<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 45 S.155</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Bau-, Planungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">155</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VI. Bau-, Planungs- und Umweltschutzrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>45</b></span> <span class="ft3"><b>Anforderungen an das rechtliche Gehör im Genehmigungsverfahren.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Die Anhörung im Sinne von § 27 Abs. 2 Satz 2 BauG ist auf Grund der</b></span><br/> <span class="ft3"><b>klaren gesetzlichen Regelung durch die Genehmigungsbehörde selbst</b></span><br/> <span class="ft3"><b>vorzunehmen. Für ein Anhörungsverfahren vor einer Verwal-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>tungsbehörde besteht auf Grund der klaren gesetzlichen Regelung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>kein Raum (Erw. 2/a-d).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Eine Heilung im Rechtsmittelverfahren ist nur ausnahmsweise mög-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lich, wenn das Verwaltungsgericht über die gleiche Kognition wie die</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Genehmigungsbehörde verfügt (Erw. 2/e).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 16. Mai 2003 in Sa-</span><br/> <span class="ft4">chen H. und Mitb. gegen den Grossen Rat.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2. Die formellen und materiellen Anforderungen an die Anhö-</span><br/> <span class="ft6">rung im Genehmigungsverfahren vor dem Grossen Rat sind in § 27</span><br/> <span class="ft6">Abs. 2 Satz 2 BauG und ergänzend in § 15 VRPG geregelt. Dies</span><br/> <span class="ft6">ergibt sich aus § 4 Abs. 1 BauG, welcher für das Verfahren und den</span><br/> <span class="ft6">Rechtsschutz auf die Bestimmungen des VRPG verweist, soweit das</span><br/> <span class="ft6">BauG keine besonderen Bestimmungen enthält.</span><br/> <span class="ft6">a) Die Genehmigungsbehörde prüft die Nutzungspläne und -</span><br/> <span class="ft6">vorschriften auf Rechtmässigkeit, auf Übereinstimmung mit den</span><br/> <span class="ft6">kantonalen Richtplänen und auf angemessene Berücksichtigung der</span><br/> <span class="ft6">kantonalen und regionalen Interessen (§ 27 Abs. 2 Satz 1 BauG).</span><br/> <span class="ft6">Kommt die Genehmigungsbehörde auf Grund dieser Kontrolle zum</span><br/> <span class="ft6">Schluss, dass der Vorlage eine integrale Genehmigung nicht zu er-</span><br/> <span class="ft6">teilen ist, kann sie die fraglichen Nutzungspläne und -vorschriften</span><br/> <span class="ft6">zur Änderung an die Gemeinde zurückweisen oder Änderungen nach</span><br/> <span class="ft6">Anhörung des Gemeinderates und der in ihren schutzwürdigen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">156</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">eigenen Interessen Betroffenen selbst vornehmen, wenn sie von ge-</span><br/> <span class="ft6">ringer Tragweite sind oder keine erhebliche Entscheidungsfreiheit</span><br/> <span class="ft6">besteht (§ 27 Abs. 2 Satz 2 BauG). In formeller Hinsicht ist das</span><br/> <span class="ft6">rechtliche Gehör grundsätzlich durch diejenige Behörde zu gewäh-</span><br/> <span class="ft6">ren, welche einen Entscheid oder Beschluss fällt. Das Unmittelbar-</span><br/> <span class="ft6">keitsprinzip wird auch in der gesetzlichen Regelung von § 27 Abs. 2</span><br/> <span class="ft6">Satz 2 BauG in den Vordergrund gestellt, welche klar verlangt, dass</span><br/> <span class="ft6">die Genehmigungsbehörde erst nach Anhörung des Gemeinderates</span><br/> <span class="ft6">und der Betroffenen eine Direktzuweisung vornehmen darf. Die Ge-</span><br/> <span class="ft6">nehmigungsbehörde hat demnach selbst den Gemeinderat und die</span><br/> <span class="ft6">Betroffenen anzuhören (AGVE 2002, S. 292).</span><br/> <span class="ft6">b) Unter dem Randtitel "Anhörung" bestimmt §</span> <span class="ft6">15</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 VRPG, dass vor Erlass einer Verfügung oder eines Entscheids</span><br/> <span class="ft6">den Betroffenen Gelegenheit zu geben ist, sich mündlich oder</span><br/> <span class="ft6">schriftlich zu äussern, wenn dies besonders vorgeschrieben ist, oder</span><br/> <span class="ft6">wenn ihnen Nachteile erwachsen könnten, die durch nachträgliche</span><br/> <span class="ft6">Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides nicht wieder zu</span><br/> <span class="ft6">beseitigen wären. Der durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete</span><br/> <span class="ft6">Anspruch des Betroffenen auf rechtliches Gehör geht nach der</span><br/> <span class="ft6">Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts weiter als die Regelung</span><br/> <span class="ft6">nach dem Wortlaut von § 15 Abs. 1 VRPG (AGVE 1997, S. 373;</span><br/> <span class="ft6">AGVE 1980, S.</span> <span class="ft6">305</span> <span class="ft6">f.). Der bundesrechtliche Anspruch auf</span><br/> <span class="ft6">rechtliches Gehör umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am</span><br/> <span class="ft6">Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der</span><br/> <span class="ft6">Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einer-</span><br/> <span class="ft6">seits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeits-</span><br/> <span class="ft6">bezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, der</span><br/> <span class="ft6">in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift (BGE 127 I 56; Ulrich</span><br/> <span class="ft6">Häfelin/Georg Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage,</span><br/> <span class="ft6">Zürich 2002, Rz. 1672 ff.). Dazu gehört auch das Recht, an der</span><br/> <span class="ft6">Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest</span><br/> <span class="ft6">zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den</span><br/> <span class="ft6">Entscheid zu beeinflussen. Das Äusserungsrecht hat für den</span><br/> <span class="ft6">Betroffenen eine Hinweis- und Warnfunktion, indem es vor über-</span><br/> <span class="ft6">raschenden Entscheidungen schützt und so Ausdruck eines fairen</span><br/> <span class="ft6">Verfahrens ist (VGE IV/54 vom 23.</span> <span class="ft6">Dezember 2002</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Bau-, Planungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">157</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">[BE.2000.00270] in Sachen R. und Mitb., S. 6 f.; Michele Albertini,</span><br/> <span class="ft6">Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Ver-</span><br/> <span class="ft6">waltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 259 mit</span><br/> <span class="ft6">Hinweisen).</span><br/> <span class="ft6">c) Die Anhörung ist nach den kantonalen Verfahrensregeln und</span><br/> <span class="ft6">den verfassungsrechtlichen Verfahrensgarantien vom Grossen Rat zu</span><br/> <span class="ft6">gewährleisten, wie dies § 27 Abs. 2 Satz 2 BauG ausdrücklich vor-</span><br/> <span class="ft6">sieht.</span><br/> <span class="ft6">Die Verhandlungen des Grossen Rates sind zwar öffentlich</span><br/> <span class="ft6">(§ 28 Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation des Grossen Rates</span><br/> <span class="ft6">und über den Verkehr zwischen dem Grossen Rat, dem Regierungsrat</span><br/> <span class="ft6">und dem Obergericht [Geschäftsverkehrsgesetz, GVG;</span><br/> <span class="ft6">SAR 152.200] vom 19. Juni 1990), der Öffentlichkeit ist aber der Zu-</span><br/> <span class="ft6">tritt zum Ratssaal nicht gestattet (§ 58 Abs. 1 des Dekrets über die</span><br/> <span class="ft6">Geschäftsführung des Grossen Rates [GO; SAR</span> <span class="ft6">152.210] vom</span><br/> <span class="ft6">4. Juni 1991) und an der Beratung und Beschlussfassung im Grossen</span><br/> <span class="ft6">Rat können nur die Kantonsparlamentarier, Mitglieder des Regie-</span><br/> <span class="ft6">rungsrates und der Präsident des Obergerichts mit Antragsrecht</span><br/> <span class="ft6">teilnehmen (§§ 32 ff. GVG; § 56 Abs. 1 und § 58 Abs. 3 GVG sowie</span><br/> <span class="ft6">§§ 44 f. GO).</span><br/> <span class="ft6">Die Genehmigung von allgemeinen Nutzungsplänen und Nut-</span><br/> <span class="ft6">zungsvorschriften wird nach der Geschäftsordnung des Grossen Ra-</span><br/> <span class="ft6">tes von der (ständigen) Bau- und Planungskommission (BPK) be-</span><br/> <span class="ft6">handelt (§ 22 GO). Die grossrätlichen Kommissionen ordnen den</span><br/> <span class="ft6">Gang ihrer Beratungen selbständig (§ 12 ff. GO). Sie haben das</span><br/> <span class="ft6">Recht, die zweckdienlichen Auskünfte einzuholen (§ 23</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 GVG) und u.a. auch Ratsmitglieder, welche einen Antrag stel-</span><br/> <span class="ft6">len, zur Beratung einzuladen (§ 16 Abs. 3 GO). Eine Anhörung vor</span><br/> <span class="ft6">der BPK ist im Rahmen der Behandlung der allgemeinen Nutzungs-</span><br/> <span class="ft6">ordnung und -planung nach den einschlägigen Bestimmungen daher</span><br/> <span class="ft6">möglich. Da die BPK dem Grossen Rat Antrag und Bericht zu stellen</span><br/> <span class="ft6">(§ 10 GO), die Entscheidung über eine Direktänderung vorzuberei-</span><br/> <span class="ft6">ten, über das Sachgeschäft zu beraten und auch über die Anträge an</span><br/> <span class="ft6">den Grossen Rat abzustimmen hat (§ 14 GO), ist die Anhörung des</span><br/> <span class="ft6">zuständigen Gemeinderates und der Betroffenen durch die BPK auch</span><br/> <span class="ft6">zweckmässig. Im Falle einer Petition an den Grossen Rat ist eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">158</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Anhörung des Petenten durch die Petitionskommission ausdrücklich</span><br/> <span class="ft6">im Gesetz vorgesehen (§ 86 Abs. 2 GO).</span><br/> <span class="ft6">Aus diesen Gründen gehört es zu den Aufgaben der BPK, das</span><br/> <span class="ft6">rechtliche Gehör gemäss § 27 Abs. 2 BauG zu gewährleisten.</span><br/> <span class="ft6">d) aa) Mit Schreiben vom 21. Mai 2001 hat das Baudeparte-</span><br/> <span class="ft6">ment, Abteilung Raumentwicklung den Grundeigentümern des Ge-</span><br/> <span class="ft6">biets "B." Gelegenheit gegeben, zum Entwurf der Botschaft des Re-</span><br/> <span class="ft6">gierungsrats an den Grossen Rat in Bezug auf die Direktänderung der</span><br/> <span class="ft6">Zonenzuweisung im Gebiet "B." eine Stellungnahme innert Frist zu</span><br/> <span class="ft6">verfassen. Einige Grundeigentümer sowie der Gemeinderat liessen</span><br/> <span class="ft6">dem Baudepartement innert der gesetzten Frist ihre Stellungnahmen</span><br/> <span class="ft6">zukommen. In der Botschaft des Regierungsrats an den Grossen Rat</span><br/> <span class="ft6">vom 12. Dezember 2001 wurde unter anderem beantragt, die Zuwei-</span><br/> <span class="ft6">sung des Gebiets "B." zur Bauzone sei nicht zu genehmigen und das</span><br/> <span class="ft6">Gebiet sei direkt durch die Genehmigungsbehörde der Landwirt-</span><br/> <span class="ft6">schaftszone zuzuweisen. Die Argumente der von der Direktzuwei-</span><br/> <span class="ft6">sung betroffenen Grundeigentümer wurden in der Botschaft zusam-</span><br/> <span class="ft6">mengefasst wieder gegeben. Die grossrätliche Bau- und Planungs-</span><br/> <span class="ft6">kommission hat die Nutzungsplanung W. an ihrer Sitzung vom</span><br/> <span class="ft6">11. Januar 2002 behandelt. Dabei wurde festgehalten, dass die BPK</span><br/> <span class="ft6">über den Antrag 1.1.b) "umfassend dokumentiert" worden sei. Der</span><br/> <span class="ft6">Antrag der BPK an den Grossen Rat lautete auf Nichtgenehmigung</span><br/> <span class="ft6">der Bauzone im Gebiet "B." und Zuweisung dieses Gebiets zur</span><br/> <span class="ft6">Landwirtschaftszone. Nachdem von Privaten an die Mitglieder der</span><br/> <span class="ft6">BPK weitere Unterlagen verschickt worden waren, kam diese an der</span><br/> <span class="ft6">Sitzung vom 28. Februar 2002 nochmals auf die Nutzungsplanung</span><br/> <span class="ft6">W. zurück, hielt aber an ihren Anträgen fest. Der Grosse Rat hat die</span><br/> <span class="ft6">Nutzungsplanung W. an seiner Sitzung vom 5. März 2002 behandelt</span><br/> <span class="ft6">und die Direktzuweisung des Gebiets "B." in die Landwirtschafts-</span><br/> <span class="ft6">zone beschlossen. In den Akten lässt sich aber kein Hinweis dafür</span><br/> <span class="ft6">finden, dass der Grosse Rat oder die BPK die Grundeigentümer und</span><br/> <span class="ft6">den Gemeinderat selber formell zur Stellungnahme und Mitwirkung</span><br/> <span class="ft6">zur Direktzuweisung des Gebiets "B." aufgefordert haben.</span><br/> <span class="ft6">bb) Das Anhörungsverfahren durch das Baudepartement, wel-</span><br/> <span class="ft6">ches für den Regierungsrat die Botschaft vorbereitet hat, genügt den</span><br/> <span class="ft6">Anforderungen an die Gewährung des rechtlichen Gehörs im Ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Bau-, Planungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">159</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">nehmigungsverfahren aus formellen Gründen nicht. Wie vorne dar-</span><br/> <span class="ft6">gelegt, hätte die Anhörung auf Grund der klaren gesetzlichen Rege-</span><br/> <span class="ft6">lung in § 27 Abs. 2 Satz 2 BauG, durch die Genehmigungsbehörde</span><br/> <span class="ft6">selbst, vorliegend die BPK (§ 22 i.V.m. § 10 GO), erfolgen müssen.</span><br/> <span class="ft6">Es ist somit festzustellen, dass der Grosse Rat die einschlägigen Ver-</span><br/> <span class="ft6">fahrensvorschriften nicht eingehalten hat (AGVE 2002, S. 292).</span><br/> <span class="ft6">Die Grundeigentümer haben die BPK und die Grossrätinnen</span><br/> <span class="ft6">und Grossräte zwar von sich aus mit weiteren Unterlagen bedient,</span><br/> <span class="ft6">welche die Kommission zur Kenntnis genommen und diskutiert hat.</span><br/> <span class="ft6">Die Argumente der Grundeigentümer aus diesen Eingaben waren</span><br/> <span class="ft6">damit sowohl der BPK als auch dem Grossen Rat vor der Beschluss-</span><br/> <span class="ft6">fassung bekannt. Die formelle Verletzung des rechtlichen Gehörs ist</span><br/> <span class="ft6">damit aber nicht geheilt. Das Baugesetz verlangt vor einer Direktän-</span><br/> <span class="ft6">derung ausdrücklich eine Anhörung der Betroffenen und des Ge-</span><br/> <span class="ft6">meinderats durch die Genehmigungsbehörde selber. Die direkte</span><br/> <span class="ft6">Mitwirkung bei einer in Frage stehenden Direktänderung wird ent-</span><br/> <span class="ft6">sprechend dem Unmittelbarkeitsprinzip durch die Anhörung vor der</span><br/> <span class="ft6">entscheidenden Behörde durch das Gesetz vorgeschrieben. Für ein</span><br/> <span class="ft6">Anhörungsverfahren vor einer Verwaltungsbehörde besteht kein</span><br/> <span class="ft6">Raum. Demnach ist festzuhalten, dass das rechtliche Gehör der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführer im Genehmigungsverfahren vor dem Grossen Rat</span><br/> <span class="ft6">verletzt worden ist, weil vor der Direktänderung keine Anhörung</span><br/> <span class="ft6">gemäss § 27 Abs. 2 Satz 2 BauG vor der BPK durchgeführt worden</span><br/> <span class="ft6">ist.</span><br/> <span class="ft6">e) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur; seine</span><br/> <span class="ft6">Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in</span><br/> <span class="ft6">der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids oder</span><br/> <span class="ft6">der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht</span><br/> <span class="ft6">darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der</span><br/> <span class="ft6">materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde</span><br/> <span class="ft6">durch die Anhörung zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst</span><br/> <span class="ft6">wird oder nicht (BGE 127 V 487 mit Hinweisen). Eine Heilung in</span><br/> <span class="ft6">einem Rechtsmittelverfahren ist nur ausnahmsweise möglich; dies</span><br/> <span class="ft6">hängt namentlich von der Schwere und Tragweite der</span><br/> <span class="ft6">Gehörsverletzung sowie davon ab, ob die Rechtsmittelinstanz den</span><br/> <span class="ft6">angefochtenen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">160</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">frei überprüfen kann (BGE 126 V 132 mit Hinweisen; AGVE 1997,</span><br/> <span class="ft6">S. 374; VGE IV/7 vom 26. Februar 2002 [BE.2000.00121] in Sachen</span><br/> <span class="ft6">S., S. 11).</span><br/> <span class="ft6">Eine Gehörsverletzung durch den Grossen Rat kann demnach</span><br/> <span class="ft6">nur dann im Verfahren vor Verwaltungsgericht geheilt werden, wenn</span><br/> <span class="ft6">das Verwaltungsgericht über dieselbe Kognition wie die Genehmi-</span><br/> <span class="ft6">gungsbehörde verfügt. (Im vorliegenden Fall verneint.)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>