B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2441/2018 plo U r t e i l v o m 2 9 . J u n i 2 0 1 8 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richterin Andrea Berger-Fehr; Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), Pakistan, vertreten durch Lena Weissinger, Rechtsanwältin, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 26. März 2018 D-2441/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 19. August 2016 legal mit seinem eigenen, ein (…) Besuchervisum ent- haltenden Reisepass und seiner Identitätskarte, reiste auf dem Landweg in B._______ und von dort zwei Tage später in C._______, wo er sich wäh- rend acht Monaten illegal aufgehalten habe. Über D._______, E._______ und F._______ gelangte er am 5. Oktober 2017 illegal in die Schweiz. Glei- chentags stellte er das Asylgesuch. Am 24. Oktober 2017 wurde er zur Per- son befragt und am 20. November 2017 führte das SEM eine Anhörung durch. B. Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei pakistanischer Staatsa ngehöri- ger paschtunischer Ethnie und stamme aus G._______ in der H._______ Agency. Dort habe er seit seiner Geburt bis zur Ausreise am 19. August 2016 gelebt. Er habe in I._______ Agrarwissenschaften studiert und einen Bachelor (…) und (…) Abschluss. Zwischen April 2014 und Juli 2016 habe er beim Pakistanischen Roten Kreuz (PRC) im World Food Programm (WFP) in J._______ in der H._______ Agency in verschiedenen Positio- nen, zuletzt als (…) bei der (…), gearbeitet. Den Job habe er trotz der ihm bewussten Gefahren angenommen und jeweils während sechs bis zehn Tagen im Monat dort gearbeitet. Seinem Freundeskreis habe er nichts da- von erzählt. Zwei seiner Cousins seien aufgrund deren Tätigkeit en für in- ternationale Nichtregierungsorganisationen (NGO) ermordet w orden. Am 2. Oktober 2015 sei an seinem Wohnort ein Drohschreiben der Organisa- tion Laskhar-e-Islam eingeworfen worden. Darin sei er aufgefordert wor- den, seine Tätigkeit zu beenden, verbunden mit der Drohung, andernfalls werde ihn das gleiche Schicksal ereilen, welches seinen Cousins widerfah- ren sei. Sein Bruder habe ihm das Drohschreiben vorlesen müssen, weil es in Paschtu verfasst gewesen sei und er diese Sprache nicht lesen könne. Der Familie hätten sie vom Schreiben nichts erzählt und es im Üb- rigen auch nicht ernst genommen. Im Juni 2016 sei er auf dem Bazar vor einem Laden gesessen, als der Postbote ihm einen Umschlag überreicht habe, welcher ein weiteres Drohschreiben enthalten habe. Dabei sei ihm mit dem Tod gedroht worden, weil er sich nicht an die Aufforderung gehal- ten habe. Wiederum habe er das Schreiben dem Bruder zum Vorlesen ge- ben müssen. Dieser habe daraufhin seinen Vater darüber informiert, wo- rauf der Vater dem Beschwerdeführer geraten habe, Pakistan zu verlas- sen. D-2441/2018 Seite 3 Der Beschwerdeführer reichte e ine in Folie eingeschweisste Kopie einer pakistanischen Identitätskarte zu den Akten. Dessen Original und seinen Reisepass habe er B._______ vernichtet, um nach der Einreise in C._______ eine Rückschaffung zu verhindern. Des Weiteren gab er ein „Domicile C ertificate“, eine Arbeitsbestätigung, einen Dienstausweis des PRC, zwei Drohschreiben, diverse Fotos, einen Familienstammbaum und verschiedene Zeitungs- und Internetartikel ab. Die Schulunterlagen und das Abschlusszeugnis wurden ihm zurückgegeben. Einige der eingereich- ten Beweismittel würden sich auf die beiden getöteten Cousins beziehen. C. Mit Verfügung vom 26. März 2018 – eröffnet am 28. März 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht lingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei- sung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D. Mit Eingabe vom 25. April 2018 an das Bundesverwaltungsgericht liess der vertretene Bes chwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung, die Anerkennung als Flüchtling, die Gewährung von Asyl und even- tualiter der vorläufigen Aufnahme beantragen. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht ersuchte er um Herstellung der aufschiebenden Wirkung de r Be- schwerde. Zur Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen Stel- lung genommen. E. Mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2018 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könne. Er wurde aufgefordert, innert Frist einen Kostenvorschuss zu leisten, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde auf seine Beschwerde nicht eingetreten. F. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt. D-2441/2018 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im D-2441/2018 Seite 5 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfäl schte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 In der angefochtenen Verfügung legte das SEM dar, dass die Vorbrin- gen des Beschwerdeführers insgesamt den Anforderungen an die Glaub- haftigkeit nicht zu genügen vermöchten. 5.1.1 Er habe angegeben, die beiden Drohbriefe würden von der Organi- sation Laskhar-e-Islam und deren Führer K._______ stammen. Auf Frage hin habe er angegeben, dass der Name K._______ in den Schreiben er- wähnt sei. Dies treffe jedoch nicht zu, da die beiden Drohschreiben den Namen „L._______“ enthielten, der vom Beschwerdeführer auch auf aus- drückliche Frage hin, von wem die Drohschreiben stammen würden, nicht erwähnt worden sei. Der Beschwerdeführer habe daraufhin gesagt, dabei handle es sich um den Stellvertreter von K._______. Es sei seltsam, dass er einerseits angegeben habe, er sei wegen zwei Drohschreiben von K._______ aus dem Heimatland ausgereist, ihm aber andererseits nicht klar gewesen sei, dass dieser Name in den Drohschreiben nicht enthalten sei. Angesichts des hohen Bildungsgrades d es Beschwerdeführers und seiner Angabe, Paschtune zu sein, sei es wenig glaubhaft, dass er die Briefe nicht selber habe lesen können. 5.1.2 Darüber hinaus seien die Reaktionen des Beschwerdeführers und seines näheren Umfeldes nach Erhalt der Drohbriefe vage, su bstanzlos und nicht nachvollziehbar geschildert worden. Insbesondere könne nicht nachvollzogen werden, dass er – nach allfälligen Vorsichtsmassnahmen D-2441/2018 Seite 6 gefragt – weder seine Familie noch seinen Arbeitgeber oder Freunde be- ziehungsweise Arbeitskollegen darüber informiert habe. Seine Einwände, er habe alles geheim gehalten, gut auf sich aufgepasst und im Übrigen Angst vor dem Verlust seiner Arbeit gehabt, weil man ihm dann gesagt hätte, er solle weggehen, vermöchten nicht zu überzeugen, da die pakis- tanischen Behörden in seiner Region gegen die Ausbreitung der Taliban vorgegangen seien. Zudem überzeuge es nicht, dass er das erste Droh- schreiben nicht ernst genommen haben wolle. Auch im Zusammenhang mit der familieninternen Auseinandersetzung mit den Drohschreiben seien seine Ausführungen vage geblieben. Zwar habe er ausgesagt, dass die Familie nach einer gemeinsamen Beratung zum Schluss gekommen sei, er solle das Land verlassen; indessen sei es ihm nicht gelungen, nachvoll- ziehbar darzulegen, wie die Diskussion dieser weitgreifenden Entschei- dung verlaufen sei. Es fehle die nötige Substanz, weshal b die Vorbringen nicht glaubhaft seien. Realkennzeichen wie Detailreichtum, die Beschrei- bung von Emotionen und Gedankengängen und mehr enthielten seine Vor- bringen nicht. Fragen zur persönlichen Betroffenheit oder zum subjektiven Empfinden seien von ihm nur knapp beantwortet worden. Dies alles weise darauf hin, dass er einen Sachverhalt konstruiert habe und sich seine Vor- bringen nicht auf tatsächlich Erlebtes stützten. 5.1.3 Die Angabe des Beschwerdeführers, wonach er aufgrund des Todes seiner beiden Cousins seine Arbeit beim Roten Halbmond nur den Arbeits- kollegen und den Familienangehörigen gegenüber preisgegeben und diese im Übrigen geheim gehalten habe, lasse sich nicht vereinbaren mit seinem (…)-Profil, auf welchem sein Arbeitgeber öffentlich für jedermann zugänglich sei (vgl. Akte A18) . Dieses Vorgehen sei unlogisch, sofern er seine Tätigkeit aus Angst um sein Leben geheim gehalten habe. Folglich könne ihm nicht geglaubt werden, dass er wegen seiner beruflichen Tätig- keit um sein Leben gefürchtet habe. 5.1.4 Ferner sei es nicht nachvollziehbar, dass eine terroristische Organi- sation einer Person innerhalb eines halben Jahres zweimal ein Drohschrei- ben zukommen lasse, um sie zur Aufgabe ihrer Tätigkeit zu zwingen. Ebenso unglaubhaft erscheine seine Aussage, wonach diese terroristische Organisation das Drohschreiben per Post zugestellt haben solle. Auf den beiden handschriftlich verfassten Schreiben befänden sich zudem kopierte Stempel, was weitere Zweifel an der Echtheit der Beweismittel hervorrufe. D-2441/2018 Seite 7 5.1.5 Insgesamt widerspreche die Darstellung des Beschwerdeführers in mehreren zentralen Punkten der Logik des Handelns. Es fehle auch an der logischen Nachvollziehbarkeit. 5.1.6 Darüber hinaus habe er sich in Widersprüche verstrickt, welche die Zweifel erhärten würden: Während die beiden Drohschreiben gemäss sei- nen Angaben anlässlich der Befragung an seinem Wohnort hineingeworfen worden seien (vgl. Akte A8/14 S. 9), wolle er das zweite Drohschreiben gemäss den Aussagen anlässlich der Anhörung von einem Postboten in einem Umschlag erhalten haben, als er vor einem Laden im Bazar geses- sen sei (vgl. Akte A13/18 S. 9). Anlässlich des rechtlichen Gehörs habe er die erste Aussage verneint (vgl. Akte A13/18 S. 15). Ferner habe er zuerst angegeben, er habe nach dem Auslaufen seines Vertrages den Leuten des PRC mitgeteilt, dass er Angst um sein Leben habe und nicht mehr weiter- arbeiten könne (vgl. Akte A8/14 S. 9). Demgegenüber habe er später aus- gesagt, sein Arbeitgeber kenne den wahren Grund auch jetzt noch nicht (vgl. Akte A13/18 S. 14). Auf Vorhalt hin habe er die erste Aussage bestrit- ten und daran festgehalten, dass er seinem Arbeitgeber nie etwas über die Vorfälle gesagt habe (vgl. Akte A13/18 S. 14). 5.2 In seiner Beschwerde legte der Beschwerdeführer dar, dass er auf- grund des Todes seiner beiden Cousins, die ebenfalls bei einer Nichtregie- rungsorganisation gearbeitet und Drohbriefe erhalten hätten, vorbelastet und entsprechend sensibilisiert gewesen sei, als er die Drohbriefe erhalten habe. Vorliegend bestünden keine gewichtigen Gründe, welche die Zweifel rechtfertigen könnten, und untergeordnete Unstimmigkeiten seien erklär- bar. Teilweise seien sie bereits anlässlich der Anhörung genügend geklärt worden. Gestützt auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) würden allfällig verbleibende Zweifel eine un- tergeordnete Bedeutung aufweisen und könnten nicht zur Annahme der Unglaubhaftigkeit führen. Die Vorinstanz habe sich einzig auf ein paar we- nige und nicht allzu gewichtige Widersprüche abgestützt. Auf eine Gesamt- würdigung habe sie verzichtet, indem sie auf die weiteren und teils viel ge- wichtigeren Sachverhaltselemente schlichtweg nicht eingegangen sei. 5.2.1 So sei es nachvollziehbar, warum er über den Erhalt der Drohbriefe nicht mit seiner Familie und seinen Arbeitskollegen g esprochen habe, da er nicht habe einschätzen können, wie ernst die Drohung gemeint sei , da er von keinen ähnlichen Drohbriefen gehört habe, niemanden habe beun- ruhigen und seine Arbeitsstelle nicht habe gefährden wollen. D-2441/2018 Seite 8 5.2.2 Zwar seien seine Angaben in Bezug auf die Entscheidung seiner Fa- milie, wonach er das Land verlassen müsse, knapp ausgefallen. Indessen habe er die entscheidenden Beweggründe dafür geschildert. Es sei ihm nicht klar gewesen, was es aus seiner Sicht zu diesem Thema noch zu sagen gäbe. 5.2.3 Die Tatsache, dass er einerseits kaum jemanden über seinen Arbeit- geber aufgeklärt und andererseits im April 2015 auf seiner (…)-Seite sei- nen Arbeitgeber preisgegeben habe, sei vielleicht schwer nachzuvollzie- hen, aber nicht derart „abseits jeglicher Logik“, dass seine Vorbringen als unglaubhaft zu qualifizieren seien. Mit seiner (…)-Seite seien nur wenige Abonnenten verbunden, und seit 2015 habe er kaum andere Posts veröf- fentlicht, was darauf hinweise, dass er (…) offensichtlich nicht häufig be- nutze. Zudem könne davon ausgegangen werden, dass er sich der Bedeu- tung dieses Posts kaum bewusst gewesen sei. Ferner habe er zu Beginn seiner Tätigkeit beim PRC als Student nur wenige Tage im Monat gearbei- tet und kaum daran gedacht, dass man ihn aufgrund seiner (…)-Seite su- chen und finden würde. Möglicherweise habe er den unbedachten Post auch wieder vergessen. 5.2.4 Dass die Aktionen der Lashkar-e-Islam aus der Sicht des SEM unlo- gisch erscheinen sollen, könne nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden. Die Vorinstanz habe keine Begründung angegeben, warum es nicht vorstellbar sei, dass ihm zweimal innerhalb eines halben Jahres ge- droht worden sei. Das Gleiche gelte für die Zustellung der Drohbriefe mit der Post. Diese sei in der H._______ Agency nicht mit derjenigen der Schweiz oder der anderen Teile Pakistans vergleichbar. Gemäss den Aus- sagen des Beschwerdeführers sei ihm der zweite Drohbrief von einem Mann übergeben worden, der bei der Post gearbeitet habe. Auch wenn aus seinen Aussagen nicht ohne Zweifel zu schliessen sei, dass die Briefe mit der Post befördert worden seien, könne dies nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden. Aus einer eventuellen Unlogik des Handelns der Lash- kar-e-Islam könne nicht auf die Unglaubwürdigkeit seines Vortrags ge- schlossen werden. 5.2.5 Die von der Vorinstanz dargestellten Widersprüchlichkeiten würden sich auf unwichtige Umstände der gesamten Asylvorbringen beziehen. Zu- dem seien die Angaben in der Befragung vom Beschwerdeführer anläss- lich der Anhörung bestritten worden. Es müsse sich deshalb um Fehler bei der Übersetzung oder um Missverständnisse gehandelt haben. Überdies D-2441/2018 Seite 9 könnten Widersprüche zwischen der Befragung und der Anhörung nur mit Vorbehalt für die Frage der Glaubhaftigkeit herangezogen werden. 5.2.6 Des Weiteren habe die Vorinstanz nicht genügend dargelegt, welche Elemente sie konkret als glaubhaft und welche als nicht glaubhaft erachtet habe, und wie sie zur Überzeugung gelangt sei, dass mehr Gründe für die Unglaubhaftigkeit sprächen. 5.2.7 Sie sei der ihr obliegenden Begründungspflicht nicht in angemesse- nem Mass nachgekommen, weil sie nur zwei geringfügige Abweichungen aufgeführt habe, aus welchen sich nicht eine überzeugende Begründung der Zweifel an den Äusserungen des Beschwerdeführers ergäben. 5.2.8 Auch die Würdigung der Beweismittel sei nicht korrekt ausgefallen. Insbesondere seien die im Original abgegebenen Drohbriefe nicht ihrer Be- deutung entsprechend als Beweismittel gewürdigt worden. Für die von der Vorinstanz aufgeführten Zweifel an der Echtheit bestünden keinerlei Anzei- chen. Ob die auf den Dokumenten enthaltenen Stempel kopiert seien oder nicht, entziehe sich den Kenntnissen des Beschwerdeführers ebenso wie die Frage, ob dies normal sei oder nicht. Aus kopierten Stempeln könne nicht der Schluss gezogen werden, d ie Drohbriefe seien nicht unter den vom Beschwerdeführer beschriebenen Umständen in seinen Besitz ge- langt oder würden Fälschungen darstellen. 5.2.9 Es sei mit grosser Sicherheit anzunehmen, dass der Beschwerdefüh- rer infolge seiner Arbeit beim Roten Halbmond in seinem Herkunftsland bedroht worden sei, da andere Gründe für den Erhalt der Drohbriefe nicht ersichtlich seien. Somit sei er im Fall einer Rückkehr ins Heimatland an Leib und Leben bedroht. Die Vorinstanz habe es auch unterlassen, die ak- tuelle Bedrohungssituation von Mitarbeitenden der Hilfsorganisationen i n seinem Herkunftsland in die Beurteilung miteinzubeziehen, obwohl die in- ternationalen Medien und das Internet seit Jahren darüber berichten wür- den, wie in den Beilagen 3 und 4 zu sehen sei, und auch das Schicksal seiner beiden Cousins dies bestätige. 6. 6.1 In der Beschwerde wurde geltend gemacht, die Vorinstanz habe die Begründungspflicht verletzt, weil sie nur zwei geringfügige Abweichungen aufgeführt habe, aus welche n sich keine überzeugende Begründung der Zweifel an den Aussagen des Beschwerdeführers ergäben. Diese Feststel-D-2441/2018 Seite 10 lung kann nicht geteilt werden, da das SEM in der angefochtenen Verfü- gung in drei Abschnitten (vgl. Akte A19/8 Ziff. II/1.-3.) zahlreiche Elemente erwähnte, gestützt auf welche es insgesa mt zum Schluss kam, dass die Angaben des Beschwerdeführers nicht als glaubhaft zu betrachten seien. Unter diesen Umständen ist die formelle Rüge als tatsachenwidrig zu qua- lifizieren und vermag nicht zur Rückweisung der Sache zu führen. 6.2 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl- suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abstützt (vg l. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit- wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner im Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der gesuchstellenden Person. Ein Vorbringen gilt bereits als glaub haft gemacht, wenn das Ge- richt von dessen Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, es aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma- chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar- stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, 2010/57 E. 2.3). 6.3 Aufgrund der eingereichten Beweismittel (vgl. Akte A7/1) kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer zwisch en dem 1. April 2015 und dem 31. Juli 2016 beim PRC als Angestellter in der (…) tätig war und zwei seiner Cousins, die sich ebenfalls bei NGO engagiert hatten, um- gebracht wurden. Allein aus diesen Informationen und der allgemein be- kannten Tatsache, dass in Pakistan Angehörige von NGO der Gefahr von Drohungen und Entführungen sowie unter Umständen auch dem Tod aus- gesetzt sein können, ist indessen nicht unbesehen der Aussagen des Be- schwerdeführers darauf zu schliessen, auch ihm hätten diese Nachteile D-2441/2018 Seite 11 gedroht, weil er beim PRC tätig gewesen sei. Vielmehr sind seine Vorbrin- gen individuell zu prüfen. 6.4 Diesbezüglich ist dem SEM zuzustimmen, dass die von ihm im Zusam- menhang mit den geltend gemachten Drohbriefen vorgebrachten Um- stände und Einzelheiten nicht geglaubt werden können, weil zahlreiche Un- stimmigkeiten, Widersprüche, Unvereinbarkeiten und teilweise die feh- lende Nachvollziehbarkeit insgesamt gegen die Glaubhaftigkeit sprechen. Entgegen der Darstellung im Beschwerdeverfahren können überdies wi- dersprüchliche Angaben zwischen dem Befragungs- und dem Anhörungs- protokoll gegen die Glaubhaftigkeit sprechen, auch wenn das Erstprotokoll nur summarisch erhobene Angaben zu den Fluchtgründen enthält, wäh- rend die Anhörung diesbezüglich der vertieften Abklärung dient. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit ist dem summarischen Charakter des Be- fragungsprotokolls insofern Rechnung zu tragen, als widersprüchliche An- gaben, welche sich aus den beiden Protokollen ergeben, zentrale Teile des Sachvortrags betreffen müssen, klar e rkennbar und nicht erklärbar sind , den späteren Aussagen diametral entgegen stehen müssen und nicht als ergänzenden Informationen aufgefasst werden können. 6.4.1 In Übereinstimmung mit dem SEM ist festzuhalten, dass der Be- schwerdeführer aussagte, die Drohschre iben würden den Namen von K._______, dem Führer der Lashkar-e-Islami, enthalten (vgl. Akte A13/18 S. 9). Dies trifft indessen nicht zu. Der Einwand des Beschwerdeführers, er könne kein Paschtu lesen (vgl. Akte A13/18 S. 11) vermag nicht zu über- zeugen, da er anlässlich der Befragung angab, er sei in der Lage, Paschtu zu lesen, aber schreiben könne er diese Sprache nicht gut (vgl. Akte A8/14 S. 2). Aufgrund des klaren Widerspruchs bestehen Zweifel an seinen Aus- sagen. 6.4.2 Darüber hinaus gab er widersprüchlich an, unter welchen Umständen die beiden Drohschreiben zu ihm gelangt seien. Während gemäss der ers- ten Version beide Dro hbriefe bei ihm zuhause eingeworfen worden sein sollen (vgl. Akte A8/14 S. 9), will er den zweiten Drohbrief gemäss einer weiteren Variante von einem Mann, der bei der Post arbeite, auf dem Bazar persönlich überreicht erhalten haben (vgl. Akte A13/18 S. 9) . Bei der Ge- währung des rechtlichen Gehörs stritt er die erste Aussage ab, was indes- sen – entgegen der Darstellung im Beschwerdeverfahren – nicht als Kor- rektur zu werten ist, sondern die widersprüchlichen Aussagen weiterhin be- stehen lässt. Auch der Einwand in der Beschwerde, die erste Aussage sei aufgrund von Übersetzungsfehlern und Missverständnissen entstanden, D-2441/2018 Seite 12 überzeugt nicht, da sich dem Befragungsprotokoll keine entsprechenden Hinweise wie Verständigungsschwierigkeiten oder nachträgliche Korrektu- ren entnehmen lassen, der Beschwerdeführer angab, die dolmetschende Person gut verstanden zu haben (vgl. Akte A8/14 S. 2 und 11), im Übrigen das Befragungsprotoll vorbehaltlos unterschrieb (vgl. Akte A8/14 S. 11) und damit zu erkennen gab, dass es seinen Aussagen voll und ganz entspricht. Da es sich bei der Aussage, unter welchen Umständen er das zweite Droh- schreiben erhalten habe, um einen zentralen und für die Beurteilung mass- geblichen Teil seiner Vorbringen handelt, stellen die diesbezüglich unter- schiedlichen Aussagen klare Widersprüche dar, welche gegen die Glaub- haftigkeit sprechen. 6.4.3 Abgesehen von den vorangehend erwähnten widersprüchlichen An- gaben erscheint es nicht nachvollziehbar, dass dem Beschwerdeführer auf dem Bazar über einen Postbeamten ein an ihn adressiertes Couvert über- reicht wird, zumal von der Post verteilte adressierte Couverts auch in Pa- kistan an die auf dem Couvert aufgeführte Adresse zuzustellen sind. Zwar wird in der Beschwerde geltend gemacht, die Post in Pakistan und insbe- sondere in der H._______ Agency sei nicht zu vergleichen mit der hiesigen Post. Indessen wird nicht dargelegt, worin die Unterschiede in Bezug auf den vorliegenden Fall zu sehen sei n sollen beziehungsweise was damit konkret gemeint ist, weshalb das Argument nicht überzeugt. 6.4.4 Des Weiteren sagte der Beschwerdeführer einerseits aus, er habe mit dem PRC einen befristeten Arbeitsvertrag bis am 31. Juli 2016 gehabt; nach dem Auslaufen des Vertrags habe er seinem Arbeitgeber gesagt, er habe Angst um sein Leben und möchte deshalb nicht mehr weiter arbeiten (vgl. Akte A8/14 S. 9 und A13/18 S. 5 f.). Andererseits legte er dar, er habe selber gekündigt und seinem Arbeitgeber nichts über die Drohungen er- zählt (vgl. Akte A13/18 S. 6). Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs stritt er die erste Aussage ab (vgl. Akte A13/18 S. 14), womit die widersprüchlichen Angaben entgegen der Darstellung im Beschwerdever- fahren bestehen bleiben. Ob er seinen Arbeitgeber über die von ihm gel- tend gemachten Drohungen orientiert hat oder nicht, stellt ein zentrales Sachverhaltselement dar, das vorliegend nicht widerspruchsfrei dargelegt wurde und somit weitere Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen auf- wirft. 6.4.5 Darüber hinaus kann nicht nachvollzogen werden, inwiefern der Be- schwerdeführer von Seiten der Lashkar -e-Islami weitere Nachteile hätte befürchten müssen, nachdem er Ende Juli 2016 seine Arbeit bei m PRC D-2441/2018 Seite 13 aufgegeben hat und somit den in den Drohbriefen enthaltenen Forderun- gen nachgekommen ist. Der Grund seiner Ausreise erscheint unter diesem Blickwinkel unklar und ist ein weiteres Indiz, das gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. 6.4.6 Nicht zu vereinbaren mit der Aussage des Beschwerdeführers, wo- nach er seine Arbeit bei m PRC aus Angst vor Nachteilen gegenüber sei- nem Umfeld verschwiegen habe, ist ferner sein (…)-Account, auf welchem er unter seinem Profil seinen Arbeitgeber und seinen Wohnort erwähnt (vgl. (…), aufgesucht am 26. Juni 2018) und somit für jeden Leser identifizierbar ist. Die Einwände in der Beschwerde, er habe nur wenige Abonnenten, welche mit seiner (…)-Seite verbunden seien und im Übrigen seit 2015 kaum mehr andere Posts veröffentlicht, vermag nichts daran zu ändern, dass er auf einer öffentlich zugänglichen Social-Media-Seite ausgerechnet das preisgab, was er gemäss seinen Ausführungen anlässlich der B efra- gung und der Anhörung aus Angst vor asylrelevanten Nachteilen nieman- dem erzählt haben will. Auch wenn nicht allzu viele Abonnenten mit seinem (…)-Account verbunden sind, besteht für alle – auch für Behörden oder für allfällige Verfolger – die Möglichkeit, Einsicht in den Account zu nehmen und Informationen daraus zu gewinnen. Dass die von einem öffentlich zu- gänglichen Social-Media-Account ausgehende Gefahr dem Beschwerde- führer – wie in der Beschwerde dargelegt wurde – nicht bewusst gewesen sein soll, ist unglaubhaft. Die öffentliche Preisgabe seines Arbeitgebers auf (…) spricht somit dagegen, dass er aufgrund seiner Tätigkeit bei m PRC eine Verfolgung befürchtet hat. 6.4.7 Schliesslich kann dem Beschwerdeführer angesichts der geltend ge- machten Gefahr für seine Person und der im Beschwerdeverfahren darge- legten Sensibilisierung infolge der Ermordung seiner beiden Cousins nicht geglaubt werden, dass er den ersten Drohbrief nicht ernst genommen und seinen Angehörigen darüber nichts mitgeteilt hätte, sollte er in der Tat sol- che Drohbriefe erhalten haben. Sein Verhalten ist nicht mit der Realität ver- einbar, was ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit spricht. 6.5 Angesichts dieser zahlreichen Unstimmigkeiten kann dem Beschwer- deführer insgesamt nicht geglaubt werden, dass e r im Heimatland zwei Drohbriefe der Lashkar-e-Islam erhalten hat, weil er für das PRC tätig ge- wesen sei, und dass ihm infolgedessen eine asylrelevante Verfolgung ge- droht hat. Unter diesen Umständen sind die Erwägungen in der vorinstanz- lichen Verfügung zu bestätigen. An dieser Einschätzung vermögen die ein- gereichten Beweismittel nichts zu ändern. Die zu den Akten gegebenen D-2441/2018 Seite 14 Schul- und Ausbildungsdokumente (in Kopie) stellen einen Beleg für seine Bildung dar, was indessen nichts mit der geltend gemachten Verfolgung zu tun hat. Allein aus dem abgegebenen Domicile Certificate, welches seine Herkunft aus der H._______ Agency bestätigt, und aus dem Familien- stammbaum kann nicht auf eine dem Beschwerdeführer widerfahrene oder drohende asylrechtlich relevante Verfolgung geschlossen werden. Aus der Arbeitsbestätigung vom 16. Oktober 2017, dem Arbeitsausweis und den Kopien der Fotos (die Originale wurden dem Beschwerdeführer vom SEM zurückgegeben) ist zwar ersichtlich, dass er zwischen dem 1. April 2015 und dem 31. Juli 2016 für das PRC gearbeitet hat; indessen kann daraus keine Verfolgung seiner Person abgeleitet werden. Auch die über seine er- mordeten Cousins eingereichten Beweismittelkopien weisen keinen direk- ten Bezug zu den von ihm dargelegten Fluchtgründen auf, weshalb sie als Beweismittel ebenfalls nicht geeignet erscheinen. In Bezug auf die beiden eingereichten Drohbriefe ist Folgendes festzuhalten: Bei dem in blauer Schrift verfassten Drohbrief vom 2. Oktober 2015 handelt es sich um eine Farbkopie und – entgegen der Argumentation in der Beschwerde – nicht um ein Original. Der zweite in schwarzer Sch rift verfasste Drohbrief vom 9. Juli 2016 stellt eine Mischung aus Original und Kopie dar, da der hand- schriftliche Teil original ist, während der Rest, so das Logo, die S tempel und die Unterschrift, als Farbkopie erscheint. Unter diesen Umständen kann die Echtheit der beiden Beweismittel nicht geprüft werden, da – auch teilweise – kopierte Beweismittel einer Dokumentenprüfung nicht standzu- halten vermögen. Als Kopien weisen die Beweismittel, auch wenn auf dem einen Drohbrief ein Teil von Hand original verfasst wurde – einen äusserst niedrigen Beweiswert auf. Sie sind unter diesen Umständen nicht geeignet, einen Sachverhalt zu belegen, der sich aus andern Gründen als unglaub- haft herausgestellt hat, wie dies vorliegend der Fall ist. Folglich ist der vor- instanzlichen Argumentation auch in diesem Punkt zuzustimmen, während die Einwände in der Beschwerde nicht zu überzeugen vermögen. Insge- samt ist die Furcht des Beschwerdeführers vor einer Rückkehr in sein Hei- matland flüchtlingsrechtlich nicht begründet. Das SEM hat sein Asylgesuch zu Recht abgewiesen. 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). D-2441/2018 Seite 15 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegensteh en (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren D-2441/2018 Seite 16 keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist dem Beschwerdeführer gestützt auf die vo- rangehenden Erwägungen nicht gelungen. Auch die allgemeine Men- schenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.4.1 In Pakistan herrscht keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt, die zur Annahme führen müsste, jede dorthin zurückkehrend e Person sei mit erheblicher Wahrscheinlichkeit konkret gefährdet. Der Wegweisungs- vollzug ist daher generell zumutbar. 8.4.2 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, sind keine individuellen Vollzugshindernisse gegeben. Der Beschwerdeführer verfügt in seine m Heimatland über ein breites Verwandtschaft - und Beziehungsnetz. Er ist ledig und somit familiär ungebunden. Er besitzt einen weit überdurch- schnittlichen Ausbildungsstand mit Berufserfahrung. Die von ihm geltend gemachte konkrete Verfolgungsgefahr ist nicht gegeben. Die Rückkehr nach Pakistan ist demzufolge zumutbar. Eine vorläufige Aufnahme fällt da- mit ausser Betracht. D-2441/2018 Seite 17 8.4.3 Nach den vorangehenden Erwägungen erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insg esamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. (Dispositiv nächste Seite) D-2441/2018 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: