<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00348</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106556&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00348</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.03.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gleichgeschlechtliche Partnerschaft<br/><br/>Erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den ausländischen Partner eines Schweizer Bürgers. Vorliegend besteht eine gefestigte gleichgeschlechtliche Beziehung, welche einen Anspruch aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV begründet. Die privaten Interessen an einer Lebensgemeinschaft in der Schweiz überwiegen die öffentlichen Interessen am Schutz vor Überfremdung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIEHUNGSDAUER">BEZIEHUNGSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINTRETENSFRAGE">EINTRETENSFRAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGEPFLICHT">FÃRSORGEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOMOSEXUELL">HOMOSEXUELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATIONSFÃHIGKEIT">INTEGRATIONSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATIONSWILLE">INTEGRATIONSWILLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSPARTNER">LEBENSPARTNER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTNERSCHAFTSVERTRAG">PARTNERSCHAFTSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNGEMEINSCHAFT">WOHNGEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 17 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. machte im Januar 1999 Ã¼ber ein Inserat im Internet Bekanntschaft mit dem auslÃ¤ndischen StaatsangehÃ¶rigen B. Nachdem sie wÃ¤hrend einer Zeitspanne von ungefÃ¤hr vier Monaten tÃ¤glich schriftlich und jeweils am Wochenende Ã¼ber das Internet kommuniziert hatten, reiste A. im Mai 1999 in die Heimat von B., um diesen persÃ¶nlich kennen zu lernen; aus der Bekanntschaft entwickelte sich eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 5. November 1999 lehnte die Direktion fÃ¼r Soziales und Si­cher­­heit (Fremdenpolizei, heute: Migrationsamt) das fÃ¼r B. gestellte Gesuch um Bewilligung der Einreise zum Verbleib beim Lebenspartner ab. Die VerfÃ¼gung erwuchs in Rechts­kraft. Am 28. Februar 2000 erneuerte A. das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an seinen Partner. Mit Schreiben vom 6. MÃ¤rz 2000 wies die Fremdenpolizei A. darauf hin, dass B., da er sich mit einem Besuchervisum in der Schweiz aufhalte, zuerst ausreisen mÃ¼sse, damit die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung Ã¼berhaupt geprÃ¼ft wÃ¼rde. Den dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 19. Juli 2000 ab, soweit er nicht gegenstandslos sei. Mit Entscheid vom 31. Januar 2001 trat das Verwaltungsgericht auf eine Beschwerde nicht ein. Ebenso trat das Bundesgericht am 10. Mai 2001 auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 28. Februar 2000 stellte A. ein neues Gesuch um Aufenthalts­bewilligung fÃ¼r seinen Lebenspartner, welches die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit am 4. Dezember 2000 abwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den am 6. Dezember 2000 gegen diese VerfÃ¼gung erhobenen Rekurs wies der Re­gierungsrat am 26. September 2001 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 29. Oktober 2001 liessen A. und B. dem Verwaltungsgericht Folgendes beantragen:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Der Entscheid des Regierungsrates vom 26. September 2001 sei aufzuheben;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich sei anzuweisen, dem Beschwer­­defÃ¼hrer 2 die Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleib bei seinem Lebenspartner, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1, zu erteilen und einen entsprechenden positiven Antrag beim Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen zu stellen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Es sei festzustellen, dass die Einreise des BeschwerdefÃ¼hrers 2 vom 22. Oktober 2000 rechtmÃ¤ssig erfolgt ist;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 4. Es sei das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich anzuweisen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme dem Visumsgesuch bei der schweizerischen Vertretung in X. stattzugeben; dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 den Aufenthalt in der Schweiz wÃ¤h­rend des Verfahrens bis zum Vorliegen eines rechtskrÃ¤ftigen Entscheides zu gestatten;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 5. Den BeschwerdefÃ¼hrern sei fÃ¼r sÃ¤mtliche bisherigen Rechtsmittelinstanzen sowie fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren eine angemes­sene EntschÃ¤digung zu bezahlen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 6. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Staates."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Staatskanzlei beantragte im Auftrag des Regierungsrats, es sei sowohl auf die Beschwerde in der Hauptsache als auch auf das Begehren um vorsorgliche Massnahmen nicht einzutreten. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit liess sich nicht vernehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 5. Dezember 2001 trat der PrÃ¤sident der zweiten Abteilung des Verwaltungsgerichts auf das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen hinsichtlich des Visums nicht ein und wies dasjenige betreffend den vorlÃ¤ufigen Aufenthalt in der Schweiz ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbewil­ligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundesrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Einen bundesrechtlichen Anspruch auf Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung hat ein AuslÃ¤nder dann, wenn ihm ein solcher gestÃ¼tzt auf eine Sondernorm des Lan­des- oder Staatsvertragsrechts eingerÃ¤umt wird (BGE 124 II 361 E. 1a S. 364 mit Hinweisen). In allen anderen FÃ¤llen entscheiden die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden Ã¼ber die Bewilligung des Aufenthalts im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Ermessen (Art. 4 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 [ANAG]). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die BeschwerdefÃ¼hrer berufen sich auf das Grundrecht der persÃ¶nlichen Freiheit und die Garantie des Privatlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) in Verbindung mit dem Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV und leiten daraus einen Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers 2 auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seinem Lebenspartner, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1, ab. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ob dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbe­willigung zusteht, ist im Rahmen der Eintretensfrage zu prÃ¼fen. Erst wenn dies zu bejahen ist, kann der Entscheid der Vorinstanz beurteilt werden. Ist hingegen das Verwaltungsgericht mangels bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruchs auf die Aufenthaltsbewilligung zur Beurteilung der Beschwerde nicht zustÃ¤ndig, hat es beim Entscheid der Vorinstanz sein Bewenden und ist es dem Verwaltungsgericht verwehrt, dessen GrÃ¼nde zu hinterfragen. FÃ¼r die PrÃ¼fung eines aus Art. 8 EMRK abgeleiteten Anspruchs ist auf die VerhÃ¤ltnisse im Urteilszeitpunkt abzustellen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>2. Wegen der UnmÃ¶glichkeit durch Heirat einen Anspruch nach Art. 7 Abs. 1 oder Art. 17 Abs. 2 ANAG zu begrÃ¼nden, kann sich die um eine Bewilligung ersuchende auslÃ¤ndische Person, </span>welche eine gefestigte gleichgeschlechtliche Beziehung zu einer in der Schweiz lebenden Person mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht unterhÃ¤lt<span>, a</span>uf den Schutz des Privatlebens berufen (BGE 126 II 425 E. 4c). <span>Bei der erstmaligen Erteilung ei­ner Aufenthaltsbewilligung liegt ein Eingriff in das Privatleben nur dann vor, wenn eine Be­­­eintrÃ¤chtigung von einer gewissen Schwere vorliegt, was eine qualifizierte Partnerschaft voraussetzt. Wie hinsichtlich des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK (</span>BGE 122 II 1 E. 1e; 109 Ib 183 E. 2a und b) <span>muss eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung bestehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Bundesgericht nennt folgende Merkmale, welche fÃ¼r die Annahme einer gefes­tig­ten Beziehung sprechen (BGE 126 II 425 E. 4c/bb): </span></p> <p class="EinzugZitat">"Dabei spielt die bisherige Dauer der Beziehung bzw. des gemeinsamen Haushalts eine ausschlaggebende Rolle; daneben ist die IntensitÃ¤t der Partnerschaft aufgrund zusÃ¤tzlicher Faktoren â wie etwa der Art und des Umfangs einer vertraglichen Ãbernahme gegenseitiger FÃ¼rsor­gepflichten, des Integrationswillens und der IntegrationsfÃ¤higkeit bzw. der Akzeptanz in den jeweiligen Familien und im Bekannten- bzw. Freundeskreis der Betroffenen â zu belegen."</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Unterschied zum Schutz des Familienlebens, wo das Bundesgericht eine BerÃ¼hrung dann bejaht, wenn eine fremdenpolizeiliche Massnahme die Beziehungen naher Verwandter betrifft, ein AngehÃ¶riger ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat und die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist, sind die Eintretensvoraussetzungen beim Schutz des Privatlebens von gleichgeschlechtlichen Paaren hÃ¶her anzusetzen, weil bei einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft jegliches Ã¤usserliche PrÃ¼fungsmerkmal â wie eben die nahe Verwandtschaft oder eine Ehe â fehlt. Es muss somit allein auf den In­tensitÃ¤tsgrad der Beziehung abgestellt werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die BeschwerdefÃ¼hrer machen vor Verwaltungsgericht geltend, dass ihre partnerschaftliche Beziehung gefestigt und intakt sei. Sie hÃ¤tten die Zeit ihrer Bekanntschaft, so­­weit es faktisch und rechtlich irgendwie mÃ¶glich gewesen sei, gemeinsam verbracht. Vom 24. Mai 1999 bis 5. August 1999, vom 16. Dezember 1999 bis 25. September 2000, vom 22. Oktober 2000 bis 13. Dezember 2000 sowie zuletzt vom 2. Mai 2001 bis 31. Juli 2001 hÃ¤tten sie gemeinsam in Feldmeilen gelebt. Ausserdem beliefen sich die gemeinsam in X. verbrachten Urlaube mittlerweile auf drei Monate. Seit bald drei Jahren pflegten die BeschwerdefÃ¼hrer eine homosexuelle Beziehung. Zwischen ihnen bestÃ¼nde ein besonders streng formulierter Partnerschaftsvertrag zur Ãbernahme gegenseitiger FÃ¼rsorgever­pflich­tungen und der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe ein seinen Lebenspartner begÃ¼nstigendes Testament errichtet. Sogar der Regierungsrat habe die Integration in die jeweilige Familie des Partners bestÃ¤tigt. Weiter bescheinigten Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen, dass die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrer eine intakte, harmonische und auf Dauer an­gelegte Partnerschaft sei. Auch die Anstrengungen, welche die BeschwerdefÃ¼hrer unternÃ¤hmen, um im gleichen Haushalt leben zu kÃ¶nnen, zeigten, wie ernsthaft ihre Beziehung sei. Schliesslich habe der BeschwerdefÃ¼hrer 1 in seinen BemÃ¼hungen, seine Beziehung zum BeschwerdefÃ¼hrer 2 in der Schweiz leben zu kÃ¶nnen, bereits Fr. ... Anwaltskosten auf sich genommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat ist von einer aktuell bestehenden Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrer, jedoch nicht von einem qualifizierten VerhÃ¤ltnis ausgegangen, welches unter den Schutz von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV falle. Die Beziehungsdauer von 28 Monaten, wo­von die BeschwerdefÃ¼hrer rund 18 Monate zusammen gelebt hÃ¤tten, hielt er nicht ausreichend, um einen Rechtsanspruch zu begrÃ¼nden, obwohl er das vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 aufgesetzte Testament und den Partnerschaftsvertrag zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrer wer­tete. Letztere seien indes nicht ausreichend, um das fehlende Kriterium einer lÃ¤ngeren Beziehungsdauer zu ersetzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrer dauerte bis zum heutigen Entscheid rund 34 Monate. Zusammen verbracht haben sie von dieser Zeit ungefÃ¤hr 18 Monate. Dies entspricht etwa der Zeitspanne, die nach schweizerischem Recht im Rahmen von Besuchsaufenthalten insgesamt zulÃ¤ssig gewesen wÃ¤re, weshalb hier auf die Problematik der "illegalen Einreise" nicht nÃ¤her eingegangen werden muss. Nicht bestritten ist die Akzeptanz des Be­schwerdefÃ¼hrers 2 in der Familie und im Freundeskreis des BeschwerdefÃ¼hrers 1. Auch die Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers 2 hat ihrem Wohlwollen gegenÃ¼ber der Beziehung der Be­schwerdefÃ¼hrer Ausdruck gegeben. Die Familien der BeschwerdefÃ¼hrer kennen sich of­fen­sichtlich von gegenseitigen Besuchsaufenthalten. Weiter ist die Vorinstanz von einer grund­sÃ¤tzlichen IntegrationsfÃ¤higkeit und -willen des BeschwerdefÃ¼hrers 2 ausgegangen. </span>Ge­mÃ¤ss einer bei den Akten liegenden BestÃ¤tigung hat der BeschwerdefÃ¼hrer 2 in X. eine vierjÃ¤hrige Hotelfachausbildung absolviert. Neben seiner Muttersprache beherrscht er Eng­lisch und besitzt ausgewiesene Grundkenntnisse der deutschen Sprache. WÃ¤hrend seines Auf­enthalts in der Schweiz besuchte er zwei Deutsch-Sprachkurse und vom Goethe-In­stitut in X. erhielt er nach Ablegung einer PrÃ¼fung das "Zertifikat Deutsch". Im heimatlichen Strafregister sind keine Strafen verzeichnet und auch in der Schweiz scheint sein Verhalten, abgesehen von der umstrittenen Einreise im Oktober 2000, nicht zu Klagen Anlass gegeben zu haben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Seit dem <span>Verwaltungsgerichtsentscheid vom 31. Januar 2001 haben die BeschwerdefÃ¼hrer einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen, welcher unter anderem gegenseitige Un­terhaltspflichten vorsieht. Der Vertrag ist an die gesetzliche Regelung der Rechte und Pflich­ten von Ehegatten angelehnt. ZusÃ¤tzlich hat der BeschwerdefÃ¼hrer 1 den BeschwerdefÃ¼hrer 2 als BegÃ¼nstigten seines Guthabens aus der dritten SÃ¤ule eingesetzt. Er hatte schon zu einem frÃ¼heren Zeitpunkt versucht, den BeschwerdefÃ¼hrer 2 bei der Pensionskasse zu begÃ¼nstigen, was diese bestÃ¤tigte; jedoch liess deren Reglement eine BegÃ¼nstigung von Konkubinatspartnern offenbar nicht zu. Das Testament des BeschwerdefÃ¼hrers 1 lautet ebenfalls zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers 2 und jener besitzt sowohl eine Generalvollmacht auf alle bei der Y-Bank liegenden VermÃ¶genswerte des BeschwerdefÃ¼hrers 1 als auch eine Kreditkarte auf dessen Rechnung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die GesamtwÃ¼rdigung der vorliegenden UmstÃ¤nde ergibt, dass angesichts der annÃ¤­hernd dreijÃ¤hrigen Beziehungsdauer vor allem in Verbindung mit der Ãbernahme umfassen­­der gegenseitiger Unterhaltsverpflichtungen eine gefestigte Beziehung zwischen den Be­­schwerdefÃ¼hrern vorliegt, welche in den Schutzbereich des Privatlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV fÃ¤llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Somit ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Nach Art. 8 Abs. 2 EMRK ist ein Eingriff in das nach Abs. 1 geschÃ¼tzte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft fÃ¼r die nationale Sicherheit, die Ã¶ffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rech­te und Freiheiten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt also eine umfassende Ab­­­­wÃ¤gung der sich gegenÃ¼berstehenden privaten Interessen an der Erteilung einer Aufenthalts­bewilligung und den Ã¶ffentlichen Interessen an deren Verweigerung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Verweigerung der Anwesenheitsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer 2 stÃ¼tzt sich auf die gesetzliche Ordnung, namentlich Art. 4 in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 ANAG, und verfÃ¼gt somit Ã¼ber eine hinreichende gesetzliche Grundlage. Art. 8 EMRK ver­bietet nicht, die Einwanderung und den Zugang zum Staatsgebiet zu regeln und an gewis­se Bedingungen zu knÃ¼pfen; er vermittelt kein absolutes Recht auf Einreise. Die im vor­­liegenden Zusammenhang zu beurteilende ZulassungsbeschrÃ¤nkung dient dem Schutz des Landes vor Ãberfremdung sowie der Erhaltung des Gleichgewichts auf dem inlÃ¤ndischen Arbeitsmarkt. Es sollen ein ausgewogenes VerhÃ¤ltnis zwischen dem Bestand der schwei­­zerischen und dem der auslÃ¤ndischen WohnbevÃ¶lkerung aufrecht erhalten, gÃ¼nstige Rahmenbedingungen fÃ¼r die Eingliederung der hier wohnenden und arbeitenden AuslÃ¤nder geschaffen sowie die Arbeitsmarktstruktur verbessert und fÃ¼r eine mÃ¶glichst ausgeglichene BeschÃ¤ftigung gesorgt werden (vgl. BGE 126 II 425 E. 5). In zahlenmÃ¤ssiger Hinsicht fÃ¤llt das Kriterium der Ãberfremdung hier nicht ins Gewicht. Ein Familiennachzug des Beschwer­­­defÃ¼hrers 2 ist auszuschliessen. Ãberhaupt Ã¼berwiegen die priva­ten Interessen der Be­­schwerdefÃ¼hrer, ihre Beziehung gemeinsam in der Schweiz leben zu kÃ¶nnen, gegenÃ¼ber den allgemeinen Ã¶ffentlichen Interessen an der Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers 2. Es liegen keine Anzeichen dafÃ¼r vor, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer 2 den hiesigen VerhÃ¤ltnissen nicht anpassen wÃ¼rde, und aufgrund der finanziellen VerhÃ¤ltnisse des Beschwer­de­fÃ¼hrers 1 sowie seiner Verpflichtung, fÃ¼r seinen Partner zu sorgen, besteht auch keine Gefahr, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 2 der Ã¶ffentlichen Hand zur Last fallen wÃ¼rde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund dieser AbwÃ¤gung verletzt der angefochtene Entscheid den Anspruch auf Schutz des Privatlebens und ist die Beschwerde gutzuheissen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Der Antrag der BeschwerdefÃ¼hrer, es sei festzustellen, dass die Einreise des BeschwerdefÃ¼hrers 2 vom 22. Oktober 2000 rechtmÃ¤ssig erfolgt sei, ist somit gegenstandslos.</span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Regierungsrats vom 26. September 2001 wird aufgehoben und die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>