B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-298/2014 U r t e i l v o m 3 0. J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, alias C._______, geboren D._______, dessen Ehefrau E._______, geboren F._______, alias G._______, geboren H._______, alias E._______, geboren H._______, und der Sohn I._______, geboren J._______, alias K._______, geboren L._______, Afghanistan, alle vertreten durch Stefan Hery, Bündner Beratungsstelle für Asylsuchende, M._______, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 3. Januar 2014 / N _______. D-298/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden am 8. Oktober 2013 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, dass das BFM mit Verfügung vom 3. Januar 2014 – eröffnet am 15. Janu- ar 2014 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Ungarn anordnete und die B e- schwerdeführenden aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ab- lauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Be- schwerdeführenden verfügte, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 17. Januar 2014 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal tungsgericht Beschwerde erhoben und dabei beantragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das Bundesamt sei anzuweisen, sich für die Asylgesuche für zustän- dig zu erklären, dass in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensg e- setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde, dass sodann im Sinne vorsorglicher Massnahmen der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei und die Vollzugsbehörden anz u- weisen seien, von einer Überstellung nach Ungarn abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt der eingereichten Beschwerde entschieden habe, dass sie gleichzeitig {…….}, zwei Akteneinsichtsgesuche sowie eine Für- sorgeabhängigkeitserklärung des {…….} (datiert vom 17. Januar 2014) zu den Akten reichten, D-298/2014 Seite 3 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die be schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. A rt. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32–35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintreten s- entscheid als unrechtmässig erachtet – die angefochtene Verfügung auf- hebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2011/30 E. 3 S. 568, BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Un- angemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), D-298/2014 Seite 4 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufg e- zeigt, um eine solch e handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass die Beschwerdeführe nden in ihrer Rechtsmitteleingabe eine Verlet- zung des rechtlichen Gehörs geltend machen, da ihnen seitens der Vo r- instanz erst nach mehrmaliger telefonischer und schriftlicher Aufforderung Akteneinsicht gewährt worden sei, und die (BFM-)Aktenstücke A 24/2 be- ziehungsweise A 25/2 (Antwort der ungarischen Behörden auf die Über- nahmeersuchen) gefehlt hätten sowie das schriftliche Gesuch um Ei n- sicht in die vorgenannten Aktenstücke von der Vorinstanz unbeantwortet geblieben sei, dass vorab in Übereinstimmung mit den Beschwerdeführenden festzuhal- ten ist, dass die Vorinstanz bei Nichteintretensentscheiden die Aktenei n- sicht aus verfahrensökonomischen Gründen parallel zur Entscheideröf f- nung gewährt (vgl. Ziff. 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung) , die kantonale Migrationsbehörde, die mit der Eröffnung der vorinstanzl i- chen Verfügung beauftragt war, jedoch davon abwich und – gemäss Dar- stellung in der Beschwerde – die Akten erst nach Eingang eines entspr e- chenden Gesuchs zustellte, dass die Beschwerdeführenden jedo ch nicht geltend machen, es sei ihnen daraus ein Nachteil erwachsen, da es ihnen offenbar möglich war, innerhalb der laufenden Beschwerdefrist eine rechtsgenügliche B e- schwerde einzureichen, dass hinsichtlich der nicht edierten Aktenstücke A 24/2 und A 25/ 2, bei welchen es sich um dasselbe Dokument beziehungsweise um die an o- nymisierte Fassung handelt, festzustellen ist, dass es sich um entscheid- relevante Akten im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG handelt, wes- halb grundsätzlich ein Recht auf Einsicht besteht, dass – wie sich aus den Vorakten ergibt – die anonymisierte Fassung von A 24/2 den Beschwerdeführenden am 17. Januar 2014 per Fax übermi t- telt wurde, D-298/2014 Seite 5 dass die Beschwerdeführenden im Nachgang zu ihrer Beschwerde vom 17. Januar 2014 innert laufender Re chtsmittelfrist, die am 22. Januar 2014 ablief, keine Beschwerdeergänzung nachreichten, dass sich die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegrü n- det erweist, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäi- schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin -Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) zur Anwendung gelangt, dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staatsvertragli- chen Zuständigkeit zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Feb- ruar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfu ng eines von einem Drittstaatsang e- hörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Du b- lin-II-Verordnung), zu erfolgen hat, dass die Schweiz seit dem 1. Januar 2014 einen Grossteil der Besti m- mungen der Dublin -III-Verordnung (Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festl e- gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenl o- sen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrag auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) [ABl. L 180/13]), vorläufig anwendet, vorli e- gend jedoch aufgrund der Übergangsbestimmungen derselben nach wie vor die Bestimmungen der Dublin -II-Verordnung Anwendung finden (vgl. Art. 49 Abs. 2 Dublin-III-Verordnung), D-298/2014 Seite 6 dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der staats- vertraglich zuständige Staat einer Übernahme der asylsuchenden Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1), dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-Verordnung die Mitgliedstaaten jeden Asylantrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates stellt, wobei der Antrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapite ls III Dublin-II-Verordnung als zuständiger Staat bestimmt wird, dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein- geleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat g e- stellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-Verordnung), dass dabei – im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) – die Kriterien der in Kapitel III Dublin-II-Verordnung genann- ten Rangfolge anzuwenden sind (vgl. Art. 5–14 Dublin-II-Verordnung) und von der Situation zum Zeitpunkt, in dem die asylsuchende Person ers t- mals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-Verordnung), dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) demgegenüber keine (neuerliche) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-II-Verordnung stattfindet, sondern ein solches insbesondere auf den materiellen Zuständigkeitsbestimmungen von Art. 16 Bst. c, d und e Dublin-II-Verordnung gründet (vgl. C HRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II -Verordnung: Das Europäische Asylzuständigkeitssys- tem, 3. Aufl., Wien-Graz 2012, Art. 16 K5 S. 129), dass aus den Akten hervorgeht, dass die Beschwerdeführenden am O._______ in Ungarn um Asyl ersuchte n und dementsprechend in der EURODAC-Datenbank erfasst wurden (vgl. Akten A 4/3 und A 5/3), dass dies von den Beschwerdeführenden explizit bestätigt w urde (vgl. A 12/12 S. 6 und A 14/10 S. 5), dass das BFM aufgrund der Einträge in der EURODAC -Datenbank die ungarischen Behörden am 11. Oktober 2013 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin -II-Verordnung um Wiederaufnahme de r Beschwerdeführer ersuchte, D-298/2014 Seite 7 dass die ungarischen Behörden am 21. Oktober 2013 das Übernahmeer- suchen des BFM innerhalb der vorgesehenen Frist (Art. 18 Abs. 1 Dublin- II-Verordnung) gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung mit der Begründung guthiessen, die Beschwerdeführenden hätten am P ._______ in Ungarn um Asyl ersucht , deren Asylverfahren sei noch in Bearbeitung und es sei noch kein Entscheid ergangen (vgl. A 25/2), dass demnach die erste Asylantragsstellung – wie von den Beschwerd e- führenden bestätigt – gemäss Art. 4 Abs. 1 Dublin -II-Verordnung am O._______ beziehungsweise P ._______ in Ungarn erfolgte und das Bu n- desamt daher zu Recht Ungarn als für die Dur chführung der Asylverfah- ren zuständig erachtet hat, dass die Zuständigkeit Ungarns von den Beschwerdeführenden weder im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens noch auf Beschwerdeebene bestritten wird, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des ih r gewährten rechtlichen Gehörs im Rahmen der summarischen Befragung vom 24. Oktober 2013 zu einer allfälligen Zuständig keit dieses Staates und zu einer Wegwe i- sung nach Ungarn zu Protokoll gab, sie sei wegen ihres an Q._______ erkrankten Kindes in die Schwe iz gekommen, denn in Ungarn habe ihr Sohn keine Medikamente erhalten, sie habe keine Kraft mehr zu kämpfen und es sei besser, sie zu töten als nach Ungarn zu senden (vgl. A 12/12 S. 9), dass der Beschwerdeführer diesbezüglich lediglich fragte, ob sie nicht in der Schweiz bleiben könnten, und für allfällige Gründe, welche gegen e i- ne Zuständigkeit oder gegen eine Wegweisung nach Ungarn sprechen könnten, auf die allenfalls von seiner Ehefrau gemachten Angaben ve r- wies (vgl. A 10/12 S. 10), dass ihr Sohn in Bean twortung derselben Frage angab, er wolle nicht nach Ungarn, dort seien sie mit Zwang festgehalten worden und man ha- be sich nicht um sie gekümmert (vgl. A 14/10 S. 7), dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt hat, dass der geäussert e Wunsch nach einem weiteren Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl - und Wegwei- sungsverfahren habe , da es grundsätzlich nicht Sache der asylsuche n- den Person ist, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu D-298/2014 Seite 8 bestimmen, sondern die Bestimmung des für sie zuständigen Staates a l- lein den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliegt, dass die Beschwerdeführenden die Zuständigkeit Ungarns zur Durchfü h- rung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen ver mö- gen, dass sie in ihrer Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend machen, es sei nicht davon auszugehen, dass sie in Ungarn eine ihrer Situation – gesundheitliche Probleme von Vater (R._______) und Sohn (Q._______) – angemessene Behandlung und Betreuung so wie die notwendige med i- zinische Versorgung zu erwarten hätten, dass dieser Einwand jedoch einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung nicht zu rechtfertigen vermag, dass in Abweichung der erwähnten Zuständigkeitskriterien n ach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen kann, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehenen Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), wobei diese B e- stimmung nicht direkt anwendbar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5 S. 635 f.), dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 sodann vorsieht, dass das BFM auch aus humanitären Gründen ein Gesuch be handeln kann, auch wenn nach den Kriterien der Dublin -II-Verordnung ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Bestimmung den Behörden einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv auszulegen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 S. 114 f., BVGE 2010/45 E. 8.2.2 S. 643 f.), dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement -Verbot nach Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. De- zember 1984 gegen Folter un d andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE D-298/2014 Seite 9 2010/45 E. 7.2 S. 636 f.; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8, K11 S. 74), dass es angesichts der Vermutung, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens zuständige Staat respektiere seine aus dem internationalen Recht fliessenden Verpflichtungen, den Beschwerdefüh- renden obliegt darzutun, gestützt auf welche ernsthaften Hinweise die Annahme naheliege, dass die ungarischen Behörden in ihrem Fall die staatsvertraglichen Verpflichtungen nicht respektieren und ihnen den notwendigen Schutz nicht gewähren sollten (vgl. Europäischer Gericht s- hof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. geg en Belgien und Grieche n- land [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84–85 und 250; Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 in der Rechtssache C-411/10 und C-493/10), dass Ungarn unter anderem Signatarstaat d er FK und der EMRK ist und als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-Verordnung zuständiger Staat zudem ge - halten ist, sich an die entsprechenden Richtlinien der EU zu halten, dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von Asylsuchenden in Un garn und des dortigen Asylverfahrens unter Einb e- zug der aktuell en Entwicklungen im Urteil E -2093/2012 vom 9. Oktober 2013 zum Schluss gelangt ist, dass die Überstellung von Asylsuchenden nach Ungarn im Rahmen des Dublin -Regelwerks nicht generell die G e- fahr einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder einer Verletzung des Prinzips des Nonrefoulement mit sich bringt und daher nicht generell unzulässig ist (vgl. E. 9), dass jedoch die Vermutung, dieser Staat beachte die den betroffenen asylsuchenden Personen im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem zustehenden Grundrechte in angemessener Weise (vgl. E. 4.1–4.3), nicht uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann (analog zu Überstellu n- gen nach Malta, vgl. BVGE 2012/27), und daher die Asylbehörden auf der Grundlage der jeweils aktuellsten, zugänglichen Informationen im Einze l- fall zu prüfen haben, ob die betroffene Person im Falle einer Überstellung nach Ungarn Gefahr laufen würde, wegen der dortigen Mängel des Asy l- verfahrens und/oder der Aufnahmebedingu ngen eine Verletzung ihrer Grundrechte zu erleiden, und diese Person selbst nicht die volle Bewei s- last zu tragen hat, sondern lediglich, aber immerhin, ihre persönlichen Gründe geltend zu machen hat, die gegen die Zulässigkeit der Überste l-D-298/2014 Seite 10 lung nach Ungarn sprechen könnten (vgl. Urteil E -2093/2012 vom 9. Oktober 2013 E. 9.2), dass seit dem 1. Januar 2013 Personen, die unmittelbar nach der Einre i- se in Ungarn bzw. wenn sie von der Polizei aufgegriffen werden, um Asyl ersuchen, nicht mehr inhaftiert werden, un d das Einreichen eines Asylge- suchs sowie die Eröffnung eines Asylverfahrens ein explizites Auswe i- sungs- und Ausschaffungsverbot nach sich ziehen (vgl. a.a.O. E. 7.2 und 8.1), dass Dublin-Rückkehrer nicht mehr als irreguläre Migranten betrachtet werden, sondern als Asylsuchende, und sie nicht mehr inhaftiert werden, sofern sie bei ihrer Ankunft in Ungarn um Asyl ersuchen (vgl. a.a.O. E. 7.3 und E. 8.1), dass die Asylgründe von Dubli n-Rückkehrern von den ungarischen B e- hörden materiell geprüft werden, mit Ausnahme der Fälle, in denen ein früheres Asylgesuch in Ungarn materiell abgewiesen oder durch die g e- suchstellende Person schriftlich zurückgezogen worden ist (vgl. a.a.O. E. 8.1), dass gemäss Auskunft der ungarischen Behörden vom 21. Oktober 2013 über die Asylgesuche der Beschwerdeführenden noch nicht entschieden wurde (vgl. A 25/2), weshalb davon auszugehen ist, dass diese Gesuche nach der Überstellung materiell geprüft werden, dass somit keine konkreten Hin weise darauf bestehen, wonach die Be- schwerdeführenden in Ungarn nicht Zugang zu einem rechtsstaatlichen Verfahren im Sinne des Dublin -Systems hätten, insbesondere da die Be- schwerdeführenden erwiesenermassen am O._______ beziehungsweise P ._______ in Ungarn Asylgesuche einreichen konnten, jedoch vor Urteils- fällung das Land verliessen, dass die Beschwerdeführenden bezüglich der Frage der Betreuung von Asylsuchenden nicht beweisen oder mittels eines konkreten Anhaltspunk- tes glaubhaft machen können, die Lebensbedingungen seien in Ungarn so schlecht, dass die Überstellung in dieses Land die EMRK verletzen würde, dass sie sich auf Beschwerdeebene – in Wiederholung des bereits akten- kundigen Sachverhalts – auf die gesundheitlichen Probleme ihres Sohnes berufen, welche einer Überstellung nach Ungarn entgegenstünden, D-298/2014 Seite 11 dass sie vorbringen, bei einer Rückkehr nach Ungarn die für ihren Sohn benötigten Medikamente nicht zu erhalten, dass ihr Sohn seit seiner Ankunft in der Schweiz medizinisch behandelt worden sei und die benötigten Medikamente erhalten habe, dagegen die medizinische Versorgung in Ungarn nicht gewährleistet sei, dass die Beschwerdeführenden damit implizit geltend machen, die Übe r- stellung nach Ungarn setze ihren Sohn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze damit Art. 3 EMRK, dass der Beschwerdeführer A._______ an R._______ leide und nicht da- von auszugehen sei, die Familie erhalte in Ungarn eine ihrer Situation angemessene Behandlung und Betreuung, dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder termin a- len Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. Europä i- scher Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], N. c. Vereinigtes Köni g- reich [Appl. No. 26565/05], Urteil vom 27. Mai 2008), dass dies im vorliegenden Fall für die Situation von I._______, dem Sohn der Beschwerdeführenden, welcher gemäss Austrittsbericht {…….} in gu- tem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden konnte, nicht zutrifft, dass auch in Bezug auf A._______ keine Verletzung von Art. 3 EMRK vorliegt, dass Ungarn die Aufnahmerichtlinie, welche die medizinische Versorgung garantiert, in Landesrecht umgesetzt hat und davon ausgegangen we r- den darf, dass die Beschwerdeführenden in Ungarn, das – entgegen den Vorbringen in der Beschwerde – über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt, adäquate medizinische und fachärztliche Betreuung finden, und es ih nen obliegt, sich mit allfälligen diesbezüglichen B e- schwerden an die Behörden vor Ort zu wenden, dass eine systematische Verweigerung der medizinischen Versorgung asylsuchender Personen durch Ungarn nicht vorliegt und dort die no t- wendige medizinische Behandlung für Asylsuchende zudem gratis ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts E -5650/2013 vom 7. Januar 2014 E. 4.5, m.w.H.), D-298/2014 Seite 12 dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine Überstellung der Beschwerdeführenden als unzulässig erscheinen la s- sen, dass es somit keinen Grund für die Anwendung der Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO) gibt, dass das BFM deshalb in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist und, da die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gültigen Au f- enthalts- oder Niederlassungsbewilligung sind, ebenfalls zu Recht in A n- wendung von Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Ungarn ang e- ordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder u n- angemessen sei (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache die Gesuche um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG – ungeachtet der Bedürftigkeit der Be- schwerdeführenden – abzuweisen ist, da die Begehren – wie sic h aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, wes halb die kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht vorliegen, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens d ie Kosten von Fr. 600.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) de n Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). D-298/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: