<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00089</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204112&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00089</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufhebung eines Warnungsentzugs wegen stark verminderter Zurechnungsfähigkeit und überlanger Verfahrensdauer Warnungsentzug wegen Vereitelung einer Blutprobe nach Parkunfall bei stark verminderter Zurechnungsfähigkeit (E. 1.1): keine rechtsungleiche Behandlung gegenüber dem vollständig Unzurechnungsfähigen, sofern jener ursprünglich nicht beabsichtigte, ein Fahrzeug zu lenken (E. 1.2). Freie Überprüfungsbefugnis der Dauer eines Warnungsentzugs (E. 2.1). War die Zurechnungsfähigkeit des Fahrzeuglenkers stark vermindert, muss die Mindestentzugsdauer von Art. 17 Abs. 1 SVG unterschritten werden (E. 2.2). Offen gelassen, ob auch die Mindestentzugsdauer von einem Monat unterschritten werden muss (E. 2.3). Die Dauer des Warnungsentzugs ist zu reduzieren (oder auf einen Entzug sogar ganz zu verzichten), wenn zwischen dem massnahmeauslösenden Ereignis und dem Entscheid der Vorinstanz relativ viel Zeit verstrichen ist, den Fahrzeuglenker an der langen Verfahrensdauer keine Schuld trifft und er sich in der Zwischenzeit wohl verhalten hat (E. 3.1). Die Angemessenheit der Verfahrensdauer ist aufgrund folgender Kriterien zu ermitteln: Bedeutung der Sache für den Beschwerdeführer, Komplexität des Falles, Verhalten des Beschwerdeführers, Behandlung des Falles durch die Behörden (E. 3.2). Darf im Administrativverfahren auf die Sachverhaltsermittlungen des Strafverfahrens abgestellt werden, ist ein Rekursverfahren von über 2 Jahren übermässig lang (E. 3.3). Steht das Resultat des Strafverfahrens erst einmal fest, ist das Administrativverfahren beförderlich zu erledigen (E. 3.4). Wenn der Fahrzeuglenker den Führerausweisentzug (mit angemessen verkürzter Dauer) bzw. eine Verwarnung nicht mehr mit dem massnahmeauslösenden Ereignis in Verbindung bringt, ist auf eine Massnahme ganz zu verzichten (E. 3.5). Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHANDLUNGSFRIST">BEHANDLUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BLUTPROBE">BLUTPROBE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTZUGSDAUER">ENTZUGSDAUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MINDESTENTZUGSDAUER">MINDESTENTZUGSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃFUNGSBEFUGNIS">PRÃFUNGSBEFUGNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSGLEICHHEIT">RECHTSGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVERZÃGERUNG">RECHTSVERZÃGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNZURECHNUNGSFÃHIGKEIT">UNZURECHNUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSDAUER">VERFAHRENSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWARNUNG">VERWARNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WARNUNGSENTZUG">WARNUNGSENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZURECHNUNGSFÃHIGKEIT, VERMINDERTE">ZURECHNUNGSFÃHIGKEIT, VERMINDERTE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 Abs. 1 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 29 Abs. 1 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 6 Abs. 1 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 263 StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 Abs. 3 lit. g SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 Abs. 1 SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG</span><br/><span class="gerade">§ 4a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 27a Abs. 1 VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 30 Abs. 2 VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 Abs. 2 VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 46</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 47</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 24. Oktober 2001 entzog das Strassenverkehrsamt (Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit) A den FÃ¼hrerausweis fÃ¼r die Dauer von einem Monat. Das Obergericht hatte ihn zuvor rechtskrÃ¤ftig wegen Vereitelung einer Blutprobe verurteilt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Rekurs vom 28. November 2001 beantragte A die Aufhebung der EntzugsverfÃ¼gung. Am 21. Januar 2004 wies der Regierungsrat den Rekurs ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 20. Februar 2004 beantragte A die Aufhebung des Rekursentscheids. Von der Anordnung einer Administrativmassnahme sei abzusehen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse. Das Strassenverkehrsamt und der Regierungsrat beantragten die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span>Keine rechtsungleiche Behandlung</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht zunÃ¤chst geltend, dass er im Vergleich zu einem gÃ¤nzlich unzurechnungsfÃ¤higen Fahrzeuglenker rechtsungleich behandelt wurde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die BehÃ¶rde verletzt das Gleichbehandlungsgebot, wenn sie zwei tatsÃ¤chlich gleiche Situationen rechtlich unterschiedlich beurteilt (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV). Beim Vergleich mit der rechtlichen Behandlung eines gÃ¤nzlich UnzurechnungsfÃ¤higen ist von der nachfolgenden Sachverhaltsdarstellung im rechtskrÃ¤ftigen Urteil des Obergerichts auszugehen, da Indizien fÃ¼r eine falsche Tatsachenfeststellung im Strafverfahren weder ersichtlich sind noch behauptet werden (vgl. BGE 119 Ib 158, 164 E. 3c/aa):</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer besuchte am 28. November 1998 ein Geburtstagsfest in X. Dabei kam es zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung mit einem anderen Gast. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung versetzte dieser dem BeschwerdefÃ¼hrer einen schweren Schlag ins Gesicht. Dabei erlitt der BeschwerdefÃ¼hrer eine HirnerschÃ¼tterung (Urteil des Obergerichts, E. III/2b). Die HirnerschÃ¼tterung hatte eine erhebliche Verminderung der ZurechnungsfÃ¤higkeit, nicht jedoch eine vÃ¶llige UnzurechnungsfÃ¤higkeit zur Folge (E. III/3h des obergerichtlichen Urteils). Der BeschwerdefÃ¼hrer verliess in der Folge das Fest, setzte sich in sein Auto und rammte beim Losfahren einen massiv gemauerten Torpfosten. Der BeschwerdefÃ¼hrer musste den heftigen Aufprall bemerkt haben und deshalb davon ausgehen, dass er fremdes Eigentum erheblich beschÃ¤digt hatte und eine Blutprobe angeordnet wÃ¼rde (Urteil des Obergerichts, E. IV/2). Dennoch entfernte er sich vom Unfallort.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wenn ein FahrzeugfÃ¼hrer mit der Anordnung einer Blutprobe rechnen musste und sich dieser vorsÃ¤tzlich entzieht, muss ihm der FÃ¼hrerausweis entzogen werden (Art. 16 Abs. 3 lit. g des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958, SVG). Die Beschwerdegeg­nerin verfÃ¼gte deshalb einen Warnungsentzug von einem Monat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer stÃ¼tzt den Vorwurf der rechtsungleichen Behandlung auf eine in der Literatur vertretene Auffassung. Danach ist der FÃ¼hrerausweis nicht zu entziehen, wenn der Betreffende von vornherein nicht beabsichtigte, nach erheblichem Konsum von Alkohol noch ein Fahrzeug zu lenken (RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern 1995, Rz. 2394). Dieser Fall ist etwa dann gegeben, wenn ein Hochzeitsgast ein Hotelzimmer bucht, um unmittelbar nach dem Fest dort zu Ã¼bernachten; an der Hochzeit betrinkt er sich bis zur UnzurechnungsfÃ¤higkeit und fasst in diesem Zustand den Entschluss, sich ans Steuer zu setzen. Aufgrund von Art. 10 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB) darf der Lenker nicht wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (Art. 91 Abs. 1 SVG) verurteilt werden. Art. 12 StGB sieht von der Regel in Art. 10 StGB zwar eine Ausnahme vor (so genannte actio libera in causa); diese Ausnahme greift jedoch nicht, da der Gast bei Trinkbeginn gerade nicht vor hatte, Auto zu fahren. Der TÃ¤ter wird in so einem Fall einzig wegen selbst verschuldeter UnzurechnungsfÃ¤higkeit (Art. 263 Abs. 1 StGB) verurteilt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Fall des Hochzeitsgastes ist mit dem vorliegend zu beurteilenden Fall nicht vergleichbar: Dort wird der TÃ¤ter aufgrund eines <i>Auffangtatbestandes </i>(Art. 263 StGB) bestraft; jener will eine LÃ¼cke schliessen, weil die Voraussetzungen der actio libera in causa (Art. 12 StGB) nicht erfÃ¼llt sind und eine Bestrafung wegen des "Hauptdeliktes" (z.B. Fahren in angetrunkenem Zustand, KÃ¶rperverletzung, Mord usw.) somit unzulÃ¤ssig ist (vgl. Felix Bommer in: Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel etc. 2003, Art. 263 Rz. 1). In jenem Fall der selbst verschuldeten UnzurechnungsfÃ¤higkeit wÃ¤re es tatsÃ¤chlich fraglich, ob anschliessend noch ein Warnungsentzug verfÃ¼gt werden dÃ¼rfte, da kein strafrechtlich und wohl auch kein verwaltungsrechtlich relevanter Verstoss gegen das Rechtsgut der Verkehrssicherheit vorliegt. Hier wurde der Lenker jedoch wegen eines <i>Strassenverkehrsdeliktes </i>(Art. 91 Abs. 3 SVG) verurteilt, und zwar deshalb, weil er sich â wenn auch vermindert zurechnungsfÃ¤hig â vom Unfallort entfernte, obwohl er wusste, dass eine Blutprobe angeordnet wÃ¼rde. Die beiden FÃ¤lle unterscheiden sich damit in rechtserheblicher Weise und mÃ¼ssen folglich unterschiedlich behandelt werden. Daher liegt kein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgebot vor. â Anzumerken bleibt, dass sich der Regierungsrat mit dieser RÃ¼ge nicht auseinander setzte, obwohl sie vom BeschwerdefÃ¼hrer bereits im Rekursverfahren erhoben wurde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span>Fehlende BerÃ¼cksichtigung der verminderten ZurechnungsfÃ¤higkeit</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht weiter geltend, die Dauer des FÃ¼hrerausweisentzuges sei unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, da er sich der Blutprobe in stark verminderter ZurechnungsfÃ¤higkeit entzogen habe. Hinzu komme, dass diese Verminderung der ZurechnungsfÃ¤higkeit unverschuldet sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die BehÃ¶rde muss demjenigen, der sich vorsÃ¤tzlich einer Blutprobe entzieht, den FÃ¼hrerausweis fÃ¼r mindestens einen Monat entziehen (Art. 16 Abs. 3 lit. g SVG i.V.m. Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG; BGE 121 II 134 E. 3c). Die Beschwerdegegnerin legte die Dauer des Entzugs auf diese gesetzliche Mindestdauer fest. Der Regierungsrat hielt im angefochtenen Entscheid (E. 3) dafÃ¼r, dass die Beschwerdegegnerin dadurch dem "unbelasteten automobilistischen Leumund" des BeschwerdefÃ¼hrers genÃ¼gend Rechnung getragen habe. Die RÃ¼ge der fehlenden BerÃ¼cksichtigung der stark verminderten ZurechnungsfÃ¤higkeit behandelte die Vorinstanz mit keinem Wort. Diese Beurteilung ist hier nachzuholen. â Aufgrund von Art. 33 Abs. 2 der Verordnung vom 27. Oktober 1976 Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV) verfÃ¼gt die BehÃ¶rde bei der Bemessung der Dauer des Ausweisentzugs Ã¼ber Ermessen. Aufgrund von § 50 Abs. 2 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) dÃ¼rfte das Verwaltungsgericht diesen Ermessenspielraum an sich nicht frei Ã¼berprÃ¼fen und nur bei Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber­schrei­tung oder -unter­schreitung einschreiten. Bei einem Warnentzug handelt es sich jedoch um eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK; BGE 121 II 22 E. 3b). Art. 6 Abs. 1 EMRK verlangt, dass das Strafmass entweder erstinstanzlich von einem Gericht festgelegt wird oder aber â wenn das Strafmass zunÃ¤chst von einer Administrativ- oder DisziplinarbehÃ¶rde festgelegt wurde â von einem Gericht frei Ã¼berprÃ¼ft werden kann (BGE 115 Ia 406 E. 3b; vgl. § 50 Abs. 3 VRG). Die Festsetzung der Dauer des Ausweisentzugs ist hinsichtlich des Ermessensspielraums und der dabei anzuwendenden Kriterien (Art. 33 Abs. 2 VZV) und mit der Festsetzung des Strafmasses (Art. 63 ff. StGB) vergleichbar. Deshalb hat das Verwaltungsgericht als erste richterliche Instanz die Angemessenheit der Dauer von WarnungsentzÃ¼gen frei zu Ã¼berprÃ¼fen (BGE 121 II 219 E. 2b; RB 1997 Nr. 124).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Dauer des Warnungsentzuges richtet sich unter anderem nach der Schwere des Verschuldens und dem automobilistischen Leumund (Art. 33 Abs. 2 VZV). Im vorliegenden Fall ist zu berÃ¼cksichtigen, dass das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¤usserst gering wog. Zwar entfernte er sich vom Unfallort, obwohl er sich bewusst sein musste, dass er fremdes Eigentum beschÃ¤digt hatte. Andererseits war seine ZurechnungsfÃ¤higkeit in diesem Zeitpunkt durch die HirnerschÃ¼tterung stark vermindert. Hinzu kommt, dass er die HirnerschÃ¼tterung in keiner Weise selbst verschuldete (etwa indem er die Treppe hinunter gefallen wÃ¤re). â Ist die ZurechnungsfÃ¤higkeit, wie hier, derart stark vermindert, bildet die Unterschreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdauer die Regel (BGr, 9. MÃ¤rz 2000, 6A.56/1999, E. 3b, www.bger.ch). Ausnahmen von dieser Regel kÃ¶nnen in besonderen FÃ¤llen gerechtfertigt sein (so etwa wegen eines stark beeintrÃ¤chtigten auto­mobilistischen Leumundes). Ist die Verminderung der ZurechnungsfÃ¤higkeit jedoch unver­schuldet, bleibt fÃ¼r ein Abweichen von dieser Regel kein Raum. Weshalb die Beschwerdegegnerin dennoch am gesetzlichen Minimum festhielt, geht aus der angefochtenen VerfÃ¼gung nicht hervor. In ihrer Rekursantwort deutete sie an, dass eine Unterschreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdauer nur bei vollstÃ¤ndiger <i>Un</i>zurechnungsfÃ¤higkeit in Betracht zu ziehen sei. Eine solche Praxis erweist sich jedoch aufgrund des soeben zitierten Urteils des Bundesgerichts als unangemessen. Als angemessen erscheint im vorliegenden Fall die Unterschreitung der gesetzlichen Mindestdauer um mindestens zwei Wochen. Damit fragt sich, ob die erstinstanzliche VerfÃ¼gung entsprechend zu berichtigen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Besonderen UmstÃ¤nden wie stark verminderter ZurechnungsfÃ¤higkeit kann in der Regel ohne weiteres durch ein Unterschreiten der gesetzlichen Mindestentzugsdauer Rechnung getragen werden (BGr, 9. MÃ¤rz 2000, 6A.56/1999, E. 3b, www.bger.ch). BetrÃ¤gt die Mindestentzugsdauer beispielsweise sechs Monate (Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG), kann ein Warnungsentzug von nur vier Monaten verfÃ¼gt werden usw. Im vorliegenden Fall betrÃ¤gt die Mindestentzugsdauer indessen lediglich einen Monat (Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG). Dabei handelt es sich um die tiefste der in Art. 17 Abs. 1 SVG vorgesehenen Grenzen. Damit fragt sich, ob eine Entzugsdauer von weniger als einem Monat anzuordnen oder ob von einem FÃ¼hrerausweisentzug gÃ¤nzlich abzusehen ist. Das Bundesgericht hat die Frage offen gelassen (BGE 123 II 225, 231). In der kantonalen Rechtsprechung wurde die ZulÃ¤ssigkeit eines FÃ¼hrerausweisentzugs von nur zwei oder drei Wochen verneint (Obergerichtskommission des Kantons Obwalden, 9. April 1999, SJZ 97/2001, S. 524 f.). Auch in der Literatur wird ein FÃ¼hrerausweisentzug von weniger als einem Monat mehrheitlich abgelehnt (Schaffhauser, Band III, Rz. 2419; Hans Giger, SVG, 6. A., ZÃ¼rich 2002, Kommentar zu Art. 17 Abs. 1; a.M. dagegen Philippe Weissenberger, Die Zumessung des Warnungsentzugs von FÃ¼hrerausweisen nach der neueren Praxis des Bundesgerichts, SJZ 95/1999, S. 457, 513, 514). â Ein Warnungsentzug von weniger als einem Monat dÃ¼rfte wohl nur in seltenen FÃ¤llen die von Art. 30 Abs. 2 VZV bezweckte Besserung des FahrzeugfÃ¼hrers bewirken. Einem einwÃ¶chigen Entzug kÃ¶nnte der Betroffene beispielsweise ohne weiteres mit einem kurzen Ferienaufenthalt "ausweichen". Auch ein Entzug von nur zwei Wochen dÃ¼rfte von den meisten Automobilisten kaum als einschneidend empfunden werden. Ein Entzug wird in den meisten FÃ¤llen nur dann das notwendige Gewicht aufweisen, wenn er fÃ¼r einen Monat festgelegt wird. Ob im vorliegenden Fall dennoch eine kÃ¼rzere Dauer (von nur einer oder zwei Wochen) anzuordnen ist, kann indessen offen gelassen werden, da der angefochtene Entscheid und die EntzugsverfÃ¼gung bereits aus einem anderen Grund aufzuheben sind:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span>Unangemessenheit der Verfahrensdauer</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht eine Verletzung des Beschleunigungsgebots geltend. Weil seit dem Selbstunfall viel Zeit vergangen sei, mÃ¼sse von einem FÃ¼hrerausweisentzug abgesehen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Parteien haben im Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV; § 4a VRG). Bei der Beurteilung der Angemessenheit der Verfahrensdauer ist zunÃ¤chst zu berÃ¼cksichtigen, dass mit dem Warnungsentzug eine Besserung des FahrzeugfÃ¼hrers bzw. eine BekÃ¤mpfung der RÃ¼ckfallgefahr erreicht werden soll (Art. 30 Abs. 2 VZV). Aufgrund seines prÃ¤ventiven und erzieherischen Charakters muss der Warnungsentzug gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung mit der Verkehrsregelverletzung in einem <i>angemessenen zeitlichen Zusammenhang </i>stehen (BGE 120 Ib 504 E. 4b). Ist dieser Zusammenhang nicht mehr gegeben, muss die gesetzliche Mindestentzugsdauer unterschritten (BGE 127 II 297 E. 3b; BGE 120 Ib 504, 510 E. 4e) oder sogar gÃ¤nzlich von einer Massnahme abgesehen werden (vgl. den Sachverhalt in BGE 115 Ia 159, 162). FÃ¼r eine Reduktion der Entzugsdauer bzw. einen gÃ¤nzlichen Verzicht mÃ¼ssen aufgrund der zitierten Rechtsprechung folgende Voraussetzungen erfÃ¼llt sein:</span></p> <p class="Urteilstext"><span>â Zwischen dem massnahmeauslÃ¶senden Ereignis und dem Entscheid der letzten Instanz ist relativ viel Zeit verstrichen;</span></p> <span><br/> </span> <p class="Urteilstext"><span>â den BeschwerdefÃ¼hrer trifft an dieser langen Verfahrensdauer keine Schuld (oder positiv ausgedrÃ¼ckt: das Prozessverhalten des BeschwerdefÃ¼hrers muss nachvollziehbar sein; vgl. EGMR, 26. Oktober 1988, Martins Moreira, 11371/85, § 49, http://hudoc.echr.coe.int: "natural and understandable");</span></p> <p class="Urteilstext"><span>â der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich in der Zwischenzeit wohl verhalten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort nicht geltend gemacht, dass es an der letztgenannten Voraussetzung fehlt. Die zweite Voraussetzung ist ebenfalls erfÃ¼llt. Zwar wurde die LÃ¤nge des Strafverfahrens vom BeschwerdefÃ¼hrer teilweise "mitverursacht" (BGE 127 II 297, 301 E. 3d), indem er den Entscheid des Einzelrichters ans Obergericht weiterzog. Dies darf jedoch grundsÃ¤tzlich nicht zum Nachteil des BeschwerdefÃ¼hrers berÃ¼cksichtigt werden (EGMR, 23. April 1987, Poiss, 9816/82, § 57, http://hu­doc.echr.coe.int). Hinzu kommt, dass sein Rechtsmittel vorliegend begrÃ¼ndet war (vgl. den analogen Fall in BGE 120 Ib 504, 506 E. 3): Der Einzelrichter verurteilte ihn noch wegen einer ganzen Reihe von Strassenverkehrsdelikten (insbesondere Fahren in angetrunkenem Zustand) zu einer bedingten GefÃ¤ngnisstrafe von 10 Tagen. Das Obergericht sprach ihn demgegenÃ¼ber von Fahren in angetrunkenem Zustand frei und verurteilte ihn nur noch wegen einer Vereitelung einer Blutprobe zu einer Busse von Fr. 2'000.- (die Ã¼brigen ÃbertretungstatbestÃ¤nde waren inzwischen verjÃ¤hrt). Gegen dieses Urteil wurde nach ErÃ¶ffnung des Dispositivs kantonale Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet. Nach Vorliegen des begrÃ¼ndeten Entscheids zog sie der BeschwerdefÃ¼hrer jedoch zurÃ¼ck. Das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers im Strafverfahren ist damit ohne weiteres nachvollziehbar. Er ist auch fÃ¼r die Dauer des Ã¼brigen Verfahrens nicht verantwortlich. So war der BeschwerdefÃ¼hrer insbesondere nicht gehalten, das Administrativverfahren durch eigene Handlungen â gleichsam "gegen sich selbst" (BGE 127 II 297, 301 E. 3d) â voran­zutreiben. Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die Voraussetzung der Ã¼berlangen Verfahrensdauer erfÃ¼llt ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Zwischen dem massnahmeauslÃ¶senden Ereignis (29. November 1998) und dem angefochtenen Entscheid (21. Januar 2004) liegen knapp 5 Jahre und 2 Monate. Ob diese Verfahrensdauer als Ã¼berlang zu gelten hat, bemisst sich zunÃ¤chst aufgrund der anwendbaren Verfahrensordnung. EnthÃ¤lt diese eine Behandlungsfrist, ist in erster Linie darauf abzustellen (vgl. etwa BGE 108 Ia 165 E. 2b). Bestehen keine gesetzlichen Behandlungsfristen, sind die konkreten UmstÃ¤nde des Einzelfalles zu berÃ¼cksichtigen (vgl. BGE 127 II 297, 300 E. 3d). Da der Warnungsentzug eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK darstellt (BGE 121 II 22 E. 3b), sind fÃ¼r die Bestimmung der Angemessenheit der Verfahrensdauer die vom EuropÃ¤ischen Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) entwickelten Kriterien zu berÃ¼cksichtigen: Bedeutung der Sache fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer, KomplexitÃ¤t des Falles, Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers sowie Behandlung des Falles durch die BehÃ¶rden (EGMR, 28. Juni 1978, KÃ¶nig, 6232/73, § 99, http://hudoc.echr.coe.int; Ãbersicht bei Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 459 ff.). Dabei ist zunÃ¤chst (E. 3.3) die Dauer der einzelnen Verfahrensabschnitte und anschliessend (E. 3.4) die Dauer des Verfahrens als Ganzes zu beurteilen:</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Vom Selbstunfall bis zur Anklageerhebung vergingen etwas mehr als 11 Monate; zwischen Anklagerhebung und FÃ¤llung des Urteils durch das Obergericht verstrichen 1 Jahr und 5 Monate. Im Strafverfahren mussten zahlreiche Festteilnehmer als Zeugen einvernommen und ein neurologisches Gutachten eingeholt werden. Das Strafverfahren wurde von den Ermittlungs- und den gerichtlichen BehÃ¶rden mit der notwendigen BefÃ¶rderlichkeit vorangetrieben. Es erweist sich damit nicht als Ã¼bermÃ¤ssig lang. Dass das Administrativverfahren so lange sistiert bleiben musste, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in Kauf zu nehmen, da das Strafverfahren dank der umfassenden Verteidigungsrechte und den spezialisierten Ermittlungsorganen zu zuverlÃ¤ssigen Ergebnissen fÃ¼hrt (BGE 119 Ib 158,162 E. 2c/cc).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Strassenverkehrsamt erhielt am 30. Juli 2001 vom RÃ¼ckzug der Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts Kenntnis. Bis zur Zustellung der EntzugsverfÃ¼gung vergingen drei Monate. Auch diese Dauer erweist sich als nicht Ã¼bermÃ¤ssig lang, da dem BeschwerdefÃ¼hrer nach Abschluss des Strafverfahrens zunÃ¤chst das rechtliche GehÃ¶r eingerÃ¤umt werden musste.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vom Abschluss des Schriftenwechsels (Rekursvernehmlassung vom 7. Dezember 2001) bis zum Entscheid des Regierungsrates vergingen etwas mehr als 2 Jahre und 1 Monat. Diese Dauer ist zunÃ¤chst an der Behandlungsfrist in der anwendbaren Verfahrensordnung (§ 27a Abs. 1 VRG) zu messen. Danach entscheiden Rekursinstanzen innert 60 Tagen seit Abschluss der Sachverhaltsermittlungen. Im vorliegenden Fall hatte der Regierungsrat vollumfÃ¤nglich auf die eingehende Ermittlung des Sachverhalts durch StrafverfolgungsbehÃ¶rden und Strafgerichte abzustellen. Eigene Sachverhaltsermittlungen waren aufgrund der Rechtsprechung (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa) klarerweise nicht mehr erforderlich. Bei der Frist in § 27a Abs. 1 VRG handelt es sich zwar um eine Ordnungs- und nicht um eine Verwirkungsfrist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 27a Rz. 10). Gerade in komplizierteren Verfahren wird sich die Frist in aller Regel als zu kurz erweisen, weshalb der RekursbehÃ¶rde denn auch die MÃ¶glichkeit eingerÃ¤umt wird, den Parteien die Nichteinhaltung der Frist anzuzeigen (§ 27a Abs. 2 VRG). Die Frist ist jedoch als eines der hauptsÃ¤chlichen Kriterien zu berÃ¼cksichtigen, wenn es um die Bestimmung der angemessenen Verfahrensdauer im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 1 EMRK geht. Deshalb ist zunÃ¤chst festzuhalten, dass die Behandlungsfrist vorliegend um mehr als das zwÃ¶lf­fache Ã¼berschritten wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r die Beurteilung der Verfahrensdauer ist weiter die Bedeutung der Sache fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer zu berÃ¼cksichtigen. Der FÃ¼hrerausweisentzug wurde fÃ¼r eine vergleichsweise kurze Dauer angeordnet. Diese Massnahme tangiert zwar die persÃ¶nliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV), bedeutet jedoch etwa im Vergleich zu einer Haftstrafe oder einem Berufsverbot einen eher leichten Eingriff. Allein aufgrund dieses Kriteriums wÃ¤re eine zweijÃ¤hrige Verfahrensdauer an sich noch nicht zu beanstanden. Als weiteres Kriterium ist indessen die KomplexitÃ¤t des Falles zu berÃ¼cksichtigen. Hier fÃ¤llt auf, dass der Regierungsrat nicht nur in Bezug auf den Sachverhalt, sondern auch in Bezug auf die rechtliche WÃ¼rdigung auf das Urteil des Obergerichts abzustellen hatte (BGE 119 Ib 158 E. 3c). Hinsichtlich des Tatbestandes der Vereitelung der Blutprobe konnte der Regierungsrat ohne weiteres von der strafrechtlichen (Art. 91 Abs. 3 SVG) auf die verwaltungsrechtliche Qualifikation (Art. 16 Abs. 3 lit. g SVG) schliessen (vgl. E. 2d des angefochtenen Entscheids). Der Regierungsrat hÃ¤tte sich somit nur noch mit den RÃ¼gen der rechtsungleichen Behandlung und der UnverhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der angeordneten Massnahme auseinander setzen mÃ¼ssen (was er dann allerdings unterliess; vgl. vorn E. 1.2 und 2). Der Fall erwies sich damit nach Abschluss des Strafverfahrens weder in Bezug auf Sachverhalt noch rechtliche Beurteilung als sonderlich komplex. Die Verfahrensdauer steht daher in einem MissverhÃ¤ltnis zur KomplexitÃ¤t des Falles. Weiter hatte der BeschwerdefÃ¼hrer, wie bereits erwÃ¤hnt (E. 3.1), an der Verfahrensdauer keinerlei Verschulden. Als Letztes ist schliesslich die Behandlung des Falles durch die Rekursinstanz zu berÃ¼cksichtigen. Hier fÃ¤llt in Betracht, dass fÃ¼r die Zeit zwischen Abschluss des Schriftenwechsels und Entscheid der Vorinstanz aus den Akten keinerlei Verfahrenshandlungen hervorgehen. Unter BerÃ¼cksichtigung der genannten Kriterien erweist sich die Dauer des Rekursverfahrens als zu lang.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Betrachtet man das Verfahren in seiner Gesamtheit, ist eine Verletzung des Beschleunigungsgebots festzustellen. Die Sistierung des Administrativverfahrens bis zum Abschluss des Strafverfahrens dient der sorgfÃ¤ltigen â und in aller Regel fÃ¼r die Entzugsbe­hÃ¶rde verbindlichen â AbklÃ¤rung des Sachverhalts durch die StrafbehÃ¶rden. Steht das Resultat jedoch erst einmal fest, haben VerwaltungsbehÃ¶rde und Rechtsmittelinstanzen das Administrativverfahren mit der notwendigen BefÃ¶rderlichkeit zu erledigen (vgl. BGE 127 II 297, 301 E. 3d; vgl. auch BGE 120 Ib 504 E. 5: Dauer von insgesamt fÃ¼nfeinhalb Jahren; zwei Entscheide des kantonalen Rekursgerichts wurden jeweils vom Bun­desgericht aufgehoben). Anderenfalls fÃ¼hrt der Dualismus von Straf- und Entzugsver­fahren zu einer Ã¼berlangen Verfahrensdauer (vgl. Andreas Kley, Die Anwendung der Garantien des Art. 6 EMRK auf Verfahren betreffend den FÃ¼hrerausweisentzug, in: RenÃ© Schaff­hauser [Hrsg.], Aktuelle Fragen des Straf- und Administrativmassnahmenrechts im Strassenverkehr, St. Gallen 1995, S. 99, 122). Die Pflicht zur Verfahrensbeschleunigung wurde im vorliegenden Fall durch die Vorinstanz verletzt. Damit sind alle von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgestellten Voraussetzungen (E. 3.1) fÃ¼r eine Unterschreitung der Mindestdauer oder gar einen gÃ¤nzlichen Verzicht auf den Ausweisentzug erfÃ¼llt. Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, welche der beiden MÃ¶glichkeiten zu wÃ¤hlen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Ob ein Ausweisentzug von nur ein bis drei Wochen Ã¼berhaupt zulÃ¤ssig ist, kann offen gelassen werden. Entscheidend ist vorliegend, dass seit dem Selbstunfall Ã¼ber 5 Jahre verstrichen sind. Der Warnungsentzug kÃ¶nnte hier seinen Zweck nicht mehr erreichen: Der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¼rde den Ausweisentzug unabhÃ¤ngig von dessen Dauer kaum mehr mit der Vereitelung der Blutprobe in Verbindung bringen. Von einem Ausweisentzug ist deshalb gÃ¤nzlich abzusehen. Aus denselben GrÃ¼nden ist auch auf die RÃ¼ckweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu verzichten, damit diese eine Verwarnung gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG ausspricht. Eine solche RÃ¼ckweisung wÃ¼rde sich etwa dann aufdrÃ¤ngen, wenn von einem Entzug aus besonderen GrÃ¼nden (z.B. analog Anwendung von Art. 66<sup>bis</sup> Abs. 1 StGB, besondere Massnahmeempfindlichkeit) abzusehen wÃ¤re. Hier wÃ¼rde jedoch auch eine Verwarnung angesichts der Ã¼berlangen Verfahrensdauer nicht mehr mit dem Unfallereignis in Verbindung gebracht und folglich nicht mehr zur erwÃ¼nschten Besserung des BeschwerdefÃ¼hrers beitragen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span>Gutheissung der Beschwerde</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid sowie derjenige der Beschwerdegegnerin aufzuheben. Damit sind die Kosten des Rekursverfahrens neu zu verlegen. Aufgrund des Unterliegerprinzips (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) wÃ¤ren diese an sich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Vorliegend fÃ¤llt jedoch in Betracht, dass die Ã¼berlange Verfahrensdauer allein durch den Regierungsrat verursacht wurde. Damit sind die Kosten des Rekursverfahrens gestÃ¼tzt auf das Verursacherprinzip (§ 13 Abs. 2 Satz 2 VRG) auf die Staatskasse zu nehmen. Bei der Verlegung der Gerichtskosten ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin bei der Festsetzung der Entzugsdauer der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht genÃ¼gend Rechnung trug. Damit ist bei der Verlegung der Gerichtskosten von der Regel in § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG keine Ausnahme zu machen. Weiter ist die Beschwerdegegnerin zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung fÃ¼r Rekurs- und Beschwerdeverfahren zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erweist sich eine EntschÃ¤digung in der HÃ¶he von<br/> Fr. 2'000.-.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Regierungsrates vom 21. Ja­nuar 2004 sowie die VerfÃ¼gung des Strassenverkehrsamtes vom 24. Oktober 2001 werden aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">2. Die Kosten des Rekursverfahrens sind auf die Staatskasse zu nehmen.</p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- zu entrichten (Mehrwertsteuer inbegriffen), zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheids.</p> <p class="Einzug2">6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von dessen Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>7. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>