Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2018 (720 17 178 / 218) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Verfügung beruht auf unzureichenden medizinischen Unterlagen; Rückweisung an die Vorinstanz Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Jürg Tschopp , Advokat , Simonius & Partner, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1958 geborene A.____ war seit dem 1. Mai 19 86 bei der B.____AG als Monteur angestellt. Zudem führte er für seinen Arbeitgeber separat entschädigte Reinigungsarbeiten aus. Am 25. März 2009 verunfallte A.____mit dem Motorrad, wobei er sich gemäss Operations- bericht der orthopädischen Klinik des Kantonsspitals C.____ vom 26. März 2009 eine komplexe subtrochantäre Femurfraktur links und eine offene d istale Tibiaschaftfraktur rechts zuzog. Die Unfallversicherung D.____ erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heil- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht behandlung). Mit Verfügung vom 10. Juli 2012 sprach sie A.____ ab 1. August 2012 eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 39 % zu. Die gegen diesen Entscheid erhobene Einspra- che hiess die Unfallversicherung D.____ mit Entscheid vom 17. Januar 2013 insofern teilweise gut, als sie die Rente von 39 % auf 40 % erhöhte. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. A.2 Mit Verfügung vom 31. Oktober 2014 verneinte die U nfallversicherung D.____ einen Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten Schulterbeschwerden rechts und dem Unfall vom 25. März 2009. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin mit Entscheid vom 20. Janu- ar 2015 fest. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Jürg Tschopp, am 17. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht; Verfahren Nr. 725 15 72). Nachdem die Unfallversicher ung D.____ den angefochtenen Ein- spracheentscheid vom 20. Januar 2015 lite pendente zwecks Du rchführung weiterer medizini- scher Abklärungen aufgehoben hatte, schrieb der instruie rende Präsident des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, das Verfahren mit Beschl uss vom 18. März 2015 infolge Gegenstandslosigkeit ab. Nach weiteren Abklärungen ane rkannte die Unfallversicherung D.____ die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden. M it Verfügung vom 14. Februar 2017 sprach sie A.____ mit Wirkung ab 1. August 2012 eine R ente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 40 % und ab 1. Januar 2015 eine solche aufgrund eines Invaliditätsgrads von 50 % zu. A.3 Bereits am 25. September 2009 meldete sich A.___ _ unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwerden bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistun gsbezug an. Nachdem die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitliche n und erwerblichen Verhältnisse abge- klärt hatte, ermittelte sie beim Versicherten ab 25. Mä rz 2010 einen Invaliditätsgrad von 61 %, ab 1. Oktober 2010 einen solchen von 0 %, ab 1. Mai 20 11 einen solchen von 41 % und ab 15. März 2012 einen solchen von 19 %. In der Folge stel lte sie A.____ mit Vorbescheid vom 18. Juli 2013 in Aussicht, ihm mit Wirkung ab 1. März 201 0 bis 31. Januar 2011 eine Dreivier- telsrente und vom 1. August 2011 bis 30. Mai 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen. Auf Inter- vention des Versicherten hin und nach weiteren Abklärung en ermittelte die IV-Stelle ab 25. März 2012 einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 28. Juni 2010 einen solchen von 19 %, worauf sie am 22. Juni 2016 einen neuen Vorbescheid erliess und A.____ in Aussicht stellte, ab 1. März 2010 befristet bis 31. Mai 2010 eine ganze Rente auszurichten. Daran hielt sie auch mit Verfügung vom 27. April 2017 fest. B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Tschopp, am 5. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, in Gut heissung der Beschwerde sei die Ver- fügung vom 27. April 2017 aufzuheben und die Beschwer degegnerin zu verpflichten, ihm ab März 2010 eine Viertelsrente, ab Dezember 2015 eine ga nze Rente und ab Mai 2016 eine hal- be Rente sowie entsprechende Kinderrenten zuzusprechen. Eventualiter sei der Fall zur Abklä- rung weiterer Leistungen an die Beschwerdegegnerin zu rückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, er sei an seinem Arbeitsplatz optimal eingeglie- dert, weshalb ihm ein Stellenwechsel nicht zumutbar se i. Die Zusprache der Invalidenrente ha- be entsprechend den Leistungen der Unfallversicherung zu erfolgen. Eventualiter sei das effek- tiv zumutbare Arbeitspensum zu klären und bei der Bemessu ng der Invalidität ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. In ihrer Vernehmlassung vom 23. August 2017 beantra gte die IV-Stelle, die Beschwer- de sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass dem Versicherten ab 1. März 2010 bis 31. Mai 2010 und vom 1. September bis 31. Dezember 2014 eine befristete ganze Rente zuzusprechen sei. D. Am 29. August 2017 zog das Kantonsgericht bei der U nfallversicherung die Akten des Versicherten bei. E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 4 . Dezember 2017 / Duplik vom 4. Januar 2018) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. F. Mit Beschluss vom 15. Februar 2018 stellte das Kantonsge richt den Fall aus und gab dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich vernehmen zu lasse n und die Möglichkeit des Be- schwerderückzugs. Zur Begründung wurde festgehalten, dass d as Kantonsgericht – im Falle eines Urteils – die angefochtene Verfügung aufheben und die Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückweisen würde. Die Neubestimmung des Invaliditätsgrads könne mög licherweise zu einer Schlechter- stellung (reformatio in peius) führen. G. Am 8. Juni 2018 liess A.____ mitteilen, dass er an se iner Beschwerde festhalte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 5. Juni 2017 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person An spruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktobe r 2000 die voraussichtlich blei- bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilwei se Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geist igen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachperso nen oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen v orzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerich ts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zah lreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, wel che sich für den vorliegenden Ent- scheid als zentral erweisen. 6.2 Im Bericht des Kantonsspitals C.____ vom 25. Mai 20 10 wurde ein Status nach Pseu- darthrosenrevision der Tibia rechts und eine Tractusirrita tion an der linken Hüfte bei Status nach Plattenosteosynthese diagnostiziert. Die Arbeitsun fähigkeit betrage bis 27. Juni 2010 100 %. Hernach sei der Versicherte zu 40 % arbeitsfähig. 6.3 Am 7. September 2010 hielten die behandelnden Ä rzte des Kantonsspitals C.____ fest, dass der Versicherte über eine deutliche Besserung be richte. Die Arbeitsfähigkeit betrage bis 5. September 2010 40 % und ab 6. September 2010 60 %. Ab 4. Oktober 2010 sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 6.4 Die Unfallversicherung D.____ liess den Versicherten kreisärztlich untersuchen. Am 19. April 2011 diagnostizierte Dr. med. E.____, FMH C hirurgie, einen Status nach Motorradun- fall mit komplexer subtrochantärer Femurfraktur links sow ie nach erstgradiger offener Tibia- schaftfraktur rechts, nach offener Reposition und Osteosy nthese der Femur- sowie der Tibia- fraktur, nach Distorsion des rechten Handgelenks, nach S chulterkontusion rechts sowie nach Re-Osteosynthese und Spongiosaplastik an der rechten Tibia bei Pseudarthrose am 27. Januar 2010. Die subtrochantäre Femurfraktur und die Tibiaps eudarthrose seien konsolidiert. Aktuell Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestünde noch eine Funktionseinschränkung im linken Hüftg elenk. Zudem sei der Versicherte v.a. im Trochanterbereich durch das Metall gestört. Diesb ezüglich sei nach der Metallentfer- nung eine Besserung zu erwarten. Aktuell arbeite der V ersicherte zu 90 %. Dabei sei er am absoluten Limit und klage über vermehrte Schmerzen. Da her werde die Arbeitsfähigkeit ab 2. Mai 2011 vorerst auf 80 % reduziert. 6.5 Am 15. März 2012 hielt der Kreisarzt Dr. D.____ f est, dass ein zeitgerechter Heilverlauf nach Metallentfernung an der Tibia rechts im Januar 20 12 bestünde. Ansonsten zeige sich im Vergleich zur Untersuchung vom 19. April 2011 keine we sentliche Befundänderung. Aktuell arbeite der Versicherte in einem Pensum von 80 % und e iner Leistung von 65 %. Aus medizini- scher Sicht sei dem Versicherten die bisherige Tätigkei t während sechs Stunden pro Tag zu- mutbar. Der vor dem Unfall ausgeübte Nebenjob sei ihm heute nicht mehr möglich. Alternativ seien leichte wechselbelastende Tätigkeiten ganztags zumutbar. 6.6 Im Bericht des Kantonsspitals C.____ vom 22. Juni 2012 wurde festgehalten, dass der Versicherte eine Schwäche der Muskulatur v.a. der untere n Extremität aufweise. Zudem be- stünden rezidivierende Beschwerden im rechten Handgelenk und eine verminderte Kraft sowie Schulterbeschwerden. Die bisherige Tätigkeit sei maximal im Umfang von sechs Stunden pro Tag möglich. Aufgrund der Muskelschwäche, der schnelleren Ermüdbarkeit der Muskulatur so- wie der rezidivierenden Schmerzen betrage die Leistungsf ähigkeit vier Stunden pro Tag. Die Frage, in welchem Umfang und seit wann dem Versichert en eine behinderungsangepasste Tä- tigkeit möglich sei, wurde mit „ab sofort“ angegeben. 6.7 Am 30. Juli 2012 hielt Dr. med. F.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, fest, dass der Kreis arztbericht vom 13. Mai 2012 (rec- te:15. März 2012) nachvollziehbar sei. Demnach sei davon auszugehen, dass dem Versicher- ten bei einer Anwesenheit von 80 % eine Leistung von 6 5 % zumutbar sei. Der ausgeübte Ne- benjob sei hingegen nicht mehr möglich. Diese Beurteilung gelte zumindest seit März 2012. Für die Zeit davor sei den attestierten Arbeitsunfähigkeite n der behandelnden Ärzte zu folgen und diese auch für Verweistätigkeiten zu übernehmen. Ange passte Tätigkeiten seien dem Versi- cherten ganztags und ohne wesentliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit zumutbar. 6.8 Im Bericht des Kantonsspitals C.____ vom 27. Septe mber 2013 wurde ausgeführt, dass der Versicherte nach wie vor unter permanenten Beschw erden leide. Zwar hätten sich die Schmerzen im Bereich der Tibia rechtsseitig etwas gebe ssert. Dennoch trete nach längeren Belastungen ein Dauerschmerz mit krampfartigen Verspannungen auf. Dieselben krampfartigen Schmerzen bestünden auch im Bereich der linken Hüfte. Z udem klage der Versicherte über Beschwerden im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS, LWS) sowie im Bereich des rechten Handgelenks. Eine Tätigkeit, die das aktuelle Pe nsum von 70 % Arbeitszeit und 60 % Leistung übersteige, sei dem Versicherten aktuell nicht zuzumuten. 6.9 Am 6. März 2014 hielten die behandelnden Ärzte de s Kantonsspitals G.____ fest, dass der Versicherte bei Status nach Metallentfernung seine Arbeit wieder zu 75 % aufgenommen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeit in den nä chsten Monaten wieder zu 100 % ausgeübt werden könne. 6.10 Das Kantonsspital G.____ diagnostizierte am 3. Sep tember 2014 eine Ermüdungsfrak- tur des Femur proximal links. Bis zum operativen Eingriff bestünde eine vollständige Arbeitsun- fähigkeit. 6.11 Am 19. September 2014 wurde der Versicherte eine m operativen Eingriff unterzogen. Am 10. November 2014 diagnostizierten die behandelnde n Ärzte des Kantonsspitals G.____ eine Aufbohrung, eine Osteosynthese mittels lateralem Femurnagel links nach Ermüdungsfrak- tur proximaler Femur und bei muskulären Schmerzen mögli cherweise im Rahmen einer Trac- tushernie des Femur links. Bis zum 9. November 2014 bestü nde eine vollständige, ab dem 10. November 2014 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit. 6.12 Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals G.____ diagnostizierten am 5. März 2015 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status n ach Reosteosynthese einer Femurfraktur links am 19. September 2014. Aufgrund der rezidivierend en Schmerzproblematik sei der Versi- cherte immer noch zu 75 % arbeitsfähig. Der weitere Verlauf sei abzuwarten. 6.13 Im Bericht des Kantonsspitals G.____ vom 17. April 2015 wurde festgehalten, dass sich insgesamt ein regelrechter Verlauf zeige. Der Versich erte sei beschwerdearm und arbeite wieder zu 100 %. 6.14 Am 11. September 2015 führten die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals G.____ aus, dass der Versicherte schmerzbedingt in der Leistungsfä higkeit eingeschränkt sei. Ein Ar- beitspensum von 72 % sei etwas zu hoch, weshalb dem Versich erten vorerst eine Arbeitsfähig- keit von 60 % attestiert werde. 6.15 Am 29. April 2015 hielt Dr. F.____ fest, dass die Erkenntnisse aus der Untersuchung des Kreisarztes Dr. E.____ vom 15. März 2012 zumindest bi s Mitte Juni 2014 gültig gewesen seien. Hernach sei es zu einer Verschlechterung des Gesundh eitszustandes gekommen. Ab dem 22. Juni 2014 habe eine vollständige Arbeitsunfähig keit in allen Tätigkeiten bestanden. Spätestens ab dem 4. Dezember 2014 (letzte Kontrolle im Kantonsspital C.____) habe die kreisärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 15. M ärz 2012 wiederum volle Gültigkeit. Demnach seien dem Versicherten ab diesem Zeitpunkt die b isherige Tätigkeit im Umfang von sechs Stunden pro Tag und angepasste Verweistätigkeiten ganztags zumutbar. 6.16 Am 1. März 2016 hielt der Kreisarzt Dr. E.____ f est, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der letzten Untersuchung im März 2012 leicht verschlechtert habe. Aktuell arbeite der Versicherte fünf Stunden pro Tag mit reduzierter Leistung, was einer Arbeitsfähigkeit von 50 % entspreche. Eine solche Tätigkeit sei dem Ver sicherten möglich. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zumutbar. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.17 Die Unfallversicherung D.____ beauftragte die as im-Begutachtung mit einem orthopä- dischen Gutachten, welches am 28. Juni 2016 erstattet wu rde. Demnach sind die geltend ge- machten Beschwerden an der rechten Schulter mit überwie gender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 25. März 2009 zurückzuführen. 6.18 Am 17. August 2016 führte Dr. F.____ aus, es sei weiterhin davon auszugehen, dass spätestens ab dem 4. Dezember 2014 und zumindest bis circa Mitte 2015 die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Dr. E.____ vom 15. März 2012 Gü ltigkeit habe. Ab circa Mitte 2015 sei es zu einer Verschlechterung der Beschwerden und der Arbeits fähigkeit gekommen, weshalb ab Mitte 2015 auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. E._ ___ vom 1. März 2016 abzustellen und davon auszugehen sei, dass der Versicherte voraussichtlich dauerhaft eine Arbeitsfähigkeit von 50 % aufweise. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angepa ssten Verweistätigkeiten habe die kreisärztliche Beurteilung vom 15. März 2012, wonach von e iner Arbeitsfähigkeit von 100 % auszugehen sei, spätestens ab dem 4. Dezember 2014 wieder Gültigkeit. 6.19 Am 25. November 2016 hielt Dr. E.____ fest, das s dem Versicherten aufgrund der un- fallbedingten Restfolgen leichte wechselbelastende Tät igkeiten ohne repetitive Überkopfarbei- ten und ohne repetitive Vibrations- und Schlagbelastu ngen für die rechte obere Extremität im Umfang von fünf Stunden pro Tag zumutbar seien. Verm ieden werden sollten Arbeiten auf Lei- tern und Gerüsten sowie auf anderen absturzgefährdete n Positionen, Gehen in unebenem Ge- lände, rein stehende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mi t langen Gehstrecken. Aktuell arbeite der Versicherte fünf Stunden pro Tag mit reduzierter Leistu ng, was einer Arbeitsfähigkeit von 50 % entspreche. Diese Tätigkeit sei dem Versicherten zum utbar; eine weitere Steigerung der Ar- beitsfähigkeit sei nicht zumutbar. Der vor dem Unfall durchgeführte Nebenjob sei ebenfalls nicht mehr zumutbar. 6.20 Am 12. Januar 2017 führte Dr. F.____ – mit Ver weis auf den Bericht des Kantonsspi- tals C.____ vom 5. März 2015 (vgl. E. 6.12 hiervor) – au s, dass die Arbeitsfähigkeit in Ver- weistätigkeiten mit Einbezug der Schulterproblematik au sreichend begründet worden sei. Die Schulterproblematik führe lediglich zu qualitativen Ein schränkungen. So seien schwere Tätig- keiten mit dem rechten Arm, häufige Arbeiten in der H orizontalen und über Kopf oder repetitive Arbeiten mit dem rechten Arm zu vermeiden. 7.1 Die IV-Stelle ging in ihrer Verfügung vom 27. Ap ril 2014 insbesondere gestützt auf die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. F.____ vom 30. Juli 2 012, 29. April 2015, 17. August 2016 und 12. Januar 2017 davon aus, dass der Versicherte vom 1. März 2010 bis 31. Mai 2010 voll- ständig arbeitsunfähig war. Im Übrigen bejahte sie ab er eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit. In ihrer Vernehmlass ung vom 23. August 2017 anerkannte sie zudem eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von Mitte Juni 2014 bis 3. Dezember 2014. Wie oben ausgeführt, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass ein Versicherungsträger seinen Entscheid auf medizinische Unterlagen stützt, die er versi cherungsintern eingeholt hat. In sol- chen Fällen sind jedoch strenge Anforderungen an die Be weiswürdigung zu stellen und zwar in dem Sinne, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende A bklärungen vorzunehmen sind Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. E. 4.4 hiervor und die dortigen Hinweise auf die entsprechende bundesgerichtliche Recht- sprechung). Vorliegend ergeben sich Zweifel an der Zuv erlässigkeit und Schlüssigkeit der von der Beschwerdegegnerin als massgebend erachteten versicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, wie sich aus den nachstehenden Ausführungen ergibt. 7.2 Zunächst fällt auf, dass im protrahierten und von Rückschlägen geprägten Heilungsver- lauf der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nie gutachterlich abge- klärt wurden. Das von der Unfallversicherung D.____ bei der asim veranlasste Gutachten vom 28. Juni 2016 befasst sich einzig mit der Frage der Unf allkausalität der Beschwerden in der rechten Schulter. Die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. F. ____ stützte sich demnach bei der Be- urteilung des Gesundheitszustandes und der Leistungsfähigkeit des Versicherten einzig auf die Berichte der behandelnden Ärzte sowie die Beurteilunge n des Kreisarztes Dr. E.____ vom 19. April 2011, 15. März 2012 und 1. März 2016. Sie g ing demnach davon aus, dass der Versi- cherte vom 1. März 2010 bis 31. Mai 2010 und von Mitte Juni 2014 bis 3. Dezember 2014 voll- ständig arbeitsunfähig war. Im Übrigen erachtete sie e ine vollständige Arbeitsfähigkeit in ange- passten Verweistätigkeiten als ausgewiesen. Diese Beurteilung ist nicht stichhaltig. Zunächst ist – entgegen der Auffassung der IV-Stelle – aufgrund d er vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Versichert en bereits ab Juni 2010 derart verbessert hatte, dass ihm ab diesem Zeitpunkt wiederum eine vollständige Arbeitsfähigkeit zumutbar war. Vielmehr wird in den Berichten des Kanto nsspitals C.____ vom 25. Mai 2010 und 7. September 2010 ausgeführt, dass der Versicherte bis 27. Juni 2010 zu 100 %, ab dem 5. September 2010 zu 40 %, ab dem 6. September 2010 zu 60 % und erst ab 4. Oktober 2010 wiederum zu 100 % arbeitsfähig war. Eine Befristung der Rente per 31. Mai 2010 ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar. Weiter ist die Beurt eilung des RAD in Bezug auf die Leis- tungsfähigkeit des Versicherten in angepassten Verweistä tigkeiten nicht schlüssig. Wenn er sich auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. E.____ vom 15. März 2012 beruft und davon ausgeht, dass dem Versicherten spätestens ab dem 4. Dezemb er 2014 angepasste Verweistä- tigkeiten ganztags und ohne wesentliche Einschränkung zum utbar seien, steht diese Einschät- zung in einem unauflösbaren Widerspruch zur Beurteilu ng von Dr. E.____ vom 25. November 2016, wonach – unter Berücksichtigung der von der Unfall versicherung D.____ nachträglich als unfallkausal anerkannten Schulterbeschwerden – der Versic herte auch in einer angepassten Verweistätigkeit eine Einschränkung der Leistungsfähig keit von 50 % aufweise. Die Annahme des RAD vom 12. Januar 2017, wonach die Schulterproble matik lediglich zu einer qualitativen, aber nicht zu einer quantitativen Einschränkung der Arbe itsfähigkeit führe, findet in den Akten keine Stütze. Zudem geht sein Hinweis auf den Bericht des Kantonsspitals C.____ vom 5. März 2015 fehl, da sich dieser Bericht gerade nicht zu den Sch ulterbeschwerden äussert. Damit fehlt es an einer verlässlichen Grundlage für die Annahme von Dr. F.____, wonach spätestens ab dem 4. Dezember 2014 wiederum von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten auszugehen sei. Bei dieser Sachlage bestehen mehr als nu r geringe Zweifel an der Zuverläs- sigkeit und Schlüssigkeit der vorliegend massgebenden Fes tstellungen des RAD. Dies gilt vor- liegend umso mehr, als keine fachärztlichen Gutachten vorha nden sind und Dr. F.____ den Beschwerdeführer nie persönlich untersuchte. So wie sich die Aktenlage präsentiert, ist der massgebende medizinische Sachverhalt im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht ausreichend abgeklärt. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und die Zumutbarkeit eines Berufswech- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sels können folglich aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht abschliessend beurteilt werden. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.4 hiervor) kann bei d iesem Beweisergebnis nicht auf die betreffende versicherungsinterne Beurteilung abgestellt werden. Die angefochtene Verfügung vom 27. April 2017 ist aus diesem Grund aufzuheben und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. 8. Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kön nen die Sozialversiche- rungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat viel mehr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff. E. 4.4.1 ff.). Vorliegend erweist sich die der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2017 zugrunde gelegte Beurteilung des RAD-Arztes Dr. F.____ in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten in Verweistätigkeiten als nicht beweistauglich. Da es die I V-Stelle unterliess, die diesbezüglich nötigen Abklärungen zu veranlassen, und es nicht die Aufg abe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückwei- sung an die Vorinstanz nichts entgegen. Diese wird angeha lten, die Leistungsfähigkeit des Ver- sicherten in Verweistätigkeiten unter Berücksichtigung all er gesundheitlichen Beschwerden fachärztlich abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergebniss e der Aktenergänzung wird sie über die Zumutbarkeit eines Berufswechsels und den Leistung sanspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Bei diesem Ausgang des Ver- fahrens ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wesha lb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nic ht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund diese r Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskost en aufzukommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten erhoben und der vom Beschwerdeführe r geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist zurückzuerstatten. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde fü hrende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem S inne, dass der Beschwerde führen- den Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verf ügung und der Rückweisung der Sa- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neue n Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 1 32 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be- schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärun g im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdefü hrer eine Parteientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ha t in seiner Honorarnote vom 13. Juni 2018 einen Zeitaufwand von 22,75 Stunden ge ltend gemacht. Darin befindet sich eine Bemühung im Umfang von 0,5 Stunden, welche auf den K ontakt des Rechtsvertreters mit der Rechtsschutzversicherung des Versicherten zurückzuführen ist. So lche Bemühungen würden im Falle einer nicht rechtsschutzversicherten Person nicht anfallen und müssen daher unbe- rücksichtigt bleiben. Die Bemühungen im Zusammenhang mit der Rechtschutzversicherung sind deshalb im genannten Umfang in Abzug zu bringen. Im Übrigen ist der geltend gemachte Aufwand in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- u nd Rechtsfragen, des doppelten Schriftenwechsels, des Aktenumfangs und der Tatsache, dass der Fall mit Beschluss vom 15. Februar 2018 ausgestellt und dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungahme gege- ben wurde, gerade noch angemessen. Nach Abzug von insge samt 0,5 Stunden ist somit ein Aufwand von 22,25 Stunden zu dem im Sozialversicherungsr echt üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnun g für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Zu kürzen sind des Weiteren die au sgewiesenen Auslagen für Kopien in der Höhe von insgesamt Fr. 150.--, da pro Kopie Fr. 2 .-- statt Fr. 1.50 verrechnet worden sind (vgl. § 15 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinne n und Anwälte). Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6‘172.15 ([22,25 Stunden x Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 158.80]; inkl. 8 % Mehrwertsteuer au f Fr. 3‘439.70 [Fr. 275.15] und 7,7 % Mehrwertsteuer auf Fr. 2‘281.60 [Fr. 175.70]) zu Las ten der Beschwerdegegnerin zuzuspre- chen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesg ericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheide t das Bundesgericht. Die nachste- hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 27. April 2017 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die I V-Stelle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 6‘172.15 (inkl. Au slagen und 8 % bzw. 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht