<h2>SubmittedText<h2><p>Das Jahr 2022 wird das Jahr eines traurigen Rekords bei den tödlichen Ertrinkungsunfällen in Schweizer Gewässern bleiben. Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) zählte allein in diesem Jahr 63 Opfer. Der bisherige Rekord bestand seit 20 Jahren. 2023 sind bisher bereits 36 Todesfälle zu beklagen. Darum beauftrage ich den Bundesrat, einen Bericht vorzulegen, der den Bedarf und die notwendigen Mittel für eine bessere Prävention und einen besseren Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren des Ertrinkens in offenen Gewässern aufzeigt. Dieser Bericht soll insbesondere folgende Fragen beleuchten:</p><p>1. Zwar sind die 16- bis 30-Jährigen nach wie vor die am stärksten gefährdete Gruppe, doch scheint es, dass auch Seniorinnen und Senioren eine neue Risikogruppe darstellen. Allerdings sind die Angaben zu den Ursachen für diese Gruppe nach wie vor lückenhafter als bei Jugendlichen, bei denen Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung als Gründe angeführt werden können. Wie lässt sich also der Anstieg bei den 61- bis 75-Jährigen und den 75- bis 90-Jährigen erklären?</p><p>2. Beabsichtigt der Bundesrat, in Zusammenarbeit mit der SLRG und den Kantonen die Präventions- und Sicherheitsmassnahmen zu verstärken, insbesondere in der Nähe von Seen und Fliessgewässern, wo die Gefahr am grössten ist?</p><p>3. Ist der Bundesrat angesichts der Tatsache, dass Sonnenschein- und Hitzeperioden in den kommenden Jahren tendenziell an Intensität und Dauer zunehmen werden und unbestreitbar einen wichtigen Risikofaktor darstellen, immer noch der Ansicht, dass keine weiteren Massnahmen erforderlich sind, wie 2007 in der Antwort auf die Anfrage Berberat 07.1088?</p><p>4. Welche Bilanz zieht der Bundesrat generell über die geltenden Präventions- und Sicherheitsmassnahmen und wie lassen sie sich verbessern?</p><p></p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat teilt die Sorge des Postulanten angesichts der hohen Zahl tödlicher Badeunfälle in Schweizer Gewässern und appelliert in erster Linie an die Selbstverantwortung (vgl. dazu seine Antwort auf die Anfrage 07.1088 Berberat «Reduzierung der Todesfälle durch Ertrinken in der Schweiz»). </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat weist darauf hin, dass die unterschiedlichen Organisationen im Sportbereich, die Gemeinden wie auch die kantonalen Stellen und das BASPO in ihrem Zuständigkeitsbereich viel für die Sensibilisierung der Schwimmenden tun. Das BASPO z.B. bietet Jugend und Sport-Kurse für Leiterinnen und Leiter an, um Jugendliche möglichst sicher im Wasser unterrichten zu können. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), trägt durch Aufklärung und allgemeine Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls zur Verhütung von Nichtberufsunfällen bei (Artikel 88 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung; UVG, SR 832.20). Auch die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) setzt sich für die Ertrinkungsprävention und die Förderung des Rettungsschwimmsports ein.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat beantwortet die Fragen 1 bis 4 wie folgt:</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Mögliche Gründe für die hohe Zahl an Badeunfällen sind – nach Einschätzung der BFU – unter anderem Folgende: die Altersgruppe der 61 – 90-Jährigen ist in den letzten Jahren grösser geworden. Die Menschen sind heute auch im höheren Alter fitter als früher und sind mehr auf, am und im Wasser unterwegs. In dieser Alterskategorie können aber auch vermehrt medizinische Probleme bei gleichzeitigem Überschätzen der körperlichen Leistungsfähigkeit eine Rolle spielen (siehe Medienmitteilung der SLRG vom 17. August 2023; </span><a href="http://www.slrg.ch" style="text-decoration:none"><span style="font-family:Arial; color:#000000">www.slrg.ch</span></a><span style="font-family:Arial"> / über uns /medien / </span><a href="https://www.slrg.ch/de/hoechste-anzahl-ertrinkungsopfer-seit-knapp-20-jahren" style="text-decoration:none"><span style="font-family:Arial; color:#000000">Höchste Anzahl Ertrinkungsopfer seit knapp 20 Jahren</span></a><span style="font-family:Arial">). Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen sowie vielen Sonnenstunden in der Sommersaison und der Zahl an tödlichen Ertrinkungsunfällen. In einem lange andauernden und sehr warmen Sommer sind mehr Menschen im, auf und am Wasser unterwegs, was zu mehr Unfällen führt (</span><a href="http://www.bfu.ch" style="text-decoration:none"><span style="font-family:Arial; color:#000000">www.bfu.ch</span></a><span style="font-family:Arial"> / Bestellen &amp; herunterladen / 2022 Wasser-Sicherheits-Forum WSF / Seite 19). </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff"><span style="font-family:Arial">Offene Gewässer sind für die BFU und die SLRG ein Schwerpunkt in ihrer Präventionsarbeit, was sich durch zahlreiche Präventionsaktivitäten zeigt. Die BFU beschäftigt sich zudem mit der Erhebung und der Erforschung des Unfallgeschehens. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat ist der Auffassung, dass bereits sehr viele Präventionsanstrengungen unternommen werden und kein Anlass besteht, einen Bericht zu erstellen, der den Bedarf und die notwendigen Mittel für eine bessere Prävention und einen besseren Schutz der Bevölkerung vor den Risiken des Ertrinkens in offenen Gewässern aufzeigt.</span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.