Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. April 2017 (720 15 78 / 88) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gerichtsgutachten; Beginn des Rentenanspruchs bei fehlender Verwertbarkeit der Rest- arbeitsfähigkeit. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Daniel Riner , Adv o- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1953 geborene A.____arbeitete zuletzt im Umf ang von 60% bei der B.____ als Mit- arbeiterin im Zustellbereich. Am 26. Februar 2013 m eldete sie sich unter Hinweis auf Rücken- beschwerden bei der eidgenössischen Invalidenversic herung (IV) zum Leistungsbezug an. Die zuständige IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft ( IV-Stelle) leitete in der Folge entsprechen- de Eingliederungsmassnahmen ein, die jedoch scheiterten. Nach Abklärung der medizinischen, hauswirtschaftlichen und erwerblichen Verhältnisse, namentlich nach der Einholung eines mo- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nodisziplinären Gutachtens von Dr. C.____, FMH Rheuma tologie und Innere Medizin, vom 17. Februar 2014, wies die IV-Stelle das Leistungsbegeh ren der Versicherten nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren gestützt auf einen IV-Grad von 25% mit Verfügung vom 20. Ja- nuar 2015 ab. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Adv okat Daniel Riner, am 20. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die gesetzlichen IV-Leistungen zuzusprechen. Zu r Begründung liess sie im Wesent- lichen vorbringen, dass nicht auf das Verwaltungsgutach ten von Dr. C.____ abgestellt werden könne. Dieses sei widersprüchlich und lasse bei der Beur teilung der Arbeitsfähigkeit wesentli- che Punkte unberücksichtigt. Nicht nachvollziehbar sei insbe sondere die Tatsache, dass Dr. C.____ die verbleibende Verweistätigkeit auf 100% einschätze, der im Rahmen der Einglie- derungsmassnahmen durchgeführte Arbeitsversuch in einer leichteren Tätigkeit jedoch geschei- tert sei. Ausserdem sei aufgrund des vorgerückten Alters der Versicherten davon auszugehen, dass die verbleibende Restarbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertet werden könne. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 13. März 2 015 auf Abweisung der Be- schwerde. Mit Replik vom 15. Mai 2015 sowie Duplik vom 1. Juni 2015 hielten beide Parteien an ihren Anträgen und Rechtsstandpunkten fest. D. Mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 27. August 2015 w urde das Verfahren ausge- stellt und es wurde bei der D.____ ein rheumatologische s Gerichtsgutachten zur Frage der me- dizinisch bedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit de r Beschwerdeführerin und zur Fest- legung des dabei zu berücksichtigenden Leistungsprofils eingeholt. Hintergrund bildete der Um- stand, dass insbesondere der nach rund sieben Wochen abg ebrochene Arbeitsversuch der Versicherten bei ihrer ehemaligen Arbeitgeberin Anlass gegeben hatte, an den Schlussfolge- rungen von Dr. C.____ zu zweifeln, wonach die Versichert e in einer Verweistätigkeit als voll- ständig arbeitsfähig eingeschätzt worden war. Das entspr echende Gerichtsgutachten der D.____ erging am 25. April 2016. Die IV-Stelle hiel t in ihrer anschliessenden Stellungnahme vom 18. Mai 2016 zusammenfassend fest, dass das Gerichtsgut achten plausibel sei, mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit jedoch erst ab Begutachtun gszeitpunkt durch die D.____ im No- vember 2015 von einer Einschränkung in der Arbeitsfähig keit im Umfang von 40% ausgegan- gen werden könne. In der angefochtenen Verfügung vom 20. Januar 2015 sei daher zu Recht noch auf die Einschätzung von Dr. C.____ abgestellt wor den. Die mittlerweile durch die D.____ festgestellte Verschlechterung des Gesundheitszustandes könn e im vorliegenden Verfahren nicht mehr berücksichtigt werden, sondern bilde Gegensta nd einer allfälligen Neuanmeldung der Versicherten. Die Beschwerdeführerin ihrerseits hielt mit Stellungnahme vom 22. Juni 2016 im Wesentlichen fest, dass die neuerdings durch die D._ ___ in die Beurteilung einbezogene Knieproblematik bereits im Jahre 2014 bestanden habe un d sie in einer leidensadaptierten Tä- tigkeit daher bereits im Zeitpunkt der angefochtenen Ve rfügung nur noch 60% arbeitsfähig ge- wesen sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Anlässlich einer zweiten Urteilsberatung beschloss da s Gericht am 6. Oktober 2016, den Fall erneut auszustellen und eine ergänzende Nachfrage beim Gerichtsgutachter der D.____ zur Höhe der Restarbeitsfähigkeit der Versicherten im Z eitpunkt der angefochtenen IV- Verfügung vom 20. Januar 2015 zu veranlassen. Die entspre chende Antwort des Gerichtsgut- achters erging am 23. Dezember 2016. Die Beschwerdefüh rerin hielt in ihrer Stellungnahme vom 13. Januar 2017 im Wesentlichen fest, dass das vorger ückte Alter im Zeitpunkt des Fest- stehens der medizinischen Zumutbarkeit nunmehr erst am 23 . Dezember 2016 eine Verwert- barkeit ihrer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit vollst ändig ausschliesse. Die IV-Stelle ging in ihrer Stellungnahme vom 18. Januar 2017 mit Verweis a uf einen Bericht ihres regional- ärztlichen Dienstes (RAD) vom 4. Januar 2017 davon aus, da ss es mangels klinischer Doku- mentation zwischen dem Gutachten von Dr. C.____ und dem Gerichtsgutachten der D.____ nicht möglich sei, auf der Zeitachse nach Januar 2015 anzu geben, wie sich die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer leidensadaptierten Tätigkeit entwickelt habe. Die Einschätzung der ihr verbleibenden Erwerbsfähigkeit von 60% gelte daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst ab Begutachtungszeitpunkt durch die D.____ im November 2015. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist – sowei t notwendig – in den nachfolgenden Erwä- gungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 20. Februar 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Im Zusammenhang mit einem Gerichtsgutachten ist sodann zu beachten, dass das G ericht praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Exp erten abweicht, dessen Auf- gabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur V erfügung zu stellen, um einen be- stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein allfäll iger Grund für ein Abweichen kann höchstens dann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise wi dersprüchlich ist oder wenn gegen- sätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ger icht als triftig genug erschei- nen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 3.4 Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherung sgericht die Gesetz- mässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der R egel nach dem Sachverhalt zu be- urteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorg elegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der künftig massgeben- den Verhältnisse grundsätzlich jener medizinische Sachverh alt massgebend ist, wie er im Zeit- punkt des Erlasses der angefochtenen Rentenverfügung der IV-Stelle vom 20. Januar 2015 vorgelegen hat. 4. Strittig und zu prüfen ist die der Beschwerdeführe rin noch verbleibende Arbeitsfähig- keit. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung diesbezüglich auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. C.____ vom 17. Feb ruar 2014. Wie das Kantonsgericht bereits anlässlich seines Beschlusses vom 27. August 2015 f estgehalten hat, kommt dieser Beurteilung jedoch keine ausschlaggebende Beweiskraft zu (vgl. oben, Erwägung 3.3 hiervor). Es kann an dieser Stelle auf die entsprechenden Erwägu ngen des Kantonsgerichts verwiesen werden, wonach insbesondere der nach rund sieben Wochen abgebrochene Arbeitsversuch der damaligen Arbeitgeberin der Versicherten Anlass gegebe n hatte, an den Schlussfolgerungen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Dr. C.____ zu zweifeln. Nachdem sich deshalb die Einh olung eines gerichtlichen Gutach- tens als unerlässlich erwiesen hatte, stehen sich hinsichtli ch der fraglichen Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin somit einerseits die Einschätzung von Dr. C.____ im Verwaltungsgutachten vom 17. Februar 2014 und andererse its das gerichtliche Gutachten der D.____ vom 25. April 2016 sowie deren ergänzende Stel lungnahme vom 23. Dezember 2016 gegenüber. Einigkeit zwischen den beiden Gutachtern be steht insofern, dass die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin im Zustelldienst nicht mehr arbeitsfähig ist. Dreh- und Angelpunkt der gutachterlichen Auseinandersetzung bildet hingegen die Frage, in welchem Umfang sie einer adaptierten Verweistätigkeit noch nachzugehen in der Lage ist. 4.1 In seinem Gutachten vom 17. Februar 2014 diagnosti zierte Dr. C.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikovertebral und zervikozephal betontes Panvertebral- syndrom bei Fehlform durch einen Hohlrundrücken mit einem angeboren engen Spinalkanal auf Höhe C4-7 in Form von erheblichen degenerativen Verän derungen (Chondrose C4/5, Osteo- chondrose C5/6 und C6/7) sowie degenerativen Veränder ungen thorakal sowie lumbal. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien unter anderem ein Status nach Meniskusteilresektion des medialen Hinterhorns am rechten Kniegelenk mit einer b eginnenden Einengung des Interkon- dylärraumes durch Osteophyten sowie ein Status nach eine r 2011 erfolgten Operation einer Nabelhernie zu erheben. In seiner Gesamtbeurteilung kommt Dr. C.____ zum Schluss, dass bei der Explorandin seit neun Jahren Rückenprobleme bestün den. Die deutlich ausgeprägten de- generativen Veränderungen am Rücken würden nebst der F ehlform eine erhebliche Spondylo- se thorakal und lumbal zeigen. Im Röntgenbild der Hal swirbelsäule (HWS) zeige sich eine er- hebliche Degeneration auf allen Etagen. Diese degene rativen Veränderungen würden die Be- wegungseinschränkung der Explorandin erklären. Das klinisch deutliche Panvertebralsyndrom habe bei einer körperlich belastenden Tätigkeit sehr w ohl Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Das Profil einer Verweistätigkeit umfasse eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Gewichten über siebeneinhalb Kilogramm, kei ne dauerhaft sitzenden, stehenden, repetitiv bückenden oder vornüber geneigten Arbeiten sow ie keine Arbeiten mit dauernder In- oder Reklination der HWS. Für eine derart leichte rücke nadaptierte Tätigkeit bestehe seit Be- ginn der Krankschreibung am 6. September 2012 bezogen auf ein Ganztagespensum eine Ar- beitsfähigkeit von 100%. Berufliche Massnahmen seien vor dem Hintergrund des Scheiterns eines Arbeitsversuchs im leichten Bereich wenig sinnvoll. Es sei trotz der deutlichen degenera- tiven Veränderungen schwierig zu erklären, weshalb der A rbeitsversuch in einer Schontätigkeit im Umfang von lediglich zwei Stunden zu einer Schmerzexaz erbation geführt habe. Der Ein- druck einer Aggravation oder Simulation habe nicht erhoben werden können. 4.2 Im gerichtlichen Gutachten der D.____ vom 25. Apr il 2016 diagnostizierte der rheuma- tologische Experte Dr. med. E.____, FMH Innerere Medi zin und Rheumatologie, bei der Versi- cherten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches zerviko-thorakovertebrales Schmerzsyndrom bei Degeneration der Brustwirbelsäule (BW S) mit leichter linkskonvexer BWS-Skoliose und Spondylophytenbildungen bei radiologisch mehrsegmentalen, deutlich de- generativen HWS-Veränderungen, (2) ein chronisches lumb overtebrales Schmerzsyndrom, (3) Abdominalwand-Besonderheiten mit Status nach einer Na rbenhernien-Netzplastik im Jahre 2011 sowie (4) eine deutliche mediale und femoropatel lare Gonarthrose beidseits bei begin- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nender Kontrakturneigung beider Knie und verkürzter Ob erschenkelmuskulatur sowie Status nach Teilmeniskektomie am rechten Knie im Jahre 2006 und radiologisch ausgeprägter media- ler Gelenksspaltverschmälerung beidseits mit geringen Os teophytenbildungen, links schwerer Femoropatellararthrose gemäss Röntgen vom 25. Novemb er 2015 und grossflächig schwerer Chondropathie femorotibial medial rechts und femorop atellär rechts gemäss MRI vom 12. No- vember 2014. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit best ünden in rheumatologischer Hinsicht eine asymptomatische Valgus-Knie-Senkfussdeformität beidseits sowie asymptomatisch begin- nende Fingergelenkspolarthrosen. In seiner rheumatologischen Gesamtbeurteilung kommt der Gerichtsgutachter zum Schluss, dass insgesamt mehrfache degenerative Besonderheiten des Bewegungsapparats zu etikettie- ren seien. Einerseits bestehe – wie schon von Dr. C.____ g utachterlich festgehalten – ein ra- diomorphologisch deutlicher degenerativer Prozess des gesamten Achsenskeletts bislang ohne peripher-neurologische radikuläre Zeichen und ohne Sym ptome eines zentral das Myelon im Bereich der HWS beeinträchtigenden Prozesses. Neu gegenüber dem Gutachten aus dem Jah- re 2014 seien signifikante Gonarthrosen beidseits mit fun ktioneller Auswirkung in Form begin- nender Kniegelenkskontrakturen festzustellen. Die Explora ndin könne nicht mit gestreckten Knien stehen. Im Bereich der Bauchwand fänden sich der zeit klinisch keine sicheren Auffällig- keiten. Wie bereits von Dr. C.____ gutachterlich erhobe n könne auch im jetzigen Gerichtsgut- achten keine Abdominalwand-Beschwerdesymptomatik identifizi ert werden. Die Darlegungen des Rechtsvertreters der Explorandin, wonach eine Bauchwan dschwäche bestehe, seien aus gutachterlicher Sicht aber trotzdem zu akzeptieren. Nebst dem Status nach Netzplastik bestün- den diesbezüglich mehrere Besonderheiten in Form einer gewissen Rektusdiastase, nachdem im Jahre 2012 bildgebend eine abdominale Muskelatrophi e habe identifiziert werden können und die Explorandin nach fünf Schwangerschaften eine mö gliche Schwächung der Adominal- wand-Muskulatur erlebt habe. Es bestünden mehrere Faktor en, die die Bauchwand und damit das Achsenskelett als reduziert belastbar erscheinen liessen. Das Ausmass dieser Belastbar- keitsreduktion sei aber kaum exakt quantifizierbar. Zum Stellenwert des Scheiterns des Arbeits- versuches sei anzumerken, dass das Tätigkeitsprofil des Re integrationsversuches in einer als körperlich äusserst leicht angesehenen Tätigkeit möglicherw eise nicht adäquat eingeschätzt worden sei. Es sei vorstellbar, dass genau diese Tätigke it biomechanisch äusserst ungünstig gewesen sei. Hinsichtlich der Schmerzintensität und den we iteren Befundauffälligkeiten impo- niere das Bewegungsbild als wenig behindert. Es würde n sich Einschränkungen in der Beweg- lichkeit des Achsenskeletts teils mit endphasigen Schmerzen finden lassen. Letztere seien mit den degenerativen Veränderungen erklärbar. Der Gesund heitszustand habe sich seit der Be- gutachtung durch Dr. C.____ im Jahre 2014 muskuloskelettä r etwas verschlechtert. Neu zeig- ten sich deutliche Auswirkungen einer radiomorphologisch si gnifikanten Gonarthrose an beiden Knien mit beginnender Beweglichkeitseinschränkung und d eshalb auch mit Auswirkungen auf die gesamte Statik des Achsenskeletts vor allem im unteren Teil. Inwieweit diese degenerativen Veränderungen bereits 2014 subklinisch bestanden hätten , sei nicht eruierbar. Die klinische Beschwerdesymptomatik sei aktuell ebenfalls gering, die Be lastbarkeit der Beine aber dennoch reduziert. Neu zu gewichten seien die Abdominalbesonde rheiten, die insbesondere auch im Lichte der stattgefundenen Körpergewichtsreduktion eine zusätzliche Belastbarkeitsminderung des gesamten Rumpfes zumessen liessen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Es bestehe eine deutliche Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit, wie dies schon von Dr. C.____ im Jahre 2014 zuerkannt worden sei. Für die zuletzt ausg eübte Tätigkeit sei aufgrund der do- kumentierten muskuloskelettären Belastung keine Arbeitsfäh igkeit mehr zuzuerkennen. Keine Arbeitsfähigkeit bestehe auch für Tätigkeiten im erl ernten Pflegeberuf, sofern dieser nicht dem Profil der zumutbaren Verweistätigkeiten entspreche. Zumutbar seien körperlich sehr leichte bis leichte Tätigkeiten ohne wiederholtes Heben, Stossen ode r Ziehen von Lasten mit einem Ge- wicht von mehr als fünf bis sieben Kilogramm, ohne gehäuft überkopf, gebückt, kauernd, kniend oder wiederholt stufen- und treppenbenutzende Tätigkeitsanteile, ohne Notwendigkeit zum wie- derholten Rotieren des Oberkörpers, ohne Stehen immer am gleichen Ort (maximal 15 Minuten am gleichen Ort ohne Lokalisationswechsel), kein Sitzen a m Stück ohne Positionswechsel län- ger als eine bis eineinhalb Stunden. Das Ausmass einer derartigen Tätigkeit sei nach jetziger gutachterlicher Einschätzung aus muskuloskelettärer Sicht im Umfang von 60% zumutbar. Die Reduktion gegenüber der Einschätzung von Dr. C.____ b egründe sich mit der neu zu diagnos- tizierenden, radiomorphologisch deutlichen Gonarthrose beidseits und deren ungünstigen Inter- aktion mit dem Achsenskelett, mit den deutlichen degene rativen Veränderungen am ganzen Achsenskelett mit eingeschränkter Beweglichkeit und den e ntsprechend auch umschriebenen muskulären Verspannungen und Schmerzen, der entsprechend en Vulnerabilität gegenüber biomechanisch ungünstig einwirkenden Faktoren sowie mit den neu gewichteten Abdominal- wand-Besonderheiten und den dortigen geweblichen Vu lnerabilitäten. Eine geringere Arbeitsfä- higkeitszumutung in angepasster Tätigkeit scheine jedoch angesichts der doch recht freien Mo- tilität und Bewegungsabläufe in der Untersuchungssituation wie schon im Jahre 2014 nicht ver- tretbar. In der gutachterlichen Anamneseerhebung fänden sich auch derzeit weder Hinweise auf eine inadäquate Symptomschilderung noch auf eine Aggrava tion. Die Zumessung der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit gelte ab Gutachtenszeitpunkt. Es bestünden erschwerende Interfe- renzen einerseits zwischen der beidseitigen neu diagnost izierten, radiologisch deutlichen Gon- arthrose und der Beschwerdesymptomatik des unteren Achsen skeletts und andererseits zwi- schen den Besonderheiten der Abdominalwand mit ihrer ve rminderten Belastbarkeit sowie er- höhten Vulnerabilität und der muskulären Rückenstabilisa tion. Diese würden sich negativ aus- wirken, so dass zwecks vermehrter Erholung, bei etwas verm inderter Leistungsgeschwindigkeit und erhöhtem Pausenbedarf, auch für biomechanisch opti mal angepasste Tätigkeiten eine verminderte Belastbarkeit zuzuerkennen sei. 4.3 In seiner Stellungnahme vom 23. Dezember 2016 kom mt der Gerichtsgutachter zum Schluss, dass eine gutachterliche Beurteilung früherer m uskuloskelettärer Verhältnisse retro- spektiv heikel sei. Anerkanntermassen würden radiologische Befunde bei degenerativen Ver- änderungen oft nur mässig mit den klinischen Befundauff älligkeiten und oft nur wenig mit den Funktionseinschränkungen im Alltag korrelieren, so dass früher angesiedelte Befunde – wenn in den Akten überhaupt dokumentiert – oft über-, geleg entlich aber auch unterschätzt würden. Im vorliegenden Fall sei bezüglich der Knie festzuhalten, d ass im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. C.____ am 17. Februar 2017 keine Kniebeschwe rden rapportiert worden seien. Die Kniefunktion scheine kaum wesentlich beeinträchtigt ge wesen zu sein. In der klinischen Unter- suchung der Knie seien mit Ausnahme eines retropatellären Knirschens als häufiger Befund mit kaum bedeutenden funktionellen Auswirkungen offenbar un auffällige Befundverhältnisse erho- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben worden. Dr. C.____ seien keine bildgebenden Bef unde betreffen der Knie zur Verfügung gestanden, offensichtlich habe auch keine Veranlassung fü r eine entsprechende gutachterliche Abklärung bestanden. Seitens der behandelnden Ärzte seie n dann neun Monate später am 5. November 2014 eine konventionell-radiologische und e ine MR-tomographische Abklärung je rechts veranlasst worden. Die in der Folge am 25. Novemb er (recte) 2015 gutachterlich erstell- ten konventionellen Bilder würden ein Jahr später eine beidseitige deutliche mediale Gonarthro- se mit Gelenkspaltverschmälerung medial beschreiben. Neu finde sich am 25. November (rec- te) 2015 klinisch eine Knie-Befundauffälligkeit in For m einer eingeschränkten Knieflektierbarkeit rechts gegenüber links; sonst bestünden im Motilitätsbild und beim Besteigen eines Schemels aber keine Besonderheiten. Das Röntgenbild erscheine ei ndrücklicher als das klinische Bild. Insbesondere dürfte das MRI Ende 2014 mit seiner sehr em pfindlichen Befunderfassungsme- thodik den funktionellen Schwellenwert des Gonarthrose leidens der Explorandin eventuell et- was überschätzt haben. Nichts desto trotz könne der bild gebende MRI-Befund vorliegend aber als Potential einer weiteren Verschlechterung über di e kommende Zeit und als erhöhte Verletz- lichkeit gegenüber Belastungen als „signum mali ominis“ eingeschätzt werden. Es könne nicht gesagt werden, über welchen Zeitraum sich dieser radio anatomische Befund entwickelt habe. Allenfalls könnten es nur (viele) Monate gewesen sein. E s könne somit davon ausgegangen werden, dass die aktuell gutachterlich Ende (recte) 201 5 festgestellte Belastbarkeit respektive Arbeitsfähigkeit im entsprechenden Profil bereits se it der Durchführung der Bildgebung bzw. des MRI vom 5. November 2014 zuzuerkennen sei. Diese Arbe itsfähigkeit habe somit bereits im Zeitpunkt der IV-Verfügung vom 20. Januar 2015 best anden. Der Zustand der Kniegelenke sei im Zeitraum vor dem 5. November 2014 bei noch voll ständig fehlender klinischer Sympto- matik bei Dr. C.____ sicherlich unterschätzt worden, wobei nicht ausgesagt werden könne, über welchen Zeitraum sich die im MRI festgestellte und dort deutlich degenerative Knorpelschädi- gung bis zu ihrer Diagnosestellung am 5. November 2014 radioanatomisch zuvor entwickelt habe. 4.4 Was den medizinischen Sachverhalt und dabei insbeson dere die Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit der Versicherten betrifft, kommt dem soeben zitierten gerichtlichen Gutachten der D.____ vom 25. April 2016 ausschlaggeben de Bedeutung zu. Das Kantonsge- richt weicht wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3.3 h iervor) bei Gerichtsgutachten praxisge- mäss ohnehin nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse ausschliessl ich der Gerichtsbarkeit zur Verfü- gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizini sch zu erfassen und eingehend zu überprüfen. Allfällige Gründe für ein solches Abweichen liegen vorliegend keine vor. Das Ge- richtsgutachten der D.____ vom 25. April 2016 weist kein e formalen Mängel auf und ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. Erwägung 3 .2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen, insbesondere auch neuen bildgebenden Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Versicherten u nd ist in Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden. Dabei berücksichtigt es auch die erst nach der Begutachtung durch C.____ erfolgte neuerliche Bildgebung des rechten Knies der Versicherten vom 5. und vom 12. November 2014. Der gerichtliche Gutachter setzt sich dabei einlässlich mit den bei den Akten liegenden, teils abweichenden, fachärztlichen Einschä tzungen insbesondere von Dr. C.____ auseinander. Damit ist festzuhalten, dass das Gerichtsgutachten der D.____ alle Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräf tige ärztliche Stellungnahme er- füllt (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), wesha lb ihm grundsätzlich voller Beweiswert zuzuerkennen ist. Der Gerichtsgutachter legt schlüssig dar , dass und weshalb sich der Ge- sundheitszustand der Versicherten seit der Begutachtung du rch Dr. C.____ verschlechtert hat und die Versicherte insbesondere infolge der an beiden Knien neu zu diagnostizierenden, signi- fikanten Gonarthrose an zusätzlichen Auswirkungen auf d ie gesamte Statik ihres Achsenske- letts leidet. Hintergrund dieser zusätzlichen Einschränku ngen ist die ohne weiteres nachvoll- ziehbare Tatsache, dass die Versicherte infolge der auf di e Gonarthrose zurückzuführenden Kniegelenkskontrakturen offensichtlich nicht mehr in der Lage ist, mit gestreckten Knien zu ste- hen. Gestützt auf diese Ergebnisse, zu welchen der Ger ichtsgutachter gelangt ist, stimmen die beiden Parteien deshalb zu Recht darin überein, dass si ch der Gesundheitszustand der Versi- cherten seit der Begutachtung durch Dr. C.____ verschlech tert hat und Folge dessen bei der Versicherten eine nur noch reduzierte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 60% in sehr leichten bis leichten Verweistätigkeiten besteht. 4.5.1 Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht allerdin gs hinsichtlich der Frage, ab welchem Zeitpunkt der Versicherten die im Gerichtsgutachten de r D.____ vom 25. April 2016 ausgewie- sene Restarbeitsfähigkeit zu attestieren ist. In Nacha chtung der Nachfrage des Kantonsge- richts vom 12. Oktober 2016 gelangte der Gerichtsgutachte r zur Auffassung, dass die im Ge- richtsgutachten vom 25. April 2016 festgelegte Restarbe itsfähigkeit von 60% bereits im Zeit- punkt der Bildgebung vom 5. November 2014 Geltung bea nspruchen würde. Wie bereits das Hauptgutachten der D.____ entspricht ebenfalls deren e rgänzende Beurteilung vom 23. De- zember 2016 sowohl formal als auch inhaltlich den bun desgerichtlichen Kriterien an eine be- weistaugliche Expertise. Der Gerichtsgutachter gelangt dur ch einen Vergleich der vorbestehen- den, radiologischen Befunde mit den am 25. November 2 015 eigens gutachterlich erstellten konventionellen Bildern zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass die Bildgebung vom 5. bzw. 12. November 2014 bereits als Potential einer weitere n Verschlechterung einzuschätzen sei, welche schon dazumal zu einer erhöhten Verletzlichkeit geg enüber Belastungen geführt hat. Seine Aussage zeigt, dass die Befundsituation der Knie un d deren Auswirkung in erwerblicher Hinsicht für die Zeit vor den Röntgenaufnahmen vom 5. November 2014 bzw. vor dem MRI vom 12. November 2014 zwar noch unklar war, weil mangels we iterer bildgebender Befunde nicht gesagt werden kann, über welchen Zeitraum hinweg sich der anfangs November 2014 erhobe- ne radioanatomische Befund zuvor entwickelt hat. Dies ändert jedoch nichts daran, dass ge - mäss der gestützt auf einen direkten Vergleich der massgeb enden Bildgebungen beruhenden Aussage des Gerichtsexperten mit überwiegender Wahrschein lichkeit davon auszugehen ist, dass bereits im Zeitpunkt der Bildgebung vom 5. bzw. 1 2. November 2014 von einer nur noch reduzierten Belastbarkeit des Achsenskeletts der Versicherte n auszugehen war. Mithin erweist es sich auch als schlüssig, dass die Versicherte – im Vergleich zur Beurteilung von Dr. C.____ noch per Februar 2014 – bereits auf diesen Zeitpunkt hin in erwerblicher Hinsicht nur noch in reduziertem Umfang von 60% einer ihr zumutbaren Verwei stätigkeit nachzugehen in der Lage war. 4.5.2 Mit Verweis auf einen Bericht ihres regional-ärzt lichen Dienstes (RAD) vom 4. Januar 2017 wendet die IV-Stelle ein, dass es mangels klinischer Dokumentation in der Zeit zwischen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Gutachten von Dr. C.____ vom 17. Februar 2014 un d dem Gerichtsgutachten der D.____ vom 25. April 2016 nicht möglich sei, auf der Zeitachse anzugeben, wie sich die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer leidensadaptierten Tätigkeit entwickelt habe. Das Attest einer verblei- benden Erwerbsfähigkeit von lediglich noch 60% gelte da her mit überwiegender Wahrschein- lichkeit erst ab dem Begutachtungszeitpunkt durch die D. ____ im November 2015. Der IV- Stelle ist insoweit zuzustimmen, dass bildgebende Befund e alleine – ohne jeglichen Nachweis einer entsprechenden funktionellen Einschränkung – keine (zusätzliche) Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit begründen können. Ihrem Einwand ist allerdings entgegen zu halten, dass in den entsprechenden Berichten der F.____ vom 5. und vo m 12. November 2014 bei der Versi- cherten sehr wohl ein klinisches Substrat in Form eines a ktuellen Streck- und Beugedefizits ausgewiesen ist. Auch wenn die behandelnde Hausärztin der Versicherten in ihrem Bericht vom 2. August 2014 (IV-Dok 56) noch keine Kniebeschwerden r apportiert hatte, ist gemäss den nachfolgenden Berichten der F.____ vom 5. und 12. Nove mber 2014 mit anderen Worten den- noch ausgewiesen, dass die Versicherte bereits im Novemb er 2014 just an jenen funktionellen Kniebeschwerden in Form eines klinisch erhobenen Beuge- und Streckdefizits gelitten hat, wel- che mit Blick auf ihr Achsenskelett den – von beiden Par teien als nachvollziehbar taxierten – Schlussfolgerungen im gerichtlichen Gutachten der D.____ vom 25. April 2016 zufolge zu einer zu einer erschwerenden Interferenz und damit zu einer re duzierten Belastbarkeit des Rückens führen. Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Au ffassung ist damit erstellt, dass die Versi- cherte wegen einer deutlichen degenerativen Knorpelschäd igung ihrer Knie bereits anfangs November 2014 an einer funktionellen Belastungseinschränk ung gelitten hat. Ist mithin auch von einer klinischen Symptomatik auszugehen, welche bereit s dazumal das Achsenskelett der Versicherten zusätzlich belastet hat, kann ohne Weitere s auf die ergänzende Stellungnahme des Gerichtsgutachters vom 23. Dezember 2016 abgestellt we rden. Damit verbleibt es ab No- vember 2014 bei einer noch zumutbaren Restarbeitsfäh igkeit für sehr leichte bis leichte Ver- weistätigkeiten im Umfang von 60%. 5. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gung. Die Beschwerdeführerin stellt sich in diesem Zusamme nhang insbesondere mit Blick auf ihr mittlerweile fortgeschrittenes Alter auf den Sta ndpunkt, dass ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. 5.1 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit in e iner leidensangepassten Tätigkeit ist die Unterscheidung massgebend zwischen der medizinisch attestier ten Arbeitsfähigkeit und der Frage, ob und inwieweit eine bestimmte Restarbeitsfähi gkeit mit dem gegebenen Leistungspro- fil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist (Art 7 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dabei wird auch das fortgeschrittene Al ter, obgleich an sich ein invaliditätsfrem- der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerk annt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch auf eine m ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisti- scherweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr d eren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög- lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer- ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bem essen, sondern hängt von den Umstän- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht den ab, die mit Blick auf die Anforderungen der Verwe isungstätigkeiten massgebend sind. Zu beachten sind dabei beispielsweise die Art und Beschaffenh eit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeit ungsaufwand und in diesem Zusam- menhang auch die Persönlichkeitsstruktur, die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange- stammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Sept ember 2010, 9C_124/2010, E. 5.1). Was den Zeitpunkt betrifft, in dem zu beantworten ist , ob eine versicherte Person noch vermit- telbar ist, hat das Bundesgericht in seinem Leitentscheid BGE 138 V 457 ff. entschieden, dass auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit abzustellen ist. Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer ( Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medi- zinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachver haltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 462 E. 3.4), unabhängig davon, ob die Grundla ge hierfür ein Verwaltungsgutachten oder ein Gerichtsgutachten darstellt (Urteil des Bundesgerichts vom 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, E. 3.1). 5.2 Im vorliegenden Fall stand erst mit der ergänzend en Stellungnahme der D.____ vom 23. Dezember 2016 verbindlich fest, dass die Arbeitsfähi gkeit der Versicherten in einer ange- passten Verweistätigkeit im Umfang von 40% seit Novembe r 2014 eingeschränkt ist. Auch wenn die D.____ diese Restarbeitsfähigkeit bereits in ihrem Hauptgutachten vom 25. April 2016 festgelegt hatte, kann dieses Datum schon deshalb nicht m assgebend sein, weil das Kantons- gericht anlässlich seiner zweiten Urteilsberatung vom 6. Okt ober 2016 zum Ergebnis gelangt war, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die bisher ergangene medizinische Aktenlage weiterhin nicht möglich war. Es ka nn an dieser Stelle auf die entspre- chenden Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts vom 6. Oktober 2016 verwiesen wer- den, wonach im Gerichtsgutachten der D.____ vom 25. Ap ril 2016 abklärungsbedürftig geblie- ben war, wie hoch die Restarbeitsfähigkeit der Versicherten im Zeitpunkt der für die Beurteilung der strittigen Angelegenheit prozessual massgebenden Verfügung der IV-Stelle vom 20. Januar 2015 ausgefallen war (vgl. oben, Erwägungen 3.4 und 4.5). Erst die in Nachachtung der ent- sprechenden Nachfrage des Kantonsgerichts vom 12. Oktober 2016 ergangene Stellungnahme der D.____ vom 23. Dezember 2016 verschaffte letztlich Klarheit über die Frage, ab welchem Zeitpunkt der Versicherten eine nur noch reduzierte R estarbeitsfähigkeit zu attestieren ist, und bildete die – den Anforderungen an die Beweiskraft ge nügende – medizinische Grundlage für den strittigen Rentenentscheid. Für die Rentenberechtig ung der Versicherten ist demnach die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit am 23. Dezem ber 2016 entscheidend (Urteil des Bun- desgerichts vom 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, E. 3.1.2). 5.3 Die anfangs Oktober 1953 geborene Beschwerdeführe rin war in diesem Zeitpunkt 63 Jah- re und knapp drei Monate alt, was eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit angesichts ihrer anstehenden Pensionierung rund neun Monate später und der somit nur noch sehr kurzen Akti- vitätsdauer bereits per se ausschliesst. Es tritt hinzu, dass ihr seit anfangs November 2014 eine nur noch sehr leichte bis leichte Verweistätigkeit im U mfang von lediglich noch 60% zumutbar war. Den medizinisch in dieser Hinsicht unbestritten gebl iebenen und überzeugend ausgefalle- nen Einschätzungen der D.____ zufolge wären hinsichtlich einer künftigen Verweistätigkeit eine Vielzahl an zusätzlichen Einschränkungen zu berücksichtigen ge wesen. In Frage gekommen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wären einzig noch Tätigkeiten ohne wiederholtes Heben , Stossen oder Ziehen von Lasten mit einem Gewicht von mehr als fünf bis sieben Kilogramm, ohne gehäuft überkopfbetonte, gebück- te, kauernde, kniende oder wiederholt stufen- und trep penbenutzende Tätigkeitsanteile, ohne Notwendigkeit zum wiederholten Rotieren des Oberkörper s, ohne Stehen immer am gleichen Ort (maximal 15 Minuten am gleichen Ort ohne Lokalisat ionswechsel) und ohne Sitzen am Stück ohne Positionswechsel während einer Dauer von maxima l einer bis eineinhalb Stunden. Dass unter diesen Umständen auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise keine Aussicht auf eine Anstellung mehr bestanden hätte , ist offensichtlich (Urteil des Bundes- gerichts vom 14. Oktober 2016, 9C_416/2016, E. 5.). 6. Zu prüfen bleibt somit letztlich der Beginn des In validenrentenanspruchs der Beschwerde- führerin. Nach Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG haben Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% a rbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind, Anspru ch auf eine Rente, sofern ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsma ssnahmen wieder hergestellt, erhal- ten oder verbessert werden kann. Der Rentenanspruch en tsteht jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Die Beschwerdeführerin hatte sich bereits am 26. Februar 20 13 bei der IV zum Leistungsbezug angemeldet (vgl. IV-Dok 1). Damit wahrte sie alle nach dem eintretenden Versicherungsverlauf in Betracht fallenden Leistungsansprüche. Aufgrund der Aktenlage ist sodann davon auszuge- hen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf seit dem 7. September 2012 vollumfänglich arbeitsunfähig war (vgl. Gutachten von Dr. C.____ vom 17. Februar 2014, S. 13, IV-Dok 37; IV-Anmeldung vom 26. Februar 2013, IV-Dok 1, S. 3, ad Ziffer 4.4; ebenso Stellung- nahme RAD vom 12. November 2013, IV-Dok 28; vgl. so ber eits oben, Erwägung 4 a.E.). Dass es in der Folge zu einer Unterbrechung des Wartejahres gekommen wäre (vgl. Art. 29 ter IVV), ist den verfügbaren medizinischen Akten nicht zu entnehmen. Die einjährige Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG endete somit am 6. Septembe r 2013. Der demzufolge frühestmöglichen Entstehung des Rentenanspruchs per 1. September 2013 (vg l. Art. 29 Abs. 3 IVG) steht indes- sen die gutachterlich bestätigte, noch volle Arbeitsfähigke it in einer leichten Verweistätigkeit bis anfangs November 2014 entgegen (vgl. oben, Erwägung 4 .5.1 f.), welche in Anbetracht des validen- und invalidenseitig durchzuführenden Lohnvergl eichs (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleich; vgl. Fragebogen zur Ermittlung der Er werbstätigkeit vom 15. bzw. 20. März 2014, S. 2, IV-Dok 43) eine Erwerbsunfähigkeit von mi ndestens 40% bis dahin klar ausge- schlossen hat (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Auf der Basis des ehemals erzielten und auf ein Pensum von 100% hochgerechneten Valideneinkommens von Fr . 68‘145.— einerseits (13 x Fr. 3‘145.15 : 6 x 10; vgl. Fragebogen für Arbeitgebende, Ziffer 2.10, IV-Dok 15; ebenso IV-Dok 18, S. 2) und des anhand der lohnstatistischen Angaben der LSE 2012 zu bemessenden Invali- deneinkommens im Umfang von Fr. 31‘957.— andererseits ( T1, Kompetenzniveau 1, Spalte Frauen, Fr. 4‘228.— monatlich, x 12 : 40 x 41,7 Wochen stunden; zuzüglich Nominallohnerhö- hung von 0,7% [Bundesamt für Statistik, Tabelle T39, Entwicklung der Nominallöhne, Spalte Frauen, 2012-2013] x zumutbares Pensum noch von 60%), wi rd der für einen Rentenanspruch erforderliche Schwellenwert von 40% erstmals ab November 2014 erreicht (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Die ab November 2014 verbleibende Restarbe itsfähigkeit war erwerblich indes aus altersbedingten Gründen nicht mehr verwertbar (vgl. ob en, Erwägung 5.3). Für die Rentenbe- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtigung ab 1. November 2014 (vgl. Art. 29 Abs. 3 I VG) ist daher die fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit am 23. Dezember 2016 massgeben d. Dies führt ab 1. November 2014 zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Beschwer de ist bei diesem Ergebnis gutzu- heissen. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeit en um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Die IV-Stelle als Vorinstanz hat daher trotz Unterlie- gens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies h at zur Folge, dass für den vorliegen- den Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Der g eleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.— ist der Beschwerdeführerin demnach zurückzuerst atten. 7.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung durch die D.____ ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmun g zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so hat er deren Kosten den noch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich w aren oder Bestandteil nachträg- lich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgeri cht in BGE 137 V 210 ff. entschie- den hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführ ung der vom Gericht als notwendig erach- teten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage kä me, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auf- trag gegebenen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen au fzuerlegen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich sei ner Urteilsberatung vom 27. August 2015 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestüt zt auf die damals vorhandene Ak- tenlage nicht möglich war. Es kann in dieser Hinsicht v ollumfänglich auf die Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts vom 27. August 2015 verwiesen werden (a.a.O., Ziffer 2), wo- nach insbesondere der nach rund sieben Wochen abgebrochene Arbeitsversuch der damaligen Arbeitgeberin der Versicherten Anlass gegeben hatte, an den Schlussfolgerungen im Verwal- tungsgutachten von Dr. C.____ zu zweifeln. In Anbetrach t dieser Erwägungen war die gerichtli- che Begutachtung durch die D.____ nicht nur angezeigt, sondern unerlässlich. Es tritt hinzu, dass das gerichtliche Gutachten der D.____ bzw. deren erg änzende Stellungnahme nunmehr zweifellos die Grundlage für die der Beschwerdeführer in ab November 2014 zuzusprechende IV-Rente bilden. Im Lichte der geschilderten Rechtsprech ung sind die resultierenden Kosten, welche sich gemäss den Honorarrechnungen der D.____ vom 2 5. April 2016 und vom 23. De- zember 2016 insgesamt auf Fr. 5‘291.40 belaufen, dem nach der Beschwerdegegnerin aufzuer- legen. 7.3 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht der obsiegenden Beschwe rdeführerin eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote ihres Parteivertreters vom 24. Januar 2017 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende B eschwerdeverfahren auf insgesamt Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 35 Stunden und 6 Minuten. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen sowie des mehrfachen Schriften wechsels als angemessen und ist zu dem praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenan satz von Fr. 250.— zu entgel- ten. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von ins- gesamt Fr. 270.30. Es ergibt sich demnach eine Parteie ntschädigung zu Lasten der Beschwer- degegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 9‘768.90 (35,1Stunden à Fr. 250.— und Auslagen in der Höhe von Fr. 270.30 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfüg ung der IV-Stelle vom 20. Januar 2015 aufgehoben und es wird der Beschwerdef ührerin mit Wirkung ab 1. November 2014 eine ganze Rente der In validenversi- cherung zugesprochen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von insge- samt Fr. 5‘291.40 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle hat der Versicherten eine Parteien tschädigung in der Höhe von Fr. 9‘768.90 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu er) zu bezah- len.