Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Mai 2014 (720 13 258 / 127) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision, Herabsetzung der Rente Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Bettina Brodbeck Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dieter Roth, Advokat, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.4530.6651.68) A. Der 1960 geborene A.____ war vom 1. August 1998 bis 31. Januar 2007 bei der B.____ AG als Operator Fabrikation beschäftigt. Im März 2005 meldete er sich unter Hinweis auf mehrere gesundheitliche Beeinträchtigungen erst mals bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. In der Folge klärte die IV-Stelle Basel-Landschaft die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab, wobei sie einen Invalidi- tätsgrad von 57 % ermittelte. Gestützt auf dieses E rgebnis sprach die IV-Stelle A.____ mit Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügung vom 1. Dezember 2006 eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 2007 und mit Verfügung vom 26. Januar 2007 eine halbe Invalidenrente für die Zeit vom 1. März 2005 bis 31. Dezember 2006 zu. Dagegen erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt). Er beantragte, es seien wei- tere berufliche und medizinische Abklärungen durchzuführ en und ihm eine ganze Invalidenren- te, eventualiter eine Dreiviertelsrente, zuzusprechen. Mit Urteil vom 21. Dezember 2007 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, a ls dem Versicherten vom 1. März 2005 bis 31. Oktober 2005 gestützt auf einen IV-Grad von 100 % und vom 1. November 2005 bis 31. März 2006 gestützt auf einen IV-Grad von 73 % eine ganze Invalidenrente auszurichten sei. Ab 1. April 2006 habe er gestützt auf einen IV-Grad von 57 % Anspruch auf eine halbe Rente. Der Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Mit Verfügung vom 1 5. April 2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad vo n 57 % rückwirkend ab 1. April 2006 eine halbe Rente zu. Im Juni 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein e Überprüfung des laufenden Rentenan- spruchs des Versicherten ein. Nach Abklärung der gesundheit lichen und erwerblichen Verhält- nisse sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren e rmittelte sie anhand eines Einkom- menvergleichs einen Invaliditätsgrad von 47 %. Mit Verf ügung vom 13. August 2013 setzte die IV-Stelle die bisherige halbe Rente per 1. Oktober 2013 auf eine Viertelsrente herab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Diet er Roth, am 13. September 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 13. August 2013 sei ihm weiterhin eine halbe Invalidenrente zuz usprechen. Eventualiter sei eine umfas- sende fachärztliche Begutachtung durchzuführen; unter o /e Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass sich sein Gesundheitszu stand in den letzten Monaten verschlechtert habe. Dieser entspreche in mehrerer Hinsi cht nicht mehr demjenigen zum Zeit- punkt der durch die IV-Stelle veranlassten Begutachtung durch das C.____-Institut vom 30. Ap- ril 2012. Insbesondere habe er neue Leiden im Berei ch der Knie und des Rückens entwickelt. Auch psychisch sei er erheblich stärker beeinträchtigt als zum Zeitpunkt des Gutachtens. Dazu führte er an, dass bezüglich der psychischen Situation st ärker auf die Einschätzung der behan- delnden Ärzte abzustellen sei, welche erheblich von de r Einschätzung des C.____-Gutachtens abweichen würden. Dabei hob er das Arztzeugnis von Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Inne- re Medizin, vom 13. März 2013 sowie die Berichte des Spit als F.____ vom 14. März 2013 und 13. Mai 2013 hervor. Diese würden ihm nebst der rezidi vierenden depressiven Störung eine andere, wohl narzisstische, Persönlichkeitsstörung attestier en. Des Weiteren machte er gel- tend, dass er im Rahmen des C.____-Gutachtens nicht von ei nem Herzspezialisten untersucht worden sei. Ausserdem sei unter Berücksichtigung des gesun dheitlichen Zustandes, seines Alters und Bildungsstandes das Invalideneinkommen zu hoch berechnet worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Sie hielt dabei insbesondere an der polydisziplinären Begutachtung des C.____-Instituts vom 30. April 2012 fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Replik vom 3. Februar 2014 hielt der Beschwerde führer an seinen Anträgen und Begründungen in der Beschwerdeschrift fest. Er führte weiter aus, dass aus der stationären Behandlung im Spital F.____ vom 13. September 2013 b is 15. November 2013 und dem dazu- gehörigen Austrittsbericht zu schliessen sei, dass sich sein G esundheitszustand bereits vor Erlass der IV-Verfügung vom 13. August 2013 erheblich verschlechtert habe. Weiter bringt er vor, dass das C.____-Gutachten vom 30. April 2012 einerse its eine blosse Momentaufnahme darstelle und zudem nunmehr zwei Jahre alt und somit als veraltet zu betrachten sei. E. Mit Duplik vom 2. April 2014 hielt die IV-Stelle i m Wesentlichen an ihrer Vernehmlas- sung fest. Weiter führte sie aus, dass entgegen der Ansich t des Beschwerdeführers vor Erlass der Verfügung keine Verschlechterung des Gesundheitszustan des vorgelegen habe. Dabei stützte sie sich insbesondere auf die Ausführungen von Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) beider Basel vom 21. Februar 2014 sowie auf den Austrittsbericht des Spitals F.____ vom 21. November 2013. Zudem seien in der medizinischen Darstellung des C.____-Instituts die klinische n Verläufe sowie die medizinische Vorgeschichte gewürdigt worden. Das Gutachten sei somit n icht als Momentaufnahme zu be- trachten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 13. September 2013 ist demnach einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle die halbe Rente des Beschwerdeführers ab 1. Oktober 2013 zu Recht auf eine Viertelsrente herab- gesetzt hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie e r sich bis zum Erlass der angefochte- nen Verfügung vom 13. August 2013 entwickelt hat. Diese r Zeitpunkt bildet rechtsprechungs- gemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierender psychi schen Gesundheits- beeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gest ellte Diagnose nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastende psychosozia- len Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankh eitswert zukommt. Ein invalidisie- render Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, da s die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachz ugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinwei sen). Ebenso kann auch eine Änderung der Bemessungsmethode - bei gleich gebliebenem Gesundhe itszustand und bei unveränderten erwerblichen Auswirkungen - eine erhebliche Änderung de s Invaliditätsgrads mit sich bringen (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 17 Rz. 20 mit Hin- weisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführ er mit Verfügung vom 15. April 2008 gestützt auf einen IV-Grad von 57 % eine halbe R ente zu. Im Rahmen des von der IV- Stelle im Juni 2011 von Amtes wegen eingeleiteten Re visionsverfahren, bei welchem der Sach- verhalt materiell abgeklärt und ein Einkommensvergleich durchgeführt worden war, wurde beim Beschwerdeführer ein IV-Grad von nunmehr noch 47 % er mittelt. Im vorliegenden Verfahren beurteilt sich daher die Frage, ob eine Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten halben Rente auf eine Viertelsrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhal tes, wie er im Zeitpunkt der Renten- verfügung vom 15. April 2008 bestanden hat, mit demjenigen Zeitpunkt der angefochtenen Ver- fügung vom 13. August 2013. Dies wird von den Parteien zu Recht auch nicht bestritten. 5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesund heitszustand des Beschwerde- führers und – damit einhergehend - der Grad der Arbe itsunfähigkeit des Versicherten tatsäch- lich, wie von der IV-Stelle in der angefochtenen Verf ügung vom 13. August 2013 geltend ge- macht, seit der am 15. April 2008 erfolgten Rentenzusp rache in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrad es im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.5 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellungen in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus- sagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natu r von Behandlungsauftrag des the- rapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begu tachtungsauftrag des amtlich bestell- ten fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnd en Ärzte wichtige und nicht rein subjekti- ver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte be nennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 6. Zur Beurteilung der Frage der Veränderung der ta tsächlichen Verhältnisse und des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sind die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 1 5. April 2008 auf das Urteil des Kan- tonsgerichtes. Dieses wiederum sprach dem Beschwerdeführ er ab 1. April 2006 aufgrund des polydisziplinären Gutachtens des C.____-Instituts vom 27. M ärz 2006 eine halbe Rente zu. Im Gutachten stellte das C.____-Expertenteam folgende Diag nosen mit Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit: - eine koronare 3-Ast-Erkrankung mit Hauptstammstenose - ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom - chronische Knieschmerzen - eine ängstlich gefärbte leicht bis mittelgradig depressive Episode Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss kardiologischem Konsilium vom 31. Januar 2006, geführt durch Dr. med. H.____, FMH Kardiologie, habe sich die koronare 3-Ast-Erkrankung erstm als am 3. Januar 2005 mit einem akuten infero-lateralen Myokardinfarkt manifestiert. Aktuell sei die koronare Herzkrankheit stabil und es bestehe im Alltag sowie bei der Ergometrie kein e Ischämie. Der Versicherte sei "dekon- ditioniert". Eine kurzfristige Besserung der körperliche n Leistungsfähigkeit sei aufgrund der Be- gleiterkrankungen mit Adipositas und Rückenleiden sowie Depressionen als wenig wahrschein- lich anzusehen. Aus kardiologischer Sicht sei die Arbeits fähigkeit für eine leichte körperliche Tätigkeit gegeben. Körperlich schwere wie überwiegend mittelschwere Arbeiten sowie die an- gestammte Tätigkeit seien dagegen ungeeignet. Intern istisch sei ergänzend festzuhalten, dass der Versicherte aufgrund der morbiden Adipositas multip le Folgeprobleme habe, was sich im Rahmen des Vollbildes des metabolischen Syndroms und des Sc hlafapnoe-Syndroms zeige. Das Schlafapnoe-Syndrom sei allerdings therapiert, we shalb dieses keine Auswirkungen mehr auf die Arbeitsfähigkeit habe. Desgleichen schränke die Adipositas die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Aus psychiatrischer Sicht hielt Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass der Versicherte an einer Symptomatik mit Krankheitswert leide, von welcher er sich aus freiem Willen nicht gänzlich befreien könne. Es sei zurzeit ein e leichte bis höchstens mittelgradige ängstlich gefärbte depressive Episode festzustellen. Dara us resultiere eine etwas verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, was beim Bedien en von sehr teuren Maschinen sicher ungeeignet sei. Für eine körperlich angepasste und nicht sehr hohe Anforderungen an die Kog- nition stellende Tätigkeit bestehe eine ganztägige Arb eitsfähigkeit mit einer Leistungsein- schränkung von 20 %. In der rheumatologischen Beurteilung führte der unte rsuchende Gutachter Dr. med. J.____, FMH Rheumatologie, aus, dass beim Versicherten aufgrund des chronischen lumbospondylo- genen Schmerzsyndroms bei degenerativen Veränderungen e ine deutliche verminderte Belast- barkeit der Wirbelsäule bestehe. Zudem sei die untere r echte Extremität bei beginnender Gon- ararthrose und Hinweisen auf eine Periarthropathia le icht vermindert belastbar. Dementspre- chend sei eine Ausübung der angestammten Tätigkeit de m Versicherten nicht mehr möglich. Aus Sicht des Bewegungsapparates könnten dem Versicherten körperlich leichte bis selten mit- telschwere wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben, S tossen und Ziehen von Lasten über 5 kg bis vereinzelt 10 kg ohne Einnahme von Zwangshaltun gen sowie mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen zugemutet werden. Im Rahmen des polydisziplinären Konsensus kam das C.____-Gu tachterteam zum Schluss, dass dem Versicherten die Ausübung seiner angestammten Tät igkeit nicht mehr zumutbar sei. Dagegen könne er leichte bis selten mittelschwere adapti erte Tätigkeiten ganztägig mit einer Leistungseinbusse von 20 % ausführen. Diese Einschätzung g elte seit Anfang Januar 2006. Vorher habe in psychischer Hinsicht eine Exazerbation sta ttgefunden, so dass vorübergehend ab Dezember 2004 bis Juli 2005 eine psychiatrisch begrün dete vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Von August 2005 bis Ende Dezember 2005 habe wieder eine 50%ige Arbeits- fähigkeit vorgelegen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Im Rahmen des im Juni 2011 eingeleiteten Revisionsve rfahrens holte die IV-Stelle zu- nächst Bericht beim Hausarzt des Versicherten ein. Mit ä rztlichem Zeugnis vom 29. Juni 2011 attestierte Dr. D.____ als Diagnosen mit Einfluss auf d ie Arbeitsfähigkeit eine koronare 3-Ast- Erkrankung, chronische Rückenschmerzen, eine Gonarthrose r echts, weitgehende Blindheit rechts, ein symptomatisches obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom sowie eine reaktive Depressi- on. Als Datum der letzten ambulanten Behandlung nannte er den 7. September 2009. Aufgrund der chronischen Rücken- und Knieschmerzen sowie einer teilweise medikamentös kompensier- ten Depression bestehe eine verminderte körperliche Bela stbarkeit, weshalb die bisherige Tä- tigkeit nicht mehr zumutbar sei. Eine geeignete leichte Arbeit in Teilpensum könne jedoch ver- sucht werden. 6.3 Mit Bericht vom 18. August 2011 äusserten Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der psychiatri- schen Tagesklinik F.___ den Verdacht auf eine unreife und narzistische Persönlichkeitsstörung. Weiter wurden eine Dysthymie sowie eine rezidivierende de pressive Störung, gegenwärtig re- mittiert unter antidepressiver medikamentöser Behandl ung, diagnostiziert. Eine Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt scheine auch bei aktuell remittierte r depressiver Störung nicht mehr mög- lich, da insbesondere mit weiteren depressiven Episoden un d einhergehenden längerfristigen Arbeitsausfällen gerechnet werden müsse. Eine Tätigkei t in geschütztem Rahmen zu 50 % (halbtageweise) scheine jedoch möglich. 6.4 Dr. G.____ empfahl mit Stellungnahme vom 15. Se ptember 2011, dass aufgrund der Unklarheiten in der Diagnostik und Beurteilung, sowohl aus psychiatrischer wie auch aus soma- tischer Sicht, eine C.____-Verlaufsbegutachtung durchzuführen sei. 6.5 Im daraufhin durch die IV-Stelle in Auftrag geg ebenen polydisziplinären Gutachten des C.____-Instututs vom 30. April 2012 wurde der Versicher te sowohl fachärztlich internistisch als auch psychiatrisch und orthopädisch untersucht. Dr. med. M.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte einen Status nach Myokardi- ninfarkt, nach Diskushernienoperation links, nach Nierensteinen, nach Meniskusoperation sowie nach Augenoperation und konsekutiver Amblyopie rechts. Weiter hielt er fest, dass aus allge- meininternistischer Sicht ein guter Allgemein- und Ernährungszustand vorliege und die klinische Untersuchung von Thorax, Herz und Lunge unauffällige Befunde ergebe. Aus psychiatrischer Sicht hielt Dr. med. N.____, FMH Psychi atrie und Psychotherapie, fest, dass keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen eine Dysthymie, schädlich er Gebrauch von Alkohol, eine gegen- wärtig remittierte rezidivierende depressive Störung sowie eine Persönlichkeit mit unreifen, nar- zisstischen Zügen vor. Bei der Dysthymie handle es sich um ein e leichte depressive Verstim- mung, die nicht das Ausmass einer depressiven Episode er reiche. Der Explorand leide nicht unter deutlichen Konzentrationsstörungen und es bestehe kein selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten. Gegenwärtig bestehe keine manifeste depre ssive Episode unter der Behandlung. Vor allem würden anamnestisch auffällige Persönlichkeitszüg e vorliegen, die Diagnose einer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Persönlichkeitsstörung mit Einfluss könne jedoch nicht gest ellt werden. Aus psychiatrischer Sicht sei dem Versicherten eine körperlich angepasste Tätig keit ganztags und ohne Leistungs- einschränkung zumutbar. Von der vollen Arbeitsfähigk eit könne seit mindestens der aktuellen Untersuchung ausgegangen werden. Zuvor sei auf das C.___ _-Gutachten von 2006 abzustel- len, worin eine 20 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Bezüglich der Verdachtsdiagnose auf eine unreife narzisstische Persönlichkeitsstörung der p sychiatrischen Tagesklinik F.____ führte Dr. N.____ aus, dass diese nicht nachvollzogen werd en könne. Eine Persönlichkeitsstö- rung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe nicht . Dagegen spreche insbesondere der Längsverlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und voller Arbeitsfähigkeit. Bei einer Persönlichkeitsstörung komme es früh zu Auffälligkeiten und Einschränkungen. Diese würden sich im frühen Erwachsenenalter manifestieren und dann im Ausprägungsverlauf mehr oder weniger unverändert bleiben. Aus orthopädischer Sicht diagnostizierte Dr. med. O.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Einfluss au f die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, chronische Nacken- und Rückenschmerzen beidseits, eine symptomatische Gonarthrose rechts sowie eine symptomatische Ha mmerzehe rechts. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach Operation bei Karpaltunnelsyndrom rechts und links sowie ein klarer Verdacht auf Schmerzausweitung. Für die angestammte Tätig- keit als Chemiearbeiter ebenso wie für andere körperlich schwere Tätigkeiten bestehe eine vol- le Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der dokumentierten arthrotischen Veränderungen am rechten Kniegelenk seit März 2011 seien nunmehr im Gegensatz zum C.____-Gutachten aus dem Jah- re 2006 auch körperlich mittelschwere Arbeiten nicht meh r zumutbar. Für körperlich leichte Tä- tigkeiten unter Wechselbelastung bestehe dagegen aus ort hopädischer Sicht eine zeitliche und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dabei sei das Tragen und Heben von Las- ten über 10 kg, das Überwinden von Treppen und unebene m Grund sowie angesichts der rechtsseitigen Knieproblematik die Einnahme kniender un d hockender Positionen zu vermei- den. In Anbetracht der erhobenen Befunde würde bei einer derart angepassten Tätigkeit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben kaum eine wesentliche Schmerzprovokation entstehen, so dass diese auch zumutbar seien. Im Rahmen der Gesamtbeurteilung kam das C.____-Gutacht erteam zum Schluss, dass auf- grund der orthopädischen Befunde die Belastbarkeit de s Bewegungsapparates vermindert sei. Körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien d em Exploranden somit nicht mehr zumutbar. Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätig keiten ohne Gewichtsbelastung über 10 kg sei die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht ein geschränkt. Aus psychiatrischer Sicht sei- en keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Die rezidivieren- de depressive Störung sei gegenwärtig remittiert und d ie noch leichte depressive Verstimmung als Dysthymie zu bezeichnen. Aus allgemein-internistischer Sic ht sei vor allem eine massive Adipositas aufgefallen, während die Situation von Seit en des Herzkreislaufsystems und des Schlaf-Apnoe-Syndroms kompensiert gewesen sei. Sämtlich e internistischen Diagnosen und Befunde hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit für eine körperlich angepasste Tätigkeit. Aufgrund der koronaren Herzkrankheit und der Adiposita s seien dem Exploranden körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten jedoch nicht mehr zumutbar. Somit habe sich aus poly- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht disziplinärer Sicht seit der letzten Untersuchung im Mä rz 2006 aufgrund der Remission der De- pression eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit erge ben. Hingegen müsse das körperliche Belastungsprofil aufgrund des Fortschreitens der Gon arthrose auf leichte Tätigkeiten reduziert werden. Es bestehe somit ab dem Untersuchungsdatum im Jan uar 2012 für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. 6.6 Die Dres. K.____ und L.____ hielten mit Bericht vom 14. März 2013 fest, dass aus ih- rer Sicht die psychiatrischen Untersuchungen des C.____-In stituts vom 30. April 2012 vollstän- dig und in sich widerspruchsfrei seien. Sowohl der Diagnose einer Dysthymie als einer unter der antidepressiven Pharmakotherapie remittierten, rezidivi erend depressiven Störung würden sie zustimmen. Die während der gesamten Behandlung aufgetretenen, wiederholten kürzeren Pha- sen leichter depressiver Zustände hätten nie das Ausmass e iner leicht- bis mittelgradigen de- pressiven Episode erreicht. Hinsichtlich der depressiven Stör ung habe sich der Gesundheitszu- stand somit deutlich verbessert. Etwas abweichend würden sie jedoch die Auswirkungen der unreifen und narzisstischen Persönlichkeitszüge auf die Ar beitsfähigkeit beurteilen und stellten diese als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähi gkeit. Diese äussere sich in verminder- ter Frustrationstoleranz, rascher Gekränktheit, hoher Er wartungshaltung auf Unterstützung durch Andere und einer verminderten Fähigkeit zur Einha ltung von Regeln und Vorschriften. Soweit anamnetisch eruierbar zeige sich diese im Arbeitsl eben durch wiederholte Konflikte mit dem Vorgesetzten, was zu häufigen Stellenwechseln geführt hätte. 6.7 Dr. D.____ hielt mit Bericht vom 13. März 2013 fest , dass C.____-Gutachten sei betref- fend die beschriebenen Krankheiten vollständig. Allerd ings sei die Bedeutung der koronaren Herzkrankheit zu wenig betont. Diese werde mit zusätzlich em Alter des Patienten und wegen der zahlreichen Risikofaktoren trotz medikamentöser Be handlung fortschreiten. Es bestehe so- mit die Möglichkeit eines erneuten Herzinfarktes. Die körperliche Belastbarkeit sei deswegen dauerhaft vermindert und habe Auswirkungen auf die Arb eitsfähigkeit. Weiter bestehe eine verminderte Belastbarkeit aufgrund des rechten Kniegel enks. Der Versicherte sei angesichts der beträchtlichen Polymorbidität mit zahlreichen schwerw iegenden Erkrankungen in der freien Marktwirtschaft nicht vermittelbar. Rein theoretisch könn e er lediglich eine leichte körperliche Arbeit während zirka zwei Stunden pro Tag ausüben. Som it bestehe aus hausärztlicher Sicht mindestens eine 80 %-ige Dauerarbeitsunfähigkeit. 6.8 Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2013 hielt der RAD- Arzt Dr. G.____ fest, dass der Be- richt des Spitals F.____ vom 14. März 2013 eine Verbesseru ng des psychischen Gesundheits- zustandes bestätige, indem die syndromale Depression abgeklungen sei. Die Restsymptomatik, die als eine Dysthymie zu erfassen sei, weise keinen Einflu ss auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die Begründung einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund akzentui erten, narzisstischen und unreifen Per- sönlichkeitszüge könne klinisch/medizinisch nicht nachvollzog en werden. Auch seien die Be- funde der behandelnden Stelle in diesem Ausmass nicht im C.____-Gutachten zu finden. Der Stärkegrad der Symptome sei so gering, dass die Arbeitsf ähigkeit nicht beeinträchtigt werden könne. Vielmehr sei dem Versicherten zuzumuten, die Beschw erden aus eigener Willenskraft zu bewältigen, sogar ohne psychiatrische Behandlung. Des Weiteren sei mit Blick auf die koro- nare Herzkrankheit die gutachterliche Beurteilung im Rah men des C.____-Gutachtens durch Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen allgemeinen Internisten als völlig fachkorrekt zu sehen. Dieser weise gesichert genug Kompetenz aus, um die kardiologische Gesundheitsproblematik beurteilen zu können. Des Wei- teren stehe eine verminderte körperliche Belastbarkeit auf schwere körperliche Tätigkeiten be- zogen fest. In einer leichten körperlichen Verweistätigk eit sei der Versicherte dagegen nicht eingeschränkt. Dies gelte auch für die orthopädische Gesundheitsproblematik. 6.9 Am 13. Mai 2013 nahmen die Dres. K.____ und L.__ __ Stellung zur Beurteilung des RAD. Sie hielten an der Diagnose der narzisstischen und unreifen Persönlichkeitsstörung fest, wobei sie ausführten, dass die zu dieser Diagnose führe nden Symptome im Gespräch mit dem Patienten gezielt erfragt werden müssen. Aus der Arbeitsanamnese ergebe sich somit eine Ein- schränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Die Beziff erung des Ausmasses dieser Ein- schränkung sei jedoch theoretisch schwer festzulegen oder zu begründen. Eine verlässliche Beurteilung sei nur im Rahmen eines Arbeitsversuches möglich. 6.10 Dem Austrittsbericht des Spitals F.____ vom 21. Nove mber 2013 ist zu entnehmen, dass sich der Versicherte vom 13. September 2013 bis 15. November 2013 in stationärer Be- handlung befand. Beim Eintrittsgespräch habe er sich auf grund der Rentenkürzung in stark de- pressiver, hoffnungsloser sowie massiv gekränkter Grundstimm ung befunden. Es habe sich eine psychische Überforderung gezeigt, die sich durch schwe re, bedrückte und hoffnungslose Gestimmtheit, einhergehend mit einer Schlafstörung, ei nem ständigen Druck auf der Brust und verstärkten Schmerzen am ganzen Körper äusserte. Im Ver lauf des Aufenthalts habe jedoch eine Aufhellung seiner Stimmung beobachtet werden können. Aufgrund seiner sensibel narziss- tischen Persönlichkeitsstruktur gerate der Versicherte schnel l in Persönlichkeitskonflikte mit bisweilen schwerster Kränkung, einhergehend mit rezidivie renden schweren depressiven Epi- soden. Aufgrund des hohen Risikos einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszu- standes sei eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt kaum vorstellbar. 6.11 Mit Bericht vom 21. Januar 2014 hielt Dr. D.____ fest, dass die Arbeitsfähigkeit durch die zahlreichen körperlichen und psychischen Leiden stark lim itiert sei. Von den körperlichen Erkrankungen sei die chronische koronare Herzkrankheit di e relevanteste. Daneben bestünden ein metabolisches Syndrom, Diabetes sowie Knie- und Rücke nbeschwerden. Es sei illusorisch, für den Beschwerdeführer eine adäquate Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt zu finden. 7.1 Die IV stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 13. August 2013 bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit auf das C.____-Gutachten vom 30. April 2012. Darin hielt Dr. M.____ in seinem schlüssigen Bericht zum a llgemeininternistischen Gesund- heitsstatus des Beschwerdeführers fest, dass sich anhand de r Vorakten sowie seiner persönli- chen Untersuchung ein guter Allgemeinzustand zeige sowi e ein unauffälliger Befund von Tho- rax, Herz und Lunge. Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte Dr. N.____ eine Dyst hymie, eine gegenwärtig remit- tierte rezidivierende depressive Störung sowie unreife, narzisstische Persönlichkeitszüge. Diese Befunde würden sich jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkei t auswirken. Er führte dazu überzeu- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gend aus, dass es sich bei der Dysthymie um eine leichte depressive Verstimmung handle, welche nicht das Ausmass einer depressiven Störung erreiche. Die depressive Episode sei ge- genwärtig unter der Behandlung nicht manifest. Bezügl ich der narzisstischen, unreifen Persön- lichkeitszüge führte er weiter umfassend aus, dass sich dies e aufgrund des Längsverlaufs mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und voller Ar beitsfähigkeit nicht als Persönlichkeits- störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnen lasse. Vielmehr manifestiere sich eine Persönlichkeitsstörung bereits im frühen Erwachsenenalter auf Dauer und bleibe sodann im Verlauf und Ausprägungsgrad mehr oder weniger unverändert. Somit sei, auch mit Blick auf die dem Beschwerdeführer möglichen täglichen Aktivitäten, e ine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatri- scher Sicht nicht gerechtfertigt. Im orthopädischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. O._ ___ ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, chronische Nacken- und Rückenschmerzen beidse its sowie eine symptoma- tische Gonarthrose und Hammerzehe rechts. Er hielt soda nn auf schlüssige Weise fest, dass aufgrund dieser Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit fü r sämtliche schweren und mittelschweren körperlichen Arbeiten bestehe. Für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe dagegen aus orthopä- discher Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschrä nkte Arbeitsfähigkeit, wobei das Heben und Tragen über zehn Kilogramm, Treppensteigen, unebener Grund sowie hockende und kniende Positionen vermieden werden sollten. Im Rahmen der Gesamtbeurteilung kam das C.____-Guta chterteam sodann überzeugend zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer sowohl aufgrund der o rthopädischen Befunde als auch aufgrund der koronaren Herzkrankheit und der Adipositas körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Für eine körpe rlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit bestehe jedoch eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. Das C.____-Gutachten erfolgte aufgrund allseitiger Un tersuchungen und unter Berücksichti- gung der geklagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vo rakten. Die IV Stelle hat somit zu Recht auf die umfassenden, nachvollziehbaren und einleuc htenden Schlussfolgerungen abge- stellt. 7.2. Daran vermögen auch die vom Beschwerdeführer gelt end gemachten Einwände nichts zu ändern. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, e r sei nicht von einem Kardiologen untersucht worden, ist ihm nicht zu folgen. In der von der IV-Stelle eingeholten Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. G.____ vom 6. Mai 2013 befand dieser die gutachterliche Beurteilung der koronaren Herzkrankheit durch einen allgemeinen Interni sten als fachkorrekt. Dem ist zuzu- stimmen. Des Weiteren fällt der kardiologische Gesundhe itszustand des Beschwerdeführers im Rahmen einer körperlich leichten Tätigkeit nicht ins Ge wicht, während körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten bereits aufgrund der orthopä dischen Beschwerden ausser Betracht fallen. 7.3 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, beim C.__ __-Gutachten vom 30. April 2012 handle es sich um eine reine Momentaufnahme und zwischen zeitlich habe sich sein Gesund- heitszustand verschlechtert. Dabei stützt er sich bezüglich der körperlichen Beschwerden ins- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht besondere auf den Bericht seines Hausarztes Dr. D.____ vom 13. März 2013 sowie bezüglich psychischer Leiden auf die Berichte des Spitals F.____. 7.3.1 Mit Bericht vom 13. März 2013 hielt Dr. D.____ fest, dass das C.____-Gutachten vom 3. Mai 2012 vollständig sei. Aus seiner Sicht sei jedoch die Bedeutung der Herzkrankheit zu wenig betont. Aufgrund der Möglichkeit eines erneuten Herzinfarktes sowie der verminderten Belastbarkeit des rechten Kniegelenks sei der Beschwerdef ührer in der freien Marktwirtschaft nicht vermittelbar und es bestehe eine Arbeitsunfähigk eit von 80 %. Daran hielt er mit Bericht vom 21. Januar 2014 fest. Weder bezüglich der koronaren Herzkrankheit noch bezüglich der orthopädischen Leiden des Beschwerdeführers bringt Dr. D.____ jedoch Aspekte vor, welche im Rahmen der interdisziplinären fachärztlichen Begutac htung unerkannt oder ungewürdigt ge- blieben sind. Die C.____-Gutachter kamen vielmehr auf grund der körperlichen Erkrankungen des Beschwerdeführers zum Schluss, dass bezüglich schwerer und mittelschwerer körperlichen Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit beste he, während dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte, angepasste Tätigkeit zumutbar sei. 7.3.2 Mit Bericht vom 18. August 2011 äusserten die Dre s. K.____ und L.____ der Psychiat- rischen Tagesklinik F.____ den Verdacht auf eine unreife und narzisstische Persönlichkeitsstö- rung. Weiter diagnostizierten sie eine gegenwärtig re mittierte depressive Störung sowie eine Dysthymie. Mit Bericht vom 14. März 2013 hielten dieselbe n Ärzte fest, dass die psychiatri- schen Untersuchungen des C.____-Gutachtens vom 30. April 2012 vollständig und wider- spruchsfrei seien und sich der Gesundheitszustand des Besch werdeführers hinsichtlich der depressiven Episode deutlich verbessert habe. Lediglich di e Auswirkungen der unreifen und narzisstischen Persönlichkeitsstörung würden sie als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit beurteilen. Daran hielten die Dres. K.____ un d L.____ mit Stellungnahme vom 13. Mai 2013 fest und führten weiter aus, dass die Bezifferung d es Ausmasses dieser Einschränkung nur schwer festzulegen oder zu begründen und eine zuverlä ssige Beurteilung somit nur im Rahmen eines Arbeitsversuches möglich sei. Weiter ist dem Austrittsbericht des Spitals F.____ vom 21. November 2013 zu entnehmen, dass sich beim Beschw erdeführer in Folge der durch die IV-Stelle erlassenen Verfügung eine psychische Überf orderung gezeigt habe, welche sich insbesondere in einer stark depressiven, bedrückten und ho ffnungsloser Grundstimmung äus- serte. Im Verlauf des Aufenthaltes habe sich jedoch der p sychische Gesundheitszustand ge- bessert. Weiter wurde dem Beschwerdeführer eine sensib el narzisstische Persönlichkeitsstruk- tur attestiert. Bezüglich der depressiven Verstimmungen i st festzuhalten, dass diese gemäss den Dres. K.____ und L.____ remittiert seien. Die du rch den Austrittsbericht der des Spitals F.____ festgestellte vorläufige Verschlechterung des psyc hischen Zustandes hat sich gemäss Bericht erst nach Erlass der Verfügung vom 13. August 2013 gezeigt. Rechtsprechungsgemäss bildet der Zeitpunkt des Erlass der angefochtenen Verfüg ung die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). Somit kann diese nicht Gegenstand dieses Ver- fahrens bilden, sondern wäre im Rahmen einer Neuanme ldung zu überprüfen. Der durch die Dres. K.____ und L.____ gestellte Verdacht auf eine P ersönlichkeitsstörung wurde bereits aus- führlich und überzeugend im Rahmen des C.____-Gutachte ns gewürdigt. Dazu führte Dr. N.____ aus, dass eine auffällige Persönlichkeit bestehe, welche jedoch nicht als Persönlich- keitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagno stiziert werden könne. Dies steht im Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weiteren im Einklang mit der im Austrittsbericht des Spitals F.____ attestierten sensibel narziss- tischen Persönlichkeitsstruktur. 7.4 Vorliegend lassen die vorhandenen medizinischen Unt erlagen eine zuverlässige Beur- teilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Versiche rten zu, weshalb auf zusätzliche medizi- nische Abklärungen verzichtet werden kann. Der Anspruch au f rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Be- weisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmä ssigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Ge- langt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung z ur Überzeugung, dass die vorhande- nen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sa chverhalts ergeben und dieser dem- nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragt es Beweismittel verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter b undesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 122 V 157 E. 1d, 119 V 335 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8. Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die vorhanden en medizinischen Unterla- gen eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Versicherten zulassen und die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung des Ge sundheitszustandes und der Arbeitsfä- higkeit des Beschwerdeführers zu Recht auf das C.____-Gu tachten vom 30. April 2012 abge- stellt hat. Die IV-Stelle durfte demnach davon ausgehen, dass seit dem C.____-Gutachten dem Beschwerdegegner eine angepasste Tätigkeit im Umfang vo n 100% zumutbar ist. Werden nun die beiden Sachverhalte, welche im Jahr 2008 zur Zusprechung einer halben Rente und im Jahr 2013 zur Herabsetzung auf eine Viertelsrente geführt haben, verglichen, so erweist sich, dass sich der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich verbessert hat. Während im Jahre 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % vorlag, best eht nunmehr eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Tätigkeit. Die Voraussetzung en von Art. 17 Abs. 1 ATSG sind so- mit erfüllt. 9. Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, dass un ter Berücksichtigung seines ge- sundheitlichen Zustandes, seines Alters und Bildungsstandes das Invalideneinkommen zu hoch berechnet worden sei. 9.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrad auf das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemeinen Methode bemessen, was vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten wird. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist e ntscheidend, was die versi- cherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenb eginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 135 V 58 E. 3.1 mit Hinweis, 131 V 51 E. 5.1.2). Die Einkomme nsermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Reg el die bisherige Tätigkeit im Gesund- heitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungsp unkt für die Bestimmung des Validenein- kommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Ges undheitsschädigung erzielte, nötigenfalls mit Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ang epasste Verdienst (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). 9.3 Es ist unbestritten und nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Valideneinkom- men auf die Verfügung vom 15. April 2008 stützte, wel che auf den Angaben des ehemaligen Arbeitgebers vom 4. April 2005 basiert. Nach dessen Besch einigung hätte der Versicherte im Jahr 2004 ohne Gesundheitsschäden bei einem Pensum von 1 00 % ein Jahreseinkommen von Fr. 91‘411 erzielt. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung der Jahre 2004 bis 2012 im Sektor Industrie, Verarbeitendes Gewerbe, resultiert ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 100‘041.--. 9.4 Für die Bestimmung des zumutbarerweise noch realisi erbaren Einkommens (Invali- deneinkommen) sind unbestrittenerweise die Tabellenlöh ne der Schweizerischen Lohnstruk- turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik beizuzieh en. Dies gilt insbesondere dann, wenn die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheit sschadens bis zum hier massgeben- den Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat. (BGE 126 V 75. E. 3b/bb mit Hinweisen). Die IV-Stell e ermittelte das Invalideneinkommen des- halb zu Recht unter Einbezug der Tabellenlöhne. Laut Tabelle TA 1 der LSE 2010 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäf- tigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr . 4‘901.-- (LSE 2010, Total privater Sek- tor). Dabei ist zu beachten, dass der ermittelte Tabelle nlohn auf einer durchschnittlichen Ar- beitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2012 auf die durchschnittliche Wo- chenarbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für St atistik, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) umzurechn en ist. Nach Anpassung dieses Be- trages an die Nominallohnentwicklung der Jahre 2010 bis 2012 (1,0.8 %) ergibt sich ein jährli- ches Invalideneinkommen von Fr. 62‘420.-- (Fr. 4‘901.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1 % x 0.8 %). Da laut den massgeblichen medizinischen Berichten (E. 7.1) beim B eschwerdeführer eine Arbeitsfähig- keit von 100 % besteht, muss dieses nicht reduziert werden. Dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auf die ihr zum damalige n Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Zahlen des Jahres 2011 abstellte, hat dabei keinen Einfluss auf die Ausrichtung der IV-Rente. 9.5 Von dem gestützt auf statistische Werte ermittelte n Invalideneinkommen sind praxis- gemäss verschiedene Abzüge zulässig. Damit soll der Tatsach e Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausma ss der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie un d Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegli chenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 12 6 V 75. E. 5a mit Hinweisen). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen und darf 2 5% nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2 mit Hinweisen, 126 V 75 E. 5b). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schät- zung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum ge hen, dass die kontrollierende richterli- che Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ih r zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässi- gerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die E rmessensbetätigung der Vorinstanz einge- griffen werden, muss sich die richterliche Behörde demna ch auf Gegebenheiten abstützen kön- nen, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 13. August 2013 einen Abzug vom Tabellenlohn von 15 % für die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung vorgenommen. 9.6 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, unter Berücksichtigung seines gesund- heitlichen Zustandes, seines Alters und Bildungsstandes sei das Invalideneinkommen zu hoch berechnet worden, kann ihm nicht gefolgt werden. Bere its mit Anerkennung des Anforderungs- niveaus 4 wurden die persönlichen und beruflichen Umstä nde berücksichtigt. Sodann hat die IV-Stelle die gesundheitlichen Beeinträchtigungen de s Versicherten und die daraus resultieren- de Leistungseinschränkung berücksichtigt und ihm einen Ab zug vom Tabellenlohn von 15 % gewährt. Die allfällige Lohneinbusse aufgrund der körp erlichen Einschränkungen ist mit diesem Abzug zweifellos gedeckt. In Anbetracht der persönlichen u nd beruflichen Situation des Be- schwerdeführers und anhand eines Quervergleichs mit ähnl ich gelagerten Fällen erweist sich ein Abzug von 15 % als angemessen. Gegebenheiten, die eine abweichende Ermessensaus- übung als näher liegend erscheinen lassen, sind nicht er sichtlich. Kürzt man den oben (E. 9.4) ermittelten Tabellenlohn von Fr. 62‘420.-- um 15 %, so ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 53‘057.--. 9.7 Stellt man im Einkommensvergleich das massgebliche I nvalideneinkommen von Fr. 53‘057.-- dem Valideneinkommen von Fr. 100‘041. -- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 46‘984.--, was einem Invalidität sgrad des Versicherten von 47 % ent- spricht. Demnach hat der Versicherte Anspruch auf eine Viertelsrente. 10.1 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist d ie anspruchsbeeinflussende Ände- rung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich lä ngere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentl iche Unterbrechung drei Monate an- gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wir d (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Herabset- zung oder Aufhebung der Renten und Hilflosenentschädig ungen erfolgt gemäss Art 88bis Abs. 2 IVV frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zuste llung der Verfügung folgenden Monats (lit. a). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle zu Recht auf das C.____- Gutachten vom 30. April 2012 abgestellt hat, wonach sich die Erwerbsfähigkeit verbessert hat und dem Beschwerdeführer seit Anfang 2012 eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle di e halbe Rente mit Verfügung vom 13. August 2013 per 1. Oktober 2013 auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat. 11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigk eiten um die Bewilligung oder die Ver- weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicheru ngsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängi g vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt- licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich- tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich au f Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Die ausserordentl ichen Kosten sind dem Prozess- ausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht