VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN S 13 36 3. Kammer als Versicherungsgericht bestehend aus Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter Stecher und Audétat, Aktuarin Bernhard URTEIL vom 25. Oktober 2013 in der verwaltungsrechtlichen Streitsache A._____, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Beschwerdeführer gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, Beschwerdegegnerin betreffend IV-Rente- 2 - 1. A._____ (1963), dessen angestammte Tätigkeit Alteisenhändler beziehungsweise Aushilfsfahrer ist, meldete sich am 12. September 1997 wegen gesundheitlichen Beschwerden (Panvertebralsyndrom bei vorwiegend lumbospondylogener Komponente, fortgeschrittene Spondylarthrose L5/S1, chronischer Kopfschmerz, Hypertonie seit 1990) bei der IV-Stelle Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug einer IV-Rente an (vgl. aIV-Akten Nr. 2). Bei der Anmeldung gab er an, seit 25. Juni 1997 generell 100 % arbeitsunfähig zu sein. In ihrem rheumatisch- psychiatrischen Gutachten (Dr. med. B._____ beziehungsweise Dr. med. C._____ [aIV-Akten Nr. 10 und 11]) vom 16. April beziehungsweise 27. Juli 1999 attestierte die Klinik N._____ A._____, dass er sowohl in seiner angestammten Tätigkeit als Alteisenhändler beziehungsweise Aushilfschauffeur als auch in anderen Tätigkeiten insbesondere aus psychischen Gründen (Borderline-Persönlichkeitsstörung mit mittlerem Strukturniveau ICD-10 F60.30, depressives Syndrom mittleren Schweregrades mit Somatisierung ICD-10 F32.11) seit 2. Dezember 1996 generell 100 % arbeitsunfähig sei. Mit Verfügung vom 14. Januar 2000 (aIV-Akten Nr. 16) wurde A._____ eine ganze IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab 1. Dezember 1997 zugesprochen, welche anlässlich nachfolgender Rentenrevisionen bestätigt wurde (vgl. aIV-Akten Nr. 31 vom 3. März 2005 sowie IV-act. Nr. 43 vom 9. Dezember 2009). 2. Aufgrund einer Mitteilung einer anonymen Drittperson vom 5. Mai 2011 an die IV-Stelle, wonach A._____ eine ganze IV-Rente beziehe und nebenbei ein lukratives Antiquitätengeschäft betreibe (vgl. IV-act. Nr. 44), wurde ein Revisionsverfahren eingeleitet. In der darauffolgenden Beurteilung durch den RAD-Arzt pract. med. D._____ (IV-act. Nr. 51) vom 10. Juni 2011 wurde festgehalten, dass – durch eine Observation – ein de facto realisierbares Tätigkeitsprofil nachgewiesen werden müsse, damit - 3 - eine Rentenrevision aus medizinischen Gründen veranlasst werden könne. Im Revisionsfragebogen vom 18. Juni 2011 (IV-act. Nr. 55) gab A._____ an, sein Gesundheitszustand sei unverändert und er sei nach wie vor nicht erwerbstätig. Die IV-Stelle beauftragte daraufhin Dr. med. E._____, welcher A._____ seit 1998 psychiatrisch behandelte, einen Verlaufsbericht zu erstellen. Darin wurden eine unveränderte Diagnose, ein stationärer Gesundheitszustand, eine deutliche Besserung in der Selbständigkeit sowie eine nach wie vor 100%ige Arbeitsunfähigkeit festgehalten (vgl. IV-act. Nr. 57 vom 24. Juni 2011). Der ärztliche Bericht vom 10. August 2011 (IV-act. Nr. 63) von Dr. med. F._____, behandelnder Hausarzt seit 1996, attestierte A._____ ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1997 aufgrund des chronischen panvertebralen Syndroms, einer Depression bei Borderline Persönlichkeit sowie einer hypertensiven Herzkrankheit. 3. Im Zeitraum zwischen dem 12. und 24. August 2011 wurde A._____ im Auftrag der IV-Stelle observiert. Gemäss Observationsbericht vom 6. September 2011 inklusive Observationsvideo wurde festgestellt, dass A._____ im Rahmen von 2 ½ bis 8 Stunden pro Tag in seinem Antiquitätenladen tätig war. Der Beurteilung des Observationsberichts und –videos des RAD-Arztes pract. med. D._____ vom 21. September 2011 (IV-act. Nr. 65) ist zu entnehmen, dass A._____ aus medizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Auch für eine zumindest selten mittelschwere Tätigkeit ergäben sich ausweislich des Observationsvideos keine nachvollziehbaren Einschränkungen. Zudem werde eine polydisziplinäre Begutachtung (Psychiatrie, Rheumatologie) empfohlen. 4. Am 20. Februar 2012 wurde A._____ zum aktuellen Gesundheitszustand befragt (vgl. das Befragungsprotokoll, IV-act. Nr. 80) sowie im Rahmen - 4 - der Gewährung des rechtlichen Gehörs mit dem Observationsvideo konfrontiert (vgl. das Befragungsprotokoll [rechtliches Gehör], IV-act. Nr. 79). Mit Zwischenverfügung vom 22. Februar 2012 (IV-act. Nr. 88) wurde die IV-Rente vorsorglich per sofort (29. Februar 2012) eingestellt. Am 8. März 2012 erreichte die IV-Stelle ein Schreiben von Dr. med. E._____ vom 5. März 2012 (IV-act. Nr. 90), in welchem dieser weiterhin daran festhält, dass A._____ unter einer schweren chronischen Depression leide. A._____ versuche sich nur im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen maximal 30 % als Händler in einer ihm bekannten Sparte. Am 8. März 2012 nahm RAD-Arzt pract. med. D._____ (IV-act. Nr. 91) zum Schreiben von Dr. med. E._____ Stellung. Er wies insbesondere auf den Widerspruch hin, dass Dr. med. E._____ bis anhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte, während er im Schreiben vom 5. März 2012 von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit ausgehe. 5. In dem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts Basel (nachfolgend ABI) vom 8. März 2012 (IV- act. Nr. 92) wurde aufgrund der psychiatrischen und orthopädischen Untersuchung vom 1. Februar 2012 festgehalten, dass A._____ aus polydisziplinärer Sicht für die angestammte sowie jede andere mittelschwere oder schwer belastende Tätigkeit 100 % arbeitsunfähig sei. Für körperlich leichte, autonom zu gestaltende Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von 80 %, vollschichtig realisierbar. 6. Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2012 (IV-act. Nr. 107) wurde A._____ die Einstellung der IV-Rente rückwirkend per 29. Februar 2012 in Aussicht gestellt. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._____ am 30. August 2012 Einwand unter Beilage zweier Schreiben der Dres. med. F._____ vom 3. August 2012 und E._____ vom 6. August 2012 (vgl. IV-act. Nr. 111). Im Einwand wurde beantragt, Ziff. 1 und 2 des Vorbescheides seien - 5 - aufzuheben und A._____ sei ab 29. Februar 2012 weiterhin eine ganze IV-Rente auszurichten. Zudem sei dem Einwand die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 7. Mit Verfügung vom 7. Februar 2013 wurde die Einstellung der IV-Rente per 29. Februar 2012 bestätigt und einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung entzogen. In der Verfügung wurde festgehalten, dass das Vorliegen eines Revisionsgrundes, die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit, das Invalideneinkommen und das Vorliegen einer Meldepflichtverletzung bestritten seien. Unbestritten seien die Diagnosen des ABI, dass A._____ an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), an einem chronischen panvertebralen Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik (ICD-10 M54.80), an chronischen Beschwerden an Vorderarm und Hand der dominanten rechten Seite (ICD-10 T92.5 / Z98.8), an einem metabolischen Syndrom und an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (ICD-10 J44.9) leide und aufgrund dessen sowohl in der angestammten Tätigkeit als Alteisenhändler als auch in anderen körperlich andauernd mittelschweren und schweren Tätigkeiten arbeitsunfähig sei. In Bezug auf das Vorliegen eines Revisionsgrundes wurde in der Verfügung erläutert, dass gemäss dem interdisziplinären Gutachten des ABI (IV-act. Nr. 92) sowohl eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes als auch eine erhebliche Änderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden (unter Verweis auf den Observationsbericht vom 6. September 2011 samt Video) vorlägen. Die IV-Stelle habe A._____ mit Verfügung vom 24. Januar 2000 (recte 14. Januar 2000, vgl. aIV-Akten Nr. 16) die ganze IV-Rente nicht bloss wegen seiner somatischen Beschwerden sondern - 6 - insbesondere aus psychischen Gründen zugesprochen. Das ABI habe diesbezüglich festgestellt (vgl. das Gutachten vom 8. März 2012 [IV-act. Nr. 92]), dass das 1999 von der Klinik N._____ (vgl. aIV-Akten Nr. 10 und 11) diagnostizierte depressive Syndrom mittleren Schweregrades mit Somatisierung mittlerweile remittiert sei, und diagnostizierte folglich eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4). Auch Dr. med. E._____ habe in seinem Bericht vom 24. Juni 2011 erklärt, dass sich der psychische Gesundheitszustand von A._____ partiell verbessert habe (IV-act. Nr. 57). Laut Verfügung könne, um das hypothetische Invalideneinkommen zu ermitteln, neben dem Observationsbericht vom 6. September 2011 samt Video sowie den Beurteilungen des RAD vom 21. September 2011, 8. März 2012 und 30. Mai 2012 (IV-act. Nr. 65 und 91) insbesondere auf das interdisziplinäre Gutachten des ABI vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92) abgestellt werden. Aus den Schreiben der Dres. med. F._____ vom 3. August 2012 (IV-act. Nr. 111) und E._____ vom 6. August 2012 (IV-act. Nr. 111) ergäben sich objektiv keine Hinweise auf eine seit 1. Februar 2012 (Datum der Begutachtung durch das ABI) eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Bei den Einschätzungen der genannten Ärzte handle es sich vielmehr um andere Beurteilungen des bereits am 1. Februar 2012 vorliegenden Gesundheitszustands. Diese Beurteilungen würden das pluridisziplinäre Gutachten des ABI vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92) nicht derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen sei. Dasselbe gelte auch für die älteren Berichte der Dres. med. E._____ und F._____ vom 24. Juni 2011 (IV-act. Nr. 57) und 10. August 2011 (IV-act. Nr. 63). Da davon auszugehen sei, dass A._____ den Dres. med. E._____ und F._____ über gesundheitliche Beschwerden berichtete, welche effektiv entweder überhaupt nicht oder nur teilweise vorlägen, würden die medizinischen Einschätzungen der behandelnden Ärzte einen grundlegenden Mangel aufweisen, so dass es - 7 - keinen sachlichen Grund gäbe, vom interdisziplinären Gutachten des ABI vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92) abzuweichen. Aus den vom ABI erhobenen Befunden und den gestellten Diagnosen ergäbe sich, dass A._____ in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit spätestens seit November 2011 zumindest 80 % arbeits- respektive leistungsfähig sei. Das hier für das Jahr 2012 relevante Invalideneinkommen belaufe sich dabei auf Fr. 49‘915.11 (LSE 2010 TA 1, Anforderungsniveau 4, indexiert). Der Vergleich des Invalideneinkommens des Jahres 2012 von Fr. 49‘915.11 mit dem vor dem am 2. Dezember 1996 eingetretenen Gesundheitsschaden erzielten Jahreseinkommen (Valideneinkommen) führe demnach spätestens seit November 2011 zu keiner rentenbegründenden Erwerbseinbusse mehr. Da ein fahrlässiges oder gar absichtliches Fehlverhalten von A._____ in Bezug auf seine Auskunfts- respektive Meldepflicht gegenüber der IV-Stelle vorliege, habe die in Frage stehende Revision ihre Wirkungen ex tunc zu zeitigen und die ganze IV-Rente sei rückwirkend per 29. Februar 2012 aufzuheben. 8. Am 14. März 2013 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Februar 2013 mit dem Begehren, die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 7. Februar 2013 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer ab 29. Februar 2012 weiterhin eine ganze unbefristete IV-Rente auszurichten. Ferner wurde die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung beantragt. Schliesslich beantragte er, es sei die entzogene aufschiebende Wirkung wieder herzustellen. Letzterer Antrag wurde mit Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 25. März 2013 abgelehnt (S 13 36a). Der Beschwerdeführer begründete seine Begehren damit, dass die IV-Stelle zu Unrecht davon ausgehe, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 1997 gebessert habe und seit November 2011 eine 80%ige - 8 - Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit gegeben sei. Die IV-Stelle stelle zu Unrecht auf das ABI-Gutachten ab. Es sei geradezu gerichtsnotorisch, dass das ABI praktisch in allen von ihm erstellten Gutachten den Versicherten eine Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeiten attestiere. Der Beschwerdeführer habe die ihn behandelnden Ärzte über seinen Gesundheitszustand nicht belogen, weshalb deren Berichte keineswegs über einen grundlegenden Mangel verfügten. Vielmehr seien die behandelnden Ärzte dank ihrer jahrelangen Berufspraxis durchaus in der Lage, sich ein Bild über den Gesundheitszustand ihres Patienten zu machen und würden sich nicht durch irgendwelche Täuschungsmanöver beirren lassen. Ausserdem hätten sie sich auf das umfangreiche Gutachten der Klinik N._____ stützen können (aIV-Akten Nr. 10 und 11). Der Beschwerdeführer habe bei der Begutachtung durch das ABI vom 1. Februar 2012 unter erheblichem Medikamenteneinfluss gestanden. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, wie die ABI-Gutachter davon hätten ausgehen können, dass er aus psychiatrischer Sicht 100 % arbeitsfähig sei. Bei solch hohen Dosen von Psychopharmaka wäre er nicht in der Lage, nur ansatzweise einer geregelten vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es mute gar merkwürdig an, wenn die IV-Stelle ausführe, dass es dem unter starken Neuroleptika und Antidepressiva stehenden Beschwerdeführer möglich sein solle, Maschinen oder Hubstapler zu bedienen oder Kontrollfunktionen wahrzunehmen. Er sei auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch gar nicht einsetz- bzw. integrierbar, weshalb nicht auf die Tabellenlöhne der LSE abgestellt werden könne. Wie auch der psychiatrische Gutachter des ABI festgestellt habe, sei der Beschwerdeführer von seiner speziellen Persönlichkeitsstruktur dermassen auffällig und eigen, dass er sich in kein übliches Angestelltenverhältnis einzupassen vermöge und nicht in der Lage sei, sich in ein Team oder in einen hierarchisch strukturierten Berufsrahmen - 9 - einzufügen. Deshalb sei die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters, wonach der Beschwerdeführer in einer autonomen Tätigkeit zu 80 – 100 % einsetzbar sei, absolut unrealistisch. Auch mit der Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht widerspreche das ABI-Gutachten den übrigen Arztberichten und Gutachten (unter Verweis auf die ärztlichen Berichte von Dr. med. F._____ und das Gutachten der Klinik N._____). Das ABI-Gutachten sei völlig unglaubwürdig, widersprüchlich und voreingenommen, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor 100 % arbeitsunfähig. Somit stelle sich auch die Frage nach einer Täuschung oder Meldepflichtverletzung nicht. Selbst wenn sich diese Frage stellen würde, bestreite der Beschwerdeführer eine Täuschungsabsicht beziehungsweise die Verletzung der Auskunfts- und Meldepflicht, weshalb es nicht zulässig sei, die Rente ex tunc aufzuheben. Die IV-Stelle werfe dem Beschwerdeführer vor, dass er als Trödler beziehungsweise Altwarenhändler einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Doch gehe weder aus den Akten noch im Speziellen aus dem Observationsbericht hervor, dass der Beschwerdeführer tatsächlich ein regelmässiges und vor allem substantielles Nebenerwerbseinkommen erziele, welches zu einer Veränderung des Invaliditätsgrades geführt hätte. Vielmehr gehe es dem Beschwerdeführer lediglich darum, eine gewisse Tages- beziehungsweise Beschäftigungs- struktur in seinem Leben zu haben, was auch aus dem der Beschwerde beigelegten Arztbericht von Dr. med. E._____ vom 20. Februar 2013 (Bf- act. Nr. 3) ersichtlich sei. Der Beschwerdeführer habe demnach weder vorsätzlich noch fahrlässig irgendwelche Pflichten gegenüber der Sozialversicherungsanstalt verletzt. Zusammenfassend ergebe sich, dass nicht auf das fehlerhafte ABI-Gutachten abgestützt werden könne, weshalb die Verfügung wegen Unangemessenheit und Rechtswidrigkeit - 10 - aufzuheben und dem Beschwerdeführer weiterhin ab 29. Februar 2012 eine ganze Rente auszurichten sei. 9. In ihrer Vernehmlassung vom 21. März 2013 beantragte die IV-Stelle, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung nicht zu erteilen und die Beschwerde sei zudem abzuweisen. An der Verfügung vom 7. Februar 2013 werde vollumfänglich festgehalten. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde die Frage, ob der Beschwerdeführer über den 1. März 2012 hinaus einen Anspruch auf eine (ganze) IV-Rente habe oder nicht, wobei der bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 7. Februar 2013 sich verwirklichte Sachverhalt massgebend sei. Dies habe zur Konsequenz, dass das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der Klinik N._____ vom 27. Juli 1999 (aIV-Akten Nr. 10 und 11) nichts Entscheidendes zur Klärung der sich hier stellenden Fragen der Verbesserung des Gesundheitszustandes respektive der Änderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden im Vergleich zum 24. Januar 2000 und der Arbeitsfähigkeit seit November 2011 beitragen könne. Die Behauptung des Beschwerdeführers, dass er von den drei Gutachtern jeweils während nur 15 Minuten untersucht worden sei, sei aktenwidrig. So werde im orthopädischen Gutachten festgehalten, dass der Beschwerdeführer während über einer halben Stunde ruhig und ohne Einnahme einer Schonhaltung auf dem Stuhl sitze. Die orthopädische Untersuchung habe also mehr als eine halbe Stunde gedauert. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, weshalb es dem Beschwerdeführer, auch wenn er starke Medikamente einnehme, nicht möglich sein soll, die von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung genannten Tätigkeiten auszuüben. Habe er doch selber angegeben, dass er sich an die Medikamente gewöhnt habe und problemlos ein Fahrzeug lenken könne, was sich auch aus dem Observationsbericht vom 6. September 2011 sowie dem ABI-Gutachten vom 8. März 2012 (IV-act. - 11 - Nr. 92) ergebe. Die eingenommen Medikamente hätten somit keinen negativen Einfluss auf seine Verkehrstauglichkeit, weshalb auch davon auszugehen sei, dass die Medikamente respektive ihre Nebenwirkungen auch keinen negativen Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten. Überdies habe der Beschwerdeführer im Sinne der Selbsteingliederungs- respektive Schadenminderungspflicht aus eigenem Antrieb die verbliebene Arbeitsfähigkeit bestmöglichst auszunützen, falls nötig auch mittels Einnahme von Medikamenten. Es sei folglich nicht zu beanstanden, dass das ABI die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter Medikamenteneinfluss beurteilt habe. Im Gegenteil, es wäre IV-rechtlich nicht korrekt gewesen, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter Ausklammerung der Medikamentenein- nahme zu bemessen. Trotz Medikamenteneinnahme sei ihm spätestens seit November 2011 zuzumuten, die von der IV-Stelle erwähnten Tätigkeiten auszuüben. Er verfüge seit November 2011 in behinderungsgeeigneten Tätigkeiten über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, deren zumutbare Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt trotz der speziellen Persönlichkeitsstruktur gegeben sei. Der Vergleich des Validenein- kommens für das Jahr 2012 von Fr. 62‘393.89 (LSE 2010, TA1, privater Sektor, Männer Anforderungsniveau 4) mit dem Invalideneinkommen von Fr. 39‘932.01 (LSE 10, TA1, privater Sektor, Männer, Anforderungsniveau 4, Leidensabzug 20 %) führe zu einem nicht rentenberechtigten IV-Grad von 36 %. Somit sei klar, dass die angefochtene Verfügung im Resultat nicht zu beanstanden sei. 10. In der Replik vom 15. April 2013 hielt der Beschwerdeführer unverändert an seinen Rechtsbegehren fest. Es treffe nicht zu, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 1997 gebessert habe und seit November 2011 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte und mittelschwere Tätigkeit gegeben sei. Es sei durchaus möglich, dass die - 12 - orthopädische Untersuchung beim ABI mehr als 15 Minuten gedauert habe. Allerdings sei die psychiatrische Begutachtung sehr kurz ausgefallen, was nach wie vor nicht akzeptabel sei. Hinsichtlich des Invalideneinkommens gehe die Vorinstanz zu Unrecht davon aus, dass die zumutbare Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt bejaht werden dürfe. Die IV-Stelle sei nicht darauf eingegangen, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner gutachterlich festgestellten Persönlichkeitsstruktur nicht möglich sei, sich einem üblichen Angestelltenverhältnis anzupassen. Gemäss dem Gutachten komme eine Arbeitsstelle in einem hierarchisch strukturierend engen Rahmen für den Beschwerdeführer nicht in Frage. Deshalb erweise sich das errechnete Invalideneinkommen als falsch und es sei nach wie vor vom bisherigen Invaliditätsgrad auszugehen, welcher eine ganze Rente begründe. 11. In der Duplik vom 26. April 2013 wurde von der IV-Stelle in Bezug auf die Dauer der psychiatrischen Begutachtung bemerkt, dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung ankomme; massgebend sei in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei. So könne bei der Beurteilung einer psychischen Störung auch eine kurze Untersuchung ausreichen, wenn keine konkreten Hinweise vorlägen, dass sich die kurze psychiatrische Untersuchungsdauer negativ auf die Qualität des Gutachtens ausgewirkt habe. Im konkreten Fall würden keine Hinweise vorliegen, dass sich die allenfalls kurze psychiatrische Untersuchung negativ auf die Qualität der psychiatrischen Beurteilung respektive des Gutachtens des ABI ausgewirkt hätte, weshalb dieses nicht zu beanstanden sei. Schliesslich wurde daran festgehalten, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit trotz seiner gesundheitlichen Beschwerden spätestens seit November 2011 über eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 80 % verfüge, deren zumutbare - 13 - Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt trotz der speziellen Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers bejaht werden dürfe. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kämen auch in den von der IV-Stelle vorgeschlagenen Arbeitsbereichen Tätigkeiten vor, welche vom Arbeitnehmer relativ autonom gestaltet werden könnten. Dementsprechend gebe es auf dem nach Art. 7 ATSG massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt für den Beschwerdeführer genug behinderungsgeeignete Einsatzmöglichkeiten. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 7. Februar 2013 betreffend Einstellung der IV-Rente stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungs- gericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich überdies aus Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV- Stelle den Anspruch auf eine (ganze) IV-Rente über den 1. März 2012 hinaus zu Recht verneint hat, respektive, ob die ab 1. Dezember 1997 ausgerichtete ganze IV-Rente zu Recht rückwirkend per 29. Februar 2012 eingestellt wurde. Im Zentrum stehen dabei die Fragen nach dem - 14 - Vorliegen eines Revisionsgrundes wegen der Verbesserung des Gesundheitszustands, der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit seit November 2011, deren Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sowie die Voraussetzungen für eine Revision ex tunc. Nicht bestritten ist das von der IV-Stelle festgelegte Valideneinkommen von Fr. 62‘393.89, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 2. a) Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der IV-Grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens- vergleichs; BGE 130 V 349 E.3.4.2, mit Hinweisen).- 15 - b) Für die Ermittlung des IV-Grades kommt es primär auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 395 E.2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der prozentualen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte (Zumutbarkeitsprofil als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) indes von vorneherein gar nicht möglich (BGE 125 V 261 E.4, 122 V 160 f. E.1c, 115 V 134 E.2). Das Bundesrecht schreibt dabei nicht vor, wie die in den Akten liegenden Arztberichte oder medizinischen Unterlagen als Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt daher der allgemeine Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 352 E.3a). Für den Beweiswert von Arztberichten ist entscheidend, ob die Berichte für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag - 16 - gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 352 E.3a). c) Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Dazu ist nicht nur eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands mit entsprechender Beeinflussung der Erwerbsfähigkeit, sondern auch eine Veränderung der erwerblichen Komponente bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand zu zählen. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 134 V 132 f. E.3, 133 V 546 E.6.1, 130 V 349 ff. E.3.5, 117 V 199 E.3b, 109 V 116 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_49/2011 vom 12. April 2011 E.4.1; vgl. auch MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversicherung, Dissertation 2003, S. 133 N 486). Eine Revision betrifft jedoch stets Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person. Geringfügige Änderungen statistischer Daten führen dagegen nicht zu einer Revision von IV-Renten, selbst wenn durch solche Veränderungen ein Schwellenwert über- oder unterschritten wird (BGE 133 V 548 f. E.7; MEYER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl. 2010, S. 372 zu Art. 30/31). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet jeweils die letzte, der versicherten Person eröffnete, rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen - 17 - Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens- vergleichs – bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands – beruht (BGE 133 V 114 E.5.4, 134 V 132 f. E.3). 3. a) Es gilt nun zu prüfen, ob im vorliegenden Fall ein Revisionsgrund vorliegt (vgl. Art. 17 ATSG, Art. 87 ff. der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]; BGE 133 V 108; KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 2009; Art. 17; MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversicherung, Dissertation 2003). Fraglich ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Zeit zwischen der letzten rechtskräftigen Verfügung und der angefochtenen Verfügung verändert hat. Im konkreten Fall datiert die letzte, dem Beschwerdeführer eröffnete, rechtskräftige Verfügung, welche den zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet, vom 14. Januar 2000 (ganze IV-Rente ab 1. Dezember 1997 bei IV-Grad 100%, gestützt auf das Gutachten der Klinik N._____ [aIV-Akten Nr. 10 und 11]). Mithin ist für die Beurteilung der anspruchserheblichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse der Zeitraum zwischen dem 14. Januar 2000 und dem Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 7. Februar 2013 (Einstellung der Rente, gestützt auf das ABI-Gutachten vom 8. März 2012 [IV-act. Nr. 92]) massgebend. Grundsätzlich hat das Gericht für die Beurteilung eines Falles der sich bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung, in casu die Verfügung vom 7. Februar 2013, verwirklichte Sachverhalt zu berücksichtigen (vgl. BGE 129 V 4 E.1.2 mit Hinweisen). Im speziellen Fall einer Rentenrevision ist aber – wie soeben dargelegt – insbesondere der Zeitraum zwischen der letzten rechtskräftigen und der angefochtenen Verfügung massgebend. Richtig ist somit, dass das rheumatisch-- 18 - psychiatrische Gutachten der Klinik N._____ (Dr. med. B._____ beziehungsweise Dr. med. C._____ [aIV-Akten Nr. 10 und 11]) vom 16. April beziehungsweise 27. Juli 1999 nichts Entscheidendes zu den hier relevanten Fragen beitragen kann. Das Gutachten aus dem Jahr 1999 ist dennoch relevant für die Beantwortung der Frage, ob in medizinischer Hinsicht eine Veränderung des Gesundheitszustands festzustellen ist. b) Weiter ist fraglich, ob die IV-Stelle für die Beurteilung der anspruchserheblichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse – und damit des Revisionsgrundes – zu Recht auf das Gutachten des ABI vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92) abgestellt hat. Grundsätzlich genügt das vorliegende Gutachten des ABI den Vorgaben der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet (vgl. vorstehend E.2b sowie BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 352 E.3a). Damit kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu. Dem genannten ABI-Gutachten liegen zudem die Berichte und das Video der Observation vom 6. September 2011 zugrunde, welche die IV-Stelle in Auftrag gegeben hat. Bevor im Folgenden auf die Ausführungen des ABI, des RAD-Arztes pract. med. D._____ im Bericht vom 21. September 2011 (IV-act. Nr. 65) und die weiteren ärztlichen Stellungnahmen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers näher eingegangen werden kann, muss daher die Berücksichtigung und Verwertbarkeit fremd erstellter Observationsberichte als Beweismittel überprüft werden. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Ergebnisse einer zulässigen Überwachung zusammen mit einer ärztlichen - 19 - Aktenbeurteilung grundsätzlich geeignet sein, eine genügende Basis für Sachverhaltsdarstellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden (vgl. BGE 137 I 327 E.7.1 mit weiteren Hinweisen auf SVR 10 UV Nr. 17 S. 63 [8C_239/2008 E.7; 9C_891/2010 E.5.2]). Gemäss wiederholter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verwertung von Ergebnissen einer von einer Sozialversicherungsanstalt veranlassten Observation als Beweismittel im Sozialversicherungsrecht verwertbar, wenn die Überwachung rechtmässig war (Art. 28 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) und die Voraussetzungen von Art. 13 (Schutz der Privatsphäre) der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und von Art. 36 BV (Einschränkung der Grundrechte nur bei Vorliegen einer gesetzlichen Grundlage wie z.B. Art. 43 ATSG; Einschränkung der Privatsphäre nur bei überwiegendem öffentlichen Interesse; Wahrung der Verhältnismässigkeit bei Eingriff; keine Aushöhlung des unantastbaren Kerngehalts der Grundrechte) erfüllt sind (BGE 137 I 327 E.5.6 mit weiteren Hinweisen; BGE 135 I 169; BGE 129 V 323; Urteile des Bundesgerichts 8C_807/2008 vom 15. Juni 2009 insb. E.4/5 sowie 8C_806/2007 vom 7. August 2007 E.4.2). Die vorliegenden Aufnahmen des Beschwerdeführers (vgl. das separate Dossier in den IV-Akten) sind nicht widerrechtlich, sondern durch ein überwiegendes privates und öffentliches Interesse gerechtfertigt (Art. 28 Abs. 2 ZGB): Weder die Versicherung noch die dahinter stehende Versichertengemeinschaft sollen zu Unrecht Leistungen erbringen müssen (JdT 1998 I 763 E.2b = SJ 1998 S. 303 f. E.2b, bestätigt durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 28. Juni 2001, VPB 65 [2001] Nr. 134 S. 1381). Zudem ist bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Invalidenversicherung einen Anspruch erhebt, der sich auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit abstützt, so dass - 20 - diesbezüglich Eingriffe in die Persönlichkeit zu erdulden sind, was das Interesse des Beschwerdeführers geringer erscheinen lässt. Damit sind die im Verhältnis Sozialversicherungsanstalt – Beschwerdeführer erhobenen Beweismittel rechtmässig erlangt worden (vgl. zum Ganzen: BGE 129 V 323 E.3.3.3). Eine Einschränkung der Grundrechte des Beschwerdeführers (hier Schutz der Privatsphäre; Art. 13 Abs. 1 BV) bedingt, dass diese nur eingeschränkt werden können, wenn gemäss Art. 36 BV eine gesetzliche Grundlage vorliegt (Abs. 1), ein öffentliches Interesse an der Einschränkung besteht (Abs. 2), die Einschränkung verhältnismässig ist (Abs. 3) und der Kerngehalt der Grundrechte nicht angegriffen wird (Abs. 4). Für die von der IV-Stelle in Auftrag gegebene Observation begründet Art. 59 Abs. 5 IVG eine gesetzliche Grundlage (vgl. BGE 137 I 327). Das öffentliche Interesse an der Einschränkung des Schutzes der Privatsphäre liegt darin, keine nicht geschuldeten Leistungen zu erbringen (vgl. JdT 1998 I 763 E. 2b = SJ 1998 S. 303 f. E.2b, bestätigt durch Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 28. Juni 2001, VPB 65 [2001] Nr. 134 S. 1381), um die Gemeinschaft der Versicherten nicht zu schädigen. Nach der Rechtsprechung verlangt der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass der Grundrechtseingriff zur Erreichung des angestrebten Zieles geeignet und erforderlich ist und dass das verfolgte Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln, den zu seiner Verwirklichung notwendigen Freiheitsbeschränkungen, steht (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne; Urteil des Bundesgerichts 2P.52/2001 vom 24. Oktober 2001). Die Verwertung der durch die Observation erbrachten Beweise ist vorliegend zur Erreichung des angestrebten Zieles (keine Leistungszusprechung an Unberechtigte und entsprechender Schutz der Versichertengemeinschaft) geeignet und auch erforderlich, da nur diese Beweismittel – bei offensichtlich bestehenden Anhaltspunkten (vgl. den Hinweis einer Drittperson [IV-act. Nr. 44]) einer effektiv bestehenden - 21 - Arbeitsfähigkeit – eine unmittelbare Wahrnehmung wiedergeben können (vgl. JdT 1998 I 764 E. 2c = SJ 1998 S. 304.) Zudem sind die angefertigten Videoaufnahmen auch im engeren Sinne verhältnismässig, da nur die für die Anspruchsbeurteilung notwendigen Aspekte berücksichtigt worden sind und die Observationen während einer kurzen, begrenzten Zeit stattgefunden haben. Die Verwertung der aus der beschränkten Überwachung durch einen Privatdetektiv erlangten Beweismittel greift zudem den Kerngehalt des Schutzes auf Privatsphäre gemäss Art. 13 Abs. 1 BV nicht an, zumal im Zuge der Konfrontation des Beschwerdeführers mit den Erkenntnissen der Observation dessen rechtliches Gehör gewahrt wurde. Damit ist die Verwertung der durch die Privatdetektive erstellten Beweismittel im vorliegenden Verfahren zulässig (vgl. zum Ganzen: BGE 129 V 323 E.3.3.3). Die Zulässigkeit der Überwachung wird vorliegend folglich zu Recht nicht bestritten. Die IV- Stelle hat somit zu Recht auf das Gutachten des ABI vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92) und das Observationsmaterial abgestellt. c) In Bezug auf die Frage einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers sind die dem Gericht vorliegenden ärztlichen Berichte und Gutachten zu analysieren: Als Ausgangslage dient das rheumatisch-psychiatrische Gutachten (Dr. med. B._____ beziehungsweise Dr. med. C._____ [aIV-Akten Nr. 10 und 11]) vom 16. April beziehungsweise 27. Juli 1999 der Klinik N._____. Danach wurden aus rheumatischer Sicht ein chronisches Panvertebralsyndrom, Spannungskopfschmerz, arterielle Hypertonie und Adipositas sowie aus psychiatrischer Sicht eine Borderline Persönlichkeitsstörung mit mittlerem Strukturniveau (ICD10 F60.30) und ein depressives Syndrom mittleren Schweregrades mit Somatisierung (ICD10 F32.11) diagnostiziert. Aus rheumatischer Sicht wurde dem Beschwerdeführer damals eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in seiner bisherigen und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit - 22 - für körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten attestiert. Allerdings würden die damals diagnostizierte Psychopathologie und die zugrunde liegende Persönlichkeitsstörung eine berufliche Integration im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses unmöglich machen. Zusammenfassend wurde dem Beschwerdeführer von den Ärzten der Klinik N._____ aus psychiatrisch-rheumatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Das ABI diagnostizierte in seinem Gutachten vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92) aufgrund der psychiatrischen und orthopädischen Untersuchung des Beschwerde- führers vom 1. Februar 2012 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Folgendes: •Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD10 F60.31) •Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD 10 F33.4) •Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik (ICD 10 M54.80) •Chronische Beschwerde an Vorderarm und Hand der dominanten rechten Seite (ICD 10 T92.5/Z98.8) •Metabolisches Syndrom •Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (ICD 10 J44.9) Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen erstellt: •Somatisierungsstörung (ICD 10 F45.0) •Störung durch Alkohol, gegenwärtig abstinent (ICD 10 F10.20) Zusammenfassend wurde im Gutachten des ABI festgehalten, der Beschwerdeführer sei aus polydisziplinärer Sicht 100 % arbeitsunfähig für die angestammte, sowie für jede andere mittelschwere oder schwer belastende Tätigkeit, für körperlich leichte, autonom zu gestaltende Tätigkeiten sei er ab November 2011 80 % arbeits- respektive - 23 - leistungsfähig, voll realisierbar. Im Vergleich zur Beurteilung der Klinik N._____ aus dem Jahr 1999 (aIV-Akten Nr. 10 und 11) ergibt sich aus dem ABI-Gutachten von 2012 (IV-act. Nr. 92) eine Verbesserung des Gesundheitszustandes hauptsächlich aus psychiatrischer Hinsicht. So diagnostizierte Dr. C._____ am 27. Juli 1999 eine Borderline Persönlichkeitsstörung mit mittlerem Strukturniveau (ICD10 F60.30) und ein depressives Syndrom mittleren Schweregrades mit Somatisierung (ICD10 F32.11). Dr. med. G._____ vom ABI stellte hingegen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert, fest. Zum selben Schluss kam auch der RAD-Arzt pract. med. D._____ in seinem Bericht vom 30. Mai 2012, wo er festhält, dass eine bei der ehemaligen Berentung vorliegende gravierende Depression eindeutig remittiert sei (vgl. IV-act. Nr. 114 S. 8). In somatischer Hinsicht ist bezüglich der Diagnosen keine Verbesserung festzustellen, so stellte Dr. med. B._____ am 27. Oktober 1997 medizinisch-theoretisch noch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten ohne Heben schwerer Lasten fest (vgl. aIV-act. [unnummeriert]). Am 16. April 1999 jedoch attestierte Dr. med. B._____ dem Beschwerdeführer für eine körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit nur noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. aIV-Akten Nr. 11 S. 8). Da jedoch zumindest in psychiatrischer Hinsicht eine Verbesserung des Gesund- heitszustands festzustellen ist, ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG und Art. 87 ff. IVV gegeben. Überdies ergibt sich aus den Observations-Unterlagen (vgl. das separate Dossier der IV-Stelle), dass sich mit Aufnahme der Erwerbstätigkeit im April 2011 auch eine Änderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden ergeben hat. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass vorliegend zu Recht von einem Revisionsgrund ausgegangen worden ist.- 24 - 4. a) Der Beschwerdeführer ist mit der Beurteilung durch das ABI nicht einverstanden. Er rügt insbesondere die kurze Untersuchungsdauer durch die Gutachter des ABI; gerade hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens sei es nicht akzeptabel, dass er nur während 15 Minuten untersucht worden sei. Da der Beschwerdeführer bei der Begutachtung unter erheblichem Medikamenteneinfluss stand, sei es nicht nachvollziehbar, wie die Gutachter des ABI davon ausgehen könnten, dass beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80 % vorliegen könne. Bei solchen hohen Dosen von Psychopharmaka wäre der Beschwerdeführer nicht in der Lage, nur ansatzweise einer geregelten vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen und es wäre ihm insbesondere auch nicht möglich, Maschinen oder Hubstapler zu bedienen oder etwaige Kontrollfunktionen wahrzunehmen. Deshalb sei die Arbeitsfähigkeit-Einschätzung des ABI unrealistisch, der Beschwerdeführer sei nach wie vor 100 % arbeitsunfähig. In Bezug auf die Rüge des Beschwerdeführers hinsichtlich der Dauer der psychiatrischen Begutachtung durch das ABI muss festgehalten werden, dass es praxisgemäss für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt. Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E.4.3.1 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend sind keine konkreten Hinweise ersichtlich, dass sich die möglicherweise kurze Untersuchungsdauer – seitens des ABI liegen keine Angaben über die Dauer der psychiatrischen Untersuchung vor – negativ auf die Qualität der psychiatrischen Beurteilung beziehungsweise auf das ABI-Gutachten ausgewirkt hätte. Was den Einwand des Beschwerdeführers betreffend seine Medikamenteneinnahme (vgl. den Arztbericht von Dr. med. E._____ vom 20. Februar 2013 [Bf-act. Nr. 3]) betrifft, ist mit der IV-Stelle festzuhalten, - 25 - dass der Beschwerdeführer im Sinne der Selbsteingliederungs- respektive Schadenminderungspflicht aus eigenem Antrieb die verbliebene Arbeitsfähigkeit bestmöglichst auszunützen hat, falls nötig auch mittels Medikamenteneinnahme. Die Medikamenteneinnahme wurde im Gutachten überdies berücksichtig (vgl. IV-act. Nr. 92 S. 7) und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unter Medikamenten-Einfluss ist somit korrekt, zumal es IV-rechtlich nicht korrekt gewesen wäre, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter Ausklammerung der Medikamenteneinnahme zu bemessen. Sodann hat der Beschwerdeführer anlässlich der Besprechung vom 20. Februar 2012 selbst angegeben, dass er sich an die Medikamenteneinnahme gewöhnt habe (vgl. IV-act. Nr. 80 S. 2) und dass er problemlos ein Fahrzeug lenken könne (vgl. IV-act. Nr. 80 S. 5 sowie das ABI-Gutachten, IV-act. Nr. 92 S. 9 oben und S. 11 unten und den Observationsbericht IV-act. Nr. 64 S. 17). Es ist somit festzuhalten, dass die Medikamenteneinnahme die Fahr- und Verkehrstauglichkeit des Beschwerdeführers nicht beeinflusst. Ob der Beschwerdeführer trotz der Medikamenteneinnahme in der Lage ist, die von der IV-Stelle aufgeführten Tätigkeiten (leichte Maschinenbedienung, Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie leichtere Arbeiten im Bereich der [zum Teil maschinell, mit Hubstapler usw. unterstützten] Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung) auszuführen, ist im Rahmen der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen (siehe nachfolgend E.5c). b) Auch vermögen die Arztberichte der Dres. med. F._____ vom 3. August 2012 (IV-act. Nr. 111 S. 4) und E._____ vom 5. März 2012 (IV-act. Nr. 90) beziehungsweise vom 6. August 2012 (IV-act. Nr. 111 S. 5) das Gutachten des ABI nicht zu erschüttern, ergeben sich doch daraus keine Verschlechterungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. - 26 - Die beiden Ärzte bestätigen lediglich ihre bisherigen Beurteilungen. Laut Dr. med. E._____, dem behandelnden Psychiater seit 1998, leide der Beschwerdeführer weiterhin an einer schweren chronischen Depression. Er versuche sich seines Erachtens nur im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen 30 % als Händler in einer ihm bekannten Sparte (vgl. den ärztlichen Bericht vom 5. März 2012 [IV-act. Nr. 90]). RAD-Arzt pract. med. D._____ schrieb am 8. März 2012 (vgl. IV-act. Nr. 92 S. 25) zum ärztlichen Bericht von Dr. med. E._____ vom 5. März 2012, dieser habe dem Beschwerdeführer stets entweder eine chronische Depression mit psychotischen Anteilen oder eine chronische Depression bei Borderline Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Es sei niemals explizit eine schwere Depression diagnostiziert worden. Überdies werde in den Bescheinigungen kein ICD-10 Code genannt. Es werde keine Symptomatik und auch kein Funktionsdefizit beschrieben. Im ärztlichen Bericht vom 6. August 2012 schrieb Dr. med. E._____, dass der Schweregrad der ererbten chronischen psychischen Erkrankung beim Beschwerdeführer eine Dauermedikation mit hohen Dosen von Antidepressiva, Neuroleptika und Tranquilizern verlange (vgl. IV-act. Nr. 111 S. 4). Ungeachtet seiner chronischen Erkrankung habe der Beschwerdeführer immer wieder versucht, seine Eigenständigkeit zu wahren und sein Leben als Fahrender aufrechtzuhalten, weshalb er sich als Kleinhändler für Artikel aller Art versuche. Trotz dieser Tätigkeit – und sie sei nicht weiter zu werten als eine Beschäftigungstherapie, die dem Lebensunterhalt substantiell nicht zu Gute komme – sei der Beschwerdeführer weiterhin dauernd auf Medikamenteneinnahme und ärztliche Betreuung aus diversen Fachrichtungen angewiesen. Eine geregelte Arbeitstätigkeit sei nicht zumutbar. Die eingesetzten Psychopharmaka würden den Beschwerdeführer schon in einer Arbeitsleistung, die mehr als eine Stunde pro Tag erbracht werden müsse, beeinträchtigen. Selbst Hilfsarbeiten, die vor allem körperliche - 27 - Kraft in Anspruch nehmen würden, könnten ihm wegen seiner körperlichen Gebrechen nicht zugemutet werden. Dr. med. F._____ hielt nach der Durchsicht der Akten und des Gutachtens des ABI in seinem ärztlichen Bericht vom 3. August 2012 (vgl. IV-act. Nr. 111 S. 5) fest, dass beim Beschwerdeführer aus organischer Sicht – wie dies auch Dr. med. B._____ der Klinik N._____ 1999 festgestellt habe – für eine leichte bis mittelschwere Arbeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Aus psychiatrischer Sicht sei von allen bis anhin behandelnden Fachärzten eine ebenfalls mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Deswegen und durch seine (die von Dr. med. F._____) langjährige Behandlung des Patienten, halte er an seiner Einschätzung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit fest. Den vorstehend zitierten ärztlichen Berichten der Dres. med. E._____ und F._____ kann zwar entnommen werden, dass sie den Beschwerdeführer für 100 % arbeitsunfähig erachten, doch können den Berichten keine Begründung für diese Einschätzungen, keine genaueren Diagnosen und keine nachvollzieh- baren Erläuterungen entnommen werden. Die genannten ärztlichen Beurteilungen sind wenig aussagekräftig und nehmen keinen Bezug auf das Gutachten des ABI vom 8. März 2012 beziehungsweise wird die Kritik daran wenig bis kaum deutlich gemacht. Damit hat die IV-Stelle zu Recht auf das Gutachten des ABI abgestellt und ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer somit seit November 2011 in einer körperlich leichten bis mittelschweren wechselbelastenden, relativ autonom zu gestaltenden Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig ist. 5. a) Schliesslich ist die Frage nach der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 80 % auf dem Arbeitsmarkt zu beurteilen. Gemäss dem ABI-Gutachter Dr. med. G._____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ist der Beschwerdeführer von seiner speziellen Persönlichkeitsstruktur dermassen auffällig und eigen, dass er sich - 28 - keinem üblichen Angestelltenverhältnis anzupassen vermöge (vgl. IV-act. Nr. 92 S. 11, 20). Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, sich in ein Team oder einen hierarchisch strukturierten Berufsrahmen einzufügen. In einer selbständigen oder doch weitgehend autonomen Tätigkeit mit Zielvorgaben, die dem Beschwerdeführer eine relativ freie Einteilung erlauben würden, bestehe hingegen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Denkbar sei z.B. die Vorgabe durch ein Wochenpensum, wo der Beschwerdeführer dann die Möglichkeit habe, die einzelnen Tage oder Stunden selbst einzuteilen. Das ABI macht den Vorschlag einer Tätigkeit als Abwart. b) Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob die invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 287 E.3b). Das invalidenversicherungsrechtlich festgelegte Invalideneinkommen wird auf der Grundlage eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 16 ATSG) ermittelt. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer von verschiedenen Tätigkeiten auf (vgl. BGE 110 V 273 E.4b sowie 134 V 64 E.4.2.1). Dies gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeits-- 29 - plätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E.4.3 mit weiteren Hinweisen). Es darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind. An Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch gemäss Rechtsprechung keine übermässigen Anforderungen zu stellen (vgl. SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203 sowie das Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.5.1 mit weiteren Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. u.a. die Urteile des Bundesgerichts 8C_1050/2009 vom 28. April 2010 E.3.3 mit weiteren Hinweisen, 9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E.5.5 sowie I 45/06 vom 5. März 2007 E.4.2.3). c) Im konkreten Fall schlägt die IV-Stelle folgende Einsatzmöglichkeiten für den Beschwerdeführer vor: leichte Maschinenbedienung, Kontroll- funktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie leichtere Arbeiten im Bereich der (zum Teil maschinell, mit Hubstapler usw. unterstützten) Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung (vgl. die Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 7. Februar 2013 S. 7 und der Vernehmlassung vom 21. März 2013 S. 4). Fraglich ist, ob es dem Beschwerdeführer tatsächlich möglich ist, die von der IV-Stelle vorgeschlagenen Arbeiten auszuführen, zumal selbst der ABI-Gutachter - 30 - Dr. med. G._____ in seinem Gutachten vom 8. März 2012 (IV-act. Nr. 92 S. 11, 20, vgl. vorstehend E.5a) ausführt, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht von seiner speziellen Persönlichkeitsstruktur dermassen auffällig und eigen sei, dass er sich keinem üblichen Angestelltenverhältnis anzupassen vermöge und nicht in der Lage sei, sich in ein Team oder einen hierarchisch strukturierten Berufsrahmen einzufügen. Gemäss dem ABI-Gutachter könnte der Beschwerdeführer mit Impulshandlungen autoaggressiver oder fremdaggressiver Art reagieren. Voraussetzung dafür, dass der Beschwerdeführer die gutachterlich attestierte 80%ige Restarbeitsfähigkeit ausnutzen könnte, wäre somit – wie auch im ABI-Gutachten ausgeführt – eine selbständige oder doch weitgehend autonome Tätigkeit mit Zielvorgaben, die dem Beschwerdeführer eine relativ freie Einteilung der Arbeit erlauben würde. Die von der IV-Stelle vorgeschlagenen Einsatzmöglichkeiten sind nun allerdings alles subalterne Arbeiten beziehungsweise einfache Hilfsarbeiten, die nur in einem hierarchisch strukturierten Arbeitsverhältnis ausgeführt werden können und keinen Spielraum für eine autonome Gestaltung beziehungsweise keine freie Einteilung der Arbeitszeit erlauben. Der Beschwerdeführer würde sich – wie er selbst ausführt – in einem Anstellungsverhältnis im engen Rahmen wiederfinden, was seiner speziellen Persönlichkeitsstruktur widerspricht. Wenn, wie der ABI- Gutachter ausführt, der Beschwerdeführer in einem üblichen Anstellungsverhältnis mit Impulshandlungen autoaggressiver oder fremdaggressiver Art reagieren könnte, ist es nicht vorstellbar, wie sich der Beschwerdeführer in ein hierarchisch strukturiertes Arbeitsverhältnis einfinden sollte. Schliesslich zweifelt das Gericht auch daran, dass der unter Neuroleptika und Antidepressiva stehende Beschwerdeführer tatsächlich in der Lage sein sollte, leichte Maschinen zu bedienen oder bestimmte Kontrollfunktionen wahrzunehmen. Es ist somit für das Gericht nicht erkennbar, wo der Beschwerdeführer realistischerweise einsetzbar - 31 - sein und in welchem Bereich er eine Arbeit finden sollte. Auch ist es für das Gericht nicht ersichtlich, dass sich – selbst auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – ein in höchsten Massen kulanter Arbeitgeber finden liesse, der dem Beschwerdeführer unter den gegebenen Bedingungen entgegenkommen und ihn einstellen würde. Schliesslich bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vorliegend zwar zugibt, monatlich ca. Fr. 500.-- zu verdienen (IV-act. Nr. 79 S. 3 Frage 10), es ist allerdings nicht erwiesen und wird vom Beschwerdeführer gar bestritten, dass er durch seine Tätigkeit als Antiquitätenhändler ein regelmässiges und vor allem substantielles Nebenerwerbseinkommen hat (vgl. die Beschwerde S. 5). Aus den soeben dargelegten Gründen verneint das Gericht im hier konkreten Fall die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers – selbst auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Somit hat der Beschwerdeführer weiterhin, das heisst auch nach dem 29. Februar 2012, Anspruch auf eine ganze IV- Rente und die angefochtene Verfügung vom 7. Februar 2013 ist aufzuheben. Die vorliegende Beschwerde ist folglich gutzuheissen. Damit erübrigt sich die Beantwortung der Fragen nach dem Invalideneinkommen beziehungsweise des Invaliditätsgrades wie auch nach der zeitlichen Wirkung der Revision beziehungsweise der Verletzung der Meldepflicht. 6. Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass die Verfügung der IV- Stelle vom 7. Februar 2013 aufgehoben wird und der Beschwerdeführer auch nach dem 29. Februar 2012 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen. 7. Laut Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach - 32 - Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des Ausgangs dieses Verfahrens sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 700.-- der IV- Stelle zu überbinden (Art. 73 Abs. 1 VRG). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers trotz Aufforderung keine Honorarnote einreichte, wird sein Honorar ermessensweise festgelegt (Art. 2 Abs. 1 der Honorarverordnung [HV; BR 310.250]). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG werden die Parteikosten ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In Anbetracht des Aufwandes erscheint dem Gericht eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘000.-- inkl. MWST angemessen. Folglich hat die IV-Stelle den Beschwerdeführer mit Fr. 2‘000.-- ausseramtlich zu entschädigen. Somit erübrigt es sich, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege des Beschwerdeführers zu behandeln. Demnach erkennt das Gericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 7. Februar 2013 wird aufgehoben und es wird festgestellt, dass A._____ auch nach dem 29. Februar 2012 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.- 33 - 3. A._____ wird von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, ausseramtlich mit Fr. 2‘000.-- entschädigt. 4. [Rechtsmittelbelehrung] 5. [Mitteilungen]