<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00009</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204200&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00009</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.04.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands:<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Gesetzliche Grundlage für die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands (E. 2.1). Der Beschwerdeführer ist mittellos. Das Rekursbegehren war grösstenteils nicht offenkundig aussichtslos (E. 2.2). Voraussetzung für die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands (E. 2.3). Der erstinstanzliche Beschluss griff nicht in besonders schwerer Weise in die Rechtsstellung des Beschwerdeführers ein; die Überprüfung im Rekursverfahren bot weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht besondere Schwierigkeiten. Jedoch rechtfertigten die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers den Beizug eines Rechtsbeistands. Gutheissung der Beschwerde (E. 2.4). Rückweisung an die Vorinstanz zur Festsetzung der Entschädigung und der Zusprechung einer Parteientschädigung (E. 2.5-2.6). Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung auch im Beschwerdeverfahren (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUNDHEITSPROBLEME">GESUNDHEITSPROBLEME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 16 Abs. 2 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A und seine Ehefrau C, beide tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige, wurden seit 1. Juli 2002 durch die SozialbehÃ¶rde X wirtschaftlich unterstÃ¼tzt, zunÃ¤chst mit monatlich Fr. 3'400.-. Ab 1. Oktober 2002 wurde im Hinblick auf die als zu teuer erachtete Wohnung und die deswegen ergangene Auflage, eine preisgÃ¼nstigere Wohnung zu suchen, nicht mehr der volle Mietzins von monatlich Fr. 1'700.-, sondern nur noch ein Anteil von Fr. 1'200.- Ã¼bernommen; demgemÃ¤ss wurde die monatliche UnterstÃ¼tzung auf Fr. 2'900.- herabgesetzt. Wegen Missachtung der Auflage, eine gÃ¼nstigere Wohnung zu suchen, sowie Missachtung der an C ergangenen Weisung, sich um eine Erwerbsaufnahme zu bemÃ¼hen, wurde die wirtschaftliche Hilfe ab Januar 2003 um den Grundbedarf II gekÃ¼rzt und damit auf monatlich Fr. 2'776.- bemessen. Ab Juli 2003 wurde aus den gleichen GrÃ¼nden die wirtschaftliche Hilfe zusÃ¤tzlich um 15 % des Grundbedarfs I gekÃ¼rzt und damit auf monatlich Fr. 2'539.60 bemessen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 3. September 2003 stellte die SozialbehÃ¶rde X fest, dass die Eheleute A und C in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 2003 die fÃ¼r die Wohnungsmiete erhaltenen Leistungen von insgesamt Fr. 8'400.- "zweckentfremdet verwendet und somit unrechtmÃ¤ssig bezogen" hÃ¤tten (Disp.-Ziff. 1). Sie wurden gestÃ¼tzt auf § 26 des So­zial­hilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) zur RÃ¼ckerstattung dieses Betrags verpflichtet (Disp.-Ziff. 2). Sie wurden "ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen", dass die unrechtmÃ¤ssige Erwirkung bzw. Verwendung von Sozialhilfeleistungen den Straftatbestand des Betrugs im Sinn von Art. 146 des Strafgesetzbuches (StGB) darstelle, weshalb sich die SozialbehÃ¶rde in dieser Angelegenheit die Einreichung einer Strafanzeige vorbehalte (Disp.-Ziff. 3). Die Eheleute A und C wurden verpflichtet, bis Ende September 2003 mit der Sozialberatung eine schriftliche RÃ¼ckerstattungsvereinbarung zu erarbeiten; andernfalls werde die finanzielle UnterstÃ¼tzung ab Oktober 2003 eingestellt (Disp.-Ziff. 4). </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen erhob A, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt B, am 22. September 2003 Rekurs mit den AntrÃ¤gen, die SozialbehÃ¶rde X zur Weiterbezahlung des ungekÃ¼rzten Grundbedarfs I von monatlich Fr. 1'576.-, des ungekÃ¼rzten Grundbedarfs II von monatlich Fr. 158.- und des Wohnkostenanteils von monatlich Fr. 1'200.- sowie zur Bezahlung der Umzugskosten von ca. Fr. 2'000.- zu verpflichten (1), Dispositiv-Ziff. 1-4 des Beschlusses der SozialbehÃ¶rde vom 3. September 2003 aufzuheben (2) sowie dem BeschwerdefÃ¼hrer einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der Person des unterzeichnenden Vertreters zu gewÃ¤hren (3). Der Rekursschrift legte der Vertreter eine Honorarnote, lautend auf Fr. 10'543.-, bei.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat Y beschloss am 10. Dezember 2003, Disp.-Ziff. 1-4 des angefochtenen Beschlusses aufzuheben und den Rekurs im Ãbrigen abzuweisen, soweit er sich nicht als gegenstandslos erweise (Disp.-Ziff. 1). Das Begehren um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung wurde abgewiesen (Disp.-Ziff. 2). Den Parteien wurden keine Rekurskosten auferlegt (Disp.-Ziff. 3).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 11. Januar 2004 beantragte A, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt B, dem Verwaltungsgericht, Disp.-Ziff. 2 des Rekursentscheids aufzuheben und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person des unterzeichnenden Vertreters einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat Y beantragte am 29. Januar 2004 Abweisung der Beschwerde. Die SozialbehÃ¶rde X liess sich nicht vernehmen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer </span>zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung von Streitigkeiten betreffend Sozialhilfe zustÃ¤ndig. Die vorliegende Beschwerde ist daher zulÃ¤ssig, obwohl sie sich lediglich gegen die Verweigerung der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung richtet (§ 43 Abs. 3 VRG e contrario). Aufgrund des den Schwellenwert von Fr. 20'000.- nicht Ã¼bersteigenden Streitwertes wÃ¤re an sich der Einzelrichter zustÃ¤ndig. Hinsichtlich der vorzunehmenden Auslegung von § 16 Abs. 2 VRG ist indessen dem Fall grundsÃ¤tzliche Bedeutung beizumessen, weshalb dieser von der Kammer zu behandeln ist (§ 38 Abs. 2 und 3 VRG). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 16 VRG (in der Fassung vom 8. Juni 1997) ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf ent­sprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten zu erlassen (Abs. 1). Sie ha­ben Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (Abs. 2). FÃ¼r die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird damit vor­ausgesetzt, dass der Gesuchsteller mit­tellos und sein Begehren nicht offenkundig aussichtslos ist (so schon § 16 VRG in der Fassung vom 24. Mai 1959); fÃ¼r die Bestellung eines un­ent­gelt­li­chen Rechtsbeistandes ist zusÃ¤tzlich erforderlich, dass der Gesuchsteller zur Wahrung sei­ner Rechte eines solchen bedarf. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Vorinstanz ist zutreffend davon ausgegangen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mittellos ist. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ferner ist sie davon ausgegangen, dass die (grÃ¶sstenteils gutgeheissenen) Rekursbegehren nicht offensichtlich aussichtslos waren. Dieser Beurteilung ist nicht uneingeschrÃ¤nkt zuzustimmen. Mit seinem Rekursbegehren 1 wollte der Rekurrent nicht nur die im Beschluss vom 3. September 2003 angedrohte Einstellung der Sozialhilfe ab Oktober 2003 verhindern, sondern auch deren ungekÃ¼rzte Ausrichtung erreichen; damit verlangte er sinngemÃ¤ss eine Ãnderung der frÃ¼heren BeschlÃ¼sse vom 12. Februar und 18. Juni 2003, die jedoch lÃ¤ngst in Rechtskraft erwachsen waren. Dieses Begehren (um Ausrichtung ungekÃ¼rzter Sozialhilfeleistungen) war offensichtlich aussichtslos. Gleiches gilt hinsichtlich des Begehrens um Ãbernahme der Umzugskosten von ca. Fr. 2'000.-. Der Bezirksrat betrachtete den Rekurs in diesem Punkt als gegenstandslos, weil die SozialbehÃ¶rde X diesem Anliegen mit Schreiben vom 23. September 2003 zugestimmt habe. Entscheidend ist indessen im vorliegenden Zusammenhang, dass dieses Begehren nicht Gegenstand des Rekursverfahrens bilden konnte, weil die SozialbehÃ¶rde darÃ¼ber nie fÃ¶rmlich entschieden hatte. Im Ãbrigen â und damit zur Hauptsache â richtete sich der Rekurs jedoch gegen den Beschluss der SozialbehÃ¶rde vom 3. September 2003. In diesem Punkt wurde der Rekurs vom Bezirksrat gutgeheissen, womit zugleich feststeht, dass dieser grÃ¶sstenteils nicht offenkundig aussichtslos war. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der Bezirksrat hat die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung gleichwohl verweigert, mit der BegrÃ¼ndung, fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer sei der Beizug eines Rechtsvertreters nicht erforderlich gewesen, da er in der Lage gewesen wÃ¤re, seine "Rechte im Rekursverfahren selbst zu wahren". </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit § 16 Abs. 2 VRG wollte der Gesetzgeber an die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend den verfassungsrechtlichen Anspruch auf unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung (heute Art. 29 Abs. 3 Satz 2 der Bundesverfassung) anknÃ¼pfen. Danach ist einem Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung je nach den UmstÃ¤nden des zu beurteilenden Falles und den Eigenheiten des betreffenden Verfahrens zu entsprechen, wenn die Interessen der bedÃ¼rftigen Partei in schwer wiegender Weise betroffen und die zu beurteilende Sache in tatsÃ¤chlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bereitet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erfordern. Neben dem Schwierigkeitsgrad der sich stellenden Rechts- und Sachverhaltsfragen sind auch in der Person des Gesuchstellers liegende GrÃ¼nde zu berÃ¼cksichtigen, wie etwa dessen Gesundheitszustand und FÃ¤higkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden, sowie die Bedeutung der Angelegenheit fÃ¼r diesen (BGE 123 I 145 E. 2b; 122 I 275 E. 3a mit Hinweisen). Greift die angefochtene VerfÃ¼gung stark in die Rechtsstellung des Gesuch­stellers ein, so kommt den genannten weiteren Kriterien minderes Gewicht zu. Handelt es sich um einen "relativ schweren" Eingriff, so muss die zu beurteilende Angelegenheit besondere tatsÃ¤chliche oder rechtliche Schwierigkeiten aufweisen, denen der auf sich allein gestellte Gesuchsteller nicht gewachsen wÃ¤re (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 39 und 41). Die verwaltungs­gerichtliche Praxis hat einen Anspruch auf unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung stets nur im Umfang dieser bundesver­fassungs­recht­lichen Minimalgarantie entsprechend den dargelegten bundesgerichtlichen Kriterien bejaht (so schon RB 1994 Nr. 4; sodann RB 1998 Nr. 5 zum anlÃ¤sslich der Revision vom 8. Juni 1997 neu eingefÃ¼gten § 16 Abs. 2 VRG; RB 2001 Nr. 6 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Praxis zur RechtsverbeistÃ¤ndung in Strafprozessen; vgl. auch VGr, 14. Oktober 2002, VB.2002.00288, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span> Der Beschluss der SozialbehÃ¶rde vom 3. September 2003 beinhaltete im Wesentlichen die Verpflichtung des BeschwerdefÃ¼hrers zur RÃ¼ckzahlung der in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 2003 erhaltenen Leistungen an die Wohnungsmiete von insgesamt Fr. 8'400.-; dies mit der BegrÃ¼ndung, er habe diese BetrÃ¤ge nicht fÃ¼r die Zahlung der Miete verwendet und somit "unrechtmÃ¤ssig bezogen", was gestÃ¼tzt auf § 26 SHG deren RÃ¼ckerstattung rechtfertige. Diese (vom Bezirksrat aufgehobene) RÃ¼ckerstattungsverpflichtung greift nicht in besonders schwerer Weise in die Rechtsstellung des BeschwerdefÃ¼hrers ein. Deren Ãber­prÃ¼fung im Rekursverfahren bot weder in tatsÃ¤chlicher noch in rechtlicher Hinsicht besondere Schwierigkeiten, welche fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer bei einer Rekurserhebung ohne Rechtsvertreter die Erfolgsaussichten wesentlich geschmÃ¤lert hÃ¤tten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zu prÃ¼fen bleibt, ob in der Person des BeschwerdefÃ¼hrers liegende GrÃ¼nde den Beizug eines Rechtsbeistandes erforderlich machten. DiesbezÃ¼glich machte der BeschwerdefÃ¼hrer bereits im Rekurs geltend, er kÃ¶nne kein Deutsch schreiben (Rekursschrift Ziff. 6); im Beschwerdeverfahren bringt er zusÃ¤tzlich vor, sein Gesundheitszustand sei psychisch und physisch stark beeintrÃ¤chtigt (Beschwerdeschrift Ziff. 3). Aufgrund der vorliegenden Akten kann nicht davon ausgegangen werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wegen sprachlicher Schwierigkeiten auf einen Rechtsbeistand angewiesen ist. So zeigt etwa die Eingabe vom 14. Mai 2003 an das Mietgericht ZÃ¼rich, dass er durchaus in der Lage ist, schriftliche Eingaben an BehÃ¶rden â sei es allein, mithilfe seiner Ehefrau oder einer Drittperson (bei der es sich nicht notwendigerweise um einen Rechtsbeistand handeln muss) â abzufassen. Ins Gewicht fÃ¤llt jedoch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer â wie sich aufgrund der vorliegenden Ã¤rztlichen Zeugnisse ergibt â erhebliche gesundheitliche Probleme hat. GemÃ¤ss Ã¤rztlichem Zeugnis von Dr. med. D vom 14. August 2003, das im Hinblick auf die Frage der HafterstehungsfÃ¤higkeit ausgestellt worden ist, leidet der BeschwerdefÃ¼hrer infolge frÃ¼herer Hirntumor-Operationen an kÃ¶rper­lichen und psychischen Beschwerden, insbesondere an Depression und AngststÃ¶rung, und ist er dringend auf eine psychiatrische, neurologische und endokrinologische Behandlung angewiesen. Aufgrund dieses der Vorinstanz bereits vorliegenden Befundes sowie der genannten Ã¼brigen UmstÃ¤nde, die zwar nicht fÃ¼r sich allein betrachtet, wohl aber im Zusammenhang mit den gesundheitlichen Problemen ausschlaggebend sind, erscheint die Annahme des Bezirksrats, der Rekurrent bedÃ¼rfe zur Wah­rung seiner Rechte keines Rechtsbeistands, als rechtsverletzend. Das bedeutet nicht, dass vom Grundsatz abgewichen werden soll, wonach in Sozialhilfestreitigkeiten ein Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Sinn von § 16 Abs. 2 VRG nur bei Vorliegen besonderer GrÃ¼nde und nur ihm Rahmen der verfassungsrechtlichen Minimalgarantie zu bejahen ist; die diesbezÃ¼glich von der Vorinstanz in der Vernehmlassung geÃ¤usserten Bedenken sind unbegrÃ¼ndet. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>In Gutheissung der Beschwerde ist demnach Disp.-Ziff. 2 des Rekursentscheids aufzuheben. Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist nachtrÃ¤glich fÃ¼r das in der Sache selber bereits rechtskrÃ¤ftig abgeschlossene Rekursverfahren die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung zu bewilligen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Die Festsetzung der EntschÃ¤digung fÃ¼r den unentgeltlichen Rechtsbeistand ist nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts. Die Sache ist zu diesem Zweck an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen. Dabei wird dieser in erster Linie darÃ¼ber zu befinden haben, ob fÃ¼r die Festsetzung der EntschÃ¤digung primÃ¤r der (geltend gemachte bzw. geschÃ¤tzte Zeitaufwand) massgebend sei. Die primÃ¤re AnknÃ¼pfung an den Zeitaufwand, wie sie § 13 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 (GebV VGr, LS 175.252) fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren ausdrÃ¼cklicht vorsieht, empfiehlt sich im Interesse einer einheitlichen Praxis auch im Rekursverfahren (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 49). Die vom Rechtsvertreter bereits dem Bezirksrat eingereichte Kostennote, welche bei einem Stundenansatz von Fr. 200.- und einem Zeitaufwand von 52.72 Stunden einen Gesamtbetrag von Fr. 10'543.- beziffert, scheint hingegen Ã¼berrissen und muss nicht von vornherein anerkannt werden. Der veranschlagte Zeitaufwand ist vielmehr dahingehend zu Ã¼berprÃ¼fen, ob er notwendig war, wobei Kriterien wie etwa die Bedeutung der Streitsache sowie die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen (vgl. fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren § 13 Abs. 1 GebV VGr). Ausserdem sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Wirkungen der unentgeltlichen Rechtspflege erst ab dem Zeitpunkt der Gesuchseinreichung eintreten. Erfasst werden somit grundsÃ¤tzlich nur jene Verfahrens- und Vertretungskosten, die nach der Stellung des Gesuchs entstehen oder auferlegt werden. Im Bereich der unentgeltlichen Rechtsvertretung werden auch BemÃ¼hungen im Zusammenhang mit dem Abfassen von Rechtsschriften abgedeckt, die zusammen mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht werden (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 12).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.6 </span></b><span>Mit dem im Rekurs gestellten Begehren um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung hat der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren zumindest sinngemÃ¤ss auch um Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG im Fall des Obsiegens ersucht (zu dem im Gesetz nicht vorgesehenen, aber nach der Praxis geltenden Erfordernis eines diesbezÃ¼glichen Antrags, vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 6). Da er in der Hauptsache obsiegt hat, steht ihm eine solche EntschÃ¤digung zu (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 32). Im Unterschied zu der dem unentgeltlichen Rechtsvertreter zuzusprechenden EntschÃ¤digung geht die ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG zulasten der unterliegenden Gegenpartei (hier der Gemeinde X) und bemisst sich nicht notwendigerweise nach den gleichen Krite­rien wie jene (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 36; anderseits § 16 N. 47). Der Bezirksrat wird dem BeschwerdefÃ¼hrer daher auch eine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen haben, wobei diese EntschÃ¤digung nicht notwendigerweise gleich hoch ausfallen muss wie die VergÃ¼tung fÃ¼r den unentgeltlichen Rechtsbeistand. Doch ist die ParteientschÃ¤digung jedenfalls an die VergÃ¼tung fÃ¼r den unentgeltlichen Rechtsbeistand anzurechnen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Mit seinem Beschwerdebegehren hat der BeschwerdefÃ¼hrer sinngemÃ¤ss auch darum ersucht, ihm fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ebenfalls einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen und ihm zudem in diesem Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren. Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen dazu gemÃ¤ss § 16 VRG allseitig erfÃ¼llt. Die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege erweist sich allerdings insofern als gegenstandlos, als die Gerichtskosten infolge Gutheissung der Beschwerde ohnehin der Gegenpartei aufzuerlegen sind (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Festzulegen ist hingegen die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zuzusprechende VergÃ¼tung.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>GemÃ¤ss § 13 GebV VGr wird dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der notwendige Zeitaufwand nach den AnsÃ¤tzen des Obergerichts (zurzeit Fr. 200.- je Stunde) entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berÃ¼cksichtigen sind und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden (Abs. 1). Der unentgeltliche Rechtsbeistand hat dem Gericht vor dem Entscheid eine detaillierte Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und die Barauslagen einzureichen. Reicht er die Zusammenstellung nicht rechtzeitig ein, so wird die EntschÃ¤digung von Amtes wegen und nach Ermessen festgesetzt (Abs. 2). Der Rechtsvertreter hat der Beschwerdeschrift keine Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und seine Barauslagen angefÃ¼gt, weshalb eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r das jetzige Beschwerdeverfahren zu schÃ¤tzen ist. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Abfassung der Beschwerde war fÃ¼r den Rechtsvertreter mit einem geringen Zeitaufwand verbunden. Der Streitwert der zu beurteilenden Sache ist geringfÃ¼gig. Desgleichen ist die Bedeutung der Streitsache als eher gering zu veranschlagen. Als angemessen erweist sich daher eine EntschÃ¤digung von Fr. 500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Nach dem Gesagten (vgl. E. 2.6) ist dem BeschwerdefÃ¼hrer zugleich zulasten der Beschwerdegegnerin eine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG zuzusprechen, welche an die dem unentgeltlichen Rechtsbeistand zuzusprechenden VergÃ¼tung anzurechnen ist. Unter den hier gegebenen UmstÃ¤nden rechtfertigt es sich, die ParteientschÃ¤digung ebenfalls auf Fr. 500.- festzusetzen. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bewilligt.</p> <p class="Einzug2">2. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird in der Person von Rechtsanwalt B ein unent­geltlicher Rechtsbeistand bestellt.</p> <p class="Einzug2">3. Rechtsanwalt B wird fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse mit Fr. 500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) entschÃ¤digt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Disp.-Ziff. 2 des Rekursentscheids des Bezirksrats vom 10. Dezember 2003 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Festsetzung der dem unentgeltlichen Rechtsbeistand fÃ¼r das Rekursverfahren auszurichtenden VergÃ¼tung und der dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren zulasten der Beschwerdegegnerin 2 zuzusprechenden ParteientschÃ¤digung an den Bezirksrat Y zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 890.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin 2 auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die Beschwerdegegnerin 2 wird verpflichtet, dem Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) auszurichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Zustellung dieses Entscheids. Diese EntschÃ¤digung wird angerechnet auf die VergÃ¼tung des unentgeltlichen Rechtsbeistands.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>