B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4382/2020 U r t e i l v o m 2 2 . S e p t e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, geboren am (…), Iran, vertreten durch lic. iur. LL.M. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); Verfügung des SEM vom 31. Juli 2020 / N (…). E-4382/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer suchte am 18. August 2017 in der Schweiz um Asyl nach. Er begründete sein Gesuch im Wesentlichen damit, er sei im Jahre 2016 im Iran zum Christentum konvertiert. Da eine Taufe im Iran nicht möglich gewesen sei, habe seine in der Schweiz lebende Schwester seine Taufe am 9. Juli 2017 in der Schweiz organisiert. Nachdem seine Schwes- ter anfangs August 2017 Fotos von ihm auf Instagram gepostet habe, wel- che von Freunden auf Telegram öffentlich gemacht worden seien, habe er von seinem im Iran lebenden Vater erfahren, dass Beamte in Zivil anläss- lich einer Hausdurchsuchung eine Bibel gefunden hätten. A.b Mit Verfügung vom 13. Oktober 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Gegen diese Verfügung erhob der Be- schwerdeführer mit Eingabe vom 3. November 2017 Beschwerde, welche das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E -6230/2017 vom 15. Mai 2018 abwies. A.c Mit als Wiederer wägungsgesuch bezeichneter Eingabe vom 4. Juli 2018 hielt der Beschwerdeführer an seiner Konversion zum Christentum fest und reichte entsprechende Beweismittel ein. Diese an das SEM ge- richtete Eingabe wurde an das Bundesverwaltungsgericht übermittelt zur Prüfung als Revisionsgesuch, das in der Folge mit Urteil E-4097/2018 vom 31. Januar 2019 feststellte, die Eingabe sei kein zulässiges Revisionsge- such und müsse, soweit darin um W iedererwägung ersucht werde, vom SEM behandelt werden. Das SEM wies das Wiedererwägungsgesuch in Folge mit Verfügung vom 11. April 2019 ab. Diese wurde der damaligen Rechtsvertretung (gemäss Rückschein) am 16. April 2019 eröffnet. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. Mit als Wiedererwägungsgesuch bezeichneter Eingabe vom 20. Juli 2020 an das SEM machte der Beschwerdeführer geltend, er sei auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er habe in der Schweiz im Asylzentrum mit Landsleuten über die Religion diskutiert. Dabei hab e er zwei Iraner ken- nengelernt, die Bahai seien und ihn zu Bahai-Veranstaltungen eingeladen hätten. Schliesslich habe er mehr über diese Religion, deren Verkünder aus dem Iran stammen würden, erfahren wollen und sich mit deren Schrif- ten befasst. Nach mehr als zwei Jahren habe er sich schliesslich dazu ver- pflichtet, ein Leben als Bahai zu führen und habe eine Beitrittserklärung E-4382/2020 Seite 3 ausgefüllt. Am 25. Februar 2020 sei er der Bahai-Religion beigetreten. Er besuche nicht nur Bahai -Veranstaltungen, sondern habe auch schon an einer Jugendkonferenz teilgenommen. Zudem würde er zusammen mit ei- ner Bahai-Freundin andere Bahai-Sucher in einem Kurs begleiten bezie- hungsweise unterrichten. Weiter betreue er eine Webseite auf F arsi na- mens "B._______", dabei Bahai-Schriften studieren und Bahai-Gedanken publizieren sowie online gestellte Fragen diskutieren und beantworten. Es gebe dort auch immer wieder unanständige Kommentare, welche er bisher nicht ernst genommen habe. In letzter Zeit sei er jedoch von einem Mann aufs Übelste belästigt worden. Dieser habe seine Identität herausgefunden und ihm damit gedroht, ihn und seine Familie zu finden und auszurotten, damit er nicht andere mit seinen unheilbringenden Gedanken beeinflussen könne. Er (der Beschwerdeführer) habe herausgefunden, dass es sich bei diesem um den Angehörigen der Basij C._______ handle. Er habe schliesslich von seinem Vater erfahren, dass Männer in Zivil Ende Juni 2020 zu Hause erschienen seien und nach ihm und insbesondere seiner Rückkehr in den Iran gefragt hätten. Sie hätten sich als "verlängerter Arm des Religionsführers" ausgegeben. Sie würden ihn (den Beschwerdefüh- rer) für seine Taten gemäss der Scharia bestrafen. Erst da habe er seinem Vater erzählt, dass er sich zum Bahai erklärt habe und danach lebe. Für die weitere Begründung seines Gesuchs wird auf die Akten verwiesen. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer ver- schiedene Beweismittel (Screenshots aus einer Messaging-App: Auszüge aus einem Kanal der Messaging-App, einem Profil, einer Konversation auf Farsi mit C._______ und dem Profil von C._______; Unterlagen der Bahai- Gemeinde der Schweiz: Mitgliedskarte der Bahai-Gemeinde sowie Schrei- ben des Nationalen Geistigen Rates vom […] 2020 und […] 2020) zu den Akten. C. Mit Verfügung vom 31. Juli 2020 – eröffnet am 4. August 2020 – wies das SEM die als Mehrfachgesuch entgegengenommene Eingabe vom 20. Juli 2020 ab, soweit es darauf eintrat, stellte fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und ordnete die Wegweisung des Be- schwerdeführers aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvo llzug an. Gleichzeitig erhob es eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.–. D. Mit Eingabe vom 1. September 2020 erhob der Beschwerdeführer durch E-4382/2020 Seite 4 seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht dagegen Be- schwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Es sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei- sung festzustellen und de r Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. E. Das Bundesverwaltun gsgericht bestätigte dem Beschwerdeführer am 9. September 2020 den Eingang der Beschwerde und stellte fest, er könne den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurte ilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und fo rmgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen E-4382/2020 Seite 5 richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Nach einem erfolglos durchlaufenen Asylverfahren eingereichte Gesu- che um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sind unter den Vorausset- zungen des Art. 111c AsylG zu prüfen (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.6). 4.2 Der Beschwerdeführer macht in seinem Gesuch vom 20. Juli 2020 im Wesentlichen geltend, er habe sich im Februar 2020 – also nach Abschluss des vorhergehenden Asylverfahrens – in der Schweiz der Bahai -Religion angeschlossen und sei als deren Mitglied auch aktiv. Aufgrund seiner Äusserungen und Publikationen sei er bereits von einem iranischen Basiji bedroht worden, weshalb ein konkreter und begründeter Anlass dafür be- stehe, dass er bei einer allfälligen Rückkehr in den Iran staatlicher Verfol- gung und ernsthaften Nachteilen ausgesetzt werde. Diese Vorbringen sind unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG zu prüfen. Die Vorinstanz hat dem- nach das Gesuch zu Recht als Mehrfachgesuch gemäss Art. 111 c AsylG entgegengenommen und, da dieses die formellen Voraussetzungen dieser Norm (schriftliche, begründete Eingabe innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft, vgl. dazu: BVGE 2014/39 E. 4.3 und 5.5) erfüllt, behandelt. 5. 5.1 Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zuge- hörigkeit zu ein er bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün- dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernst- hafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi- schen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). E-4382/2020 Seite 6 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefäls chte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Gemäss Art. 54 AsylG (subjektive Nachfluchtgründe) wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Artikel 3 wurden. Personen mit subjektiven Nachfluchtgrün- den werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Massgebend ist dabei einzig, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsu- chenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rück- kehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürch- ten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer be- gründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1; 2009/28 E. 7.1). 5.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei stän- diger Praxis (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie BVGE 2013/11 E. 5.1; ANNE KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfah- ren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge- richts, Asyl 2/2015 S. 5). 6. 6.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid damit, es bestünden erheb- liche Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit der Hinwendung des Beschwerdeführers zum Bahai-Glauben. Im abgeschlossenen ersten Asyl- verfahren habe er sich als überzeugter Christ dargestellt. In einem weiteren Gesuch vom 4. Juli 2018 sei es wiederum um seine Konversion zum Chris- tentum gegangen. Aufgrund der vorangehenden Prozessgeschichte und der zeitlichen Nähe zwischen den abweisenden Entscheiden und der Hin- wendung zur Bahai-Gemeinde sei naheliegend, dass es sich beim erneu- ten Gesuch um ein asyltaktisches Vorgehen und nicht um eine genuine, nachhaltige Konversion handle. Die Erkenntnisse der Schweizer Asylbe- hörden, wonach eine Konversion zum Christentum im Ausland nicht selten "organisiert" werde, um sich ein entsprechendes Anwesenheitsrecht zu er- wirken, lasse sich auf den Übertritt zum Bahai -Glauben übertragen. Die E-4382/2020 Seite 7 Bahai-Gemeinde lasse seit einigen Jahren auch Personen zu, die sich in einem hängigen Asyl- oder Beschwerdeverfahren befinden würden. Dabei seien ihr auch zahlreiche Gesuchsteller iranischen Ursprungs beigetreten. Weiter bestünden angesichts der in den früheren Verfahren festgestel lten Unglaubhaftigkeitselementen Zweifel an den aktuellen Vorbringen des Be- schwerdeführers. Da seine Konversion nicht authentisch sei beziehungs- weise nicht nachhaltig qualifiziert werde, sei nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in den Iran von den iranischen Behörden behelligt würde. Auch das Bundesverwaltungsgericht sei gemäss einem kürzlich er- gangenen Urteil (unter Hinweis auf E -2642/2020 vom 13. Juli 2020) der Ansicht, dass nicht jede formelle Zugehörigkeit eines Asylsuchenden be- ziehungsweise Beschwerdeführers zur Bahai -Gemeinde der Schweiz zu einer Gefährdung des Betroff enen im Falle einer Rückkehr in den Iran führe. In jenem Verfahren sei es nicht von einer Identifizierung des Be- schwerdeführers als Konvertiten durch die iranischen Behörden ausgegan- gen. Weiter könne nicht geglaubt werden, der Beschwerdeführer werde wegen der Bahai-Webseite "B._______", welche er zusammen mit einer Bahai - Freundin betreue, durch ein Mitglied der Basij – dieser habe ihn mit schlimmsten Kommentaren belästigt un d bedroht – oder weiteren Behör- den im Iran – diese hätten seinen Vater nach seinem Aufenthaltsort gefragt und sich als verlängerter Arm des Religionsführers ausgegeben – verfolgt. Das Profil eines mutmasslichen Mitglieds der Basij und dessen Konversa- tion auf dem Messaging-App könne von einer beliebigen Person stammen. Zudem sei davon auszugehen, dass es sich bei dem vom Beschwerdefüh- rer angegebenen Kanal " B._______" beziehungsweise" "(…)", den das SEM auch mit variierten Schreib weisen nicht gefunden habe, sofern tat- sächlich existent, um einen privaten Kanal handle, bei dem der Beitritt laut Telegram nur über eine Einladung funktioniere. Auch wenn der angebliche Verfolger dem Kanal beigetreten wäre, sei nicht ersichtlich, wie er zu den persönlichen Angaben des Beschwerdeführers hätte gelangen können. Der Name A._______ sei sehr geläufig. Auch eine mit "D._______" unter- zeichnete Nachricht lasse keine Identifizierung zu. Aus diesen Gründen sei nicht davon auszugehen, dass die iranischen Behörden von der formellen Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zum Bahai -Gemeinde in der Schweiz Kenntnis hätten und er deshalb im Falle einer Rückkehr in den Iran ernsthaften Nachteilen ausgesetzt wäre. Überdies hätten auch die ira- nischen Behörden Kenntnis davon, dass manche Landsleute nichts unver- sucht liessen, um eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz oder anderen E-4382/2020 Seite 8 Staaten zu erhalten. Selbst wenn diese Kenntnis von der formellen Zuge- hörigkeit des Beschwerdeführers zur Bahai-Gemeinde hätten, würde dies nicht automatisch eine Gefährdung nach sich ziehen. 6.2 In der Beschwerdeschrift wird dazu eingewendet, der Beschwerdefüh- rer habe sich mehr als zwei Jahre mit der Bahai -Religion befasst und in ihre Schriften vertieft, bevor er die Beitrittserklärung unterschrieben habe, um ein Bahai-Leben zu führen. Am (…) 2020 sei er der Bahai-Religion of- fiziell beigetreten. Er verwalte die Webseite (…) und sei dort als Kontakt- person aufgeführt. Er und die anderen Teilnehmer seien mit Name und Foto zu erkennen. S eine Erklärungen – zuerst zur christlichen Theologie später zur Motivation, den Bahai-Glauben anzunehmen – seien substanzi- iert und glaubhaft ausgefallen. Er habe den Bahai-Glauben aus reiner und tiefer Überzeugung angenommen und missioniere offen und intensiv. We- gen der Pandemie hätten öffentliche Kurse nur per Zoom stattfinden kön- nen. Die iranischen Behörden würden den Ba hai-Glauben als politische Sekte betrachten. Ihre Angehörigen würden systematisch diskriminiert, be- lästigt und verfolgt. In den Iran zurückkehrende Personen würden von den iranischen Behörden verhört und wenn ihre Konversion bekannt werde, un- ter dem Verdacht der Gefährdung der nationalen Sicherheit bestraft . Ge- mäss BVGE 2009/28 dürften Bahais ihren Glauben im Iran nicht frei ausü- ben. Es sei davon auszugehen, dass die iranischen Behörden von seiner Konversion und seinen missionarischen Tätigkeiten Kenntnis hätten. In einem der Beschwerdeschrift beigelegten Schreiben vom 25. August 2020 macht der Beschwerdeführer weitere Ausführungen zu den Überle- gungen, die zu seiner Konversion zum Bahai-Glauben geführt hätten. 7. 7.1 Zunächst ist zum Hinweis des Beschwerdeführers, wonach er eine An- hörung durch die Vorinstanz gewünscht hätte, festzustellen, dass über Mehrfachgesuche im Sinne von Art. 111c AsylG grundsätzlich in einem Ak- tenverfahren ohne weitere Anhörung der Gesuchstellenden entschieden wird (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.3). Aufgrund der dem Beschwerdeführer ob- liegenden Mitwirkung (vgl. Art. 8 AsylG) war er verpflichtet, seine (neuen) Asylgründe bei der Einreichung des Mehrfachgesuchs schriftlich substan- ziiert darzutun und mit entsprechenden Beweismitteln zu belegen. Dies hat er mit seiner Eingabe vom 20. Juli 2020 unter Beilage von Beweismitteln denn auch getan. Vorliegend hatte die Vorinstanz keinen Anlass, dem Be- schwerdeführer eine weitere Möglichkeit einzuräumen, um sein Mehrfach- gesuch zu ergänzen respektive ihn anzuhören. E-4382/2020 Seite 9 7.2 Die Vorinstanz hat nach korrekter Sachverhaltsfeststellung in ihren Er- wägungen das Mehrfachgesuch zu Recht abgelehnt. Sie hat dabei in ein- lässlicher und überzeugender Begründung ausgeführt, aus welchen Grün- den sie von der fehlenden Glaubhaftigkeit der neu geltend gemachten Ver- folgungsvorbringen ausgegangen ist und diese auch den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. Die vorinstanzlichen Erwä- gungen sind in keinem Punkt zu beanstanden. Es kann insoweit zur Ver- meidung von Wiederholungen vorab auf die Erwägungen in der angefoch- tenen Verfügung verwiesen werden Die Ausführungen in der Beschwerde- schrift führen zu keiner anderen Betrachtungsweise. 7.3 Zunächst ist auf die Rechtsprechung der Schweizer Asylbehörden hin- zuweisen, wonach die Bahai im Iran einer Kollektivverfolgung unterliegen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.2.2). Gemäss schweizerischer Asylpraxis zur Frage der Kollektivverfolgung reicht allein die Zugehörigkeit zu einem Kol- lektiv, welches in seinen spezifischen Eigenschaften Ziel ei ner Verfol- gungsmotivation ist, in der Regel nicht, um die Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Vielmehr kommen auch bei geltend gemachter Verfolgung auf- grund der blossen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kollektiv die Krite- rien der ernsthaften Nachteile oder der begründeten Furcht gemäss Art. 3 AsylG zur Anwendung. Als Erstes wird der Betroffene seine Zugehörigkeit zum entsprechenden Zugehörigkeit zum entsprechenden kollektiv nach- weisen müssen (vgl. BVGE 2013/2 E. 6). Vorliegend wird nicht an der formellen Zugehörigkeit des Beschwerdefüh- rers zur Bahai-Gemeinde gezweifelt. Dennoch bestehen erhebliche Zweifel an der geltend gemachten religiösen Überzeugung des Beschwerdefüh- rers und seinem erneuten Glaubenswechsel. So will er innerhalb kurzer Zeit zweimal den Glauben gewechselt haben, wobei diese mit Belegen un- termauerten Konversionen zeitlich sehr nahe zueinander liegen. So reichte der Beschwerdeführer nach einem aufgrund fehlender Glaubhaftigkeit sei- ner Vorbringen negativ abgeschlossenen ersten Asylverfahren ( Urteil E- 6230/2017 vom 15. Mai 2018) am 4. Juli 2018 ein Wiedererwägungsge- such ein mit dem (erneuten) Hinweis zu seiner Konversion zum Christen- tum und der ihm drohenden Verfolgung im Falle einer Rückkehr in den Iran, wobei er zur Untermauerung seiner Konversion Schreiben von zwei Pas- toren vom 7. November 2017 und vom 3. Juli 2018 eingereicht hatte. Ge- mäss seinem Gesuch vom 20. Juli 2020 und dem Schreiben der Bahai - Gemeinde vom (…) 2020 will er sich jedoch zu jener Zeit – über zwei Jahre vor seinem Beitritt zur Bahai-Gemeinde am (…) 2020 und damit zirka ab (…) 2018 – bereits mit dem Bahai-Glauben auseinandergesetzt und sich E-4382/2020 Seite 10 regelmässig mit Mitgliedern der Bahai-Gemeinde getroffen haben. Dies hat er jedoch in seinem Gesuch vom 4. Juli 2018 mit keinem Wort erwä hnt, obwohl dies von ihm zu erwarten gewesen wäre. Wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt worden ist, lässt der Umstand der zeitlichen Nähe des erneuten Glaubenswechsels nicht auf eine nachhaltige Konversion schliessen. Vielmehr mangelt es auch unter Berücksichtigung der voran- gegangenen Prozessgeschichte – die bisherigen Vorbringen der Konver- sion zum Christentum wurden als unglaubhaft bezeichnet – an der persön- lichen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers und damit der Glaubhaf- tigkeit seiner – nicht nur formellen – religiösen Zuwendung zum Bahais- mus. An dieser Beurteilung vermögen die mit dem Gesuch vom 20. Juli 2020 und mit der Beschwerdeschrift gemachten Ausführungen und eingereich- ten Beweismittel (Mitgliedskarte der Bahai-Gemeinde der Schweiz so wie zwei Schreiben des Nationalen Geistigen Rates vom […] 2020 und […] 2020) nichts zu ändern. In Letzterem wurde bestätigt, dass er nach zwei Jahren, in denen er mit verschiedenen Mitgliedern in Kontakt gestanden habe, verschiedene Aktivitäten innerhalb der Gemeinde ausgeführt und in einem Studienkreis sowie an regionalen Veranstaltungen der Bahai -Ge- meinde teilgenommen habe. Indessen kann aus diesen Angaben nicht ge- schlossen werden, dass sich der Beschwerdeführer nach aussen und da- mit für Aussenstehende si chtbar als Bahai betätigt hätte. Es liegen auch sonst keine Hinweise für eine solche Exponierung vor. Die eingereichten Screenshots aus dem Internet sowie eine entsprechende Internet -Suche des Bundesverwaltungsgerichts haben zwar ergeben, dass eine Webseite "(…)" existiert und auch abrufbar ist . Indessen funktioniert der Austausch von Nachrichten auf dieser Webseite offensichtlich nur über einen privaten Telegram-Kanal, bei dem der Beitritt über eine Einladung funktioniert. Auch die Profilbilder und die Namen sind nur den Mitgliedern zugänglich. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ergibt ferner eine Google-Suche nach dem Namen des Beschwerdeführers zahlreiche Suchresultate, wobei auch mit "D._______" keine Rückschlüsse auf ihn respektive keine Identifizie- rung seiner Person als Bahai-Mitglied zulässt. Im Weiteren teilt das Gericht die vorinstanzlichen Ausführungen, wonach auch die eingereichten Screenshots von Messanger -Nachrichten samt deutscher Übersetzung, gemäss denen der Beschwerdeführe r online durch ein Mitglied der Basij bedroht worden sei, nicht geeignet sind, um eine Verfolgung glaubhaft zu machen. Dasselbe gilt auch hinsichtlich der angeblichen Suche durch Män- ner bei seinem Vater im Iran. Der Beschwerdeführer mag diesen Erwägun- gen nichts Substanzielles entgegenzuhalten. Insgesamt können weder den E-4382/2020 Seite 11 vorinstanzlichen Akten noch den Darlegungen und eingereichten Beweis- mitteln auf Beschwerdeebene Hinweise darauf entnommen werden, dass die iranischen Behörden von der formellen Zugehörigkeit des Beschwer- deführers zur Bahai -Gemeinde der Schweiz Kenntnis hätten und er im Falle einer Rückkehr in den Iran mit ernsthaften Nachteilen im Sinne des Asylgesetzes zu rechnen hätte. Daran vermag auch sein Hinweis, wonach Bahai im Iran ihren Glauben nicht ausüben dürften, und im Alltag verschie- denen Benachteiligungen ausgesetzt seien, nichts zu ändern, da dies auf ihn nicht zuzutreffen scheint, zumal nicht davon auszugehen ist, dass er im Falle einer Rückkehr in den Iran den Bahai -Glauben sichtbar ausüben werde. 7.4 Insgesamt ist aufgrund der hiervor gemachten Feststellungen nicht an- zunehmen, dass die iranischen Behörden von der formellen Zugehörigkeit des Beschwerdeführers erfahren haben und er deshalb flüchtlingsrechtlich relevante Massnahmen zu befürchten hätte. 7.5 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Verfolgung oder begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte und deshalb nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Das SEM hat sein Asylgesuch somit zu Recht abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei E-4382/2020 Seite 12 der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenst ehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich er- hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen- den Verfahren keine Anwendung finden. 9.4 Auch ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGM R) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würd e (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. E-4382/2020 Seite 13 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.5.1 Die im Iran h errschende allgemeine Lage zeichnet sich nicht durch eine Situation allgemeiner Gewalt aus, obwohl die Staatsordnung als tota- litär zu bezeichnen ist und die allgemeine Situation in verschiedener Hin- sicht problematisch sein kann. Selbst unter Berücksichtigu ng dieser Um- stände wird der Vollzug von Wegweisungen in den Iran nach konstanter Praxis als grundsätzlich zumutbar erachtet (vgl. u.a. Urteile des BVGer E- 5071/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 11.3.1 sowie E -623/2018 vom 28. Juni 2018 E. 8.3). 9.5.2 Sodann handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen (…)-jähri- gen und gesunden Mann mit einer sehr guten Ausbildung sowie Berufser- fahrung. Er kann in seiner Heimat mit seinem Vater und zahlreichen weite- ren Verwandten auf ein familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen (vgl. Akte A5 S. 4 ff.), welches ihm beim Aufbau einer neuen Existenzgrundlage eine Hilfe sein kann. Es bestehen insgesamt keine Anzeichen dafür, dass er bei einer Rückkehr in den Iran in eine existenzielle Notlage geraten würde. 9.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug z u Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung E-4382/2020 Seite 14 Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Der Beschwerdeführer ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund obiger Erwägungen ist die eingereichte Beschwerde als aussichtslos zu erachten, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist. 11.2 Mit dem vorliegenden Direktentscheid ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 11.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 102m Abs. 1 AsylG ist mangels Erfüllens der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen. 11.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4382/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand: