Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 13. März 2018 (400 17 334) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Partielle Erbteilung Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Dr. Stefan Schmiedlin, Augustinergasse 5, Postfach 1112, 4001 Basel, Kläger B. ____, vertreten durch Advokat Dr. Stefan Schmiedlin, Augustinergasse 5, Postfach 1112, 4001 Basel, Klägerin gegen C. ____ vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, Reetz Sohm Rechts- anwälte, Obere Wiltisgasse 52, Postfach 441, 8700 Küsnacht ZH, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Erbrecht Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am TT.MM.JJJJ ist Frau X. ____ an ihrem letzten Wohnort i n Y. ____ verstorben. Ihre gesetzlichen Erben und Parteien im vorliegenden Verfah ren sind ihre drei Kinder: A. ____, B. ____ und C. ____. Die Erblasserin hat diverse Verfügungen von Todes wegen getroffen. So hat sie unter anderem in einem notariell beurkundeten Erbvertrag vom 14. Dezember 2011 die Her- ren D. ____ und Dr. E. ____ zu ihren beiden Willensv ollstreckern ernannt, welche ihr Mandat nach dem Ableben der Erblasserin gemeinsam ausüben sol lten. Über den Nachlass der ge- nannten Erblasserin wurde am 19. März 2015 ein vereinf achtes Inventar aufgenommen, mit welchem per Todestag Aktiven in Höhe von CHF 80‘131‘002.55 (bestehend aus Liegenschaften sowie Guthaben/Wertschriften) und Passiven in Höhe von CH F 32‘287‘537.05 (Hypothekar- schulden, Vermächtnisse sowie andere Verbindlichkeiten) au sgewiesen wurden. In besagtem Inventar wurde zudem festgehalten, dass die drei Nachkom men am Reinvermögen von CHF 47‘843‘465.50 zu je ⅓ bzw. mit je CHF 15‘947‘821.83 partizipieren würden. In den Aktiven sind gemäss Inventar unter andrem Wertschriftendepots bei der F. ____ AG (Depotwert von CHF 2'134'813.40) und der G. ____ Bank (Depotwert vo n CHF 8'311'070.85) enthalten. Zur Aufteilung dieser Depots setzten die Willensvollstrecker e inen partiellen Erbteilungsvertrag auf, welchen die beiden Erben, A. ____ und B. ____ unterz eichneten. Der verbleibende Erbe, C. ____, war mit einer vorgezogenen Erbteilung nicht einverstanden. A. ____ und B. ____ hiel- ten an ihren Teilungsabsichten fest und reichten nach e rfolglosem Schlichtungsverfahren am 16. November 2016 beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West gegen C. ____ Klage auf par- tielle Erbteilung ein. B. Das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West hiess die Klage gut, indem es feststellte, dass die erwähnten Wertschriftendepots unter anderem B estandteile des bisher ungeteilt ge- bliebenen Nachlasses der eingangs erwähnten Erblasserin seien und dass die Parteien je zu ⅓ an diesen Vermögenswerten berechtigt seien. Im Weitere n wies das Zivilkreisgericht die F. ____ AG und die G. ____ Bank an, der Klägerin 1 u nd dem Kläger 2 auf Anrechnung an de- ren Erbteile je ⅓ der im Depot Nr. XXXX bzw. Nr. XXXX gehaltenen Wertpapiere zu übertragen. Die gerichtliche Anweisung wurde dahingehend ergänzt, als dass jeweils von der grössten durch 3 teilbaren Zahl auszugehen sei und die nicht te ilbaren Spitzen im Depot zu belassen seien, soweit die einzelnen Wertschriftenpositionen nicht durch 3 teilbar seien. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 1'000.00 sowie die Gerichts gebühr des erstinstanzlichen Ver- fahrens in der Höhe von CHF 60'000.00 wurden dem beklagten C. ____ auferlegt. Dieser wurde zudem verpflichtet, den Klägern eine Parteientschädigu ng von CHF 115‘851.90 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. Zur Begründung erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, u nter den Parteien sei unbestritten ge- blieben, dass sie als einzige Erben am fraglichen Nachl ass zu gleichen Teilen berechtigt seien und dass die beiden Wertschriftendepots Bestandteile di eser Erbschaft seien. In Übereinstim- mung mit der jüngeren Lehre gestand das Zivilkreisgerich t den Klägern die Möglichkeit einer objektiv partiellen Erbteilungsklage grundsätzlich zu, sof ern nicht ausnahmsweise sachliche Gründe gegen eine solche teilweise vorgezogene Ausein andersetzung sprechen würden. Sol- che Gründe erblickte die Vorinstanz im vorliegenden Fall indessen nicht. Eine Schuldentilgung im Sinne von Art. 610 Abs. 3 ZGB, welche einer Teilun g entgegenstehen würde, so das Zivil- kreisgericht, würde prozessrechtlich an einem Antrag des Beklagten und in materieller Hinsicht an einem hinreichenden Nachweis scheitern, dass die zu ti lgenden Hypothekarschulden über- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht haupt fällig seien. Sodann verstricke sich der Beklagte i n einem Widerspruch, wenn er einer- seits in seiner Klageantwort und an der Hauptverhandlun g für den Erhalt der Vermögenswerte plädiere, andererseits jedoch ein angebliches Interesse an einer vorgängigen Tilgung von Hy- pothekarschulden bekunde. Einer solchen rechtsmissbräuchlichen Anrufung von Art. 610 Abs. 3 ZGB sei der Rechtsschutz zu verwehren. Die behauptete Be fürchtung des Beklagten, eine par- tielle Erbteilung würde für ihn verheerende wirtschaft liche Folgen haben, basiere auf einer Fehlüberlegung. Dass der Beklagte im Falle einer part iellen Teilung der Wertschriftendepots einen höheren Ausgleichungsbetrag an die Kläger beza hlen müsse als bei der Teilung des ge- samten Nachlasses, sei unzutreffend. Sollten ohnehin al le flüssigen Mittel an die Kläger gehen, wovon bei Übernahme sämtlicher Liegenschaften durch den Beklagten auszugehen sei, so könne durch eine vorgängige Zuweisung eines Teils diese r flüssigen Mittel nicht eine höhere Ausgleichszahlung an die Kläger entstehen. Der auszugle ichende Betrag bleibe – unabhängig von einer Teilung der flüssigen Mittel in einem Akte oder einer partiellen Teilung in zwei Akten – immer gleich hoch. Ob der Beklagte die Ausgleichszahlung en an die Kläger bei einer Übernah- me von Liegenschaften bezahlen könne, hänge alleine von seinen eigenen finanziellen Verhält- nissen ab. Eine vorgängige Teilung der Wertschriftendepo ts und Zuweisung der Anteile an die Kläger habe auf die Höhe der Ausgleichsforderungen ke inen Einfluss. Dass mit der partiellen Teilung eine Schädigung des Nachlasses verbunden sein könn te, sei nicht wahrscheinlich, weshalb der Antrag auf Teilungsaufschub gestützt auf Art . 604 Abs. 2 ZGB als unbegründet abzuweisen sei. Einer partiellen Erbteilung stünden s omit keine sachlichen Gründe entgegen, weshalb die partielle Erbteilungsklage gutzuheissen sei. C. Mit Eingabe vom 20. Oktober 2017 reicht C. ____ (Beklag ter des erstinstanzlichen Ver- fahrens, nachstehend Berufungskläger), vertreten durch Re chtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, ge- gen den zivilkreisgerichtlichen Entscheid vom 22. Juni 20 17 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Berufung ein. Er unt erbreitet dabei der Rechtsmittelinstanz folgende Rechtsbegehren: 1. Es sei der Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landscha ft West vom 22. Juni 2017 (Dossier-Nr. der Vorinstanz: 130 16 3396 II) aufzuhebe n und es sei die Klage vom 16. November 2016 vollumfänglich abzuweisen. 2. Eventualiter sei der Entscheid des Zivilkreisgerichts Ba sel-Landschaft West vom 22. Juni 2017 (Dossier-Nr. der Vorinstanz: 130 16 3396 II) aufz uheben und es sei die Klage vom 16. November 2016 als gegenstandslos abzuschreiben. 3. Subeventualiter sei der Entscheid des Zivilkreisgerich ts Basel-Landschaft West vom 22. Juni 2017 (Dossier-Nr. der Vorinstanz: 130 16 3396 II) aufzuheben und das Verfahren sei zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. Subsubeventualiter sei Dispositiv-Ziffer 5 des Entschei ds des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 22. Juni 2017 (Dossier-Nr. der Vor instanz: 130 16 3396 II) aufzuhe- ben und wie folgt neuzufassen: „ Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 1‘000.00 we rden dem Beklagten aufer- legt. Die Gerichtsgebühr beträgt CHF 20‘000.00 und wi rd dem Beklagten auferlegt. Der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beklagte hat den Klägern eine Parteientschädigung von CHF 15‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.“ 5. Prozessualer Antrag/Sistierungsantrag: Es sei das vorl iegende Berufungsverfahren bis zum Abschluss des vom Berufungskläger mit Gesuch vom 20. Oktober 2017 vor dem Zivilkreis- gericht Basel-Landschaft West angehobenen Verfahrens be treffend Antrag i.S.v. Art. 610 Abs. 3 ZGB auf Sicherstellung von Schulden, welche den Nachlass von X. ____ selig be- lasten, zu sistieren. 6. Es seien die Akten der Vorinstanz beizuziehen. 7. Unter o/e-Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzügl. 8% MWST auf der Prozessentschä- digung, zu Lasten der Berufungsbeklagten. D. Der Berufungskläger führt zur Begründung seiner Berufun g im Wesentlichen an, dass entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen sehr wohl Gründ e bestehen würden, welche einer partiellen Erbteilung entgegenstünden, sollte eine so lche überhaupt zulässig sein. Zunächst verkenne die Vorinstanz, dass der Berufungskläger gar kein en substantiierten Antrag auf Schuldentilgung oder Sicherstellung zu stellen gehabt ha be, zumal dies – nämlich das (vorlie- gend unbestrittene) Vorhandensein von den Nachlass be lastenden Hypothekarschulden in Hö- he von rund CHF 30 Mio., welche derzeit weder getilgt noch sichergestellt seien, vor der Erbtei- lung aber getilgt werden müssten – lediglich eine Begr ündung gewesen sei, welche zur Klage- abweisung hätte führen müssen. Die Berufungsbeklagten hätten gar nicht resp. nie bestritten, dass diese Nachlassschulden bestanden hätten, weshalb das Vorhandensein entsprechender Nachlassschulden als erstellt zu gelten gehabt hätte und der Berufungskläger diese nicht hätte weiter substantiieren müssen. Dies im Übrigen umso wenige r, als der Berufungskläger vor der Vorinstanz – ganz bewusst – gerade keinen Antrag auf Ti lgung oder Sicherstellung der Nach- lassschulden gestellt habe, sondern lediglich habe dartu n wollen, dass es bei Vorliegen von Schulden in einem derart hohen Umfang nicht angängig sei, die vorhandenen Wertpapiere vor- ab zu verteilen, wenn wie vorliegend ein Erbe (Beruf ungskläger) damit nicht einverstanden sei, weil er befürchte, dass später die Schulden nicht mehr getilgt werden könnten. Dies stelle einen Grund dar, der gegen eine vorzeitige partielle Erbteilung spreche, weshalb die Klage vorliegend nicht hätte gutgeheissen werden dürfen. Im Weiteren sei der Vorwurf der Vorinstanz, der Beru- fungskläger habe sich widersprüchlich verhalten, nicht ge rechtfertigt. Es sei dem Berufungsklä- ger darum gegangen aufzuzeigen, dass bei einer vorzeitigen Aufteilung der Wertpapiere liquide Mittel fehlen würden, welche entweder für vorzunehmen de Ausgleichszahlungen oder aber für die Tilgung von Nachlassschulden zu verwenden wären. Da durch würden die Optionen bei der Teilung der Liegenschaften zufolge fehlender Liquidi tät und nicht mehr gegebener (oder stark eingeschränkter) Möglichkeit der Schuldentilgung vermind ert. Im Weiteren sei im vorliegenden Rechtsmittelverfahren als Novum zu berücksichtigen, dass der B erufungskläger zeitgleich mit der Einreichung seiner Berufung gegen den partiellen Erbteilungsentscheid beim Zivilkreisge- richt in einem Verfahren gemäss Art. 257 ZPO (Rechtsschu tz in klaren Fällen) gestützt auf Art. 610 Abs. 3 ZGB ein Gesuch um Sicherstellung der Nachlassschulden gestellt habe. Dieses neue Verfahren sei für das Berufungsverfahren insofern relevant, als eine Erbteilung nicht vor- genommen werden dürfe, bevor die Tilgung oder Sicher stellung der Schulden stattgefunden habe. Werde das Gesuch gutgeheissen, könne über die siche rgestellten Vermögenswerte (hier Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die fraglichen Wertpapiere) nicht mehr verfügt werden, was dazu führe, dass die partielle Erbtei- lung abgewiesen werden müsse resp. eventualiter gegenst andslos werde. In diesem Sinne be- stehe eine Abhängigkeit des Erbteilungsprozesses zum Siche rstellungsverfahren, weshalb das erstgenannte Verfahren bis zur Erledigung des zweitgenannten zu sistieren sei. Zum angefoch- tenen Kostenentscheid führt der Berufungskläger sodann an, dass die Vorinstanz den Streitwert falsch berechnet habe. Zudem habe unabhängig von der St reitwertberechnung kein Anlass be- standen, die nach Gebührentarif vorgesehene Gerichtsgebühr zu verdoppeln. Zwischen der den Berufungsbeklagten erstinstanzlich zugesprochenen Parteien tschädigung und der Bedeutung der Streitsache bzw. dem zeitlichen Aufwand für die anw altliche Vertretung bestehe ein offen- bares Missverhältnis. Gerechtfertigt wären höchstens CHF 10‘000.00, allenfalls CHF 15‘000.00, weshalb die Parteientschädigung entsprechend zu reduzieren sei. E. Mit Verfügung der Kantonsgerichtspräsidentin vom 16. N ovember 2017 wurde der Antrag auf Sistierung des vorliegenden Berufungsverfahrens abgewiesen. F. Die Berufungsantwort datiert vom 23. November 2017 . A. ____ und B. ____ (Kläger des erstinstanzlichen Verfahrens, nachstehend Berufungsbeklag te), vertreten durch Advokat Dr. Stefan Schmiedlin, beantragen darin die Abweisun g der Berufung, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Zusammenfassend wird zur Begr ündung angeführt, die Beru- fungsbegründung genüge den inhaltlichen Anforderungen gemäss Art. 311 ZPO nicht. Der Be- rufungskläger gehe nicht auf die vorinstanzlichen Erwägu ngen ein, sondern beschränke sich darauf, seine Rechtsstandpunkte des vorinstanzlichen Verfa hrens zu wiederholen. Der Beru- fungskläger verlange unverändert einen Teilungsaufschub , ohne auf die zivilkreisgerichtlichen Erwägungen Bezug zu nehmen, in welchen zutreffend be gründet worden sei, weshalb hierfür keine Gründe bestehen würden. Die Frage der späteren Schuldentilgung habe er zu thematisie- ren versäumt, indem er es unterlassen habe, vor erster Instanz die Sicherstellung zu beantra- gen. Sämtliche Ausführungen der Gegenpartei vor erster Instanz hätten sich stattdessen auf die Schuldentilgung konzentriert. Dieses prozessuale Versäumni s versuche der Berufungskläger nun durch gewundene, nichtssagende Ausführungen zu übe rspielen. Die Vorinstanz habe ins- gesamt zutreffend festgestellt, dass der Berufungskläger keine Gründe vorgebracht habe, die gegen eine partielle Teilung der Wertschriften sprech en könnten. Das beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West im Verfahren betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen eingereichte Ge- such um Sicherstellung gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB sei sodan n kein echtes Novum. Entgegen der Behauptung des Berufungsklägers, er wäre weder geha lten noch veranlasst gewesen, be- reits im Teilungsprozess vor Zivilkreisgericht ein Sicherstel lungsbegehren zu stellen, wäre der Berufungskläger prozessual eben gerade verpflichtet gew esen, das Begehren zu stellen, damit über den Antrag im selben Verfahren hätte entschieden werden können. Das Nachholen ver- säumter Prozesshandlungen stelle kein echtes Novum dar. Di e Berufungsbeklagten würden deshalb in Frage stellen, ob die Rechtshängigkeit de s Verfahrens auf partielle Erbteilung nicht dem Sicherstellungsgesuch entgegenstehe, soweit es die den Streitgegenstand bildenden Wertschriften betreffe. Über die prozessuale Zulässigkei t und die sich im Zusammenhang mit der verlangten Sicherstellung stellenden Fragen sei in j enem Verfahren zu entscheiden, wes- halb weitere Ausführungen dazu im Rahmen dieser Beruf ungsantwort nicht notwendig seien. Wie der Berufungskläger ausführe, stelle das parallel eingereichte Sicherstellungsbegehren Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht keinen Teilungsaufschubstatbestand dar und stehe der materiellen Beurteilung der Teilungskla- ge nicht entgegen. Der Berufungskläger verkenne die R echtslage, wenn er meint, dass die Gutheissung des Sicherstellungsgesuches ohne weiteres zur Abweisung oder Abschreibung der hängigen Teilungsklage führe. Entgegen der Behaup tung des Berufungsklägers habe die Vorinstanz den Streitwert korrekt berechnet, indem die Vorinstanz zu Recht von einem strittigen Teilungsanspruch und damit einem Streitwert von ⅔ des Wertschriftendepots ausgegangen sei. Die Parteientschädigung sei zudem tarifkonform berechnet worden. G. Die Kantonsgerichtspräsidentin schloss den Schriftenwechsel mit Verfügung vom 24. November 2017, ordnete die Zirkulation der Akten beim Gericht an und stellte den Parteien den Entscheid der Dreierkammer der zivilrechtlichen Abteil ung des Kantonsgerichts Basel- Landschaft gestützt auf die Akten in Aussicht. Erwägungen 1. Die Berufung richtet sich gegen den Entscheid der Dreie rkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 22. Juni 2017, mit welchem d ie Klage auf partielle Erbteilung gut- geheissen wurde. Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO ist die Berufung gegen einen solchen End- entscheid grundsätzlich zulässig. Eine Erbteilungsklage stellt eine vermögensrechtliche Streitig- keit dar, weshalb das Rechtsmittel der Berufung nur zur Verfügung steht, sofern der Streitwert mindestens CHF 10‘000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZP O). Ist Prozessthema, ob eine Teilung überhaupt zulässig ist, so liegt das ganze Teilungsvermöge n im Streit und es ist daher dessen gesamter Wert als Streitwert zu betrachten (SEILER , Die Berufung nach ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 294 N 707 mit Hinweis auf BGE 86 II 451 E. 2 und BGE 127 III 396 E. 1.b.cc). Im vor- liegenden Fall ist unter den Parteien strittig, ob die Berufungsbeklagten auf Klage hin die vorzei- tige partielle Aufteilung zweier Wertschriftendepots du rchsetzen können oder nicht. Mithin be- misst sich der Streitwert nach dem Wert dieser Depots, welcher gemäss vereinfachtem Inventar insgesamt CHF 10‘445‘884.25 beträgt. Die Streitwertgrenze nach Art. 308 Abs. 2 ZPO ist dem- zufolge offensichtlich erreicht. Die Berufung ist schrift lich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bei der Rechtsm ittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Der schriftlich begründete Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West wurde den Parteien am 20. September 2017 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist endete somit am 20. Oktober 2017 (Art. 142 Abs. 1 ZPO). Der Berufungskl äger hat diese Frist mit seiner Beru- fung vom 20. Oktober 2017, welche gleichentags zuhanden des Gerichts der Schweizerischen Post übergeben wurde, gewahrt (Art. 143 Abs. 1 ZPO). 2.1 Die Berufungsbeklagten monieren, dass der Berufungskläge r in seiner Berufung nicht auf die Ausführungen des angefochtenen Urteils eingehe. E s werde nicht aufgezeigt, welche der vorinstanzlichen Erwägungen der Berufungskläger im Einzel nen anfechte und welche Verlet- zung bundesrechtlicher Vorschriften er der Vorinstanz vorwerfe. Die allgemeine Kritik am ange- fochtenen Entscheid würden den Voraussetzungen von Art. 311 ZPO nicht genügen. Vor allem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht könne nicht pauschal auf sämtliche Argumente, Ausführun gen und Beweismittel verwiesen werden, die bereits vor der Vorinstanz vorgebracht w orden seien. Nachdem der Berufungsklä- ger vor erster Instanz keine Gründe vorgebracht habe, die einen Teilungsaufschub rechtfertigen würden, er keinen Antrag auf Sicherstellung der Nachla sspassiven gestellt habe und nun in der Berufungsschrift lediglich auf seinem früheren Standpu nkt beharre, ohne sich mit den Erwä- gungen der Vorinstanz auch nur ansatzweise auseinanderzu setzen, erfülle die Berufungsschrift die notwendigen Begründungsanforderungen nicht. 2.2 Als Berufungsgründe können unrichtige Rechtsanwendung sowie unrichtige Sachverhalts- feststellung geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Di e Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO schriftlich zu begründen. In der Berufungsbegründu ng ist darzulegen, aus welchen Grün- den der angefochtene Entscheid falsch ist und deshalb abg eändert werden muss. Die ZPO legt nicht ausdrücklich fest, welchen Anforderungen die Begründung zu genügen hat. Verlangt ist im Sinne einer sogenannten Begründungslast, dass sich die Ber ufung führende Partei sachbezo- gen mit den Entscheidfindungsgründen des erstinstanzlichen Entscheides auseinandersetzt, dass sie also dem Berufungsgericht erkennbar im Wesentlich en darlegt, inwiefern von der ers- ten Instanz Recht falsch angewendet und welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll (vgl. Art. 310 ZPO). Der gesetzlichen Begründungsla st im Sinne einer ernsthaften Ausei- nandersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz genüg en daher in einer Berufungsschrift weder blosse Wiederholungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser bereits abgehandelt wurden, noch blosse Verweise in der Beruf ungsschrift auf die eigenen Sachdar- stellungen vor der ersten Instanz. Ungenügend ist sodann b loss allgemeine formelhafte Kritik an den erstinstanzlichen Erwägungen, wie z.B. diese seie n falsch, rechtswidrig oder willkürlich, ohne dass zugleich dargetan wird, warum dem aus der Sicht der Berufung führenden Partei so sein soll. In der Begründung ist nicht nur darzutun, we shalb das Verfahren so ausgehen sollte, wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist eben auch au fzuzeigen, weshalb der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft ist. Der Berufungskläger hat die v on ihm kritisierten Passagen des Ent- scheides wie auch die Dossierunterlagen, auf die er seine Kritik stützt, genau zu bezeichnen. Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen denkbare n möglichen Fehler eigenständig for- schen (K UNZ , in: ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Komm entar zu den Art. 308- 327a ZPO, Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber [Hrsg.], Basel 2013, Art. 311 ZPO N 82 ff.; REETZ /T HEILER , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich Basel Genf 2016, Art. 311 ZPO N 36). Die Anfor derungen an die Begründung eines Rechtsmittels im Rahmen des kantonalen Instanzenzugs sind, soweit es um die Geltendma- chung von Rechtsverletzungen geht, allerdings weniger streng als im bundesgerichtlichen Be- schwerdeverfahren (KGEBL 400 11 356 E. 1.3; S EILER , Die Berufung nach ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 386 N 896). Der Berufungskläger muss sich mit der Begründung der Erstinstanz auseinandersetzen, ohne dass jedoch in diesem Zusammenhang allzu hohe Anfor- derungen gestellt werden dürfen. Kann aus einer Beruf ung hergeleitet werden, welche Rechts- sätze der Berufungskläger durch den angefochtenen Entsche id als verletzt erachtet, ist auf das Rechtsmittel im Zweifel einzutreten, auch wenn nicht kon kret auf die vorinstanzlichen Erwägun- gen Bezug genommen wird. Nicht einzutreten ist dagege n auf eine Berufung stets, wenn sich der Berufungskläger nicht einmal ansatzweise mit dem ersti nstanzlichen Entscheid auseinan- dersetzt. Eine allenfalls in der Substanz mangelhafte, w enn auch nicht im Sinne von Art. 311 Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ZPO ungenügende Begründung wirkt sich sodann allenfalls im Rahmen der materiellen Beurtei- lung zum Nachteil des Rechtsmittelklägers aus (REETZ /T HEILER a.a.O. N 38). 2.3 Im vorliegenden Fall unterlässt es der Berufungskläger zw ar, konkrete Berufungsgründe anzuführen. Aus seiner Berufungsschrift lässt sich aber entnehmen, dass er rügt, die Vorinstanz habe Art. 604 ZGB falsch angewendet. Sollte eine par tielle Erbteilung überhaupt möglich sein, würden im vorliegenden Fall sachliche Gründe vorliege n (Fehlen einer Sicherheit im Hinblick auf die Tilgung der Nachlassschulden), welche einer vo rzeitigen, teilweisen Aufteilung von Nachlassaktiven entgegenstünden. In sachverhaltlicher Hinsi cht sei für den vorliegenden Beru- fungsentscheid das echte Novum zu beachten, dass zwischenzeitlich im Rahmen eines Verfah- rens um Rechtsschutz in klären Fällen vor dem Zivilkreisgerich t Basel-Landschaft West ein Si- cherstellungsbegehren gestellt worden sei. Dieser Umsta nd beeinflusse wiederum die rechtli- che Beurteilung der Berufung, zumal eine Gutheissung d es Sicherstellungsbegehrens eine par- tielle Erbteilung verunmögliche. Dieser zusammengefasste Parteistandpunkt erlaubt es der Rechtsmittelinstanz den angefochtenen Entscheid auf die g enannten Beanstandungen hin zu überprüfen bzw. im Rahmen des Rechtsmittelentscheids darü ber zu befinden, ob diese Rügen gerechtfertigt sind oder nicht. Dass der Berufungskläge r überhaupt keinen Bezug zum ange- fochtenen Entscheid hergestellt hätte, kann unter den gegebenen Umständen nicht festgestellt werden. Wie erwähnt, sind an die formellen und inhal tlichen Erfordernisse einer Berufungs- schrift nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen, insbesondere nicht, soweit es um die Überprü- fung eines vorinstanzlichen Entscheids auf die Verletzung g eltenden Rechts geht. Die vorlie- gend zu beurteilende Rechtsmitteleingabe genügt demna ch den formellen und inhaltlichen An- forderungen im Sinne von Art. 310 f. ZPO. Auch die Berufungsbeklagten scheinen diese An- sicht im Ergebnis zu teilen, da sie in der Berufungsantw ort ausschliesslich die Abweisung der Berufung beantragen und nicht auch das Nichteintreten anbegehren. 2.4 Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreierkammer de r Abteilung Zivilrecht des Kan- tonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Dreierkammern der Zivilkreisgerichte sachlich zuständig. Auf die Berufung ist somit einzutreten, zumal vorliegend auch die weiteren Formalien und Prozessvoraussetzungen e rfüllt sind, insbesondere auch der für das Berufungsverfahren erhobene Kostenvorschuss bezahlt wurde. 3.1 Im erstinstanzlichen Verfahren war unter den Parteien strittig, ob eine nur teilweise Tei- lung des Nachlasses ohne Einverständnis sämtlicher Erben gese tzlich überhaupt möglich ist, zumal sich der Berufungskläger einer Aufteilung der fraglichen Wertschriftendepots widersetzte. Die Vorinstanz hat den klageweise geltend gemachten Ansp ruch der Berufungsbeklagten auf partielle Erbteilung geschützt und die F. ____ AG sowie die G. ____ Bank angewiesen, je ⅓ der in den fraglichen Depots gehaltenen Wertpapiere auf die Klägerin 1 und den Kläger 2 auf An- rechnung an ihre Erbteile zu übertragen. In seiner Beg ründung des angefochtenen Entscheids hat sich das Zivilkreisgericht unter Ziffer 10.2 der Erwägungen eingehend mit den zur Frage der Zulässigkeit der partiellen Erbteilung bestehenden Le hrmeinungen auseinandergesetzt. Es hat den Argumenten der jüngeren dort zitierten Lehrmeinu ngen den Vorzug gegeben, welche ei- nem Erben einen Anspruch auf partielle Erbteilung zugestehen. Ausschlaggebend sei nach die- ser Doktrin, dass nach Art. 604 Abs. 2 ZGB der Richter auf Ansuchen eines Erben vorüberge- hend eine Verschiebung der Teilung der Erbschaft oder e inzelner Erbschaftssachen anordnen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht könne, wenn die sofortige Teilung den Wert der Erbschaf t erheblich schädigen würde. Könne das Teilungsgericht eine nur objektiv partielle Erbtei lung bewilligen, so müsse auch die Mög- lichkeit gegeben sein, dass der Miterbe ein entsprechend sachlich beschränktes Teilungsbe- gehren stelle. Bereits aus allgemeinen zivilrechtlichen G rundsätzen folge zudem, dass ein Gläubiger statt der ganzen auch eine bloss teilweise Lei stung verlangen könne, solange dies nicht zu einer Mehrbelastung des Schuldners führe. Die bloss teilweise Geltendmachung des Erbteilungsanspruchs stehe schliesslich auch in Einklang mit der Dispositionsmaxime. Klage ein Miterbe nur auf partielle Teilung und werde seit ens der beklagten Miterben nicht ein Begeh- ren um vollständige Teilung oder um Beurteilung des g esamten Anspruchs des Klägers erho- ben, so dürfe der Zivilrichter nur über den eingeklagte n Anteil der Erbschaft urteilen, nicht aber über die weiteren Erbschaftsobjekte. Ferner ergebe sich nach besagter Lehrmeinung die Zuläs- sigkeit eines partiellen Erbteilungsbegehrens auch aus der Überlegung, dass dem teilungswilli- gen Miterben kein Anspruch auf Auflösung der Erbenge meinschaft durch vollständige Erbtei- lung zustehe. Dieser könne gegen den Willen der Miter ben nur die Feststellung seines Erban- teils und die Überführung von diesem entsprechenden Na chlassobjekten in seine individuelle Berechtigung verlangen. Damit richte sich der Erbtei lungsanspruch (Art. 604 Abs. 1 ZGB) von vornherein nicht auf eine vollständige, sondern auf eine partielle Erbteilung. 3.2 Aus der Berufungsbegründung muss das Kantonsgericht schliessen, dass der Berufungs- kläger mit der rechtlichen Beurteilung der Vorinstanz n icht einverstanden zu sein scheint, wenn er ausführt, es stünden einer partiellen Erbteilung – sollte eine solche überhaupt möglich sein – mehrere sachliche Gründe entgegen (Hervorhebung nur hier). Zur Frage, weshalb die Zulässig- keit einer partiellen Erbteilung, wie sie die jüngere Lehre hergeleitet hat, angezweifelt wird und vor allem mit welcher Begründung, finden sich in der B erufung allerdings keine Ausführungen, in welchen eine Bezugnahme zu den zitierten erstinstanzli chen Erwägungen erkennbar ist. So- weit der Berufungskläger in seiner Rechtsmitteleingabe an das Kantonsgericht in diesem Zu- sammenhang in allgemeiner Form auf seine bereits im e rstinstanzlichen Verfahren in der Kla- geantwort vorgetragene Ansicht verweist, ist die Berufu ng, wie unter E. 2.2 hievor erläutert, un- genügend begründet. Die Frage der Zulässigkeit einer partiellen Erbteilung ist mangels hinrei- chender Substantiierung in der Berufungsbegründung n icht Prozessthema des Berufungsver- fahrens und kann im vorliegenden Entscheid demnach offenb leiben. Das Kantonsgericht kann es bei der Feststellung belassen, dass das erstinstanzliche U rteil in diesem Punkt keiner recht- lichen Überprüfung bedarf mit der Konsequenz, dass der Anspruch der Berufungsbeklagten auf partielle Erbteilung vorliegend im Grundsatz zu anerkennen ist. 4.1 Die Vorinstanz führte im Weiteren aus, dass eine parti elle Erbteilung nicht vollzogen wer- den dürfe, sofern ein Erbe vorab gestützt auf Art. 61 0 Abs. 3 ZGB um Tilgung oder Sicherstel- lung der Nachlassschulden ersuche. Das Begehren auf Tilg ung oder Sicherstellung der Erblas- serschulden könne im Rahmen eines Erbteilungsverfahrens gestellt werden und es sei an keine Voraussetzungen geknüpft. Es dürfe vom Erben, der das Be gehren stelle, namentlich nicht ver- langt werden, dass er eine besondere Gefährdung seiner Interessen glaubhaft mache müsste. Bei nicht fälligen Pfandschulden bestehe kein Anspruch au f Tilgung, aber immerhin ein An- spruch auf Sicherstellung. Der Berufungskläger habe an der erstinstanzlichen Hauptverhand- lung zunächst beantragt, es seien vor der Teilung von Na chlassaktiven sämtliche Schulden der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erblasserin zu tilgen, insbesondere auch die auf den einzelnen Nachlassliegenschaften lasten- den Hypotheken. Auf entsprechende Nachfrage des Gerichts habe der Berufungskläger sodann ausdrücklich zu Protokoll gegeben, dass er kein eigenes Re chtsbegehren auf vorgängige Til- gung der Schulden stelle. Auch in seiner Begründung h abe der Beklagte keinen substantiierten Antrag gestellt. Er führe weder aus, welche Schulden bestehen würden, noch mit welchen Nachlassobjekten diese zu tilgen wären. Der Berufungskläg er gehe lediglich auf die auf den Liegenschaften ruhenden Hypotheken ein. Er halte fest , dass die Mehrheit der Nachlassliegen- schaften nach der Teilung des gesamten Nachlasses auf ihn übergehen würde und er daher ein erhebliches Interesse daran habe, dass die auf den Liegen schaften ruhenden Hypotheken durch die Erbengemeinschaft getilgt würden. Bei Pfandschulden könne ein Erbe die vorgängige Tilgung oder Sicherstellung jedoch nur verlangen, we nn die Pfandschulden fällig oder kündbar seien. Ob die auf den Nachlassliegenschaften lastenden Hyp otheken tatsächlich fällig oder kündbar seien, sei mangels diesbezüglicher Ausführungen des Beklagten nicht bekannt. Es sei erfahrungsgemäss jedoch auch nicht davon auszugehen. Ma ngels eines Nachweises der Fäl- ligkeit der Hypothekarschulden sei eine vorgängige Tilgung dieser Schulden nicht möglich. 4.2 Der Berufungskläger führt aus, die Vorinstanz verkenne, da ss er gar keinen substantiier- ten Antrag auf Sicherstellung oder Schuldentilgung h abe stellen müssen, zumal allein das (vor- liegend unbestrittene) Vorhandensein von den Nachlass b elastenden Hypothekarschulden in Höhe von rund CHF 30 Mio., welche vor der Erbteilung getilgt werden müssten, eine Begrün- dung gewesen sei, welche zur Klageabweisung hätte füh ren müssen. Es gehe nicht an, dass die Vorinstanz nicht auf dieses Argument eingegangen se i mit der Begründung, der Berufungs- kläger habe die Nachlassschulden sowie die Nachlassobjekte , mit welchen die Schulden zu tilgen wären, nicht substantiiert. Denn Bestand und Höh e der Nachlassschulden seien unter den Parteien unbestritten gewesen, weshalb dieselben durch den Berufungskläger gar nicht hätten substantiiert werden müssen. Zudem könne ihm der Vorwurf der fehlenden Substantiie- rung nicht gemacht werden, nachdem er ausdrücklich auf ei nen Antrag auf Schuldentilgung verzichtet habe. Es sei ihm ohnehin ausschliesslich um die D arlegung gegangen, dass es bei Vorliegen von Schulden in einem derart hohen Umfang n icht angängig sei, die vorhandenen Wertpapiere vorab zu verteilen, wenn wie vorliegend e in Erbe (Berufungskläger) damit nicht einverstanden sei, weil er befürchte, dass später die Sch ulden nicht mehr getilgt werden könn- ten. Der Berufungskläger habe somit aufgezeigt, welcher konkrete Grund gegen eine vorzeitige partielle Erbteilung spreche, weshalb die Klage vorli egend nicht hätte gutgeheissen werden dürfen. Eine partielle Erbteilungsklage verletze denn a uch die Rechte des damit nicht einig ge- henden Erben, wenn liquide Mittel bzw. Wertpapiere v orweg aus dem Nachlass abgezogen werden, die Schulden aber vollumfänglich bestehen blieben und die Frage, wie denn die Schul- den dereinst getilgt werden sollen, wenn die Liquidit ät zuvor derart massgeblich verringert wor- den sei, in ferne Zukunft verschoben werde. Unter diesen Umständen müsse sich ein Erbe eine partielle Erbteilung nicht gefallen lassen. 4.3 Die Berufungsbeklagten entgegnen in der Berufungsantw ort, dass der Berufungskläger vor erster Instanz ausschliesslich Ausführungen zur vorgängi gen Schuldentilgung gemacht ha- be. Eine Sicherstellung sei nicht thematisiert worden. Einen Antrag auf Schuldentilgung sei so- dann nicht gestellt bzw. ein solcher sei zurückgezogen w orden. Für eine gerichtliche Beurtei- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung wäre jedoch prozessual ein Antrag notwendig gewe sen, weshalb sich die Vorinstanz mit dieser Thematik gar nicht hätte auseinandersetzen müssen . Dennoch sei sie auf die Frage der Schuldentilgung eingegangen und habe dazu festgehalten, dass eine Vorwegtilgung pfandgesi- cherter Forderungen ohnehin nicht verlangt werden könn e. Was der Berufungskläger in seiner Berufung in diesem Zusammenhang am erstinstanzlichen Ents cheid beanstande, sei nicht klar. Die Behauptung, bereits der blosse Bestand von Hypothekar schulden würde gegen eine Tei- lung der Wertschriften sprechen, da nicht feststehe, w ie die Hypothekarschulden später einmal getilgt werden sollten, sei nicht zutreffend. Diese Fr age stelle sich nicht einmal hypothetisch, denn den knapp CHF 30 Mio. Hypotheken würden Liegensch aften mit einem Gesamtwert von CHF 80,76 Mio. gegenüberstehen, so dass die Hypotheken m it Sicherheit abgedeckt seien. Da eine Hypothek jeweils eine bestimmte Liegenschaft belas te, verringere sich bei der Teilung der jeweilige Anrechnungswert der Liegenschaft um den Betrag der Hypothek (Art. 615 ZGB). 4.4 Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, kann gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB jeder Erbe verlangen, dass die Schulden des Erblassers vor der E rbteilung getilgt oder sichergestellt werden. Der Anspruch auf Tilgung der Nachlassschulden vor der Aufteilung der Aktiven kann im Erbteilungsprozess auf Beklagtenseite auf Klage (sog. acti o duplex) oder auch auf Einrede hin geltend gemacht werden. Es besteht indessen keine Oblieg enheit zur Geltendmachung im Erb- teilungsprozess. Der Anspruch gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB kann auch selbständig in einem separaten Verfahren eingeklagt werden (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Basel 2015, 3. Aufl. Art. 610 ZGB N 11; W OLF , in: BE-Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZGB N 45). Wie den vorinstanzlichen Akte n (insbesondere dem Protokoll der Hauptverhandlung vom 22. Juni 2017) entnommen werden kann und von den Berufungsbeklag- ten zutreffend darauf hingewiesen wurde, verlangte de r Berufungskläger – dies allerdings unter ausdrücklichem Verzicht auf Einreichung eines entsprechenden Begehrens – im Rahmen des partiellen Erbteilungsprozesses ausschliesslich die Tilgun g der Hypothekarschulden. Eine Si- cherstellung von Nachlassschulden wurde bisher nicht themat isiert. Dass das Zivilkreisgericht im vorliegenden Fall gar nicht verpflichtet gewesen wär e, den Anspruch auf Schuldentilgung mangels Vorliegen eines Antrages materiell zu beurteilen, ist nach Ansicht des Kantonsgerichts in dieser Absolutheit nicht zutreffend, zumal dieser A nspruch in einer Klageantwort auf eine Teilungsklage nicht nur klage-, sondern auch einredewei se geltend gemacht werden kann. Dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid weitere Überlegungen zum Bestand des Anspruchs und zu dessen Substantiierung und Begründung durch den Ber ufungskläger gemacht hat, war des- halb nicht nur unter dem Aspekt des rechtlichen Gehö rs, sondern auch aus materiellrechtlichen Gründen angezeigt. Wie sich aus die Berufungsbegründung ableiten lässt, scheint der Beru- fungskläger im erstinstanzlichen Verfahren allerdings nicht beabsichtigt zu haben, eine entspre- chende Einrede zu erheben. Vielmehr behauptet er in s einer Berufung, dass bereits der Be- stand ungetilgter Hypothekarschulden in namhafter Höhe einer partiellen Erbteilung entgegen- stehen würde. Diese Begründung vermag indessen nicht zu überzeugen. Sinn und Zweck einer vorgängigen Schuldentilgung ist die Absicherung eines Miterben, dass er nach erfolgter Teilung aufgrund andauernder Solidarhaftung nicht mehr bela ngt werden kann (W EIBEL , in: Praxiskom- mentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Basel 2015, 3. A ufl. Art. 610 ZGB N 7). Wie die Beru- fungsbeklagten zu Recht darauf hinweisen, besteht dieses Sicherstellungsbedürfnis bei Hypo- thekarschulden, welche, wie im vorliegenden Fall, mit Liegenschaften als Pfänder abgesichert Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind, deren Wert um ein mehrfaches höher ist, nicht. Au ch ein Recht auf Vorausverwertung von Pfandsachen schützt den Erben (vgl. ACOCELLA , in: Basler Kommentar SchKG, Band I, Staehe- lin/Bauer/Staehelin [Hrsg.] Basel 2010, 2. Auflage, Art. 41 SchKG N 17, 20 sowie 21), so dass der Bestand von Hypothekarschulden als sachlicher Grund, der gegen eine partielle Erbteilung sprechen könnte, nicht taugt. Im Weiteren schliesst sich das Kantonsgericht den Berufungsb eklagten an, dass der Beru- fungskläger auch hier auf die vorinstanzlichen Erwägungen nicht hinreichend eingeht. Das Zivil- kreisgericht erwog im Zusammenhang mit der geltend gema chten Tilgung von Hypothekar- schulden auch aus der Sicht des Kantonsgerichts zutreffend, dass der entsprechende Anspruch gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB nur für solche Schulden aus Darlehen besteht, welche überhaupt zur Rückzahlung fällig sind oder welche wenigstens kündba r sind (W EIBEL a.a.O. N 10). Der Berufungskläger hatte vorliegend keinerlei Angaben zur Fälligkeit oder Kündbarkeit der ver- schiedenen Hypotheken gemacht, so dass es seinen Ausführu ngen in dieser Hinsicht offen- sichtlich an der notwendigen Substanz mangelte, weshalb die Vorinstanz den Tilgungsanspruch gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB auch materiell abwies. Diese rechtliche Würdigung blieb in der Berufung unwidersprochen, weshalb das Kantonsgericht von einer eingehenden Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids in diesem Punkt absehen kan n. Mit Bezug auf die angefoch- tene partielle Erbteilung ist einzig festzuhalten, dass der Berufungskläger einen allfälligen An- spruch auf Schuldentilgung nach Art. 610 Abs. 3 ZGB nich t rechtsgenüglich geltend gemacht hat. 5.1 Die Vorinstanz warf dem Berufungskläger im Weiteren vor, dass seine Argumente für die beantragte Klageabweisung nicht widerspruchsfrei seien . Sowohl in der Klageantwort als auch in seinem Plädoyer habe er ausführlich darlegt, weshal b die liquiden Mittel des Nachlasses nach seiner Meinung zu erhalten seien. Anlässlich der Hauptverhandlung habe er sodann zu- nächst den Antrag auf Schuldentilgung gestellt, was de m Gegenteil entspreche. Die Hypothe- ken des Nachlasses zu tilgen, würde bedeuten, sämtliche liqu iden Mittel aufzubrauchen (und darüber hinaus auch mindestens eine Liegenschaft zu versi lbern), was der Berufungskläger gemäss seinen eigenen Ausführungen jedoch gerade verhi ndern wolle. Sofern der Antrag des Beklagten auf vorgängige Schuldentilgung nicht bereit s mangels eines substantiierten Antrags und Nachweises fälliger Pfandforderungen nicht zu hören wäre, würde das Verhalten des Be- klagten nach Ansicht des Zivilkreisgerichts keinen Rechtsschutz verdienen. 5.2 Der Berufungskläger führt in seiner Berufung zum Vorwur f widersprüchlichen Verhaltens aus, dass die Schuldentilgung im erstinstanzlichen Verfah ren gerade nicht beantragt worden sei. Die Argumentation hätte allein aufzeigen sollen, dass es einen weiteren gewichtigen (zu- sätzlichen) Grund geben würde, welcher gegen die vorzeit ige partielle Erbteilung spreche. Zum jetzigen Zeitpunkt stehe denn auch noch nicht fest, welc her Erbe welche Liegenschaften über- nehmen werde. Bei einer vorzeitigen partiellen Erbte ilung bezüglich der Wertpapiere fehlten liquide Mittel entweder für vorzunehmende Ausgleichszah lungen oder aber für die Tilgung der Nachlassschulden. Es sei somit nicht nur ein sachlicher Grun d, sondern es seien gleich zwei sachliche Gründe gegeben, welche für die Abweisung der K lage sprechen würden. Eine derart einschneidende vorzeitige Weichenstellung sei auch nicht legitim, da sie die möglichen Optio- nen bei der Teilung der Liegenschaften zufolge fehlen der Liquidität und zufolge nicht mehr Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (oder nur noch eingeschränkt) gegebener Möglichkeit der Schuldentilgung stark vermindere. Würden die Wertpapiere bereits jetzt an die Berufungs beklagten verteilt, so wären die Hand- lungsoptionen aller Erben – jedenfalls aber diejenig en des Berufungsklägers – bei der (effekti- ven) gesamthaften Teilung massiv eingeschränkt. Dies könne nicht angehen. 5.3 Die Berufungsbeklagten gehen mit der Vorinstanz eini g, dass die Argumentation vor dem Zivilkreisgericht widersprüchlich gewesen sei. Zunächst ha be er sich für den ungeschmälerten Erhalt der liquiden Nachlassaktiven ausgesprochen. An d er Hauptverhandlung habe er dupli- cando sodann für eine vorgängige Schuldentilgung pläd iert. Mit einer Vorwegzuteilung der je- dem Erben ohnehin anteilsmässig zustehenden Wertschrifte n seien diese Mittel im Übrigen nicht verloren. Die behaupteten Konsequenzen einer angeblich fehlenden Liquidität für die spä- tere Teilung der Liegenschaften bestünden nicht. 5.4 Der Berufungskläger vermag die Rechtsmittelinstanz nicht z u überzeugen. Die Vorinstanz hat einen Widerspruch in der Argumentation aufgedeckt, welcher sich anhand der zivilkreisge- richtlichen Akten nachvollziehen lässt. Wie der schriftli chen Klageantwort (S. 13 Rz 32) zu ent- nehmen ist, versuchte der Berufungskläger gestützt auf Art. 604 Abs. 2 ZGB einen Teilungsauf- schub zu erwirken mit der Behauptung, mit einer vorzeiti gen Zuteilung der Wertschriftenanteile in Millionenhöhe und infolge der Tatsache, dass der Na chlass zu grossen Teilen aus Liegen- schaften bestehe, sei die Gefahr der Illiquidität verbun den. Würden Mittel fehlen, würde dies bedeuten, dass zumindest ein Teil der Liegenschaften zu ungünstigen Konditionen versilbert werden müssten, um Ausgleichszahlungen an die anderen E rben vornehmen zu können. An der Hauptverhandlung vom 22. Juni 2017 hielt der Beru fungskläger an der umschriebenen Ar- gumentation fest (vgl. Plädoyer-Notizen S. 16f. Rz 18f f.), beantragte aber zunächst auch die vorgängige Tilgung der Nachlassschulden (vgl. Plädoyer-Not izen S. 4f. Rz 9ff.). Aus dem Pro- tokoll der genannten Hauptverhandlung ergibt sich auch, dass sich der Berufungskläger seiner widersprüchlichen Haltung bewusst geworden sein muss, indem er auf ausdrückliche Frage der Referentin hin, ob er für die beantragte Schuldenti lgung ein Rechtsbegehren stelle, zur Antwort gab, das Hauptbegehren laute auf Abweisung der Klage. Er habe bewusst kein Rechtsbegeh- ren auf Schuldentilgung gestellt, weil dieses konträr zum Hauptantrag wäre. Der Antrag auf Til- gung sei eine Begründung zur Klageabweisung (Protokol l vom 22. Juni 2017 bei den Vorakten, S. 5, Mitte). Das Zivilkreisgericht nahm diese berufung sklägerischen Erklärungsversuche in sei- ner Urteilsbegründung zum Anlass, dem Berufungskläger de n Rechtsschutz zu versagen, weil unabhängig von der formellen Unterbreitung eines Rec htsbegehrens die Tilgung von Nachlass- schulden auf der einen Seite mit dem Bedürfnis um Erha ltung sämtlicher Nachlassaktiven auf der anderen Seite argumentativ nicht zu vereinbaren wa ren. Die Ausführungen des Berufungs- klägers in der Berufungsbegründung vermögen diesen Wide rspruch nicht auszuräumen. Zum einen wird nicht klar, was der Berufungskläger an den Er wägungen des Zivilkreisgerichts in sachverhaltlicher oder rechtlicher Hinsicht beanstandet. Zum andern erscheinen dessen Aus- führungen in der Berufung auch inhaltlich nicht überzeugend. Das von ihm befürchtete Szenario der Illiquidität, welche letztlich zur Abstossung von Li egenschaften zu ungünstigen Konditionen führen soll, wird lediglich in allgemeiner Weise beha uptet und entbehrt jeglicher Grundlage. Gleiches gilt für die Einbusse an Teilungsoptionen. Durch die partielle Teilung werden unter den Erben zwar Vermögenswerte aufgeteilt. Eine Verringeru ng des Vermögens ist damit aber nicht Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht verbunden, so dass dessen Einwerfung im Rahmen der Teilung zu Ausgleichungszwecken oder Verwendung zur Schuldentilgung unverändert möglich ble ibt. Bezüglich der behaupteten Ein- schränkung bei der Zuteilung der Liegenschaften ist sodan n auf Art. 615 ZGB zu verweisen, wonach einem Erben, der bei der Teilung einen Nachlassg egenstand übernimmt, auch die pfandgesicherten Schulden überbunden werden, für welche das betreffende Aktivum verpfändet ist. Durch die Übernahme verringert sich der Anrechnungsw ert der Pfandsache. Eine Tilgung von Hypothekarschulden ist mit der Übernahme in der Rege l nicht verbunden. Bei einer beab- sichtigten Übernahme einer oder mehrerer Liegenschaften durch einen Erben im Rahmen der Erbteilung wird üblicherweise vorab bei der hypothezie renden Bank abgeklärt, ob diese den Übernehmer künftig als Alleinschuldner akzeptiert und som it bereit ist, die anderen Erben aus ihrer Solidarschuldpflicht gegenüber der Bank zu entlassen. Stimmt die Bank zu, läuft die Hypo- thek zu den bisherigen Konditionen weiter, ohne dass bei der Teilung eine Rückzahlung zu er- folgen hätte. Lehnt es die Bank jedoch ab, die Miterb en aus der Solidarschuldpflicht zu entlas- sen und hält der Erbe an seinen Übernahmeabsichten fes t, hat er der Bank die Hypothek zu- rückzubezahlen, was jedoch sinnvollerweise durch Umschuldung erfolgt, d.h. durch Aufnahme einer neuen Hypothek bei einer anderen Bank. Dass demna ch für die Zuweisung der Liegen- schaften die Verfügbarkeit sämtlicher liquider Mittel unabdingbar sein soll und umgekehrt deren teilweiser Verlust die Möglichkeiten zur Übernahme der Liegenschaften für den Berufungskläger einschränken, hat dieser nicht nur ungenügend begründ et, sondern ist auch unzutreffend. Im Übrigen steht die Teilung der Liegenschaften ohnehin nicht unmittelbar bevor und es steht alles andere als fest, welcher Erbe welche Liegenschaften übe rnehmen wird. Konkrete Vorschläge einer Teilung sind nicht aktenkundig, weshalb auch kein e Einschränkungen für den Berufungs- kläger ersichtlich sind. Sollte der Berufungskläger sämtlich e Liegenschaften übernehmen, dürf- ten ohnehin alle liquiden Mittel an die Berufungsbe klagten gehen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit übersteigt der Nettowert aller Liege nschaften den Erbteil des Berufungsklä- gers auch nach Abzug sämtlicher liquider Mittel, wesha lb eine zusätzliche Ausgleichungszah- lung an die Berufungsbeklagten fällig werden dürfte. Sollten die Liegenschaften unter den Er- ben aufgeteilt werden, würde auch eine Aufteilung d er liquiden Mittel unter den Erben zu glei- chen Teilen naheliegen. So oder anders ist mit der vorzeitigen Aufteilung der liquiden Mittel kei- ne Benachteiligung des Berufungsklägers verbunden. 6. Noch vor erster Instanz hatte der Berufungskläger die Ansic ht vertreten, dass allfällige Ausgleichszahlungen je nach schrittweiser Aufteilung der Nachlassaktiven oder bei Erbteilung in einem Vorgang in unterschiedlicher Höhe anfallen wü rden. Die Vorinstanz wies diese Be- hauptung als unzutreffend zurück. Im Wesentlichen hat da s das Zivilkreisgericht erwogen, dass durch eine vorgängige Zuweisung eines Teils der liquide n Mittel nicht eine höhere Ausgleichs- zahlung an die Kläger entstehen würde, wenn ohnehin a lle flüssigen Mittel an die Berufungsbe- klagten gehen würden, wovon bei Übernahme sämtlicher Liegenschaften durch den Beklagten auszugehen sei. In der Berufung wird dieser Punkt nich t mehr thematisiert. Zusammenfassend kann somit als Zwischenergebnis festgehalten werden, da ss der Berufungskläger mit seinem Rechtsmittel den Entscheid des Zivilkreisgerichts in der Sa che nicht umzustossen vermag. Für eine rechtliche Auseinandersetzung zur Frage der Zulässig keit der partiellen Erbteilung fehlt es der Berufung an der notwendigen Substanz. Sachliche G ründe, welche der beantragten vorzei- tigen Aufteilung der beiden Wertschriftendepots und Zu weisung der Wertschriften an die Beru- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungsbeklagten entsprechend ihren Erbquoten entgegenste hen könnten, sind entweder nicht hinreichend begründet (betreffend Fälligkeit oder K ündbarkeit von Hypothekarschulden), oder widersprüchlich und deshalb rechtsmissbräuchlich oder schlich t unzutreffend (befürchtete Illiquidität und damit einhergehende Abstossung von Li egenschaften zu unvorteilhaften Konditi- onen). 7.1 Als Novum, welches zur Aufhebung bzw. Gegenstandslosigkeit des Entscheids über die partielle Erbteilung führe, macht der Berufungskläger geltend, dass er zeitgleich mit der Einrei- chung der vorliegenden Berufung gegen den partiellen Erbteilungsentscheid beim Zivilkreisge- richt in einem Verfahren gemäss Art. 257 ZPO (Rechtsschu tz in klaren Fällen) gestützt auf Art. 610 Abs. 3 ZGB ein Gesuch um Sicherstellung der Na chlassschulden gestellt habe. Das Gesuch um Sicherstellung stehe zwar generell weder richte rlichen Anordnungen im Rahmen des Erbteilungsverfahrens noch einem Erbteilungsurteil e ntgegen. Dieses neue Verfahren sei für das Berufungsverfahren indessen insofern relevant, al s eine Erbteilung nicht vollzogen wer- den dürfe, bevor die Sicherstellung der Schulden stat tgefunden habe, was im vorliegenden Fall umso mehr gelte, als gerade die zu teilenden Wertpapie re sichergestellt werden müssten. Das Sicherstellungsgesuch sei im Berufungsverfahren als echtes N ovum zu qualifizieren und zuzu- lassen, weil es erst nach Abschluss des erstinstanzlichen V erfahrens gestellt und beim Kan- tonsgericht ohne Verzug eingebracht worden sei. 7.2 Die Berufungsbeklagten bestreiten das Vorliegen eines echten Novums im Wesentlichen mit der Begründung, prozessual Versäumtes stelle kein N ovum dar. Der Berufungskläger wäre vielmehr verpflichtet gewesen, das Begehren um Sicherstell ung im Erbteilungsprozess zu stel- len, damit über den Antrag im selben Verfahren hätte entschieden werden können. 7.3 Neue Tatsachen und Beweismittel werden gemäss Art. 3 17 Abs. 1 ZPO im Berufungsver- fahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorg ebracht werden (lit. a) und trotz zu- mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebra cht werden konnten (lit. b). Die Beru- fung dient nicht dazu, die prozessualen Säumnisse einer Partei zu korrigieren oder das vor- instanzliche Verfahren zu wiederholen. Jede Partei, we lche neue Tatsachen oder Beweismittel einreicht, hat zu behaupten und zu beweisen, dass dies oh ne Verzug geschieht. Entgegen den Ausführungen der Berufungsbeklagten bezieht sich die Fra ge der Novenschranke gemäss Art. 317 ZPO auf die Vorbringen der Parteien im selb en Prozess. Die genannte Bestimmung stellt eine Leitplanke des Instanzenzugs dar. Unter dem Aspekt von Art. 317 ZPO ist vorliegend indessen nicht ein erst im Berufungsverfahren gestellte r neuer Antrag auf Sicherstellung im Rahmen des Erbteilungsprozesses zu beurteilen, sondern a llein die Zulassung und allfällige Berücksichtigung der Tatsachenbehauptung bei der Entscheidfindung im Rechtsmittelverfahren, dass der Berufungskläger in einem separaten Verfahren ein Sicherstellungsbegehren im Sinne von Art. 610 Abs.3 ZPO anhängig gemacht hat. Das Kanton sgericht teilt dabei die berufungs- klägerische Ansicht, wonach sich dieser Sachverhalt nach Abschluss des erstinstanzlichen Ver- fahrens konkretisiert hat, indem zeitgleich mit der Beru fung am 20. Oktober 2017 beim Zivil- kreisgericht das fragliche Sicherstellungsgesuch im Verfahr en nach Art. 257 ZPO eingereicht wurde. Als echtes Novum ist diese neue Tatsachenbehauptung auch zu hören, weil sie in der ersten Eingabe des Rechtsmittelverfahrens in der Berufun gsbegründung ohne Verzug und so- mit rechtzeitig vorgebracht wurde (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Dieses neue Vorbringen vermag am partiellen Teilungse ntscheid der Vorinstanz jedoch entgegen der Annahme des Berufungsklägers nichts zu änd ern. Gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB kann jeder Miterbe vor der Teilung die Tilgung oder Sicherstellung der Schulden des Erblassers verlangen. Aus prozesstaktischen Überlegungen liegt eine Geltendmachung als Reaktion auf eine Teilungsklage im nämlichen Verfahren zwar nahe. Ei ne gesetzliche Pflicht dazu besteht jedoch nicht. Der Anspruch auf Sicherstellung kann nich t nur im Erbteilungsprozess (diesfalls als sog. actio duplex bzw. einredeweise) geltend gemach t, sondern auch selbständig in einem separaten Verfahren eingeklagt werden kann (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Basel 2015, 3. Aufl. Art. 610 ZG B N 11; W OLF , in: BE-Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZGB N 45). Daraus folgt einmal, dass es einem Erben frei steht, seinen Anspruch in einem separaten Verfahren und jederze it geltend zu machen, unabhängig davon, ob ein Teilungsprozess bereits rechtshängig ist oder nicht (Wolf a.a.O.). In zeitlicher Hinsicht besteht indessen insofern eine Beschränkung, als dass die Sicherstellung nach dem Gesetzeswortlaut „vor der Teilung“ zu verlangen ist. Dara us folgt im Weiteren, dass der An- spruch nach Art. 610 abs. 3 ZGB nicht bereits bei Einrei chung einer Teilungsklage untergeht, sondern solange geltend gemacht werden kann, als die T eilung nicht vollzogen ist. Erst der Ab- schluss der effektiven Erbteilung lässt den Sicherstellung sanspruch untergehen (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Basel 2015 , 3. Aufl. Art. 610 ZGB N 11; WEIBEL /B RÜCKNER , Die erbrechtlichen Klagen, Basel 2012, 3. Aufl., S. 110 N192; WOLF , in: BE- Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZGB N 45; SCHAUFELBERGER /KELLER LÜSCHER , in: BSK-ZGB II, Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], 2015, 5. Aufl., Art. 610 ZGB N 22). Umgekehrt zeitigt die Einreichung eines Sicherstellungsgesuchs in eine m separaten Verfahren keine Wir- kungen auf ein bereits hängiges Erbteilungsverfahren o der auf ein Erbteilungsurteil. Erst eine allfällige rechtskräftige richterliche Anordnung auf Si cherstellung im Sinne von Art. 610 Abs. 3 ZGB vermag den Vollzug einer Erbteilung zu unterbinde n, solange die Sicherstellung nicht er- folgt ist (sinngemäss W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Base l 2015, 3. Aufl. Art. 610 ZGB N 16). Auf den vorliegenden Fall bezogen bedeutet dies, dass das Gestal- tungsurteil auf partielle Erbteilung unabhängig von der Rechtshängigkeit des als Novum mitge- teilten Verfahrens Bestand hat. Die Vollstreckung der Aufteilung der Wertschriften wird allenfalls ausgesetzt, sofern bis zur entsprechenden gerichtlichen Anweisung aus dem Teilungsprozess ein rechtskräftiger Entscheid im Verfahren um Rechtsschutz in klaren Fällen ergeht, welcher die Wertschriftendepots gestützt auf Art. 610 Abs. 3 ZGB bl ockiert. Beim gewählten Vorgehen des Berufungsklägers besteht allerdings das Risiko, dass die Anw eisung zur Aufteilung der Wert- schriften ergeht, bevor das Verfahren gemäss Art. 257 ZPO rechtskräftig abgeschlossen wurde. Dies ist jedoch auf den Umstand zurückzuführen, dass die Sicherstellung der Nachlassschulden nicht bereits im Rahmen des Erbteilungsprozesses, sonder n zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Verfahren verlangt wurde. Daraus folgt, dass das Berufungsverfahren über die partielle Erbteilung auch nicht als gegenstandslos zu bet rachten ist, weshalb die Berufung nicht nur im Hauptpunkt, sondern auch bezüglich des Eventual- und Subeventualbegehrens als un- begründet abzuweisen ist. 8. Im Subsubeventualbegehren seiner Berufung ersucht der Berufungskläger um Überprü- fung des erstinstanzlichen Kostenentscheids hinsichtlich der Höhe der festgelegten Gerichts- und Parteikosten. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Das Zivilkreisgericht erwog im Kostenpunkt, dass die Ger ichtskosten (inkl. Kosten des Schlichtungsverfahrens) sowie die Parteikosten gestützt au f Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Beru- fungskläger aufzuerlegen seien. Es legte sodann die Ge richtsgebühr in Anwendung von § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 4 i.V.m. § 3 Abs. 1 und 2 GebT a uf CHF 60‘000.00 fest. Zudem verurteilte es den Berufungskläger zur Bezahlung einer Parteientschädi gung an die Berufungsbeklagten, welche entsprechend der als tarifkonform bezeichneten Ho norarnote ihres Rechtsvertreters antragsgemäss auf CHF 115‘851.90 festgesetzt wurde. 8.2 Nicht beanstandet wird die vorinstanzliche Kostenaufteil ung gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO, wonach sämtliche Verfahrenskosten dem Berufungskläger als u nterliegende Partei auferlegt wurden. Hingegen behauptet der Berufungskläger in sei ner Berufung zunächst, das Zivilkreis- gericht habe den für die Festsetzung der Verfahrenskosten massgebenden Streitwert zu hoch angesetzt. Diesem Einwand ist nicht zu folgen. Das Zivilkre isgericht hat im angefochtenen Ent- scheid keine Erwägungen dazu gemacht, wie es den Streit wert berechnet hat. Einzig aus dem für die Bemessung der Parteientschädigung zugestandenen prozentualen Zuschlag auf dem Interessewert ist in Klammern zu ersehen, dass dieser Int eressewert bzw. Streitwert offenbar mit CHF 4‘400‘000.00 beziffert wurde (vgl. Erwägung III Ziffer 16 auf Seite 12 des angefochte- nen Entscheids). Entgegen der Behauptung des Berufungskl ägers ist der Streitwert indessen sogar noch höher als von der Vorinstanz angenommen und liegt bei CHF 10‘445‘884.25. Für die Streitwertberechnung kann an dieser Stelle zur Ver meidung von Wiederholungen auf die Erwägungen unter Ziffer 1 hievor verwiesen werden. 8.3 Die Vorinstanz setzte die Gerichtsgebühr in Anwendung § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 4 i.V.m. § 3 Abs. 1 und 2 des Gebührentarifs (Verordnung über die G ebühren der Gerichte [GebT], SGS BL 170.31) ohne nähere Begründung auf CHF 60‘000.00 fest. 8.4 Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz bei der Festset zung der Höhe der Gerichtskos- ten falsche Ermessensausübung vor. Es bestehe kein Grund, im vorliegenden Fall den maximal zulässigen Betrag von CHF 30‘000.00 einzusetzen und noch weniger sei es gerechtfertigt, den- selben nach § 3 Abs. 2 GebT zu verdoppeln. Anders als in einem üblichen Forderungsprozess gehe es sodann vorliegend auch nicht um Zusprechung oder Verweigerung eines Betrages. Die Erbquoten seien unter den Parteien unstrittig. Der S treitsache angemessen sei aus all diesen Gründen höchstens eine Gebühr von CHF 20‘000.00. Schlie sslich sei auch kein Anwendungs- fall § 3 Abs. 2 GebT gegeben. Es sei in casu keine der dort aufgezählten Voraussetzungen ge- geben. Zudem handle es sich bei der erwähnten Bestimm ung ohnehin lediglich um eine „Kann- Vorschrift“. 8.5 Bei der Überprüfung, ob die Vorinstanz mit ihrem Ent scheid über die Gerichtsgebühr Recht verletzte, ist zunächst auf Art. 95 f. ZPO hinzuwei sen, wonach sich die Entscheidgebühr als Teil der Gerichts- bzw. Prozesskosten nach den kantona len Bestimmungen richtet. Eine gewisse Schematisierung - welche durch das Kriterium de s Streitwerts erreicht wird - ist zuläs- sig. Die Entscheidgebühr wird im Rahmen des kantonalen T arifs als Pauschale festgesetzt, unabhängig von den einzelnen Tätigkeiten des Gerichts und den effektiv angefallenen Kosten (Art. 95 Abs. 2 lit. a und Art. 96 ZPO). Gemäss § 8 A bs. 1 lit. f Ziff. 4 GebT liegt der Rahmen für die Gebühr eines zivilkreisgerichtlichen Entscheids mit eine m Streitwert von über Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 100‘000.00 – was vorliegend zutrifft – zwischen CHF 2‘000.00 und 30‘000.00. Im konkre- ten Fall ist die Gebühr nach dem Streitwert und der B edeutung der Streitsache festzulegen. Dabei sind die Schwierigkeit des Falles sowie der Arbei ts- und Zeitaufwand massgebend (§ 3 Abs. 1 GebT). In Verfahren mit umfangreichem Aktenmate rial, mit komplizierten rechtlichen oder tatsächlichen Verhältnissen, in solchen mit besond ers hohem Streitwert […] können die Gebühren bis auf das Doppelte des ordentlichen Ansatzes, in Ausnahmefällen bis auf die in § 52 Abs. 3 des Gesetzes über die Organisation der Ge richte (GOG, SGS 170) vorgesehene Maximalgebühr von CHF 500‘000.00 erhöht werden (§ 3 Abs. 2 GebT). Aus der Bandbreite des Kostenrahmens erhellt, dass dem erkennenden Gericht ein beträchtlicher Ermessensspielraum zukommt. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, gesteht der ersten Instanz bei der Bemessung der Gerichtsgebühr praxisgemäss einen grossen Ermessensspielraum zu. Die Rechtsmittelinstanz prüft die Angemessenheit des Entscheids über die Gerichtskosten zwar grundsätzlich mit voller Kognition; ob eine entsprechend e Gebühr angemessen ist oder nicht, bleibt letztlich eine Wertungsfrage. Das Kantonsgerich t greift daher im Rahmen der vorzuneh- menden Rechtskontrolle lediglich mit einer gewissen Zur ückhaltung in einen wohl überlegten und vertretbaren Ermessensentscheid der Vorinstanz ein (vgl. KGEBL 410 17 57 E. 4.2; 410 14 67 E. 3 oder 410 2011 38 E. 4). Diese Zurückhaltung ist insofern angezeigt, als die Vorinstanz in aller Regel die grössere Nähe und Vertrautheit mit den tatsächlichen Verhältnissen aufweist. Schliesslich kennt nur das Prozessgericht alle Umstände genau, welche bei der Bemessung der Gebühr abzuwägen waren. Die zweite Instanz greift nur ein, wenn sich der angesetzte Betrag nicht vertreten lässt. Im vorliegenden Fall fehlt es dem angefochtenen Entsc heid bei der Festsetzung der Entscheid- gebühr an einer Begründung, aus welcher insbesondere sachliche Gründe einer Verdoppelung der bereits nach dem gesetzlich vorgegebenen Rahmen maxi mal angesetzten Gebühr hervor- geht. Die vorliegende Streitsache ist weder in sachverh altlicher noch in rechtlicher Hinsicht als ausserordentlich komplex einzustufen. Bei solchen Prozesse n mit durchschnittlichem Schwie- rigkeitsgrad ist die Gebühr innerhalt des normalen Kost enrahmens anzusetzen. Die Vorinstanz hat die Gebühr mit CHF 30‘000.00 zwar am obersten End e dieses Rahmens, aber dennoch innerhalb des gesetzlich Möglichen festgelegt. Bei durchsc hnittlichem Aufwand mit beträchtli- chem Streitwert von mehr als CHF 10 Mio. ist die genan nte Gebührenhöhe nach Ansicht des Kantonsgerichts im Lichte von § 3 Abs. 1 GebT als adäquat zu bezeichnen. Für eine Verdoppe- lung dieser Gebühr fehlt es aber nicht nur an einer vo rinstanzlichen Begründung, sondern auch an fallbezogenen Gründen, für welche § 3 Abs. 2 GebT eine Erhöhung des ordentlichen Ansat- zes vorsehen würde. Das Kantonsgericht geht mit dem Berufungskläger einig, dass kein exorbi- tant hoher Streitwert vorliegt. Das Aktenmaterial war überschaubar und es galt auch nicht über- durchschnittlich zahlreiche oder komplexe Rechtsfragen zu beurteilen. Die vom Zivilkreisgericht insgesamt festgesetzte Entscheidgebühr von CHF 60‘000.00 h ält demnach einer rechtlichen Prüfung nicht stand. Die Berufung ist in diesem Punkt t eilweise gutzuheissen und die erstin- stanzliche Gerichtsgebühr auf CHF 30‘000.00 zu reduzier en, was immer noch an der obersten Grenze des ordentlichen Rahmens liegt, gleichzeitig den gesetzlichen Kriterien nach § 3 Abs. 1 GebT im vorliegenden Fall jedoch ausreichend Rechnung trägt. 8.6 Auch bei der Festsetzung der Parteientschädigung hält das Zivilkreisgericht die Begrün- dung äusserst knapp. Die eingereichte Honorarnote, so d ie Vorinstanz, sei mit einem in Rech- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung gestellten Honorar von insgesamt CHF 115‘851.90 (bestehend aus einem Grundhonorar von CHF 75‘000.00, einem Zuschlag von 0,5% auf dem St reitwert in Höhe von CHF 22‘000.00, einem weiteren Zuschlag für das Schlichtungsverfahren v on CHF 9‘700.00, Auslagen von CHF 570.30 sowie MWSt von CHF 8‘581.60) tarifkonform. Der Berufungskläger moniert in der Berufung, dass zwische n dem Streitwert einerseits und den Bemühung des Rechtsvertreters der Berufungsbeklagten sow ie der Bedeutung der Sache an- dererseits ein offenbares Missverhältnis bestehe, weshalb die Parteientschädigung zu reduzie- ren sei. Die Klage der Berufungsbeklagten umfasse ledigl ich 10 Seiten (resp. die Begründung lediglich 7.5 Seiten) und der Rechtsvertreter der Beruf ungsbeklagten habe an der mündlichen Verhandlung vom 22. Juni 2017 lediglich eine kurze, w enige Minuten dauernde Replik (gemäss Protokoll nur 3 Seiten) vorgetragen, ohne irgendwelche Plädoyernotizen vorbereitet zu haben oder diese zu den Akten zu geben. Die Klage habe sodann im Wesentlichen dem Schlichtungs- gesuch entsprochen, weshalb der Aufwand des klägerischen Rechtsvertreters für das Verfah- ren minimal gewesen sei. Es hätten sich keine besonderen Rechtsfragen gestellt. Es sei nur ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt worden ohne Au fwand für ein Beweisverfahren. Der zeitliche Aufwand des Rechtsvertreters der Berufungsbeklagte n habe maximal 25 Stunden be- tragen, weshalb sich ein Honorar von mehr als CHF 10'00 0.00 nicht rechtfertige. Selbst unter Berücksichtigung eines ungewohnt hohen Stundensatzes (CHF 400 [x 25 Stunden]), von Aus- lagen, Mehrwertsteuer und Streitwertzuschlag rechtfert ige sich daher keinesfalls eine Entschä- digung, welche den Betrag von CHF 15'000.00 überschre ite. Dies im Übrigen auch deshalb nicht, weil die Vorinstanz bereits den Streitwert falsch berechnet habe. Die Berufungsbeklagten halten dagegen, das reine Hono rar von CHF 106'700.00 sei tarifkon- form. Es entspreche dem Wesen der Tarifordnung, dass an Stelle der Abrechnung nach Zeit- aufwand dieser bei streitwertabhängigen Honoraren nur im Rahmen der Bandbreite des Hono- raransatzes zu berücksichtigen sei, was auch im umgekehrten Fall bei unverhältnismässig ho- hem Zeitaufwand und kleinem Streitwert gelten würde. Das behauptete offenbare Missverhält- nis zwischen Zeitaufwand und Tarifordnung werde bestritten und sei im Rahmen dieses Verfah- rens auch nicht relevant. Ebenso sei nicht relevant, wel chen Aufwand der Vertreter der Beru- fungsbeklagten gesamthaft gehabt habe. Auch für die Festsetzung der Parteientschädigung ist zunächst vom Streitwert auszugehen (§ 2 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte [TO], SGS BL 178.112). Das Honorar bei Prozessen mit einem Streitwert von über CHF 2‘000 ‘000.00 besteht aus einem fixen Hono- rar von CHF 75‘000.00 sowie einem Zuschlag von maximal 2% des Streitwerts (§ 7 Abs. 1, am Ende GebT). Gemäss § 9 TO kann das Honorar angemessen he rabgesetzt werden, wenn zwi- schen dem Streitwert einerseits und den Bemühungen der Anwältin oder des Anwalts und der Bedeutung der Sache andererseits ein offenbares Missverhä ltnis besteht. Allerdings gilt es auch hier zu berücksichtigen, was bei der streitwertabhä ngigen Festlegung der Gerichtsgebühr bereits festgehalten wurde: Eine Schematisierung ist au ch für die Bestimmung der Parteient- schädigung zulässig. Das Kantonsgericht teilt aber die Mein ung des Berufungsklägers im Grundsatz, dass die der Gegenseite zugesprochenen Partei entschädigung unverhältnismässig hoch ausgefallen ist. Die Berufungsbeklagten haben die berufungsklägerischen Ausführungen zum behaupteten Zeitaufwand ihres Rechtsvertreters für da s erstinstanzliche Verfahren nicht bestritten, sondern lediglich die Relevanz der zeitlich en Inanspruchnahme für die Festsetzung einer Parteientschädigung bei einer vermögensrechtlichen Streitigkeit in Abrede gestellt. Geht Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht man von einem Aufwand von nicht mehr als 25 Stunden a us, wie dies vom Berufungskläger behauptet wird, erscheint ein rein nach dem Streitwer t berechnetes Honorar von mehr als CHF 100‘000.00 für den vorliegenden Fall in der Tat überhöht. Der Berufungskläger verkennt bei der Anwendung von § 9 TO allerdings, dass bei off enbarem Missverhältnis nicht einfach eine Berechnung nach Zeitaufwand Platz greift. Vielmehr hat eine angemessene Reduktion des nach Streitwert ermittelten Honorars zu erfolgen. Die Berechnung als solche bestreitet der Be- rufungskläger nicht, so dass vom von der Vorinstanz gestützt auf § 7 Abs. 1 TO festgesetzten Honorar ohne Zulagen und MWST von CHF 106'700.00 ausz ugehen ist. Für die Reduktion ist nebst dem effektiven Zeitaufwand auch zu berücksichtigen, dass nach dem gesetzlichen Kon- zept der TO bei Streitwerten von über CHF 2 Mio. nich t nur ein Honorar von CHF 75‘000.00 sondern ein Zuschlag von max. 2% des Streitwertes zu ge währen ist. Generell wird sodann festgehalten, dass je nach Schwierigkeit des Falles und d em Umfang der Bemühungen der un- tere, obere oder mittlere Ansatz zu Anwendung kommen s oll. Anders als bei Streitwerten unter CHF 2 Mio. besteht beim Grundhonorar keine Bandbreit e. Grundsätzlich ist immer CHF 75‘000.00 einzusetzen und es ist aufgrund der Fall komplexität und des Aufwandes ein Zuschlag zu bestimmen. Allein der Zuschlag beim von der Vorinstanz veranschlagten Prozent- satz von 0,5% des Streitwertes würde im vorliegenden Fa ll jedoch über CHF 50‘000.00 erge- ben. Daraus würde sich ein Honorar inklusive Zuschlag für die Schlichtungsverhandlung von CHF 9‘700.00, aber ohne Auslagen und MWST, von sogar CHF 134‘700.00 ergeben. Demge- genüber gesteht der Berufungskläger dem Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten ein Honorar nach Zeitaufwand von CHF 10‘000.00 bzw. gemäss Rechtsb egehren von maximal CHF 15‘000.00 zu. Wie hoch der zeitliche Aufwand des R echtsvertreters des Berufungsbeklag- ten für die Mandatsführung im vorliegenden Verfahren effektiv ausgefallen ist, ist mangels Vor- liegen des entsprechenden Deservitenblattes nicht be kannt. Eher ist aber davon auszugehen, dass der Aufwand höher war als vom Berufungskläger ang enommen. Nach dem gesetzgeberi- schen Willen ist nebst der zeitlichen Beanspruchung bei h öheren Streitwerten immer auch ein Interessewert zu berücksichtigen. Letzterer, der in etw a bei 1/5 des gesamten Nettonachlasses liegt, darf als bedeutend bezeichnet werden, so dass das Kantonsgericht unter Berücksichti- gung aller für die Bemessung der Parteientschädigung massgeblichen Parameter insgesamt eine Reduktion des Honorars nach § 7 Abs. 1 i.V.m. § 9 T O auf rund CHF 45‘000.00 als ange- messen erachtet. Unter Berücksichtigung von Auslagen und M WSt ergibt dies eine pauschale Parteientschädigung zugunsten der Berufungsbeklagten für das erstinstanzliche Verfahren von CHF 50‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST), was in etwa d er Hälfte des von der Vorinstanz zu- gesprochenen Betrages entspricht. 9. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten für das Berufungsverfahren zu entscheiden. Massgebend für die Regelung der Kosten- un d Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Der Berufungskläger obsiegt mit seiner Berufung im Kosten- punkt zwar teilweise, was indessen umfangmässig gemessen an der gesamten Streitigkeit nach Streitwert nur einen verschwindend kleinen Bruchteil a usmacht, so dass er insgesamt für den Kostenentscheid als vollständig unterliegende Partei zu b etrachten ist. Es rechtfertigt sich des- halb, dem Berufungskläger die Gerichtskosten des Berufung sverfahrens vollumfänglich aufzu- erlegen. Zudem hat dieser der Gegenpartei eine Parte ientschädigung zu entrichten. Die Höhe Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Prozesskosten richtet sich gemäss Art. 96 ZPO auch für das Rechtsmittelverfahren nach dem kantonalen Gebührentarif und der Tarifordnung f ür die Anwältinnen und Anwälte. Die Ge- bühr für den vorliegenden Rechtsmittelentscheid wird a uf CHF 10‘000.00 festgesetzt, was auf- grund des Streitwerts und unter Berücksichtigung der Bede utung der Streitsache als angemes- sen erscheint (§ 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 2 und § 3 Abs. 1 GebT). Der Rechtsbeistand der Berufungsbeklagten hat keine Honorarnote eingereicht, weshalb die Rechtsmittelinstanz die Parteientschädigung gemäss § 18 Abs. 1 TO von Amtes weg en nach Ermessen festsetzen kann. Gemäss den §§ 7, 9 und 10 TO ist die Parteientschädigung für das Rechtsmittelverfahren nach den für das erstinstanzliche Verfahren geltenden G rundsätzen zu berechnen, weshalb an die vorstehenden Erwägungen unter Ziffer 8.6 verwiesen werden kann. Da jedoch davon aus- zugehen ist, dass der Aufwand des Rechtsvertreters für das Berufungsverfahren gegenüber seinen Bemühungen bei der Mandatsführung im zivilkreisgerichtlichen Verfahren deutlich gerin- ger ausgefallen ist, rechtfertigt sich hier gestützt auf § 9 TO eine zusätzliche Reduktion um die Hälfte des Honorars, so dass den Berufungsbeklagten pauschal CHF 25‘000.00 (inkl. Auslagen) als Parteientschädigung zuzusprechen ist. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer, welche mit 8 % zu veranschlagen ist, da sämtliche anwaltlichen Bemühungen für das vorliegende Rechtsmittelver- fahren im Jahre 2017 erbracht wurden. Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Di spositiv-Ziffer 5 des Ent- scheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 22. Juni 2017 (Verfahren Nr. 130 16 3396 II) aufgehoben und durch nachstehenden Kostenentscheid ersetzt: „ Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 1‘000.00 werden dem Beklagten auferlegt. Die Gerichtsgebühr für das z ivilkreisgerichtli- che Verfahren beträgt CHF 30‘000.00 und wird dem Bekl agten aufer- legt. Der Beklagte hat den Klägern für das zivilkreisgeri chtliche Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 50‘000.00 (inkl. Ausl agen und MWSt) zu bezahlen.“ Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens von CHF 1 0‘000.00 wer- den dem Berufungskläger auferlegt. Der Berufungskläger hat den Berufungsbeklagten eine Par teientschädi- gung von CHF 25‘000.00 (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% MWS t (CHF 2‘000.00) zu entrichten. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher