<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">1P.467/2006 /ggs </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 14. August 2006 </div> <div class="para">I. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Féraud, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Aeschlimann, Fonjallaz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Pfäffli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Bruno Habegger, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Untersuchungsrichteramt II Emmental-Oberaargau, Kreuzgraben 10, 3400 Burgdorf, </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3001 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; <span class="artref"><artref id="CH/101/30" type="start"></artref><artref id="CH/101/29" type="start"></artref>Art. 29, 30 und 32 BV</span><artref id="CH/101/30" type="end"></artref><artref id="CH/101/32" type="end"></artref>, sowie <span class="artref">Art. 6 EMRK</span>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss </div> <div class="para">des Obergerichts des Kantons Bern, Anklagekammer, vom 20. Juni 2006. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Der Untersuchungsrichter 4 des Untersuchungsrichteramtes II Emmental-Oberaargau führte eine Voruntersuchung gegen X.________ wegen Mordes, evtl. vorsätzlicher Tötung, mehrfach qualifizierten Raubes und Diebstahls in mehreren Fällen, Sachbeschädigung, betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, Hehlerei, Hausfriedensbruchs, illegaler Einreise bzw. Aufenthalts sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Rahmen der Fristansetzung gemäss Art. 249 des Gesetzes über das Strafverfahren des Kantons Bern (StrV) stellte X.________ folgende Beweisanträge: </div> <div class="para">1. Es seien die gesamten Akten von Y.________ beizuziehen. </div> <div class="para">2. Es sei bei einem rechtsmedizinischen Institut in einem anderen Land ein Untersuchungsbericht sowie die entsprechenden gutachterlichen Schlussfolgerungen über die DNA-Profile gemäss ..... in Auftrag zu geben. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 16. Mai 2006 wies der Untersuchungsrichter die Beweisanträge ab. Dagegen erhob X.________ Rekurs. Die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern wies mit Beschluss vom 20. Juni 2006 den Rekurs ab, wies jedoch von Amtes wegen den Untersuchungsrichter an, dem Rekurrenten unter Ansetzung einer Frist Gelegenheit zu geben, dem bisherigen (DNA-) Gutachter Erläuterungs- und Ergänzungsfragen zu stellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Beschluss des Untersuchungsrichters 4 des Untersuchungsrichteramtes II Emmental-Oberaargau vom 6. Juli 2006, welchem die Staatsanwaltschaft am 12. Juli 2006 zustimmte, wurde die Voruntersuchung geschlossen und X.________ an das Kreisgericht IV Aarwangen-Wangen überwiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Gegen den Beschluss der Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2006 erhob X.________ am 26. Juli 2006 staatsrechtliche Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren ist die staatsrechtliche Beschwerde zulässig. Diese Entscheide können später nicht mehr angefochten werden (<span class="artref">Art. 87 Abs. 1 OG</span>). Gegen andere selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist die staatsrechtliche Beschwerde nur zulässig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (<span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span>). Ist diese Beschwerde nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, ist ein solcher Zwischenentscheid durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar (<span class="artref">Art. 87 Abs. 3 OG</span>). </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Mit dem angefochtenen Beschluss wurden zwei vom Beschwerdeführer vor Abschluss der Voruntersuchung gestellte Beweisanträge abgewiesen. Es handelt sich dabei um einen das Strafverfahren nicht abschliessenden Zwischenentscheid im Sinne von <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span>, der nur im Falle eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils anfechtbar ist. Ein solcher irreparabler Nachteil muss rechtlicher Natur sein, der auch mit einem späteren günstigen Entscheid (in einem kantonalen oder bundesgerichtlichen Verfahren) nicht mehr behoben werden könnte (vgl. zum Ganzen <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=29.07.2006&amp;to_date=17.08.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-207%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page207">BGE 126 I 207</a> mit weiteren Hinweisen). Die vorliegend abgewiesenen Beweisanträge führen zu keinem solchen Nachteil (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=29.07.2006&amp;to_date=17.08.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IA-161%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page161">BGE 101 Ia 161</a>). Der Beschwerdeführer kann diese Frage vor dem urteilenden Gericht oder nötigenfalls in einer Beschwerde gegen den kantonalen Endentscheid noch einmal aufwerfen. Mangels eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils kann auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten werden. </div> <div class="para">5. </div> <div class="para">Angesichts der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden (<span class="artref">Art. 152 OG</span>). Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Untersuchungsrichteramt II Emmental-Oberaargau und dem Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 14. August 2006 </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>