Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. September 2016 ____________________________________________________________________ Unfallversicherungsrecht Leistungspflicht mangels rechtserheblichen Kausalzusammenhangs verneint. Insbeson- dere vermögen die durch den Unfall lediglich vorübergehend symptomatisch geworde- nen Rückenbeschwerden keine Leistungspflicht zu bewirken. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1963 geborene A.____ war seit März 2007 bei der B.____ AG als Bauarbeiter an- gestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweize rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunf ällen versichert. Am 21. Juni 2010 stürzte er bei der Arbeit seitwärts in einen Graben. Die Notfallstation des Spitals C.____ diagnostizierte noch gleichentags eine Kontusion der Lendenwirbelsä ule (LWS) und der rechten Flanke. In ihrem Bericht vom 21. September 2010 hielt sie darü ber hinaus fest, dass sich der Versicherte den Rücken gestossen, das rechte Handgelenk geprell t und den Hinterkopf angeschlagen ha- be. In ihrem Bericht vom 27. September 2010 korrigi erte sie ihren Befund dahingehend, dass Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich der Versicherte nicht die rechte, sondern die linke Fl anke angeschlagen habe. In der Folge war der Versicherte zunächst vollständig arbeitsunfähig. Ab dem 25. Oktober 2010 nahm er seine Arbeit wieder zu 100% auf. B. Nachdem sein Arbeitsverhältnis per Ende August 2011 a ufgelöst worden war, liess der Versicherte der SUVA am 16. September 2011 einen Rückf all melden. Am 7. Oktober 2011 teilte die SUVA unter Bezugnahme auf eine kreisärztliche Beurteilung vom 6. Oktober 2011 mit, dass sie für die gemeldeten Rückfallbeschwerden mangels ei nes überwiegend wahrscheinli- chen Kausalzusammenhangs nicht leistungspflichtig sei. C. Im Januar 2012 unterzog sich der Versicherte einer Ul narisverlagerung links. Vom 30. April 2012 bis Ende Juli 2012 nahm er an einem vo n der IV-Stelle Basel-Landschaft finan- zierten Belastbarkeitstraining teil, welches aus gesundhei tlichen Gründen jedoch abgebrochen werden musste. Im September 2013 und im Januar 2015 un terzog er sich weiteren Eingriffen an der LWS. Ebenfalls im Januar 2015 fand eine MRT-Abklärung des rechten Kniegelenks statt, in deren Folge ein möglicher beginnender Unterflächen einriss im lateralen Meniskus erhoben wurde. Auf Veranlassung des behandelnden Orthopäden D r. med. D.____, FMH Orthopädie, Chirurgie und Traumatologie, veranlasste die SUVA im Mai 2015 eine nochmalige kreisärztliche Abklärung insbesondere auch in Bezug auf die am rechte n Knie geklagten Beschwerden. Auf abschliessende Vorlage aller Akten hin hielt der Kreisa rzt im September 2015 fest, dass trotz der im Mai 2015 neu eingegangenen medizinischen Akten daran festzuhalten sei, dass bei den geklagten Beschwerden allfällige Folgen des im Jahre 20 10 erlittenen Unfalls keine Rolle mehr spielen würden. D. Mit Verfügung vom 3. September 2015 lehnte die S UVA die Leistungspflicht für die ge- meldeten Rückfallbeschwerden im Bereich des Rückens, des re chten Kniegelenks sowie des linken Ellbogens unter Verweis auf die kreisärztlichen Be urteilungen vom 6. Oktober 2011 und vom 7. Mai 2015 ab. Eine hiergegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 2016 ab. Dabei hielt sie fest, dass in Bezug auf die Rückenbeschwerden bereits eine rechtskräftige, faktische Verfügung vom 7. Oktober 2011 vorliege. E. Am 10. Juni 2016 erhob der Versicherte beim Kantons gericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), Beschwerde gegen den Ein- spracheentscheid der SUVA vom 12. Mai 2016. In seiner Beschwerdebegründung vom 13. Juni 2016 machte er im Wesentlichen geltend, dass er sich von d er zuständigen Sachbearbeiterin der SUVA zum Abschluss des Grundfalls habe überreden lasse n. Vor seinem Unfall am 21. September 2010 habe er nicht unter den aktuellen gesundheitlichen Problemen gelitten. Seine Leiden bestünden seit diesem Unfall und hätten d azumal nicht alle behandelt werden können. Weshalb die SUVA die Leistungen dazumal abgele hnt habe, sei ihm ein Rätsel. Nach seinem Unfall habe man die Knieproblematik nur oberfl ächlich untersucht und deshalb auch nicht erwähnt. Es sei ihm nicht verständlich, weshalb es nu nmehr zu einer erneuten Ablehnung der Leistungspflicht gekommen sei, obschon seine Ärzte be stätigen würden, dass ein Zusam- menhang zwischen seinen Beschwerden und dem am 21. Septe mber 2010 erlittenen Unfall bestehe. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2015 auf Abweisung der Beschwer- de. Mit Replik vom 29. August 2016 reichte der Beschwerd eführer diverse weitere Unterlagen und Arztberichte zu den Akten. Die Beschwerdegegnerin v erzichtete mit Eingabe vom 8. Sep- tember 2016 auf die Einreichung einer Duplik. Auf die einzelnen Vorbringen der beiden Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 A bs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser liegt im vorliegen den Fall in E.____. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Vorab zu klären ist, was Streitgegenstand der Beschwe rde bildet. Die SUVA stellt sich in ihrer Vernehmlassung auf den Standpunkt, dass ihr Schreiben vom 7. Oktober 2011, mit wel- chem sie ihre Leistungspflicht für die geklagten Rückenbesch werden formlos abgelehnt hatte, eine faktische, mittlerweile rechtskräftige Verfügung d arstelle. Wie es sich damit verhält kann vorliegend jedoch aus nachstehenden Gründen offen bleiben. 1.3 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind j ene Rechtsverhältnisse zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörd e vorgängig verbindlich Stellung ge- nommen hat. Insoweit bestimmen die vorinstanzliche Verf ügung bzw. der vorinstanzliche Ein- spracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Streitgegen- stand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspfleg e im Unfallversicherungsrecht ist mit anderen Worten jenes Rechtsverhältnis, das Gegensta nd des angefochtenen Einsprache- entscheids bzw. der Verfügung des Versicherungsträgers bildet, und zwar in dem Ausmass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den Parteianträg en des Beschwerdeverfahrens noch streitig ist (F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 46; BGE 125 V 414 f. E. 1b). 1.4 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahr ens bildet der Einspracheent- scheid der SUVA vom 12. Mai 2016. In ihrer diesem Ein spracheentscheid vorangehenden Ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügung vom 3. September 2015 hat die SUVA den rechtse rheblichen Kausalzusammenhang nicht nur in Bezug auf die geklagten Beschwerden des rech ten Kniegelenks und des linken Ell- bogens, sondern auch hinsichtlich der bestehenden Rückenbeschwerden des Versicherten ver- neint. Obschon sie in ihrem Einspracheentscheid vom 12. Mai 2016 nicht mehr ausdrücklich auf die Rückenbeschwerden Bezug nimmt, hat sie die Ablehnung ihrer Leistungen hinsichtlich der Rückenbeschwerden aber implizit bestätigt, indem sie die g egen ihre Verfügung vom 3. September 2015 erhobene Einsprache vollumfänglich ab gewiesen hat (vgl. a.a.O., Ziffer 5). Unabhängig von der Frage, ob die formlose Leistungsab lehnung vom 7. Oktober 2011 in Rechtskraft erwachsen ist, hat die SUVA die Frage nach e inem rechtserheblichen Kausalzu- sammenhang mithin auch hinsichtlich der Rückenbeschwerden wieder zum Prozessthema ge- macht. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Besch werde ist somit auch in Bezug auf die von der SUVA abgelehnte Leistungspflicht im Zusammenhan g mit den geklagten Rückenbe- schwerden des Versicherten einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die SUVA dem Versiche rten Leistungen nach dem Bun- desgesetz über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) zu entrichten hat und in die- sem Zusammenhang, ob zwischen dem Unfallereignis vom 21 . September 2010 und den dar- aus resultierenden Beschwerden im Bereich des Rückens, des linken Ellbogens und des rech- ten Kniegelenks ein rechtserheblicher Kausalzusammenhang gegeben ist. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall versicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistung spflicht eines Unfallversicherers ge- mäss UVG setzt allerdings stets voraus, dass zwischen dem versiche rten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der einge- tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend d ieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das schädigende Ereig- nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche od er geistige Integrität der versicher- ten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. 2.2 Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 hält fest, dass Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt werden. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern e iner vermeintlich geheilten Krank- heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähig- keit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein schei nbar geheiltes Leiden im Verlaufe län- gerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem völlig anders gear- teten Krankheitsbild führen können ( BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2). Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfaller- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachte n Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigu ng ebenfalls ein (natürlicher und adä- quater) Kausalzusammenhang besteht (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). 2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversiche rers erst, wenn der Unfall nicht die na- türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darst ellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich n ach dem schicksalsmässigen Verlauf ei- nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326, U 180/93 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheit sschadens mit dem im Sozialversi- cherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwieg enden Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursä chlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufheb ende Tatsache handelt, liegt die Be- weislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegr ündender natürlicher Kausalzusam- menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 8C_354/2007, E. 2.2). Der B eweis des Wegfalls des natürlichen Kau- salzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfre mder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den n egativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt und die versicherte Person nunmehr bei voller Ge- sundheit ist. Entscheidend ist allein, ob die unfallbed ingten Ursachen des Gesundheitsscha- dens ihre kausale Bedeutung verloren haben und wegge fallen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 E. 2). 3.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Be- hörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweis- würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkei t eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, d ie es von allen möglichen Geschehen- sabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen). 3.2 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 3.3 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheide nd, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet si nd (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4.1 Was zunächst die Beschwerden des Versicherten am rechte n Kniegelenk betrifft, stellt sich die SUVA im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. Mai 2016 auf den Standpunkt, dass sich trotz aller ärztlicher Untersuchungen in Bezug a uf den am 21. September 2010 erlit- tenen Unfall keine Verletzungen objektivieren lassen. D er Beschwerdeführer vertritt demgegen- über die Auffassung, dass seine Knieproblematik ursprünglich nur oberflächlich untersucht wor- den und deshalb unerwähnt geblieben sei. Diese Behaup tung ist nicht plausibel. Dem am Un- falltag erstellten Konsultationsbericht der Spitals C.__ __ vom 21. September 2010 ist zu ent- nehmen, dass sich der Versicherte nur eine Kontusion der LWS und der rechten, bzw. (recte) der linken Flanke zugezogen hat (SUVA Akt 5 und 89). Ne bst leichten Schmerzen im rechten Handgelenk und leichten Kopfschmerzen sind jedenfalls ke ine echtzeitliche Verletzungen do- kumentiert, welche die offenbar durch den Versicherten s elbst erst im Jahre 2015 nachträglich geltend gemachten Kniebeschwerden rechts erklären könnten (SUVA Akt 44; Beschwerdebe- gründung, ad Ziffer D.). Ebenso geht sowohl aus der Schadenmeldung UVG vom 24. Septem- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ber 2010 als auch aus der Rückfallmeldung vom 16. Sept ember 2011 lediglich hervor, dass der Versicherte beim Ausrichten der Belagsfräse ausgerutscht, auf den Rücken gestürzt ist und sich dabei den Rücken geprellt hat (SUVA Akt 1 und 7). Dass eine allfällige Knieverletzung bisher vollständig unerwähnt geblieben ist, erweist sich auch de shalb als wenig nachvollziehbar, weil der Beschwerdeführer den Akten zufolge während rund viereinhalb Jahren gegenüber den übri- gen Ärzten nie Kniebeschwerden beklagt hat. Ausserdem wa r er gemäss den Eintragungen im Unfallschein UVG vom 25. Oktober 2010 in der Lage, sein e körperliche anspruchsvolle Arbeit als Strassenbauer rund einen Monat nach dem fraglichen Unfall wieder vollständig aufzuneh- men (SUVA Akt 6 und 64). Abweichend zu der im Operationsbericht der Klinik F.__ __ vom 26. August 2015 genannten Indikation sind allfällige Knieprobleme erst im Jahre 2 015 von Dr. med. D.____, FMH Orthopä- dische Chirurgie und Traumatologie, dokumentiert word en. In seinem Bericht vom 22. Januar 2015 zeigt sich Dr. D.____ davon überzeugt, dass die diagnostizierte Meniskusläsion durch den Unfall am 21. September 2010 verursacht worden sei (S UVA Akt 43). Diese ohne jegliche Be- gründung und ohne Kenntnis der Vorakten erhobene Diagnose vermag nicht zu überzeugen, da Dr. D.____ in seinem nachfolgenden Bericht vom 4. Juni 2015 nur noch einen Verdacht auf eine luxierte Meniskusläsion beschreibt, deren Ursache auch a uf eine chronische und mithin degenerative Instabilität des rechten Knies zurückzuführen ist (SUVA Akt 68). Wenn Dr. D.____ in seinem anschliessenden Bericht vom 6. Juli 2015 wieder davon ausgeht, dass es sich bei dem diagnostizierten Meniskusriss eindeutig um ein Unfallg eschehen handelt (SUVA Akt 69), vermag dies nichts daran zu ändern, dass ein Kausalzusammen hang mit dem hier zur Debatte stehenden Ereignis vom 21. September 2010 nur eine mög liche These darstellt, die gerade nicht überwiegend wahrscheinlich dargetan ist. Es tritt h inzu, dass der Versicherte anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Mai 2015 selbst ange geben hat, die ausgeprägten Beschwerden am rechten Kniegelenk seien erst in letzter Zeit vorhanden (SUVA Akt 61). Ge- genüber dem Hausarzt im August 2012 hatte der Versicher te jedenfalls noch keine Knieproble- me zu beklagen (SUVA Akt 104). Wenn der Beschwerdeführe r nunmehr ausführt, er hätte seit seinem Unfall vom 21. September 2010 schon immer an entsprechenden Problemen im rechten Knie gelitten, so kann dies durch die vorliegenden Ak ten jedenfalls nicht belegt werden. Die Kausalität zwischen den geklagten Kniebeschwerden und dem Unfallereignis vom 21. September 2010 ist unter diesen Umständen nicht erwiesen. 4.2 Der Beschwerdeführer macht weiter sinngemäss geltend, die mittlerweile operativ ver- sorgten Beschwerden am linken Ellbogen seien ebenfalls d urch das Unfallereignis vom 21. September 2010 verursacht worden. Auch dieser Auff assung kann nicht gefolgt werden. Der linke Ellbogen war beim Unfall vom 21. September 2010 nachweislich nicht betroffen (SUVA Akt 1). Echtzeitlich beklagt worden waren dazumal einzig leichte Beschwerden am rech- ten Handgelenk (SUVA Akt 5 und 89). Beschwerden am linken Ellbogen in Form eines dringen- den Verdachts auf ein Sulcus-ulnaris-Syndrom sind erstmal s rund ein Jahr nach dem erlittenen Unfallereignis durch das Bethesda Spital dokumentiert worden (SUVA Akt 11). Zuvor war der Versicherte bis Ende August 2011 während rund eines Jahres als Strassenbauer vollumfänglich arbeitsfähig (SUVA Akt 16). Aus der Tatsache alleine, dass sich der Versicherte in der Folge einer operativen Ulnarisvorverlagerung unterziehen musste, lassen sich die Beschwerden am Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht linken Ellenbogen jedoch nicht auf das am 21. Septembe r 2010 erlittene Unfallereignis zurück- führen. Die lange Latenzzeit bis zum erstmaligen Auftre ten entsprechender Beschwerden spricht klarerweise auch hier gegen einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammen- hang. Anders zu entscheiden hiesse, die Kausalität lediglich damit zu begründen, dass der Ver- sicherte vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen wäre. Rechtsprechungsgemäss ist eine solche reine "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation beweisr echtlich jedoch unzulässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2010 vom 22. Juni 2010, E. 4.1 mi t weiteren Hinweisen). Es tritt hinzu, dass anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Mai 201 5 am linken Ellbogen reizlose Verhältnisse festgestellt und objektiv weder eine Beweg ungseinschränkung noch subjektiv ent- sprechende Beschwerden erhoben werden konnten (SUVA Akt 61). Sofern allfällige Beschwer- den aktuell überhaupt noch vorhanden sind, bestehen in den gesamten Akten jedenfalls keine Hinweise, dass diese auf den erlittenen Unfall im Septe mber 2010 zurückzuführen sind. Die Ablehnung der Leistungspflicht auch hinsichtlich der Be schwerden am linken Ellbogen erweist sich unter diesen Umständen als nachvollziehbar und schlüssig. 4.3.1 Zu prüfen bleibt, ob zwischen dem Unfallereignis vom 21. September 2010 und den Rückenbeschwerden des Versicherten ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Aufgrund der in den medizinischen Akten erwähnten Untersuchungen steht fest, dass der Beschwerde- führer bereits vor seinem Unfall erhebliche degenerati ve Veränderungen an der Wirbelsäule aufgewiesen hat. So konnte gemäss MRT-Befund (SUVA Akt 48) am 21. September 2010 an der LWS eine vorbestehende Osteochondrose mit spondylop hytären Abstützungsreaktionen erhoben werden. Aktenkundig ist sodann ein bereits 2008 erfolgter Eingriff an der Halswirbel- säule (HWS), wonach der Versicherte wegen einer zervikalen Diskushernie auf Höhe C5/6 ope- riert worden war (SUVA Akt 11). Schliesslich erhellt a us dem Bericht des Spitals G.____ vom 11. April 2013, dass sich an der HWS ein chronisches Zervi kalsyndrom bei Status nach ventra- ler Fusion C5/6 und an der LWS eine schwere Osteochond rose L1/2 erheben lasse (SUVA Akt 89, S. 31 ff.). 4.3.2 Trotz Vorbestehens dieser degenerativen und damit unfallfremden Veränderungen an der Wirbelsäule zieht der Beschwerdeführer nunmehr den Schluss, das am 21. September 2010 erlittene Unfallereignis sei für die seither erneut eingetretenen Beschwerden ursächlich. Er argumentiert sinngemäss, sein Vorzustand habe durch diesen Unfall eine richtunggebende Verschlimmerung erfahren. Dieser Auffassung ist entgegen zu halten, dass die unfallbedingte Verschlimmerung einer vorbestehenden Wirbelsäulenerkran kung rechtsprechungsgemäss nur unter bestimmten Voraussetzungen als richtunggebend zu b etrachten ist (SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, E. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen). Das Erreiche n des Status quo sine bei posttraumati- schen Lumbalgien und Lumboischialgien kann nach dem med izinischen Wissensstand innert drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine a llfällige richtunggebende Verschlimme- rung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der a ltersüblichen Progression abheben muss. Eine solche traumatische Verschlimmerung eines klinisc h stummen degenerativen Vor- zustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel wiederum nach sechs bis neun Monaten, spätes- tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Eidgenössischen Versi- cherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2008: Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] U 354/04 vom 11. April 2005, E. 2.2, mit Hinweisen auch auf die medizinische Literatur). In Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zug speziell auf Diskushernien entspricht es zudem einer m edizinischen Erfahrungstatsache, dass diese praktisch alle durch degenerative Bandscheibenver änderungen entstehen. Ein Un- fallereignis fällt nur ausnahmsweise als eigentliche U rsache in Betracht. Als unfallbedingt kann eine Diskushernie dann betrachtet werden, wenn das Unfa llereignis von besonderer Schwere sowie geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe h erbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie in Form eines vertebralen oder radikulären Syndroms unverzüglich aufgetreten sind. Nur dann hat die Unfallversicherung auch für Rezidi ve und allfällige Operationen aufzu- kommen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a, U 138/99, mit Hinweis auf das nicht veröffentlich- te Urteil U 159/95 vom 26. August 1996, E. 1b, und medizinische Literatur; ebenso Urteil 8C_213/2008 vom 9. Juni 2008). Ist die Diskushernie hinge gen bei einem degenerativen Vor- zustand durch den Unfall nur aktiviert worden, so hat d ie Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehend e Schmerzsyndrom zu erbringen. Dies ist dann der Fall, wenn die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitgehend) verursacht worden ist (Urteil 8C_956/2011 vom 20. Juni 2012 E. 4.2 mit Hinwei- sen). 4.3.3 Anlässlich seines Unfalls vom 21. September 2010 ha t sich der Versicherte nebst einer Kontusion der linken Körperflanke keine zusätzlichen, ob jektivierbaren Verletzungen am Rumpf und insbesondere auch nicht an der Wirbelsäule zugezo gen. Aus den vorliegenden medizini- schen Unterlagen geht hervor, dass nach dem fraglichen Er eignis hinsichtlich des Rückens ins- besondere weder strukturelle Läsionen noch allfällige radikuläre Symptome erhoben werden konnten (SUVA Akt 5, 48, 89, S. 2 und 100). Es ist desh alb in Übereinstimmung mit den kreis- ärztlichen Beurteilungen vom 6. Oktober 2011 und vom 7. Mai 2015 (SUVA Akt 61 und 101, S. 22) davon auszugehen, dass der fragliche Unfall im B ereich der HWS und LWS zu einer vo- rübergehenden Verschlechterung des unfallfremden Vorzus tandes geführt hat, dieser Unfall jedoch bereits im Zeitpunkt der Rückfallmeldung vom 16. September 2011 (SUVA Akt 7) keine ursächliche Rolle mehr gespielt hat, sondern dessen Folg en im Sinne der soeben dargelegten Erfahrungstatsache (oben, Erwägung 4.3.2) bereits wiede r abgeklungen waren. Die gegenteili- ge Auffassung des Beschwerdeführers, eine richtunggebend e Verschlimmerung erlitten zu ha- ben, widerspricht der normativen Erfahrungstatsache, wie sie das Bundesgericht in beständiger Rechtsprechung geprägt hat. Danach müsste eine allfäl lige richtunggebende Verschlimmerung bildgebend ausgewiesen sein und sich damit von der alt ersüblichen Progression abheben (oben, Erwägung 2.3 a.E.). Dies aber ist aufgrund der erwähnten medizinischen Akten zu ver- neinen. Daran ändert auch nichts, dass die Hausärztin des Versicherten kurz vor der Rückfall- meldung vom 16. September 2011 bestätigt hat, dass sich die aktuellen Rückenbeschwerden am ehesten als Folge des Unfallereignisses im September 2010 erklären liessen (SUVA Akt 89, S. 5). Diese Aussage ist nicht näher begründet worden. Sie vermag daher nicht zu überzeugen, zumal sich anlässlich der rund ein halbes Jahr später durch geführten Abklärung in der Reha weiterhin keine Hinweise auf ein radikuläres Ausfallsyndr om oder sonstige Defizite neurologi- scher Natur ergeben haben (SUVA Akt 89, S. 14). Auch de r behandelnde Rheumatologe hat die geklagten Beschwerden an der LWS im November 2012 primär auf degenerative Verände- rungen zurückgeführt (SUVA Akt 89, S. 22). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Versi- cherte im März 2012 von der Reha selbst für schwere Arb eiten als weiterhin vollständig arbeits- fähig eingeschätzt worden war (vgl. SUVA Akt 89, S. 16 ). Damit aber fehlt es auch an Brücken- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht symptomen, wie sie für die Anerkennung einer Leistungspfl icht des Unfallversicherers bei ei- nem allfälligen Rückfall rechtsprechungsgemäss vorausgese tzt sind (Urteil S. des EVG vom 29. Oktober 2002, U 22/01, E. 5.1). 4.3.4 Rechtsprechungsgemäss kann auf die Berichte versich erungsinterner Ärzte abgestellt werden, wenn keine Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471, E. 4.7). Solche Zweifel liegen hier keine vor. Die in der kreisärztlichen Unter- suchung insbesondere vom 7. Mai 2015 und auch in den ü brigen Berichten der behandelnden Fachärzte beschriebene degenerative Entwicklung der Beschwe rden entspricht den Erfah- rungswerten bei posttraumatisch ausgelösten Rückenbeschwerden. Daran vermag insbesonde- re auch nichts zu ändern, dass sich der Beschwerdeführer in d en Jahren 2013 und 2015 wie- derholt einer Rückenoperation unterziehen musste. Im vor liegenden Fall bestehen keine An- haltspunkte, dass die durch den im September 2010 erlit tenen Unfall verursachte Einwirkung auf die Wirbelsäule des Versicherten - entgegen der all gemeinen medizinischen Erfahrungstat- sache - eine bis heute andauernde und mithin kausale S chädigung verursacht hätte. Der Ein- wand des Beschwerdeführers, dass er noch immer Schmerzen hab e, vermag zu keiner ande- ren Beurteilung zu führen. Dadurch alleine ist nicht erstellt, dass die aktuell noch geklagten Be- schwerden auf einen traumatisch bedingten Schaden anlässl ich des Unfalls vom September 2010 zurückzuführen sind. Den natürlichen Kausalzusammenhang allein mit der Argumentation zu bejahen, dass der Versicherte zuvor nicht an entspreche nden Beschwerden gelitten habe, liefe auch hier auf eine unzulässige Beweisformel "po st ergo propter hoc" hinaus (oben, Erwä- gung 4.2 hiervor). Auch eine allfällige ergänzende, gu tachterliche Untersuchung würde in die- sem Zusammenhang zu keinen neuen Erkenntnissen führen, da der Gesundheitszustand im Unfallzeitpunkt und seine nachfolgende Entwicklung zu beu rteilen wäre. Dies könnte nur an- hand der ohnehin bereits vorliegenden Akten geschehen. Auf eine ergänzende Abklärung der medizinischen Verhältnisse ist daher in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten. 4.4 Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die SUV A hinsichtlich der strittigen Leistungseinstellung auf die versicherungsmedizinische Beurte ilung ihres Kreisarztes vom 7. Mai 2015 abgestellt hat (SUVA Akt 61). Dieser im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholte Bericht setzt sich mit allen bei den Akten lieg enden medizinischen Unterlagen ausei- nander und vermittelt ein umfassendes Bild über die re levanten Umstände des Gesundheitszu- stands des Versicherten. Die darin erwähnten Befunde de cken sich mit dem in den übrigen Ak- ten dokumentierten medizinischen Vorzustand. Es muss deshalb sein Bewenden damit haben, dass durch den Unfall im September 2010 lediglich eine vorübergehende Akzentuierung in Form einer symptomatisierenden Aktivierung bereits vorbes tehender, degenerativer Befunde ausgelöst wurde, die Kriterien für eine traumatische Schädigung der LWS oder der HWS und damit für eine eigentliche Verschlimmerung eines zuvor kl inisch stummen degenerativen Vor- zustandes hingegen nicht erfüllt ist. Den aufgezeigten medizinischen Unterlagen ist vielmehr überzeugend zu entnehmen, dass der Status quo ante vel si ne mittlerweile längst erreicht ist. Stehen somit nicht nur die Rückenbeschwerden des Versicherten, sondern auch die Beschwer- den am linken Knie und am rechten Ellbogen in keinem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem im September 2010 erlittenen Unfall, hat die SU VA ihre Leistungspflicht hierfür zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis demnach abzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht