Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. März 2020 (720 19 218 / 47) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anordnung einer polydisziplinären an Stelle einer bidisziplinären Begutachtung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei ber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer , vertreten durch Ana Dettwiler , Advokatin , Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Gutachten A. Der 1962 geborene A.____ hatte sich am 13. Mai 200 2 unter Hinweis auf einen Band- scheibenvorfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nachdem sie die gesundheitlichen und die e rwerblichen Verhältnisse des Versi- cherten abgeklärt hatte, sprach die IV-Stelle Basel-Lan dschaft A.____ gestützt auf einen Invali- ditätsgrad von 59 % mit Verfügungen vom 11. März 200 4 bzw. 7. April 2004 rückwirkend ab 1. Juni 2002 eine halbe Rente zu. Die vom Versicherten hiergegen erhobene Einsprache hiess die IV-Stelle am 13. August 2004 dahingehend gut, al s sie den Rentenbeginn auf den 1. Mai 2002 festsetzte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Urteil vom 22. Dezember 2004 ab (Verfahren 720 04 215 / 236). Dieses kantonale Urteil wurde vom damaligen Eidgenössischen Versicherungsgericht (heute: B undesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) mit Entscheid vom 21. September 2005 (I 255/05) bestätigt. Im Rahmen eines im Oktober 2006 eingeleiteten Rentenr evisionsverfahrens gelangte die IV- Stelle zum Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand de s Versicherten verschlechtert habe und der Invaliditätsgrad neu 100 % betrage. Mit Verfügung vom 27. September 2007 sprach sie A.____ deshalb rückwirkend ab 1. Oktober 2006 eine ganze Rente zu. Nachdem in einem weiteren Rentenrevisionsverfahren unver änderte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilung vom 14. April 2008), leite te die IV-Stelle im Mai 2009 von Amtes we- gen eine erneute Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs ein. Aufgrund ihrer Abklärungen ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten nunmehr einen Invaliditätsgrad von 9 %. Sie hob des- halb mit Verfügung vom 20. Oktober 2011 die A.____ bisher ausgerichtete ganze Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monat s auf. Eine vom Versicherten hierge- gen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht mit Urtei l vom 24. Mai 2012 ab (Verfahren 720 111 420 / 140). Noch während der Rechtshängigkeit des vorstehend erwähn ten kantonsgerichtlichen Be- schwerdeverfahrens meldete sich A.____ am 20. Februar 20 12 mit der Begründung, dass sich sein Gesundheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert habe, bei der IV-Stelle wiederum zum Bezug einer Rente an. Gestützt auf die Ergebnisse ih rer in der Folge vorgenommenen gesund- heitlichen und erwerblichen Abklärungen ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten einen Invali- ditätsgrad von 36 %. Die IV-Stelle lehnte deshalb mit Verfügung vom 11. Dezember 2014 einen Rentenanspruch von A.____ ab. Die vom Versicherten hi ergegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 20. November 2015 ab (Verfahren 720 15 18 / 304). Am 27. Februar 2017 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine Verschlechterung seines Ge- sundheitszustands ein weiteres Mal bei der IV-Stelle zu m Bezug einer Rente an. Die IV-Stelle erachtete in der Folge die Anordnung einer bidiszipli nären (rheumatologischen/psychiatrischen) Begutachtung als erforderlich, was sie A.____ am 28. Fe bruar 2019 mitteilte. Da dieser mit der geplanten Abklärung nicht einverstanden war, erliess die IV-Stelle am 23. Mai 2019 auf sein Verlangen eine Zwischenverfügung, mit der sie an ihrem Entscheid festhielt, den Versicherten durch Dr. med. B.____, Rheumatologie FMH, und PD Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psy- chotherapie FMH, bidisziplinär (rheumatologisch/psychiatrisch) begutachten zu lassen. B. Gegen diese Zwischenverfügung erhob A.____, vertret en durch Advokatin Ana Dettwi- ler, am 20. Juni 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei die ange- fochtene Zwischenverfügung aufzuheben und es sei die Besc hwerdegegnerin zu verpflichten, ihn polydisziplinär begutachten zu lassen; unter o/e-Ko stenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 23. Juli 2019 wies das Kantonsgeri cht das Gesuch des Beschwer- deführers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessfüh rung ab. Die ebenfalls beantragte un- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht entgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Ana Dettwi ler als Rechtsvertreterin bewilligte es teil- weise, d.h. unter Berücksichtigung eines Selbstbehalts von Fr. 2'100.--. D. Mit Eingabe vom 26. August 2019 reichte der Beschwe rdeführer Berichte von Dr. med. D.____, Neurologie FMH, vom 18. Juni 2019 sowie des Spi tals E.____ vom 21. und 28. Juni 2019 nach. E. In ihrer Vernehmlassung vom 30. August 2019 beantra gte die IV-Stelle, es sei das Be- schwerdeverfahren als erledigt von der Kontrolle abzuschr eiben. Sie sei nach Prüfung der Vor- bringen in der Beschwerde und der neu eingegangenen Arztberichte gestützt auf die Stellung- nahme von Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 26. August 2019 zum Schluss gelangt, dass anstatt der vorgesehenen bidisziplinären Expertise ein polydisziplinäres Gutachten mit den Disziplinen Psychiatrie, Rheumatologie, Pneumologie und Neurologie durchzuführen sei. F. Am 23. September 2019 äusserte sich die IV-Stelle e rgänzend zu den vom Versicher- ten am 26. August 2019 eingereichten, in der Vernehmlassung vom 30. August 2019 noch nicht berücksichtigten neuen Arztberichten. Sie hielt fest, dass sie eine kardiologische Abklärung zwar nicht als erforderlich erachte, da jedoch ohnehin ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt werde, könne - um die Akzeptanz der Abklärung zu erhöhe n - die "Aufstockung" mit einem kar- diologischen Fachgutachten im Rahmen des polydisziplinär en Gutachtens allenfalls vernünftig sein. Gleichzeitig legte die IV-Stelle dieser Eingabe eine weitere Beurteilung des RAD-Arztes Dr. F.____ vom 3. September 2019 bei. G. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 erklärte sich der Beschwerdeführer damit einver- standen, dass ein polydisziplinäres Gutachten mit den Diszi plinen Psychiatrie, Rheumatologie, Pneumologie, Neurologie und Kardiologie eingeholt w erde. Darüber hinaus sei aber auch eine neuropsychologische Abklärung inklusive neuropsychologischer T estung in Auftrag zu geben. Am18. November 2019 teilte die IV-Stelle unter Hinwe is auf einen erneuten RAD-Bericht von Dr. F.____ vom 5. November 2019 mit, dass letzterer F orderung des Beschwerdeführers nicht zugestimmt werden könne. Aus Sicht der IV-Stelle sei e ine zusätzliche Begutachtung im Be- reich Neuropsychologie inklusive neuropsychologischer Testung nicht angezeigt. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 20. Juni 2019 ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss § 1 Abs. 3 lit. g VPO entscheidet die präsidi erende Person der Abteilung durch Präsidialentscheid über Beschwerden gegen selbstä ndig anfechtbare prozess- und ver- fahrensleitende Verfügungen gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bu ndesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000. Bei der vorliegend ange- fochtenen Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 23. Mai 2 019 handelt es sich um eine solche verfahrensleitende Verfügung im Sinne der genannten B estimmung. Die Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde fällt somit in die Kompetenz der pr äsidierenden Person des Kantonsge- richts, Abteilung Sozialversicherungsrecht. 1.3 In ihrer Vernehmlassung vom 30. August 2019 beantr agte die IV-Stelle, es sei das Be- schwerdeverfahren als erledigt von der Kontrolle abzuschreiben. Diesem Begehren kann jedoch nicht entsprochen werden. Das Verfahren könnte nur abgeschrieben werden, wenn die IV-Stelle die angefochtene Verfügung bis zur Einreichung der Ver nehmlassung in Wiedererwägung ge- zogen und aufgehoben hätte und der Prozess dadurch gegen standslos geworden wäre, oder wenn sie die Beschwerde des Versicherten vollumfänglich, d .h. in allen Punkten, anerkannt hätte. Vorliegend sind hinsichtlich beider Varianten d ie Voraussetzungen für eine Abschreibung des Verfahrens nicht oder jedenfalls nicht vollständig e rfüllt, sodass über die Beschwerde im Rahmen eines Sachurteils zu befinden ist. 2.1 Laut Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicher ungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und ho lt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). 2.2 Die medizinische Abklärung der objektiven Gesundheitssch äden ist eine unabdingbare gesetzlich verankerte Voraussetzung für die Zusprache ei ner Leistung der Invalidenversiche- rung (Art. 7 Abs. 2, Art. 16, Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Versicherer befindet darüber, mit welchen Mitteln er den rechtserheblichen Sachverhalt abklärt. Im Rahmen der Verfahrensleitung hat er einen grossen Ermessensspielraum hinsichtlich Notwendigkei t, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla- ge. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz hat der Ve rsicherer den Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass er über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) e ntscheiden kann. Dabei kommt Sachverständigengutachten eine massgebende Rolle zu (U rteil des Bundesgerichts vom 12. März 2010, 9C_28/2010, E. 4.1 mit Hinweisen). 3.1 Während die IV-Stelle in der angefochtenen Zwische nverfügung vom 23. Mai 2019 noch an ihrem Entscheid festgehalten hatte, den Versich erten bidisziplinär (rheumatolo- gisch/psychiatrisch) begutachten zu lassen, gelangte sie in i hrer Vernehmlassung vom 30. August 2019 nach Prüfung der Vorbringen in der Be schwerde und der neu eingegangenen Arztberichte sowie gestützt auf die Stellungnahme des R AD-Arztes Dr. F.____ zum Schluss, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass anstatt der vorgesehenen bidisziplinären Expertise ein polydisziplinäres Gutachten mit den Disziplinen Psychiatrie, Rheumatologie, Pneumologie und Neurologie durchzuführen sei. Im Laufe des weiteren Schriftenwechsels führte sie sodann in der Eingabe vom 23. September 2019 aus, sie erachte die vom Versicherten zusätzlich verla ngte kardiologische Abklärung zwar nicht als erforderlich, da jedoch ohnehin ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt werde, könne - um die Akzeptanz der Abklärung zu erhöhen - die "Aufst ockung" mit einem kardiologischen Fachgutachten im Rahmen des polydisziplinären Gutachtens allenfalls vernünftig sein. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 erklärte sich der Beschwerdeführer mit der nunmehr ins Auge gefassten polydisziplinären Begutachtung mit den Diszipli nen Psychiatrie, Rheumatologie, Pneumologie, Neurologie und Kardiologie grundsätzlich einverstanden. Gleichzeitig beharrte er aber auf seinem Standpunkt, dass darüber hinaus auch ei ne neuropsychologische Abklärung inklusive neuropsychologischer Testung in Auftrag zu geben sei . In ihrer abschliessenden Stel- lungnahme vom 18. November 2019 teilte die IV-Stelle mit, dass dieser letztgenannten Forde- rung des Versicherten nicht zugestimmt werden könne. 3.2 Aus dem Gesagten folgt als Zwischenergebnis, dass sich die Parteien im Laufe des vorliegenden Beschwerdeverfahrens in den wesentlichsten der ursprünglich strittigen Punkte einig geworden sind. Insbesondere geht auch die IV-S telle mittlerweile explizit davon aus, dass der Versicherte nicht nur bidisziplinär, sondern polydiszip linär zu begutachten ist. Insoweit hält die IV-Stelle nicht mehr an der angefochtenen Zwischen verfügung vom 23. Mai 2019 fest. Ei- nigkeit besteht zwischen den Parteien sodann auch darüber , dass die erforderliche polydiszipli- näre Begutachtung in den Disziplinen Psychiatrie, Rheuma tologie, Pneumologie, Neurologie und Kardiologie zu erfolgen hat. Auch diesbezüglich liegen mittlerweile übereinstimmende Par- teistandpunkte vor. 3.3 Aus den Akten sind keine Gründe ersichtlich, weshalb der mittlerweile übereinstim- menden Auffassung der Parteien, wonach die angefocht ene Zwischenverfügung vom 23. Mai 2019 aufzuheben und der Versicherte polydisziplinär zu b egutachten sei, nicht stattgegeben werden sollte. Ebenso besteht keinerlei Veranlassung, von den übereinstimmenden Standpunk- ten abzuweichen, wonach diese Begutachtung jedenfalls in den Disziplinen Psychiatrie, Rheu- matologie, Pneumologie, Neurologie und Kardiologie zu erfolgen hat. Somit kann aber von wei- teren Ausführungen zu diesen heute nicht mehr strittig en Beschwerdevorbringen abgesehen werden. 4.1 Uneinig sind sich die Parteien einzig noch hinsichtl ich der Frage, ob das anzuordnende polydisziplinäre Gutachten auch eine neuropsychologische A bklärung inklusive neuropsycholo- gischer Testung umfassen soll. Der Beschwerdeführer bejaht dies, mit den Hinweisen, dass der bei den Akten liegende Bericht der Klinik G.____ vom Februar 2016 veraltet sei, und dass seine "neurologische Problematik (auffällige frontale cere belläre Atrophie)" nie vertieft abgeklärt wor- den sei. Demgegenüber ist die IV-Stelle der Auffassung , dass kognitive Störungen im Rahmen einer psychiatrischen gutachterlichen Abklärung ebenfalls u ntersucht und erfasst würden. Zu- dem sei die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit eine ä rztliche Aufgabe, die vom Fachpsychiater erfüllt werden könne. Zu erwähnen gelte es schliesslich, dass auch laut dem jüngsten Austritts- bericht der Notfallstation des Spitals E.____ vom Juli 2 019 den zuständigen Klinikärzten keine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht kognitiven Störungen aufgefallen seien, die erwähnenswe rt wären. Für eine zusätzliche neu- ropsychologische Abklärung sei daher keine Indikation erkennbar. 4.2 Die IV-Stelle macht zu Recht geltend, dass es grunds ätzlich Aufgabe des psychiatri- schen Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksich tigung allfälliger neuropsychologi- scher Defizite einzuschätzen. Eine neuropsychologische Abklä rung stellt denn auch lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist (So- zialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2019 IV Nr. 78 E. 5.3 mit Hinweisen). Eine sol- che begründete Indikation lässt sich jedoch - und auch darin ist der IV-Stelle im Ergebnis beizu- pflichten - den bis anhin vorliegenden medizinischen Akt en des Beschwerdeführers nicht ent- nehmen. Somit besteht im jetzigen Zeitpunkt aber keine hinreichende Veranlassung, die IV- Stelle zu verpflichten, im Rahmen der anzuordnenden p olydisziplinären Begutachtung auch eine neuropsychologische Abklärung inklusive neuropsychologi scher Testung in Auftrag zu ge- ben. Sollte allerdings der psychiatrische Facharzt der Beg utachtungsstelle aufgrund seiner Un- tersuchungen eine zusätzliche neuropsychologische Abklärung inklusive neuropsychologischer Testung für angezeigt halten, so wird die IV-Stelle au f die betreffende Mitteilung der Begutach- tungsstelle hin eine entsprechende Ausweitung des Begutachtungsauftrags anzuordnen haben. 4.3 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass in teil weiser Gutheissung der Be- schwerde die angefochtene Zwischenverfügung der IV-Stel le aufzuheben und die Beschwerde- gegnerin anzuweisen ist, eine polydisziplinäre Begutachtun g des Versicherten anzuordnen. Diese hat die Disziplinen Psychiatrie, Rheumatologie, Pneumologie, Neurologie und Kardiologie zu umfassen. Dagegen ist im jetzigen Zeitpunkt von der An ordnung einer zusätzlichen neu- ropsychologischen Abklärung inklusive neuropsychologischer Testung abzusehen. Falls jedoch der psychiatrische Facharzt der Begutachtungsstelle aufgrund seiner Untersuchungen entspre- chende zusätzliche Abklärungen für angezeigt hält, so wir d die IV-Stelle auf die betreffende Mitteilung der Begutachtungsstelle hin eine entspreche nde Ausweitung des Begutachtungsauf- trags anzuordnen haben. 5.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend i st der Beschwerdeführer weitestge- hend obsiegende und die IV-Stelle entsprechend unterliegende Partei. 5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Präsidialentscheiden wie dem vor- liegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensa ufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 400.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle weitestgehend unterliegende Partei, weshalb es sich rechtfertigt, di e gesamten Verfahrenskosten ihr zu aufer- legen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Re chtsvertreterin des Beschwerdefüh- rers hat in ihrer Honorarnote vom 21. November 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 15 Stunden und 35 Minuten sowie Auslagen von Fr. 450.80 geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung beinhaltet nun allerdings auc h Bemühungen von 2 Stunden und 10 Mi- nuten sowie Auslagen von Fr. 38.90, die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung erbracht worden bzw. ange fallen sind. Bei der Bemessung der Parteientschädigung für das versicherungsgerichtliche Verfahren kann aber nur der im Rahmen des eigentlichen Beschwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zustellung der Verfügung entstan- dene Aufwand berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass vorliegend aus der Honorarnote vom 21. November 2019 lediglich der für den Zeitraum ab 23. Mai 2019 (Zustellung der Verfügung) ausgewiesene Aufwand von 13 Stunden und 25 Minuten so wie die ab diesem Zeitpunkt ent- standenen Auslagen von Fr. 411.90 entschädigt werden kön nen. Der Aufwand von 13 Stunden und 25 Minuten erweist sich zwar als hoch, in Anbetrach t, dass im Laufe des Verfahrens ver- schiedene Eingaben und Stellungnahmen erfolgten, aber noch als vertretbar. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Demnach ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'056.-- (13 Stunden und 25 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 411.90 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer ) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre- chen. 6. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ). Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetz ungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmit telbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d ie angefochtene Zwi- schenverfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 23. Mai 2019 aufge- hoben und diese angewiesen, eine polydisziplinäre Begut achtung des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen anzuordnen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Dem Beschwerdeführer wir der geleistete Kostenvorschuss in d er Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerde führer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4'056.-- (inkl. Auskla gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht