<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">313</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>67</b></span> <span class="ft2"><b>Berufliche Vorsorge (§ 40 lit. d StG)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Ohne Nachweis einer Steuerumgehung kann keine Verrechnung der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Auszahlung aus der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a) und dem</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Einkauf in die 2. Säule erfolgen, da es sich um zwei voneinander un-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>abhängige Vorgänge handelt.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">22. Januar 2009 in Sachen A. + M.Sch., 3-RV.2007.195.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">314</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Dem Rekurrenten wurden am 30. November 2004 infolge Ab-</span><br/> <span class="ft1">laufs des Versicherungsvertrages CHF 79'697.75 aus der Säule 3a</span><br/> <span class="ft1">ausbezahlt. Im Dezember 2004 kaufte er sich mit CHF 76'000.00 in</span><br/> <span class="ft1">die 2. Säule ein.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Vorab ist festzuhalten, dass die Parteien übereinstimmend nicht</span><br/> <span class="ft1">von einer Steuerumgehung ausgehen, und der Einkauf in die 2. Säule</span><br/> <span class="ft1">unbestrittenermassen gesetzlich und reglementarisch zulässig war.</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 31 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus anerkannten</span><br/> <span class="ft1">Formen der gebundenen Selbstvorsorge steuerbar. Von den Einkünf-</span><br/> <span class="ft1">ten abgezogen werden können die gemäss Gesetz, Statut oder Re-</span><br/> <span class="ft1">glement geleisteten Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb von</span><br/> <span class="ft1">Ansprüchen aus der beruflichen Vorsorge (§ 40 lit. d StG).</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">Die Schweizerische Steuerkonferenz hält in ihren Anwendungs-</span><br/> <span class="ft1">fällen zur beruflichen Vorsorge und Selbstvorsorge (Stand Dezember</span><br/> <span class="ft1">2007) im Fall A.8.2.1., worauf sich die Vorinstanz stützt, folgendes</span><br/> <span class="ft1">fest: Wird das Guthaben aus der Säule 3a direkt als Einkauf in eine</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule übertragen, ist dieser Vorgang steu-</span><br/> <span class="ft1">erneutral. Einerseits kommt das Säule 3a-Guthaben im Zeitpunkt des</span><br/> <span class="ft1">Transfers nicht zur Besteuerung; andererseits kann die zum Einkauf</span><br/> <span class="ft1">verwendete Einlage steuerlich nicht in Abzug gebracht werden.</span><br/> <span class="ft1">3.4.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die steuerliche Ab-</span><br/> <span class="ft1">zugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeeinrichtungen</span><br/> <span class="ft1">vom 13. November 1982 (BVV 3) dürfen die Altersleistungen frü-</span><br/> <span class="ft1">hestens fünf Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter der AHV</span><br/> <span class="ft1">(Art. 21 Abs. 1 AHVG) ausgerichtet werden. Im Übrigen ist die vor-</span><br/> <span class="ft1">zeitige Ausrichtung der Altersleistungen nur zulässig, wenn der Vor-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">315</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sorgenehmer die ausgerichtete Leistung für den Einkauf in eine</span><br/> <span class="ft1">steuerbefreite Vorsorgeeinrichtung oder für eine andere anerkannte</span><br/> <span class="ft1">Vorsorgeform verwendet (Art. 3 Abs. 2 lit. b BVV 3).</span><br/> <span class="ft1">Damit sieht das Gesetz - bezogen auf den vorliegend zu beur-</span><br/> <span class="ft1">teilenden Sachverhalt - zwei Möglichkeiten für den Bezug des Ka-</span><br/> <span class="ft1">pitals aus der Säule 3a vor: Die Auszahlung des Säule-3a-Guthabens</span><br/> <span class="ft1">an den Versicherten bei Erreichen eines minimalen Alters zur freien</span><br/> <span class="ft1">Verfügung und die (gebundene) Verwendung des Guthabens für den</span><br/> <span class="ft1">Einkauf in die 2. Säule. Letztere Möglichkeit verlangt die direkte</span><br/> <span class="ft1">Übertragung des Guthabens von der Säule 3a in die 2. Säule.</span><br/> <span class="ft1">Für Vorsorgenehmer, welche zur Zeit des Bezuges des Säule-3a-</span><br/> <span class="ft1">Guthabens 5 Jahre oder weniger vor dem ordentlichen AHV-</span><br/> <span class="ft1">Rentenalter stehen, sind nach der gesetzlichen Ordnung beide Va-</span><br/> <span class="ft1">rianten möglich. Das Gesetz gewährt solchen Vorsorgenehmern da-</span><br/> <span class="ft1">mit ein (uneingeschränktes) Wahlrecht für den Bezug ihrer Guthaben</span><br/> <span class="ft1">aus der Säule 3a.</span><br/> <span class="ft1">3.5.</span><br/> <span class="ft1">Der Rekurrent war im Zeitpunkt der Auszahlung seines Säule-</span><br/> <span class="ft1">3a-Guthabens 64 Jahre alt. Auf diesen Zeitpunkt lief auch sein Vor-</span><br/> <span class="ft1">sorgevertrag aus. Er war damit ohne weiteres berechtigt, die Aus-</span><br/> <span class="ft1">zahlung zur freien Verfügung zu verlangen.</span><br/> <span class="ft1">Die steuerneutrale Übertragung, indem der Kapitalbezug aus</span><br/> <span class="ft1">der Säule 3a mit dem Einkauf in die 2. Säule verrechnet wird, kann</span><br/> <span class="ft1">gegen den Willen des Versicherten nicht durchgesetzt werden. Mit</span><br/> <span class="ft1">einem solchen Vorgehen würde das gesetzlich gewährte Wahlrecht</span><br/> <span class="ft1">unzulässigerweise eingeschränkt. Das gilt selbst dann, wenn sich mit</span><br/> <span class="ft1">dem gewählten Vorgehen eine Steuerersparnis erzielen lässt. Zu</span><br/> <span class="ft1">Recht sind die Rekurrenten und die Vorinstanz nicht von einer</span><br/> <span class="ft1">Steuerumgehung ausgegangen.</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend wird festgehalten, dass die Auszahlung des</span><br/> <span class="ft1">Guthabens aus der Säule 3a und der Einkauf in die 2. Säule zwei</span><br/> <span class="ft1">voneinander unabhängige Vorgänge darstellen. Der Einkauf in die</span><br/> <span class="ft1">2. Säule in der Höhe von CHF 76'000.00 ist somit zum Abzug vom</span><br/> <span class="ft1">Einkommen zuzulassen.</span><br/></div> </div> </body> </html>