<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2012.00458</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=212187&amp;W10_KEY=13013534&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2012.00458</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.09.2012</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>gemeinnützige Arbeit</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einstellung gemeinnütziger Arbeit. Die Einstellungsverfügung des Beschwerdegegners betreffend die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft angeordnete gemeinnützige Arbeit erfolgte zu Recht, nachdem der Beschwerdeführer die Aufgebote zum Antreten der gemeinnützigen Arbeit nicht befolgt hatte (E. 4.1). Die Anordnung des Beschwerdegegners, die vom Stadtrichteramt und die von der Staatsanwaltschaft bestimmte gemeinnützige Arbeit werde gestützt auf Art. 11 Abs. 1 V-StGB-MStG gemeinsam vollzogen, war nicht gerechtfertigt, da von einem eigentlichen "Vollzug" der gemeinnützigen Arbeit in keinem der beiden Fälle gesprochen werden kann. Sodann war es auch nicht gerechtfertigt, die vom Stadtrichteramt angeordnete gemeinnützige Arbeit "analog" zu derjenigen von der Staatsanwaltschaft angeordneten einzustellen, da sie auf ein Gesuch des Beschwerdeführers zurückzuführen ist und sich für diese Einstellung keine rechtliche Grundlage finden lässt. § 36 JVV setzt nach seinem Wortlaut ("Abbruch") voraus, dass die gemeinnützige Arbeit schon in Vollzug gesetzt wurde, was vorliegend gerade nicht der Fall war. Der Beschwerdegegner hat es denn auch unterlassen, den Beschwerdeführer hinsichtlich dieser Einstellung zu mahnen. Schliesslich durften die Vorinstanzen nicht gleichsam "automatisch" aufgrund des im Zusammenhang mit dem Strafbefehl und des bereits früher gezeigten Verhaltens auf ein entsprechendes, späteres Verhalten des Beschwerdeführers schliessen. Unter Berücksichtigung des vorliegend von ihnen angewendeten Art. 11 Abs. 1 V-StGB-MStG hätte dies zur Folge, dass es dem Beschwerdeführer in Zukunft geradezu verunmöglicht würde, gemeinnützige Arbeit zu verrichten (E. 4.2). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSTELLUNG">EINSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZFREIHEITSSTRAFE">ERSATZFREIHEITSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINNÃTZIGE ARBEIT">GEMEINNÃTZIGE ARBEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWANDLUNG">UMWANDLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 29 JVV</span><br/><span class="ungerade">§ 36 Abs. I JVV</span><br/><span class="gerade">Art. 39 StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 107 StGB</span><br/><span class="gerade">§ 11 Abs. I V-StGB-MStGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=15188" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2012.00458</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">6. September 2012</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Rudolf Bodmer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Justizvollzug Kanton ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend gemeinnÃ¼tzige Arbeit,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C vom 28. Oktober 2011 wurde A der Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz Ã¼ber die BetÃ¤ubungsmittel und die psychotropen Stoffe vom 3. Oktober 1951 (BetmG) schuldig gesprochen und zu gemeinnÃ¼tziger Arbeit von 80 Stunden verurteilt. Nachdem A die Aufgebote zum Antreten der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit nicht befolgt hatte, stellte die Abteilung GemeinnÃ¼tzige Arbeit der BewÃ¤hrungs- und Vollzugsdienste des Amts fÃ¼r Justizvollzug ZÃ¼rich (fortan: Amt fÃ¼r Justizvollzug) am 14. MÃ¤rz 2012 die gemeinnÃ¼tzige Arbeit ein und beantragte der urteilenden BehÃ¶rde, die gemeinnÃ¼tzige Arbeit sei im Nachverfahren in eine Geld- oder Freiheitsstrafe umzuwandeln. Dies war A zuvor mit Schreiben vom 15. Februar 2012 angedroht worden. Einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog das Amt fÃ¼r Justizvollzug die aufschiebende Wirkung, mit dem Hinweis, dass die Berechtigung zur Leistung gemeinnÃ¼tziger Arbeit ab sofort entzogen werde. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gungen des Stadtrichteramts ZÃ¼rich vom 9. November 2011 und vom 30. MÃ¤rz 2012 wurde A wegen Ungehorsams gegen amtliche VerfÃ¼gungen bzw. wegen Widerhandlung gegen das BetmG zu Bussen von Fr. 200.- und Fr. 300.- verurteilt. Am 3. Mai 2012 unterschrieb A eine Vollzugsvereinbarung, um anstelle der Bussen gemeinnÃ¼tzige Arbeit von acht bzw. zwÃ¶lf Stunden zu leisten, woraufhin das Stadtrichteramt dem Amt fÃ¼r Justizvollzug am 8. Mai 2012 den entsprechenden Auftrag erteilte. Am 12. Mai 2012 verfÃ¼gte das Amt fÃ¼r Justizvollzug, die gemeinnÃ¼tzige Arbeit werde mit der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit des (unter I.A. erwÃ¤hnten) Entscheids der Staatsanwaltschaft C gemeinsam vollzogen, stellte den Vollzug der 20 Stunden gemeinnÃ¼tziger Arbeit gemÃ¤ss den VerfÃ¼gungen des Stadtrichtereramts "analog zur EinstellungsverfÃ¼gung vom 14. MÃ¤rz 2012" ebenfalls ein und beantragte der urteilenden BehÃ¶rde, die gemeinnÃ¼tzige Arbeit sei in eine Ersatzfreiheitsstrafe umzuwandeln. Wiederum wurde einem allfÃ¤lligen Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen und A darauf hingewiesen, dass die Berechtigung zur Leistung gemeinnÃ¼tziger Arbeit ab sofort entzogen werde.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Gegen die VerfÃ¼gung vom 14. MÃ¤rz 2012 erhob A mit einer am 11. April 2012 der Post Ã¼bergebenen Eingabe Rekurs bei der Direktion der Justiz und des Innern (nachfolgend: Justizdirektion). Am 15. Mai 2012 rekurrierte er auch gegen die VerfÃ¼gung vom 12. Mai 2012. Er beantragte jeweils sinngemÃ¤ss, die angefochtenen VerfÃ¼gungen seien aufzuheben und es sei ihm die MÃ¶glichkeit zu geben, gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu leisten. Mit VerfÃ¼gung vom 26. Juni 2012 vereinigte die Justizdirektion die Verfahren und wies die beiden Rekurse ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Dagegen erhob A am 28. Juni 2012 Beschwerde am Verwaltungsgericht und beantragte sinngemÃ¤ss, die VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 26. Juni 2012 sei aufzuheben und es sei ihm die MÃ¶glichkeit einzurÃ¤umen, gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu leisten. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 18. Juli 2012 beantragte die Justizdirektion unter Verzicht auf Vernehmlassung und Verweis auf die BegrÃ¼ndung der angefochtenen VerfÃ¼gung die Abweisung der Beschwerde. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug stellte mit Eingabe vom 20. Juli 2012 den gleichen Antrag.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit Eingabe vom 13. August 2012 wies sich Rechtsanwalt B als Rechtsvertreter von A aus und ersuchte um Akteneinsicht sowie GewÃ¤hrung einer angemessenen Frist zur "NachbegrÃ¼ndung". Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 14. August 2012 wurde Rechtsanwalt B eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um dem Verwaltungsgericht eine von A fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren ausgestellte Vollmacht einzureichen und sich zur Beschwerdeantwort vom 20. Juli 2012 vernehmen zu lassen. Am 24. August 2012 reichte Rechtsanwalt B eine entsprechende Vollmacht ein. Mit Eingabe vom 5. September 2012 verzichtete er nach Einsicht der Akten auf eine Stellungnahme.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Beschwerden, die Anordnungen aufgrund des kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 19. Juni 2006 (StJVG) betreffen, fallen in die einzelrichterliche Kompetenz (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 37 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB) kann das Gericht mit Zustimmung des TÃ¤ters an Stelle einer Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 180 TagessÃ¤tzen gemeinnÃ¼tzige Arbeit von hÃ¶chstens 720 Stunden anordnen. Soweit der Verurteilte die gemeinnÃ¼tzige Arbeit trotz Mahnung nicht entsprechend dem Urteil oder den von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde festgelegten Bedingungen und Auflagen leistet, wandelt sie das Gericht in eine Geld- oder Freiheitsstrafe um (Art. 39 Abs. 1 StGB). Vier Stunden gemeinnÃ¼tzige Arbeit entsprechen einem Tagessatz Geldstrafe oder einem Tag Freiheitsstrafe, wobei Letztere nur dann angeordnet werden darf, wenn zu erwarten ist, dass eine Geldstrafe nicht vollzogen werden kann (Art. 39 Abs. 2 und 3 StGB). </p> <p class="Erwgung2">FÃ¼r den Fall, dass eine Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, spricht der Richter eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und hÃ¶chstens drei Monaten aus (Art. 106 Abs. 2 StGB). Das Gericht kann mit Zustimmung des TÃ¤ters an Stelle der ausgesprochenen Busse gemeinnÃ¼tzige Arbeit bis zu 360 Stunden anordnen (Art. 107 Abs. 1 StGB). Leistet die verurteilte Person die gemeinnÃ¼tzige Arbeit trotz Mahnung nicht und kann sie die Busse nicht bezahlen (vgl. Art. 107 Abs. 3 StGB und Art. 106 Abs. 4 StGB), wird die Ersatzfreiheitsstrafe vollzogen (Art. 106 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 5 StGB).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>FÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit sind die Kantone zustÃ¤ndig (Art. 375 Abs. 1 StGB). Nach § 29 der gestÃ¼tzt auf das StJVG erlassenen Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 (JVV) setzt das Amt, sofern das Urteil auf gemeinnÃ¼tzige Arbeit lautet, der verurteilten Person eine Frist an, innert der sie sich melden muss. Verschuldete FristversÃ¤umnis gilt als Verweigerung der Arbeitsleistung und wird der anordnenden BehÃ¶rde mitgeteilt. § 31 Abs. 1 JVV bestimmt, dass das VerhÃ¤ltnis zwischen Amt, verurteilter Person und arbeitgebender Institution mit einer Vereinbarung verbindlich geregelt wird. GemÃ¤ss § 36 Abs. 1 JVV wird die gemeinnÃ¼tzige Arbeit unter anderem dann abgebrochen, wenn die verurteilte Person den Einsatzplan mit der arbeitgebenden Institution trotz Mahnung nicht einhÃ¤lt (lit. b) oder die gemeinnÃ¼tzige Arbeit trotz Mahnung nicht entsprechend den Abmachungen oder Auflagen leistet (lit. c). Das Amt teilt der anordnenden BehÃ¶rde den Abbruch der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit unter Angabe der GrÃ¼nde und der geleisteten Anzahl Stunden gemeinnÃ¼tziger Arbeit mit (§ 36 Abs. 2 JVV).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Nach Art. 11 Abs. 1 der Verordnung des Bundesrats zum Strafgesetzbuch und zum MilitÃ¤rstrafgesetz vom 19. September 2006 (V-StGB-MStG) sind gemeinnÃ¼tzige Arbeiten, die im Vollzug zusammentreffen, gemeinsam zu vollziehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz erwog in der VerfÃ¼gung vom 26. Juni 2012, den Akten sei zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner schon einmal einen Vollzug der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit habe einstellen mÃ¼ssen, nachdem sich der BeschwerdefÃ¼hrer nicht an die Vereinbarungen gehalten habe. Sodann sei unbestritten, dass dieser den Aufgeboten vom 10. Januar 2012 und vom 15. Februar 2012 keine Folge geleistet und sich damit â einmal mehr â als vertragsunfÃ¤hig und unzuverlÃ¤ssig erwiesen habe. Vor diesem Hintergrund bestÃ¼nden erhebliche Zweifel daran, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gewillt und fÃ¤hig sei, gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu leisten, umso mehr, als er am 25. Mai 2012 fÃ¼r einen Tag aus dem Vollzugszentrum D entwichen sei. Ãberdies habe er seine nach dem Strafvollzug geltend gemachte Wohnsituation nicht belegt und sei seine Suchtproblematik nicht gelÃ¶st. Seine AbsichtserklÃ¤rung, er werde eine ambulante Therapie angehen, sei angesichts des Umstands, dass er bereits im Juli 2011 eine stationÃ¤re Massnahme abgebrochen habe, von wenig Gewicht. Die Einstellung der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit gemÃ¤ss der VerfÃ¼gung vom 14. MÃ¤rz 2012 sei daher nicht zu beanstanden. Bei der EinstellungsverfÃ¼gung vom 12. Mai 2012 handle es sich um eine logische Konsequenz der ersten EinstellungsverfÃ¼gung. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer abgeschlossene Vollzugsvereinbarung (vgl. vorn I.B.) sei nicht in Kraft getreten, da die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde â der Beschwerdegegner â hierzu ihre Einwilligung implizit verweigert habe, indem sie mit VerfÃ¼gung vom 12. Mai 2012 den Vollzug der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit eingestellt habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer brachte in der Beschwerdeschrift vor, er trete nach der VerbÃ¼ssung seiner Freiheitsstrafe am 5. Juli 2012 in ein begleitetes Wohnen ein und beginne am folgenden Tag eine ambulante Therapie. WÃ¤hrend seiner Zeit im Vollzugszentrum D habe er nie Drogen konsumiert und die Arbeit stets zuverlÃ¤ssig erfÃ¼llt. Dass er dorthin einen Tag zu spÃ¤t aus dem Urlaub zurÃ¼ckgekehrt sei, sei auf die Beendigung einer Beziehung zurÃ¼ckzufÃ¼hren und ein grosser Fehler gewesen, den er sehr bereue.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz im Zusammenhang mit der EinstellungsverfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 14. MÃ¤rz 2012 sind zutreffend, werden durch die Akten belegt und von den Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers nicht infrage gestellt. In Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG kann daher darauf verwiesen werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Hinsichtlich der VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 12. Mai 2012 kann den AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz allerdings nicht gefolgt werden. ZunÃ¤chst war es nicht angebracht, den gemeinsamen Vollzug der vom Stadtrichteramt und der von der Staatsanwaltschaft C bestimmten gemeinnÃ¼tzigen Arbeit gestÃ¼tzt auf Art. 11 Abs. 1 V-StGB-MStG anzuordnen. Die von der Staatsanwaltschaft C verfÃ¼gte gemeinnÃ¼tzige Arbeit war bereits am 14. MÃ¤rz 2012 eingestellt, einem allfÃ¤lligen Rekurs die aufschiebende Wirkung und die Berechtigung fÃ¼r gemeinnÃ¼tzige Arbeit sofort entzogen worden; dagegen hatte der BeschwerdefÃ¼hrer die vom Stadtrichteramt angeordnete gemeinnÃ¼tzige Arbeit am 12. Mai 2012 â infolge der unmittelbaren Einstellung â noch gar nicht angetreten. Von einem eigentlichen "Vollzug" der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit kann daher in keinem der beiden FÃ¤lle gesprochen werden. Umso weniger ist dies der Fall, als sich der BeschwerdefÃ¼hrer offenbar am letztgenannten Datum zur VerbÃ¼ssung einer Freiheitsstrafe von 180 Tagen im Vollzugszentrum D befand und die 80 Stunden umfassende gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu diesem Zeitpunkt schon seit rund zwei Monaten eingestellt war. Vor diesem Hintergrund ist das Vorgehen des Beschwerdegegners, im gleichen Entscheid den gemeinsamen Vollzug der 80 und der 20 Stunden gemeinnÃ¼tziger Arbeit anzuordnen und die Einstellung der Letzteren zu verfÃ¼gen, nicht gerechtfertigt.</p> <p class="Erwgung2">Sodann war es auch nicht gerechtfertigt, die vom Stadtrichteramt angeordnete gemeinnÃ¼tzige Arbeit "analog" zur VerfÃ¼gung vom 14. MÃ¤rz 2012 einzustellen. WÃ¤hrend die Leistung gemeinnÃ¼tziger Arbeit von 80 Stunden einerseits unmittelbar im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C als Sanktion festgehalten wurde und die Einstellung danach aufgrund der SÃ¤umnisse des BeschwerdefÃ¼hrers gestÃ¼tzt auf § 29 in Verbindung mit § 36 Abs. 1 lit. c JVV erfolgte, ist die andererseits vom Stadtrichteramt angeordnete gemeinnÃ¼tzige Arbeit von 20 Stunden auf ein Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers zurÃ¼ckzufÃ¼hren, anstelle der Bussen gemeinnÃ¼tzige Arbeit verrichten zu dÃ¼rfen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz war die entsprechende Vollzugsvereinbarung fÃ¼r die im Anschluss an die Freiheitsstrafe zu leistende gemeinnÃ¼tzige Arbeit tatsÃ¤chlich bereits in Kraft getreten, handelt es sich doch bei der in Ziffer 8 der Vollzugsvereinbarung genannten zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde nicht um den Beschwerdegegner, sondern das Stadtrichteramt, das diesen am 8. Mai 2012 mit dem Vollzug der Bussen durch gemeinnÃ¼tzige Arbeit beauftragt und damit seine Zustimmung zur Vollzugsvereinbarung erteilt hatte. Entscheidender ist jedoch, dass sich fÃ¼r eine Einstellung der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit von 20 Stunden keine rechtliche Grundlage finden lÃ¤sst. § 36 JVV setzt nach seinem Wortlaut ("Abbruch") voraus, dass die gemeinnÃ¼tzige Arbeit schon in Vollzug gesetzt wurde, was vorliegend durch die unmittelbar nach der Anordnung und gleichzeitig mit dem Vollzug verfÃ¼gte Einstellung gerade nicht der Fall war. Der Beschwerdegegner hat es denn auch unterlassen, den BeschwerdefÃ¼hrer betreffend eine Einstellung zu mahnen (vgl. Art. 39 Abs. 1 StGB). Seitens der Vorinstanzen war es sodann auch nicht gerechtfertigt, gleichsam "automatisch" aufgrund des im Zusammenhang mit dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C und des bereits frÃ¼her gezeigten Verhaltens auf ein entsprechendes, spÃ¤teres Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers zu schliessen. Unter BerÃ¼cksichtigung des vorliegend von ihnen ebenfalls angewendeten Art. 11 Abs. 1 V-StGB-MStG hÃ¤tte dies nÃ¤mlich zur Folge, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer in Zukunft geradezu verunmÃ¶glicht wÃ¼rde, gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu verrichten. Entsprechende Zweifel waren zwar durchaus, eine analoge Einstellung einer tatsÃ¤chlich noch nicht in Vollzug gesetzten gemeinnÃ¼tzigen Arbeit jedoch nicht angebracht.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Beschwerde ist aufgrund des Gesagten teilweise gutzuheissen und die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 12. Mai 2012 in Aufhebung von Disp.-Ziff. III. der VerfÃ¼gung der Vorinstanz vom 26. Juni 2012 aufzuheben. Die Kosten des Rekursverfahrens in der HÃ¶he von Fr. 694.- sind den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Mangels Antrags und Ã¼berwiegenden Obsiegens ist dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gerichtskosten sind ausgangsgemÃ¤ss den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). ParteientschÃ¤digungen wurden keine beantragt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird in Aufhebung von Disp.-Ziff. III. des Rekursentscheids der Direktion der Justiz und des Innern vom 26. Juni 2012 die VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Justizvollzug vom 12. Mai 2012 aufgehoben. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens in der HÃ¶he von Fr. 694.- werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 80.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 1'080.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>