Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Geschäfts-Nr.: SB140493- O/U/jv Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur. L. Chitvanni und Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer Urteil vom 15. September 2015 in Sachen A._____, Beschuldigter und Berufungskläger amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gegen Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. M. Baumann, Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin sowie B._____, Privatkläger sowie Anschlussberufungskläger vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ betreffend Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 18. September 2014 (DG130108) Anklage: Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 21. Novem- ber 2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 2). - 2 - Es wird erkannt: 1. Der Beschuldigte ist schuldig der Gehilfenschaft zur qualifizierten ungetreuen Geschäfts - besorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB und Art. 26 StGB. 2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 330 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 60. –, wovon ein T a- gessatz durch Haft erstanden ist. 3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 4. Die mit Verfügung der Anklägerin vom 16. August 2013 beschlagnahmten Unterlagen (in den Kartonschachteln 1 bis 8, "Sicherstellungen", befindliche Bundesordner, Hängeregister und Plastiksäcke) werden nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten herausgegeben. 5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____ (Geschäfts-Nr. DG130107-C), dem Privatkläger Fr. 6'000. – zu bezahlen. Der Beschuldigte übernimmt davon ein Drittel, der Mitbeschuldigte C._____ zwei Drittel. Im Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren abgewiesen (Rechtsbegehren Ziff. 3 u. 4) bzw. auf den Zivilweg verwiesen (Rechtsbegehren Ziff. 1 u. 2). 6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 15'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: Fr. 2'250.– Gebühr für die Strafuntersuchung Fr. 270.– Auslagen Vorverfahren Fr. 28'000.– amtliche Verteidigung Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Staatskasse übernommen werden, werden dem Beschuldigten auferlegt. 8. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 28'000. –, inkl. MwSt., entschädigt. 9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger – unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____ (Geschäfts-Nr. DG130107-C) – eine Parteientschädigung von Fr. 10'000.–, zuzüglich 8 % MwSt., zu bezahlen. - 3 - Der Beschuldigte übernimmt davon ein Drittel, der Mitbeschuldigte C._____ zwei Drittel. 10. (Mitteilungen) 11. (Rechtsmittel) Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 ff.) a) Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 70 S. 1) 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 18. September 2014 sei auf - zuheben und es sei der Berufungskläger 2 / Beschuldigte von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen. 2. Der Berufungskläger 2 / Beschuldigte sei für die ihm entstandenen Umtriebe angemessen zu entschädigen. 3. Auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten. 4. Die beschlagnahmten Gegenstände bzw. Vermögenswerte seien den Eigen- tümern herauszugeben. 5. Die anzupassenden Verfahrenskosten, inkl. jener der amtlichen Verteidi- gung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft: (Urk. 71 S. 3) Betreffend Berufung der Verteidigung 1. Die Berufung des Beschuldigten A._____ sei vollumfänglich abzuweisen. Betreffend Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft - 4 - 2. Der Beschuldigte A._____ sei der Gehilfenschaft zu Betrug im Sinne von Art. 146 A bs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB schuldig zu sprechen (Anklageabschnitt B). Eventualantrag: Der Beschuldigte A._____ sei der Gehilfenschaft zur qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB in Ve rbindung mit Art. 25 und Art. 26 StGB schuldig zu sprechen (A n- klageabschnitt B). 3. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten zu bestrafen, wovon ein Tag durch Haft erstanden ist. 4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschi eben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. 5. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 6. Hinsichtlich der Zivilforderungen wird auf die Anträge der Privatklägerschaft verwiesen. 7. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. c) Des Vertreters des Privatklägers B._____: (Urk. 72 S. 1 f.) 1. Es sei Ziff. 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils der Vorinstanz au f- zuheben und der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte A._____ seien in solidarischer Haftung zu verpflichten , dem Privatkläger den Betrag von CHF 289'619. –, eventualiter USD 229'110.48, zuzüglich Zins zu 5% seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. Eventualiter: Es seien der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte A._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den B e-- 5 - trag von CHF 177'077.84, eventualiter USD 136'600. –, zuzüglich Zins zu 5% seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. Subeventualiter: Es seien der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte A._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den B e- trag von CHF 183'820.54, eventualiter USD 146'751.19, zuzüglich Zins zu 5% seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. 2. Es sei Ziff. 11 des Dispositivs des angefochtenen Urteils der Vorinstanz au f- zuheben und es seien der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte A._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger Anwalt s- kosten in der Höhe von CHF 43'449.45 zu bezahlen. 3. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MwSt. z u Las- ten der beiden Beschuldigten. Erwägungen: I. Prozessverlauf und Gegenstand der Berufung 1. Der Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem an- gefochtenen Entscheid (Urk. 36 S. 5 f.). 2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. A bteilung, vom 18. September 2014 wurde der Beschuldigte A._____ der Gehilfenschaft zur qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB in Verbindung Art. 25 StGB und Art. 26 StGB schuldig gesprochen. Das Gericht b e- strafte ihn mit einer Geldstrafe von 330 Tages sätzen zu Fr. 60. – bei bedingtem Vollzug und einer Probezeit von zwei Jahren. Daran angerechnet wurde ein Ta- gessatz, der durch Haft erstanden ist. Weiter entschied das Gericht über die Her- ausgabe beschlagnahmter Unterlagen an den Beschuldigt en. Sodann wurde der Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____ ver-- 6 - pflichtet, dem Privatkläger Fr. 6'000. – zu bezahlen, davon ein Drittel zu Lasten des Beschuldigten und zwei Drittel zu Lasten des Mitbeschuldigten C._____. Im Mehrbetrag wies die Vorinstanz die Schadenersatzbegehren des Privatklägers ab (Rechtsbegehren Ziffern 3 und 4) bzw. verwi es sie auf den Zivilweg (Rechtsb e- gehren Ziffern 1 und 2). Zudem auferlegte das Bezirksgericht dem Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, ausgenom- men die Kosten der amtlichen Verteidigung. Schliesslich wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldi g- ten C._____ eine Parteientschädigung von Fr. 10'000. – zuzüglich 8 % Mehrwert- steuer zu bezahlen, wovon ein Drittel den Beschuldigten treffen und zwei Drit tel den Mitbeschuldigten C._____. 3. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Schreiben vo m 25. Sep- tember 2014 fristgerec ht Berufung an (Urk. 30). Seine vom 30. Oktober 2014 da- tierte Berufungserklärung erfolgte ebenfalls innert Frist (Urk. 39). Die Staatsan- waltschaft erhob mit Eingabe vom 25. November 2014 fristgemäss Anschluss - berufung (Urk. 43) und auch der Privatkläger liess in der Frist mit Schreiben vom 8. Dezember 2014 Anschlussberufung erheben (Urk. 45). Beweisanträge wurden von keiner Partei gestellt (Prot. II S. 8 f.). 4. Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich vollumfän g- lich an. Er beantragt dessen Aufhebung und einen vollumfänglichen Freispruch sowie eine angemessene Entschädigung für die ihm entstandenen Umtriebe. Auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten, und die beschlagnahmten Gegenstände bzw. Vermögenswerte seien herauszugeben (Urk. 39 S. 2). Mit ihrer Anschlussberufung zielt die Staatsanwaltschaft einerseits auf den Schuldpunkt: Der Beschuldigte sei der Gehilfens chaft zu Betrug im S inne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ar t. 25 StGB schuldig zu sprechen. Even- tuell beantragt sie die Bestätigung des erstinstanzlichen Schuldspruchs. Als Strafmass verlangt die Staatsanwalt schaft sodann eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten (Urk. 43 S. 1 f.). - 7 - Der Privatkläger stellt mit seiner Anschlussberufung hinsichtlic h Zivilansprüchen und Parteientschädigung praktisch die gleichen Anträge wie schon vor Vor - instanz (vgl. Urk. 36 S. 3) , ergänzt um einen Sub -Eventualantrag zur Schaden- ersatzhöhe (Urk. 45 S. 2 f.). Die Berufungsverhandlung fand am 15. Juni 2015 statt (Prot. II S. 5 ff.). Alle Pa r- teien verzichteten auf eine mündliche Eröffnung und Begründung des Urteils (Prot. II S. 11). 5. Nicht beanstandet ist das vorinstanzliche Urteil bezüglich der Dispositiv- Ziffern 4 (Herausgabe beschlagnahmter Unterlagen) und 8 ( Entschädigung der amtlichen Verteidigung). Insoweit ist der vorinstanzli che Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist. 6. Dem Beschuldigten werden Straftaten begangen im Jahr 2006 vorgeworfen (Urk. 2). Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO - CH) in Kraft getreten; die Anklagevorwürfe gehen somit auf die Zeit vor deren Ein- führung zurück. Da der angefochtene Entscheid am 18. September 2014 und da- mit nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung gefällt wurde, gilt für das vorliegende Berufungsverfahren neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO). Ve r- fahrenshandlungen indes, die vor dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessor d- nung angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten ih re Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 StPO). 7. Auf die Argumente des Beschuldigten und seiner Verteidigung ist im Rah- men der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlic hen Ein- wand auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen ; vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesicht s- punkte beschränken (BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 I 232 E. 5.1; BGE 138 IV 81 E. 2.2; BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hinweisen; Urteile 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 1.2, 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 E. 2.5 und 6B_484 /2013 vom 3. März 2014 E. 3.2). - 8 - II. Schuldpunkt 1. Grundlagen 1.1 Zitierweise Zur Zitierweise hinsichtlich der Akten des Vor verfahrens kann auf das angefoc h- tene Urteil verwiesen werden (Urk. 36 S. 4). Die Anklageschrift wird als Urk. 2 aufgeführt. 1.2 Anklagevorwurf 1.2.1 Der Beschuldigte sei vom 1. September 2005 bis Juni 2006 [recte: 2007] als Angestellter bei der D._____ GmbH in der Funktion als Telefonverkäu- fer/Kundenbetreuer tätig gewesen und habe im Auftrag des Mitbeschuldigten C._____ Kunden, wie den Privatkläger, akquiriert und betreut. Der Mitbeschuldi g- te C._____ habe, so die Anklägerin, als Geschäftsführer und Gesellschafter der D._____ GmbH auf Rechnung und Risiko der Kunden sog. Futures – börsenno- tierte und standardisierte Terminkontrakte, deren Erfüllungstermin (Lieferu ng/ Zahlung) in der Zukunft liegt – gehandelt. Mit Ver tragsabschluss (Kauf/Verkauf) verpflichte sich der Kunde, an einem bestimmten Fälligkeitstag in der Zukunft eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem bestimmten Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen. Der Mitbeschuldigte C._____ habe die umfassende Fürsorge für das anvertraute Kundenvermögen übernommen und sei dabei selbständig en t- scheidender Trader gewesen, während der Beschuldigte in untergeordneter Stel- lung als angestellter Telefonverkäufer/Kundenbetreuer gewirkt habe (Urk. 2 S. 4, 7 ff., 1 1, 17 f.). Der Mitbeschuldigte C._____ habe zwischen dem 3. Oktober und dem 20. Dezember 2006 mit den vom Privatkläger insgesamt zur Verfügung g e- stellten rund USD 230'000.– (nämlich USD 229'520. –, vgl. Urk. 2 S. 21, 31, 33) an 34 von 54 möglichen Handelstagen derart gehandelt, dass Transaktionskosten (Kommissionen und Börsennutzungsgebühren, sog. Exchan ge Fees) von knapp USD 170'000.– (nämlich USD 169'900.18; vgl. Urk. 2 S. 13) angefallen seien. Da- von seien gemäss Verteilschlüssel rund USD 137'000. – (nämlich USD 136'600. –; vgl. Urk. 2 S. 12 f., 30, 33) als Retrozessionen an die D._____ GmbH zurückge-- 9 - flossen. Aufgrund der Vielzahl von Kontrakten i m fraglichen Zeitraum habe der Mitbeschuldigte C._____ das durchschnittliche Nettovermögen des Privatklägers 54 Mal umgesetzt. Dieses hätte einer Rendite von 516 % bedurft bzw. es hätte an jedem der 54 möglichen Handelstage eine Rendite von 9.56 % erwirtschaften müssen, um nur die Transaktionskosten ohne Aufzehrung des Grundkapitals zu decken (Urk. 2 S. 12-14). 1.2.2 Gemäss dem Hauptvorwurf der Anklägerin habe sich der Mitbeschuldigte C._____ des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gemacht (Urk. 2 S. 25- 33). Der Mitbeschuldigte C._____ habe den Privatkläger in mehrfa- cher Hinsicht getäuscht in der Absic ht, sich unrechtmässig zu bereichern, mit Hilfe des Beschuldigten A._____ dem Privatkläger arglistig unter anderem die abseh- bare Kommissionshöhe und die Retrozessionen verheimlicht und ihm dadurch ei- ne realistische Gewinnmöglichkeit vorgespiegelt, weshalb dieser irrtümlich meh r- mals der D._____ GmbH Gelder gegeben und sich als Folge der ausgeübten Handelsstrategie so geschädigt habe (Urk. 2 S. 25 ff.). Der Beschuldigte habe in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, dem Mitbeschuldigten C._____ mehrfach geholfen, so der Hauptvorwurf der Ankläge- rin, dem Privatkläger entweder arglistig die absehbare Kommissionshöhe und die Retrozessionen zu verheimlichen und ihm dadurch eine realistische Gewinnmög- lichkeit vorzuspiegeln, weshalb dieser irrtümlich Gelder der D._____ GmbH gege- ben und sich so geschädigt habe. Der Beschuldigte habe sich daher der Gehi l- fenschaft zu mehrfachem Betrug schuldig gemacht (Urk. 2 S. 25 ff.). 1.2.3 Laut Eventualanklage (Urk. 2 S. 34 ff.) sei der Tatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB erfüllt. Der Mitb eschuldigte C._____ habe bei der betriebenen Vermögen s- verwaltung mehrfach die ihm auferlegte Pflicht verletzt, die anvertr auten Mittel im Interesse des Privatklägers zu verwalten und keine derartige Handelsstrategie zu wählen, dass die Verlustrisiken und Gewinnchancen nicht mehr in einem ausg e- wogenen Verhältnis zueinander stehen bzw. er habe die im Kommissionssystem liegenden Möglichkeiten so ausgereizt (statt massvoll davon Gebrauch gemacht), dass keine reale Gewinnchance mehr bestanden habe. Zudem habe der Mit -- 10 - beschuldigte C._____ trotz wiederholter Möglichkeiten keine vollumfängliche oder zumindest teilweise Rückzahlung der Kapitaleinlagen an den Privatkläger gemäss dessen Vorgabe vorgenommen, sondern weiter gehandelt. Mit seiner Handels - tätigkeit habe der Mitbeschuldigte C._____ seine Treue- und Sorgfaltspflichten gegenüber dem Privatkläger verletzt, indem er die eigenen In teressen vor diejeni- gen des Kunden gesetzt und durch das Abschöpfen der dadurch generierten Kommissionen das Grundkapital des Privatklägers aufgebraucht habe, wodurch dieser am Vermögen geschädigt worden sei (Urk. 2 S. 22, 34 ff.). Eventualiter habe der B eschuldigte dem Mitbeschuldigten C._____ mehrfach ge- holfen, die diesem auferlegte Pflicht, die anvertrauten Mittel des Privatklägers in dessen Interesse zu verwalten und nicht derart zu handeln, dass keine reale G e- winnchance mehr bestünde, zu verletzen, wodurch der Privatkläger am Vermögen geschädigt worden sei ( Urk. 2 S. 34 ff .). So habe der Privatkläger gegenüber den Beschuldigten die Anweisung erteilt, mit seiner (initialen) Einlage von USD 50'000.– kein Klumpenrisiko einzugehen und die Einlage diversif iziert anzulegen. Die drei Nachzahlungen am 12. Oktober 2006, 27. Oktober 2006 und 21. Novem- ber 2006 habe der Privatkläger getätigt, um damit – wie ihn der Beschuldigte j e- weils zuvor mündlich auf diese Möglichkeit hingewiesen habe – seine bestehende Geldanlage abzusichern. Dabei habe der Privatkläger den Beschuldigten vor der Leistung eines Nachschusses gesagt, dass er die Nachzahlungen baldmöglichst wieder zurück haben wolle. Trotz Kenntnis, dass die Einlage des Privatklägers vor dem zweiten und dritten Nachschuss bis auf USD 15'160.60 bzw. USD 742.26 definitiv verloren gewesen sei, habe der Beschuldigte gegenüber dem Privat - kläger vorgegeben, die Nachzahlungen würden zur Sicherung der bisherigen Zah- lungen verwendet. Die Beschuldigten hätten um das offenbar e Missverhältnis i h- rer Leistungen zum Kommissionsertrag, mithin der Leistungen des Privatklägers, gewusst, dies gewollt und zumindest billigend in Kauf genommen und dabei die Absicht gehegt, Lohnzahlungen für sich selber zu erlangen, die Geschäftstätigkeit der D._____ GmbH aufrecht zu erhalten und sich ungerechtfertigt besser zu ste l- len. - 11 - Der Beschuldigte habe sich daher – eventualiter – der Gehilfenschaft zu mehr - facher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig gemacht ( Urk. 2 S. 25, 34 und 52). 1.3 In den Anklageabschnitten A und B Ziffer I. (vgl. Urk. 2 S. 2- 10) finden sich die Grundlagen zur ehemaligen Firma des Mitbeschuldigten C._____, der D._____ GmbH sowie zu den Positionen und Funktionen, welche die Beschuldi g- ten innehatten. Wie schon die Vorinstanz erwähnte (vgl. Urk. 36 S. 7 f.) ist unbestritten, dass der Mitbeschuldigte C._____ durchgehend einziger und allein zeichnungsberechtigter Geschäftsführer und Gesellschafter der am 29. August 2002 gegründeten und am 3. Juli 2007 wegen Konk urseröffnung aufgelösten bzw. am 31. Oktober 2007 aus dem Handelsregister gelöschten D._____ GmbH mit Sitz in … war. Sein Anteil am Stammkapital betrug Fr. 10'000. –, mithin die Hälfte des Stammkapitals (Urk. 2 S. 4-7). Zweck der Gesellschaft war unter anderem Anlageberatung, Vermögen s- verwaltung und nicht bewilligungspflichtige Vermittlung von Anlagegeschäften (Urk. 25-418.0001; Urk. 25 -418.0003). Unbestritten ist weiter, dass der Beschu l- digte von September 2005 bis Juni 2007 und somit in der hier massgeblic hen Zeitspanne als Telefonverkäufer/Kundenbetreuer bei der D._____ GmbH ange- stellt war. Die Beschuldigten bestätigten ferner die in der Anklageschrift u m- schriebenen und von ihnen auch bezüglich des Privatklägers ausgeübten Funkt i- onen, nämlich dass der Mitbeschuldigte C._____ als Chef der Firma alleine für den – nur per Internet durchgeführten – Handel (trades) und die Marktanalysen (u.a. anhand von newsletters und online -Plattformen), der Beschuldigte in unter- geordneter Position für – nur telefonisch praktizierte – Akquisition und Betreuung der Kunden zuständig gewesen war. Mit anderen Worten pflegte der Beschuldigte auch nach Vertragsschluss weiterhin den mündlichen, d.h. telefonischen Kontakt mit den Kunden, während der Mitbeschuldigte C._____ das bei der E._____ Cor- poration in F._____ USA, einem amerikanischen Broker (im folgenden: E._____) deponierte Kundenvermögen auf Rechnung und Risiko der Kunden verwaltete (Urk. 2 S. 7 -10; Urk. 13-401.001 S. 3-5, 7 f., 10-13, 16; Urk. 9-400.001 S. 1-3, 7 f. - 12 - und 13; Urk. 9-400.014 S. 6 und 11- 13; Urk. 9-400.015 S. 19 und 24 f.; Urk. 10 - 400.017 S. 27; Urk. 13-401.024 S. 3 ff.; Prot. I S. 10 ff., 21, 64 f.). Weiter ist unstrittig, dass – im Allgemeinen und auch bezüglich des Privatklägers – die D._____ GmbH, also der Mitbeschuldigte C._____, für die Kunden mit F u- tures handelte, wobei eine von E._____ zur Verfügung gestellte Online-Handels- Plattform genutzt wurde. Dieser Broker führte dabei für jeden Kunden das Cash - Konto, die offenen Positionen sowie die hierfür erforderli che sog. Margin, eine beim Handel mit Wertpapieren auf dem Konto hinterlegte Sicherheit bzw. Reserve in Geld. Ebenso unbestritten ist, dass die E._____ den Kunden für jede Transak- tion eine Kommission von USD 59. – (für Day Trade roundturn, d.h. Kauf und Ver- kauf eines Futures am selben Tag) oder USD 99. – (für Overnight Trade round- turn, d.h. Kauf und Verkauf eines Futures an verschiedenen Tagen) belastete, wovon die E._____ an die D._____ GmbH gemäss – bilateraler – Vereinbarung USD 50. – bzw. 90. – rückvergütete. Hiervon erhielt der B eschuldigte stets USD 10.– als Provision, was im vorliegend interessierenden Zeitraum seinem einzigen Einkommen entsprach (Urk. 13- 401.001 S. 5, 7, 14- 17; Urk. 9 -400.003 S. 2 f.; Urk. 9-400.014 S. 17; Urk. 13- 401.020 S. 5; Urk. 13-401.024 S. 14; Prot. I S. 12, 14-16, 35 f., 59, 67, 79 f., 84, 129). 2. Gehilfenschaft zu Betrug Im Abschnitt B der Anklageschrift wird dem Beschuldigten primär vorgeworfen, er habe dem Mitbeschuldigten C._____ geholfen, einen Betrug zu begehen. Auf- grund der Akzessorietät der Gehilfenschaft ist vorab zu prüfen, ob die dafür erfor- derliche Haupttat – Betrug des Mitbeschuldigten C._____ – überhaupt vorliegt. Dies ist aus den nachfolgenden Gründen zu verneinen (die Erwägungen stammen aus dem Parallelverfahren Proz.Nr. SB140492 gegen C._____): 2.1 Den Tatbestand des Betrugs von Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt, w er in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, w odurch dieser sich selbst oder einen an- dern am Vermögen schädi gt. Arglist ist nach der Rechtsprechung gegeben, w enn - 13 - der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaf- ten oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, w enn mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeu- gen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere M a- chenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sow ie das Ausnützen von Bege- benheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den B e- troffenen irrezuführen. Darüber hinaus w ird Arglist auch bei einfachen falschen Angaben bejaht, w enn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und w enn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen w erde (zum Ganzen BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f. mit Hinw eisen). Arglist scheidet aus, w enn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist die Lage und Schutzbedür f- tigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantw ortung erfordert der Tatbestand indes nicht, dass das T äu- schungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt w alten lässt und alle erdenklichen Vor- kehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, w enn das Täuschungsopfer die grund- legendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der straf- rechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, w elche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hinter- grund treten lässt (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 80 f. mit Hinw eisen; Urteil des Bun- desgerichts 6B_642/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.1). 2.2 Täuschung Als Täuschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern ei- ne von der Wirklichkeit abw eichende Vorstellung hervorzurufen. Sie ist eine un- richtige Aussage über Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende Geschehnisse oder Zustände (BGE 102 IV 84 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6S.98/2007 vom 8. Mai 2007 E. 3.2.2). - 14 - 2.2.1 Die Anklägerin w irft den Beschuldigten vor, den Privatkläger über die Ver- w endung seiner Vermögenseinlagen und über die Häufigkeit der Handelstransak- tionen getäuscht und ihm das Ausmass der absehbaren Kommissionshöhe sow ie die Retrozessionen verheimlicht zu haben. Zudem hätten sie dem Privatkläger ei- ne Vermögensverw altung in seinem Interesse, eine realistische Gew innmöglic h- keit und somit eine realistische Wertvermehrung seiner Vermögenseinlage und deren Werterhalt vorgespiegelt (Urk. 2 S. 26). 2.2.2 Aussagen der Beschuldigten Der Beschuldigte (C._____) gab zu, dass mit dem Privatkläger die Kommissionen nicht vertraglich vereinbart w orden seien (Urk. 13-401.001 S. 15). Die Kommis - sionsansätze habe er im Rahmen der E._____ Richtlinien selbständig festgelegt, indem er das Formular betreffend die Kommissionsansätze (vgl. Urk. 4- 300.005/61) ausgefüllt, am 2. Oktober 2006 unterzeichnet und der E._____ zuge- stellt habe. Darin sind unter "Comm Rate" für einen "Day Trade" USD 59.– und für einen "Overnight Trade" USD 99.– eingesetzt. Ferner räumte der Beschuldigte (C._____) ein, auch die Vereinbarung der D._____ GmbH mit der E._____ – das "Foreign Broker Execution Agreement", in der Anklage (und auch nachfolgend) Ausführungs-Vereinbarung genannt (vgl. Urk. 4-300.005/53-59; Urk. 2 S. 10) sow ie das dazugehörige Formular "Schedule A – Addendum to FIB Agreement" betreffend Kommissionsgebühren ("commission rates") der D._____ GmbH, hier als "Foreign Introducing Broker" bzw . "FIB" aufgeführt, vom 19. Oktober 2005 / 7. November 2005, in der Anklage und fortan als Ergänzung zur Ausführungs - Vereinbarung bezeichnet (vgl. Urk. 4-300.005/60; Urk. 2 S. 11), unterschrieben zu haben. Entsprechend gab der Beschuldigte (C._____) an, dass w eder der Pri- vatkläger noch der Mitbeschuldigte A._____ diese Kommissionsstruktur mitgestal- tet hatten (Urk. 13-401.001 S. 15; Urk. 13-401.020 S. 5 f.; Urk. 14-401.025 S. 33; Prot. I S. 35 f.). Aus den Darlegungen des Beschuldigten (C._____) in Verbindung mit den genannten Urkunden ergibt sich, dass die Kommissionshöhe pro Han- delsgeschäft bzw . Trade und die Kommissionsstruktur einzig auf Abmachungen des Beschuldigten mit der E._____ beruhten. Als Telefonverkäu- fer/Kundenbetreuer w ar der Mitbeschuldigte A._____ nicht an diesen Vereinba-- 15 - rungen beteiligt. Die Kommissionsstruktur und die absolute Höhe der Kommissi o- nen w aren ihm nicht bekannt und er w usste auch nicht, w er die K ommission s- struktur festlegte (Prot. I S. 43, 77-81; Urk. 76 S. 11). Beide Beschuldigten verw iesen jedoch w iederholt auf die täglichen Kontoauszüge bzw . "statements" der E._____, w elche ab 18. Oktober 2006 – anerkanntermas- sen (vgl. Urk. 20-1.40001 S. 9, 11; Urk. 20-1.40007 S. 5 und 35; Prot. I S. 113) – auch dem Privatkläger von der E._____ per E -Mail zugesandt w urden (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) und aus denen die Kommissionen für den Privatkläger ersichtlich gew esen seien (U rk. 13-401.001 S. 19; Urk. 13-401.020 S. 7; Urk. 13-401.021 S. 7 und 11; Urk. 13-401.022 S. 10; Urk. 9-400.014 S. 14 f.; Urk. 9-400.015 S. 3; Urk. 11-400.018 S. 18 f. und 69; Prot. I S. 32 f., 37, 43, 77-81). Der Beschuldigte (C._____) bestätigte w eiter, dass die Customer Account Agreements (CAA; vgl. Urk. 21-1.50009 bis 50035 = das den Privatkläger betref- fende Formular-Set) von Mitarbeitern der D._____ GmbH für die Kunden vorberei- tet w orden seien (Urk. 13-401.001 S. 14). In diesem Formular -Set liess sich die D._____ GmbH von den Kunden bevollmächtigen, als externe Vermögensverw al- terin mit den deponierten Kundengeldern Handel mit Futures zu treiben. Der B e- schuldigte (C._____) gestand ein, das vom Privatkläger am 29. September 2006 an mehreren Stellen unter schriebene CAA (Urk. 21-1.50009 bis 50035) geprüft, unterzeichnet und an E._____ w eitergeleitet zu haben (Urk. 13-401.020 S. 4; Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 14-401.025 S. 32). 2.2.3 Aussagen des Privatklägers Der Privatkläger bestätigte, dass der Mitbeschuldigte A._____ ihm geraten habe, das Customer Account Agreement (CAA; Urk. 21-1.50009 bis 50035) gut durc h- zulesen. Ebenso bestätigte er seine Unterschriften darauf. Er habe dieses Dok u- ment, da auf Englisch verfasst, aber eigentlich nicht verstanden und sic h beim Mitbeschuldigten A._____ darum bemüht, sich den Inhalt erklären zu lassen. Di e- ser habe ihn jedoch damit beschw ichtigt, es sei bloss ein Kontoantrag, der kur z- fristig w ieder aufgelöst w erden könne, und zum Abschluss gedrängt. Weiter sagte - 16 - der Privatkläger aus, er habe eine deutsche Übersetzung verlangt, jedoch nie e r- halten, und er bejahte, das Dokument dennoch an den vorgesehenen Stellen un- terschrieben zu haben, obw ohl er dies nicht hätte tun müssen (Urk. 20-1.40001 S. 5 f.; Urk. 20-1.40007 S. 7-11 f.; Prot. I S. 103 f.). Während der Mitbeschuldigte A._____ in seiner ersten Einvernahme noch be- hauptete, dem Privatkläger eine deutsche Fassung des CAA übergeben zu haben (Urk. 9-400.001 S. 10), gab er dann aber – w ie der Beschuldigte ( C._____) – letztlich an, dass diese im Internet abrufbar gew esen sei (Urk. 13-401.001 S. 14). Den entsprechenden Link habe man den Kunden auf Verlangen herausgegeben (Urk. 9-400.015 S. 10; Prot. I S. 69 f.). In den Akten befindet sich eine w ohl aus dem Internet stammende deuts che Fassung eines w esentlichen Teils des CAA unbekannten Datums, insbesondere auch der Risikooffenlegungsmitteilungen (vgl. Urk. 21-1.50011 mit Urk. 4-300.005/6, mit unten angebrachter handschriftl i- cher Anmerkung des Links; vgl. Urk. 21-1.50012 mit Urk. 4-300.005/22; vgl. Urk. 21-1.50017 bis 50021 mit Urk. 4-300.005/7 bis 005/15; vgl. Urk. 21-1.50030 bis 50031 mit Urk. 4-300.005/23 bis 005/27). Der Privatkläger führte aus, Kommissionen seien zu Beginn kein Thema gew e- sen, er habe einfach angenommen, diese seien im üblichen Rahmen. Anlässlich des Treffens vom 30. Oktober 2006 sei mit den Beschuldigten über die Kommi s- sionslast gesprochen w orden. Er sei davon ausgegangen, diese betrage 15 % des Gew inns, vielleicht mit einer Grundgebühr (Urk. 20-1.40001 S. 7 ff.; Urk. 20- 1.40007 S. 6, 14, 17 und 31; Prot. I S. 107 f.). Betreffend die Kontoauszüge der E._____ (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) bestätigte der Privatkläger einerseits, dass ihm diese ab dem 18. Oktober 2006 per E -Mail von der E._____ zugestellt w urden (vgl. Urk. 20-1.40001 S. 9, 11; Urk. 20-1.40007 S. 5 und 35; Urk. 20-1.40008 S. 3 f.; Prot. I S. 113). Sodann sagte der Privatkläger zu diesen Kontoauszügen aus, nur den Saldo überw acht und primär w issen gew ollt zu haben, ob jener zu- oder ab- nehme. Er habe sich nie über den Inhalt des Auszuges informiert oder sich diesen erklären lassen. Er gab an, dass die anderen Zahlen ihn nicht interessiert hätten, es sei für ihn immer der Schlussstand entscheidend gew esen. Er habe sich auch - 17 - nicht veranlasst gesehen speziell nachzufragen (Urk. 20-1.40001 S. 9-11; Urk. 20-1.40007 S. 37). Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte der Privatkläger das bisher Gesagte. Er habe die Auszüge angeschaut und den Saldo gelesen, w orum es primär gegangen sei (Prot. I S. 114 -116, 120). 2.2.4 Urkunden 2.2.4.1 Kontoauszüge E._____ Die bereits mehrfach erw ähnten, in den Akten befindlichen täglichen Auszüge der E._____ betreffend das Konto des Privatklägers (v gl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) w eisen neben den Gebühren (Fees) auch die erhobenen Kommissionen (Comm) einzel n und zusammengefasst (Recap of commissions and fees) aus. Als Beispiele zu nennen sind: Urk. 21-1.50101: Comm 247.50 und Comm 590.00 resp. Comm 837.50; Urk. 21-1.50094: Comm 295.00 und Comm 13'722.50 resp. Comm 14'017.50; Urk. 21- 1.50073: Comm 22'420.00; Urk. 21-1.50061: Comm 11'151.00. 2.2.4.2 Customer Account Agreement (CAA) Am 29. September 2006 unterzeichnete der Privatkläger das Customer Account Agreement der E._____ (Urk. 21-1.50009 bis 50035; vorne Ziffer II. 2.2.2). Dieses führt auf Seite 16 Mitte die D._____ GmbH als sog. Third Party Account Controller auf, bezeichnet sie als Broker und hält fest, dass der Privatkläger diese resp. den Beschuldigten (C._____) mit sog. "transactional commissions" für seine Handelstätigkeit entschädigt (Urk. 21-1.50025; Urk. 4-300.005/29 = vom Beschul- digten (C._____) am 2. Oktober 2006 unterzeichnetes Exemplar). Wie ebenso be- reits vorne in Ziffer II. 2.2.2 aufgezeigt, ist unbes tritten, dass in diesem Formular Name und Daten der D._____ GmbH und des Beschuldigten ( C._____) bereits ausgefüllt und angekreuzt w aren, als der Privatkläger das CAA umfassend zur Unterschrift erhielt (Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 9-400.014 S. 5). Auf Seite 17 des CAA unterschrieb der Privatkläger u.a. eine Blanko-Vollmacht, in die anschliessend der Beschuldigte (C._____) bzw . die D._____ GmbH einge- setzt w urden, so dass diese nach eigenem Ermessen über sein Konto auf seine - 18 - Rechnung und sein Risiko namentlic h und ausdrücklich mit Futures und Optionen handeln durfte (Urk. 21-1.50027; Urk. 4-300.005/30). 2.2.4.3 Ausführungs-Vereinbarung und dazugehörige Ergänzung Die vorne unter Ziffer II. 2.2.2 zitierte Ausführungsvereinbarung mit dazugehöriger Ergänzung vom 19. Oktober 2005 / 7. November 2005 regelte das Rechtsverhäl t- nis zw ischen der D._____ GmbH und E._____ (Urk. 4-300.005/53 bis 005/60) und w urde unbestrittenermassen vom Beschuldigten (C._____) unterzeichnet (Urk. 13-401.020 S. 6; Urk. 14-401.025 S. 33). Z iffer 9 der Vereinbarung räumt D._____ GmbH das alleinige Recht ein, gegenüber ihren Kunden Kommissionen einzuführen, die E._____ bei diesen erhebt. Die D._____ GmbH ihrerseits w iede- rum hat E._____ die in der Ergänzung zur Ausführungs -Vereinbarung vereinbar- ten Kommissionen zu bezahlen (Urk. 4-300.005/58 und 005/60). 2.2.5 Beurteilung durch das Gericht 2.2.5.1 Wie aufgezeigt, hat der Privatkläger die Auszüge der E._____ betreffend sein Konto (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) ab dem 18. Oktober 2006 per E -Mail von der E._____ zugestellt erhalten. Auch w enn er nur w enig Englisch verstand und keine Erfahrungen mit dem Handel von Futures hatte, konnte er in Anbetracht seines persönlichen und beruflichen Hintergrunds aus den ihm forta n zur Verfügung stehenden Kontoauszügen die jew eils belaste- ten Kommissionen mühelos erkennen. Zum Tatzeitpunkt w ar der Privatkläger ein 50-jähriger verheirateter Familienvater. Er hatte nach einer Tiefbauzeichnerlehre an einer Fachhochschule einen A b- schluss als Bauingenieur HTL erw orben und w ar inzw ischen Geschäftsführer der G._____, Strassen- und Tiefbau, in H._____. Seinen Angaben zufolge besass er neben einem Eigenheim noch ein Mehrfamilienhaus. Seit ca. 1995 hatte er Erfah- rungen im Börsengeschäft gesam melt, indem er ein w enig mit Aktien und Fonds handelte. Er hielt auch ausländische Aktien und w enige Optionen. Zudem verfüg- te er über einen Lombardkredit (Kredit gegen Verpfändung insbesondere von Wertpapieren, beim Privatkläger betraf es Gold). Im Jahre 2006 w ar er im Besitz eines Portfolios mit Aktien, Fondsanteilen und Gold im Wert von gegen - 19 - Fr. 400'000.–. Das Portfolio habe er von Fr. 200'000.– bis ins Jahr 2006 verdop- peln können. Mit Aktien und Fonds sei er sow eit zurecht gekommen, habe selber damit gearbeitet. Mit derivativen Finanzprodukten habe er keine Erfahrungen, w isse aber, w as eine Option und ein Future sei, dass man mit Deckungskäufen einen Verlust absichern könne, dass es eine Hebelw irkung habe, dass es Fac h- leute brauche, dass es bei dieser Anlage zusätzlich um Termine gehe, die das ganze verkomplizieren w ürden (Urk. 20-1.40001 S. 1 f.; Urk. 20-1.40007 S. 41 f.). Der Zeuge I._____, langjähriger Kundenberater des Privatklägers bei der J._____ [Bank] (vgl. Urk. 17-504.001; Urk. 17-504.005), bestätigte diese Angaben im W e- sentlichen und erw ähnte zusätzlich, der Privatkläger sei einst w ährend fünf Jah- ren in einem vom damaligen Bankverein geschaffenen Investment Club dabei gew esen, in w elchem er ( I._____) beratend tätig w ar und w o möglicherw eise auch über Optionen gesprochen und investiert w orden sei (bestätigt durch den Privatkläger, Urk. 20-1.40007 S. 41; Prot. I S. 104 f.). Den Kunden w erde nicht empfohlen, mit Optionen und Futures zu handeln. Im Investment Club habe man damals einmal viel Geld dam it verloren (Urk. 17-504.001 S. 1 f.; Urk. 17-504.005 S. 14). Vor Leistung der ersten Zahlung an die D._____ GmbH habe ihn der Pr i- vatkläger angerufen und gesagt, er w olle USD 50'000.– investieren, um etw as zu "gamblen", er gebe das Geld einem Vermögensver w alter. Er w olle etw as riskieren (Urk. 17-504.001 S. 2; Urk. 17-504.005 S. 7). Der Privatkläger stellte dies nicht in Abrede, nahm aber vom Begriff "gamblen" Abstand (Prot. I S. 105). Weiter fügte der Privatkläger an, ca. ein Jahr vor seinem Engagement be i der D._____ GmbH einem anderen Institut – dessen Name er nicht mehr w isse – Fr. 10'000.– übergeben zu haben, das dann aber fahrlässig damit umgegangen sei. Es sei um Geldanlagen gegangen, w obei in Sojabohnen und Gold investiert w orden sei. Er habe das Gefühl gehabt, dass diese Leute gar nichts vom Bank- geschäft verstanden; dies im Gegensatz zum Beschuldigten ( C._____) und zum Mitbeschuldigten A._____, w elche gemäss dem Privatkläger einen guten Auftritt hatten und einen kompetenten Eindruck hinterliessen (Ur k. 20-1.40007 S. 22; Urk. 20-1.40008 S. 10; Prot. I S. 105-107). - 20 - Aus alledem ergibt sich, dass der Privatkläger als Anleger kein völliger Laie w ar, d.h. dass er doch über einige Erfahrung im Börsengeschäft verfügte und nicht oh- ne Risikobereitschaft in den Handel mit Futures eingestiegen ist. Gemäss eigener Darstellung beauftragte er damit nach intensiven Telefonkontakten mit dem Mi t- beschuldigten A._____ die D._____ GmbH, indem er das über zw ei Dutzend Sei- ten starke Formular -Set CAA – das auf der Frontseite prägnant die Überschrift "E._____ Futures and Options" trägt und w elche Ausdrücke gleichermassen in der deutschen Sprache verw endet w urden und w erden – am 29. September 2006 an den vorgesehen Stellen unterzeichnete (Urk. 21-1.50009 bis 50035). Persönl i- che Kontakte gab es bis dahin keine und der Privatkläger holte vor der Unter- zeichnung und der Geldüberw eisung keine Erkundigungen über die D._____ GmbH und deren Mitarbeiter ein. Über den Beschuldigten (C._____) w usste er zu jenem Zeitpunkt nichts. Auch stand für den Privatkläger nicht zur Diskussion, z u- vor seinen langjährigen Berater bei der J._____, den Zeugen I._____, zu konsul- tieren. Eine Anlagestrategie w urde mit der D._____ GmbH nicht festgelegt (Urk. 20-1.40007 S. 13, 22; Prot. I S. 116 f.). Wie schon i m Verlaufe des Vorve r- fahrens umschrieb der Privatkläger vor Vorinstanz seine Anlageabsicht dahin, er habe bis Weihnachten schauen w ollen, w as die D._____ GmbH mit seinem Geld mache (Prot. I S. 102, 107). Dass der Privatkläger das CAA an diversen Orten unt erzeichnete, obw ohl er nach seinen Angaben das Dokument kaum verstand und keine deutsche Übersetzung besass, kann nicht den Beschuldigten angelastet w erden. Es ist nicht erkennbar, inw iefern der Privatkläger unter Druck gestanden haben soll, in eine Geschäfts- beziehung zur D._____ GmbH – von der er schon ein bis zw ei Jahre zuvor w ie- derholt telefonisch kontaktiert w orden sein s oll – zu treten (vgl. auch Urk. 4- 300.005/5), diese als externe Vermögensverw alterin zu beauftragen und in der Folge (initial) USD 50'000.– zu investieren. Wie gesehen unternahm er diesen Schritt, w eil er bereit w ar, etw as zu riskieren. Mit seinen Unterschriften erteilte er nicht nur der D._____ GmbH eine General -Vollmacht zum Handel, d.h. zum Kauf und Verkauf von Futures und Optionen, s ondern bestätigte auch, mit je unmittel- bar anschliessender Unterschrift die Risikooffenlegungsmitteilung ("Risk Discl o- sure Statement"; vgl. Urk. 21-1.50011 und 50012) und die zusätzliche Ri -- 21 - sikooffenlegung ("Additional Risk Disclosure"; vgl. Urk. 21-1.50033) empfangen, gelesen und verstanden zu haben. Darin w ird der Kunde ausdrücklich darauf hi n- gew iesen, dass der Futures- und Optionenhandel generell eine risikoreiche Inve s- titionsform ("a risky form of investment") sei, dass der Handelserfolg bei Teilnah- me an ausländischen Transaktionen nebst dem Marktgeschehen und verschiede- nen Richtlinien und Regularien auch durch Devisenschw ankungen beeinflusst w erden kann und dass erhebliche Verluste ("s ubstantial loss") und insbesondere auch ein Totalverlust ("a total loss") der investierten Gelder erlitten w erden kann. Erw ähnt w ird zudem das allfällige Erfordernis erheblicher zusätzlicher Kapitalleis- tungen ("substantial amount of additional capital") zur Abdeckung der Positionen. Aus diesem Grunde w ird der Kunde ermahnt, nur reines Risikokapital ("purely risk capital") einzusetzen bzw . zu übermitteln. Der Privatkläger postuliert denn auch nicht generell, auf das Verlustrisiko seiner Anlagen nicht aufmerksam gemacht w orden zu sein ("Es sei sehr schnell gegangen", Prot. I S. 103), sondern lediglich, dies sei nicht mündlich geschehen – w as die Beschuldigten bestreiten – und es sei ihm nicht bew usst gew esen, dass er alles verlieren könnte. Damit w ar dem Privatkläger ein Verlustrisiko bekannt, w as naturgemäss auch das Risiko eines Totalverlustes miteinschliesst. 2.2.5.2 Die Kontoauszüge der E._____ (vgl. U rk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103; nur der Beleg für den 20. Oktober 2006 fehlt) w iesen die belasteten Kommissionen aus, so dass der Privatkläger diese seit Erhalt der Auszüge (ab 18. Oktober 2006) erkennen konnte. Diese Abrechnungen bestehen w eitgehend aus Zahlen, w elche sprachlich neutral, einfach zu lesen und rechne- risch nachvollziehbar sind, zumal auch (die vom Privatkläger stets geprüften) A n- fangs- und Endsaldi immer aufgelistet w aren. Dass die Auszüge mit Verzögerung beim Privatkläger eintrafen, lag offenbar an der E._____ und nicht an den B e- schuldigten. Nach entsprechender Reklamation beim Mitbeschuldigten A._____ w urden dem Privatkläger dann diese auch im CAA in Aussicht gestellten "stat e- ments" der E._____ auf elektronischem Weg übermittelt (vgl. Urk. 21-1.50029). Die Erkennbarkeit der Kommissionsbelastungen ist gegeben. - 22 - Dass Handelsgegenstand Futures (und allenfalls auch Optionen) w aren, ist neben dem zu Vertragsbeginn vom Privatkläger unterzeichneten CAA ebenso jedem einzelnen Kontoauszug der E._____ mit dem darauf vermerkten Firmenlogo zu entnehmen. Es kann deshalb nicht gesagt w erden, die Beschuldigten hätten den Privatkläger über die Verw endung seiner Vermögenseinlagen zu täuschen beab- sichtigt bzw . getäuscht. Auch die Intensität des Handelns bzw . die Häufigkeit der Handelstransaktionen sow ie das Ausmass der totalen Kommissionshöhe lässt sich bei genauerem Betrachten der Kontoauszüge beurteilen, z umal die Anzahl Trades (Käufe und Verkäufe) offensichtlich in Korrelation zu den angefallenen Kommissionen steht. Den Beschuldigten kann daher keine Verheimlichung bzw . Verheimlichungsab- sicht betreffend die Kommissionslast vorgew orfen w erden. Der Privatkläger hätte die Kommissionsbelastung einzeln und totalisiert nachvollziehen und deren Ver- hältnis zum eingesetzten Kapital erkennen können (vorne Ziffer II. 2.2.4.1; für w ei- tere Beispiele siehe die folgende Ziffer II. 2.2.5.3). Ob er gestützt auf die Abrech- nungen auch seine realistische Gew innmöglichkeit – bei der es sich nicht um eine Tatsache im Sinne von Art. 146 StGB handelt – hätte einschätzen können, ist beim Vorw urf der ungetreuen Geschäftsbesorgung zu prüfen (hinten Ziffer II. 3.3). 2.2.5.3 An den Handelstagen zw ischen dem Empfang des ersten Kontoauszuges am 18. Oktober 2006 und der Leistung des zw eiten Nachschusses über USD 60'000.– am 27. Oktober 2006 w urden sow ohl Gew inne als auch Verluste erzielt (vgl. Urk. 14-1.50073 bis 50083; Urk. 2 S. 43 f.). Dabei fielen immer Kom- missionen an, unabhängig vom jew eils erzielten Handelserfolg. An vier Handelstagen in dieser Zeitspanne resultierte ein Gew inn, so am 18. Ok- tober 2006 mit einem Plus von USD 11'000.–, bei Kommissionen von nur USD 495.–. Wei ter standen am 19. Oktober 2006 einem Gew inn von rund USD 3'500.– Kommissionen von USD 1'770.– gegenüber, mithin von ca. 50 %. Am 23. Oktober 2006 betrugen die fraglichen Zahlen rund USD 9'900.– zu USD 4'435.– (ca. 45 %) und am 25. Oktober 2006 rund USD 6'900.– zu USD 2'950.– (ca. 43 %). Die zw ei Handelstage vom 24. und 26. Oktober 2006 brachten hingegen Verluste: nämlich der 24. Oktober 2006 knapp USD 4'500.– - 23 - Verlust bei Kommissionen von USD 6'490.– (fast das Anderthalbfache) und der 26. Oktober 2006 annähernd USD 42'000.– Verlust bei Kommissionen von USD 22'420.– (ca. 53 %). Aus diesen Darlegungen ist unschw er feststellbar – w as dem Privatkläger, entge- gen seiner w iederholt geäusserten Ansicht (Urk. 20-1.40007 S. 17; Prot. I S. 107), aufgrund der ihm ab 18. Oktober 2006 zugestellten Abrechnungen der E._____ und seiner Erfahrungen im Börsengeschäft klar sein musste –, dass nicht nur bei Gew inn Kommissionen verrechnet w urden, sondern auch bei erlittenem Verlust, und dass die Kommissionen nicht einem festen Satz von 15 % entsprachen, wo- von der Privatkläger nach seiner Aussage ausging, sondern in der Regel viel hö- her ausfielen und sogar das (negative) Handelsergebnis übertreffen konnten. Als rechnerisches Fazit ergibt sich daraus, dass Gew inne aufgrund der anfallenden Kommissionen um diese (erheblich) geschmälert w urden und umgekehrt Verluste und Kommissionen sich kumulativ ausw irkten. Das Tagesergebnis umfasste somit jew eils Handelsgew inne und -verluste einschliesslich die Kommissionen (Prot. I S. 19). Einen zentralen Erfahrungsw ert bietet zw eifellos der 26. Oktober 2006, an w elchem Tag das Kapital von über USD 80'000.– um USD 65'000.– auf noch USD 15'000.– schrumpfte (vgl. die Tagesanalyse Urk. 18-900.004 S. 25), w as dann zum zw eiten Nachschuss durch den Privatkläger führte. 2.2.5.4 Zusammengefasst kann bei dieser Ausgangslage und insbesondere auf- grund der ab 18. Oktober 2006 regelmässig zugestellten (handels)täglichen Kon- toauszüge den Beschuldigten – entgegen der Anklage (Urk. 2 S. 26) – keine Täu- schung des Privatklägers über die Verw endung seiner Vermögensanlagen und die Häufigkeit der Handelstransaktionen vorgew orfen w erden, ebenso w enig ein Verheimlichen der erfolgsunabhängigen Kommissionen. Insbesondere w ar auch die Geschäftsbezogenheit der anfallenden Kommissionen ersichtlich, mithin ein Konnex zw ischen der Handelsintensität und der resultierenden Kommissionslast. Desgleichen erkennbar w ar die sukzessive Verringerung der Guthaben durch die repetitiven Kommissionsbelastungen. Darüber hinaus musste dem Privatkläger angesichts früherer Erfahrungen und der allgemeinen Lebenserfahrung bei sei- nem beruflichen Hintergrund bew usst sein, dass Börsengeschäfte infolge der - 24 - schnell schw ankenden und entsprechend unberechenbaren (globalen) Märkte stets risikobehaftet sind, ungeachtet der konkreten Fähigkeit und Geübtheit eines Vermögensverw alters bzw . Brokers. Insow eit lässt sich bei Börsengeschäften im (hoch)spekulativen Bereich w eder eine realistische Gew innmöglichkeit noch eine solche Wertvermehrung noch ein Werterhalt einer Investition garantieren oder versprechen, ausser die Parteien hätten ausschliesslich Investitionen in kapital- geschützte Produkte bzw . Anlageinstrumente vereinbart, w as hier niemand be- hauptet. Sow eit sich der Privatkläger über die Gew innchancen täuschte, ist fes t- zuhalten, dass eine Täuschung darüber zu R echt nicht Bestandteil der Anklage bildet, da Marktchancen keine Tatsachen sind. Es kommt hinzu, dass die dem Privatkläger zugestellten Abrechnungen mehrfach Gew inne ausw iesen, w as er der Entw icklung seines Saldos entnehmen konnte (vgl. Urk. 18-900 004 S. 37). Abschliessend ist daran zu erinnern, dass der Privatkläger gew isse Risiken ei n- zugehen bereit w ar und zumindest anfänglich den Beschuldigten volle Handlungs- freiheit einräumte. Darauf und auf die Frage der Kommissionen ist in Ziffer II. 3. zurückzukommen. 2.2.5.5 Exkurs: Frage der Retrozessionen 2.2.5.5.1 Die Vorinstanz kam mit der folgenden Begründung (kursiv dargestellt) zum Schluss, es w ürden keine Retrozessionen vorliegen (vgl. Urk. 53 S. 13-15): "Unbestrittenerw eise w ar zw ischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten resp. der D._____ GmbH mündlich vereinbart, dass diese mit den vom Privatkl ä- ger auf sein Konto bei E._____ einbezahlten Mitteln Anlagen tätigt (Urk. 13- 401.020 S. 4; Urk. 13 -401.022 S. 15; Urk. 14- 401.025 S. 32; Urk. 20- 1.40007 S. 9, 10; Prot. S. 30, 102, 103, 107). Nach Art. 400 Abs. 1 OR ist der Beauftragte verpflichtet, auf Verlangen jederzeit über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, w as ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde zuge- kommen ist, zu erstatten. Das Bundesgericht hat mit w egleitendem Urteil vom 22. März 2006 entschieden, dass indirekte Vorteile, w elche in einem inneren Z u- sammenhang zur Auftragsausführung stehen, w ie Rabatte, Provisionen und sog. Retrozessionen, die dem Beauftragten von Dritten zuk ommen, gestützt auf Art. 400 Abs. 1 OR dem Auftraggeber abzuliefern sind. Der Beauftragte soll ab-- 25 - gesehen von einem allfälligen Honorar w eder gew innen noch verlieren. Diese Herausgabepflicht ist zw ar nicht zw ingend. Doch bedingt ein im Voraus ergange- ner Verzicht des Auftraggebers, dass er über die zu erw artenden Retrozessionen vollständig und w ahrheitsgetreu informiert ist und dass sein Wille, auf deren Ablie- ferung zu verzichten, deutlich aus der Vereinbarung hervorgeht (BGE 132 III 460, E. 4.1 und 4.2, mit w eiteren Hinw eisen). Die Verteidigung des Mitbeschuldigten A._____ ist der Auffassung, dass es sich vorliegend bei den Zahlungen der E._____ an die D._____ GmbH nicht um ei- gentliche Retrozessionen handle. Jene stammten direkt aus dem Vermögen des Privatklägers, nicht aus jenem der E._____. D._____ GmbH habe kein Produkt der E._____ verkauft, sondern diese sei der Broker für den Futures -Handel ge- w esen. Dass die Kommissionen derart flossen, sei eine reine Zahlungsmodalität gew esen (Urk. 43 S. 23 f.). Der Privatkläger unterzeichnete die im Customer Account Agreement der E._____ vorformulierte Erklärung, die D._____ GmbH als Drittpartei zu ernennen und zu bevollmächtigen sow ie diese resp. den Beschuldigten als Bezugsperson mit transactional commissions zu ents chädigen. Wenn auch einzuräumen ist, dass diese Erklärung als eine von mehreren im ganzen Antrag etw as verborgen ist, so ist diese dennoch auch bei geringen Englisch- Kenntnissen verständlich (Be- stimmung der D._____ GmbH als sog. "Third Party Account Contr oller"; darauf sogleich folgend "My relationship to t he Third Party Controller is C._____. I am … paying … him transactional commissions as his compensation for trading my ac- count. [Unterschrift]"; Urk. 4-300.005/29; auf der folgenden Seite, oben, "I hereby authorize [… name of account controller] as my agent and attorney -in-fact … ; Urk. 4-300.005/30). Der Privatkläger w ar jedenfalls mit seinem persönlichen Hi n- tergrund und Wissen in der Lage, eine für ihn nachteilige vertragliche Abmachung zu erkennen und von einem Abschluss abzusehen. Es ist nicht nachzuvollziehen, inw iefern der Privatkläger – w as bestritten ist – bei Vertragsschluss unter zeitl i- chem Druck gestanden sein soll. Der Beschuldigte unterzeichnete anschliessend jew eils an den entsprechend v orgesehenen Stellen (Urk. 4- 300.005/29 und 30). Damit erklärte er sich nicht nur betreffend seine Eigenschaft als Bezugs person - 26 - des Third Party Controller und Bevollmächtigter einverstanden, sondern insbe- sondere auch bezüglich seiner Entschädigung für seine Handels tätigkeit mittels Transaktionskommissionen. E._____ überw ies aufgrund der mit der D._____ GmbH abgeschlossenen Ausführungsvereinbarung (mit Anhang) dieser den ihre Kommission übersteigenden Betrag. Diese Vergütungen sind somit w eder ein Rabatt, eine Provision noch Retrozessionen, w elche an den Auftraggeber abzulie- fern sind, sondern stellen die Entschädigung, das Honorar, dar für die geleisteten Dienste der D._____ GmbH bzw . des Beschuldigten, die Anlagetätigkeit. Dieses ist selbstredend nicht an den Auftraggeber auszurichten." 2.2.5.5.2 Zutreffend hat die Vorinstanz zunächst die Anw endbarkeit des Auftrags- rechts erw ähnt und auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Retrozessi o- nen hingew iesen. Ferner ist ihre Ansicht zu teilen, dass der Privatkl äger die D._____ GmbH zur Handelstätigkeit bevollmächtigt und sich verpflichtet hatte, dieser bzw . dem Beschuldigten (C._____) dafür eine – nicht w eiter spezifizierte – Entschädigung zu entrichten, hier bezeichnet als Transaktionskommissionen ("transactional commissions as his compensation for trading my account", vgl. Urk. 4-300.005/29; Urk. 53 S. 13 f.). Mit seinem persönlichen Hintergrund und Wissen und in Kombination mit den ihm seit 18. Oktober 2006 zugestellten Aus- zügen seines Kontos bei der E._____ war der Privatkläger ab jenem Zeitpunkt zw ar in der Lage, die ihn treffende Kommissionsbelastung insgesamt, d.h. in ab- soluten Zahlen und auch in Relation zu seinem investierten Kapital zu erkennen, mithin festzustellen, dass regelmässig eine Vielzahl von Ko mmissionsbeträgen und ein hohes Total anfielen bzw . ihm verrechnet w urden. Der Privatkläger hatte jedoch unbestritten keinerlei Kenntnis von der Kommissionsstruktur und von ei- nem all fälligen Verteilschlüssel. Insbesondere w usste er nicht, w ieviel das Hono- rar des Beschuldigten (C._____) für dessen Dienstleistung betragen w ürde bzw . betrug. Vielmehr w aren die Kommissionsansätze pro Trade sow ie die Kommissi- onsstruktur nur zw ischen der D._____ GmbH und der E._____, ohne Mitw irkung des Privatklägers, vereinbart w orden, laut dem Beschuldigten (C._____) im Ra h- men der E._____ Richtlinien und in Anlehnung an die amerikanische Gesetzge- bung (vgl. Ausführungsvereinbarung und Ergänzung dazu, Urk. 4-300.005/53-59; Urk. 4-300.005/60-61; Urk. 13-401.001 S. 15; Prot. I S. 35, 37). Es w urden keine - 27 - schriftlichen Verträge mit den Kunden abgeschlossen, auch nicht mit dem Privat- kläger. Kommissionshöhe und -last w urden den Kunden nicht schriftlich mitgeteilt. Das CAA enthielt nur den Hinw eis, dass im Rahmen der E._____ Richtlinien Kommis sionen erhoben w erden dürfen (Urk. 13-401.001 S. 15; Prot. I S. 20, 70). Daher w ar auch keine vorgängige Genehmigung möglich. Es lässt sich daher entgegen der Vorinstanz (Urk. 53 S. 15) nicht sagen, der Privatkläger habe von Anbeginn eine für ihn n achteilige vertragliche Abmachung (hinsichtlich der Kom- missionen) erkennen und von einem Abschluss absehen können. Vorliegend bestand ein Dreiecksverhältnis zw ischen dem Privatkläger als Kun- den, dem Beschuldigten (C._____) als externem Vermögensverw alter und der E._____ als amerikanischem Broker und Kontoführerin: Die D._____ GmbH bzw. der Beschuldigte w ar als externer Vermögensverw alter (= Beauftragter) des Pr i- vatklägers (= Auftraggeber) tätig. Die E._____ stellte dem Beschuldigten eine On- line-Handels-Plattform für den Handel mit Futures zur Verfügung. Gemäss seiner Angabe konnte der Beschuldigte ( C._____) vom Computer aus die einzelnen Kundenkonten anklicken und die Trades eingeben. Alle Märkte w aren auf der Plattform vorhanden und man konnte innert einer Hundertstel Sekunde am Markt sein (Prot. I S. 27). Der Beschuldigte ( C._____) allein w ar für diesen Handel z u- ständig, nahm die Marktanalyse vor und traf die Kauf - und Verkaufsentscheide, auch bezüglich des Privatklägers. Pro Kontrakt erhielt die D._____ GmbH Kom- missionen, deren Höhe der Beschuldigte (C._____) zuvor gestützt auf die E._____ Richtlinien festgelegt hatte. Je höher das Handelsvolumen, desto höher w aren die Kommissionen (Urk. 13-401.001 S. 12 ff., 17 und 19; Prot. I S. 14, 27 f., 33 f., 42, 74 f., 80). Somit lag es einzig in den Händen des Beschuldigten (C._____), w ieviel Kommissionen automatisch erzeugt w urden. Nach – bestritte- ner – Auffassung der beiden Beschuldigten w ollte der Privatkläger sein Kapital spekulativ anlegen, aggressiv handeln. Es sei sein Ziel gew esen, so schnell w ie möglich sehr viel Geld zu verdienen. Er (Beschuldigter C._____) habe beim Pr i- vatkläger einen Performancedruck verspürt, der höher gew esen sei als bei andern Kunden. Die Vorgabe des Privatklägers sei gew esen, mit einem grossen Hebel zu arbeiten. Bei einem grösseren Hebel gebe es höhere Kommissionen (Prot. I S. 30, 33-35, 39, 43, 76; Urk. 75 S. 4 f.[= Urk. 67 S. 4 f.]; Urk. 76 S. 6 [= Urk. 68 - 28 - S. 6]). Unbestrittenermassen führte die E._____ als Begünsti gte der Bank, bei w elcher der Privatkläger die Kapitaleinlagen vereinbarungsgemäss geleistet hatte (K._____ Bank, F._____) das Cash -Konto des Privatklägers, die offenen Positi o- nen sow ie die hierfür erforderliche sog. Margin (vgl. CAA Urk. 21-1.50010; Urk. 4- 300.005/32) und w ar damit die Dritte im Bund. Sie belastete dem Konto ausser diversen Gebühren (Fees) die aus der Handelstätigkeit des Beschuldigten (C._____) generierten Kommissionen und vergütete diese – reduziert um ihren eigenen Kommissionsanteil von USD 9.– pro Trade gemäss der Ergänzung zur Ausführungs-Vereinbarung – an die D._____ GmbH, nämlich USD 50.– bzw . 90.– (Urk. 4-300.005/60-61; Urk. 13-401.001 S. 14 f.; Prot. I S. 35 f., 46). 2.2.5.5.3 Angesichts dieser Ausgangslage erscheint fraglich, ob Retrozessionen vorlagen. Die E._____ entrichtete der D._____ GmbH kein Entgelt für ihre Dienste (aus ihrem eigenen Vermögen), sondern belastete lediglich die mit dem Beschul- digten (C._____) vereinbarten Abzüge dem Konto des Privatklägers, die freilich höher w aren als diejenigen, die die D._____ GmbH tatsächlich zahlen musste. In- sofern w ar die E._____ lediglich die Eintreiberin der von der D._____ GmbH ge- genüber dem Privatkläger verlangten Entschädigung. Es handelte sich mithin nicht um indirekte Vorteile, die dem Beauftragten infolge der Auftragserteilung von Dritten, hier der E._____, zukamen, sondern ganz einfach bloss (auch) Entgelt für die Tätigkeit der D._____ GmbH. Es w aren also keine Zuw endungen der E._____. Ebenso w enig kann gesagt w erden, die D._____ GmbH hätte sich durch die Zuw endungen Dritter (es w aren ja Gelder des Privatklägers) veranlasst sehen können, die Interessen des Auftraggebers nicht ausreichend zu berücksichtigen. Selbst w enn man davon ausgehen w ollte, es habe sich um Retrozessionen ge- handelt, so w ar es im Jahre 2006 – und sogar später – branchenüblich, die Retro- zessionen dem Auftraggeber nicht auszuliefern, w esw egen den Beschuldigten da- raus kein, insbesondere kein strafrechtlicher, Vorw urf gemacht w erden kann (pro memoria: Der Retrozessionen- Entscheid des Bundesgericht datiert von März 2006 [BGE 132 III 460], der Entscheid, dass die Herausgabepflicht auf sämtliche Auftragsverhältnisse anw endbar ist, datiert von 2012 [BGE 138 III 755 E. 5.4 a.E.], hier steht die Zeitspanne Oktober bis Dezember 2006 zur Diskussion). - 29 - Die Frage, ob es sich um Retrozessionen handelte oder nicht, braucht indes vor- liegend gar nicht abschliessend geklärt zu w erden, da – w ie noch zu zeigen sein wi r d – der Tatbestand des Betruges mangels Arglist nicht erfüllt w urde und man- gels strafrechtlich relevanter Pflichtverletzung auch die Voraussetzungen des Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbesorgung nicht erfüllt sind. 2.2.5.6 In Würdigung aller Umstände, namentlich angesichts der grundsätzlichen Erkennbarkeit der schädigenden Kommissionsbelastungen, erscheint sehr zw ei- felhaft, ob eine strafrechtlich relevante Täuschung vorliegt (siehe auch vorne, Zi f- fer II. 2.2.5.4). Dies braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu w erden. I n- sow eit der Privatkläger nicht über alle Informationen verfügte, lag es offensichtlich auch an mangelndem Interesse und Bemühen seinerseits. Aber selbst w enn Täu- schung als gegeben anzusehen w äre, w ürde es an deren Arglistigkeit fehlen. 2.3 Arglist 2.3.1 Anklagevorw urf Die Anklägerin macht geltend, das Verhalten der Beschuldigten C._____ und A._____ sei ein komplexes System aufeinander abgestimmter Täuschungshand- lungen gew esen. Die Beschuldigten hätten gew usst und mit Gew issheit voraus- gesehen oder mindestens billigend in Kauf genommen, dass für den investitions- bereiten Privatkläger aus verschiedenen Gründen die Täuschung nicht erkennbar gew esen sei, eine Überprüfung der Angaben über die Verw endung seiner Einl a- gen und über die Gew innchancen auf seiner Einlage nicht möglich oder zumutbar gew esen sei oder er davon absehen w ürde, sodass sich auch ein kritisches Opfer hätte täuschen lassen (Urk. 2 S. 27). 2.3.2 Rechtliche Grundlagen Das täuschende Verhalten muss objektiv als arglistige Irreführung zu qualifizieren sein. Arglist ist gegeben, w enn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet, d.h. besonders hinterhältige Lügen sind derart raffiniert aufeinander abgestimmt, dass sich auch ein kritisch es Opfer täuschen lässt. Ebenfalls liegt ein arglistiges Vor- gehen vor, w enn der Täter sich täuschender Machenschaften bedient, also seine - 30 - Behauptungen durch Belege oder Handlungen stützt, die sie als glaubhaft er- scheinen lassen. Einfache Lügen sind nur arglistig, w enn sie nicht oder nur mit besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit hin überprüft w erden können, der Täter den Getäuschten absichtlich von der Überprüfung abhält oder aufgrund bestimmter Umstände und eines besonderen Vertrauensverhältnisses voraussieht, dass der Getäuschte sie gar nicht überprüfen w ird. Arglist scheidet jedoch aus, w enn das Opfer die angesichts der konkreten Umstände und seiner persönlichen Verhäl t- nisse grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet (Donatsch, Strafrecht III, 10. A ufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 224 ff.; Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweiz. Strafrecht BT I, 7. Aufl., Bern 2010, S. 383 ff.). 2.3.3 Beurteilung durch das Gericht 2.3.3.1 Unter Hinw eis auf die Ausführungen zur Täuschung unter Ziffer II. 2.2 hiervor kann nicht von einem Lügengebäude gesprochen w erden. Ebenso w enig sind täuschende Machenschaften, d.h. durch Dokumente oder Handlungen ge- stützte Behauptungen der Beschuldigten, ersichtlich, zumal die Parteien w eites t- gehend mündlich/telefonisch verkehrten, nam entlich ohne schriftlichen Ver - mögensverw altungsvertrag. Arglist aus diesen Gründen scheidet somit aus. G e- schäftsmodell und Vorgehen der D._____ GmbH w aren bei entsprechender Auf- merksamkeit und, w o nötig, ergänzendem Nachfragen jedenfalls in groben Zügen erkennbar. 2.3.3.2 Sodann kann nicht gesagt w erden, die Angaben der Beschuldigten bzw . der D._____ GmbH seien nur mit besonderer Mühe überprüfbar gew esen. Sow eit der Arglistvorw urf die angefallenen Kommissionen betrifft, ist w iederum auf die Ausführungen i n Ziffer II. 2.2 hiervor zu verw eisen. Danach w ar der Privatkläger ab dem 18. Oktober 2006 imstande, die Kommissionslast in den täglich (an den Handelstagen) erstellten Abrechnungen bzw . Kontoauszügen der E._____ selbst bei einer nur rudimentären Prüfung m it einem Mindestmass an Aufmerksamkeit sofort und mühelos zu erkennen. Dass – von der verzögerten Zustellung und dem fehlenden Auszug betreffend den 20. Oktober 2006 abgesehen – Belege fehlen w ürden oder dem Privatkläger gar bew usst vorenthalten w orden w är en, w urde nicht geltend gemacht und lässt sich auch nicht den Akten entnehmen. Ebenso - 31 - hätte der Privatkläger aus den Abrechnungen ersehen können, dass Kommissi o- nen (und Gebühren) nicht nur bei erzieltem Gew inn, sondern gleichermassen bei erlittenem Verlust und regelmässig in einem Umfang von deutlich mehr als den vermeintlichen 15 % erhoben w urden. Aufgrund der optischen Darstellung und trotz geringer Englischkenntnisse sow ie mangelnder Erfahrung im Handel mit F u- tures hätte sich zudem das Verhältnis der Kom missionen zum eingesetzten Kapi- tal und auch gemessen am jew eiligen Gew inn oder Verlust rechnerisch ungefähr eruieren und nachvollziehen lassen. Der Privatkläger interessierte sich nach eige- nen Angaben indessen primär für den jew eiligen Saldo auf den Abrechnungen und nicht für die konkrete Höhe der Kommissionen. Folglich hatte er nie Rechen- schaft (über die Handelstätigkeit der D._____ GmbH) verlangt oder sich nach dem Umfang der Transaktionskommissionen erkundigt. Weil den Beschuldigten ferner keine Absicht nachgew iesen w erden kann, dem Privatkläger die täglichen Kontoauszüge vorzuenthalten oder verspätet zukommen zu lassen, w ürde über- dies von Beginn w eg keine Arglist vorliegen. 2.3.3.3 Auch hinsichtlich der Rückvergütungen der E._____ kann den Beschul- digten mangels Lügengebäude oder besonderer Machenschaften kein arglistiges Handeln vorgew orfen w erden. Die Beschuldigten w ären lediglich, aber immerhin der ihnen auferlegten Aufklärungspflicht nicht nachgekommen. Umgekehrt gilt als erstellt, dass der Priv atkläger auch nie Rechenschaft über die Geschäftstätigkeit verlangt oder sich näher betreffend die Kommissionsbelastung der D._____ GmbH (namentlich Umfang, Struktur, Verteilschlüssel) erkundigt hatte. Erstellt ist vielmehr, dass ihn sogar die konkrete Höhe der Kommissionen überhaupt nicht in- teressierte (vgl. vorne Ziff. II. 2.2.3; Urk. 20-1.40001 S. 7 f.; Prot. I S. 108). Wie schon die Vorinstanz zutreffend darlegte, lässt sich nicht nachw eisen, ob und i n- w iew eit die Beschuldigten dieses Verhalten des Privatklägers zu verantw orten haben oder begünstigten. 2.3.3.4 Es bleibt die Frage zu klären, ob zw ischen der D._____ GmbH bzw . den Beschuldigten und dem Privatkläger ein besonderes Vertrauensverhältnis be- stand. - 32 - Ein besonderes Vertrauensverhältnis lässt sich nicht allgemein umschreiben, sondern es ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein solches als gegeben zu erachten ist. Von einem besonderen Vertrauensverhältnis ist etw a auszugehen, w enn eine Geschäftsbeziehung von gew isser Intensität über mehrere Jahre angedauert hat. Bei unterjähriger Zusammenarbeit ist ein solches zu verneinen, denn es ist (noch) nicht von einer langen, unproblematischen Geschäftsbeziehung auszugehen (U r- teil des Bundesgerichts 6B_642/2013 vom 3. Februar 2014). Ebenso w enig führt eine nicht sehr ausgeprägte (angebliche) familiäre Verbundenheit zur Annahme eines besonderen Vertrauensverhältnisses (Urteil des Bundesgerichts 6S.414/2004 vom 28. Februar 2005). Ein besonderes Vertrauensverhältnis kann zum Beispiel entstehen zw ischen Versicherung und Versicherungsnehmerin im Anschluss an eine Schadensmeldung. Aus der dadurch begründeten näheren Beziehung zur Versicherung obliegt der Versicherungsnehmerin aufgrund des Versicherungsvertragsgesetzes und der Allgemeinen Versicherungsbedingungen die auf klaren Regelungen beruhende Pflicht zu w ahrheitsgemässer und vollstän- diger Mitteilung aller für die Leistungspflicht der Versicherung massgeblicher Tat- sachen, konkret die Mitteilung über das Auffinden der als gestohlen gemeldeten Gegenstände (Urteil des Bundesgerichts 6S.364/2005 vom 9. März 2006 E. 1). Ähnlich verhält es sich im Fall, der dem Urteil 6B_750/2012 vom 12. November 2013 E. 2.5.4 zugrunde liegt, w o der Versicherungsnehmer in der Befragung Tat- sachen nicht offenlegte bzw . verschw ieg, die für die Leistungspflicht der Versiche- rung massgeblich w aren. Vorliegend kann die Arglist nicht damit begründet w erden, der Privatkläger habe die Abrechnungen der E._____ nicht (w eiter) geprüft oder beachtet, w eil ein be- sonderes Vertrauensverhältnis zw ischen ihm und den Beschuldigten bestanden hätte. Die Beziehung basierte nicht auf einer mehrjährigen Geschäftsbeziehung und entsprechender Erfahrung, sondern erstreckte sich insgesamt nur über w eni- ge Wochen von Ende September 2006 bis Dezember 2006. Selbst w enn der Pr i- vatkläger bereits früher mit der D._____ GmbH bzw . den Beschuldigten Geschäf- te abgeschlossen hätte, w ürde dies nicht ein besonderes Vertrauensverhältnis bew irken, aufgrund dessen die Beschuldigten die begründete Erw artung haben konnten, dass der Privatkläger jegliche Überprüfung unterlassen w erde (vgl. Urteil - 33 - des Bundesgerichts 6B_102/2011 vom 14. Februar 2012 E. 3.4.2). Wie schon im angefochtenen Urteil korrekt dargelegt, w ar für die Beschuldigten nicht voraus- sehbar, dass sich der Privatkläger nie nach den Kommissionen bzw . Vergütungen erkundigen und die Abrechnungen diesbezüglich nicht kontrollieren oder analysie- ren w erde. Entsprechend konnten sie nicht davon ausgehen, er w erde die Kom- missionen gar nicht überprüfen w ollen, da ihn jew eils nur der Saldo inter essierte. Dagegen spricht insbesondere auch der Umstand, dass der Privatkläger im Okt o- ber 2006 beim Mitbeschuldigten A._____ intervenierte, w eil er zunächst (bis zum 18. Oktober 2006) – w ohl versehentlich, etw as anderes ist nicht nachw eisbar – von der E._____ keine Abrechnungen erhalten hatte. Der vom Privatkläger ang e- brachte Wunsch nach fortlaufender Dokumentation deutet vielmehr auf einen Überprüfungsw illen betreffend die Handelstätigkeit der D._____ GmbH hin. D a- rauf, ob eine Überprüfung durch den Privatk läger detailliert oder eher rudimentär ausfallen w ürde, hatten die Beschuldigten keinen Einfluss. Daran ändert nichts, sollten die Beschuldigten allenfalls darauf spekuliert haben, dass der Privatkläger die Kommissionslast nicht w eiter überprüfe bzw . sich nicht näher mit seiner realis- tischen Gew innmöglichkeit befasse. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, w enn sie die nicht w eiter dargelegte These in der Anklageschrift, im Moment der Nachzah- lungen durch den Privatkläger habe gestützt auf das Vertrags verhältnis zw ischen ihm und den Beschuldigten bzw . D._____ GmbH ein besonderes Vertrauensver- hältnis bestanden (Urk. 2 S. 28 lit. m), als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Der Privatkläger hoffte w ohl, als er die Nachschüsse leistete, offene Positionen damit absichern und/oder die eingefahrenen Verluste w ieder w ettmachen zu können. In diesem Sinne vertraute er letztlich in gew isser Weise auch den Fähigkeiten der Beschuldigten. Damit w ird aber kein besonderes Vertrauensverhältnis begründet, das den Privatkläger davon abhielte, die laufenden Kontoauszüge – mit Ausnah- me eines blossen Blickes auf den jew eiligen Saldo – nicht w eiter zu überprüfen. Zudem liesse sich die Auffassung vertreten, dass der in relativ kurzer Zeit w ieder- holt stark gefallene Kontostand und di e darauf basierende Frage nach w eiteren Geldüberw eisungen Anlass zu Misstrauen hätte bieten können. Schliesslich han- delte es sich bei der D._____ GmbH resp. deren Vertretern, den Beschuldigten, - 34 - im Moment der Nachzahlungen nach w ie vor um dem Privatkläger nicht näher be- kannte Anbieter einer Finanzdienstleistung, die Kunden telefonisch anw erben. 2.3.3.5 Andere Gründe, die für Arglist sprechen könnten, sind nicht ersichtlich. 2.3.3.6 Abschliessend ist festzuhalten, dass selbst bei zu bejahender Täuschung das Erfordernis der Arglist nicht erfüllt w äre. 2.4 Fehlt es bereits am Tatbestandsmerkmal der Arglist, erübrigt sich die Pr ü- fung der w eiteren Betrugsvoraussetzungen im Sinne von Art. 146 StGB. Es liegt kein Betrug vor. Soweit die Erwägungen zum Beschuldigt en C._____ im Parallelverfahren (SB140292). Mangels tatbestandsmässiger Haupttat ist der Beschuldigte daher vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu Betrug freizusprechen. 3. Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung 3.1 Anklagevorwurf Eventualiter wirft die Anklägerin dem Beschuldigten vor, er habe dem Mitbe- schuldigten C._____ mehrfach geholfen, mehrfach mit Bereicherungsabsicht eine ungetreue Geschäftsbesorgung zu begehen und dam it den Straftatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 in Verbindung mit Art. 25 und Art. 26 StGB erfüllt zu haben (Urk. 2 S. 34 ff.; siehe vorne Ziffer II. 1.2.3). Erneut ist aufgrund der Akzessorietät der Gehilfenschaft vorab zu prüfen, ob die dafür erforderliche Haupttat – eine qualifizierte ungetreue Gesc häftsbesorgung des Mitbeschuldigten C._____ – überhaupt vorliegt. Auch dies ist aus den nachfolgenden Gründen zu verneinen (die Erwägungen stammen ebenfalls aus dem Parallelverfahren Proz.Nr. SB140492 gegen C._____): - 35 - 3.1.1 Nach dem sogenannten Treuebruchtatbestand der ungetreuen Geschäft s- besorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) w ird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, w er aufgrund des Gesetzes oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verw alten oder eine solche Verm ö- gensverw altung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bew irkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt w ird. Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, kann auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt w erden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Täter kann sein, w er in tatsächlicher oder formell selbst - ständiger und verantw ortlicher Stellung im Interesse eines andern für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Nach herrschender Lehre und Praxis ist der Tatbestand des Treuebruchs namentlich auf selbstständige G e- schäftsführer (sow ie auf operationell leitende Organe) von juristischen Personen bzw . Kapitalgesellschaften anw endbar, unter Einschluss derjenigen, die unter B e- nutzung von Strohmännern die tatsächliche Leitung innehaben oder die sich als Strohmänner benutzen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.1 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.3.2 mit H i n wei- sen auf Lehre und Rechtsprechung). 3.1.2 Die Pflichtw ahrnehmung bezüglich fremder Interessen muss den typischen und w esentlichen Inhalt des Rechtsverhältnisses bilden, und die verw alteten Vermögensinteressen müssen von einigem Gew icht sein. Der Inhal t der Treue- pflicht des Geschäftsbesorgers ergibt sich aus dem jew eiligen Grundverhältnis und ist im Einzelfall näher zu konkretisieren. Massgebliche Basis sind insbe- sondere gesetzliche und vertragliche Bestimmungen, aber auch Statuten, Regl e- mente oder Bes chlüsse der Generalversammlung, der Gesellschaftszw eck oder branchenspezifische Usanzen. Dabei geht es in erster Linie um Treuepflichten in Bezug auf das Vermögen als ganzes und nur sekundär um einzelne Handlungs- pflichten (Urteil des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.2). 3.1.3 Ein Vermögensschaden ist unter anderem gegeben bei tatsächlicher Schä- digung durch Verminderung der Aktiven oder Nichtvermehrung der Aktiven (BGE 129 IV 124 E. 3.1). Zw ischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Verm ö-- 36 - gensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Tätigkeiten, die sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung bew egen, sind nicht tatbe- standsmässig, auch w enn geschäftliche Dispositionen vielfach mit Verlustrisiken verbunden sind. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Geschäftsführer in derselben Situation nicht eingehen w ürde. In subjektiver Hi n- sicht genügt Eventualvorsatz. Dieser muss sich auf Tatmittel, Erfolg und Kausal- zusammenhang richten. Als Qualifikationsgrund tritt in Art. 158 Ziff. 3 StGB das Handeln unter Bereicherungsabsicht hinzu (Urteile des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.3 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.3.4 und 6.3.5 mit Hinw eisen auf Literatur und Rechtsprechung). 3.2 Tätereigenschaft, Geschäftsführerstellung 3.2.1 Der Anklage (Urk. 2 S. 34) und dem angefochtenen Urteil (Urk. 53 S. 19 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) folgend, verfügte der Beschuldigte (C._____) über die von Art. 158 StGB geforderte selbständige Stellung als Geschäftsführer (vgl. auch BSK StGB II - Marcel Alexander Niggli, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 158 N 13 ff. und vorne Ziffer II. 1.3). 3.2.2 Aufgrund einer Vollmacht und eines mündlichen Vermögensverw altungs- vertrages besass der Beschuldigte (C._____) in seiner Eigenschaft als alleiniger Geschäftsführer der D._____ GmbH mit Einzelunterschrift das Recht und die Möglichkeit, mit den vom Privatkläger auf das Konto bei der K._____ Bank zu Gunsten von E._____ einbezahlten Mitteln nach eigenem Ermessen, aber auf Rechnung und Risiko des Privatklägers mit Futures und Optionen zu handeln. Er verw altete damit fremdes Vermögen in fremdem Interesse, w obei es angesichts der durch den Privatkläger insgesamt investierten Gelder von rund USD 230'000.– um Vermögensinteressen von einigem Gew icht ging (BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 15, 17, 19 f., 51). Der Privatkläger w ill dabei der D._____ GmbH freie Hand gegeben haben, unter der Bedingung, dass sie die Gelder diversifiziert anlegt, ungleiche Kontrakte ab- schliesst und dass kein Klumpenrisiko eingegangen w ürde (Urk. 20-1.40001 S. 4; Urk. 20-1.40007 S. 4, 13 f. und 20; Urk. 20-1.40008 S. 4 f.; Prot. I S. 102 und - 37 - 117). Die Beschuldigten sagten ebenfalls aus, freie H and für den Handel gehabt zu haben, hoben aber stets hervor, der Privatkläger habe auf ihre Beratung hin einzelne Anlageentscheide getroffen oder das einzugehende Risiko definiert. Der Beschuldigte (C._____) habe allerdings die Anzahl Trades bestimmt (Urk. 13- 401.001 S. 17; Urk. 9-400.001 S. 8 f; Urk. 9-400.014 S. 5-8; Urk. 9-400.015 S. 17; Urk. 11-400.018 S. 69; Prot. I S. 25-27, 34 f., 76 f. und 80). Im Zentrum stand der Handel mit dem vom Privatkläger zur Verfügung gestellten Vermögen. Die Vermögensverw altung bzw . Pflicht zur Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen bildete mithin den typischen und w esentlichen Inhalt des Rechtsverhältnisses (BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 50). Da der Beschul- digte (C._____) allein Rechtsgeschäfte abschloss (Kauf und Verkauf von Futures) und damit die Handelstätigkeit festlegte, verfügte er – im Rahmen genereller Wei- sungen des Privatklägers – über ein hohes Mass an Selbständigkeit. Die hohe Selbständigkeit zeigte sich vor allem darin, dass er innerhalb eines – auf seine Beratung bzw . jene seines Kundenbetreuers der D._____ GmbH, hier des Mitbe- schuldigten A._____, hin (Prot. I S. 16 ff., 25) – vorgegebenen Produktes oder R i- sikos die Anzahl Trades bestimmte. Die Anzahl der Kontrakte w urde somit nicht durch den Kunden, hier den Privatkläger, definiert, sondern erfolgte einzig nach dem Gutdünken des Beschuldigten (C._____; Prot. I S. 27, 34 f.). Die generelle Weisung des Privatklägers, im Anlegen zu diversifizieren und kein Klumpenrisiko einzugehen, bzw . dessen vorgängig eingeholtes Einverständnis spricht nicht gegen die hohe Selbständigkeit des Beschuldigten (C._____). Es kommt hinzu, dass der Privatkläger unbestrittenermassen über keine Erfahrung im Handel mit Futures verfügte und entsprechend davon auszugehen ist, dass er die den Kontrakten zugrundeliegenden Märkte nicht kannte. Der Beschuldigte (C._____) konnte daher letztlich eine einzuschlagende Strategie oder einen kon- kreten Anlageentscheid massgeblich beeinflussen und entsprechend durchführen. Er hatte w eitgehende Freiheit in der Organisation der eigenen Tätigkeit hinsicht- lich des zur Verfügung stehenden Vermögens des Privatklägers (Donatsch/ Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar Schw eizerisches Strafgesetzbuch, 19. Aufl., Zürich 2013, Art. 158 N 2). - 38 - 3.2.3 Dem Beschul digten (C._____) kam somit Geschäftsführerstellung im Sinne von Art. 158 StGB zu, w as auch die Verteidigung so sieht (Urk. 77 S. 4 [= Urk. 69 S. 4]). 3.3 Treuepflicht und deren Verletzung 3.3.1 Anklagevorw urf Die Anklage w irft dem Beschuldigten (C._____) im Zusammenhang mit dem Vor- w urf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung folgende Tathandlungen vor (Urk. 2 S. 37 f.): Obw ohl mehrfach die Möglichkeit zur Rückzahlung von Ei n- lagen an den Privatkläger bestanden habe, sei dies in Missachtung der Vorgabe des Privatklägers nicht gemacht w orden, sondern habe der Beschuldigte (C._____) damit w eiter gehandelt. Ferner w ird dem Beschuldigten (C._____) vor- gew orfen, mit seiner Handelstätigkeit seine Treue- und Sorgfaltspflichten gegen- über dem Privatkläger verletzt zu haben, da er damit – w ie unter Teil B Ziffer II aufgeführt – das Grundkapital des Kunden mit dem Abschöpfen der dadurch ge- nerierten Kommissionen aufgebraucht habe, w elches Ergebnis zw ingende Folge dieser Handelstätigkeit gew esen sei. Damit habe der Beschuldigte ( C._____) pflichtw idrig die eigenen Interessen vor diejenigen des Kunden gesetzt. 3.3.2 Position der Verteidigung Seitens der Verteidigung w ird bestritten, dass beim getätigten Handel keine realis- tische Gew innmöglichkeit bestanden habe. Unter Berufung auf das von ihr einge- reichte Privatgutachten L._____ (Urk. 35; Urk. 74 [= Urk. 66]) bringt sie vor, für den Einzelentscheid sei der Break Even – [Die Gew innschw elle, auch Nutzen- schw elle (engl. break-even point ), in der Wirtschaftsw issenschaft der Punkt, an dem Erlös und Kosten einer Produktion (eines Produktes) gleich hoch sind und somit w eder Verlust noch Gew inn erw irtschaftet w ird (http://de.w ikipedia.org/w iki/Gew innschw elle, 20.05.2015)] – des einzelnen Trades entscheidend und nicht die Rendite, die notw endig sei, um die aufgelaufenen Ver- luste und Kosten zu decken. In der relevanten Zeit hätte mit den auf dem M._____ basierenden Futures grundsätzlich ein genügender Gew inn erzielt w er-- 39 - den können (Urk. 42 S. 9 [= Urk. 24 S. 9]; Urk. 77 S. 4 [= Urk. 69 S. 4]). Ausser- dem kritisiert die Verteidigung, dass die Anklägerin die durch den Handel entstan- denen Gew inne nicht berücksichtige, insgesamt sei mehr Vermögen zum Handel zur Verfügung gestanden als das einbezahlte Kapital. Zudem w ehrt sie sich ge- gen die rückw irkende Betrachtung (Urk. 42 S. 8 f. [= Urk. 24 S. 8 f.]) mit Ergä n- zung Ziff. 2, Prot. I S. 137). Schliesslich bringt die Verteidigung vor, dem Privat- kläger sei die Höhe der Kommissionen bekannt gew esen (Urk. 42 S. 15 [= Urk. 24 S. 15]). 3.3.3 Inhalt der Treuepflicht Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 53 S. 21), ergibt sich der Inhalt der Treuepflicht im konkreten Einzelfall aus dem jew eiligen Grundverhältnis. Mass - gebend ist, ob die Pflicht, deren Verletzung geprüft w ird, von ihr em Schutzzw eck her als Ausfluss der Schutzgarantenstellung zugunsten des fremden Vermögens erachtet w erden kann. Das ist vorliegend der Fall: Den Beschuldigten (C._____) traf im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer auch eine Vermögensfürsor- gepflicht. Er hatte der Sache nach die Stellung eines Schutzgaranten für die fremden Vermögensinteressen bzw . für das Vermögen des Privatklägers, d.h. er w ar verpflichtet, als Garant für den Bestand des fremden Vermögens Sorge zu tragen (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., Art. 158 N 1; Strate n- w erth/Wohlers, Schw eizerisches Strafgesetzbuch Handkommentar, Bern 2007 Art. 158 N 3 mit Hinw eisen; BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 12). Ist das Verhalten zivilrechtlich zulässig, so kann keine strafrechtliche Pfli c h twid- rigkeit vorliegen (Donatsch, Strafrecht III, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 307 f.; Stratenw erth/Jenny/Bommer, Schw eiz. Strafrecht BT I, 7. Aufl., Bern 2010, S. 470 f.). Umgekehrt ist zivilrechtlich nicht zulässiges Verhalten w ohl als pflichtwidrig im Sinne von Art. 158 StGB zu qualifizieren (BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 120). Die mündliche Vereinbarung, dass die D._____ GmbH bzw . der Beschuldigte (C._____) mit dem vom Privatkläger zur Verfügung gestellten Geld mit Futures handle, stellt ein Auftragsverhältnis dar, in dessen Rahmen der Beschuldigte - 40 - (C._____) unter anderem verpflichtet w ar, das ihm übertragene Geschäft getreu und sorgfältig auszuführen (Art. 398 Abs. 2 OR). Der Beschuldigte ( C._____) als Beauftragter schuldete eine umfassend interessew ahrende Tätigkeit, die sich nach dem Umfang des Auftrages richtet. Überdies hatte er alles zu unterlassen, w as dem Auftraggeber Schaden zufügen könnte (BGE 115 II 62 E. 3.a). Ferner hatte er auch die Weisungen des Privatklägers zu beachten (Art. 397 OR). 3.3.4 Beurteilung durch das Gericht 3.3.4.1 Anw endbarkeit des Treuebruchtatbestandes auf den Beschuldigten (C._____) Gemäss Art. 29 lit. a und b StGB w ird eine besondere Pflicht, deren Verletzung die Strafbarkeit begründet oder erhöht und die nur der juristischen Person obliegt, einer natürlichen Person zugerechnet, w enn diese unter anderem als Organ oder als deren Mitglied oder als Gesellschafter handelt. Wie aufgezeigt, w ar der B e- schuldigte (C._____) anerkanntermassen Gesellschafter und Geschäftsführer der D._____ GmbH (Ziffer II. 1.3). Somit sind dem Beschuldigten ( C._____) die sei- nem Unternehmen obliegenden vertraglichen Pflichten zuzurechnen. 3.3.4.2 Entw icklung der Anlagen des Privatklägers 3.3.4.2.1 Aus dem Bericht N._____ (Urk. 18-900 004 S. 37) ist ersichtlich, dass ab 18. Oktober 2006 das Nettovermögen bis zum 23. Oktober 2006 stetig zunahm und am 23. Oktober 2006 USD 82'973.40 betrug. Damit w ar an diesem Tag das ganze vom Privatkläger bis zu diesem Zeitpunkt investierte Kapi tal (USD 50'000.– und USD 32'000.–) noch vorhanden und dies nota bene, obw ohl auch bis zu di e- sem Tag etliche Kommissionen angefallen w aren, w elche vom Vermögen in A b- zug gebracht w orden w aren. Dies zeigt, dass der Beschuldigte (C._____) gut ge- schäftete, w as dem Privatkläger aufgefallen sein muss. Auch am 25. Oktober 2006 w aren nach dem Bericht N._____ – Kommissionen schon berücksichtigt, al- so abgezogen – noch USD 80'522.20 vorhanden und zw ar bei bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen und belasteten Kommissionen im Betrag von über USD 46‘000.–. Bei diesem Stand der Dinge kann dem Beschuldigten (C._____) - 41 - nicht vorgew orfen w erden, nicht im Interesse des Kunden gehandelt zu haben, zumal die D._____ GmbH beauftragt w ar, das eingebrachte Kapital für den Han- del mit Futures, hochrisikobehaftete Papiere, zu verw enden. Angesichts der Tat- sache, dass der Privatkläger – w ie er selber und sein Bankberater erklärten – be- reit w ar, mit der ersten Zahlung von USD 50'000.– zu "gamblen" bzw . etw as zu riskieren, ist das von der D._____ GmbH bis 25. Oktober 2006 erreichte Nett o- vermögen geradezu sensationell. Anzufügen ist, dass die Handelstätigkeit der D._____ GmbH nicht beurteilt w er- den kann, w eil die nötigen Informationen, insbesondere die im Verlaufe des jew ei- ligen Handelstages gemachte Entw icklung der gehandelten Papiere, nicht be- kannt sind. Sind aber – w ie aufgezeigt – die Resultate positiv, so kann dies im strafrechtlichen Verfahren nicht einfach ausgeblendet w erden, w eil das Resultat letztlich doch von Belang ist, zumal der Pri vatkläger dadurch keinen Schaden er- litt. Wenn man sich auf den Standpunkt stellen sollte, dass die tägliche Entw ic k- lung doch von Belang sein sollte, um das Handeln der Beschuldigten zu beurtei- len, so müsste der Untersuchungsbehörde vorgew orfen w erden, dass sie dieser Frage nicht nachgegangen ist. Jedenfalls kann dieses Versäumnis nicht den B e- schuldigten angelastet w erden. Der Privatkläger reichte erst am 19. März 2008 seine Strafanzeige ein (vgl. 0- 0000 001). Sollte diese spät eingereichte Anzeige der Grund dafür sein, dass eine Abklärung der täglichen Kursbew egungen nicht mehr möglich w ar, so haben dies die Beschuldigten ebenso w enig zu verantw or- ten. 3.3.4.2.2 Auch nach der zw eiten Nachzahlung von USD 60'000.– am 27. Oktober 2006 (zw ischen dem 25. und dem 26. Oktober 2006 w ar das Nettovermögen von USD 80'522.20 auf USD 15'160.60 geschmolzen) w urden w iederum Erfolge er- zielt, am 3. November 2006 betrug das Nettovermögen gar USD 99'844.–, wa s einem Zuw achs von über USD 16'000.– entspricht (Urk. 18-900 004 S. 37). An jenem 3. November 2006 w aren also die zw ei Nachzahlungen komplett gedeckt (USD 60'000.– und USD 32'000.–) und zw ar trotz der abgezogenen hohen Kom- missionen. - 42 - 3.3.4.2.3 Wenn die Anklageschrift unter dem Titel "Treuepflicht (Inhalt)" (Urk. 2 S. 36 f.) aufführt, die Beschuldigten hätten eine Handelsstrategie zu w ählen ge- habt, die nicht die in dem Kommissionssystem liegenden Möglichkeiten so aus- reizt, dass für den Kunden keine realen Gew innchancen mehr bestehen, so steht aufgrund der in der Anfangsphase erzielten Resultate fest, dass durchaus reale Gew innchancen bestanden. Wenn w eiter unter demselben Titel in der Anklage- schrift behauptet w ird, die Beschuldigten hätten gew usst, dass bei der betriebe- nen Vermögensverw altung ihre Leistungen in einem offenbar en Missverhältnis zum Kommissionsertrag und mithin der Leistung des Privatklägers standen, so ist auch dies nicht zutreffend: Wie aufgezeigt w aren trotz der verrechneten Kommi s- sionen durchaus Gew inne (und zw ar erhebliche) zu erzielen. Dass der Privatkl ä- ger das Kommissionsrisiko nicht erkannte (vgl. Urk. 2 S. 37 Ziff. 92) ist ebenfalls nicht zutreffend. Wie schon im Rahmen der Erw ägungen zum Betrug und auch nachfolgend gezeigt w ird, w ar er anhand der ihm täglich zugestellten Abrech- nungen (ab 18. Oktober 2006) durchaus in der Lage, das Kommissionsrisiko zu erkennen, und er tat dies auch. 3.3.4.3 Aussagen des Privatklägers Bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 13. Januar 2009 (Urk. 20- 1.40001) erläuterte der Privatkläger, der ab 18. Oktober 2006 die E._____- Abrechnungen täglich erhielt, die Saldi vor dem zw eiten Nachschuss überprüft und dabei festgestellt zu haben, dass der Saldo ziemlich konstant w ar. Dazu be- merkte er w örtlich: "Ich hoffte dann, es w ürde nur gut laufen und die D._____ hat es im Griff" (a.a.O. S. 9 f.). Weiter erklärte er, er habe sich die E._____-Auszüge nicht erklären lassen. Als er vor dem zw eiten Nachschuss die Auszüge ange- schaut habe, habe es für ihn gestimmt (a.a.O. S. 10). Davon, dass er zu jenem Zeitpunkt die Rückzahlung des Kapitals oder aber zumindest des ersten Nac h- schusses verlangte, sprach er nicht, obw ohl er täglich feststellen konnte, dass das Geld (vgl. Urk. 18-900 004 S. 37) vorhanden w ar. Aber eben, w ie er selber sagte, hoffte er, dass es gut laufen w ürde, bzw . es stimmte für ihn, w as zumindest einer konkludenten Genehmigung der Handelsaktivität der Beschuldigten gleichkommt (deshalb auch unzutreffend, w enn die Anklage davon ausgeht, der Privatkläger - 43 - habe der Kommissionslast nie zugestimmt, vgl. Urk. 2 S . 38). Bei dieser Aus- gangslage ist auch seine Darstellung – sollte sie überhaupt erfolgt sein –, er habe bei der Entrichtung der Nachschüsse deren sofortige Rückzahlung verlangt, nicht mehr von Relevanz. Gleich verhält es sich mit der in der Anklageschrift aufgeführ- ten Anw eisung (Urk. 2 S. 35), mit seiner Einlage von USD 50'000.– kein Klumpen- risiko einzugehen und die Einlage diversifiziert anzulegen, w eil – w ie oben darge- stellt – die Geschäfte in der Anfangsphase des Handels gut gingen und bis 23. Oktober 2006 die Anfangszahlung und der erste Nachschuss vollkommen bzw . bis 25. Oktober 2006 beinahe gedeckt w aren. Ein fehlbares Verhalten der Beschuldigten kann somit im Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt w er- den. Jedenfalls kann den Beschuldigten nic ht vorgew orfen w erden, w eisungsw id- rig keine Rückzahlung getätigt zu haben, bzw . w eisungsw idrig die Nachzahlungen nicht vorgenommen zu haben. Auch nach dem zw eiten Nachschuss w ähnte sich der Privatkläger aufgrund der Saldoentw icklung bis zum 3. November 2006 offensichtlich auf einer Erfolgsw elle, die er nicht unterbrechen w ollte. Auch damals verlangte er keine Rückzahlung, zumindest behauptet er nicht, eine solche nach Einsicht in die E._____- Abrechnungen verlangt zu haben. Durch sein Schw eigen in Kenntnis des Handels und der damit erzielten Resultate genehmigte er konkludent das Tun der B e- schuldigten. Der Privatkläger schritt sodann w eder am 6. November 2006 (Saldo von USD 99'844.00 auf USD 34'298.92 geschmolzen), noch am 7. November 2006 (Saldo auf USD 41'635.72 gestiegen) ein, obw ohl er täglich die Abrechnungen er- hielt und damit im Bilde w ar. Dabei zeigt die Abrechnung der E._____ deutlich auf, dass die am 6. November 2006 erzielten Verluste hauptsächlich auf den Wert der gehandelten Futures und nicht auf die Kommissionen (294 Kontrakte) anfallen (vgl. Urk. 14-1 50065). Die Abrechnung vom 7. November 2006 w eist zudem aus, dass trotz des Handels mit 260 Kontrakten und unter Berücksichtigung der dadurch angefallenen und in Abzug gebrachten Kommissionen von USD 15'340.– der Saldo des Nettovermögens um über USD 7'000.– zunahm (von USD 34'298.92 auf USD 41'635.72). Dasselbe (Verlust resultiert nicht vorw iegend - 44 - aus belasteten Kommissionen, sondern aus Wertverlust der gehandelten Futures) geht aus der Abrechnung der E._____ vom 8. November 2006 (Urk. 14-1 50061) hervor (189 Kontrakte = USD 11'151.– Kommissionen; Reduktion des Saldos des Nettovermögens von USD 41'635.72 auf USD 5'991.74). Der Privatkläger leistete danach noch eine Nachzahlung (am 21. November 2006). Dies zeigt, dass er nach w ie vor die zuvor erzielten Verluste mit zusätz - lichem Kapital und Handel w ettmachen w ollte und nicht aus dem Handel – dies trotz der gemachten Erfahrungen – aussteigen w ollte. Es w äre ihm jederzeit frei gestanden, keine Nachschüsse zu tätigen und so seine bereits entstandenen Ver- luste hinzunehmen. Der Privatkläger w ar – w ie bereits beim Betrug ausgeführt (Ziff. II. 2.2.5.1) – sehr w ohl in der Lage, die E._____- Auszüge zu verstehen, hätte ihn dies nur interes- siert. Er erklärte in seiner polizeilichen Befragung ausdrücklich, nur den Saldo an- geschaut zu haben, die andere Zahlen hätten ihn nicht interessiert (a.a.O. S. 11). An dieser Stelle ist nochmals daran zu erinnern, dass es sich beim Privatkläger um einen Bauingenieur HTL handelt, der bei der G._____, Strassen - und Tiefbau, als Geschäftsführer der Filiale H._____ amtete (vgl. a.a.O. S. 1). Das w ussten auch die Beschuldigten, die ihn immer an seinem Arbeitsplatz kontaktiert hatten (vgl. a.a.O. S. 3). Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger schon bei seiner Hausbank mit Lombardkrediten spekulierte und er gemäss seinem Bank- berater I._____ seinen bereits bestehenden Lombardkredit für seine Investition bei der D._____ GmbH erhöhte, damit er w eiterhin seine Wertpapiere behalten konnte (vgl. Urk. 17-0504 001 S. 3). Er w ar also mitnichten ein gew öhnlicher An- leger. 3.3.4.4. Auch die E -Mail vom 23. November 2006 zeigt deutlich, dass der Privat- kläger nach w ie vor Handel treiben w ollte (Urk. 4-0300 005/45), obw ohl er bis zum 20. November 2006 bereits praktisch USD 142‘000. – (USD 50‘000. – + USD 32‘000.– + USD 60‘000.–) verloren hatte und am 21. November 2006 USD 87'520.–, den dritten Nachschuss, geleistet hatte. Wie kommt ein Bauinge- nieur dazu, nochmals USD 87‘520. – nachzuschiessen und dazu noch zw ei Tage später zu schreiben, nur noch w enige „gute“ Kontrakte zu handeln? Weshalb stieg - 45 - er nicht spätestens vor dieser letzten Zahlung aus? I._____ führte aus, der Privat- kläger habe ihm erklärt, den dritten Nachschuss leisten zu w ollen, w eil er sonst sämtliches Geld verlieren w ürde, das er bereits überw iesen hatte (vgl. Urk. 17- 0504 001 S. 3). Dies tat der Privatkläger, obw ohl sein Portfolio bei der J._____ desw egen liquidiert w erden musste. Auch dies deutet darauf hin, dass er bar j e- der Vernunft im Geschäft bleiben w ollte. 3.3.4.5 Zu den Handnotizen, dem Memo und den entsprechenden Aussagen des Privatklägers ist zu bemerken, dass das Handmemo äusserst rudimentär ist. G e- radezu peinlich ist der erste Eintrag " B._____ versteht nichts" (Urk. 39 Innenseite Kartondeckel [= Urk. 21]), berücksichtigt man, dass der Privatkläger dennoch ins Geschäft einstieg und initial immerhin USD 50'000.– überw ies, selbst w enn er mit diesem Geld zu "gamblen" bereit w ar. Die Aussagen des Privatklägers bei der Staatsanw altschaft, die aus unerklärlichen Gründen erst am 13. März bzw . am 17. Oktober 2013 (vgl. Urk. 20-1 40007 und Urk. 20-1 40008), mithin 5 Jahre bzw . 5 ½ Jahre nach der Erstattung der Strafanzeige (19. März 2008, Urk. 0-0000 0001) erfolgten, w elche Zeitverzögerung die Beschuldigten nicht zu verantw orten haben, zeigen sein Bemühen auf, sich als unerfahrenen und ahnungslosen An- leger zu verkaufen. Immerhin räumte er ein, über die Höhe der Rendite sei nie gesprochen w orden (Urk. 20-1 40007 S. 13), w omit ausgeschlossen ist, dass die Beschuldigten ihm diesbezüglich falsche Hoffnungen oder gar Zusicherungen machten. Weiter erklärte er, eine Anlagestrategie sei nicht festgelegt w orden (a.a.O. S. 13). Auch diesbezüglich w aren die Beschuldigten also frei. Weiter fügte der Privatkläger hinzu: "Hinsichtlich der Risikobereitschaft, also in dem Sinne viel- leicht, dass ich sagte kein Klumpenrisiko und viele Kontrakte, eine möglichst grosse Diversifikation. Nochmals; von Futures w ar damals noch keine Rede" (a.a.O. S. 13 und später S. 20). Dazu ist zu bemerken, dass – w ie bereits zum Betrug ausgeführt w urde – die von ihm unterzeichneten Vertragsunterlagen den Titel Futures und Options trugen und er zusätzlich eine überdeutliche Risiko- offenlegung (Totalverlust, vgl. Erw ägungen zum Betrug) unterzeichnete. Seine Aussagen erscheinen unter diesem Blickw inkel als ergebnisorientiert und nicht sonderlich glaubhaft. Auch zur Vergütung erklärte er, diese nicht zu kennen (vgl. a.a.O. S. 14), er w isse nicht, w arum dies nicht vereinbart w orden sei (a.a.O. - 46 - S. 14); w eiter erklärte er, er habe gemeint zu w issen, w as sie abzw eigen w ürden (a.a.O. S. 14). Vor der Polizei hatte er noch zum Besten gegeben, er habe ge- meint, die Kommissionen beim Handel mit Futurekontrakten betrügen 15 % vom Gewinn (Urk. 20-1 40001 S. 8 f.). Es steht fest, dass der Privatkläger – selbst w enn ihm die Kommissionen nicht bekannt gegeben w orden sein sollen, w as die Beschuldigten bestreiten – die Kommissionshöhe aufgrund der täglich erhaltenen E._____-Abrechnungen kan nte und kennen musste und – w ie oben geschildert – diese auch durch sein Stillschw eigen genehmigte. Wenn der Privatkläger w eiter ausführte, der Nachschuss hätte ihm so schnell w ie möglich w ieder zurückbezahlt w erden sollen (a.a.O. S. 24), dies habe er dem Mitbeschuldigten A._____ gesagt, und w eiter noch behauptet, er habe diverse Male beim Mitbeschuldigten A._____ nachgefragt, w ann der Geldbetrag endlich zurückkommen w ürde (a.a.O. S. 24 f.), so ist dies vollkommen unglaubhaft. Denn der Privatkläger – w ie oben dargetan – fand die nach der Nachschusszahlung erhaltenen Abrechnungen in Ordnung und er hegte die Hoffnung, alles w ürde gut gehen bzw . er w ar der Auffassung, dass dies stimme, also genehmigte er das Handeln der D._____ GmbH und verlangte das Geld nicht, obw ohl dieses auf dem Konto w ar. Äusserst interessant sind ferner seine Aussagen zur Frage, ob er der D._____ GmbH mit der dritten Einzahlung Anlagevorgaben machte (vgl. a.a.O. S. 27): "Ich konnte noch akzeptieren, dass es, von der Wahrscheinlichkeit her , das zw eite Mal passiert w ar. Aber das Geld soll ganz klar für Deckungskäufe gebraucht w erden und mir möglichst sofort zurückbezahlt w erden." Mit anderen Worten akzeptierte der Privatkläger das, w as mit den zw ei vorhergehenden Zahlungen bzw . Kapital passiert w ar, w as w iederum als Genehmigung zugunsten der Beschuldigten aus- zulegen ist. Weiter äusserte er sich zur Frage, w eshalb er sich zu einer vierten Einzahlung entschlossen habe, "w eil es die einzige Chance w ar, das Geld zu s i- chern" (a.a.O. S. 29). Also zahlte er w iederum mit dem Ziel, durch den erneuten Handel Gew inn für den Ausgleich der bereits erlittenen Verluste zu erzielen. Das ist "gamblen". Er hätte ja auch die Möglichkeit gehabt auszusteigen und den Ver- lust zu realisieren, zumal er bekanntlich bereit war, USD 50'000.– zu riskieren. Weiter bestätigte er ausdrücklich und unter Vorhalt seiner E -Mail vom - 47 - 23. November 2006 (Urk. 4-0300 005/44), er habe keine Anlagevorgaben ge- macht (vgl. a.a.O. S. 30). Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Aussagen des Privatklägers, einem börsenerfahrenen und mit Zahlen vertrauten Bauingenieur, nicht als glaubhaft be- zeichnet w erden können. Sie sind jedenfalls nicht glaubhafter als jene der B e- schuldigten. Die vom Privatkläger zu Protokoll gegebenen Aussagen und sein Handeln können nicht in Einklang gebracht w erden. Anstatt den von ihm – durch- aus eingeplanten – Verlust von USD 50'000. – zu realisieren, liquidierte er w eitere Vermögensw erte und investierte w eiteres Geld bei der D._____ GmbH. 3.3.4.6 Aussagen I._____s An dieser Einschätzung ändern auch die Aussagen des Zeugen I._____ nichts. Vorauszuschicken ist zunächst, dass dieser mit dem Privatkläger bekannt (ein "Kollege"; Urk. 17-504 001 S. 1) und als dessen langjähriger Anlageberater tätig w ar. Auch I._____ bestätigte, dass der Privatkläger USD 50'000.– investieren w ollte, um etw as zu "gamblen". Der Privatkläger habe "es riskieren w ollen" und gemeint, er könne sich leisten, USD 50'000.– zu verlieren (Urk. 17-504 001 S. 2). Wenn I._____ im Folgenden ausführt, aus seiner Sicht habe der Privatkläger die getätigten Geschäfte nicht verstanden gehabt, auch habe er bemerkt, dass der Privatkläger von der ganzen Konsequenz dieser Anlagemittel, d.h. w as sich da- hinter verberge, keine Ahnung gehabt (Urk. 17- 504.001 S. 4; Urk. 17 -504.005 S. 6-8, 14) und ebenso w enig die Tagesauszüge der E._____ verstanden habe, so zum Beispiel, w as sich hinter der Abkürzung O._____ verberge (Urk. 17- 504.001 S. 6; Urk. 17-504.005 S. 19), dann ist auf das bereits Erw ogene zu ver- w eisen: Wenn der Privatkläger die Auszüge hätte verstehen w ollen, w äre er dazu – angesichts seiner Ausbildung, seiner beruflichen Tätigkeit und seiner Börsener- fahrung – zw eifelsohne in der Lage gew esen. Ferner w ar der Privatkläger anläss- lich seiner polizeilichen Einvernahme imstande, relativ präzise zu erklären, w as ein Future ist (Urk. 20-1 40001 S. 2 f.). Schliesslich umschrieb der Zeuge I._____ den bisherigen (vor der Investition bei der D._____ GmbH) Börsenhandel des Pri- vatklägers I._____ als "leicht spekulat iv" (Urk. 17-504 005 S. 14), w as sich naht- los in das vom Privatkläger gew onnene Bild als Anleger einfügt. - 48 - 3.3.4.7 Bericht von N._____ (Urk. 18-0900 004) Vorerst steht fest, dass der Beri cht des Wirtschaftsprüfers N._____ keine Aus- kunft über das Investitionsverhalten gibt (ausdrücklich im Bericht S. 35 unten fes t- gehalten). Das heisst, dem Bericht sind keine Aussagen über das Investitionsver- halten des Beschuldigten (C._____) zu entnehmen. Die Anklage führt unter dem Titel "Anw eisungen" das Klumpenrisiko auf (Ziff. 85 Anklage), ohne jedoch bei den Tathandlungen zu behaupten, ein solches sei durch den Beschuldigten ( C._____) eingegangen w orden. Ob ein Klumpenrisiko eingegangen w urde, ist daher auch nicht Gegenstand des Anklagevorw urfes und kann den Beschuldigten nicht zu Last gelegt w erden. Es trifft zw ar zu, dass der Bericht in seiner Gesamtbetrachtung zum Schluss kommt, 89,4 % aller gekauften Futures hätten die O._____" -Futures betroffen. Er präzisierte aber gleichzeitig, dass der grösste Verlust aus dem Handel mit P._____-Futures entstanden sei (Bericht S. 35). Damit lässt sich – zumal dies nicht abgeklärt w urde – nicht sagen, die Investitionsstrategie sei verfehlt gew esen, dies schon gar nicht, nachdem ge- mäss Vertrag mit Futures zu handeln w ar. Dies bedeute t, dass die getätigten Handelsgeschäfte bzw . die verfolgte Strategie nicht in Zw eifel gezogen w erden können. Weiter sind die Bemerkungen zum Handel von O._____ im Bericht S. 16 bemerkensw ert: Immerhin konzediert er der D._____ GmbH, dass mit einem günstigeren Future (w ohl Marktpreis bzw . Kurs gemeint) mehr Kommissionen (w egen der Stückzahl) bei gleichbleibendem Handelsvolumen hätten in Rechnung gestellt und damit mehr Einkommen hätte erzielt w erden können. Diese letzte Schlussfolgerung lässt den Schluss zu, dass die Käufe getätigt w urden, um für den Kunden Geld zu verdienen und nicht nur in der Absicht – w ie die Anklage den Beschuldigten unterstellt – Kommissionen zu generieren. Insofern die Anklage dem Beschuldigten (C._____) also sog. "Churning" (Spesenrei terei) vorwirft, ist zu erw ähnen, dass die Anzahl der gehandelten Kontrakte nicht immer hoch w ar (vgl. Abrechnungen E._____) und selbst dann (z.B. 3. November 2006) nicht immer zu Verlust führte. Weiter fällt zw ar auf, dass vor allem an Verlusttagen eine hohe An- zahl Kontrakte gehandelt w urden, w obei diesbezüglich aber nicht rekonstruierbar ist, ob dies mit der (unerw arteten) Marktentw icklung der Futures zusammenhing. - 49 - Es kann in einer Gesamtbetrachtung festgestellt w erden, dass die Intensität des Handels sowohl in Verlust - als auch in Gew innzonen gleich w ar und kein Unter- schied betreffend Anzahl gehandelter Kontrakte bemerkt w erden kann. Es liegt somit kein "Churning" vor. Äusserst interessant und entscheidend ist w eiter, dass der Bericht den Beschul- digten die Absicht zugesteht, mit dem Handel danach getrachtet zu haben, mög- lichst gute Ergebnisse zu erzielen (Bericht S. 36), w as aufgrund der Akten nicht entkräftet w erden kann. Nicht nachvollziehbar ist indes die vorgenommene Gesamtbetrachtung: Wie oben gezeigt, w arf die Handelstätigkeit der D._____ GmbH zu verschiedenen Zeitpunk- ten (zum Teil erhebliche) Gew inne ab und dies gar unter Berücksichtigung erheb- licher Kommissionen (vgl. oben). Es w urde auch aufgezeigt, dass der Privatkläger zu verschiedenen Zeitpunkten sogar mit Gew inn aus dem Handel hätte ausstei- gen können. Damit ist aber erstellt, dass für den Privatkläger die realis tische Chance bestand, an einem positiven Handelsergebnis zu partizipieren (anders S. 35). Die Renditeberechnung von N._____ ist unt er diesem Blickw inkel nicht nachvollziehbar. Es mag zutreffend sein, dass die Transaktionskosten für die gesamte Periode sehr hoch w aren (Bericht S. 35). Angesichts des von I._____ eingereichten D o- kuments betreffend Preise für den Effektenhandel der J._____ (gültig ab 1. April 2008; Urk. 17-504 003-4) kann man sich indes mit Fug die Frage stellen, ob die Kosten bei einer Schw eizer Bank oder bei einem anderen Broker tiefer gew esen w ären. Zur Branchenüblichkeit der Kommissionen äussert sich der Bericht näm- lich nicht. Als Binsenw ahrheit erscheint die Bemerkung, die Analyse habe ergeben, dass die D._____ GmbH aufgrund der Anzahl der gehandelten Futures den eigenen Ertrag beeinflussen konnte (Bericht S. 35). Gilt das nicht für jeden Handel und für jeden Händler? Gleiches gilt mit Bezug auf die Behauptung, die Bevorzugung von Overnight-Transaktionen habe den Ertrag der D._____ GmbH zusätzlich positiv beeinflusst. Selbstverständlich w irkten sich Overnight -Transaktionen, die höhere - 50 - Kommissionen verursachten, stärker aus. Von einer Bevorzugung kann jedenfalls nicht die Rede sein. Erstens ist nicht mehr nachvollziehbar, ob die Overnight - Transaktionen durch das nicht abgeklärte Investitionsverhalten opportun gew esen w aren. Und zw eitens fanden verschiedene Overnight -Transaktionen im Oktober (bis 17. Oktober 2006) noch vor der zw eiten Nachzahlung statt (Bericht S. 20 f.) und auch danach w ies das Nettovermögen (also nach Abzug sämtlicher Kommis- sionen plus Spesen) immer noch einen Gew inn aus. Inw iefern das Kundenvermögen gleichw ohl mit der Zeit durch die Transaktions- kosten vollständig aufgezehrt w orden w äre, selbst w enn die D._____ GmbH dau- ernd hervorragende Handelserfolge erzielt hätte (Bericht S. 36) erschliesst sich nicht. Wenn N._____ schreibt, "hätte die D._____ mit derselben Umsatzstrategie ein besseres Handelsergebnis erzielt, hätte die D._____ noch mehr Kommissi o- nen erw irtschaften können und den Handel länger aufrecht halten können" (B e- richt S. 36), so blendet dies aus, dass der Kunde jew eils jederzeit hätte ausste i- gen können. Wenn im Bericht festgehalten w ird, die Beschuldigten hätten deshalb durchaus die Absicht gehabt, mit dem Handel möglichst gute Ergebnisse zu erzie- len (Bericht S. 36, schon oben erw ähnt), so bestätigt er, dass die verfolgte Strate- gie mitunter die w ar, auch für den Kunden Geld zu verdienen. Gesamthaft gesehen, bestätigt der Bericht N._____s letztlich die redliche Absicht der Beschuldigten, mit dem Handeln auch für den Kunden Gew inne erzielt gew ollt zu haben. 3.3.4.8 Privatgutachten von L._____ (Urk. 74 [= Urk. 66]) Es trifft zu, dass das Gutachten L._____ – w ie übrigens der Bericht N._____ – kein Gutachten, sondern lediglich eine Parteibehauptung ist. Gew isse Erkenntnis- se sind aber dennoch relevant. Aufgrund der Akten können nämlich gew isse im Bericht L._____ aufgestellte Thesen nicht entkräftet w erden, andere w erden s o- gar durch die Akten gestützt. Der Bericht bestätigt zum einen, dass Transaktionskosten von USD 59.– "roundturn" sich im Rahmen des Branchenüblichen befinden (Bericht S. 6 ; was im - 51 - Übrigen mit dem vom Zeugen I._____ eingereichten Dokument betreffend Preise für den Effektenhandel der J._____ [Urk. 17-504 003- 4] korrespondiert). Ferner hält der Bericht L._____ fest, dass, solange der Vermögensanteil spekulativ b e- handelt w erden solle, für den Einzelentscheid der Break even des einzelnen Tr a- des entscheidend sei, nicht die Rendite, die notw endig sei, um die aufgelaufenen Verluste und Kosten zu decken (Bericht S. 6 f.). Dies trifft – entgegen der Auffas- sung von N._____ – zu. Denn es leuchtet ohne w eiteres ein, dass bei einem an- deren Handelsverlauf die Renditeentw icklung anders gelaufen w äre, w ie dies L._____ sagt. Der Bericht w ürdigt sodann die getätigten Handelsgeschäfte im M._____ Termin und legt nachvollziehbar Gründe für die Investi tionsstrategie dar (Bericht S. 9 ff.). Es w ird aufgezeigt, dass der M._____ Index im Juli 2006 eine Korrekturphase hat- te, w elche beendet schien und einen erneuten Kursanstieg indiziert habe. Er kon- kretisiert, dass in der relevanten Zeit mit Trades M._____ grundsätzlich ein genü- gender Nettogew inn im Daytrading hätte erzielt w erden können. Dies sow ohl mit einer geringen, als auch einer grossen Anzahl gehandelter Kontrakte pro Tag. Weiter führt er aus, dass aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen unmöglich ein Rückschluss auf die Qualität des Tradings durch die D._____ GmbH zu ziehen ist. Dieser Problematik w urde im vorliegenden Verfahren nicht nachgegangen und kann daher zugunsten der Beschuldigten nicht einfach abge- tan w erden. Der Bericht L._____ bestätigt auch, dass es sich bei den vom Privatkläger getätig- ten Trades um hochspekulative Geschäfte mit entsprechendem Kapitaleinsatz handelte (Bericht S. 12). Konsequenterw eise sei es aufgrund der Anzahl der ge- handelten Kontrakte zu einer entsprechenden G ebührenbelastung gekommen, w obei die Art und Höhe der Gebühren offen gelegt und in den Kontoauszügen ausgew iesen w orden sei. Richtig ist zudem seine Schlussfolgerung, der Spekulant und Vollkaufmann B._____ habe bew usst und in Kenntnis der Risiken Termingeschäfte über die D._____ GmbH durchgeführt. Weiter ist dem Bericht beizupflichten, dass der Pr i- vatkläger im Falle seines Nichteinverständnisses mit den schon erfolgten Verlus-- 52 - ten sicherlich keine w eiteren Einzahlungen auf die Konten von E._____ getätigt hätte (Bericht S. 12). Ein Nichtw issen des finanziellen Zustandes der Anlagen kann spätestens ab Zustellung der täglichen Auszüge per email ausgeschlossen w erden (Bericht S. 12 f.). 3.3.4.9 Fazit Die D._____ GmbH bzw . der Beschuldigte (C._____) w ar auftragsrechtlich zw ar verpflichtet, das vom Privatkläger eingebrachte Kapital für den Handel mit Futures zu verw enden. Dabei w aren die Anw eisungen des Privatklägers zu befolgen (Art. 397 Abs. 1 OR) und der Beschuldigte (C._____) w ar als Beauftragter nach Art. 398 Abs. 2 OR zur getreuen und sorgfältigen Ausführung des ihm übertrage- nen Geschäfts verpflichtet. Mit dieser Vorschrift w ird bezw eckt, dass die von den Anlegern zur Verfügung gestellten Gelder geschützt sind und nicht für andere A n- lagen oder sonstige Ausgaben verw endet w erden. Vorliegend lag das Interesse der D._____ GmbH am häufigen Handel nicht nur darin, dass sie für jeden Kauf/Verkauf Kommissionen in Rechnung stellen konnte, w as übrigens durchaus der Usanz im Börsengeschäft entspricht, sondern auch – wa s N._____ bestätigt – im Bestreben, ein gutes Resultat für den Privatkläger und Kunden zu erzielen. Es ist allgemein bekannt, dass jeder Handel auf diesem Gebiet mit Kommissionen belastet w ird. Umso mehr musste dies dem im Börsen- handel nicht unerfahrenen Privatkläger klar sein. Seine Beteuerungen, er sei da- von ausgegangen, es w ürden lediglich bei Erzielung eines Gew inns Kommissi o- nen in Rechnung gestellt, ist vor dem Hintergrund seiner früheren Effektenge- schäfte nicht nur unglaubhaft, sondern sc hlichtw eg abw egig. Der Privatkläger er- hielt zudem ab 18. Oktober 2006 unbestrittenermassen sämtliche Abrechnungen der E._____. Für die Bemühungen der D._____ GmbH w urde ihm nichts in Rech- nung gestellt, w as er auch nicht geltend macht. Damit musste für ihn auch klar sein, dass die in den Abrechnungen aufgeführten Kommissionen sämtliche B e- mühungen, sow ohl jene der E._____ als auch jene der D._____ GmbH be- inhalteten. Weiter tätigte er in Kenntnis der E._____-Auszüge – und damit der Handelstätigkeit der D._____ GmbH – diverse Nachzahlungen, beobachtete die Kontoentw icklung und letztlich genehmigte er dieses Tun. Rückzahlungen ver-- 53 - langte er trotz positiver Saldomeldungen nicht, sondern er liess bew usst w eiter handeln. Selbst zum Teil zahlreiche Kontrakte führten zu Gew innen. Die eingefah- renen Verluste ergaben sich nicht nur aus den Kommissionen, sondern auch vom sinkenden Kurs der gehandelten Kontrakte. Damit können auch die Häufigkeit der Bew egungen nicht als Churning qualifiziert w erden. Es sind somit keine straf- rechtlich relevanten Pflichtverletzung des Beschuldigten (C._____) auszumachen. Dies hat zum Freispruch vom (Eventual -)Vorw urf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zu führen. Soweit die Erwägungen zum Beschuldigten C._____ im Parallelverfahren (SB140292). Mangels tatbestandsmässiger Haupttat ist der Beschuldigte somit auch vom Vor- wurf der Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung freizu- sprechen. III. Zivilforderungen 1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____, dem Privatkläger Fr. 6'000.– Schadenersatz für vorprozessuale Anwaltskosten zu bezahlen. Im Mehrbetrag wies sie die Sch a- denersatzbegehren (Ziffern 3 und 4) ab bzw. verwies sie auf den Zivilweg (Ziffern 1 und 2). Im Verhältnis zum Mitbeschuldigten C._____ entschied sie, dass der Beschuldigte einen Drittel des zugesprochenen Schadenersatzes übernehmen müsse (Urk. 36 S. 52). 2. Im Berufungsverfahren verlangt der Privatkläger gemäss Rec htsbegehren Ziff. 1 mit seinem Hauptantrag, der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte C._____ seien zu verpflichten, ihm Fr. 289'619.– (eventualiter USD 229'110.48) zu beza h- len, eventualiter Fr. 177'077.84 (eventualiter USD 136'600.–) und subeventualiter Fr. 183'820.54 (eventualiter USD 146'751.19), jeweils zuzüglich Zins zu 5 % seit 20. Dezember 2006 (Urk. 72 S. 1 f.). Der Beschuldigte lässt beantragen, auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten (Urk. 70 S. 1). - 54 - 3. Da der Beschuldigte – wie soeben darge legt – vollumfänglich freizusprechen ist und sich der Sachverhalt nicht als spruchreif erweist, ist die Zivilklage des Pr i- vatklägers in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg zu ve r- weisen. IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 1. Untersuchungs- und Hauptverfahren Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten gestützt auf Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO die gesamten Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung; Urk. 36 S. 52). Zufolge des heutigen vollumfänglichen Freispruches sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, inklusive der Kosten der amtlichen Vertei- digung, auf die Gerichtskasse zu nehmen. 2. Berufungsverfahren 2.1 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 16 Abs. 1 GebV OG i.V.m § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG auf Fr. 9'000.– festzusetzen. 2.2 Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe i h- res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der appel lierende Be- schuldigte obsiegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren vollumfänglich. Die Anklägerin und Anschlussappellantin unterliegt vollumfänglich. Gleiches gilt für den Privatkläger, der im vorliegenden Verfahren Anschlussberufung erhoben hat . Er dringt mit seinen Anträgen zum Zivilpunkt sowie den Kosten - und Entschädi- gungsfolgen ebenfalls nicht durch. Insgesamt erscheint es daher angemessen, die Kosten des Berufungsverfahrens , einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung, zu einem Zehntel dem Privatkläger aufzuerlegen sowie im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 2.3 Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, reichte dem Gericht für das Berufungsverfahren für seine Aufwendungen bis und - 55 - mit 9. Juni 201 5 eine Honorarnote über 19 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 36.20 ein (Urk. 65). Zusätzlich ist der Aufwand für die Berufungsverhandlung vom 15. Juni 2015 sowie für die Abschlussarbeiten (Urteilsstudium sowie Nac h- besprechung mit dem Beschuldigten) zu berü cksichtigen. Die Berufungsverhand- lung dauerte etwa 7 ½ Stunden, wobei ca. 2 Stunden auf die Mittagspause entfi e- len (Prot. II S. 5 ff.). Zudem ist eine Stunde Aufwand für die An - und Rückreise zur Berufungsverhandlung zu veranschlagen. Für die Abschlussarbeiten sind weitere 2 ½ Stunden einzusetzen. Dies ergibt – neben dem Aufwand gemäss Honorarno- te vom 9. Juni 2015 von total Fr. 4'490.85 – weitere 9 Stunden à Fr. 220.–/h, die zu entschädigen sind. Angemessen erscheint es daher, Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten im Berufungsverfahren für seine Aufwendungen und Auslagen mit Fr. 6'629.25 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 3. Umtriebs- und Parteientschädigung, Genugtuung 3.1 Wird eine bes chuldigte Person freigesprochen, hat sie Anspruch auf En t- schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Ver - fahrensrechte (lit. a), Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen (lit. b) sowie Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Dieser Anspruch ist von Amtes wegen zu prüfen (Art. 429 Abs. 2 StPO). Der Beschuldigte liess hierzu lediglich beantragen, er sei für die ihm entstandenen Umtri ebe angemessen zu entschädigen, und führte auch zur Begründung nichts Weiteres aus (Urk. 70 S. 1 und S. 17). Ferner wurden keine Belege eingereicht. Es erscheint daher als a n- gemessen, dem Beschuldigten eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 3.2 Für den einen Tag erlittene Haft (18. Februar 2009; Urk. 2-101.203 und Urk. 2-101.204) ist dem Beschuldigten gemäss der konstanten bundesgerichtl i- chen Rechtsprechung, wonach bei kürzeren Freiheitsentzügen Fr. 200.– pro Tag als angemessene Genugtuung erscheine, sofern nicht aussergewöhnliche U m- stände vorliegen, die eine höhere oder eine geringere Entschädigung zu rechtfer- tigen vermögen (BGE 113 IB 155 E. 3b S. 156 mit Hinweisen , Urteil des Bundes-- 56 - gerichts 6B_111/2012 und 6B_122/2012 vom 15. Mai 2012 E. 4.2), eine Genug- tuung von Fr. 200.– zuzüglich 5 % Zins seit 18. Februar 2009 auszurichten. 3.3 Dem Privatkläger ist ausgangsgemäss weder für das Haupt - noch für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario). Es wird beschlossen: 1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 18. September 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 1. (…) 2. (…) 3. (…) 4. Die mit Verfügung der Anklägerin vom 16. August 2013 beschlagnahmten Unterlagen (in den Kartonschachteln 1 bis 8, "Sicherstellungen", befindliche Bundesordner, Hän- geregister und Plastiksäcke) werden nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten herausgegeben. 5. (…) 6. (…) 7. (…) 8. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 28'000.–, inkl. MwSt., entschädigt. 9. (…) 2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. - 57 - Es wird erkannt: 1. Der Beschuldigte A._____ ist der Gehilfenschaft zum Betruge, eventualiter der Gehilfenschaft zur qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, nicht schuldig und wird freigesprochen. 2. Die Zivilklage des Privatklägers wird auf den Zivilweg verwiesen. 3. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, inklus i- ve der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 6'629.25 amtliche Verteidigung (RA X._____). 5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Privatkläger zu einem Zehntel auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 6. Dem Beschuldigten wird eine persönliche Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– sowie eine Genugtuung von Fr. 200.–, zuzüglich 5 % Zins seit 18. Februar 2009, aus der Gerichtskasse zugesprochen. 7. Dem Privatkläger wird für die beiden gerichtlichen V erfahren keine Parte i- entschädigung zugesprochen. 8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich − Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers B._____ sowie in vollständiger Ausfertigung an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten - 58 - − die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich − Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers B._____ und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an − die Vorinstanz − die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 38 − die Kantonspolizei Zürich, KIA -ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG) − die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA -Profils und Ver- nichtung des ED-Materials" 9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf - sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen , von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes - gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgericht s- gesetzes. Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Zürich, 15. September 2015 Der Präsident: Dr. iur. F. Bollinger Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. S. Maurer