Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Oktober 2018 (720 18 37 / 285) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente aufgrund einer RAD-Beurteilung bei degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Elisabeth Maier , Adv o- katin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1958 geborene A.____ arbeitet seit 1. Februa r 2004 als Pflegehelferin im B.____. Am 4. Mai 2012 meldete sie sich unter Hinweis auf e ine Zyste in der Lendenwirbelsäule (LWS) erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicher ung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen V erhältnisse sprach die IV-Stelle Basel- Landschaft der Versicherten mit Verfügung vom 16. S eptember 2013 eine vom 1. Dezember 2012 bis 30. April 2013 befristete Dreiviertelsrent e zu. Am 2. November 2016 erfolgte aufgrund Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Diskushernie und einer Nervenkanalverengung am 6. Halswirbel eine erneute Anmeldung zum Leistungsbezug. Nachdem die IV-Stelle den Sachverhalt abgeklärt hatte, lehnte sie – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - einen Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom 20. Dezember 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 17 % ab. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Ad vokatin Elisabeth Maier, am 30. Januar 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Darin beantragte sie, es sei ihr in Aufhebung der angefochten en Verfügung die gesetzlichen Leistun- gen zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die une ntgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertret erin zu bewilligen seien. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht auf die Beurteilung von Dr. med. C.____, F MH Orthopädische Chirurgie und Trau- matologie des Bewegungsapparates, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), gestützt habe und davon ausgegangen sei, die Versicherte sei in einer le idensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Gemäss Beurteilung von Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sei mit überwieg ender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte bei optimaler Einglied erung nur eine leichte Tätigkeit im Um- fang von 50 % ausüben könne. Zudem habe die IV-Stelle im Rahmen des Einkommensver- gleichs bei der Ermittlung des Valideneinkommens fälschl icherweise die Schichtzulagen nicht berücksichtigt. C. Mit Verfügung vom 31. Januar 2018 wies das Kantonsge richt das Gesuch für die Bewil- ligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeist ändung mangels Nachweises der pro- zessualen Bedürftigkeit ab. D. Am 6. März 2018 liess die Versicherte durch ihre Recht svertreterin den Bericht der Ar- beitgeberin vom 2. März 2018 einreichen. Sie machte gel tend, es gehe daraus hervor, dass sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen ihre a ngestammte Tätigkeit nicht mehr aus- führen könne. Die derzeitige ausgeübte 50%ige Tätigk eit entspreche einem den Möglichkeiten angepassten Nischenarbeitsplatz. E. In ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2018 stellte d ie IV-Stelle mit Verweis auf die Stellungnahme von Dr. C.____ vom 12. Februar 2018 d en Antrag auf Abweisung der Be- schwerde. F. Mit Eingabe vom 15. Mai 2018 informierte die Recht svertreterin das Gericht, dass Dr. D.____ demnächst die Restarbeitsfähigkeit der Ver sicherten in einer Verweistätigkeit beur- teile. Am 18. Juni 2018 ging der Bericht von Dr. D.__ __ vom 14. Juni 2018 ein. Dabei wies die Versicherte darauf hin, dass gemäss Beurteilung von Dr. D. ____ lediglich eine 50%ige Arbeits- fähigkeit in einer Verweistätigkeit bestehe. Sollte d as Gericht diesen Standpunkt nicht teilen, so werde beantragt, bei Dr. D.____ eine gerichtliche An frage zu machen. Im Übrigen werde am Eventualantrag auf Einholung eines Gerichtsgutachtens festgehalten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Stellungnahme vom 11. Juli 2018 weiterhin die Abwei- sung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 30. Januar 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Versicherten. Anspruch auf eine Ren- te haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), w ährend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Streitig und zu prüfen ist, in welchem Ausmass die V ersicherte aufgrund ihrer gesund- heitlichen Beeinträchtigungen arbeits- bzw. erwerbsunfäh ig ist. Bei der Feststellung des Ge- sundheitszustandes und der Beurteilung der Arbeitsfähigke it der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unt erlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu ste llen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra- ge, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Inva- lidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist mit jen em externer medizinischer Sachver- ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemä ssen Anforderungen an ein ärztli- ches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson über die notwen- digen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219). Auf das Ergebnis von RAD-Berichten kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverläs- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471). 4.1 Den Akten sind folgende wesentliche medizinische Beri chte zu entnehmen: Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und FMH Rheuma tologie, vom 6. Juni 2016 diagnosti- zierte ein zervikoradikuläres Schmerz- und Reizsyndrom C6 rechts bei hochgradiger Forami- nalstenose C5/6 diskogen-ossär bedingt, beginnende Foram inalstenosen C5 bis C7 sowie ei- nen Status nach Dekompression und Stabilisation L4/5 am 2 6. Juni 2012 bei Spinalkanalsteno- se mit synovialer Zyste. Radiologisch seien deutliche degene rative Wirbelsäulenveränderungen mit Foraminalstenosen und eine hochgradige Einengung im Segment C5/6 als Erklärung für die Neuroirritation von C6 rechts erkennbar. Aufgrund ihr er Leiden sei die Versicherte bei der Aus- übung ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin mit Heben von schweren Lasten, insbe- sondere beim Patiententransfer, zu 50 % arbeitsunfähig. 4.2 In ihrem Bericht vom 1. September 2016 führte Dr. D.____ als Diagnosen eine multi- segmentale degenerative Veränderung der Halswirbelsäul e (HWS) mit Foraminalstenosen C5 bis C7 rechts, insbesondere C5/6 rechts, sowie einen S tatus nach Dekompression und Stabili- sation L4/5 am 26. Juni 2012 bei Spinalkanalstenose mi t Synovialzyste auf. Das Gangbild sei zügig und hinkfrei. Es beständen keine neurologischen, se nsomotorischen Defizite, keine Hin- weise auf eine akute Radikulopathie und kein Bewegungs- , Traktions-, Funktions- oder axialer Stauchungsschmerz. Die HWS sei frei beweglich. Ein Foram en-Kompressionstest sei negativ gewesen. Die multisegmental degenerativen HWS-Verände rungen seien am ehesten mit einer C6-Radikulopathie vereinbar. In Bezug auf die Arbeits fähigkeit führte Dr. D.____ an, dass der angestammte Beruf der Versicherten nicht optimal sei. E s sei wünschenswert, wenn die Versi- cherte im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses ein e leichte Tätigkeit im Umfang von 50 % ausüben würde. Eine solche Arbeit "wäre sicherlich dem Problem angemessen". 4.3 Gemäss Arztzeugnis der Hausärztin, Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 10. Januar 2017 war die Versicherte "aus medizinische n Gründen" vom 22. Februar 2016 bis 3. April 2016 zu 100 % und vom 4. April 2016 bis 1. Mai 2017 (recte wohl: 2016) zu 50 % arbeitsunfähig. Vom 2. Mai 2016 bis 29. Mai 2016 bef and sich die Versicherte in einem Arbeits- versuch, weshalb Dr. F.____ ihr eine 100%ige Arbeitsfä higkeit bescheinigte. Als Bemerkung fügte sie "Arbeitsversuch gescheitert" an. Eine 50%ige Arb eitsfähigkeit bestand schliesslich vom 30. Mai 2016 bis 10. Januar 2017. In ihrem Bericht vom 17. Januar 2017 hielt Dr. F.____ als Diagnosen ein zervikoradikuläres Schmerz- und Reizsyndr om C6 bei hochgradiger Forami- nal-stenose C5/6 diskogen-ossär bedingt und beginnender Foraminalstenosen C5 bis C6, einen Status nach Dekompression und Stabilisation L4/5 vom 26 . Juni 2012 bei Spinalkanalstenose L4/5 und Synovialzyste rechts, eine familiäre Hypercholeste rinämie sowie eine distale, intraarti- kuläre, nicht dislozierte Radiusfraktur links nach Sturz im Januar 2013 fest. Die Versicherte sei weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig. 4.4 Dr. C.____ stellte sich in seiner Stellungnahme vom 19. Mai 2017 auf den Standpunkt, dass die Versicherte aufgrund der medizinischen Aktenlage an einer massgeblich und dauer- haft eingeschränkten Belastbarkeit des Achsenorgans lumba l und zervikal leide. Die Ausübung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der aktuellen Arbeit als Pflegeassistentin sei ihr nur no ch zu 50 % zumutbar. In einer dem Rü- cken angepassten, leicht bis intermittierend mittelschwere n körperlichen, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe dagegen ab 4. April 2014 eine 100% ige Arbeitsfähigkeit. Am 26. September 2017 führte er aus, dass die detaillierten Befunde übe r den körperlichen Funktionszustand und die Ergebnisse der Wirbelsäulentests von Dr. D.____ kei ne massgeblichen und dauerhaften Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer der Wirbelsäule angepassten Tätigkeit begründe- ten. Zwar habe Dr. D.____ eine C6-Radikulopathie rech ts diagnostiziert. Sie habe aber keine konkreten sensomotorischen Ausfälle feststellen können, wesha lb sich diese Diagnose allein auf die Angaben der Versicherten stütze. Es beständen som it keine Befunde, aus welchen sich Funktionseinschränkungen für eine leidensangepasste Täti gkeit ableiten liessen. In der Akten- notiz vom 13. Dezember 2017 stellte Dr. C.____ fest, dass sich sowohl der Rheumatologe Dr. E.____ als auch Dr. D.____ zur Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf, aber nicht zu einer Verweistätigkeit geäussert hätten. 4.5 Mit Schreiben vom 2. März 2018 legte die Arbeitgeb erin dar, dass die Versicherte ihre vertraglich vereinbarte Funktion als Pflegefrau nicht mehr ausüben könne, da sie keine Gewich- te im erforderlichen Umfang mehr heben könne, ohne da ss es zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommen würde. Um das Wartejahr bei der IV zu überbrücken, habe sie vorübergehend einen Nischenarbeitsplatz für die Versicher te geschaffen. Dort seien ihr diejeni- gen Tätigkeiten aus dem ursprünglichen Arbeitsfeld übe rgeben worden, die keine Gewichtsbe- lastungen beinhalteten. Diese Stelle könne jedoch nic ht längerfristig angeboten werden. Sollte der Versicherten eine Invalidenrente zugesprochen werden, so wäre sie für eine Weiterbeschäf- tigung bereit. In diesem Fall könne der Arbeitsplatz d en noch vorhandenen Fähigkeiten der Versicherten angepasst werden. 4.6 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nahm Dr. C.____ a m 12. Februar 2018 Stellung zu den Einwänden der Versicherten. Es sei unbestritten, dass die Versicherte in ihrer ange- stammten Tätigkeit nur noch zu 50 % arbeitsfähig sei. E ntgegen der Ansicht der Versicherten könne aus dem Bericht von Dr. D.____ vom 1. September 2 016 nicht abgeleitet werden, dass auch eine 50%ige Einschränkung in einer leichten Verwe istätigkeit bestehe. Dr. D.____ bringe darin vielmehr zum Ausdruck, dass die Versicherte die im R ahmen ihrer angestammten Tätig- keit anfallenden körperlichen leichten Arbeiten weiterh in noch zu 50 % verrichten könne. Zu einer Verweistätigkeit äussere sie sich nicht. Das beim A rbeitsversuch subjektiv präsentierte Leistungsbild der Versicherten stelle kein objektiver Be weis der zumutbaren Leistungsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit dar. Hingegen e rmöglichten die objektiven Befunde und die selektiven Funktionsprüfungen von Dr. D.____ eine differenzierte Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit in einer medizinisch-theoretisch angepassten Arbeit. Danach liessen sich keine qualitati- ven und/oder quantitativen Einschränkungen objektivieren , die lediglich eine 50%ige Restar- beitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit plausibel begründeten. 4.7 Am 11. Juni 2018 wurde die Versicherte von Dr. D.__ __ erneut untersucht. Gemäss de- ren Bericht vom 14. Juni 2018 hätten keine sensomotorische Defizite festgestellt werden kön- nen. Bei den geklagten bewegungs- und belastungsabhäng igen Schmerzen handle es sich um eine rechtsbetonte Zervikobrachialgie. Die Beweglichkeit der HWS nach links sei sowohl in der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seitenneigung als in der Rotation schmerzhaft eingeschrän kt. Die übrigen leichten Einschrän- kungen in der HWS seien altersentsprechend. Die beschrieb enen Hypästhesien in den Fingern und die sensomotorischen Defizite seien nicht nachweisbar. D ie Versicherte habe unter Anal- gesie im Alltag keine wesentlichen Beschwerden. Es sei zu erwarten, dass sich im weiteren Verlauf bei entsprechenden degenerativen Veränderun gen eine leichte Neurokompression mit rezidivierenden Beschwerden einstelle. Es sei wünschenswert , dass die Versicherte im Ar- beitsalltag integriert bleibe. Die aktuelle Tätigkei t in der Betreuung sei bei einem 50%-Pensum angemessen. 5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 20. Dezember 2017 bei der Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhalts a uf die erwähnten Stellung- nahmen des RAD-Arztes Dr. C.____ und ging davon aus, dass die Versicherte ihre bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin nur noch zu 50 % ausüben könne. Hingegen sei ihr die Verrichtung einer leidensangepassten Verweistätigkeit ab 4. April 2 016 im Umfang von 100 % zumutbar. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beansta nden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. .4 hiervor), darf ein medizinischer Sachverhalt einzig gestützt auf einen RAD-Bericht beurteilt werden, solange keine - auch nur geringe - Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerun- gen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD-Arztes Dr. C.____ zu zweifeln. Di eser verfügt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen, um die Auswirkungen der dia gnostizierten somatischen Gesund- heitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu beurteilen (vgl. zu diesem Erfordernis: Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2 010, 9C_736/2009, E. 2.1) und seine Stellungnahmen setzen sich hinreichend mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unter- lagen auseinander. Gestützt auf die Befunde und die Fu nktionsprüfungen der Fachspezialistin Dr. D.____ nimmt er eine schlüssige Zumutbarkeitsbeurteilung vor. 5.2 Entgegen der Ansicht der Versicherten lassen sich in d en Unterlagen keine fachärztli- chen Berichte finden, die sich zu ihrer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistä- tigkeit äussern würden. Daran ändert auch der Bericht v on Dr. D.____ vom 1. September 2016 nichts. In diesem Zusammenhang beruft sich die Versichert e auf folgende Formulierung von Dr. D.____: "Bezüglich der Arbeitsfähigkeit bleibt zu sa gen, dass die Patientin natürlich mit ih- rem Beruf nicht ganz optimal bedient ist, so dass wie vom Arbeitgeber bereits signalisiert der Wunsch besteht, dass die Patientin zwar im Arbeitsverhältn is bleibt, aber hier möglicherweise zu 50 % eine leichte Tätigkeit übernehmen kann. Dies wä re sicherlich dem Problem angemes- sen. Durch eine operative Intervention kann die Arbeit sfähigkeit der Versicherten mit Sicherheit nicht gesteigert werden". Daraus kann jedoch noch nicht e ine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit abgeleitet werden. Wie Dr. C.____ zu Recht feststell- te, ist vielmehr davon auszugehen, dass Dr. D.____ nur eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin vornahm. Diese Auffassung stimmt denn auch mit ihrem nachfolgenden Bericht vom 14. Juni 2018 überein, worin sie es als wün- schenswert betrachte, wenn die Versicherte im Arbeitsallt ag integriert bleibe. Diesbezüglich erscheine die momentane Tätigkeit in der Betreuung im Umfang von 50 % als angemessen. Mit dieser Äusserung wird deutlich, dass sie keine Zumutbarkeitsbeurteilung ausserhalb des aktuel- len Arbeitsbereichs der Versicherten abgab. Es liegt som it keine ärztliche Beurteilung vor, wel- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Anlass zu Zweifel geben würde, dass der Versicherten d ie Ausübung einer ihrem Leiden angepassten Arbeit im Umfang von 100 % nicht zuzumuten wäre. 5.3 Daran ändert auch die von der Versicherten gelten d gemachte ca. Anfang 2017 erfolgte "Umplatzierung in eine leichte Tätigkeit" im Betrieb der Arbeitgeberin nichts. Wie dem Bericht der Arbeitgeberin vom 2. März 2018 zu entnehmen ist, führt die Versicherte nur noch die Arbei- ten ihrer angestammten Tätigkeit aus, die keine Gewic htsbelastungen beinhalten. Dabei ist aber die Arbeitgeberin der Ansicht, dass diese Arbeit dem Rückenleiden der Versicherten nicht optimal angepasst sei. Im Zentrum der "Umplatzierung" stand damals auch nicht die Ausschöp- fung der der Versicherten zumutbaren Arbeitsfähigkeit, sondern die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit im bisherigen Arbeitsumfeld. Aufgrund der medizinisch festgestellten Befunde ist je- doch davon auszugehen, dass auf dem hypothetischen ausgeg lichenen Arbeitsmarkt Arbeits- stellen vorhanden sind, welche dem Rückenleiden der Versi cherten besser Rechnung tragen als die aktuelle Arbeit im Pflegebereich. Aufgrund ihr er geringen objektivierbaren Funktionsein- schränkungen ist es denn auch nachvollziehbar, dass Dr. C.__ __ zum Schluss kam, die Versi- cherte sei in einer rückenadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 5.4 Eine Neubeurteilung des Gesundheitszustandes drängt sich nicht auf, lassen die vor- handenen medizinischen Unterlagen doch nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten zu. Es kann deshalb auf die von ihr bean- tragte amtliche Nachfrage bei Dr. D.____ und Anordnu ng eines Gerichtsgutachtens verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu B GE 141 I 64 E. 3.3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen der Versicherten. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invalidi- tätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Perso n nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, w enn sie nicht invalid geworden wä- re. Die IV-Stelle nahm in ihrer Verfügung vom 20. D ezember 2017 zur Ermittlung des Invalidi- tätsgrades den erforderlichen Einkommensvergleich vor. An hand der Gegenüberstellung von einem Valideneinkommen von Fr. 58'620.-- und einem zu mutbaren Invalideneinkommen von Fr. 48'656.-- ermittelte sie einen Invaliditätsgrad v on 17 %. Die Versicherte beanstandet einzig das ermittelte Valideneinkommen und macht geltend, u nter Berücksichtigung der Schichtlagen würde dieses Fr. 61'530.-- betragen. Die Frage, welch es Valideneinkommen bei der Berech- nung des Invaliditätsgrades massgebend ist, kann offen ge lassen werden. Denn selbst bei ei- nem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 61'530.-- e rgibt sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Fr. 61'530.-- ./. Fr. 48'656.-- x 100 : Fr. 61'630.-- = 20,9 %). 7. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die IV-St elle in der angefochtenen Verfügung vom 20. Dezember 2017 einen Rentenanspruch der Versicherten zu Recht ablehnte. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie ab- zuweisen ist. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Versicherte unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.