A bteilung V E -6820/2007 {T 0/2} U rte il v o m 1 5 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter M arkus König (Vorsitz), R ichter Jean-D aniel D ubey, R ichter Bruno H uber, G erichtsschreiber R udolf Bindschedler. A ._______, Albanien, _______ Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 1. O ktober 2007 i.S. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -6820/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest und erw ägt: dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge am 3. Juni 2007 seinen H eim atstaat verliess und über angeblich ihm unbekannte Län- der am 7. Juni 2007 illegal in die Schw eiz einreiste, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Kurzbefragung im Em pfangs- und Verfahrens- zentrum Basel vom 15. Juni 2007 sow ie der direkten Bundesanhörung vom 18. Juli 2007 zur Begründung seines Asylgesuchs im W esentli- chen geltend m achte, er stam m e aus einer B._______en Fam ilie, und im Jahre 1994 habe sein Bruder C ._______ anlässlich eines Streits zw ischen B._______ und D ._______ einen D ._______en D orfbew ohner, w elcher M itglied der Fam ilie E._______ gew esen sei, um gebracht, dass dieser Bruder in der Folge zu 16 Jahren H aft verurteilt w orden sei, dass nach jenem Ereignis der Beschw erdeführer m it seiner Fam ilie von F._______ nach Tirana um gezogen sei, dass im Jahre 1995, als er sich einm al nach F._______ begeben habe, G ._______, ein ehem aliger Polizist, auf ihn geschossen habe, dass im Jahre 1997 ein anderes M itglied der Fam ilie E._______ einen Bruder des Beschw erdeführers erschossen habe, dass es in den folgenden Jahre auch zu Tötungsdelikten zum N achteil der Fam ilie E._______ und anderer Fam ilien gekom m en sei, w eshalb auch die Fam ilie des Beschw erdeführers unter Verdacht gestanden sei, dass im Jahre 2001 ein U nbekannter versucht habe, den Beschw erde- führer m it einem Auto zu überfahren, dass der Beschw erdeführer, w elcher in verschiedenen Lokalen von Ti- rana als Leibw ächter gearbeitet habe, im Som m er 2006 eines M orgens gegen vier U hr, als er auf seinem R oller nach H ause gefahren sei, Schüsse gehört habe, die w ahrscheinlich ihm gegolten hätten, dass er aus diesem G rund am 3. Juni 2007 sein Land verlassen habe, S eite 2E -6820/2007 dass er zur Stützung seiner Vorbringen als Bew eism ittel je eine Bestä- tigung der G em einde H ._______ sow ie des Kom itees für N ationale Aussöhnung beim BFM ins R echt legte, dass das BFM m it Verfügung vom 1. O ktober 2007 in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug anordnete, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 8. O ktober 2007 (Post- aufgabe 9. O ktober 2007) gegen diesen Entscheid beim Bundesver- w altungsgericht Beschw erde erhob und dabei sinngem äss die Aufhe- bung der Verfügung des BFM vom 1. O ktober 2007 beantragte, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (A rt. 105 AsylG i.V.m . A rt. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw ei- se Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legiti- m iert ist (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass auf seine frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzu- treten ist (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentschei- de grundsätzlich auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it dar- auf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an S eite 3E -6820/2007 die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass bei dem per 1. Januar 2007 m odifizierten N ichteintretenstatbe- stand von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG , auf w elchen sich die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass das BFM im R ahm en einer sum m arischen Prüfung das offenkundige N ichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von A rt. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von W egw eisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat (vgl. A rt. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG ), w eshalb inso- w eit bei dagegen erhobenen Beschw erden auch die Flüchtlingseigen- schaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVG E 2007/8 E. 2.1), dass in der Frage der W egw eisung und deren Vollzugs die Beurtei- lungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts nicht beschränkt ist, w eil das BFM sich diesbezüglich gem äss A rt. 44 AsylG in Verbin- dung m it A rt. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Auf- enthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) auch m ateriell zur Sache zu äussern hatte, dass das Bundesverw altungsgericht über offensichtlich unbegründete Beschw erden in einem vereinfachten Verfahren entscheidet, und die vorliegende Beschw erde, w ie nachfolgend aufgezeigt, offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w ird und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ), dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben (A rt. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG ), dass diese Bestim m ung jedoch keine Anw endung findet, w enn Asylsu- chende glaubhaft m achen können, sie seien dazu aus entschuldbaren G ründen nicht in der Lage (A rt. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), oder w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf A rt. 3 und 7 AsylG die Flücht- lingseigenschaft festgestellt w ird (A rt. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ), oder w enn sich auf G rund der Anhörung die N otw endigkeit zusätzlicher Ab- klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Voll- zugshindernisses ergibt (A rt. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ), S eite 4E -6820/2007 dass vorliegend die N ichtabgabe von R eisepapieren im Sinne von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches unbestritten ist, dass der Beschw erdeführer zur Begründung seiner Beschw erde ledig- lich vorbringt, er sei zutiefst vom Entscheid des BFM enttäuscht, er sei in die Schw eiz eingereist, w eil sie ein dem okratisches Land sei und die M enschenrechte respektiere, sein Anliegen sei nicht ernst genom m en w orden und im Falle einer R ückkehr sei sein Leben in G efahr, dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer G ründe, die es dem Beschw erdeführer verunm öglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches R eise- oder Identi- tätspapiere einzureichen, zutreffend und m it korrekter Begründung ver- neint hat, w eshalb auf diese verw iesen w ird (vgl. A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 109 Abs. 3 BG G ), dass m ithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu R echt w eder die Flüchtlingseigenschaft festgestellt noch zusätzliche Abklärungen zu deren Feststellung beziehungsw eise derjenigen von W egw eisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat, dass es dem Beschw erdeführer offensichtlich nicht gelingt, den Erw ä- gungen des BFM Stichhaltiges entgegenzusetzen, und zur Verm ei- dung von W iederholungen vorab auch diesbezüglich auf die Begrün- dung der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann (vgl. A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 109 Abs. 3 BG G ), dass die protokollierten Angaben des Beschw erdeführers auch nach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts als unsubstanziiert, w ider- sprüchlich und von einem auffälligen M angel an so genannten R eali- tätskennzeichen geprägt qualifiziert w erden m üssen, dass die beiden eingereichten Bew eism ittel unter W ürdigung der ge- sam ten Akten als G efälligkeitsbescheinigungen zu bezeichnen sind, dass das BFM die Asylvorbringen des Beschw erdeführers dam it zu R echt als unglaubhaft qualifiziert hat, dass das BFM bei der klaren vorliegenden Aktenlage auch keine w ei- teren Abklärungen im Sinne von A rt. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG vorneh- m en m usste, S eite 5E -6820/2007 dass das BFM som it in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist und die Vorbringen in der Beschw erde – sow eit sie sich m it den Erw ä- gungen der Vorinstanz auseinandersetzen – nicht geeignet sind, eine Aufhebung des angefochtenen N ichteintretensentscheides zu bew ir- ken, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzt noch einen Anspruch auf die E rteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Ein- klang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (A rt. 44 Abs. 1 AsylG , A rt. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au- gust 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw ei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Be- stim m ungen des AN AG über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, w eil nach dem oben G esagten keine Anhaltspunkte für eine m enschenrechtsw id- rige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschw erdeführer in seinem H eim at- oder H erkunftsstaat drohen w ürde (A rt. 14a Abs. 3 AN AG ), dass w eder die allgem eine Lage im H eim atland noch individuelle G ründe gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges des Be- schw erdeführers sprechen, dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vor- liegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (A rt. 14a Abs. 2 AN AG ), dass der W egw eisungsvollzug som it als zulässig, zum utbar und m ög- lich im Sinne von A rt. 14a Abs. 2-4 AN AG zu erachten ist, dass es dem nach dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle S eite 6E -6820/2007 oder unangem essen sei (vgl. A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite) S eite 7E -6820/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichts- kasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungs- schein; über die H erausgabe der bei der Vorinstanz eingereichten D okum ente entscheidet das BFM auf Anfrage hin) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - das I._______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus König R udolf Bindschedler Versand: S eite 8