<h2>SubmittedText<h2><p>Im Zusammenhang mit dem SBB-Fahrplan ("Bahn 2000") und der angekündigten Umlegung der Züge von und nach Österreich via St. Gallen-Bregenz frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Rechtzeitige Anschlüsse an die RhB in Chur rechtfertigen einen leistungsfähigen IC Zürich-Chur. Um die Geschwindigkeit erhöhen zu können, sind Ausbauten zwischen Zürich und Chur notwendig. Man spricht von Investitionen in der Grössenordnung von 12 Millionen Franken. Welche konkreten Ausbauten betrifft dies, und wann werden diese Projekte ausgeführt?</p><p>2. Die Verkehrsbewegungen von Sargans nach Zürich sind am Morgen und am Abend sehr dicht. Etwa hundert Reisende pro Zug und Richtung werden gezählt. Garantieren die SBB, dass auch nach 2004 die heutige Anzahl Zughalte in Sargans erhalten bleibt?</p><p>3. Die Umlegung des internationalen Verkehrs Schweiz-Österreich via St. Gallen-Bregenz ist auf den Dezember 2004 angekündigt. Dies ist eine massive Verschlechterung des Fahrplanangebotes, denn der Fahrzeitvergleich zeigt, dass alle Passagiere aus Österreich (mit Ausnahme der Region Bregenz) rascher via Sargans zum Flughafen reisen. Umgekehrt führt selbst ab Winterthur der schnellere Weg über Sargans.</p><p>Sind die SBB bereit, diese Fehlplanung zu korrigieren und den internationalen Verkehr nach Österreich wie bisher über den schnelleren Weg Sargans führen zu lassen? Warum wurde im Jahre 1983 die Sarganser-Schleife gebaut?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nationale sowie grenzüberschreitende Fernverkehrsverbindungen wie Zürich-Innsbruck(-Wien) gehören grundsätzlich in den Bereich, der von den Bahnen nach marktwirtschaftlichen Kriterien geführt wird. Der Bund bestellt in der Regel keine Angebote des Fernverkehrs. Die aufgeworfenen Fragen wurden deshalb der SBB AG unterbreitet, die sich wie folgt äussert:</p><p>"1. Ausbauten</p><p>Tatsächlich verbindet der IC Zürich-Landquart-Chur zwei praktisch unverrückbare Fahrplansysteme miteinander - das der 'Bahn 2000' mit dem 'Neva Retica-Konzept' der Rhätischen Bahn bzw. des ganzen öffentlichen Verkehrs in Graubünden. Um weiterhin kundenfreundliche Umsteigezeiten sicherzustellen, ist eine Fahrzeit Zürich-Landquart von 62 Minuten einzuhalten. Dies bedingt neben direkter Fahrt auch bauliche Massnahmen. Daher werden seitens der Infrastruktur während der kommenden zwei Jahren rund 12 Millionen Franken investiert in:</p><p>- Stabilisierungsmassnahmen des Fahrweges in der Linthebene (March);.</p><p>- Einzelmassnahmen zur Erhöhung der Geschwindigkeit zwischen Pfäffikon-Ziegelbrücke und Ziegelbrücke-Mühlehorn;</p><p>- den Umbau der Gleisanlagen im Bahnhof Sargans, Seite Mels, um eine höhere Durchfahrgeschwindigkeit zu erzielen.</p><p>Darüber hinaus hilft der im Dezember 2003 in Betrieb gehende Paralleltunnel Zürich-Thalwil weitere 3 Minuten Fahrzeit zu sparen.</p><p>2./3. Zughalte in Sargans</p><p>Die SBB sind vom Bund als Eigner angehalten, den nationalen und internationalen Verkehr nach marktwirtschaftlichen Kriterien zu führen. Ein entscheidender Faktor der Fahrplankonstruktion ist daher die Erschliessung möglichst hoher Kundenpotenziale. Heute wird Sargans täglich von 12 EC/IC (nebst den stündlichen IR) in beiden Richtungen zusammen bedient. Am Morgen Richtung Zürich und am Abend in der Gegenrichtung wird der Halt Sargans mit über hundert Ein- bzw. Aussteigern pro Zug stark genutzt. Dem gegenüber stossen die tagsüber haltenden EC von und nach Österreich mit durchschnittlich 25 Ein- und Aussteigern auf weniger Interesse.</p><p>Für den internationalen Verkehr nach Österreich war zweistündlich eine Trasse von Zürich nach Buchs (SG) mit Halt Sargans geplant. Mit dem Beschluss des 'Vollzugsausschusses 'Bahn 2000', erste Etappe' (VAB) vom 16. Oktober 2001 wurde dieser Zuglauf wegen deutlich überlegener Marktpotenziale und einfacherer Betriebsführung neu über St. Gallen-St. Margrethen-Bregenz gelegt.</p><p>Das Angebotskonzept der 'Bahn 2000' (erste Etappe) sieht vor, stündlich je einen IR Zürich-Chur mit Halt in Thalwil, Wädenswil, Pfäffikon (SZ), Ziegelbrücke, Sargans, Bad Ragaz und Landquart sowie einen stündlichen IC Zürich-Landquart-Chur zu fahren. Im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten sehen die SBB vor, morgens die IC-Züge Richtung Zürich und abends jene Richtung Chur in Sargans halten zu lassen. Die Erschliessung von Sargans ist somit mit den stündlichen Interregio, z. B. in Romanshorn, Delsberg, Neuenburg, Yverdon, Brig, Lugano u. a. mindestens vergleichbar.</p><p>Bezüglich des Fernverkehrs zwischen Vorarlberg und dem Raum Zürich (Flughafen) zeigen Marktanalysen ein Reisendenpotenzial von rund 5500 Personen/Tag. Mit dem Ausbau auf ein stündliches Angebot (alternierend Richtung Arlberg und Lindau-München) könnte der Modal Split der Bahn auf über 10 Prozent gesteigert werden. Da auch die ÖBB durch diese engere Anbindung der Hauptstadt Vorarlbergs (Bregenz) an die grossen Siedlungsgebiete im Unteren Rheintal (u. a. Dornbirn) spürbare Mehrverkehre erwarten, soll die Linienführung entsprechend angepasst werden. Für die übrigen Verkehre zwischen der Schweiz und Österreich nimmt die Fahrzeit dank dem Einsatz von Neigezügen nicht zu.</p><p>Fahrzeitvergleich: via Sargans (heute) via St. Gallen-Bregenz (Neigezüge)</p><p>Zürich-Salzburg 5 Stunden und 56 Minuten/5 Stunden und 43 Minuten; Zürich-Wien (Tageszüge) 9 Stunden und 10 Minuten/8 Stunden und 28 Minuten.</p><p>Erst die Umlegung der EC-Züge bietet dem Raum Sargans/Buchs (SG)/Feldkirch angesichts der beschränkten Kapazität der einspurigen SBB- und ÖBB-Linien die Chance für einen attraktiveren (vertakteten) Regionalverkehr auf der Schiene. Die SBB erarbeiten zurzeit zusammen mit den ÖBB, dem Kanton St. Gallen, mit Liechtenstein und Vorarlberg ein entsprechendes Angebotskonzept. Ziele sind zum Fahrplanwechsel 2006:</p><p>- eine Anbindung von Buchs (SG) an den IR Zürich-Chur in Sargans;</p><p>- der Anschluss des Rheintals an die über Bregenz verkehrenden EC Richtung Arlberg in Feldkirch; und</p><p>- ein Vollknoten Buchs (SG) mit sich kreuzenden RX-Zügen St. Gallen-Chur zur vollen Stunde mit Anschluss von/nach Liechtenstein-Feldkirch und Busse."</p>  Antwort des Bundesrates.