Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Mai 2015 (810 15 43) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Aufhebung Beistandschaft Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B .____ , Beschwerdege g- nerin Beigeladene C.____ Betreff Aufhebung Beistandschaft (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 8. Januar 2015) A. A.____ und C.____ sind die Eltern von D.____, ge boren am 30. Mai 2000, und E.____, geboren am 3. Mai 2002. Die Kindseltern haben sich im November 2009 getrennt. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens vor dem Bezirksgericht F.__ __ wurden im Jahr 2010 beide Kinder Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter die alleinige Obhut der Kindsmutter gestellt u nd es wurden die Modalitäten des Besuchs- und Ferienrechts des Kindsvaters festgesetzt. B. Am 6. September 2013 machte die Schulleitung der Sekundarschule G.____ eine Ge- fährdungsmeldung betreffend D.____. Darin wurde ausgeführt, dass D.____s Klassenlehrer bei diesem jeweils Mitte Woche einen markanten Konzentrationsabfall festgestellt habe. Im persön- lichen Gespräch habe D.____ dem Klassenlehrer mitgete ilt, dass er Angst vor den Besuchs- wochenenden beim Vater habe. Ferner habe er von Gewa ltausbrüchen seitens des Vaters ge- genüber E.____ berichtet. Die Schule erachte D.____s Wohl als gefährdet, da er einerseits durch die massiven Probleme im privaten Umfeld in der S chule keine genügenden Leistungen erbringen könne und andererseits konstant durch Ängste geplagt würde. C. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) B.____ vom 27. September 2013 wurde das Besuchsrecht zwischen dem Ki ndsvater und den Kindern sis- tiert. Die vom Kindsvater am 9. Oktober 2013 dagegen erhobene Beschwerde wies die Präsi- dentin des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Ver waltungsrecht, mit Urteil vom 21. November 2013 (810 13 326) ab. D. Mit Scheidungsurteil des Bezirksgerichts F.____ vom 16. J anuar 2014 wurde die elterli- che Sorge über die Kinder der Kindsmutter zugeteilt. F ür die Kinder D.____ und E.____ wurde eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 des S chweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 errichtet, mit der Aufgab e, die Eltern in ihrer Sorge um die Kin- der zu unterstützen sowie insbesondere das Besuchsrecht zwischen dem Kindsvater und den Kindern aufzugleisen und das Vertrauensverhältnis zwischen ihnen zu stärken. Dieser Ent- scheid ist am 19. Februar 2014 in Rechtskraft erwachsen. Mi t Entscheid vom 13. März 2014 wurde das Scheidungsurteil dahingehend berichtigt, als dieses in Bezug auf die Beistandschaft um Art. 308 Abs. 2 ZGB ergänzt wurde. E. Gestützt auf Ziffer 2.2 des Dispositivs des Entscheids d es Bezirksgerichts F.____, Fami- liengericht, vom 16. Januar 2014 sowie Ziffer 1 des Di spositivs des Entscheids des Bezirksge- richts F.____, Familiengericht, vom 13. März 2014 hat di e KESB B.____ mit Entscheid vom 15. Mai 2014 als Erziehungsbeistand H.____, Sozialberatung G.____, ernannt. Gemäss Ernen- nungsurkunde wurde er beauftragt, (a) die Eltern in ihrer Sorge um die Kinder zu unterstützen; (b) das Besuchsrecht zwischen dem Kindsvater und den Kinde rn wieder aufzugleisen und zu überwachen und bei Konflikten zwischen den Eltern zu verm itteln; (c) das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kindsvater und den Kindern zu stärken. F. Am 23. Oktober 2014 ersuchte der Beistand um Entla ssung aus seinem Amt. Zur Be- gründung führte er im Wesentlichen an, aufgrund der deutlichen Abwehrhaltung der Kinder ge- genüber der Ausübung eines Besuchsrechts, sei es ihm nicht möglich, seine Aufgaben wirksam umzusetzen. Die KESB hat hierzu zunächst die Kindsmutter und die Kinder angehört (vgl. An- hörungsprotokoll vom 5. Dezember 2014) sowie anschliess end am 22. Dezember 2014 den Kindsvater. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Entscheid der KESB B.____ vom 8. Januar 2015 wu rde die Erziehungsbeistand- schaft für E.____ und D.____ per sofort aufgehoben. De r Bericht des Beistands vom 23. Oktober 2014 wurde als Schlussbericht genehmigt un d H.____ unter Verweis auf die Be- stimmungen über die Verantwortlichkeit per sofort aus s einem Amt entlassen. Der gefestigte Wille der Kinder, mit ihrem Vater keinen Kontakt zu p flegen, sei angesichts ihres Alters zu res- pektieren. Es sei davon auszugehen, dass eine Durchsetzung des persönlichen Verkehrs einer möglichen, späteren Wiederannäherung entgegenstehe. Zu dem berge die Durchsetzung der Kontakte zum Kindsvater die Gefahr einer Destabilisier ung von D.____ und damit eine Beein- trächtigung der schulischen Leistungen mit sich. Gleichzeitig sei es E.____ (gegen ihren Willen) nicht zumutbar, das Besuchs- und Ferienrecht zum Vater alleine wahrzunehmen. Daher sei die errichtete Beistandschaft aufzuheben. H. Dagegen erhob der Kindsvater am 15. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsger icht). Er beantragte, (1) es sei das Besuchsrecht zwischen den beiden Kindern und ihrem Vater mit sofortiger Wirkung wieder zu gewähren, (2) falls an einem Besuchsrecht mit Beistand n ach dem Scheidungsurteil des Be- zirksgerichts F.____ festgehalten werden muss, dann mit einer Vertrauensperson aus dem Um- feld der Kinder D.____ und E.____ und deren Vater, (3) unter o/e-Kostenfolge. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht stellte der Beschwerdeführer den Antrag auf Aushändigung einer Kopie des Schlussberichts des Beistands. Zur Begründung führte er a n, er habe seit dem 27. September 2013 keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern. Zunächst ha be die KESB das Besuchsrecht sis- tiert, nun sei sie darum besorgt, das Verhältnis zwisch en dem Kindsvater und seinen Kindern durch einen Beistand wiederaufzubauen. Dieses widerspr üchliche Verhalten sei für alle drei Beteiligten schwer zu interpretieren und auch nicht ziel führend. Zudem wiege das schlechte Verhältnis zwischen den Kindseltern schwer, sodass die Kind smutter nicht als Vermittlerin zwi- schen dem Vater und den Kindern wirken könne. I. Mit Stellungnahme vom 9. März 2015 schloss die KESB B. ____ auf kostenfällige Abwei- sung der Beschwerde. Für den Fall einer Weiterführung der Erziehungsbeistandschaft bean- tragte sie eventualiter, vom Einsatz einer Vertrauensper son aus dem Umfeld der Kinder und des Kindsvaters als Beistand abzusehen. Der Kindsvater ve rkenne, dass es der Wunsch der Kinder sei, ihn nicht mehr zu besuchen. Die Kinder würd en den Kontakt zum Vater seit 15 Mo- naten verweigern und Anzeichen für eine Instrumentalisie rung lägen nicht vor. Die Kinder hät- ten ihren klaren Unwillen damit begründet, dass sie kei n Vertrauen zum Vater hätten, dieser grob gewesen sei, keine Rücksicht auf ihre Wünsche genomme n, schlecht über die Mutter ge- sprochen und gelogen habe. Für den Fall, dass die Erzieh ungsbeistandschaft angeordnet wer- den sollte, sei ein professioneller Mandatsträger einzu setzen, da sowohl eine zerstrittene El- ternbeziehung als auch eine ablehnende Haltung der Kin der gegenüber ihrem Vater vorliegen würde. J. Am 10. März 2015 liess sich die Kindsmutter vernehmen u nd beantragte unter o/e- Kostenfolge, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, da der Beschwerdeführer keine rechtsgenügliche Beschwerdebegründung eingereicht habe. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen, zumal die Kinder klar geäussert hätten, ni cht zum Vater gehen zu wollen und ihre Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemütszustände sich seit September 2013 deutlich verbessert hätten. Aufgrund ihres Alters und der stabilisierten aktuellen Lebensumstände sei ihr Wunsch zu respektieren. Die Besuche beim Kindsvater würden nicht dem Kindswohl entsprechen. K. Anlässlich der Kindsanhörung vom 15. April 2015 hab en D.____ und E.____ klar und eindeutig bestätigt, derzeit und bis auf weiteres keinen Kontakt zum Vater zu wünschen. L. Mit Präsidialverfügung vom 17. April 2015 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Die Beweisan träge der Beigeladenen, namentlich ihre Befragung und die Befragung von I.____, Sekunda rschule G.____, wurden abgewiesen. Gleichzeitig wurden die Akten des Dossiers Nr. 810 13 326 zum Verfahren beigezogen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht e rhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzb uches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Ver- waltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Per- sonen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteili gt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Per- son nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschützt es Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer ist als direkter Verfahrensbeteiligter zur Beschwerdeerhebung legitimiert. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferlegt sich das Kantonsgericht entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei de r Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe und bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung. Dies insbesondere deshalb, weil die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden als Fachbehörden anzusehen sind (vgl. Art. 440 Abs. 1 ZGB). Verfügt eine Behörde über besonderes Fachwissen, so ist ihr bei der Bewertung von ausgesprochenen Fachfragen ein gewisser Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkt e geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat ( vgl. DANIEL STECK , in: Honsell/Vogt/ Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 17 ff. zu Art. 450a; U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, N 446c f.; Urteil des Kanton sgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 8. Mai 2013 [810 13 10 ], E. 1.4; BGE 135 II 384 E. 2.2.2, je- weils mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3 Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdebegründun g die Voraussetzungen von § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspr ozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt, denn nur bei deren Vorli egen kann auf die Eingabe des Beschwer- deführers eingetreten werden (§ 5 Abs. 3 VPO). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind an Begehren und Begründung einer Verwaltungsgeri chtsbeschwerde keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Es genügt, wenn aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. BGE 118 Ib 134 E. 2; BGE 134 II 244 E. 2 ff. mit Hinweisen). Die Begründu ng braucht nicht zuzutreffen, sie muss aber immerhin sachbezogen sein (vgl. Urteil des Bundesger ichts 2C_553/2014 vom 6. Juni 2014 E. 2.2). Obwohl die Beschwerdeeingabe eine klare Auseinandersetzung mit der Aufhe- bung der Beistandschaft vermissen lässt, ist aus den Rechtsbegehren sowie den Ausführungen betreffend Sachverhaltsdarstellung zu erkennen, worum es dem Beschwerdeführer im vorlie- genden Beschwerdeverfahren geht. Die vorliegende Beschw erde richtet sich sinngemäss ge- gen die Aufhebung der Beistandschaft, zumal der Kindsvater weiterhin an einem Kontaktaufbau zu seinen Kindern interessiert ist, sodass das Besuchsrecht w ieder ausgeübt werden kann. An- gesichts des Umstandes, dass die Rechtsschrift von einem juri stischen Laien verfasst worden ist, sind die Anforderungen an die Begründung der Besch werde als erfüllt zu beurteilen. Inso- fern ist der von der Kindsmutter gestellte Antrag auf Nichteintreten abzuweisen. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V. m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Demnach ist vorliegend zu prüfen, ob die Aufhebun g der Erziehungsbeistandschaft für die Kinder E.____ und D.____ zu Recht erfolgt ist. 3.1 Der Kindsvater führte in seiner Begründung zusamm engefasst aus, dass die Bezie- hung zu seinen Kindern bereits mit dem Umzug der Kind smutter im Januar 2012 erschwert worden und die dadurch fragil gewordene Beziehung am 27. September 2013 komplett abge- brochen sei. Er ist der Auffassung, dass zwei Treffen mit dem Beistand nicht ausreichend seien, um einen konstruktiven Prozess in Gang zu setzen. 3.2 Mit Eingabe vom 9. März 2015 schloss die KESB B.____ auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde mit der Begründung, dass es im Rahmen der ausgeübten Besuche zu Belas- tungsstörungen beider Kinder gekommen sei. Zudem hätt en die Kinder ihre Kontaktverweige- rung über einen langen Zeitraum konsequent aufrechte rhalten, ohne dass es seitens der Kindsmutter Anhaltspunkte für eine Instrumentalisierung der Kinder geben würde. Die Ableh- nungshaltung sei auf nachvollziehbare Gründe zurückzufüh ren und angesichts der Umstände zu respektieren. Vor diesem Hintergrund habe sich die We iterführung der Erziehungsbeistand- schaft als aussichtslos erwiesen. 3.3 In ihrer Stellungnahme vom 10. März 2015 wandte d ie Kindsmutter in der Hauptsache ein, das Besuchsrecht greife nur, wenn die Annäherung d er Kinder zum Kindsvater erfolgreich verlaufe. Zusammengefasst würden es beide Kinder klar ablehnen, Kontakt zu ihrem Vater zu pflegen und ein erzwungenes Besuchsrecht entspreche nicht dem Kindswohl. Die Ernennung eines anderen Beistands würde an der Haltung der Kind er betreffend Besuchsrecht nichts än- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dern, wie sie selber anlässlich des Gesprächs vom 24. Sept ember 2014 zum Ausdruck ge- bracht hätten. Aus diesen Gründen sei die Beschwerde abzuweisen. 4. Gemäss Art. 399 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 314 ZGB he bt die KESB eine Beistandschaft auf Antrag der betroffenen oder einer nahestehenden Person oder von Amtes wegen auf, so- bald für die Fortdauer kein Grund mehr besteht. Zu de n nahestehenden Personen gehören El- tern, Kinder, andere durch Verwandtschaft oder Freun dschaft mit der verbeiständeten Person Verbundene, ihr Lebensgefährte, aber auch Personen, welche sie betreut und begleitet haben, insbesondere der Beistand (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin desrecht], Bundesblatt [BBl] 2006 S. 7084). Gründe, welche zur Aufhebung einer Bei standschaft führen können, stellen bei- spielsweise die Erledigung der dem Beistand übertragen en Aufgabe oder die hinreichend ge- wordene Unterstützung durch Familie und Umfeld dar (HELMUT HENKEL , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 5 zu Art. 399). Es ist somit zu prüfen, ob die Aussichtslosigkeit der Massnahme, we lche einzig darin bestand, ein Besuchsrecht gegen den Willen der Kinder aufzugleisen, ebenso einen Grund für die Aufhe- bung der Beistandschaft darstellt. 5.1 Ein Erziehungsbeistand hat die Eltern in ihrer Sor ge um das Kind grundsätzlich mit Rat und Tat zu unterstützen (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Die Bei standschaft zielt – im Gegensatz zur Er- ziehungsaufsicht – nicht auf blosse Empfehlung und Begle itung, sondern auf aktives, autoritati- ves und kontinuierliches Einwirken auf die Erziehungsarbe it der Eltern und das Gebaren des Kindes (P ETER BREITSCHMID ; in: Hosell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zi vilgesetz- buch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 2 ff. zu Art. 308) . Das Bezirksgericht F.____ resp. die KESB hat die Aufgaben des Beistands dahingehend präzisiert, a ls dieser das Besuchsrecht zwischen dem Kindsvater und den Kindern wieder aufgleisen sow ie das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kindsvater und den Kindern stärken soll. Ferner wur de ein Besuchs- und Ferienrecht fest- gelegt, welches jedoch erst umgesetzt werden sollte, w enn der Beistand es für angemessen halte (vgl. Entscheide des Bezirksgerichts, Familiengericht, vom 16. Januar 2014 resp. 13. März 2014). Das Tätigkeitsfeld des Erziehungsbeistands erschöpfte sich also darin, durch die Annä- herung der Beteiligten ein Besuchs- und Ferienrecht auf zugleisen. Dies ist vor dem rechtlichen Grundsatz zu beurteilen, wonach Kindesschutzmassnahmen als einziges Ziel haben, trotz einer Gefährdungslage das Wohl des Kindes zu bewahren oder wi ederherzustellen. Es soll Hilfe ge- leistet und die Bereitschaft der Betroffenen zu freiwi lliger Zusammenarbeit gefördert werden. Das Kindeswohl gebietet, dass nur Massnahmen ergriffen werden, die (soweit prognostizierbar) Erfolg versprechend sind (P ETER BREITSCHMID , in: Basler Kommentar, a.a.O., N 4 zu Art. 307). Dabei stehen dem Beistand für seine Aufgabenerfüllung als Instrumente Vermittlung, Anleitung und Weisung gegenüber Eltern, dem Kind sowie Dritten zur Verfügung. Der Beistand soll Ver- trauens- und Ansprechperson aller Beteiligten sein (PETER BREITSCHMID , in: Basler Kommentar, a.a.O., N 4 zu Art. 308). 5.2 Wie sich aus den Verfahrensakten ergibt, führte de r Beistand zum Zweck der Erfüllung seiner Aufgaben je ein Gespräch mit dem Kindsvater und der Kindsmutter sowie drei Ge- spräche mit den Kindern (vgl. Bericht des Beistands vom 23 . Oktober 2014). Anlässlich des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesprächs vom 24. Juni 2014 habe der Kindsvater gegenübe r dem Beistand sein klares Inte- resse am Aufbau eines Besuchsrechts dargelegt. Gleichzeitig habe er seine Bedenken darüber geäussert, dass sich die Kinder an ihre Situation gewöhn t hätten und sie sich in ihrer Freizeit lieber mit Freunden als mit ihm treffen würden und demzufolge an einer Veränderung betreffend die Besuchs- und Ferienrechtsregelung gar nicht interessi ert seien. Umso mehr hoffe er auf eine erfolgreiche Durchsetzung des Besuchsrechts durch den Beistand. Gleichentags hörte der Beistand die Mutter, D.____ und E.____ in einem separ aten Gespräch an. Dabei hätten beide Kinder unvermittelt ihre Abwehrhaltung gegenüber ein em Besuchsrecht beim Kindsvater kund- getan. Die Kindsmutter führte aus, von Beginn an Mühe gehabt zu haben, die Kinder zu Besu- chen beim Kindsvater zu bewegen. Am 20. August 2014 habe der Beistand ein erneutes Ge- spräch mit den Kindern durchgeführt, wobei sie bestätigt hätten, nach wie vor keinen Kontakt zum Vater zu pflegen. Sie würden seine Telefonanrufe ignorieren und seine SMS ungelesen löschen. Ihre abgeneigte Haltung gegenüber einem Besuc hsrecht gründe im Wesentlichen da- rauf, dass der Vater gegenüber E.____ gewalttätig gew orden sei, er “immer alles bestimmen“ und schlecht über die Mutter reden würde. Sie würden si ch in seiner Gegenwart sehr unwohl fühlen und hätten Angst vor ihm. Ferner seien sie durch die Grosseltern väterlicherseits be- schimpft worden und auch sie würden die Kindsmutter schle cht machen. Aufgrund dieser Vor- kommnisse sei das Vertrauensverhältnis zu ihrem Vater zerrüt tet. D.____ habe ergänzend ein- gebracht, der Vater habe mehrfach gelogen. Am 24. Sep tember 2014 habe ein letztes Ge- spräch zwischen dem Beistand und den Kindern stattgefunden . Dabei wiederholten sie, seit dem letzten Termin noch immer keinen Kontakt zu ihrem Vater gehabt zu haben, was sehr gut gewesen sei. Auch das Aufzeigen der Möglichkeit eines begl eiteten Besuchsrechts habe bei den Kindern kein Abrücken von ihrer Abwehrhaltung bew irkt, sondern diese sei unverändert bestehen geblieben. 5.3 Wie der Erziehungsbeistand ausführt, habe er trotz der wiederholten Gespräche keinen Veränderungsprozess bewirken können. Vielmehr sei die star k ablehnende Haltung der Kinder gegenüber einem Besuchsrecht anlässlich dieser Gespräche um so deutlicher erkennbar gewe- sen. Die Beteiligten müssten das Erlebte aufarbeiten, d och scheine es aktuell keinen gemein- samen Rahmen dafür zu geben. Die Interessen des Vaters u nd der Kinder würden sich diamet- ral gegenüberstehen, sodass es dem Beistand mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich sei, gemeinsame realisierbare Ziele zu de finieren. Im Rahmen der Anhörung vor der KESB B.____ vom 5. Dezember 2014 bestätigten die Kinder ihre Haltung gegenüber dem Kindsvater. Auch anlässlich der vom Gericht durchgeführten Kinderanhörung vom 15. April 2015 haben sich die Kinder ausdrücklich gegen eine Annähe rung zum Vater resp. gegen die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts ausgesprochen und dadurch ihre Abwehrhaltung nochmals untermauert. Eine erfolgreiche Zusammenarbei t mit dem Beistand erfordert jedoch zumindest eine gewisse Flexibilität der Betroffenen. Tr otz der wiederholten Vermittlungsver- suche des Beistands sowie der Anhörungen vor der KESB un d dem Gericht ist ein Entgegen- kommen seitens der Kinder nicht ansatzweise zu erkennen. S oweit der Beschwerdeführer (un- substanziiert) vorbringt, die Bemühungen des Beistands sei en unzureichend gewesen, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Beistand hat vorliegend im Rahmen der ihm zur Verfügung ste- henden Instrumente mehrfache Anstrengungen getätigt, dennoch ist es ihm nicht gelungen, die Bereitschaft der Kinder zu freiwilliger Zusammenarbei t resp. zur Wiederannäherung zu erwir- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ken. Trotz der Zwischenschaltung des Beistands über einen l ängeren Zeitraum haben die Spannungen zwischen den Beteiligten nicht abgebaut werden können. Es ist zu beachten, dass der Kindswille von herausragender Bedeutung und nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu berücksichtig en ist, sondern vor allem auch bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden solle n. Lehnt ein urteilsfähiges Kind den Um- gang aus nachvollziehbaren Gründen kategorisch ab, so ist dieser aus Gründen des Kinds- wohls auszuschliessen, weil ein gegen den starken Widersta nd erzwungener Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts im Allgemeinen ebenso unv ereinbar ist wie mit dem Per- sönlichkeitsrecht des Kindes (vgl. I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Basler Kom- mentar, a.a.O., N 11 zu Art. 273; Zeitschrift des ber nischen Juristenvereins [ZBJV] 149/2013, S. 934 ff.). Bei der Berücksichtigung des Willens des Kin des ist zunächst dessen Alter bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung, welche un gefähr ab dem 12. Altersjahr anzu- nehmen ist, sodann aber auch das Aussageverhalten und n amentlich die Konstanz des geäus- serten Willens zentral. Je konstanter die Willenskundgebung en vorgebracht werden und je mehr sie mit nachvollziehbaren und auf das Kindeswohl zi elenden Argumenten unterlegt sind, desto stärker können sie bei der Urteilsfindung gewicht et werden (vgl. Urteil des Bundesge- richts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.4). Vorl iegend haben die Kinder ihren Willen gegen eine Aufgleisung des Besuchsrechts klar und eindeu tig geäussert. Ihre Weigerungshal- tung kann nicht übergangen werden, da sie auf eigenem Erleben, insbesondere familiärer Ge- walt, beruht. Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh rers ist sie nicht darauf zurückzufüh- ren, dass die Kinder der Ausübung ihrer Hobbies den V orzug geben. Ihren Willen äussern sie sodann konstant seit 20 Monaten und er wiegt auch aufgr und ihres Alters schwer. Vor diesem Hintergrund kann der Beistand seine Aufgabe nicht erfül len und die Weiterführung der Mass- nahme erweist sich als aussichtslos. Soweit also der mit d er angeordneten Massnahme beab- sichtigte Zweck nicht erreichbar ist, besteht kein Grund fü r deren Fortführung mehr. Die Aus- sichtslosigkeit vermag somit die Aufhebung der Massnahme zu begründen. 6.1 Der Beschwerdeführer beantragte eventualiter, ein e Vertrauensperson aus dem ge- meinsamen Umfeld einzusetzen, um den Kontakt zu seinen Kindern wieder aufzubauen. 6.2 Es ist daher zu prüfen, ob die Aussichtslosigkeit der Wi ederannäherung auf die Person des Beistands zurückzuführen ist. Gemäss Art. 327c Abs. 2 i.V .m. Art. 400 Abs. 1 und Art. 308 Abs. 1 ZGB ernennt die KESB als Beistand oder Beiständin eine natürliche Person, die für die vorgesehenen Aufgaben persönlich und fachlich g eeignet ist, die dafür erforderliche Zeit einsetzen kann und die Aufgaben selber wahrnimmt. Dam it ist eine umfassende Eignung im Sinne von Sozial-, Selbst- und Fachkompetenz gemeint (B Bl 2006, S. 7049). Das Gesetz um- schreibt nicht im Einzelnen, was unter “geeignet“ zu verst ehen ist. Die KESB hat aus diesem Grund bei der Konkretisierung ein grosses Ermessen. Massgebend ist hingegen, was im Einzel- fall den Interessen und dem Wohl der betroffenen Per son dient (R UTH E. REUSSER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 12 zu Art. 400 ZGB mit weiteren Hinweisen). Bei der Best ellung eines Erziehungsbeistandes be- ziehungsweise einer Erziehungsbeiständin ist unter Berücksi chtigung aller Umstände darauf zu Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten, dass die zu wählende Person fachlich sowie menschl ich in der Lage ist, ihr Amt pflicht- gemäss zu erfüllen. 6.3 Mit der KESB B.____ ist festzuhalten, dass unter Be rücksichtigung aller Umstände vorliegend eine professionelle Mandatsträgerschaft angeze igt ist. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass der eingesetzte Beistand ungeeignet gewesen wäre und dadurch die Aussichtslo- sigkeit der Massnahme im vorliegenden Fall auf seine Perso n zurückzuführen wäre. Vielmehr lässt sich den vorliegenden Akten entnehmen, dass die Kin der ihre Weigerungshaltung nicht nur gegenüber dem Beistand klar zum Ausdruck gebracht hab en, sondern darüber hinaus Glei- ches in den Anhörungen vor der KESB bzw. dem Gericht best ätigt haben. Bei keiner Instanz hat auch nur ein minimes Abrücken von ihrem Standpunkt f estgestellt werden können. Der Kin- derwille scheint gefestigt und konstant zu sein, was ein e zielbringende Zusammenarbeit von vornherein verunmöglicht. Die Aussichtslosigkeit der Kooperation liegt jedoch nicht in der fachli- chen oder persönlichen Ungeeignetheit des eingesetzten B eistands begründet. Ein Wechsel der Mandatsperson würde aller Wahrscheinlichkeit nach a n der Weigerungshaltung der Kinder, soweit diese prognostizierbar ist, nichts ändern. Es ist nich t nachvollziehbar, und wird vom Be- schwerdeführer auch nicht substanziiert dargelegt, aus we lchen Gründen eine Vertrauensper- son aus dem Umfeld der Beteiligten für die Erfüllung der Aufgabe besser geeignet sein sollte. Seinem Vorbringen kann demnach nicht gefolgt werden. 7. Nach dem Gesagten ist die Aussichtslosigkeit der Massnah me unter Berücksichtigung der aktuellen Umstände erstellt und der Grund für dere n Fortführung dahingefallen. Dies schliesst eine Wiederannäherung zu einem späteren Zeitp unkt nicht aus. Die Aufhebung der Beistandschaft durch die KESB ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden und die Be- schwerde abzuweisen. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschw erdeführer zurückerstattet. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. Der zu viel gelei stete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdefüh rer zurücker- stattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin