<h2>SubmittedText<h2><p>Seit meiner letzten Interpellation vom 5. Oktober 1995 (95.3522) sind neue Einzelheiten bekanntgeworden. So scheint es, dass die Ausbildung an der Schweizerischen Luftverkehrsschule (SLS), die gegenwärtig noch weitgehend vom Bund finanziert wird, eigentlich in die Arbeitslosigkeit führt (90 zukünftige Piloten der Lehrgänge 1994 und 1995). Da für die Schule, die fast ausschliesslich der Swissair dient, im Voranschlag 1996 15 Millionen Franken eingestellt sind, möchte ich genauere Auskunft zu folgenden Fragen:</p><p>- Wie beurteilt der Bundesrat die Planung der Swissair bezüglich ihres künftigen Bedarfs an Piloten?</p><p>- Findet er es normal, dass die Swissair weiterhin Schüler an die SLS schickt (Sitzung der Auswahlkommission vom 27. Oktober 1995), obwohl sie weiss, dass sie diese nach dem Abschluss der Ausbildung nicht anstellen kann?</p><p>- Wie steht es mit der Bezahlung des Teils der Ausbildungskosten, den die Swissair zu übernehmen hat (33 Prozent)?</p><p>- Denkt der Bundesrat daran, die Swissair zu verpflichten, diesen Teil der Ausbildungskosten auch für die Piloten zu übernehmen, die von ihrer Tochtergesellschaft Crossair angestellt werden?</p><p>- Fände es der Bundesrat angesichts der hohen Ausbildungskosten (mehr als 200 000 Franken pro Schüler) nicht normal, dass die Swissair zumindest Wartelisten erstellt, damit die für sie ausgebildeten Piloten angestellt werden können, sobald sich wieder ein Wirtschaftsaufschwung abzeichnet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die SwissairGruppe, bestehend aus den Unternehmen Swissair, Crossair und</p><p></p><p>Balair/CTA hat im Verlaufe des ersten Trimesters 1995 eine wichtige Umstrukturierung vorgenommen, bei der ein Teil des Verkehrs, bis zu diesem Zeitpunkt durch die Swissair betrieben, nun an die Crossair übergehen wird. Das wiederum setzt wichtige Änderungen in der Flottenpolitik dieser zwei Betriebe voraus. Die Konsequenz daraus ist ein Überbestand von ca. 150 Piloten bei der Swissair, wogegen die Crossair ihre Pilotenbestände um ca. 200 erhöhen muss. Diese Situation dürfte sich jedoch bis ins Jahr 2000 wieder regulieren. Die Gegebenheiten könnten sich allerdings je nach Verlauf der konjunkturellen Entwicklung schneller verändern.</p><p></p><p>2. Unter Berücksichtigung dieser Lage, wonach die Swissair, Hauptkunde der Schweizerischen Luftverkehrsschule (SLS), bis auf weiteres keine neuen Piloten einstellen wird, verfügte das BAZL, dass ab 1. Januar 1996 an der SLS keine neuen Lehrverträge mehr abgeschlossen werden. Diese Massnahme bleibt bis zum Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung über die Zukunft der SLS, welche in der ersten Jahreshälfte 1996 gefällt werden soll, in Kraft.</p><p></p><p>3. Die Swissair hat bis zum heutigen Zeitpunkt die, gemäss Verordnung über die SLS vorgesehene Rückerstattung von 33 Prozent der Ausbildungskosten an den Bund, für die von ihr übernommenen Schulabsolventen immer eingehalten.</p><p></p><p>4. Die Swissair hat sich darüber hinaus ausdrücklich einverstanden erklärt dieRückerstattung von 33 Prozent der Ausbildungskosten für alle von der SwissairGruppe übemorntnenen SLSAbsolventen zu übernehmen.</p><p></p><p>5. Wie in der Vergangenheit üblich, haben alle Schweizerpiloten, die den Anforderungender Swissair genügen, die Möglichkeit bei der Swissair, sobald diese erneuten Bedarf an zusätzlichen Piloten hat, im Rahmen der direkten Rekrutierung eingestellt zu werden. Darunter versteht man die Einstellung von ausgebildeten Piloten, die in einem anderen schweizerischen oder ausländischen Luftfahrtunternehmen ihre Erfahrung erworben haben. Das Erstellen einer Warteliste ist folglich nicht nötig. Hingegen liegt es im Interesse von Swissair, Piloten anzustellen, welche an der SLS ausgebildet worden sind und an deren Ausbildungskosten sie sich zu 33 Prozent beteiligt hat.</p>  Antwort des Bundesrates.