Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. August 2018 (720 18 156 / 236) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Vor Aufhebung der Rente sind Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Renate Jäggi , Advokatin , Steinentorstrasse 35, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ war als Mitarbeiter in einer Geflügelfarm tätig, als er am 27. Januar 1999 von der Leiter stürzte und sich ein e commotio cerebri sowie Kontusionen am Steissbein, an der rechten Schulter sowie am rechte n Ellbogen zuzog. Mit Verfügung vom Seite 2 19. April 2001 sprach die IV-Stelle A.____ rückwirkend ab 1. Januar 2000 eine ganze Rente zu. Diese wurde im weiteren Verlauf mehrmals revisionsweise bestätigt, letztmals mit Mitteilung vom 29. Juli 2010 nach umfassender materieller Prüfung. Im August 2015 erfolgte eine weitere Rentenrevision von Amtes wegen, wobei nun eine bidiszipli näre Begutachtung stattfand. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie, und Dr. med. C.____ , FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, vom 22. April 2016/4. Mai 2016, wonach A.____ i n einer Verweistätigkeit zu 70 % arbeits- fähig sei, die Rente mit Verfügung vom 29. März 2018 b ei einem ermittelten IV-Grad von 37 % revisionsweise auf. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Ren ate Jäggi, mit Eingabe vom 7. Mai 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantrag- te die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Weiterausrichtung einer ganzen Rente. Eventualiter seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen. I m Wesentlichen bestritt er die gut- achterlichen Einschätzungen sowie die attestierte Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt. C. Mit Vernehmlassung vom 11. Juni 2018 beantragte di e IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten vom 22. April 2016/4. Mai 2016 und die ergänzenden gutachterlichen Stellungnahmen vom 5. Mai 2017, 8. Mai 2017, 9. Mai 2017, 15. November 2017 sowie 24. November 2017 sei von eine r massgebenden Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 7. Mai 2018 ist demnach einzutreten. 2. Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die ganze Rente zurecht revisionsweise aufgehoben hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- Seite 4 geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) ausw irkt (BGE 134 131 E. 3). Ein Revi- Seite 5 sionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in de n persönlichen Verhältnissen der versi- cherten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand ge hört. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5. 1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn si ch die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3, Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Liegt dagegen ein Revisionsgrund vor, ist der Rente nanspruch in rechtlicher und tat- sächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindun g an frühere Beurteilungen be- steht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, Urteil des Bundesgericht vom 18. August 2018, 8C_145/2018, E. 3.2). 4.4 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). Seite 6 4.5 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 19. April 2001 rückwirkend ab 1. Januar 2000 eine ganze Ren- te zugesprochen. In der Folge führte die IV-Stelle von Amtes wegen zwei Rentenrevisionsver- fahren in den Jahren 2005/2006 und 2008/2009 durch, i n denen sie jeweils mit Mitteilungen vom 11. April 2006 und vom 29. Juli 2010 unveränderte Verhältnisse feststellte. Eine einlässli- che materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer v ertieften Abklärung des medizinischen und des erwerblichen Sachverhalts fand im Rahmen der zwe iten Revision im Jahr 2009 statt. Im August 2015 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Rentenan- spruchs des Versicherten ein. Nach Vornahme medizinischer un d erwerblicher Abklärungen hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente des Versich erten mit Verfügung vom 29. März 2018 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgende n Monats auf. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage, ob eine Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausge richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Mitteilung vom 29. Juli 2010 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 29. März 2018. 5. Die entscheidende, von den Parteien unterschiedlich beantwortete Frage des vorlie- genden Verfahrens ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne d es Art. 17 ATSG gegeben ist. In die- sem Zusammenhang ist als Erstes zu klären, ob sich der Gesundheitszustand und der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten seit Juli 2010 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert haben. 6.1 In der Mitteilung vom 29. Juli 2010, mit welcher die ganz Rente des Versicherten be- stätigt wurde, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurte ilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf das polydisziplinäre Gutachten de r Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) vom 24. September 2009. Das Gutachten basiert a uf der internistischen Untersuchung durch Dr. med. D.____, der neurologischen durch Dr. me d. E.____ und der psychiatrischen durch Dr. med. F.____. Die internistische Untersuchung w ar unauffällig. Dr. E.____ stellte in neurologischer Hinsicht als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein leicht bis mässig ausgeprägtes Zervikalsyndrom mit zervikogen getriggerten Kopfschmerzen sowie leich- te bis mässig ausgeprägte kognitive Störungen bei Zustan d nach milder traumatischer Hirnver- letzung am 27. Januar 1999, seelischer Interferenz sow ie Schmerzinterferenz. Die zusätzlich durchgeführte verhaltensneurologische/neuropsychologische Untersuchung belege eine leichte bis mässig ausgeprägte Beeinträchtigung der höheren Hi rnfunktionen mit subkortikalen und frontalen Defiziten. Die Untersuchungsresultate seien val ide, es ergäben sich keine Anhalts- punkte für eine Simulation oder Aggravation in der psych ometrischen Untersuchung. Es fänden Seite 7 sich entsprechend keine Hinweise auf statistische Auffälligk eiten. Es zeige sich eine leichte Verminderung der einfachen Aufmerksamkeit bei Sequenzabruf, eine mässig verminderte quali- tative Konzentrationsleistung über einen längeren Zeit raum bei leichter quantitativer Verminde- rung, eine Reduktion der Wortproduktion nach inhaltli chem und phonematischem Kriterium und eine leicht verminderte mnestische Funktion für verbale Inhalte bei unmittelbarer Aufnahme sowie eine verminderte Lernfähigkeit bei wiederholter Darbietung. Das visuell figurative Ge- dächtnis sei geringer beeinträchtigt. Für eine Beeint rächtigung frontaler Strukturen (DD: seeli- sche Interferenz) sprächen eine Rekrutierungsstörung, ei n leichtes Planungsdefizit, eine Ver- minderung der fraktionierten Motorik sowie ein verminde rtes Suppressions- und Interferenzver- mögen. Es sei von einer multifaktoriellen Genese der erwähnten kognitiven Einschränkung aus- zugehen, welche neben den körperlichen Beschwerden Einfl uss auf die Arbeitsfähigkeit habe. In einer körperlich belastenden Tätigkeit liege die Ar beitsunfähigkeit zwischen 50 % - 100 %. In einer angepassten Tätigkeit mit möglichst wechselnder K örperhaltung (sitzend/stehend) ohne Schultergürtelbelastung sowie ohne Überkopfarbeiten und Zwangshaltungen sei eine Arbeitsun- fähigkeit von 35 % zu attestieren. 6.2 Dr. F.____ diagnostizierte in psychiatrischer Hinsicht mit Auswirkungen auf die Arbeits- fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode bei Ver dacht auf ein psychoorganisches Syn- drom bei mittelschweren Hirnleistungsstörungen nach zw eimaliger Commotio cerebri 1966 und 1999 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Das Selbstwertgefühl des Versi- cherten sei beeinträchtigt. Er leide unter Schuldgef ühlen und einer erheblichen Schlafstörung. Er wirke sehr angespannt, bedrückt, niedergeschlagen und in der Affektlabilität kaum modulier- bar. Die Fähigkeit zur zielgerichteten Aktivität über einen längeren Zeitraum hinaus sei reduziert und die Emotionalität eingeschränkt. Allgemein sei er e twas labil, dysphorisch gestimmt und ganz auf sich konzentriert. Er pflege praktisch keine Kont akte mehr und habe sich vollkommen zurückgezogen. Der Redefluss sei gehemmt, die Ideenproduktion eingeengt und das Sozialver- halten insgesamt eingeschränkt. Die Symptome der depressiven Symptomatik würden sich mit denjenigen der organischen Persönlichkeitsstörung über schneiden. Daneben bestehe beim Versicherten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung . Aufgrund der heutigen Untersu- chungsbefunde, der Angaben des Versicherten und der Akt enlage müsse davon ausgegangen werden, dass in der Zwischenzeit keine Veränderung, al so weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung des Zustandes stattgefunden habe. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Versicherte zu 60 % in seiner Arbeits- und Leistungsfähig keit sowohl hinsichtlich seiner frühe- ren als auch in einer körperlich weniger belastenden T ätigkeit beeinträchtigt. Es sei zu beach- ten, dass die Hirnleistungsstörungen einen negativen Ein fluss auf die Copingstrategien bezüg- lich der Depression und der Schmerzproblematik hätten. 6.3 In Konklusion erkannten die Gutachter, dass der Versich erte in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter auf einer Geflügelfarm mit hoher körperlicher Belastung, insbesondere im Schultergürtelbereich, nicht mehr einsetzbar sei. A nsonsten sei für leichtere Verweistätigkei- Seite 8 ten in einer lärmgeschützten Umgebung von einer Beeint rächtigung in Höhe von 70 % auszu- gehen. 7.1 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahre n angefochtenen Verfügung vom 29. März 2018 bildet das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene bidisziplinäre (neurologi- sche/psychiatrische) Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 22. April 2016/4. Mai 2016. 7.2 Im neurologischen Teilgutachten vom 22. April 2016 diagnostizierte Dr. B.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leicht bis höchstens l eicht bis mittelschwer ausgeprägte kognitive Defizite bei Status nach milder traumatischer H irnverletzung am 27. Januar 1999 bei Schmerzinterferenz sowie bei Verdacht auf psychische Interfe renz. Ferner lägen ein leicht aus- geprägtes, rechtsbetontes sowohl oberes als auch unteres Z ervikalsyndrom und schmerzhafte Verspannungen im Bereich des Schultergürtels rechts bei St atus nach HWS-Distorsion am 27. Januar 1999 mit Verdacht auf zervikogen bedingte Gle ichgewichtsstörungen und Kopf- schmerzen und einem rechtsbetonten Tinnitus unklarer Äti ologie mit Lärmintoleranz vor. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die chronische n Mischkopfschmerzen. Insgesamt ergäben sich heute gegenüber den Befunden aus dem Jahr 2009 keine qualitativen Verände- rungen, in quantitativer Hinsicht sei tendenziell eher eine gewisse Besserung eingetreten, aller- dings nicht mit Sicherheit. In prognostischer Hinsicht sei aus neurologischer Sicht von keiner relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes in der nä chsten Zukunft auszugehen. Auf- grund der leicht bis höchstens mittelschwer ausgeprägten kognitiven Defizite könnten dem Ver- sicherten keine Tätigkeiten mehr zugemutet werden, welc he hohe Anforderungen an Aufmerk- samkeit, Konzentrationsfähigkeit, Flexibilität und Lernfähigkeit stellten. Es seien also höchstens Beschäftigungen mit knapp durchschnittlichen Anforderun gen an die kognitive Leistungsfähig- keit zumutbar. Infolge des Zervikalsyndroms seien dem Versi cherten keine körperlich schweren oder repetitiven Arbeiten über Schultergürtelhöhe m ehr möglich. Körperlich mittelschwere Tä- tigkeiten seien nur noch ausnahmsweise durchführbar. Das Gewichtslimit liege bei 10 kg, aller- dings nicht repetitiv. Infolge der kognitiven Defizite mit Verlangsamung und leichten Vigilanzstö- rungen sowie der vermehrt notwendigen Pausen in Zusamm enhang mit der zervikalen Proble- matik bestehe eine Einschränkung des Rendements in Höhe von 30 %. Aufgrund der nachvoll- ziehbaren Lärmintoleranz sei keine Arbeitstätigkeit in lärmiger Umgebung geboten. 7.3 Der psychiatrische Gutachter, Dr. C.____, gelangte i n seinem Teilgutachten vom 4. Mai 2016 zum Ergebnis, dass beim Versicherten aus psych iatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werde n könne. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leicht- gradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.0 0) fest. Anlässlich der aktuellen Untersuchung lasse sich ein Schmerzsyndrom mit andauernden S chmerzen unterschiedlicher Intensität im Bereich des Kopfes, vor allem der rechten Kopfhälfte, des Nackens, beider Schul- tern und Ellbogen, im Bereich des Steissbeins, beider Kn ie und beider Fusssohlen sowie ein Schwindel diagnostizieren. Den somatischen Akten könne entn ommen werden, dass nicht alle Seite 9 Schmerzen hinreichend mit einer körperlichen Störung er klärbar seien. Aus psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass sich Belastungen nachweisen lie ssen, welche schwerwiegend ge- nug seien, um in einem ursächlichen Zusammenhang mit den Schmerzen zu stehen. So habe der Versicherte seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu se inen drei Kindern, auch die Tren- nung und Scheidung von seiner ersten Ehefrau scheine e r bis heute noch nicht vollständig ver- arbeitet zu haben. Darüber hinaus sei auch der Tod d er Mutter im Januar 2016 zu nennen. Während der aktuellen Untersuchung hinterlasse der Versi cherte indes nicht den Eindruck, un- ter schweren, andauernden und quälenden Schmerzen zu leiden. Lediglich am Ende der Explo- ration deuteten Mimik und Gestik beim Aufstehen kurzzeit ig Schmerzen im Bereich der lum- bosakralen Wirbelsäule an. Des Weiteren sei festzuhalten , dass der Versicherte nur wenig Schmerzmittel einnehme. Aus den genannten Gründen könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden. Die zur Diagnosestellung einer depressiven Episode notwe ndigen Kriterien seien knapp erfüllt. In ursächlicher Hinsicht seien einerseits die andauernde n Schmerzen zu nennen, andererseits aber auch die Kontaktlosigkeit mit den Kindern und schli esslich die seit etwa drei Jahren beste- henden Konflikte mit der Fremdenpolizei bezüglich des Nachzugs seiner zweiten Ehefrau in die Schweiz. Aufgrund der Dauer der Depression sei in diag nostischer Hinsicht mittlerweile von einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf auszugehen. Der Schwere- grad der Depression sei aktuell als knapp leichtgradig zu beurteilen. Insbesondere lasse sich keine andauernde, bedrückt-traurige oder gereizt-aggressive Stimmung und auch keine andau- ernde verminderte Energie oder Lust-, Freud- und Interesselosigkeit nachweisen. Im Dezember 2009 und somit vier Monate nach der psychiatrischen Beg utachtung bei der asim habe er wie- der geheiratet. Seinen Angaben zufolge hätten sich die depressiven Beschwerden im Jahr 2010 gebessert. Seither nehme er keine Antidepressiva mehr ei n. Die Sitzungsfrequenz der Ge- sprächsbehandlung bei der behandelnden Psychologin sei m it einer Sitzung monatlich, manchmal auch zwei Sitzungen monatlich, als nicht sehr intensiv zu beurteilen. Diese Tatsache spreche ebenfalls für eine lediglich noch leichtgradige depressive Episode. In der aktuellen Un- tersuchung lasse sich keine resignierte, dysphorische oder bedrückte Stimmung mehr nachwei- sen, auch keine schnelle Ermüdbarkeit, Verlangsamung ode r leichte Irritierbarkeit. Auch lasse sich der Verdacht auf ein psychoorganisches Syndrom bei m ittelschweren Hirnleistungsstörun- gen nach Commotio cerebri 1966 und 1999 nicht bestätigen. Insbesondere habe der Versicher- te während der Untersuchung zu keinem Zeitpunkt den Fa den verloren. Er sei weder mit Wort- findungsstörungen noch mit einem verlangsamten Gedankenga ng aufgefallen. Aus psychiatri- scher Sicht lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit von höchstens 10 % begründen. Eine zusätzliche Ver- minderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht. Diese Beurteilung habe ab dem Jahr 2010 Gül- tigkeit. 7.4 Die abschliessende gesamtmedizinische Konsensbesprechung ergab, dass die Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht m assgebend sei. Die Beeinträchtigung Seite 10 aus psychiatrischer Sicht habe keine additive Wirkung. Somi t sei der Versicherte in einer lei- densangepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. 8. In Würdigung des medizinischen Sachverhalts ist festzuh alten, dass das bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 22. Apri l 2016/4. Mai 2016 sowohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bundesgerichtlichen Vorg aben an ein beweistaugliches Gutach- ten erfüllt. Es enthält demnach auch alle erforderl ichen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand verbessert hat. Vor allem das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C.____, das auch über die massgeblichen Indikatoren Auskunft gibt, zeigt klar auf, dass eine wesentliche Besserung des psychischen Zustandes des Beschw erdeführers im Vergleich zur Beurteilung von Dr. F.____ im Jahr 2009 eingetrete n ist. Damit sind die Voraussetzungen für eine Revision nach Art. 17 ATSG erfüllt. 9.1 Die gegen das Teilgutachten von Dr. C.____ vorgeb rachen Einwände des Beschwer- deführers vermögen an der Beweistauglichkeit des Gutachten s nichts zu ändern. So ist zum Vorbringen, dass die Ausführungen von Dr. C.____ nicht überzeugten, weil er ein psychoorga- nisches Syndrom bei mittelschweren Hirnleistungsstörungen ve rneine, während Dr. B.____ kognitive Defizite bejahe, zu bemerken, dass Dr. C.____ lediglich ausführte, dass bei seiner Exploration keine kognitiven Defizite, namentlich keine G edächtnisschwächen oder Konzentra- tionsstörungen feststellbar gewesen seien. Letztlich ist ei ne Hirnleistungsstörung eine neurolo- gische Diagnose, die in den Fachbereich von Dr. B.____ fällt. Dieser hat die leicht bis mässig ausgeprägte kognitive Störung bei Zustand nach milder traumatischer Hirnverletzung denn auch unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit aufgeführt und bei seiner Zumutbarkeitsbeurteilung berücksichtigt, so dass die scheinb ar widersprüchliche Feststellung von Dr. C.____ in der Gesamtbeurteilung ohne Belang ist. 9.2 Weiter wendet der Versicherte ein, dass die psychische Exploration von zweidreiviertel Stunden zu kurz gewesen sei, um eine verlässliche Beurteilung des schwankenden Krankheits- bildes der Depression vornehmen zu können. Dem ist entgeg enzuhalten, dass eine Exploration von zweidreiviertel Stunden im Quervergleich eher lang ist. Ausserdem hat das Bundesgericht mehrfach entschieden, dass die Untersuchungsdauer allein nicht ausschlaggebend ist, da der Gutachter einen grossen Teil der relevanten Informatio nen auch den Akten bzw. der Kranken- geschichte entnehmen und sich so auch mit einer kurzen Exploration ein umfassendes Bild ma- chen kann. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu b etreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu beurteilenden Psy chopathologie ab. Deshalb gibt es keine allgemeine Mindestdauer für Explorationen (vgl. U rteile des Bundesgerichts vom 6. Mai 2015, 8C_86/2015, E. 5.2 und vom 15. November 2012, 9C_671/2012, E. 4.5 mit Hinweis). 9.3 Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, dass die Beurt eilung von Dr. C.____ in Wi- derspruch zu den übrigen Arztberichten stehe. Dr. C.___ _ hat in seinem Gutachten ausführlich Stellung zu den abweichenden Einschätzungen genommen u nd diese überzeugend entkräftet. Seite 11 So führte Dr. C.____ in Bezug auf den Bericht von Dr . med. G.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, vom 2. September 2015 an, dass dieser ledig lich eine depressive Symptomatik beschreibe. Dies trifft zu, so vermerkte Dr. G.____, da ss der Versicherte in der Affektivität de- pressiv und hilflos imponiere und im Antrieb leicht gest eigert, innerlich unruhig und gereizt sei. Der attestierte Schweregrad der depressiven Störung lässt sich allein mit diesen Angaben nicht nachvollziehen. Bezüglich der beschriebenen Konzentratio nsprobleme und der Müdigkeit be- richtete Dr. C.____, dass diese sich anlässlich der aktuel len Untersuchung nicht mehr bestäti- gen liessen. Weiter bemerkte Dr. C.____ zurecht, dass di e Diagnose einer anhaltenden soma- toformen Schmerzstörung mit mittelgradigem Schweregrad nicht begründet werde. Dem Bericht fehlt es demnach an Aussagekraft, um von einer massgebende n psychischen Beeinträchtigung ausgehen zu können. Die von Dr. G.____ attestierte 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bezieht sich ausserdem auf die ursprüngliche Tätigkeit des Versicherte n als Mitarbeiter in einer Geflügel- farm, was grundsätzlich unbestritten ist. Zu einer Verw eistätigkeit werden dagegen keine Anga- ben gemacht, weshalb auch aus diesem Grund nicht auf d en Bericht von Dr. G.____ abgestellt werden kann. Auch der Arztbericht von Dr. med. H.____, FMH Innere Medizin, vom 17. Sep- tember 2015 ändert an der Einschätzung von Dr. C.____ nichts. Dr. H.____ wies ausdrücklich darauf hin, dass er als Somatiker keine sichere Einschätzu ng der Arbeitsfähigkeit abgeben könne und diese Aufgabe einem Psychiater obliege. Schli esslich zeigte Dr. C.____ überzeu- gend auf, dass die Kriterien für eine anhaltende somat oforme Schmerzstörung aktuell nicht mehr erfüllt seien, weshalb diese von Dr. F.____ im Ja hr 2009 gestellte Diagnose nicht mehr bestätigt werden könne. Insbesondere würden die Schmerze n die Lebensqualität des Versi- cherten heute nicht mehr erheblich beeinträchtigen, d a ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich m issglückten, psychisch aber entlasten- den Konfliktbewältigung nicht mehr habe festgestellt werden können. 9.4 Im Weiteren trifft es nicht zu, dass Dr. C.____ die Besserung der psychischen Befind- lichkeit allein mit den subjektiven Angaben des Beschwer deführers begründet hat. Vielmehr stützt sich der Gutachter mindestens ebenso sehr auf die i n der Exploration erhobenen objekti- ven Befunde. Was den weiteren Einwand angeht, dass sich der Versicherte seit fünf Monaten wieder schlechter fühle, ist festzuhalten, dass es keine objektiven fachärztlichen Einschätzun- gen gibt, welche eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes belegen. 9.5 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, es stim me nicht, dass er die Einnahme von Antidepressiva gestoppt habe, vielmehr liege dieser A nnahme ein sprachliches Missver- ständnis zugrunde. Ob die aktuell festgestellte Besserung des psychischen Gesundheitszu- standes des Beschwerdeführers unter anhaltender Einnahme von Antidepressiva eingetreten ist oder nicht, ist letztlich unerheblich. Namentlich ist de m Beschwerdeführer die Einnahme einer antidepressiven Medikation unter dem Titel der Schaden minderungspflicht zumutbar. Im Weite- ren ist auch die Frage, ob bereits seit 2010 aus psychiatrischer Sicht keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden hat, nebensächlich. Da es um eine Revision pro futuro geht, ist einzig der aktuelle Gesundheitszustand massgeblich. Seite 12 9.6 Was schliesslich den Einwand betrifft, die Gutachter hätten eine Kumulation der neuro- logisch und psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu Un recht verneint, so kann auf die er- gänzende Stellungnahme von Dr. B.____ vom 9. Mai 2017 verwiesen werden, wo ausgeführt wird, dass es im Rahmen der eingehenden Konsensdiskussion k eine Anhaltspunkte für eine Kumulation der Einschränkungen gegeben habe. Dabei muss es sein Bewenden haben. 10. Gegen das neurologische Teilgutachten wendet der B eschwerdeführer einzig ein, die höhere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. B. ____ sei bei gleichzeitig attestiertem un- verändertem Gesundheitszustand nicht nachvollziehbar. Dr. B.____ ist in seinem Gutachten zum Schluss gekommen, dass in qualitativer Hinsicht unveränd erte Befunde vorlägen und in quantitativer Hinsicht tendenziell eine Verbesserung eingetreten sei, allerdings nicht mit Sicher- heit. In seiner ergänzenden Stellungnahme von 9. Mai 2017 erläuterte Dr. B.____, dass die Di- agnosen in der Tat gleich geblieben seien, die Befun de im Zusammenhang mit den kognitiven Defiziten und dem Zervikalsyndrom aber gegenüber den fr üher beschriebenen weniger stark ausgeprägt erschienen. Die attestierte Arbeitsunfähig keit von 30 % habe dem Gesamteindruck entsprochen. Die gegenüber der Beurteilung von Dr. E .____ um 5 % geringere Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit begründete er damit, dass er al s Gutachter eine unabhängige Beurtei- lung habe abgeben müssen und dass Dr. E.____ seiner An sicht nach die Arbeitsunfähigkeit eher zu hoch geschätzt habe. Im Ergebnis ist die Differen z von 5 % hinzunehmen. Da der Ren- tenanspruch umfassend und neu zu prüfen ist, besteht tr otz gleichbleibender Diagnosen keine Bindung von Dr. B.____ an die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. E.____ (vgl. E. 4.3). Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. B.____ ist nachvollziehbar und schlüssig, weshalb darauf abzustellen ist. Die IV-Stelle ist daher zurecht gestützt auf das beweiskräftige bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ von einer Arbe itsfähigkeit von 70 % in einer dem Leiden angepassten Verweistätigkeit ausgegangen. 11.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstäti gen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des IV-Grades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; allgemeine M ethode des Einkommensvergleichs [BGE 141 V 15 E. 3.2]). 11.2 Die IV-Stelle nahm in ihrer Verfügung vom 29. März 2018 den erforderlichen Einkom- mensvergleich vor. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen einen IV-Grad von 37 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die vom Ver- sicherten nicht beanstandet worden ist, erweist sich gru ndsätzlich als rechtens, weshalb dies- bezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV -Stelle in der Verfügung vom 29. März Seite 13 2018 verwiesen werden kann. Da der aktuell ermittelt e IV-Grad des Versicherten unter 40 % liegt, hat dieser in der Regel keinen Anspruch mehr auf eine Rente, womit sie aufzuheben ist. Davor ist aber die Frage zu klären, ob die wiedergewonn ene Arbeitsfähigkeit direkt verwertbar ist oder ob Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind. 12. Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang vorweg geltend, dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei. Abgesehen davon, dass der Beschwerdefüh- rer diesen Einwand nicht begründet hat, ist auch nicht ersichtlich, weshalb eine Unverwertbar- keit der Restarbeitsfähigkeit vorliegen sollte. Der Ve rsicherte ist mit seinen 56 Jahren zu jung und die Restarbeitsfähigkeit ist mit 70 % zu hoch, al s dass die strenge bundesgerichtliche Pra- xis den Schluss auf eine Unverwertbarkeit zulassen würde (vg l. Urteil des Bundesgerichts vom 23. August 2018, 8C_892/2017 mit weiteren Hinweisen). 13.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz all gemein der Grundsatz, dass die invali- de Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumu tbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a). Nach der Rechtsprechung sind bei Personen, deren Rente revisions- oder wiedererw ägungsweise herabgesetzt oder auf- gehoben werden soll, nach mindestens 15 Jahren Bezugsdau er oder wenn sie das 55. Alters- jahr zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig Massnahm en zur Eingliederung durchzufüh- ren, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspo- tential mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwer blich zu verwerten (BGE 141 V 5 E. 4.1, Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2018, 8C_ 582/207, E. 6.3 mit weiteren Hin- weisen und vom 26. April 2011, 9C_228/2010). Ausnahm en vom Grundsatz der Unzumutbar- keit einer Selbsteingliederung liegen namentlich vor, wenn die langjährige Abstinenz vom Ar- beitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen i st, die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integrie rt ist oder über besonders breite Ausbil- dungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind im mer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihr es fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechend er Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrier en. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der La ge ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotential auf dem Weg d er Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2018, 8 C_582/207, E. 6.3 mit weiteren Hinweisen). Entzieht oder widersetzt sich die versicherte P erson Eingliederungsmassnahmen, können ihr die Leistungen gekürzt oder verweigert werden . Vorausgesetzt ist immerhin, dass die IV-Stelle zuvor ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt hat (Art. 21 Abs. 4 ATSG i.V.m. Art. 7b IVG; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.5). Seite 14 13.2 Der Beschwerdeführer war bei Erlass der rentenauf hebenden Verfügung 55 ½ Jahre alt und bezog seit 18 Jahren eine ganze Rente (vgl. für di e Ermittlung der Eckwerte BGE 141 V 5 E. 4.2.1, 139 V 442 E. 3 und 4). Damit ist ein langj ähriger Rentenbezug im Sinne der Recht- sprechung gegeben. 13.3 Der Beschwerdeführer wurde seitens der IV-Stelle am 22. August 2016 zu einem Ge- spräch im Hinblick auf mögliche Eingliederungsmassnahmen eingeladen. Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer gegenüber dem Eingliederungsverant wortlichen angegeben hat, dass er zwar gerne arbeiten würde, er aber keine Energie und Kraft habe, an einem regelmässigen Ar- beitstraining teilzunehmen. Diese Äusserung allein, an derthalb Jahre vor der eigentlichen ren- tenaufhebenden Verfügung vom 29. März 2018 reicht jed och nicht, um - wie die IV-Stelle - von erfolglos durchgeführten beruflichen Massnahmen und feh lender subjektiver Eingliederungsfä- higkeit zu sprechen. Einerseits darf aus einer allfälli gen überhöhten Krankheitsüberzeugung allein nicht ohne weiteres auf die Aussichtslosigkeit von Eingliederungsmassnahmen geschlos- sen werden, da solche durchaus geeignet sein können, den Eingliederungswillen zu fördern. Andererseits wurden nach dem 22. August 2016 sowohl bei Dr. B.____ als auch bei Dr. C.____ noch ergänzende Stellungnahmen zum medizinischen Sachverhalt und zur Arbeitsfähigkeit ein- geholt. Das Untersuchungsverfahren war somit noch nicht abgeschlossen. Es hätte vielmehr zeitnah vor dem Erlass der rentenaufhebenden Verfügung nochmals eine Aufforderung zur Teilnahme an einem konkreten Arbeitstraining – allenf alls verbunden mit einem Mahn- und Be- denkzeitverfahren – erfolgen müssen. Wesentliche Anstrengu ngen zur Wiedereingliederung sind demnach nicht gemacht worden. Ebenfalls ist zu beach ten, dass sich die Experten nicht in dem Sinne äusserten, aufgrund einer ausgeprägten subjektiven Krankheits- und Behinderungs- überzeugung seien beruflichen Massnahmen kaum durchführba r und nicht empfehlenswert. Nach dem Gesagten wurde der Beschwerdeführer zu Unrecht w egen fehlender subjektiver Ein- gliederungsfähigkeit auf den Weg der Selbsteinglieder ung verwiesen. Im Übrigen sind Umstän- de, welche auf genügendes Selbsteingliederungspotenti al schliessen lassen könnten, nicht er- sichtlich. Die Rentenaufhebung war somit im Zeitpunkt der Verfügung unzulässig. Es obliegt der IV-Stelle, allfällige berufliche Eingliederungsmassnah men an die Hand zu nehmen und an- schliessend erneut über den Rentenanspruch zu entscheiden (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2018, 8C_582/2017, E. 6.4 und vom 30. Ok tober 2017, 9C_525/2017, E. 3.6 und 3.7). Bis dahin hat der Beschwerdeführer weiterhin An spruch auf Ausrichtung der ganzen Ren- te. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 14.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligun g oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht koste npflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grund sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass lau t § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vo- Seite 15 rinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessieren den § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrens- kosten auferlegt werden. 14.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte obsiegende P artei ist, ist ihm eine Parteientschädi- gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertr eterin des Versicherten macht in ihrer Kostennote vom 10. Juli 2018 einen Aufwand von 7,25 Stunden geltend, was angemessen ist. Die Auslagen in der Höhe von Fr. 96.10 sind ebenf alls nicht zu beanstanden. Dem Versi- cherten ist deshalb eine Parteientschädigung in der Hö he von Fr. 2'055.55 (7,25 x Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 16 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 29. März 2018 aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen und zum Erlass e iner neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'055.55 (inkl. Ausla gen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 7.2.2019 Beschwerde beim Bun- desgericht (siehe nach Vorliegen den Urteils: Verfahren-Nr. 8C_119/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht