Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. August 2013 (725 13 138/202) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungseinstellung / Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thom men, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 60 02 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1959 geborene A.____ arbeitete im Zeitpunkt se ines Unfalls als Maschinen- und Anlagenmonteur bei der Firma B.____ und war in diese r Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von B etriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 17. Oktober 2012 sei der Versicherte gleichentags beim Betreten der Rollbahn aus gerutscht und mit dem linken Fuss eingeknickt. Seite 2 B. Nachdem die SUVA für die Unfallfolgen zunächst die gesetzlichen Versicherungsleis- tungen (Heilbehandlung/Taggeld) ausgerichtet hatte, t eilte sie dem Versicherten mit Verfügung vom 25. Februar 2013 mit, dass sie für die Folgen des Un falls vom 17. Oktober 2012 (Fussbe- schwerden links) und die damit verbundene Arbeitsunfähig keit bis 6. Januar 2013 Versiche- rungsleistungen erbringe. Für die am 12. Februar 2013 durchgeführte Operation am linken Fuss bestehe aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein n atürlicher Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 17. Oktober 2012, weshalb sie diesbezügl ich nicht leistungspflichtig sei. Die gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache wies die SUVA am 4. April 2013 ab. C. Hiergegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, d ie der Versicherte am 7. Mai 2013 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht), erhob. Er beantragte sinngemäss, dass der Einspracheentscheid vom 4. April 2013 aufzuheben und die SUVA zu verpflichten sei, weiterhin die gesetzli chen Leistungen zu erbringen. Zur Be- gründung brachte er im Wesentlichen vor, dass zwischen dem Unfall vom 17. Oktober 2012 und der am 12. Februar 2013 erfolgten Operation am linken Fuss ein Kausalzusammenhang bestehe. D. Die SUVA schloss in ihrer Vernehmlassung vom 12. Jun i 2012 auf Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Be- findet sich dieser im Ausland, so ist das Versicherungsgerich t desjenigen Kantons zuständig, in welchem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in welchem ihr letzter schweize- rischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. Vorliegend hat der Be schwerdeführer Wohnsitz in Deutsch- land. Der Sitz seines schweizerischen Arbeitgebers befindet sich jedoch in Pratteln, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Beha ndlung der vorliegenden Beschwer- Seite 3 de zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerech t erhobene - Beschwerde des Versicher- ten vom 7. Mai 2013 ist demnach einzutreten. 2. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 25. Februar 2013, die sie mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. April 2013 bestä tigte, die Übernahme der Heilbe- handlungskosten und der Taggeldleistungen mit Wirkung a b 6. Januar 2013 eingestellt. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über dieses D atum hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3.1 Versicherungsleistungen im Sinne von Art. 10 ff. UV G (Taggelder / Heilbehandlung / Rente) hat der Unfallversicherer nur zu erbringen, wen n zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä higkeit) ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausa lzusammenhangs sind alle Um- stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erf olg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit e ingetreten gedacht werden kann. Entspre- chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natü rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmit telbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper- liche oder geistige Integrität der versicherten Person b eeinträchtigt hat, das Ereignis mit ande- ren Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auc h die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen). 3.2 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand ver schlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversiche rers erst, wenn der Unfall nicht die na- türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darste llt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (vgl. Alfred Maurer, Schweizeri- sches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 474). Dies tr ifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder spä ter eingestellt hätte (status quo si- ne), erreicht ist (RKUV 1992, S. 75 E. 4b). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bede utung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des U nfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt , liegt aber die entsprechende Beweis- last - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Un fallversicherer (RKUV 1992, S. 76 mit Hinweisen). Seite 4 3.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ges undheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli chen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 115 V 142 E. 8b mit weiteren Hinweisen) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für d ie Begründung eines Leistungsan- spruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen). 3.4.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterla gen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, weshalb es auf die eine und nicht auf di e andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entsc heidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a , 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.4.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bund esgerichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 4. Für die Beurteilung der Frage, ob die SUVA über den 6. Januar 2013 hinaus Versiche- rungsleistungen zu erbringen hat, sind im Wesentlichen na chfolgende Berichte zu berücksichti- gen: 4.1 Gemäss Arztbericht UVG vom 22. Dezember 2012 des Spi tals C.____ habe der Be- schwerdeführer am 17. Oktober 2012 bei einem Sturz eine Distorsion des oberen Sprungge- lenks (OSG) auf der Knöchelinnenseite erlitten. Die Di agnose lautete auf eine posttraumatisch aktivierte OSG-Arthrose links. Der Beschwerdeführer sei vor aussichtlich bis zum 24. Oktober 2012 100% arbeitsunfähig. 4.2 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. D.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt am 22. Oktober 2012 fest, dass der Beschwerdeführer bis ei nschliesslich 26. Oktober 2012 wegen Krankheit arbeitsunfähig sei. Am 26. Oktober 2012 besch einigte er die Arbeitsunfähigkeit bis 9. November 2012. 4.3 Der Bericht des Spitals C.____ vom 23. November 20 12, welcher nach einer am 8. November 2012 erfolgten Kontrolle erstellt wurde, nannte eine posttraumatische Varus-OSG- Arthrose links, anamnestisch eine Gonarthrose rechts, ein e Hufeisenniere und eine arterielle Hypertonie als Diagnosen. In der Anamnese wurde festgeha lten, dass der Beschwerdeführer nach einer Distorsion des OSG links am 17. Oktober 2012 auf der Notfallstation des Spitals C.____ vorstellig geworden sei. Er habe über Schmerzen auf der Knöchelinnen- und - aussenseite geklagt. Die diagnostische Untersuchung habe eine varische Rückfussachse bei quasi neutralem Tibiagelenkwinkel ergeben. Der Beschwer deführer leide an einer symptomati- schen Varusarthrose, wahrscheinlich postoperativ bedingt. Ausserdem würden sich radiologisch bereits arthrotische Veränderungen im unteren Sprung gelenk (USG) zeigen. Die Weichteil- schmerzen auf die Rückfussachse seien als Mehrbelastung des l ateralen Fussrandes respekti- ve der Peronealsehnen sowie einem Entrapment des Nervus tibialis zu interpretieren. In dieser Situation werde das Anfertigen eines SPECT-CT empfohlen. Ausserdem sei das rechte Knie zu röntgen, um die Arthrose beurteilen zu können. 4.4 Am 15. November 2013 fanden die 3-Phasen-Skelett szintigraphie und das SPECT-CT des OSG links im Spitals C.____ statt. In dem am gleichen Tag ausgefertigten Bericht wurde ausgeführt, dass sich bei einem posttraumatischen Zustand eine bipolar aktivierte Varus- Arthrose des linken OSG mit einer Achsenabweichung von 18° zeige. Zusätzlich bestünden eine unipolare Arthrose fibulo-talar mit Geröllzysten bildung im Bereich des Malleolus lateralis auf Höhe der Talusschulter, eine ausgeprägte subtalare Arthrose im Bereich der mittleren und (etwas diskreter) der hinteren Gelenkfacette und eine diskrete Lisfranc-Arthrose im 3. Strahl. Im Ganzkörper-Knochenscan sei eine erhebliche medial betont e Pangonarthrose rechts (etwas diskreter links) erkennbar. Weiter lägen spondylotische Veränderungen in der Lendenwirbelsäu- le (LWS) vor. So sei in LWK2 eine frische Deckplattenimpressionfraktur nicht auszuschliessen. Seite 6 4.5 Der Versicherte wurde am 10. Dezember 2012 erneut im Spital C.____ untersucht. Der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Orthopädische C hirurgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates, diagnostizierte am 11. Dezember 2012 eine fortgeschrittene Varusarthrose des OSG links, eine destruierende Gonarthrose des rechten Knies, eine Hufeisenniere und eine arterielle Hypertonie. Einerseits liege eine destruierende Gonarthrose auf der rechten Seite vor. Andererseits bestünde eine Varusarthrose des linken OSG. Der Versicherte brauche zur Be- handlung dieser Beschwerden eine Implantation einer K nieprothese rechts und eine korrigie- rende medial aufklappende intra-artikuläre Korrek-tur osteotomie der Tibia sowie eine Verkür- zungsosteotomie der Fibula links. 4.6 Am 4. Januar 2013 teilte der Beschwerdeführer der SUVA mit, dass er - im Einver- ständnis mit seinem Arzt - vom 7. Januar 2013 bis 21. Januar 2013 seine Arbeit wieder zu 100% aufnehmen werde. 4.7 Am 12. Februar 2013 wurde der Beschwerdeführer im Spital C.____ operiert. Die Di- agnose lautete gemäss Operationsbericht vom 13. Februa r 2013 auf eine posttraumatische Varusarthrose OSG links. Dr. E.____ führte aus, beim Beschwerdeführer bestünden - bei Sta- tus nach Fraktur vor mehreren Jahren - belastungsabhäng ige Beschwerden. Am 17. Oktober 2012 sei erneut ein Distorsionstrauma erfolgt. Daraufhin sei bei Schmerzpersistenz die Operati- on geplant worden. 4.8 Der Kreisarzt der SUVA Dr. med. F.____, FMH Orth opädische Chirurgie und Trauma- tologie des Bewegungsapparates, hielt am 20. Februar 2013 fest, dass die vom Beschwerde- führer noch geklagten Beschwerden am linken Fuss sowie die Operation vom 12. Februar 2013 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ka usalen Zusammenhang zum Ereignis vom 17. Oktober 2012 stünden. 4.9 Im Rahmen des Einspracheverfahrens hielt der SUVA- Kreisarzt Dr. G.____, FMH Or- thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsa pparates, fest, dass der natürliche Kausalzusammenhang zu verneinen sei, weil die Arthrose bereits präoperativ bestanden und der Unfall sie nicht verschlimmert habe. In seiner Beur teilung vom 26. März 2013 äusserte sich Dr. G.____ dahingehend, dass die Fussdistorsion vom 17. O ktober 2012 (Schadennr. 4.42077.12.6) aus versicherungsmedizinischer Sicht keine tr aumatischen Schäden am Sprung- gelenk verursacht habe. Dies gelte auch für den am 8. D ezember 2011 gemeldeten Unfall (Schadennr. 4.42651.11.6), bei welchem der Beschwerdef ührer bei der Arbeit mit dem Fuss hängen geblieben sei und diesen verdreht habe. Dem ei nzigen in diesem Zusammenhang er- stellten Bericht sei zu entnehmen, dass es sich um eine unfa llunabhängige Arthrose des OSG links handle, weshalb die SUVA keine Leistungen zu erbri ngen hatte. Der Unfall vom 17. Okto- ber 2012 (Schadennr. 4.42077.12.6) habe eine Schmerzex azerbation der vorbestehenden mit- telschweren bis schweren Sprunggelenkarthrose verursacht. Hi erfür beweisend sei das SPECT-CT vom 15. November 2012, welches einen posttraum atischen vorbestehenden Zu- Seite 7 stand mit einer bipolar aktivierten Varusarthrose des li nken OSG zeige. In diesem Befund sei keinerlei frische traumatische Schädigung des Sprunggele nks bzw. des Rückfusses links fest- stellbar. Aus versicherungsmedizinischer Sicht biete es sich an, diese Feststellung als Zeitpunkt des Status quo sine heranzuziehen, weil dann festgestande n habe, dass die Aktivierung der Arthrose nicht strukturell objektivierbar habe nachgewiesen werden können. Vielmehr liege eine lineare Arthrosenprogression vor, welche jederzeit zufäll ig im Leben eines Menschen ohne Be- zug auf eine Bewegung oder zu einer anderen externen S ituation erfolgen könne. Vorliegend habe die Aktivierung der Arthrose zeitgleich mit der Me ldung eines Unfallereignisses stattge- funden, wobei aber spätestens nach Durchführung des SPE CT-CT am 15. November 2012 festgestanden habe, dass strukturell objektivierbare Unfa llfolgen fehlen würden und keine Ver- schlimmerung richtunggebend stattgefunden habe. Für die Beschwerden sei ausschliesslich ein posttraumatischer Vorzustand nach Unfall vor 30 Jahren relevant. 4.10 Dr. E.____ äusserte am 17. April 2013 zuhanden d er SUVA, dass es sich um eine akti- vierte Arthrose des OSG auf der linken Seite nach Disto rsionstrauma am 17. Oktober 2012 handle. Der Beschwerdeführer habe vorher nie Beschwerd en am linken OSG gehabt. Die präoperativen Beschwerden seien im Rahmen einer aktivier ten Arthrose nach Supinationstrau- ma zu interpretieren, weshalb die Umstellungsoperation erfolgt sei. Der Kausalzusammenhang sei daher gegeben. 5.1 Gestützt auf die Ausführungen des Kreisarztes Dr. G. ____ vom 26. März 2013 kam die SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 4. April 2013 zu m Schluss, dass ein Kausalzusam- menhang zwischen dem Unfall vom 17. Oktober 2012 und de n über den 6. Januar 2013 hinaus geklagten Beschwerden am OSG links nicht gegeben sei. Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen sei. 5.2 Wie oben unter E. 3.4.2 ausgeführt, ist den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). In Bezug auf den Be- weiswert von Berichten versicherungsinterner medizinischer F achpersonen hat das Bundesge- richt in BGE 135 V 465 ff. festgehalten, dass diesen pr axisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukomme. So soll bei G erichtsgutachten nicht ohne zwingen- de Gründe von den Einschätzungen des medizinischen Expert en abgewichen werden. Gutach- ten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtspre chung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Soll ein Versicherungsfall jedoch oh ne Einholung eines externen Gutach- Seite 8 tens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkei t und Schlüssigkeit der versicherungs- internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.3.2 u. 4.4). Solche Zweifel bestehen im vo rliegenden Fall in Bezug auf die Ausfüh- rungen des SUVA-Kreisarztes Dr. G.____ nicht. Er verfass te seinen Bericht gestützt auf die vollständige Dokumentation der medizinischen Vorakten und kam hierbei überzeugend zum Schluss, dass der natürliche Kausalzusammenhang zu verneine n sei, weil die Arthrose bereits vor dem Unfall bestanden und dieser sie nicht verschlimme rt habe. Dr. G.____ stützte diese Auffassung insbesondere auf die Ergebnisse der SPECT-C T-Untersuchung vom 15. November 2012, welche einen posttraumatischen vorbestehenden Zus tand mit einer bipolar aktivierten Varusarthrose des linken OSG zeigt und eine frische tr aumatische Schädigung der Sprungge- lenks bzw. des Rückfusses links ausschliesst. Aus diesem Grund ist mit Dr. G.____ davon aus- zugehen, dass beim Beschwerdeführer ein posttraumatischer Vorzustand nach Unfall vor 30 Jahren (vgl. Angaben des Beschwerdeführers am 11. Dezembe r 2012 gegenüber dem SUVA- Mitarbeiter) relevant für die Beschwerden ist und nicht der Unfall vom 17. Oktober 2012. Diese Auffassung stimmt im Übrigen mit den Erhebungen im Sp ital C.____ am Unfalltag und bei der Nachkontrolle am 8. November 2012 überein, wo keine Sc hwellung des OSG festgestellt, son- dern auf eine Varusarthrose geschlossen wurde (vgl. ent sprechende Berichte vom 22. Dezem- ber 2012 und 23. November 2012). Auch der behandeln de Arzt Dr. D.____ hielt den Beschwer- deführer krankheits- und nicht unfallbedingt bis zum 22 . Oktober 2012 bzw. 9. November 2012 als 100% arbeitsunfähig. 5.3 Daran vermögen die Ausführungen von Dr. E.____ vo m 17. April 2013 nichts zu än- dern. Er machte geltend, dass die am 12. Februar 2013 durchgeführte Operation am OSG links aufgrund des Unfalls vom 17. Oktober 2012 nötig und dam it in einem natürlichen Kausalzu- sammenhang zu diesem stehe. Dr. E.____ übersieht hierbe i, dass er bereits am 11. Dezember 2012 eine fortgeschrittene OSG-Arthrose, eine Varusfehlstellung sowie Zysten an der Tibia und am Talus diagnostizierte. Diese Diagnosen weisen auf ein krankhaftes und nicht auf ein trauma- tisches Geschehen hin. Im Operationsbericht vom 13. Februa r 2013 führte Dr. E.____ als Ope- rationsindikation auf, dass der Beschwerdeführer am OSG links belastungsabhängige Be- schwerden bei einem Status nach Fraktur vor mehreren Jah ren habe. Er erwähnte hierbei den Unfall vom 17. Oktober 2012 nicht. Am 17. April 2013 monierte er jedoch, dass der Beschwer- deführer vor dem 17. Oktober 2012 nie Beschwerden am li nken OSG gehabt habe. Diese Aus- sage widerspricht sowohl seinen eigenen Angaben als auch den übrigen Akten, welchen unbe- stritten zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer ber eits vor Jahren einen Bruch des OSG links erlitten und deshalb Beschwerden hatte. Da Dr. E .____ sich zudem in keiner Weise mit dem Ausführungen von Dr. G.____ auseinandersetzte, verm ögen seine Beurteilungen weder die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Festste llungen des SUVA-Kreisarztes vom 26. März 2013 in Zweifel zu ziehen noch erfüllen sie di e materiellen Anforderungen an ein Gut- achten gemäss BGE 125 V 352 E. 3a. Seite 9 5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der natürliche K ausalzusammenhang zwi- schen der Distorsion des OSG links am 17. Oktober 2012 und den über den 6. Januar 2013 hinaus bestehenden Beschwerden zu verneinen ist. Folglich musste die SUVA für die im Zu- sammenhang mit der Operation vom 12. Februar 2013 ent standenen Kosten nicht aufkommen und keine weiteren Leistungen mehr erbringen. Der ang efochtene Einspracheentscheid vom 4. April 2012 ist zu bestätigen und die Beschwerden demnach abzuweisen. 6. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverf ahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.