B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-193/2014 U r t e i l v o m 3 . J u l i 2 0 1 4 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren (…), Staat unbekannt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2013 / N (…). D-193/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 31. Januar 2013 in der Schweiz um Asyl nach. A.a Zur Begründung machte er i m Rahmen der Erstbefragung im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum B._______ vom 15. Februar 2013 und der Anhörung durch das BFM nach Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) vom 3. Dezember 2013 im Wesentlichen geltend, er sei chinesischer Staats- angehöriger tibetischer Ethnie . Er stamme aus dem Dorf C._______ in der gleichnamigen Gemeinde (Bezirk D._______, Prä fektur E._______ ) in der autonomen Region Tibet. Er spreche, abgesehen von den Zahlen, die er aufsagen könne, kein Chinesisch, sondern nur Tibetisch. Er sei nie zur Schule gegangen, d a seine zwei Jahre ältere Schwester, die im G e- gensatz zu ihm Chinesisch spreche, als Händlerin für Steine und Korallen oft abwesend gewesen sei, w eshalb er sich um den Haus halt der Eltern habe kümmern müssen. Sie hätten zuhause zwar ein Fernsehgerät ge- habt, aber er habe ni cht gern ferngesehen. Im Alter von neunzehn oder zwanzig Jahren sei er in das lokale Kloster F._______ eingetreten und habe fortan als Mönch ge lebt. Die Nächte habe er immer im Kloster ve r- bracht, sei aber tagsüber regelmässig nach Hause gegangen, um sich weiterhin um die Eltern zu kümmern. Am 20. Oktober 2012 habe er nach der Zubereitung des Frühstücks für seine Eltern mit zwei Mönchskollegen in einem kleinen Teehaus, in dem es ungefähr vier Tische gebe, Tee g e- trunken. Ein Händler aus Lhasa, mit dem er befreun det sei, sei zufällig vorbeigekommen und habe sich zu ihnen an den Tisch gesetzt. Der Händler habe ihm ein "Tsesang" (Amulett) mit einem Foto des Dalai Lama und einem Stück sakralen Stoffes gegeben. Zudem habe er ihm und den beiden anderen Mönchen je ein Bild des Dalai Lama übergeben . Die Mönchskollegen hätten sich darüber sehr gefreut und "Der Dalai Lama solle tausend Jahre leben" beziehungsweise "Der Dalai Lama möge la n- ge leben" gerufen. Daraufhin seien drei chinesische, uniformierte Polizis- ten ins Teehaus gekommen. Leider hätten sie dies erst bemerkt, als die Polizisten den Händler wortl os festgenommen hätten. Als die beiden Mönchskollegen gegen die Verhaftung aufbegehrt hätten, sei es zu einem Handgemenge gekommen. Er habe sich an dem Gerangel nicht beteil i- gen wollen und sei weggegangen. Vor dem Teehaus respektive in einiger Entfernung sei eine Gruppe von Leuten gestanden und er habe diese ge- beten, ein es ihrer Telefone benutzen zu dürfen. Er habe dann seine Schwester angerufen, deren Telefonnummer er auswendig gekannt habe; D-193/2014 Seite 3 heute könne er sich an diese nicht mehr erinnern und er könne auch nicht sagen, wie die ersten drei Ziffern chinesischer Mobiltelefonnummern lau- ten würden. Auf Geheiss der Schwester sei er nach G._______ gegangen und habe sich bei der dortigen Brücke versteckt. Am Abend habe ihm die Schwester normale Kleider gebracht u nd seine Mö nchskutte ver brannt. Von G._______ seien sie gemeinsam im Auto der Schwester über H._______ und I._______ , wo sie jeweils eine Nacht verb racht hätten, nach Lhasa gefahren . Auf der Fahrt habe es keine Kontrollposten geg e- ben, bei denen sie Dokumen te hätten vorweisen müssen. Nur die W a- genpapiere seien in G._______ kontrolliert worden. Von Lhasa aus sei er in einem Lastwagen zu einem ihm unbekannten Ort in Nepal ge bracht worden. Von dort aus habe ihn ein Nepalese in einem Auto zu einem Ort mit einer Stupa gefahren, wo er sich ungefähr drei Monate auf gehalten und in einem Restaurant g earbeitet habe. Ein Schweizer Gast, dem er von seinen Problemen in Tibet erzählt habe, habe für ihn die Weiterreise in die Schweiz organisiert . Am 30. Januar 2013 sei er von Nepal aus mit einmaligem Umsteigen zu einem ihm unbekannten Ort geflogen und a n- schliessend mit zwei Zügen in die Schweiz gelangt. Die Person, die seine Reise finanziert habe, habe auch einen nepalesischen Begleiter organi- siert, der Reisedokumente für i hn – ein grünes Büchlein mit einem fa l- schen Namen – mitgeführt habe. Er könne keine Identitätspapiere einrei- chen. Er habe nie einen Pass beses sen und die ihm mit Hilfe seiner Schwester im Alter von achtzehn Jahren ausgestellte Identitätskarte habe er nie auf sich getragen, da die Neuausstellung bei einem Verlust schwie- rig gewesen wäre. Zudem sei es zuhause nicht üblich gewesen, dass man sich habe ausweisen müssen, und es sei denn auch nie vorgeko m- men, dass er seine Identitätskarte hätte vorweisen müssen. Er nehme an, dass sich diese bei seiner Mutter befinde, die auf alles aufgepasst habe. A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen (vgl. vorinstanzliche Akten A6 und A20). B. B.a Im Auftrag des BFM führte ein Sachverständiger am 17. April 2013 eine Sprach- und Herkunftsanalyse durch (sogenannte Lingua-Analyse). Er führte dazu mit dem Beschwerdeführer ein rund eine Stunde dauern- des Telefoninterview. Gemäss de m Bericht des Sachverständigen vom 4. November 2013 bestehe nur eine minime Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer in dem von ihm angegebenen geografi schen Raum (Tibet) gelebt habe. D-193/2014 Seite 4 B.b Anlässlich der Anhörung vom 3. Dezember 2013 informierte das BFM den Beschwerdeführer über den Werdegang und die Q ualifikation des Sachverständigen und gewährte ihm das rechtliche Gehör zum Ergebnis der Lingua-Analyse. Der Beschwerdeführer bestritt dieses und hielt daran fest, aus der Gemeinde C._______ in Tibet zu stammen und dort bis zu seiner illegal erfolgten Ausreise aus China gelebt zu haben. Auf den Vor- halt, sich zum Lebensmitteleinkauf widersprüchlich geäussert zu haben, indem er einerseits angegeben habe, sei ne Schwester kümmere sich darum, andererseits aber gesagt habe, er wisse nicht, wie das Ge müse zu ihnen nach Haus komme, entgegnete er, dass zwar die Schwester die Einkäufe tätige, seine Familie aber auch Gemüse von den Päch tern, die das Land der Eltern gepachtet hätten, erhalten hätte. Zum Vorhalt, seine Angaben zu den geschäftlich bedingten Abwesenheiten d er Schwes ter entsprächen nicht der Alltagsrealität, wiederholte er, dass seine Schwe s- ter aufgrund ihrer Händlertätigkeit öfters weg gewesen sei . Zum Vorhalt, er ha be sich zum Kleiderkauf widersprüchlich und erfahrungswidrig g e- äussert, entgegnete er, er sei lediglich gefragt worden, welche Sprache er bei Einkäufen gesprochen habe. Er habe angegeben, dass die Verkäufer in den Läden in seinem Dorf meistens Tibeter seien und die Chinesen, die dort ar beiten würden, auch Tibetisch sprechen würden . Zum Vorhalt, seine Angaben zur Viehhaltung in der Heimatregion entsprächen nicht der Praxis, gab er an, sich nicht erinnern zu können, gesagt zu haben, sie hätten Tiere gehalten. Auf den Vorhalt, er habe dem Experten gegenüber gesagt, er sei ein bis zwei Monate zur Schule gegan gen, wohingegen er bei der Erstbefragung angegeben habe, nie die Schule besucht zu haben, entgegnete er, dass er tatsächlich ein bis zwei Monate zur Schule gegan- gen, aber nicht gut mitgekommen sei, da er kein Chinesisch spreche und auch nie ein Interesse am Erlernen der Sprache gehabt habe. Aus di e- sem Grund habe er die Schule wieder verlassen. Zum Vorhalt, seine Aus- sagen zur Ausstellung seiner Identitätskarte entsprächen nicht der Real i- tät, antwortete er, dass er angegeben habe, dass ihm seine Schwester bei der Beantragung geholfen habe, er aber nicht wisse, aufgrund wel- cher Dokumente die Identitätskarte ausgestellt wor den sei. Von der Pr ä- senz der chinesischen Polizei könne man nicht darauf schlies sen, dass alle Chi nesisch sprechen würden. Zum Vorhalt, er habe dem Experten gegenüber gesagt, er habe kein Telefon besessen und auch keines b e- nutzt, entgegnete er, dass er ausgeführt habe, er ha be anders als seine Schwester kein Mobiltelefon besessen. Er habe aber nicht gesagt, dass er nie ein Telefon benutzt habe. Auf die Frage nach den Fernsehsendern, die man in Tibet empfange, habe er ge sagt, dass er nicht gerne ferng e- sehen habe und deshalb darüber nicht Bescheid wisse. D-193/2014 Seite 5 C. C.a Mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 – eröffnet am 21. Dezember 2013 – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtling s- eigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den We g- weisungsvollzug an, wobei es den Vollzug der Wegweisung in die Volk s- republik China ausschloss. C.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG stand. Da aufgrund unsubstanziierter und teils tatsachenwidriger Aussagen Zweifel an der angegebenen Herkunft und Staatsangehörigkeit so wie der illegalen Ausreise besta nden hätten, sei ein Herkunftstest durchgeführt worden. Dieser habe ergeben, dass nur eine geringe Wahrscheinlichkeit be stehe, dass der Beschwerde führer in dem behaupteten geografischen Raum ( Tibet) gelebt habe. Laut dem Sachverständigen seien die Angaben des Beschwerdeführers zur Aus- stellung seines Personalausweises tatsachen- und realitätswidrig. Da- durch bestünden für das BFM bereits erste Zweifel an der Herkunft und der damit verbundenen obligatorischen Erlangung einer Identitätskarte. Bestärkt würden diese Zweifel durch wid ersprüchliche Angaben zum L e- bensmittel- und Kleiderkauf. So habe der Beschwerdeführer gemutmasst, die Schwester würde das Gemüse kaufen oder die Pächte r würden di e- ses bringen. Es sei indes nicht nachvollziehbar, dass er darüber nicht ge- nau Bescheid wisse, wenn er sich doch um den Haushalt gekümmert h a- be. Weiter habe er erklärt, er kaufe Kleider in einem Laden im Dorf, dann aber geltend ge macht, seine Schwester erledige alle Einkäufe. Auch die angegebene Dauer der Abwesenheiten der Schwester, wonach sich diese für die Reisen nach Lhasa vier bis fünf Tage Zeit nehme, müsse aufgrund der lokalen Distanzen und des Aufwands für den Handel vor Ort als erfah- rungswidrig eingestuft werden. Angesichts dessen, dass der Herkunftsort C._______ trotz der guten Kar tografierung tibetischer Ortschaften nicht auf Karten auffindbar sei, sei die vom Beschwerdeführer angegebene Dorfgrösse nicht plausibel. Weiter würden die Angaben zum gezüchteten Vieh nicht mit der lokalen Praxis übereinstimmen, obwohl Verwandte des Beschwerdeführers Viehzüchter seien. Zudem habe er anlässlich der Erstbefragung gesagt, nie in die Schule gegangen zu sein, gegenüber dem Sachverständigen aber angegeben, die Schule ein bis zwei Monate besucht zu haben. Die Aussage, das Fernbleiben von der Schule hab e, abgesehen von mangelnden Chinesisch -Kenntnissen, zu keinen Probl e-D-193/2014 Seite 6 men geführt, sei ebenso erfahrungs widrig wie die Angaben zum Schu l- stoff. Die Aussage, er habe als Mönch im Kloster nicht telefonieren dü r- fen, entspreche ebenfalls nicht der Realität in tibetischen Klöstern. Letzt- lich habe der Sachverständige festgestellt, dass der Beschwerdeführer nicht einmal einfachstes Chinesisch spreche und sein Tibetisch demjen i- gen der Exiltibeter entspreche. Gängige chinesische Vokabeln, die v on Tibetern in Tibet verw endet würden, seien ihm unbekannt. Sein Erkl ä- rungsversuch, er habe keine Lust gehabt, Chinesisch zu lernen, greife nicht, da solche Begriffe durch die Sozialisation im fraglichen Gebiet von selbst ins Vokabular der Be wohner einfliessen und tibetische Wörter teils sogar vollständig ersetzen würden. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zum Ergebnis des Herkunftstests habe der Beschwerdeführer lediglich Ausflüchte vorgebracht, welche die Feststellungen des Sachverständigen nicht in Frage zu stellen vermöchten . Die Aussagen des Beschwerdefüh- rers bei den Befragungen würden die Einschätzung des Sachverständi- gen bestätigen. So sei es nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdefüh- rer zu den Fernsehsendern, die man in Tibet empfange, keinerlei Ang a- ben habe machen kön nen, obwohl seine Familie ein Fernsehgerät b e- sessen und er die Zeit bis zu m Klostereintritt mehr heitlich zuhause ver- bracht habe. Seine Angaben zu den in Tibet existierenden Geldentitäten seien tatsachenwidrig. Er habe auch nicht widerspruchsfrei ausführen können, wo seine Ausreise begonnen habe und in welchen Transportmi t- teln er nach G._______ gelangt sei. Es sei zudem erfahrungswidrig, dass er innerhalb Tibets nirgends seine Identitätskarte habe zeigen müs sen. Auch die angegebene Reisedauer von Lhasa bis z um Gren zort J._______ sei erfahrungswidrig. Seine vagen, stereotypen Ausführungen zur Ausreise entsprächen in keiner Weise der zu erwartenden dichten Schilderung einer Person, die tatsächlich eine solche illegale Ausreise er- lebt habe. Es sei deshalb davon auszugehen, dass er nie aus Tibet aus- gereist und stattdessen unter Verwendung eigener Identitätspapiere von einem anderen Herkunftsstaat aus in die Schweiz gelangt sei. Die Her- kunft aus Tibet, die chinesische Staatsangehörigkeit und die illegale Au s- reise aus China könnten nicht geglaubt werden. Durch die Feststellung, dass die Hauptsozialisation nicht in Tibet erfolgt sei, werde den vom B e- schwerdeführer geltend gemach ten Asylgründen jegliche Grundlage en t- zogen. Im Übrigen vermöchten die Schilderungen des Be schwerdefüh- rers anlässlich der Anhörung nicht zu überzeugen . So sei es nicht nac h- vollziehbar, dass niemand die drei chinesischen Polizisten, die Uniform getragen hätten, im Teehaus bemerkt habe , obwohl das besag te Lokal nur ungefähr vier Tische aufweise und sie sich gegenüber gesessen hät- ten. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass während der Verhaftung kein D-193/2014 Seite 7 Wort gesprochen worden sei. Unverständlich sei zudem , dass der Be- schwerdeführer sich die Zeit genommen habe, draussen vor dem Te e- haus seine Schwester anzurufen, statt möglichst schnell unterzutau chen, obwohl er in seiner Kutte als Mönch erkennbar gewesen se i und Bilder des Dalai Lama entgegengenommen habe. Eine plausible und wide r- spruchsfreie Erklärung für sein Handeln habe er nicht nennen können. Darüber hinaus sei er nicht in der Lage gewesen, die ersten drei Ziffern chinesischer Mobiltelefonnummern in Tibet zu nennen, obwohl er die M o- biltelefonnummer seiner Schwester am besagten Tag auswendig gewählt habe. Die geltend gemachten Asylgründe könnten deshalb nicht geglaubt werden. Subjektive Nachfluchtgründe wegen einer illegal erfolgten Au s- reise aus China lägen nicht vor, da – wie ausgeführt – davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer gar nie in Tibet respektive China gew e- sen sei und damit weder ill egal noch legal von dort ausgereist und den chinesischen Behörden als ausgereister Staatsangehöriger be kannt sei. Die tatsächliche Staatszugehörigkeit des Beschwerdeführers sei unb e- kannt. Seine Aussagen zum Verbleib seiner chinesischen Identitätskarte seien unglaubhaft. Es sei realitäts fremd, dass er die Identitätskarte nie bei sich getragen habe, sei die se in Tibet doch ein wichtiges Dokument, welches im Alltag in den verschiedensten Situationen vorzuweisen sei. Entsprechend sei es nicht nachvollziehbar, d ass er als im Kloster lebe n- der Mönch und damit im besonderen Fokus der Be hörden stehend, die Identitätskarte im Haus der Eltern belassen habe. Allein die Tatsache, dass er Tibetisch spreche und wahrscheinlich tibetischer Ethnie sei, stelle keinen hinreichenden Beweis für die chin esische Staatsbürgerschaft dar. Insbesondere Tibeter aus Indien würden vermehrt die indische Staat s- bürgerschaft beantragen und diese auch erhalten, zumal es in Indien und Nepal Regionen gebe, die zum tibetischen Kulturkreis gehör en würden und in welchen es eine einheimische tibetische Be völkerung gebe . Die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten deshalb den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Das Asylgesuch sei abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen. Die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei zwar von Amtes w e- gen zu prüfen, aber diese Untersuchungspflicht finde ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden, der auch die Subs tanziierungslast trage. Es sei nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlenden Hinweisen sei- tens des Asylsuchenden nach etwaigen Wegweisungsvollzugshinderni s- sen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers, der die Flüchtlingseigenschaft nicht D-193/2014 Seite 8 erfülle, sei zu lässig. Ein Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China wer de ausgeschlossen. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer aber die Folgen seiner unglaubhaften Identitätsangaben zu tragen, indem vermutungsweise davon auszugehen sei, es stünden einer Wegwei sung in seinen tatsächlichen Heimatstaat keine Vollzugshindernisse entgegen. Es sei ihm zuzumuten, sich bei der zuständigen Vertre tung des Heimat- lands die allenfalls benöt igten Reisepapiere zu beschaffen, so dass der Wegweisungsvollzug auch als möglich zu erachten sei. D. D.a Mit Eingabe vom 14. Januar 2014 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde, worin um Aufhebung der vor - instanzlichen Verfügung und um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie um Gewährung der Asyls, eventualiter um Gewährung der vorläuf i- gen Aufnahme ersucht wurde. In formeller Hinsicht wurde zudem – unter Verweis auf eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 8. Januar 2014 – um Gewährung der unentge ltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses ersucht. D.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ge l- tend, er sei chinesischer Staatsangehöriger tibetis cher Ethnie aus dem Dorf "C._______" (phonetisch) im Distrikt D._______ in Tibet. Ein bis zwei Monate nach der Einschulung habe er die Schule wieder verlassen , da ihm das Lernen schwer gefallen sei und er den Eltern habe zur Hand g e- hen müssen. Seine ältere Schwester habe mit Tibetern und Chinesen Handel getrieben und sei deshalb oft für mehrere Tage abwesend gew e- sen. Im Alter von zwanzig Jahren sei er in das etwa eine Stunde Fus s- marsch entfer nte Kloster F._______ eingetreten. Wenn er dort nicht zu Gebeten habe anwesend sein müssen, sei er weiterhin zu seinen Eltern gegangen, um diese zu unterstützen. Am 20. Oktober 2012 habe er se i- nen Eltern das Frühstück zubereitet und sei anschliessend mit zwei Mönchskollegen im örtlichen Teehaus eingekehrt. Ein ihm beka nnter Händler habe sich zu ihnen an den Tisch ge setzt und ihnen ein Amulett und ein Stück sak ralen Stoff es gegeben. Die Mönchskollegen hätten "Lang lebe der Dalai Lama, er soll tausend Jahre leben" gerufen. Er habe sich ihren Gebeten angeschlossen. Dabei hätten sie übersehen, dass drei chinesische Polizisten das Teehaus betreten hätten. Der Händler sei sofort festgenommen worden, wo gegen die Mönchskollegen aufbegehrt hätten. Ihm sei es gelungen, einen Moment der Verwirrung – ein Polizist habe den Händler u nd der zweite einen der Mönchskollegen gepackt, so D-193/2014 Seite 9 dass sich der dritte Po lizist um zwei Perso nen hätte kümmern müssen – zu nutzen und aus dem Teehaus zu fliehen. In einiger Distanz habe er mit dem Mobiltelefon einer ihm entgegenkommenden Person seine Schwes- ter an gerufen. Diese habe ihm gesagt, er solle zur Brü cke G._______ gehen. Dort habe sie ih n in ihrem Auto abgeholt und nach Lhasa gefa h- ren, von wo aus er in einem Lastwagen nach Nepal weitergereist sei. Seither habe er zu seinen Eltern und seiner Schwester keinen Kontakt mehr. Das Herkunftsgutachten, auf das sich das BFM stütze, sei ihm nicht ausgehändigt worden. Er habe ledig lich Angaben zum Werdegang und der Qua lifikation des Sachverständigen erhalten. Damit sei sein A k- teneinsichtsrecht und sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wo r- den. Er habe zwar gehört, dass man die Aufzeichnung des betreffenden Telefongesprächs auf Ersuchen hin anhören könne, jedoch sei er dazu fi- nanziell nicht in der Lage. Er könne weder die Fahrt nach Bern noch ei- nen Dolmetscher bezahlen, der ihm bei der Protokollie rung und Überset- zung des Telefongesprächs behilflich sein könnte. Er beantrage deshalb, dass das Herkunftsgutachten, das er in Zweifel ziehe, protokolliert werde, so dass er die Richtigkeit der Feststellunge n des BFM überprüfen könne. Der Experte stamme aus einem anderen Bezirk Tibets und es erscheine angesichts der Grösse Tibets, der Vielfalt der Dialekte und dem geringen Austausch unter den Regionen fraglich, ob dieser seine Herkunft über- haupt beurteilen könne. Hinsichtlich des Vorwurfs, er spreche kaum Ch i- nesisch, weise er darauf hin, dass er lediglich gebeten worden sei, Za h- len und das Alphabet aufzusagen, was er auch getan habe. Im Übrigen habe er plausibel erklärt , weshalb er – anders als seine Schwester – kaum Chinesisch spreche. In seinem Dorf seien überwiegend Tibeter a n- gesiedelt, die, wenn überhaupt, nur wenig Chinesisch sprechen würden. Da in China nicht von einem einheitlichen Bildungsniveau ausgegangen werden könne, könne nicht erwar tet werden, dass jeder Tibeter Chin e- sisch spreche. Bezüglich des Vorwurfs, er habe hinsichtlich der Ausste l- lung des Personalausweises tatsachenwidrige Angaben gemacht, weise er darauf hin, dass er erklärt habe, dass seine Schwester ihn zu der zu- ständigen S telle begleitet habe, da er erst achtzehn Jahre alt gewesen sei und kaum Chinesisch gesprochen habe. Der Experte habe ihn ledi g- lich gefragt, was man für die Papierausstellung benötige, und er habe g e- antwortet, dass seine Schwester für ihn einige Dokumente wie ein Foto und den Geburtsschein abgegeben habe. Hinsichtlich des Kleiderkaufs habe man von ihm nur wissen wollen, welche Sprache er im Dorfladen gesprochen habe. Er habe geantwortet, dass er nie allein Klei der gekauft habe. Vor dem Eintritt ins Kloster habe meist seine Schwester f ür ihn Kleider gekauft, und seither trage er die Mönchskutte. Weiter habe er an-D-193/2014 Seite 10 gegeben, dass im Dorfladen meistens Tibeter ar beiten und die wenigen Chinesen auch Tibetisch sprechen würden. Bezüg lich des Leb ensmit- teleinkaufs habe er dargelegt, dass seine Schwester sich um die Einkäufe gekümmert habe. Zudem hätten sie Lebensmittel von den Bauern bezo- gen, an die das Land ver pachtet worden sei . Hinsichtlich der Handelst ä- tigkeit seiner Schwester habe er erklärt, dass sie jew eils mit ihrem eig e- nen Auto nach Lhasa gefahren und dort vier bis fünf Tage geblieben sei. Er wisse n icht, weshalb sein Dorf auf Karten nicht auffindbar sei , gehe aber da von aus, dass es auf einer Karte zu finden sein müsste . Zur Überprüfung reiche er ein Blatt ein, auf dem er den Namen des Dorfes, des Klosters und des Klostervorste hers aufgeschrieben habe. Bei der Erstbefragung habe er auch die umliegenden Gemeinden genannt. Da er die Schule nur während ein bis zwei Monaten besucht habe, könne er sich zum Schulstoff nicht im Detail äussern. Der Experte habe ihn zudem lediglich gefragt, ob man eine Schuluniform trag en müsse, was er ve r- neint habe. Er habe aber gesagt, dass sie am chinesischen Feiertag ein rotes Kleidungsstück hätten tragen müssen. Hinsichtlich des Vorwurfs, er habe keine Fernsehsender nennen können, weise er darauf hin, dass er gesagt habe, dass er sich nicht für das Fer nsehen interessiert habe. Zu- dem habe seine Schwester das Fernsehgerät erst gekauft, als er bereits im Kloster ge wohnt habe. Es sei für ihn nicht nachvoll ziehbar, weshalb der Experte zum Schluss komme, sein Tibetisch entspreche demjenigen der Exiltibeter. Objektive Merkmale würden hierfür im angefochtenen Ent- scheid nicht aufgeführt. Es gebe unzählige tibetische Dialekte, und es dürfte für eine n nicht aus dem gleichen Herkunftsgebiet stammende n Ti- beter schwierig sein, so etwas zuverlässig festzustellen. Ansonsten sollte der Experte doch aufgrund seiner Erfahrung fähig sein zu sagen, in we l- chem Land er denn ge lebt habe. Das Herkunftsgutachten vermöge damit nicht zwingend auszuschliessen, dass er nicht aus Tibet stamme. Die bei- liegenden Bestätigungen des Tibet Büros in K._______ und des Präs i- denten der Ti betergemeinschaft in L._______ würden seine tibetische Abstammung attestieren. Schliesslich sei die Objektivität der ihn befra- genden und entscheiden den Person in Frage zu stellen . Er sei er staunt gewesen, dass dieselbe Person die Erstbefragung und Anhörung durch- geführt habe, und diese zudem tibetischen Ursprungs sei. Anlässlich der Anhörung sei es zwischen der Dolmetscherin und dem Befra ger zu einer verwirrlichen Situation gekommen. Die beiden hätten sich unterhalten und die Dolmetscherin habe die betreffende Frage in der Folge anders stellen müssen. Auch sei lange über die Übersetzung eines tibetischen Begriffs diskutiert worden. Dies habe ihn irritier t, auch wenn ihm der Grund der aufgebrachten Situation erklärt worden sei. Der Befrager habe zudem ö f-D-193/2014 Seite 11 ters bereits die Antworten getippt, obwohl die Dolmetscherin die Überset- zung noch gar nicht abgeschlossen habe, weshalb fraglich sei, ob ta t- sächlich eine wörtliche Übersetzung erfolgt sei. Bezüglich des Vorwurfs, es sei nicht glaubhaft, dass er und seine Mönchskollegen die chines i- schen Polizisten im Teehaus nicht bemerkt hätten, halte er daran fest, dass sich das Ereignis so zugetragen habe, wie von ihm geschildert. Sie hätten das Eintreten der Polizisten nicht bemerkt, da sie in das Gespräch vertieft gewesen seien . Er habe sich nur mit Glück der Festnahme en t- ziehen können. Er habe nicht unmittelbar vor dem Tee haus, sondern et- was weiter weg seine Schwester angerufen. Die Mönchskutte habe ihm Schutz geboten, da es in der betreffenden Region viele Mönche gebe und alle die gleiche Kutte und kurze Haare tragen würden. Seine Asylvorbrin- gen seien glaubhaft. Aus der Lingua-Analyse gehe nicht zwingend hervor, dass Zweifel an seiner tibetischen Ethnie bestehen würden. Nur über den Ort der Sozialisierung werde gerätselt. Das BFM hätte in Anwendung von Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekursko m- mission [EMARK] 2005 Nr. 1, wo nach bei Personen tibetischer Ethnie nicht ohne triftige Anhaltspunkte eine andere als die chinesische Staat s- angehörigkeit als wahrscheinlich erachtet werden kön ne, von seiner ch i- nesischen Staatsangehörigkeit ausge hen müssen. Aufgrund d er Lobe s- hymne auf den Dalai Lama müsste er seitens der chinesischen Behörden mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG rechnen. Sollte für den Zeit punkt der Ausreise eine asylrechtlich relevante Verfolgung ve r- neint werden, wäre aufgrund der illegal erfo lgten Ausreise das Beste hen subjektiver Nachfluchtgründe zu bejahen, und er zumindest wegen Unzu- lässigkeit des Wegweisungsvollzugs als Flüchtling vorläufig aufzune h- men. E. Mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2014 stellte der Instruktionsric h- ter fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. D en Entscheid über das Gesuch um Gewä h- rung der unentgeltlichen Prozessführung verwies er auf einen späteren Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. F. Mit Eingabe vom 12. März 2014 reichte der Beschwerdeführer ein Identi- tätsdokument nach, bei dem es sich um das Original seiner chinesischen Identitätskarte handle. D-193/2014 Seite 12 G. In seiner Vernehmlassung vom 9. April 2014 beantragte das BFM die Ab- weisung der Beschwerde. Die Fachstelle Dokumentenprüfung des Eidge- nössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) habe die Identitäts- karte geprüft und in ihrem Bericht vom 7. April 2014 festgestellt, dass es sich dabei um eine Totalfälschung handle. Die vorsätzliche Einreichung eines gefälschten Dokuments stütze die Er wägungen in der angefocht e- nen Verfügung. Bezüglich der Bestätigungsschreiben exiltibetischer O r- ganisationen sei festzuhalten, dass das BFM nicht ausschliesse, dass der Beschwerdeführer tibetischer Ethnie sein könnte, jedoch könnten ihm die Sozialisation und Herkunft aus Tibet sowie die chinesische Staatsangehö- rigkeit nicht geglaubt werden . Die Erstbefragung sei, wie dies üblich sei, durch den Befrager selbst protokolliert worden. In der Regel werde die gestellte Frage protokolliert, während der Dolmetscher die Frage überset- ze oder der Gesuchsteller diese in seiner Muttersprache beantworte. Der Befrager sei daher nicht im Begriff gewesen, die Antworten des B e- schwerdeführers zu tippen, bevor dieser sich zu E nde geäussert habe, sondern habe lediglich die gestellte Frage protokolliert. Bei der Anhörung sei es zwischen dem Befrager und der Übersetzerin tatsächlich zu Wort- wechseln in deutscher Sprache gekommen. Diese seien jedoch techn i- scher Natur gewesen. Der Befrager sei gezwungen gewesen, die Übe r- setzerin an ihre Rolle zu erinnern, indem er ihr erklärt habe, dass s ie die Fragen nicht mit Missfallen zu kommentieren, sondern lediglich wortwör t- lich zu übersetzen habe. Wie vom Beschwerdeführer selbst erwähnt, sei- en ihm dies e Wortwechsel übersetzt worden. Diese hätten sich somit nicht nachteilig für ihn ausgewirkt. Diesbezüglich sei auch auf das nach der Rückübersetzung unterschriftlich bestätigte Einverständnis des B e- schwerdeführers zu beiden Befragu ngsprotokollen und auf das keine Einwände aufweisende Blatt der Hilfswerksvertretung zu verweisen. Be- züglich des Vorwurfs der Voreingenommenheit respektive mangelnden Objektivität der befragenden und entscheidenden Person werde darauf hingewiesen, dass die betreffende Person Tibetisch spreche, da ihre El- tern Tibeter seien. Sie erfülle jedoch lediglich die ihr beruflich auferlegte Funktion, namentlich die Abklärung des asylrechtlich relevanten Sachver- halts. In dieser Funktion sei sie angehalten, Widersprüche, Inkonsisten- zen, fehlende Logik und mangelnde Substanz sowie Erkennt nisse aus Experten-Gutachten anzusprechen und das rechtliche Gehör dazu zu gewähren. Weshalb vorliegend die Abstammung der befragenden und entscheidenden Person zu mangelnder Objektivität bei der Erle digung der ihr aufgetragenen Aufgaben führen sollte, sei nicht nachvollziehbar. D-193/2014 Seite 13 H. Mit Zwischenverfügung vom 15. April 2014 stellte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer eine Kopie der Vernehmlassun g des BFM zu, in- formierte ih n über den wesentlichen Inhalt des Berichts der Fachstelle Dokumentenprüfung des EJPD vom 7. April 2014 und räumte ihm die Ge- legenheit ein, bis zum 30. April 2014 eine Replik einzureichen. I. Mit an das BFM adressierter, nicht unterzeichneter Replik vom 25. April 2014 beharrte der Beschwerdeführer auf der Echthei t der eingereichten Identitätskarte; es handle sich dabei um das e inzige Dokument, das ihm von den chinesischen Behörden ausgestellt worden sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslief erungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige und D-193/2014 Seite 14 unvollständige Feststellung des rec htserheblichen Sachverhalts gerügt werde (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem s ie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu wer den. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Vorbringen sind glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schi l- derungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der al l- gemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyls u- chende Person persönlich glaubwü rdig erscheinen, was insbesondere nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesam t- würdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwieg en oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 [S. 142 f.]). 4. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten verfahrensrechtlichen Rügen, wonach Zweifel an der wörtlichen Übersetzung seiner Aussagen und der Objektivität der ihn befragenden Person bestehen würden, sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wäre n, eine Kassation der vor- instanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. EMARK 2004 Nr. 38). 4.1 Der Behörde obliegt es i m Rahmen der Sachverhaltsfeststellung und der Gewährung des rechtlichen Gehörs, die Vorbringen eines G e- suchstellers entgegenzu nehmen, sorgfältig zu prüfen und in der En t-D-193/2014 Seite 15 scheidfindung zu berücksichtigen (Art. 12, 29 und 32 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. hierzu auch BVGE 2008/47 m.w.H.). 4.2 Vorliegend lassen sich den Akten k eine Hinweise dafür entnehmen, dass das vorinstanzliche Verfahren diesen Ansprüchen nicht entsprochen hätte und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt worden wäre. Dem Beschwerdeführer wurde die Protokollierung seiner Aussagen rückübersetzt und er hat die Richtigkeit unterschriftlich bestätigt. Über den Anlass des besagten Wortwechsels anlässlich der Anhörung (Ermah- nung der Übersetzerin) wurde der Beschwerdeführer ge mäss eigenen Angaben informiert und die Situation wurde ihm erklärt . Für eine Vorein- genommenheit der befragenden Per son liegen keinerlei Anhaltspunkte vor. Es besteht daher keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben. 5. Das BFM erachtete die geltend gemachten Fluchtgründe des Beschwe r- deführers als den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügend. Dieser Einschätzung ist im Ergebnis beizupflichten. 5.1 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass die Schilderung des flucht- auslösenden Ereignisses vom 20. Oktober 2012 nicht zu überzeugen vermag. Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, dass nie mand – weder der Beschwerdeführer noch die beiden Mönchskollegen oder der Händler – das Eintreten der uniformierten Polizisten in das kleine, mit nur etwa vier Tischen leicht überschaubare Teehaus bemerkt hätte. Die Erklärung des Beschwerdeführers, sie seien in das Gespräch vertieft gewesen, vermag nicht zu überzeu gen, zumal sie sich an einem der wenigen Tische g e- genüber gesessen und damit den gesamten Raum im Blick gehabt hä t- ten. Im Übrigen dürfte eine Dreiergruppe von Polizisten in Uniform selbst bei einem angeregten Gespräch sofort auffallen. Auch das Verhalten des Beschwerdeführers nach dem Verlassen des Teehauses spricht gegen die geltend gemachte Verfolgung. Hätte er sich tatsächlich vor einer Ve r- haftung gefürchtet, wäre vielmehr davon auszugehen, dass er umgehend untergetaucht wäre und seine Schwester erst von einem sicheren Ve r- steck aus kontaktiert hätte . Die Erklärung des Beschwerdeführers, die Mönchskutte, die von allen Mönchen des Klosters getragen werde, habe ihn geschützt, vermag sein Verhalten nicht plausibel zu machen , zumal das Kloster rund eine Stunde Fussmarsch von dem Teehaus entfernt g e- wesen sei und davon auszugehen wäre, dass die Polizisten die Verfol-D-193/2014 Seite 16 gung umgehend aufgenommen hätten, wenn sie die Verhaftung des Be- schwerdeführers beabsichtigt hätten. 5.2 Die aus der Lingua-Analyse gewonnenen Erkenntnisse fügen sich in das unglaubhafte Bild der Sachverhaltsschilderung ein. 5.2.1 Der vom BFM mit der Erstel lung d er Lingua-Analyse beauftragte Sachverständige, der sowohl sprachliche als auch landeskundlich - kulturelle Kenntnisse des Beschwerdeführers prüfte , gelangte zum Schluss, dass nur eine minime Wahrscheinlichkeit bestehe, dass der B e- schwerdeführer in dem von ihm angegebenen geografischen Raum (T i- bet) gelebt habe. Bei einer Lingua-Analyse handelt es sich zwar nicht um ein Sachver ständigengutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e Vw VG (vgl. hierzu Art. 57-61 BZP [ SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern um eine schriftliche Auskunft einer Drittperson im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG. Das Bundesverwaltungsgericht misst ihr jedoch erhöhten Beweiswert zu, sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objektiv i- tät und Neutralität des Experten sowie die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit erfüllt sind, denen eine solche Prüfung zu entspr e- chen hat (vgl. EMARK 2003 Nr. 14 E. 7, 1998 Nr. 34; statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2981/2012 vom 20. Mai 2014). 5.2.2 Die vorliegende Lingua-Analyse ist fundiert und gibt zu keinen B e- anstandungen Anlass. Was die auf Beschwerdeebene bemängelte Qual i- fikation des Sach verständigen anbelangt, ist festzustellen, da ss die a k- tenkundigen Angaben zu dessen Werdegang und Qualifikation den Schluss zulassen, dass er über die nötigen Fähigkeiten zur Erstellung ei- ner Lingua -Analyse verfügt. Das BFM hat dem Beschwerdeführer den Werdegang und die Qualifikation des Sachverständigen am 3. Dezember 2013 zur Kenntnis gebracht. Mit den Beschwerdevorbringen vermag er an der fachlichen Qualifikation des Sachverständigen keine Zweifel zu wecken. D er Lingua-Analyse kommt damit ein erhöhter Be weiswert zu und es wird von ihrer inhaltlichen Richtigkeit ausgegangen. 5.2.3 Hinsichtlich der Rüge des Beschwerdeführers, das BFM habe ihm keine Einsicht in die Lingua -Analyse gewährt, ist festzuhalten, dass eine schriftliche Offenlegung – unter Abdeckung der als geheim zu erachte n- den Passagen (Art. 27 VwVG; vgl. hierzu EMARK 1999 Nr. 20 E. 3, 2003 Nr. 14 E. 9) – nicht zwingend ist, sondern eine schriftliche oder mündliche Zusammenfassung der wesentlichen Punkte reicht. Die Einräumung des Rechts zur Stellungnah me kann ebenfalls mündlich erfolgen . Vorliegend D-193/2014 Seite 17 hat das BFM de m Beschwerdeführer die wesentlichen Punkte und das Ergebnis der Lingua-Analyse im Rahmen der Anhörung vom 3. Dezember 2013 mündlich zur Kenntnis gebracht und ihm die Gelegenheit eing e- räumt, sich zu den aufgezeigten Vorhalten und Wissenslücken mündlich zu äussern. Eine Verletzung des Akteneinsichtsrecht respektive des A n- spruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 27 f. VwVG liegt somit nicht vor. Der Antrag auf vollständige Offenlegung der Lin gua-Analyse in schriftlicher Form ist daher abzuweisen. 5.2.4 Der Sachverständige gelangte aufgrund ungenügender geograf i- scher und sprachlicher Kenntnisse des Beschwerdeführers zum Schluss, dass der Beschwerdeführer nicht in Tibet gelebt habe. Diese Schlussfol- gerung wurde überzeugend dargelegt und d er Beschwerdeführer vermag keine stichhaltigen Entgegnungen vorzubringen, die Zweifel an der inhalt- lichen Richtigkeit der Lingua-Analyse wecken würden. 5.3 Gestützt werden die Erken ntnisse der Lingua -Analyse durch die Tat- sache, dass der Beschwerdeführer trotz entsprechender Aufforderung kein rechtsgenügliches Identitätspapier eingereicht hat. Er gab zwar an, er verfüge über eine chinesische Identitätskarte, die er in Tibet zurückg e- lassen habe. Auf Beschwerdeebene reichte er eine Identitätskarte nach, indes handelt es sich dabei gemäss dem Bericht der Fachstelle Dok u- mentenprüfung des EJPD vom 7. April 2014, an dessen Richtigkeit keine Zweifel bestehen, um eine Totalfälschung. Der Beschwerdeführer vermag damit die behauptete chinesische Staatsangehörigkeit nicht zu beweisen, vielmehr untermauert er mit der Einreichung eines gefälschten Dok u- ments die Unglaubhaftigkeit seiner Asylvorbringen, und stellt darüber hi n- aus auch seine persönliche Glaubwürdigkeit in Frage (vgl. EMARK 19 98 Nr. 17 [S. 15]). Mit diesem Verhalten zeigt er, dass er nicht gewillt ist, se i- ne wahre Herkunft offenzulegen. Die als gefälscht erachtete chinesische Identitätskarte ist in Anwendung von Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen. 5.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zwar wahrscheinlich tibetischer Ethnie ist, seine Vorbringen hinsichtlich seiner Asylgründe und des Orts der hauptsächlichen Sozialisation sowie der illegalen Ausreise aus T ibet aber der Glaubhaftigkeit entbehren. Es kann ihm nicht geglaubt werden, dass er in Tibet gelebt hat und von dort aufgrund einer ihm drohenden Verhaftung Ende Oktober 2012 illegal ausgereist ist. Es ist ihm damit nicht gelungen, für den Zeitpunkt der Aus-D-193/2014 Seite 18 reise eine asylrechtlich relevante Verfolgung na chzuweisen oder zumi n- dest glaubhaft zu machen. 6. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers hielt d as BFM fest, dass die geltend gemachte chinesische Staatsbürgerschaft un- glaubhaft sei. Allein die Tatsache, dass er Tibetisch spreche, stelle keinen hinreichenden Beweis dafür dar, dass er chinesischer Staatsbürger sei. 6.1 In EMARK 2005 Nr. 1 wurde festgehalten, dass bei asylsuchenden Personen tibetischer Ethnie nicht ohne triftige Anhaltspunkte eine andere als die chinesische Staatsangehörigkeit als erwiesen oder wahrscheinlich erachtet werden könne (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 4.1-4.3). 6.2 Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -2981/2012 vom 20. Mai 2014 wurden die EMARK 2005 Nr. 1 zugrundeliegenden länderspezif i- schen Begebenheiten überprüft beziehungsweise aktualisiert und die e r- wähnte Rechtsprechung präzisiert. Nach Abhandlungen über die Situati- on der Exil-Tibeterinnen und -Tibeter in Nepal (E. 5.6) und Indien (E. 5.7) – insbesondere in Bezug auf den Erwerb der jeweilige n Staatsangehörig- keit und die Möglichkeiten eines legalen Aufenthalts – wurde festgestellt, dass für Angehörige der tibeti schen Ethnie in Nepal und Indien die Mög- lichkeit bestehe, unter gewissen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, respektive dass es unter engen Voraussetzungen auch mög- lich sei, die entsprechende Staatsangehörigkeit zu erwerben, womit die chinesische Staatsangehörigkeit – durch den Erwerb einer neuen Staat s- angehörigkeit – wegfalle. Daneben müsse aber davon ausgegangen wer- den, dass ein grosser Teil der in Nepal und Indien lebenden Exil - Tibeterinnen und -Tibeter keine neue Staatsangehörigkeit erworben hät- ten und nach wie vor die chinesische Staatsangehörigkeit besässen. Für asylsuchende Personen tibetischer Ethnie, welche ungl aubhafte An- gaben über ihren angeblichen Sozialisierungsraum in China machen, b e- stehen gemäss E-2981/2012 grundsätzlich folgende mögliche Konstell a- tionen bezüglich der Staatsangehörigkeit : a. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit ohne Aufenthaltsbewi lli- gung in Nepal oder Indien (blosse Duldung im betreffenden Drittstaat); b. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit mit entsprechender Au f- enthaltsbewilligung im Drittstaat Nepal oder Indien; D-193/2014 Seite 19 c. Besitz der Staatsangehörigkeit von Nepal oder von Indien (und damit einhergehendem Verlust der chinesischen Staatsangehörigkeit). Daraus ergebe sich folgendes Prüfschema: Besitzt die betreffende Person die chinesische Staatsangehörigkeit und verfügt sie gleichzeitig über eine Aufenthaltsberechtigung im Drittstaa t Nepal oder Indien (Konstellation b) oder wird die Person im betreffenden Drittstaat zumindest gelduldet (Konstellation a), wäre eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31 a Abs. 1 Bst. c AsylG durch die Asylbehörden möglich, vorausgesetzt die asylsuchende Person legt den schweizerischen Behörden alle Fakten im Verfahren dar. Bei der Konstel- lation b) dürften im Regelfall die Voraussetzungen der Drittstaatenreg e- lung gegeben sein. Hat der tibetische Asylsuchende die Staatsangehörigkeit von N epal oder Indien erlangt (Konstellation c), hat die betreffende Person die chines i- sche Staatsangehörigkeit nicht respektive nicht mehr, zumal sie gemäss chinesischer Rechtsprechung durch den Erwerb einer anderweitigen Staatsbürgerschaft die chinesische Nationalität verliert. Diesfalls wäre die Flüchtlingseigenschaft in Bezug auf Nepal beziehungsweise Indien zu prüfen. Vermutungsweise gilt, dass die asylsuchende Person im Land i h- rer (neu erlangten) Staatsangehörigkeit keine asylrelevante Gefährdung zu befürchten hat, wenn sie keine entsprechenden Vorbringen glaubhaft vorträgt (E-2981/2012 E. 5.8). 6.3 Die Abklärungspflicht der Asylbehörden findet ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Verunmöglicht ein tibet i- scher Asylsuchender durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status er in Nepal respektive in Indien i n- nehat, kann namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Durch die Verheimlichung und Verschleie- rung der wahren Herkunft wird auch die Prüfung der Flüchtlingseige n- schaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (E-2981/2012 E. 5.9). 6.4 Die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, wie sie im bis dahin Gültigkeit beanspruchenden Entscheid in EMARK 2005 Nr. 1 E. 4.3 publiziert wurde, wurde in E-2981/2012 wie folgt präzisiert: Bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheiml i- chen, ist vermutungsweise davon auszugehen, dass keine flüchtlings- D-193/2014 Seite 20 oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestehen (E-2981/2012 E. 5.10). 6.5 Nachdem diejenigen Tibeterinnen und Tibeter, die die chinesische Staatsbürgerschaft besitzen, in Bezug auf China zumind est subjektive Nachfluchtgründe haben, weil sie als Unterstützer des Dalai Lama und damit als separatistisch gesinnte Oppositionelle betrachtet werden und – wiederum in Bezug auf China – die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. BVGE 2009/29), ist für alle Exil-Tibeterinnen und -Tibeter ein Voll zug nach China auszuschliessen (E-2981/2012 E. 5.11). 7. Vorliegend verunmöglicht der Beschwerdeführer durch seine unglaubhaf- ten Vorbringen zu seiner Sozialisierung und Herkunft die Prü fung der Frage, welche der in E. 6.2 genannten Fallkonstellationen auf ihn zutrifft. Er hat damit die ihm obliegende Mitwirkungspflicht verletzt. 7.1 Die Abklärungspflicht der Asylbehörden findet – wie ausgeführt – ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Vorliegend verunmöglicht der Beschwerdeführer durch die Verletzung seiner Mitwir- kungspflicht die Abklärung, welchen Status er in Nepal respektive in I n- dien innehat, beziehungsweise die Prüfung, welche Staatsangehörigkeit er besitzt. Durch dieses Verhalten verunmöglicht er auch eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG bezie- hungsweise eine Prüfung seiner allfälligen Flüchtlingseigenschaft in B e- zug auf Nepal oder Indien. 7.2 Der Beschwerdeführer hat die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung in- sofern zu tragen, als seitens der Asylbehörden der Schluss gezogen we r- den muss, es spreche nichts gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da er keine konkreten, glaubhaften Hinweise geliefert hat, die gegen eine entsprechende Rückkehr sprechen würden. 7.3 Da der Beschwerdeführer wahrscheinlich tibetischer Ethnie ist und dadurch die Möglichkeit nicht gänzlich auszuschliessen ist, dass er die chinesische Staatsangehörigkeit besitzt, ist – wie vom BFM entsprechend verfügt – der Wegweisungsvollzug nach China auszuschliessen. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig D-193/2014 Seite 21 sowie vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist somit ab- zuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In Guthei s- sung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sind indessen keine Kosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-193/2014 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die als gefälscht erachtete chinesische Identitätskarte wird in Anwendung von Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand: