<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-06-29-12T_6-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>12T_6/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Schweizerische Bundesgericht </div> <div class="para">vertreten durch die Verwaltungskommission </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen administrative Aufsicht über </div> <div class="para"> </div> <div class="para">das Bundesverwaltungsgericht, Verwaltungskommission, Kreuzackerstrasse 12, 9000 St. Gallen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung. </div> <div class="para">(Aufsichtsanzeige von Herrn A.________ vom 5. November 2021) </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>erwägt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> A.________, Afghanischer Staatsbürger, ersuchte am 21. November 2015 in der Schweiz um Asyl. Mit Verfügung vom 24. Mai 2017 - eröffnet am 29. Mai 2017 - lehnte das Staatssekretariat für Migration (SEM) das Asylgesuch aufgrund fehlender Flüchtlingseigenschaft ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug an. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 19. Juni 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. </div> <div class="para">Am 23. Juni 2017 sowie 20. Mai 2019 reichte er ergänzende Eingaben beim Bundesverwaltungsgericht ein mit der Bitte, die aktuelle Lage in Kabul zu berücksichtigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Nach verschiedenen Nachfragen nach dem Stand des Verfahrens beim Bundesverwaltungsgericht reichte A.________ am 5. November 2021 beim Bundesgericht Aufsichtsanzeige ein. Der Anzeiger ersucht um Abschluss des Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht. Er macht Rechtsverweigerung geltend und weist auf die übermässig lange Verfahrensdauer hin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Mit Verfügung vom 16. Februar 2022 hob das SEM, in teilweiser Wiedererwägung, die angefochtenen Verfügung vom 19. Juni 2017 teilweise auf und verfügte die vorläufige Aufnahme des Anzeigers in der Schweiz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Die Verwaltungskommission lud das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 10. März 2023 zur Stellungnahme ein. Am 6. April 2023 reichte das Bundesverwaltungsgericht diese ein und wies darauf hin, dass das Urteil im Verfahren E-3476/2017 bereits am 21. April 2022 ergangen sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> Beim vorliegenden Verfahren handelt es sich um eine Aufsichtsanzeige im Sinne von <span class="artref">Art. 1 Abs. 2 BGG</span> und <span class="artref">Art. 3 lit. f AufRBGer</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 71 Abs. 1 VwVG</span>. Die Rechtsprechung ist gemäss <span class="artref">Art. 2 Abs. 2 AufRBGer</span> von der Aufsicht ausgenommen. Das Bundesgericht als administrative Aufsichtsbehörde greift im Falle einer Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung nur ein, wenn ein strukturelles Problem organisatorischer oder administrativer Natur festgestellt wird (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=10.06.2023&amp;to_date=29.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-486%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page486">BGE 144 II 486</a>). Die vom Anzeiger in eigener Sache vorgebrachten Anliegen sind demnach unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> Anhaltspunkte, dass das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht von fast fünf Jahren, neben des Aufwandes für die Abklärungen aufgrund der Lageentwicklung in Afghanistan, auch auf organisatorische Mängel zurückzuführen ist, sind jedoch nicht ersichtlich. Der Anzeige wird daher keine Folge geleistet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach stellt das Schweizerische Bundesgericht fest:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> Die Anliegen in Bezug auf das Verfahren E-3476/2017 sind unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> Der Anzeige wird keine Folge geleistet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> Diese Feststellung wird dem Bundesverwaltungsgericht, Verwaltungskommission, schriftlich mitgeteilt. Dem Anzeiger wird eine Orientierungskopie zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 29. Juni 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Verwaltungskommission des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Donzallaz </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Generalsekretär: Lüscher </div> </div></body></html>