Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. April 2015 (720 14 358) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Wiedererwägungsweise Aufhebung der Invalidenrente nach zweifelloser Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Tobias Rebmann Parteien A.____, vertreten durch Denis G. Giovannel li, Rechtsanwalt, Baarer- strasse 34, Postfach, 6300 Zug gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 geborene A.____ war seit dem Jahre 197 7 bei der B.____ AG in C.____ als Vorarbeiter beschäftigt. Am 9. Juni 2000 erlitt der Versicherte bei der Arbeit einen Unfall und verletzte sich an der rechten Hand. Der zuständige Unfallversicherer anerkannte seine Leis- tungspflicht und erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 13. Dezember 2000 meldete sich A.____ bei der E idgenössischen Invalidenversi- cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der ge sundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sowie nach Durchführung eines Vorbescheidv erfahrens sprach ihm die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügun g vom 15. Januar 2003 rückwirkend ab 1. Juni 2001 eine halbe Rente zu. Im Rahmen einer vo n Amtes wegen eingeleiteten Revision wurde die Rente mit Mitteilung vom 16. April 2010 b estätigt. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2014 hob die IV-Stelle, im Rahmen einer weiteren von Amtes wegen eingeleiteten Revision und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren, die Verfügung vom 15. Januar 2003 wiedererwägungsweise auf. Im Weiteren verfügte die I V-Stelle, dass die bisherige Rente auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats aufgehoben werde. C. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Denis G. Gi ovanelli, Rechtsanwalt, am 17. November 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die Verfügung vom 16. Oktober 2014 sei aufzu- heben und es sei ihm weiterhin eine halbe Invalidenren te auszurichten. Eventualiter sei die An- gelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, mit der Massgabe, gestützt auf ein Obergutach- ten neu zu verfügen. Subeventualiter seien berufliche Massnahmen durchzuführen, um dem Beschwerdeführer die Verwertung einer allfälligen Re starbeitsfähigkeit zu ermöglichen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren und dem Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens eine unbefristete halbe Invalidenrente auszurichten. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtve rtreter zu gewähren. Zur Begrün- dung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass die ursprü ngliche Verfügung vom 15. Januar 2003 nicht zweifellos unrichtig sei und damit keine Wiedererwägung möglich sei. D. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2014 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Dabei machte sie unter anderem gelt end, dass der damalige Gutachter, Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem ärztlichen Bericht in somati- scher Hinsicht fälschlicherweise von einer Arbeitsfähigkeit von 60% ausgegangen sei, obwohl diese bei 100% gelegen habe. E. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2014 wies das Kanto nsgericht das Gesuch um Wie- derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab. F. Mit Verfügung vom 22. Januar 2015 bewilligte das K antonsgericht dem Beschwerdefüh- rer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ver- beiständung mit dem Rechtsanwalt Denis G. Giovanelli. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 18. Oktober 2012, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 17. Nove mber 2014 ist demnach einzutre- ten. 2.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die IV-Stelle habe das rechtliche Gehör verletzt, indem ihm eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 30. September 2014 nicht zugestellt worden sei. 2.2 Es ist unbestritten, dass die IV-Stelle dem Beschwe rdeführer vor Erlass der im vorlie- genden Verfahren angefochtenen Verfügung die im Rah men des Vorbescheidverfahrens er- stellte Stellungnahme des RAD vom 30. September 2014 weder zur Kenntnis gebracht noch ihm die Gelegenheit geboten hat, dazu Stellung zu nehmen. Es kann indes offen bleiben, ob es sich dabei – wie von der Vorinstanz geltend gemacht – l ediglich um eine interne medizinische Einschätzung handelt und diese damit dem Beschwerdefüh rer nicht zur Stellungnahme hätte vorgelegt werden müssen. Die Rechtsprechung lässt nämli ch eine Heilung einer nicht schwer wiegenden Gehörsverletzung – wovon im vorliegenden Fal l auszugehen ist – dort zu, wo die betroffene Person die Möglichkeit hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfe n kann (U ELI KIESER , ATSG- Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 42 N 9 f.). Der Beschwerdeführer konnte sich im vorliegenden Verfahren, in welchem das Kantonsgeri cht sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann, zur Stellungnahme des RAD vom 30. September 2014 äussern, weshalb eine allfällige Verletzung des rechtlic hen Gehörs als geheilt erachtet werden kann. Schliesslich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass selbst bei Annahme einer schwer- wiegenden Verletzung des Gehörsanspruchs von einer Rückwe isung abzusehen wäre, da eine solche lediglich zu einem formalistischen Leerlauf und da mit zu unnötigen Verzögerungen füh- ren würde (BGE 132 V 390). 3. Materiell strittig und im Folgenden zu prüfen ist, in welchem Umfang der Beschwerde- führer über den 30. November 2014 hinaus Anspruch auf eine IV-Rente hat. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindeste ns 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidität sgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG ist die Verwaltung befug t, auf formell rechtskräftige Verfü- gungen oder Einspracheentscheide zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. I ndem die genannte Bestimmung aus- drücklich die Verfügung und den Einspracheentscheid als Objekt der Wiedererwägung bezeich- net, wird klargestellt, dass Entscheide eines Gerichts nicht in Wiedererwägung gezogen werden können (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 , Art. 53 Rz. 27). Der Wiedererwägung zugänglich sind mit anderen Worten nur Verfügungen und Einsprache- entscheide, die noch nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben. 4.2 Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 A TSG dient der Korrektur einer an- fänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrich tiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Sie ist jederzeit möglich (vgl. Art. 53 Abs. 3 ATSG), insbesondere auch wenn die Voraussetzungen der Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (Urteil J. des Bundesgerichts vom 20. November 2008, 9C_342/208, E. 5.1 mit Hinweisen). Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenver fügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die im Revisionsverfahren verfügte Aufhebung der Rente mit dieser substituierten Be- gründung schützen (BGE 125 V 369 E. 2; Urteil B. des B undesgerichts vom 4. Mai 2007, I 61/2007, E. 3). 5.1 Die Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen Bed eutung ist vorliegend ohne weiteres erfüllt, da eine periodische Dauerleistung P rozessgegenstand bildet (BGE 119 V 440 E. 1c mit Hinweisen; Sozialversicherungsrecht - Rechtsprech ung [SVR] 2001 IV Nr. 1 S. 3 E. 5c). Zu prüfen bleibt dagegen, ob auch das Erforder nis der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung vom 15. Januar 2003 gege ben ist. Diese für die Wiedererwä- gung kumulativ erforderliche Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit ist gemäss ständiger Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Praxis nach der Sach- und Rechtslage zu beurteilen, welche bestand, als die ursprüngliche Rentenverfügung erging (BGE 125 V 389 E. 3 mit Hinweisen). 5.2 Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit – als Schranke für ein wiedererwägungs- weises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Leistun gszusprechung – soll verhindern, dass die Wiedererwägung zum Instrument einer voraussetzu ngslosen Neuprüfung von Dauer- leistungen wird. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechun g kann die wiedererwägungswei- se Aufhebung einer Invalidenrente nur bei Unvertretba rkeit der ursprünglichen Rentenzuspra- che erfolgen. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kei n vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einzige r Schluss – derjenige auf die Unrichtig- keit der Verfügung – möglich (Urteile C. des Bundesgeri chts vom 12. August 2010, 9C_181/2010, E. 3 und H. vom 14. Januar 2009, 8C_512 /2008, E. 6.1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 125 V 392 f. E. 6a). Das Erfordernis der zweifello sen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechung auf Grund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestim mungen nicht oder unrichtig an- gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materiel- ler Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Ele- mente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzungen der A rbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigun- gen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurtei- lung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich ihrer Te ilaspekte wie etwa die Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbo t, als vertretbar, scheidet die Annah- me zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteile C. des Bun desgerichts vom 12. August 2010, 9C_181/2010, E. 3 und B. vom 7. Mai 2007, I 907/06, E. 3.2.1, je mit Hinweisen). 5.3 Bei der Wiedererwägung einer formell rechtskräfti gen Verfügung gilt es im Hinblick auf IV-rechtliche Aspekte mit Wirkung ex nunc et pro futuro ei nen rechtskonformen Zustand herzu- stellen (Art. 85 Abs. 2 und Art. 88 bis Abs. 1 lit. c IVV; BGE 110 V 291 E. 3; Urteil des Bun desge- richts vom 2. Juli 2007, 9C_655/2007, E. 6.1). Bei Ren ten der IV im Besonderen ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass gerade die Ermittlung de s IV-Grads eine Vielzahl von Ele- menten umfasst, bei welchen die Ermessensausübung immanent ist. Zu denken ist vor allem an die Arbeitsunfähigkeit, welche durch eine Beeinträchtig ung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit als Folge von Geburtsgebrechen, Kr ankheit oder Unfall bedingt sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG und Art. 6 ATSG). Hier bedar f es für die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit einer qualifiziert rechtsfehlerhaften E rmessensbetätigung. Scheint die - retrospek- tiv vorzunehmende - Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (SVR 2006 IV Nr. 21. S. 75 E. 1.2). In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine zweifellose Unrichtigkeit der ursp rünglichen Verfügung in einzelnen Fällen bejaht worden, in denen im Nachhinein festgestellt wurde, dass der Sachverhalt, welcher der Rentenverfügung zugrunde lag, zu wenig abgeklärt worden war (Urteile S. des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt, sozialrechtliche Abteilun- gen] vom 21. Oktober 2003, I 652/02, E. 5.2.2 und P. vom 31. Januar 2003, I 559/02, E. 5). Wenn jedoch eine bestimmte Entscheidung im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung einer von mehreren möglichen Vorgehensweisen entsprach, ist di e Annahme einer zweifellosen Un- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtigkeit abzulehnen. So gilt es dem soeben Gesagten zu folge zu berücksichtigen, dass die Stellungnahme eines Arztes zur Arbeitsunfähigkeit immer e inen Ermessensentscheid darstellt, der nur dann als qualifiziert und damit zweifellos unr ichtig bezeichnet werden kann, wenn die fachmedizinischen Abklärungen der beteiligten Disziplinen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt worden sind (ANDREAS BRUNNER /N OAH BIRKHÄUSER , Soma- toforme Schmerzstörung - Gedanken zur Rechtsprechung und d eren Folgen für die Praxis, ins- besondere mit Blick auf die Rentenrevision, in: Basler Ju ristische Mitteilungen [BJM] 2007, S. 199 f.; Urteil P. des EVG vom 31. Januar 2003, I 559/02, E. 4). 5.4 Zu ergänzen ist, dass selbst eine mehrmalige revisionsw eise Bestätigung einer Rente nicht dazu führt, dass erhöhte Anforderungen an die zwei fellose Unrichtigkeit zu stellen wären (Urteil C. des Bundesgerichts vom 2. Juli 2007, 9C_215/2007, E. 3.2 in fine mit Hinweis). 6.1 Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) f ührte am 12. Juni 2001 eine kreisärztliche Untersuchung durch, wobei dem Versicherten ( aus somatischer Sicht) eine 60%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Kurz darau f, am 15. August 2001, wurde im Rahmen einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung festgehalten, dass dem Versicherten leichte wech- selbelastende Tätigkeiten bimanuell zumutbar seien. In Frage kämen Kontroll- und Überwa- chungsfunktionen, leichte industrielle Produktions- ode r Montagearbeiten, leichte Archiv- oder Magazinarbeiten, Portierdienste, leichte handwerkliche Hilfstätigkeiten sowie administrative Tä- tigkeiten. Für solche Tätigkeiten wäre ein ganztägiger Arbeitseinsatz zumutbar. 6.2 In der ursprünglichen Verfügung vom 15. Januar 2003 bemass die IV-Stelle den Invalidi- tätsgrad des Versicherten mit 50%, wobei sie sich in erster Linie auf das psychiatrische Gutach- ten von Dr. D.____ vom 28. Mai 2002 stützte. Dr. D.___ _ hielt fest, es müsse davon ausgegan- gen werden, dass es nach dem Unfall und der Verletzung der rechten, dominanten Hand des Exploranden zu einer Anpassungsstörung mit einer längere n depressiven Reaktion gekommen sei. Zwei Jahre nach dem Unfall liege nun eine leichte bis mittelschwere depressive Episode vor. Gemäss den in den Akten befindlichen Erhebungen am Arbeitsplatz, so Dr. D.____, sei der Explorand noch zu 40% bei einer adaptierten Arbeit er werbstätig, gemäss eigenen Angaben arbeite der Explorand halbtags. In Anbetracht des Umstandes, dass aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 60% attestiert worden sei und d ie Depressivität die Arbeitsfähigkeit zusätz- lich einschränke, müsse aus gesamtmedizinischer Sicht davon a usgegangen werden, dass die vom Exploranden erbrachten 40% Leistung bei adaptiert er Tätigkeit das ihm zumutbare Mass darstellen würden. Die Arbeitsfähigkeit betrage demzufolge bei adaptierter Tätigkeit 40%. 6.3 Als Dr. D.____ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 28. Mai 2002 davon ausging, dass dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht eine 60% ige Arbeitsfähigkeit attestiert wor- den sei, stützte er sich offensichtlich auf das Ergebnis d er kreisärztlichen Untersuchung vom 12. Juni 2001. Demgegenüber liess er die kreisärztliche U ntersuchung vom 15. August 2001 ausser Betracht, mithin ging er also von einer unrichtig en bzw. überholten Bemessung der Ar- beitsfähigkeit aus somatischer Sicht aus. In seinem Guta chten schränkte er die fälschlicher- weise übernommene Arbeitsfähigkeit von 60% um weiter e 20% ein, so dass er zum genannten Ergebnis einer 40%igen Arbeitsfähigkeit gelangte. Es b estehen keine Zweifel, dass Dr. D.____ Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre, wenn er die zu m damaligen Zeitpunkt aktuelle kreisärztliche Untersuchung berücksichtigt hätte. Indem Dr. D.____ die Ergebnisse der kreis- ärztlichen Untersuchung vom 15. August 2001 jedoch nicht b erücksichtigte, ist erstellt, dass seine fachmedizinische Abklärung diesbezüglich auf einem Irrtum beruhte. Damit ist das Kriteri- um der zweifellosen Unrichtigkeit vorliegend erfüllt. S oweit die Vorinstanz im Weiteren geltend macht, Dr. D.____ sei von einer leichten bis mittelschweren depressiven Episode ausgegangen, obwohl dies die Untersuchungsbefunde nicht erlaubt hät ten und lediglich eine Anpassungsstö- rung ohne depressive Episode bestanden habe, so kann off en bleiben, ob dies vorliegend ebenfalls für die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit genügen würde. 6.4 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht zu beanst anden, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2014 ihre ursprüngliche Rentenverfügung vom 15. Januar 2003 als zweifellos unrichtig im wiedererwäg ungsrechtlichen Sinne qualifiziert hat. Daran ändert auch ihre zwischenzeitlich erfolgte Mitteil ung vom 16. April 2010, wonach ein un- veränderter Rentenanspruch bestehe, nichts (vgl. E. 4.4 hiervor). 7.1 Steht die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung fest und ist de- ren Berichtigung von erheblicher Bedeutung (vgl. Erwä gung 4.1 hiervor), sind in einem nächs- ten Schritt die Anspruchsberechtigung und der Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen. Hierfür ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der I nvaliditätsgrad bei Erlass der streitigen Verfügung zu ermitteln (Urteile S. des Bundesgerichts vo m 14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.3, und C. vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.3, je mit Hinweisen). 7.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des aktuellen Renten anspruchs des Beschwerdeführers bildet die Frage, in welchem Ausmass dieser aufgrund sei ner gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Ar beitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit bedingte, volle oder teil- weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe reich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tät igkeit in einem andern Beruf oder Auf- gabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinitio n stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen E VG bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 7.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 7.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen). Insbe- sondere soll bei Gerichtsgutachten "nicht ohne zwingen de Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten abgewichen werden. Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spe- zialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren n ach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, d arf das Gericht einem von ihm ein- geholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen , solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Vorbehal- ten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher I nterpretation entspringende – Aspekte be- nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 8.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 1 6. Oktober 2014 vollumfänglich auf das rheumatologische und psychiatrische Gutachten der Dres. med. E.____, FMH Rheumato- logie und Innere Medizin, und F.____, FMH Psychiatrie u nd Psychotherapie, vom 5. bzw. 16. Dezember 2013. Dr. E.____ hielt im rheumatologischen T eil des Gutachtens fest, dass der Be- schwerdeführer nicht im schweren Kilobereich heben, stosse n oder ziehen könne. Zudem kön- ne er mit der rechten Hand keine Tätigkeiten mit Schlag- oder Vibrationsbelastungen ausführen. Eine Tätigkeit, welche diese Restriktionen berücksichtige, sei dem Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht vollschichtig zumutbar. Im psychia trischen Teilgutachten diagnostizier- te Dr. F.____ einzig eine somatoforme autonome Funktionsstörung. In Bezug auf die sogenann- ten Foerster-Kriterien führte er aus, das keinerlei psychi atrische Komorbidität vorliege, es lägen einzelne chronische körperliche Beschwerden und Diagnosen vor, der Explorand habe sich sozial nicht zurückgezogen, er sei sozial gut eingebunden, d ie Magen- und Herzbeschwerden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestünden seit mehreren Jahren, er sei nie in einer a mbulant-psychiatrischen Behandlung ge- standen und sei nie psychopharmakologisch behandelt word en. Demgemäss seien die Foers- ter-Kriterien kaum erfüllt, so dass dem Exploranden aus psychiatrischer Sicht eine vollumfängli- che aktive Willensleistung zumutbar sei, um seine Beschwerd en zu überwinden. Sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Dementsprechend fiel auch die gesamtmedizinische Konsensbeurtei- lung aus: In der bisherigen Tätigkeit wie auch in eine r Verweistätigkeit gelte die psychiatrische Beurteilung unter Berücksichtigung der rheumatologischen Limiten. Eine Tätigkeit, welche die genannten rheumatologischen Restriktionen berücksichtige, se i dem Beschwerdeführer voll- schichtig zumutbar. 8.2 Das Gutachten ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 7.5 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier nicht vor. Der Beschwerdeführer wurde von Dr. F.____ eingehend untersucht, womit es sich beim psychi- atrischen Teilgutachten mitnichten um ein blosses Verlau fsgutachten handelt. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers hat Dr. F.____ auch frühe re psychiatrische Berichte und Gut- achten eingehend gewürdigt. Soweit der Beschwerdeführer eventualiter die Durchführung eines Obergutachtens beantragt, kann auf die bundesgerichtli che Praxis zur antizipierten Beweiswür- digung verwiesen werden (vgl. BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Gelang t das Gericht bei pflichtgemässer Beweis- würdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des rele- vanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Dies ist vorliegend der Fall. 9.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.3 hievor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. I n ihrer Verfügung vom 16. Oktober 2014 hat die IV-Stelle den zur Ermittlung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versicherten erforderlichen Einkommensvergleich regelkonf orm vorgenommen (vgl. Erwägung 2.3 hiervor), wobei ein Invaliditätsgrad von 24% resul tierte. Die Berechnung des Invaliditäts- grads wird denn auch nicht bestritten. 9.2 Was den Beginn der Wirksamkeit der Renteneinstellu ng betrifft, so hat die IV-Stelle diesen in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die bei einer wiedererwägungsweisen Ren- tenaufhebung analog zur Anwendung gelangende Bestim mung von Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV (vgl. Urteil W. des damaligen EVG vom 3. August 2005, I 546/03, E. 2.2) korrekterweise auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats festgesetzt. 10.1 Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer subevent ualiter die Durchführung von be- ruflichen Massnahmen für die Verwertung einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allge mein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutb are selber vorzukehren hat, um die Fol- gen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vorkeh- ren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ges amten objektiven und subjektiven Ge- gebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 2 2 E. 4a S. 28 mit Hinweisen). Die Wiedereingliederung von Versicherten im fortgeschritt enen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Arbeitswelt ist oft schwierig. Diesem Umstand Rechnung tra- gend muss sich die Verwaltung – sofern die versicherte P erson das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat – vor de r Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungs- vermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen I nvaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür ausnahmsweise im Einzelfall eine erwerbsbezogen e Abklärung und/oder die Durchfüh- rung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausg esetzt ist (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 27. Juni 2013, 9C_752/2013 E. 4.1 mit H inweisen). Dieser Prüfungsschritt zei- tigt dort keine administrativen Weiterungen, wo die g egenüber der Eingliederung vorrangige Selbsteingliederung direkt zur rentenausschliessenden ode r -herabsetzenden arbeitsmarktli- chen Verwertbarkeit des wiedergewonnenen funktionellen Leistungsvermögens führt. Das ist namentlich der Fall, wenn bisher schon eine erhebliche Restarbeitsfähigkeit bestand, sodass der anspruchserhebliche Zugewinn an Leistungsfähigkeit kaum zusätzlichen Eingliederungsbe- darf nach sich zieht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. April 2011, 9C_228/2010 E. 3.1.2; vom 10. September 2010, 9C_768/2009 E. 4.1.2). 10.3 Dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. F.____ ist zu entnehmen, dass der Be- schwerdeführer in den letzten Jahren vereinzelt gearbei tet habe. Im Jahre 2010 habe er wäh- rend zirka drei Monaten stundenweise für einen Freund als Chauffeur für dessen Gartenbauun- ternehmen gearbeitet, im Jahre 2012 habe er für mehr ere Monate bei einem anderen Kollegen stundenweise als Lagerhilfe gearbeitet. Seit mehreren Jahren arbeite er zudem in einem italie- nischen Vereinslokal (regelmässig dienstagsabends, oft donn erstagabends, regelmässig frei- tagabends bis sonntagabends), wo er Getränke serviere und Reinigungsarbeiten tätige. Dafür erhalte er auch eine kleine finanzielle Entschädigung. 10.4 Der Beschwerdeführer hatte zum Zeitpunkt der rente naufhebenden Verfügung bereits das 55. Altersjahr zurückgelegt. Seit dem 1. Juni 2001 ( zugesprochen durch Verfügung vom 15. Januar 2003) bezog er eine halbe IV-Rente, bei einer bestehenden Restarbeitsfähigkeit von 50%. Mithin bestand bereits während der ganzen Zeit de s Rentenbezugs eine erhebliche Rest- arbeitsfähigkeit. Selbst wenn – entgegen der tatsächl ich bestandenen niedrigeren medizinisch- theoretischen Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 6.3 hiervor) – davon ausgegangen würde, dass der Be- schwerdeführer stets nur zu 50% arbeitsfähig gewesen wär e, so zieht der anspruchserhebliche Zugewinn an Leistungsfähigkeit keinen zusätzlichen Eingl iederungsbedarf mit sich (vgl. E. 10.2 hiervor). Der Beschwerdeführer hat ferner in den vergan genen Jahren diverse (bezahlte) Tätig- keiten durchgeführt, worunter insbesondere seine Arb eit in einem italienischen Vereinslokal zu nennen ist, wo er nicht nur Getränke serviert, sondern auch Reinigungsarbeiten tätigt (vgl. E. 13.3. hiervor). Demgemäss ist dem Beschwerdeführer e ine berufliche Selbsteingliederung zumutbar. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die dem Versicherten bisher ausge- richtete halbe IV-Rente wiedererwägungsweise per 1. D ezember 2014 aufgehoben wurde. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 22. Januar 2015 die unen tgeltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 12.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 22. Januar 2015 die unentgeltliche Ver- beiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1 . Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 10. Februar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 11.5 Stunden gelten d gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen vo n Fr. 56.10. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘544.60 (11 Stunden und 30 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 56.10 + 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 12.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘544.60 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.