A bteilung V E -3485/2007 {T 0/2} U rteil vom 13. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W eber, R ichterin Kojic, R ichter D ubey G erichtsschreiber H ardegger 1. A._______, Algerien, 2. B._______, Algerien, 3. C ._______, Algerien, alle vertreten durch D ._______, G esuchsteller gegen Schw eizerische A sylrekurskom m ission (A R K ), Postfach, 3003 Bern-Zollikofen, (neu: B undesverw altungsgericht, Postfach, 3000 Bern 14), betreffend U rteil der A R K vom 30. A ugust 2006 in Sachen Vollzug der W egw eisung (R evision) / N E._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie von den G esuchstellern am 23. Septem ber 2002 eingereichten Asylgesuche w ies das Bundesam t für Flüchtlinge (BFF; heute: Bundesam t für M igration [BFM ]) m it Verfügung vom 5. Februar 2003 ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug an. D ie dagegen erhobene Beschw erde vom 10. M ärz 2003 w ies die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) m it U rteil vom 30. Au- gust 2006 ab. Zur Begründung der Beschw erde brachten die G esuchsteller im W esentlichen vor, sie w ürden durch die islam ischen Terroristen verfolgt. D er G esuchsteller sei als (...) von ihnen erpresst w orden und es sei ihm m it der Erm ordung anderer Fam ilienm itglieder gedroht w orden. Im O ktober 2001 hätten Terroristen die (...) Tochter K. entführt. Seither sei sie verschollen. W eiter habe der G esuchsteller im Jahr 2001 beziehungsw eise 2000 an D em onstrationen teilgenom m en. Er sei deshalb ab Juli 2001 m ehrere M onate lang inhaftiert gew esen. B. M it G esuch vom 2. O ktober 2006 ersuchten die G esuchsteller w iedererw ägungs- w eise um Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. Zur Begründung w urde im W esentlichen angeführt, die G esuchsteller befänden sich effektiv seit über vier Jahren in der Schw eiz, da sie sich vor der Einreichung der Asylgesuche legal und m it Visum in der Schw eiz aufgehalten hätten. N am ent- lich auch für die Tochter F._______ w ürde eine R ückreise in die H eim at eine grosse H ärte bedeuten. Sie sei seit vier Jahren eingeschult und sehr gut integriert. D ie Tochter habe nie Arabisch schreiben gelernt. W egen der politischen Verfolgung des Vaters, w elcher nicht nach Algerien zurückkehren könne, da er dort sogleich inhaftiert w ürde, habe sie in Algerien nicht eingeschult w erden können. D ie G esuchsteller seien bem üht, sich zu integrieren. Zur U nterm auerung der Vorbringen w urden verschiedene D okum ente ins R echt gelegt, darunter auch Berichte von Lehrpersonen über die Integration der Tochter sow ie ein Faxschreiben eines algerischen R echtsanw alts. C . M it Verfügung vom 23. O ktober 2006 w ies das BFM das W iedererw ägungsgesuch ab, bezeichnete die Verfügung vom 5. Februar 2003 als rechtskräftig und voll- streckbar und stellte fest, einer allfälligen Beschw erde kom m e keine aufschieben- de W irkung zu. D as BFM führte zur Begründung seines ablehnenden W iedererw ägungsentscheids unter anderem aus, es w erde sinngem äss eine nachträglich eingetretene Verände- rung der Sachlage geltend gem acht. H insichtlich der Aufenthaltsdauer in der Schw eiz sei auf das U rteil der AR K hinzuw eisen, w onach auch ein knappes Ü ber- schreiten der Vierjahresfrist noch nicht zu einer vorläufigen Aufnahm e w egen Vor- liegens einer schw erw iegenden persönlichen N otlage führe. D ie fehlende Schulbil- dung der Tochter in Algerien w erde m it der politischen Verfolgung des Vaters in Zusam m enhang gebracht, w elcher indes eine solche Verfolgung nicht habe glaub- haft m achen können. Algerien stelle zudem das H eim atland dar, w o die Tochter der G esuchsteller - im G egensatz zur Schw eiz - viele Verw andte habe. Zudem las-3 se sich aus dem Alter der Tochter schliessen, dass bei ihr noch keine eigenständi- ge Sozialisierung erfolgt sein dürfte. Schliesslich sei auch der Eingang der im Fax- schreiben eines algerischen R echtsanw alts in Aussicht gestellten D okum ente zur Verfolgung nicht abzuw arten. Ferner sei die AR K in ihrem U rteil zum Schluss ge- kom m en, dass die von den G esuchstellern behauptete behördliche Verfolgung un- glaubhaft und (m indestens) ein Bew eism ittel als gefälscht zu qualifizieren sei. D . Am 30. O ktober 2006 reichten die G esuchsteller eine (gem äss Paginierung) 277 Seiten um fassende und gegen das U rteil der AR K vom 30. August 2006 gerichtete Eingabe ein, von w elcher die AR K dam als ausging, es handle sich allenfalls um ein R evisionsgesuch. D ie von der Instruktionsrichterin geforderte R evisionsverbes- serung w urde innert angesetzter Frist nicht eingereicht. H ingegen teilten die G e- suchsteller am 17. N ovem ber 2006 m it, ihre Eingabe vom 30. O ktober 2006 sei nicht zu berücksichtigen, w eshalb die AR K m it U rteil vom 27. N ovem ber 2006 auf das R evisionsgesuch nicht eintrat. E. D ie von den G esuchstellern gegen die Verfügung vom 23. O ktober 2006 erhobene Beschw erde vom 31. O ktober 2006 im W egw eisungspunkt w urde m it U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 26. M ärz 2007 abgew iesen. In der R echtsm itteleingabe w urde im W esentlichen geltend gem acht, die R ückrei- se der G esuchsteller sei insbesondere auch für die Tochter m it einer ausseror- dentlichen H ärte verbunden. Zudem habe der G esuchsteller m it Schreiben vom 25. O ktober 2006 verschiedene D okum ente eingereicht, w elche die Vorinstanz nicht geprüft habe. D iese D okum ente verm öchten aufzuzeigen, dass gegen ihn ein Verfahren in seinem H eim atland hängig sei. N ach einer R ückkehr in sein Land w erde dieses Verfahren unverzüglich w ieder aufgenom m en. Zudem sei gegen ihn ein H aftbefehl erlassen w orden. Sobald er in Algerien einreisen w erde, w erde er inhaftiert. D ie eingereichten D okum ente seien auf ihre Echtheit hin zu prüfen. D ie Fam ilie habe nach vier Jahren Landesabw esenheit keine Bleibe m ehr. Eine gute Existenzgrundlage bestehe nicht m ehr. D as Bundesverw altungsgericht begründete die ablehnende H altung m it dem U m - stand, dass lediglich eine seit R echtskraft der Verfügung vom 5. Februar 2003 ein- getretene, w esentlich veränderte Sachlage geltend gem acht und geprüft w erden könne, da die G esuchsteller bereits ein ordentliches R echtsm ittelverfahren durch- laufen hätten. G ründe im Sinne von Art. 66 des Bundesgesetzes über das Verw al- tungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) m üssten dem nach in einem R evisionsverfahren geltend gem acht w erden. Insow eit die G esuchsteller m it dem Einreichen von verschiedenen D okum enten die vom Bundesam t w ie auch von der AR K als unglaubhaft erachteten Verfolgungsgründe belegen m öchten, sei som it im vorliegenden W iedererw ägungsverfahren nicht w eiter darauf einzugehen. D arüber hinaus sei zu betonen, dass das N ichteinverstandensein m it den Erw ä- gungen im rechtskräftig abgeschlossenen Asylverfahren keinen W iedererw ägungs- grund bilden könne. Es sei darauf hinzuw eisen, dass ein W iedererw ägungsgesuch nicht dazu dienen könne, Verw altungsentscheide im m er w ieder in Frage zu stellen, w eil die eigene Beurteilung eines Sachverhaltes anders ausfalle als diejenige der dam it befassten Behörde. Som it erübrige es sich, auf die entsprechenden Ausfüh- rungen in der Beschw erde zur schw ierigen Situation der G esuchsteller bei einer R ückkehr und som it auf Tatsachen, die im ordentlichen Verfahren und insbesonde-4 re auch von der AR K in ihrem Beschw erdeurteil als Sachverhaltselem ente bei der Beurteilung des Falles berücksichtigt w orden seien, einzugehen. F. M it an das Bundesverw altungsgericht gerichteter Eingabe ihrer R echtsvertreterin vom 21. M ai 2007 ersuchten die G esuchsteller sinngem äss um revisionsw eise Aufhebung des Beschw erdeentscheides vom 30. August 2006 im W egw eisungs- punkt und die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz. W eiter bean- tragten sie die sofortige Aussetzung (des Vollzugs) der W egw eisung, die Prüfung neuer von den G esuchstellern eingereichten U nterlagen und die am tliche D urch- führung von N achforschungen zur Klärung der Täterschaft und des Tatm otivs im Zusam m enhang m it einer (...) in Algerien. Auf die Begründung w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. G leichzeitig w urden ein U nterstützungsschreiben des Klassenlehrers der Tochter F._______ vom 24. April 2007, drei ärztliche Zeugnisse vom 24. April 2007, ein Internetauszug eines Artikels aus "(...)" vom April 2007 und die Kopie eines Faxschreibens eines R echtsanw alts in Algerien vom 25. Septem ber 2006 eingereicht. G . M it Zw ischenverfügung vom 1. Juni 2007 setzte der zuständige Instruktionsrichter den Vollzug der W egw eisung im R ahm en einer vorsorglichen M assnahm e einst- w eilen aus. H . D em Antrag der G esuchsteller vom 7. Juni 2007 auf Zustellung von Kopien dreier eingereichter Bew eism ittel w urde m it Schreiben vom 20. Juni 2007 entsprochen. I. Bezüglich w eiterer Einzelheiten aus den erw ähnten Verfahren w ird auf die entspre- chenden Akten und Bew eism ittel verw iesen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht ist seit dem 1. Januar 2007 zuständig zur Behand- lung von R evisionsgesuchen gegen Beschw erdeurteile, w elche - w ie vorliegend - von der AR K gefällt w urden. D as Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) ist anw endbar (vgl. Koordinations- entscheide des Plenum s des Bundesverw altungsgerichts vom 25. Juni 2007). D a in Fällen w ie dem vorliegenden, in w elchen das Bundesverw altungsgericht G esuche um R evision der U rteile der früheren AR K zu prüfen hat, das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2007 (BG G , SR 173.110) nicht zur Anw endung gelangt (vgl. Art. 45 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32], e contrario), sind allfällige R evisionsgründe nach den Bestim m ungen in Art. 66 ff. Vw VG zu prüfen. 1.2 Im R evisionsverfahren entscheidet das Bundesverw altungsgericht in der R egel in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen (Art. 21 Abs. 1 VG G ), sofern das R evisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsw eise der Einzelrichterin fällt (vgl. Art. 23 VG G , Art. 111 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]). 5 1.3 D ie G esuchsteller haben ein schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung oder Än- derung des Beschw erdeurteils und sind daher zur Einreichung eines R evisionsge- suches legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Bst. c Vw VG in analogiam ; vgl. dazu U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kanto- ne, Zürich 1985, S. 65 ff.). 1.4 Aus den nachstehend dargelegten G ründen liegt ein offensichtlich unbegründetes R evisionsgesuch vor, w eshalb der Entscheid sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 3 AsylG in analogiam ). 2. An die Begründung ausserordentlicher R echtsm ittel w erden erhöhte Anforderun- gen gestellt (Art. 66 Abs. 3 und Art. 67 Abs. 3 Vw VG ). In der R echtsschrift ist die R echtzeitigkeit des R evisionsbegehrens darzutun; zudem ist anzugeben, w elcher gesetzliche R evisionstatbestand angerufen w ird und in w iew eit Anlass besteht, gerade diesen G rund geltend zu m achen. Sind dem G esuch nicht genügend substanziierte, w irkliche R echtsm ittelgründe zu entnehm en, ist darauf überhaupt nicht einzutreten (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.). D em gegenüber ist nicht erforderlich, dass die angerufenen R evisionsgründe w irklich bestehen, sondern es genügt, w enn der G esuchsteller deren Vorliegen behauptet (vgl. BG E 96 I 279; U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 148 f.). Im vorliegenden Fall rufen die G esuchsteller sinngem äss den R evisionsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG (neue erhebliche Tatsachen oder Bew eism ittel) an und zeigen durch ihren H inw eis, kürzlich entscheidende N euigkeiten erfahren und nun entsprechende Bew eism ittel einreichen zu können, die R echtzeitigkeit ihres R evisionsgesuchs auf. D ie Eingabe vom 21. M ai 2007 erw eist sich dam it als hin- reichend begründet. Auf das im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte (vgl. Art. 47 VG G i.V.m . Art. 67 Abs. 3 Vw VG und Art. 52 Vw VG ) R evisionsgesuch ist deshalb - m it Vorbehalt, siehe unten - einzutreten. 3. 3.1 M it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision w ird die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten, im H inblick darauf, dass die R echtskraft beseitigt w ird und über die Sache neu ent- schieden w erden kann (vgl. FR ITZ G YG I, a.a.O ., S. 229 f.). 3.2 G em äss Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG kann die R evision eines Entscheides verlangt w erden, w enn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Bew eism ittel auffindet, die sie im früheren Verfahren auch bei zum utbarer Sorgfalt nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. Erheblich im Sinne der angeführten Bestim m ungen sind neue Tatsachen dann, w enn sie geeignet sind, die tatbeständliche G rundlage des angefochtenen Entscheides zu verändern und bei zutreffender rechtlicher W ürdigung zu einem anderen, für die gesuchstellende Partei günstigeren Ergebnis zu führen, m it anderen W orten, w enn sie den Aus- gang des Verfahrens beeinflussen können. 6 R evisionsw eise eingereichte Bew eism ittel können nur dann zur R evision eines U r- teils führen, w enn sie entw eder nachträglich in Erfahrung gebrachte, doch vorbe- stehende erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet sind, dem Bew eis von Tat- sachen zu dienen, die zw ar im früheren Verfahren bekannt gew esen, aber zum N achteil der gesuchstellenden Partei unbew iesen geblieben sind, und w enn sie bei Vorliegen im ordentlichen Verfahren verm utlich zu einem anderen Entscheid ge- führt hätten. Bew eism ittel m üssen selber - im G egensatz zu geltend gem achten Tatsachen und im G egensatz zum W ortlaut der Bestim m ung - nicht notw endiger- w eise aus der Zeit vor dem in R echtskraft erw achsenen Beschw erdeentscheid stam m en, um zur R evision eines U rteils führen zu können (vgl. zum G anzen die Praxis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylre- kurskom m ission [EM AR K] 2002 N r. 13 E. 5a S. 113 f. m it w eiteren H inw eisen auf D oktrin und Praxis). 4. Im Folgenden bleibt dem zufolge ausschliesslich zu prüfen, ob die von den G e- suchstellern im R evisionsverfahren geltend gem achten Tatsachen und eingereich- ten Bew eism ittel den vorstehend aufgezeigten Anforderungen der R echtsprechung an die revisionsrechtliche N euheit und Erheblichkeit zu genügen verm ögen. 4.1 4.1.1 D ie G esuchsteller erklärten, die R ückreise stelle zur Zeit für die Tochter F._______ "eine unglaubliche H ärte" dar. Sie begründeten ihre Auffassung m it dem m ittlerw eile erreichten Integrationsgrad ("gut eingelebt" und "guten Freundeskreis aufgebaut" [vgl. R evisionsgesuch S. 1]). Ihre Behauptungen gründeten auf einem Schreiben des Klassenlehrers ihrer Tochter vom 24. April 2007. D iesem Schreiben ist zu entnehm en, dass die Tochter D eutsch spreche und verstehe, sow ohl Interesse an ihrer Schulbildung, an zw ischenm enschlichen Beziehungen als auch am Anschluss an die Klasse gezeigt habe, stets offen gew esen sei und die hiesigen Sitten beachtet habe. 4.1.2 Es gilt zu klären, ob den G esuchstellern eine Einreichung dieses Bew eism ittels bereits im ordentlichen Verfahren m öglich und zum utbar gew esen w äre, da das R evisionsverfahren nicht dazu dienen soll, in früheren Verfahren begangene, ver- m eidbare U nterlassungen der Partei nachzuholen. Ansonsten hätte eine betroffene Partei stets die M öglichkeit, durch unvollständiges Vorbringen gegebenenfalls eine m ehrm alige Beurteilung ihres Falles zu erw irken (vgl. dazu U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 109). 4.1.3 D ie in Ziffer 4.1.1. erw ähnte Behauptung, w onach ein W egw eisungsvollzug nach Algerien für die Tochter F._______ eine unglaubliche H ärte darstellen w erde, w urde von den G esuchstellern zum indest in einem ihrer früheren Verfahren bereits geltend gem acht. So haben sie m it G esuch vom 2. O ktober 2006 die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e für ihre Tochter F._______ w egen deren Integrationsgrades und der schulischen Situation gefordert. D ieses Begehren w urde m it Verfügung vom 23. O ktober 2006 bereits abschliessend beurteilt. Selbst die R evisionseingabe vom 30. O ktober 2006 (vgl. dort S. 3), auf deren Basis das U rteil der AR K vom 27. N ovem ber 2006 erfolgt ist, hatte zum indest teilw eise diese bekannte Sachlage für die Tochter F._______ im Fall eines W egw eisungsvollzugs 7 nach Algerien zum G egenstand der Prüfung erhoben. D ie von den G esuchstellern dam it geübte Kritik an erfolgten Verfügungen des BFM und U rteilen der AR K (eventuell auch des Bundesverw altungsgerichts) stehen dem Zw eck und Sinn einer R evision entgegen. Ferner darf das aktuelle R evi- sionsverfahren nicht dazu dienen, in früheren Verfahren begangene und verm eid- bare U nterlassungen einer betroffenen Partei im erw ähnten Sinne (vgl. vorstehen- de Erw ägung 4.1.2.) nachzuholen oder frühere verfahrenserledigende G ründe, die die G esuchsteller - beispielsw eise m it ihrer Verzichtserklärung vom 17. N ovem ber 2006 - selbst geschaffen haben, nachträglich aus der W elt zu schaffen. Som it ist das Argum ent, ein allfälliger W egw eisungsvollzug nach Algerien führe zu einer unglaublichen H ärte für die Tochter F._______, w eder neu noch erheblich im Sinne der geltenden revisionsrechtlichen Bestim m ungen. D em Bestätigungsschrei- ben des Klassenlehrers vom 24. April 2007 ist die revisionsrechtlich erforderliche Erheblichkeit som it abzusprechen. 4.2 4.2.1 D ie G esuchsteller m achten w eiter geltend, die drei eingereichten ärztlichen Zeug- nisse vom 24. April 2007 könnten bestätigen, dass eine R ückkehr nach Algerien nicht in Frage kom m e (vgl. R evisionsgesuch, S. 1). D en erw ähnten drei Berichten sind unter anderem zu entnehm en, dass sich der G esuchsteller Ende M ärz bis 10. April 2007 in einer psychiatrischen Klinik aufgehalten habe und am 24. April 2007 w egen anhaltender Suizidgefährdung zur Behandlung an ein Psychiatriezentrum überw iesen w orden sei. W eiter sei der G esuchstellerin (M utter) em pfohlen w orden, sich einer bestim m ten Therapie zur Verbesserung ihrer Lebensqualität zu unterzie- hen. Ferner habe sich die Tochter F._______ von einer schw eren Traum atisierung erholen m üssen; sie sei am 24. April 2007 erneut zur Behandlung beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen D ienst angem eldet w orden. Zudem geht aus dem eingereichten Internetauszug aus (...) des (...) 2007 (heruntergeladen am [...]) hervor, dass eine (...) in Algerien getötet w orden sei. D a die H intergründe der Tat und die Täterschaft durch die G esuchsteller nicht abklärbar seien, seien von Am tes w egen entsprechende N achforschungen durchzuführen. G leichzeitig w urde die Erreichbarkeit des algerischen Anw alts der G esuchsteller durch die Beilage einer Faxkopie eines Schreibens vom 25. Septem ber 2006 (Ü berm ittlungsverm erk: 28. Septem ber 2006) m itgeteilt. 4.2.2 Vorab ist in Erinnerung zu rufen, dass eingereichte Bew eism ittel nur dann als neu im Sinne der revisionsrechtlichen Bestim m ungen zu qualifizieren und beachtlich sind, w enn sie entw eder neue erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet sind, dem Bew eis von Tatsachen zu dienen, die zw ar im früheren Verfahren bekannt ge- w esen, aber zum N achteil der gesuchstellenden Partei unbew iesen geblieben sind, respektive w enn sie bei Vorliegen im ordentlichen Verfahren verm utlich zu ei- nem anderen Entscheid geführt hätten. D ie Faxkopie des algerischen R echtsanw alts ist in einem früheren Verfahren - al- lerdings dort m it anderem Ü berm ittlungsverm erk - eingereicht w orden (vgl. dazu das R evisionsverfahren vom 30. O ktober 2006, act. 1 pag. 7). Ferner geht aus dem ärztlichen Zeugnis der G esuchstellerin (...) vom 24. April 2007 nichts Er- hebliches hervor, das nicht auch im früheren Verfahren hätte geltend gem acht 8 w erden können. Som it kom m en dem ärztlichen Bericht der G esuchstellerin (M ut- ter) und dem gefaxten Schreiben vom 25. Septem ber 2006 nicht die revisions- rechtlich erforderliche Erheblichkeit zu. 4.2.3 D ie G esuchsteller w ollen m it den übrigen in Ziffer 4.2.1 erw ähnten Bew eism itteln vom April 2007 im W esentlichen aufzeigen, dass sich der rechtserhebliche Sach- verhalt seit dem ursprünglichen Entscheid respektive seit dem U rteil der m it Be- schw erde befassten R echtsm ittelinstanz vom 30. August 2006 in erheblicher W ei- se verändert hat. Sie bezw ecken die Anpassung der ursprünglich (diesbezüglich fehlerfreien) Verfügung des Bundesam tes vom 5. Februar 2003 an nachträglich eingetretene erhebliche Veränderungen im W egw eisungspunkt. D iese Prüfung kann jedoch nicht im R ahm en dieses R evisionsgesuchs stattfinden sondern w äre lediglich unter dem Titel eines (w eiteren) W iedererw ägungsgesuchs beim BFM zu beantragen (vgl. dazu die nach w ie vor zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f., dort m it w eiteren H inw eisen). M ithin ist in diesem Verfahren auf eine solche Prüfung nicht einzutreten. D a auch der Antrag auf am tliche N achforschungen zum (...) in Algerien in einem engen Zusam m enhang m it allfälligen w iedererw ägungsrechtlichen Aspekten steht, ist auf diesen Antrag ebenfalls nicht w eiter einzugehen. 4.3 Bei dieser Sachlage ist festzuhalten, dass es den G esuchstellern m it ihren Ausfüh- rungen und eingereichten Bew eism itteln offensichtlich nicht gelungen ist, R evisi- onsgründe - nam entlich neue erhebliche Tatsachen und Bew eism ittel - darzutun. 5. Zusam m enfassend ist das G esuch um R evision als offensichtlich unbegründet ab- zuw eisen, sow eit darauf einzutreten ist. D as U rteil der AR K vom 30. August 2006 respektive die Verfügung des Bundesam tes vom 5. Februar 2003 bleiben dem nach in R echtskraft. D ie unter dem Titel eines R evisionsgesuchs eingereichte Eingabe vom 21. M ai 2007 ist m it den eingereichten Bew eism itteln - sow eit darin U m stände geltend ge- m acht w erden, die sich nach dem U rteil der AR K vom 30. August 2006 ereignet haben - zur Prüfung allfälliger W iedererw ägungsgründe an das BFM zu überw ei- sen (vgl. Art. 37 VG G i.V.m . Art. 8 Abs. 1 Vw VG ). 6. M it dem U rteil selbst ist der Antrag der G esuchsteller auf (definitive) Aussetzung (des Vollzugs) der W egw eisung gegenstandslos gew orden. 7. H ingegen ist zur W ahrung eines geordneten Verfahrensganges der Vollzug der W egw eisung bis zum Zeitpunkt des Eintreffens der Verfahrensakten beim BFM auszusetzen (vgl. Art. 37 VG G i.V.m . Art. 56 Vw VG ). 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von insgesam t Fr. 1200.-- den G esuchstellern aufzuerlegen (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 9 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 1200.--, w erden den G esuchstellern aufer- legt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw ei- sen. 3. D ie Akten w erden zur Prüfung allfälliger W iedererw ägungsgründe (vgl. dazu Erw ä- gungen 4.2.3 und 5., 2. Abschnitt) ans BFM überw iesen. 4. D er Vollzug der W egw eisung der G esuchsteller bleibt bis zum Eintreffen der Ver- fahrensakten beim BFM ausgesetzt. 5. D ieses U rteil geht an: - G esuchsteller durch Verm ittlung ihrer R echtsvertreterin, 2 Expl. (eingeschrie- ben; Beilage: Einzahlungsschein) - Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.- N r. N E._______; vorab per Telefax), unter H inw eis auf die D ispositivziffern 3 und 4 - G ._______, unter H inw eis auf D ispositivziffer 4 (per Telefax) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Beat W eber Thom as H ardegger Versand am :