<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2004.00922</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <br/> <font size="4">IV. Kammer</font><br/> <br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichterin Weibel-Fuchs</font><br/> <font size="4">Ersatzrichterin Arnold Gramigna</font><br/> <font size="4">Gerichtssekretär Brügger</font><br/> <br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 16. März 2005</font></b><br/> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Z.___</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Milosav Milovanovic</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beratungsstelle für Ausländer und Steuerpraxis</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Weinbergstrasse 147, 8006 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> <p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Einspracheentscheid vom 16. November 2004 (Urk. 2) auf die Einsprache von Z.___ vom 6. Oktober 2004 (Urk. 15/3) gegen die Verfügung vom 6. September 2004 (Urk. 15/7) nicht eingetreten ist, da ihr Rechtsvertreter es unterlassen habe, die Einsprache innert der angesetzten Frist zu vervollständigen und zu retournieren, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nach Einsicht in die Beschwerde vom 13. Dezember 2004 (Urk. 1), mit welcher der Rechtsvertreter der Versicherten, Milovan Milovanovic, Beratungsstelle für Ausländer, Zürich, die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und sinngemäss die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zum Erlass eines materiell begründeten Einspracheentscheides beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 4. März 2005 (Urk. 14),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Art. 52 ATSG in formeller Hinsicht keinerlei Anforderungen an die Einsprache stellt, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass damit die Bestimmung vergleichbar ist mit der Regelung von altArt. 85 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG), wozu die Rechtsprechung festgehalten hat, dass das Einspracheverfahren so auszugestalten sei, dass der Zugang der versicherten Person erleichtert werde, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass formelle Anforderungen an die Einsprache deshalb nur soweit aufgestellt werden können, als die Durchführung des Einspracheverfahrens von deren Erfüllung zwingend abhängt, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass diese Einfachheit des Verfahrens sich im Übrigen auch deshalb rechtfertigt, weil der Versicherungsträger die Gewährung des rechtlichen Gehörs in das Einspracheverfahren verschieben kann (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 52 Rz 10 mit Hinweisen), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass anders als die Beschwerde an die Gerichtsinstanz, welche Antrag und Begründung voraussetzt (vgl. Art. 61 lit. b ATSG), es bei der Annahme einer Einsprache ausreicht, wenn der Wille feststeht, die erlassene Verfügung nicht zu akzeptieren,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass eine Begründung beigefügt werden kann, es sich dabei aber nicht um eine zwingend zu erfüllende formelle Anforderung handelt (Kieser, a.a.O., Art. 52 Rz 13 mit Hinweisen), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass in der Einsprache vom 6. Oktober 2004 (Urk. 15/3) der Antrag gestellt wird, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente auszurichten, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin damit ihren Willen, die angefochtene Verfügung nicht zu akzeptieren, in eindeutiger Weise dokumentiert hat, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin ihre Einsprache damit begründet hat, dass sie an multiplen Beschwerden leide, weshalb sie nicht in der Lage sei, irgendwelche Arbeiten auszuführen, und beim Psychiater Dr. med. A.___ in ärztlicher Behandlung stehe, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Einsprache äusserst rudimentär begründet ist und der Vertreter der Beschwerdeführerin selbst den Antrag gestellt hat, es seien ihm die Akten der Beschwerdegegnerin zwecks Einsichtnahme und zur näheren Begründung der Einsprache zuzustellen (Urk. 15/3), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin deshalb zu Recht am 8. Oktober 2004 (Urk. 15/4) eine Nachfrist zu Einreichung einer ausführlicheren Begründung angesetzt hat, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sie indessen diese Frist zu Unrecht mit der Androhung verknüpft hat, dass sie bei deren unbenutztem Ablauf nicht auf die Einsprache eintreten werde, da die Eingabe vom 6. Oktober 2004 den Anforderungen an eine Einsprache bereits genügte und die Beschwerdegegnerin entgegen ihrer Ansicht nicht logischerweise davon ausgehen musste, dass die Beschwerdeführerin bei Nichteinhaltung der Nachfrist auf das Rechtsmittel verzichten würde, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin - nachdem die Beschwerdeführerin innert der angesetzten Nachfrist keine zusätzlichen Einwände gegen die Verfügung hatte erheben lassen - sich vielmehr materiell mit der Einsprache der Beschwerdeführerin hätte auseinandersetzen müssen, insbesondere mit der sinngemäss erhobenen Rüge, der medizinische Sachverhalt sei unrichtig abgeklärt worden, da sie aufgrund der vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen könne, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass es auch deshalb geboten erscheint, dass sich die Beschwerdegegnerin nochmals eingehend und sorgfältig mit der Sache der Beschwerdeführerin befasst, weil sie in der Beschwerdeantwort vom 4. März 2005 (Urk. 14) ausführt, sie habe der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. September 2004 eine halbe Invalidenrente zugesprochen, die sich in den Akten befindende Verfügung desselben Datums (Urk. 15/7) einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von lediglich 25 % indessen gänzlich verneint, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass somit in Gutheissung der Beschwerde der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. November 2004 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie auf die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 6. Oktober 2004 eintrete und materiell darüber entscheide, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin ausgangsgemäss Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer]), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert bemisst (§ 34 Abs. 3 GSVGer),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass vorliegend unter Würdigung aller Umstände die Zusprechung einer Prozessentschädigung von Fr. 500.-- (inkl. MWSt und Barauslagen) an die Beschwerdeführerin als angemessen erscheint, </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. November 2004 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen, damit sie auf die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 6. Oktober 2004 eintrete und materiell darüber entscheide.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 500.-- (inkl. MWSt und Barauslagen) zu bezahlen. </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Milosav Milovanovic unter Beilage des Doppels von Urk. 14</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).</font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p></div></body></html>