<!DOCTYPE html> <html> <head> <meta charset="utf-8"/><meta content="Weblaw AG Bern - https://weblaw.ch " name="publisher"/> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Mon, 09 Nov 2020 06:59:10 CET" http-equiv="last-modified"> <meta content="Mon, 09 Nov 2020 06:59:10 CET" http-equiv="date"/> <meta content="AGVE 2019 - Band 7" name="description"/> <title>AGVE 2019 - Band 7</title> </meta></head> <body> <!-- AGVE_PAGE_NR 1 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Steuern und Abgaben</span> <span class="page_no">65</span> </div> <div class="page" id="S65"> <div role="main"> <span class="text"><b>7 </b> <b>Schenkungssteuer </b></span><br/> <span class="text"><b>Privilegierter Steuersatz bei Schenkungssteuer für in Wohngemeinschaft</b></span><br/> <span class="text">Lebende: Voraussetzungen, unter denen eine Wohngemeinschaft ange-</span><br/> <span class="text">nommen werden kann </span><br/> <span class="text">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 1. Mai 2019,</span><br/> <span class="text">in Sachen C. gegen KStA (WBE.2018.378).</span><br/> <br/> <span class="text"><i>Aus den Erwägungen </i></span><br/> <br/> <span class="text">1.</span><br/> <span class="text">1.1.</span><br/> <span class="text">Die Vorinstanz verneinte das Vorliegen einer Wohngemeinschaft</span><br/> <span class="text">im Sinne von § 147 Abs. 2 lit. a StG, weil die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="text">eine 3 Zimmer-Wohnung im ersten Stock links und der Lebens-</span><br/> <span class="text">partner eine 3 Zimmer-Wohnung im Parterre links bewohnen würden</span><br/> <span class="text">und somit zwei eigenständige, voll ausgerüstete Wohnungen mit</span><br/> <span class="text">zwei separaten Eingängen zur Verfügung stünden.</span><br/> <span class="text">1.2.</span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, sie und ihr</span><br/> <span class="text">Lebenspartner bewohnten nicht je eine separate Wohnung, sondern</span><br/> <span class="text">gemeinsam vor allem die Wohnung im ersten Stock. Die Wohnung</span><br/> <span class="text">im Parterre werde aus Platzgründen gemeinsam bspw. für Besuche</span><br/> <span class="text">von Familienangehörigen benutzt. Sie würden gemeinsam in den</span><br/> <span class="text">beiden Wohnungen zusammenwohnen.</span><br/> <span class="text">1.3.</span><br/> <span class="text">Das KStA will demgegenüber, gleich wie die Vorinstanz, den</span><br/> <span class="text">privilegierten Tarif der Klasse 1 nur dann gewähren, wenn eine</span><br/> <span class="text">klassische Wohngemeinschaft vorliegt. Darunter sei eine Gemein-</span><br/> <span class="text">schaft in einer einzigen Wohnung oder in einem Einfamilienhaus zu</span><br/> <span class="text">verstehen. Dabei müsse das Näheverhältnis vollständig ausgeblendet</span><br/> <span class="text">werden, da der Art der Beziehung keinerlei Bedeutung zukomme.</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 2 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">66</span> </div> <div class="page" id="S66"> <div role="main"> <span class="text">2.</span><br/> <span class="text">2.1.</span><br/> <span class="text">Gemäss § 147 Abs. 1 StG, in der vom 1. Januar 2011 bis</span><br/> <span class="text">31. Dezember 2012 geltenden Fassung, wird die Steuer nach dem</span><br/> <span class="text">steuerbaren Betrag des Vermögensanfalls und nach dem Verwandt-</span><br/> <span class="text">schaftsgrad der steuerpflichtigen Person zur erblassenden, schenken-</span><br/> <span class="text">den oder zuwendenden Person berechnet. Für die Verwandtschafts-</span><br/> <span class="text">grade gelten gemäss Abs. 2 folgende Klassen:</span><br/> <span class="text">a) Klasse 1: Eltern, Stiefeltern und Pflegeeltern, sofern das</span><br/> <span class="text">Pflegeverhältnis während mindestens 2 Jahren bestanden hat, sowie</span><br/> <span class="text">Personen, die mit der zuwendenden Person während mindestens 5</span><br/> <span class="text">Jahren in Wohngemeinschaft (gleicher Wohnsitz) gelebt haben;</span><br/> <span class="text">b) Klasse 2: Geschwister und Grosseltern;</span><br/> <span class="text">c) Klasse 3: alle weiteren steuerpflichtigen Personen.</span><br/> <span class="text">Die Steuersätze für die verschiedenen Klassen sind in § 149</span><br/> <span class="text">Abs. 1 StG festgelegt. § 54a Abs. 2 StGV konkretisiert die Wohnge-</span><br/> <span class="text">meinschaft als gemeinsamen Haushalt an gleicher Adresse am</span><br/> <span class="text">gleichen steuerlichen Wohnsitz. Der gemeinsame Haushalt muss bis</span><br/> <span class="text">zum Zeitpunkt des Vermögensanfalls ununterbrochen angedauert</span><br/> <span class="text">haben (§ 54a Abs. 1 StGV). Obwohl die Bestimmung erst am</span><br/> <span class="text">1. Januar 2014 und damit nach der hier umstrittenen Schenkung in</span><br/> <span class="text">Kraft getreten ist, darf diese bei der Auslegung des geltenden Rechts</span><br/> <span class="text">mitberücksichtigt werden. Eine solche Konkretisierung bewirkt keine</span><br/> <span class="text">unzulässige Vorwirkung (vgl. dazu Urteile des Verwaltungsgerichts</span><br/> <span class="text">WBE.2013.524 vom 11. September 2014 E. 2.1 sowie BGE 117 II</span><br/> <span class="text">467 E. 5a).</span><br/> <span class="text">2.2.</span><br/> <span class="text">Daraus hat das Verwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung in</span><br/> <span class="text">einem Erbschaftssteuerfall geschlossen, dass das Erfordernis des ge-</span><br/> <span class="text">meinsamen Haushalts gemäss § 147 Abs. 2 StG i.V.m. § 54a Abs. 2</span><br/> <span class="text">StGV angesichts der vom Gesetzgeber gewollten moralischen Bei-</span><br/> <span class="text">standspflicht ebenfalls als eng zu verstehende Wohngemeinschaft</span><br/> <span class="text">auszulegen ist. Konkret muss danach zum einen ein gemeinsamer</span><br/> <span class="text">Wohnsitz der Betroffenen vorliegen (Urteil des Verwaltungsgerichts</span><br/> <span class="text">WBE.2013.524 vom 11. September 2014 E. 2.3). Darüber hinaus ist</span><br/> <span class="text">erforderlich, dass der Erblasser mit der bedachten Person zwar nicht</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 3 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Steuern und Abgaben</span> <span class="page_no">67</span> </div> <div class="page" id="S67"> <div role="main"> <span class="text">im Konkubinat, aber in Wohngemeinschaft gelebt haben muss. Dabei</span><br/> <span class="text">liegt die Beweislast für das Vorliegen einer solchen Wohngemein-</span><br/> <span class="text">schaft als steuermindernde Tatsache beim Bedachten. Bei der</span><br/> <span class="text">Nutzung von zwei vollständig ausgestatteten Wohnungen ist nicht</span><br/> <span class="text">von einem gemeinsamen Haushalt im Sinne dieser Bestimmung aus-</span><br/> <span class="text">zugehen, da jede Person ihren Alltag völlig autonom in der eigenen</span><br/> <span class="text">Wohnung verbringen kann. Damit erfolgte eine Abgrenzung, die un-</span><br/> <span class="text">abhängig von weiteren Kriterien im Einzelfall für die Frage einer</span><br/> <span class="text">Wohngemeinschaft auf das Merkmal der gemeinsamen Wohnung ab-</span><br/> <span class="text">stellt. Die auf diese Weise vorgenommene Abgrenzung, nämlich dass</span><br/> <span class="text">eine Wohngemeinschaft bei zwei komplett ausgestatteten Woh-</span><br/> <span class="text">nungen auszuschliessen ist, ist vor dem Hintergrund, dass in dieser</span><br/> <span class="text">Situation das Leben jederzeit vollumfänglich auf die eigene Woh-</span><br/> <span class="text">nung beschränkt werden kann, sachlich begründet (Urteil des Ver-</span><br/> <span class="text">waltungsgerichts WBE.2017.74 vom 9. Juni 2017 E. 2.3 und 2.4, be-</span><br/> <span class="text">stätigt durch das Urteil des Bundesgerichts 2C_685/2017 vom</span><br/> <span class="text">6. Februar 2018 E. 4.4.4).</span><br/> <span class="text">2.3.</span><br/> <span class="text">Im Unterschied zu den soeben zitierten Urteilen, wo eine Erb-</span><br/> <span class="text">schaft respektive eine Wohngemeinschaft unter Geschwistern zu be-</span><br/> <span class="text">urteilen war, handelt es sich vorliegend um eine Schenkung zwischen</span><br/> <span class="text">zwei Konkubinatspartnern. Solche nicht verwandtschaftlichen, je-</span><br/> <span class="text">doch unter Umständen einer Ehe ähnlichen Beziehungen sind erst</span><br/> <span class="text">mit Erlass des Steuergesetzes vom 15. November 1998 privilegiert</span><br/> <span class="text">worden und auch dann nur, wenn während fünf Jahren eine Wohn-</span><br/> <span class="text">gemeinschaft bestanden hat. Davor fielen solche Konstellationen in</span><br/> <span class="text">die damals noch existierende Klasse 6 unter die Kategorie alle wei-</span><br/> <span class="text">teren steuerpflichtigen Personen (§ 90 aStG vom 13. Dezember</span><br/> <span class="text">1983). Die Aufnahme von mindestens fünfjährigen Wohngemein-</span><br/> <span class="text">schaften begründete der Gesetzgeber mit der Nähe, welche zwischen</span><br/> <span class="text">den in langjährigen Wohngemeinschaften lebenden Personen ent-</span><br/> <span class="text">stehe (vgl. nichtständige Kommission Nr. 07 Steuergesetz , 23.</span><br/> <span class="text">Sitzung vom 27. November 1997, Votum Dr. U. Hofmann, S. 378).</span><br/> <span class="text">Diese stünden sich oftmals näher als Kinder und Eltern, Stiefeltern</span><br/> <span class="text">und Pflegekinder, welche zu dieser Zeit noch in der ersten respektive</span><br/> <span class="text">zweiten Klasse eingestuft waren. Solche Personen sollten steuerlich</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 4 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">68</span> </div> <div class="page" id="S68"> <div role="main"> <span class="text">honoriert werden, als wären sie Ehepaare (1. Lesung, 47. Sitzung des</span><br/> <span class="text">Grossen Rats vom 5. Mai 1998, Votum M. Kuhn, S. 934).</span><br/> <span class="text">Dabei wurde der Begriff Konkubinat bewusst vermieden, da</span><br/> <span class="text">der Nachweis eines solchen kaum zu erbringen sei. Eine Wohn-</span><br/> <span class="text">gemeinschaft unter gleichem steuerlichen Wohnsitz lässt sich hin-</span><br/> <span class="text">gegen alleine aus den Akten belegen. Die Frist von fünf Jahren soll</span><br/> <span class="text">sicherstellen, dass nur bevorzugt behandelt wird, wer zur zuwenden-</span><br/> <span class="text">den Person ein persönliches Verhältnis hat, welches aufgrund seiner</span><br/> <span class="text">Dauer nicht nur Rechte, sondern auch Beistandspflichten moralischer</span><br/> <span class="text">Art begründet hat. (Botschaft des Regierungsrats vom 21. Mai 1997</span><br/> <span class="text">zur Totalrevision der aargauischen Steuergesetze 97.002968, Bericht</span><br/> <span class="text">und Entwurf zur 1. Beratung, § 146 S. 106). Das KStA wies bereits</span><br/> <span class="text">in seinem Kurzkommentar vom 26. November 1993 zu den Vorent-</span><br/> <span class="text">würfen für das revidierte Steuergesetz in den Ausführungen zu § 90</span><br/> <span class="text">StG darauf hin, dass mit der Vermeidung des Begriffs Konkubinat</span><br/> <span class="text">eine Ausweitung des Kreises der Begünstigten über das Konkubi-</span><br/> <span class="text">natsverhältnis hinaus einhergehe.</span><br/> <span class="text">2.4.</span><br/> <span class="text">In Erbschaftssachen ist die Tatsache, ob der Erblasser mit einer</span><br/> <span class="text">Person während fünf Jahren in Wohngemeinschaft gelebt hat, im</span><br/> <span class="text">Nachhinein oft schwer überprüfbar. In solchen Fällen ist eine Beur-</span><br/> <span class="text">teilung gestützt auf gewisse schematische Abgrenzungen zulässig</span><br/> <span class="text">(Urteil des Bundesgerichts 2C_685/2017 vom 6. Februar 2018</span><br/> <span class="text">E. 4.4.4). Solche Abklärungen zu Wohngemeinschaften bereiten</span><br/> <span class="text">unter Umständen auch in Schenkungssteuerfällen Schwierigkeiten,</span><br/> <span class="text">doch können hier, im Unterschied zu Sachverhalten bei der Erb-</span><br/> <span class="text">schaftssteuer, wo der Erblasser naturgemäss nicht mehr befragt wer-</span><br/> <span class="text">den kann, der Schenker und die Beschenkte Auskunft geben. Der</span><br/> <span class="text">vorliegende Fall gibt daher Anlass, die mit Urteil des Verwaltungs-</span><br/> <span class="text">gerichts WBE.2017.74 vom 9. Juni 2017 E. 2.3 und 2.4 (bestätigt</span><br/> <span class="text">durch das Urteil des Bundesgerichts 2C_658/2017 vom 6. Februar</span><br/> <span class="text">2018 E. 4.4.4) eingeführte Auslegung für die Belange der</span><br/> <span class="text">Schenkungssteuer zu präzisieren.</span><br/> <span class="text">Entgegen der Befürchtung des KStA erweisen sich die Beweis-</span><br/> <span class="text">schwierigkeiten in Schenkungssteuerfällen nicht als unüberwindbar.</span><br/> <span class="text">Infolgedessen ist eine schematische Beurteilung, wie sie in Erb-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 5 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Steuern und Abgaben</span> <span class="page_no">69</span> </div> <div class="page" id="S69"> <div role="main"> <span class="text">schaftsfällen als richtig erscheint, jedenfalls dann nicht gerechtfer-</span><br/> <span class="text">tigt, wenn sich ein wirklich gelebtes gefestigtes Konkubinat in einer</span><br/> <span class="text">Wohngemeinschaft nachweisen lässt. Der Gesetzgeber hat zwar auf</span><br/> <span class="text">die formalen Kriterien einer Wohngemeinschaft bei gleichem steuer-</span><br/> <span class="text">lichem Wohnsitz abgestellt. Aus den Gesetzesmaterialien ergibt sich</span><br/> <span class="text">indessen klar, dass er dadurch in erster Linie Beweisschwierigkeiten</span><br/> <span class="text">vermeiden, nicht jedoch gefestigte Konkubinate, bei denen die Part-</span><br/> <span class="text">ner am gemeinsamen steuerlichen Wohnsitz zusammenleben, allein</span><br/> <span class="text">deswegen, weil sie zwar räumlich eng miteinander verbunden, aber</span><br/> <span class="text">nicht notwendigerweise in einer einzigen Wohnung zusammenleben,</span><br/> <span class="text">von der durch § 147 Abs. 1 StG gewährten Privilegierung ausschlies-</span><br/> <span class="text">sen wollte. Die Beschwerdeführerin ist daher zum Nachweis der</span><br/> <span class="text">Wohngemeinschaft zuzulassen. Grundsätzlich bleibt es aber dabei,</span><br/> <span class="text">dass eine Wohngemeinschaft das Zusammenleben von mindestens</span><br/> <span class="text">zwei Personen in einer Wohnung, respektive in einem Einfamilien-</span><br/> <span class="text">haus erfordert. Verfügen die Bewohner über mehrere Wohnungen,</span><br/> <span class="text">bedarf es für die Annahme einer Wohngemeinschaft einer besonde-</span><br/> <span class="text">ren Begründung durch den Nachweis eines langjährig gelebten Kon-</span><br/> <span class="text">kubinats. Sehr gute nachbarliche Beziehungen in einem Mehrfami-</span><br/> <span class="text">lienhaus fallen nicht unter den Begriff der Wohngemeinschaft</span><br/> <span class="text">(MARTIN IMTHURN, in: MARIANNE KLÖTI-WEBER/DAVE</span><br/> <span class="text">SIEGRIST/DIETER WEBER [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuer-</span><br/> <span class="text">gesetz, 4. Auflage, Muri/Bern 2015, § 147 N 4).</span><br/> <span class="text">3.</span><br/> <span class="text">3.1.</span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeführerin und ihr Lebenspartner führen seit An-</span><br/> <span class="text">fang der neunziger Jahre eine Paarbeziehung und bewohnen seit</span><br/> <span class="text">1998 zwei Wohnungen im Mehrfamilienhaus des Lebenspartners,</span><br/> <span class="text">welches über sechs Wohnungen verfügt. Unbestrittenermassen</span><br/> <span class="text">handelt es sich bei der Lebensform der Beschwerdeführerin und ihres</span><br/> <span class="text">Lebenspartners um ein Konkubinat. Während die Vorinstanz von</span><br/> <span class="text">einer eheähnlichen Beziehung ausgeht, ist das KStA der Ansicht, die</span><br/> <span class="text">Art der Beziehung müsse vollständig ausgeblendet werden. Entgegen</span><br/> <span class="text">dieser Meinung ist die Art der Beziehung jedoch nicht unbedeutend,</span><br/> <span class="text">denn der Gesetzgeber hatte den Begriff des Konkubinats ausschliess-</span><br/> <span class="text">lich wegen Beweisschwierigkeiten vermieden und nicht, weil die</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 6 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">70</span> </div> <div class="page" id="S70"> <div role="main"> <span class="text">Beziehungsebene keine Rolle spielen sollte. Dies zeigt sich auch</span><br/> <span class="text">darin, dass er Beistandspflichten moralischer Art, welche durch ein</span><br/> <span class="text">enges und langjähriges Konkubinat entstehen, privilegieren wollte.</span><br/> <span class="text">Ziel war es denn auch, eheähnliche Lebensweisen steuerlich zu</span><br/> <span class="text">begünstigen (vgl. vorne E. 2.3).</span><br/> <span class="text">3.2.</span><br/> <span class="text">Wie aus der Rechtsprechung zum Ehe- und Scheidungsrecht</span><br/> <span class="text">hervorgeht, wird unter einem gefestigten Konkubinat eine auf</span><br/> <span class="text">längere Zeit, wenn nicht auf Dauer angelegte umfassende Lebensge-</span><br/> <span class="text">meinschaft zweier Personen (...) mit grundsätzlich Ausschliesslich-</span><br/> <span class="text">keitscharakter, die sowohl eine geistig-seelische als auch eine</span><br/> <span class="text">wirtschaftliche Komponente aufweist , verstanden. In diesem Zu-</span><br/> <span class="text">sammenhang ist auch von Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft die</span><br/> <span class="text">Rede. Massgebend sind die gesamten Umstände des Zusammen-</span><br/> <span class="text">lebens. Ein gefestigtes Konkubinat hat zudem zur Folge, dass ein all-</span><br/> <span class="text">fälliger Unterhaltsanspruch gegenüber dem (früheren) Ehepartner</span><br/> <span class="text">entfällt, wenn eine derart enge Beziehung besteht, die ähnliche Vor-</span><br/> <span class="text">teile bietet wie eine Ehe. Entscheidend ist dabei, ob der Unterhalts-</span><br/> <span class="text">berechtigte mit seinem neuen Partner eine so enge Lebensgemein-</span><br/> <span class="text">schaft bildet, dass dieser bereit ist, ihm Beistand und Unterstützung</span><br/> <span class="text">zu leisten, wie es Art. 159 Abs. 3 ZGB von Ehegatten fordert (BGE</span><br/> <span class="text">138 III 97 E. 2.3.3).</span><br/> <span class="text">3.3.</span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeführerin vereinbarte mit ihrem Ex-Mann im</span><br/> <span class="text">Jahre 2004, aufgrund des gelebten Konkubinats auf Unterhalt zu ver-</span><br/> <span class="text">zichten. Bereits geraume Zeit davor, per 1. Dezember 1997, hatte der</span><br/> <span class="text">aktuelle Lebenspartner eine Lebensversicherung über</span><br/> <span class="text">CHF 250'000.00 abgeschlossen und die Beschwerdeführerin als Be-</span><br/> <span class="text">günstigte eingesetzt. Im Jahre 2010 meldete der Lebenspartner die</span><br/> <span class="text">Beschwerdeführerin ausserdem bei seiner Pensionskasse für eine Le-</span><br/> <span class="text">benspartnerrente an. Im Unterschied zum Urteil des Verwaltungs-</span><br/> <span class="text">gerichts WBE.2017.74 vom 9. Juni 2017, in dem es sich um eine</span><br/> <span class="text">Erbschaft zwischen zwei Geschwistern handelte und die gesetzliche</span><br/> <span class="text">Erbfolge zum Zug kam, geht es vorliegend um eine Schenkung von</span><br/> <span class="text">CHF 250'000.00 zwischen zwei Konkubinatspartnern. Eine</span><br/> <span class="text">Schenkung in dieser Grössenordnung zeigt bereits an sich eine er-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 7 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Steuern und Abgaben</span> <span class="page_no">71</span> </div> <div class="page" id="S71"> <div role="main"> <span class="text">hebliche Verbundenheit, wie sie einer Ehe gemeinhin nachgesagt</span><br/> <span class="text">wird. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollten denn auch solche</span><br/> <span class="text">Konkubinatspaare von der privilegierten Besteuerung gemäss der</span><br/> <span class="text">Klasse 1 profitieren können. Jedenfalls zeigen diese Umstände ein-</span><br/> <span class="text">deutig, dass es sich um ein gefestigtes Konkubinat handelt, was</span><br/> <span class="text">durch die gerichtliche Befragung des Beschwerdeführers sowie ihres</span><br/> <span class="text">Konkubinatspartners zur Wohnsituation bestätigt wurde.</span><br/> <span class="text">4.</span><br/> <span class="text">4.1.</span><br/> <span class="text">4.1.1.</span><br/> <span class="text">Befragt zur Wohnsituation führten die Beschwerdeführerin und</span><br/> <span class="text">ihr Lebenspartner aus, dass sämtliche Wohnungen im Mehrfamilien-</span><br/> <span class="text">haus vermietet seien mit Ausnahme der Parterre-Wohnung links,</span><br/> <span class="text">welche zusammen mit der an die Beschwerdeführerin vermieteten</span><br/> <span class="text">Wohnung im ersten Stock als Wohngemeinschaft genutzt werde. Die</span><br/> <span class="text">anfangs verfolgte Absicht, die Parterre-Wohnung links mit jener</span><br/> <span class="text">rechts zu verbinden und damit zu einer gemeinsamen Wohnung um-</span><br/> <span class="text">zubauen, wofür auch Architekten-Pläne ausgearbeitet worden seien,</span><br/> <span class="text">zeigt, dass eine tatsächlich gelebte Nähe zwischen der Beschwerde-</span><br/> <span class="text">führerin und ihrem Lebenspartner bestand (und immer noch besteht)</span><br/> <span class="text">sowie ein Bedürfnis nach einer grösseren, gemeinsamen Wohnung.</span><br/> <span class="text">Aus sozialen Gründen - einer langjährigen Mieterin wollte der Le-</span><br/> <span class="text">benspartner nicht kündigen - wurde das Projekt schliesslich nicht</span><br/> <span class="text">mehr weiterverfolgt. Nach dem Versterben der langjährigen Mieterin</span><br/> <span class="text">wäre zwar grundsätzlich die Gelegenheit zum Verbinden der beiden</span><br/> <span class="text">Wohnungen da gewesen, da jedoch bereits etliche Sanierungsmass-</span><br/> <span class="text">nahmen an der Parterre-Wohnung durchgeführt worden seien, habe</span><br/> <span class="text">man aus ökonomischen Gründen darauf verzichtet. Der Verzicht ist</span><br/> <span class="text">unter diesen Umständen durchaus nachvollziehbar - auch weil der</span><br/> <span class="text">Lebenspartner bei der Befragung glaubhaft ausführte, es mache für</span><br/> <span class="text">ihn keinen Unterschied, ob er nun innerhalb oder ausserhalb der</span><br/> <span class="text">Wohnung in den ersten Stock gelange.</span><br/> <span class="text">4.1.2.</span><br/> <span class="text">Während die Küche im ersten Stock gemeinsam für die Ein-</span><br/> <span class="text">nahme des Frühstücks und des Mittagessens genutzt werde, diene die</span><br/> <span class="text">Küche im Parterre vorwiegend als Abstellplatz für grössere oder sel-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 8 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">72</span> </div> <div class="page" id="S72"> <div role="main"> <span class="text">ten genutzte Küchengeräte sowie als Kochgelegenheit anlässlich von</span><br/> <span class="text">Männerabenden des Lebenspartners. Beim Einzug der Beschwer-</span><br/> <span class="text">deführerin in die vom Lebenspartner vorher allein bewohnte Woh-</span><br/> <span class="text">nung hätten sich die Möbel in dem Sinne vermischt, dass einige der</span><br/> <span class="text">Möbel im ersten Stock geblieben und einige in das Parterre verscho-</span><br/> <span class="text">ben worden seien. Dies und die Tatsache, dass die Kleider auf beide</span><br/> <span class="text">Wohnungen verteilt sind, spricht eher für das gemeinsame Bewohnen</span><br/> <span class="text">beider Wohnungen.</span><br/> <span class="text">Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände - die Be-</span><br/> <span class="text">schwerdeführerin arbeitete bis zur Pensionierung im Jahre 2012 im</span><br/> <span class="text">Unternehmen des Beschwerdeführers, welches sich im selben Ge-</span><br/> <span class="text">bäude wie die beiden Wohnungen befindet - spricht die Inanspruch-</span><br/> <span class="text">nahme der unteren Wohnung als temporärer Rückzugsort für den</span><br/> <span class="text">Lebenspartner während ungefähr einer Stunde pro Tag nicht gegen</span><br/> <span class="text">die Annahme einer Wohngemeinschaft in zwei Wohnungen. Auch in</span><br/> <span class="text">einer grossen Wohnung mit zwei Etagen oder einem Einfamilienhaus</span><br/> <span class="text">kann eine solche räumliche Trennung ohne weiteres ebenfalls statt-</span><br/> <span class="text">finden. Beide Konkubinatspartner verfügen zudem über Schlüssel für</span><br/> <span class="text">beide Wohnungen, wobei die Haustüren die meiste Zeit nicht abge-</span><br/> <span class="text">schlossen seien.</span><br/> <span class="text">4.1.3.</span><br/> <span class="text">Gegen das Bestehen eines gemeinsamen Haushalts spricht der</span><br/> <span class="text">von der Beschwerdeführerin mit dem Lebenspartner abgeschlossene</span><br/> <span class="text">Mietvertrag über die Wohnung im ersten Stock. Anlässlich der Be-</span><br/> <span class="text">fragung erklärten beide unabhängig voneinander, dass dieser zu Ab-</span><br/> <span class="text">sicherungszwecken für die Beschwerdeführerin im Falle eines Vor-</span><br/> <span class="text">versterbens des Lebenspartners erstellt worden sei, was nachvoll-</span><br/> <span class="text">ziehbar erscheint. Eher ungewöhnlich erscheint, dass die Beschwer-</span><br/> <span class="text">deführerin den Mietzins tatsächlich bezahlt. Der Lebenspartner be-</span><br/> <span class="text">zahle im Gegenzug jedoch Einkäufe, Auswärtsessen und Ferien, wo-</span><br/> <span class="text">bei er die Entrichtung des Mietzinses als Beitrag an das gemeinsame</span><br/> <span class="text">Wohnverhältnis erachte. Eine solche Aufteilung der Lebenshaltungs-</span><br/> <span class="text">kosten zwischen Konkubinatspaaren spricht nicht per se gegen ein</span><br/> <span class="text">Vorliegen einer Wohngemeinschaft. Auch das Bestehen von zwei se-</span><br/> <span class="text">paraten Festnetzanschlüssen erscheint zwar eher eigentümlich. Da</span><br/> <span class="text">der Lebenspartner aber nach wie vor beruflich aktiv ist und sein Tele-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 9 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Steuern und Abgaben</span> <span class="page_no">73</span> </div> <div class="page" id="S73"> <div role="main"> <span class="text">fonanschluss auf das Unternehmen lautet, wobei nicht entgegen-</span><br/> <span class="text">genommene Anrufe offenbar in die Büroräumlichkeiten umgeleitet</span><br/> <span class="text">werden, spricht auch dieser Umstand nicht gegen die Annahme einer</span><br/> <span class="text">Wohngemeinschaft. Schliesslich verfügen die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="text">und ihr Lebenspartner mit Ausnahme des Mietzinskontos für eine</span><br/> <span class="text">gemeinsam erworbene Liegenschaft über kein gemeinsames Konto,</span><br/> <span class="text">welches als Indiz für eine Gemeinschaftlichkeit der Mittel für die</span><br/> <span class="text">Haushaltskosten zu werten wäre, doch werden die Haushaltskosten</span><br/> <span class="text">offenbar tatsächlich gemeinsam bestritten. Es existiere weder ein</span><br/> <span class="text">Budget, noch werde Buch geführt, mit Ausnahme betreffend den</span><br/> <span class="text">Wohnraum.</span><br/> <span class="text">Auf die Frage, ob sich die Beschwerdeführerin und ihr Lebens-</span><br/> <span class="text">partner auch das Schlafzimmer teilen würden, machten sie folgende</span><br/> <span class="text">Angaben: Während die Beschwerdeführerin ausführte, dass sie ein</span><br/> <span class="text">schmales Bett in einem Zimmer habe und in der unteren Wohnung</span><br/> <span class="text">ein Doppelbett stehe, wo gemeinsam genächtigt werde, sagte der Le-</span><br/> <span class="text">benspartner aus, dass im ersten Stock ein Eheschlafzimmer bestehe</span><br/> <span class="text">und dort gemeinsam geschlafen werde - im Parterre könne man aber</span><br/> <span class="text">ebenso gemeinsam nächtigen. In besonderen Situationen (Schnar-</span><br/> <span class="text">chen, medizinische Gründe) würden sie separat schlafen - in solchen</span><br/> <span class="text">Fällen packe sie ihre Sachen und gehe hinauf in den ersten Stock.</span><br/> <span class="text">Ungefähr drei Mal in der Woche würden sie beieinander schlafen.</span><br/> <span class="text">Auf nachträgliche schriftliche Aufforderung hin, ihre Ausführungen</span><br/> <span class="text">zu konkretisieren, stellte die Beschwerdeführerin dem Gericht am</span><br/> <span class="text">19. Februar 2019 fotografische Aufnahmen von der Schlafsituation</span><br/> <span class="text">zur Verfügung. Auf diesen Aufnahmen befinden sich ein Einzelbett</span><br/> <span class="text">und ein Bettsofa in je einem Zimmer in der Wohnung im ersten</span><br/> <span class="text">Stock und ein Doppelbett, aufgenommen in einem Zimmer der Par-</span><br/> <span class="text">terre-Wohnung. Die Vertreterin der Beschwerdeführerin wies in die-</span><br/> <span class="text">sem Zusammenhang darauf hin, dass gemäss übereinstimmenden</span><br/> <span class="text">Aussagen der Beschwerdeführerin und des Lebenspartners in beiden</span><br/> <span class="text">Wohnungen gemeinsam geschlafen werden könne. Beide Woh-</span><br/> <span class="text">nungen würden gemeinsam genutzt und es werde regelmässig im</span><br/> <span class="text">selben Bett genächtigt.</span><br/> <span class="text">4.2.</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 10 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">74</span> </div> <div class="page" id="S74"> <div role="main"> <span class="text">Gestützt auf die gerichtliche Befragung ist davon auszugehen,</span><br/> <span class="text">dass die Beschwerdeführerin und ihr Lebenspartner tatsächlich eine</span><br/> <span class="text">Wohngemeinschaft in zwei übereinanderliegenden Wohnungen des-</span><br/> <span class="text">selben Gebäudes führen.</span><br/> <span class="text">Der Begriff Konkubinat wurde im Gesetzgebungsverfahren,</span><br/> <span class="text">wie ausgeführt, bloss deshalb bewusst vermieden, weil der Nachweis</span><br/> <span class="text">eines solchen problematisch ist. Ist aber in einem Schenkungssteuer-</span><br/> <span class="text">fall eine Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft mit einer über 20-</span><br/> <span class="text">jährigen Dauer und entsprechenden moralischen Beistandspflichten</span><br/> <span class="text">nachgewiesen, darf die steuerliche Privilegierung nicht einfach mit</span><br/> <span class="text">dem formalen Kriterium Vorliegen von zwei Wohnungen verwehrt</span><br/> <span class="text">werden, wenn Umstände wie hier gegeben sind (zwei direkt über-</span><br/> <span class="text">einander liegende Wohnungen, gesamte Liegenschaft im Eigentum</span><br/> <span class="text">eines Konkubinatspartners, langjährige Mitarbeit der Beschwerde-</span><br/> <span class="text">führerin im Betrieb des Lebenspartners, Begünstigung der Be-</span><br/> <span class="text">schwerdeführerin durch eine Lebensversicherung auf das Leben des</span><br/> <span class="text">Lebenspartners, Schenkung dieses Versicherungskapitals von</span><br/> <span class="text">CHF 250'000.00 im Erlebensfall, Anmeldung der Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="text">rin für eine Lebenspartnerrente bei der Pensionskasse des Lebens-</span><br/> <span class="text">partners) und ein echtes Konkubinat vorliegt. In einer solchen</span><br/> <span class="text">Konstellation erscheint es gerechtfertigt, vom Erfordernis abzu-</span><br/> <span class="text">weichen, wonach die Wohngemeinschaft in ein und derselben Woh-</span><br/> <span class="text">nung gelebt werden muss.</span><br/> <span class="text">4.3.</span><br/> <span class="text">Entgegen dem KStA liegt im vorliegenden Fall auch keine</span><br/> <span class="text">systemwidrige Öffnung des Begünstigtenkreises vor, handelt es sich</span><br/> <span class="text">doch eben gerade um ein langjähriges Konkubinat, welches der Ge-</span><br/> <span class="text">setzgeber privilegieren wollte. Die vom KStA befürchteten Beweis-</span><br/> <span class="text">schwierigkeiten sprechen auch nicht gegen die Zulassung des Nach-</span><br/> <span class="text">weises einer Wohngemeinschaft in zwei unmittelbar angrenzenden</span><br/> <span class="text">Wohnungen durch die Steuerpflichtigen. Der Beweis für solche</span><br/> <span class="text">steuermindernden Tatsachen obliegt bekanntlich nicht den Steuer-</span><br/> <span class="text">behörden, daher geht die Beweislosigkeit zu Lasten der Steuerpflich-</span><br/> <span class="text">tigen. Die Steuerbehörden werden damit, entgegen der Befürchtung</span><br/> <span class="text">des KStA, nicht wesentlich durch aufwendige und unangenehme</span><br/> <span class="text">Beweisverfahren belastet, dies auch aufgrund der Tatsache, dass eher</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 11 --> <div class="header"> <span class="year">2019</span> <span class="title">Steuern und Abgaben</span> <span class="page_no">75</span> </div> <div class="page" id="S75"> <div role="main"> <span class="text">von einer geringen Anzahl von Schenkungssteuerfällen auszugehen</span><br/> <span class="text">ist, in denen eine tatsächlich gelebte Wohngemeinschaft in zwei un-</span><br/> <span class="text">mittelbar benachbarten Wohnungen behauptet wird. In der Mehrzahl</span><br/> <span class="text">solcher Sachverhaltskonstellationen mit zwei separaten Wohnungen</span><br/> <span class="text">dürfte eben gerade keine vom Gesetz privilegierte Wohngemein-</span><br/> <span class="text">schaft vorliegen.</span><br/> <span class="text"></span><br/> </div> </div> </body> </html>