<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00479</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205533&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00479</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.12.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Denkmalschutz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nichtunterschutzstellung infolge Verwirkung; Rechtsmittellegitimation eines Verbandes: Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Vorliegend lässt sich der Beschluss des Gemeinderats betreffend Verzicht auf definitive Unterschutzstellung einer Inventarentlassung gleichsetzen, weshalb die Beschwerdeführerin gestützt auf § 338a Abs. 2 PBG zur Erhebung von Rechtsmitteln legitimiert ist (E.2). Gesetzliche Grundlagen für das Unterschutzstellungsverfahren (E.3). Der Umstand, dass der Anspruch des Gemeinwesens auf Anordnung von definitiven Schutzmassnahmen wegen Ablaufs der Frist von § 213 Abs. 3 PBG verwirkt ist, schliesst nicht aus, dass sich die nach § 338a Abs. 2 PBG rechtsmittellegitimierten Verbände gegen einen in Anwendung von § 213 Abs. 3 PBG erklärten Verzicht auf Unterschutzstellung zur Wehr setzen (E.4). Selbst bei Annahme einer formgültigen Rekursbegründung sind gewisse Anforderungen an die Substanzierung der behaupteten Schutzwürdigkeit einer Liegenschaft zu stellen (E.5.3). Der Beschwerdeführerin als fachkundigem Verband wäre es zuzumuten gewesen, dass sie die Schutzwürdigkeit der Liegenschaft aus ihrer Sicht dargelegt hätte, statt sich mit einer Bestreitung bzw. Relativierung der Verwirkungsfolge zu begnügen (E.5.4). Die Baurekurskommission ist nicht in überspitzten Formalismus verfallen, wenn sie den Rekurs der Beschwerdeführerin mangels Substanzierung der Schutzwürdigkeit abgewiesen hat (5.5). Abweisung und Kostenfolge (E.6). vgl. VB.2003.00046 = RB 2004 Nr. 63 </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DENKMALSCHUTZ">DENKMALSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTARENTLASSUNG">INVENTARENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROVOKATION">PROVOKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSTANZIIERUNG">SUBSTANZIIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERSPITZTER FORMALISMUS">ÃBERSPITZTER FORMALISMUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHUTZSTELLUNG">UNTERSCHUTZSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNGSFRIST">VERWIRKUNGSFRIST</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 209 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 210 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 213 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 213 Abs. III PBG</span><br/><span class="gerade">§ 338a Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 23 Abs. 1 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 60 S. 153</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">H und I ersuchten am 11. Januar 2000 als damalige EigentÃ¼merinnen bei der Baukommission KÃ¼snacht gestÃ¼tzt auf § 213 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) um Entlassung des Mehrfamilienhauses <span>"</span>L<span>"</span> (Vers.-Nr. 01) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der M-Strasse in KÃ¼snacht aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung. Die Baukommission KÃ¼snacht beschloss am 25. Januar 2000, die SchutzwÃ¼rdigkeit des GebÃ¤udes abzuklÃ¤ren; zugleich ordnete sie gestÃ¼tzt auf § 210 PBG ein VerÃ¤nderungsverbot im Sinne von § 209 PBG an. In ihrem Beschluss wies sie darauf hin, dass die Liegenschaft zwar 1980 in den Entwurf des Inventars aufgenommen worden sei, wogegen man anlÃ¤sslich der Bereinigung der Liste 1985 sowie der Beschlussfassung Ã¼ber die bereinigte Liste 1989 auf eine definitive Aufnahme verzichtet habe. Am 18. April 2000 erstattete der mit der AbklÃ¤rung der SchutzwÃ¼rdigkeit beauftragte Architekt J sein Gutachten, worin er zum Schluss gelangte, das Mehrfamilienhaus <span>"</span>L<span>"</span> solle als wichtiger Zeuge im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG in nÃ¤her bezeichnetem Umfang unter Schutz gestellt werden. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Februar 2001 verlÃ¤ngerte die Abteilung Hochbau der Gemeinde KÃ¼snacht im Hinblick auf Verhandlungen mit den GrundeigentÃ¼mern zwecks Abschluss eines verwaltungsrechtlichen Vertrags die Frist fÃ¼r die AbklÃ¤rung der SchutzwÃ¼rdigkeit um ein Jahr; zugleich hielt sie fest, der Baukommissionsbeschluss vom 25. Januar 2000 betreffend vorsorgliche Schutzmassnahmen bleibe unverÃ¤ndert wirksam.</p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhoben H und I gemeinsam Rekurs an die Baurekurskommission II. Der Rekurs betraf die Frage, ob die VerlÃ¤ngerung der Jahresfrist durch das Hochbauamt KÃ¼snacht rechtzeitig erfolgt sei. Das Verfahren wurde in der Folge auf Antrag der Abteilung Hochbau der Gemeinde KÃ¼snacht und unter Zustimmung von H und I sistiert, weil Verhandlungen Ã¼ber eine vertragliche Unterschutzstellung gefÃ¼hrt wurden. Nachdem H und I das GrundstÃ¼ck verkauft hatten, erklÃ¤rten die Erwerber C, D und E sowie F den Eintritt in das Rekursverfahren und verlangten die Fortsetzung des Verfahrens. Inzwischen war die mit dem angefochtenen Entscheid um ein Jahr verlÃ¤ngerte Frist nach Auffassung der Baurekurskommission II mit Verwirkungsfolge abgelaufen, weshalb sie das Rekursverfahren am 17. Dezember 2002 als gegenstandslos geworden abschrieb.</p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss liess die Gemeinde KÃ¼snacht mit Eingabe vom 6. Februar 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, der Rekursentscheid sei aufzuheben und die Baurekurskommission II anzuweisen, das Rekursverfahren fortzusetzen. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde am 18. August 2004 ab (VB.2003.00046, www.vgrzh.ch = RB 2004 Nr. 63).</p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf dieses Urteil beschloss der Gemeinderat KÃ¼snacht am 5. Januar 2005, das Mehrfamilienhaus Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 werde <span>"</span>zufolge der Verwirkung der verlÃ¤ngerten Jahresfrist gemÃ¤ss § 213 Abs. 3 PBG<span>"</span> nicht unter Denkmalschutz gemÃ¤ss § 203 PBG gestellt. Zugleich merkte er vor, dass die mit Beschluss vom 25. Januar 2000 erlassenen vorsorglichen Schutzmassnahmen (VerÃ¤nderungsverbot gemÃ¤ss § 210 PBG) zufolge Verwirkung dahin gefallen seien. Der Beschluss wurde am 14. Januar 2005 im Amtsblatt verÃ¶ffentlicht.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Beschluss vom 5. Januar 2005 erhob die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz (ZHV) am 10. Februar 2005 Rekurs mit dem Antrag, das Wohnhaus L weiterhin im kommunalen Inventar der erhaltenswerten Kulturobjekte zu fÃ¼hren oder gegebenenfalls neu darin aufzunehmen und dann unter Schutz zu stellen. Die Baurekurskommission II wies den Rekurs am 23. August 2005 ab, im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, das verwaltungsgerichtliche Urteil vom 18. August 2004 schliesse zwar nicht aus, dass die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz den gestÃ¼tzt auf jenes Urteil beschlossenen Verzicht auf eine Unterschutzstellung mit Rekurs anfechten kÃ¶nne; in der vorliegenden Rekursschrift werde jedoch die SchutzwÃ¼rdigkeit nicht nÃ¤her dargelegt, weshalb der Rekurs mangels Substanziierung abzuweisen sei. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 29. September 2005 beantragte die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz dem Verwaltungsgericht, den Rekursentscheid aufzuheben und die Angelegenheit an die Baurekurskommission II zurÃ¼ckzuweisen; ferner wurde beantragt, dass <span>"</span>der Gemeinderat â¦ Ã¼ber seine integrale oder partielle Schutz- oder evtl. Nichtschutzabsicht anfechtbar zuhanden des ZÃ¼rcher Heimatschutzes (und der EigentÃ¼merschaft) zu entscheiden (habe), damit der ZÃ¼rcher Heimatschutz zu den Schutz-ErwÃ¤gungen des Gemeinderates endlich Stellung nehmen kann<span>"</span>. </p> <p class="Urteilstext">Die als Mitbeteiligte erneut in das Verfahren einbezogenen GrundeigentÃ¼mer beantragten dem Gericht am 3. November 2005 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die Baurekurskommission II verzichtete auf Vernehmlassung. </p> <p class="Urteilstext">Der Gemeinderat KÃ¼snacht fÃ¼hrte in seiner Stellungnahme vom 4. November 2005 unter Verzicht auf einen fÃ¶rmlichen Antrag aus: Er teile die Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin, wonach es sich beim Mehrfamilienhaus L um ein Schutzobjekt handle. Mit der Baurekurskommission II gehe der Gemeinderat zwar davon aus, dass die im verwaltungsgerichtlichen Urteil vom 18. August 2004 beurteilte Frage der Verwirkung nicht mehr Gegenstand des zweiten Rekursverfahrens habe sein kÃ¶nnen; indessen wÃ¤re die Rekursinstanz aufgrund der Rekursschrift vom 10. Februar 2005 gleichwohl verpflichtet gewesen, die SchutzwÃ¼rdigkeit der Liegenschaft zu prÃ¼fen. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 338a Abs. 2 PBG kÃ¶nnen sich gesamtkantonal tÃ¤tige Vereinigungen, die sich seit wenigstens zehn Jahren dem Natur- und Heimatschutz oder verwandten, rein ideellen Zielen widmen, unter anderem gegen Anordnungen und Erlasse, die sich auf den III. Gesetzestitel (Natur- und Heimatschutz, §§ 203-217) stÃ¼tzen, mit Rekurs wehren. Die Baurekurskommission hat erwogen, die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz sei im vorliegenden Verfahren nach § 338a Abs. 2 PBG zur Rekurserhebung legitimiert. Das trifft insofern offenkundig zu, als sich der angefochtene Beschluss des Gemeinderats KÃ¼snacht vom 5. Januar 2005 auf § 213 Abs. 3 PBG bzw. die darin vorgesehene Verwirkungsfolge stÃ¼tzt. Zu beachten ist allerdings, dass nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zu § 338a Abs. 2 PBG der behÃ¶rdliche Verzicht auf eine Unterschutzstellung den VerbÃ¤nden den Zugang zum Rekursverfahren in der Regel nur dann verschafft, wenn es sich dabei um ein gestÃ¼tzt auf § 203 Abs. 2 PBG inventarisiertes Objekt handelt (RB 1990 Nr. 10, 1990 Nr. 11, 1992 Nr. 8, 1996 Nr. 13). Von diesem Grundsatz hat die Rechtsprechung bisher nur wenige Ausnahmen zugelassen (vgl. die Zusammenfassung der Rechtsprechung in VGr, 3. MÃ¤rz 2005, VB.2004.00488 E. 3). </p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall steht nicht ein inventarisiertes Objekt infrage. Indessen hat der Gemeinderat KÃ¼snacht auf Provokationsbegehren der GrundeigentÃ¼mer hin am 25. Januar 2000 eine provisorische Schutzanordnung nach § 210 PBG getroffen und damit die verfahrensleitende Anordnung verbunden, dass die SchutzwÃ¼rdigkeit des Mehrfamilienhauses L abgeklÃ¤rt werde. Diese Anordnung kommt einer Aufnahme der Liegenschaft in das Inventar nahe, weshalb es sich rechtfertigt, den spÃ¤teren Beschluss des Gemeinderats vom 5. Januar 2005 betreffend Verzicht auf definitive Unterschutzstellung einer Inventarentlassung gleichzusetzen. Die Baurekurskommission hat demnach darin zu Recht eine Anordnung erblickt, zu deren Anfechtung die heutige BeschwerdefÃ¼hrerin gestÃ¼tzt auf § 338a Abs. 2 PBG legitimiert sei. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Planungs- und Baugesetz regelt in den §§ 209 und 210 den Erlass vorsorglicher Schutzmassnahmen sowie in § 213 den Anspruch des GrundeigentÃ¼mers auf einen allfÃ¤llige definitive Schutzmassnahmen betreffenden Entscheid. GemÃ¤ss § 209 PBG bewirkt die schriftliche Mitteilung an den GrundeigentÃ¼mer Ã¼ber die Aufnahme seines GrundstÃ¼cks in ein Inventar das Verbot, am bezeichneten Objekt ohne Bewilligung der anordnenden BehÃ¶rde tatsÃ¤chliche VerÃ¤nderungen vorzunehmen (Abs. 2). Das VerÃ¤nderungsverbot fÃ¤llt dahin, wenn nicht innert Jahresfrist seit der schriftlichen Mitteilung eine dauernde Anordnung getroffen wird (Abs. 3). Sodann kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 210 PBG vorsorgliche Schutzmassnahmen im gleichen Verfahren und mit gleichen Rechtswirkungen auch ohne Inventarisierung angeordnet werden. Nach § 213 PBG ist jeder GrundeigentÃ¼mer jederzeit berechtigt, vom Gemeinwesen einen Entscheid Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit seines GrundstÃ¼cks und Ã¼ber den Umfang allfÃ¤lliger Schutzmassnahmen zu verlangen, wenn ein aktuelles Interesse glaubhaft gemacht wird (Abs. 1). Das Begehren ist schriftlich beim Gemeinderat einzureichen (Abs. 2). § 213 Abs. 3 PBG in der Fassung vom 1. September 1991 sieht fÃ¼r das weitere Verfahren folgende Befristung vor: Das zustÃ¤ndige Gemeinwesen trifft seinen Entscheid spÃ¤testens innert Jahresfrist, wobei es in AusnahmefÃ¤llen vor Fristablauf dem GrundeigentÃ¼mer anzeigen kann, die Behandlungsdauer erstrecke sich um ein weiteres Jahr. Liegt vor Fristablauf kein Entscheid vor, kann eine Schutzmassnahme nur bei wesentlich verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen angeordnet werden. Diese Formulierung ersetzte die ursprÃ¼ngliche Fassung von § 213 Abs. 3 PBG vom 7. September 1975, gemÃ¤ss welcher <span>"</span>das zustÃ¤ndige Gemeinwesen â¦den Entscheid spÃ¤testens innert Jahresfrist<span>"</span> zu treffen hatte. </p> <p class="Urteilstext">Die Regelung von § 209 f. einerseits sowie jene in § 213 PBG anderseits haben nicht zwei verschiedene Verfahren zum Gegenstand, vielmehr kommt beiden bezÃ¼glich des gleichen Verfahrens je eine eigene Zielsetzung zu. § 209 f. PBG zielt auf den (vorsorglichen) Schutz des Objektes ab, wÃ¤hrend § 213 PBG das Interesse des GrundeigentÃ¼mers berÃ¼cksichtigt, auf entsprechendes (<span>"</span>Provokations<span>"</span>-)Begehren hin binnen nÃ¼tzlicher Frist Klarheit Ã¼ber allfÃ¤llige Schutzmassnahmen zu haben (vgl. Dominik Bachmann, AusgewÃ¤hlte Fragen zum Denkmalrecht, PBG aktuell 1/2000, S. 5 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>In seinem den vorliegenden Fall betreffenden Urteil vom 18. August 2004 (RB 2004 Nr. 63) hat das Verwaltungsgericht erkannt, die nach § 213 Abs. 3 PBG in der Fassung vom 1. September 1991 einzuhaltende Frist fÃ¼r die Anordnung von Schutzmassnahmen stelle nicht eine blosse Ordnungs-, sondern eine Verwirkungsfrist dar, dies im Unterschied zur entsprechenden Regelung in der frÃ¼heren Fassung der Bestimmung, welche als blosse Ordnungsfrist qualifiziert worden war (vgl. RB 1989 Nr. 69). Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht die entsprechende Betrachtungsweise der Baurekurskommission bestÃ¤tigt, welche als Vorinstanz in ihrem Beschluss vom 17. Dezember 2002 unter Berufung auf einen frÃ¼heren Rekursentscheid (BEZ 1999 Nr. 5) zum gleichen Schluss gelangt war. </p> <p class="Urteilstext">Allerdings hatte die Baurekurskommission im Entscheid vom 17. Dezember 2002 zusÃ¤tzlich erwogen, die mit der Verwirkungsfolge verbundene <span>"</span>Negativbindung<span>"</span> gelte nur fÃ¼r das Gemeinwesen als Adressaten der Fristenregelung von § 213 Abs. 3 PBG; hingegen kÃ¶nne die Verwirkungsfolge rechtslegitimierten Dritten, insbesondere VerbÃ¤nden im Sinn von § 338a Abs. 2 PBG, nicht entgegengehalten werden (E. 6b). Mit dieser vorinstanzlichen ErwÃ¤gung hat sich das Verwaltungsgericht in seinem Urteil vom 18. August 2004 nicht auseinander gesetzt. Deswegen und weil ErwÃ¤gungen eines Entscheids unter Vorbehalt hier nicht zutreffender Ausnahmen ohnehin nicht an dessen Rechtskraft teilhaben (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 28 N. 5), steht einer ÃberprÃ¼fung dieser Frage im jetzigen Beschwerdeverfahren, welches eine Folge jenes frÃ¼heren Verfahrens bildet, nichts entgegen. MÃ¼sste sich nÃ¤mlich die heutige BeschwerdefÃ¼hrerin, die als nach § 338a Abs. 2 PBG legitimierter Verband den gestÃ¼tzt auf das verwaltungsgerichtliche Urteil vom 18. August 2004 ergangenen Beschluss des Gemeinderats KÃ¼snacht vom 5. Januar 2005 angefochten hat (zur Rechtsmittellegitimation vgl. vorn E. 2), die in diesem Beschluss festgestellte Verwirkung ebenfalls entgegenhalten lassen, so wÃ¤re der weitergezogene Nichteintretensbeschluss der Baurekurskommission vom 23. August 2005 im Ergebnis schon aus diesem Grund zu bestÃ¤tigen, obwohl die Baurekurskommission in dieser Hinsicht gerade von einer anderen Betrachtungsweise ausgegangen ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Das Verwaltungsgericht hat im Urteil vom 18. August 2004 den Verwirkungscharakter vorab im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte der revidierten Gesetzesfassung vom 1. September 1991 begrÃ¼ndet, habe doch die vorberatende Kommission mit der gewÃ¤hlten Neufassung eine klare Verwirkungsregelung schaffen wollen; sodann ergebe sich der Verwirkungscharakter auch aus der systematischen Einordnung der Bestimmung, welche unter dem Randtitel "G. AnsprÃ¼che des GrundeigentÃ¼mers" stehe (RB 2004 Nr. 63 E. 3.3). â Es ist nicht zu verkennen, dass die der Bestimmung damit zugeschriebene Bedeutung einer Verwirkungsregelung erheblich relativiert wird, wenn diese Verwirkungsfolge den nach § 338a Abs. 2 PBG legitimierten VerbÃ¤nden gleichwohl nicht entgegengehalten werden kann, wie das die Baurekurskommission bereits in ihrem Entscheid vom 17. Dezember 2002 vorgezeichnet hat (E. 6b) und woran sie auch im heute angefochtenen Entscheid vom 23. August 2005 (E. 5) festhÃ¤lt. Anderseits ist eine Auslegung, wonach sich die gemÃ¤ss § 213 Abs. 3 PBG eintretende Verwirkung auch die nach § 338a Abs. 2 PBG rechtsmittellegitimierten VerbÃ¤nde entgegenhalten lassen mÃ¼ssen, nur schwer mit dem Zweck des in der letzteren Bestimmung statuierten Verbandsbeschwerderechts vereinbar. Das zeigt gerade der vorliegende Fall, in dem die gestÃ¼tzt auf § 210 PBG getroffene provisorische Schutzanordnung bzw. die damit verbundene AbklÃ¤rung zu einem Gutachten gefÃ¼hrt hat, das die Unterschutzstellung der Liegenschaft empfiehlt. Es wÃ¼rde dem Zweck des Verbandsbeschwerderechts kaum gerecht, wenn die nach § 338a Abs. 2 PBG rechtsmittellegitimierten VerbÃ¤nde in solchen FÃ¤llen an der AusÃ¼bung des Rekursrechtes einzig deswegen gehindert wÃ¼rden, weil die in § 213 Abs. 3 PBG vorgesehene Behandlungsfrist â ohne Dazutun des betreffenden Verbandes â abgelaufen ist. Auch in der Lehre wird eine derart absolute, die AusÃ¼bung des Verbandsbeschwerderechts ausschliessende Geltung der Verwirkungsregelung von § 213 Abs. 3 PBG verneint (Bachmann, S. 9). Im nÃ¤mlichen Sinn hat sich das Verwaltungsgericht im Urteil vom 6. Oktober 1989 (RB 1989 Nr. 69) geÃ¤ussert (dort allerdings im Zusammenhang mit der Auslegung von § 213 Abs. 3 PBG in der frÃ¼heren Fassung vom 7. September 1975, welcher Bestimmung unter anderem aus diesem Grund damals der Verwirkungscharakter gerade abgesprochen wurde).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Es ist demnach im Ergebnis dem Zwischenschluss der Vorinstanz beizutreten, wonach der Umstand, dass der Anspruch des Gemeinwesens auf Anordnung von definitiven Schutzmassnahmen wegen Ablaufs der Frist von § 213 Abs. 3 PBG verwirkt ist, nicht von vornherein ausschliesst, dass sich die nach § 338a Abs. 2 PBG rechtsmittellegitimierten VerbÃ¤nde gegen einen in Anwendung von § 213 Abs. 3 PBG erklÃ¤rten Verzicht auf Unterschutzstellung mittels Rekurs zur Wehr setzen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Baurekurskommission hat erwogen, die vorliegende RekursbegrÃ¼ndung sei zwar pauschal abgefasst, sie genÃ¼ge aber dem in § 23 Abs. 1 VRG (im Sinn einer Eintretensvoraussetzung) statuierten BegrÃ¼ndungserfordernis. Im Rahmen der materiellen Beurteilung des Rekurses sei allerdings zu beachten, dass sich die Rekurrentin zur Frage der SchutzwÃ¼rdigkeit einzig mit dem knappen Hinweis Ã¤ussere, dass Letztere bezÃ¼glich des hohen Situations- und Eigenwerts der Liegenschaft L "aktenkundig genÃ¼gend nachgewiesen und offensichtlich" sei; die fachkundige Rekurrentin unterlasse es hingegen, auch nur ansatzweise darzutun, ob und inwiefern die Voraussetzungen fÃ¼r definitive Schutzmassnahmen erfÃ¼llt seien, inwiefern also die Liegenschaft im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG als wichtiger Zeuge einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder baukÃ¼nstlerischen Epoche erhaltenswÃ¼rdig und deren Unterschutzstellung verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei. Sie nenne nicht einmal die Akten, welche angeblich die SchutzwÃ¼rdigkeit belegen sollten. Daher sei der Rekurs mangels hinreichender Substanziierung ohne nÃ¤here PrÃ¼fung abzuweisen. </p> <p class="Urteilstext">In der Beschwerdeschrift wird gegen diese prozessuale Argumentation vorgebracht, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe sich aufgrund des publizierten Beschlusses des Gemeinderats KÃ¼snacht vom 5. Januar 2005 in erster Linie veranlasst gesehen, im dagegen erhobenen Rekurs die Verwirkungsfolge zu bestreiten; der Gemeinderat habe sodann in seiner Rekursantwort vom 21. MÃ¤rz 2005 klar zum Ausdruck erbracht, dass der Verzicht auf Unterschutzstellung gegen den Willen der Gemeinde erfolge und dass eine Unterschutzstellung aufgrund des Gutachtens J vom 18. April 2000 angebracht wÃ¤re. SinngemÃ¤ss rÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin damit, dass bei der gegebenen Aktenlage die mit mangelnder Substanziierung der SchutzwÃ¼rdigkeit begrÃ¼ndete Abweisung des Rekurses einem Ã¼berspitzten Formalismus gleichkomme.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Ãberspitzter Formalismus als besondere Form der Rechtsverweigerung liegt insbesondere vor, wenn eine BehÃ¶rde formelle Vorschriften mit Ã¼bertriebener SchÃ¤rfe handhabt und damit dem BÃ¼rger den Rechtsweg in unzulÃ¤ssiger Weise versperrt. Prozessuale Formen sind indessen unerlÃ¤sslich, um die ordnungsgemÃ¤sse und rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewÃ¤hrleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht demnach mit Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) im Widerspruch. Ãberspitzter Formalismus liegt nur vor, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwÃ¼rdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert wird (BGE 125 I 166 E. 3a, mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die prozessuale Argumentation der Baurekurskommission knÃ¼pft (ohne sich darauf ausdrÃ¼cklich zu berufen) an das verwaltungsgerichtliche Urteil VB.2004.00281 vom 9. September 2004 (siehe www.vgzrh.ch) an, in welchem sich das Gericht ebenfalls mit den Anforderungen an die RekursbegrÃ¼ndung eines von der heutigen BeschwerdefÃ¼hrerin eingereichten Rechtsmittels befasste. Das Gericht ist dort zum Schluss gekommen, die fragliche (ebenfalls summarisch abgefasste) RekursbegrÃ¼ndung genÃ¼ge zwar den formellen Anforderungen an eine RekursbegrÃ¼ndung nach § 23 Abs. 1 VRG, weshalb der Beschluss der Baurekurskommission (die in jenem Fall auf den Rekurs nicht eingetreten war) aufzuheben sei; das Verwaltungsgericht erwog aber ergÃ¤nzend, die Baurekurskommission hÃ¤tte den Rekurs mangels hinreichender Substanziierung ohne weiteres abweisen dÃ¼rfen, weshalb die Beschwerde im Ergebnis gleichwohl abzuweisen sei. </p> <p class="Urteilstext">An der damaligen Betrachtungsweise, wonach selbst bei Annahme einer formgÃ¼ltigen RekursbegrÃ¼ndung gewisse Anforderungen an die Substanziierung der behaupteten SchutzwÃ¼rdigkeit einer Liegenschaft zu stellen sind (als Voraussetzung dafÃ¼r, das die RekursbehÃ¶rde sich auf eine nÃ¤here materielle PrÃ¼fung einlassen muss), ist grundsÃ¤tzlich festzuhalten. Das gilt namentlich auch in FÃ¤llen, in denen sich wie hier ein nach § 338a Abs. 2 PBG rechtsmittellegitimierter Verband mit Rekurs im Nachhinein dafÃ¼r einsetzen will, dass eine Liegenschaft unter Schutz gestellt wird, obwohl der diesbezÃ¼gliche Anspruch des Gemeinwesens nach § 213 Abs. 3 PBG an und fÃ¼r sich verwirkt wÃ¤re. Dass sich der Verband in einer solchen Situation die Verwirkung nicht entgegenhalten lassen muss (vgl. vorn E. 4.2), beruht letztlich auf einer InteressenabwÃ¤gung zwischen den AnsprÃ¼chen des GrundeigentÃ¼mers nach § 213 Abs. 3 PBG und den Aufgaben der ideellen VerbÃ¤nde, denen nach § 338a Abs. 2 PBG das Verbandsbeschwerderecht zuerkannt wird. Wenn im Rahmen dieser (vom Gesetzgeber vorgenommenen bzw. durch Auslegung nachvollzogenen) InteressenabwÃ¤gung der Funktion des Verbandsbeschwerderechts ein derart hoher Stellenwert eingerÃ¤umt wird, bringt dies fÃ¼r die betreffenden VerbÃ¤nde auch gewisse Verpflichtungen hinsichtlich der prozessualen Durchsetzung ihrer Auffassungen mit sich: Es kann erwartet werden, dass sie ihrer Aufgabe als behÃ¶rdenexterne, aber gleichwohl Ã¶ffentlichrechtlich anerkannte HÃ¼terinnen des Natur- und Heimatschutzes auch mit einer gewissen Fachkunde in prozessualer Hinsicht nachkommen und in einem Rechtsmittel die SchutzwÃ¼rdigkeit der betroffenen Liegenschaft hinreichend darlegen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Im vorliegenden Fall ist freilich zu beachten, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Rekursschrift vom 10. Februar 2005 in erster Linie veranlasst sah, sich dagegen zur Wehr zu setzen, dass der Gemeinderat im angefochtenen Beschluss vom 5. Januar 2005 den Verzicht auf Unterschutzstellung infolge Verwirkung des diesbezÃ¼glichen Anspruchs nach § 213 Abs. 3 PBG erklÃ¤rt hatte. Die BeschwerdefÃ¼hrerin war zudem in das bisherige (mit dem Provokationsbegehren der GrundeigentÃ¼mer vom 1. Dezember 1999 eingeleitete) Verfahren nicht einbezogen und hatte demzufolge offenbar vom verwaltungsgerichtlichen Urteil vom 18. August 2004 keine Kenntnis. Die am 14. Januar 2005 publizierte Fassung des gemeinderÃ¤tlichen Beschlusses vom 5. Januar 2005 enthielt abgesehen vom Hinweis auf die Verwirkung des Unterschutzstellungsanspruchs weder einen Hinweis auf das verwaltungsgerichtliche Urteil vom 18. August 2004 noch sonst eine BegrÃ¼ndung. Laut Darstellung in der Beschwerdeschrift (S. 5) hat sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bei der Rekurserhebung offenbar von der Vorstellung leiten lassen, mit diesem Rechtsmittel mÃ¼sse sie sich lediglich den Zugang zum Unterschutzstellungsverfahren verschaffen und es wÃ¤re alsdann (nach Gutheissung ihres Rekurses) Sache des Gemeinderates gewesen, eine Unterschutzstellung gleichwohl, sozusagen "virtuell", vorzunehmen. </p> <p class="Urteilstext">Aus den genannten UmstÃ¤nden kann die BeschwerdefÃ¼hrerin indessen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Als fachkundigem Verband wÃ¤re es ihr zuzumuten gewesen, vor Rekurserhebung den gemeinderÃ¤tlichen Beschluss vom 5. Januar 2005 beizuziehen. Auf dieser Grundlage hÃ¤tte von ihr alsdann erwartet werden kÃ¶nnen, dass sie im folgenden Rekurs die SchutzwÃ¼rdigkeit der Liegenschaft L aus ihrer Sicht dargelegt hÃ¤tte, statt sich mit einer Bestreitung bzw. Relativierung der Verwirkungsfolge zu begnÃ¼gen. Zwar ergibt sich die eine beschwerdefÃ¼hrende Partei treffende Substanziierungspflicht in der Regel vorab daraus, dass von BeschwerdefÃ¼hrenden eine Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid bzw. dessen BegrÃ¼ndung gefordert wird (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 11, § 60 N. 1; bezÃ¼glich Beschwerden, die sich gegen den Verzicht auf Unterschutzstellung richten vgl. insbesondere RB 1995 Nr. 75) und befasste sich der angefochtene Beschluss vom 5. Januar 2005 nicht mit der Frage der SchutzwÃ¼rdigkeit der Liegenschaft. Von der Rekurrentin, die als fachkundiger Verband trotz Verwirkung des Unterschutzstellungsanspruchs des Gemeinwesens noch eine Unterschutzstellung herbeifÃ¼hren wollte, hÃ¤tte jedoch gleichwohl erwartet werden kÃ¶nnen, in der Rekursschrift darzulegen, dass und weshalb aus ihrer Sicht auch die materiellen Voraussetzungen fÃ¼r eine Unterschutzstellung erfÃ¼llt seien. Damit wÃ¤ren die GrundeigentÃ¼mer in die Lage versetzt worden, sich mit den diesbezÃ¼glichen Argumenten der BeschwerdefÃ¼hrerin auseinander zu setzen. Die mangelnde Substanziierung in der Rekursschrift wird auch nicht dadurch aufgewogen, dass der Gemeinderat KÃ¼snacht in der Rekursantwort vom 21. MÃ¤rz 2005 unter Hinweis auf das Gutachten J die Liegenschaft als schutzwÃ¼rdig bezeichnet hatte und dass die Vernehmlassung der privaten Mitbeteiligten vom 30. Mai 2005 eventualiter auch AusfÃ¼hrungen zu den (verneinten) materiellen Voraussetzungen einer Unterschutzstellung enthielt. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>Zusammenfassend ergibt sich, dass die Baurekurskommission nicht in Ã¼berspitzten Formalismus verfallen ist, wenn sie den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin mangels Substanziierung der SchutzwÃ¼rdigkeit der Liegenschaft L abgewiesen hat. Unbehelflich ist schliesslich der Hinweis der BeschwerdefÃ¼hrerin, die von ihr angestrebte "Wiederholung des Schutzverfahrens" hÃ¤tte sich vermeiden lassen, wenn schon die "InventarerÃ¶ffnung" publiziert worden wÃ¤re. Abgesehen davon, dass der damit angesprochene Beschluss des Gemeinderats vom 25. Januar 2000 (betreffend Anordnung einer vorsorglichen Schutzmassnahme) nicht die ErÃ¶ffnung eines bestehenden Inventareintrags beinhaltete, sondern einer solchen hÃ¶chstens gleichgestellt werden kann (vgl. vorn E. 2), widersprÃ¤che ein solches Vorgehen dem Grundsatz, dass die InventarerÃ¶ffnung keine anfechtbare VerfÃ¼gung bildet (vgl. RB 1992 Nr. 8). Hinzu kommt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einem solchen Vorgehen nicht in eine bessere Lage versetzt worden wÃ¤re, als wenn sie sich den spÃ¤teren Beschluss vom 5. Januar 2005 (betreffend Verzicht auf eine definitive Schutzmassnahme) nach dessen Publikation verschafft hÃ¤tte, was ihr nach dem Gesagten zuzumuten war.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Diese ist zudem zu verpflichten, den Mitbeteiligten binnen dreissig Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu zahlen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, den Mitbeteiligten binnen dreissig Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu zahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>