<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00328</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219689&amp;W10_KEY=4480713&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00328</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.10.2019</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Scheinehe â bei Wiederverheiratung mit dem ersten Ehemann]<br/><br/>Der Aufenthaltsanspruch nach Art. 43 Abs. 1 AIG steht gemäss Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs, unter welchen Begriff namentlich Scheinehen fallen, welche lediglich aus ausländerrechtlichen Motiven eingegangen oder aufrechterhalten werden (E. 3). Vorliegend erlaubt die Indizienlage nicht den Schluss, die Ehe der Beschwerdeführerin mit ihrem zweiten Ehemann â die 2015 geschieden wurde, woraufhin sie ihren ersten Ehemann erneut heiratete â sei nicht gelebt, sondern nur aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen bzw. aufrechterhalten worden (E. 4).<br/><br/>Gutheissung URB (Abschreibung des UP-Gesuchs).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDIZIEN">INDIZIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 5 Abs. II lit. a AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 43 Abs. I AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=44062" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00328</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">31. Oktober 2019</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Ersatzrichterin Beryl Niedermann, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung</span></b><b>,</b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, eine 1963 geborene armenische StaatsangehÃ¶rige, reiste am 30. MÃ¤rz 2004 unter dem Namen C mit ihrem Ehemann D, ebenfalls armenischer StaatsangehÃ¶riger, in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Nachdem das Asylgesuch der Eheleute rechtskrÃ¤ftig abgelehnt worden war, reiste der Ehemann von A am 17. Juli 2006 aus der Schweiz aus, wÃ¤hrend sie sich der Ausreiseaufforderung widersetzte und in der Folge als untergetaucht galt. Am 14. April 2008 wurde die Ehe in Armenien geschieden.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 22. Juli 2008 reiste A erneut in die Schweiz ein und heiratete gleichentags in E den in der Schweiz niederlassungsberechtigten tÃ¼rkischen StaatsangehÃ¶rigen F, geboren 1964, worauf sie im Rahmen des Ehegattennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton G erhielt. Die Ehe wurde mit Urteil des Regionalgerichts H vom 18. Dezember 2013 geschieden. Im Kanton ZÃ¼rich wurde ihr gestÃ¼tzt auf einen nachehelichen HÃ¤rtefall eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, welche letztmals bis zum 21. Juli 2017 verlÃ¤ngert wurde. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 4. Juli 2016 reiste D wiederum in die Schweiz ein. Am 3. August 2016 heirateten er und A zum zweiten Mal. Am 31. August 2016 stellte er ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau. Das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich beauftragte daraufhin am 14. Februar 2017 die Stadtpolizei ZÃ¼rich mit der Befragung von A und D. Gleichzeitig beauftragte es die Einwohner- und Spezialdienste der Stadt E mit der Befragung von F zu dessen Ehe mit A. Am 10. Juli 2017 stellte diese beim Migrationsamt ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 28. Mai 2018 wies das Migrationsamt die Gesuche von A und D ab, wies sie aus der Schweiz weg und setzte ihnen Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 23. August 2018. Am 13. Juni 2018 verstarb D in ZÃ¼rich. </p> <p class="Urteilstext"><b>II.</b><br/> A erhob am 20. Juni 2018 Rekurs gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 28. Mai 2018, welchen die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich mit Entscheid vom 30. April 2019 in der Hauptsache abwies, soweit sie darauf eintrat (Dispositiv-Ziff. I). A wurde eine Ausreisefrist angesetzt (Disp.-Ziff. II). Ihr wurden die Kosten des Rekursverfahrens auferlegt (Disp.-Ziff. III), und in Disp.-Ziff. IV wurde ihr eine ParteientschÃ¤digung verweigert.</p> <p class="Urteilstext"><b>III.<br/> </b>Hiergegen erhob A am 21. Mai 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen, unter EntschÃ¤digungsfolge seien die Entscheide der Sicherheitsdirektion und des Migrationsamts aufzuheben, das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung sei gutzuheissen und diese sei zu verlÃ¤ngern. A sei nicht aus der Schweiz wegzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Erteilung aufschiebender Wirkung der Beschwerde; sodann verlangte sie eine mÃ¼ndliche Verhandlung und stellte sie ein Gesuch um "vollumfÃ¤ngliche" unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung "ab Prozessbeginn".</p> <p class="Urteilstext">Das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete mit Schreiben vom 24. Mai 2019 auf Vernehmlassung. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion Ã¼ber Anordnungen eines Amts etwa betreffend das Aufenthaltsrecht nach § 41 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig.</p> <p class="Urteilstext">Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (§ 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1 VRG); demnach erweist sich das entsprechende Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin als von vornherein gegenstandslos.</span> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt die DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung gemÃ¤ss § 59 VRG und die AnhÃ¶rung ihrer selbst sowie die Befragung verschiedener Personen "als Zeugen". Angesichts des Nachstehenden (vgl. unten 4.2 ff.) kann hierauf indessen ohnehin verzichtet werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach Art. 43 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) in der bis Ende 2018 geltenden Fassung (AS 2007 5437 ff., 5449) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Abs. 1). Wurde die Ehegemeinschaft aufgelÃ¶st, hat der auslÃ¤ndische Ehegatte nach Art. 50 Abs. 1 AIG weiterhin Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn die Ehegemeinschaft (in der Schweiz) mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration vorliegt (lit. a in der bis Ende 2018 geltenden Fassung [AS 2007 5451]) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die AnsprÃ¼che aus Art. 43 und 50 AIG erlÃ¶schen, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG). RechtsmissbrÃ¤uchlich ist unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe. Eine solche liegt vor, wenn die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen, sondern die Beziehung nur aus aufenthaltsrechtlichen Ãberlegungen eingegangen sind (BGE 139 II 393 E. 2.1 mit Hinweisen). Auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe kann umgekehrt nicht schon dann geschlossen werden, wenn auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung der Lebensgemeinschaft im Sinne einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt (BGr, 11. MÃ¤rz 2019, 2C_746/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Als Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe gelten insbesondere die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat kurz nach dem Kennenlernen oder geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. <span>Sodann kann der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Weitere Indizien sind z. B. die kurze Dauer der Bekanntschaft, ein erheblicher Altersunterschied zwischen den Ehepartnern oder die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Eheschliessung (VGr, 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.2, und 12. Mai 2016, VB.2015.00407, E. 2.3). Weiter kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (vgl. BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3, und 6. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2; VGr, 26. August 2015, VB.2015.00325, E. 5.1)<b>.</b></span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die VerwaltungsbehÃ¶rde trÃ¤gt die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen einer AuslÃ¤nderrechtsehe. Dies entzieht sich oft dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.2). Dabei darf nicht leichthin auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe geschlossen werden (BGr, 5. Oktober 2011, 2C_273/2011, E. 3.3). Es sind konkrete und klare Hinweise erforderlich, dass die FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft nicht beabsichtigt war (VGr, 12. Mai 2016, VB.2015.00407, E. 2.3 mit Hinweisen). Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung bzw. haben sich die Hinweise fÃ¼r einen auslÃ¤nderrechtlichen Tatbestand so verdichtet, dass von seinem Vorliegen ausgegangen werden kann, obliegt es der zur Mitwirkung verpflichteten Person, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2019, E. 2.3; VGr, 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.3). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Eheschliessung der BeschwerdefÃ¼hrerin mit F lasse sich nur unter migrationsrechtlichen Gesichtspunkten plausibel erklÃ¤ren. Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und D keinerlei Kontakt gehabt hÃ¤tten und Letzterer erst im Sommer 2015, nachdem er von den gemeinsamen Kindern von der Scheidung der BeschwerdefÃ¼hrerin erfahren habe, wieder Kontakt zu seiner frÃ¼heren Ehefrau aufgenommen habe, wirke unglaubhaft und sei als Schutzbehauptung einzustufen. Mit zu berÃ¼cksichtigende Indizien seien, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nur durch die Heirat mit einem in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Mann einen Aufenthaltstitel habe erlangen kÃ¶nnen und dass F nach eigenen Aussagen schon lange hoch verschuldet sei und damit einer typischen Zielgruppe angehÃ¶re, welche vorzugsweise fÃ¼r Scheinehen ausgesucht wÃ¼rden. Weitere Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe erblickte die Vorinstanz darin, dass sich F anlÃ¤sslich seiner Befragung nur lÃ¼ckenhaft an die UmstÃ¤nde des Kennenlernens erinnern konnte und dass er und die BeschwerdefÃ¼hrerin teilweise ausserstande gewesen seien, elementarste Fragen zur Person des bzw. der Anderen zu beantworten, so etwa jeweils diejenigen nach Namen, Alter und Wohnort der Schwiegereltern; F habe ausserdem nichts Ã¼ber die Geschwister und den Arbeitgeber der BeschwerdefÃ¼hrerin gewusst. Ãberdies seien bezÃ¼glich der UmstÃ¤nde und des Zeitpunkts der Hochzeit falsche, widersprÃ¼chliche oder ungenaue Angaben gemacht worden, und Hochzeitsfotografien seien keine mehr vorhanden. Schliesslich hÃ¤tten die BeschwerdefÃ¼hrerin und F kein eigentliches Eheleben gepflegt und keine Gemeinsamkeiten gehabt sowie nie gemeinsam Ferien gemacht. Sodann habe die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Protokoll gegeben, F sei viel abwesend gewesen; gemeinsame AktivitÃ¤ten hÃ¤tten darin bestanden, dass sie etwas kochten oder im Haushalt arbeiteten. Sie habe mehr Zeit mit seinen Kindern als mit ihm selbst verbracht. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, der massgebliche Sachverhalt sei ungenÃ¼gend festgestellt und ihr rechtliches GehÃ¶r verletzt worden. Sie beanstandet im Besonderen, dass die beantragten Befragungen als Zeuginnen bzw. Zeugen der Tochter von F und weiterer nahestehender Personen, welche das Bestehen einer echten Lebensgemeinschaft hÃ¤tten bezeugen kÃ¶nnen, nicht vorgenommen worden seien. Es sei mit Eingabe vom 11. Januar 2018 ein Schreiben der Tochter ihres frÃ¼heren Ehemannes zu den Akten gegeben worden, worin diese bestÃ¤tigt habe, dass sie bei der Eheschliessung dabei gewesen sei und auch zeitweise bei den Ehegatten gewohnt habe. Sie habe bestÃ¤tigt, dass es sich um eine Liebesehe gehandelt habe und die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r die Familie gekocht und die WÃ¤sche gemacht habe. Auch eine Freundin der Tochter, welche hÃ¤ufig bei der Familie zu Besuch gewesen sei, sei als Zeugin angegeben worden. Sodann habe sie als Zeugen auch ein befreundetes Ehepaar angegeben sowie zwei Mitarbeiterinnen des Sozialamts E, mit welchen die BeschwerdefÃ¼hrerin und F regelmÃ¤ssig Kontakt gehabt hÃ¤tten. Diese Beweismittel seien in Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs nicht abgenommen worden. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>ZunÃ¤chst erscheint es aufgrund des Sachverhalts als wahrscheinlich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht in der Schweiz hÃ¤tte bleiben kÃ¶nnen, wenn sie F nicht geheiratet hÃ¤tte. Ihr Asylgesuch, welches sie im Jahr 2004 zusammen mit ihrem ersten Ehemann gestellt hatte, wurde am 11. August 2005 rechtskrÃ¤ftig abgelehnt, worauf sie als untergetaucht galt. Nur durch die Heirat mit F konnte sie im Juli 2008 wieder in die Schweiz einreisen. </p> <p class="Urteilstext">Die Trennung vom ersten Ehepartner, von dem die BeschwerdefÃ¼hrerin Kinder hat, die Heirat mit einer in der Schweiz niedergelassenen Person, die Scheidung vom zweiten Ehepartner nach Erhalt eines gefestigten Anspruchs auf eine Aufenthaltsbewilligung und schliesslich die Wiederverheiratung mit dem ersten Ehepartner entspricht einem Muster, welches in der Regel auf das Bestehen einer Scheinehe hindeutet (vgl. VGr, 21. Dezember 2016, VB.2016.00530, E. 2.5). </p> <p class="Urteilstext">Sodann hat F nach eigenen Aussagen seit LÃ¤ngerem betrÃ¤chtliche Schulden und bezieht Sozialhilfe. Damit gehÃ¶rt er einer typischen Zielgruppe an, die vorzugsweise fÃ¼r Scheinehen ausgesucht werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Aufgrund der Akten ist jedoch nicht auszuschliessen, dass die Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin mit F tatsÃ¤chlich gelebt wurde.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin und von D zu ihrer Trennung im Jahr 2006 sind weitgehend Ã¼bereinstimmend und wirken plausibel. Die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼hrt aus, ihr erster Ehemann habe bereits in I Probleme finanzieller und menschlicher Art gehabt, weshalb er immer zu Hause und aggressiv gewesen sei. Nach der Abweisung des Asylgesuchs in der Schweiz habe es wieder Streit gegeben, worauf sie ihm mitgeteilt habe, dass sie nicht mit ihm gehen wolle nach allem, was sie fÃ¼r ihn getan habe. D fÃ¼hrte aus, es habe schon vor der Einreise in die Schweiz Eheprobleme gegeben, welche sich in der Schweiz noch verstÃ¤rkt hÃ¤tten. Als er dann nach Armenien habe zurÃ¼ckkehren wollen, habe die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mitgehen wollen. </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Richtigkeit der Aussagen der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihres ersten Ehemannes spricht insbesondere, dass die Ehegatten getrennt aus der Schweiz ausgereist sind und sich daraufhin in verschiedenen LÃ¤ndern aufgehalten haben. Der erste Ehemann hielt sich in I, Armenien bzw. in K auf, wÃ¤hrenddessen die BeschwerdefÃ¼hrerin untertauchte bzw. nach Lausreiste. Es erscheint nachvollziehbar, dass die finanziellen Probleme im Heimatland und die gescheiterten BemÃ¼hungen um Asyl in der Schweiz eine Belastung fÃ¼r die Ehe darstellten. DarÃ¼ber hinaus bestehen â abgesehen von der Tatsache, dass die frÃ¼heren Ehegatten im Jahr 2016 wieder geheiratet haben â keine Hinweise, welche die Vermutung von Beschwerdegegner und Vorinstanz, dass die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrerin und von D nach 2006 angedauert habe, stÃ¼tzen wÃ¼rden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin reiste zwar wÃ¤hrend ihrer Ehe nach eigenen Angaben verschiedentlich nach Armenien, es gibt jedoch keine Indizien, dass sich ihr erster Ehemann zu dieser Zeit jeweils auch dort aufhielt. Zudem leben ihre Kinder im Heimatland, weshalb ihre Besuche als begrÃ¼ndet erscheinen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>F war zwar zum Zeitpunkt der Eheschliessung verschuldet. Soll dies als Indiz fÃ¼r eine Scheinehe dienen, ist jedoch auch erforderlich, dass es Hinweise gibt oder zumindest die MÃ¶glichkeit besteht, dass sich der verschuldete Ehepartner durch die Eheschliessung eine Verbesserung seiner finanziellen VerhÃ¤ltnisse erhoffen konnte. Es sind keine Hinweise darauf ersichtlich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Zeit der Eheschliessung Ã¼ber finanzielle Mittel fÃ¼r eine EntschÃ¤digung verfÃ¼gt hÃ¤tte, zumal F nach eigenen Aussagen auch nach der Eheschliessung keinerlei Schulden zurÃ¼ckzahlte und nicht Ã¼ber mehr Geld verfÃ¼gte als vorher. Vielmehr lebte das Ehepaar nach der Eheschliessung zunÃ¤chst weiterhin von der Sozialhilfe. Erst zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt verdiente die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr eigenes Einkommen als Haushaltshilfe. Es deutet somit nichts darauf hin, dass F durch die Eheschliessung mit der BeschwerdefÃ¼hrerin einen finanziellen Vorteil erlangte. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Die Vorinstanz wertet es als gewichtiges Indiz fÃ¼r eine Scheinehe, dass F sich Ã¼berhaupt nicht mehr an die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Zeit bis zur Heirat habe erinnern kÃ¶nnen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet hiergegen ein, F habe nicht bestritten, dass er sich vor der Ehe im Ausland mit ihr getroffen habe, aber er habe nicht darÃ¼ber sprechen wollen. Die Befragung durch die Polizei sei ihm lÃ¤stig gewesen, und er habe sich deshalb kurzgefasst. </p> <p class="Urteilstext">TatsÃ¤chlich erweckt die Befragung von F den Eindruck, dass die Eheleute wenig verband. Er wusste wenig Ã¼ber die BeschwerdefÃ¼hrerin, und Ã¼ber das Kennenlernen machte er Ã¼berhaupt keine Aussage. Auch Ã¼ber die Eheschliessung wusste er nur wenig, und bezÃ¼glich des Austauschs der Ringe bei der Eheschliessung stimmt seine Aussage nicht mit derjenigen der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berein. Jedoch ist auch zu berÃ¼cksichtigen, dass F anlÃ¤sslich seiner Befragung nicht nur mit Bezug auf die Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin ErinnerungslÃ¼cken aufwies, sondern auch hinsichtlich zahlreicher anderer Themen, bei denen zu erwarten wÃ¤re, dass er diesbezÃ¼glich eine Aussage machen kÃ¶nnte. So konnte er erst nach zweimaligem Nachfragen ungefÃ¤hr beziffern, seit wann und in welcher HÃ¶he er Sozialhilfe bezogen hatte. Er konnte sich darÃ¼ber hinaus nicht mehr genau an das Datum und die prÃ¤zisen UmstÃ¤nde seiner eigenen Einreise in die Schweiz erinnern, obschon auch das ein prÃ¤gendes Ereignis in seinem Leben gewesen sein musste, und er wusste auch nicht mehr, weshalb er sich von seiner ersten Ehegattin getrennt hatte. Schliesslich konnte er sich nicht mehr an den Namen seines Vermieters und die Farbe seiner KÃ¼che und BodenbelÃ¤ge erinnern. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Die Vorinstanz erwog weiter, F und die BeschwerdefÃ¼hrerin seien teilweise ausserstande gewesen, elementarste Fragen zur Person des/der (Ex-)Ehegatten/-in zu beantworten. Sie hÃ¤tten weder die Namen, das Alter oder den Wohnort ihrer jeweiligen Schwiegereltern nennen kÃ¶nnen. Auch die Frage nach Geschwistern und Arbeitgebern seiner Ehefrau habe F nicht beantworten kÃ¶nnen. </p> <p class="Urteilstext">Andererseits konnte sich F anlÃ¤sslich seiner Befragung auch nicht an das Alter und die Wohnadresse seiner Mutter erinnern. BezÃ¼glich seines Vaters sagte er aus, dieser sei vor ungefÃ¤hr zehn Jahren gestorben; einen genauen Zeitpunkt konnte er ebenfalls nicht bezeichnen. Sodann konnte F auch den Familiennamen seiner ersten Ehefrau, mit welcher er zwei Kinder hat, nicht nennen. Gesamthaft entsteht der Eindruck, dass F grundsÃ¤tzlich nicht gewillt oder in der Lage war, Fragen zu beantworten. Die Tatsache, dass er sich bei der Beantwortung der Fragen offensichtlich wenig zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin bemÃ¼hte, kann aber umgekehrt als Indiz gewertet werden, dass er bezÃ¼glich derjenigen Fragen, die er bejahte, aufrichtig war, etwa bezÃ¼glich der Fragen, ob er mit der BeschwerdefÃ¼hrerin zusammengelebt und intime Beziehungen unterhalten habe.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.5 </b>Schliesslich ergeben sich aus den Akten keinerlei Hinweise darauf, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und F wÃ¤hrend der Zeit ihrer Ehe nicht in derselben Wohnung lebten und dort immerhin, wie sie beide Ã¼bereinstimmend aussagten, gemeinsam assen, TV schauten, SpaziergÃ¤nge unternahmen und intime Beziehungen unterhielten. Wenn sich die Vorinstanz bezÃ¼glich dieser AktivitÃ¤ten auf den Standpunkt stellt, die Eheleute hÃ¤tten wenig zusammen unternommen, so ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin diesbezÃ¼glich auch nach Beendigung ihrer Ehe mit F angab, sechs Tage in der Woche zu arbeiten und ihre Freizeit vornehmlich zu Hause zu verbringen. Dass F nach Ã¼bereinstimmenden Angaben der Eheleute abends oft allein mit Freunden unterwegs war, wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin angab, Zeit mit dem Haushalt und mit seinen Kindern verbracht zu haben, spricht fÃ¼r eine eher patriarchalisch geprÃ¤gte Rollenverteilung, aber nicht von vornherein fÃ¼r das Fehlen ehelicher Beziehungen. Ausserdem sind keine Indizien ersichtlich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend ihrer Ehe mit F Kontakt zu D unterhielt. Sodann bestehen gewichtige Hinweise darauf, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin einen guten Kontakt zu den Kindern von F unterhielt. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.6 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin erwÃ¤hnte in ihrer Befragung mehrmals die Kinder und insbesondere die Tochter von F, und auch dieser selbst gab immerhin Ã¼bereinstimmend mit der BeschwerdefÃ¼hrerin an, dass seine Tochter bei der Eheschliessung anwesend gewesen sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erwÃ¤hnte sodann, es habe ihr gefallen, dass F seine Kinder grossgezogen habe. Bei der Heirat hÃ¤tten die Kinder noch zu Hause gelebt, und die Beziehung zu ihnen sei gut gewesen. Sie konnte auch Angaben betreffend Schule und Ausbildung der Kinder machen. Bei den Akten liegen Schreiben der Tochter M und von deren Jugendfreundin N, in welchen diese angaben, F und die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tten eine Ehe gefÃ¼hrt, diese habe fÃ¼r die Familie gekocht und die WÃ¤sche gemacht und auch die Familie von N habe mit ihr Kontakt gehabt. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.7 </b>Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Tochter von F ein VerhÃ¤ltnis hat, welches dazu fÃ¼hrt, dass diese bereit ist, sich fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin einzusetzen, ist ein Indiz dafÃ¼r, dass ein echtes familiÃ¤res und damit auch eheliches Zusammenleben bestanden hat. Zudem hat die Tochter zeitweise bei den Ehegatten gelebt und als erwachsene Tochter des geschiedenen Ehemannes kein ersichtliches eigenes Interesse daran, eine GefÃ¤lligkeitsaussage zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin zu machen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Nach dem Gesagten erweist sich, dass es dem Beschwerdegegner nicht gelungen ist, das Vorliegen einer Scheinehe nachzuweisen. Die Beschwerde ist dementsprechend â ungeachtet der geltend gemachten Verletzung des GehÃ¶rsanspruchs â gutzuheissen und der Beschwerdegegner einzuladen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und ist der BeschwerdefÃ¼hrerin antragsgemÃ¤ss fÃ¼r beide Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung sowie die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung "ab Prozessbeginn". Sie beantragt dies erstmals vor Verwaltungsgericht, weshalb der Antrag von vornherein nur fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren zu prÃ¼fen ist.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mit Gerichtskosten belastet wird, ist das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung, sofern sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten bzw. die Kosten der Rechtsvertretung aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (Kaspar PlÃ¼ss, Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 16 N. 20). </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihr Einkommen und ihre Lebenshaltungskosten dargetan und ist demnach nicht in der Lage, die Kosten der Rechtsvertretung selbst zu tragen. Ihr Rechtsbegehren erweist sich als begrÃ¼ndet und die Rechtsvertretung aufgrund der sich stellendenden Rechtsfragen als notwendig. Demnach ist der BeschwerdefÃ¼hrerin die unentgeltliche Rechtsvertretung zu gewÃ¤hren und in der Person ihrer Rechtsvertreterin eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>5.2.4 </span></b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts <span>vom 3. Juli 2018</span> (GebV VGr, LS 175.252) wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach (§ 9 Abs. 1 Satz 1 GebV VGr in Verbindung mit) § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (AnwGebV, LS 215.3) seit dem 1. Januar 2015 in der Regel Fr. 220.- pro Stunde fÃ¼r RechtsanwÃ¤lte/-innen.</p> <p class="Urteilstext">Die Rechtsvertreterin der BeschwerdefÃ¼hrerin macht einen Aufwand von rund 12,2 Stunden geltend sowie Barauslagen im Betrag von Fr. 499.80. Insbesondere die zahlreichen Besprechungen bzw. TelefongesprÃ¤che mit der BeschwerdefÃ¼hrerin erscheinen als weitestgehend nicht zu ersetzender Aufwand. Dieser ist deswegen um insgesamt 190 Minuten zu kÃ¼rzen. <span>FÃ¼r die LektÃ¼re dieses Urteils, die als zur TÃ¤tigkeit der unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin im Beschwerdeverfahren gehÃ¶rig zu betrachten ist, ist demgegenÃ¼ber eine halbe Stunde dazuzugeben (vgl. VGr, 16. November 2009, VB.2009.00610, E. 2 Abs. 3). </span>Insgesamt erscheint daher ein Zeitaufwand von rund 9,5 Stunden angemessen. Kopien sind lediglich in der HÃ¶he von Fr. 57.80 zu entschÃ¤digen. Die Rechtsvertreterin ist demnach fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 2'313.20 (einschliesslich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschÃ¤digen. Nach Anrechnung der ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren von Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) verbleibt ein aus der Gerichtskasse auszurichtender Betrag von Fr. 697.70 (einschliesslich Mehrwertsteuer). </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.5 </b>Abschliessend gilt es, die BeschwerdefÃ¼hrerin auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechtsvertretung gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig (BGr, 2. November 2017, 2C_260/2017, E. 1.1). Ansonsten und im Wegweisungspunkt steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 e contrario und Ziff. 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 24. Mai 2018 sowie Disp.-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 30. April 2019 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Disp.-Ziff. III und IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 30. April 2019 werden die Verfahrenskosten dem Beschwerdegegner auferlegt. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Der BeschwerdefÃ¼hrerin wird fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt. Unter Anrechnung der ParteientschÃ¤digung wird sie mit Fr. 697.70 (einschliesslich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin bleibt vorbehalten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 6 Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>