<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2005.00058</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205723&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2005.00058</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Teuerungsausgleich</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichts für abstrakte Normenkontrolle<br/><br/>Die Beschwerdeführer fochten einen Stadtratsbeschluss an, wodurch die Regelung des Teuerungsausgleichs gemäss Ausführungsbestimmungen zum stadtzürcherischen Personalrecht (AB PR) abgeändert wurde. Gleichzeitig stellten sie ein Begehren um Lohnnachzahlungen gestützt auf die gewünschte Abänderung des Beschlusses.<br/><br/>Vor Verwaltungsgericht ist lediglich die akzessorische, nicht aber die abstrakte Normenkontrolle zulässig (E. 1). Die AB PR sind als Verordnung und damit als Gesetz im materiellen Sinn zu betrachten (E. 2.1). Zum Verfügungsbegriff (E. 2.2). Mit dem angefochtenen Beschluss wurde faktisch ein generell-abstrakter Erlass abgeändert. Der Beschluss bildete damit lediglich die mögliche Grundlage für individuell-konkrete Anordnungen, ist aber selbst nicht als solche zu qualifizieren (E. 2.3+4). Für das Begehren um Lohnnachzahlungen fehlt es an einem individuell-konkreten Anfechtungsobjekt (E. 3). Nebenfolgen (E. 4).<br/>Nichteintreten/Überweisung und Weiterleitung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTRAKTE NORMENKONTROLLE">ABSTRAKTE NORMENKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKZESSORISCHE NORMENKONTROLLE">AKZESSORISCHE NORMENKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFECHTUNGSOBJEKT">ANFECHTUNGSOBJEKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANORDNUNG">ANORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINTRETENSFRAGE">EINTRETENSFRAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERLASS">ERLASS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GENERELL-ABSTRAKT">GENERELL-ABSTRAKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZ">GESETZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOHEITSAKT">HOHEITSAKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES">INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNNACHZAHLUNG">LOHNNACHZAHLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MATERIELL">MATERIELL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NORMENKONTROLLE">NORMENKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PUBLIKATION">PUBLIKATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TEUERUNGSAUSGLEICH">TEUERUNGSAUSGLEICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERWEISUNG">ÃBERWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNG">VERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNGSBEGRIFF">VERFÃGUNGSBEGRIFF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERORDNUNG">VERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 152 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">§ 5 Abs. 1 VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 65 AB PR ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 51 PR ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 56 PR ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Mit Gemeinderatsbeschluss vom 28. November 2001 erliess die Stadt ZÃ¼rich ihr neues Personalrecht (PR). GestÃ¼tzt auf Art. 85 Abs. 1 PR, der ihm die entsprechende Kompetenz einrÃ¤umte, beschloss der Stadtrat von ZÃ¼rich am 27. MÃ¤rz 2002 die AusfÃ¼hrungsbestimmungen zum Personalrecht (AB PR). Aufgrund der EinfÃ¼hrung des neuen Rechts auf 1. Juli 2002 sowie der damit verbundenen Ãnderungen legte der Stadtrat mit Beschluss vom 6. November 2002 unter anderem fest, dass im Jahr 2003 die Anpassung der Lohn­skala und die Lohnmassnahmen ausnahmsweise auf den 1. April 2003 (statt auf 1. Januar) erfolgen sollten. Im Jahre 2004 wurden Teuerungsausgleich und Lohnmassnahmen erneut per 1. April ausgefÃ¼hrt und Art. 65 Abs. 1 AB PR, welcher die Anpassung der LÃ¶hne und der Lohnskala jÃ¤hrlich auf 1. Januar vorsieht, im Rahmen der Lohnmassnahmen 2004 nicht angewandt.</span></p> <p class="Urteilstext">In WÃ¼rdigung der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens zum Teuerungsausgleich und zu den Lohnmassnahmen 2005 schlug der Stadtrat eine Ausnahmeregelung fÃ¼r die Ãbergangszeit bis zum Inkrafttreten des revidierten Lohnsystems im FrÃ¼hling 2007 vor. Die VorschlÃ¤ge zum Teuerungsausgleich, welche in der Vernehmlassung grundsÃ¤tzlich breite Zustimmung gefunden hatten, sollten getrennt von den Massnahmen fÃ¼r die Ãbergangszeit wie geplant auf 1. April 2005 in Kraft gesetzt werden. Demnach war die aktuelle Lohnskala auf Basis des stÃ¤dtischen Indexes der Konsumentenpreise per 1. April 2005 der Teuerung anzupassen. Entsprechend beschloss der Stadtrat am 9. MÃ¤rz 2005, dass die Lohnskala gemÃ¤ss Art. 51 PR gestÃ¼tzt auf Art. 56 Abs. 1 PR auf den 1. April 2005 derart erhÃ¶ht werde, dass der ZÃ¼rcher StÃ¤dteindex der Konsumentenpreise, Stand 103,6 Punkte (Stand Februar 2005, Basis Mai 2000), ausgeglichen sei (Dispositiv-Ziffer 1). Es folgten weitere, einzelne Gruppen von Mitarbeitenden betreffende Regelungen (Dispositiv-Zif­fer 2). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liessen die stÃ¤dtischen Angestellten A, B und C sowie sechs weitere Personen Rekurs erheben und beantragen, es seien Dispositiv-Ziffer 1 des Beschlusses vom 9. MÃ¤rz 2005 so abzuÃ¤ndern und die Lohnskala statt auf 1. April 2005 auf 1. Januar 2005 derart zu erhÃ¶hen, dass der ZÃ¼rcher StÃ¤dteindex der Konsumentenpreise statt auf Stand 103,6 Punkte (Februar 2005) auf Stand 104,1 Punkte (November 2004) auszugleichen sei. In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses seien die entsprechenden LÃ¶hne ebenfalls per 1. Januar 2005 der Teuerung gemÃ¤ss Ziffer 1 anzupassen. DemgemÃ¤ss sei den Betroffenen ab dem 1. Januar 2005 die Differenz zwischen dem ausbezahlten und dem antragsgemÃ¤ss zu gewÃ¤hrenden Lohn nachzuzahlen. Am 18. Mai 2005 zogen die sechs weiteren Personen den Rekurs zurÃ¼ck; es verblieben die drei namentlich erwÃ¤hnten im Rekursverfahren. Der Bezirksrat wies deren Rekurs mit Beschluss vom 29. September 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Entscheid des Bezirksrats liessen A, B und C am 1. November 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben mit denselben AntrÃ¤gen wie im Rekursverfahren (ausgenommen denjenigen betreffend Dispositiv-Ziffer 2 im Stadtratsbeschluss vom 9. MÃ¤rz 2005). Die Stadt ZÃ¼rich bestritt in der Beschwerdeantwort vorab die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts, verlangte die Ãberweisung der Beschwerde als Rekurs an den Regierungsrat und beantragte eventualiter die Abweisung des Rechtsmittels.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Vorab stellt sich die Frage nach der ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts. Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur gegen letztinstanzliche Anordnungen â VerfÃ¼gungen und Rechtsmittelentscheide Ã¼ber individuell-konkrete Akte â von VerwaltungsbehÃ¶rden zulÃ¤ssig sei. Ihr Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 regle jedoch die Anpassung der LÃ¶hne der stÃ¤dtischen Mitarbeitenden an die Teuerung per 1. April 2005 und lege damit die LÃ¶hne fÃ¼r eine anschliessende unbefristete Zeit fest. Der Beschluss betreffe eine unbestimmte Zahl von Personen und unbestimmt viele Lohnauszahlungen. Er sei generell-abstrakter Natur und stelle damit kein Beschwerde­objekt fÃ¼r das Verwaltungsgericht dar. Vielmehr sei das Beschwerdeverfahren als Rekurs an den Regierungsrat zu Ã¼berweisen.</p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht hat seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen zu Ã¼berprÃ¼fen (§ 80c in Verbindung mit §§ 70 und 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Ungeachtet des Streitwerts kann in FÃ¤llen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung die Entscheidung einer Kammer Ã¼bertragen werden (§ 38 Abs. 2 und 3 VRG). Vorliegend stellt sich insbesondere die Frage, ob sich die BeschwerdefÃ¼hrer gegen den Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 wehren kÃ¶nnen oder ob dieser als generell-abstrakter Erlass zu qualifizieren ist.</p> <p class="Erwgung2">Mit dem Gemeinderekurs und der Gemeindebeschwerde an den Bezirksrat kÃ¶nnen auch generell-abstrakte Erlasse angefochten werden, welche in der ZustÃ¤ndigkeit der BehÃ¶rden ergehen. Das Gemeindegesetz kennt auch auf dieser Ebene die abstrakte Normenkontrolle (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 4-31 N. 13 ff., § 19 N. 8, § 41 N. 7; H.R. Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 152 N. 2.2). Die Vorinstanz stÃ¼tzte sich im angefochtenen Entscheid auf § 152 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG). Danach kann gegen Anordnungen und Erlasse anderer GemeindebehÃ¶rden und weiterer TrÃ¤ger Ã¶ffentlicher Aufgaben Rekurs gemÃ¤ss Verwaltungsrechtspflegegesetz erhoben werden. Als "andere Gemeinde­behÃ¶rden" gelten die ExekutivbehÃ¶rden der Gemeinden, sofern sie zur selbstÃ¤ndigen Erledigung von GeschÃ¤ften im Sinne von § 57 GemeindeG befugt sind. Da der Weiterzug an das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 41 VRG jedoch nur in Bezug auf Anordnungen, nicht aber auf Erlasse mÃ¶glich ist, scheiden generell-abstrakte Normen als Anfechtungsobjekt aus. HierfÃ¼r ist zweitinstanzlich der Rekurs an den Regierungsrat vorgesehen. Vor Verwaltungsgericht ist lediglich die akzessorische, nicht jedoch die abstrakte Normenkontrolle zulÃ¤ssig (§§ 19b Abs. 1, 19c Abs. 2 VRG; Thalmann, § 152 N. 2.1, 5.1 f.; KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 50 N. 116 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist nur zulÃ¤ssig, wenn sich der Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 9. MÃ¤rz 2005 als individuell-konkrete Anordnung (oder allenfalls als AllgemeinverfÃ¼gung) erweisen wÃ¼rde. Das ist zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die AusfÃ¼hrungsbestimmungen zum Personalrecht sind ihrem Wesen nach eine Verordnung. Verordnungen sind generell-abstrakte Rechtsnormen, die in einer anderen Form als derjenigen der Verfassung oder des Gesetzes im formellen Sinn ergangen sind, d.h. auf einer Stufe unterhalb des Gesetzes im formellen Sinn stehen, und keine autonomen Satzungen darstellen. FÃ¼r den Begriff der Verordnung ist die erlassende BehÃ¶rde nicht massgeblich. Das Personalrecht sowie dessen AusfÃ¼hrungsbestimmungen sind als Gesetze im materiellen Sinn zu betrachten. Solche enthalten Rechtsnormen, die sich an die Allgemeinheit richten, d.h. dem Einzelnen Rechte einrÃ¤umen oder Pflichten auferlegen oder die Organisation und das Verfahren der BehÃ¶rden regeln. Vorliegend regeln die erwÃ¤hnten Erlasse die Rechtsstellung einer grÃ¶sseren Gruppe von Einzelpersonen gegenÃ¼ber der sie beschÃ¤ftigenden Ã¶ffentlichen KÃ¶rperschaft, weshalb keine blossen Verwaltungsverordnungen vorliegen, sondern Gesetze im materiellen Sinn, die in der Gesetzessammlung publiziert werden mÃ¼ssen, um fÃ¼r die Privaten rechtswirksam zu sein (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 114 f., 120 f., 123; Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. A., ZÃ¼rich etc. 2005, N. 1849 f., 1854; Tobias Jaag, Staats- und Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2005, Rz. 408 f., 412; BGE 104 Ia 161 E. 2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die VerfÃ¼gung ist eine von einem TrÃ¤ger der Ã¶ffentlichen Verwaltung erlassene hoheitliche Anordnung. Hoheitlich ist der Akt, der im Rahmen der einer BehÃ¶rde zustehenden Ã¶ffentlichrechtlichen Befugnisse ergeht und im Bereich ihrer Ã¶ffentlich-rechtlichen ZustÃ¤ndigkeit liegt. Nur individuell-konkrete Anordnungen sind VerfÃ¼gungen. Das bedeutet, dass sich ein Verwaltungsakt an eine einzelne Person oder an mehrere bestimmte Adressaten richten und einen konkreten Sachverhalt oder eine Vielzahl von konkreten Sachverhalten regeln muss. Die VerfÃ¼gung erfasst somit ein einmaliges, auf einen ganz bestimmten Sachverhalt bezogenes RechtsverhÃ¤ltnis. Als konkret erweist sich eine Anordnung, wenn sie dermassen spezifiziert und typisiert ist, dass sie sich unmittelbar vollziehen lÃ¤sst. Die unmittelbare Vollziehbarkeit ist damit das entscheidende Kriterium dafÃ¼r, ob ein individueller Akt genÃ¼gend konkretisiert ist, um als VerfÃ¼gung zu gelten. Keine VerfÃ¼gungen sind dagegen Akte, die allgemeine Regeln enthalten, wie namentlich generell-abstrakte Erlasse. Die Ã¤ussere Form des Verwaltungshandelns ist nicht entscheidend dafÃ¼r, ob eine Anordnung als VerfÃ¼gung zu qualifizieren ist oder nicht (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 4-31 N. 13 ff.; Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. A., Bern 2005, S. 209 ff., 214).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Vorliegend Ã¤nderte der Stadtrat als ExekutivbehÃ¶rde mittels Beschlusses vom 9. MÃ¤rz 2005 die von ihm erlassenen AusfÃ¼hrungsbestimmungen zum Personalrecht â ebenfalls ein Stadtratsbeschluss â teilweise ab, nÃ¤mlich was den Zeitpunkt des Teuerungsausgleichs und der Anpassung der LÃ¶hne durch Lohnmassnahmen anbelangt. Zwar blieben die betreffenden Bestimmungen (Art. 65 Abs. 1 und 2 AB PR) unverÃ¤ndert; deren Geltung wurde jedoch fÃ¼r das Jahr 2005 faktisch ausgesetzt, indem der Stadtrat den Zeitpunkt fÃ¼r Teuerungsausgleich und Lohnmassnahmen vom 1. Januar auf den 1. April 2005 verschob. Die Art der AbÃ¤nderung der AusfÃ¼hrungsbestimmungen â mittels separaten Beschlusses â ist unerheblich; relevant ist vielmehr, dass mit dem Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 ein generell-abstrakter Erlass (vorn 2.1) mindestens faktisch abgeÃ¤ndert wurde. </p> <p class="Erwgung3">Dies geht auch aus dem Erlass selber hervor: GemÃ¤ss Dispositiv-Ziffer 1 des Beschlusses vom 9. MÃ¤rz 2005 wird die "Lohnskala gemÃ¤ss Art. 51 PR (â¦) gestÃ¼tzt auf Art. 56 Abs. 1 PR auf den 1. April 2005 derart erhÃ¶ht, dass der ZÃ¼rcher StÃ¤dteindex der Konsumentenpreise, Stand 103.6 Punkte (Basis Mai 2000), ausgeglichen ist. Der Jahreslohn von Funktionsstufe 1 (minimal gefordertes Mass an Erfahrung und guter Leistung) gemÃ¤ss Art. 51 Abs. 2 PR und die Lohnbegrenzung gemÃ¤ss Art. 90 PR werden entsprechend angepasst". Anschliessend werden gewisse Gruppen von Mitarbeitenden von diesem Beschluss ausgenommen oder besonders berÃ¼cksichtigt. GemÃ¤ss Dispositiv-Ziffer 3 sollten Ende April 2005 alle Angestellten ihre Lohnabrechnungen mit dem neuen Lohn und einer erlÃ¤uternden Zahltagsbeilage Ã¼ber den Teuerungsausgleich erhalten; nur die PersonalverbÃ¤nde, Departementsvorstehenden und Dienstabteilungen erhielten den Beschluss selber.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Der Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 bildete damit lediglich die mÃ¶gliche Grundlage fÃ¼r individuell-konkrete Anordnungen, wonach fÃ¼r die Angestellten der Beschwerdegegnerin Teuerungs- und Lohnanpassungen in Abweichung vom bestehenden Art. 65 Abs. 1 und 2 AB PR per 1. April erfolgen sollten, ist aber selbst nicht als individuell-konkrete Anordnung zu qualifizieren. Insbesondere liess sich der Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 den BeschwerdefÃ¼hrern gegenÃ¼ber mit Bezug auf den Teuerungsausgleich per Ende April 2005 nicht unmittelbar vollziehen. Das geschah erst mit der Lohnabrechnung per Ende April 2005, der insofern VerfÃ¼gungscharakter zukam (zur Form der VerfÃ¼gung vorn 2.2); andernfalls hÃ¤tten die BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf die Mitteilung in der Lohnabrechnung per April 2005 eine separate VerfÃ¼gung verlangen mÃ¼ssen. Schon ihr Rekurs richtete sich indessen gegen den Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 und wurde in einem Zeitpunkt erhoben, als sie die Lohnabrechnung per April 2005 noch gar nicht erhalten hatten. Geht dem Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 aber aus den erwÃ¤hnten GrÃ¼nden der Charakter als individuell-konkrete Anordnung ab, liegt im vorinstanzlichen Entscheid keine letztinstanzliche Anordnung, fÃ¼r deren Beurteilung das Verwaltungsgericht zustÃ¤ndig wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung3">Dass der Beschluss vom 9. MÃ¤rz 2005 nicht in der Gesetzessammlung publiziert wurde, wie dies formell vorgeschrieben wÃ¤re (vorne 2.1), ist dagegen von untergeordneter Bedeutung. Aus einem aus formellen GrÃ¼nden â mangels Publikation â ungÃ¼ltigen Rechtssatz wird deswegen noch keine Einzel- oder AllgemeinverfÃ¼gung (RB 1980 Nr. 15). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrer stellten nicht nur den Antrag, den Stadtratsbeschluss teilweise aufzuheben, sondern verlangten ausserdem eine auf die gewÃ¼nschte Ãnderung des Beschlusses gestÃ¼tzte Lohnnachzahlung. Wie gesehen, fehlt es jedoch an einem individuell-konkreten Anfechtungsobjekt (vorn 2.4). Dieser bereits in der Rekursschrift vom 11. April 2005 gestellte Antrag ist aber immerhin als sinngemÃ¤sses Begehren um Erlass einer anfechtbaren VerfÃ¼gung aufzufassen und zustÃ¤ndigkeitshalber an die Beschwerdegegnerin weiterzuleiten. Es wird sich angesichts der Ãberweisung an den Regierungsrat (vgl. dazu sogleich nachstehend) dann allerdings die Frage einer Sistierung stellen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten und diese, soweit sie einen generell-abstrakten Erlass anficht, als Rekurs im Sinne von § 19c Abs. 2 VRG dem Regierungsrat zu Ã¼berweisen. Bei diesem Ausgang sind angesichts der unzutreffenden Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen; eine EntschÃ¤digung ist nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Die Vorinstanz hat ihrerseits keine Kosten erhoben.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst<span> die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </p> <p class="Einzug2">Sie wird zur Behandlung als Rekurs an den Regierungsrat Ã¼berwiesen, soweit sie eine Ãnderung des Stadtratsbeschlusses vom 9. MÃ¤rz 2005 beantragt.</p> <p class="Einzug2"> Das Begehren, den BeschwerdefÃ¼hrern ab dem 1. Januar 2005 die Differenz zwischen dem ausbezahlten und dem antragsgemÃ¤ss zu gewÃ¤hrenden Lohn nachzuzahlen, wird an die Beschwerdegegnerin weitergeleitet.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2">4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>