A bteilung II B -7399/2006 {T 0/2} U rteil vom 8. Juni 2007 M itw irkung: R ichter H ans U rech (Vorsitz), R ichterin Vera M arantelli, R ichter D avid Aschm ann; G erichtsschreiber Thom as R eidy K ._______, vertreten durch R echtsanw alt D r. Patrick Troller und Fürsprecher Silvan M eier, Troller H itz Troller & Partner, _______ Beschw erdeführer gegen Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Einsteinstrasse 2, 3003 Bern Vorinstanz betreffend Zurückw eisung des M arkeneintragungsgesuchs N r. 00840/2005 EuroSw iss U niversity (fig.). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer m eldete am 29. M ärz 2005 (N r. 00840/2005 "EuroSw iss U niversity"; fig.) die M arke beim Eidgenössischen Institut für G eistiges Eigentum (Vorinstanz) zur Eintragung für folgende W aren und D ienstleistungen an: K lasse 9: C om putersoftw are, insbesondere U nterrichtssoftw are; U nterrichtsapparate und -instrum ente; M agnetaufzeichnungsträger; D atenverarbeitungsgeräte und C om puter; C D - R O M s und D isketten m it Softw areprogram m en; alle vorgenannten W aren schw eizerischer H erkunft; bespielte D VD s, Audio- und Videokassetten; herunterladbare elektronische Publikationen, insbesondere online aus D atenbanken oder über Internetw ebsites bereitgestellte Veröffentlichungen, insbesondere für Ausbildungs-, Erziehungs-, Forschungs- und Beratungszw ecke. K lasse 16: Zeitungen, Zeitschriften, Bücher; Fotografien; Lehr- und U nterrichtsm ittel in Buch-, H eft- und Skriptenform . K lasse 39: Buchung, O rganisation und Veranstaltung von Studien- und Bildungsreisen im In- und Ausland. K lasse 41: Erziehung; Ausbildung; Planung, Vorbereitung, O rganisation und D urchführung universitärer Ausbildung in der Form von Präsenz- und Fernunterricht und -studien oder Kom binationen davon, auch über C om puternetzw erke; O rganisation und D urchführung von Vorlesungen, Sem inaren, Schulungen, Lehrgängen, W orkshops, Konferenzen, Kongressen und Sym posien; H erausgabe und Veröffentlichung von Texten (ausgenom m en W erbetexten), Lehrm itteln, D ruckereierzeugnissen und Fotografien, auch in elektronischer Form ; H erausgabe und Veröffentlichung von bespielten C D -R O M s, D VD s, Audio- und Videokassetten und sonstigen D atenträgern; E rstellen von Publikationen m it dem C om puter; zur Verfügung stellen von elektronischen Publikationen (nicht herunterladbar); D ienstleistungen einer Bibliothek und Leihbücherei; Verm ietung von U nterrichtsapparaten und -instrum enten; Inform ation und Beratung in B ezug auf Erziehung und Ausbildung; U nterhaltung; sportliche und kulturelle Aktivitäten; Buchung, O rganisation und Veranstaltung von Sprachkursen im In- und Ausland; Verm ietung von U nterrichtsapparaten und -instrum enten. K lasse 42: D ienstleistungen im Bereich der W issenschaft und der Technologie, sow ie diesbezügliche Forschungs- und Entw icklungsdienstleistungen; industrielle und universitäre Analysen und Forschung; Entw urf und Entw icklung von U nterrichtsapparaten und -instrum enten sow ie von C om puterprogram m en insbesondere für U nterrichtszw ecke; Verm ietung und W artung von Speicherplätzen zur Benutzung als W ebsites für D ritte (hosting); Verm ietung von C om putern und C om puterprogram m en; R echtsberatung. B. D ie Vorinstanz beanstandete diese Anm eldung am 28. April 2005 w egen Täuschungsgefahr und w egen Verstosses gegen geltendes R echt (Art. 2 Bst. c und d des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [M SchG , SR 232.11]). Im W eiteren w urden form elle M ängel in der W aren- und D ienstleistungsliste beanstandet. 3 C . M it Schreiben vom 2. Juni 2005 nahm der Beschw erdeführer zu den Beanstandungen Stellung, w obei er in form eller H insicht die von der Vorinstanz vorgebrachten U m klassierungsvorschläge akzeptierte. In der anschliessenden w eiteren Korrespondenz hielten sow ohl die Vorinstanz w ie der Beschw erdeführer an ihren Standpunkten fest. D . M it Verfügung vom 24. Juli 2006 w ies die Vorinstanz das M arkeneintragungsgesuch 00840/2005 EuroSw iss U niversity (fig.) für säm tliche beanspruchten W aren und D ienstleistungen der Klassen 9, 16, 39, 41 und 42 zurück. D ies w urde dam it begründet, dass das zu beurteilende Zeichen eine kreisförm ige Anordnung von 9 Sternen enthalte, deren Anordnung und Ausgestaltung hinsichtlich Form gleich sei, w ie im geschützten Kennzeichen der Europäischen U nion bzw . des Europarates. D as Zeichen m üsse als N achahm ung des geschützten Em blem s betrachtet w erden und könne gestützt auf Art. 2 Bst. d M SchG in Verbindung m it Art. 3 Abs. 2 und Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 15. D ezem ber 1961 zum Schutz von N am en und Zeichen der O rganisation der Vereinten N ationen und anderer zw ischenstaatlicher O rganisationen (N ZSchG , SR 232.23) nicht zum M arkenschutz zugelassen w erden. E. D agegen erhob der Beschw erdeführer am 12. Septem ber 2006 Beschw er- de an die Eidgenössische R ekurskom m ission für G eistiges Eigentum m it folgenden Anträgen: 1. Ziff. 1 der Verfügung des Eidg. Instituts für G eistiges Eigentum vom 24. Juli 2006 betref- fend das M arkeneintragungsgesuch N r. 00840/2005 EuroSw iss U niversity (fig.) sei aufzu- heben und es sei die M arke EuroSw iss U niversity (fig.) w ie beantragt ins M arkenregister einzutragen. 2. Eventualiter sei das M arkeneintragungsgesuch N r. 00840/2005 EuroSw iss U niversity (fig.) m it der zusätzlichen Einschränkung, "D er in der M arke enthaltene (Teil-)Sternenkranz w ird w eder in gelb auf blauem G rund noch in anderen zu Verw echslungen m it dem Europa(rat)-Em blem führenden Farben w ie- dergegeben.", ins M arkenregister einzutragen. 3. U nter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Bundeskasse. F. M it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 w urde das Verfahren per 1. Januar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen. G . Am 16. N ovem ber 2006 reichte die Vorinstanz ihre Vernehm lassung ein und beantragte, die Beschw erde unter Kostenfolge abzuw eisen. H . M it Verfügung vom 22. Januar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht die Ü bernahm e des Verfahrens m it und gab gleichzeitig den Spruchkörper bekannt. I. Auf die D urchführung einer m ündlichen und öffentlichen Verhandlung hat der Beschw erdeführer m it Schreiben vom 30. Januar 2007 ausdrücklich verzichtet. 4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D er Entscheid der Vorinstanz vom 24. Juli 2006 stellt eine Verfügung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren dar (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). D iese Verfügung kann im R ahm en der allgem einen Bestim m ungen der Bundesverw altungsrechtspflege beim Bundesverw altungsgericht ange- fochten w erden (Art. 44 ff. Vw VG i.V.m . Art. 31 ff. des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). G em äss Art. 53 Abs. 2 VG G übernim m t das Bundesverw altungsgericht bei Zuständigkeit die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m is- sionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echts- m ittel, w obei die Beurteilung nach neuem Verfahrensrecht erfolgt. 2. D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochten Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschw erdeführung legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 48 ff. Vw VG ). Auf die Verw altungsbeschw erde ist daher einzutreten. 3. D ie Vorinstanz hat das Eintragungsgesuch des Beschw erdeführers ge- stützt auf Artikel 2 Buchstabe d M SchG in Verbindung m it Artikel 3 Absatz 2 und Artikel 6 Absatz 2 N ZSchG zurückgew iesen. 3.1 N ach Art. 2 Bst. d M SchG sind Zeichen, die gegen die öffentliche O rd- nung, die guten Sitten oder geltendes R echt verstossen, vom M arken- schutz ausgeschlossen. Als rechtsw idrige Zeichen - und dam it vom M arkenschutz ausgenom m en – sind Zeichen, die gegen Bundesrecht und Staatsvertragsrecht verstossen. D azu gehören insbesondere Zeichen, die das R echt an staatlichen H o- heitszeichen, N am en und Kennzeichen von internationalen zw ischenstaat- lichen O rganisationen oder bestim m ten geographischen Bezeichnungen verletzen (C H R ISTO PH W ILLI, in: M arkenschutzgesetz, Kom m entar zum schw eizerischen M arkenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen M arkenrechts, Zürich 2002, Art. 2 N 265). 3.2 Auf der Ebene des Staatsvertragsrechts sieht Art. 6ter der Pariser Ver- bandsübereinkunft zum Schutz des gew erblichen Eigentum s, revidiert in Stockholm am 14. Juli 1967 (PVÜ , SR 0.232.04) vor, dass staatliche H o- heitszeichen der M itgliedstaaten (u.a. W appen, Fahnen, am tliche Prüf- und G ew ährzeichen) und Kennzeichen (N am en, Abkürzungen, Flaggen, W ap- pen) zw ischenstaatlicher internationaler O rganisationen vor N achahm ung geschützt sind und als M arke w eder eingetragen noch kennzeichenm ässig benutzt w erden dürfen. D abei ist der Schutz der H oheitszeichen be- schränkt auf die Irreführungsgefahr über die H erkunft von W aren und er- streckt sich auch auf die N achahm ung der charakteristischen heraldischen 5 M erkm ale. D iese Bestim m ung betrifft nur die Fabrik- und H andelsm arken, nicht jedoch die D ienstleistungsm arken (W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N 273f.; G . H . C . BO D EN H AU SEN , Kom m entar zur Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gew erblichen Eigentum s, 1971, S. 80 ff. zu Art. 6ter PVÜ ; LU C A S D AVID , M arkenschutzgesetz M uster- und M odellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, N . 81 zu Art. 2 M SchG ). 3.3 In Konkretisierung der m it der Pariser Verbandsübereinkunft eingegange- nen Verpflichtungen hat die Schw eiz das Bundesgesetz zum Schutz von N am en und Zeichen der O rganisation der Vereinten N ationen und anderer zw ischenstaatlicher O rganisationen erlassen. D er Schutz dieses G esetzes geht w eiter als derjenige von Art. 6ter PVÜ und verbietet die Aufnahm e der geschützten Kennzeichen auch in D ienstleistungsm arken und G eschäftsfir- m en, und dies selbst dann, w enn keine Verw echslungsgefahr besteht (D AVID , a.a.O ., N . 83 zu Art. 2 M SchG ; W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N 275). Es dürfen M arken nicht eingetragen w erden, die den N am en, das Sigel oder das W appen der Vereinten N ationen oder anderer zw ischenstaatli- cher O rganisationen enthalten. D ieses Verbot erstreckt sich gem äss den oben genannten Bestim m ungen des N ZSchG auch auf N achahm ungen (Art. 3 Abs. 2 N ZSchG ). Erforderlich ist jedoch die vorgängige Publikation im Bundesblatt (Art. 4 N ZSchG ). D as W appen des Europarates (Kranz von zw ölf Sternen), das seit 1986 auch das H oheitszeichen der Europäischen U nion bildet, ist in der Schw eiz aufgrund der Publikation im Bundesblatt vom 13. N ovem ber 1979 ge- schützt (BBl 1979 III 679). 4. D ie Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, bei der Frage, ob ein M arkeneintragungsgesuch als Benutzung oder N achahm ung eines geschützten Zeichens im Sinne der erw ähnten Bestim m ungen zu qualifi- zieren sei, sei einzig das fragliche Zeichenelem ent m assgeblich und nicht der G esam teindruck des Zeichens. D eshalb sei bei der Prüfung der Benut- zung oder N achahm ung eines geschützten Zeichens w eder auf die konkret beanspruchten W aren und D ienstleistungen, noch auf allfällige w eitere im Zeichen enthaltene Elem ente abzustellen. M it dieser Praxis setzt sich die Vorinstanz – w ie sie in der Verfügung vom 24. Juli 2006 selber ausführt - in W iderspruch zur bisherigen R echtspre- chung der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Eigentum . D iese hat in ihrem Entscheid vom 22. Septem ber 2004 betreffend "EU R O D iscount (fig.)"(publiziert in: sic! 2005 S. 122 E. 4) festgehalten, ein Zei- chen, das nur einzelne Elem ente des Europa-Em blem s aufnehm e, m ithin charakteristische und einprägsam e Elem ente des Europa-Em blem s nicht enthalte, sich vielm ehr im G esam teindruck erheblich von diesem unter- scheide, stelle keine N achahm ung dieses Em blem s dar. G em äss Botschaft des Bundesrats vom 5. Juni 1961 zum N ZSchG w ollte die Schw eiz m it H ilfe dieses G esetzes alle notw endigen Vorkehrungen treffen, um den zw ischenstaatlichen O rganisationen eine ungestörte Tätig- keit auf Schw eizer Staatsgebiet zu erm öglichen. D azu gehöre die Pflicht, 6 die N am en und die Zeichen der O rganisationen gegen die Benützung durch nicht erm ächtigte D ritte zu schützen (BBl 1961 I 1330 ff., S. 1331; nachfolgend: Botschaft). Es sollen Kunstgriffe derjenigen N achahm er ver- hindert w erden, w elche sich allenfalls dam it begnügen w ürden, die ge- schützten Zeichen nur unbedeutend, aber doch ausreichend abzuändern, dam it keine N achahm ung "im heraldischen Sinne" m ehr vorliegt (Bot- schaft, a.a.O ., S. 1333). D araus kann nicht gefolgert w erden, dass nach dem W illen des G esetzge- bers eine Eintragung eines Zeichens zw ingend abzulehnen w äre, w enn dieses Bestandteile eines geschützten W appens oder Em blem s enthält. Auch M arbach befürw ortet eine enge Interpretation des Schutzbereichs der Kennzeichen internationaler O rganisationen. Sobald im Einzelfall, z.B. aufgrund einer D oppelbedeutung oder einer spezifischen graphischen G e- staltung, ein falscher R ückschluss auf eine internationale O rganisation ausgeschlossen w erden könne, genügten selbst geringfügige Zusätze (EU G EN M AR BAC H , in: Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbs- recht, Bd. III, Basel 1996, S. 90). O ffenbar ist auch C hristoph W illi der Auffassung, dass vom G esam tein- druck einer M arke auszugehen ist, da er die M assgeblichkeit des G esam t- eindrucks einer M arke unter "G rundsätze für die Prüfung der absoluten Ausschlussgründe" erw ähnt (W ILLI, a.a.O ., Art. 2 N 5 ff. insbesondere N 19). Im M arkenschutz geht es denn auch darum , die U nterscheidungsfunktion des Kennzeichens zu gew ährleisten und insbesondere Fehlzurechnungen zu verhindern. Es sollen keine unzutreffenden Vorstellungen über die H er- kunft von W aren und D ienstleistungen gew eckt w erden (U rteil des Bundes- gerichts 4A.14/2006 vom 7. D ezem ber 2006 i.S. EJPD gegen Karlsberg Brauerei G m bH & C o. KG E. 3.3.1 m it w eiteren H inw eisen). Als Zw ischenergebnis ist som it festzuhalten, dass das Bundesverw altungs- gericht ebenfalls davon ausgeht, dass vom G esam teindruck eines Zei- chens auszugehen ist, ob eine angem eldete M arke eine N achahm ung ei- nes Kennzeichens einer internationalen O rganisation darstellt oder nicht. In diesem Punkt ist die Praxis der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Eigentum zu bestätigen. Zu prüfen ist som it, ob bei der zu beurteilenden M arke ein R ückschluss auf eine internationale O rganisation ausgeschlossen w erden kann. 5. Bei der beanstandeten M arke des Beschw erdeführers handelt es sich um eine kom binierte W ort-/Bildm arke. D ie M arke besteht aus dem W ortele- m ent "EuroSw iss U niversity" und aus einem unvollständigen Kranz beste- hend aus neun Sternen sow ie aus einem Kreuz auf rundem H intergrund. D as H oheitszeichen des Europarates beziehungsw eise der Europäischen U nion (nachfolgend: Europa-Em blem ) besteht aus einem Sternenkranz aus zw ölf gelben Sternen auf blauem H intergrund. D ie fünf typischen Ele- m ente des europäischen H oheitszeichens (W appens) sind: (1) zw ölf (2) gelbe (3) Sterne, die (4) kreisförm ig auf einem (5) rechteckigen H inter-7 grund angeordnet sind. D as Sigel setzt sich dem gegenüber zusam m en aus dem Kranz m it den zw ölf Sternen sow ie aus den W ortelem enten "C O U N C IL O F EU R O PE" und "C O N SEIL D E L'EU R O PE". Sow ohl das W appen als auch das Sigel des Europarates sind in der Schw eiz seit dem 13. N ovem ber 1979 geschützt (vgl. BBl 1979 III 679). 5.1 Vergleicht m an die M arke des Beschw erdeführers m it dem H oheitszeichen des Europarates, w ird ersichtlich, dass diese nicht alle charakteristischen Elem ente des Europa-Em blem s enthält. Insbesondere w eist sie w eder ei- nen vollständigen Sternenkranz noch einen rechteckigen H intergrund w ie das Europa(rat)-W appen auf. Auch fehlen die W ortelem ente "C O U N C IL O F EU R O PE" und "C O N SEIL D E L'EU R O PE" des Sigels des Europarates. D ie Anordnung der 9 fünfzackigen Sterne w ird zudem ergänzt durch ein "Kreuz auf Kreis". Schliesslich w ird die kreisartige Anordnung der Sterne und des Kreuzes unterbrochen durch die W ortelem ente "EuroSw iss" und "U niversity". O bw ohl die M arke des Beschw erdeführers nicht alle Elem ente des Euro- pa-Em blem s oder des Sigels enthält, m uss festgehalten w erden, dass die Anordnung sow ie die Ausgestaltung der Sterne gleich ist w ie diejenige des geschützten Kennzeichens der Europäischen U nion bzw . des Europarates. Es kann der Vorinstanz beigepflichtet w erden, dass der Betrachter die im Vergleich zu den geschützten Zeichen fehlenden drei Sterne ohne w eite- res gedanklich hinzufügen w ird. Zudem ist der in der Sternenfolge einge- fügte "Frem dkörper" – das Kreuz auf Kreis – nicht ohne w eiteres von den fünfzackigen Sternen zu unterscheiden. D ies lässt sich beispielsw eise an- hand des nachfolgenden aktuellen Internetauftritts der EuroSw iss U niversi- ty (Version vom 1. M ärz 2007) dokum entieren: (http://w w w .eurosw issuniversity.com /content/fakultaeten_de.asp?navid=54) 5.2 Als w eiteres U nterscheidungsm erkm al tritt das zentral positionierte W orte- lem ent "EuroSw iss U niversity" hinzu. Im ähnlich gelagerten Fall "EU R O discount (fig.)" (vgl. sic! 2005, a.a.O .) hält die R ekurskom m ission fest, das W ort "discount" w ecke Assoziationen zu einem günstigen Angebot und lenke die G edanken der Betrachter in eine völlig andere R ichtung als an ein staatliches, nicht-kom m erzielles Zei- chen. D ies kom m t beim vorliegend zu beurteilenden W ortelem ent "EuroSw iss U niversity" nicht derart deutlich zum Ausdruck. D er Beschw erdeführer m acht zw ar diesbezüglich geltend, es handle sich hier um einen W ortbe- standteil, der auf eine private Institution hinw eise. D em Schw eizer Publi- kum sei bekannt, dass die Bildung eine staatliche, in der Schw eiz fast aus- 8 schliesslich kantonale Aufgabe sei, und es sei ebenso notorisch, dass aus- ländische Elite-U niversitäten zum eist Privatuniversitäten seien. D em ist entgegenzuhalten, dass es vorliegend um die häufig von öffentli- chen Stellen angebotene D ienstleistung "H ochschulbildung" geht. Entspre- chend nahe liegt die Annahm e, dass ein Betrachter der M arke auf den G e- danken kom m en kann, es betreibe eine "schw eizerische-europäische", zw ischenstaatliche O rganisation eine Lehranstalt, zum al die Schw eiz M it- glied des Europarates ist, und der Bund beispielsw eise auch die Eidgenös- sischen Technischen H ochschulen selber führt (vgl. Art. 1 des Bundesge- setzes vom 4. O ktober 1991 über die Eidgenössischen Technischen H och- schulen [ETH -G esetz, SR 414.110]). H inzu kom m t, dass sich auch der Eu- roparat und die EU -Kom m ission intensiv für bildungspolitische Anliegen einsetzen und die internationale Zusam m enarbeit im H ochschulw esen för- dern, so beispielsw eise m it den Program m en "Erasm us M undus" (Koope- rations- und M obilitätsprogram m der EU im Bereich der H ochschulbildung) und "TEM PU S" (Zusam m enarbeit m it den N achbarländern der EU im H ochschulbereich). 5.3 Ausgehend vom G esam teindruck der M arke besteht für das Bundesver- w altungsgericht Anlass anzunehm en, die m assgebenden Verkehrskreise w ürden bei W ahrnehm ung der hier zu beurteilenden Bild-/W ortm arke an eine Beziehung des M arkeninhabers zu einer zw ischenstaatlichen O rgani- sation denken und annehm en, die "EuroSw iss-U niversity" sei von einer dieser Institutionen errichtet w orden und w erde durch diese betrieben. D a ein falscher R ückschluss auf die internationale O rganisation nicht ausge- schlossen w erden kann, w ürde dies der hier zur D iskussion stehenden pri- vaten Lehranstalt einen ungerechtfertigten Vorteil verschaffen. 5.4 D ie M arke "EuroSw iss-U niversity" m uss überdies auch als irreführend im Sinne von Art. 2 Bst. c M SchG bezeichnet w erden und w äre auch unter diesem Titel vom M arkenschutz auszuschliessen. Irreführend ist jedes Zeichen, das w egen seines Sinngehalts einen fal- schen R ückschluss auf die Art oder Beschaffenheit der dam it versehenen W are zulässt (D AVID , a.a.O ., N 50 zu Art. 2), oder das beim Publikum Er- w artungen w eckt, die m it dem effektiven Angebot nicht übereinstim m en (M AR B AC H , a.a.O ., S. 68). Betreffend H erkunftsangaben w ill das Verbot der Irreführung sicherstellen, dass die Abnehm er der m it einer H erkunfts- angabe versehenen W are darauf vertrauen können, dass die verw endeten Angaben der W irklichkeit entsprechen und die Erw artungen des Publikum s nicht enttäuscht w erden. D ie Vorinstanz hat die Irreführungsgefahr nicht geprüft und hat das M ar- keneintragungsgesuch lediglich gestützt auf Art. 2 Bst. d M SchG zurückge- w iesen. Bezüglich der M arke "EuroSw iss-U niversity" liegt eine Irreführungsgefahr im dargelegten Sinne (vgl. E. 5.2 f.) indessen auf der H and. Beim D ienst- leistungsbezüger w erden Erw artungen über die H erkunft der entsprechen- den D ienstleistungen gew eckt, näm lich dass diese U niversität von einer 9 europäischen Institution allenfalls in Zusam m enarbeit m it einer schw eizeri- schen Behörde errichtet w urde und betrieben w ird. D ass die M arke eine private Lehranstalt kennzeichnen soll, die D ependancen in der Schw eiz und in der Europäischen U nion hat, liegt jedenfalls nicht vordergründig auf der H and, zum al die M arke auch keinen sofort erkennbaren Fantasiecha- rakter aufw eist, w elcher die G efahr der Irreführung verhindern w ürde. 5.5 D er Beschw erdeführer stellt den Eventualantrag, EuroSw iss U niversity (fig.) sei m it der zusätzlichen Einschränkung ins M arkenregister einzutra- gen, dass der in der M arke enthaltene (Teil-)Sternenkranz w eder in gelb auf blauem G rund noch in anderen zu Verw echslungen m it dem Europa(rat)-Em blem führenden Farben w iedergegeben w ird. H ierzu führt die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung vom 16. N ovem ber 2006 aus, dass ein Zeichen, sofern es ohne expliziten Farbanspruch publi- ziert w erde, in säm tlichen farblichen Ausgestaltungen geschützt sei. Som it dürfe die Farbgebung bei der Beurteilung der N achahm ung eines ge- schützten Zeichens keine R olle spielen, w eshalb ein negativer Farban- spruch nichts zur Schutzfähigkeit einer solchen N achahm ung beitragen könne. G em äss Botschaft zum N ZSchG ist es richtig, dass die geschützten zw i- schenstaatlichen Zeichen m it der Publikation einen Schutz gegen ihre W ie- dergabe in jeder beliebigen Farbe erhalten (Botschaft a.a.O ., S. 1336 f.). Aber selbst w enn der im Em blem enthaltene (Teil-)Sternenkranz w eder in gelb auf blauem G rund noch in anderen zu Verw echslungen m it dem Euro- pa(rat)-Em blem führenden Farben w iedergegeben w ird, kann eine Täu- schungsgefahr nicht m it genügender W ahrscheinlichkeit ausgeschlossen w erden. 6. D ie Beschw erde ist aus diesen G ründen abzuw eisen und die Verfügung der Vorinstanz zu bestätigen. Bei diesem Ausgang hat der Be- schw erdeführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind m it dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 7. D ie Spruchgebühr (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). In M arkeneintragungsverfah- ren ist dafür das Interesse der beschw erdeführenden Partei am Aufw and einer neuen M arkeneintragung und an der Vorbereitung der M arkteinfüh- rung im Fall der R ückw eisung der hängigen M arkenanm eldung zu veran- schlagen. Es w ürde allerdings zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den relativ geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschre- ckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnachw eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der Streitw ert darum nach Erfahrungsw erten auf Fr. 25'000.-- festzulegen (Jo- hann ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbspro- zess, sic! 2002 S. 505; LEO N Z M EYE R , D er Streitw ert in Prozessen um Im m a- terialgüterrechte und Firm en, sic! 2001 S. 559 ff., LU C A S D AVID , in: R oland 10 von Büren / Lucas D avid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 7 Abs. 3 VG KE). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung bestä- tigt. 2. D ie Kosten des Beschw erdeverfahrens im U m fang von Fr. 2'500.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvor- schuss von Fr. 2'500.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 00840/2005) (m it G erichtsurkunde) - dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (m it G erichtsur- kunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans U rech Thom as R eidy R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am : 12. Juni 2007