<h2>InitialSituation<h2><p>Der grösste Teil der im Schweizerischen Bundesarchiv (BAR) und in der Schweizerischen Landesbibliothek (SLB) aufbewahrten Bestände sind heute akut vom Zerfall bedroht. Insgesamt 3000 Tonnen Dokumente bestehen aus säurehaltigem, nicht alterungsbeständigem Papier mit einer sehr beschränkten Lebensdauer. Viele dieser Dokumente sind schon heute sehr stark beschädigt und können nicht mehr lange im Original erhalten und zugänglich gemacht werden. Ohne sofortige Gegenmassnahmen kommt es zu einem unwiederbringlichen Verlust von Kulturgut von nationaler Bedeutung.</p><p>BAR und SLB haben deshalb ein umfassendes Massnahmenpaket zur Bestandeserhaltung konzipiert. Im Zentrum stehen dabei zwei Bestandeserhaltungstechniken, nämlich die Mikroverfilmung und die Massenentsäuerung. Ein grosser Teil der Bestände von BAR und SLB besteht aus Unikaten bzw. aus nur in wenigen Exemplaren vorhandenen Dokumenten, deren historischer, rechtlicher und kultureller Wert unbestritten ist. Es sind Kulturgüter von nationaler Bedeutung, die als Original für künftige Generationen erhalten werden müssen. Indem diese Papiere in grossen Mengen "massenentsäuert" werden, kann ihre Lebensdauer um ein Mehrfaches verlängert werden. Aufgrund umfassender und langjähriger Abklärungen erwies sich für diese Konservierungsform der Bau einer Massenentsäuerungsanlage auf dem Areal der Schweizerischen Munitionsunternehmung in Wimmis als optimale Lösung.</p><p>Für die Erstellung der Anlage wird ein Objektkredit von 13,5 Millionen Franken benötigt. Für die Entsäuerung der Dokumente des Bundes sind für eine erste Periode von fünf Jahren Verpflichtungskredite in der Höhe von insgesamt 10 Millionen Franken notwendig. Die Jahreskapazität der Anlage umfasst 120 Tonnen, die zu mindestens zwei Drittel durch die SLB und das BAR genutzt werden. Ein weiterer Drittel soll anderen Bibliotheken und Archiven in der Schweiz gegen Abgeltung der Behandlungskosten offenstehen.</p><p>Die Massenentsäuerungsanlage wird von der SM Wimmis, die 1998 privatisiert wurde, nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen betrieben. Der Betrieb trägt gleichzeitig zum Erhalt der gesamten Anlage SM Wimmis bei.</p><h2>Proceedings<h2><p> Im <b>Ständerat</b> wurde der Rückweisungsantrag einer Minderheit Reimann mit 31 zu 7 Stimmen abgelehnt; sie hatte die Abklärung der Frage beantragt, zu welchen Bedingungen schweizerische Unternehmen bereit wären, den Betrieb einer solchen Anlage zu übernehmen, und zu welchen Bedingungen die betreffenden Aufträge in ausländischen Betrieben ausgeführt werden könnten. Die Vorlage wurde anschliessend mit einigen kleineren Änderungen einstimmig verabschiedet.</p><p>Der <b>Nationalrat</b> stimmte der vom Ständerat bereinigten Vorlage ohne Diskussion mit 90 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung zu.</p>