Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Juni 2016 (725 16 62) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Defizit bei der kreisärztlichen Ermittlung des medizinischen Sachverhalts. Rückweisung der Angelegenheit an die Verwaltung zur Vornahme ergänzender Abklärungen. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Mit Schadenmeldung vom 6. März 2015 liess die eh emalige Arbeitgeberin des 1969 ge- borenen A.____ der Schweizerischen Unfallversicheru ngsanstalt (SUVA) ein Schadenereignis melden, wonach dem Versicherten beim Herabgehen ein er Treppe am 28. Juni 2014 aus uner- sichtlichen Gründen sein rechtes, instabiles Bein w eggeklappt sei. Dieser Vorgang habe ihm das linke Knie derart verdreht, dass eine Operation unumgänglich geworden sei. Nach Abklä- rung der gesundheitlichen Verhältnisse, namentlich nach einer am 2. Juli 2015 ergangenen kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. B.____, le hnte die SUVA mit Verfügung vom 8. Juli Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 den Anspruch auf Versicherungsleistungen für die gemeldeten Kniebeschwerden ab. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten wies sie m it Einspracheentscheid vom 8. Februar 2016 mit der Begründung ab, dass gestützt au f den kreisärztlichen Untersuchungs- bericht vom 2. Juli 2015 ein Kausalzusammenhang zwischen den Kniebeschwerden links und dem geltend gemachten Ereignis vom 28. Juni 2014 nicht mit überwiegender Wahrscheinlich- keit nachgewiesen sei. B. Hiergegen erhob der Versicherte am 23. Februar 201 6 Beschwerde beim Kantonsge- richt des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversich erungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, dass der angefochtene Einspracheentscheid au fzuheben und die Angelegenheit insbesondere in medizinischer Hinsicht einer erneuten Prüfung zu unterziehen sei. Zur Begrün- dung brachte er im Wesentlichen vor, dass die SUVA den S achverhalt falsch interpretiert habe. Sie habe bei der Begründung ihres ablehnenden Entsche ids den Arztbericht von Dr. C.____ herangezogen. Demgegenüber sei der Beschwerdeführer vo n Dr. D.____ operiert worden. In der strittigen Angelegenheit sollte deshalb dessen Meinung herangezogen werden. C. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 7. April 2016 auf Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwer de beim örtlich wie sachlich zu- ständigen Gericht ist einzutreten. Strittig und zu prüfen ist, ob die SUVA dem Versicherten Leis- tungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung vo m 20. März 1981 (UVG) zu ent- richten hat. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wie dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über de n Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die plö tzliche, nicht beabsichtigte schädi- gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors a uf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkma l der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äusser e Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zieht. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Übl ichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschli- chen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein b egründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis). 2.4 Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des u ngewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen; ALFRED MAURER , Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 19 89, S. 176 f.) be- stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsat z, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den na- türlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „prog rammwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich auch ein ungewöhnlicher Fa ktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1). 2.5 In Bezug auf den Beweis eines Unfalls sind die einzel nen Umstände des fraglichen Ge- schehens vom Leistungsansprecher glaubhaft zu machen. K ommt er dieser Forderung nicht nach, indem er unvollständige, ungenaue oder widersprü chliche Angaben macht, die das Be- stehen eines unfallmässigen Ereignisses, einer unfallähnli chen Körperschädigung oder Scha- dens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine L eistungspflicht des Unfallversiche- rers (SVR 2001 KV Nr. 50, S. 146 E. 4c; BGE 116 V 140 , 114 V 305). Im Streitfall darf und soll zudem berücksichtigt werden, dass die ersten Aussagen der Ve rsicherten erfahrungsgemäss unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstell ungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher od er anderer Art beeinflusst sein können (Urteil M. des EVG vom 14. Februar 2005 [U 265/03] E. 5.2.2; BGE 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b; SVR 2001 KV Nr. 50, S. 146 E. 4c). Zur Glaubhaftmachung eines Unfallereignis- ses müssen über das konkrete Geschehen genaue und wenn mög lich ins einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Ve rsicherer in die Lage versetzt wird, sich möglichst umfassend über die Tatumstände ein detailliertes Bild zu machen und diese in objek- tiver Weise abzuschätzen (Urteil S. vom 25. November 2004 [U 209/04], Urteil L. vom 15. Sep- tember 2004 [U 234/04] sowie Urteil S. vom 19. Mai 2004 [U236/03]). 2.6 Der mangelnde Nachweis eines Unfalls lässt sich nur s elten durch medizinische Fest- stellungen ersetzen. Solchen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vor- liegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur d ie Bedeutung von Indizien zu (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E.2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein trauma tisches Ereignis schliesst zwar eine pa- thologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigent lichen Unfall auch Ereignisse, de- nen der Charakter der Ungewöhnlichkeit oder der Plötzl ichkeit abgeht (A LFRED BÜHLER , Der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallbegriff, in: Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und V ersicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 267). 3. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetreten en Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein na türlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ere ignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan- wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfal l das Gericht – im Rahmen der ihr oblie- genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrec ht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruch s nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhalts darstellung, die es von allen mögli- chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinwei- sen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3). 4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Reine Aktengutachten sind dann von Belang, w enn die relevanten Befunde demgegen- über mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits e rhoben worden sind, aber die Zu- ordnung zu einer Diagnose oder das Ausmass der Behinderun g verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten sehr wohl das Für und Wider der verschiedenen Meinungen abgewogen und die überwiegende Wahrscheinli chkeit für eine bestimmte Beurtei- lung deutlich gemacht werden (H ANS KIND , So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der m edizinischen Begutachtung in der So- zialversicherung, Veröffentlichung des Schweizerischen Instit uts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen / Band 1997, S. 52). 5. Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ein U nfallereignis geltend machen kann, andernfalls die zwischen den Parteien im Vordergrund stehende Diskussion der medizini- schen Situation und des in diesem Zusammenhang umstrittenen natürlichen Kausalzusammen- hangs obsolet wäre. Die Zuordnung zu einem konkret bezei chneten Unfallereignis erweist sich stets als notwendig. Hintergrund bildet der Umstand, da ss der Unfallbegriff nur dann als erfüllt gilt, wenn sich die Gesundheitsschädigung ihrer Natur nach zweifelsfrei einem bestimmten und mithin bestimmbaren äusseren Faktor zuordnen lässt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 f., E. 4.3.1 u. 4.3.2 S. 79 ff.). Diese Voraussetzung ist dann nicht erf üllt, wenn und soweit eine geklagte Ge- sundheitsschädigung lediglich vermutungsweise auf ein beha uptetes Ereignis zurückgeführt werden kann. Vorliegend besteht die Besonderheit, dass das fragliche Schadenereignis auf einen Vorgang vom 28. Juni 2014 (vgl. Schadenmeldun g UVG, SUVA Akt 1) zurückgeführt wird, welches erst rund acht Monate später am 6. März 201 5 gegenüber dem Unfallversicherer geltend gemacht worden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Schilderung des Ereignishergangs durch den Beschwerde führer erweist sich allerdings als kongruent und schlüssig (vgl. SUVA Akt 1, 14). Der ursprüng lich in der Unfallmeldung vom 6. März 2015 angegebene Sachverhalt deckt sich insbesonder e mit der anlässlich der Bespre- chung vom 8. April 2015 von der Beschwerdegegnerin pro tokollierten Hergangsschilderung (vgl. SUVA Akt 22). Der Beschwerdeführer vermochte den ursprünglich geschilderten Unfall- hergang mithin ohne Widersprüche zu präzisieren. Von de r Beschwerdegegnerin wird deshalb zu Recht auch nicht geltend gemacht, dass sich das fragli che Ereignis vom 28. Juni 2014 nicht oder anderweitig verwirklicht hätte, oder dieses den Un fallbegriff nicht erfüllen würde. So ist daran zu erinnern, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung stets bereits dan n erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den nat ürlichen Ablauf einer Körperbewe- gung „programmwidrig" beeinflusst hat. Dies ist in casu z u bejahen, wonach die vom Versicher- ten beschriebene, unkoordinierte Bewegung zwar nicht zu e inem Sturz geführt, indes zu einem Verdrehen des linken Knies geführt hat (vgl. SUVA Ak t 14). Der ungewöhnliche äussere Faktor und mithin das Vorliegen eines Unfalls ist unter diesen glaubhaft dargelegten Umständen zu bejahen. D aran ändert auch nichts, dass der Versicherte in späteren Äusserungen gegenüber den ihn behandelnden Ärzten berichtet haben mag, das f ragliche Geschehnis habe sich am 30. Juni 2014 verwirklicht (vgl. SUVA Akt 28). Es ist nicht erstellt, dass diese Differenz von zwei Tagen in der Hergangsschilderung wirklich auf die Angaben des Versicherten oder allenfalls auf einen Verschrieb in den medizinischen Akten zurückzuführen ist (vgl. SUVA Akt 25). Gestützt auf die kongruente und widerspruchsfreie Schilderung d es geltend gemachten Ereignisses ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein Unfallgeschehen im Sinne von Art. 4 ATSG glaubhaft dargetan hat. 6. Zu prüfen bleibt damit, ob die geltend gemachten Beschwerden des Versicherten am linken Knie in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 28. Juni 2014 stehen. Im Zentrum der vorliegenden Auseinandersetzung stehen folgende medizinische Unter- lagen von Relevanz: 6.1 Gemäss Beurteilung im MRI-Bericht des Spitals E.____ vom 24. Januar 2014 sei ein verkürztes und wie amputiert erscheinendes Hinterhorn des Innenmeniskus, differentialdiagnos- tisch nach einem Status nach Teilmeniskektomie oder einem Meniskusriss, sowie eine mukoide Degeneration des vorderen Kreuzbandes ersichtlich. 6.2 Dem Arztbericht von Dr. C.____, FMH Innere Medizin, vom 21. Februar 2014 ist zu entnehmen, dass der Versicherte bereits seit längerer Zeit über Knieschmerzen rechts berichte, welche eindeutig durch Belastung indiziert und verstärkt würden. Am linken Kniegelenk sei ein Status nach Teilmeniskektomie vor rund 20 Jahren zu diagno stizieren, seither bestünden dort keine Schmerzen mehr. Andere Gelenksschmerzen seien keine vorhanden. Es sei davon aus- zugehen, dass die geklagten Gelenkschmerzen degenerativer Genese seien. 6.3 Gemäss Operationsbericht von Dr. D.____, Leitender Arzt Orthopädie und Traumato- logie des Bewegungsapparates am Spital E.____, vom 16 . Mai 2014 leide der Versicherte seit längerem unter Schmerzen im Bereich beider Kniegelenk e. Als Indikation für die gleichentags Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchgeführte Arthroskopie und Teil-Meniskektomie wird an gegeben, dass rechts die deutlich symptomatischere Seite sei, bei welcher bereits mehrere Eingriffe erfolgt seien. Linksseitig er- folge am linken Knie bei MR-radiologisch gesicherter me dialer Meniskusläsion und Beschwer- den eine arthroskopische Diagnostik und eine Teilmeniskekt omie. Dem Bericht kann im Weite- ren entnommen werden, dass sich intraoperativ eine retr opatellare Knorpelläsion Grad II am Patellafirst, eine Trochleagrube Grad III, ein media les Kompartiment mit Knorpelschaden Grad II, vor allem tibial, und eine Meniskushinterhornläsion im Sinne einer Horizontal- bzw. Komplex- läsion gezeigt habe. Die Knorpeloberflächen und der Meniskus im lateralen Kompartiment seien intakt gewesen. 6.4 Dem Sprechstundenbericht des Spitals E.____ vom 25. Juni 2014 ist zu entnehmen, dass am linken Knie seit der letzten Kniearthroskopie eine völlige Beschwerdefreiheit bestünde. 6.5. Gemäss dem Notfallbericht des Spitals E.____ vom 8. Juli 2014 sei der Versicherte am 6. Juli 2014 mit Verdacht auf eine Meniskusläsion am lin ken Knie nach Status nach Kniearthro- skopie bei medialer Meniskusläsion und Retropatellararthr ose am 15. Mai 2014 in die interdis- ziplinäre Notallstation eingetreten. Der Patient habe eine zunehmende Schwellung, Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des linken Knies o hne eigentliches Trauma seit dem 2. Juli 2014 beklagt. Am 30. Juni 2014 sei er mit de m rechten Knie weggerutscht, habe sich dabei aber keine Verletzung zugezogen. Bei Verdacht au f eine erneute Meniskusläsion am lin- ken Knie werde nunmehr ein zeitnahes MRI geplant. 6.6 Gemäss Beurteilung im MRI-Bericht des Spitals E.__ __ vom 10. Juli 2014 sei eine ho- rizontal verlaufende Signalanhebung am Restinnenmenisku s-Hinterhorn ersichtlich. Differenti- aldiagnostisch sei ein erneuter Riss möglich. Darüber hin aus seien ein progredienter Ge- lenkserguss mit grosser Baker-Zyste, unverändert Zeichen e ine mukoiden Degeneration und eine bekannte, fissurale und chrondronale Läsion mit su bchondralem Ödem in der Trochlearin- ne Grad 4, zu erkennen. 6.7 Dem Sprechstundenbericht des Spitals E.____ vom 18. Juli 2014 zufolge sei eine er- neute mediale Meniskushinterhornläsion am linken Knie zu diagnostizieren. Als Befund seien am linken Knie reizlose Arthroskopieportalnarben, ein l eicht geschwollenes Knie mit Ergussbil- dung, eine deutliche Druckdolenz über dem medialen Ge lenksspalt dorsal sowie eine deutliche Druckdolenz in der Kniekehle zu erheben. Den anamnestische n Angaben zufolge habe der Pa- tient vor einer Woche plötzlich einen einschiessenden Schmerz am linken Knie verspürt, wel- ches zuvor beschwerdefrei gewesen sei. Er sei aufgrund ein es Instabilitätsgefühls im rechten Knie mit dem linken Bein weggeknickt. Dabei sei es zu ei ner vermehrten Belastung des linken Beins gekommen. Initial hätten jedoch keine Schmerzen bestanden. Diese seien erst zwei Tage später aufgetreten. In der Folge sei es zu einer deut lichen Schwellung und einer weiteren Be- schwerdeprogredienz gekommen. Die Schwellung habe aktue ll wieder abgenommen. Im linken Knie bestünden vor allem belastungsabhängige Schmerze n medial, lateral und popliteal. Die diagnostischen Untersuchungen vom 10. Juli 2014 hätten eine erneute horizontale Rissbildung im Hinterhorn des Innenmeniskus bei Status nach mediale r Teilmeniskektomie, bei im Übrigen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht intaktem Aussenmeniskus und intakten Bändern, gezeigt. Au fgrund der stark symptomatischen erneuten Meniskusläsion sei für den 25. Juli 2014 eine weitere Arthroskopie links geplant. 6.8 Dem Operationsbericht des Spitals E.____ vom 28. Jul i 2014 ist zu entnehmen, dass am linken Knie eine Meniskus-Re-Läsion medial nach Dist orsion am 30. Juni 2014 und nach Status nach Kniegelenksarthroskopie bei medialer Meniskusl äsion und Retropatellararthrose am 15. Mai 2014 zu diagnostizieren sei. Der Patient sei am 16. Mai 2014 bei medialer Menis- kusläsion arthroskopisch teilmeniskektomiert worden. Anschlie ssend sei ein guter Verlauf fest- zustellen gewesen. Am 30. Juni 2014 sei es zu einer Kni egelenksdistorsion und in der Folge zu zunehmenden Schmerzen im medialen Kompartiment gekom men. In der klinisch- radiologischen Abklärung finde sich eine Re-Läsion im med ialen Meniskushinterhorn im Sinne eines Horizontalrisses. Es sei daher die erneute Indikati on zur arthroskopischen Diagnostik und Teilmeniskektomie gestellt worden. 6.9 Gemäss Beurteilung im kreisärztlichen Untersuchungsb ericht vom 2. Juli 2015 von Dr. med. B.____, Allgemeinmedizin, seien die vom Versi cherten geklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht Folge oder Teilf olge des nachträglich geltend gemach- ten Unfallereignisses vom 28. Juni 2014. Im Dossier fän den sich zahlreiche Widersprüche. So werde in der Aussendienstbefragung vom Versicherten an gegeben, dass er am 7. April 2014 operiert worden sei; die Operation sei jedoch tatsächlich am 16. Mai 2014 erfolgt. Das nachträg- lich nach neun Monaten geltend gemachte Ereignis stehe im Widerspruch zur echtzeitlichen Dokumentation und dem durchgeführten MRI. In der Zuwe isung zum MRI werde dezidiert fest- gehalten, dass aktuell seit dem 2. Juli 2014 eine Schwel lung und Rötung sowie Schmerzen im linken Knie ohne Trauma bestünden. Es werde die Frage nach einer Meniskusläsion oder ei- nem Infekt als Ursache der Beschwerden aufgeworfen. Die Frage nach einem Infekt würde sich bei einem angegebenen Trauma aber nicht stellen. In den vorliegenden MRI-Bildern zeige sich im Vergleich zum MRI vom Januar 2014 kein Hinweis auf eine durchgemachte relevante Distor- sion des linken Kniegelenks. Der Kapselapparat sei ohne auffällige Signalanhebungen als Hin- weis auf eine über das physiologische Ausmass hinausgehende Belastung. Auch das diskrete Knochenmarksödem im Ansatzbereich der Kreuzbänder finde sich bereits im Januar 2014. Be- weisend, dass es sich nicht um ein Unfallereignis gehand elt habe, sei der Hinweis in der MRI- Zuweisung, dass die Beschwerden ohne eigentliches Trauma aufgetreten seien. Die später auch im Operationsbericht nachträglich vermerkte Distorsion Ende Juni 2014 widerspreche die- sen echtzeitlichen Angaben und sei für die Beurteilung nicht ausschlaggebend. Die echtzeitli- chen Angaben stünden im klaren Widerspruch zu den nachträ glich gemachten Angaben in Kenntnis des angefertigten MRI-Berichts. Die nachträglich gemachte Angabe eines Sturzes finde ebenfalls keinen Rückhalt im durchgeführten MRI. Die Nachrisse medial seien hinreichend durch die Voroperation und die ausgeprägten degenera tiven Veränderungen medial erklärt. Dass es sich dabei um ausgeprägte Knorpelschäden handelte, sei auch daraus ersichtlich, dass bereits zwei Monate später eine prothetische Versorgu ng notwendig geworden sei. Für entsprechende Nachrisse bzw. eine Beschwerdeauslösung bra uche es keine über das physio- logische Ausmass hinausgehende Belastung des Kniegelenks. Der degenerative Vorzustand erkläre die Beschwerden bereits bei Alltagsbelastung hin reichend. Zudem könne eine über das Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht physiologische Ausmass hinausgehende Belastung anhand des M RI ausgeschlossen werden. Ein Unfallereignis als Ursache der neuerlichen Rissbildungen sei problemlos wegzudenken. 7.1 Während sich der Beschwerdeführer mit Verweis auf seine behandelnden Ärzte auf den Standpunkt stellt, die strittige Angelegenheit sei einer erneuten Prüfung der Kausalitätsfra- ge zu unterziehen, vertritt die SUVA gestützt auf ihren kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 2. Juli 2015 demgegenüber die Auffassung, dass der Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Kniebeschwerden links und dem geltend gemachten Unfallereignis nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit dargetan sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Es ist daran zu erinnern, dass ergänzende Abklärungen immer dan n vorzunehmen sind, sofern auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig keit versicherungsinterner ärztlichen Feststellungen bestehen (vgl. oben, Erwägung 4.3 hiervor ). Solche Zweifel liegen in Bezug auf die kreisärztliche Beurteilung vom 2. Juli 2015 hier ab er vor. Der Kreisarzt begründet seine Schlussfolgerung eines nicht rechtsgenüglich erstellten natürlichen Kausalzusammenhangs im Wesentlichen mit zahlreichen, seiner Meinung nach best ehenden Widersprüchen im Unfalldos- sier. Soweit er sich in diesem Zusammenhang darauf beru ft, dass die echtzeitlichen Angaben des Versicherten den nachträglichen Angaben eines Sturze s widersprächen, und die Aussage in der MRI-Zuweisung, wonach kein Trauma stattgefunden habe, beweise, dass es sich nicht um einen Unfall gehandelt habe, läuft seine Argumentation letztlich darauf hinaus, den strittigen Kausalzusammenhang mangels Vorliegens eines Unfallerei gnisses abzulehnen. Die Frage, ob ein Unfallereignis vorliegt, betrifft indes eine Rech tsfrage, deren Beantwortung der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht und nicht dem medizini schen Experten obliegt. Unbesehen davon, dass ein Unfallereignis in casu zu bejahen ist (vgl. oben, Erwägung 5 hiervor), wäre für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. c der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) bei Meniskus-(Re)-Läsionen ohne hin kein Unfallereignis im rechtli- chen Sinne vorausgesetzt. Der kreisärztlichen Aussage ist ausserdem entgegen zu halten, dass der Versicherte kein Sturzereignis geltend gemacht, son dern im Gegenteil schon früh darauf hingewiesen hat, einen Sturz verhindert zu haben (vgl. SUVA Akt 22, ebenso ursprünglich be- reits Unfallbeschrieb vom 18. März 2015, SUVA Akt 14). E in Widerspruch, wie er in der kreis- ärztlichen Beurteilung vom 2. Juli 2015 unter anderem als Begründung für das Fehlen einer unfallkausalen Bedeutung der geltend gemachten Beschwer den am linken Knie herangezogen wird, kann diesbezüglich jedenfalls nicht ausgemacht werden. 7.2 Der Kreisarzt begründet das Fehlen der Unfallkausali tät im Weiteren damit, dass an- lässlich des fraglichen Unfalls kein Trauma stattgefunden habe und eine über das physiologi- sche Ausmass hinausgehende Belastung anhand des MRI ausge schlossen werden könne. Seine Erklärung, dass mit dem geltend gemachten Ereigni s eine für die Verursachung einer unfallbedingten Meniskus-Re-Läsion nur ungenügende Gew alteinwirkung hervorgerufen wor- den sei, vermag auf den ersten Blick zwar nachvollziehbar e rscheinen. Sie widerspricht jedoch seiner nachfolgenden Aussage, dass für entsprechende Nac hrisse und für eine Beschwerde- auslösung keine über das physiologische Ausmass hinausgehende Belastung des Kniegelenks vorausgesetzt sei. Gestützt auf diese Aussage kann gerade nicht ausgeschlossen werden, dass die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte Meniskus- Re-Läsion nicht doch (auch) durch eine Programmwidrigkeit beim Treppensteigen hervorgeru fen worden ist, welche den wider- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruchsfreien Erhebungen in den Akten zufolge zwar kein unmittelbares Trauma, jedoch zwei- felsohne eine über die alltägliche Belastung hinausgehe nde Beanspruchung des linken Knies dargestellt hat (vgl. oben, Erwägung 5 hiervor). Dies a ber würde für die Begründung einer (vo- rübergehenden) Leistungspflicht des Unfallversicherers ge nügen. Eine unfallkausale Verursa- chung der geklagten Beschwerden durch das fragliche Unfal lereignis erweist sich deshalb als ebenso möglich. 7.3 Die letztlich entscheidende Frage, welche der in Fr age kommenden Möglichkeiten eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, lässt sich au fgrund der vorliegenden Akten nicht abschliessend beantworten. Den Erwägungen des Kreisarzte s kann lediglich entnommen wer- den, dass die im MRI ausgewiesenen Nachrisse des Meniskus hinreichend durch die Voropera- tion und die ausgeprägten degenerativen Veränderunge n im medialen Bereich erklärbar seien. Diese Aussage stellt jedoch eine These dar, welche mang els weiterführender Erläuterungen weder schlüssig noch überzeugend darzulegen vermag, weshalb die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte Meniskus-Re-Läsion (vgl. Sprechstun denbericht des Spitals E.____ vom 18. Juli 2014) trotz augenfällig zeitlicher Koinzidenz nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den geltend gemachten Unfall zurückzuführen ist. O bschon sich die behandelnden Ärzte ihrerseits ebenfalls nicht darüber äussern, weshalb eine rein degenerative Ursache nicht in Be- tracht kommt, überzeugt die kreisärztliche Argumentation eines ausschliesslich vorbestehenden Krankheitsbefundes daher nicht. Dies gilt umso mehr, a ls zu klären ist, weshalb in der MRI- Beurteilung vom 10. Juli 2014 eine horizontal verlaufen de Signalanhebung bestätigt wird, der Kreisarzt demgegenüber in seiner Beurteilung aber davon ausgeht, dass im Kapselapparat kei- ne auffällige Signalanhebung erkennbar sei. Bei dieser Sachlage hat es die Beschwerdegegnerin unte rlassen, im Rahmen der ihr obliegen- den Untersuchungspflicht ergänzende Abklärungen, allen falls im Rahmen eines unabhängigen Gutachtens im Sinne von Art. 44 ATSG, einzuholen bzw. di e behandelnden Ärzte mit der Ein- schätzung ihres Kreisarztes zu konfrontieren (vgl. Erwägung 4.1 hiervor). Es besteht demnach ein Defizit bei der Ermittlung des relevanten medizini schen Sachverhalts, welcher einer ab- schliessenden Beurteilung der streitigen Kausalitätsfrage entgegensteht. 8. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Angel egenheit an die Beschwerdegeg- nerin zurückzuweisen. Gemäss neuer bundesgerichtlicher Recht sprechung können die Sozial- versicherungsgerichte zwar nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Be- gutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerd einstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie einen i m Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abkläru ngsbedürftig hält oder wenn eine Ad- ministrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die Vorinstanz bleibt hingegen möglich, wenn sie all ein in der notwendigen Erhebung einer bisher ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. E. 4.4.1 ff). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin – trotz untersch iedlicher fachärztlicher Beurteilungen hinsichtlich der Unfallkausalität der geklagten Kniebeschw erden links – nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der natürlichen Kausalität vorgenommen (vgl. E. 7.1 f. hiervor). Da Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Ver waltungsverfahren versäumte medizini- sche Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an d ie Vorinstanz somit nichts entge- gen. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung de s angefochtenen Einspracheentscheids zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zur ückzuweisen. Gegebenenfalls hat sie den Beschwerdeführer durch einen unabhängigen versich erungsexternen Facharzt begut- achten zu lassen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind bei dem anwaltlich nicht vertretenen Beschwerde- führer wettzuschlagen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Besch werde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einsprach eentscheid der SUVA vom 8. Februar 2016 aufgehoben und die Angelege nheit wird zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen an d ie Vo- rinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.