<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 52 S.220</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">220</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>52</b></span> <span class="ft2"><b>Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren gelten Fristerstreckungen nur für</b></span><br/> <span class="ft2"><b>diejenige Partei, die darum ersucht und einen zureichenden Grund nach-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>weist (Erw. 2)</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Verfügung des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, Präsident, vom 8. Juni</span><br/> <span class="ft3">2007 in Sachen Swisscom Mobile AG gegen Regierungsrat (WBE.2007.88).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">221</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Sachverhaltszusammenfassung</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">Am 19. Dezember 2005 erteilte der Gemeinderat Rudolfstetten-</span><br/> <span class="ft1">Friedlisberg der Swisscom Mobile AG die Baubewilligung für eine</span><br/> <span class="ft1">Mobilfunkanlage auf der Parzelle Nr. 1462 an der Grossmattstrasse.</span><br/> <span class="ft1">Dagegen erhoben T. und 63 Mitbeteiligte Beschwerde beim Regie-</span><br/> <span class="ft1">rungsrat. Mit Entscheid vom 21. Februar 2007 hiess der Regierungs-</span><br/> <span class="ft1">rat die Beschwerde gut und hob die Baubewilligung auf. Der Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid wurde den Beschwerdeführern A. AG, F., L., T. und N. zuge-</span><br/> <span class="ft1">stellt. Die Swisscom Mobile AG gelangte in der Folge an das Ver-</span><br/> <span class="ft1">waltungsgericht mit dem Antrag, der vorinstanzliche Entscheid sei</span><br/> <span class="ft1">aufzuheben und die Baubewilligung zu bestätigen. Am 28. März</span><br/> <span class="ft1">2007 stellte der zuständige Kammerpräsident die Beschwerde der</span><br/> <span class="ft1">A. AG, F., L., T und N. zu und stellt ihnen frei, sich bis am 27. April</span><br/> <span class="ft1">2007 am Verfahren zu beteiligen und eine Vernehmlassung zur Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerde einzureichen. Gleichzeitig erging der Hinweis, dass mit der</span><br/> <span class="ft1">Verfahrensbeteiligung ein allfälliges Kostenrisiko für den Fall des</span><br/> <span class="ft1">Unterliegens verbunden sei. Für den Fall, dass innert Frist keine Ver-</span><br/> <span class="ft1">nehmlassung eingereicht werde, gehe das Gericht davon aus, dass</span><br/> <span class="ft1">keine Verfahrensbeteiligung erfolge.</span><br/> <span class="ft1">Am 5. April 2007 wurde den Beteiligen eine dem Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">Rudolfstetten-Friedlisberg bewilligte Fristerstreckung bis 15. Mai</span><br/> <span class="ft1">2007 zur Kenntnisnahme zugestellt. Mit Eingabe vom 14. Mai 2007</span><br/> <span class="ft1">erstatteten die A. AG, F., L., T. und N eine gemeinsam verfasste Ver-</span><br/> <span class="ft1">nehmlassung für alle 64 von der Baubewilligung Betroffenen.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Verfügung des Kammerpräsidenten vom 28. März 2007</span><br/> <span class="ft1">hatten sich T. und Mitbeteiligte bis zum 27. April 2007 über ihre Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahrensbeteiligung auszusprechen. Ihre Vernehmlassung erfolgte mit</span><br/> <span class="ft1">Datum vom 14. Mai 2007 und damit verspätet.</span><br/> <span class="ft1">Unterlässt eine am Verfahren beteiligte Partei innert richterlich</span><br/> <span class="ft1">angesetzter Frist eine schriftliche Vorkehr, liegt Säumnis vor. Die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">222</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Säumnisfolgen bestehen darin, dass das Verfahren ohne die ver-</span><br/> <span class="ft1">säumte Prozesshandlung seinen Fortgang nimmt. Nach Ablauf einer</span><br/> <span class="ft1">richterlichen Frist eintreffende Rechtsschriften sind aus dem Recht</span><br/> <span class="ft1">zu weisen (AGVE 1997, S. 282).</span><br/> <span class="ft1">Dementsprechend ist die Vernehmlassung von T. und Mitbetei-</span><br/> <span class="ft1">ligten vom 14. Mai 2007 unbeachtlich und aus dem Recht zu weisen.</span><br/> <span class="ft1">Gleichzeitig ist festzustellen, dass T. und Mitbeteiligte zufolge Frist-</span><br/> <span class="ft1">versäumnis am vorliegenden Verfahren nicht beteiligt sind. Die Fol-</span><br/> <span class="ft1">gen der Säumnis sind in materieller Hinsicht insofern gemildert, als</span><br/> <span class="ft1">deren Standpunkt aus dem vorinstanzlichen Verfahren auch vor Ver-</span><br/> <span class="ft1">waltungsgericht - soweit erforderlich - Berücksichtigung findet (vgl.</span><br/> <span class="ft1">§ 20 VRPG).</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">Dem Gemeinderat Rudolfstetten-Friedlisberg wurde die Frist</span><br/> <span class="ft1">zur Einreichung der Vernehmlassung auf Gesuch hin bis zum</span><br/> <span class="ft1">15. Mai 2007 erstreckt, was T. und Mitbeteiligten zur Kenntnis ge-</span><br/> <span class="ft1">bracht wurde.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 32 Abs. 2 VRPG können behördlich bestimmte Fris-</span><br/> <span class="ft1">ten aus zureichenden Gründen erstreckt werden, wenn vor Ablauf</span><br/> <span class="ft1">darum nachgesucht wird. Daraus folgt, dass Fristerstreckungen nur</span><br/> <span class="ft1">für diejenige Partei gelten, welche darum ersucht und einen zurei-</span><br/> <span class="ft1">chenden Grund nachweist. Die Kenntnisgabe einer solchen Frister-</span><br/> <span class="ft1">streckung an die übrigen Verfahrensbeteiligten orientiert über die</span><br/> <span class="ft1">,,Verlängerung" des Verfahrens. Sie begründet aber für eine Partei,</span><br/> <span class="ft1">die kein eigenständiges Gesuch stellt, keine Fristverlängerung. T. und</span><br/> <span class="ft1">Mitbeteiligte könnten deshalb selbst aus der Fristerstreckung für den</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat nichts zu ihren Gunsten ableiten.</span><br/> <span class="ft1">(Hinweis: Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen diese</span><br/> <span class="ft1">Verfügung abgewiesen, soweit es darauf eintrat; Urteil vom</span><br/> <span class="ft1">16. November 2007 [1C_194/2007].)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>