Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. März 2014 (720 13 338) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Unzulänglichkeiten bei der Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Verwaltungs- verfahren; Rückweisung zwecks ergänzender Abklärung an die IV-Stelle Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniela Bifl , Rechtsa n- wältin , Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG, Salinenstrasse 25, Postfach, 4133 Pratteln 1 gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Nach einem im April 1999 erlittenen Unfall melde te sich die 1956 geborene A.____ mit Gesuch vom 29. Januar 2002 aufgrund von persistiere nden Beschwerden am rechten Fussge- lenk erstmals bei der eidgenössischen Invalidenvers icherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse wurde ihr Rentenbegehren mit Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-St elle) vom 18. August 2005 bei einem auf- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht grund der gemischten Methode ermittelten IV-Grad von 7% abgewiesen. Eine dagegen erhobe- ne Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 9. Juni 2006 rechtskräftig ab. B. Mit Gesuch vom 7. September 2011 meldete sich die Ver sicherte unter Hinweis arthroti- scher Veränderungen an den Händen erneut bei der IV-S telle zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhäl tnisse sprach ihr die IV-Stelle mit Ver- fügung vom 18. Oktober 2013 bei einem aufgrund der ge mischten Methode ermittelten IV-Grad von 78% ab 1. März 2012 eine bis Ende April 2013 befristete ganze IV-Rente zu. Für die Zeit ab Mai 2013 verneinte die IV-Stelle den Rentenanspruch auf der Basis eines IV-Grads von 10%. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Dan iela Bifl, Rechtsanwältin, am 19. November 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantr agte, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 18. Oktober 2013 auch für die Zeit ab 1. Mai 2013 eine IV-Rente entsprechend einem IV-Grad von mindestens 70% zuzuspre chen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen, unter o/e- Kostenfolge, wobei ihr für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu be- willigen sei. Zur Begründung liess sie zusammenfassend vorbringen, dass das von der IV-Stelle eingeholte Verwaltungsgutachten von Dr. B.____ nicht p lausibel sei und sich nicht mit den Mei- nungen der behandelnden Ärzte auseinander setze. Es be stünden erhebliche Zweifel an des- sen Zuverlässigkeit und folglich auch an dessen Beweiswert. D. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2013 zog die Beschwerdef ührerin ihren Antrag um un- entgeltliche Prozessführung zurück. Gleichzeitig reichte sie einen neuen Arztbericht ihres be- handelnden Rheumatologen vom 2. Dezember 2013 ein. D ie IV-Stelle schloss mit Vernehmlas- sung vom 3. Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung hielt sie im Wesent- lichen fest, dass die Berichte der behandelnden Ärzte dem Gutachter Dr. B.____ zur Verfügung gestanden hätten. Dr. B.____ begründe ausführlich sei ne Befunde und liefere die zeitlich aktu- ellste Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. In Bezug au f den von der Beschwerdeführerin einge- reichten Arztbericht vom 2. Dezember 2013 sei mit überwi egender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die dort erwähnte Diagnose einer rhe umatoiden Arthritis vor Verfügungser- lass noch nicht bestanden habe. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwä- gungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der hiesigen IV-Stel le, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 b eurteilt das Kantonsgericht als Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan tons Beschwerden gegen Verfü- gungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlic h zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht er hobene Beschwerde der Versicherten ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab Mai 2013. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum E rlass der angefochtenen Verfü- gung vom 18. Oktober 2013 entwickelt hat. Dieser Zeitp unkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 57 5/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der E rfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtlic he Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussag en. Bei der Abschätzung des Beweis- werts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswür digung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und um- fassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft w ertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; U rteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Im Verwaltungsverfahren bei anerkannten Spezialärzten eingeholte Gutachten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unters uchungen sowie nach Einsicht in die Akten erstattet wurden und bei denen die Ärztinnen und Ärzte bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, haben volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Jedoch sind diese Kriterien nicht mehr erfüllt, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Angaben bestehen (BGE 122 V 162 f. E. 1d). 4.4 Das Administrativverfahren der IV-Stelle sowie der ka ntonale Sozialversicherungspro- zess sind beide vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher ungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsge richt von Amtes wegen für die richti- ge und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachve rhalts zu sorgen. Diese Untersu- chungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforder- lichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 4.5 Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum G rundsatz der freien Beweiswür- digung auf, wonach auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe alle Beweismittel frei, d.h. ohne Bin- dung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen sind. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärun- gen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfass ender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 ) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachte n und es könnten weitere Be- weismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts meh r ändern, so liegt im Verzicht auf Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung der Abklä rungspflicht bzw. des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte Beweiswürdigung; SVR 200 1 IV Nr. 10 E. 4, BGE 124 V 90 E. 4b). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollstän digkeit und/oder Richtigkeit der bisher ge- troffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklä- rungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwa rten sind (Urteile des Bundes- gerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007 E. 3.3 und vom 19. November 2007, 8C_364/2007 E. 3.2). 5.1 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht das rhe umatologische Gutachten vom 3. April 2013, welches die IV-Stelle zur Abklärung des Gesundheitszustandes und zur Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei Dr. B.____, FMH Orthopädische Chirurgie, in Auf- trag gegeben hat. Darin diagnostizierte der Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten eine beginnende Rizarthrose beidseits und eine beginnende Radiocarpal- Arthrose links mit/bei Status nach Ringbandspaltung des r echten Daumens am 2. März 2011, Status nach einer Ringbandspaltung A1 links am 8. Juni 2011, einem Status nach Trapez- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ektomie und Suspensionsarthroplastik links, einem Status n ach Osteophytenabtragung und Stabilisation mittels APL-Aufhängung des linken Handgelenks am 21. Mai 2012 sowie persistie- rendem Schmerzzustand beider Handgelenke. Die Versiche rte klage aktuell über permanente Schmerzen von der lumbalen Region über die rechte Hüft e ins Bein mit Schmerzverstärkung nach längerem Gehen über 30 Minuten. Während 24 Stunden täglich, nachts eher stärker, leide sie an Schmerzen an beiden Händen mit Schmerzverstärkung d urch belastende Arbeiten, so dass jeweils während zweier Tage starke Schmerzen bestünde n. Insgesamt bestünde auch weniger Kraft, so dass Arbeiten wie das Auswringen von La ppen oder das Halten von Gegen- ständen teilweise deutlich erschwert seien. Seit zweier Jahre befinde sie sich in der Ergothera- pie und seit kurzem in einem dreimonatigen Behandlungs versuch mit Structum. Zum Ende die- ser Kur sei eine weitere Kontrolle vorgesehen. Bei der kooperativen Explorandin liessen sich an objektiven Befunden an den Händen eine Druckdolenz über dem Daumensattelgelenk beidseits sowie beidseits reduzierte Kraftverhältnisse erheben. Es bestünden diverse, teils druckempfind- liche Narben an den Handgelenken. Festzustellen seien d iskrete Bewegungsunterschiede so- wie diffuse Schmerzangaben in den Endphasen der Bewegu ng. Die aktuelle radiologische Un- tersuchung vom 3. April 2013 ergebe unveränderte Erge bnisse im rechten Handgelenk mit nur diskreten Zeichen degenerativer Veränderungen im Berei ch des ersten Strahls. Links bestehe eine verändert diskret beginnende Radiocarpal-Arthrose so wie ein Status nach Trapezektomie bei sonst unveränderten Verhältnissen. In seiner Beu rteilung kam der Gutachter zum Schluss, dass die an beiden Händen bestehenden degenerativen Gel enksveränderungen mit Status nach mehrfachen Operationen in den vergangenen drei Jahren für körperlich die Hände schwer belastende Arbeiten eine Einschränkung darstellen würd en. Die subjektiv geäusserten, wäh- rend 24 Stunden täglich bestehenden und invalidisieren den Beschwerden an beiden Händen bzw. Handgelenken stünden jedoch in einer gewissen Diskre panz zu den klinisch und radiolo- gisch objektivierbaren Befunden. Diese chronifizierte S chmerzentwicklung sei vor 14 Jahren über mehrere Jahre bereits schon an der rechten, untere n Extremität und im lumbalen Bereich zu beobachten gewesen, was letztendlich aber nach Attesti erung einer vollen Arbeitsfähigkeit durch die Versicherungen trotz subjektiv geschilderter Besch werdepersistenz zu einer Wieder- erlangung der Arbeitsfähigkeit bis vor zwei Jahren gefü hrt habe. Eine Aggravierung der Schmerzzustände scheine retrospektiv nicht ganz ausgeschlossen zu sein. Die geschilderten lumbalen Beschwerden führten analog zur Beurteilung v or einigen Jahren bis heute zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für die angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin und P utzhilfe bestehe nur für manuell belas- tende und schwere Tätigkeiten eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Mit den modernen Hilfsmit- teln in der Raumpflege könnten einige Arbeiten ohne grosse manuelle Belastung ausgeführt werden. Für die angestammte Tätigkeit mit nur leichten bis mittelschweren manuellen Belas- tungen bestehe deshalb eine Arbeitsfähigkeit von 50%, wie sie auch von den behandelnden Ärzten teilweise attestiert worden sei. Gemäss den diver sen Berichten der behandelnden Ärzte des Kantonsspitals E.____ habe, nicht zuletzt wegen den vier Operationen, eine Arbeitsunfä- higkeit seit Anfang 2011 bestanden. Die aktuelle Einschä tzung der Arbeitsfähigkeit im ange- stammten Beruf habe Gültigkeit ab dem Zeitpunkt der Untersuchung vom 3. April 2013. Körper- lich und manuell leicht belastende und körperlich mitte lschwer belastende alternative Tätigkei- ten seien seit Beginn des Jahres 2013 vollumfänglich zumut bar. Dazu zählten Kontrollaufga- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben, manuell wenig belastende Tätigkeiten im Sitzen so wie stehende/gehende Tätigkeiten mit kurzen Stehzeiten sowie Gehstrecken. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 18. Oktober 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. B.____ im Rahmen se ines Verwaltungsgutachtens vom 3. April 2013 gelangt war. Sie ging demzufolge davo n aus, dass die Beschwerdeführerin seit Beginn des Wartejahres am 2. März 2011 in ihrer Arbeit sfähigkeit zunächst noch erheblich ein- geschränkt und ihr die Ausübung einer beruflichen Tät igkeit deshalb nicht zumutbar gewesen sei. In der Folge habe sich ihr Gesundheitszustand jedoc h gebessert, so dass ihr ab Anfang Januar 2013 eine manuell leicht und körperlich mittel schwer belastende Verweistätigkeit wieder vollumfänglich zumutbar gewesen sei. Wie oben ausgefüh rt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spreche n. Solche Zweifel liegen hier nun aller- dings vor, denn das Gutachten erweist sich in diversen Punkten als unvollständig sowie unklar. 5.2.1 Wenig nachvollziehbar ist zunächst die eigentlic he Beurteilung des Gutachters, wonach die Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden und den er hobenen Befunden einzig damit erklärt wird, dass bereits vor 14 Jahren eine Schmerzentwicklung lumbal und an der rech- ten unteren Extremität habe beobachtet werden können, aber nach der Attestierung einer vollen Arbeitsfähigkeit trotz subjektiv geschilderter Beschwerde persistenz die Arbeitsfähigkeit wieder habe erlangt werden können. Entgegen den dazumal vorg elegenen gesundheitlichen Verhält- nissen, bei welchen der klinische Befund hinsichtlich der g eklagten Fussschmerzen absolut unspezifisch ausgefallen war und gerade keiner bekannt en biomechanischen Störung oder rheumatologischen Erkrankung hatte zugeordnet werden kö nnen (vgl. rheumatologisches Kon- silium von Dr. C.____, FMH Rheumatologie, vom 5. Septe mber 2001), sind in Bezug auf die im Zentrum stehenden Handbeschwerden nunmehr eindeutige klinische Befunde vorhanden. Dies gilt insbesondere angesichts der fünf operativen Eingriffe seit Juli 2010, welche von Dr. B.____ in der Diagnoseliste unter Punkt 6.1 seines Gutachtens vom 3. April 2013 zunächst allerdings noch unvollständig erhoben und – obschon die Versichert e anlässlich der Exploration korrek- terweise von fünf Operationen berichtet hatte (vgl. Gu tachten, a.a.O., Ziffer 7.3) – erst auf Ver- anlassung des Regionalärztlichen Dienstes RAD rektifiziert worden waren (vgl. Schreiben des RAD vom 24. April 2013, IV-Dok Nr. 90). Unbesehen dav on, dass es sich als fragwürdig er- weist, alleine aufgrund einer derart lang zurückliegend en Krankengeschichte vor 14 Jahren auf eine auch aktuell zu berücksichtigende Aggravation zu schl iessen, vermag die Erläuterung des Gutachters auch in beweisrechtlicher Hinsicht nicht zu überze ugen. Wenn Dr. B.____ davon ausgeht, dass eine Aggravierung der Schmerzzustände retrosp ektiv „nicht ganz auszuschlies- sen zu sein“ scheint, stellt dessen Beurteilung letztlich e ine Hypothese, nicht aber eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmende medizinisc he Tatsache dar. Hierfür spricht nicht nur die soeben zitierte, offene Formulierung, son dern ebenso auch die vom Gutachter eher diffuse Quantifizierung in Form ‚gewisser‘ Diskrepanzen (vgl. Gutachten, a.a.O., Ziffer 7.1). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unzutreffend ist und insoweit ebenfalls berechtigte Zwe ifel hervorzurufen vermag sodann auch die gutachterliche Beurteilung, dass die geschilderten Beschwerden unter anderem am rechten Fuss bis heute keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit m it sich gebracht hätten. Diese Aus- sage steht jedenfalls im Widerspruch zur Beurteilung im Gutachten der D.____ vom 29. Oktober 2004, wonach die Versicherte wegen ihrer rechtsseitige n Fussschmerzen in der angestammten Tätigkeit als Reinigungshilfe lediglich noch ein Pens um von 50% auszuüben in der Lage war (vgl. D.____-Gutachten vom 29. Oktober 2004, IV-Dok Nr. 26, S. 18, Ziffer 6.1.2). 5.2.2 Unklar bleibt das fragliche Gutachten auch im Z usammenhang mit der aktuellen Zumut- barkeitsbeurteilung im angestammten Beruf der Versicher ten. Auch wenn es zutreffen mag, dass die körperlich-manuelle Belastung mit gewissen Hilf smitteln grundsätzlich verringert wer- den kann, ist ebenso notorisch, dass Reinigungsarbeiten ste ts eine nicht zu unterschätzende Belastung der Hände mit sich bringen. Aufgrund der gu tachterlichen Aussagen bleibt letztlich aber unklar, für welche der genannten ‚einigen‘ Arbei ten die Zumutbarkeitsgrenze noch einge- halten ist. Dies gilt umso mehr, weil ‚verschiedene‘ P rüfungen reduzierte Kraftverhältnisse an beiden Händen ergeben hatten (vgl. Gutachten, a.a.O. , S. 11 a.E.), wie sie ein Jahr zuvor auf- grund der arthrotischen Veränderungen bereits ebenfall s erhoben worden waren (vgl. Beurtei- lung im Bericht des Kantonsspitals E.____ vom 21. Febru ar 2012, IV-Dok Nr. 73, S. 22). Mit Blick auf die interessierende Frage, welche Tätigkeiten genau der Versicherten unter diesen Umständen aber noch zumutbar sind – beispielsweise das A uswringen eines Lappens, das Öff- nen von Drehverschlüssen, etc. (vgl. ebenso bereits die Be urteilungen im Bericht des Kan- tonsspitals E.____ vom 21. Februar 2012, IV-Dok Nr. 73, S. 22, sowie im Bericht des Kan- tonsspitals E.____ vom 20. Februar 2012, IV-Dok Nr. 47 ) – muss die Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten von Dr. B.____ jedenfalls als unvollständi g bezeichnet werden. Hinzu tritt der Wi- derspruch, dass die Zumutbarkeit einer leicht bis mittelschw eren Verweistätigkeit im Umfang von 50% damit begründet wird, dass dies auch von den beh andelnden Ärzten teilweise bereits so attestiert worden sei. Diese Aussage trifft gerade n icht zu. Die Berichte der behandelnden Fachärzte belegen in der angestammten Tätigkeit vielmehr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit; demnach ist die Versicherte bedingt durch ihre beidseitig en Rizarthrosebeschwerden vollstän- dig arbeitsunfähig und die zuletzt ausgeübte Tätigkei t nicht mehr zumutbar (vgl. Bericht des Kantonsspitals E.____ vom 4. Juli 2012, IV-Dok Nr. 66 S. 7 f.); eine Belastung der Hände in der bisherigen Tätigkeit ist nicht mehr möglich (vgl. Bericht des Kantonsspitals E.____ vom 23. Ok- tober 2012, IV-Dok Nr. 69 S. 8), bzw. die Patientin i st durch die insbesondere rechtsseitige Rizarthrose massiv handicapiert und in ihrem bisherigen B eruf als Raumpflegerin „sicher nicht“ mehr einsetzbar (vgl. Bericht des Kantonsspitals E.____ vom 21. Februar 2012, IV-Dok Nr. 73 S. 22). Nichts anderes bestätigen im Zeitpunkt der gutach terlichen Untersuchung auch die Ein- tragungen des behandelnden Facharztes im Kantonsspital E .____ vom 14. März 2013 und 12. Juni 2013 (vgl. Arbeitsunfähigkeitszeugnis Nordwestschweiz, Beschwerdebeilage 2). 5.2.3 Nicht zu überzeugen vermag das Gutachten von Dr. B.____ schliesslich auch hinsicht- lich der unterschiedlichen Zeitpunkte, ab welchen desse n Zumutbarkeitsbeurteilung Gültigkeit haben soll. So erweist es sich als nicht nachvollziehba r, dass die Zumutbarkeitsbeurteilung im angestammten Beruf einerseits ab dem Zeitpunkt der gut achterlichen Exploration vom 3. April 2013 gültig sei, ‚körperlich und manuell leicht bela stende und körperlich mittelschwer‘ belasten- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht de Verweistätigkeiten hingegen bereits seit Beginn des Jahre 2013 zumutbar seien. Dies gilt insbesondere in Anbetracht des Umstands, dass der Versicher ten von ihrem behandelnden Facharzt eine 100%-ige Einschränkung für jene manuelle Tätigkeiten beschieden worden war (vgl. Bericht des Kantonsspitals E.____ vom 4. Juli 2012, IV-Dok Nr. 66 S. 8), wie sie unter Um- ständen jedoch auch für Kontrollaufgaben, sicherlich a ber auch für manuell gering belastende Tätigkeiten im Sitzen (beispielsweise bei Verpackungsarbeiten) vorausgesetzt sind. 5.3 Angesichts der erwähnten Unzulänglichkeiten erschein t es fraglich, ob die gutachterliche Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfäh igkeit tatsächlich der aktuellen Situa- tion der Versicherten entspricht. Da nach ständiger Re chtsprechung die Gesetzmässigkeit von Verwaltungsverfügungen nach dem Sachverhalt zu beurtei len ist, der zur Zeit des Verfügungs- erlasses gegeben war (vgl. BGE 130 V 140 E. 2.1 mit Hin weis), hätte sich die IV-Stelle mit die- sen Widersprüchen und Unklarheiten befassen und sie näh er abklären müssen. Dies gilt umso mehr, als gestützt auf die übrigen medizinischen Unterla gen ebenfalls keine zuverlässigen Er- kenntnisse hinsichtlich der ihr noch verbleibenden Arbeit sfähigkeit in einer ihr zumutbaren Ver- weistätigkeit abgeleitet werden können. Aus dem Gesagt en folgt zusammenfassend, dass die vorhandenen medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung des aktuellen Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zulassen. Die Angelegen- heit bedarf insoweit zusätzlicher Abklärungen. 5.4 Im Entscheid 137 V 210 ff. hat das Bundesgericht die bisherige ständige Rechtspre- chung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die frei e Wahl hatte, bei festgestellter Abklä- rungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder aber selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten, geändert. Es h at erkannt, dass die Beschwer- deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einzuhole n hat und eine Rückweisung an die IV- Stelle nur noch in Ausnahmefällen erfolgen soll. Da es Aufgabe der Verwaltung und nicht der Beschwerdeinstanz ist, für eine erstmalige vollständige Erhebung des massgebenden Sachver- haltes besorgt zu sein, liegt ein solcher Ausnahmefall et wa vor, wenn ein relevanter Aspekt des medizinischen Sachverhaltes durch die Verwaltung nicht rechtsgenügend abgeklärt worden ist. Gleiches gilt, wenn sich die Verwaltung auf ein Gutach ten stützt, welches die medizinische Si- tuation der versicherten Person nur unzureichend wieder gibt. Beide Punkte sind nach dem vor- stehend Gesagten in casu gegeben. Somit aber ist eine R ückweisung an die IV-Stelle vorzu- nehmen. Die angefochtene Verfügung vom 18. Oktober 20 13 ist deshalb aufzuheben und die Angelegenheit ist an die IV-Stelle zurückzuweisen. Die se wird den aktuellen Gesundheitszu- stand und die Frage der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch ein neues Gutachten abklären zu lassen haben. Dabei wird sie zugleich Gelegenheit haben, die neuerliche Diagnose einer rheumatoiden Arthritis näher abzuklären (vgl. A rztbericht von Dr. F.____ vom 2. Dezem- ber 2013, Eingabe der Beschwerdeführerin vom 20. Deze mber 2013; ebenso bereits Bericht des Kantonsspitals E.____ vom 21. Februar 2012, ad Bef und einer entzündlichen Schwellung). Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinde n haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden . Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergän zender Abklärung und neuer Beurtei- lung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unte rliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden und der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.— an die Beschwerdeführerin zurück zu erstatten ist. 6.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin hat in ihrer Honorarnote vom 17. Februar 2 014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von zehn Stunden und 35 Minuten geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxi sgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewie senen Auslagen von Fr. 79.35. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung gemäss Honorarnote vom 17. Febru- ar 2013 in der Höhe von Fr. 2‘942.65 (inkl. Mehrwertst euer) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre- chen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 18. Okto ber 2013 auf- gehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.— wi rd der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘942.65 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entrichten.