Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA080165/U/la Mitwirkende: die Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, der Kassa- tionsrichter Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser, die Kassationsrichter Reinhard Oertli und Matthias Brunner sowie der Generalsekretär Viktor Lieber Zirkulationsbeschluss vom 28. Oktober 2009 in Sachen X., … …, Kläger, Rekurrent und Beschwerdeführer vertreten durch die Rechtsanwälte .. … gegen Y. AG, … …, Beklagte, Rekursgegnerin und Beschwerdegegnerin vertreten durch die Rechtsanwälte … … betreffend Nichteintreten, Gegenstandslosigkeit, Kosten- und Entschädigungsfolgen Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 26. September 2008 (LN080031/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Der Kläger (nachfolgend Beschwerdeführer) schloss am 27. Mai 1993 mit der Beklagten (nachfol gend Beschwerdegegnerin) ei ne gemischte Lebensversi- cherung (Police Nr. x.xxx.xxx) ab. Als Vertragsende wurde der 27. September 2010 bestimmt; die Versicherungssumme von Fr. 100'000.-- sollte bei Erleben dieses Datums oder im Falle des Todes vor diesem Datum ausbezahlt werden. Zusätzlich wurde das Ereignis „Verheiratung“ des Beschwerdeführers vor Ver- tragsende versichert. Die Jahresprämie betr ug Fr. 5'910.10, fällig jeweils am 1. September. In der Folge nahm der Beschwe rdeführer Anstoss an der nach seiner Auffassung widerrechtlichen Verzugszinspraxis der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer heiratete am 26. Februar 2007, worauf ihm die Versi- cherungssumme abzüglich Fr. 49.30 Verzug szinsen ausbezahlt wurde; damit en- dete der Versicherungsvertrag. Bereits zuvor hatte der Beschwerdeführer vor Be- zirksgericht Zürich eine Klage anhängig gemacht, mit welc her er verlangte, es sei der Beschwerdegegnerin zu verbieten, den Versicherungsvertrag der Parteien wegen Nichtbezahlens von Verzugszinsen, die über die gemäss AVB und OR zu- lässigen Zinsen hinausgehen, zu kündigen; eventualiter sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin diesen Vertrag nich t wegen Nichtbezahlens der fraglichen Verzugszinsen kündigen dürfe. Diese beiden Punkte bilden zufolge rechtskräftiger Erledigung (Nichteintreten) heute nicht mehr Gegenst and des Verfahrens. Weiter beantragte der Beschwerdeführer subevent ualiter, es sei der Beschwerdegegne- rin zu verbieten, bestimmte (über ein näher umschriebenes Mass hinausgehende) Verzugszinsen in Rechnung zu stellen, subsubeventualiter sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin keine entspreche nden Verzugszinsen in Rechnung stel- len dürfe. - 3 - 2. Am 25. Oktober 2007 ergänzte bzw. änderte der Beschwerdeführer ge- stützt auf § 61 ZPO seine Klage und beantragte zusätzlich die Rückerstattung des Betrages von Fr. 49.30 nebst Zins; diesen Betrag bezahlte die Beschwerdegegne- rin dem Beschwerdeführer in der Folge ohne Anerkennung einer Rechtspflicht. Im Sinne weiterer (Eventual-)Begehren beantragte der Beschwerdeführer sodann die Feststellung, dass die Verwendung der Vertragsklausel gemäss Art. 27.1 AVB mit der Auslegung der Beschwerdegegnerin in Ziffer 5 der „zwingenden Verwaltungs- vorschriften“ vom 8. Juli 1996 gegen Ar t. 8 UWG verstosse und somit unzulässig sei. Im Zusammenhang mit der Klageergänzung teilte der Beschwerdeführer dem Gericht mit, dass er am 19. Juni 2007 mittels Zession von Z. dessen laufen- de Police Nr. y.yyy.yyy (Vertragsende: 27. Februar 2011) übernommen habe, weshalb er seine Klage nunmehr (anstelle der zwischenzeitlich erloschenen eige- nen Police) auf dieses Rechtsverhältnis stütze. Dies gelte auch insoweit, als er (subeventualiter zu den noch hängigen Begehren gemäss Klageschrift) festge- stellt haben wolle, dass Ziff. 5 der „zwi ngenden Verwaltungsvorschriften“ der Be- schwerdegegnerin gegen Art. 8 UWG verstosse. 3. Mit Beschluss vom 15. April 2008 trat die 3. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich auf die Klage gemäss Rechtsbege hren Ziff. 2 der Klageergänzung sowie Ziff. 3 und 4 der ursprünglichen Klage nicht ein, soweit le tztere mit der zedierten Versicherungspolice begründet wurden; im Übrigen schrieb sie das Verfahren als gegenstandslos geworden ab, unter Kost en- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers (OG act. 3). 4. Gegen diesen Entscheid rekurrierte der Beschwerdeführer an das Ober- gericht. Mit Beschluss vom 26. Septem ber 2008 wies dieses den Rekurs ab und bestätigte den erstinstanzlichen Beschluss (KG act. 2). 5. Dagegen richtet sich die vorliegende Nichtigkeitsbeschwerde, mit welcher der Beschwerdeführer beantragt (KG act. 1 S. 2), der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit - 4 - darauf einzutreten sei (KG act. 15). Die Vorinstanz hat auf Vernehmlassung ver- zichtet (KG act. 11). Weitere Stellungnahmen sind nicht eingegangen. 6. Mit Verfügung vom 6. November 2008 wurde der Beschwerde aufschie- bende Wirkung verliehen. II. 1. Das Obergericht prüfte im angefochtenen Entscheid zunächst, ob die Kla- geänderung im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer während laufen- dem Verfahren erworbenen Police Nr. y.yyy.yyy zulässig sei, was es – in Überein- stimmung mit der ersten Instanz – an gesichts des engen Sachzusammenhanges bejahte (Beschluss Erw. II.2, S. 7 ff.). Weiter prüfte es , ob hinsichtlich der verblei- benden Punkte ein Rechtsschutzinteresse vorliege, was es verneinte (Erw. II.3, S. 11 ff.). Gegen die Verneinung des Rechtssc hutzinteresses durch die Vorinstanz richtet sich die Nichtigkeitsbeschwerde. 2.1 Das Obergericht begründet das fehlende Rechtsschutzinteresse des Be- schwerdeführers wie folgt (Beschluss S. 11 bis 17): Der Zweck der während laufendem Verfahren nach der Verheiratung des Beschwerdeführers erfolgt en Zession der Police Nr. y. yyy.yyy sei offenkundig, nämlich – nach Erlöschen der eigenen Police – die Aufrechterhaltung der Klage zwecks Überprüfung der Verzugszinspraxis der Beschwerdegegnerin, was, wie der Beschwerdeführer off en einräume, zumindest auch im Interesse von „zehn- tausend von Versicherungsnehmern“ liege. Zwar sei dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass er als Versicherungs nehmer der Police Nr. y.yyy.yyy die Be- günstigung, welche derzeit noch auf die ur sprünglichen Parteien (nämlich Vater und Sohn Z.) laute, gemäss Art. 77 VVG jederzeit bis zur Auszahlung der Versi- cherungssumme – und damit auch noch nac h Eintritt des versicherten Ereignis- ses – widerrufen könne, zumal kein (formgültiger) Verzicht auf das Widerrufsrecht vorliege. Er gehe deshalb (entgegen der Ansi cht der ersten Instanz) bei einstwei-- 5 - len unveränderter Begünstigung kein Wagnis ein, bei Eintritt des versicherten Ri- sikos „Tod von (Vater) Z.“ der Versicherungssumme verlustig zu gehen. Allerdings – so die Vorinstanz weiter – erhelle aus der Klausel in der Abtretungserklärung, wonach die Begünstigungsklaus el unverändert bleibe, j edenfalls zumindest eine entgegenstehende Absichtserklärung, ungeacht et dessen, dass solches keinen formgültigen Verzicht auf das Widerrufsrecht darstelle. Dass es dem Beschwerde- führer nicht um ein „Investment“ gegangen se i, wie er selber meine, zeige sich schon daran, dass er die am 1. Februar 20 08 fällige Prämie „bis heute“ (also Tag des angefochtenen Beschlusses) nicht beg lichen und damit di e Umwandlung der Police und einen Wertverlust riskiert bz w. geradezu provoziert habe, liege doch der Umwandlungswert, wie er selber ausführe, wesentlich tiefer als der wahre Wert. Zudem sei nicht einzusehen, weshalb der nunmehr verheiratete Beschwer- deführer erneut eine Police mit Heiratszusatz und entsprechendem Aufpreis habe eingehen sollen. Sollte er aber nicht si ch selbst als B egünstigten bezeichnen, wenn die Police einmal näher bei der Ausza hlung stehe, sei nicht ersichtlich, wor- in sein „Investment“ liege. Es liege daher auf der Hand, dass der Beschwerdefüh- rer die Police nur erworben habe, um di e bei diesen Versicherungen anwendbare Verzugszinspraxis der Beschwerdegegnerin im Interesse anderer Versicherungs- nehmer zu überprüfen (bzw. überprüfen zu lassen). Die erste Instanz habe – so das Oberger icht weiter – ungeachtet der zivil- rechtlichen Gültigkeit der Zession ein Rechtsschutzinteresse des Beschwerdefüh- rers im Ergebnis zu Recht verneint. Diese m (oder einer allenfalls hinter ihm ste- henden Person) gehe es sichtlic h darum, einen „Pilotprozess“ im Interesse von „zehntausend von Versicherungsnehmern“ aufrechtzuerhalten, ohne dass er sel- ber noch ein schützenswertes Interesse an der Klärung der Rechtmässigkeit der Verzugszinspraxis der Beschwerdegegnerin habe. Eine angeblich konkrete Strei- tigkeit werde damit in rechtsmissbräuchlicher Weise bloss vorgeschoben, was kei- nen Rechtsschutz verdiene. Ob im Übrigen die Abtretung der Police im Sinne von Art. 18 OR bloss simuliert worden sei, br auche nicht geklärt zu werden; treuwidrig sei nicht die Abtretung als solche, sondern die dahinter stehende Absicht. - 6 - 2.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (KG act. 15 S. 4, Ziff. 10) lässt sich vorab nicht sagen, die B egründung der Vorinstanz beruhe insoweit auf zwei voneinander unabhängigen Begr ündungen, nämlich au f dem fehlenden Rechtsschutzinteresse einerseits und dem rechtsmissbräuchlichen Vorschieben einer angeblich konkreten Streitigkeit an dererseits. Das Obergericht hat seinen Entscheid damit begründet, dass es an ei nem Rechtsschutzinteresse des Be- schwerdeführers fehle; in diesem Zusammenhang stellt das Obergericht fest, der Beschwerdeführer habe eine angeblich konkrete Streitigkeit „in rechtsmissbräuch- licher Weise bloss vorgeschoben“. Dabei handelt es sich aber nicht um eine zu- sätzliche und damit eigenst ändige Begründung, sondern um einen besonderen Aspekt der (einzigen) Begründung. Von zwei unabhängig en Begründungen (Al- ternativ- oder Eventualbegründung) darf nur ausgegangen werden, wenn klar er- sichtlich ist, dass selbst dann, wenn die Voraussetzungen der Hauptbegründung nicht erfüllt wären, im Ergebnis aus anderen Gründen gleich zu entscheiden wäre. Dies ist hier nicht der Fall. Somit genügt es, wenn der Beschwerdeführer hinsichtlich der zur Diskussion stehenden (einzigen) Begründung einen Nichtigkeitsgrund nachweist; die Ausfüh- rungen der Beschwerdegegnerin zur Notwendigkeit der Anfechtung sämtlicher Begründungsvarianten gehen an der Sac he vorbei. Dass im Übrigen der Be- schwerdeführer mit Blick auf die eigene (erloschene) Police x.xxx.xxx die ange- strebte gerichtliche Überprüfung nicht mehr erreichen konnte, weil es insoweit heute an einem Rechtsschutzinteresse fehlt (KG act. 15 S. 4, Ziff. 10 a.E.), geht an der sich hier stellenden Fr age, wo es um das Rechtsschutzinteresse im Zu- sammenhang mit der abgetretenen Police geht, ebenfalls vorbei. 2.3 Nicht einzugehen ist auf die Vo rbringen der Beschwerdegegnerin (KG act. 15 S. 6, Ziff. 15), wonach entgegen der Auffassung der Vorinstanz das kläge- rische Vorgehen ohnehin eine unzulässi ge Klageänderung darstelle. Die be- schwerdebeklagte Partei kann im Rahm en des Beschwerdeverfahrens mangels Anschlussbeschwerde nicht ihrerseits Mängel des angefocht enen Entscheides geltend machen, sondern ist lediglich zur Bestreit ung der geltend gemachten Nichtigkeitsgründe legitimiert. Kommt es – wie dies hier der Fall ist (vgl. nachfol-- 7 - gende Erwägungen) – zur Gutheissung der Nicht igkeitsbeschwerde, kann sie im Rahmen des Rückweisungsverfahrens vor der Vorinstanz insofern zur Sache plä- dieren und könnte, sofern im neuen Ve rfahren zu ihren Ungunsten entschieden werden sollte, dannzumal das insoweit zulässige Rechtsmittel ergreifen. 3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet zunächst (Beschwerde Ziff. II.1, S. 6 f.), dass die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Abtretungs erklärung bzw. der darin enthaltenen Bestimm ung, wonach die Begünsti gungsklausel unverändert bleibe, eine „zumindest entgegenstehend e Absichtserklärung“ ableitet. Damit könne die Vorinstanz nur die Zukunft im Auge haben und nicht den Zeitpunkt der Übertragung der Police. Aus der für den Zeitpunkt der Übertragung gültigen Erklä- rung aber auf eine un veränderte Begünstigungsklausel in der Zukunft zu schlies- sen und dem Beschwerdeführer eine diesbez ügliche Absichtserklärung zu unter- stellen, sei eine willkürliche tatsächliche Annahme im Sinne von § 281 Ziff. 2 ZPO, welche gleichzeitig Art. 9 BV und Art. 6 EMRK verletze. 3.2 In der Abtretungserklärung vom 19. Juni 2007 (BG act. 57/1) heisst es unmittelbar vor dem Datum und der Unterschrift des Beschwerdeführers: „Die Beguenstigungsklausel bleibt unveraendert.“ Wenn die Vorinstanz (Beschluss S. 14) darin eine Absichtserklärung (des Inhalts, dass die Begünstigungsklausel auch zukünftig nicht geändert werden sol- le) erblickte, ist sie jedenfalls nicht in Willkür verfallen. Denn mit der Qualifizierung als Absichtserklärung wird gerade ausgedrückt, das s es sich lediglich um eine Möglichkeit künftigen Verhaltens handelt; ob sich der Beschwerdeführer letztlich im Sinne dieser Erklärung ve rhalten wird, bleibt damit einstweilen offen. Dies brachte die Vorinstanz denn auch zum Ausdruck, wenn sie gleichzeitig einräumte, es liege kein gültiger Verzicht auf das Widerrufsrecht vor. Dass der fragliche Pas- sus als (freilich nicht bindende) Absichtserklärung verstanden werden durfte, folgt auch daraus, dass es für die Beibehaltung der aktuellen Begünstigung (d.h. des Vaters des ehemaligen Versicherungs nehmers) eines entsprechenden Passus gar nicht bedurft hätte; wurde er in die Erklärung aufgenommen, ist es nicht will-- 8 - kürlich, darin immerhin eine Absichtserklär ung zu erblicken. Insofern erweist sich die Rüge als unbegründet. 4.1 Der Beschwerdeführer beanstandet we iter die Festste llung der Vorin- stanz, wonach er die am 1. Februar 2008 fällige Prämie „bis heute“ nicht begli- chen habe. Die Vorinstanz beziehe sich dabei auf die Rekursantwort, welche vom 30. Juni 2008 datiere; die dortige Behauptung der Beschwerdegegnerin könne da- her nur die Bedeutung haben, da ss die Prämie bis zum 30. Juni 2008 nicht be- zahlt worden sei. Wenn jedoch die Vorins tanz in ihrem Entscheid vom 26. Sep- tember 2008 feststelle, die fällige Prämie sei „bis heu te nicht beglichen“, heisse dies nichts anderes, als dass die Prämie auch noch bis zum 26. September 2008 nicht beglichen worden sei. Solches habe aber keine der Parteien behauptet, weshalb die Vorinstanz insofern gegen die Verhandlungsmaxime verstosse. Zu- dem handle es sich um eine willkürliche tatsächliche Annahme, weil sie in den Ak- ten keinerlei Stütze finde. Abgesehen davon habe der Beschwerdeführer ab Fäl- ligkeit 1. Februar 2008 die Möglichkei t gehabt, zur Vermeidung einer mit einem Wertverlust verbundenen Umwandlung die Prämie noch innerhalb von sechs Mo- naten ab Verfall, d.h. bis 1. Juli 2008 zu bez ahlen, was er denn auch getan habe. Somit habe die Vorinstanz nicht annehmen dür fen, die Prämie sei auch im Zeit- punkt des angefochtenen Entscheides noch nicht bezahlt gewesen. Sollte aber – so der Be schwerdeführer weiter – das Gericht annehmen, er hätte nach Zustellung der Rekursantwo rt innerhalb von z ehn Tagen die Bezah- lung der Prämie von sich aus mitteilen können bzw. müssen, mache er eine Ver- letzung der richterlichen Fragepflicht geltend, da für ihn nicht vorauszusehen ge- wesen sei, dass diese Frage für den Rekursentscheid relevant sein würde. 4.2 Die Beschwerdegegnerin hatte in ihrer Rekursantwort vom 30. Juni 2008 (OG act. 12 S. 10, Ziff. 33) ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die Prämie „bis heute“ nicht bezahlt. Die Rekursantwort wurde dem Beschwerdeführer zuge- stellt (OG act. 13), ohne dass sich dieser nochmals vernehmen liess. - 9 - In der Folge ging das O bergericht davon aus (Besch luss S. 14/15), der Be- schwerdeführer habe die am 1. Februar 2008 fällige Prämie „bis heute“, also bis 26. September 2008, nicht beglichen. 4.3 Eine Behauptung, wonach der Beschwerdeführer die am 1. Februar 2008 fällige Prämie bis zum 26. September 2008 nicht beglichen habe, wurde von keiner Seite aufgestellt. Aus der entsprechenden Stelle in der Rekursantwort lässt sich lediglich die (als solche unbestrittene) Tatsache ableiten, die Prämie sei bis zum 30. Juni 2008 nicht beglichen worden. Somit hat die Vorinstanz, indem sie von der Annahme (die auch sonst in den Ak ten keine Stütze fi ndet) ausging, die Prämie sei auch nach dem 30. Juni 2008 und bis zum 26. September 2008 nicht beglichen worden, die Ve rhandlungsmaxime (§ 54 Abs. 1 ZPO) verletzt, was den Nichtigkeitsgrund von § 281 Ziff. 1 ZPO erfüllt. Dem lässt sich, wie der Beschwerdef ührer zutreffend ausführt, auch nicht entgegengehalten, er hätte im Rahmen einer (zulässigen) Stellungnahme zur Re- kursantwort vorbringen können (bzw. müss en), dass er die fragliche Prämie mitt- lerweile bezahlt habe, und die Vorinstanz habe beim Ausbleiben einer derartigen Äusserung umgekehrt davon ausgehen dürfen, die Prämie sei auch nach dem 30. Juni 2008 nicht bezahlt worden. Für den Beschwerdeführer bestand kein Anlass, sich zu diesem Punkt näher zu äussern, nachdem die Behauptung, er habe die Prämie bis zum 30. Juni 2008 nicht bezahlt, zutraf und nachdem insbesondere die Begleichung der Prämien im erstinstanzli chen Entscheid gar nicht thematisiert worden war (vgl. OG act. 3 S. 9/10). Wollt e das Obergericht auf diesen Punkt ab- stellen, hätte es den Be schwerdeführer zu einer en tsprechenden Stellungnahme auffordern müssen. 4.4 Nachdem die in Frage stehende, mit einem Nichtigkeitsgrund behaftete Feststellung der Vorinstanz entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (KG act. 15 S. 5) für die Verneinung eines Rechtsschutzinteresses durchaus von Bedeutung war, hat sich der Nichtigkei tsgrund zum Nachteil des Beschwerdefüh- rers ausgewirkt. Dies führt zur Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde. - 10 - 5.1 Nach Auffassung der Vorinstanz (Beschluss S. 14) ist dem Beschwerde- führer darin beizupflichten, dass er al s Versicherungsnehmer die Begünstigung, „welche derzeit noch auf Vater und Sohn Z. lautet [...]“, jederzeit bis zur Auszah- lung der Versicherungssumme widerrufen k önne. Weiter führt sie aus (Beschluss S. 15), es sei nicht einzusehen, weshal b der nunmehr verheiratete Beschwerde- führer erneut eine Police mit Heirat szusatz und entsprechendem Aufpreis einge- hen sollte. Ein derarti ger Zusatz ergebe für ihn als „künftige (jedenfalls noch vor Vertragsende am 27. Februar 2011 einzus etzende) versicherte Person (wirt- schaftlich) keinen Sinn“. Sollte der Beschwer deführer aber nicht sich selbst als Begünstigten bezeichnen, sei nicht ersichtlich, worin sein „Investment“ liege. 5.2a) Der Beschwerdeführer wendet ein (Beschwerde Ziff. II.3, S. 9 ff.), Ver- sicherungsnehmer der in Frage stehenden Police sei (heut e) der Beschwerdefüh- rer. Die versicherten Personen seien „A: Z.“ (Kind) und „B: Z.“ (Vater). Begünstig- te seien im Erlebensfall der Vater des Versicherten, bei dessen Fehlen die Mutter, bei deren Fehlen das versicherte Kind, bei dessen Fehlen die übrigen Erben; im Todesfall der Vater, dann die Mutter und dann die anderen Erben des versicher- ten Kindes. Die Hauptleistung und die Zusa tzleistung „Verheiratung“ beträfen nur den Sohn; der Vater sei nur für die Zusa tzleistung „Prämienbefreiung bei Tod“ versichert. Aktenwidrig sei danach und ge mäss Wortlaut der Begünstigungsklau- sel die Feststellung, die Begünstigung laute „derzeit noch auf Vater und Sohn Z.“. Wenn die Vorinstanz weiter annehme, der Beschwerdeführer müsse sich je- denfalls noch vor Vertragsende als „versic herte Person“ einsetzen, erliege sie – so der Beschwerdeführer – einem doppelten Irrtum. Zum einen räume sie selbst ein, dass der Beschwerdeführer die Begünstigung „jederzeit bis zur Auszahlung der Versicherungssumme“ widerrufen könne, welcher letztmögliche Zeitpunkt im Erlebensfall offensichtlich nach dem 27. Februar 2011 sein werde, und zum ande- ren setze sie offenbar den Status einer „versicherten Person“ mit derjenigen eines „Begünstigten“ gleich, was sowohl in rechtlicher Hinsicht unzutreffend wie auch im Lichte der vorliegenden Versicherungspolice aktenwidrig sei. b) Inwiefern der Beschwerdeführer dadur ch, dass die Vorinstanz allenfalls zu Unrecht davon ausgegangen ist, dass die Begünstigung aus der Zusatzleis-- 11 - tung „Verheiratung“ derzeit noch auf Vate r und Sohn Z. (anstatt auf Sohn Z. al- lein) laute, beschwert sein soll, wird in der Beschwerde nicht dargelegt. Richtig ist hingegen, da ss der Beschwerdeführer – entgegen der Feststel- lung auf Seite 15 des Beschlusses – die Begünstigungsklausel auch noch nach Vertragsende, nämlich (wie es auf der vorangehenden Seite denn auch zutreffend heisst) bis zur Auszahlung der Versicher ungssumme widerrufen kann. Dies wird die Vorinstanz bei ihrem neuen Entscheid zu berücksichtigen haben. c) Weiter unterliegt die Vorinstanz insofern einem Trugschluss, als sie davon ausgeht, der Beschwerdeführer könne so o der anders kein wirtschaftliches Inter- esse am Erwerb einer Police mit Heiratszusatz haben, nachdem er bereits verhei- ratet sei und die Versicherung im Februar 2011 auslaufe. Entscheidend ist in die- sem Zusammenhang, dass – auch nach Abtr etung der Police – Z. (Sohn) versi- cherte Person bleibt und dass das versic herte Ereignis „Verheiratung“ bei ihm (und nicht beim Beschwerdeführer) eintreten muss. Unter der Annahme einer Än- derung der Begünstigungsklausel kann der fragliche Heiratszusatz für den Be- schwerdeführer somit wirtschaftlich durchaus Sinn machen. 6. Im Lichte des Ausgeführten braucht auf die Vorbringen un ter Ziff. II.4 (S. 11 der Beschwerde) nicht weiter eingegangen zu werden. Wie bereits ausgeführt wurde, ist ungeachtet der vorliegenden „Absichtserklärung“ im heutigen Zeitpunkt nicht auszuschliessen, dass der Beschwe rdeführer die aktuelle Begünstigungs- klausel zu gegebenem Zeitpunkt widerrufen wird, womit auch der Heiratszusatz wirtschaftlich für ihn Sinn machen würde. Ebenso wenig braucht auf die weiteren Vorbringen der Beschwerde (Ziff. II.5 ff., S. 12 ff.), die sich inhaltlich im We sentlichen in einer Wiederholung des bereits Ausgeführten erschöpfen, ei ngegangen zu werden. Dies g ilt auch insoweit, als der Beschwerdeführer geltend macht (Beschwerde Ziff. II.8, S. 17 ff.), die Vorin- stanz habe ihm gegenüber im Zusamm enhang mit der Annahme eines Rechts- missbrauchs den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie auf wesentli- che Vorbringen (insbesondere BGE 131 V 97 E. 4.3.1) nicht näher eingegangen sei und sie habe in diesem Zusammenhang überdies Art. 2 Abs. 2 ZGB verletzt. - 12 - Die Vorinstanz wird sich anhand des vo rstehend Ausgeführten neu mit der Frage des Rechtsschutzinteresses auseinan derzusetzen haben, wobei diesem Ent- scheid hier nicht vorzugreifen ist. 8. Die abschliessende Rüge (Beschwerde Zi ff.II.12, S. 21 ff.) richtet sich ge- gen die Regelung der erstin stanzlichen Kosten- und En tschädigungsfolgen, so- weit das Verfahren als Folge von Gegens tandslosigkeit abgeschrieben worden war. 8.1 Das Bezirksgericht ging davon aus (OG act. 3 S. 13), mit der Heirat des Beschwerdeführers sei inso weit dessen Rechtsschutzi nteresse entfallen und da- mit betreffend Rechtsbegehren Ziff. 3 und 4 der ursprünglichen Klage sowie Ziff. 1 der Klageergänzung Gegenstandslosigkeit eingetreten, wobei die Gegenstands- losigkeit vom Beschwerdeführer verursacht worden sei, weshal b er insoweit kos- ten- und entschädigungspflichtig sei. Das Obergericht bestätigte den erstinstanzli- chen Entscheid auch in diesem Punkt (Beschluss S. 20). 8.2 Der Beschwerdeführer bestreitet – wie bereits im Rekursverfahren (OG act. 6 S. 16 f.) – die Annahme, wonach er die Gegenstandslosigkeit zu vertreten habe, als willkürlich. Zwar tr effe zu, dass mit seiner Ve rheiratung das versicherte Ereignis „Heirat“ eingetreten sei, womit keine weiteren Prämien geschuldet gewe- sen seien und auch keine neuen Verzugszi nsen anfallen konnten. Wie jedoch die Vorinstanz selber anführe, habe die Be schwerdegegnerin Verzugszinsen von Fr. 49.30 am 16. Oktober 2006 in Rechnung gestellt, worauf die „Bezahlung“ dieser Verzugszinsen am 17. Juli 2007 durch Verrechnung mit der von der Beschwerde- gegnerin ausbezahlten Versicherungssumme erfolgt sei. Da nach Eintritt des ver- sicherten Ereignisses geschuldete Versic herungssummen erst nach dessen Ein- tritt ausbezahlt würden, seien im Zeitpunkt der Heirat des Beschwerdeführers und der damit nach Auffassung der Vorinst anz eingetretenen Gegenstandslosigkeit die in Rechnung gestellten Verzugszinsen noch nicht bezahlt gewesen. Da weiter nach Eintritt des versicherten Ereignisse s keine Prämien mehr zu zahlen gewe- sen seien, habe ein Verbot gegenüber der Beschwerdegegner im Sinne von An- trag Ziff. 3 der Klagebegr ündung vom 6. Juni 2006 tatsäc hlich nicht mehr zur De-- 13 - batte gestanden; gleiches gelte bezüglich einer allfälligen Kü ndigung des Vertra- ges durch die Beschwerdegegnerin. Anders verhalte es sich – so der Beschwerdeführer – jedoch mit dem „Sub- subeventualiter-Antrag“ gemäss Ziff. 4. Hier gehe die Vorinstanz ebenfalls davon aus, es sei damals, d.h. nach Eintritt des versicherten Ereignisses, auch nicht mehr darüber zu entscheiden ge wesen, ob „festzustellen“ sei, „dass die Beklagte dem Kläger keine ‚Verzugszinsen’ ... in Rechnung stellen darf“. Sie gehe also da- von aus, der Passus „in Rechnung stell en darf“ beziehe sich ausschliesslich auf die Zukunft und die am 16. Oktober 2006 ausgestellte und im Zeitpunkt der Heirat nicht bezahlte Rechnung sei davon nich t betroffene. Diese Auffassung und die darauf basierende Regelung der Nebenfolgen sei nur schwer nachvollziehbar und jedenfalls willkürlich. Das fragliche Feststellungsbegehren habe selbstverständlich auch bereits gestellte Rechnungen umfasst; zumindest solange eine solche Rech- nung nicht beglichen sei und dem Schuldne r die Vollstreckung und/oder andere Nachteile drohten, sei der Rechtsfri eden nicht wiederhergestellt und damit das Begehren auch nicht gegenstandslos. Da ran ändere auch nichts, dass die Rechtsbegehren Ziff. 1 bis 3 vom 6. Ju li 2006 gegenstandslos geworden seien, denn solange dies zumindest für einen der Anträge nicht zutreffe, sei auch der Prozess nicht gegenstandlos. Komme hinzu, dass mit der Kaskade der Anträge (Haupt-, Eventual-, Sub- und Subsubeventual antrag) letztlich immer das Gleiche bezweckt worden sei, nämlich die gerichtliche Überprüfung der Verzugszinspraxis der Beschwerdegegnerin. Die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens (soweit die Police Nr. x.xxx.xxx betreffend) sei so mit frühestens mit der Verrechnung der an- geblich geschuldeten Verzugszinsen durc h die Beschwerdegegnerin bei Auszah- lung der Versicherungssumme eingetreten, womit es diese (und nicht der Be- schwerdeführer) gewesen sei, welche die Gegenstandslosigkeit des mehrfach ge- nannten Feststellungsbegehrens Ziff. 3 bewirkt habe. 8.3 Die Rüge ist begründet. Tatsächlich bewirkte entgegen der Auffassung der Vorinstanz die Heirat des Beschwerdeführers am 26. Februar 2007 noch nicht die Gegenstandslosigkeit des Rechtsbegehrens, mit welchem die Feststellung der Rechtswidrigkeit der Verzugszinspraxis (mit Hinblick auf die eigene Police des - 14 - Beschwerdeführers) beantragt worden war. Im Zeitpunkt der Heirat schuldete der Beschwerdeführer der Be schwerdegegnerin (nach deren Auffassung) noch Fr. 49.30 Verzugszinsen; diese Schuld wurde bei Auszahlung der Versicherungssum- me an den Beschwerdeführer verrechnet, und die Gegenstandslosigkeit hinsicht- lich dieses Punktes trat somit frühestens mit der Verrechnung, allenfalls aber auch erst dann ein, als die Beschwerdegegnerin den genannten Betrag (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht) dem Be schwerdeführer zurückbezahlte. In je- dem Fall steht damit fest, dass die Gegenstandslosigkeit nicht vom Beschwerde- führer, sondern von der Beschwerdegegnerin veranlasst wurde. Damit leidet auch dieser Teil der Begründung an einem Nichtigkeitsgrund. 9.1 Zusammenfassend erweist sich die Nichtigkeitsbeschwerde in mehreren Punkten als begründet. Der angefochtene Beschluss ist somit aufzuheben und die Sache ist zu neuer Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. 9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdegegnerin für das Kassationsverfahren kosten- und entschädigungspflichtig. 10. Beim vorliegenden Be schluss handelt es sich um einen Zwischenent- scheid. Demnach ist gegen ihn die Beschwer de in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, allenfalls die subsidiäre Verfa ssungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG an das Bundesgericht nur unt er den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vorausset- zungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. - 15 - Das Gericht beschliesst: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschluss der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 26. September 2008 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassati onsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 2'600.--. 3. Die Kosten des Kassati onsverfahrens werden der Beschwerdegegnerin auf- erlegt. 4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflic htet, dem Beschwerdeführer für das Kassationsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'200.-- zu entrich- ten. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG, allenfalls subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG, an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Der Streitwert beträgt Fr. 16'109.--. Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Partei en, an die I. Zivilkammer des Oberge- richts des Kantons Zürich und an die 3. Abteilung des Bezirksgerichtes Zü- rich, je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der Generalsekretär: