B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6737/2013 U r t e i l v o m 1 0 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. Parteien A._______, geboren (…), Türkei, vertreten durch Ali Tüm, (…) Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. November 2013 / N (…). D-6737/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin – eine seit 1998 von ihrem ersten Ehemann geschiedene türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie aus B._______ – am 12. Juni 2001 in der Schweiz ein erstes Asylgesuch ei n- reichte, dass sie sich am 23. Februar 2002 in C._______ in zweiter Ehe mit ei- nem über eine Niederlassungsbewilligung C verfügenden Landsmann (…) verheiratete und ihr in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung B erteilt wurde, dass das am 12. Juni 2001 eingereichte Asylgesuch vom damaligen Bun- desamt für Flüchtlinge (BFF) am 3. Juli 2003 abgewiesen wurde, und die Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs, dass das Migrationsamt des Kantons D._______ nach der am 17. Okt o- ber 2007 erfolgten Scheidung der Beschwerdeführerin von ihrem zweiten Ehemann (…). deren Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewill i- gung am 12. November 2007 ablehnte, dass die dagegen erhobenen Beschwerden mit Beschluss des Regi e- rungsrates des Kantons D._______ vom 6. Oktober 2010 und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan tons D._______ vom 20. April 2011 abg e- wiesen wurden, dass das BFM mit Verfügung vom 18. August 2011 d ie kantonale We g- weisungsverfügung vom 12. November 2007 auf die ganze Schweiz s o- wie auf das Fürstentum Liechtenstein ausdehnte und die Beschwerdefüh- rerin aufforderte, die Schweiz bis zum 5. September 2011 zu verlassen, dass die gegen die BFM -Verfügung vom 18. August 2011 erhobene Be- schwerde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil (C-5002/2011) vom 1. Juli 2013 abgewiesen wurde, dass die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit an das BFM gerichtetem Schreiben vom 26. August 2013 (Poststempel: 28. August 2013) erklärte, ein weiteres Asylgesuch einreichen zu wollen, dass sie am 9. September 2013 im Empfang s- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ zum zweiten Mal in der Schweiz um Asyl nachsuchte, D-6737/2013 Seite 3 dass sie im Rahmen der Befragung zur Person im EVZ E._______ vom 19. September 2013 und der ebenfalls dort am 19. November 2013 durchgeführten Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 ( AsylG, SR 142.31) im Wesentlichen geltend machte, sie lebe seit dreizehn Jahren in der Schweiz und habe seither kaum mehr die Türkei besucht, dass sie im Frühjahr 2010 für die Diplomfeier ihrer aus erster Ehe sta m- menden Tochter letztmals in die Türkei zurückgekehrt sei, dass sie sich zuerst fünf oder sechs Tage lang in Adana aufgehalten und dann ihren ebenfalls aus erster Ehe stammenden Sohn in F._______ be- sucht habe, dass ihr Bruder H. sie dorthin angerufen und ihr mitgeteilt habe, das Mil i- tär habe in ihr em Heimatdorf nach ihr gesucht und ihm für sie einen Suchbefehl ausgehändigt, dass sie sich zwei Tage später nochmals für vier Tage nach G._______ begeben habe, dass sie vermute, ihr erster Ehemann habe über die Kinder von ihrem Besuch in der Türkei erfahren und dann aus Rache die Behörden infor- miert, dass sie am 31. Mai 2010 legal von Istanbul aus nach D._______ geflo- gen sei, dass sie später erfahren habe, dass U nbekannte sich auch im Geschäft ihres anderen Bruders A. nach ihrem Verbleib erkundigt hätten, dass sie nämlich in der Türkei nach wie vor gesucht werde, weil sie sich früher politisch betätigt habe, dass sie damals in der Türkei ihre Arbeitsstelle als Sch neiderin in einem Modegeschäft habe aufgeben müssen, weil sie dort mehrmals von einem Sicherheitsbeamten aufgesucht und auf den Po lizeiposten bestellt wo r- den sei, dass sie auch nicht mehr in die Türkei habe zurückkehren können, weil sie noch an den gesund heitlichen Folgen eines im September 2003 erli t-D-6737/2013 Seite 4 tenen Arbeitsunfalls leide, schwere Depressionen habe und überdies al- koholabhängig sei, dass sie seit dem Jahre 2004 dem christlichen (evangelisch -reformierten) Glauben angehöre, dass mehrere ihrer Geschwister in der Schweiz lebten, dass sie im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens eine Kopie eines auf den 12. Mai 2010 datierten Suchbefehls einreichte, dass das BFM mit Verfügung vom 21. November 2013 – dem Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin eröffnet am 26. November 2013 – in An- wendung von Art. 33 Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch vom 9. September 2013 nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz anordnete und die Beschwerdeführerin – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterla s- sungsfall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, dass in A n- wendung von Art. 33 Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch einer sich illegal in der Schweiz aufhaltenden Person nicht einzutreten sei, wenn diese offen- sichtlich bezwecke, den drohenden Vollzug einer Weg - oder Ausweisung zu vermeiden, und ein solcher Zweck gemäss Art. 33 Abs. 2 AsylG zu vermuten sei, wenn das Gesuch in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Verhaftung, einem Strafverfahren, dem Strafvollzug oder dem E r- lass einer Wegweisungsverfügung eingereicht werde, dass gemäss Art. 33 Abs. 3 Bst. a und b AsylG die Bestimmung von Art. 33 Abs. 1 AsylG nicht anwendbar sei, wenn eine frühere Einreichung des Gesuchs nicht möglich oder nicht zumutbar gewesen sei oder wenn sich Hinweise auf eine Verfolgung ergäben, dass die Beschwerdeführerin es – obwohl sie angeblich anlässlich ihres letzten Aufenthalts in der Türkei im Mai 2010 gesucht worden sei – seit ih- rer Rückkehr in die Schweiz Ende Mai 2010 unterlassen habe, ein zwe i- tes Asylgesuch zu stellen, dass sie auch nach den negativen Ausgängen der Beschwerdeverfahren gegen ihre Wegweisung (Beschluss des Regierungsrates des Kantons D._______ vom 6. Oktober 2010 und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons D._______ vom 20. April 2011) und nach dem Erhalt der BFM -D-6737/2013 Seite 5 Verfügung vom 18. August 2011, in welcher sie zum Verlassen der Schweiz bis zum 5. September 2011 aufgefordert worden sei, nicht von der Möglichkeit einer Gesuchstellung Gebrauch gemacht habe, sondern am 7. September 2011 lediglich Beschwerde gegen die Wegweisung e r- hoben habe, das somit nicht die geringsten Zweifel bestünden, dass es der Beschwe r- deführerin möglich und zumutbar gewesen wäre, schon längst ein zwei- tes Asylgesuch einzureichen, dass den vorliegenden Akten sodann keine Anhaltspunkte entnommen werden könnten, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem ersten Asylg e- such jemals irgendwelche Schwierigkeiten mit ihren heimatlichen Behö r- den gehabt hätte, dass die ferienbedingten Aufenthalte in der Türkei sowie die jeweiligen le- galen Ein - und Ausreisen vielmehr darauf schliessen liessen, dass die heimatlichen Behörden der Beschwerdeführerin gegenüber keine Verfo l- gungsabsichten hegen würden und sie auch keine solchen zu befürchten habe, dass das Vorbringen, die türkischen Behörden hätten die Beschwerdefüh- rerin im Mai 2010 in ihrem Heimatdorf gesucht, daher nicht fundiert sei, zumal die diesbezüglichen Angaben nicht überzeugend ausgefallen seien und die Beschw erdeführerin die angebliche Suche auch nicht substanz i- iert und kongruent habe schildern können, dass auch nicht zu überzeugen vermöge, wieso die türkischen Behörden nach so vielen Jahren ein plötzliches Interesse an ihr gehabt hätten, dass schliesslich di e Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die vorg e- brachte Suche in den jeweiligen Beschwerdeverfahren gegen die We g- weisung nie erwähnt habe, ebenfalls nicht mit dem Verhalten einer ta t- sächlich bedrohten Person zu vereinbaren sei, dass daran auch der eingereichte Suchbefehl vom 12. Mai 2010 nichts zu ändern vermöge, zumal es sich lediglich um eine Kopie handle, welcher ohnehin nur ein geringer Beweiswert zukomme, dass aufgrund der vorstehenden Ausführungen fest stehe, dass die B e- schwerdeführerin die Vermutung nicht habe widerlegen können, das G e- such in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Urteil des Bunde s-D-6737/2013 Seite 6 verwaltungsgerichts vom 1. Juli 2013 und ihrer drohenden Wegweisung eingereicht zu haben, obwohl ihr eine frühere Einreichung des Gesuchs möglich und zumutbar gewesen wäre, dass sich überdies ihren Angaben anlässlich der Anhörung vom 19. N o- vember 2013 keine Hinweise auf eine Verfolgung entnehmen liessen, dass somit gemäss Art. 33 Abs. 1 auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, dass der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, dass d ie Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit Einga be vom 30. November 2013 gegen die Verfügung des BFM vom 21. Nove m- ber 2013 beim Bundesverwaltun gsgericht Beschwerde erhob und dabei in materieller Hinsicht die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beziehungsweise die G e- währung des Asyls, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragte, das in prozessualer Hinsicht darum ersucht wurde, es se i die unentgeltli- che Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsve r- fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu bewil- ligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass zur Untermauerung der gestellten Anträge – auf deren Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird – eine weitere Kopie des auf den 12. Mai 2010 datie r- ten Suchbefehls zu den Akten gegeben wurde, dass die vorinstanzlichen Akten am 3. Deze mber 2013 vollständig beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 D-6737/2013 Seite 7 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführer in am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ä n- derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32–35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass di e Verfügung als Anfechtungsgegenstand in der Bundesverwa l- tungsrechtspflege den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurteilung u n- terbreiten können, dass der durch die Parteibegehren defini erte Streitgegenstand nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen darf, Gegenstand des B e- schwerdeverfahrens somit grundsätzlich nur sein kann, was Gegenstand D-6737/2013 Seite 8 des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesausl e- gung hätte sein soll en (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH AUER, Streitgegen - stand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der ver waltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63), dass die Frage der Gewährung von Asyl nicht Gegenstand des angefoch- tenen Nichteintretensentscheides bildet, weshalb auf den entspreche n- den Beschwerdeantrag nicht einzutreten ist, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeen tscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf das Asylgesuch einer Person, die sich illegal in der Schweiz auf- hält, nicht eingetreten wird, wenn sie offensichtlich bezweckt, den drohen- den Vollzug einer Wegweisung oder Ausweisung zu vermeiden (Art. 33 Abs. 1 AsylG), dass ein solcher Zweck zu vermuten ist, wenn das Gesuch in engem zeit- lichem Zusammenhang mit einer Verhaftung, einem S trafverfahren, dem Vollzug einer Strafe oder dem Erlass einer Wegweisungsverfügung einge- reicht wird (Art. 33 Abs. 2 AsylG), dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn eine frühere Ei n- reichung des Gesuches nicht möglich oder nicht zumutbar war oder sich Hinweise auf eine Verfolgung ergeben (Art. 33 Abs. 3 AsylG), dass die von der Beschwerdeführerin gegen die Ausdehnung der kant o- nalen Wegweisungsverfügung und gegen die Aufforderung, die Schweiz bis spätestens am 5. September 2011 zu verlassen, erhobene Beschwer- de vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil (C-5002/2011) vom 1. Juli 2013 abgewiesen wurde und sich die Beschwerdeführerin somit zum Zeitpunkt der Einreichung des zweiten Asylgesuchs am 9. September 2013 illegal in der Schweiz aufhielt, D-6737/2013 Seite 9 dass daher ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen der drohenden Wegweisung und der Asylgesuchseinreichung besteht und keine Gründe ersichtlich sind, welche ein Einreichen eines Asylgesuchs zu einem frühe- ren Zeitpunkt verunmöglicht hätten oder ein solch es als unzumutbar e r- scheinen liessen, dass der Einwand, die Beschwerdeführerin habe nach der Rückkehr in die Schweiz im Mai 2010 gar nicht von der Möglichkeit der Einreichung eines weiteren Asylgesuches gewusst (vgl. Vorakten B24 S. 7), nicht zu überzeugen vermag, zumal sie bereits einmal (erfolglos) ein Asylverfah- ren durchlaufen hatte, dass die Darstellung, die Beschwerdeführerin habe den Ausgang der la u- fenden Verfahren abgewartet, da sie – falls sie "von den Gerichten einen positiven Entscheid über ihren Aufenthalt bekommen hätte" – gar kein zweites Asylgesuch hätte einreichen müssen (vgl. Beschwerde S. 5 f.), zwar teilweise nachvollziehbar erscheint, im vorliegenden Kontext jedoch unbehelflich ist, dass sich sodann – wie in der angefochtenen Verfügung zu treffend be- merkt wurde – keine Hinweise auf eine Verfolgung ergeben, dass entgegen der in der Rechtsmitteleingabe (vgl. S. 6) vertretenen Auf- fassung der lediglich in Kopie eingereichte – und daher nur einen geri n- gen Beweiswert aufweisende – Suchbefehl vom BFM sehr wohl berüc k- sichtigt wurde, dass das BFM zu Recht bemerkt e, die ferienbedingten Aufenthalte in der Türkei und die jeweiligen legalen Ein - und Ausreisen liessen keinesfalls darauf schliessen, dass die türkischen Behörden der Beschwerdeführerin gegenüber Verfolgungsabsichten hegten, dass die Angaben der Beschwerdeführerin bezüglich der behördlichen Suche in der Tat auch nicht überzeugend ausgefallen sind und auch nicht nachvollziehbar erscheint, wieso die türkischen Behörden nach vielen Jahren plötzlich an ihr ein Interesse hätten haben sollen, dass überdies auch nicht logisch ist, wieso die Beschwerdeführerin die Kopie des Suchbefehls nicht bereits im Verfahren betreffend ihre We g- weisung, sondern erst drei Jahre später zur Untermauerung ihres zweiten Asylgesuches einreichte, D-6737/2013 Seite 10 dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die weiteren Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass auch der in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 6) angebrachte Hinweis auf die Erfordernisse für die Anwendun g von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG (weiteres Asylgesuch nach erfolgslosem Durchlaufen eines früheren Asylverfahrens beziehungsweise Rückkehr in den Heimat - oder He r- kunftsstaat während hängigem Asylverfahren) nicht geeignet ist, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Ert eilung einer solchen be- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgese tzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche D-6737/2013 Seite 11 Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 As ylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, dass sich auch aus dem behaupteten, jedoch durch nichts belegten Über- tritt zum christlichen Glauben keine Hinwei se ergeben, dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig sein könnte, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gew alt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass die allgemeine Lage in der Türkei nicht auf eine konkrete Gefäh r- dung der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr schliessen lässt, dass auch keine individuellen Gründe ersi chtlich sind, welche die Rüc k- kehr der Beschwerdeführerin als unzumutbar erscheinen lassen würden, dass die Beschwerdeführerin über eine relativ gute Schulbildung und über eine langjährige, auch in der Schweiz weitergeführte Berufserfa h- rung als Schneiderin verfügt, dass nahe Angehörige der Beschwerdeführerin (unter anderem die be i- den mittlerweile volljährigen Kinder und ein Bruder) nach wie vor in der Türkei leben, weshalb nicht davon auszugehen ist, die Beschwerdeführ e- rin würde bei ihrer Rückkehr in eine i hre Existenz vernichtende Situation geraten, die als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden B e- stimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG), zumal die Beschwerde- führerin auch mit der finanziellen Unterstützung ihrer in der Schweiz wohnhaften Verwandten rechnen kann, D-6737/2013 Seite 12 dass sodann auch keine medizinischen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung sprechen, dass die Beschwerdeführerin keine ärztlichen Zeugnisse oder Berichte zu den Akten reichte, aus denen ersichtlich wäre, dass der V ollzug der Wegweisung aus gesundheitlichen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zumutbar wäre, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung vom 19. November 2013 sogar angab, sie sei von ihrem Hausarzt als zu 100% arbeitsfähig qualifiziert worden (vgl. B24 S. 8), dass die von ihr geschilderten Beschwerden (Schmerzen als Folge eines in der Schweiz erlittenen Arbeitsunfalles, Depressionen und Alkoholpro b- leme) im Übrigen auch in der Türkei behandelt werden könnten, dass der Vollzug der Wegweisung sch liesslich möglich ist, da keine Vol l- zugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es de r Beschwerde- führerin obliegt, bei der Beschaffung allenfalls benötigter Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG, vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig feststellt oder nicht angemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass der Antrag um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist, da die Beschwe r- debegehren als aussichtslos zu bezeichnen sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, D-6737/2013 Seite 13 SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-6737/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600. – werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Kathrin Mangold Horni Versand: