STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 Entscheid 28. Januar 2009 Mitwirkend: Präsident R. Oesch, Mitglied M. Berger, Ersatzmitglied A. Tobler und Sekretär M. Ochsner In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten/ Beschwerdeführer, vertreten durch C, diese vertreten durch D, gegen 1. S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, 2. S c h w e iz e r i s c h e E i d g e n o s s e n s c h a f t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2003 und Direkte Bundessteuer 2003 - 2 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 hat sich ergeben: A. A und B (nachfolgend: der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflicht igen) deklarierten in der Steuererklärung 2003 ein steuerbares Einkommen von Fr. 125'600.- (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. von Fr. 125'300.- (direkte Bunde ssteuer) sowie ein steuerbares Vermögen von Fr. 87'000.-. Im Wertschriften - und Guthabenverzeich- nis führten sie Aktiven und Erträge von Fr. 153'485.- bzw. Fr. 2'539.- an. Darin nur mit einem p. m.-Wert entha lten waren ein Kapital von Fr. 509'112.- sowie ein Ertrag von Fr. 56'772.-, welche Beträge der Ehefrau laut einem Ausweis von E zustanden. Diesem Beleg lagen offenbar Anlagen im "Finanzsystem" von F zugrunde. Mit Einschätzungs- entscheid vom 9. Februar 2005 schlug das kantonale Steueramt diese Betr effnisse zu den deklarierten Werten hinzu, sodass sich für die Staats - und Gemeindesteuern ein steuerbares Einkommen von Fr. 182'400.- sowie ein steuerbares Vermögen von Fr. 596'000.- ergaben. Zur Begründung verwies es d abei auf die "BGE vom 10.7.2001 und 25.2.2002". In gleicher Weise nahm e s am 9. Februar/29. März 2005 die Bunde s- steuerveranlagung vor, sodass sich für 2003 ein steuerbares Ei nkommen von Fr. 182'100.- ergab. B. Mit Einsprachen vom 7. März und 7. April 2005 widersetzten sich die Pflich- tigen diesen Aufrechnungen und verfochten die Faktoren gemäss Steuererkl ärung. Dabei machten sie geltend, sie seien Opfer eines gewerbsmässigen Betrugs gewo r- den. Da nicht feststehe, dass die ausgewiesenen E rträge erwirtschaftet worden seien, sei auch zweifelhaft, ob der Schuldner in der Lage gewesen wäre, alle Schulden zu begleichen. Angesichts dieser Unsicherheiten sei mit der Einschätzung zuzuwarten, bis diesbezüglich Klarheit bestehe. Das kantonale Steu eramt wies die Einsprachen mit separaten Entscheiden vom 1 9. September 2005 ab. Dabei berief es sich erneut auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung. Demnach seien die streitbetroffenen Positionen , welche auf Investit i- onen im "G" beruhten, voll steuerbar. C. 1. Mit getrennten Eingaben vom 1 9. Oktober 2005 erhoben die Pflichtigen hiergegen Rekurs und Beschwerde und liessen beantragen, die angefochtenen En t-- 3 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 scheide seien aufzuheben und die Taxationen 2003 gemäss Steuererklärung vorz u- nehmen, unter Zusprechu ng einer angemessenen Parteientschädigung. Sodann sei das Ve rfahren bis zum Abschluss des Strafverfahrens und der Freigabe der Akten durch die Schweizerische Bundesanwaltschaft (sc. in Sachen F [und Mitbeteiligte]) zu sistieren. Nach (stiller) Vereinigung der Verfahren schloss das kantonale Steueramt mit "Rekursantwort" vom 28. Oktober 2005 auf Abweisung der Rechtsmittel. 2. Mit Verfügung vom 30. November 2005 sistierte der Präsident der Steue r- rekurskommission II das Verfahren antragsgemäss, bis die Eidgenössische Steuerver- waltung (ESTV) Einblick in die Strafuntersuchungsakten im Fall F erhalten habe. Mit Schreiben vom 2 1. November 2006 liess die ESTV die Steuerrekursko m- mission II wissen, die Bundesanwaltschaft habe im Fall " H" keine Akten beschla g- nahmt. Da nie die Rede davon war, entsprechende Akten seien beschlagnahmt wo r- den, und weiterhin unbekannt blieb, wie das "G" genau funktioniert hat, weshalb weit e- re Ergebnisse der Untersuchung der "BSU ESTV" abzuwarten seien, dauerte die Si s- tierung des Rekurs- und das Beschwerdeverfahren s gemäss Verfügung vom 24. November 2006 fort. Trotz verschiedener Demarchen gelang es der Steuerrekurskommission II nicht, Essentielles zum " G" in Erfahrung zu bringen. Daher hob das Gericht die Sistie- rung rund zwei Jahre später, am 2. September 2008, auf. Es forderte die Parteien auf, über den Stand der Strafuntersuchung F zu informieren und bekanntzugeben, ob sie bis zum jetzigen Zeitpunkt Einblick in die einschlägigen Strafuntersuchungsakten hät- ten nehmen können. Hierauf teilten die Pflichtigen am 13. September 2008 mit, bis dato habe ihnen die Bundesanwaltschaft keinerlei Ein sichtnahme in die Akten gewährt. Wohl habe die Bundespolizei den Pflichtigen am 1 1. April 2008 in dieser Angelegenheit befragt; doch habe sie ihm bekundet, Akteneinsicht werde zurzeit nicht erlaubt. Nach heutigem E r- kenntnisstand sei mit einer Anklageerhebung im Jahr 2009 zu rechnen. - 4 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 Das kantonale Steueramt, Dienstabteilung Spezialdienste (kurz: DASD), liess das Gericht am 16. September 2008 wissen, die ESTV habe ihm Listen der Namen der in Sachen F beteiligten Investoren zu kommen lassen . D arin erschiene die Pflic htige nicht. Indes lass e sich allgemein festhalten, dass die Anlegergesel lschaft E mit den Investoren häufig einen Zins von 12% p.a. vere inbart habe und die Zinsen regelmässig quartalsweise sowie addiert Ende Jahr ausgewiesen worden seien. S odann habe E selbst in der zweiten Hälfte des Jahres 2004 noch anstandslos Kapitalrückza hlungen geleistet. Am 17. Oktober 2008 lud die Steuerrekurskommission II die Parteien ein, sich zu diesen beiden Eingaben zu äussern. Das kantonale Steueramt verzichtete am 2 4. Oktober 2008 auf eine Stellun g- nahme. Hingegen machten die Pflichtigen binnen erstreckter Frist am 1 2. Dezember 2008 von dieser Möglichkeit Gebrauch. Dabei beantragten sie, das Verfahren bis zum Abschluss des Strafverfahrens der Bundesanwaltschaft in Sachen F (und Mitbeteiligte) zu sistieren, eventuell die angefochtenen Aufrechnungen aufzuheben und su beventuell den Sachverhalt zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Auf das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung, die Begründung in den ang e- fochtenen Entscheiden sowie die Parteivorbringen wir d, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 1. Die Pflichtigen haben die Streitsache bereits am 1 9. Oktober 2005, also vor rund drei Jahren, anhängig gemacht. Die Steuerrekurskommission II hat mit deren B e- urteilung lang zugewartet, in der Erwartung, die Beschaffung weitere r Unterlagen bzw. die Einblicknahme in momentan nicht ohne Weiteres greifbare Akten würde es den Parteien und damit indirekt auch dem Gericht erlauben, sich Klarheit über die rechtl i- che Gestaltung des massgeblichen Vertragsverhältnisses zwischen der Pflichtigen und der E bzw. dem nach Angabe der Pflichtigen betroffenen Anlagevehikel des " G" sowie der konkreten Funktionsweise der Geldanlage zu verschaffen. Indes ist es trotz en t-- 5 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 sprechender Bemühungen bis anhin nicht gelungen, diesem Ziel näher zu kommen. Auch ist nicht absehbar, wann und ob überhaupt dereinst hinreichende U nterlagen zur Verfügung stehen werden, um eine einwandfreie Klärung der Verhältnisse vorzune h- men. Bei solcher Lage der Dinge lässt sich ein weiteres Zuwarten nicht mehr rechtfe r- tigen, zumal das aus Art. 29 BV fliessende (und für Gerichtsi nstanzen auch in Art. 74 Abs. 2 KV verankerte) Beschleunigungsgebot zu beachten ist. Gemäss dieser Maxime obliegt es den zuständigen Behörden, beförderlich zu handeln . So müssen Unters u- chungen binnen nützlic her Frist abgeschlossen sein. Bestehen Unklarheiten oder U n- sicherheiten, namentlich im Sachverhalt, sind die Steuerbehörden nicht gehalten, z u- zuwarten, bis diese beseitigt sind; insofern besteht kein Anspruch des Steue rpflichtigen darauf, dass die Einschät zung hinausgeschoben wird (Ric hner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisie rten Zürcher Steuergesetz, 2.A., 2006, § 139 N 11). Dies gilt in erhöhtem Mass auch für eine Gerichtsinstanz. Bei diesem Ergebnis fällt eine Sistierung des Verfahrens bis zur Einsichtnahme in die Strafakten F bzw. bis zur allfäl- ligen Anklageerhebung oder gar bis zum Strafurteil au sser Betracht; weiteres Zuwarten wäre mit dem Anspruch auf eine B eurteilung der Strei tsache binnen angemessener Frist nicht mehr vereinbar (vgl. BGr, 30. September 2008, 5A_20/2008). Das gilt umso mehr, als die Bundesanwaltschaft nicht etwa demnächst schon Anklage erheben wird, sondern zunächst dem Eidg. Untersuchungsrichteramt die Eröffnung einer Vorunters u- chung beantragen wird. 2. Streitig ist vorliegend, ob die im Auszug E in der Übersicht für die Zeitspa n- ne vom 31.12.2002 bis 31.12.2003 ausgewiesenen Werte einkommens - und vermö- genssteuerwirksam sind oder nicht. Darin wird für die Pflichtige ein Kapital per Ende 2003 von Fr. 509'112.18 sowie ein Jahresertrag 2003 von Fr. 56'772.54 aufgeführt. 3. Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) bzw. Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern für Kantone und Gemeinden vom 1 4. Dezember 1990 (StHG) unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommen ssteuer. Dazu gehören laut Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG namentlich die Erträge aus b eweglichem Vermögen, wie Zinsen aus Guthaben (je lit. a) und Dividenden, Gewinnanteile und Vor- teile aus Beteiligungen aller Art ( je lit. c). Hingegen sind Kapitalgewinne aus der Ve r-- 6 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 äusserung von Privatvermögen – mit Ausnahme von Grundstückgewinnen bei den Gemeindesteuern – nach Art. 16 Abs. 3 DBG und § 16 Abs. 3 StG steuerfrei. Entsp re- chend sind die auf diesem Vermögen realisierten Kapitalverluste nicht abzugsfähig. Der Vermögenssteuer unterliegt nach § 38 Abs. 1 StG das gesamte Reinve r- mögen. Massgeblich für die Bemessung ist laut § 39 Abs. 1 StG der Verkehrswert am Bewertungsstichtag. Guthaben wie Forderungen sind grundsätzlich zum Nominalwert steuerbar; vorbehalten sind besondere Umstände, welche den Wert beeinträchtigen. a) Ein steuerfreier Kapitalge winn bzw. ein nicht abzugsfähiger Kapitalverlust liegt (namentlich) dann vor, wenn der Mehr - bzw. Minderwert eines Vermögensrechts des beweglic hen Pri vatvermögens dadurch realisiert worden ist, dass dieses Rec ht veräussert worden, das heisst wirt schaftlich betrachtet aus dem Vermögen des Ste u- erpflichtigen ausgeschieden ist. Steuerfrei sind deshalb all jene Wertzuflüsse beim Steuerpflichtigen, welche als Gegenwert (Erlös) für das durch Veräusserung realisierte Vermögensrecht e rscheinen ( RB 1987 Nr. 20 = StE 1988 B 24.4 Nr. 11). Hingegen sind Einkünfte, die dem Steuerpflichtigen aus einem privaten beweglichen Vermögens- recht zufliessen, ohne dass ihr Zufluss Folge einer V eräusserung im umschriebenen Sinn ist, gemäss Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG (je lit. a, ev. lit. c) steuerbarer Vermögensertrag (vgl. für die direkte Bundessteuer : BGr, 10. Juli 2001, StE 2001 B 21.1 Nr. 10 und 21. Oktober 1996, ASA 66, 377 E. 2b). Fasst eine Vermögensve r- walterin ihr anvertraute Kundengelder in einem Pool zusammen, so g elten entspr e- chende Auszahlungen oder Gutschriften laut konstanter Praxis des Bundesgerichts als Vermögensertrag (8. August 2007, 2A.613/ 2006 und 2A. 214/2006, mit Verweisungen, auch zum Folgenden). Dabei kommt es auf die Finanzierung nicht an. Selbst wenn die ausgewiesenen Ertr äge nicht real erwirtschaftet worden, sondern bloss fingiert sind, ändert dies nichts daran. Darum spielt es keine Rolle, dass getätigte Auszahlungen aus zu Beginn der Abrechnungsperiode bereits vorhandenem Kapital oder aus zug e- flossenen Neugeldern finanziert worden sind. An dieser Rechtsprechung , wonach bei einem betrüger ischen Schneeballsystem ausgewiesene Gutschriften , auch wenn sie ganz oder grösstenteils fiktiv sind, als Vermögensertrag steuerbare Eink ünfte und nicht Kapitalgewinne darstellen, hat das Bundesgericht bis jetzt trotz heftiger Kritik festgehal- ten (so zuletzt am 1 5. Januar 2008, 2C_565/2007 , auch zum Folgenden ). Bei alledem ist unbeachtlich, dass ein den Gewinnausweisen allenfalls zugrunde liegendes Umve r- teilsystem wie z.B. ein Schneeballsystem nicht den vereinbarten Anlegerichtlinien en t- spricht und sogar als widerrechtlich erscheint. - 7 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 b) Laut Art. 209 Abs. 2 DBG und § 49 Abs. 2 StG ( vgl. auch Art. 63 Abs. 2 StHG) gilt für natürliche Personen das Kalenderjahr als Steuer periode. Das steuerbare Einkommen bemisst sich gemäss Art. 210 Abs. 1 DBG und § 50 Abs. 1 StG (bzw. Art. 64 Abs. 1 StHG) nach den Einkünften der Steuerperiode. Nach allgemeinen ste u- errechtlichen Grundsätzen ist ein Einkommen dann als zugeflossen und damit als er- zielt zu betrachten, wenn die steuerpflichtige Person Leistungen vereinnahmt oder e i- nen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich verfügen kann. Vorherrschend ist die Besteuerung im Zeitpunkt des Forderungserwerbs. Ausnahm s- weise wird aber von diesen Grundsätzen abgewichen, namentlich wenn die Erfüllung der Forderung als unsicher betrachtet werden muss (vgl. zum Ga nzen u.a. BGE 113 Ib 23 E. 2e; 105 Ib 238 E. 4a; StE 2005 A 24.21 Nr. 16 E. 4.1). Eine besondere Unsicher- heit bezüglich der Einkommenssituation liegt namentlich dann vor, wenn ein Umstand den Zufluss im Zeitpunkt des Forderungserwerbs zu verhindern vermochte. Die Real i- sierung vo n Einkommen ist u.a. dann fraglich, wenn eine Leistung im Konkurs des Leistungserbringers der Rückforderung durch die Konkursmasse unter liegt. Dieser Rückforderungsanspruch betrifft Leistungen des Schuldners, welche dieser i nnerhalb des letzten Jahres vor der Konkurseröffnung vorgenommen hat (Art. 286 f. SchKG). c) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG und § 132 Abs. 1 StG haben die Steuerbehörden zusammen mit dem Steuerpflichtigen alles zu tun, um die für die vollständige und ric h- tige Besteuerung massgeblichen tatsäc hlichen und rechtlichen Verhältnisse festzuste l- len. Diese Behörden haben der Veranlagung bzw. Einschätzung nur jene Tatsachen zugrunde zu legen, von deren Vorhandensein sie sich nach durchgeführter Unters u- chung selber überzeugt haben ( RB 1987 Nr. 35). Im R ekurs- bzw. (erstinstanzlichen) Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz, dass der Steuerpflichtige von sich aus eine substanziierte Sachdarstellung für steueraufhebende bzw. -mindernde Tatsachen vo r- zutragen hat. Gemäss der allgemeinen Regel trägt die Steuer behörde die Bewei slast für steuerbegründende oder -erhöhende, der Steuerpflichtige dagegen für steuermi n- dernde oder -aufhebende Tatsachen (BGr, 1. Oktober 2008, 2C_ 288/2008, E. 4.4; 4. April 2008, 2C_637/2007, E. 2.4; 21. Februar 2002, StR 2002, 816 E. 2.3). Macht der Steuerpflichtige geltend, ein Vermögenszufluss sei steuerfrei, so ist er hierfür beweisbelastet und hat er die seiner Behauptung zu grunde liegenden steuermindernden Tatsachen von sich aus durch eine substanziierte Sachdarstellung darzulegen, aus welcher sich ohne weitere Untersuchung der Schluss auf das Vorli e-- 8 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 gen eines einkommenssteuerfreien Vorgangs ziehen lassen muss (VGr, 6. Mai 1997, StE 1998 B 21.3 Nr. 3; RB 1994 Nr. 33, 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 55). Die dem Steue r- pflichtigen obliegende B eweisleistung setzt in erste r Linie und in jedem Fall eine – spätestens v or Rekurskommission zu gebende – substanziierte Sachdarstellung vo r- aus. Substanziiert ist die Sachdarstellung dann, wenn aus ihr im Einzelnen Art, Motiv und Rechtsgrund des geltend ge machten steuermindernden Umstands in der Weise hervorgehen, dass bereits gestützt darauf – aber unte r Vorbehalt der Beweiserh e- bung – die rechtliche Beurteilung der Abzugsfähigkeit solcher Aufwendungen mö glich ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügende n Substanziierung, so hat die Rekur s- kommission keine Abklärungen zu treffen, um sich die erforderlichen Grundl agen zu beschaffen (RB 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 64). Für die von ihm verfochtenen, hinreichend substanziierten tatsächlichen Behauptungen hat der Ste uerpflichtige von sich aus b e- weiskräftige Unterlagen einzureichen oder die Beweismittel wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB 1975 Nr. 55). 4. a) Die Pflichtige (allenfalls die Pflichtigen, was indes, da steuerrechtlich im vorliegenden Zusammenhang unerheblich, offen bleiben mag) unterhielt bei E ein De- pot unter der Nummer …. Grundlage bildete ein Schweizer Recht unterstehende r Treuhandvertrag zwischen der Pflichtigen als "Treugeberin" und E als "Beauftra gten" vom "18.02.2002". Demnach beauftragte sie E, in eigenem Name n, jedoch auf G efahr der Treugeberin "Vermögenswerte", also Treuhandgut, bei der I zu investieren und zu verwalten. Gemäss dieser Vereinbarung verblieben diese Vermögenswerte sowie d e- ren Ertrag vollumfänglich im Eigentum der Treugeberin und sollte n dieser j ederzeit unter Beachtung der gegenüber I einzuhaltenden Kündigungsfristen auf erste Aufforde- rung hin zu unbeschwerter Verfügung herausgegeben werden. Das Risiko für die Ve r- waltung und Erhaltung des Treuguts verblieb bei der Treugeberin. Gleichentags traf die Pflichtige mit der E eine I nvestitionsvereinbarung, welche einen integrierenden Be- standteil des Treuhandvertrags bildete . Demnach betrug die bis 31. Dezember 2002 minimal zu leistende Investitionssumme Fr. 250'000.- und konnte jederzeit um weitere Fr. 50'000.- erhöht werden. Die Investit ionssumme sollte nach Eingang bei E an die I weitergeleitet und auf den ersten Bankentag des Folgemonats mit 12% verzinst we r- den. Eine Kündigung war frühestens nach Ablauf eines Jahres ab Zahlung seingang unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten auf Ende eines Kalenderquartals zulä s- sig. Der Zins war jeweils am Ende eines Kalenderquartals abzurechnen und dem I n-- 9 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 vestor gutzuschreiben. Dieser konnte die Auszahlung der Zinserträge unter W ahrung einer Kündigungsfrist von einem Monat auf ein beliebiges Quartalsende verlangen. Gemäss Auszug belief sich das entsprechende Kapital der Pflichtigen per 31.12.2002 auf Fr. 452'339.64. Im Jahr 2003 erfolgten weder Ein - noch Rückzahlu n- gen. Per Ende Jahr betrug das Kapital Fr. 509'112.18. Demgemäss er gab sich eine Zunahme und entsprechend ein ausgewiesener "Ertrag" pro 2003 von Fr. 56'772.54. Am 29. Juni 2004 hat die Pflichtige das Depot per Ende September 2004 ge- kündigt. In der Folge gelang es ihr trotz weiteren Bemühungen (wie namentlich auch einem Betreibungsbegehren) nicht, E zur Rück- und Auszahlung des investierten Kapi- tals sowie der aufgelaufenen Zinsen zu bewegen. Per September 2004 soll en die auf das Konto einbezahlten Mittel der Pflichtige n Fr. 440'889.70 und die darauf aufgelaufe- nen Zinsen ( Fr. 556'365.- ./. Fr. 440'889.70 =) Fr. 115'475.30 erreicht haben, wie Schreiben des Rechtsvertreters der Pflichtigen vom 2 9. Oktober und 6. Dezember 2004 an die K in N, und M in N, zu entnehmen ist; dabei wird Bezug auf einen Auszug von E per Ende September 2004 hinsichtlich der bei der K angelegten Mittel genom- men. Laut Angaben der Pflichtigen war d iese Gruppe zu jener Zeit zahlungsunfähig und ist am 28. Oktober 2004 in "vorläuf ige Liquidation" gesetzt worden. Die Pflichtigen haben die Forderung, so weiter, am 6. Dezember 2004 bei M (N) als Liquidator ang e- meldet. Bis anhin sind ihnen anscheinend gleichwohl noch keine Gelder ausgerichtet worden. b) Das gewählte Konstrukt basierte gemäss Darstellung d er Pflichtigen auf b e- trügerischen Machenschaften, welche F zu verantworten ha be. Aufgrund eines zuvor von O geschaffenen Vertrauensverhältnisses hätten sie, die Pflichtigen , sich ent- schlossen, über E ins F einzusteigen und davon zu profitieren, selbstredend in der – angeblich auch von ausgewiesenen Fachle uten geteilten – Meinung, es handle sich um ein seriöses und effizientes Geschäft. Doch habe sich später g ezeigt, dass die als erzielt ausgewiesenen Traumrenditen erfunden und rein fiktiv gewesen seien; die v on F eingesetzten Firmen auf den N und den P seien bloss "Fassaden" gewesen und hä t- ten entgegen dem nach aussen erweckten Anschein keine Gelder verwaltet. Die Bu n- desanwaltschaft habe die Geschädigtenstellung der Pflichtigen ane rkannt, wie aus der elektronischen Bestätigung der Bundeskriminalpolizei hervorgehe. Der Ausweis von E per 31. Dezember 2004 habe den Ertrag pro 2004 und den Kapitalbestand mit je Fr. 0.- aufgezeigt. Dies, nachdem die Beraterin noch per 30. September 2004 ein Kap ital von - 10 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 Fr. 556'365.- und einen Ertrag für das dritte Quartal 2004 von Fr. 16'334.09 aufgezeigt habe. Zur Begründung des Nulle r-Ausweises habe E erläutert, es laufe g egen F und Beteiligte ein Ermittlungsverfahren mit Verdacht auf gewerbsmässigen Betrug, eventu- ell Veruntreuung; daher sei die Anlage nicht bewertbar. c) Nicht auszuschliessen ist, ja a ngenommen werde n darf aufgrund dieser Ausführungen, dass die Pflichtigen mit ihrem Engagement bei E zu Schaden geko m- men sind. Doch ist nicht erstellt, wann ein solcher eingetreten und wie hoch er ausg e- fallen ist bzw. letztlich ausf allen wird. Ob sie, wie behauptet, Opfer eines betrüger i- schen Systems oder aber einer hochrisikobehafte ten Anlagestrategie gewo rden sind, mag offen bleiben. Fest steht hingegen, dass sie mit E als Vermögensverwalter sowie der K bzw. deren I in einem Vertragsverhältnis standen . Aufgrund der vorliege nden Unterlagen sowie den in einem früheren Verfahren anges tellten Überlegungen scheint es, dass E als indirekter Stellvertreter der Pflichtigen gegenüber der K aufgetreten ist (StRK II, 1 2. Mai 2005, 2 ST.2005.99). D er Vermögensverwalter der Pflicht igen hat, wie erwähnt, per Ende 2003 ein ihnen zustehendes Kapital von Fr. 509'112.18 sowie einen Ertrag pro 2003 von Fr. 56'772.54 ausgewiesen. Dass dieser – wohl auf Anga- ben der K beruhende – "Zins- und Kapitalausweis" gefälscht sei, wird nicht behau ptet. Indes machen die Pflichtigen geltend, er entspreche nicht den Tats achen. Denn in Tat und Wahrheit se ien die Mittel nicht (mehr) vorhanden bzw. jedenfalls nicht (mehr) ab- und rück ziehbar und die Zinserträge bloss fiktiv, d.h. ohne realen Hintergrund gew e- sen. Ungeachtet dessen, ob die Behauptung der Pflichtigen zutrifft oder nicht, ist unter den gegebenen Umständen davon auszugehen, dass der Ausweis der E eine verbindliche Mitteilung darstellt. Zwar halten die Pflichtigen neuerdings dagegen, diese "Quittungen" seien als "nicht werthaltige Zinsbescheinigungen" zu werten, weil weder von der richtigen Stelle noch von der richtigen Person erstellt, und bildeten daher ledig- lich unverbindliche Mitteilungen, möglicherweise in Vertretung des "Ertrag sschuldners" ergangen. Diese Beurteilung erstaunt umso mehr, als sie sich selber g egenüber der K auf genau jene Zahlen berufen, welche der Ausweis von E per 30. September 2004 enthält. Dies zeigt, dass auch sie von der Korrektheit dieser Bestätigung ausg ehen. Inwiefern dem Ausweis unter solchen Umständen keine rechtsverbindliche Wi rkung zukommen soll, ist nicht nachvollziehbar. Dies umso weniger, als der Treuhänder gehalten ist, zuha nden des Treugebers korrekte Angaben zu tätigen, anson sten er seine vertraglichen Verpflichtungen verletzt , gegebenenfalls schadener satzpflichtig - 11 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 wird und belangt werden kann ; von einer unverbindlichen Mitte ilung kann keine Rede sein. Hinzu kommt, dass d ie Pflichtigen offenkundig selber davon ausg egangen sind, die Ausweise seien reell. Zu keiner Zeit haben sie geltend g emacht, sie hätten von I (oder der K) direkt Quartals- oder Jahresabrechnungen erha lten. Weil die Anlage bei I gemäss vertraglicher Abmachu ng im eigenen Namen von E erfolgte, liegt es nahe, ja geradezu auf der Hand , dass jeweils keine Direkt benachrichtigung erfolgte. Eine Ve r- bindung von I bestand offenkundig stets nur zu E. Bei solcher Gestaltung mussten die Quartals- und Jahresrechnungen von E massgeblich sein. Die Pflichtigen verkennen, dass sie nicht, wie behauptet, allein Opfer des F Systems, sondern vorab von E und deren Verhalten sind. d) Steuerlich entscheidend ist laut der Rechtsprechung vorab, ob die E als Vermögensverwalterin und mit ihr die K bzw. I die anvertrauten Gelder ihrer Kunden – und so auch der Pflichtigen – in einem Pool zusammengefasst oder einzeln je Anleger verwaltet hat. Wer letztlich Schuldnerin der Leistung war, ist aus dieser Sicht irrelevant. Daher spielt es keine Rolle, ob d er Leistungsanspruch der Pflichtigen gegenüber E oder aber – sei es direkt, sei es indirekt – gegenüber der K (bzw. I) bestand. Dass da- bei allenfalls überhöhte oder gar nicht existente Gewinn ausgewiesen wurden, ist ebenso bedeutungslos wie di e Frage, ob die Vermögenswe rte am Stichtag noch real vorhanden bzw. vollumfänglich abgesichert waren. Unerheblich ist daher entgegen der Meinung der Pflichtigen, ob E, die zuständigen Investmentmanager bzw. die K die ihr überlassenen Gelder überhaupt in ge eigneter Weise a ngelegt und Renditen erzielt haben, welche die getätigten Auszahlungen ermöglicht hätten. Schneeballsystemen, wie hier möglicherweise eines vorgelegen hat, ist – wie auch aktuelle Beispiele zei- gen – eigen, dass die als Gewinn bzw. Ertrag au sgewiesenen Betr äge in Tat und Wahrheit gar nicht erwirtschaftet worden sind, sondern einzig auf dem Papier b estehen und insofern fiktiv sind. Notfalls werden eben frische, d.h. neu aufgenomm ene Gelder verwendet, um ausgewiesene Betreffnisse, deren Auszahl ung verlangt wird, und alle n- falls Rückzahlungen an Investoren zu fina nzieren. Steuerlich ist die Quelle solcher Leistungen ohne Belang. Nach den Beweislastregeln obliegt es den Pflichtigen, den Nachweis zu erbringen, dass die Voraussetzungen für die Ste uerbarkeit nicht oder nicht mehr vor- handen waren. Mit dem Ausweis der E wird zumindest der Anschein erweckt , die Da- ten deckten sich mit der realen Situation . Gerade im Licht früherer rechtskräftiger Ei n- schätzungen, in welchen (jedenfalls ursprünglich) mit den Pflichtigen von der Real ität - 12 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 und Richtigkeit der ausgewiesenen Erträge und Vermögen ausgegangen wurde, und in Anbetracht dessen, dass keinerlei Anzeichen dafür vorliegen, dass jedenfalls vor A n- fang 2004 (allenfalls April 2004) als Ve rmögenszuwächse auf geführte Erträge oder einbezahlte Kapitalien trotz entsprechendem Begehren nicht zur Auszahlung g elangt sind, müssen die aufgeführten Beträge im Licht der Rechtsprechung als real b etrachtet werden. Es ist Sache der Pflichtigen, darzutun und zu beweisen, da ss diesem Schluss steuermindernd oder -aufhebend bestimmte Umstände entgegenstehen. Ob die Darle- gungen der Pflichtigen in dieser Richtung hinreichend substanziiert sind, ist fraglich. Denn sie beschränken sich auf – unter den gegebenen Umständen naturg emäss – wenig präzise Ausführungen und Vermutungen zum System F und dessen Funktions- weise. Ungenaue Angaben vermögen indes nicht zu genügen. aa) Vorab wird nicht dargetan, ob und wie E bzw. I die einbezahlten Gelder angelegt und verwaltet hat. Schon deshalb bleibt mangels anderweitiger Info rmationen unklar, ob für jeden Kunden je ein separates Konto geführt worden ist oder ob die Mi t- tel gemeinsam angelegt und gepoolt worden sind. Es ist nicht ausgeschlossen , son- dern vielmehr wahrscheinlich, dass die Empfänger die Gelder gar nicht am Finanz - oder Kapitalmarkt angelegt haben, sondern dass diese Mittel a uf ein Samme lkonto geleitet worden und dort verblieben bzw. zweckentfremdet verwendet worden sind. Diesfalls wäre die "An lage" von v ornherein zwangsläufig gepoolt . Insofern fehlt es je- denfalls bereits an einer hinreichenden Substanziierung. Die Pflichtigen haben den ihnen obliegenden Nachweis, dass mit ihrem Investment Kapitalgewinne erzielt – damit einkommensteuerfreie Vermögen szugänge stattgefunden haben – und ke ine Verm ö- genserträge "erwirtschaftet" worden sind, nicht rechtsgenüglich angetreten, geschwe i- ge denn geleistet. bb) Sodann ist nicht bekannt, ob andere Kunden von E in der streitbetroffenen Steuerperiode Auszahlungen von ausgewiesenen Erträgen oder Rück zahlungen ve r- langt haben. Solches wird nicht einmal behauptet. Immerhin ist au fgrund von (anon y- misierten) Belegen, welche die ESTV vorgelegt hat, nicht auszuschliessen, dass nicht nur Gutschriften erfolgt sind, sondern dass E bzw. die K (bzw. I) Auszahlungen getätigt hat. Dies gilt jedenfalls für 200 2. Ein strikter Nachweis dafür fehlt indes. Allerdings – und das ist entscheidend – steht auch das Gegenteil nicht fest. Ebenso wenig auszu- schliessen ist ferner, dass noch im Oktober 2004 Beträge ausbezahlt wo rden sind. Dabei soll es mitunter, wie es scheint, um hohe sechsstellige Summen gegangen sein. Mit dem vom Steueramt angerufenen Beleg wird allerdings einzig eine Ausza hlung - 13 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 angezeigt, jedoch nicht ausgewiese n. Allein schon vor dem Hintergrund der Schreiben von E an die Pflichtigen vom 30. September und 1 3. Oktober 2004, w onach die von diesen verlangte Auszahlung der ihnen laut Ausweis zustehenden Gelder terminge- recht erfolgen werde und die Anlegegelder von der K bereits u nterwegs seien, was beides sich im N achhinein als falsch erweisen sollte, sind Zweifel an der Aussag ekraft dieses Beweismittels angebracht . Doch kommt es darauf gar nicht an. Nur w enn e r- stellt wäre, dass Anleger trotz fristgerechter Kündigung keine Auszahlungen der Erträ- ge 2003 – frühestens möglich per 31. März 2004 – erwirkt haben bzw. hätten erwi rken können, weil die Schuldnerin damals dazu mangels hinreichender finanzieller Mi ttel nicht in der Lage gewesen wäre , sähe es möglicherweise – wenigstens partiell – anders aus. Doch ist dieser Nac hweis nicht erbracht. Daher kann nicht davon ausg e- gangen werden, die Forderungen sei en schon zu jener Zeit aus der steuerlich mas s- geblichen beschränkten Sicht auf die Leistungsfähigkeit des Schuldners bezüglich ein- zelner Aus- bzw. Rückzahlungsbegehren nicht mehr gesichert gewesen. Eine steuerrelevante effektive Realisierung von Vermögenserträgnissen liegt dann vor, wenn die Leistung tatsächlich zufliesst oder aber eine entsprechende Gu t- schrift erfolgt, es sei denn, die Forderung erweise sich als uneinbringlich (BGr, 8 . Au- gust 2007, 2A.613/2006 und 2A.614/2006 , auch zum Fo lgenden). Die Steuerbarkeit entfällt eben selbst dann nicht, wenn die dem Gewinnausweis zugrunde liegenden Ge- schäfte mit dem vereinbarten Anlagekonzept nichts zu tun ha ben und im Grund wid er- rechtlich sind. Auch wenn es zutreffen sollte, dass das Geschäftsgebahren von F und E als betrügerisch und damit strafrechtlich relevant einzustufen sind, ä nderte das an der rechtlichen Beurteilung nichts. Dass eine besondere Unsicherheit bezüglich der Einkommenssituation bestand, welche den Zufluss im Zeitpunkt des Forderungse r- werbs zu verhindern vermochte , ist nicht erstellt . Über die E wurde laut Feststellung der ESTV am 2. Februar 2005 der Konkurs eröffnet. Gestützt auf betre ibungs- und konkursrechtliche Überlegungen wären, wie erwähnt, einzig Ford erungen gegenüber dieser Verwalterin als unsicher zu taxieren, welche binnen des letzten Ja hres vor der Konkurseröffnung entstanden sind und daher von der Konkursmasse zurückgefordert werden könnten. Auswirkungen auf Auszahlungen in der streitbetroffenen Periode w ä- ren von daher keine zu befürchten gewesen. Wie es sich die sbezüglich im Verhältnis zur K verhält, mag offenbleiben. Wohl soll sie am 28. Oktober 2004 in vorläufige Liqu i- dation gesetzt worden sein. Do ch ist nicht bekannt, welche Konseque nzen ein solcher Schritt im vorliegenden Zusammenhang nach sich gezogen hätte . Jedenfalls steht nicht fest, dass die Schuldnerin, sei es die I bzw. die K, sei es E, aufgrund der fina n-- 14 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 ziellen Lage nicht imstande gewesen wäre, die Forderungen der Pflichtigen auszuza h- len, hätten diese sie rechtzeitig, also 2003 oder spätestens im April 2004 geltend g e- macht. Träfe die gegenteilige Behauptung der Pflicht igen zu, bestünde insoweit eine Unsicherheit, mit der Folge, dass der Zuf luss nicht als vollendet ang enommen werden dürfte (so in BGr, 1 5. Januar 2008, 2C_565/2007); doch lässt sich eine solche auf- grund der vorliegenden Unterlagen nicht verifizieren . Ein solcher U mstand ist daher nicht zu beachten. Für die Vermögensanlagen bei E (bzw. I) müssen somit schon deren Bestät i- gungen über den "angeblichen" Vermögenszuwachs als einkommensbildend beu rteilt werden. Denn es steht nicht fest, dass die Anleger gestützt darauf hierüber nicht hätten verfügen können. Bei dieser Sicht konnten sie entweder sich die Gutschrift au szahlen lassen oder diese für weitere Anlagen im Sinn des Treuhandvertrags und der Investiti- onsvereinbarung E bzw. I zur Verfügung stellen (zur Besteuerung von Gutschriften aus Schneeballsystemen allgemein: ASA 66, 377 E. 4; StR 2003, 353). cc) Zwar ist den Pflichtigen zuzugestehen, dass sie alles ihnen Mögliche und Zumutbare unternommen haben, um die Sach - und Rechtslage klarzustellen. Dabei sind sie auf zurzeit unüberwindliche Schwierigkeiten gestossen. Insofern trifft sie kein Vorwurf, sie hätten (steuer)gesetzliche Mitwirkungspflichten verletz t. Anderseits mü s- sen sich die Steuerbehörden nicht vorhalten lassen, sie seien ihrer Untersuchung s- pflicht nicht nachgekommen. Vielmehr ist es so, dass angesichts der komplexen un d momentan von aussen undurchschaubaren Verhältnisse des " F" nach wie vor eine erhebliche Ungewissheit besteht. Weder lässt sich beurteilen, wie die Gelder a ngelegt worden sind, namentlich, ob für den einzelnen Kunden getrennte Kon ti geführt oder ob die Mittel zusammengefasst und insofern gepoolt worden sind, noch lässt sich feststel- len oder wenigstens prognostizieren , wie ho ch der (grundsätzlich wohl anzuerkennen- de) Schaden für die Anleger letztlich ausfallen wird. Ebenso wenig ist eine Au ssage darüber möglich, ob es aufgrund der den Pflichtigen und den Steuerb ehörden dereinst zugänglichen Akten überhaupt je möglich sein wird, die massgeblichen tatsächlichen und (zivil)rechtlichen Grundlagen festzustellen. Immerhin sind angesichts dessen, dass es auch Jahre nach Beginn der Strafuntersuchung gegen F und Mitbeteiligte nicht g e- lungen ist, sich Gewissheit zu verschaffen, in dieser Hinsicht erhebliche Zweifel ang e- bracht. Es kann z urzeit niemandem vorgeworfen werden, er sei veran twortlich für die unvollständige und mangelhafte Sachverhaltsermittlung ; selbst eine weitere Unters u- chung würde momentan nicht weiterhelfen. Diese U ngewissheit muss zulasten der - 15 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 Pflichtigen ausschlagen, auch wenn sie daran keine Schuld trifft. Denn die Beweislast- regeln gelten ungeachtet der persönlichen Situation und des Verhaltens der beweisbe- lasteten Person bzw. Partei. Wohl mögen Sch wierigkeiten in der Beweisfü hrung zu einer Herabsetzung des Beweismasses führen; doch vermag auch dies den Pflic htigen nicht zu helfen. Entgegen deren Meinung führt der Umstand, dass sie alles ihnen Z u- mutbare unternommen haben, insbesondere um die massgebliche Sachlage zu klären, nicht dazu, dass die Beweisla st zu ihren Gunsten kehrt. Für eine Rückwe isung der Sache an das Steueramt bleibt unter solchen Umstände n kein Raum. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Steuerrekurskommission II unter den gegebenen U m- ständen keine weiteren Untersuchungen zu treffen hat (vorn E. 3 c). O hnehin ist nicht erkennbar, welche entscheidrelevanten Ergebnisse eine solche Un tersuchung im jetzi- gen Zeitpunkt zu Tage fördern sollte oder könnte. dd) In den seitens der ESTV dem kantonalen Steueramt überlassenen Li sten sollen sich Namen von Personen finden, die ins System F Mittel investiert haben. S o- dann standen dem Steueramt, wie es bekannt gab, eine Auswahl von Kopien entspr e- chender Verträge, Abrechnungen der Anlegergesellschaft und Kontoauszüge zur Ver- fügung. Soweit sich die Steuerverwaltung im vorliegenden Verfahren darauf beruft, handelt es sich um anonymisierte Abrechnungen , welche sich teilweise mit den die Pflichtigen betreffenden A usweisen decken oder diesen ähneln. Warum diese bei so l- cher Lage der Dinge nicht zu beachten seien, ist nicht ersichtlich ; umso weniger, als sie sich ohnehin in keiner Weise als entscheidrelevant erweisen. Weitere (aus den Strafuntersuchung F gewonnene) Unterlagen, welche die Verwaltung nicht vo rgelegt hat, lassen sich rein objektiv nicht aus dem Recht weisen und sind von vornherein u n- beachtlich. Wozu Listen der Namen von anderen Investoren im vorliegenden Zusam- menhang dienen könnten, ist ebenso wenig erkennbar. Wurden die Pflichtigen nur zu den zu den Akten genommenen Unterlagen angehört, so ist der Vorwurf unverstän d- lich, sie seien mangels Kenntnis aller der Verwaltung vorgelegenen Akten nicht in der Lage, ihre Parteirechte zu wahren. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich aus den allen- falls seitens der Verwaltung vorenthalten – pauschal erwähnten – Unterlagen zu ihrem Vorteil irgendwelche Erkenntnisse ergeben könnten. ee) Der Staatsanwalt des Bundes bestätigte den Pflichtigen gegenüber am 11. November 2008, dass ihnen ein Einsicht srecht in die Akten F zustehe. In jenem Schreiben führte er weiter aus, die Bundesanwaltschaft habe der ESTV amtshilfeweise mehrmals Einsichtnahme in die Strafunters uchungsakten ermöglicht. Diese habe den - 16 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 Kreis der einschlägigen Akten jeweils selber bestimmt. Damit seien aus Sicht der Bu n- desanwaltschaft die Akten definiert, welche "in einem Steuerstrafve rfahren" einsehbar seien. Daher habe die Einsichtnahme bei den St euerbehörden zu geschehen. Nun handelt es sich vorliegend nicht um ein solches Verfahren, ja nicht einmal um ein Nachsteuerverfahren. Deshalb greift diese Einschränkung von Vornherein nicht; dahi n- gestellt bleiben kann, ob eine solche Beschränkung des Einsi chtsrechts übe rhaupt statthaft ist. Abgesehen davon hat d as kantonale Steueramt insofern, als bei ihr en t- scheidrelevante Akten vorliegen, soweit erkennbar, vollumfänglich Aktenei nsichtnahme gewährt. Ohnehin überschätzen die Pflichtigen die Möglichkeiten de s Gerichts. Selbst wenn weitere Unterlagen, welche für die Beurteilung des vorliegenden Streitfalls g e- eignet sind oder sein könnten, bei der Steuerbehörde verfügbar wären, könnte die R e- kurskommission diese nicht zwingen, solche offenzulegen. Sie müsste sic h damit b e- gnügen, die Verwaltung dazu aufzufordern. Dies aber ist bereits gesch ehen und das Resultat dieses Unterfangens den Pflichtigen bekannt. ee) Nach alledem stellen die quartals - bzw. jahresweise ausgewiesenen Gu t- schriften und Kapitalien steuerbar en Vermögensertrag bzw. steuerbare Akt iven dar, wie dem Gericht anzunehmen im Rahmen seiner freien Beweiswürdigung erlaubt ist. e) Damit ist freilich nicht gesagt, dass die Angelegenheit E bzw. F für die Pflichtigen endgültig in diesem Sinn erledigt ist. Denn sollte sich dereinst einwandfrei und behördlich oder gar gerichtlich attestiert ergeben, dass die Anlagegelder nicht g e- poolt waren oder dass die Pflichtigen 2003 entgegen der vertragl ichen Abmachung keine Auszahlungen der ausgewiesenen Kapitalerträge hätten erwirken können, wird sich fragen, ob nicht nachträglich eine Korrektur der streitbetro ffenen Einschätzung bzw. Veranlagung erreicht werden kann. Dass eine solche Möglichkeit besteht, ist nicht von Vornherein auszuschliessen ( vgl. StRK II, 2 1. März 2000, 2 ST.2000.20). Doch stellt sich diese Frage aktuell nicht. 5. Nach alledem ist der Rekurs ebenso wie die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahren sind die Kosten den Pflichtigen aufzuerl e- gen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. StG) und steht ihnen keine Parteientschäd i- gung zu ( Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 4 des Verwa ltungsverfahrensge-- 17 - 2 ST.2005.289 2 DB.2005.159 setzes vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. […]