Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. Februar 2018 (810 17 238) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Direkte Bundessteuer 2012 / Abzugsfähigkeit von Gewinnungskosten und Gerichtskos- ten Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf , Yves Thommen, Gerichtsschreiberin i.V. Irina Trutmann Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführer gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rechtsdienst, Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Eigerstrasse 65, Pos t- fach, 3003 Bern, Beigeladene Betreff Direkte Bundessteuer 2012 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 19. Mai 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. In der Steuererklärung 2012 deklarierte das Ehepaar AB.____ unter anderem einen Verlust aus selbständiger Erwerbstätigkeit von A.____ im Zusammenhang mit Ingenieurleistun- gen in der Höhe von Fr. 5'907.-- sowie unter dem Tite l "Vermögensverwaltungskosten" Ge- richtskosten im Gesamtbetrag von Fr. 4'000.--. Mit der definitiven Steuerveranlagung des Steu- erjahres 2012 vom 24. März 2016 liess die Steuerverwaltu ng des Kantons Basel-Landschaft (Steuerverwaltung) den deklarierten Verlust aus selbstän diger Erwerbstätigkeit sowie die gel- tend gemachten Gerichtskosten nicht zum Abzug zu. B. Gegen die Veranlagungsverfügungen betreffend die Staats- und Bundessteuer 2012 erhob das Ehepaar AB.____ am 4. April 2016 Einsprache bei der Steuerverwaltung. Das Ehe- paar beantragte in prozessualer Hinsicht die Vereinig ung der Verfahren betreffend die Staats- und Bundessteuer 2012 sowie in der Sache, dass der vo n ihnen geltend gemachte Verlust aus selbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 5'709.-- zum Abzug zuzulassen sei. Eventua- liter sei ein Verlust in der Höhe von Fr. 2'713.-- zum Abzug zuzulassen. Weiter beantragten die Ehegatten, es seien Gerichtskosten aus den Jahren 2011 und 2012 in der Höhe von Fr. 4'000.-- zum Abzug zuzulassen und es seien – ausgehend vom Eröffnu ngsdatum der Veranlagungsver- fügungen der Staats- und Bundessteuer 2012 bis zu den S teuerveranlagungen, welche spätes- tens ein Jahr nach dem Ende des entsprechenden Steuer jahres eröffnet worden seien – keine Verzugszinsen mehr zu erheben. C. Mit Entscheiden vom 16. Januar 2017 wies die Steuerv erwaltung die Einsprache der Ehegatten ab. D. Mit Eingabe vom 24. Januar 2017 erhoben die Ehega tten AB.____ gegen die Ent- scheide der Steuerverwaltung vom 16. Januar 2017 Rekurs beim Steuer- und Enteignungsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuer gericht), wobei sie erneut die Anträge stellten, dass der von ihnen geltend gemachte Verlust von Fr. 5'709.-- sowie die Gerichtskosten im Gesamtbetrag von Fr. 4'000.-- zum Abzug zuzulassen s eien. Anstelle des Erlasses der Ver- zugszinsen beantragten die Ehegatten, es sei festzustellen, dass im vorliegenden Fall die An- wendung der geltenden kantonalen Veranlagungspraxis durch die Verantwortlichen der Steuer- verwaltung eine Rechtsverletzung oder unangemessen oder beides sei. E. Das Steuergericht wies mit Entscheiden vom 19. Mai 2 017 den Rekurs betreffend die Staats- und Bundessteuer 2012 ab. Zur Begründung führt e es im Wesentlichen aus, die Ehe- gatten hätten in der Steuererklärung 2012 keine Geschä ftstätigkeit nachweisen können, wes- halb keine solche zu vermuten sei. Zudem hätten sie in d er Steuererklärung Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 4'000.-- als Vermögensverwaltungskosten geltend gemacht. Entgegen der Auffassung der Ehegatten sei es nicht Ziel dieser Gericht sverfahren gewesen, Ertrag zu gene- rieren, sondern die steuerliche Belastung möglichst tie f zu halten. Diese Kosten stünden damit in keinem Zusammenhang mit der Erhaltung oder Verwaltung von Vermögen. F. Mit Eingabe vom 14. September 2017 erhoben A.___ _ und B.____ gegen die Ent- scheide des Steuergerichts Beschwerde beim Kantonsgericht B asel-Landschaft, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beant ragen sinngemäss, dass die Ent- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheide des Steuergerichts aufzuheben und die geltend ge machten Abzüge zuzulassen seien; alles unter o/e-Kostenfolge. G. Mit Vernehmlassung vom 11. Oktober 2017 beantragt d as Steuergericht die Abwei- sung der Beschwerde. H. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2017 beant ragt die Steuerverwaltung eben- falls die Abweisung der Beschwerde. I. Mit Präsidialverfügung vom 27. Oktober 2017 wurde d er Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte B undessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 i.V.m. § 3 der kantonalen Vollzugsver ordnung zum DBG (VV DBG) vom 13. Dezember 1994 können Entscheide des Steuergerichts betreffend direkte Bundessteuer mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht angefo chten werden. Die formellen Vo- raussetzungen nach Art. 140 ff. DBG, Art. 145 Abs. 2 DBG sowie §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2012 einzutreten ist. 2. Mit der Beschwerde in Steuersachen können alle Mäng el des angefochtenen Ent- scheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (§ 45 Abs. 2 VPO). 3.1 Die Beschwerdeführer machen vorab geltend, die Vori nstanz sei zu Unrecht auf ihre Rüge nicht eingetreten, wonach die Praxis der Steuerver waltung, dass eine Steuerveranlagung erst vorgenommen werde, wenn die vorangegangenen Jahre rechtskräftig veranlagt seien, kei- ne gesetzliche Grundlage habe und damit unangemessen und missbräuchlich sei. 3.2 Dazu ist festzustellen, dass die von den Beschwerdeführ ern monierte Praxis aus- serhalb des möglichen Streitgegenstands des vorliegenden – auf die direkte Bundessteuer 2012 beschränkten – Verfahrens fällt, weshalb auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht einzu- treten ist. Im Übrigen ist festzuhalten, dass der Ablauf des Steuerveranlagungsverfahrens nicht gesetzlich geregelt ist und es der Veranlagungsbehörde im Rahmen der gesetzlichen und ver- fassungsmässigen Grundsätze frei steht, den zeitlichen Ab lauf einer Veranlagung zu bestim- men. Inwiefern hinsichtlich der Veranlagungspraxis der Steuerverwaltung ein Verstoss gegen Verfassungs- oder Gesetzesbestimmungen vorliegen soll, ist nicht ersichtlich und wird von den Beschwerdeführern auch nicht substantiiert aufgezeigt. 4.1 In der Sache ist strittig, ob der in der Steuerer klärung 2012 geltend gemachte Verlust in der Höhe von Fr. 5'907.-- vom Roheinkommen der Pflicht igen in Abzug gebracht werden kann. Die steuerliche Abzugsfähigkeit des Verlusts hängt in erst er Linie von der Steuerbarkeit der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einkünfte ab, zu deren Realisierung der Beschwerdeführ er die Aufwendungen getätigt hat. Da der Beschwerdeführer vorgibt, selbständig erwerbstätig zu sein, sind die betreffenden Kosten nicht per se, sondern nur als Gewinnungskosten nach Art. 27 Abs. 1 DBG abzugsfähig. Zu den Gewinnungskosten gehören demnach all jene Aufwendunge n, die in einem direkten ursächli- chen Zusammenhang mit der Erzielung des Einkommens stehen , weshalb dieser Terminus sowohl eine finale als auch eine kausale Komponente inn e hat (vgl. M ARKUS REICH /S ILVIA HUNZIGER in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkt e Bundessteuer, 3. Aufl., Basel 2017, N 8 zu Art. 25). Von den erzielten steuerbaren Bruttoeinkünften können, nach Mas- sgabe des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, die dafür aufgewendeten Gewin- nungskosten abgezogen werden. Folglich wird das so ermit telte Reineinkommen (vorbehältlich weiterer Abzüge) der Steuer als Bemessungsgrundlage zug runde gelegt (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 2C_929/2014 vom 10. August 2015 E. 3.3). 4.2 Die Steuerbarkeit der Einkünfte aus Ingenieurleis tungen, für welche der Beschwerde- führer Gewinnungskosten in Abzug zu bringen gedenkt, h ängt vorab von der rechtlichen Quali- fikation dieser Tätigkeit als selbständige Erwerbstätigke it ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_929/2014 vom 10. August 2015 E. 3.3). Liegt eine selbständige Erwerbstätigkeit vor, kön- nen gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG die eingetretenen und ver buchten Verluste auf dem Ge- schäftsvermögen von den steuerbaren Einkünften abgezogen we rden. Dem Grundsatz der Be- steuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit folgend, wird der Verlustvortrag bei jeder selbständigen Tätigkeit gewährt. Die wesentliche Vorausse tzung für die Zulässigkeit des Ver- lustabzuges ist somit der Nachweis einer haupt- oder nebenberuflich ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit. Damit Aufwendungen als geschäfts- oder berufsmässig begründet qualifiziert werden, wird ein enger Zusammenhang zwischen den Ausgabe n und den erzielten Einkünften vorausgesetzt (vgl. M ARKUS REICH /M ARINA ZÜGER /P HILIPP BETSCHART , in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl., Basel 2017, N 7 zu Art. 27). Folglich ist von wesentlicher Bedeutung und in jedem Fall erforderlich, dass die vorliegende Tätigkeit, welcher der zu beurteilende Aufwand zuzurechn en ist, überhaupt eine selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 1 DBG ist. Allgemein ist eine Erwerbstätigkeit als selbständige zu qualifizieren, soweit eine natürliche Pe rson auf eigenes Risiko durch Einsatz von Arbeitsleistung und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation planmässig, anhaltend und nach aussen sichtbar zum Zweck der Gewinnerzielung am wir tschaftlichen Verkehr teilnimmt (vgl. BGE 125 II 113 E. 5b; 121 I 259 E. 3c; Urteil d es Bundesgerichts 2C_186/2014 vom 4. September 2014 E. 2). 4.3 Die selbständige Erwerbstätigkeit grenzt sich sodan n von der sogenannten Liebhaberei oder einem Hobby dadurch ab, dass sie auf Gewinnerzielun g ausgerichtet ist. Hinsichtlich der Gewinnstrebigkeit muss von den Pflichtigen die Absicht, Gewinn zu erzielen, gegeben sein. Da es sich hierbei um eine innere Tatsache handelt, muss die Gewinnerzielungsabsicht aufgrund äusserer Umstände beurteilt werden. Vor diesem Hintergrund muss die Erwerbstätigkeit auch in objektiver Beurteilung zur nachhaltigen Gewinnerzielun g geeignet sein. Andernfalls stellen die damit verbundenen Auslagen keinen abzugsfähigen Aufwa nd dar (vgl. Urteile des Bundesge- richts 2C_186/2014 vom 4. September 2014 E. 2; 2C_14/2 013 vom 30. Mai 2013 E. 4; 2C_206/2011 und 2C_247/2011 vom 12. April 2011 E. 4). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Im angefochtenen Entscheid stellte das Steuergericht fest, dass der Beschwerdeführer keine Geschäftstätigkeit nachgewiesen habe, weshalb nich t beurteilt werden könne, ob eine selbständige Erwerbstätigkeit vorliege. Mit der Steuer erklärung 2012 vom 25. April 2013 habe der Beschwerdeführer eine Aufstellung mit dem Titel "E innahmen und Ausgaben selbständige Tätigkeit 2012" eingereicht. In dieser Auflistung sei en Ausgaben für Software, Toner, Patentge- bühren und Aufwendungen für Elektronikmaterial aufge führt. Im Weiteren habe der Beschwer- deführer Kosten für Internet, Telefon, Elektrizität u nd Raummiete aufgelistet. Den Umsatz habe er hingegen mit Fr. 0.-- beziffert. Von der Steuerver waltung sei hinsichtlich dieser Kostenauf- stellung festgehalten worden, dass der Beschwerdeführer zwar darlege, dass er Aufwendungen gehabt habe, nicht aber, dass er damit zusammenhängende Einkünfte erzielt habe oder in nä- herer Zukunft erzielen könne. Zudem sei aus dieser Aufste llung auch nicht ersichtlich, für wel- ches Projekt der Beschwerdeführer diese Kosten verwendet habe und welcher Art die bisheri- gen Bemühungen gewesen seien. Bei den einzelnen Ausga ben handle es sich zudem um sol- che, die fast in jedem Haushalt anfallen würden. Die einzigen Kosten, die nicht zu dieser Kate- gorie gehörten, seien Patentgebühren in der Höhe vo n Fr. 200.--. Der Abzug dieser Kosten scheitere hingegen am Nachweis einer auf Gewinn ausgeri chteten Tätigkeit. Zudem sei festzu- halten, dass Renteneinnahmen kein verrechenbares Einkomm en darstellen würden, da die in der Aufstellung des Beschwerdeführers aufgeführten Kosten in keinem Zusammenhang mit dem Einkommen aus Rentenleistungen stünden. Um die Ren te zu erhalten, würden dem Be- schwerdeführer keinerlei Aufwendungen entstehen. Folgli ch erweise sich der Rekurs in dieser Hinsicht als unbegründet und sei dementsprechend abzuweisen. 4.5 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerdeb egründung demgegenüber vor, er habe in den Steuerjahren 2010 und 2011 Gewinne in d er Höhe von Fr. 66'435.-- bzw. Fr. 39'060.-- aus selbständiger Erwerbstätigkeit verste uert. Bei einer selbständigen Erwerbstä- tigkeit könne es auch Jahre geben, in denen keine Gewi nne erzielt würden. Aus diesem Grund sei es stossend, dass er Einnahmeüberschüsse versteuern müsse, Verluste hingegen von der Steuerverwaltung nicht anerkannt würden. Firmen könnt en Verluste während sieben Steuerpe- rioden vortragen, weshalb die vorliegende Weigerung d er Steuerverwaltung, den angefallenen Verlust zum Abzug zuzulassen, Art. 127 Abs. 2 BV bzw. da s Prinzip der Allgemeinheit der Be- steuerung verletze. Zudem sei die vorinstanzliche Begründu ng, dass die aufgelisteten Kosten fast in jedem Haushalt anfallen würden, willkürlich und lebensfremd. Weiter sei die Argumenta- tion der Vorinstanz, wonach Rentenleistungen nicht mit Verlusten verrechnet werden könnten, ebenfalls willkürlich und nicht nachvollziehbar. 4.6 Das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit i m Fall des Beschwerdeführers wurde im Urteil des Kantonsgerichtes vom 12. September 2012 (810 12 155) betreffend die Bundessteuer 2009, welches mit Urteil des Bundesgerichts 2C_1279/2012 vom 14. Oktober 2013 bestätigt wurde, offen gelassen. Auch im vorliegend en Fall kann offen bleiben, ob im Fall des Beschwerdeführers eine selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 1 DBG vorliegt. Aus der Veranlagungsverfügung der Bundessteuer 2012 ist ersichtlich, dass die Pflich- tigen Einnahmen aus Rentenleistungen, einer Erwerbsaus fallentschädigung sowie Wertschrif- tenerträgen generierten. Soweit von den Pflichtigen also geltend gemacht wird, dass die Auf- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht wendungen bzw. der erzielte Verlust aus selbständiger Erwerbstätigkeit mit den Einkünften ver- rechnet werden könne, verkennen sie, dass vorliegend nur solche Aufwendungen verrechenbar sind, die zur Erzielung von Einkünften getätigt worden si nd (vgl. MARKUS REICH /M ARINA ZÜGER / PHILIPP BETSCHART , a.a.O., N 3 ff. und N 41 zu Art. 27). Folglich kann der geltend gemachte Verlust in der Höhe von Fr. 5'907.-- bzw. Fr. 2'713.- - nicht als Gewinnungskosten verrechnet werden, da die Abzugsfähigkeit bereits am fehlenden Konnex zu den entsprechenden Einkünf- ten scheitert. 4.7 Im Übrigen ist zweifelhaft, ob im Fall des Beschwer deführers überhaupt eine selbstän- dige Erwerbstätigkeit vorliegt. Insbesondere ist aus der mit der Steuererklärung eingereichten Aufstellung "Einnahmen und Ausgaben selbständige Täti gkeit 2012" nicht ersichtlich, ob der Beschwerdeführer eine auf Gewinnerzielung ausgerichtete Tätigkeit verfolgt. Wie das Steuerge- richt zutreffend feststellte, vermag der Beschwerdeführer auch nicht darzulegen, inwiefern er im Zusammenhang mit seinen Auslagen im Steuerjahr 2012 Ei nkünfte erzielte oder in näherer Zu- kunft erzielen kann. Dass er im Steuerjahr 2012 den Umsatz mit Fr. 0.-- beziffert, weckt erhebli- che Zweifel an seiner Gewinnerzielungsabsicht. Die vom Besc hwerdeführer in seiner Aufstel- lung aufgeführten Auslagen für Telefon und Internet etc. fallen zudem fast in jedem Personen- haushalt an, weshalb diese Kosten grundsätzlich zu den a llgemeinen Lebenshaltungskosten zu zählen sind und bei weitem kein Indiz für das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit darstellen. Einzig die in der Aufstellung aufgeführte n Patentgebühren fallen nicht unter die all- gemeinen Lebenshaltungskosten. Eine Verrechnung dieser Gebühren – ebenso wie aller ande- ren geltend gemachten Auslagen – scheitert jedoch wie b ereits ausgeführt an der fehlenden Konnexität zu den Einkünften. 4.8 Nach dem Gesagten ist der von den Beschwerdeführer n geltend gemachte Verlust im Gesamtbetrag von Fr. 5'907.-- bzw. Fr. 2'713.-- nicht als Gewinnungskosten zu qualifizieren und damit nicht abzugsfähig, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist. 5.1 Demnach bleibt zu prüfen, ob die Steuerverwaltu ng die von den Beschwerdeführern geltend gemachten Gerichtskosten betreffend die Bundesste uer 2012 im Gesamtbetrag von Fr. 4'000.-- zu Recht nicht zum Abzug zugelassen hat. 5.2 Art. 32 Abs. 1 DBG regelt die Abzugsfähigkeit der Gewinnungskosten von Privatver- mögen. Vermögensverwaltungskosten des beweglichen Privatve rmögens sind Auslagen, die unmittelbar zur Erzielung des Einkommens auf Privatvermöge n getätigt werden und in einem direkten ursächlichen Zusammenhang dazu stehen (vgl. Urt eil des Bundesgerichts 2A.62/1999 vom 1. März 2000 E. 2f; B ERNHARD ZWAHLEN /A LBERTO LISSI , in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bun- desgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl., Base l 2017, N 2 zu Art. 32). Demnach han- delt es sich bei Vermögensverwaltungskosten um Vergütung en, welche die steuerpflichtige Person Dritten (in der Regel Banken, Vermögensverwalte rn, Erbschaftsverwaltern etc.) für die Besorgung der allgemeinen Verwaltung der Vermögensge genstände, namentlich solcher, die der Kapitalanlage dienen, entrichtet. Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diesbezüglich zu entnehmen, dass auch Anwalts- und Gerichtskosten Vermög ensverwaltungskosten darstel- len können, sofern die Aufwendungen der Bewahrung d er Vermögenswerte dienen (Urteil des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bundesgerichts 2C_1278/2012, 2C_1279/2012 vom 14. Oktob er 2013). Damit diese Kosten in Abzug gebracht werden können, müssen sie grundsätzlich auch zugehörigen Einkünften in der- selben Steuerperiode gegenüberstehen. Nicht abzugsfähig sind demgegenüber sämtliche An- walts- und Gerichtskosten, die nicht unmittelbar zur Erzielung des Einkommens getätigt werden (vgl. BERNHARD ZWAHLEN /A LBERTO LISSI , a.a.O., N 1 und N 3a f. zu Art. 32). 5.3 Die Beschwerdeführer machten in der Steuererkläru ng 2012 betreffend die Bundes- steuer unter dem Titel "Kosten Vermögensverwaltung" Ge richtskosten aus den Jahren 2011 und 2012 in der Höhe von Fr. 4'000.-- geltend, wobei sich diese gemäss Beilagen der entspre- chenden Steuererklärung aus einem Kostenvorschuss in den Verfahren vor Steuergericht in der Höhe von Fr. 400.-- und Fr. 800.-- sowie einem Kosten vorschuss in den Verfahren vor Kan- tonsgericht in der Höhe von Fr. 2'800.-- zusammenset zen. Die Steuerverwaltung wies die Ein- sprache im Wesentlichen mit der Begründung ab, dass von di esen Fr. 4'000.-- Gerichtskosten Fr. 1'200.-- periodenfremde Kosten seien, da diese be reits in der Steuerperiode 2011 entstan- den und bezahlt worden seien und dementsprechend nicht zum Abzug zugelassen werden könnten. Die restlichen Fr. 2'800.-- seien zwar Gerichtsk osten, die in der Steuerperiode 2012 entstanden seien. Da es sich bei diesen jedoch nicht um K osten gehandelt habe, die der Be- wahrung und Erhaltung von Vermögenswerten gedient hät ten, seien sie im Steuerjahr 2012 auch nicht abziehbar. Die Vorinstanz äussert sich zusammengef asst dahingehend, dass die Beschwerdeführer zwar Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 4'000.-- geltend machten. Ziel die- ser Verfahren sei es jedoch nicht gewesen, Ertrag zu gen erieren, sondern die steuerliche Be- lastung möglichst tief zu halten. Vor diesem Hintergrun d stünden die angefallenen Gerichtskos- ten in keinem Zusammenhang mit der Erhaltung oder V erwaltung von Vermögen. Vielmehr sei es in diesen Verfahren um die Festsetzung von diversen St euerfaktoren hinsichtlich der Ein- kommenssteuer gegangen. Damit erweise sich der Rekurs in diesem Punkt als unbegründet und sei abzuweisen. 5.4 Demgegenüber machen die Beschwerdeführer im Wesen tlichen geltend, dass die Steuerverwaltung in den Einsprache-Entscheiden für d ie Steuerperiode 2011 Gerichtskosten zum Abzug zugelassen habe, weshalb es willkürlich sei, dass die Steuerverwaltung die Ge- richtskosten für die Steuerperiode 2012 nicht zum Abzug zu lasse. Weiter führen sie aus, das Bundesgericht habe klar gesagt, dass Gerichtskosten Vermöge nsverwaltungskosten seien, so- fern sie der Bewahrung von Vermögen dienen würden. Hi ngegen habe es nicht gesagt, dass Ertrag generiert werden müsse. Indem die Steuerverwalt ung diesen Abzug nicht gewähre, handle sie willkürlich. 5.5 Die mit der Steuererklärung 2012 geltend gemacht en Gerichtskosten wurden aufgrund der Verfahren vor dem Steuergericht und in der Folge vor dem Kantonsgericht betreffend die Staats- und Bundessteuer 2009 erhoben. Bereits in diese n Verfahren ging es im Wesentlichen um die Frage der Abzugsfähigkeit von Anwalts- und Geri chtskosten sowie um die Abzugsfähig- keit von Verlusten aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Un bestritten ist die Feststellung der Steuerverwaltung, wonach die Gerichtskosten im Zusammenhang mit dem Rekursverfahren vor dem Steuergericht im Steuerjahr 2011 in der Höhe von Fr. 1'200.-- nicht in derjenigen Steuerpe- riode geltend gemacht worden seien, in denen sie tat sächlich angefallen und bezahlt worden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien (vgl. Art. 40 Abs. 1 DBG). Damit besteht bereits in zeitlicher Hinsicht kein Zusammenhang zwischen diesen Gerichtskosten und dem im Steuerjahr 2012 erzielten Einkommen. Dem Steu- ergericht ist sodann insofern beizupflichten, als die ge nannten Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- selbst für den Fall, dass sie erst im Steuer jahr 2012 angefallen wären, ebenso wie die im Steuerjahr 2012 angefallenen Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 2'800.-- nicht abzugs- fähig wären, da es nicht Ziel dieser Verfahren war, E rtrag zu generieren, sondern die steuerli- che Belastung möglichst tief zu halten. Damit ist festzu halten, dass die in der Steuererklärung 2012 deklarierten Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 4' 000.-- nicht zur unmittelbaren Erzielung der Einkünfte getätigt wurden und somit in keinem ursä chlichen Zusammenhang zu diesen ste- hen. Es mag zutreffen, dass diese Gerichtsverfahren der Erhaltung der Vermögenssubstanz der Beschwerdeführer dienten, doch wird der Begriff der Vermögensverwaltung allgemein nicht derart weit ausgelegt, dass solche Aufwendungen darunte r fallen würden. Wollte man sich der Argumentation der Beschwerdeführer anschliessen, so müsste praktisch jeder Rechtsstreit um finanzielle Ansprüche als Akt der Vermögensverwaltung betr achtet werden und es wären die damit verbundenen Aufwendungen wie die vorliegenden Gerichtskosten als abzugsberechtigt anzuerkennen (vgl. BGE 104 Ia 191 E. 3c). 5.6 Auch aus den allgemeinen Grundsätzen der Einkomme nsbesteuerung lässt sich nichts zugunsten der Beschwerdeführer ableiten. Die vorliegend geltend gemachten Aufwendungen für Gerichtsverfahren stehen in Zusammenhang mit der Ab zugsfähigkeit von Verlusten aus ver- gangenen Steuerperioden sowie in Zusammenhang mit de r Erlangung einer Erbschaft. Die von den Beschwerdeführern getätigten Aufwendungen stellen somit keine Gewinnungskosten für steuerbare Einkünfte im Sinne von Art. 25 ff. DBG dar. 5.7 Somit ist festzuhalten, dass die Vorinstanzen die Ge richtskosten der Beschwerdeführer im Rahmen der Steuerveranlagung für die Steuerperiode 2012 zu Recht nicht zum Abzug zuge- lassen haben. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Pu nkt als unbegründet und ist dementsprechend vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 6. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- den unterliegenden Beschwerde- führern aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden den Be- schwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 20. Juni 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_534/2018) erhoben.