<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">63</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>9</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 51 Abs. 1 lit. a, Art. 52 Abs. 1 AVIG; Art. 5 Abs. 2 AHVG; Art. 7</b></span><br/> <span class="ft3"><b>AHVV</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Fällt ein Arbeitgeber nach einer ordentlichen Kündigung, infolge welcher</b></span><br/> <span class="ft3"><b>der Arbeitnehmer seine Restferien bezieht, in Konkurs, besteht Anspruch</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">64</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3"><b>auf Insolvenzentschädigung bis zur Eröffnung des Konkurses. Ferienzu-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>schläge sind dabei nur Bestandteil der Insolvenzentschädigung, wenn bei</b></span><br/> <span class="ft3"><b>fortbestehendem Arbeitsverhältnis eine Abgeltung hierfür erwartet wer-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>den könnte.</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 4. Kammer, vom 28. Februar</span><br/> <span class="ft4">2017, i.S. O.K. gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse (VBE.2016.647).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art. 51 Abs. 1 AVIG haben beitragspflichtige Arbeit-</span><br/> <span class="ft1">nehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvoll-</span><br/> <span class="ft1">streckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmer beschäfti-</span><br/> <span class="ft1">gen, unter anderem dann Anspruch auf Insolvenzentschädigung,</span><br/> <span class="ft1">wenn gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen</span><br/> <span class="ft1">in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen (lit. a). Die Insol-</span><br/> <span class="ft1">venzentschädigung deckt Lohnforderungen für die letzten vier</span><br/> <span class="ft1">Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum</span><br/> <span class="ft1">Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 2 AVIG. Als Lohn gelten auch die ge-</span><br/> <span class="ft1">schuldeten Zulagen (Art. 52 Abs. 1 AVIG).</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Insolvenzentschädigung ist eine Lohnausfallversicherung</span><br/> <span class="ft1">bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers. Sie setzt eine Lohnforde-</span><br/> <span class="ft1">rung der versicherten Person gegenüber dem insolventen Arbeitgeber</span><br/> <span class="ft1">voraus, wobei die effektiven Lohnansprüche vom Versicherten</span><br/> <span class="ft1">zumindest glaubhaft zu machen sind (Art. 74 AVIV). Unter</span><br/> <span class="ft1">Lohnforderung im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AVIG ist grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">der massgebende Lohn gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG zu verstehen,</span><br/> <span class="ft1">einschliesslich der geschuldeten Zulagen. Als zweiseitiger Vertrag</span><br/> <span class="ft1">verpflichtet der Arbeitsvertrag den Arbeitnehmer zur Leistung von</span><br/> <span class="ft1">Arbeit und den Arbeitgeber zur Entrichtung eines Lohnes. Die</span><br/> <span class="ft1">Rechtsfolge besteht aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht</span><br/> <span class="ft1">darin, dass die Lohnforderung grundsätzlich an die Leistung von Ar-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">65</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">beit gebunden ist. Der Schutzzweck der Insolvenzentschädigung er-</span><br/> <span class="ft1">streckt sich daher nur auf tatsächlich geleistete, aber nicht entlöhnte</span><br/> <span class="ft1">Arbeit. Dem Tatbestand der geleisteten Arbeit sind diejenigen Fälle</span><br/> <span class="ft1">gleichgestellt, in denen der Arbeitnehmer nur wegen Annahmever-</span><br/> <span class="ft1">zugs des Arbeitgebers im Sinne von Art. 324 OR keine Arbeit leisten</span><br/> <span class="ft1">konnte sowie diejenigen, in deren fraglicher Zeitspanne der Arbeit-</span><br/> <span class="ft1">nehmer Ferien und Feiertage bezog, sofern eine Lohnzahlungspflicht</span><br/> <span class="ft1">des Arbeitgebers besteht (T</span><span class="ft4">HOMAS</span> <span class="ft1">N</span><span class="ft4">USSBAUMER</span><span class="ft1">, Arbeitslosenver-</span><br/> <span class="ft1">sicherung, in: Schweizerisches Bundessozialversicherungsrecht</span><br/> <span class="ft1">(SBVR), Soziale Sicherheit, Bd. XIV, 3. Aufl. 2016, S. 2453 Rz. 620</span><br/> <span class="ft1">mit Hinweisen; Rz. A5 der AVIG-Praxis zur Insolvenzentschädigung</span><br/> <span class="ft1">(AVIG-Praxis IE) des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco), in der</span><br/> <span class="ft1">ab 1. Januar 2017 gültigen Version; vgl. analog Urteil des Eidge-</span><br/> <span class="ft1">nössischen Versicherungsgerichts C 162/06 vom 27. Februar 2007</span><br/> <span class="ft1">E. 3.3). Ansprüche, die der Arbeitgeber gerade wegen der Beendi-</span><br/> <span class="ft1">gung des Arbeitsverhältnisses schuldet, sind hingegen nicht von der</span><br/> <span class="ft1">Insolvenzentschädigung erfasst (N</span><span class="ft4">USSBAUMER</span><span class="ft1">, a.a.O., S. 2452 f.</span><br/> <span class="ft1">Rz. 620).</span><br/> <span class="ft1">Mit Blick auf den Schutzzweck hat die Insolvenzentschädigung</span><br/> <span class="ft1">diejenigen ausstehenden Forderungen des (ehemaligen) Arbeitneh-</span><br/> <span class="ft1">mers zu decken, welche erwartungsgemäss bei Fortbestand des Ar-</span><br/> <span class="ft1">beitsverhältnisses in den letzten vier Monaten gemäss Art. 52 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">AVIG vom zahlungsunfähigen Arbeitgeber beglichen worden wären.</span><br/> <span class="ft1">Mit anderen Worten besteht der Sinn der Insolvenzentschädigung da-</span><br/> <span class="ft1">rin, der versicherten Person jene Lohnsumme sicherzustellen, mit der</span><br/> <span class="ft1">sie in den letzten vier Monaten des Arbeitsverhältnisses vor Eröff-</span><br/> <span class="ft1">nung des Konkurses über den Arbeitgeber rechnen durfte (BGE 137</span><br/> <span class="ft1">V 96 E. 6.2 S. 100 mit Hinweisen). Massgebender Stichtag ist dabei</span><br/> <span class="ft1">das Datum des Konkurserkenntnisses nach Art. 175 Abs. 2 SchKG.</span><br/> <span class="ft1">Besteht in diesem Zeitpunkt das Arbeitsverhältnis noch, ist vom be-</span><br/> <span class="ft1">treffenden Datum aus zurückzurechnen, wobei dieses nicht</span><br/> <span class="ft1">mitgerechnet wird (N</span><span class="ft4">USSBAUMER</span><span class="ft1">, a.a.O., S. 2455 Rz. 625 f.;</span><br/> <span class="ft1">K</span><span class="ft4">UPFER</span> <span class="ft1">B</span><span class="ft4">UCHER</span><span class="ft1">, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozial-</span><br/> <span class="ft1">versicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">losenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Aufl. 2013,</span><br/> <span class="ft1">S. 248).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">66</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Den Akten ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer mit</span><br/> <span class="ft1">Schreiben vom 12. April 2016 infolge struktureller Anpassungen per</span><br/> <span class="ft1">30. Juni 2016 ordentlich gekündigt wurde (...). Der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer hielt daraufhin mit Schreiben vom 19. April 2016 fest, gemäss</span><br/> <span class="ft1">der mündlichen Besprechung werde er vom 13. April 2016 bis und</span><br/> <span class="ft1">mit 7. Juni 2016 seine Restferien aus dem Jahr 2015 sowie Ferien-</span><br/> <span class="ft1">tage aus dem Jahr 2016 beziehen (...). Am 24. Mai 2016 wurde über</span><br/> <span class="ft1">die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, X. AG, Z., der Konkurs</span><br/> <span class="ft1">eröffnet (...), sodass der Beschwerdeführer am 1. Juni 2016 einen</span><br/> <span class="ft1">Antrag auf Insolvenzentschädigung stellte (...). Dabei gab er an, sei-</span><br/> <span class="ft1">nen letzten Lohn am 29. März 2016 erhalten zu haben (...).</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Im Zeitpunkt der Konkurseröffnung am 24. Mai 2016 bestand</span><br/> <span class="ft1">das Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und seiner</span><br/> <span class="ft1">Arbeitgeberin X. AG noch und hätte bei Nichteintreten des Kon-</span><br/> <span class="ft1">kurses bis 30. Juni 2016 fortbestanden. Der letzte geleistete Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">tag des Beschwerdeführers war zwar effektiv der 12. April 2016</span><br/> <span class="ft1">(...). Erwartungsgemäss hätte der Beschwerdeführer bei Fortbestand</span><br/> <span class="ft1">des Arbeitsverhältnisses jedoch mindestens bis zur Eröffnung des</span><br/> <span class="ft1">Konkurses am 24. Mai 2016 während seiner bezogenen Ferien einen</span><br/> <span class="ft1">effektiven Lohnanspruch gegenüber seiner Arbeitgeberin gehabt. Es</span><br/> <span class="ft1">handelt sich entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin im</span><br/> <span class="ft1">vorliegenden Fall weder um nicht bezogene Ferien bzw. Ferienan-</span><br/> <span class="ft1">sprüche nach einer Freistellung bei vorzeitiger (gegenseitiger)</span><br/> <span class="ft1">Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch um eine fristlose Ent-</span><br/> <span class="ft1">lassung. Die Verweise der Beschwerdegegnerin auf die Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richtsentscheide BGE 121 V 381 E. 2b, C 167/99 vom 13. Januar</span><br/> <span class="ft1">2000 sowie C 54/93 vom 3. August 1994 sind somit unbeachtlich.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer stand mindestens bis zur Konkurseröffnung</span><br/> <span class="ft1">am 24. Mai 2016 immer noch in einem bestehenden Arbeitsverhält-</span><br/> <span class="ft1">nis, welches weder vom Beschwerdeführer noch von der Arbeitgebe-</span><br/> <span class="ft1">rin vorzeitig beendet wurde, womit es ihm nicht möglich oder</span><br/> <span class="ft1">zumutbar war, eine andere Arbeit anzunehmen. Daran ändert auch</span><br/> <span class="ft1">nichts, dass er in einem gekündigten Verhältnis stand (vgl. auch Ur-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">67</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">teile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 214-215/04 und</span><br/> <span class="ft1">217-218/04 jeweils vom 15. April 2005 E. 5.1). Er war entgegen der</span><br/> <span class="ft1">Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht vermittlungsfähig. Dem Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer ist folglich beizupflichten, dass er auch für die Zeit</span><br/> <span class="ft1">nach dem 12. April 2016 Anspruch auf eine Insolvenzentschädigung</span><br/> <span class="ft1">hat und zwar bis zur Konkurseröffnung am 24. Mai 2016. Dabei ist</span><br/> <span class="ft1">zu berücksichtigen, dass die vier Monate ab diesem Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft1">zurückzurechnen sind (E. 2.2.).</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">Soweit die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zudem</span><br/> <span class="ft1">einen "Anteil Ferien" für die Zeit von 13. bis 31. Dezember 2015 so-</span><br/> <span class="ft1">wie 1. Januar bis 12. April 2016 ausrichtete, ist festzuhalten, dass nur</span><br/> <span class="ft1">diejenigen ausstehenden Forderungen zu decken sind, auf dessen</span><br/> <span class="ft1">Auszahlung die versicherte Person bei Annahme eines fortbestehen-</span><br/> <span class="ft1">den Arbeitsverhältnisses und eines zahlungsfähigen Arbeitgebers be-</span><br/> <span class="ft1">rechtigte Aussichten hatte (E. 2.2.). Dazu gehört ein anteilsmässiger</span><br/> <span class="ft1">13. Monatslohn, weil dieser pro rata temporis in Geld erworben wird,</span><br/> <span class="ft1">und die Arbeitnehmenden mit diesem normalerweise gegen Ende des</span><br/> <span class="ft1">Kalenderjahrs ausbezahlten Lohnanteil bereits anfangs Jahr rechnen</span><br/> <span class="ft1">können. Wie der 13. Monatslohn bilden auch die Ferien- und Über-</span><br/> <span class="ft1">stundenentschädigungen grundsätzlich einen Bestandteil des massge-</span><br/> <span class="ft1">benden Lohnes gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG i.V.m. Art. 7 AHVV. Al-</span><br/> <span class="ft1">lerdings sind Entschädigungen für noch nicht bezogene Ferien von</span><br/> <span class="ft1">ehemals im Monatslohn angestellt gewesenen Personen, welche</span><br/> <span class="ft1">keine Ferienlohnzuschläge beziehen dürfen und dementsprechend bei</span><br/> <span class="ft1">fortbestehendem Arbeitsverhältnis auch keine Abgeltung der Ferien</span><br/> <span class="ft1">durch Geldleistungen erwarten können (Art. 329d Abs. 2 OR), nicht</span><br/> <span class="ft1">von der Insolvenzentschädigung gedeckt (BGE 137 V 96 E. 6.4</span><br/> <span class="ft1">S. 102). Der Abgeltungsanspruch für nicht bezogene Ferien entsteht</span><br/> <span class="ft1">in diesem Fall erst, wenn diese nicht mehr in natura gewährt werden</span><br/> <span class="ft1">können (BGE 131 III 451 E. 2.2 S. 454), namentlich bei fristloser</span><br/> <span class="ft1">Auflösung des Arbeitsverhältnisses (BGE 137 V 96 E. 6.3.1 S. 102).</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">Dem Arbeitsvertrag des Beschwerdeführers ist zu entnehmen,</span><br/> <span class="ft1">dass er im Monatslohn zu 80 % angestellt war und Fr. 4'800.00</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">68</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">brutto zzgl. 13. Monatslohn erhielt (...). Nach Erhalt der ordentli-</span><br/> <span class="ft1">chen Kündigung per 30. Juni 2016 hielt der Beschwerdeführer mit</span><br/> <span class="ft1">Schreiben an seine Arbeitgeberin vom 19. April 2016 fest, er werde</span><br/> <span class="ft1">die Restferientage aus dem Jahr 2015 sowie die restlichen Ferientage</span><br/> <span class="ft1">aus dem Jahr 2016 vom 13. April bis und mit 7. Juni 2016 beziehen,</span><br/> <span class="ft1">sodass diese abgegolten seien (...). Anlässlich des Antrages auf eine</span><br/> <span class="ft1">Insolvenzentschädigung vom 1. Juni 2016 hielt der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer ebenfalls fest, vom 13. April bis 24. Mai (Konkurseröffnung)</span><br/> <span class="ft1">habe er Ferien bezogen (...). Bei Fortbestehen des Arbeitsverhält-</span><br/> <span class="ft1">nisses hätte er demnach keine Abgeltung erwarten dürfen, da er aus-</span><br/> <span class="ft1">weislich der Akten mangels fristloser Kündigung auch seine Rest-</span><br/> <span class="ft1">ferientage von 10.5 Tagen (...) in natura bezogen hätte (...). Da dem</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer für die Zeit seines Ferienbezuges nach dem</span><br/> <span class="ft1">12. April 2016 eine Insolvenzentschädigung auszurichten ist</span><br/> <span class="ft1">(E. 3.2.), hat er neben seinem monatlichen Lohn und dem Anteil</span><br/> <span class="ft1">13. Monatslohn folglich keinen zusätzlichen Anspruch auf einen aus-</span><br/> <span class="ft1">zugleichenden "Anteil Ferien".</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">Anspruch auf eine Insolvenzentschädigung bis zum massgebenden</span><br/> <span class="ft1">Stichtag der Konkurseröffnung am 24. Mai 2016 hat (E. 3.2.). Hier-</span><br/> <span class="ft1">von sind vier Monate zurückzurechnen, wobei der massgebende</span><br/> <span class="ft1">Stichtag nicht mitzuzählen ist. Bei Fortbestehen des Vertragsverhält-</span><br/> <span class="ft1">nisses wären die ausstehenden Ferientage sodann in natura abgegol-</span><br/> <span class="ft1">ten worden, sodass der Beschwerdeführer keine Abgeltung erwarten</span><br/> <span class="ft1">durfte, womit ihm kein "Anteil Ferien" auszurichten ist. Die Berech-</span><br/> <span class="ft1">nungen der Beschwerdegegnerin erweisen sich somit sowohl in der</span><br/> <span class="ft1">Dauer der ausgerichteten Insolvenzentschädigung als auch in deren</span><br/> <span class="ft1">Höhe als fehlerhaft. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegne-</span><br/> <span class="ft1">rin zur Neuberechnung im Sinne der Erwägungen sowie zur neuen</span><br/> <span class="ft1">Entscheidung zurückzuweisen.</span><br/></div> </div> </body> </html>