Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. August 2019 (725 19 54 / 186) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beim Vorliegen einer Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG sind strenge An- forderungen an den medizinischen Gegenbeweis zu stellen, wonach die Listenverletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Es sind in formeller Hinsicht Beurteilungen von unabhängigen Experten notwendig, die in materieller Hin- sicht nachvollziehbar und schlüssig sind und den von der Praxis entwickelten Anforde- rungen an ein Gutachten genügen. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch s einen Vater B.____ gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. A.____ arbeitet seit dem 1. September 2014 in ei nem 20%igen Pensum als Angestell- ter der Geschäftsleitung bei der C.____GmbH und ist auf grund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (Mobiliar) unfallversichert. Gemäss Unfallmeldung vom 17. September 2018 habe sich der Ve rsicherte am 14. September 2017 auf dem Tennisplatz in D.____ am rechten Knie verletzt, in dem er dieses verdreht bzw. verstaucht Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe. Die in der Folge durchgeführten medizinischen Ab klärungen ergaben, dass A.____ am 14. September 2018 eine Kniedistorsion und eine komple xe Läsion des medialen Meniskushin- terhorns erlitten habe. Am 2. November 2018 unterzog si ch der Versicherte einer Kniearthro- skopie mit Teilmeniskektomie und retropatellarer Knorpe lglättung. Mit Schreiben vom 23. No- vember 2018 teilte ihm die Mobiliar mit, dass mangels eines ungewöhnlichen Ereignisses kein eigentlicher Unfall im Rechtssinne vorliege. Zwar wäre eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherun g (UVG) vom 20. März 1981 zu diagnostizieren, welche aber überwiegend wahrscheinlic h auf krankheitsbedingte und degene- rative Veränderungen zurückzuführen sei. Damit scheide e ine unfallähnliche Körperschädigung aus und der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicheru ng müsse abgelehnt werden. Diese Auffassung bestätigte die Mobiliar in ihrer Verfügung vom 7. Dezember 2018 und wies das Leis- tungsbegehren von A.____ ab. Hiergegen erhob der Versicherte Einsprache und beantragte die Übernahme der mit dem Ereignis vom 14. September 201 8 im Zusammenhang stehenden ge- setzlichen Leistungen. Im Einspracheentscheid vom 30. Janua r 2019 bejahte die Mobiliar das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht (ATSG) vom 6. Dezember 2000 und anerkannte ihre Leistungspflicht. Sie hielt fest, dass der Versicherte an vorübergehenden unfallbedingten Beschwerden gelitten habe, welche aber bis zum 18. September 2018 wieder abgeheilt gewesen seien, weshalb nach diesem Zeitpunkt kein Anspruch auf Leistungen mehr bestehe. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch seinen Va ter B.____ mit Schreiben vom 15. Februar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzli chen Leistungen zu erbringen. Even- tualiter sei eine gerichtliche medizinische Expertise zur Klärung der Unfallkausalität der ge- sundheitlichen Beeinträchtigung einzuholen und neu über den Anspruch zu entscheiden. Weiter sei ihm eine Parteientschädigung auszurichten. C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. April 2019 beantr agte die Mobiliar die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 2. Mai 2019 widersprach der Beschwerd eführer den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort und hielt an seinen Anträgen fest. In ihrer Dup- lik vom 15. Mai 2019 wiederholte die Mobiliar ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ve rsicherungsgericht desjenigen Kan- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in E.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten v om 15. Februar 2019 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leis tungspflicht zu Recht per 18. Septem- ber 2018 eingestellt hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des vorlie- gend angefochtenen Einspracheentscheids vom 30. Januar 2019 entwickelt hat. Dieser Zeit- punkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefug- nis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3. Zunächst ist zu klären, ob einer allfälligen Leistun gspflicht der Beschwerdegegnerin ein Unfall gemäss Art. 4 ATSG oder eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG zugrunde lag. 4.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). 4.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädig ende Einwirkung eines ungewöhnli- chen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die ei ne Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 4.3 Der äussere Faktor ist das zentrale Begriffscharakte ristikum eines jeden Unfallereig- nisses; er ist Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff konstit uierenden – inneren Ursache (BGE 134 V 76 E. 4.1.1). Der äussere Faktor ist ungewö hnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven U mstände in Betracht fallen. Definitions- gemäss bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkei t nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst (BGE 134 V 76 E. 4.1, 129 V 404 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, je mit Hinweisen). Ohne Belang für die Pr üfung der Ungewöhnlichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete F olgen nach sich gezogen hat. Aus- schlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 80 E. 4.3.1 ). Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken (wie etwa bei Muskel- und Gele nkschmerzen, einer Lumbago oder Hernien), unterliegt der Nachweis der Ungewöhnlichkei t des äusseren Faktors besonders strengen Anforderungen. Die unmittelbare Ursache der Schädigung muss in diesen Fällen unter Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden. Regelm ässig bedarf es – neben den übli- chen, dem täglichen Leben zuzuschreibenden, auf den Körp er einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angen ommen werden kann. Hinter- grund bildet der Umstand, dass ein Unfallereignis sich in der Regel in einer äusserlich wahr- nehmbaren Schädigung manifestiert, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlich- keit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1, 99 V 138 E. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5.2). 4.4 Gemäss Lehre und Rechtsprechung kann der ungewöhnl iche Faktor in einer unkoordi- nierten Bewegung oder in einer ausserordentlichen körpe rlichen Anstrengung bestehen (BGE 130 V 117 E. 2.1, 116 V 136 E. 3b m.w.H.; Urte il des Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG] vom 13. Februar 2006, U 144/06, E. 1, Urt eil des EVG vom 13. Dezember 2002, U 65/02, E. 1.2; vgl. U ELI KIESER /H ARDY LANDOLT , Unfall-Haftung-Versicherung, Zürich/St. Gal- len 2012, N 17 ff.). Bei unkoordinierten Bewegungen ist die Ungewöhnlichkeit zu bejahen, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas Programmwidr iges unterbrochen oder gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn der Versicherte s tolpert, ausgleitet oder an einem Ge- genstand anstösst, oder wenn er, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhal- tung ausführt oder auszuführen versucht (Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/99, E. 3c; Kranken- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1999 Nr. U 345 S. 420 E. 2b m.w.H.). Die Ungewöhnlichkeit einer körperlichen Anstrengung wird be- jaht, wenn ein ganz aussergewöhnlicher Kraftaufwand erf olgte. Die Aussergewöhnlichkeit der Anstrengung ist jeweils im Hinblick auf die Konstitutio n sowie die berufliche oder ausserberufli- che Gewöhnung der betreffenden Person zu beurteilen. Bei berufsüblichen Tätigkeiten wird ausserdem darauf abgestellt, ob der berufsübliche Abla uf durch ein besonderes Element ge- stört wurde (BGE 116 V 139 E. 3b; K IESER /L ANDOLT , a.a.O., N 49; A LEXANDRA RUMO - JUNGO /A NDRÉ PIERRE HOLZER , Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2012, S. 41 m.w.H.). 5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom Un tersuchungsgrundsatz be- herrscht. Das Gericht hat den rechtserheblichen Sachverha lt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien abzuklären und festzustellen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Aus der Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung, wonach das Gericht an kei ne förmlichen Beweisregeln gebunden ist (Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen und sorgfältig auf dessen Stichhaltigkeit zu prüfen (vgl. THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungs- rechts, 4. Auflage, Bern 2014, § 70 N 3). 5.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialver- sicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern da s Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Be weisanforderungen nicht. Das Ge- richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folg en, die es von allen möglichen Gesche- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). 5.3 Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person di e Umstände des als Unfall ge- meldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur Glaubha ftmachung müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben n amhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich übe r die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. BGE 114 V 305 E. 5b; Urteile des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, E. 1.2 und vom 15. September 2004, U 234/04). Un- vollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallversicherung z ur Folge haben. Im Streitfall hat das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbegriffs, insbe- sondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben sind. Dabei kommt ihm ein nicht unerheblicher Beurteilungsspielraum zu (vgl. BGE 112 V 202 E. 1; RKUV 2003 U 485 S. 259; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 168). 5.4 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person ist gemäss Rechtspre- chung den Angaben, die von der versicherten Person kurz n ach dem Unfall gemacht wurden, meist grösseres Gewicht beizumessen als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers. Der Grundsatz, wonach die spontanen "Aussa gen der ersten Stunde" in der Re- gel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Schil derungen, die bewusst oder unbe- wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlic her oder anderer Art beeinflusst sein können, stellt eine im Rahmen freier Beweiswürdig ung zu berücksichtigende Entschei- dungshilfe dar. Sie kann jedoch nur zur Anwendung gel angen, wenn von zusätzlichen Abklä- rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urtei l des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1 m.w.H.; vgl. auch: Urteil des Bund esgerichts vom 22. September 2008, 8C_827/2007, E. 5.2). 5.5 Hervorzuheben ist auch, dass sich der mangelhafte Nach weis eines die Merkmale des Unfalles erfüllenden Ereignisses nur selten durch medizi nische Feststellungen ersetzen lässt. Es kommt ihnen im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines unfall- mässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von I ndizien zu. Auch deckt sich der Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff im Sin ne von Art. 4 ATSG (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2) 6.1 In der Schadenmeldung UVG vom 17. September 2018 wurde der Sachverhalt wie folgt geschildert: Beim Tennisspielen habe sich der Beschwerdeführer das rechte Knie verdreht, worauf er sofort einen Schmerz verspürt habe. In der Fo lge seien auch Schmerzen bei Belas- tung aufgetreten. 6.2 Im Arztzeugnis UVG der Klinik F.____ vom 1. Oktober 2018, wohin sich der Beschwer- deführer am 17. September 2018 wegen zunehmenden Schm erzen begeben hatte, wurde fest- gestellt, dass sich dieser am 14. September 2018 eine Kn iedistorsion rechts zugezogen habe. Weiter wurde der Verdacht auf eine IM-Läsion am rechten Kniegelenk genannt. Im gleichentags Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht erstellen Behandlungsbericht wurde ergänzend ausgeführt , dass der Beschwerdeführer berich- tet habe, beim Tennisspielen das Knie verdreht zu haben. 6.3 In seiner Einsprache vom 20. Dezember 2018 brachte d er Beschwerdeführer unter anderem vor, dass eine kleine Ansammlung von Granulat d azu geführt habe, dass er beim Tennisspiel in einer Halle gestolpert und eingeknickt sei. Zudem sei das Knie durch einen schnellen Reflex verdreht worden. Das Resultat sei ein Me niskusriss gewesen. Damit sei aber das Erfordernis der äusseren Einwirkung erfüllt, weil e in in der Aussenwelt begründeter Um- stand den natürlichen Ablauf die Körperbewegung programmwidrig beeinflusst habe. 6.4 Ob – wie dies die Beschwerdegegnerin in ihrem Einsp racheentscheid bestätigte – ins- besondere gestützt auf die Ausführungen in der Einspr ache von einem Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG auszugehen ist, ist nicht ohne weiteres zu be jahen. Dabei fällt einerseits ins Ge- wicht, dass beim Tennisspielen (auch auf Granulatboden) Stolper-, Einknick- und Drehbewe- gungen nicht aussergewöhnlich sind und diese Sportart di e Knie besonders strapaziert (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. September 2018, 8C_333/2018., E. 5.4). Andererseits ist festzustellen, dass die Angaben in der Einsprache den u rsprünglichen Ausführungen nicht widersprechen, wonach sich der Beschwerdeführer beim Tennisspielen das Knie verdreht habe. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Verwaltungsverfahren von der Beschwerdegegnerin ausser in der Unfallmeldung nich t aufgefordert wurde, den Unfallher- gang genau zu beschreiben. Es kann daher nicht von einer d er Aussage der ersten Stunde wi- dersprechenden Sachverhaltsdarstellung gesprochen werden . Trotzdem ist aus einer Gesamt- sicht heraus ungewiss, ob der Unfallbegriff tatsächlich erfüllt ist. Diese Frage kann letztlich aber – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird - offenbleib en. 7.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des UVG sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich - wie im vor- liegenden Fall - nach dem Inkrafttreten dieser revidi erten Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die nach diesem Zeitpunkt ausgebr ochen sind, werden nach neuem Recht gewährt (vgl. Übergangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG e contrario). Gemäss den neuen Bestimmungen in Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei fol- genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend a uf Abnützung oder Erkrankung zu- rückzuführen sind: lit. a Knochenbrüche; lit. b Verrenkung von Gelenken; lit. c Meniskusrisse; lit. d Muskelrisse; lit. e Muskelzerrungen; lit. f. Sehnenrisse; lit. g. Bandläsion; lit. h Trommelfellver- letzungen. Die Tatsache, dass eine in der Auflistung vo n Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körper- schädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hier bei um eine unfallähnliche Körper- schädigung handelt, die von der Unfallversicherung übern ommen werden muss. Diese kann sich aus der Leistungspflicht befreien, wenn sie den Nachw eis erbringt, dass die Körperschädi- gung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzu führen ist (Zusatzbotschaft zur Ände- rung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Se ptember 2014, BBI 2014 7922 und 7934 f.). Zwar ist der Zusatzbotschaft keine Definition des Begriffs "vorwiegend" zu entnehmen. Zu berücksichtigen ist aber, dass er bereits in Art. 9 Abs. 1 UVG (Berufskrankheiten) verwendet Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird. Nach dieser Bestimmung ist eine vorwiegende Ve rursachung von Krankheit durch schädi- genden Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gege ben, wenn diese mehr wiegen als allen anderen mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten U rsachenspektrum mehr als 50 % aus- machen (vgl. BGE 119 V 200 E. 2. 2a). Es ist davon auszugehen, dass der Begriff "vorwiegend" im Zusammenhang mit Art. 6 Abs. 2 UVG analog zu verste hen ist (vgl. A NDRÉ NABOLD , in: Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bunde sgesetz über die Unfallver- sicherung [UVG; Hürzeler/Kieser, Hrsg.], 2018, N. 44 z u Art. 6 UVG). Damit hat die Unfallversi- cherung nachzuweisen, dass die Listenverletzung mit überw iegender Wahrscheinlichkeit zu mehr als 50 % durch Krankheit oder Abnützung verursacht worden ist. 7.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Besch werdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch ander e Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ges undheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicher- te Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ä rztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistunge n der versicherten Person noch zugemu- tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 7.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 7.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispie lsweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen od er gar wie einem Gerichtsgutach- ten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anfor derungen zu stellen, wenn ein Versi- cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens en tschieden werden soll. Bestehen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärunge n vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 8.1 Im vorliegenden Verfahren sind im Wesentlichen nac hfolgende Berichte zu berücksich- tigen: 8.2 Gemäss Angaben der Arztpraxis G.____ vom 14. Septemb er 2018, wohin sich der Beschwerdeführer wegen Beschwerden in den unteren Extr emitäten (TARMED R5) begab, wurden ihm Schmerzmittel und eine Genutrain-Aktivbandage verschrieben. 8.3 Am 17. September 2018 liess sich der Beschwerdeführe r wegen zunehmender Schmerzen in der Klinik F.____ untersuchen. Im Bericht vom 1. Oktober 2018 wurde festgehal- ten, dass er am 14. September 2018 eine Kniedistorsion erlitten habe. Er habe über einen Druckschmerz im Kniegelenk rechts geklagt und es sei eine l eichte Weichteilschwellung fest- stellbar gewesen. Zudem hätten Meniskuszeichen vorgelegen und der Steinman-Test sei posi- tiven ausgefallen. Hingegen habe der Kapselband-Appar at stabil gewirkt und anhand der Rönt- genbefunde hätten eine Fraktur und eine Arthrose ausgeschlossen werden können. 8.4 Am 18. September 2018 wurde bei einem Status nac h Kniedistorsion vor 3 Tagen und positiven Meniskuszeichen medial eine Magnetresonanztomog raphie (MRT) des rechten Knies in der Klinik F.____ durchgeführt. Dr. med. H.____, F acharzt Radiologie, nannte als Befund eine pathologische Signalerhöhung des Hinterhorns des m edialen Meniskus mit komplexer Rissführung, welche vom vaskularisierten bis zum nicht vasku larisierten Drittel reiche. Weiter erwähnte er die Ausbildung von Meniskuszysten nach periph er zentral und medial sowie das Vorliegen eines intakten medialen Vorderhorns sowie e in regelrechtes laterales Vorder- und Hinterhorn. Der hyaline Knorpel habe eine normale B reite sowie eine homogene Signalgebung des medialen und lateralen Gelenkkompartiments. Hinge gen lägen ausgedehnte Defekte Grad III an der zentralen bis medialen Patellarückfläche, a ber ein regelrechtes femorales Gleitlager vor. Die ossären Strukturen würden keine manifeste Gona rthrose oder traumatische Knochen- marködeme aufweisen. Das vordere und das hintere Kreuzba nd seien intakt, der Quadrizeps und die Patellasehne regelrecht sowie das mediale und laterale Kollateralband unauffällig. Es bestünden ein mässiger Gelenkerguss, eine intakte Gelenkkap sel, ein regelrechtes mediales und laterales Retinaculum der Patella sowie ein verka lktes Synovialchondrom im posterioren Gelenkrecessus. In seiner Beurteilung hielt Dr. H.____ fest, dass beim Beschwerdeführer ein langstreckiger komplexer Einriss des medialen Meniskushinter horns vom vaskularisierten bis nicht vaskularisierten Drittel reichend und Meniskusgangli en nach peripher medial und zentral, ein verkalktes Synovialchondrom im posterioren Gelenkrec essus, eine Chondropathie Grad III der Patellarückfläche und ein mässiger Gelenkerguss vorlägen. 8.5 Am 1. November 2018 äusserte sich der Vertrauensar zt der Beschwerdegegnerin Dr. med. I.____ zu den medizinischen Unterlagen und di agnostizierte eine Kniedistorsion rechts, eine komplexe Läsion des medialen Meniskushinterho rns, Meniskusganglien und eine retropatellare Chondropathie. Er kam zum Schluss, dass e s sich beim Meniskusriss, den Me- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht niskusganglien und der fortgeschrittenen retropatellare n Chondropathie mangels frischer Ver- änderungen um Vorzustände handle. Das Ereignis habe vo rübergehende Beschwerden nach sich gezogen, aber keine richtungsgebende oder dauerhafte Verschlimmerung des Vorzustands verursacht. Spätestens am 18. September 2018 sei aufgru nd der bildgebenden Untersuchun- gen der Status quo sine erreicht gewesen. Bei den im MRT ersichtlichen Befunden habe es sich um eindeutig degenerativ bedingte Veränderungen geha ndelt, welche mangels entsprechender Begleitverletzungen wie zum Beispiel einem Knochenmarksödem, wie es bei einem erheblichen Kontusionstrauma oder einer Bandläsion, welche bei erh eblichen Distorsionstrauma zu erwar- ten wäre, nicht traumatisch bedingt seien. 8.6 Am 2. November 2018 unterzog sich der Beschwerdeführ er einer Arthroskopie des rechten Knies. In seinem Bericht vom 5. November 2018 di agnostizierte Dr. med. J.____, FMH Orthopädie, eine mediale Meniskushinterhornläsion und eine retropatellare Chondromalizie am rechten Knie und nahm eine transarthroskopische mediale Teilmeniskektomie und eine retropa- tellare Knorpelglättung vor. Im medialen Kompartimen t hätten sich gute Knorpelverhältnisse an der Femurkondylenrolle, eine oberflächliche Chondromalazie am Tibiaplateau und eine lappen- förmige Läsion des medialen Meniskushinterhorn gezeigt, wobei der Lappen nach ventromedial eingeschlagen sei. Weiter läge ein unauffälliger Ansa tz des hinteren Kreuzbands vor und das vordere Kreuzband verlaufe regelrecht und sei suffizient. Im lateralen Kompartiment lägen schöne Knorpelverhältnisse an der Femurkondylenrolle und am Tibiaplateau vor. Der laterale Meniskus sei intakt und der Hiatus popliteus und Poplite ussehne seien unauffällig. Operativ sei der eingeschlagene Meniskuslappen reponiert und an der B asis abgetrennt worden. Anschlies- send sei mit dem Shaver und dem Arthrocare eine Knorpe lglättung an der Patellarückfläche durchgeführt worden. 8.7 In seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2018 führ te Dr. J.____ aus, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen 38-jährigen Versicherten handle, der sich beim Tennisspielen das rechte Knie verdreht habe. Er habe nachweislich im m edialen und lateralen Kompartiment keinerlei Knorpelschäden und damit auch keine degenera tiven Veränderungen aufgewiesen. Die lappenförmige Läsion sei Ausdruck eines stattgehabten unfallbedingten Meniskusrisses und die oberflächlichen, degenerativen Veränderungen an d er Kniescheibenhinterseite seien im vorliegenden Fall irrelevant, da der Unfall das mediale Kompartiment betroffen habe, die arthro- skopisch erhobenen Befunde hinter der Kniescheibe klinisch stumm seien und der Beschwerde- führer diesbezüglich keine Beschwerden gehabt habe. 9.1 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass beim Beschwerdeführer ein medialer Meniskusriss diagnostiziert wurde und er ab dem 1 4. September 2018 an Beschwer- den litt, nachdem er sich beim Tennisspielen eine Knied istorsion zugezogen hatte. Damit liegt eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit c UVG vor. Die Beschwerdegegnerin hat dafür die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, ausser sie weist nach, dass der Meniskusriss vorwiegend krankheits- oder abnützungsbedingt ist (vgl. oben E. 7.1). 9.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der Verfügung vom 7. Dezember 2018 und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 30. Januar 2019 vollumfänglich auf die Stellungnah- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht me von Dr. I.____ vom 1. November 2018. Dabei ist zu be achten, dass an die Beweiswürdi- gung strenge Anforderungen zu stellen sind, wenn ein Ve rsicherungsfall gestützt auf versiche- rungsinterne Berichte entschieden werden soll. Bestehen a uch nur geringe Zweifel an der Zu- verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergän- zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. E. 7.4). Solche Zwei fel liegen hier vor. Dr. I.____ be- gründete seine Beurteilung einzig gestützt auf den stru kturellen Befund der MRT-Bilder der Kli- nik F.____ vom 18. September 2018. Er ging davon aus, dass die geltend gemachten gesund- heitlichen Beschwerden im Sinne einer vorübergehenden Verschlechterung des Vorzustands zwar überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 14 . September 2018 zurückzuführen seien, der Status quo sine aber gestützt auf die MRT-Bi lder aber bereits am 18. September 2018 wieder erreicht gewesen sei. Die nach diesem Zeit punkt geklagten Beschwerden seien nur noch degenerativ, weil der Meniskusriss vorbestehend un d die Symptome nur vorüberge- hend unfallbedingt gewesen seien. Für die Annahme e iner traumatischen Verursachung hätten zudem entsprechende Begleitverletzungen wie ein Knochen marksödem oder eine Bandläsion gefehlt. D emgegenüber bestätigte Dr. I.____, der am 2. November 2018 eine Arthroskopie durchführte und sich intraoperativ ein Bild des Zustands d es Knies machen konnte, in seinem Bericht vom 3. Dezember 2019, dass der Beschwerdeführer nachweislich im medialen den Un- fall betreffenden Bereich und im lateralen Komparti ment keinerlei Knorpelschäden und damit auch keine degenerativen Veränderungen aufgewiesen ha be. Diese Ausführungen des behan- delnden Orthopäden führen dazu, dass eine der Beurteilung von Dr. I.____ widersprechende ärztliche Auffassung vorliegt, welche geeignet ist, Zwe ifel an der Zuverlässigkeit der versiche- rungsinternen Aktenbeurteilung hervorzurufen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass beim Vorlie- gen von Listenverletzungen strenge Anforderungen an den medizinischen Gegenbeweis zu stellen sind, wonach diese vorwiegend auf Abnützung ode r Erkrankung zurückzuführen sind. Deshalb können schematische, auf allgemeinen Erfahrungst atsachen beruhende Prüfungs- schemata für den Gegenbeweis nicht genügen. Es sind in f ormeller Hinsicht Beurteilungen von unabhängigen Experten notwendig, die in materieller Hinsicht nachvollziehbar und schlüssig sind und den von der Praxis entwickelten Anforderungen a n ein Gutachten genügen. Solche Beurteilungen sind nur bei von den Unfallversicherern u nabhängigen externen Gutachtern zu erhalten (vgl. K ASPAR GEHRING , in: Kieser/Gehring/Bollinger [Hrsg.], KVG UVG Komm entar, 2018, N. 12 zu Art. 6 UVG). Diesen strengen Anforder ungen vermögen die Ausführungen von Dr. I.____ nicht zu genügen. Seine Ausführungen sind o berflächlich und berücksichtigen nicht sämtliche medizinische Berichte. Insbesondere kann aus sein en Ausführungen nicht geschlos- sen werden, die vom Beschwerdeführer über den 18. Sept ember 2018 hinaus geklagten Be- schwerden seien vorwiegend degenerativ. Unter diesen Umst änden ist der angefochtene Ein- spracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit die Beschwerdegegnerin zurückzuwei- sen, welche den medizinischen Sachverhalt durch eine una bhängige externe Gutachterstelle abklären zu lassen hat. Diese hat nachvollziehbar und schlü ssig die Frage zu beantworten, ob die vom Beschwerdeführer über den 18. September 2018 hinaus geklagten Beschwerden vor- wiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Die Beschwerde ist unter diesen Umständen gutzuheissen. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Ge stützt auf Art. 61 lit. a ATSG ist das vorliegende Verfahren kostenlos. Der obsiegenden Pa rtei ist gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verbindung mit § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines A nwalts bzw. einer Anwältin eine ange- messene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zuz usprechen. Nachdem der Versi- cherte durch seinen Vater vertreten ist, der ihn gemä ss Angaben im Schreiben vom 11. März 2019 auf Gefälligkeitsbasis und ohne jegliches Entgelt i n vorliegender Beschwerdeangelegen- heit vertritt, hat er keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzuma chenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 11.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g – wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BG G) darstellt, der in der Regel keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwe isungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsch eids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bun- desgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 30. Januar 2019 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne rin zu- rückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht