Motion Neukomm 1328 N 21 juin 1991 #ST# 91.3063 Motion Leuenberger-Solothurn Keine Sperrfrist für ausländische Arbeiter im ELG Motion Leuenberger-Soleure Droit aux prestations complémentaires AVS/AI des étrangers domiciliés en Suisse Wortlaut der Motion vom 13. März 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, Bericht und Antrag zu einer Revision von Artikel 2 Absatz 2 des ELG (BG über Ergän- zungsleistungen zur AHV/IV) vorzulegen in dem Sinne, dass die Sperrfrist von 15 Jahren für den Bezug von Ergänzungslei- stungen für niedergelassene Ausländer aufgehoben wird. Texte de la motion du 13 mars 1991 Le Conseil fédéral est chargé de présenter un rapport accom- pagné de propositions concernant la révision de l'article 2, 2e alinéa, de la loi sur les prestations complémentaires AVS/AI, la révision devant avoir pour effet de supprimer le délai de 15 ans avant l'échéance duquel les étrangers domiciliés ne peuvent pas optenir de prestations complémentaires. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Fankhauser, Ul- rich (3) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Zuge der Annäherung der Schweiz an europäische Nor- men stellt die Sperrfrist vom 15 Jahren namentlich für auslän- dische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Niederlas- sung in der Schweiz eine offene Diskriminierung dar, die heute nicht mehr vertretbar ist. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Vor Einführung der EL im Jahre 1966 gab es kantonale und städtische Beihilfesysteme. Auch diese kannten karenzfristen. Limiten sind nötig, wenn man verhindern will, dass Personen wegen unserem Leistungsniveau in die Schweiz einwandern. Da die Ergänzungsleistungen ein Schutzniveau gewähren, das in dieser Form im Ausland kaum besteht, ist Vorsicht und Zurückhaltung angebracht. Speziell sollte vermieden werden, dass ausländische Alters- rentner in geographisch schöne Gebiete ziehen und nach kür- zerer oder längerer Zeit die Schweiz über das EL-System mit hohen Spitex- und Heimaufwendungen belasten. Würde ein solcher Trend mit einer zu starken Liberalisierung im Bereich Ergänzungsleistungen gefördert, würden sich die Personal- probleme, die im Heim- und Spitex-Bereich bestehen, noch verschärfen. Es darf nicht vergessen werden, dass ausländische Altersrent- ner, die vor Erreichen der Pensionierungsgrenze in der Schweiz gearbeitet haben, die Karenzfrist in der Regel erfüllt haben. Kommen sie erst nach Eintritt ihres Rentenalters in die Schweiz, so haben sie hier nichts zur Finanzierung der Sozial- versicherung beigetragen. Eine Karenzfrist für diese beitrags- losen Bedarfsleistungen ist daher in einem gewissen Aus- mass angezeigt. Eine Umfrage bei den Kantonen ergab vor einigen Jahren eine klare Ablehnung von Aenderungen im Bereich der Karenzfri- sten. Bei der Beratung der 10. AHV-Revision in der ständerätlichen Kommission wurde ein Antrag auf Herabsetzung der Karenz- frist von 15 auf 10 Jahre ebenfalls abgelehnt. Ein EWR-Vertrag wie auch ein EG-Beitritt würden zweifellos eine Aenderung des Systems der Ergänzungsleistungen er- fordern. Im Rahmen der dabei notwendigen Ueberprüfung des EL-Systems bzw. einer Umwandlung in ein Zuschuss- system wird auch die Frage der Karenzfrist diskutiert werden müssen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Präsident: Die Motion wird von den Herren Cincera und Ruf bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 91.3030 Motion Neukomm Suchtpräventionsgesetz Toxicomanie. Loi sur la prévention Wortlaut der Motion vom 24. Januar 1991 Der Bundesrat wird beauftragt, trotz der anstehenden Teilrevi- sion des Betäubungsmittelgesetzes unverzüglich die Totalre- vision einzuleiten und dem Parlament baldmöglichst den Ent- wurf zu einem Gesetz zur Prävention und Betreuung Sucht- kranker vorzulegen, das schwergewichtig eine gesamtschwei- zerische einheitliche Suchtprävention anstrebt. Nachdem be- reits verwaltungsintern ein brauchbares Modell in Skizzen vor- handen ist, sollte es möglich sein, die Vorlage zügig ins parla- mentarische Verfahren zu bringen. Die Prävention und Betreuung ist in unserem Land dringend zu koordinieren. Die Kantone und Gemeinden brauchen ver- mehrt finanzielle und fachliche Unterstützung, um den Süchti- gen vermehrt als Kranken und nicht in erster Linie als Kriminel- len zu behandeln. Ziel für eine neue Drogenpolitik muss sein, in der ganzen Schweiz eine einheitliche und aktive Suchtprä- vention zu vermitteln. Texte de la motion du 24 janvier 1991 Le Conseil fédéral est chargé, en dépit de la révision partielle annoncée de la loi sur les stupéfiants, de mettre en oeuvre dans les plus brefs délais une révision totale de la législation en la matière et de présenter au Parlement le plus tôt possible un projet de loi portant sur la prévention et l'assistance aux toxicomanes, qui visera essentiellement une prévention uni- formisée pour l'ensemble du pays. Comme il existe déjà au sein de l'administration un premier projet utilisable dans ses grandes lignes, il devrait être possible de soumettre rapide- ment un projet a la procédure parlementaire. Il est urgent de coordonner au niveau national la prévention et l'assistance aux toxicomanes. Les cantons et les communes ont besoin d'un meilleur appui financier et spécialisé afin de pouvoir traiter les toxicomanes davantage comme des mala- des et non pas comme des criminels. Cette nouvelle politique de lutte contre les toxicomanies doit viser à mettre en oeuvre une prévention active et uniforme dans toute la Suisse. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bär, Bas- ler, Bäumlin, Béguelin, Bircher Silvio, Bodenmann, Borei, Brügger, Bühler, Carobbio, Danuser, Dietrich, Dormann, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggenberger Georges, Engler, Eu- ler, Fankhauser, Gardiol, Grassi, Grendelmeier, Günter, Haf- ner Ursula, Haller, Hari, Herczog, Hösli, Hubacher, Jeanprê- tre, Keller, Kühn, Lanz, Ledergerber, Leemann, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, LeuteneggerOberholzer, Lon- get, Loretan, Maeder, Matthey, Meier-Glattfelden, Meizoz, Meyer Theo, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruf, Sager, Scheid-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Leuenberger-Solothurn Keine Sperrfrist für ausländische Arbeiter im ELG Motion Leuenberger-Soleure Droit aux prestations complémentaires AVS/AI des étrangers domiciliés en Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3063 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1328-1328 Page Pagina Ref. No 20 020 039 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.