Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. September 2023 (810 23 104) ____________________________________________________________________ Übriges Verwaltungsrecht Gebäudeschätzung / Nachschätzung aufgrund der Versicherungsdeckung für die Sauna Besetzung Vorsitzender Stefan Schulthess, Kantonsrichter N iklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Daniel Häring, Kantonsrichterin Ana Dettwiler , Ge- richtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch B.____ gegen Basellandschaftliche Gebäudeversicherung , Gräubernstrasse 18, 4410 Liestal, Vorinstanz, vertreten durch Alexander Heinzelmann, Advokat Betreff Gebäudeschätzung (Entscheid des Verwaltungsrats de r Baselland- schaftlichen Gebäudeversicherung vom 25. April 2023) A. Mit Schreiben vom 30. Juli 2020 teilte die Basellan dschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) A.____ mit, dass der Versicherungswert seiner Lieg enschaft an der X.____gasse 19 in C.____ schon vor längerer Zeit festgelegt worden und d eshalb zu überprüfen sei. D.____ sei mit der Durchführung der Schätzung beauftragt worden . Gemäss Ausführungen von A.____, nachfolgend immer vertreten durch seine Ehefrau B._ ___, kontaktierte er die BGV im Sommer Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2020, weil bei der Renovation seiner Liegenschaft fest gestellt worden sei, dass die Parzellen- grenze durch sein Wohngebäude verlaufe, weshalb er ha be wissen wollen, wie das Gebäude versichert sei. A.____ brachte im Wesentlichen vor, dass die Eigentümer oder ehemaligen Ei- gentümer des Nachbarhauses (X.____gasse 17) in der Vergangenheit bauliche Veränderungen (u.a. drei Durchbrüche in der Brandmauer) vorgenomme n hätten, um Teile des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses seiner Liegenschaft mitbenu tzen zu können, und dass sich diese Veränderungen in den Parzellengrenzen und allen falls auch im Gebäudevolumen und dem Versicherungswert nicht korrekt widerspiegeln würde n. Ab Sommer 2020 fand eine äus- serst rege Korrespondenz zwischen A.____ und der BGV unter anderem über das Gebäudevo- lumen, den Brandlager- und Versicherungswert und die Indexierung der Versicherungswerte statt, wobei A.____ primär geltend machte, das Gebäudevolumen sei aufgrund der umstrittenen Eigentumsverhältnisse nicht klar. Im Rahmen dieses intensiven Informationsaustausches per E- Mail nahm die BGV zu den zahlreichen Fragen des Beschwe rdeführers Stellung, wobei die BGV wiederholt erklärte, ohne Besichtigung resp. Schätz ung nur teilweise Stellung nehmen zu können. B. An der Besprechung vom 13. Mai 2022 mit A.____ u nd seiner Ehefrau sowie von Sei- ten der BGV mit E.____, Leiter Gebäudeschätzungen der BGV, und F.____ wurde festgestellt, dass der Versicherungswert von damals Fr. 641'000.-- (Ind ex 122) resp. Fr. 720'000.-- (Index 137) korrekt sei. Da A.____ eine Überprüfung des Gebä udevolumens und des Versicherungs- werts verlangte, beauftragte die BGV D.____ mit der V ornahme einer Schätzung. An der Be- sichtigung für die Schätzung vor Ort vom 19. Juli 2022 w urde festgestellt, dass die von A.____ genutzten Räume korrekt versichert seien, jedoch wurde be i der Neuaufnahme derselben Räumlichkeiten eine Abweichung zwischen dem früher ermi ttelten Volumen von 981 m 3 und dem neu ermittelten Volumen von 943 m 3 und somit von minus 38 m 3 festgestellt. Mit Schreiben vom 8. August 2022 informierte die BGV A.____ über d iese Differenz und legte das Volumen neu auf 943 m3 fest. Die BGV erklärte des Weiteren, dass sie – wie sie b ereits mitgeteilt habe – den Versicherungswert nicht angepasst habe, da sie diesen nach wie vor für korrekt erachte. Im Anhang dieses Schreibens befand sich das neue Einschätzung sprotokoll und die neue Police mit dem angepassten Gebäudevolumen. Die neue Police wies neu die Kubatur von 943 m3 und einen unveränderten Gebäudeversicherungswert von Fr. 720 '000.-- (Index 137) aus. Des Wei- teren wurde in der Police und im Einschätzungsprotokoll explizit festgehalten, dass die Sau- nazelle im Dachgeschoss von der Versicherungsdeckung ausgesc hlossen sei. Diese Police wurde vom Beschwerdeführer nicht angefochten. C. In den folgenden Monaten wandte sich A.____ mit we iteren Fragen an die BGV, so unter anderem zum Brandlagerwert, zum Gebäudevolumen und zur Sauna im Dachgeschoss. Anlässlich einer erneuten Besprechung vor Ort am 8. Deze mber 2022 machte A.____ geltend, die Sauna im Dachgeschoss sei seit der Einschätzung im Jah re 2002 bis 2022 von der Versi- cherungsdeckung ausgeschlossen gewesen, hätte jedoch versich ert sein müssen. E.____ und F.____ pflichteten ihm in diesem Punkt bei und stellte n eine Nachschätzung in Aussicht, bei welcher die Sauna neu in die Versicherungsdeckung eingesc hlossen werde. Am 9. Dezember 2022 nahm die Verwaltung der BGV die entsprechende Na chschätzung vor, indem sie für die Sauna auf Grund der mündlichen Angaben von A.____ ei nen Mehrwert von Fr. 10'000.-- be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechnete und die Sauna neu in die obligatorische Gebä udeversicherungsdeckung einschloss. Die Nachschätzung wurde A.____ mit Schreiben vom 30. Dezember 2022 zugestellt. Gleichzei- tig teilte die BGV der Gemeinde C.____ einen Mehrwe rt der Liegenschaft in der Höhe von Fr. 7'000.-- mit. Die Versicherungspolice vom 1. Dezemb er 2022 wies einen Versicherungswert der Liegenschaft von neu Fr. 730'000.-- (Fr. 720'000.- - plus Fr. 10'000.--) aus (Index 137 Punk- te). D. Dagegen erhob A.____ am 9. Januar 2023 Einsprache bei der Geschäftsleitung der BGV. Er beantragte, den bisherigen Versicherungswert vo n Fr. 720'000.-- unverändert zu be- lassen und zwar inklusive der inzwischen neu versicherten Sauna. E. Die Geschäftsleitung der BGV wies mit Entscheid vom 24. Februar 2023 die Einspra- che ab und bestätigte die Nachschätzung der Verwaltung der BGV vom 30. Dezember 2022. F. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 9. März 2023 beim Verwaltungs- rat der BGV Beschwerde. Er stellte die Rechtsbegehren, es sei der Entscheid der Geschäftslei- tung der BGV vom 24. Februar 2023 aufzuheben und in Gutheissung der Beschwerde der Ver- sicherungswert infolge fehlender Investitionen bei Fr. 7 20'000.-- zu belassen; unter o/e-Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegneri n. Im Wesentlichen machte er gel- tend, die Kosten für die Errichtung der Sauna hätten im Versicherungswert von 2002 bereits Einlass gefunden, so dass die Sauna ohne Erhöhung des Ve rsicherungswerts in die Versiche- rungsdeckung hätte aufgenommen werden müssen. G. Mit Entscheid vom 25. April 2023 wies der Verwaltung srat der BGV die Beschwerde ab und bestätigte den Versicherungswert von Fr. 730'000.- -. Im Wesentlichen begründete er sei- nen Entscheid damit, dass die Erhöhung des Versicherungswe rts um Fr. 10'000.-- erfolgt sei, weil die im Jahre 2002 vom Eigentümer im Dachgeschoss e ingebaute Sauna fälschlicherweise nicht versichert worden und diese damit bislang nicht im Versicherungswert der Liegenschaft abgebildet gewesen sei. Neu sei sie mitversichert, was zu einer Erhöhung des Versicherungs- werts führe. Würde der Versicherungswert nicht erhöht, wäre die Liegenschaft unterversichert. H. Mit Eingabe vom 8. Mai 2023 erhob A.____ beim Kan tonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), gegen den Entscheid des Verwaltungsrats der BGV vom 25. April 2023 Beschwerde und stellte das Rec htsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und infolge fehlender Investition en in seiner Liegenschaft der Versiche- rungswert bei Fr. 720'000.-- zu belassen und das Verfah ren an die Beschwerdegegnerin zu- rückzuweisen; unter o/e-Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Im Wesentlichen wurde geltend gemacht, dass die Sauna im Jahr 2002 fälschlicherweise von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen worden sei, obwohl die Versicherungsdeckung durch die Erhöhung der Schätzung am 4. Dezember 2002 a ufgrund des Umbaus des Dach- stuhls (Sauna sei im Rahmen dieses Dachausbaus gebaut wo rden) von Fr. 470.-- pro m 3 (Schätzung im Jahre 1998) auf Fr. 670.-- pro m 3 gegeben gewesen wäre. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. In seiner Vernehmlassung vom 10. Juli 2023 beantragte die BGV, nunmehr vertreten durch Alexander Heinzelmann, Advokat, die kostenfällige A bweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. J. Mit Verfügung vom 20. Juli 2023 überwies das Gerich tspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. K. Der Rechtsvertreter der Vorinstanz reichte mit Eing abe vom 21. Juli 2023 seine Hono- rarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rats sowie letztinstanzliche Entscheide der Direktionen un d letztinstanzliche Entscheide der Landeskirchen, sofern dem Kantonsgericht die Zuständigkei t nicht durch dieses Gesetz oder durch andere Gesetze entzogen ist, beim Kantonsgericht mit verwaltungsgerichtlicher Be- schwerde angefochten werden. Nach § 43 Abs. 2 VPO ist die Beschwerde auch zulässig gegen Verfügungen und Entscheide anderer Behörden und Geri chte, sofern die kantonale Gesetzge- bung und die Verfassung die Zuständigkeit des Kantonsge richts als Verwaltungsgericht vorse- hen. Am 1. Januar 2023 ist das Gebäudeversicherungsgesetz Basel-Landschaft (GVG BL) vom 24. März 2022 in Kraft getreten. § 70 Abs. 2 GVG BL st atuiert unter dem Titel "Übergangsbe- stimmungen", dass sich die Rechtspflege nach dem neuen R echt richtet. Gemäss § 69 Abs. 4 GVG BL kann gegen den Entscheid des Verwaltungsrats inne rt 10 Tagen beim Kantonsgericht (Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht) Beschwerd e erhoben werden. Das Verfahren richtet sich nach der VPO. Damit ist die Zuständigkeit de s Kantonsgerichts gegeben. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen nach den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 li t. c VPO e contrario). Die Überprüfung der Angemessenheit des angefochtenen Entscheides ist dem K antonsgericht somit verwehrt. Ausserdem auferlegt sich das Kantonsgericht in Übereinstim mung mit der Praxis des Bundes- gerichts bei der Auslegung der massgeblichen unbestimmten Rechtsbegriffe Zurückhaltung, weil den kantonalen Behörden ein gewisser Beurteilun gsspielraum zukommt, wenn der Ent- scheid Vertrautheit mit den tatsächlichen Verhältnissen o der besondere Fachkenntnisse vo- raussetzt. Verfügt eine Behörde über besonderes Fachwisse n, so ist ihr bei der Bewertung von ausgesprochenen Fachfragen ein gewisser Beurteilungssp ielraum zu belassen, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (vgl. ULRICH H ÄFELIN /G EORG M ÜLLER /F ELIX U HL -Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht MANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich 2020, Rz 444 ff.; BGE 135 II 384 E. 2 .2.2; Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 20. März 2013 [810 12 98] E. 2). Die Interventionsmöglichkeiten des Kantonsgerichts sind somit begrenzt und auf die Kontrolle von Rechts- und Sachver haltsverletzungen beschränkt, wobei die Rechtsanwendung unter Beachtung der gebotenen Zurückhaltung überprüft wird. 3.1. Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführ er mit Schreiben vom 8. August 2022 die neue Police vom 19. Juli 2022 erhielt, welche auf der Schätzung vom 19. Juli 2022 basierte, und er diese nicht angefochten hat. Die Ne ueinschätzung des Gebäudevolumens er- folgte unter anderem aufgrund des von Seiten des Beschw erdeführers geltend gemachten un- klaren Grenzverlaufs. Gemäss der Versicherungspolice vom 1 9. Juli 2022 umfasst das Gebäu- devolumen 943 m 3, wovon 851 m 3 auf einen Neuwert von Fr. 803.-- pro m 3 und 92 m 3 (Schopf, gedeckter Vorplatz und darüber liegende Terrasse) auf einen von Fr. 400.-- pro m 3 geschätzt wurden, was gerundet einen Neuwert von Fr. 720'000.-- ergibt. Soweit nun der Beschwerdefüh- rer geltend macht, dass das errechnete Gebäudevolumen au fgrund der Durchbrüche in seine Liegenschaft durch die Eigentümer der angrenzenden Li egenschaft nicht korrekt sei, ist dies nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Die Police vom 19. Juli 2022 mit einem Ge- bäudevolumen von 943 m 3 wurde nicht angefochten, weshalb auf diese Angaben i m vorliegen- den Verfahren abzustellen ist. 3.2. Fest steht auch, dass die Saunazelle im Dachgeschoss in der Police vom 19. Juli 2022 klar von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen wurde. Auc h im Einschätzungsprotokoll vom 19. Juli 2022 wurde auf Seite 1 die Sauna im Dach geschoss explizit von der Versiche- rungsdeckung ausgeschlossen und auf Seite 2 zudem mit e inem "F" (= Fahrhabe) versehen, womit sie als bewegliche Sache nicht als Gebäudeteil qualifiziert und nicht mitversichert wurde. Obwohl gemäss Beschwerde (Rz 19) der Ausschluss der Sauna aus der Versicherungsde- ckung an der Besichtigung vor Ort am 19. Juli 2022 nicht ein zentrales, aber dennoch ein The- ma war, hat der Beschwerdeführer die Police vom 19. Ju li 2022, in welcher der Ausschluss un- missverständlich festgehalten wird, nicht angefochten. 4.1. Gemäss dem bis Ende 2022 geltenden und im vorlieg enden Fall (mit Ausnahme der Regelung der Rechtspflege, vgl. E. 1 hiervor) massgeblichen Gesetz über die Versicherung von Gebäuden und Grundstücken (Sachversicherungsgesetz) vom 12. Januar 1981 sowie dem Reglement für Gebäudeeinschätzung vom 2. Dezember 1988 (Reglement für Gebäudeein- schätzung) und dem integrierenden Bestandteil bildenden Merkblatt zur Abgrenzung Gebäude-/ Fahrhabeversicherung (§ 5 Abs. 2 Reglement für Gebäude einschätzung, Anhang 1 zum ge- nannten Reglement) ist die Saunaanlage mit dem Gebäude versichert (Merkblatt, Teil B, Ziff. 1). Unbestritten zwischen den Parteien ist, dass im Jahr 2002 die Sauna nicht von der Versiche- rungsdeckung hätte ausgeschlossen werden dürfen. Unbes tritten ist auch die Tatsache, dass von Seiten der BGV an der Besprechung vom 8. Dezember 2022 dem Beschwerdeführer mitge- teilt wurde, dass die Sauna hätte mitversichert werden m üssen und mitversichert werden müs- se. Strittig ist jedoch, ob der Einschluss des Versicherungssch utzes für die Sauna mit einer Er- höhung des Versicherungswerts einhergehen durfte. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass, da die Sauna gemäss Sachversicherungs- gesetz und Reglement für Gebäudeeinschätzung hätte mit versichert sein müssen, die BGV weder im Jahr 2002 noch im Jahr 2022 die Sauna aus der Versicherungsdeckung hätte aus- schliessen dürfen. Da die BVG im Jahr 2022 diesen Fehler erkannt habe, hätte sie die Sauna ohne Erhöhung des Versicherungswerts in die Versicherungs deckung aufnehmen müssen. Der Beschwerdeführer führt aus (Beschwerde Rz 27), dass die kl eine Sauna im Gebäudevolumen enthalten sei und deren Wert bereits im Rahmen des Dach stuhlumbaus bei der Schätzung am 4. Dezember 2002 berücksichtigt worden sei. Dies ergebe sich daraus, dass gemäss Einschät- zungsprotokoll vom 16. Dezember 2002 nach dem Umbau de s Dachstuhls für ein Gebäudevo- lumen von 988 m 3, in welchem die Sauna integriert gewesen sei, der Wert pro m 3 von Fr. 470.-- (Schätzung im Jahre 1998) auf Fr. 670.-- (Schätzung im Jahr 2002) erhöht worden sei. 4.2.2. Die BVG vertritt die Meinung, dass die Sauna z u Unrecht nicht in der Versicherungsde- ckung eingeschlossen worden sei. Die Versicherungsdeckung kö nne jedoch nur durch eine Neueinschätzung des Werts der Liegenschaft inklusive Sauna erfolgen. 4.3. Von der BGV wird nicht bestritten, dass die Saun a schon immer im Kubus des Gebäu- devolumens enthalten war (so z.B. in Ziff. 5 des angefo chtenen Entscheids). Entgegen der An- sicht des Beschwerdeführers ist aufgrund der Verfahrensakte n aber nicht ersichtlich, dass der Versicherungswert der Sauna im Versicherungswert der Lieg enschaft integriert war. Daran än- dert auch die Erhöhung der Schätzung des Werts pro m 3 im Dezember 2002 von Fr. 470.-- auf Fr. 670.-- nichts, da diese Schätzung aufgrund des umf assenden Dachstuhlumbaus erfolgte. Dass die Sauna explizit ausgeschlossen wurde, lässt vielmehr d en Schluss zu, dass der Wert der Sauna in dieser Erhöhung eben nicht eingeschlossen war. Der Beschwerdeführer legt auch nicht substantiiert dar, inwiefern die Erstellungskosten der Sauna im damals geschätzten Versi- cherungswert berücksichtigt worden sein sollen, sondern stützt seine Aussage im Wesentlichen auf die Erhöhung des Werts pro m 3. Auch dem Einschätzungsprotokoll vom 19. Juli 2022 lässt sich entnehmen, dass die Sauna im Gebäudevolumen, jedoch nicht wertmässig im Versiche- rungswert von Fr. 720'000.-- enthalten ist, da die Sa unazelle explizit aus der Versicherungsde- ckung ausgeschlossen wurde. 4.4. Damit ergibt sich aus den obigen Ausführungen, d ass, wie die Vorinstanz und der Be- schwerdeführer zu Recht ausführen, die Sauna in die V ersicherungsdeckung aufgenommen werden musste, jedoch die Aufnahme entgegen der Auffa ssung des Beschwerdeführers mit einer Erhöhung des Versicherungswerts einhergehen musste , da die Sauna wertmässig noch nie im Versicherungswert aufgenommen worden war. 5.1. Als nächstes ist zu prüfen, ob durch die Versicherun gsdeckung für die Sauna die Erhö- hung des Versicherungswerts um Fr. 10'000.-- rechtmässig ist. 5.2. Gemäss § 11 Sachversicherungsgesetz sind Gebäude, sofe rn nicht wichtige Gründe vorliegen, zum Neuwert versichert. Nach § 2 Reglement G ebäudeeinschätzung gilt als Neuwert die Kostensumme, die für die Neuerstellung des Gebäud es in gleicher Art, gleicher Grösse und gleichem Ausbau erforderlich ist (Abs. 1). Als Zeitwert gilt der Neuwert abzüglich der Wertver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht minderung, die seit der Erstellung zufolge Alters, Abn utzung oder aus andern Gründen einge- treten ist (Abs. 2). Als Brandlagerschätzung gilt der V ersicherungsneuwert abzüglich Altersent- wertung, Basiswert 1939 = Index 100 Punkte (Abs. 3). Al s Investitionsmehrwert gilt der Mehr- wert, den ein Gebäude als Folge einer Investition erh ält. Renovationen und Unterhalt stellen keine Investitionsmehrwerte dar (Abs. 5). Einbauten in bestehenden Gebäuden, wie z.B. zu- sätzliche Nasszellen, Küchen oder Saunen, stellen einen I nvestitionsmehrwert dar, weil das Gebäude als Folge der Investition einen Mehrwert erhäl t. Dieser Investitionsmehrwert führt zu einer Erhöhung der Versicherungssumme. Würden solche Ei nbauten nicht zu einer Erhöhung der Versicherungssumme führen, läge im Schadensfall eine Unterversicherung vor. 5.3. Gemäss Einspracheentscheid teilte der Beschwerdefüh rer anlässlich der Besprechung vom 8. Dezember 2022 den Mitarbeitern der BGV mündli ch mit, dass die Sauna etwa Fr. 10'000.-- gekostet habe. Erst mit der Einsprache an die Vorinstanz machte der Beschwerde- führer unter Beilage einer Kostenschätzung der damaligen Bauunternehmung vom 26. Septem- ber 2002 für die Sauna Kosten im Umfang von Fr. 7'00 0.-- exkl. Mehrwertsteuer geltend. Die Vorinstanz hat unter der Annahme, dass die Sauna tatsächlich Fr. 7'000.-- exkl. Mehrwertsteuer gekostet hat, die Mehrwertsteuer aufgerechnet und den Versicherungswert dem gültigen Index 2022 von 137 Punkten angepasst sowie die für den Betri eb der Sauna notwendigen Anschluss- arbeiten (z.B. Stromzuführung) berücksichtigt und somit e inen Versicherungswert von Fr. 10'000.-- berechnet (Fr. 7'000.-- mal 1.076 [MWST] durch 122 [gültiger Index 2002] mal 137 [gültiger Index 2022] = Fr. 8'458.-- bzw. gerundet F r. 9'000.-- plus Fr. 1'000.-- für Anschlussar- beiten [Elektro usw.] = Fr. 10'000.--). 5.4. Die Berechnung der BGV stützt sich auf die vom Besc hwerdeführer eingereichte Kos- tenschätzung der damaligen Bauunternehmung in der Höh e von Fr. 7'000.-- exkl. Mehrwert- steuer für die Sauna, was nicht zu beanstanden ist. Ebens o ist die Hinzurechnung der Mehr- wertsteuer und die Anpassung an den gültigen Index sow ie die Berücksichtigung eines Betrags von Fr. 1'000.-- für notwendige Anschlussarbeiten nachvollziehbar und nicht zu bemängeln. Der Beschwerdeführer rügt, dass sich der Wert pro m 3 im Dachgeschoss durch die Nachschätzung von Fr. 803.-- auf Fr. 826.-- (recte wohl Fr. 827.-- ) erhöht habe. Dass sich der Wert pro m 3 im Dachgeschoss von vorher Fr. 803.-- (Fr. 327'624.-- durch 408 m 3 = Fr. 803.-- pro m 3) auf Fr. 827.-- ([Fr. 327'624.-- plus Fr. 10'000.--] durch 408 m 3 = Fr. 827.50) bzw. der Wert pro m 3 für die Liegenschaft exklusiv Schopf, gedeckter Vorplatz und Te rrasse (943 m 3 [= ganze Liegen- schaft] minus 92 m 3 [= Schopf, gedeckter Vorplatz, Terrasse] = 851 m 3) von Fr. 803.-- (Fr. 720'153.-- minus Fr. 36'800.-- = Fr. 683'353.--; Fr. 683'353.-- durch 851 m 3 = Fr. 803.--) auf Fr. 815.-- [Fr. 683'353.-- plus Fr. 10'000.--] durch 851 m 3 = Fr. 815.--) erhöht hat, ist die logische Konsequenz der Investition und vermag an der Rechtmässigke it der Erhöhung des Versiche- rungswerts um Fr. 10'000.-- auf Fr. 730'000.-- nichts zu ändern. 5.5. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Gemei nde C.____ die Rechnungen für die Anschlussgebühren auf der Basis des Brandlagerwerts berechne. Die BGV habe der Ge- meinde aber gemäss Ausführungen der BGV den Zeitwert angegeben. Schliesslich sei irrele- vant, welcher Wert der Gemeinde mitgeteilt werden müs se, da die Sauna in der Dachge- schosskubatur von 408 m 3 bereits enthalten sei. Wie bereits ausgeführt, wird nicht bestritten, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Sauna in der genannten Kubatur eingeschlossen w ar, jedoch bedeutet dies – wie in der E. 4.3 hiervor ausgeführt – nicht auch, dass die Sa una vor der Nachschätzung vom 9. De- zember 2022 im versicherten Wert enthalten war. In Bezug auf die Mitteilung an die Gemeinde, erläutert die BGV in ihrer Vernehmlassung (Ziff. 25) gestützt auf welche gesetzlichen Bestim- mungen sie verpflichtet war, der Gemeinde die Investitionsmehrwerte mitzuteilen. Gemäss Aus- führungen der BGV im Einspracheentscheid handle es sich bei der Mehrwertberechnung um eine Zeitwertberechnung, welche den Gemeinden unter anderem als Basis für die Gebührener- hebung diene. Da jeweils der gesamte Investitionsmehr wert eines Gebäudes anzugeben sei, sei für diese Berechnung nicht die Altersentwertung de r Sauna massgebend, sondern die Al- tersentwertung des ganzen Gebäudes (vorliegend 27 %). Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, an diesen Ausführungen zu zweifeln. Wie der Vernehmlassung (Ziff. 25) und dem angefochtenen Entscheid (Ziff. 7) zu entnehmen ist, ermittelt sich de r Brandlagerwert aus dem Zeitwert. Der Zeitwert ist der Neuwert minus die Altersentwertung, w elche im vorliegenden Fall am 9. De- zember 2022 27 % betrug. Der Brandlagerwert ergibt si ch aus dem Zeitwert dividiert durch den entsprechenden Umrechnungsfaktor (im Jahr 2002 betru g der Umrechnungsfaktor 9.231; im Jahr 2022 10.366). Wird der Gemeinde von der BGV der Zeitwert mitgeteilt, kann die Gemeinde mit dem Umrechnungsfaktor den Brandlagerwert errechne n, um darauf gestützt ihre Gebühren zu erheben. Es ist nicht ersichtlich, welche Nachteile d em Beschwerdeführer dadurch entstan- den sein sollen, indem die BGV der Gemeinde den Zeit wert statt des Brandlagerwerts der Sau- na angegeben hat, da der Brandlagerwert mittels eine s Umrechnungsfaktors gestützt auf den Zeitwert errechnet werden kann. 6. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass, erstens, die Sauna in die Versi- cherungsdeckung aufgenommen werden musste, zweitens, die S auna vor der Nachschätzung vom 9. Dezember 2022 im Kubus des Dachgeschosses, aber nicht wertmässig im Versiche- rungswert enthalten war, und drittens, die Erhöhung d es Versicherungswerts um Fr. 10'000.-- nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 7.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO umfas- sen die Verfahrenskosten die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen und mit dem bereits geleist eten Kostenvorschuss in gleicher Hö- he zu verrechnen. 7.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Gemäss § 21 Abs. 2 VPO ha ben Gemeinden und andere Trä- ger öffentlicher Aufgaben Anspruch auf eine Parteie ntschädigung, sofern der Beizug eines An- walts bzw. einer Anwältin gerechtfertigt war (Abs. 2). Nach § 3 Abs. 1 GVG BL besteht die BGV als selbständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen in F orm einer Anstalt mit eigener Rechts- persönlichkeit. Gemäss § 4 GVG BL sind die Gebäude und d ie Grundstücke im Kantonsgebiet bei der BGV je obligatorisch gegen Feuer- und Elementarschäden versichert. Eine anderweitige Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherung ist damit nicht zulässig. Folglich handelt e s sich bei der BGV um eine kantonale Anstalt, welche in Erfüllung ihr übertragener öffentl ich-rechtlicher Aufgaben im Sinne von § 2 Abs. 3 lit. d des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Lan dschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 verfügt hat. Nach der Rechtsprechung des Kantonsger ichts wird gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung eingeräumt, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeind en und andere Träger öffentlicher Aufgaben mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der e igenen Verwaltung gerechtfertigt er- scheint (vgl. statt vieler: KGE VV vom 10. Juni 2020 [81 0 19 286] E. 8.2.1; KGE VV vom 6. Ja- nuar 2016 [810 15 117] E. 7). Dies trifft vor allem d ann zu, wenn für eine angemessene Pro- zessvertretung rechtliches Spezialwissen gefordert ist, das ü ber die bei der Rechtsanwen- dungstätigkeit erforderlichen Kenntnisse hinausgeht und über welches eigene Rechtsdienste normalerweise nicht verfügen (KGE VV vom 12. Dezember 2 018 [810 17 245/246/250/251] E. 7.2; KGE VV vom 20. Februar 2019 [810 18 226] E. 6.2). Praxisgemäss wird öffentlichen Verwaltungsträgern nur ausnahmsweise eine Parteientschädi gung zugestanden, da bei einer Behörde im Sinne von § 2 Abs. 3 VwVG BL mit der Verfü gungskompetenz die entsprechende juristische Sachkunde einhergehen muss (vgl. KGE VV vom 3. Juli 2020 [810 17 289] E. 11.3). Vorliegend bewegte sich das Prozessthema auf dem Gebie t der von der Vorinstanz wahrge- nommenen öffentlichen Aufgabe. Zudem erweisen sich die sich stellenden Rechtsfragen nicht als derart komplex, dass für eine angemessene Prozessvertret ung juristisches Spezialwissen im vorgenannten Sinn erforderlich wäre, weshalb das benötigte juristische Wissen grundsätzlich vorausgesetzt werden darf und eine anwaltliche Mandati erung nicht als zwingend erforderlich erscheint. Demzufolge ist der Vorinstanz keine Parteientschädigung zuzusprechen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin