<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00126</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205120&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00126</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Offenbarung des Berufsgeheimnisses</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Entbindung vom Anwaltsgeheimnis<br/>(Der Klient hat die Entbindung seines Anwalts vom Anwaltsgeheimnis angefochten, um welche der Anwalt zur Durchsetzung seines Honoraranspruchs ersucht hat.)<br/><br/>Nicht einzutreten ist auf einen bedingt formulierten Beschwerdeantrag (E. 1.2) und auf Rügen, die sich auf die angeblich nicht gehörige Wahrung der Interessen des Klienten beziehen (E. 1.3).<br/>Rechtsgrundlagen und Praxis zur Entbindung vom Anwaltsgeheimnis (E. 2.1). Die Vorinstanz hat die gewissenhafte Erklärung, wonach mit der Entbindung vom Anwaltsgeheimnis keine höher zu wertenden Interessen verletzt werden, beim Anwalt nicht eingeholt. Unter den konkreten Umständen kann der Mangel als geheilt betrachtet werden (E. 2.2). Die Entbindung, die praxisgemäss jeweils beschränkt ist ("soweit erforderlich, um Honorarforderung durchzusetzen"), ist nicht zu beanstanden (E. 2.3).<br/>Eine Parteientschädigung ist dem obsiegenden Anwalt nicht zuzusprechen (E. 3).<br/>Abweisung, soweit auf die Beschwerde eingetreten wird.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALT">ANWALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Besondere Rechtsgebiete ST: ANWALTS- UND NOTARIATSRECHT">ANWALTS- UND NOTARIATSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSGEHEIMNIS">ANWALTSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSGEHEIMNIS">BERUFSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTBINDUNG VOM BERUFSGEHEIMNIS">ENTBINDUNG VOM BERUFSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWISSENHAFTE ERKLÃRUNG (ANWALTSRECHT)">GEWISSENHAFTE ERKLÃRUNG (ANWALTSRECHT)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HONORARECHNUNG">HONORARECHNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 34 AnwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I BGFA</span><br/><span class="gerade">§ 41 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Rechtsanwalt B ersuchte die Aufsichtskommission Ã¼ber die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte im Kanton ZÃ¼rich (nachfolgend: Aufsichtskommission) mit Eingabe vom 23. Dezember 2004, ihn mit Bezug auf A fÃ¼r die Geltendmachung seines Rechnungsguthabens auf dem Rechtsweg vom Anwaltsgeheimnis zu entbinden. Eine vorgÃ¤ngige direkte Anfrage um Entbindung vom Anwaltsgeheimnis in Sachen A war gemÃ¤ss Darstellung von Rechtsanwalt B unbeantwortet geblieben. Der PrÃ¤sident der Aufsichtskommission setzte daraufhin A mit Schreiben vom 28. Dezember 2004 Frist an, um zu erklÃ¤ren, ob er den Gesuchsteller fÃ¼r die gerichtliche Geltendmachung seiner Honorarforderung vom Berufsgeheimnis entbinden wolle und um sich, sofern er ihn nicht davon entbinden wolle, zu dessen Gesuch um die (beschrÃ¤nkte) Befreiung vom Anwaltsgeheimnis (nicht zur Honorarforderung) zu Ã¤ussern, insbesondere allfÃ¤llige der Offenbarung des Geheimnisses entgegenstehende hÃ¶here Interessen geltend zu machen. Das Schreiben wurde trotz zweimaliger Zustellung nicht abgeholt, weshalb die Aufsichtskommission aufgrund der Akten entschied und mit Beschluss vom 3. Februar 2005 Rechtsanwalt B ermÃ¤chtigte, sein Berufsgeheimnis mit Bezug auf A gegenÃ¼ber den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden zu offenbaren, soweit dies erforderlich sei, um seine Honorarforderung einschliesslich der Kosten des Beschlusses durchzusetzen. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen erhob A Beschwerde beim Obergericht des Kantons ZÃ¼rich bzw. bei der Aufsichtskommission. Die Beschwerde wurde dem Verwaltungsgericht weitergeleitet. Daraufhin wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer eine einmalige, nicht erstreckbare Nachfrist von zehn Tagen angesetzt, um eine verbesserte Beschwerdeschrift einzureichen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wÃ¼rde. Dieser Aufforderung kam der BeschwerdefÃ¼hrer mit Eingabe vom 5. April 2005 nach. Er stellte sich auf den Standpunkt, Rechtsanwalt B kÃ¶nnte sich in einem Interessenkonflikt befunden haben, zum Beispiel indem er schon vor der MandatsÃ¼bernahme mit verschiedenen Personen und Institutionen zusammengearbeitet und ihn, den BeschwerdefÃ¼hrer, darÃ¼ber nicht orientiert habe. Unter solchen Voraussetzungen hÃ¤tte er ihn nicht engagiert. FÃ¼r diesen Fall beantragte der BeschwerdefÃ¼hrer sinngemÃ¤ss die Ablehnung des Antrages von Rechtsanwalt B auf Entbindung vom Anwaltsgeheimnis, da Letzterer unter solchen UmstÃ¤nden ohnehin nicht sein Anwalt habe sein kÃ¶nnen. Andernfalls sei zu bestimmen, inwieweit Rechtsanwalt B seine Interessen wahrgenommen habe und "ein Urteil entsprechend abzuwÃ¤gen".</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Eingabe vom 10. Mai 2005 beantragte Rechtsanwalt B die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten des BeschwerdefÃ¼hrers. Mit Schreiben vom 19. April 2005 hatte die Aufsichtskommission auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><b><span>1.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 41 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (Fassung vom 17. November 2003, in Kraft seit 1. Januar 2005) kann gegen Anordnungen der Anwaltsaufsichtskommission Beschwerde an das Verwaltungsgericht gefÃ¼hrt werden. Die sachliche und funktionelle ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist daher im vorliegenden Fall grundsÃ¤tzlich gegeben. Zwar betrÃ¤gt die ursprÃ¼ngliche Honorarforderung des Beschwerdegegners 1 Fr. 3'990.45 und liegt somit weit unter Fr. 20'000.-. Dennoch fÃ¤llt die Beschwerde nicht in die einzelrichterliche Kompetenz gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 VRG, geht es doch im vorliegenden Verfahren nicht um die Beurteilung der Honorarforderung, sondern um die Entbindung des Beschwerdegegners 1 vom Berufs- bzw. Anwaltsgeheimnis. Diese Frage ist aber nicht unmittelbar vermÃ¶gensrechtlicher Natur, weshalb das Verwaltungsgericht darÃ¼ber in Dreierbesetzung zu befinden hat (§ 38 Abs. 1 Satz 1 VRG, vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 38 N. 5). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>1.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer vermutet beim Beschwerdegegner 1 einen Interessenkonflikt und beantragt fÃ¼r diesen Fall die Ablehnung der Aufhebung des Anwaltsgeheimnisses. Prozesshandlungen sind aber im Allgemeinen bedingungsfeindlich, weshalb ein Antrag grundsÃ¤tzlich unbedingt sein muss (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 54 N. 2 in Verbindung mit § 23 N. 8, 14). Eine bedingte Beschwerde kann dann zulÃ¤ssig sein, wenn die Bedingung innert der Rechtsmittelfrist eintritt, da nach Fristablauf darÃ¼ber Klarheit besteht, ob der ergangene Entscheid angefochten oder anerkannt worden ist. Statthaft sind auch Bedingungen, deren Eintritt von ausserhalb des Verfahrens liegenden UmstÃ¤nden abhÃ¤ngt, so wenn ein Rechtsmittel (vorsorglich) fÃ¼r den Fall eingereicht wird, dass eine zusÃ¤tzlich angerufene Instanz auf ein weiteres Rechtsmittel oder einen Rechtsbehelf â namentlich ein WiedererwÃ¤gungsgesuch â nicht eintritt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 23 N. 9). Solche UmstÃ¤nde liegen vorliegend aber nicht vor, weshalb auf den bedingten Beschwerdeantrag nicht eingetreten werden kann. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>1.3 </span></b><span>Weiter ist darauf hinzuweisen, dass Einwendungen des Klienten, wonach der Anwalt die Interessen des Auftraggebers nicht gehÃ¶rig gewahrt oder sogar gegen seine Interessen gehandelt habe und deshalb die Anwaltsrechnung nicht bezahlt werde, nur vom Zivilrichter im ordentlichen Verfahren beurteilt werden kÃ¶nnen (Giovanni Andrea Testa, Die zivil- und standesrechtlichen Pflichten des Rechtsanwaltes gegenÃ¼ber dem Klienten, ZÃ¼rich 2000, S. 249). Weder die Aufsichtskommission noch das Verwaltungsgericht wÃ¤ren daher zustÃ¤ndig fÃ¼r die Feststellung bzw. Beurteilung des vom BeschwerdefÃ¼hrer vermuteten und vom Beschwerdegegner 1 bestrittenen Interessenkonflikts. Aus demselben Grund kann das Verwaltungsgericht auch nicht darÃ¼ber befinden, inwieweit der Beschwerdegegner 1 die Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers genÃ¼gend wahrgenommen hat, wie dies beantragt worden ist. Insoweit ist auf die Beschwerde ebenfalls nicht einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Soweit sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf anderweitige Ã¼berwiegende Interessen beruft, welche der Entbindung vom Berufsgeheimnis entgegenstehen kÃ¶nnten, ist Folgendes zu beachten:</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 des eidgenÃ¶ssischen Anwaltsgesetzes vom 23. Juni 2000 (BGFA) unterstehen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte zeitlich unbegrenzt und gegenÃ¼ber jedermann dem Berufsgeheimnis Ã¼ber alles, was ihnen infolge ihres Berufes von ihrer Klientschaft anvertraut worden ist. Diese Regelung wurde auch vom neuen kantonalen Anwaltsgesetz vom 17. November 2003 (AnwG), welches am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist und vorliegend zur Anwendung kommt, Ã¼bernommen (vgl. §§ 14 Abs. 1 und 47 Abs. 1). Das Anwaltsgeheimnis ist nicht nur disziplinarrechtlich, sondern auch strafrechtlich geschÃ¼tzt (Art. 321 Ziff. 1 des Strafgesetzbuchs [StGB]). Keine Verletzung der anwaltlichen Schweigepflicht liegt vor, wenn der Klient seine Einwilligung erteilt hat oder der Rechtsanwalt von der Aufsichtskommission vom Anwaltsgeheimnis entbunden wurde (Art. 321 Ziff. 2 StGB in Verbindung mit § 33 ff. AnwG). Bei der Entbindung vom Anwaltsgeheimnis durch die Aufsichtskommission ist eine InteressenabwÃ¤gung zwischen Geheimhaltung und Offenbarung vorzunehmen. GemÃ¤ss der bisherigen Praxis der AufsichtsbehÃ¶rden wird dabei der Anwalt zur Durchsetzung seiner Honorarforderung in aller Regel vom Anwaltsgeheimnis entbunden (ZR 2005/104 Nr. 20 mit Hinweis auf Testa, S. 157). In der Literatur wird selbst fÃ¼r die Einleitung der Betreibung oder des SÃ¼hnverfahrens die formelle Entbindung vom Berufsgeheimnis verlangt, wobei die Entbindung nur aufgrund einer <i>umfassenden GÃ¼terabwÃ¤gung</i> erteilt werden darf (Michael Pfeifer in: Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel, Kommentar zum Anwaltsgesetz, ZÃ¼rich etc. 2005, Art. 13 N. 66, 69 f.; vgl. auch Testa, S. 248, allerdings noch unter Hinweis auf die frÃ¼here Praxis der Aufsichtskommission; weniger streng die neue Praxis derselben, wonach die blosse Anhebung der Betreibung und die Einleitung des SÃ¼hnverfahrens durch den Anwalt grundsÃ¤tzlich auch ohne Einwilligung des Klienten bzw. ErmÃ¤chtigung durch die Aufsichtskommission erlaubt ist, vgl. ZR 2005/104 Nr. 20). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Vorliegend hatte der Beschwerdegegner 1 bei der Aufsichtskommission um Entbindung vom Anwaltsgeheimnis zwecks Durchsetzung seines Honoraranspruchs ersucht. Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde erfolglos zur Stellungnahme aufgefordert. Aufgrund dieses Umstands hÃ¤tte vom Beschwerdegegner 1 vor der Entbindung vom Berufsgeheimnis gemÃ¤ss § 34 Abs. 2 AnwG die gewissenhafte ErklÃ¤rung verlangt werden mÃ¼ssen, dass mit der Befreiung keine hÃ¶her zu wertenden Interessen verletzt werden. Diese Unterlassung stellt zwar einen Verfahrensmangel dar. Dieser kann jedoch als geheilt betrachtet werden, weil der BeschwerdefÃ¼hrer in der Beschwerdeschrift zur Sache Stellung genommen hat und aus der Beschwerdeantwort des Beschwerdegegners 1 zu entnehmen ist, dass mit der Entbindung keine hÃ¶her zu wertenden Interessen verletzt wÃ¼rden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Aufsichtskommission hat das Gesuch um Entbindung vom Anwaltsgeheimnis unter Hinweis auf die in ZR 1962/61 Nr. 16 (letzter Absatz) aufgestellten Richtlinien bewilligt. Danach darf das Berufsgeheimnis im Falle eines Honorarstreits zwischen Anwalt und Klienten nur so weit preisgegeben werden, als es fÃ¼r die gerichtliche Durchsetzung des Honorars als erforderlich erscheint. Dabei sei allerdings praktisch ausgeschlossen, dass die Aufsichtskommission konkret entscheiden kÃ¶nnte, in welchem Ausmasse die Preisgabe der Geheimnisse von Fall zu Fall zu gestatten wÃ¤re, sondern es mÃ¼sse dem Anwalt selber Ã¼berlassen bleiben, die diesbezÃ¼gliche Grenze dort zu ziehen, wo er es fÃ¼r richtig halte. Daneben bleibe er aber uneingeschrÃ¤nkt verpflichtet, sein Berufsgeheimnis, so weit er es im Honorarprozess nicht zu offenbaren brauche, strikte zu wahren. Die Aufsichtskommission soll deshalb in ihrem ErmÃ¤chtigungsbeschluss den Anwalt stets darauf hinweisen, dass eine Honorarrechnung oft ausreichend damit begrÃ¼ndet werden kÃ¶nne, dass Streitwert und Zeitaufwand belegt werden und dass Hinweise auf Einzelheiten der materiellen TÃ¤tigkeit des Anwalts nur dann als notwendig erscheinen, wenn dieser ein erhÃ¶htes Honorar fÃ¼r besondere Schwierigkeiten geltend machen wolle.</p> <p class="Urteilstext">Die unter diesen EinschrÃ¤nkungen erteilte Entbindung vom Berufsgeheimnis ist nicht zu beanstanden. Auch handelt es sich nicht nur um einen Bagatell-Honoraranspruch; bei einem solchen wÃ¤re die Einhaltung der Schweigepflicht fÃ¼r den Beschwerdegegner 1 zumutbar (vgl. Rechenschaftsbericht des Obergerichts des Kantons Thurgau, RBOG 1993 Nr. 41 mit Hinweisen). Der BeschwerdefÃ¼hrer macht seinerseits denn auch keine Ã¼berwiegenden Interessen geltend, welche einer Entbindung entgegenstehen kÃ¶nnten, und auch aus den Akten ergeben sich keine anderweitigen Anhaltspunkte (vgl. BGr, 8. Juli 2002, 2P.90/2002, E. 5, www.bger.ch). Vielmehr richten sich die Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers gegen die Honorarforderung als solche bzw. die Art und Weise der MandatsausÃ¼bung durch den Beschwerdegegner 1. Diese offenen Fragen, die letztlich vom Zivilrichter zu beurteilen sind, stellen aber keine "Ã¼berwiegenden Interessen" dar, welche gegen eine beschrÃ¤nkte Entbindung vom Berufsgeheimnis sprechen kÃ¶nnten. Aus diesen GrÃ¼nden ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sei einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner 1 beantragt unter Hinweis auf § 17 Abs. 3 VRG eine ParteientschÃ¤digung. § 17 Abs. 2 und § 17 Abs. 3 VRG stellen aber keine alternativen Grundlagen fÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung dar. Vielmehr statuiert allein Absatz 2 die Voraussetzungen, <i>wann</i> eine ParteientschÃ¤digung zugesprochen werden kann. Dagegen regelt Absatz 3 nur den Fall, <i>wer </i>verpflichtet ist, die ParteientschÃ¤digung zu entrichten, wenn private Parteien mit gegensÃ¤tzlichen Begehren einander gegenÃ¼berstehen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 46, unter Hinweis auf VGr, 14. MÃ¤rz 1997, VB.1997.00003, E. 2c/d). Die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung gemÃ¤ss Absatz 2 kann beispielsweise beim Vorliegen komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen angebracht sein, welche besonderen Aufwand erforderten, oder wenn ein Rechtsbegehren offensichtlich unbegrÃ¼ndet war.</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend sind keine Voraussetzungen gegeben, welche die Zusprechung einer EntschÃ¤digung rechtfertigen wÃ¼rden, liegen doch weder komplizierte Sachverhalte noch schwierige Rechtsfragen zugrunde. Da gegen Anordnungen der Aufsichtskommission erst seit dem 1. Januar 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht gefÃ¼hrt werden kann, sich mithin noch keine einschlÃ¤gige Praxis entwickeln konnte, kann dem BeschwerdefÃ¼hrer auch nicht vorgeworfen werden, das Rechtsbegehren sei offensichtlich unbegrÃ¼ndet gewesen bzw. er hÃ¤tte den Verfahrensausgang erkennen mÃ¼ssen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 29).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 150.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 950.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, <br/> Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>