<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">1P.752/1999/sch </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Nay, Aeschlimann,</i> </div> <div class="para">Féraud, Ersatzrichter Loretan und Gerichtsschreiber Karlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Eduard W a l d b u r g e r AG</u>, Teufenerstrasse 176, </div> <div class="para">St. Gallen, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Dr. David Brunner, Hinterlauben 12, St. Gallen, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Regierung des Kantons S t. G a l l e n</u>, vertreten durch </div> <div class="para">das Baudepartement des Kantons St. Gallen, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons S t. G a l l e n</u>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> Aufhebung einer Staatsstrassenzufahrt, </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Die Eduard Waldburger AG ist Eigentümerin des </div> <div class="para">Grundstücks Parz.Nr. 2218, Grundbuch St. Gallen-Bruggen, </div> <div class="para">sowie der westlich angrenzenden Grundstücke Parz.Nrn. 2952 </div> <div class="para">und 3153, Grundbuch Gossau. Auf der Parzelle Nr. 2218 be- </div> <div class="para">treibt sie seit 1951 ein Tanklager. Die Parzellen Nrn. 2952 </div> <div class="para">und 3153 grenzen auf ihrer Nordseite an die St. Gallen und </div> <div class="para">Gossau verbindende Staatsstrasse Nr. 2 (St. Gallerstrasse). </div> <div class="para">Die Zufahrt zum Tanklager verläuft ab der St. Gallerstrasse </div> <div class="para">über die Parzelle Nr. 2952, die Ausfahrt über eine rückwär- </div> <div class="para">tige, in die Schoretshuebstrasse mündende Privatstrasse. </div> <div class="para">Diese führt über die im Eigentum der Stadt St. Gallen ste- </div> <div class="para">hende Parzelle Nr. 2217; die Eduard Waldburger AG verfügt </div> <div class="para">darauf seit September 1997 über ein dienstbarkeitsvertrag- </div> <div class="para">lich gesichertes unbeschränktes Fuss- und Fahrwegrecht. Die </div> <div class="para">Schoretshuebstrasse mündet an einer mit Lichtsignalanlage </div> <div class="para">gesicherten Kreuzung wieder in die St. Gallerstrasse. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Am 18. Juni 1996/25. Februar 1997 genehmigte die </div> <div class="para">Regierung des Kantons St. Gallen ein Projekt für die Er- </div> <div class="para">stellung eines Radstreifens beidseits der St. Gallerstrasse </div> <div class="para">und das Anbringen neuer Bodenmarkierungen mit Linksabbiege- </div> <div class="para">spuren in die Richtung Gossau führende Schlachthofstrasse </div> <div class="para">sowie in die in der Verlängerung der Schoretshuebstrasse </div> <div class="para">nordwärts führende Breitfeldstrasse. Zudem sieht das Projekt </div> <div class="para">auf der Südseite der St. Gallerstrasse, wo sich die Grund- </div> <div class="para">stücke der Eduard Waldburger AG befinden, die Anordnung </div> <div class="para">einer Zutrittsverbotslinie vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Regierung des Kantons St. Gallen wies eine </div> <div class="para">Einsprache der Eduard Waldburger AG gegen das Projekt am </div> <div class="para">21. Oktober 1997 ab. Die Eduard Waldburger AG gelangte gegen </div> <div class="para">diesen Entscheid erfolglos an das kantonale Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt. </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Das Bundesgericht hat eine gegen das Urteil des </div> <div class="para">Verwaltungsgerichts vom 18. März 1998 erhobene staatsrecht- </div> <div class="para">liche Beschwerde der Eduard Waldburger AG am 10. Juli 1998 </div> <div class="para">gutgeheissen und das angefochtene Urteil wegen Verweigerung </div> <div class="para">des rechtlichen Gehörs aufgehoben (Verfahren 1P.259/1998). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>D.- </u> </div> <div class="para"> In der Folge gab das Verwaltungsgericht bei Prof. </div> <div class="para">K. Dietrich vom Institut für Verkehrsplanung, Transport- </div> <div class="para">technik, Strassen- und Eisenbahnbau der ETH Zürich (IVT) </div> <div class="para">eine verkehrstechnische Expertise in Auftrag, welche der </div> <div class="para">Experte am 7. Juni 1999 erstattete. Gestützt darauf bejahte </div> <div class="para">das Verwaltungsgericht, dass die umstrittene Zutrittsver- </div> <div class="para">botslinie unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit </div> <div class="para">geboten sei. Hingegen stellte es nochmals fest, dass die </div> <div class="para">Regierung der Beschwerdeführerin zu Unrecht für das Ein- </div> <div class="para">spracheverfahren Kosten auferlegt hatte. Es hiess daher die </div> <div class="para">Beschwerde mit Urteil vom 26. Oktober 1999 in diesem Punkt </div> <div class="para">gut und wies sie im Übrigen ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>E.- </u> </div> <div class="para"> Die Eduard Waldburger AG hat gegen dieses Urteil am </div> <div class="para">6. Dezember 1999 erneut staatsrechtliche Beschwerde an das </div> <div class="para">Bundesgericht erhoben. Sie beantragt die Aufhebung des ange- </div> <div class="para">fochtenen Entscheides, soweit ihre Beschwerde damit abgewie- </div> <div class="para">sen wurde, und die Aufhebung des angefochtenen Staatsstras- </div> <div class="para">senprojektes, soweit dadurch die bestehende direkte Zufahrt </div> <div class="para">von der Staatsstrasse zu den Grundstücken der Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rerin aufgehoben oder beschränkt wird. Eventualiter bean- </div> <div class="para">tragt sie die Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung </div> <div class="para">an die Vorinstanz. Sie rügt die Verletzung der Eigentums- </div> <div class="para">garantie, des Willkürverbots und des Anspruchs auf recht- </div> <div class="para">liches Gehör sowie auf eine öffentliche Verhandlung gemäss </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span>. </div> <div class="para"> Die Regierung, vertreten durch das Baudepartement, </div> <div class="para">und das Verwaltungsgericht beantragen, die Beschwerde sei </div> <div class="para">abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>F.- </u> </div> <div class="para"> Der Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abtei- </div> <div class="para">lung des Bundesgerichts hat der Beschwerde am 6. Januar 2000 </div> <div class="para">in näher umschriebenem Umfang die aufschiebende Wirkung zu- </div> <div class="para">erkannt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> a) Hinsichtlich der Eintretensvoraussetzungen kann </div> <div class="para">zunächst auf das in der gleichen Sache ergangene Urteil des </div> <div class="para">Bundesgerichts vom 10. Juli 1998 verwiesen werden. Demnach </div> <div class="para">ist ohne weiteres auf die Beschwerde einzutreten, soweit die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin die Verletzung in verfahrensrechtlichen </div> <div class="para">Rechten geltend macht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Dagegen bedarf näherer Prüfung, ob auf die Be- </div> <div class="para">schwerde auch insoweit einzutreten ist, als damit eine Ver- </div> <div class="para">letzung der Eigentumsgarantie (<span class="artref">Art. 22ter aBV</span> bzw. <span class="artref">Art. 26 </span></div> <div class="para">BV) gerügt wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> aa) Nach einer bereits weit zurückreichenden Recht- </div> <div class="para">sprechung hat der Anstösser kein besseres Recht auf Benüt- </div> <div class="para">zung einer im Gemeingebrauch stehenden Strasse als andere </div> <div class="para">Personen, soweit ihm nicht das kantonale Recht eine beson- </div> <div class="para">dere Rechtsstellung verschafft. Der Anstösser verfügt also </div> <div class="para">- unter Vorbehalt einer abweichenden kantonalen Regelung - </div> <div class="para">bloss über eine tatsächliche Vorzugsstellung und nicht über </div> <div class="para">ein unter dem Schutz der Eigentumsgarantie stehendes Recht </div> <div class="para">auf Zugang und Benützung einer an sein Land angrenzenden </div> <div class="para">Strasse. Es wird dem Anstösser daher die Legitimation ab- </div> <div class="para">gesprochen, sich unter Berufung auf die Eigentumsgarantie </div> <div class="para">gegen die Aufhebung oder Einschränkung des Gemeingebrauchs </div> <div class="para">der Strasse mit staatsrechtlicher Beschwerde zur Wehr zu </div> <div class="para">setzen (<span class="bgeref_err">BGE 61 I 225</span> E. 5 S. 230 f.<span class="artref">; <span class="bgeref_err">79 I 199</span></span> E. 2 S. 205; </div> <div class="para">105 Ia 219 E. 2 S. 221 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In einem Entscheid, in dem die Nichterneuerung </div> <div class="para">einer kantonalen Bewilligung für einen privaten Seezugang im </div> <div class="para">Streit lag, erklärte das Bundesgericht unter Verweis auf die </div> <div class="para">erwähnte Praxis, ein Seeanstösser habe kein unter dem Schutz </div> <div class="para">der Eigentumsgarantie stehendes Recht auf eine den Gemeinge- </div> <div class="para">brauch überschreitende Nutzung eines öffentlichen Gewässers </div> <div class="para">und sei daher bei Aufhebung oder Einschränkung des Seean- </div> <div class="para">stosses nicht berechtigt, die Wiederherstellung oder eine </div> <div class="para">Entschädigung zu verlangen. Wenn jedoch ein Eigentümer sein </div> <div class="para">ordnungsgemäss errichtetes, von der Bewilligung für den See- </div> <div class="para">zugang nicht betroffenes Bootshaus nicht mehr ordnungsgemäss </div> <div class="para">nutzen könne, weil ihm die Bewilligung zur Beibehaltung </div> <div class="para">eines Bootshafens verweigert werde, liege eine Beeinträchti- </div> <div class="para">gung des Eigentumsrechts vor (Entscheid des Bundesgerichts </div> <div class="para">vom 30. März 1984 in ZBl 87/1986 S. 372 E. 4). In einem </div> <div class="para">neueren Entscheid trat das Bundesgericht auf die Beschwerde </div> <div class="para">verschiedener Anstösser gegen ein saisonales Fahrverbot auf </div> <div class="para">einer Kantonsstrasse ein. Es erwog unter anderem, die An- </div> <div class="para">stösser könnten die Handels- und Gewerbefreiheit anrufen, </div> <div class="para">wenn der bisherige Gemeingebrauch an einer Strasse aufge- </div> <div class="para">hoben werden solle, sofern der Weiterbestand dieses Gemein- </div> <div class="para">gebrauchs Voraussetzung für die Ausübung eines Gewerbes der </div> <div class="para">Anstösser bilde. Ob sich die Anstösser darüber hinaus eben- </div> <div class="para">falls auf die Eigentumsgarantie hätten berufen können, liess </div> <div class="para">das Bundesgericht offen (Entscheid vom 14. Oktober 1994 in </div> <div class="para">ZBl 96/1995 S. 510 f. E. 3c und d). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) In der Lehre ist die Unterscheidung zwischen </div> <div class="para">bloss faktischen Vorteilen und rechtlichen, durch die Eigen- </div> <div class="para">tumsgarantie geschützten Interessen verschiedentlich kriti- </div> <div class="para">siert worden. Wesentlicher als diese Unterscheidung sei </div> <div class="para">die Frage, wie schwer ein Eingriff in die Eigentümerstel- </div> <div class="para">lung wiege oder die Ausübung eines Gewerbes beeinträchtige </div> <div class="para">( <u>Georg Müller</u>, Kommentar BV, Art. 22ter, Rz. 5 f.; <u>ders.</u>, </div> <div class="para">Rechtsstellung von Anstössern an öffentlichen Strassen, </div> <div class="para">recht 1996, S. 218, 223 f.; <u>Urs Saxer</u>, Die Grundrechte und </div> <div class="para">die Benutzung öffentlicher Strassen, Diss. Zürich 1988, </div> <div class="para">S. 187 f.; <u>Marcel Bolz</u>, Das Verhältnis von Schutzobjekt </div> <div class="para">und Schranken der Grundrechte, Diss. Zürich 1991, S. 53 ff., </div> <div class="para">69 f.; <u>Jörg Paul Müller</u>, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., </div> <div class="para">Bern 1999, S. 604; <u>Peter Saladin</u>, Grundrechte im Wandel, </div> <div class="para">3. Aufl., Bern 1982, S. 135 ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Es erscheint in der Tat problematisch, bei der Ab- </div> <div class="para">grenzung des Schutzbereichs der Eigentumsgarantie darauf </div> <div class="para">abzustellen, ob durch die fragliche Massnahme ein recht- </div> <div class="para">liches oder bloss ein faktisches Interesse betroffen sei. </div> <div class="para">Bereits in einzelnen bisherigen Entscheiden wurde anerkannt, </div> <div class="para">dass auch der Entzug faktischer Vorteile den Eigentümer im </div> <div class="para">Ergebnis gleichermassen treffen kann wie eine Einschränkung </div> <div class="para">seiner rechtlichen Befugnisse (vgl. die zitierten Entscheide </div> <div class="para">des Bundesgerichts vom 30. März 1984 und vom 14. Oktober </div> <div class="para">1994). An der Rechtsprechung, die Anstössern von vornherein </div> <div class="para">das Recht abspricht, sich gegenüber einer Aufhebung oder </div> <div class="para">Einschränkung des Gemeingebrauchs einer öffentlichen Sache </div> <div class="para">auf die Eigentumsgarantie zu berufen, kann daher nicht fest- </div> <div class="para">gehalten werden. Auf diese Weise wird der Tatsache Rechnung </div> <div class="para">getragen, dass sich der Schutzbereich der Eigentumsgarantie </div> <div class="para">nicht nur auf die unmittelbar aus dem Eigentum fliessenden </div> <div class="para">rechtlichen Befugnisse, sondern auch auf gewisse faktische </div> <div class="para">Voraussetzungen zur Ausübung dieser Befugnisse erstreckt. </div> <div class="para">Das Interesse an deren Erhaltung ist insoweit nicht bloss </div> <div class="para">faktischer Natur, sondern auch rechtlich geschützt. </div> <div class="para"> cc) Die Beschwerdeführerin sieht in der Festsetzung </div> <div class="para">einer Zutrittsverbotslinie im Bereich ihrer Parzellen einen </div> <div class="para">unzulässigen Eingriff in die Eigentumsgarantie. Zu dieser </div> <div class="para">Rüge ist sie nach dem Dargelegten legitimiert. Ob die um- </div> <div class="para">strittene Massnahme tatsächlich in das verfassungsrechtlich </div> <div class="para">geschützte Eigentum eingreift und dieses verletzt, bildet </div> <div class="para">Gegenstand der materiellen Beurteilung. Auf die Beschwerde </div> <div class="para">ist daher auch insoweit einzutreten, als darin eine Verlet- </div> <div class="para">zung der Eigentumsgarantie gerügt wird. Dasselbe gilt mit </div> <div class="para">Bezug auf die geltend gemachte willkürliche Anwendung des </div> <div class="para">kantonalen Strassengesetzes vom 12. Juni 1988 (StrG), da </div> <div class="para">die fraglichen Bestimmungen den Anstössern bestimmte Rechte </div> <div class="para">einräumen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Auf das Rechtsmittel ist demgegenüber nicht ein- </div> <div class="para">zutreten, soweit damit mehr verlangt wird als die Aufhebung </div> <div class="para">des angefochtenen Entscheids, denn die staatsrechtliche Be- </div> <div class="para">schwerde ist - von nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen - </div> <div class="para">rein kassatorischer Natur (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-327%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 124 I 327</a> E. 4a S. 332). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin macht geltend, auch im zwei- </div> <div class="para">ten Verfahren habe das Verwaltungsgericht <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 </span></div> <div class="para">EMRK verletzt, weil es weder einen zweiten Augenschein noch </div> <div class="para">eine mündliche Verhandlung durchgeführt habe. Zudem sei der </div> <div class="para">Anspruch auf Begründung verletzt, weil das Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt sich immer noch nicht mit den Ausführungen der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin anlässlich des Augenscheins vom 18. März </div> <div class="para">1998 auseinandergesetzt habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Kritik der Beschwerdeführerin ist verständlich. </div> <div class="para">Namentlich kann dem Verwaltungsgericht nicht beigepflichtet </div> <div class="para">werden, wenn es die Auffassung vertritt, auf das Protokoll </div> <div class="para">eines Augenscheins könne verzichtet werden, wenn das Gericht </div> <div class="para">an diesem Anlass vollzählig anwesend gewesen sei. Das Proto- </div> <div class="para">koll dient nicht nur dem Gericht selbst, sondern soll den </div> <div class="para">Gang der Verhandlung auch für Dritte, z.B. das Bundesge- </div> <div class="para">richt, nachvollziehbar machen. Sofern die Äusserungen der </div> <div class="para">Parteien im Urteil nicht hinlänglich wiedergegeben werden, </div> <div class="para">kann auf ein Protokoll grundsätzlich nicht verzichtet </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Vorliegend ist indes zu berücksichtigen, dass das </div> <div class="para">Bundesgericht im Urteil vom 10. Juli 1998 die fehlende Aus- </div> <div class="para">einandersetzung mit den Argumenten der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">vor allem deshalb als gehörsverweigernd ansah, weil das Ver- </div> <div class="para">waltungsgericht seine Begründung auch nicht auf die von der </div> <div class="para">Beschwerdeführerin beantragte Expertise stützen konnte. </div> <div class="para">Inzwischen liegt eine Expertise vor, deren Ergebnisse, wie </div> <div class="para">noch zu zeigen ist, schlüssig sind. Unter diesen Umständen </div> <div class="para">ist es nicht verfassungswidrig, dass das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">auf die anlässlich des Augenscheins vorgebrachten Einwände </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin nicht mehr eingegangen ist. Dabei </div> <div class="para">durfte das Gericht auch berücksichtigen, dass die Beschwer- </div> <div class="para">deführerin eine nochmalige Verhandlung zum ganzen Prozess- </div> <div class="para">thema nicht mehr verlangt hatte, obwohl auf Grund seines </div> <div class="para">Beweisbeschlusses vom 18. Februar 1999 ungewiss war, ob es </div> <div class="para">von sich aus einen zweiten Augenschein durchführen würde, </div> <div class="para">und eine nochmalige Verhandlung damit unsicher war. Keine </div> <div class="para">Verweigerung des rechtlichen Gehörs lag im Verzicht auf </div> <div class="para">den von der Beschwerdeführerin beantragten Augenschein zur </div> <div class="para">Frage, ob es noch eine weitere private Zufahrt in die </div> <div class="para">St. Gallerstrasse gebe oder nicht, weil das Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt diese Frage mit Recht als nicht entscheidwesentlich </div> <div class="para">ansah. Am 2. März 1999 hatte die Beschwerdeführerin nicht </div> <div class="para">einen Augenschein des Gerichts verlangt, sondern beantragt, </div> <div class="para">dass ein allfälliger Augenschein des Experten im Beisein </div> <div class="para">der Parteien stattfinde. Nachdem das Verwaltungsgericht im </div> <div class="para">ersten Verfahren eine mündliche Verhandlung durchgeführt </div> <div class="para">hatte und im zweiten Verfahren eine Expertise einholte, zu </div> <div class="para">der sich die Parteien vernehmen lassen konnten, verstösst </div> <div class="para">es nicht gegen <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> und den Anspruch auf rechtliches </div> <div class="para">Gehör, dass das Verwaltungsgericht auf eine weitere münd- </div> <div class="para">liche Verhandlung verzichtet hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin macht geltend, die angefoch- </div> <div class="para">tene Massnahme beruhe nicht auf einer ausreichenden gesetz- </div> <div class="para">lichen Grundlage und verletze daher die Eigentumsgarantie. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht stütze sich zu Unrecht auf Art. 101 </div> <div class="para">Abs. 3 StrG und lege diese Norm willkürlich aus. Danach sei </div> <div class="para">es nur möglich, den seitlichen Zutritt, nicht aber das Ver- </div> <div class="para">lassen der Strasse zu verbieten. Massgeblich sei Art. 65 </div> <div class="para">Abs. 2 StrG, der die Beschränkung von Zufahrten und Zugängen </div> <div class="para">an strengere Voraussetzungen knüpfe. Das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">habe demgegenüber erwogen, massgeblich sei allein Art. 101 </div> <div class="para">Abs. 3 StrG. Der darin verwendete Begriff "Zutritt" bedeute </div> <div class="para">nicht nur Zutritt im engen Wortsinn, sondern auch Zufahrt, </div> <div class="para">und zwar sowohl vom Anstössergrundstück zur Strasse hin als </div> <div class="para">auch in umgekehrter Richtung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Die umstrittene Zutrittsverbotslinie bewirkt, </div> <div class="para">dass nicht mehr direkt von der Kantonsstrasse zum Tanklager </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin gefahren werden kann. Ob darin ein </div> <div class="para">Eingriff in das verfassungsmässig geschützte Eigentum liegt, </div> <div class="para">erscheint fraglich, da die rückwärtige Erschliessung und </div> <div class="para">damit die Nutzbarkeit des Landes der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">erhalten bleibt. Wie es sich in dieser Hinsicht verhält, </div> <div class="para">kann aber offen bleiben. Selbst wenn von einem Eingriff in </div> <div class="para">das Eigentum ausgegangen würde, wäre dieser jedenfalls nicht </div> <div class="para">schwer, so dass nach der Rechtsprechung die Auslegung und </div> <div class="para">Anwendung des massgebenden kantonalen Rechts nur auf Willkür </div> <div class="para">hin überprüft werden könnte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-313%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page313">BGE 123 I 313</a> E. 2b S. 317). </div> <div class="para">Da die Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht einzig </div> <div class="para">die Anwendung des kantonalen Rechts beanstandet, vermöchte </div> <div class="para">ihr die Eigentumsgarantie vorliegend keinen weiterreichenden </div> <div class="para">Schutz zu vermitteln als das von ihr ebenfalls angerufene </div> <div class="para">Willkürverbot. </div> <div class="para"> Es ist daher zu prüfen, ob das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">ohne Willkür die Anwendbarkeit von Art. 65 Abs. 2 StrG ver- </div> <div class="para">neinen und seinen Entscheid auf Art. 101 Abs. 3 StrG stützen </div> <div class="para">konnte, und ob es diese Bestimmung willkürfrei ausgelegt </div> <div class="para">hat. Das Verwaltungsgericht hat in diesem Zusammenhang zu </div> <div class="para">Unrecht angenommen, die Beschwerdeführerin bestreite nicht </div> <div class="para">mehr, dass Art. 101 Abs. 3 StrG die gesetzliche Grundlage </div> <div class="para">für die vorgesehene Zutrittsverbotslinie darstelle. Weil </div> <div class="para">das ergänzende Verfahren auf die Einholung der Expertise </div> <div class="para">beschränkt war, hatte die Beschwerdeführerin keinen Anlass, </div> <div class="para">ihre Ausführungen im ersten Verfahren zu wiederholen. Aus </div> <div class="para">ihrem Stillschweigen kann daher nicht abgeleitet werden, die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin habe ihre im ersten Verfahren vorgebrach- </div> <div class="para">ten Einwände fallen gelassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Willkür liegt nach der bundesgerichtlichen Recht- </div> <div class="para">sprechung nicht schon vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls </div> <div class="para">vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen wäre. Das Bundes- </div> <div class="para">gericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller </div> <div class="para">Rechtsverweigerung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar </div> <div class="para">ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch </div> <div class="para">steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz </div> <div class="para">krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeits- </div> <div class="para">gedanken zuwiderläuft. Willkür liegt nur vor, wenn nicht </div> <div class="para">bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar </div> <div class="para">ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 125 II 129</a> E. 5b S. 134). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Die Beschwerdeführerin erblickt Willkür darin, </div> <div class="para">dass die kantonalen Instanzen das streitige Zutrittsverbot </div> <div class="para">nicht auf Art. 65 Abs. 2 StrG, sondern auf Art. 101 Abs. 3 </div> <div class="para">StrG abstützten. Indessen scheint die Praxis Art. 65 Abs. 2 </div> <div class="para">StrG so zu verstehen, dass darin nur vorübergehende Be- </div> <div class="para">schränkungen von Zufahrten und Zugängen geregelt werden </div> <div class="para">(vgl. <u>Markus Möhr</u>, Kurzkommentar zum st. gallischen Stras- </div> <div class="para">sengesetz vom 12. Juni 1988, hrsg. von Guido Germann, </div> <div class="para">St. Gallen 1989, N 3 zu Art. 65). Die Beschwerdeführerin </div> <div class="para">behauptet nicht, diese Praxis bestehe nicht. Das Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht hat ohne weitere Begründung angenommen, dass </div> <div class="para">Art. 101 StrG die massgebende Norm sei, offenbar weil diese </div> <div class="para">Vorschrift zu den "strassenpolizeilichen Bestimmungen" zählt </div> <div class="para">und nicht wie Art. 65 StrG bei den "besonderen Bestimmungen" </div> <div class="para">eingeordnet ist. Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, </div> <div class="para">was die Zuordnung des Streitfalls zu Art. 101 StrG durch die </div> <div class="para">kantonalen Instanzen als willkürlich erscheinen liesse. Es </div> <div class="para">trifft wohl zu, dass sich Art. 65 StrG mit bestehenden Zu- </div> <div class="para">fahrten und Zugängen befasst; hingegen ist nicht dargetan, </div> <div class="para">dass Art. 101 Abs. 3 StrG nur bei neuen Strassen zur Anwen- </div> <div class="para">dung gelangen darf. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Selbst wenn aber Art. 65 Abs. 2 StrG als die mass- </div> <div class="para">gebliche Norm anzusehen wäre, so könnte dem Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt im Ergebnis nicht Willkür vorgeworfen werden. Nach </div> <div class="para">dieser Bestimmung können Zufahrten und Zugänge beschränkt </div> <div class="para">oder aufgehoben werden, wenn Verkehrssicherheit oder Stras- </div> <div class="para">senbau es erfordern. Ob die Verkehrssicherheit eine lokale </div> <div class="para">Zugangsbeschränkung erfordert, ist entgegen der Auffassung </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin in erster Linie eine Rechtsfrage, </div> <div class="para">abhängig von der Anwendung des unbestimmten Rechtsbegriffs </div> <div class="para">"Verkehrssicherheit", bei deren Beantwortung den Verwal- </div> <div class="para">tungsbehörden ein Entscheidungsspielraum offen steht (vgl. </div> <div class="para"> <u>Erich Zimmerlin</u>, Baugesetz des Kantons Aargau, Kommentar, </div> <div class="para">2. Aufl., Aarau 1985, N 36 f. der Einleitung; <u>Ulrich</u> </div> <div class="para"> <u>Häfelin/Georg Müller</u>, Grundriss des Allgemeinen Verwal- </div> <div class="para">tungsrechts, 3. Aufl., Zürich 1998, Rz. 344 ff., 361 ff.). </div> <div class="para">Den Behörden steht es frei, bei der Anwendung dieser Be- </div> <div class="para">stimmung einen relativ strengen Massstab anzulegen. Ein </div> <div class="para">wesentlicher Unterschied zur Voraussetzung für die Anwendung </div> <div class="para">von Art. 101 Abs. 3 StrG ist daher nicht auszumachen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">ist der Ausdruck "Zutritt" in Art. 101 Abs. 3 StrG nicht </div> <div class="para">klar, sondern auslegungsbedürftig. Die Bestimmung würde näm- </div> <div class="para">lich wenig Sinn machen, wenn sie sich auf die Regelung des </div> <div class="para">zu Fuss erfolgenden Zutritts beschränken würde. Die Frage </div> <div class="para">nach ihrer weiteren Bedeutung ist daher unvermeidlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Es trifft zu, dass sich das Verwaltungsgericht zur </div> <div class="para">Begründung seiner Auffassung nur auf den bereits erwähnten </div> <div class="para">Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz ( <u>Dölf Gmür</u>, </div> <div class="para">a.a.O., N 7 zu Art. 101) beruft und dass dort keine nähere </div> <div class="para">Begründung für diese Auslegung gegeben wird. Immerhin wird </div> <div class="para">in den Vorbemerkungen zu Art. 100-108 (N 3) darauf hinge- </div> <div class="para">wiesen, dass das neue Strassengesetz nach Möglichkeit ge- </div> <div class="para">strafft und deshalb darauf verzichtet wurde, eine Vielzahl </div> <div class="para">von Einzeltatbeständen zu normieren. Das spricht dafür, dass </div> <div class="para">einzelne Begriffe im Zweifel eher weiter auszulegen sind, </div> <div class="para">als wenn das Gesetz zahlreiche Detailregelungen enthalten </div> <div class="para">würde. Eine weite Auslegung des Begriffs "Zutritt" entbehrt </div> <div class="para">zudem nicht der inneren Logik. So kann das Ziel des Zu- </div> <div class="para">trittsverbots, eine Bündelung der Zufahrten zur Erhöhung </div> <div class="para">der Verkehrssicherheit, eher erreicht werden, wenn darunter </div> <div class="para">auch Ausfahrten verstanden werden, womit Brems- und Abbiege- </div> <div class="para">manöver sowie Strassenüberquerungen an diesen Stellen ganz </div> <div class="para">entfallen und das Verkehrsgeschehen vereinfacht wird. Der </div> <div class="para">von der Beschwerdeführerin hervorgehobene Umstand, dass eine </div> <div class="para">Ausfahrt aus einem Grundstück ein grösseres Gefahrenpoten- </div> <div class="para">zial enthält als eine blosse Einfahrt, ändert daran nichts. </div> <div class="para">Schliesslich entspricht die Auslegung des Verwaltungsge- </div> <div class="para">richts dem in der Literatur anzutreffenden Verständnis </div> <div class="para">(vgl. <u>Richard A. Koch</u>, Das Strassenrecht des Kantons </div> <div class="para">Zürich (Strassenpolizeirecht), Zürich 1997, S. 135 Fn. 1; </div> <div class="para"> <u>Zimmerlin</u>, a.a.O., N 1 zu § 75). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Insgesamt erweist sich somit die Auslegung von </div> <div class="para">Art. 101 Abs. 3 StrG durch das Verwaltungsgericht als will- </div> <div class="para">kürfrei. </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht hat bereits in seinem </div> <div class="para">ersten Entscheid massgeblich darauf abgestellt, dass die </div> <div class="para">St. Gallerstrasse eine stark belastete Hauptverkehrsstrasse </div> <div class="para">sei, bei der im Hinblick auf die Wahrung der Verkehrssicher- </div> <div class="para">heit der Erlass einer Zutrittsverbotslinie geboten sei. Das </div> <div class="para">vom Gericht eingeholte Gutachten bestätigt diese Schluss- </div> <div class="para">folgerung und widerspricht den Auffassungen der Beschwerde- </div> <div class="para">führerin. Die Einwände der Beschwerdeführerin belegen keine </div> <div class="para">Willkür in der Würdigung des Gutachtens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Die Beschwerdeführerin machte im kantonalen Ver- </div> <div class="para">fahren geltend, der Experte habe sein Gutachten auf eine un- </div> <div class="para">zutreffende Norm der Vereinigung Schweizerischer Strassen- </div> <div class="para">fachleute gestützt und deshalb die Begriffe "inner-/ausser- </div> <div class="para">orts" bzw. "inner-/ausserhalb besiedelter Gebiete" verwech- </div> <div class="para">selt. Das Verwaltungsgericht erwog dazu, unabhängig davon, </div> <div class="para">ob sich die fraglichen Grundstücke im besiedelten Gebiet </div> <div class="para">befänden, sei nach allen in Frage kommenden SN-Normen eine </div> <div class="para">rückwärtige Erschliessung jedenfalls dann erforderlich, wenn </div> <div class="para">die Grundstückszufahrt die Sicherheit des Verkehrs auf der </div> <div class="para">Strasse bzw. dem Radweg beeinträchtige. Entgegen der Behaup- </div> <div class="para">tung der Beschwerdeführerin stützt sich der im Gutachten </div> <div class="para">gezogene Schluss, die Verkehrssicherheit werde durch die </div> <div class="para">umstrittene Zufahrt beeinträchtigt, in erster Linie auf den </div> <div class="para">Charakter der Hauptverkehrsstrasse (Verkehrsbelastung, Aus- </div> <div class="para">baustandard) und nur in zweiter Linie auf die darin zitier- </div> <div class="para">ten SN-Normen. Mit dem Verwaltungsgericht ist zudem festzu- </div> <div class="para">stellen, dass auch gemäss der von der Beschwerdeführerin als </div> <div class="para">massgeblich angesehenen SN-Norm auf Hauptverkehrsstrassen </div> <div class="para">ausserhalb besiedelter Gebiete Grundstückszufahrten grund- </div> <div class="para">sätzlich zu vermeiden und innerhalb besiedelter Gebiete nur </div> <div class="para">ausnahmsweise anzuordnen sind, wobei eine rückwärtige Er- </div> <div class="para">schliessung oder zumindest die Zusammenfassung nebeneinan- </div> <div class="para">derliegender Erschliessungen stets anzustreben ist. Welche </div> <div class="para">der von der Beschwerdeführerin erwähnten Normen als massgeb- </div> <div class="para">lich angesehen wird, spielt daher keine ausschlaggebende </div> <div class="para">Rolle. Es kann keine Rede davon sein, dass das Gutachten </div> <div class="para">von den üblichen Methoden oder Normen abgewichen ist und das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht daher eine Ergänzung hätte veranlassen </div> <div class="para">müssen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, das </div> <div class="para">Gutachten habe berücksichtigt, dass der Auslastungsgrad der </div> <div class="para">Kantonsstrasse bei der Zählstelle Gossau-Mettendorf tiefer </div> <div class="para">sei als bei der Zählstelle St. Gallen-Zürcherstrasse/Bild. </div> <div class="para">Dennoch habe es die St. Gallerstrasse als stark belastet </div> <div class="para">eingestuft. In weitgehend appellatorischer Kritik macht die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin geltend, das Gutachten beruhe auf irrtüm- </div> <div class="para">lichen Feststellungen; es sei nötig gewesen, eine zusätz- </div> <div class="para">liche Verkehrszählung vorzunehmen bzw. zu berücksichtigen. </div> <div class="para">Es ist zweifelhaft, ob die Kritik der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">in diesem Punkt ausreichend begründet ist (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. b OG); jedenfalls ist sie in der Sache unbegründet. </div> <div class="para">Das Gutachten gibt die Verkehrsmengen bei den erwähnten </div> <div class="para">Zählstellen an und schliesst daraus, dass es sich bei der </div> <div class="para">St. Gallerstrasse trotz der parallel verlaufenden Autobahn </div> <div class="para">bereits heute um eine stark belastete Hauptverkehrsstrasse </div> <div class="para">handle, und dies bei inhomogenen Querschnittsverhältnissen. </div> <div class="para">Es ist nicht willkürlich, dass die Gutachter auch die Zahlen </div> <div class="para">des Zählers St. Gallen-Zürcherstrasse/Bild berücksichtigt </div> <div class="para">haben, liegt doch die Kreuzung Schoretshuebstrasse zwischen </div> <div class="para">den beiden Zählstellen und ist auf Grund der vorhandenen </div> <div class="para">Strassen und Abzweigungen anzunehmen, dass dort die Ver- </div> <div class="para">kehrsbelastung Werte erreicht, die zwischen jenen der beiden </div> <div class="para">Zählstellen liegen. Zudem steht fest, dass bereits beim </div> <div class="para">Zähler Gossau-Mettendorf die grösste Verkehrsmenge am Werk- </div> <div class="para">tag über 20'000 Fahrzeuge pro Tag, d.h. gut 80 % der theo- </div> <div class="para">retischen Leistungsfähigkeit der Strasse, beträgt. Zusätz- </div> <div class="para">liche Abklärungen konnten ohne Willkür unterbleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Das Verwaltungsgericht hat den Antrag der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin abgelehnt, vom Gutachter zusätzliche An- </div> <div class="para">gaben zum Unfallgeschehen einzufordern. Es hat dazu erwogen, </div> <div class="para">dass das Gutachten nicht von auffälligen Unfallhäufungen </div> <div class="para">ausgehe. Selbst wenn es zutreffe, dass im fraglichen Ab- </div> <div class="para">schnitt in den letzten Jahren keine polizeilich registrier- </div> <div class="para">ten Unfälle mit Radfahrerbeteiligung dokumentiert seien, </div> <div class="para">sei entscheidend, dass auf Grund der aktuellen Situation im </div> <div class="para">fraglichen Abschnitt Auffahrunfälle begünstigt und Radfahrer </div> <div class="para">gefährdet würden. Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, </div> <div class="para">was diese Erwägung als willkürlich erscheinen lässt. Daher </div> <div class="para">konnte das Verwaltungsgericht auch auf die genauere Abklä- </div> <div class="para">rung der bisherigen Unfallzahlen verzichten. In diesem Ver- </div> <div class="para">zicht liegt keine Verweigerung des rechtlichen Gehörs. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, das </div> <div class="para">Gutachten habe die Frage, ob der Sperrstreifen vor der um- </div> <div class="para">strittenen Ausfahrt gekürzt oder aufgehoben werden könnte, </div> <div class="para">um so die Linksabbiegespur auch für die Zufahrt zum Grund- </div> <div class="para">stück der Beschwerdeführerin zur Verfügung zu stellen, nicht </div> <div class="para">beantwortet. Die Aussage im Gutachten, der "vorhandene" </div> <div class="para">Stauraum werde künftig für den Verkehr Richtung Schlachthof- </div> <div class="para">strasse benötigt, kann nur so verstanden werden, dass damit </div> <div class="para">der physisch vorhandene Stauraum gemeint ist, inklusive der </div> <div class="para">Strecke von rund 20 m, die heute durch Sperrstreifen mar- </div> <div class="para">kiert ist. Das Gutachten verweist in diesem Zusammenhang </div> <div class="para">darauf, dass die heute markierte Abbiegespur nur rund 50 m </div> <div class="para">lang ist, und dass die noch zu erwartende Überbauung zu </div> <div class="para">zusätzlichem Schwerverkehr zur Schlachthofstrasse führen </div> <div class="para">wird. Damit hat das Gutachten die gestellte Frage beant- </div> <div class="para">wortet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) Zur Frage der Gefährdung durch von Westen her- </div> <div class="para">kommende, nach rechts in die Einfahrt abbiegende Fahrzeuge </div> <div class="para">hat das Verwaltungsgericht nicht auf die (nicht vorhandenen) </div> <div class="para">Aussagen des Gutachtens, sondern auf eigene Erwägungen abge- </div> <div class="para">stellt. Die Beschwerdeführerin rügt dies zu Unrecht als </div> <div class="para">Willkür. Die Gefährdung der schwächeren Verkehrsteilnehmer </div> <div class="para">durch nach rechts abbiegende Lastwagen ist notorisch. Diesem </div> <div class="para">Aspekt kommt zwar bei der umstrittenen Verkehrsmassnahme </div> <div class="para">keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Indessen durfte ihn das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht zusammen mit anderen, im Gutachten behan- </div> <div class="para">delten Aspekten berücksichtigen, und zwar ohne Ergänzung des </div> <div class="para">Gutachtens. Dies gilt grundsätzlich unabhängig davon, ob ein </div> <div class="para">Radstreifen markiert wird, da die Gefährdung der Radfahrer </div> <div class="para">in jedem Fall auftritt. Das Gericht durfte zudem ohne Will- </div> <div class="para">kür in Rechnung stellen, dass durch den Radstreifen die </div> <div class="para">ganze Strecke für Radfahrende aufgewertet und sicherer ge- </div> <div class="para">staltet werden soll. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> f) Wie bereits dargelegt (E. 3c), ist die Frage, ob </div> <div class="para">die Aufhebung der Zufahrt aus Gründen der Verkehrssicherheit </div> <div class="para">geboten ist, eine Entscheidungsspielräume eröffnende Rechts- </div> <div class="para">frage. Während ein beigezogener Fachgutachter die Tatfragen </div> <div class="para">klären kann, die sich hinsichtlich der Sicherheit bzw. der </div> <div class="para">Gefährdung durch das Verkehrsgeschehen stellen, ist es Sache </div> <div class="para">der zuständigen Behörden und nicht des Gutachters, die er- </div> <div class="para">forderlichen rechtlichen Schlüsse zu ziehen (vgl. BGE 125 </div> <div class="para">II 541 E. 5d S. 549). Die Formulierung von Frage 1c erweist </div> <div class="para">sich insofern als zu weit. Daher spielt es auch keine Rolle, </div> <div class="para">ob der Gutachter darauf direkt oder eher ausweichend geant- </div> <div class="para">wortet hat. Es genügt, dass das Verwaltungsgericht gestützt </div> <div class="para">auf die tatsächlichen und verkehrstechnischen Auskünfte im </div> <div class="para">Gutachten zum Schluss gelangt ist, die Zutrittsverbotslinie </div> <div class="para">sei geboten (bzw. erforderlich im Sinne von Art. 65 Abs. 2 </div> <div class="para">StrG). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> g) Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gutachten </div> <div class="para">keine Mängel aufweist, die eine Ergänzung unumgänglich mach- </div> <div class="para">ten, und dass daher das Verwaltungsgericht darauf abstellen </div> <div class="para">konnte. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das Gut- </div> <div class="para">achten unter Beizug von Mitarbeitern des Instituts für Ver- </div> <div class="para">kehrsplanung, Transporttechnik, Strassen- und Eisenbahnbau </div> <div class="para">(IVT) erstellt wurde. Massgeblich ist, dass das Gutachten </div> <div class="para">vom beauftragten Gutachter unterzeichnet und damit verant- </div> <div class="para">wortet wurde. </div> <div class="para"> <u>5.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was eine </div> <div class="para">Verfassungswidrigkeit des angefochtenen Entscheids begrün- </div> <div class="para">det. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf ein- </div> <div class="para">getreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesge- </div> <div class="para">richtlichen Verfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Parteientschädigungen sind nicht zuzu- </div> <div class="para">sprechen (<span class="artref">Art. 159 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Re- </div> <div class="para">gierung und dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen </div> <div class="para">schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, den 3. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>