B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-781/2014 U r t e i l v o m 2 0 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Staat unbekannt, B._______, geboren am (…), Nigeria C._______, geboren am (…), Nigeria, alle wohnhaft (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 4. Februar 2014 / N (…). E-781/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben gemäss Spanien Ende November 2013 verliessen und am 1. Dezember 2013 in die Schweiz g e- langten, wo sie am 2. Dezember 2013 im Empfangs - und Verfahrens- zentrum (EVZ) Altstätten um Asyl nachsuchten, dass sie am 16. Dezember 2013 im EVZ Altstätten summarisch zu den Asylgründen befragt wurden, wobei der Beschwerdeführer geltend mac h- te, er habe bis zu seinem fünften Lebensjahr zusammen mit seinen Eltern in Sierra Leone gewohnt, dass sein Vater einen Götzen zu Hause gehabt habe, dem er jeden Samstag ein Opfer dargebracht habe, dass seine Mutter mit dem Kult ihres Ehemannes nicht einverstanden gewesen sei und deshalb mit ihm (dem Beschwerdeführer) von Sierra Leone nach Nigeria ausgereist sei, dass er nach Sierra Leone zurückgekehrt sei, um sich dem Kult seines Vaters anzuschliessen, nachdem seine Mutter und sein bester Freund umgekommen seien, dass er, nachdem sein Vater ebenfalls gestorben sei, als erstgeborener Sohn diesen hätte vertreten müssen, was er jedoch verweigert habe, dass er vor diesem Hintergrund Sierra Leone verlassen habe und über verschiedene Staaten nach Agadez gelangt sei und von dort aus mit ei- nem Gummiboot am 17. oder 18. November 2004 in Spanien eingereist sei, wo er sich sechs Monate in einem Flüchtlingslager bei D._______ aufgehalten habe, dass er im Jahr 2005 mit dem Zug nach Österreich gefahren sei und dort daktyloskopisch erfasst worden sei, dass er in Österreich einen homosexuellen Mann kennengelernt habe, welcher in Spanien wohne und der ihm Hilfe angeboten habe, weshalb er mit diesem nach Spanien (E._______) zurückgekehrt sei, wo er unter an- derem bei ihm habe leben können, dass er mit seinem Gastgeber eine sexuelle Beziehung gehabt habe, E-781/2014 Seite 3 dass er seine Lebenspartnerin in E._______ kennengelernt habe, die von ihm schwanger geworden sei, was er seinem Gastgeber jedoch ver- schwiegen habe, dass er von seinem ehemaligen Gastgeber mit dem Tod bedroht worden sei, als dieser erfahren habe, dass er eine Lebenspartnerin habe, die von ihm in Erwartung sei, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung zur Begründung ihres Asylgesuchs geltend machte, als sie 15 Jahre alt gewesen sei, habe ihr Vater sie mit einem wohlhabenden 72 -jährigen Mann verheiraten wol- len, was sie verweigert habe, dass der Vater ihr kochendes Wasser über die Beine gegossen und ihr mit dem Tod gedroht habe, sollte sie in die Heirat nicht einwilligen, dass sie vor diesem Hintergrund zu diesem Mann gezogen sei, sie sich jedoch nicht verheiratet hätten, dass sie nach ungefähr elf Monaten davonge laufen sei und ihr Heima t- land im Jahr 2005 verlassen habe, dass sie über verschiedene Staaten nach Marokko gelangt und von dort aus mit einem Gummiboot im Jahr 2007 in Spanien (F._______) einge- reist sei, wo man sie über zwei Jahre in einem Flüchtlingslager unterg e- bracht habe, dass sie nach der Niederkunft ihres ersten Kindes sieben Monate bei e i- ner Malierin in E._______ gewohnt habe, worauf sie und ihr Kind zum Beschwerdeführer und seinem Gastgeber gezogen seien, dass sie nicht gewusst habe, dass ihr Lebenspartner mit diesem Mann eine sexuelle Beziehung gehabt habe, dass, als dieser Mann erfahren habe, dass sie von ihrem Lebenspartner schwanger sei, er ihnen mit dem Tod gedroht habe, dass sie vor diesem Hintergrund Spanien Ende November 2013 zusam- men verlassen hätten, dass den Beschwerdeführenden anlässlich der Befragung en vom 16. Dezember 2013 das rechtliche Gehör zu einem möglichen Nichtei n-E-781/2014 Seite 4 tretensentscheid sowie zu einer all fälligen Wegweisung unter anderem nach Spanien gewährt wurde, wobei sie geltend machten, in Spanien hät- ten sie grosse Probleme mit dem ehemaligen Gastgeber, da er sie mit dem Tode bedroht habe, falls sie nochmals dorthin kommen sollten, dass sie in Spanien zudem keine Unterstützung erhalten würden, dass das BFM am 24. Januar 2014 auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verord- nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur B e- stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drit t- staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (ABl. L 180/31 vo m 29.6.2013; nachfolgend Dublin -III-VO) gestützte Übernahmeersuchen an Spanien richtete (vgl. Akten BFM A16), dass die spanischen Behörden mit Antwortschreiben vom 3. Februar 2014 den Übernahmeersuchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin III-VO zustimmten (vgl. A20), dass das BFM mit Verfügung vom 4. Februar 2014 – eröffnet am 10. Feb- ruar 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Spanien anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführenden verfügte, dass es zur Begründung seines Entscheides ausführte, gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG trete es auf ein Asylgesuch nicht ein, wenn Asy l- suchende in einen Drittstaat ausreisen könnten, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig sei, dass sich die Schweiz mit der Umsetzung des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur B e- stimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mi t- gliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dub lin-E-781/2014 Seite 5 Assoziierungsabkommen, DAA, SR 0.142.392.689) verpflichte, die Dublin Verordnung anzuwenden, dass gestützt auf das DAA Spanien für die Durchführung des vorliege n- den Asyl und Wegweisungsverfahrens zuständig sei, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 13. Februar 2014 ge- gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und dabei beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufz u- heben, sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen und ihnen sei Asyl zu g e- währen, zudem sei festzustellen, dass der Wegweisung svollzug unzuläs- sig, unzumutbar sowie unmöglich sei, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, dass sie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung und Rechtsverbeiständung sowie den Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt en und eventualiter die Wiederhe r- stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, dass ferner die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen sei, die Ko n- taktaufnahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, eventualiter sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe die beschwerdeführende Person darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, dass sie ihrer Beschwerdeeingabe eine Fürsorgeabhängigkeitsbestäti- gung beilegten, dass die vorinstanzlichen Akten am 18. Februar 2013 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, E-781/2014 Seite 6 SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art . 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen is t (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ve r- zichtet wurde, dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zuläss i- gen Rügen nach Art. 106 Abs. 1 AsylG bestimmen, dass mit der Änderung des Asylgesetzes vom 14. Dezember 2013, we l- che – unter Vorbehalt gewisser Bestimmungen (vgl. Verordnung über e i- ne Teilinkraftsetzung der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylg e- setzes, AS 2013 5357) – am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist, die Nichteintretenstatbestände von alt Art. 32-35a AsylG aufgehoben wurden, und neu Art. 31a AsylG die Nichteintretenskonstellationen regelt, dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hi n zu übe r- prüfen, die Beurteilungskompetenz der Be schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin stanz zu Recht auf das Asylg e- such nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 mit weiteren Hinwe i- sen), dass die Fragen der Anerke nnung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefocht e- nen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden E-781/2014 Seite 7 Verfahrens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht einzutreten ist, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b bzw. alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass die Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied- staates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist (Dublin-II-VO), durch die Dublin III-VO abgelöst worden ist, welche ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union anwendbar ist, dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europäischen Union betr effend die Übernahme der Dublin III-VO (Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac -Besitzstands) der Bundesrat der Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatl iche Rechtsordnung umse t- zen werde, dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, dass die übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 49 Dublin III-VO unter anderem festhält, die Dublin III-VO gelte für nach dem 1. Januar 2014 gestellte Gesuche um Aufnahme oder Wiederaufnahme, ungeachtet de s- sen, zu welchem Zeitpunkt der Antrag auf internationalen Schutz gestellt worden ist, dass indesse n für jene Verfahren, in denen zwar das Gesuch um Au f- nahme oder Wiederaufnahme nach dem 1. Januar 2014 erfolgte, das Gesuch um internationalen Schutz indessen noch vor dem 1. Januar 2014 gestellt worden ist, übergangsrechtlich festgehalten wird, für die Be- stimmung des zuständigen Mitgliedstaates seien die Kriterien der Dublin - II-VO zu Grunde zu legen (vgl. Art. 49 Dublin III-VO), dass die Asylgesuche de r Beschwerdeführerenden vom 2. Dezember 2013 datieren, die Ersuchen des BFM an Spanien jedoch am 24. Januar E-781/2014 Seite 8 2014 erfolgten, weshalb vorliegen d zwar grundsätzlich die Dublin III-VO gilt, die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats aber noch nach den Kriterien der Dublin II-VO erfolgt, dass Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der staatsvertraglich zuständige Staat einer Übernahme der asylsuchenden Person (mindestens implizit) zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), dass gem äss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 D ublin-II-VO beziehungsweise Dublin III-VO jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird, dass, wie erwähnt, vorl iegend die Kriterien der Dublin -II-VO (Art. 5 – 14 Dublin II-VO) anzuwenden sind, dass bei einem Aufnahmeverfahrens (take charge) die Kriterien i n der in Kapitel III der Dublin II-VO genannten Rangfolge anzuwen den sind (vgl. Art. 5-14 Dublin II-VO) und von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, aus- zugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO), dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (take back) demg e- genüber keine – neuerliche – Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dub- lin-II-VO stattfindet, sondern ein solches insbesondere auf den materiellen Zuständigkeitsbestimmungen von Art. 16 Abs. 1 Bst. c-e Dublin II-VO gründet (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II - Verordnung: Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien und Graz 2012, Art. 16 K5 S. 129), dass in Abweichung von diesen Zuständigkeitskriterien respektive Zustän- digkeitsbestimmungen nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO bzw. Art. 17 Abs. 1 Dublin III-VO die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen kann, auch wenn nach den Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbstei n- trittsrecht), wobei diese Bestimmung nicht direkt anwendbar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder interna tio- nalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5), dass Art. 29a Abs. 3 AsylV1 vorsieht, dass das BFM aus humanitären Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn nach den Kriterien der Dublin II-VO ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Bestimmung der E-781/2014 Seite 9 Behörde einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv ausz u- legen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1, mit weiteren Hinweisen), dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement -Verbot nach Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) , die menschenrechtlichen Garantie n der EMRK, der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedr i- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer A n- spruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8 K11 S. 74), dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der "Eurodac"-Datenbank ergab, dass der Beschwerdeführer am 20. Oktober 2004 in Spanien sowie am 8. Februar 2005 in Österreich und die B e- schwerdeführerin am 11. Juli 2007 in Spanien ein Asylgesuch eingereicht hatten, dass das BFM die spanischen Behörden am 24. Januar 2014 um Wie- deraufnahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin III-VO ersuchte, dass die spanischen Behörden dem Wiederaufnahmeersuchen am 3. Februar 2014 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin III-VO explizit zustimmten, dass nach den einleitenden Erwägungen zum Übergangrecht vorab fes t- zustellen ist, dass sowohl das vorliegende take -back-Ersuchen als auch das Antwortschreiben der spanischen Behörden bezüglich der anwendba- ren Kriterien sich auf die Dublin II-VO hätte stützen sollen, dass sich die massgebenden Bestimmungen in der Dublin II-VO im Art. 16 finden, dazu aber gleich festzustellen ist, dass die vorliegend zur Diskussion stehenden Art. 16 Abs. 1 Bst. c bzw. e Dublin II-VO mit den Art. 18 Abs. 1 Bst. b und d Dublin-III-VO im Wesentlichen inhaltlich iden- tisch sind, dass die Beschwerdeführenden nicht bestreiten , in Spanien Asylgesuche eingereicht zu haben respektive daktyloskopisch erfasst worden zu sein , E-781/2014 Seite 10 und auch die Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates unbestritten geblieben ist (vgl. A5, S. 12, A6 S. 5), dass nach dem Gesagten vorliegend Spanien für die Prüfung der Asyla n- träge zuständig ist, dass weiter zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführenden auch dorthin au s- reisen können oder ob Überstellungshindernisse bestehen, dass die Beschwerdeführenden geltend machen, sie könnten nicht nach Spanien zurück, weil ihr ehemaliger Gastgeber homosexuell sei und sich der Beschwerdeführer wege n der Beziehung zu seiner Lebenspartner in vor Repressalien fürchte, dass sie zudem keine Unterstützung durch die spanischen Behörden er- halten hätten, dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass die Beschwerdeführenden im Falle einer Überstellung nach Spanien nicht e i- ner dem internationalen Recht und insbesonder e Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grun d- freiheiten (EMRK, SR 0.101) widersprechenden Behandlung ausgesetzt sind, dass Spanien indessen Vertragspartei der FK, der EMRK und des FoK, ist, und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Spanien würde sich nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen halten, dass sich der Beschwerdeführer bei allfällig drohenden Übergriffen oder Nachstellungen seitens seines ehemaligen Gastgebers an die s pani- schen Behörden wenden kann, die gegenüber unrechtmässigen Bedr o- hungen in der vom Beschwerdeführer vorgebrachten und befürchteten Form zweifelsohne schutzwillig und schutzfähig sind, dass es demnach den Beschwerdeführenden obliegt, ihre spezifische Si- tuation und ihre Schwierigkeiten zunächst bei den zuständigen span i- schen Behörden vorzubringen und bei diesen durchzusetzen, und sie da- bei auf den Rechtsweg verwiesen werden, dass Spanien die Richtl inie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (Aufnahmerichtlinie) ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt hat und nebst den staatlichen Strukturen zahlre i-E-781/2014 Seite 11 che private Hilfsorganisationen, welche Asylsuchende betreuen, existi e- ren, dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Pr ü- fung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalte, den Beschwerdeführenden obliegt, diese Vermutung umzusto s- sen, wobei sie ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen haben, dass die Behörden des in Frage stehenden Staates in ihrem konkreten Fall das Völkerrecht verletzen und ihnen nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensu mständen aussetzen wür den (vgl. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. g e- gen Belgien und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84 f. und 250; ebenso Urteil des Gerichtshofes der Eu- ropäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 in der Rechtssache C- 411/10 und C-493), dass dieser Nachweis nicht erbracht worden ist und die Beschwerdeführenden auch nicht glaubhaft machen konnten, dass es in Spanien keine öffentlichen Institutionen gebe, die auf Gesuch der Asyls u- chenden hin auf deren Bedürfnisse eingehen können, dass somit keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, die Be- schwerdeführenden würden im Falle einer Rückkehr nach Spanien in e i- ne existenzbedrohende Notlage geraten, dass es jedenfalls nicht in der Verantwortung der schweizerischen Asy l- behörden liegt auszumachen, ob die Beschwerdeführenden nach einer Überstellung zufriedenstellende Lebensbedingungen vorfinden, dass in der Beschwerde zwar behauptet wird, die Beschwerdeführerin sei in ärztlicher Behandlung und der Beschwerdeführer habe (…)- und (…)beschwerden, dies jedoch in keiner Weise belegt wird, dass abgesehen davon Spanien über eine spezialisierte medizinische In - frastruktur verfügt, so dass davon auszugehen ist, die von ihnen bezeich- neten gesundheitlichen Probleme seien auch dort behandelbar, weshalb es sich erübrigt, näher darauf einzugehen, dass die Beschwerdeführenden nach dem Gesagten keine konkrete und ernsthafte Gefahr nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermochten, dass ihre Überstellung nach Spanien gegen Art. 3 EMRK oder eine ande- re völkerrechtl iche Verpflichtung – insbesondere des Übereinkommens E-781/2014 Seite 12 vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes ( KRK, SR 0.107) – der Schweiz verstosse, dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, welche eine Überstellung der Beschwerdeführenden als unzulässig oder unz u- mutbar erscheinen lassen, dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souverän itäts- klausel gibt, dass das BFM demnach zu Recht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist und, da sie nicht im Besitz ei- ner gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung sind, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Spanien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgeset zes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu pr ü- fen sind, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31 a Abs. 1 Bst. b beziehungsweise alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist (BVGE 2010/45 E. 10) ist, dass das BFM somit den Vollzug der Wegweisung nach Spanien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen ist , soweit darauf einzutreten ist, und die Verfügung des BFM zu bestätigen ist, dass die mit der Beschwerde gestellte n Gesuche um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG a b- zuweisen sind, da die Begehren – wie sich aus den vorliegenden Er wä- gungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die k u- mulativen Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass mit vorliegendem Urteil die weiteren prozessualen Anträge gegen- standslos geworden sind, E-781/2014 Seite 13 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-781/2014 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: