<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 106 S.376</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">376</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>106 Leistung von Überstunden.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Überstunden setzen nicht zwingend eine vorgängige Anordnung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>durch den Vorgesetzten voraus (Erw. 2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Unterschiede zwischen Überstunden und "Gleitzeit-Überhang"</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. 3).</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">377</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Ausdrückliche und stillschweigende Anerkennung von Überstunden,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>welche ohne vorgängige Anordnung geleistet wurden (Erw. 4).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 17. Dezember 2007 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen Z. gegen Kanton Aargau (2-KL.2006.9).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1. Unter den Parteien ist vorab umstritten, wie der Begriff</span><br/> <span class="ft1">"Anordnung" in § 27 Abs. 1 PLV bzw. in § 13 f. der Verordnung zum</span><br/> <span class="ft1">Dekret über das Dienstverhältnis und die Besoldung der Staatsbe-</span><br/> <span class="ft1">amten (VO Besoldungsdekret) vom 24. November 1971 auszulegen</span><br/> <span class="ft1">ist: Während nach Auffassung des Beklagten das Vorliegen von</span><br/> <span class="ft1">Überstunden nur bejaht werden kann, wenn vorgängig eine ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechende Weisung des Vorgesetzten (bzw. nach § 13 VO Besol-</span><br/> <span class="ft1">dungsdekret des Abteilungschefs und nach § 14 VO Besoldungsde-</span><br/> <span class="ft1">kret des Departements bzw. Obergerichts im Einverständnis mit dem</span><br/> <span class="ft1">Finanzdepartement) erfolgte, genügt es aus der Sicht der Klägerin,</span><br/> <span class="ft1">wenn die Leistung der Überstunden betrieblich notwendig war.</span><br/> <span class="ft1">Der prinzipielle Einwand des Beklagten, § 27 Abs. 1 PLV sei</span><br/> <span class="ft1">eindeutig formuliert und daher gar nicht auslegungsbedürftig, ist un-</span><br/> <span class="ft1">behelflich: Eine Auslegung ist unter anderem notwendig, wenn</span><br/> <span class="ft1">Zweifel bestehen, ob ein scheinbar klarer Wortlaut den wahren Sinn</span><br/> <span class="ft1">der Norm wiedergibt (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,</span><br/> <span class="ft1">Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2006,</span><br/> <span class="ft1">Rz. 214). Diese Voraussetzung ist vorliegend offensichtlich erfüllt,</span><br/> <span class="ft1">ist es doch selbst nach der Praxis der Abteilung Personal und Organi-</span><br/> <span class="ft1">sation entgegen dem Wortlaut zulässig, dass anstelle der vorgängigen</span><br/> <span class="ft1">Anordnung eine nachträgliche Genehmigung erfolgt (vgl. Erw. 2.5</span><br/> <span class="ft1">hiernach).</span><br/> <span class="ft1">2.2. Nach den allgemeinen Regeln über die Gesetzesauslegung</span><br/> <span class="ft1">muss das Gesetz in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach</span><br/> <span class="ft1">Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertun-</span><br/> <span class="ft1">gen auf der Basis der teleologischen Verständnismethode ausgelegt</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">378</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">werden (BGE 111 II 149, Erw. 4/a; BGE 103 Ia 288, Erw. 2/c). Die</span><br/> <span class="ft1">Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass</span><br/> <span class="ft1">nicht schon der Wortlaut die Rechtsnorm darstellt, sondern erst das</span><br/> <span class="ft1">an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert</span><br/> <span class="ft1">ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gefüge, ausge-</span><br/> <span class="ft1">richtet auf ein befriedigendes Ergebnis aus der ratio legis, die zu er-</span><br/> <span class="ft1">mitteln dem Gericht nicht nach seinen eigenen, subjektiven Wertvor-</span><br/> <span class="ft1">stellungen, sondern nach den Vorgaben des Gesetzgebers aufgegeben</span><br/> <span class="ft1">ist. Die Gesetzesmaterialien fallen nur dann ins Gewicht, wenn sie</span><br/> <span class="ft1">angesichts einer unklaren gesetzlichen Bestimmung eine klare Ant-</span><br/> <span class="ft1">wort geben (BGE 111 II 149, Erw. 4/a). Die Auslegung des Gesetzes</span><br/> <span class="ft1">ist zwar nicht entscheidend historisch zu orientieren, im Grundsatz</span><br/> <span class="ft1">aber dennoch auf die Regelungsabsicht des Gesetzgebers und die</span><br/> <span class="ft1">damit erkennbar getroffenen Wertentscheidungen auszurichten (vgl.</span><br/> <span class="ft1">zum Ganzen BGE 128 I 34, Erw. 3/b; BGE 121 III 219, Erw. 1/d/aa).</span><br/> <span class="ft1">2.3. Aufgrund des Wortlauts von § 27 Abs. 1 PLV bzw. § 13 f.</span><br/> <span class="ft1">VO Besoldungsdekret lässt sich darauf schliessen, dass die Anord-</span><br/> <span class="ft1">nung vor der Leistung von Überstunden erfolgen muss. Allerdings ist</span><br/> <span class="ft1">nicht explizit ausgeschlossen, dass Überstunden aufgrund einer ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechenden dienstlichen Notwendigkeit und ohne vorgängige</span><br/> <span class="ft1">Kenntnis des Arbeitgebers erbracht werden.</span><br/> <span class="ft1">2.4. § 22 PersG bzw. § 9 Besoldungsdekret umschreiben einer</span><br/> <span class="ft1">Generalklausel gleich die Dienst- und Treuepflicht der Mitarbeiterin-</span><br/> <span class="ft1">nen und Mitarbeiter. Danach haben sie "die Rechte der Bevölkerung</span><br/> <span class="ft1">zu achten, die ihnen übertragenen Aufgaben sorgfältig, gewissenhaft</span><br/> <span class="ft1">und wirtschaftlich auszuführen und die Interessen des Kantons in</span><br/> <span class="ft1">guten Treuen zu wahren." Gestützt auf diese Treuepflicht sind die</span><br/> <span class="ft1">Mitarbeitenden unabhängig von einer allfälligen vorgängigen An-</span><br/> <span class="ft1">ordnung zur Leistung von Überstunden gehalten, soweit es von der</span><br/> <span class="ft1">Aufgabe her notwendig und soweit es zumutbar ist. Dies entspricht</span><br/> <span class="ft1">der ausdrücklichen Regelung in Art. 321c Abs. 1 OR; diese Bestim-</span><br/> <span class="ft1">mung beruht ebenfalls auf der Treuepflicht des Arbeitnehmers (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Frank Vischer, Der Arbeitsvertrag, 3. Auflage, Basel 2005, S. 163).</span><br/> <span class="ft1">Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang, dass nicht jede Arbeit,</span><br/> <span class="ft1">welche für den Betrieb dienlich bzw. nützlich war, als notwendig zu</span><br/> <span class="ft1">qualifizieren ist. Voraussetzung hierfür ist vielmehr, dass die Arbeit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">379</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">im betreffenden Zeitpunkt erledigt werden musste und sich nicht auf-</span><br/> <span class="ft1">schieben liess (Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag,</span><br/> <span class="ft1">Praxiskommentar zu Art. 319 - 362 OR, 6.</span> <span class="ft1">Auflage, Zü-</span><br/> <span class="ft1">rich/Basel/Genf 2006, Art. 321c OR N 4; Christoph Senti, Überstun-</span><br/> <span class="ft1">den, in: AJP 2003, S. 387).</span><br/> <span class="ft1">Aus der erwähnten Pflicht zur Leistung nicht im Voraus ange-</span><br/> <span class="ft1">ordneter Überstunden lässt sich umgekehrt folgern, dass die Anstel-</span><br/> <span class="ft1">lungsbehörde diese Überstunden als solche akzeptieren muss. Nach</span><br/> <span class="ft1">Massgabe der systematischen Auslegung ist folglich eine vorgängige</span><br/> <span class="ft1">Anordnung von Überstunden nicht zwingend. Wesentlich für das</span><br/> <span class="ft1">Vorliegen von Überstunden ist vielmehr, dass die Arbeit aus dienstli-</span><br/> <span class="ft1">chen Gründen erforderlich war.</span><br/> <span class="ft1">2.5. Aus historischer Sicht erscheint Folgendes wesentlich: Im</span><br/> <span class="ft1">Privatrecht ist anerkannt, dass Überstunden nicht nur bei ausdrückli-</span><br/> <span class="ft1">cher vorgängiger Anordnung vorliegen, sondern auch dann, wenn sie</span><br/> <span class="ft1">ohne Wissen und Willen des Arbeitgebers geleistet wurden, aber ob-</span><br/> <span class="ft1">jektiv notwendig waren (vgl. Erw. 2.4 hiervor sowie Ullin</span><br/> <span class="ft1">Streiff/Adrian von Kaenel, a.a.O., Art. 321c N 2 mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">Diese Praxis wurde im öffentlichen Recht entsprechend übernommen</span><br/> <span class="ft1">(Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom</span><br/> <span class="ft1">9. Februar 2000, PK.1999.0006, Erw. 3). Es besteht kein Anhalts-</span><br/> <span class="ft1">punkt dafür, dass der aargauische Verordnungsgeber abweichend</span><br/> <span class="ft1">hiervon nur im Voraus angeordnete Überstunden als solche hätte</span><br/> <span class="ft1">anerkennen wollen.</span><br/> <span class="ft1">Die zeitgemässe Auslegung ergibt dasselbe Resultat. Die von</span><br/> <span class="ft1">der Abteilung Personal und Organisation herausgegebene Benutzer-</span><br/> <span class="ft1">anleitung "Zeiterfassung in der Kantonalen Verwaltung" (Stand</span><br/> <span class="ft1">5. Dezember 2007; Ziffer 5.2) sieht ausdrücklich vor, dass eine nach-</span><br/> <span class="ft1">trägliche Genehmigung von Überstunden möglich ist.</span><br/> <span class="ft1">2.6. Schliesslich spricht auch die teleologische Auslegung da-</span><br/> <span class="ft1">gegen, die vorgängige Anordnung als zwingende Voraussetzung für</span><br/> <span class="ft1">das Vorliegen von Überstunden anzusehen. Nach Sinn und Zweck</span><br/> <span class="ft1">der Bestimmung erscheint es wesentlich, dass die Leistung von</span><br/> <span class="ft1">Überstunden aus dienstlichen Gründen notwendig sein muss. Diese</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzung ist regelmässig erfüllt, wenn vorgängig eine aus-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">380</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">drückliche Anordnung erfolgt; sie kann jedoch auch sonst gegeben</span><br/> <span class="ft1">sein.</span><br/> <span class="ft1">2.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Vorliegen von</span><br/> <span class="ft1">Überstunden nicht zwingend eine vorgängige Anordnung voraus-</span><br/> <span class="ft1">setzt. Entscheidend ist vielmehr, dass die Leistung der Überstunden</span><br/> <span class="ft1">aus dienstlichen Gründen erforderlich war (d.h. sich nicht aufschie-</span><br/> <span class="ft1">ben liess) und nicht dem Willen des Arbeitgebers widersprach. Der</span><br/> <span class="ft1">entsprechende Nachweis erübrigt sich, wenn eine vorgängige Anord-</span><br/> <span class="ft1">nung oder eine nachträgliche Genehmigung vorliegt.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1. Von den Überstunden zu unterscheiden ist der sog. "posi-</span><br/> <span class="ft1">tive Gleitzeitsaldo" (bzw. "Gleitzeit-Überhang").</span><br/> <span class="ft1">§ 11 der Arbeitszeitverordnung vom 22. August 1988 (aAZV)</span><br/> <span class="ft1">sah in Bezug auf Zeitguthaben und -schulden, welche sich im Zu-</span><br/> <span class="ft1">sammenhang mit der gleitenden Arbeitszeit ergeben, folgende Re-</span><br/> <span class="ft1">gelung vor:</span><br/> <span class="ft7">"</span><span class="ft8"><sup>1</sup></span><span class="ft7">Abweichungen der effektiven Arbeitszeit von der monatlichen Soll-</span><br/> <span class="ft7">zeit (ohne Überzeit) sind bis max. +/- 15 Stunden möglich (Gleitzeit-Saldo).</span><br/> <span class="ft8"><sup>2</sup></span><span class="ft7">Die Kompensation eines positiven Gleitzeitsaldos während der</span><br/> <br/> <span class="ft7">Blockzeit ist höchstens im Rahmen von zwei halben oder einem ganzen Tag</span><br/> <span class="ft7">pro Monat und nur mit Genehmigung des Vorgesetzten zulässig. Gleitzeit-</span><br/> <span class="ft7">saldi bis zu 15 Stunden können von Monat zu Monat übertragen werden,</span><br/> <span class="ft7">sind aber normalerweise innerhalb der Gleitzeit auszugleichen (Ausnahme:</span><br/> <span class="ft7">angeordnete Überzeit).</span><br/> <span class="ft8"><sup>3</sup></span><span class="ft7">(...).</span><br/> <span class="ft8"><sup>4</sup></span><span class="ft7">Wenn ein Beamter mehrmals eine Zeitschuld oder ein Zeitguthaben</span><br/> <br/> <span class="ft7">über 15 Stunden pro Monat ausweist, ist das Arbeitsverhältnis bezüglich</span><br/> <span class="ft7">Arbeitszeit zu überprüfen.</span><br/> <span class="ft8"><sup>5</sup></span><span class="ft7">Bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist der allfällige (positive oder</span><br/> <br/> <span class="ft7">negative) Gleitzeitsaldo abzutragen. Ein positiver Gleitzeitsaldo wird am</span><br/> <span class="ft7">Austrittstag ersatzlos gestrichen (Ausnahme: angeordnete Überzeit); ein</span><br/> <span class="ft7">negativer Gleitzeitsaldo führt zu einer entsprechenden Besoldungsreduk-</span><br/> <span class="ft7">tion."</span><br/> <span class="ft1">3.2. §§ 14 ff. AZV, welche per 1. Januar 2000 in Kraft traten</span><br/> <span class="ft1">und die Arbeitszeitverordnung vom 22. August 1988 aufhoben (§§ 27</span><br/> <span class="ft1">und 28 AZV), lauten wie folgt:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">381</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">"§ 14</span><br/> <span class="ft8"><sup>1</sup></span><span class="ft7">Der Gleitzeitsaldo am Ende des Kalenderjahres ergibt sich aus der</span><br/> <br/> <span class="ft7">Differenz zwischen der jährlich innerhalb des Arbeitszeitrahmens gemäss</span><br/> <span class="ft7">§ 6 geleisteten Arbeitszeit und der jährlich zu leistenden Regel-Sollarbeits-</span><br/> <span class="ft7">zeit gemäss § 5. Vorbehalten bleibt angeordnete Überzeit.</span><br/> <span class="ft8"><sup>2</sup></span><span class="ft7">Ein positiver oder negativer Gleitzeitsaldo von höchstens 80 Stunden</span><br/> <br/> <span class="ft7">darf auf das neue Kalenderjahr übertragen werden. Das 80 Stunden über-</span><br/> <span class="ft7">steigende Gleitzeitguthaben verfällt am Ende des Kalenderjahres ohne Ver-</span><br/> <span class="ft7">gütung. Die 80 Stunden übersteigende Gleitzeitschuld führt zu einer ent-</span><br/> <span class="ft7">sprechenden Gehaltsreduktion. Bei Teilzeitbeschäftigten bemisst sich der</span><br/> <span class="ft7">positive oder negative Übertrag des Gleitzeitsaldos im Verhältnis zum Be-</span><br/> <span class="ft7">schäftigungsgrad.</span><br/> <span class="ft8"><sup>3</sup></span><span class="ft7">Vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist ein positiver oder negati-</span><br/> <br/> <span class="ft7">ver Gleitzeitsaldo abzutragen. Ein Gleitzeitguthaben verfällt grundsätzlich</span><br/> <span class="ft7">am Austrittstag. Die vorgesetzte Stelle kann ausnahmsweise eine Vergütung</span><br/> <span class="ft7">bewilligen, wenn eine Kompensation aus betrieblichen Gründen nicht mög-</span><br/> <span class="ft7">lich war. Eine Gleitzeitschuld am Austrittstag führt zu einer entsprechenden</span><br/> <span class="ft7">Gehaltsreduktion.</span><br/> <span class="ft7">§ 15</span><br/> <span class="ft7">Ein Gleitzeitguthaben wird nach vorheriger Absprache mit der vorge-</span><br/> <span class="ft7">setzten Stelle kompensiert."</span><br/> <span class="ft1">3.3. Im Gegensatz zu den Überstunden, welche eine ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechende betriebliche Notwendigkeit voraussetzen (vgl. Erw. 2</span><br/> <span class="ft1">hiervor), werden Gleitzeitstunden grundsätzlich aus freiem Willen</span><br/> <span class="ft1">geleistet. Der Sinn der Gleitzeit liegt gerade darin begründet, dass</span><br/> <span class="ft1">der Arbeitnehmer in deren Rahmen selbständig bestimmen kann, die</span><br/> <span class="ft1">Soll-Arbeitszeit zu über- oder zu unterschreiten. Umgekehrt korre-</span><br/> <span class="ft1">liert die Zeitautonomie des Arbeitnehmers mit seiner Verpflichtung,</span><br/> <span class="ft1">fristgerecht für den entsprechenden Ausgleich zu sorgen (vgl.</span><br/> <span class="ft1">BGE 123 III 469, Erw. 3/b). Als Limite gilt dabei die Regelung, dass</span><br/> <span class="ft1">maximal 80 Gleitzeitstunden von einem Jahr auf das nächste (bzw.</span><br/> <span class="ft1">gemäss der alten Arbeitszeitverordnung maximal 15 Gleitzeitstunden</span><br/> <span class="ft1">von einem Monat auf den nächsten) übertragen werden dürfen. Der</span><br/> <span class="ft1">Übertrag von Überstunden ist demgegenüber nicht beschränkt. Eine</span><br/> <span class="ft1">Entschädigung eines Gleitzeitüberhangs ist - restriktiver als bei</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">382</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Überstunden - nur ausnahmsweise und nur im Zusammenhang mit</span><br/> <span class="ft1">der Auflösung des Arbeitsverhältnisses möglich.</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1. Dem Gericht liegen folgende Stempelkarten der Klägerin</span><br/> <span class="ft1">vor:</span><br/> <span class="ft1">- 2001: Januar - Mai, August - Dezember</span><br/> <span class="ft1">- 2002: Januar - November</span><br/> <span class="ft1">- 2004: Januar und Februar</span><br/> <span class="ft1">- 2005: Januar - März, Juli - Dezember</span><br/> <span class="ft1">Weitere Stempelkarten konnten nicht beigebracht werden. Für</span><br/> <span class="ft1">die Jahre 2002 und 2005 liegt zusätzlich je eine Zeiterfassungstabelle</span><br/> <span class="ft1">für das ganze Jahr vor (2000: Zeiterfassungstabelle Januar - Novem-</span><br/> <span class="ft1">ber; 2001: Zeiterfassungstabelle Januar und Februar).</span><br/> <span class="ft1">Sowohl auf den Stempelkarten als auch auf den Zeiterfas-</span><br/> <span class="ft1">sungstabellen sind u.a. die Rubriken "Übertrag Vormonat" bzw.</span><br/> <span class="ft1">(Gleitzeit-)"Überhang" und "Überzeit angeordnet" vorgesehen. Auf</span><br/> <span class="ft1">den erwähnten Dokumenten, welche dem Gericht eingereicht wur-</span><br/> <span class="ft1">den, sind die von der Klägerin geleisteten Mehrstunden (d.h. die Dif-</span><br/> <span class="ft1">ferenz zwischen den effektiv geleisteten und den Soll-Arbeitsstun-</span><br/> <span class="ft1">den) stets unter "Überhang" bzw. nie unter "Überzeit angeordnet"</span><br/> <span class="ft1">ausgewiesen.</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">4.2.1. Die Klägerin hat vom Dezember 2001 auf Januar 2002</span><br/> <span class="ft1">370,6 h als Gleitzeitüberhang übertragen. Tatsächlich hätte sie indes-</span><br/> <span class="ft1">sen hiervon 170 h als "Überzeit angeordnet" ausweisen müssen; es</span><br/> <span class="ft1">handelt sich dabei um die Überstunden, welche sie unbestrittener-</span><br/> <span class="ft1">massen als Amtskassierin auf Anordnung hin leisten musste und</span><br/> <span class="ft1">welche sie bis Ende 2001 nie kompensiert hatte bzw. nie entschädigt</span><br/> <span class="ft1">erhielt. Somit verblieb ein effektiver Gleitzeitüberhang von 200,6 h,</span><br/> <span class="ft1">womit der maximal zulässige Gleitzeitsaldo von 80 h (§ 14 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">AZV, vgl. Erw. 3.2 hiervor) massiv überschritten wurde. Dennoch</span><br/> <span class="ft1">hat der Vorgesetzte beide massgebenden Stempelkarten visiert.</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der erwähnten Visa muss gefolgert werden, dass der</span><br/> <span class="ft1">Vorgesetzte mit dem ausgewiesenen Gleitzeitsaldo einverstanden war</span><br/> <span class="ft1">und insbesondere akzeptierte, dass ausnahmsweise ein höherer Gleit-</span><br/> <span class="ft1">zeitsaldo auf das Jahr 2002 übertragen wurde, als dies rechtlich zu-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">383</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">lässig gewesen wäre. Das Vorgehen lässt sich kaum anders interpre-</span><br/> <span class="ft1">tieren denn als Anerkennung, dass es der Klägerin aus betrieblichen</span><br/> <span class="ft1">Gründen nicht möglich war, im Rahmen ihrer Zeitautonomie die</span><br/> <span class="ft1">200,6 h geleisteten Mehrstunden durch Kompensation auf die Limite</span><br/> <span class="ft1">von 80 h zu reduzieren. Damit ist die Differenz von 120,6 h aber</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr als Gleitzeitguthaben, sondern als Überstunden zu quali-</span><br/> <span class="ft1">fizieren (vgl. BGE 123 III 469 ff., Erw. 3/b). Zusammen mit den er-</span><br/> <span class="ft1">wähnten 170 im Voraus angeordneten Überstunden, welche die Klä-</span><br/> <span class="ft1">gerin während ihrer Anstellung als Amtskassierin geleistet hatte, er-</span><br/> <span class="ft1">geben sich per Anfang 2002 290,6 anerkannte Überstunden.</span><br/> <span class="ft1">4.2.2. Der Vorgesetzte der Klägerin gab anlässlich der Ver-</span><br/> <span class="ft1">handlung an, er habe die Klägerin mehrmals aufgefordert, die von ihr</span><br/> <span class="ft1">geleisteten Mehrstunden abzubauen. Irgendwann sei es ihm "einfach</span><br/> <span class="ft1">zu dumm" bzw. "einfach zu blöd" geworden. Er habe daher die</span><br/> <span class="ft1">Stempelkarten Dezember 2001 und Januar 2002 kommentarlos vi-</span><br/> <span class="ft1">siert. Im Übrigen seien die Stempelkarten jeweils nur im Hinblick</span><br/> <span class="ft1">auf handschriftliche Korrekturen, Anzahl Fehltage etc. überprüft</span><br/> <span class="ft1">worden.</span><br/> <span class="ft1">Die Klägerin bestreitet ausdrücklich, dass sie im fraglichen</span><br/> <span class="ft1">Zeitraum von ihrem Vorgesetzten je aufgefordert wurde, ihre Mehr-</span><br/> <span class="ft1">stunden abzutragen. Belege für seine gegenteiligen Ausführungen</span><br/> <span class="ft1">vermag der Vorgesetzte nicht vorzulegen. Die von ihm angerufenen</span><br/> <span class="ft1">Schreiben vom 5. Februar 2000 und 3. Januar 2001 sind als Beweis</span><br/> <span class="ft1">untauglich, da sie an alle Mitarbeitenden adressiert und allgemein</span><br/> <span class="ft1">abgefasst waren. Die Darlegungen des Vorgesetzten erweisen sich</span><br/> <span class="ft1">somit als blosse Schutzbehauptungen. Dies gilt umso mehr, als die</span><br/> <span class="ft1">vorgesetzten Personen zur Überprüfung der Monatsabrechnungen</span><br/> <span class="ft1">verpflichtet sind (§ 11 Abs. 2 AZV). Dieser Aufgabe darf sich eine</span><br/> <span class="ft1">Führungsperson nicht entziehen, nur weil ihr eine bestimmte Auf-</span><br/> <span class="ft1">gabe "zu blöd" bzw. "zu dumm" ist. Ebenso wenig ist es zulässig,</span><br/> <span class="ft1">dass sie die Überprüfung auf einzelne (zum Teil eher untergeordnete)</span><br/> <span class="ft1">Aspekte beschränkt (vgl. in diesem Zusammenhang Ziffer 5.1 der</span><br/> <span class="ft1">von der Abteilung Personal und Organisation herausgegebene Be-</span><br/> <span class="ft1">nutzeranleitung "Zeiterfassung in der Kantonalen Verwaltung", Stand</span><br/> <span class="ft1">5. Dezember 2007; danach haben die Vorgesetzten darauf zu achten,</span><br/> <span class="ft1">dass der Gleitzeitsaldo von 80 h nicht überschritten wird; gegebenen-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">384</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">falls sind die Mitarbeitenden während dem Kalenderjahr darauf hin-</span><br/> <span class="ft1">zuweisen, den Saldo zu reduzieren).</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">4.3.1. Auch in den Folgejahren hat die Klägerin den maximalen</span><br/> <span class="ft1">Gleitzeitüberhang, welcher von einem Jahr ins nächste übertragen</span><br/> <span class="ft1">werden darf, regelmässig um ein Mehrfaches überschritten (per</span><br/> <span class="ft1">1. Januar 2003: genaue Stundenzahl nicht rekonstruierbar, Ende No-</span><br/> <span class="ft1">vember 2002 wurden 620,5 h ausgewiesen; per 1. Januar 2004:</span><br/> <span class="ft1">1'081,05 h; per 1. Januar 2005: 975,8 h; per 1. Januar 2006:</span><br/> <span class="ft1">707,65 h). Der Vorgesetzte der Klägerin anerkannte anlässlich der</span><br/> <span class="ft1">Verhandlung, dass ihm - wenn auch teilweise mit einer Verspätung</span><br/> <span class="ft1">von bis zu drei Monaten - die Stempelkarten stets abgegeben wurden</span><br/> <span class="ft1">und er dadurch über die von der Klägerin geleisteten Mehrstunden</span><br/> <span class="ft1">stets informiert war.</span><br/> <span class="ft1">4.3.2. Es wird von der Klägerin bestritten und ist in keiner Art</span><br/> <span class="ft1">und Weise belegt, dass sie vor 2005 je zum Abbau der geleisteten</span><br/> <span class="ft1">Mehrstunden aufgefordert worden wäre. Analog zu den obigen Aus-</span><br/> <span class="ft1">führungen (Erw. 4.2.2) lässt sich der Umstand, dass der Vorgesetzte</span><br/> <span class="ft1">trotz Kenntnis der geleisteten Mehrstunden nicht einschritt, nicht an-</span><br/> <span class="ft1">ders denn als stillschweigende Anerkennung von Überstunden ver-</span><br/> <span class="ft1">stehen. Es wird in diesem Zusammenhang abermals auf die massge-</span><br/> <span class="ft1">benden Überprüfungspflichten der vorgesetzten Person verwiesen.</span><br/> <span class="ft1">Diese Beurteilung deckt sich mit der privatrechtlichen Recht-</span><br/> <span class="ft1">sprechung. Das Bundesgericht hat entschieden, dass der Anstel-</span><br/> <span class="ft1">lungsbehörde eine Abmahnungspflicht zukommt, wenn die Leistung</span><br/> <span class="ft1">von Überstunden ihr bekannt bzw. für sie erkennbar ist und sie diese</span><br/> <span class="ft1">nicht akzeptieren will. Ansonsten darf der Arbeitnehmer davon aus-</span><br/> <span class="ft1">gehen, dass die Überstunden anerkannt sind (vgl. für das Privatrecht</span><br/> <span class="ft1">BGE vom 9. Oktober 2000, 4C.110/2000, Erw. 2/a/aa). Diese Praxis</span><br/> <span class="ft1">lässt sich analog auf das kantonale Personalrecht übertragen.</span><br/> <span class="ft1">4.3.3. Somit ergibt sich, dass per Ende 2004 895,8 Überstunden</span><br/> <span class="ft1">(975,8 Mehrstunden abzüglich dem maximal zulässigen Gleit-</span><br/> <span class="ft1">zeitsaldo von 80 h) anerkannt waren. Unbestrittenermassen hielt der</span><br/> <span class="ft1">Vorgesetzte die Klägerin im Verlaufe des Jahres 2005 dazu an, Über-</span><br/> <span class="ft1">stunden abzubauen. Eine Reduktion um mehr als die effektiv abge-</span><br/> <span class="ft1">bauten 268,15 Überstunden konnte jedoch ohne zusätzliche Mass-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">385</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nahmen (Beschränkung des Aufgabenheftes) nicht erwartet werden.</span><br/> <span class="ft1">Somit sind die per Ende 2005 ausgewiesenen 627,65 Überstunden</span><br/> <span class="ft1">(707,65 Mehrstunden abzüglich des maximal zulässigen Gleit-</span><br/> <span class="ft1">zeitsaldo von 80 h) ebenfalls als anerkannt anzusehen.</span><br/> <span class="ft1">4.4. Der Beklagte macht sinngemäss geltend, die geleisteten</span><br/> <span class="ft1">Mehrstunden seien betrieblich nicht notwendig gewesen. Letztlich</span><br/> <span class="ft1">seien sie darauf zurückzuführen, dass die Klägerin ein Effizienzpro-</span><br/> <span class="ft1">blem gehabt habe und von ihrem Ehrgeiz und ihrem Ego getrieben</span><br/> <span class="ft1">worden sei. Es sei daher ausgeschlossen, die geleisteten Mehrstunden</span><br/> <span class="ft1">als Überstunden zu verstehen.</span><br/> <span class="ft1">Vorab ist festzuhalten, dass die Überstunden nachträglich als</span><br/> <span class="ft1">solche anerkannt wurden (vgl. Erw. 4.2 und 4.3 hiervor). Ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechend erübrigt es sich, die Frage der betrieblichen Notwendig-</span><br/> <span class="ft1">keit der geleisteten Mehrstunden zu prüfen. Zudem ist darauf hinzu-</span><br/> <span class="ft1">weisen, dass in den DIALOG-Beurteilungen 2002 und 2004 (2003</span><br/> <span class="ft1">fand offenbar keine Mitarbeiterbeurteilung statt) der Klägerin unter</span><br/> <span class="ft1">anderem "höchste Produktivität bei hervorragender Arbeitsqualität"</span><br/> <span class="ft1">(2002) sowie "hervorragende Arbeitsqualität und Produktivität"</span><br/> <span class="ft1">(2004) attestiert wurden. In Anbetracht dieser Qualifikationen erwei-</span><br/> <span class="ft1">sen sich die gegenteiligen Aussagen, die im Rahmen des vorliegen-</span><br/> <span class="ft1">den Verfahrens gemacht wurden, als gänzlich unglaubwürdig. Erst</span><br/> <span class="ft1">2005, als die umstrittenen Mehrstunden bereits geleistet worden wa-</span><br/> <span class="ft1">ren, wurden im Rahmen der Mitarbeiterbeurteilung erstmals Zweifel</span><br/> <span class="ft1">an der Effizienz der Klägerin geäussert ("Die Effizienz der Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">weise kann verbessert werden"; "Das Ergebnis zwischen Arbeitsauf-</span><br/> <span class="ft1">wand und Arbeitsergebnis muss verbessert werden"; die Fachkom-</span><br/> <span class="ft1">petenz, worunter auch die Produktivität bewertet wird, wurde zwar</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr mit einem "A", aber doch mit einem "B1" bewertet).</span><br/> <span class="ft1">Widersprüchlich ist das Verhalten der Anstellungsbehörde so-</span><br/> <span class="ft1">wie des unmittelbar Vorgesetzten auch insofern, als zum einen das</span><br/> <span class="ft1">Bestehen von Überstunden verneint wird, zum andern aber behauptet</span><br/> <span class="ft1">wird, die Klägerin sei mehrmals zum Abbau genau dieser über Jahre</span><br/> <span class="ft1">hinweg aufsummierten, den zulässigen Gleitzeitsaldo weit überstei-</span><br/> <span class="ft1">genden Mehrstunden angehalten worden (vgl. beispielsweise das</span><br/> <span class="ft1">Schreiben des Vorgesetzten der Kägerin an den damaligen Chef</span><br/> <span class="ft1">Abteilung Strafrecht vom 13. Januar 2006; in Bezug auf das Jahr</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">386</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">2005 ist die entsprechende Aufforderung unbestritten). Der Vollstän-</span><br/> <span class="ft1">digkeit halber ist zusätzlich darauf hinzuweisen, dass es offensicht-</span><br/> <span class="ft1">lich inkonsequent war, die Kompensation von mehreren hundert</span><br/> <span class="ft1">Mehrstunden zu fordern, ohne gleichzeitig das Aufgabenheft für den</span><br/> <span class="ft1">entsprechenden Zeitraum zu reduzieren. Der massive Abbau im Jahr</span><br/> <span class="ft1">2005 war offenbar nur möglich, weil die Klägerin aufgrund gesund-</span><br/> <span class="ft1">heitlicher Probleme zeitweilig weniger Arbeit zugeteilt erhielt.</span><br/> <span class="ft1">4.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Klägerin per</span><br/> <span class="ft1">31. Dezember 2005 627,65 Überstunden aufwies, welche vom Vor-</span><br/> <span class="ft1">gesetzten - teils mittels Visum, teils stillschweigend - anerkannt wor-</span><br/> <span class="ft1">den waren. Bezeichnenderweise hat der Vorgesetzte der Klägerin</span><br/> <span class="ft1">noch zu Beginn der vorliegenden Auseinandersetzung die geleisteten</span><br/> <span class="ft1">Mehrstunden ohne Wenn und Aber als Überstunden bezeichnet.</span><br/> <span class="ft1">Mit "Verfügung" vom 10. August 2006 gewährte der Chef der</span><br/> <span class="ft1">Abteilung Strafrecht der Klägerin zwei zusätzliche Ferienwochen.</span><br/> <span class="ft1">Demzufolge sind von den erwähnten 627,65 Überstunden 84 h in</span><br/> <span class="ft1">Abzug zu bringen. Damit verbleiben insgesamt 543,65 Überstunden.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>