<h2>SubmittedText<h2><p>Die Zentrale Fundstelle (ZF) der Schweizerischen Post in Chiasso kümmert sich schweizweit um unzustellbare Pakete und um postintern aufgefundene Fundgegenstände. Die ZF führt auch die Aktion Christkind durch.</p><p>Seit dem 1. Juli 2016 hat die ZF organisatorisch vom Konzernbereich Poststellen und Verkauf zum Konzernbereich Postlogistics gewechselt. Entsprechend ging die Zuständigkeit vom Tessin auf die Deutschschweiz über. Konkret ist die ZF jetzt dem Paketzentrum Härkingen unterstellt.</p><p>Berücksichtigt man die anhaltenden Zentralisierungstendenzen beim ehemaligen Regiebetrieb und die Gerüchte, die in der Belegschaft kursieren, so kann man mit gutem Grund befürchten, dass der Standort Chiasso geschlossen und allenfalls in die Deutschschweiz verlagert wird. Eine solche Verlagerung würde faktisch bedeuten, dass die letzte Stelle der Post im Mendrisiotto mit schweizweiten Aufgaben geschlossen würde.</p><p>In der ZF arbeiten rund 12 Personen, einige davon teilinvalid und mit Teilzeitstellen. Bei einer Schliessung der ZF wäre eine Wiedereingliederung in den lokalen Arbeitsmarkt ausgesprochen schwierig, und ein Wechsel an einen neuen Arbeitsort in der Deutschschweiz wäre für diese Personen praktisch unmöglich.</p><p>Die Post hat zwar kürzlich versichert, sie habe in nächster Zukunft keine konkreten Pläne für eine Verlagerung der ZF. Trotzdem bin ich beunruhigt über diese Entwicklungen und stelle daher dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Entspricht es den Tatsachen, dass der Standort der ZF von Chiasso in die Deutschschweiz verlagert werden könnte?</p><p>2. Wird zurzeit eine Überprüfung der Organisation und der Abläufe durchgeführt, die mittelfristig dazu führen könnte, dass ein Entscheid für eine solche Rationalisierung und Zentralisierung gefällt werden könnte?</p><p>3. Ist der Bundesrat - unter Beachtung der unternehmerischen Autonomie der Post - nicht auch der Ansicht, dass die zahlreichen Restrukturierungs- und Optimierungsprojekte, die zurzeit laufen, zu einer übermässigen Zentralisierung führen und nur schlecht mit dem öffentlichen Auftrag der Post in Einklang zu bringen sind?</p><p>4. Welchen Stellenwert hat die "regionale" Komponente dabei, wie die Geschäftsstellen und Arbeitsplätze auf die Schweiz verteilt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die organisatorische Verantwortung für die Fundstelle in Chiasso wurde Mitte 2016 vom Bereich Poststellen und Verkauf dem Bereich Postlogistics übertragen. Nach Auskunft der Schweizerischen Post wird die Situation vor Ort derzeit analysiert. Eine Standortverschiebung kann nicht ausgeschlossen werden. Jedoch stellen die Arbeitsplatzsituation in der Randregion und regionalpolitische Überlegungen im Rahmen dieser Analyse wesentliche Faktoren dar.</p><p>3. Der Bundesrat steuert die Post über die Vorgabe von strategischen Zielen. Er erwartet, dass sie in allen Geschäftsfeldern eine branchenübliche Rendite erwirtschaftet und Wachstum generiert. Dafür muss sie auch geeignete Effizienzsteigerungsmassnahmen umsetzen. Zugleich erwartet der Bundesrat von der Post, dass sie im Rahmen ihrer betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten eine nachhaltigen und ethischen Grundsätzen verpflichtete Unternehmensstrategie verfolgt und bei ihrer Organisation den Anliegen der verschiedenen Landesregionen Rechnung trägt. In ihrer jährlichen Berichterstattung über die Zielerreichung zeigt die Post die Entwicklung der Beschäftigung in den Regionen jeweils transparent auf. Eine übermässige Zentralisierung von Arbeitsplätzen lässt sich dabei nicht erkennen.</p><p>4. Die Post bietet in der Schweiz über die Hälfte der rund 36 000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum an. Die Arbeitsplätze in Berggebieten und im ländlichen Raum verteilen sich auf die Zustellung, die Poststellen, die Logistik- und Paketzentren, die Operation Centers von Postfinance und die Kundenberatung. Es handelt sich grösstenteils um Arbeitsplätze, für welche aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine gewisse Konzentration möglich wäre, welche aber als Beitrag zu einem Ausgleich zwischen Stadt und Land sowie zwischen wirtschaftlich stärkeren und schwächeren Regionen von der Post bewusst dezentral angesiedelt werden. Die Post bekennt sich damit zu ihrer regionalpolitischen Verantwortung.</p>  Antwort des Bundesrates.