<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00351</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107010&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00351</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.01.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verkehrsmedizinische Auflagen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nach einem vorsorglichen Führerausweisentzug darf die Aushändigung mit verkehrsmedizinischen Auflagen verbunden werden.<br/>Zuständigkeit (E. 1a); Streitgegenstand (E. 1b).<br/>Der vorsorgliche Entzug ist eine Unterart des Sicherungsentzugs (E. 2a); nach Beendigung eines vorsorglichen Entzugs darf die Behörde den Führerausweis mit Auflagen verknüpft aushändigen (E. 2b).<br/>Für die Anordnung von Auflagen ist keine ausdrückliche gesetzliche Grundlage erforderlich: Vorrang des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV) vor dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) bei der Anordnung von Nebenbestimmungen (E. 3a); öffentliches Interesse: Sicherung des Strassenverkehrs vor ungeeigneten Führern (E. 2b); Eignung der Auflagen (E. 3c).<br/>Erforderlichkeit der Auflagen (E. 4a); beschränkte Kognition des Verwaltungsgerichts, wenn die Auflagen in einem Gutachten empfohlen wurden: Prüfung, ob das Gutachten vollständig, klar, gehörig begründet und widerspruchsfrei ist (E. 4b); Zumutbarkeit der Auflagen (E. 4c).<br/>Abweisung der Beschwerde (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZT">ARZT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE">AUFLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃHRERAUSWEISENTZUG">FÃHRERAUSWEISENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALITÃTSPRINZIP">LEGALITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENBESTIMMUNG">NEBENBESTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: PRINZIPIEN DER VERWALTUNGSTÃTIGKEIT">PRINZIPIEN DER VERWALTUNGSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHERUNGSENTZUG">SICHERUNGSENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGEENTZUG">VORSORGEENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERTEILUNG">WIEDERERTEILUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 10 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 10 lit. III SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 lit. II SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 lit. III SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 35 lit. III VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 60</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 17. Oktober 2001 fuhr A in angetrunkenem Zustand (1,71 Gewichtspromille); in dieser Zeit musste er regelmÃ¤ssig Psychopharmaka einnehmen. Das Strassenverkehrs­amt (Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich) entzog ihm daraufhin den FÃ¼hrerausweis vorsorglich und ordnete zwecks AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden eine amtsÃ¤rztliche Untersuchung an. Das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin (IRM) der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich hielt A wegen einer AlkoholgefÃ¤hrdung und einer psychi­schen Erkrankung fÃ¼r nicht fahrgeeignet. Dieser beauftragte deshalb das Institut fÃ¼r Rechts­medizin des Kantonsspitals St. Gallen mit einem Obergutachten. Im Gegensatz zum IRM ZÃ¼rich befÃ¼rwortete das IRM St. Gallen die Fahreignung von A, allerdings nur, wenn die Abgabe des FÃ¼hrerausweises mit einer Reihe von verkehrsmedizinischen Auflagen verbunden werde. Am 18. Juli 2002 hÃ¤ndigte das Strassenverkehrsamt dem BeschwerdefÃ¼hrer seinen FÃ¼hrerausweis wieder aus, ordnete in dieser VerfÃ¼gung allerdings gleichzeitig die vom IRM St. Gallen empfohlenen Auflagen an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A erhob gegen diese Auflagen Rekurs an den Regierungsrat. Mit Ent­scheid vom 18. September 2002 hob dieser die Auflagen insoweit auf, als damit die behandelnden Ãrz­te zu einer Meldung an das Strassenverkehrsamt verpflichtet wurden, falls sich der psychische Zustand von A verschlechtern oder dieser Auflagen missachten sollte. Im Ãbrigen wies der Regierungsrat den Rekurs jedoch ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 17. Oktober 2002 verlangte A beim Verwaltungsgericht die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Eventualiter sei die erstinstanzliche VerfÃ¼gung insoweit zu bestÃ¤tigen, als damit eine regelmÃ¤ssige psychiatrische Behandlung angeordnet wurde. Das Strassenverkehrsamt beantragte am 28. Oktober 2002 die Abweisung der Beschwerde, ebenso der Regierungsrat am 1. November 2002. Am 6. November 2002 wies der AbteilungsprÃ¤sident das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die angefochtenen verkehrsmedizinischen Auflagen sind Administrativmassnahmen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG). Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus der genannten Vor­schrift sowie § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Die Anordnung des vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzugs vom 31. Oktober 2001 blieb unangefochten. In ihrer VerfÃ¼gung vom 18. Juli 2002 stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass dieser Entzug dahingefallen sei. Gleichzeitig sprach sie fÃ¼r die Zeit vom 18. Oktober 2001 bis zum 17. Februar 2002 einen Warnungsentzug aus, wobei sie festhielt, dass diese Massnahme bereits vollzogen sei. In diesem Umfang blieb auch jene erstinstanzliche VerfÃ¼gung unangefochten. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist somit nur noch zu prÃ¼fen, ob die Beschwerdegegnerin verkehrsmedizinische Auflagen erlassen durfte.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">2. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist zunÃ¤chst der Auffassung, dass die Beschwerdegegnerin von vornherein keine Auflagen hÃ¤tte anordnen dÃ¼rfen, da sie einen Warnungsentzug ausgesprochen habe. Bei der PrÃ¼fung der formellen RechtmÃ¤ssigkeit stellt sich vorweg die Frage, wie die angefochtene erstinstanzliche VerfÃ¼gung verfahrensrechtlich einzuordnen ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Das Verfahren hat folgenden Ausgangspunkt: Der BeschwerdefÃ¼hrer fuhr am 17. Ok­tober 2001 in angetrunkenem Zustand (1,7 Gewichtspromille; in Rechtskraft erwach­sener Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft X vom 14. Januar 2002). Wegen seiner manisch-depressiven Erkrankung musste er in dieser Zeit eine Reihe von Antidepressiva einnehmen. Weil der gleichzeitige Konsum von Psychopharmaka und Alkohol im Stras­sen­verkehr fatale Folgen haben kann, entzog die Beschwerdegegnerin den FÃ¼hrerausweis vorsorglich im Sinne von Art. 35 Abs. 3 der Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976 (VZV). Diese Art des Entzugs fÃ¤llt in die Kategorie der SicherungsentzÃ¼ge: Vom ordentlichen Sicherungsentzug unterscheidet sich der vorsorgliche vorab dadurch, dass er provisorisch festgesetzt wird (vgl. das Schema bei Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern 1995, Rz. 1998). WÃ¤hrend der Dauer dieses Provisoriums sollen mÃ¶gliche AusschlussgrÃ¼nde durch ein rechtsmedizinisches Gutachten geklÃ¤rt werden. FÃ¼r den Betroffenen hat dieser Schwebezustand genau dieselben Auswirkungen wie der ordentliche Sicherungsentzug, freilich mit dem Unterschied, dass die Dauer des Entzugs naturgemÃ¤ss nicht exakt feststeht. Das Verfahren (Anordnung der Begutachtung, Erstattung des Gutachtens sowie eines allfÃ¤lligen weiteren Ober­gutachtens) dient dazu, den durch den vorsorglichen Entzug hervorgerufenen Schwebezustand zu beenden (vgl. Schaffhauser, Band III, Rz. 1996).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Zahlreiche vorsorgliche SicherungsentzÃ¼ge werden in der Praxis wohl in einen ordentlichen Sicherungsentzug Ã¼berfÃ¼hrt. Dieser hÃ¤rteste Fall kann, muss aber nicht eintreten: So wird beispielsweise der eine oder andere Autofahrer, aufgeschreckt durch den vorsorglichen Ausweisentzug, seinen Alkohol- oder Drogenkonsum gÃ¤nzlich einstellen. In solchen FÃ¤llen muss der Ausweis wieder ausgehÃ¤ndigt werden (mildeste Variante). Zwischen diesen beiden Extremvarianten liegt die so genannte bedingte Wiedererteilung. Dabei verknÃ¼pft die BehÃ¶rde die Wiedererteilung mit Auflagen (Schaffhauser, Band III, Rz. 2224; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Ba­sel/Genf 2002, Rz. 902). Um eine solche Wiedererteilung handelt es sich vorliegend: Die Beschwerdegegnerin sah angesichts des Gutachtens des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin St. Gallen von einem definitiven Sicherungsentzug ab; auf der anderen Seite erteilte sie den FÃ¼hrerausweis nicht vorbehaltlos, sondern unter Auflagen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers, die Anordnung der Beschwerdegegnerin sei von vornherein formell unzulÃ¤ssig, erweist sich aufgrund des Gesagten als unbegrÃ¼ndet: Die AushÃ¤ndigung des Ausweises unter Auflagen beendete den vorsorglichen Sicherungsentzug; mit dem (inzwischen rechtskrÃ¤ftig gewordenen) viermonatigen Warnentzug hatte diese Wiedererteilung nichts zu tun. Ob die angeordneten Auflagen inhaltlich zulÃ¤ssig sind, ist im Folgenden zu prÃ¼fen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Verkehrsmedizinische Auflagen tangieren das Grundrecht der persÃ¶nlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV). FÃ¼r die materielle Recht­mÃ¤ssigkeit mÃ¼ssen damit die Voraussetzungen von Art. 36 BV erfÃ¼llt sein.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Art. 36 Abs. 1 BV verlangt als erste EinschrÃ¤nkungsvoraussetzung eine gesetzliche Grundlage. Das Erfordernis wird freilich nicht in allen Bereichen mit derselben Strenge gehandhabt. Wurde einer VerfÃ¼gung, wie hier, mit einer Nebenbestimmung verknÃ¼pft (Befristung, Bedingung, Auflage), braucht sich die Nebenbestimmung nicht explizit aus dem Gesetz zu ergeben. Ihre ZulÃ¤ssigkeit kann sich vielmehr aus dem Gesetzeszweck sowie aus dem mit der Hauptanordnung verfolgten Ã¶ffentlichen Interesse ergeben (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 918; RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. A., Bern 2002, Rz. 362). Zur Vermeidung von HÃ¤rtefÃ¤llen hat hier das LegalitÃ¤tsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) hinter das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV) zurÃ¼ckzutreten: KÃ¶nnte eine Bewilligung ganz verweigert werden (hÃ¤rteste Massnahme), muss sie (als mildere Massnahme) verknÃ¼pft mit einer Nebenbestimmung erteilt werden kÃ¶nnen, auch wenn dafÃ¼r eine ausdrÃ¼ckliche gesetzliche Grundlage fehlt (BGE 121 II 88 E. 3; vgl. auch BGE 99 Ia 482 E. 3 und 4a sowie BGE 109 Ia 128 E. 5c). Ein solches Vorgehen ist vor allem dann angezeigt, wenn â wie hier â ungewiss ist, ob der Betroffene wirklich alle Bewilligungsvoraussetzungen erfÃ¼llt (zum Ganzen Tomas Poledna, Staatliche Bewilligungen und Konzessionen, Bern 1994, Rz. 112 f. mit Hinweisen).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dass hier die Bewilligung â nach vorsorglichem Entzug â definitiv entzogen werden kann, ergibt sich ohne weiteres aus Art. 16 Abs. 1 je in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. b und c SVG (AusschlussgrÃ¼nde der Krankheiten und SÃ¼chte). Aus Art. 14 Abs. 1 und Abs. 2 SVG ergibt sich umgekehrt, dass die Bewilligung zu erteilen ist, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind. Der Schwebezustand des vorsorglichen Entzugs muss also durch die unbedingte AushÃ¤ndigung des FÃ¼hrerausweises beendet werden, wenn kein Eignungsmangel besteht bzw. nie bestanden hat (vgl. Schaffhauser, Band III, Rz. 2221). Aufgrund des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips muss der Ausweis, wie erwÃ¤hnt, in einer mitt­leren Variante unter Auflagen erteilt werden kÃ¶nnen (ebenso die Verwaltungsrekurs­kom­mi­s­­sion des Kantons St. Gallen, 15. Dezember 1999, IVâ1999/20, E. 4, Dokument Nr. 6442 auf www.tcs.ch/assistalex). Dasselbe ergibt sich mittelbar auch aus Art. 17 Abs. 3 SVG bzw. Art. 10 Abs. 3 SVG, die beide eine (Wieder-) Erteilung unter (angemessenen) Auflagen vorsehen (vgl. Schaffhauser, Band III, Rz. 2224 mit Hinweis in Anm. 6). Welche Auflagen die BehÃ¶rde im Einzelnen ausspricht, ergibt sich aus dem Zweck der Bewilligung: Mit dem Erfordernis des FÃ¼hrerausweises soll sichergestellt werden, dass der Fahr­eig­nung nichts entgegen steht (weder Krankheiten noch SÃ¼chte: Art. 14 Abs. 2 lit. b und c sowie 17 Abs. 1<sup>bis</sup> SVG). Die Anordnung geeigneter Auflagen ermÃ¶glicht der BehÃ¶rde eine subtile InteressenabwÃ¤gung im Einzelfall (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 918).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Auflagen erfolgen im Ã¶ffentlichen Interesse an der Sicherheit des Strassenver­kehrs (Art. 36 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 BV), genauer âder Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten FÃ¼hrernâ (Art. 30 Abs. 1 VZV).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Verkehrsmedizinische Auflagen mÃ¼ssen verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein (Art. 36 Abs. 3 BV; zur Bedeutung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips im Entzugsverfahren BGE 125 II 289 E. 2b). Die Auflagen sind zunÃ¤chst die geeignete Massnahme, um sicherzustellen, dass ein Eignungsmangel frÃ¼hzeitig erkannt werden kann. Im Vergleich zum definitiven Sicherungsentzug stellen sie, wie bereits erwÃ¤hnt (E. 3a), die mildere Massnahme dar. Ob die noch mildere Massnahme der Wiedererteilung ohne Auflagen in Frage kommt, ist im Folgen­den zu prÃ¼fen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt sich auf den Standpunkt, dass der FÃ¼hrerausweis ohne verkehrsmedizinische Auflagen hÃ¤tte erteilt werden sollen. Selbst wenn diese mildere Massnahme nicht in Frage kÃ¤me, seien die Auflagen fÃ¼r sich gesehen unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Damit bestreitet er die Erforderlichkeit und Zumutbarkeit der angeordneten Massnahmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Beim Entscheid Ã¼ber die Erforderlichkeit von Auflagen sind die Sicherheitserfor­dernisse des Strassenverkehrs zu berÃ¼cksichtigen, ebenso die Fortschritte, die der Betroffene bisher, also in der Zeit des (vorsorglichen) Sicherungsentzugs, gemacht hat. Die Progno­se seines kÃ¼nftigen Verhaltens ist naturgemÃ¤ss mit Unsicherheiten behaftet (Schaffhauser, Band III, Rz. 2224 f.). Die Wiedererteilung unter Auflagen trÃ¤gt diesen Unsicherheiten Rechnung, indem sie den Betroffenen wieder am Strassenverkehr teilnehmen lÃ¤sst, ihn aber periodisch kontrolliert, um bei wieder auftretenden EignungsmÃ¤ngeln umgehend die entspre­chenden Massnahmen ergreifen zu kÃ¶nnen (vgl. den Beschluss des Regierungsrates vom 27. Juli 1988, ZR 89/1990 Nr. 11 E. 5). â Der AushÃ¤ndigung des FÃ¼hrerausweises nach einem (vorsorglichen) Sicherungsentzug geht regelmÃ¤ssig ein Gutachten voraus (BGE 127 II 122 E. 3b; vgl. analog Art. 9 Abs. 1 VZV). Anhand dieses Gutachtens kann die BehÃ¶rde die Risiken, die mit der AushÃ¤ndigung verbunden sind, besser abschÃ¤tzen. Wenn sich das Gutachten, wie hier, Ã¼ber die Anordnung von Auflagen ausspricht, hat das Verwaltungsgericht seine PrÃ¼fung darauf zu beschrÃ¤nken, ob das Gutachten vollstÃ¤ndig, klar, gehÃ¶rig begrÃ¼ndet und widerspruchsfrei ist und ob der Gutachter die notwendige Sachkenntnis und Unbefangenheit bewiesen hat (vgl. RB 1997 Nr. 9; RB 1982 Nr. 35; BGE 118 Ia 144, 146 f.; VGr, 3. Juli 2002, VB.2002.00073 E. 2b, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Das vom BeschwerdefÃ¼hrer in Auftrag gegebene Gutachten des Institutes fÃ¼r Rechtsmedizin St. Gallen stellte zwei Problemkreise fest: Erstens eine manisch-depressive Erkrankung, zweitens eine Suchtmittelproblematik von Alkohol und Drogen, bei der Alkohol im Vordergrund stehe. Diese beiden Probleme kÃ¶nnen sich laut dem Gutachten gegenseitig ungÃ¼nstig beeinflussen. Seit seiner Hospitalisation im Mai/Juni 2001 sei der BeschwerdefÃ¼hrer jedoch psychisch stabiler geworden. Seine Fahreignung kÃ¶nne deshalb be­fÃ¼rwortet werden, allerdings nur unter im Einzelnen genannten Auflagen. Die Beschwerde­gegnerin Ã¼bernahm diese Auflagen unverÃ¤ndert in die angefochtene VerfÃ¼gung:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>âa) RegelmÃ¤ssige psychiatrisch-fachÃ¤rztliche Kontrollen und Behandlung nach fachÃ¤rztlicher Massgabe sowie striktes Einhalten der Ã¤rztlichen Weisungen, insbesondere auch bezÃ¼glich medikamentÃ¶ser Therapie.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>b) Einhalten einer Alkohol-Totalabstinenz gemÃ¤ss dem im Merkblatt festgehaltenen Vorgehen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>c) Alle 6â8 Wochen Bestimmung der alkoholspezifischen Laborwerte (CDT, Gamma-GT, GOT, GPT und MCV). Wegen Verdachts auf das Vorliegen einer D-Variante ist beim CDT die Analyse mit der HPLC-Methode durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>d) Einhalten einer Drogenabstinenz, unter Aufsicht einer Fachperson fÃ¼r Drogenprobleme (Fachstelle fÃ¼r Suchtprobleme, Arzt/Ãrztin, Psycho­loge/Psychologin, Psychiater/Psychiaterin) entsprechend dem Merkblatt. Die Urinproben (zweimal monatlich) sind zwingend auf Cocain, Heroin, Cannabis, Benzodiazepine und Methadon auszuwerten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>e) Der erste Ã¤rztliche Bericht ist dem Strassenverkehrsamt ZÃ¼rich (Abt. Ãrztliche Administration) in 6 Monaten einzureichen. Zu gegebener Zeit wird eine entsprechende Aufforderung zugestellt. Nach Beurteilung dieses Zeugnisses durch das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich wird Ã¼ber das weitere Vorgehen entschieden.â</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das Gutachten beurteilt die Fahreignung des BeschwerdefÃ¼hrers umfassend, vollstÃ¤ndig und klar. WidersprÃ¼che kÃ¶nnen keine ausgemacht werden. Dass der Gutachter die genannten verkehrsmedizinischen Auflagen empfahl, ist im Gegenteil folgerichtig. So ist die regelmÃ¤ssige psychiatrische Behandlung klar indiziert (vgl. den vorstehenden Wortlaut der VerfÃ¼gung unter a). Dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach dem Klinikaustritt von sich aus eine ambulante Therapie begonnen hat, ist erfreulich. Der Erfolg der Therapie zeigt sich nicht zuletzt darin, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer seither keine manischen Symptome mehr aufgetreten sind. Die bipolare StÃ¶rung darf deswegen jedoch nicht bagatellisiert werden. Ohne geeignete Therapie besteht die Gefahr von neuen manischen Episoden. Die FortfÃ¼hrung der Therapie wird, auch wenn sie freiwillig begonnen und weitergefÃ¼hrt wurde, mit der Auflage abgesichert. Dasselbe gilt fÃ¼r die angeordnete Drogen- und Alkoholabstinenz (vgl. vorstehend unter bâe). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat zwar von sich aus seinen Alkoholkonsum stark eingeschrÃ¤nkt, ebenso hat er gemÃ¤ss eigenen Angaben nach seiner Hospitalisation keine Drogen mehr konsumiert. Dabei ist jedoch im Auge zu behalten, dass der Dro­gen­konsum vor dem Klinikeintritt im Zusammenhang mit der manischen Episode stand. Der Konsum von Alkohol nach Klinikaustritt (Oktober 2001) wiederum ist im Zusammenhang mit dem damals schlechten, depressiven Zustand zu sehen (der Therapeut des Beschwer­defÃ¼hrers bezeichnet den Alkoholkonsum rÃ¼ckblickend eindrÃ¼cklich als âVersuch, sich im Sinne einer Selbsttherapie etwas Linderung zu verschaffenâ). Die komplexe Suchtproblematik darf somit nicht losgelÃ¶st von der bipolaren Erkrankung gesehen werden. Der Gutachter zog daraus den nachvollziehbaren Schluss, dass eine Erteilung des FÃ¼hrerauswei­ses nur dann befÃ¼rwortet werden kann, wenn sich der BeschwerdefÃ¼hrer regel­mÃ¤ssigen Alkohol- und Drogentests unterzieht. (Das Gutachten des Institutes fÃ¼r Rechts­medizin ZÃ¼rich ging im Ãbrigen noch einen wesentlichen Schritt weiter, indem es einen definitiven Sicherungsentzug empfahl.) â Im Gegensatz zum Gutachter kann und soll der Therapeut des BeschwerdefÃ¼hrers keine neutralen Empfehlungen abgeben, ebenso wenig hat er seinen Patienten in irgend einer Weise zu kontrollieren. Wie er zu Recht selbst festhÃ¤lt, besteht seine Aufgabe vielmehr darin, dem BeschwerdefÃ¼hrer beim VerstÃ¤ndnis und der Ãberwindung der psychischen Schwierigkeiten zu helfen. Damit kann er von vornherein nicht unabhÃ¤ngig sein im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV bzw. § 5a VRG, weshalb bei der Beurteilung primÃ¤r auf die AusfÃ¼hrungen des unabhÃ¤ngigen Gutachters und erst in zwei­ter Linie auf jene des Therapeuten abzustellen ist (vgl. Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich 2002, S. 75; BGE 127 II 122 E. 4b; VGr, 27. November 2002, VB.2002.00169, E. 4, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Nach dem Gesagten bewies der Experte mit dem Gutachten die notwendige Sachkunde und Unbefangenheit. Damit bestehen keine triftigen GrÃ¼nde, von seinen Schlussfolgerungen abzuweichen (vgl. BGE 102 IV 225 E. 7b). Die mildere Massnahme der Wieder­erteilung ohne Auflagen kommt somit nicht in Frage. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">c) Die Auflagen sind dem BeschwerdefÃ¼hrer weiter zumutbar. Zwar sind regelmÃ¤s­sige Kontrollen mit einem gewissen finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden. Das Ã¶ffentliche Interesse an der Sicherheit des Strassenverkehrs wiegt jedoch dort besonders schwer, wo die Gefahr einer erneuten manischen Episode verbunden mit einem allfÃ¤lligen Alkohol- und Drogenkonsum nicht ausgeschlossen werden kann. Zudem hat die BehÃ¶rde den Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers bereits dadurch Rechnung getragen, indem sie ihm seinen FÃ¼hrerausweis wieder aushÃ¤ndigte. Dadurch ist es ihm wieder mÃ¶glich, seinen Beruf auszuÃ¼ben; ebenso ist er privat nicht mehr darauf angewiesen, von seiner Ehefrau gefahren zu werden. Im Ãbrigen kann auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 70 i.V.m. § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">5. Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Die Verfahrenskosten sind dem Beschwer­defÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 i.V.m. § 13 Abs. 2 VRG). Als angemessen erweisen sich Fr. 2'000.-. Eine ParteientschÃ¤digung ist der Beschwerdegegnerin schon mangels Antrag nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>