Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. August 2018 (720 18 54 / 221) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung des Rentenanspruch bei Vorliegen eines Psycho-Organischen Syndroms und einer Narkolepsie Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniele Marco Cortiula , Rechtsanwalt, Neuhofstrasse 68, 6345 Neuheim gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1989 geborene A.____ arbeitete zuletzt ab Fe bruar 2013 in einem 100%- und ab November 2014 in einem 50%-Pensum als Sicherheitsmi tarbeiter bei der B.____ AG. Am 17. Mai 2015 meldete er sich unter Hinweis auf ein Psycho-Organisches-Syndrom (POS) und eine Narkolepsie mit starken Erschöpfungszuständen, Konzentrationsstörungen, Stimmungs- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwankungen und Depressionen etc. bei der Eidgenössischen I nvalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaf t (IV-Stelle) klärte in der Folge den gesundheitlichen und den erwerblichen Sachverhalt ab. N achdem die Eingliederungsmass- nahmen per 25. November 2015 abgeschlossen worden waren, lehnte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 10. Januar 2018 einen Leistungsanspruch des Versi- cherten bei einem Renten ausschliessenden Invaliditätsgrad von 7 % ab. Zur Begründung führ- te sie aus, dass dem Versicherten die Ausübung der angesta mmten Tätigkeit als Sicherheits- mitarbeiter im Umfang von 100 % mit einer Leistungseinbusse von 20 % zumutbar sei. B. Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte, vertr eten durch Rechtsanwalt Daniele Marco Cortiula, am 6. Februar 2018 Beschwerde beim Kan tonsgericht, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht, ein. Er beantragte die Aufhebung der an gefochtenen Verfügung und die Aus- richtung der gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei d ie Verfügung zur Neuberechnung der Invalidenleistungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unt er o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass die IV-Stelle ihren Entscheid auf unzureichenden medizi- nischen Abklärungen und Unterlagen stütze. C. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführer s. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügu ng vom 10. Januar 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vo raussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, der geistigen oder der p sychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die dur ch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbe sondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.7 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich er reichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.8 Der Beweiswert von Berichten des Regionalen Ärztliche n Dienstes (RAD) nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung ( IVV) vom 17. Januar 1961 ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten verglei chbar, sofern sie den praxisgemäs- sen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arzt- person über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis von RAD-Berichten kann nicht abgestellt werde n, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 13 9 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7). 4. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ( Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsg ericht von Amtes wegen für die rich- tige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen S achverhalts zu sorgen. Diese Untersu- chungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforder- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahl reiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welch e sich für den Entscheid als zentral erweisen. 5.2 In den Akten befindet sich das bidisziplinäre Gutac hten von Dr. med. C.____, FMH Neurologie, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. Juni 2016. Dr. C.____ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeits fähigkeit eine m onosymptomatische Nar- kolepsie und eine leicht bis mässig ausgeprägte kognitive Störung bei seelischer Interferenz. In der Beurteilung hielt er fest, dass er den Beschwerdeführer klinisch-neurologisch sowie verhal- tensneurologisch untersucht habe. Dieser habe angegebe n, sich hauptsächlich durch seine Narkolepsie - mit der Notwendigkeit, hohe Medikamentendosen einnehmen zu müssen - beein- trächtigt fühle. Zudem habe er Mühe, sich Dinge merken zu können; dies führe er ebenfalls auf die Medikation zurück. Aus der Sicht des Beschwerdeführer s sei die aktuell geleistete Tätigkeit in einem Sicherheitsdienst seinen Beschwerden ideal ange passt. Er gehe davon aus, dass das geleistete 50%-Pensum das Maximum seiner Leistungsfähigk eit darstelle. Diese Arbeit ent- spreche auch seinen Fähigkeiten, weil sie in einem gewi ssen Sinne regelmässig sei und er als Leiter eines Teams die Möglichkeit habe, seine Einsätze seiner Befindlichkeit anzupassen. Dr. C.____ führte aus, dass sich klinisch-neurologisch - abgeseh en von einer intermittierenden leichten Ptose links - ein unauffälliger Befund fände. Die Hirnnerven würden sich einwandfrei präsentieren. Die Reflexe an den oberen und unteren E xtremitäten seien symmetrisch und die Kraft, die Sensibilität und die Trophik seien intakt. D ie Geschicklichkeit sei gegeben und der Gang sei diskret. Das Einbeinhüpfen blind erfolge sicher und dynamisch. In der verhaltensneu- rologischen Untersuchung würden sich Befunde zeigen, wel che mit einer leicht bis mässigen Beeinträchtigung insbesondere der frontalen Hirnfunkt ionen vereinbar seien. So bestehe eine ausgeprägte lnadäquanz sowie eine anfänglich misstraui sche Stimmung dem Untersucher ge- genüber, welche sich aber im Verlauf zunehmend gelegt habe, bis hin zu einem sehr kooperati- ven, teilweise etwas distanzlosen Verhalten. Es lägen ei ne leichte Perseveration- und Konfabu- lationstendenz, ein eindeutig vermindertes Konzept der eigenen Leistungsfähigkeit und ein un- genügendes Selbstmonitoring vor. Der Beschwerdeführer sei bei einem Konzentrationstest da- von ausgegangen, eine gute Leistung erbracht zu haben; tatsächlich habe jedoch eine hohe Fehlerquote bestanden. Im Rey-Auditory-Verbal-Learning-Test falle eine ausgeprägte Rekrutie- rungsstörung auf. Das Zahlen-Nachsprechen rückwärts gelin ge nur mit verminderter Leistung, was als Hinweis auf eine Beeinträchtigung der frontale n Kontrolle verstanden werden könne. Bei der Kopie der Rey-Figur komme es zu einem ausgepr ägten Planungsdefizit. Die Suppressi- onsfähigkeit sei leicht beeinträchtigt. Insgesamt sei von leicht bis mittelmässigen Beeinträchti- gungen, insbesondere der frontalen Hirnfunktionen auszug ehen. Die Untersuchung sei als vali- de anzusehen. Das durchgeführte Validierungsverfahren (Greens-Word-Memory-Test) belege bei einem Wert von 92 Punkten einen guten Effort. Es ergäben sich aber keine Hinweise für eine Verdeutlichungstendenz oder Aggravation. Die Ursa che der erwähnten kognitiven Minde- rung sei unklar, aber am ehesten als Folge seelischer In terferenzen anzusehen. Zusammen- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fassend bestehe beim Beschwerdeführer eine monosymptomatisc he Narkolepsie. Aktuelle Hinweise auf eine Katalepsie würden jedoch fehlen. Zus ätzlich bestünden leicht bis mässig ausgeprägte kognitive Beeinträchtigungen, welche erheblich seien. Der Versicherte sei dadurch nicht nur in seiner Arbeitstätigkeit, sondern auch in Ha ushalt und in seinem Freizeitverhalten beeinträchtigt. Aus neurologischer Sicht sei er daher sow ohl in der angestammten als auch in der als angepasst anzusehenden Tätigkeit als Mitarbeite r einer Sicherheitsfirma insgesamt zu 40 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Diese Beeinträchtigung ergebe sich aus dem erhöh- ten Erholungsbedarf bei Narkolepsie. Tätigkeiten mit e rhöhten Anforderungen an die Fähigkeit, neue Inhalte aufzunehmen, seien wegen der verhaltensneurologischen Befunde nicht geeignet. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf den 1. November 2014 anzusetzen. Dr. D.____ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeits fähigkeit eine g emischte Persönlichkeits- störung vom selbstunsicheren, narzisstisch instabilen, ängstl ich vermeidenden Typ (ICD-10 F61.0). Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit se ien anamnestisch rezidivierende de- pressive Episoden zurzeit remittiert (ICD-10 F33.4) zu n ennen. Er kam zusammenfassend zum Schluss, dass die Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführe rs teils auf psychodynamischer Ebene erklärbar sei, andererseits auch eine Wechselwirkung zwischen der Narkolepsie, den Aufmerksamkeitsdefizitproblemen und den Defiziten auf Seiten der Ich-Struktur bestünden. Der Explorand habe auch auf kognitiver Ebene Schwierigkeiten , den affektiven Problemen Herr zu werden. Er habe aufgrund der narzisstischen Problematik , der Selbstunsicherheit und der Per- sönlichkeitsstörung eine deutlich verminderte Frustrationstoleranz. Auch sei er in der Ausdauer, der Aktivität, im Beruf und der Freizeit, der Durchhalt efähigkeit, der affektiven Belastbarkeit, im Selbstvertrauen, der Fähigkeit, Affekte adäquat auszud rücken und jene anderer wahrzuneh- men, Beziehungen aufrechtzuerhalten und Trennungen aus zuhalten, leicht- bis mittelgradig beeinträchtigt. Berücksichtige man die zumutbare Willen sanstrengung, den gesamten Verlauf gemäss der Aktenlage, die Befunde, die Konsistenz, die v erminderten innerpsychischen, die nicht so stabilen äusseren Ressourcen und die funktionellen Beeinträchtigungen, so müsse aus psychiatrischer Sicht festgestellt werden, dass beim Versiche rten eine 30%ige Arbeits- und Leistungsunfähigkeit aufgrund der Persönlichkeitsproblema tik begründet sei. Der Explorand habe eine höhere Anstrengung als eine gesunde Person, mit seinen innerpsychischen Konflik- ten und Affekten sowie seinen allenfalls organisch bedi ngten Einschränkungen zurechtzukom- men, weil seine Ich-Struktur die Verarbeitung der inne ren Bewegungen und der äusseren Wahrnehmungen erschwere. Bei der Beurteilung und Bem essung der Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit berücksichtige er die Nar kolepsie und deren Auswirkungen nicht. Fest stehe jedoch, dass die aus neurologischer Sicht definierte Beeinträchtigung der Ar- beits- und Leistungsfähigkeit additiv zum vorliegenden Leiden hinzugerechnet werden müsse, denn es bestehe keine Überlappung. Es läge vielmehr eine negative Wechselwirkung, also eine gegenseitige Verstärkung der Problematik durch die jew eiligen Symptomkomplexe vor. In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, dass aus gesamtmedizinischer Sicht von einer 50%igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen sei. 5.3 Die IV-Stelle unterbreitete das Gutachten der Dr es. C.____ und D.____ dem Regiona- len ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme. RAD-Ar zt Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte am 28. September 2016 aus, dass die objektiven medizinischen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Befunden gegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Sicherheitsmitarbeiter und in einer Verweistätigkeit o hne Schichtarbeit sprechen würden. Das Gutachten weise eine grössere Anzahl von Inkonsistenzen und Widersprüchen auf. Die test- psychologische Untersuchung sei unauffällig und der Beschwe rdeführer sei nur geringfügig be- einträchtigt. Weiter werde weder eine Müdigkeit in d er Untersuchung beschrieben noch eine Kataplexie beobachtet. Aus diesem Grund sei eine Gesundheitsschädigung, welche die Arbeits- fähigkeit um mehr als 20 % einschränke, nicht nachvollzieh bar. Es sei möglich, dass eine Auf- fälligkeit der Persönlichkeit bestehe. Allerdings habe der Beschwerdeführer bisher mit der ihm gegebenen Persönlichkeit ein Einkommen erwirtschaften können. Auch fehlten die Kardinalkri- terien für schwer dysfunktionale Verhaltensstörungen mit deletären Auswirkungen auf alle Ach- sen des Lebens, so dass ein psychiatrischer Gesundheitsschaden, der die Leistungsfähigkeit mehr als 20 % beeinträchtige, nicht erkennbar sei. 5.4 Dr. E.____ nahm am 31. März 2017 zu den Einwände n des Beschwerdeführers gegen den Vorbescheid vom 26. Januar 2017 Stellung. Er führte im Wesentlichen aus, dass dem Be- schwerdeführer auch durch den RAD ein Gesundheitsschaden at testiert werde, indem von ei- ner monosymptomatischen Narkolepsie ausgegangen werde, di e mit qualitativen Einschrän- kungen verbunden sei. Beim Ausschluss von gefahrenexponiert en Tätigkeiten handle es sich um eine Vorsichtsmassnahme, auch wenn bisher keine Katapl exie habe beobachtet werden können, sondern nur vom Beschwerdeführer subjektiv geschildert werde. 6.1 In Würdigung der vorliegenden Akten kann bei der B eurteilung des Gesundheitszu- stands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht au f die vorstehenden medizinischen Un- terlagen abgestellt werden, denn es sind Gründe ersichtl ich, die Anlass geben, die Ergebnisse im Gutachten der Dres. C.____ und D.____ in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Zwar weist das bidisziplinäre Gutachten keine formalen S chwächen auf, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden un d ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (vgl. E. 3.6 hiervor). Dennoch weist es inhaltliche Mängel auf. So ist insbe- sondere die Zumutbarkeitsbeurteilung der Gutachter nicht nachvollziehbar. Dr. C.____ erhob aus klinisch-neurologischer Sicht unauffällige Befunde. Ebenso ergaben die verhaltensneurolo- gischen Untersuchungen nur leichte bis mässige Beeinträc htigungen. Dr. C.____ konnte für diese Beschwerden keine konkreten Ursachen benennen und wies lediglich auf seelische Inter- ferenzen hin. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit führ te er daraufhin aus, dass bei der diagnos- tizierten Narkolepsie eine Tätigkeit ohne nächtliche Sch ichtarbeit besser zu bewältigen ist. Die- se Aussage stimmt mit jener von Dr. med. F.____, FMH Ne urologie, überein, welcher bereits am 9. März 2010 explizit darauf hinwies, dass Schichtar beit bei einer Narkolepsie grundsätzlich ungünstig ist. Entgegen dieser nachvollziehbaren Erkenntn isse kam Dr. C.____ in seiner Zu- mutbarkeitsbeurteilung zum Schluss, dass der Beschwerdefü hrer dennoch der in Nachschicht ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiter einer Sicherhei tsfirma nachgehen könne, wobei er dabei aber eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit aufweise. Diese B eurteilung steht im Widerspruch zur fachärztlichen Auffassung betreffend Narkolepsie und Schichtarbeit und scheint nicht unwesent- lich durch die im Rahmen der Untersuchung geäusserte Ansicht des Versicherten beeinflusst zu sein. Dieser erachtete die im Untersuchungszeitpunkt ausgeübte 50%ige Tätigkeit als Maximum Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner möglichen Leistungsfähigkeit und die ausgeübte Arbeit im Sicherheitsdienst mit Nachtar- beit als seinen Beschwerden weitestgehend angepasst. 6.2.2 Nicht anders verhält es sich in Bezug auf die Ergebn isse, zu welchen Dr. D.____ in seinem psychiatrischen Teilgutachten gelangte. Er untersuch te den Versicherten zwar umfas- send. In der Folge attestierte er eine 30%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sei t dem Erwachsenenalter, welche additiv zur neurologischen Bee inträchtigung bestehe. Dabei hielt sich auch Dr. D.____ an die im Zeitpunkt der Untersuchun g ausgeübte 50%igen Tätigkeit als Sicherheitsmitarbeiter, wo der Versicherte gut integrie rt sei. Zudem seien Wiedereingliede- rungsmassnahmen derzeit nicht dringend indiziert. Der Besch werdeführer sei motiviert und auch bereit, mittelfristig sein Pensum zu erhöhen. Di ese Aussage entspricht jedoch der subjek- tiven Auffassung des Beschwerdeführers während der Begutachtung, wonach es optimal sei, so wie er jetzt arbeite. 6.2.3 Zusammenfassend ist in Bezug auf das Gutachten der D res. C.____ und D.____ fest- zustellen, dass die vorgenommene Einschätzung der Arbeits fähigkeit nicht überzeugt, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Weiter fällt auf , dass die Gutachter den Beschwerdeführer nicht umfassend abklären und nur ein beschränktes oberflächliches Bild seines Alltags ermitteln konnten. So bleibt zum Beispiel unklar, wie sich das tägli che Zusammenleben mit dem Gross- vater und dem Vater gestaltet. Hierzu ist lediglich zu e ntnehmen, dass er ein gutes Verhältnis zu ihnen habe und der Grossvater vieles bzw. alles im Haush alt erledige. Weiter ist offen, wie die Freizeitgestaltung des Beschwerdeführers aussieht. Er erwähnte, dass er in einem Privat- keller im Kanton Aargau trainiere, ohne dazu nähere Angaben machen zu wollen. Ein solches Vorgehen ist zwar legitim, weil er damit seine und di e Privatsphäre seiner Familie schützen möchte. Andererseits ist es unter diesen Umständen nicht m öglich, eine umfassende, alle not- wendigen Bereiche berücksichtigende Begutachtung durchzuführen. Dies führt vorliegend letzt- lich dazu, dass ein strukturiertes Beweisverfahren, wie es das Bundesgericht mit BGE 143 V 409 und 418 für sämtliche psychischen Erkrankungen fordert , nicht möglich ist. Dabei ist in je- dem Einzelfall zu prüfen, ob die vorhandenen Gutachten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebenden Indikatoren erlauben. Da im vorliegend en Verfahren aus psychiatrischer Sicht eine Persönlichkeitsstörung im Vordergrund steht, wä re eine Indikatorenprüfung grund- sätzlich durchzuführen. Dabei bestehen aber insbesondere betreffend die sozialen Kontakte und Beziehungen des Beschwerdeführers Inkonsistenzen, wes halb keine ergebnisoffene Ge- samtbetrachtung im Sinne der Indikatorenrechtsprechung nach BGE 143 V 409 und 418 vorge- nommen werden kann. 6.3 Entgegen der Ansicht der IV-Stelle kann auch nicht auf die Beurteilungen des RAD- Arztes Dr. E.____ vom 28. September 2016 und 31. März 2017 abgestellt werden. Gestützt auf dessen Ausführungen ging die IV-Stelle in der angefo chtenen Verfügung davon aus, dass der Versicherte an einer Narkolepsie leide und in einer lei chten bis mittelschweren, leidensange- passten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei mit einer L eistungseinbusse von höchstens 20 %. Wie bereits erwähnt, sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänze nde Abklärungen vorzusehen (vgl. Erwägung 3.7). Solche Zweifel liegen hier vor . Mit dem RAD-Arzt Dr. E.____ ist zwar festzustel- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht len, dass das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ - wie vorstehend aufgeführt - nicht über- zeugt und sich in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit vorwiege nd an die subjektiven Angaben und Äusserungen des Beschwerdeführers hält. Die von ihm get roffene Schlussfolgerung, wonach der Beschwerdeführer trotz seiner auffälligen Persönli chkeit ein Einkommen habe erwirtschaf- ten können, weshalb er höchstens zu 20 % in der Arbeit sfähigkeit eingeschränkt sei, ist aber nicht stichhaltig. Insbesondere ist entgegen seiner Auff assung kein Widerspruch im Gutachten der Dres. C.____ und D.____ zu erkennen, wenn darin d em Beschwerdeführer keine Ein- schränkung in der Konzentrationsfähigkeit beim Autofahr en auf Reisen, aber bei der Verrich- tung seiner Arbeit attestieren wird. Hierbei übersie ht Dr. E.____, dass der Beschwerdeführer sich bei Reisen und in den Ferien je nach seiner Befin dlichkeit verhalten kann, während er bei der Arbeit eine konstante Leistung zu erbringen hat. Weiter ist dem Gutachten der Dres. C.____ und D.____ auch nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer eine Frontalhirn-Problematik aufweise. Vielmehr wird darauf hingewiesen, dass die Funktionsfähigkeit bei Persönlichkeitsstö- rungen in einem gewissen Mass mit der Einschränkung bei e iner hirnorganischen Störung ver- gleichbar sei. Somit bestehen auch an den Beurteilung en von Dr. E.____ erhebliche Zweifel an deren Verwertbarkeit, weshalb vorliegend nicht darauf abgestellt werden kann. 6.4 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass vorliegend weder das externe bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ n och die versicherungsinternen Ausfüh- rungen von Dr. E.____ zu überzeugen vermögen. Die Beschw erdegegnerin stützte ihre Verfü- gung vom 18. Januar 2018 somit auf eine medizinisch nich t überzeugende und damit nicht rechtsgenügliche Sachlage ab, weshalb sie verpflichtet i st, ergänzende Abklärungen vorzu- nehmen. 7.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die S ozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelf all selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren ande rweitig erhobenen Sachverhalt über- haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder w enn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rü ckweisung an die IV-Stelle bleibt hinge- gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erheb ung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstell ung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). 7.2 Wie vorstehend ausgeführt, hat die Beschwerdegegner in nicht alle notwendigen Abklä- rungen zur Beurteilung des Leistungsanspruchs des Besch werdeführers vorgenommen. Aus diesem Grund ist es nicht die Aufgabe des kantonalen Geri chts, im Verwaltungsverfahren ver- säumte medizinische Abklärungen nachzuholen. Einer Rückwei sung an die Vorinstanz steht daher nichts entgegen. Die IV-Stelle hat den Gesundh eitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nochmals umfassend neurologisch wie auch psychiatrisch gutachterlich - eventuell unter direktem Einbezug von Personen aus dem Umfeld de s Beschwerdeführers (Vater, Gross- vater) - abklären zu lassen. Dabei hat sie mit Blick auf da s noch junge Alter des Versicherten auch berufliche Massnahmen im Sinne von Art. 7 ff. IVG zu prüfen. Aus Sicht des Gerichts hat die IV-Stelle die beruflichen Eingliederungsmassnahme n zu früh eingestellt, nachdem sich die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte als optimal erklärt hat. Gestützt auf die Erg ebnisse dieser Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Leistungsanspruch des Beschw erdeführers neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gu tzuheissen. Zu beachten ist jedoch, dass sich bei diesem Ergebnis an dieser Stelle weitergehe nde Ausführungen zur vom Be- schwerdeführer aufgeworfenen Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit erübrigen. Diese kann erst beurteilt werden, wenn der medizinische Sachverhalt und eine allfällige Arbeits- fähigkeit rechtsgenüglich abgeklärt sind. 8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten aufe rlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerde- führer ist der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückzuerstatten. 8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde fü hrende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem S inne, dass der Beschwerde führen- den Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verf ügung und der Rückweisung der Sa- che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neue n Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be- schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abkläru ng im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese dem Versicherten eine Parteientschädigung aus- zurichten. Sein Rechtsvertreter machte in seiner Honorar note vom 29. Mai 2018 einen Zeitauf- wand von 22.58 Stunden geltend. Vorliegend ist jedoch nur der seit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Januar 2018 und im Beschwerdeverfahr en vor dem Kantonsgericht ent- standene Aufwand zu entschädigen (Art. 61 lit. g ATSG / Art. 52 Abs. 3 ATSG). Vom geltenden gemachten Aufwand ist somit der im vorinstanzliche Verwal tungsverfahren ausgewiesene Auf- wand von 12.58 Stunden abzuziehen. Es verbleibt ein Stu ndenaufwand von 10 Stunden, wel- cher sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Diese Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherung sprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun denansatz von Fr. 250.– zu entschä- digen. Die in der Honorarnote geltend gemachte Ausla genpauschale von Fr. 200.– ist ebenfalls zu kürzen und auf Fr. 100.– festzusetzen. Die IV-Stelle hat dem Beschwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'600.– (10 S tunden à Fr. 250.– plus inkl. Auslagen von Fr. 100.–) zu bezahlen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 9.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bun- desgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4 ; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. Janua r 2018 aufge- hoben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-L andschaft zu- rückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'600.– (inkl. Auslag en) zu bezah- len. http://www.bl.ch/kantonsgericht