Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Mai 2012 (720 11 216/137, 720 11 244/138) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Frage der Zumutbarkeit der wirtschaftlichen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Micha el Guex, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch André M. Brunner, Advo- kat, Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1966 geborene A.____ war vom 1. März 1989 bis zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses per 31. März 2004 als Lagermitarbeiter bei de r B.____ beschäftigt. Mit Gesuch vom 28. April 2004 meldete er sich bei der Eidgenössischen I nvalidenversicherung (IV) zum Leis- tungsbezug an und beantragte eine Berufsberatung sowie die Umschulung auf eine neue Tätig- keit. Nachdem Arbeitsvermittlungsbemühungen gescheitert waren, sprach ihm die IV-Stelle Ba- sel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 27. Juni 2007 rückwirkend ab 1. Juli 2003 bis 31. März 2005 eine befristete ganze IV-Rente und ab 1. April 2005 eine Viertelsrente bei einem IV-Grad von 42 % zu. Mit Schreiben vom 22. September 2008 stellte A.____ einen Antrag auf Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erhöhung der IV-Rente. Er machte eine erhebliche Versc hlechterung seines Gesundheitszu- stands geltend. Nachdem die IV-Stelle verschiedene medi zinische Abklärungen vorgenommen und das Vorbescheidverfahren durchgeführt hatte, sprach sie dem Versicherten mit Verfügun- gen vom 16. Mai 2011 und vom 16. Juni 2011 rückwirkend ab 1. Juni 2009 eine Dreiviertelsren- te zu, basierend auf einem IV-Grad von 68 %. B. Mit Eingaben vom 14. Juni 2011 und vom 6. Juli 201 1 erhob A.____, vertreten durch André M. Brunner, Advokat, beim Kantonsgericht Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen die Verfü gungen vom 16. Mai 2011 und vom 16. Juni 2011 und beantragte die Aufhebung der angef ochtenen Verfügungen und die Zuspre- chung einer ganzen IV-Rente ab 1. Juni 2009; alles unt er o/e-Kostenfolge. Eventualiter sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung m it Advokat André M. Brunner als Rechtsvertreter zu bewilligen. In der Begründung wurde zusammenfassend geltend gemacht, dass keine im ersten Arbeitsmarkt verwertbare Erwerbsfäh igkeit mehr bestehe. Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, habe in seinem Bericht vom 30. Juni 2010 festgehalten, dass vor allem aufgrund der nur schlecht zurückgehaltenen Aggressivi- tät die Zumutbarkeit des Beschwerdeführers an einen Arb eitgeber kaum mehr gegeben sei. Es sei diesbezüglich das vom Strafgericht Basel-Stadt bei der Psychiatrischen Klinik Z.____ in Auf- trag gegebene Gutachten vom 15. Februar 2005 zur Beurt eilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers beizuziehen. Ausserdem seien die somatischen Beschwerden bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden. Eventualiter sei der maximale Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 25 % vorzunehmen. C. Mit Verfügung vom 25. Juli 2011 legte der instruier ende Präsident der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts die beiden Verfa hren 720 11 216 und 720 11 244 zusammen und bewilligte dem Beschwerdeführer für die zusa mmengelegten Verfahren die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat André M. Brun- ner. D. Mit Vernehmlassung vom 4. August 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde. E. Nachdem das Gericht das Gutachten der Psychiatrischen Kli nik Z.____ vom 15. Februar 2005 beigezogen hatte, nahm die Beschwer degegnerin mit Eingabe vom 4. Oktober 2011 dazu Stellung. F. Im Rahmen einer amtlichen Erkundigung wurde Dr. C .____ zur Ausgestaltung eines möglichen Arbeitsplatzes des Beschwerdeführers schriftlich befragt. Mit Schreiben vom 18. November 2011 liess Dr. C.____ dem Gericht seine Stellungnahme zukommen. G. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs äusser te sich die Beschwerde- gegnerin mit Schreiben vom 30. November 2011 und mit Eingabe vom 24. Februar 2012 der Beschwerdeführer zu den Erläuterungen von Dr. C.____. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird – so weit notwendig – in den Erwägungen zu- rückzukommen sein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der Beschwer deführer ab 1. Juni 2009 An- spruch auf eine ganze IV-Rente hat. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfä higkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S ozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit setzt eine fachärztlich (p sychiatrisch) gestellte Diagnose nach ei- nem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Nicht als Folgen eines psychischen Leidens und damit invaliden- versicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträc htigungen der Erwerbsfähigkeit, wel- che die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Wi llens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Zumutbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss. Zur Annahme einer durch eine geist ige Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, d ass die versicherte Person nicht hinrei- chend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob an zunehmen ist, die Verwertung der Ar- beitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutb ar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c). 2.2.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Rent en für die Zukunft zu erhöhen, her- abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgra d in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsg rad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrun d namentlich die erhebliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens erheblich verändert haben (BGE 109 V 116 E. 3b, vgl. zum Ganzen: UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, S. 228 ff.). 2.2.2 Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung ein getreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der urs prünglichen Rentenverfügung bestan- den hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisi onsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2). Zeit- licher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchser heblichen Änderung bildet nach der Rechtsprechung die letzte (der versicherten Person eröff nete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit r echtskonformer Sachverhaltsabklä- rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Ges undheitszustands) beruht; vorbehal- ten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Nach Art. 88a Abs. 2 der Verordnung übe r die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist bei einer Verschlechterung der Erwer bsfähigkeit die anspruchsbeeinflus- sende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentli che Unterbrechung drei Monate angedauert hat. 2.2.3 Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 27. Juni 2007 ab 1. Juli 2003 bis 31. März 2004 eine ganze Rente sowie ab 1. April 2005 eine Viertelsrente zugesprochen. Im Rahmen des Revisionsverfahrens entschied die Beschwerdegegn erin mit Verfügungen vom 16. Mai 2011 und vom 16. Juni 2011 dem Beschwerdeführe r eine Dreiviertelsrente gestützt auf einen IV-Grad von 68 % ab 1. Juni 2009 zuzusprechen. Di e Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, beurteilt si ch daher durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er sich im Juni 2007 gezeigt hat, mit d emjenigen im Zeitpunkt der strittigen Verfügungen vom 16. Mai bzw. 16. Juni 2011. Da der Be schwerdeführer – wie schon im Juni 2007 – keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist insbesonder e zu untersuchen, ob in medizinischer Hinsicht eine Veränderung eingetreten ist. 3.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Die ärztlichen Stellungnahmen b ilden in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbark eit, also der Frage, welche anderen Er- werbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbei t von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Str eitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Dasselbe gilt für Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beurteilung der Frage, ob eine erhebliche Veränd erung der versicherten Gesundheitsschä- digung eingetreten ist. Im Weiteren ist es Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes, dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigk eiten die versicherte Person unfall- bedingt arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Zwischen den Parteien ist nicht mehr strittig, dass se it der erstmaligen Rentenzuspre- chung eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers eingetreten ist, die sich auf seine Erwerbsfähigkeit a uswirkt. Umstritten ist lediglich, in welchem Masse sich diese Verschlechterung auf die Restarbeitsfähigkeit auswirkt. 4.2.1 Bei Erlass der ersten Rentenverfügung vom 27. Jun i 2007 präsentierte sich die mass- gebliche medizinische Aktenlage wie folgt: 4.2.2 Mit Arztberichten vom 6. Mai 2004 und 2. August 2004 hält Dr. med. D.____, Innere Medizin FMH, fest, dass sich eine längerdauernde mittelschw ere depressive Episode mindes- tens seit August 2002 auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Es bestehe seit dem 27. Januar 2003 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Durch schwierige Umstä nde am Arbeitsplatz habe sich eine zunehmende depressive Verstimmung mit innerer Unruhe, Sp annung, Gedankenkreisen, Schlafstörungen, geringer Belastbarkeit, raschem Ermüden und Gedächtnis- und Konzentrati- onsstörungen eingestellt. 4.2.3 Dr. C.____, der von der Beschwerdegegnerin mit der psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt worden war, hält im G utachten vom 5. April 2005 fest, dass sich Hinweise für eine erhebliche Kränkbarkeit finden l assen würden, welche auf ein schwach entwickeltes Selbstbewusstsein schliessen lassen würde. Ebens o sei der Eindruck entstanden, dass der Explorand nur in beschränktem Ausmass in der Lage sei, taugliche Copingstrategien Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu entwickeln. Er habe den Eindruck hinterlassen, frustra tionsintolerant zu sein und habe eine Neigung zu paranoider Erlebnisverarbeitung gezeigt. Der Explorand neige deutlich dazu, sein fragiles Selbstwertgefühl mit subjektiv wahrgenommener Grossartigkeit und Überlegenheit an- deren gegenüber wettzumachen. Zusammen mit der ausge sprochenen Kränkbarkeit, der deut- lich niedrigen Frustrationstoleranz sowie der Tendenz z u impulsiven Handlungen, liege die Di- agnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ICD-10 F 60.8 nahe. Daneben fänden sich auch akzentuierte paranoide und dissoziale Persönlichke itszüge ICD-10 Z73.1. Differentialdia- gnostisch könne auch eine emotional instabile Persönlichkei tsstörung, impulsiver Typ ICD-10 F60.0 erwogen werden. Die bei der Untersuchung festge stellte leichte depressive Verstimmung lasse sich unter die genannte Persönlichkeitsstörung subsumie ren. Die Arbeitsfähigkeit sei schwierig zu beurteilen. Man müsse berücksichtigen, dass sich d er Explorand von 1989 bis 2001 an seiner letzten Arbeitsstelle habe halten können , auch wenn er an dieser Arbeitsstelle gewisse Auffälligkeiten, wie die Unfähigkeit, in Grup pen zu arbeiten, an den Tag gelegt habe. Aufgrund der geschilderten Persönlichkeitsstörung müsse v on einer gewissen Einschränkung der psychischen Belastbarkeit bzw. der Arbeitsfähigkeit ausg egangen werden. Die Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit betrage 20 bis 30 %. Bei sehr günstigen Arbeitsvoraussetzungen, d.h. bei Arbeitsbedingungen mit möglichst wenig zwischenmenschl ichen Friktionen, sei sogar von einer höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen. 4.3.1 Im Zeitpunkt der strittigen Verfügungen vom 16. Mai und vom 16. Juni 2011 standen die folgenden ärztlichen Beurteilungen zur Verfügung: 4.3.2 Mit ausführlichem Bericht vom 24. Oktober 2008 häl t Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, der den Beschwerdeführer seit 13. Juni 2005 im Rahmen einer gerichtlich angeordneten Massnahme behandelt hatte, fest, dass im Zeitraum von Juni 2005 bis Juni 2006 keine ausgeprägte depressive Symptomatik habe erkannt wer den können. Die Stimmung sei mehrheitlich ausgeglichen gewesen, in den Gesprächen ha be der Patient oftmals einen unsi- cheren, verletzlichen, nervösen und zeitweise etwas dyspho rischen Eindruck hinterlassen. Es habe sich auch eine gewisse Somatisierung erkennen lassen. E ine psychopharmakologische Behandlung habe sich nicht aufgedrängt. Am 20. Septem ber 2008 habe sich der Patient nach einem längeren Unterbruch infolge einer Verschlechteru ng der depressiven Symptomatik wie- der gemeldet. Er habe von Schlafproblemen, vom Gefühl der Erschöpfung, von bedrückter oder niedergeschlagener Stimmung, Freud- und Lustlosigkeit sowie Interesselosigkeit, verminderter Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit, Lärmunverträg lichkeit, von zeitweise gereizt- aggressiver oder weinerlicher Stimmung, von Libidovermin derung und von Potenzproblemen berichtet. Darüber hinaus beklage er auch häufige Übelk eit, Erbrechen, oftmals auftretende Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit, eine Gewichtsabnahme von 10 kg innerhalb eines Jahres so- wie einen sozialen Rückzug. Im Gespräch sei eine deutlich bedrückte, niedergeschlagene, hoffnungslose und verzweifelte Stimmung zu erkennen gew esen. Die affektive Modulationsfä- higkeit und die Vitalität seien als reduziert zu betra chten. In psychomotorischer Hinsicht lasse sich zudem eine deutliche Unruhe und Nervosität feststelle n. In diagnostischer Sicht sei von einer depressiven Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstö rung auszugehen. Als Belastung sei in erster Linie die langandauernde Arbeitslosigkeit und die fruchtlosen Bemühungen, eine Arbeitsstelle zu finden, zu nennen. Darüber hinaus sei in diagnostischer Sicht von einer sensi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tiv-narzisstischen Persönlichkeitsstörung sowie von einem schädlichen Gebrauch von Cannabis auszugehen. Insgesamt könne gesagt werden, dass sich der Ge sundheitszustand im Vergleich mit der Periode von Juni 2005 bis Juni 2007 erheblich ve rschlechtert habe. Unter diesen Um- ständen sei eine Tätigkeit von maximal vier Stunden täglich als zumutbar zu betrachten. 4.3.3 Zur Abklärung der aktuellen gesundheitlichen Ver hältnisse beauftragte die Beschwer- degegnerin Dr. C.____ mit der Erstellung eines Verlau fsgutachtens. Mit Gutachten vom 22. Dezember 2008 stellt dieser fest, dass der Explora nd bei der Untersuchung einen innerlich gespannten, ängstlich-verunsicherten, dysphorisch-bedrückten Eindruck hinterlassen habe. Die Mimik habe besorgt gewirkt, die Gestik habe sich als zappe lig erwiesen. Die Sprechweise als weitere psychomotorische Funktion sei wenig moduliert g ewesen. Weiter führt Dr. C.____ aus, dass er von Dr. E.____ am 19. Dezember 2008 erfahren h abe, dass sich die vom Exploranden im September 2008 präsentierte Symptomatik unter Psycho therapie und antidepressiver Medi- kation wieder aufgehellt habe. Zur Zeit bestehe im V ergleich zu Mitte 2006 ein unveränderter psychiatrischer Befund. Als Diagnosen nennt Dr. C.____ e ine depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01 bzw. F32.11), eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), akzent uierte paranoide und dissoziale Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie eine Agoraphob ie ohne Panikstörung (ICD-10 F40.0). Dr. C.____ kommt zum Schluss, dass sich der psychische Zustand seit der letzten Be- gutachtung vom 5. April 2005 insofern geringfügig verän dert habe, als heute eine etwas deutli- chere depressive Symptomatik mit Durchschlafstörungen, Antri ebslosigkeit, vegetativen und funktionellen Beschwerden sowie eingeschränkter Libido und Potenz vorliege. Das depressive Leiden entspreche seiner Ausprägung nach einer leichte n bis mittelschweren Episode. Ebenso scheine die psychische Belastbarkeit etwas abgenommen zu hab en. Nicht zu übersehen seien auch gewisse resignative Tendenzen, welche als reaktiv im Zusammenhang mit den zahlrei- chen erfolglosen Stellenbewerbungen zu verstehen seien. Zusätzlich bestehe heute eine phobi- sche Symptomatik, welche am ehesten einer Agoraphobie ohn e Panikstörung zuzuordnen sei. Es ergebe sich keine relevante Änderung in der Arbeitsfä higkeit. Somit sei in Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen. In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 20. März 2009 f ührt Dr. C.____ aus, dass er die Invalidität und die Arbeitsunfähigkeit in seinem Gutachten vom 22. Dezember 2008 verwechselt habe. Er habe keine relevante Veränderung gegenüber dem Vorgutachten erkennen können. Es ergebe sich deshalb keine Änderung in der Arbeitsfähi gkeit. Er sei der Ansicht, dass die jet- zige Lösung mit einer Invalidität von 42 % dem psychischen Leiden des Exploranden optimal entgegenkomme, zumal auch in Zukunft mit kürzer- oder längerdauernden Verschlechterungen des psychischen Zustands zu rechnen sei. 4.3.4 Mit Schreiben vom 9. September 2009 zuhanden de s Rechtsvertreters des Beschwer- deführers hält Dr. D.____ fest, dass zur Zeit betreffen d Arbeitsfähigkeit die nicht harmlosen pa- ranoid-narzisstischen Persönlichkeitszüge zu beachten seien. Es fänden sich eine depressive Symptomatik sowie sozial phobische Symptome aufgrund einer problematischen Persönlich- keitsentwicklung mit vermehrter Kränkbarkeit, Reizbarkeit und Verletzlichkeit, gepaart mit teil- weise überhöhter Selbstdarstellung, einer Affinität zu Waffen und auch zum Konsum von psy- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht chotroper Substanzen. Der Patient neige zu impulsiven Handlungen. Es liege eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit Hinweisen auf zusätzliche parano ide und dissoziale Elemente vor. Der Patient sei betreffend der Vorfälle im November und Dezember 2002 strafrechtlich verurteilt worden. Im Hinblick auf die begangenen Delikte müsse auf grund der Diagnosen von einem ho- hen Rückfallrisiko ausgegangen werden, falls der Patien t in eine vergleichbare Situation kom- me. Aufgrund dieser Tatsache sei er nicht bereit, eine Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Der Pati- ent sei seinem Arbeitsumfeld aufgrund der psychischen Störung klar nicht zumutbar. Demzufol- ge bestehe eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. 4.3.5 Im Arztbericht vom 30. Dezember 2009 wiederholt Dr. D.____ die im Gutachten von Dr. C.____ vom 22. September 2008 gestellten Diagnosen und verweist im Übrigen auf den Brief vom 9. September 2009. Die Arbeitsunfähigkeit beziffert er ab 1. August 2008 bis auf Wei- teres mit 100 %. 4.3.6 Nachdem Dr. C.____ den Beschwerdeführer im Auftr ag der Beschwerdegegnerin ein weiteres Mal persönlich untersucht hatte, erstattete er am 31. März 2010 ein Verlaufsgutachten. Darin diagnostiziert er eine depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode mit somati- schem Syndrom und Somatisierungstendenzen (ICD-10 F32.11), eine narzisstische Persönlich- keitsstörung (ICD-10 F60.8), akzentuierte paranoide und dissoziale Persönlichkeitszüge (ICD- 10 Z73.1) sowie eine Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10 F40.0). Der Explorand habe sich im Vergleich zur letzten Untersuchung im Dezember 2008 deutlich regressiver gezeigt. Auch die depressive Symptomatik sei im Vergleich zur Vorunte rsuchung ausgeprägter gewesen. Zu- dem zeige sich ein deutlicher sozialer Rückzug. Er verfüge ausser seiner Lebenspartnerin und den gelegentlichen Besuchen beim Hausarzt über keine w eiteren Bezugspersonen. Insgesamt sei im Vergleich mit den Vorgutachten von 2005 und 200 8 von einer gewissen Zunahme der psychiatrischen Problematik auszugehen. Diagnostisch hätten si ch die Verhältnisse nicht ver- ändert. Insgesamt sei der Eindruck entstanden, dass sich de r psychische Zustand seit dem Erstgutachten kontinuierlich verschlechtert habe, indem die psychische Belastbarkeit abge- nommen habe. Der Versicherte tue sich immer schwerer, sein e Aggressivität unter Kontrolle zu halten. Die Depressivität habe im Vergleich zum Vorgutach ten 2008 zugenommen. Daneben leide der Explorand an vegetativen Störungen im Rahmen der rezidivierenden depressiven Stö- rung. Insgesamt sei heute von einer Arbeitsfähigkeit vo n 50 % auszugehen. Einschränkend sei anzufügen, dass sich diese 50 %-ige Arbeitsfähigkeit nur bei Tätigkeiten mit einem Minimum an zwischenmenschlichen Friktionen realisieren lasse. Damit sei en lediglich Tätigkeiten möglich, welche alleine oder in einem kleinen Team verrichtet werden könnten. Mit ergänzender Stellungnahme vom 30. Juni 2010 häl t Dr. C.____ fest, dass in Bezug auf die Verschlechterung insbesondere der Umstand anzuführen sei, d ass sich der Explorand bei der Untersuchung vom 16. Dezember 2008 kooperativ und adäqua t verhalten habe. Demgegen- über sei bei der Untersuchung vom 23. März 2010 eine a usgeprägte hintergründige Aggressivi- tät nicht zu übersehen gewesen. Es sei der Eindruck entsta nden, dass er seine Aggressivität nur mit grösster Mühe unter Kontrolle zu halten verm ögen habe. Zudem sei eine grössere ge- dankliche Einengung auf die funktionellen Beschwerden w ie Muskelschmerzen, morgendliches Erbrechen, Durchfälle und Inappetenz feststellbar gewese n. Der Explorand sei zudem doch Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht deutlich depressiver erschienen, sodass auf eine mittelschwere Episode einer depressiven Stö- rung geschlossen worden sei. Im Vorgutachten sei noch von einer leichten bis mittelschweren Episode ausgegangen worden. Zudem sei eine Zunahme de r Beschwerden von Seiten der Agoraphobie zu beklagen gewesen. Die Zumutbarkeit sei a ufgrund der nur schlecht zurückge- haltenen Aggressivität an einen Arbeitgeber kaum mehr gegeben. 4.3.7 Anlässlich der vom Gericht durchgeführten amtlich en Erkundigung führt Dr. C.____ mit Stellungnahme vom 18. November 2011 aus, dass er unter einem Arbeitsplatz mit minimalen zwischenmenschlichen Friktionen eine Tätigkeit verstehe, we lche der Versicherte alleine und nicht in einem Team verrichten könne. Da er mit seinem aggressiven Verhalten bzw. den un- kontrollierten Affektdurchbrüchen verbaler Art stets ane cke, dürfte er eine deutliche Belastung für ein Team darstellen. Auf die Frage des Gerichts, ob es konkrete Arbeitsplätze gebe, die die- se Vorgaben erfüllen könnten, äusserste sich Dr. C.____ dahingehend, dass solche Arbeits- plätze in der freien Marktwirtschaft kaum mehr anzutref fen seien. Am ehesten kämen Reini- gungs- oder Unterhaltsarbeiten in Frage, welche der V ersicherte alleine durchführen könnte. Allenfalls kämen auch Einsätze als Auslieferchauffeur in F rage. Der Versicherte müsste einem Vorgesetzten unterstellt sein, welcher ein überdurchschnit tliches Verständnis für das psychi- sche Leiden aufzubringen vermöge. Ein solcher Arbeitsp latz sei selbst bei ausgewiesener Ar- beitsplatzlage nur mit grösster Mühe zu finden. 4.4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurte ilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Rentenrevision vollumfänglich auf die psychiatrischen Verlaufsgutachten von Dr. C.___ _ vom 22. Dezember 2008 und vom 31. März 2010. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Die Gutachten und die ergänzenden Ausführungen von Dr. C.____ genügen den Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. Erwägung 3.3 hiervor), was denn auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Dr. C.____ hat den Beschwerdeführer seit Beginn des Jahres 2005 dreimal pe rsönlich untersucht. Dabei hatte er bereits bei seiner erstmaligen Begutachtung im Mai 20 05 Einblick in das Gutachten der psychi- atrischen Klinik Z.____ vom 15. Februar 2005 und in da s Gutachten von Dr. lic. phil. F.____ vom 26. Oktober 2004. Es ist der Beschwerdegegnerin desh alb dahingehend zuzustimmen, dass es keine Rolle spielt, ob dem RAD das Gutachten der psychiatrischen Klinik Z.____ vorge- legen hat, weil Dr. C.____ die Schlussfolgerungen de s Gutachters Dr. med. H.___, psychiatri- sche Klinik Z.____, bereits anlässlich der ersten Begutachtung im Jahr 2005 bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt hat. Seine Einschät zungen beruhen daher auf vollständi- gen medizinischen Unterlagen bezüglich der Krankengeschichte und auf umfassenden eigenen Untersuchungen, berücksichtigen alle vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und sind widerspruchsfrei. Dr. C.____ zieht in seinen Gutachten einleuchtende Schlussfolgerungen so- wohl bezüglich des Eintritts der Verschlechterung des Gesundheitszustands als auch der Frage der Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit. Indizien, di e gegen die volle Beweiskraft der Gutachten sprechen, liegen keine vor. 4.4.2 Auch die Einschätzung von Dr. D.____, dass der Besc hwerdeführer zu 100 % arbeits- unfähig sei, hat Dr. C.____ berücksichtigt und dazu ausfü hrlich Stellung bezogen. Dabei legt er dar, dass sich Dr. D.____ von den regressiven Tendenzen s eines Patienten habe leiten lassen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diese Erklärung für die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Hausarzt und Gutachter ist nachvollziehbar. Aus diesem Grund kann wede r auf die Einschätzung von Dr. D.____ abgestellt werden noch vermag sie die Beweiskraf t der Beurteilung von Dr. C.____ in Zweifel ziehen. 4.4.3 Der Beschwerdeführer stellt sich sodann auf den St andpunkt, es seien weitere Abklä- rungen bezüglich der somatischen Beschwerden (z.B. Muskelsc hmerzen, morgendliches Erbrechen, Durchfall und Inappetenz) notwendig. Aus de m Bericht von Dr. E.____ vom 24. Ok- tober 2008 und der ergänzenden Stellungnahme Dr. C. ____ vom 31. März 2010 geht klar her- vor, dass es sich dabei um vegetative und funktionelle Besc hwerden im Rahmen der depressi- ven Störung handelt. Es liegen keine eigenständigen soma tischen Leiden vor, die einer erneu- ten Abklärung bedürften. Auch Dr. D.____ erwähnt kein e somatischen Beschwerden, die nicht in Zusammenhang mit dem psychischen Leiden stehen würden. 4.4.4 Der Beschwerdeführer wurde sowohl in somatischer a ls auch in psychischer Hinsicht umfassend abgeklärt. Es besteht daher kein Anlass für weit ere Abklärungen (antizipierte Be- weiswürdigung; BGE 132 V 393 E. 4.1). Die Beschwerdeg egnerin hat bei der Beurteilung des vorliegenden Rentengesuchs für den Zeitpunkt der Renten verfügung zu Recht auf die schlüssi- ge Beurteilung von Dr. C.____ abgestellt und ist davon ausgegangen, dass eine Arbeitsfähig- keit von 50 % besteht mit der Einschränkung, dass sich die A rbeitsfähigkeit nur bei Tätigkeiten mit einem Minimum an zwischenmenschlichen Friktionen realisieren lässt. 5. Werden die beiden medizinischen Sachverhalte mitein ander verglichen, so wird er- sichtlich, dass eine wesentliche Verschlechterung des Gesundh eitszustands zwischen der ur- sprünglichen Verfügung und den nun angefochtenen Verfü gung eingetreten ist. Der psychische Zustand hat sich insofern verschlechtert, als die psychische Belastbarkeit abgenommen hat und der Beschwerdeführer sich immer schwerer tut, seine Aggre ssivität unter Kontrolle zu halten. Auch die Depressivität und mit ihr die vegetativen Begl eiterscheinungen haben zugenommen. Es besteht diagnostisch eine depressive Störung, gegenwärt ig eine mittelschwere Episode. Dem Beschwerdeführer kann nur noch eine Tätigkeit in ei nem Pensum von 50 % zugemutet werden. Im Bezug auf die bereits im Erstgutachten aus d em Jahr 2005 formulierten Einschrän- kung, dass der Arbeitsplatz mit möglichst wenigen zwischenmenschlichen Friktionen ausgestal- tet sein sollte und nur Tätigkeiten möglich sind, welch e der Beschwerdeführer in einem kleinen Team oder alleine verrichten kann, hat sich nichts geä ndert (vgl. Dr. C.____, Gutachten vom 5. April 2005, S.6, sowie Gutachten vom 31. März 2010, S. 6 und ergänzende Stellungnahme vom 30. Juni 2010, S. 2). 6.1 Zu klären bleibt, ob der Beschwerdeführer seine Re starbeitsfähigkeit von 50 % wirt- schaftlich überhaupt noch verwerten kann. Der Beschwerdefü hrer stellt dies in Frage. Aus dem Gutachten der psychiatrischen Klinik Z.____ vom 15. Februa r 2005 zuhanden des Basler Straf- gerichts gehe hervor, dass der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfä- hig sei. Auch Dr. C.____ bestätige im Bericht vom 30 . Juni 2010, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen Störung seinem Arbeitsumfeld nicht mehr zumutbar sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung darf bei der B estimmung des trotz gesundheitli- cher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einko mmens nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht von einer Arbeitsge- legenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch ni cht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbei tgebers möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 2 .1; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von sei ner Struktur her einen Fächer verschie- denartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel- lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperli chen Einsatzes. Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeit en der Verwertung ihrer Restarbeits- fähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Es geht bei dieser Beurteilung um die Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden, das heisst um die für die versicher te Person realistischerweise noch vor- handenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchanc en (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2). 6.3.1 Ausgehend von diesen Grundsätzen kann nicht von ei nem IV-rechtlich erheblichen fehlenden Zugang des Beschwerdeführers zum Arbeitsmarkt im Sinne des Art. 16 ATSG ab Eintritt der Verschlechterung des Gesundheitszustands ges prochen werden. Dr. C.____ hält in Kenntnis des Gutachtens der psychiatrischen Klinik Z.____ un d der Einschätzung von Dr. D.____ fest, dass der Beschwerdeführer auf einen Arbei tsplatz angewiesen ist, bei dem er al- leine arbeiten könne bzw. es zu möglichst wenigen zwischenm enschlichen Friktionen komme. Aufgrund seines aggressiven Verhaltens und unkontrollier ten Affektdurchbrüchen verbaler Art ecke er immer an, weshalb er für ein Team eine Belastung darstelle. Dr. C.____ geht aber nicht soweit, dem Beschwerdeführer die Zumutbarkeit der Verw ertung der Restarbeitsfähigkeit ganz abzusprechen. Er weist lediglich darauf hin, dass ein allfälliger Arbeitsplatz nur mit grösster Mü- he zu finden sei. In Anbetracht der persönlichen Geschich te des Beschwerdeführers erscheint diese Einschätzung als zutreffend, denn es ist ihm gelung en, von 1989 bis 2001 – bis er einen neuen Vorgesetzten erhalten hatte – an seiner Arbeitsst elle bei der B.____ nicht negativ aufzu- fallen. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass der Besch werdeführer früher oder später auf jeden seiner Vorgesetzten verbal losgehen wird, weshal b er gar keinem Arbeitsumfeld mehr zumutbar wäre. Die beruflichen Massnahmen sind denn auch nicht abgebrochen worden, weil der Beschwerdeführer nicht mehr tragbar gewesen wäre, s ondern weil er sich eine Arbeitstätig- keit nicht zugemutet und er sich nicht in der Lage gefü hlt hat, ein Arbeitstraining zu absolvieren (IV-Akten 70). Ausserdem trifft es nicht zu, dass das Gutacht en der psychiatrischen Klinik Z.____ davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer im erste n Arbeitsmarkt nicht mehr arbeits- fähig wäre. Im Gutachten wird lediglich festgestellt, dass eine erhebliche spezifische Rückfallge- fahr (verbale Drohung) bestehe. Es gebe aber keine Hin weise für eine allgemeine Rückfallge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahr. 6.3.2 Nicht unberücksichtigt gelassen werden kann in diesem Zusammenhang sodann der Umstand, dass es neben der mangelnden Teamfähigkeit un d der zeitlichen Limitierung keine weiteren Einschränkungen aus gesundheitlichen Gründen g ibt, die die Arbeitsmarktchancen zusätzlich schmälern würden. Es besteht ein breites Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten für den Beschwerdeführer. So ist an Reinigungs- und Unterhalts arbeiten zu denken, die oftmals alleine ausgeführt werden können. Ebenfalls denkbar wäre eine Tätigkeiten an einer Pforte. Die sachli- chen und zeitlichen Limitierungen der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers schränken die Chancen der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit zwar ein, lassen sie aber nicht völlig un- realistisch erscheinen. Aus diesem Grund kann ihm die wirt schaftliche Verwertung seiner Rest- arbeitsfähigkeit von 50 % auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zugemutet werden. 7.1 Zu prüfen bleibt die Höhe des Invaliditätsgrads. Fü r die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufg rund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicher te Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Beha ndlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 7.2 Die Höhe des Valideneinkommens ist nicht strittig. Die Beschwerdegegnerin ist in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Angaben der e hemaligen Arbeitgeberin und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2009 davo n ausgegangen, dass der Be- schwerdeführer ohne Gesundheitsschaden im Zeitpunkt der Re ntenrevision ein Jahreseinkom- men von Fr. 77'389.-- erzielen könnte. Dies ist nicht zu beanstanden. 7.3.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Erzielung eines Jahreseinko mmens von Fr. 24'554.-- möglich sei. Dabei stützte sie sich auf die Schweizerische Lohnstrukt urerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008, Tabelle TA1, Privater Sektor, A nforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Männer, Fr. 4'806.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden, angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2,1 % und die betriebsübli che wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden sowie an ein Pensum von 50 %. In Anbetracht der invaliditätsbedingten Beeinträchti- gungen und des Umstands, dass der Beschwerdeführer nur noch ein Teilzeitpensum von 50 % tätigen kann, nahm die Beschwerdegegnerin zudem einen leidensbedingten Abzug von insge- samt 20 % vor. 7.3.2 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass auf di e LSE 2008, Tabelle TA1 (priva- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter Sektor), Position 93 ("Persönliche Dienstleistungen"), Anforderungsniveau 4, hätte abgestellt werden müssen, da gemäss Beurteilung von Dr. C.____ nu r noch eine Tätigkeit in einer ausge- sprochenen Tiefstlohnbranche (Reinigungs- oder Unterhaltsarbeiten) in Frage komme. 7.3.3 Die zumutbaren Einsatzmöglichkeiten sind mit Blick auf die Auswirkungen des ge- sundheitlichen Leidens keineswegs auf eine Tätigkeit der B ranche "Persönliche Dienstleistun- gen" beschränkt. Neben den von Dr. C.____ vorgeschlage nen Reinigungs- oder Unterhaltsar- beiten kämen auch Kontrolltätigkeiten und sogar auch wieder eine Tätigkeit als Lagermitarbeiter in Frage. Es handelt sich bei der dem Beschwerdeführer zumutbaren Tätigkeiten um Arbeits- stellen, bei denen zwar eine Einschränkung bezüglich der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes besteht, die aber in den verschiedensten Wirtschaftszweige n zu finden sind. Weil noch diverse Tätigkeitsbereiche in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen möglich sind, erweist sich die Zu- ordnung zu einer konkreten Branche als unmöglich, wesha lb die Vorgehensweise der Be- schwerdegegnerin korrekt war, die Tabelle TA1 mit dem T otal aus dem privaten Sektor anzu- wenden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 9. Oktober 2008, 9C_395/2008, E. 5). 7.3.4 Der Beschwerdeführer beantragt ausserdem, dass e in leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen sei. Wird das Invalideneinkommen – wie hi er – auf der Grundlage der LSE Tabellen ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbe it verrichteten und nach Eintritt des Ge- sundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr besc hränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesu nder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzu g entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 1 34 V 322 E. 5.2). Damit soll der Tat- sache Rechnung getragen werden, dass persönliche und beru fliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen d ie verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit un terdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2). Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkm al separat quantifizierte Abzüge vor- zunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalide neinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesa mthaft zu schätzen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc). 7.3.5 Die Beschwerdegegnerin ging von einem Abzug in der Höhe von 20 % aus. Dabei be- rücksichtigte sie den Umstand, dass der Beschwerdeführer nu r noch eine Teilzeiterwerbstätig- keit zu 50 % ausüben kann mit einem Abzug von 10 %, wa s nicht zu beanstanden ist. Männer mit einem Beschäftigungsgrad von maximal 89 % werden au f allen Anforderungsniveaus über- proportional tiefer entlöhnt im Vergleich zu Männern, die ein Vollzeitpensum ausüben. Zudem bedachte sie die leidensbedingte Einschränkung, dass nur Tätigkeiten alleine oder in einem kleinen Team möglich sind, mit einem weiteren Abzug von 10 %. Ein Abzug von insgesamt 20 % trägt den konkreten Gegebenheiten hinlänglich Rechnung und ist angemessen. Für eine dar- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht über hinausgehende Kürzung des Tabellenlohnes (Alter, D ienstjahre, Nationalität) lässt sich in den Akten keine Stütze finden. 7.3.6 Es ist daher mit der Beschwerdegegnerin davon ausz ugehen, dass das Invalidenein- kommen Fr. 24'554.-- beträgt. 8. Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr. 77'389.--) und Invalidenein- kommen (Fr. 24'554.--) resultiert ein Invaliditätsgrad von 68 % ab Eintritt der Verschlechterung im März 2009. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen A npassungszeit von Art. 88a Abs. 2 IVV hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer som it zu Recht ab dem 1. Juni 2009 eine Dreiviertelsrente zugesprochen. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden . Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kanto- nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahr enskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Ausm ass der unterliegenden Partei auferlegt. Im vorliegenden Verfahren hat der Beschwe rdeführer als unterliegende Partei zu gel- ten. Es sind ihm deshalb die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. Juli 2011 die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung für das vorliegende Verf ahren bewilligt worden sind, gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführer ist mit seinem Begehren unterlegen, weshalb er keinen Anspruch auf die Ausrichtung einer Part eientschädigung hat. Da ihm die un- entgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter b ewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rec htsvertreter hat in seiner Hono- rarnote vom 8. März 2012 für das vorliegende Beschwerd everfahren einen Zeitaufwand von 11.2 Stunden ausgewiesen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifo rdnung für die Anwältinnen und An- wälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Ihm ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'306.10 (11.2 Std. à Fr. 180.-- inklusive Auslagen von Fr. 119.30 und 8 % Me hrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'306.10 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet.