06/07 12 Strassenverkehrsrecht. Art. 100 Ziff. 1 A bs. 1 und Abs. 2 SVG. Art. 48 Abs. 6 SSV. Anhang I Ziff. 203.3 OBV. Zweimaliges N ichtingangsetzen der Parkuhr. Falsches Ablesen der Parkfeldnummer mit an schliessendem an sich korrektem Eintippen der Nummer an der Parkuhr. Rich tiges Ablesen der Park- feldnummer mit anschliessendem falschem Eintippen d er Parkfeldnummer. Bereits das falsche Eintippen, d.h. das Entrichten der Gebühr für ein nicht be- nutztes Parkfeld, erfüllt den objektiven Tatbestand von Art. 48 Abs. 6 SSV. Er- folgt die Registrierung wie vorliegend direkt an de r Parkuhr, müssen die Quit- tungen nicht im Auto deponiert werden. Die Quittung en werden deshalb häufig sofort in den Abfalleimer geworfen, weshalb es ein Leichtes ist, sich einer ent- ledigten Quittung zu behändigen und unter deren Vor weisung zu behaupten, man habe zwar bezahlt, jedoch für das falsche Parkf eld. Die Überprüfung wäre nicht nur schwierig, sondern liefe aufgrund des den Behörden erwachsenden unverhältnismässig hohen Aufwands auch einem effizi enten Vollzug der Ord- nungsbussen zuwider. Des Weiteren würde eine solche Praxis Missbrauch Tür und Tor öffnen, da oftmals zugunsten der angeschuld igten Person davon aus- gegangen werden müsste, diese habe sich tatsächlich vertippt. Strafbar ist auch die fahrlässige Tatbegehung. Auf der Parkuhr selbst ist eine gut verständ- liche Anleitung angebracht; angesichts der Einfachh eit der Bedienung wäre deshalb das falsche Eintippen der Nummer für den Be schwerdeführer bei der gebotenen Aufmerksamkeit vermeidbar gewesen. Umgang nahme von einer Bestrafung, da ein besonders leichter Fall vorliegt ? Ob ein besonders leichter Fall vorliegt, hängt von den gesamten objektiven un d subjektiven Umständen ab, die bei der Abwägung des Verschuldens zu berücksichtigen sind. Von einer Busse soll nur Umgang genommen werden, wenn eine no ch so geringe Strafe, weil dem Verschulden des Täters nicht angemessen, a ls stossend erschiene. Die Rechtsprechung stellt an den besonders leichten Fall hohe Anforderungen; insbesondere kann nicht jede fahrlässige Erfüllung des Tatbestands als be- sonders leicht gelten. In concreto wäre auch das fa lsche Ablesen der Parkfeld- nummer für den Beschwerdegegner bei pflichtgemässer Vorsicht ohne weite- res vermeidbar gewesen. Bundesgericht, 23. Juli 2007, 6S.123/2007 und 6S.134/2007 (Das Bundesgericht wies eine gegen den Entscheid des Obergerichtes des Kantons Uri vom 11.10.2006, OG S 06 10 erhobene Nichtigkeitsbeschwe rde ab, die andere Nichtigkeitsbe- schwerde hiess es gut, soweit darauf einzutreten war.)