B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-315/2014 U r t e i l v o m 2 4 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter Maurizio Greppi, Richterin Marianne Ryter, Gerichtsschreiberin Laura Bucher. Parteien A._______ (…), vertreten durch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), Steinerstrasse 35, Postfach, 3000 Bern 6, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB, Konzernrechtsdienst, Hochschulstrasse 6, 3000 Bern 65 SBB, Vorinstanz. Gegenstand Anpassung des Arbeitsvertrags. A-315/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ arbeitet als Diagnostiker Kombistandort Fahrzeugdiagnose (FD) bei den Schweizerischen Bundesbahnen (nachfolgend SBB). Per 1. Juli 2011 trat der neue Gesamtarbeitsvertrag S BB 2011 (nachfolgend: GAV SBB 2011) in Kraft, der ein neues Funktionsbewertungs - und Lohn- system vorsieht. Im Zusammenhang mit dem Übergang zu diesem Sy s- tem wurde A._______ im Mai 2011 in einem sog. "Verständigungsschre i- ben" mitgeteilt, seine Funktion werde in Abänderung seines Arbeitsve r- trags neu dem Anforderungsniveau F zugeordnet. Mit Schreiben vom 1 5. September 2011 erhob A._______ Einsprache und beantragte, die Ei n- reihung der Diagnostiker nochmals zu überprüfen und seine Stelle in das Anforderungsniveau G einzuteilen. B. Mit Verfügung vom 16. August 2012 wurde die Änderung des Einzela r- beitsvertrages resp. die Zuordnung der Stelle von A._______ zum Anfor- derungsniveau F in der Funktionskette 3107 (Bau, Wartung, Handwerk, Technik) rückwirkend auf den 1. Juli 2011 bestätigt. Ausserdem wurde der massgebliche Jahreslohn (inkl. Lohngarantie, sog. "Garantie 2011") ve r- fügt. Zusammen mit dieser Verfügung wurde A._______ der auf seine Person ausgestellte Stellenbeschrieb Nr. 1329002 zugestellt. C. Gegen diese Verfügung erhob A._______ am 25 . September 2012 B e- schwerde beim Konzernrechtsdienst der SBB. Er beantragte die Aufh e- bung der Verfügung und die rückwirkende Zuordnung zum Anforderungs- niveau G der Funktionskette 3107. Im zugestellten Stellenbeschrieb seien wesentliche Teile der Aufgaben nicht korrekt gewichtet. Er arbeite und treffe selbständig Entscheidungen, sei flexibel und kommunikationsfähig und arbeite in Projekten mit . Deshalb sei seine Stelle dem Anforderungs- niveau G zuzuteilen. D. Mit Entscheid vom 2 . Dezember 2013 wies der Konzernrechtsdienst der SBB die Beschwerde ab. Zur Begründung führte er insbesondere aus, der Stellenbeschrieb Nr. 13290 02 sei von der zuständigen HR-Beratung verifiziert worden. Er entspreche der Funktion von A._______, beschrän- ke sich zu Recht auf die Hauptaufgaben und gebe die Tätigkeit von A._______ korrekt wieder. Seine Funktion finde ihre grösste Überei n- stimmung mit den effektiven Anforde rungen des Anforderungsniveaus F, A-315/2014 Seite 3 weshalb die konkrete Stelle von A._______ korrekterweise nicht der Funktion Diagnostiker 1. Level Fahrzeugdiagnose (FD) im Anforderungs- niveau G, welche zusätzliche bzw. komplexere Aufgaben beinhalte, zu- geordnet worden sei. Diese r Entscheid beruhe im Weiteren auf sachl i- chen Gründen und sei nachvollziehbar. E. Gegen diesen Entscheid des Konzernrechtsdiensts der SBB (nachfo l- gend: Vorinstanz) erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Januar 2014 Beschwerde beim Bundesver waltungsgericht. Er bea n- tragt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und seine Stelle dem An- forderungsniveau G in der Funktionskette 31 07 zuzuweisen. Der B e- schwerdeführer macht in formeller Hinsicht geltend, die Vorinstanz habe die Begründungspflicht verl etzt, den Sachverhalt unvollständ ig abgeklärt und ihr Ermessen unterschritten. Die Stellenbeschreibung "Diagnostiker Kombistandort FD" im Anforderungsniveau F entspreche nicht seinem tatsächlichen Arbeitsalltag respektive seinen tatsächlichen Funktionen. F. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehml assung vom 19 . März 2014 am a n- gefochtenen Entscheid fest und beantragt die Abweisung der Beschwe r- de. Zur Begründung führt sie insbesondere aus, die Einreihung in das An- forderungsniveau F in der Funktionskette 3107 sei korrekt, was auch der Korrespondenz mit dem zuständigen HR-Berater zu entnehmen sei. Der Diagnostiker Kombistandort FD sei nicht für die eigenständige Durchfü h- rung und Auswertung von Störungsmeldungen zuständig. Die systemat i- sche Auswertung von Störungen o bliege den Diagnostikern 1. Level FD. Die Funktion Diagnostiker 1. Level FD im Anforderungsniveau G beinhal- te komplexere Aufgaben als diejenigen des Beschwerdeführers. G. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten b e- findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol- genden Erwägungen eingegangen. A-315/2014 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern sie von einer Vorinstanz nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vo r- liegt. Das Verfah ren vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich, soweit das VGG nichts anderes vorsieht, nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.2 Die Bestimmungen über das Dienstverhältnis des Bundespersonals finden auch auf das Personal der SBB Anwendung (vgl. Art. 15 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1998 über die Schweizerischen Bu n- desbahnen [SBBG, SR 742.31] und Art. 2 Abs. 1 Bst. d des Bundespe r- sonalgesetzes vom 24. März 2000 [BPG, SR 172.220.1]). Der Erstinstanz kam demnach hinsichtlich der vorliegend streitigen Frage Verfügu ngsbe- fugnis zu (vgl. Art. 34 Abs. 1 BPG und Ziff. 194 Abs. 1 GAV SBB 2011). Ihre Verfügung wurde im Einklang mit der vor Inkrafttreten der Revision des Bundespersonalrechts am 1. Juli 2013 geltenden prozessualen Rechtslage zunächst bei der Vorinstanz als interne Beschwerdeinstanz angefochten (vgl. Art. 35 Abs. 1 BPG in der Fassung vom 24. März 2000 [AS 2001 906] und Ziff. 195 GAV SBB 2011). Jenes Beschwerdeverfa h- ren war bei Inkrafttreten dieser Revision noch hängig. Die Vorinstanz war deshalb gestützt auf den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsatz, wonach hängige Rechtsmittelverfahren nach bisherigem Prozessrecht weiterzuführen sind, trotz der mit der Revision erfolgten Verkürzung des Instanzenzugs (neu direkte Anfechtung der Verfügung des Arbeitgeb ers beim Bundesverwaltungsgericht; vgl. Art. 36 Abs. 1 BPG) zum angefoc h- tenen Entscheid befugt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 5321/2013 vom 24. Februar 2014 E. 1.1.2; MEYER/ARNOLD, Intertempora- les Recht, Zeitschrift für Schweizerisches Recht [ZSR] 2005 I, S. 137; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrecht s- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 132). 1.3 Der Entscheid der Vorinstanz ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG und kann ans Bundesverwaltungsgericht weiterge zogen werden (vgl. Art. 36 Abs. 1 BPG in der Fassung vom 17. Juni 2005 [AS 2006 2230] und Art. 33 Bst. h VGG). Eine Ausnahme nach Art. 32 A-315/2014 Seite 5 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.4 Zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilg e- nommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schut zwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und ist mit seinem Anli e- gen nicht durchgedrungen. Er ist demnach durch den angefochtenen Entscheid beschwert und hat ungeachtet der gewährten Lohngarantie ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (vgl. zum Bestehen eines aktuellen Rechtsschutzinteresses bei Beschwerden g e- gen Einreihungsentscheide der SBB im Zusammenhang mit dem Übe r- gang zum neuen Funktionsbewe rtungs- und Lohnsystem trotz Lohng a- rantie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 1.2.2). Seine Legitimation ist somit zu bejahen. 1.5 Die Beschwerde wurde weiter frist - und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und 52 VwVG), weshalb auf sie einzutreten ist. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet – gleich wie die verwaltung s- interne Beschwerdeinstanz – grundsätzlich mit uneingeschränkter Kogn i- tion. Gerügt werden kann nicht nur die Verletzung von Bundesrecht ei n- schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens und die u n- richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachve r- halts, sondern auch die Unangemessenheit des angefochtenen En t- scheids (vgl. Art. 49 VwVG). Geht es um Stelleneinreihungen, auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Angemessenheitsprüfung a l- lerdings eine gewisse Zurückhaltung. Es beschränkt sich in diesen Fällen auf die Frage, ob die Einreihung auf ernstlichen Überlegungen beruht, und wird insbesondere nicht selbst als qualifi zierende Behörde tätig. Im Zweifel weicht es nicht von der Auffassung der Vorinstanz ab und setzt nicht an deren Stelle sein eigenes Ermessen (vgl. Urteile des Bunde s- verwaltungsgerichts A -1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 2.3 und A-2878/2013 vom 21. November 2013 E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen). A-315/2014 Seite 6 3. 3.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer sinngemäss, die Vo r- instanz habe das rechtliche Gehör und die Begründungspflicht verletzt, ihr Ermessen unterschritten und den Sachverhalt unvollständig festg e- stellt. Die Vorinstanz habe es zudem unterlassen, den direkten Vorg e- setzten des Beschwerdeführers einzubeziehen. 3.2 Die Vorinstanz entgegnet, dass der zuständige HR -Berater mehrfach konsultiert wurde. Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens sei im Sinne einer zusätzlichen Sachverhaltsabklärung zudem eine weitere Stellun g- nahme beim HR -Berater eingeholt worden . Gleichzeitig sei dieser ang e- wiesen worden, auch die Beurteilung des Linienvorgesetzen mit einzub e- ziehen. Diese zusätzlichen Abklärungen würden die Korrekt heit des fest- gestellten Sachverhalts bestätigen. Damit macht die Vorinstanz sinng e- mäss geltend, sie habe die vorhandenen Beweismittel objektiv geprüft und sei zum Schluss gekommen, diese liessen eine zuverlässige Beurtei- lung des rechtserheblichen Sachverhalts zu. 3.3 3.3.1 Für das Verfahren vor der Vorinstanz gelten die Regeln des VwVG (vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 VwVG und Ziff. 194 Abs. 2 GAV SBB 2011; TSCHANNEN, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bunde s- gesetz über das Verwaltungsverfahren, 2008, Art. 1 N. 18). Zur Anwe n- dung kommt demnach auch Art. 49 VwVG, der der Beschwerdeinstanz, wie erwähnt (vgl. E. 2), grundsätzlich umfassende Kognition einräumt. Die Vorinstanz kann somit die bei ihr angefochtenen Verfügungen unei n- geschränkt auf eine allfällige un richtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts hin überprüfen. Als unrichtig gilt die Sachverhaltsfes t- stellung, wenn der angefochtenen Verfügung ein falscher und aktenwidr i- ger Sachverhalt zugrunde gelegt wurde oder entscheidrelevante G e- sichtspunkte nicht geprüft oder Beweise falsch gewürdigt wurden. Als u n- vollständig gilt sie, wenn nicht über alle rechtserheblichen Umstände B e- weis geführt wurde oder eine entscheidrelevante Tatsache zwar erhoben, jedoch nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid einfloss (vgl. Ur- teile des Bundesverwaltungsgerichts A -5321/2013 vom 23. April 2014 E. 1.2, A-5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.3.1, A -3440/2012 vom 21. Januar 2014 E. 2.1.2 und A -3716/2010 vom 26. März 2013 E. 2.1.2, jeweils m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsg e-A-315/2014 Seite 7 richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.189, JÉRÔME CANDRIAN, Introduction à la proc é- dure administrative fédérale, Bâle 2013, Rz. 59, S. 43). Grundsätzlich hat die Vorinstanz ihre Kognition voll auszuschöpfen. Bei unzulässiger Kogni- tionsbeschränkung verletzt sie das rechtliche Gehör bzw. begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung (vgl. BGE 131 II 271 E. 11.7.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1027; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.153). Zur Anwendung kommt weiter Art. 12 VwVG. Wie im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt somit der Untersuchungsgrundsatz. Die Vorinstanz hat demnach von Amtes wegen für die richtige und vollständ i- ge Feststellung des rechtserhebliche n Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6; BVGE 2009/50 E. 5.1). Dieser Grundsatz wird dadurch relativiert, dass den Parteien gewisse Mitwirkungspflichten bei der Sac h- verhaltsfeststellung auferlegt werden (vgl. Art. 13 VwVG; BGE 132 II 113 E. 3.2; BVGE 2009/60 E. 2.1.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 460, CANDRIAN, a.a.O. Rz. 63, S. 44). 3.3.2 Hinsichtlich der Würdigung von Beweisen gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesg e- setzes vom 4. Dezember 1947 über den Zivilprozess [BZP , SR 273]). Da- nach haben die Bundesbehörden und -gerichte die Beweise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Beschwerdeinstanzen haben alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2). Eine Behörde verletzt somit den Grundsatz der freien Bewei s- würdigung, wenn sie bestimmten Beweismitteln im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung abspricht oder nur ein einziges Beweismi ttel zum Nachweis einer bestimmten Tatsache zulassen will (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.140 mit Hinweisen). Ist für eine rechtserhebliche Tatsache der volle Beweis zu erbringen (Rege l- beweismass), darf die entscheidende Behörde diese nur als bewiesen betrachten, wenn sie gestützt auf die Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, sie habe sich verwirklicht. Absolute Gewissheit kann dabei alle r- dings nicht verlangt werden. Es genügt, wenn sie an der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel m ehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; BVGE 2012/33 E. 6.2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 3.140a f.). 3.4 Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid und ihrer Stellun g- nahme zur Beschwerde bezü glich der Rüge der unrichtigen oder unvol l-A-315/2014 Seite 8 ständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts unter and e- rem aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien aufgenommen und es sei erneut abgeklärt worden, ob die von ihm zusätzlich genannten A r- beiten e benfalls vom Stellenbeschri eb erfasst würden. Aus dem Schri f- tenwechsel zwischen der Vo rinstanz und dem HR -Berater gehe hervor, dass der direkte Vorgesetzte des Beschwerdeführers zu seinen Aufgaben und Tätigkeiten befragt worden sei . Im Übrigen habe sich di e Vorinstanz darauf verlassen dürfen, dass die Angaben des für den Beschwerdeführer zuständigen HR -Beraters und des nachträglich befragten Linienvorg e- setzten korrekt seien. 3.5 Aus diesen Ausführungen geht – wie auch aus den Akten – deutlich hervor, dass im Rahmen des Verfahrens vor der Erst- wie auch der Vorin- stanz Stellungnahmen eingeholt und den Entsche iden vom 16. August 2012 bzw. 2. Dezember 2013 zu Grunde gelegt wurden. Die Erstinstanz hat eine Befragung des Linienvorgesetzten offenbar nicht deshalb unte r- lassen, weil sie deren Beweiseignung von vornherein verneinte oder a l- lein die Stellungnahme des HR -Beauftragten als Beweis zulassen wollte. Sie verzichtete vielmehr auf eine Anhörung, weil sie aufgrund einer ant i- zipierten Beweiswürdigung den Sachverhalt a ls korrekt und erstellt sowie die Erhebung weiterer Beweise als unnötig erachtete. Die Vorinstanz ve r- vollständigte indessen ihrerseits die Beweiserhebung und holte die Ste l- lungnahme des Linienvorgesetzten ein. Auch sie durfte somit von einem vollständigen und korrekt erhobenen Sachverhalt ausgehen. Es ist de s- halb vorliegend nicht zu erkennen, inwiefern die Vorinstanz ihre Kognition nicht ausgeschöpft hätte. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer nie weite- re Beweise angeboten oder geltend gemacht, es seien solc he nicht erho- ben worden. Eine unzulässige Einschränkung der Kognition und eine G e- hörsverletzung bzw. eine formelle Rechtsverweigerung als Folge davon ist somit ebenso zu verneinen wie eine Verletzung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.3.2 f.). 4. 4.1 In materieller Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend , er führe diverse Aufgaben des Diagnostikers 1. Level FD ebenfalls aus. Er berate die Unterhaltsstandorte zur Störungs diagnose, verfüge über grosse Pr a- xis und Umsetzungskenntnisse über den eigenen Fachbereich hinaus und habe verschiedene Zusatzausbildungen absolviert . Die Vorinstanz vergleiche seine Stelle mit der Funktion des Diagnostikers 1. Level FD , A-315/2014 Seite 9 welche im Anforder ungsniveau G eingereiht sei. Dieser Vergleich sei j e- doch nicht relevant, denn wenn er alle zusätzlichen Aufgaben ausführen würde, wäre er Diagnostiker 1. Level und nicht Diagnostiker Kombistan d- ort. Es müsse überprüft werden, ob die Stellenbeschreibung den vom Be- schwerdeführer an seiner Stelle tatsächlich geleisteten Arbeiten entspr e- che. 4.2 Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass der Beschwerdeführer die zusätzlichen Aufgaben des Diagnostikers 1. Level FD nicht übernehme und deshalb nicht dem Anforderungsniveau G zuzuordnen sei. Aufgaben wie die Erarbeitung von Verbesserungen sowie die Erstellung von Info r- mationsmitteln für die Information der Mitarbeitenden der Fahrzeugdia g- nose würden vom Beschwerdeführer nicht ausgeführt. Die Funktion des Diagnostikers 1. Leve l FD beinhalte komplexere Aufgaben als die Stelle des Beschwerdeführers. Vertiefte Zusatzausbildungen der Fahrzeugtec h- nik würden zu den Mindestanforderungen eines Diagnostikers gehö ren. Der Diagnostiker 1. Level müsste zusätzlich spezifische und vertiefte Kenntnisse seines Fachgebiets mitbringen. 4.3 Gemäss Art. 15 Abs. 1 BPG, der durch die per 1. Juli 2013 in Kraft ge- tretene Revision des Bundespersonalrechts keine Änderung erfuhr, b e- misst sich der Lohn nach den drei Kriterien Funktion, Erfahrung und Lei s- tung. Der GAV SBB 2011, mit dem, wie erwähnt (vgl. Bst. A), per 1. Juli 2011 ein neues Funktionsbewertungs- und Lohnsystem eingeführt wurde, hält – wie bereits Ziff. 89 GAV SBB 2007 – damit übereinstimmend fest, der Lohn richte sich nach den Anforderungen der F unktion sowie nach der nutzbaren Erfahrung und der Leistung (vgl. Ziff. 90). Gemäss der Übergangsbestimmung von Ziff. 113 GAV SBB 2011 werden auf den 1. Juli 2011 alle Anstellungsverhältnisse in das neue System überführt. Ziff. 91 GAV SBB 2011 normiert die Grundsätze der Stellenbewertung. Danach wird jede Funktion summarisch einem Anforderungsniveau zuge- ordnet (Abs. 1). Dieses wird auf der Basis zwischen den Parteien g e- meinsam anerkannter, analytischer Bewertungsverfahren ermittelt (Abs. 2). Eine detaillier tere Regelung findet sich in der Richtlinie "Funkt i- onsbewertung" (K 140.1; nachfolgend: Bewertungsrichtlinie), die per 1. Juli 2011 die bisherige Richtlinie (R Z 140.1 vom 6. März 2007) ersetz- te. Die Anforderungen werden durch 15 Anforderungsniveaus defini ert und mit den Buchstaben A bis O bezeichnet. Nach Ziff. 2.2 ist die Funkt i- onszuordnung die Basis für die Umsetzung einer anforderungs - und leis- tungsgerechten Entlöhnung über sämtliche Organisationseinheiten der A-315/2014 Seite 10 SBB hinweg. Grundlage für die Einreihung ei ner Funktion bildet gemäss Ziff. 2.4 die Stellenbeschreibung. Der oder die Vorgesetzte umschreibt das Ziel der Funktion, die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen wirklichkeitsgetreu. Bei wesentlichen Änderungen passt er oder sie die Stellenbeschreibung an (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 5321/2013 vom 23. April 2014 E. 4.2, A-5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 5). 4.4 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts darf das Funktionsbewertungsverfahren nicht dahingehend interpretiert we r- den, es müsse für jede tatsächlich ausgeübte Funktion eine individual i- sierte Stellenbeschreibung erstellt werden. Es erscheint vielmehr mit Blick auf eine rechtsgleiche Behandlung über die verschiedenen Organisat i- onseinheiten der SBB hinweg als zulässig un d korrekt, standardisierte bzw. Rahmenstellenbeschreibungen zu verwenden (vgl. Urteile des Bu n- desverwaltungsgerichts A -5321/2013 vom 23. April 2014 E.4.3, A - 5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 5.3, und A-1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.1.2). Die Zuordnung der konkret ausgeübten Funktion setzt a l- lerdings voraus, dass über die effektiv wahrgenommenen Aufgaben Kla r- heit besteht. 4.5 4.5.1 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz dargelegt, welche zusätzl i- chen Aufgaben und Kompetenzen der Beschwerdeführer übernehmen müsste, um als Diagnostiker 1. Level FD ins Anforderungsniveau G ein- gereiht zu werden. Dieser Vergleich erscheint entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sachgerecht, da der Diagnostiker 1. Level die gegen- über dem Beschwerdeführer nächst höhere vergleichbare Funktion ist. Im Übrigen führt der Beschwerdeführer nicht näher aus, mit welcher Funkt i- on seine Stelle zu vergleichen wäre und begründet sein Vorbringen nicht näher. 4.5.2 Der Vergleich der Stellenbeschreibungen des Diagnostikers Kombi- standort FD im Anforderungsniveau F (Stellenbeschreibung Nr. 1329002) und des Diagnostikers 1. Level FD im Anforderung sniveau G (Stellenbe- schreibung Nr. 1329004) ergibt, dass der Diagnostiker 1. Level FD für die fachliche Unterstützung der Kombistandorte durch ver tiefte Störungsd i- agnose zuständig ist. Er wertet eigenständig Störungen seines Spezia l- gebiets aus mit dem Ziel, Verbesserungsmassnahmen für die Verfügba r- keit der Komponenten zu finden und zu entwickeln . Anschliessend ist er A-315/2014 Seite 11 für die zielgruppengerechte Kommunikation der Erkenntnisse und Mas s- nahmen mittels selbst erarbeiteten Informationsmitteln verantwortlich. In diesem Rahmen führt er auch Schulungen und Wirkungskontrollen durch und arbeitet in Fachgruppen mit. Der Diagnostiker Kombistandort hing e- gen führt primär eigenständig Diagnosen durch, erarbeitet die Störungs- geschichte und stellt die Fachunterstützung sicher. Gemäss Stellun g- nahme der direkten Vorgesetzten des Beschwerdeführers (Leiter Repara- turen und Leiter Fahrzeugdiagnose) vom 26. Februar 2014 gehör en die systematische Auswertung der Störungen und die Erstellung von Informa- tionsmaterial nicht zum Aufgabengebiet des Beschwerdeführers. Der B e- schwerdeführer macht geltend, er berate die Unterhaltsstandorte zur St ö- rungsdiagnose. Gemäss Stellungnahme der V orgesetzten vermittelt der Beschwerdeführer als Diagnostiker Kombistandort in der Tat gezielte Z u- satzinformationen zur Störungsdiagnose an die Unterhaltsstandorte. Di e- se Aufgabe ist entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers im Stel- lenbeschrieb Nr. 1329 002 aufgeführt. Hierbei handle es sich jedoch mehrheitlich um die Beschreibung des Störungsbilds im Betrieb und nicht um die Störungsbehebung. Im Übrigen legt der Beschwerdeführer nicht näher dar, welche zusätzlichen und nicht im Stellenbeschrieb Nr. 1329002 abgebildeten Aufgaben er übernimmt, um ins Anforderung s- niveau G eingereiht zu werden. 4.5.3 Auch bei der Ausbildung und den Fachkenntnissen unterscheiden sich die Anforderungen an die beiden Funktionen wesentlich. Für die Funktion des Diagnostikers Kombistand ort FD im Anforderungsniveau F sind spezifische Zusatzausbildungen der Fahrzeugtechnik der den Standort anfahrenden Fahrzeuge nötig. Beim Diagnostiker 1. Level FD im Anforderungsniveau G werden jedoch vertiefte Zusatzausbildungen der Fahrzeugtechnik aller Fahrzeuge Personenverkehr und spezifische und vertiefte Kenntnisse des eigenen Fachbereichs sowie Zusatzausbildu n- gen diverser Systeme verlangt. Dies zeigt, dass der Diagnostiker 1. Level über umfassendere Kenntnisse und entsprechende vertiefte Zusatzau s- bildungen aller Fahrzeuge sowie zusätzliches Spezialwissen verfügen muss. Der Beschwerdeführer macht lediglich geltend, er kenne alle Fah r- zeuge Personenverkehr und seine Kenntnisse würden über den eigenen Fachbereich hinausgehen. Damit vermag der Beschwerd eführer nicht darzulegen, dass er über die erforderlichen zusätzlichen Kenntnisse und Ausbildungen er verfügt, um die Anforderungen an die Funktion im Anfo r- derungsniveau G zu erfüllen. A-315/2014 Seite 12 4.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die z u- sätzlichen und komplexeren Auf gaben der vergleichbaren Funktion des Diagnostikers 1. Level FD im Anforderungsniveau G nicht ausübt. Dies wird von den direkten Vorgesetzten des Beschwerdeführers bestätigt. Insgesamt zeigt sich, dass die im Stellenbeschrieb Nr. 1 329002 aufge- führten Aufgaben dem täglichen Arbeitsalltag des Beschwerdeführers entsprechen und seine Aufgaben darin korrekt und vollständig umschri e- ben sind. Im Übrigen ist die Zuordnung der Funktion des Diagnostikers Kombistandort FD zum Anforderungsniveau F nicht bestritten. Folglich ist die Zuordnung der Stelle des Beschwerdefüh rers zum Anforderungsn i- veau F korrekt. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt im vorliege n- den Fall korrekt erstellt wurde, die Vorinstanz ihr Ermessen nicht unte r- schritten und damit das rechtliche Gehör nicht verletzt wurde. Die Zuor d- nung des Beschwerdeführers in das Anforder ungsniveau F ist nicht in Frage zu stellen. Bei diesem Ergebnis ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. 6. 6.1 Das Beschwerdeverfahren in personalrechtlichen Belangen ist grund- sätzlich kostenlos (vgl. Art. 34 Abs. 2 BPG). Es sind daher keine Verfa h- renskosten zu erheben. 6.2 Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen A n- spruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Vorinstanz steht ebenfalls keine Parteientschädigung zu (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. A-315/2014 Seite 13 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtskurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Laura Bucher Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebie t der öffen t- lich-rechtlichen Ar beitsverhältnisse können beim Bundesgericht ang e- fochten werden, sofern es um eine ver mögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG , SR 173.110]). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichste l- lung der Geschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die B e- schwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Eröffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist steht still vom 1 5. Juli bis und mit dem 15. August (Art. 46 Abs. 1 Bst. b BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprac he abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene En t- scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). A-315/2014 Seite 14 Versand: