B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5592/2014/plo U r t e i l v o m 1 6 . D e z e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), Syrien, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. September 2014 / N (…). D-5592/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 16. August 2011 illegal, aber mit seinem eigenen Reisepass, und ge- langte B._______, wo er während insgesamt 10 Tagen geblieben sei. An- schliessend sei er nach C._______ weitergereist und habe sich in D._______ zwischen Ende August 2011 und dem 13. Juni 2012 aufgehal- ten. Dabei habe er versucht, fünf Mal über den Flughafen D._______ und ein Mal über den Flughafen E._______ auszureisen, was ihm indessen nicht gelungen sei, we il die Behörden gemerkt hätten, dass seine Identi- tätspapiere gefälscht gewesen seien. Erst am 14. Juni 2012 sei ihm mit der Hilfe eines Schleppers, der ihm erneut einen gefälschten Reisepass gegeben habe, die Flugreise von E._______ nach F._______ gelungen. Am 15. Juni 2012 stellte er am Flughafen F._______ ein Asylgesuch. Gleichentags wurde ihm die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert, und er wurde für die Dauer von maximal 60 Tagen dem Transitbereich des Flughafens G._______ zugewiesen. Am 17. Jun i 2012 fand die B e- fragung zur Person statt und am 20. Juni 2012 wurde ihm die Einreise in die Schweiz bewilligt. Am 3. Dezember 2013 hörte ihn das BFM zu seinen Asylgründen an. Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und seit seiner Geburt in H._______ in der Provinz I._______ wohnhaft gewesen. Zwischen Anfang 2008 und Oktober 2009 habe er als Gastarbeiter mit einer Aufenthaltsbewilligung in J._______ gearbeitet. Im September 2010 beziehungsweise anfangs 2011 h abe er sich wegen einer Arbeitsstelle nach K._______ begeben, was den Behör- den bekannt gewesen sei . Zwischen April 2011 u nd Juni 2011 habe er dort an Demonstrationen teilgenommen. Im Mai seien er und sein Bruder am Tag nach einer Demonstration an ihrem Wohnort in K._______ fest- genommen und inhaftiert worden. Während der einmonatigen Haftzeit sei er zu den Demonstrationen befragt und misshandelt worden. Bei der Frei- lassung hätten er und sein Bruder ein Blatt unterschreiben müssen, das sie nicht hätten lesen können. Eine Woche nach der Freilassung sei er – im Mai/Juni – erneut zusammen mit anderen Demonstrationsteilnehmern anlässlich einer Demonstration festgenommen und in ein Schulhaus g e- bracht worden. In einem Raum des Schulhauses habe man die Demonst- rationsteilnehmer misshandelt. Als er einen der Demonstranten zur Toilet- te, welche sich ausserhalb des Schulhausgebäudes befunden habe, be- gleitet habe, sei ihm die Flucht über die Schulhausmauer gelungen, weil D-5592/2014 Seite 3 der sich in der Nähe aufhaltende Wächter mit Telefonieren beschäftigt gewesen sei und nichts von seiner Flucht bemerkt habe. Danach sei er mit dem Taxi zum Cousin nach L._______ in K._______ gefahren. Nach einigen Tagen habe er sich – getarnt als Chauffeur-Assistenz, weil sein Cousin den Chauffeu r gekannt habe – nach M._______ begeben, wo er sich während zwei Monaten bei seiner Schwester und anderen Verwand- ten aufgehalten habe. Später hätten die Behörden zwei Mal an seinem Wohnsitz in H._______ nach ihm gesucht . Er habe sich wegen der Tei l- nahmen an den Demonstrationen nicht vor Gericht verantworten müssen. Der Beschwerdeführer gab einen gefälschten Reisepass zu den Akten. Die beiden Führerausweise (einen syrischen und einen aus N._______) gab er den schweizerischen Asylbehörden nicht ab. Sie wurde n anläss- lich einer Zollkontrolle in einem Zug von O._______ nach F._______ zu- handen der Behörden konfisziert. Darüber hinaus reichte er Kopien des Führerscheins und des Militärbüchleins sowie eine Bestätigung des a b- geschlossenen Militärdienstes und ein Zustellcouvert zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 11. September 201 4 – eröffnet am 16. September 2014 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüch t- lingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfüg- te es die Wegweisung aus der Schweiz, wobei mangels Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs eine vorläufige Aufnahme angeordnet wurde. Es begründete seinen ablehnenden Entscheid damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers insgesamt den Anforderungen an die Glaubha f- tigkeit nic ht zu genügen vermöchten. Auf die Einzelheiten der Begrün - dung wird – sofern für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde e r- forderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. C. Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 1. Oktober 201 4 be- antragte der Beschwerdeführer, die angefochtene Verfügung sei aufz u- heben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewä h- ren, sowie es sei die vorläufige Aufnahme infolge unzulässigem, unz u- mutbarem und nicht möglichem Wegweisungsvollzug anzuordnen. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege unter Einschluss des Verzichts auf die E r- hebung eines Kostenvor schusses, um Wiederherstellung der aufschi e- benden Wirkung, um Anweisung der zuständigen Behörde, die Kontak t- aufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftslandes sowie die D-5592/2014 Seite 4 Datenweitergabe an diese sei zu unterlassen, sowie die Information über eine allenfalls bereits erfolgte Datenweitergabe in einer separaten Verf ü- gung. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 16. Oktober 201 4 wurde dem Beschwerd e- führer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könne. D ie Gesuche um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsverbeiständung nach Art. 110a Abs. 1 Bst. a und Abs. 3 AsylG wurden infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren abg e- wiesen und der Beschwerdeführer aufg efordert, innert der ihm angeset z- ten Frist einen Kostenvorschuss zu begleichen, verbunden mit der A n- drohung, im Unterlassungsfall werde auf seine Beschwerde nicht eing e- treten. Auf die Gesuche um Verhinderung der Weitergabe von Daten an die heimatlichen Beh örden und um Kontaktaufnahme mit diesen sowie um Einsicht in eine allenfalls bereits erfolgte Datenweitergabe wurde nicht eingetreten. Auch auf den Antrag, es sei die vorläufige Aufnahme zu g e- währen, wurde nicht eingetreten. E. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz de s Bun- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgül tig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vo r, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. D-5592/2014 Seite 5 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirke n. Den frauenspezifi- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i-D-5592/2014 Seite 6 chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung aus, dass die Vo r- bringen des Beschwerdeführers zahlreiche Widersprüche aufweisen wü r- den. Während er zuerst angegeben habe, er sei im September 2010 w e- gen einer Arbei tsstelle nach K._______ gereist, soll dies gemäss spät e- ren Angaben um das Neujahr 2011 gewesen sein. Zudem habe er ve r- schiedene Namen der Arbeitgeber, für welche er in K._______ tätig ge- wesen sei, angegeben. Ferner habe er zuerst ausgesagt, sich bei seinem Cousin nach der Flucht aus dem Schulhaus während zwei Tagen ve r- steckt zu haben, während die Dauer des Verstecks später drei oder vier Tage lang gewesen sei. Unterschiedlich sei auch der Zeitpunkt, wann die Behörden nach ihm gesucht haben sollen, ausgefall en. Gemäss Erstb e- fragung soll die Suche nach seiner Person im Heimatdorf erfolgt sein, als er sich in C._______ aufgehalten habe, während er gemäss Anhörung von den Behörden gesucht worden sei, als er bei seiner Schwester g e- wesen sei. Die anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs abg e- gebene Erklärung, es könne sein, dass die behördliche Suche stattgefu n- den habe, als er sich in C._______ aufgehalten habe, weil solche Erei g- nisse in Syrien zum Alltag gehörten, vermöge nicht zu überzeugen. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer Syrien gemäss seinen unterschied- lichen Angaben zunächst illegal und später dann doch legal verlassen, wobei er darlegte, er habe aus Angst um seine Familie zuerst nicht g e- sagt, dass er legal ausgereist sei, weil die syrische Regie rung doch sehr stark gewesen sei. Diese Erklärung vermöge indessen nicht zu überze u- gen. Ferner sei die Schilderung der Festnahme und der Haftbedingungen weder lebensnah noch detailliert oder ausführlich dargelegt worden. Se i- ne diesbezüglichen Aussagen würd en sich in Allgemeinplätzen erschö p- fen und können in dieser Form von irgendjemandem nacherzählt werden. Folglich seien die Aussagen des Beschwerdeführers insgesamt nicht glaubhaft. 5.2 Demgegenüber legte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerd e- schrift dar, der Zeitpunkt seiner Arbeitsaufnahme in K._______ sei ei n- fach zwischen September 2010 und Neujahr 2011, gegen Ende Jahr, ge- wesen. Man lebe in Syrien nicht wie in Europa mit Kalender und Comp u- ter. Ausserdem stütze sich sein Asylgesuch nicht auf diese Angaben , weshalb sie auch nicht wichtig seien. Der vorgeworfene Widerspruch D-5592/2014 Seite 7 betreffend Namen der Arbeitgeber sei keiner, weil P ._______ dasselbe sei wie Q._______ und R._______ das Gleiche wie S._______ sei. Der älte- re Sohn von S._______ heisse T._______ und U._______ bedeute "Vater von". In seiner Kultur würden die Leute nach dem ältesten Sohn benannt. Ob er auf der Flucht bei seinem Cousin zwei, drei oder vier Tage gew e- sen sei, könne er nicht mehr sagen. Das spiele doch keine so grosse Rol- le. Bezüglich des Zeitpunkts der Suche nach seiner Person legte der B e- schwerdeführer dar, in Wirklichkeit habe die Polizei wiederholt nach ihm gesucht, sowohl als der sich in C._______ befunden habe als auch als er bei der Schwester gewesen sei. Die Ausreise habe er sodann genau be- schrieben. Seine Ausreise sei äusserlich gesehen eine legal e gewesen, weil sie von der Geheimpolizei selber inszeniert worden sei; indessen sei sie eigentlich illegal gewesen, weil sie auf Schmiergeld basiert habe. Fe r- ner wisse er nicht, was die Asylbehörden noch über das Gefängnis hätten wissen wollen. Es handle sich nicht um ein normales Gefängnis; vielmehr gehöre es zum Flughafen V._______ und stehe unter der Leitung der Geheimpolizei der Luftwaffe. Diese müssten den internationalen Flugh a- fen schützen. Er sei zwar geschlagen, aber nicht bösartig gefoltert wo r- den. Da in der Gegend von V._______ besonders viele Demonstranten rebelliert hätten, sei es zu vielen Festnahmen gekommen, weshalb das Gefängnis völlig überfüllt gewesen sei. Im Übrigen habe er noc h Bilder seines Dorfes beigelegt, woraus ersichtlich sei, dass praktisch alles ze r- stört worden sei. Sein völlig kaputtes Haus und seine Familie seien auch abgebildet. Niemand habe dort bleiben können. Alle seien ins Ausland ge- flohen. Es sei ihm schleierhaft, weshalb er kein echter Asylant sei. 5.3 Vorab ist festzuhalten, dass das Verhalten und die Aussagen des B e- schwerdeführers anlässlich der Befragung zu seinen Identitätspapieren seine Glaubwürdigkeit grundsätzlich in Frage stellen. So sagte er aus, das Original seiner Identitätskarte befinde sich bei der syrischen Polizei, nachdem er von dieser im Anschluss an eine Demonstration festgeno m- men worden sei. Er habe zuhause eine Kopie der Identitätskarte aufb e- wahrt. Von dieser wurde ihm zusammen mit der Kopie des Führerscheins und der Kopie des Militärentlassungsscheins eine Kopie in die Schweiz zugesandt. Der Reisepass sei ihm in C._______ von den Behörden a b- genommen worden, als er versucht habe, mit einem gefälschten Visum das Land zu verlassen. Das Original des Führerscheins und des Militä r- entlassungsscheins befinde sich bei seiner Familie im Dorf. Der Konfron- tation damit, dass er bereits aufgefordert worden sei, Original - Ausweispapiere abzugeben und dieser Aufforderung bisher nicht nachge- kommen sei, entgegnete e r, er habe bereits erwähnt, dass sein Reis e-D-5592/2014 Seite 8 pass bei den griechischen und seine Identitätskarte bei den syrischen Behörden sei. Auf die Frage, was er bisher unternommen habe, um Au s- weispapiere nachreichen zu können, gab er zur Antwort, er habe Faxk o- pien zu den Akten gegeben. Zudem werde er versuchen, das Original des Entlassungsscheins aus dem Militärdienst, den Führerschein und das M i- litärbüchlein herkommen zu lassen (vgl. Akte A10/26 S. 11). Freiwillig und unaufgefordert reichte der Beschwerdeführer indess en bis heute keine Originalausweisdokumente zu den Akten, obwohl er – wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt – im Besitz solcher war. Anlässlich seines Aufenthalts im Zug von O._______ nach F._______ am 19. April 2013 fand eine Zollkontrolle stat t, wobei ihm zwei Führerscheine – einer aus Syrien und der andere aus N._______ – abgenommen wurden, zu- mal er sich nur mit dem N -Ausweis identifizieren konnte (vgl. Akte A21/15). Dieses Verhalten des Beschwerdeführers widerspricht demjen i- gen einer wirklich verfolgten Person, welche alle ihr möglichen und z u- mutbaren Bemühungen unternimmt, um ihre Identität bei den Behörden des Staates, in welchem sie um Schutz ersucht hat, belegen zu können. Bezeichnenderweise gab der Beschwerdeführer zudem an, der Ethnie der syrischen Kurden anzugehören (vgl. Akte A10/26), was sich indessen nicht vereinbaren lässt mit der Übersetzung des nicht freiwillig zu den A k- ten gegebenen Führerscheins, wonach er syrischer Araber sei (vgl. Akte A10/26 S. 24). Folglich erscheinen an den Vorbringen des Beschwerde- führers grundsätzliche Zweifel angebracht. 5.4 Wie in der Zwischenverfügung vom 16. Oktober 2014 bereits darg e- legt, sind die Vorbringen des Beschwerdeführers zudem insgesamt sub- stanzlos, wenig detailliert und oberflächlich dargelegt worden, was ebe n- falls gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. 5.4.1 So wurde er beispielsweise aufgefordert zu schildern, was er a n- lässlich seiner ersten Festnahme genau erlebt habe. Seine diesbezügl i- chen Ausführungen beschränkten sich auf wenige Kerna ussagen wie dass er festgenommen und inhaftiert worden sei, man ihn geschlage n und wieder freigelassen habe (vgl. Akte A19/14 S. 6). Diese Aussagen stellen entgegen der Aufforderung keine genaue Beschreibung dar, so n- dern vielmehr eine äusserst allgemein dargestellte Kurzfassung der G e- schehnisse, wie sie auch von andern hätten nacherzählt werden können. 5.4.2 Auch die Aufforderung, die letzte Demonstrationsteilnahme und a n- schliessende Festnahme etwas genauer zu beschreiben, befolgte der Beschwerdeführer nur obe rflächlich. So sagte er diesbezüglich aus, die D-5592/2014 Seite 9 letzte Demonstration sei gewesen wie die anderen auch. Man habe frie d- lich demonstriert, er sei mitgelaufen und dann hätten die Behörden die Demonstration gestürmt und die Fluchtwege gesperrt. Er sei zwischen den Häusern hindurch weggelaufen und trotzdem verhaftet worden (vgl. Akte A19/14 S. 8). Auch aus dieser Darstellung der Ereignisse lässt sich keine persönliche Betroffenheit und insbesondere nicht die verlangte d e- taillierte Schilderung der Vorfälle entnehmen. 5.4.3 Wenig substanziell ist vom Beschwerdeführer darüber hinaus auch die Beschreibung der Flucht aus dem Schulhaus dargestellt worden. Aus seinen diesbezüglich kärglichen Antworten ist zu schliessen, dass er di e- se nicht selber erlebt haben kann , da sich and ernfalls in seiner Darste l- lung Einzelheiten finden liessen, die auf ein persönliches Erleben hätten schliessen lassen können, was nicht der Fall ist (vgl. Akte A19/14 S. 9 ff.). 5.5 Darüber hinaus hat sich der Beschwerdeführer – wie das BFM bereits zutreffend festhielt – in zahlreiche Widersprüche verstrickt, wobei vorli e- gend in Ergänzung zur Argumentation des BFM vorallem auf diejenigen Ungereimtheiten näher eingegangen wird, welche sich im Zusamme n- hang mit den Aussagen zur geltend gemachten Verfolgung ergebe n ha- ben und somit zentral für die Beurteilung seiner Vorbringen sind. 5.5.1 So sagte der Beschwerdeführer unterschiedlich aus, wie lange er und sein Bruder inhaftiert gewesen seien. Während dies gemäss der e i- nen Version 1 Monat beziehungsweise 29 oder 30 Tage g ewesen seien (vgl. Akte A10/26 S. 12 und A19/14 S. 5 und 6 unten), will er gemäss e i- ner andern Version während 20 Tagen inhaftiert gewesen sein (vgl. Akte A19/14 S. 6 oben). 5.5.2 Des Weiteren soll die Identitätskarte einmal bei der ersten Fes t- nahme (vgl. Akte A19/14 S. 3) und das andere Mal bei der zweiten bezi e- hungsweise letzten Festnahme (vgl. Akte A19/14 S. 8) konfisziert worden sein. 5.5.3 Überdies legte er einmal dar, die erste Festnahme habe im fünften Monat stattgefunden (vgl. Akt A19/14 S. 3 und Akte A10/26 S. 9), wäh- rend dies gemäss einer weiteren Variante im vierten Monat oder anfangs vierter Monat (vgl. Akte A19/14 S. 5) gewesen sein soll. 5.5.4 Bezüglich seiner zweiten Festnahme und der darauf folgenden Flucht aus dem Schulhaus brachte er zunächst vor, ein Dem onstrant sei geschlagen worden und habe daraufhin aus Angst in die Hose uriniert, D-5592/2014 Seite 10 worauf der Beschwerdeführer aufgefordert worden sei, diesen in die To i- lette ausserhalb des Schulhauses zu begleiten (vgl. Akte A10/26 S. 13). Demgegenüber legte er später dar, nach der zweiten Festnahme seien in einem Schulhaus ungefähr 20 Personen in einen kleinen Raum gesteckt , geschlagen, beschimpft und getreten worden, bis eine Person geblutet und danach erbrochen habe. Der Beschwerdeführer und eine weitere Person seien au fgefordert worden, diese Person zum Badezimmer draussen im Hof zu begleiten (vgl. Akte A19/14 S. 5). Anlässlich der Kon- frontation mit diesen unterschiedlichen Angaben legte er dar, er habe sich geschämt zu sagen, dass der Betroffene in die Hose uriniert ha be (vgl. Akte A19/14 S. 11), was indessen insbesondere angesichts der übrigen Ungereimtheiten nicht zu überzeugen vermag, sondern ein untau glicher Erklärungsversuch ist. Zudem wurde n icht nur dieser Teil der Vorkom m- nisse vom Beschwerdeführer ungereimt geschildert. 5.5.5 Vielmehr brachte er auch die darauf folgenden Einzelheiten ung e- reimt vor. So legte er zunächst dar, er habe den Verletzten fallen gela s- sen und sei über die Mauer abgehauen, als er gesehen habe, dass der Wächter gerade am Telefonieren gewesen sei ( vgl. Akte A19/14 S. 5). Demgegenüber legte er später anlässlich der Anhörung dar, er habe die verletzte Person in die Toilette reingebracht, sei dann zur Tür gegangen, habe sich im Hof umgeschaut und sich hinter der Mauer versteckt, als er gesehen habe, da ss der Wächter mit dem Telefon beschäftigt gewesen sei. Dann habe er auf einen günstigen Moment gewartet und sei über die Mauer gesprungen (vgl. Akte A19/14 S. 9). 5.5.6 Darüber hinaus will er sich gemäss der einen Variante nach der Flucht über die Schulhausmauer während zwei Tagen bei seinem Cousin versteckt haben (vgl. Akte A10/26 S. 13), was nicht übereinstimmt mit den späteren Aussagen, wonach er bei seinem Cousin einige Tage (vgl. Akte A19/14 S. 5) beziehungsweise drei oder vier Tage (vgl. Akte A19/14 S. 9) versteckt gewesen sei. 5.5.7 Unterschiedlich gab er auch an, in welchem Zeitraum er behördlich gesucht worden sein soll: So sagte er zuerst aus, man habe ihn gesucht, als er sich in C._______ aufgehalten habe (vgl. Akte A10/24 S. 13), wäh- rend die behördliche Suche nach seiner Person gemäss der späteren Va- riante stattgefunden haben soll, als er sich bei seiner Schwester au f- gehalten habe (vgl. Akte A19/14 S. 10). Sein Einwand anlässlich der Kon- frontation mit diesen unterschiedlichen Aussagen, nämlich es könne sein, dass er auch in C._______ gewesen sei, weil dies zum Alltag gehöre (vgl. D-5592/2014 Seite 11 Akte A19/14 S. 11), stellt indessen ein weiterer untauglicher Erklärung s- versuch dar und kann nicht gehört werden. 5.5.8 Schliesslich sprechen auch die unterschiedliche Darstellung des Beschwerdeführers darüber, ob er legal oder illegal aus dem Heimatland ausgereist sei, sowie die darüber abgegebenen Erklärungsversuche g e- gen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen, wie das BFM in der angefoc h- tenen Verfügung zutreffend festhielt. Um unnötige Wi ederholungen zu vermeiden, sei deshalb auf die diesbezügliche zutreffende Argumentation in der angefochtenen Verfügung verwiesen. 5.6 Aufgrund dieser insgesamt unglaubhaften Aussagen des Beschwe r- deführers über die von ihm geltend gemachten Fluchtgründe kann ihm nicht geglaubt werden, dass er in seinem Heimatland einer asylerhebl i- chen Verfolgung ausgesetzt war. Da sich aus den Akten zudem keine po- litischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers ergeben und er im Übrigen nur geltend machte, er sei bei den Demonstrat ionen – wobei deren Teil- nahme aufgrund der überdies unglaubhaften Aussagen ebenfalls zweife l- haft erscheint – bloss Mitläufer und Mitschreier gewesen (vgl. Akte A19/14 S. 6), ist ungeachtet dessen, ob die Teilnahme an den Demons t- rationen glaubhaft ist oder nicht, keine begründete Furcht vor einer asy l- relevanten Verfolgung im Heimatland anzunehmen. 5.7 Zudem führt allein die Tatsache, dass er nach seiner angeblich hal b- wegs illegalen Ausreise (mit seinem legal erworbenen eigenen Reis e- pass, aber mit Bestechungsgel d) in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hat, nicht zur Annahme, dass er bei der Rückkehr in sein Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine menschenrechtswidrige Behandlung zu befürchten hätte. Zwar ist aufgrund seiner längeren Landesabwese n- heit davon auszugehen, dass er bei der Wiedereinreise nach Syrien einer Befragung durch die heimatlichen Behörden unterzogen würde. Da er j e- doch nicht glaubhaft zu machen vermag, in der Vergangenheit politisch aktiv und/oder in asylrelevanter Weise verfolgt od er gefährdet gewesen zu sein, ist nicht anzunehmen, dass die syrischen Behörden ihn als staatsgefährdend einstufen würden, weshalb nicht damit zu rechnen w ä- re, er hätte bei einer Rückkehr asylrelevante Massnahmen zu befürchten. 5.8 Insgesamt kann dem Beschwerdeführer daher nicht geglaubt werden, dass er in seinem Heimatland Opfer von asylerheblichen Verfolgung s- massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG geworden ist beziehungsweise dass er damit rechnen muss, in absehbarer Zukunft in seinem Heima t-D-5592/2014 Seite 12 land Opfer einer solc hen Verfolgung zu werden. An dieser Einschätzung vermögen auch die eingereichten Beweismittel und die Einwände im B e- schwerdeverfahren nichts zu ändern. 5.9 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der B e- schwerdeführer die Voraussetzungen für d ie Anerkennung als Flüchtling weder unter dem Gesichtspunkt von Art. 3 AsylG noch unter demjenigen von Art. 54 AsylG erfüllt. Das BFM hat demzufolge die Flüchtlingseige n- schaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint. An dieser Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen in der Beschwerde noch die beigelegten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb auf weitere, diesb e- zügliche Erwägungen verzichtet werden kann. Insgesamt hat die Vori n- stanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruc h auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn vö lkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-5592/2014 Seite 13 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtl ichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.4 Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung als unzumutbar e r- wiesen hat, ist der Beschwerdeführer vom BFM mit Verfügung vom 11. September 2014 vorläufig aufgenommen worden. Unter diesen U m- ständen ist auf weitere Erörterungen bezüglich des Wegweisungsvollzugs zu verzichten. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass d ie angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten v on Fr. 600.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE; D-5592/2014 Seite 14 SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wi rd zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. (Dispositiv nachfolgende Seite) D-5592/2014 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: