Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. April 2016 (720 15 300) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die angefochtene Verfügung beruht auf unzureichenden medizinischen Abklärungser- gebnissen. Rückweisung an die Vorinstanz. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber i.V. Marcel Czaja Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Michèle Wehrli, Rechtsanwältin, Kirchplatz 14, 4800 Zofingen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1979 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Sep tember 2000 bis zum 30. Juni 2002 als Betriebsarbeiterin bei der B.____ AG in X.____ tätig. Am 10. Januar 2000 wurde sie als Fussgängerin von einem Auto angefahren und erlitt d abei eine Commotio cerebri mit Kontusion der Brustwirbelsäule und des rechten oberen Sprungg elenks. Am 14. April 2003 meldete sich A.____ bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stell e) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärun- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen in medizinscher und erwerblicher Hinsicht, nach Einholung eines Abklärungsberichts Haus- halt und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens spr ach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. August 2007 aufgrund eines Invaliditätsgrads vo n 100% mit Wirkung ab dem 1. April 2003 eine ganze Invalidenrente zu. A.2 Im Juni 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Revision ein. Nachdem sie die gesundheitlichen, erwerblichen und haushälterischen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie bei A.____ – nunmehr in Anwendung der spezifischen Meth ode – einen Invaliditätsgrad von 1.05%, worauf sie die laufende ganze Rente der Versiche rten nach Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens mit Verfügung vom 17. August 2015 per Ende September 2015 aufhob. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwä ltin Michèle Wehrli Roth, am 17. September 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die ange fochtene Verfügung vom 17. August 2015 aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze IV-Rente auszurichten; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, dass sie bei guter Ge- sundheit wegen der finanziellen Notwendigkeit zu 100% erwerbstätig wäre, weshalb der IV- Grad gestützt auf die allgemeine Methode zu ermitteln sei. Zudem beruhe der Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen. C. Mit Eingabe vom 24. November 2015 reichte A.____ d em Kantonsgericht ein Schreiben von Dr. med. C.____, FMH Neurologie, vom 13. November 2015 samt Bericht über neurologi- sche Konsilien und Kontrollen ein. D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. November 2015 beant ragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Gleichzeitig reichte sie eine Stel lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) von pract. med. D.____, Facharzt Psychiatri e und Psychotherapie, vom 13. November 2015 ein. E. Am 15. Dezember 2015 zog das Kantonsgericht die Akten der Schweizerischen Unfall- versicherung (SUVA) bei. Hierzu liess sich die IV-Stelle i m Schreiben vom 8. Februar 2016 ver- nehmen. Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 17. September 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdefüh rerin über den 30. September 2015 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) die voraussichtlich bleibende o der längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Be reich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursachte und nach zu- mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende g anze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinwei sen). Ebenso kann auch eine Änderung der Bemessungsmethode – bei gleich gebliebenem Gesundhei tszustand und bei unveränderten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwerblichen Auswirkungen – eine erhebliche Änderung de s Invaliditätsgrads mit sich bringen (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 Rz. 33 mit Hin- weisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 10. August 2007 r ückwirkend ab 1. April 2003 eine ganze Rente zugesprochen. Nachdem sie im Juni 2012 eine Überprüfung des Rentenan- spruchs der Versicherten eingeleitet und die erforderlich en Abklärungen vorgenommen hatte, hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente des Versi cherten mit Verfügung vom 17. August 2015 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verh ältnissen eingetreten ist, die eine revisi- onsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente r echtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Ren tenverfügung vom 10. August 2007 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 17. August 2015. 4.1 In der ursprünglichen Rentenverfügung vom 10. Augu st 2007 hat die IV-Stelle ange- nommen, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 100% e rwerbstätig wäre und nahm des- halb die Invaliditätsbemessung anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vor. In der vorliegend angefochtenen Verfügung ist die IV-Stelle der Ansicht, dass aktuell, nachdem die Versicherte Mutter von vier Kindern geworden ist, nicht mehr davon ausgegangen werden könne, dass sie im Gesundheitsfall zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Vielmehr nimmt die IV-Stelle an, dass die Beschwerdefüh rerin nun ausschliesslich im Haushalt beschäftigt wäre und sieht darin einen Revisionsgrund. 4.2. Die Beschwerdeführerin moniert, dass sie bei guter Gesundheit weiterhin zu 100% er- werbstätig wäre, weshalb der IV-Grad wie bisher gestütz t auf die allgemeine Methode zu ermit- teln sei. 4.3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechun g des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia- len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön- lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü- gung (hier: 17. August 2015) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der i m Sozialversicherungsrecht übliche Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgen össischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines be stimmten Sachverhalts genügt den Be- weisanforderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverha ltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichst e würdigt (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweisen; THOMAS LOCHER , THOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozial- versicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, S. 549 f.). 4.3.2 In der Regel ist zur Beurteilung der Statusfra ge auf die Angaben, die anlässlich des Ab- klärungsgesprächs von der versicherten Person gemacht werden , abzustellen. Im Rahmen der Haushaltsabklärung vom 30. Januar 2007 vor der ersten R entenverfügung am 10. August 2007 hatte die Beschwerdeführerin ein Kind und war mit dem zweiten schwanger. Sie gab an, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkungen einem Vollzeiter werb nachgehen würde. An Rand- zeiten und am Abend würden der Mann und ihre Schweste r die Kinderbetreuung übernehmen und sie würde auch eine Tagesmutter engagieren, welch e Fr. 600.- pro Monat kosten würde. Die IV-Stelle ging, ausgehend von den Angaben der Beschwerdeführerin, davon aus, dass eine 100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall vorliege und ermittelte in Anwendung der allge- meinen Bemessungsmethode einen 100%igen IV-Grad. 4.3.3 Aktuell hat die Beschwerdeführerin vier Kinder. I m Zeitpunkt der vorliegend angefochte- nen Revisionsverfügung vom 17. August 2015 waren die Kin der 12-, 8-, 7-, und 2-jährig. Im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 1. April 2014 protokollierte die Abklärungs- person, dass die Versicherte sich nicht vorstellen könne, ausser Haus einem Erwerb nachzuge- hen. Sie sei in erster Linie Mutter von vier Kindern u nd hätte ein schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber, und allein lassen können sie sie ja auch nicht. Sie wäre am liebsten zu 100% Mutter und Hausfrau. Es sei eher unwahrscheinlich , dass sie bei guter Gesundheit arbei- ten würde. Sie sei noch nie von ihren Kindern getrenn t gewesen und sie sei immer daheim. An- dererseits sei ihr Mann mit seinem Einkommen nicht in der Lage, eine sechsköpfige Familie zu ernähren. Wahrscheinlich wäre sie aus diesem Grund gezwungen, einem Erwerb nachzugehen, um das Einkommen für die Familie mitzutragen. Gleichz eitig müsste sie dann aber ihre Kinder von einer Tagesmutter betreuen lassen, was ihr Zusatzerwe rbseinkommen wieder aufbrauchen würde. Ihren zwei Schwestern, könnte sie nicht zumuten, sich auch noch zusätzlich um ihre vier Kinder zu kümmern. Aufgrund der Berechnung der Abklärungsperson müsste die Versicherte in Ergänzung zum Einkommen ihres Mannes einem 100%-Erwerb nachgehen. So wäre das Ehe- paar in der Lage, die Familie zu versorgen. Eine koste npflichtige Fremdbetreuung würde aber den Verdienst wieder aufbrauchen. Darum könnte die Ve rsicherte in der Zeit, in welcher ihr Ehemann zu Hause wäre, einen Teilzeiterwerb am Abend oder am Samstag zu 45% ausüben. 4.3.4 In der Revisionsverfügung ging die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte im Ge- sundheitsfall seit der Geburt ihres vierten Kindes im Jah r 2013 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen würde. Dagegen lässt die Versicherte einwen den, sie habe anlässlich der Haus- haltsabklärung vom 1. April 2014 lediglich gesagt, dass sie am liebsten zu 100% Mutter und Hausfrau wäre, sie habe aber ebenfalls gesagt, aus welch en Gründen dies nicht möglich sei und sie habe auf die finanzielle Belastung durch eine sechsköpfige Familie hingewiesen. Konk- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ret würde sie im Gesundheitsfall in Gegenschicht zu ihre m Ehemann arbeiten. Daraus würde ein 100%-Pensum resultieren. Zwar sei eine solche Dopp elbelastung beträchtlich, aber nicht ungewöhnlich. Ausserdem bestehe ein enger Familienzusammenhalt und die Versicherte könne auf umfangreiche familiäre Unterstützung, namentlich durch ihre Schwester und durch eine Kol- legin, die in der Nähe wohne, zählen. Die älteste Toc hter sei bereits 12 Jahre alt und könne eine gewisse Zeit auf die Geschwister aufpassen. Für den Gesundheitsfall sei darum von einer 100%igen Erwerbstätigkeit auszugehen. 4.3.5 Soweit die IV-Stelle davon ausgeht, dass die Be schwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100% Mutter und Hausfrau sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Aus dem Haushaltsbericht vom 1. April 2014 ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin be i guter Gesundheit einem Erwerb nachgehen müsste, um zusammen mit dem Einkommen ihres E hemannes finanziell die sechs- köpfige Familie zu tragen. Entgegen der Ansicht der Be schwerdeführerin kann aber auch nicht von einer 100%igen Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen werden. In Anbetracht der aktuellen Kindersituation, das heisst einerseits mit Blick auf das Alter der vier Kinder und ihre entsprechende Betreuungsbedürftigkeit, andererseits mit Blick auf die gegenseitige Hilfe in der Familie durch die Schwestern und den Ehemann, ist es üb erwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte ein reduziertes Erwerbspensum ausüben könnte. U nrealistisch erscheint dagegen ihre Behauptung, sie würde um 17.00 Uhr zum Arbeiten aus dem Haus gehen, wenn die Kinder aus der Schule zurück sind und auch an Samstagen, wenn die Kinder ebenfalls daheim sind. Dies lässt sich vereinbaren mit ihrer Aussage, dass sie ihre n Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen hätte, wenn sie arbeiten gehen würde und dass e ine Erwerbstätigkeit ihrerseits eher unwahrscheinlich sei. Am wahrscheinlichsten ist, dass sie da nn arbeiten gehen würde, wenn die drei älteren Kinder auch aus dem Haus sind, also je weils an Schultagen am Morgen, und dass sie das jüngste Kind dann vielleicht der Kollegin oder der Schwester zur Betreuung über- lassen könnte. Sie hat der Abklärungsperson gegenüber – i n widersprüchlicher Weise zur Aus- sage in der Beschwerde – aktuell aber klar festgehalten , dass sie ihren Schwestern die vier Kinder nicht noch zusätzlich zu ihren eigenen Kindern zur Betreuung überlassen könnte und dass sie für eine fixe Betreuung nicht in Betracht komme n würden. Die Betreuung nur des kleinsten Kindes durch die Schwestern oder die Nachbarin würde sich jedoch im Gesundheits- fall vielleicht realisieren lassen, sofern die Versichert e allenfalls jeden Morgen während der Schulzeit der anderen Kinder eine Erwerbstätigkeit ausü ben würde. In Würdigung dieser ge- samten Umstände ist somit überwiegend wahrscheinlich, d ass die Beschwerdeführerin auf- grund ihrer eigenen Prioritätensetzung, mit aktuell vier betreuungsbedürftigen kleineren Kindern und bei voller Erwerbstätigkeit des Ehemannes einem Teilzeitpensum von höchstens 50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. 4.3.6 Die Statusänderung von vorher 100% Erwerb auf a ktuell allerhöchstens 50% Erwerb im Gesundheitsfall ist geeignet, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus- sen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die Vorausset zungen für eine Rentenrevision im Sinne von Art. 17 ATSG bejaht hat. 5. Weiter zu prüfen ist nachfolgend, in welchem Ausmass d ie Versicherte aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 10. August 20 07, mit der die Beschwerdegegne- rin der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. April 2003 eine ganze Rente zusprach, stützte sie sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf das von der SUVA in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. November 2006. D er Gutachter stellte bei der Be- schwerdeführerin eine Agoraphobie mit Panikstörung, ein en somatoformen Schwindel und ei- nen chronischen posttraumatischen Kopfschmerz fest. Er füh rte weiter aus, Schmerz, Schwin- del und vor allem Angst würden in ihren Auswirkungen a uf das Belastungsvermögen und die Bewegungsfreiheit der Beschwerdeführerin derart ins Ge wicht fallen, dass ihr keinerlei Berufs- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausübung zugemutet werden könne. Sie sei auf jedem de nkbaren Tätigkeitsgebiet vollständig arbeitsunfähig. 6.2 Im Zusammenhang mit dem im Jahr 2012 eingeleitet en Revisionsverfahren holte die IV-Stelle zur Abklärung des Gesundheitszustandes und zur E inschätzung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, vom 25. März 2013 ein. Der Gutachter diag nostizierte eine Agoraphobie mit Pa- nikstörung, einen somatoformen Schwindel und einen chr onischen posttraumatischen Kopf- schmerz mit möglichen psychischen Faktoren. Weiter berichtet e er, es müsse festgestellt wer- den, dass die Beschwerdeführerin nun schon seit mehreren Jahren unter einer ähnlichen Symptomatik leide. Im Vordergrund stehe die agoraphobi sche Problematik, indem die Be- schwerdeführerin das Haus nicht ohne Begleitung verlassen könne. Weiterhin würden je nach Belastung und Aufregung vermehrt Schwindelgefühle un d Angstzustände bis panikartige Zu- stände auftreten, die allerdings im Alltag nicht massiv einschränkend seien. Die Beschwerde- führerin sei immer noch auf Hilfe anderer angewiesen, insbesondere auf den Ehemann und ihre Geschwister. Einen Grossteil der Haushaltsarbeiten vermö ge sie allerdings allein zu erledigen. Sie fühle sich hingegen durch die drei Kinder und ihre Verpflichtungen als Mutter und Hausfrau bereits ausgelastet. Nun sei sie unverhofft noch einmal schwanger geworden, was eine zusätz- liche Belastung mit sich bringen könne. Von der behandel nden Psychiaterin werde eine leichte Besserung beschrieben, doch werde immer noch ein labile s Gleichgewicht angenommen. Ins- gesamt müsse festgestellt werden, dass der Beschwerdeführe rin theoretisch die Haushaltarbeit praktisch vollkommen möglich sei, solange sie das Haus nich t verlassen müsse, was bei den Einkäufen der Fall wäre. Theoretisch würde sie bei fast jedem Gang ausserhalb des Hauses eine Begleitung benötigen, wäre dann aber auch in d er Lage, eine gewisse Tätigkeit zu verrich- ten, wobei möglicherweise wegen zusätzlicher Belastung auch eine Zunahme der Panik, der Schwindel- und Kopfbeschwerden angenommen werden müsse, was eine zusätzliche Leis- tungsverminderung zur Folge hätte. Insgesamt sei daher im Vergleich zu den früheren Untersu- chungen keine durchschlagende Besserung eingetreten, al lenfalls eine leichtgradige Stabilisie- rung. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefü hrerin hielt Dr. F.____ fest, es sei ihr möglich, die Haushaltstätigkeit zu verrichten, solange sie das Haus nicht verlassen müsse, weswegen einzig Einkäufe nicht möglich seien. Es sollte ihr aus psychiatrischer Sicht ansons- ten die Haushaltstätigkeit vollkommen möglich sein. Eine zusätzliche Tätigkeit neben der Haus- haltstätigkeit sei der Beschwerdeführerin aufgrund des l abilen psychischen Zustandes nicht möglich. Falls eine komplette Entlastung im Haushalt un d bei der Versorgung der Kinder er- möglicht würde, würde sie noch eine Begleitung zu einer Arbeitsstelle benötigen. Es sei anzu- nehmen, dass aufgrund einer allgemein verminderten Be lastbarkeit eine etwa 25%ige Leis- tungseinschränkung bestehen würde, doch wäre ihr dann th eoretisch eine ausserhäusliche Tä- tigkeit unter den oben genannten Bedingungen möglich. Im Vergleich zur Vergangenheit sei eine geringfügige Besserung eingetreten, doch befinde sich die Beschwerdeführerin immer noch in einem labilen Gleichgewicht, eine durschlagende Besserung sei nicht zu beobachten. 6.3 Die RAD-Ärztin G.____, Fachärztin für Psychiatrie un d Neurologie, nahm in ihrer Stel- lungnahme vom 1. Dezember 2014 zur Arbeitsfähigkeit de r Beschwerdeführerin wie folgt Stel- lung: Auf der Diagnoseebene seien keine Änderungen zu verzeichnen. Auf der Befundebene sowie auf der Ebene der Auswirkungen im Alltag würden sich leichte Verbesserungen nachvoll- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziehen lassen, die jedoch nicht ausreichend seien, um ein e daraus resultierende Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 0% (Gutachten Dr. E.____ Nov ember 2006) auf 75% mit Begleitung des Arbeitsweges (Gutachten Dr. F.____ März 2013) zu beg ründen. Die Differenz resultiere vielmehr aus einer Berücksichtigung der zumutbaren Willen sanstrengung im Gutachten von Dr. F.____, während diese Berücksichtigung im Gutachten von Dr. E.____ unterblieben sei. Aus RAD-Sicht sei eine willentliche Steuerbarkeit faktisch gegeben, da die Beschwerdeführerin trotz eines gegebenen Rückzuges weiterhin die Führungs- und Ko ntrollfunktionen im Haushalt ausü- be. Dies könne im Bericht der Haushaltsabklärung vom 2 9. Juni 2014 gut nachvollzogen wer- den. Eine Arbeitsfähigkeit von 75%, wie sie von Dr. F.____ festgestellt worden sei, könne aus RAD-Sicht nachvollzogen werden. Auch die im Bericht de r Haushaltsabklärung gemachten Feststellungen mit einer resultierenden Einschränkung von 1.05% könne nachvollzogen wer- den. 7.1 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung beantragte die IV -Stelle beim RAD die Prüfung der vorgebrachten Rügen der Beschwerdeführerin. In seiner Stellungnahme vom 13. November 2015 kam RAD-Arzt D.____ zum Ergebnis, dass die Beschwerde führerin, wenn genügend Mo- tivation vorhanden sei, ihre Ängste zu überwinden vermöge . Bezüglich der Schwindelsympto- matik sei eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfä higkeit nachvollziehbar, analog zum Haushalt, wo sie bestimmte Arbeiten nicht durchführen k önne. Eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liesse sich daraus aber nicht able iten. Das Argument, dass die Beschwer- deführerin für eine ausserhäusliche Tätigkeit immer ein e Begleitung benötige, sei aus RAD- Sicht nur zum Teil nachvollziehbar. Zwar sei sie im priva ten Bereich laut den eigenen Angaben ebenfalls immer in Begleitung. Hier spiele aber sicher auch eine Gewöhnung und ein gewisser sekundärer Krankheitsgewinn eine Rolle. Prinzipiell sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, einer Teilzeitbeschäftigung ausser Haus nachzugehen. Grun dsätzlich würde Dr. F.____ in sei- nem Gutachten die Versicherte im Haushalt als nahezu vol lständig arbeitsfähig sehen. Ein voll- ständiger Verlust der funktionellen Leistungsfähigkeit, wie die Rechtsvertreterin postuliere, lies- se sich hieraus sicher nicht ableiten. Deshalb sei es auch schlüssig, dass von einer medizi- nisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 75% ausgegange n werde. Diese wäre aber aus RAD- Sicht prinzipiell auch anteilig in dem im Abklärungsberi cht Haushalt festgelegten Pensum aus- serhause zumutbar. 7.2 Die Beschwerdeführerin reichte am 24. November 2015 ein Schreiben von ihrem be- handelnden Arzt Dr. C.____ vom 13. November 2015 samt Bericht über neurologische Konsi- lien und Kontrollen ein. Darin berichtet er über chr onische Schwindelsensationen sowie episo- dische Kopfschmerzen, die nur unzureichend konservativ bezieh ungsweise medikamentös be- handelt werden konnten. Die Beschwerdeführerin sei auf grund ihrer Beschwerden in ihrer Ar- beits- und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt und nicht fähig, die für eine geregelte Arbeit erforderliche Leistung zu erbringen. Zu diesen Unterlagen äusserte sich die IV-Stelle im Schrei- ben vom 8. Februar 2016 dahingehend, dass nach erfolgt er RAD-Prüfung festzustellen sei, dass durch eine entsprechende medikamentöse Therapie eine Besserung der Kopfschmerzsi- tuation habe erzielt werden können. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des a ktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ur sprünglichen Rentenzusprache eine we- sentliche Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerd eführerin eingetreten ist, auf die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. F.____ vom 25. Mä rz 2013 sowie die Stellungnahme der RAD-Ärztin G.____ vom 1. Dezember 2014. Sie gin g demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Renten zusprache im Jahr 2007 gesamt- haft verändert habe und aus medizinischer Sicht die Ausü bung einer Tätigkeit im Umfang von 75% zumutbar sei. Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, sie sei zu 100% arbeitsun- fähig in jeglicher Tätigkeit. Der Gutachter Dr. F.__ __ habe darauf hingewiesen, dass keine durchschlagende Besserung zu beobachten sei. Es handle sic h demnach lediglich um eine an- dere Beurteilung desselben Sachverhaltes, was nicht rele vant sei. Überdies halte er ausdrück- lich fest, dass die Beschwerdeführerin eine Begleitung zu einer Arbeitsstelle benötigen würde. Selbst wenn sie in einem gewissen Masse arbeitsfähig wär e, könne ihr zufolge Notwendigkeit einer Begleitung ausserhause und in der Folge mangeln der Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kein hypothetisches Invalideneinkommen angerechnet werden. 8.2 Beim Vergleich des Gesundheitszustandes der Beschwerde führerin im Jahr 2013 mit demjenigen im Jahr 2006 ist aus psychiatrischer Sicht keine wesentliche Besserung festzustel- len. In beiden Gutachten wurden als Diagnose eine Ago raphobie mit Panikstörung, ein somato- former Schwindel und ein chronischer posttraumatischer K opfschmerz festgestellt. Der Gutach- ter Dr. F.____ hält sodann auch fest, dass keine durchsch lagende Besserung zu beobachten sei. Dagegen sieht die RAD-Ärztin in ihrem RAD-Bericht vom 1. Dezember 2014 bei der Be- schwerdeführerin eine Willensanstrengung, die erkläre, w ieso sie als 75% arbeitsfähig einzu- schätzen sei, als zumutbar an. Allerdings lässt sich für dies e Aussage keine Grundlage im Gut- achten von Dr. F.____ finden. Sodann erscheinen die Sch lussfolgerungen im Gutachten von Dr. F.____ zur Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig. Einerseits spricht er von einer theoretisch mögli- chen ausserhäuslichen Tätigkeit von 75%, hält aber ande rerseits gleichzeitig fest, dass weiter keine durchschlagende Besserung zu beobachten sei sowie ein e zusätzliche Tätigkeit neben der Haushaltstätigkeit aufgrund des labilen psychischen Zust andes nicht möglich sei. Es ist in der Folge unklar, wie diese theoretische Arbeitsfähigkeit zu verstehen ist. 8.3.1 In den eingereichten Unterlagen der Beschwerdef ührerin vom 24. November 2015 fin- den sich Hinweise auf eine neurologische Problematik (chr onische Cephalgien und diffuser Schwindel), die offenbar bereits seit dem Verkehrsunfal l im März 2000 bestehe und gemäss den vorgelegten Berichten die Arbeits- und Leistungsfäh igkeit der Beschwerdeführerin beein- trächtige. Zu dieser seit längerem bestehenden neurolog ischen Problematik finden sich keine fachärztlichen Aussagen in den für die Revisionsverfügung be rücksichtigten Unterlagen oder den RAD-Berichten – geschweige denn eine eigenständige Begutachtung eines anerkannten Facharztes. Aus diesem Grund ist unklar, ob sich die neuro logischen Beschwerden auf die Ar- beitsfähigkeit auswirken. Diesbezüglich hat es die Beschwe rdegegnerin unterlassen, Abklärun- gen zum medizinischen Sachverhalt sowie zu deren Auswirk ungen zu tätigen. Aus diesen Aus- führungen ergibt sich, dass in dieser Angelegenheit e in polydisziplinäres Gutachten zur Würdi- gung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit de r Beschwerdeführerin unter Be- rücksichtigung aller bisherigen ergangenen medizinischen Berichte in Auftrag zu geben ist. Wei- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter wird sich das polydisziplinäre Gutachten auch zu den im Abklärungsbericht Haushalt vom 1. April 2014 genannten Einschränkungen und Auswirkunge n zu äussern haben. Gestützt auf die Ergebnisse wird die IV-Stelle sodann über den Ren tenanspruch der Versicherten neu zu befinden haben. 8.3.2 Dem Gesagten nach beruht die Revisionsverfügung d er IV-Stelle auf unzureichenden medizinischen Abklärungsergebnissen, weshalb die vorliegende Beschwerde in dem Sinne gut- zuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 17. August 2015 aufzuheben und die Ange- legenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun gen und zum Erlass einer neuen Verfü- gung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 9. Gemäss dem Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Men- schenrechte (EGMR) Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Feb ruar 2016 (7186/09) verletzt die Anwendung der gemischten Invailiditätsbemessungsmethode i n der Invalidenversicherung bei einer Versicherten, welche ohne eine gesundheitliche E inschränkung nach der Geburt ihrer Kindern nur noch teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre und darum im Rentenrevisionsverfah- ren ihren Anspruch auf eine Invalidenrente verliert, Art. 14 EMRK (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Priv at- und Familienlebens). Solange die Anspruchsvoraussetzungen einer allfälligen Rente im vorl iegenden Fall noch nicht vollends ge- klärt sind, kann an dieser Stelle offen bleiben, welche Auswirkungen dieses Urteil auf die Rechtsprechung in Zukunft haben wird. 10.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kön nen die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff, E. 4.4.1 ff.). 10.2 Da die Beschwerdegegnerin keine eigenen medizinisch en Abklärungen betreffend die neurologische Problematik getätigt hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische und betriebl iche Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Demnach ist die vorliegende Be- schwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 17. August 2015 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklär ung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 11.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 11.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten er hoben werden. Der Beschwerde- führerin ist der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- zurückzuerstatten. 11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin hat in ihrer Honorarnote vom 5. Januar 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 10.19 Stunden geltend gemacht, was sich um fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschni ttliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250.- Franken zu entschädi gen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 66.50. Der Beschwerdeführe- rin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe v on Fr. 2‘823.10 (10.19 Stunden à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 66.50 zuzüglich 8 % Me hrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 12.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 12.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 12.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 17. August 2015 aufgehoben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu rückgewie- sen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'823.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht