B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-906/2011 U r t e i l v o m 5. J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richterin Elena Avenati-Carpani, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Deutschland, vertreten durch Advokat Stephan Müller, Procap Schweizeri- scher Invaliden-Verband, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV (Rente). C-906/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am (…) 1952 geborene, verheiratete, deutsche Staatsangehörige X._______ lebt in Deutschland (IV -act. 2.1). Sie arbeitete in den Jahren 1996 bis 2007 mit Grenzgängerstatus als Pflegefachfrau in einer Klinik in der Schweiz und leistete dabei Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IV-act. 3). Am 3. Mai 2007 (Posteingang) meldete sich X._______ bei der IV -Stelle des Ka n- tons Aargau (nachfolgend: IV-Stelle AG) zum Leistungsbezug an. B. B.a Mit Vorbescheid vom 4. März 2010 (IV-act. 75) stellte die IV-Stelle AG X._______ die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. B.b Mit Schreiben vom 14. April 2010 (IV-act. 76) teilte X._______ der IV- Stelle AG mit, sie sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden, da n a- mentlich der Einkommensvergleich nicht korrekt durchgeführt worden und zu Unrecht die gemischte Methode angewandt worden sei. C. Mit Verfügung vom 4. Januar 20 11 (IV-act. 92) sprach die IV -Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) X._______ für die Zeit vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Oktober 2007 eine ganze Rente zu, weitergehend wies sie das Leistungsbegehren ab. Die IVSTA stellte z ur Beurteilung des Gesuchs namentlich auf folgende Unterlagen ab: den Konsultationsbericht (Abschlussuntersuchung) von Dr. med. A._______, Facharzt für Orthopädie, vom 6. September 2007 (IV-act. 28 S. 10), das Gutachten von Dr. med. habil. B._______, Fac h- arzt für Orthopädie und Chirurgie, vom 21. November 2008 (IV -act. 44.5 S. 5), das Gutachten von Dr. med. C._______, Facharzt für Or thopädie bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), vom 30. November 2009 (IV-act. 60 S. 2 ff.) und seine Antworten a uf die Zusatzfragen vom 18. Januar 2010 (IV -act. 71 S. 2 f.) und die Stellungnahme von Dr. med. D._______, Facharzt für Rehabilitation und Rheumatologie, beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 5. Februar 2010 (IV - act. 72). Die Ärzte diagnostizierten b ei X._______ im Wesentlichen eine Imping e- mentsymptomatik beider Schultern bei Zustand nach Rotatorenmanschet-C-906/2011 Seite 3 tenruptur und Riss der langen Bizepssehne rechts mit Zustand nach arthroskopischer Versorgung und Zustand nach Operation einer postop e- rativen Schult ersteife. Ferner wurden ein geringgradiges Lumbal - und Zervikalsyndrom ohne Nervenwurzelreizsymptomatik diagnostiziert. D. Gegen die Verfügung vom 4. Januar 2011 erhob X._______ (nachfol- gend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Advokat Stephan Müller von Procap, mit Eingabe vom 4. Februar 2011 (BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und reichte einen Arztbericht von Dr. med. E._______, Facharzt für Innere Medizin , vom 31. Januar 20 11 ein. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit an die IVSTA zur Durchführung von wei- teren Abklärungen; eventualiter die Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2006; alles unter Kosten - und Entschädigungsfolge zu Lasten der IVSTA. Zur Begründu ng führte sie im Wesentlichen aus, die Vorinstanz sei auf ihre im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens vorg e- brachten Einwände kaum eingegangen, weshalb ihr Anspruch auf rechtl i- ches Gehör verletzt worden sei. In Bezug auf den eingereichten Arztb e- richt führte sie aus, daraus ergäben sich Anhaltspunkt e für das Vorliegen einer psychischen Erkrankung. Die IVSTA habe ihren Entscheid lediglich mit Blick auf die orthopädischen Beschwerden gefällt, weshalb der Sac h- verhalt ungenügend abgeklärt worden sei ; auch dies spre che für eine Rückweisung zur weiteren Abklärung. E. E.a Mit Eingabe vom 9. März 2011 (BVGer-act. 3) reichte die Beschwe r- deführerin das ausgefüllte Gesuchsformular betreffend unentgeltliche Rechtspflege und entsprechende Belege ein. E.b Mit Zwischenverfügung vom 14. März 2011 (BVGer -act. 4) wies der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab und forderte die Beschwerdeführerin auf, einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- zu bezahlen. E.c Am 21. März 2011 ist der einverlangte Kostenvorschuss beim Bu n- desverwaltungsgericht eingegangen (BVGer-act. 6). F. Mit Eingabe vom 10. Mai 2011 (BVGer -act. 8) änderte die Beschwerde- führerin ihre Rechtsbegehren und führte aus, im Eventualantrag beantr a-C-906/2011 Seite 4 ge sie die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2006 und mit Wirkung ab 1. November 2007 noch eine halbe Rente. G. Mit Vernehmlassung vom 25. Mai 2011 (BVGer -act. 10) beantragte die IVSTA unter Verweis auf die beigelegte undatierte Stellungnahme die Ab- weisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf die Ausführungen in der Verfügung und hielt zudem fest, ihrer Ansicht nach, habe sie sich mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin ause i- nandergesetzt, weshalb deren Anspruch auf rechtliches Gehör nicht ve r- letzt sei. H. Mit Replik vom 6. Juni 2011 (BVGer-act. 12) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. I. Mit Eingabe vom 17. Juni 2011 (BVGer-act. 14) reichte die Beschwerd e- führerin ein Gutachten von Dr. med. F._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, vom 28. März 2011 so wie den Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung vom 27. April 2011 ein. J. Mit Duplik vom 8. Juli 2011 (BVGer-act. 16) hielt die IVSTA unter Verweis auf die Stellungnahme der IV -Stelle AG vom 28. Juni 2011 an ihrem A n- trag fest. K. Auf die weiteren Vorb ringen der Parteien sowie die eingereichten B e- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. C-906/2011 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesv erwal- tungsgericht vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden v on Personen im Aus land g e- gen Verfügungen der IV -Stelle für Versicherte im Aus land. Eine Ausnah- me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver- fahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in sozialversich e- rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bunde s- gesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allg emeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich ger e- gelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze e s vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die B e- stimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine A b- weichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen inte r- temporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anders- lautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und auch der Kostenvo r- schuss innert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. 2.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige, so dass vo r- liegend das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Sch weize-C-906/2011 Seite 6 rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein - schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend Koordinie- rung der Systeme der sozialen Sicherheit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur An wendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständi ge sowie deren Familienangehörige, die i n- nerhalb der Ge meinschaft zu- und abwandern (Verordnung Nr. 1408/71, AS 2004 121, AS 2008 4219 und AS 2009 4831), haben die in den pe r- sönlichen Anwendungsbereich der Verordnung fallenden, in einem Mi t- gliedstaat wohnenden Per sonen aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats grundsätz lich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Noch nicht zu beachten sind vorliegend die am 1. April 2012 für die Schweiz anwendbar gewordenen neuen EU -Verordnungen (insb. Verord- nung [EG] Nr. 883/2004 und Verordnung [EG] Nr. 987/2009). 2.2 Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage an - wendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens – unter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit sowie der Ef- fektivität – sowie die Prüfung der Anspruchsvoraus setzungen einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich nach der in nerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vor- liegend der Anspruch de r Beschwerdeführerin ausschliesslich nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht, insbesondere nach dem IVG, der Ver ordnung über die Invali denversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201), dem ATSG sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11). Gemäss Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger e i- nes Mitgliedstaates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines An- tragstellers für den Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgele g- ten Tatbestandsmerkmale der Invalidität in An hang V dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind, was für das Verh ältnis zwischen Deutschland und der Schweiz (ebenso wie das Ver hältnis zwischen den übrigen EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz) nicht der Fall ist. Ge mäss Art. 40 der Verordnung Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die C-906/2011 Seite 7 Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (Verordnung Nr. 574/72, SR 0.831.109.268.11) hat der Träger eines Mitgliedstaates aber bei der Bemes sung des Invaliditätsgrades die von den Trägern der an deren Staaten er haltenen ärzt lichen Unterlagen und Berichte sowie Auskünfte der Verwaltung zu berück sichtigen, soweit sie rechts genüglich ins Ver fahren ein gebracht wer den (vgl. Art. 32 VwVG). Jeder Träger behält jedoch die Mög lichkeit, die an tragstellende Person durch einen Arzt oder eine Ärztin seiner Wahl untersuchen zu las- sen. Eine Pflicht zur Durchführung einer sol chen Un tersuchung besteht allerdings nicht. 2.3 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 4. Januar 2011) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 2.4 In materiell -rechtlicher Hinsicht ist auf jene Be stimmungen des IVG und der IVV respektive des ATSG und der ATSV abzustellen, die für die Beurteilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft standen. D a vorliegend die Anmeldung zum Leistungsbezug am 3. Mai 2007 eingereicht worden ist und in casu der Leistungsanspruch ab 1. Juli 2006 strittig ist, finden im vorliegenden Verfahren demnach die Vorschri f- ten Anwendung, die seit dem Jahr 2006 Geltung hatten. Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV-Revision Änderungen des IVG und and e- rer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege lungen – grundsätz- lich diejenigen Rechtssätze massge bend sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_419/2009 vom 3. November 2009), ist der Leistungsanspruch für die Zeit bis zu m 31. Dezember 2007 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (BGE 130 V 445; das heisst das IVG ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IV-Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision]; die IVV in den entsprechenden Fassungen der 4. und 5. IV-Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]). C-906/2011 Seite 8 Die 5. IV-Revision brachte für die Invaliditätsbemessung keine sub - stanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage, so dass die zur altrechtlichen Regelung erga n- gene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (vgl. Urteil des BGer 8C_373/2008 vom 28. August 2008 E. 2.1). Neu normiert wurde dagegen die minimale Beitragsdauer, welche von einem Jahr auf drei Jahre erhöht wurde (Art. 36 Abs. 1 IVG [in der Fassung der 5. IV-Revision, AS 2007 5129]) und der Zeitpunkt des Renten beginns, der – sofern die entsprechenden Anspruchsvoraus setzungen gegeben sind – gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung der 5. IV-Revision) frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsan spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Hat das Wartejahr aller dings vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begonnen und wurde die An meldung bis sp ätestens am 31. Dezember 2008 eingereicht, so gilt das alte Recht (vgl. auch Run d- schreiben Nr. 253 des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] vom 12. Dezember 2007 [5. IV-Revision und Intertemporalrecht] und Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVG er] C -5509/2008 vom 2. September 2010 E. 2.2). Im Fol genden wird – ohne anderslautende Hin weise – jeweils auf die Fassung der 5. IV-Revision Bezug ge nommen. Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Mas s- nahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 2.5 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde - verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss - brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA angesichts der bei der IV-Stelle AG ein- gereichten Anmeldung zum Rentenbezug und d ie durch jene durchg e- führten Abklärungen die zuständige Verfügungsbehörde war. 3.1 Zuständig ist in der Regel die IV -Stelle in deren Kantonsgebiet der Versicherte im Zeitpunkt der Anmeldung seinen Wohnsitz hat. Der Bu n- desrat ordnet die Zuständigkeit in Sonderf ällen (Art. 55 Abs. 1 IVG und Art. 40 Abs. 1 lit. a IVV). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen von Grenzgängern ist die IV -Stelle, in deren Tätigkeitsg e-C-906/2011 Seite 9 biet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesun d- heitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV -Stelle für Versicherte im Auslan d erlas- sen (Art. 40 Abs. 2 IVV). 3.2 Die Beschwerdeführerin war Grenzgängerin und hatte ihre letzte A r- beitsstelle im Kanton Aargau; sie wohnt zudem noch im benachbarten Grenzgebiet. Sie hat sich somit zu Recht bei der IV -Stelle AG zum Lei s- tungsbezug angemeldet . Der Erlass der Verfügung durch die IVSTA ist gemäss obenstehenden Ausführungen nicht zu beanstanden. 4. 4.1 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin die gemäss seit der 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Regelung geltende dreijährige Mindestbeitrag s- zeit aufgrund der zwischen 1996 und 2007 geleisteten Beiträge zweifellos erfüllt. Ob die Wartefrist noch vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann und daher noch das alte Recht anzuwenden ist, wird gegebenenfalls nach der Würdigung der medizinischen Akten zu prüfen sein. 4.2 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mi n- destens 40 Prozent invalid sind, bei ei nem Invaliditätsgrad von min - destens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mi n- destens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Pro- zent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG [4. IV-Revision] respektive Art. 28 Abs. 2 IVG [5. IV-Revision]). Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Prozent entspr e- chen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und g e- wöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine ab weichende Regelung vorsehen, was für Staaten der EU der Fall ist. 4.3 Der Rentenanspruch nach Artikel 28 entsteht nach den Vor schriften der 4. IV-Revision frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Ver sicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG [4. IV-Revision, AS 2003 3837]) oder während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG [4. IV-Revision]). Nach den Bestimmungen der 5. IV-Revision haben A n-C-906/2011 Seite 10 spruch auf eine Rente Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fä- higkeit, sich im Auf gabenbereich zu be tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durc h- schnittlich min destens 40% ar beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. a bis c IVG [5. IV-Revision]). 4.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In- validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburts gebrechen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geist igen Gesundheit ver- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein gliederung verble i- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträc htigung der körperli chen, geistigen oder psych i- schen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgaben bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä tigkeit in einem anderen Beru f oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel len h aben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we l- chem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Ver- sicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen A uskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistu n- gen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 4.6 Vor der Berechnung des Invali ditätsgrades muss jeweils beurteilt werden, ob die versicherte Person als (teil -)erwerbstätig oder nichter - werbstätig einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzu - wendende Methode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine M e- thode des Einko mmensvergleichs, gemischte Methode, spezifische M e- thode des Betätigungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG). C-906/2011 Seite 11 4.6.1 Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unver - änderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. So sind insbesondere bei im Haushalt tätigen Versi cherten die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver hältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs - und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflic hen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die pe r- sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil -)Er- werbstätigkeit der im Sozialversi cherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.6.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Artikel 16 ATSG darauf abgestellt, i n welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. 4.7 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs - und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigu ng. Danach ha ben Versiche- rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie um fassend und pflicht gemäss zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, una b- hängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu en t- scheiden hat, ob die verfügbaren Unter lagen eine zuverlässige Beurte i- lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden me dizinischen Be richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis material zu würdigen und die Grü n- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin i- sche These abstellt. 4.7.1 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei lung der me- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der E x- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grun d-C-906/2011 Seite 12 sätzlich somit weder die Herkunft des Be weismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vere inbar, Richtlinien für die Beweis würdigung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut achten auf- zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund ein gehender Beobach tungen und Untersuchungen s o- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdi- gung volle Beweiskraft zuzuerken nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Experti se sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Be richte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund der en auf tragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti zierenden Hausarzt wie auch für den be - handelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 4.7.2 Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt B e- weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be - gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind u nd keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der be fragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangen heit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss trauen in die Un- parteilichkeit der Beurteilung objektiv als be gründet erscheinen las sen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 4.7.3 Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt eines Versicherte n sind – analog zur vorerwähnten Recht sprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizie r- ten Person verfasst wird, die Kenntnis von den ört lichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich erg e- benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die A n-C-906/2011 Seite 13 gaben der versicherten Person zu berücksichti gen, wobei divergie rende Meinungen der Betei ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichts text muss schliesslich plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüg- lich der einzel nen Ein schränkungen sein sowie in Über einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (in BGE 134 V 9 [Urteil des BGer I 246/05 vom 30. Oktober 2007] nicht publi zierte E. 5.2 mit Hinweisen). Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsb e- richt enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Hau s- halt massgebend, sondern gelten analog für den Teil des Abklärungsb e- richts, der den mutmassli chen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im G e- sundheitsfall betrif ft (vgl. Urteil des BGer I 236/2006vom 19. Juni 2006 E. 3.2 mit Hinweisen). Auch wenn bei den im Ausland wohnenden Versicherten mangels ge - eigneten Abklärungspersonen keine Haushalt abklärung (im Sinne ei ner Abklärung an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs . 2 IVV) durchge führt werden kann, muss die Beur teilung einer Beeinträch tigung im Haushalt nach analogen Grund sätzen erfolgen (vgl. Urteile des Bundes verwal- tungsgerichts C -4781/2008 vom 28. Juni 2010 E. 4.2 und C -5131/2007 vom 16. März 2009 E. 4.2.5). Ob eine solche Abklärung dann im einze l- nen Fall genügt, ist anhand der konkreten Verhältnisse zu entscheiden. 4.8 Aufgrund des im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist sodann ein dauernd in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkter Versicherter gehalten, innert nütz- licher Frist Arbeit im angestammten oder einem anderen Berufs - oder Er- werbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie noch mög lich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 22 E. 4a, 111 V 235 E. 2a). Desh alb ist es am behandelnden Arzt beziehungsweise am Vertrau ensarzt der IV - Stelle zu entscheiden, in welchem Ausmass ein Versi cherter seine ve r- bliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Ei n- satz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein setzen kann. Diese A r- beitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrech nen zu lassen, wobei es unerheblich ist, ob er seine Restarbeitsfähigkeit tatsächlich verwertet oder nicht. Ebenso ist der Versicherte gehalten, im Rahmen des Möglichen und Z u- mutbaren Verfahrensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen sei- ner Behinderung im hauswirtschaftlichen Aufgabenbereich re duzieren C-906/2011 Seite 14 und ihm eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi gung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann er wegen seiner Be hinderung g e- wisse dieser Arbeiten nur noch mühsam und mit viel hö herem Zeitau f- wand erledigen, so muss er in erster Linie seine Ar beit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö rigen in Anspruch ne h- men. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haus halt tätigen Pers o- nen nur insoweit angenommen werden, als die Auf gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittperso nen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, de nen dadurch nachgewiesene r- massen eine Erwe rbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige B e- lastung entsteht. Die im Rahmen der Inva liditätsbemessung bei einer im Haushalt tätigen Person zu berücksich tigende Mithilfe von Familienang e- hörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung übl icher- weise zu erwartende Unterstüt zung (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hi n- weisen). 5. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA das Leistungsbegehren der B e- schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 5.1 Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, die Vorin- stanz habe ihre Abklärungs - und Begründungspflicht verletzt, indem sie weder auf die Einwände der Beschwerdeführerin in Bezug auf eine Täti g- keit als medizinische Praxisassistentin noch auf die Ausführungen betre f- fend Beschäftigungsgrad respektive Tätigke it im Aufgabenbereich eing e- gangen sei. Ferner habe die Vorinstanz zu Unrecht ausser Acht gelassen, dass bei ihr nicht nur physische sondern auch psychische Probleme vo r- lägen, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. 5.2 Die Vorinstanz führte aus, sie habe sich mit den Einwänden der B e- schwerdeführerin im Vorbescheidsverfahren auseinandergesetzt; es liege keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Ferner führte die Vorinstanz aus, bei der Bestimmung des Invalideneinkommens habe man zu Recht nicht auf das Niveau 4 der Lohnstrukturerhebung abgestellt, da die B e- schwerdeführerin durchaus in der Lage sei, qualifizierte Arbeiten zu ve r- richten, zumal sie das Abitur sowie eine Ausbildung als Pflegefachfrau habe und deshalb ohne Weiteres als medizinische Praxi sassistentin ar- beiten könne, was sie im Übrigen mit den beiden Anstellungen auch b e- wiesen habe. C-906/2011 Seite 15 5.3 5.3.1 Dem Abschlussbericht von Dr. med. A._______, Facharzt für Ortho- pädie an der G._______-Klinik, vom 6. September 2007 ist zu entne h- men, dass der Zustand der Be schwerdeführerin seit dem 19. April 2007 unverändert sei und wohl auch langfristig die Kraft für Tätigkeiten mit dem rechten Arm deutlich eingeschränkt sei. 5.3.2 Dr. med. habil. B._______, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie, attestierte der Beschwerdeführerin in seinem Gutachten vom 21. November 2008 eine Impingementsymptomatik beider Schultern, rechts stärker als links, bei Zustand nach Rotatorenmanschettenteilruptur und Riss der lange n Bizepssehne rechts mit Zustand nach arthroskop i- scher Versorgung sowie Zustand nach Operation einer postoperativen Schultersteife und ein geringgradiges Zervikal- und Lumbalsyndrom ohne Nervenwurzelreizsymptomatik bei das Altersübliche nicht übersteigende n degenerativen Wirbelsäulenveränderungen. Der Gutachter erachtete die Beschwerdeführerin aufgrund der diagnostizierten Defizite als zu 100% arbeitsunfähig für ihre bisherige Tätigkeit als Pflegefachfrau; in einer leichten Verweistätigkeit erachtete er sie hingegen für ein Pensum von mindestens 6 Stunden pro Tag als arbeitsfähig. 5.3.3 Dr. med. C._______, Facharzt für Orthopädie an der asim stellte im Gutachten vom 30. November 2009 folgende Diagnosen: 1) eine hintere paralabrale Zyste unterhalb des Muskelbauches des M. supraspinatus gelegen und eine ansatznahe Partialruptur der Supraspinatussehne selbst auf dem Boden einer Ansatztendinopathie Schulter links, 2) ein Status nach massiver, postoperativer, posttraumatischer Frozen shoulder rechts bei Status nach arthroskopischer Rotatorenmanschetten- und Lim- busrefixation, AC-Gelenksarthrose, nicht transmuraler Reruptur der Rot a- torenmanschette Schulter rechts, 3) Status nach Arthroskopie, Arthrolyse, zirkulärer Kapsulotomie, Synovialektomie, subacromialem Debrideme nt, Acromioplastik, AC-Gelenksresektion Schulter rechts und 4) Zervikalgie, Brachialgie, Lumbalgie, Leistenschmerz Hüfte rechts, Trizeps surae - Beschwerden Unterschenkel beidseits. Aufgrund der gestellten Diagn o- sen erachtete er die Beschwerdeführerin als zu 100% arbeitsunfähig in ihrem bisherigen Beruf als Pflegefachfrau. In einer Tätigkeit als Praxisa s- sistentin in einer gynäkologischen Praxis erachtete er die Beschwerd e- führerin als zu 75% arbeitsfähig, sofern sie keine Lasten von über 5kg Heben oder Tragen müsse und keine Arbeiten "über Kopf" ausgeführt werden müssen. C-906/2011 Seite 16 5.3.4 Dr. med. D._______, Facharzt für Rehabilitation und Rheumatologie beim RAD, vom 5. Februar 2010 beziffert die Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin auf grund der festgestellt en unfall - und kra nkheitsbe- dingten Leiden für leichte Tätigkeiten auf lediglich 50%, da die im Gutach- ten attestierte Arbeitsfähigkeit in der Gesamtbetrachtung weiter zu red u- zieren sei. 5.3.5 Dr. med. E._______, Facharzt für Innere Medizin, attestierte der Beschwerdeführerin in seinem Zeugnis vom 31. Januar 2011 eine schwe- re Depression/posttraumatische Belastungsstörung, da jene in der Kin d- heit sexuell missbraucht worden sei. Aufgrund dessen sei die Beschwe r- deführerin für Tätigkeiten von über 3 Stunden pro Tag nicht mehr arbeits- fähig. 5.3.6 Dem Gutachten von Dr. med. F._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, vom 28. März 2011 ist zu entnehmen, dass bei der B e- schwerdeführerin im Wesentlichen ein Versagenszustand auf dem Boden einer posttraumatischen Belastungsstörung mit depressi ven Anteilen, im Wesentlichen jedoch mit einer starken "fluchtartigen" Somatisierung vor- liege. Der Gutachter empfahl deshalb, die Beschwerdeführerin "auf Dauer und voll erwerbsunfähig zu berenten ", da eine Tätigkeit lediglich noch im Umfang von unter 3 Stunden täglich ausgeübt werden könne. 5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl physische als auch psychische Probleme festgestellt wurden, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Die IVSTA stützte sich bei ihrem Entscheid ausschliesslich auf ärztliche Berichte aus den Fachric h- tungen Orthopädie, Rehabilitation und Rheumatologie; psychiatrische Gutachten wurden nicht berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin reichte im Verlauf des Beschwerdeverfahrens schliesslich Bericht e ein, die sich zu ihrem psychischen Gesundheitszustand äusserten. Insbesondere dem Gutachten von Dr. med. F._______, Facharzt für Neurologie und Psych i- atrie, vom 28. März 2011 ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdefüh- rerin schon seit längerer Zeit psychische Probleme bestünden. Aber auch das orthopädische Fachgutachten von Dr. med. C._______ vom 30. November 2009 enthielt bereits Hinweise darauf, dass die Beschwe r- deführerin psychisch belastet sei. Aufgrund der vorstehend genannten Berichte ist es allerdings kaum möglich, den Einfluss der psychischen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen, da sich die Är z- te entweder nicht zu den konkreten Auswirkungen äussern und nur pau- schale Aussagen machen (vgl. Dr. med. E._______) oder ohne we itere C-906/2011 Seite 17 Begründung eine "volle Berentung" vorschlagen (vgl. Dr. med. F._______). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ist zudem festzu- halten, dass beim Zusammentreffen verschiedener Gesundheitsbeei n- trächtigungen – wie vorliegend orthopädischer und psychischer L eiden – der Grad der Arbeitsunfähigkeit respektive die Einschränkung im Aufg a- benbereich im massgebenden Zeitraum jeweils aufgrund einer sämtliche Behinderungen umfassenden fachärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist, da sich die jeweiligen Beeinträch tigungen gegenseitig be- einflussen und eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funkt i- onsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgr a- de nicht zulässig ist (vgl. Urteil des BGer I 850/02 vom 3. März 2003 E. 6.4.1 mit weiteren Hinw eisen). Als Ergebnis ist somit festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Unterlagen die Einschränkung der A r- beitsfähigkeit und im Aufgabenbereich nicht zuverlässig ermittelt werden kann. 5.5 Da die vorliegenden medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben, wäre es Sache der Vorinstanz gewesen, ein gemäss den Anforderungen des Bundesgerichts entspr e- chendes Gutachten einzuholen. Die Vorinstanz hat somit den Sachverhalt mangelhaft ermittelt (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache selbst und weist diese nur ausnahmsweise zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurück. Ist jedoch eine entscheid - wesentliche Frage im Verwaltungsverfahren vo llständig ungeklärt gebli e- ben, kann das Gericht von der Einholung eines Gerichtsgutachtens abs e- hen und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Vorliegend wurden die Fragen der Schwere der geltend gemachten G e- sundheitseinschränkungen, insbesondere des psychiatrischen Leidens, nicht geklärt. In der Folge fehlt eine verwertbare fachärztliche Gesam t- sicht dazu, in welcher Weise die verschiedenen Krankheitsbilder der B e- schwerdeführerin interagieren beziehungsweise wie sie sich in ih rer Ge- samtheit auf ihre Leistungsfähigkeit auswirken. Deshalb fällt hier die E r- stellung eines Gerichtsgutachtens ausser Betracht und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist anzuordnen. Diese hat unter Berücksic h- tigung der zu vervollständigenden Akt enlage eine sachgerechte polydi s- ziplinäre Begutachtung einzuholen, welche zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin Stellung nimmt und beurteilt, inwiefern sie in einer C-906/2011 Seite 18 Verweistätigkeit und im Haushalt eingeschränkt ist. Anschliessend hat die Vorinstanz den IV -Grad der Beschwerdeführerin zu ermitteln und neu über deren Leistungsanspruch zu verfügen. Ob die Vorinstanz auch ihre Begründungspflicht verletzt hat und die Verfügung – wie die Beschwerde- führerin geltend machte – bereits aus diesem Grund hätte a ufgehoben werden müssen, kann mit Blick auf dieses Ergebnis offengelassen wer- den. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt hat. Die Beschwerde ist somit in diesem Sinne antragsgemäss gutzuheissen, die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2011 ist aufzuheben und die Sache ist zur Abklärung im Sinne der Erw ä- gungen an die IVSTA zurückzuweisen. 6. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 6.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6). Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin somit ke i- ne Kosten aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist ihr nach Eintritt der Recht s- kraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG eben- falls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 6.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschäd i- gung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendi- ge Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Beschwerdeführerin war im vorliegenden Verfahren berufsmässig vertreten, weshalb ihr zu Lasten der unterliegenden Vorinstanz eine Parteientschädigung zuzusprechen C-906/2011 Seite 19 ist. Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'500.-- festzulegen. Der unterliegenden Vorinstanz ist keine Parteientschädigung zuzuspr e- chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). C-906/2011 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2011 aufgehoben und die Sache an die Vori n- stanz zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägung 5.4 f. den Sachverhalt neu abklärt und über den Rentenanspruch erneut verf ü- ge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben . Der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin nach Ein- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der IVSTA eine Parteientschäd i- gung in der Höhe von Fr. 2'500.-- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Za hl- adresse) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis C-906/2011 Seite 21 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: