Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. November 2015 (720 15 18 / 304) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Ana Dettwiler, Advokatin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ hatte sich am 13. Mai 2 002 unter Hinweis auf einen Band- scheibenvorfall bei der Eidgenössischen Invalidenve rsicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nachdem sie die gesundheitlichen und di e erwerblichen Verhältnisse des Versi- cherten abgeklärt hatte, sprach die IV-Stelle Basel -Landschaft A.____ gestützt auf einen Invali- ditätsgrad von 59 % mit Verfügungen vom 11. März 20 04 bzw. 7. April 2004 rückwirkend ab 1. Juni 2002 eine halbe Rente zu. Die vom Versicher ten hiergegen erhobene Einsprache hiess die IV-Stelle am 13. August 2004 dahingehend gut, a ls sie den Rentenbeginn auf den 1. Mai Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2002 festsetzte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 22. Dezember 2004 (Verfahren 720 04 215 / 236) ab. Dieses kantonale Urteil wurde vom damaligen Eidgenössischen Versicherungsgericht (heute: B undesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) mit Entscheid vom 21. September 2005 (I 255/05) bestätigt. Im Rahmen eines im Oktober 2006 eingeleiteten Rentenr evisionsverfahrens gelangte die IV- Stelle zum Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe und der Invaliditätsgrad neu 100 % betrage. Mit Verfügung vom 27. September 2007 sprach sie A.____ deshalb rückwirkend ab 1. Oktober 2006 eine ganze Rente zu. Nachdem in einem weiteren Rentenrevisionsverfahren unver änderte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilung vom 14. April 2008), leitet e die IV-Stelle im Mai 2009 von Amtes we- gen eine weitere Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs ein. Aufgrund ihrer Abklärungen ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten neu einen Invaliditätsgrad von 9 %. Sie hob deshalb mit Verfügung vom 20. Oktober 2011 die A.____ bisher a usgerichtete ganze Rente auf das En- de des der Zustellung der Verfügung folgenden Monat s auf. Eine vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 24. Mai 2012 (Verfahren 720 111 420 / 140) ab. Noch während der Rechtshängigkeit des vorstehend erwähn ten kantonsgerichtlichen Be- schwerdeverfahrens meldete sich A.____ am 20. Februar 20 12 unter Hinweis, dass sich sein Gesundheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert habe, bei der IV-Stelle wiederum zum Be- zug einer IV-Rente an. Gestützt auf die Ergebnisse ihre r in der Folge vorgenommenen gesund- heitlichen und erwerblichen Abklärungen ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten nunmehr einen Invaliditätsgrad von 36 %. Nach Durchführung de s Vorbescheidverfahrens lehnte die IV- Stelle deshalb mit Verfügung vom 11. Dezember 2014 e inen Anspruch von A.____ auf eine IV- Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwältin Ana De ttwiler namens und im Auftrag von A.____ am 15. Januar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Februar 2012 eine ganze IV-Rente auszurichten. Even tualiter sei eine unabhängige polydis- ziplinäre Begutachtung anzuordnen und sodann sei über den Leistungsanspruch des Be- schwerdeführers zu entscheiden; unter o/e-Kostenfolge, wo bei dem Beschwerdeführer die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ver beiständung mit ihr als Rechtsvertreterin zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 23. Januar 2015 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde- führer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwältin Ana Dettwiler als Rechtsvertreterin. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. In ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2015 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Mit Verfügung vom 30. Juni 2015 bot der Instruktion srichter die in dieser Angelegenheit auf den 2. Juli 2015 angesetzte Urteilsberatung ab. Gl eichzeitig gab er den Parteien Gelegen- heit, ihre Standpunkte im Lichte der vom Bundesgericht mit dem Entscheid 141 V 281 ff. geän- derten Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von so matoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden ergänzend zu er läutern. Mit Eingaben vom 31. Juli 2015 (Beschwerdeführer) und vom 7. August 2015 (IV-Stelle) machten die Parteien von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 15. Januar 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen E VG bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 99 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Nach Eingang der Neuanmeldung des Versicherten gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizinischen Sachverhalts bei den Dres. med. B.____, Psychiatrie und Psycho- therapie FMH, und C.____, Innere Medizin und Rheumae rkrankungen FMH, ein bidisziplinäres Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht (psychiatrisches/rheumatologisches) Gutachten in Auftrag, w elches am 23. April 2013 erstattet wurde. Im psychiatrischen Fachteil erhob Dr. C.____ als Diagnosen eine chronische Schmerz- störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45 .41) und eine Dysthymia (ICD- 10 F34.1). Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C.____ fest, eine langfristige relevante Minderung der Arbeitsfähig keit des Versicherten sei aus psychiat- risch-psychotherapeutischer Sicht weder in seinen früheren Tätigkeiten als Maurer und Hilfsar- beiter noch in einer körperlich adaptierten Verweistä tigkeit begründbar. Im rheumatologischen Fachteil gelangte Dr. D.____ zum Ergebnis, dass keine D iagnose mit langdauernder Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, so dass auch kein e Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. 5.2 Nachdem der Beschwerdeführer C.____ und D.____ er hoben hatte, gelangte der Re- gionale Ärztliche Dienst (RAD) beider Basel zur Auffassun g, dass aufgrund der fehlenden fach- lichen Auseinandersetzung des Gutachters Dr. C.____ mit den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte der Klinik E.____ auf das genan nte Gutachten nicht abgestellt werden könne. Er erachtete deshalb die Einholung eines neuen bidisziplinären Gutachtens als ange- zeigt. Gestützt auf diese Empfehlung beauftragte die IV-Stelle in der Folge Dr. med. F.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizin FMH, manuelle Medi zin SAMM, und Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit der Erstellung ei nes neuen rheumatologisch- psychiatrischen Gutachtens, welches die beiden Fachärzte am 24. Juni/7. Juli 2014 er- statteten. Im rheumatologischen Teilgutachten erhob Dr . F.____ beim Versicherten als Diagno- se mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Fibromyalg ie und als solche ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Chondrose L5/S1 (Röntgen LWS vom 18.06.2014). Im Rahmen der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. F.____ fest, d ass eine körperliche Schwerarbeit bei einer Fibromyalgie ungünstig sei. In der früher ausgeübten T ätigkeit als Maurer bestehe deshalb kei- ne Arbeitsfähigkeit. Hingegen sei der Explorand in je glicher leichten bis mittelschweren Män- nerarbeit zu 100 % arbeitsfähig. Im psychiatrischen Teil gutachten hielt Dr. G.____ als Diagno- sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine leic hte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) fest. Aus psychiatrischer Sicht würden beim Exploranden qualitative Funktionsei nbussen in der Höhe von 20 % vorlie- gen. Somit bestehe bei ihm sowohl in der früher ausge übten Tätigkeit als Maurer als auch in einer Verweistätigkeit eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit . Im Rahmen ihrer interdisziplinären Kon- sensbeurteilung gelangten Dr. F.____ und Dr. G.____ sodann zum Ergebnis, dass für die früher ausgeübte Tätigkeit als Maurer aus gesamtmedizinischer Si cht die rheumatologische Beurtei- lung gelte und somit eine vollständige Arbeitsunfähigk eit bestehe. In Bezug auf die Arbeitsfä- higkeit in einer Verweistätigkeit sei hingegen auf die psychiatrische Beurteilung abzustellen, d.h. in Berücksichtigung der aus rheumatologischer Sicht erhobe nen Einschränkung, wonach das Profil einer Verweistätigkeit jegliche körperlich leich te bis mittelschwere Männerarbeit umfasse, sei von einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 5.3 In der angefochtenen Verfügung vom 11. Dezember 2014 stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. F.___ und Dr. G.____ in ihrem rheumatolog isch-psychiatrischen Gutachten vom 24. Juni/7. Juli 2014 gelangt sind. Dieses Gutachten er füllt in formeller Hinsicht die rechtspre- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage: Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es setzt sich einlässlich m it den bei den Akten liegenden (ab- weichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. I n materieller Hinsicht lässt das Gut- achten jedoch in einigen wenigen Punkten Fragen offen . Nachfolgend ist auf diejenigen Aspek- te, in denen das Gutachten nicht vollständig zu überzeugen vermag, näher einzugehen. 5.4.1 Der psychiatrische Gutachter Dr. G.____ attestiert dem Versicherten als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - nebst einer le ichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) - eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Wie das Bundesgericht im Entscheid 141 V 281 ff. betont hat, sollen die Sachv erständigen die Diagnose einer anhal- tenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 Ziff. F45.4 0) so begründen, dass die Rechts- anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind. Bislang fokussiere, so das Bundesgericht weiter, die Anspruchsklärung im Zusammen- hang mit der somatoformen Schmerzstörung vor allem auf die Anwendung des Kriterienkata- logs, somit auf die Beurteilung der funktionellen Auswi rkungen des Leidens. Die Frage, ob die Schmerzstörung als Gesundheitsbeeinträchtigung überhaupt sachgerecht festgestellt worden sei, werde in der Versicherungspraxis oft kaum beachtet. D em diagnoseinhärenten Schwere- grad der somatoformen Schmerzstörung sei vermehrt Rechnung zu tragen (BGE 141 V 285 f. E. 2.1.1.). Vorherrschende Beschwerde bei einer somatoformen Schmerzstörung ist ein andau- ernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht hinreichend erklärt werden kan n. Er tritt in Verbindung mit emotiona- len Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, denen die Hauptrolle für Beginn, Schwe- regrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt. Die Folge ist meist eine beträchtlich gesteigerte persönliche oder medizinische H ilfe und Unterstützung (Urteil A. des Bundesgerichts vom 17. September 2015, 9C_862/2014, E. 4.2.1 mit Hinweis auf: Weltgesund- heitsorganisation, Internationale Klassifikation psychische r Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, D ILLING /M OMBOUR /S CHMIDT [Hrsg.], 9. Aufl. 2014, Ziff. F45.4 S. 233). Vorliegend hat der psychiatrische Gutachter G.____ dem Versicherten als Diagnose mit Aus- wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zwar explizit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert, er geht aber nur knapp auf deren klassifikatorische Vorgaben ein. Letztlich kann dem Gutachten deshalb nicht mit hinreich ender Bestimmtheit entnommen wer- den, ob beim Beschwerdeführer eine anhaltende somatofo rme Schmerzstörung vorliegt, die effektiv den diagnoseinhärenten Schweregrad erreicht. 5.4.2 Die auf Begrifflichkeiten des medizinischen Klassifi kationssystems abstellende Diagno- se einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung kann vo n vornherein nur zu einer invali- denversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträc htigung führen, wenn sie unter dem Gesichtspunkt der - bis anhin in der Praxis zu weni g beachteten - Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält (BGE 141 V 287 E. 2.2). Beru ht die Leistungseinschränkung auf Ag- gravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt re gelmässig keine versicherte Gesundheits- schädigung vor. Dies trifft namentlich zu, wenn eine erh ebliche Diskrepanz zwischen den ge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten ode r der Anamnese besteht, wenn inten- sive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt, wenn keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genomm en wird, wenn demonstrativ vor- getragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwür dig wirken oder wenn schwere Ein- schränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (Urteil A. des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_ 899/2014, E. 4.1 mit Hinweis). Dabei ist die Grenzziehung zwischen einer anspruchsausschliessenden A ggravation und einer blos- sen Verdeutlichungstendenz heikel. Zum einen prägt die (unbewusste) Tendenz zur Schmer- zausweitung und -verdeutlichung das Wesen von Schmerzstörung en und vergleichbaren Lei- den gerade mit, welche sich bekanntlich dadurch charakter isieren, dass für die geklagten Be- schwerden kein ausreichendes organisches Korrelat gefunden werden kann. Zum andern dür- fen die Besonderheiten des sozialversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens nicht ausser Acht gelassen werden. Die versicherte Person, welche mit ih rer Anmeldung bei der Invaliden- versicherung die Zusprechung von Versicherungsleistungen bezwe ckt, wird vielfach (wenn auch nicht ausnahmslos) - bewusst oder unbewusst - ihre Be schwerden und Einschränkungen im Hinblick auf dieses Ziel präsentieren, ohne dass ihr allein deswegen unbesehen der Renten- anspruch versagt werden dürfte (Urteil A. des Bundesger ichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 4.2.1 mit Hinweisen). Wann ein Verha lten (nur) verdeutlichend und unter wel- chen Voraussetzungen die Grenze zur Aggravation und ver gleichbaren leistungshindernden Konstellationen überschritten ist, bedarf daher einer e inzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung (Urteil A. des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 4.2.2). Im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens spricht G.___ v erschiedentlich den Aspekt eines aggravatorischen Verhaltens des Versicherten an. So weist der Experte im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit den Vorakten darauf hin, dass in der Diagnoseliste nicht eine anhal- tende somatoforme Schmerzstörung aufgeführt werden kön ne, wenn von einem Rentenbegeh- ren und einer Aggravation die Rede sei; die anhalten de somatoforme Schmerzstörung müsse zwingend bewusstseinsfernen Mechanismen entspringen (S. 2 3 des psychiatrischen Gutach- tens). Im Rahmen seiner Beurteilung führt er sodann au s, der Explorand zeige „in der hiesigen Untersuchung zumindest ein verdeutlichendes, möglicherwe ise zum Teil auch ein aggravieren- des Verhalten“ (S. 26 des psychiatrischen Gutachtens), um schliesslich - weiter unten - festzu- halten, „wenn wir davon ausgehen, dass nicht nur bewu sstseinsnahe Mechanismen im Sinne einer Aggravation vorliegen, sondern zumindest teilweise auch bewusstseinsferne Mechanis- men als Ausdruck einer Verdeutlichungstendenz, so können wi r die Diagnose einer anhalten- den somatoformen Schmerzstörung unter Einbezug der emoti onalen und psychosozialen Be- lastung und der deutlichen Einengung um das Schmerzerleb en stellen“ (S. 27 des psychiatri- schen Gutachtens). Aus diesen Ausführungen ergibt sich nun aber nicht mit der gewünschten und erforderlichen Klarheit und Schlüssigkeit, ob beim Beschwerdeführer im Ergebnis vom Vor- liegen einer blossen Verdeutlichungstendenz oder letztl ich eben doch von einer anspruchsaus- schliessenden Aggravation auszugehen ist. 5.4.3 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 4.1 hiervor), ist es im Hinblick auf die Beur- teilung der Frage, wie sich die erhobenen gesundheit lichen Beeinträchtigungen auf die Arbeits- fähigkeit auswirken, Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, z ur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nehmen, d.h. eine Schätzung abzugeben und diese aus är ztlicher Sicht so substanziell wie möglich zu begründen (BGE 140 V 196 E. 3.2 mit Hinweisen). Im Rahmen seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des V ersicherten weist der psychiatrische Gutachter Dr. G.____ vorab darauf hin, dass er aufgrund seiner objektiven Untersuchungsbe- funde keinerlei depressive Symptomatik, sondern lediglich die Diagnose einer Dysthymie, aller- dings in Alternierung mit einer euthymen Grundstimmung , erheben könne. Wenn er nun in der Diagnoseliste mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ei ne leichte depressive Episode diagnos- tiziere, so tue er dies „unter alleiniger Würdigung de r subjektiven Angaben des Exploranden und nicht etwa unter Würdigung der objektiven Untersu chungsbefunde“ (S. 26 des psychiatri- schen Gutachtens). Beim Vorliegen einer leichten depressiv en Episode könnten, so Dr. G.____ weiter, gemäss den versicherungsmedizinischen Richtlinien de r Swiss Insurance Medicine (SIM) qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 20 % attestiert werden. Hierbei seien eine gewisse Müdigkeit, eine gewisse Antriebsminderung sowie eine diskret reduzierte psychi- sche Belastbarkeit berücksichtigt. Im Ergebnis könne deshalb gesagt werden, dass beim Explo- randen auf die leichte depressive Episode zurückzuführend e qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 20 % vorliegen würden. Somit bestehe beim Versicherten sowohl in der früher ausgeübten Tätigkeit als Maurer als auch in einer Verw eistätigkeit eine 20 %-ige Arbeitsunfä- higkeit. Diese Einschätzung der Arbeits(un-)fähigkeit des Versicherten vermag klarerweise nicht zu überzeugen. Wie der Gutachter selber ausführt, lässt si ch die von ihm erhobene Diagnose einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0), mit deren Vorliegen er eine 20 %-ige Ar- beitsunfähigkeit in sämtlichen in Frage kommenden Täti gkeiten begründet, nicht auf objektive Untersuchungsbefunde, sondern letztlich nur auf die sub jektiven Angaben des Exploranden stützen. Objektiv lasse sich, so der Gutachter selber, led iglich die Diagnose einer Dysthymie erheben. Wie das Bundesgericht aber mehrfach festgehalten hat, handelt es sich bei einer Dys- thymie definitionsgemäss um eine bloss leichtgradige Beei nträchtigung, welcher nach der Rechtsprechung für sich allein nicht die Bedeutung eine s invalidisierenden Gesundheitsscha- dens zukommt (Urteil A. des Bundesgerichts vom 30. Septem ber 2015, 8C_162/2015, E. 3.3.3 mit Hinwiesen). Findet sich im Psychostatus deshalb nur ein e Dysthymie, so lässt sich der be- troffenen Person einzig gestützt auf diese Diagnose kaum eine 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit at- testieren. Im Weiteren ist der psychiatrische Gutachter der Auffassung , dass der Explorand auch auf- grund der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Sc hmerzstörung zu 20 % in der Arbeits- fähigkeit eingeschränkt sei. Die sich aus diesem Leiden e rgebenden qualitativen Funktionsein- bussen seien jedoch bereits in denjenigen mitberücksichtig t, die sich aus der leichten depressi- ven Episode ergeben würden. Da nach dem vorstehend Ges agten nicht gänzlich klar ist, ob beim Versicherten eine anhaltende somatoforme Schmerzst örung im diagnoseinhärenten Schweregrad vorliegt (vgl. E. 5.4.1 hiervor), und ob die Leistung seinschränkung nicht auf einer Aggravation beruht (vgl. E. 5.4.2 hiervor), muss auch hi nter die gutachterliche Feststellung, wo- nach beim Versicherten aufgrund der diagnostizierten an haltenden somatoformen Schmerzstö- rung eine 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit besteht, ein Fragezeichen gesetzt werden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Die vorstehend angesprochenen Unklarheiten bzw. die offenen Fragen, die sich aus dem Gutachten von Dr. F.____ und Dr. G.____ ergeben, sprechen eigentlich dafür, vor einer abschliessenden Beurteilung der Angelegenheit den med izinischen Sachverhalt zusätzlich ab- klären zu lassen. Von entsprechenden weiteren Beweiser hebungen kann nun allerdings - ent- gegen der vom Beschwerdeführer jedenfalls in seinem Eventualstandpunkt vertretenen Auffas- sung - abgesehen werden. Selbst wenn man nämlich mit den Gutachtern die offenen Fragen zu Gunsten des Beschwerdeführers beantwortet und davon aus geht, dass bei diesem (1) eine an- haltende somatoforme Schmerzstörung im diagnoseinhärenten Schweregrad fachärztlicherseits ausgewiesen ist, (2) die Leistungseinschränkung nicht auf einer Aggravation beruht und (3) aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % für jegliche Tätigkeit auszugehen ist, so führt dies beim Versicherten, wie weiter unten zu zeigen sein wird (vgl. E. 7 hiernach), zu keinem rentenbegründenden Invaliditätsgrad von mindestens 40 %. 6.1 Zu keinem anderen Ergebnis als zur Annahme einer ma ximal 20 %-igen Arbeitsunfä- higkeit des Versicherten führt im Übrigen die mit BGE 1 41 V 281 ff. begründete neue Schmerz- rechtsprechung des Bundesgerichts. In diesem Entscheid ha t das Bundesgericht seine bisheri- ge Praxis zu den Voraussetzungen, unter denen anhalten de somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegr ündende Invalidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert . Diese neue Rechtsprechung findet auf laufende Verfahren wie das vorliegende Anwendun g (vgl. BGE 141 V 309 E. 8 und 137 V 266 E. 6). 6.2.1 Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann w eiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diag nostizierten Gesundheitsbeeinträchti- gung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch - in Nac hachtung der verfassungs- und ge- setzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassu ng der Schweizerischen Eidge- nossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) u nd Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen Pr üfrasters beurteilt, und es braucht me- dizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiv er Sicht eingeschränkt ist. Indes hält das Bundesgericht - der seit längerem namentlich au s medizinischer, aber auch aus juristi- scher Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäu sserten Kritik Rechnung tragend - an der Überwindbarkeitsvermutung nicht weiter fest (BGE 141 V 294 E. 3.5). Anstelle des bis- herigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturierte r, normativer Prüfraster. In dessen Rah- men wird im Regelfall anhand von auf den funktionelle n Schweregrad bezogenen Standardindi- katoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen erg ebnisoffen und symmetrisch beur- teilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfakto ren wie den vorhandenen Ressour- cen Rechnung getragen wird. (Urteil A. des Bundesgerich ts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit Hinweisen; BGE 141 V 307 f. E. 6). 6.2.2 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Li chte dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten - wie das hier vorliegende Guta chten von Dr. F.____ und Dr. G.____ - nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen e iner gesamthaften Prüfung des Einzel- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhob enen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrun dlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 309 E. 8 mit Hinweis). 6.3 Dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. G.____ kan n entnommen werden, dass die von ihm diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstö rung die Arbeitsfähigkeit des Ver- sicherten maximal im Umfang von 20 % beeinträchtigt. Die se fachärztliche Beurteilung ist - im- mer unter der Voraussetzung, dass überhaupt eine anhalt ende somatoforme Schmerzstörung im diagnoseinhärenten Schweregrad bejaht und eine leistungseinschränkende Aggravation verneint werden kann (vgl. dazu E. 5.4 hiervor) - auch i m Lichte der neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung nicht zu beanstanden. Sowohl aus dem Teilgutachten von Dr. G.____ als auch aus jenem von Dr. F.____ ist zu schliessen, dass die Ausprägung der diagnoserele- vanten Befunde nicht allzu stark ins Gewicht fällt. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass beide Fachärzte auf erhebliche Diskrepanzen zwischen den objektiven Untersuchungsbefunden und den subjektiven Angaben des Exploranden hinweisen. Zu dem fällt auf, dass der Versicher- te die Schmerzen den Gutachtern gegenüber eher vage sch ilderte und eine Differenzierung der Schmerzen häufig erst auf Nachfragen der Fachärzte erfol gte. Was den Aspekt der therapeuti- schen Behandlung der vorhandenen gesundheitlichen Beein trächtigungen betrifft, weist Dr. G.____ darauf hin, dass der Versicherte seit Dezembe r 2012 in ambulanter psychiatrischer Behandlung stehe, wobei er alle zwei Wochen einen Ter min wahrnehme. Vor diesem Hinter- grund kann nun aber zweifellos nicht gesagt werden, da ss die Therapiemöglichkeiten ausge- schöpft sind und von einer Behandlungsresistenz gesprochen werden muss. Im Weiteren ist dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen, dass dem Versicherten aus rein psychiatri- scher Sicht deutlich mehr an Aktivitäten zuzumuten wäre, als er ausübt. Immerhin sei der Ex- plorand, so Dr. G.____, beispielsweise auch in der Lage, mit einer gewissen Regelmässigkeit seinem Hobby nachzugehen, das darin bestehe, im Hobbyrau m Steine zu bearbeiten und zu Figuren zusammenzusetzen, was per se in diesen Momenten erhaltene qualitative Funktionsfä- higkeiten voraussetze. Sodann liegt beim Versicherten auch ein soziales Netzwerk vor, welches ihn in der Mobilisierung der Ressourcen unterstützen kan n. So führte der Explorand gegenüber dem psychiatrischen Gutachter aus, dass die Beziehungen zu seinen erwachsenen Kindern, zu seinen Geschwistern und zu seinem Vater intakt seien; die eheliche Beziehung sei stabil, sie sei jedoch durch seine gesundheitliche Situation belaste t. In Würdigung all dieser Umstände können aber auch in Berücksichtigung der neuen bundesger ichtlichen Schmerzrechtsprechung keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen ange- nommen werden, welche über die von den Gutachtern - insbesondere vom diesbezüglich fach- lich zuständigen psychiatrischen Experten - attestierte 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit hinausgehen würden. 7.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 h iervor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfü gung vom 11. Dezember 2014 von einem Valideneinkommen von Fr. 70‘508.-- und - unter Annah me einer 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit - von einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 45‘293 .-- aus. Anhand einer Gegenüber- stellung dieser Zahlen errechnete sie sodann einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 36 %. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Der Versicherte beanstandet im Zusammenhang mit d er konkreten Berechnung, dass ihm die IV-Stelle bei der Bemessung des Invalideneinko mmens einen unzureichenden Abzug vom Tabellenlohn gewährt habe. 7.2.1 Gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die ni cht mehr voll leistungsfähig sind, haben erfahrungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohnansatze s hinzunehmen. Von einem an- hand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erhobenen Invalideneinkommen sind d eshalb praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damal ige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterent wickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persön- lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalle s abhängt (leidensbedingte Ein- schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 7.2.2 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochte nen Verfügung einen Abzug vom Tabellen- lohn von 10 % vorgenommen. Demgegenüber ist der Besch werdeführer der Auffassung, dass sich in seinem Fall die Gewährung des Maximalabzuges von 2 5 % rechtfertige. Dieser Betrach- tungsweise des Versicherten kann nicht beigepflichtet werd en. Eine allfällige, auf die gesund- heitlichen Beeinträchtigungen zurückzuführende Lohneinbu sse ist mit dem vorgenommenen Abzug von 10 % ausreichend abgedeckt, zumal die vorhande nen Einschränkungen mit der An- nahme einer 20 %-igen Leistungseinbusse bei der Ausübu ng eines Ganztagespensums schon in erheblichem Masse berücksichtigt sind. Weitere Kriterien , die eine Erhöhung des Abzuges vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind nicht ersich tlich. So nehmen sowohl die Bedeu- tung des Alters als auch diejenige der Dienstjahre der V ersicherten ab, je niedriger das Anfor- derungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei einfachen und repetitiven, dem Anforderungsni- veau 4 der LSE entsprechenden Tätigkeiten in der Reg el keinen Anlass zu einem (weiteren) Abzug vom Tabellenlohn geben (vgl. BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Unter Würdigung der gegebenen Umstände und in Berücksichtigung der in Betracht fallende n Merkmale lässt sich deshalb - ent- gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers - die Vornahme eines höheren Abzuges nicht begründen. 7.3 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen- und des zumutbaren Inva- lideneinkommens erweist sich auch in den übrigen Punkten als korrekt. Die von der IV-Stelle ermittelten Zahlen sind denn auch - abgesehen vom vorste hend erörterten Einwand - in der vorliegenden Beschwerde nicht weiter beanstandet worden. Unter diesen Umständen kann hier von weiteren Ausführungen zum Einkommensvergleich abgesehen und stattdessen vollumfäng- lich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stell e in der Verfügung vom 11. Dezember 2014 verwiesen werden. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die IV-S telle in der angefochtenen Verfügung vom 11. Dezember 2014 einen Rentenanspruch d es Versicherten zu Recht abge- lehnt hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 23. Januar 2015 die unentgeltl iche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 23. Januar 2015 die unentgeltliche Ver- beiständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Jan uar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200 .-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihren Honorarnoten vom 20. März 2015 und 3. September 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von in sgesamt 13 Stunden und 25 Minuten geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 111.90. Der Rechtsvertreterin ist desh alb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘018.90 (13 Stunden und 25 Minuten à Fr. 200.- - + Auslagen von Fr. 111.90 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘018.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht