Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 12. Mai 2015 (400 15 48) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Arbeitsrecht: einstweiliges Konkurrenz- und Abwerbeverbot, Prüfung von Art. 340c Abs. 2 OR und Art. 340b Abs. 3 OR für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Marc Aebi, Lunaweg 17, Postfach 247, 4501 Solothurn, Gesuchsbeklagter und Berufungskläger gegen B. ____ AG , vertreten durch Advokaten Dr. Stephan Frey und Michael Kaufmann, Hirschgässlein 30, Postfach 558, 4010 Basel, Gesuchsklägerin und Berufungsbeklagte Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen Berufung gegen den Entscheid der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 4. Dezember 2014 A. Die B.____AG (nachfolgend Arbeitgeberin, Gesuchstel lerin oder Berufungsbeklagte ge- nannt) erbringt Dienstleistungen im Personalsektor und ist insbesondere in der Personalrekru- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tierung und –vermittlung tätig. A.____ (nachfolgend Arbeitnehmer, Gesuchsbeklagter oder Be- rufungskläger genannt) war bei der B.____AG als Branch manager angestellt und leitete die Niederlassung in X.____. Er kündigte dieses Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 18. Juni 2014 per 30. September 2014, woraufhin er von der Arbeitgeberin ab 27. Juni 2014 freigestellt wurde. Die Parteien hatten im Arbeitsvertrag ein Konkurrenz- und Abwerbeverbot vereinbart und sind übereingekommen, dass die Arbeitgeberin im Widerhandl ungsfalle neben einer Konventional- strafe auch die unmittelbare Beseitigung des vertragswid rigen Zustands verlangen könne. Die Arbeitgeberin gelangte mit Gesuch vom 23. Oktober 2014 an das Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost und ersuchte um Erlass vorsorglicher Massnahm en sowie um deren superpro- visorische Anordnung betreffend eines Konkurrenz- und Abw erbeverbots. Sie begründete, der Gesuchsbeklagte verstosse durch seine neue Tätigkeit bei der C.____S.A. gegen das nachver- tragliche Konkurrenzverbot und habe überdies aktiv tempor äre Mitarbeiter der Gesuchsklägerin abgeworben. Dadurch sei ihr bereits ein enormer Schade n entstanden und es drohe weiterer, irreparabler Schaden, wenn dem Gesuchsbeklagten nicht unverzüglich die konkurrierende Tä- tigkeit und das Abwerben von bestehenden Mitarbeitern und Kunden der Gesuchstellerin unter- sagt würden. Die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-La ndschaft Ost hiess den Antrag auf superprovisorischen Erlass der beantragten vorsorglichen M assnahmen teilweise gut und ver- bot dem Gesuchsbeklagten mit superprovisorischer Verfügun g vom 24. Oktober 2014 das Ab- werben von Kunden sowie von internen und temporären M itarbeitern der Gesuchsklägerin. Der Arbeitnehmer begehrte mit Stellungnahme vom 10. Nove mber 2014 die Abweisung der bean- tragten vorsorglichen Massnahmen und die Aufhebung der superprovisorischen Anordnung. Am 4. Dezember 2014 fand eine Verhandlung am Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost statt. B. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2014 hiess die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost das vorsorglich beantragte Konkurrenzver bot gut und bestätigte das superpro- visorische Verbot gemäss Verfügung vom 24. Oktober 2014. Das vorsorglich bewilligte Verbot lautet demnach folgendermassen: 1. Dem Gesuchsbeklagten wird unter Strafandrohung von Art. 292 StGB im Missachtungs- fall befristet bis 30. September 2015 verboten, für di e „C.____S.A.“ mit Sitz in Y.____ und Zweigniederlassung in Z.____ oder für andere in d en Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätige Personalverleih- , Personalrekr utierungs- und Personalvermitt- lungsunternehmungen tätig zu sein. 2. Dem Gesuchsbeklagten wird unter gleichzeitiger Andro hung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB im Nichtbefolgungsfalle (Busse bis zu CHF 10‘000.00) verboten, Kunden sowie interne und temporäre Mitarbeiter der Gesuchskläg erin direkt oder indirekt durch Dritte abzuwerben oder abwerben zu versuchen. Die Vorinstanz führte in der Entscheidbegründung aus, di e Parteien hätten einerseits ein Ab- werbeverbot und andererseits ein Konkurrenzverbot vere inbart, welche ein Jahr über die An- stellungsdauer hinaus wirksam bleiben sollen. Die Vori nstanz gelangte zum Schluss, es sei glaubhaft gemacht worden, dass der Arbeitnehmer durch seine Anstellung bei der C.____S.A. gegen das Konkurrenzverbot verstosse. Da er von sich aus den Arbeitsvertrag gekündigt habe Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und keine konkreten Hinweise für die systematische Demontie rung des Berufungsbeklagten vorliegen würden, bestehe kein Raum für eine Anwendun g von Art. 340c Abs. 2 OR. Aufgrund der Indizien erachtete die Vorinstanz auch ein Verstoss ge gen das Abwerbeverbot durch den Arbeitnehmer als wahrscheinlich. Die Vorinstanz prüfte sodann die Voraussetzungen für die beantragten vorsorglichen Massnahmen sowie die Verhältnismässigkeit und bejahte deren Vor- liegen. C. Mit Eingabe vom 25. Februar 2015 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, erklärte der Arbeitnehmer die Berufung und beantragte, die Ziffern 1 und 2 der Verfü- gung des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 4. Dez ember 2014 seien aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er moniert, die Vorinstanz habe in tatsächlicher Hin- sicht fälschlicherweise erwogen, die Arbeitgeberin habe glaubhaft gemacht, dass sich der Ar- beitnehmer als ehemaliger Mitarbeiter einem (nach-) ve rtraglichen Konkurrenz- und Abwerbe- verbot unterzogen und gegen dieses verstossen habe. Zudem habe die Vorinstanz für den Fall, dass ein gültiges Konkurrenz- und Abwerbeverbot bestanden hätte, die verfügten Massnahmen fälschlicherweise einzig gestützt auf Art. 261 ff. ZPO erlassen und dabei die einschränkende Bestimmung von Art. 340b Abs. 3 OR ignoriert. Er habe zudem entgegen der falschen Beweis- würdigung der Vorinstanz glaubhaft gemacht, dass die Arbeitgeberin an seiner Arbeitskraft nicht mehr interessiert gewesen sei und ihm durch ihr Verhal ten letztlich Anlass zur Kündigung im Sinne von Art. 340c Abs. 2 OR gegeben habe. Schliesslich rügt der Berufungskläger noch eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes. Auf die Berufungsbegründung wird in den Erwägungen eingegangen. D. Die Berufungsbeklagte beantragte mit Berufungsantwort vom 16. März 2015 die Abwei- sung der Berufung und die Bestätigung der angefochten en Verfügung. Auf die Ausführungen der Berufungsbeklagten wird in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Verfügung vom 19. März 2015 schloss die Präsidentin des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel und ordnete den Entscheid aufgrund der Akten an. Weiter forderte sie den Berufungskläger auf, über den Stand des Hauptverfahrens, welches in Frankreich anhängig gemacht wurde, zu informie ren. Mit Eingabe vom 13. April 2015 teilte der Berufungskläger mit, dass die Vergleich sverhandlung gescheitert und nunmehr im Hauptverfahren eine Instruktionsverhandlung für 28. Mai 2015 vorgesehen sei. Erwägungen 1. 1 Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO sind erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen mit Berufung anfechtbar, wobei in vermögen srechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zule tzt aufrecht erhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.-- (Art. 308 Abs. 2 ZPO) beträg t. Dieser Streitwert ist vorliegend er- reicht. Für die vorsorglichen Massnahmen ist das summarisch e Verfahren anwendbar (Art. 248 lit. d ZPO). Die Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO innert 10 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides beziehungswe ise seit der nachträglichen Zustel- lung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen. Die schriftliche Begrün- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung der Verfügung der Präsidentin des Zivilkreisgericht s Basel-Landschaft Ost vom 4. De- zember 2014 wurde dem Gesuchsbeklagten bzw. dessen Rechtsvertreter am 18. Februar 2015 zugestellt. Die Frist von zehn Tagen ist mit der Berufu ng vom 25. Februar 2015 eingehalten. Zuständig für die Beurteilung der Berufung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts. 1. 2 Der Berufungskläger beantragt mit Berufung, es seien d ie Ziffern 1 und 2 der Verfügung des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 4. Dezember 2014 aufzuheben. Da die Beru- fung grundsätzlich ein reformatorisches Rechtsmittel ist, reicht es nicht aus, lediglich die Aufhe- bung des erstinstanzlichen Entscheids zu verlangen, sondern es muss ein Antrag in der Sache gestellt werden (P ETER REETZ /S TEFANIE THEILER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Au fl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 311 N 34; MARTIN H. STERCHI , in: Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozesso rd- nung, Band II, Bern 2012, Art. 311 N 15). Werden di e Anforderungen an die Rechtsmittelanträ- ge nicht eingehalten, ist auf die Berufung nicht einzut reten. Die Rechtsfolge des Nichteintretens steht jedoch unter dem Vorbehalt des überspitzten Forma lismus. So ist auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren ausnahmsweise einzutreten, wenn sich aus der Begrün- dung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungsklä- ger in der Sache verlangt (BGE 137 III 617, E. 6.2; B ger 4A_700/2012 vom 30. April 2013, E. 1.1). Vorliegend geht aus der Berufungsbegründung vom 25. Februar 2015 hervor, dass der Berufungskläger der Meinung ist, die Voraussetzungen fü r die von der Vorinstanz erlassenen vorsorglichen Massnahmen seien nicht erfüllt, so dass diese nicht hätten angeordnet werden dürfen. Aus der Berufungsbegründung ergibt sich somit, dass der Berufungskläger in der Sache die Auffassung vertritt, dass das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen abzuweisen sei. Auf die Berufung ist daher, trotz fehlendem Antrag in der Sache, einzutreten. 2. In tatsächlicher Hinsicht ist vorab festzuhalten, dass die P arteien im Arbeitsvertrag vom 11. Juni 2013 unter Ziffer 5 ein Konkurrenzverbot und ein Abwerbeverbot vereinbarten, welche für die ganze Schweiz und für Lichtenstein gelten und ein Jahr über die Anstellungsdauer hin- aus wirksam bleiben sollen. Bezüglich Konkurrenzverbot wur de festgehalten, dass bereits eine Anstellung bei einem konkurrenzierenden Unternehmen, unabhängig von der Funktion der An- stellung, untersagt sei. Es wurde zudem vereinbart, dass d ie Arbeitgeberin im Widerhandlungs- falle neben einer Konventionalstrafe auch die unmitt elbare Beseitigung des vertragswidrigen Zustands verlangen kann (Ziffer 5.3 des Arbeitsvertrages). Der Berufungskläger war für die Be- rufungsbeklagte in der Filiale in X.____ tätig und b etreute insbesondere die Kundin D.____AG (im weiteren „D.____“ genannt), wobei diese vorüberg ehend einmal für kurze Zeit vom Standort Z.____ aus betreut wurde. Der Berufungskläger kündigte das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 18. Juni 2014 per 30. September 2014, woraufhin e r von der Berufungsbeklagten ab 27. Juni 2014 freigestellt wurde. 3. Der Berufungskläger hat seinen Wohnsitz in Frankreich. Die Vorinstanz hat korrekt herge- leitet, dass im vorliegenden Verfahren schweizerisches Recht anwendbar ist, was von keiner Partei moniert wurde. Auf das anwendbare Recht ist mit Verweis auf Ziffer 4 der vor- instanzlichen Entscheiderwägungen nicht mehr näher einzugehen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Der Berufungskläger bringt zunächst unter Ziffer 3 der Berufung vor, die Berufungsbeklag- te habe Anlass zur Kündigung gegeben. Dieser Einwand ist von Bedeutung und vorab zu prü- fen, da gemäss Art. 340c Abs. 2 OR ein Konkurrenzverbot d ahinfällt, wenn der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis aus einem begründeten, vom Arbeitgeber zu verantwortenden Anlass auf- löst. 4.1 Die Vorinstanz führte aus, es sei umstritten, ob der Arbeitnehmer einer Kündigung der Arbeitgeberin zuvorgekommen sei bzw. ob die Arbeitgeb erin den Aktionsradius des Arbeitneh- mers eingeschränkt und ihm damit die Erfüllung seiner A ufgabe verunmöglicht habe. Die Ar- beitgeberin habe ausgeführt, dass das Engagement ihres e hemaligen Arbeitnehmers nicht ih- ren Erwartungen entsprochen habe. Für eine systematische Demontierung des Arbeitnehmers mangle es jedoch an konkreten Hinweisen. So fehle beispi elsweise eine entsprechende An- merkung in dessen Kündigung. Zudem wäre naheliegender gewesen, dass der Arbeitnehmer im Wissen um die Problematik des Konkurrenzverbotes die K ündigung durch die Arbeitgeberin abgewartet hätte. Da die Behauptungen des Arbeitnehmers zum Grund der Kündigung mit sub- stantiierten Gegenbehauptungen bestritten worden seien , sei für das Massnahmeverfahren da- von auszugehen, dass die Auflösung des Arbeitsvertrages vo m Arbeitnehmer gesucht worden sei, weshalb für eine Anwendung von Art. 340c Abs. 2 OR kein Raum bleibe. 4.2 Der Berufungskläger bringt unter Ziffer 3 seiner Ber ufung vor, die Berufungsbeklagte habe an der vorinstanzlichen Verhandlung ausgeführt, mit d en arbeitsvertraglichen Leistungen des Berufungsklägers nicht zufrieden gewesen zu sein. Dieser ha be nur noch wenige Kunden be- treut und den Erwartungen nicht gesprochen. Es sei von d er Gegenseite auch nicht substanti- iert bestritten worden, dass die Kompetenzen des Berufungsklägers im Bereich Industrie an den Filialleiter nach Z.____ delegiert worden seien und der Standort X.____ nicht mehr relevant gewesen sei. Dass der Berufungskläger, wie die Vorinstanz a usführe, einfach die Kündigung des Arbeitsvertrages durch die Berufungsbeklagte hätte a bwarten sollen, könne nicht sein. Als 54-jähriger Grenzgänger habe er angesichts der sich abzeic hnenden Kündigung selber aktiv werden müssen, um einer Arbeitslosigkeit zu entgehen. En tgegen der falschen Beweiswürdi- gung der Vorinstanz habe er glaubhaft gemacht, dass die Arbeitgeberin an seiner Arbeitskraft nicht mehr interessiert gewesen sei, was ihn letztlich zur Kündigung im Sinne von Art. 340c Abs. 2 OR veranlasst habe. 4.3 Die Berufungsbeklagte bestreitet diese Ausführungen d es Berufungsklägers und bringt vor, wenn eine Einschränkung im Tätigkeitsgebiet erfolg t wäre, hätte es Gespräche zwischen den Parteien zu diesem Thema gegeben, allenfalls sogar schriftliche Aufzeichnungen. Vor al- lem aber hätte der Arbeitnehmer das in seiner Kündigung erwähnt. Es gebe dazu keine Hinwei- se und vom Berufungskläger würden solche nicht einmal b ehauptet. Der Arbeitnehmer sei ne- ben seiner Anstellung als Filialleiter für die Bereiche „Industrie und Technik“ verantwortlich ge- wesen und hätte diese weiter ausbauen sollen. Sein En gagement habe sich in Grenzen gehal- ten und er habe keine neuen Kunden akquiriert. Dass sich jedoch eine Kündigung durch die Arbeitgeberin abgezeichnet hätte und diese nicht mehr an der Arbeitskraft des Arbeitnehmers interessiert gewesen sein soll, stelle eine reine Beh auptung des Berufungsklägers dar. Die Ar- beitgeberin habe bereits bei der Vorinstanz nachgewie sen, dass der Arbeitnehmer mit allen Kompetenzen zur Führung der Filiale in X.____ ausgesta ttet gewesen sei. Ebenso habe sie Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dessen Behauptung widerlegt, er habe seine Kompetenz en im Bereich „Industrie“ an den Filial- leiter nach Z.____ delegieren müssen. Die Behauptungen des Berufungsklägers seien reine Schutzbehauptungen. 4.4 Der Berufungskläger hat das Arbeitsverhältnis mit Schreib en vom 18. Juni 2014 gekün- digt. Er führte darin keinen Grund für seine Kündigu ng aus, so dass aus diesem Schreiben nichts weiter abgeleitet werden kann. Der Berufungskläg er hat auch nie behauptet, dass Ge- spräche wegen seiner Arbeitsleistung geführt worden seien oder dass er seinerseits das Ge- spräch mit der Arbeitgeberin wegen der angeblichen Ein schränkung seiner Kompetenzen ge- sucht habe. Die Arbeitgeberin hat an der vorinstanzlich en Verhandlung ausgeführt, dass die D.____ zwar vorübergehend aus Z.____ betreut worden s ei, dass man dies aber umgehend wieder rückgängig gemacht habe, was der Berufungskläger nicht bestritten hat. Es bestehen keine hinreichenden Hinweise dafür, dass die Berufungsbe klagte an der Arbeitskraft des Beru- fungsklägers nicht mehr interessiert gewesen sein soll, die sen in seinem Tätigkeitsbereich ein- geschränkt oder anderweitig Anlass zur Kündigung gegebe n haben soll. Der Berufungskläger konnte somit nicht glaubhaft machen, dass ein begründet er, von der Arbeitgeberin zu verant- wortender Anlass für seine Kündigung vorliegt. Im Rahm en des vorliegenden Massnahmever- fahrens besteht somit für die Anwendung von Art. 340c Abs. 2 OR, wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, kein Raum. 5. Der Berufungskläger moniert, die Vorinstanz habe die ei nschränkende Bestimmung von Art. 340b Abs. 3 OR nicht angewendet. 5.1 In diesem Zusammenhang führt der Berufungskläger aus, die vorläufige Realerfüllung setze eine besonders gewichtige Verletzung bzw. Bedrohung der Interessen des Arbeitgebers voraus. Zudem müsse das Verhalten des Arbeitnehmers in be sonders krasser Weise gegen Treu und Glauben verstossen. Diese beiden Voraussetzun gen seien von der Arbeitgeberin nicht glaubhaft gemacht worden. Die Berufungsbeklagte habe im Hauptprozess einzig eine Konventionalstrafe in der Höhe CHF 55‘987.00 geltend gemacht und keine Schadenersatzan- sprüche gestellt. Eine Realerfüllung komme allerdings nur dann in Frage, wenn ein Sachverhalt vorliege, der es als offensichtlich unbillig erscheinen li esse, den Arbeitgeber auf den Weg des Schadenersatzes zu verweisen. Der Schaden aus der Übertr etung müsse den Arbeitgeber so empfindlich treffen, dass nur eine Wiederherstellung de s status quo ante seinen Interessen ge- recht werden könne. An der vorsorglichen Realvollstreckung sei kein genügend grosses Inte- resse vorhanden, wenn die Konventionalstrafe den grösstmöglichen Schaden schon einigerma- ssen decke. Eine gewichtige Verletzung bzw. Bedrohung der Interessen der Berufungsbeklag- ten sei angesichts der beschränkten Begehren im Hauptpro zess nicht glaubhaft gemacht. Die Arbeitgeberin habe gemäss eigener Darstellung bloss eine Handvoll Kündigungen von temporä- ren Mitarbeitern hinnehmen müssen. Sie habe keine ko nkreten Umsatzeinbussen geltend ge- macht und keine Umsatzzahlen genannt, nicht einmal für d ie D.____. Die Vorinstanz verkenne die genannten Voraussetzungen nach Art. 340b Abs. 3 OR, wenn sie mit Hinweis auf die ZPO bloss einen Nachteil mit gewisser Schwere verlange. Ein e Bedrohung der drohenden Nachteile habe sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch n ach der Grösse der involvierten Ar- beitgeberin zu richten. Eine Gefährdung der wirtschaft lichen Existenz der Berufungsbeklagten sei von dieser nie behauptet worden und ausgeschlossen. Die Arbeitgeberin müsse ein ausser- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ordentlich grosses Interesse an der Einhaltung des Konkurrenzverbotes haben, um eine Realer- füllung fordern zu können. Es sei diesbezüglich erneut d arauf hinzuweisen, dass die Filiale X.____ für die Berufungsbeklagte wirtschaftlich unbedeu tend sei. Das Konkurrenzverbot habe überdies im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheides nu r noch rund 10 Monate betragen. Damit sei der Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit des Berufungsklägers unverhältnismässig. Die Vorinstanz habe nicht erwogen, dass das Verhalten des Arb eitnehmers besonders treuwidrig sei. Weder der vereinzelte Versuch der Abwerbung noch die blosse Tätigkeit bei einem Konkur- renzunternehmen qualifiziere das Verhalten des Berufun gsklägers als in besonders krasser Weise gegen Treu und Glauben verstossend. 5.2 Die Berufungsbeklagte entgegnet, sie habe glaubhaft g emacht, dass der Berufungsklä- ger zusammen mit seiner Assistentin Abwerbehandlungen v orgenommen habe. Seit Erlass der superprovisorischen Verfügung vom 24. Oktober 2014 hätte n denn auch keine weiteren Kündi- gungen von temporärem Personal mehr verzeichnet werden müssen. Die Voraussetzungen für die Realvollstreckung nach Art. 340b Abs. 3 OR habe die Berufungsbeklagte glaubhaft ge- macht. Dass der drohende Verlust der Kundin D.____ als Ganzes ein enormes Schadenspoten- tial aufweise, habe sie ebenfalls glaubhaft gemacht. We il die D.____ für den Standort X.____ die mit Abstand wichtigste Kundin darstelle, habe mit d er Durchsetzung des Verbots nicht bis zur Beurteilung der Angelegenheit in der Hauptsache zug ewartet werden können. Der Beru- fungskläger habe mit seinen gezielten Abwerbehandlunge n bezüglich temporärer Mitarbeiter der Berufungsbeklagten, welche bei der D.____ im Einsa tz gewesen seien, den Standort X.____ in seiner Existenz bedroht. Die Abwerbehandlunge n seien vertragswidrig und als be- sonderer Vertrauensbruch zu qualifizieren. Hinsichtlich Fe hlen einer Schadenersatzforderung im Hauptprozess führt die Berufungsbeklagte aus, darau s könne nicht abgeleitet werden, dass eine besonders gewichtige Verletzung oder Bedrohung ihrer Interessen nicht glaubhaft gemacht worden sei. Es sei ihr überlassen, ob sie Schadenersatz geltend mache oder nicht. Einen sol- chen habe sie vorerst aufgrund der schwierigen Bezifferu ng des Schadens und der uner- wünschten Bekanntgabe ihrer Renditemarge nicht gelte nd gemacht. Zudem stelle sich aus praktischer Sicht die Frage, ob der Berufungsbeklagte ü berhaupt in der Lage wäre, den über die Konventionalstrafe hinausgehenden Schaden zu begle ichen. Aus der Begrenzung der Hauptbegehren könne deshalb nicht geschlossen werden, dass die Realexekution nicht hätte angeordnet werden dürfen. Dank der vorsorglichen Massna hme habe ein Anwachsen des Schadens für den Moment verhindert werden können. Es se i jedoch davon auszugehen, dass der Schaden grösser sei als die eingeforderte Konventionalstrafe. Die Grösse der Berufungsbe- klagten könne für die Frage, ob eine Realerfüllung d es Konkurrenzverbots zulässig sei, keine Rolle spielen. 5.3 Gemäss Art. 261 Abs. 1 ZPO trifft das Gericht die notw endigen vorsorglichen Massnah- men, wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass a) ein ihr zustehender Anspruch verletzt oder eine Verletzung zu befürchten ist; und b) ihr aus der Verletzung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Eine vorsorglich e Massnahme kann unter anderem ins- besondere ein Verbot oder eine Anordnung zur Beseitigung eines rechtswidrigen Zustands sein (Art. 262 ZPO). Basis jeder vorsorglichen Massnahme ist e in zivilrechtlicher Anspruch des Ge- suchstellers. Buchstabe a) der genannten Bestimmung verwei st in diesem Sinne auf eine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grundlage im materiellen Zivilrecht (L UCIUS HUBER , in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auf l., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 261 N 17). Für ein vorsorgliches Verbot einer konkurrenzie renden Arbeitstätigkeit bzw. zur Prü- fung der Frage, ob bezüglich Konkurrenzverbot ein zustehen der Anspruch verletzt ist, sind da- her die arbeitsvertraglichen Bestimmungen zu beachten. Nach Art. 340b Abs. 3 OR kann der Arbeitgeber, wenn es besonders schriftlich verabredet wurde, neben der Konventionalstrafe und dem Ersatz weiteren Schadens die Beseitigung des vertr agswidrigen Zustands verlangen, so- fern die verletzten oder bedrohten Interessen des Arbei tgebers und das Verhalten des Arbeit- nehmers dies rechtfertigen. Damit ein Konkurrenzverbot mittels provisorischer Massnahme ausgesprochen werden kann, muss einerseits die schriftlich e Form eingehalten worden sein, was vorliegend in Ziffer 5.3 des Arbeitsvertrages vom 11. Juni 2013 erfolgt ist. Andererseits müssen die verletzten und bedrohten Interessen der Arbe itgeberin sowie das Verhalten des Arbeitnehmers das Verbot oder die Einstellung der konku rrenzierenden Tätigkeit rechtfertigen. Da das Verbot einer konkurrenzierenden Tätigkeit durch vorsorgliche Massnahmen existentielle und damit schwerwiegende und nicht wiedergutzumachende Nachteile für den Arbeitnehmer haben können, sind die Interessen der Parteien umfassen d gegeneinander abzuwägen. Je ein- schneidender eine vorsorgliche Massnahme für den Gesuchsbeklagten ist, desto höhere Anfor- derungen sind an die Begründetheit des Begehrens in ta tsächlicher und rechtlicher Hinsicht zu stellen. Diese erhöhten Anforderungen sind nicht nur a n das Glaubhaftmachen im Sinne des verlangten Beweismasses zu stellen, sondern an sämtliche Voraussetzungen, insbesondere auch an die Prognose über den Ausgang der Streitigkei t in der Hauptsache und an die Würdi- gung der Nachteile, die den Parteien durch die vorsor glichen Massnahmen entstehen können. Dabei ist einerseits darauf abzustellen, ob der Schade n, welcher der Arbeitgeberin entstanden ist oder zu entstehen droht, unverhältnismässig gross ist, u nd andererseits, ob auf Seiten des Arbeitnehmers ein besonderer Vertragsbruch bzw. ein kra sser Verstoss gegen Treu und Glau- ben vorliegt. Durch die Schädigung braucht nicht berei ts die Existenz des Betriebes gefährdet zu sein. Im Allgemeinen genügt eine einfache Verletzun g des Konkurrenzverbotes nicht. Auch ein vereinzelter Abwerbeversuch stellt für sich ebenfal ls noch keine besondere Treuwidrigkeit dar, welche die Realerfüllung eines Konkurrenzverbote s zu rechtfertigen vermag. Jedoch kann sich die Kumulation einzelner an sich nicht besonders treu widriger Handlungen als besonders treuwidriges Verhalten erweisen, was unter Würdigung der Umstände des Einzelfalles zu ent- scheiden ist. Die herrschende Lehre verlangt einen Sachverhalt, der es als offensichtlich unbillig erscheinen liesse, den Arbeitgeber auf den Weg des Scha denersatzes zu verweisen (BGE 131 III 473 = Pra 3/2006, Nr. 32; Urteil des Bundesge richts vom 27. Oktober 1995 = JAR 1997, S. 223; Urteil des Appellationshof des Kantons Bern vo m 17. September 2001 = JAR 2002, S. 321, 323; U LLIN STREIFF /A DRIAN VON KAENEL /R OGER RUDOLPH , Arbeitsvertrag, 7. Aufl., Zü- rich/Basel/Genf 2012, Art. 340b N 8, S. 1265; F RANK VISCHER /R OLAND M. MÜLLER , Der Arbeits- vertrag, 4. Aufl., Basel 2014, § 21 N 35, S. 270; M ANFRED REHBINDER /J EAN -FRITZ STÖCKLI , Ber- ner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Der Arbeit svertrag, Bern 2014, Art. 340b N 11). Auch die Abwerbung einzelner Kunden oder Mitarbeiter stellt eine Konkurrenzierung dar, so dass im vorliegenden Fall auch das vereinbarte Abwerbeverbot unter die Bestimmungen von Art. 340 ff. OR fällt (BGE 130 III 353, E. 2.1.1; Bger 4C.360/2004 vom 19.01.2005, E. 3.2). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Die Vorinstanz ist unter einlässlicher Begründung zum S chluss gelangt, dass aufgrund einer verdichteten Indizienkette Abwerbebemühungen de s Gesuchsbeklagten wahrscheinlich erscheinen würden und diese glaubhaft gemacht seien. Der Berufungskläger bringt unter Ziffer 4 seiner Beruf ung vor, die Vorinstanz spreche von einer „verdichteten Indizienkette“ und würdige dabei die Bew eismittel nicht korrekt. Weiter moniert er, der Gegenseite sei es nicht gelungen nachzuweisen, dass de r Berufungskläger direkten oder indirekten Kontakt mit einem ehemaligen Mitarbeiter gehabt haben soll. Die Vorinstanz verken- ne die Aussagen und Feststellungen im Verfahren gegen die ebenfalls betroffene Assistentin und bringe Argumente vor, welche nicht einmal die Berufungsbeklagte selber vorgebracht habe. So soll es nach Auffassung der Vorinstanz schwer nachvollzi ehbar sein, warum der Vermittler aus eigenem Antrieb bei gleichen Arbeitsbedingungen gewechselt werden soll. Diese Erwägung sei willkürlich, da über die Frage, warum die einzelne n Mitarbeiter bei der Berufungsbeklagten gekündigt hätten und ob die Arbeitsbedingungen glei chwertig gewesen seien, nie Beweis ge- führt worden sei. Soweit der Berufungskläger vorbringt, die Berufungsbeklagte habe Tatsachen nicht nachgewiesen oder ein Beweis sei nie geführt worde n und soweit er moniert, die Vor- instanz erwähne selber nur eine „verdichtete Indizienkette“, ist ihm entgegenzuhalten, dass ent- sprechend Art. 261 Abs. 1 ZPO nur ein Glaubhaftmachen v erlangt ist, auch wenn an dieses für vorsorglich beantragte Konkurrenzverbote erhöhte Anforder ungen zu stellen sind. Der Beru- fungskläger bezieht sich bei diesen Ausführungen zudem nich t auf konkrete Erwägungen der Vorinstanz und bringt nicht vor, weshalb die Schlussfolge rung der Vorinstanz falsch sei. Auch zu den von ihm erwähnten Aussagen und Feststellungen i m Verfahren gegen die betroffene Assistentin führt er nichts weiter aus. Ein blosser Hinwei s auf die Akten jenes Verfahrens ohne zusätzliche Behauptung genügt nicht. Es ist nicht Sache de s Gerichts, aus den Akten eines anderen Verfahrens allfällige Argumente zu Gunsten d es Berufungsklägers zu suchen, so dass auf seine Rüge, die Vorinstanz verkenne die Aussagen un d Feststellungen im Verfahren gegen die Assistentin, nicht weiter einzugehen ist. Im vorinstanzlichen Verfahren wurde eine von E.____ unte rzeichnete Erklärung eingereicht (Beilage 16 des Gesuchs an die Vorinstanz vom 23. Oktobe r 2014). In dieser bestätigt E.____, dass ihn die Firma C.____S.A. (Frau F.____ und Herr A .____) informiert habe, dass wenn er in Zukunft bei der Firma D.____ arbeiten möchte, er sofort bei der Firma B.____AG kündigen solle und man ihn danach gleich bei der Firma C.____S.A. a nmelden werde. Für dieses Vorgehen habe er ein vorgedrucktes Formular erhalten. Weiter bes tätigte E.____, dass er C.____S.A. mitgeteilt habe, dass er bei B.____AG bleiben werde. Die Vorinstanz erwog, auch wenn die Bestätigung von E.____ auf Papier mit dem Firmenlogo der Gesuchsklägerin verfasst sei, er- wecke dies noch nicht den Anschein einer Gefälligkeitserklä rung. Eine abschliessende Beweis- würdigung sei nicht vorzunehmen und unter dem Aspekt des Glaubhaftmachens sei der Abwer- beversuch hinreichend nachgewiesen. Das Kantonsgericht ist ebenfalls der Auffassung, dass das Bestätigungsschreiben von E.____ im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen ist, zumal kein Grund angeführt wird, weshalb dieser eine falsche Bestätigung unterschreiben sollte. Die- ses Schreiben bestätigt einen Abwerbeversuch des Berufungskl ägers. Ebenso liegt der Ein- satzvertrag der C.____S.A. mit Frau F.____ vom 2. Okto ber 2014 für den Einsatz bei der D.____ mit Beginn ab 6. Oktober 2014 vor, unterschrie ben für die C.____S.A. vom Berufungs- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kläger. F.____ war gemäss Ausführungen der Berufungsbeklagten ebenfalls bei der Berufungs- beklagten in der Filiale in X.____ beschäftigt und ar beitete dort als Assistentin des Berufungs- klägers. Mit der Bestätigung von E.____ und dem vom Ber ufungskläger unterschriebenen Ein- satzvertrag der C.____S.A. mit F.____ liegen starke Indizien vor, mit welchen auch unter erhöh- ten Anforderungen glaubhaft gemacht ist, dass der Beruf ungskläger Abwerbeversuche unter- nommen hat. Dies wird zusätzlich bestärkt durch fünf erfolgte Kündigungen von Mitarbeitern der Berufungsklägerin, welche im Zeitraum zwischen dem 8. un d 20. Oktober 2014 erfolgten und belegt sind. Die Berufungsbeklagte führte bei der Vori nstanz aus, dass es sich um Mitarbeiter handle, welche für sie bei der D.____ im Einsatz gewe sen seien. Der Berufungskläger bestätig- te selber, dass er seit jeher über exzellente Kontakte zu der D.____ verfüge (Stellungnahme vom 10. November 2014 an die Vorinstanz, S. 12). Das Be stätigungsschreiben von E.____, der Einsatzvertrag von F.____ vom 2. Oktober 2014 sowie die Kü ndigungen von fünf weiteren, an- geblich bei der D.____ eingesetzten Mitarbeitern, mach en mehrere Abwerbungsbemühungen durch den Berufungskläger glaubhaft, zumal die Kündigungen im Zeitraum vom 8. bis 20. Okto- ber 2014 auch zeitlich mit dem Ausscheiden des Berufun gsklägers bei der Berufungsbeklagten per 30. September 2014 zusammen passen. Das Kantonsger icht ist wie bereits die Vorinstanz ebenfalls der Meinung, dass eine starke Indizienkette vorliegt, welche Abwerbungsbemühungen des Berufungsklägers nicht nur denkbar, sondern wahrschein lich erscheinen lassen. Diese Ab- werbungsbemühungen sind überdies im Rahmen der Prüfu ng der vorsorglichen Massnahmen als krasser Verstoss gegen Treu und Glauben zu werten. Di es weil einerseits glaubhaft ge- macht ist, dass es sich nicht nur um einen einzelnen Abwer bungsversuch handelt, und weil an- dererseits das Bestätigungsschreiben von E.____ ein gezie ltes Abwerben von Mitarbeitern mit Einsatz bei der D.____ glaubhaft macht. Durch das Abwerben von temporären Mitarbeitern ent- steht der Berufungsbeklagten ein wirtschaftlicher Nachtei l. Wie die Vorinstanz zu Recht aus- führte, erschien auch die Befürchtung begründet, dass der Berufungskläger und seine Assisten- tin weitere Abwerbungsversuche hätten starten können. O b von einer Gefährdung der Filiale X.____ in ihrer Existenz ausgegangen werden kann, weil die D.____ die wichtigste Kundin dort sei, kann dahingestellt bleiben. Aufgrund der Abwerbu ngsversuche, welche im Rahmen des Glaubhaftmachens als krassen Verstoss gegen Treu und Glaub en zu werten sind, würde es unbillig erscheinen, die Berufungsbeklagte auf den Weg des Schadenersatzes zu verweisen und ihr zuzumuten, allfällige weitere Abgänge zufolg e Abwerbung von temporären Mitarbeitern dulden zu müssen und allenfalls sogar die Gefahr, die K undin D.____ zu verlieren, in Kauf nehmen zu müssen. Vielmehr musste es der Arbeitgeberin a ufgrund der glaubhaft gemachten Abwerbeversuche ihres ehemaligen Arbeitnehmers möglich sein, dessen Abwerbeversuche zu stoppen, um allfälligen (weiteren) Schaden zu verhin dern. Die Voraussetzungen für die Real- vollstreckung nach Art. 340b Abs. 3 OR hat die Arbeitgeberin somit glaubhaft gemacht. Die glaubhaft gemachten Abwerbeversuche stellen auch ei nen drohenden, nicht leicht wieder- gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO dar, zumal ein Verlust von Kunden und Mitarbeitern nicht rückgängig gemacht werden könnte, die Abwerbung einen finan- ziellen Schaden für die Arbeitgeberin darstellt und d er Arbeitnehmer allenfalls gar nicht in der Lage ist, den allfälligen Schaden zu begleichen. Es i st nicht ersichtlich und wird nicht ausge- führt, dass eine mildere Massnahme als das angeordnete A bwerbeverbot die Berufungsbeklag- te vor der drohenden Abwerbung durch den Berufungskläg er schützen könnte. Dass die erfor- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht derliche Dringlichkeit für die Anordnung der vorsorgli chen Massnahme nicht vorliegen würde, wurde nicht geltend gemacht, so dass diese nicht mehr zu prüfen ist. Das Kantonsgericht gelangt nach Prüfung der Bestimmungen von Art. 340b Abs. 3 OR sowie von Art. 261 Abs. 1 ZPO zum Schluss, dass die Vorinstanz da s vorsorglich verfügte Abwerbe- verbot zu Lasten des Berufungsklägers zu Recht ausgesprochen hat und dieses folglich nicht aufzuheben ist. Dementsprechend ist die Berufung gegen Ziffer 2 der Verfügung vom 4. Dezember 2014 abzuweisen. 6. Nebst dem Abwerbeverbot hat die Vorinstanz mit Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung auch ein vorsorgliches Konkurrenzverbot zu Lasten des Arbeitn ehmers verfügt und ihm unter Androhung der Strafe nach Art. 292 StGB befristet b is 30. September 2015 verboten, für die C.____S.A. mit Sitz in Y.____ und Zweigniederlassung in Z.____ oder für andere in den Kanto- nen Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätige Personalver leih-, Personalrekrutierungs- und Per- sonalvermittlungsunternehmen tätig zu sein. 6.1 Der Berufungskläger bringt vor, die vorsorglich verfüg ten Massnahmen würden einen unverhältnismässigen Eingriff in seine Wirtschaftsfreihe it darstellen. Durch die Formulierung des Konkurrenzverbotes gemäss Ziffer 1 des Verfügungsdispositivs sei ihm verboten, für in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätige Perso nalverleih-, Personalrekrutierungs- und Personalvermittlungsunternehmen tätig zu sein. Jedes grössere Personaldienstleistungsun- ternehmen der Schweiz sei in diesen beiden Kantonen tät ig. Die Verfügungsformel führe mithin zu einem faktischen Tätigkeitsverbot auf dem Gebiet der ganzen Schweiz und eine Anstellung bei schweizweit tätigen Unternehmen sei ihm verwehrt. D ie Berufungsbeklagte entgegnet, es sei dem Berufungskläger möglich, in einem anderen Kanto n in der Nordwestschweiz tätig zu sein. Das Arbeitsverbot sei zudem nur auf die Personalve rleih-, Personalrekrutierungs- und Personalvermittlungsunternehmen beschränkt. Eine Tätigke it in einem anderen Bereich, z.B. Human Resources, sei ohne weiteres zulässig und werde von ehemaligen Personalberatern immer wieder gefunden. Dem Berufungskläger sei auch ei ne Tätigkeit als Personalvermittler in seinem Wohnsitzstaat erlaubt. 6.2 Vorsorgliche Massnahmen müssen verhältnismässig sein. Hierfür sind die Interessen der Parteien gegeneinander abzuwägen. Die vorsorgliche n Massnahmen dürfen nicht weiter gehen, als es zum vorläufigen Schutz des glaubhaft gemachte n Anspruchs notwendig ist (LUCIUS HUBER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommenta r zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 261 N 23). Der Berufungskläger führt zu Recht aus, dass ihn das vorsorglich verfügte Konkurrenzverb ot in seiner Wirtschaftsfreiheit erheblich einengt, wird ihm durch dieses doch verboten , für die C.____S.A.oder für andere in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätige Personalverleih-, Personalrekrutie- rungs- und Personalvermittlungsunternehmen tätig zu sei n. Nachdem die Vorinstanz das Ab- werbeverbot mit Verfügung vom 24. Oktober 2014, Ziffe r 1, superprovisorisch gutgeheissen hatte, führte die Arbeitgeberin an der vorinstanzliche n Verhandlung vom 4. Dezember 2014 aus, dass seit Erlass dieser Verfügung keine weiteren Kü ndigungen mehr erfolgt seien (vor- instanzliches Verhandlungsprotokoll vom 4. Dezember 2014, S. 1). Auch in der Berufungsant- wort vom 16. März 2015, Ziffern 26 und 29, bestätigte sie, dass seit der superprovisorischen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung keine weiteren Kündigungen von temporärem Personal mehr eingegangen seien. Das Abwerbeverbot vermag daher die Arbeitgeberin offensichtlich ausreichend zu schützen und das zusätzliche Konkurrenzverbot scheint für deren vorläu figen Schutz nicht notwendig. Dies gilt umso mehr, als im Allgemeinen eine einfache Verl etzung des Konkurrenzverbotes für die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen nicht genügt (BGE 131 III 473, E. 3.2 = Pra 3/2006, Nr. 32). Das vorsorgliche Konkurrenzverbot ist daher nic ht höher zu werten als die wirtschaftli- che Freiheit des Berufungsklägers, zumal das Konkurrenzverb ot im Zeitpunkt des vorinstanzli- chen Entscheides nur für rund 10 Monate galt. Das zusätzli ch verfügte vorsorgliche Konkur- renzverbot ist neben dem vorsorglichen Abwerbeverbot som it nicht verhältnismässig. Folglich ist die Berufung diesbezüglich gutzuheissen, Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids aufzuhe- ben und das Rechtsbegehren Ziffer 1 des Gesuchs an die Vor instanz vom 23. Oktober 2014 abzuweisen. 7. Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom 4. Dezember 2014, Ziffer 4, die Prozesskosten für das Verfahren um vorsorgliche Massnahmen vorläufig verleg t und eine abweichende Kosten- verteilung durch Urteil im allfälligen Prosekutionsverfa hren, durch Vereinbarung der Parteien oder durch eine sonstige gerichtliche Verfügung vorbehal ten. Aus den vorinstanzlichen Akten wird ersichtlich, dass die Gesuchstellerin mit Eingabe vo m 19. Februar 2015 an die Vorinstanz beantragte, den Parteien Frist zur Stellung von Kostena nträgen für das vorsorgliche Massnah- meverfahren zu setzen. Sie begründete, der Hauptprozess sei in Frankreich hängig gemacht worden und die Gerichte in Frankreich würden erfahrung sgemäss nicht über die Kosten des vorsorglichen Massnahmeverfahrens in der Schweiz befinden. Der Gesuchsgegner sprach sich bei der Vorinstanz mit Eingabe vom 3. März 2015 gegen e ine Frist zur Stellung von Kostenan- trägen aus bzw. beantragte, die mit Verfügung vom 23. Februar 2015 bereits angesetzte Frist wieder abzunehmen. Er begründete, gegen die Verfügu ng vom 4. Dezember 2014 habe er am 25. Februar 2015 Berufung eingelegt. Die Parteien würden erst nach materieller Berufung durch das Kantonsgericht in die Lage versetzt, nötigenfalls begr ündete Anträge zur Verlegung der erstinstanzlichen Prozesskosten zu stellen. Für den Fall, dass das Kantonsgericht über die erst- instanzlichen Kosten nicht selber (definitiv) entscheiden so llte, wäre den Parteien alsdann Frist zur Stellung von Kostenanträgen zu setzen. Mit Verfügung vom 9. März 2015 hat die Vorinstanz den Parteien die Frist zur Stellung von Kostenanträgen wieder abgenommen. Die vorliegende Berufung richtet sich explizit gegen die Ziffern 1 und 2 der Verfügung vom 4. Dezember 2014 der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Ba sel-Landschaft Ost und nicht auch gegen die vorläufige Kostenregelung gemäss Ziffer 4 de s Entscheiddispositivs. Das Berufungs- begehren Ziffer 2 lautet ebenfalls lediglich „unter K osten- und Entschädigungsfolgen“, ohne Er- gänzung, dass dies auch für die erstinstanzlichen Kosten gelt en soll. Die Berufungsbeklagte beantragte mit Berufungsantwort die Abweisung der Be rufung und die vollumfängliche Bestäti- gung der angefochtenen Verfügung vom 4. Dezember 2014 . In den Begründungen der Beru- fungsschriften führen beide Parteien zwar aus, dass die P artei- und Gerichtskosten der ersten und zweiten Instanz jeweils der Gegenpartei aufzuerlegen seien, machen jedoch keine weiteren Ausführungen dazu. Mangels Anträgen und Ausführungen der Parteien im Berufungsverfahren zur definitiven Kostenverteilung des erstinstanzlichen Massn ahmeverfahrens, wird darüber im vorliegenden Berufungsverfahren nicht entschieden. Dies einerseits um die Dispositionsmaxime Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie das rechtliche Gehör und andererseits um das Recht a uf den doppelten Instanzenzug nicht zu verletzen. 8. Es bleibt noch über die Kosten des vorliegenden Berufung sverfahrens zu entscheiden. Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, dass die Berufung bezüglich des vorsorglich verfüg- ten Abwerbeverbots abzuweisen ist, dagegen das vorsorglich verfügte Konkurrenzverbot auf- zuheben und die Berufung diesbezüglich gutzuheissen ist. D ie Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung, werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Obsiegt keine Partei vollständig, wie dies im vorliegenden Berufungsver- fahren der Fall ist, werden die Prozesskosten nach dem Au sgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Angesichts der Abweisung der Berufung hinsichtlich des vorsorglichen Ab- werbeverbots und der Gutheissung hinsichtlich des vorsorg lichen Konkurrenzverbots, scheint es angemessen, die Gerichtskosten den Parteien je hälfti g aufzuerlegen und jede Partei ihre eigenen Parteikosten tragen zu lassen, obsiegt und unterliegt doch jede Partei in etwa gleichem Masse. Die Gerichtsgebühr ist gestützt auf § 9 Abs. 1 i.V. m. § 8 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170.31) auf pauschal CHF 1‘500.00 festzusetzen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Ziffer 1 d er Verfügung der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 4. Dezem- ber 2014 aufgehoben und das Rechtsbegehren Ziffer 1 der Eingabe der Gesuchsklägerin vom 23. Oktober 2014 abgewiesen. Im Übrigen wird die Verfügung der Präsidentin des Zivi lkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 4. Dezember 2014 bestätigt. Die geltende vorsorgliche Massnahme beschränkt sich somit noch auf das Abwerbeverbot gemäss Ziffer 1 der Verfügung der Pr äsi dentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 24. Oktober 2014, bestätigt in Ziffer 2 der Verfügung der Präsidentin des Zivilkrei sgerichts Basel- Landschaft Ost vom 4. Dezember 2014, und lautet: Dem Gesuchsbeklagten wird unter gleichzeitiger Androhu ng der Straf- folgen gemäss Art. 292 StGB im Nichtbefolgungsfalle (B usse bis zu CHF 10‘000.00) verboten, Kunden sowie interne und tem poräre Mita r- beiter der Gesuchsklägerin direkt oder indirekt durch Dri tte abzuwe r- ben oder abwerben zu versuchen. Art. 292 StGB lautet: ‘Wer der von einer zuständigen Behörde oder ei- nem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdr ohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.“ 2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 1‘500.00 wird den Parteien je hälftig auferlegt. Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten des Beruf ungsverfahrens aufzukommen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiberin Karin Arber