<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00209</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206024&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00209</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.07.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Gewährung des Einkommensfreibetrags bei der Bedarfsberechnung:<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts teilweise gegeben (E.1.1). Nichteintreten, soweit sich die Beschwerde gegen die aufsichtsrechtlichen Anordnungen der Vorinstanz richtet (E.1.2). Gesetzliche Grundlagen der Sozialhilfe (E.2). Die Voraussetzungen für eine von den SKOS-Richtlinien abweichende Berechnung der Sozialhilfe sind vorliegend nicht gegeben (E.3). Die Frage, ob bei der Ermittlung der so genannten Eintrittsschwelle von Gesuchstellern, die bereits im Zeitpunkt des Gesuchs ein Erwerbseinkommen erzielen, der Einkommensfreibetrag zu berücksichtigen sei, ist zu verneinen. Das bedeutet allerdings nicht, dass bei Gesuchstellern, welche die Eintrittsschwelle erreichen, weil ihr Einkommen unter dem massgebenden Bedarf liegt, kein Einkommensfreibetrag zu berücksichtigen sei. Das Verwaltungsgericht verkennt nicht, dass bei einer derartigen Gesetzesauslegung Gesuchsteller mit einem knapp unter dem massgebenden Bedarf liegenden Erwerbseinkommen allenfalls besser fahren als Gesuchsteller, deren Erwerbseinkommen knapp über dem massgebenden Bedarf liegt. Diese Ungleichheit lässt sich dadurch mildern, dass in solchen Fällen bei der Bemessung des Freibetrags nicht von vornherein von einem Regelbeitrag von Fr. 600.- ausgegangen wird (E.4.4). Teilweisse Gutheissung und Kostenfolge (E.6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSPRUCHSBERECHTIGUNG">ANSPRUCHSBERECHTIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINKOMMENSFREIBETRAG">EINKOMMENSFREIBETRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINTRITT">EINTRITT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSEINKOMMEN">ERWERBSEINKOMMEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 51</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1958, lebt getrennt von seiner Ehefrau im Einfamilienhaus seiner Eltern in X zu einem monatlichen Mietzins von Fr. 1'500.-. Bis im Oktober 2005 bezog er Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Am 1. November 2005 begann er einen vierjÃ¤hrigen Ausbildungskurs, wo er bei einem BeschÃ¤ftigungsgrad von 100 % einen Jahresgrundlohn von Fr. 37'759.- bezieht. </p> <p class="Urteilstext">Auf sein (im Aktendossier fehlendes) Gesuch hin beschloss die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X am 19. Dezember 2005, ihn fÃ¼r die Monate November und Dezember 2005 mit insgesamt Fr. 400.- zu unterstÃ¼tzen. Dabei ging sie von einem monatlichen Fehlbetrag "von ca. Fr. 200.-" aus, der sich aus der Differenz zwischen einem monatlichen Bedarf von Fr. 2'786.- einerseits und dem monatlichen Verdienst von Fr. 2'700.-, gekÃ¼rzt um AbzÃ¼ge fÃ¼r Schulmaterial, anderseits ergebe.</p> <p class="Urteilstext"><span>Am 18. Januar 2006 beschloss die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X, A ab 1. Januar 2006 mit einem monatlichen Betrag von Fr. 761.- zu unterstÃ¼tzen, welchen Betrag sie als Differenz zwischen einem monatlichen Bedarf von Fr. 3'086.- einerseits sowie dem Nettolohn von Fr. 2'925.-, gekÃ¼rzt um den so genannten Einkommensfreibetrag von Fr. 600.-,</span> ermittelte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 19. Dezember 2005 erhob A am 19. Januar 2006 Rekurs an den Bezirksrat Y. Er beanstandete, dass bei der Berechnung des Fehlbetrags von Fr. 400.- weder seine Berufsauslagen noch der so genannte Einkommensfreibetrag berÃ¼cksichtigt worden seien. In der Rekursantwort vom 20. Februar 2006 wies die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde darauf hin, dass sie im ab 1. Januar 2006 geltenden neuen Beschluss vom 18. Januar 2006 (beim anrechenbaren Einkommen) einen Einkommensfreibetrag von monatlich Fr. 600.- sowie (bei der Bedarfsberechnung) eine Berufsauslagen-Pauschale "Verpflegung + Transport" von Fr. 400.- berÃ¼cksichtigt habe. </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Y beschloss am 23. MÃ¤rz 2006, den Rekurs gegen den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 19. Dezember 2005 abzuweisen (Disp.-Ziff. 1). Ferner wies er die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X aufsichtsrechtlich an, den Beschluss vom 18. Januar 2006 im Sinn der ErwÃ¤gungen zu Ã¼berprÃ¼fen und neu Beschluss zu fassen (Disp.-Ziff. 2).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 25. April 2006 gelangte A an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen, den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 18. Januar 2006 (betreffend die wirtschaftliche Hilfe ab 1. Januar 2006) beizubehalten und den Beschluss vom 19. Dezember 2005 (betreffend die wirtschaftliche Hilfe fÃ¼r November/Dezember 2005) insoweit abzuÃ¤ndern, als der Einkommensfreibetrag von Fr. 600.- zu berÃ¼cksichtigen sei. </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Y beantragte Abweisung der Beschwerde. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X liess sich nicht vernehmen. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>GemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Rekursentscheide des Bezirksrats in sozialhilferechtlichen Streitigkeiten. Das Verwaltungsgericht ist daher im vorliegenden Verfahren jedenfalls zustÃ¤ndig, Dispositiv Ziffer 1 des Entscheids des Bezirksrats Y zu Ã¼berprÃ¼fen, womit dieser den Rekurs des BeschwerdefÃ¼hrers gegen den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 19. Dezember 2005 abgewiesen hat. Weil auch die Ã¼brigen Eintretensvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde insoweit einzutreten. Deren Behandlung wÃ¼rde an sich, da der Streitwert unter Fr. 20'000.- liegt, in die ZustÃ¤ndigkeit des Einzelrichters fallen (§ 38 Abs. 2 VRG). Weil jedoch eine Frage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung zu klÃ¤ren ist, wird der Fall von der Kammer behandelt (§ 38 Abs. 3 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>NÃ¤her zu prÃ¼fen ist die ZulÃ¤ssigkeit der Beschwerde insoweit, als sie sich gegen Dispositiv Ziffer 2 des Bezirksratsentscheids richtet, worin die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X aufsichtsrechtlich angewiesen wird, ihren Beschluss vom 18. Januar 2006 im Sinn der (bezirksrÃ¤tlichen) ErwÃ¤gungen zu Ã¼berprÃ¼fen und neu Beschluss zu fassen. </p> <p class="Urteilstext">Aufsichtsrechtliche Massnahmen des Bezirksrats kÃ¶nnen nur dann mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht angefochten werden, wenn sie einer anfechtbaren VerfÃ¼gung gleichkommen, indem sie fÃ¼r Gemeinden oder Privatpersonen eine Betroffenheit im Sinn von § 21 VRG begrÃ¼nden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 17 mit Hinweisen). Ob dies hier fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer bezÃ¼glich der aufsichtsrechtlichen Anweisung des Bezirksrats Y an die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X zutrifft, ist fraglich. Die Betroffenheit des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤re dann zu bejahen, wenn der Bezirksrat den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 18. Januar 2006 aufgehoben hÃ¤tte. Aus der diesbezÃ¼glichen ErwÃ¤gung des Bezirksrats (Rekursentscheid Erw. H) geht jedoch hervor, dass dies nicht dessen Meinung ist. Vielmehr soll dieser (mit Wirkung ab 1. Januar 2006 getroffene) Beschluss weitergelten, bis die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde einen neuen Beschluss (offenbar ohne RÃ¼ckwirkung auf 1. Januar 2006) getroffen hat. So verstanden kann die aufsichtsrechtliche Anweisung nicht einer mit Beschwerde anfechtbaren VerfÃ¼gung gleichgesetzt werden. Denn gegen den neu zu fassenden Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde wird dem BeschwerdefÃ¼hrer der ordentliche Rechtsmittelweg (Rekurs an den Bezirksrat und anschliessend Beschwerde an das Verwaltungsgericht) offen stehen. Auf die Beschwerde ist daher insoweit nicht einzutreten, als sie sich gegen die in Dispositiv Ziffer 2 des Bezirksratsbeschlusses getroffene Anweisung an die Beschwerdegegnerin richtet. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Indessen stellt sich die Frage, ob bei der Bemessung der Sozialhilfe fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer ein Einkommensfreibetrag sowie die PrÃ¤mie fÃ¼r die Krankenkassengrundversicherung zu berÃ¼cksichtigen seien, nicht nur im Zusammenhang mit der aufsichtsrechtlichen Anweisung des Bezirksrats an die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde, sondern auch mit Bezug auf die Bemessung der Sozialhilfe fÃ¼r November/Dezember 2005 gemÃ¤ss Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 19. Dezember 2005; und insoweit ist nach dem Gesagten auf die Beschwerde einzutreten. Die Vorinstanzen werden daher den heutigen ErwÃ¤gungen des Gerichts zu dieser Frage auch mit Bezug auf den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 18. Januar 2006 Rechnung zu tragen haben. Das gilt umso mehr, als die ErwÃ¤gungen des Bezirksrats ohne klare Trennung sowohl dessen Entscheid als RekursbehÃ¶rde (Dispositiv Ziffer 1) wie auch dessen aufsichtsrechtliches Eingreifen (Dispositiv Ziffer 2) betreffen, welche Vermischung nicht unproblematisch ist (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 89). Sollte sich aufgrund der nachstehenden ErwÃ¤gungen auch der Beschluss vom 18. Januar 2006 (im seitens des Bezirksrats aufsichtsrechtlich beanstandeten Punkt) als rechtmÃ¤ssig erweisen, besteht fÃ¼r die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde kein Anlass, der Anweisung des Bezirksrats diesbezÃ¼glich Folge zu leisten. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Diese soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt (§ 15 Abs. 1 SHG). Grundlage der Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe in der Fassung vom Dezember 2004 (SKOS-Richtlinien), wobei Abweichungen im Einzelfall vorbehalten sind. Nach den genannten Richtlinien enthÃ¤lt das individuelle UnterstÃ¼tzungsbudget einerseits die so genannte materielle Grundsicherung, bestehend aus dem Grundbedarf fÃ¼r den Lebensunterhalt sowie den Kosten fÃ¼r die Wohnungsmiete und fÃ¼r die medizinische Grundversorgung, anderseits situationsbedingte Leistungen sowie allfÃ¤llige Integrationszulagen und/oder Einkommens-FreibetrÃ¤ge (SKOS-Richtlinien, Kap. A.6). </p> <p class="Urteilstext">Die hier anwendbaren neuen Richtlinien legen im Unterschied zu den frÃ¼heren (in der Fassung vom Dezember 2000) vermehrt Gewicht darauf, dass IntegrationsbemÃ¼hungen der Sozialhilfe beziehenden Personen belohnt werden sollen. Dementsprechend wird zwar beim Grundbedarf, welcher zusammen mit den Wohnkosten und jenen der medizinischen Grundversorgung die materielle Grundsicherung gewÃ¤hrleisten soll, nicht mehr zwischen Grundbedarf I und II unterschieden, und die Pauschalen fÃ¼r den neuen einheitlichen Grundbedarf sind tiefer als die AnsÃ¤tze fÃ¼r den bisherigen Grundbedarf I (vgl. SKOS-Richtlinien, Kap. B.2.2). Dieser Herabsetzung sowie dem Wegfall der Pauschale fÃ¼r den Grundbedarf II stehen jedoch neue zusÃ¤tzliche Leistungen gegenÃ¼ber, nÃ¤mlich die Integrationszulage fÃ¼r NichterwerbstÃ¤tige (IZU, vgl. SKOS-Richtlinien, Kap. C.2), die Minimale Integrationszulage (MIZ, vgl. SKOS-Richtlinien, Kap. C.3) sowie der Einkommensfreibetrag fÃ¼r ErwerbstÃ¤tige (EFB, vgl. SKOS-Richtlinien, Kap. E.1.2). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die SKOS-Richtlinien gelten gemÃ¤ss ihrer Einleitung fÃ¼r alle lÃ¤ngerfristig unterstÃ¼tzten Personen. Auf nur vorÃ¼bergehend unterstÃ¼tzte Personen kÃ¶nnen sie lediglich sinngemÃ¤ss und entsprechend der individuellen Situation angewendet werden. Zur Berechnung des UnterstÃ¼tzungsbudgets bei kurzfristigen UnterstÃ¼tzungen mit ÃberbrÃ¼ckungscharakter (wÃ¤hrend bis zu drei Monaten) und einer realistischen Chance fÃ¼r Wiederherstellung der materiellen UnabhÃ¤ngigkeit kann laut Kapitel A.6 der Richtlinien das soziale Existenzminimum sowohl unterschritten als auch Ã¼berschritten werden, wobei das absolute Existenzminimum in jedem Fall gewÃ¤hrleistet sein muss (zur Abgrenzung zwischen vorÃ¼bergehender und dauernder UnterstÃ¼tzung in diesem Zusammenhang sowie zwischen sozialem und absolutem Existenzminimum vgl. RB 2004 Nr. 49, allerdings noch bezÃ¼glich der SKOS-Richtlinien in der frÃ¼heren Fassung).</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanzen sind offenbar der Auffassung, dass fÃ¼r November/Dezember 2005 die Voraussetzungen fÃ¼r eine von den SKOS-Richtlinien abweichende Bemessung des UnterstÃ¼tzungsbudgets erfÃ¼llt seien. Das ergibt sich mittelbar daraus, dass die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde bei der Bemessung der Sozialhilfe ab Januar 2006 den Einkommensfreibetrag von Fr. 600.- berÃ¼cksichtigt; dessen NichtberÃ¼cksichtigung bei der Bemessung der Sozialhilfe fÃ¼r November/Dezember 2005 begrÃ¼ndete sie im Rekursverfahren damit, dass die damalige UnterstÃ¼tzung im Sinn einer sofortigen Nothilfe (ohne detaillierte Berechnung der massgebenden Eintrittsschwelle und ohne vollstÃ¤ndige BerÃ¼cksichtigung der SKOS-Richtlinien) erfolgt sei, was der Bezirksrat schÃ¼tzte (vgl. Rekursentscheid Erw. F). WÃ¤ren die Voraussetzungen fÃ¼r eine abweichende Bemessung erfÃ¼llt, kÃ¶nnten die nachstehend behandelten Fragen betreffend BerÃ¼cksichtigung des Einkommensfreibetrags und der KrankenversicherungsprÃ¤mie bei der Berechnung der Eintrittsschwelle (E. 4 f.) offen bleiben. Mit seinem Rekurs- und Beschwerdeantrag betreffend die ihm fÃ¼r November/Dezember 2005 zu gewÃ¤hrende Sozialhilfe hat der BeschwerdefÃ¼hrer die ZulÃ¤ssigkeit einer solchen abweichenden Berechnung zumindest sinngemÃ¤ss bestritten. Sein Einwand ist begrÃ¼ndet. Was die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde fÃ¼r einen Verzicht auf eine detaillierte Berechnung ab November 2005 vorgebracht hat, Ã¼berzeugt nicht. Es liegt auch kein Anwendungsfall einer bloss vorÃ¼bergehenden UnterstÃ¼tzung im Sinn der zitierten Praxis und Rechtsprechung vor. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach Auffassung des Bezirksrats steht dem BeschwerdefÃ¼hrer deswegen kein Einkommensfreibetrag zu (weder fÃ¼r November/Dezember 2005 noch ab Januar 2006), weil dieser neu Sozialhilfe beanspruche; bei der PrÃ¼fung, ob ein diesbezÃ¼glicher UnterstÃ¼tzungsanspruch Ã¼berhaupt bestehe (BerÃ¼cksichtigung der so genannten Eintrittsschwelle), sei in FÃ¤llen, in denen der Gesuchsteller bereits erwerbstÃ¤tig sei, kein Einkommensfreibetrag zu gewÃ¤hren; dies ergebe sich namentlich aus der in den SKOS-Richtlinien genannten Zielsetzung, wonach mit dem Einkommensfreibetrag verhindert werden solle, dass der Betroffene trotz der Aufnahme oder der ErhÃ¶hung einer bisherigen ErwerbstÃ¤tigkeit Ã¼ber kein hÃ¶heres Einkommen als vor der Arbeitsaufnahme bzw. PensumerhÃ¶hung verfÃ¼ge (vgl. Rekursentscheid Erw. C, D und G). Der BeschwerdefÃ¼hrer will demgegenÃ¼ber den Einkommensfreibetrag bereits bei der PrÃ¼fung des Sozialhilfenanspruchs (bei der Berechnung der Eintrittsschwelle) berÃ¼cksichtigt haben. Dies scheint wie erwÃ¤hnt auch die Auffassung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde zu sein, hat sie doch bei der Bemessung der Sozialhilfe ab Januar 2006 den Einkommensfreibetrag von Fr. 600.- berÃ¼cksichtigt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Laut den SKOS-Richtlinien, Kap. E.1.2, wird auf Erwerbseinkommen aus dem ersten Arbeitsmarkt von Ã¼ber 16-jÃ¤hrigen UnterstÃ¼tzten ein Freibetrag innerhalb der Bandbreite von Fr. 400.- bis Fr. 700.- pro Monat gewÃ¤hrt. Die Kantone und/oder Gemeinden legen die EinkommensfreibetrÃ¤ge in AbhÃ¤ngigkeit von BeschÃ¤ftigungsumfang und/oder von der LohnhÃ¶he fest. Dabei sollen sie insbesondere die Auswirkungen der kantonalen Steuergesetzgebung auf niedrige Einkommen mit berÃ¼cksichtigen. GemÃ¤ss Ziffer I/5 der Weisung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich vom 29. MÃ¤rz 2005 zur Anwendung der neuen SKOS-Richtlinien (im Folgenden: Weisung der Direktion) betrÃ¤gt der Einkommensfreibetrag bei einer 100%-igen ErwerbstÃ¤tigkeit Fr. 600.- pro Monat; bei einer Teilzeitarbeit wird der Freibetrag entsprechend dem BeschÃ¤ftigungsumfang reduziert, wobei er sich auf mindestens Fr.100.- pro Monat belÃ¤uft. Mit dem Einkommensfreibetrag wird laut den SKOS-Richtlinien, Kap. E.1.2, "primÃ¤r das Ziel verfolgt, die Erwerbsaufnahme oder die ErhÃ¶hung des Arbeitspensums zu erleichtern und damit die Integrationschancen zu verbessern". So "soll ein Anreiz zur mÃ¶glichst umfassenden und eintrÃ¤glichen ErwerbstÃ¤tigkeit von UnterstÃ¼tzten geschaffen werden". Die Anspruchsberechtigung (auf einen Einkommensfreibetrag) muss mindestens einmal jÃ¤hrlich Ã¼berprÃ¼ft werden. Den Kantonen wird empfohlen, den Ãbergang von materiellen Sozialhilfeleistungen zur wirtschaftlichen SelbststÃ¤ndigkeit von Betroffenen derart zu gestalten, dass sich deren verfÃ¼gbares Einkommen dadurch mÃ¶glichst nicht verringert, was die Erprobung verschiedener AblÃ¶sungsmodelle nahe lege.</p> <p class="Urteilstext">Ob eine Person unterstÃ¼tzt werden soll, ist laut SKOS-Richtlinien, Kap. A.6, durch Vergleich der fÃ¼r ihren Haushalt anrechenbaren Ausgaben und der ihr zur VerfÃ¼gung stehenden Einnahmen zu ermitteln. BezÃ¼glich der Festlegung der Eintrittsschwelle halten die Richtlinien fest, dass in der Regel Haushaltungen unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftig seien, wenn das monatliche Nettoeinkommen nicht ausreicht, um die Kosten fÃ¼r die Grundsicherung gemÃ¤ss Kapitel B der Richtlinien zu decken. Situationsbezogene Leistungen gemÃ¤ss Kapitel C.1 seien mitzuberÃ¼cksichtigen, sofern es sich um ausgewiesene, bezifferbare und regelmÃ¤ssig wiederkehrende Auslagen handle, die in der konkreten Lebenssituation zwingend notwendig seien (zum Beispiel Lohngestehungskosten, HaftpflichtversicherungsprÃ¤mien, Kinderbetreuungskosten). Die Weisung der Direktion konkretisiert diese Richtlinie dahin, dass die Eintritts- und Austrittsschwellen identisch seien. Sie umfassten den Grundbedarf, die Kosten des Wohnens und der medizinischen Grundversorgung sowie krankheits- und behinderungsbedingte Spezialauslagen und die effektiven Lohngestehungskosten (insbesondere Erwerbsunkosten und Auslagen zur Fremdbetreuung von Kindern). Werde die Austrittsschwelle erreicht, so dÃ¼rften der Einkommensfreibetrag, die Integrationszulage sowie die minimale Integrationszulage in der Regel nicht mehr eingerechnet werden; im Einzelfall sei allerdings zu prÃ¼fen, ob im Rahmen von situationsbedingten Leistungen kÃ¼nftige Verpflichtungen Ã¼bernommen werden sollten, um einen RÃ¼ckfall in die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit zu vermeiden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> WÃ¤hrend den SKOS-Richtlinien kraft der Verweisung in § 17 SHV normativer Charakter zukommt (wobei diese Bestimmung allerdings begrÃ¼ndete Abweichungen im Einzelfall vorbehÃ¤lt), ist die konkretisierende Weisung der Direktion fÃ¼r die RechtsmittelbehÃ¶rden und insbesondere fÃ¼r das Verwaltungsgericht nicht verbindlich. Im Hinblick auf ihre Funktion, eine einheitliche, gleichmÃ¤ssige und sachrichtige Praxis des Gesetzesvollzugs sicherzustellen, kÃ¶nnen derartige Dienstanweisungen allerdings fÃ¼r das Gericht nicht nur unter dem Gesichtswinkel der Rechtsgleichheit relevant sein, sondern auch die Auslegung der Normen, deren Vollzug sie sicherstellen wollen, beeinflussen (KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 50 N. 58 und 64 f.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b> Ob bei der Ermittlung der so genannten Eintrittsschwelle von Gesuchstellern, die bereits im Zeitpunkt des Gesuchs ein Erwerbseinkommen erzielen, der Einkommensfreibetrag zu berÃ¼cksichtigen sei, wird weder in den SKOS-Richtlinien noch in den konkretisierenden Anweisungen der Direktion klar beantwortet. Nach der den EinkommensfreibetrÃ¤gen im ganzen Bemessungssystem zugedachten Funktion liegt es jedoch nahe, diese Frage zu verneinen. Diese Vorstellung liegt denn auch offenbar den SKOS-Richtlinien wie auch der konkretisierenden Weisung der Direktion zu Grunde, wenn sie in ihrem Gesamtzusammenhang betrachtet werden; namentlich erscheint die NichtberÃ¼cksichtigung des Einkommensfreibetrags folgerichtig, wenn mit der Weisung der Direktion davon ausgegangen wird, dass Ein- und Austrittschwellen gleich festzulegen und bei Erreichen der Letzteren EinkommensfreibetrÃ¤ge in der Regel nicht mehr zu berÃ¼cksichtigen seien. Es entspricht daher einer sachgerechten Auslegung von § 14 SHG und von § 16 Abs. 2 SHV, wenn bei der PrÃ¼fung der Anspruchsberechtigung (auf Sozialhilfe Ã¼berhaupt, nicht auf den Einkommensfreibetrag) kein solcher Freibetrag berÃ¼cksichtigt wird. </p> <p class="Urteilstext">Dies bedeutet allerdings nicht, dass bei Gesuchstellern, welche die Eintrittschwelle erreichen, weil ihr Einkommen unter dem massgebenden Bedarf liegt, kein Einkommensfreibetrag zu berÃ¼cksichtigen sei. Wohl besteht zwischen der Ermittlung der Anspruchsberechtigung auf Sozialhilfe und der Bemessung dieser Hilfe ein enger sachlicher und rechnerischer Zusammenhang. Indessen entspricht es dem System der diesbezÃ¼glichen Normen und Richtlinien, dass in einem ersten Schritt die Anspruchsberechtigung ermittelt wird. Das lÃ¤sst Raum dafÃ¼r, bei der Bemessung der Sozialhilfe von Personen, deren Anspruchsberechtigung zu bejahen ist, den Einkommensfreibetrag zu berÃ¼cksichtigen, sofern die primÃ¤re Voraussetzung dafÃ¼r (Vorhandensein eines Erwerbseinkommens) erfÃ¼llt ist. Entgegen der Auffassung des Bezirksrats lÃ¤sst sich aus der in den SKOS-Richtlinien selber genannten Zielsetzung des Einkommensfreibetrags nicht zwingend schliessen, dass Letzterer nur fÃ¼r Personen in Betracht komme, die erst nach Aufnahme in die Sozialhilfe eine ErwerbstÃ¤tigkeit aufnehmen oder das Arbeitspensum erhÃ¶hen. Mit dieser Betrachtungsweise wird der dem Einkommensfreibetrag zu Grunde liegenden Zielsetzung nur in unzureichender Weise Rechnung getragen. Diese Zielsetzung besteht wie erwÃ¤hnt darin, bei der Bemessung der Hilfe materielle Anreize zu schaffen, welche die beruflichen und sozialen Integrationsbestrebungen der UnterstÃ¼tzten honorieren (vgl. SKOS-Richtlinien, Kap. A.3). Dazu gehÃ¶rt auch der Anreiz fÃ¼r den Betroffenen, mit allen KrÃ¤ften dafÃ¼r zu sorgen, ein bisheriges Erwerbseinkommen beibehalten zu kÃ¶nnen. Die gegenteilige Betrachtungsweise des Bezirksrats wÃ¼rde diesbezÃ¼glich negative Anreize statt positive schaffen. </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist in der Regel bei Gesuchstellern, deren Erwerbseinkommen unter dem als Eintrittsschwelle massgebenden Bedarf liegt, bei der Bemessung der Sozialhilfe ein Einkommensfreibetrag zu berÃ¼cksichtigen. Das Verwaltungsgericht verkennt nicht, dass bei einer derartigen Gesetzesauslegung Gesuchsteller mit einem knapp unter dem massgebenden Bedarf liegenden Erwerbseinkommen allenfalls besser fahren als Gesuchsteller, deren Erwerbseinkommen knapp Ã¼ber dem massgebenden Bedarf liegt. (Was sich an folgendem Beispiel veranschaulichen lÃ¤sst: Bei einem massgebenden Bedarf von monatlich Fr. 2'000.- erhÃ¤lt ein Gesuchsteller mit einem Erwerbseinkommen von Fr. 2'100.- keine Sozialhilfe; sein verfÃ¼gbares Einkommen entspricht demnach seinem Erwerbseinkommen von Fr. 2'100.-. BetrÃ¤gt hingegen Letzteres Fr. 1'900.-, so hat er Anspruch auf Sozialhilfe; sein verfÃ¼gbares Einkommen betrÃ¤gt diesfalls Fr. 2'000.- zuzÃ¼glich Einkommensfreibetrag; wird dieser der Weisung der Direktion entsprechend auf Fr. 600.- beziffert, betrÃ¤gt sein verfÃ¼gbares Einkommen faktisch Fr. 2'600.-.) Zu bedenken ist jedoch, dass derartige Ungleichheiten eine zwangslÃ¤ufige Folge dessen sind, dass das Instrument des Einkommensfreibetrags eingefÃ¼hrt worden ist, weshalb sie bis zu einem gewissen Grad hinzunehmen sind. Die aufgezeigten Ungleichheiten lassen sich dadurch mildern, dass in solchen FÃ¤llen (bei Gesuchstellern, die im Zeitpunkt des Eintritts in die Sozialhilfe bereits ein Erwerbseinkommen erzielen) bei der Bemessung des Freibetrags nicht von vornherein von einem Regelbetrag von Fr. 600.- gemÃ¤ss Weisung der Direktion ausgegangen wird. Es bleibt vielmehr dem Ermessen der zustÃ¤ndigen kommunalen SozialbehÃ¶rde Ã¼berlassen, den Freibetrag so zu bemessen, dass er unter BerÃ¼cksichtigung der Situation des Gesuchstellers als angemessen erscheint. In diesem Sinn ist der kommunalen BehÃ¶rde diesbezÃ¼glich ein grÃ¶sserer Ermessensspielraum zuzugestehen, als ihr bei der Bemessung der Sozialhilfe im Allgemeinen zusteht. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Wie sich sodann aus den ErwÃ¤gungen des Bezirksrats ergibt, will dieser bei der PrÃ¼fung des Anspruchs auf Sozialhilfe nicht nur den Einkommensfreibetrag, sondern auch die PrÃ¤mie der Krankengrundversicherung unberÃ¼cksichtigt lassen (Rekursentscheid Erw. E). Dieser Auffassung ist nicht beizutreten. GemÃ¤ss § 15 Abs. 2 SHG hat die wirtschaftliche Hilfe auch die notwendige Ã¤rztliche Hilfe oder therapeutische Behandlung und die notwendige Pflege in einem Spital, einem Heim oder zu Hause sicherzustellen (vgl. auch § 21 SHV). Dementsprechend gehÃ¶rt gemÃ¤ss den SKOS-Richtlinien, Kap. A.6, die medizinische Grundversorgung (samt Selbstbehalten und Kosten nÃ¶tiger Zahnbehandlung) zur materiellen Grundsicherung, die nach dem Gesagten nicht nur fÃ¼r die Bemessung der Sozialhilfe, sondern auch fÃ¼r die Ermittlung des Anspruchs (der Eintrittschwelle) massgebend ist. </p> <p class="Erwgung2">Zwar wird in den SKOS-Richtlinien, Kap. B.4.1, festgehalten, dass die PrÃ¤mien der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung) nicht als Sozialhilfeleistung gelten. Der Bezirksrat, der sich offenbar auf diese Aussage bezieht, verkennt indessen deren Tragweite. Wie sich aus der zitierten Stelle der Richtlinien im Weiteren ergibt, kommt ihr vor allem im Hinblick auf die Kostenersatzpflicht unter Gemeinden im inner- oder interkantonalen VerhÃ¤ltnis Bedeutung zu. Zudem wird die fragliche Aussage unter den Vorbehalt kantonaler AusfÃ¼hrungsbestimmungen zum Bundesgesetz vom 18. MÃ¤rz 1994 Ã¼ber die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) gestellt. GemÃ¤ss § 18 Abs. 1 des zÃ¼rcherischen EinfÃ¼hrungsgesetzes zum Krankenversicherungsgesetz vom 13. Juni 1999 (EG KVG; LS 832.01) Ã¼bernimmt die Gemeinde die durch die PrÃ¤mienverbilligung nicht gedeckten PrÃ¤mien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung von versicherten Personen mit steuerrechtlichem Aufenthalt oder zivilrechtlichem Wohnsitz in der Gemeinde, soweit das nach dem Sozialhilferecht berechnete soziale Existenzminimum nicht gewÃ¤hrleistet ist. Zwar hat das Verwaltungsgericht <i>im Zusammenhang mit der Abgrenzung seiner ZustÃ¤ndigkeit von jener des Sozialversicherungsgerichts</i> erkannt, bei der Verpflichtung der Gemeinde gemÃ¤ss dieser Bestimmung (bzw. der ihr vorangehenden, bis Ende 2000 in Kraft stehenden Bestimmung in § 8 Abs. 1 der kantonalen EinfÃ¼hrungsverordnung zum Krankenversicherungsgesetz vom 6. Dezember 1995; EV KVG, OS 53, 315) handle es sich nicht um eine Konkretisierung der sozialhilferechtlichen Ordnung gemÃ¤ss §§ 14 ff. SHG, sondern um eine eigenstÃ¤ndige Regelung, die der Umsetzung des Bundesrechts diene; zustÃ¤ndig in Streitigkeiten Ã¼ber BeitrÃ¤ge an die Krankenpflegeversicherung, welche das Gemeinwesen fÃ¼r eine unterstÃ¼tzte Person zu Ã¼bernehmen habe, sei demnach als zweite Rechtsmittelinstanz (nach dem Bezirksrat) das Sozialversicherungsgericht (RB 2001 Nr. 21; VGr, 14. Juli 2005, VB.2004.00564, www.vgrzh.ch, vorgesehen zur Publikation in RB 2005). Weder aus dieser Rechtsprechung noch aus der zitierten SKOS-Richtlinie (Kap. B.4.1) lÃ¤sst sich indessen ableiten, dass bei der Berechnung des sozialhilferechtlichen Existenzminimums <i>im Zusammenhang mit der PrÃ¼fung des Anspruchs auf Sozialhilfe</i> die PrÃ¤mien der Krankengrundversicherung nicht zu berÃ¼cksichtigen seien. Damit wÃ¼rde die Berechnung dieses Existenzminimums in unzulÃ¤ssiger Weise verkÃ¼rzt. Jedenfalls die BerÃ¼cksichtigung des nicht durch die so genannte PrÃ¤mienverbilligung (vgl. dazu §§ 8 ff. EG KVG) finanzierten PrÃ¤mienanteils lÃ¤sst sich ohne weiteres mit § 18 Abs. 1 EG KVG vereinbaren, knÃ¼pft doch diese Bestimmung bzw. die dort statuierte Verpflichtung der Gemeinde zur Ãbernahme des nicht verbilligten PrÃ¤mienanteils unmittelbar an das nach dem Sozialhilferecht berechnete Existenzminimum an. Anders liesse sich bezÃ¼glich des PrÃ¤mienanteiles argumentieren, welcher durch die PrÃ¤mienverbilligung gedeckt wird, denn Anspruch auf eine solche PrÃ¤mienverbilligung haben nicht nur Sozialhilfeberechtigte, sondern gemÃ¤ss § 8 Abs. 1 EG KVG alle Personen "in bescheidenen wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnissen" mit steuerrechtlichem Aufenthalt oder Wohnsitz und zivilrechtlichem Wohnsitz im Kanton (vgl. auch § 9 Abs. 3 EG KVG zur Festlegung der massgebenden Einkommens- und VermÃ¶gensgrenzen durch den Regierungsrat). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Unter BerÃ¼cksichtigung der vorstehend dargelegten GrundsÃ¤tze ist aufgrund der vorliegenden Akten entgegen der Auffassung des Bezirksrats davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits ab November 2005 Anspruch auf Sozialhilfe in jenem Umfang hat, der sich bei voller Anwendung der SKOS-Richtlinien ergibt. Wie dieser Bedarf unter BerÃ¼cksichtigung des Einkommens zu berechnen ist, lÃ¤sst sich jedoch den vorliegenden Akten nicht entnehmen; namentlich nicht dem Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 19. Dezember 2005, wo zwar von einem "Fehlbetrag" von insgesamt Fr. 400.- fÃ¼r die Monate November/Dezember 2005 die Rede ist, dessen Ermittlung jedoch nicht nachvollzogen werden kann. Sodann besteht wie dargelegt (E. 3) kein Grund, diesen Beschluss deswegen zu schÃ¼tzen, weil fÃ¼r den Zeitraum November/Dezember 2005 auf eine vollstÃ¤ndige Berechnung des sozialhilferechtlichen Bedarfs verzichtet werden kÃ¶nne. Demnach sind Dispositiv Ziffer 1 des Entscheids des Bezirksrats Y sowie der Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 19. Dezember 2005 aufzuheben; die Sache ist zur Neubemessung der Sozialhilfe in den Monaten November/Dezember 2005 im Sinn der ErwÃ¤gungen an die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde zurÃ¼ckzuweisen. Diese wird insbesondere darÃ¼ber zu befinden haben, in welchem Umfang bei der Bemessung der Hilfe ein Einkommensfreibetrag zu berÃ¼cksichtigen sei.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten nach dem Unterliegerprinzip (vgl. § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) zur HÃ¤lfte der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. HÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer ein Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung gestellt, wÃ¤re ihm diese zu gewÃ¤hren, da die Voraussetzungen nach § 16 Abs. 1 VRG als erfÃ¼llt scheinen. Er hat zwar kein solches Gesuch gestellt. Aus BilligkeitsgrÃ¼nden (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 23) rechtfertigt es sich, den auf den BeschwerdefÃ¼hrer entfallenden Kostenteil gleichwohl auf die Gerichtskasse zu nehmen. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Dispositiv Ziffer 1 des Entscheids des Bezirksrats Y vom 23. MÃ¤rz 2006 sowie der Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 19. Dezember 2005 werden aufgehoben. Die Sache wird zur Neubemessung der Sozialhilfe fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die Monate November/Dezember 2005 im Sinne der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 860.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zur HÃ¤lfte der Beschwerdegegnerin auferlegt und im Ãbrigen auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Urteilstext">4. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>