<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00607</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224679&amp;W10_KEY=13045523&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00607</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.01.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 25.03.2025 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>nachträgliche Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufforderung zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs für Rampe und Umwandlung von Grünfläche zu Abstellplätzen Wurde eine Baute oder Anlage ohne oder in Abweichung von einer Baubewilligung erstellt, ist sie formell rechtswidrig und es ist grundsätzlich ein nachträgliches Baubewilligungsverfahren einzuleiten. Bestehen Anhaltspunkte, dass ein bewilligungspflichtiger Sachverhalt vorliegen könnte, wird die Behörde im Zweifelsfall ein Bewilligungsverfahren einzuleiten haben. Das Nichteinleiten eines Baubewilligungsverfahrens setzt somit einen klaren Fall voraus, bei welchem von vornherein gesagt werden kann, dass kein Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn an einer Kontrolle besteht. Würde nach Durchführung eines nachträglichen Baubewilligungsverfahrens auch die materielle Rechtswidrigkeit der Baute oder Anlage feststehen, stellte sich die Frage nach der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Der Anspruch der Behörden auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verwirkt jedoch grundsätzlich nach 30 Jahren; hierauf kann sich allerdings nur berufen, wer selbst in gutem Glauben gehandelt hat (E. 3.3). Die streitgegenständliche Rampe besteht seit über 30 Jahren und die Beschwerdeführerin durfte von deren Rechtmässigkeit ausgehen. Die Einleitung eines Bewilligungsverfahrens erübrigt sich: Würde sich die Unzulässigkeit der Rampe erweisen, wäre eine Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands infolge Verwirkung des diesbezüglichen Anspruchs ohnehin nicht anzuordnen. Ein Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn an der Durchführung eines solchen Verfahrens ist zu verneinen (E. 3.4). Demgegenüber liegt bezüglich der Grünfläche keine eindeutige Situation vor. Es bestehen sodann Anhaltspunkte, dass ein bewilligungspflichtiger Sachverhalt vorliegen könnte, weshalb im Zweifel ein Bewilligungsverfahren einzuleiten ist (E. 3.5). Teilweise Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMELLE BAURECHTSWIDRIGKEIT">FORMELLE BAURECHTSWIDRIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MATERIELLE BAURECHTSWIDRGIKEIT">MATERIELLE BAURECHTSWIDRGIKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHES BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">NACHTRÃGLICHES BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHES BAUGESUCH">NACHTRÃGLICHES BAUGESUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNG">VERWIRKUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=69731" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00607</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 30. Januar 2025</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Sandra Wintsch<span> (Vorsitz), </span>Verwaltungsrichterin Maja SchÃ¼pbach Schmid, Verwaltungsrichter Josua Raster, Gerichtsschreiberin Regina Meier. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A AG, vertreten durch RA B, <br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Bauinspektorat der Stadt Winterthur, </span></b><span>vertreten durch Baupolizeiamt Winterthur,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend nachtrÃ¤gliche Baubewilligung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung vom 7. November 2022 forderte der Baukontrolleur der Stadt Winterthur die A AG auf, bis spÃ¤testens 7. Februar 2023 ein nachtrÃ¤gliches Baugesuch fÃ¼r festgestellte Ãnderungen und bauliche Massnahmen in der Umgebung an der C-Strasse 01 in Winterthur (Kat.-Nr. 02) einzureichen. Unter anderem betraf dies eine Aufhebung von GrÃ¼nflÃ¤che (ca. 300 m<sup>2</sup>) und deren Umwandlung zu AbstellplÃ¤tzen entlang der C-Strasse sowie die Erstellung einer Aussenrampe an der Nordostfassade des auf dem GrundstÃ¼ck befindlichen GebÃ¤udes (Vers.-Nr. 03).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhob die GrundeigentÃ¼merin A AG mit Eingabe vom 6. Dezember 2022 Rekurs an das Baurekursgericht, welches das Rechtsmittel am 7. September 2023 in einem vorliegend nicht mehr streitgegenstÃ¤ndlichen Punkt guthiess und im Ãbrigen abwies.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob die A AG am 10. Oktober 2023 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids insoweit, als der Rekurs abgewiesen wurde. Die VerfÃ¼gung des Baukontrolleurs der Stadt Winterthur vom 7. November 2022 sei folglich insoweit aufzuheben, als die A AG darin zur Einreichung eines Baugesuchs fÃ¼r die Aufhebung von GrÃ¼nflÃ¤che und deren Umwandlung zu AbstellplÃ¤tzen sowie fÃ¼r die Erstellung einer Aussenrampe an der Nordostfassade des GebÃ¤udes Vers.-Nr. 03 aufgefordert wurde. Eventualiter sei die Sache zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen und in prozessualer Hinsicht sei das Verfahren zu sistieren, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gegenpartei.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. Oktober 2023 wurde dem Bauinspektorat der Stadt Winterthur Frist zur Stellungnahme zum Sistierungsantrag der A AG angesetzt. Am 19. Oktober 2023 erklÃ¤rte sich das Bauinspektorat mit einer Sistierung nicht einverstanden; in der Folge wurde das Sistierungsbegehren mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 24. Oktober 2023 abgewiesen und Frist zur Beschwerdeantwort angesetzt. Am 10. November 2023 beantragte das Baurekursgericht ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Das Bauinspektorat der Stadt Winterthur beantragte am 27. November 2023 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der A AG. Diese hielt mit Replik vom 5. Januar 2024 innert erstreckter Frist an ihren AntrÃ¤gen fest und ersuchte neu um DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins. Die Duplik des Bauinspektorats erfolgte am 22. Januar 2024. Die A AG liess sich hernach nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">In prozessualer Hinsicht beantragt die BeschwerdefÃ¼hrerin die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins.</p> <p class="Urteilstext">Der Entscheid darÃ¼ber, ob ein Augenschein angeordnet wird, steht im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der anordnenden BehÃ¶rde. Die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins ist dann geboten, wenn die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien vermÃ¶chten durch ihre Darlegungen vor Ort Wesentliches zur Erhellung der sachlichen Grundlagen des Rechtsstreits beizutragen. Der Verzicht auf die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins ist zulÃ¤ssig, wenn die Akten eine hinreichende Entscheidgrundlage darstellen. Eine Pflicht zur DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins besteht jedenfalls nur dann, wenn die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse auf andere Weise nicht abgeklÃ¤rt werden kÃ¶nnen (BGr, 8. November 2010, 1C_192/2010, E. 3.3; BGr, 10. August 2010, 1C_512/2009, E. 2.3; VGr, 23. Oktober 2014, VB.2014.00290, E. 2.1).</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ist die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts im Sinn von § 7 Abs. 1 VRG mittels der zahlreichen bei den Akten liegenden PlÃ¤ne und Fotografien mÃ¶glich, welche die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse anschaulich wiedergeben. Damit und zusammen mit den Ã¼brigen Akten ist der Sachverhalt rechtsgenÃ¼gend erstellt. Zur vorliegend zentralen Frage nach den vor Ã¼ber 30 Jahren bestehenden VerhÃ¤ltnissen vermÃ¶chte ein verwaltungsgerichtlicher Augenschein keine zusÃ¤tzlichen Erkenntnisse herbeizufÃ¼hren; auf den beantragten Augenschein ist zu verzichten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>In materieller Hinsicht wehrt sich die BeschwerdefÃ¼hrerin gegen die Aufforderung, ein nachtrÃ¤gliches Baugesuch fÃ¼r die erwÃ¤hnte Aufhebung der GrÃ¼nflÃ¤che (ca. 300 m<sup>2</sup>) und Umwandlung der FlÃ¤che zu AbstellplÃ¤tzen (resp. AusstellplÃ¤tzen fÃ¼r Occasionsfahrzeuge) entlang der C-Strasse sowie fÃ¼r die Erstellung einer Aussenrampe an der Nordostfassade des GebÃ¤udes auf der streitgegenstÃ¤ndlichen Parzelle einzureichen. Sie macht geltend, sowohl die AusstellungsplÃ¤tze wie auch die Rampe seien schon vor Ã¼ber 30 Jahren bewilligt beziehungsweise erstellt und seither toleriert worden.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin reicht zur Darstellung des vor 30 Jahren bestehenden Zustands Fotoaufnahmen aus dem Jahr 1985 ins Recht und verweist auf den Bauentscheid BAB Nr. 2639 f-I-84 vom 27. Oktober 1984, mit welchem 15 zusÃ¤tzliche AutoabstellplÃ¤tze auf der Parzelle bewilligt worden waren. Im zugehÃ¶rigen Katasterplan sei vermerkt, dass der Bereich mit einer Chaussierung befestigt werden solle. Mit Bauentscheid BAB Nr. 3191 f-I-85 vom 24. Juli 1985 wurde der Abstellplatz erweitert; aus dem Katasterplan sei ersichtlich, dass die fragliche FlÃ¤che zu diesem Zeitpunkt grÃ¼n angelegt gewesen sei â die GrÃ¼nflÃ¤che sei zum Abstellen von Altautos genutzt worden, was die gesamte VorgartenflÃ¤che betroffen habe. Aus dem Jahr 1988 sei belegt, dass diverse AbstellplÃ¤tze auf dem Areal bestanden hÃ¤tten; nirgendwo fÃ¤nden sich in den genannten Unterlagen Angaben zur FreiflÃ¤chenziffer. Diese sei erst im Jahr 1987 eingefÃ¼hrt worden, weshalb 1985 ohne Weiteres die gesamte UmgebungsflÃ¤che als AutoabstellflÃ¤che habe bewilligt werden kÃ¶nnen. Die Chaussierung sei schliesslich Ende 1988 erfolgt â auf einem Luftbild aus diesem Jahr sei eine dunkle, mit Splitt bedeckte FlÃ¤che erkennbar, und im Jahr 1991 sei die OberflÃ¤che der AbstellplÃ¤tze im Rahmen eines Strassenbauprojekts erneuert und hierbei wiederum chaussiert oder mit Kies bedeckt worden. </p> <p class="Urteilstext">Weiter reicht die BeschwerdefÃ¼hrerin eine mit 1983 datierte Fotoaufnahme ins Recht, auf welcher die Rampe an der Nordostfassade des GebÃ¤udes ersichtlich ist; auch auf den ursprÃ¼nglichen BauplÃ¤nen sei die Rampe eingezeichnet. Die Rampe bestehe folglich seit deutlich mehr als 30 Jahren.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beschwerdegegner weist darauf hin, dass die mit Bauentscheid BAB Nr. 2639 f-I-84 vom 27. Oktober 1984 zusÃ¤tzlich bewilligten AbstellplÃ¤tze nicht die vorliegend fragliche FlÃ¤che entlang der C-Strasse betrÃ¤fen. Auf dem streitgegenstÃ¤ndlichen Platz seien zu diesem Zeitpunkt keine Autos parkiert gewesen, was sich aus den von der BeschwerdefÃ¼hrerin selbst eingereichten Fotografien ergebe. Zudem habe auch der Bauentscheid BAB Nr. 3191 f-I-85 vom 24. Juli 1985 nicht die streitgegenstÃ¤ndliche FlÃ¤che betroffen. Eine Nutzung dieser FlÃ¤che als Autoabstellplatz sei nie bewilligt worden. Weiter sei auf einem Orthofoto aus dem Flugjahr 1988 ersichtlich, dass die FlÃ¤che damals noch begrÃ¼nt gewesen sei. Die FreiflÃ¤chenziffer sei zu diesem Zeitpunkt bereits in Kraft gewesen, es habe jedoch keine Veranlassung bestanden, sie in den fraglichen Entscheiden â namentlich in einer Bewilligung zur Aufstockung des GebÃ¤udes (BAB Nr. 5194-f-I-88 vom 23. Juni 1988) â zu erwÃ¤hnen. Aus den PlÃ¤nen zum Strassenbauprojekt aus dem Jahr 1991 sei schliesslich ersichtlich, dass eine Bepflanzung auf der FlÃ¤che entlang der C-Strasse vorgesehen gewesen sei.</p> <p class="Urteilstext">BezÃ¼glich der Rampe macht der Beschwerdegegner geltend, dass eine solche auf den ursprÃ¼nglichen BauplÃ¤nen von 1933 nicht zu erkennen sei, ebenso wenig wie auf den BauplÃ¤nen aus dem Jahr 1988. Erst auf Fotografien aus dem Jahr 1999 sei sie zu sehen. Ausserdem sei die Rampe zwischenzeitlich vergrÃ¶ssert respektive hÃ¶her gebaut worden; eine Besitzstandsgarantie sei zu verneinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wurde eine Baute oder Anlage ohne oder in Abweichung von einer Baubewilligung erstellt, ist sie <i>formell rechtswidrig</i> und es ist grundsÃ¤tzlich ein nachtrÃ¤gliches Baubewilligungsverfahren einzuleiten (Alain Griffel, Raumplanungs- und Baurecht in a nutshell, 4. A. ZÃ¼rich/St. Gallen 2021, S. 270). Bei der Frage, ob ein solches Verfahren durchzufÃ¼hren ist, steht der BaubehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Bestehen Anhaltspunkte, dass ein bewilligungspflichtiger Sachverhalt vorliegen kÃ¶nnte, wird die BehÃ¶rde im Zweifelsfall ein Bewilligungsverfahren einzuleiten haben. Das Nichteinleiten eines Baubewilligungsverfahrens setzt somit einen klaren Fall voraus, bei welchem von vornherein gesagt werden kann, dass kein Interesse der Ãffentlichkeit oder der Nachbarn an einer Kontrolle besteht (VGr, 23. Mai 2019, VB.2019.00081, E. 4.2; 20. September 2018, VB.2018.00163, E. 6.2; 17. MÃ¤rz 2016, VB.2015.00415, E. 4.2; 22. Februar 2012, VB.2011.00606, E. 4.2).</p> <p class="Urteilstext">WÃ¼rde nach DurchfÃ¼hrung eines nachtrÃ¤glichen Baubewilligungsverfahrens auch die <i>materielle Rechtswidrigkeit</i> der Baute oder Anlage feststehen, stellte sich die Frage nach der Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands (zum Ganzen Griffel, a.<span> </span>a.<span> </span>O., S. 271). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwirkt der Anspruch der BehÃ¶rden auf Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands jedoch grundsÃ¤tzlich nach 30 Jahren, wobei sich aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes auch eine kÃ¼rzere Verwirkungsfrist ergeben kann, wenn die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden die illegale Baute oder Anlage wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit geduldet haben (BGE 107 Ia 121, E. 1.c). Hierauf kann sich allerdings nur berufen, wer selbst in gutem Glauben gehandelt hat. Die objektive Beweislast fÃ¼r den Bestand einer Baute seit 30 Jahren oder deren Duldung durch die BehÃ¶rden liegt beim GrundeigentÃ¼mer (VGr, 7. Februar 2019, VB.2018.00105, E. 3).</p> <p class="Urteilstext">Hiervon zu unterscheiden ist die Frage nach der Besitzstandsgarantie im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG, die zum Tragen kommt bei ursprÃ¼nglich rechtmÃ¤ssig erstellten, erst <i>nachtrÃ¤glich</i> rechtswidrig gewordenen Bauten und Anlagen (Antonio Frigerio/Peter BÃ¶sch in: Christoph Fritzsche et al. (Hrsg.), ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 7. A., WÃ¤denswil 2024, S. 576 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Hinsichtlich der streitgegenstÃ¤ndlichen Rampe ist der Vorinstanz und dem Beschwerdegegner darin zuzustimmen, dass die ursprÃ¼nglichen BauplÃ¤ne aus dem Jahr 1933 nicht sehr aussagekrÃ¤ftig sind und das im Rekursverfahren beigezogene Bild nicht eindeutig datierbar ist. Anders ist die Sachlage jedoch mit Blick auf den bei den Akten liegenden Bewilligungsplan zum Bauentscheid BAB Nr. 8251 e-I-77 vom 3. Oktober 1977, in dem die Rampe eingezeichnet ist, sowie eine datierte Fotoaufnahme vom November 1983, worauf die Rampe klar ersichtlich ist. Entgegen dem Beschwerdegegner ergeben sich (abgesehen von der Erstellung eines MetallgelÃ¤nders am Rand der Rampe) aus den Akten keine Hinweise darauf, dass die aktuell bestehende Rampe mit der ursprÃ¼nglich erstellten nicht Ã¼bereinstimmen wÃ¼rde beziehungsweise neu gebaut worden wÃ¤re. Ausserdem ist namentlich mit Blick auf den vorstehend erwÃ¤hnten Bewilligungsplan aus dem Jahr 1977 davon auszugehen, dass die zustÃ¤ndigen Stellen bei der BeschwerdefÃ¼hrerin in guten Treuen die ZulÃ¤ssigkeit der Rampe annehmen durften.</p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst ist nach dem Gesagten unerheblich, ob die Rampe ursprÃ¼nglich formell rechtmÃ¤ssig bewilligt wurde und ob sie materiell bewilligungsfÃ¤hig wÃ¤re. Es ist offenkundig, dass sie seit Ã¼ber 30 Jahren besteht, und die BeschwerdefÃ¼hrerin durfte von deren RechtmÃ¤ssigkeit ausgehen. Die Einleitung eines Bewilligungsverfahrens erÃ¼brigt sich: WÃ¼rde sich nÃ¤mlich die UnzulÃ¤ssigkeit der Rampe erweisen, wÃ¤re eine Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands infolge Verwirkung des diesbezÃ¼glichen Anspruchs ohnehin nicht anzuordnen. Ein Interesse der Ãffentlichkeit oder der Nachbarn an der DurchfÃ¼hrung eines solchen Verfahrens ist zu verneinen. Mithin ist die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Im Gegensatz dazu stellt sich die Sachlage hinsichtlich der vormaligen GrÃ¼nflÃ¤che entlang der C-Strasse weniger eindeutig dar. Aus den zahlreichen eingereichten PlÃ¤nen und Fotografien ergibt sich zwar, dass verschiedentlich AbstellplÃ¤tze bewilligt wurden. DemgegenÃ¼ber lÃ¤sst sich jedoch die Aufhebung der GrÃ¼nflÃ¤che weder auf ein Ã¼ber 30 Jahre zurÃ¼ckliegendes Datum festlegen noch ergibt sie sich klar aus einer Bewilligung. Es ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass die eindeutig datierbaren Luftbilder lediglich darauf hindeuten, dass die fragliche GrÃ¼nflÃ¤che am 16. April 1988 wohl noch vorhanden war â es ist allerdings nicht gÃ¤nzlich ausgeschlossen, dass es sich bei der dunklen Farbe wie von der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgebracht um Splitt handelt â, wÃ¤hrend dies am 23. April 1994 sicherlich nicht mehr der Fall war. Im Katasterplan zum Bauentscheid BAB Nr. 2639 f-I-84 vom 27. Oktober 1984 ist sodann zwar eine Chaussierung vermerkt; diese bezieht sich jedoch soweit ersichtlich nicht auf die vorliegend streitgegenstÃ¤ndliche FlÃ¤che. Die Frage, ob auf dem Areal Fahrzeuge abgestellt wurden, ist schliesslich zu unterscheiden von der Frage, ob an dieser Stelle seit Ã¼ber 30 Jahren keine GrÃ¼nflÃ¤che mehr bestand: Aus den Unterlagen aus dem Jahr 1985 ergibt sich lediglich, dass auf der â nach wie vor bestehenden â GrÃ¼nflÃ¤che Autos abgestellt wurden. Ebenso wenig eindeutig sind letztlich die Unterlagen zum Strassenprojekt aus dem Jahr 1991. Namentlich ist festzuhalten, dass in den diesbezÃ¼glichen PlÃ¤nen auf der fraglichen FlÃ¤che Pflanzen eingezeichnet waren.</p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst liegt bezÃ¼glich der GrÃ¼nflÃ¤che keine eindeutige Situation vor. Es bestehen sodann Anhaltspunkte, dass ein bewilligungspflichtiger Sachverhalt vorliegen kÃ¶nnte, weshalb im Sinn der AusfÃ¼hrungen in E. 3.3 im Zweifel ein Bewilligungsverfahren einzuleiten ist. Jedenfalls lag es im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen des Beschwerdegegners, das Vorliegen eines klaren Falles zu verneinen und die BeschwerdefÃ¼hrerin zum Einreichen eines nachtrÃ¤glichen Baugesuchs zu verpflichten. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. Im Bewilligungsverfahren werden die Fragen bezÃ¼glich BewilligungsfÃ¤higkeit, Verwirkung, Besitzstandsgarantie und allenfalls Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands einlÃ¤sslich zu prÃ¼fen sein. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Insgesamt ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Somit sind der Entscheid des Baurekursgerichts vom 7. September 2023 und die VerfÃ¼gung des Baukontrolleurs der Stadt Winterthur vom 7. November 2022 insoweit aufzuheben, als darin die Pflicht zur Einreichung eines nachtrÃ¤glichen Baugesuchs fÃ¼r die Aussenrampe an der Nordostfassade vorgesehen beziehungsweise geschÃ¼tzt wurde. Im Ãbrigen ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">Vor der Vorinstanz dringt die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihren AntrÃ¤gen nun zu einem grÃ¶sseren Teil durch. Die Rekurskosten sind daher in AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziffer II des vorinstanzlichen Entscheids zu 1/3 der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu 2/3 dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. </p> <p class="Urteilstext">Vor Verwaltungsgericht obsiegt die BeschwerdefÃ¼hrerin in einem von zwei Punkten. Insofern rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin und dem Beschwerdegegner je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Sodann ist ihr fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- zuzusprechen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Baurekursgerichts vom 7. September 2023 und die VerfÃ¼gung des Baukontrolleurs der Stadt Winterthur vom 7. November 2022 werden insoweit aufgehoben, als die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Einreichung eines nachtrÃ¤glichen Baugesuchs fÃ¼r die Aussenrampe an der Nordostfassade des GebÃ¤udes an der C-Strasse 01 in Winterthur verpflichtet wurde.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 4'120.- werden zu 1/3 der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu 2/3 dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 195.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 3'195.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin und dem Beschwerdegegner je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) das Baurekursgericht.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>