<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00734</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224157&amp;W10_KEY=13045528&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00734</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.07.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 23.10.2024 formell erledigt.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdeführer ist im Rentenalter in die Schweiz eingereist und war im Einzelunternehmen seiner Lebenspartnerin angestellt. Er erhielt als Arbeitnehmer eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. In der Folge gründete er ein Einzelunternehmen. Er bezieht Ergänzungsleistungen.] Um sich auf das Verbleiberecht nach Art. 4 Anhang I FZA berufen zu können, müsste der Beschwerdeführer während der letzten 12 Monate vor Beendigung der Tätigkeit eine ernsthafte (nachhaltige und möglichst existenzsichernde) selbständige Tätigkeit ausgeübt haben. Aufgrund des Bezugs von Ergänzungsleistungen kann davon nicht ausgegangen werden (E. 3.2.3). Aufgrund des Bezugs von Ergänzungsleistungen erfüllt er auch die Voraussetzungen für einen Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit nicht (E. 3.2.4). Dem Beschwerdeführer kommt auch aufgrund der Beziehung zu seiner hier lebenden Lebenspartnerin kein Anwesenheitsanspruch zu, da es an den qualitativen Voraussetzungen für ein gefestigtes Konkubinat fehlt (E. 4.3). Es ist ihm auch im Rahmen des pflichtgemässem Ermessen keine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (E. 5). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66860" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00734</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">3. Juli 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>A, geboren 1951, StaatsangehÃ¶riger von Deutschland, reiste am 12. September 2018 in die Schweiz ein und erhielt am 12. November 2018 eine bis am 11. September 2023 befristete Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA als Arbeitnehmer fÃ¼r die Firma C. Inhaberin des Einzelunternehmens war seine Lebenspartnerin D, StaatsangehÃ¶rige von Deutschland. Am 9. August 2022 meldete die Gemeindeverwaltung E, dass A ErgÃ¤nzungsleistungen beantragt habe. Aus dem Gesuch von A vom 7. August 2022 ging hervor, dass die Einzelunternehmung C im Juli 2020 gelÃ¶scht worden war und er stattdessen die F GmbH gegrÃ¼ndet hat.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Migrationsamt forderte A mit Schreiben vom 15. August 2022 auf, Fragen zu beantworten und Unterlagen einzureichen. A kam der Aufforderung am 18. und 22. August 2022 nach. A erhÃ¤lt seit 1. Januar 2023 ErgÃ¤nzungsleistungen von monatlich Fr. 2'880.-. Mit VerfÃ¼gung vom 5. Mai</span><span> 2023 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von </span><span>A und setzte ihm Frist zum Verlassen des schweizerischen Staatsgebiets bis 5. August 2023. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 6. November 2023 ab und setzte </span><span>A<span> eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 10. Februar 2024.</span></span><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Am 8. Dezember 2023 erhob </span><span>A<span> Beschwerde und beantragte dem Verwaltungsgericht, es sei ihm in Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 6. November 2023 die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </span></span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Sicherheitsdirektion verzichtete auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das <span>FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999</span> (FZA) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. Vom FZA unberÃ¼hrt bleiben nach Art. 12 in Verbindung mit Art. 22 FZA staatsvertragliche Regelungen, welche einen weitergehenden Anspruch auf Aufenthalt verschaffen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer als deutscher StaatsangehÃ¶riger auf das FZA berufen kann, ist unbestritten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b><span>GemÃ¤ss Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA erhÃ¤lt eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer, die bzw. der die StaatsangehÃ¶rigkeit einer Vertragspartei innehat und mit einer Arbeitgeberin bzw. einem Arbeitgeber des Aufnahmestaats ein ArbeitsverhÃ¤ltnis mit einer Dauer von mindestens einem Jahr eingeht, eine Aufenthaltserlaubnis mit einer GÃ¼ltigkeitsdauer von fÃ¼nf Jahren, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Erlaubnis (Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA). Diese wird automatisch um mindestens fÃ¼nf Jahre verlÃ¤ngert. Bei der ersten VerlÃ¤ngerung kann die GÃ¼ltigkeitsdauer beschrÃ¤nkt werden, wenn die auslÃ¤ndische Person seit mehr als zwÃ¶lf aufeinanderfolgenden Monaten unfreiwillig arbeitslos ist; die Dauer der BewilligungsverlÃ¤ngerung darf ein Jahr nicht unterschreiten.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b><span>War eine ursprÃ¼nglich unfreiwillig arbeitslos gewordene auslÃ¤ndische Person wÃ¤hrend einer gewissen Zeit arbeitslos und hatte sie einen allfÃ¤lligen Anspruch auf Arbeitslosengelder ausgeschÃ¶pft, ging die frÃ¼here Rechtsprechung dabei regelmÃ¤ssig von fehlenden Aussichten auf eine neue Stelle aus (vgl. BGE 147 II 1 E. 2.1.3; BGr, 2. August 2022, 2C_114/2022, E. 4.4; VGr, 8. Mai 2023, VB.2022.00652, E. 3.2, auch zum Folgenden). Mit Art. 61a AIG wurde diese Praxis im nationalen Recht kodifiziert. Art. 61a Abs. 1 Satz 2 AIG bestimmt insofern, dass das Aufenthaltsrecht von StaatsangehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EU und der EFTA mit einer Aufenthaltsbewilligung bereits sechs Monate nach unfreiwilliger Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses erlischt, wenn dieses vor Ablauf der ersten zwÃ¶lf Monate des Aufenthalts endet. Wird nach Ablauf der sechs Monate weiterhin ArbeitslosenentschÃ¤digung ausbezahlt, so erlischt das Aufenthaltsrecht mit dem Ende der EntschÃ¤digung (Art. 61a Abs. 2 AIG). Bei unfreiwilliger Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses nach den ersten zwÃ¶lf Monaten des Aufenthalts erlischt das Aufenthaltsrecht von StaatsangehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EU und der EFTA mit einer Aufenthaltsbewilligung sechs Monate nach der Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses (Art. 61a Abs. 4 Satz 1 AIG). Wird nach Ablauf der sechs Monate weiterhin ArbeitslosenentschÃ¤digung ausbezahlt, so erlischt das Aufenthaltsrecht sechs Monate nach dem Ende der EntschÃ¤digung (Art. 61a Abs. 4 Satz 2 AIG). Die Ordnung von Art. 61a Abs. 1â4 AIG gilt nicht bei Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses aufgrund vorÃ¼bergehender ArbeitsunfÃ¤higkeit infolge Krankheit, Unfall oder InvaliditÃ¤t und auch nicht fÃ¼r Personen, die sich auf ein freizÃ¼gigkeitsrechtliches Verbleiberecht (vgl. Art. 4 Anhang I FZA) berufen kÃ¶nnen (vgl. Art. 61a Abs. 5 AIG).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.1.3 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA erhalten StaatsangehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats, die sich zwecks AusÃ¼bung einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei niederlassen wollen, eine Aufenthaltserlaubnis, sofern sie den zustÃ¤ndigen nationalen BehÃ¶rden nachweisen, sich zu diesem Zweck im Land niedergelassen zu haben bzw. niederlassen zu wollen. Als Nachweis fÃ¼r die Aufnahme einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit im Sinn von Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA genÃ¼gt die Errichtung eines Unternehmens oder einer BetriebsstÃ¤tte mit einer effektiven und mÃ¶glichst existenzsichernden GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit, was mittels geeigneter Unterlagen zu belegen ist (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.1, und 31. Juli 2017, 2C_81/2017, E. 3.2; Staatssekretariat fÃ¼r Migration, Weisungen VFP, Weisungen und ErlÃ¤uterungen zur Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr, Bern, Oktober 2022, Ziff. 4.3.2). Die betroffene Person soll grundsÃ¤tzlich ein Einkommen erzielen, welches ihr erlaubt, ihr Leben und dasjenige der Familie zu fristen und nicht dauerhaft bzw. umfassend sozialhilfeabhÃ¤ngig zu werden (BGr, 31. Juli 2017, 2C_81/2017, E. 3.2, und 2. November 2015, 2C_243/2015, E. 3.3.1); andernfalls gilt die betroffene Person nicht als erwerbstÃ¤tig (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.2; VGr, 14. Mai 2020, VB.2019.00787, E. 6.1.2). </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.4 </b><span>Die entsprechenden Voraussetzungen (nachhaltig und mÃ¶glichst existenzsichernd) ergeben sich aus dem Sinn und Zweck von Art. 12 Abs. 1 und 2 des Anhangs I FZA: Hintergrund dieses Erfordernisses bildet der Umstand, dass die Aufnahme einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nicht nur fÃ¼r die gesuchstellende Person mit finanziellen und sozialen Risiken verbunden ist. Da SelbstÃ¤ndigerwerbende im Gegensatz zu Arbeitnehmenden nicht obligatorisch gegen Arbeits- bzw. Verdienstlosigkeit versichert sind, stellen sie im Fall eines schlechten GeschÃ¤ftsgangs und bei Fehlen ausreichender finanzieller Reserven ein Risiko fÃ¼r das staatliche FÃ¼rsorgesystem dar (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.2, mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Es darf jedoch kein bestimmtes Mindesteinkommen vorausgesetzt werden. Ob SelbstÃ¤ndigerwerbende ihr Aufenthaltsrecht systematisch verlieren, wenn sie nicht mehr fÃ¼r ihren Lebensunterhalt aufkommen kÃ¶nnen und von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig werden, ist in der Lehre umstritten. Jedenfalls sind die UmstÃ¤nde zu berÃ¼cksichtigen, die zur AbhÃ¤ngigkeit von der Sozialhilfe gefÃ¼hrt haben, sowie deren allfÃ¤llige Dauer und eine mÃ¶glicherweise absehbare Verbesserung der finanziellen Situation (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.3 â 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 4.2 â 2. November 2015, 2C_243/2015, E. 3.3.1, je mit Hinweisen). Entscheidend ist, dass die bzw. der AngehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats selbstÃ¤ndig ein eigenes Gewerbe in einem wirtschaftlich relevanten Ausmass betreibt. Der Umstand, dass dies allenfalls (noch) nicht gewinnbringend erfolgt, stellt die SelbstÃ¤ndigkeit der ErwerbstÃ¤tigkeit nicht infrage, solange die betroffene Person deswegen nicht dauernd und in erheblichem Masse Sozialhilfeleistungen beziehen muss, sondern diesbezÃ¼glich auf persÃ¶nliche Reserven zurÃ¼ckgreifen kann (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 5.3.3).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.5 </b>GemÃ¤ss Art. 4 Anhang I FZA haben die StaatsangehÃ¶rigen einer Vertragspartei und ihre FamilienangehÃ¶rigen nach Beendigung ihrer ErwerbstÃ¤tigkeit ein Recht auf Verbleib im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei. Dabei wird fÃ¼r Arbeitnehmer auf die Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 der Kommission vom 29. Juni 1970 Ã¼ber das Recht der Arbeitnehmer, nach Beendigung einer BeschÃ¤ftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedsstaates zu verbleiben (ABl. L 142 vom 30. Juni 1970 S. 24 ff.; hiernach: Verordnung Nr. 1251/70), und fÃ¼r SelbstÃ¤ndigerwerbende auf die Richtlinie des Rates vom 17. Dezember 1974 Ã¼ber das Recht der StaatsangehÃ¶rigen eines Mitgliedsstaats, nach Beendigung der AusÃ¼bung einer selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedsstaates zu verbleiben (ABl. L 14 vom 20. Januar 1975 S. 10; hiernach: Richtlinie 75/34/EWG), Bezug genommen (BGr, 8. Juni 2020, 2C_940/2019, E. 3.2). FÃ¼r Personen, die eine selbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit ausÃ¼ben, sieht Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 75/34/EWG vor, dass eine Person, die zum Zeitpunkt, an dem sie ihre BeschÃ¤ftigung aufgibt, das nach der Gesetzgebung dieses Staates vorgeschriebene Alter fÃ¼r die Geltendmachung einer Altersrente erreicht hat, dort mindestens in den letzten 12 Monaten eine BeschÃ¤ftigung ausgeÃ¼bt und sich dort seit mindestens drei Jahren stÃ¤ndig aufgehalten hat, berechtigt ist, stÃ¤ndig im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbleiben kann. Die Beendigung der TÃ¤tigkeit setzt voraus, dass der AuslÃ¤nder bis zu diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen fÃ¼r die Anerkennung als SelbstÃ¤ndiger erfÃ¼llt hat (vgl. BGr, 27. Oktober 2022, 2C_450/2022, E. 6.5).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.6 </b>Nach Art. 23 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und der EuropÃ¤ischen Union und deren Mitgliedstaaten, zwischen der Schweiz und dem Vereinigten KÃ¶nigreich sowie unter den Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Freihandelsassoziation vom 22. Mai 2002 (Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr [VFP]) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung unter anderem widerrufen oder nicht mehr verlÃ¤ngert werden, wenn eine mit der VerfÃ¼gung verbundene Bedingung nicht (mehr) eingehalten wird. Als Bedingung im vorgenannten Sinn gilt auch der Aufenthaltszweck, wie er gemÃ¤ss Art. 33 Abs. 2 AIG mit jeder Aufenthaltsbewilligung verbunden wird (Silvia Hunziker in: Martin Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 62 N. 43; VGr, 22. August 2019, VB.2019.00381, E. 2). Der Verlust der Arbeitnehmereigenschaft bzw. die Aufgabe der selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit fÃ¼hrt damit in der Regel zum Verlust der darauf basierenden freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsrechte, insbesondere wenn die betroffene Person in der Folge von der Sozialhilfe oder mit ErgÃ¤nzungsleistungen unterstÃ¼tzt werden muss und somit auch freizÃ¼gigkeitsrechtliche AufenthaltsansprÃ¼che im Sinn von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA entfallen und der Bewilligungswiderruf auch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (vgl. Art. 96 AIG; VGr, 6. Juli 2022, VB.2021.00774, E. 2.1; VGr, 9. Januar 2019, VB.2018.00624, E. 2.1.3 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]; in Bezug auf ErgÃ¤nzungsleistungen vgl. BGE 135 II 265 E. 3.7).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die Vorinstanz stÃ¼tzte ihren Entscheid auf folgenden (unbestrittenen) Sachverhalt: Der BeschwerdefÃ¼hrer sei am 1. Oktober 2018 als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer es Einzelunternehmens C angestellt worden. Im Juli 2020 sei die Einzelfirma gelÃ¶scht worden. Ab diesem Zeitpunkt sei der BeschwerdefÃ¼hrer nicht mehr unselbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig gewesen, sondern habe eine eigene Unternehmung gegrÃ¼ndet, die F GmbH. Eine ArbeitslosenentschÃ¤digung habe er nie erhalten. GemÃ¤ss Art. 61a Abs. 4 AIG sei sein Aufenthaltsrecht als Arbeitnehmer Ende Dezember 2020 bzw. im Januar 2021 erloschen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe ab Juli 2020 als Gesellschafter und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer fÃ¼r die F GmbH gearbeitet. Von Juli 2020 bis Dezember 2020 habe er mit seiner selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit rund Fr. 2'666.70 monatlich verdient. Im Jahr 2021 habe sich sein Einkommen auf rund Fr. 1'120.85 und im Jahr 2022 schliesslich auf rund Fr. 895.85 pro Monat reduziert. Am 7. August 2022 habe der BeschwerdefÃ¼hrer um Ausrichtung von ErgÃ¤nzungsleistungen ersucht. Seit dem 1. Januar 2023 beziehe er ErgÃ¤nzungsleistungen von monatlich Fr. 2'880.- +. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer kein Verbleiberecht in der Schweiz zustehe. Es liege seit dem Jahr 2021 keine nachhaltige und mÃ¶glichst existenzsichernde TÃ¤tigkeit mehr vor. Es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht gelungen, einer Ã¼ber einen marginalen Charakter hinausgehenden selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit mit einem regelmÃ¤ssigen Einkommen nachzugehen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, dass fÃ¼r die Frage einer selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit bzw. des daran anschliessenden Verbleiberechts die HÃ¶he des erzielten Einkommens nicht (allein) ausschlaggebend sein kÃ¶nne. Es mÃ¼ssen vielmehr mit Blick auf die Echtheit und TatsÃ¤chlichkeit auch andere Faktoren mit in die Beurteilung einfliessen: Anders als bei einer unselbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit gebe der Betrag, den sich eine Person als Lohn auszahlen lasse, kaum Aufschluss darÃ¼ber, wie ernsthaft oder auch in welchem Pensum die TÃ¤tigkeit ausgeÃ¼bt werde. Es seien deshalb auch andere GeschÃ¤ftszahlen, insbesondere der Umsatz und der Nettogewinn einzubeziehen. Aus dem Umsatz ergebe sich, ob und in welchem Umfang Einnahmen generiert worden seien und ob damit Ã¼berhaupt eine wirtschaftliche TÃ¤tigkeit in Form von einem ErlÃ¶s fÃ¼r angebotene Dienstleistungen oder Produkte vorliege. Im Jahr der GrÃ¼ndung 2020 habe die Firma bereits rund Fr. 43'000.- umgesetzt, 2021 dann Ã¼ber Fr. 100'000.- und auch noch im Jahr der Einstellung der TÃ¤tigkeit noch rund Fr. 42'000.-. Selbst wenn die HÃ¶he des ausgezahlten Einkommens als relevant erachtet wÃ¼rde, so drÃ¤nge sich die Qualifikation der TÃ¤tigkeit als echt und tatsÃ¤chlich auch mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Arbeitnehmereigenschaft auf, wonach eine solche bereits bei einem Pensum von rund 12 Stunden pro Woche und einem Einkommen von rund Fr. 1'000.- bejaht werde. Zudem mÃ¼sse in Bezug auf die TÃ¤tigkeit einer Person im Pensionsalter das Alter im Rahmen der GesamtwÃ¼rdigung in dem Sinne berÃ¼cksichtigt werden, als bei der Beurteilung der beruflichen AktivitÃ¤ten auch den EinflÃ¼ssen der Altersfaktoren auf die ErwerbsfÃ¤higkeit bzw. die ArbeitsproduktivitÃ¤t Rechnung zu tragen sei. Gleiches mÃ¼sse auch fÃ¼r die TÃ¤tigkeiten eines selbstÃ¤ndig Erwerbenden gelten. Es mÃ¼sse folglich mÃ¶glich sein, dass sich Ã¤ltere Personen nach einer Weile aus dem Arbeitsleben zurÃ¼ckziehen, ohne dass ihr Aufenthaltsstatus bzw. das Verbleiberecht dadurch gefÃ¤hrdet werde (vgl. VGr, 23. Januar 2019, VB.2018.00712, E. 5.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Um sich auf das Verbleiberecht nach Art. 4 Anhang I FZA berufen zu kÃ¶nnen, mÃ¼sste der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der letzten 12 Monate vor Beendigung der TÃ¤tigkeit eine ernsthafte (nachhaltige und mÃ¶glichst existenzsichernde) selbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit ausgeÃ¼bt haben. Dies ist im Nachfolgenden zu prÃ¼fen: Die F GmbH wurde mit VerfÃ¼gung des Handelsregisteramts vom 29. MÃ¤rz 2023 von Amtes wegen gelÃ¶scht, da sie keine GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit mehr aufwies. SpÃ¤testens zu diesem Zeitpunkt ist von der Aufgabe der selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit auszugehen. Den eingereichten Erfolgsrechnungen der F GmbH fÃ¼r 2021 und 2022 ist ein Personalaufwand von Fr. 14'448.60 bzw. Fr. 10'500.- zu entnehmen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat folglich im Jahr 2021 rund Fr. 1'204.- und im Jahr 2022 rund Fr. 866.65 monatlich erwirtschaftet. Am 7. August 2022 hat er um Ausrichtung von ErgÃ¤nzungsleistung ersucht. Er war somit offensichtlich nicht mehr in der Lage, fÃ¼r seinen Lebensunterhalt selbstÃ¤ndig aufzukommen. An dieser Tatsache vermag auch der Umsatz der F GmbH nichts zu Ã¤ndern. Sodann kann fÃ¼r die Beurteilung, ob eine selbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit im Sinne der Rechtsprechung vorliegt, auch nicht allein auf die Wochenarbeitszeit oder ein Mindesteinkommen abgestellt werden (vgl. E. 3.1.4). SelbstÃ¤ndigerwerbende stellen im Gegensatz zu Arbeitnehmern ein erhÃ¶htes Risiko fÃ¼r das staatliche FÃ¼rsorgesystem dar. Aus diesem Grund dÃ¼rfen â entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers â mit Blick auf die Folgen bei einer SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit unselbstÃ¤ndigerwerbende BÃ¼rger aus der EU bzw. der EFTA diesbezÃ¼glich anders behandelt werden als selbstÃ¤ndigerwerbende. Es besteht fÃ¼r die Ungleichbehandlung â wegen der abweichenden wirtschaftlichen Ausgangslage und des unterschiedlichen Risikos â grundsÃ¤tzlich ein sachlicher Grund (vgl. BGE 141 I 153 E. 5.1; BGr, 13. Juli 2020, 2C_430/2020, E. 4.2.3). Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer sich auf die Bestimmungen und die Rechtsprechung bezÃ¼glich unselbstÃ¤ndig ErwerbstÃ¤tiger beruft, kann er deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten. Aus demselben Grund besteht vorliegend auch kein Anlass, die Anforderungen an einen Anwesenheitsanspruch gestÃ¼tzt auf eine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit aufgrund des Rentenalters des BeschwerdefÃ¼hrers herabzusetzen. Abgesehen davon gelangt diese Rechtsprechung auch nicht zur Anwendung, wenn AuslÃ¤nder â wie der BeschwerdefÃ¼hrer â erst im Rentenalter in die Schweiz einreisen. Es ist nach dem Gesagten in Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Voraussetzung einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit in den letzten zwÃ¶lf Monaten vor Beendigung der TÃ¤tigkeit nicht erfÃ¼llt. Es ist auch davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer dauerhaft und umfassend auf Sozialhilfeleistungen angewiesen sein wird, zumal der gesundheitlich angeschlagene BeschwerdefÃ¼hrer sich im Rentenalter befindet und keinerlei Hinweise auf Aussicht einer (existenzsichernden) ErwerbstÃ¤tigkeit vorliegen. Dem BeschwerdefÃ¼hrer kommt deshalb gestÃ¼tzt auf Art. 4 Anhang I FZA kein Verbleiberecht in der Schweiz zu.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>VollstÃ¤ndigkeitshalber ist festzustellen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund des Bezugs von ErgÃ¤nzungsleistungen auch die Voraussetzungen fÃ¼r einen Aufenthalt ohne ErwerbstÃ¤tigkeit nach Art. 24 Anhang I FZA i.V.m. Art. 16 Abs. 2 VFP nicht erfÃ¼llt und ihm auch aus den Bestimmungen des AIG kein Anwesenheitsrecht zukommt.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk170909487">Zu prÃ¼fen bleibt, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der Beziehung zu seiner hier lebenden Lebenspartnerin D ein Anwesenheitsanspruch zukommt (Art. 8 <span>der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention</span> [EMRK] bzw. Art. 13 Abs. 1 <span>der Bundesverfassung </span>[BV] und Art. 3 Anhang I FZA). </a></p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewÃ¤hrleisten das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. GemÃ¤ss stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt die Berufung auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV insbesondere voraus, dass es sich beim in der Schweiz lebenden Familienmitglied (Ehegatte, minderjÃ¤hrige Kinder, Eltern) um eine hier gefestigt anwesenheitsberechtigte Person handelt (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1). Von einem gefestigten Anwesenheitsrecht ist dabei grundsÃ¤tzlich nur bei schweizerischer StaatsangehÃ¶rigkeit auszugehen, ebenso bei einer Niederlassungs- oder aber einer Aufenthaltsbewilligung, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht, auf deren VerlÃ¤ngerung ein Anspruch besteht (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGr, 6. Juni 2018, 2C_251/2017, E. 2.2). </p> <p class="Erwgung2">Nach der Rechtsprechung schÃ¼tzt Art. 8 EMRK im Zusammenhang mit der Bewilligung des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjÃ¤hrigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen). In den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch nicht rechtlich begrÃ¼ndete familiÃ¤re VerhÃ¤ltnisse, sofern eine genÃ¼gend nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung besteht; entscheidend ist die QualitÃ¤t des Familienlebens und nicht dessen rechtliche BegrÃ¼ndung (BGE 135 I 143 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat hieraus abgeleitet, dass sich aus einem Konkubinat ein Bewilligungsanspruch dann ergibt, wenn die partnerschaftliche Beziehung seit Langem eheÃ¤hnlich gelebt wird oder konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Hochzeit hindeuten. Die Beziehung der Konkubinatspartner muss bezÃ¼glich Art und StabilitÃ¤t in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommen. Dabei ist wesentlich, ob die Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben; zudem ist der Natur und LÃ¤nge ihrer Beziehung sowie ihrem Interesse und ihrer Bindung aneinander, etwa durch Kinder oder andere UmstÃ¤nde, wie die Ãbernahme von wechselseitiger Verantwortung, Rechnung zu tragen (BGR, 3. Mai 2018, 2C_880/2017, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.2 </b>Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA bestimmt, dass FamilienangehÃ¶rige einer Person, die StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht haben, bei ihr Wohnung zu nehmen. GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 Anhang I letzter Satz FZA begÃ¼nstigen die Vertragsparteien die Aufnahme aller nicht unter den Buchstaben a, b und c genannten FamilienangehÃ¶rigen, denen der StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei Unterhalt gewÃ¤hrt oder mit denen er im Herkunftsland in einer hÃ¤uslichen Gemeinschaft lebt. Unter Art. 3 Abs. 2 letzter Satz Anhang I FZA kÃ¶nnen auch Konkubinatspartner fallen, sofern die qualifizierten Voraussetzungen (gefestigtes Konkubinat, gemeinsamer Haushalt, gemeinsame Kinder oder konkrete HeiratsplÃ¤ne) erfÃ¼llt sind (vgl. BGr, 18. Oktober 2018, 2C_1001/2017, E. 3.2; BGr, 23. Februar 2012, 2C_702/2011, E. 3.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, er fÃ¼hre seit 15 Jahren eine Beziehung mit D. Sie hÃ¤tten ab August 2009 in G zusammengelebt und seien 2013 gemeinsam nach H gezogen. Im Jahr 2015 sei D allein in die Schweiz gezogen und sie hÃ¤tten Ã¼ber drei Jahre eine Fernbeziehung gefÃ¼hrt. Im Jahre 2018 sei er zu ihr in die Schweiz gezogen. Seither wÃ¼rde sie wieder in einem gemeinsamen Haushalt leben. Sie wÃ¼rden beide jeweils ihre erzielten EinkÃ¼nfte fÃ¼r den gemeinsamen Lebensunterhalt verwenden und hÃ¤tten sich damit faktisch Ã¼ber viele Jahre auch finanziell gegenseitig Beistand geleistet. Der BeschwerdefÃ¼hrer leide an verschiedenen Krankheiten, insbesondere Herzerkrankungen (zwei Herzinfarkte) und an einer chronisch obstruktiven Bronchitis COPD. Er sei mit zunehmendem Alter und angesichts der Krankheiten auf die UnterstÃ¼tzung im Alltag durch seine rund zehn Jahre jÃ¼ngere Lebenspartnerin angewiesen. Es liege damit ein gefestigtes Konkubinat vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Lebenspartnerin des BeschwerdefÃ¼hrers verfÃ¼gt Ã¼ber eine Niederlassungsbewilligung und damit Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Auch die LÃ¤nge der Beziehung und das Ã¼ber fÃ¼nfjÃ¤hrige Zusammenleben sprechen vorliegend fÃ¼r ein gefestigtes Konkubinat. Wie die Vorinstanz jedoch zutreffend festgehalten hat, fehlt es vorliegend <a id="_Hlk170909543">an den qualitativen Voraussetzungen fÃ¼r ein gefestigtes Konkubina</a>t. Der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Lebenspartnerin haben keine gemeinsamen Kinder, haben keine PlÃ¤ne fÃ¼r eine baldige Heirat kundgetan und die beiden haben keine wechselseitige Verantwortung fÃ¼reinander Ã¼bernommen. Es liegt kein Konkubinatsvertrag vor und der BeschwerdefÃ¼hrer hat keine Belege fÃ¼r eine gegenseitige UnterstÃ¼tzung eingereicht. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist eine solche vorliegend auch nicht mÃ¶glich, beziehen die beiden Partner doch ErgÃ¤nzungsleistungen. Es ist deshalb in Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer kein Anwesenheitsrecht gestÃ¼tzt auf die Beziehung zu D ableiten kann.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Vorinstanzen verneinten das Vorliegen wichtiger GrÃ¼nde, welche die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer ausnahmsweise gebieten wÃ¼rden, und sahen davon ab, ihm im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Die Vorinstanz hielt hierzu fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer erst im Alter von 67 Jahren in die Schweiz eingereist sei und sich hier seit fÃ¼nf Jahren aufhalte. Er beziehe seit Anfang 2023 ErgÃ¤nzungsleistungen. Es seien keine Anhaltspunkte fÃ¼r eine Ã¼berdurchschnittliche soziale Integration erkennbar. Eine RÃ¼ckkehr nach Deutschland sei ihm ohne Weiteres zumutbar. Daran vermÃ¶ge auch die Beziehung zu der hier lebenden Lebenspartnerin nichts zu Ã¤ndern. Die beiden kÃ¶nnten ihre Beziehung problemlos mit den modernen Mitteln der Kommunikation und gegenseitigen Besuchen pflegen. Die gesundheitlichen EinschrÃ¤nkungen (im Wesentlichen eine Herzerkrankung und eine chronisch obstruktive Bronchitis COPD) wÃ¼rde keine UnterstÃ¼tzung durch seine Partnerin bedingen. Sollte dereinst tatsÃ¤chlich eine solche notwendig sein, werde es dem BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¶glich sein, in seinem Heimatland auf Hilfe durch Verwandte, Bekannte oder eine geeignete professionelle Stelle zurÃ¼ckzugreifen. Die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erweise sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, ein schwerwiegender persÃ¶nlicher HÃ¤rtefall liege nicht vor. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>In solche Ermessensentscheide kann das Verwaltungsgericht nur eingreifen, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler vorliegt, insbesondere wenn sich der Entscheid von sachfremden Motiven leiten lÃ¤sst (§ 50 VRG; Marco Donatsch, in: Alain Griffel, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 50 N. 25 f.). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b><span>Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Vorinstanzen das ihnen zustehende </span>Ermessen <span>in rechtsverletzender Weise ausgeÃ¼bt haben. Es kann hierfÃ¼r auf die zutreffenden und nicht substanziiert bestrittenen ErwÃ¤gungen des Migrationsamts und der Sicherheitsdirektion verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.1 </span></b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen und steht ihm auch keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a sowie § 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands. Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. Sie haben nach Abs. 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Offensichtlich aussichtslos sind Begehren, bei denen die Aussichten zu obsiegen wesentlich geringer sind, als die Aussichten zu unterliegen, und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (statt vieler VGr, 18. August 2016, VB.2016.0019, E. 5.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Aufgrund des Bezugs von ErgÃ¤nzungsleistungen ist von der Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen. <span>Die vorliegende Beschwerde erweist sich jedoch aufgrund der dargelegten UmstÃ¤nde als offensichtlich aussichtslos. </span>Die fÃ¼r die Abweisung der Beschwerde massgebenden Faktoren wurden von der Vorinstanz ausfÃ¼hrlich und korrekt dargelegt und gewÃ¼rdigt und die massgeblichen Rechtsfragen beantwortet. Vor dem Verwaltungsgericht wurden keine entscheidrelevanten Noven eingereicht oder wesentliche neue Tatsachen geltend gemacht. Die Erfolgsaussichten der Beschwerde waren folglich sehr gering, weshalb die Aussichten, im Beschwerdeverfahren zu obsiegen, tief waren. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung ist Folgendes anzumerken: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht werden sollte, wÃ¤re die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 zu ergreifen. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziffer 2 BGG e contrario). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann i<span>m Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. </span>Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;</span><br/> c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>