B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-270/2015 U r t e i l v o m 2 7 . J a n u a r 2 0 1 5 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Pakistan, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des SEM vom 11. Januar 2015 / N _______. D-270/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein pakis- tanischer Staatsangehöriger – seinen Heimatstaat im November 2014. Am 23. Dezember 2014 reichte er im Flughafen B._______ ein Asylgesuch ein. Gleichentags wurde ihm, mit Verfügung des BFM, di e Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert und für die Dauer von maximal 60 Tagen der Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort zugewiesen. A.b Am 26. Dezember 2014 fand im Flughafen B._______ die Befragung zur Person statt und am 6. Januar 2015 wur de der Beschwerdeführer ge- stützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) zu den Asylgründen angehört. Aus seinen Ausführungen ergibt sich folgender Sachverhalt: Er habe zusammen mit seiner Mutter in der Ortschaft C._______ gelebt, wo er seinen Unterhalt vom Einkommen seiner verpachteten Agrarimmo- bilien bestritten habe. Parallel habe er im Jahr 2002 eine Schule für Kinder aus armen Verhältnissen finanziert und geführt. 2010 sei er in dieser Schule von Taliban aufgesucht worden. Sie hätten verlangt, seinen Schü- lern Propaganda über den Dschihad vermitteln zu können. Als er sich je- doch geweigert habe, dieser Aufforderung nachzukommen, hätten sie ihn bedroht. Daraufhin habe er die Schule verlassen. Den Behörden habe er den Vorfall nicht gemeldet, weil er die Sache nicht ernst genommen habe. Vor drei bis vier Monaten, im Jahr 2014, seien erneut Taliban bei ihm in der Schule aufgetaucht und hätten dieselbe Aufforderung wie bereits 2010 ge- macht. Ihr Ziel sei gewesen, Vorträge vor den Kindern zu halten, um sie von der Teilnahme am Dschihad zu überzeugen. Zunächst seien die Tali- ban freundlich gewesen, weil er aber eine Zusammenarbeit erneut zurück- gewiesen habe, sei er von ihnen bedroht worden. Nach einer Stunde hätten sie seine Schule verlassen. In der Folge seien sie drei- bis viermal zu ihm gekommen. Beim letzten Besuch, an einem ihm nicht bekannten Datum, hätten sie ihn mitgenommen und einige Stunden festgehalten. Während dieser Haft sei er geschlagen und mit einer Eisenstange am Arm gebrannt worden, bevor sie ihn zur Schule zurückgebracht und weiter bedroht hät- ten. Nach diesem letzten Vorfall habe er die Schule geschlossen und sich bei verschiedenen Angehörigen und Bekannten versteckt. Die Behörden habe er nicht benachrichtigt, da die Polizei mit den Taliban zusammenar- beite. Aus Angst vor weiteren Schwierigkeiten habe er sich sodann ent- schlossen, das Heimatland zu verlassen. Vor rund einem Monat, im No- vember 2014, sei er ausgereist. Der Reiseweg kenne er nicht. Von einem D-270/2015 Seite 3 unbekannten Ort in Europa sei er mit dem Zug zum Flughafen B._______ gefahren, von wo aus er nach D._______ habe weiterreisen wollen. Auf- grund seines gefälschten britischen Reisepasses sei er jedoch von der Grenzpolizei angehalten worden, woraufhin er sich entschieden habe, um Asyl nachzusuchen. A.c Zur Untermauerung seiner Vorbringen gab der Beschwerdeführer beim SEM Kopien einer abgelaufenen Identitätskarte und zweier Schuldiplome sowie einen Ausdruck aus dem Internet über das Technische Institut in E._______ zu den Akten. Weitere Dokumente beziehungsweise allge- meine Informationen über die Situation in Pakistan wurden vom SEM nicht entgegengenommen. Hinsichtlich des Originals der Identitätskarte gab der Beschwerdeführer an, dieses habe er zu Hause zurückgelassen. A.d Gemäss Bericht der Ausweisprüfstelle der Ka ntonspolizei B._______ handelt es sich bei dem von der Flughafenpolizei sichergestellten briti- schen Reisepass um ein gefälschtes Dokument. B. Mit Verfügung vom 11. Januar 2015 – gleichentags im Flughafen B._______ eröffnet – stellte das SEM fest, der Beschwe rdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch vom 23. De- zember 2014 ab , verfügte die Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens, forderte den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, den Transitbereich am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, beauftragte den Kan- ton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte dem Be- schwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Ak tenverzeichnis aus. C. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 14. Januar 2015 bei der Flughafenpolizei B._______ Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung des SEM aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft anzuerken- nen und ihm Asyl zu gewähren. Es seien die Unzulässigkeit, Unzumutbar- keit und Unmöglichkeit des Wegweisu ngsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. Im Weiteren sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses D-270/2015 Seite 4 zu verzichten und ihm eine amtliche Rechtsvertretung beizuordnen. Even- tualiter sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustel- len. Die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktauf- nahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen. Für den Fall einer bereits erfolgten Datenweitergabe sei er in einer separaten Verfügung zu informie- ren. Auf die B egründung der Beschwerde und die Beschwerdebeilagen (Aus- druck betreffend die F._______, Zeitungsartikel und handgeschriebene No- tizen des Beschwerdeführers) wird – soweit entscheidrelevant – in den Er- wägungen eingegangen. D. Am 14. Januar 2015 überwies die Flughafenpolizei die Beschwerde per Telefax zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsgericht. Das Original ging am 15. Januar 2015 beim Gericht ein. E. Mit Telefaxeingabe vom 22. Januar 2015 reichte die Flughafenpolizei dem Gericht weitere Unterlagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der F._______ zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-270/2015 Seite 5 1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte resse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreic hung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde in Englisch und damit nicht in einer Amtssprache des Bundes – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch – verfasst (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33 a Abs. 1 VwVG), weshalb sie grundsätzlich zur Übersetzung zurückzuweisen wäre. Aus prozessökonomischen Grün- den ist indessen darauf zu verzichten, da der Inhalt der Beschwerde ver- ständlich ist und darüber aufgrund der Aktenlage ohne Weiteres entschie- den werden kann. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutre- ten (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Da der Beschwerde in der angefo chtenen Verfügung die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wurde, ist auf das Eventualbegehren um Wieder- herstellung der aufschiebenden Wirkung mangels eines Rechtsschutzinte- resses nicht einzutreten. 4. Personendaten von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Schutz- bedürftigen dürfen dem Heimat- oder Herkunftsstaat nicht bekannt gege- ben werden, wenn dadurch die betroffene Person oder ihre Angehörigen gefährdet würden; über ein Asylgesuch dürfen keine Angaben gemach t werden (Art. 97 Abs. 1 AsylG). D ie für die Organisation der Ausreise zu- ständige Behörde kann jedoch zwecks Beschaffung der für den Vollzug der Wegweisungsverfügung notwendigen Reisepapiere mit dem Heimat- oder Herkunftsstaat Kontakt aufnehmen, wenn in erster Instanz das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft verneint wurde (Art. 97 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der D-270/2015 Seite 6 Weg- und Ausweisung von ausländischen Personen (VVWA, SR 142.281) gilt das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft als verneint, wenn das Asyl- gesuch abgelehnt oder ein Nichtei ntretensentscheid verfügt wurde. D as SEM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 11. Januar 2015 abgelehnt, weshalb formal die Voraussetzungen gemäss Art. 97 Abs. 2 AsylG erfüllt sind. Im Übr igen deutet aufgrund der dem Bundesverwaltungsgericht derzeit vorliegenden Akten nichts auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerde- führers durch eine allfällige Bekanntgabe der in Art. 97 Abs. 3 Bstn. a -c AsylG erwähnten Personendaten gegenüber der zuständ igen ausländi- schen Behörde hin. Der Antrag, die zuständige Behörde sei vorsorglich an- zuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jegliche Da- tenweitergabe an denselben zu unterlassen, ist folglich abzuweisen. A us den Akten geht zudem nicht hervor, dass die Vorinstanz den Beschwerde- führer betreffende Daten an den Heimatstaat weitergegeben hat, weshalb auf das Eventualbegehren, er sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, mangels Rechts- schutzinteresses im Rahmen dieses Verfahrens nicht einzutreten ist. 5. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen D-270/2015 Seite 7 unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtling seigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 7. 7.1 Zur Begründung ihres negativen Asylentscheids führte die Vorinstanz an, dass die Au ssagen des Beschwerdeführers, wonach er ehrenamtlich eine Schule für Kinder aus armen Verhältnissen aufgebaut und geleitet habe, nicht zu überzeugen vermöchten. Die Motivation für sein soziales Engagement habe er nicht ausführlich beschreiben können, sondern habe sich mit Allgemeinheiten begnügt beziehungsweise lediglich erklärt, dass es ein Dienst für die Menschen gewesen sei (vgl. Anhörungsprotokoll vom 6. Januar 2015, A14 S. 5). Weiter erstaune, dass er für seine Schule keine amtliche Bewilligung gebrauc ht haben wolle. Nicht plausibel sei darüber hinaus, dass er in diesem Rahmen weder mit Hilfsorganisationen, mit den Behörden noch mit religiösen Vorgesetzten Kontakte gepflegt haben wolle (A14 S. 5-6). Auf diese Ungereimtheit angesprochen, habe er sinngemäss gesagt, in Pakistan sei es so. Es sei jedoch davon auszugehen, dass in Pakistan, insbesondere in einer Kleinstadt wie C._______, der Stifter einer Gratisschule mit anderen Akteuren der Gemeinschaft in Kontakt stehen würde. Dies umso mehr, als seine Schü ler nur vier Klassen hätten absol- vieren könne n und daraufhin eine staatliche oder eine Privatschule hätten besuchen müssen (A14 S. 6). Diesbezüglich habe er lediglich erklärt, dass er nach der vierten Klasse nicht mehr ver- antwortlich gewesen sei und er nic ht wisse, wie die Eltern die weiteren Schuljahre finanziert hätten (A14 S. 6). Schliesslich erstaune, dass er die Existenz seiner Schule mit keinerlei Dokumenten habe belegen können. Darauf angesprochen, habe er angegeben, seine Priorität sei gewesen, seinen Kopf zu retten (A14 S. 6). Diese Antwort vermöge nicht zu überzeu- gen. Ferner habe der Beschwerdeführer erklärt, dass die Taliban versucht hät- ten, in seiner Schule Kinder zu rekrutieren. Im Jahr 2010 seien die islami-D-270/2015 Seite 8 schen Kämpfer zum ersten Mal zu ihm gekommen. Da er deren Aufforde- rung abgelehnt habe, hätten sie ihn bedroht. 2014 seien sie mehrmals auf- getaucht. Beim zweiten Mal habe man ihn mitgenommen, bedroht und ge- schlagen. Dann sei er zur Schule zurückgebracht worden. Auch diesbezüglich vermöchten seine Angaben nicht zu überzeugen. Es sei zunächst festzustellen, dass er kein einziges Datum habe nennen kön- nen. Mehrmals gebeten, die Vorfälle zu datieren (A14 S. 9), habe er ledig- lich erklärt, er sei im Stress gewesen und könne deshalb keine Daten an- geben. Weiter erstaune es, dass er weder den Besuch von 2010 noch die Vorfälle von 2014 den städtischen oder religiösen Behörden gemeldet ha- ben wolle (A14 S. 10). Darauf angesprochen, habe er angegeben, es wäre für ihn gefährlich gewesen, da die Polizei mit den Taliban zusammenar- beite. Diese Antwort überzeuge nicht. Es treffe zu, dass die Taliban auf eine gewisse Passivität der Behörden zählen könnten. Doch als wohlhabende Person und Leiter einer Schule hätte er in seiner Heimatstadt auf jeden Fall Zugang zu den Behörden gehabt. Zu den Vorfällen habe er keine detaillier- ten Angaben machen können. So habe er sich auf eine kurze, detaillose und stereotype Darstellung beschränkt, in der keine Realkennzeichen er- sichtlich seien (A14 S. 8-9). Weiter falle auf, dass er keinerlei Informationen über die Taliban zu Protokoll habe geben können. Er habe sich mit der Angabe begnügt, bei den Taliban handle es sich um Tahriq-Taliban, welche in Miramshah basiert seien. Weitere Details fehlten gänzlich. Zusammen- gefasst seien seine Vorbringen bezüglich einer Verfolgung durch die Tali- ban nicht glaubhaft. Schliesslich falle auf, dass auch seine Darstellung des Reisewegs äusserst lückenhaft sei. Den eingereichten Dokumenten (zwei Schuldiplome, Auszug aus dem In- ternet betreffend das Technical Institute in E._______) komme keine Be- weiskraft zu. Es bestehe kein Zusammenhang zwischen den gelt end ge- machten Vorbringen und diesen Dokumenten. Die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass deren Asylrele- vanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingsei- genschaft nicht, weshalb sein Asylgesuch abzulehnen sei. Den Vollzug der Wegweisung erachtete die Vorinstanz als zulässig, zumut- bar und möglich. D-270/2015 Seite 9 7.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer insbesondere geltend, er habe im erstinstanzlichen Verfahren versucht, korrekt zu ant- worten und habe angeboten, das Interview in Englisch durchzuführen, weil das Verständnis nicht perfekt gewesen sei. Da der Dolmetscher nicht aus Pakistan, sondern aus Afghanistan gekommen sei, habe er nicht frei erklä- ren und alle Details darlegen können. Er habe sich k urz fassen müssen. Im Jahr 2002 habe er in seinem Dorf die F._______ eröffnet, eine Schule für arme und obdachlose Kinder, welche eine Grundausbildung benötigten. Es sei sein Traum gewesen, etwas für diese Kinder zu tun. Er sei eine grosszügige Person und die Dorfbewohner würden ihn mögen und vertrau- ten ihm. Die Schule habe er mit Spendengeldern und dem Verkauf von Erträgen seines landwirtschaftlichen Grundstücks finanziert. Sein Leben sei in Gefahr. Er habe von den Taliban Drohungen erhalten, weil er nicht damit einverstanden gewesen sei, dass sie seine Schüler für Selbstmordattentate rekrutieren wollten. Sie hätten ihn gefoltert. Er habe die Schüler vor den Taliban gerettet und sie zu ihren Eltern zurückgebracht, bevor er Pakistan verlassen habe. Aus Z eitungen und anderen Medien werde ersichtlich, dass Pakistan für Lehrer äusserst gefährlich sei. Viele Unschuldige würden getötet. Die pakistanische Regierung könne einzelne Personen nicht schützen. Jemanden in Lebensgefahr auszuweisen, wider- spreche den Menschenrechten. Die Polizei helfe bei Drohu ngen seitens der Taliban nicht und einige der Polizisten hätten islamisches Gedankengut. Die Taliban seien überall in Pakistan vernetzt und man werde erwischt. Bei einer Rückkehr nach Pa- kistan würde er inn ert einer Woche getötet werden, weshalb er um Hilfe bitte. 7.3 Nach einer eingehenden Prüfung der vorliegenden Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die Ausführungen in der Be- schwerde nicht geeignet sind, die zutreffenden Erwägungen des SEM zu entkräften, auf welche zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird. 7.3.1 Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer aus den an- geblichen Verständigungsproblemen anlässlich des Interviews nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. So ist den Akten – entgegen anders- lautender Argumentation – nicht zu entnehmen, dass es ihm ein Anliegen D-270/2015 Seite 10 gewesen wäre, das Interview in Englisch durchführen zu lassen. Vielmehr wurden sowohl die Befragung als auch die Anhörung in seiner Mutterspra- che (Paschtu) durchgeführt (vgl. Befragungsprotokoll vom 26. Dezember 2014, A8 S. 2/3; A14 S. 14) und er gab bei beiden Gelegenheiten an, den Dolmetscher gut zu verstehen beziehungsweise gut verstanden zu haben (vgl. A8 S. 2 und 10, A14 S. 1 F1). Im Weiteren bestätigte er jeweils unter- schriftlich, dass das Protokoll in eine ihm verständliche Sprache übersetzt worden sei und seinen Aussagen und der Wahrheit entspreche (vgl. A8 S. 10, A14 S. 14). Ebenso ist darauf hinzuweisen, dass die bei der Anhörung anwesende Hilfswerksvertreterin keinerlei Einwände zum Protokoll anzu- melden hatte (vgl. A14 S. 15). In Anbetracht dessen, dass der Beschwer- deführer am Ende der Befragung gefragt wurde, ob er noch etwas anfügen möchte beziehungsweise bei der Anhörung die Möglichkeit hatte, seine Asylgründe detailliert darzulegen und er frei erzählen konnte (vgl. A8 S. 10, A14 S. 4 F22 ff.), ist sein Vorwurf, er habe sich kurz fassen müssen, nicht zu hören. 7.3.2 Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer die F._______ ge- gründet haben will und dort als Schulleiter und Englischlehrer tätig gewe- sen sein will (vgl. A14 S. 3 F11, S. 5 F36), erstaunt es im Weiteren doch sehr, dass er in dem auf Beschwerdeebene eingereichten Ausdruck, worin die Schule vorgestellt und deren Personal namentlich genannt wird , nir- gends mit Namen aufgeführt ist. Dies wäre jedoch zu erwarten, zumal der Gründer beziehungsweise Leiter einer Schule innerhalb derselben eine wesentliche Funktion wahrnimmt. Auch der Umstand, wonach dieser Aus- druck eine Fotografie enthält, auf welcher ein Mann abgebildet ist, vermag keinen Bezug zum Beschwerdeführer herzustellen , zumal es sich hierbei lediglich um ein hineinkopiertes Bild handelt. Darüber hinaus kann der Be- schwerdeführer aus den weiteren Schulunterlagen ebenso wenig zu sei- nem Vorteil ableiten, zumal er auch darin nirgends namentlich als Schullei- ter erwähnt wird, sondern bei "Signature Principal" lediglich seine Unter- schrift vermerkt ist. Dies lässt keinen eindeutigen Schluss darauf zu, dass er der Gründer beziehungsweise Leiter dieser Schule ist, umso weniger, als es sich bei den Unterlagen um Kopien handelt, was Zweifel am Beweis- wert zulässt, zumal gemäss der Rechtsprechung Fotokopien grundsätzlich keine genügende Beweiskraft beigemessen werden kann, da sie nicht als fälschungssicher bezeichnet werden können (vgl. dazu BVGE 2007/7, E. 5.1). D-270/2015 Seite 11 Ein Engagement des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der er- wähnten Schule ist nach dem Gesagten ernsthaft zu bezweifeln. Demzu- folge können ihm auch die angeblich mit dieser Schule zusammenhängen- den Probleme mit den Taliban nicht geglaubt werden, umso mehr, als er mit seiner Schilderung nicht den Eindruck erweckt, auf Selbsterlebtes zu- rückgreifen zu können. So wäre in Anbetracht des Umstands, wonach der Beschwerdeführer von den Taliban mitgenommen worden sein will, sie ihn angeblich mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen, mit einem heissen Eisenstab am Ellbogen verbrannt, mit den Füssen getreten und mit den Fäusten geschlagen haben (vgl. A14 S. 7 F54), zu erwarten gewesen, dass er sich an ein genaues Datum hätte erinnern können. Dies umso mehr, als ihm die Erinnerung an diesen Angriff noch präsent sein müsste, zumal die- ser erst drei oder vier Monate zurückliegen soll und angeblich zu einer Kopfwunde geführt hat, welche genäht werden musste (vgl. A8 S. 9, A14 S. 7 F54). Sein Argument, er könne kein Datum nennen, weil er im Stress gewesen sei (vgl. A14 S. 9 F71), vermag nach dem Gesagten nicht zu überzeugen. Im Weiteren darf davon ausgegangen werden, dass die Tali- ban für einen erneuten Rekrutierungsversuch seit dem ersten Vorfall von 2010 wohl nicht bis ins Jahr 2014 zugewartet hätten, sondern der Be- schwerdeführer bereits früher wieder behelligt worden wäre (vgl. A14 S. 7 F56). Ausserdem ist angesichts dessen, dass er mit dem Tod bedroht wor- den sein soll (vgl. A14 S. 9 F78), davon auszugehen, er hätte den Ernst der Lage erkannt und die Vorfälle den Behörden gemeldet. Sein Rechtfer- tigungsversuch, die pakistanische R egierung könne einzelne Personen nicht schützen und die Polizei helfe bei Drohungen seitens der Taliban nicht, ist vielmehr als unbehelfliche Schutzbehauptung zu werten, zumal der pakistanische Staat von Taliban verübte Übergriffe nicht duldet. So wurde beispielsweise auf ein Taliban-Massaker in einer Schule in Pescha- war am 16. Dezember 2014 dahingehend reagiert, dass ein seit 2008 gel- tendes Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe aufgehoben wurde, die Polizei mehrere Verdächtige festnahm und der Premierminister ausserdem sein Versprechen bekräftigte, das Vorgehen gegen Extremis- ten zu verschärfen und dem von Gewalt geplagten Land endlich Frieden zu bringen. In Anbetracht der Umstände kann davon ausgegangen werden , dass der Beschwerdeführer mit seiner als unglaubhaft zu qualifizierenden Schilde- rung versucht hat, sich in den Medien präsente Übergriffe an Lehrpersonen in Pakistan zu Nutze zu machen. Bei dieser Sachlage kann darauf verzich- tet werden, auf die weiter en Beweismittel, welche Taliban -Attacken auf D-270/2015 Seite 12 Lehrer und andere Personen betreffen, näher einzugehen. Weder die ein- gereichten Zeitungsartikel noch die handgeschriebenen Notizen haben ei- nen konkreten Bezug zum Beschwerdeführer. Schliesslich gilt es darauf hinzuweisen, dass sich auch seine Schilderung zum Reiseweg negativ auf die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Ver- folgung auswirkt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri- schen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 17 E. 4b S. 150). So wusste er weder anzugeben, durch welche Lände r ihn die Reise geführt habe, von wo er abgeflogen sei, wo er den Zug bestiegen habe noch wel- che Dokumente bei der Ausreise benutzt worden seien (vgl. A8 S. 4/5 Ziff. 2.04). Da der Beschwerdeführer über eine mehrjährige Schulbildung ver- fügt und das Abitur gemacht hat (vgl. A8 S. 4 Ziff. 1.17.04, A14 S. 3 F12), hätten auch diesbezüglich detaillierte Angaben erwartet werden dürfen. Stattdessen erweckt er mit seinem Aussageverhalten den Eindruck, den Asylbehörden die genaue Reiseroute verheimlichen zu wollen. 7.3.3 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zu Recht die Flücht- lingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt hat. 8. 8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, D-270/2015 Seite 13 wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde -führers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008 , Grosse Kammer 37201/06, D-270/2015 Seite 14 §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Pa- kistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un- zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.3.1 Angesichts des Um stands, wonach in Pakistan derzeit weder eine Situation allgemeiner Gewalt noch kriegerische respektive bürgerkriegs- ähnliche Verhältnisse herrschen, sind keine Anhaltspunkte dafür ersicht- lich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr dorthin konkret gefähr- det wäre. 9.3.2 Im Weiteren besteht kein Grund zur Annahme, der junge und soweit aktenkundig gesunde Beschwerdeführer gerate im Falle einer Rückkehr in seine Heimat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder ge- sundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation. Mit seinen Eng- lischkenntnissen, dem mehrjährigen Schulbesuch und dem Abitur (vgl. A8 S. 3 Ziff. 1.17.02, S. 4 Ziff. 1.17.04; A14 S. 3 F12) verfügt er über gute Voraussetzungen, welche ihm beim Aufbau einer neuen Existenz von Nut- zen sein werden. Ausserdem gab er an, nicht arm zu sein. Die Familie be- sitze viel Land und sie hätten von der Agrarwirtschaft gelebt (vgl. A8 S. 4 Ziff. 1.17.05, A14 S. 11 F94). Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer in Pakistan, wo er seit der Geburt bis zur Ausreise gelebt hat (vgl. A8 S. 4 Ziff. 2.01), über ein tragfähiges Beziehungsnetz (Mutter, ein Bruder und vier Schwestern [vgl. A8 S. 5 Ziff. 3.01 , A14 S. 3 F15 ]), welches ihm bei der Wiedereingliederung behilflich sein kann. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach dem Gesagten auch als zumutbar. 9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE D-270/2015 Seite 15 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung ebenso als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 11. 11.1 Aufgrund dessen, dass sich die Rechtsbegehren als aussichtslos er- wiesen haben, fehlt es an den materiellen Voraussetzungen für eine Be- freiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten und das entsprechende Gesuch ist unbesehen der geltend gemachten Bedürftigkeit des Beschwer- deführers abzuweisen. Somit ist auch das Gesuch um amtliche Verbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG abzuweisen. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegenden Urteil hinfällig. 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.─ festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-270/2015 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kon- taktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jegliche Datenweitergabe an denselben zu unterlassen, wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten und das Gesuch um amtliche Verbeiständung gemäss Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG werden abgewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.─ werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM, die Flughafenpoli- zei B._______ und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: