B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4200/2013/wif U r t e i l v o m 2 0 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Pakistan, vertreten durch lic. iur. Marcel Zirngast, Rechtsanwalt, Maron Zirngast Rechtsanwälte, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. Juli 2013 / N (…). D-4200/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein pakistanischer Staatsangehöriger und ethnischer Belutsche mit letztem Wohnsitz in B._______ (Provinz Belu- tschistan), verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben z ufolge Ende Januar 2009 und hielt sich in der Folge zunächst in Oman auf, wo er u n- gefähr drei Jahre lang gearbeitet habe. Am 14. November 2012 sei er von Oman aus auf dem Luftweg in die Türkei gelangt. Am 23. November 2012 sei er von der Türkei sowie weite ren, ihm unbekannte n Länder herkom- mend im Zug illegal in die Schweiz eingereist. Der Beschwerdeführer stellte gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ ein Asylgesuch. Nach dem Transfer ins Transitzentrum D._______ wurde er dort am 29. November 2012 zu seiner Identität, sowie summarisch zum Reiseweg und zu den Asylgründen befragt und in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton E._______ zugewiesen. Das BFM hörte den Beschwerdeführer am 14. Juni 2013 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen an. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er werde in Pakistan aus politischen Gründen ve r- folgt, weil er sich für die Anliegen der Belutschen eingesetzt habe. Er sei von 2004 oder 2005 bis 2007 Mitglied der Baloch Students Organization (BSO) gewesen, welche inzwischen von der Regierung verboten worden sei. Er habe das Amt des F._______ innegehabt. Danach sei er als einfa- ches Mitglied dem Baloch National Movement (BNM) beigetreten. Wä h- rend seiner Zeit bei der BSO und dem BNM habe er gegen die Entfü h- rungen von Parteimitgliedern und die Missachtung der Menschenrechte durch die pakistanische Regierung protestiert und sich in Bildungsf ragen engagiert. Sie hätten ein englischsprachiges Zentrum mit englisch - sprachiger Schule geführt, was insbesondere den radikal -islamischen Gruppierungen missfallen habe. Die Schule sei denn auch mehrmals a n- gegriffen und einmal in Brand gesetzt worden. Er habe im Weiteren mi t- geholfen, Protestkundgebungen und Versammlungen zu organisieren und Flugblätter zu verteilen. Ausserdem habe er bei der Produktion von Thea- terstücken und Filmen, welche auf DVD vertrieben worden seien, mitg e- wirkt. Aufgrund seiner Aktivitäten sei er in den lokalen Medien präsent ge- wesen. Er und seine Freunde seien von der pakistanischen Regierung (Militär, Polizei, Geheimdienst) sowie von islamistischen Gruppierungen bedroht und als Agenten des Westens und Israels verdächtigt worden. Er D-4200/2013 Seite 3 habe mehrere telefonische Drohungen erhalten, wonach man ihn entfü h- ren und umbringen werde. Man habe ihm nahegelegt, seine politischen Aktivitäten einzustellen. Seit dem Jahr 2007 habe er sich daher nur noch unregelmässig zuhause aufgehalten. Sein Haus sei mehrmals anlässlich von Militärrazzien durchsucht worden, wobei er aber nie zuhause gew e- sen sei. Auch seine Familie sei Opfer von Drohungen geworden und we r- de wohl nach wie vor bedroht; er könne aber mit seinen Angehörigen tele- fonisch nicht über Derartige s sprechen, da das Telefon vermutlich abg e- hört werde. Um einer Festnahme zu entgehen, hätten er und seine Koll e- gen häufig ihr Aussehen verändert und sich bei der lokalen Bevölkerung versteckt. Einer seiner Cousins (Q. C.) sei von der pakistanischen Armee verhaftet, gefoltert und getötet worden. Sein Onkel sei ebenfalls umg e- bracht worden. Zwei weitere Cousins seien entführt worden, wobei sich die Entführer bei den Cousins nach ihm erkundigt hätten. Auch viele se i- ner Kollegen seien entführt worden. Der Parteiführer Ghulam Mohammad sei ebenfalls getötet worden. Aus diesen Gründen habe er sich zur Au s- reise entschlossen, zumal er nirgends in ganz Pakistan sicher gewesen wäre. Ende Januar 2009 sei er legal aus Pakistan ausgereist und habe sich in der Folge drei Ja hre lang als Gastarbeiter mit Arbeitsvisum in Oman aufgehalten. Sein Arbeitsvertrag sei Ende 2013 ausgelaufen, d a- nach hätte er nach Pakistan zurückkehren müssen. Bei einer Rückkehr nach Pakistan müsse er aber damit rechnen, festgenommen, ins Gefän g- nis gest eckt und gefoltert oder gar getötet zu werden. So sei es einem seiner Freunde ergangen. Daher habe er sich entschieden, nach Europa zu flüchten. A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens folgende Identitätspapiere und Beweismi ttel zu den Akten: seine Identitätskarte, Ausbildungsbestätigungen, eine Visitenkarte seines eh e- maligen Arbeitgebers in Oman, eine Resident Card von Oman, einen An- trag des Beschwerdeführers an die Schweizer Regierung, ein Schreiben der Human Rights Commiss ion of Pakistan vom 1. November 2012, K o- pien von Identitäts - und Visumspapieren eines Freundes (A. D.), Fotos von A. D., Presseberichte über den getöteten Baloch -Märtyrer Q. C. (an- geblich ein Cousin des Beschwerdeführers), mehrere Fotos von Q. C. so- wie Fotos, welche den Beschwerdeführer mit getöteten Kollegen und dem getöteten Cousin zeigen, ein undatiertes Bestätigungsschreiben des BNM sowie Beweismittel betreffend die Mitwirkung an drei Filmen (Kopie n von Filmplakaten, Youtube-Link eines Filmes, Szenenfo tos von Youtube-Fil- men). D-4200/2013 Seite 4 B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 2. Juli 2013 – eröffnet am 3. Juli 2013 – fest, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asy l- gesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 23. Juli 2013 liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventuell sei er infolge Un- zulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der vollum- fänglichen unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses ersucht. Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: eine Vollmacht vom 10. Juli 2013, eine Kopie der angefochtenen Verfügung vom 2. J uli 2013, ein Artikel aus "Der Spiegel" vom 2. März 2012, fünf Fotobögen von ver- stümmelten Leichen aus Belutschistan, ein Bestätigungsschreiben von Dr. phil. G._______ vom 15. Juli 2013, ein Internetausdruck von am a- zon.com betreffend ein von G._______ verfasstes Buch, Foto einer D e- monstration in B._______ am 25. August 2008, ein Bestätigungsschrei- ben von Prof. H._______ vom 15. Juli 2013, zwei Zulassungskarten zu Veranstaltungen der UNO in Genf vom 22. März und 5. Juni 2013, zwei Fotos des Beschwerdefü hrers und weiterer Vertreter Belutschistans an- lässlich der Konferenz vom 5. Juni 2013, eine DVD der UNO -Konferenz vom 5. Juni 2013, fünf Fotos von Demonstrationen in Genf am 22. März 2013 sowie eine Bestätigung der Gemeinde I._______ vom 11. Juli 2013 betreffend die Ausrichtung von Unterstützungsleistungen an den B e- schwerdeführer. D. Mit Zwischenverfügung vom 29. Juli 2013 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung (Art. 65 Abs. 2 VwVG) wurde dagegen abgewiesen. D-4200/2013 Seite 5 E. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 5. September 2013 vollum- fänglich an seiner Verfügung fest und beantragte d ie Abweisung der B e- schwerde. F. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers replizierte darauf mit Eing a- be vom 19. September 2013 und ersuchte um Gutheissung der gestellten Anträge. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ve r- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vo r- instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern kein e das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, aus- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren grundsätzlich das neue Recht. 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges D-4200/2013 Seite 6 Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht (ein schliesslich Missbrauch und Überschreiten des E r- messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachte ilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträgli chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaf t sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst g e- schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe können zwar die Flüc htlings- eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG begründen , führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss- bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgr ünde nachweisen oder glau b- haft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, m.w.H.). D-4200/2013 Seite 7 3.4 Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die we- gen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind un d weder Aus- druck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat be- stehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Wesentlichen aus, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien unglaubhaft, da seine Aussagen widersprüchlich, unplausibel und unsub- stanziiert ausgefallen seien. So habe er beispielsweise auf die Frage, wie viele Drohanrufe er erhalten habe und in welchen Zeitintervallen diese er- folgt seien, unterschiedliche Antworten gegeben. Auf Nachfrage hin habe er erklärt, er könne sich nicht erinnern, es habe keine Reg elmässigkeit bei den Telefonanrufen gegeben. Diese Antwort widerspreche jedoch wie- derum seiner Aussage, wonach er "regelmässig, routinemässig" Telefo n- drohungen erhalten habe. Auch betreffend den Zeitpunkt der erhaltenen Drohungen habe sich der Beschwerdef ührer widersprochen. Zunächst habe er ausgesagt, die Drohungen lägen weit zurück, daher könne er sich nicht mehr an die Verfolger erinnern, die Drohungen hätten in den Jahren 2005/2006 stattgefunden. In der Direktanhörung habe er dagegen die erhaltenen Drohungen nicht auf die Jahre 2005/2006 beschränkt, son- dern vorgebracht, diese seien regelmässig erfolgt. Die Erklärung des B e- schwerdeführers, er habe sich in der Befragung kurz fassen müssen, ver- möge diesen Widerspruch nicht aus dem Weg zu räumen. Nach dem Ge- sagten sei das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er wiederholt bedroht worden sei, nicht glaubhaft. Ferner sei festzustellen, dass er nicht in der Lage gewesen sei, den Brandanschlag auf das englischsprachige Zentrum präzise zu datieren; er habe bloss gesagt, dieser Vorfall habe sich zwischen den Jahren 2006 und 2009 ereignet. Es sei nicht nachvoll- ziehbar und widerspreche der allgemeinen Erfahrung, dass der B e- schwerdeführer diesen von ihm selber als wichtig dargestellten Vorfall zeitlich nicht genauer einordnen könne. Der Beschwerdeführer sei ferner auch nicht imstande gewesen anzugeben, wann er erstmals telefonisch bedroht worden sei. Er habe sodann keinen spezifischen Vorfall nennen können, welcher für die erste Bedrohung ursächlich gewesen sei. Seine diesbezüglichen Ausführungen seien unkonkret und diffus geblieben. Es sei unlogisch, dass er die Todesdrohung gegen ihn zeitlich nicht einmal ungefähr einordnen und sich dafür keinen konkreten Grund vorstellen könne. Auch aus diesen Gründen könne nic ht geglaubt werden, dass er D-4200/2013 Seite 8 Drohanrufe erhalten habe. Im Weiteren sei er auf entsprechende Auffo r- derung hin nicht in der Lage gewesen, die Drohanrufe detailliert wiede r- zugeben. Vielmehr habe er jeweils bloss den Inhalt der angeblichen G e- spräche beschrieben ; dies überzeuge nicht, da dabei insbesondere die Dynamik, welche einem Gespräch innewohne, nicht zum Ausdruck g e- kommen sei. Die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den geltend gemachten Hausdurchsuchungen seien zudem wirklichkeitsfern und w e- nig anschaulich ausgefallen. Der Beschwerdeführer habe dabei insbeson- dere keinen Bezug auf die anwesenden Angehörigen genommen und h a- be mit keinem Wort erwähnt, dass nach ihm gefragt worden sei, obwohl die Hausdurchsuchung angeblich zum Ziel gehabt habe, ihn festzun eh- men. Insgesamt seien die Vorbringen zu den Drohanrufen und Hau s- durchsuchungen unglaubhaft. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel vermöchten den asylrelevanten Sachverhalt ebenfalls nicht glaubhaft zu machen. Die Beweismittel würden zwar tei lweise indizieren, dass der Beschwerdeführer politischen Organisationen aus Belutschistan nahegestanden habe. Hingegen würden die Beweismittel die geltend g e- machten Verfolgungshandlungen nicht bestätigen, weshalb sie als u n- tauglich zu qualifizieren seien. Nach dem Gesagten sei die Flüchtlingse i- genschaft des Beschwerdeführers zu verneinen und das Asylgesuch a b- zulehnen. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM als zulässig, z u- mutbar und möglich. 4.2 In der Beschwerde wird zunächst ausgeführt, das BFM habe den Hin- tergrund der Menschenrechtssituation in Pakistan und speziell in der Pr o- vinz Belutschistan völlig ausgeblendet. Dem Jahresbericht von Human Rights Watch 2013 sei zu entnehmen, dass sich die Menschenrechtssitu- ation in Belutschistan weiter verschlechtere. Op positionsaktivisten und belutschische Militante würden durch das Militär, den Geheimdienst und den paramilitärischen Grenzschutz gewaltsam entführt und getötet. Im Jahr 2012 seien in Belutschistan mehr als 100 Hazara von sunnitischen Militanten mit Verbind ung zum pakistanischen Militär und Geheimdienst getötet worden. Im Bericht von Amnesty International 2013 sei zu lesen, dass die Sicherheitsbehörden in Belutschistan systematisch missliebige Personen verschwinden lassen würden; diese würden dann häufig i r- gendwo tot aufgefunden. Ein Bericht in der Zeitschrift "Der Spiegel" vom März 2012 beleuchte das Ausmass und die Hintergründe des Konflikts in Belutschistan: Die Belutschen verlangten mehr Rechte sowie eine Beteili- gung an den Einnahmen der in der Provinz g ewonnenen Rohstoffe, was von der pakistanischen Regierung jedoch abgelehnt werde. Der Konflikt daure bereits zwölf Jahre an und habe auch zu separatistischen Bestr e-D-4200/2013 Seite 9 bungen der Belutschen geführt, was wiederum eine verstärkte Unterdr ü- ckung durch das Militär, den Geheimdienst sowie paramilitärische Gru p- pierungen zur Folge habe. Täglich verschwänden Menschen, insgesamt würden bisher schon über 6000 Menschen vermisst, täglich würden neue Leichen, oftmals verstümmelt, auf der Strasse entdeckt, die Todesfälle würden nie aufgeklärt. Separatisten und belutschische Nationalisten sei- en am meisten gefährdet; mittlerweilen würden aber auch immer mehr Menschen entführt, die nicht politisch aktiv seien. Der blosse Verdacht, Kontakt zu Separatisten zu pflegen, bedeute eine akute Lebensgefahr. Die BSO habe am meisten Tote zu beklagten. Der Beschwerdeführer h a- be belegt, dass er ein politischer Aktivist des BNM sei. Er sei eine hoc h- gradig politisch exponierte Persönlichkeit. Dies werde durch Dr. G._______ bestätigt. Dieser habe über den belutschischen Nationa- lismus promoviert und sich deshalb längere Zeit in Pakistan aufgehalten. Seinem Bericht vom 15. Juli 2013 (vgl. Beweismittel) sei zu entnehmen, dass er im Jahr 2006 in B._______ gewesen sei und dort Interviews mit Mitgliedern und Führern politischer Parteien, Intellektuellen, Journalisten sowie lokalen Politikern und Verwaltungsbeamten geführt habe. Auch den Beschwerdeführer sowie dessen ermordete n Cousin Q. C. habe er b e- fragt und von diesen wichtige Informationen erhalten. Nach seiner Wahr- nehmung hätten die beiden zu den aktivsten Angehörigen der BSO g e- hört. G._______ bestätige zudem, dass sich der Beschwerdeführer an ei- nem Sprachlehrzentrum für Englisch engagiert habe. Mehrere ehemalige Interviewpartner von G._______ seien später entführt und ermordet wo r- den. G._______ sei seit dem Treffen mit dem Beschwerdeführer im Jahr 2006 mit diesem in schriftlichem Kontakt geblieben und habe von ihm I n- formationen über die fortschreitende Verschlechterung der Situation in Belutschistan erhalten. Für G._______ stehe ausser Zweifel, dass eine Rückführung des Beschwerdeführers nach Pakistan mit dessen Folter und Tod enden würde. In der Beschwerde wird weiter geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe sich zusammen mit seinem später entführten und ermordeten Cousin Q. C. politisch betätigt; dies werde durch eine Fo- toaufnahme einer Demonstration vom August 2008 in B._______ bestä- tigt. Der Beschwerdeführer habe sodann ein Schreiben des Direktors der J._______ in B._______ eingereicht, worin bes tätigt werde, dass er dort von 2006 bis 2008 als Lehrer und Verwalter tätig gewesen sei, dass es immer wieder zu Problemen mit Islamisten gekommen sei und dass es im Jahr 2008 einen Brandanschlag auf die Schule gegeben habe. Der Be- schwerdeführer habe seit seiner Einreise in die Schweiz schon zweimal in Genf an einer Menschenrechtskonferenz der UNO teilgenommen (22. März und 5. Juni 2013), was zeige, dass es sich bei ihm um einen D-4200/2013 Seite 10 politisch exponierten Aktivisten für die belutschische Sache handle. An der zweiten Konferenz sei er eingeladen worden, einen Bericht über die Menschenrechtssituation in Belutschistan abzugeben. Neben ihm seien noch drei weitere belutschische Experten aufgetreten, darunter der off i- zielle Vertreter Belutschistans bei der UNO. Im Ansc hluss an die erste Konferenz habe der Beschwerdeführer zudem an Demonstrationen vor dem UNO-Gebäude sowie in der Stadt Genf teilgenommen, unter and e- rem zusammen mit "Byahamdag Bughti ", dem Präsidenten der Baloch Republican Party (BRP), welcher ebenfalls in der Schweiz um Asyl nach- gesucht habe. Nach dem Gesagten drohe dem Beschwerdeführer im Fal- le einer Rückkehr nach Pakistan Gefahr an Leib und Leben, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. Entgegen den Ausführungen des BFM seien seine Aussagen als glaubhaft zu er achten. Die Verfolgungssituation habe für ihn keinen punktuellen, sondern einen beständigen Charakter gehabt. Nicht einzelne, zeitlich genau einordenbare Ereignisse, sondern die mit der politischen Agitation einhergehende Bedrohungslage habe sein en Lebensinhalt dargestellt. Er könne die Telefonanrufe zeitlich nicht genau einordnen, weil sie über die Jahre immer wieder vorgekom men und dau- ernder Bestandteil seines Lebens gewesen seien. Die einzelne oder erste Bedrohungssituation habe sich in seiner Er innerung nicht speziell von den anderen abgehoben. Die vom BFM genannten Widersprüche spr ä- chen daher nicht gegen die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Dro h- anrufe. Es treffe sodann nicht zu, dass der Beschwerdeführer die telefo- nischen Drohungen in der Befragung auf die Jahre 2005 und 2006 b e- schränkt habe. Aus dem Kontext gehe klar hervor, dass er von einer von 2005 bis 2009 fortlaufenden Bedrohungslage gesprochen habe. Die E r- wähnung der Jahre 2005 und 20 06 habe lediglich dazu gedient zu b e- gründen, weshalb ihm eine persönliche Zuordnung der Anrufer nicht mög- lich sei. Dem Brandanschlag auf das englischsprachige Zentrum komme ebenfalls keine derart spezifische, punktuelle Bedeutung zu, als da ss nach der allgemeinen Erfahrung zu erwarten wäre, dass der Beschwerde- führer dieses Ereignis zeitlich genau einordnen könne. Dieser Umstand spreche daher nicht gegen die Glaubhaftigkeit des geltend gemachten Vorfalls. Im Übrigen werde dieses Ereignis durch die eingereichten B e- weismittel (vgl. Beilagen 3 und 6) belegt. Da der Beschwerdeführer an der Universität nur formell eingeschrieben gewesen sei, aber keine Vorle- sungen besucht habe, sei der Einwand des BFM, wonach er anhand der Studienzeit eine zeitliche Einordnung der Geschehnisse hätte vornehmen können, nicht nachvo llziehbar. Es sei ferner nicht zutreffend, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Telefonanrufen zu wenig konkret, detailliert und differenziert ausgefallen seien. Er habe in unte r-D-4200/2013 Seite 11 schiedlichen Formulierungen dargelegt, dass er beschimpft und au fgefor- dert worden sei, seine Aktivitäten zu beenden, da sich diese gegen den Islam und Pa kistan richteten. Die Anrufer hätten ausserdem gesagt, sie wüssten, wo er sei, und würden ihn finden und töten. Es sei nachvollzieh- bar, dass der Beschwerdeführer den g enauen Gesprächsablauf nicht mehr habe wiedergeben können, da diese Anrufe inzwischen vier bis acht Jahre zurücklägen und sich ausserdem mehrfach wiederholt hätten. Den Gesprächen sei keine einmalige Bedeutung zugekommen, weshalb sich der Beschwerdeführer nicht an deren genauen Inhalt erinnern könne. Es sei zudem normal, dass Opfer von telefonischen Drohungen keine präz i- sen Angaben zur Dauer derartiger Telefongespräche machen könnten. Die vom Beschwerdeführer erst nach Insistieren des Befragers genannte Dauer von sechs Minuten spreche daher nicht gegen seine Glaubhafti g- keit. Der Vorwurf des BFM, wonach der Beschwerdeführer die Hau s- durchsuchungen nicht anschaulich geschildert habe, sei ebenfalls nicht nachvollziehbar. Er sei ja dabei jeweils gar nicht anwesen d gewesen. Es spiele keine Rolle, dass er nicht erwähnt habe, dass die Behörden dabei jeweils nach ihm gefragt/gesucht hätten, da sich das von selber verstehe. Insgesamt habe der Beschwerdeführer überwiege nd glaubhaft dargelegt, dass er sich in Pakistan politisch exponiert habe und deshalb an Leib und Leben gefährdet gewesen sei beziehungsweise sei. Urheber der Verfo l- gung seien das pakistanische Militär, der Geheimdienst oder Grenzschutz oder auch islamistische Gruppierungen. Jedenfalls könne er vom Staat keinen ausreichenden Schutz beanspruchen. Er sei daher als Flüchtling anzuerkennen, und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei zumindest eine individuelle und konkrete Gefährdung anzuerkennen und der We g- weisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Pakista n als unzulässig oder unzumutbar festzustellen. 4.3 In seiner Vernehmlassung gibt das BFM zu bedenken, hinsichtlich des Schreibens von G._______ bestünden Vorbehalte, da dieser offenbar seit dem Jahr 2006 in regelmässigem Kontakt mit dem Beschwerdeführer stehe. G._______ führe aus, der Beschwerdeführer habe Pakistan infolge direkter Bedrohungen und Verfolgung seines Lebens durch die Gehei m- polizei verlassen müssen. Dafür lege er jedoch keinerlei Beweise vor. Das Schreiben sei daher als Beweismittel untauglich. Bezüglich der ei n- gereichten Kopie eines Fotos, welches den Beschwerdeführer anlässlich einer Demonstration in B._______ im August 2008 zeige, sei festzuste l- len, dass von der blossen Teilnahme an einer Demonstration nicht aut o- matisch auf das Vorliegen einer begründeten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung geschlossen werden könne. Es sei erneut darauf hinzuwe i-D-4200/2013 Seite 12 sen, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den angeblichen Verfolgungshandlungen äusserst d iffus geblieben seien. Es sei ausse r- dem nicht nachv ollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer im Jahr 2008 unverkleidet und leicht erkennbar an einer Demonstration teilgenommen habe, wenn er doch angeblich ab 2006/2007 aus Sicherheitsgründen sein Erscheinungsbild habe verändern müssen. Sein Verhalten lasse n icht auf eine begründete Verfolgungsfurcht schliessen, was weitere Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen aufkommen liesse. Auch aus der Tei l- nahme an einer Demonstration in Genf – welche den eingereichten Fotos zufolge in einem kleinen Rahmen statt gefunden habe – sowie an einer UNO-Konferenz über die Menschenrechtslage in Belutschistan lasse sich nicht leichthin auf das Vorliegen einer begründeten Furcht vor asylrel e- vanter Verfolgung schliessen. Der Beschwerdeführer sei kein exponierter Aktivist; er sei eigenen Angaben zufolge ein einfaches Mitglied des BNM gewesen. Daher sei nicht von einer begründeten Verfolgungsfurcht au s- zugehen. Das BFM führt im Weiteren aus, die Erklärung des Beschwe r- deführers, weshalb er nicht ims tande gewesen sei, Angaben zu Häufig- keit und Zeitpunkt der Telefonanrufe sowie zum Inhalt des ersten Drohan- rufs zu machen, überzeuge nicht. Der Beschwerdeführer sei gebildet und rhetorisch begabt; immerhin sei er als Berichterstatter an eine UNO -Kon- ferenz eingeladen worden. Dennoch ha be er es unterlassen, hinsichtlich der erwähnten Angaben einen Vorbehalt anzubringen. Stattdessen habe er ausgesagt, insgesamt mit S icherheit drei bis vier Mal angerufen wor- den zu sein. Bei dieser Sachlage erweise sich der Einwand in der B e- schwerde, wonach die Drohanrufe dauernder Bestandteil seines Lebens gewesen und häufig erfolgt seien, als haltlos. 5. In der Replik wird entgegnet, es handle sich bei G._______ um einen profunden Kenner der Verhältnisse in Belutschistan, er habe sich jahr e- lang dort aufgehalten und zum Thema belutschischer Nationalismus pub- liziert und promoviert. Wenn dieser nun erkläre, der Beschwerdeführer habe zusammen mit dessen ermordete m Cousin zu den aktivsten Ang e- hörigen der BSO in B._______ gezählt, so sei dies relevant, auch wenn er dabei keine Beweise für die staatliche Verfolgung des Beschwerdefü h- rers vorlege. Der vom BFM gerügte nahe Kontakt habe sich ergeben, weil sich der Beschwerdeführer G._______ gegenüber als überdurchschnit t- lich exponierte Persönlichkeit hervorgetan habe. Es bestehe keine Grund- lage für die Annahme, dass Dr. G._______ aus anderen Gründen nahen Kontakt zum Beschwerdeführer gepflegt und ihn deswegen aus blosser Gefälligkeit als politisch aktiv bezeichnet habe. In Bezug auf die D e- monstration in B._______ im August 2008 sei anzumerken, dass daran D-4200/2013 Seite 13 ungefähr 3000 Personen teilgenommen hätten. Im Schutz der grossen Masse sowie aus Gründen der Glaubwürdigkeit hätten sich die polit i- schen Aktivisten gegen seitig dazu motiviert, ohne Tarnung aufzutreten. Zur Frage der Expon iertheit des Beschwerdeführers sei zunächst darauf hinzuweisen, dass politische Aktivisten, welche sich für die Unabhängi g- keit Belutschistans einsetzten, unbesehen ihrer formellen Position von den pakistanischen Sicherheitsbehörden in grosser Anzahl entführt, gefol- tert und getötet würden. Beispielsweise sei am 21. August 2013 ein belut- schischer Journalist und Mitglied des BNM zu Tode gefoltert in der Region Karachi aufgefunden worden, nachdem er seit dem 24. März 2013 ve r- misst gewesen sei. Eine Woche früher seien ein Mitglied der BSO sowie ein Mitglied des BNM von der pakistanischen Armee angegriffen und g e- tötet worden. Dies zeige die akute Gefährdung sämtlicher belutschischer Aktivisten in Pakistan, einschliesslich des Beschwerdeführers, selbst wenn er nur ein einfaches Mitglied des BNM gewesen sei. Zudem habe er innerhalb der BSO durchaus eine leitende Stellung innegehabt und sei deswegen in der belutschischen Bewegung auch nach seiner Studente n- zeit als Leitfigur hoch angesehen gewesen. Die Ausführungen des BFM betreffend die Häufigkeit und den Inhalt der telefonischen Drohungen se i- en nicht geeignet, die belegte politische Exponiertheit des Beschwerd e- führers für die Sache Belutschistans und die sich daraus ergebende G e- fährdung in Frag e zu stellen. Der Beschw erdeführer sei demnach als Flüchtling anzuerkennen. Eine Rückweisung des Beschwerdeführers nach Pakistan würde im Übrigen auch gegen Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmensc h- liche oder erniedrigende Behandlu ng oder Strafe (FoK, SR 0.105) ve r- stossen, da es ausreichende und stichhaltige Gründe für die Annahme gebe, dass ihm dort Folter oder Ähnliches drohe. Das BFM habe die Menschenrechtssituation in Pakistan konsequent ausgeblendet. 6. Nachfolgend ist zu prüfen , ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG zu Recht verneint hat. 6.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei infolge seines Engagements für die belutschische Sache an seinem Herkunftsort verfolgt worden und müsse bei einer Rückkehr nach Pakistan befürchten, inhaftiert oder gar umgebracht zu werden. Dazu ist Folgendes festzustellen: Aufgrund der Aktenlage erscheint es glaubhaft, dass der Beschwerdeführer zwischen den Jahren 2005 und 2007 Kontakte zur BSO unterhielt und mit Q. C. be-D-4200/2013 Seite 14 kannt war. Dies belegen namentlich die eingereichten Fotos, welche den Beschwerdeführer (teilweise zusammen mit Q. C.) an Anlässen der BSO zeigen. Es ist ferner ebenfalls überwiegend plausibel und damit glaubhaft, dass der Beschwerdefü hrer im Jahr 2007 als einfaches Mitglied dem BNM beigetreten ist. Gestützt auf die bestehende Aktenlage erscheint es hingegen als unglaubhaft, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausre i- se aus Pakistan infolge seines politischen Engagements in asylrelevant er Weise verfolgt wurde respektive deswegen dort im heutigen Zeitpunkt e i- ne asylrelevante Gefährdung zu gewärtigen hätte. Die von ihm geltend gemachten Aktivitäten in Pakistan (Teilnahme an Demonstrationen und Versammlungen, Mitorganisation derartiger Anlä sse, Engagement in Bi l- dungsfragen sowie Mitwirkung an belutschischen Theaterstücken und Fil- men) erscheinen zwar grundsätzlich als plausibel, es ist jedoch festz u- stellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist , glaubhaft zu machen, dass er dabei j eweils mehr als nur ein Mitläufer war. Es ist im Weiteren zweifelhaft, ob der Beschwerdeführer tatsächlich an einem Sprachlehrzentrum für Englisch tätig war. Zum einen fällt auf, dass er zwar auf Beschwerdeebene eine Bestätigung des Direktors der J._______ einreichte, wonach er zwischen 2006 und 2008 dort Freiwill i- genarbeit geleistet habe, er den Namen " J._______" indessen anlässlich der Befragungen nie erwähnte. Auch Dr. G._______ führt in seinem Schreiben lediglich aus, der Beschwerdeführer habe sich an e inem engli- schen Sprachlehrzentrum engagiert, ohne je doch den Namen dieses Zentrums zu nennen. Zum andern geht aus der Bestätigung des Direktors von J._______ hervor, dass es an besagter Schule im Jahr 2008 zu e i- nem Brandanschlag durch Islamisten gekommen und der Beschwerd e- führer damals anwesend gewesen sei. Der Beschwerdeführer seinerseits erwähnte zwar ebenfalls diesen Brandanschlag, konnte das Ereignis j e- doch zeitlich überhaupt nicht einordnen, sondern erklärte lediglich, dies sei zwischen 2006 und 2009 geschehen (vgl. A9 S. 8). Die Erklärung in der Beschwerde, wonach sich der Beschwerdeführer nicht an den Zei t- punkt dieses Ereignisses erinnern könne, da er diesem keine spezifische Bedeutung beigemessen habe, überzeugt nicht, zumal er andere, weit weniger dramatische Vorfälle wie beispielsweise die Inverkaufsetzung des ersten Filmes, an welchem er mitgewirkt hat, durchaus zumindest ungefähr datieren konnte (vgl. A9 S. 13: "Anfang 2005"). Bei dieser Sach- lage ist das Schreiben des Direktors von J._______ als reines Gefällig- keitsschreiben und die Tätigkeit des Beschwerdeführers für diese Schule als unglaubhaft zu erachten. Der Beschwerdeführer brachte sodann vor, er sei zunächst Mitglied der BSO gewesen und anschliessend, im Jahr 2007, dem (legalen und gemässig ten) BNM beigetreten. Der Beschwe r-D-4200/2013 Seite 15 deführer räumte selber ein, er sei lediglich ein gewöhnliches Mitglied des BNM gewesen, habe also innerhalb dieser Organisation keine besondere Funktion innegehabt. Bei der BSO sei er dagegen F._______ gewesen (vgl. A9 S. 9). Für diese Behauptung kann der Beschwerdeführer inde s- sen keinerlei Beweise vorlegen; sie wird auch durch die Ausführungen von Dr. G._______ in dessen Unterstützungsschreiben vom 15. Juli 2013 nicht bestätigt. In der einschlägigen und öffentlich zugängli chen Medien- berichterstattung über die Vorfälle in Belutschistan taucht der Name des Beschwerdeführers nicht auf, dies im Gegensatz zu den Namen zahlre i- cher anderer BSO - und BNM-Aktivisten. Selbst in dem als Beweismittel eingereichten, ausführlichen Artikel über Q. C., worin mehrere von de s- sen Weggefährten namentlich erwähnt werden, findet sich der Name des Beschwerdeführers nicht, obwohl er angeblich nicht nur an der Seite von Q. C. für die Rechte der Belutschen eingetreten ist, sondern gar dessen Cousin ist; eine Behauptung, die vom Beschwerdeführer indessen ebe n- falls weder belegt noch näher substanziiert wird. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass G._______ den Beschwerdeführer im Jahr 2006 als BSO - Aktivisten (respektive als Cousin des allseits bekannten Q. C.) kennenge- lernt und interviewt hat, so ist nach dem Gesagten dennoch nicht davon auszugehen, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen besonders profilierten und herausragenden belutschischen Oppositionsaktivisten handelt. Daher kann auch nicht geglaubt werden, dass er vor seiner Aus- reise aus Pakistan im Januar 2009 aufgrund seiner politischen Aktivitäten in asylrelevanter Weise verfolgt und bedroht worden ist. 6.2 Diese Einschätzung wird dadurch bestätigt, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den angeblichen Verfolgungshandlungen v a- ge, wenig substanziiert und zudem teilweise widersprüchlich und unpla u- sibel ausgefallen sind. Er machte geltend, er sei aufgrund seines Eng a- gements für die belutschische Sache mehrfach telefonisch mit dem Tod bedroht worden, ausserdem hätten bei ihm zuhause Razzien stattgefu n- den. Seine Angaben zur Häufigkeit und zum Zeitpunkt der angeblichen Telefondrohungen sind jedoch widersprüchlich. Zunächst führte er aus, die Drohungen seien lange her, das sei im Jahr 2005 oder 20 06 gewe- sen, deshalb wisse er nicht mehr, wer konkret ihn bedroht habe (vgl. A3 S. 9). Er machte zudem geltend, er sei "mit Sicherheit drei - bis viermal" bedroht worden (vgl. A9 S. 7). Später erklärte er dagegen, es seien "r e- gelmässig, routinemässig" Drohanrufe eingegangen und diese seien teils vier Mal in der Woche, teils alle sechs Monate einmal erfolgt (vgl. A9 S. 14). Der Beschwerdeführer war ausserdem nicht in der Lage anzu ge- ben, wann er die erste Telefondrohung erhalten hat oder wann erstmals D-4200/2013 Seite 16 sein Haus durchsucht worden ist (vgl. A9 S. 6 und 7). Zur Erklärung di e- ser Widersprüche und Ungenauigkeiten wird auf Beschwerdeebene vo r- gebracht, der Beschwerdeführer könne sich nicht genau an die Häufigkeit respektive den genauen Zeitpunkt dieser Ereignisse erin nern, da die Ver- folgungssituation für ihn keinen punktuellen, sondern einen dauerhaften Charakter gehabt habe. Die einzelne oder erste Bedrohungssituation h a- be sich in seiner Erinnerung nicht speziell von den anderen abgehoben. Diese Erklärung vermag indessen nicht zu überzeugen. Es ist ein erhebli- cher Unterschied, ob man im Verlauf von ca. vier Jahren lediglich drei- bis viermal telefonische Todesdrohungen erhalten hat oder ständig; und es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass eine derart verfolgte Pers on, na- mentlich eine Person mit den intellektuellen Fähigkeiten des Beschwerde- führers, diesbezüglich konsistente Angaben machen kann. Ausserdem kann erfahrungsgemäss davon ausgegangen werden, dass Personen, welche erstmals mit dem Tod bedroht werden oder die zum ersten Mal er- leben müssen, wie ihre Privatsphäre respektive diejenige ihrer Angehör i- gen durch eine Militärrazzia verletzt wird, zumindest das erste Ereignis dieser Art in einen zeitlichen Kontext bringen können. Wie bereits erwähnt hatte der Beschwerdeführer keine Mühe, andere Ereignisse wie beispiels- weise die Publikation des ersten Films, an welchem er mitgewirkt hat, zu datieren. Im Weiteren ist festzu stellen, dass er seine politischen Tätigkei- ten eigenen Angaben zufolge zwischen den Jahren 2006 un d 2009 au f- grund der erhaltenen Drohungen heimlich und vorsichtig ausführte; er ha- be dabei auch sein Aussehen ständig verändert (vgl. dazu A9 S. 8 und 10). Gleichzeitig nahm er jedoch den Akten zufolge in dieser Zeit mindes- tens einmal offen, unverkleidet u nd leicht identifizierbar an einer Demon - stration an seinem Herkunftsort teil (vgl. dazu das auf Beschwerdeebene eingereichte Foto, welches den Beschwerdeführer anlässlich einer D e- monstration in B._______ vom 25. August 2008 zeigt). Selbst wenn es sich dabei um einen Grossanlass mit Tausenden von Demonstranten g e- handelt hat, so ist es angesichts der angeblich vom Beschwerdeführer befürchteten Verfolgungsmassnahmen (Tod, Entführung) äusserst u n- wahrscheinlich, dass er "aus Gründen der Glaubhaftigkeit gegenübe r der Bevölkerung" (vgl. S. 2 Ziff. 2 der Replik vom 19. September 2013) äus- serlich unverändert daran teilgenommen und so sein Leben riskiert hätte. Das Argument der Glaubwürdigkeit gegenüber dem Volk überzeugt insbe- sondere deshalb nicht, weil es der loka len Bevölkerung sicherlich ei n- leuchten würde, dass die politischen Aktivisten ihr Engagement für die Rechte der Belutschen nur fortführen können, solange sie nicht verhaftet oder gar umgebracht werden, weshalb sie einen seit Jahren von ve r- schiedenen Gruppierungen mit dem Tod bedrohten belutschischen Akti-D-4200/2013 Seite 17 visten kaum nur deshalb weniger respektieren würden, weil er inkognito an einer Demonstration teilnimmt. Die Tatsache, dass der Beschwerd e- führer, ohne sein Aussehen auch nur im Geringsten zu verändern , an der fraglichen Demonstration teilnahm, lässt daher darauf schliessen, dass er entgegen seinen Vorbringen damals keine unmittelbare Verfolgung zu be- fürchten hatte . Im Weiteren erscheint es wenig plausibel, dass der B e- schwerdeführer angeblich während ungefähr vier Jahren ständig mit Tod und Entführung bedroht wurde, ihm jedoch effektiv nie etwas Konkretes geschehen ist. Seinen Aussagen zufolge übernachtete er trotz der angeb- lichen Drohungen ab und zu zuhause (vgl. A9 S. 12). Falls ihn seine Ver- folger tatsächlich hätten festnehmen wollen, hätten sie das demnach mit Sicherheit tun können, da es für seine angeblichen Verfolger, namentlich für das pakistanische Militär oder den Geheimdienst, ein Leichtes gewe- sen wäre, das Ha us des Beschwerdeführers unauffällig zu überwachen und seiner so habhaft zu werden. Die Tatsache, dass dies nie geschah, weist darauf hin, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen Vorbringen nicht ernsthaft verfolgt wurde . Schliesslich ist festzustellen, dass er sich eigenen Angaben zufolge irgendwann nach dem Jahr 2006 (vgl. A9 S. 4) einen Reisepass ausstellen liess und im Januar 2009 mit seinem eigenen Pass legal aus Pakistan ausreiste. Es ist davon auszugehen, dass er bei der Ausreise oder bereits bei d er Beantragung des Passes Probleme b e- kommen hätte, wenn er damals im Visier der Behörden gestanden hätte . Er macht zwar geltend, sowohl bei der Passausstellung als auch bei der Ausreise habe er Bestechungsgelder bezahlt, ausserdem habe er sich für die Ausreise den Bart wachsen lassen und eine Kopfbedeckung getr a- gen. Seine Schilderungen zur angeblichen Bestechung sind aber sehr pauschal und vage ausgefal len (vgl. A9 S. 4). Ausserdem hätte er mit e i- nem vom Passbild abwei chenden Aussehen erst r echt die Aufmerk sam- keit der Grenzbehörden erregt, weshalb dieses Vorbringen wenig glau b- haft erscheint. Schliesslich ist auch nicht nach vollziehbar, weshalb er nach angeblich bereits vier Jahren andauernder Verfolgung ausgerechnet im Januar 2009 sein Heimatland verliess, z umal aus den Akten keine I n- tensivierung der angeblichen Verfolgung respektive ein spezifisches, für seinen Ausreiseentschluss im Januar 2009 entscheidendes Ereignis er- sichtlich ist. Es erscheint ausserdem unerklärlich, weshalb er nicht z u- nächst versuchte, in einer anderen Gegend seines Heimatlandes den a n- geblichen Verfolgungshandlungen zu entgehen, anstatt ohne anderweit i- ge Alternativen zu prüfen und unter relativ erheblichem finanzielle m und bürokratischem Aufwand nach Oman zu reisen . Auf die diesbezügliche Frage antwortete er anlässlich der Anhörung, er wäre sofort festgeno m- men worden, wenn er in eine andere grosse Stadt gegangen wäre (vgl. D-4200/2013 Seite 18 A9 S. 9). Diese Aussage ist indessen überhaupt nicht plausibel, wurde er doch selbst in seiner Heimatregion nie festg enommen. Ausserdem wider- spricht diese Begründung dem Vorbringen, wonach die Behörden anläss- lich der Passausstellung sowie seiner Ausreise nicht auf ihn aufmerksam geworden seien, da es in Pakistan kein computerisiertes System gebe beziehungsweise die Pass - und Sicherheitsbehörden bestechlich seien (vgl. A9 S. 4 und 10). Gestützt auf diese Erklärung müsste es als sehr un- wahrscheinlich erachtet werden, dass der Beschwerdeführer, selbst wenn er tatsächlich von den lokalen Behörden gesucht worden wäre, in einer anderen Region Pakistans unwiderruflich festgenommen worden wäre. Nach dem Gesagten muss som it vielmehr angenommen werden, er sei entgegen seinen Vorbringen nicht aufgrund der geltend gemachten B e- helligungen nach Oman gegangen, sondern – wie viele seiner Landsleute – allein aus wirtschaftlichen Überlegungen. 6.3 Insoweit, als der Beschwerdeführer am Rande vorbringt, er sei in P a- kistan bereits schon aufgrund seiner Ethnie als Belutsche gefährdet (vgl. dazu A3 S. 9) und dabei sinngemäss eine Kollektivverfo lgung geltend macht, ist festzustellen, dass nicht davon auszugehen ist, dass Belut- schen in ganz Pakistan grundsätzlich verfolgt werden (vgl. dazu auch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4001/2013 vom 22 . Oktober 2013). Dem Beschwerdeführer würde d aher angesichts der in Pakistan geltenden Niederlassungsfreiheit eine Wohnsitznahme in einer anderen Region Pakistans offenstehen, wo es weniger Spannungen unter den Ethnien und damit weniger offen ausgetragene Konflikte gibt. Ein entspre- chender Wohnsitzwechsel wäre im Übrigen auch als zumutbar zu erac h- ten, da davon auszugehen ist, der junge, gesunde und gut ausgebildete Beschwerdeführer könnte sich auch in einer anderen Region seines He i- matlandes eine Existenzgrundlage schaffen. Die Furcht des Beschwerde- führers, allein schon aufgrund seiner belutschischen Ethnie von den paki- stanischen Sicherheitskräften umgebracht zu werden, ist daher als unb e- gründet zu qualifizieren. 6.4 Auf Beschwerdeebene wird darauf verwiesen, dass der Beschwerd e- führer am 22. März sowie am 5. Juni 2013 in Genf je an einer UNO -Ver- anstaltung sowie am 22. März 2013 in Genf an zwei Kundgebungen tei l- genommen habe. Weitere exilpolitische Aktivitäten sind nicht aktenkundig. Den eingereichten Fotos zufolge handelte es sich bei den beiden Kun d- gebungen zugunsten von Belutschistan um Anlässe mit sehr kleiner Tei l- nehmerzahl. Der Beschwerdeführer hielt dabei Plakate mit der Aufschrift "Baluch want Freedom" respektive "SOS Baluchistan" hoch. Es erscheint D-4200/2013 Seite 19 unwahrscheinlich und wird auch nicht geltend gem acht, dass diese D e- monstrationen in den (internationalen) Medien grosse Beachtung fand en und/oder dass die Teilnehmer dabei namentlich bekannt gemacht wurden. Nach Durchsicht der entsprechenden Unterlagen ist ausserdem festz u- stellen, dass der Beschwerdefüh rer am 22. März 2013 als Vertreter der Nicht-Regierungsorganisation (NGO) " K._______" einer Sitzung der Un i- ted Nations Human Rights Arbeitsgruppe "Right to Peace" beiwohnte. Ausserdem nahm er am 5. Juni 2013 als Vertreter der NGO " L._______" an der 23. Sitzung des Human Rights Councils teil. In seiner Wortme l- dung rügte er in allgemeiner Weise die Menschenrechtsverletzungen in Belutschistan und forderte die UNO zur Intervention auf (vgl. dazu die als Beweismittel eingereichte DVD). Demnach trat der Beschwerd eführer in den fraglichen UN -Gremien nicht primär als Vertreter von Belutschistan auf, sondern als Vertreter der erwähnten NGOs, welche sich nicht primär für die Interessen der Belutschen engagieren. Insgesamt ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer a uch in der Schweiz nicht eine wichtige und in der Öffentlichkeit exponierte Kaderstellung in einer belutschischen O p- positionsorganisation innehat und daher kein offensichtliches Gefähr- dungsprofil aufweist. Angesichts dessen sowie mit Blick auf die zahlre i- chen regimekritischen Aktivitäten von pakistanischen Staatsangehörigen aus Belutschistan in ganz Westeuropa erscheint es unwahrscheinlich, dass die pakistanischen Behörden von den wenigen und niederschwell i- gen Exilaktivitäten des Beschwerdeführers soweit Ke nntnis genommen haben, dass sie ihn hier in der Schweiz identifiziert hätten und ihn de s- wegen bei einer Rückkehr nach Pakistan in asylrelevanter Weise verfo l- gen würden, zumal aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht glau b- haft ist, dass er bereits vor seiner Ausreise aus dem Heimatland im Visier der pakistanischen Behörden gestanden hat. Es liegen demnach auch keine Anhaltspunkte für das Vo rliegen flüchtlingsrechtlich relevanter sub- jektiver Nachfluchtgründe vor. 6.5 Der Beschwerdeführer reichte zum Beleg seine r angeblichen Verfo l- gung und Gefährdung im Heimatland mehrere Bestätigungsschreiben ein. Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen sind diese indessen nicht geeignet, die geltend gemachte Verfolgung glaubhaft zu machen. Bezü g- lich des Schreibens von Dr. G._______ vom 15. Juli 2013, worin ausg e- führt wird, der Beschwerdeführer sei von der pakistanischen Geheimpol i- zei bedroht und verfolgt worden und hätte bei einer Rückkehr Folter und Tod zu gewärtigen, ist namentlich festzustellen, dass Dr. G._______ of- fenbar seit dem Jahr 2006 nur noch per E-Mail Kontakt zum Beschwerde- führer unterhielt und somit lediglich bestätigen kann, was der Beschwe r-D-4200/2013 Seite 20 deführer ihm mitgeteilt hat; seine Ausführungen zur angeblich en Gefähr- dung des Beschwerdeführers in Pakistan beruhen som it allein auf Hören- sagen. Auch das Schreiben der Human Rights Commission of Pakistan sowie dasjenige des Baloch National Movements , welchen zufolge das Leben des Beschwerdeführers aufgrund seiner politischen Aktivitäten in Pakistan in Gefahr sei und er Tod esdrohungen erhalten habe, sind au f- grund der Aktenlage als reine Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren. 6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asylgründe sowie subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung beziehungswe i- se eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Ei n- schätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen auf Beschwerd e- ebene noch die übrigen, vorstehend nicht ausdrücklich ge würdigten Be- weismittel etwas zu ändern, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der B e- schwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glau b- haft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Flüchtlingsei- genschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bund esamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Ab s. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachun g von Wegweisungsvollzugshindernis- sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und ander n-D-4200/2013 Seite 21 falls wenigst ens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenste hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK ). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder u n- menschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefäh r- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Aufgrund der Akten sowie der vorstehenden Erwägungen zur Frage der Flüchtlingseige n- schaft ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung nach Pakistan eine derartige Gefahr droht. Die allgemei-D-4200/2013 Seite 22 ne Menschenrechtssituation in Pakistan lässt d en Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.1 In Pakistan herrscht keine landesweite Situation allgemeiner G e- walt, weshalb der Wegweisungsvollzug als generell zumutbar zu erachten ist. 8.3.2 Aufgrund der Aktenlage ist sodann auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen heute (…)-jährigen alleinstehenden Mann ohne aktenkundige gesundheitliche Probleme, welcher über ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium verfügt und zuletzt ungefähr drei Jahre lang in einer Firma in Oman als HR & Ad - ministration Coordinator gearbeit et hat. Neben seiner Muttersprache B e- lutschi spricht er auch noch Englisch, Arabisch und Urdu. Mit diesen Vo r- aussetzungen dürfte es dem Beschwerdeführer nicht schwer fallen, in Pa- kistan innert nützlicher Frist eine Erwerbstätigkeit zu finden und damit ein angemessenes Einkommen zu erzielen. Der Beschwerdeführer verfügt in Pakistan ausserdem über mehrere Verwandte ( namentlich seine Mutter, vier verheiratete Schwestern und ein Onkel mit Familie), welche ihn bei Bedarf bei der Reintegration unterstützen könnten. 8.3.3 Nach dem Gesagten bestehen insgesamt keine konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Pakistan in eine existenzielle Notlage geraten wird. Damit erweist sich der Wegwe i- sungsvollzug als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt e s dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch D-4200/2013 Seite 23 BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei- sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem Be - schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . N achdem jedoch das in der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverf ü- gung vom 29. Juli 2013 gutgeheissen worden ist, sind vorliegend keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-4200/2013 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: