Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 2. April 2013 (460 12 267) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Ri chterin Hele- na Hess, Richter Markus Mattle, Richterin Regina Schaub; Gerichts- schreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Arlesheim, Kirchgasse 5, 4144 Arlesheim, Anklagebehörde gegen A.____ , vertreten durch Advokat Simon Berger, Büchelistrasse / Linden- strasse 2, Postfach 552, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landsc haft vom 27. September 2012 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil vom 27. September 2012 erklärte die Fünfe rkammer des Strafgerichts Basel- Landschaft A.____ des mehrfachen, teilweise gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig und verur- teilte ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Ja hren (Ziff. 1 des Urteilsdispositivs); dies unter Anrechnung der vom 15. Januar 2012 bis 27. Sep tember 2012 in Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 257 Ta gen sowie als Zusatzstrafe zum Urteil des Ministère public du canton de Genève vom 15. Januar 2012. Zudem wurde in Ziff. 2 des Urteilsdispositivs festgestellt, dass die in Ziff. I der An klageschrift in den Fällen 1 bis 15 ange- klagten Tatbestände der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs bereits mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. Juni 2012 eingestellt wor den sind. Das Verfahren gemäss Ziff. II der Anklageschrift wegen Erwerbstätigkeit ohne Arbeitsbewilligung wurde aufgrund der eingetretenen Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und 5 StPO eingestellt (Ziff. 3). Hinsichtlich der Entscheide bezüglich der Zivilforderungen kann an dieser Stelle auf die Ziff. 4-6 des Urteils- dispositivs der Vorinstanz verwiesen werden. Bezüglich der K osten wurde vom Strafgericht festgelegt, dass der amtlichen Verteidigung ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 8'950.55 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerich tskasse entrichtet wird (Ziff. 7). Schliesslich wurden dem Beurteilten gemäss Ziff. 8 des Ur teilsdispositivs in Anwendung von Art. 426 StPO die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 20 '531.90, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 11'331.90, den Kosten des Zwan gsmassnahmengerichts von CHF 1'200. ─ sowie der Gerichtsgebühr von CHF 8'000. ─ auferlegt. B. Gegen dieses Urteil hat Advokat Simon Berger mit Eing abe vom 8. Oktober 2012 na- mens und im Auftrag des Beschuldigten die Berufung angemeldet. Gemäss der Berufungserklä- rung vom 3. Dezember 2012, welche bereits eine Begrün dung enthielt, wurde unter o/e-Kostenfolge beantragt, es sei Ziff. 1 des Urteils de s Strafgerichts vom 27. September 2012 in Bezug auf das Strafmass aufzuheben und der Berufungskl äger zu einer teilbedingten Frei- heitsstrafe von 2.5 Jahren (wovon 15 Monate unbedingt) als Zusatzstrafe zum Urteil des Mi- nistère public du canton de Genève vom 15. Januar 2012 zu verurteilen. C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft, welc he weder Berufung noch An- schlussberufung erhoben hat, in ihrer Stellungnahme vom 21. Januar 2013 die vollumfängliche Abweisung der Berufung des Beschuldigten. D. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügungen d es Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, betrifft, so wurde mit Verfügung vom 22. Ja nuar 2013 dem Beschuldigten die amtli- che Verteidigung mit Advokat Simon Berger für das Berufungsverfahren bewilligt. Zudem wurde mit Verfügung vom 1. Februar 2013 die Sicherheitshaf t gegenüber dem Beschuldigten bis zur Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht, maximal jedoch um weitere 6 Monate, d.h. bis zum 27. Juni 2013, verlängert. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Kantonsg ericht, Abteilung Strafrecht, er- scheinen der Berufungskläger mit seinem amtlichen Verteid iger Advokat Simon Berger, B.____ als Vertreterin der Staatsanwaltschaft sowie eine Dolm etscherin für Serbisch. Sowohl der Be- schuldigte als auch die Staatsanwaltschaft halten an de n bereits gestellten Anträgen fest. Auf die Aussagen des zur Sache und zur Person befragten Beru fungsklägers sowie auf die Plädoy- ers des amtlichen Verteidigers und der Staatsanwaltschaft wird im Übrigen, soweit erforderlich, nachfolgend in den Erwägungen eingegangen. Erwägungen I. Formelles 1. Zuständigkeit und Eintreten Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Das Urteil des Strafge- richts Basel-Landschaft vom 27. September 2012 ist demge mäss mit Berufung anfechtbar. Die Zuständigkeit der Fünferkammer der Abteilung Strafrech t des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 1 lit. b des kantonalen Einführungsgesetzes vom 12. März 2009 zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Legitimat ion des Beschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Im Umfang der Anfechtung unterliegt das erstinstanzli che Urteil einer umfassenden Neuüber- prüfung. Die Kognition des Berufungsgerichts ist gemäss A rt. 398 Abs. 2 StPO weder in tat- sächlicher noch in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt (E UGSTER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 398 N 1). Gemäss Art. 398 Abs. 3 lit. a StPO könn en zunächst Rechtsverletzungen, ein- schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsve rweigerung und Rechts- verzögerung, gerügt werden. Lit. b sieht die unvollständ ige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts und lit. c schliesslich die Unangemessenheit als Berufungsgrund vor. Zunächst ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsger icht innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufung serklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO). Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Es kann zugunst en der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu ver- hindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Vorliegend hat der Berufungskläger mit Eingabe vom 8. Oktober 2012 die Berufung angemeldet und nach Erhalt des schriftlich begründeten Urteils mitt els Eingabe vom 3. Dezember 2012 die Berufungserklärung beim Kantonsgericht eingereicht. Die Berufung ist somit rechtzeitig und formgerecht erhoben worden (Art. 399 Abs. 1, 3 und 4 StPO). Das angefochtene Urteil stellt ein Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht taugliches Anfechtungsobjekt dar, die vom Berufungskläger erhobene Rüge ist zulässig und er ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen, weshalb auf die Berufung einzutreten ist. 2. Gegenstand der Berufung Die Berufung des Beschuldigten beschränkt sich explizit auf die Bemessung der Strafe. Dem- gegenüber bleiben die Ausführungen des Strafgerichts bezüglich der Verurteilung wegen mehr- fachen, teilweise gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl s, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie bezüglich der Ei nstellungen (Ziff. 2-3), der Zivilfor- derungen (Ziff. 4-6), des Honorars der amtlichen Vert eidigung sowie der Höhe der Verfahrens- kosten (Ziff. 7-8) unbestritten. Hinsichtlich dieser nich t angefochtenen und demnach nicht Gegenstand der Berufung bildenden Punkte wird bereit s an dieser Stelle vollumfänglich auf die Ausführungen des Strafgerichts verwiesen. II. Materielles 1. Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmit- telinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigu ng des in Frage stehenden Sachver- halts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rec htliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (B RÜSCHWEILER, Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 82 N 9). 2. Der Berufungskläger bringt bezüglich der Strafzumessung im Wesentlichen vor, er habe durchaus aus eigenem Interesse Vorkehrungen getroffen, damit er nicht den Eigentümern oder anderen Personen begegne. Zudem sei es widersprüchlich, wenn die Vorinstanz ihm einerseits Professionalität attestiere und anderseits davon ausgehe, dass er das Risiko einer Begegnung mit den Eigentümern oder Mietern der Wohnungen nicht ausgeschlossen habe. Fraglich sei des Weiteren, ob die Vorinstanz sein Geständnis sowie die Ta tsache, dass er Ersttäter sei, gebüh- rend strafmildernd berücksichtigt habe. Es stelle im Wei teren nicht eine spezielle Täterkompo- nente dar, dass er eine Tendenz zur Verharmlosung und B agatellisierung aufweise. Überdies bestehe, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, bei i hm eine besondere Strafempfindlichkeit und es könne mit Blick auf die Rechtsgleichheit nicht sein, dass bei Personen, welche in der Schweiz wohnhaft seien, eine mildere Gangart gewählt werde, als bei Personen, die aus dem Ausland die Schweiz aufsuchten. Berücksichtige man im von ihm zum Vergleich genommen Fall A.A. – so der Beschuldigte weiter – die Umständ e, dass er eine leicht tiefere Delikts- und Schadenssumme aufweise‚ vollumfänglich geständig gewesen sei und keine Vorstrafen aufwei- se, rechtfertige sich lediglich eine Strafe von 2,5 Jahr en (ohne Berücksichtigung der Strafe des Ministère public du canton de Genève vom 15. Januar 2012 ), wobei der vollziehbare Teil auf 15 Monate festzulegen sei. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung führt die Ver- teidigung schliesslich aus, der Strafbefehl aus Genf, b ei welchem der Beschuldigte für einen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht versuchten bewaffneten Raub sowie den illegalen Aufent halt eine auffällig milde Strafe von ei- nem Jahr erhalten habe, stehe in Diskrepanz zur durch das Strafgericht ausgesprochenen ho- hen Strafe und verstosse somit gegen den Grundsatz, dass d urch die gesamthafte Beurteilung dem Beschuldigten keine Nachteile entstehen sollen. 3. Zu seiner Person befragt, gibt der Berufungskläger anl ässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht zu Protokoll, er sei ledig und lebe in ei ner Beziehung. Seine Freundin habe ihn als einzige während seiner Zeit im Untersuchungsgefängni s Liestal besucht und ihm insgesamt 40 Briefe geschrieben. Er habe zwei Kinder, nämlich ei nen Sohn, welcher aus einer früheren Beziehung hervorgegangen sei, sowie eine Tochter. Seine aktuelle Freundin wohne in C.____ und arbeite unter der Woche bei einer Bank in D.____ (vgl. Prot. S. 4 ff.). 4.1 Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Ver hältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verlet- zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimm t, wie weit der Täter nach den in- neren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefä hrdung oder Verletzung zu vermei- den (Abs. 2). Demgegenüber ist das Verschulden für die Wahl der Sanktionsart nicht von Relevanz. Massgebliche Kriterien bilden die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die präventive Effizienz (BGE 134 IV 97, E. 4.2; BGE 134 IV 82, E. 4.1; publiziertes Urteil der Dreierkammer des Kanto nsgerichts, Abteilung Strafrecht, vom 6. Juni 2011 [100 10 1532], E. 5.3). 4.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz nach Ansicht d er strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts die Strafzumessung abstrakt korrekt durchgeführt hat. So wurde auf sämt- liche relevanten Kriterien (vgl. Art. 47 StGB) massgebli ch und ausreichend eingegangen. Na- mentlich wurden Verschulden, Vorleben, persönliche Ver hältnisse und die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt. In Bezug auf den S trafrahmen, die Bildung einer Ge- samtstrafe sowie die Strafzumessung im engeren Sinn kann grundsätzlich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 17 ff.). Dabei ging die Vorinstanz zu Recht von einem schweren Verschulden aus, was der Beschuldig- te in seiner Berufung explizit anerkennt. Der Beschuldi gte reiste mehrmals, mit gewissen zeitli- chen Unterbrüchen, zudem stets im Dezember oder Januar, für kürzere Zeiten illegal in die Schweiz ein und verübte in den Jahren 2002/2003, 2007/2 008, 2008 und 2012 in einem Zeit- raum von insgesamt ca. zwei Wochen in den Regionen Base l, St. Gallen und Genf insgesamt 26 Einbrüche. Dabei delinquierte er in den Jahren 20 02/2003 und 2007/2008 sehr intensiv, so- dass es innerhalb von einigen wenigen Tagen (6 und 7 Ta ge) zweimal zu banden- und ge- werbsmässigen Einbruchsserien kam. Mit der Vorinstanz ist von einer professionellen Vorgehensweise und einer hohen kriminellen Energie aus zugehen, die es dem Beschuldigten ermöglichte, während der Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz fast jede Nacht zusammen mit seinem jeweiligen Mittäter gezielt in Wohnhäusern Einbrüche zu begehen, woraus – in An- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht betracht der jeweils nur sehr kurzen Aufenthalte in der Schweiz – eine als äusserst hoch einzu- stufende Gesamtdeliktssumme von CHF 210'000.– resultie rte. 4.3 Mit dem Strafgericht ist zudem davon auszugehen, dass der Beschuldigte als eigentli- cher "Kriminaltourist" ausschliesslich deshalb in die Schw eiz eingereist ist, um Delikte zu bege- hen. Soweit der Berufungskläger diesbezüglich vorbrin gt, im Sinne der Rechtsgleichheit könne es nicht sein, dass bei Personen, welche in der Schweiz w ohnhaft sind, im Vergleich zu aus dem Ausland Einreisenden eine mildere Gangart gewähl t werde, verkennt er, dass bereits das gezielte Aufsuchen eines Landes zur Deliktsbegehung auf eine hohe kriminelle Energie schlies- sen lässt. Diese Vorgehensweise hat die Vorinstanz demnac h zu Recht zu Lasten des Beru- fungsklägers gewichtet. 4.4 Im Sinne einer grundsätzlichen Festlegung hält das Kant onsgericht, Abteilung Straf- recht, dafür, dass bei der Strafzumessung im Kontext mit Einbruchdiebstählen jeweils zwingend straferhöhend veranschlagt werden muss, wenn der Beschuld igte in Wohnliegenschaften ein- dringt. Nimmt der Beschuldigte dabei eine Begegnung mit der Bewohnerschaft in Kauf, so hat sich diese verwerfliche Einstellung, welche für eine be sondere Dreistigkeit sowie eine qualifi- zierte kriminelle Energie spricht, in einem zweiten Schri tt nochmals spürbar strafschärfend aus- zuwirken (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts, Abteilung Straf recht, vom 25. September 2012 [460 12 108], E. III. 3.1). In den Einvernahmen sagt e der Beschuldigte diverse Male, er sei des- halb in die betreffenden Privatliegenschaften eingesti egen, weil dort kein Licht gebrannt habe; vgl. dazu die Einvernahmen der Staatsanwaltschaft Base l-Landschaft vom 1. März 2012 (act. 803), vom 13. März 2012 (act. 867, 871, 877, 881) , vom 19. März 2012 (act. 969, 971) sowie vom 30. März 2012 (act. 1001.5); vgl. die Einverna hmen der Kantonspolizei St. Gallen vom 14. Februar 2012 (act. 903) sowie vom 16. Februar 2012 (act. 917, 919, 921, 931). Soweit der Berufungskläger seine Kritik darauf aufbaut , dass er vorliegend aus eigenem Inte- resse Vorkehrungen zur Vermeidung einer Konfrontation mit der Bewohnerschaft getroffen ha- be, erweist sie sich als unzutreffend. Im Rahmen der Unt ersuchung bzw. vor Strafgericht wurde der Beschuldigte nie konkret bezüglich seiner Vorkehrung en befragt. Anlässlich der kantonsge- richtlichen Hauptverhandlung gab er auf ausdrückliche Frage nach den weiteren von ihm getrof- fenen Vorsichtsmassnahmen, um nicht auf die Bewohnerschaft zu treffen, zu Protokoll, er habe vielleicht mal an ein Fenster geklopft (Prot. S. 7). Alleine daraus, dass an einem Winterabend in einer Lie genschaft von aussen kein Licht zu er- kennen ist und auf ein allfälliges Klopfen an ein Fenst er nicht reagiert wird, kann indessen nicht ernsthaft ausgeschlossen werden, dass die Hausbewohner an wesend sind. So könnten diese beispielsweise bereits früher zu Bett gegangen sein ode r in einem von aussen nicht einsehba- ren Zimmer (z.B. Archivraum) fernsehen. Dass eine Begegnung mit Hausbewohnern nicht statt- fand, ist demnach nicht als eigener Verdienst des Beschu ldigten, sondern lediglich als ein blosser Zufall anzusehen. Der Berufungskläger selbst gab anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, die Tatsache, dass keine Konfrontation stattgefunden habe, sei blosses "Glück im Unglück" gewesen (Prot. S. 7). Der Beschuldigte brach ausschliesslich in Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wohnhäuser ein und nahm dabei in einem völlig ungenüg enden Ausmass Vorkehrungen zur Vermeidung einer Konfrontation mit der Bewohnerschaft vor. Entsprechend muss in casu beim Beschuldigten das Eindringen in Wohnliegenschaften sowie – in einem zweiten Schritt noch- mals spürbar strafschärfend – die Inkaufnahme einer Begeg nung mit der Bewohnerschaft ver- anschlagt werden. Entgegen dem Einwand des Berufungsklägers ist kein Widersp ruch darin zu erblicken, wenn von der Vorinstanz dem Berufungskläger einerseits Professi onalität attestiert wird und diese anderseits davon ausgeht, er habe das Risiko einer Begegnung mit den Eigentümern oder Mie- tern der Wohnungen nicht ausgeschlossen. Vielmehr manifestiert sich gerade durch ein solches vom Berufungskläger an den Tag gelegtes Verhalten eine verwerfliche Einstellung, welche für eine besondere Dreistigkeit sowie eine qualifizierte kriminelle Energie spricht. 4.5 Die Sichtweise der Verteidigung, es sei keine spezielle T äterkomponente, dass der Be- rufungskläger eine Tendenz zur Verharmlosung und Bagat ellisierung aufweise, geht ebenso fehl. Denn im Gegensatz zum Beschuldigten gibt es durchaus Täter, die kein solches Aussage- verhalten an den Tag legen. 4.6 Des Weiteren macht der Berufungskläger geltend, dem Umst and, dass er von sich aus die bandenmässige Tatbegehung in den beiden Deliktsserie n angegeben habe, welche den Strafverfolgungsbehörden nicht bekannt gewesen seien, ko mme grosse Bedeutung zu. Hierbei mache es den Anschein, dass die Vorinstanz davon ausgeh e, dass es sich dabei nicht um ein wirkliches Geständnis handle, sondern dem Beschuldigten vie lmehr darum gegangen sei, die Schuld auf allfällige Mittäter abzuwälzen. Diesbezüglich handelt es sich indessen um reine Spekulat ionen und Hypothesen der Verteidi- gung. Demgegenüber steht fest, dass die Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung zu Guns- ten des Beschuldigten sein umfangreiches Geständnis eben so wie seine vollumfängliche Kooperation berücksichtigte. Anzumerken ist hinsichtlich d er Geständigkeit, dass in der Lehre zu Recht aus rechtsstaatlichen Gründen eine gewisse Zurückhal tung bei der Berücksichtigung von Geständnissen postuliert wird, weil eine strafmilde rnde Berücksichtigung die Entscheidung auszusagen oder zu schweigen beeinflussen könne. Geständnisse können berücksichtigt wer- den, wenn sie Ausdruck von Reue und Einsicht sind. Ein Gest ändnis führt dagegen zu keiner Strafmilderung, wenn es die Strafverfolgung nicht erle ichtert hat, zum Beispiel wenn der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder erst na ch Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden ist (vgl. T RECHSEL /B ERTOSSA , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Art. 47 N 24). Hinsichtlich des Umfangs des Geständnisses des Beschuldig- ten ist nach Auffassung des Kantonsgerichts in casu ohnehin eine gewisse Relativierung vorzu- nehmen. Auch wenn echte Komponenten, welche zu seinen Gunsten strafmildernd zu berücksichtigen sind, durchaus vorliegen, so zeigt sich ebenso , dass es dem Beschuldigten beim Gestehen der Bandenmässigkeit zu einem gewichtigen Teil auch darum ging, sich zu ent- lasten und seine eigene Rolle zu verharmlosen. So gab er mehrfach zu Protokoll, die Initiative sei jeweils von einem "E.____" ausgegangen und er sei v on diesem zur Deliktsbegehung ge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwungen bzw. von diesem bedroht worden (vgl. diesbezüglich act. 137, 671 ff., 687, 747 ff., 773 ff., 859 ff., Protokoll der erstinstanzlichen Hauptve rhandlung, act. 2211 ff.). Mit der Vorinstanz sind diese Depositionen als völlig unglaubwürdige Schut zbehauptungen einzustufen (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 18 f.). 4.7 Ohne dies näher zu substanziieren macht der Berufungskläger des Weiteren geltend, es liege – entgegen den Darlegungen der Vorinstanz – ei n Grund für eine besondere Strafempfind- lichkeit vor. Die Verbüssung einer längeren Freiheitsstraf e stellt demgegenüber für jeden in ein familiäres Umfeld eingebetteten Täter eine gewisse Här te dar. Als unmittelbare gesetzmässige Folge jeder Sanktion darf diese Konsequenz deshalb nur unter aussergewöhnlichen Umstän- den – welche hier nicht ersichtlich sind – berücksichtigt we rden (vgl. dazu WIPRÄCHTIGER , Bas- ler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 47 N 118). Demnach ist mit der Vorinstanz beim Beschuldigten nicht von einer erhöhten Strafempfindlichkeit auszugehen. 4.8 Des Weiteren trifft es zwar zu, dass die Taten teilweise fast bis zu zehn Jahre und somit relativ lange zurückliegen. Es liegt indessen keine Verle tzung des Beschleunigungsgebots vor, da der Beschuldigte seinen kriminellen Willen über ein e lange Zeit hin immer wieder bestätigt hat und die Untersuchungsbehörden den Beschuldigten ers t vor einigermassen kurzer Zeit in Haft nehmen konnten. 4.9 Ebenfalls nicht beigepflichtet werden kann der vom Ber ufungskläger vorgetragenen Ar- gumentation, wonach die Vorinstanz die Komponente, da ss es sich bei ihm um einen Ersttäter handelt, nicht gebührend berücksichtigt habe. Die Vorin stanz hat den Umstand, dass der Be- schuldigte gemäss Strafregisterauszug keine Vorstrafen aufw eist, weshalb er als Ersttäter an- zusehen ist, entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtspre chung zu Recht als neutral gewertet (vgl. dazu die Praxisänderung im Entscheid des Bundesgerichts vom 14. Januar 2010, 6B_390/2009, E. 2.6, wonach es als Normalfall zu gelte n hat, nicht vorbestraft zu sein). Zu be- rücksichtigen gilt es in diesem Zusammenhang zudem, dass der Berufungskläger zwar als Erst- täter anzusehen ist, jedoch wiederholt und mit grossen ze itlichen Abständen zum Zwecke der Deliktsbegehung in die Schweiz eingereist ist und so seine n verbrecherischen Willen jeweils wieder aufs Neue manifestierte. 4.10 Weiter bringt der Berufungskläger vor, die Vorinstanz sei in ihrem Urteil über die Anträge der Staatsanwaltschaft hinausgegangen, was einer spezie llen Begründung bedürfe. Das Straf- gericht ist nicht an die Anträge der Parteien gebunden und muss sein Urteil gesetzeskonform und eingehend begründen (vgl. Art. 81 StPO). Die Ur teilsmotivation muss den allgemeinen An- forderungen an die Begründungspflicht entsprechen, w elche Ausfluss des rechtlichen Gehörs ist (S CHMID , Praxiskommentar StPO, 2009, Art. 81 N 9 m.w.H). Die Vorinstanz ist in casu ihrer gesetzlichen Begründungspflicht eingehend nachgekommen. Eine qualifizierte Begründungs- pflicht für den Fall des Ausspruchs einer höheren als de r von der Staatsanwaltschaft beantrag- ten Strafe besteht indes nicht. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.11 Nicht als zutreffend erscheint des Weiteren die anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vorgetragene Auffassung, wonach der St rafbefehl aus Genf, bei welchem der Beschuldigte für einen versuchten bewaffneten Rau b sowie den illegalen Aufenthalt eine auffällig milde Strafe von einem Jahr erhalten habe, in Diskrepanz zur durch das Strafgericht ausgesprochenen Strafe stehe und somit gegen den strafrechtlichen Grundsatz, dass durch die gesamthafte Beurteilung dem Beschuldigten keine Nacht eile entstehen sollen, verstosse. Ent- scheidend ist diesbezüglich einzig, ob die auszusprechende G esamtstrafe dem Verschulden des Beschuldigten als angemessen erscheint und nicht das Ve rhältnis zwischen Erst- und Zu- satzstrafe. 4.12 Bezüglich der vom Strafgericht beigezogenen Präjudizien weist der Berufungskläger zunächst zu Recht auf die allgemeine Problematik hin, dass die Urteile von der Vorinstanz nicht publiziert werden, weswegen derartige Vergleiche nur beschränkt nachvollzogen werden kön- nen. Zudem lassen sich Straffälle meist nur sehr begren zt schematisch vergleichen, da es bei den allermeisten Straftätern individualisierte fallsp ezifische Besonderheiten zu berücksichtigen und zu gewichten gilt. Ohne detaillierte Aktenkenntni s ist ein Vergleich von verschiedenen Ta- ten demnach entsprechend wenig aussagekräftig. So wurde beispielsweise im vom Strafgericht erwähnten Fall J.M., bei dem die von der Vorinstanz au sgesprochene unbedingte Freiheitsstra- fe von 2 Jahren auch zweitinstanzlich vollumfänglich bestät igt wurde, der Beschuldigte zwar im Vergleich zum vorliegenden Fall lediglich wegen einem ve rsuchten und zwei vollendeten Ein- bruchsdiebstählen verurteilt und auch die Deliktssumme war wesentlich geringer, doch wies der Beschuldigte eine äusserst lange Liste an Vorstrafen auf , wobei er seit seinem 15. Lebensjahr praktisch ohne Unterbrüche in Frankreich, Belgien, Deut schland sowie der Schweiz Einbrüche beging und somit eine mehrjährige kriminelle Laufbahn aufwies (vgl. Beschluss des Kantonsge- richts, Abteilung Strafrecht, vom 26. Februar 2013 [460 12 256]). Frühere Entscheide können im Rahmen der Strafzumessung lediglich als grobe Orientier ungspunkte dienen und die Aufzäh- lung konkreter Vergleichsfälle erscheint zumeist nicht al s zielführend. Entscheidend für das Kantonsgericht ist nicht der Vergleich zu anderen Urteil en, sondern immer die Schuldangemes- senheit der Strafe unter Abwägung aller Aspekte im ko nkret zu beurteilenden Fall. Diese Über- legungen gelten umgekehrt ebenso für den vom Beschul digten erwähnten Vergleichsfall, weswegen er aus diesem nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 4.13 Im Gegensatz zur vorinstanzlichen Auffassung ist die Anerke nnung der Zivilforderungen nicht strafmildernd zu berücksichtigen, da es sich hierbe i um eine blosse formale Anerkennung "auf dem Papier" handelt, zumal eine tatsächliche Beza hlung des betreffenden Betrags durch den Berufungskläger nicht ernsthaft zu erwarten ist. 4.14 Ferner wurde von der Vorinstanz die familiäre und wirt schaftliche Lage des Beschuldig- ten in seiner Heimat strafmildernd berücksichtigt. Diesbe züglich ist indessen festzuhalten, dass weder eine Not noch eine andere Härtesituation aus den Akten ersichtlich ist. Der Beschuldigte konnte im Gegenteil die Grund- und Mittelschule abschli essen und erlangte einen Berufsab- schluss als F.____. Zudem hat seine jetzige Lebenspartnerin Ökonomie studiert und arbeitet gemäss den Angaben des Beschuldigten in einer Bank in D.____ (vgl. Prot. S. 5 sowie act. 65). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ferner gab der Beschuldigte vor den Schranken des Stra fgerichts an, seine Eltern würden jetzt die Alimente für sein erstes Kind übernehmen (act. 220 5). In Anbetracht dieser Umstände prä- sentiert sich die ökonomische Lage des Berufungsklägers als ver hältnismässig gut, weswegen sich unter diesem Gesichtspunkt klarerweise keine Strafmilderung rechtfertigt. 4.15 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Rügen des Ber ufungsklägers allesamt als unzutreffend erweisen. Des Weiteren ergibt sich, da ss das Urteil der Vorinstanz in verschie- denen Aspekten als eher grosszügig zu Gunsten des Beschuldigt en zu betrachten ist. Dies gilt namentlich für die familiäre und wirtschaftliche Lage d es Beschuldigten in seiner Heimat, die Anerkennung der Zivilforderungen sowie das Ausmass seiner Geständigkeit. Ausgehend von der grundsätzlich zutreffenden Strafzumessung der Vorinstanz kommt das Kan- tonsgericht – trotz zusätzlicher Berücksichtigung der rele vierten Aspekte und unter Miteinbezug der aktuellen persönlichen Verhältnisse – zum Schluss, d ass die von der Vorinstanz ausge- sprochene Gesamtfreiheitsstrafe von 3½ Jahren zwar eher a ls mild, insgesamt aber noch als schuldangemessen zu beurteilen ist. Aufgrund der Zusatzstra fenkonstellation ist hiervon die bereits mit dem Urteil des Ministère public du canton de Genève vom 15. Januar 2012 ausge- sprochene Freiheitsstrafe von 6 Monaten in Abzug zu bring en, weswegen die vom Strafgericht ausgesprochene Freiheitsstrafe von 3 Jahren als Zusatzst rafe zum erwähnten Urteil zu bestäti- gen ist. Angesichts der Höhe der Gesamtfreiheitsstrafe von 3½ Jahr en ist die Gewährung des beding- ten bzw. teilbedingten Strafvollzugs ausgeschlossen (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB sowie Art. 43 Abs. 1 StGB; weiterführend S CHNEIDER /G ARRÉ , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 42 N 12 und Art. 43 N 7; Urteil des Bundesgerichts 1B_165/2011 vom 19. Juli 2011, E. 2.2.2). III. Kosten Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Ko sten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend ist die Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen. Entsprechend dem Ausgang d es vorliegenden Verfahrens werden die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 7'700.–, beinhaltend eine Ur- teilsgebühr von CHF 7'500.– (§ 12 Abs. 1 der Verordnu ng über die Gebühren der Gerichte, GebT; SGS 170.31) sowie Auslagen von CHF 200.–, dem B eschuldigten auferlegt. Nachdem dem Berufungskläger die amtliche Verteidigung bewilligt worden ist, wird dem einge- setzten Advokaten Simon Berger ein Honorar gemäss der Honorarnote zuzüglich des Aufwands für die kantonsgerichtliche Hauptverhandlung in der Hö he von insgesamt CHF 2'498.75 (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWSt (CHF 199.90), somit insgesa mt CHF 2'698.65, aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 27. September 2012, aus- zugsweise lautend: "1. A.____ wird des mehrfachen, teilweise gewerbs- u nd banden- mässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 15. Januar 2012 bis 27. Septe mber 2012 in Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 257 Tagen, zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt, als Zusatzstrafe zum Urteil des Ministère public du canton de Ge- nève vom 15. Januar 2012, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 49 Abs. 1 u nd 2 StGB sowie Art. 51 StGB. 2. Es wird festgestellt , dass die in Ziff. I der Anklageschrift in den Fällen 1 bis 15 angeklagten Tatbestände der Sachbeschädi gung und des Hausfriedensbruchs bereits mit Verfügung der Staa tsan- waltschaft vom 14. Juni 2012 eingestellt worden sind. 3. Gemäss Art. 329 Abs. 4 und 5 StPO wird das Verfahr en in Ziff. II der Anklageschrift wegen Erwerbstätigkeit ohne Arbeitsb ewilli- gung aufgrund der eingetretenen Verjährung eingestellt . 4.-7. […] 8. Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 StPO die Verfah- renskosten von insgesamt Fr. 20'531.90, bestehend aus den Kos- ten des Vorverfahrens von Fr. 11'331.90, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'200.-- sowie der Geri chts- gebühr von Fr. 8'000.--." wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten bestätigt. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 7'700.–, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 7 '500.– sowie Ausla- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen von CHF 200.–, gehen zu Lasten des Beschuldigten. Dem amtlichen Verteidiger Simon Berger wird für das B erufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 2'498.75 (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWSt (CHF 199.90), somit insgesamt CHF 2'698.65, aus der G erichtskasse ausge- richtet. Der Beschuldigte, der zu den Verfahrenskosten verurteil t wurde, wird ver- pflichtet, dem Kanton die Entschädigung zurückzuzahlen und der Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und d em vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger