<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00132</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223241&amp;W10_KEY=13045544&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00132</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.05.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 21.11.2023 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Gefährder wendet - zu Recht - nichts ein gegen den Schluss des Zwangsmassnahmengerichts, wonach ein Fortbestand der Gefährdung der von ihm (dem Gefährder) getrennt lebenden Ehegattin glaubhaft sei. Er hält jedoch die vom Zwangsmassnahmengericht verlängerten Betret- und Kontaktverbote für unverhältnismässig.] Die Berechtigung eines auf die nähere Wohnumgebung der gefährdeten Person beschränkten Betretverbots ergibt sich bereits aus der fortbestehenden Gefährdungssituation. Der Gefährder hat der gefährdeten Person vorliegend nicht nur in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses, sondern auch bei von dieser frequentierten Einkaufsläden und am Bahnhof aufgelauert. Als alleinerziehende und berufstätige Mutter eines Kleinkinds ist die gefährdete Person darauf angewiesen, ihre alltäglichen Verrichtungen in der näheren Wohnumgebung erledigen zu können. Auch dem Spiel- und Bewegungsbedürfnis des Kinds ist Rechnung zu tragen. Die örtliche Festsetzung des Rayonverbots ist vorliegend nicht zu beanstanden (zum Ganzen E. 4.2.1). Die generelle Aussetzung eines Betretverbots am Wohnort der gefährdeten Person zu bestimmten Tageszeiten ist mit dessen Schutzzweck regelmässig nicht zu vereinbaren und zur Wahrung der Verhältnismässigkeit nicht erforderlich (E. 4.2.2). Ein Grund für die Statuierung einer Ausnahme vom Betretverbot zu einem konkreten Zweck liegt entgegen der Ansicht des Gefährders nicht vor. Vielmehr hat er die in diesem Zusammenhang angerufenen Bezugspunkte innerhalb des weit von seiner eigenen Wohngemeinde gelegenen Rayons ohne objektiven Grund und erst nach der Trennung von der gefährdeten Person bzw. nach Erlass der Schutzmassnahmen geschaffen (E. 4.2.3). Das Betretverbot am Wohnort ist folglich verhältnismässig (E. 4.2.4). Besondere Bindungen der gefährdeten Person zur vom zweiten Betretverbot erfassten Kirche bzw. Kirchgemeinde sind vorliegend nicht dargetan, während der Gefährder ein gewichtiges Interesse daran glaubhaft macht, dort weiterhin seelsorgerische Betreuung in Anspruch nehmen und Gottesdienste besuchen zu können. Das zweite Rayonverbot erweist sich deshalb jedenfalls zum Zeitpunkt der Urteilsfällung als unverhältnismässig (zum Ganzen E. 4.3). Teilweise Gutheissung, soweit auf die Beschwerde eingetreten wird. Abweisung des Gesuchs des Gefährders um Gewährung unentgeltlicher Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands. Abschreibung des Gesuchs der gefährdeten Person um Gewährung unentgeltlicher Prozessführung als gegenstandslos geworden. Abweisung des Gesuchs der gefährdeten Person um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRETVEBROT">BETRETVEBROT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZ">GEWALTSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZGESETZ">GEWALTSCHUTZGESETZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN">GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYON">RAYON</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYONGRÃSSE">RAYONGRÃSSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYONVERBOT">RAYONVERBOT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Zus. 10 Abs. I GSG</span><br/><span class="ungerade">Art. 2I lit. b GSG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=61734" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00132</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">15. Mai 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA Dr. B, </span></a></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>C,<b> </b>vertreten durch RA D,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">und</p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kantonspolizei ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Mitbeteiligte, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">C und A sind verheiratet und Eltern einer im Dezember 2019 geborenen Tochter. Im Herbst 2022 trennte sich C von ihrem Ehegatten, verliess die Familienwohnung in E und zog zusammen mit der Tochter nach F. Am dortigen Bezirksgericht ist ein Eheschutzverfahren hÃ¤ngig. </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Februar 2023 verfÃ¼gte die Kantonspolizei ZÃ¼rich in Anwendung des Gewaltschutzgesetzes vom 19. Juni 2006 (GSG, LS 351) gegenÃ¼ber A fÃ¼r die Dauer von jeweils 14 Tagen bzw. bis und mit 3. MÃ¤rz 2023 ein Kontaktverbot zu C sowie Betretverbote betreffend deren Wohnort und der Kirche G in H.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">C ersuchte das Zwangsmassnahmengericht am Bezirksgericht F mit Schreiben vom 24. Februar 2023, die angeordneten Schutzmassnahmen um drei Monate zu verlÃ¤ngern. A liess dem Zwangsmassnahmengericht am 2. MÃ¤rz 2023 die Abweisung des VerlÃ¤ngerungsgesuchs unter EntschÃ¤digungsfolge beantragen; in prozessualer Hinsicht ersuchte er um Verpflichtung von C zur Leistung eines Prozesskostenbeitrags von einstweilen mindestens Fr. 5'000.-, eventualiter um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person seines Vertreters. Mit Urteil und VerfÃ¼gung vom 3. MÃ¤rz 2023 verlÃ¤ngerte das Zwangsmassnahmengericht am Bezirksgericht F die mit VerfÃ¼gung vom 17. Februar 2023 angeordneten Schutzmassnahmen bis und mit 3. Juni 2023 (Dispositivziffer 1 des Urteils), wies die Ersuchen um Zusprechung eines Prozesskostenbeitrags (Dispositivziffer 1 der VerfÃ¼gung) und GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege (Dispositivziffer 2 der VerfÃ¼gung) ab, setzte die Gerichtskosten auf Fr. 750.- fest (Dispositivziffer 2 des Urteils), auferlegte sie A (Dispositivziffer 3 des Urteils) und verweigerte diesem eine ParteientschÃ¤digung (Dispositivziffer 4 des Urteils). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A liess am 8. MÃ¤rz 2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht fÃ¼hren und die Aufhebung der Dispositivziffern 1 und 2 der VerfÃ¼gung sowie der Dispositivziffern 1â4 des Urteils des Zwangsmassnahmengerichts am Bezirksgericht F vom 3. MÃ¤rz 2023 unter EntschÃ¤digungsfolge beantragen. Im Eventualstandpunkt verlangte er Folgendes: Das Betretverbot betreffend den Wohnort sei zu verkleinern und fÃ¼r seine Teilnahme an einer auf den 13. April 2023 angesetzten Verhandlung am Bezirksgericht F auszusetzen. Das Betretverbot betreffend die Kirche G in H sei dahingehend zu beschrÃ¤nken, dass ihm gestattet werde, dort jeden zweiten Sonntag den Gottesdienst zu besuchen. Sodann sei ihm der telefonische Kontakt zur Mutter von C zu gestatten und ihm zu erlauben, seine Tochter in Begleitung der Grossmutter mÃ¼tterlicherseits zwei bis drei Mal pro Woche wÃ¤hrend jeweils zwei Stunden zu treffen und zu betreuen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person seines Vertreters. Das Bezirksgericht F und die Kantonspolizei ZÃ¼rich verzichteten am 14. MÃ¤rz 2023 auf Vernehmlassung bzw. die Mitbeantwortung der Beschwerde. C liess mit Beschwerdeantwort vom 16. MÃ¤rz 2023 die Abweisung des Rechtsmittels unter EntschÃ¤digungsfolge beantragen und um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung sowie Bestellung einer unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin in der Person ihrer Vertreterin ersuchen. Sowohl A als auch C hielten in weiteren Eingaben vom 27. MÃ¤rz und 17. April 2023 bzw. 4. und 21. April 2023 an ihren Begehren fest. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>GemÃ¤ss § 11a Abs. 1 GSG ist das Verwaltungsgericht fÃ¼r Beschwerden gegen Entscheide des Haftrichters oder der Haftrichterin in Angelegenheiten des Gewaltschutzgesetzes zustÃ¤ndig. Beschwerden im Bereich dieses Erlasses werden von der Einzelrichterin oder dem Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. a sowie § 38b Abs. 2 e contrario des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Da dem vorliegenden Fall keine solche Bedeutung zukommt, ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Eine BegrÃ¼ndung fÃ¼r die beantragte Aufhebung der Dispositivziffern 1 und 2 der angefochtenen VerfÃ¼gung sowie des Kostenentscheids gemÃ¤ss Dispositivziffern 2â4 des angefochtenen Urteils lÃ¤sst sich der Beschwerdeschrift nicht entnehmen respektive setzt sich der BeschwerdefÃ¼hrer mit der diesbezÃ¼glichen BegrÃ¼ndung der Vorinstanz, namentlich dem Argument, er habe zum Nachweis seiner Mittellosigkeit keinerlei Belege eingereicht, mit keinem Wort auseinander. Insoweit ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten (§ 54 Abs. 1 VRG; Alain Griffel in: derselbe [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 54 N. 1 in Verbindung mit § 23 N. 17 ff.). Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer anwaltlich vertreten ist, konnte auf das Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerdeschrift in Anwendung des § 56 Abs. 1 VRG verzichtet werden (Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 56 N. 17).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Weil die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde â mit den genannten EinschrÃ¤nkungen â einzutreten. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das Gewaltschutzgesetz bezweckt den Schutz, die Sicherheit und die UnterstÃ¼tzung von Personen, die von hÃ¤uslicher Gewalt oder Stalking betroffen sind (§ 1 Abs. 1 GSG). HÃ¤usliche Gewalt liegt nach § 2 Abs. 1 GSG vor, wenn eine Person in einer bestehenden oder einer aufgelÃ¶sten familiÃ¤ren oder partnerschaftlichen Beziehung in ihrer kÃ¶rperlichen, sexuellen oder psychischen IntegritÃ¤t verletzt oder gefÃ¤hrdet wird durch AusÃ¼bung oder Androhung von Gewalt (lit. a) oder durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern oder Nachstellen (lit. b). Stalking liegt gemÃ¤ss § 2 Abs. 2 GSG vor, wenn jemand durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern, Nachstellen oder Drohen in seiner HandlungsfÃ¤higkeit beeintrÃ¤chtigt oder gefÃ¤hrdet wird. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Liegt ein Fall von hÃ¤uslicher Gewalt oder Stalking vor, stellt die Polizei den Sachverhalt fest und ordnet umgehend die zum Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen notwendigen Massnahmen an (§ 3 Abs. 1 GSG). So kann die Polizei die gefÃ¤hrdende Person aus der Wohnung oder aus dem Haus weisen, ihr untersagen, von der Polizei bezeichnete, eng umgrenzte Gebiete zu betreten, und ihr auch verbieten, mit den gefÃ¤hrdeten und diesen nahestehenden Personen in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen (§ 3 Abs. 2 lit. aâc GSG). Die Schutzmassnahmen gelten wÃ¤hrend 14 Tagen ab Mitteilung an die gefÃ¤hrdende Person (§ 3 Abs. 3 Satz 1 GSG). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die gefÃ¤hrdete Person kann innert acht Tagen nach Geltungsbeginn der Schutzmassnahmen beim Gericht um deren VerlÃ¤ngerung ersuchen (§ 6 Abs. 1 GSG). Dieses entscheidet innert vier Arbeitstagen Ã¼ber das VerlÃ¤ngerungsgesuch (§ 9 Abs. 1 GSG). Es stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und fordert unverzÃ¼glich die polizeilichen Akten und, sofern ein Strafverfahren eingeleitet wurde, jene der Strafuntersuchung an. Auf Verlangen des Gerichts nehmen die Polizei und die Staatsanwaltschaft zum Gesuch Stellung (§ 9 Abs. 2 GSG). Das Gericht hÃ¶rt die Gesuchgegnerin oder den Gesuchgegner nach MÃ¶glichkeit an. Es kann auch eine AnhÃ¶rung der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anordnen (§ 9 Abs. 3 SÃ¤tze 1 und 2 GSG). Es heisst das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Massnahmen gut, wenn der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 GSG). Die gerichtlich angeordneten Schutzmassnahmen dÃ¼rfen insgesamt drei Monate nicht Ã¼bersteigen (§ 6 Abs. 3 GSG).</p> <p class="Urteilstext">Der Zweck von Gewaltschutzmassnahmen besteht in der Deeskalation einer Gewaltsituation und â im Unterschied etwa zu gewissen Ehe- und Kindesschutzmassnahmen â nicht in der (mittel- oder lÃ¤ngerfristigen) Gestaltung der Rechtsbeziehung zwischen den betroffenen Personen. Vielmehr haben gestÃ¼tzt auf das Gewaltschutzgesetz angeordnete Massnahmen einen sofort notwendigen, durch andere Verfahren nicht leistbaren Schutz fÃ¼r gefÃ¤hrdete Personen sicherzustellen. FÃ¼r den Entscheid Ã¼ber die VerlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen ist daher in erster Linie massgeblich, ob eine konkrete Gewaltsituation Anlass fÃ¼r die Anordnung einer oder mehrerer Schutzmassnahmen gab und ob diese Situation weiterhin der Deeskalation bedarf bzw. ein in diesem Sinn verstandener Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (VGr, 21. Dezember 2022, VB.2022.00758, E. 4.2; 2. Juni 2022, VB.2022.00238, E. 4.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Im Zusammenhang mit der VerlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen steht dem Haftrichter bzw. der Haftrichterin ein relativ grosser Beurteilungsspielraum zu. Zum einen kann er bzw. sie sich im Rahmen der persÃ¶nlichen AnhÃ¶rung der Parteien einen umfassenden Eindruck von der Situation machen. Zum anderen genÃ¼gt wie erwÃ¤hnt bereits die Glaubhaftmachung des Fortbestands einer GefÃ¤hrdung. Demnach ist es ausreichend, wenn gewisse Elemente fÃ¼r eine anhaltende GefÃ¤hrdung sprechen, wobei mit der MÃ¶glichkeit gerechnet werden darf, dass sie doch nicht besteht (Andreas Conne/Kaspar PlÃ¼ss, Gewaltschutzmassnahmen im Kanton ZÃ¼rich, in: Sicherheit &amp; Recht 3/2011, S. 127 ff., S. 134). Es rechtfertigt sich deshalb seitens des Verwaltungsgerichts eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung bei der Beurteilung der vorinstanzlichen WÃ¼rdigung (statt vieler VGr, 25. November 2020, VB.2020.00721, E. 2.3). Auch ist es nicht notwendig, den Ablauf der Geschehnisse im Detail zu rekonstruieren (VGr, 3. August 2016, VB.2016.00403, E. 5.2 mit Hinweis auf VGr, 15. Dezember 2015, VB.2015.00672, E. 2.3; VGr, 26. Februar 2015, VB.2015.00043, E. 4.3). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Beschwerdegegnerin wandte sich am 15. Februar 2023 um 20.16 Uhr telefonisch an die Mitbeteiligte und meldete, sie werde vom BeschwerdefÃ¼hrer belÃ¤stigt. Dieser komme stÃ¤ndig zu ihrer Wohnung, wolle diese betreten und laufe ihr nach. Aktuell befinde sie sich am Bahnhof F. Der BeschwerdefÃ¼hrer stehe etwa hundert Meter von ihr entfernt und rufe, halte aber Abstand, weil sie ihm gesagt habe, dass sie die Polizei rufe. Die ausgerÃ¼ckte Polizeipatrouille konnte die Situation beruhigen. </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Februar 2023 fÃ¼hrte die Beschwerdegegnerin gegenÃ¼ber der Mitbeteiligten im Wesentlichen aus, wÃ¤hrend des Zusammenlebens mit dem BeschwerdefÃ¼hrer habe dieser ihr, nicht jedoch der Tochter gegenÃ¼ber, auch kÃ¶rperliche Gewalt ausgeÃ¼bt; diese Ãbergriffe habe sie aber nie der Polizei gemeldet. Seit der Trennung halte sie "immer genÃ¼gend Abstand" zum BeschwerdefÃ¼hrer. Das Problem sei, dass dieser seit zwÃ¶lf Jahren immer wieder mit Selbstmord drohe. So habe er etwa die gemeinsame Wohnung verlassen und zu ihr gesagt, er komme nicht mehr zurÃ¼ck. Als sie ihn dann angerufen habe, habe er zu ihr gesagt, er sei am See und suche sich einen Platz aus, an dem er sterben werde. Einmal â im April 2022 â habe er auch gedroht, er werde sie und sich selbst umbringen. Nach der Trennung habe der BeschwerdefÃ¼hrer sie tÃ¤glich angerufen und ihr viele SMS-Nachrichten geschickt. Sie habe ihm darauf nie geantwortet und ihn am 26. Dezember 2022 schliesslich "auf allen KanÃ¤len blockiert". Nun schreibe er ihr jeden Tag ein E-Mail. Darin schreibe er, er bete dafÃ¼r, dass sie wieder zusammenkÃ¤men. Obwohl der BeschwerdefÃ¼hrer keinen Bezug zu ihrem Wohnort F habe, halte er sich stÃ¤ndig dort auf bzw. lauere ihr dort jeden Tag auf. Sie treffe drei bis vier Mal pro Woche ungewollt auf ihn, etwa bei EinkaufslÃ¤den wie Coop oder Migros oder in der NÃ¤he ihres Wohnhauses. Er gehe ihr dann nach, manchmal schreie er ihr zu, dass er sie und die Tochter liebe. Er wolle immer mit ihr sprechen, was sie ablehne. Anfangs habe er stets gesagt, er wolle der Tochter ein kleines Geschenk geben, was sie zugelassen habe. Er habe dann aber immer entgegen ihrem (der Beschwerdegegnerin) Willen ein GesprÃ¤ch mit ihr fÃ¼hren wollen. Sie sei zum Schluss gekommen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer diese Gesten gegenÃ¼ber der Tochter nur vorschiebe; er habe nÃ¤mlich nie danach gefragt, wie es der Tochter in der KindertagesstÃ¤tte gehe oder ob sie am neuen Wohnort Freunde gefunden habe. Am 14. Februar 2023 habe der BeschwerdefÃ¼hrer vor ihrer WohnungstÃ¼re Blumen und eine Karte deponiert, auf der "Ich werde bis zum Ende weiterkÃ¤mpfen" gestanden habe. Auch in den Monaten zuvor habe er Geschenke wie Konfekt, Spielzeuge und einen Weihnachtsbaum vor ihre WohnungstÃ¼re gelegt oder an der WohnungstÃ¼re geklingelt. Er habe ihr auch einmal per SMS geschrieben, dass ein Paket fÃ¼r sie im Hauseingang liege, das sie holen solle. Als sie dann am folgenden Tag nachgesehen habe, sei dort kein Paket gewesen. Sie denke, er habe ihr diese SMS nur geschrieben, um sie treffen zu kÃ¶nnen. Auch habe er ihr schon geschrieben, dass er fÃ¼r seine Mutter, welche wie sie selbst an einer Erkrankung der SchilddrÃ¼se leide, dringend ein Medikament benÃ¶tige. Ihr Angebot, dieses Medikament im Briefkasten zu hinterlegen, habe der BeschwerdefÃ¼hrer abgelehnt. Sie denke, auch das sei nur ein Vorwand gewesen, um sie zu treffen. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer sei auch in der Kirche G in H aufgetaucht, habe dort mit seiner Tochter spielen wollen und sei sehr laut gewesen, was ihr peinlich gewesen sei. Um ein Zusammentreffen mit dem BeschwerdefÃ¼hrer zu vermeiden, gehe sie (die Beschwerdegegnerin) nicht mehr in die Kirche, obwohl sie dies als glÃ¤ubige Katholikin eigentlich gerne mit ihrer Tochter machen wÃ¼rde. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer habe auch ihren Onkel, ihre Tante und ihren Psychologen in ihrem Heimatland kontaktiert und mit diesen Ã¼ber ihre (der Parteien) Probleme sprechen wollen. Sie sage dem BeschwerdefÃ¼hrer jedes Mal, wenn er irgendwo auftauche, er solle sie in Ruhe lassen, ihr nicht nachlaufen und sie auch nicht ansprechen. Er mache aber einfach weiter. Sie habe Angst vor dem BeschwerdefÃ¼hrer. Er versuche sie auch zu manipulieren, indem er zu ihr sage, er habe Schmerzen und Herzprobleme. Sie befÃ¼rchte auch, dass er ihre Tochter gegen ihren Willen in sein Heimatland bringen kÃ¶nnte. Er sage zu ihr, dass er alles machen kÃ¶nne. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Mitbeteiligte begrÃ¼ndete die Anordnung von Schutzmassnahmen in der AusgangsverfÃ¼gung damit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer der Beschwerdegegnerin, welche seit September 2022 von ihm getrennt lebe, nachstelle, indem er ihr beinahe tÃ¤glich in F auflauere und sie unter dem Vorwand, er wolle das gemeinsame Kind sehen, anspreche. Wenn die Beschwerdegegnerin ihn wegschicke, nehme er zwar einen Abstand von rund 20 Metern ein, folge aber ihr und der Tochter, wÃ¤hrend er durch lautes Zurufen seine Liebe bekunde. Auch in der Kirche in H tauche er ungefragt auf, wolle seine Tochter sehen und mit dieser spielen. Anfangs habe er die Beschwerdegegnerin auch mit Anrufen und Textnachrichten belÃ¤stigt, bis diese ihn gesperrt habe. Danach sei er auf tÃ¤gliche E-Mail-Nachrichten ausgewichen. Aufgrund des Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers habe die Beschwerdegegnerin Angst, ihr Haus zu verlassen bzw. vermeide es, abends das Haus zu verlassen, um eine ungewollte Begegnung mit dem BeschwerdefÃ¼hrer zu vermeiden. Auch ihre regelmÃ¤ssigen Kirchenbesuche unterlasse sie auch Angst, dort auf den getrennt lebenden Ehemann zu treffen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde am 22. Februar 2022 durch die Mitbeteiligte befragt. Er Ã¤usserte sich zu den gegen ihn erhobenen VorwÃ¼rfen dahingehend, dass die Beschwerdegegnerin von ihm "in keinster Weise gestalkt" werde. Er habe ihr nie gedroht, nie aufgelauert und sei ihr nie nachgelaufen. Er warte auch nicht vor ihrem Haus auf sie. Ein- oder zweimal habe er in der NÃ¤he von deren Briefkasten ein Geschenk fÃ¼r seine Tochter deponiert; sie (die Parteien) seien immer noch ein Ehepaar. Nebst den Geschenken fÃ¼r das Kind habe er auch seiner Frau Geschenke gemacht. Es sei eine Tradition zwischen ihnen beiden, sich zu besonderen AnlÃ¤ssen Geschenke zu machen. Seine Frau habe das wÃ¤hrend zwÃ¶lf Jahren geschÃ¤tzt und ihn dafÃ¼r gelobt. Sie habe ihm nie gesagt, dass er diese Tradition nicht fortfÃ¼hren solle, sondern ihn vielmehr angespornt, diese beizubehalten. So habe sie ihm in die Augen geschaut und zum Ausdruck gebracht, dass sie es sehr schÃ¤tze, dass er sich um die Familie kÃ¼mmere. Sie habe das wÃ¶chentlich gesagt, zuletzt an Weihnachten zu seiner Mutter. Auch sei er so erzogen worden, dass er seine Frau nicht aussen vor lasse, wenn er seiner Tochter ein Geschenk mache. Seine Frau sei in psychiatrischer Behandlung und ihr Verhalten kÃ¶nne nicht als ausgeglichen beschrieben werden. Er selbst sei gesund. Als er der Tochter Blumen gegeben habe, habe er auch wollen, dass seine Frau sich "in ihrer psychischen Verfassung besser" fÃ¼hle und gesund werde. Er habe seiner Frau deshalb zum Valentinstag Blumen geschenkt. Das FamilienglÃ¼ck sei sehr wichtig. Eine Karte habe er den Blumen nicht beigelegt. </p> <p class="Erwgung2">Er halte sich etwa einmal pro Woche in F auf, weil er dort seine BankgeschÃ¤fte erledige. Er sei in der dortigen UBS-Filiale ein neuer Kunde. Er kÃ¶nne das Online-Banking nicht benutzen, weshalb er persÃ¶nlich zur Bank gehe. Auch erhalte er Post bzw. Unterlagen von der Bank, welche er sich aufgrund fehlender Deutschkenntnisse persÃ¶nlich erlÃ¤utern lasse. Auf entsprechende RÃ¼ckfragen gab er an, bei der Bankfiliale in F sei kein Sachbearbeiter fÃ¼r ihn zustÃ¤ndig, der seiner (des BeschwerdefÃ¼hrers) Muttersprache mÃ¤chtig sei. Er verwende "den Google Ãbersetzer". Die Bankfiliale befinde sich im Zentrum von F, neben dem Coop; die Strasse kenne er nicht. Auch die Ãffnungszeiten der Bank oder den Namen des fÃ¼r ihn zustÃ¤ndigen Sachbearbeiters kenne er nicht. </p> <p class="Urteilstext">Weiter erledige er seine ZahlungsauftrÃ¤ge auf der Post in F. Er habe auch einen Arzt (Dr. I) bei J bzw. in K und der kÃ¼rzeste Weg (von seinem Wohnort E) dorthin sei "mit der FÃ¤hre von F nach L". Das GPS fÃ¼hre ihn so. Manchmal brÃ¤chten ihn Bekannte oder er bezahle "Zufallspersonen" fÃ¼r die Fahrt bzw. bitte jene darum. Dann richte er sich nach "Google Maps wo Staus berÃ¼cksichtig[t] werden". </p> <p class="Urteilstext">Am 15. Februar 2023 habe er in F EinkÃ¤ufe erledigt. Die Beschwerdegegnerin habe ihm aufgelauert und sei ihm gefolgt. Er habe mit der FÃ¤hre nach Hause fahren wollen. Auf Vorhalt, er sei am Abend des 15. Februar 2023 am Bahnhof F polizeilich kontrolliert worden, weil die Beschwerdegegnerin sich von ihm verfolgt und belÃ¤stigt gefÃ¼hlt und in der Folge die Polizei avisiert habe, stellte der BeschwerdefÃ¼hrer wiederholt in Abrede, dass er jemals in F polizeilich kontrolliert worden sei; dies auch noch, nachdem ihm der entsprechende Eintrag im Polizeijournal gezeigt worden war. </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin habe ihn nicht darum gebeten, ihr keine SMS mehr zu schicken. Sie habe ihm gesagt, er solle sich um die Beziehung zu ihr kÃ¼mmern, weil sie in Behandlung sei. Er habe ihr religiÃ¶se Nachrichten geschickt. Dabei sei es auch um psychische UnterstÃ¼tzung fÃ¼r die Beschwerdegegnerin gegangen. Die Beschwerdegegnerin habe ihn nicht blockiert. Er kÃ¶nne ihr immer noch Nachrichten senden, mache dies aber nicht mehr bzw. nur noch ab und zu, wenn er Informationen bezÃ¼glich der Treffen mit seiner Tochter brauche. Auch schreibe er seiner Frau nicht tÃ¤glich E-Mails. Sie (die Parteien) kommunizierten ganz normal miteinander. Die Beschwerdegegnerin sage ihm wÃ¤hrend ihrer Treffen auch, er solle sie in ihrem momentanen Zustand der psychischen und emotionalen InstabilitÃ¤t unterstÃ¼tzen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>GemÃ¤ss dem Polizeirapport vom 27. Februar 2023 machte der BeschwerdefÃ¼hrer bei der Befragung vom 22. Februar 2023 "wirre" Aussagen. Er habe einen psychisch angeschlagenen Eindruck gemacht und seine Aussagen fortlaufend wiederholt. Er habe sich nicht auf eine Beantwortung der gestellten Fragen fokussieren kÃ¶nnen, sondern sei immer wieder abgeschweift. Das erstellte Protokoll habe er bei der RÃ¼ckÃ¼bersetzung durch die Dolmetscherin durch Aussagen erweitern erlassen, welche er nicht oder nicht so wie nachtrÃ¤glich vermerkt gemacht habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>In ihrem Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen vom 24. Februar 2023 fÃ¼hrte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, wÃ¤hrend des ehelichen Zusammenlebens sei es oft zu Auseinandersetzungen wegen der Rollenteilung gekommen. Immer wenn sie dem BeschwerdefÃ¼hrer habe klarmachen wollen, dass sie ihn nicht mehr liebe und eine andere LebensfÃ¼hrung beabsichtige, habe er ihr gedroht, sich das Leben zu nehmen. Er habe dann jeweils die Wohnung verlassen, sei aber zurÃ¼ckgekehrt, wenn sie ihn angerufen habe. Einmal habe er ihr auch den Ort gezeigt, an dem er Suizid begehen werde. Nachdem sie mit einem Arzt darÃ¼ber gesprochen gehabt habe, habe sie sich getraut, ihn in solchen Situationen nicht mehr anzurufen. Darauf habe er â im Jahr 2022 â begonnen, ihr damit zu drohen, dass er die gemeinsame Tochter in sein Herkunftsland mitnehmen werde. Einmal habe er im vergangenen Jahr auch damit gedroht, zuerst sie (die Beschwerdegegnerin) und dann sich selbst umzubringen. Sie habe das sehr ernst genommen und ihn gefragt, wo denn dann das Kind leben solle. Er habe geantwortet, bei seiner Mutter. Im Juni 2022 habe sie Verdauungs- und Magenprobleme bekommen, weshalb sie zuerst Ã¤rztliche und schliesslich psychotherapeutische und "beraterische" Hilfe gesucht habe. Im Juli 2022 habe sie sich definitiv zur Trennung entschlossen und heimlich begonnen, eine Wohnung zu suchen. Im September 2022 habe sie es in der Familienwohnung nicht mehr ausgehalten und sei mit der Tochter in ein Hotel gezogen. Danach habe sie den BeschwerdefÃ¼hrer schriftlich Ã¼ber ihre Trennungsabsicht informiert. Dieser habe sich dann vorÃ¼bergehend in seinem Heimatland aufgehalten. Kurz vor ihrem Umzug nach F bzw. im Oktober 2022 sei er aber in die Schweiz zurÃ¼ckgekommen. Seit November 2022 suche er mehrmals pro Woche ihren neuen Wohnort F auf. Manchmal habe er Geschenke vor die TÃ¼re gelegt. Sie habe dann ihre Nachbarn instruiert, ihn nicht mehr ins Haus zu lassen. Er habe ihr auch immer wieder beim Einkaufen oder auf dem Weg in die KindertagesstÃ¤tte aufgelauert und die Tochter zu sehen verlangt. Er habe sich dann aber immer nur kurz mit dem Kind beschÃ¤ftigt und vor allem mit ihr (der Beschwerdegegnerin) sprechen wollen. Sie habe dann angefangen, ihre Einkaufszeiten und die Abholzeiten von der KindertagesstÃ¤tte zu Ã¤ndern. Auch habe sie zunehmend auf den Besuch des Spielplatzes oder der Kirche verzichtet. Trotzdem habe der BeschwerdefÃ¼hrer sie immer wieder aufgesucht. Im Dezember 2022 habe sie ihn auf dem Handy blockiert. Er habe sich nie nach dem Befinden der Tochter erkundigt, sondern seinen eigenen schlechten Gesundheitszustand geschildert oder um Geld gebeten. Die ihm vom Eheschutzgericht eingerÃ¤umten MÃ¶glichkeiten des Kontakts (nur) mit der Tochter (und ohne ihr [der Beschwerdegegnerin] Beisein) nehme der BeschwerdefÃ¼hrer nicht wahr. </p> <p class="Urteilstext">Es gehe ihr nicht gut. Sie leide an SchlafstÃ¶rungen und Verdauungsproblemen. Wenn sie das Haus verlasse, sei sie stÃ¤ndig in Sorge, dem BeschwerdefÃ¼hrer zu begegnen. Sie brauche dringend Ruhe und Sicherheit. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer warf der Beschwerdegegnerin im Rahmen seiner Stellungnahme an das Zwangsmassnahmengericht vom 2. MÃ¤rz 2023 vor, "unter Vorspiegelung falscher Tatsachen" Massnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt zu haben. Namentlich habe er die Beschwerdegegnerin nie "mit Gewalt angegriffen" und ihr gegenÃ¼ber auch nie Suizidabsichten geÃ¤ussert. Die Schutzmassnahmen seien sodann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig und stÃ¼nden den im Interesse des Kindswohls liegenden BemÃ¼hen der Parteien um eine Deeskalation der angespannten ehelichen Situation entgegen. Namentlich werde der BeschwerdefÃ¼hrer durch das Betretverbot am Wohnort der Beschwerdegegnerin daran gehindert, seine BankgeschÃ¤fte zu erledigen, obwohl er dies nur in der dortigen Filiale tun kÃ¶nne. Im fraglichen Rayon befinde sich sodann das BÃ¼ro seines Rechtsvertreters. Da er (der BeschwerdefÃ¼hrer) kein Deutsch spreche, sei er dringend auf Seelsorge in seiner Muttersprache angewiesen. Die in der Kirche G tÃ¤tigen auslÃ¤ndischen Seelsorger betreuten ihn intensiv und seit mehreren Jahren. Ausser seinem Seelsorger habe der BeschwerdefÃ¼hrer nach der ungewollten Trennung von seiner Ehefrau und seiner Tochter "keine einzige psychische und moralische StÃ¼tze in der Schweiz mehr". Der Kontakt zu diesem Seelsorger sei fÃ¼r ihn daher "existentiell wichtig", wÃ¤hrend die Beschwerdegegnerin auch auf Gottesdienste in anderen Kirchen ausweichen kÃ¶nne. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Das Zwangsmassnahmengericht erwÃ¤gt im angefochtenen Entscheid zur fortbestehenden GefÃ¤hrdungssituation im Wesentlichen, der BeschwerdefÃ¼hrer halte sich unbestrittenermassen regelmÃ¤ssig in F auf, habe die Kirche G in H besucht und beabsichtige sich auch weiterhin an diesen Orten aufzuhalten. WÃ¤hrend sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stelle, der BeschwerdefÃ¼hrer halte sich absichtlich in ihrer NÃ¤he auf und "stalke" sie, mache dieser rein zufÃ¤lliges Zusammentreffen geltend. Die AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer ihr regelmÃ¤ssig aufgelauert und sie gestalked habe, seien ausfÃ¼hrlich und realistisch bzw. glaubhaft; demgegenÃ¼ber erschienen die Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers ausweichend, gesucht und widersprÃ¼chlich. Seine ErklÃ¤rungsversuche fÃ¼r die Aufenthalte in F seien nicht nachvollziehbar. Es leuchte nicht ein, weshalb er seine BankgeschÃ¤fte ausgerechnet und nur in der Bankfiliale in F erledigen kÃ¶nne oder nicht in der Lage sein sollte, das E-Banking-Angebot seiner Bank zu benutzen. Dass die Parteien bloss rein zufÃ¤llig (mindestens) einmal wÃ¶chentlich in F aufeinandertrÃ¤fen, obwohl der BeschwerdefÃ¼hrer auf der gegenÃ¼berliegenden Seeseite wohne und keinen Bezug zu F glaubhaft gemacht habe, sei realitÃ¤tsfremd. Ein Fortbestand der GefÃ¤hrdung sei hinreichend glaubhaft. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Beschwerde wendet sich â zu Recht â nicht gegen den Schluss der Vorinstanz, wonach eine fortbestehende GefÃ¤hrdungssituation glaubhaft sei. Auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Namentlich vermag der BeschwerdefÃ¼hrer mit seinen Vorbringen keine nachvollziehbaren GrÃ¼nde fÃ¼r seine hÃ¤ufigen Aufenthalte in der Wohngemeinde seiner getrennt lebenden Ehefrau darzulegen und erscheinen die von der Beschwerdegegnerin geschilderten unerwÃ¼nschten Begegnungen keineswegs als zufÃ¤llige. Vielmehr scheint sich der BeschwerdefÃ¼hrer erst nach der Trennung verschiedene Bezugspunkte in der Wohngemeinde der Beschwerdegegnerin verschafft zu haben bzw. schaffen zu wollen, um sich dort aufzuhalten bzw. um die hÃ¤ufigen und von der Beschwerdegegnerin abgelehnten Zusammentreffen zu legitimieren (vgl. auch unten E. 4.2.3). Ohne Weiteres nachvollziehbar bzw. glaubhaft ist sodann, dass das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers bei der Beschwerdegegnerin Ãngste und Stress und damit verbundene Beschwerden auslÃ¶ste und sie in ihrer Handlungsfreiheit einschrÃ¤nkte bzw. einschrÃ¤nkt, indem die Beschwerdegegnerin es etwa aus Angst vor einem erneuten Zusammentreffen mit dem BeschwerdefÃ¼hrer vermeidet, abends ihre Wohnung zu verlassen. Zu prÃ¼fen bleibt die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Schutzmassnahmen:</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer erachtet zunÃ¤chst das Betretverbot am Wohnort der Beschwerdegegnerin als zu weitgehend. Dieses sei "auf bestimmte Vormittagsstunden zu begrenzen" oder "auf eine Distanz von 150 Metern von der Wohnung" der Beschwerdegegnerin einzuschrÃ¤nken. Dem kann nicht gefolgt werden: Die Berechtigung des auf die nÃ¤here Wohnumgebung der Beschwerdegegnerin beschrÃ¤nkten Betretverbots ergibt sich grundsÃ¤tzlich bereits aus der fortbestehenden GefÃ¤hrdungssituation. Zu berÃ¼cksichtigen ist sodann, dass der BeschwerdefÃ¼hrer der Beschwerdegegnerin nicht nur in unmittelbarer NÃ¤he ihres Wohnhauses, sondern auch bei von dieser frequentierten EinkaufslÃ¤den und am Bahnhof F aufgelauert hat. Als alleinerziehende und berufstÃ¤tige Mutter eines Kindes im Vorschulalter ist die Beschwerdegegnerin des Weiteren darauf angewiesen, ihre alltÃ¤glichen Verrichtungen in der nÃ¤heren Wohnumgebung erledigen zu kÃ¶nnen. Auch dem Spiel- und BewegungsbedÃ¼rfnis des Kindes war bei der Festsetzung des Rayonverbots Rechnung zu tragen. Insgesamt ist die Ã¶rtliche Festsetzung des Betretverbots am Wohnort der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Auch die vom BeschwerdefÃ¼hrer favorisierte zeitliche Begrenzung des Rayonverbots ist abzulehnen: Die Schutzmassnahmen sollen der gefÃ¤hrdeten Person ermÃ¶glichen, in der vertrauten Umgebung zu verbleiben, wieder Sicherheit zu gewinnen und zur Ruhe zu kommen (Antrag und Weisung des Regierungsrats vom 6. Juli 2005 zum Gewaltschutzgesetz, ABl 2005, <span>S. 762 ff. [Weisung GSG], 774 f., auch zum Nachstehenden). </span>Sie dauern deshalb bei der polizeilichen Anordnung in jedem Fall 14 Tage (§ 3 Abs. 3 GSG) und werden vom Haftrichter bzw. der Haftrichterin zur Entlastung der gefÃ¤hrdeten Person und der EntschÃ¤rfung der GefÃ¤hrdungssituation um maximal drei Monate verlÃ¤ngert (§ 6 Abs. 3 GSG; Weisung GSG, 777). Entgegen der Beschwerde ist mithin die <i>generelle</i> Aussetzung eines Betretverbots zu bestimmten (Tages-)Zeiten mit dessen Schutzzweck regelmÃ¤ssig nicht zu vereinbaren bzw. zur Wahrung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nicht erforderlich. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.3 </b>Die Statuierung einer Ausnahme von einem Betretverbot setzt vielmehr ein den Schutzzweck bzw. das SchutzbedÃ¼rfnis der gefÃ¤hrdeten Person Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches oder privates Interesse voraus. Ein solches Interesse bzw. ein Grund fÃ¼r die Statuierung einer Ausnahme vom Betretverbot zu einem konkreten Zweck lÃ¤sst sich den in der Beschwerde vorgetragenen ErklÃ¤rungen fÃ¼r die hÃ¤ufigen Aufenthalte des â seit seiner Einreise in die Schweiz stets in E wohnhaften â BeschwerdefÃ¼hrers in der Wohngemeinde der von ihm getrennt lebenden Beschwerdegegnerin nicht entnehmen. Der Vorinstanz ist vielmehr darin zuzustimmen dass die entsprechenden Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers nicht nachvollziehbar sind (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Auffallend ist namentlich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer verschiedene mit dem Betretverbot verbundene Nachteile bzw. Bezugspunkte innerhalb des streitbetroffenen Rayons geltend macht, welche er â ohne ersichtlichen objektiven Grund â erst nach der Trennung bzw. teilweise erst nach Erlass der polizeilichen oder gerichtlichen Schutzmassnahmen geschaffen hat: Dies betrifft zunÃ¤chst die Bankbeziehung, welche der BeschwerdefÃ¼hrer nur am Ort einer Filiale der UBS pflegen kÃ¶nnen will, welche sich in unmittelbarer NÃ¤he zum Wohnort der Beschwerdegegnerin befindet. Auch die â unsubstanziierten und unbelegten â Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers, seine Anwesenheit im fraglichen Rayon sei in Zusammenhang mit BemÃ¼hungen um eine Arbeitsstelle erforderlich, erscheinen aufgrund der UmstÃ¤nde im selben Licht. Wie die Vorinstanz zutreffend erwÃ¤gt, ist dem BeschwerdefÃ¼hrer sodann ohne Weiteres zumutbar, seinen Rechtsvertreter ausserhalb dessen (im fraglichen Rayon befindlichen) BÃ¼rorÃ¤umlichkeiten zu treffen (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2">Das Bezirksgericht F hatte die Parteien gemÃ¤ss deren Ã¼bereinstimmender Darstellung im Rahmen des Eheschutzverfahrens zu einer Verhandlung am 13. April 2023 geladen. Die in einem solchen Zusammenhang erforderliche persÃ¶nliche Anwesenheit der gefÃ¤hrdenden Person innerhalb eines Rayons vermag zwar grundsÃ¤tzlich die Statuierung einer entsprechenden konkreten Ausnahme vom betreffenden Betretverbot rechtfertigen. Der â bereits vor der Vorinstanz anwaltlich vertretene â BeschwerdefÃ¼hrer hatte diese indes gar nicht Ã¼ber die fragliche gerichtliche Vorladung in Kenntnis gesetzt. Nachdem sich die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beschwerdeantwort mit der Teilnahme des BeschwerdefÃ¼hrers an der Eheschutzverhandlung vom 13. April 2023 ausdrÃ¼cklich einverstanden erklÃ¤rte, konnte auch die Anordnung einer entsprechenden vorsorglichen Massnahme durch das Verwaltungsgericht unterbleiben. </p> <p class="Urteilstext">Entgegen der Beschwerde verhindert das Betretverbot am Wohnort der Beschwerdegegnerin schliesslich nicht den Kontakt des BeschwerdefÃ¼hrers zu seiner Tochter. Solcher kÃ¶nnte vielmehr auch ausserhalb des fraglichen Rayons gepflegt werden. FÃ¼r eine entsprechende Regelung der Besuchskontakte und deren ModalitÃ¤ten ist jedoch nicht das Verwaltungsgericht, sondern das Eheschutzgericht zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.4 </b>Das Betretverbot am Wohnort der Beschwerdegegnerin erweist sich nach dem Gesagten als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen das Betretverbot fÃ¼r das Gebiet um die Kirche G in H bringt der BeschwerdefÃ¼hrer vorliegend im Wesentlichen vor, es sei ihm aufgrund seines Glaubens wichtig, regelmÃ¤ssig die sonntÃ¤gliche Messe zu besuchen, welche dort in seiner Muttersprache zelebriert werde. Ãberdies werde er seit Ã¼ber sechs Jahren bzw. seit seiner Einreise in die Schweiz von einem der dort tÃ¤tigen Patres in seiner Muttersprache intensiv seelsorgerisch betreut. Seit sich die Beschwerdegegnerin von ihm getrennt habe, sei dieser Pater die einzige verbleibende Bezugsperson bzw. die einzige "psychische und moralische StÃ¼tze" in der Schweiz. Er sei deshalb darauf angewiesen, genau die vom Betretverbot erfasste Kirche bzw. Kirchgemeinde besuchen zu dÃ¼rfen, wÃ¤hrend es der Beschwerdegegnerin auch mÃ¶glich wÃ¤re, deutschsprachige Gottesdienste (oder eine fremdsprachige Messe in einer anderen Kirchgemeinde) zu besuchen. </p> <p class="Urteilstext">Die EinwÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers erscheinen grundsÃ¤tzlich glaubhaft. Nachdem weder aus den Vorbringen der Beschwerdegegnerin noch aus den Akten hervorgeht, dass (auch) die Beschwerdegegnerin besondere Bindungen zur hier infrage stehenden Kirche bzw. Kirchgemeinde oder dort tÃ¤tigen Personen und damit ein gewichtiges Interesse daran hÃ¤tte, die dortigen Gottesdienste oder andere Veranstaltungen zu besuchen, ist das Rayonverbot jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu beurteilen und demzufolge aufzuheben. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Gegen das Kontaktverbot bringt der BeschwerdefÃ¼hrer einzig und in nicht nachvollziehbarer Weise vor, dieses verunmÃ¶gliche den im Eheschutzverfahren erforderlichen Kontakt zwischen seiner und der Beschwerdegegnerin AnwÃ¤ltin. Soweit er eventualiter verlangt, es sei ihm der Kontakt zur Mutter der Beschwerdegegnerin zu gestatten, lÃ¤sst er ausser Acht, dass â soweit ersichtlich â diese selbst den Kontakt zu ihm ablehnt. Das Kontaktverbot erscheint nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Bei diesem Ausgang erscheint der BeschwerdefÃ¼hrer als Ã¼berwiegend unterliegend. Die Gerichtskosten sind ihm deshalb grundsÃ¤tzlich zu zwei Dritteln aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und im Ãbrigen mit Blick auf die grundsÃ¤tzliche Kostenfreiheit (auch) des Beschwerdeverfahrens in GewaltschutzfÃ¤llen fÃ¼r gewaltbetroffene Personen gemÃ¤ss § 12 Abs. 1 GSG (vgl. dazu VGr, 24. Januar 2023, VB.2022.00764, E. 6.2) auf die Gerichtskasse zu nehmen. Zu prÃ¼fen bleibt jedoch sein Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung sowie Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands: </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (PlÃ¼ss, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). </p> <p class="Urteilstext">Zufolge der gesetzlichen Mitwirkungspflicht ist es Sache der Gesuchstellenden, den Nachweis ihrer Mittellosigkeit zu erbringen. Ihnen obliegt es, ihre Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse sowie Lebenshaltungskosten umfassend darzustellen und so weit mÃ¶glich auch zu belegen (PlÃ¼ss, § 16 N. 38, auch zum Nachstehenden). An die Mitwirkungspflicht der Gesuchstellenden werden praxisgemÃ¤ss hohe Anforderungen gestellt. So mÃ¼ssen sie ihre finanzielle Situation detailliert aufzeigen und belegen. Aus den eingereichten Belegen muss auf jeden Fall der aktuelle Grundbedarf der gesuchstellenden Person hervorgehen; zudem mÃ¼ssen die Belege Ã¼ber sÃ¤mtliche ihrer finanziellen Verpflichtungen sowie Ã¼ber ihre Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse Aufschluss geben (BGr, 23. Dezember 2022, 8C_495/2022, E. 5.2, auch zum Nachstehenden). Anwaltlich vertretenen Gesuchstellenden muss keine Nachfrist zur Verbesserung eines unvollstÃ¤ndigen oder unklaren Armenrechtsgesuchs eingerÃ¤umt werden. Vielmehr kann das Gesuch mangels BedÃ¼rftigkeitsnachweises abgewiesen werden, wenn die anwaltlich vertretene Person ihren Obliegenheiten nicht (genÃ¼gend) nachkommt. Auf die entsprechenden Anforderungen an die Mitwirkungspflicht insbesondere auch rechtskundig vertretener Gesuchstellender hat bereits die Vorinstanz hingewiesen. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Ãhnlich wie vor der Vorinstanz Ã¤ussert sich der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer zu seinem Einkommen und VermÃ¶gen nur insoweit, als er geltend macht, er verfÃ¼ge Ã¼ber keinerlei finanzielle Mittel und werde sporadisch von seinen Eltern unterstÃ¼tzt. Die Beschwerdegegnerin bezahle seine KrankenkassenprÃ¤mien sowie die Miete fÃ¼r seine Wohnung. Der einzige VermÃ¶gensgegenstand, der ihm zusammen mit der Beschwerdegegnerin zukomme, sei ein GrundstÃ¼ck im Ausland, welches aber nicht kurzfristig verkauft werden kÃ¶nne. Zur Belegung seiner finanziellen Situation reicht er bloss einen Auszug seines UBS-Kontos fÃ¼r den Zeitraum vom 20. Dezember 2022 bis zum 20. Januar 2023 ein, auf welchem keine Transaktionen sowie ein Anfangs- und Schlusssaldo von je Fr. 0.- aufgefÃ¼hrt werden, sowie eine (nicht unterzeichnete) Vereinbarung der Parteien, wonach die Beschwerdegegnerin sich verpflichte, seine noch offenen KrankenkassenprÃ¤mien sowie die Mietkosten fÃ¼r seine Wohnung bis und mit MÃ¤rz 2023 zu bezahlen. Zwar bestÃ¤tigt die Beschwerdegegnerin, bis und mit MÃ¤rz 2023 fÃ¼r die genannten Kosten des BeschwerdefÃ¼hrers aufzukommen bzw. aufkommen zu mÃ¼ssen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte indes offensichtlich bereits im MÃ¤rz 2023 weitere Lebenshaltungskosten bzw. Ausgaben zu tragen. Zum Umfang der ihm seitens seiner Eltern ausgerichteten UnterstÃ¼tzungsleistungen Ã¤ussert er sich nicht, sodass seine EinkommensverhÃ¤ltnisse im Dunkeln bleiben. Seine wiederholt vorgetragene Behauptung, er verfÃ¼ge Ã¼ber "keinerlei EinkÃ¼nfte" erscheint mit Blick darauf, dass er bereits bei Beschwerdeerhebung gewisse Lebenshaltungskosten selber tragen musste, als unglaubhaft (Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 16 N. 38). Womit der BeschwerdefÃ¼hrer seit April 2023 seine Ausgaben â nunmehr mÃ¶glicherweise auch fÃ¼r Miete und KrankenkassenprÃ¤mien â bestreitet, bleibt gÃ¤nzlich unklar. Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer kommt mithin seiner Mitwirkungspflicht weder in Bezug auf seine Lebenshaltungskosten noch hinsichtlich der Darlegung seiner Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse (genÃ¼gend) nach, weshalb seine Gesuche um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands mangels Substanziierung der Mittellosigkeit abzuweisen sind. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Der Ã¼berwiegend unterliegende BeschwerdefÃ¼hrer ist zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung an die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, wobei vorliegend eine solche in der HÃ¶he von Fr. 800.- angemessen erscheint (§ 12 Abs. 2 GSG in Verbindung mit § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.5 </b>Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung wird nach dem oben E. 6.1 AusgefÃ¼hrten gegenstandslos. Zu prÃ¼fen bleibt ihr Ersuchen um Bestellung einer unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin in der Person ihrer Vertreterin:</p> <p class="Erwgung2"><b>6.6 </b>Die Beschwerdegegnerin bringt mit Blick auf ihre finanziellen VerhÃ¤ltnisse im Wesentlichen vor, sie verfÃ¼ge Ã¼ber ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 9'200.-. Damit kÃ¶nne sie den â sich gemÃ¤ss eigener Darstellung auf Fr. 8'552.- belaufenden â Bedarf fÃ¼r sich und ihre Tochter knapp decken. Bis Ende MÃ¤rz mÃ¼sse sie jedoch auch noch fÃ¼r die Wohnungs- und Krankenkassenkosten des BeschwerdefÃ¼hrers von insgesamt Fr. 2'453.20 aufkommen. Ob und in welchem Umfang der BeschwerdefÃ¼hrer inskÃ¼nftig KinderunterhaltsbeitrÃ¤ge leisten werde, sei ungewiss. Sie sei nicht in der Lage, fÃ¼r die Gerichts- und Anwaltskosten aufzukommen. In ihren Eingaben vom 4. und 21. April 2023 bringt (auch) die Beschwerdegegnerin nichts vor, was darauf schliessen liesse, dass sie im Rahmen des Eheschutzverfahrens â oder sonstwie â dazu verpflichtet worden wÃ¤re, dem BeschwerdefÃ¼hrer Unterhaltszahlungen zu leisten oder (weiterhin) gewisse seiner Lebenshaltungskosten zu Ã¼bernehmen. Damit wÃ¤re auch nach Darstellung der Beschwerdegegnerin selbst zum heutigen Zeitpunkt ein monatlicher EinnahmenÃ¼berschuss von rund Fr. 650.- anzunehmen, was die Tilgung der Rechtsvertretungskosten innert weniger Monate und damit innert angemessener Frist erlaubte (vgl. PlÃ¼ss, § 16 N. 20;). Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung ist nach dem Gesagten zufolge fehlender Mittellosigkeit bzw. mangels Substanziierung derselben abzuweisen. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Dispositivziffer 1 des Urteils des Zwangsmassnahmengerichts am Bezirksgericht F vom 3. MÃ¤rz 2023 wird teilweise â soweit damit das Betretverbot betreffend die Kirche G an der N-Strasse 01 in H gemÃ¤ss der Planbeilage zur VerfÃ¼gung der Mitbeteiligten vom 17. Februar 2023 verlÃ¤ngert wurde â aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 330.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'330.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gesuche des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden zu zwei Dritteln dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt und im Ãbrigen auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 800.- (inklusive Mehrwertsteuern) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um Bestellung einer unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG, SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Mitbeteiligte;<br/> c) das Bezirksgericht F. </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>