<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2014-11-04-6B_1024-2014.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_1024/2014 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 4. November 2014</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Mathys, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber C. Monn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern</i>, Postfach 3439, 6002 Luzern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Einstellungsverfügung (Widerhandlungen gegen die kantonale Jagdverordnung etc.), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 13. August 2014. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Der Präsident zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin stellte am 18. Dezember 2011 bzw. 18. Januar 2012 gegen mehrere Personen einer Jagdgesellschaft Strafklage unter anderem wegen Sachbeschädigung und machte eine Zivilforderung in Höhe von Fr. 24'600.-- geltend. Sie führte aus, sie habe sich am 3. Dezember 2011 auf dem Grundstück des Sohnes in ihrer Nagerstation mit 62 Hasen aufgehalten. Um ca. 09.30 Uhr habe sie einen Jäger wahrgenommen und gesehen, dass sich drei Jagdhunde auf dem Grundstück aufhielten. Später seien die Hunde in die Nagerstation gesprungen, nachdem sie zwei ihrer eigenen Hunde überrannt und verletzt hätten. Die Jagdhunde hätten den Zaun der Nagerstation niedergedrückt, so dass acht Hasen entkommen seien. Davon seien vier wieder eingefangen und einer tot aufgefunden worden. Die drei weiteren seien nicht mehr auffindbar gewesen. Später seien vier Jäger auf das Grundstück gekommen und gegen die Beschwerdeführerin tätlich geworden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Staatsanwaltschaft Emmen stellte das Strafverfahren gegen fünf von der Beschwerdeführerin angezeigte Jäger wegen Tätlichkeiten, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Widerhandlungen gegen die kantonale Jagdverordnung und das Tierschutzgesetz am 10. Dezember 2013 ein. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern am 13. August 2014 ab, soweit es darauf eintrat (Ziff. 1). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde abgewiesen (Ziff. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, Ziff. 1 des Beschlusses des Kantonsgerichts vom 13. August 2014 sei aufzuheben. Die Strafsache sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen zur Fortsetzung der Untersuchung. Ziff. 2 des Beschlusses sei aufzuheben und ihr für das Verfahren vor dem Kantonsgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Privatklägerin ist zur Erhebung einer Beschwerde in Strafsachen nur legitimiert, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Sofern es aufgrund der Natur der untersuchten Straftat nicht ohne Weiteres ersichtlich ist, muss sie nach der Rechtsprechung spätestens vor Bundesgericht darlegen, aus welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderung auswirken kann. Das Bundesgericht stellt insoweit strenge Anforderungen (Urteil 6B_1128/2013 vom 24. März 2014 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Bezug auf die Vorwürfe des Hausfriedensbruchs, der Widerhandlungen gegen die kantonale Jagdverordnung und das Tierschutzgesetz sind von vornherein keine möglichen Zivilforderungen ersichtlich. Insoweit ist die Beschwerdeführerin nicht legitimiert. Nachdem sie auf den Vorwurf der Tätlichkeiten bereits im kantonalen Verfahren verzichtet hat (Beschwerde S. 15 Ziff. 46), bleibt die angebliche Sachbeschädigung. Es ist zwar fraglich, inwieweit in diesem Zusammenhang ein Schaden von Fr. 24'600.-- entstanden sein könnte, indessen kann die Frage offenbleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Bezug auf die Sachbeschädigung wirft die Beschwerdeführerin der Staatsanwaltschaft vor, sie habe gewisse Umstände nicht untersucht, die für die Beurteilung der subjektiven Seite der Angelegenheit wichtig gewesen wären (Beschwerde S. 15 Ziff. 45). Die Beschwerde ans Bundesgericht ist indessen nur gegen den letztinstanzlichen kantonalen Entscheid des Kantonsgerichts zulässig (<span class="artref">Art. 80 Abs. 1 BGG</span>). Die Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft ist nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Soweit die Beschwerdeführerin angebliche Verfahrensfehler rügt (Beschwerde S. 16 Ziff. 47-52), genügt die Eingabe den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> nicht. So macht sie z.B. geltend, auf ihre Anfrage sei am 21. Juni 2012 nur die Eröffnung der Untersuchung gegen zwei Jäger bestätigt worden. Die Untersuchung sei am 10 Dezember 2013 jedoch auch gegen drei weitere Beschuldigte eingestellt worden, gegen die sie formell gar nie eröffnet worden sei (Ziff. 47). Abgesehen davon, dass dieser Vorwurf erneut die Staatsanwaltschaft betrifft, folgt aus der Angabe der Beschwerdeführerin nicht zwangsläufig, dass die Untersuchung gegen die drei weiteren Personen nicht irgendwann zwischen Juni 2012 und Dezember 2013 tatsächlich formell eröffnet wurde. Welche Bestimmung eine entsprechende Information der Beschwerdeführerin vorgeschrieben hätte, sagt sie nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Bezug auf die verweigerte unentgeltliche Rechtspflege bestreitet die Beschwerdeführerin, dass die Beschwerde an die Vorinstanz aussichtslos gewesen sei (Beschwerde S. 3/4 Ziff. 5-7). Indessen ergibt sich aus dem Umfang des angefochtenen Entscheids nicht zwangsläufig, dass das Obsiegen vor der Vorinstanz nicht beträchtlich unwahrscheinlicher als das Unterliegen war (Beschluss S. 13). Im Übrigen vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun, dass die Annahme der Vorinstanz, der Vorfall habe sich ereignet, obwohl die Jagdgesellschaft sämtliche nötigen Sorgfaltsvorkehren getroffen hatte, offensichtlich unrichtig ist, sondern dass es sich, wie sie geltend macht, um einen eigentlichen "Überfall" der Jagdgesellschaft auf die Nagerstation gehandelt hätte. Auch in diesem Punkt vermag die Begründung den Anforderungen nicht zu genügen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von <span class="artref">Art. 64 BGG</span> abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Gemäss der Vorinstanz lebt die Beschwerdeführerin in angespannten finanziellen Verhältnissen (Beschluss S. 13 E. 7.3). Diesem Umstand ist durch eine Reduktion der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (<span class="artref">Art. 65 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 4. November 2014 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Mathys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Monn </div> </div></body></html>