<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 137 S.573</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Nichtwiederwahl</span> <span class="page_no">573</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Nichtwiederwahl</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>137</b></span> <span class="ft2"><b>Nichtwiederwahl.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Ein Antrag auf Entschädigung ist im Antrag auf Wiederwahl nicht</b></span><br/> <span class="ft2"><b>mitenthalten. Ebenso wenig lässt sich das Begehren um Feststellung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>eines Anspruchs auf Wiederwahl als Antrag auf Feststellung der Wi-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>derrechtlichkeit</b></span> <span class="ft2"><b>einer</b></span> <span class="ft2"><b>Nichtwiederwahl</b></span> <span class="ft2"><b>interpretieren</b></span> <span class="ft2"><b>(Erw.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>I/2/c/bb).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Das Personalrekursgericht kann grundsätzlich weder eine Wieder-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wahl anordnen noch die Vorinstanz anweisen, eine Wiederwahl oder</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Wiedereinstellung vorzunehmen. Frage offen gelassen, ob bei Nich-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tigkeit einer Verfügung von diesem Grundsatz abzuweichen wäre</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. I/2/c/cc).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 23. September 2002 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen F. gegen die Verfügung der Berufsschule L. vom 9. April 2002</span><br/> <span class="ft4">(BE.2002.50002).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">I. 2. c) aa) Gemäss der Rechtsprechung des Personalrekursge-</span><br/> <span class="ft6">richts ist es ihm grundsätzlich versagt, Nichtwiederwahl- oder Ent-</span><br/> <span class="ft6">lassungsverfügungen aufzuheben und die Wiederwahl bzw. Wieder-</span><br/> <span class="ft6">einstellung anzuordnen. Ebenso wenig kann das Personalrekursge-</span><br/> <span class="ft6">richt eine Rückweisung an die Vorinstanz im Sinne von § 58 VRPG</span><br/> <span class="ft6">mit der Anweisung versehen, es sei eine Wiederwahl bzw. Wieder-</span><br/> <span class="ft6">einstellung vorzunehmen, da ihm selber - wie gesehen - diese Be-</span><br/> <span class="ft6">fugnis nicht zusteht. Auf entsprechende Begehren darf folglich nicht</span><br/> <span class="ft6">eingetreten werden. Zulässig sind demgegenüber die Anträge auf</span><br/> <span class="ft6">Feststellung der Widerrechtlichkeit einer Nichtwiederwahl bzw. einer</span><br/> <span class="ft6">Entlassung sowie auf Zusprechung einer Entschädigung analog § 12</span><br/> <span class="ft6">PersG (AGVE 2001, S. 522 ff.).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">574</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Der Beschwerdeführer verlangt in der Hauptsache die Aufhe-</span><br/> <span class="ft6">bung der Verfügung vom 9. April 2002; zudem sei festzustellen, dass</span><br/> <span class="ft6">er einen Anspruch auf Wiederwahl bzw. einen Anspruch auf</span><br/> <span class="ft6">Weiterbesoldung habe. Aus den obigen Erwägungen folgt, dass das</span><br/> <span class="ft6">Personalrekursgericht auf diese Begehren grundsätzlich (zur be-</span><br/> <span class="ft6">haupteten Nichtigkeit vgl. lit. cc hienach) nicht eintreten darf.</span><br/> <span class="ft6">bb) Nach herrschender Lehre ist der Antrag auf Entschädigung</span><br/> <span class="ft6">im Antrag auf Wiederwahl nicht mitenthalten, sondern stellt etwas</span><br/> <span class="ft6">qualitativ Anderes, ein sog. "aliud", dar (Fritz Gygi, Bundesverwal-</span><br/> <span class="ft6">tungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 253; Attilio Gadola, Die</span><br/> <span class="ft6">reformatio in peius vel melius in der Bundesverwaltungsrechtspflege</span><br/> <span class="ft6">- eine Übersicht der neuesten Rechtsprechung, in: AJP 1998, S. 60;</span><br/> <span class="ft6">René Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Öffentliches Pro-</span><br/> <span class="ft6">zessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt</span><br/> <span class="ft6">a.M. 1996, Rz. 1590; a. M. [jedenfalls in Bezug auf das Rekursver-</span><br/> <span class="ft6">fahren nach zürcherischem Recht]: Andreas Keiser, Rechtsschutz im</span><br/> <span class="ft6">öffentlichen Personalrecht nach dem revidierten Verwaltungsrechts-</span><br/> <span class="ft6">pflegegesetz des Kantons Zürich, in: ZBl 99/1998, S. 215). Es ist</span><br/> <span class="ft6">daher ausgeschlossen, das Begehren um Aufhebung des Nichtwie-</span><br/> <span class="ft6">derwahlbeschlusses als Entschädigungsbegehren zu interpretieren</span><br/> <span class="ft6">und insofern auf die Beschwerde einzutreten.</span><br/> <span class="ft6">Ebenso verbietet es sich, die Begehren als Antrag auf blosse</span><br/> <span class="ft6">Feststellung der Widerrechtlichkeit der Nichtwiederwahl zu behan-</span><br/> <span class="ft6">deln, ist doch die Beschwerde offensichtlich ausgerichtet auf die</span><br/> <span class="ft6">Rettung des Dienstverhältnisses im Sinne der Weiterbeschäftigung</span><br/> <span class="ft6">oder zumindest der Weiterbesoldung. Ein separates Interesse an der</span><br/> <span class="ft6">Feststellung der Widerrechtlichkeit der Nichtwiederwahl wird weder</span><br/> <span class="ft6">behauptet noch in irgendeiner Art und Weise dargetan (zur Feststel-</span><br/> <span class="ft6">lung der behaupteten Nichtigkeit vgl. lit. cc hienach).</span><br/> <span class="ft6">cc) Eine (unechte) Ausnahme von der unter lit. aa erwähnten</span><br/> <span class="ft6">Rechtsprechung drängt sich allenfalls insoweit auf, als der Betrof-</span><br/> <span class="ft6">fene eine Nichtigkeit der Nichtwiederwahl- bzw. der Entlassungs-</span><br/> <span class="ft6">verfügung geltend macht (vgl. ZBl 102/2001, S. 583 f.). Nichtigkeit</span><br/> <span class="ft6">bedeutet absolute Unwirksamkeit einer Verfügung. Eine nichtige</span><br/> <span class="ft6">Verfügung entfaltet keinerlei Rechtswirkungen. Sie ist vom Erlass an</span><br/> <span class="ft6">(ex tunc) und ohne amtliche Aufhebung als nicht vorhanden, als</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Nichtwiederwahl</span> <span class="page_no">575</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">rechtlich unverbindlich zu betrachten. Die Nichtigkeit ist von Amtes</span><br/> <span class="ft6">wegen zu beachten und kann von jedermann jederzeit geltend ge-</span><br/> <span class="ft6">macht werden (Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allge-</span><br/> <span class="ft6">meinen Verwaltungsrechts, 3. Auflage Zürich 1998, Rz. 768).</span><br/> <span class="ft6">Die Frage, ob in Bezug auf die Behauptung, die Nichtwie-</span><br/> <span class="ft6">derwahl- bzw. Entlassungsverfügung sei nichtig, auf die Beschwerde</span><br/> <span class="ft6">einzutreten ist, kann indessen im vorliegenden Fall offen gelassen</span><br/> <span class="ft6">werden, da eine Nichtigkeit der strittigen Nichtwiederwahl ohnehin</span><br/> <span class="ft6">zu verneinen ist.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>