<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2014-04-09-9C_719-2013.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para"> <b>9C_719/2013 {T 0/2} </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 9. April 2014</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Kernen, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, </div> <div class="para">Bundesrichterin Pfiffner, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Helfenstein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">S.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Ausgleichskasse Schwyz</i>, </div> <div class="para">Rubiswilstrasse 8, 6438 Ibach, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Alters- und Hinterlassenenversicherung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz </div> <div class="para">vom 20. August 2013. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Mit zwei Beitragsverfügungen "Akonto" vom 11. Dezember 2012 qualifizierte die Ausgleichskasse Schwyz S.________ als Nichterwerbstätigen und verpflichtete ihn zur Bezahlung von persönlichen Beiträgen von Fr. 10'328.50 für 2011 und Fr. 10'166.20 für 2012, basierend auf seinen Selbstangaben. Die dagegen erhobene Einsprache, mit welcher S.________ geltend machte, er sei bis 31. Oktober 2012 erwerbstätig gewesen und deshalb für die Jahre 2011 und 2012 nicht als Nichterwerbstätiger zu erfassen, wies die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom 27. Mai 2013 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 20. August 2013 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt S.________, der angefochtene Entscheid, der Einspracheentscheid und die Beitragsverfügungen seien aufzuheben und er sei als Erwerbstätiger zu qualifizieren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Bei akonto erhobenen Beiträgen handelt es sich um provisorisch festgesetzte Beiträge. Auch einer erst auf provisorischer Grundlage erfolgten Beitragsfestsetzung kommt indes Verfügungscharakter zu, weshalb der Beitragspflichtige Beschwerde führen muss, wenn er den Eintritt der Rechtskraft verhindern will (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=29.03.2014&amp;to_date=17.04.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-V-70%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page70">BGE 109 V 70</a> E. 2b S. 73; Urteil H 61/06 vom 25. Mai 2007). Die Vorinstanz ist deshalb zu Recht auf die Beschwerde eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (<span class="artref">Art. 82 ff. BGG</span>) kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). Es prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=29.03.2014&amp;to_date=17.04.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.4.1 S. 254). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>), und kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>) und wenn die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Streitig ist, ob der Beschwerdeführer für 2011 und 2012 ahv-rechtlich als Nichterwerbstätiger beitragspflichtig ist. Dabei handelt es sich um eine Rechtsfrage, die das Bundesgericht frei überprüft (Urteil 9C_ 256/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2, nicht publiziert in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=29.03.2014&amp;to_date=17.04.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-12%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page12">BGE 139 V 12</a>, aber in SVR 2013 AHV Nr. 9 S. 33). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die versicherten Personen in der AHV (<span class="artref"><artref id="CH/831.10/1^a/b" type="start"></artref><artref id="CH/831.10/1^a/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/831.10/1^a/1/a" type="start"></artref>Art. 1a Abs. 1 lit. a und b AHVG</span><artref id="CH/831.10/1^a/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/831.10/1^a/b" type="end"></artref><artref id="CH/831.10/b" type="end"></artref>), Beginn und Ende der Beitragspflicht (<span class="artref">Art. 3 AHVG</span>) sowie über die Beitragspflicht der Nichterwerbstätigen entsprechend der sozialen Verhältnisse zutreffend wiedergegeben (<span class="artref"><artref id="CH/831.10/10/3" type="start"></artref><artref id="CH/831.10/10/1" type="start"></artref>Art. 10 Abs. 1 und 3 AHVG</span><artref id="CH/831.10/10/3" type="end"></artref><artref id="CH/831.10/3" type="end"></artref> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 28 ff. AHVV</span>). Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Zu wiederholen ist, dass nach <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 AHVG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 28bis Abs. 1 AHVV</span> Personen, die nicht dauernd voll erwerbstätig sind, die Beiträge wie Nichterwerbstätige leisten, wenn ihre Beiträge vom Erwerbseinkommen zusammen mit denen ihres Arbeitgebers in einem Kalenderjahr nicht mindestens der Hälfte des Beitrages nach <span class="artref">Art. 28 AHVV</span> (Bemessungsgrundlage gemäss Abs. 1: Vermögen bzw. mit 20 multipliziertes jährliches Renteneinkommen) entsprechen. Ihre Beiträge vom Erwerbseinkommen müssen auf jeden Fall den Mindestbeitrag nach <span class="artref">Art. 28 AHVV</span> erreichen. Dabei handelt es sich bei <span class="artref">Art. 28bis AHVV</span> nur um eine Konkretisierung der in <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 AHVG</span> vorgezeichneten Schwergewichtsmethode zur Abgrenzung von Erwerbs- und Nichterwerbstätigen (vgl. auch Hanspeter Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV, 2. Aufl. 1996, S. 216 Rz. 10.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Das kantonale Gericht erwog, der Beschwerdeführer bestreite seine Qualifikation als Nichterwerbstätiger nunmehr nicht mehr auf Grund der Frühpensionierung, einer mehr als 9 Monate dauernden Erwerbstätigkeit in den Jahren 2011 und 2012 oder der über dem Mindestbeitrag liegenden einbezahlten AHV-Beiträge, sondern mache neu geltend, gemäss <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> würden Versicherungsleistungen bei Unfall nicht zum Erwerbseinkommen gehören. Dem könne indes nicht gefolgt werden. Unfalltaggelder gehörten auf Grund der Systematik von <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> gerade nicht zum Erwerbseinkommen, sondern würden vielmehr als Renteneinkommen qualifiziert, wobei der Begriff des Renteneinkommens im weitesten Sinn zu verstehen sei. Entscheidend sei nicht, ob die Leistungen mehr oder weniger die Merkmale einer Rente aufweisen, sondern vielmehr, ob sie zum Unterhalt der versicherten Person beitragen, d.h. ob es sich um Einkommensbestandteile handelt, welche die sozialen Verhältnisse der nichterwerbstätigen Person beeinflussen. Die Ausgleichskasse habe die ausgerichteten Unfalltaggelder zutreffend als Renteneinkommen qualifiziert. Die von ihr vorgenommene Vergleichsrechnung (für 2011 ein zu entrichtender Nichterwerbstätigen-Beitrag von Fr. 9'836.50 gegenüber Arbeitnehmerbeiträgen von Fr. 915.36 aus tatsächlich erzieltem Einkommen; für 2012 Fr. 9'682.- gegenüber Fr. 979.28) sei korrekt und ergebe, dass der Versicherte in den fraglichen beiden Jahren "nicht dauernd voll erwerbstätig" gewesen sei und damit als Nichterwerbstätiger gelte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Der Beschwerdeführer macht erneut einzig geltend, eine systematische Auslegung von <span class="artref">Art. 6 AHVV</span> hätte eine Qualifikation als Erwerbstätiger zur Folge und rügt eine Verletzung der Begründungspflicht als Verletzung des rechtlichen Gehörs. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Diese Vorbringen sind nicht stichhaltig. Zunächst hat sich das kantonale Gericht mit dem beschwerdeführerischen Einwand der Gesetzessystematik in Bezug auf <span class="artref">Art. 6 AHVV</span> befasst, von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne der Verletzung der Begründungspflicht kann keine Rede sein. </div> <div class="para">Ebenfalls unbehelflich ist der Einwand, die Versicherungsleistungen bei Unfall seien in Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b AHVV ausdrücklich unter dem Abschnitt "A. Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten" geregelt, weshalb auf Grund systematischer Auslegung des Gesetzes zu schliessen sei, dass Bezüger von Unfalltaggeld als Erwerbstätige zu qualifizieren seien. Zwar trifft es zu, dass <span class="artref">Art. 6 AHVV</span>, der in Abs. 2 lit. b die Versicherungsleistungen aufführt, unter dem Titel "A. Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten" figuriert. Es ist indes offensichtlich, dass Abs. 2, unter welchen in lit. b auch die Versicherungsleistungen bei Unfall fallen, gerade die Ausnahmen vom Begriff des Erwerbseinkommens statuiert, mithin dort aufgeführt wird, was gerade nicht zum Erwerbseinkommen zählt. Ein Erwerbstätiger im ahv-rechtlichen Sinn definiert sich allein durch das Vorliegen eines Erwerbseinkommens. Fehlt ein solches, ist der Versicherte nicht als Erwerbstätiger zu qualifizieren. Es ist deshalb nicht einzusehen, inwiefern eine systematische Auslegung zu einem anderen Schluss führen könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die im Sinne von <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> offensichtlich unbegründete Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer als unterliegender Partei auferlegt (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'600.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 9. April 2014 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Kernen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Helfenstein </div> </div></body></html>