<h2>SubmittedText<h2><p>Die Arbeit der Hausfrau ist als Berufstätigkeit gesellschaftlich anerkannt. Insbesondere auch das neue Scheidungsrecht trägt diesem Umstand Rechnung (Aufteilung des Pensionsanspruchs usw.)</p><p>Die Zuständigen bei der Volkszählung 2000 hingegen scheinen diese Realität (noch) nicht zur Kenntnis genommen zu haben. Wie sonst ist Folgendes zu erklären:</p><p>Es gibt auf den Volkszählungsfragebogen ein eigenes Kästchen für die Frage nach der wöchentlichen Zeit für Hausarbeit, hingegen kann eine Hausfrau ihren Beruf mit entsprechender wöchentlicher Belastung nicht beim Kästchen Berufstätigkeit eintragen.</p><p>Ich wurde von einigen Frauen auf diesen Missstand angesprochen. Sie hatten nicht übel Lust, bei Hausarbeit 7 mal 24 Stunden, also 168 Stunden einzutragen.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat:</p><p>- Wie kam diese Diskriminierung des Berufes der Hausfrau (und Mutter) zustande?</p><p>- Wer hat so entschieden?</p><p>- Was unternimmt er, um die Wertschätzung von Tätigkeiten mit und ohne Entgelt auf dasselbe Niveau zu heben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Frage nach den Tätigkeiten einer Person hat verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Die zentrale Funktion der Frage ist die Bestimmung des Erwerbs- oder Arbeitsmarktstatus. Die Unterscheidung zwischen Erwerbstätigen, Erwerbslosen und Nichterwerbstätigen gehört zu den Schlüsselinformationen der Volkszählung und wird für die Zuordnung der Grundgesamtheiten benötigt. Diese in der Volkszählung 2000 zur Anwendung gelangten Kategorisierungen entsprechen den internationalen Definitionen der Uno (BIT) und der EU (Eurostat), die auch im Rahmen der schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) angewendet werden.</p><p>Das Bundesamt für Statistik hat nach Anhörung der Kantone entschieden, neben den Angaben zum Erwerbsstatus und zur Arbeitszeit gemäss internationalen Definitionen in der Volkszählung 2000 neu auch andere Tätigkeiten im Nichterwerbsbereich zu erfragen und damit einer Empfehlung der Uno/ECE sowie von Eurostat zu folgen. Die betreffenden Antwortkategorien wurden auf dem Fragebogen vorkodiert. Neu wurde hier auch die Haus- und Familienarbeit im eigenen Haushalt sowie die unentgeltliche, freiwillige Tätigkeit mit einbezogen. Diese neuen Fragen zur Haus- und Freiwilligenarbeit wurden u. a. aufgrund zahlreicher parlamentarischer Vorstösse der vergangenen Jahre eingeführt, um der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung dieser Tätigkeiten Rechnung zu tragen und die Diskriminierung der Tätigkeiten im Nichterwerbsbereich zu beseitigen. Eine Hausfrau konnte gleichberechtigt wie Erwerbstätige sowohl die Hausarbeit als solche wie die wöchentlich dazu aufgewendete Zeit auf dem Fragebogen angeben. Die Volkszählung 2000 wird daher im Unterschied zu 1990 nicht nur Angaben zum Erwerbsstatus, sondern auch zur Arbeit der Hausfrauen (und Hausmänner) ausweisen können. </p><p>Die unentgeltliche Hausarbeit und der Beruf der Hausfrau werden dadurch erstmals in einer gesamtschweizerischen Erhebung erfasst und somit anerkannt. Mit diesen neu zur Verfügung stehenden Volkszählungsdaten können bereits bestehende Untersuchungen zur monetären Bewertung der unentgeltlichen Arbeit auf Stichprobenbasis, die in den zwei Publikationen "Monetäre Bewertung der unbezahlten Arbeit. Eine empirische Analyse für die Schweiz anhand der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung" sowie "Unbezahlt - aber trotzdem Arbeit. Zeitaufwand für Haus- und Familienarbeit, Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und Nachbarschaftshilfe" des Bundesamtes für Statistik im Jahre 1999 veröffentlicht wurden, evaluiert und ergänzt werden. Zudem werden auch zusätzliche Analysen, insbesondere im Hinblick auf regionale Vertiefungen, ermöglicht. Mit der neuen Frage zur Haus- und Freiwilligenarbeit kann im Rahmen der Volkszählung 2000 die Wertschätzung von Tätigkeiten mit und ohne Entgelt auf dem selben Niveau gewährleistet werden.</p><p>Der Bundesrat ist sich jedoch bewusst, dass für die Untersuchung der unentgeltlichen Arbeit auch mit den neuen Volkszählungsdaten Datenlücken vorhanden bleiben werden, die letztlich nur mit einer Zeitbudgeterhebung geschlossen werden könnten. Das Bundesamt für Statistik klärt gegenwärtig ab, ob und in welcher Form im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen eine solche Erhebung durchgeführt werden kann.</p>  Antwort des Bundesrates.