B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1291/2013 U r t e i l v o m 4. J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Gérard Scherrer, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren (…), Türkei, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, substituiert durch lic. iur. Nicolas von Wartburg, MLaw, Advokatur Kanonengasse Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Februar 2013 / N (…). D-1291/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Hei - matstaat am (…), reiste über ihm unbekannte Länder nach B._______, weiter über C._______ nach D._______, von wo er nach einem Aufen t- halt von (…) über E._______ und weitere, ihm unbekannte Länder am (…) illegal in die Schweiz gelangte. Gleichentags suchte er in F._______ um Asyl nach. Am (…) fand im dortigen Empfangs - und Verfahrenszent- rum (EVZ) eine erste Befragung statt. Am (…) wurde er , ebenfalls im EVZ, durch das Bundesamt in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und stamme aus dem unweit der Kleinstadt G._______ gelegenen Dorf H._______ in der Provinz I._______, wo er von Geburt bis zur Ausreise aus dem Heimatstaat g e- wohnt habe. Er habe (…) Jahre Primarschule absolviert, (…) davon in seinem Dorf, die übrigen in J._______. Er habe keinen Beruf erlernt, sei jedoch als (…) in J._______ tätig gewesen, bis er das Arbeitsverhältnis nach (…) beendet habe, weil es ihm zu langweilig geword en sei. Im Jahr (…) habe er in K._______ während (…) Militärdienst geleistet. (…) habe er seine nachmalige Konkubinatspartnerin, mit welcher er (…) Kinder ha- be, entführt . Nachdem sie anfänglich zusammengelebt hätten, wohne seine Partnerin seit dem Jahr (…) bei l._______ in J._______. Seit dem Jahr (…) würde seine Familie von den Behörden und Militärangehörigen beschuldigt, die Partiya Karkerên Kurdistan (Kurdische Arbeiterpartei, PKK) zu unterstützen. Sein mittlerweile (…) verstorbener Vater, der offen gestanden habe, Mitglied der PKK zu sein beziehungsweise dieser Hilfe geleistet zu haben, sei deswegen am (…) inhaftiert worden und nur dank Intervention einer in J._______ ansässigen Menschenrechtsorganisation, zu welcher er keine weiteren Angaben machen könne, nach einer Haf t- dauer von (…) als gebrochener Mann wieder freigekommen. Auch nach der Freilassung sei die Familie aufgrund des Bekenntnisses seines Vaters zur PKK bedroht und belästigt worden. Am (…) beziehungsweise vor die- sem Datum seien er – der Beschwerdeführer – und sein Cousin M._______, mit welchem er (…) verwandt sei, beim (…) von (…) PKK- Aktivisten um Hilfe angegangen worden, die si e dann mit (…) auch ge- leistet hätten. Später habe er erfahren, dass (…) PKK-Angehörige getötet worden seien, unter ihnen auch die (…) Bittsteller. Am (…) sei der e r- wähnte Cousin von Angehörigen der Armee zu einer Befragung gerufen, D-1291/2013 Seite 3 tags darauf inhaftiert und in der Folge zu einer Freiheitsstrafe von (…) verurteilt worden. Er selber sei e iner via seinen Vater an ihn ergangenen Aufforderung zu einer mutmasslich für den (…) vorgesehenen Befragung auf dem Posten N._______ nicht nachgekommen. Hätte er der Aufford e- rung Folge geleistet, wäre er ebenfalls nicht mehr freigelassen worden. Weil er Angst gehabt habe, sich weiterhin im Dorf aufzuhalten, sei er für den Zeitraum zwischen dem (…) und seiner Ausreise zu O._______ nach J._______ gezogen. Sein Vater habe ihm geraten, sich vor Vorladungen zur Unterschriftsleistung zu hü ten, ihm am (…) einen Schlepper organi- siert und ihn gezwungen, das Land zu verlassen. Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seinen am 26. September 2012 in P ._______ ausgesellten Nüfus zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 8. Februar 2013 – eröffnet am 12. Februar 2013 – stellte das Bundesamt fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtling s- eigenschaft nicht, und lehnte das Asylg esuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und beauftrag- te den Kanton Aargau mit dem Vollzug. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen genügten weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft. So habe sich der Beschwerdeführer widersprüchlich zu den Vorfällen vom (…) geäussert und im Zusammenhang mit der an ihn ergangenen Auffo r- derung zur Befragung unplausible Angaben gemacht. Sodann könnten zwar in der Türkei Angehörige von verfolgten Personen auch heute noch – unter bestimmten Umständen – Reflexverfolgungsmassnahmen er- leiden, indes bestehe eine solche Gefahr bei Angehörigen von bereits i n- haftierten oder ehemals verfolgten Personen in aller Regel nicht und wü r- den behördliche Nachforschungen gegenüber Familienangehörigen in der Regel kein asylbeachtliches Ausmass annehmen. Nachdem es d em Be- schwerdeführer nicht gelungen sei, das Betroffensein von solchen R e- flexverfolgungsmassnahmen glaubhaft zu machen, würde kein Grund zur Annahme bestehen, dass er wegen seines familiären Umfeldes mit b e- achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft Reflexverfo l-D-1291/2013 Seite 4 gungsmassnahmen ernsthaften Ausmasses erleiden könnte. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 11. März 2013 (Datum des Poststempels) an das Bu n- desverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter unter Kosten und Entschädigungsfolge, es sei die V erfü- gung der Vorinstanz aufzuheben, festzustellen, dass er die Flüchtlingse i- genschaft erfülle und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulä s- sigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs fes t- zustellen und die vorläufige Aufnahme anz uordnen. In prozessualer Hi n- sicht wurden der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive Rechtsve r- beiständung beantragt. Gleichzeitig wurden folgende Dokumente, alle in Kopie und mit deutsc hsprachiger Übersetzung soweit nichts anderes e r- wähnt, eingereicht: J e ein Verhörprotokoll betreffend Q._______, R._______ und S._______ (…); ein Haftprotokoll betreffend Q._______; (…) Zeitungsberichte aus T._______ vom (…) sowie vom (…); ein weite- rer Zei tungsbericht (…), alle (…) betreffend Schilderung der Unters u- chungshaft durch den Cousin U._______ beziehungsweise V._______; eine Haftbescheinigung vom (…) betreffend V._______; ein Urteil des W._______ betreffend den Cousin M._______; eine Fürsorgebestätigung. Darauf sowie auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid wesen t- lich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 14. März 2013 teilte das Bundesverwal - tungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des V er- fahrens in der Schweiz abwarten könne, verzichtete auf die Erhebung e i- nes Kostenvorschusses, verschob den Entscheid über das Gesuch um Erlass allfälliger Verfahrenskosten (unentgeltliche Prozessführung) auf einen späteren Zeitpunkt und wies dasjenige um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtsverbeiständung ab. Zudem wurden die Akten der Vori n- stanz zur Vernehmlassung überwiesen. E. Mit Schreiben vom 8. April 2013 teilte der Beschwerdeführer, welcher b e- reits in der Rechtsmitteleingabe entsprechende Aktivitäten erwähnt hatte, mit, er sei auch in der Schweiz politisch aktiv, habe die Mitgliedschaft bei X._______ beantragt, zählte diesbezügliche Tätigkeiten auf und reichte in diesem Zusammenhang (…) Beweismittel ein. Zudem seien mehrere se i-D-1291/2013 Seite 5 ner Verwandten in europäi schen Ländern als Flüchtlinge anerkannt wo r- den. Diesbezüglich reichte er (…) zu den Akten. F. F.a Mit Vernehmlassung vom 8. April 2013 beantragte das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es aus, die B e- schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder B e- weismittel, welche eine Änderung seines Standpunkts rechtfertigten, und verwies auf seine Erwägungen, an welchen es festhielt. Auf die detaillie r- te materielle Begründung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. F.b Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 15. April 2013 zur Kenntnis gebracht und ihm eine Frist bis zum 30. April 2013 zur Rep- lik angesetzt. G. In seiner Replik vom 30. April 2013 nahm der Beschwerdeführer Stellung zum Inhalt der V ernehmlassung, worin er grundsätzlich an seinen bishe- rigen Vorbringen festhielt . G leichzeitig reichte er (…) ein. Darauf wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D-1291/2013 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht . Der Beschwerde- führer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist d aher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Mithin ist auf die Beschwerde einzutreten. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bunde srecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, w e- gen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen D-1291/2013 Seite 7 ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un- erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 In der Beschwerde wird eingewend et, die Vorinstanz habe die Vo r- bringen des Beschwerdeführers lediglich auf ihre Asylbeachtlichkeit im Zusammenhang mit Reflexverfolgung geprüft. Dass der Beschwerdefü h- rer selber und direkt aufgrund seiner Unterstützung der PKK durch die türkischen Behörden verfolgt würde, sei vom BFM gar nicht erst beachtet worden (…). Dieser Einwand ist als unbehelflich zu qualifizieren, befasste sich die Vor- instanz in der angefochtenen Verfügung doch sehr wohl mit dem Vorbri n- gen des Beschwerdeführers, wonach er von Angehö rigen der PKK um Unterstützung angegangen worden sei, qualifizierte indes die in diesem Zusammenhang geltend gemachten Verfolgungsvorbringen aufgrund i h- rer widersprüchlichen Schilderung als unglaubhaft. 5.2 Die widersprüchliche Schilderung der Vorfälle vom (…) durch den Be- schwerdeführer wird in der Beschwerde bestritten und diesbezüglich au s- geführt, dieser habe wenige Tage vor der Anhörung vom (…) durch sei- nen BB._______ vom Tod seines Vaters erfahren ; diese Tatsache habe ihn schwer belastet, wobei seine Gedanken vorwiegend bei seinem Vater gewesen seien, weshalb er sich nicht restlos auf die Befragung habe konzentrieren können. Zudem habe die Vorinstanz die angebliche U n- glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers in keiner Weise begründet (…). Auch daraus vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Zwar trifft zu, dass er anlässlich der Anhörung vom (…) erklär- te, er habe (…) Tage vorher anlässlich eines Besuchs bei BB._______ er- fahren, dass sein Vater im Alter von (…) Jahren verstorben sei (…); doch D-1291/2013 Seite 8 auch in Berücksichtigung der Auswirkungen dieses tragischen Ereigni s- ses für den Beschwerdeführer lassen sich damit dessen widersprüchl i- chen Schilderungen der Vorfälle vom (…) nicht plausibel erklären, wobei keine Rede davon sein kann, die Vorinstanz habe die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen nicht begründet. So führte das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend aus, der Beschwerdeführer habe anlässlich der B e- fragung vom (…) erklärt, am (…) beim (…) zusammen mit seinem Cousin M._______ von Angehörigen der PKK um Hilfe angegangen worden zu sein, wogegen gemäss seinen Aussagen anlässlich der Anhörung vom (…) an jenem Datum der erwähnte Cousin von Angehörigen der Armee zu einer Befragung abgeholt worden sei. In seiner Vernehmlassung weist das BFM zudem zu Recht darauf hin, in der Rechtsmitteleingabe würde verschwiegen, dass der Beschwerdeführer mit diesem Widerspruch ko n- frontiert worden sei, diesen aber nicht schlüssig aufzulösen vermoc ht ha- be (vgl. Vernehmlassung vom 8. April 2013). Selbst wenn , wie im Rahmen des Beschwerdeverfahren s sinngemäss ausgeführt wird, zugunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen würde, dass er erstens die PKK mit (…) unterstützt habe, und zweitens mindestens einmal, insbesondere auch im Jahr (…) beziehungsweise vor dem (…), als er sich zusammen mit seinem Cousin M._______ beim (…) befand, von Angehörigen der Organisation um Unterstützung angega n- gen wurde, sowie drittens der Cousin in diesem Zusammenhang am (…) zu einer Befragung abgeholt und noch im selben Monat zu einer Fre i- heitsstrafe von (…) verurteilt worden wäre , vermöchte der Beschwerd e- führer aus diesen Sachverhaltsvorbringen keine asylrelevante Verfolgung abzuleiten. So erklärte er nämlich zunächst, er habe sich am (…) zu- sammen mit seinem Cousin (…) befunden, als dieser von Soldaten zu ei- ner Befragung mitgenommen worden sei (…), um in Widerspruch dazu im weiteren Verlauf der Anhörung zu Protokoll zu geben, er sei bei der Fes t- nahme nicht dabei gewesen, sondern habe sich in J._______ aufgehalten (…). Dieser Aussagewiderspruch des Beschwerdeführers wird auch auf Beschwerdeebene nicht aufgelöst. Würde davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Festnahme des Cousins vom (…) an- wesend gewesen wäre, liessen sich die Aussagen, wonach die Angehöri- gen der Armee nur den Cousin aufgefordert hätten, zu einer Befragung mitzukommen (…) und dabei den Beschwerdeführer unbehelligt gelassen hätten, nicht pla usibel erklären, zumal die Festnahme de s Cousins an- geblich im Zusammenhang mit Hilfeleistungen an die PKK erfolgt sei, welche dieser zusammen mit dem Beschwerdeführer erbracht habe. Zu- dem blieb der Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz in diesem Zusa m-D-1291/2013 Seite 9 menhang in ihrer Vernehmlassung ebenfalls zutreffend ausführte – eine schlüssige Erklärung schuldig, weshalb sein Cousin im Wissen um die Konsequenzen einer Befragung der Aufforderung zu einer solchen Folge leistete (vgl. Vernehmlassung vom 8. April 2013). Wird indes davon au s- gegangen, dass die Festnahme des Cousins für eine Befragung in Abwe- senheit des Beschwerdeführers erfolgt wäre (…), so bliebe nicht nac h- vollziehbar, dass der Cousin noch im selben Monat beziehungsweise i n- nerhalb von (…) Tagen wegen Unterstützung einer terroristischen Organi- sation zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und der Beschwe r- deführer im Urteil offenbar nicht erwähnt wurde (…). Schliesslich lässt sich das Vorbringen, der Beschwerdeführer sei wegen Unterstützung der PKK behördlich gesucht worden, auch mit dem U m- stand nicht in Einklang bringen, dass die Schlepper sowohl einen echten Reisepass als auch eine echte Identitätskarte auf den Namen des B e- schwerdeführers hätten ausstellen lassen (…), welch letzteres, am (…) ausgestellte Dokument er den Asylbehörden einreich te; dies ist u mso weniger nachvollziehbar, als der Vater des Beschwerdeführers erst am (…) die Ausreise organisiert beziehungsweise die Schlepper kontaktiert haben will (…) beziehungsweise die Schlepper die Identitätskarte am (…) hätten ausstellen lassen, obwohl der Beschwerdeführer bereits über ein solches Dokument verfügt habe, wobei sie dieses den Behörden eing e- reicht hätten (…). Unter diesen Umständen erübrigen sich Ausführungen zum Vorbringen, die Behörden hätten den Beschwerdeführer über seinen Vater mündlich aufgefordert, sich am (…) auf dem Posten in N._______ einzufinden. 5.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass das Vo r- bringen des Beschwerdeführers, wonach er wegen Unterstützung der PKK behördlich gesucht werde, den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht genügt. 5.4 5.4.1 Auf Beschwerdeebene wird daran festgehalten, der Beschwerd e- führer habe wegen seines familiären Umfelds Reflexverfolgungsmas s- nahmen zu befürchten. In diesem Zusammenhang reichte er verschiede- ne, in erster Linie seine Verwandten, aber auch weitere Drittpersonen betreffende behördliche und gerichtliche Dokumente, Zeitungsberichte und Referenzschreiben zu den Akten (vgl. Sachverhalt Bstn. C, E und G). So sei der Vater des Beschwerdeführers im Jahr (…) von türkischen Sol-D-1291/2013 Seite 10 daten auf den Posten mitgenommen und in den ersten (…) Tagen der (…) Haft mehrfach gefoltert worden, wobei er zugegeben habe, Mitglied der PKK zu sein und deren Kämpfer aktiv unterstützt zu haben. Dank den Bemühungen einer Menschenrechtsorganisation sei er f reigelassen wor- den, jedoch sei seine Gesundheit aufgrund der Misshandlungen in Haft stark geschädigt worden. Auch der Onkel R._______ und der Cousin U._______ des Beschwerdeführers seien verhaftet worden. U._______ sei bereits im Jahr (…) wegen (…) für PKK-Angehörige zu einer schw e- ren Gefängnisstrafe von (…) verurteilt worden. Die Familie A._______ würde aufgrund der Unterstützung der PKK bereits seit (…) Jahren von den türkischen Behörden verfolgt. Im Dorf H._______, wo der Beschwer- deführer aufgewachsen sei, sei die Familie A._______ dafür bekannt, die PKK zu unterstützen. So seien der Beschwerdeführer und sein Cousin M._______ im Jahr (…) mehrfach von PKK -Kämpfern um Unterstützung gebeten worden. Diesen Anfragen seien sie jeweils nachgekommen und hätten (…) b eschafft. Eine Reflexverfolgung des Beschwerdeführers durch die türkischen Behörden aufgrund seiner Familienangehörigkeit sei sehr wahrscheinlich und intensiv. Nicht zuletzt der aktuellste Fall, in wel- chem der Cousin M._______ der Unterstützung einer te rroristischen Or- ganisation schuldig gesprochen und zu einer langfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sei, zeige, dass die Familie nach wie vor als Sympathie- trägerin der PKK wahrgenommen und verfolgt würde. Vor diesem Hinte r- grund müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei einer allfälligen Rückkehr in die Türkei inhaftiert und zu einer langjä h- rigen Freiheitsstrafe verurteilt würde, die s auch deshalb, weil er mit se i- nem verurteilten Cousin gemeinsam PKK -Kämpfer unterstützt habe. Bei einer Verhaftung würden ihm demnach dieselben Delikte vorgeworfen (…). Verschiedene auf Beschwerdeebene eingereichte Referenzschre i- ben bestätigten, dass die Familie A._______ die PKK seit längerem u n- terstützt habe. Der Cousin Z._______ des Beschwerdeführers habe im Jahr (…) in CC._______ ein Asylgesuch gestellt und sei in der Folge als Flüchtling anerkannt worden. Der Bruder AA._______ des Beschwerde- führers sei im Jahr (…) nach DD._______ geflohen und am (…) dort als Flüchtling anerkannt worden. Auch die Cousins Q._______, S._______, EE._______ und FF._______ sowie die Cousine GG._______ seien in DD._______ als Flüchtlinge anerkannt worden (…). Was die geltend gemachte Reflexverfolgung anbelangt, schloss die Vo r- instanz nicht aus, dass in der Türkei Angehörige von verfolgten Personen auch heute noch – unter bestimmten Umständen – entsprechende Mass- nahmen erleiden können. Diesbezüglich ist vorweg auf die Erwägungen D-1291/2013 Seite 11 in der angefochtenen Verfügung zu verweisen, welche sich nach einer Überprüfung als zutreffend erweisen (vgl. Sachverhalt Bst. B). Sodann trifft zu, dass der Vater und verschiedene weitere Verwandte des B e- schwerdeführers im Zusammenhang mit Unterstützungsleistungen für die PKK behördlich behelligt und teilweise zu langjährigen Fr eiheitsstrafen verurteilt wurden. Indes liegen diese Vorfälle fast ausnahmslos weit in der Vergangenheit zurück und betreffen, was den Vater und die beiden Onkel R._______ und S._______ des Beschwerdeführers anbelang t, das Jahr (…). Was U._______ anbelangt, betreffen die Vorfälle die Jahre (…) und (…), wobei zum einen aus den Akten nicht entnommen werden kann, ob es sich bei dieser Person, wie auf Beschwerdeebene behauptet, um e i- nen Cousin des Beschwerdeführers handelt , und zum andern sowohl die diesbezüglich eingereichte (…) a ls auch einer der (…) eine Person n a- mens V._______ zum Gegenstand haben. Die die Cousins Q._______, S._______, EE._______, FF._______, die Cousine GG._______ und den Bruder AA._______ des Beschwerdeführers betreffenden Dokumente des Y ._______ datieren aus den Jahren (…), wobei sich Z._______ bereits im Jahr (…) nach DD._______ begeben habe. Schliesslich sei der Cousin Z._______ im Jahr (…) nach CC._______ geflohen und dort als Flüch t- ling anerkannt worden (…). Daraus erhellt, dass die Behelligungen der erwähnten Verwandten im Zeitraum von (…) und in einem Einzelfall im Jahr (…) beziehungsweise vorher erfolgt sind. Demgegenüber blieb der Beschwerdeführer – abgesehen von einem Vorfall im Jahr (…), den er anlässlich der Anhörung und Befrag ung im erstinstanzlichen Verfahren nicht erwähnt hatte, sondern erst in dem zusammen mit seiner Replik vom 30. April 2013 eingereichten persönlichen und undatierten Schreiben schildert – offensichtlich stets unbehelligt, obwohl er die PKK zusammen mit sein em Cousin M._______ vor dem (…), namentlich im Jahr (…), mehrfach unterstützt haben will (…). Schliesslich haben sich die eigenen Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft erwiesen und besteht offensichtlich kein Zusammenhang zwischen die sen und der Verurteilung seines Cousins M._______ (vgl. E. 5.2 vorstehend). Die Vor- instanz führte denn in diesem Zusammenhang in ihrer Vernehmlassung auch zutreffend aus, gemäss den wenig konkreten Aussagen des B e- schwerdeführers zu seiner Stellung zur PKK und zur geltend gemachten Hilfeleistung für diese sei er nicht als Politaktivist einzustufen; seit der Verhaftung seines Vaters im Jahr (…) seien seinen Aussagen zufolge I n- haftierungen und Vorladungen ausgeblieben, was insofern erstaune, als gemäss den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe die Unterstützung der PKK durch die (Gross -)Familie A._______ in der Region um H._______ bekannt sei (vgl. Vernehmlassung des BFM vom 8. April D-1291/2013 Seite 12 2013). In Berücksichtigung all dieser Umstände ist nicht davon auszug e- hen, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat Reflexverfolgung zu befürchten hat. 5.5 Nach dem Gesagten erweisen sich die vom Beschwerdeführer ge l- tend gemachten Verfolgungsvorbringen, soweit überhaupt den Anford e- rungen an die Glaubhaftigkeit genügend, als a syl- beziehungsweise flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Aufgrund der vorstehenden Erwägu n- gen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde , die übrigen Eingaben und die Beweismittel näher einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Das BFM hat das Asylgesuch des B e- schwerdeführers in Bezug auf die Vorfluchtgründe demnach zu Recht ab- gelehnt. 5.6 Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den von ihm geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) – bei einer Rückkehr b e- fürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG au s- gesetzt zu werden. 5.6.1 Exilpolitische Aktivitäten führen grundsätzlich nur dann zur Zuerken- nung der Flüchtlingseigenschaf t aufgrund von subjektiven Nachfluch t- gründen, wenn zumindest glaubhaft gemacht wird, dass im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat infolge dieser Aktivitäten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit politischer Verfolgung zu rechnen wäre (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). In diesem Zusammenhang wird in der Beschwerde ausgeführt, der B e- schwerdeführer sei seit seiner Einreise in die Schweiz politisch aktiv. So habe er an verschiedenen Treffen kurdischer Organisationen teilgeno m- men. Er treffe sich hier mit kurdischen Aktivisten, welche als Flüchtlinge anerkannt worden seien und durch die türkischen Behörden nach wie vor gesucht würden (…). Er habe die Mitgliedsch aft beim X._______ bean- tragt. Am (…) habe er in HH._______ an einem politischen Anlass teilge- nommen, an welchen auch II._______, als Redner eingeladen gewesen sei. Am (…) und (…) habe er an (…) in JJ._______ und KK._______ teil- genommen, wobei am letztgenannten Anlass unter anderen LL._______ als (…) aufgetreten sei. Schli esslich bestätige MM._______, dass der Beschwerdeführer an den kurdischen Aktivitäten teilnehme und für die Rechte des kurdischen Volkes kämpfe (…). D-1291/2013 Seite 13 5.6.2 Dem Beschwerdeführer ist es wie gesagt nicht gelungen, eine auf seine geltend gemachte oppositionelle Tätigkeit beziehungsweise Unter- stützung der PKK in der Türkei gestützte erlittene beziehungsweise zum Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat drohende Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft zu machen ; auch ist er nicht als Politaktivist einzustufen (vgl. vorstehend E. 5.2 - 5.5). Aufgrund der Ausführungen auf Beschwerdeebene und den diesbezüglich eingereichten Beweismitteln sind die geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten als niederschwellige, reine Mitläufertätigkeit zu qualifizieren. Selbst wenn die türkischen Behörden von dieser überhaupt Kenntnis g e- nommen hätten, wäre nicht davon auszugehen, dass es ihnen gelungen wäre, den Beschwerdeführer zu identifizieren . Den Ausführungen des Beschwerdeführers und den diesbezüg lichen Beweismitteln ist nicht zu entnehmen, dass er sich bei Kundgebungen oder bei der Organisation von solchen besonders und über das Mass der anderen Personen hinaus exponiert oder eine in der Öffentlichkeit herausragende Führungsposition innegehabt hät te. Des Weiteren ist aus den Akten nirgends ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinen exilpolitischen Aktivitäten in den Medien namentlich erwähnt wor den ist, so dass eine einfache Identifizierung möglich wäre. Es ist davon auszuge hen, dass sich die türkischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen ko n- zentrieren, welche über die massentypischen Erscheinungsformen exilpo- litischer Proteste hinaus Funktionen wahrnehmen und/oder Aktivitäten entwickeln, die sie aus der Masse der m it dem Re gime Unzufriedenen herausheben und als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. 5.6.3 In diesem Lichte besehen erhellt, dass die geltend gemachten exil- politischen Aktivitäten nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrech tlich rel e- vante Verfolgungsfurcht zu begründen, weshalb der Beschwerdeführer nicht als Flüchtling anzuerkennen ist. Mithin ist nach dem Gesagten den Beschwerdeführer betreffend nicht vom Vorliegen subjektiver Nachfluch t- gründe auszugehen und zusammenfassend festzustellen, dass die Vo r- aussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG auch unter dem Aspekt von Art. 54 AsylG nicht erfüllt sind. 5.7 In Würdigung der gesamten Umstände und Vorbringen des B e- schwerdeführers erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde, die übrigen Eingaben und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da diese an der vorgenommenen Würdigung des D-1291/2013 Seite 14 Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat dem nach das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 6. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit wei teren Hinwei sen). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; A rt. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun - gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän - ders in den Heimat-, Herkunfts - oder in einen Drittstaat entgegenste - hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.1.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK er- füllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb- liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubha ft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschi e- bungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der D-1291/2013 Seite 15 Wegweisung in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausg e- setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Me n- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Dies is t vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, dem B e- schwerdeführer würde bei einer Rückkehr in sein Heimatland eine me n- schenrechtswidrige Behandlung drohen, zumal es ihm – wie oben unter Ziff. 5 der Erwägungen festgehalten wurd e – nicht gelungen ist, eine a k- tuelle Verfolgungssituation darzutun. 7.1.3 Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesg e-D-1291/2013 Seite 16 setz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). Der Beschwerdeführer war eigenen Angaben zufolge bis zum (…) über- wiegend im Dorf H._______ wohnhaft und hat sich in der Folge bis zur Ausreise am (…) bei O._______, teilweise in J._______, aufgehalten (…). Er hat den Primarschulunterricht während (…) Jahren besucht und in der Folge keinen Beruf erlernt. Obwohl er nicht auf eine Erwerbstäti g- keit angewiesen war, war er während (…) als (…) erwerbstätig, bis er diese Aktivität aus Langeweile aufgab (…). Seine nächsten Familiena n- gehörigen (…) sind nach wie vor in J._______ beziehungsweise in der Heimatregion wohnhaft (…). Er ist noch jung und leidet – soweit akten- kundig – an keinen, geschweige denn schwerwiegenden, gesundheitl i- chen Problemen. Sein inzwischen verstorbener Vater war ein wohlhaben- der (…), welcher problemlos für die Kosten der Ausreise seines Sohne im Betrag von (…) aufkam (…). Demnach liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Auffassung – sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar bezeichnet werden. 7.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug de r Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.4 Insgesamt hat das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt e i- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. D-1291/2013 Seite 17 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Nachdem sich die Beschwerde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Anhängigmachung nicht als aussichtslos erwiesen hat, und auf grund der Aktenlage nach wie vor von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist, ist in Gutheissung des entsprechenden Gesuchs auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-1291/2013 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. In Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Pr o- zessführung werden dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten erla s- sen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: