<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">2P.47/2001/bol </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG *********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">20. Februar 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der </div> <div class="para">II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter Hungerbühler, </div> <div class="para">Bundesrichterin Yersin und Gerichtsschreiber Uebersax. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">B.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Ulrich Seiler, Falkenhöheweg 20, Postfach 7820, Bern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Regierungsrat des Kantons Bern, </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> </div> <div class="para"><span class="artref"><artref id="CH/101/8" type="start"></artref>Art. 8 und 9 BV</span><artref id="CH/101/9" type="end"></artref> (Aufenthaltsbewilligung), </div> <div class="para">wird festgestellt und in Erwägung gezogen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Der aus Bosnien-Herzegowina stammende B.________ führt staatsrechtliche Beschwerde gegen einen Entscheid des Regierungsrates des Kantons Bern vom 8. Januar 2001. Damit hatte dieser eine Beschwerde gegen einen Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern abgewiesen. In der Sache geht es darum, dass B.________ zunächst von der Fremdenpolizei der Stadt Bern und in der Folge von den Beschwerdeinstanzen die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung verweigert worden ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- a) Bevor über die Zulässigkeit der Eingabe als staatsrechtliche Beschwerde zu befinden ist (vgl. <span class="artref">Art. 84 Abs. 2 OG</span>), muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erfüllt sind, womit sie allenfalls an das dafür zuständige kantonale Gericht zu überweisen wäre (<span class="artref">Art. 98a OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Nach Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf dem Gebiet der Fremdenpolizei unzulässig gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt. </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 4 ANAG</span> entscheidet die Behörde, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland, nach freiem Ermessen über Anwesenheitsbewilligungen. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat weder aus Gesetzesrecht noch gestützt auf einen Staatsvertrag einen Anspruch auf Bewilligung. </div> <div class="para">Daran ändert nichts, dass er früher während längerer Zeit über eine Aufenthaltsbewilligung verfügte. Weder steht ihm ein Anspruch auf Verlängerung derselben noch auf Neu- oder Wiedererteilung noch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung zu. Auch aus dem Umstand, dass er invalid ist und ihm deswegen eine Unfallversicherungsrente zugesprochen worden ist, kann er keinen Anspruch ableiten (vgl. </div> <div class="para">BGE 126 II 377, insbes. E. 6 S. 392 ff.). Sodann ergeben sich auch aus den Bestimmungen der Begrenzungsverordnung, namentlich gestützt auf <span class="artref"><artref id="CH/823.21/13/f" type="start"></artref><artref id="CH/823.21/13/b" type="start"></artref>Art. 13 lit. b und f BVO</span><artref id="CH/823.21/13/f" type="end"></artref><artref id="CH/823.21/f" type="end"></artref>, keine Ansprüche auf Anwesenheitsbewilligungen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IB-33%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page33">BGE 119 Ib 33</a> E. 1a, 91 E. 1d S. 95 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Das Bundesgericht lässt die Verwaltungsgerichtsbeschwerde in der so genannten Unterstellungsfrage, d.h. </div> <div class="para">gegen Entscheide über die Anwendbarkeit der Begrenzungsverordnung, auch dann zu, wenn kein Anspruch auf Bewilligung besteht. Das gilt namentlich für die Frage, ob ein Härtefall nach <span class="artref">Art. 13 lit. f BVO</span> vorliegt. Die Beschwerde ist aber nur zulässig gegen einen entsprechenden Beschwerdeentscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements im Feststellungsverfahren vor den Bundesbehörden. Ausgeschlossen ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wenn wie hier eine kantonale Behörde vorfrageweise im Rahmen eines (ablehnenden) Bewilligungsentscheides das Vorliegen einer Ausnahme von der Begrenzungsverordnung verneint (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-186%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page186">BGE 122 II 186</a>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">d) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich damit als unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Besteht kein Anspruch auf Bewilligung, fehlt es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch am rechtlich geschützten Interesse, das nach <span class="artref">Art. 88 OG</span> zur Legitimation für eine staatsrechtliche Beschwerde erforderlich ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-267%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page267">BGE 121 I 267</a> E. 2; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-81%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page81">BGE 126 I 81</a>). Damit ist im vorliegenden Fall in der Sache auch die staatsrechtliche Beschwerde ausgeschlossen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Trotz fehlender Legitimation in der Sache kann mit staatsrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Parteirechten gerügt werden, die dem Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren zustanden und deren Verletzung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-25%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page25">BGE 123 I 25</a> E. 1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-267%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page267">122 I 267</a></span> E. 1b). Nicht angefochten werden können dabei jedoch die Würdigung der Beweise sowie der Umstand, dass Beweisanträge wegen Unerheblichkeit oder aufgrund vorweggenommener Beweiswürdigung abgelehnt wurden, liefe dies doch auf eine Prüfung der Sache selber hinaus (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IA-307%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page307">BGE 114 Ia 307</a> E. 3c S. 313). Genau darum handelt es sich aber bei der formellen Rüge des Beschwerdeführers, der Regierungsrat habe von ihm angebotene Beweise nicht abgenommen. Dieser hat nämlich dargelegt, dass er die Sachlage als genügend erstellt erachtete, um seinen Entscheid fällen zu können. Er hat damit die angebotenen Beweise als nicht mehr wesentlich beurteilt bzw. seinen Entscheid in antizipierter Beweiswürdigung getroffen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Demnach ist auch die staatsrechtliche Beschwerde unzulässig, woran die ausführlichen, über weite Strecken aber unklaren bzw. konfusen Darlegungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern vermögen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- a) Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unzulässig, weshalb darauf im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Da die Begehren des Beschwerdeführers von vornherein aussichtslos erscheinen, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung abzuweisen (<span class="artref">Art. 152 OG</span>). Unter diesen Umständen wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1, <span class="artref"><artref id="CH/173.110/153" type="start"></artref>Art. 153 und 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153^a" type="end"></artref>), wobei seiner finanziellen Lage bei der Festlegung der Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden kann (<span class="artref">Art. 153a Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Mit dem Entscheid in der Sache wird der Antrag des Beschwerdeführers gegenstandslos, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Regierungsrat des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">_____________ </div> <div class="para">Lausanne, 20. Februar 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>