Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. November 2016 (725 16 180 / 288) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Abweisung der Beschwerde; die Versicherung hat ihre Leistungen aufgrund des Weg- falls des Kausalzusammenhangs zu Recht eingestellt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Mar kus Mattle, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber i.V. Mark Grieder Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Stephan Bläsi, Advokat, Birsigstrasse 34, 4054 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1980 geborene A.____ war als Senior Manager Global Sales PV bei der B.____ AG angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversiche- rungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- un d Nichtberufsunfällen sowie Berufskrank- heiten versichert. Am 8. Juli 2013 knickte er beim Tennisspielen mit dem rechten Fuss um und zog sich eine Distorsion des Oberschenkelgelenks (O SG) zu. Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung). Mit Verfügung vom 24. März 2016 stellte sie ihre Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungspflicht rückwirkend per 30. November 2013 mit der Begründung ein, es habe eine Os- teochondrosis Dissecans (OD) bereits vorbestanden und spätes tens ab diesem Zeitpunkt sei der Status quo sine erreicht worden. Dagegen erhob A._ ___ am 19. April 2016 Einsprache. Nach nochmaliger Prüfung der Aktenlage wies die SUVA di e Einsprache mit Entscheid vom 17. Mai 2016 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat S tephan Bläsi, am 9. Juni 2016 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsr echt (Kantonsgericht). Darin beantragte er, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 17. Mai 2016 sei die SUVA anzu- halten, ihm die gesetzlichen Leistungen rückwirkend weiterhin auszurichten. C. Mit Vernehmlassung vom 23. August 2016 schloss die SUVA auf Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1, Art. 57 und 60 Abs. 1 des Bu ndesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktob er 2000 kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer über Versicherungsleistun gen beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Ka ntons, in dem die betroffene ver- sicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren W ohnsitz hatte. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führe nden Dritten im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arb eitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG, 1. Satzteil). Gemäss § 54 Abs. 1 lit. b des Gese tzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kan- tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherer. Zur Zeit der Beschwerde- erhebung wohnte der Versicherte in Deutschland. Zum Zei tpunkt des Unfallereignisses war er bei der B.____ AG angestellt, welche ihren Sitz in C.____, Baselland hat. Demnach ist das Kan- tonsgericht sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be schwerde vom 9. Juni 2016 ist einzutre- ten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne rin ihre Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 8. Juli 2013 zu Rech t per 30. November 2013 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfa llversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu erbringen. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- sicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses be trägt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähi gkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Be- ginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des n atürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund- heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im St reitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruch s nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, lie gt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist – nicht bei Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (S ozialversicherungsrecht - Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil d es Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Für die Beurteilung der umstrittenen Fragen sind i m Wesentlichen folgende ärztliche Berichte zu berücksichtigen: 6.1 Im fachärztlichen Gutachten von Dr. med. D.____, Fach arzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, vom 8. März 2007 wird gestützt auf die klinische und radiologische Unter- suchung vom 8. Februar 2007 Folgendes festgestellt: Der Explorand sei am 6. Juli 2005 beim Hallenfussball verunfallt und habe sich dabei das Spru nggelenk im rechten Fuss verdreht. Es sei eine Aussenbandruptur am rechten OSG festgestellt w orden. Etwa Mitte Januar 2006 habe sich der Explorand ein erneutes Trauma am rechten Sprung gelenk zugezogen, worauf hin eine Kernspintomographie durchgeführt worden sei. Zusammen fassend stellte Dr. D.____ die Diag- nose einer OSG-Distorsion mit Aussenbandzerrung rechts mit guter Prognose. 6.2 Vom 31. August 2012 liegt ein handschriftlicher Ve rmerk von Dr. med. E.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, vor, wonach der Versicherte nach der operativen Intervention des OSG vom 5. März 2008 eine „völlige Beschwerdefreiheit“ aufweise. 6.3 Im Bericht des Universitätsklinikums F.____ vom 3. Sep tember 2013 wird von Prof. Dr. med. G.____, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopä die und Unfallchirurgie, als Zustand nach retrograder Anbohrung 2008 in domo eine OD an der m edialen Talusschulter im rechten OSG diagnostiziert. 6.4 Das Universitätsklinikum F.____ hielt am 30. Dezembe r 2013 fest, dass der Patient er- neut in der Klinik vorstellig geworden sei, da er weite rhin belastungsabhängige Schmerzen im rechten Sprunggelenk habe. Nach dem Eingriff – gemeint ist die retrograde Anbohrung der me- dialen Talusschulter 2008 – sei es nur kurz zu einer Besseru ng gekommen. Zudem wird die diagnostizierte OD erneut erwähnt. 6.5 Am 4. Februar 2014 berichtet das Universitätsklinikum F.____ über die arthroskopische Mikrofrakturierung am oberen Sprunggelenk, die am 20. Dezember 2013 durchgeführt worden sei. Nach dieser Intervention seien dann keine Beschwerden mehr vorhanden gewesen. 6.6 Im Bericht des Universitätsklinikums F.____ vom 27. Au gust 2014 hielt Prof. G.____ fest, dass der Patient weiterhin unter persistierenden b elastungsabhängigen Schmerzen und Schwellungszuständen im rechten OSG leide und es trotz d urchgeführter Mikrofrakturierung 2013 und der retrograden Anbohrung 2008 postoperativ nie wirklich zu einer Beschwerdefrei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht heit gekommen sei. Über die vorgeschlagene operative We iterbehandlung wolle der Patient aber erst nach eingeholter Zweitmeinung entscheiden. 6.7 Im Operationsbericht von Dr. med. H.____, FMH Ort hopädische Chirurgie und Trauma- tologie des Bewegungsapparates, I.____, vom 14. Novembe r 2014 steht, dass sich bei der OD der medialen Talusschulter nunmehr eine deutliche Progr ession mit Zystenformation zeige. Aufgrund der durchgeführten Therapien empfehle sich eine Operation. Diese sei vom Patienten akzeptiert und auf den 14. November 2014 angesetzt worden. 6.8 Im Formulargutachten des Universitätsklinikums F.____ vom 1. April 2015 wurde be- schrieben, dass der Versicherte seit dem Jahr 2008 wegen de r OD mediale Talusschulter rechts Grad III in Behandlung sei. 6.9 Am 1. März 2016 stellte Dr. med. J.____, Facharzt f ür Chirurgie, in seiner Beurteilung für die SUVA fest, dass das Ereignis vom 8. Juli 2013 zu kei nen objektivierbaren strukturellen Lä- sionen am rechten OSG geführt habe. Nach seiner Beurt eilung liege ein Rückfall des Ereignis- ses von 2008 (recte: Unfall beim Hallenfussball 2005) vor. 6.10 In der ärztlichen Beurteilung von Dr. J.____ vom 18 . März 2016 wird ausgeführt, dass mittels der bildgebenden Abklärungen keine strukturellen Läsionen am rechten OSG feststellbar seien und die OD bereits im Jahr 2008 operativ angega ngen worden sei. Beim Ereignis vom 8. Juli 2013 sei es zu einem Distorsionstrauma am rechte n OSG gekommen, das keine struktu- rellen Läsionen am rechten OSG ausgelöst habe. Zwei Mo nate nach dem Ereignis sei anläss- lich der Kontrolle in der unfallchirurgischen Sprechstu nde des Universitätsklinikums F.____ die schon lange bekannte OD festgestellt worden. Beim Ereign is vom 8. Juli 2013 sei es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines erheblichen vorbestehenden unfallfremden Befundes gekommen. Eine Distorsion des OSG mit einer Überdehnun g des lateralen Bandapparates sei in der Regel sechs Wochen nach dem Unfallereignis ausgeheilt. Im vorliegenden Fall mit einem erheblichen unfallfremden Vorzustand, welcher traumatisi ert worden sei, müsse von einer ma- ximalen Heilungsdauer von drei Monaten ausgegangen werd en. Nach dieser Zeitspanne könn- ten die Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichk eit keine Rolle im Beschwerdebild des Versicherten mehr spielen. Die weitere Behandlung und insbesondere der operative Eingriff vom 20. Dezember 2013 seien auf den unfallfremden Vorzustand zurückzuführen. 6.11 In der erneuten Beurteilung vom 21. April 2016 stellte Dr. J.____ fest, dass auch die erst nachträglich eingereichten Stellungnahmen von Dr. E._ ___ und Dr. D.____ (vgl. hiervor, E 6.1 und 6.2) an seiner Beurteilung des Sachverhalts nichts ändern würden. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. Mai 2016 bei der Beurteilung der Unfallkausalitä t vollumfänglich auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. J.____ vom 18. März 2016 und 21. April 2016. Sie ging demzufolge da- von aus, dass die Beschwerden mit überwiegender Wahrsche inlichkeit nicht mehr auf den Un- fall vom 8. Juli 2013 zurückzuführen seien. Vielmehr sei anzunehmen, dass es beim Tennisun- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fall nicht zu einer relevanten Verletzung gekommen s ei und der Status quo sine erfahrungsge- mäss spätestens nach drei Monaten eingetreten sei. 7.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu be anstanden. Aufgrund der vorlie- genden medizinischen Akten bestehen keine Indizien, die Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun g von Dr. J.____ vom 18. März 2016 zulassen würden. So geht aus den übrigen medizini schen Unterlagen – übereinstimmend mit Dr. J.____ – hervor, dass die am 8. Juli 2013 unbe stritten erlittene OSG-Distorsion keine objektivierbaren strukturellen Veränderungen auswies. Die im März 2014 revidierten Guidelines zu OSG Distorsionen besagen zudem, dass OSG-Distorsionen di e häufigsten Sportverletzun- gen darstellen und ohne strukturelle Schädigung die H eilungsphasen im Regelfall nach 6 Wo- chen abgeschlossen sind. Daher darf auch, wie Dr. J.____ korrekt aufführt, davon ausgegan- gen werden, dass es sich beim vorliegenden Distorsionstraum a am rechten OSG um eine vo- rübergehende Verschlimmerung eines erheblichen vorbest ehenden unfallfremden Befundes gehandelt hat. Denn es bestand unbestrittenermassen bereits seit 2008 (vgl. hiervor, E. 6.3) die Diagnose der OD mediale Talusschulter rechts Grad III. N ach dem eingereichten Dokument über die OD im Sprunggelenk der Orthopädischen Gelenk -Klinik K.____ vom 18. August 2016 entspricht die vorliegende medizinische Situation dem üb lichen Krankheitsverlauf einer OD, welcher sich auch ohne OSG-Distorsion so manifestiert hätt e. Zudem ist auffällig, dass keiner der ärztlichen Berichte des Universitätsklinikums F.____ au f den Unfall vom 8. Juli 2013 ein- geht. Dadurch zeigt sich, dass dieser Unfall für die beha ndelnden Ärzte nicht ursächlich für die Heilbehandlungen der OD gewesen war. Damit war späte stens drei Monate nach dem Unfall der Status quo sine erreicht und die Unfallfolgen nicht mehr kausal für die weitere Behandlung. 7.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, vermag die Rich tigkeit der vorinstanzlichen Be- weiswürdigung nicht in Frage zu stellen. So kann die behauptete Beschwerdefreiheit vor dem Tennisunfall keinen natürlichen Kausalzusammenhang begrü nden, da dies im Ergebnis auf die Beweisformel „post hoc ergo propter hoc“ hinaus laufen würde, wonach eine gesundheitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursach t gilt, weil sie nach diesem aufgetre- ten ist (vgl. BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Beweiswürdigung erweist sich aber nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als unzureichend (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2010, 8C_309/2010). Eine Beschwerdefreiheit darf in casu auch nicht leichthin ange- nommen werden, da aufgrund der vorbestehenden OD vielmehr ein stummer Vorzustand wahr- scheinlich war, bei dem es früher oder später ohnehin zur vorliegenden Entwicklung des Ge- sundheitszustandes gekommen wäre. Schlussendlich wird zudem im Bericht des Universitäts- klinikums F.____ festgehalten, dass es nach dem operativen Eingriff 2008 (vgl. hiervor, E. 6.4) nur kurzfristig zu einer Besserung gekommen ist und die Beschwerden demnach zurückgekehrt sind. Somit kann im Zeitpunkt des Tennisunfalls gerade n icht von einem beschwerdefreien Vor- zustand ausgegangen werden. Auch die vom Beschwerdeführer behauptete merkliche mecha- nische Einwirkung bei der OSG-Distorsion ist nicht überzeugend, da aufgrund der bildgebenden Unterlagen keine objektivierbaren strukturellen Verän derungen ausgewiesen werden können. Der Beschwerdeführer macht darüber hinaus geltend, es dürfe für die Heilungsphasen der OSG-Distorsion nicht auf Erfahrungswerte abgestellt wer den, da ein erheblicher Vorzustand vorgelegen habe. Dieser Argumentation kann nicht gef olgt werden, da Dr. J.____ gerade we- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen des erheblichen Vorzustandes die Genesungszeit von dur chschnittlich sechs Wochen auf drei Monate erstreckt hat. Somit wurde der konkrete Sachverhalt berücksichtigt. 8. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Beurteilung von Dr. J.____, wonach dieser den Kausalzusa mmenhang zwischen der OSG- Distorsion vom 8. Juli 2013 und den Heilbehandlungen ab Dezember 2013 verneint, gefolgt ist und somit ihre Versicherungsleistungen per 30. November 2013 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 19. April 2016 erh obene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen wird. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.