B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1679/2013 U r t e i l v o m 29 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), und dessen Ehefrau B._______, geboren (…), Eritrea, c/o schweizerische Vertretung in Khartoum, Sudan, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 24. September 2012 / N_______. D-1679/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden reichten am 30. November 2010 (Postein - gang) bei der Schweizer Botschaft in Khartoum Asylgesuche ein. Dabei machten sie im Wesentlichen geltend, der Beschwerdeführer sei in C._______ aufgewachsen. Im Jahr 1998 habe die Regierung alle Le hr- personen nach D._______ zum militärischen Training einberufen. Nach drei Monaten hätten die meisten Lehrpersonen an ihre Arbeitsplätze z u- rückkehren dürfen. Der Beschwerdeführer habe jedoch in D._______ un- terrichten müssen. Nach sechs Jahren sei er im Ja hr 2004 nach E._______ transferiert worden, wo er die Beschwerdeführerin (eine Musli- min) getroffen habe, die zum Christentum übergetreten sei. Deswegen habe ihn die Familie seiner Partnerin eingeschüch tert. Sie habe die Be- ziehung auflösen wollen und ihn s ogar mit dem Tod bedroht. So habe er um Versetzung bitten müssen und gemeinsam mit seiner Ehefrau habe er im Oktober 2008 nach F._______ umziehen dürfen. Doch auch dort seien sie weiterhin eingeschüchtert worden. Der Beschwerdeführer habe das Land am 16. J anuar 2009 verlassen und die Beschwerdeführerin sei ihm noch im selben Jahr gefolgt. Im Flüchtlingslager G._______ seien die Be- schwerdeführenden als Flüchtlinge anerkannt wor den. Aufgrund von S i- cherheitsbedenken seien die Beschwerdeführenden nach Khartoum ge- zogen. Die Angehörigen der Beschwerdeführerin, die zum Teil auch im Sudan wohnen würden, hätten den Beschwerdeführer auch im Sudan eingeschüchtert und mit dem Tod bedroht. Diese Ein schüchterungen ha- be er dem UNHCR gemeldet. In Khartoum würde er aufgrund seiner Reli- gionszugehörigkeit diskriminiert und hätte Schwierigkeiten, eine Stelle zu finden. Ausserdem würden sich die Be schwerdeführenden vor einer De - portation nach Eritrea fürchten. B. B.a Am 7. Februar 2011 informierte die Schweizer Botschaft die B e- schwerdeführenden über die restriktive Ausstellung von Einreisebewilli - gungen für im Sudan wohnhafte Personen und forderte sie auf, sofern sie an ihren Gesuchen festhielten, ihre Asylgründe detailliert darzulegen und allfällige Beweismittel einzureichen. B.b In der Antwort vom 27. Februar 2011 (Posteingang bei der Schweizer Botschaft in Khartoum) bestätigte der Beschwerdeführer, dass er und die Beschwerdeführerin im Sudan Hilfe von den ansässigen Organisationen und dem UNCHR erhalten hätten. Sie könnten jedoch dort nicht bleiben, D-1679/2013 Seite 3 da das Flüchtlings -Camp des UN CHR G._______ nicht sicher sei. D a seine Frau zum Christentum übergetreten sei, werde er von deren musl i- mischen Angehörigen gesucht. Aus diesen Gründen hätten sie sich nach Khartoum begeben, um sich dort zu verstecken. Doch auch dort seien sie mit zahlreichen P roblemen konfrontiert, und ihre Lage dort unterscheide sich nicht von derjenigen zuvor im Camp: Es gebe keine religiöse Fre i- heit, er und seine Frau würden isoliert und in Furcht v or ihren muslim i- schen Angehörigen leben. Sie hätten keinen legalen Aufenthaltsstatus und keine Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen. C. Mit Schreiben vom 20. Juni 2011 teilte das BFM den Beschwerdeführen - den mit, die Schweizer Vertretung in Khartoum sei aufgrund des begrenz- ten Personalbestandes sowie fehlender Voraussetzungen im sicherheits - technischen und räumlichen Bereich nicht in der Lage, Befragungen durchzuführen. Sodann setzte e s den Beschwerdeführenden Frist zur Einreichung einer ergänzenden Stellungnahme zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhaltes anhand eines Fragenkataloges. Der Be- schwerdeführer antwortete mit Schrei ben vom 18. Juli 2011 (Eingangs- stempel der Schweizer Botschaft in Khartoum) . Zur Untermauerung ihrer Asylgesuche reichten die Beschwerdeführenden […] ein. D. Mit Verfügung vom 24. September 2012 verweigerte das BFM den Be - schwerdeführenden die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylge - such ab. Gemäss Empfangsbestätigung wurde die Verfügung den Be - schwerdeführenden erst am 10. Februar 2013 eröffnet. E. Mit Schreiben vom 17. Dezember 2012 an das BFM erkundigte sich der in der Schweiz lebende (Halb-)Neffe des Beschwerdeführers nach dem aktuellen Verfahrensstand und bat um einen baldigen Entscheid. F. Mit Schreiben vom 17. Januar 2013 teilte das BFM dem Neffen mit, die Verfügung des BFM vom 24. September 2012 sei zur Weiterleitung an die Schweizerische Botschaft in Khartoum gesandt worden. G. Mit Beschwerde vom 27. Februar 2013 an die Schweizerische Vertr etung in Khartoum hielten die Beschwerdeführenden daran fest, dass ihnen ein D-1679/2013 Seite 4 weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar und nicht möglich sei und b e- antragten die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu d en B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au snahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen ei nes Aus- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs - weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti - miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-1679/2013 Seite 5 3. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali - tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibe s, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehr - dienstverweigerung oder Desertion ernsthafte n Nachteilen ausge setzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Vorbehalten bleibt die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30; vgl. Art. 3 AsylG). 4.2 Für Asylgesuche, die im Ausland vor Inkrafttreten der Asylgesetzä n- derung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, gelten die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung (vgl. Übe r- gangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012). 4.3 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zu gemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 Asyl G kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 4.4 Beim Entscheid für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten r e- striktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessens - spielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind n amentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Mö g-D-1679/2013 Seite 6 lichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Bezie - hungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgericht E -5509/2011 vom 22. November 2011 E. 4.4). 5. 5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das BFM aus, dass der Be - schwerdeführer in Eritr ea eine asylbeachtli che Verfolgung zu befürchten hätte. Ferner sei nicht zu ver kennen, dass die zahlreichen eritreischen Flüchtlinge im Sudan unter nicht einfachen Aufenthaltsbedingungen litten. Es bestünden indes keine Anhaltspunkte dafür, dass den Beschwerdefüh- renden ein weiterer Aufenthalt im Sudan nicht zuzu muten sei. Laut B e- richten des UNHCR befänden sich zahlreiche eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Men schen wie auch für die Be - schwerdeführenden nicht einfach sei. Dennoch bestünden keine konkre - ten Anhaltspunkte für die Annahme, dass ein weitere Verbleib im Sudan für sie nicht zumutbar oder nicht möglich sei. Flüchtlinge im Sudan, die vom UNHCR registriert und einem Flüchtlingslager zugeteilt worden se i- en, wo sie sich aufzuhalten hätten, erhielten die nötige Versorgung. Sie verfügten im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Es sei ihnen daher zuzumuten, wieder in das ih nen zugewiesen Flüchtlingslager zurückzukehren, sollte ihre Situation kritisch sein. Das BFM stellt nicht in Abrede, dass das Leben für eritreische Flüchtlinge in Khartoum nicht einfach ist. Aufgrund des langjährigen Aufenthalts der Be- schwerdeführenden im Sudan könne jedoch davon ausgegangen werden, dass für sie die Hürden für eine zumutbar Existenz nicht unüberwindbar gewesen seien auch wenn sie unter religiöser Diskriminierung, unter f a- miliären Problemen und einem schwierigen Zugang zum Arbeitsmarkt lei- den würden. Zudem würden eine schwierige Lebenssituation und insofern humanitäre Überlegungen keinen Grund für eine Einreisebewilligung da r- stellen. Überdies würde im Sudan eine grosse eritreische Diaspora leben, die für in Not geratene Landsleute bereitsteh e und weitgehend Unterstüt- zung biete. Bezüglich der Religionsfreiheit im Sudan schloss das BFM nicht zum vornherein aus, dass die Beschwerdeführenden deshalb g e- wisse Schwierigkeiten haben könnten. Es sei dem BFM bekannt, dass Christen im Sudan Opfer von Di skriminierungen sein könnten. Im Sudan bekenne sich eine Mehrheit zum Islam sunnitischer Richtung. Christen würden nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 5 – 10 % der Ge-D-1679/2013 Seite 7 samtbevölkerung stellen. Es befänden sich in den Städten des Sudan neben kleinere n Gemeinden alteingesessener, häufig orthodoxer bezie - hungsweise mit Rom unierter Kirchen auch zahlreiche Christen unte r- schiedlicher Konfessionen. Die im Juli 2005 unterzeichnete Übergang s- verfassung für Sudan garantiere, ebenso wie die vorherige Verfassung von 1998, Religionsfreiheit. Die christlichen Gemeinschaften seien grund- sätzlich anerkannt, ausserdem zählten Weihnachten und Os tern, auch das orthodoxe Ostern, zu den staatlichen Feiertagen. Christli che Kirchen dürften sich nach dem Gesetz bei Seelsorg e, Ausbildung, Schulen, Ki n- dergärten und sozialen Einrichtungen frei betätigen. Nach der Schaffung der Regierung der Nationalen Einheit im Juli 2005 gehöre ein Vizepräs i- dent des Sudan dem Christentum an. Auch unter den Regie - rungsmitgliedern befänden sich mehrere Christen. Im Sudan herrsche demzufolge keine allgemeine und staatliche Unterdrückung oder Verfol - gung von Christen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Beschwerdefüh- renden seit längerem im Sudan gelebt hätten, ohne dass es zu konkreten Vorfällen gekommen sei, könne nicht von einer ernsthaf ten oder drohe n- den Verfolgungsabsicht ausgegangen werden. Zudem gebe es in Khar- toum offizielle Kirchen ihrer Glaubensrichtung, an welche sie sich wenden könnten. Die sudanesi schen Behörden hätten ihnen bezüglich religiöser Diskriminierungen, auch wenn sie innerfamiliär seien, Schutz zu bieten. Ihren Angaben zufolge würden keine nahen Verwandten oder Bezugsper- sonen in der Schweiz leben. Auch aus den Akten seien sonst keine Hi n- weise auf allfäl lige Anknüpfungspunkte zur Schweiz ersichtlich. Aufgrund dessen sei keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz gegeben, die die vorangegangenen Feststellungen umstossen könnte. Demnach benö- tigten die Beschwerdeführenden den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht. Es sei ihnen daher zuzum u- ten, im Sudan zu bleiben. Die Anträge auf Einreiseerlaubnis und Gewä h- rung des Asyls seien damit abzulehnen. 5.2 Die Beschwerdeführenden halten in der Rechtsmitteleingabe an der von ihnen geltend gemachten Gefährdungssituation fest und verweisen in diesem Zusammenhang auf ihre bisherigen Eingabe und Vorbringen. Zu - dem erklärt der Beschwerdeführer er müsste um Asyl ersuchen, bevor er unmittelbar gefährdet sei. Gleichzeitig zeigt er an, dass im Jahr 2012 ihr Sohn H._______ zur Welt gekommen sei. 6. 6.1 Gemäss Praxis zu Art. 20 AsylG und Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) ist im D-1679/2013 Seite 8 Auslandverfahren die asylsuchende Person in der Regel zu befragen. Da- von kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen unmöglich ist. Falls die Befragung nicht durchgeführt werden kann, muss die gesuc h- stellende Person – soweit möglich und notwendig – mittels eines ind ivi- dualisierten und konkretisierten Schreibens aufgefordert werden, ihre Gründe für das Asylgesuch schriftlich einzureichen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz eines negativen Entscheids infolge Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht aufmerksam zu ma chen. Ist der Sachverhalt schon aufgrund des eingereichten Asylgesuchs entscheidreif erstellt, kann sich eine persönliche Befragung ebenfalls erübrigen; der asylsuchenden Pe r- son ist diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewäh ren. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). 6.2 Im vorliegenden Fall wurde auf eine Botschaftsbefragung der B e- schwerdeführenden zu ihrem Asylgesuch verzichtet. Das BFM begrün - dete in seinem Schreiben vom 20. Juni 2011 diesen Verzicht damit, dass eine Anhörung aus kapazitätsmässigen Gründen nicht möglich sei, da die Schweizer Botschaft aufgrund der stark gestiegenen Anzahl von Asylg e- suchen, des begrenzten Personalbestandes sowie fehlenden Vora us- setzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht in der Lage sei, Befragungen d urchzuführen. Sodann setzte es den Be - schwerdeführenden Frist bis zum 20. Juli 2011 zur Einreichung einer e r- gänzenden Stellungnahme zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhaltes anhand eines Fragenkataloges. Der Beschwerdeführer antwortete mit Schreiben vom 18. Juli 2011 (Eingangsstempel der Schweizer Botschaft in Khartoum). 7. 7.1 In Übereinstimmung mit d er Vorinstanz ist zunächst festzustellen, dass eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerdefüh - rers im Falle seiner Rückkehr nach Eritrea durchaus gegeben sein kön n- te. Die Beschwerdeführenden befinden sich aktuell indes im Sudan, was hinsichtlich der bei einem im Ausland gestellten Asylgesuch weiter zu prü- fenden Frage, ob ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet we r- den kann, zu berück sichtigen ist (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Im Sudan ist der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben seit dem 16. Januar 2009, die Beschwerdeführerin ist ihm noch im selben Jahr gefolgt. D-1679/2013 Seite 9 7.2 Die Argumente der Beschwerdeführenden sind nicht derart, dass es für sie in Berücksichtigung der heutigen Situation im Sudan objektiv unzu- mutbar erscheint, den in diesem Land gegenüber der Verfol gungsgefahr im Heimatstaat bestehenden Schutz weiterhin in Anspruch zu neh men. So ist es ihnen unbenommen, sich im Bedarfsfall an die örtliche Vertre - tung des UNHCR zu wenden, falls sie sich bedroht fühlen sollten. Im Si n- ne der vo rinstanzlichen Sichtweise bestehen indes keine Anhalts punkte für ihnen konkret drohende und relevante Nachteile. Ausserdem haben sie grundsätz lich die Möglichkeit, sich wie der in einem Flüchtlingslager des UNHCR nie derzulassen, falls sie sic h an seinem aktuellen Aufen t- haltsort ausserhalb eines Lagers nicht hinreichend sicher fühlen sollten. Im Weiteren kann auf die zutreffenden Ausführungen des BFM verwiesen werden. Dies gilt auch in Bezug auf die geltend gemachte Gefahr einer Deportation n ach Erit rea; die Vorinstanz erwähnt in diesem Zu - sammenhang diverse Urteile des Bundesverwaltungsgerichts (beim zi - tierten Urteil E -3498/2011 handelt es sich indes offenbar um E - 3489/2011), welche eine solche Gefahr in den jeweils zu beurteilenden Fällen verneinten. Im Sinne der im Urteil D -6681/2011 vom 11. Oktober 2012 erwähnten Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom Juni 2011 besteht für eritreische Flüchtlinge im Sudan zwar unter Umständen durchaus ein gewisse s Risiko einer Deport ation; bei den Beschwerdeführenden, welche offenbar bereits seit 200 9 im Sudan leben, wo sie sowohl im Flüchtlingslager G._______ als auch in Khar - toum gewohnt haben und gemäss Aktenlage politisch nicht aktiv sind, er- gibt sich jedoch kein Profil, das sie einer konkreten Gefahr der Deporta - tion aussetzen könnte. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Be - schwerdeführenden seit 2009 unbehelligt im Sudan leben konnten, was gerade als Hinweis darauf zu werten ist, dass ihnen keine Deporta tion nach Eritrea drohen dürfte. Zudem ist auch hier anzumerken, dass sie im Sudan grundsätzlich gehalten wären, in ein Flüchtlingslager zurückzukeh- ren, was wiederum eine Gefahr der Deportation in den Heimatstaat weiter minimieren dürfte. In diesem Flüchtlingslager kann a uch die allenfalls be- nötigte medizinische Versorgung für den im Jahr 201 2 geborenen Sohn H._______ der Beschwerdeführenden gewährleistet werden. Zudem wird durch [ein von den sudanesischen Behörden ausgestelltes Dokument] des Beschwerdeführers unterstrichen, dass er und seine Familie als Flüchtlinge registriert wurden und den nötigen Schutz erhalten. 7.3 Eine Schutzgewährung durch die Schweiz aufgrund einer entspr e- chenden Schutzbedürftigkeit erscheint somit gestützt auf Art. 52 Abs. 2 AsylG unter Berücksichtigung aller Umstände nicht als erforderlich. D-1679/2013 Seite 10 7.4 Ferner machen die Beschwerdeführenden nicht geltend, in der Schweiz hiel ten sich nahe Verwandte auf. Auch der in der Schweiz le - bende (Halb-)Neffe des Beschwerdeführers machte keine besondere B e- ziehung seiner Familie zu derjenigen der Beschwerdeführenden geltend. Eine Bewilligung der Einreise unter dem As pekt des Famili ennachzugs kommt mithin ebenfalls nicht in Betracht (vgl. Art. 51 AsylG). 7.5 Zusammenfassend ergibt sich, da ss das BFM zutreffend festgestellt hat, die Beschwerdeführenden sei nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes. Unter diesen Umständen hat das Bundesamt zu Recht die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abge - lehnt. 8. Aus di esen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist daher abzuweisen 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungs- ökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsge- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-1679/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden , das BFM und die Schweizerische Botschaft in Khartoum. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: