Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. November 2015 (725 15 188) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Abweisung der Beschwerde; die Versicherung hat ihre Leistungen für die Folgen des Unfallereignisses zu Recht eingestellt. Psychische Fehlentwicklung nach Unfall; Prüfung der adäquaten Kausalität anhand der sogenannten „Ps ychopraxis“. Bewilligung der un- entgeltlichen Rechtspflege. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen AXA Versicherungen AG , General Guisan -Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. A.____ arbeitete bei der B.____ AG als Sales Pro motorin im Detailhandel in einem 51%igen Pensum und war in dieser Tätigkeit bei der AXA Versicherungen AG (AXA) obligato- risch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrank heiten versichert. Sie erlitt am 5. Juli 2013 als Lenkerin eines Personenwagens unverschuldet ein en Auffahrunfall. Die AXA erbrachte in Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Mit Verfügung vom 14. Juli 2014 stellte die AXA die Leistungen per 14. Juli 2014 ein. Als Begründung führte sie aus, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Unfall und den noc h geklagten Beschwerden vor- liege. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, am 10. September 2014 Einsprache. Die AXA hielt mit Einspracheentscheid vom 22. April 2015 an der Einstellung der Leistungen fest. B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, am 23. Mai 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozi alversicherungsrecht (Kantonsge- richt). Darin beantragte sie, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und es seien ihr infolge des Unfallereignisses vom 5. Juli 2013 die gesetzlichen Versicherungsleistun- gen über den 14. Juli 2014 hinaus zuzusprechen. In ver fahrensmässiger Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung mit R echtsanwalt Daniel Altermatt als unent- geltlichem Rechtsbeistand zu gewähren; alles unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die Heilbehandlung sei zu m Zeitpunkt des Verfügungserlasses noch nicht abgeschlossen gewesen. Folglich sei auch keine Adäquanzprüfung der psychischen Beschwerden vorzunehmen. Die AXA habe nach wie vor ihre Leistungen zu erbringen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juli 2015 beantrag te die AXA die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die somatischen Beschwerden könnten keinem organischen Korrelat zugeordne t werden. Zudem könnten sie auch nicht mit dem am 5. Juli 2013 erlittenen HWS-Di storsionstrauma erklärt werden. Die Be- schwerden müssten als Folge der psychiatrischen Problematik betrachtet werden. Diese wiede- rum könnten nicht mehr auf den Unfall zurückgeführt wer den. Des Weiteren sei im Zeitpunkt des Verfügungserlasses von einem Endzustand auszugehen. Folglich habe sie die Adäquanz- prüfung zu Recht vorgenommen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 23. Mai 2015 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Be schwerdegegnerin ihre Versiche- rungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 5 . Juli 2013 zu Recht per 14. Juli 2014 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzu sammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusamm enhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um- schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzus ammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache g esundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis- tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen eine m schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusamme nhang besteht, ist eine Tatfrage, wo- rüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rah- men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu b efinden hat. Die blosse Möglichkeit ei- nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leist ungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfa llfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszusta nd erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustande s auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bed eutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Bewei slast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicher- ten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss j edoch nicht den Beweis für unfall- fremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach w ie vor geklagtes Leiden hat, ist uner- heblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingt en Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefall en sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen , dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei v oller Gesundheit sei (Sozialversiche- rungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen). Beizufügen ist, dass die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer u nd nicht der Versicherte die Beweis- last für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalitä t trägt, erst Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatze s und der Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwie gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.4 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und insbesondere auch der Feststellung natürliche r Kausalzusammenhänge im Be- reich der Medizin - ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat di ese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von we m sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf e s bei einander widersprechen- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf di e eine und nicht auf die andere medi- zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines A rztberichtes ist also entschei- dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfa ssend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und o b die Schlussfolgerungen der Expertin o- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (B GE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 3.6 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im W eiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang be- steht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann al s adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser- fahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgeme in als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammen- hangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzun g zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen g esundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwicke lten Regeln vom Gericht zu beurtei- len ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.7 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kaus alzusammenhang ergebenden Haf- tung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hi er die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gelten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und vo n der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde lediglich auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fälle n ein organisches Substrat namhaft ge- macht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erscheinen liesse. Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Un- fallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erh obenen Befunde mit apparativen/bild- gebenden Abklärungen bestätigt werden (für viele: Urte il G. des Bundesgerichts vom 7. August Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müs- sen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 3.8 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbare n Unfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rech tsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines S chleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Fo lge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, K onzentrations- und Gedächtnisstö- rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Re izbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 1 09 ff. modifizierten (vgl. die nachfolgen- de E. 7) Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adä- quanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäq uanzbeurteilung psychischer Folge- schäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwicke lten Kriterien zu erfolgen. Der Un- terschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schl eudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfall- folgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), während dem bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psyc hischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie de- ren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Als Ausnahme von diesen Regeln greift allerdings die auf die objektiven, physische n Unfallfolgen beschränkte Adäquanz- beurteilung auch bei Unfällen mit Schleudertrauma od er einer äquivalenten Verletzung Platz, wenn die zum hierfür typischen Beschwerdebild (vgl. daz u BGE 119 V 338 E. 1, 117 V 382 E. 4b) gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise ge geben sind, im Vergleich zu einer vor- handenen, ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). 3.9 In jüngerer Zeit hatte sich die Rechtsprechung im Z usammenhang mit der Beurteilung von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfo lgeschäden öfters mit der Frage zu befassen, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer die Prüfung des adäquaten Kausa lzu- sammenhangs vornehmen dürfe. Im Grundsatzentscheid BGE 1 34 V 109 ff. hat sich das Bun- desgericht nunmehr einlässlich mit dieser Thematik ausei nander gesetzt und dabei deutlich gemacht, dass nicht danach zu fragen sei, in welchem Ze itpunkt die Adäquanzprüfung vorge- nommen werden dürfe, sondern wann der Unfallversicher er einen Fall abzuschliessen und den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätse ntschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesgericht weit er, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzu ng der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden könne und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inval idenversicherung abgeschlossen sei- en (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter einer namhaft en Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz nicht näher. Mit Bl ick darauf, dass die soziale Unfall- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich dies namentlich nac h Massgabe der zu erwartenden Stei- gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, so weit unfallbedingt beeinträchtigt, be- stimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber verdeutliche dabei, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Be sserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genügten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). 4.1 Für die Beurteilung der gesundheitlichen Situat ion der Beschwerdeführerin stehen die nachfolgenden medizinischen Unterlagen zur Verfügung: 4.2 Am Unfalltag wurde die Beschwerdeführerin im C.__ __ erstmals untersucht. Im Doku- mentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikal em Beschleunigungstrauma hielt Med. Prakt. D.____, Assistenzarzt Chirurgie, die Verdachts diagnose einer HWS-Distorsion Grad I (Nackenbeschwerden mit Schmerz, Steifigkeitsgefühl oder nur Schmerzhaftigkeit, keine somatischen Befunde, normale Beweglichkeit) nach QTF-Kl assifikation fest. Im Austrittsbericht vom 8. Juli 2013 berichteten die Ärzte des C.____ über d ie Hospitalisation der Beschwerdefüh- rerin vom 5. bis 7. Juli 2013. Sie diagnostizierten ein Dezelerationstrauma nach Verkehrsunfall mit massiven LWS-Schmerzen. Sie hielten unter anderem fest, bei Eintreffen auf der Notfallsta- tion habe sich ein GCS (Glasgow Coma Scale) von 15 ge zeigt (15 entspricht der maximalen Punktzahl der Skala und bedeutet, dass die Beschwerdefüh rerin bei vollem Bewusstsein gewe- sen ist). Die Beschwerdeführerin beklage massive Schmerzen am Rücken. Innerhalb der ersten Nacht sei es zu einer kompletten Regredienz der Beschwer den an den Beinen gekommen, le- diglich starke Schmerzen im Rücken hätten bei Anheben der Beine persistiert. Im Verlauf des zweiten Hospitalisationstages habe die Beschwerdeführer in jedoch problemlos mobilisiert wer- den können. Sie habe muskelkaterartige Schmerzen am gesa mten Körper beschrieben, betont in der LWS. Sie habe kaum Analgesie benötigt. Die Bew eglichkeit der HWS sei uneinge- schränkt gewesen, es habe lediglich eine geringe Druckdole nz linksseitig über den Dornfortsät- zen der HWK4 bis 6 bestanden. Insgesamt habe die Beschwe rdeführerin am 7. Juli 2013 in gebessertem Allgemeinzustand in die ambulante Nachbetr euung entlassen werden können. Eine Arbeitsunfähigkeit zu 100% sei vom 5. bis 10. Juli 2013 attestiert worden. 4.3 Am 6. August 2013 wurde bei der E.____ ein MRT des Schädels und der HWS der Beschwerdeführerin durchgeführt. Dr. med. F.____, FMH Radiologie, hielt in seiner Beurteilung ein unauffälliges MRT des Schädels ohne posttraumatische Veränderungen, eine Streckhaltung der HWS ohne ossäre Läsion und ohne ödematöse Veränderungen der Weichteile nuchal, eine sehr kleine mediane Diskushernie HWK4/5 ohne Nervenwurzelbeeinträchtigung sowie eine dis- krete Diskusprotrusion HWK 5/6 ohne Nervenwurzelbeeinträc htigung fest. Ausserdem wurde am 28. August 2013 bei der E.____ ein CT der HWS dur chgeführt. Dr. F.____ konnte keinen Nachweis einer ossären Läsion im kraniozervikalen Übergang finden. 4.4 Die Beschwerdeführerin wurde erstmals vom 10. Septe mber 2013 bis 6. November 2013 in der psychiatrischen Klinik G.____ stationär be handelt. Im Austrittsbericht vom 22. November 2013 diagnostizierten Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt, und Dr. med. I.____, Assistenzärztin, eine mit telgradige depressive Episode (ICD-10 Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht F32.1), einen V.a. anhaltende somatoforme Schmerzstörun g (ICD-10 F45.4) sowie einen V. a. dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4). Ein Arbeits unfähigkeitszeugnis sei vom 6. bis 20. November 2013 ausgestellt worden. 4.5 Am 27. Dezember 2013 nahm Dr. med. J.____, berat ender Arzt der AXA, Stellung zur Frage, ob die psychischen Beschwerden und der damit verbu ndene stationäre Aufenthalt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit de m Unfallereignis stünden. Dr. J.____ führte diesbezüglich aus, dass dies anzunehmen se i. Die Beschwerdeführerin habe nach dem Unfall hyperventiliert; sei schockiert gewesen, als sie die Beine auf der Unfallstelle nicht habe bewegen können. Nicht ausgeschlossen sei eine Art Angstreaktion bei der Be- schwerdeführerin, die sich in einer dissoziativen Bewegung sstörung äussere. Es gäbe in der Biographie keine Hinweise, dass sie je depressiv gewesen wäre. Die Schmerzzustände seien sicher unfallkausal. Dr. J.____ hielt jedoch unter dem Ab schnitt Bemerkungen fest, man müsse darauf achten, dass die Depressivität nicht über Jahre au f den Unfall zurückgeführt werde. Die- ser Fall sollte aufgrund der intakten familiären Verhä ltnisse und der intakten Berufsbiographie eigentlich wieder bessern, sonst müsse man die Vorgeschichte noch intensiver anschauen. 4.6 Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Medizin, und Dr. med. L.____, FMH Innere Medizin, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 3. Februar 2014 ein Dezelerationstrauma bei Verkehrsun- fall am 5. Juli 2013 (1.), eine Commotio spinalis im R ahmen der Dg 1, residuell Meralgie des N. cutaneus femoris anterior rechts, am ehesten durch Quetscht rauma durch den Sicherheitsgurt bei Dg 1 (2.), einen Verdacht auf eine akute Belastun gsreaktion (3.), eine mittelgradige depres- sive Episode (4.), eine somatoforme Schmerzstörung (dies e Diagnose sei durch Psychiater zu verifizieren), DD Kollagenose, Polymyositis (5.), eine un klare Hypästhesie li Gesichtshälfte, Oberarm li (6.), 2002 unklare symmetrische Polyarthralg ien beider Handgelenke und MCP Dig. II-IV, Thorakolumbalgien, ANF-Titer bis 1280 positiv (7 .), 2007 rezidivierende Cystitiden, urolo- gische Abklärung unauffällig, insgesamt kein Hinweis für U rolithiasis oder anderweitige Patho- logie (8.) sowie einen St. n. Neuronitis vestibularis 3/06. Die Dres. K.____ und L.____ attestier- ten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfallereignis. 4.7 Dr. med. M.____, FMH Neurologie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 14. Februar 2014 ein chronisches Schmerzsyndrom mit vegetativer Dysregul ation, depressiver Entwicklung sowie Angstzuständen. Das chronische Schmerzsyndrom sei dur ch die Diagnose 2 ausgelöst worden. Es bestünden keine Hinweise auf eine zugrundel iegende strukturell neurologische Er- krankung. Ein am 6. August 2013 durchgeführtes MRI des Sch ädels und der HWS sei unauffäl- lig gewesen. Differenzialdiagnostisch bestehe eine somat oforme Schmerzverarbeitungsstörung (1.). Unter Diagnose 2 hielt Dr. M.____ ein HWS-Disto rsionstrauma i.R. eines Auffahrunfalles am 27. Juni 2013 (recte: 5. Juli 2013) fest (2.). In ihrer zusammenfassenden Beurteilung führte Dr. M.____ aus, dass gemäss Aktenlage bereits im Dezember 2004 ein generalisiertes unspezi- fisches diffuses Schmerzsyndrom diagnostiziert worden sei, ohn e Hinweis auf eine zugrunde- liegende Erkrankung aus dem rheumatologischen Formenkr eis. Möglicherweise sei es durch die akute Belastungsreaktion i.R. des Unfallereignisses zu einem Wiederaufflackern dieser Problematik gekommen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.8 Am 3. März 2014 hielten Dr. med. N.____, FMH Psychi atrie und Psychotherapie, und M. Sc. O.____, Psychologin FSP, als Diagnosen eine schwer e depressive Episode mit psycho- tischen Symptomen (ICD-10 F32.3), eine anhaltende somat oforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F 44.4) fest. Die massive Reaktion auf den Unfall lasse an eine eher instabile Persönlich keitsstruktur denken. Jedoch gäbe es in der Anamnese keinerlei Hinweise auf Instabilität oder psychische Vorerkrankungen. Dr. N.____ und M. Sc. O.____ attestierten der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht eine 100%ige Arbeits- unfähigkeit. 4.9 Dr. J.____ nahm am 9. April 2014 erneut Stellung und hielt fest, dass vor allem der neue Bericht von Dr. K.____ vom 3. Februar 2014 aufhorchen lasse. Offenbar bestehe seit Jah- ren eine unklare rheumatologische Affektion, es werde so gar differentialdiagnostisch eine Kol- lagenose erwähnt, ein unklares Schmerzsyndrom schon 2002 mi t Arthralgien und erhöhten ANA Titern, offenbar schubweise auftretenden Beschwerde n. Im Juni 2001 habe eine PDA stattgefunden, nach ziehenden Schmerzen in den Beinen. Das MRI sei unauffällig gewesen. Im April 2006 sei die Versicherte wegen Neuritis vestibular is im C.____ hospitalisiert gewesen. Da scheine somatisch ein gewichtiger Vorzustand vorgelegen zu haben, vielleicht bestehe diese unklare Erkrankung heute immer noch und laufe unter Unf allfolgen. Dazu müsse sich ein Rheumatologe äussern. Immerhin werde neuerdings Anfang 2014 von der Neurologin Dr. M.____ von einer Schmerzverarbeitungsstörung gesprochen. Diese scheine schon länger vor- zuliegen, schon vor dem Unfall von 2013. Angesichts der medizinischen Vorgeschichte mit jah- relangen diagnostischen Abklärungen und Therapien schon Jahre vor dem Unfallereignis zweif- le er daran, dass – entgegen der Auffassung des behande lnden Psychiaters – keine Hinweise auf Instabilität oder psychische Vorerkrankungen vorlägen. Dr. J.____ führte zudem aus, eine weitere psychiatrische Hospitalisierung dürfe nur noch wah rscheinlich unfallbedingt angezeigt sein. Es müsse spätestens im Sommer 2014, ein Jahr nach dem Unfall, angenommen werden, dass die unfallbedingte psychische Störung behoben sein we rde. Der Fall zeige schon früher somatisch unklare Beschwerdebilder, die immer noch überw iegten. Es müsse fast sicher ein gewichtiger psychiatrischer Vorzustand angenommen werden. V iele unklar bleibende unfall- fremde Faktoren spielten hier mit eine Rolle. 4.10 Am 2. Juli 2014 führte Dr. med. P.____, FMH All gemeine Innere Medizin, beratender Arzt der AXA, in seiner medizinischen Stellungnahme aus, dass die geklagten Schmerzen meh- rere Monate nach der leichten HWS-Distorsion nur noch mö glicherweise auf den Unfall vom 5. Juli 2013 zurückzuführen seien. Keine der geklagten Beschwe rden seien organisch nachweis- bar. Es handle sich um völlig unspezifische und angstbe tonte Beschwerden, welche einem starken Wechsel unterliegen würden. Auffällig seien di e psychotischen Symptome und die dis- soziativen Störungen, welche sich bereits auf der Notfa llstation des C.____ erstmals gezeigt hätten, indem die Beschwerdeführerin überzeugt gewesen sei, ihre Beine seien gelähmt. Struk- turelle Veränderungen seien zwei Mal neurologisch ausge schlossen worden, nachdem auch alle anderen Ärzte keinen medizinisch objektiven Grund fü r das psychiatrisch auffällige Be- schwerdebild hätten finden können. Die weitere Behandlung sei seit spätestens Ende Mai 2014 nicht mehr unfallkausal. Da die bisherigen organischen Ab klärungen ausführlich und umfang- reich durchgeführt worden seien und die psychische Entgl eisung keinen kausalen Zusammen- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hang mit der leichten HWS-Distorsion habe, müssten keine weiteren Abklärungen mehr ge- macht werden. Allfällige restliche HWS-Beschwerden müsst en auf die angeborene Streckhal- tung der HWS zurückgeführt werden. Sämtliche anderweiti ge Beschwerden würden im psychi- atrischen Bereich liegen. Ein solches Krankheitsbild könne aufgrund der heutigen Erfahrung nicht durch eine Auffahrkollision im Kreisverkehr ausgelö st werden. Das jetzige Krankheitsbild habe andere Ursachen als das Ereignis vom 5. Juli 2013. 5. Mit Verfügung vom 14. Juli 2014 stellte die AXA ihre Versicherungsleistungen per 14. Juli 2014 ein und stützte sich dabei insbesondere auf die Stellungnahme ihres medizini- schen Dienstes. Zur Begründung führte sie aus, dass die no ch geklagten Beschwerden weder in einem natürlichen noch in einem adäquaten Kausalzus ammenhang zum Unfallereignis stün- den. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin Einsprache ein. 6.1 Im Verlauf des Einspracheverfahrens reichte die Besch werdeführerin sodann einen weiteren medizinischen Bericht ein: 6.2 Im Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik G.____ vo m 12. Dezember 2014 berichte- ten Dr. med. Q.____, FMH Neurologie sowie Psychiatrie u nd Psychotherapie, und R.____, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, über die zweite stat ionäre Behandlung der Be- schwerdeführerin vom 5. September 2014 bis 3. Dezember 2 014. Als Diagnosen wurden eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-1 0 F32.3) sowie eine chroni- sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (IC D-10 F45.41) festgehal- ten. 7.1 Der Zeitpunkt des Fallabschlusses ist unter den Parte ien umstritten. Die Beschwerde- führerin macht geltend, dass der Endzustand am 14. Juli 2014 noch nicht erreicht worden sei. Die Beschwerdegegnerin hält demgegenüber fest, dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen sei. Eine baldig e Wiederherstellung zumindest einer Teilarbeitsfähigkeit sei nicht prognostiziert worden. Die bisherige Heilbehandlung habe nicht zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit geführt. Eine solche sei mittelfristig auch nicht in Aussicht gestellt worden. Somit erwarte die behandelnde Ärzteschaft trotz laufender Heilbehandlung kei- ne Steigerung der Arbeitsfähigkeit und folglich auch keine namhafte Besserung des Gesund- heitszustandes. Deshalb sei von einem Endzustand bereit s im Zeitpunkt des Verfügungserlas- ses am 14. Juli 2014 auszugehen. Folglich habe sie die Ad äquanzprüfung zu Recht vorge- nommen. 7.2 Für die Prüfung der Adäquanz kommt im vorliegend en Fall – wie nachfolgend aufzu- zeigen sein wird – die sogenannte „Psycho-Praxis“ zur Anwe ndung. Dabei werden die psychi- schen Beeinträchtigungen ausser Acht gelassen und nur die somatischen Beschwerden bei der Prüfung der besonderen Adäquanzkriterien berücksichtigt. Daher ist an dieser Stelle lediglich danach zu fragen, ob bezüglich der somatischen Beschwerd en ein Endzustand erreicht ist. Im Zeitpunkt, auf welchen die Beschwerdegegnerin die str ittige Leistungseinstellung anordnete (14. Juli 2014), war die Versicherte fast ausschliesslich psych isch beeinträchtigt. Mit der Be- schwerdegegnerin kann festgehalten werden, dass eine HWS -Distorsion, wie sie die Be- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin anlässlich des Unfallereignisses erlitten hatte, gemäss medizinischen Erfah- rungswerten und Lehrmeinungen in der Regel innerhalb weniger Wochen folgenlos ausheilt. In den Akten sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass bei der Versicherten eine aussergewöhnli- che HWS-Distorsion vorgelegen hätte. Am 14. Juli 2014 lag der Unfall bereits ein Jahr zurück und von einer allfälligen Behandlung der somatischen Be schwerden konnte keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden . Dr. P.____ begründete zu- dem nachvollziehbar, dass allfällige restliche HWS-Beschwerden auf die angeborene Streckhal- tung der HWS zurückzuführen seien (vgl. E. 4.10 hiervor ). Die andauernde Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin gründet sodann zur Hauptsache au f den psychischen Beeinträchtigun- gen. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdean twort geprüft, ob die diesbezügliche Heilbehandlung eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit und folglich eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes verspricht. In Anbetracht dessen, dass d ie psychischen Beschwerden im vorliegenden Fall unberücksichtigt bleiben, muss diese Frage allerdings gar nicht beantwor- tet werden. Es genügt, dass bezüglich der somatischen Beschw erden ein Endzustand erreicht ist. Unter diesen Umständen ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne- rin den Fallabschluss per 14. Juli 2014 vorgenommen und geprüft hat, ob die bei der Versicher- ten noch vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigunge n in einem natürlichen und adäqua- ten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 5. Juli 2013 stehen. Darauf ist im Folgenden einzugehen. 8. In der Prüfungsabfolge wäre zunächst die natürliche Kausalität der noch geklagten Beschwerden im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis vom 5. Juli 2013 zu untersuchen. Die AXA stützte sich in ihrer Verfügung sowie im Einspr acheentscheid bei der Beurteilung die- ser Fragestellung insbesondere auf die vertrauensärztlich en Ausführungen von Dr. J.____ und Dr. P.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass bei der Versicherten im Zeitpunkt, auf den sie die strittige Leistungseinstellung anordnete (14. Juli 2014), keine Unfallfolgen mehr vorlagen, die mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit auf das Unfaller- eignis vom 5. Juli 2013 zurückgeführt werden konnten. Die se vorinstanzliche Beweiswürdigung ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Nach der Rechtspr echung kommt zwar dem Bericht eines versicherungsinternen Arztes nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachperso nen oder gar wie einem Gerichtsgut- achten, ein solcher Bericht ist aber, wie oben ausgeführ t (vgl. E. 3.5 hiervor), soweit zu berück- sichtigen, als keine - auch nur geringe - Zweifel an de r Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend best eht wohl kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. J.____ oder Dr. P.____ zu zwei feln. Es ist festzuhalten, dass sich die Berichte hinreichend mit den bei den Akten liegend en medizinischen Unterlagen auseinan- dersetzten und eine schlüssige Kausalitätsbeurteilung vorgenommen wird. Die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang muss an dieser Stelle nic ht abschliessend beantwortet wer- den, denn nach der Rechtsprechung kann sie in jenen Fäl len offen gelassen werden, in wel- chen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erfor derliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden muss, was vorliegend – wie sog leich aufzuzeigen ist – der Fall ist (SVR 1995 U 23 S 68 E. 3c; ebenso: Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Es ist unbestritten, dass die Versicherte am 5. Juli 2013 eine Distorsion der HWS erlit- ten hat. Die medizinischen Akten halten indessen fest, d ass keine objektivierbaren strukturellen Veränderungen bildgebend ausgewiesen sind. Da aufgrun d der vorliegenden Akten, insbeson- dere dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen n ach kranio-zervikalem Beschleuni- gungstrauma vom 7. Juli 2013 Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit echtzeitlich nachgewiesen sind, ist das Vorliegen eines typischen Beschwerdebildes zu bejahen. Dies wird auch von der Beschwerdegegnerin nic ht in Abrede gestellt, sie ist aber der Meinung, dass bei der Versicherten rasch eine psychische Alteration im Vordergrund gestanden habe, welche später angedauert und dominiert habe. Di e Adäquanzbeurteilung sei deshalb nicht nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifi- zierten Grundsätzen, sondern nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien vorzuneh- men. Dieser Auffassung kann gefolgt werden, zumal die Beschwerdeführerin anlässlich des Auffahrunfalles lediglich eine HWS-Distorsion ersten Gr ades erlitten hat, welche in der Regel innerhalb weniger Wochen folgenlos verheilt. Stattde ssen traten bei der Versicherten schon sehr bald psychische Beschwerden in den Vordergrund. Nur zwei Monate nach dem Unfaller- eignis wurde sie das erste Mal in der psychiatrischen Klini k G.____ stationär behandelt. Im wei- teren Verlauf wurde der Schwerpunkt der Heilbehandlun g auch sehr stark auf die psychische Problematik gelegt. Deswegen erscheint die Anwendung de r sogenannten „Psycho-Praxis“ für die Adäquanzprüfung als angemessen (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). 9.2 Nach dieser Rechtsprechung setzt die Bejahung des ad äquaten Kausalzusammen- hangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessen d einsetzenden psychischen Fehl- entwicklung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der psychisch be- dingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebend e Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist o der mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckm ässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. banalen Unfällen der adäquate Kau- salzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint wer den kann, weil auf Grund der allge- meinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfa llmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht g eeignet ist, einen erheblichen Ge- sundheitsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusam menhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Denn nach dem ge wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung si nd solche Unfälle geeignet, invalidisie- rende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfälle n aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein ad äquater Kausalzusammenhang be- steht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantwo rten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine G esamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 140 E. 6c/aa) zu nennen: • besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht • die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verle tzungen, insbesondere ihre erfah- rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; • ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; • körperliche Dauerschmerzen; • ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erh eblich verschlimmert; • schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikation en; • Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkei t. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die G esamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er- forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal- zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittle- ren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlagge bendes Gewicht zu, so müs- sen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen we rden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu- zuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kr iterien in gehäufter oder auffallen- der Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusam- menhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach ande ren Ursachen zu forschen, die möglich- erweise, die psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 9.3 Auffahrkollisionen werden regelmässig als mittelschwe res, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis qualifiziert. In e inzelnen Fällen, insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderun g (Delta-v unter 10 [bis 15] km/h) und – zusätzlich – weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftreten- den Beschwerden, wurde auch das Vorliegen eines leichte n Unfalles angenommen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2009, 8C_626/2009, E. 4.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). 9.4 In seiner Unfallanalyse vom 30. Oktober 2013 hielt S.____, Dipl. Ing. HTL, Unfallanaly- tiker, fest, dass die überwiegend wahrscheinliche kollisio nsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v, Geschwindigkeitszunahme) des Personenwagens der Beschwerdeführerin beim Heckanstoss durch den Lieferwagen 9,8 bis 15 km/h betragen habe. Gemäss dem Dokumenta- tionsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Be schleunigungstrauma traten bei der Beschwerdeführerin sofort nach dem Unfallereignis Kopf - und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit sowie Schlafstörungen auf. Unter diesen Umständen ist der Auffahrunfall im vorliegen- den Fall als mittelschweres, im Grenzbereich zu den lei chten Unfällen liegendes Ereignis zu qualifizieren. Demnach sind weitere Kriterien in die B eurteilung einzubeziehen, von denen für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entwe der ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter od er auffallender Weise gegeben sein müssten (BGE 134 V 126 E. 10.1). Gehäuft im genannten Sinne liegen die Kriterien bei einem Grenzfall zu den leichten Unfällen vor, wenn deren vie r erfüllt sind (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 18. April 2011, 8C_46/2011, E. 5.1). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.5 Beim Auffahrunfall vom 5. Juli 2013 handelte es s ich um ein mittelschweres, im Grenz- bereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis. D ie niedrige kollisionsbedingte Geschwin- digkeitsveränderung spricht sogar eher für einen leichten Unfall. Dass sich der Unfall unter be- sonders dramatischen Begleitumständen ereignet hätte ode r dass er von besonderer Eindrück- lichkeit gewesen wäre, ist aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich. Ebenso hat sich die Versi- cherte keine schweren Körperverletzungen oder Verletzung en besonderer Art zugezogen. Im Weiteren kann vorliegend weder von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Kom- plikationen noch von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert hat, die Rede sein. Hinsichtlich der Kriterie n der Dauer der unfallbedingten Be- schwerden, der ärztlichen Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit ist massgeblich, wie lange die entsprechenden Unfallfolgen durch den erlittenen körp erlichen Gesundheitsschaden in erhebli- chem Ausmass mitverursacht worden sind. Aufgrund der medizi nischen Aktenlage kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin an physisch be dingten Dauerschmerzen leidet. Ebenso liegt keine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung vor, denn bei der Ver- sicherten stand schon früh die Behandlung psychisch bedingt er Beschwerden im Vordergrund, was im Rahmen der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben hat. Schliesslich kann auch davon ausgegangen werden, dass das einzig zu berücksich tigende somatische Be- schwerdebild keine lange dauernde Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bereits zw ei Monate nach dem Unfallereignis das erste Mal in der psychiatrischen Klinik G.____ stationär behandelt wurde. Auch im weiteren Verlauf trat die psychische Symptomatik in den Vordergrun d und war somit die Hauptursache für die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. 9.6 Zusammenfassend kann nach dem Ausgeführten keines der sieben Kriterien als erfüllt betrachtet werden. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den adäquaten Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfallereignis vom 5. Juli 2013 und den von der Versicherten über den 14. Juli 2014 hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu Recht verneint. 10. Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, dass die Be schwerdegegnerin ihre Versi- cherungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 5. Juli 2013 per 14. Juli 2014 ein- gestellt hat. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie ab- gewiesen werden muss. 11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 11.2 Abschliessend bleibt über den Antrag der Beschwerde führerin zu befinden, wonach ihr die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvert reter zu bewilligen sei. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Gemäss Rech tsprechung ist die unentgeltliche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bew illigen, wenn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeiständung Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht notwendig oder doch geboten ist (Urteil des EVG vom 7 . Juli 2003, U 356/02, E. 3.1; R UMO - JUNGO , a.a.O., S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, Art. 61 Rz. 88). Die vorliegende Be- schwerde kann nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet w erden und die anwaltliche Ver- tretung erscheint sachlich geboten. 11.3 Für den Entscheid über die Bewilligung der unent geltlichen Prozessführung ist grund- sätzlich die gesamte wirtschaftliche Situation der gesuchstellenden Person massgebend. Dabei hat diese ihre aktuellen Einkommens- und Vermögensverhäl tnisse umfassend darzustellen und soweit als möglich zu belegen. Verweigert sie die zur Beu rteilung ihrer aktuellen Gesamtsituati- on erforderlichen Angaben oder Belege, so kann die Bed ürftigkeit ohne Verletzung des verfas- sungsmässigen Anspruchs auf unentgeltliche Prozessführung ve rneint werden. Mit Eingabe vom 26. August 2015 reichte die Beschwerdeführerin ein a ktuelles Zeugnis zur Erlangung der unentgeltlichen Prozessführung ein. Gestützt auf die d arin enthaltenen Angaben und die einge- reichten Unterlagen ist im Folgenden anhand einer Gru ndbedarfsberechnung zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin prozessual bedürftig ist. In diesem Z usammenhang ist vorab festzuhalten, dass die Versicherte zusammen mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern (geb. 1995 und 2001) in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Die 1995 g eborene und somit volljährige Tochter wird im Folgenden bei der Berechnung ausser Acht gelassen, zumal sie auch eine Lehre absol- viert und somit über eigenes Einkommen verfügt. Der Ehem ann ist im Rahmen der ehelichen Beistandspflicht der Versicherten gegenüber unterstützung spflichtig, weshalb sein Einkommen bei der Bedarfsberechnung im vollen Umfang zu berücksi chtigen ist. Aus den eingereichten Unterlagen (Abrechnung der T.____ Arbeitslosenkasse vom Mai 2015) geht hervor, dass der Ehemann monatlich ein Ersatzeinkommen von Fr. 2‘395.50 erhält. Ausserdem führt die Be- schwerdeführerin in ihrem Gesuch beim Ehemann ein Erwe rbseinkommen von Fr. 730.-- auf. Gemäss den eingereichten Belegen bezieht die Ehefrau ein monatliches Krankentaggeld von Fr. 2‘229.50. Dieses Einkommen ist jedoch bei der aktuellen Berechnung nicht mehr zu berück- sichtigen, denn die Versicherung hat das Krankentaggeld per Ende Juni 2015 eingestellt. Dies ergibt ein Gesamteinkommen von Fr. 3‘125.50. Der Grundbetrag für Ehepaare beträgt Fr. 1‘700.--, für Kinder bis zehn Jahre beträgt er Fr. 400.- und für Kinder über zehn Jahre Fr. 600.--. Auf den Grundbetrag wird praxisgemäss ein Zu- schlag von 15% erhoben. Weiter ist der effektive Mietzins zuzüglich Nebenkosten zu berück- sichtigen, jedoch ohne Auslagen für Beleuchtung, Kochstro m und/oder Gas, da diese Positio- nen im Grundbedarf inbegriffen sind. Vorliegend betr ägt der Mietzins mit Nebenkosten Fr. 1‘495.--. Die Krankenkassenprämien werden jeweils im Umfang der Grundversicherung be- rücksichtigt. Die weiteren Ausgaben, welche die Beschwerdeführerin im Gesuch um unentgeltli- che Rechtspflege geltend macht (Berufsauslagen von Fr. 500.-- und Unterhaltsbeiträge von Fr. 2‘000.--), können an dieser Stelle nicht berücksichti gt werden, da in den Unterlagen keine Belege dafür vorhanden sind. Dies ergibt einen Grundbedarf in der Höhe von Fr. 5‘030.60. Aus den eingereichten Unterlagen der Versicherten und d en obigen Ausführungen ergibt sich folgende Berechnung: Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Monatlicher Grundbetrag Ehegatten CHF 1'700 Kinder (ein Kind im Alter von über zehn Jahren) 600 Erweiterung des betreibungsrechtlichen Grundbetrages von 15 % 345 Zuschläge zum monatlichen Grundbetrag Miet- oder Hypothekarzins, ohne Beleuchtung, Kochstrom, Gas 1‘495 Sozialbeiträge und obligat. Versicherungen soweit nicht vom Lohn abgezogen (z.B. AHV/IV- EO, Krankenkasse, Unfallvers.), Krankenkasse ganze Familie 890.60 Steuern Steuerausscheidung 0 Grundbedarf 5‘030.60 Monatliches Netto- oder Ersatzeinkommen 3‘125 Unterdeckung CHF -1‘905 Insgesamt führt die Berechnung zu einer Unterdeckung von Fr. 1‘905.--. Angesichts dieser Ein- kommensverhältnisse ist die prozessuale Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin zu bejahen. Gestützt auf die monatliche Unterdeckung ist es ihr nicht z uzumuten, die im vorliegenden Ver- fahren anfallenden ausserordentlichen Kosten selbst zu tragen. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung sind so mit gegeben, weshalb dem entspre- chenden Gesuch der Versicherten entsprochen werden kann. 11.4 Da der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Ve rbeiständung mit ihrem Rechtsvertre- ter zu bewilligen ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarno te vom 2. Oktober 2015 für das vorlie- gende Verfahren einen Zeitaufwand von 8,25 Stunden g eltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen erscheint. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘845.20 (inkl. Auslagen von Fr. 58.50 sowie 8 % M ehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.5 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1‘845.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.