<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2015.00163</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=215215&amp;W10_KEY=13013518&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2015.00163</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.05.2015</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Prozeduraler Aufenthalt. Familiennachzug. Kindeswohl. Bei der Prüfung der Voraussetzungen für einen prozeduralen Aufenthalt hat das Gericht eine Prognose der Erfolgsaussichten in der Hauptsache vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung und lebt mit ihren beiden Töchtern nun schon seit bald einem Jahr zusammen. Somit wäre bei einer Wegweisung der Töchter Art. 8 EMRK berührt (E. 3.). Im vorliegenden Fall wurden die Fristen für den Familiennachzug gemäss Art. 44 AuG nicht eingehalten. Der nachträgliche Familiennachzug im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG kann nur bei wichtigen Gründen bewilligt werden (E. 3.3). Im vorliegenden Fall sind solche gegeben: Eine alternative Betreuungssituation für die Kinder liegt nach glaubhafter Darstellung der Beschwerdeführenden nicht vor. Auf der anderen Seite haben sich die Kinder in der Schweiz integriert. Das Kindeswohl erscheint durch eine Wegweisung gefährdet (E. 3.4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDESWOHL">KINDESWOHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROZEDURALER AUFENTHALT">PROZEDURALER AUFENTHALT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=26391" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2015.00163</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Mai 2015</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Lukas Widmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Martin Kayser, Verwaltungsrichterin Sandra Wintsch, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Daniela KÃ¼hne. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b><br/> vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, <br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug,</b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben: </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A hat drei Kinder, die sechzehnjÃ¤hrige C, die zwÃ¶lfjÃ¤hrige D und den zehnjÃ¤hrigen E. Als sie im Jahr 2005 zum ersten Mal in die Schweiz einreiste, hatte sie ihre beiden TÃ¶chter bei ihren Verwandten in Gambia zurÃ¼ckgelassen.</p> <p class="Urteilstext">Ende Juli 2014 reisten C, D und E mit einem zweimonatigen Besuchervisum in die Schweiz ein. Am 11. August 2014 beantragte ihre Mutter fÃ¼r sie eine Aufenthaltsbewilligung. Das Migrationsamt sistierte dieses Verfahren mit VerfÃ¼gung vom 6. No­vember 2014, wies die Kinder aus dem Schengen-Raum weg und machte die PrÃ¼fung des Gesuchs vom nachgewiesenen Verlassen des Schengen-Raums abhÃ¤ngig.</p> <p class="Urteilstext">E unterzog sich offenbar freiwillig der VerfÃ¼gung, nicht jedoch seine Schwestern C und D.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 8. Dezember 2014 ersuchte A die Sicherheitsdirektion um eine Anweisung an das Migrationsamt, die Gesuche von C und D ohne vorgÃ¤ngige Ausreise in der Sache zu behandeln und insoweit um Aufhebung der eingangs genannten SistierungsverfÃ¼gung. Die Sicherheitsdirektion wies den Rekurs am 17. Februar 2015 ab, wies die Sache an das Migrationsamt zurÃ¼ck und lud dieses ein, nach erfolgter Ausreise von C und D einen Entscheid in der Sache zu fÃ¤llen. Gleichzeitig forderte sie C und D zum Verlassen der Schweiz bis 17. MÃ¤rz 2015 auf und nahm davon Vormerk, dass die angeordnete Wegweisung gegenÃ¼ber E in Rechtskraft erwachsen ist.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 17. MÃ¤rz 2015 ersuchte A das Verwaltungsgericht um Aufhebung des genannten Rekursentscheids, soweit er nicht davon Vormerk nahm, dass der Wegweisungsentscheid gegenÃ¼ber E rechtskrÃ¤ftig wurde. Gleichzeitig ersuchte sie um eine Anweisung an das Migrationsamt, die Gesuche von C und D ohne deren vorgÃ¤ngige Ausreise materiell zu behandeln und ihr fÃ¼r Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ProzessentschÃ¤digung zuzusprechen.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde verlangte sodann die Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie eine entsprechende Anweisung an das Migrationsamt. Der AbteilungsprÃ¤sident ordnete mit VerfÃ¼gung vom 18. MÃ¤rz 2015 an, dass eine Vollstreckung der Wegweisung gegenÃ¼ber C und D bis auf Weiteres zu unterbleiben habe.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 23. MÃ¤rz 2015 auf eine Vernehmlassung. Am 27. MÃ¤rz 2015 reichte A weitere Unterlagen ein. Das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort und liess sich auch in der Folge nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Angefochten ist ein RÃ¼ckweisungsentscheid. Solche Entscheide werden nach der Praxis des Verwaltungsgerichts grundsÃ¤tzlich wie Zwischenentscheide behandelt (vgl. Alain Griffel in ders. (Hrsg.), Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 28 N. 45). Aufgrund von § 41 Abs. 3 und § 19a Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 1 lit. a des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) sind solche Entscheide unter anderem dann anfechtbar, wenn ein nicht wiedergutzumachender Nachteil vorliegt. Ein solcher ist mit der drohenden Wegweisung der beiden TÃ¶chter der BeschwerdefÃ¼hrerin gegeben.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Einer allfÃ¤lligen Beschwerde gegen den Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen. Die Beschwerde verfÃ¼gt damit bereits von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung (vgl. § 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1 VRG). Dem sinngemÃ¤ssen Begehren, einen vorlÃ¤ufigen Stopp der Vollstreckung der Wegweisung zu verfÃ¼gen, wurde zudem bereits mit VerfÃ¼gung vom 18. MÃ¤rz 2015 entsprochen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Im Rekursverfahren war zunÃ¤chst die Frage der RechtsmÃ¤ssigkeit der Einreise strittig. Im gerichtlichen Verfahren blieb der Standpunkt der BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. der Vorinstanz unbestritten, wonach den Kindern der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht von vornherein unterstellt werden kann, dass sie lÃ¤nger als im Visum erlaubt in der Schweiz bleiben wollten. Auch konnte der BeschwerdefÃ¼hrerin selbst keine solche Absicht nachgewiesen werden. Im Rekursverfahren brachte sie vielmehr vor, dass die Kinder aufgrund der schwierigen Situation in ihrem Heimatland in die Schweiz verbracht werden sollten, um dann Ã¼ber das weitere Vorgehen zu entscheiden. Von der Beschwerdegegnerin wurde dies nicht substanziiert bestritten. Die Frage der RechtmÃ¤ssigkeit der Einreise bildet deshalb nicht Thema des vorliegenden Verfahrens.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Beschwerdegegnerin vertrat weiter die Auffassung, dass die Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin den Entscheid Ã¼ber das Nachzugsbegehren im Ausland abzuwarten hÃ¤tten. Sie stÃ¼tzte sich dabei in einer EventualbegrÃ¼ndung auf Art. 17 Abs. 1 des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG). Diese Bestimmung geht genauso wie Art. 10 Abs. 2 AuG vom Grundsatz aus, dass Bewilligungen fÃ¼r den dauerhaften Aufenthalt bereits <i>vor</i> der Einreise in die Schweiz beantragt werden mÃ¼ssen. Wer dies, wie die Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin, erst <i>danach</i> tut, muss den Bewilligungsentscheid im Ausland abwarten.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer EventualbegrÃ¼ndung darÃ¼ber hinweg, dass die beiden genannten Bestimmungen bloss von einer ausnahmefÃ¤higen Regel ausgehen. Denn gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 AuG kann die BehÃ¶rde den Aufenthalt wÃ¤hrend des Verfahrens gestatten, wenn die Zulassungsvoraussetzungen offensichtlich erfÃ¼llt sind. In Art. 10 Abs. 2 Satz 3 AuG wird diese Norm zum prozeduralen Aufenthalt ausdrÃ¼cklich vorbehalten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Ziel von Art. 17 Abs. 2 AuG ist es, die grundsÃ¤tzliche Ausreisepflicht gemÃ¤ss Abs. 1 der Bestimmung zu mildern. Es macht keinen Sinn, jemanden auszuweisen, wenn wahrscheinlich ist, dass die Bewilligung ohnehin erteilt wird. Eine Sistierung des Verfahrens bis zur erfolgten Ausreise ist deshalb unzulÃ¤ssig (BGE 139 I 37 E. 3.4.4). Die Vorinstanz hat die von der Beschwerdegegnerin unterlassene PrÃ¼fung deshalb nachgeholt. Sie kam zum Schluss, dass der prozessuale Aufenthalt nicht zu gewÃ¤hren ist. Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens ist deshalb ausschliesslich die Frage, ob im Rahmen einer summarischen PrÃ¼fung die Zulassungsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind (vgl. BGE 139 I 37 E. 2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das Gericht hat bei der PrÃ¼fung der Voraussetzungen fÃ¼r einen prozeduralen Aufenthalt gleich wie bei vorsorglichen Massnahmen eine Prognose der Erfolgsaussichten in der Hauptsache vorzunehmen. Dem Gesuchsteller ist der weitere Aufenthalt in der Schweiz mithin dann zu gestatten, wenn die Chancen auf Erteilung der Bewilligung im Hauptverfahren bedeutend hÃ¶her einzustufen sind als jene der Verweigerung (BGE 139 I 37 E. 4.1 am Ende und E. 2.1, auch zum Folgenden). Es reicht damit anders gesagt aus, wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 2 AuG mit grosser Wahrscheinlichkeit erfÃ¼llt sind (BBl 2002, 3709, 3777).</p> <p class="Urteilstext">Im Rahmen der soeben umrissenen summarischen PrÃ¼fung ist Art. 6 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) zu beachten. Danach sind die Zulassungsvoraussetzungen insbesondere dann offensichtlich erfÃ¼llt, wenn die eingereichten Unterlagen einen gesetzlichen oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung belegen, keine WiderrufsgrÃ¼nde vorliegen und der Betroffene seiner Mitwirkungspflicht nachkommt. Letzteres kann fÃ¼r eine PrÃ¼fung im summarischen Verfahren nicht bedeuten, dass der Betroffene einen strikten Beweis zu erbringen hÃ¤tte. Vielmehr muss es im Rahmen der vorliegend vorzunehmenden Beurteilung ausreichen, wenn der Betroffene unter anderem glaubhaft machen kann, dass im Heimatland zureichende BetreuungsmÃ¶glichkeiten fehlen (im Einzelnen hinten E. 3.3; vgl. BGr, 10. November 2014, 2C_1116/2013, E. 3.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Beschwerdegegnerin ging bei ihrem Sistierungsentscheid implizit davon aus, dass die Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin weder Ã¼ber einen gesetzlichen noch Ã¼ber einen vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf Bewilligungserteilung verfÃ¼gen. Der BegrÃ¼ndung ihres Entscheids kann dabei nur insoweit gefolgt werden, als das Landesrecht vorliegend keinen Nachzugsanspruch gewÃ¤hrt (im Einzelnen BGE 137 I 284 E. 1.2). Auch Art. 13 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) garantieren weder ein Recht auf Einreise in einen bestimmten Staat noch die Wahl des fÃ¼r das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1). Auf der anderen Seite hat die Handhabung des prozeduralen Aufenthaltsrecht in Art. 17 AuG den Vorgaben von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV gebÃ¼hrend Rechnung zu tragen (vgl. BGE 139 I 37 E. 3.5.1). Die BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼gt Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung und lebt mit ihren beiden TÃ¶chtern nun schon seit bald einem Jahr zusammen. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¼rde die Wegweisung der TÃ¶chter zumindest den verfassungsrechtlich garantierten Anspruch auf Achtung des Familienlebens berÃ¼hren. Auch wenn diese Bestimmung kein (absolutes) Recht auf Familiennachzug beinhaltet, begrenzt sie doch das Ermessen der BehÃ¶rde, das ihr bei der Anwendung der landesrechtlichen Bestimmungen zusteht (vgl. bezÃ¼glich Art. 8 Ziff. 1 EMRK BGE 137 I 284 E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Das Recht auf Achtung des Familienlebens wird im vorliegenden Fall durch Art. 44 AuG Ã¼ber den Familiennachzug beschrÃ¤nkt. Danach kann Kindern unter 18 Jahren eine Aufenthaltsbewilligung unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden. Dieser Anspruch ist grundsÃ¤tzlich innerhalb von fÃ¼nf Jahren geltend zu machen (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG). Kinder Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren mÃ¼ssen innerhalb von zwÃ¶lf Monaten nachgezogen werden (Art. 47 Abs. 1 Satz 2 AuG). Diese Fristen sind im vorliegenden Fall unbestrittenermassen nicht eingehalten worden. Ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug kann aufgrund von Art. 47 Abs. 4 AuG folglich nur dann bewilligt werden, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde geltend gemacht werden. Solche GrÃ¼nde liegen namentlich dann vor, wenn das Kindeswohl nur durch den Nachzug gewÃ¤hrleistet werden kann (Art. 75 VZAE). Zudem bedarf es einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde des Einzelfalls (BGr, 20. Februar 2015, 2C_303/2014 E. 6.1).</p> <p class="Urteilstext">Wird das Nachzugsbegehren, wie im vorliegenden Fall, erst nach vielen Jahren der Trennung gestellt, sind die gesamten UmstÃ¤nde in Bezug auf die persÃ¶nliche und familiÃ¤re Situation des Kindes sowie seine Integrationschancen und EntfaltungsmÃ¶glichkeiten in der Schweiz zu berÃ¼cksichtigen (BGE 133 II 6 E. 3.1, auch zum Folgenden). Dabei sind namentlich das Alter des Kindes, sein Ausbildungsniveau und seine sprachlichen Kenntnisse von Bedeutung. Die Gefahr einer Entwurzelung und daraus folgender Integrationsschwierigkeiten erscheint umso grÃ¶sser, je Ã¤lter das Kind ist. Dem ist auch bei einer Ãnderung der Betreuungssituation Rechnung zu tragen, indem zu untersuchen ist, ob im Heimatland des Kindes zu seinen Gunsten Alternativen bestehen, die seinen MÃ¶glichkeiten und BedÃ¼rfnissen besser gerecht werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin lebten ursprÃ¼nglich bei ihrer Grossmutter. Diese ist aufgrund einer schweren Erkrankung seit geraumer Zeit nicht mehr in der Lage, sich um ihre Enkel zu kÃ¼mmern. Sie liegt inzwischen im Sterben. WÃ¤hrend der Krankheit der Grossmutter hat sich die Tante um die Kinder gekÃ¼mmert. Sie verstarb am 13. Februar 2014. Schliesslich wurden gewisse Betreuungspflichten durch den Grossvater wahrgenommen. Auch dieser ist inzwischen gestorben, nÃ¤mlich kurz nach der Wegreise der Enkel, am 27. August 2014.</p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Betreuung infrage kommen nach den Feststellungen der Vorinstanz damit grundsÃ¤tzlich noch der Vater und der Onkel der Kinder. Bei den beiden Personen handelt es sich um F und G. Wer von den beiden der leibliche Vater ist, lÃ¤sst sich im Rahmen der hier vorzunehmenden prima facie-Beurteilung nicht mit Bestimmtheit sagen. Fest steht jedoch, dass einer der beiden, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit F, eine GefÃ¤ngnisstrafe verbÃ¼sst. G wiederum ist aufgrund der Betreuungspflichten gegenÃ¼ber anderen Personen sowie der GrÃ¶sse seiner Wohnung nicht in der Lage, sich um die beiden Kinder zu kÃ¼mmern. Damit blieben fÃ¼r die Ãbernahme von Betreuungsaufgaben hÃ¶chstens noch andere Geschwister. Wo diese leben und Ã¼ber welche MÃ¶glichkeiten sie verfÃ¼gen, ist jedoch offen. Der Frage ist im vorliegenden Verfahren auch nicht weiter nachzugehen. Fest steht jedenfalls, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin glaubhaft und nachvollziehbar aufzeigen konnte, dass jene Personen, die sich bisher um ihre Kinder gekÃ¼mmert haben, dazu heute aus den verschiedensten GrÃ¼nden nicht mehr in der Lage sind. Das Kindeswohl erscheint damit durch eine Wegweisung ernsthaft gefÃ¤hrdet.</p> <p class="Urteilstext">Auf der anderen Seite haben sich die Kinder in die lokalen VerhÃ¤ltnisse offenbar einigermassen integriert. Das Risiko einer Entwurzelung und den damit einher gehenden Integrationsschwierigkeiten wurde von der Beschwerdegegnerin nicht substanziiert vorgebracht. Sie beruft sich in diesem Zusammenhang einzig auf die Vorstrafe der BeschwerdefÃ¼hrerin wegen des Handels mit Marihuana, das gemeinsame, vergleichsweise geringe Haushaltseinkommen der Ehegatten von Fr. 5'000.- sowie die GrÃ¶sse ihrer Zweizimmerwohnung von 38 Quadratmetern. Diese UmstÃ¤nde vermÃ¶gen jedoch auch in ihrer Gesamtheit eine sachgerechte Betreuung der Kinder in der Schweiz nicht grundsÃ¤tzlich auszuschliessen. Inwiefern einem Nachzug offensichtliche und eindeutige Interessen der Kinder entgegenstehen wÃ¼rde, ist damit im Rahmen der vorliegend vorzunehmenden provisorischen Beurteilung nicht erkennbar (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.3.1 S. 291). Ebenso wenig sind WiderrufsgrÃ¼nde ersichtlich, die einem prozeduralen Aufenthalt entgegenstehen wÃ¼rden. Sodann erscheint es im Rahmen der vorliegenden prima facie-Beurteilung nicht als wahrscheinlich, dass die Familie der BeschwerdefÃ¼hrerin durch die Betreuung der beiden TÃ¶chter sozialhilfeabhÃ¤ngig wÃ¼rde. Die Chancen fÃ¼r eine Bewilligung des Aufenthalts erscheinen damit im Vergleich zu dessen Verweigerung als erheblich hÃ¶her.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Anzumerken bleibt schliesslich, dass es den Kindern auch angesichts der sonstigen entscheidwesentlichen UmstÃ¤nde nicht zuzumuten ist, den Entscheid in der Hauptsache im Ausland abzuwarten. Nicht zuletzt aufgrund der verzÃ¶gerten Behandlung und der anschliessenden Sistierung der Gesuche halten sich die beiden Kinder nunmehr schon bald seit einem Jahr in der Schweiz auf, besuchen die hiesigen Schulen und leben mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater zusammen. Eine Verweigerung des prozeduralen Aufenthalts wÃ¼rde damit auch dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgebot widersprechen, das bei Entscheiden im Geltungsbereich des Rechts auf Achtung des Familienlebens zu beachten ist (Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 13 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 BV; vgl. BGE 139 I 37 E. 3.5.1 und 4.2). Die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 2 AuG sind damit auch vor diesem Hintergrund zu bejahen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin das weitere Verfahren befÃ¶rderlich voranzutreiben (vgl. BGr, 23. Mai 2013, 2C_76/2013, E. 2.1.2). Der Entscheid Ã¼ber den prozeduralen Aufenthalt, wie er vorliegend ergeht, ist naturgemÃ¤ss provisorischer Natur. Er erfolgt allein, um wÃ¤hrend der Gesuchsbehandlung in der Sache ein unnÃ¶tiges, dem Kindeswohl abtrÃ¤gliches Hin und Her zu vermeiden. Eine rasche Behandlung des Gesuchs ist der Beschwerdegegnerin deshalb nicht nur aufgrund der im inlÃ¤ndischen und internationalen Recht verankerten Beschleunigungsgebots aufgegeben, sondern auch aufgrund des provisorischen Zustands, der mit der GewÃ¤hrung eines prozeduralen Aufenthaltsrecht einhergeht.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben, soweit er nicht die Vormerkung betrifft, dass die AusgangsverfÃ¼gung gegenÃ¼ber E rechtskrÃ¤ftig wurde. Sodann ist auch die AusgangsverfÃ¼gung aufzuheben, soweit sie gegenÃ¼ber C und D erlassen wurde.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Gerichtsverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Letztere ist sodann zu verpflichten, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung zu entrichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Mit diesem Urteil wird allein Ã¼ber den prozeduralen Aufenthalt entschieden. Die materielle Behandlung des Gesuchs steht nach wie vor aus, weshalb die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen ist. Damit kann das vorliegende Urteil grundsÃ¤tzlich nur dann angefochten werden, sofern die Voraussetzungen von Art. 93 BGG gegeben sind oder geltend gemacht wÃ¼rde, dass es in der Sache einem Endentscheid gleichkommt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 6. November 2014 wird aufgehoben, soweit sie C und D betrifft. Die Sache wird im Sinn der ErwÃ¤gungen zur Behandlung des Gesuchs um eine Aufenthaltsbewilligung an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Der Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 17. Februar 2015 wird im Umfang der Dispositiv-Ziffern IIâVII aufgehoben. Die Kosten des Rekursverfahrens in der HÃ¶he von Fr. 1'800.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 80.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'080.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r Rekurs- und Beschwerdeverfahren von insgesamt Fr. 3'000.- zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer auszurichten, zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>