JAAC69.6 Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 31. August 2004 in Sachen X. AG [SRK 2003-168] Taxe sur la valeur ajoutée (OTVA). Elargissement de l’objet du litige. Décompte com­plémentaire. Décision de renvoi. - Etant donné qu’il existe un lien direct entre le montant de l’intérêt moratoire et le montant de la créance fiscale effective, il est admissible que la Commission fédérale de recours en matière de contributions élargisse l’objet du litige dans la mesure où elle entre exceptionnellement en matière sur l’existence et l’étendue de la créance fiscale en cause (con­sid. 2a et 2b/aa). - Un décompte complémentaire peut être modifié en tout temps en faveur ou au préjudice de l’assujetti, pour autant que le décompte fiscal n’ait pas déjà fait l’objet d’une décision entrée en force ou qu’il ne soit pas prescrit. Un décompte complémentaire ne vaut pas comme décision et ne peut dès lors pas bénéficier de l’autorité de chose jugée (consid. 2b/bb). - Une décision de renvoi se justifie avant tout lorsque l’état de faits doit être complété et donc lorsqu’une procédure complète d’administration des preuves doit être effectuée. Si d’autres clarifications sous l’angle des faits doivent être entreprises, l’autorité ayant la meilleure connaissance des circonstances ou étant la plus compétente quant au fond doit trancher l’affaire. Un renvoi s’impose donc toujours lorsque l’autorité inférieure a prononcé une décision de non-entrée en matière et qu’elle n’a de ce fait effectué aucun examen matériel du cas d’espèce (consid. 7). Mehrwertsteuer (MWSTV). Ausweitung des Streitgegenstands. Ergänzungsabrechung. Rückweisungsentscheid. 1- Nachdem die Höhe des Verzugszinses in einem direkten Bezug zur Höhe der eigentlichen Steuerforderung steht, ist es zulässig, dass die Eidgenössische Steuerrekurskommission den Streitgegenstand insoweit ausdehnt, als sie zunächst ausnahmsweise auch auf Bestand und Umfang der Steuerforderung als solche eingeht (E. 2a und 2b/aa). - Eine Ergänzungsabrechung kann jederzeit zu Gunsten oder zu Ungunsten des Steuerpflichtigen abgeändert werden, sofern die Steuerabrechnung nicht bereits Gegenstand eines in Rechtskraft erwachsenen Entscheides war oder verjährt ist. Eine Ergänzungsabrechung gilt nicht als Verfügung und erwächst mangels Verfügungscharakter nicht in Rechtskraft (E. 2b/bb). - Ein Rückweisungsentscheid rechtfertigt sich vor allem dann, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist. Wenn weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen sind, soll in die mit den Verhältnissen besser vertraute oder sachlich kompetentere Behörde die Angelegenheit entscheiden. Zur Rückweisung kommt es zudem immer dann, wenn die Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid gefällt und folglich keine materielle Prüfung vorgenommen hat (E. 7). Imposta sul valore aggiunto (OIVA). Estensione dell’oggetto litigioso. Calcolo complementare. Decisione di rinvio. - Quando vi è una relazione diretta fra l’importo dell’interesse di mora e l’importo del credito fiscale effettivo, è ammissibile che la Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni estenda l’oggetto litigioso, nella misura in cui in via eccezionale analizza dapprima anche l’esistenza e l’effettivo importo del credito fiscale (consid. 2a e 2b/aa). - Un calcolo complementare può essere modificato in ogni momento a favore o a sfavore del contribuente, nella misura in cui il calcolo fiscale non sia già stato oggetto di una decisione cresciuta in giudicato o non sia prescritto. Un calcolo complementare non costituisce una decisione e non può quindi crescere in giudicato (consid. 2b/bb). - Una decisione di rinvio si giustifica soprattutto quando devono essere stabiliti ulteriori fatti e deve essere svolta una procedura completa di assunzione di prove. Se occorre chiarire altri fatti, la questione deve essere decisa dall’autorità che conosce meglio la situazione o che è materialmente più competente. Si giunge inoltre sempre al rinvio quando l’auto­rità inferiore decide di non entrare nel merito e quindi non ha effettuato alcun esame materiale (consid. 7). ZusammenfassungdesSachverhalts: 2(…) C. Am19.Dezember2002stelltedieEidgenössischeSteuerverwaltung (ESTV)derX.AGVerzugszinseninHöhevonFr.2’795.-inRechnung. Mit Schreibenvom20.Januar2003ersuchtedieX.AGdieESTVumPrüfung einerHerabsetzungdieserVerzugszinsrechnung,dadiesediegeltend gemachteSteuerreduktionvonFr.15’571.05nichtberücksichtigeundaufeiner angeblichfalschenSteuerschuldvonFr.16’838.-beruhe. Sinngemässforderte sieeineneueBerechnungdesVerzugszinsesaufeinerSteuernachforderung vonlediglichFr.1’266.95. D. EineZahlungdesVerzugszinsesbliebdaraufhinausunddieESTVleitete gegendieX.AGeineBetreibungein,gegenwelchedieseRechtsvorschlag erhob. InAnwendungvonArt.51derVerordnungüberdieMehrwertsteuer vom22.Juni1994(MWSTV,AS 1994 1464)undArt.63desBundesgesetzes überdieMehrwertsteuervom2.September1999(MWSTG,SR641.20) fordertedieESTVmitEntscheidvom11.Juni2003vonderX.AGerneut einenVerzugszinsinHöhevonFr.2’795.-. MitdiesemEntscheidwurdeim ÜbrigenderRechtsvorschlaggegendenZahlungsbefehl(…)vom8.Mai2003 desBetreibungsamtesK.aufgehoben. E. GegendiesenEntscheiderhobdieSteuerpflichtige(…)fristgerecht Einspracheundhieltfest,dasssiemittelsOriginalbelegendenNachweis erbrachthabe,dassdieSteuerforderunggrösstenteilsnichtgerechtfertigtsei. SoseiderausderErgänzungsabrechung(EA)vom4.März2002resultierende SaldozuLastenderX.AGinHöhevonFr.16’838.-durchBeschaffungund EinreichungderOriginalbelegeumtotalFr.15’571.05gemindertworden. SiehabedeshalbdieverbleibendeSteuerschuldmitdennachfolgenden Quartalsabrechnungenverrechnet. F .MitEinspracheentscheidvom15.September2003wiesdieESTVdiese EinspracheabundbestätigteihrenEntscheidvom11.Juni2003. G. MitEingabevom21.Oktober2003erhebtdieX.AG(nachfolgend: Beschwerdeführerin)BeschwerdebeiderEidgenössischen Steuerrekurskommission(SRK)gegenobgenanntenEinspracheentscheid. (…) H. InderVernehmlassungvom16.Januar2004stelltdieESTVdenAntrag,die BeschwerdeunterKostenfolgevollumfänglichabzuweisen. (…) AusdenErwägungen: 1. (Formelles) 2.a. DerStreitgegenstanddarfimLaufedesBeschwerdeverfahrensweder erweitertnochqualitativverändertwerden;erkannsichalsohöchstens verengenundumnichtstreitigePunktereduzieren,nichtaberausweiten (vgl. André Moser,inMoser/Uebersax,Prozessierenvoreidgenössischen Rekurskommissionen,Basel1998,Rz.2.13,mitweiterenHinweisen;Entscheid derSRKvom18.Januar1999,veröffentlichtin: VPB63.78 E.2). Voraussetzung füreinEintretenderBeschwerdeinstanzaufeininderBeschwerde gestelltesBegehrenistdasVorliegeneinerVerfügungderVorinstanz,die sichausdrücklichzumGegenstand,aufdensichdasBeschwerdebegehren bezieht,geäusserthat. ZudemistesimGrundsatznichtzulässig,den StreitgegenstandimBeschwerdeverfahrengegenüberdemRechtsverhältnis, 3dasGegenstanddesvorinstanzlichenVerfahrensbildete,auszudehnen (vgl. Fritz Gygi,Bundesverwaltungsrechtspflege,2. Auflage,Bern1983, S.44ff. undS.256). AusnahmsweisewerdenAntragsänderungenund Antragserweiterungen,dieimZusammenhangmitdemStreitgegenstand stehen,ausprozessökonomischenGründenjedochzugelassen. Voraussetzung dafürist,dasseinerseitseinsehrengerBezugzumbisherigenStreitgegenstand bestehtundanderseitsdieVerwaltungimLaufedesVerfahrensGelegenheit hatte,sichzudieserneuenStreitfragezuäussern(Moser,a.a.O.,Rz.2.83;vgl. auchEntscheidderSRKvom31.Januar1996,veröffentlichtin VPB61.21 E.1b; unveröffentlichterEntscheiddesBundesgerichtsi.S.S.vom23.August2001 [2A.122/2001]). b.aa. DemGrundsatznachisteineAusweitungdesStreitgegenstandesalso ausnahmsweisemöglich. ImvorliegendenFallistderEinspracheentscheidder ESTVvom15.September2003AusgangspunktdesVerfahrensvorderSRK.Als möglichesAnfechtungsobjektgilteinzigdasDispositivdiesesEntscheides. VorliegendwirdvonderBeschwerdeführerinexplizitnurdieHöhedes Verzugszinsesbestrittenundsiemachteinziggeltend,derVerzugszinssei zuhochangesetzt. NachdemjedochdieHöhedesVerzugszinsesineinem direktenBezugzurHöhedereigentlichenSteuerforderungsteht,bestreitetdie BeschwerdeführerinimplizitauchdasBesteheneinerSteuernachforderung inHöhevonFr.16’838.-. AusdenAktengehtsodannhervor,dasssieeinen BetragvonFr.15’571.05offenbareigenhändigbeieinerdernächsten QuartalsabrechnungeninAbzugbrachteundentsprechendeVerrechnungen vornahm. OffensichtlichanerkenntdieBeschwerdeführerinalsolediglich eineSteuernachforderunginHöhevonFr.1’266.95. Gegenwärtigwerden zwarnurdieVerzugszinsenbestritten. WeildieseabervonderHöhe derSteuerforderungabhängigsind,siehtsichdieSRKveranlasst,den Streitgegenstandinsoweitauszudehnen,alszunächstausnahmsweiseauch aufBestandundUmfangdieserForderungeingegangenwerdenmuss. Diesrechtfertigtsichumsomehr,alsdieESTVimLaufedesvorliegenden VerfahrensGelegenheitgehabthätte,sichauchzudieserStreitfragezu äussern. DieRichtigkeitundHöhederSteuernachforderungbildetalsoeine wesentlicheVorfragedesVerzugszinses,ohnederenrechtskräftigeKenntnis dessenHöhenichtgeprüftwerdenkann. bb. Ausserdemistzubeachten,dasseineEAjederzeitzuGunstenoder zuUngunstenderMehrwertsteuerpflichtigenabgeändertwerdenkann, soferndieSteuerabrechnungnichtbereitsGegenstandeinesinRechtskraft erwachsenenEntscheidesimSinnevonArt.51MWSTVbzw. Art.63MWSTG waroderverjährtist(vgl. dazuEntscheidderSRKvom17.Juli2001, veröffentlichtin VPB66.43 E.3a,mitweiterenHinweisen). DieESTVerlässt eineEAjeweilsnachAbschlusseinerKontrolle,aufgrundvonUnkorrektheiten indenfürdieKontrollperiodeeingereichtenAbrechnungen. Einevon derESTVderarterstellteEAgiltnachRechtsprechungundLehrenicht alsVerfügung. WenndieSteuerpflichtigedieerhobeneNachforderung bestreitet,musssiezuerstvonderVerwaltungeineanfechtbareVerfügung verlangenundkannnichtaufgrundeinerblossenAbrechnungEinsprache erheben(vgl. Isabelle Homberger Gut ,in: mwst.com,Basel2000,S.859,Rz.15). DieEAistfolglichkeineVerfügungnachArt.5desBundesgesetzesvom 20.Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren(VwVG,SR172.021), sondernvielmehreinerechtlichunverbindlicheamtlicheMitteilungder 4ESTVunderwächstmangelsVerfügungscharakternichtinRechtskraft(vgl. zumGanzenauch: Gerhard Schafroth/Thomas P . Wenk,Selbstveranlagung undErgänzungsabrechnung,in: DerSchweizerTreuhänder[ST],Ausgabe 10/1998,S.1167ff.). ImvorliegendenFallfindetsichindenAktenkein Entscheid,dersichmitderHöhederSteuernachforderungbefasst;diese wirdlediglichmittelsEANr.(…)inHöhevonFr.16’838.-geltendgemacht. Wieobenausgeführt,istdieseallerdings-dakeinEntscheidimSinnevon Art.51MWSTVbzw. Art.63MWSTGvorliegt-nochnichtinRechtskraft erwachsen. NachdemdieEAam4.März2002ausgestelltwurdeunddie VerjährungsfristfüreineSteuerforderungfünfJahrebeträgt,wobeidiese durchjedeEinforderungshandlungunddurchjedeBerichtigungdurchdie zuständigeBehördeunterbrochenwird(vgl. Art.72MWSTVbzw. Art.49 MWSTG),fehltesdesWeiterenauchaneinerVerjährung. 3.a. (Selbstveranlagungsprinzip) b. (Verzugszins)ImvorliegendenFallbestreitetdieBeschwerdeführerin allerdingsnurdieHöhedesVerzugszinsesbzw. diezugrundeliegende Steuerforderung,nichtjedochdieVerzugszinspflichtalssolcheunddie GrundlagenderBerechnung. 4.a. (Eigenverbrauch) b. (Vorsteuerabzug) c. (…) 5. DieVerrechenbarkeitvonsichgegenüberstehendenForderungenist einallgemeiner,auchimöffentlichenRechtgeltenderRechtsgrundsatz (EntscheidederSRKvom25.März2003inSachenG.AG[SRK2002-016], E.3;vom31.Mai2001inSachenS.[SRK2000-124bis126],E.7; Ulrich Häfelin/Georg Müller,AllgemeinesVerwaltungsrecht,4. Auflage,Zürich2002, Rz.193). ImmerhinsindhierbeiverwaltungsrechtlicheSonderbestimmungen zubeachten,welchedieVerrechenbarkeitvonForderungenzwischen demBürgerunddemGemeinweseneinschränkenkönnen. Einederartige EinschränkungergibtsichausArt.125Ziff.3desObligationenrechtsvom 30.März1911(OR,SR220),wonachgegendenWillendesGläubigers VerpflichtungengegendasGemeinwesenausöffentlichemRechtnicht verrechnetwerdenkönnen. Stehensichzweiöffentlich-rechtliche Forderungengegenüber,entscheidetdasöffentlicheRechtüberdie Verrechenbarkeit. GemässherrschenderLehreundPraxiskommtder inArt.125Ziff.3ORenthaltenenRegelungderCharaktereinesauchim öffentlichenRechtgeltendenallgemeinenPrinzipszu,sodassderPrivateauch dann,wennsichzweiöffentlich-rechtlicheForderungengegenüberstehen,nur verrechnenkann,wenndasGemeinwesenzustimmtodereineentsprechende Normihnausdrücklichdazuermächtigt(vgl. EntscheidderSRKvom21.Juli 2004i.S.G.AG[SRK2004-087],E.3; Peter Gauch/Walter R. Schluep/Jörg Schmid/Heinz Rey,SchweizerischesObligationenrecht,AllgemeinerTeil, BandII,8.Auflage,Zürich2003,Rz.3430ff.; Eugen Bucher,Schweizerisches Obligationenrecht,AllgemeinerTeil,2. Auflage,Zürich1988,S.442). Das GemeinwesenselberbedarfimGegensatzdazuzurVerrechnungseiner 5ForderungenmiteinerallfälligenSchuldkeinerZustimmungdesPrivaten (vgl. auchAlfred Koller,in: TheoGuhl,DasSchweizerischeObligationenrecht, 9. Auflage,S.303,N.28). 6. (UntersuchungsprinzipundBeweislast. Vgl. VPB68.155 E.3a) 7. GemässArt.61Abs.1VwVGentscheidetdieBeschwerdeinstanzinder SacheselbstoderweistdieseausnahmsweisemitverbindlichenWeisungen andieVorinstanzzurück. EinsolcherRückweisungsentscheidrechtfertigt sichvorallemdann,wennweitereTatsachenfestgestelltwerdenmüssenund einumfassendesBeweisverfahrendurchzuführenist( Alfred Kölz/Isabel­le Häner,VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedesBundes, 2.Aufl.,Zürich1998,Rz.694;Moser,a.a.O.,Rz.3.87). Auchwennder RechtsmittelinstanzdieBefugniszusteht,weitereSachverhaltsabklärungen vorzunehmen,sollindiesemFalldiemitdenörtlichenVerhältnissenbesser vertrauteodersachlichkompetentereBehördeüberdieAngelegenheit desBeschwerdeführersentscheiden(EntscheidderEidgenössischen Zollrekurskommission[ZRK]vom21.Oktober1996,veröffentlichtin VPB61.92 E.7). ZurRückweisungkommteszudemimmerdann,wenndieVorinstanz einenNichteintretensentscheidgefälltundfolglichkeinemateriellePrüfung vorgenommenhat(EntscheidderEidgenössischenRekurskommissionfür Staatshaftungvom18.Dezember2002,veröffentlichtin VPB67.64 E.5a; Moser,a.a.O.,Rz.3.88). DieseMethodewahrtdasPrinzipderGarantiedes doppeltenInstanzenzuges,dadieBeschwerdeführerindenaufgrundder RückweisunggetroffenenneuenEntscheidderVorinstanzwiederummitallen zulässigenRechtsmittelnanfechtenkann(EntscheidderRekurskommission desEidgenössischenVolkswirtschaftsdepartementsvom20.De­zember1994, veröffentlichtin VPB59.102 E.5.1). 8.a. ImvorliegendenFallstelltedieESTVderBeschwerdeführerininAussicht, diemitderEAvom4.März2002geltendgemachteSteuernachforderung zureduzieren,sofernrechtsgenügendeDokumenteeingereichtwürden. DieBeschwerdeführerinliessdieihrhierzueingeräumteFristindessen unbestrittenunbenutztverstreichen,bringtjedochvor,dasssiezur GeltendmachungihrerSteuerreduktiondieDokumentenachAblaufder FristnichtnurperFaxvom26.Juni2002,sondernauchimOriginalder ESTVhabezukommenlassen. DieBeweispflichtfürdieZustellungeines DokumentsliegtaberbeimAbsender. DieBeschwerdeführerinkannmit deneingereichtenAktendenBeweis,dasssiedieDokumentetatsächlichder ESTVimOriginaleingereichthat,allerdingsnichterbringen. DieErbringung einessolchenBeweiseswäredurchausmöglich,dannnämlichwenndie ZusendungpereingeschriebenenBriefvorgenommenwordenwäre. Ein derartigerBeweiswärevonderNaturderSacheheralsomöglichundes kannbeiderBeweiswürdigungdeshalbauchnichtaufeineüberwiegende WahrscheinlichkeitodergaraufeineaufLebenserfahrungberuhende überwiegendeWahrscheinlichkeitabgestelltwerden. DieFolgender BeweislosigkeitdieserEinsendunghatdieBeschwerdeführerinzutragen. 6DaindeswieobenausgeführtdieEAnochgarnichtinRechtskrafterwachsen ist,kanneineSteuerreduktionvonderBeschwerdeführerinauchheutenoch geltendgemachtwerden. b. Wieausgeführt(vgl. E.5)bedarfdieVerrechnungvonForderungen zwischendemBürgerunddemGemeinweseneinerZustimmungder Verwaltung. Aneinersolchenfehltesjedochoffensichtlich,wasdievon derBeschwerdeführerininihrenAbrechnungenoffenbareigenhändig vorgenommene«Gutschrift»vonFr.15’571.05anbelangt. AusdenAktenist einesolchejedenfallsnichtersichtlich. StattdessenkündigtdieESTVinihrer Vernehmlassungvom16.Januar2004dieÜberprüfungdesvorgenommenen Abzugsan. AufgrundderfehlendenZustimmungderESTVwurdediese VerrechnungalsozuUnrechtvorgenommenunddieBeschwerdeführerin hättedievonihrgeltendgemachteSteuerreduktionnichtgegenüberderESTV sogeltendmachendürfen. 9.a. WiebereitsausgeführtbestehteinsehrengerZusammenhang zwischenderHöhederSteuerforderungundderHöhedesVerzugszinses (=Akzessorität). DieVerzugszinsforderungistakzessorischzur SteuerforderungundinihremBestandvondieserabhängig. Umdie vorliegendeBeschwerdebetreffenddieHöhedesVerzugszinseszu behandeln,wäredieSRKalsonungehalten,zunächstzuprüfen,obdie BeschwerdeführerinzuRechteineReduktionderNachsteuergeltend machenkönnte. DazufehltesjedochanrechtsgenügendenUnterlagenbzw. könnenmitdenderSRKvorliegendenDokumentendieentscheidrelevanten TatsachenundTransaktionennurungenügendüberprüftwerden. Weiter müsstederBeschwerdeführerinwohlaucherneutdieBeweismöglichkeit dergeltendgemachtenSteuerreduktioneneröffnetwerden. Esscheint deshalbgerechtfertigt,dassdieSRKdenFallzurNeubeurteilungan dieESTVzurückweistunddieseanweist,einenEntscheidnachArt.51 MWSTVbzw. Art.63MWSTGbetreffenddiedemVerzugszinszugrunde liegendeSteuerforderungzutreffen. Diesumsomehr,alsdieESTVsichin ihrerVernehmlassungerneutzurHöhederSteuerschuldäussertundin Aussichtstellt,siewerde«dieAbrechnungdes2.Quartals2002aufdieses <Steuerguthaben>nochüberprüfen». Auchistfraglich,obesüberhaupt zulässigwäre,einenEntscheidnurüberdieVerzugszinsforderungzutreffen, wenndieSteuerforderungselbernochnichtdurcheinenEntscheidbestätigt wordenistundsomitinnerhalbderVerjährungsfristwiederuminFrage gestelltwerdenkönnte. b. AlleindieRückweisungandieVorinstanzbedeutetindesnochnicht,dass dieBeschwerdeführerinAnspruchaufeineReduktionderNachsteuernhat. VielmehrsolldieESTVimRahmeneinerumfassendenBeweiswürdigung nämlichentscheiden,obdieVoraussetzungenzurGewährungder Steuerreduktionerfülltsind. GelangtdieESTVaufgrundderBeweiswürdigung zurÜberzeugung,derBeschwerdeführerinmisslingedererforderliche Nachweis,dannträgtdiesediealleinigeBeweislastfürdiesteuermindernde Tatsache. DerVorinstanzistinsofernbeizupflichten,dassdieDurchführung desVorsteuerabzugsaufderSeitederVerwaltungnachBelegenverlangt,die einerasche,einfacheundeffizienteKontrollederSelbstveranlagungzulassen undMissbräucheausschliessen. DieSRKhatbereitsinfrüherenEntscheiden erkannt,dasseinegenaueAnwendungdiesereherformellenAnordnungen durchdieESTVimInteresseeinergerechtenundmissbrauchfreienErhebung 7derMehrwertsteuerliegt(vgl. EntscheidederSRKvom25.März2002,i.S.P. [SRK2000-135],E.4bundvom15.Oktober1999,veröffentlichtin VPB64.47 E.4). ErfüllendievorgewiesenenBelegedievorgesehenenBedingungennicht, somussdieVerwaltungdenVorsteuerabzuggrundsätzlichverweigern(vgl. EntscheidderSRKvom17.Januar2001,veröffentlichtin VPB65.84 E.4d; EntscheidderSRKvom25.März2002,a.a.O.,E.4d/aa). 10.a. DemGesagtenzufolgeistdieBeschwerdeimSinnederErwägungen gutzuheissenunddieSachezurSachverhaltsfeststellungundzuneuem EntscheidandieVorinstanzzurückzuweisen. BeidiesemAusgangdes VerfahrenssindwederderobsiegendenBeschwerdeführerinnochderESTV Verfahrenskostenaufzuerlegen(Art.63Abs.2VwVG).(…) 8Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 69.6 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 31. August 2004 in Sachen X. AG [SRK 2003-168] In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2005 Année Anno Band 69 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 007 049 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.