<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 92 S.426</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">426</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>92</b></span> <span class="ft2"><b>Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung; Härtefall und berufliche Integra-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tion</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bei der Beurteilung, ob ein Ausländer beruflich integriert ist, darf bei</b></span><br/> <span class="ft2"><b>langer Anwesenheitsdauer nicht ausschliesslich auf die vorangehenden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zwei Jahre abgestellt werden. Vielmehr sind die beruflichen Aktivitäten</b></span><br/> <span class="ft2"><b>während der gesamten Aufenthaltsdauer massgebend (E. II./5.4.1.).</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</div> <span class="page_no">427</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 19. Dezem-</span><br/> <span class="ft3">ber 2008 in Sachen S.F. betreffend Aufenthaltsbewilligung (1-BE.2008.22).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 5.4.1. Hinsichtlich der beruflichen Integration des Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführers führt die Vorinstanz aus, die längere Arbeitslosigkeit sowie</span><br/> <span class="ft1">das durchlaufene Beschäftigungsprogramm zeuge von einer nicht</span><br/> <span class="ft1">besonders starken Verankerung des Beschwerdeführers in der hiesi-</span><br/> <span class="ft1">gen Arbeitswelt.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss weiteren Ausführungen der Vorinstanz geht das Migra-</span><br/> <span class="ft1">tionsamt davon aus, dass das Kriterium der beruflichen Integration</span><br/> <span class="ft1">erfüllt ist, wenn ein Ausländer bei Gesuchseinreichung während zwei</span><br/> <span class="ft1">Jahren ununterbrochen erwerbstätig war. Diese Praxis ist grundsätz-</span><br/> <span class="ft1">lich nicht zu beanstanden. Durch den Nachweis einer zweijährigen</span><br/> <span class="ft1">ununterbrochenen Erwerbstätigkeit kann sowohl eine gewisse finan-</span><br/> <span class="ft1">zielle als auch soziale Sicherheit für die betroffene Person zuhanden</span><br/> <span class="ft1">der für die Bewilligungserteilung zuständigen Behörde ausgewiesen</span><br/> <span class="ft1">werden. Nichtsdestotrotz kann diese Praxis nicht unbesehen in jedem</span><br/> <span class="ft1">Fall gelten, sondern es sind auch besondere Umstände eines Ein-</span><br/> <span class="ft1">zelfalles zu berücksichtigen. Insbesondere bei Personen, die vor</span><br/> <span class="ft1">einem Unterbruch der Erwerbstätigkeit bzw. vor einer Arbeitslosig-</span><br/> <span class="ft1">keit bereits mehrere Jahre in der Schweiz weilten und während dieser</span><br/> <span class="ft1">Zeit immer erwerbstätig waren, kann diese Regel unter Umständen</span><br/> <span class="ft1">nicht strikt zur Anwendung gelangen.</span><br/> <span class="ft1">Was den Beschwerdeführer betrifft, ist aus den Akten ersicht-</span><br/> <span class="ft1">lich, dass dieser von 2001 bis 2006 ununterbrochen für denselben</span><br/> <span class="ft1">Arbeitgeber bzw. dieselbe Firma gearbeitet hatte, bevor er im Ja-</span><br/> <span class="ft1">nuar 2006 mit einem kurzen Unterbruch von insgesamt rund einer</span><br/> <span class="ft1">Woche für 1 ½ Jahre arbeitslos war. Seit dem 20. August 2007 ist er</span><br/> <span class="ft1">wieder fest als Mitarbeiter bei einer Reinigungsfirma angestellt. Ba-</span><br/> <span class="ft1">sierend auf der zehnjährigen Anwesenheit des Beschwerdeführers in</span><br/> <span class="ft1">der Schweiz ergibt sich demnach, dass dieser vor seiner Arbeitslosig-</span><br/> <span class="ft1">keit die Hälfte seiner gesamten Aufenthaltsdauer für ein und densel-</span><br/> <span class="ft1">ben Arbeitgeber tätig war. Damit hat er entgegen der Ansicht der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">428</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Vorinstanz ausreichend bewiesen, dass er sowohl willens als auch</span><br/> <span class="ft1">fähig ist, sich in die hiesige Berufswelt einzugliedern. Nachdem er</span><br/> <span class="ft1">zum jetzigen Zeitpunkt zudem seit über einem Jahr wieder erwerbs-</span><br/> <span class="ft1">tätig ist und demzufolge zusammengefasst 8 ½ von 10 Jahren</span><br/> <span class="ft1">Aufenthalt in der Schweiz gearbeitet hat, geht es vorliegend nicht an,</span><br/> <span class="ft1">lediglich auf die letzten zwei Jahre vor der Gesuchseinreichung</span><br/> <span class="ft1">abzustellen. [...]</span><br/></div> </div> </body> </html>