Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. November 2015 (810 15 231) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Nach- und Strafsteuer zur direkten Bundessteuer 1999/2000 Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Martin Michel Parteien A.____ ,Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Alexander Filli , Advokat gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Beigeladene Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV Betreff Nach- und Strafsteuer zur direkten Bundesst euer 1999/2000 (Entscheid des Bundesgerichts vom 6. August 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ hatte in der Veranlagungs- und Bezugsperiod e 1999/2000 (Bemessungsperio- de 1997/1998) steuerrechtlichen Wohnsitz in B.____ BL. Er hielt in seinem Privatvermögen ein Paket von 56 Prozent der Aktien der C.____ AG (AG), d eren Sitz sich gleichenorts befand. Gemäss den Statuten vermittelte die AG Kapitalanlagen und Versicherungen. Von der Grün- dung der AG (28. Oktober 1994) bis zum 9. Februar 20 00 (Tagebucheintrag) wirkte A.____ als deren Geschäftsführer. Dabei verfügte er über Kollektivunterschrift zu zweien. Die Funktion des Präsidenten und Delegierten des Verwaltungsrats nahm D .____ wahr. Sein Paket umfasste 36 Prozent der Aktien; die restlichen acht Prozent hielten Kleinaktionäre. B. Die Veranlagungsverfügungen 1999/2000 der Steuerver waltung des Kantons Basel- Landschaft hinsichtlich der direkten Bundessteuer traten sowohl bezüglich der AG als auch von A.____ und seiner damaligen Gattin in Rechtskraft. C. Ende 2004 eröffnete die Staatsanwaltschaft des Kan tons Basel-Landschaft, gestützt auf die Anzeige eines Mitaktionärs, ein Strafverfahren gegen A.____ und D.____, dies unter an- derem wegen angeblichen Steuerbetrugs. Anlass gab der Verdacht, die AG habe in den Jahren 1997/1998 Teile der Vermittlungsprovisionen, die ihr aufgrund des Vertrages mit der E.____ (Versicherungsgesellschaft) zugestanden hätten, an die da malige F.____ (Anstalt) geleitet. Im Zusammenhang mit dieser Vertragsbeziehung habe die AG zwar den gesamten Lohnaufwand der (externen) Versicherungsagenten verbucht. Dagegen h abe sie auf Teile der ihr als Gegen- leistung zustehenden Provisionen verzichtet und diese weder verbucht noch steuerlich dekla- riert. D. Aufgrund einer Meldung seitens der Staatsanwaltschaf t hob die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft am 16. Dezember 2009 gegen A. ____ und die AG je ein Nach- steuer- und Hinterziehungsverfahren an. Den Feststellunge n der Steuerverwaltung zufolge erreichte die Hinterziehung auf Stufe der AG den Betr ag von Fr. 2'284'607.-- (1997) und Fr. 1'226'084.-- (1998). Daraus leitete die Steuerver waltung geldwerte Leistungen an A.____ in der Höhe von Fr. 1'279'380.-- (1997) und Fr. 686'607 .-- (1998) ab, was dem Anteil gemäss der Beteiligungsquote von 56 Prozent entspricht. Bezüglich der direkten Bundessteuer für die Jahre 1999/2000 setzte die Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft mit Verfügung vom 28. März 2013 Nachsteuern in der Höhe von Fr. 241'400. --, eine Busse wegen vollendeter, vorsätzlich begangener Steuerhinterziehung von 150 Proz ent der Nachsteuer (Fr. 362'100.--) und Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 111'447.-- fest, insgesamt damit Fr. 714'947.--. E. Die von A.____ dagegen erhobene Einsprache blieb ebenso erfolglos wie die in der Folge gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde an das Steuer- und Enteignungs- gericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuergericht). F. Die von A.____ gegen das Urteil des Steuergerichts vom 28. Februar 2014 erhobene Beschwerde an das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantons- gericht), hiess das Kantonsgericht mit Urteil vom 29. O ktober 2014 (Verfahren 810 14 159) gut und hob den vorinstanzlichen Entscheid auf. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Eingabe vom 9. Januar 2015 erhob die Steuerverw altung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts beim Schweizerischen Bundesgericht Beschwe rde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, mit dem Antrag, der Entscheid des Ka ntonsgerichts sei aufzuheben und es sei der Entscheid des Steuergerichts zu bestätigen. H. Mit Urteil 2C_16/2015 vom 6. August 2015 hiess das Bundesgericht die Beschwerde der Steuerverwaltung gut und hob den angefochtenen En tscheid des Kantonsgerichts auf. Im Nachsteuerpunkt bestätigte das Bundesgericht den Entscheid des Steuergerichts vom 28. Februar 2014. Im Hinterziehungspunkt wies das Bundes gericht die Sache zur Neubeurtei- lung an das Kantonsgericht zurück. I. Mit Verfügung vom 2. September 2015 bot das Kanton sgericht den Parteien die Gele- genheit, ergänzende Stellungnahmen einzureichen. Am 21. September 2015 beantragte A.____, die Strafsteuer sei auf einen Drittel der Nach steuer herabzusetzen. Das Steuergericht beantragte die Abweisung der Beschwerde. J. Mit Verfügung vom 29. September 2015 wurde der Fa ll der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. L. Am 14. Oktober 2015 nahm die Steuerverwaltung zur E ingabe des Beschwerdeführers vom 21. September 2015 Stellung. M. Das Kantonsgericht hat den Fall am 18. November 2015 beraten und entschieden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Das Bundesgericht hat das Urteil des Kantonsgerichts vom 29. Oktober 2014 aufge- hoben und die Angelegenheit im Hinterziehungspunkt an das Kantonsgericht zurückgewiesen. In der Begründung erwog das Bundesgericht, es sei folge richtig, dass das Kantonsgericht auf- grund der Annahme des Fehlens einer Unterbesteuerung den objektiven Tatbestand der vollen- deten Steuerhinterziehung (Art. 175 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG] vom 14. Dezember 1990) ausgeschlossen habe. Weil die Aufr echnung und die Erfassung der realisierten geldwerten Leistungen in der Höhe von Fr. 1'279'380.-- (1997) und Fr. 686'607.-- (1998) mit einer Nachsteuer aber bundesrechtlich gebot en sei, stelle sich die Frage nach dem Vorliegen einer Steuerhinterziehung in einem anderen Licht. Das Hinterziehungsverfahren als echtes Strafverfahren unterliege den besonderen verfah rensrechtlichen Anforderungen, wie sie sich namentlich aus Verfassungs- und Konventionsrecht ergäbe n. (…) Zu klären werde insbe- sondere sein, in welcher Weise das konsequente Schweigen d es Steuerpflichtigen und die möglicherweise vorliegenden Ergebnisse des Rechtshilfe- b zw. des Strafverfahrens zu würdi- gen seien, was eine vertiefende Prüfung unter Aspekten, die im bisherigen Verfahren noch keine wesentliche Rolle gespielt hätten, erfordere. D ie Sache werde daher an das Kantons- gericht zur Vornahme dieser Prüfung zurückgewiesen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Beim Kantonsgericht wurde nach Eingang des Bundesg erichtsurteils vom 6. August 2015 das vorliegende Geschäft (810 15 231) angelegt und die vom Bundesgericht zurücker- haltenen Akten des Verfahrens 810 14 159 beigezogen. Da s Verfahren 810 14 159 wird als Verfahren 810 15 231 teilweise – in Bezug auf die Fr age des Vorliegens einer Steuerhinter- ziehung – wiederaufgenommen. 3.1. Wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich oder fahrlässi g bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veran lagung unvollständig ist, (…), wird mit Busse bestraft (Art. 175 Abs. 1 al. 1 DBG). Bei allen Parallelen zum Tatbestand der Nachsteuer liegt ein entscheidender Unterschied darin, dass die hi nterziehende Person die Steuerverkür- zung "bewirkt" haben muss. Dagegen entsteht die Nachsteue rpflicht, wenn sich aufgrund bis- lang unbekannter Tatsachen oder Beweismitteln "ergibt" , dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unv ollständig ist. Tatbestandsmässiges Ver- halten erfordert zudem, dass die steuerpflichtige Person den Steuerausfall "vorsätzlich oder fahrlässig" bewirkt, also schuldhaft hervorgerufen hat. A uch dies ist dem Nachsteuer-Tatbe- stand unbekannt (Urteil des Bundesgerichts 2C_16/2015 vom 6. August 2015, publ. in: Der Steuerentscheid [StE] 2015 A 21.12 Nr. 16, E. 2.6.1.). 3.2. Anders als beim Veranlagungs- und Nachsteuerverfah ren handelt es sich beim Hinter- ziehungsverfahren um eine strafrechtliche Anklage im Sinn e von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMR K) vom 4. November 1950. Im Nachsteuerverfahren gewonnene Erkenntnisse unterliegen i m Hinterziehungsverfahren einer beschränkten Verwertungsmöglichkeit. Vorausgesetzt wird v orab, dass die Beweiselemente ohne Androhung prozessualen Zwangs erhoben worden sind (Art. 183 Abs. 1bis DBG). Das Ab- stützen auf die Rechts- oder Tatsachenvermutungen des St euerrechts ist im Strafverfahren zulässig, soweit vernünftige Grenzen beachtet, die Umständ e berücksichtigt und die Verteidi- gungsrechte nicht beschnitten werden. Zulässig ist, dass d ie der Nachsteuer unterliegenden beziehungsweise hinterzogenen Bestandteile pflichtgemäss de r Höhe nach geschätzt werden, soweit sie sich auf diese Weise ausreichend genau ermitteln lassen. Die bundesrechtskonforme und willkürfreie Schätzung stellt eine Form des strafpr ozessual zulässigen Indizienbeweises dar. Ebenso darf auch im Hinterziehungsverfahren in fre ier Beweiswürdigung als ein Element unter mehreren berücksichtigt werden, dass die beschuldigte steuerpflichtige Person Klärungen nicht liefert, die sich aufdrängen (Urteil des Bundesge richts 2C_16/2015 vom 6. August 2015, StE 2015 A 21.12 Nr. 16, E. 2.6.2. ff., mit Hinweisen). 4.1. Der objektive Tatbestand der vollendeten Steuerh interziehung setzt voraus, dass eine Veranlagung ungenügend ausgefallen oder zu Unrecht un terblieben ist und das Gemeinwesen dadurch einen Steuerausfall erleidet (vgl. R OMAN SIEBER , in: Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 2. Auflage, Basel 2006, Art. 175 N 7 f. mit Hinweisen). Ist eine Nachsteuerpflicht zu bejahen, weil eine rechtskräft ige Veranlagung unvollständig blieb, ist zugleich der objektive Tatbestand einer Steuerhinterziehung gemäss Art. 175 Abs.1 DBG erfüllt (Urteile des Bundesgerichts 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2 007 E. 5.1, 2A.502/2005 vom 2. Februar 2006 E. 3.3). Das Bundesgericht legte dar, dass die AG im Laufe der Jahre Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1997/1998 Überweisungen von rund 3,5 Mio. Franken – wovon ein Anteil von rund 2,0 Mio. Franken auf den Steuerpflichtigen entfällt – an eine in Liechtenstein ansässige Domizil- gesellschaft vorgenommen hatte. Der Beschwerdeführer, der 56 Prozent der Aktien hielt, wirkte zu dieser Zeit als Geschäftsführer der AG und verfügte über Kollektivunterschrift zu zweien. Die AG hat die Provisionserträge nicht verbucht und sie im streitbetroffenen Umfang rechtsgrundlos an die Anstalt weitergeleitet, was auf Ebene der AG d en Tatbestand der geldwerten Leistung erfüllte. Weiter hielt das Bundesgericht fest, dass der Steuerpflichtige um die ausserbuchlichen Vorgänge wissen musste, weil er die Aktienmehrheit hiel t und als Organ der AG wirkte; die Überweisungen seien – ausdrücklich oder mit stillschweigend er Genehmigung – auf seine Anordnung hin ergangen. Demgemäss hat das Bundesgericht das Urteil des Steuergerichts vom 28. Februar 2014 in Bezug auf die Nachsteuerpflicht bestätigt und folglich rechtskräftig ent- schieden, dass der Beschwerdeführer geldwerte Leistungen in der Höhe von Fr. 1'279'380.-- (1997) bzw. Fr. 686'607.-- (1998) realisiert hat, die nachzubesteuern sind. 4.2. Der Beschwerdeführer wirft dem Bundesgericht in se iner Eingabe vom 21. Septem- ber 2015 vor, es habe mit einer aktenwidrigen und fal schen Annahme (angebliche Zahlung der AG an die Anstalt) festgestellt, dass beim Beschwerdeführ er die Voraussetzungen für eine Nachbesteuerung gegeben seien. 4.3. Die Kritik des Beschwerdeführers ist unbehelflich. Er bestreitet das Vorliegen der Zah- lung weiterhin bloss in allgemeiner Art und Weise ohne konkret aufzuzeigen, aus welchen Gründen die Feststellungen betreffend die Zahlung un d die Nachsteuerpflicht aktenwidrig bzw. falsch sein sollen, was im Übrigen auch nicht ersichtlich ist. Damit ist der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung, wie bereits das Steuergericht zutreffend dargelegt hatte (siehe Urteil des Steuergerichts vom 24. Februar 2015 E. 7d, worauf verwiesen werden kann), erfüllt. 5.1. Der subjektive Tatbestand der vollendeten Steuerhi nterziehung setzt Vorsatz oder Fahrlässigkeit voraus (vgl. S IEBER , a.a.O., Art. 175 N 28) und ist aufgrund strafrecht licher Grundsätze zu beurteilen. Nach Lehre und Rechtsprechung kann der Wille zur Steuerhinter- ziehung dann vorausgesetzt werden, wenn mit hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich der Pflichtige der Unrichtigkeit oder der Unvollständigkeit d er gegenüber der Steuerverwaltung gemachten Angaben bewusst war bzw. eine Täuschung der Behörde beabsichtigte und eine zu niedrige Veranlagung bezweckte (direkter Vorsatz) oder zu mindest in Kauf nahm (Eventualvor- satz) (vgl. F ELIX RICHNER /W ALTER FREI /S TEFAN KAUFMANN /H ANS ULRICH MEUTER , Handkom- mentar zum DBG, 2. Auflage, Art. 175 N 46). Eventual vorsatz ist zu bejahen, wenn sich dem Täter der Erfolg seines Verhaltens als so wahrscheinlich aufgedrängt hat, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme, als Billigung de s Erfolgs ausgelegt werden kann (vgl. zum Ganzen Urteil 2A.168/2006 vom 8. März 2007 E. 3, in: StE 2007 B 101.21 Nr. 17). 5.2. Der Beschwerdeführer hat in den Jahren 1999 und 2000 die ihm aufgrund der Dreieckstheorie (vgl. ausführlich dazu Urteil des Bunde sgerichts 2C_16/2015 vom 6. August 2015 E. 2.4 f.) zugeflossenen geldwerten Leistungen unb estrittenermassen nicht deklariert. Dem Beschwerdeführer musste – insbesondere als Organ und Geschäftsführer der AG – be- wusst sein, dass diese Leistungen bei ihm steuerlich zu erfa ssen und zu deklarieren waren. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Indem der Beschwerdeführer um diese Zuflüsse und deren Steuerbarkeit wusste, diese jedoch gegenüber den Steuerbehörden verschwieg, bewirkte er, dass die vorgeworfene Steuer- verkürzung eintrat. Daraus ergibt sich ein vorsätzliches Handeln, welches dem Beschwerdefüh- rer voll zugerechnet werden muss. Auch der subjektive Tatbe stand der Steuerhinterziehung ist demzufolge erfüllt. 6.1. Das Steuergericht hat den Entscheid der Steuerver waltung, die Busse auf 150 Prozent der Nachsteuer festzusetzen, gestützt. Sie begründete dies damit, dass es sich vorliegend nicht um eine Steuerhinterziehung "en passant" handle und e s einiger Rechtshandlungen und Überlegungen bedurft habe, das Steuersubstrat ausser Lan des zu schaffen. Die Höhe des hin- terzogenen Betrages und der absichtliche Einsatz eines Kon strukts mit einer liechtensteini- schen Anstalt seien als schweres Verschulden zu qualifizier en und rechtfertigten die von der Steuerverwaltung verfügte Busse. Bei einem maximalen S trafrahmen von 300 Prozent der Nachsteuer sei davon auszugehen, dass die lange Verfahren sdauer bei der verfügten Straf- steuer von 150 Prozent der Nachsteuer berücksichtigt worden sei. 6.2. In Bezug auf die Strafzumessung beantragt der Besc hwerdeführer in seiner Eingabe vom 21. September 2015, die vom Steuergericht verfügte Strafsteuer von 150 Prozent der Nachsteuer sei auf einen Drittel der Nachsteuer zu reduzi eren. Die Vorinstanzen hätten dem Umstand, dass strafmildernde Gründe vorliegen würden kei ne bzw. nicht genügend Beachtung geschenkt. Als strafmildernd zu berücksichtigen sei einersei ts die kurze Dauer der durch das Bundesgericht festgestellten Widerhandlung. Andererseit s sei das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tatbegehung in den Jahren 1999 und 200 0 inzwischen noch zusätzlich verstriche- nen Zeit deutlich vermindert. Die überlange Verfahre nsdauer müsse zwingend als ein weiterer Strafmilderungsgrund qualifiziert werden. Der Bericht des Revisorats, welcher Grundlage für die Nachsteuer- und Bussenverfügung der Steuerverwaltung gewesen sei, datiere vom 16. Dezem- ber 2009. Die vorliegende Verfahrensverzögerung sei un bestrittenermassen nicht dem Beschwerdeführer anzulasten. In diesem Zusammenhang ge lte es ferner zu beachten, dass das vorliegend noch zu fällende Urteil des Kantonsgerich ts weitergezogen werden könne. Ein Ende des Verfahrens sei somit nicht kurzfristig absehbar . Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, das Kantonsgericht habe im seinerzeitigen Parallelverfahren betreffend die AG (810 14 161) festgestellt, dass sich ein Abweichen von der Regel busse – 100 Prozent der hinterzoge- nen Steuer – nicht rechtfertige. Die damaligen Erwäg ungen müssten grundsätzlich auch für den vorliegenden Fall zur Anwendung gelangen, liege doch der zu beurteilende Sachverhalt ähnlich wie im Parallelverfahren. Allerdings sei zwischenzeitlich noch mehr Zeit vergangen. Die von den Vorinstanzen festgesetzte Strafsteuer von 150 Prozent de r hinterzogenen Steuer erscheine als unangemessen hoch und sei unter die Regelstrafe zu reduzieren. 6.3. Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, ha t das Kantonsgericht im seiner- zeitigen Parallelverfahren betreffend die AG (810 14 161) festgestellt, dass sich ein Abweichen von der Regelbusse – 100 Prozent der hinterzogenen Ste uer – nicht rechtfertige. Da es sich vorliegend um den gleichen zu beurteilenden Lebenssachverhalt handelt, können die damaligen Erwägungen auch im vorliegenden Fall zur Anwendung gel angen. Demgemäss kann für die Strafzumessung auf das im Parallelverfahren 810 14 161 ausgeführte verwiesen werden. Somit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist unter Einbezug der gesamten Umstände und der vorste henden Ausführungen festzustellen, dass der Beschwerdeführer, der wie erwähnt zugleich Or gan und langjähriger Geschäftsführer der AG war, für das Steuerjahr 1999 und 2000 zumindes t eventualvorsätzlich eine ungenü- gende Steuererklärung eingereicht hat, weshalb sein Ve rschulden nicht als leicht einzustufen ist. Im vorliegenden Fall ist jedoch auch kein schweres Ve rschulden anzunehmen (z.B. Rückfall oder renitentes Verhalten des Pflichtigen gegenüber den Steuerbehörden), sodass nach Beur- teilung der Schwere des Verschuldens auf den Regelsatz in der Höhe des Einfachen der hinter- zogenen Steuer als Busse abgestellt werden kann. Es ist j edoch offensichtlich, dass es sich nicht um eine geringe Hinterziehungssumme handelt, da b eim Beschwerdeführer geldwerte Leistungen in der Höhe von Fr. 1'279'380.-- und Fr. 686'607.-- nicht deklariert worden und in der Folge steuerlich unberücksichtigt geblieben sind. Die Höhe des eingetretenen Hinterziehungs- erfolges ist somit strafschärfend zu berücksichtigen. Durch die sehr hohe Hinterziehungssumme fällt eine strafmildernde Berücksichtigung der vom Beschwe rdeführer geltend gemachten "kur- zen" Deliktsdauer von einem Steuerjahr ausser Betracht. S trafmildernd ist hingegen die lange Verfahrensdauer einzubeziehen, wodurch der strafschärfende hohe Nachsteuerbetrag kompen- siert wird und so wieder auf den Regelsatz von 100 Proze nt der Nachsteuer zu schliessen ist. Die zusätzliche Verfahrensdauer seit dem Urteil im Parall elverfahren vermag demgegenüber keine weitere Reduktion unter den Regelsatz von 100 Prozent zu rechtfertigen. 7. Soweit der Beschwerdeführer die Erwägungen des Bun desgerichts im Urteil 2C_16/2015 vom 6. August 2015 bemängelt, wonach geklä rt werden müsse, in welcher Weise das konsequente Schweigen des Beschwerdeführers und die m öglicherweise vorliegenden Ergebnisse des Rechtshilfe- bzw. Strafverfahrens zu würdi gen seien, ist der Vollständigkeit halber anzumerken, dass keinerlei neuen Ergebnisse der Re chtshilfe- bzw. Strafverfahrens vorliegen, welche die Strafzumessung beeinflussen könnten, womit sich weitere Ausführungen dazu erübrigen. 8. Somit kann festgestellt werden, dass aufgrund der v orstehenden Ausführungen die Busse auf 100 Prozent der Nachsteuer zu reduzieren und die Beschwerde insoweit teilweise gutzuheissen ist. 9.1. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art . 145 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG werden Verfahrenskosten erhoben, die in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt werden. Im vorli egenden Verfahren hat der Beschwerdeführer gemessen an seinem Antrag lediglich te ilweise obsiegt, weshalb ihm ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1‘000.-- a ufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- zu verrechnen i st. Die übrigen Verfahrenskosten des kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens gehen zu Lasten der Gerichtskasse. Entgegen der Aufforderung in der Verfügung vom 29. September 2015 hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bis zum 29. Oktober 2015 keine Honora rnote eingereicht, weshalb seine Entschädigung ermessensweise festzulegen ist (§ 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Unter Berücksichtigung der Schwierigkeit und Bedeutung der Sache sowie des lediglich teilweise n Obsiegens des Beschwerdeführers erscheint eine pauschale Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘200.-- für den vorliegenden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fall als angemessen. Demzufolge hat die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft dem Beschwerdeführer eine reduzierte pauschale Parteientschä digung in der Höhe von Fr. 1'200.-- (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschla- gen (Art. 145 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG] vom 20. Dezember 1968). 9.2. Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Ver fahrens ist die Angelegenheit an das Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Land schaft, Abteilung Steuergericht, zurückzuweisen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d ie Busse auf 100 Prozent der Nachsteuer festgesetzt. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an das Steuer- und Enteignungsgericht de s Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen. 3. Dem Beschwerdeführer wird ein Verfahrenskostenante il in der Höhe von Fr. 1'000.-- auferlegt und mit dem geleisteten Ko stenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. Der zuviel gelei stete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdefüh rer zurück- erstattet. 4. Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft ha t dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.-- (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu bezahlen . Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber