Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. September 2019 (720 18 271 / 220) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts; Abstellen auf medizinische Beurteilung des Suva-Kreisarztes ist nicht zu beanstanden; Anspruch auf Leistungen der IV wurde zu Recht abgelehnt. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Tina Ger- ber Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1990 geborene A.____ arbeitete zuletzt im P aketverteilungszentrum der B.____ AG als Betriebsangestellter für die Personalberatung "C .____ AG ″. Am 13. September 2017 erlitt er einen Arbeitsunfall, als sein linker Arm zwi schen zwei Förderbänder eingezogen und in mehreren Bereichen gequetscht wurde. Für diesen Unfall erbrachte die zuständige Schweizeri- sche Unfallversicherungsanstalt (Suva) bis zum 30. April 2018 die gesetzlichen Leistungen (vgl. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 6. Juni 2018). Nachdem A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, Einsprache gegen die Einstellung der Leistungen erhob, kam die Suva auf ihren Entscheid zu- rück und erbrachte auch über diesen Zeitpunkt hinaus die gesetzlichen Leistungen (vgl. Schrei- ben der Suva vom 19. September 2018, Suva Akte 95). A.2 Bereits am 28. Februar 2018 hat sich A.____ unter Hinweis auf andauernde Be- schwerden aus dem Unfall vom 13. September 2017 bei d er Eidgenössischen Invalidenversi- cherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Nachdem die zu ständige IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse abgeklärt hatte, lehn- te sie mit Verfügung vom 25. Juni 2018 einen Anspruch de s Versicherten gestützt auf eine un- eingeschränkte Arbeitsfähigkeit ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, weiterhin ver treten durch Rechtsanwalt Alter- matt, am 24. August 2018 Beschwerde beim Kantonsgeric ht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei die Besc hwerdegegnerin in Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung zu verpflichten, seine Ansprüche a uf Leistungen der Invalidenversiche- rung zu prüfen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründun g brachte er im Wesentlichen vor, dass sich die IV-Stelle in ihrem Entscheid auf unzureichende medizinische Unterlagen stütze. So bestehe eine Malunion der Trapeziumfraktur, welche bis heute nicht verheilt sei. Die von der Suva vorgebrachte und auch von der IV-Stelle berücksichti gte Behauptung, dass keine objekti- vierbaren Gründe mehr für eine Arbeitsunfähigkeit be stünden, sei damit erwiesenermassen falsch. C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin mit Hinweis auf eine Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) vom 12. September 2018 auf Abweisung der Beschwerde. D. Der Beschwerdeführer hielt im Rahmen seiner Replik v om 16. Januar 2019 an den Rechtsbegehren und Ausführungen in der Beschwerde fest und reichte einen Arztbericht vom 30. November 2018 ein. Ebenso bestand die Beschwerde gegnerin in ihrer Duplik vom 6. März 2019 unter Verweis auf eine weitere Stellungnahme ihres RAD-Arztes vom 23. Januar 2019 auf ihrem Antrag. E. Das Kantonsgericht zog in der Folge die Akten des den Beschwerdeführer betreffen- den Suva-Verfahrens bei. Mit Eingaben vom 29. März 2019 (inklusive RAD-Stellungnahme vom 28. März 2019) und 4. April 2019 (inklusive RAD-Stellun gnahme vom 3. April 2019) nahm die Beschwerdegegnerin zu den seit Hängigkeit des vorliege nden Verfahrens eingegangenen Ak- ten der Unfallversicherung Stellung. Der Beschwerdeführ er hielt am 15. Mai 2019 an seinen Ausführungen und Rechtsbegehren fest und reichte dem Kantongericht einen Arztbericht der behandelnden Handchirurgin vom 11. März 2019 ein. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf di e - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde vom 24. August 2018 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerd eführers auf Leistungen der In- validenversicherung. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefoch- tenen Verfügung vom 25. Juni 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsge- mäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsb efugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hin- weis). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit o der Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigu ng der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behan dlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichke iten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 AT SG). Für die Beurteilung des Vorlie- gens der Erwerbsunfähigkeit sind nach dem mit der 5. IV -Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidit ätsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unter lagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf di e andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E . 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei- teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsv erfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.5.1 Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliesslich auf versicherungsin- terne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 4.5.2 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten d arf und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natu r von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozial rechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5.1 Für die Beurteilung der umstrittenen Fragen lieg en zahlreiche medizinische Akten vor, die vom Gericht in ihrer Gesamtheit gewürdigt wurden. Für den vorliegenden Entscheid erwei- sen sich insbesondere die nachfolgenden Unterlagen als massgebend: 5.2 Mit Arztzeugnis UVG vom 25. September 2017 diagnost izierten die erstbehandelnden Ärzte der Notfallstation des Spitals D.____ ein Quetscht rauma des linken Unterarms mit gross- flächiger Hautablederung und Abschürfung. Röntgenaufna hmen hätten aber keine Frakturen der linken Hand, des linken Handgelenks oder des linken U nterarms gezeigt. Zudem habe sich kein Anhalt für eine Luxation im linken Ellbogengelen k ergeben. Der Versicherte sei vom 13. September 2017 bis 18. September 2017 hospitalisiert gewesen und eine 100%ige Arbeits- unfähigkeit bestehe sicher bis zum 8. Oktober 2017. Eine Arbeitsaufnahme erfolge gemäss kli- nischer Kontrolle im Verlauf. 5.3 Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, Spital D.____, hielt in ihrem Sprechstundenbericht vom 9. November 2017 fest, dass der Beschwerdeführer seit dem 27. Oktober 2017 über per- sistierende, bewegungsabhängige Schmerzen bei maximaler Flexion und Extension im Hand- gelenk sowie im Bereich des linken Daumens klage. Aufgrun d der Schmerzpersistenz sei eine CT-Untersuchung durchgeführt worden, welche eine suba kute trifragmentäre Fraktur am palmarseitigen Rand des Os trapezium ergeben habe. Als Diagnosen wurden eine trifragmentä- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht re Fraktur am Os trapezium der linken Hand bei Status nach Quetschtrauma am 13. September 2017 sowie eine Schienenbehandlung während zwölf Tagen posttraumatisch und eine volarsei- tige Abscherverletzung am linken Unterarm bei Status nac h Quetschtrauma am 13. September 2017 festgehalten. Es sei die Anlage eines Scaphoid- Gipses veranlasst worden, um der noch nicht vollständig abgeheilten Wunde am dorsalen Unterar m die regelmässige Wundbehandlung gewährleisten zu können. 5.4 In einem weiteren Sprechstundenbericht vom 18. Deze mber 2017 hielt Dr. E.____ bei gleichbleibenden Hauptdiagnosen fest, dass die nun fast drei Monate dauernde Wundheilung auffällig sei. Eine Blutentnahme habe gezeigt, dass de r Patient einen leicht erhöhten Nüchtern- Blutzuckerwert habe. Die restlichen Laborwerte seien im Normbereich. 5.5 Zwölf Wochen nach Schienenanlage begab sich der Pati ent in eine CT-Kontrolle im Spital D.____. Dr. med. F.____, FMH Chirurgie sowie Handchirurgie, hielt mit Sprechstunden- bericht vom 8. Februar 2018 fest, dass eine konsolidierte Triquetrum-Fraktur vorliege. Neben- befundlich bestehe ein kleines Ossikel im Bereich des Tri quetrums, welches jedoch keine klini- sche Relevanz haben dürfte. Der Versicherte sei hier auc h völlig beschwerdefrei. Es gehe nun darum, das Handgelenk, die Finger und auch die Schulte r zu mobilisieren. Bezüglich des Weichteildefekts habe sich bei langem Behandlungsgang eine Granulation eingestellt. Es fän- den sich noch drei bis vier kleine ulcerierende Erosionen, der übrige Wundrand sei jetzt granu- liert. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfäh igkeit. Eine tageweise Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit sei in ca. vier Wochen geplant. 5.6 Dr. E.____ führte am 15. März 2018 aus, dass sie i m Status keine zielführende Patho- logie finde. Der Bewegungsumfang im Handgelenk sei se itengleich symmetrisch normal, die Daumenopposition betrage Kapandji 5 und die Daumenex tension sei seitengleich symmetrisch und normal. Es fänden sich weder Handgelenksschwellungen noch solche an den Fingergelen- ken. Die Narbe am Unterarm heile langsam zu, die Fami lie sei aber mit der Wundpflege offen- sichtlich überfordert und es bestünde der Verdacht auf M anipulation, denn die Narbe heile nur sehr langsam. Aus ihrer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit ganz klar gegeben. Sie ersuche daher um eine kreisärztliche Untersuchung, um die Arbeitsfähigkeit des Versicherten festlegen zu können. 5.7 Der zuständige Unfallversicherer wandte sich in der Folge zur Beurteilung des unfall- medizinischen Sachverhalts an seinen Kreisarzt. Dr. med . G.____, FMH Orthopädische Chirur- gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner Beurteilung vom 24. April 2018 fest, dass bildmorphologisch die Trapeziumfraktur im Bere ich des linken Handgelenks konsoli- diert sei. Bezüglich des klinischen Verlaufs der Hautab lederungsverletzung sei aktenmässig eine langsame Heilung festgestellt worden. Gemäss den b eschriebenen klinischen Befunden und der vorhandenen Bildgebung sehe er eine 100%ige A rbeitsfähigkeit im angestammten Be- reich mit Paketverarbeitung und auf dem allgemeinen A rbeitsmarkt. Weitere Abklärungen oder Behandlungen seien nicht indiziert. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.8.1 Gestützt auf die vorgenannte Beurteilung von Dr. G.____ erliess die IV-Stelle am 25. Juni 2018 die angefochtene Verfügung. Im Rahmen des v orliegenden Beschwerdeverfahrens ergingen im Wesentlichen nachfolgende Berichte: 5.8.2 Am 3. September 2018 teilte Dr. G.____ mit, d ass er an seiner Beurteilung betreffend Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht festhalte, nachdem dem CT vom 8. August 2018 und dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. I.____, Facharzt für Chirurgie, eine Malunion zu entnehmen sei. Anders als im CT vom 8. Februar 2018 müsse von einer fehlenden knöchernen Heilung ausgegangen werden. Es bestehe dahe r eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich der Paketverarbeit ung. Dem Beschwerdeführer sei jedoch auch mit den Beschwerden an der linken Hand eine angepasste leichte bis mittelschwere Tätig- keit zumutbar. Bei deren Verrichtung dürfe er repetitive Arbeiten ausführen, aber keinen Vibrati- onsbelastungen ausgesetzt sein und keine Leitern oder G erüste besteigen. Feinmotorische Tätigkeiten könne er jedoch verrichten. 5.8.3 Der RAD-Arzt Dr. med. H.____, Facharzt für Ortho pädie sowie Physikalische und Re- habilitative Medizin, hielt am 12. September 2018 fest , dass sich der Versicherte am 13. September 2017 eine Weichteilverletzung im Bereich des linken Unterarms und eine Fraktur des linken Os trapezium zugezogen habe. Die Weichteilv erletzung sei zwischenzeitlich narbig abgeheilt; es bestehe hier jedoch noch eine mechanische M inderbelastbarkeit der Haut und eine Dysästhesie. Entsprechend der radiologischen Origi nalbefunde fände sich eine knöcherne Konsolidierung einer Os trapezium-Fraktur. Im radiologi schen Befund vom 8. August 2018 fän- de sich aber kein Hinweis auf eine Malunion. Die klini sche Beschwerdeangabe und der radiolo- gische Befund würden vielmehr Anhaltspunkte auf rhizarth roseähnliche Beschwerden zeigen, die aufgrund des Verletzungsmusters nachvollziehbar seien. Hieraus würde eine Minderbelast- barkeit des linken Daumensattelgelenks resultieren. Es fänden sich allerdings unauffällige Be- wegungsbefunde und sogar eine höhere Handkraft links be i leichter Muskelminderung am lin- ken Arm. Selbst unter der Annahme, dass es hierbei zu ei ner Seitenverwechslung gekommen sei, wäre linksseitig noch immer eine gute Handkraft fü r leichte bis mittelschwere Arbeiten vor- handen. Hinsichtlich der angestammten Tätigkeit sei noch weiterer Abklärungsbedarf gesehen worden, was aufgrund der teils widersprüchlichen Befund e nachvollziehbar sei. Plausibel sei ebenso eine zunehmende Schmerzsymptomatik beim forcierte n Spitzgriff oder bei einer repeti- tiven hohen Belastung der linken Hand, wie im Rahmen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Be- züglich einer leidensangepassten Tätigkeit müsse einerseit s die Wundheilung am linken Unter- arm sowie die Konsolidierung der Os trapezium-Fraktur berücksichtigt werden. Hierbei sei für den Zeitraum vom 13. September 2017 bis zum 15. März 2018 von einer 100%igen Arbeitsun- fähigkeit auszugehen. Im Anschluss sei unter Berücksichtigung der Minderbelastbarkeit des linken Daumensattelgelenks eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für eine leidensangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Vibrationsbelastungen , ohne Besteigen von Leitern oder Ge- rüsten und ohne repetitive Arbeiten gegeben. Feinmoto rische Tätigkeiten seien jedoch zumut- bar. Diese Arbeiten könnten ganztags ausgeführt werden , da sich keine Erkrankungen fänden, die eine eingeschränkte Tagesarbeitszeit rechtfertigen würden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.8.4 Der Beschwerdeführer reichte den Sprechstundenber icht sowie den Operationsbericht vom 30. November 2018 ein. Darin führt Dr. I.____ aus, dass aufgrund der unveränderten Be- schwerden eine Infiltration des Daumensattelgelenks mit Cortison und Ropivacain vorgenom- men worden sei. Entsprechend einer Telefonnotiz der S uva vom 13. Februar 2019 (vgl. Suva Akte 132) sei am 30. November 2018 die Infiltration erfolgreich durchgeführt worden und der Beschwerdeführer könne arbeiten. 5.8.5 Die behandelnde Ärztin Dr. med. J.____, FMH Or thopädische Chirurgie und Traumato- logie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, diagno stizierte in ihrem Bericht vom 11. März 2019 eine Funktionseinschränkung des linken Handgelenks und Unterarms bei Status nach schwerem Quetschtrauma am 13. September 2017, eine zentrale Verarbeitungsstörung mit Quadrantensyndrom und Läsion des Nervus cutaneus ant ebrachii medialis links, ein neuro- genes Thoracic-outlet-Syndrom (TOS) links sowie eine Läsio n des dorsalen intercarpalen Li- gaments des linken Handgelenks. Für die nächsten sechs Wo chen sei der Patient zu 100 % arbeitsunfähig. Bei Beschwerdepersistenz zu diesem Zeitpu nkt komme es gegebenenfalls zur Planung einer diagnostischen Arthroskopie des linken Handgelenks. 5.8.6 Mit Berichten vom 28. März 2019 und 3. April 201 9 nahm der RAD-Arzt Dr. H.____ zu den eingeholten Akten des zuständigen Unfallversicherers S tellung. Er hielt fest, dass sich für eine Nonunion in den wiederholt durchgeführten CT-Un tersuchungen kein radiologisches Sub- strat finde. Die aktuellen handchirurgischen Untersuchunge n und Behandlungen seien mit dem definierten Leistungsprofil vereinbar. In Kenntnis der gesamten Aktenlage könne an der Verfü- gung vom 25. Juni 2018 unverändert festgehalten werden . Die neurologischen Beschwerden seien erstmals am 20. Februar 2019 und somit in grossem zeitlichem Abstand zur Verfügung erwähnt worden. 6.1 Die IV-Stelle stellte in der angefochtenen Verfü gung vom 25. Juni 2018 bei der Würdi- gung des massgebenden medizinischen Sachverhalts und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Ausführungen des Kreisarztes Dr. G.____ vom 24. April 2018 ab. Sie ging deshalb da- von aus, dass der Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeits fähigkeit im angestammten Bereich im der Paketverarbeitung und auf dem allgemeinen Arbe itsmarkt aufweise. Diese vorinstanzli- che Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (E. 4.5.1 hiervor), sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn sich der angefochtene Entscheid im Wesentlichen oder ausschliesslich auf versicherungsinter ne medizinische Unterlagen stützt. Bereits bei geringen Zweifeln an die Zuverlässigkeit u nd Schlüssigkeit der ärztlichen Feststel- lungen sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Entspr echen die verwaltungsintern einge- holten ärztlichen Stellungnahmen jedoch den Vorgaben d er bundesgerichtlichen Rechtspre- chung (vgl. oben E. 4.3), so kann darauf abgestellt we rden, denn ausschlaggebend für den Be- weiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Bew eismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 160 E.1c). Zwei- fel an der Zuverlässigkeit des Berichts von Dr. G.____ v om 24. April 2018 bestanden im Verfü- gungszeitpunkt nicht, erfüllt dieser doch alle rechtspr echungsgemässen Voraussetzungen an eine taugliche medizinische Beurteilungsgrundlage. Der Bericht weist weder formale noch in- haltliche Mängel auf und ist – wie dies vom Bundesgerich t verlangt wird – für die streitigen Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lange umfassend und seine Darlegung der medizinischen Zusammenhänge leuchtet zudem ein. Die auf diese Erkenntnisse gestützte Zumutbarkeitsbeurt eilung ist ebenfalls nicht zu beanstan- den und stimmt mit jener der behandelnden Ärztin Dr. E.____ überein (vgl. Bericht vom 15. März 2018, oben E. 5.6). Es wird deutlich, dass der Beschwerdeführer sowohl in der ange- stammten als auch in jeder anderen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu 100 % ar- beitsfähig ist. Die vorinstanzliche Beurteilung erfül lt somit in jeder Hinsicht die durch die bun- desgerichtliche Rechtsprechung formulierten Anforderungen an beweistaugliche Berichte. 6.2.1 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdefüh rers nichts. Er macht sinngemäss geltend, die IV-Stelle habe den medizinischen Sachverhal t ungenügend abgeklärt, weil sie kei- ne eigenen Untersuchungen in die Wege geleitet und sich nur auf die Beurteilung des Suva- Kreisarztes gestützt habe. Damit habe sie den Untersuchu ngsgrundsatz verletzt. Es trifft zu, dass die IV-Stelle die Verfügung ohne Einholung von e xternen Berichten erliess und sich auf die Ausführungen des Kreisarztes vom 24. April 2018 stü tzte, welche jedoch - wie vorstehend ausgeführt - entgegen seiner Auffassung beweistauglich sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind. Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklärung von Amtes w egen, wobei es im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit wel chen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt der IV-Stelle dami t ein grosser Ermessensspielraum be- züglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Sie ist jedoch gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz verpflichte t, den Sachverhalt soweit zu ermit- teln, dass sie über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entscheiden kann (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b). Wie vorstehend in Erwägung 6.1 ausgeführt, konnte die Beschwerdegegnerin aufgru nd der ihr zur Verfügung stehenden Un- terlagen der Suva den medizinischen Sachverhalt sowohl in klinischer wie auch in radiologi- scher Hinsicht nachvollziehbar und genügend beurteilen. D ie von ihr gezogenen Schlussfolge- rungen sind nicht zu beanstanden, weshalb sie von weite rgehenden eigenen Untersuchungen absehen und den Rentenanspruch des Beschwerdeführers rechtsgenüglich bemessen konnte. 6.2.2 Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, da ss die nach dem Verfügungserlass ergangenen Arztberichte des RAD irrelevant seien. Wie vo rstehend in Erwägung 2 bereits er- wähnt, ist im Beschwerdeverfahren der Sachverhalt massg ebend, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Juni 2018 entwicke lt hat. Später eingereichte ärztliche Berichte sind aber ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn d araus Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses g ezogen werden können (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b in fine). Davon ist vorlieg end entgegen der Auffassung des Be- schwerdeführers auszugehen. Zunächst führte Dr. G.____ a m 3. September 2018 aus, dass aufgrund einer am 8. August 2018 durchgeführten CT-U ntersuchung und des dazugehörigen Berichts von Dr. I.____ von einer Malunion des Os trapezi us und von einer fehlenden knöcher- nen Heilung auszugehen sei. Er kam deshalb auf seine ursprüngliche Zumutbarkeitsbeurteilung vom 24. April 2018 zurück und erachtete den Beschwerdefü hrer in der angestammten Tätigkeit in der Paketverarbeitung als nicht mehr arbeitsfähig. Die nach dem Verfügungszeitpunkt aufge- tretenen gesundheitlichen Beschwerden stehen daher mit dem Unfall vom 13. September 2017 in Zusammenhang. Dies trifft auch auf die im Rahmen d er Vernehmlassung eingeholte Stel- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lungnahme von Dr. H.____ vom 12. September 2018 zu. M it Blick auf die Ausführungen von Dr. G.____ vom 3. September 2018 ging er aufgrund de r klinischen Beschwerdeangaben und der radiologischen Befunde von rhizarthroseähnlichen Besch werden aus, welche aufgrund des Verletzungsmusters nachvollziehbar seien. Daraus würde e ine Minderbelastbarkeit im Dau- mensattelgelenk resultieren, die mit der hohen manuell en Belastung der angestammten Tätig- keit nicht vereinbar sei, weshalb der Beschwerdeführe r diese nicht mehr ausüben könne. Hin- gegen sei er auch mit diesen Befunden in einer leiden sangepassten Arbeit zu 100% arbeitsfä- hig. Diese Ausführungen überzeugen und machen deutli ch, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit nicht mehr, jedoch in einer adap tierten uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Diese Auffassung vertrat auch Dr. G.____, der in seinem Bericht vom 3. September 2018 festhielt, dass der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit der linken Hand ganztags leichte bis mittelschwere nicht repetitive Arbei ten ausüben könne ohne Vibrationsbe- lastungen und Steigen auf Leitern und Gerüste. Feinm otorische Tätigkeiten seien ihm ebenfalls zumutbar. Unter diesen Umständen bestand für die Beschwe rdegegnerin kein Anlass, von ihrer ursprünglichen Beurteilung abzuweichen. 6.2.3 In Bezug auf die abweichende Beurteilung der A rbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte Dr. I.____ und Dr. J.____ ist zu berücksichtigen, da ss diese im Hinblick auf ihre auftrags- rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunt er eher zugunsten ihrer Patienten aussa- gen dürften (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem stützten so wohl Dr. I.____ als auch Dr. J.____ ihre Zumutbarkeitsbeurteilungen einzig auf die angestam mte Tätigkeit. Ihre Berichte überzeu- gen deshalb nicht, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 6.2.4 Der Beschwerdeführer geht auch fehl, wenn er mo niert, dass die am 30. November 2018 von Dr. I.____ durchgeführte Infiltration keine Besserung gebracht habe. Gemäss der Te- lefonnotiz der Suva vom 13. Februar 2018 steht fest, dass die Infiltration erfolgreich war und der Beschwerdeführer wieder arbeiten konnte (vgl. oben E. 5.7.2; Suva Akten 131/132). 6.2.5 Auch die zuletzt im Februar 2019 und März 2019 erhobenen Befunde von Dr. J.____ vom 11. März 2019 und Dr. med. K.____, FMH Neurologie , vom 20. Februar 2019, wonach ne- ben der Funktionseinschränkung am Handgelenk und am l inken Unterarm eine Verarbeitungs- störung mit Quandrantensyndrom, eine Läsion des Nervus c ataneus antrachiali, ein neuroge- nes TOS links als Folge einer veränderten Armhaltung und eine Läsion des dorsalen intercarpa- len Ligamentes am linken Handgelenk bestehe, vermögen keine richtungsgebende Verschlech- terung des Gesundheitszustandes zu begründen und ändern nichts an der beweiskräftigen Ein- schätzung von Dr. G.____ und Dr. H.____. Dabei ist ohne hin fraglich, ob die Aspekte der zent- ralen Verarbeitungsstörung und des TOS im vorliegende n Verfahren berücksichtigt werden können oder ob sie Gegenstand einer Neuanmeldung bilde n müssten. Diese Frage kann aber letztlich offenbleiben, denn auch die neuen Einschätzung en vermögen das Attest einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit nicht in Zweifel ziehen. Dies um- so weniger, als aufgrund der letzten Berichte von Dr. J .____ von einer deutlichen Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers auszugehen ist (vgl. Berichte von Dr. J.____ vom 5. Juni 2019 und 24. Juli 2019, Suva Akten 162 und 172) Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.6 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend m acht, die Suva richte gestützt auf die Beurteilung von Dr. G.____ vom 3. September 201 8 erneut Taggelder aus, verkennt er, dass die Unfallversicherung ihre vorübergehenden Leistu ngen, wie Taggelder und Heilbehand- lung, so lange zu gewähren hat, als von der Fortsetzu ng der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und ist ein Endzustand eingetreten, so ist der Fall unt er Einstellung der vorübergehenden Leis- tungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf e ine Invalidenrente und/oder eine Integri- tätsentschädigung abzuschliessen (Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversiche- rung [UVG] vom 21. März 1981). Die Suva ging ursprüng lich unter Berücksichtigung der kreis- ärztlichen Beurteilung von Dr. G.____ vom 24. April 201 8 davon aus, dass aus medizinischer Sicht von keiner namhaften Besserung des Gesundheitszustan ds mehr ausgegangen werden könne, weshalb sie mit Verfügung vom 6. Juni 2018 die vo rübergehenden Leistungen per 1. Mai 2018 einstellte und einen Rentenanspruch ablehnte. In der Folge wurde aufgrund der CT und dem Bericht von Dr. I.____ vom 8. August 2018 jed och festgestellt, dass der Endzustand am 1. Mai 2018 noch nicht vorlag. Der Kreisarzt kam d eshalb am 3. September 2018 auf seine Beurteilung vom 24. April 2018 zurück. Die Suva musste unter diesen Umständen ihren ur- sprünglichen Entscheid aufheben und dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen über den 30. April 2018 hinaus ausrichten. Demgegenüber dur fte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung von Dr. G.____ vom 24. April 20 18 einen Leistungsanspruch des Be- schwerdeführers ablehnen, nachdem dieser sowohl in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig war und damit die Anspruchsvoraussetzungen im Sinne des IVG nicht erfüllte. 6.3 Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Beschw erdegegnerin für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts zu Recht auf di e Berichte von Dr. G.____ und Dr. H.____ abgestellt hat. Demzufolge ist davon auszugeh en, dass der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten, leicht bis mittelschwer bela stenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist und ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen kann. Es ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in der angefoch tenen Verfügung auf eine konkrete Berechnung des Invaliditätsgrad verzichtete. Die dagege n erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 7. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 8 00.-- festgesetzt werden, ihm aufzu- erlegen sind. Bei diesem Verfahrensausgang besteht ke in Anspruch auf eine Parteientschädi- gung (Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG e contrario). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in derselben Höhe verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht