<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00336</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206400&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00336</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.12.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Strafentscheid - Verstoss gegen das Entsenderecht</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nichteinhaltung der minimalen Entlöhnung<br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts und des Einzelrichters (E. 1). In objektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der Nichteinhaltung der minimalen Entlöhnung gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG voraus, dass das entsendende Unternehmen Arbeitgeber und die entsandte Person Arbeitnehmer im Sinne von Art. 1 EntsG ist. Dies ist vorliegend zweifellos der Fall: Die Beschwerdeführerin blieb auch während des Einsatzes ihrer Mitarbeiter bei der B GmbH weiterhin zur Lohnzahlung verpflichtet, und der Anspruch auf Leistung der Arbeit verblieb bei ihr. Damit erfüllt sie die wesentlichen Eigenschaften einer Arbeitgeberin. Zudem ging das Weisungsrecht des Arbeitgebers nur teilweise auf den Einsatzbetrieb über, nämlich nur insoweit, als dieses sich auf die konkrete Ausführung der Arbeit bezieht. Da die den drei entsandten Arbeitnehmern gewährte Entlöhnung unbestrittenermassen und nachweislich unter den Minimalansätzen des anwendbaren allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrages lag, sind damit alle objektiven Tatbestandselemente erfüllt (E. 3.2). Es ist aus den Akten nichts ersichtlich, was darauf hindeutete, dass die Beschwerdeführerin irgend etwas vorgekehrt hätte, um den Einsatz ihrer Arbeitnehmer in der Schweiz oder die Unterschreitung der Minimallöhne zu verhindern. Somit muss sie sich vorwerfen lassen, wenn nicht eventualvorsätzlich, so doch fahrlässig die Beschäftigung ihrer Arbeitnehmer in der Schweiz zu Löhnen unter Missachtung der Bestimmungen über die minimale Entlöhnung herbeigeführt zu haben (E. 3.3). Ob die Beschwerdeführerin (auch) gegen Art. 12 Abs. 2 AVG verstossen hat und deswegen zu bestrafen ist, kann hier offen bleiben. Vorliegend wäre die Erfüllung dieses Tatbestandes als Vorfrage nur dann zu prüfen, wenn dies einen Einfluss auf die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 lit. a EntsG hätte. Diese wäre dann der Fall, wenn zwischen diesen beiden Gesetzesverstössen unechte Konkurrenz bestünde. Es besteht echte Konkurrenzzwischen den Tatbeständen der Nichteinhaltung der minimalen Entlöhnung gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG und des Verstosses gegen das Verbot des Personalverleihs vom Ausland in die Schweiz gemäss Art. 12 Abs. 2 AVG (E. 4). Der objektive und subjektive Tatbestand der Nichteinhaltung der minimalen Entlöhnung ist erfüllt, was ungeachtet eines allfälligen Verstosses gegen Art. 12 Abs. 2 AVG zur Ausfällung einer Verwaltungsbusse führt (E. 5). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITGEBER/-IN">ARBEITGEBER/-IN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSVERMITTLUNG">ARBEITSVERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSENDEGESETZ">ENTSENDEGESETZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTARBEITSVERTRAG (GAV)">GESAMTARBEITSVERTRAG (GAV)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MINIMALE ENTLÃHNUNG">MINIMALE ENTLÃHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSBUSSE">VERWALTUNGSBUSSE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 12 Abs. 2 AVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 EntsG</span><br/><span class="gerade">Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 Abs. 2 lit. a EntsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 57</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 8. November 2005 kontrollierte die Arbeitskontrollstelle Kanton ZÃ¼rich eine Baustelle in M. Dabei traf sie auf drei deutsche StaatsangehÃ¶rige, die dort Bauarbeiten verrichteten. Die ParitÃ¤tische Landeskommission im Metallgewerbe zeigte am 3. Februar 2006 die Firma B GmbH in X, Deutschland, wegen eines Verstosses gegen die Vorschriften Ã¼ber die minimale EntlÃ¶hnung gemÃ¤ss allgemein verbindlich erklÃ¤rtem Landesmantelvertrag im Metallgewerbe an.</p> <p class="Urteilstext">Das Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit des Kantons ZÃ¼rich gewÃ¤hrte am 8. Februar 2006 der Firma A GmbH das rechtliche GehÃ¶r, worauf diese mitteilte, sie betreibe zwar einen Personalverleih, aber nur an deutsche Unternehmen und keinesfalls grenzÃ¼berschreitend in die Schweiz. Auf telefonische Anfrage gab der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer an, die drei angetroffenen Personen seien Mitarbeitende der A GmbH; allerdings sei ihm nicht bewusst gewesen, dass diese in der Schweiz tÃ¤tig gewesen seien. </p> <p class="Urteilstext">In der Folge erliess das Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit am 14. MÃ¤rz 2006 einen Strafentscheid und sprach wegen des Verstosses gegen Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1989 Ã¼ber die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsgesetz, AVG, SR 823.11) eine Busse von Fr. 1'000.- und wegen des Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 8. Oktober 1999 Ã¼ber die minimalen Arbeits- und Lohnbedingungen fÃ¼r in die Schweiz entsandte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und flankierende Massnahmen (Entsendegesetz, EntsG, SR 823.20) eine Busse im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. a EntsG von Fr. 1'500.- aus. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Strafentscheid liess die A GmbH an die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons ZÃ¼rich rekurrieren. Diese verfÃ¼gte am 12. Juli 2006 die Aufhebung der Busse von Fr. 1'000.- wegen des Verstosses gegen das Arbeitsvermittlungsgesetz und lud das Amt fÃ¼r Arbeit und Wirtschaft ein, beim Statthalteramt als zustÃ¤ndiger BehÃ¶rde Strafanzeige zu erheben. Im Ãbrigen wies sie den Rekurs ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht vom 21. August 2006 liess die A GmbH beantragen, den Strafentscheid des Amtes fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit vom 14. MÃ¤rz 2006 sowie die VerfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion vom 12. Juli 2006 aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Das Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit verzichtete ausdrÃ¼cklich auf eine Beschwerdeantwort; die Volkswirtschaftsdirektion beantragte, die Beschwerde unter Kostenfolgen abzuweisen.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b> Die Beschwerde richtet sich gegen einen Rekursentscheid der Volkswirtschaftsdirektion und betrifft in der Sache eine wegen Verletzung des Entsendegesetzes ausgesprochene Verwaltungsbusse. Somit liegt eine letztinstanzliche Anordnung einer VerwaltungsbehÃ¶rde in einer nicht im Negativkatalog von § 43 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) enthaltenen Materie vor, weshalb die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig ist.</p> <p class="Urteilstext"><span>Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b> Beschwerden mit einem Streitwert bis Fr. 20'000.- sind einzelrichterlich zu behandeln. In FÃ¤llen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung kann die Entscheidung der Kammer Ã¼bertragen werden; ist ein Entscheid des Regierungsrates angefochten, hat die Kammer zu entscheiden. Da vorliegend eine Verwaltungsbusse von lediglich Fr. 1'500.- angefochten ist und weder ein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung vorliegt noch ein Regierungsratsentscheid angefochten wird, ist die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit gegeben (§ 38 Abs. 2 und 3 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> Entsendet ein Arbeitgeber mit Sitz im Ausland Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen in die Schweiz, damit sie hier fÃ¼r einen bestimmten Zeitraum auf seine Rechnung und unter seiner Leitung im Rahmen eines VertragsverhÃ¤ltnisses zwischen ihm und dem LeistungsempfÃ¤nger eine Arbeitsleistung erbringen, so hat er unter anderem die in Bundesgesetzen, Verordnungen des Bundesrates, allgemein verbindlich erklÃ¤rten GesamtarbeitsvertrÃ¤gen und NormalarbeitsvertrÃ¤gen vorgeschriebene minimale EntlÃ¶hnung zu garantieren (Art. 1 Abs. 1 lit. a und Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG). Der Begriff des Arbeitnehmers und der Arbeitnehmerin bestimmt sich immer nach schweizerischem Recht (Art. 1 Abs. 2 EntsG). Bei geringfÃ¼gigen VerstÃ¶ssen gegen (unter anderem) das Gebot der Einhaltung der minimalen EntlÃ¶hnung kann die kantonale BehÃ¶rde eine Verwaltungsbusse bis Fr. 5'000.- aussprechen. WÃ¼rde die Ermittlung der natÃ¼rlichen Person, die die Tat verÃ¼bt hat, oder der dafÃ¼r verantwortlichen Person Untersuchungsmassnahmen bedingen, die im Hinblick auf die verwirkte Strafe unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤ren, so kann von einer Verfolgung dieser Personen Umgang genommen und an ihrer Stelle die juristische Person, die Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft oder die Einzelfirma zur Bezahlung der Busse verurteilt werden (Art. 9 Abs. 2 lit. a EntsG, Art. 7 Bundesgesetz vom 22. MÃ¤rz 1974 Ã¼ber das Verwaltungsstrafrecht [VStrR], SR 313.0). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> In subjektiver Hinsicht erfordert die AusfÃ¤llung einer Verwaltungsbusse ein Verschulden. Dabei genÃ¼gt neben dem Vorsatz auch blosse FahrlÃ¤ssigkeit (Art. 333 Abs. 3 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 [StGB], SR 311.0). VorsÃ¤tzlich handelt eine Person, wenn sie mit Wissen und Willen handelt (Art. 18 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 2 VStrR). Nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. statt vieler: BGE 130 IV 58 E. 8.2) fÃ¤llt darunter nicht nur die direkt vorsÃ¤tzliche, sondern auch die eventualvorsÃ¤tzliche Tatbegehung, welche vorliegt, wenn der TÃ¤ter den als mÃ¶glich vorausgesehenen Erfolg fÃ¼r den Fall seines Eintritts billigt, sich mit ihm abfindet, oder ihn in Kauf nimmt. FahrlÃ¤ssig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht RÃ¼cksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der TÃ¤ter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den UmstÃ¤nden und nach seinen persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 2 VStrR).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b> Von der BeschwerdefÃ¼hrerin anerkannt und auch durch die Akten belegt ist, dass sie die drei anlÃ¤sslich der Baustellenkontrolle angetroffenen Personen als Leiharbeiter der Firma B GmbH in X, Deutschland, gestÃ¼tzt auf ArbeitnehmerÃ¼berlassungsvertrÃ¤ge zur <span>VerfÃ¼gung </span>gestellt hatte. Weiter bestreitet die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht, dass die drei Personen nicht nach den anwendbaren Bestimmungen Ã¼ber die minimale EntlÃ¶hnung gemÃ¤ss allgemein verbindlich erklÃ¤rtem Landesmantelvertrag im Metallgewerbe entlÃ¶hnt wurden.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht hingegen geltend, sie sei als Personalverleiherin nicht Arbeitgeberin im Sinne von Art. 1 EntsG. Auch seien die drei Personen ohne ihr Wissen in der Schweiz tÃ¤tig gewesen, weshalb sie diese nicht in die Schweiz entsandt habe. Die Arbeitnehmer hÃ¤tten nicht auf Rechnung und unter der Leitung der BeschwerdefÃ¼hrerin, sondern vielmehr der B GmbH gearbeitet, und die Arbeit sei im Rahmen eines Vertrages zwischen dem schweizerischen Auftraggeber und der B GmbH und nicht etwa der BeschwerdefÃ¼hrerin erbracht worden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> In objektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der Nichteinhaltung der minimalen EntlÃ¶hnung gemÃ¤ss Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG vorerst voraus, dass das entsendende Unternehmen Arbeitgeber und die entsandte Person Arbeitnehmer im Sinne von Art. 1 EntsG ist. Dies ist vorliegend zweifellos der Fall: Die BeschwerdefÃ¼hrerin blieb auch wÃ¤hrend des Einsatzes ihrer Mitarbeiter bei der Firma B GmbH weiterhin zur Lohnzahlung verpflichtet, und der Anspruch auf Leistung der Arbeit verblieb bei ihr. Damit erfÃ¼llt sie die wesentlichen Eigenschaften einer Arbeitgeberin. Der Personalverleiher wird im Ãbrigen folgerichtig nicht nur im schweizerischen Recht, sondern auch im auf das VerhÃ¤ltnis zwischen BeschwerdefÃ¼hrerin und ihren Mitarbeitern grundsÃ¤tzlich anwendbaren deutschen Recht als "Arbeitgeber" bezeichnet (fÃ¼r die Schweiz: Art. 12 Abs. 1 AVG; fÃ¼r Deutschland: Gesetz zur Regelung der gewerbsmÃ¤ssigen ArbeitnehmerÃ¼berlassung [AÃG] vom 7. August 1972, § 1 Absatz 1). </p> <p class="Urteilstext">Die beschÃ¤ftigten Personen waren auch wÃ¤hrend ihres Einsatzes bei der Firma B GmbH auf Rechnung der BeschwerdefÃ¼hrerin tÃ¤tig, floss dieser doch der ErlÃ¶s fÃ¼r die geleistete Arbeit zu. Zudem ging das Weisungsrecht des Arbeitgebers nur teilweise auf den Einsatzbetrieb Ã¼ber, nÃ¤mlich nur insoweit, als dieses sich auf die konkrete AusfÃ¼hrung der Arbeit bezieht. Dem Personalverleiher verbleiben aber wesentliche Teile des Weisungsrechts; unter anderem bestimmt er auch Ã¼ber den Abbruch des Einsatzes (Andreas Ritter, Das revidierte Arbeitsvermittlungsgesetz, Bern 1994, S. 22). Im Ãbrigen soll mit der Formulierung "auf seine Rechnung und unter seiner Leitung" primÃ¤r klar gestellt werden, dass die entsandte Person nicht auf eigene Rechnung und selbstÃ¤ndig, beispielsweise als Unternehmerin oder Unterakkordantin, tÃ¤tig ist, sondern dem Entsender rechtlich untergeordnet ist.</p> <p class="Urteilstext">Weiter erbrachten die entsandten Arbeitnehmer ihre Dienste im Rahmen des Verleih- oder ArbeitnehmerÃ¼berlassungsvertrages zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und der B GmbH, welche EmpfÃ¤ngerin der Arbeitsleistung war. Dass Letztere diese Leistungen zur ErfÃ¼llung ihrer vertraglichen Verpflichtungen weiter verwendete, Ã¤ndert daran nichts.</p> <p class="Urteilstext">Da die den drei entsandten Arbeitnehmern gewÃ¤hrte EntlÃ¶hnung unbestrittenermassen und nachweislich unter den MinimalansÃ¤tzen des anwendbaren allgemein verbindlich erklÃ¤rten Gesamtarbeitsvertrages lag, sind damit alle objektiven Tatbestandselemente erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> Wie erwÃ¤hnt, wird schon die bloss fahrlÃ¤ssige Begehung sanktioniert. Zu prÃ¼fen ist deshalb, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin den Einsatz ihrer drei Mitarbeiter in der Schweiz zu ungenÃ¼genden LÃ¶hnen bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hÃ¤tte verhindern kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin stellte ihre drei Arbeitnehmer einem an der Grenze zur Schweiz liegenden Unternehmen der Baubranche zur VerfÃ¼gung. Dies allein genÃ¼gt zwar noch nicht zur Annahme eines Verschuldens. Hingegen ergab sich aus dem Einsatzort und der Branche, dass ein Einsatz der Leiharbeiter in der Schweiz im Bereich des MÃ¶glichen lag. Somit hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin dafÃ¼r besorgt zu sein, dass ihre Arbeitnehmer nicht in der Schweiz (oder gegebenenfalls erst nach ErhÃ¶hnung des Lohnes auf die schweizerische MinimalentlÃ¶hnung) tÃ¤tig werden wÃ¼rden. Wie sie dies im Einzelnen hÃ¤tte tun kÃ¶nnen, braucht hier nicht erschÃ¶pfend dargetan zu werden. So hÃ¤tte sie ihre Arbeitnehmer klar entsprechend anweisen kÃ¶nnen. Sie hÃ¤tte auch vom Einsatzbetrieb verlangen kÃ¶nnen, Ã¼ber die Einsatzorte orientiert zu werden. Sie kann sich jedenfalls nicht darauf berufen, der Einsatzort sei nur in der ersten AuftragsbestÃ¤tigung aufgefÃ¼hrt und fÃ¼r die spÃ¤teren Einsatzorte sei nicht jedes Mal ein neuer Auftrag erteilt oder eine neue AuftragsbestÃ¤tigung erstellt worden. So sei lediglich "der Arbeitsbeginn festgehalten und als Einsatzort ("Baustellenanschrift") das Domizil der B GmbH angegeben" worden. Damit zeigt sich, dass sie sich nicht weiter darum gekÃ¼mmert hatte, wo ihre Arbeitnehmer konkret eingesetzt werden wÃ¼rden. Es ist aus den Akten nichts ersichtlich, was darauf hindeutete, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin irgend etwas vorgekehrt hÃ¤tte, um den Einsatz ihrer Arbeitnehmer in der Schweiz oder die Unterschreitung der MinimallÃ¶hne zu verhindern, und sie behauptet dies auch nicht. Somit muss sie sich vorwerfen lassen, wenn nicht eventualvorsÃ¤tzlich, so doch fahrlÃ¤ssig die BeschÃ¤ftigung ihrer Arbeitnehmer in der Schweiz zu LÃ¶hnen unter Missachtung der Bestimmungen Ã¼ber die minimale EntlÃ¶hnung herbeigefÃ¼hrt zu haben. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b><br/> Ob die BeschwerdefÃ¼hrerin (auch) gegen Art. 12 Abs. 2 AVG verstossen hat und deswegen zu bestrafen ist, kann hier offen bleiben. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sind dazu nicht die VerwaltungsbehÃ¶rden, sondern die ordentlichen StrafverfolgungsbehÃ¶rden zustÃ¤ndig. Vorliegend wÃ¤re die ErfÃ¼llung dieses Tatbestandes als Vorfrage nur dann zu prÃ¼fen, wenn dies einen Einfluss auf die Anwendung von Art. 9 Abs. 2 lit. a EntsG hÃ¤tte. Dies wÃ¤re dann der Fall, wenn zwischen diesen beiden GesetzesverstÃ¶ssen so genannte unechte Konkurrenz bestÃ¼nde, mithin also der eine Tatbestand im VerhÃ¤ltnis zum anderen subsidiÃ¤r oder speziell wÃ¤re oder der eine durch den anderen konsumiert wÃ¼rde. Ob echte oder unechte Konkurrenz vorliegt, beurteilt sich unter anderem entscheidend danach, welches Rechtsgut die jeweilige Bestimmung schÃ¼tzen will. </p> <p class="Urteilstext"><br/> Die Bestimmungen des Entsendegesetzes Ã¼ber die MinimallÃ¶hne bezwecken den Schutz der inlÃ¤ndischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor Sozial- und Lohndumping durch entsandte Arbeitnehmende (Botschaft zur Genehmigung der sektoriellen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG vom 23. Juni 1999 [BBl 1999, 6394]). DemgegenÃ¼ber soll das Arbeitsvermittlungsgesetz den Leiharbeiter und die Leiharbeiterin vor den dem Personalverleih immanenten spezifischen GefÃ¤hrdungen insbesondere bezÃ¼glich der Sicherung und Durchsetzung des individuellen Lohnanspruches bewahren und knÃ¼pft deshalb die Bewilligung zum Personalverleih an verschiedene Bedingungen und Auflagen (Art. 12 ff. AVG; Botschaft zu einem revidierten Bundesgesetz Ã¼ber die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih vom 27. November 1985, BBl 1985 III 568; Ritter, S. 30 f.). Der Personalverleih vom Ausland in die Schweiz ist verboten, weil gegenÃ¼ber Verleihbetrieben im Ausland nicht kontrolliert werden kÃ¶nnte, ob sie diese Bestimmungen einhalten (Art. 12 Abs. 2 AVG; BBl 1985 III 610). Die Vorinstanz erwÃ¤hnt als Zweck des Arbeitsvermittlungsgesetzes die Verhinderung von grenzÃ¼berschreitendem Lohn- und Sozialdumping. Dies bezieht sich aber lediglich auf die im Rahmen des (gescheiterten) EWR-Projektes geplante Revision des Arbeitsvermittlungsgesetzes, womit der Personalverleih vom Ausland in die Schweiz zulÃ¤ssig geworden wÃ¤re, welche aber in diesem Punkt dann ebenfalls nicht zustande kam (vgl. Ritter, S. 67 f.). Der Schutz vor Sozial- und Lohndumping in Zusammenhang mit der vorÃ¼bergehenden BeschÃ¤ftigung auslÃ¤ndischer Arbeitnehmenden durch einen Arbeitgeber mit Sitz im Ausland ist dann im Entsendegesetz geregelt worden. Die beiden Gesetzesbestimmungen haben somit einen unterschiedlichen Zweck: Das Entsendegesetz schÃ¼tzt die inlÃ¤ndischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Art. 12 Abs. 2 AVG letztlich die auslÃ¤ndischen Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Damit besteht echte Konkurrenz zwischen den TatbestÃ¤nden der Nichteinhaltung der minimalen EntlÃ¶hnung gemÃ¤ss Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG und des Verstosses gegen das Verbot des Personalverleihs vom Ausland in die Schweiz gemÃ¤ss Art. 12 Abs. 2 AVG.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ergibt sich, dass der objektive und subjektive Tatbestand der Nichteinhaltung der minimalen EntlÃ¶hnung gemÃ¤ss Art. 2 Abs. 1 lit. a EntsG erfÃ¼llt ist, was ungeachtet eines allfÃ¤lligen Verstosses gegen Art. 12 Abs. 2 AVG zur AusfÃ¤llung einer Verwaltungsbusse fÃ¼hrt. Die Bemessung dieser Verwaltungsbusse wurde nicht gerÃ¼gt; im Ãbrigen erweist sie sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Urteilstext">Damit ist die Beschwerde vollumfÃ¤nglich abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten der unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung ist ihr nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>