<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">6A.99/2006 /hum </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 28. Dezember 2006 </div> <div class="para">Kassationshof </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Schneider, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Wiprächtiger, Zünd, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Monn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Departement des Innern des Kantons Solothurn, Ambassadorenhof, 4500 Solothurn, </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn, </div> <div class="para">Postfach 157, 4502 Solothurn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Entlassung in Halbfreiheit, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom </div> <div class="para">20. Oktober 2006. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">X.________ verbüsst seit 2. März 2001 und zurzeit in der Strafanstalt Schöngrün eine Strafe von neun Jahren Zuchthaus. Am 9. Juni 2006 beantragte er, er sei ab 30. Januar 2007 in die Halbfreiheit zu entlassen. Die Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug des Kantons Solothurn wies das Gesuch am 20. Juni 2006 mit der Begründung ab, bei einem Strafmass von neun Jahren sei die Halbfreiheit für längstens elf Monate möglich, weshalb sie frühestens ab dem 30. August 2007 bewilligt werden könne. Eine Verwaltungsbeschwerde wurde durch das Departement des Innern des Kantons Solothurn am 9. August 2006 abgewiesen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn wies eine dagegen gerichtete Beschwerde mit Urteil vom 20. Oktober 2006 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. Oktober 2006 sei aufzuheben. Eventuell sei der Übertritt in die Halbfreiheit per Ende Januar 2007 zu verfügen. Ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Gegen die Verweigerung der Halbfreiheit steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur Verfügung (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=16.12.2006&amp;to_date=04.01.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-231%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page231">BGE 124 I 231</a> E. 1a/aa mit Hinweis). Auf das Rechtsmittel ist einzutreten. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Zunächst kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenen Entscheid S. 3/4 E. 2/3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es geht um zwei Punkte. Zum einen stellt sich die Frage, ob Richtlinien, die je in Relation zur gesamten Strafdauer die Minimaldauer der Halbfreiheit auf drei und die Maximaldauer auf zwölf Monate festlegen, das Bundesrecht im Sinne von <span class="artref">Art. 104 lit. a OG</span> verletzen. Dies trifft nicht zu, denn <span class="artref">Art. 37 Ziff. 3 Abs. 2 StGB</span> spricht nur von Gefangenen, die mindestens die Hälfte der Strafzeit verbüsst haben müssen. Über die Minimal- und Maximaldauer der Halbfreiheit sagt das Gesetz nichts. In der Literatur wird dazu festgestellt, dass der Aufenthalt im anspruchsvollen Arbeitsexternat nicht übermässig lange dauern sollte, weil der beständige Wechsel zwischen normalem Arbeitsplatz und Vollzugsanstalt eine besondere Belastung sein könne (vgl. die im angefochtenen Entscheid S. 4 zitierten Stellen sowie neuerdings Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 2. Aufl., Bern 2006, <span class="artref">§ 4 N 26</span>; ebenso Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. September 1998, BBl 1999 II S. 2113). Eine Begrenzung im konkreten Fall des Beschwerdeführers auf elf Monate erscheint als sinnvoll und verletzt jedenfalls Bundesrecht nicht. Daran vermag nichts zu ändern, dass gegen seine Person keine Vorbehalte bestehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Zum zweiten hat der Beschwerdeführer auf einen anderen Fall hingewiesen, der mit seinem vergleichbar und in dem dem Betroffenen die Halbfreiheit bereits früher gewährt worden sein soll. Der andere Fall liegt jedoch in der Kompetenz eines anderen Vollzugskantons. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann von rechtsungleicher Behandlung aber grundsätzlich nur die Rede sein, wenn die gleiche Behörde gleichartige Fälle unterschiedlich behandelt (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=16.12.2006&amp;to_date=04.01.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">BGE 121 I 49</a> E. 3c mit Hinweis). Aus der föderalistischen Staatsstruktur der Schweiz ergibt sich eben, dass die Kantone in ihrem Zuständigkeitsbereich unterschiedliche Regelungen treffen können (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=16.12.2006&amp;to_date=04.01.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-44%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page44">BGE 122 I 44</a> E. 3b/cc; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=16.12.2006&amp;to_date=04.01.2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IA-126%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page126">120 Ia 126</a> E. 6c S. 145). Dass es dem Beschwerdeführer schwer fällt, diese Argumentation nachzuvollziehen, vermag an der Kompetenzverteilung, die heute in der Schweiz gilt, nichts zu ändern. Die Beschwerde muss abgewiesen werden. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von <span class="artref">Art. 152 Abs. 1 OG</span> gutzuheissen. Der Beschwerdeführer ist bedürftig, und seine Rechtsbegehren waren nicht von vornherein aussichtslos. Auf eine Kostenauflage ist somit zu verzichten. </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Departement des Innern des Kantons Solothurn und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 28. Dezember 2006 </div> <div class="para">Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html></html>