Postulat Fierz 710 N 23 mars 1990 Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Zivilschutz hat-wie ähnliche Grossorganisationen -Stär- ken und Schwächen. Das föderalistische Konzept hat Vor- und Nachteile. Grundsätzlich ändern kann und soll man es nicht; es ist lediglich der jetzigen und künftigen Lage anzupassen. Der Einsatz des Zivilschutzes zur Nothilfe hat- unter Beibehalt seiner Schutzaufgabe vor kriegerischen Ereignissen und sei- ner Milizorganisation - wesentlicher Teil des Konzeptes zu werden. Das Image des Zivilschutzes steht und fällt unter anderem mit der Ausbildung. Auf allen Ausbildungsebenen gibt es hervor- ragende Ausbildung. Auf kantonaler, vor allem aber auf kom- munaler Ebene sind aber auch Mängel festzustellen; Mängel, die zur Missstimmung führen und die daher-soweit möglich - behoben werden sollten. Zum Teil genügen die Ausbilder nicht. Zum Teil ist das Aus- bildungsprogramm zu wenig realitätsbezogen. Zum Teil stimmt einfach das Verhältnis Auszubildende/Ausbildungs- programm/Ausbildungszeit nicht. Ich bitte daher den Bundesrat, gestützt auf die Möglichkeiten, die ihm das Zivilschutzgesetz gibt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen dafür besorgt zu sein, dass die Ausbildung im Zivil- schutz dort verbessert wird, wo eine Verbesserung notwendig und möglich ist. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.780 Postulat Scheidegger Ausbau der internationalen Rechtshilfe Entraide judiciaire internationale. Extension Wortlaut des Postulates vom 13. Dezember 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, nach dem Vorbild des Rechts- hilfeabkommens der Schweiz mit den USA weitere Staatsver- träge, namentlich mit Entwicklungsländern mit demokrati- schen und rechtsstaatlichen Strukturen, im Hinblick auf den Ausbau der internationalen Rechtshilfe abzuschliessen. Texte du postulat du 13 décembre 1989 Le Conseil fédéral est invité à conclure des accords interétati- ques d'entraide judiciaire, notamment avec les pays en déve- loppement qui sont des Etats de droit et disposent de structu- res démocratiques, en prenant exemple sur le traité qui lie la Suisse et les Etats-Unis d'Amérique, dans le but de dévelop- per l'entraide judiciaire internationale. Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Buttiker, Couchepin, Guinand, Nabholz, Petitpierre, Salvioni (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsa- chen (IRSG) ermächtigt die Schweiz zur Leistung von Rechts- hilfe, verpflichtet sie aber nicht dazu. Wie die nun bereits drei Jahre dauernde Auseinandersetzung in mehreren Kantonen um die Marcos-Gelder zeigt, ist das geltende Prozedere aus- serordentlich aufwendig und zeitraubend. Die äusserst zahl- reichen Rechtsmittel führen zu einer Rechtsverzögerung, die nicht im Sinne des Gesetzgebers liegt. Der Rechtshilfevertrag mit den USA verpflichtet demgegen- über die Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen zur Rechtshilfe und strafft das Verfahren. Dank dem bilateralen Vertrag mit den USA dürfte nun die philippinische Regierung auf dem Umweg über ein Rechtshilfegesuch der Vereinigten Staaten rascher Zugang zu den Schweizer Bankdokumenten erhalten als über das direkte, schon weit früher eingeleitete Verfahren. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Einer wirksamen internationalen Rechtshilfe kommt eine grosse Bedeutung zu. Für Entwicklungsländer wie die Philip- pinen ist es wichtig, dass der Zugriff auf unrechtmässige Gel- der erleichtert wird - Anstrengungen der Entwicklungszusam- menarbeit können so sinnvoll ergänzt werden. Aber eine wirk- same Rechtshilfe liegt auch im Eigeninteresse der Schweiz; denn wenn nicht nur die Tatbestände, in denen Rechtshilfe überhaupt in Frage kommt, entsprechend dem IRSG von vorn- herein recht beschränkt sind, sondern auch noch das Verfah- ren sich beinahe rechtsverhindernd auswirkt, so ist das für die Schweiz rufschädigend und stützt ihr Image als Hort kriminel- ler Gelder. Der kürzlich bekanntgegebene Briefwechsel mit Indien in Sa- chen Rechtshilfe regelt das Gegenrechtserfordernis und wird Indien insofern die Suche nach Bestechungsgeldern etwas er- leichtern. Es handelt sich um einen ersten Schritt in die richtige Richtung, der jedoch ungenügend ist. Die Erfahrungen legen vielmehr den Abschluss weiterer Rechtshilfeabkommen nach dem Vorbild des Vertrages mit den USA nahe. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.353 Postulat Fierz Rehabilitation von Herrn Jacques-André Kaeslin Réhabilitation de M. Jacques-André Kaeslin Wortlaut des Postulates vom 8. Februar 1990 Gegen den Beamten der Bundesanwaltschaft Jacques-André Kaeslin wurde in der Anfangsphase der Affäre Kopp ein Diszi- plinarverfahren eröffnet und ein Verweis ausgesprochen. Der Puk-Bericht und die seitherigen Erkenntnisse zeigen, dass zwar in der Bundesanwaltschaft Dilettantismus und Un- terlassungen vorgekommen sind, dass jedoch gerade Herr Jacques-André Kaeslin in seinem Arbeitsbereich nicht versagt hat. Auch Bundesrat Koller hat ihn vor dem Parlament als sehr fähigen und engagierten Beamten bezeichnet. Die Disziplinierung von Herrn Kaeslin wurde und wird deshalb von grossen Teilen des Volkes und der Medien als ungerecht und unverständlich empfunden. Selbst wenn er einen Fehler begangen haben sollte, worauf der Puk-Bericht nicht den ge- ringsten Hinweis gibt, so gäbe es bei einem fähigen und enga- gierten Beamten geeignetere Mittel, um diesen zu korrigieren, als Disziplinarmassnahmen. Der Bundesrat wird deshalb höflich gebeten zu prüfen, ob das Disziplinarverfahren gegen Herrn Jacques-André Kaeslin noch einmal aufgerollt und der diesbezügliche Entscheid auf seine Richtigkeit überprüft werden könnte.23. März 1990 711 Postulat Kühne Texte du postulat du 8 février 1990 Au cours de la phase initiale de l'affaire Kopp, M..Jacques- André Kaeslin, fonctionnaire auprès du Ministère public de la Confédération, a fait l'objet d'une procédure disciplinaire et s'est vu adresser un blâme. Si le rapport CEP et les faits qu'on a appris depuis lors témoi- gnent certes d'omissions et d'un certain dilettantisme au Ministère public de la Confédération, il en ressort toutefois que M. Jacques-André Kaeslin n'a pas failli à sa tâche. Devant le Parlement, le conseiller fédéral Koller l'a, lui-aussi, qualifié de fonctionnaire très capable et dévoué. C'est pourquoi une bonne partie de la population et des médias ont trouvé et continuent de trouver injustes et incom- préhensibles les mesures disciplinaires dont M. Kaeslin a fait l'objet. Même s'il devait avoir commis une erreur, ce à quoi le rapport CEP ne fait pas la moindre allusion, il existe des moyens mieux adaptés que des mesures disciplinaires pour rappeler à l'ordre un fonctionnaire capable et dévoué. Vu ce qui précède, le Conseil fédéral est prié de bien vouloir examiner la possibilité de remettre en question la procédure disciplinaire engagée contre M. Jacques-André Kaeslin et de vérifier le bien-fondé de la décision qui s'y rapporte. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Ammann, Antille, Bär, Baerlocher, Bâumlin Ursula, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Brügger, Bühler, Bundi, Bürgi, Büttiker, Caccia, Carobbio, Columberg, Daepp, Danuser, Déglise, Die- ner, Dietrich, Dormann, Dünki, Engler, Euler, Fäh, Fankhau- ser, Fehr, Gardiol, Grendelmeier, Günter, Haering Binder, Haf- ner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Hänggi, Hari, Herczog, Hu- bacher, Jaeger, Jeanprêtre, Keller, Kühne, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, LeuteneggerOberholzer, Longet, Lu- der, Maeder, Massy, Matthey, Mauch Rolf, Meier Fritz, Meier- Glattfelden, Meizoz, Müller-Aargau, Nabholz, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Ott, Paccolat, Pini, Portmann, Rebeaud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruckstuhl, Ruf, Rutishauser, Rütti- mann, Rychen, Salvioni, Scheidegger, Scherrër, Schmid, Schmidhalter, Schnider, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Spiel- mann, Stamm, Stappung, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Wanner, Weder-Basel, Wellauer, Wiederkehr, Wyss William, Zbinden Hans, Ziegler, Zölch, Züger, Zwygart (102) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Februar 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 février 1990 Die Frage nach einer allfälligen Ueberprüfung des gegenüber Herrn Jacques-André Kaeslin ausgesprochenen Verweises lässt sich erst definitiv beantworten, wenn die schriftliche Be- gründung des vom Bundesstrafgericht gefällten Urteils in Sa- chen Bundesanwaltschaft gegen Frau alt Bundesrätin Kopp und Mitangeschuldigte vorliegt. In diesem Sinne kann das Po- stulat angenommen werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.708 Postulat Kühne Armeeleitbild 95. Verbesserung des Klimas Atmosphère de travail à l'armée et à la protection civile Wortlaut des Postulates vom 27. November 1989 Der Bundesrat wird beauftragt, im Zuge der angekündigten Ar- meereform 95 auch grundsätzlich zu prüfen, wie das Betriebs- klima in der Armee und im Zivilschutz verbessert werden kann. Texte du postulat du 27 novembre 1989 Le Conseil fédéral est chargé d'étudier de façon approfondie la possibilité d'améliorer, dans le cadre du plan directeur de l'armée 95, l'atmosphère de travail à l'armée et à la protection civile. Mitunterzeichner-Cosignataires: Baggi, Bühler, Bürgi, Colum- berg, David, Dietrich, Dormann, Eisenring, Engler, Hänggi, Hildbrand, Humbel, Iten, Jung, Keller, Nussbaumer, Port- mann, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Schmidhalter, Schnider, Segmüller, Seiler, Stamm, Wellauer, Widrig* (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Bundesrat hat wiederholt eine Reform der Armee sowie der Gesamtverteidigung durch ein neues Leitbild 95 angekün- digt. Darin sollen unter anderem der Truppenbestand um rund 200 000 Mann gesenkt sowie weitere Umstrukturierungen vor- genommen werden. Im Zusammenhang mit dieser grundsätz- lichen Ueberprüfung unserer Armeestruktur soll aber auch die Verbesserung des menschlichen Klimas nicht vergessen wer- den. Nicht zuletzt im Vorfeld der Abstimmung vom letzten Wo- chenende wurde von verschiedenen Seiten auf bestehende Mängel aufmerksam gemacht (u. a. der wünschbare ver- mehrte Einsatz der Wehrdienstpflichtigen entsprechend ihren zivilen persönlichen und beruflichen Fähigkeiten). Bei gros- sen Reorganisationen besteht die Gefahr, dass man vor allem von neuen Führungsmechanismen und Strukturen spricht, dabei aber den einzelnen Menschen vergisst. Es werden künf- tig wohl vermehrt geistige und moralische Faktoren der militä- rischen Landesverteidigung sowie der Dienstbetrieb sein, die den Bürger betreffen und direkt ansprechen, und nicht so sehr Fragen von Rüstung und Einsatz. Anlässlich der nun vorzunehmenden Analyse des letzten Ur- nenganges sowie der Vorarbeiten zum neuen Leitbild sollte diesem Punkt ebenfalls gehörige Beachtung geschenkt wer- den. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Fierz Rehabilitation von Herrn Jacques-André Kaeslin Postulat Fierz Réhabilitation de M. Jacques-André Kaeslin In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.353 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.03.1990 - 08:00 Date Data Seite 710-711 Page Pagina Ref. No 20 018 448 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.