B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4334/2013 U r t e i l v o m 11 . N o v e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Christoph Rohrer, Richterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser. Parteien 1. CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, 2. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden, 3. Moove Sympany AG, c/o Stiftung Sympany, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel, 4. Kranken- und Unfallkasse Bezirkskrankenkasse Einsiedeln, Hauptstrasse 61, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, c/o SWICA, Römerstrasse 38, 8400 Winterthur, 6. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald, 7. Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 8. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, 9. Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65, 10. Avenir Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 11. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU, 12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart, 13. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel, 14. Krankenversicherung Flaachtal AG, Bahnhofstrasse 22, Postfach 454, 8180 Bülach, 15. Easy Sana Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 16. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Sernftalstrasse 33, Postfach, 8762 Schwanden GL, 17. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 18. KLuG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 19. EGK Grundversicherungen, Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen, 20. sanavals Gesundheitskasse, Haus ISIS, Postfach 18, 7132 Vals, 21. Krankenkasse SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach, 8050 Zürich, 22. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 23. vita surselva, Bahnhofstrasse 33, Postfach 217, 7130 Ilanz, 24. Krankenkasse Zeneggen, Neue Scheune, 3934 Zeneggen, 25. Krankenkasse Visperterminen, Wierastrasse, 3932 Visperterminen, 26. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coopérative, Place centrale, Postfach 13, 1937 Orsières, 27. Krankenkasse Institut Ingenbohl, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 28. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Schönenbergstrasse 28, 8820 Wädenswil, 29. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Künten, 30. kmu-Krankenversicherung, Bachtelstrasse 5, 8400 Winterthur, 31. Krankenkasse Stoffel Mels, Bahnhofstrasse 63, 8887 Mels, 32. Krankenkasse Simplon, Blatt 1, 3907 Simplon Dorf, 33. SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, 34. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich, 35. rhenusana, Heinrich-Wild-Strasse 210, Postfach, 9435 Heerbrugg, 36. Mutuel Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 37. Fondation AMB, Route de Verbier 13, 1934 Le Châble VS, 38. INTRAS Krankenversicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, 39. PHILOS Assurance Maladie SA Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 40. Visana AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15, 41. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 42. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 43. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern, 44. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 45. Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, diese vertreten durch lic. iur. Andreas Gafner, Rechtsanwalt, Neuengasse 19, Postfach 523, 2501 Biel/Bienne, Beschwerdeführerinnen, gegen Klinik Barmelweid AG, 5017 Barmelweid, vertreten durch Dr. Andreas C. Albrecht, Advokat, und lic. iur. Mathias Kuster, Advokat, Vischer AG, Aeschenvorstadt 4, Postfach 526, 4010 Basel, Beschwerdegegnerin, Regierungsrat des Kantons Aargau, Staatskanzlei, 5001 Aarau, handelnd durch Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau, Bachstrasse 15, 5001 Aarau, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung, Festsetzung Tagespauschale pulmonale Rehabilitation (RRB vom 3.7.2013). C-4334/2013 Seite 4 Sachverhalt: A. A.a Mit Schreiben vom 28. November 2011 informierte die Klinik Barmel- weid AG (nachfolgend Klinik oder Beschwerdegegnerin) das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau (nachfolgend: Departement oder DGS) über die Ergebnisse der Tarifverhandlungen. Mit der Einkaufs- gemeinschaft tarifsuisse ag (nachfolgend tarifsuisse) habe für die Bereiche Akutsomatik, kardiale Rehabilitation und Psychosomatik/Psychotherapie eine Einigung erzielt werden können, nicht aber für die pulmonale Rehabi- litation. Da für die gleiche Leistung grundsätzlich der gleiche Preis zur An- wendung kommen sollte, beantrage sie die Festsetzung (vgl. Art. 47 Abs. 1 KVG) in der Höhe von CHF 834. - pro Pflegetag, analog zur vertraglichen Vereinbarung mit der Einkaufsgemeinschaft Helsana/Sanit as/KPT (HSK; V-act. 35; vgl. auch Eingabe vom 20. März 2012 [V-act. 76]). A.b Im Namen von 48 Krankenversicherern beantragte tarifsuisse am 22. März 2012, für den Bereich der pulmonalen Rehabilitation sei mit Wir- kung ab 1. Januar 2012 eine Tagespauschale von CHF 621.- festzusetzen (V-act. 118). A.c In ihren Stellungnahmen vom 28. August bzw. vom 30. August 2012 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (V-act. 130 und 132). A.d Die vom Departement zur Stellungnahme eingeladene Preisüberwa- chung gab nur zur vereinbarten SwissDRG-Baserate eine Empfehlung ab. Aus Kapazitätsgründen müsse für dieses Jahr von detaillierten Empfehlun- gen zu Psychiatrie- und Rehabilitationstarifen in der Regel abgesehen wer- den (Schreiben vom 17. Oktober 2012; V-act. 138). A.e Mit Schreiben vom 14. März 2013 stellte das Departement den Par- teien seine eigenen Berechnungen zu, stellte in Aussicht, dem Regierungs- rat eine Festsetzung in der Höhe von CHF 801. - zu empfehlen, und gab ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme (V-act. 145). A.f Mit Eingaben vom 28. März 2013 nahmen tarifsuisse (V-act. 148) und die Klinik (V-act. 151) zu den Berechnungen des Departements Stellung und hielten an ihren Anträgen fest. C-4334/2013 Seite 5 B. Mit Beschluss vom 3. Juli 2013 (Nr. 2013-000818) setzte der Regierungs- rat des Kantons Aargau (nachfolgend: Regierungsrat oder Vorinstanz) die Tagespauschale für pulmonale Rehabilitation in der Klinik (betreffend die von tarifsuisse vertretenen Versicherer) mit Wirkung ab 1. Januar 2012 auf CHF 801.- fest (V-act. 160). Zur Begründung wird insbesondere die Kalkulation der Tagespauschale aufgrund der spitalindividuellen Kosten dargelegt. Anschliessend wird be- treffend Wirtschaftlichkeitsprüfung ausgeführt, der Regierungsrat aner- kenne, dass entsprechend den neuen Bestimmungen zur Spitalfinanzie- rung (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG) ein Benchmarking vorzunehmen wäre. Bisher existiere jedoch noch kein allgemein anerkanntes System des Benchmarkings. Insbesondere im Bereich der Rehabilitation, in welchem zurzeit noch kein gesamtschweizerisch einheitliches Tarifsystem bestehe, seien Benchmarkings schwierig. Da sich das Patientengut und das Ange- bot teilweise sehr stark unterscheiden würden, sei ein methodengerechtes Benchmarking mit den aktuell zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht möglich. Den von tarifsuisse vorgenommenen Tarifvergleich (mit vier Klini- ken) erachte der Regierungsrat als zufällig und zu wenig aussagekräftig. Zudem seien die Ausgangsdaten aus dem Jahr 2011 nicht adäquat, weil die Leistungsangebote nicht berücksichtigt worden seien. C. Im Namen der 45 im Rubrum aufgeführten Krankenversicherer liess ta- rifsuisse, vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Gafner, am 30. Juli 2013 Beschwerde erheben und – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – fol- gende Rechtsbegehren stellen (act. 1): "1. Der Beschluss des Regierungsrats des Kantons Aargau Nr. 2013-000818 vom 3. Juli 2013 sei aufzuheben. 2. Es sei für die stationäre Behandlung im Bereich pulmonale Rehabilitation zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung in der Klinik Barmel- weid AG eine T agesvollpauschale von CHF 631. -, inkl. Anlagenutzungs- kosten und Anteil des Wohnkantons, festzusetzen; es sei dabei festzustel- len, dass damit sämtliche KVG -Leistungen während des stationären Auf- enthaltes abgegolten sind. 3. Für die Dauer des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sei provisorisch – aus Praktikabilitätsgründen – weiterhin die von der Vorinstanz festge- setzte Tagesvollpauschale von CHF 845.- festzusetzen." C-4334/2013 Seite 6 Die Beschwerdeführerinnen rügen zunächst die Tarifkalkulation der Vorin- stanz. Insbesondere habe der Regierungsrat zu Unrecht auf einen Intrans- parenzabzug verzichtet. Weiter wird die Bemessung der Kosten für univer- sitäre Lehre und Forschung, der Anlagenutzungskosten und der Teuerung beanstandet. Gemäss Berechnung der Beschwerdeführerinnen würde ein kalkulierter Tarif von CHF 737.- pro Pflegetag resultieren. Weiter kritisieren die Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz habe die von ihr kalkulierte Ta- gespauschale keinem Wirtschaftlichkeitsvergleich unterzogen. Die von der Vorinstanz festgesetzte Pauschale liege um 27% über dem hochgerechne- ten Tarif der Klinik von 2011 und sei auch im Vergleich zu ausserkantonalen Institutionen erheblich zu hoch. D. Der mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2013 auf CHF 8'000.- festgesetzte Kostenvorschuss (act. 2) ging am 6. August 2013 bei der Gerichtskasse ein (act. 4). E. Mit Zwischenverfügung vom 20. August 2013 trat das Gericht auf das Ge- such der Beschwerdeführerinnen um Festsetzung eines provisorischen Ta- rifs nicht ein (act. 6). Der Entscheid wurde damit begründet, dass die Vor- instanz bereits für die Dauer des Tariffestsetzungsverfahrens vorsorgliche Massnahmen getroffen und einen provisorischen Tarif erlassen habe. Da vorsorgliche Massnahmen grundsätzlich bis zum Eintritt der Rechtskraft der Hauptverfügung Bestand hätten, bestehe kein Interesse an den bean- tragten vorsorglichen Massnahmen (provisorischer Tarif in der gleichen Höhe wie der von der Vorinstanz festgesetzte). F. Die Vorinstanz nahm in der Vernehmlassung vom 18. September 2013 zu den Vorbringen der Beschwerdef ührerinnen Stellung und beantragte, die Beschwerde sei – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerinnen – vollumfänglich abzuweisen (act. 8). G. In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. September 2013 liess die Beschwer- degegnerin ebenfalls die Abweisung der Beschwerde – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – beantragen, soweit darauf einzutreten sei (act. 9). Die Beschwerdegegnerin nahm eingehend zu den Rügen der Beschwer- deführerinnen Stellung. Sie machte unter anderem geltend, die von ta-C-4334/2013 Seite 7 rifsuisse vorgenommene Hochrechnung des Tarifs 2011 sei falsch; bei kor- rekter Berechnung würde dieser über dem von der Vorinstanz festgesetz- ten Tarif liegen. Im Bereich der Rehabilitation liessen sich die Leistungen der einzelnen Kliniken nicht ohne Weiteres vergleichen. H. Auf entsprechende Einladung des Gerichts reichte das Bundesamt für Ge- sundheit (BAG) als Fachbehörde seine Stellungnahme vom 10. Dezember 2013 ein (act. 11). Das Amt beanstandete die vorinstanzliche Tarifberech- nung in verschiedener Hinsicht (namentlich betreffend Anlagenutzungs- kosten, universitäre Lehre und Forschung, Teuerungszuschlag und Ver- zicht auf Intransparenzabzug). Weder das von der Vorinstanz vorgenom- mene noch das von den Beschwerdeführerinnen vorgeschlagene Vorge- hen entspreche den Anforderungen an eine KVG-konforme Wirtschaftlich- keitsprüfung. Nach der Ansicht des BAG sei die Beschwerde teilweise gut- zuheissen und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu- weisen. I. In ihren Schlussbemerkungen vom 29. Januar (act. 16), 3. Februar (act. 17) und 10. Februar 2014 (act. 18) hielten die Parteien an ihren An- trägen fest. J. Mit Eingabe vom 2. Mai 2014 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerde- führerinnen seine Honorarnote ein (act. 20). K. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich- ten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-4334/2013 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Den angefochtenen Beschluss vom 3. Juli 2013 hat die Vorinstanz ge- stützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 47 KVG beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden. Das B undesverwal- tungsgericht ist demnach zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor- schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 1.3 Die Beschwerdeführerinnen sind primäre Adressatinnen des angefoch- tenen Beschlusses und ohne Zweifel zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist, nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, einzu- treten (vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.4 Die Beschwerdeführerinnen können im Rahmen des Beschwerdever- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange- messenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht hat Tariffestsetzungsbeschlüsse mit voller Kognition zu überprüfen, den – erheblichen (vgl. [zum akutsomatischen Bereich] BVGE 2014/36 E. 5.4, 2014/3 E. 10.1.4) – Ermessensspielraum der Vorinstanz jedoch z u respektieren. Insbesondere dann, wenn die Er- messensausübung, die Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung hochstehende, spezialisierte technische, wissen- schaftliche oder wirtschaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprüfung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt. Vorausgesetzt wird, dass die Vorinstanz die für den Entscheid wesentli- chen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (vg l. BVGE 2014/3 E. 1.4.1 m.w.H.; zur Würdigung der Empfehlungen der Preisüberwachung vgl. BVGE 2014/3 E. 1.4.2). C-4334/2013 Seite 9 2. Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist die von der Vor - instanz festgesetzte Tagespauschale für die von der Klinik ab 1. Januar 2012 erbrachten Rehabilitationsleistungen. Massgebend sind namentlich folgende Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen. 2.1 Spitäler sind nach Art. 39 Abs. 1 (in Verbindung mit Art. 35) KVG zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zugelassen, wenn sie die Dienstleistungs - und Infrastrukturvoraussetzun- gen gemäss Bst. a-c erfüllen, der von einem oder mehreren Kantonen ge- meinsam aufgestellten Planung für eine bedarfsgerechte Spitalversorgung entsprechen (Bst. d) und auf der nach Leistungsaufträgen in Kategorien gegliederten Spitalliste des Kantons aufgeführt sind (Bst. e). 2.2 Die OKP übernimmt die Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer K rankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen unter anderem die ärztlich durchgeführ- ten oder angeordneten Massnahmen der medizinischen Rehabilitation (Art. 25 Abs. 2 Bst. d KVG) sowie den Aufenthalt im Spital entsprechend dem Standard der allgemeinen Abteilung (Art. 25 Abs. 2 Bst. e KVG). Die medizinische Rehabilitation im Sinn von Art. 25 Abs. 2 Bst. d KVG schliesst an die eigentliche Krankheitsbehandlung an und bezweckt, die durch die Krankheit oder Behandlung selbst bewirkte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit mit Hilfe medizinischer Massnahmen ganz oder teilweise zu beheben, oder sie dient insbesondere bei Chronischkranken der Erhaltung und allenfalls Verbesserung des ver - bliebenen Funktionsvermögens (BGE 126 V 323 E. 2c). 2.3 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die (zugelassenen) Leistungserbringer ihre Rechnungen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Tarife und Preise wer- den in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern (Tarifver- trag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der zustän- digen Behörde festgesetzt. Dabei ist auf eine betriebswirtschaftliche Be- messung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten (Abs. 4). Die Vertragspartner und die zuständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird (Abs. 6). Der Bundesrat kann Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte C-4334/2013 Seite 10 Struktur sowie für die Anpassung der Tarife aufstellen. Er sorgt für die Ko- ordination mit den Tarifordnungen der anderen Sozialversicherungen (Abs. 7). 2.4 Parteien eines Tarifvertrages sind einzelne oder mehrere Leistungser- bringer oder deren Verbände einerseits sowie einzelne oder mehrere Ver- sicherer oder deren Verbände anderseits (Art. 46 Abs. 1 KVG). Der Tarif- vertrag bedarf der Genehmigung durch die zuständige Kantonsregierung oder, wenn er in der ganzen Schweiz gelten soll, durch den Bundesrat (Art. 46 Abs. 4 Satz 1 KVG). Die Ge nehmigungsbehörde prüft, ob der Ta- rifvertrag mit dem Gesetz und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Billig- keit in Einklang steht (Art. 46 Abs. 4 Satz 2 KVG). Kommt zwischen Leis- tungserbringern und Versicherern kein Tarifvertrag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). 2.5 Art. 49 KVG trägt den Titel "Tarifverträge mit Spitälern". Obwohl sich diese Bestimmung nach ihrem Wortlaut (nur) an die Tarifparteien richtet, sind die darin verankerten Grundsätze auch bei einer hoheitlichen Festset- zung im Sinne von Art. 47 KVG zu beachten (BVGE 2014/3 E. 2.7). 2.5.1 Nach Abs. 1 des Art. 49 KVG vereinbaren die Vertragsparteien für die Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt und Pfle- geleistungen in einem Spital (Art. 39 Abs. 1) oder einem Geburtshaus (Art. 29) Pauschalen. In der Regel sind Fallpauschalen festzulegen. Die Pauschalen sind leistungsbezogen und beruhen auf gesamtschweizerisch einheitlichen Strukturen. Die Vertragsparteien können ver einbaren, dass besondere diagnostische oder therapeutische Leistungen nicht in der Pau- schale enthalten sind, sondern getrennt in Rechnung gestellt werden. Die Spitaltarife orientieren sich an der Entschädigung jener Spitäler, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität ef- fizient und günstig erbringen. 2.5.2 Die Tarifpartner setzen gemeinsam mit den Kantonen eine Organisa- tion ein, die für die Erarbeitung und Weiterentwicklung sowie die Anpas- sung und Pflege der Strukturen zuständig ist (Art. 49 Abs. 2 Satz 1 KVG). Die von der Organisation erarbeiteten Strukturen sowie deren Anpassun- gen werden von den Tarifpartnern dem Bundesrat zur Genehmigung unter- breitet (Art. 49 Abs. 2 Satz 5 KVG). C-4334/2013 Seite 11 2.5.3 Laut Art. 49 Abs. 3 KVG dürfen die Vergü tungen nach Abs. 1 keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen enthalten. Dazu gehö- ren insbesondere die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regio- nalpolitischen Gründen (Bst. a) sowie die Forschung und universitäre Lehre (Bst. b). 2.5.4 Die S pitäler verfügen über geeignete Führungsinstrumente; insbe- sondere führen sie nach einheitlicher Methode zur Ermittlung ihrer Be- triebs- und Investitionskosten und zur Erfassung ihrer Leistungen eine Kos- tenrechnung und eine Leistungsstatistik. Diese beinhalt en alle für die Be- urteilung der Wirtschaftlichkeit, für Betriebsvergleiche, für die Tarifierung und für die Spitalplanung notwendigen Daten. Die Kantonsregierung und die Vertragsparteien können die Unterlagen einsehen (Art. 49 Abs. 7 KVG). 2.5.5 Gemäss Art. 49 Abs. 8 KVG ordnet der Bundesrat in Zusammenar- beit mit den Kantonen schweizweit Betriebsvergleiche zwischen Spitälern an, insbesondere zu Kosten und medizinischer Ergebnisqualität. Die Spi- täler und die Kantone müssen dafür die nötigen Unterlagen liefern. Der Bundesrat veröffentlicht die Betriebsvergleiche. 2.6 Gestützt auf Art. 43 Abs. 7 KVG hat der Bundesrat Art. 59c KVV erlas- sen (in Kraft seit 1. August 2007; AS 2007 3573). Nach dessen Abs. 1 prüft die Genehmigungsbehörde (im Sinne von Art. 46 Abs. 4 KVG), ob der Ta- rifvertrag namentlich folgenden Grundsätzen entspricht: Der Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken (Bst. a). Der Tarif darf höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten decken (Bst. b). Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten verursachen (Bst. c). Gemäss Art. 59c Abs. 3 KVV sind diese Grundsätze bei Tariffestsetzungen nach Art. 47 KVG sinngemäss an- zuwenden. 2.7 Die Verordnung über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime in der Krankenversiche- rung (VKL, SR 832.104) regelt nach deren Art. 1 Abs. 1 die einheitliche Er- mittlung der Kosten und Erfassung der Leistungen im Spital - und Pflege- heimbereich. 2.7.1 Zu den Zielen der Kosten- und Leistungserfassung gehören gemäss Art. 2 Abs. 1 VKL namentlich die Schaffung der Grundlagen für die Bestim- mung der Leistungen und der Kosten der OKP in der stationären Behand-C-4334/2013 Seite 12 lung im Spital und im Geburtshaus (Bst. b) und die Ausscheidung der ge- meinwirtschaftlichen Leistungen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 KVG und von deren Kosten (Bst. g). Weiter sollen dadurch unter anderem Betriebsver- gleiche, Tarifberechnungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen ermöglicht werden (Art. 2 Abs. 2 Bst. b, Bst. c und Bst. f VKL). 2.7.2 Art. 3 VKL definiert die stationäre Behandlung, Art. 7 VKL die Kosten für die universitäre Lehre und für die Forschung, Art. 8 VKL die Investitio- nen. 2.7.3 Die Ermittlung der Kosten und Erfassung der Leistungen ist im 3. Ab- schnitt (Art. 9 ff.) der VKL geregelt. Nach Art. 9 VKL müssen Spitäler, Ge- burtshäuser und Pflegeheime eine Kostenrechnung führen, in der die Kos- ten nach dem Leistungsort und dem Leistungsbezug sachgerecht ausge- wiesen werden (Abs. 1). Die Kostenrechnung muss insbesondere die Ele- mente Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger und die Leistungserfas- sung umfassen (Abs. 2). Sie muss den sachgerechten Ausweis der Kosten für die Leistungen erlauben. Die Kosten sind den Leistungen in geeigneter Form zuzuordnen (Abs. 3). Das Eidgenössische Departement d es Innern (Departement) kann nähere Bestimmungen über die technische Ausgestal- tung der Kostenrechnung erlassen. Es hört dabei die Kantone, Leistungs- erbringer und Versicherer an (Abs. 6). 2.7.4 Art. 10 VKL trägt den Titel «Anforderungen an Spitäler und Geburts- häuser». Abs. 1 verpflichtet die Spitäler und Geburtshäuser, eine Finanz- buchhaltung zu führen. Spitäler müssen die Kosten der Kostenstellen nach der Nomenklatur der nach dem Anhang zur Verordnung vom 30. Juni 1993 über die Durchführung von statistischen Erhe bungen des Bundes durch- geführten Krankenhausstatistik ermitteln (Abs. 2). Die Spitäler und Ge- burtshäuser müssen eine Lohnbuchhaltung führen (Abs. 3). Es ist eine Kosten- und Leistungsrechnung zu führen (Abs. 4). Zur Ermittlung der Kos- ten für Anlagenutzung müssen die Spitäler und Geburtshäuser eine Anla- gebuchhaltung führen. Objekte mit einem Anschaffungswert von CHF 10'000.- und mehr gelten als Investitionen nach Art. 8 VKL (Abs. 5). 2.7.5 Nach Art. 15 VKL sind Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime ver- pflichtet, die Unterlagen eines Jahres ab dem 1. Mai des Folgejahres zur Einsichtnahme bereitzuhalten. Zur Einsichtnahme berechtigt sind die Ge- nehmigungsbehörden, die fachlich zuständigen Stellen des Bundes sowie die Tarifpartner. C-4334/2013 Seite 13 3. Die Voraussetzungen für eine hohei tliche Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 KVG waren vorliegend zweifellos erfüllt, was unter den Parteien un- bestritten ist. Weiter ist festzuhalten, dass die Vorinstanz ihrer Pflicht, die Preisüberwachung anzuhören (vgl. Art. 14 Abs. 1 PüG [SR 942.20]), nach- gekommen ist. Da die Preisüberwachung darauf verzichtet hat, zum vorlie- gend streitigen Tarif eine Empfehlung abzugeben, entfällt die Prüfung, ob die Vorinstanz eine allfällige Abweichung nachvollziehbar begründet hat (vgl. BVGE 2014/3 E. 1.4.2). 4. 4.1 Die revidierten Bestimmungen des KVG zur Spitalfinanzierung (Ände- rung vom 21. Dezember 2007, AS 2008 2049) sind am 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung) müssen die Einfü hrung der leistungsbezogenen Pauschalen nach Art. 49 Abs. 1 KVG sowie die An- wendung der Finanzierungsregelung nach Art. 49a KVG mit Einschluss der Investitionskosten spätestens am 31. Dezember 2011 abgeschlossen sein. Während der Systemwechsel im Bereich der Akutsomatik per 1. Januar 2012 vollzogen und mit SwissDRG eine schweizweit einheitliche Tarifstruk- tur eingeführt wurde, fehlt eine solche im Bereich der stationären Rehabili- tation. Im Auftrag der SwissDRG AG (als Organisation im Sinne von Art. 49 Abs. 2 KVG) wird derzeit die national einheitliche und leistungsorientierte Tarifstruktur ST Reha entwickelt, die auf der Bildung von leistungs- und kostenhomogenen Gruppen basiert, welche die Art und die Intensität der Leistung pauschalisierend abbilden. Die schweizweite Einführung ist erst per 2018 gepl ant (Newsletter der SwissDRG AG vom 12.06.2014; < www.swissdrg.org > Rehabilitation, abgerufen am 8.10.2015). 4.2 Die Parteien sind sich insoweit einig, als der Tarif vorliegend in Form einer Tagespauschale festzulegen ist. Solche Pauschalen sind im Bereich der stationären Rehabilitation nicht unzulässig (vgl. Urteil BVGer C - 2141/2013 vom 19. Oktober 2015 E. 9.3; Urteil BVGer C -2142/2013 vom 20. Oktober 2015 E. 9.3 [zur Publikation vorgesehen]). 4.3 Die mit BVGE 2014/3 und BVGE 2014/36 im Zusammenhang mit der neuen Spitalfinanzierung aufgestellten Grundsätze betreffend Festsetzung eines Bas isfallwerts für leistungsbezogene und auf der SwissDRG -Ta- rifstruktur beruhende Fallpauschalen können aufgrund der fehlenden schweizweit einheitlichen Tarifstruktur im Bereich der Rehabilitation auf C-4334/2013 Seite 14 den vorliegenden Fall nur beschränkt Anwendung finden, ins besondere was den Preisbildungsmechanismus aufgrund eines Vergleichs der schwe- regradbereinigten Fallkosten (benchmarking -relevante Basiswerte) der Spitäler anbelangt (vgl. BVGE 2014/3 E. 2.8.4.4). Für die Rehabilitation liegt – im Gegensatz zur Akutsomatik – noch keine Methode vor, mit der die unterschiedlichen Schweregrade der einzelnen Behandlungen sachge- recht abgebildet werden können, weshalb eine Preisbestimmung anhand eines Referenzwerts im Sinn von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG, der aufgrund eines Benchma rkings der schweregradbereinigten Fallkosten bestimmt wird, vorliegend nicht möglich ist (C-2142/2013 E. 9.2 mit Hinweis auf Urteil BVGer C-3133/2013 vom 24. August 2015 E. 8.2). 4.4 Wie das Bundesverwaltungsgericht in den Urteilen C-2141/2013 und C-2142/2013 erkannt hat, ist – als erster Schritt zur Tariffindung – die Ori- entierung an den eigenen Betriebskosten des Spitals einstweilen noch zu akzeptieren, wenn wie im Bereich der stationären Rehabilitation (noch) keine schweizweit einheitliche Tarifstruktur im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 2 KVG zur Verfügung steht und die Preisbestimmung anhand eines Referenzwertes nicht möglich ist . Die ausgewiesenen spitalindividuellen Betriebskosten sind aber einer strengen Prüfung zu unterziehen. Es ist ins- besondere sicherz ustellen, dass alle nicht tarifrelevanten Kosten sowie Kosten, die einer ineffizienten Leistungserbringung zuzuschreiben sind, ausgeschieden sind. Es kommen auch Normabzüge (wie Intransparenz - und Überkapazitätsabzüge) in Betracht, die nicht primär auf die «objektive Kostenwahrheit» ausgerichtet sind, sondern gestützt auf die altrechtlichen Regeln der Spitalfinanzierung zur Vermeidung von Überentschädigungen entwickelt wurden (vgl. dazu BVGE 2014/36 E. 6.4). Der festzusetzende Tarif hat sich aber dennoch am Tarif derjenigen Spitäler zu orientieren, wel- che die tarifierte obligatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG). In ei- nem zweiten Schritt ist daher zumindest eine Wirtschaftlichkei tsprüfung durch Vergleich des spitalindividuell ermittelten Tarifs mit den Tarifen ande- rer Spitäler vorzunehmen (C -2141/2013 E. 9.4; C -2142/2013 E. 9.4 mit Hinweis auf Urteil BVGer C-3133/2013 vom 24. August 2015 E. 8.4). 5. Nachfolgend ist die von der Vorinstanz vorgenommene Kalkulation der Ta- gespauschale zu überprüfen. C-4334/2013 Seite 15 5.1 Die Vorinstanz hat ihre Berechnungen auf die von der Klinik eingereich- ten Kostendaten 2010 gemäss dem integrierten Tarifmodell Kostenträger- rechnung (ITAR_K) Version 1.0 (V-act. 71) gestützt. Soweit die Beschwer- deführerinnen dies beanstanden und geltend machen, es handle sich so- wohl bei ITAR_K als auch REKOLE® – auf welchem ITAR_K beruht – um einseitig vom Branchenverband H+ erarbeitete Rechnungslegungs - und Tarifherleitungsmodelle, ist auf BVGE 2014/3 zu verweisen. Demnach ist angesichts der Bedeutung und der Verbreitung, welche REKOLE ® und ITAR_K zwischenzeitlich erlangt haben, deren Anwendbarkeit nicht grund- sätzlich in Frage zu stellen. Zu prüfen ist jedoch, ob einzelne in diesen Mo- dellen en thaltene Berechnungsvorgaben gesetzeskonform sind (BVGE 2014/3 E. 3.4.3). 5.2 Grundlage für die Berechnungen bilden die ausgewiesenen Betriebs- kosten für OKP-relevante stationäre Leistungen (Grund- und Zusatzversi- cherte, soweit es sich um Pflichtleistungen han delt; vgl. BVGE 2010/62 E. 4.12.1; 2014/3 E. 3.6.3), was unter den Parteien nicht strittig ist. Mass- gebend für die Tarife 2012 sind grundsätzlich die Kostendaten des Jahres 2010 (Tarifjahr X – 2 = Basisjahr; BVGE 2014/3 E. 3.5). Die Beschwerde- gegnerin weist im ITAR_K die Kosten für pulmonale Rehabilitation (KVG) separat aus (Spalte S). 5.3 In einem ersten Schritt hat die Vorinstanz die Nettobetriebskosten I (von CHF 9'705'326. -) ermittelt. Vom Total der Kosten gemäss Betriebs- buchhaltung (CHF 11'276'096.-) hat sie die Arzthonorare für Zusatzversi- cherte (CHF 195'409.-), die ausgewiesenen Anlagenutzungskosten (CHF 1'373'676.-) sowie die Erlöse der Kontengruppe 65 (CHF 5'604.-) abgezo- gen und die Erlöse der Kontengruppen 66 (CHF 3'919.-) hinzugerechnet. Anschliessend hat sie Kosten für Forschung und universitäre Lehre (CHF 81'896.-) sowie übrige gemeinwirtschaftliche Leistungen (CHF 51'006.-) abgezogen, was die Nettobetriebskosten II (von CHF 9'572'424.-) ergab. Weiter hat sie – zur Ermittlung der standardisierten betriebswirtschaftlichen Kosten (SBKo) – je einen Abzug für Mehrkosten für Leistungen an Zusatz- versicherte (CHF 191'448. -) und für nicht -universitäre Bildung (CHF 97'297.-) sowie einen Zuschlag für kalkulatorische Zinsen auf dem Umlauf- vermögen (CHF 15'057.-) vorgenommen (SBKo von CHF 9'298'736.-). Bei 13'129 Pflegetagen ergab dies CHF 708.- pro Pflegetag. Zu den SBKo pro Pflegetag hinzugerechnet wurden schliesslich ein Teuerungszuschlag von CHF 13.-, ein Zuschlag für nicht -universitäre Bildung von CHF 7. - sowie ein Zuschlag für Anlagenutzungskosten von CHF 73.-. Dies ergab eine Ta- gespauschale von CHF 801.-. C-4334/2013 Seite 16 5.4 Nicht zu beanstanden sind die von der Vorinstanz – entsprechend der bisherigen Praxis – vorgenommenen Abzüge für Arzthonorare für Zusatz- versicherte und für Mehrkosten für Leistungen (insbes. Hotellerie) an Zu- satzversicherte (von 2%) sowie der Zuschlag für kalkulatorische Zinsen auf dem Umlaufvermögen (vgl. auch BVGE 2014/3 E. 3.7). Dagegen haben auch die Beschwerdeführerinnen keine Einwände erhoben. 5.5 Umstritten und nachfolgend zu prüfen sind die Zuschläge für Anlage- nutzungskosten (E. 6) und Teuerung (E. 7) sowie die Abzüge für For- schung, universitäre Lehre und übrige gemeinwirtschaftliche Leistungen (E. 8). Weiter ist zu klären, ob die Vorinstanz einen Intransparenzabzug hätte vornehmen müssen (E. 9). 5.6 Was die – von den Beschwerdeführerinnen nicht beanstandeten – Ab- züge der Erträge (für übrige, nicht OKP-versicherte Leistungen an Patien- tinnen und Patienten) aus der Kontengruppe 65 betrifft, ist Folgendes fest- zustellen. Die Vorinstanz hat die Zahlen gemäss ITAR_K übernommen, d.h. eine Gewinnmarge von 50% akzeptiert und die Erträge nur zu 50% angerechnet. Gemäss BVGE 2014/3 sind jedoch die Erträge der Konten- gruppe 65 zu 100 % in Abzug zu bringen sind, sofern – wie hier – ein Spital diesbezüglich auf eine exakte Kostenausscheidung verzichtet und eine Gewinnmarge nicht bewiesen werden kann (BVGE 2014/3 E. 4.3). 6. Anlagenutzungskosten 6.1 Für die Berechnung der Anlagenutzungskosten hat sich die Vorinstanz auf Abs. 4 der Schlussbestimmungen der Änderungen der KVV vom 22. Oktober 2008 (nachfolgend: SchlB KVV) gestützt, wonach in Abwei- chung von den Schlussbestimmungen der Änderung der VKL vom 22. Ok- tober 2008 im Jahr 2012 die Abgeltung der Anlagenutzungskosten im Falle eines Vergütungsmodells vom Typus DRG mittels eines Zuschlags von 10 % auf den in den Tarifverträgen verhandelten Basispreisen erfolgt. 6.2 Die Beschwerdeführerinnen machen zu Recht geltend Abs. 4 SchlB KVV komme, entsprechend dem klaren Wortlaut der Norm, nur bei Vergü- tungsmodellen vom Typus DRG zur Anwendung. Eine analoge Anwendung dieser Bestimmung auf die Tagespauschalen im Bereich der Rehabilitation erscheint nicht angezeigt (C-2141/2013 E. 11.6 m.w.H.). Entgegen der An- sicht der Besc hwerdeführerinnen ist aber auch nicht ein Zuschlag von (höchstens) 8% auf dem kalkulierten Tarif vorzunehmen. Vielmehr sind für C-4334/2013 Seite 17 die Ermittlung der tarifrelevanten Kosten die transparent und bundes- rechtskonform ausgewiesenen Anlagenutzungskosten zu berücksichtigen und sodann auf den einzelnen Pflegetag umzulegen (C-2141/2013 E. 11.7). 6.3 Seit dem 1. Januar 2003 sind die Spitäler gemäss Art. 10 Abs. 4 VKL (AS 2002 2835; bzw. Art. 10 Abs. 5 VKL, in der ab 1. Januar 2009 gelten- den Fassung [AS 2008 5105]) verpflich tet, zur Ermittlung der Kosten für Anlagenutzung eine Anlagebuchhaltung zu führen. Mit der Änderung der VKL vom 22. Oktober 2008 wurde Art. 10a VKL eingefügt, der die Anforde- rungen an die Anlagebuchhaltung wie folgt konkretisiert: Die Anlagebuchhaltung mus s für jede Anlage mindestens die Angaben über das Anschaffungsjahr, die geplante Nutzungsdauer in Jahren, den An- schaffungswert, den Buchwert der Anlage am Anfang des Jahres, den Ab- schreibungssatz, die jährliche Abschreibung, den Buchwert der Anlage am Ende des Jahres, den kalkulatorischen Zinssatz, den jährlichen kalkulato- rischen Zins sowie die jährlichen Anlagenutzungskosten als Summe der jährlichen Abschreibungen und der jährlichen kalkulatorischen Zinsen ent- halten (Art. 10a Abs. 1 VKL). Die zur Erfüllung des Leistungsauftrags der Einrichtung betriebsnotwendigen Anlagen dürfen höchstens mit ihrem An- schaffungswert berücksichtigt werden (Abs. 2). Die maximalen jährlichen Abschreibungen berechnen sich bei linearer Abschreibung vom Anschaf- fungswert über die geplante Nutzungsdauer auf den Restwert Null (Abs. 3). Die kalkulatorische Verzinsung der für die Erbringung der stationären Leis- tungen erforderlichen betriebsnotwendigen Anlagen berechnet sich nach der Durchschnittswertmethode. Der Zinssatz beträgt 3,7 Proz ent. Er wird periodisch überprüft (Abs. 4). 6.4 Gemäss den Schlussbestimmungen der Änderung der VKL vom 22. Oktober 2008 können die vor dem Übergang zur Vergütung der Spitäler mittels leistungsbezogenen Pauschalen getätigten Investitionen in die Kos- tenermittlung miteinbezogen werden, wenn im Zeitpunkt des Übergangs eine Anlage mit ihrem aktuellen Buchwert in der Anlagebuchhaltung des Spitals erfasst ist (Abs. 1). Im Zeitpunkt des Übergangs darf der Buchwert nach Abs. 1 den Buchwert nicht übersteigen, der durch die Wertermittlung nach Art. 10a VKL zustande gekommen wäre (Abs. 2). Die Abschreibung erfolgt vom Buchwert mit der geplanten Restnutzungsdauer. Die kalkulato- rischen Zinsen berechnen sich mittels Durchschnittswertmethode, wobei der Anschaffungswert durch den Buchwert im Zeitpunkt des Übergangs er- setzt wird (Abs. 3). C-4334/2013 Seite 18 6.5 Auf die von der Klinik im ITAR_K ausgewiesenen Anlagenutzungskos- ten von CHF 1'373'676.- kann nicht ohne Weiteres abgestellt werden, wie die Beschwerdeführerinnen zu Recht vorbringen. Die Vorgaben der VKL zur Anlagebuchhaltung weichen zum Teil von den betriebsbuchhalteri- schen Grundsätzen ab und sind aus diesem Grund nicht in allen Punkten mit REKOLE® kompatibel; die Anwendung von REKOLE® schliesst indes- sen eine VKL -konforme Anlagebuchhaltung nicht aus (vgl. PASCAL BES- SON, REKOLE® – Betriebliches Rechnungswesen im Spital, 4. Aufl. 2013, S. 110 ff.). Auf die im ITAR_K ausgewiesenen Anlagenutzungskosten kann nur abgestellt werden, wenn sichergestellt ist, dass diese den Vorgaben der VKL entsprechen (C-2141/2013 E. 11.7). Dies ist vorliegend schon des- halb nicht der Fall, weil die Beschwerdegegnerin einräumt, dass «im Jahr 2010 noch keine vollständige Anlagebuchhaltung bestand» (act. 9 Ziff. 50). 6.6 Reicht das Spital im Tariffestsetzungsverfahren keine Anlagebuchhal- tung im Sinne von Art. 10 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 10a VKL ein, ist die Festsetzungsbehörde gehalten, eine solche zu verlangen ( vgl. BVGE 2014/3 E. 3.6.3). Die Vorinstanz hat von der Beschwerdegegnerin keine VKL-konforme Anlagebuchhaltung verlangt und insoweit den rechtserheb- lichen Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Die von der Beschwerdegeg- nerin mit der Beschwerdeantwort eingereichten Daten gemäss Kranken- hausstatistik betreffen die Anlagebuchhaltung für das Jahr 2012 und nicht das Jahr 2010 (vgl. act. 9 Beilage 7), weshalb sie vorliegend nicht rechts- erheblich sind. Es obliegt der Vorinstanz, die einschlägigen Daten von der Beschwerdegegnerin zu verlangen, die Anlagenutzungskosten für das Jahr 2010 betreffend die Leistungserbringung zulasten der OKP zu ermitteln und sicherzustellen, dass keine Überentschädigung zulasten der OKP re- sultiert (vgl. auch C-2141/2013 E. 11.8). 7. Teuerungszuschlag 7.1 Die Vorinstanz hat auf den SBKo pro Pflegetag einen Zuschlag von 1.77% für die Teuerung gewährt. Nach Ansicht des Regierungsrates sei die Teuerung für zwei Jahre zu berücksichtigen, da die Datengrundlagen eben- falls zwei Jahre zurücklägen. Die Beschwerdeführerinnen machen zu Recht geltend, die Teuerung sei praxisgemäss nur für ein Jahr auszuglei- chen. 7.2 Kosten, die erst in der Tarifperiode anfallen, können bei Tariffestlegun- gen grundsätzlich nicht berücksichtigt werden, es sei denn, es handle sich um budgetierte Mehrkosten, welc he vor dem Geltungsbeginn des Tarifs C-4334/2013 Seite 19 rechnerisch genau ausgewiesen waren und im Tarifjahr tatsächlich anfallen (BVGE 2014/3 E. 3.5.2 m.w.H.). Diese Voraussetzungen sind bei der im Tarifjahr auflaufenden Teuerung regelmässig nicht gegeben. Massgebend ist daher weiterhin die gewichtete Teuerung für das Jahr X-1 beziehungs- weise vorliegend für das Jahr 2011; dabei ist für den Personalaufwand auf den Nominallohnindex 2011 und für den Sachaufwand auf den Landesin- dex der Konsumentenpreise 2011 abzustellen (BVGE 20 14/3 E. 8.1). Bei den ausgewiesenen Werten für die Lohnteuerung von + 1 % und der allge- meinen Teuerung (LIK) von + 0.2 % und einer Gewichtung von 70 % (Lohn- teuerung) zu 30 % (allgemeine Teuerung), ist eine Teuerung von 0.76 % zu berücksichtigen. 8. Gemeinwirtschaftliche Leistungen 8.1 Betreffend Kosten für Forschung und universitäre Lehre wird im ange- fochtenen Beschluss unter Hinweis auf Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG festge- halten, diese seien auszuscheiden und von den Nettobetriebskosten abzu- ziehen. Aufgrund der «fehlenden belastbaren Daten zur universitären Lehre und Forschung aus der Vergangenheit» seien die vom Departement für das Jahr 2012 kalkulierten Beiträge für Lehre und Forschung von ins- gesamt CHF 300'250.- als Grundlage verwendet und anteilmässig auf die verschiedenen Bereiche umgewälzt worden (S. 11). Bei diesem Vorgehen bestehe kein Grund zur Vornahme eines normativen Abzuges. 8.1.1 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, die Abgeltung des Kan- tons Aargau für Forschung und universitäre Lehre sei für die Bestimmung der Kosten irrelevant, zumal ein solcher Betrag nicht den tatsächlich ange- fallenen Kosten entsprechen müsse. Da die Beschwerdegegnerin offenbar nicht in der Lage sei, die effektiven Kosten für Forschung und universitäre Lehre auszuscheiden, sei ein norm ativer Abzug von mindestens 3% (auf den Personalkosten im Bereich pulmonale Rehabilitation) vorzunehmen (act. 1 S. 8 f.). 8.1.2 Nach Ansicht der Beschwerdegegnerin ist der von der Vorinstanz vor- genommene Abzug für Forschung und universitäre Lehre «im Ergebnis nicht zu beanstanden» (act. 9 Ziff. 31). Der von den Beschwerdeführerin- nen geforderte Pauschalabzug stehe in keinem Verhältnis zu den effekti- ven Kosten. Die Beschwerdegegnerin sei lediglich im Bereich der Weiter- bildung von Assistenzärztinnen und -ärzten sowie in der Ausbildung von Unterassistentinnen und -assistenten tätig. Die Klinik erhalte pro Jahr je Assistenzärztin oder -arzt einen Betrag von CHF 18'270.- und CHF 6'600.- C-4334/2013 Seite 20 je Unterassistentin oder -assistent. Zudem würde pro Ausbildungstag und Blockstudierende ein Betrag von CHF 800.- vergütet. Wie eine Nachkalku- lation der Beschwerdegegnerin gezeigt habe, seien die 2012 effektiv an- gefallenen Kosten leicht tiefer (CHF 17'837.- bzw. CHF 6'597.-) ausgefal- len. Die Beschwerdegegnerin betreibe ihre insgesamt bescheidene For- schungstätigkeit schwergewichtig im Bereich Schlafmedizin. Auf den Be- reich pulmonale Rehabilitation entfielen «praktisch keine Forschungsakti- vitäten». Die selten en und geringfügigen Tätigkeiten, die sich unter den Begriff der Forschung subsumieren liessen, würden die Beteiligung an Stu- dien von Dritten oder reine Datenlieferung für Forschungsprojekte Dritter betreffen. Der Kostenaufwand sei marginal und betrage dur chschnittlich etwa CHF 10'000.- bis 15'000.- pro Jahr. Wenn die Beschwerdeführerinnen geltend machen wollten, dass in den ausgewiesenen Kosten beträchtliche Aufwendungen für Forschung enthalten seien, müssten sie dies beweisen oder zumindest spezifisch glaubhaft machen. 8.1.3 Das BAG vertritt die Auffassung, es sei ein normativer Abzug gemäss den Empfehlungen der Preisüberwachung für Tarife 2012 vorzunehmen, weil keine transparente Kostenausscheidung erfolgt sei (act. 11 S. 5). 8.2 Laut Art. 49 Abs. 3 KVG dürfen die Vergütungen nach Art. 49 Abs. 1 KVG keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen enthalten, wozu insbesondere die Forschung und universitäre Lehre gehören. Der neue Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG schliesst nur noch die universitäre Lehre und – wie bisher – die nicht universitäre und die universitäre Forschung aus, währendem aArt. 49 Abs. 1 KVG auch die Kosten für die nicht-univer- sitäre Lehre ausschloss. Die Kosten der nicht -universitären Lehre sind nach neuem Recht in den von der OKP zu leistenden Vergütungen enthal- ten und daher in die Tagespauschale einzubeziehen. 8.2.1 Nach Art. 7 Abs. 1 VKL gelten als Kosten für die universitäre Lehre nach Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG die Aufwendungen für die theoretische und praktische Ausbildung der Studierenden eines im Bundesgesetz über die Medizinalberufe geregelten Medizinalberufes bis zum Erwerb des eidge- nössischen Diploms (Bst. a) sowie die Weiterbildung der Studierenden nach Buchstabe a bis zur Erlangung des eidgenössischen Weiterbildungs- titels (Bst. b). Mit Blick a uf das Ziel einer einheitlichen Ausscheidung von Kosten für universitäre Lehre rechtfertigt es sich, Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG in dem Sinne auszulegen, dass nur die Kosten für erteilte Aus- und Weiter- bildung im Sinn von Art. 7 Abs. 1 Bst. a und b VKL als gemeinwirtschaftliche C-4334/2013 Seite 21 Leistungen auszuscheiden sind, solange der Verordnungsgeber keine ab- weichenden Vorschriften erlässt (BVGE 2014/3 E. 6.6.3; 2014/36 E. 16). 8.2.2 Als Kosten für die Forschung nach Art. 49 Abs. 3 KVG gelten die Auf- wendungen für systematische s chöpferische Arbeiten und experimentelle Entwicklung zwecks Erweiterung des Kenntnisstandes sowie deren Ver- wendung mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Darun- ter fallen Projekte, die zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse so- wie zur Verbesserung der Prävention, der Diagnostik und Behandlung von Krankheiten ausgeführt werden (Art. 7 Abs. 2 VKL). 8.2.3 Als Kosten für die universitäre Lehre und für die Forschung gelten auch die indirekten Kosten sowie die Aufwendungen, die durch von Dritten finanzierte Lehr - und Forschungstätigkeiten verursacht werden (Art. 7 Abs. 3 VKL). 8.3 Die Spitäler sind verpflichtet, die Kosten der OKP -pflichtigen Leistun- gen transparent auszuweisen. Dies ist nur möglich, wenn auch die Kosten für nicht OKP -pflichtige Leistunge n transparent ausgeschieden werden (BVGE 2014/3 E. 6.4.4). Sowohl durch die Spitäler als auch durch die Fest- setzungs- und Genehmigungsbehörde ist daher sicherzustellen, dass transparent und nachvollziehbar dargestellt wird, mit welcher Methode und in welcher Höhe diese Kostenanteile abgegrenzt wurden. ITAR_K sieht für die universitäre Lehre und Forschung eigene Kostenträger vor, und auch die GDK empfiehlt die Erfassung dieser Kosten auf einem separaten Kos- tenträger (vgl. GDK -Empfehlungen zur Wirtschaftlichk eitsprüfung S. 4 f.). Obwohl es vorliegend nicht wie in BVGE 2014/3 und 2014/36 um die Er- mittlung der schweregradbereinigten Fallkosten geht, welche im akutsoma- tischen Bereich Grundlage des Benchmarkings und des Referenzwerts im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG bilden (vgl. BVGE 2014/3 E. 6.4.4; 2014/36 E. 16.1.6), gelten die Anforderungen an eine transparente Kosten- ausscheidung auch im Bereich der Rehabilitation. Daher muss bereits im Verwaltungsverfahren zur Festsetzung oder Genehmigung von Spitaltari- fen für die Parteien transparent nachvollziehbar sein, wie die nicht OKP - pflichtigen Kosten ausgeschieden wurden (vgl. BVGE 2014/36 E. 16.1.4). Auszuscheiden sind die tatsächlichen Kosten der universitären Lehre und Forschung, wobei diese möglichst realitätsnahe zu ermitteln oder datenba- siert abzuschätzen sind (vgl. BVGE 2014/36 E. 16.1.6). Den Spitälern steht es nicht frei, ob sie die Kosten für universitäre Lehre und Forschung aus- scheiden wollen oder einen normativen Abzug bevorzugen (BVGE 2014/3 E. 6.4.4). C-4334/2013 Seite 22 8.4 Im ITAR_K der Beschwerdegegnerin wird kein separater Kostenträger für Forschung und universitäre Lehre geführt, aber auch kein subsidiärer Abzug vorgenommen (vgl. V-act. 71). Den vorinstanzlichen Akten lässt sich nichts zu einer allfälligen Ausscheidung dieser Kosten oder deren tatsäch- lichen Höhe entnehmen. Wie die Beschwerdeführerinnen zutreffend vor- bringen, kann nicht auf die Vergütung en des Kantons für Forschung und universitäre Lehre (für das Jahr 2012) abgestellt werden, weil nicht erstellt ist, dass diese den tatsächlichen Kosten entsprechen. Zudem sind für die Bestimmung der tarifrelevanten Kosten grundsätzlich die Daten des Jahres 2010 (nicht des Tarifjahres 2012) massgebend (vgl. BVGE 2014/3 E. 6.4.2, C-2142/2013 E. 12.8 m.w.H.). 8.5 Aufgrund der VKL- und REKOLE®-Vorgaben müsste die Beschwerde- gegnerin grundsätzlich in der Lage sein, die für die Kostenausscheidung massgebenden Daten zu liefern (vgl. BVGE 2014/3 E. 6.5). Diese wurden von der Vorinstanz jed och nicht verlangt. Was die Kosten für Forschung und universitäre Lehre betrifft, erweist sich der Sachverhalt demnach eben- falls als unvollständig abgeklärt. 8.6 Ein normativ ermittelter Abzug für die entstandenen Kosten der For- schung und universitären Lehre wäre allenfalls dann vorzunehmen, wenn es der zuständigen Kantonsbehörde nicht gelingen sollte, vom betreffen- den Spital die entscheiderheblichen (transparenten) Daten zu erhalten. In diesem Fall müsste der normative Abzug so angesetzt sein, dass das Spi- tal mit Sicherheit keinen Vorteil daraus ziehen kann, dass es – entgegen den Vorschriften – keine transparenten Daten eingereicht hat (C - 2142/2013 E. 12.10 mit Hinweis; BVGE 2014/3 E. 6.5). Wie hoch dieser Normabzug anzusetzen wäre, ist vorliegend nicht zu beurteilen. 8.7 Betreffend die übrigen gemeinwirtschaftlichen Leistungen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 KVG gilt das soeben Ausgeführte analog. Massgebend sind nicht die unter diesem Titel gewährten kantonalen Abgeltungen, sondern die tatsächlichen Kosten für im Jah r 2010 erbrachte Leistungen. Ob die Behauptung der Beschwerdegegnerin zutrifft, wonach sie im Bereich pul- monale Rehabilitation keine gemeinwirtschaftlichen Leistungen erbringe (V-act. 9 Ziff. 27), wird die Vorinstanz noch zu prüfen haben. 9. Intransparenzabzug 9.1 Die Vorinstanz hat von einem Intransparenzabzug abgesehen mit der Begründung, im Einführungsjahr der neuen Spitalfinanzierung bestünden C-4334/2013 Seite 23 noch viele Unsicherheitsfaktoren und die Anforderungen an die Datenliefe- rung der Spitäler sei noch nicht präzise genug definiert. Die vom Departe- ment einverlangten Unterlagen habe die Klinik jedoch in grundsätzlich gu- ter Qualität geliefert. 9.2 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, eine vollständige Trans- parenz der Daten sei nicht gegeben. Insbesondere im Bereich Lehre und Forschung fehle eine detaillierte Kostenermittlung und Leistungserfassung. Nur mit einem Intransparenzabzug von 4% könnten die bundesrechtlichen Vorgaben eingehalten werden. 9.3 Ein Intransparenzabzug ist grundsätzlich möglich, wenn – wie im Be- reich Rehabilitation – der Tarif nicht aufgrund eines Referenzwertes im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG, der aufgrund eines Benchmarkings der schweregradbereinigten Fallkosten bestimmt wird, sondern auf der Ba- sis der spitalindividuellen Kosten festgesetzt wird (vgl. vorne E. 4.3). Die Rechtsprechung gemäss BVGE 2014/3 E. 9.2.2, wonach bei der Ermitt- lung der benchmarking -relevanten Betriebskosten (also vor dem Bench- marking) kein Intransparenzabzug vorzunehmen, ist hier nicht einschlägig. Die Frage nach einem Intransparenzabzug und dessen Höhe stellt sich je- doch erst dann, wenn es der Vorinstanz nicht gelingen sollte, die entscheid- wesentlichen Daten der Beschwerdegegnerin zu erheben (C -2142/2013 E. 16.2 mit Hinweis). 10. Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der Kostenausweis der Be- schwerdegegnerin und die gestützt darauf von der Vorinstanz vorgenom- mene Berechnung der tarifrelevanten Betriebskost en den bundesrechtli- chen Vorgaben nicht entsprechen. Gestützt darauf kann folglich kein ge- setzeskonformer Tarif festgelegt werden. 11. Wirtschaftlichkeitsprüfung 11.1 Im angefochtenen Beschluss wird zur Wirtschaftlichkeitsprüfung aus- geführt, der Regierungsrat anerk enne, dass entsprechend den neuen Bestimmungen zur Spitalfinanzierung (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG) ein Benchmarking vorzunehmen wäre. Bisher existiere jedoch noch kein allge- mein anerkanntes System des Benchmarkings. Insbesondere im Bereich der Rehabilitation, in welchem zurzeit noch kein gesamtschweizerisch ein- heitliches Tarifsystem bestehe, seien Benchmarkings schwierig. Da sich C-4334/2013 Seite 24 das Patientengut und das Angebot teilweise sehr stark unterscheiden wür- den, sei ein methodengerechtes Benchmarking mit den aktuell zur Verfü- gung stehenden Unterlagen nicht möglich. Der von tarifsuisse vorgenom- mene Tarifvergleich (mit vier Kliniken) beruhe auf unzureichenden Grund- lagen und sei nicht aussagekräftig. Zudem müsse ein Benchmarking ent- sprechend Art. 49 Abs. 8 KVG nebst den Kosten auch die medizinische Er- gebnisqualität mitberücksichtigen (S. 12 f.). 11.1.1 Die Beschwerdeführerinnen kritisieren, die Vorinstanz habe die von ihr aufgrund der spitalindividuellen Kosten ermittelte Tagespauschale kei- nem Wirtschaftlichkeitsvergleich unter zogen. Da es tarifsuisse bewusst sei, dass die Leistungsaufträge vergleichbarer Kliniken im Detail voneinan- der abweichen könnten, habe sie nicht auf einen reinen Tarifvergleich mit anderen Kliniken abgestellt, sondern auch eine Hochrechnung des Tarifs der Beschwerdegegnerin von 2011 auf das Jahr 2012 vorgenommen. Bei dieser Hochrechnung seien 8% für Anlagenutzungskosten, 2% (der Perso- nalkosten) für die nicht-universitäre Ausbildung sowie eine Toleranzmarge von 2% berücksichtigt worden und von einem Kostende ckungsgrad von 96% ausgegangen worden. Dies habe eine Pauschale von CHF 631. - er- geben. Der von tarifsuisse aufgrund der ausgewiesenen Kosten 2010 be- rechnete Tarif von CHF 737. - liege um 17% über dem hochgerechneten Tarif. Der von der Vorinstanz festgesetzte Tarif von CHF 801.- übersteige die hochgerechnete Pauschale gar um 27%. Eine solch starke Kostenstei- gerung lasse sich bei gleichbleibendem Leistungsangebot nicht begrün- den. Dass der festgesetzte Tarif zu hoch sei, zeige auch der Vergleich mit ausserkantonalen Kliniken. Für d as Berner Reha Zentrum Heiligen- schwendi (nachfolgend: Klinik Heiligenschwendi) gelte eine Tagespau- schale von CHF 691.- (provisorischer Tarif), für die Luzerner Klinik Montana (nachfolgend: Klinik Montana) sei eine Tagespauschale von CHF 610.- und für Walenstadtberg eine Tagespauschale von CHF 620. - genehmigt wor- den (act. 1 S. 11 ff.). 11.1.2 Die Beschwerdegegnerin spricht der von tarifsuisse vorgenomme- nen Hochrechnung jegliche Aussagekraft ab. Insbesondere beruhe diese auf dem Mischtarif für die verschiedenen Leistungsbereiche, nicht auf den – von santésuisse damals berechneten – Kosten im Bereich Pneumologie. Ausgangsbasis für eine Hochrechnung müsste deshalb der Betrag von CHF 317.- (und nicht CHF 270.-) sein, wobei dies dem damaligen Kosten- deckungsgrad von 46% entspreche. Weiter wäre dieser auf 100% (und nicht auf 96%) hochzurechnen. Würden zudem – wie von der Beschwer- degegnerin beantragt – 15% statt nur 8% für die Anlagenutzungskosten C-4334/2013 Seite 25 berücksichtigt, zeige s ich eine deutliche Preisreduktion gegenüber dem Vorjahr. Weiter wird geltend gemacht, im Bereich der Rehabilitation seien die Voraussetzungen für einen Tarifvergleich nicht erfüllt, zumal es keine einheitliche Tarifstruktur gebe, welche die Fallschwere abb ilde. Der Ver- gleich mit Tagespauschalen von drei zufällig ausgewählten Rehabilitations- kliniken sei willkürlich und die Grundlagen nicht nur unvollständig, sondern auch intransparent. Die Klinik biete mit ihrem akkreditierten pulmonalen Rehabilitationsprogramm medizinische Leistungen auf höchstem Niveau und in ausgezeichneter Qualität, die es erlaubten, auch komplexe und kompliziertere Fälle erfolgreich zu behandeln. Von anderen Rehabilitati- onskliniken unterscheide sie sich namentlich darin, dass sie Mitglie d von "SW!SS REHA" sei, von der Swiss Association for Quality (SAQ) mit 4 Ster- nen ausgezeichnet worden sei und aufgrund einer grossen Anzahl hoch- qualifizierten medizinischen Personals auch sehr schwere Fälle erfolgreich behandeln könne (act. 9 S. 12 ff.). 11.1.3 In ihrer Vernehmlassung weist die Vorinstanz namentlich darauf hin, dass nach der Rechtsprechung (BVGE 2010/25 E. 10.2) allein die Tatsa- che, dass eine Klinik höhere (tarifrelevante) Kosten ausweise, noch nicht die Vermutung der Unwirtschaftlichkeit begründe. Zunächst müsse darge- legt werden können, dass die Angebote der in den Vergleich einbezogenen Spitäler tatsächlich vergleichbar seien, was eine zuverlässige und umfas- sende Datenbasis erfordere. Der Kanton habe keinen Zugriff auf die Kos- tendaten ausserkantonaler Kliniken und die in Art. 49 Abs. 8 KVG vorgese- henen Betriebsvergleiche lägen nicht vor. Unter den gegebenen Umstän- den sei die Tariffestsetzung (in der Höhe der kalkulierten Kosten) als sach- gerecht und rechtskonform zu betrachten. Sofern – trotz Feh lens eines schweregradbereinigten Tarifsystems – ein Vergleichstarif herangezogen werden sollte (bspw. der Klinik Walenstadtberg), müsste eine relativ gross- zügige Sicherheitsmarge von rund 30% dazugeschlagen werden, womit sich die festgesetzte Tagespauschale ebenfalls als wirtschaftlich erweisen würde (act. 8 S. 3 ff.). 11.1.4 Das BAG erachtet eine angemessene Sicherheitsmarge ebenfalls als angezeigt, wenn die Fallschwere nur mit einer gewissen Ungenauigkeit geschätzt werden könne. Mit der von der Vorinstanz vorge schlagenen Si- cherheitsmarge von 30% könne aber kein Nachweis der Wirtschaftlichkeit erbracht werden. Die Methode der Beschwerdeführerinnen, den Tarif aus dem Jahr 2011 hochzurechnen, genüge den Anforderungen nicht. Die Ana- lyse beruhe auf einem Mischtarif und daher nicht auf einer adäquaten Ver- gleichsbasis (act. 11 S. 9 f.). C-4334/2013 Seite 26 11.1.5 Die Beschwerdeführerinnen bestreiten in ihren Schlussbemerkun- gen, dass es sich beim Tarif 2011, welcher Grundlage für die Hochrech- nungen bildete, um einen Mischtarif handelte. Vielmehr hätten sich die Par- teien damals darauf geeinigt, dass für jeden einzelnen Bereich eine Tages- pauschale von CHF 270.- gelten soll. Weiter sei in den von der Beschwer- degegnerin angeführten Kostendaten von santésuisse auch ein (kleiner) Anteil Akutsomatik enthalten. Mit dem Vorschlag der Vorinstanz, als Ver- gleich den Tarif der Klinik Walenstadtberg heranzuziehen, könnten sich die Beschwerdeführerinnen einverstanden erklären. Es dürfte aber lediglich eine Sicherheitsmarge von 5% hinzugerechnet werden (act. 16 S. 4). 11.1.6 Die Beschwerdegegnerin hält in ihren Schlussbemerkungen daran fest, dass die Vergleichbarkeit mit anderen Kliniken, welche pulmonale Re- habilitation anböten, nicht gegeben sei. Daher müsse die erforderliche Wirtschaftlichkeitsprüfung auf andere Weise erfolgen, z.B. durch Vergleich mit den mit anderen Krankenversicherern verhandelten Tarifen oder durch eine innerbetriebliche Analyse der Kostenentwicklung (act. 17). 11.2 Wie oben (E. 4.4) dargelegt, ist im Bereich der Rehabilitation eine Ori- entierung an den eigenen Betriebskosten des Spitals einstweilen noch zu akzeptieren, wobei die ausgewiesenen Betriebskosten einer strengen Überprüfung zu unterziehen und allenfalls Normabzüge zur Vermeidung von Überentschädigungen vorzunehmen sind. Dies stellt jedoch nur den ersten Schritt zur Tariffindung dar. Auch wenn noch kein (gesamtschweize- risches) Benchmarking der schweregradbereinigten Fallkosten möglich ist, muss die Preisbildungsregel von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG beachtet wer- den. Daher hat sich auch ein spitalindividuell ermittelter Tarif an der Ent- schädigung jener Spitäler zu orientieren, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leitung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbrin- gen. Eine Tariffestsetzung einzig anhand der Kosten eines Spitals liesse sich mit den Vorgaben des KVG nicht in Einklang bringen. In einem zweiten Schritt ist deshalb eine Plausibilisierung des ermittelten Tarifs anhand eines Vergleichs mit anderen Spitälern geboten. 11.3 Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG verlangt grundsätzlich eine Orientierung an anderen (effizienten) Leistungserbringern. Daher genügt es nicht, wenn die Tagespauschale lediglich mit Tarifen, welche die betreffende Klinik mit an- deren Krankenversicherern vertraglich vereinbart hat, verglichen wird (vgl. C-2141/2013 E. 15.6; C-3133/2013 E. 17.5.4). Ob ausnahmsweise eine in- nerbetriebliche Analyse der Kostenentwicklung zu akzeptieren wäre, wenn ein Benchmarking nicht möglich ist, braucht vorliegend nicht entschieden C-4334/2013 Seite 27 zu werden. Die von den Parteien vorgenommenen Hochrechnungen des Tarifs 2011 beruhen – unabhängig davon, ob damals ein Mischtarif verein- bart wurde – jedenfalls nicht auf hinreichend transparenten Datengrundla- gen und rechtskonformen Berechnungen. Da bis zur Einführung der neuen Spitalfinanzierung die Investitionskosten bei öffentlichen oder öffentlich subventionierten Spitälern nicht zu berücksichtigen waren (vgl. aArt. 49 Abs. 1 KVG; BVGE 2014/3 E. 2.7.2 und 3.1.1), im Bereich der Rehabilita- tion nun aber die effektiven Anlagenut zungskosten anzurechnen sind (vorne E. 6.2), wäre eine Hochrechnung ohnehin schwierig. 11.4 Was die Vorbringen betreffend Berücksichtigung der Ergebnisqualität betrifft, ist festzuhalten, dass eine qualitativ hochstehende gesundheitliche Versorgung (Art. 43 Abs. 6 KVG) entsprechend dem Standard der medizi- nischen Wissenschaft bei der Tariffestlegung vorausgesetzt wird. Die Vor- gabe von Art. 49 Abs. 8 KVG, wonach die medizinische Ergebnisqualität in die Betriebsvergleiche einzubeziehen ist, dient der Verbesserung der Transparenz (BVGE 2014/36 E. 3.5). Eine höhere Behandlungsqualität vermag auch im akutsomatischen Bereich keine höhere Baserate zu recht- fertigen (vgl. BVGE 2014/36 E. 6.8.5 und 11.3). 11.5 Soweit verwertbare Kostendaten vergleichbarer Institutionen fehlen, kann sich die Festsetzungsbehörde ausnahmsweise an rechtskräftig fest- gesetzten oder genehmigten Tarifen anderer Rehabilitationseinrichtungen orientieren. Zu berücksichtigen ist dabei, dass bei Preisvergleichen die Ge- fahr besteht, dass sich der Vergleich auf überhöhte oder unwirtschaftliche Verhandlungsergebnisse bezieht. Andererseits könnte ein Spital bereit sein, günstige Tarife der OKP zu akzeptieren, wenn sein Trägerkanton be- reit ist, entsprechende Lücken durch Subventionen zu schliessen. Die Ori- entierung an solchen Tarifen wäre nicht sachgerecht (vgl. BVGE 2014/36 E. 6.7). Diese Ausgangslage sowie der Umstand, dass die Fallschwere der Patientinnen und Patienten in den Vergleichsspitälern allenfalls nur mit ei- ner gewissen Ungenauigkeit geschätzt werden k ann, rechtfertigt die Be- rücksichtigung einer Sicherheitsmarge (vgl. C-2141/2013 E. 15.9 m.w.H.). 11.6 Nach der Rechtsprechung begründen allein die höheren tarifrelevan- ten Kosten der einen Rehabilitationseinrichtung gegenüber einer anderen Institution noch nicht die Vermutung der unwirtschaftlichen Leistungser- bringung (C-2141/2013 E. 15.8 mit Hinweis auf BVGE 2010/25 E. 10.2.2 f.). Vielmehr müsste zunächst untersucht werden, ob tatsächlich Vergleich- barkeit gegeben ist, was eine entsprechend zuverlässige und umfassende Datenbasis erfordert . Im Bereich der Rehabilitation erscheint dies zwar C-4334/2013 Seite 28 grundsätzlich möglich, wegen der Spezialitätenvielfalt und der Verschie- denheit des Patientengutes aber sehr schwierig (C -2141/2013 E. 15.8 m.w.H.). 11.7 Wird lediglich ein Vergleich zur Plausibilisierung des ermittelten kos- tenbasierten Tarifs verlangt, sind die Anforderungen an die Vergleichbarkeit geringer als bei einem Benchmarking, das Grundlage für die Bestimmung des Referenzwertes im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG und die Tarif- festsetzung bildet. Der Hinweis, die Leistungen im Bereich der Rehabilita- tion seien nicht ohne Weiteres vergleichbar, entbindet die Festsetzungsbe- hörde daher nicht davon, einen Vergleich mit anderen Einrichtungen, die einen gleichen oder ähnlichen Leistungsauftrag (vorliegend für pulmonale Rehabilitation) haben, vorzunehmen. Da nun vermehrt auch im Rehabilita- tionsbereich differenzierende Tagespauschalen festgelegt werden, ist zu- mindest ein gewisser Vergleich innerhalb einer Gruppe von Kliniken mit vergleichbarem Leistungsauftrag möglich. Liegen Indizien für wesentliche Unterschiede bei den Schweregraden vor, hat die Festsetzungsbehörde diesen Umstand angemessen zu berücksichtigen und die Sicherheits- marge entsprechend anzupassen. Wie hoch eine solche Sicherheitsmarge anzusetzen ist, kann daher nicht allgemein festgelegt werden. Der Ent- scheid liegt grundsätzlich im pflichtgemässen Ermessen der Festsetzungs- behörde. Eine Sicherheitsmarge von 30%, wie von der Vorinstanz in der Vernehmlassung postuliert, würde den (erheblichen) Ermessensspielraum aber zweifellos überschreiten. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass ein sol- cher Ermessensentscheid hinreichend begründet sein muss. 11.8 Was den von den Beschwerdeführerinnen vorgenommenen Tarifver- gleich mit den Kliniken Heiligenschwendi, Montana und Walenstadtberg betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass ein solcher Vergleich rechtskräftige Tarife voraussetzt, weshalb der provisorische Tarif der Klinik Heiligen- schwendi nicht massgebend sein kann. Da für den ersten Schritt der Tarif- festsetzung (kostenbasierte Tagespauschale) noch zusätzliche Abklärun- gen vorzunehmen sind und der Vergleich mit anderen Kliniken erst den zweiten Schritt zur Tariffestsetzung bildet, ist nicht weiter auf diesen Tarif- vergleich einzugehen, zumal in der Zwischenzeit weitere rechtskräftige Ta- rife 2012 für den Bereich der pulmonalen Rehabilitation vorliegen (bspw. Klinik Heiligenschwendi, [vgl. <http://www.gef.be.ch/gef/de/index/gesund- heit/gesundheit/spitalversorgung/spitaeler/superprovisorischetarife.asse- tref/dam/documents/GEF/SPA/de/Spitalversorgung/Tarife/Uebersicht_Ta- rife_2012_20150817_d.pdf>, abgerufen am 19.10.2015]). C-4334/2013 Seite 29 12. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Beschluss mit den bundesrechtlichen Vorgaben nicht vereinbar und daher aufzuheben ist. Da der rechtserhebliche Sachverhalt weiterer Abklärung bedarf und über verschiedene Ermessensfragen zu entscheiden ist, fällt ein reforma- torisches Urteil praxisgemäss nicht in Betracht (Urteil BVGer C-5749/2013 vom 31. August 2015 E. 7.1 m.w.H.; BVGE 2014/3 E. 10.4). Die Sache ist daher zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Abzuweisen ist hingegen der Antrag 2, es sei eine Tagesvollpauschale von CHF 631.- (was dem von tarifsuisse hochgerechneten Tarif der Klinik ent- sprechen würde) festzusetzen. Die Vorinstanz wird zunächst die notwendigen Abklärungen und die Neu- berechnung der Tagespauschale aufgrund der tarifrelevanten Kosten vor- zunehmen haben (vgl. E. 5 – 10). Anschliessend wird sie den kostenba- sierten Tarif mit den Tarifen anderer Kliniken für pulmonale Rehabilitation vergleichen und eine Tagespauschale festsetzen, die dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit entspricht (vgl. E. 11). 13. Zu befinden ist abschliessend über die Verfahrenskosten und allfällige Par- teientschädigungen. 13.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Den Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG; zur Qualifikation als vermögensrechtliche Streitigkeit vgl. BVGE 2010/14 E. 8.1.3). Das für die Kostenverteilung massgebende Aus- mass des Unterliegens ist aufgrund der gestellten Rechtsbegehren zu be- urteilen ( MICHAEL BEUSCH, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Rz. 13 zu Art. 63). Dabei ist auf das materiell wirklich Gewollte abzustellen ( MO- SER ET AL., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 4.43). C-4334/2013 Seite 30 13.1.1 Die Beschwerdeführerinnen obsiegen insoweit , als sie die Aufhe- bung des Tariffestsetzungsbeschlusses beantragen. Sie unterliegen, so- weit sie die Festsetzung einer tieferen Tagespauschale und den Erlass vor- sorglicher Massnahmen durch das Gericht beantragen. Die Beschwerde- gegnerin beantragt die Bestäti gung des angefochtenen Beschlusses und damit die Bestätigung der von der Vorinstanz festgesetzten Tagespau- schale sowie – sinngemäss und ohne Begründung – ein teilweises Nicht- eintreten auf die Beschwerde. Die Aufhebung des angefochtenen Be- schlusses und Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ist vor- liegend als überwiegendes Obsiegen der Beschwerdeführerinnen (im Um- fang von zwei Dritteln) zu betrachten. 13.1.2 Die Verfahrenskosten werden auf CHF 6'000.- festgelegt. Davon ha- ben die Beschwerdeführerinnen einen Drittel (CHF 2'000.-), die Beschwer- degegnerin zwei Drittel (CHF 4'000.-) zu übernehmen. Der von den Be- schwerdeführerinnen zu leistende Anteil wird dem Kostenvorschuss ( von CHF 8'000.-) entnommen. Der Restbetrag von CHF 6'000.- wird ihnen zu- rückerstattet. 13.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und ver- hältnismässig hohen Kosten (vgl. auch Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ). Obsiegt die Partei nur teil- weise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die Entschädigung wird der Körperschaft oder autonomen Anstalt auferlegt, in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64 Abs. 2 VwVG). 13.2.1 Dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Beschwerdefüh- rerinnen und die Beschwerdegegnerin je Anspruch auf eine reduzierte Par- teientschädigung zu Lasten der Gegenpartei. Der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerinnen hat eine Honorarnote eingereicht. Die Parteientschä- digung für die Beschwerdegegnerin ist mangels Kostennote aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). 13.2.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen macht einen Zeit- aufwand von 25 Stunden und 45 Minuten (bei einem Stundenansatz von CHF 250.-) sowie Auslagen von CHF 205.50 und einen Zuschlag von 8% für Mehrwertsteuer geltend, was einen Totalbetrag von CHF 7'174.45 C-4334/2013 Seite 31 ergibt. Mit Blick auf den gebotenen (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE) und aktenkun- digen Aufwand erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand zu hoch. Ins- besondere enthält die Beschwerde kaum Argumente, die nicht entweder von tarifsuisse bereits im vorinstanzlichen Verfahren oder in gleichgelager- ten Beschwerdeverfahren vorgetragen wurden; weiter hätte dem Rechts- vertreter aufgrund der ihm in anderen Beschwerdeverfahren bereits zuge- stellten Nichteintretensverfügungen (C-3454/2013, C-3497/2013) bekannt sein müssen, dass der Antrag auf Festsetzung eines provisorischen Tarifs unnötig war. Die volle Parteientschädigung ist daher zu kürzen und ermes- sensweise auf pauschal CHF 6'000.- festzusetzen. In gleicher Höhe ist die volle Parteientschädigung für die Beschwerdegegnerin festzusetzen. 13.2.3 Entsprechend dem nur teilweisen Obsiegen (zwei Drittel bzw. ein Drittel) haben die Beschwerdeführerinnen die Beschwerdegegnerin mit CHF 2'000.- und die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerinnen mit CHF 4'000.- zu entschädigen. Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Par- teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 14. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes- gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gest ützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin- dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist ge mäss Art. 83 Bst. r BGG (SR 173.110) unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass der ange- fochtene Beschluss aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurück- gewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen die Tagespauschale neu festsetze. C-4334/2013 Seite 32 2. Die Verfahrenskosten von CHF 6'000.- werden zu einem Drittel den Be- schwerdeführerinnen und zu zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin aufer- legt. Der von den Beschwerdeführerinnen zu leistende Anteil von CHF 2'000. - wird dem Kostenvorschuss (CHF 8'000.-) entnommen. Der Restbetrag von CHF 6'000.- wird ihnen zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, innert 30 Tagen nach Zustellung des vorliegenden Urteils den Betrag von CHF 4'000.- zugunsten der Ge- richtskasse zu überweisen. 3. Den Beschwerdeführerinnen wird zu Lasten der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung von CHF 4'000.- zugesprochen. Der Beschwerdegegnerin wird zu Lasten der Beschwerdeführerinnen eine Parteientschädigung von CHF 2'000.- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde; Beilage: Auszahlungs- formular) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungs - schein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 2013-000818; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Susanne Fankhauser Versand: