<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00217</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106246&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00217</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.08.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Pflegekinderfürsorge</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Pflegekinderfürsorge. Zuständigkeit.<br/>Der Beschluss des Bezirksrats über die Bewilligung zur Aufnahme eines Pflegekindes zwecks späterer Adoption ist mit Rekurs vor Obergericht und weder mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht noch mit Rekurs an den Regierungsrat anzufechten.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Privatrecht UR: Zivilgesetzbuch ST: FAMILIENRECHT">FAMILIENRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INSTANZENZUG">INSTANZENZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLEGEKIND">PFLEGEKIND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORMUNDSCHAFTSBESCHWERDE">VORMUNDSCHAFTSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Kantonale Verwaltungsgerichtsbeschwerde ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 56b lit. I EG ZGB</span><br/><span class="gerade">§ 44a lit. I GVG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 VPKF</span><br/><span class="gerade">§ 5 lit. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 5 lit. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 19c lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 316 ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 420 ZGB</span><br/><span class="ungerade">§ 280a ZPO</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>Die in der ZÃ¼rcher Gemeinde X wohnhaften Eheleute A beantragten am 2. Oktober 2000, die 1990 geborene und aus Y stammende E zur Pflege und spÃ¤teren Adoption aufnehmen zu dÃ¼rfen; mit Beschluss vom 24. Januar 2001 verweigerte die kommunale VormundschaftsbehÃ¶rde eine entsprechende Bewilligung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Eheleute A liessen hiergegen am 8. Februar 2001 Rekurs erheben, welchen der Bezirksrat Z mit Beschluss vom 9. Juni 2001 abwies. Das Entscheiddispositiv nannte als Rechtsmittel die Beschwerde an den Regierungsrat, unter Bezug auf § 19 der (kantonalen) Verordnung Ã¼ber die PflegekinderfÃ¼rsorge vom 11. September 1969 (VPKF, LS 852.22).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 2. Juli 2001 liessen die Eheleute A mit Beschwerde und unverÃ¤ndertem An­sin­nen an den Regierungsrat gelangen. Die Staatskanzlei leitete das Rechtsmittel mit einen Tag spÃ¤ter eingehendem Schreiben vom 4. Juli 2001 an das fÃ¼r zustÃ¤ndig erachtete Verwaltungsgericht weiter. Der PrÃ¤sident der 4. Abteilung hielt seinerseits dafÃ¼r, die Angelegenheit gehÃ¶re eher vor Obergericht, und fragte dessen II. Zivil­kammer unterm 10. Juli 2001 an, ob sie das GeschÃ¤ft Ã¼bernÃ¤hme; deren PrÃ¤sident antwortete am 8. August 2001 bejahend, dass seine Kammer die ZustÃ¤ndigkeit in Sachen der Pflegekinderaufnahme anerkenne.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Vorliegend fehlt es an einem Streitwert. Kraft § 38 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in der Fassung vom 8. Juni 1997 (VRG, LS 175.2) gilt es das GeschÃ¤ft daher in Dreierbesetzung zu erledigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Laut § 19 Satz 2 VPKF lÃ¤sst sich gegen Anordnungen des Bezirksrats an den Regierungsrat rekurrieren. Die Staatskanzlei findet, diese Bestimmung sei offensichtlich Ã¼berholt durch die Neuordnung des Rechtsmittelwegs in § 19c Abs. 2 VRG, wonach gegen Rekursentscheide der BezirksrÃ¤te der Rekurs an den Regierungsrat nur zur VerfÃ¼gung steht, wenn der Weiterzug an das Verwaltungsgericht ausgeschlossen ist, und Letzteres treffe hier nicht zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf dem Gebiet der Pflegekinderaufnahme besteht die MÃ¶glichkeit, mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zu gelangen (Cyril Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts, 5. A., Bern 1999, N. 10.12 S. 78). GemÃ¤ss Art. 98a Abs. 1 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (SR 173.110) bestellen die Kantone in einem solchen Fall richterliche BehÃ¶rden als letzte Instanz. Sofern § 19 Satz 2 VPKF Ã¼berhaupt die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ausschalten mÃ¶chte, erwiese sich das deshalb als bundesrechtswidrig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das spielt freilich keine Rolle, weil § 19 Satz 2 VPKF jedenfalls wegen gleich zu erlÃ¤uternder anderer neuerer Normen keine Anwendung mehr finden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss Art. 316 des Zivilgesetzbuchs (ZGB, SR 210) bedarf einer Bewilligung der VormundschaftsbehÃ¶rde oder einer andern vom kantonalen Recht bezeichneten Stelle seines Wohnsitzes, wer Pflegekinder â etwa zwecks spÃ¤terer Adoption (vgl. Art. 264 ZGB) â aufnimmt (Abs. 1; vgl. auch Art. 294, 300 und 310 ZGB); der Bundesrat erlÃ¤sst AusfÃ¼hrungsvorschriften (Abs. 2; vgl. Verordnung vom 19. Oktober 1977 Ã¼ber die Aufnahme von Pflegekindern [PAV], SR 211.222.338). §§ 1 und 4 f. VPKF erklÃ¤ren die VormundschaftsbehÃ¶rde als zustÃ¤ndig fÃ¼r die Bewilligung (vgl. auch § 10 des Gesetzes Ã¼ber die Jugend­­heime und die PflegekinderfÃ¼rsorge vom 1. April 1962, LS 852.2); gegen ihren Entscheid kann laut § 19 Satz 1 VPKF Rekurs beim Bezirksrat erhoben werden. Ebenso behandelt dieser nach § 41 Satz 2 des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 2. April 1911 in der anfangs 2001 in Kraft getretenen Fassung vom 27. MÃ¤rz 2000 (EG ZGB, LS 230) erstinstanzlich Vormundschaftsbeschwerden im Sinn von Art. 420 Abs. 2 ZGB; er befindet Ã¼brigens auch Ã¼ber Gesuche betreffend Adoption (§ 39 Abs. 1 Satz 1 EG ZGB). § 56b Abs. 1 EG ZGB (in der erwÃ¤hnten neuen Fassung) gestattet gegen Entscheide des Bezirksrats in Familienrechtssachen (Art. 90-456 ZGB) den Rekurs an das Obergericht (vgl. auch § 44a Ziff. 1 des Gerichtsverfassungsgesetzes, LS 211.1, sowie §§ 280a-j der Zivilprozessordnung, LS 271, je vom 13. Juni 1976 und je in der ebenso aktuellen Fassung), welches indes nunmehr als vormundschaftliche AufsichtsbehÃ¶rde zweiter Instanz durch die vom Regierungsrat bestimmte Direktion der Justiz und des Innern abgelÃ¶st worden ist (§§ 44 Ziff. 9 und 75 Satz 2 EG ZGB sowie § 2 Ziff. 9 des Beschlusses des Regierungsrates Ã¼ber die GeschÃ¤ftsverteilung unter den Direktionen vom 30. Dezember 1980, LS 172.11; vgl. die einschlÃ¤gige regierungsrÃ¤tliche Weisung vom 22. September 1999 in ABl 1999 II 1232 ff., 1239 und 1290).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Obwohl die Pflegekindermaterie zweifellos einen Ã¶ffentlichrechtlichen Zusammenhang besitzt, ist sie zum einen doch vorwiegend in das Familienrecht eingebettet, wofÃ¼r sich das Obergericht selbstredend besser eignet als das Verwaltungsgericht. Zum andern fussen die erwÃ¤hnten obergerichtlichen Kompetenzvorschriften in der Auffassung, dass erstens das "Obergericht ... weiterhin als zweite Rechtsmittelinstanz fÃ¼r Vormundschaftsbeschwerden zustÃ¤ndig" bleibt und zweitens sich seine "ZustÃ¤ndigkeit ... nach wie vor ... rechtfertigt, wo es um die Beurteilung von Angelegenheiten geht, welche die zivilrechtlichen Angelegenheiten des Betroffenen berÃ¼hren" (so die genannte Weisung, a.a.O.); und um beides dreht es sich gegenwÃ¤rtig (vgl. Art. 1, 2 und 27 je Abs. 1 PAV dafÃ¼r, dass hier Vormundschaftsbeschwerden vorliegen; ferner Thomas Geiser in: Basler Kommentar, 1999, Art. 420 N. 2 und 14 ZGB).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Beschwerde gilt es deshalb mangels sachlicher ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts nicht einzutreten. Das GeschÃ¤ft ist kraft § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 2 Satz 1 VRG an das Obergericht weiterzuleiten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Keine Partei hat das Verfahren vor Verwaltungsgericht veranlasst; dessen Kosten sind daher auf die Gerichtskasse zu nehmen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 13 N. 23 und 27). Das EntschÃ¤digungsbegehren der BeschwerdefÃ¼hrenden, welche vor Verwaltungsgericht wie die Beschwerdegegnerin keinerlei Aufwand gehabt haben, wird das Obergericht behandeln.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend machen wollen, die Anwendung des kantonalen Verfahrensrechts bewirke eine ungerechtfertigte Vereitelung von Bundesrecht, steht es ihnen frei, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht zu erheben (Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. A., Bern 1983, S. 93 f.; RenÃ© Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Ãffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel und Frankfurt a.M. 1996, Rz. 1504).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. Die Angelegenheit wird an das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich, II. Zivilkammer, Ã¼berwiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3.<span> </span></span><span>Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>