<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">1B_46/2010 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 2. März 2010 </div> <div class="para">I. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Féraud, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Bopp. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt André Schlatter, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Y.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Krizaj, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer, vom 4. Dezember 2009. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 2. April 2009 sprach die Einzelrichterin in Strafsachen des Kreisgerichts St. Gallen, 3. Abteilung, X.________ in einem Fall vom Vorwurf der üblen Nachrede und in zwei Fällen vom Vorwurf des Vergehens gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) frei. Dagegen wurde er in vier Fällen der üblen Nachrede, in zwei Fällen der Beschimpfung und in zwei Fällen des Vergehens gegen das UWG schuldig erklärt. Deswegen verurteilte ihn die Einzelrichterin zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 40.--. Die vom Kläger Y.________ erhobene Genugtuungsforderung wurde abgewiesen. </div> <div class="para">Am 6. Juli 2009 erhob X.________ Berufung mit dem Antrag, er sei in allen Punkten freizusprechen. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 7. Oktober 2009 wurde den Parteien mitgeteilt, dass keine mündliche Berufungsverhandlung stattfinde, da der diesbezügliche Antrag des Beklagten X.________ zu spät erfolgt sei; stattdessen bestehe Gelegenheit zu einer weiteren schriftlichen Eingabe. Am 26. Oktober 2009 teilte X.________ mit, er halte an seinem Antrag fest, es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen. </div> <div class="para">Mit Vor- bzw. Zwischenentscheid vom 4. Dezember 2009 hat die Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen das Begehren um Durchführung einer mündlichen Verhandlung abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Hiergegen führt X.________ Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen Zwischenentscheid, der das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer nicht abschliesst. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.1 Gegen Vor- und Zwischenentscheide, die weder die Zuständigkeit noch den Ausstand betreffen (s. dazu <span class="artref">Art. 92 BGG</span>), ist die Beschwerde ans Bundesgericht gemäss <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span> zulässig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (lit. a) oder - was indes hier von vornherein ausser Betracht fällt - wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.2 Im Verfahren der Beschwerde in Strafsachen muss der nicht wiedergutzumachende Nachteil im Sinne von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> nicht bloss tatsächlicher, sondern rechtlicher Natur sein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=18.02.2010&amp;to_date=09.03.2010&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">BGE 133 IV 139</a> E. 4 S. 141). Der Beschwerdeführer hat dabei die Eintretensvoraussetzungen von <span class="artref">Art. 93 BGG</span> darzulegen. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, von Amtes wegen Nachforschungen anzustellen, inwiefern ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> gegeben sein sollte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=18.02.2010&amp;to_date=09.03.2010&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-426%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page426">BGE 134 III 426</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=18.02.2010&amp;to_date=09.03.2010&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-629%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page629">133 III 629</a> E. 2.3.1). </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer "geht davon aus, dass er seine Berufung viel besser antreten kann, wenn eine mündliche Verhandlung durchgeführt wird" (Beschwerde S. 2). Er behauptet dabei - allerdings nur ganz allgemein -, dass ihm ein nicht wiedergutzumachender Nachteil drohe, falls ihm dieses Recht in zweiter Instanz verweigert werde. Indes legt er nicht ansatzweise dar, inwiefern der angefochtene Entscheid einen solchen Nachteil gemäss <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> bewirken könnte. Gegen allfällige Mängel des Berufungsverfahrens könnte sich der Beschwerdeführer ohne weiteres im Rahmen der Anfechtung des Berufungsentscheids mit den gesetzlichen Rechtsmitteln zur Wehr setzen. </div> <div class="para">Somit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Mit dem vorliegenden Entscheid wird das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para">Da die Beschwerde offensichtlich keine hinreichende Begründung enthält, kann über sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span> entschieden werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Dem Beschwerdegegner ist durch das vorliegende Verfahren kein Aufwand entstanden, so dass ihm keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach wird erkannt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 2. März 2010 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Féraud Bopp </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>