Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 5. April 2017 (810 16 358) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Neuregelung Besuchsrecht / Weisung mit Strafandrohung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Lorenz Lauer , Recht s- anwalt gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner D.____ und E. ____ , Beigeladene Betreff Neuregelung Besuchsrecht / Weisung mit Stra fandrohung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 2. November 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ und C.____ sind die unverheirateten und ge trennt lebenden Eltern von F.____, geboren 2006. Seit dem 1. Mai 2014 wohnt F.____ bei den als Pflegeeltern eingesetzten Gross- eltern mütterlicherseits, D.____ und E.____. Mit E-Mail vom 11. März 2013 teilte der Kindsvater der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) mit, dass er seinen Sohn seit dem 1. Januar 2013 nicht mehr habe sehen können. Mit Entsche id der KESB vom 27. September 2013 wurde dem Kindsvater ein unbegleitetes Besuchsrecht für seinen Sohn alle zwei Wochen jeweils am Samstag von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr eingerä umt. Gleichzeitig wurde eine Bei- standschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. De- zember 1907 errichtet. Am 15. Mai 2014 stellte die Kindsmutter bei der Abteilung Sozialdienst der Einwohnergemeinde G.____ (Sozialdienst) ein Begehren um Einschränkung des Besuchsrechts des Kindsvaters (auf einmal pro Monat sechs Stunden, ohne Besuch in sei ner Wohnung). Ihren Antrag begrün- dete sie zusammenfassend damit, dass der Kindsvater sowohl in der Wohnung als auch im Auto rauche, was für den asthmakranken F.____ gesundheit sgefährdend sei. Ferner habe er mit seinem Sohn ein Bordell aufgesucht, die Besuchsnac hmittage nicht kindsgerecht gestaltet und einen unangebrachten Umgangston aufgewiesen. F.____s Beiständin, H.____ vom Sozialdienst, beantragte mit Schreiben vom 23. Juni 2014 bei der KESB die Überprüfung von F.____s Wohnsituation so wie die Erweiterung der Besuchs- rechtsregelung, woraufhin die KESB den Sozialdienst mit Schreiben vom 3. Juli 2014 beauftrag- te, insbesondere die aktuelle und zukünftige Besuchsrechts regelung sowie die Wohnsituation abzuklären. Der Sozialdienst erteilte den Auftrag der Fachstelle I.____ GmbH. Gemäss Abklärungsbericht der I.____ GmbH vom 9. Oktober 2014 erweise sich der Pflegeplatz bei den Grosseltern als geeignet, wobei es wichtig sei, die Wohnsituation von F.____ bzw. die Eignung des Pflegeplatzes regelmässig zu prüfen. Ferner w urde darin eine Ausweitung des Besuchsrechts des Kindsvaters befürwortet. B. Mit Entscheid der KESB vom 9. Februar 2015 wurde das Besuchs- und Ferienrecht zwischen F.____ und seinem Vater wie folgt erweitert: Dem Kindsvater wurde das Recht einge- räumt, F.____ ab März 2015 alle zwei Wochen am Samstag von 09.00 Uhr bis 19.30 Uhr, und ab Juni 2015 am Samstag um 09.00 Uhr bis am Sonntag u m 17.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen (Ziffer 1) und während den Sommerferien zwei Wochen Ferien mit seinem Sohn zu verbringen (Ziffer 2). Die Feiertage und seine Gebur tstage werde F.____ alternierend bei den Kindseltern verbringen (Ziffer 3). Gestützt auf Art . 308 Abs. 2 ZGB wurden der Beiständin er- gänzend folgende Aufgaben erteilt: (a) den Eltern mi t Rat und Tat zur Seite zu stehen, (b) die ersten sechs Besuchswochenenden mit dem Kindsvater vorzubesprechen und dabei zu prüfen, ob Überlegungen bezüglich Gestaltung der Wochenenden gemacht worden und ob die Kontak- te kindsgerecht ausgefallen seien, (c) bei der Festlegu ng der Besuchsdaten und bei Konflikten bezüglich der Besuchsrechtsmodalitäten zu vermitteln, und diese, falls keine Einigung erzielt werden könne, festzulegen, (d) die Wohn- und Schulsitua tion von F.____ regelmässig zu prü- fen, (e) über wichtige Ereignisse umgehend zu informie ren und Antrag zu stellen, falls weiter- gehende Aufgaben umschrieben werden müssten oder die Ma ssnahme veränderten Verhält- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nissen anzupassen wäre und (f) der KESB per 30. Septemb er 2015 ordentlicherweise Bericht zu erstatten. C. Dagegen erhob die Kindsmutter, vertreten durch Ala in Joset, Advokat in Liestal, mit Eingabe vom 12. März 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht , Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Zur Begründung füh rte sie zusammengefasst aus, der Kindsvater sei insbesondere bei längeren Besuchszeiten nicht in der Lage, das Kindswohl zu wahren. Ferner habe der Kindsvater mit F.____ ein Bor dell besucht und ihm Zugang zu nicht altersadäquaten Medien verschafft. Weiter sei er im Besitz pornographischen Materials und übe selber ungewöhnliche Sexualpraktiken aus. Aufgrund diese r objektiven Indizien könne die ernstliche Möglichkeit einer Beeinträchtigung des Kindswohls nicht ausgeschlossen werden. D. Das Kantonsgericht wies die von der Kindsmutter erho bene Beschwerde mit Urteil vom 20. Mai 2015 (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 20. Mai 2015 [810 15 62]) ab. Es erwog, unter Würdigung der gesamten Umstände seien keine Gründe ersichtlich gewesen, welche eine Einsc hränkung des Rechts auf persönli- chen Verkehr hätten rechtfertigen können. E. Mit Entscheid der KESB vom 14. September 2015 wurd e neu als Beistand J.____ vom Sozialdienst ernannt, da die ursprüngliche Beiständin ih re Tätigkeit beim Sozialdienst beendet hatte. Mit Zwischenbericht vom 17. Dezember 2015 beant ragte der Beistand der KESB, das Rollenverständnis der Pflegeeltern von einer externen Organisation zu evaluieren, da diese auch die Grosseltern mütterlicherseits seien und sie sich regelmässig nicht an die Abmachun- gen halten würden. Mit Aufsichtsbericht vom 11. Januar 2016 wurde beantragt, das bestehende Pflegeverhältnis aufrechtzuerhalten. F. Mit Eingabe vom 17. Februar 2016 beantragte die Kindsmutter dem Beistand die Aus- setzung der Übernachtungen von F.____ beim Kindsvater bzw. mit Eingabe vom 25. April 2016 eine Einschränkung des Besuchsrechts. Zur Begründung füh rte sie im Wesentlichen aus, dass sie erfahren habe, dass der Kindsvater einen Antrag au f verlängerte Besuchszeiten gestellt ha- be. Der Kindsvater habe das Einverständnis von F.____ daz u eingeholt, indem er ihm ein ent- sprechendes, vorgefertigtes Schreiben unterbreitet habe . Ferner glaube sie nicht an die Zufäl- ligkeit eines Treffens zwischen dem Beistand sowie dem Ki ndsvater und F.____, anlässlich welchen F.____ ausgesagt haben soll, seinen Vater öfters sehen zu wollen. Vielmehr empfinde sie das Handeln des Beistands als einseitig zu Gunsten des Kindsvaters. Zudem könne F.____ aufgrund der Chorproben am Freitag nicht bereits am Freitagabend zum Kindsvater gehen. G. Am 9. Mai 2016 stellte die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft (Staatsanwaltschaft) Antrag auf Bestellung eines Kollisionsbeistandes, da ein Vorverfahren gegen den Kindsvater wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht und evtl. sexuelle Handlungen mit ei- nem Kind zum Nachteil des minderjährigen F.____ eing eleitet wurde. Mit Entscheid der KESB vom 9. Mai 2016 wurde als Beiständin Jessica Glanzmann, Advokatin in Muttenz, ernannt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Schreiben vom 10. Mai 2016 beantragte die Kin dsmutter die Entlassung des Bei- stands aus seinem Amt. I. Mit Eingabe vom 20. Mai 2016 ersuchte der Beistand um Erweiterung des Besuchs- rechts von F.____ und dem Kindsvater von Freitag- bis Son ntagabend, da F.____ ihm gegen- über diesen Wunsch geäussert habe und er dies unterstütze. J. Am 9. Juni 2016 wies die KESB die Pflegeeltern dara uf hin, dass sie verpflichtet seien, dem Kindsvater das Besuchsrecht zu ermöglichen. K. Am 22. Juni 2016 teilte F.____ der KESB in einem Brief mit, dass er nicht mehr mit sei- nem Vater telefonieren wolle und der Vater lüge. L. Die Kindsmutter, nachfolgend vertreten durch Helen a Hess, Advokatin in Muttenz, wurde am 25. Juli 2016 durch die KESB angehört. Anlässlich de r Anhörung stellte sie den Antrag auf Sistierung des Besuchsrechts, solange das Strafverfahren noch hängig sei, eventualiter auf Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts. Am 3. August 2016 wurde der Kindsvater von der KESB an gehört. Er beantragte der KESB die Erweiterung der Besuchsrechtsregelung auf Freitag- bis Sonntagabend. Die KESB beauftragte K.____, L.____ GmbH, mit der A nhörung von F.____, welche am 18. September 2016 durchgeführt werden konnte. M. Mit Schreiben vom 19. September 2016 kündigte die S taatsanwaltschaft den Abschluss der Untersuchung an und teilte mit, aufgrund der tat sächlichen und rechtlichen Verhältnisse werde eine Einstellungsverfügung erlassen, weil kein Tatverdacht erhärtet sei, der eine Anklage rechtfertigen würde. N. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2016 beantragte die Ki ndsmutter der KESB, die Erzie- hungsfähigkeit des Kindsvaters gutachterlich abklären zu lassen. O. Am 10. Oktober 2016 hörte die KESB die Pflegeelte rn zum Antrag eines erweiterten Besuchsrechts an. P. Mit Entscheid der KESB vom 2. November 2016 wurde d as Besuchs- und Ferienrecht zwischen F.____ und dem Kindsvater wie folgt abgeändert (Ziffer 1): (a) der Kindsvater hat das Recht, seinen Sohn F.____ ab Rechtskraft des Entscheids wä hrend drei Monaten alle zwei Wochen von Samstag, 09.00 Uhr bis 19.30 Uhr, in der Fo lge während drei Monaten von Sams- tag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, und anschliesse nd von Freitag nach der Chorprobe oder bei Wegfall der Chorprobe ab 18.00 Uhr bis Sonn tag, 17.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen; (b) der Kindsvater hat das Recht, während den Sommerferien zwei Wochen Ferien mit seinem Sohn zu verbringen; (c) die Feiertage und seine Geburtstage verbringt F.____ alternie- rend bei den Kindseltern. Weiter wurde der Kindsvater darauf hingewiesen, dass die Besuche Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kindsgerecht zu gestalten und die gesundheitlichen Pro bleme von F.____ (Asthma) zu berück- sichtigen seien (Ziffer 2). Die Kindsmutter und die Pf legeeltern wurden zum Wohl des Kindes gestützt auf Art. 273 Abs. 2 ZGB angewiesen, sich an di e neu festgelegten Besuchszeiten zu halten und alles zu unterlassen, was das Verhältnis des K indes zum Kindsvater beeinträchtige (Ziffer 3). Die Weisungen an die Kindsmutter und Pfle geeltern wurden mit einer Strafdrohung nach Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937 ver- bunden (Ziffer 4). Q. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin, nachfolgend vertreten durch Lorenz Lauer, Advokat in Basel, am 5. Dezember 2016 Beschwerde beim Ka ntonsgericht mit den Rechtsbe- gehren, 1. Der angefochtene Entscheid der KESB sei au fzuheben und es sei in der Sache wie folgt neu zu entscheiden: (a) das Besuchsrecht des Kindsva ters sei bis auf weiteres zu sistie- ren; (b) anschliessend oder eventualiter sei dem Kindsva ter für die Dauer von mindestens sechs Monaten nur ein begleitetes Besuchsrecht einzuräumen , und zwar zweimal monatlich jeweils samstags von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr; (c) subevent ualiter sei der Kindsvater berechtigt zu erklären, F.____ jeden zweiten Samstag von 09.00 Uhr bis 19.30 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen; (d) in jedem Fall sei dem Kindsvater kein Ferienrecht einzuräumen; (e) der Kindsvater sei unter Androhung de r Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB zu verpflichten: 1) während den Besuchszeiten das Ra uchen in geschlossenen Räumen, namentlich in der Wohnung oder im Auto, zu unterlassen; 2) im Falle eines unbegleiteten Be- suchsrechts mit Übernachtung F.____ in seiner Wohnung ein eigenes Bett und einen geeigne- ten Rückzugsort zur Verfügung zu stellen und sich nicht zu i hm ins Bett zu legen; 3) dafür zu sorgen, dass F.____ keinen Zugang zu pornographischem od er den Nationalsozialismus ver- herrlichendem oder verharmlosendem Material erhält; 4) im Falle eines unbegleiteten Besuchs- rechts die Besuchszeiten kindsgerecht zu gestalten und das P rogramm vorgängig mit dem Bei- stand abzusprechen; und 5) dafür zu sorgen, dass F.____ während den Besuchszeiten in der Wohnung Essen und Getränke zur Verfügung hat; f) unter dem Vorbehalt des bei der Vo- rinstanz hängigen Antrags auf Entbindung von J.____ von s einem Mandat als Beistand von F.____ sei Berufsbeistand J.____ (resp. dessen Nachfolger oder Nachfolgerin) anzuweisen, die Kindsmutter und die Pflegeeltern von dem mit dem Kin dsvater vorgängig abgesprochenen Pro- gramm in Kenntnis zu setzen, dessen Einhaltung zu überw achen und allfällige Bedenken der Kindsmutter und der Pflegeeltern in angemessener Weise zu berücksichtigen; g) die in Ziffer 4 des Entscheiddispositivs angeordnete Strafandrohung gegen die Pflegeeltern sei ersatzlos zu streichen; h) in jedem Fall sei die Kindsmutter von de r Tragung der vorinstanzlichen Verfah- renskosten zu befreien. 2. Eventualiter sei der Entschei d der KESB vom 2. November 2016 aufzuheben und der Vorinstanz zur Neubeurteilung im S inne der Erwägungen zurückzuweisen; 3. Alles unter o/e-Kostenfolge (auch hinsichtlich des vor instanzlichen Verfahrens) zulasten der Vorinstanz und/oder des Kindsvaters. In verfahrensrechtli cher Hinsicht beantragt sie: 4. Über die Frage der Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters sei bei einer unabhängigen, bislang mit dem Verfahren nicht befassten Person ein Gutachten in Auftr ag zu geben; 5. Es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen; 6. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzich- ten. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht R. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 macht der Beschwer degegner insbesondere gel- tend, dass ihm das Besuchsrecht nunmehr seit acht Monaten verweigert würde unter dem Vor- wand von falschen Anschuldigungen oder mit der Begründu ng, dass F.____ ihn nicht sehen möchte, was er bestreite. S. Mit Schreiben vom 9. Januar 2017 nahmen die zum vorli egenden Verfahren beigela- denen Pflegeeltern Stellung und beantragten sinngemä ss die Gutheissung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. T. Am 12. Januar 2017 liess sich die KESB vernehmen und schloss auf kostenfällige Ab- weisung der Beschwerde. U. Mit präsidialer Verfügung vom 2. Februar 2017 wurd e der Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen. Die Anträge der Beschwerdeführerin auf Einholung eines Gutachtens zur Er- ziehungsfähigkeit des Kindsvaters, auf Einholung von e rgänzenden Auskünften von M.____ und N.____ wurden abgewiesen. V. Die Beschwerdeführerin replizierte mit Schreiben vom 24. Februar 2017 und hält an ihren Rechtsbegehren fest bzw. erneuert die Anträge au f Einholung von ergänzenden Auskünf- ten von M.____ und N.____. Gleichzeitig macht sie eine Verletzung des Anspruchs auf rechtli- ches Gehör zufolge Verletzung der Aktenführungspflicht durch die KESB geltend. W. Mit Eingabe vom 7. März 2017 reichte die KESB wei tere, zwischenzeitlich angefertigte Aktennotizen ein und verzichtete im Übrigen auf eine Duplik. X. F.____ reichte am 9. März 2017 ein handschriftlich verfasstes Schreiben ein. Darin führt er aus, dass er seinen Vater nicht sehen möchte, weil dieser lüge, immer Ärger mache, die Mutter schlage, er von ihm nichts zu essen bekommen habe, e r neben ihm im Bett rauche und er mit ihm im gleichen Bett geschlafen habe, obwohl er dies nicht möchte. Y. Mit Schreiben vom 14. März 2017 legte die Grossmutte r väterlicherseits ihre Auffas- sung dar. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Geri cht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Be schwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsg erichts für zuständig. Das Verfah- ren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB . Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwe ndbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Demnach ist die Fünferkammer der Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht des Kan- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO ] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Inte- resse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Als di- rekte Verfahrensbeteiligte und Kindsmutter von F.____ i st die Beschwerdeführerin zur Be- schwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Proze ssvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfül lt sind, ist auf die Beschwerde einzutre- ten. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 1.3 Gemäss § 15 Abs. 1 VPO kann die präsidierende Person eine Parteiverhandlung anord- nen. Gestützt darauf hat die Beschwerdeführerin einen Antrag auf Durchführung einer mündli- chen Verhandlung gestellt, welcher durch präsidiale Anor dnung einer Urteilsberatung abgewie- sen wurde. Wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen werden, sind die in der vorliegenden Beschwerde zu beurteilenden Vorbringen der Beschwerdefü hrerin praktisch identisch mit den- jenigen, die vom Kantonsgericht im erwähnten Verfahr en 810 15 62 beurteilt wurden, weshalb sich die Anordnung einer mündlichen Parteiverhandlung als nicht angezeigt erwies. 2.1 Zunächst macht die Beschwerdeführerin eine Verletzu ng des rechtlichen Gehörs gel- tend. Sie moniert, dass lediglich der durch eine Mitar beiterin der I.____ GmbH durchgeführte Hausbesuch beim Kindsvater aktenkundig sei. Der angeblic h von der damaligen Beiständin durchgeführte Augenschein lasse sich demgegenüber den Akte n nicht entnehmen. Dadurch habe die Vorinstanz ihre Aktenführungspflicht und damit den Gehörsanspruch der Beschwerde- führerin verletzt (vgl. Replik vom 24. Februar 2017, S. 4). 2.2 Dieser Einwand geht ins Leere. Aus den Verfahrensakt en ergibt sich nämlich, dass die vormalige Beiständin H.____ in einem Schreiben vom 23. Juni 2014 ausführte, es habe im Bei- sein eines Polizisten der Gemeinde G.____ ein Hausbesuch beim Kindsvater stattgefunden. Zudem hielt die KESB den von der Beiständin H.____ d urchgeführten Hausbesuchs mit Akten- notiz vom 14. Mai 2015 ebenfalls fest. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz hät- te diesen Hausbesuch nicht dokumentiert, ist somit unbeg ründet und es liegt demzufolge offen- sichtlich keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. 3.1 In materieller Hinsicht stellt sich vorliegend die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht ein ausgedehnteres Besuchsrecht von Freitag- bis Sonntagaben d zwischen dem Kindsvater und F.____ sowie ein Ferienrecht im Umfang von zwei Woche n angeordnet hat. Vorab sei der Voll- ständigkeit halber erwähnt, dass der Antrag der Beschwe rdeführerin auf Entlassung des Bei- stands nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahren s bildet (vgl. Entscheid der KESB vom 2. November 2016, Ziffer 5; Vernehmlassung der KESB vom 12. Januar 2017, S. 2). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Im angefochtenen Entscheid führte die KESB zur Be gründung aus, die von der Kinds- mutter und den Pflegeeltern vorgebrachten Vorwürfe (u ngenügende Schlafgelegenheit, fehlen- de Rücksichtnahme auf gesundheitliche Probleme von F.____, sexuelle Vorlieben des Kindsva- ters, keine kindsgerechte Gestaltung der Besuchskontakte etc.) würden zusammenfassend denjenigen Vorbringen entsprechen, welche bereits im d amaligen Verfahren vor der KESB resp. vor Kantonsgericht beurteilt wurden. Der besuchsbe rechtigte Elternteil sei in der Ausge- staltung seiner Besuchskontakte mit dem Kind frei, so lan ge das Kindswohl nicht gefährdet werde. Der neue Beistand habe die Situation beim Kin dsvater überprüft und sei zum Schluss gelangt, das Wohl von F.____ würde durch die Besuche be im Kindsvater nicht gefährdet. Fer- ner sei das von der Kindsmutter gegen den Kindsvater ei ngeleitete Strafverfahren wegen Ver- letzung der Fürsorgepflicht und Vernachlässigung von Unt erhaltspflichten eingestellt worden. Daraus folge, dass sowohl durch die aktuellen als auch d urch die vormalig involvierten Fach- personen keine Kindswohlgefährdung habe festgestellt we rden können. Auch im Rahmen des mit Entscheid der KESB vom 9. Februar 2015 angeordnete n und mehrheitlich umgesetzten Be- suchsrechts mit Übernachtungen von Januar bis April 2016 se i das Wohl von F.____ nicht ge- fährdet worden. Die Weigerungshaltung von F.____, seinen Vater nun nicht mehr sehen zu wol- len, sei einerseits auf einen Loyalitätskonflikt und ande rerseits auf die negativen Einstellungen der Kindsmutter und der Pflegeeltern gegenüber dem K indsvater zurückzuführen, weshalb sein diesbezüglich geäusserter Wille zu relativieren sei. Demz ufolge rechtfertige sich weder eine Einschränkung noch eine Sistierung des Besuchsrechts. 3.3 Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen eine Auswei tung des Besuchs- und Ferien- rechts mit der Begründung, die im Rahmen des damaligen Verfahrens von ihr und den Eltern vorgebrachten Verdachtsmomente hätten sich zwischenzeitlich erhärtet. Hinsichtlich der be- haupteten Besuche von Rotlicht-Etablissements sei das Kan tonsgericht im seinem Entscheid (KGE VV vom 20. Mai 2015 [810 16 52] S. 9) davon ausg egangen, es handle sich um einen Einzelfall, was sich gestützt auf den Bericht des Beistands sowie die Aussagen der Klassenleh- rerin als unzutreffend erwiesen habe (Beschwerdebegrü ndung, S. 18, Aktennotizen der KESB vom 15. November 2015 bzw. vom 6. Juli 2016). Ferner ver schaffe oder ermögliche der Kinds- vater F.____ nach wie vor Zugang zu Medien mit pornog raphischem Inhalt, was sich nebst den einschlägigen Vorfällen aus dem Jahr 2014 daran erkennen lasse, dass der zehnjährige F.____ mit entsprechenden Körperbewegungen den Inhalt der Po rnofilme nachstelle. Weiter nehme der Kindsvater keine Rücksicht auf den Gesundheitszustand von F.____, indem er trotz dessen Asthmaerkrankung nach wie vor in seiner Gegenwart – auch in geschlossenen Räumen – Ziga- retten rauche. Die Wohnverhältnisse beim Kindsvater sei en überdies derart prekär, dass die Kantonspolizei im November 2015 habe ausrücken müssen. F .____ verfüge nach wie vor über kein eigenes Bett und keine sonstige Rückzugsmöglichkeit. Der Kindsvater würde im gleichen Bett wie F.____ übernachten, obwohl F.____ dies nicht wolle. Darüber hinaus würde der Kinds- vater F.____ zum Lügen gegenüber der Kindsmutter und den Pflegeeltern anhalten und die Erziehungsaufgaben auch durch sein respektloses und übergri ffiges Verhalten erschweren. Insbesondere die Heimsuchungen der Kindsmutter am Arbei tsplatz bis diese schliesslich ihre Stelle verloren habe sowie die Verunglimpfung von F._ ___s jüdischer Herkunft würden das Kindswohl massiv gefährden. Auch bezahle der Kindsvater trotz seiner Arbeitstätigkeit keinen Unterhaltsbeitrag. Der Beistand verhalte sich partei isch und nehme die notwendigen Abklärun- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen nicht vor. Schliesslich sei es F.____s (mehrfach geäusse rter) Wunsch, keinen Kontakt mehr zum Kindsvater zu haben. 3.4 Der Beschwerdegegner führt seinerseits aus, ihm wer de das angeordnete Besuchsrecht seit dem Besuchswochenende vom 30. April/1. Mai 2016 verweigert, und zwar wie folgt: Er kon- taktiere die Pflegeeltern immer am Donnerstagabend vor einem anstehenden Besuchswochen- ende telefonisch, in der Regel erfolglos, und jeweil s am Samstagmorgen erhalte er kurzfristig eine Nachricht oder einen Anruf, dass er nicht zu kommen brauche, da die Kindsmutter F.____ bereits am Vorabend zu sich geholt und ihn noch nicht zurückgebracht habe. Die Pflegeeltern würden ihre Aufgabe nicht erfüllen, wenn sie trotz de s anstehenden Besuchswochenendes beim Kindsvater F.____ am Vorabend der Kindsmutter üb ergeben würden. Trotz entsprechen- der behördlicher Anweisung an die Pflegeeltern seien diese um die Umsetzung des verfügten Besuchsrechts bzw. eine pünktliche Abholung F.____s durch d en Kindsvater bei ihnen nicht besorgt. 4.1 Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut ni cht zusteht, und das minderjährige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Persönlicher Verkehr ist ein Recht der Eltern und des K indes (sog. Pflichtrecht). Zweck des Be- suchsrechts ist vor allem die Aufrechterhaltung regelmässig er Kontakte des Kindes zu seinen Eltern (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, N 3 zu Art. 273 ZGB). Dieses Recht steht dem Betroffenen u m seiner Persönlichkeit willen zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_50/2013 vom 19. März 2013 E . 6.1). Verpflichtet, den persönli- chen Verkehr zwischen Eltern und Kind zu dulden bzw. zu e rmöglichen, ist die die elterliche Sorge oder Obhut innehabende Person, d.h. in der Reg el der andere Elternteil, aber auch Pfle- geeltern (vgl. INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456 ZGB, Basel 2 014, N 5 zu Art. 273 ZGB). Als sog. Pflichtrecht dient es freilich in erster Linie dem Int eresse des Kindes. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es nicht darum, einen gerechten Intere ssenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln, wobei die Bedürfnisse des Kleinkindes nicht denjenigen eines Jug endlichen entsprechen. Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt som it immer das Kindeswohl, das anhand der gegebenen Umstände zu beurteilen ist. Allfä llige Interessen der Eltern haben zu- rückzustehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E.4.2 und 5A_50/2013 vom 19. März 2013 E. 6.1; BGE 127 III 295 E. 4a). 4.2 Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch kan n gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kin des durch den persönlichen Verkehr gefährdet wird, wenn ihn der betreffende Elternteil pflichtwidrig ausgeübt hat, wenn sich dieser nicht ernsthaft um das Kind gekümmert hat oder wenn an dere wichtige Gründe vorliegen. Eine Gefährdung des Wohls des Kindes im genannten Sinn liegt dann vor, wenn dessen ungestörte körperliche, seelische oder sittliche Entfaltung durch e in auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht i st (Urteil des Bundesgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist st ets das Gebot der Verhältnis- mässigkeit zu beachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_404 /2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.4). So darf der persönliche Verkehr in der Reg el nicht allein wegen elterlichen Konflikten dauerhaft eingeschränkt werden, jedenfalls soweit das Ve rhältnis zwischen dem besuchsbe- rechtigten Elternteil und dem Kind gut ist (BGE 130 I II 585 E. 2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 5C.221/2006 vom 16. Januar 2007 E. 2.2). Der gänzliche Ausschluss eines Elternteils vom per- sönlichen Verkehr kommt schliesslich nur als ultima ratio i n Frage; er ist einzig dann statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Besuchsrechts nicht anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen (Urteile des Bundesg erichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3; 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4. 3). Wird etwa das Besuchsrecht über längere Zeit grundlos nicht ausgeübt, kann dies eine Auf hebung des Besuchsrechts rechtferti- gen. Blosse Unregelmässigkeiten oder das Ausbleiben der Le istung des Unterhaltsbeitrags rei- chen dagegen nicht aus (SCHWENZER /COTTIER , a.a.O., N 7 zu Art. 274 ZGB). 4.4.1 Von grosser Bedeutung für die Regelung des Besuch srechts ist der Wille des Kindes. Bei der Berücksichtigung des Willens des Kindes ist zunächst d essen Alter bzw. dessen Fähig- keit zu autonomer Willensbildung, welche ungefähr ab d em 12. Altersjahr anzunehmen ist, so- dann aber auch das Aussageverhalten und namentlich die K onstanz des geäusserten Willens zentral (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_367/2015 vom 1 2. August 2014 E. 5.1.3). Zur Ermitt- lung des Kindeswillens ist das Kind anzuhören (Art. 314a ZGB). Der Kindswille ist nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu berücksichtigen, sondern vor allem auch bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden sollen (vgl. SCHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 11 zu Art. 273 ZGB). 4.4.2 Was das Kind anbelangt, so steht es indessen nicht in dessen freien Belieben, ob es persönliche Kontakte wünscht oder nicht; dies gilt nament lich dort, wo die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstellung der sorgeberechtigten Partei geprägt ist (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 5A_716/2010 vom 23. Februar 2011 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Es entspricht nämlich gerade nicht dem Wohl des Kindes, wenn jeglich er Kontakt zwischen ihm und dem nicht obhutsberechtigten Elternteil unter dem Vorwand verhindert wird, das Kind selber suche den Kontakt nicht: Es ist nichts Aussergewöhnliches, dass ein Kind – je nach den Modalitäten des Auseinanderlebens seiner Eltern und der Art und Wei se, wie der obhutsberechtigte Eltern- teil es begleitet – mehr oder weniger Mühe haben kann , in der neuen Situation mit dem anderen Elternteil den Kontakt zu behalten oder gegebenenfal ls wiederherzustellen (Urteil des Bundes- gerichts 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4.3). Gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung ist das Wohl des Kindes nicht nur aus seiner subj ektiven Sicht mit Blick auf sein momentanes Befinden zu beurteilen, sondern auch objekti v und mit Blick auf seine künftige Entwicklung. Anderes kann in engen Grenzen bei urteils fähigen und bald mündigen Kindern gelten. Niemals jedoch, wenn die angebliche ablehnende Haltun g des Kindes wesentlich durch die Einstellung der sorgeberechtigten Partei geprägt ist: Dadurch würde das Besuchsrecht gleichsam in die Hand des sorge- und obhutsberechtigten Elternteils gelegt (Urteil des Bundes- gerichts 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4.3). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4.3 Im vorliegenden Fall hat sich F.____ offensichtlich während mehreren Jahren für ein Besuchsrecht bzw. eine Ausweitung desselben ausgesprochen. Na ch dem Besuchswochenen- de vom 30. April/1. Mai 2016 soll er demgegenüber de n Wunsch geäussert haben, den Vater nicht mehr sehen zu wollen. Zur Ermittlung seines Willen s hat die KESB deshalb eine Drittper- son mit seiner Anhörung beauftragt. Anlässlich der Anhö rung vom 15. September 2016 habe F.____ ausgesagt, dass er die Anhörung nicht wolle und auch seinen Vater nicht mehr sehen möchte. Sein Vater lüge, animiere ihn zum Lügen und das sei nicht gut. F.____ habe genauere Ausführungen dazu verweigert. Auch in seinem Schreiben vom 9. März 2017 führte F.____ aus, dass er seinen Vater nicht sehen möchte, weil dieser lüge , immer Ärger mache, die Mutter schlage, er von ihm nichts zu essen bekommen habe, er ne ben ihm im Bett rauche und er mit ihm im gleichen Bett geschlafen habe, obwohl er dies nicht möchte. Trotz dieser Willensäusse- rungen in den letzten Monaten ist mit der KESB davon auszugehen, dass die ablehnende Hal- tung von F.____ wesentlich durch Einstellungen der Ki ndsmutter und der Pflegeeltern geprägt ist. Zunächst fällt auf, dass F.____s Meinungsumschwung un d die Verweigerung des Besuchs- rechts durch die Pflegeeltern bzw. die Kindsmutter auf den gleichen Zeitpunkt fallen. Weiter ist gestützt auf die Akten festzustellen, dass sowohl die Kind smutter als auch die Pflegeeltern das behördlich angeordnete Besuchsrecht regelmässig vereiteln. So haben sie es letztmals zufolge Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den Kindsvater (eingeleitet durch die Kindsmutter) gänz- lich verhindert. Gegenüber den Behörden betonen sie zwa r nach wie vor, sich nicht generell gegen ein Besuchsrecht zu stellen. Unbestrittenermassen wi rd das Besuchsrecht jedoch trotz Einstellung des erwähnten Strafverfahrens noch immer ni cht umgesetzt. Dieses widersprüchli- che und ablehnende Verhalten der Pflegeeltern bzw. de r Kindsmutter gegenüber dem Kindsva- ter wird durch die weitere Aktenlage bestätigt: Die Ki ndsmutter stellte bereits am 17. Februar 2016 den Antrag auf Aussetzung der Übernachtungen bei m Kindsvater, ab Mai 2016 verwehrte sie ihm das Besuchsrecht vollumfänglich und im Rahmen der vorliegenden Beschwerde bean- tragt sie eine Sistierung desselben bis auf weiteres. Da s Besuchsrecht vereitelt sie, indem sie F.____ jeweils bei den anstehenden Besuchswochenenden d es Kindsvaters am Freitagabend bei den Pflegeeltern abholt und ihn nicht rechtzeiti g zurückbringt. Die Pflegeeltern dulden die- ses seit knapp einem Jahr andauernde Szenario, obwohl sie seitens der KESB mehrfach auf ihre entsprechende Pflicht aufmerksam gemacht wurden. In diesem Zusammenhang ist darüber hinaus zu beachten, dass F.____ – sofern er nicht bereit s am Freitagabend von der Kindsmut- ter abgeholt wurde – an den übrigen Besuchswochenende n (seit Mai 2016) gemäss den Pfle- geeltern krank oder anderweitig beschäftigt war. Hinzu kommen die in den Akten mehrfach ge- äusserten negativen Ansichten der Kindsmutter und der Pf legeeltern über den Kindsvater, wel- che das Bild ihrer ablehnenden Haltungen vervollständi gen. Die gleichen, teilweise wörtlich übereinstimmenden Vorhalte finden sich im Übrigen in den von F.____ verfassten Schreiben an die KESB bzw. ans Gericht. Vor diesem Hintergrund ist d avon auszugehen, dass die Weige- rungshaltung von F.____ hinsichtlich des Besuchsrechts wesentlich durch die Einstellungen der Kindsmutter bzw. der Pflegeeltern beeinflusst ist. Wie ausgeführt, kann eine so begründete Hal- tung des Kindes nicht zu einer Einschränkung oder Verweig erung des Besuchsrechts führen. Es ist daher zu prüfen, ob eine allfällige Kindeswohlg efährdung dem Besuchsrecht entgegen- steht. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5.1 Zunächst ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass d er Kindsvater bei der Ausgestal- tung der Besuchstage grundsätzlich frei ist, soweit damit nicht eine Gefährdung des Kindes- wohls einhergeht. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Beistand offenbar gewisse Mängel des Kindsvaters bei der Ausgestaltung der Besuchsta ge bemerkt hat (vgl. Aktennotiz der KESB vom 11. November 2015). Er soll ausgeführt ha ben, dass der Kindsvater etwa in fragwürdigen Restaurants verkehre oder relativ viel Zeit mit F.____ vor dem Computer verbrin- ge. Es ist unklar, ob es sich – wie die KESB in ihrer V ernehmlassung ausführt – bei diesem Vorwurf der Kindsmutter um den damals bereits beurteilten Bordellbesuch handelt oder um wei- tere Vorkommnisse. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich keine substantiierten Ausfüh- rungen. Auch ihr Verweis auf die Aktennotiz der KESB vom 6. Juli 2016 ist wenig hilfreich: Die Klassenlehrerin hat den Beistand offenbar gefragt, ob er in Kenntnis darüber sei, dass der Kindsvater mit F.____ Bordelle besuche und ob er schon einmal einen Hausbesuch beim Kindsvater gemacht habe. Ferner habe sie geschildert, d ass F.____ jeden zweiten Montag un- ausstehlich sei. Auf Nachfrage des Beistands, ob F.____ sich am letzten Montag wieder un- möglich benommen habe, habe sie zugestimmt. Tatsache se i aber gemäss Ausführung des Beistands, dass F.____ das betreffende Wochenende gar ni cht beim Kindsvater verbracht ha- be. Der Beistand habe zusammenfassend aufgrund der Auss agen der Lehrerin den Eindruck gewonnen, dass diese durch die Kindsmutter und die Pfle geeltern beeinflusst sei. Es ist durch- aus nachvollziehbar, dass der Beistand aufgrund der sich wi dersprechenden Aussagen der Lehrerin zu diesem Schluss gelangte. Wenn die Beschwerde führerin also daraus eine Kindes- wohlgefährdung bzw. eine Erhärtung der damaligen Ver dachtsmomente ableitet, so kann ihr nicht gefolgt werden. 4.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der K indsvater verschaffe F.____ Zugang zu Medien pornographischen Inhalts, was sich anhand der einschlägigen Ereignisse aus dem Jahr 2014 erkennen lasse, ist darauf zu verweisen, dass dieses Vo rbringen vom Gericht bereits be- urteilt wurde (KGE VV vom 20. Mai 2015 [810 15 62]). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, F.____ habe entsprechende Körperbewegungen nachgestellt, ist als reine Parteibehauptung zu werten und ändert an den vorstehenden Ausführungen n ichts. Es steht nicht fest, dass F.____s Bewegungen – soweit sie denn stattgefunden haben – auf einen entsprechenden Medienkon- sum beim Kindsvater zurückzuführen ist. Auch der von der Kindsmutter behauptete Zugang von F.____ auf Nationalsozialismus verherrlichende Medien e rweist sich als reine Parteibehaup- tung, die durch die Akten nicht belegt wird. 4.5.3 Die Beschwerdeführerin moniert ferner, der Kin dsvater würde keine Rücksicht auf den Gesundheitszustand von F.____ nehmen, indem er F.____ d ie erforderlichen Medikamente nicht verabreiche oder etwa in Anwesenheit von F.____ auch in geschlossenen Räumen rau- che. Der Kindsvater hat eingeräumt, dass er es teilweise versäumt habe, für die Sicherstellung der Einnahme der notwendigen Medikation gesorgt zu hab en. Aus diesem Grund habe er sich entsprechende Erinnerungsmeldungen eingerichtet (vgl. E-Mail Beistand an O.____, Mitglied Spruchkörper KESB, vom 5. April 2016). Demgegenüber bestreitet der Kindsvater mit Nach- druck, weiterhin in geschlossenen Räumen in Anwesenheit von F.____ zu rauchen. Dies er- scheint glaubwürdig und die Kindsmutter vermag gestützt auf den geäusserten und als reine Parteibehauptung zu wertenden Vorwurf nichts zu ihre n Gunsten abzuleiten. Die Besorgnis der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kindsmutter in Bezug auf die Verabreichung der Medikam ente erscheint zwar grundsätzlich nachvollziehbar. Aus diesem Versäumnis des Kindsvaters, we lchem er von sich aus mit einer Erinnerungsaktion begegnet ist, kann folglich keine Kindeswohlgefährdung abgeleitet werden. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Kind svater habe F.____ gefährdet, indem er mit ihm an zwei Freiluftveranstaltungen teilgenommen habe, an welchen sich F.____ mangels witterungsgerechter Kleidung sowie der Tatsache, dass er zusätzlich Rauch von bengalischen Fackeln ausgesetzt gewesen sei, eine Bronchitis zugezogen ha be. Allein aus der Tatsache, dass F.____ an (oder nach) einem Besuchswochenende beim Kindsvater an einer Bronchitis erkrankt ist, welche sich allenfalls an jener Freiluftveran staltung entwickelt oder verstärkt haben könnte, kann nicht geschlossen werden, dass der Kindsvater das Kindswohl grundsätzlich ge- fährde. An den vorstehenden Ausführungen ändern auch die beide n von den Pflegeeltern eingeholten Stellungnahmen von F.____s Ärzten nichts. Zuhanden der KESB wurde zunächst der Bericht von N.____, Kinder- und Jugendpsychiatrie FMH, zur Pfle geelternschaft eingereicht. F.____ wird offenbar seit dem Jahr 2013 von ihm aufgrund eine r diagnostizierten ADHS therapiert. Somit kann einleitend festgehalten werden, dass die Besuchsrechtsthematik – wie N.____ auch selber ausführt – nicht im Zentrum der Sitzungen stan d bzw. steht. Vielmehr geht aus dem Schreiben von N.____ hervor, dass er sich regelmässig die K lagen der Pflegeeltern bezüglich des Besuchsrechts angehört habe. F.____ hingegen habe ste ts bekundet, die Besuche beim Kindsvater zu mögen. Angeblich habe sich dies im April 2016 geändert und zwar, weil F.____ befürchtet habe, bei einem ausgedehnteren Besuchsrecht di e Chorproben am Freitagabend nicht mehr wahrnehmen zu können. Die Stellungnahme von M.____, Spezialärztin FMH, Kin- derärztin, wurde ebenfalls auf Anlass der Pflegeeltern und im Hinblick auf die Anerkennung der Pflegeelternschaft verfasst. Sie befürwortet darin die b estehende Pflegeelternschaft, hält sich aber bezüglich einer Beurteilung der Besuchsrechtsregelun g explizit zurück (Stellungnahme M.____ vom 14. Juni 2016, S. 2). Beide Ärzte legen al so ausdrücklich dar, dass die Stellung- nahmen zwecks Beurteilung der Pflegeelternschaft, und nicht zwecks der Besuchsrechtsthema- tik, welche ohnehin nur einen Berührungspunkt in den S itzungen darstelle, verfasst worden sind. Somit ist nicht ersichtlich, und wird von der Beschw erdeführerin auch nicht substantiiert geltend gemacht, inwiefern diese Berichte auf eine Einschränkung des Besuchsrechts oder eine allfällige Kindswohlgefährdung schliessen liessen bzw. welc he Gründe für die Erhebung weite- rer Beweise sprechen könnten. Folglich sind auch die ent sprechenden Beweisanträge auf Ein- holung von ergänzenden schriftlichen Auskünften von N.___ _ und M.____ abzuweisen, weil keine zusätzlichen relevanten Ausführungen zu erwarten sind. 4.5.4 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass keine d er von der KESB beauftragten Fach- personen eine Kindswohlgefährdung feststellen konnte. Im Gegenteil führten die entsprechen- den Abklärungen jeweils zu einer Ausweitung des Besuchsrechts (vgl. Antrag des Beistands auf Erweiterung des Besuchsrechts vom 20. Mai 2016; Abklärung sbericht I.____ GmbH vom 9. Oktober 2014). Gestützt auf die Akten (vgl. E. 2.2 hiervor) kann festgestellt werden, dass die Wohnsituation beim Kindsvater – entgegen den Behauptu ngen der Beschwerdeführerin – von zwei Fachpersonen überprüft und nicht beanstandet wurde (vgl. auch Vernehmlassung KESB Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 12. Januar 2017, S. 1 f.). So stellte die Beiständ in anlässlich des durchgeführten Hausbe- suchs fest, dass die Zimmer der Zweizimmerwohnung ordentl ich und freundlich eingerichtet gewesen seien. Der Kindsvater habe ein Bettsofa gekauft, damit F.____ bei ihm übernachten könne (vgl. Schreiben der Beiständin vom 23. Juni 2014 ). Gestützt auf die entsprechenden Ab- klärungen erweist sich das Vorbringen der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegner verfüge über keinen angemessenen (separaten) Schlafplatz für F._ ___, als unzutreffend. Auch liessen sich die von der Kindsmutter geäusserten Verdachtsmomente a uf sexuelle Handlungen des Kindsvaters mit F.____ nicht erhärten (vgl. Schlussmitte ilung der Staatsanwaltschaft des Kan- tons Basel-Stadt vom 19. September 2016). Wenn die Be schwerdeführerin weiter ausführt, F.____ werde an den Besuchswochenenden nur ungenügend verpflegt, so kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Wie der Kindsvater und die Grossmu tter väterlicherseits übereinstimmend dargelegt haben, nehmen sie die Mahlzeiten an den Be suchswochenenden häufig gemeinsam ein. Im Übrigen ist der Vater auch diesbezüglich frei in der Ausgestaltung, soweit damit keine Kindswohlgefährdung verbunden ist. Eine solche ist gestützt auf die vorstehenden Erwägungen nicht erkennbar und das von der KESB angeordnete Besuch srecht ist nicht zu beanstanden. Gleiches gilt hinsichtlich des verfügten Ferienrechts im Umfang von zwei Wochen. Damit er- weist sich die Beschwerde in diesen Punkten als unbegründet und ist abzuweisen. Bei dieser Sachlage erübrigen sich Ausführungen zur beantragten Sistierung des Besuchsrechts bzw. zum beantragten begleiteten Besuchsrecht. 5. Der Antrag der Kindsmutter, der Beistand sei anzuw eisen, sie und die Pflegeeltern jeweils über das mit dem Kindsvater vorgängig vereinbar te Programm an den Besuchs- wochenenden in Kenntnis zu setzen, dessen Einhaltung zu überwachen und allfällige Bedenken der Kindsmutter und der Pflegeeltern in angemessener Weise zu berücksichtigen, schiesst über das Ziel hinaus. Einleitend ist nochmals festzuhalten, da ss der Kindsvater in der Ausgestaltung der Besuchswochenenden frei ist, soweit nicht das Wohl vo n F.____ gefährdet wird. Indem der Kindsvater im angefochtenen Entscheid darauf hingewiese n wurde, die Besuche kindsgerecht zu gestalten und die gesundheitlichen Probleme von F.__ __ zu berücksichtigen, wurde der Be- sorgnis der Kindsmutter sowie der Pflegeeltern begegnet . Gestützt auf die Akten steht sodann fest, dass der Kindsvater hinsichtlich seines Programms an den Besuchswochenenden mit dem Beistand Rücksprache nimmt. Erwähnt sei in diesem Zusamme nhang etwa der Besuch des FCB-Matches, zu welchem der Kindsvater vorab das Einverständ nis des Beistands eingeholt hatte. Damit funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Kindsvater und dem Beistand bzw. liegt die erforderliche Kooperationsbereitschaft des Ki ndsvaters gegenüber der KESB vor. An- gesichts der vorstehenden Ausführungen sind die neuerlich en Weisungen als ausreichend und zielführend zu qualifizieren. Demzufolge ist die Beschwe rde auch in diesem Punkt abzuweisen. Damit erweist sich der Antrag auf Androhung einer Unge horsamsstrafe gegenüber dem Kinds- vater als obsolet. Vor diesem Hintergrund kann nichts and eres für den Antrag auf Einholung eines Gutachtens zur Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters gelten. 6.1 Die Beschwerdeführerin wendet sich im Weiteren ge gen die verfügte Androhung einer Ungehorsamsstrafe gemäss Art. 292 StGB. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Die streitgegenständliche Anordnung wurde im ange fochtenen Entscheid damit be- gründet, dass sich die Kindsmutter trotz entsprechender Auf forderung seitens der KESB und entgegen der geltenden Besuchsrechtsregelung geweigert habe, dem Kindsvater F.____ für das Besuchswochenende zu übergeben. Die Kindsmutter und die Pflegeeltern würden die Kon- takte zwischen dem Kindsvater und F.____ seit Jahren – un d seit 2016 auch erfolgreich – ein- schränken bzw. verhindern. Neben der Kindsmutter hätten auch die Pflegeeltern die Pflicht, das von der Behörde eingeräumte Besuchsrecht des Kindsvaters zu akzeptieren und die Umset- zung der Besuchskontakte zu unterstützen, unabhängig davon, ob die Kindsmutter die alleinige Sorgeberechtigte sei. Aufgrund der Gesamtumstände sei davon auszugehen, dass die Pflegeel- tern die Kindsmutter in ihrer Weigerungshaltung bezüglich des Besuchsrechts stützen werden. 6.3 Nach Art. 273 Abs. 2 ZGB kann die KESB Eltern, Pf legeeltern oder das Kind ermahnen und ihnen Weisungen erteilen, wenn sich die Ausübung o der Nichtausübung des persönlichen Verkehrs für das Kind nachteilig auswirkt oder wenn eine Ermahnung oder eine Weisung aus anderen Gründen geboten ist. Damit wurde ein ausdrückl iches Ermahnungs- und Weisungs- recht der KESB normiert. Entsprechend dem Verhältnismä ssigkeitsprinzip hat die KESB zu- nächst zu versuchen, durch Mahnungen auf eine Kindeswohl geeignete Ausübung des Be- suchsrechts hinzuwirken. Weiter kommen Weisungen in Betrac ht, die auch mit der Ungehor- samsstrafe nach Art. 292 StGB verbunden werden können (S CHWENZER /COTTIER , a.a.O., N 22 f. zu Art. 273 ZGB). 6.4 Tatsache ist, dass dem Kindsvater seit nunmehr einem J ahr das Besuchsrecht verwei- gert wird. Trotz wiederholter Aufforderung durch die KESB kamen weder die Pflegeeltern noch die Kindsmutter ihrer Pflicht zur Umsetzung des Besuchsre chts nach und die zahlreichen Hin- weise der KESB blieben fruchtlos. Es ist deshalb mit d er Vorinstanz davon auszugehen, dass ohne zusätzliche behördliche Massnahme auch nach Abweisung der vorliegenden Beschwerde das Besuchsrecht nicht wird ausgeübt werden können. Ge stützt auf die obigen Erwägungen liegt keine Kindswohlgefährdung vor und die Beschwerdef ührerin bringt keine stichhaltigen Gründe gegen die angeordnete Androhung einer Ungeho rsamsstrafe vor. Die vorstehenden Ausführungen zeigen im Gegenteil auf, dass sich diese A nordnung im vorliegenden Fall als notwendig erweist, weil die Beschwerdeführerin sinng emäss zum Ausdruck bringt, dass sie die geltende Besuchsrechtsregelung weiterhin missachten wird. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Androhung einer Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB als notwendig und verhält- nismässig. Somit ist die Beschwerde auch in diesem Punkt unbegründet und abzuweisen. 7. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin die Kostenv erteilung vor der Vorinstanz. Sie moniert, es liege kein besonderer Fall vor, welcher ein e Abweichung von der üblichen hälftigen Kostenverteilung zulasse. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz könne nicht darauf abge- stellt werden, dass sie die Kosten veranlasst habe. Es könn te genauso gut begründet werden, dass diese durch den vom Kindsvater gestellten Antrag auf Erweiterung seines Besuchsrechts verursacht worden seien. Zudem habe sie das Besuchsrecht aufgrund ihrer Besorgnis um F.____ verweigert. Wäre die KESB den von ihr und von den Pflegeeltern erstatteten Berichten pflichtgemäss nachgegangen, so hätte das vorliegende Verfahren womöglich verhindert werden können. Dieser Argumentation der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Einleitend ist Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht festzustellen, dass die von der Beschwerdeführerin vorli egend gerügten Punkte praktisch iden- tisch mit den damaligen Vorbringen im Beschwerdeverfah ren (vgl. KGE VV vom 20. Mai 2015 [810 15 62]) sind und der KESB somit keine ungenügen de Sachverhaltsabklärung vorgeworfen werden kann. Wie die vorstehenden Erwägungen aufgezeig t haben, erweist sich die Besorgnis der Kindsmutter nach wie vor als unbegründet. Weder das Vorgehen noch der Entscheid der KESB sind zu beanstanden und demzufolge kann die Beschwe rdeführerin auch in Bezug auf die vorinstanzliche Kostenverteilung nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dies führt zur vollumfäng- lichen Abweisung der Beschwerde. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Zunächst ist über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege der Beschwerdeführerin zu befinden. Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfas- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. Apr il 1999 hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht als aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwen- dig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen unentgelt lichen Rechtsbeistand. Entsprechende Ansprüche statuiert § 22 VPO. Eine Person ist bedürfti g, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des Lebensunterhaltes für sie und ihre Familie notwendig si nd (B ERNHARD WALDMANN , in: Wald- mann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesverf assung, Basel 2015, N 77 zu Art. 29 BV). Mit Eingaben vom 2. und 30. Januar 2017 hat die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ges tellt und die erforderlichen Belege einge- reicht. In Berücksichtigung dieser Unterlagen ist ihre B edürftigkeit für das vorliegende Be- schwerdeverfahren nachgewiesen. Da auch die weiteren Vora ussetzungen gemäss § 22 VPO erfüllt sind, ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege zu bewilli- gen. 8.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unen tgeltlichen Prozessführung gehen die Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu Lasten der Gerichtskasse. 8.3 § 21 Abs. 1 VPO hält fest, dass der ganz oder teilwe ise obsiegenden Partei für den Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden kann. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zuge- sprochen. Gemeinden und andere Träger öffentlicher Auf gaben haben Anspruch auf eine Par- teientschädigung, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. ei ner Anwältin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Demnach sind die Parteikosten vorliegend wettzuschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. Der in der Honorarnote vom 27. Februar 2017 geltend gemachte Aufwand von 53 Stunden à Fr. 250.-- erscheint deutlich überhöht. Aus der detaillier- ten Auflistung ergibt sich etwa, dass eine Entschädigung für unnötig umfangreiche Bemühun- gen anbegehrt wird (z.B. zahlreiche Telefonate mit d em Gericht, Abklärungen bei der Anlauf- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht stelle Kindes- und Erwachsenenschutz [KESCHA]). Überdies ist der Stundenansatz zu hoch; bei unentgeltlicher Verbeiständung beträgt das Honorar gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 20 03 Fr. 200.-- pro Stunde. Das Zustan- dekommen des entstanden Aufwands kann aus vorgenannten Gründen nicht abschliessend nachvollzogen werden, auch weil die zu beanstandenden Positionen als Sammelposten aufge- führt wurden. Die Honorarnote ist dementsprechend ermessensweise auf Fr. 3'500.-- (inkl. Aus- lagen und 8 % MWSt) zu kürzen. Zufolge Bewilligung de r unentgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) auszurichten. 8.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege wird bewilligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der G erichts- kasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertrete r der Be- schwerdeführerin ein reduziertes Honorar in der Höhe von Fr. 3‘500.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse ausge richtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin