B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2507/2014 U r t e i l v o m 2 6 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Christa Grünig. Parteien A._______, geboren (…), sowie dessen Kinder B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), Syrien, alle vertreten durch ass. iur. Urs Jehle, Caritas Schweiz, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 29. April 2014 / N (…). D-2507/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführe nden verliessen ihren Heimatstaat eigenen Ang a- ben zufolge im Jahr 2012 und gelangten zusammen mit zwei minderjähri- gen Neffen bzw. Cousins über F._______, G._______ und Italien am 25. Juli 2013 in die Schweiz, wo sie zusammen am selben Tag um Asyl nach- suchten. Am 30. Juli 2013 wurden sie im Empfangs - und Verfahrenszent- rum H._______ zur Person (BzP) befragt und am 13. August 2013 wurde ihnen das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit von Italien zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gewährt. Die Beschwerdeführe n- den machten im Wesentlichen geltend, dass es ihre primäre Absicht g e- wesen sei, in der Sc hweiz um Asyl nachzusuchen, weshalb sie in Italien während ihres viertägigen Aufenthaltes kein Asylgesuch gestellt hätten. Es herrsche dort grosse Misere , weshalb sie nicht daran interessiert se i- en, dort um Asyl nachzusuchen. Mit Schreiben vom 19. September 2013 erklärte sich der Beschwerdeführer A._______ bereit, seine beiden mi n- derjährigen Neffen [(…)- und (…) -jährig] bei einer allfälligen Rückkehr nach Italien mitzunehmen. B. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Zentralein- heit Eurodac ) ergab, dass die Beschwerdeführenden am 20. Juli 2013 zusammen mit beiden Neffen bzw. Cousins in Italien illegal in das H o- heitsgebiet der Dublin-Staaten eingereist waren. C. Mit Eingaben vom 19. September 2013 und 4. November 2013 machte die mandatierte Re chtsvertretung unter Berufung auf verschiedene B e- richte im Wesentlichen geltend, es müsse davon ausgegangen werden, dass das italienische Asylaufnahmesystem schwerwiegende systemat i- sche Mängel aufweise und die Beschwerdeführenden in Italien obdachlos oder die Kinder von ihrem Vater getrennt würden. Auch sei es wah r- scheinlich, dass sie in Italien eine unmenschliche Behandlung erfahren würden. Es müsse damit gerechnet werden, dass sie in Italien weder eine sichere noch eine kinder gerechte Unterkunft oder adäquate psychologi- sche Betreuung erhalten würden, weshalb die Wegweisung nach Italien Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 3 des Über- einkommens vom 20. November 1989 über d ie Rechte des Kindes D-2507/2014 Seite 3 (SR 0.107) verletze und ein Selbsteintritt vorzunehmen sei. Für weitere Einzelheiten wird auf die Akten verwiesen. D. Am 8. Oktober 2013 stellte das BFM ein Übernahmegesuch an die itali e- nischen Behörden. Diese liessen das Gesuch unbeantw ortet. Am 1. April 2014 teilten die italienischen Behörden dem BFM mit, dass die B e- schwerdeführenden zusammen mit Neffen bzw. Cousins im Aufnahm e- projekt "Icaro" in Venedig aufgenommen würden. E. Mit Verfügung vom 29. April 2014 – eröffnet am 5. Mai 2014 – trat das BFM auf die Asylgesuche nicht ein, verfügte die Wegweisung nach Italien und forderte die Beschwerdeführenden auf, die Schweiz am Tag nach Ab- lauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Überdies verpflichtete es den zu- ständigen Kanton zum Vollzug der Wegweisung, teilte mit, dass einer all- fälligen Beschwerde gegen die Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme, und händigte de n Beschwerdeführenden die editionspflicht i- gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. F. Mit Eingabe vom 8. Mai 2014 li essen die Beschwerd eführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichen und beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass die Schweiz für ihre Asylverfahren zuständig sei, eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung an di e Vorinstanz zurückzuweisen und es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, wobei die Vorinstanz im Rahmen von vorsorglichen Massahmen unverzüglich anzuweisen sei, bis zum Entscheid über die Wiederherstellung der au f- schiebenden Wirkung der Beschwerde von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten . Auf die Begrü n- dung der Beschwerde sowie die eingereichten Beweismittel wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. G. Die vorinstanzlichen Akten gingen am 13. Mai 2014 beim Gericht ein. D-2507/2014 Seite 4 H. Mit Verfügung vom 20. Mai 2014 wurde der Vollzug der Überstellung vor- sorglich ausgesetzt. I. Mit Eingabe vom 22. Mai 2014 reichten die Beschwerdeführenden eine Fürsorgebestätigung ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und en t- scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und ha ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG). 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung im Asylbereich aus den in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen. 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG bzw. aArt. 32 –35a AsylG), ist die Beurteilung s- kompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage b e- schränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetr e- ten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5). Die Fragen der Anerkennung der Flüch t- lingseigenschaft und der Gewährung von Asyl bilden demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen Nichteintretensentscheides. D-2507/2014 Seite 5 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich v orliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schri f- tenwechsel verzichtet. 4. 4.1 Nach Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG bzw. aArt . 34 Abs. 2 Bst. d AsylG tritt das BFM auf ein Asylgesuch in der Regel nicht ein, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfü h- rung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist. Diesbezüglich gelang t das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zw i- schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des z u- ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz ge stellten Antrages ([DAA] Dublin -Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392.68) zur Anwendung, und die Zuständigkeitsfrage ist g e- stützt auf die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung de s Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehör i- gen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin -II- VO) zu prüfen. 4.2 Die Dublin-II-VO ist durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Eu- ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zus tän- dig ist (Dublin -III-VO), abgelöst worden, welche seit dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union anwendbar ist. Im Notenaus- tausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europä i- schen Union betreffend die Übernahme der Dublin -III-VO (Weiterentwick- lung des Dublin/EURODAC -Besitzstands) teilte der Bundesrat der Eur o- päischen Union mit, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechtsakts a k- zeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umsetzen werde. Mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 wurde festgehalten, der D-2507/2014 Seite 6 Notenaustausch werde ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, mit Ausnahme von Art. 18 Abs. 2, Art. 27 Abs. 3 und Art. 28 Dublin-III-VO. 4.3 Aus Art. 49 Dublin-III-VO geht hervor, dass die Verordnung nicht a n- wendbar ist, wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederaufnahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt wurden. Die Beschwerdeführenden suchten am 25. Juli 2013 in der Schweiz um Asyl nach. Das Übernahmeersuchen des Bundesamtes an die italien i- schen Behörden erfolgte am 8. Oktober 2013. Vorliegend bleibt daher die Dublin-II-VO anwendbar und der für die Prüfung ihres Asylgesuches zu- ständige Staat ist nach den dortigen Kriterien zu ermitteln (vgl. Art. 49 Dublin-III-VO). 5. 5.1 Gemäss Art. 5 i.V.m. Art. 6 bis 13 Dublin -II-VO ist unter anderem n a- mentlich derjenige Mitgliedstaat zuständig, welcher einem Familienang e- hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling g e- währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufen thaltstitel oder ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land -, See - oder Luftgrenze der Asylbewerber aus einem Drittstaat kommend legal oder illegal übe r- schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde. S o- dann wird in Abweichung von d en vorgenannten Zuständigkeitskriterien jedem Mitgliedstaat die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuches ei n- geräumt (Art. 3 Abs. 2 und Art. 15 Dublin-II-VO). Bei einem Aufnahmeverfahren sind die Kriterien in der in Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge anzuwenden (vgl. Art. 5–14 Dublin-II- VO), und es ist von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszugehen (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO). 5.2 Nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO kann die Schweiz ein Asylgesuch ma- teriell prüfen, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehenen Kr i- terien ein anderer Staat zuständig ist (Selbsteintrittsrecht). Diese B e- stimmung ist nicht direkt anwendbar, sondern kann nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts anger u- fen werden (vgl. BVGE 2010/45 E. 5). Art. 29a Abs. 3 der Asylveror d- nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) sieht vor, dass das BFM aus humanitären Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn D-2507/2014 Seite 7 nach den Kriterien der Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist. Diese Kann-Bestimmung gibt den Behörden einen gewissen Ermessensspie l- raum und ist restriktiv auszulegen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2.2.). Droht hingegen ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, zum Beispiel gegen eine Norm des Völkerrechts, so besteht ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts (a.a.O. E. 7.2.; CHRISTIAN FILZWIE- SER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Verordnung: Das Europäische Asylzustän- digkeitssystem, 3. Aufl., Wi en und Graz 2012, K8 zu Art. 3). In Frage kommen insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und menschenrechtliche Garantien der EMRK, des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedr i- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105). 6. 6.1 Das BFM erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen, die Beschwerdeführenden seien gemäss Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit E urodac am 20. Juli 2013 in Italien illegal in das H o- heitsgebiet der Dublin-Staaten eingereist. Die italienischen Behörden hät- ten innerhalb der festgelegten Frist zum Übernahmeersuchen des BFM keine Stellung genommen. Somit sei gemäss DAA und unter Anwendun g von Art. 18 Abs. 7 Dublin -II-VO die Zuständigkeit, die Asyl- und Wegwei- sungsverfahren durchzuführen, am 9. Dezember 2013 an Italien überg e- gangen. Das BFM habe von den italienischen Behörden die Zusage e r- halten, dass sie im Projekt "Icaro" in Venedig aufg enommen würden. Es gelte anzumerken, dass es grundsätzlich nicht Sache der asylsuchenden Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu bestimmen. Sie seien am 20. Juli 2013 in Italien illegal in das Hoheitsg e- biet der Dublin - Staaten eingereist, ohne dort ein Asylgesuch gestellt zu haben. Die geltend gemachten Einwände gegen eine Überstellung nach Italien würden sich alleine auf Annahmen und Befürchtungen stützen, wobei sie nicht darzulegen vermöchten, inwiefern sie konkret von den Einwänden betroffen seien. Sie hätten die Möglichkeit, nach einer Übe r- stellung in Italien ein Asylgesuch zu stellen und damit in die asylrechtl i- chen Strukturen aufgenommen zu werden und von diesen zu profitieren. Bezug nehmend auf die von der Rechtsvertre tung gemachten Eingaben vom 19. September 2013 bzw. 4. November 2013 gelte es festzuhalten, dass die Aufenthaltsbedingungen für Asylsuchende in Italien zwar teilwei- se als verbesserungswürdig erscheinen würden, sie jedoch keinen Grund D-2507/2014 Seite 8 zur allgemeinen Annahme ergäb en, dass Personen, welche sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhielten, aufgrund der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existentielle Notlage versetzt, obdachlos oder unmenschlich behandelt würden. Es sei auch insbesondere nicht er- stellt, dass Italien gegen die Bestimmungen der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitgliedstaaten (Aufnahmerichtlinie) systematisch verstosse. Der Einwand, dass die Kinder von ihrem Vater getrennt werden könnten, stütze sich ausschliesslich auf eine Annahme und sei insofern nicht relevant, als er sich auf den im Bericht der Schwei- zerischen Flüchtlingshilfe ( SFH) zitierten Auszug betreffend angebliche systematische Trennung von Familien in Mailand beziehe. Sie selbst würden jedoch nach Venedig überstellt und im Aufnahmeprojekt "Icaro" aufgenommen und betreut werden. Dieses Aufnahmeprojekt sei au s- schliesslich vulnerablen Dublin -Rückkehrenden vorbehalten und werde vom Europäischen Flüchtlingsfonds finanziert und vom italienischen R o- ten Kreuz betrieben. Das BFM informiere bei sogenannten vulnerablen Personen die italienischen Behörden im Voraus über die Besonderheiten des Falles, insbesondere auch im Zusammenhang mit medizinischen Be- langen. Hierzu gelte anzumerken, dass den Akten keine akute medi zini- sche oder psychologische Behandlungsbedürftigkeit zu entnehmen sei. Gemäss Auskunft des behandelnden Hausarztes, Dr. med. I._______, sei die Behandlung einer Femurfraktur von B._______ abgeschlossen. Die weiteren geltend gemachten Einwände bezüglich Obdachlosigkeit, u n- menschlicher Behandlung, nicht kindergerechte r Unterkunft und nicht adäquater psychologischer Betreuung würden ebenso auf blossen A n- nahmen beruhen. Das von den italienisch en Behörden bezeichnete Au f- nahmeprojekt garantiere eine für vulnerable Personen adäquate Unte r- kunft und Betreuung. Zwar gehe aus dem Sozialbericht der Caritas J._______ hervor, dass der Beschwerdeführer A._______ mit der Erzi e- hung seiner Kinder aus subjekt iver Sicht oft mehrmals überfordert sei, es jedoch offensichtlich sei, dass die Familie schon seit langem als einge- spieltes Team funktioniere. Abklärungen im Kanton hätten denn auch e r- geben, dass kein Verfahren zur Errichtung einer Beistandschaft für seine Kinder eingeleitet worden sei, woraus sich ableiten lasse, dass keine schwerwiegenden Probleme für die Kinder bestehen würden. Demnach sei weder eine Verletzung von Art. 3 EMRK noch eine von Art. 3 KRK feststellbar und es bestünden keine Gründe für einen Selbsteintritt durch die Schweiz. D-2507/2014 Seite 9 6.2 In der Rechtsmitteleingabe wird unter Hinweis auf nationale und i n- ternationale Publikationen zunächst die prekäre Situation der Flüchtlinge in Italien skizziert. Gestützt auf Art. 3 Abs. 2 und 15 Dublin -II-VO müsse die Schweiz in diesem Falle einen Selbsteintritt ausüben, da durch dive r- se seriöse und wissenschaftliche Quellen übereinstimmend belegt werde, dass die Unterbringungsmöglichkeiten in Italien "prekär bis desaströs" seien. Diesbezüglich werde im Weiteren auf ein Urteil des Verwaltungsge- richts Frankfurt verwiesen, welches eine Überstellung nach Italien als Verletzung von Art. 3 EMRK und damit als unzulässig gewertet habe. D a- vor hätten etliche weitere Gerichte eine Überstellung nach Italien g e- stoppt. Im Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) Mohammed Hussein vs. the Netherlands and Italy, Nr. 27725/10, vom 18. April 2013, seien die unzureichenden Bedingungen für Asyls u- chende in Italien klar aufgezeigt worden. Dass es in diesem Fall zu keiner Verletzung von Art. 3 EMRK gekommen sei, liege denn auch im spezif i- schen Sachverhalt, insbesondere im Umstand, dass die Beschwerdefü h- rerin falsche Tatsachen geltend gemacht habe. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass das Asylaufnahmesystem in Ital ien schwer- wiegende systematische Mängel aufweise, wonach eine unmenschliche Behandlung von Asylsuchenden als wahrscheinlich gewertet werden müsse. Bezugnehmend auf die Beschwerdeführe nden wird nach Ausfüh- rungen zur Flucht in die Schweiz im Wesentlichen aus geführt, dass die Rechtswidrigkeit bei einer allfälligen Wegweisung umso stossender wäre, da vorliegend sechs Kinder (neben den Beschwerdeführenden auch noch deren beiden Cousins) betroffen seien, die mit grösster Wahrscheinlic h- keit mehrfach und schwer tra umatisiert seien und deshalb dringend ein stabiles Umfeld benötigen würden. Bei einer Wegweisung nach Italien sei Art. 3 KRK betroffen, da damit gerechnet werden müsse, dass keine ki n- dergerechte Unterkunft bzw. adäquate psychologische Betreuung erhäl t- lich sei. Eine Nachfrage über die SFH habe überdies ergeben, dass sämt- liche Dublin Projekte in Venedig Ende Juni 2014 schliessen würden, da r- unter auch das Projekt "Icaro". Es sei unklar , ob die Beschwerdeführe n- den auch in einem der neuen Projekte Platz bekommen würden. Dies sei jedoch für deren stabile Lage von zentraler Bedeutung und ein erneuter Wechsel in ein anderes Projekt sei eine zusätzliche Belastung. Im Weit e- ren sei auch aus humanitären Gründen gestützt auf Art. 29a Abs. 3 AsylV1 i.V.m. Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO ein Selbsteintritt der Schweiz a n- gezeigt. Bezug nehmend auf den Fall sei insbesondere auf die gesun d- heitlichen Folgen, die eine Wegweisung auf die psychische Verfassung der asylsuchenden Person haben könnte, hinzuweisen. Eine kinderps y- chologische Betreuung könne nur in der Schweiz erfolgen, da selbst im D-2507/2014 Seite 10 Projekt "Icaro" dem subjektiven Sicherheitsbedürfnis der Kinder nicht g e- recht werden könne, weil sie in Italien menschenunwürdige Behandlung erfahren hätten, dadurch traumatisiert seien und sich v or einer Rückkehr dorthin fürchten würden. Wie gross die Angst der Kinder vor einer Übe r- stellung nach Italien sei, habe der nervliche Zusammenbruch von D._______ gezeigt. Im Weiteren würden sich die Sozialarbeitenden in der Schweiz intensiv um die Beschwer deführenden sowie die Neffen bzw. Cousins kümmern, was zu einer Stabilisation geführt habe. Ausserdem sprächen die Neffen bzw. Cousins der Beschwerdeführenden bereits sehr gutes Deutsch, so dass die Verständigung in der Rechtsberatung gar auf Deutsch habe erfolgen können. Ausserdem werde der überforderte B e- schwerdeführer A._______ von seinen Kindern und den Neffen unte r- stützt, was sie in ihrem Kindsein sehr einschränke. Ein H erausreissen aus der nunmehr gefestigten Situation in der Schweiz würde sie in eine hilflose Lage bringen und die gemachten Fortschritte zunichtemachen. 7. 7.1 Was die Beschwerdeführenden gegen ihre Überstellung nach Italien vorbringen, ist nicht geeignet, die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägun- gen zu widerlegen, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen wird. Dem in der Rechtsmitteleingabe erhobenen Einwand der "prekären bis desastr ö- sen" Situation in Italien ist mit dem BFM zu entgegnen, dass Italien die Aufnahmerichtlinie umgesetzt hat. Diese beinhaltet zahlreiche Mindes t- normen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden. Zwar steht das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in gewissen Punkten in der Kritik (vgl. namentlich Bericht der SFH, Italien: Aufnahmebedingu n- gen, Aktuelle Situation von Asylsuchenden und Schutzberechtigten, i ns- besondere Dublin -Rückkehrenden, Bern, Oktober 2013; vgl. auch UNHCR, Recommendations on Important Aspects of Refugee Protection in Italy, Juli 2013, Ziffer 5: "Reception conditions for asylum -seekers"). Nach den Erkenntnissen sowohl der Vorinstanz als au ch des Bundesver- waltungsgerichts werden aber Dublin -Rückkehrende sowie verlet zliche Personen, zu welchen die Beschwerdeführenden zu zählen sind, von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt (vgl. Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts E-1691/2012 vom 3 . April 2012). Bezüglich Unterbri n- gung der genannten Personengruppe existieren besondere Strukturen. Alleinerziehende und minderjährige Kinder haben Anspruch auf eine sp e- zialisierte Unterkunft sowie medizinische Versorgung und Schulbildung. Zudem nehmen si ch auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von verletzlichen Personen und Dublin -Rückkehrenden an. Vorliegend wurde den Beschwerdeführenden seitens der italienischen D-2507/2014 Seite 11 Behörde der Einbezug in das Projekt "Icaro" in Venedig zugesichert. Dem Hinweis, das Projekt laufe Ende Juni 2014 aus, und der Befürchtung, es sei nicht gesichert, dass sie in ein neues Projekt einbezogen würden, ist zu entgegnen, dass dem durch die Rechtsvertretung eingereich ten Mail- verkehr vom 7. Mai 2014 zu entnehmen ist, d ie italienischen Behörden hätten ausgeführt, es hätten zuvor Probleme bestanden, neu seien aber 40 Plätze seitens des Staates zugesprochen worden und diese seien nun ausgeschrieben. Nur aufgrund der Tatsache, dass das Projekt "Icaro" im Juni 2014 ausläuft, kann nicht der Umkehrschluss gezogen werden, es habe in den neuen Projekten keinen Platz für die Beschwerdeführenden und sie seien durch einen Wechsel gefährdet . Diese haben die Möglic h- keit, nach einer Überstellung in Italien ein Asylgesuch zu stellen und d a- mit in die asylrechtlichen Struktur en aufgenommen zu . Das BFM b e- zeichnet ausserdem die Beschwerdeführenden als verletzliche Personen, weshalb ih nen gemäss obig en Ausführungen eine spezialisierte Unte r- bringung zur Verfügung steht und dies bereits auch mit Schreiben vom 1. April 2014 seitens der italienischen Behörden verdeutlicht wurde. 7.2 Italien ist Signatarstaat der EMRK, de r FK und des FoK. In seiner neueren Rechtsprechung hat der EGMR – wie erwähnt – festgestellt, dass in Italien kein systematischer Mangel an Unterstützung und Einric h- tungen für Asylsuchende bestehe, obwohl die allgemeine Situation und insbesondere die Lebensumstände von Asylsuchenden, anerka nnten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. EGMR: Entscheidung Moha m- med Hussein und andere vs. Niederla nde und Italien [Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013). Diese Einschätzung wurde jüngst e r- neut ausdrücklich bestätigt in der EGMR-Entscheidung Hussein Diirshi und andere vs. Niederlande und Italien [Beschwerde Nr. 2314/10] vom 10. September 2013. Den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe kann daher nicht gefolgt werden, zumal d er EGMR im erwähnten Urteil Nr. 27725/10, Rz. 70 f., ausdrücklich festgehalten hat, dass Art. 3 EMRK keine allgemeine Pflicht enthalte, Flüchtlingen finanzielle Unterstützung zu bieten, um ihnen einen bestimmten Lebensstandard zu ermöglichen. Ausländer n, d ie von einer Wegweisung betroffen seien, gewähre die Konvention grundsätzlich ke i- nen Anspruch mit dem Ziel, im Hoheitsgebiet des Vertragsstaates zu verbleiben, um dort weiterhin von medizinischer, sozialer oder anderwe i- tiger Unterstützung oder Leistungen z u profitieren, die vom wegweisen- den Staat zur Verfügung gestellt w ürden. Wenn keine aussergewöhnl i-D-2507/2014 Seite 12 chen zwingenden humanitären Gründe vorlägen, die gegen eine Weg- weisung sprächen, sei allein die Tatsache, dass die wirtschaftlichen und sozialen Lebensverhält nisse des Antragstellers bedeutend geschmälert würden, falls er oder sie weggewiesen würde, nicht ausreichend, einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK zu begründen. Der Ausgang des derzeit vor der Grossen Kammer des EGMR hängige n Verfahrens i.S. Tarakhel gegen die Schweiz, in welchem die vorgebrac h- ten Mängel des italienischen Asylverfahrens einer eingehenden Prüfung unterzogen werden sollen, ist nach wie vor noch offen. Es ist somit we i- terhin von der bisherigen Rechtsprechung des EGMR auszugehen, we l- che in dieser Hinsicht festhält, dass Italien kein systematischer Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende (als besonders ve r- letzliche Personengruppe) bestehe, trotz der Feststellung gewisser Mä n- gel. 7.3 Es liegen somit keine Anhaltspunkte vor, da ss Italien seine staatsver- traglichen Verpflichtungen missachten und die Beschwerdeführenden u n- ter Verletzung von Art. 3 EMRK einer menschenunwürdigen oder ernie d- rigenden Behandlung ausgesetzt wäre n oder dass das flüchtlingsrechtl i- che Non -refoulement-Gebot verletzt würde. Für einen Selbsteintritt der Schweiz besteht demnach keine Veranlassung. An d ieser Einschätzung vermögen auch das eingereichte Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main vom 9. Juli 2013 sowie die eingereichte Zusammenstellung von Rechtsanwalt Klaus Walliczek, Minden , Deutschland, mit Verweisen auf ähnliche Urteile sowie zahlreiche Beschlüsse aus den Jahren 2010 bis Juli 2013 nichts ändern. Anzumerken bleibt, dass in der deutschen Rechtsprechung das zitierte Urteil des Verwaltungsgeric hts Frankfurt am Main vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen mit Urteil vom 7. März 2014 sowie vom Verwaltungsgericht Ansbach mit Beschluss vom 18. September 2013 kritisiert wurde. Zu keinem anderen Ergebnis führen die durch die Rechtsvertretung zi tierten Urteile des Bundesverwaltung s- gerichts, da diese andere Sachverhalte bzw. Konstellationen und teilwe i- se andere Länder (Griechenland und Polen) betreffen. Die Rechtspr e- chung des EGMR, wonach kein systematischer Mangel an Unterstützung für Asylsuchende (als besonders verletzliche Personengruppe) bestehe, hat – auch wenn es sich bei den Asylsuchenden um Familien mit Kindern handelt – nach wie vor Gültigkeit (vgl. etwa die Urteile E -5918/2013 vom 23. April 2014, D-1694/2014 vom 4. April 2014, E-1476/2014 vom 27. März 2014 , E -1372/2014 vom 21. März 2014, D -538/2014 vom 14. Februar 2014, E-6838/2013 vom 27. Dezember 2013 oder D-2507/2014 Seite 13 D-5957/2013 vom 3. Dezember 2013). Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden in Italien Zugang zu einem fairen Asylver- fahren haben werden und nicht unmenschlicher Behandlung ausgesetzt werden. 7.4 Sodann hat die Vorinstanz auch mit Bezug auf den Einwand, die Überstellung der Kinder nach Italien würde diese von ihrem Vater trennen und eine kindergerechte Unterkunft sei ni cht zu erwarten, weshalb Art. 3 KRK verletzt werde, zutreffend festgestellt, dass diese Befürchtung auf reinen Annahmen beruhe und sich der Bericht der SFH auf Mailand b e- ziehe. Die Beschwerdeführenden werden jedoch nach Venedig überstellt. Was die Sicherheitsbedenken betrifft, informiert das BFM die italienischen Behörden bei vulnerablen Personen wie den Beschwerdeführen den im Voraus über die Besonderheiten des Falles. 7.5 Auch ein Selbsteintritt aus humanitären Gründen gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 ist vorliegend nicht angezeigt. Die geltend gemachte Traumatisierung der Beschwerdeführenden , d er Nervenzusammenbruch der ( …)-jährigen D._______ sowie die aus S y- rien stammende n Verletzungen am Bein des (…) -jährigen B._______ stehen einer Überstellung nicht im Wege, zumal Italien als Mitgliedstaat den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumi n- dest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen u mfasst, zugänglich machen muss (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie) und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder sonst i- ge Hilfe (einschliesslich gegebenenfalls einer geeigneten psycholog i- schen Betreuung) zu gewähren hat (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Zudem stellt auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer (Vater) über- fordert sei und d urch die Betreuung seitens verschiedener Beteiligten in der Schweiz eine gewisse Stabilisierung der Beschwerdeführenden habe erzielt werden können, einer Überstellung ebenfalls nicht im Wege, zumal – wie bereits ausgeführt – auch in Italien spezielle Einrichtungen und Betreuungsmöglichkeiten für verletzliche Personen bestehen. Aufgrund dieser Ausführungen kann darauf verzichtet wer den, den in Aussicht g e- stellten ärztlichen Bericht bezüglich einer möglichen psychologischen B e- handlung von D._______ abzuwarten (antizipierte Beweiswürdigung: vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357, ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 165 Rz. 3.144) . Zur Vermeidung von Wiederholungen bezüglich D-2507/2014 Seite 14 der Behandlung besonders verletzlicher Personen wird auf die obigen Erwägungen verwiesen. 7.6 Ferner ist vollständigkeitshalber anzumerken, dass der in der Rechtsmitteleingabe geforderte Selbsteintritt der Schweiz gestützt auf Art. 15 D ublin-II-VO bereits mangels Vorliegens eines unter diese Be- stimmung zu subsumierenden Sachverhalts ausgeschlossen ist. Die B e- schwerdeführenden befinden sich alle zusammen in der Schweiz. Somit ist weder der Tatbestand einer Zusammenführung von Familienmitgli e- dern und deren unbegleiteten Minderjährigen, Schwangerschaft, schwere Krankheit oder dergleichen tangiert. Ergänzend ist festzuhalten, dass das Verfahren der Neffen bzw. Cousins ebenfalls abgewiesen wird und diese zusammen mit den Beschwerdeführe nden nach Italien zu überstellen sind. Es erübrigt sich , auf die weiteren Ausführungen und eingereichten Beweismittel einzugehen, da diese zu keiner anderen Einschätzung zu führen vermögen. Der Rückweisungsantrag ist bei dieser Sachlage a b- zuweisen. 8. 8.1 Zusammenfassend ist aufgrund der gemachten Ausführungen festz u- halten, dass aus der Überstellung der Beschwerdeführenden nach Italien weder eine Verletzung aus Art. 3 EMRK noch eine Verlet zung von Art. 3 KRK resultiert und das BFM zu Recht festgestellt hat, dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe gegen die Zumutba r- keit der Wegweisung nach Italien sprechen. Nach dem Gesagten besteht für die schweizerischen Asylbehö rden insgesamt keine Veranlassung, in Abweichung von der festgestellten Zuständigkeitsordnung vom Selbstein- tritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Gebrauch zu machen. 8.2 Italien ist somit für die Prüfung de r Asylgesuche der Beschwerdefüh- renden gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet, sie gemäss Art. 17 bis Art. 19 Dublin-II-VO aufzunehmen. Das BFM ist in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG zu Recht auf die Asylgesu- che der Beschwerdeführenden nicht eingetreten und hat, da sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung sind, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 8.3 Unter diesen Umständen sind all fällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über D-2507/2014 Seite 15 die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu pr ü- fen, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Vo r- aussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645). 9. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bu n- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen. D ie Anträge, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederhe r- zustellen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ve r- zichten, erweisen sich somit als gegenstandslos. 11. 11.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerde als aussichtslos zu bezeichnen ist. 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-2507/2014 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils z u- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kant o- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Christa Grünig Versand: