B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5865/2011 U r t e i l v o m 3 1 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Gerichtsschreiber Daniel Stufetti, Richterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien A._______, (wohnhaft im Kosovo) vertreten durch Franklin Sedaj, Rechtsanwalt, XZ-10010 Prishtinë, ohne Zustelldomizil in der Schweiz, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Vorinstanz. Gegenstand Waisenrente; Einspracheentscheid der SAK vom 4. Oktober 2011. C-5865/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Am […] August 2003 verstarb B._______. Mit Verfügung vom 31. März 2004 sprach die Schweizerische Ausgleichskasse SAK seiner Witwe C._______ rückwirkend ab 1. September 2003 eine Witwenrente zu. Zugleich sprach die SAK seinem Sohn A._______ (geboren […] Mai 1986, nachfolgend Beschwerdeführer) und dessen zwei Brüdern D._______ und E._______ rückwirkend ab 1. September 2003 je eine Waisenrente zu (vgl. Akten der SAK/1 Seiten 8, 12 17, SAK/6). A.b Mit Verfügung vom 28. Januar 2011 stellte die SAK die Kinderrente (recte: Waisenrente [vgl. SAK/43]) des Bes chwerdeführers per 30. Juni 2010 ein (SAK/39). Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Ei n- spracheentscheid vom 4. Oktober 2011 ab (SAK/40 S. 1 f., SAK/43). B. B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Beschwerdeführer am 20. Oktober 2011 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Er b e- antragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben , es sei ihm – unter Nachzahlung von 4 % Zinsen – eine Waisenrente nach dem 30. Juni 2010 zuzusprechen, und die Vorinstanz sei dazu zu verpflichten, ihm eine Pa rteientschädigung von Fr. 500.- zu bezahlen und die Kosten des aussergerichtlichen und gerichtlichen Verfahrens zu tragen. B.b Mit Verfügung vom 28. Oktober 2011 – auf diplomatischem Weg am 12. November 2011 eröffnet – forderte das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer auf, innert 30 Tagen nach Empfang ein Zustelld o- mizil in der Schweiz anzugebe n, andernfalls künftige Anordnungen und Entscheide im vorliegenden Verfahren durch Publikation im Bundesblatt eröffnet würden (vgl. act. 2-4, 8.1 der Beschwerdeakten). B.c Am 12. November 2011 erklärte der rubrizierte Vertreter des Be- schwerdeführers, dass kein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnet werden könne. B.d Mit Vernehmlassung vom 29. Dezember 2011 beantragte die SAK die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheen t- scheids vom 4. Oktober 2011 und der Verfügung vom 28. Januar 2011. C-5865/2011 Seite 3 B.e Mit Verfügung vom 6. Januar 2012 räumte das Bundesverwaltung s- gericht dem Beschwerdeführer ab Veröffentlichung im Bundesblatt (erfolgt am 24. Januar 2012) eine Frist von 30 Tagen ein, um die Akten einzus e- hen und eine Replik und entsprechende Beweismittel einzureichen. B.f Mit Verfügung vom 5. März 2012 (publiziert im Bundesblatt am 13. März 2012) schloss das Bundesverwaltungsgericht den Schrifte n- wechsel. C. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterl a- gen wird – soweit erforderlich – in den na chfolgenden Erwägungen ei n- gegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85 bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AVHG, SR 831.10) beurteilt das Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verf ü- gungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) auf die im ersten Teil geregelte Alters - und Hinterlassenenver- sicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abwe i- chung vom ATSG vorsieht. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsve r- fahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Aufgrund von Art. 3 Bst. d bis VwVG findet das VwVG keine Anwendung auf das Verfahren in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG anwendbar ist. Mangels abweichender Bestimmungen im VwVG und ATSG erfolgt insbesondere die Eröffnung von Verfügungen und Urteilen des Bundesverwaltungsg erichts durch Publikation im Bu n- desblatt, wenn die Partei – wie vorliegend der Beschwerdeführer – ent-C-5865/2011 Seite 4 gegen Art. 11b Abs. 1 VwVG kein Zustelldomizil in der Schweiz bezeic h- net hat. 1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einspracheen t- scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufh e- bung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerde- legitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwer- de einzutreten. 2. 2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheides (hier: 4. Oktober 2011) eingetr e- tenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegen - stand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.2 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejen igen Rechts- sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung hatten (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Lei s- tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bi s- herigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). 2.3 Der verstorbene Vater des Beschwerdeführers war und der B e- schwerdeführer ist kosovarischer Staatsangehöriger (vgl. SAK/1 S. 1 -4 und 16, SAK/12 S. 2 f.). Da das Abkommen zwischen der Schwei zeri- schen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1 im Fo l- genden: Abkommen) auch nach dem 1. April 2010 auf Bürger von Kosovo anwendbar ist (vgl. das inzwischen rechtskräfti ge Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4828/2010 vom 7. März 2011, mehrfach vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt, z.B. in den Urteilen C-6629/2010 vom 22. Dezember 2011 und C -501/2011 vom 13. Februar 2012), findet es auch vorliegend Anwendung . Gemäss den Bestimmun- gen des Abkommens bestimmt sich die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leistungen der schweizerischen AHV (z.B. eine Wa i- senrente) besteht, soweit dieser Staatsvertrag keine abweichende Reg e-C-5865/2011 Seite 5 lung enthält, allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. Art. 1, 2 und 4 des Abkommens sowie Ziffern 2 und 3 des dazugehörigen Schlussprotokolls; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -257/2012 E. 2.3). 3. 3.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine weitere Ausrichtung ein er Waisenrente ab 1. Juli 2010. 3.2 Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist, haben Anspruch auf ei- ne Waisenrente (Art. 25 Abs. 1, erster Satz AHVG). Der Anspruch auf die Waisenrente entsteht am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats. Er erlischt mit der Vollendung des 18. Altersjah- res oder mit dem Tod der Waise (Art. 25 Abs. 4 AHVG). Für Kinder, die noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis zu deren A b- schluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr. Der Bundesrat kann festlegen, was als Ausbildung gilt (Art. 25 Abs. 5 AHVG); er hat von dieser Befugnis jedoch keinen Gebrauch gemacht (vgl. Urteil des Bu n- desgerichts [I 546/01] vom 27. Februar 20 02 E. 1b; Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts C-6567/2009 vom 17. September 2010 E. 4.3). 3.3 Der gesetzliche Begriff der Ausbildung kann verstanden werden im Sinne der beruflichen Ausbildung; andererseits geht es um Ausbildung aber auch dort, wo entweder zum vornherein kein spezieller Berufsa b- schluss beabsichtigt und nur die Ausübung des betreffenden Berufes a n- gestrebt wird oder wo es sich um eine Ausbildung handelt, die vorerst nicht einem speziellen Beruf dient. Unter allen Umständen ist eine syst e- matische Vorbereitung auf eines der genannten Ziele hin erforderlich, und zwar auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumi n- dest faktisch anerkannten (üblichen) Lehrganges. In allen Fällen muss sich sodann die strittige Vorkehr in dem von der Recht sprechung u m- schriebenen Masse auf die Erwerbseinkünfte auswirken. Eine systemat i- sche Ausbildung verlangt, dass die betreffende Person die Ausbildung mit dem ihr objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist erfolgreich hinter sich zu bringen. Dabei setzt die Ausbildung den Willen voraus, einem im Voraus festgelegten Programm zu folgen, und die Absicht, dieses zu Ende zu führen (vgl. UELI KIESER, Alters- und Hin- terlassenenversicherung, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum S o- zialversicherungsrecht, Erwin Murer/Hans -Ulrich Stauffer [Hrsg.], Z ü-C-5865/2011 Seite 6 rich/Basel/Genf 2005, 2. Aufl., Art. 25 Rz. 6 mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -6567/2009 vom 17. September 2010 E. 4.3). 4. 4.1 Unbestritten ist vorliegend, dass Anspruch au f eine weitere Ausric h- tung der Waisenrente besteht, sofern der Beschwerdeführer sich im massgebenden Zeitpunkt noch in Ausbildung befand und er sich dieser Ausbildung mit dem notwendigen und ihm zumutbaren Einsatz und Willen widmete. Die SAK bestreitet auch nicht, dass das ordnungsgemässe Stu- dium an der w irtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität F._______ (in G._______, Kosovo; nachfolgend Universität) geeignet ist, eine anspruchsbegründende Ausbildung darzustellen , und dass der B e- schwerdeführer ab dem akademischen Jahr 2006/2007 bis zum akad e- mischen Jahr 2010/2011 dieses Studium besuchte. 4.2 Die SAK macht hingegen geltend, dass angesichts des Studienver- laufs nicht davon ausgegangen werden könne, dass der Beschwerdefüh- rer seine Ausbildung mit dem o bjektiv zumutbaren Einsatz betrieben h a- be, um diese innert nützlicher Frist hinter sich zu bringen. Ansonsten hä t- te er diese im Juni 2009 abgeschlossen , was er nicht getan habe . In der Verfügung vom 28. Januar 2011 stellte die SAK fest, dass der Beschwer- deführer das letzte Studienjahr bereits ein zweites Mal wiederhole, aber nur eine einmalige Wiederholung der selben Ausbildungsstufe akzeptiert werden könne (SAK/39). Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass der ordnungsgemässe Studienabschluss per Ende des akademischen Jahres 2008/2009 hätte erfolgen müssen und nicht erfolgt ist und er im Schuljahr 2010/2011 immer noch das 3. Studienjahr besuchte. 4.3 In den Akten finden sich zunächst zwei Schulbescheinigungen (eine davon auch in einer Übersetzung) , wonach de r Beschwerdeführer im Schuljahr 2003/2004 die dritte und im Schuljahr 2004/2005 die vierte und letzte Klasse der Landwirtschaftsmittelschule " H._______" I._______ be- sucht hat (SAK/9 = SAK/10 = SAK/11; SAK/1 S. 18). Ob bzw. wann er diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, ist aus den Akten hing e- gen nicht ersichtlich. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, was der Beschwerd e- führer während des Schuljahres 2005/2006 getan hat. C-5865/2011 Seite 7 4.4 4.4.1 In den Akten finden sich weiter 13 Studienb escheinigungen (jeweils im Original auf Albanisch sowie in deutscher Übersetzung) , aus welchen hervorgeht, dass der Beschwerdeführer in den akademischen Jahren 2006/2007 bis 2010/2011 an der w irtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität F._______ als ordentlicher Student regi striert war und dass das ordentliche Studium drei Jahre bzw. sechs Semester dauert und innerhalb der doppelten Studienzeit absolvier t werden muss (vgl. z.B. SAK/34). Bei ordnungsgemässer Absolvierung des Studiums hätte der Beschwerdeführer dieses somit per Ende des akademischen Jahres 2008/2009 abgeschlossen, was er aber nicht getan hat. 4.4.2 Die Studienbescheinigungen weisen allerdings in mehrfacher Hi n- sicht Ungereimtheiten auf. 4.4.3 Aus vier Studienbescheinigungen geht hervor, dass der Beschwe r- deführer im akademischen Jahr 2006/2007 für das erste Studienjahr (ers- tes und zweites Studiensemester) registriert war (SAK/16/ S. 2 f., SAK/22 S. 4 f., SAK/23 S. 3 f., SAK/25 S. 3 f.). 4.4.4 Gemäss der Bescheinigung vom 22. August 2007 (SAK/25 S. 1 f.) hat der Beschwerdeführer im ersten Studienjahr nur 1 von 9 Prüfungen abgelegt, und es wurden ihm von den 60 für den Abschluss des ersten Studienjahres notwendigen ECTS Credit Points (European Credit Trans- fer and Accumulation System) lediglich 6 zugesprochen. Obwohl er das erste Studienjahr somit nicht erfolgreich abgeschlossen hat, war er g e- mäss den Bescheinigungen vom 22. August 2007, 18. Oktober 2007 und 17. Januar 2008 (SAK/27 f.) im akademischen Jahr 2007/2008 für das dritte Semester registriert. 4.4.5 Gemäss den Bescheinigungen vom 3. Oktober 2008 und 28. Januar 2009 (SAK/29 f.) war der Beschwerdeführer im akademischen Jahr 2008/2009 für das fünfte Semester registriert. 4.4.6 Gemäss den Bescheinigungen vom 15. Oktober 2009 und 22. J a- nuar 2010 (SAK/34 f.) war er auch im akademischen Jahr 2009/2010 im fünften Semester registriert. 4.4.7 Gemäss den Bescheinigungen vom 15. Oktober 2010 (SAK/37) war der Beschwerdeführer im akademischen Jahr 2009/2010 für das sechste Semester registriert . Gemäss der Bescheinigung vom 5. Januar 2011 C-5865/2011 Seite 8 (SAK/38 = SAK/40 S. 7) war er auch im akademischen Jahr 2010/2011 für das sechste Semester registriert. 4.5 Angesichts dieser Unstimmigkeiten hat die SAK den Vertreter des Beschwerdeführers zu Recht im Rahmen des Einspracheverfahrens mit Schreiben vom 8. August 201 1 dazu aufgefordert, Kopien der Zeugnisse für alle besuchten Semester einzureichen, aus welchen die Noten und die bestandenen und nicht bestandenen Fächer ersichtlich sind, sowie Ko- pien der Stundenpläne für die akademischen Jahre 2008/2009, 2009/2010 und 2010/2011 (SAK/41). Diese Aufforderung wurde dem Ver- treter des Beschwerdeführers am 19. August 2011 zugestellt (vgl. SAK/42). Er hat jedoch weder innerhalb der von der SAK dafür angeset z- ten Frist (d.h. bis zum 5. September 2011) noch bis zum Erlass des ange- fochtenen Einspracheentscheids weiter e Unterlagen eingereicht. Im Ei n- spracheentscheid führte die SAK aus, dass angesichts der eingereichten Studienbescheinigungen davon auszugehen sei, dass der Beschwerd e- führer sein Studium nicht mit dem verlangten objektiv zumutbaren Einsatz betrieben habe. Dennoch reichte der Beschwerdeführer weder mit der Beschwerde noch im weiteren Beschwerdeverlauf zusätzliche Unterlagen betreffend das umstrittene Studium , insbesondere die von der SAK im Rahmen des Einspracheverfahrens angeforderten Dokumente, zu den Akten. Er legte auch seinen Studienverlauf nicht substantiiert dar und be- gründete nicht, weshalb dieser in welchen Punkten vom Regelstudium abwich bzw. wie die aufgezeigten Widersprüche zu erklären bzw. aufz u- lösen seien. 4.6 Zur Begründung dafür, weshalb er sein Studium nicht ordnungsg e- mäss per Ende des Studienjahres 2008/2009 absolviert habe bzw. we s- halb er im akademischen Jahr 2010/2011 immer noch im dritten Studie n- jahr sei bzw. dieses wiederholen müsse, führt der Beschwerdefü hrer (le- diglich) Folgendes aus : Er sei seit dem […] April 2009 sehr krank, habe sich einer Augenoperation unterziehen müssen und trage eine Augenpro- these in Form eines Glasauges. Deswegen habe er sein Studium nicht bis Juni 2009 beenden können (vgl. act. 1 , 4 und die Einsprache vom 10. März 2011 [SAK/40 S. 1 f.]). Zum Beleg reichte er einen Operationsbericht der J._______ (Dr. sci. med. K._______) vom […] April 2009 (SAK/40 S. 5 f.) zu den Akten. Dar- aus wird ersichtlich, dass der Beschwerdeführer vier Jahre zuvor nach ei- ner Verletzung des linken Auga pfels operiert worden ist, wobei die ve r- letzte Hornhaut rekonstruiert und eine posttraumatische Augentrübung C-5865/2011 Seite 9 behoben wurde. Mit der Zeit seien zusätzliche Komplikationen auf getre- ten, weshalb der Beschwerdeführer am […] April 2009 hospitalisiert und am […] April 2009 operiert worden sei. Dabei sei der linke Augapfel en t- fernt und ein Implantat aus Plexiglas (Polymethylmethacrylat, PMMA) eingesetzt worden. Der operative und postoperative Verlauf seien regulär. Der S pitalaustritt war für den 21. April 2009 vorgesehen, eine Kontrolle nach 15 Tagen. Der Beschwerdeführer wurde für einen Monat vom Unter- richtsbesuch dispensiert. Eine darüber hinausgehende (erhebliche) Ein- schränkung der Studienfähigkeit des Beschwerdeführers wird im Operati- onsbericht hingegen nicht attes tiert und vom Beschwerdeführer auch nicht substantiiert geltend gemacht oder belegt . Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nur im Frühjahr 2009 im Studium eing eschränkt war und nach der Operation während eines Monats den Unterricht nicht besuchen konnte . Dies stellt keine ausre i- chende Begründung dafür dar, dass der Beschwerdeführer das Studium auch per Ende des akademischen Jahres 2009/2010 (noch) nicht abge- schlossen hat bzw. dass er im akademischen Jahr 2010/2011 zum dritten Mal für das dritte Studienjahr registriert war. 4.7 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es gemäss den Statuten der Universität zulässig sei, das Studium innerhalb der doppelten Zei t- dauer der ordentlichen Studiendauer abzuschliessen, vorliegend also i n- nerhalb von sechs statt drei Jahren . Für die Beurteilung des Anspruchs auf eine schweizerische Waisenrente ist jedoch nicht die formell maximal zulässige Studiendauer massgebend, sondern ob die Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betrieben wird, um innert nützlicher Frist e r- folgreich abgeschlossen zu werden (vgl. oben E. 3.3 und Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts C-3062/2010 vom 13. September 2010 E. 5.3 ). Wird vom Regelverlauf des Studiums abgewichen, ist dies substantiiert zu begründen, was der Beschwerdeführer vorliegend nicht getan hat. Trotzdem hat d ie SAK dem Beschwerdeführer die Waisenrente bis zum 30. Juni 2010 ausgerichtet, mithin auch für die Dauer einer erstmaligen Wiederholung des dritten Studienjahres. 4.8 Im Übrigen hat der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 20. Ok- tober 2011 und in seiner Eingabe vom 12. November 2011 behauptet, dass er das Studium per 1. Oktober 2011 abschliessen werde, obwohl dieser Zeitpunkt bereits vergangen war. Einen entsprechenden Abschluss hat er bis zum Urteilszeitpunkt nicht belegt. C-5865/2011 Seite 10 4.9 Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer das Studium mit dem ihm objektiv zumutb a- ren Einsatz betrieben hat, um es inne rt nützlicher Frist erfolgreich abz u- schliessen. 4.10 Der vorinstanzliche Beschwerdeentscheid ist somit vollumfänglich zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen. 5. 5.1 Das Beschwerdeverfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85 bis Abs. 2 AHVG), so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 5.2 Der in der Sache unterliegende Beschwerdeführer und die obsiege n- de Vorinstanz haben keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 üb er die Kosten - und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 5.3 Das vorinstanzliche Einspracheverfahren ist kostenlos. Parteien t- schädigungen werden in der Regel nicht ausgerichtet (vgl. Art. 52 Abs. 3 ATSG). Auf den Antrag des Be schwerdeführers, der Vorinstanz seien die "aussergerichtlichen Kosten" aufzuerlegen, ist daher nicht weiter einz u- gehen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. C-5865/2011 Seite 11 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Ediktalweg; Notifikation im Bundesblatt) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzer n, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: