Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AC080033/U/mum Mitwirkende: die Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Sylvia Frei und der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der Generalsekretär Viktor Lieber Zirkulationsbeschluss vom 3. September 2009 in Sachen A., …, z.Zt. in der Kantonalen Strafanstalt Pöschwies, Roosstr. 49, 8105 Regensdorf, Angeklagter und Beschwerdeführer amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt … … gegen 1. Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, Anklägerin und Beschwerdegegnerin 1 vertreten durch die leitende Staatsanwältin lic. iur. Claudia Wiederkehr, Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, Stauffacherstr. 55, Postfach, 8026 Zürich 2. B., … …, Geschädigte und Beschwerdegegnerin 2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt … 3. C., …, Geschädigte und Beschwerdegegnerin 3 betreffend vorsätzliche Tötung etc. Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil des Geschworenengerichts des Kantons Zürich vom 2. September 2008 (WG070010/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Mit Anklageschrift vom 19. August 2005 wurde dem Beschwerdeführer zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 11. Dezember 2003, ca. 21 Uhr, vor seinem Wohnort an der Ulrich Hegner-Strasse 3 in Winterthur mit einer Pistole 9 mm aus einer Distanz von ca. 10 bis 15 m mehrmals auf R. geschossen. Dieser sei von einem Projektil getroffen und dadurch tödlich verletzt worden, was der Be- schwerdeführer beabsichtigt oder zumindes t in Kauf genommen habe. Überdies habe der Beschwerdeführer durch diese Sc hussabgaben die in unmittelbarer Nä- he von R. Deckung suchende B. einer unmittelbaren Lebensgefahr ausgesetzt. In der Folge habe der Beschwerdeführer mit ei ner zweiten Faustfeuerwaffe von ei- nem neuen Standort vor der Liegenschaft Ulri ch Hegner-Strasse 5 aus einer Dis- tanz von ca. 30 bis 40 m zusätzlich weit ere vier Schüsse auf B. und den bereits schwer verletzten R. abgegeben, ohne diese zu treffen, aber im Wissen, dass er damit ausser den beiden genannten Personen weitere Passanten wiederum einer unmittelbaren Lebensgefahr aussetzte. Konkret sei ein in einer Distanz von ca. 50 m vorbeifahrender Personenwagen (nicht aber dessen Insassen) getroffen wor- den. 2. Mit Urteil des Geschworenengerichts des Kantons Zürich vom 21. Januar 2006 wurde der Beschwerdeführer der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, der mehrfachen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 27 WG sowie der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbin dung mit Art. 4a Abs. 1 VRV schuldig ge- sprochen und mit 16 Jahren Zuchthaus be straft, unter Anrechnung von 771 Ta- gen Untersuchungs- und Sicherheitshaft. De r Beschwerdeführer wurde lebens- länglich aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen. 3. Die vom Beschwerdeführer gegen di eses Urteil erh obene Nichtigkeitsbe- schwerde wurde vom Kassati onsgericht mit Beschluss vom 18. Juni 2007 gutge-- 3 - heissen (Kass.-Nr. AC060041). Das Kassationsgericht gelangte zum Schluss, das Geschworenengericht sei in willkürlicher Beweiswürdigung zum Ergebnis gekom- men, es sei rechtsgenügend erstellt, dass der Beschwerdeführer auch vom Standort der Liegenschaft Ulrich Hegner-S trasse 5 aus Schüsse abgegeben ha- be. Demzufolge hob das Kassationsgericht das Urteil auf und wies die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück. 4. Das Geschworenengericht setzte am 8. Mai 2008 die Hauptverhandlung fort und ergänzte das Beweisverfahren; am 9. Mai 2008 beschloss es gestützt auf § 182 Abs. 3 StPO, den Entscheid auszusetzen und der Staatsanwaltschaft Gele- genheit zu geben, die Ankl ageschrift abzuändern oder zu ergänzen. Die abgeän- derte Anklage datiert noch vom gleichen Tag; gemäss dieser habe nach den ers- ten fünf Schüssen des Be schwerdeführers nicht dieser, sondern ein unbekannt gebliebener Mittäter (wie vorgängig mi t dem Beschwerdeführer geplant und be- schlossen) weitere vier Schüsse vom Standort vor der Liegenschaft Ulrich Heg- ner-Strasse 5 aus einer Distanz von 30 bis 40 m abgegeben und damit die anwe- senden Personen einer unmittelbaren Lebensgefahr ausgesetzt (GG act. 181). Mit Urteil vom 2. September 2008 sprach das Geschworenengericht den Beschwerdeführer gestützt auf die geänderte Anklage er neut der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, der mehrfachen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, des Vergehens gegen das Waffengeset z im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 27 WG sowie der groben Verlet- zung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 4a Abs. 1 VRV schuldig und bestrafte ihn mit 15 3/4 Jahren Freiheitsstrafe, abzüglich 1726 Tagen Untersuchungs- und Sic herheitshaft bzw. vorzeitiger Straf- vollzug. Ferner befand das Geschworenengericht über die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche der Beschwerdegegner 2 und 3 (KG act. 2). 5. Gegen dieses Urteil richtet sich di e vorliegende, rechtzeitig angemeldete (KG act. 4) und begründete Nichtigkeitsbeschwerde, mit welcher der Beschwerde- führer beantragt (KG act. 1 S. 2), es sei in Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwer- de das Urteil des Geschworenengerichts aufzuheben und die Sache sei erneut an die Vorinstanz zurückzuweisen. - 4 - Das Geschworenengericht hat sich zur Beschwerde vernehmen lassen (KG act. 15). Dazu nahm der Beschwerdeführer seinerseits Stellung (KG act. 26). Auf weitere Stellungnahmen wurd e seitens der Staatsanwaltschaft (KG act. 14 und 18) wie auch der Beschwe rdegegnerin 2 verzichtet (KG act. 19, 29). Die Be- schwerdegegnerin 3 hat sich in keiner Phase geäussert. II. 1. Der Beschwerdeführer rügt als erstes (Beschwerde S. 3 ff., Ziff. 4 bis 11), der angefochtene Entscheid leide am Nicht igkeitsgrund der ungehörigen Beset- zung des Gerichts (§ 430 Abs. 1 Ziff. 2 StPO). 1.1 Nach erfolgter Rückweisung an das Geschworenengericht konnte die Fortsetzung der Hauptverhandlung, was den Gerichtshof betrifft, in der gleichen Besetzung durchgeführt wer den wie bei der ersten H auptverhandlung im Januar 2006; hinsichtlich der Geschworenenbank er gab sich eine (im Lichte von § 226 StPO zulässige) Veränderung zu folge Ausfalls zweier Geschworener (vgl. Urteil S. 8, Ziff. 7). Während anlässlich der er sten Hauptverhandlung als Gerichtsschreiberin lic.iur Tülin Aladag mitgewirkt hatte, am tete in der Fortsetzung der Hauptverhand- lung im Jahre 2008 neu lic.iur. Alexandra Hardegger als Gerichtsschreiberin. 1.2 In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer geltend, der Wechsel in der Person der Gerichtsschreiberin während laufendem Verfahren und ohne Wiederholung des Verfahrens als G anzes bewirke eine ungehörige Beset- zung und erfülle den Nichtigkeitsgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 2 StPO. An den Verhandlungen und Beratungen des Geschworenengerichts (Ge- richtshof und Geschworenenbank) nehme – so der Beschwerdeführer – ein Kanz- leibeamter teil, der berat ende Stimme habe. Die Teilna hme dieses Kanzleibeam- ten (Gerichtsschreiber, Sekretär) sei Amtspflicht; weder könne der Kanzleibeamte darauf verzichten, noch könne das Gericht ihn davon entbinden. Sein Fehlen bei - 5 - der Verhandlung und Berat ung erfülle nach ständiger Rechtsprechung den Nich- tigkeitsgrund der ungehörigen Besetzung des Gerichts. Wesentlich sei weiter, dass dem Gerichtsschreiber gemäss § 138 GVG das Recht zukomme, eine vom Urteilsspruch abweichende Ansicht mit Begründung in das Protokoll aufnehmen zu lassen. Das Amt des Gerichtsschreibers könne dah er nicht auf seine formelle Funk- tion (korrekte Protokollführung) beschränk t werden; vielmehr nehme er auch ma- teriell am Verfahren teil, indem ihm, wie gezeigt, mit Bezug auf die Urteilsfindung von Gesetzes wegen eine beratende Funktion zukomme. Diese könne er aber nur wahrnehmen, wenn er an der ganzen Ve rhandlung teilgeno mmen habe. Diese materielle Funktion ergebe sich auch dar aus, dass für ihn die gesetzlichen Aus- standsgründe gelten, was keinen Sinn mache, wenn es auf seine Teilnahme nicht ankomme. Schliesslich komme hinzu, dass im Verfahren vor Geschworenenge- richt neben dem Präsidenten allein der Ge richtsschreiber über vollumfängliche Aktenkenntnis verfüge. Im Lichte all dieser Fakten sei ein Wechsel in der Person des Gerichtsschreibers bzw. der Gerichtsschreiberin währ end einem laufenden Verfahren (bzw. ohne Wiederholung desselben) unzulässig. 1.3 In seiner Vernehmlassung weist das Geschworenengericht darauf hin, dass die Verteidigung über den Umstand des Wechsels in der Person der Ge- richtsschreiberin bereits mit der Präs idialverfügung vom 17. Oktober 2007 aus- drücklich in Kenntnis gesetzt wurde. Selbst wenn der Ve rteidiger dies dannzumal nicht wahrgenommen haben sollte, sei er spätestens zu Beginn der Fortsetzung der Hauptverhandlung im Rahmen der Vo rstellung des Gerichts daran erinnert worden. Schliesslich habe Frau Hardegger als Gerichtsschreiberin den Beschluss vom 9. Mai 2008 unterschrieben. Somit erst aune es sehr, dass es der Verteidiger unterlassen habe, bereits vor oder spätestens während der Hauptverhandlung die – nach seiner Ansicht – ungehörige Besetzung des Gerichts zu monieren. Im Üb- rigen sei – so die Vorinstanz – dem Be schwerdeführer darin zuzustimmen, dass der Gerichtsschreiber nicht nur formell für eine korrekte Pr otokollführung zustän- dig sei, sondern auch materiell am Verfahr en teilnehme, indem ihm insbesondere mit Hinblick auf die Urteilsfindung eine beratende Funktion zukomme. Dies be-- 6 - deute jedoch nicht, dass § 184 StPO auf ihn anwendbar sei, und auch § 134 Abs. 1 GVG schreibe lediglich vor, dass an den Verhandlungen und Beratungen ein Gerichtsschreiber teilzunehmen habe, was einen Wechsel keineswegs aus- schliesse (KG act. 15 S. 2/3). In seiner Stellungnahme zur Vernehm lassung hält der Beschwerdeführer an seinem Standpunkt fest und führt weiter aus, § 184 StPO, worauf das Geschwo- renengericht zu verweisen scheine, sehe zwar vor, dass die Hauptverhandlung in diesem Fall „auf Verlangen des Angeklagten zu wieder holen“ sei. Nach Recht- sprechung und Lehre sei dies aber so zu verstehen, dass die Hauptverhandlung grundsätzlich zu wiederholen sei, es sei denn, der Angeklagte verzichte ausdrück- lich darauf, wovon aber vorliegend (ebens o wenig wie von einem stillschweigen- den Verzicht) keine Rede sein könne (KG act. 26 S. 3). 1.4 Mit dem Beschwerdeführer ist gemäss feststehender Rechtsprechung und Lehre davon auszugehen, dass unter den Voraussetzungen von § 184 StPO das Gericht von Amtes wegen (und nicht nu r auf Verlangen des Angeklagten hin) verpflichtet ist, die Verhandlung zu wiederholen, es sei denn, der Angeklagte ver- zichte ausdrücklich auf eine Wiederholung (S CHMID, in: D ONATSCH/SCHMID, Kom- mentar zur Strafprozessordnung des Kanton s Zürich, Zürich 1996 ff., N 5 zu § 184 m.H. auf die Praxis; ebenso Kass.-Nr. 95/114 v. 3.7.1995 i.S. Sch., Erw. II.4). Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer jedenfalls nicht ausdrücklich auf eine Wiederholung der Hauptverhandlung verzichtet. Damit stellt sich die Frage, ob § 1 84 StPO vorliegend überhaupt zur Anwen- dung gelangen konnte. 1.5a) Nach dem Wortlaut von § 184 St PO kann nur der Ausfall eines Rich- ters oder Geschworenen Anlass zur Wi ederholung der Hauptverhandlung geben. Nach der einschlägigen Kommentarstelle komme dem Ausfall des Gerichtsschrei- bers insofern keine Bedeutung zu, d.h. dies er kann (zumal im Lichte von § 134 Abs. 1 GVG) während des laufenden Verfahrens ausgewechselt werden (S CHMID, a.a.O., N 4 zu § 184). - 7 - Die Bezugnahme auf § 134 Abs. 1 GVG überzeugt freilich insofern nicht gänzlich, als diese Bestimmung nur statuiert, dass an den Verhandlungen und Beratungen ein Kanzleibeamter mit beratender Stimme teilnimmt; sie äussert sich nicht zur Frage, ob dieser während la ufender Hauptverhandl ung ohne weiteres ausgewechselt werden dürfe. b) Dem Beschwerdeführer ist zunächst darin zu folgen, dass dem Gerichts- schreiber nicht nur in forme ller Hinsicht (korrekte Protok ollführung etc.), sondern auch mit Blick auf die Urteilsfindung wesentliche Bedeutung zukommt. Dies gilt nach der Praxis des Bundesgerichtes und der Strassburger Rechtsprechungsor- gane besonders dann, wenn der juristisch ausgebildete Protokollführer beratende Stimme im Gericht hat und die betreffende richterliche Behörde ganz oder teilwei- se mit juristischen Laien besetzt ist. A nders zu entscheiden hiesse, den Anspruch auf ein unabhängiges Gericht zu unterlaufen, zumal der Protokollführer in den ge- nannten Fällen einen nicht zu unterschät zenden Einfluss auf die Willensbildung der richterlichen Behörde ausüben kann (B GE 124 I 255 E. 5c/aa m.H.). Im Zu- sammenhang mit dem aus Art. 58 Abs. 1 aBV (heute Art. 30 Abs. 1 BV) und Art. 6 Ziff. 1 EMRK abgeleiteten Anspruch der Parteien auf ein unabhängiges und un- parteiisches Gericht hat die Rechtspr echung denn auch wiederho lt erkannt, dass auch die Gerichtsschreiber den entsprechenden verfassungs- und konventions- rechtlichen Anforderungen genügen müssen, sofern sie mit beratender Stimme Einfluss auf die Urteilsfindung haben könn en (BGE 125 V 499 E. 2b m.H.; vgl. auch ZR 100 Nr. 96 Erw. 2. 2d/aa am Ende; zum Ganzen P ETER ÜBERSAX, Die Stellung der Gerichtsschreiberinnen und Ge richtsschreiber in der Gerichtsverfas- sung, in: SCHINDLER/SUTTER [Hrsg.], Akteure der Gerichtsbarkeit, Zürich/St. Gallen 2007, 77 ff., insbes. 89 ff., 101). c) Diese für die ausstandsrechtliche Thematik geltenden Überlegungen sa- gen jedoch nichts darüber aus, ob ein Wechsel in der Person des Gerichtsschrei- bers während laufender H auptverhandlung zulässig ist. Bei der ausstandsrechtli- chen Thematik geht es darum zu verhinder n, dass über die Person des Gerichts- schreibers ausstandsrechtlich problematische Momente in die Willensbildung des Gerichts einfliessen. Diese Frage stellt sich vo rliegend nicht, nachdem weder hin-- 8 - sichtlich der ursprünglich en noch der nunmehrigen Gerichtsschreiberin diesbe- zügliche Bedenken geäussert wurden. Allein durch den Wechsel in der Person der Gerichtsschreiberin wurde die Wille nsbildung des Gerichts unter dem Ge- sichtspunkt des Anspruchs auf einen unabhängigen und unpar teiischen Richter offensichtlich nicht unzulässig beeinflusst. Konkret kann es somit nur darum gehen, ob die gerichtliche Urteilsfindung vorliegend in anderweitig pr ozessrechtswidriger Weise beeinflusst wurde. Dabei ist festzuhalten, dass der Gerichtsschre iber seine beratende Stimme unabhängig davon zur Geltung bringen kann, ob er der Hauptverhandlung von Anfang an oder aber, wie hier, erst in ei ner zweiten Phase beiwohnt. Der vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang angerufene Um stand, dass gerade im Verfahren vor Geschworenengericht der Gerichtsschreiber bzw. die Gerichtsschreiberin insofern eine besondere Stellung einnimmt, als neben dem Präsidenten nur ihm (bzw. ihr), nicht aber den beisitzenden Richtern und den Geschworenen vollumfängliche Ak- teneinsicht zusteht, kommt insofern ke ine Bedeutung zu: Konkret geht es dabei um die Möglichkeit der Einsichtnahme in die Untersuchungsakten; dabei spielt je- doch ein personeller Wechsel von vornherei n keine Rolle, weil diese Einsicht- nahme von jedem der mitwirkenden Gericht sschreiber selbständig und vollum- fänglich wahrgenommen werden kann, so dass insofern keine Einbusse hinsicht- lich der Qualität der Urteilsfindung ersicht lich ist. Das einzige durch einen derarti- gen Wechsel bewirkte Defizit in den Grundl agen der Urteilsfindung liegt darin, dass im vorliegenden Fall die neu mitwirkende Gerichtsschreiberin den ersten Teil der Hauptverhandlung nicht aus eigener (unmittelbarer) Wahrnehmung kannte, sondern sich anhand des Verhandlungsprotokolles ein mittelbares Bild davon ma- chen musste. Nachdem das Gesetz aber ausdrücklich vorsieht, dass während des Verlaufs der Hauptverhandlung sowohl ein Mitglied des Gerichtshofes (also sogar der Präsident) wie auch maximal zwei Geschworene ersatzlos ausfallen können, ohne dass deswegen di e Verhandlung zu wieder holen ist (§ 226 StPO), kann im Ausfall bzw. in der Ersetzung der ursprünglich mitwirkenden Gerichts- schreiberin kein Mangel erblickt werden, der zur vollständigen Wiederholung der Hauptverhandlung führen müsste. - 9 - d) Damit erweist sich die Rüge als unbegründet. 2. Der Beschwerdeführer rügt weiter (B eschwerde S. 5 f., Ziff. 12 bis 14) ei- ne Verletzung der richterlichen Fürsorgepflicht. 2.1 Zur Begründung führt er aus, der Verteidiger habe im geschworenenge- richtlichen Verfahren mit Bezug auf den H auptvorwurf der vorsätzlichen Tötung einen Antrag auf vollumf änglichen Freispruch gestellt, ohne für den Fall eines Schuldspruchs auch in diesem Punkt zu r Strafzumessung Stellung zu nehmen, bzw. – und das sei der entscheidende Punkt – ohne vom Gericht dazu aufgefor- dert worden zu sein. Nachdem die Prax is davon ausgehe, dass die Heilung eines derartigen Mangels im Beruf ungsverfahren ausgeschlossen sei, müsse dies erst recht für das vorliegende Verfahren gelten, wo es eine zweite Sachinstanz gar nicht gebe. Sei eine Heilung ausgeschlo ssen, sei der geschworenengerichtliche Entscheid auch aus diesem Grund aufzuheben und die Sache zu neuer Entschei- dung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 2.2a) Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung dazu aus (KG act. 15 S. 3 ff.), es treffe zu, dass die Verteidigung im Rahmen ihrer beiden Plädoyers nicht zur Strafzumessung Stellung genommen habe. Im Plädoyer vom 8. Mai 2008 ha- be sie sogar ausdrücklich auf weit ergehende Ausführungen verzichtet, und auch im ersten Teil der Hauptverhandlung habe sie von entsprechenden Ausführungen abgesehen. In der Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil vom 21. Januar 2006 habe der Beschwerdeführer aber darauf verzichtet, die Rüge der ungenügenden Verteidigung bzw. der Verletzung der richterlichen Fürsorgepflicht zu erheben; dieser Punkt habe damit gemäss § 104a GVG im neuen Verfahren nicht mehr be- handelt werden können, da er nicht mehr Teil des (zu behandelnden) Prozess- stoffes darstellte. Insofern könne auch auf die vorliegende Rüge nicht eingetreten werden. Im Weiteren hält die Vorinstanz fest, dass es sich bei der zur Diskussion ste- henden Verteidigung um eine äusse rst intensive handle. So seien allein während der Fortführung des geschworenengericht lichen Verfahrens (innerhalb von neun Monaten) zwei Haftentlassungsgesuche ges tellt und bis vor B undesgericht gezo-- 10 - gen worden. Zudem habe die Verteidigung nac h dem ersten Teil der Fortführung der Hauptverhandlung ein Ausstandsbegehr en gegen den Gerichtshof wie auch gegen sämtliche Geschworene angestrengt, welches mit Beschluss der Verwal- tungskommission des Obergerichts abgewiesen wurde. Bereits daraus erhelle, dass die Parteiinteressen des Beschwe rdeführers durchaus sachkundig, enga- giert und effektiv wahrgenommen worden se ien; von einer ungenügenden Vertei- digung könne mithin keine Rede sein, zu mal es sich beim amtlichen Verteidiger um einen überaus erfahrenen und versierten Strafverteidiger handle. Zudem – so die Vorinstanz weiter – liege ungenügende Verteidigung, wel- che das Gericht zum Einschreiten veranlassen müsste, nur dann vor, wenn der Verteidiger in seinem Plädoyer auf die konkreten, den Angeklagten allenfalls ent- lastenden Umstände überhaupt ni cht eingehe. Betrachte man die beiden Plädoy- ers, so falle wiederum auf, dass es sich um eine äusserst intensive Verteidigung handle. In seinem ersten Plädoyer habe der Verteidiger nebst zahlreichen Ausfüh- rungen formeller Natur eine sehr aus führliche Abhandlung bezüglich der Schuss- richtung und der Herkunft des Schusses ge macht; er habe insoweit keinen Auf- wand gescheut und sich u.a. persönlich an den Tatort begeben, um gewisse Fak- ten zu sondieren. Bei einer derart pr äzisen und aufwendig geführten Verteidigung sei davon auszugehen, dass der Verzicht auf Stellungnahme zur Frage der Straf- zumessung anlässlich der Hauptverhandl ung absichtlich erfolgte, mithin Bestand- teil der Verteidigungsstrategie gewesen sei. Dass die Verteidigung diesen Weg gewählt habe, erstaune denn auch nicht, da der Beschwerdeführer von Anfang der Untersuchung an jegliche n Bezug zum eingeklagten Tötungsdelikt in Abrede gestellt und diese Version bis zum Urteilszeitpunkt vehement verfochten habe. Die Vorinstanz betont abschliessend, dass dem Verteidiger hinsichtlich der Verteidigungsstrategie anerkanntermassen ein grosses Mass an Freiheit zustehe, in welche das Gericht nicht ohne Not eingreifen dürfe. Dies müsse dazu führen, dass die verfolgte Verteidigungsstrategie nac hträglich nicht mehr mit der Nichtig- keitsbeschwerde zur Überprüfung gebracht werden könne. b) Der Beschwerdeführer weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Verteidigung nur hinsichtlich derjenigen Anklagepunkte auf Ausführungen zum - 11 - Strafmass verzichtet habe, hinsichtlich welcher sie selber einen Schuldspruch be- antragte, nicht aber mit Bezug auf den Hauptvorwurf der vorsätzlichen Tötung (KG act. 26 S. 3). 2.3 Es trifft zu, dass der amtliche Vert eidiger weder anlässlich der (ersten) Hauptverhandlung im Januar 2006 (GG act. 120 [= KG act. 6/4]; Prot. GG I S. 961 ff.) noch während der Fortsetzung der Haupt verhandlung im Jahre 2008 (GG act. 177; Prot. GG II S. 54 ff., 59 f.; vgl. imme rhin nachfolgend Ziff. 2.4) zur Frage des Strafmasses mit Bezug auf das Tötungs- bzw. Gefährdungsdelikt Stellung nahm und dass er vom Gericht auch nicht aufge fordert wurde, diesbezüglich Ausfüh- rungen zu machen. Im Rahmen seiner ersten Nichtigkeitsbeschwerde (gegen das Urteil vom 21. Januar 2006) wurde dieser Punkt nicht gerügt und bildete somit nicht Gegenstand des kassationsgerichtlichen Verfahrens. Der Vorinstanz ist dar- in zu folgen, dass damit die Frage einer allenfalls ungenüge nden Verteidigung bzw. einer Verletzung der richterlichen Fürsorgepflicht insoweit nicht Gegenstand der Fortsetzung des Verfahrens sein konnt e, als es um die Verteidigung im Rah- men der ersten Hauptverhandlung ging. Dies folgt aus § 104a GVG bzw. der dazu entwickelten Rechtsprechung, die von der Vorinstanz zutreffend wiedergegeben wird (Urteil S. 11 ff.). Hingegen könnte der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie (im Sinne ih- rer Ausführungen in ihrer Vernehmlassung) diese Bindung generell auch auf die Fortsetzung der Hauptverhandlung nach erfolgter Rückweisung durch das Kassa- tionsgericht im Jahre 2008 ausdehnen wollte. Richtig ist zwar, dass im Rückwei- sungsverfahren thematisch nur noch ein Teil des ursprünglichen Prozessstoffes zu verhandeln war. Für diesen verbleibenden Teil des Prozessstoffes traf aber die Vorinstanz die richterliche Fürsorgepflicht, unbekümmert darum, ob eine vorange- hende (allfällige) Verletzung derselben gerügt worden war oder nicht. Somit ist auf die Rüge grundsätzlich einzutreten. 2.4a) Im Lichte des Anspruchs auf wirksame bzw. effiziente Verteidigung ist grundsätzlich davon auszugehen, dass im Falle eines Schuldspruchs ein Verteidi- gungsplädoyer, welches sich – aus we lchen Gründen auch immer – überhaupt nicht zur Strafzumessung äussert, als objektiv ungenügend zu bezeichnen ist. Ne-- 12 - ben der Schuldfrage bildet – zumal bei längeren Freiheit sstrafen – der Strafpunkt das wesentliche Element eines Strafurt eils, und ein Angeklagter kommt daher nicht in den Genuss einer wirksamen Verteidigung, w enn sich das Plädoyer der Verteidigung nicht mit der (allfälligen) Strafzumessung auseinandersetzt und na- mentlich die für den Angeklagten sprec henden Umstände näher beleuchtet (ZR 77 Nr. 60 E. 3; LIEBER/DONATSCH, in: DONATSCH/SCHMID, a.a.O., § 11 Abs. 2 N 69; Kass.-Nr. AC080005 v. 25. 9.2008 i.S. P., Erw. II.1.6 ). Aus diesem Grund muss das Gericht, zumindest in Fällen notwendiger Verteidigung, von Amtes wegen da- für sorgen, dass auch die Strafzumessung Thema der Verteidigungsleistung wird. Tut es dies nicht, verletzt es die richter liche Fürsorgepflicht, dies selbst wenn die Verteidigung im Übrigen – also nament lich mit Bezug auf den Schuldpunkt – ge- nügend oder sogar intensiv gewesen sein sollte. Im Hinblick auf das sog. Verteidigerdilemma, wonach die Verteidigung, um ihren Hauptstandpunkt (Antrag auf Freispru ch) nicht zu schwächen, nicht bereit ist, für den Fall einer Verurteilung schon vorweg (eventuell) zu m allfälligen Straf- mass zu plädieren, kann das Gericht so vo rgehen, dass es entweder die Verteidi- gung unmittelbar nach ihrem Plädoyer (z um Schuldpunkt) dazu auffordert, auch zur Strafzumessung zu plädieren (bei di eser Konstellation wird zumindest klar, dass die Verteidigung nicht bereit ist, ihren Hauptstandpunkt unaufgefordert zu schwächen), oder es kann das Verfahren im Sinne eines Schuldinterlokuts (§ 250 StPO; vgl. LIEBER/DONATSCH, a.a.O., § 11 Abs. 2 N 69 Fn. 155) aufteilen und erst nach Eröffnung des Schuldspruchs die Vert eidigung zur Fortsetzung des Plädoy- ers (nunmehr zu den Folgen des Schuldpunkts) aufforder n (in diesem Sinne Art. 342 der Schweizerischen Strafprozessordn ung vom 5.10.2007, vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21.12.2005, BBl 2006, 1284). b) Der Verteidiger hat vor Geschwor enengericht nicht zu den Folgen einer allfälligen Verurteilung des Beschwerdef ührers wegen des Tötungs- bzw. der Ge- fährdungsdelikte plädiert; er hat lediglic h an zwei Stellen Ausführungen mit einem Bezug zur Strafzumessung gemacht, nämlic h in seinem Plädoyer vom 8. Mai 2008 zur Frage der Berücksichtigung von (entfe rnten) Vorstrafen nach Inkrafttre- ten des revidierten Allgemeinen Teils des StGB (act. 177 S. 7 f.), und im Plädoyer - 13 - vom 2. September 2008 zur Frage der üb erlangen Verfahrensdauer (act. 212 S. 4). Dies allein könnte im Rahmen einer gewöhnlichen erstinstanzlichen Hauptver- handlung nicht als genügende Verteidigung (mit Bezug auf die Folgen eines Schuldspruchs) qualifiziert werden. In Betracht fällt jedoch hier, dass es nach der Rückweisung durch das Kas- sationsgericht vor Geschworenengericht nach Massgabe von § 104a Abs. 2 GVG im Schuldpunkt nur noch um die vier zusätzlichen Schüsse ging, hinsichtlich wel- cher sich die Frage stellte, ob sie vo m Beschwerdeführer oder einer unbekannten Drittperson stammten. Der Schuldspruch (und insofern auch die Strafzumessung) wegen der Abgabe der ersten Schüsse durch den Beschwerdeführer auf R. stand nicht mehr zur Diskussion (zutreffend angef ochtenes Urteil S. 13, 24). Daraus folgt, dass – nachdem das Geschworenenger icht gestützt auf das ergänzende Beweisverfahren zur Auffassung gelangt war, dass als Dritttäter bei der nachträg- lichen Schussabgabe nur ein Mittäter des Beschwerdeführers in Frage komme, dessen Handlungen ebenf alls diesem anzurechnen sei en (Urteil S. 24 ff., 31) – auch die Strafzumessung, wenn überhaupt, nur noch insoweit Anlass zu neuen Erwägungen bilden konnte, als aus dieser zweiten Phase neue strafzumessungs- relevante Schlüsse zu ziehen gewesen wä ren (vgl. auch angefochtenes Urteil S. 35). Was hingegen namentlich die Täterk omponenten (Vorleben und persönliche Verhältnisse, Art. 47 Abs. 1 StGB) des Beschwerdeführers betrifft, zu denen im Rahmen eines Verteidigungspl ädoyers in erster Linie St ellung zu nehmen gewe- sen wäre, war die Ausgangslage aufgrund des insoweit nich t angefochtenen Ur- teils vom 21. Januar 2006 prozessrecht lich vorgegeben, so dass diesbezüglichen Vorbringen der Verteidigung von vornher ein keine Bedeutung mehr hätte zukom- men können. In diesem Sinne hat denn das Geschworenengericht auch im ange- fochtenen Urteil bei der Strafzumessung nur noch solche Erwägungen angestellt, die mit dem Inkrafttreten des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches und mit der Länge der Verfahrensdauer in Zusammenhang stehen (Urteil S. 35 ff.) und zu denen der Verteidiger, wie ausgeführt, Ausführungen gemacht hatte. Daraus folgt, dass die Vorinstanz im konkreten Fall (d.h. im Rückweisungs- verfahren) dadurch, dass sie den Verteidige r nicht zur Ergänzung seines Plädoy-- 14 - ers aufforderte, nicht gegen ihre Fürsor gepflichten verstiess. Die Rüge erweist sich damit als unbegründet. 3. Der Beschwerdeführer erhebt sodann die Rüge, die Vorinstanz habe sich auf ein mangelhaftes psychiatrisches Gu tachten gestützt (Beschwerde S. 6 ff., Ziff. 15 bis 25). 3.1 Über den Beschwerdeführer wur de im Verlauf der Untersuchung ein psychiatrisches Gutachten eingeholt, welches von Dr. med. T. am 21. Dezember 2004 erstattet wurde (GG act. 35/5). Unte r Berufung auf den auf den 1. Januar 2007 in Kraft getretenen neuen Allgemeinen Teil des StGB verlangte die Verteidi- gung im neuen Verfahren vor Vorinstanz die Einholung eines neuen psychiatri- schen Gutachtens. Nach dem heute geltenden Art. 369 Abs. 1 lit. c StGB müssten Urteile betreffend eine Freiheitsstrafe von unter einem Jahr von Amtes wegen aus dem Strafregister entfernt werden, s obald über die gerichtlich zugemessene Strafdauer hinaus zehn Jahre vergangen sind; überdies dürfe der Eintrag gemäss Art. 369 Abs. 7 StGB nach der Entfernung nicht mehr rekonstruierbar sein und das entfernte Urteil dürfe dem Betroff enen nicht mehr entgegengehalten werden. Das erwähnte Gutachten verstosse heute gegen diese Vorschrift, indem der Gut- achter für die Diagnoseste llung ausdrücklich auch auf die aus dem Strafregister entfernte Verfahren bzw. Urteile verwiesen habe (vgl. Urteil S. 17). Die Vorinstanz führt dazu aus (Urteil S. 18 f.), diese Betrachtungsweise tref- fe insofern zu, als dem Beschwerdeführer aus heutiger Sicht nur noch drei Vor- strafen straferhöhend entgegen gehalten werden dürften, nich t aber die drei aus dem Strafregister entfernten Vorstr afen aus den Jahren 1993, 1994 und 1995. Hingegen treffe nicht zu, dass das psych iatrische Gutachten deswegen nicht mehr verwertbar sei. Diese sei im Jahre 2004, als das neue Recht „noch nicht in Sicht“ gewesen sei, erstellt worden, somit nach damaligem Recht rechtsgültig und daher auch heute ohne weiteres verwertbar . Es könne darüber hinaus – so die Vorinstanz weiter – nicht der Sinn der Revision der Bestimmungen über das Straf- register gewesen sein, künftig die korrekt e Erstellung eines psychiatrischen Gut- achtens zu verhindern. Diese werde vom gleichen Gesetz an verschiedenen Stel- len verlangt, und ein solches Gutachten habe sich nicht nur über die Notwendig-- 15 - keit und die Erfolgsaussichten der Behand lung des Täters zu äussern, sondern – im Sinne einer Prognose – auch über die Art und Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten. Dass dies nur m öglich sei, wenn der Gutachter möglichst umfassend über das Vorleben des Exploranden Kenntnis habe, wenn er also auch die Tatsa- che früheren Delinquierens in seine Beurteilung einbezi ehen könne, bedürfe kei- ner weiteren Erörterungen und entsprec he dem im Leitfaden für psychiatrische Begutachtungen vorgesehene n Standard. In diesem Zusammenhang gehe es nicht darum, entfernte Verurteilungen bzw. Vorstrafen zu würdigen, sondern die dahinter stehenden Lebensvorgänge. 3.2a) Zur Begründung der Rüge verweist der Beschwerdeführer vorab auf § 127 StPO, wonach gestützt auf kantonales Recht zu entscheiden sei, ob ein Gut- achten mangelhaft sei oder nicht. Mangelha ft sei es insbesondere dann, wenn es sich auf unverwertbare Beweise stütze. Die Frage der Verwertbarkeit bilde hier eine bundesrechtliche Vorf rage (und, so der Beschwe rdeführer sinngemäss, sei als solche vom Kassationsgericht zu beur teilen). Was den Zeitpunkt der Erstel- lung des Gutachtens betreffe, komme dies em im Lichte von Ziff. 3 Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung des S tGB vom 13. Dezember 2002 keine Bedeutung zu, denn danach seien die neue n Bestimmungen über das Strafregis- ter auch auf Urteile anwendbar, die au f Grund des bisherigen Rechts ergangen seien. Entscheidend sei, wann das Urteil gefällt wurde, hier unter der Herrschaft des neuen Rechts, weshalb auch die neuen Bestimmungen für die Frage der Ver- wertbarkeit zur Anwendung gelangen müssten. Zur vorinstanzlichen Eventualerwägung ( nämlich, dass der Sinn der Revisi- on nicht sein könne, in Zukunft die korre kte Erstellung von psychiatrischen Gut- achten zu verhindern), macht der Beschwe rdeführer geltend, die gleiche Frage könnte auch mit Bezug auf die Aufgabe des Richters, nämlich eine korrekte Straf- zumessung vorzunehmen, gestellt wer den. Diesbezüglich gehe auch das Ge- schworenengericht davon aus, dass dem Be schwerdeführer die aus dem Strafre- gister entfernten Vorstrafen nicht mehr entgegengehalten werden dürfen, dies, obwohl der Richter bei der Strafzumessung auch das Vorleben zu berücksichtigen habe. - 16 - Insbesondere der zweite Halbsatz von Art. 369 Abs. 7 StGB bezeichne die eigentliche rechtliche Wirkung der Entfernung der Eintragung: Das betreffende Ur- teil und damit auch die Tat selbst dürf en dem Täter nicht mehr entgegengehalten werden, d.h. es dürfen – so der Beschwerdeführer – keine Rechtsfolgen daran geknüpft werden. Damit werde auch die fr ühere Rechtsprechung hinfällig, welche eine Berücksichtigung entfe rnter (bzw. gelöschter) Vors trafen noch als zulässig erachtet habe. Vorliegend werde von der Vorinstanz nicht bestritten, dass sich der Gutachter auf die (heute) entfernten Urte ile gestützt und dass sich dies auch auf den Befund ausgewirkt habe. Indem die Vori nstanz gleichwohl von der Verwert- barkeit des Gutachtens ausgehe, verstosse sie nicht nur gegen Art. 369 Abs. 7 StGB, sondern verletze mit der Berü cksichtigung des mangelhaften Gutachtens auch § 127 StPO. b) Das Geschworenengericht verweist in seiner Vernehmlassung auf den Entscheid des Bundesgerichts vom 7. Januar 2009 (BGE 135 IV 87), wo das Bundesgericht die Verwertbarkeit entfernter Vorstrafen im Hinblick auf ein psychi- atrisches Gutachten bejahte (KG act. 15 S. 6). Demgegenüber komme nach Auffassung des Beschwerdeführers diesem Entscheid vorliegend keine entscheide nde Bedeutung zu (KG act. 26 S. 3 ff.). Darauf wird, soweit erforderlich, noch einzugehen sein. 3.3 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von § 127 StPO, indem sich die Vorinstanz auf ein unverwertbares und insoweit mangelhaftes Gutachten stüt- ze. Die Rüge ist unter dem Gesichtspunkt von § 104a GVG zulässig, liegt doch in- soweit die Konstellation einer (seit dem ersten Urteil eingetretenen) Änderung der Rechtslage vor (§ 104a Abs. 3 GVG). 3.4a) Wie vorstehend dargelegt, beruht das angefochtene Urteil in diesem Punkt auf einer Haupt- und einer Eventualbegründung, wobei der Beschwerdefüh- rer beide Begründungen anficht. Erweist sich dabei auch nur eine der beiden Be- gründungen als stichhaltig, genügt dies zur Abweisung der Beschwerde in diesem Punkt. - 17 - b) Die vorinstanzliche Hauptbegründung ge ht dahin, dass das in Frage ste- hende Gutachten im Zeitpunkt seiner Erstellung (2004) rechtsgültig gewesen und damit auch heute (d.h. ungeachtet der in zwischen eingetretenen Änderung der Rechtslage mit Bezug auf die Tragweite vo n aus dem Strafregister entfernten Ur- teilen) ohne weiteres verwertbar sei. Wenn der Beschwerdeführer dagegen einw endet, einer solchen Auffassung stehe Ziff. 3 Abs. 1 SchlBest StGB 2002 en tgegen, irrt er. Diese Bestimmung hält fest, dass auch altrechtliche Urteile regi sterrechtlich nach den neuen Bestimmun- gen zu behandeln, gegebenenfalls also zu entfernen sind. Sie äussert sich jedoch nicht zur Frage der intertemporalrechtlichen Verwertbarkeit von Beweismitteln. In diesem hier allein interessierenden Punkt ist der Vorinstanz zu folgen. Es ist da- von auszugehen und unbestritten geblieben, dass das fragliche Gutachten im Zeitpunkt seiner Erstellung (wie auch noch im Zeitpunkt der Urteilsfällung vom 21. Januar 2006) rechtskonform zustandegeko mmen und damit verwertbar war. Es wäre damit kaum nachvollziehbar, diesem Gutachten heute (immer unter der An- nahme, der mittlerweile in Kraft getret ene Art. 369 Abs. 7 StGB stehe ihm entge- gen) die Verwertbarkeit abzusprechen. In diesem Zusammenhang ist darauf hin- zuweisen, dass der – sinngem äss angerufene – Grundsatz der lex mitior ein sol- cher des materiellen Strafrechts (Art. 2 Abs. 2 StGB) ist, der im Strafverfahrens- recht nur beschränkt, nämlich dort zur Anwendung gelangt, wo es um Beweismit- tel geht, die durch Eingriffe in Freiheitsrechte gewonnen wurden (vgl. RB 1996 Nr. 48; N IKLAUS SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, N 62 f.), was hier jedoch nicht zutrifft. Eine Bestätigung findet die Auffassung, wonach grundsätzlich die Rechtslage im Zeitpunkt der Erhebung des Beweismittels massgebend ist, auch darin, dass nach Art. 448 Abs. 2 der schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 Verfahr enshandlungen, die vor Inkrafttreten des neuen Ge- setzes angeordnet oder durchge führt worden sind, ihre Gü ltigkeit behalten. Zwar wird darauf hingewiesen, da ss die früheren Verfahren shandlungen den rechts- staatlichen Vorgaben (z.B . Einräumung von Teilnahm erechten) zu genügen ha- ben, welche das neue Recht aufstellt (vgl. G OLDSCHMID/MAURER/SOLLBERGER, Kommentierte Textausgabe zur schweiz erischen Strafprozessordnung, Bern 2008, S. 443). Auch unter diesem Aspekt begegnet aber die Bejahung der (weite-- 18 - ren) Verwertbarkeit des Gutachtens T. keinen Bedenken, da es hier nicht um die Ausübung von Partei- oder Teilnahmerechten geht. c) Damit kann die Frage, ob in der Be rücksichtigung der mittlerweile im Strafregister entfernten Urteile durc h den Gutachter überhaupt ein Verstoss ge- gen Art. 369 Abs. 7 StGB liegt, was die Vorinstanz in ihre r Eventualbegründung verneint hat, hier offen gel assen werden (für die Verein barkeit mit Art. 369 Abs. 7 StGB vgl. BGE 135 IV 87 E. 2). 4. Der Beschwerdeführer rügt die unterbliebene Eröffnung der Telefonkon- trolle bzw. die Verwertung der aus der Telefonüberwa chung gewonnenen Ergeb- nisse (Beschwerde S. 8 ff., Ziff. 26 bis 37). 4.1 Der Beschwerdeführer machte erstmals anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung vor Geschworenengericht geltend, die Ergebnisse aus der sei- nerzeitigen Telefonüberwachung seien nicht gegen ihn verwertbar, weil ihm diese Überwachung bis zum Abschluss der Strafuntersuchung (und auch nachher) ent- gegen Art. 10 BÜPF nicht mitgeteilt worden sei. Das Geschworenengericht hält dazu – in einer Hauptbegründung – fest (Ur- teil S. 20 oben), da diese Rüge im er sten Beschwerdeverf ahren nicht erhoben worden sei, sei die dami t aufgeworfene Frage gemäss § 104a Abs. 2 GVG nicht mehr Gegenstand des Verfahrens. In einer (sinngemässen) Eventualbegründung führt es weiter aus, zwar treffe zu, dass die vom Gesetz (Art. 10 BÜPF) vorgese- hene Mitteilung über die durchgeführte Überwachung an den Beschwerdeführer offenbar nie erfolgt sei, womit auch die Frist für eine allfällige Beschwerde gegen die Telefonüberwachung nicht habe ausgel öst werden können. Daraus ein Ver- wertungsverbot abzuleiten gehe aber klar zu weit und lasse sich auch dem von der Verteidigung zitierten Bundesgericht sentscheid nicht entnehmen. Weiter ver- weist die Vorinstanz darauf, dass die Verteidigung weder in der Untersuchung noch im ersten geschworenengerichtlic hen Verfahren irgendwelche Einwendun- gen gegen die Verwertbarkeit der Telefonkontrollen er hoben und sich sogar sel- ber auf diese berufen habe. Zwar sei richti g, dass es nicht Aufgabe der Verteidi- gung habe sein können, ei nen beschwerdefähigen Entscheid – von wem auch - 19 - immer – zu verlangen. Der Beschwerdeführer übersehe aber, dass hier ein Ent- scheid (bzw. eine entsprechende Mitteilung) spätestens vor Abschluss der Unter- suchung oder Einstellung des Verfahrens hätte ergehen müssen. Somit hätte die Verteidigung, wenn sie die Re chtmässigkeit der (ihr mittl erweile bekannten) Tele- fonüberwachung hätte bestreiten wollen, d ennoch von sich aus aktiv werden und einen solchen Entscheid verlangen müssen, andernfalls sie sich dem Vorwurf des rechtsmissbräuchlichen und widersprüchlic hen Verhaltens aussetze. Spätestens bei Erhalt des Schlussberichts hätte ei n entsprechender Entscheid verlangt wer- den müssen; indem über Jahre hinweg kein Entscheid verlangt worden sei, habe der Beschwerdeführer das entsprechende Recht verwirkt. 4.2a) Der Beschwerdeführer ficht zunächst die vorinstanzliche Beweiswürdi- gung an und macht geltend, die Berufung der Vorinstanz auf § 104a GVG ver- stosse gegen Bundesrecht. So statuiere das Bundesgerichtsgesetz in den Art. 110 bis 112 grundlegende organisations- und ve rfahrensrechtliche Leitprinzipien für die Verfahren vor den kantonalen Vorinstanzen. Im Zentrum stünden dabei Mindestanforderungen an Besch werdegründe und Kogniti on. So bestimme Art. 110 BGG, dass die Kantone dort, wo sie als le tzte kantonale Instanz ein Gericht einzusetzen haben, gewährleis ten müssen, dass entweder dieses Gericht selbst oder eine vorgängig zuständige andere richterliche Behörde den Sachverhalt frei prüft (Hervorhebung durch Be schwerdeführer) und das massgebliche Recht von Amtes wegen anwendet. Dabei handle es sich um eine Umsetzung der Rechts- weggarantie (Art. 29a BV), welche jeder Person bei Rechtsstreitigkeiten Anspruch auf Beurteilung durch eine richterliche B ehörde einräume. Die freie Sachverhalts- prüfung schliesse sowohl eine Beschränk ung auf blosse Willkürprüfung wie auch eine Bindung an prozessuale Beweisrege ln aus. Diese Verpflichtungen müssten bei allen kantonalen Entscheiden beachtet werden, die nach dem 1. Januar 2007 ergangen seien. Durch die Aufhebung des ersten Ur teils des Geschworenengerichts und der Rückweisung der Sache an diese Instanz sei – so der Beschwerdeführer weiter – nicht ein zweites Verfahren in Gang ges etzt, sondern das erste Verfahren fortge- setzt worden. Indem das Geschworenenger icht (im Rahmen seiner Hauptbegrün-- 20 - dung) als einzige kantonale richterliche In stanz mit voller Kognition den Sachver- halt nicht frei prüfte, sondern sich gestü tzt auf § 104a GVG auf die mit der Gut- heissung des Rechtsmittels zusammenhängenden Fragen beschränkte und auf weitere Punkte nicht eintrat, habe es § 104a GVG nicht bundesrechtskonform ausgelegt und damit im Ergebnis nicht nur kantonales Recht, sondern auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf recht liches Gehör verletzt und gegen Art. 29a BV verstossen. b) Es kann offen bleiben, ob sich die vorliegende Rüge in der Geltendma- chung einer Verletzung von Art. 110 BGG (und Art. 29a BV) erschöpft (womit sie nach § 430b StPO im vorliegenden Verfahren nicht zulässi g wäre), oder ob sie in- soweit zulässig ist, als geltend gemacht wird, die Vorinstanz habe § 104a GVG zu Unrecht nicht bundesrechtskonform ausgelegt, obschon dies möglich gewesen wäre (widersprüchlich insofern Ziff. 28 der Beschwerde einerseits [Möglichkeit der bundesrechtskonformen Auslegung vernein t] und Ziff. 32 der Beschwerde ande- rerseits [Möglichkeit der bundesrechtsk onformen Auslegung bejaht]). Wie nach- folgend zu zeigen ist, erweist sich die Rüge jedenfalls als unbegründet. c) Art. 110 BGG garantiert in Fällen wie dem vorliegende n eine kantonale richterliche Instanz, welche den Sach verhalt frei prüft und das massgebende Recht von Amtes wegen anwendet. Dem gegenüber bestimmt § 104a Abs. 2 GVG, dass die nicht bereits mit der er sten Nichtigkeitsbeschwerde erhobenen oder damals als unzulässig oder unbegründet verworfene Rügen nicht mit einer folgenden Nichtigkeitsbeschwerde in der gleichen Sache er hoben werden kön- nen. Damit werden sowohl der Prozessst off der unteren Instanz im Falle der Rückweisung wie auch die Rügemöglichkeit einer späteren Nichtigkeitsbeschwer- de thematisch eingegrenzt, und zwar in dem Sinn, dass alles, was von der Kassa- tionsinstanz bereits geprüft wurde oder ih r zur Prüfung hätte vorgelegt werden können, später nicht mehr bzw. nicht nochmals zum Gegenstand richterlicher Be- urteilung gemacht werden kann (Grundsatz der Einmaligkeit des Rechtsschutzes; vgl. Urteil S. 12 mit Hinweis auf die Entstehungsgeschichte von § 104a GVG). Zwischen diesen Bestimmungen besteht entgegen der Auffassung des Be- schwerdeführers kein Widerspruch. § 104a Abs. 2 GVG steht der Beachtung von - 21 - Art. 110 BGG nicht entgegen, was daraus folgt, dass im vorliegenden Fall die hier angesprochene Thematik (Verwertbarkeit der Ergebnisse aus der Telefonüberwa- chung) im ersten Urteil de s Geschworenengerichts hätte frei überprüft werden können, worauf dieser Punkt auch zu m Gegenstand der ersten Nichtigkeitsbe- schwerde hätte gemacht werden können. Zwar trifft zu, dass sich im Urteil vom 21. Januar 2006 zu diesem Punkt ke ine Erwägungen finden, nachdem die The- matik damals von der Verteidigung gar nicht aufgegriffen worden war. Dies ändert jedoch nichts daran, dass das damalige geschworenengerichtliche Verfahren in jeder Hinsicht offen war und insofern den Anforderungen von Art. 110 BGG ge- nügte. d) Wenn der Beschwerdeführer dagegen (an sich zutreffend) einwendet, beim Rückweisungsverfahren handle es sich nicht um ein zweites (neues) Verfah- ren, sondern um die Fortsetzung des er sten Verfahrens, vermag dies am Gesag- ten nichts zu ändern. Die Vorinstanz hatte , wie ausgeführt, im Verlauf des ersten Teils der Hauptverhandlung, der zum Urteil vom 21. Januar 2006 führte, die Ge- legenheit, sämtliche sich stellenden Tat- und Rechtsfragen mit freier Kognition zu beurteilen, und die Parteien hatten die M öglichkeit, damals sämtliche Angriffs- und Verteidigungsmittel vorzubringen. We nn demgegenüber in der Fortsetzung des Verfahrens nach erfolgter Rückweisung durch das Kassationsgericht der Pro- zessstoff aufgrund kantonaler Verf ahrensbestimmungen thematisch einge- schränkt wurde, um – im Sinne des ber eits erwähnten Grundsatzes der Einmalig- keit des Rechtsschutzes – zu vermei den, dass bereits abg ehandelte und ent- schiedene Frage nochmals zur Entscheidung gestellt würden, war dies auch im Lichte der angerufenen Best immungen des Bundesrechts nicht zu beanstanden. Ebenso wenig zu beanstanden ist es, wenn di e Vorinstanz sich einer nachträgli- chen Erweiterung des Prozessstoffes entgegen stellte, soweit eine solche Erwei- terung nicht erst durch den Rückweisung sentscheid ausgelöst wurde, was der Beschwerdeführer nicht behauptet. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass auf Bundesebene – sowohl nach der früheren Rechtslage wie auch heute gemäss Art. 107 BGG – ei- ne im Wesentlichen gleiche Regelung gilt: Heisst da s Bundesgericht eine Be-- 22 - schwerde gut und weist es die Sache zu ne uer Beurteilung an die Vorinstanz zu- rück, so ist diese thematisch ebenfa lls an den Inhalt des Rückweisungsentschei- des gebunden und kann – vorbehältlich bes onderer, hier nicht interessierender Konstellationen – nicht auf bereits Entschiedenes zurückkommen oder auf bisher noch nicht Vorgetragenes eingehen (BGE 117 IV 97 E. 4; vgl. BSK BGG-M EYER, Art. 107 N 18). e) Die Rüge erweist sich somit als unbegründet. 4.3 Leidet die Hauptbegründung an keinem Nichtigkeitsgrund, so erübrigt es sich wiederum, auf die weiteren Vorbringen einzutre ten, die sich gegen die Eventualbegründung richten, da selbst beim Nachweis eines diesbezüglichen Nichtigkeitsgrundes der angefochtene Entscheid insoweit Bestand hätte. 5. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass ihm für die Fortsetzung der Hauptverhandlung am 2. September 2008 kein Dolmetscher zur Verfügung gestellt wurde (Beschwerde S. 11 f., Ziff. 38 bis 42). 5.1 Der Beschwerdeführer hatte am Vortag der Verhandlung vom 2. Sep- tember 2008 durch seinen Verteidiger den Wunsch nach einem Dolmetscher äus- sern lassen (vgl. Prot. GG II S. 66); die Verhandlung – namentlich die ergänzende Befragung des Beschwerdeführers – wur de ohne Beizug eines solchen durchge- führt. Dies liess der Beschwerdeführer im Plädoyer seines Verteidiger beanstan- den. Im angefochtenen Urteil ve rweist die Vorinstanz (Urteil S. 21 f.) darauf, dass die Verteidigung den Wunsch des Beschwe rdeführers einzig damit begründete, dieser habe das Gefühl, sich in seiner Heimatsprache besser verständigen zu können. Dieses am Vortag der Verhandlu ng, knapp fünf Jahre nach Beginn der durchs Band auf Deutsch geführten Untersuchung geltend gemachte Gefühl ge- nüge nicht als Begründung im Sinne von § 130 Abs. 1 GV G, zumal sich der Be- schwerdeführer während der ganzen Un tersuchung immer problemlos in deut- scher Sprache geäussert und nie im Entfe rntesten den Wunsch nach einem Dol- metscher zum Ausdruck gebracht habe. Die Verteidigung habe denn auch mit keinem Wort dargetan, inwiefern der Anspruch des Beschwerdeführers auf ein fai- res Verfahren mit der Verweigerung eines Dolmetschers für diese letzte kurze - 23 - Verhandlung verletzt worden sein k önnte. Dazu komme, dass der Beschwerde- führer anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung auf ausdrückliche Befra- gung hin erklärte, kein Problem zu haben und auch den Inhalt der abgeänderten Anklage verstanden zu haben. Der Beschwerdeführer macht unter Beru fung auf Art. 29 Abs. 2 und 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. e EMRK geltend, als nicht sprachkundig habe er An- spruch auf Übersetzung aller Schriftstücke und mündlichen Äusserungen, auf de- ren Verständnis er angewiesen sei, um in den Genuss eines fairen Verfahrens zu kommen. Dies umso mehr, als es sich um schwerwiegende strafrechtliche Vor- würfe handle und eine hohe Freiheitsstrafe beantragt worden sei. Zwar treffe zu, dass der Antrag erst am Vortag der Ve rhandlung gestellt worden sei, doch könn- ten rein organisatorische Gründe nicht da zu führen, den vorerwähnten Anspruch zu derogieren. Bei der zur Debatte stehenden Freiheitsstrafe sei es mehr als nachvollziehbar, wenn der Angeklagte den Wunsch äussere, sich wenigstens einmal im Prozess in se iner eigenen Muttersprache verteidigen zu können. Die Verweigerung dieses Anspruchs erfülle den Nichtigkeitsgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO. 5.2 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, er habe zu irgendeinem Zeit- punkt der jahrelangen Untersuchung oder des ersten Teils der Hauptverhandlung je einen Antrag auf Beigabe eines Übersetzers bzw. Dolmetschers gestellt. Aus den Akten lässt sich auch ke in Anhaltspunkt dafür entnehmen, dass er während des Verlaufs des Verfahrens sprachliche Sc hwierigkeiten gehabt hätte, sei es be- züglich des Verständnisses der direkt an ihn gerichteten Fragen, sei es hinsicht- lich des Verständnisses der verbalen Komm unikation anderer Verfahrensbeteilig- ter untereinander. Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz davon ausging, dass der Beschwerdeführer, der seit anfangs der 90er- Jahre in der Schweiz lebt und hier auch noch einen Teil der Schulzeit absolvierte (Prot. GG I S. 8, 14 f.), trotz albanischer Muttersprache durchaus in der Lage war, der in deutscher Sprache geführten Verhan dlung zu folgen. Eine Verletzung des Anspruchs auf einen Dolmetscher liegt damit nicht vor. - 24 - 6. Abschliessend erhebt der Beschwerdeführer mit Bezug auf das Tötungs- delikt die Rüge der willkürlichen bzw. aktenwidrigen tatsäch lichen Annahme bzw. der Verletzung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ im Sinne von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO (Beschwerde S. 12 ff., Ziff. 43 ff.). 6.1 Soweit der Beschw erdeführer in diesem Zusammenhang (Ziff. 44 der Beschwerde) wiederum die sich aus § 104a Abs. 2 GVG ergebende Beschrän- kung des Prozessstoffes als bundesrechts widrig beanstandet, kann auf das vor- stehend (Ziff. 4.2) Ausgeführte verwiesen werden. 6.2 Das Geschworenengericht führt aus (U rteil S. 24 unten), unter dem Titel „Tötungsdelikt“ sei nach der Rückweisung einzig zu prüfen, „ob sich als Konsequenz daraus, dass die Schüsse vor dem Haus Ulrich Hegner- Strasse 5 von einer unbekannt gebliebenen Drittperson und nicht vom Angeklagten ab- gegeben wurde, andere Erkenntnisse im Hinblick auf den Ausgangspunkt des tödlichen Schusses ergeben“, was jedoch klar nicht der Fall sei, zumal auch die Aussagen der Vertreter des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich zu diesem Punkt keine neuen Erkenntnisse zutage gefördert hätten. Diese Fragestellung ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde Ziff. 45) keineswegs willkürlich, sondern besagt, dass zu prüfen war, ob sich angesichts der neuen Ausgangsl age zu Phase 2 (Schussabgabe nicht durch den Beschwerdeführer, sondern dur ch einen Mittäter) neue Rückschlüsse tatsächlicher Natur auf den Ablauf der vorangehenden Phase 1 (Abgabe des töd- lichen Schusses durch den Beschwerdefüh rer) aufdrängten, was im Lichte von § 104a Abs. 3 GVG zu berücksichtigen gewesen wäre. 6.3 Im eben angesprochenen Ko ntext bewegt sich auch der abschliessende Rügenkomplex (Beschwerde Ziff. 46 ff.). a) Das Geschworenengericht weist darauf hin (Urteil S. 24), dass es im ers- ten Urteil vom 21. Januar 2006 mit eingehender Begründung zum Schluss gelangt war, dass der tödliche Schuss im Bereich der Hülsenfundlage 1 – 5 und damit vom Beschwerdeführer abgegeben worden sei. Diese Würdigung sei damals nicht - 25 - angefochten worden bzw. – soweit gerügt – seien die Rügen als unbegründet verworfen worden. In diesem Punkt sei also das frühere Urteil nicht aufgehoben worden, und das Geschworenengericht se i grundsätzlich daran gebunden (u.H.a. auf ZR 103 Nr. 49). Zu prüfen bleibe ei nzig, ob sich als Konsequenz daraus, dass die (nachfolgenden) Schüsse nicht vo m Beschwerdeführer, sondern von einer unbekannt gebliebenen Dri ttperson abgegeben wurden, andere Erkenntnisse auch im Hinblick auf den Ausgangspunkt des tödlichen Schusses ergäben (was, wie bereits ausgeführt, im Lichte von § 104a Abs. 3 GVG von Bedeutung wäre; vgl. auch Erläuterungen des Präsidenten des Geschwo renengerichts, Prot. GG II S. 6). Das Geschworenengericht gelangt in Würdigung des ergänz enden Beweis- verfahrens (Befragung der bal listischen Sachverständigen Dr. Z., Leiter des Wis- senschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich, und Fw G., Sachbearbeiter bei der kriminaltechnischen Abteilung der Kant onspolizei [Prot. GG II S. 12 ff.]; vgl. Urteil S. 25 bis 28) zum Schluss, die anlässlich dieser Befragung zutage getrete- nen theoretischen Möglichkei ten bzw. vagen Hypothes en einer Variante Schuss- abgabe ab Hülsenfundort 21 – 24 (anstelle 1 – 5) vermöge die ursprüngliche Be- urteilung aus Sicht des Geschworenengerichts nicht in Frage zu st ellen. Zwar sei richtig, dass es sich bei der ursprünglic hen Beurteilung nicht um einen klaren Be- weis handle, was Dr. Z. auch zu Recht immer wieder betont habe, sondern um ei- ne Interpretation der Befunde; eine Interpretation, bei der alles aufgehe, ohne jeg- liche Widersprüche zu den gefundenen Spuren. Demgegenüb er sei die Hypothe- se der Verteidigung sehr theoretisch, was sich auch daran zeige, dass weder Dr. L. noch Fw G., beides ausgewiesene und anerkannte Experten, anlässlich der ersten Befragung auch nur im geringsten erwogen, der tödliche Schuss könnte auch aus dem Hülsenfundort 21 – 24 a bgegeben worden sein; daran habe Dr. Z. am Ende der Befragung vom 8. Mai 2008 denn auch festgehalten. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass in der ersten Nichtigkeits beschwerde die damaligen balli stischen Befunde nicht beanstandet worden seien. - 26 - b) Der Beschwerdeführer macht geltend (Beschwerde Ziff. 47 bis 50), ent- gegen der Auffassung des Geschworenengerichts sei zunächst klar, dass der Sachverständige Dr. Z. nicht habe sagen k önnen, welche Projektile zu welchen Hülsen gehörten. Diese Rüge bezieht sich auf die Feststellung (Urteil S. 25), wo- nach die Sachverständigen die fünf gefundene Projektile (bzw. Pr ojektilteile) 10, 11, 13, 25 und „Chrysler“ den fünf Hülsen aus dem Hülsenfundort 1 – 5 zuwiesen; diese Zuordnung habe dank dessen gemacht werden können, dass mit zwei ver- schiedenen Waffen geschossen worden sei. Die angefochtene Feststell ung – Zuordnung der fünf Projektile pauschal (wenn auch nicht je einzeln) auf die fünf Hülsen – lässt sich willkürfrei auf die Aus- sagen der Sachverständigen stützen: Die Zuordnung dies er Hülsen zu den ge- nannten Projektilen sei „einfach eine sachlogische aus dem ganzen Verlauf“, auch wenn ein hundertprozentiger Beweis ohne Waffe nicht m öglich sei (Aussage Z., Prot. GG II S. 37/38). Als unm öglich habe sich lediglich erwiesen, ein bestimmtes (einzelnes) Projektil einer bestimmten (ein zelnen) Hülse zuzuordnen (vgl. Aussa- gen Glockner, Prot. GG II S. 44). Umgek ehrt sei nur „rein theoretisch, hypothe- tisch“ möglich, dass insgesamt vier Wa ffen im Spiel gewesen wären, was die Ausgangslage verändern würde (Aussage Glockner, a.a.O.). Wenn der Be- schwerdeführer einwendet, der Sachvers tändige Dr. Z. habe nicht sagen können, welche Projektile zu welchen Hülsen gehörten, gilt dies – was die Vorinstanz aus- drücklich so festhält – nur für die je individuellen Projektile bzw. Hülsen, nicht aber für die beiden Fünfergruppen als solche. Diese Aussagen der Sachverständigen sind klar und die entsprechenden Feststel lungen der Vorinstanz weder willkürlich noch aktenwidrig. Daran ändert auch nichts, dass der Sa chverständige Dr. Z. ausführte, die Munition, die an den beide n verschiedenen Orten ver schossen wurde, sei die gleiche (Prot. GG II S. 38), was das Ge schworenengericht übrigens ausdrücklich erwähnt (Urteil S. 25 unten). Die Unterscheidung der Hülsengruppe erfolgte durch Spuren, welche die Waffen, mit denen sie verschossen wurden, hinterlassen hat- ten (Prot. GG II S. 43 f.). - 27 - Richtig ist, dass Dr. Z. ausdrücklich davon sprach, es sei insofern kein hun- dertprozentiger Beweis möglich (vgl. oben) ; dies hat die Vorinstanz auch nicht übersehen, sondern ausdrücklich erwähnt (Urt eil S. 28). Insofern geht die Rüge der aktenwidrigen bzw. willkürlichen tatsächlichen Annahme (Beschwerde Ziff. 48) ins Leere. c) Als willkürlich er achtet es der Beschwerdeführ er (Ziff. 51 der Beschwer- de), dass die Vorinstanz dem Sachvers tändigen Dr. Z. bei seinen Aussagen über das im PW „Chrysler“ vorgefundene (tödliche) Projektil einen Irrtum zuschreibt. Mit Bezug auf dieses Projektil sagte der Sachverständige Dr. Z. auf entspre- chende Frage des Verteidigers, man wisse nicht, woher dieses Projektil gekom- men sei (Prot. GG II S. 31). Dabei handel t es sich nach Auffassung der Vorin- stanz um einen Irrtum des Sachverständigen (Urteil S. 26): Aufgrund der an ande- rer Stelle gemachten Äusserungen des Sachverständigen stehe fest, dass er der Meinung sei, dieses Projek til könne nicht aus der Posi tion 21 – 24 heraus abge- schossen worden sein; vielmehr komme m an aufgrund der Rekonstruktion in den Bereich des Anhängers, also der Fundl age 1 - 5 (Prot. GG II S. 40). Vor diesem Hintergrund ist es nicht willkürlich anzu nehmen, der Sachverständige sei bei sei- ner zuerst zitierten Aussage (man wisse nicht, woher das Projektil gekommen sei) einem Irrtum unterlegen. Letztlich liegt es in di esem Zusammenhang nahe, die Antwort auf die Frage des Verteidigers so zu verstehen, dass man nicht mit abso- luter Sicherheit wisse, woher das Projekt il stammt; dieser Vorbehalt liegt aber nach dem Gesagten hier ohnehin der gesamten Beweiswürdigung zugrunde. d) Der Beschwerdeführer beanstandet (Beschwerde Ziff. 53 f.), die Vorin- stanz stütze sich zusammen mit den ba llistischen Sachverständigen darauf, dass die Tatortsituation „rechnerisch“ (d.h. gleiche Anzahl Projektile wie Hülsen) aufge- he, ohne dass wirklich erstellt sei, da ss der tödliche Schuss von der Hülsenfund- lage 1 – 5 abgegeben wurde. Dass die Rechnung aufgehe, sei dem Zufall zu ver- danken; jedenfalls seien am Tag nach der Spurensicherung weitere Hülsen ge- funden worden, weshalb nicht ausgeschlo ssen werden könne, dass noch weitere Hülsen oder Projektile am Tatort lagen und nicht gefunden wurden, womit der Be- weiswert der Rechnung „5+5“ praktisch auf Null sinke. - 28 - In diesem Zusammenhang beruht die vo rinstanzliche Beweiswürdigung auf demselben Fundament wie bereits im ersten Urteil vom 21. Januar 2006 (vgl. dort S. 73 ff.). Dazu, d.h. hins ichtlich der urspr ünglichen Beurteilung, räumt die Vorin- stanz selber ausdrücklich ein (Urteil S. 28) , es liege kein klarer Beweis vor, was denn auch Dr. Z. immer betont habe. Na chdem aber die ursprüngliche Beurtei- lung der Tatortsituation vom Beschwerdef ührer mit seiner ersten Nichtigkeitsbe- schwerde nicht angefochten worden war (u nd nachdem aufgrund der Ergänzung des Beweisverfahrens insofern keine ne uen Erkenntnisse zu gewinnen waren), bleibt es im Lichte von § 104a Abs. 2 GVG beim diesbezüglichen Ergebnis. Der Versuch des Beschwerdeführers (Beschwe rde Ziff. 54 ff.), die ursprüngliche Be- weiswürdigung heute (erstmal s) in Frage zu stellen, ist schon aus prozessualen Gründen zum Scheitern verurteilt. Dies gilt auch für die weiteren Vorbringen (Be- schwerde Ziff. 58 ff.); letztlich wird damit die Beweiswürdigung angefochten, wie sie bereits dem ersten Urteil des Geschworenengerichts zugrunde lag und wie sie heute nicht mehr Gegenstand de s Verfahrens ist. Es ist in Erinnerung zu rufen, dass als Folge des kassationsgerichtlic hen Rückweisungsentscheides nicht die tödliche Schussabgabe in der ersten P hase neu zu beurteil en war, sondern pri- mär allein die Frage, ob bei der nac hfolgenden Schussabgabe eine Drittperson als Mittäter des Beschwerdeführers auftrat. e) Soweit der Beschwer deführer beanstandet, sein Hinweis auf das Aussa- geverhalten von B. habe im angefochtenen Entscheid mit keinem Wort Erwäh- nung gefunden (Beschwerde S. 57), ist auf die bereits mehrfach angesprochene prozessuale Begrenzung des Pr ozessstoffes hinzuweisen. Insoweit liegt somit keine Gehörsverweigerung vor. 7. Zusammenfassend erweist sich die Nichtigkeitsbeschwerde, soweit dar- auf einzutreten ist, als unbegründet und ist abzuweisen. 8. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Kassationsverfahrens (einschliess- lich jene der amtlichen Verteidigung) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. - 29 - Das Gericht beschliesst: 1. Die Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiese n, soweit darauf einzutreten ist.. 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassati onsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 4'000.--. 3. Die Kosten des Kassationsverfahrens (einschliesslich diejenigen der amtli- chen Verteidigung) werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 4. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Urteils des Ge- schworenengerichts des Kantons Züri ch vom 2. September 2008 mit Be- schwerde an das Bundesgericht neu ab Empfang des vorliegenden Ent- scheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG). Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 5. Schriftliche Mitteilung an die Part eien, das Geschworenengericht des Kan- tons Zürich sowie das Amt für Justizvollzug (Bewährungs- und Vollzugs- dienst) je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der Generalsekretär: