<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00385</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105457&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00385</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe eines Studienauftrags mit der Option eines Folgeauftrags (Neubau einer Turnhalle). Studienaufträge sind Dienstleistungsaufträge gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. c IVöB (E. 2a). Enthält der Studienauftrag eine Folgeauftragsoption, so erfolgt die Vergabe im selektiven Verfahren: Die Auswahl der Teilnehmer entspricht dem Präqualifikationsentscheid, bei den Projektentwürfen handelt es sich um Angebotsofferten, und mit dem Entscheid über den Folgeauftrag (Weiterbearbeitung des Projekts) wird der Zuschlag erteilt (E. 2b). Eignungskriterien sind in den Ausschreibungsunterlagen bekanntzugeben (E. 3b). Wird im selektiven Verfahren die Zahl der Teilnehmer beschränkt, darf die Auswahl der Anbieter nicht auf vergabefremden Kriterien beruhen; das Kriterium der "Bekanntheit" verstösst gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbietenden (E. 3c). Beschwerdeentscheid: Verpflichtung, die Beschwerdeführerin zur Projektverfassung zuzulassen (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNG">AUSSCHREIBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNGSKRITERIEN">EIGNUNGSKRITERIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSANSÃSSIGKEIT">ORTSANSÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃQUALIFIKATION">PRÃQUALIFIKATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWELLENWERT">SCHWELLENWERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELEKTIVES VERFAHREN">SELEKTIVES VERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUDIENAUFTRAG">STUDIENAUFTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRANSPARENZ">TRANSPARENZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 5 lit. I BGBM</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 lit. II b IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 1 lit. II c IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 lit. I c IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 12 lit. I b IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 4 lit. c IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="gerade">§ 6 lit. II SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 10 lit. III SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2000 Nr. 28</span><br/><span class="ungerade">RB 2000 Nr. 66</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Gemeinde C. erÃ¶ffnete mit Ausschreibung vom 29. Oktober 1999 eine Sub­mission im selektiven Verfahren fÃ¼r den Architekturauftrag zum Neubau einer Turn­halle mit NebenrÃ¤umen auf dem bestehenden Schulareal D. in C.. GemÃ¤ss den Aus­schrei­bungs­unterlagen vom 19. Oktober 1999 sollten maximal acht Architekten zu ei­nem entspre­chen­den Studienauftrag eingeladen und bei termingerechter und vollstÃ¤ndiger Abgabe der ver­langten Unterlagen mit je Fr. 5'000.‑ entschÃ¤digt werden. Nachdem insge­samt 99 Bewer­bungen eingegangen waren, lud die Gemeinde C. am 3. Dezember 1999 acht Architek­tur­bÃ¼ros zur Teilnahme am Studienauftrag ein. Die TeilnahmeantrÃ¤ge der Ã¼brigen Bewerber, darunter jener der A. &amp; B. AG, Dipl. Architekten ETH/HTL/SIA, St. Gallen, wurden ge­mÃ¤ss Schreiben vom 6. Dezember 1999 abgelehnt. Am 17. Dezember 1999 wurde den ab­gewiesenen Bewerbern eine Rechtsmittelbelehrung nachgereicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 10./13. Dezember 1999 erhob die A. &amp; B. AG beim Verwal­tungsgericht Be­schwerde gegen den Entscheid der Gemeinde C. und beantragte zur Hauptsache, das PrÃ¤­qualifikationsverfahren sei zu wiederholen. In verfahrensmÃ¤ssiger Hin­sicht sei der Be­schwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Gemeinde C. seien die Partei‑ und Verfahrenskosten zu auferlegen. Der Gemeinderat C. stellte in seiner Vernehmlassung vom 11./18. Januar 2000 Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin und wandte sich gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Februar 2000 wurde das Be­gehren um aufschiebende Wir­kung gutgeheissen, wobei es der Gemeinde C. freige­stellt blieb, das Vergabeverfahren einst­weilen zu sistieren oder dieses fortzusetzen und die BeschwerdefÃ¼hrerin vorsorglich (hinsichtlich des Endentscheids jedoch unprÃ¤judiziell) ebenfalls zur Projektverfassung zu­zulassen. In ihrer Replik vom 21. Februar 2000 hielt die BeschwerdefÃ¼hrerin an ihren An­trÃ¤gen fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Gegen den Entscheid einer GemeindebehÃ¶rde Ã¼ber die Vergabe eines Ã¶ffentli­chen Auftrags steht die Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt zur VerfÃ¼gung. FÃ¼r Ver­ga­ben im Anwendungsbereich der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Be­schaf­fungs­we­sen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) ergibt sich dies aus § 3 des Geset­zes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. Sep­tember 1996 (IVÃ¶B-Bei­trittsG) in Verbindung mit Art. 15 IVÃ¶B. FÃ¼r andere Vergaben hat der Re­gie­rungs­rat mit § 1 Abs. 3 der Submis­sions­ver­ord­nung vom 18. Juni 1997 (SubmV) ge­stÃ¼tzt auf § 2 Abs. 2 und § 7 Abs. 1 IVÃ¶B-BeitrittsG die Bestimmungen des Beitritts­ge­set­zes und der Ver­ord­nung auf Ã¶ffentliche Be­schaf­fungen der Gemeinden anwendbar erklÃ¤rt, soweit es durch das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Bin­nenmarkt (BGBM) verlangt wird. GestÃ¼tzt darauf gelangt der in § 3 IVÃ¶B-BeitrittsG gere­gelte Rechtsschutz gegenÃ¼ber allen nach dem vollstÃ¤ndigen Inkraft­treten des Binnen­marktgesetzes ergangenen Vergabeentscheiden zur An­wendung (VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13, E. 1; vgl. Al­fred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt ist daher zulÃ¤ssig. Auf das Be­schwer­de­ver­fahren kommen die Bestimmungen der §§ 3 ff. IVÃ¶B-Bei­trittsG, ergÃ¤nzt durch die sinn­ge­mÃ¤ss heranzuziehenden Vorschriften der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶f­fent­li­che Beschaffungswesen, zur Anwendung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im selektiven Verfahren wird in § 4 lit. c IVÃ¶B-BeitrittsG ausdrÃ¼cklich als anfechtbarer Entscheid bezeichnet. Die Be­schwer­defÃ¼hrerin ist daher zur Beschwerde gegen den Entscheid der Beschwerdegegnerin, mit welchem ihr die Einreichung eines Projektentwurfs verwehrt wurde, befugt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) GemÃ¤ss § 5 IVÃ¶B-BeitrittsG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 2 IVÃ¶B ist die Be­schwerde gegen einen Vergabeentscheid innert zehn Tagen seit der ErÃ¶ffnung beim Ver­wal­tungs­gericht einzureichen. Der BeschwerdefÃ¼hrerin wurde mit Schreiben vom 6. De­zem­ber 1999 mitgeteilt, dass sie nicht berÃ¼cksichtigt worden sei. Die vorliegende Be­schwer­de wurde damit auf jeden Fall rechtzeitig erhoben. Ob mit der nachgereichten Rechts­mittelbelehrung vom 17. Dezember 1999 eine neue Frist zu laufen begann, braucht nicht beurteilt zu werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss der Ausschreibung vom 29. Oktober 1999 sowie dem Studienpro­gramm vom 19. Oktober 1999 geht es vorliegend um die Vergabe von acht Stu­dienauf­trÃ¤­gen im Sinn von Art. 10 der SIA-Ordnung 102 fÃ¼r Leistungen und Honorare der Archi­tek­ten (Ausgabe 1984) betreffend den Neubau einer Einfachturnhalle mit NebenrÃ¤u­men. Stu­dienauftrÃ¤ge sind DienstleistungsauftrÃ¤ge im Sinn von Art. 6 Abs. 1 lit. c IVÃ¶B und umfas­sen die Vergabe identischer AuftrÃ¤ge an mehrere Anbieter und Anbieterinnen zwecks Er­ar­beitung von LÃ¶sungsvorschlÃ¤gen (vgl. Anhang 2 Ziff. 11 und 13 SubmV). Vor­liegend soll­ten die ausgewÃ¤hlten Architekten und Architektinnen mit je Fr. 5'000.‑, insgesamt also Fr. 40'000.‑ entschÃ¤digt werden. </span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) Bei der Vergabe von DienstleistungsauftrÃ¤gen der strittigen Art ist eine Ge­meinde der In­terkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen nicht direkt unterstellt (Art. 8 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B in Verbindung mit § 2 Abs. 1 IVÃ¶B-BeitrittsG). Die Gemeinden wurden jedoch vom Regierungsrat gestÃ¼tzt auf § 2 Abs. 2 IVÃ¶B-BeitrittsG mit Wirkung ab 1. Januar 1999 in die kantonale Regelung des Beschaffungswesens gemÃ¤ss Beitrittsgesetz und Sub­mis­sions­ver­ord­nung einbezogen (RRB Nr. 1501 vom 1. Juli 1998; LS 720.111). FÃ¼r DienstleistungsauftrÃ¤ge einer Gemeinde gelten demnach die Schwel­len­werte von Art. 7 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B und § 8 SubmV: Sie kÃ¶nnen bei Auf­trags­werten unter Fr. 50'000.‑ im freihÃ¤ndigen Verfahren und bei solchen unter Fr. 248'950.‑ im Einla­dungs­verfahren verge­ben werden; ab Fr. 248'950.‑ ist ein offenes oder selektives Verfahren durch­zufÃ¼hren (§ 8 Abs. 1 SubmV), wobei dieses bei Werten ab Fr. 383'000.‑ (Art. 7 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B) nach den Regeln der Interkantonalen Vereinbarung abgewickelt werden muss (VGr, 3. November 1999, BEZ 1999 Nr. 37, E. 4a). </span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Bei einem Studienauftrag werden mehrere Architekten dazu verpflichtet, zum selben Termin je einen LÃ¶sungsvorschlag fÃ¼r die gleiche architektonische Aufgabe vorzu­legen (vgl. Art. 10.1 der SIA-Ordnung 102). Die Architekten beteiligen sich daran zumeist in der Hoffnung, einen Folgeauftrag fÃ¼r das ganze Projekt zu erhalten (Simon Ulrich, Ãf­fentliche AuftrÃ¤ge an Architekten und Ingenieure unter besonderer BerÃ¼cksichtigung des neuen Bundesrechts, in: Alfred Koller [Hrsg.], Baurecht und Bauprozessrecht, Ausge­wÃ¤hl­te Fragen, St. Gallen 1996, S. 127 ff., 165 f.). Vorliegend sollte nach einer VorprÃ¼fung der eingereichten EntwÃ¼rfe durch ein damit beauftragtes ArchitekturbÃ¼ro ein von der Ge­mein­de eingesetztes Beurteilungsgremium anhand der in den Ausschreibungsunterlagen be­kannt­gegebenen Kriterien einen Projektentwurf auswÃ¤hlen, welcher alsdann durch den be­treffenden Architekten weiterbearbeitet und der Gemeindeversammlung zur Abstim­mung vorgelegt wÃ¼rde. Bei Annahme des Projekts wÃ¼rde der Gewinner mit der AusfÃ¼h­rung der Architekturarbeiten beauftragt und das Gesamthonorar festgelegt. Es handelt sich mithin um einen so genannten Studienauftrag mit Folgeauftragsoption (Ulrich, S. 144). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Es fragt sich, wie der entgeltliche Studienauftrag und die in Aussicht gestellten FolgeauftrÃ¤ge sich in das GefÃ¼ge der submissionsrechtlichen Verfahren einordnen. Wie beim selektiven Vergabeverfahren erfolgt auch beim Studienauftrag eine PrÃ¤qualifikation. Die interessierten Architekten bewerben sich zunÃ¤chst um die zu vergebenden Studienauf­trÃ¤ge, woraufhin die VergabebehÃ¶rde unter den Bewerbenden anhand von Eignungskrite­rien eine Auswahl trifft. GestÃ¼tzt auf diesen PrÃ¤qualifikationsentscheid hat zwar die Ver­gabebehÃ¶rde mit den ausgewÃ¤hlten Bewerbern je separate VertrÃ¤ge Ã¼ber die entgeltliche Ausarbeitung von LÃ¶sungsvorschlÃ¤gen abzuschliessen, doch wird damit noch kein eigent­licher Zuschlag erteilt; vielmehr lÃ¤sst sich die Abgabe der ProjektentwÃ¼rfe mit dem Einrei­chen von Angebotsofferten im selektiven oder im offenen Verfahren vergleichen, mit dem Unterschied, dass in diesen Verfahren die Ausarbeitung der Angebote grundsÃ¤tzlich ohne VergÃ¼tung erfolgt (§ 24 Abs. 3 SubmV; vgl. VGr AG, 15. MÃ¤rz 1999). Die Projektent­wÃ¼r­fe werden sodann anhand der von der VergabebehÃ¶rde festgelegten Kriterien beurteilt, und der siegreiche Architekt erhÃ¤lt den Auftrag zur Weiterbearbeitung des Projekts sowie auch ‑ unter Vorbehalt der Annahme des Projekts durch die Gemeindeversammlung ‑ zur Aus­fÃ¼hrung. Beim Entscheid darÃ¼ber, welches Projekt weiterbearbeitet werden soll, han­delt es sich demzufolge um den Zuschlag im selektiven Vergabeverfahren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Somit ergibt sich, dass nicht nur die StudienauftrÃ¤ge, sondern ebenso die Wei­terbearbeitung des siegreichen Projekts sowie die weiteren Architekturleistungen bei der Projektrealisierung Gegenstand des selektiven Submissionsverfahrens sind. Ausgeschrie­ben ist nicht bloss ein Studienauftrag, sondern auch die Projektweiterbearbeitung sowie die Realisierung. Hinsichtlich des Schwellenwerts ist deshalb nach § 6 Abs. 2 SubmV der Ge­samtwert massgebend, welcher nicht bloss die fÃ¼r die einzelnen StudienauftrÃ¤ge zu ent­rich­tenden EntschÃ¤digungen von insgesamt Fr. 40'000.‑ umfasst, sondern ebenso den Wert der weiteren Projektierung, wofÃ¼r zusÃ¤tzliche Fr. 20'000.‑ zur VerfÃ¼gung stehen, sowie der Ar­chitekturleistungen wÃ¤hrend der AusfÃ¼hrung. Gleichwohl ist nicht erstellt, ob der mass­geb­liche Schwellenwert, ab welchem von Rechts wegen ein offenes oder selektives Verfah­ren durchzufÃ¼hren ist, vorliegend erreicht ist. Diese Frage kann indessen offen bleiben, da sich die Beschwerdegegnerin von sich aus fÃ¼r das selektive Verfahren entschied (vgl. so­gleich E. 2c/bb).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ee) Das vorliegende Vergabeverfahren ist im Ãbrigen vergleichbar mit einem Pro­jektwettbewerb gemÃ¤ss Art. 42 Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 11. Dezember 1995 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen [VoeB], welcher fÃ¼r Vergaben des Bundes durchge­fÃ¼hrt werden kann zur Erarbeitung von LÃ¶sungsvorschlÃ¤gen zu klar umschriebenen Aufga­ben und zur Ermittlung von geeigneten Vertragspartnern, welche diese LÃ¶sungen teilweise oder ganz realisieren. Bei dieser Wettbewerbsart besteht der massgebende Wert ebenfalls aus der gesamten Preissumme und dem geschÃ¤tzten Wert der im Wettbewerbsprogramm definierten weiteren planerischen Leistung (Art. 44 Abs. 1 lit. b VoeB). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Der Bundesrat hat mit Art. 40 ff. VoeB gestÃ¼tzt auf Art. 13 Abs. 3 des Bun­desgesetzes vom 16. Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (BoeB) fÃ¼r Vergaben des Bundes detaillierte Regelungen fÃ¼r Planungs‑ und Gesamtleistungswettbe­werbe geschaffen fÃ¼r den Fall, dass ein Auftraggeber noch Ã¼ber keine definitiven Vorstel­lungen Ã¼ber die MÃ¶glichkeiten zur Planung oder Realisierung eines bestimmten Projekts verfÃ¼gt. DemgegenÃ¼ber enthalten weder die IVÃ¶B noch das kantonale Submissionsrecht diesbezÃ¼gliche Bestimmungen. Da zudem die Ã¶ffentlichen Auftraggeber auf Gemeinde­stufe nur in den Bereichen Wasser, Energie und Verkehr dem GATT/WTO-Ãber­ein­kom­men vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Govern­ment Pro­cure­ment Agree­ment [GPA]; SR 0.632.231.422) unterstehen und das vorliegende Vergabever­fahren diese Bereiche nicht berÃ¼hrt, sind auch die einschlÃ¤gigen Bestimmungen des GPA, insbesondere dessen Art. XV Ziff. 1 lit. j, nicht anwendbar. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Den Gemeinden stehen demzufolge mehrere Wege offen, um sich Ã¼ber die ver­schiedenen MÃ¶glichkeiten zur Realisierung ihrer Vorhaben ins Bild zu setzen. Hingegen sind sie bei der anschliessenden Vergabe der Bau‑ und DienstleistungsauftrÃ¤ge an die kan­tonale Regelung des Beschaffungswesens gemÃ¤ss Beitrittsgesetz und Sub­mis­sions­ver­ord­nung gebunden. Die Beschwerdegegnerin hat sich vorliegend dafÃ¼r entschieden, sich in <i>einem</i> zusammenhÃ¤ngenden Verfahren einen Ãberblick Ã¼ber mÃ¶gliche LÃ¶sungen zur Rea­li­sierung der Turnhalle zu verschaffen, anschlies­send einen Anbieter auszuwÃ¤hlen und ihm den Zuschlag zu erteilen. Sie hat dazu von sich aus eine Submission im selektiven Verfah­ren eingeleitet und ist demzufolge den entsprechenden Regeln gemÃ¤ss der Inter­kantonalen Vereinbarung und der Submissionsverordnung unterworfen, selbst wenn die Schwellen­wer­te gemÃ¤ss § 8 Abs. 2 SubmV nicht erreicht sein sollten. Es ist stets zulÃ¤ssig, ein hÃ¶­her­stufiges Verfahren durchzufÃ¼hren, als im konkreten Fall erforderlich wÃ¤re, doch muss sich der Ã¶ffentliche Auftraggeber bei der gewÃ¤hlten Verfahrensart behaf­ten lassen und hat er die dafÃ¼r geltenden GrundsÃ¤tze z.B. betreffend Nichtdiskrimi­nierung und Gleichbehandlung einzuhalten (VGr, 3. November 1999, BEZ 1999 Nr. 36). Die Regeln Ã¼ber das selektive Ver­fahren gemÃ¤ss Submissionsverordnung sind demzufolge auch be­zÃ¼glich dem Verfahren zur Erlangung von ProjektvorschlÃ¤gen anzuwenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) aa) Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt unter anderem, die Beurteilungskriterien seien nicht Ã¶ffentlich gewesen. Sie beanstandet damit sinngemÃ¤ss, dass die Beschwerde­gegnerin in der Ausschreibung vom 29. Oktober 1999 und in den weiteren Ausschrei­bungsunterlagen vom 19. Oktober 1999 weder die Eignungskriterien noch das Vorgehen, nach welchem unter den grundsÃ¤tzlich geeigneten Bewerbern die acht Teilnehmer ausge­wÃ¤hlt wurden, bekannt gab. Sodann rÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin, bei der Auswahl seien ausschliesslich regionale BÃ¼ros berÃ¼cksichtigt worden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt dem entgegen, sie sei davon ausgegangen, die Bewerber hÃ¤tten lediglich einen FÃ¤higkeitsnachweis erbringen mÃ¼ssen, zumal es sich bloss um einen Studienauftrag handelte. Vorstudien oder Ã¤hnliches seien nicht verlangt und auch eine geografische EinschrÃ¤nkung sei nicht vorgenommen worden. Eine Ãberschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens liege jedenfalls nicht vor, da der Aufwand fÃ¼r das Aus­wahlverfahren verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein mÃ¼sse. Zum Vorwurf, es seien ausschliesslich regio­na­le BÃ¼ros ausgewÃ¤hlt worden, fÃ¼hrt die Beschwerdegegnerin aus, zur Auswahl der Archi­tekten habe sie in einem ersten Schritt die FÃ¤higkeit anhand der Bewerbungen abge­klÃ¤rt und in einem zweiten Schritt die Architektur der ausgefÃ¼hrten Bauten sowie die Se­riositÃ¤t und das Kostenbewusstsein beurteilt. Auf Grund dieser Beurteilung habe sie letzt­lich acht Bewerber ausgewÃ¤hlt, deren Arbeiten und Firma bekannt waren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) Die PrÃ¤qualifikation im selektiven Verfahren erfolgt anhand von Eignungs­kriterien. Die vergebende BehÃ¶rde hat nach § 22 SubmV objektive Kriterien und die zu erbringenden Nachweise zur Beurteilung der Eignung der Anbieter festzulegen. Um die notwendige Transparenz des Vergabe­verfahrens (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B) zu ge­wÃ¤hr­leisten, muss die Festlegung der Eignungskriterien schon zu Beginn des Verfahrens erfol­gen, und diese sind den Interessen­ten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben. In der Publikation der Ausschreibung mÃ¼ssen gemÃ¤ss § 16 Abs. 3 lit. f SubmV die an die Anbieter gestellten wirtschaftlichen und technischen Anforderungen sowie die ver­langten finanziellen Garantien und Angaben genannt werden. Dieselben Angaben gehÃ¶ren nach § 17 Abs. 1 lit. g SubmV auch zum Inhalt der Ausschreibungs­unterlagen. Aus GrÃ¼n­den der PraktikabilitÃ¤t muss es dabei genÃ¼gen, wenn in der publizierten Aus­schrei­bung die wesent­lichsten Punkte genannt sind und detailliertere Angaben aus den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen hervorgehen (VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00359). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Vorliegend hÃ¤lt die Ausschreibung vom 29. Oktober 1999 lediglich fest, die Bewerbungen wÃ¼rden "auf Grund der eingereichten Unterlagen ausgewÃ¤hlt". Ebenso be­gnÃ¼gt sich das Programm zum Studienauftrag vom 19. Oktober 1999 mit dem Hinweis, die Auswahl der Teilnehmer erfolge durch das so genannte Beurteilungsgremium, welchem neben dem GemeindeprÃ¤sidenten und einem weiteren Vertreter des Gemeinderats zusÃ¤tz­lich vier Fachleute angehÃ¶ren. Eignungskriterien werden hingegen auch in den Ausschrei­bungsunterlagen nicht genannt. Die Interessenten hatten keine MÃ¶glichkeit, diesen Krite­rien bei der Ausarbeitung ihrer Bewerbung Rechnung zu tragen. Das Vorgehen der Be­schwerdegegnerin war somit nach den dargelegten GrundsÃ¤tzen nicht zulÃ¤ssig. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Die Beschwerdegegnerin gab von vornherein bekannt, maximal acht Studien­auftrÃ¤ge zu vergeben, und beschrÃ¤nkte so die Zahl der einzuladenden Anbieter. Nach Art. 12 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B und § 10 Abs. 3 SubmV kann die Zahl der im selektiven Verfah­ren zum Einreichen eines Angebots einzula­den­den Anbieterinnen und Anbieter be­schrÃ¤nkt werden, wenn die rationelle DurchfÃ¼hrung des Vergabeverfahrens es erfordert. Dabei muss jedoch ein wirksamer Wettbewerb gewÃ¤hrleistet bleiben (Art. 12 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B); die Zahl der Eingeladenen darf, so­fern sich genÃ¼gend geeignete Anbieterinnen und Anbieter bewerben, nicht kleiner als drei sein (§ 10 Abs. 3 SubmV). Diese Vorschriften entsprechen den fÃ¼r Vergaben des Bundes geltenden Bestimmungen von Art. 15 Abs. 4 BoeB und Art. 12 Abs. 1 VoeB. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>E contrario folgt aus den genannten Bestimmungen, dass grundsÃ¤tzlich ‑ unter dem Vorbehalt einer rationellen Verfahrensabwicklung ‑ alle geeigneten Bewerber zur An­ge­bots­abgabe einzuladen sind (VGr, 16. April 1999, BEZ 1999 Nr. 14 E. 4a; vgl. VPB 1997 Nr. 76 E. 3c = Baurecht 1997 S. 120; Pe­ter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Vergabethesen 1999, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bun­des, Freiburg 1999, Ziff. 16.1). Die BeschrÃ¤n­kung der Teilnehmerzahl zielt in erster Linie darauf ab, den bei der auftraggebenden Amts­stelle anfallenden Auf­wand fÃ¼r die Abwicklung des Vergabeverfahrens in einem tragbaren Rahmen zu hal­ten. Beim Entscheid darÃ¼ber, ob sich eine BeschrÃ¤nkung der Teilnehmer­zahl rechtfertigt, ist einerseits die KomplexitÃ¤t der durchzufÃ¼hrenden Beschaffung, ander­seits der Wert des zu vergebenden Auftrags zu berÃ¼cksichtigen. Je komplexer die Beschaf­fung und je geringer der Auftragswert, umso eher ist eine BeschrÃ¤nkung der Teilnehmer­zahl ge­rechtfertigt (VGr, 16. April 1999, BEZ 1999 Nr. 14 E. 4b). Nach den dargelegten Grund­sÃ¤t­zen erweisen sich vorliegend die Voraussetzungen zur BeschrÃ¤nkung der Teil­nehmer als erfÃ¼llt. Ein PrÃ¤qualifikationsverfahren, bei welchem wie hier die ausgewÃ¤hlten Anbieter fÃ¼r ihre Offerten ‑ bzw. vorliegend fÃ¼r ihre StudienentwÃ¼rfe ‑ entschÃ¤digt werden, ist ohnehin regelmÃ¤ssig mit der zahlenmÃ¤ssigen BeschrÃ¤nkung der Teilnehmer verbunden. Andernfalls wÃ¤ren die Kosten des Vergabeverfahrens nicht mehr kalkulierbar. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Wie eine Vergabestelle vorzugehen hat, wenn die geforderten Eignungskriterien von einer grÃ¶sseren Anzahl Interessenten erfÃ¼llt werden, als auf Grund der vorgesehenen Be­schrÃ¤nkung zur Abgabe eines Angebots eingeladen werden kÃ¶nnen, regelt die Submis­sions­verordnung nicht. Art. X Ziff. 1 GPA verlangt, dass die Teilnehmenden in gerechter und nichtdiskriminierender Weise ausgewÃ¤hlt werden. In der Literatur wird vorgeschlagen, da­bei auf das Mass der Eignung abzustellen und im Zweifelsfall das Los entscheiden zu las­sen (Gauch/StÃ¶ck­li, Ziff. 16.2). Jedenfalls dÃ¼rfen bei der Auswahl im selektiven Ver­fah­ren kei­ne vergabefremden Kriterien zur Anwendung gelangen. Werden Eignungskrite­rien oder allenfalls weitere Auswahlkriterien dazu verwendet, die Auswahl der Teilnehmer im selek­tiven Verfahren mit beschrÃ¤nkter Teilnehmerzahl vorzunehmen, muss in den Aus­schrei­bungs­unterlagen ‑ ebenso wie bei der Bekanntgabe der Zuschlagskriterien (VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13, E. 3b) ‑ ersichtlich sein, welches Gewicht die Vergabebe­hÃ¶r­de den einzelnen Kri­terien beimisst (VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00359). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Vorliegend wurde die Beschwerdegegnerin offensichtlich davon Ã¼berrascht, dass sich insgesamt 99 Interessenten fÃ¼r den Studienauftrag bewarben. GemÃ¤ss ihrer Aus­wertung der Bewerbungen waren rund 70 Architekten grundsÃ¤tzlich fÃ¼r den ausgeschriebe­nen Auftrag geeignet. Eine Beurteilungsmatrix, welcher fÃ¼r jeden Gesuchsteller das <i>Mass</i> der Eignung zu entnehmen wÃ¤re, wurde indessen nicht erstellt. Die Beschwerdegegnerin stÃ¼tzte sich offenkundig bei ihrer Auswahl weder auf das Mass der Eignung der Bewerber noch auf einen Losentscheid. Vielmehr wÃ¤hlte sie nach eigenen Angaben jene Bewerber aus, "deren Arbeiten und ihre Firma bekannt waren". Dieses Kriterium beruht indessen auf ZufÃ¤lligkeiten und schafft sachlich nicht gerechtfertigte Unterscheidungen. Es bevorzugt tendenziell die ortsansÃ¤ssigen Anbieter und verstÃ¶sst deshalb gegen Art. 5 Abs. 1 BGBM, wonach ortsfremde Anbieter bei einer Ã¶ffentlichen Beschaffung nicht benachteiligt werden dÃ¼rfen. Indem sie bloss ihr bekannte Architekten zum Studienauftrag einlud, stÃ¼tzte sich die Beschwerdegegnerin mithin auf ein vergabefremdes Kriterien und missachtete sie das elementare Gebot der Gleichbehandlung der Anbietenden (Art. 1 Abs. 2 lit. b IVÃ¶B). Weil sie zudem das (unzulÃ¤ssige) Kriterium der "Bekanntheit" nicht vorgÃ¤ngig offenlegte, war neben dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung auch die gebotene Transparenz des Verga­beverfahrens nicht sichergestellt (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Im Entscheid VB.1999.00359 vom 17. Februar 2000 verpflichtete das Verwal­tungsgericht die VergabebehÃ¶rde dazu, einen nicht berÃ¼cksichtigten Anbieter ebenfalls zur Offertstellung einzuladen, da dieser gemÃ¤ss der Beurteilungsmatrix besser geeignet war als andere Bewerber, welche berÃ¼cksichtigt worden waren. Vorliegend wurden zwar die mass­gebenden Eignungskriterien und deren Tragweite nie festgelegt, weshalb auch eine Beur­tei­lungsmatrix fehlt und demzufolge das Mass der Eignung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht nÃ¤her untersucht werden kann. Gleichwohl ist es auch hier gerechtfertigt, auf eine Wieder­holung der Ausschreibung zu verzichten und die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Projektverfas­sung einzuladen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist ‑ auch nach Ansicht der Beschwerdegegne­rin ‑ grundsÃ¤tzlich fÃ¼r die ausgeschriebene Vergabe geeignet und verfÃ¼gt Ã¼ber Erfahrung im Turn‑ bzw. Mehrzweckhallenbau. Wird mit diesem Entscheid die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin ebenfalls einen Studienauftrag zu erteilen und sie dafÃ¼r ‑ bei Abgabe eines vollstÃ¤ndigen Projektentwurfs innert einer neu anzusetzenden angemessenen Frist ‑ mit Fr. 5'000.‑ zu entschÃ¤digen, so wird damit den In­teressen der BeschwerdefÃ¼hrerin voll Rechnung getragen. Diese LÃ¶sung nimmt sodann bes­ser auf die geltend gemachte zeitliche Dringlichkeit RÃ¼cksicht, als wenn die Vergabe nochmals neu ausgeschrieben werden mÃ¼sste. Im Vergleich zu einer Wiederholung des ge­samten Ver­ga­beverfahrens ist damit auch fÃ¼r die Beschwerdegegnerin ein geringerer Auf­wand verbun­den. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¼rde sich eine Wiederholung der Aus­schrei­bung und der PrÃ¤qualifikation als unverhÃ¤ltnismÃ¤s­sig erweisen. Es ist deshalb in Kauf zu nehmen, dass sich mit diesem Entscheid die Zahl der eingeladenen Teilnehmer am Stu­dien­auftrag und demzufolge die auszurichtenden EntschÃ¤digungen (Fr. 5'000.‑ pro Teil­nehmer) erhÃ¶hen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der angefochtene Entscheid, mit welchem der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Teilnahme am Studienauftrag verweigert wurde, ist demnach in Gutheissung der Beschwerde aufzu­heben, und die BeschwerdefÃ¼hrerin ist zur Projektverfassung zuzulassen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin einen Studienauftrag betreffend den Neubau einer Einfachturnhalle mit NebenrÃ¤umen auf dem Schulareal D. in C. zu erteilen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>