihre Beurteilung miteinbeziehen werden –, da das Ausländerrecht zum Schutz der Gesellsch aft hinsichtlich des noch hinzuneh- menden Risikos strengere Anforderungen stellt als das Str afrecht (BGE 140 I 145 E. 4.3; BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 27. August 2015 wegen gewerbsmässigen Betrugs, Führen s eines Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung sowie wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Frei- heitsstrafe von dreieinhalb Jahren und einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Aus dem Urteil des Strafgerichts geht hervor, dass der Sozialversicherungsanst alt Basel-Landschaft durch den Be- schwerdeführer ein Schaden im Umfang von Fr. 411'129.- - und der Pensionskasse E.____ ein Schaden im Umfang von Fr. 290'240.45 entstanden sei. W eiter wird im Rahmen der Strafzu- messung festgehalten, dass der Beschwerdeführer über Jah re hinweg und gegenüber einer Vielzahl von Arztpersonen und Mitarbeitenden der Sozialve rsicherungen ein gezielt täuschen- des Bild in äusserst konsequenter Weise aufrechterhalten habe. Der Beschwerdeführer habe das Vertrauensverhältnis zu seinem behandelnden Psychiate r und dessen aus der ärztlichen Verantwortung heraus erbrachtes Engagement schamlos a usgenutzt. In seiner Gesamtheit be- dürfe ein solches Vorgehen einer grossen kriminellen Energie, Skrupellosigkeit und Dreistigkeit. Den hohen Deliktsbetrag habe sich der Beschwerdeführer in parasitärer Weise auf Kosten einer grossen Allgemeinheit verschafft. Das strafrechtlich relevante Verhalten des Beschwerdeführers hat sich zwar nicht gegen Leib und Leben oder ein anderes grundlegendes Rechtsgut gerichtet, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dessen Verletzung im Sinne der bundesgerichtlichen Praxi s einer Gewalttat gleichkommt, doch kann nicht verkannt werden, dass beim Sozialversicherungsbet rug ein Grossteil der Bevölke- rung direkt betroffen ist, sei es als Beitragszahler oder als Leistungsbezüger, auf welche der Schaden aus solchen Betrugsfällen zurückfällt. Zudem un tergraben derartige Missbrauchsfälle wie sie der Beschwerdeführer begangen hat, das Vertra uen der Bevölkerung in die staatspoli- tisch bedeutenden Sozialversicherungen. Gerade Verhaltensw eisen, wie sie der Beschwerde- führer über Jahre hinweg an den Tag gelegt hat, wurd en vom Verfassungs- und Gesetzgeber als besonders verwerflich erachtet und stellen eine Anla sstat dar, welche gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB seit dem 1. Oktober 2016 eine obliga torische Landesverweisung zur Folge haben kann. Zwar findet diese Regelung nicht rückwirkend auf den Beschwerdeführer Anwen- dung; dennoch darf die Wertung des Gesetzgebers bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_573/2018 vom 1. Feb ruar 2019 E. 3.1). Mit dem Be- schwerdegegner ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführ er keine weiteren Vorstrafen auf- weist und seine Rückfallgefahr eher als gering einzustufe n ist. Dennoch fällt auf, dass der Be- schwerdeführer nach wie vor keinerlei Reue oder Einsicht in seine Taten zeigt und sich unge- recht behandelt fühlt (vgl. Protokoll der Parteiverhan dlung vom 4. Dezember 2019, Protokoll des Rundtischgesprächs vom 18. Februar 2019). Dem Gutac hten von Dr. med. C.____ ist zu- dem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ein manipul atives Potential aufweise und sich gegenüber dem Gutachter neu als Opfer rechtsbürgerliche r Kreise darstelle, welche im Solde Erdogans stünden. Weiter verwundere es den Gutachter ni cht, dass es dem Beschwerdeführer gelungen sei, Ärzte und Therapeuten zu täuschen. Auch mit Blick auf diese gutachterlichen Ausführungen kann ein Rückfallrisiko nicht gänzlich ausgesch lossen werden. Aufgrund des er- heblichen Verschuldens und des schwerwiegenden Delikts ist das ordnungs- und sicherheitspo- litische Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführ ers gegeben. Nach dem Gesagten besteht somit ein gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers. 6.5 Dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Be schwerdeführers sind dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Entscheidend ist stets das Gesamtbild eines jeden Einzelfalles, welches anhand sämtlicher massgeblicher Kriterien zu beurteilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). Zu prüfen sind in diesem Zusammenhang die persönli- chen Verhältnisse des Beschwerdeführers. 6.6.1 Im Hinblick auf die Anwesenheitsdauer im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung hat sich das Bundesgericht dahingehend geäussert, dass b ei einer über zehnjährigen Anwe- senheit in der Schweiz gewichtige Interessen gegen eine Ausweisung in die Abwägung mitein- zubeziehen sind (vgl. BGE 119 Ib 8 E. 4c). Der Beschwerd eführer ist im Jahr 1983 eingereist und lebt somit mit seiner Familie bereits seit 36 Jahren in der Schweiz. Er hat also ein gewichti- ges Interesse daran, im Land zu verbleiben und die Bezie hungen zu seiner Frau und seinen Kindern zu pflegen. Insbesondere mit seinem volljähri gen Sohn und dessen Familie sowie mit seiner 12-jährigen Tochter scheint der Beschwerdeführer ein enges Verhältnis zu haben. Seine Familie besucht ihn regelmässig im Strafvollzug und er ve rbringt seine Ausgänge jeweils mit seiner Familie. Im Falle einer Wegweisung des Beschwe rdeführers müsste die Ehefrau die minderjährige Tochter alleine aufziehen. Dabei ist je doch zu beachten, dass die Tochter schon Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12 Jahre alt ist, der Beschwerdeführer bereits seit 20 15 räumlich getrennt von seiner Tochter und seiner Ehefrau lebt und er sich nur unregelmässig a m finanziellen Unterhalt der Tochter beteiligt hat. Sein Familienleben hat der Beschwerde führer mehr als 10 Jahre betrügerisch durch die öffentliche Hand bzw. die Allgemeinheit fina nzieren lassen, weshalb mit Blick auf das persönliche Verhalten des Beschwerdeführers nicht von ei nem hohen Grad an Integration aus- zugehen ist. Hinsichtlich der sozialen Integration ist we iter auffallend, dass der Beschwerdefüh- rer trotz seiner 36-jährigen Aufenthaltsdauer nur schlech t Deutsch spricht und keine sozialen Kontakte ausserhalb seiner Kernfamilie geltend macht bzw . solche aus den Akten auch nicht ersichtlich sind. Seine Verurteilung zu dreieinhalb Jahre n Freiheitsstrafe wiegt schwer, er hat während 10 Jahren seinen Betrug aufrechterhalten und nicht aus eigenem Willen den unrecht- mässigen Leistungsbezug eingestellt. Damit hat er die h iesige Rechtsordnung während langer Zeit in grober Weise missachtet und zeigt bis heute kei ne Einsicht in sein Unrecht. Der Verweis des Beschwerdeführers auf sein Wohlverhalten seit der A ufdeckung seines Betrugs ist unbe- helflich. Zum einen kommt dem Wohlverhalten unter dem Druck eines strafrechtlichen oder aus- länderrechtlichen Verfahrens ohnehin nur untergeordnet e Bedeutung zu, da ein vorbildliches Verhalten in dieser Zeit erwartet wird und keine beson dere Leistung darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_516/2014 vom 24. März 2015 E. 4.3.3). Zum anderen war der Bewegungs- spielraum des Beschwerdeführers auch durch das Strafverfa hren resp. den Strafvollzug einge- schränkt und er stand unter scharfer Kontrolle der Behörd en. Ferner sind auf den Namen des Beschwerdeführers 44 Betreibungen in der Höhe von Fr. 203'566.30 und 38 Verlustscheine in der Höhe von Fr. 154'814.-- registriert (Betreibungsauszug vom 29. November 2019). In diesem Zusammenhang gibt der Beschwerdeführer an, von den Be treibungen nichts gewusst und eine Schuldenberatung bis heute nicht aufgesucht zu haben (vg l. Protokoll der Parteiverhandlung vom 4. Dezember 2019). Damit zeigt der Beschwerdeführe r, dass er sich in keiner Weise mit seiner finanziellen Situation auseinandergesetzt hat und er nicht bestrebt scheint, diese aktiv zu verbessern. In beruflicher Hinsicht hat der Beschwerdef ührer nachweislich keine Ausbildung und letztmals bis im Jahr 1994 bei der E.____ als Rang ierarbeiter gearbeitet. Anschliessend ging er keiner Arbeitstätigkeit mehr nach und seit der Leistungseinstellung durch die Invaliden- versicherung wird der Beschwerdeführer von der Sozialhilf e unterstützt. Eine Ablösung ist an- gesichts der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und de s Alters des Beschwerdeführers nicht wahrscheinlich. Eine Integration in wirtschaftlich er Hinsicht ist demzufolge nicht gegeben. Bis zum Beginn der Strafermittlungen im Jahr 2012 ha t der Beschwerdeführer sein Heimatland regelmässig besucht und immer wieder Geldbeträge an verschiedene Begünstigte in der Türkei überwiesen (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 27. August 2015 S. 4). Bevor der Beschwerdefüh- rer mit 20 Jahren in die Schweiz einreiste, hat er i n der Türkei seine ganze Jugend verbracht und ist folglich mit der Sprache sowie mit den kulture llen und gesellschaftlichen Gepflogenhei- ten in der Türkei vertraut. Zudem gibt der Beschwerde führer an, in der Türkei Land von seinem Vater geerbt zu haben, welches er dann an seinen Sohn weitergeben wolle (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 4. Dezember 2019). Nach Angabe n der Ehefrau des Beschwerdefüh- rers, leben ihre Geschwister und Eltern in der Türkei u nd der Beschwerdeführer habe zudem Kontakt zu seiner in der Türkei lebenden Schwester. Daraus erhellt, dass der Beschwerdeführer mit seiner Heimat nach wie vor verbunden ist und dort über soziale Kontakte verfügt, welche ihn bei einer Wiedereingliederung unterstützen könnten. D er Beschwerdeführer bringt hingegen vor, er befürchte als Kurde in der Türkei Repressionen zu erleiden. Diesbezüglich bringt der Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer jedoch weder konkrete Belege oder Bew eise für seine politische Verfolgung bzw. für eigene politische Aktivitäten vor, welche ihn ex ponieren und gefährden könnten, noch ist aus den vorliegenden Akten dergleichen ersichtlich. D ie allgemeine Behauptung des Be- schwerdeführers genügt somit nicht, um eine konkrete pe rsönliche Gefährdung aufzuzeigen. Die polizeiliche Befragung seines Sohnes bei dessen letzt em Aufenthalt in der Türkei kann da- ran nichts ändern. Nach Angaben des Beschwerdeführers sei sein Sohn von Familienmitglie- dern bei der Polizei wegen angeblicher terroristischer Aktivitäten angeschwärzt worden. Sein Sohn gehöre aber nicht einer terroristischen Organisati on an, was auch die türkische Polizei so gesehen haben musste, ansonsten sein Sohn nach der Befra gung nicht ohne Probleme wieder hätte ausreisen können. Weitere Angaben, wie das ange bliche Urteil gegen seinen Sohn, wel- ches in einem Kontumazialverfahren ergangen sei, wurde n bis heute vom Beschwerdeführer nicht vorgebracht. Aus diesem Vorbringen lässt sich demzuf olge ebenfalls keine konkrete per- sönliche Gefährdung des Beschwerdeführers in der Türkei ableiten. 6.6.2 In Bezug auf seine Gesundheit bringt der Beschwer deführer vor, dass seine erstellten Erkrankungen, aber auch die noch unklaren Krankheitsbil der, insbesondere die mögliche Post- traumatische Belastungsstörung sowie die Schizophrenie, i n der Türkei keineswegs in hinrei- chendem Ausmass medizinisch behandelt werden könnten. Dem Gutachten von Dr. med. C.____ können als Diagnosen beim Beschwerdeführer zum ei nen das Morbus Scheuermann (ICD-10: F32.1) und zum anderen eine mittelschwere dep ressive Episode (ICD-10: F32.1) ent- nommen werden. Nach den Angaben des Gutachters werde die mittelgradige depressive Epi- sode voraussichtlich früher oder später abklingen. Sie stehe in einem kausalen Zusammenhang mit der erfolgten Verurteilung des Beschwerdeführers. D er behandelnde Therapeut des Be- schwerdeführers, lic. phil. F.____, hält in seinem Beri cht vom 23. Juli 2019 fest, der Beschwer- deführer leide an Osteochondrose der Wirbelsäule, Mor bus Scheuermann (ICD-10:M42), einer affektiven Störung, einer mittelschweren depressiven Epi sode (ICD-10: F32.1), an Problemen bei sonstigen psychosozialen Umständen, der Gefängnisstrafe (ICD-10: Z65.1) und dem Betrof- fensein von Katastrophen, Krieg und sonstigen Feindse ligkeiten (ICD-10: Z65.5) und sonstigen anhaltenden wahnhaften Störungen (ICD-10: F22.8). Zur aktuellen Situation führt der Therapeut weiter aus, der Beschwerdeführer leide seit Haftantri tt psychisch und somatisch unter der dro- henden Wegweisung aus der Schweiz. Dies äussere sich in ein er durchgängigen dysphori- schen Grundstimmung, bis hin zu wiederkehrenden depressiv en Episoden, die geprägt seien von Antriebslosigkeit, Ängsten und Suizidgedanken. Die med ikamentöse Behandlung werde durch wöchentliche Psychotherapiesitzungen à 30 Minuten ergänzt. Die Behandlung des Be- schwerdeführers müsse dringend auch nach dem Strafvollzug sichergestellt sein. Dem vom Beschwerdegegner eingereichten medizinischen Consultin g des Staatssekretariats für Migrati- on (SEM) vom 28. November 2019 lässt sich entnehmen, da ss psychiatrische und psychologi- sche Behandlungen in Universitätskliniken oder in Regiona lspitälern in der Türkei möglich und Medikamente gegen Depressionen und andere psychische Erkran kungen landesweit in Apo- theken grösserer Städte erhältlich seien. Die Kosten für eine Behandlung und die Medikamente von psychischen Erkrankungen würden im türkischen Gesundhei tssystem durch die Sozialver- sicherungen übernommen. Bei bedürftigen Personen, die nicht durch die Sozialversicherung gedeckt seien, übernehme die Sozialversicherung die Kosten dennoch. Das SEM hat in seinem Bericht abgeklärt, wieweit der Beschwerdeführer auch in der Heimat betreut werden kann. Das Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht SEM hat sich dabei auf den konkreten Fall bezogen und n icht nur auf die allgemeine Gesund- heitsversorgung in der Türkei verwiesen. Die Behandlung des Krankheitsbilds des Beschwerde- führers ist demnach in Spitälern möglich und die entsp rechenden Medikamente sind ebenfalls in der Türkei erhältlich. Selbst wenn mit der begonn enen psychiatrischen Betreuung in der Schweiz eine bessere Pflege sichergestellt wäre, genügt dies nicht, um dem Beschwerdeführer einen Aufenthaltsanspruch zu gewähren (vgl. BGE 139 II 393 E. 6 und 128 II 200 E. 5.3). Da der Beschwerdeführer keine Belege für eigenes oppositi onspolitisches Engagement vorbringt, muss vorliegend auch nicht beurteilt werden, ob er aufg rund dessen im Gesundheitswesen der Türkei diskriminiert würde. Die Türkei verfügt über ein e medizinische und psychiatrische Infra- struktur, die es erlaubt, die begonnene Therapie weit erzuführen. Gestützt auf die Kostenüber- nahme durch die Sozialversicherung ist dies auch finanzie ll möglich. An dieser Stelle ist zudem festzuhalten, dass der Beschwerdegegner im kantonsgerichtli chen Verfahren zur gesundheitli- chen Situation des Beschwerdeführers Stellung genommen hat und sich der Beschwerdeführer dazu schriftlich und im Rahmen der heutigen Parteiverhandlung äussern konnte. 6.6.3 Die Rückkehr in die Türkei ist für den Beschwerdefü hrer unbestreitbar mit persönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen verbunden, dies ändert an der Zumutbarkeit indes nichts, zumal der Beschwerdeführer die Wegweisung aus der Schweiz seine m persönlichen Verhalten zuzu- schreiben hat und trotz seiner langen Anwesenheitsdauer weder in wirtschaftlicher und berufli- cher noch in persönlicher Hinsicht integriert ist. Der drohende Verlust des gemeinsamen Famili- enlebens und die allfälligen finanziellen Folgen sowi e der durch die Wegweisung resultierende Umstand, dass die 12-jährige Tochter weitgehend ohne Vater aufwachsen müsste, stellen in dieser Konstellation ohne zusätzliche hinzutretende Faktor en keine ungewöhnlich gewichtigen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz dar. Der Beschwerdeführer ist allein dafür verantwortlich, dass ein gemeinsames Familienleben - abg esehen von allfälligen Besuchsauf- enthalten und telefonischen oder elektronischen Kontak ten - nicht mehr gepflegt werden kann. Auch wenn die Wegweisung zur Trennung von der Familie führt und ihn diese hart trifft, so er- weist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ang esichts der schweren und langdau- ernden Delinquenz und des öffentlichen Sicherheitsbed ürfnisses im Ergebnis als verhältnis- mässig und der Eingriff in das Recht auf Familienleben somit als gerechtfertigt. 6.7 Für die Erteilung einer Härtefallbewilligung wi rd ein klagloses Verhalten und ein guter Leumund, insbesondere keine erheblichen oder wiederh olten strafrechtlichen Verurteilungen, vorausgesetzt (vgl. Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätig- keit [VZAE] vom 24. Oktober 2007; Weisungen AIG des S taatssekretariats für Migration in der Fassung vom 1. November 2019, Rz. 5.6.10.1). Der zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verur- teilte Beschwerdeführer hatte bereits aus diesem Grund keine Aussicht auf die ermessensweise Erteilung einer Härtefallbewilligung. 7. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederl assungsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als verhä ltnismässig. Der Regierungsrat hat entsprechend den rechtlichen Anforderungen die öf fentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration im Rahmen einer umfassenden Interessenabwä- gung berücksichtigt. Zudem bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Regierungsrat das Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte . Der Widerruf der Niederlassungs- bewilligung des Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von ins- gesamt Fr. 1'800.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskoste n zulasten der Gerichtskasse. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines An- walts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschä digung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die ausserordentlichen Kosten sind demnach wettzuschl agen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertrete r des Beschwerdeführers ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. In seiner Honorar note vom 15. April 2019 macht er ein Honorar von Fr. 4'810.65 (inkl. Auslagen und 7.7% MWSt) und in der Honorarnote vom 3. Dezember 2019 ein Honorar von Fr. 1'803.05 (inkl. A uslagen und 7.7% MWSt) geltend, was nicht zu beanstanden ist. Für die Parteiverhandlung vom 4. Dezember 2019 ist dem Rechtsver- treter ein zusätzlicher Aufwand von 3.5 Stunden zu verg üten. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tariford- nung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. No vember 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde . Daraus ergibt sich ein aus der Gerichts- kasse auszurichtendes Gesamthonorar von Fr. 7'367.60 (inkl. Auslagen und 7.7% MWSt). 8.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in de r Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in d er Höhe von Fr. 7'367.60 (inkl. Auslagen und 7.7% MWSt) aus der Ge richtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 20. Mai 2020 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_412/2020) erhoben.