Beschluss vom 12. August 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia Parteien 1. A.-VEREIN, 2. B., beide vertreten durch Matthias Zurbrügg, MLaw, Beschwerdeführer gegen 1. BUNDESANWALTSCHAFT, 2. C., vertreten durch Rechtsanwalt Beat Luginbühl, Beschwerdegegner B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer n: BB.2014.8 -9, BP.2014.7 - 2 - Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV) - 3 - Sachverhalt: A. Am 4. August 2007 fand in der Reitschule in Bern ein durch den A.-Verein organisiertes "Antifa-Festival" statt, anlässlich dessen ein Konzertbesucher den Security-Mitarbeiter B. auf einen verdächtigen Rucksack in der grossen Halle aufmerksam machte. Kurz n achdem B. den fraglichen Rucksack b e- händigt und vor der Reitschule im Freien deponiert hatte, ent zündete sich der am Boden platzierte Rucksack (s. act. 1.1). Im Rucksack befand sich eine sogenannte unkonventionell e Spreng - und Brandvorrichtung ( USBV), we lche unter anderem aus drei mit Treibstof f- benzin gefüllten 1,5 Liter PET -Flaschen und einem grauen Kunststoffrohr bestand, welche ihrerseits einen pyrotechnischen Satz bzw. eine Mischung aus pyrotechnischen Sätzen enthielt. Ein Brennzünder führte mittels zweier kunststoffisolierten Drähten ins Innere des Rohres. Daran a ngeschlossen waren ein Reisewecker, eine 9-Volt-Batterie und eine kleine selbstgebastel- te Schaltung. Die Schaltung bestand aus einer Platine und einem Tran - sistor. Für die el ektrischen Verbindungen wurden diverse Draht - oder Litzenverbindungen verwendet. Dem Aufbau der USBV dienten ein weisses Kunststoffklebeband und ein schwarzes textilverstärktes Klebeband. Auf dem grauen Kunststoffrohr konnte eine DNA -Spur sichergestellt we rden und auf einer orangen Kabelverbindung sowie auf dem weissen Kunststoff- klebeband eine DNA-Mischspur. Zusätzlich wurde auf dem weissen K unst- stoffklebeband ein Fragment eines Handballenabdruckes festgestellt (s. act. 1.1). B. Mit Beschluss vom 5. August 20 07 eröffnete das Untersuchungsrichteramt III Bern Mittelland (nachfolgend "URA III ") eine Voruntersuchung gegen Unbekannt wegen vorsätzlicher Verursachung einer Explosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB) , evtl. Brandstiftung (Art. 221 StGB) und versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB). C. Mit Strafanzeige vom 16. August 2007 konstituierte sich der A.-Verein, ver- treten durch den Rechtsbeistand Matthias Zurbrügg, als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft [nachfolgend "Verfahrensakten"], pag. 05-00-0001). Mit Schreiben vom 23. August 2007 fragte die zuständige Untersuchungsrichterin den A.-Verein an, inwiefern er als juristische Person unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Intere s- sen verletzt worden sei ( Verfahrensakten, pag. 15-01-0001). Sie wies dar- auf hin, dass im Rechtsgut Leib oder Leben der A.-Verein als juristische Person nicht verletzt sein könne und ein stellvertretendens Handeln für ver- letzte Drittpersonen nicht denkbar sei ( Verfahrensakten, pag. 15-01-0001). Mit Antwortschreiben vom 13. Oktober 2007 stellte der Rechtsbeistand des - 4 - A.-Vereins in dessen Namen Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft wegen vollendet versuchter Sachbeschädigung. Der A.-Verein verlange die Bestrafung der Täterschaft und erkläre, im Strafverfahren Parteirechte als Privatkläger auszuüben ( Verfahrensakten, pag. 05-00-0011). Zur Begrü n- dung führte der Rechtsbeistand aus, dass der mit dem Brandsatz bestückte Rucksack direkt vor dem Mischpult in der Grossen Halle deponiert worden sei, welches der A.-Verein für die Dauer des Antifa -Festivals gemietet g e- habt habe. Durch diese obligato rische Berechtigung besitze der A.-Verein ein durch Art. 144 StGB ges chütztes spezifisches Individualrecht (Verfah- rensakten, pag. 05-00-0011). D. Das Verfahren gegen Unbekannt wurde mit Beschluss der Staatsanwal t- schaft III Bern -Mittelland vom 18. Februar 2008 eingestellt und mit B e- schluss vom 7. März 2008 vom URA III des Kantons Bern wieder eröffnet und auf den Tatbestand der Widerhandlungen gegen das Sprengstoff ge- setz und der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbreche- rischer Absicht (Art. 224 StGB) ausgedehnt. Mit Beschluss vom 2 6. März 2008 wurde die Wiedereröffnung von der Staatsanwaltschaft III Bern - Mittelland erneut eingestellt, da keine Täte rschaft ermittelt werden konnte (Verfahrensakten, pag. 01-00-005). E. Am 28. Dezember 2009 stellte C. der Kantonspolizei Bern ein Gesuch um Erteilung eines Waffenerwerbsscheines für zwei Feuerwaffen. Gemäss dem aus diesem Anlass erstellten Bericht der Kantonspolizei bewegte sich C. damals in gewalttätigen und rechtsextre men Kreisen und wurde in den letzten fünf Jahren mehrmals polizeilich wegen Körperverletzung, Rassi s- mus etc. verfolgt. Nach einer Überprüfung des Staatsschutzes , einem Be- richt des Nachrichtend ienstes des Bundes (Verfahrensakten, pag. 18-03- 0004) und weiteren Abklärungen der Kantonspolizei Bern lehnte diese das Gesuch von C. ab. Die Kantonspolizei kam sodann zum Schluss, dass auch die restlichen Waffen, die sich damals im Besitz von C. befanden, be- schlagnahmt werden sollten und ersuchte daher um Ausstellung eines Hausdurchsuchungsbeschlusses. Die entsprechende Hausdurchsuchung fand am 30. März 2010 an seinem Wohnort statt, in deren Folge C. mit dem vorstehenden Anschlag vom 4. August 2007 in Verb indung gebracht wur- de: Ein Abgleich seines DNA-Profils mit der Datenbank des Erkennungsdienst- lichen D NA-Profil Informationssystems (EDNAIS) ergab die Übereinsti m- mung mit de m Profil der DN A-Spur, welche auf d em grauen Kunststoffkle- beband der USBV vom Anschlag auf di e Reitschule Bern sichergestellt worden war. Anlässlich der Hau sdurchsuchung vom 30. März 2010 am - 5 - Wohnort von C. konnten unter anderem auch delaborierte Pyrotechnika, drei Wecker, Elektrobauteile, bestehend aus Kabel, Printplatte und Batt e- riestecker für 9 -Volt Batterien ( zum Teil auch mit Glühbrück e) und eine elektrische Glühkerze, deren Glaskörper mit einem Pulver gefüllt war (mit Hinweisen auf ein Gemisch von Schwarzpulver und Kaliumchlo rat) sicher- gestellt werden. Das aufgefundene Material enthielt alle nötigen Komp o- nenten zur Herstellung einer funktionsfähigen USBV. F. Mit Beschluss vom 6. Mai 2010 des URA III des Kantons Bern wurde die Strafuntersuchung gegen C. und gegen Unbekannt wieder eröffnet wegen vorsätzlicher Verursachung einer Explosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB), evtl. Ge- fährdung des Lebens (Art. 129 StGB), Brandstiftung (Art. 221 StGB), ve r- suchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) und versuchter Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) (Verfah- rensakten, pag. 01 -00-0006). Mit Beschluss vom 7. Juli 2010 des URA III des Kantons Bern wurde das Verfahren gegen C. auf die Tatbestände der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG), g e- gen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 Betm G) und gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 f. SprstG) ausgedehnt (Verfahrensakten, pag. 01-00-0007). G. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2010 des URA III des Kantons Bern wurde Rechtsanwalt Beat Luginbühl zum amtlichen Verteidiger des B e- schuldigten C. ernannt (s. nachfolgend). H. Mit Ver fügung vom 30. Januar 2012 der Staatsanwaltschaft III Bern - Mittelland wurde die Untersuchung gegen C. sodann auf den Tatbestand der Wi derhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz und der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) ausgedehnt (Verfahrensakten, pag. 01-00-0008). I. Auf Ersuchen der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern übernahm die Bundesanwaltschaft mit Eröffnungs - und Vereinigungsverfügung vom 10. Februar 2012 die bisher durch die Staatsanwaltschaft Bern -Mittelland geführte Strafuntersuchung gegen C. in Erwägung der originären Bunde s- zuständigkeit von Art. 224 StGB sowie des zwischenzeitlich ermittelten poli- tischen Hintergrundes der Straftat zum Nachteil der Reitschu le (Ver- fahrensakten, pag. 01-00-0009). J. Am 12. März 2012 bevollmächtigte C. Rechtsanwalt Luginbühl zu seiner Vertretung im Strafverfahren (Verfahrensakten, pag. 16 -00-0012). In der Folge stellte Rechtsanwalt Luginbühl mit Schreiben vom 21. März 2012 das - 6 - Eventualgesuch um Anordnung einer amtlichen Verteidigung gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO (Verfahrensakten, pag. 16 -00-0010 f.). Mit Verfügung vom 5. April 2012 wurd e Rechtsanwalt Beat Luginbühl im Bu n- desstrafverfahren als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten C. einge- setzt. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Voraussetzungen nach Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO vorliegen würden und die notwendige Verteid i- gung des Beschuldigten stets sichergestellt gewesen sei (Verfahrensakten, pag. 16-00-0018). K. Mit Verfügung vom 15. Juni 2012 der Bundesanwaltschaft wurden die an- lässlich der Hausdurchsuchung vom 30. März 2010 beim Beschuldigten C. sichergestellten Waffen, Betäubungsmittel und Pyrotechnika beschla g- nahmt (Verfahrensakten, pag. 08-00-0028). L. Mit Schreiben vom 14. Januar 2013 bzw. 16. Januar 2013 kündigte die Bundesanwaltschaft C. und dem A.-Verein den bevorstehenden Abschluss der Untersuchung gemäss Art. 318 Abs. 1 StPO an und stellte einerseits die Einstellung des Verfahrens betreffend den Sp rengstoff-Vorfall in der Reitschule Bern und andererseits die Ausstellung eines Strafbefehls betref- fend die Widerhandlungen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz in Aussicht (Verfahrensakten, pag. 16-00-0024; pag. 15-01-0018). Den Par- teien wurde bis am 20. Februar bzw. 22. Februar 2013 Frist eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen. M. Der Beschuldigte C. verzichtete mit Schreiben vom 8. März 2013 auf die Stellung weiterer Beweisanträge (Verfahrensakten, pag. 16-00-0028). N. Während laufender Fr ist konstituierte sich m it Schreiben vom 27. Febr u- ar 2013 B., ebenfalls vertreten durch den Rechtsbeistand Zurbrügg, als Pri- vatkläger im Straf - und Zivilpunkt. Er verlange die Verfolgung und Bestr a- fung von C. (und allfälliger weiterer Täter) aufgrund des B randanschlags auf die Reithalle wegen versuchten Morde s, versuchter schwerer Körper- verletzung, Gefährdung des L ebens, Verursachen einer Exp losion, Brand- stiftung und Sprengstoffdelikten (Verfahrensakten, pag. 15-06-0002). In der Folge liessen beide Privatkläger durch ihren Rechtsbeistand mit Schreiben vom 1. März 2013 Beweisergänzungsanträge stellen ( Verfah- rensakten, pag. 19-00-0016). Diese wurden mit Verfügung vom 1. Juli 2013 von der Bundesanwaltschaft abgewiesen ( Verfahrensakten, pag. 19-00- 0028). Gegen diese Verfügung wurde kein Rechtsmittel ergriffen ( Verfah- rensakten, pag. 19-00-0036). - 7 - O. Am 25. Juli 2013 erliess die Bundesanwaltschaft einen ersten Strafbefehl nach Art. 352 StPO gegen C. betreffend die Widerhandlung gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz (Verfahrensakten, pag. 03-00-0001). Mit Schreiben vom 5. August 2013 erhob Rechtsanwalt Luginbühl für C. Einsprache gegen den Strafbef ehl mit Bezug auf den Einzug der Waffen (Verfahrensakten, pag. 03-00-0007). Am 14. Oktober 2013 erliess die Bun- desanwaltschaft einen zweiten Strafbefehl b etreffend di e Widerhandlu ng gegen das Waffen - und Betäubungsmittelgesetz, welcher zwischenzeitlich in Rechtskraft erwachsen ist. P. Mit Verfügung vom 3 . Januar 2014 stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren gegen C. wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Verursachung e i- ner Explosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB), evtl. Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB), Brandstiftung (Art. 221 Abs. 2, evtl . Abs. 1 StGB), versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), ve r- suchter Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 / 3 StGB) und Widerhandlu n- gen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 f. SprstG) ein und verwies die Privatklägerschaft auf den Zivilweg (act. 1.1). Mit der Einstellungsverfügung vom 3. Januar 2014 ordnete die Bundesan- waltschaft u.a. die Einziehung und Vernichtung der anlässlich der Hau s- durchsuchung beschlagnahmten Pyrotechnika und Unterlagen zu deren Herstellung an (act. 1.1). Q. Mit Eingabe vom 20. Januar 2014 erheben der A.-Verein (Beschwerdefüh- rer 1) und B. (Beschwerdeführer 2) Beschwerde gegen die Einstellungsver- fügung der Bundesanwaltschaft vom 3. Januar 2014 (act. 1). Sie beantr a- gen die Aufhebung der Einstellungsverfügung und die Rückweisung der Strafsache zur Ergänzung der Untersuchung und Anklageerhebung an die Vorinstanz (act. 1 S. 2). Die Bundesanwaltschaft (Beschwerdegegnerin 1) verzichtet mit Schreiben vom 7. Februar 2014 auf eine Beschwerdeantw ort und hält vollumfänglich an ihrer Einstellungsverfügung fest (act. 5). C. (Beschwerdegegner 2) lässt in seiner Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 den Antrag stellen, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten - und Entschädigungsfolge z u- lasten der Beschwerdeführer. Mit Schreiben vom 10. Februar 2014 lässt er sodann das Gesuch um amtliche Verteidigung stellen (BP.2014.7, act. 1). Mit Schreiben vom 26. März 2014 machten die Beschwerdeführer in Wahr- nehmung des freiwilligen Replikrechts eine weitere Eingabe (act. 11). - 8 - Wie schon die Beschwerdeantworten wurde auch d iese Eingabe den übri- gen Parteien zur Kenntnis gebracht (act. 12, 10). R. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, s o- weit erforderlich, in den folgenden rechtlich en Erwägungen Bezug geno m- men. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft können die Pa r- teien innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafg e- richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Voraussetzung zur Beschwerdeerhebung ist dabei auf Seiten der Partei ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung (Art. 382 Abs. 1 StPO). Mit der Beschwerde gerügt werden können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Recht s- verweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder u n- richtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c). 1.2 Gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. c StPO sind Parteien u. a. die Privatkläger - schaft. Nach Art. 118 Abs. 1 StPO gilt als Privatklägerschaft die geschädig- te Person, die ausdrücklich er klärt, sich am Strafverfahren als Straf - oder Zivilklägerin oder -kläger zu beteiligen. Gegen die Einstellung des Verfa h- rens ist die geschädigte Person demnach grundsätzlich nur insoweit zur Beschwerde legitimiert, als sie sich vor Abschluss des Vorverfahr ens im Sinne der Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft konstituiert hat (Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 2012, E. 2.1). Privatklägerschaft setzt Geschädigteneigenschaft gemäss Art. 115 StPO voraus. Als geschädigte Person gilt die P erson, die durch die Straftat in i h- ren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO) , bei An- tragsdelikten die zur Stellung des Strafantrags berechtigte Person (Abs. 2). Die Voraussetzung der unmittelbaren Rechtsverletzung knüpft an den Rechtsgutbegriff an. Dies trifft gemäss der Rechtsprechung in der Regel auf den Träger des Rechtsguts zu, welches durch die fragliche Strafb e- stimmung vor Verletzung oder Gefährdung geschützt werden soll (Urteil des Bundesgerichts 1B_82/2012 vom 2. April 2012, E. 2.3.2). Damit wer- den vom Geschädigtenkreis (in diesem Sinne) ausgeschlossen Personen, - 9 - die ein blosses Interesse am Ausgang des Strafverfahrens haben, die Rechtsnachfolger geschädigter Personen und sonstige Dritte, deren Rec h- te durch die Straftat nur re flexartig verletzt werden. Massgeblich ist de m- nach, ob eine Person, die sich als Privatkläger konstituieren will, Trägerin eines Rechtsguts ist, welches unter den Schutzbereich der (mutmasslich) verletzten Strafnorm fällt (GORAN MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, in: Basler Kommentar StPO, 2011, N. 21 zu Art. 115). Darüber hinaus bedarf es e i- nes direkten Kausalzusammenhang es zwischen der strafbaren Handlung und der e rlittenen Verletzung als "condi tio sine qua non" (MOREILLON/DUPUIS/MAZOU, La pratique judiciare du Tribunal pénal fédéral, in: Journal des Tribunaux [JDT] 2008, IV, S. 97 ff, Nr. 82 f.). Aus der do g- matischen Einordnung der Gefährdungsdelikte wird in Bezug auf die Geschädigtenstellung sodann gefolgert, dass es bei bloss abstrakten G e- fährdungsdelikten keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO gibt, es sei denn, jemand werde als Folge der Begehung eines solchen De- liktes doch konkret gefährdet (BGE 138 IV 258 E. 3.1.2 unter Hinweis auf MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., Art. 115 N. 30 StPO). Im Zusammenhang mit Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten praxisgemäss nur diejenigen Personen als geschädigt, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung un mittelbare Folge der tatb e- standsmässigen Handlung ist. Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mittelbar beei n- trächtigt, so ist die betroffene Person nicht geschädigt im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (vgl. hierzu ausführlich und mit zahlreichen Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur BGE 138 IV 258 E. 2.2 und 2.3). Bei bloss mittelbarer Benachteiligung privater Interessen durch Straftatbestä n- de, welche primär allgemeine Interessen schützen, w erden die Verfo l- gungsansprüche durch die Staatsanwaltschaft wahrgenommen ( NIKLAUS SCHMID, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N. 3 zu Art. 115). 1.3 Die Beschwerdeführer fechten mit ihrer Beschwerde die Einstellungsverf ü- gung vom 3. Janua r 2014 in allen Teilen an. Die angefochtene Einste l- lungsverfügung bezieht sich auf die wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Veru r- sachung einer Explosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB), evtl. Gefä hrdung des L e- bens (Art. 129 StGB), Brandstiftung (Art. 221 Abs. 2, evtl. Abs. 1 StGB), versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), versuchter Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 / 3 StGB) und W i-- 10 - derhandlungen gegen das Spr engstoffgesetz (Art. 37 f. SprstG) geführte Strafuntersuchung gegen C. (act. 1.1). Die Bestimmungen des 7. Teils des StGB ("Gemeingefährliche Verbrechen und Vergehen [Art. 221 -230]") erweitern den in den beiden ersten Titeln gewährten Schutz von Leib, Leben und Vermögen, indem sie schon denj e- nigen mit Strafe bedrohen, der durch ein bestimmtes Verhalten konkrete Gefahren für solche Rechtsgüter schafft. Es handelt sich dabei um konkr e- te Gefährdungsdelikte, bei welchen das Gesetz den Eintritt der Gefahr im Einzelfall fordert ( BRUNO ROELLI/PETRA FLEISCHANDERL, in: Basler Ko m- mentar StGB II, 2. Auflage, 2007, Vor Art. 221 N. 5). Nach MAZZUCCHELLI/POSTIZZI habe der Träger des konkret gefährdeten Recht s- gutes als geschädigte Person im Sinne von Art. 115 StPO zu g elten, weil konkrete Gefährdungsdelikte zum Zweck hätten, bereits im Vorfeld die Rechtsgutsverletzung zu verhindern (a.a.O., Art. 115 N. 30). Es verhalte sich gleich wie bei einer versuchten Straftat. So könne auch eine bloss ve r- suchte Straftat die Rechte einer Person im Sinne von Art. 115 StPO unmi t- telbar verletzen (a.a.O., Art. 115 N. 29). Die geschädigte Person beim Ver- such sei der Träger des (mit-)geschützten Rechtsgutes, gegen welches der Versuch einer Straftat gerichtet sei (a.a.O., Art. 115 N. 29 f.) . Ohne weiter auf die Argumentation dieser Autoren (namentlich zur Frage der Zweckb e- stimmung von konkreten Gefährdungsdelikten und der "unmittelbaren Ve r- letzung" des betreffenden Rechtsguts bei einer versuchten Straftat) im Ei n- zelnen einzugehen, ist diesen Autoren darin zuzustimmen, dass die Kat e- gorie der konkreten Gefährdungsdelikte denjenigen mit Strafe bedroht, der durch ein bestimmtes Verhalten konkrete Gefahren für die fraglichen Rechtsgüter schafft. Diese Rechtsgüter geraten durch das deliktische Ve r- halten in einen Zustand, in welchem eine erhöhte Möglichkeit ihrer Verle t- zung besteht. Daher rechtfertigt es sich – auch wenn die gemeingefährl i- chen Verbrechen und Vergehen gemäss Art. 221 -230 StGB per definiti o- nem auf dem Konzept der Gemeingefahr beruhen u nd die Gefährdung der Allgemeinheit voraussetzen – aufgrund der konkreten Gefährdung der g e- schützten Rechtsgüter, dem entsprechenden Träger Geschädigtenstellung im Sinne von Art. 115 StPO einzuräumen. Dabei wird allerdings zur no t- wendigen Eingrenzung auf d as Ausmass der konkreten Gefährdung abz u- stellen sein. 1.4 Werden durch gemeingefährliche Delikte die geschützten Rechtsgüter e f- fektiv verletzt, besteht zwischen den Gefährdungs- und den Verletzungsde- likten (Tötung, Körperverletzung, Sachbeschädigung) echte Ko nkurrenz, sofern auch der betreffende Verletzungserfolg vom Vorsatz umfasst oder – bei Fahrlässigkeitsdelikten – für den Täter voraussehbar war ( FRANZ - 11 - RIKLIN, Baurecht und Gemeingefahr – Zur Dogmatik der gemeingefährl i- chen Delikte, in : Festschrift für Pete r Gauch Zürich/Basel/Genf 2004, S. 887-904, S. 903 f.; ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Vor Art. 221 N. 11). Dies wird nicht durch die Verschiedenheit der Schutzobjekte, sondern durch die Gemeingefährlichkeit der Begehungsweise begründet. Tötungs - und Körperv erletzungsdelikten ist dann der ausschliessliche Vorrang zu geben, wenn mit einem Tatmittel des 7. Titels von vorneherein bloss eine Individualgefahr für ganz bestimmte vom Täter ins Auge gefasste Personen bewirkt wurde, die anschliessend zu einer Verletzu ng führte ( ROELLI/ FLEISCHANDERL, a.a.O., Vor Art. 221 N. 11). Nach RIKLIN kann – auch wenn es trotz der Wahrscheinlichkeit oder nahen Möglichkeit der Rechtsgutve r- letzung bei einer Gefährdung bleibt – eine vorsätzliche Gefährdung mit e i- ner versuchten Verle tzung konkurrieren, sofern der Vorsatz auf die Verle t- zung ausgerichtet war ( RIKLIN, a.a.O, S. 904). Diesem Ansatz ist grun d- sätzlich zu folgen, da kein Grund besteht, echte Konkurrenz im Falle einer Verletzung des fraglichen Rechtsguts anzunehmen, aber im F alle von des- sen (lediglich) konkreten Gefährdung bei gegebenem Vorsatz das versuch- te Individualdelikt mit Blick auf das konkrete Gefährdungsdelikt zu verne i- nen. Festzuhalten bleibt, dass der als konkretes Gefährdungsdelikt ausg e- staltete Tatbestand der Gefä hrdung des Lebens (Art. 129 StGB) stets durch Art. 221 (Brandstiftung) konsumiert wird (ANDREAS DONATSCH/ WOLFGANG WOHLERS, Strafrecht IV, 4., vollständig neu bearbeitete Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 41; GÜNTER STRATENWERTH/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht – Besonderer Teil II: Straftaten gegen Gemei n- interessen, 7., ergänzte und überarbeitete Auflage , Bern 2013 [zit. BT II] , § 28 N. 28, S. 56, wonach Art. 129 StGB als lex generalis ausgeschlossen werde). Eine Besonderheit besteht im Zusammen hang mit dem Individualdelikt der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB, welches ausdrücklich nicht nur das Eigentum sondern auch Gebrauchs - und Nutzungsrechte an einer S a- che in den strafrechtlichen Schutz einbezieht. Ob an der Sache ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs - oder Nutzniessungsrecht besteht, ist nach den Regeln des Zivilrechts zu bestimmen ( GUIDO STRATENWERTH/GUIDO JEN- NY/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: Straft a- ten gegen Individualinteressen, 7., ergänzte und überarbeitet e Auflage, § 14 N. 44 S. 366). Grundlage der Berechtigung an der Sache können i n- soweit alle dinglichen Rechte wie z.B. Grunddienstbarkeiten (Art. 730 ff. ZGB), die Nutzniessung (Art. 745 ff. ZGB) ebenso der Besitz bzw. Mitbesitz (Art. 919 ff. ZGB) bilden, soweit dieser rechtlich geschützt ist, also auf Ve r- trag wie etwa Miete, Pacht, Leihe oder auf weiteren Rechtstitel n des priva- ten und öffentlichen Rechts beruht ( PHILIPPE WEISSENBERGER, in: Basler - 12 - Kommentar StGB II, 2. Aufl., 2007, Art. 144 N. 9 und 16). Die gemeing e- fährlichen Delikte Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ve r- brecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) und Verursachung einer E x- plosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB) stellen demgegenüber ausschliesslich die konkrete Gefährdung von fremdem Eigentum unter Strafe, weshalb G e- brauchs- und Nutzungsrechte an den konkret gefährdeten Sachen keine Geschädigtenstellung in Bezug auf diese Delikte zu begründen vermögen. Im Unterschied dazu bezieht sich nach der Praxis und herrschenden Lehre die Strafbestimmung Brandstiftung (Art. 221 Abs. 2, evtl. Abs. 1 StGB) au f- grund der Formulierung "Schaden eines anderen" nicht nur auf Eigentums - sondern auch auf Gebrauchs - und Nutzniessungsrechte (wie der oben e r- läuterte Schutzbereich von Art. 144 StGB) (s. STRATENWERTH/BOMMER, BT II, § 28 N. 11 ff. S. 50 f., mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Liter a- tur; DONATSCH/WOHLERS, a.a.O., S. 36 f.). Entsprechend geht Art. 221 StGB auch dem Tatb estand der Sachbeschädigung als lex specialis vor (s. STRATENWERTH/BOMMER, BT II, § 28 N. 17 S. 55, mit weiteren Hinwe i- sen auf die Literatur). 1.5 Der Rucksack, welcher eine sogenannte unkonventionelle Spreng - und Brandvorrichtung enthielt und kurz vor seine r Entzündung am 4. A u- gust 2007 durch den Beschwerdeführer 2 aus der Halle weggetragen wu r- de, war vor dem Mischpult, welche s durch den Beschwerdeführer 1 ang e- mietet worden war, auf dem Boden deponiert (s. Anzeige in Verfahrensa k- ten, pag. 10-00-0001 ff.). Es ist ohne weiteres von einer unmittelbaren kon- kreten Gefährdung des Mischpults und damit der daran bestehenden Nu t- zungsrechte des Beschwerdeführers 1 auszugehen. Was die versuchte Sachbeschädigung anbelangt, liegt ein entsprechender, innert Frist erfol g- ter Strafantrag des Beschwerdeführers 1 vor (s. supra lit. C). Mit Bezug auf die in Frage kommenden Tatbestände der versuchten Sachbeschädigung und der Brandstiftung steht dem Beschwerdeführer 1 damit im Lichte des oben Dargelegten Geschädigtenstellung zu, da sich unter den gegebenen Umständen der Vorsatz auf den entsprechende Verletzungserfolg richtete. Durch die Behändigung des Rucksacks war sodann der Beschwerdefü h- rer 2 in seinem Rechtsgut Leib und Leben unmittelbar konkret gefährdet und hat sowohl in Bez ug auf alle untersuchten gemeingefährlichen Delikte als auch bezüglich des Individualdelikts der versuchten schweren Körpe r- verletzung als Geschädigter zu gelten. Wird in einer Halle, in welcher sich 1'000 bis 2'000 Konzertbesucher aufhalten (s. Anzeige in Verfahrensakten, pag. 10-00-0001 ff.), ein Rucksack mit einer sogenannten unkonventione l- len Spreng- und Brandvorrichtung deponiert, richtet sich der Vorsatz auch - 13 - auf den entsprechenden Verletzungserfolg jedenfalls hinsichtlich der sich in unmittelbarer Nähe befindenden Personen. Beide Beschwerdeführer nehmen demgegenüber in Bezug auf die unte r- suchte Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz keine Geschädigten - stellung ein. Beide Beschwerdeführer haben sich im Strafverfahren sodann als Gesch ä- digte konstituiert (s. supra C und N). Da sie durch die Straftat mit den vo r- genannten Einschränkungen unmittelbar beeinträchtigt wurden, ist in di e- sem Umfang auf ihre innert Frist und formgerecht erhobene Beschwerde einzutreten. 2. 2.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 S tPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollstä n- dige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht e r- härtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestan d unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach gesetzlicher Vo r- schrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). Gemäss dem Grundsatz "in dubio pro duriore" darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit bzw. o f- fensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. S o- fern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Fra ge kommt, ist Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeiten eines Freispruchs oder e i- ner Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, insb e- sondere bei schwe ren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 138 IV 186 E. 4.1, 138 IV 86 E. 4.1 und 4.2; 137 IV 219 E. 7.1 und 7.2; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2012.11 vom 30. Oktober 2012, E. 4.1). 2.2 Die Beschwerdegegnerin begründet die Einstellung wie folgt (act. 1.1): Im Laufe der Untersuchung sei der dringende Verdacht entstanden, dass der beschuldigte Beschwerdegegner 2 am Anschlag auf die Reitschule Bern vom 4. August 2007 beteiligt gewesen sei. Der Verdacht sei dadurch entstanden, dass auf dem grauen Kunststoffrohr sowie auf der orangen Kabelverbindung und dem weissen Kunststoffklebeband, welche Bestan d- teil der verwendeten USBV gewesen seien, eine DNA-Spur habe sicherge- stellt werden könne n, welche derjenigen des Beschwerdegegners 2 habe zugeordnet werden können. Auf Grund dieser Übereinstimmung könne mit - 14 - an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der Beschwerdegegner 2 in Kontakt mit dem grauen Kunststoffrohr gew e- sen sei, welches spät er als Teil der USBV verwendet worden sei. Wann und wie dieser Kontakt entstanden sei, könne jedoch n icht genauer geklärt werden, da der Beschwerdegegner 2 diesbezüglich keine Aussagen g e- macht habe. Weiter habe festgestellt werden könne n, dass sich der beschuldigte B e- schwerdegegner 2 zur Ze it des Anschlag s in einem eindeutig rechtsextr e- mistischen Umfeld bewegt habe, was er auch selber anlässlich diverser Einvernahmen bestätigt habe. Dadurch, dass der Anschlag auf die Rei t- schule und zusätzlich noch an einem Antifa -Festival, was beides von Pe r- sonen aus der politisch linksgerichteten Szene organisiert und getragen werde, stattgefunden habe, lasse Rückschlüsse auf ein politisch motiviertes Ziel und somit ein Motiv zu. Der Beschwerdegegner 2 habe auf einer Inter- netseite seine Freude an dem Anschlag bekundet. Zusätzlich seien am Domizil des Beschwerdegegners 2 diverse Utensilien und Materialien sichergestellt worden, mit welche n eine komplette und funktionstüchtige USBV hätte gebaut werden könne n, welche zudem auch Ähnlichkeiten mit derjenigen des Anschlags aufweisen würden . Aus dem Sachverhalt gehe deutlich hervor, dass der Beschwerdegegner 2 an der Herstellung von Bomben und Sprengstoffe ein grosses Interesse bekundet habe. Auch hier handle es sich um ein weiteres Indiz. Die materialanalyt i- schen Untersuchung betreffend die Leiterplatinen der Elektrobauteile, we l- che beim Beschwerdegegner 2 gefunden worden seien , und derjenigen vom Anschlag, hätten zwar keine nennenswerten Unterschiede ergeben, es habe aber auch nicht mit Sicherheit festgestellt werd en könne n, dass diese vom selben Ursprung seien, da es sich um handelsübliche Ware g e- handelt und jede beliebige Person Zugang dazu gehabt habe. Dass der Beschwerdegegner 2 einer Kollegin im Zusammenhang mit dem laufenden Verfahren per SMS sinngemäss geantw ortet habe, er sei ja selber schuld, lasse keine Rückschlüsse darauf zu, dass er damit explizit den Anschlag vom 4. August 2007 gemeint habe, weil das Verfahren auch noch andere Widerhandlungen beinhaltet habe. Es hätten keine Personen ausfindig gemacht w erden können, die den B e- schwerdegegner 2 zur fraglichen Zeit in der Reitschule selber oder deren Umgebung mit oder ohne den Rucksack gesehen hätten. Die getätigten Ermittlungen hätten somit keine Hinweise auf diejenige T ä- terschaft gebracht, welche den Rucksack mit der sich darin befindlichen - 15 - USBV in die Reithalle getragen und in der Nähe des Mischpults abgesetzt habe. Es könne zwar davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdege g- ner 2 in Kontakt mit mehreren Einzelteilen der für den Anschlag benötigte n USBV gewesen sei, jedoch könne der Tatverdacht hinsichtlich Transport sowie Platzierung des Rucksack es mit der enthaltenen USBV in der Rei t- halle Bern nicht genügend erhärtet werden, um dem Beschuldigten eine solche Beteiligung nachweisen zu können. 2.3 Bereits aus diesen Erwägungen der Beschwerdegegnerin 1 geht eindeutig hervor, dass hier kein Fall von klarer Straflosigkeit vorliegt. Die Beschwer- degegnerin 1 selber hat in nachvollziehbarer Weise die diversen, hand - festen Indizien angeführt, welche den Beschwerdegegner 2 mit der Straftat in Zusammenhang bringen. Dies gilt insbesondere für d ie dem Beschwe r- degegner 2 zugeordnete DNA-Spur auf der USBV im fraglichen Rucksack, welcher zweifelsfrei in der Reitschule deponiert worden war und sich nach seiner Entf ernung durch den Beschwerdeführer 2 im Freien entzündete. Die Beschwerdegegnerin 1 ist als Untersuchungsbehörde nicht dazu ber u- fen, über Recht oder Unrecht zu richten, und entsprechend dem Grundsatz "in dubio pro duriore" hat sie in der vorliegenden Situat ion die Unters u- chung weiterzuführen und Anklage zu erheben. 2.4 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begründet und ist gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die angefochtene Verfügung ist (mit Ausnahme der Widerhandlungen gegen das Sprengs toffgesetz) aufzu- heben und das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer 2 wegen Ge- fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Verursachung einer Explosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB), evtl. Gefährdung des L ebens (Art. 129 StGB), Brandstiftung (Art. 221 Abs. 2, evtl. Abs. 1 StGB), versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), versuchter Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 / 3 StGB) weiterzuführen. Was die Ausführungen der B e- schwerdeführer zu den als unerlässlich bezeichneten Beweismassnahmen anbelangt (act. 1 S. 9 f.), bleibt festzuhalten, dass darü ber das zuständige Strafgericht zum gegebenen Zeitpunkt zu entscheiden haben wird. 3. 3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 428 Abs. 4 StPO). Der von der Beschwerdeführer n geleistete Kosten- vorschuss in der Höhe von gesamthaft Fr. 3'000.-- ist diesen vollumfänglich zurückzuerstatten. - 16 - 3.2 Die obsiegenden Beschwerdeführer haben zudem einen Anspruch auf a n- gemessene Entschädigung für ihre notwendigen Aufwendungen im B e- schwerdeverfahren (Art. 433 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). Die- se richtet sich sowohl gegen die Beschwerdegegnerin 1 als auch gegen den Beschwerdegegner 2, welcher in seiner Beschw erdeantwort die A b- weisung der Beschwerde beantragen liess und damit als unterliegende Partei zu gelten hat . Da dessen Beschwerdeantwort weniger als 3 Seiten umfasst (act. 9), rechtfertigt es sich, dem Beschwerdegegner 2 die Kosten der Entschädigung zu eine m Viertel aufzuerlegen. Grundlage zur Bemes- sung der Entschädigung bilden Art. 10 und 12 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162). Unter Berücksichtigung aller Umstände ist die den Beschwerdeführern zu bezah- lende Entschädigung auf insgesamt Fr. 2'000.-- festzusetzen. Davon sind Fr. 1'500. -- der Be schwerdegegnerin 1 und Fr. 500. -- dem Beschwerd e- gegner 2 aufzuerlegen. Es besteht jedoch kein An lass, die Beschwerd e- gegnerin 1 und den Beschwerdegegner 2 für die Verpflichtungen der j e- weils anderen Partei im Sinne von Art. 418 StPO solidarisch mithaften zu lassen. 4. 4.1 Der amtliche Verteidiger des Beschwerdegegners 2 im Strafverfahren vor der Beschwerdegegnerin 1 stellt ein entsprechendes Gesuch für den Fall , dass die amtliche Verteidigung im Beschwerdeverfahren nicht gewährt werde (BP.2014.7, act. 1). Zur Begründung führt Rechtsanwalt Luginbühl aus, dass es sich aufgrund der zur Diskussion stehend en Straftatbestände um einen Fall der notwendigen Verteidigung (Art. 130 lit. b St PO) handle. Für den Fa ll, dass das Gesuch um unentgel tliche Rechtspflege unter den Voraussetzungen von Art. 132 lit. b StPO ge prüft werde, reichte Rechtsan- walt Luginbühl das ausgefüllte Fo rmular betreffend unentgeltliche Recht s- pflege samt Beilagen ein (BP.2014.7, act. 3 und 3.1-3.7). 4.2 Auch wenn die amtliche Verteidigung im Strafverfahren bereits erteilt wo r- den ist, muss diese für das Beschwerdeverfahren separat beantragt und durch die Beschwerdekammer gewährt werden (BGE 137 IV 215 E. 2.3; Urteil des Bundesgericht 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012, E. 2.3.2; B e- schluss des Bundesstrafgerichts BB.2 012.124 vom 22. Januar 2013, E. 7.1; s. nachfolgend). 4.3 Gemäss Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderl i- chen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung ihrer - 17 - Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Die beschuldigte Person muss im Strafverfahren in den in Art. 130 StPO genannten Fällen zwingend verteidigt werden und hat unter den Vorau s- setzungen von Art. 132 StPO Anspruch auf eine amtliche Verteidigung. Als Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO ist das hiesige Gericht im vor ihm geführten Beschwerdeverfah- ren selbst zuständig für die Anordnung und Bestellung einer amtlichen Ve r- teidigung (Art. 133 Abs. 1 i.V.m. Art. 388 lit. c StPO). Dies gilt auch dann, wenn die beschuldigte Person im Strafunter suchungsverfahren gemäss Art. 130 f. StPO zwingend verteidigt werden muss und zur Sicherstellung der notwendigen Verteidigung von der Staatsanwaltschaft in An wendung von Art. 132 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 133 StPO bereits ein amtlicher Verteidi- ger bestellt worden ist (s. supra Ziff. 4.2). Gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO (anwendbar im Beschwerdeverfahren durch Verweis in Art. 379 StPO) ist die amtliche Verteidigung anzuordnen, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist. Zusätzlich wird für die Gewährung der amtlichen Verteidigung im Beschwerdeverfa h- ren verlangt, dass die Beschwerde nicht aussicht los sein darf (Urteile des Bundesgerichts 1B_732/2011 vom 19. Januar 2012, E. 7.2; 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012, E. 2.3.2; kein Anspruch aus EMRK bei Aussichtslosigkeit: BGE 129 I 129 E. 2.2.2; soweit das Recht jeden Verurteilten betroffen ist, seine Verurt eilung von einem höheren Gericht überprüfen zu lassen , s. demgegenüber BGE 129 I 281 E. 4.3/4.4). Ist bei bereits gewährter am t- licher Verteidigung für das Strafverfahren die Frage der Bedürftigkeit im bisherigen Verfahren noch nicht geklärt, so erfordert die Gewährung der amtlichen Verteidigung im Beschwerdeverfahren zusätzlich das Glau b- haftmachen der Bedürftigkeit (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2012.124 vom 22. Januar 2013, E. 7.1 f.; vgl. BGE 139 IV 113 E. 5.1). 4.4 Mit Verfügung vom 5. April 2012 h atte die Beschwerdegegnerin 1 dem Be- schwerdegegner 2 die amtliche Verteidigung ge stützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO gewährt (Verfahrensakten, pag. 16 -00-0018). Ihre vor mehr als zwei Jahren erfolgte Beurteilung der Bedürftigkeit hat grundsätzlich keine präjudizielle Wirkung für die Beschwerdeinstanz. Bei der Bestimmung der Bedürftigkeit ist im Wesentlichen an die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den Voraussetzungen der unen t- geltlichen Rechtspflege anzuknüpfen (zur "défense facultative" da s Urteil - 18 - des Bundesgerichts 1B_195/2011 vom 28. Juni 2011, E. 3.2 [in BGE 137 IV 215 nicht publizierte Erwägung]). Es obliegt somit grundsätzlich dem Gesuchsteller, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen und soweit als möglich zu belegen, wobei die Belege über sämtliche finanziellen Verpflichtungen des Gesuchstellers sowie über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse Aufschluss zu geben haben. Das Gesuch kann mangels ausreichender Substan tiierung oder mangels Bedürftigkeitsnachweis abgewiesen werden, wenn der Gesuchsteller der ihm obliegenden Pflicht zur Offenlegung seiner finanziellen Situation nicht nachkommt bzw. wenn die vorgelegten Urkunden und die gemachten A n- gaben kein kohärentes und widerspruchsfreies Bild seiner finanzi ellen Ver- hältnisse ergeben (vgl. hierzu u. a. die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BP.2011.39 vom 4. Oktober 2011, E. 1.4; BP.2011.31 vom 13. Juli 2011; zum Ganzen MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 77 f. m. w. H.; NIKLAUS RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar StPO, Basel 2011, Art. 132 StPO N. 30). Dem Formular "unentgeltliche Rechtspflege" ist eine weder von Hand au s- gefüllte noch durch den Beschwerdegegner 2 unterschriebene Steuererklä- rung 2013 beigelegt worden. In der eingereichten "Kopie für den Steue r- pflichtigen" wird ein Nettolohn 2013 in der Höhe von Fr. 16'929. -- angege- ben, wobei vom 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 20 13 ein unbezahlter E r- werbsunterbruch ("Grund: Auszeit mit erspartem Geld") erfolgt sein soll (BP.2014.7, act. 3.2). Davon ausgehend würde ein monatliches Nettoei n- kommen des Beschwerdegegners 2 von Fr. 4'232.25 resultieren, welches sich auch im Bereich sein er früheren Angaben zu seinem Lohn als Mikro - /Montagemechaniker (zwischen Fr. 4'500. -- und Fr. 3'800.--) bewegt (Ver- fahrensakten, pag. 13-01-0008, 13-01-0114). Wird dieses Einkommen den monatlichen Auslagen des bei seiner Grossmutter zur Miete lebenden B e- schwerdegegners 2 gegenüber gestellt, welcher gemäss seinen Angaben im Formular "unentgeltliche Rechtspflege" ( BP.2014.7, act. 3.1) zusa m- mengerechnet Fr. 1'103.60 (inkl. Kost und Logis) betragen sollen, stehen ihm mehrere Tauschend Franken zur freien Verfüg ung. Im Formular "u n- entgeltliche Rechtspflege" wird im Unterschied zu seiner Steuererklärung 2013 lediglich ein monatliches Einkommen aus Ne benerwerb von Fr. 1'500.-- angegeben. Ein (aktueller) Lohnausweis wurde nicht eing e- reicht und irgendwelche weitere Angaben oder Belege, welche es erlauben würden, ein kohärentes Bild der finanziellen Verhältnisse des Beschwerd e- gegners 2 zu gewinnen, liegen ebenfalls nicht vor. - 19 - Unter diesen Umständen lässt sich das Gesuch nicht gutheissen und es ist keine amtliche Verteidigung für das vorliegende Beschwerdeverfahren an- zuordnen. - 20 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die a n- gefochtene Verfügung ist aufzuheben und das Strafverfahren gegen C. we- gen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Verursachung einer Explosion (Art. 223 Ziff. 1 StGB), evtl. Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB), Brandstiftung (Art. 221 Abs. 2, evtl. Abs. 1 StG B), versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), versuchter Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 / 3 StGB) weiterzuführen. 2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Die Bun desstrafgerichtskasse hat den Beschwerdeführern den von ihnen geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von gesamthaft Fr. 3'000.-- vollumfänglich zurückzuerstatten. 3. Die Beschwerdegegnerin 1 hat den Beschwerdeführern eine Parteientschä- digung in der Höhe von Fr. 1'500.-- und der Beschwerdegegner 2 in der H ö- he von Fr. 500.-- für das vorliegenden Beschwerdeverfahren zu bezahlen. 4. Das Gesuch des Beschwerdegegners 2 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung bzw. um Anordnung einer amtlichen Verteidigung wird a b- gewiesen. Bellinzona, 12. August 2014 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: - 21 - Zustellung an - Matthias Zurbrügg, MLaw - Bundesanwaltschaft - Rechtsanwalt Beat Luginbühl Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.