<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>AL.2016.00154</span></p><p><br/></p><p>IV. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna<br/>Sozialversicherungsrichterin Philipp<br/>Gerichtsschreiber Kreyenbühl</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 28. Februar 2018</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführer</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Abteilung Arbeitslosenversicherung</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegner</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p></p><p><br/></p><p><span>Sachverhalt:</span></p><p><span>1.</span></p><p><span>1.1</span><span> </span><span>X.___, geboren 1951, arbeitete vom 1. Juli 2013 bis zum 31. März 2015 als Geschäftsführer bei der Y.___ (Urk. 6/56). Am 3. Februar 2015 meldete sich der Versicherte beim Regionalen </span><span>Arbeitsvermit</span><span>t</span><span>lungszentrum (RAV) Zürich Staffelstrasse zur Arbeitsvermittlung (Urk. 6/57) und beantragte am 12. Februar 2015 Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. April 2015 (Urk. 6/7). Daraufhin wurde dem Versicherten Arbeitslosenent</span><span>schädigung ausgerichtet.</span><span> </span></p><p><span>1.2</span><span> </span><span>Mit durch Einspracheentscheid vom 27. Juli 2016 (Urk. 2 im Prozess Nr. AL.2016.00153) bestätigter Verfügung vom 21. April 2016 (Urk. 6/2) ver</span><span>neinte die Arbeitslosen</span><span>kasse des Kantons Zürich (ALK) rückwirkend einen An</span><span>spruch auf Arbeits</span><span>losen</span><span>entschädigung ab dem 1. April 2015 und forderte vom Versicherten für die Monate April 2015 bis März 2016 zu viel ausbezahlte Arbeitslosenent</span><span>schädigung im Umfang von netto Fr. 22‘031.30 zurück.</span></p><p><span> </span><span>Mit durch Einspracheentscheid vom 3. August 2016 (Urk. 2) bestätigter Verfü</span><span>gung vom 31. Mai 2016 (Urk. 6/21) wies das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) das Gesuch des Versicherten um Erlass der von der ALK zurückgefor</span><span>derten Leistung im Umfang von Fr. 22‘031.30 ab.</span></p><p><br/></p><p><span>2.</span><span> </span></p><p><span>2.1</span><span> </span><span>Gegen diese beiden Einspracheentscheide der ALK und des AWA erhob der Ver</span><span>sicherte am 28. August 2016 (Poststempel) beim Sozialversicherungsgericht Beschwerde (Urk. 1 in den Verfahren Nr. AL.2016.00153 und Nr. AL.2016.00154).</span></p><p><span>2.2</span><span> </span><span>In der Beschwerde gegen den Einspracheentscheid des AWA vom 3. August 2016</span><span> beantragte der Versicherte sinngemäss, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Rückforderung zu erlassen (Urk. 1). Der Beschwerdegegner stellte in der Beschwerdeantwort vom 13. September 2016 folgendes Rechts</span><span>begehren (Urk. 5):</span></p><p><span>1. </span><span>Das Beschwerdeverfahren AL.2016.00154 sei bis zur rechtskräftigen Erledigung </span><span>des Beschwerdeverfahrens AL.2016.00153 betreffend die Rückforderung im </span><span>Um</span><span>fang von Fr. 22‘031.30 zu sistieren.</span></p><p><span>2. </span><span>Dem Beschwerdegegner sei nach Wegfall des Sistierungsgrundes Gelegenheit zur </span><span>ergänzenden Beschwerdeantwort zu geben.</span></p><p><span>3. </span><span>Die Beschwerde sei abzuweisen.</span></p><p><span>Am 10. Oktober 2016 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). </span></p><p><span>2.3</span><span> </span><span>Mit Urteil AL.2016.00153 vom 21. September 2017 wies das Sozialver</span><span>sicherungsgericht die Beschwerde des Beschwerdeführers gegen den Ein</span><span>spracheentscheid der ALK vom 27. Juli 2016 ab (Urk. 9 im Verfahren Nr. AL.2016.00153). Auf die dagegen vom Beschwerdeführer am 29. Dezember 2017 respektive 16. Januar 2018 erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 8C_60/2018 vom 23. Januar 2018 nicht ein (Urk. 12 im Verfahren Nr. AL.2016.00153).</span></p><p><br/></p><p><span>3.</span><span> </span><span>Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er</span><span>forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. </span></p><p><br/></p><p><br/></p><p><span>Das Gericht</span><span> zieht in Erwägung:</span></p><p><span>1.</span><span> </span></p><p><span>1.1</span><span> </span><span>Nach Art. 95 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen</span><span>versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) richtet sich die Rückfor</span><span>derung mit Ausnahme der Fälle von Art. 55 AVIG nach Art. 25 des Bundes</span><span>gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG). Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuer</span><span>statten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zu</span><span>rückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt.</span></p><p><span>1.2</span><span> </span><span>Nach der Rechtsprechung entfällt der gute Glaube als Erlassvoraussetzung von vornherein, wenn der Rückerstattungstatbestand (Melde- oder Auskunfts</span><span>pflichtverletzung) durch ein arglistiges oder grobfahrlässiges Verhalten her</span><span>beigeführt wurde. Anderseits kann sich die versicherte Person auf den guten Glauben berufen, wenn ihre fehlerhafte Handlung oder Unter</span><span>lassung nur eine leichte Verletzung der Melde- oder Aus</span><span>kunfts</span><span>pflicht darstellt (BGE 112 V 97 E. 2c mit Hinwei</span><span>sen).</span></p><p><span> </span><span>Das Mass der erforderlichen Sorgfalt beurteilt sich nach einem objektiven Mass</span><span>stab, wobei aber das den Betroffenen in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht ausge</span><span>blendet werden darf (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2014 vom 30. Dezember 2014 E. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen).</span></p><p><br/></p><p><span>2.</span></p><p><span>2.1</span><span> </span><span>Der Beschwerdegegner begründete den angefochtenen Einspracheentscheid da</span><span>mit, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Anmeldung beim RAV bereits eine Altersrente der AHV vorbezogen habe, weshalb ein Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung ab dem 1. April 2015 hätte verneint werden müssen. Den Rentenbezug habe der Beschwerdeführer gegenüber der Arbeitslosenkasse im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung und in den monat</span><span>lich auszufüllenden Formularen „Angaben der versicherten Person“ jedoch nicht deklariert. Dass er den Rentenbezug beim Erstgespräch im RAV am 20. Februar 2015 erwähnt habe, lasse sich dem entsprechenden Protokolleintrag nicht entnehmen. Dies sei allerdings ohnehin irrelevant, da er dadurch nicht von der Pflicht entbunden gewesen wäre, den Rentenbezug gegenüber der Arbeitslosenkasse korrekt zu deklarieren. Indem der Beschwerdeführer dies un</span><span>terlassen habe, habe er sich einer grobfahrlässigen Meldepflichtverletzung schuldig gemacht. Der gute Glaube sei deshalb auszuschliessen, und es erübrige sich die Prüfung, ob eine grosse Härte vorliege (Urk. 2 S. 2). </span></p><p><span>2.2</span><span> </span><span>Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass er sich per 1. April 2015 arbeitslos gemeldet habe. Beim Erstgespräch im RAV habe er die Inan</span><span>spruchnahme der vorzeitigen Pension erwähnt. Er bedauere es</span><span>, wenn er grob</span><span>fahrlässig gehandelt haben sollte. Die Unterstellung, er habe sich aus dem Erwerbsleben zurückgezogen, weise er aber zurück. Von seiner AHV-Rente von Fr. 230.-- pro Monat könne man nicht leben. Über die Arbeitsvermittlung habe er intensiv eine Stelle gesucht (insgesamt 534 schrift</span><span>liche Bewerbungen im In- und Ausland). Es sei jedoch zu keinem Vor</span><span>stel</span><span>lungs</span><span>gespräch gekommen. Über</span><span>dies sei zu berücksichtigen, dass er keine Sozialhilfe beantragt habe, was wahr</span><span>scheinlich einträglicher gewesen wäre (Urk. 1 und Urk. 6/3).</span></p><p><br/></p><p><span>3.</span></p><p><span>3.1</span><span> </span><span>Hinsichtlich der Frage der Rechtmässigkeit der Rückforderung der für die Monate April 2015 bis März 2016 ausgerichteten Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von netto Fr. </span><span>22‘031.30 </span><span>kann auf das zwischenzeitlich in Rechtskraft erwachsene Urteil AL.2016.00153 vom 21. September 2017 und auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_60/2018 vom 23. Januar 2018 verwiesen werden (vgl. Sachverhalt E. 2.3). </span></p><p><span>3.2</span><span> </span><span>Aus dem Eintrag im prozessorientierten Beratungsprotokoll vom 20. Februar 2015 geht nicht hervor, dass der Beschwerdeführer seinem RAV-Berater damals mitgeteilt hätte, dass er bereits eine AHV-Rente vorbezog (Urk. 6/27). Selbst wenn dies aber der Fall gewesen wäre, wäre der Beschwerdeführer – wie der Beschwerdegegner zutreffend bemerkte - verpflichtet gewesen, dies auch ge</span><span>genüber der zuständigen Arbeitslosenkasse anzugeben. Die entsprechenden Fragen nach dem Bezug einer AHV-Rente im Antrag auf Arbeitslosenent</span><span>schädigung (Urk. 6/7) und nach dem Bezug von Leistungen einer anderen Sozialversicherung in den monatlichen Formularen „Angaben der versicherten Person“ (hier wird unter anderem explizit auf einen AHV-Rentenvorbezug hin</span><span>gewiesen; Urk. 6/8-20) hat er jedoch jeweils wahrheitswidrig mit „nein“ beant</span><span>wortet. Damit hat der Beschwerdeführer eine Meldepflichtverletzung begangen. Da ihm bei Anwendung eines Mindestmasses an Sorgfalt bewusst sein musste, dass ein AHV-Rentenvorbezug hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenent</span><span>schädigung von Bedeutung ist, hat er sich dabei zumindest grobfahrlässig ver</span><span>halten. Der gute Glaube bezüglich des Empfangs der Arbeitslosenentschädigung ist damit zu verneinen (vgl. E. 1.2). Entsprechend den Ausführungen des Beschwerdegegners kann bei diesem Ausgang auf eine Härtefallprüfung verzichtet werden.</span></p><p><span>3.3</span><span> </span><span>Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p><span>Das Gericht erkennt:</span></p><p>1.<span> </span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</p><p>2.<span> </span>Das Verfahren ist kostenlos.</p><p>3.<span> </span>Zustellung gegen Empfangsschein an:</p><p>- <span> </span>X.___</p><p>- <span> </span>Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)</p><p>- <span> </span>seco - Direktion für Arbeit</p><p>- <span> </span>Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich</p><p>4.<span> </span>Gegen diesen Entscheid kann innert <span>30 Tagen</span> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</p><p><span> </span>Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</p><p><span> </span>Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</p><p class="Normal Heading3"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>HurstKreyenbühl</p><p></p></div> </div></body></html>