A bteilung III C -3107/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 31. Juli 2007 M itw irkung: M ichael Peterli, vorsitzender R ichter, Stefan M esm er, R ichter, Elena Avenati-C arpani, R ichterin, G erichtsschreiberin G ross T._______, Israel, Beschw erdeführerin, gegen Schw eizerische A usgleichskasse SA K , Postfach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz, betreffend freiw illige Versicherung (B eitritt) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie im Jahr 1973 geborene Schw eizerbürgerin T._______ ist seit 1992 in Israel niedergelassen. M it Verfügung vom 28. August 2006 w urde ihr Bei- trittsgesuch zur freiw illigen Alters-, H interlassenen- und Invalidenversiche- rung (nachfolgend: freiw illige Versicherung) vom 21. Februar 2006 von der Schw eizerischen Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK) abgew iesen m it der Begründung, dass sie nicht unm ittelbar vor dem Ausscheiden aus der obli- gatorischen Versicherung w ährend m indestens fünf Jahren der schw eizeri- schen AH V/IV angeschlossen gew esen sei, und dass sie sich nicht innert Jahresfrist nach Ausscheiden aus der obligatorischen Versicherung in der freiw illigen Versicherung angem eldet habe (act. 3). B. M it Schreiben vom 13. Septem ber 2006 erhob die G esuchstellerin bei der SAK Einsprache gegen die Verfügung vom 28. August 2006 und beantrag- te sinngem äss die Aufhebung der Verfügung sow ie ihre Aufnahm e in die freiw illige Versicherung. C . M it Einspracheentscheid vom 23. O ktober 2006 w ies die SAK die Einspra- che ab m it der Begründung, dass das Beitrittsgesuch nicht innert der Jah- resfrist seit Ausscheiden aus der obligatorischen AH V/IV gestellt w orden sei (act. 8). M it Schreiben vom 15. N ovem ber 2006 erhob T._______ (nachfolgend: Beschw erdeführerin) Beschw erde bei der SAK. Sie gab an, dass sie erst im Jahre 2006 über die Beitrittsm öglichkeiten in die freiw illige Versicherung inform iert w orden sei (act. 9). D ie Beschw erde w urde von der SAK an die Eidgenössische R ekurskom m ission der Alters-, H interlas- senen- und Invalidenversicherung für die im Ausland w ohnenden Perso- nen w eitergeleitet. Am 1. Januar 2007 ging das Beschw erdeverfahren auf das Bundesverw altungsgericht über, das den Parteien am 28. M ärz 2007 die Zusam m ensetzung des Spruchkörpers bekannt gab. Es ging kein Aus- standsbegehren ein. D . In ihrer Vernehm lassung vom 25. Januar 2007 beantragte die SAK die Ab- w eisung der Beschw erde. Zur Begründung w ies sie im W esentlichen dar- auf hin, dass das Beitrittsgesuch vom 21. Februar 2006 offensichtlich ver- spätet sei. An dieser Sachlage ändere nichts, dass die Beschw erdeführe- rin die Absicht habe, in Kürze m it ihrer ganzen Fam ilie in die Schw eiz zu ziehen und in den Fam ilienbetrieb ihres Vaters einzusteigen. Sobald sie erneut W ohnsitz in der Schw eiz habe, w erde sie von G esetzes w egen der obligatorischen Versicherung unterstellt. E. D ie Beschw erdeführerin liess sich in der Folge nicht m ehr vernehm en.3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrens- recht (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]). 1.2 G em äss Art. 31 VG G in Verbindung m it Art. 33 lit. d VG G und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und H interlassenenversiche- rung vom 20. D ezem ber 1946 (AH VG , SR 831.10) beurteilt das Bundes- verw altungsgericht Beschw erden von Personen im Ausland gegen Verfü- gungen der Schw eizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahm e im Sinne von Art. 32 VG G vor. 1.3 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) findet das Vw VG kei- ne Anw endung in Sozialversicherungssachen, sow eit das Bundesgesetz vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG , SR 830.1) anw endbar ist. G em äss Art. 1 Abs. 1 AH VG sind die Bestim m ungen des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und H interlassenenversicherung anw endbar, sow eit das AH VG nicht ausdrück- lich eine Abw eichung vom ATSG vorsieht. 1.4 D ie Beschw erdeführerin ist durch den angefochtenen Einspracheentscheid berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschw erdelegitim iert ist. 1.5 D a die Beschw erde im Ü brigen frist- und form gerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 Vw VG ) eingereicht w urde, ist auf die Beschw erde einzutreten. 2. Vorliegend ist strittig und vom Bundesverw altungsgericht zu prüfen, ob die SAK die Beschw erdeführerin zu R echt nicht in die freiw illige Versicherung aufgenom m en hat. D iese Frage beurteilt sich aufgrund derjenigen R echts- sätze, die bei Erfüllung des zu R echtsfolgen führenden Tatbestandes G el- tung hatten (BG E 126 V 136 Erw . 4b, 124 V 227 Erw . 1), som it nach den im Jahre 2006 (Beitrittsgesuch vom 21. Februar 2006) gültigen Bestim - m ungen des AH VG , der Verordnung über die Alters- und H interlassenen- versicherung vom 31. O ktober 1947 (AH VV, 831.101) sow ie der Verord- nung über die freiw illige Alters-, H interlassenen- und Invalidenversicherung vom 26. M ai 1961 (VFV, SR 831.111). 2.1 Art. 2 Abs. 1 AH VG bestim m t unter dem Titel ''Freiw illige Versicherung'', dass Schw eizer Bürger und Staatsangehörige der M itgliedstaaten der Eu- ropäischen G em einschaft (nachfolgend: EU ), die in einem Staat ausser- halb der EU leben, der freiw illigen Versicherung beitreten können, falls sie unm ittelbar vorher w ährend m indestens fünf aufeinander folgenden Jahren 4 obligatorisch versichert w aren. G em äss Art. 7 VFV können Personen der freiw illigen Versicherung beitreten, w elche die Versicherungsvorausset- zungen nach Art. 2 Abs. 1 AH VG erfüllen, einschliesslich jener, die für ei- nen Teil ihres Einkom m ens der obligatorischen Versicherung unterstellt sind. N ach Art. 8 VFV m uss die Beitrittserklärung schriftlich bei der zustän- digen Auslandsvertretung innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt des Ausscheidens aus der obligatorischen Versicherung eingereicht w erden. N ach Ablauf dieser Frist ist der Beitritt zur freiw illigen Versicherung nicht m ehr m öglich (Abs. 1). D ie Versicherung beginnt m it dem Ausscheiden aus der obligatorischen Versicherung (Abs. 2). Liegen ausserordentliche U m stände vor, die nicht vom Antragsteller zu vertreten sind, kann die Aus- gleichskasse auf G esuch in Einzelfällen die Frist zur Abgabe der Beitritts- erklärung um längstens ein Jahr erstrecken. D ie G ew ährung oder die Ab- lehnung ist durch eine Kassenverfügung zu treffen (Art. 11 VFV). Israel ist ein Staat ausserhalb der EU . D er Beitritt der Beschw erdeführerin zur freiw illigen Versicherung w äre daher grundsätzlich m öglich gew esen. Allerdings w ar sie lediglich bis im Jahre 1992 (aufgrund ihres W ohnsitzes in der Schw eiz) obligatorisch versichert (act. 1, 4; Art. 1a Abs. 1 lit. a AH VG ). D a die Anm eldung der Beschw erdeführerin zur freiw illigen Versi- cherung erst 14 Jahre nach dem Ausscheiden aus der obligatorischen Ver- sicherung erfolgte, sind die Voraussetzungen von Art. 2 Abs. 1 AH VG in Verbindung m it Art. 8 VFV offensichtlich nicht erfüllt. 2.2 D ie Beschw erdeführerin rügt, die schw eizerische Auslandsvertretung habe sie bei ihrer Anm eldung im Jahre 1992 nicht über die Beitrittsm öglichkeiten in die freiw illige Versicherung inform iert. Indirekt m acht sie dam it eine Ver- letzung des verfassungsm ässigen Anspruchs auf Treu und G lauben gel- tend. D er G rundsatz von Treu und G lauben schützt den Bürger in seinem be- rechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten und bedeutet, u.a., dass falsche Auskünfte von Verw altungsbehörden unter bestim m ten Vorausset- zungen eine vom m ateriellen R echt abw eichende Behandlung des R echts- suchenden gebieten. G em äss konstanter R echtsprechung sind schw eizeri- sche Auslandvertretungen zw ar befugt, aber nicht verpflichtet, die Aus- landschw eizer über die Beitrittsm öglichkeiten und die Ausw irkungen der freiw illigen Versicherung zu orientieren. M achen sie indessen von dieser M öglichkeit G ebrauch, sind sie gehalten, die Auslandschw eizer richtig zu beraten und über die Beitrittsm öglichkeiten zur freiw illigen Versicherung zu inform ieren (BG E 121 V 65 m it H inw eisen). D ass die Beschw erdeführerin von der zuständigen Schw eizer Behörde im Jahre 1992 unrichtig bzw . unvollständig inform iert w urde, w ird nicht be- hauptet, und es gibt aufgrund der Akten auch keine Anhaltspunkte dafür. M it Blick auf die erw ähnte R echtsprechung ist der U m stand, dass die zu- ständigen Schw eizer Behörden die im Jahre 1992 nach Israel gezogene Beschw erdeführerin bei ihrer Anm eldung nicht auf die Beitrittsm öglichkei- ten zur freiw illigen Versicherung hingew iesen haben, nicht zu beanstan- den. Für die Behörde gab es zu diesem Zeitpunkt auch keinen besonderen 5 Anlass, die dam als 19-jährige Beschw erdeführerin über die dam als und bis zur R evision vom 1. Januar 2001 gültig gew esenen Beitrittsbedingungen zu inform ieren. G em äss der bis 2001 gültig gew esenen Fassung von Art. 2 Abs. 1 AH VG konnten sich Schw eizer Bürger im Ausland, die nicht obliga- torisch versichert w aren, jederzeit versichern, sofern sie das 50. Altersjahr noch nicht vollendet hatten. Auch das U nterbleiben einer offiziellen Inform ation über die per 1. Januar 2001 erfolgte R echtsänderung (nam entlich über die übergangsrechtliche M öglichkeit, bis am 31. M ärz 2001 der freiw illigen Versicherung beizutre- ten, obschon sie zu diesem Zeitpunkt nicht w ährend fünf aufeinander fol- genden Jahren der obligatorischen Versicherung angehört hatte) ist ge- m äss R echtsprechung des Bundesgerichts nicht geeignet, einen Anspruch auf eine dem m ateriellen R echt w idersprechende Behandlung zu begrün- den. 3. 3.1 D ie Beschw erde gegen den Einspracheentscheid vom 23. O ktober 2006 ist daher abzuw eisen. 3.2 D as Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AH VG ). D ie unterliegende Beschw erdeführerin hat keinen Anspruch auf Parteientschä- digung (Art. 64 Abs. 1 Vw VG e contrario). (D ispositiv auf der nächsten Seite)6 D as B undesverw altungsgericht erkennt: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben, und der Beschw erdeführerin w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin - der Vorinstanz - dem Bundesam t für Sozialversicherungen D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesge- richt, Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Be- schw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echts- schrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nter- schrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Schriftliche Einga- ben m üssen spätestens am letzten Tage der Frist der Behörde eingereicht oder zu deren H anden der schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder kon- sularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 21 Vw VG ). Versand am :