Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. Juni 2021 (810 20 54) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Quartierplanvorschriften "Hagnau Ost" und "Hagnau West" Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer , Markus Mattle, Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde Muttenz , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Sara Oeschger, Advokatin Betreff Quartierplanvorschriften "Hagnau Ost", "Hagnau West" und "Schänzli" (RRB Nr. 205 vom 11. Februar 2020) A. Am 19. Juni 2018 beschloss die Einwohnergemeindeversa mmlung Muttenz die Quar- tierplanvorschriften der Quartierpläne "Hagnau West", "Hagnau Ost" und "Schänzli". Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen die Quartierplanbeschlüsse gingen während de r Planauflage mehrere Einspra- chen ein. Insbesondere erhob A.____ eine Einsprache geg en die beiden Quartierplanbeschlüs- se "Hagnau West" und "Hagnau Ost", die im anschliessende n Verständigungsverfahren nicht erledigt werden konnte. C. Am 8. Juni 2019 unterbreitete der Gemeinderat Mut tenz dem Regierungsrat des Kan- tons Basel-Landschaft den Beschluss der Einwohnergemein deversammlung Muttenz vom 19. Juni 2018 zur Genehmigung und ersuchte um Abweisun g der unerledigten Einsprachen. Gleichzeitig beantragte der Gemeinderat Muttenz gest ützt auf § 31 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 die Genehmigung von diversen geringfügigen Än- derungen gegenüber dem Beschluss. D. Der Regierungsrat vereinigte die Genehmigungs- und Einspracheverfahren betreffend die drei Quartierpläne "Hagnau West", "Hagnau Ost" un d "Schänzli". Mit Regierungsratsbe- schluss (RRB) Nr. 205 vom 11. Februar 2020 wies der Regierungsrat alle Einsprachen im Sinne der Erwägungen als unbegründet ab, soweit er darauf eintrat und sie nicht gegenstandslos oder erledigt worden sind. Zugleich genehmigte er die Quar tierplanvorschriften "Hagnau West", "Hagnau Ost" und "Schänzli" im Sinne der Erwägungen mit diversen Auflagen, Änderungen und Ausnahmen. E. Gegen die Genehmigung der Quartierplanvorschriften "Hagnau West" und "Hagnau Ost" erhebt A.____ am 19. Februar 2020 Beschwerde bei m Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den An trägen, der Beschluss des Regie- rungsrats betreffend Abweisung ihrer Einsprache sei aufzuheben und die Quartierplanvorschrif- ten "Hagnau West" und "Hagnau Ost" seien nicht zu genehmigen. F. Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2020 beantragt der Re gierungsrat, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werde. G. Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Vernehm lassung vom 13. Juli 2020, die Be- schwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. H. Mit Replik vom 14. September 2020 und den Dupliken vom 23. November 2020 hielten die Parteien an ihren Begründungen fest. I. Das Kantonsgericht hat heute einen Augenschein mit anschliessender Parteiverhand- lung durchgeführt, an welcher die Parteien vollumfän glich an ihren gestellten Rechtsbegehren festhielten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.1 Nach § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an und prüft, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind. 1.2.1 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zur Besc hwerde gegen den Regierungs- ratsbeschluss legitimiert ist. 1.2.2 Der Regierungsrat und die Beschwerdegegnerin be streiten die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin. Sie bringen vor, die Beschwerde führerin lege nicht dar, in welchen schutzwürdigen Interessen sie betroffen sei, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten sei. Weiter macht der Regierungsrat geltend, er habe im Einspracheverfahren zwar anerkannt, dass die Beschwerdeführerin durch die Planung "Hagnau Ost" aufgrund der Nähe zu ihren Grund- stücken grundsätzlich berührt sei. Sie habe allerdings keine sie betreffenden schutzwürdigen Interessen geltend gemacht. Daher habe er festgestellt, dass auf die Einsprache nicht einzutre- ten sei. Dennoch habe er sich eingehend mit den Argume nten der Beschwerdeführerin befasst und sei zum Schluss gekommen, dass die Einsprache, selbst w enn darauf eingetreten worden wäre, hätte abgewiesen werden müssen. In Bezug auf d en Quartierplan "Hagnau West" sei er zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin davon nicht betroffen sei. Daher sei er auf die Einsprache nicht eingetreten. Allerdings wür den die Ausführungen zum Quartierplan "Hagnau Ost" in gleicher Weise für den Quartierplan " Hagnau West" gelten. Die Einsprache wäre daher auch abzuweisen gewesen, wenn darauf eingetreten worden wäre. 1.2.3 Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 gewährleistet das kantonale Recht gege n Verfügungen und Nutzungspläne, die sich auf das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen A usführungsbestimmungen stützen, die Legitimation mindestens im gleichen Umfan g wie für die Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten (vgl. Art. 82 ff. des Bund esgesetzes über das Bundesgericht [BGG] vom 17. Juni 2005) an das Bundesgericht. Ferner sch reibt Art. 111 BGG unter dem Titel der "Einheit des Verfahrens" vor, dass wer zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, sich am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können muss (Abs. 1) und die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts g rundsätzlich mindestens die Rügen nach den Artikeln 95-98 BGG prüfen können muss (Abs. 3). Daraus folgt, dass die kantonalen Behör- den die Rechtsmittelbefugnis nicht enger fassen dürfen, als dies für die Beschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist. Zur Beurteilung, ob das Kantonsgericht die Beschwerdeführerin von der Beschwerde ausschliessen darf, ist demgemäss die Be schwerdeberechtigung nach den Grundsätzen von Art. 89 Abs. 1 BGG zu prüfen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesge- richts 1C_133/2008 vom 6. Juni 2008 E. 2.1). Zur Beschwe rde in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten ist nach Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, we r vor der Vorinstanz am Verfahren teilge- nommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhal ten hat (lit. a); durch den angefochte- nen Entscheid oder Erlass besonders berührt ist (lit. b) ; und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Nach kant onalem Recht ist gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO zur Beschwerde befugt, wer durch die angefo chtene Verfügung oder den angefoch- tenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Intere sse an der Änderung oder Aufhebung hat. Zur Anfechtung von regierungsrätlichen Entscheide n betreffend kommunale und kantonale Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nutzungspläne ist zudem – mit hier nicht gegebenen Ausna hmen gemäss § 47 Abs. 2 Satz 2 VPO – nur berechtigt, wer sich bereits am Einsprache- un d Beschwerdeverfahren vor dem Re- gierungsrat beteiligt hat (§ 47 Abs. 2 Satz 1 VPO). 1.2.4 Beschwerdeberechtigt ist somit, wer vom angefoch tenen Akt besonders betroffen ist. Zur Anfechtung eines Entscheids ist nur legitimiert, we r von diesem stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht. Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bau projekten bzw. Sondernutzungs- planungen insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein. Allerdings ergibt sich die Legiti- mation nicht schon aus der blossen räumlichen Nähe, sondern erst aus einer daraus herrühren- den besonderen Betroffenheit. Des Weiteren muss ein sch utzwürdiges Interesse an der Aufhe- bung oder Änderung des angefochtenen Entscheides oder Erlasses bestehen. Ein schutzwürdi- ges Interesse liegt vor, wenn die tatsächliche oder re chtliche Situation der Beschwerdeführerin durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann . Es liegt im praktischen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde der Beschwerdeführerin eintragen würde oder (anders gesagt) in der Abwendung eines wirtschaftlichen, ideellen, mat eriellen oder anders gearteten Nachteils, den die angefochtene Verfügung für die Beschwerdeführ erin zur Folge hätte. Das schutzwür- dige Interesse kann mithin tatsächlicher oder rechtliche r Art sein. Unwesentlich ist, ob ein tat- sächliches Interesse rechtlich geschützt wird: Weder muss es von der angerufenen Vorschrift mitumfasst sein, noch braucht es mit der Schutzrichtung der als verletzt behaupteten Norm übereinzustimmen. Die Beschwerdeberechtigung der mit ihren Anträgen nicht durchgedrunge- nen Verfügungsadressatin ist grundsätzlich unproblematisch. Die Nachbarin ist zur Beschwerde befugt, wenn sie in einer hinreichend engen nachbarlich en Raumbeziehung zum Baugrund- stück steht und der Ausgang des Verfahrens ihre Interessen beeinträchtigen kann. Ob sie dabei geltend macht, das Bauvorhaben behindere ihre Aussicht, verursache Schatten, Lärm oder an- dere Immissionen, führe zu einer Behinderung ihrer Zu fahrt oder treffe sie in ihren ästhetischen Interessen, ist bedeutungslos. Rein ideelle Beeinträchti gungen müssen im Regelfall indes ein ungleich stärker störendes Mass annehmen als materielle I mmissionen, damit die Legitimation bejaht werden kann (PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 2008 , S. 542 f.). Das Beschwerderecht wird in der Regel anerk annt, wenn die Liegenschaft der Nach- barin unmittelbar an das Baugrundstück bzw. das Areal der Sondernutzungsplanung angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon get rennt wird (vgl. Urteil des Bundesge- richts 1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 E. 1.4; Urteil d es Kantonsgerichts, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 28. Januar 2015 [810 13 396/398] E. 1.3.5). 1.2.5 Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der Par zellen Nr. XX.____ und YY.____, GB Muttenz. Diese Parzellen grenzen – lediglich von einer Strassenparzelle getrennt – an den Quartierplan "Hagnau Ost" an und liegen in rund 160 m Entfernung (Luftlinie) des Quartierplans "Hagnau West". Die Beschwerdeführerin macht unter and erem von den Quartierplanprojekten ausgehende übermässige Immissionen geltend. Sie beteili gte sich am vorinstanzlichen Verfahren und drang mit ihren Anträgen nicht durch. Als Nachbarin des Quartierplanareals "Hagnau Ost" ist die Beschwerdeführerin mehr als die Al lgemeinheit von den Immissionen betroffen, weshalb sie diesbezüglich ohne weiteres zur Be schwerde legitimiert ist. In Bezug auf die Beschwerdelegitimation gegen den Quartierplan "Hagnau West" ist zu berücksichtigen, dass Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine einzige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) über beide Quartierplanareale vorgenommen wurde, d.h. die geplante Überbauung mit den zwei Tei lbereichen ("Hagnau Ost" und "Hagnau West") gesamthaft betrachtet wurde (vgl. Umweltverträg lichkeitsbericht vom 12. April 2018 [UVB] S. 13). Die Beschwerdeführerin stellt die Rechtmässigkeit der UVP in Frage, weshalb sie bereits aus diesem Grund auch zur Beschwerde gegen den Quartierplan "Hagnau West" legiti- miert ist, auch wenn sich dieser in einer Entfernung vo n rund 160 m befindet. Würde sie mit ihren erhobenen Rügen durchdringen, müsste die Genehmi gung der Quartierpläne "Hagnau Ost" und "Hagnau West" verweigert werden und die gepla nten Bauten könnten nicht errichtet werden. Die Beschwerdeführerin ist somit von den Quartierplänen "Hagnau West" und "Hagnau Ost" stärker als jedermann betroffen, steht in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Bezie- hung zur Streitsache und hat ein schutzwürdiges Interes se an der Nichtgenehmigung der beiden Quartierpläne. Ihre Beschwerdelegitimation ist demnach gegeben. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO er füllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 1.2.6 Der Vollständigkeit halber anzumerken ist, dass die Beschwerdeführerin die Geneh- migung des Quartierplans "Schänzli" nicht in Frage stellt, weshalb sich weitere Ausführungen zu diesem Quartierplan erübrigen. 2. Das Kantonsgericht überprüft den angefochtenen Entsche id gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitun g, Unterschreitung oder Miss- brauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts. Darüber hinaus hat das kantonale Recht die volle Überprüfung von Verfügungen und Nutzungs- plänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde zu gewährleisten (Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG). Volle Überprüfung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die freie Prüfung des Sachver- halts und der sich stellenden Rechtsfragen, sondern auch eine Ermessenskontrolle. Die Be- schwerdeinstanz hat dabei allerdings im Auge zu behalte n, dass sie Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz ist. Die Überprüfung ist sachlich vor all em dort zurückzuhaltend vorzunehmen, wo es um lokale Angelegenheiten geht. Sie hat hingege n so weit auszugreifen, dass die über- geordneten, vom Kanton zu sichernden Interessen einen an gemessenen Platz erhalten (vgl. BGE 127 II 238 E. 3 b/aa; H EINZ AEMISEGGER /S TEPHAN HAAG , Praxiskommentar zum Rechts- schutz in der Raumplanung, 2010, Art. 33 RPG N 8 und 7 1 ff.). Bei der Angemessenheits- prüfung ist jeweils auch der den Planungsträgern durch Art. 2 Abs. 3 RPG zuerkannte Gestal- tungsbereich zu beachten. Nach Art. 2 Abs. 3 RPG achten die übergeordneten Behörden darauf, den ihnen nachgeordneten Behörden den zur Erf üllung ihrer Aufgabe nötigen Ermes- sensspielraum zu lassen. Nicht zu beanstanden ist, dass di e kantonale Rechtsmittelinstanz, welche über eine umfassende Prüfungsbefugnis verfügt, im Hinblick auf das Planungsermessen der Planungsbehörde eine gewisse Zurückhaltung übt. Die se Zurückhaltung ergibt sich, wenn der Planungsträger eine Gemeinde ist, bereits aus der i n Art. 50 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 sowie § 45 Abs. 2 der Verfas- sung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 198 4 verankerten Gemeindeautonomie. Die Rechtsmittelinstanzen sollen insbesondere bei Planüb erprüfungen nicht ihr Ermessen an die Stelle des Ermessens des Planungsträgers setzen (BGE 1 35 II 286 E. 5.3; Urteil des Bun-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgerichts 1C_417/2009 vom 21. Januar 2010 E. 2.3, A EMISEGGER /H AAG , a.a.O., Art. 33 RPG N 19 und 73). 3.1 Der Beschwerdegegner moniert, die Beschwerdeführeri n ergänze die bereits in der Einsprache vorgebrachten Aspekte mit der Kritik, die Qu artierpläne würden die im Bundesin- ventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nat ionaler Bedeutung (ISOS) verzeich- nete Siedlung "Freidorf" nicht beachten. Gemäss § 6 A bs. 2 VPO könnten Parteien neue tat- sächliche Behauptungen und Beweismittel bis zur gerichtli chen Beurteilung vorbringen, sofern ihnen dies unverschuldet nicht früher möglich gewesen sei . Verspätete Vorbringen seien aus dem Recht zu weisen. Die Beschwerdeführerin hätte ihre Kritik ohne Weiteres bereits im Ein- spracheverfahren vorbringen können, daher müsse dieser Be schwerdepunkt aus dem Recht gewiesen werden. Dies gelte umso mehr, als dass die K ognition des Kantonsgerichts be- schränkt sei. Da der Beschwerdegegner im vorliegenden F all über einen Aspekt nicht entschie- den habe, weil dieser mit der Einsprache gar nicht vorgebracht worden sei, könne dieser Aspekt im kantonsgerichtlichen Verfahren nicht mehr beurteilt werden. 3.2 Gemäss § 6 Abs. 1 VPO können die Parteien die Antr äge, die sie im vorinstanzlichen Verfahren zur Sache gestellt haben, zwar einschränken, n icht aber ausdehnen oder inhaltlich verändern. Hingegen sind die Parteien befugt, ihre rechtliche Begründung zu ändern, soweit der Zusammenhang zum Streitgegenstand gewahrt bleibt. Nac h § 6 Abs. 2 VPO können die Par- teien neue tatsächliche Behauptungen und Beweismittel bis zur gerichtlichen Beurteilung vor- bringen, sofern ihnen dies unverschuldet nicht früher möglich war. Verspätete Vorbringen wer- den aus dem Recht gewiesen (Abs. 2). Nicht neu sind Ta tsachen, die sich bereits aus den Ak- ten ergeben (A LFRED KÖLZ /ISABELLE HÄNER /MARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Ver- waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auflage, 2013, Rz. 1536). § 16 Abs. 1 VPO statuiert, dass das Gericht, bevor es entscheidet, alle erheblichen Vorb ringen der Parteien würdigt. Nach § 16 Abs. 2 VPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. § 12 VPO besagt, dass das Gericht von Amtes wegen die für den Entscheid wesentliche n Tatsachen feststellt und in der Beweiswürdigung frei ist (Abs. 1). Die präsidierende P erson und das Gericht können von sich aus oder auf Antrag und unter Mitteilung an die Par teien die Akten ergänzen, Erhebungen und Augenscheine vornehmen sowie Sachverständige und Zeugen bzw. Zeuginnen anhören (Abs. 2). Dem Kantonsgericht ist es sodann als Rechtsmitte linstanz erlaubt, die Begründung des angefochtenen Entscheids durch eine neue Begründun g zu ersetzen (sog. Motivsubstitu- tion; vgl. K ÖLZ /H ÄNER /BERTSCHI , a.a.O., Rz. 1135 f. und 1534 f.; KGE VV vom 27. M ai 2015 [810 14 264] E. 1.3.1). 3.3 Mit dem Vorbringen, die geplanten Hochhäuser würd en das geschützte Quartier "Frei- dorf" beeinträchtigen, ändert bzw. ergänzt die Beschwerd eführerin zwar die Begründung ihres Antrages, jedoch findet dadurch weder eine Ausdehnung noch eine inhaltliche Veränderung der Rechtsbegehren statt. In Anbetracht dessen, dass das Gericht von Amtes wegen di e für den Entscheid wesentlichen Tatsachen – wozu die mögliche Bee inträchtigung eines in der Nähe der Quartierplanareale gelegenen ISOS-Objekts zu zählen i st – feststellt und das Gericht – wie auch die Planungsbehörde – diese sich aus den Akten erge bende Tatsache von Amtes wegen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen hat, ist das Vorbringen der Beschwer- deführerin nicht als verspätet zu qualifizieren bzw. nicht aus dem Recht zu weisen. 4.1 Zu prüfen ist folglich die Rüge der Beschwerdeführe rin betreffend die Beeinträchtigung des ISOS-Objekts "Freidorf". Die Beschwerdeführerin bri ngt diesbezüglich vor, die Siedlung "Freidorf", die sich in lediglich 130 m Entfernung be finde, sei im ISOS mit dem Erhaltungsziel A aufgeführt. Die Wohntürme, welche die Siedlung um bis zu ca. 74 m überragten, würden dieses ISOS-Objekt tangieren. Mit anderen Überbauungsvariante n wäre die verlangte grösstmögliche Schonung des ISOS-Objekts viel eher gewährleistet gewesen. Bei der vorliegenden Planung sei somit das Bundesinventar ISOS nicht beachtet worden. 4.2 Die Beschwerdegegnerin erachtet die Kritik als halt los, weil das "Freidorf" als inven- tarisierte Siedlung durch die Quartierplanvorschriften "Hagnau West" und "Hagnau Ost" in kei- ner Weise in seiner Erhaltung tangiert werde. Aus dem ISOS-Beschrieb gehe hervor, dass ins- besondere die räumlichen Qualitäten, das Bebauungsmust er, das ausgewogene Verhältnis zwischen den Häusern und den Gärten sowie die architekturh istorische Qualität des genossen- schaftlichen Siedlungsbaus schützenswert seien. Da das "Frei dorf" nicht Teil der Quartierpla- nungen sei und sich die geplanten Hochhäuser auch nicht in unmittelbarer Nähe befänden, wür- den die schützenswerten Qualitäten nicht negativ beein trächtigt. Aufgrund der Fernwirkung der geplanten Überbauung der Areale "Hagnau West" und "H agnau Ost" mit Hochhäusern und der Nähe zum im ISOS verzeichneten "Freidorf" sei sowohl die kantonale Fachkommission zur Beurteilung von Arealüberbauungen (Arealbaukommission) als auch die kantonale Denkmal- und Heimatschutzkommission (DHK) schon sehr früh in die Arealentwicklung einbezogen wor- den, um die fachliche Beurteilung bezüglich Städtebau, Architektur und Ortsbildschutz zu ge- währleisten. Im Rahmen der Quartierplanentwicklung hätten zahlreiche Besprechungen mit den beiden Kommissionen und Fachausschüssen und eine mehrfach e Gegenprüfung der Entwick- lung des städtebaulichen Konzepts stattgefunden. Am 9. F ebruar 2017 hätten die DHK und die Arealbaukommission die Planung freigegeben. Die Überprüfung der Raumwirkung der Quartier- planung und die umfassende Interessenabwägung auch unte r Berücksichtigung der Wirkung auf das nahe gelegene "Freidorf" sei durch den Einbez ug der zuständigen Fachstellen gewähr- leistet gewesen. 4.3.1 Das ISOS ist ein Bundesinventar im Sinne von Art . 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966. Es e nthält die im Anhang der Verord- nung vom 9. September 1981 über das Bundesinventar de r schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (VISOS) aufgezählten Objekte (Art. 1 VISOS). Durch die Aufnahme ins ISOS wird dar- getan, dass ein Objekt in besonderem Mass die ungeschmäle rte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessen en Ersatzmassnahmen die grösst- mögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 NHG). Der ent sprechende Schutz gilt aber lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben in unmittelbarer Weise (Art. 6 Abs. 2 NHG). Bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben – n amentlich der kantonalen Nutzungs- planung oder der Beurteilung eines Bauvorhabens inner halb der Bauzonen – ist das Inventar insofern von Bedeutung, als es gestützt auf die allgem eine Planungspflicht der Kantone (Art. 2 RPG) wie ein Konzept oder Sachplan gemäss Art. 13 RPG zu berücksichtigen ist (so auch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 4a VISOS). Aufgrund der Behördenverbindlichkeit der Richtplanung (Art. 9 RPG) finden die Schutzanliegen des ISOS auf diese Weise Eingang in die grundeigentümerverbindliche Nut- zungsplanung. Insoweit besteht für die Kantone und Geme inden eine Pflicht zur Berücksich- tigung von Bundesinventaren. Diese Pflicht findet zum ei nen ihren Niederschlag in der Anwen- dung der die Schutzanliegen umsetzenden (Nutzungs-)Planung und zum andern darin, dass im Einzelfall erforderliche Interessenabwägungen im Licht der Heimatschutzanliegen vorgenom- men werden (zum Ganzen: BGE 135 II 209 E. 2.1). 4.3.2 Im Rahmen des Schutzes der Bundesinventarobjekte kommt der Interessenabwägung eine herausragende Bedeutung zu, weil die "Bedeutung" der Bundesinventare auch bei der Er- füllung kantonaler und kommunaler Aufgaben sehr oft in erster Linie davon abhängig ist, wel- ches Gewicht, welche Bedeutung eben den je betroffenen Schutzinteressen, den Interessen an der möglichst ungeschmälerten Erhaltung bzw. jedenfalls grösstmöglicher Schonung der Inven- tarobjekte im Verhältnis zum Gewicht der Eingriffsinteressen zugemessen wird. Denn, wenn die anderen Voraussetzungen für die Zulässigkeit eines Vorhabe ns erfüllt sind, dann steht und fällt die Unversehrtheit eines Objektes mit dem Gewicht seiner Schutzinteressen (vgl. J ÖRG LEIMBACHER , Zur Bedeutung des Bundesgerichtsentscheids Rüti [BGE 135 II 209] für das ISOS und das IVS, Rechtsgutachten der UVEK, 2012, S. 113). I m Rahmen der Durchführung der Interessenabwägung gilt es zuerst, alle relevanten Inte ressen zu ermitteln, danach sind diese Interessen zu beurteilen und zu bewerten bzw. mit dem ihnen (mit Blick auf die ratio legis der Bundesinventare) zustehenden Gewicht zu versehen und schli esslich hat in einem dritten Schritt eine Abwägung der sich gegenüberstehenden Schutz - und Eingriffsinteressen (im enge- ren Sinne) zu erfolgen (vgl. LEIMBACHER , a.a.O., S. 118 f.). 4.3.3 Das ISOS schlüsselt jedes Ortsbild in Ortsteile – Ge biete, Baugruppen, Umgebungs- zonen und Umgebungsrichtungen – auf. Jedem Ortsteil wir d ein Erhaltungsziel zugeteilt – Er- halten der Substanz, der Struktur oder des Charakters fü r die bebauten Gebiete und Erhalten der Beschaffenheit der Eigenschaften für die Umgebungen –, welches Vorschläge zum Bewah- ren und Gestalten verbindet. Die Umsetzung der Erhalt ungsziele soll sicherstellen, dass die wertvollen Eigenheiten des Ortsbildes – und damit seine nationale Bedeutung – ungeschmälert bleiben. Zusätzlich zu den Erhaltungszielen bietet das Bun desinventar Anregungen zu einer nachhaltigen Planung, um den Erhalt des baulichen Erbes und die besondere Qualität der Sied- lungen für die Zukunft zu gewährleisten (Empfehlung d er Bundesämter für Raumentwicklung [ARE], für Umwelt [BAFU], für Kultur [BAK] und für Strassen [ASTRA] zur Berücksichtigung der Bundesinventare nach Artikel 5 NHG in der Richt- und N utzungsplanung vom 15. November 2012, Ziff. 6.2.1.2). 4.4 Die Siedlung "Freidorf" entstand von 1919 bis 19 21. Sie ist ein Musterbeispiel genos- senschaftlichen Wohnungsbaus nach dem ersten Weltkrieg in der Schweiz, die als Spezialfall von nationaler Bedeutung im ISOS verzeichnet ist (ISOS , Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Kanton Basel-Landschaft, Band Orte A - L [ISOS BL], 2 014, S. 157 ff.). Aus dem ISOS ergibt sich, dass die Siedlung "Freidorf" während Jahrzehnten iso liert auf freiem Feld lag. In den Wachstums- und Hochkonjunkturphasen (1950er- bis 1970er -Jahre) wurde das angrenzende Land aber überbaut und Muttenz sowie die Stadt Basel w uchsen zusammen. Heute hebt sich Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Regelmässigkeit der Anlage "Freidorf" wohltuend vo m mehrheitlich ungeordneten Sied- lungsteppich der Basler Agglomeration ab. Eine Umfas sungsmauer grenzt die Gartensiedlung von den umgebenden Überbauungen ab und verstärkt so den Eindruck der Geschlossenheit (ISOS BL, S. 163). In Bezug auf die Bewertung der L agequalitäten ergibt sich aus dem ISOS, dass "ursprünglich hohe Lagequalitäten als abgezirkelte A nlage im freien Feld" vorhanden waren und der Siedlung heute dank der klaren Abgrenzu ng der von Mauern umfassten Garten- siedlung von ihren allseits überbauten Umgebungen immerhin noch ein gewisser Situationswert zukommt (ISOS BL, S. 164). 4.5 Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, bei der Planu ng sei die im ISOS erfasste Sied- lung nicht beachtet worden, erweist sich als haltlos. Im P lanungsbericht wird ausdrücklich auf die in der Nähe liegende, im ISOS erfasste Siedlung " Freidorf" Bezug genommen (Planungs- bericht Ziff. 1.4 "Stadträumlicher Kontext") und aus de n Akten ist ersichtlich, dass im Rahmen von gemeinsamen Beurteilungen durch die DHK und die A realbaukommission mehrfach eine Gegenprüfung der Entwicklung des städtebaulichen Gesamt konzeptes stattfand, was dazu führte, dass das Gesamtkonzept laufend weiterentwickelt wurde und die kantonalen Fachgre- mien aufgrund der Konzeptpräsentation am 9. Februar 2017 das städtebauliche Gesamtkon- zept für die Erarbeitung der Quartierplanvorschriften freigegeben haben (Planungsbericht S. 17). Die Interessenabwägung ist in Anbetracht der Distanz der Hochhäuser zur Siedlung "Freidorf" und des Umstands, dass die Qualitäten der Si edlung "Freidorf" im Wesentlichen im Innern der Siedlung liegen, in Bezug auf die Anliege n des Heimatschutzes nicht zu beanstan- den. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die b eiden kantonalen Fachkommissio- nen, die Arealbaukommission und die DHK, welche gemäss § 14 lit. d des Gesetzes über den Denkmal- und Heimatschutz [DHG] vom 9. April 1992 Gesuc he für Planungen, die das Orts- und Landschaftsbild wesentlich verändern würden, beguta chten, die Planung während des ge- samten Prozesses eng begleitet haben. Entscheidend ist, d ass die Arealbaukommission und die DHK den Quartierplanprojekten im Ergebnis zugestimmt haben und damit anerkannt haben, dass den Schutzinteressen ausreichend Rechnung getragen wurde. Es besteht kein Anlass, an der Meinung dieser Fachbehörden zu zweifeln bzw. davon abzuweichen. Die Beschwerde er- weist sich damit in diesem Punkt als unbegründet. 5.1 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass gemäss Art. 8 RPG (in Kraft seit 1. Mai 2014) Vorhaben mit gewichtigen Auswirkungen auf Raum u nd Umwelt einer Grundlage im kan- tonalen Richtplan (KRIP) bedürften, wozu auch Hochhäu ser gehörten. Wegen dieser zwingen- den bundesrechtlichen Vorschrift habe der Kanton Basel- Landschaft in der Vorlage zur Anpas- sung des KRIP 2016 vom 29. August 2017 ein neues Objektbl att "S 2.4 Standorte für Hoch- häuser" geschaffen. Diese Änderung sei am 8. November 2 018 vom Landrat beschlossen wor- den. Im Weiteren habe der Regierungsrat am 7. März 20 18 eine Vorlage zur Änderung des RBG in die Vernehmlassung gegeben, worin ein neuer § 52c RBG "Hochhäuser" enthalten sei. Die neue Bestimmung sehe vor, dass bei einer Gebäudehöh e ab 30 m die Zulassung von einem Eintrag des Standorts im KRIP abhängig gemacht werde. Dieses Geschäft sei seit über zwei Jahren aber immer noch in der BUD hängig. Die Anp assungsfrist des KRIP an Art. 8 RPG sei am 1. Mai 2019 abgelaufen, ohne dass der KRIP ent sprechend angepasst worden sei; die Anpassung sei auch bis heute nicht erfolgt. Das Objektb latt "S 2.4 Standorte für Hochhäuser" Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht enthalte als Beschlüsse lediglich allgemeine Planungsg rundsätze und Planungsanweisungen. Örtliche Festlegungen bzw. Festsetzungen würden fehlen, ebenso wie ein Eintrag mit entspre- chender Signatur in der Richtplan-Gesamtkarte. Da im Zeitpunkt des Genehmigungsantrags die Übergangsfrist zur Anpassung des KRIP abgelaufen gewesen sei, fehle die Rechtsgrundlage für die Genehmigung der beiden Quartierpläne "Hagna u West" und "Hagnau Ost". Die beiden Quartierpläne könnten erst genehmigt werden, wenn der Landrat das Objektblatt "S 2.4 Standorte für Hochhäuser" mit der entsprechenden ört lichen Festlegung rechtskräftig beschlos- sen habe. Das von der Gemeinde angeführte Hochhauskonzept sei im Übrigen erst zwei Mona- te nach der Gemeindeversammlung beschlossen worden, sodass die Stimmbürger dieses not- wendige Konzept im Vorfeld der Versammlung nicht hätten einsehen können. Ebenso sei erwie- sen, dass die erforderliche Abstimmung mit den Nachbarg emeinden nicht erfolgt sei. Erkundi- gungen bei den Gemeinden hätten ergeben, dass insbesondere bei den Gemeinden Birsfelden, Pratteln und Basel keine entsprechenden Anfragen auff indbar gewesen seien. In der Replik bringt die Beschwerdeführerin ergänzend vor, dass im Gen ehmigungsverfahren der im Zeit- punkt der Beurteilung des Nutzungsplans geltende Richtp lan massgebend sei. Da das Objekt- blatt S 2.4 "Standorte für Hochhäuser" des KRIP vor de m Genehmigungsantrag bereits in Kraft gewesen sei, bedeute dies für den vorliegenden Fall, d ass das Objektblatt S 2.4 für die Ge- nehmigung der Quartierpläne massgebend gewesen wäre. 5.2 Der Beschwerdegegner hält dem entgegen, dass das Ge biet als Standort für verkehrs- intensive Einrichtungen im KRIP festgesetzt sei. Mit den beiden Quartierplänen werde relativ viel Verkehr generiert, weshalb es nicht zu beanstanden s ei, dass die Gemeinde unter den damals geltenden Bestimmungen des KRIP die beiden Q uartierplanungen beschlossen habe. Nicht richtig seien sodann die Ausführungen der Beschwe rdeführerin, der Kanton habe den Richtplan nicht innert Frist angepasst, da der Bundesrat mit Beschluss vom 1. Mai 2019 die Anpassungen des KRIP genehmigt habe. Unerheblich sei, o b der Gemeinderat das Hochhaus- konzept vor oder nach der Beschlussfassung der Quartier pläne durch die Gemeindeversamm- lung formell beschlossen habe, da ein Hochhauskonzept kei ne behördenverbindliche Vorgabe für den Erlass von Quartierplänen mit Hochhäusern gewesen sei. Im vorliegenden Fall habe die Gemeinde Muttenz bereits ein Hochhauskonzept erarbeite n lassen und damit die Anforderun- gen im Richtplan-Objektblatt S 2.4 antizipiert und i m Wesentlichen erfüllt. Im Übrigen erscheine eine Rückwirkung der kantonalen Richtplanung auf die k ommunale Nutzungsplanung unter rechtsstaatlichen und verfahrensrechtlichen Gesichtspunkten a ls höchst fragwürdig. In Bezug auf den neuen § 52c RBG sei ausdrücklich festzuhalten, dass eine noch nicht beschlossene Gesetzesänderung unbeachtlich bleiben müsse. 5.3.1 Art. 2 RPG regelt die Planungspflicht. Gemäss A rt. 2 Abs. 1 RPG erarbeiten Bund, Kantone und Gemeinden die für ihre raumwirksamen Aufg aben nötigen Planungen und stim- men sie aufeinander ab. Den Trägern raumwirksamer Auf gaben obliegen somit lediglich die "nötigen" Planungen, womit die Planungspflicht unter dem Vorbehalt der Verhältnismässigkeit in Bezug auf den Grundsatz der Planung als auch deren Ausm ass steht. Eine Planung kann unterbleiben, wenn und soweit eine zielgerichtete und allseitig abgestimmte Erfüllung der raum- wirksamen Aufgabe auch ohne sie möglich bleibt. Der Abst immungsnachweis ist dann aber im Einzelfall zu erbringen. Umgekehrt muss eine Planung a n die Hand genommen werden, sobald Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Lösungspotenzial eines einfachen Bewilligungsverfahrens überanstrengt würde. Im Anwen- dungsbereich des RPG stellt sich insbesondere die Frag e nach der Zuordnung raumwirksamer Aufgaben zu den einzelnen Stufen der planungsrechtlich en Entscheidfolge: Richtplan – Nut- zungsplan – Baubewilligung (vgl. P IERRE TSCHANNEN , in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen (Hrsg.), Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung, In teressenabwägung, 2019, Art. 2 RPG N 22). 5.3.2 Nach Art. 8 Abs. 1 RPG erstellt jeder Kanton ein en Richtplan, worin er auf der Grund- lage des Standes und der bisherigen Entwicklung (vgl. Art. 6 RPG) mindestens festlegt, wie der Kanton sich räumlich entwickeln soll (lit. a), wie die raumwirksamen Tätigkeiten im Hinblick auf die anzustrebende Entwicklung aufeinander abgestimmt werden (lit. b) und in welcher zeitlichen Folge und mit welchen Mitteln vorgesehen ist, die Aufgaben zu erfüllen (lit. c); Vorhaben mit ge- wichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt bedürfen ei ner Grundlage im Richtplan, sie unterstehen einem besonderen Richtplanvorbehalt (Abs. 2 ). Zugleich bestimmt der Richtplan die Richtung der weiteren Planung und Zusammenarbei t. Es handelt sich mithin um einen Bestandes- und Entwicklungsplan und nicht um ein detaill iertes Konzept der künftigen Raumor- ganisation. Nach Art. 5 Abs. 1 der Raumplanungsverordnu ng (RPV) vom 28. Juni 2000 zeigt der Richtplan namentlich die anzustrebende räumliche Ent wicklung und die im Hinblick darauf wesentlichen Ergebnisse der Planung im Kanton und von de ssen Zusammenarbeit mit Bund, Nachbarkantonen und benachbartem Ausland; zudem bestimm t er die Richtung der weiteren Planung und Zusammenarbeit (vgl. zum Ganzen: BGE 146 I 36 E. 2.3). 5.4 Das Gebiet Hagnau ist im geltenden KRIP als Stando rt für verkehrsintensive Einrich- tungen (Objektblatt S 4.2) eingetragen und wird ausd rücklich als Entwicklungsgebiet (Objekt- blatt S 2.2, Richtplankarte) definiert. Zuzustimmen i st der Beschwerdeführerin, dass Hochhäu- ser Vorhaben mit gewichtiger Auswirkung auf Raum und Umwelt sind und sie somit eine Grund- lage im KRIP benötigen. Konkrete Vorgaben zu Hochhäuse rn enthalten hingegen weder das geltende RPG noch das geltende RBG. Dem RPG kann sodann nicht entnommen werden, dass eine örtliche Festlegung von Hochhäusern im KRIP verlangt wird; vielmehr bedürfen sie bloss einer Grundlage im KRIP. Diese Grundlage hat der Kan ton mit dem Objektblatt S 2.4 geschaf- fen und darin die Ziele, die Planungsgrundätze sowi e die Planungsanweisungen definiert. Die- ses Objektblatt wurde vom Bundesrat unbestrittenermassen ohne Einwände genehmigt, wes- halb heute eine genügende Grundlage im KRIP für die Hochhäuser vorhanden ist. Der KRIP sieht im "Planungsgrundsatz b" vor, dass Hochhäuser über 60 m Höhe eines kommunalen, über die Gemeindegrenzen hinweg abgestimmten, Hochhauskonzepte s bedürfen. Obwohl diese Bestimmung beim Erlass der Quartierpläne noch nicht in K raft war, hat die Gemeinde bereits ein entsprechendes Konzept erarbeitet und gestützt dara uf die Quartierpläne geplant, sodass auch diesbezüglich nichts gegen die Planung eingewen det werden kann. Nicht gefolgt werden kann sodann dem Vorhalt der Beschwerdeführerin, dieses Konzept sei mit den Nachbargemein- den bzw. dem Nachbarkanton nicht abgestimmt worden. Aus den Akten ergibt sich, dass die Gemeinde am 8. November 2016 und am 13. Mai 2019 in der Raumplanungsgruppe "Birsstadt", in welcher auch die Nachbargemeinden Birsfelden, Mün chenstein und Basel-Stadt vertreten waren, ausführlich über die Arealentwicklung informiert hat, womit die Abstimmung über die Ge- meindegrenzen hinaus dokumentiert ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Zu prüfen ist weiter, ob die lärmschutzrechtlichen V orgaben eingehalten sind. Die Be- schwerdeführerin macht dazu geltend, die 784 geplanten Parkplätze würden einen enormen Mehrverkehr erzeugen. Für beide Quartierpläne würde mi t einem Mehrverkehr von 3'436 Fahr- zeugen pro Tag gerechnet. Im Gesamtbericht Lärmschutz we rde anhand einer theoretischen Simulation schönfärberisch behauptet, die Planungswert e der Lärmempfindlichkeitsstufe (LES) II könnten an allen Nachbarbebauungen eingehal ten werden. Nach ihren eigenen Mes- sungen seien diese theoretisch ermittelten Werte aber h eute schon überschritten. Daher ver- lange sie, dass auf ihren beiden Grundstücken zur Beweissi cherung Schallmessungen der gegenwärtigen Immissionen durch ein unabhängiges Ingeni eurbüro zu Lasten der Gemeinde oder der Bauherrschaft vorgenommen würden. Ebenso hal te sie an der Forderung nach der Überdeckung der im QP offen dargestellten Zufahrtsrampe bis zur nötigen Durchfahrtshöhe fest. 6.2 Der Beschwerdegegner hält dagegen, dass gemäss Art. 38 Abs. 1 der Lärmschutz- Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986 Lärmimmissionen anhand von Berechnungen oder Messungen ermittelt würden. Logischerweise könnten bei Qu artierplanungen die Lärmimmis- sionen lediglich durch Berechnungen ermittelt werden. Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV schreibe vor, dass die Lärmimmissionen einer neuen ortsfesten Anlage soweit zu begrenzen seien, dass die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Pl anungswerte nicht überschreiten würden. Im Lärmschutzrecht werde also eine projektbezoge ne Immissionsbetrachtung vorge- schrieben. Die von der Beschwerdeführerin angeblich durchgeführten privaten Messungen wür- den die heute vorhandenen Lärmimmissionen zeigen, die für die Beurteilung der im Quartier- plan realisierbaren Bauten nicht relevant seien. Hinsich tlich der Lärmimmissionen sei in der Beurteilung des Berichts über die Umweltverträglichkeit durch die Umweltschutzfachstellen (UVB-Prüfbericht) vom 2. Mai 2018 ausdrücklich festgehalten, dass die neuen Anlagen die Pla- nungswerte nicht überschreiten dürften. Der UVB selbst halte in Kapitel 5.2.4.1 die Mass- nahmen fest, die im Zusammenhang mit dem Lärmschutz zu beachten seien. Diese Vorgaben seien gemäss § 8 Abs. 5 der Quartierplanreglemente ver bindlich. Damit sei gewährleistet, dass auch bei der Realisierung des Bauvorhabens die Planungswerte effektiv eingehalten würden. 6.3 Nach Art. 11 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz ( Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983 werden Emissionen durch Massnahme n bei der Quelle begrenzt (Abs. 1). Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastun g sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Abs. 2). Dies geschieht insbesondere durch den Erlass von Verkehrs- oder Betriebs- vorschriften (Art. 12 Abs. 1 lit. c USG). Gemäss Art. 25 Abs. 1 USG dürfen ortsfeste Anlagen nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen al lein erzeugten Lärmimmissionen die Pla- nungswerte in der Umgebung nicht überschreiten. Dies gil t auch für die Änderung von beste- henden ortsfesten Anlagen, die nach Inkrafttreten des U SG bewilligt wurden und deshalb lärm- rechtlich als neue Anlagen gelten. Dies bestätigt Art. 8 Abs. 4 LSV, der für die Änderung neuer Anlagen auf Art. 7 LSV verweist. Danach müssen die Lärmemissionen neuer ortsfester Anlagen so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (lit. a). Die von der Anlage allein erzeugten Lärmi mmissionen dürfen die Planungswerte nicht Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht übersteigen (lit. b). Gemäss Art. 9 LSV darf sodann der Betrieb neuer oder wesentlich geänder- ter ortsfester Anlagen nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrs- anlage die Immissionsgrenzwerte überschritten werden (li t. a). Sind die Immissionsgrenzwerte bereits überschritten, dürfen gemäss Art. 9 lit. b LSV durch die Mehrbeanspruchung keine wahr- nehmbar stärkeren Lärmimmissionen erzeugt werden (Urte il des Bundesgerichts 1C_10/2011 vom 28. September 2011 E. 3). 6.4 Im Rahmen der UVP wurden die folgenden Zustände verglichen und überprüft: Ist-Zu- stand (Z 0), Bauphase: ca. 2025 (Z 1), Zustand 2030 ohne Überbauung (Z 2.1 ) und Zustand 2030 mit Überbauung: Betriebsphase (Z 2.2 ). Zur Überprüfung der Lärmsituation in der Betriebs phase der Neubauprojekte "Hagnau West" und "Hagnau Ost" (Zust and Z 2.2 ) wurde ein Lärmgutachten erstellt. Das Lärmgutachten der B.____ AG (Lärmgutacht en) vom 16. Februar 2018 umfasst sowohl Lärmschutzbetrachtungen mit Auswirkungen auf die u mliegenden Siedlungsgebiete sowie auf das Bauvorhaben. Hinsichtlich der vorliegend umstrittenen Auswirkungen auf die umliegenden Siedlungsgebiete ergibt sich aus dem Gutachten, dass der projektbezogene Mehr- verkehr (Areale Ost und West) im Betriebszustand zu eine r Erhöhung der Strassenlärmemis- sionen um 1.6 dB(A) auf der Hagnaustrasse im Vergleich zum Zustand 2030 ohne Überbauung (Z 2.1 ) führt, da diese Strasse künftig für die Erschliessung der neuen Überbauung genutzt wird. Diese Pegelerhöhung an der Quelle bleibt jedoch ohne Auswirkungen in den umliegenden lärmempfindlichen Gebieten. Die nächstgelegenen lärmem pfindlichen Gebäude ausserhalb der Quartierplanareale (Wohngebiet Schweizeraustrasse, Empfi ndlichkeitsstufe [ES] II) liegen ca. 100 m östlich der Hagnaustrasse im massgebenden Einflussbe reich wesentlich stärker befahrener Strassenabschnitte (Abschnitt Nationalstrasse A18) und werden durch die neue Überbauung auf dem Areal "Hagnau Ost" von den unterg eordneten Lärmbelastungen abge- schirmt. Gemäss dem Gutachten liegt die prognostizierte Zu nahme der Lärmimmissionen infol- ge des Mehrverkehrs (Areale "Hagnau Ost" und "Hagnau West " zusammen) im übrigen Stras- sennetz (St. Jakobsstrasse, Birsfelderstrasse und Birsstrass e) zwischen 0.1 und 0.3 dB(A). Eine solche Pegelerhöhung ist schon an der Quelle nich t wahrnehmbar und immissionsseitig unter Berücksichtigung der Gesamtstrassenlärmimmissionen vo n untergeordneter Bedeutung. Mit diesem schlüssigen Gutachten wurde der Nachweis erbracht, dass die Mehrbeanspruchung des Lokalstrassennetzes in den umliegenden lärmempfind lichen Siedlungsgebieten nicht wahr- genommen wird. Damit sind die Anforderungen gemäss Art . 9 LSV erfüllt, was zur Abweisung der Beschwerde in diesem Punkt führt. Bei diesem Ergebn is kann auf die Vornahme von Schallmessungen der gegenwärtigen Immissionen verzichtet we rden, zumal damit einzig die heute unbestrittenermassen vorhandenen Lärmimmissionen gemessen werden könnten, die für die Beurteilung der im Quartierplan realisierbaren B auten nicht relevant sind. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass allfällige weitere Lärmquellen (z.B. Heizungs-, Lüftungs- und Klima- anlage, Zufahrtsrampe etc.) im Rahmen der Baugesuche auf die Einhaltung der massgebenden Belastungsgrenzwerte überprüft werden und die Fachstel le Lärmschutz sich ausdrücklich vor- behalten hat, im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens ergänzende Lärm- oder Schallschutz- nachweise zu verlangen (vgl. UVB-Prüfbericht S. 7). 7.1 Die Beschwerdeführerin bezweifelt, dass die Quartie rpläne mit den bundesrechtlichen Vorschriften zur Luftreinhaltung übereinstimmen. Sie r ügt diesbezüglich, die Luft sei – was sich Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus dem UVB-Prüfbericht ergebe – im betroffenen Gebie t bereits heute übermässig mit Stick- stoffdioxid (No 2) belastet. Ebenso sei dem UVB-Prüfbericht zu entnehme n, dass die Feinstaub- Belastung (PM10) und die Ozon-Belastung die Immissions grenzwerte der Luftreinhalteverord- nung (LRV) vom 16. Dezember 1985 überschreiten würden oder in diesem Bereich lägen. Die Gemeinde Muttenz sei aus diesem Grund ein lufthygienisch es Belastungsgebiet, in dem die Luftqualität verbessert werden müsse. Das Projekt führe im Vergleich zum Ausgangszustand zu einer Zunahme der verkehrsbedingten Emissionen von rund 72 kg NO x pro Jahr, was einer Zunahme von rund 5 % entspreche. Aufgrund der heute schon überschrittenen Immissions- grenzwerte könne diese Zunahme nicht akzeptiert werden. 7.2 Der Beschwerdegegner verweist hinsichtlich der Schad stoffemissionen darauf, dass die für die Beurteilung von Projekten massgebliche LRV keine Grenzwerte für verkehrsindu- zierte Emissionen und Immissionen von Bauvorhaben enthalt e. Die verkehrsinduzierten Immis- sionen vom Bauprojekten würden in der Regel durch die Anzahl Parkplätze beeinflusst. Die Er- mittlung der Anzahl Parkplätze werde im Anhang der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 1998 vorgegeben. Gemäss dem UVB würden im Betrach- tungsjahr 2030 die NO x-Emissionen im Zustand ohne die Bebauung mit 1'592 kg/Ja hr, mit der Überbauung mit 1'662 kg/Jahr geschätzt. Lufthygienisch se i diese verkehrsinduzierte Mehr- emission (72 kg/Jahr) nicht zu beanstanden. 7.3.1 Nach Art. 11 Abs. 1 USG werden Luftverunreinigun gen durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt. Neue stationäre Anlagen müssen so aus gerüstet und betrieben werden, dass sie die in den Anhängen 1-4 zur LRV festgelegten Emissio nsbegrenzungen einhalten (Art. 3 LRV). Mangels spezifischer Emissionswerte sind die Emissionen vorsorglich so weit zu begren- zen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 4 Abs. 1 LRV); dabei ist für die wirtschaftli che Tragbarkeit auf einen mittleren und wirt- schaftlich gesunden Betrieb der betreffenden Branche b zw. Klasse abzustellen (Art. 4 Abs. 3 LRV). Gleiches gilt bei Verkehrsanlagen (Art. 18 LRV). 7.3.2 Die Emissionsbegrenzungen werden verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehen den Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Dabei diffe renziert die LRV wie folgt: Verursacht eine Anlage allein übermässige Immissionen, obwohl die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen ein- gehalten sind, so müssen ergänzende oder verschärfte Emissio nsbegrenzungen gegenüber deren Betreiber angeordnet werden (Art. 5 LRV). Ist dagegen zu erwarten, dass schädliche oder lästige Einwirkungen von Luftverunreinigungen du rch mehrere Quellen gemeinsam verur- sacht werden, so erstellt die zuständige Behörde einen P lan der Massnahmen, die zur Vermin- derung oder Beseitigung dieser Einwirkungen innert an gesetzter Frist beitragen (Art. 44a USG und Art. 31 ff. LRV). Gleiches gilt, wenn übermässige Immissionen durch eine Verkehrsanlage erzeugt werden (Art. 19 und Art. 31 lit. a LRV). Die se Regelung konkretisiert das Lastengleich- heitsprinzip, wonach in lufthygienischen Belastungsgebi eten möglichst alle Emittenten (d.h. nicht nur neue, sondern auch bereits bestehende Anlage n) einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität zu leisten haben (grundlegend BGE 118 Ib 26 E. 5d). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Der UVB zeigt auf, dass die Überbauung der Areale zusätzlichen Verkehr auf der Hag- naustrasse und auf dem übrigen Strassennetz erzeugen wir d. Der zu erwartende, projektbezo- gene Mehrverkehr ergibt sich detailliert aus dem Verkehr sgutachten vom 23. März 2018. Die Schadstoffbelastungen wurden für den Zustand Z 2.2 auf der Grundlage der im Verkehrsgutach- ten angegebenen Verkehrsmengen und Emissionsfaktoren erm ittelt. Aus dem direkten Ver- gleich zwischen den Zuständen Z 2.1 und Z 2.2 bzw. aus dem Vergleich mit der Autobahn A2 wird ersichtlich, dass der projektinduzierte Mehrverkehr im eng en Perimeter zu keiner wesentlichen bzw. kritischen Erhöhung der verkehrsbedingten Schadstoffe missionen führen wird. Ebenso ist in den umliegenden Gebieten kein relevanter Einfluss a uf die Luftqualität zu erwarten. Vielmehr ist zu erwarten, dass die Schadstoffemissionen im Zustand Z 2.2 trotz höherem Verkehrsaufkom- men infolge der Entwicklung des Fahrzeugparks und der stre ngeren Abgasnormen deutlich tie- fer liegen werden, als diejenigen des Ist-Zustands Z 0 (UVB S. 31 f.). Daher sind bezogen auf die Schadstoffemissionen des projektinduzierten Mehrverkehrs – abgesehen von der vom Lufthy- gieneamt beider Basel (LHA) verlangten Umsetzung ein es Mobilitätskonzeptes zur Reduktion der verkehrsbedingten Emissionen – keine spezifischen Massna hmen erforderlich bzw. gesetz- lich geschuldet. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass d as LHA zur Sicherstellung der Luft- hygienevorgaben diverse weitere Bedingungen bzw. Auflag en definiert hat. Insbesondere ist dem LHA vor Baubeginn ein Transport- und Kontrollkonze pt abzugeben, welches die wesentli- chen Punkte der Massnahmen B1 bis B5 der Richtlinie über betriebliche und technische Mass- nahmen zur Begrenzung der Luftschadstoff-Emissionen von B austellen (Baurichtlinie Luft) des BAFU vom Februar 2016 enthalten muss. Darin ist detaill iert aufzuzeigen, wie die Zielwerte gemäss der Baurichtlinie Luft eingehalten werden könn en (UVB-Prüfbericht vom 2. Mai 2018 S. 14 f.). Das Projekt ist somit auch unter dem Gesichtspunkt der Luftreinhaltung nicht zu bean- standen. 8.1 Die Beschwerdeführerin verlangt weiter, dass auf di e Kühlung mit Grundwasser ver- zichtet werde. Gemäss dem UVB werde Grundwasser zur direk ten Kühlung verwendet, wo- durch Wärme an das Grundwasser abgegeben werde. Eine so lche nachteilige Einwirkung auf das Grundwasser zu reinen Komfortzwecken widerspreche § 2 8 Abs. 1 der kantonalen Verord- nung über die Wasserversorgung sowie die Nutzung und d en Schutz des Grundwassers vom 13. Januar 1998. 8.2 Der Beschwerdegegner verweist diesbezüglich auf Anhan g 2 Ziff. 21 Abs. 3 der Ge- wässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998, wona ch die Temperatur des Grund- wassers durch Wärmeeintrag oder -entzug gegenüber dem n atürlichen Zustand um höchstens 3°C verändert werden dürfe. Damit sei die Kühlung der künftigen Gebäude gesetzeskonform. Im UVB-Prüfbericht sei als Auflage bzw. Bedingung festg ehalten, dass das Grundwasser, wel- ches zu Kühlzwecken genutzt werde, zwischen Entnahme und Ve rsickerung eine Temperatur- differenz von maximal 3°C aufweisen dürfe. Diese Auflage sei bei der Realisierung der QP-Vor- haben gemäss § 8 Abs. 5 der Quartierplanreglemente zu b erücksichtigen, weshalb sich die Be- schwerde auch in diesem Punkt als unbegründet erweise. 8.3.1 Die Gewässerschutzgesetzgebung bezweckt den Schutz des Grundwassers vor nach- teiligen Einwirkungen und soll unter Berücksichtigung d er ökologischen Ziele dessen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachhaltige Nutzung ermöglichen (Bundesamt für Umwelt , Wald und Landschaft [BUWAL, heute: BAFU], Wegleitung Grundwasserschutz, 2004, S. 26 ). Nach Art. 3 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vo m 24. Januar 1991 ist jedermann verpflichtet, alle nach den Umständen geboten e Sorgfalt anzuwenden, um nachteili- ge Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden (vgl. eben so: § 28 Abs. 1 der kantonalen Verordnung über die Wasserversorgung sowie die Nutzung und den Schutz des Grundwassers vom 13. Januar 1998). Art. 3 GSchG verlangt, dass alles Zumutbare unternommen wird, um eine Gewässerverschmutzung zu verhindern. Diese Vorschrift ist Ausdruck des im Umwelt- schutzrecht allgemein geltenden Grundsatzes, jede möglic he und zumutbare Vorsorge zu tref- fen, um eine Schädigung der Umwelt zu verhindern (vgl . Art. 1 Abs. 2 USG). Die Normen des GSchG zum qualitativen Gewässerschutz stützen sich auf Art . 76 Abs. 3 BV. Sie sind an sich als umfassende Bundesregelung zu verstehen. Das gewässerschu tzrechtliche Reinhaltungsge- bot stellt abschliessendes Bundesrecht dar. Es lässt keinen Raum für ergänzendes bzw. strengeres kantonales Recht. Gleich verhält es sich insofern beim Gesetzesvollzug; die in der Praxis verlangten Standards beim qualitativen Gewässerschu tz müssen bundesweit einheitlich sein (Urteil des Bundesgerichts 1C_390/2008 vom 15. Juni 2009 E. 2.3 mit Hinweisen, in: Um- weltrecht in der Praxis [URP] 2009 S. 634 ff.). 8.3.2 Gemäss Art. 19 Abs. 1 GSchG teilen die Kantone i hr Gebiet nach der Gefährdung der ober- und unterirdischen Gewässer in Gewässerschutzbereiche ein. Sie bezeichnen gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. a GSchV den Gewässerschutzbereich A u zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer. In den besonders gefährdeten Bereichen bedür fen die Erstellung und die Änderung von Bauten und Anlagen einer kantonalen Bewilligung, wenn sie die Gewässer gefährden kön- nen (Art. 19 Abs. 2 GSchG). Die Bewilligung wird gem äss Art. 32 Abs. 4 GSchV erteilt, wenn mit Auflagen und Bedingungen ein ausreichender Schutz der Gewässer gewährleistet werden kann. Es müssen alle zum Schutz der Gewässer gebotenen Ma ssnahmen getroffen werden, insbesondere die Massnahmen nach Anhang 4 Ziff. 2 GSchV (Art. 31 Abs. 1 GSchV). Gemäss Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV dürfen im Gewässerschu tzbereich A u zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer keine Anlagen erstellt werden, d ie unter dem mittleren Grundwasser- spiegel liegen. Die Behörde kann Ausnahmen bewilligen , soweit die Durchflusskapazität des Grundwassers gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um hö chstens 10% vermindert wird. Damit wird die Forderung von Art. 43 Abs. 4 GSchG, w onach Speichervolumen und Durchfluss nutzbarer Grundwasservorkommen durch Einbauten nicht we sentlich und dauernd verringert werden dürfen, präzisiert. Wer um eine gewässerschutzrech tliche Bewilligung nach Art. 19 Abs. 2 GSchG nachsucht, muss nachweisen, dass die Anforder ungen zum Schutz der Gewäs- ser erfüllt sind, und er muss die dafür notwendigen Unt erlagen, inklusive gegebenenfalls hydro- geologische Abklärungen, beibringen (Art. 32 Abs. 3 GS chV; Urteil des Bundesgerichts 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E. 2.3). Für Grundwassern utzungen, einschliesslich Bohrung sowie Nutzung zu Heiz- und Kühlzwecken ist in den Gewässersch utzbereichen ebenfalls eine kantonale Bewilligung gemäss Art. 19 Abs. 2 GSchG notwen dig, wobei die Gesuchsteller die notwendigen Unterlagen beibringen müssen und aufzuzei gen haben, dass die Anforderungen zum Schutz der Gewässer erfüllt sind (Art. 32 Abs. 3 GSch V). Die zuständige Behörde erteilt die gewässerschutzrechtliche Bewilligung, wenn mit Auflagen und Bedingungen ein ausreichen- der Schutz der Gewässer gewährleistet werden kann (Art. 32 Abs. 4 GSchV). In Anhang 2 der Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gewässerschutzverordnung des Bundes werden die Anforderungen an die Wasserqualität fest- gelegt. Für unterirdische Gewässer verlangt dabei Ziff. 21 Abs. 3 Anhang 2 GSchV, dass die Temperatur des Grundwassers durch Wärmeeintrag oder Wär meentzug gegenüber dem natür- lichen Zustand um nicht mehr als 3°C verändert wird; vorb ehalten sind örtlich eng begrenzte Temperaturveränderungen, welche gemäss der Wegleitun g Grundwasserschutz im Umkreis von maximal 100 Metern möglich sind (Urteil des Bundesg erichts 1C_14/2007 vom 9. Oktober 2007, E. 4.1 in: Schweizerisches Zentralblatt für Staat s- und Verwaltungsrecht [ZBl] 109/2008, S. 434 ff.; A RNOLD BRUNNER , in: Hettich/Jansen/Norer (Hrsg.), Kommentar zum Gewässe r- schutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, 2016, Art. 19 GSchG N 20). 8.4 Aus den Akten ergibt sich, dass die Grundwasserverhält nisse eingehend geprüft wur- den. Gemäss dem Bericht "Geologisch-technische Grundlagen " vom 14. April 2014 und der Baugrunduntersuchung vom 17. April 2015 liegt das Projektareal im Gewässerschutzbereich A u. Der Mittelwasserstand liegt auf dem Projektareal bei ca. 253.7 m ü. M., der Hochwasserstand wird bei ca. 255.1 m ü. M. angenommen. Im Pumpwerk d er Grundwasserfassung Schanz lie- gen diese Werte ca. 0.2 m tiefer. Diese aktuell in Nu tzung befindliche Grundwasserfassung ist speziell zu beachten. Die Grundwasserfassung Schanz mit der Bezeichnung 21.A.103 (Parzelle Nr. 1928, GB Muttenz) liegt an der östlichen Grenze de s Quartierplanareals "Hagnau Ost". Hier fördert die Gemeinde Muttenz seit den 30er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts Wasser für die Trinkwassernutzung. Eine Grundwasserschutzzone um den Stan dort, wie an sich üblich bei Wasserfassungen, liegt jedoch nicht vor (Baugrunduntersuc hung S. 11). In Anbetracht dessen, dass gemäss den Aussagen der Gemeinde wie auch des Kantons die Wasserfassung Schanz in den nächsten Jahren stillgelegt werden soll (vgl. Bau grunduntersuchung S. 11), erübrigt sich diesbezüglich aber eine detaillierte Prüfung. In Bezug auf die Problematik des Grundwasser- durchflusses ergibt sich aus der Baugrunduntersuchung, dass d ie Grundwasseraspekte bei der Erstellung der Neubauten unbedingt zu beachten sind. Insbesondere die Dichtigkeit von Bautei- len wie auch gegebenenfalls die Auftriebssicherheit in allen Phasen (Bau- und Endzustand) ist zu berücksichtigen. Bei Einbauten ins Grundwasser sind vor gängig Abklärungen und Model- lierungen hinsichtlich der thermischen Isolation sowie Ve rminderung des Grundwasserdurch- flusses (10%-Regel) zu Händen der Bewilligungsbehörden zu gewärtigen (Baugrunduntersu- chung S. 11). Ein entsprechendes hydrogeologisches Gutachte n wird – in Absprache mit der kantonalen Fachstelle Grundwasser des Amtes für Umweltsch utz und Energie (AUE) – aller- dings erst im Rahmen des Baugesuchsverfahren erstellt, d a die entsprechenden Parameter zum Zeitpunkt der Quartierplanung noch veränderlich sind (Planungsbericht S. 26), weshalb vorliegend nicht weiter darauf einzugehen ist. In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin kri- tisierte Grundwasserentnahme zu Kühlzwecken ist festzustellen, dass vorliegend nur Wärme an das Grundwasser abgegeben wird und die Temperatur des Grundwassers mit rund 15 bis 16°C im Sommer im natürlichen Zustand schon relativ warm ist. Unter diesen Voraussetzungen hat das AUE zu Recht eine Auflage formuliert, dass das zu Kü hlzwecken genutzte Grundwasser zwischen Entnahme und Versickerung eine Temperaturdiffere nz von maximal 3°C aufweisen darf, um die bundesrechtlichen Vorgaben einzuhalten un d einen ausreichenden Schutz des Grundwassers zu gewährleisten (vgl. UVB-Prüfbericht S. 1 5). Die Beschwerde erweist sich daher auch in diesem Punkt als unbegründet. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Zusammenfassend ergibt sich somit aus den vorstehenden Erwägungen, dass die Be- schwerde vollumfänglich abzuweisen ist. 10.1 Es ist noch über die Kosten zu befinden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unter liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Ver fahrens entsprechend trägt die unterlegene Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 2'500.--. 10.2 Gemäss § 21 Abs. 2 VPO wird dem Kanton keine Part eientschädigung zugesprochen, während Gemeinden und andere Träger öffentlicher Auf gaben Anspruch auf eine Parteient- schädigung haben, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. ei ner Anwältin gerechtfertigt war. Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts wird den Geme inden gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung eingeräumt, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeind en mit juristischer Fachkompetenz in- nerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint (statt vieler: KGE VV vom 10. Mai 2017 [810 16 318] E. 6.2; KGE VV vom 4. Juni 2014 [810 1 4 27] E. 8.2, jeweils m.w.H.). Der Grund für diese Praxis ist darin zu sehen, dass mit der Verfügu ngskompetenz der Gemeindebehörden deren entsprechende Sachkunde einhergehen muss. Es sollt e einer Behörde ohne ausseror- dentlichen Aufwand möglich sein, ihre Verfügung im Anfechtungsverfahren zu verteidigen. Hier- zu kann sie entweder eigenes juristisches Personal beschäft igen oder punktuell externes Ex- pertenwissen beiziehen. Würde für die Frage der Partei entschädigung auf die effektiven perso- nellen und fachlichen Ressourcen abgestellt, hätte dies zur Folge, dass das kostenbezogene Prozessrisiko eines beschwerdeführenden Privaten ganz wesen tlich vom zufälligen Umstand abhängig wäre, ob die Verwaltung mit einem Rechtsdienst ausgestattet ist oder jeweils eine an- waltliche Vertretung mandatiert wird. Um einen auch k ostenmässig rechtsgleichen Zugang zur Justiz sicherzustellen, wird deshalb Gemeinwesen stets nur da nn eine Parteientschädigung ausgerichtet, wenn eine solche auch einer Gemeinde mit Rechtsdienst zuzusprechen wäre, weil von ihr für eine angemessene Prozessvertretung rechtliche s Spezialwissen gefordert ist, das über die bei der Rechtsanwendungstätigkeit erforderli chen Kenntnisse hinausgeht und über welches gemeindeeigene Rechtsdienste normalerweise nicht verfügen (BLKGE 2007 Nr. 41 E. 8; BLVGE 1998/1999 Nr. 15.3). Die vorliegend zu beurteilenden Fragestellungen erweisen sich nicht als derart komplex, dass in diesem Sinne jurist isches Spezialwissen erforderlich ge- wesen wäre. Die Parteikosten sind dementsprechend wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. Die Beschwerdeführe rin hat restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber