<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00072</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205040&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00072</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.05.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der Abschluss einer Partnerschaftsvereinbarung nach kantonalem Recht vermittelt keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Ein solcher besteht nur, wenn die gleichgeschlechtliche Beziehung das von der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK (E. 2) geforderte Mass an Dauerhaftigkeit, Intensität und Echtheit aufweist. Ob eine Partnerschaftsvereinbarung oder Registrierung nach kantonalem Recht vorliegt, ist de lege lata nur (aber immerhin) ein Element, das in diese Beurteilung mit einfliesst (E. 4.2). Nichteintreten</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ART. 8 EMRK">ART. 8 EMRK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHGESCHLECHTLICHKEIT">GLEICHGESCHLECHTLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOMOSEXUELLENEHE">HOMOSEXUELLENEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTNERSCHAFTSVERTRAG">PARTNERSCHAFTSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REGISTRIERUNG">REGISTRIERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 AsylG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 13 lit. lit. f BeamtenV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 27 S. 92</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, 1967 geborene StaatsangehÃ¶rige von Serbien und Montenegro, reiste Anfang April 1996 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Dieses wurde von der Schweizerischen Asylrekurskommission mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 25. Oktober 2001 letztinstanzlich abgewiesen. Am 5. April 2002 heiratete A den Schweizer BÃ¼rger D und stellte am 7. Mai 2002 das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, sodass die vom Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge angeordnete Wegweisung nicht vollzogen wurde.</p> <p class="Urteilstext">Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich lehnte das Erteilen einer Aufenthaltsbewilligung infolge Vorliegens einer Scheinehe mit VerfÃ¼gung vom 23. Februar 2004 ab. Der Regierungsrat bestÃ¤tigte das auf Rekurs von A hin mit rechtskrÃ¤ftigem Beschluss vom 21. Juli 2004. Die Direktion setzte ihr in der Folge eine Ausreisefrist bis zum 30. November 2004.</p> <p class="Urteilstext">Am 29. November 2004, das heisst einen Tag vor Ablauf der Ausreisefrist, stellte A ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Hinblick auf die Registrierung ihrer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit der Schweizerin B, geboren 1944. Die beiden Frauen hatten am 5. November 2004 eine Partnerschaftsvereinbarung im Sinne von § 2 Abs. 1 lit. d des kantonalen Gesetzes Ã¼ber die Regi­strierung gleichgeschlechtlicher Paare vom 21. Januar 2002 (PartnerschaftsG) Ã¶ffentlich beurkunden lassen. Die Direktion wies dieses Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 3. Dezember 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Auf einen hiergegen erhobenen Rekurs von A und B trat der Regierungsrat mit Beschluss vom 19. Januar 2005 nicht ein. Er beauftragte zudem die Direktion, die rechtskrÃ¤ftige Wegweisung von A zu vollziehen, und erteilte keine Rechtsmittelbelehrung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liessen A und B am 11. Februar 2005 Beschwerde ans Verwaltungsgericht erheben und beantragen, den Beschluss des Regierungsrates aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an diesen zurÃ¼ckzuweisen; eventualiter sei die Direktion anzuweisen, A eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen â alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Zudem liessen sie im Sinne einer vorsorglichen Massnahme beantragen, die Direktion anzuweisen, bis zum Endentscheid Vollziehungsvorkehrungen zu unterlassen.</p> <p class="Urteilstext">Das Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Februar 2005 abgewiesen. Einer dagegen erhobenen Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht war kein Erfolg beschieden. </p> <p class="Urteilstext">Die Direktion verzichtete stillschweigend auf eine Beschwerdeantwort; die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrates, auf die Beschwerde nicht einzutreten.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpo­­lizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Das ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungs­bewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundes- oder vÃ¶lker­rechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. De­zem­ber 1943).</p> <p class="Urteilstext">Einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf Erteilung einer fremdenpolizei­lichen Bewilligung hat eine Person mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit dann, wenn ihr ein solcher gestÃ¼tzt auf eine Sondernorm des Landes- oder Staatsvertragsrechts eingerÃ¤umt wird (BGE 128 II 145 E. 1.1.1 mit Hinweisen). In allen anderen FÃ¤llen entscheiden die zu­stÃ¤ndigen BehÃ¶rden Ã¼ber die Bewilligung des Aufenthalts im Rahmen der gesetzlichen Vor­schriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Ermessen (Art. 4 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder [ANAG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b><span class="UrteilstextChar">GemÃ¤ss Art. 14 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG) kann vom Zeit­punkt der Einreichung eines Asylgesuchs bis zur Ausreise nach seiner rechtskrÃ¤ftigen Ab­lehnung oder bis</span> zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchfÃ¼hrbarem Vollzug kein Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet werden, wenn kein Anspruch auf die Erteilung einer solchen Bewilligung besteht. Die Vorinstanz hat das Bestehen eines solchen Anspruchs verneint und ist daher auf das Gesuch bzw. den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerinnen um Aufenthaltsbewilligung nicht eingetreten. </p> <p class="Erwgung2">Es fÃ¤llt Ã¼berdies â unbesehen Art. 14 AsylG â nicht in die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zu prÃ¼fen, ob nach Abschluss einer kantonalrechtlichen Partnerschaftsvereinbarung, die wenigstens sechs Monate vor der Registrierung zu erfolgen hat (§ 2 Abs. 1 lit. d PartnerschaftsG), bis zur Registrierung gestÃ¼tzt auf Art. 13 lit. f. bzw. Art. 36 der Verordnung vom 6. Oktober 1986 Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder eine (Kurz-)<br/> Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist: Die genannten Bestimmungen vermitteln keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. BGE 119 Ib 91 E. 1d, 122 II 186 E. 1a; VGr, 7. Juli 2004, VB.2004.00157, E. 1.3 mit weiteren Hinweisen<span class="UrteilstextChar">, www.vgrzh.ch</span>). Jedenfalls unter diesem Gesichtswinkel ist auch betreffend die Frage, ob es sich bei der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin um einen Zwischen- oder Endentscheid handle, auf die Beschwerde nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen berufen sich auf die Garantie des Privatlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) â bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) â und leiten daraus einen Anspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin A auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrer Lebenspartnerin, der BeschwerdefÃ¼hrerin B, ab. Zudem rÃ¼gen sie eine Verletzung des verfassungsrechtlichen GehÃ¶rsanspruchs nach Art. 29 Abs. 2 BV. Die Vorinstanz wertete die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen als zu wenig gefestigt, um daraus einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin A gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 EMRK ableiten zu kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis ist unter der Eintretensfrage zu prÃ¼fen, ob der von den BeschwerdefÃ¼hrerinnen geltend gemachte Anspruch grundsÃ¤tzlich besteht. Ein Eingriff in deren Privatleben liegt nur dann vor, wenn eine BeeintrÃ¤chtigung von einer gewissen Schwere zur Diskussion steht, was ein qualifiziertes VerhÃ¤ltnis voraussetzt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb). Erst wenn dies zu bejahen ist, muss die weitere Frage, ob sich dieser Anspruch im zu beurteilenden Fall auch durchzusetzen vermag, unter materiellrechtlichen Gesichtspunkten beantwortet werden (vgl. BGE 122 II 289 E. 1c+d).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Wegen der UnmÃ¶glichkeit, durch Heirat einen Anspruch nach Art. 7 Abs. 1 oder Art. 17 Abs. 2 ANAG zu begrÃ¼nden, kann sich die um eine Bewilligung ersuchende auslÃ¤n­­dische Person, welche eine gefestigte gleichgeschlechtliche Beziehung zu einer in der Schweiz lebenden Person mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht unterhÃ¤lt, auf den Schutz des Privatlebens berufen (BGE 126 II 425 E. 4c). </p> <p class="Erwgung2">Bei Verweigerung der erstmaligen Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ist von einem Eingriff in das Privat­leben jedoch nur dann auszugehen, wenn sie eine BeeintrÃ¤chtigung von einer gewissen Schwere bedeutet, was eine qualifizierte Partnerschaft voraussetzt. Wie hinsichtlich des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK (BGE 122 II 1 E. 1e, 109 Ib 183 E. 2a+b) muss eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung bestehen. Um eine gefestigte Beziehung annehmen zu kÃ¶nnen, die unter den Schutz des Pri­vatlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV fÃ¤llt, spielt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Dauer der Beziehung bzw. des gemeinsamen Haushalts eine aus­schlaggebende Rolle. Daneben ist die In­tensitÃ¤t der Partnerschaft aufgrund zusÃ¤tzlicher Faktoren â wie etwa der Art und des Umfangs einer vertraglichen Ãbernahme gegen­seitiger FÃ¼rsorgepflichten, des Integrationswillens und der IntegrationsfÃ¤higkeit bzw. der Akzeptanz in den jeweiligen Familien und im Bekannten- bzw. Freundeskreis der Betrof­fenen â zu belegen (BGE 126 II 425 E. 4c/bb; einschrÃ¤nkend Martin Bertschi/Thomas GÃ¤chter, Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und Familien­lebens, in ZBl 104/2003, S. 225 ff., S. 261). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Bei der Frage der Beziehungsdauer und auch der Dauer einer gemeinsamen HaushaltfÃ¼hrung ist nicht auf einen bestimmten Mindest­zeitrahmen abzustellen. Entsprechend ist in der neuen Fassung der Wei­sung des Bundesamts fÃ¼r Zuwanderung, Integration und Auswan­derung (heute: Bundesamt fÃ¼r Migration) betreffend die Aufenthaltsbewilligung gleich­geschlechtlicher Partnerinnen und Partner (Weisungen und ErlÃ¤uterungen Ã¼ber Einreise, Aufenthalt und Arbeits­markt [ANAG-Weisungen], 2. A., Bern, Januar 2004, Ziff. 557, http://www.weisungen.bfm.admin.ch/rechtsgrundlagen/weisungen_gruen/index_ d.asp) auf die Festlegung einer Mindestdauer fÃ¼r die Beziehung verzichtet worden (gemÃ¤ss einer frÃ¼heren Fassung wurde fÃ¼r die Annahme eines gefestigten VerhÃ¤ltnisses unter anderem eine Beziehungsdauer von in der Regel mindestens vier Jahren vorausgesetzt). </p> <p class="Erwgung2">In einem Entscheid Ã¼ber die Ausnahme von den HÃ¶chstzahlen stellte das EidgenÃ¶ssische Jus­tiz- und Polizeidepartement zudem klar, dass an die Dauer des Zusammenlebens keine unre­alistischen Anforderungen gestellt werden dÃ¼rften, wenn die MÃ¶glichkeiten des Zusammen­lebens durch die geografische Distanz von vornherein beschrÃ¤nkt seien. Weiter dÃ¼r­fe fÃ¼r die Annahme einer gefes­tigten Paarbeziehung nicht auch auf die Akzeptanz im Familien- und Freundeskreis abgestellt werden, da vielerorts auch heute noch Vorbehalte gegen ho­mosexuelle Verbindungen bestÃ¼nden. Letztlich sei nicht allein entscheidend, ob das Ã¤us­sere Erscheinungsbild auf eine gefestigte Partnerschaft hinweise. Von Bedeutung seien ebenso die unmissverstÃ¤ndliche WillensÃ¤usserung der Partner und das erkennbare BemÃ¼hen, eine Paarbeziehung jetzt und kÃ¼nftig zu leben. Unsicherheiten, mit welchen derartige AbsichtserklÃ¤rungen behaftet seien, kÃ¶nnten allenfalls zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt, wenn die VerlÃ¤ngerung der Bewilli­gung zu beurteilen sei, berÃ¼cksichtigt werden (EidgenÃ¶ssisches Justiz- und Polizei­depar­tement, 30. August 2001, A3-0120115, auszugsweise wiedergegeben in ZBl 104/2003, S. 274 ff.; zum Ganzen VGr, 30. Juli 2003, VB.2003.00117, E. 1c+4b, und 23. Januar 2004, VB.2003.00409, E. 1.4 â beides unter www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen verkennt die Vorinstanz, dass die BeschwerdefÃ¼hrerinnen im Zeitpunkt der BegrÃ¼ndung ihrer Partnerschaft eine Ã¼ber dreijÃ¤hrige Bekanntschaftszeit verbinde. Hinzu komme, dass sie sich in einer Partnerschaftsvereinbarung zu gegenseitigem Beistand verpflichtet hÃ¤tten, mithin jenen grÃ¶ssten Beistandspakt eingegangen seien, der rechtlich Ã¼berhaupt mÃ¶glich sei. Auch die real gelebte Haushaltsgemeinschaft erbringe den Tatbeweis fÃ¼r die Ernsthaftigkeit der Partnerschaft. Hieran Ã¤ndere nichts, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin A noch bis vor rund einem halben Jahr der irrigen Meinung gewesen sei, die nunmehr seit Mitte Februar 2005 geschiedene eheliche Beziehung mit D liesse sich verwirklichen. Schliesslich stÃ¼nden die von der Vorinstanz an die Anerkennung einer echten und tatsÃ¤chlichen Lebensgemeinschaft gestellten Anforderungen im Widerspruch mit der Konzeption des kantonalen Partnerschaftsgesetzes.</p> <p class="Erwgung2">Zudem verstosse die Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung gegen das Rechtsgleichheitsgebot, und Beschwerdegegnerin und Vorinstanz hÃ¤tten den GehÃ¶rsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen verletzt, da ohne die beantragte AnhÃ¶rung entschieden worden sei.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Vorab kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrerinnen aus dem allgemeinen Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 Abs. 1 BV keinen Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung ableiten (BGE 128 II 145 E. 3.5). Sollte tatsÃ¤chlich eine von den BeschwerdefÃ¼hrerinnen ins Feld gefÃ¼hrte Praxis bestehen, wonach die Beschwerdegegnerin Aufenthaltsbewilligungen erteilt, sobald gleichgeschlechtliche PartnerInnen eine BeistandserklÃ¤rung im Sinne des kantonalen Partnerschaftsgesetzes geschlossen haben (dazu auch Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, 2.A., ZÃ¼rich 2004, S. 210 und 345), so wÃ¤re diese dem behÃ¶rdlichen Ermessensbereich nach Art. 4 ANAG zuzuordnen.</p> <p class="Urteilstext">Ebenso wenig liegt eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs der BeschwerdefÃ¼hrerinnen vor: Sie haben sich in allen Verfahrensstadien einlÃ¤sslich zur Sache schriftlich Ã¤ussern kÃ¶nnen; ein verfassungsrechtlicher Anspruch gestÃ¼tzt auf Art. 29 Abs. 2 BV auf die anbegehrte mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung besteht nicht (vgl. BGE 122 II 464 E. 4a; Reinhold Hotz in: Bernhard Ehrenzeller et al. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, ZÃ¼rich etc. 2002, Art. 29 Rz. 28). Die Befragung durch die Kantonspolizei vom 10. Dezember 2004, die nach Erlass der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin (3. Dezember 2004) erfolgte, steht sodann einzig im Zusammenhang mit dem Vollzug der Wegweisung. Ob die Vorinstanz ihren Entscheid auch darauf abstÃ¼tzte â was nicht ersichtlich ist â, ist so oder anders unerheblich.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Ob die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen den Anforderungen der Rechtsprechung entspricht, beurteilt sich nicht nur aufgrund der bisherigen Dauer, sondern der gesamten UmstÃ¤nde des Einzelfalls. Was die BeschwerdefÃ¼hrerinnen den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen in tatsÃ¤chlicher Hinsicht entgegenhalten, verfÃ¤ngt nicht: Dass sie sich schon seit drei Jahren vor dem eigentlichen Beginn der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gekannt haben â die BeschwerdefÃ¼hrerin B ist die Arbeitgeberin der BeschwerdefÃ¼hrerin A â, Ã¤ndert nichts daran, dass die eigentliche Partnerschaft erst seit kurzem besteht. In Hausgemeinschaft leben sie frÃ¼hestens seit SpÃ¤therbst 2004; Ã¼berdies fÃ¤llt ins Gewicht, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin A gemÃ¤ss ihrem Rekurs noch im MÃ¤rz 2004 in unmissverstÃ¤ndlicher Weise an ihrer Ehe mit D festhalten wollte. Aufgrund dieser UmstÃ¤nde erfÃ¼llt die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen â vgl. auch den angefochtenen Beschluss, worauf verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG) â offenkundig nicht das von der bisherigen Rechtsprechung geforderte Mass an Dauerhaftigkeit, IntensitÃ¤t und Echtheit (vorn 2).</p> <p class="Urteilstext">In rechtlicher Hinsicht lÃ¤uft die Beschwerde genau besehen darauf hinaus, bei Vorliegen einer Partnerschaftsvereinbarung bzw. Registrierung der Partnerschaft nach kantonalem Recht einen Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung zu bejahen, ohne dass die Partnerschaft den geschilderten Anforderungen der Rechtsprechung zu Art. 8 Abs. 1 EMRK genÃ¼gen mÃ¼sste. Nach geltendem Recht ist dies indessen nicht der Fall: Die Gesetzgebung Ã¼ber den Aufenthalt und die Niederlassung von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern ist Sache des Bundes (Art. 121 Abs. 1 BV). Das kantonale Recht vermag daher gleichgeschlechtlichen Paaren keinen solchen rechtlichen Anspruch â analog Art. 7 ANAG fÃ¼r Ehegatten â einzurÃ¤umen. Soweit die Praxis eine Registrierung nach kantonalem Recht als grundsÃ¤tzlich genÃ¼genden Nachweis einer dauerhaften und intensiven Beziehung anerkennt (so auch die Forderung von Bertschi/GÃ¤chter, S. 261), handelt es sich dabei nicht um einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch, zu dessen Schutz das Verwaltungsgericht angerufen werden kann (vorn 1.1 und 4.1 Abs. 1). Ob eine Partnerschaftsvereinbarung oder Registrierung nach kantonalem Recht vorliegt, ist de lege lata mithin nur (aber immerhin) ein Element, das in die Beurteilung mit einfliesst, ob eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung besteht. </p> <p class="Urteilstext">Anzumerken ist immerhin, dass vorgesehen ist, gleichgeschlechtliche Paare bezÃ¼glich des Anwesenheitsrechts Ehepaaren gleichzustellen (vgl. Botschaft und Entwurf vom 29. November 2002 zum Bundesgesetz Ã¼ber die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare, BBl 2003, 1288 ff., 1350).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nach dem Gesagten kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrerinnen demnach aus dem Anspruch auf Achtung des Privatlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK keinen Aufenthaltsanspruch fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin A ableiten; auf die Beschwerde ist nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten den BeschwerdefÃ¼hrerinnen, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander, je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen und besteht kein Anspruch auf ParteientschÃ¤digung (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 14 VRG [vgl. dazu Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 14 N. 3]; § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Indem die Kammer keinen Anwesenheitsanspruch angenommen hat, hat sie bereits die Frage verneint, ob sich eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erheben lasse. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs mÃ¼sste trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde moniert werden (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hinsichtlich der RÃ¼ge, der vorangegangene kantonale Sachentscheid habe Verfahrensgarantien missachtet).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrerinnen je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Beschluss innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an: â¦.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>