Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. April 2013 (720 12 152 / 71) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; Rückweisung zur weiteren Abklärung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Markus Mat tle, Kantonsrichte- rin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Martina Freivogel Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Advo- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1958 geborene A.____ war bei der B.____ AG i n C.____ im Bürobereich tätig, bis ihre Anstellung aus gesundheitlichen Gründen per Januar 1991 durch die Arbeitgeberin aufgelöst wurde. Ab 1. Januar 1991 bezog A.____ gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % (Einkommensvergleich nach der allgemeinen Bemessungsmethod e) eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Juni 2010 leitete die IV-Stelle Basel-Landschaft ( IV-Stelle) von Amtes wegen eine Überprü- fung des laufenden Rentenanspruchs der Versicherten ein. Aufgrund ihrer Abklärungen gelang- te sie zur Auffassung, dass sich der Gesundheitszustand vo n A.____ verbessert habe. Der vor- zunehmende Einkommensvergleich ergebe lediglich noch ein en Invaliditätsgrad von 36 %, wo- mit der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicheru ng entfalle. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sowie einer beruflichen Abklärung i m D.___ Spital hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente der Versicherten mit Verfügung vom 28. März 2012 per 1. Mai 2012 auf. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokatin Monica Armesto namens und im Auftrag von A.____ am 14. Mai 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin wurde beantragt, es sei die an gefochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze Invalidenrente aus- zurichten. Zudem sei der Versicherten die unentgeltliche Rechtspflege mit der Unterzeichneten als unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren; unter o/ e-Kostenfolge zulasten der Vorin- stanz. Begründet wurde die Beschwerde unter anderem d amit, dass der derzeit behandelnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Allgemei ne Innere Medizin, eine neue Diagno- se gestellt habe, welche die ausgeprägten Schmerzen der Beschwerdeführerin an der rechten Hand erklärten. Auf die Beurteilung des Gutachters Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, auf welche die IV-Stelle ihre Rentenrevision hauptsächlich gestützt habe, könne bereits deshalb nicht abgestellt werden, weil darin di e von Dr. E.____ gestellte Diagnose über- sehen worden sei. Im Weiteren deute auch das Ergebnis der beruflichen Abklärung im D.____ Spital darauf hin, dass sich der Gesundheitszustand der Be schwerdeführerin seit der Renten- zusprache nicht, wie von der Vorinstanz behauptet, verbe ssert habe. Im Rahmen der Be- schwerdebegründung wurde ferner die Durchführung eines orthopädischen Gutachtens bean- tragt, sofern das Gericht zum Schluss gelange, die Ansprü che der Versicherten könnten an- hand der vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht beurteilt werden. C. Mit Verfügung vom 23. Mai 2012 bewilligte das Kan tonsgericht der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Proze ssführung und unentgeltliche Ver- beiständung mit Advokatin Monica Armesto als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 21. August 2012 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Als Begründung brachte sie hauptsächlich vor, es lägen keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise von Dr. F.____ vor. Au f weitere medizinische Abklärungen könne daher verzichtet werden. Im Übrigen sei die angebl iche Beurteilung von Dr. E.____ nicht schriftlich belegt. E. Am 29. Oktober 2012 reichte die Versicherte eine Re plik ein und stellte dasselbe Hauptbegehren wie in ihrer Beschwerde vom 14. Mai 2012 . Eventualiter wurde nun explizit geltend gemacht, es sei die angefochtene Verfügung au fzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, nach der Vornahme weiterer Abklärungen er neut über den Rentenanspruch zu befinden. Ausserdem beantragte die Beschwerdeführerin n ochmals die unentgeltliche Rechtspflege; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründu ng brachte sie zusätzlich vor, sie habe zwischenzeitlich eine schwere depressive Entwicklung durchgemach t, welche in einem Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht stationären Spitalaufenthalt per fürsorgerischem Frei heitsentzug geendet habe. Diese massive Verschlechterung ihrer psychischen Verfassung sei bei der Be urteilung des Gesundheitszustands ebenfalls zu berücksichtigen. Im Weiteren wurden mit der Replik zwei Arztberichte von Dr. E.____ vom 4. Juni 2012 und vom 26. Oktober 2012 eingereicht. F. Die IV-Stelle änderte in der Duplik vom 10. Dezem ber 2012 ihren Hauptantrag dahinge- hend, als sie nun verlangte, es sei die Beschwerde - en tsprechend dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin - gutzuheissen und die Sache zur we iteren Abklärung und Neuentschei- dung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Der Duplik wurde eine Stellungnahme von Dr. F.____ vom 26. November 2012 beigelegt, in welcher sich dieser zu den Arztberichten von Dr. E.____ äusserte. G. Mit Eingabe vom 10. Januar 2013 nahm die Beschwerde führerin Stellung zur Duplik der Beschwerdegegnerin und hielt sowohl am Haupt- als auch am Eventualbegehren ihrer Replik fest. H. Die IV-Stelle verzichtete mit Schreiben vom 28. Januar 2013 auf eine weitere Stellung- nahme. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 14. Mai 2012 ist demnach einzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigke it. Sie kann im Bereich der Invaliden- versicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung un d Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten au f dem in Betracht kommenden allge- meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invali ditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 104 V 136 f. E. 2a und b). Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin gestützt auf diese allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs berechnet. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenre nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- heitszustands der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebli ebenen Gesundheitszustands er- heblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5 mit Hinweisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads bildet die letzte der versicherten Perso n eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruc hs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 f. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 3. Dezember 1992 gestützt auf einen Inval iditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zugesprochen. Nach Überprüfung des Rentenanspruc hs von Amtes wegen samt Vornahme der erforderlichen Abklärungen hat die Vorinstanz die laufende ganze Invalidenrente der Versicherten mit Verfügung vom 28. März 2012 und mi t Wirkung ab 1. Mai 2012 aufgehoben. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Ä nderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise A ufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, w ie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 3. Dezember 1992 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 28. März 2012. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbeson dere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten P erson ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Un terlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Der en Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu ne hmen, in welchem Umfang und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arb eitsunfähig ist (BGE 105 V 158 f. E. 1, 115 V 134 E. 2, 114 V 314 f. E. 3c). Darüber hinaus b ilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarke it, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbe it von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen wie al le anderen Beweismittel nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der f reien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel - unabhängig von wem sie stammen - objektiv z u prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach ent scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten i hrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des Beweisw erts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung sind allerdings auch die pot entiellen Stärken der Berichte be- handelnder Ärzte nicht zu vergessen. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behan- delnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustu- fen. Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfa ssende Betreuung durch behandelnde Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf de r anderen Seite lässt es die unterschiedli- che Natur vom Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und vom Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizin ischen Experten anderseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu a nderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich e ine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent- springende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 20 07, I 514/06, E. 2.2.1, mit diversen Hinweisen). 5. Im vorliegenden Verfahren sind sich die Parteien nac h dem zweiten Schriftenwechsel dahingehend einig geworden, als die Revisionsverfügung vom 28. März 2012 aufzuheben sei, da die IV-Stelle bei Erlass des angefochtenen Entscheids nicht auf die rheumatologische Beur- teilung von Dr. F.____ hätte abstellen dürfen. Strei tig bleibt jedoch die Frage, ob das Vorliegen eines Revisionsgrunds bereits gestützt auf die Arztberichte von Dr. E.____ ausgeschlossen werden kann (Hauptantrag der Beschwerdeführerin), od er ob die Angelegenheit zur weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Antrag d er Beschwerdegegnerin sowie Eventualantrag der Beschwerdeführerin). Im Folgenden ist damit zu prüfen, ob abschliessend beurteilt werden kann, ob sich der Gesundheitszustand u nd - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der u rsprünglichen Rentenzusprache nicht verändert hat. 5.1 In ihrer Verfügung vom 3. Dezember 1992, mit we lcher sie der Versicherten eine ganze Rente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit im Wesentli chen auf das Gutachten von Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 17. Februar 1992. Darin wurden bei der Beschwerdeführerin eine chronische Epicondylopathie auf der Radialseite des rechten Ellbogens, Myogelosen in der Streckmuskulatur des rechten Vorderarms sowie ein Zustand nach Tenosynovitis der Strecksehnen am rechten Handgelenk diagnostiziert. Den medizinischen Akten könne entnommen werden, dass die Explo randin im Jahr 1980 bei einem Treppensturz eine Verletzung des rechten Handgelenks mi t rezidivierenden Schmerzen erlitten habe. Anschliessend habe im Jahr 1984 eine Operation we gen eines Carpaltunnelsyndroms rechts mit Reoperation ein Jahr später stattgefunden. Die erste Sehnenentzündung am rechten Unterarm sei im Jahr 1986 beim Maschinenschreiben aufget reten. Nach einer Kortisonspritze sei die Patientin beschwerdefrei gewesen, bis im Jahr 1 988 dieselben Schmerzen wieder aufgetaucht seien. Diese Schmerzen seien nach einer we iteren Kortisoneinspritzung bis zu einem neuen Rezidiv am 25. Juli 1990 abermals verschwunde n. Seit Juli 1990 bestünden nun belastungsabhängige Schmerzen am rechten Vorderarm. Bereits zehnminütige Arbeitsversuche an der elektrischen Schreibmaschine lösten bei der Expl orandin heftige Schmerzen im rechten Unterarm aus, welche mehrere Tage andauerten. Es werde angenommen, dass die Überlastungserscheinungen an der Einstrahlung von Sehnen in den Knochen durch eine übermässige, langdauernde Anspannung der entsprechenden Muskeln zustande kämen. Nach einer kontinuierlichen Reduktion ihres ursprünglich 100 %igen Arbeitspensums sei die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin seit dem 25. Juli 1990 vollständig arbeitsunfähig. Erfahrungsgemäss handle es sich bei der chronischen Epicondylopathie um ei ne langwierige und in Bezug auf die Behandlung oft undankbare Erkrankung. Eine Prognose mü sse deshalb mit Vorsicht gestellt werden. Immerhin sei von einer konsequenten und system atischen Behandlung eine allmähliche Besserung zu erwarten. 5.2 Im Rahmen des im Juni 2010 von Amtes wegen eingel eiteten Rentenrevisionsverfah- rens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizi nischen Sachverhalts ein rheumatolo- gisches Gutachten bei Dr. F.____ in Auftrag, welches am 1 . bzw. 15. November 2010 erstattet wurde. Darin gelangte der Facharzt zum Schluss, dass bei d er Beschwerdeführerin folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorläg en: persistierende belastungsabhängige Schmerzen im rechten Handgelenk mit Ausstrahlung nach pr oximal mit/bei St. n. Operation eines Carpaltunnelsyndroms rechts 1983 und Re-Operation 1984; anamnestisch Epicondylitis radialis rechts, wobei derzeit keine Druckdolenz bestünde und Provokationsteste negativ ausfie- len; Hypermobilitätssyndrom (Beighton-Kriterien erfül lt). Die Explorandin habe eine Ausbildung als kaufmännische Angestellte abgeschlossen und sei danach a n verschiedenen Stellen im Finanz- und Rechnungswesen tätig gewesen. Seit Anfang d er 1980er Jahre bestünden Be- schwerden im Bereich des rechten Handgelenks. Diese seien jeweils belastungsabhängig in Richtung des rechten Ellbogens und dann in Richtung der Schultern bis in den Nacken oder sogar in die Lumbalregion ausgestrahlt. Es seien verschiedene Therapien durchgeführt worden, unter anderem mehrere Injektionen im Ellbogenbereich , zweimal eine CTS-Operation und di- verse Physiotherapiemassnahmen, welche allesamt keine Besserung gebracht hätten und des- halb seit vielen Jahren nicht mehr durchgeführt würden . Aus rheumatologischer Sicht sei bei der Versicherten im angestammten Beruf als kaufmännische Angestellte zurzeit von einer voll- ständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen, sofern die Tätig keit vielseitige Büroarbeiten (PC-Arbeit, Telefonieren, Kopieren, etc.) beinhalte. Bei einer r einen PC-Arbeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %. In einer Verweistätigkeit, welche ohne Belastung des rechten Arms mit Heben, Stossen oder Ziehen über drei Kilogramm getätigt werden könn e, sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig. Es sei davon auszugehen, dass diese Beurteilung aufgrund der langjährigen Stabi- lität des Gesundheitszustands bereits seit Jahren ihre Gültigkeit habe. In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 11. Januar 2011 präzisierte Dr. F.____ auf Nachfra- ge des Regionalen Ärztlichen Diensts beider Basel (RAD) sein rheumatologisches Gutachten dahingehend, als er die Verbesserung des Gesundheitszust ands bzw. der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin näher erläuterte: Im Vergleich zum Zeitpunkt der ursprünglichen Renten- zusprache resp. dem Arztbericht von Dr. G.____ könnten nun keine Mygelosen in der Streck- muskulatur des rechten Vorderarms mehr festgestellt werd en. Ebenso wenig seien aktuell An- zeichen einer Epicondylitis radialis humeri rechts vorhanden . Dasselbe gelte für die Tenosyno- vididen der Strecksehne am rechten Handgelenk. Insgesamt hätten sich damit die Befunde im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache wesentlich verbessert. Dr. F.____ empfahl, da der genaue Zeitpunkt der Verbesserung schwierig zu eruie ren sei, das Gutachtensdatum als Zeitpunkt des Status quo zu nehmen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Mai 2011 wurde Dr. F.____ von der IV-Stelle erne ut um eine Stellungnahme gebeten. Dies- mal ging es um zwei von der Versicherten eingeholte Arzt berichte, welche gestützt auf Abklä- rungen im H.____ Spital, Institut für Radiologie (u. a. MRI-Handgelenk) sowie Klinik für Hand- und periphere Nervenchirurgie, verfasst worden waren. In seinem ergänzenden Schreiben vom 10. Mai 2011 hielt der Gutachter zusammengefasst fest, diesen beiden Berichten könnten keine wesentlich neuen Aspekte gegenüber seiner vorgängigen Beurteilung entnommen werden. In einer weiteren Stellungnahme vom 18. Juni 2012 zuh anden der IV-Stelle äusserte sich Dr. F.____ zum Ergebnis eines im I.____ Spital am 11. Juni 2012 durchgeführten MRI der Len- denwirbelsäule sowie zum Abklärungsbericht des D.____ Sp itals vom 26. Januar 2011. In Be- zug auf das MRI stellte er fest, dass dieses die üblichen, dem Alter entsprechenden degenerati- ven Veränderungen bei einer 52-Jährigen zeigen würde. Die gemachten Befunde hätten jedoch keine Krankheitsrelevanz. Gemäss Statistik sei es in der Alter sgruppe der Explorandin nicht unüblich, mehrmals jährlich an Rückenschmerzen zu leiden. Betreffend das Ergebnis der beruf- lichen Abklärung im D.____ Spital bemerkte Dr. F.____, es sei kein organischer Grund dafür ersichtlich, dass die entsprechende Massnahme bereits nach zwe i Wochen krankheitsbedingt habe abgebrochen werden müssen. Auffallend sei bei de r Versicherten die Diskrepanz zwi- schen dem subjektiven Schmerzerleben und den objektiv pra ktisch normalen Befunden. Mögli- cherweise spiele die psychische Komponente bei den körperlichen Beschwerden mit. 5.3 Der aktuell die Beschwerdeführerin behandelnde Arzt Dr. E.____ diagnostizierte in seinen beiden identischen Berichten vom 4. Juni 2012 bzw. 26. Oktober 2012 ein chronisches ulnocarpales Schmerzsyndrom rechts (schwerste Arthrose des Os pisiforme zum Os triquetrum; denegerative TFCC-Läsion; CT Handgelenk rechts 09/11: O s trinquetrum und Os pisiforme Arthrose, schwergradig; MRI Handgelenk 03/11: Arthros e und Synovialitis im DRUG, Ulna minus-Variante, Degeneration TFCC) sowie ein chronisch redzivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom (lumbosacrale Überlastung; beginnende deg enerative Veränderungen). Der Patientin sei in den 1990er Jahren wegen Handgelenkssch merzen und diesbezüglicher Erschöpfung der medizinischen Massnahmen eine 100%ige Inva lidenrente zugesprochen worden. Bereits vor der ursprünglichen Rentenzusprache sei es zu einer Verletzung des TFC- Komplexes und des Pisiformes gekommen. In der Folge sei se kundär ein Carpaltunnelsyndrom sowie eine entsprechende muskuläre Dysbalance entlang des Unterarms aufgetreten. Es treffe zwar zu, dass das früher diskutierte und operierte Carpaltunnelsyndrom zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr vorhanden sei. Nach dem jetzigen Wissensstand se i aber bereits im Zeitpunkt der Rentenzusprache eine ulnarseitige Läsion vorgelegen. Die se habe zu einer schweren Arthrose zwischen dem Os pisiforme und dem Os triquetrum geführt. Die ulnarseitige Läsion sei jedoch anlässlich der Rentenzusprache nie gesucht und das Bagat ell-Trauma der ulnarseitigen Hand damit nicht mit in die Beurteilung einbezogen worden . Die damalige Diagnose sei insgesamt schlecht definiert gewesen. Womöglich sei die falsche Dia gnose der Grund für das Versagen der früher durchgeführten medizinischen Massnahmen gewese n. Eine Behandlungsstrategie sei nämlich - wenn überhaupt - kaum vorhanden gewesen. A nlässlich der Revisionsverfügung habe die IV-Stelle nun primär auf das Gutachten von Dr . F.____ abgestellt. Dieser basiere seine gutachtliche Beurteilung vor allem auf klinische A ngaben sowie auf den Aktenverlauf. Bei einer detaillierten Handgelenksuntersuchung hätte ihm jedoch die Veränderung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ulnarseitigen Strukturen auffallen müssen. Bereits ei ne Palpation hätte eine leichte Schwellung ulnarseits aufgezeigt. Die Störung über dem Pisiforme sowie die Reproduktion der seit Jahren bekannten Schmerzen wären bei einer Untersuchung der H andwurzel bemerkt worden. Da die entsprechenden Untersuchungen im Rahmen der Begutach tung nicht stattgefunden hätten, sei Dr. F.____ zu einer positiven Beurteilung der Einsetzba rkeit der Hand der Versicherten gekommen. So habe er der Explorandin als Büroangestel lte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit am PC attestiert. Mit der erwähnten Läsion sei es der Versi cherten jedoch nicht möglich, mehr als eine Stunde am PC zu arbeiten, weil beim Schreiben a m PC die Hand über dem Pisiforme abgestützt werde. Dabei käme es unweigerlich zu einer Reizung mit entsprechenden Schmerzen. Im Übrigen sei die besagte Läsion bereits be i der MRI-Untersuchung im H.____ Spital diagnostiziert, anschliessend jedoch - insbesonder e bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit - unterschätzt worden. Schliesslich müsst en auch vermehrt die Angaben des D.____ Spitals betreffend das Ergebnis der beruflichen Abklärungen in die Beurteilung mit einbezogen werden. 5.4 Dr. F.____ wurde mit den Einschätzungen von Dr. E .____ konfrontiert und nahm diesbezüglich in seinem Bericht vom 26. November 2012 S tellung. Dabei hielt er im Wesentlichen fest, es liege nun die zusätzliche Diagnose e iner schwergradigen Arthrose vor, welche seiner Meinung nach einer weiteren Beurteilung bedürfe. Er empfehle der IV-Stelle die Vornahme einer erneuten Begutachtung, diesmal in han dchirurgischer statt rheumatologischer Hinsicht. 5.5 Die IV-Stelle hat sich bei der Beurteilung des aktu ellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschw erdeführerin eingetreten ist, zunächst auf das soeben erwähnte Gutachten von Dr. F.__ __ vom 1. bzw. 15. November 2010 sowie dessen ergänzende Stellungnahmen vom 11. Januar 20 11, 10. Mai 2011 und 18. Juni 2012 gestützt. Sie ist demzufolge anlässlich ihre r Revisionsverfügung vom 28. März 2012 davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Rentenverfügung vom 3. Dezember 1992 deutlich verbessert habe, insbesondere in rheumatologischer Hinsicht. Der behandelnde Arzt Dr. E .____ hat jedoch in seinem Arztbericht vom 4. Juni 2012 bzw. 26. Oktober 2012 wesentliche Aspekte vorgebracht, welche im Rahmen der Begutachtung durch Dr. F.____ unerkannt oder ung ewürdigt geblieben sind. Demzufolge liegen konkrete Hinweise vor, welche gegen die Zuverlässig keit der Expertise von Dr. F.____ sprechen. Den Parteien ist zuzustimmen, dass die Beurtei lung von Dr. F.____ nicht als taugliche Grundlage für eine Rentenrevision dient. Die Verfügung vom 28. März 2012 ist deshalb aufzuheben. 5.6 Zu prüfen bleibt die Frage, ob die ärztliche Beu rteilung von Dr. E.____ bereits ausreicht, um das Vorliegen eines Revisionsgrunds definit iv verneinen zu können. Der Bericht des behandelnden Arztes beruht zwar auf allseitigen rhe umatologischen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Er ist auch in Ke nntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und in der Darlegung der medizinisch en Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend. Allerdings fehlt es an einer umfassenden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ermittlung der Arbeitsfähigkeit. Dr. E.____ kritisier t lediglich die entsprechende Einschätzung von Dr. F.____, indem er vorbringt, mit der Läsion sei es der Versicherten nicht möglich, über eine Stunde am PC zu arbeiten. Es fehlt jedoch an eine r umfassenden Angabe, inwiefern die gestellte Diagnose die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränkt. Infolgedessen kann für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit a uch nicht vollumfänglich auf die Arztberichte von Dr. E.____ abgestellt werden. 6. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen folgt das Geri cht dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin sowie dem im zweiten Schriftenwechse l gestellten Antrag der Beschwer- degegnerin und weist den Fall zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurück. Diese wird eine zusätzliche Begutachtung zur Beurteilung des aktuellen Gesun dheitszustands sowie der Ar- beitsfähigkeit der Versicherten anzuordnen haben. Dabe i sind allenfalls neu hinzugetretene, insbesondere psychische Beschwerden ebenfalls zu berücksichtig en (vgl. Ziff. 7 der Replik der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2012). Gestützt auf die ergänzte Aktenlage wird sich zei- gen, ob und in welchem Umfang einen Rentenrevision tat sächlich vorzunehmen ist. Die Be- schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Versicherte w ährend über 15 Jahren eine Inva- lidenrente bezogen hat und ihr deshalb grundsätzlich b ei einer allfälligen Rentenrevision die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar wäre (Urtei l des Bundesgerichts vom 26. April 2011, 9C_228/2010, E. 3.5). 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Beim Entsche id über die Verlegung der Ver- fahrens- und der Parteikosten ist in der Regel auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 f. und 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos- tenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in ange- messenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb grundsätzlich die IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahren skosten zu tragen. In diesem Zusammen- hang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Sa tz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbe- hältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge , dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Versicherten ist als obsiegende Partei daher eine Parteientschädi- gung zulasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsve rtreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 14. Februar 2013 mehrere Bemü hungen im Zusammenhang mit der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitslosenkasse und Ergänzungsleistungen aufgeführt, welche mit dem vorliegenden Verfah- ren nichts zu tun haben. Die entsprechenden Aufwendung en in der Höhe von zwei Stunden werden deshalb von den geltend gemachten 19 Stunden 3 0 Minuten abgezogen. Dies ergibt einen Zeitaufwand von insgesamt 17 Stunden 30 Minuten, was sich umfangmässig in Anbe- tracht der vorgebrachten Sachverhalts- und Rechtsfrage n als angemessen erweist. Dieser Auf- wand ist zum in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss fü r durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. In Bezug auf die Aus- lagen sind ebenfalls die in der Honorarnote ausgewiesen en, sachfremden Posten in der Höhe von Fr. 36.-- (Fr. 26.-- Porti plus Fr. 13.-- Kopien) vom geltend gemachten Betrag von Fr. 168.30 abzuziehen. Zusammengefasst ist der Beschwerdeführerin damit eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 3'054.24 (17.5 Stunden à Fr. 250.-- plu s Auslagen von Fr. 132.30 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zulasten der IV-Stelle zuzusprechen. 8. Abschliessend ist für den Fall, dass eine Partei das E rgreifen eines Rechtsmittels ge- gen den vorliegenden Entscheid in Erwägung zieht, Folgendes anzumerken: 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtliche n Angelegenheiten an das Bundesge- richt zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Nach der bundesgerichtlichen Rechsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 13 3 V 481 f. E. 4.2). Selbständig er- öffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwische nentscheide über die Zuständig- keit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nu r mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wen n die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bede utenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Folglich ist dagegen eine B eschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor- aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 28. Mär z 2012 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 4'867.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht