<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht so zu ändern, dass bei Anhörungen und Befragungen von Kindern und Erwachsenen in der Regel Wortprotokolle erstellt werden müssen. Summarische Zusammenfassungen sollen nur ausnahmsweise und nach den im Gesetz festgelegten Kriterien zulässig sein.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die bundesrechtlichen Vorgaben an das Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) sind bewusst nur sehr rudimentär geregelt. Normiert sind vor allem grundlegende Verfahrensfragen, welche im Interesse der Verwirklichung des materiellen Rechts einer einheitlichen Regelung unterstellt worden sind. Das Gesetz sieht in Bezug auf die Protokollierung einzig in Artikel 314a ZGB für die Kindesanhörung vor, dass das Protokoll nur die für den Entscheid wesentlichen Ergebnisse festhält. Im Übrigen sind die kantonalen Verfahrensbestimmungen massgebend und, soweit diese nichts anderes bestimmen, gemäss Artikel 450f ZGB die Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272). Gemäss Artikel 235 Absatz 2 ZPO sind Ausführungen tatsächlicher Natur "dem wesentlichen Inhalt nach" zu protokollieren; Entsprechendes gilt für die Protokollierung der Zeugenaussagen (Art. 176 Abs. 1 ZPO) sowie für die Parteibefragung und die Beweisaussage (Art. 193 ZPO). Selbstverständlich steht es der Behörde frei, im Einzelfall oder regelmässig ein wörtliches Protokoll zu erstellen, wenn sie dies als notwendig erachtet. Der Entscheid soll unter Abwägung der Bedürfnisse sowie des zu erwartenden Aufwandes erfolgen. Diese Regelung hat sich, soweit ersichtlich, bewährt; wenn in Einzelfällen tatsächlich Protokolle erstellt wurden, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprachen, muss mittels einer Beschwerde oder allenfalls über die Aufsichtsbehörde eine Lösung gefunden werden. Nicht gerechtfertigt erscheint es dagegen, aufgrund von Einzelfällen die bundesrechtlichen Anforderungen generell zu erhöhen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.