9. Oktober1986 N 1485 Postulat Renschier schränken oder zu verweigern, ohne dass eine konkrete Gefährdung bereits im voraus bewiesen werden muss. Texte du postulat du 18 juin 1986 Le Conseil fédéral est invité à reviser sans délai l'ordon- nance sur les épizooties de façon à permettre aux cantons de restreindre ou de suspendre l'octroi d'autorisations de transhumer, dès qu'il y a un risque d'épizootie, ne serait-ce que potentiel, sans que les autorités cantonales soient tenues de prouver d'avance qu'un tel danger existe effecti- vement. Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Aregger, Bonny, Cincera, Eppenberger-Nesslau, Fischer-Hägglingen, Früh, Giger, Jung, Kühne, Künzi, Loretan, Müller-Wiliberg, Nef, Pfund, Risi-Schwyz, Rutishauser, Rüttimann, Schärli, Schnider-Luzern, Schnyder-Bern, Schwarz, Spalti, Stucky, Uhlmann, Villiger, Wanner, Weber-Schwyz, Wyss, Zwingli (30) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Das Treiben von Wanderschafherden ist gestattet. Es bedarf einer Bewilligung der kantonalen Behörde, sofern es über das Gebiet mehrerer Gemeinden führt. Diese Bewilligung (Polizeierlaubnis) ist zu erteilen, wenn der Gesuchsteller die (vorab) durch die Tierseuchengesetzgebung geforderten Bedingungen erfüllt. Gemäss einem Urteil des Bundesge- richtes ist die kantonale Bewilligungsbehörde bei der heute geltenden Tierseuchenverordnung nicht befugt, Bewilligun- gen einzuschränken oder zu verweigern, weil Wanderschaf- herden eine potentielle Seuchengefahr darstellen. Nur bei konkret nachgewiesener Seuchengefahr darf die Bewilli- gung verweigert werden, was eine effiziente Seuchenvor- beuge verhindert. Wanderschafherden sind potentielle Seuchenträger. Nach den heutigen Erkenntnissen ist es unmöglich, Wanderschaf- herden zu bilden, die nicht Träger von Seuchenerregern sind. Bei Naturherd-Infektionen, wie z. B. Rickettsiose, ist es unmöglich, die Verseuchung einer Herde im Herbst auszu- schliessen, weil jederzeit Neuinfektionen von der Natur her (Zecken, wildlebende Nager) auftreten können. In der Fach- literatur wird beschrieben, dass der Weg von Wanderschaf- herden häufig gekennzeichnet ist durch neue Infektions- herde bei Rindern und Menschen. Gewisse Seuchen lassen sich nur ausschliessen, wenn die ganze Herde blutserolo- gisch untersucht wird, was aus Kostengründen bei den Herdenbesitzern auf Widerstand stossen dürfte, obschon solche Untersuchungen bei Schafen aus Landesteilen, wo bestimmte Seuchen, wie Brucellose und Agalaktie, ein erhöhtes Risiko darstellen, angezeigt wären. Wohl ist vorgesehen, dass ein Hirte auf der Winterwande- rung die Schafe nur weiden lassen darf, wenn die betreffen- den Landbesitzer zustimmen. Diese Regelung bleibt aber meist Theorie und diese Weideerlaubnis wird nur selten eingeholt. In der Praxis ist es so, dass sich die Bauern nicht selber gegen die seuchenpolizeilichen Risiken der Wander- schafherde wehren können. Jede Besitzesstörung, auch das blosse Durchwandern, ist mit diesen Risiken behaftet. Als Beweis sei auf die Rickettsioseepidemie im Wallis vom Herbst 1983 hingewiesen. Die Ansprüche der Bauern an den Schutz vor Seuchenrisi- ken sind heute grösser geworden und bestehen zu Recht. Artikel 9 des Tierseuchengesetzes verpflichtet Bund und Kantone, alle Massnahmen zu treffen, die nach dem jeweili- gen Stand der Wissenschaft und der Erfahrung zur Seu- chenvorbeuge und Seuchenbekämpfung angezeigt erschei- nen. Diese Massnahmen können je nach der Viehdichte in den verschiedenen Regionen unseres Landes unterschied- lich sein. Nachdem seit der Revision des Tierseuchengeset- zes von 1980 die Kantone allein die finanziellen Lasten der Tierseuchenbekämpfung zu tragen haben, sollten ihnen auch mehr Kompetenzen zugestanden werden. So wäre es angezeigt, in der Tierseuchenverordnung die Kantone zu ermächtigen, Bewilligungen für Wanderschafherden einzu- schränken oder zu verweigern wegen der potentiellen Seu- chengefahr, ohne dass die konkrete Seuchengefährdung im voraus bewiesen werden muss. Solche Einschränkungen wären zumutbar, da sie kein totales Verbot bewirken und da heute auch andere Ausmastverfahren verfügbar sind. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 10. September 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 10 septembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.524 Postulat Renschier Bildschirmarbeit. Strahlenbelastung Travail à l'écran de visualisation. Rayonnements Wortlaut des Postulates vom 19. Juni 1986 Die Gefährlichkeit der Strahlenbelastung bei der Bildschirm- arbeit ist ein kontroverses Thema. Ausländische Untersu- chungen, beispielsweise in Schweden, Kanada und Japan, lassen die Befürchtung zu, dass die Strahlenbelastung bei der Bildschirmarbeit gesundheitsschädigend ist, insbeson- dere für schwangere Frauen. Eine schwedische Untersu- chung ergab, dass schwangere Frauen, die am Bildschirm arbeiteten, gemessen am Landesdurchschnitt zwar nicht mehr Kinder mit Missbildungen zur Welt brachten, dass aber der Anteil der schweren Missbildungen um 50 Prozent höher lag. Der Bundesrat wird ersucht, das BIGA zu beauftragen, zusammen mit der SUVA in der Schweiz eine gründliche Untersuchung der Strahlenbelastung bei Bildschirmarbeit und deren Auswirkungen vor allem auf schwangere Frauen durchzuführen. Texte du postulat du 19 juin 1986 Le risque que les radiations présentent pour la santé des personnes qui travaillent à l'écran de visualisation est un sujet de controverses entre les spécialistes. Cependant, des enquêtes menées à l'étranger, en Suède, au Canada et au Japon par exemple, semblent malheureusement confirmer la nocivité de ce rayonnement, notamment pour les femmes enceintes. Il ressort d'un travail fait en Suède que, si la proportion d'anomalies parmi les enfants de telles femmes n'est pas plus élevée que pour le reste de la population, en revanche, la proportion d'anomalies graves était de 50 pour cent supérieure. Le Conseil fédéral est invité à charger l'OFIAMT de procé- der, avec le concours de la CNA, à une enquête approfondie dans notre pays sur l'importance du rayonnement auquel sont soumises les personnes qui travaillent à l'écran de visualisation et sur les risques courus de ce fait, notamment par les femmes enceintes. Mitunterzeichner - Cosignataires: Fankhauser, H u bâcher, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Nauer, Pitte- loud, Stappung (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Postulant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 22. September 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 22 septembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Renschler Bildschirmarbeit. Strahlenbelastung Postulat Renschler Travail à l'écran de visualisation. Rayonnements In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.524 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1986 - 08:00 Date Data Seite 1485-1485 Page Pagina Ref. No 20 014 687 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.