A bteilung IV D -5428/2007 zom /w id {T 0/2} U rte il v o m 2 8 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter M artin Zoller (Vorsitz), R ichter Thom as W espi, R ichter G érard Scherrer, G erichtsschreiber D aniel W idm er. X._______, geboren _______, G eorgien, _______ vertreten durch Sim on R osenthaler, Advokat, _______ Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 7. August 2007 i.S. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -5428/2007 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer - eigenen Angaben zufolge ein ethnischer G e- orgier aus A._______ - suchte am 14. Juli 2007 in der Schw eiz um Asyl nach. Am 7. August 2007 hätte die Befragung zu seiner Person stattfinden sollen. D a der Beschw erdeführer bei der M eldung des Asylgesuchs keine Ausweispapiere abgab, w urde er schriftlich aufgefordert, solche innert 48 Stunden nachzureichen, verbunden m it der Androhung, im U nter- lassungsfall w erde auf das Asylgesuch nicht eingetreten. D ieser Auf- forderung kam er nicht nach. M it Verfügung des Am tes für M igration _______ vom 23. Juli 2007 w urde der Beschw erdeführer aus dem Kanton _______ ausgegrenzt. B . M it am selben Tag eröffneter Verfügung vom 7. August 2007 trat das BFM gestützt auf A rt. 32 Abs. 2 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht ein und ordnete dessen W egw eisung aus der Schw eiz an, w obei er diese am Tag nach Eintritt der R echtskraft der Verfügung zu verlas- sen habe. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, der Be- schw erdeführer habe anlässlich der geplanten Befragung zur Person ausdrücklich m itgeteilt, er w olle keine Befragung und lege seine Asyl- gründe ohnehin niem andem dar. Trotz m ehrm aligen H inw eises auf die Konsequenzen seines Verhaltens habe er sich gew eigert, an der D urchführung der Befragung zur Person m itzuw irken. D urch dieses Verhalten habe er die D urchführung einer konkreten am tlichen M ass- nahm e im Asylverfahren vereitelt. D adurch habe er seine M itw irkungs- pflicht schuldhaft in grober W eise verletzt und klar zu erkennen gege- ben, dass er an einer Fortsetzung des Asylverfahrens nicht interessiert sei. D aher sei ihm auch das erforderliche R echtsschutzinteresse abzu- sprechen. D er Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . M it Eingabe vom 14. August 2007 beantragte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter unter Kosten- und Entschädigungsfolge, es sei der Entscheid des BFM vom 7. August 2007 aufzuheben, das S eite 2D -5428/2007 Asylgesuch m ateriell zu prüfen und dem Beschw erdeführer in der Schw eiz Asyl zu gew ähren; eventualiter sei der Entscheid aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung des Sachverhalts und zur m ateriellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen; subeventualiter sei die W egw eisungsverfügung aufzuheben und die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers in der Schw eiz anzuord- nen. In prozessualer H insicht w urde der Verzicht auf das Erheben ei- nes Kostenvorschusses sow ie für den Fall des U nterliegens die unent- geltliche R echtspflege und unentgeltliche R echtsverbeiständung im Sinne von A rt. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem - ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) bean- tragt. Zudem w urde eine Frist zur Beschw erdeergänzung beantragt. G leichzeitig w urden ein nicht unterzeichnetes Arztschreiben vom 30. Juli 2007 sow ie ein Foto des Beschw erdeführers in Kopie zu den Ak- ten gereicht. D . M it Zw ischenverfügung vom 20. August 2007 teilte das Bundesverw al- tungsgericht dem Beschw erdeführer m it, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten könne; gleichzeitig verzichtete es auf das Erheben eines Kostenvorschusses, verschob den Entscheid über das G esuch um unentgeltliche R echtspflege auf einen späteren Zeitpunkt, w ies dasjenige um unentgeltliche R echtsverbeiständung ab und stellte die Akten der Vorinstanz zur Vernehm lassung zu. E. M it Vernehm lassung vom 24. August 2007 schloss das BFM auf Ab- w eisung der Beschw erde. Zur Begründung führte es aus, die Be- schw erdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be- w eism ittel, w elche eine Änderung des Standpunkts rechtfertigten. F. Am 11. Septem ber 2007 w urde die Vernehm lassung dem Beschw erde- führer zur Kenntnisnahm e gesandt. G . M it Verfügungen der zuständigen kantonalen Behörde vom 11. Sep- tem ber 2007 w urde der Beschw erdeführer w egen Störens der öffentli- chen O rdnung und Sicherheit aus dem G ebiet des Kantons _______ aus- und auf das G ebiet des Bundesem pfangszentrum s sow ie die um liegende U m gebung eingegrenzt, nachdem er gleichentags durch das Strafgericht _______ w egen m ehrfachen geringen D iebstahls - S eite 3D -5428/2007 begangen am 30. August 2007, 1., 5. und 8. Septem ber 2007 - zu einer G eldstrafe von 14 Tagessätzen zu Fr. 30.-- sow ie zu einer Busse von Fr. 750.-- verurteilt w orden w ar. H . M it Instruktionsverfügung vom 14. Septem ber 2007 w urde dem Be- schw erdeführer Einsicht in das Aktenstück A9/1 des BFM (Aktennotiz vom 7. August 2007) gew ährt und Frist zur Stellungnahm e gesetzt. In A9/1, unterzeichnet vom Befrager und der D olm etscherin, w ird Folgen- des ausgeführt: „D er G S sollte heute zur Person befragt w erden. Be- reits die Securitas hatte M ühe, ihn dazu zu bew egen, sich R ichtung W arteraum zu begeben, w o er zur BzP abgeholt w ird. N achdem dies dann doch 'geschafft' w urde, hat der G esuchsteller ununterbrochen in deutsch gesagt, dass er heute unm öglich eine Befragung durchführen w olle. D ie anw esende D olm etscherin hat er beleidigt, indem er m it ihr kein W ort sprach und aussagte, dass diese sow ieso nicht so gut deutsch spreche w ie er. Ich habe dem G esuchsteller erklärt, dass er zw ar einigerm assen gut deutsch spreche, aber die D olm etscherin bei der BzP im R aum bleibe, dam it es keine Sprach-M issverständnisse gebe und nachgefragt w erden könne, falls etw as nicht verstanden w er- de. D er G esuchsteller hat nicht aufgehört in m eine E rklärungen hinein- zusprechen. Ich habe ihm die Einleitung zur BzP trotzdem gem acht, er w ollte aber nicht zuhören und sagte, dass er keine Befragung w ollte und sow ieso niem andem seine Asylgründe erläutern w ürde. G ründe für sein Verhalten hat er nicht genannt, er sagte nur, dass er noch auf Bew eise w arte. Ich habe den G esuchsteller auf die Konsequenzen sei- nes H andelns aufm erksam gem acht - auch dies w ollte er nicht hören und es fruchtete alles nichts. N achdem ich den G esuchsteller noch m ehrm als gefragt habe, ob w ir nun die BzP durchführen könnten, er dies aber abgelehnt hat, habe ich die BzP abgebrochen und den G e- suchsteller nach hinten geschickt.“ I. In seiner Stellungnahm e vom 24. Septem ber 2007 ergänzte der Be- schw erdeführer die Ausführungen in der Beschw erde. S eite 4D -5428/2007 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesver- w altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach A rt. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in A rt. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw al- tungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 AsylG ; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.3 D er Beschw erdeführer hat das Verfahren vor dem Bundesam t ein- geleitet, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Än- derung. D am it ist er zur Einreichung der Beschw erde legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 Vw VG ). 1.4 D ie Beschw erde w urde innert der gesetzlichen Frist von fünf Ar- beitstagen in gültiger Form eingereicht (A rt. 108a AsylG i.V.m . A rt. 52 Vw VG ). D em zufolge ist - unter Vorbehalt von E. 2 - auf die Beschw erde einzutreten. 2. D ie Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide auf der G rundlage von A rt. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG ist praxisgem äss auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. D ie Beurteilungszuständigkeit ist som it darauf beschränkt, bei Begrün- detheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen S eite 5D -5428/2007 Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.). M ithin ist auf den Antrag betreffend Asylgew ährung nicht einzutreten. D em gegenüber ist die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw al- tungsgerichts im W egw eisungspunkt nicht beschränkt, da sich die Vor- instanz diesbezüglich gem äss A rt. 44 AsylG in Verbindung m it A rt. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N ieder- lassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) auch m ateriell zur Sache zu äussern hatte. 3. 3.1 In der Beschw erde w ird ausgeführt, das BFM habe am 7. August 2007 trotz des sichtbar angeschlagenen G esundheitszustands des Be- schw erdeführers auf einer Befragung bestanden. D azu sei dieser je- doch insbesondere aus psychischen G ründen nicht in der Lage gew e- sen, habe er sich doch einige Tage zuvor in seiner Verzw eiflung selber verletzt (m ultiple Probierschnitte). Im Arztzeugnis vom 30. Juli 2007 w erde eine psychische ängstliche Krise m it m ultiplen Probierschnitten am 27. Juli 2007 und Suizidäusserungen sow ie eine obstruktive Bron- chitis diagnostiziert, w eshalb der Beschw erdeführer einige Tage lang psychiatrisch bei den Externen Psychiatrischen D iensten _______ (EPD ) überw acht w orden sei. Zehn Tage später sei er verständlicherw eise im m er noch krank und der Situation im Em pfangsheim nicht gew achsen gew esen. D eshalb sei aus gesundheitlichen G ründen eine Befragung nicht zum utbar gew esen. Auch heute sei der Beschw erdeführer noch sichtbar angeschlagen und könne seine Leidensgeschichte nur m it M ühe schildern. D iesbezüglich w ird eine Begutachtung bei den EPD betreffend den G esundheitszustand des Beschw erdeführers beziehungsw eise die Frage beantragt, ob und w ann eine Befragung m öglich und zum utbar erscheine. D er Vorw urf, der Beschw erdeführer habe die Teilnahm e an der Befragung schuldhaft verw eigert, gehe fehl. Ein Schuldvorw urf kom m e nur dann in Betracht, w enn der Betroffene überhaupt in der Lage gew esen sei, der behördlichen Aufforderung nachzukom m en und er sich bew usst dagegen gesträubt habe. D ies sei aufgrund der diagnostizierten Angststörung offensichtlich nicht der Fall gew esen. Zudem m üsse der Betroffene auf die Folgen der W eigerung hingew iesen w erden und diese auch verstanden haben. Letzteres w er- de ebenfalls bestritten und w äre vom BFM zu bew eisen. D er Be- schw erdeführer sei durch die Aufforderung, um gehend an einer Befra- S eite 6D -5428/2007 gung teilzunehm en, völlig überrum pelt gew esen. Aufgrund seines G e- sundheitszustands habe er darauf m it einer psychischen Blockade re- agiert, für die er sicher nicht verantw ortlich gem acht w erden könne. Seine W eigerung sei nicht als grundsätzlich zu verstehen. Sobald er psychisch in der Lage sei, w erde er sich ohne W eiteres der geplanten Befragung unterziehen. D as BFM hätte nach ein paar Tagen nochm als einen diesbezüglichen Versuch m achen m üssen, bevor auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten w erde. Eine grobe Verletzung der M itw ir- kungspflicht könnte allenfalls dort erblickt w erden, w o sich jem and fort- gesetzt w eigere, die verlangten Auskünfte zu geben. Auch dies w erde im vorliegenden Fall bestritten. Zudem w urde eine Frist zur Beschw er- deergänzung beantragt, w eil der R echtsvertreter kurzfristig w ährend der laufenden Beschw erdefrist m andatiert w orden und die Beschw er- deerhebung som it ohne hinreichende und einlässliche Instruktion er- folgt sei (vgl. Beschw erde, S. 3-5). 3.2 In der Stellungnahm e vom 24. Septem ber 2007 betreffend die Ak- tennotiz (vgl. A 9/1) w ird ausgeführt, darin w erde bestätigt, dass der Beschw erdeführer w iederholt darauf hingew iesen habe, es sei ihm un- m öglich, am betreffenden Tag eine Befragung durchzuführen. Zudem passe es ins Bild eines psychisch schw er angeschlagenen M enschen, dass er dem Befrager dauernd ins W ort gefallen sei, diesen unterbro- chen und w iederholt habe, dass er die Befragung nicht durchführen w olle. Erstaunlich sei, dass es die zuständigen Betreuungspersonen nicht für angezeigt gehalten hätten, eine m edizinische beziehungsw ei- se psychologische Abklärung durchzuführen, zum al ihnen bereits be- kannt gew esen sei, dass der Beschw erdeführer in einer psychischen Krise stecke, insbesondere Suizidabsichten geäussert und sich in sei- ner Verzw eiflung sogar selbst verletzt habe. D ie Feststellung in der Ak- tennotiz, der Beschw erdeführer habe keine G ründe für sein Verhalten genannt und m an habe ihn auf die Konsequenzen seines H andelns aufm erksam gem acht, sei deshalb völlig verfehlt. Zudem w erde nir- gends festgehalten, w ie spezifisch der Beschw erdeführer auf die Kon- sequenzen der verw eigerten Befragung aufm erksam gem acht w orden sei. Angesichts der gravierenden Folgen m üssten diesbezüglich hohe Anforderungen gelten. D ie tem poräre W eigerung, eine Befragung zur Person durchzuführen, sei vor diesem H intergrund verständlich und entschuldbar (vgl. erw ähnte Stellungnahm e). 4. G em äss A rt. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG w ird auf Asylgesuche nicht einge- S eite 7D -5428/2007 treten, w enn Asylsuchende ihre M itw irkungspflicht schuldhaft auf an- dere W eise als nach A rt. 32 Abs. 2 Bst. a und b AsylG grob verletzen. Eine Verletzung der M itw irkungspflicht ist dann als grob zu bezeich- nen, w enn dadurch die Abklärungen des Falles erheblich erschw ert w erden (vgl. EM AR K 1995 N r. 8). G em äss Praxis der AR K (vgl. EM AR K 2000 N r. 8) setzt das Asylgesetz für einen N ichteintretensent- scheid w egen Verletzung der M itw irkungspflicht keinen Vorsatz voraus. Auf ein Asylgesuch ist som it auch dann nicht einzutreten, w enn der G esuchsteller diese Pflicht in fahrlässiger W eise verletzt hat. D ie M it- w irkungspflicht des G esuchstellers verlangt eine aktive M itarbeit an der Feststellung des Sachverhalts, w ozu insbesondere auch sein Er- scheinen zu den Anhörungen und die Beantw ortung der gestellten Fragen gehört (vgl. A rt. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG ). Folglich stellen das (schuldhafte) N ichterscheinen zu einer Anhörung beziehungsw eise die N ichtbeantw ortung der gestellten Fragen respektive die W eigerung, die geplante Anhörung durchzuführen, grundsätzlich eine grobe Verlet- zung der M itw irkungspflicht dar, da es sich bei der Anhörung um eine w ichtige Voraussetzung zur Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts handelt. 5. 5.1 Vorw eg ist festzuhalten, dass sich vorliegend eine Frist zur Be- schw erdergänzung erübrigt, nachdem dem Beschw erdeführer im N achgang zur Zw ischenverfügung vom 20. August 2007 m it einer Inst- ruktionsverfügung vom 14. Septem ber 2007 zusätzliche Akteneinsicht gew ährt und Frist zur Stellungnahm e gesetzt w urde, w elche durch die fristgerechte Eingabe vom 24. Septem ber 2007 gew ahrt w urde. D er diesbezügliche Verfahrensantrag w ird m ithin abgew iesen. 5.2 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die vom Beschw erdeführer erstm als auf Beschw erdeebene geltend gem achten gesundheitlichen Problem e den Asylbehörden bereits vor der Erstbe- fragung bekannt gew esen w ären. Bezüglich des zu den Akten gereich- ten Arztschreibens vom 30. Juli 2007 fällt zunächst auf, dass dieses nicht von einem Facharzt für Psychiatrie, sondern von einem Arzt für Allgem eine M edizin FM H stam m t, und von diesem nicht unterzeichnet ist. D araus geht hervor, dass die D iagnose einer psychischen K rise m it m ultiplen Probierschnitten und Suizidäusserungen offensichtlich im Zusam m enhang m it einer H aft des Beschw erdeführers vom 1. bis 31. S eite 8D -5428/2007 Juli 2007 in einem U ntersuchungsgefängnis erfolgte, w obei der Patient in der Folge einige Tage durch die EPD psychiatrisch überw acht w orden sei. Im Arztschreiben w ird zusätzlich zur bereits erw ähnten D iagnose N ikotinabusus aufgeführt. W as das Prozedere anbelangt, betrifft dieses offensichtlich einzig die w eitere Versorgung der Probierschnitte. D em gegenüber konnte nach Abschluss der psychiatrischen Ü berw achung diesbezüglich auf allfällige M assnahm en verzichtet w erden beziehungsw eise w ar offensichtlich keine Behandlung angezeigt. N ach der - den Asylbehörden offensichtlich nicht bekannten - psychiatrischen Ü berw achung, w elche am 30. Juli 2007 oder kurze Zeit zuvor abgeschlossen w erden konnte, dem gesam ten Verhalten des Beschw erdeführers im H inblick auf die vorgesehene D urchführung der Erstbefragung (vgl. A9/1) und insbesondere dessen ohne G rundangabe erfolgten Verw eigerung der Befragung bestand für die Asylbehörden kein Anlass zu Abklärungsm assnahm en betreffend dessen G esundheitszustand. Selbst w enn den Asylbehörden der Inhalt des acht Tage vor dem Befragungsterm in verfassten Arztschreibens bekannt gew esen w äre, hätte unter den gegebenen U m ständen - Verhalten des Beschw erdeführers, D iagnose und Abschluss der psychiatrischen Ü berw achung m indestens acht Tage vorher, ohne dass diesbezüglich von ärztlicher Seite w eitere M assnahm en vorgesehen w aren - kein Anlass für eine Abklärung des G esundheitszustands des Beschw erdeführers bestanden, um so w eniger, als dieser für seine Befragungsverw eigerung m it keinem W ort gesundheitliche G ründe geltend m achte. D iesbezüglich ist darauf hinzuw eisen, dass der Beschw erdeführer gem äss A8/2 am 2. August 2007 durchaus in der Lage w ar, gesundheitliche Beschw erden vorzubringen (vgl. Form ular „M eldung m edizinische Fälle“). Sodann konnten die Asylbehörden angesichts der dam aligen Aussage des Beschw erdeführers, er sei ohnehin grundsätzlich nicht gew illt, seine Asylgründe irgendjem andem gegenüber zu erläutern, auf w eitere Befragungsversuche verzichten. Im Ü brigen w urde der Beschw erdeführer von den Asylbehörden auch in korrekter W eise auf die Konsequenzen seines Verhaltens aufm erksam gem acht, w obei es sich von selbst versteht, dass diesbezüglich in der Aktennotiz die N ichteintretensfolge - es ging schliesslich um eine schuldhafte grobe Verletzung der M itw irkungspflicht - nicht explizit dargelegt zu w erden brauchte. Zudem S eite 9D -5428/2007 ist aufgrund der Aktenlage zu schliessen, dass der Beschw erdeführer entgegen den Ausführungen auf Beschw erdeebene grundsätzlich nicht zur Zusam m enarbeit m it den Asylbehörden gew illt w ar, hat er diesen doch die von ihm in Aussicht gestellten Bew eise bisher ohne G rundangabe nicht eingereicht. Sodann w äre von einer tatsächlich verfolgten Person, w elche in der Schw eiz um Schutz nachsucht, nach dem G esagten zu erw arten gew esen, dass sie den schw eizerischen Asylbehörden gegenüber auf deren Ersuchen hin ihre Bereitschaft zur Zusam m enarbeit beziehungsw eise Erfüllung ihrer M itw irkungspflichten signalisieren w ürde. D em gegenüber w urde der Beschw erdeführer nach seiner grundlosen W eigerung, an der Erstbefragung teilzunehm en, entgegen seinen Beteuerungen auf Beschw erdeebene in der Folge m ehrfach deliktisch tätig. N ach dem G esagten erw eist sich der Einw and, die Befragung sei dem Beschw erdeführer aus gesundheitlichen G ründen nicht zum utbar gew esen, als unbegründet. Zudem verm ag der Beschw erdeführer keine diesbezüglichen R echtfertigungsgründe darzutun. U nter diesen U m ständen kann auf eine Begutachtung betreffend den G esundheitszustand des Beschw erdeführers bei den EPD beziehungsw eise die Frage, ob und w ann eine Befragung m öglich und zum utbar erscheine, verzichtet w erden. D er diesbezügliche Bew eisantrag w ird m ithin abgew iesen. 5.3 Zusam m enfassend m uss das erw ähnte Verhalten des Beschw er- deführers im Lichte der erw ähnten R echtsprechung besehen als grobe Verletzung der M itw irkungspflicht qualifiziert w erden. D ie auf Be- schw erdeebene geltend gem achten R echtfertigungsgründe verm ögen dem gegenüber nicht zu einer anderen Betrachtungsw eise zu führen. 5.4 Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass das BFM zu R echt und m it zutreffender Begründung in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Es erübrigt sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erdeschrift und der Stellung- nahm e einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. 6. Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). S eite 10D -5428/2007 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer sol- chen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 8. 8.1 Zulässigkeit, Zum utbarkeit und M öglichkeit des Vollzugs (A rt. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . A rt. 14a AN AG ) sind grundsätzlich von Am tes w e- gen zu prüfen. D iese U ntersuchungspflicht findet jedoch nach Treu und G lauben ihre G renzen an der M itw irkungspflicht der beschw erdefüh- renden Person (A rt. 8 AsylG ), die im Ü brigen auch die Substanziie- rungslast trägt (A rt. 7 AsylG ), und es kann nicht Sache der Asylbehör- den sein, nach allfälligen W egw eisungshindernissen in hypothetischen H erkunftsländern zu forschen. D er Beschw erdeführer hat deshalb die Folgen seiner m angelhaften M itw irkung respektive Verheim lichung seiner w ahren Identität und H er- kunft zu tragen, indem verm utungsw eise davon auszugehen ist, es w ürden einer W egw eisung in den tatsächlichen H eim atstaat keine lan- des- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von A rt. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG entgegenstehen (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 3.2.2. S. 4 f.). Auch können unter den gegebenen U m ständen keine individuellen G ründe geprüft w erden, die der R ückkehr des Beschw erdeführers in den H eim at- oder H erkunftsstaat entgegenstehen könnten. N am entlich ist die Kopie des vom Beschw erdeführer auf Beschw erdebene einge- reichten Fotos bezüglich der von ihm geltend gem achten Verfolgungs- vorbringen nicht aussagekräftig, zum al w eder feststeht, w o dieses auf- genom m en w urde, noch daraus die U rsachen der angeblichen Verlet- zung hervorgehen. M ithin verm ag er daraus nichts zu seinen G unsten abzuleiten. In den Akten deutet auch sonst nichts darauf hin, dass der Beschw erdeführer aus individuellen G ründen w irtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher N atur in eine existenzbedrohende Situation ge- raten w ürde. 8.2 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zu- ständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr not- w endigen R eisedokum ente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), w es- S eite 11D -5428/2007 halb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist (A rt. 14a Abs. 2 AN AG ). 8.3 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zu- m utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anord- nung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Be- schw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten (vgl. A rt. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). N achdem sich die Beschw erde jedoch zum Zeitpunkt ihrer An- hängigm achung - dam als w urden erstm als gesundheitliche Problem e des Beschw erdeführers geltend gem acht, w orüber sich in den Vorak- ten nichts fand - nicht aussichtslos erw iesen hat und von dessen pro- zessualer Bedürftigkeit auszugehen ist, ist das in der R echtsm ittelein- gabe vom 14. August 2007 gestellte G esuch um unentgeltliche R echtspflege (A rt. 65 Abs. 1 Vw VG ) gutzuheissen und auf die Auferle- gung von Verfahrenskosten zu verzichten. (D ispositiv nächste Seite) S eite 12D -5428/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf einzutreten w ar. 2. In G utheissung des G esuches um unentgeltliche R echtspflege (A rt. 65 Abs. 1 Vw VG ) w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Em pfangs- und Verfahrenszentrum _______, m it den Akten (R ef.-N r. N _______; vorab der Telefax) - das _______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M artin Zoller D aniel W idm er Versand: S eite 13