Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 14. Mai 2019 (410 19 32) ___________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO; Streitwertermittlung bei einer Klagenhäufung; keine Nichtigkeit bei direkter Zustellung einer Verfügung an die Partei anstatt an den Vertreter. Besetzung Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco Parteien A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Edgar Schürmann, St. Alban-Vorstadt 21, Postfach 359, 4010 Basel, Beschwerdeführerin gegen B.____ , Beschwerdegegnerin 1 C.____ , Beschwerdegegner 2 Gegenstand Prozessleitende Verfügung Beschwerde gegen die Verfügung der Gerichtspräsidentin des Zivil- kreisgerichts Basel-Landschaft West vom 4. Februar 2019 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. B.____ und C.____ (zusammen Beschwerdegegner) sind Miet er einer 4-Zimmerwoh- nung an der X.___strasse 42 in Y.____ BL. Mit Klagefo rmular für das vereinfachte Verfahren nach Art. 244 ZPO vom 12. September 2018 stellten sie beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West folgende Rechtsbegehren gegen die Vermieterin A.____ (Beschwerdeführerin): „1. Schadenersatz (bereinigt) wegen Schimmelschaden Die Beklagte habe den Klägern den Betrag von Fr. 15‘3 16.20 für Schadenersatz (bereinigt) im Zusammenhang mi t Schimmel zu bezahlen. 2. Mietzinsreduktion 30 % über mind. 4 Monate Die Beklagte habe den Klägern eine Mietzinsreduktion von 30 % über mindestens 4 Monate zu Folge Schimmels zu gewähren, entsprechend mind. Fr. 1‘752.-. 3. Mietzinsreduktion zufolge gesenkten Referenzmietzins Die Beklagte habe den Klägern Mietzinsreduktion zufolg e gesenkten Referenzmietzins zu gewähren; d.h. z.B. pe r September 2018 rückwirkend Fr. 4‘823.-. 4. Forderung auf Erstellung einer Expertise zur Gesundheitsvorsorge Eine Expertise zur Gesundheitsvorsorge der Kläger sei aufgrund vitaler, sehr wahrscheinlicher gesundheitlicher Fol- gen des Schimmelschadens anzuordnen. 5. Feststellung Verzugszinsverzicht bezüglich Mietzinsausstände Es sei festzustellen, dass keine Verzugszinsen auf die bestehenden Mietzinsausstände geschuldet sind. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der beklagten Partei.“ B. Das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West eröffnete dara ufhin ein Verfahren unter der Nummer 150 18 2480 III. Nach Eingang eines von den Be schwerdegegnern bezahlten Kosten- vorschusses von CHF 2‘000.00 forderte das Gericht mit Verfü gung vom 1. Oktober 2018 die Beschwerdeführerin zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme zur Klage bis zum 1. November 2018 auf. Noch vor Ablauf dieser Frist foch ten die Beschwerdegegner am 8. Oktober 2018 die von der Beschwerdeführerin am 24 . September 2018 ausgesprochene Kündigung des Mietverhältnisses per 31. Oktober 2018 bei der kantonalen Schlichtungsstelle für Mietangelegenheiten an. In der Folge ersuchte d ie Beschwerdeführerin am 29. Oktober 2018 die Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Lan dschaft West um Sistierung des Verfahrens 150 18 2480 III bis zum rechtskräftigen Entsche id betreffend die Anfechtung der Kündigung vom 24. September 2018, eventualiter um Si stierung des hängigen Gerichtsverfah- rens bis zur Klageeinreichung betreffend die Kündigung sanfechtung sowie um Vereinigung des ersten Verfahrens mit dem Kündigungsanfechtungsverfahre n. Subeventualiter beantragte die Beschwerdeführerin eine Erstreckung der Frist zur schrift lichen Stellungnahme. Die Beschwer- degegner lehnten in ihrer Vernehmlassung vom 4. Novem ber 2018 die Verfahrensanträge der Gegenpartei ab. Mit Verfügung vom 6. November 2018 wies die Gerichtspräsidentin die Verfah- rensanträge der Beschwerdeführerin ab und erstreckte ihr die Frist zur Stellungnahme bis zum 7. Dezember 2018. In ihrer Stellungnahme vom 4. Dezember 2018 stellte die Beschwerdeführe- rin den Antrag, auf die Rechtsbegehren Ziffern 2 un d 4 der Beschwerdegegner nicht einzutre- ten, eventualiter diese vollumfänglich abzuweisen. Zudem ersuchte sie um vollumfängliche Ab- weisung der Klage vom 12. September 2018, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegner. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Am 6. Dezember 2018 (Postaufgabe am 7. Dezember 201 8) reichten die Beschwerde- gegner beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West eine weitere Klage, wiederum unter Ver- wendung des Klageformulars für das vereinfachte Verfah ren nach Art. 244 ZPO, ein. Mit dieser beantragten sie, die Kündigung des Mietverhältnisses vom 24. September 2018 per 31. Oktober 2018 für ungültig zu erklären, eventualiter das Mietverhältnis längstmöglich zu erstrecken. Nach Bezahlung des Kostenvorschusses von CHF 2‘000.00 durch die Beschwerdegegner ordnete die Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West am 15. Februar 2019 die Sis- tierung des neuen Verfahrens, welches unter der Nummer 150 18 3308 III geführt wird, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Parallelverfahrens 150 18 2480 III an. D. Die Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West lud die Parteien im Verfahren 150 18 2480 III zur Hauptverhandlung auf den 31. Januar 2019 vor. Anlässlich dieser Verhandlung erkundigte sie sich zunächst bei den Beschwe rdegegnern über die aktuelle Wohnsituation. Nach ergebnislosen Vergleichsgesprächen äu sserten sich die Beschwerdegeg- ner zur Stellungnahme der Gegenseite vom 4. Dezember 2018. Im anschliessenden Vortrag brachte die Beschwerdeführerin erstmals vor, die Beschwer degegner hätten aufgrund des Streitwerts, der CHF 30‘000.00 übersteige, das falsche Verfahren eingeschlagen. Auf die Klage vom 12. September 2018 dürfe daher nicht eingetreten werden. Die Parteien erhielten danach Gelegenheit zur mündlichen Replik respektive Duplik. Nach dem die Frage der falschen Verfah- rensart an der Verhandlung nicht endgültig geklärt wer den konnte, schloss die Gerichtspräsi- dentin die Hauptverhandlung mit der Ankündigung eines Entscheids über das anwendbare Ver- fahren. E. Mit Verfügung vom 4. Februar 2019 erkannte die Geri chtspräsidentin des Zivilkreisge- richts Basel-Landschaft West auf einen Streitwert der ein geklagten Forderung unter CHF 30‘000.00. Sie erklärte das vereinfachte Verfahre n für anwendbar und lud die Parteien in eine zweite Hauptverhandlung, an welcher die Zeugen D .____, E.____ und F.____ befragt werden sollten. Darüber hinaus ordnete sie den Beizug der Verfahrensakten A50 13 141 III be- treffend die Mietstreitigkeit von G.____ und H.____ gegen die Beschwerdeführerin an. F. Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2019 wurde am 12. Februar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrech t, eingereicht. Mit dieser beantragt die Beschwerdeführerin, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und festzustellen, dass die Klage vom 12. September 2018 nicht im vereinfachte n Verfahren behandelt werden könne, weshalb die Vorinstanz anzuweisen sei, auf die Klage n icht einzutreten (Rechtsbegehren Ziffer 1). Eventualiter sei festzustellen, dass die Verfügung vo m 4. Februar 2019 nichtig sei (Rechts- begehren Ziffer 2). Zusätzlich stellte die Beschwerdeführ erin den Verfahrensantrag, der Be- schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, alles unt er Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenseite. Nach Eingang der Beschwerdean twort der Beschwerdegegner vom 7. März 2019, die um kostenfällige Abweisung respektive Nichtigerklärung der Beschwerde er- suchen, wies der Präsident der Abteilung Zivilrecht des K antonsgerichts Basel-Landschaft den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit Ve rfügung vom 8. März 2019 ab. Gleich- zeitig schloss er den Schriftenwechsel und ordnete den Ent scheid auf Grundlage der vorliegen- den Akten an. Die Begründung der Anträge beider Beschwerdeparteien wird in den nachfolgen- den Erwägungen wiedergegeben, soweit sie für die Entscheidfällung rechtserheblich ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1.1 Mit Beschwerde angefochten ist die prozessleitende Verfüg ung der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 4. Februa r 2019, deren Beurteilung im Rechtsmittelverfahren in die sachliche Zuständigkeit des P räsidiums des Kantonsgerichts Ba- sel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, fällt (§ 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO). Die Vorinstanz hielt darin unter anderem fest, dass der Streitwert der eingeklagten Forderung geringer als CHF 30‘000.00 sei, womit das vereinfachte Verfahren zur Anwendung komm e. Gestützt auf die für das verein- fachte Verfahren massgeblichen Verfahrensbestimmungen l ud die Vorinstanz die Parteien zu einer zweiten Hauptverhandlung vor, an der die von den Beschwerdegegnern angerufenen Zeugen befragt werden sollten. Zudem sollten die Akten des Verfahrens A50 13 141 III beige- zogen werden. Die Beschwerdeführerin rügt mit Rechtsbe gehren Ziffer 1 die Wahl der Verfah- rensart sowie die angeordneten Beweisabnahmen durch die Vorinstanz. Damit macht sie eine unrichtige Rechtsanwendung nach Art. 320 lit. a ZPO geltend. 1.2 Die angefochtene Verfügung vom 4. Februar 2019 stellt eine prozessleitende Verfügung im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZPO dar, welche selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann, sofern die Beschwerdemöglichkeit im Gesetz ausdrückl ich vorgesehen ist oder durch die prozessleitende Verfügung ein nicht leicht wiedergutzum achender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziffern 1 und 2 ZPO). Andernfalls sind prozessleitende Verfügungen gemeinsam mit dem En- dentscheid, auf den sie sich ausgewirkt haben, bei der Re chtsmittelinstanz zur Überprüfung vorzulegen (S TEINER , Die Beschwerde nach der Schweizerischen Zivilprozessordnu ng, Diss. 2019, N 345). Nachfolgend ist zu prüfen, ob aus der ang efochtenen Verfügung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil für die Beschwerdeführerin droht. 1.3 Beim Begriff des nicht leicht wiedergutzumachenden N achteils im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO handelt es sich um einen unbestimm ten Rechtsbegriff, der vom Gericht unter Berücksichtigung der konkreten Umstände und in pflichtgemä sser Ausübung des Ermessens konkretisiert werden muss (F REIBURGHAUS /A FHELDT , in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen- berger, ZPO Komm., 3. Aufl., 2016, Art. 319 ZPO N 1 3). Gemäss kantonsgerichtlicher Recht- sprechung, welche sich an der mehrheitlich in der Lehre v ertretenen Meinung orientiert, kann ein Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZP O rechtlicher oder auch tatsächlicher Art sein. Ein rechtlicher, nicht leicht wiedergutzumachender Nacht eil liegt vor, wenn er sich auch mit ei- nem späteren günstigen Endentscheid nicht oder nicht me hr gänzlich beseitigen lässt. Auch eine Verlängerung und Verteuerung des Verfahrens wi rd als drohender tatsächlicher Nachteil anerkannt (BSK ZPO-SPÜHLER , 3. Aufl., 2017, Art. 319 ZPO N 11). Da es Sinn und Zweck von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO entspricht, die Anfechtun gsmöglichkeiten für prozessleitende Verfü- gungen zu erschweren und dadurch unnötige Verzögerungen des Verfahrens zu verhindern (vgl. Botschaft ZPO, S. 7377), kann ein tatsächlicher Na chteil nur dann einen nicht leicht wie- dergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO darstellen, wenn er eine gewisse Intensität aufweist. Dies ist dann der Fall, wenn die Lage der betroffenen Person durch den angefochtenen Entscheid erheblich erschwert wird. Der Begriff des nicht leicht wiedergut- zumachenden Nachteils ist daher restriktiv auszulegen, umso mehr, als die beschwerdeführen- de Partei grundsätzlich immer die Möglichkeit hat, die streitige Verfügung zusammen mit der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hauptsache anzufechten (KGE BL 410 16 19 vom 1. März 20 16 E. 1.1, mit Hinweis auf FREIBURGHAUS /A FHELDT , a.a.O. N 14 und 15; S TAEHELIN /S TAEHELIN /G ROLI -MUND , Zivilprozess- recht, 2. Aufl. 2013, § 26 N 31a; H OFFMANN -NOWOTNY , in: ZPO Rechtsmittel, Art. 319 N 27; KUKO ZPO-BRUNNER , 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 13). Die Beweislast für d as Bestehen der Ge- fahr eines solchen Nachteils trägt dabei die beschwerdeführende Partei, soweit die Gefahr nicht von vornherein offenkundig ist (OGer ZH RZ180003 vom 4. Juni 2018 E. 6a; BK ZPO-S TERCHI , 2012, Art. 319 N 15, mit Hinweis auf BGE 116 II 80 E . 2c; ZPO Rechtsmittel-K UNZ , 2013, vor Art. 308 ff. N 42). 1.4 Die Beschwerdeführerin begründet den drohenden rechtli chen Nachteil im Falle einer Nichtanfechtung der Verfügung vom 4. Februar 2019 dam it, dass die Beschwerdegegner unter dem Regime des vereinfachten Verfahrens unrechtmässig in den Genuss diverser Verfah- renserleichterungen gelangen könnten. Darüber hinaus würden mit den angeordneten Beweis- abnahmen Tatsachen geschaffen, die im Nachhinein nicht mehr rückgängig gemacht werden und gegebenenfalls auch auf andere Verfahren, allen v oran mietrechtlicher Natur, Auswirkun- gen haben könnten. Die Beschwerdegegner äussern sich ni cht zur Frage des nicht leicht wie- dergutzumachenden Nachteils als Prozessvoraussetzung für di e Beschwerde. Der Beschwer- deführerin ist beizupflichten, dass mit der Anwendung des vereinfachten Verfahrens gewisse Verfahrenserleichterungen einhergehen, indem beispielsweise das Gericht durch eine verstärk- te Fragepflicht darauf hinzuwirken hat, dass die Parte ien ungenügende Angaben zum Sachver- halt ergänzen und die Beweismittel bezeichnen (Art. 24 7 Abs. 1 ZPO). In Mietrechtsstreitigkei- ten mit einem Streitwert unter CHF 30‘000.00 hat da s Gericht den Sachverhalt von Amtes we- gen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziffer 1 ZP O). Gelangt der Untersuchungsgrundsatz zur Anwendung, können neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung berücksichtigt werden (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Anders verhält es sich im o rdentlichen Verfahren, in welchem aufgrund der restriktiven Novenschranke von Art. 229 Abs. 1 ZPO neue Tatsachen sowie neue Beweisanträge nur berücksichtigt werden dürfen, wenn sie zum einen ohne Verzug vorgebracht werden und zum anderen echte oder unechte Noven im Sinn e von Art. 229 Abs. 1 lit. a und b ZPO darstellen. Demnach kann festgehalten werden, dass d as vereinfachte Verfahren im All- gemeinen geringere Anforderungen an die Parteien un d einen schnelleren sowie vereinfachten Ablauf im Verhältnis zum ordentlichen Zivilverfahren auf weist. Die Verfahrenserleichterungen gelten allerdings sowohl für die klagende als auch fü r die beklagte Partei, weshalb die Behaup- tung der Beschwerdeführerin, die Gegenseite würde bei Anwendung des vereinfachten Verfah- rens unrechtmässig von Verfahrenserleichterungen profitieren, woraus ihr ein rechtlicher Nach- teil drohe, nicht greift. Ebenso geht die Behauptung der Beschwerdeführerin ins Leere, dass mit Beweisabnahmen Tatsachen geschaffen würden, die nachtr äglich nicht mehr rückgängig ge- macht werden und Auswirkungen auf andere Verfahren hab en könnten. Die Beschwerdeführe- rin substantiiert nicht, welche Tatsachen geschaffen wür den, die sich nachträglich nicht oder nicht mehr gänzlich beseitigen liessen. Für den Fall, da ss die Beschwerdeführerin den Endent- scheid mit dem Hinweis auf die falsche Verfahrensart anf echten sollte, müsste die Vorinstanz bei Vorliegen eines Verfahrensfehlers den Fall erne ut - diesmal unter der Ägide des ordentli- chen Verfahrens - durchführen. Konkret müsste die vorinstanzliche Gerichtspräsidentin die Par- teien zu einer neuen Hauptverhandlung vor der Dreierka mmer des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vorladen. Im ordentlichen Verfahren kö nnte sodann das Ergebnis eines zu Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unrecht durchgeführten Beweisverfahrens aus den Akten en tfernt werden. Rechtliche Nachtei- le, welche sich mit einem späteren günstigen Endentschei d nicht oder nicht gänzlich beseitigen liessen, sind somit nicht erkennbar. Aber auch tatsächlich e Nachteile, welche die erforderliche Intensität aufweisen, liegen nach Ansicht des Kantonsge richts Basel-Landschaft, Abteilung Zi- vilrecht, nicht vor. Die Nichtzulassung der vorliegenden Beschwerde würde zwar eine gewisse Verlängerung und Verteuerung des Verfahrens bedeuten, sollte sich nach Anfechtung des erst- instanzlichen Entscheids herausstellen, dass das Verfahren in Anwendung der falschen Verfah- rensart durchgeführt worden ist. Allerdings ist davon au szugehen, dass die Parteien innerhalb der kommenden Monate zur Hauptverhandlung geladen werd en, an welcher die Befragung der Zeugen erfolgen und anschliessend der Entscheid in der Sache ergehen wird. Eine mögliche Verzögerung des Verfahrens von einigen Monaten berechtig t nicht zur Anfechtung der Beweis- verfügung vom 4. Februar 2019, da sie keinen erheblich en Nachteil darstellt. Zudem wären un- nötig verursachte Prozesskosten, beispielsweise die Kosten für die Zeugenbefragungen oder zusätzlich entstandene Parteikosten bei der Beschwerdeführerin, nach Art. 108 ZPO beim Kos- tenentscheid zu berücksichtigen. Eine allfällige Verteue rung des Verfahrens ist folglich vorlie- gend kein genügender Grund für eine Anfechtung der Be weisverfügung. Das Vorliegen eines nicht leicht wiedergutzumachenden rechtlichen oder erhe blichen tatsächlichen Nachteils im Sinne von Art. 319 lit. b Ziffer 2 ZPO ist weder dar gelegt noch ergibt sich ein solcher aus den Akten. Auf Rechtsbegehren Ziffer 1 der Beschwerde vom 12. Februar 2019 ist daher nicht ein- zutreten. 2.1 Selbst wenn auf das Rechtsbegehren Ziffer 1 der Besch werde eingetreten würde, wäre dieses abzuweisen, weil die Streitwerte der Rechtsbegeh ren in der Klage vom 12. September 2018 den Grenzbetrag von CHF 30‘000.00 aus den nachfo lgend dargelegten Gründen nicht erreichen. Art. 243 ZPO bestimmt den Geltungsbereich d es vereinfachten Verfahrens. Gemäss Absatz 1 umfasst dieser vermögensrechtliche Streitigkeite n bis zu einem Streitwert von CHF 30'000.00. Nach Absatz 2 von Art. 243 ZPO gilt das vereinfachte Verfahren ohne Rück- sicht auf den Streitwert für die in den Buchstaben a b is f genannten Streitigkeiten. Für Streitig- keiten aus Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen so wie aus landwirtschaftlicher Pacht sind laut Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO die Bestim mungen des vereinfachten Verfahrens ein- schlägig, sofern die Hinterlegung von Miet- und Pachtzinse n, der Schutz von missbräuchlichen Miet- und Pachtzinsen, der Kündigungsschutz oder die Erstr eckung des Miet- und Pachtver- hältnisses betroffen ist. Mit der Klage vom 12. Septemb er 2018 verlangen die Beschwerdegeg- ner eine Schadenersatzzahlung sowie eine Mietzinsreduktio n als Folge eines Schimmelbefalls in der Mietwohnung, eine weitere Mietzinsreduktion auf grund des gesenkten Referenzmietzin- ses, die Erstellung einer Gesundheitsexpertise zur Gesund heitsvorsorge sowie die Feststellung eines Verzugszinsverzichts auf Mietzinsausstände. Diese eingekl agten Forderungen der Be- schwerdegegner gehören nicht zum Anwendungsbereich von A rt. 243 Abs. 2 lit. c ZPO, womit das vereinfachte Verfahren nur gilt, wenn die Streitwe rte die Klagebegehren zusammengerech- net den Grenzbetrag von CHF 30‘000.00 nicht überstei gen. Nachfolgend sind demnach zu- nächst die Streitwerte der einzelnen Rechtsbegehren der Beschwerdegegner zu ermitteln und anschliessend über die Zulässigkeit der Zusammenrechnung dieser Streitwerte zu befinden. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Mit Rechtsbegehren Ziffer 1 verlangen die Beschwerdegegn er im vorinstanzlichen Ver- fahren 150 18 2480 III eine Schadenersatzzahlung von CHF 15‘316.20 durch die Beschwerde- führerin. Aus der Aufstellung der Beschwerdegegner erg ibt sich, dass diese die bei ihr angeb- lich entstandenen Kosten von gesamthaft CHF 40‘298.70 für die Behebung des Schimmelscha- dens in der Mietwohnung an der X.____strasse 42 in Y._ ___ BL mit ausstehenden Mietzinsen in der Höhe von CHF 24‘982.50 verrechnet haben. Die Differenz davon machen die Beschwer- degegner als Schadenersatzanspruch geltend. Die Beschw erdeführerin bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe zu klären, ob der von den Beschwer degegnern behauptete Anspruch von CHF 40‘298.70 überhaupt bestehe. Nur so könne sie die geltend gemachte Summe über- prüfen. Mit anderen Worten sei die angebliche Forderu ng, welche von der Beschwerdeführerin gänzlich bestritten werde, als strittige Forderung anz usehen, weshalb die Forderungssumme von CHF 40‘298.70 als Streitwert zu gelten habe. Die Beschwerdegegner hätten lediglich die Verrechnungseinrede bzw. eine allfällige Widerklage de r Beschwerdeführerin prozessual vor- weggenommen. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilu ng Zivilrecht, kann der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht folgen. Für die Berechnung des Streitwerts sind die Art. 91 bis 94 ZPO massgeblich. So sieht Art. 91 Abs. 1 ZPO vor, dass der Streitwert durch das Rechtsbegeh- ren bei Einreichung der Klage oder des Gesuchs bestim mt wird. Das wirtschaftliche Streitinte- resse sowie die Begründung der Klage oder des Gesuchs sind dabei irrelevant. Geht demnach das Rechtsbegehren auf eine Geldzahlung, deckt sich der St reitwert mit dem Begehren. Auch wenn sich materiell aus rechtlichen Gründen ergibt, da ss die Klage voraussichtlich nicht oder nicht im ganzen Umfang begründet sein kann, ist für d ie Streitwertermittlung nur massgebend, was die Klagpartei mit dem Rechtsbegehren verlangt. Von der beklagten Partei zur Verrech- nung gestellten Forderungen sowie von der klagenden P artei offerierten Gegenleistungen be- einflussen den Streitwert nicht (BK ZPO-R ÜEGG /R ÜEGG , 3. Aufl., 2017, Art. 91 N 3; DIKE ZPO- DIGGELMANN , 2. Aufl., 2016, Art. 91 N 10, 11; S TEIN -WIGGER , in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2 016, Art. 91 N 14). Vorliegend fordern die Beschwerdegegner mit Rechtsbegehren Ziffer 1 eine Schadenersatzzahlung von CHF 15‘316.20 durch die Beschwerdeführerin. Die materi elle Begründung dieser Forderung ist für die Streitwertermittlung irrelevant. Namentlich spielt es keine Rolle, dass diese Zahlung mit einer behaupteten Schadenersatzforderung der Beschwe rdegegner von CHF 40‘298.70 be- gründet und von dieser eine anerkannte Gegenforderung von CHF 24‘982.50 verrechnungswei- se in Abzug gebracht wird. Für die Streitwertermittl ung ist vielmehr entscheidend, dass die Ver- rechnungserklärung bereits im Zeitpunkt der Klageeinlei tung erfolgt und die Verrechnung im Rechtsbegehren Ziffer 1 der Beschwerdegegner bereits be rücksichtigt ist. Der massgebliche Streitwert des Rechtsbegehrens Ziffer 1 beträgt daher CHF 15‘316.20. Keinen anderen Schluss kann die Beschwerdeführerin aus den von ihr zitierten B undesgerichtsentscheiden ziehen. Im BGE 95 II 281 aus dem Jahre 1969 ging es um die Strei twertermittlung für das Rechtsmittelver- fahren vor dem Schweizerischen Bundesgericht. Dieses entschied, dass eine von der beklagten Partei im laufenden Verfahren geltend gemachte umstr ittene Verrechnungsforderung keine Auswirkungen auf den Streitwert der Klageforderung hat, unabhängig davon, ob die Klageforde- rung anerkannt ist oder ob die Verrechnungsforderung einrede- oder widerklageweise geltend gemacht wird. Dieser Fall ist mit dem vorliegenden nich t vergleichbar, da die im vorliegenden Verfahren zur Verrechnung gebrachte Forderung beidseit s anerkannt ist. Im zweiten von der Beschwerdeführerin zitierten BGE 96 I 697 musste die F rage beantwortet werden, ob sich der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Streitwert der eingeklagten Forderung von CHF 7‘678.9 0 nach Anerkennung einer Verrech- nungsforderung in Höhe von CHF 5‘837.48 durch die kla gende Partei anlässlich der erstin- stanzlichen Hauptverhandlung auf CHF 1‘841.42 reduzier t. Das Schweizerische Bundesgericht verneinte die Reduktion des Streitwerts mit der Begrün dung, die Anerkennung einer Verrech- nungsforderung führe nicht ohne Weiteres dazu, dass die klagende Partei ihr Klagebegehren entsprechend herabsetze. Die Frage, ob die eingeklag te Forderung begründet sei oder nicht, bleibe unabhängig von der Anerkennung der Gegenforderung weiterhin streitig, es sei denn, sie würde fallen gelassen oder anerkannt (BGE 96 I 697 E. 2). Anerkennt demnach die klagende Partei im Verlauf des Verfahrens eine Verrechnungsford erung, so verringert sich der Streitwert der Klagebegehren nur dann, wenn die klagende Partei auch ihre eingeklagte Forderung ent- sprechend reduziert. Verrechnet die klagende Partei im Umkehrschluss eine anerkannte Ge- genforderung mit der eigenen Forderung und klagt sie lediglich die Differenz ein, wie dies vor- liegend der Fall ist, so bemisst sich der Streitwert nac h der eingeklagten Forderung. Gestützt darauf ist festzustellen, dass der Streitwert des Klagebegehrens Ziffer 1 der Beschwerdegegner CHF 15‘316.20 beträgt. 2.3 Mit dem Klagebegehren Ziffer 2 verlangen die Beschwerd egegner eine Mietzinsredukti- on von 30 % über mindestens vier Monate als Folge des Sc himmels in der Mietwohnung und sie beziffern die Mietzinsreduktion auf mindestens CHF 1 ‘752.00. Die Beschwerdeführerin lässt vorbringen, aus den Ausführungen der Beschwerdegegner ergebe sich, dass sich diese Forde- rung auf den Zeitraum ab Januar 2018 bis zum Eintritt der Rechtskraft des Urteils beziehen würde. Im jetzigen Zeitpunkt, d. h. bis zur Beschwerdee rhebung, würden die Beschwerdegeg- ner somit bereits CHF 5‘694.00 fordern, also 13 Monate zu CHF 438.00. Die Beschwerdeführe- rin übersieht dabei, dass die Beschwerdegegner gestützt auf die Dispositionsmaxime lediglich einen Teil ihres Anspruchs einklagen (Art. 86 ZPO). Bei einer Teilklage erschöpft sich der Streitwert im eingeklagten Teilbetrag und es ist nicht auf das wirtschaftliche Interesse abzustel- len (BGer 4A_43/2008 vom 4. März 2008 E. 3.4; BGer 2C _110/2008 vom 3. April 2009 E. 8.3; STEIN -WIGGER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm ., 3. Aufl. 2016, Art. 91 N 20). 2.4 Ebenfalls im Sinne einer Teilklage beantragen die Besch werdeführer mit Rechtsbegeh- ren Ziffer 3 eine Mietzinsreduktion zufolge des gesenkte n Referenzmietzinses. Betragsmässig fordern sie für den Zeitraum von Oktober 2013 bis und mit September 2018, d.h. bis zum Monat der Einleitung der gerichtlichen Klage, eine Zahlung von CHF 4‘823.00. Die Beschwerdeführerin errechnet hingegen einen Streitwert von CHF 5‘302.60 , indem sie die zwischenzeitlich vergan- gene Verfahrensdauer bis Ende Januar 2019 hinzuzählt. W ie bereits in Erwägung 2.3 ausge- führt, richtet sich der Streitwert einer Teilklage nach Art. 91 Abs. 1 ZPO in jedem Fall nur nach dem eingeklagten Teil der Forderung. Dass in den aller meisten Fällen vom Entscheid über die Teilklage faktisch eine präjudizierende Wirkung auch für den Rest der Forderung ausgeht, darf bei der Streitwertermittlung keine Rolle spielen (BG er 4A_43/2008 vom 4. März 2008 E. 3.5; BGer 4A_571/2016 vom 23. März 2017 E. 3.1; R ICKLI , Der Streitwert im Schweizerischen Zivil- prozessrecht, Diss. 2014, § 5 N 313). Als Streitwert des Klagebegehrens Ziffer 3 ist demzufolge nur die eingeklagte Forderung in der Höhe von CHF 4‘823.00 zu berücksichtigen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Mit Rechtsbegehren Ziffer 4 fordern die Beschwerdegegn er die Erstellung einer Ge- sundheitsexpertise. Ob dieses Begehren zulässig bzw. genüg end substantiiert ist, hat die Vo- rinstanz zu beurteilen und spielt für die Streitwerterm ittlung keine Rolle. Da das Begehren nicht auf Bezahlung einer bestimmten Geldsumme lautet, ist für die Bestimmung des Streitwerts zu- nächst zu prüfen, ob das Rechtsbegehren eine vermögensr echtliche Streitigkeit betrifft. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine solche vor, wenn der Rechtsgrund des strei- tigen Anspruchs im Vermögensrecht ruht und mit der Klag e letztlich und überwiegend ein wirt- schaftlicher Zweck verfolgt wird (BGE 118 II 528 E. 2c; BG E 116 II 380 E. 2a; R ICKLI , Der Streitwert im Schweizerischen Zivilprozessrecht, Diss. 2014, § 3 N 73). Überwiegt der wirt- schaftliche Zweck, d.h. wird das Rechtsbegehren als verm ögensrechtliche Streitigkeit qualifi- ziert, so haben sich die Parteien nach Art. 91 Abs. 2 ZPO über den Streitwert zu einigen, an- sonsten das Gericht den Streitwert von Amtes wegen festset zt. Ebenso erfolgt eine gerichtliche Festsetzung des Streitwerts, wenn die Streitwertangaben der Parteien offensichtlich unrichtig sind. Das Gericht hat dabei den Streitwert nach objektiv en Kriterien ermessensweise zu schät- zen und es kann auch auf Erfahrungswerte abstellen (BGE 118 II 528 E. 2c; 133 III 490 E. 3.3; BGE 141 III 137 E. 2.2; S TEIN -WIGGER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 91 N 25, 27). In der Sac he beantragen die Beschwerdegegner die Anordnung einer Expertise zur Gesundheitsvorsorge auf grund behaupteter vitaler, sehr wahr- scheinlicher gesundheitlicher Folgen des Schimmelschadens. Konkret verlangen sie eine detail- lierte Abklärung von allfälligen Allergien auf Schimm el durch Fachärzte, eine Expertenmeinung zu möglichen Folgen des Schimmelbefalls betreffend best ehende Krankheiten wie Lungen- krankheit, koronare Herzerkrankung oder Diabetes, ferner d as Aufspüren noch vorkommender Schimmelherde in der Mietwohnung und im Keller durch Schimmelspürhunde, eine Analyse der Ergebnisse durch einen Bauphysiker, eine Akteneinsicht in eventuell bereits durchgeführten Schimmel-Expertisen und die Übernahme von bereits ent standenen Kosten bei den Beschwer- degegnern. Gegebenenfalls behalten sich die Beschwerdege gner vor, einen Antrag auf Integri- tätsentschädigung zu stellen. Die Beschwerdeführerin wei st zu Recht darauf hin, dass mit die- sem Rechtsbegehren die Basis für zusätzliche Forderungen betreffend Schadenersatz und der- gleichen geschaffen werden soll und die vermögensrechtlich e Komponente im Vordergrund steht. Die Beschwerdegegner verfolgen damit einen wirt schaftlichen Zweck, womit der Streit- wert des Begehrens zu ermitteln ist. Im Unterschied zur B eschwerdeführerin, welche den Streitwert des Rechtsbegehrens 4 auf mindestens CHF 5‘00 0.00 schätzt, machen die Be- schwerdegegner keine Angaben zum Streitwert, auch nicht auf Nachfrage durch die vorinstanz- liche Gerichtspräsidentin anlässlich der Hauptverhandlung. Da die Schätzung der Beschwerde- führerin weder offensichtlich zu tief noch zu hoch ist, darf vorliegend von einem Streitwert in der geschätzten Höhe von CHF 5‘000.00 ausgegangen werden. 2.6 Mit Rechtsbegehren Ziffer 5 wollen die Beschwerdegegner gerichtlich festgestellt haben, dass keine Verzugszinsen auf die bestehenden Mietzinsausstän de geschuldet seien bzw. die Beschwerdeführerin darauf verzichtet habe. Bei Feststell ungsklagen bestimmt sich der Streit- wert nach dem Wert des Rechtes oder des Rechtsverhältnisses, dessen Bestand oder Nichtbe- stand im Urteil festgestellt werden soll (BGer 4A_80/ 2013 vom 30. Juli 2013 E. 6.4; BGE 80 II 311 E. 1; BK ZPO-S TERCHI , 2012, Art. 91 N 5). Ob ein genügendes Feststellungsi nteresse der Beschwerdegegner vorliegt, ist eine Frage der Zulässigkeit des Rechtsbegehrens und nicht des Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Streitwerts. Nach Art. 91 Abs. 1 ZPO werden Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens oder einer allfälligen Publikation des Entscheids sowie allfä llige Eventualbegehren nicht hinzuge- rechnet, sofern sie als blosse Nebenforderungen neben ei ner Hauptforderung geltend gemacht werden. Zu den nicht zu berücksichtigenden Zinsen gehö ren laufende, rückständige, vertragli- che, gesetzliche Schadens- und Verzugszinsen, die akzessorisch zur Hauptforderung geltend gemacht werden. Nicht akzessorisch und für die Streitwer termittlung relevant sind hingegen jene Zinsen, die Berechnungskomponenten für Regressfo rderungen oder für Forderungen aus ungerechtfertigter Bereicherung darstellen und in diesen neuen Hauptforderungen aufgegangen sind. Dasselbe gilt für Zinsen, die nach Art. 117 Abs. 2 OR saldiert oder noviert werden oder für die der Bürge im Rahmen von Art. 499 Abs. 2 Ziff. 3 OR haftet. Schliesslich können Zinsen be- rücksichtigt werden, die selbständig und ohne die dazugeh örige Kapitalforderung eingeklagt werden und insofern einen eigenen Streitgegenstand b ilden (BGE 118 II 363, 364; S TEIN - WIGGER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm ., 3. Aufl. 2016, Art. 91 N 31; RICKLI , Der Streitwert im Schweizerischen Zivilprozessrecht, Diss. 2014, § 5 N 236, mit Hinweis auf BGE 61 II 334 E. 1). Der Verzugszinsverzicht, um den es in Rechtsbegehren Ziffer 5 geht, betrifft ausstehende Mietzinse, welche die Parteien in der Schuldanerkennung vom 29. April 2014 auf CHF 18‘483.00 beziffert hatten. Bei verspätet en Rückzahlungen ist gemäss dieser Schuldanerkennung ein Verzugszins von 5 % ab Fälligkeit ge schuldet. Die Beschwerdegegner behaupten, dass die Beschwerdeführerin respektive ihre S chwester mündlich auf die Geltend- machung dieser Verzugszinsen verzichtet habe. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat das Rechtsbegehren Ziffer 5 einen akzessorischen Zusam menhang mit dem anerkannten Mietzinsausstand von CHF 24‘982.50, den die Beschwerdefüh rer in Rechtsbegehren Ziffer 1 verrechnungsweise von ihrer Schadenersatzforderung in der Höhe von CHF 40‘298.70 in Ab- zug bringen. Dass die Beschwerdegegner dabei den Mietzin sausstand als Verrechnungsforde- rung im Rechtsbegehren Ziffer 1 einbringen und mit e inem separaten Begehren die gerichtliche Feststellung des Verzugszinsverzichts beantragen, ändert an d er Akzessorietät zwischen der Forderung und den Verzugszinsen nichts. Das Klagebegehr en Ziffer 5 der Beschwerdegegner ist damit gestützt auf Art. 91 Abs. 1 Satz 2 ZPO bei der Streitwertermittlung nicht zu berücksich- tigen. 2.7 Bei objektiver Klagenhäufung, d. h. wenn der Kläger g egen den Beklagten mehrere An- sprüche in einer Klage geltend macht, werden die einze lnen Ansprüche laut Art. 93 Abs. 1 ZPO zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig ausschli essen. Die Zulässigkeit der ob- jektiven Klagenhäufung richtet sich nach Art. 15 Abs. 2 ZPO, der sich über die örtliche Ge- richtszuständigkeit äussert, und insbesondere nach Art. 90 ZPO (BSK ZPO-R ÜEGG /R ÜEGG, 3. Aufl., 2017, Art. 93 N 5). Letztere Bestimmung set zt für eine Vereinigung mehrerer Ansprü- che gegen dieselbe Person voraus, dass das gleiche Gericht sa chlich für jeden einzelnen An- spruch zuständig ist und jeweils die gleiche Verfahrensar t zur Anwendung kommt. In einem jüngst ergangenen Entscheid klärte das Schweizerische Bun desgericht die im Schrifttum kont- roverse Frage nach dem Verhältnis zwischen Art. 93 Abs. 1 ZPO und Art. 90 ZPO. Es ent- schied, dass eine Zusammenrechnung der Streitwerte der einzelnen Ansprüche gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO vorgängig zur Prüfung nach Art. 90 ZPO zu erfolgen hat und dass die Vorausset- zungen von Art. 90 ZPO auf Grundlage der bereits addi erten Streitwerte zu prüfen sind. Der kumulierte Betrag der Streitwerte der betroffenen An sprüche legt demnach die sachliche Zu- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ständigkeit des Gerichts fest, welches anschliessend über die Zulässigkeit der objektiven Kla- genhäufung nach Art. 90 ZPO zu entscheiden hat (BGE 142 III 788 E. 4.2.3 f.; BSK ZPO- KLAUS , 3. Aufl., 2017, Art. 90 N 20 f., mit Hinweisen). Für vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die Ermittlung des Streitwerts für die Bestimmung der sachlichen Zuständigkeit und des an- wendbaren Verfahrens einzig gestützt auf Art. 93 Abs. 1 ZPO vorzunehmen ist. Die Zusammen- rechnung der Streitwerte nach Art. 93 Abs. 1 ZPO setzt voraus, dass mehrere, unabhängig voneinander bestehende vermögensrechtliche Ansprüche vorli egen, die sich nicht gegenseitig ausschliessen. Nicht unabhängig voneinander sind beispielsw eise die zur Hauptforderung ak- zessorischen Nebenbegehren wie Zinsen oder Begehren um F eststellung eines Rechts und Erfüllung desselben (R ICKLI , Der Streitwert im Schweizerischen Zivilprozessrecht, D iss., 2014, § 5 N 259; S TEIN -WIGGER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm ., 3. Aufl. 2016, Art. 93 N 10). Die Addition der Streitwerte d er Rechtsbegehren Ziffer 1 (CHF 15‘316.20), Ziffer 2 (CHF 1‘752.00), Ziffer 3 (CHF 4‘823.00) und Ziffer 4 (CHF 5‘000.00) führt zu einem Ge- samtstreitwert der Klage von CHF 26‘891.20. Das Rechtsbeg ehren Ziffer 5 ist aufgrund seiner Akzessorietät zur Mietzinsforderung der Beschwerdeführer in, welche im Rechtsbegehren Ziffer 1 verrechnungsweise geltend gemacht wird, nicht streitwert relevant (dazu Erwägung 2.6). Der Gesamtstreitwert liegt unterhalb von CHF 30'000.00, so dass vorliegend die Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West für die Beurtei lung der Klage vom 12. September 2018 sachlich zuständig ist (§ 3 Abs. 1 EG ZPO) und das v ereinfachte Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO zur Anwendung gelangt. 3.1 Es ist schliesslich der Eventualantrag der Beschwerdeführerin auf Feststellung der Nich- tigkeit der angefochtenen Verfügung vom 4. Februar 20 19 zu beurteilen. Sie rügt, die Vo- rinstanz habe die besagte Verfügung direkt der Beschwerd eführerin zugestellt. Ihr Rechtsbei- stand, Advokat Edgar Schürmann, habe die Verfügung nie postalisch von der Vorinstanz erhal- ten. Art. 137 ZPO besage, dass bei Vertretung einer P artei die Zustellung an die Vertretung zu erfolgen habe. Obwohl der Vorinstanz die Vertretung d er Beschwerdeführerin seit Zustellung des Schreibens vom 17. Oktober 2018 bekannt gewesen sei, der Unterzeichnete an der Ver- handlung vom 31. Januar 2019 bei Gericht erschienen un d im Rubrum der Verfügung vom 4. Februar 2019 Advokat Edgar Schürmann als Vertretun g der Beschwerdeführerin aufgeführt sei, sei die besagte Verfügung direkt der Beschwerdeführerin zugestellt worden. Gemäss Lehre und Rechtsprechung sei eine Zustellung, welche trotz Kenntnis der Vertretung direkt an die Par- tei erfolge, nichtig. Es sei deshalb eventualiter festzustellen, dass die Verfügung vom 4. Februar 2019 keine Wirkungen entfalte. 3.2 Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse d aran, dass die Rechtswirk- samkeit der Verfügung vom 4. Februar 2019 durch die Rechtsmittelbehörde überprüft und allen- falls die Nichtigkeit der Verfügung festgestellt wird, nachdem diese direkt an die Beschwerde- führerin und nicht an den der Vorinstanz bekannten Rech tsbeistand zugestellt wurde. Jede pro- zessfähige Partei kann sich im Prozessverfahren vertreten lassen, wobei der Gesetzgeber für die berufsmässige Vertretung von Parteien vor Gericht g ewisse Einschränkungen vorsieht (Art. 68 Abs. 2 ZPO). Grundsätzlich sind Anwältinnen und Anwä lte, welche die Voraussetzungen nach dem Anwaltsgesetz (BGFA; SR 935.6) erfüllen, dazu berechtigt. Ist eine Partei vertreten, so erfolgt die Zustellung an die Vertretung (Art. 137 ZPO). Die nämliche Bestimmung stellt eine Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausnahme zum Grundsatz dar, dass die gerichtliche Zustell ung an die Wohnsitz- oder Ge- schäftsadresse der Parteien zu erfolgen hat. Ist eine Par tei in einem Prozessverfahren vertre- ten, so hat die Zustellung mithin lediglich an die Vertretung zu erfolgen. Das Gericht hat die Par- tei nicht etwa gleichzeitig mit einer Kopie der Geri chtsurkunde zu bedienen. Die Parteien und ihre Vertretung dürfen sich darauf verlassen, dass das Gericht sich an die massgebliche Be- stimmung hält. Der vertretenen Partei dürfen daher ke ine Nachteile daraus erwachsen, dass das Gericht eine Zustellung zwar an die Partei, nicht ab er an deren Vertretung vorgenommen hat. Erfolgt die Zustellung nicht an den rechtmässigen Vertreter, gilt sie als nicht gehörig und damit nicht rechtsgültig erfolgt und muss wiederholt werden. Dies ist selbst dann der Fall, wenn bei einer Vorladung die vertretene Partei zur Verhan dlung erscheint, nicht aber der Rechtsver- treter; es ist nicht Pflicht der Partei, dafür zu sorgen , dass auch ihre Vertretung von einer Vorla- dung Kenntnis erhält. Die beklagte Partei verdient fer ner auch dann Schutz, soweit die klagen- de Partei deren Vertreter in der Klageschrift untersch lägt und die beklagte Partei in der Folge nicht bemerkt, dass die Zustellung ihrem Vertreter nicht zugegangen ist. Die Berufung auf den Formmangel findet ihre Grenze indes im Grundsatz von T reu und Glauben und es ist nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen, ob die Par tei durch den Mangel tatsächlich irregeführt und dadurch benachteiligt worden ist (KG E BL 400 14 83 vom 15. Juli 2014 E. 4.3; BK ZPO-FREY , 2012, Art. 137 N 4 ff., 8; DIKE Komm-H UBER , 2. Aufl., 2016, Art. 137 N 22 f.; KUKO ZPO-WEBER , 2. Aufl. 2014, Art. 137 N 3). 3.3 Die Verfügung vom 4. Februar 2019 wurde von der Gerichtskanzlei des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West direkt an die Beschwerdeführerin und nicht an ihren Rechtsbeistand zugestellt, obwohl die Vorinstanz seit der Mandatsanzeig e vom 17. Oktober 2018 vom Vertre- tungsverhältnis Kenntnis hatte. Es liegt ein Formmangel vor, der zur Aufhebung der besagten Verfügung und zur Wiederholung der gerichtlichen Handl ung führt, es sei denn, der Beschwer- deführerin ist durch die nicht korrekte Zustellung kein Nachteil erwachsen. Dem vorgebrachten Sachverhalt ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführer in die fragliche Verfügung zeitnah an ihren Rechtsbeistand weiterleitete. Dieser focht in der Folge mit Eingabe vom 12. Februar 2019 innerhalb der Beschwerdefrist von zehn Tagen die Verfü gung vom 4. Februar 2019 an. Die Rechtsmittelfrist konnte somit trotz Formfehler gewahrt werden. Es sind keine Nachteile irgend- welcher Art ersichtlich, die der Beschwerdeführerin dur ch die nicht korrekte Zustellung erwach- sen sind. Dem Grundsatz von Treu und Glauben folgend ist daher der Berufung auf den Form- mangel nicht zu folgen und der Eventualantrag der Beschwerdeführerin abzuweisen. 4. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten fü r das vorliegende Rechtsmit- telverfahren zu befinden. Die Beschwerde vom 12. Februa r 2019 ist abzuweisen, soweit über- haupt darauf einzutreten ist. Dieses Ergebnis ist bei d er Verteilung und Liquidation der Pro- zesskosten zu berücksichtigen. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO sind d ie Prozesskosten, beinhaltend die Gerichtskosten und die Parteientschädigung (Art. 95 A bs. 1 ZPO), der unterliegenden Be- schwerdeführerin aufzuerlegen. Die Entscheidgebühr für das kantonsgerichtliche Verfahren wird in Anwendung von § 9 Abs. 2 lit. a der Verordnun g über die Gebühren der Gerichte (SGS 170.31) auf CHF 600.00 festgesetzt. Da die Beschwerdege gner für das kantonsgerichtliche Verfahren keine Rechtsvertretung bestellt haben, ist ihne n keine Parteientschädigung zuzu- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechen. Die Parteien haben daher für die bei ihnen entstandenen Parteikosten selber aufzu- kommen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde vom 12. Februar 2019 wird abgewiesen, so weit darauf eingetreten wird. 2. Die Entscheidgebühr des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, von CHF 600.00 wird der Beschwerdeführerin auferlegt. Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco