<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00419</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106682&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00419</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.06.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Falsche Angaben eines Unternehmens über rechtlich bedeutsame Umstände im Submissionsverfahren.<br/><br/>Frage, ob und wann in einer als selektiven Vergabe ausgeschriebenen Submission die Eignung der Anbieter zu prüfen ist, wenn entgegen der Ausschreibung keine Präqualifikation stattfindet (offen gelassen; E. 2). Falsche oder irreführende Angaben über rechtlich bedeutsame Umstände wie die Gesellschaftsform, die Firma, den Wohn- oder Gesellschaftssitz, den Gesellschaftszweck oder die Vertretungsbefugnis berechtigen zum Ausschluss des betreffenden Unternehmens vom Verfahren (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNG">EIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FALSCHAUSKUNFT">FALSCHAUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FALSCHDEKLARATION">FALSCHDEKLARATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESELLSCHAFTSZWECK">GESELLSCHAFTSZWECK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIZUNGSANLAGE">HEIZUNGSANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃQUALIFIKATION">PRÃQUALIFIKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SITZ">SITZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHRIFTSBERECHTIGUNG">UNTERSCHRIFTSBERECHTIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 459 lit. I OR</span><br/><span class="gerade">Art. 718a lit. I OR</span><br/><span class="ungerade">§ 8 lit. I SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 26 lit. I b SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 26 lit. I d SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2002 Nr. 53</span><br/><span class="ungerade">RB 2002 Nr. 50</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 11. Dezember 2001 vergab die Schulpflege X die Ar­beiten fÃ¼r die Heizungsanlage in der Schulanlage Zentrum X an die Firma D in ZÃ¼rich. Dieser Beschluss wurde der Firma A in O am 18. De­zember 2001 erÃ¶ffnet. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die Firma A am 24. Dezember 2001 Be­schwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte zur Hauptsache die Aufhebung des Vergabeentscheids vom 11. Dezember 2001 und RÃ¼ckweisung der Streitsache an die Be­schwerdegegnerin mit der Anweisung, diese Arbeiten der BeschwerdefÃ¼hrerin zu Ã¼berge­ben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. In formel­ler Hinsicht stellte die BeschwerdefÃ¼hrerin das Begehren, es sei der Beschwerde die auf­schiebende Wirkung zu erteilen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Februar 2002, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, ev. sei diese abzuweisen, unter Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 9. Januar und 8. Februar 2002 wurde der Beschwer­de die aufschiebende Wirkung erteilt. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtser­heblich, im Rahmen der nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nde wiedergegeben. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Ver­einbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1">2. a) GemÃ¤ss § 8 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) werden AuftrÃ¤ge grundsÃ¤tzlich wahlweise im offenen oder selektiven Verfahren vergeben. Das selektive Verfahren unterscheidet sich vom offenen dadurch, dass die an der Ãbernah­me des ausgeschriebenen Auftrags interessierten Bewerber zunÃ¤chst einzig einen Antrag auf Teilnahme einreichen. Alsdann bezeichnet die Auftraggeberin - im Rahmen einer PrÃ¤­qualifikationsrunde - jene Bewerber, die ein Angebot einreichen und damit am weiteren Verfahren teilnehmen dÃ¼rfen (vgl. Art. 12 lit. b IVÃ¶B). Die PrÃ¤qualifikation im selektiven Verfahren erfolgt anhand von Eignungskriterien. Die vergebende BehÃ¶rde hat nach § 22 SubmV objektive Kriterien und die zu erbringenden Nachweise zur Beurteilung der Eig­nung der Anbieter festzulegen. Um die notwendige Transparenz des Vergabeverfahrens (vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. c IVÃ¶B) zu gewÃ¤hrleisten, muss die Festlegung der Eignungskrite­rien schon zu Beginn des Verfahrens erfolgen, und diese sind den Interessenten in den Ausschreibungsgrundlagen bekannt zu geben (VGr, 13. April 2000, BEZ 2000 Nr. 28 Erw. 3 b/aa). <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">b) Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin eine Submission im selektiven Verfah­ren eingeleitet und den Auftrag im Juli 2001 und ein weiteres Mal im August 2001 Ã¶ffent­lich ausgeschrieben. Im Sinn von Eignungskriterien hat sie in der Publikation darauf hin­gewiesen, dass zum Ausschreibungsverfahren nur Bewerber zugelassen wÃ¼rden, die "zu­sammen mit ihrem Antrag zur Teilnahme am Submissionsverfahren die finanzielle, wirt­schaftliche, fachliche sowie organisatorische Eignung" anhand eines - beim zustÃ¤ndi­gen ArchitekturbÃ¼ro zu beziehenden - Fragebogens nachweisen kÃ¶nnten. Mit ihrer Bewer­bung mÃ¼ssten die Unternehmer die Eignung anhand von vier Referenzobjekten mit Bild- und Kurztextinformation entsprechend nachweisen. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">Nach Eingang der Bewerbungen hat die Beschwerdegegnerin entgegen der einge­leiteten Verfahrensart keine PrÃ¤qualifikation durchgefÃ¼hrt, sondern allen Bewerbern die Ausschreibungsunterlagen zugestellt. Es stellt sich die Frage, ob bei einem derartigen Vor­gehen die zur PrÃ¤qualifikation vorgesehenen Eignungskriterien bei der Auftragsvergabe noch geprÃ¼ft werden dÃ¼rfen. Nach Gauch/StÃ¶ckli (Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Vergabe­thesen 1999, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes, Freiburg 1999, Ziff. 16.5) ist die Auftraggeberin grundsÃ¤tzlich an die PrÃ¤qualifikation gebunden, darf also den Zuschlag an das eingereichte Angebot nicht mangels Eignung des prÃ¤qualifizierten Anbieters ver­wei­gern, wenn sie diesen aufgrund der festgestellten Eignung zur Einreichung des Ange­botes eingeladen hat; vorbehalten bleiben FÃ¤lle, in denen die einem Anbieter attestierte Eignung im Nachhinein wegfÃ¤llt oder die Eignung aufgrund falscher AuskÃ¼nfte des An­tragstellers festgestellt wurde. Vorliegend wurde die Eignung als solche aber vor der Einla­dung zur Angebotseinreichung gar nicht geprÃ¼ft und es fand keine PrÃ¤qualifikation statt. Die Frage, ob in einem solchen Fall erst mit dem Zuschlag Ã¼ber die Eignung befunden werden darf bzw. muss, ist allerdings in casu nicht prozessentscheidend und kann deshalb letzt­lich offen bleiben, da die NichtberÃ¼cksichtigung der BeschwerdefÃ¼hrerin schon aus den in ErwÃ¤gung 4b genannten GrÃ¼nden gerechtfertigt war. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">3. a) aa) Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat mit einer Offertsumme von Fr. 546'676.- das preislich gÃ¼nstigste Angebot eingereicht. Das Angebot der mitbeteiligten Firma D lag mit Fr. 570'596.- rund 4,4% Ã¼ber dem Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin. Als Grund fÃ¼r den Zu­schlag an die Mitbeteiligte fÃ¼hrte die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort und in der Duplik zusammengefasst aus, eine Firma A mit Sitz in O exis­tiere nicht, hin­gegen eine solche mit Sitz in Z. UnterschriftsbevollmÃ¤chtigt sei Herr K, wÃ¤hrend der die Offerte unterzeichnete Herr R keine Zeichnungs­berechtigung fÃ¼r die Firma A, in Z, habe. Zudem sei gemÃ¤ss Handelsregis­tereintrag Zweck dieser Gesellschaft "Handel mit und Ver­waltung von Liegenschaften". Dieser Zweck entspreche nicht den Tatsachen, gebe sich doch die BeschwerdefÃ¼hrerin als Unternehmen der Baubranche aus. Das Bewerbungs­schreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin sei weiter ohne das Formular fÃ¼r Anbieterinnen und Anbieter, ohne ReferenzblÃ¤tter und ohne Organigramm/Firmenstruktur eingereicht worden. Bei der PrÃ¼fung der Eignungskriterien sei lediglich eine SolvenzabklÃ¤rung durchgefÃ¼hrt worden. Weitere PrÃ¼fungen seien unter­blieben, weil nach dem Vertrauensprinzip davon habe ausgegangen werden dÃ¼rfen, dass die Angaben im Bewerbungsschreiben klar seien und nichts verschwiegen werde, was fÃ¼r die Bauherrschaft eine wichtige Grundlage kÃ¼nfti­ger Zusammenarbeit bilde. Die fehler­hafte Zweckangabe widerspreche nicht nur den tat­sÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnissen, sondern auch dem Gebot der Transparenz. Noch schwerer wiege der Umstand, dass die Offerte nicht rechtsgenÃ¼gend unterzeichnet sei. Eine derart undurch­sichtige Verhaltensweise habe kei­nen Anspruch, geschÃ¼tzt zu werden. Ausschlaggebend fÃ¼r den Entscheid der Schulpflege, die Arbeiten nicht der BeschwerdefÃ¼hrerin zu vergeben, sei die Empfehlung der mit der technischen Planung und Beratung sowie der Devisierung beauftragten Firma G gewesen. Diese Ingenieurfirma habe bei einem Bauvorhaben Ã¤hnli­cher GrÃ¶ssenordnung mit der BeschwerdefÃ¼hrerin zusammengearbeitet, wobei sich bereits beim Abbruch der Heizanlage erhebliche Mehrkosten ergeben hÃ¤tten, die auf mangelnde Pla­nung durch die BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. auf eine "risikoreiche" Offerte zurÃ¼ckzufÃ¼hren gewesen seien. Zu diesem Umstand sei bei AbwÃ¤gung der Zuschlagskriterien der wesent­lich kÃ¼rzere Arbeitsweg der Mitbeteiligten und damit die VerfÃ¼gbarkeit fÃ¼r Garantie- und Servicearbeiten hinzugekommen. Die Mitbeteiligte garantiere zudem einen 24-Stunden-Service. Es sei davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht Ã¼ber einen solchen verfÃ¼ge, andernfalls sie darauf hingewiesen hÃ¤tte. Dies seien Vorteile im Sinn der Zu­schlags­kriterien gemÃ¤ss § 31 SubmV, die in Anbetracht des relativ geringfÃ¼gig hÃ¶heren Preises einen Entscheid zugunsten der Mitbeteiligten rechtfertigten. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">bb) Diesen AusfÃ¼hrungen hÃ¤lt die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift und in ihrer Replik entgegen, sÃ¤mtliche Prozesshandlungen seien im EinverstÃ¤ndnis von Herrn K erfolgt, der bis Mitte MÃ¤rz 2002 einziger Verwaltungsrat der Beschwerde­fÃ¼hrerin gewesen sei. Herr R sei von Herrn K autorisiert gewesen, die Be­schwerdefÃ¼hrerin zu ver­treten. Mit Beschluss der Generalversammlung der Beschwerde­fÃ¼hrerin vom 15. MÃ¤rz 2002 sei Herr S zusammen mit Herrn T als neuer Ver­waltungsrat der BeschwerdefÃ¼hrerin gewÃ¤hlt worden. Ebenso sei Herr R mit Einzelprokuraunterschrift im Handelsregister ein­getragen worden. Gleichzeitig sei der Sitz der BeschwerdefÃ¼hrerin "offiziell" nach O ver­legt worden. - Entgegen den AusfÃ¼hrun­gen der Beschwerdegegnerin habe die Beschwerde­fÃ¼hrerin sÃ¤mtliche eingeforderten Unter­lagen eingegeben, insbesondere das Formular "Fra­gebogen fÃ¼r Anbieterinnen und Anbie­ter", welches als Beilage A14 ausgefÃ¼llt bei den Ak­ten liege. Zudem habe die Beschwer­de­fÃ¼hrerin nachweislich eine Referenzliste eingegeben. Ein Organigramm sei nie verlangt worden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei als geeignet quali­fiziert und zum Offertverfahren zu­gelassen worden. Sie habe damit das Eignungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Die ge­genteiligen Unterstellungen der Beschwerdegegnerin seien unwahr, widersprÃ¼chlich und damit nicht zu hÃ¶ren. Die behauptete KostenÃ¼berschreitung in einem Ã¤hnlich gelagerten Bauvorhaben, in welchem die Firma G mit der Beschwerde­fÃ¼hrerin zusammengearbeitet haben soll, habe es nie gegeben. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei nie mit der Firma G an einem gemeinsamen Projekt beteiligt gewesen. Selbst wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin bei einem einzigen Projekt Mehrkosten zu verantwor­ten hÃ¤tte, wÃ¼rde dies noch lange nicht die Annahme rechtfertigen, sie wÃ¼rde auch beim hier in Frage ste­henden Projekt das offerierte Kostendach nicht einhalten. Die BeschwerdefÃ¼hrerin biete selbstverstÃ¤ndlich - wie die Mitbeteiligte - einen 24-Stunden-Service an. Das Argu­ment, sie wÃ¼rde Ã¼ber einen zu langen Arbeitsweg verfÃ¼gen, sei praxisgemÃ¤ss mangels Re­levanz nicht zu hÃ¶ren. Von ihrer GeschÃ¤ftsstelle in O aus kÃ¶nne die BeschwerdefÃ¼hre­rin das in Frage stehende Projekt ohne weiteres innert nÃ¼tzlicher Frist (max. 45 Min.) errei­chen. Was die Offerte betreffe, so sei Herr R mit Vollmacht des Verwaltungs­rates der BeschwerdefÃ¼h­rerin berechtigt gewesen, diese zu unterzeichnen. Entscheidend sei al­lein, ob Herr R mit seiner Unterschrift die BeschwerdefÃ¼hrerin zur <i>Einhaltung</i> der Offerte verpflichtet habe, was zu bejahen sei. Selbst wenn er vollmachtlos gehandelt hÃ¤tte, sprÃ¤chen die UmstÃ¤nde der Offerte bzw. der Unterschrift von Herrn R, insbesondere die Verwendung des Firmen­stempels und die Verwendung des Briefpapiers, fÃ¼r eine An­scheinsvollmacht, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin ohne weiteres verpflichten wÃ¼rde. Zu­sammengefasst wÃ¼rden sich kei­nerlei GrÃ¼nde finden, welche die Nichtvergabe an das wirt­schaftlich gÃ¼nstigste Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin rechtfertigen kÃ¶nnten. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">b) <span>Nach § 31 Abs. 1 SubmV erfolgt der Zuschlag â sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt â auf das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis zu beachten, wobei neben dem Preis insbesondere die fol­genden Kri­terien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen: QualitÃ¤t, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Ãkologie, ZweckmÃ¤ssigkeit, technischer Wert, Ãsthetik, Krea­tivitÃ¤t, Lehr­lingsausbildung, Infrastruktur. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die fÃ¼r eine Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien legt die vergebende Be­hÃ¶rde im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Angesichts der ge­forderten Transparenz des Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B) muss die Fest­legung der Zuschlagskriterien zu Beginn des Verfahrens erfolgen, und die Kriterien sind den In­teressenten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV). Sie sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aufzufÃ¼hren oder es ist zumindest die relative Bedeutung, die den einzelnen Kriterien zukommt, ersichtlich zu machen (BGE 125 II 86 E. 7c; RB 1999 Nr. 62 = BEZ 1999 Nr. 13 E. 3b = ZBl 100/1999, S. 372). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin ist diesen Anforderungen in keiner Art und Weise nach­gekommen. Sie hat in den Ã¶ffentlichen Ausschreibungen die bereits erwÃ¤hnten Eignungs­kriterien aufgelistet und im einzureichenden Fragebogen unter der Ãberschrift "Eignungs­kriterien, Nachweise und Referenzen" die Beilage von vier Referenzobjekten mit Bild- und Kurzinformation auf zwei A4-Seiten und eines Organigramms Ã¼ber die Personalstruktur des Unternehmens verlangt. Die fÃ¼r den Zuschlag massgebenden (Zuschlags)Kriterien hat die Beschwerdegegnerin nicht genannt, weder in der Ã¶ffentlichen Ausschreibung noch in den Unterlagen (Devis und Begleitbrief), welche sie allen Bewerbern zustellte. Die Frage, wie beim gÃ¤nzlichen Fehlen von Zuschlagskriterien â wie hier â vorzugehen sei, ist in der Rechtsprechung und Literatur umstritten (vgl. VGr LU, 20. Juli und 24. November 1999, Baurecht 2001, S. 65 Nr. S10 und S. 67 Nr. S15, je mit Bemerkungen von Hubert StÃ¶ckli). Auch diese Frage kann vorliegend angesichts der ohnehin gegebenen AusschlussgrÃ¼nde (vgl. ErwÃ¤gung 4b) offen bleiben. Hinzuweisen ist aber, dass die vom Beschwerdegegner erwÃ¤hnten GrÃ¼nde der Mehrkosten bei einem anderen Bauprojekt und des fehlenden 24-Stunden-Service mangels Substanzierung bzw. Ausschreibung als Leistungserfordernis auf keinen Fall geeignet wÃ¤ren, den Zuschlag an die Mitbeteiligte zu rechtfertigen. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>4. MÃ¤ngel einer Offerte kÃ¶nnen zum Ausschluss der betreffenden Anbieterin vom Verfahren fÃ¼hren. Diese Rechtsfolge ist jedoch nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesent­liche MÃ¤ngel handelt (vgl. RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 = ZBl 101/2000, S. 265 ff.). § 26 Abs. 1 lit. d SubmV sieht den Ausschluss vor, wenn ein Anbieter wesentli­che Formvorschriften verletzt hat, insbesondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots oder Ãnderung des Angebotstextes. Auch nach Art. 19 Abs.</span> <span>3 des Bundesgesetzes vom 16.</span> <span>Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentli­che Beschaffungswesen (BoeB) sind nur Angebote mit wesentlichen Formfehlern vom Verfahren auszuschliessen. Diese Vorschriften sind Ausdruck des aus Art. 29 der Bundes­verfassung vom 18. April 1999 abgeleiteten Verbots des Ã¼berspitzten Formalismus (vgl. EidgenÃ¶ssische Rekurskommission Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 18. Dezember 1997, Baurecht 1998, S. 126 Nr. 334; dazu Bemerkungen von Peter Gauch, Baurecht 1998, S. 127). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1">a) Die Schulgemeinde X wirft der BeschwerdefÃ¼hrerin vor, das Bewer­bungs­schrei­ben ohne das Formular fÃ¼r Anbieterinnen und Anbieter, ohne ReferenzblÃ¤tter und ohne Organigramm/Firmenstruktur eingereicht zu haben. GemÃ¤ss den Ausschreibun­gen sollten zum Ausschreibungsverfahren nur Bewerber zugelassen werden, welche an­hand des er­wÃ¤hnten Formulars die wirtschaftliche, fachliche sowie organisatorische Eig­nung nachwei­sen kÃ¶nnten, u.a. anhand von vier Referenzobjekten mit Bild und Kurztext­information. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet, sÃ¤mtliche eingeforderten Unterlagen eingereicht zu haben und verweist hinsichtlich des "Fragebogens" auf das von der Schulgemeinde ein­gereichte Formular, Beilage A 14. Dieses von der BeschwerdefÃ¼hrerin unterzeichnete For­mular trÃ¤gt indessen das Datum vom 1. Juni 2001, kann sich also von vornherein nicht auf die erst am 20. Juli und 31. August 2001 erfolgten Ausschreibungen beziehen. Es ent­spricht zudem nicht dem von der Beschwerdegegnerin in den Ausschreibungen erwÃ¤hnten "Fragebogen fÃ¼r Anbieterinnen und Anbieter im Submissionsverfahren". In diesem Frage­bogen wurde auch ein "Organigramm Ã¼ber die Personalstruktur des Unternehmens" ver­langt; ein solches hat die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht eingereicht. Was die Referenzobjekte betrifft, so hat die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrer Offerte eine "Referenzliste Heizungsanla­gen" eingereicht, jedoch ohne die in den Ausschreibungen und im betreffenden "Fragebo­gen" verlangte Bildinformationen. Der BeschwerdefÃ¼hrerin fehlten damit bei der Vergabe die verlangten Informationen Ã¼ber Form, Organisation und Betriebsstruktur der Beschwer­defÃ¼hrerin, welche eine Beurteilung der Eignung der BeschwerdefÃ¼hrerin erlaubt hÃ¤tten. Dies ist ein wesentlicher Mangel der Offerte, welcher bereits als solcher die NichtberÃ¼ck­sichtigung der BeschwerdefÃ¼hrerin bei der Vergabe rechtfertigte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin leidet an einem weiteren wesentlichen Man­gel: § 26 Abs. 1 SubmV nennt als Grund fÃ¼r den Ausschluss einer Anbieterin oder eines Anbieters neben der Verletzung wesentlicher Formvorschriften (lit. d) auch den Umstand, dass diese dem Auftraggeber falsche AuskÃ¼nfte erteilt haben (lit. b). Die ausdrÃ¼ckliche AufzÃ¤hlung der "fehlenden Unterschrift" in § 26 Abs. 1 lit. d SubmV als wesentliche zum Ausschluss fÃ¼hrende Formvorschrift zeigt, dass auf jeden Fall jene Anforderungen und AuskÃ¼nfte als "wesentlich" zu betrachten sind, denen im GeschÃ¤ftsverkehr rechtlich rele­vante Bedeutung zukommt. Dies trifft neben der Unterschrift beispielsweise auch fÃ¼r die Gesellschaftsform, die Firma, den Wohnsitz oder Gesellschaftssitz, den Gesellschafts­zweck, die Vertretungsbefugnis usw. zu, welche fÃ¼r die Rechtswirksamkeit des Angebots, fÃ¼r den Vertretungsumfang, fÃ¼r die Aktiv- und Passivlegitimation, die Ã¶rtliche und sachli­che GerichtszustÃ¤ndigkeit sowie fÃ¼r das anwendbare Recht im Streitfall bedeutsam sein kÃ¶nnen. Fehlerhafte oder irrefÃ¼hrende Angaben Ã¼ber derartige rechtlich bedeutsame Tatsa­chen berechtigen nach § 26 Abs. 1 SubmV zum Ausschluss des betreffenden Anbieters von der Teilnahme am Verfahren. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1">Hier hat die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem Bewerbungsschreiben und in ihrer Of­ferte als Gesellschaftssitz "O" angegeben, obschon sie bis zur Generalversamm­lung vom 15. MÃ¤rz 2002, also nach Beschwerdeeinreichung, ihren Sitz in Z hatte. Gesellschafts­zweck bis zu diesem Zeitpunkt war der "Handel mit und (die) Verwal­tung von Liegen­schaften". Die ausgeschriebene Arbeitsgattung (Heizungsanlagen) war mithin durch den Gesellschaftszweck nicht gedeckt, was deshalb von grÃ¶sster Bedeutung ist, weil die zur Vertretung der Gesellschaft befugten Personen nach Art. 459 Abs. 1 und 718a Abs. 1 des Schweizerischen Obligationenrechts vom 30. MÃ¤rz 1911 (nur) Rechts­handlungen vorneh­men kÃ¶nnen, die der Zweck der Gesellschaft mit sich bringen kann. Schliesslich war Herr R, welcher die Offerte unterzeichnet hat, im Zeitpunkt der Of­ferteinreichung zur Ver­tretung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bevollmÃ¤chtigt; seine Unter­schrift vermochte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht rechtswirksam zu verpflichten. Die Beru­fung der Beschwerde­fÃ¼hrerin auf eine "Anscheinsvollmacht" von Herrn R ist schon deshalb unbehelflich, weil sich auch eine solche hÃ¶chstens auf Rechtshandlungen beziehen kann, welche durch den Gesellschaftszweck gedeckt sind. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat da­mit der Schulgemeinde X falsche Angaben Ã¼ber fÃ¼r den Rechtsverkehr wesentli­chen UmstÃ¤nde erteilt und die Offerte durch eine hierzu nicht bevollmÃ¤chtigte Person un­terzeichnen lassen. Daran Ã¤ndert nichts, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nach Einreichung der Beschwerde ihren Sitz verlegte, den Gesellschaftszweck Ã¤nderte und Herrn R bevoll­mÃ¤chtigte. Denn ausschlaggebend ist allein, dass im Zeitpunkt der Offerteinreichung (und des Vergabeentscheides) ein Ausschluss­grund gegeben war. Die Beschwerdegegnerin war unter diesen UmstÃ¤nden berechtigt, das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin unberÃ¼cksichtigt zu lassen.<span><br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="MsoHeader"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>