<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-06-24-7B_888-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_888/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 24. Juni 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Abrecht, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Kölz, Hofmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Kern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ AG, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Pius Schumacher, </div> <div class="para">2. C.________, </div> <div class="para">vertreten durch Fürsprecher Mark Schibler, </div> <div class="para">D.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Wernli, </div> <div class="para">3. E.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Reto Allemann, </div> <div class="para">4. F.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Urs Wüthrich, </div> <div class="para">5. G.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Walter Rumpf, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Zulassung Privatklägerschaft, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 13. Oktober 2023 (BK 23 75). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Die A.________ AG bezweckt unter anderem den Betrieb von Gaststätten und Ausflugszielen, den Betrieb von Fischzucht- und Fischverarbeitungsanlagen sowie den Vertrieb von Fisch- und anderen Naturprodukten insbesondere unter der Marke "A.________". Sie ist Eigentümerin verschiedener Liegenschaften, insbesondere des Grundstücks Kandergrund-Gbbl. Nr. xx und damit des Blausees. Der Blausee wird vom Grundwasserstrom des Kandertals gespiesen. Die A.________ AG pumpt unter anderem einen Teil des Grundwassers in die Becken der Fischzuchtanlage. </div> <div class="para">Die H.________ AG saniert gestützt auf die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamtes für Verkehr vom 24. September 2018 zurzeit den Lötschberg-Scheiteltunnel. Es werden die alten Gleise (Schotterfahrbahn) mitsamt Schotter und Schwellen entfernt und durch eine feste Fahrbahn ersetzt. Der ausgehobene Gleisunterbau wird der Abfallentsorgung und Wiederverwertung zugeführt. Mit Totalunternehmervertrag vom 17. September 2018 übernahmen die I.________ Tunnel AG und die I.________ AG Bern als Arbeitsgemeinschaft (ARGE I.________ LBST) unter anderem die fachgerechte Entsorgung des aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel entfernten Schotters bzw. Gleisunterhalts gemäss dem genehmigten Entsorgungskonzept. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Am 24. Juli 2020 reichte die A.________ AG bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland des Kantons Bern Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft ein wegen qualifizierter Sachbeschädigung (<span class="artref"><artref id="CH/311.0/144/3" type="start"></artref><artref id="CH/311.0/144/1" type="start"></artref>Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB</span><artref id="CH/311.0/144/3" type="end"></artref><artref id="CH/311.0/3" type="end"></artref>), Verunreinigung von Trinkwasser (<span class="artref">Art. 234 Abs. 1 StGB</span>), Verunreinigung von Wasser (<span class="artref">Art. 70 Abs. 1 lit. a GSchG</span> [SR 814.20]), Übergabe von Sonderabfällen an eine Unternehmung, die keine Bewilligung besitzt (Art. 60 Abs. 1 lit. n und p USG [SR 814.01]), Entgegennahme von Sonderabfällen ohne Bewilligung (Art. 60 Abs. 1 lit. o und p USG) sowie Tierquälerei (Art. 26 Abs. 1 Tierschutzgesetz vom 16. Dezember 2005 [TSchG; SR 455]). Sie erklärte, sich als Straf- und Zivilklägerin im Strafverfahren beteiligen zu wollen. </div> <div class="para">In ihrer Strafanzeige schilderte die A.________ AG aussergewöhnliches Fischsterben und äusserte gestützt auf diverse Unterlagen den Verdacht, dass im nahe gelegenen, geografisch weiter oben liegenden Steinbruch der J.________ AG in grösserem Rahmen stark verschmutzter Gleisaushub des Lötschberg-Scheiteltunnels in unzulässiger Weise entsorgt worden sei respektive werde. Der Gleisaushub stelle Sonderabfall dar, welcher in einer Spezialdeponie hätte entsorgt werden müssen. Die J.________ AG sei nur berechtigt, unverschmutzten respektive unbelasteten Bodenaushub zu entsorgen. Die A.________ AG führte das wiederholte Fischsterben unmittelbar auf die illegalen Tätigkeiten zurück, die seit Herbst 2018 im Steinbruch der J.________ AG stattgefunden hätten und eventuell weiterhin stattfinden würden. Die Schadstoffe seien ins Grundwasser und von dort in die Fischzuchtanlage der A.________ AG sowie in den Blausee gelangt, welcher sich jeweils eingetrübt habe. Alternative Schadensursachen seien nicht denkbar. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 12. März 2021 ersuchte die A.________ AG um Ausdehnung der Strafuntersuchung auch gegen die verantwortlichen Personen der ARGE I.________ LBST. Sie machte geltend, es sei aktenkundig, dass diesen verschiedene illegale Tätigkeiten vorzuwerfen seien. Unter anderem stehe fest, dass die ARGE I.________ LBST ohne Bewilligung auf dem Umschlagplatz Gleisjoche bearbeitet habe. Mit dem Zersägen der Gleisjoche seien Schadstoffe freigesetzt worden, die bei Regenfällen ins Grundwasser gelangt seien. Zudem habe die ARGE I.________ LBST kontaminierten Gleisaushub in den Steinbruch der J.________ AG gekippt und kontaminierte Betonschlämme ohne EGI-Gesuch/VeVA-Scheine entsorgt. Auch dadurch seien Schadstoffe freigesetzt worden, die ins Grundwasser gelangt seien. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 17. Februar 2023, Ziff. 1-7 trennte die Staatsanwaltschaft die in diesem Zusammenhang unter der Verfahrensnummer O 20 6316 geführten Verfahren und bestimmte, dass: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- die Verfahren im "Sachverhaltskomplex J.________" von den restlichen Verfahren abgetrennt und unter der Hauptdossiernummer O 20 6316 (Beschuldigte 1-4) separat weitergeführt würden, </div> <div class="para">- die Verfahren im "Sachverhaltskomplex K.________" von den restlichen Verfahren abgetrennt und unter der Hauptdossiernummer O 20 13543 (Beschuldigte 5-12) separat weitergeführt würden, </div> <div class="para">- die Verfahren im "Sachverhaltskomplex ARGE I.________ LBST" von den restlichen Verfahren abgetrennt und unter der Hauptdossiernummer O 21 8061 (Beschuldigte 13-17, nämlich: B.________, C.________, D.________, E.________, F.________) separat weitergeführt würden, und </div> <div class="para">- das Verfahren im "Sachverhaltskomplex H.________" (Beschuldigter 18, nämlich: G.________) von den restlichen Verfahren abgetrennt und unter der Hauptdossiernummer O 22 6065 separat weitergeführt würden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Zudem verfügte die Staatsanwaltschaft, nebst weiteren Anordnungen, in Ziff. 8 betreffend die (Nicht-) Zulassung von anderen Privatklägern Folgendes: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Es wird festgestellt, dass die 'A.________ AG' mit Datum vom 24.07.2020 Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft wegen qualifizierter Sachbeschädigung, Verunreinigung von Trinkwasser, Vergehen (evtl. Übertretung) gegen das Gewässerschutzgesetz, Vergehen (evtl. Übertretung) gegen das Umweltschutzgesetz und Tierquälerei einreichte, sich als Privatklägerin konstituierte und das Verfahren unter der Nummer O 20 6316 registriert wurde. Die seitens der 'A.________ AG' geschilderten Sachverhalte betreffen die im Hauptverfahren O 20 6316 behandelten Sachverhalte, weswegen sie als Privatklägerin in diesem Verfahren zugelassen wird; nicht jedoch in den weiteren Hauptverfahren O 20 13543 ('Sachverhaltskomplex K.________'), O 21 8061 ('Sachverhaltskomplex ARGE I.________ LBST') und O 22 6065 (Berichtsrapport vom 23.05.2022 / 'Sachverhaltskomplex H.________')." </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die von der A.________ AG hiergegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Bern mit Beschluss vom 13. Oktober 2023 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Die A.________ AG verlangt mit Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht, der Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">B.________ und G.________ haben Antrag gestellt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. E.________ schliesst auf Abweisung der Beschwerde, unter Verzicht auf Einreichung einer förmlichen Vernehmlassung. D.________, F.________, die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern und die Vorinstanz haben auf Vernehmlassung verzichtet. C.________ hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 15. Dezember 2023 wurde der Beschwerde auf Antrag der A.________ AG die aufschiebende Wirkung zuerkannt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Gegen den angefochtenen - kantonal letztinstanzlichen (<span class="artref">Art. 80 BGG</span>) - Entscheid des Obergerichts betreffend ein Strafverfahren steht die Beschwerde in Strafsachen nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/78" type="start"></artref>Art. 78-81 BGG</span><artref id="CH/173.110/81" type="end"></artref> grundsätzlich offen. Die Beschwerdeführerin hat ein rechtlich geschütztes Interesse an der Anfechtung ihrer Nichtzulassung als Privatklägerin in den Verfahren O 21 8061 und O 22 6065 und ist somit nach <span class="artref">Art. 81 Abs. 1 BGG</span> zur Beschwerde berechtigt. Ob der Entscheid nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90-94 BGG</span><artref id="CH/173.110/94" type="end"></artref> (selbständig) beim Bundesgericht anfechtbar ist, kann mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offenbleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Strafsachen können Rechtsverletzungen nach <span class="artref">Art. 95 und <artref id="CH/173.110/96" type="start"></artref>Art. 96 BGG</span><artref id="CH/173.110/95" type="end"></artref> gerügt werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Dazu gehören sowohl die Feststellungen über den streitgegenständlichen Lebenssachverhalt als auch jene über den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also den Prozesssachverhalt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=09.06.2024&amp;to_date=28.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-16%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page16">BGE 140 III 16</a> E. 1.3.1 mit Hinweisen). Es kann die Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/105/2" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para">Beschwerden an das Bundesgericht sind hinreichend zu begründen, ansonsten darauf nicht eingetreten werden kann. Unerlässlich ist nach <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>, dass auf die Begründung des angefochtenen Entscheids eingegangen und im Einzelnen aufgezeigt wird, worin eine vom Bundesgericht überprüfbare Rechtsverletzung liegt. Die beschwerdeführende Partei soll in der Beschwerde an das Bundesgericht nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, bekräftigen, sondern mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=09.06.2024&amp;to_date=28.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-205%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page205">BGE 148 IV 205</a> E. 2.6; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=09.06.2024&amp;to_date=28.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-297%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page297">146 IV 297</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=09.06.2024&amp;to_date=28.06.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">140 III 115</a> E. 2, 86 E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid aus, Streitgegenstand sei einzig die Nichtzulassung der Beschwerdeführerin als Privatklägerin im Hauptverfahren O 21 8061 ("Sachverhaltskomplex ARGE I.________ LBST") betreffend die Straftatbestände der Vergehen (eventuell Übertretung) gegen das Gewässerschutzgesetz, Vergehen (eventuell Übertretung) gegen das Umweltschutzgesetz, Vergehen gegen das Eisenbahngesetz vom 20. Dezember 1957 (SR 742.101) und Übertretung gegen das kantonale Bau- und Abfallgesetz sowie im Hauptverfahren O 22 6065 ("Sachverhaltskomplex H.________") betreffend die Straftatbestände gegen die Umweltschutz- und Gewässerschutzgesetzgebung. Nicht angefochten und demnach nicht zu prüfen sei die von der Staatsanwaltschaft getätigte Verfahrenstrennung (Ziff. 1-7 der angefochtenen Verfügung) und der Ausschluss der Beschwerdeführerin vom Hauptverfahren O 20 13543 betreffend die diesbezüglichen Straftatbestände ("Sachverhaltskomplex K.________"). Ebenfalls nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde die Frage, ob die Staatsanwaltschaft auch in den Verfahren O 21 8086 ("Sachverhaltskomplex ARGE I.________ LBST") und O 22 6065 ("Sachverhaltskomplex H.________") ein Strafverfahren gegen B.________, C.________, D.________, E.________ und F.________ respektive G.________ wegen Sachbeschädigung, Verunreinigung von Trinkwasser und Tierquälerei zu führen habe. </div> <div class="para">Die Frage der Zulassung als Privatklägerin in den Hauptverfahren O 21 8061 ("Sachverhaltskomplex ARGE I.________ LBST") und O 22 6065 ("Sachverhaltskomplex H.________") sei nur hinsichtlich derjenigen Straftatbestände zu beurteilen, betreffend welche die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen B.________, C.________, D.________, E.________ und F.________ respektive G.________ eröffnet habe, respektive betreffend welche die Staatsanwaltschaft über die Privatklägerstellung in der angefochtenen Verfügung befunden habe. "Soweit weitergehend" - so die Vorinstanz - habe sich die Beschwerdeführerin an die Staatsanwaltschaft zu wenden. </div> <div class="para">Dementsprechend ging die Vorinstanz nicht auf die Beschwerde ein, soweit die Beschwerdeführerin darin "massgeblich auf die Straftatbestände der Sachbeschädigung, der Verunreinigung von Trinkwasser sowie der Tierquälerei Bezug nimmt und insoweit die Auffassung vertritt, dass sie Trägerin des durch diese Rechtsnormen geschützten Rechtsgutes (Eigentum, Vermögen, Leib und Leben, Wohlergehen von Tieren) sei", da hierüber die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung nicht befunden habe. </div> <div class="para">Soweit die Vorinstanz die Beschwerde in der Sache beurteilt, gelangt sie zum Schluss, der Beschwerdeführerin gelinge es nicht, hinsichtlich der vorliegend umstrittenen Straftatbestände (Widerhandlungen gegen das Umweltschutz- und das Gewässerschutzgesetz) eine unmittelbare Schädigung hinreichend glaubhaft zu machen. Mangels zureichend glaubhaft gemachter Geschädigtenstellung sei es nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft die Beschwerdeführerin im Strafverfahren gegen B.________, C.________, D.________, E.________ und F.________ wegen Vergehen (eventuell Übertretung) gegen das Gewässerschutzgesetz, Vergehen (eventuell Übertretung) gegen das Umweltschutzgesetz, Vergehen gegen das Eisenbahngesetz und Übertretung gegen das kantonale Bau- und Abfallgesetz sowie gegen G.________ wegen Widerhandlungen gegen das Umwelt- und das Gewässerschutzgesetz nicht als Privatklägerin zugelassen habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Die Beschwerdeführerin ficht den so begründeten Entscheid der Vorinstanz über weite Strecken nicht sachgerecht an: </div> <div class="para">Statt im Einzelnen darzulegen, dass die Vorinstanz - gestützt auf einen willkürlich festgestellten Prozesssachverhalt oder eine bundesrechtswidrige Rechtsauffassung - zu Unrecht von einem beschränkten Beschwerdegegenstand ausgegangen ist, unterbreitet sie dem Bundesgericht frei ihre Meinung zu Fragestellungen, die gemäss dem angefochtenen Entscheid gerade nicht Gegenstand des kantonalen Beschwerdeverfahrens waren. Dies gilt insbesondere, wenn sie - etwa unter den Titeln "Streitgegenstand", "Untersuchungsgrundsatz / Grundsatz des Verfolgungszwangs" und "Grundsatz der Einheit des Verfahrens" - die von der Staatsanwaltschaft verfügte Verfahrenstrennung und die Beschränkung der Verfahren O 21 8061 und O 22 6065 auf gewisse Straftatbestände kritisiert und sich dabei auf diverse Konventions-, Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen (<span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span>, <span class="artref">Art. 8 und <artref id="CH/101/29/1" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 1 BV</span><artref id="CH/101/8" type="end"></artref>, <span class="artref">Art. 6 Abs. 1, <artref id="CH/312.0/7" type="start"></artref>Art. 7, <artref id="CH/312.0/29/1/b" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 1 lit. b und <artref id="CH/312.0/30" type="start"></artref>Art. 30 StPO</span><artref id="CH/312.0/29/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/312.0/7" type="end"></artref><artref id="CH/312.0/6/1" type="end"></artref>) beruft. Darauf kann nicht eingetreten werden, zumal die Beschwerdeführerin sich nicht mit der Feststellung der Vorinstanz auseinandersetzt, wonach diese Verfahrenstrennung im kantonalen Beschwerdeverfahren nicht Verfahrensgegenstand war. Sie rügt unter dem Titel "Streitgegenstand", dass die von der Staatsanwaltschaft verfügte sachliche Ausdehnung gegenüber B.________, C.________, D.________, E.________ und F.________ bzw. gegenüber G.________ auch die Tatbestände Sachbeschädigung, Verunreinigung von Trinkwasser und Tierquälerei erfasst hätten, belegt jedoch in diesem Punkt keine willkürliche Feststellung des Prozesssachverhalts durch die Vorinstanz. Da die Beschwerdeführerin ihren Begründungs- und Rügeobliegenheiten nicht nachkommt, kann insofern nicht auf die Beschwerde eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Soweit die Kritik überhaupt (nachvollziehbar) auf den angefochtenen Entscheid Bezug nimmt, kann ihr in der Sache nicht gefolgt werden. So meint die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, sie (die Beschwerdeführerin) könne sich "[s]oweit weitergehend" an die Staatsanwaltschaft wenden, womit wohl ein Antrag auf sachliche Ausdehnung wegen qualifizierter Sachbeschädigung in den Verfahren O 21 8061 und O 22 6065 gemeint sei. Denn die Vorinstanz wisse genau, dass Ausdehnungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft (gemäss <span class="artref">Art. 311 Abs. 2 StPO</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 309 Abs. 3 StPO</span>) von einer Beschwerde nach <span class="artref">Art. 393 Abs. 1 StPO</span> ausgeschlossen seien. In diesem Zusammenhang übersieht die Beschwerdeführerin aber, dass <span class="artref">Art. 309 Abs. 3 StPO</span> (wonach die Eröffnung einer Strafuntersuchung nicht anfechtbar ist), auf den der von ihr ins Feld geführte <span class="artref">Art. 311 Abs. 2 StPO</span> verweist (wonach die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung auf weitere Personen oder weitere Straftaten ausdehnen kann), sich nur auf die <i>Eröffnung</i> der Untersuchung bezieht. Die Nichtanhandnahme - und mithin auch die Nichtausdehnung - ist dagegen grundsätzlich nicht vom Anwendungsbereich der Beschwerde ausgeschlossen (vgl. Urteile 6B_666/2021 vom 13. Januar 2023 E. 2; 6B_641/2020 vom 8. September 2020 E. 1; 6B_1276/2019 vom 27. Februar 2020 E. 3.1; 1B_25/2019 vom 7. Juni 2019 E. 2.3; teils mit weiteren Hinweisen). </div> <div class="para">Was schliesslich die Frage angeht, ob der Beschwerdeführerin im Verfahren wegen Widerhandlungen gegen das USG und das GSchG Geschädigtenstellung zukommt und sie deshalb als Privatklägerin zuzulassen ist, enthält die Beschwerde keine hinreichend begründete Kritik an der (verneinenden) Rechtsauffassung der Vorinstanz, weshalb diese hier unbeurteilt bleiben muss. Die Beschwerdeführerin kritisiert zwar die Annahme der Vorinstanz, es liege keine unmittelbare Verletzung ihrer Rechtsgüter vor, geht dabei aber von der - unzutreffenden - Prämisse aus, Gegenstand der hier interessierenden Strafverfahren seien auch die Tatbestände der qualifizierten Sachbeschädigung, der Verunreinigung von Trinkwasser und der Tierquälerei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. Damit wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Ausserdem hat sie die Beschwerdegegner 1 und 6, die im bundesgerichtlichen Verfahren Vernehmlassungen eingereicht haben, für den hierbei entstandenen Aufwand zu entschädigen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegner 1 und 6 für das bundesgerichtliche Verfahren je mit Fr. 2'000.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, dem Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, L.________, M.________, N.________, O.________, P.________, Q.________, R.________, S.________, T.________, U.________ und V.________, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 24. Juni 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Abrecht </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Kern </div> </div></body></html>