Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 14. Mai 2020 ( 725 19 392 / 104) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den anhaltenden Beschwerden zu Recht verneint Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch H anna Byland, Advokatin, Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG , Bundes- gasse 35, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A.a Der 1962 geborene A.____ erlitt im Jahr 1995 er stmals einen Verkehrsunfall mit Fron- talkollision, wobei er sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und eine leichte Commotio cerebri zuzog. Im Jahr 1996 kam es zu einem weiteren Unf all in Form einer Heckkollision, in deren Rahmen der Versicherte erneut eine HWS-Distorsion erlitt. Die Schweizerische Unfallver- sicherungsanstalt (Suva), bei welcher der Versicherte obli gatorisch gegen Unfälle versichert war, erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistunge n. Diese wurden mit Verfügungen vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 24. September 1996 und 7. Mai 1997 für beide Ereignisse eingestellt. Die entsprechenden Leis- tungseinstellungen wurden letztinstanzlich durch das Eidgen össische Versicherungsgericht (EVG; heute Bundesgericht sozialrechtliche Abteilungen) mit Urteil vom 26. Januar 2000 bestä- tigt. A.b Bereits im Juli 1998 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen Invalidenversiche- rung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landscha ft sprach ihm zuletzt mit Verfügung vom 29. März 2004 eine Dreiviertelrente zu, die anlässli ch von Revisionen in den Jahren 2008, 2013 und 2018 jeweils bestätigt wurde. A.c Am 27. Juni 2017 erlitt A.____ einen weiteren U nfall. Der Schadenmeldung UVG vom 25. September 2018 zufolge ereignete sich abermals eine Heckkollision. Anlässlich eines ers- ten MRI vom 23. August 2017 wurden eine Unterflächen- Teilablösung der oberen Hälfte der tendinopathischen Subscapularissehne sowie eine Tendino pathie der Supraspinatussehne oh- ne Einriss erhoben. Dr. med. B.____, FMH Allgemeine I nnere Medizin, diagnostizierte im Do- kumentationsfragebogen betreffend die Erstkonsultation am 30. November 2018 eine Schulter- läsion sowie ein erneutes HWS-Distorsionstrauma. Nach Abklä rung der gesundheitlichen Ver- hältnisse verneinte die Schweizerische Mobiliar Versicheru ngsgesellschaft AG (Mobiliar) mit Verfügung vom 17. Mai 2019 einen Leistungsanspruch ab 26. September 2017. Als Begrün- dung führte sie an, dass sich gestützt auf die Beurteilun g ihres beratenden Arztes ergebe, dass die geklagten Schulterbeschwerden nicht auf das Ereign is vom 27. Juni 2017 zurückzuführen, sondern vielmehr degenerativer Natur seien. Hinsichtlich der HWS-Beschwerden sei es höchs- tens zu einer vorübergehenden, nicht aber zu einer ri chtunggebenden Verschlimmerung ge- kommen, womit spätestens drei Monate nach dem Ereignis keine unfallbedingten Verletzungen mehr bestanden hätten. An dieser Auffassung hielt di e Mobiliar auch auf Einsprache des Versi- cherten hin mit Einspracheentscheid vom 6. November 2019 fest. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vertre ten durch Hanna Byland, Advo- katin, mit Eingabe vom 9. Dezember 2019 Beschwerde bei m Kantonsgericht des Kantons Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons gericht). Darin beantragte er, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich- ten, ihm rückwirkend ab 27. Juni 2017 die gesetzlichen V ersicherungsleistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge zzgl. der Kosten des Einspracheverf ahrens. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass das Aktengutachten, auf wel ches sich die Leistungsverweige- rung der Beschwerdegegnerin stütze, nicht über den erfo rderlichen Beweiswert verfüge. Ge- stützt auf die medizinischen Akten sei alsdann erstellt, da ss die anhaltenden Beschwerden an der rechten Schulter natürlich kausal auf das Ereignis zurückzuführen seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Januar 2020 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob der B eschwerdeführer Anspruch auf Leis- tungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Un fallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- sicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspru ch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Ar- beitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf ei ne Invalidenrente, wenn sie infol- ge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer n ur unter der Voraussetzung auf- zukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ei ngetretenen Schaden (Krank- heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gl eichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigend e Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer den kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde − die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht − im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach de m im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der wiederkehrenden Formu- lierung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat ein Er eignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlich en Lauf der Dinge und nach der allge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfo lg von der Art des eingetretenen her- beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das E reignis allgemein als begünstigt er- scheint (BGE 125 V 461 E. 5a, 123 III 112 E. 3a, 123 V 103 E. 3d und 139 E. 3c, 122 V 416 E. 2a, je mit Hinweisen). Der Voraussetzung des adäqua ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 12 5 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausal zusammenhanges zwischen dem versi- cherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlich en Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang best eht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinwei- sen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahin- fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisg rad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) n achgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast − anders als bei der Fra- ge, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist − nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Na chweis unfallfremder Ursa- chen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Be- weis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorlieg e oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesund- heitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bun- desgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arzte s oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 93 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeine Teil des Sozialversicherungsrecht [ATSG] vom 6. Oktober 2000) − wie alle anderen Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf di e andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht gering e Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage sind im Wesentlichen die folgenden medizini- schen Unterlagen von Relevanz: 5.2 Im Rahmen eines zeitnah an das Unfallereignis ver anlassten MRT vom 23. August 2017 wurden eine Unterflächen-Teilablösung der ober en Hälfte der tendinopathischen Subsca- pularissehne sowie eine Tendinopathie der Supraspinatu ssehne ohne Einriss erhoben. Die Supraspinatussehne zeige eine lokale Verdickung ansatznah mit Signalalteration im Sinne einer Tendinopathie, aber keine relevante Ruptur oder Teilruptur. Die Infraspinatussehne sei intakt. 5.3 Am 2. Oktober 2017 diagnostizierte Dr. med. C.____ , FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine traumat isch, anteriore Pulley-Ruptur bei Subscapularis-Partialruptur Lafosse I Schulter rechts. Der Patient habe am 27. Juni 2017 einen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auffahrunfall erlitten. Beim Lenkradhalten habe er plötzlich rechtsseitige Schulterschmerzen mit Bewegungseinschränkung verspürt. Es sei ein Grenzfall bezü glich einer Operationsindikation. Der Subscapularis per se müsse nicht operiert werden. Das anteriore Pulley in der Nähe des Subscapularis sei jedoch rupturiert und führe immer wied er zu einer Bizeps-Subluxation nach anterior. 5.4 In einem weiteren, durch den behandelnden Arzt, Dr. C.____, veranlassten MRT vom 6. September 2018 konnte eine leichtgradige Verdickung und Signalerhöhung, vereinbar mit einer Tendinopathie, der Supraspinatussehne ausgemacht werden. Ferner wurden intakte Seh- nen der Rotatorenmanschette festgestellt und es konnten keine Anhaltspunkte für eine Ruptur oder Teilruptur nachgewiesen werden. 5.5 Im "Dokumentationsfragebogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleu- nigungstrauma" vom 30. November 2018 diagnostizierte D r. C.____ eine HWS-Distorsion Grad II in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF) Kl assifikation (Nackenbeschwerden mit Schmerzen, Steifigkeitsgefühl oder nur Schmerzhaftigkeit, keine somatischen Befunde und eine normale Beweglichkeit). 5.6 Mit Kurzbeurteilung vom 11. Januar 2019 diagnostizie rte der beratende Arzt der Be- schwerdegegnerin Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Ch irurgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates, degenerative Veränderungen an der R otatorenmanschette sowie einen Status nach Beschleunigungsverletzung der HWS. Die gesu ndheitlichen Störungen seien nur möglicherweise, nicht aber überwiegend wahrscheinlich au f das Ereignis zurückzuführen. Hin- sichtlich der HWS-Beschwerden sei es möglicherweise zu ein er Verschlimmerung gekommen, die jedoch spätestens nach drei Monaten abgeklungen sei. Es sei keine Arbeitsunfähigkeit aus- gewiesen. 5.7 In seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2019 zuhanden der Beschwerdegegnerin führte Dr. C.____ aus, dass der Versicherte in den Jahren 1995, 1996, 2013 und jüngst im Juni 2017 Distorsionstraumata der Halswirbelsäule erlitten habe. Er hätte bereits vor dem Unfall an immer vorhandenen Schmerzen, mit Zunahme der Schmerzen im Sch ultergürtel nach repetitivem schwerem Heben oder bei Wetterwechsel, gelitten. Insgesa mt sei der Gesundheitszustand des Versicherten zwar eingeschränkt, aber stabil gewesen. Es hä tten Restbeschwerden der Hals- wirbelsäule im Sinne eines chronifizierten cervicalen Schmerzsyndroms vorgelegen. Infolge des Unfalls sei es zu einer im MRT nachweisbaren Schulterverlet zung (Pulley-Läsion) gekommen, welche vor dem Unfallgeschehen mit Sicherheit nicht vorhan den gewesen sei. Somit seien die Schulterbeschwerden auf ein Unfallereignis zurückzuführe n. Die vor dem Unfall stabile Schmerzsituation sei exazerbiert auf Schmerzen gemäss Vis ueller Analogskala (VAS) 6-7. Es habe eine langanhaltende Schmerzsituation vorgelegen, die schliesslich zur Diagnose der Schulterläsion geführt habe. Der Versicherte werde mit regelmässiger Physiotherapie, Aku- punktur, Neuraltherapie sowie analgetisch behandelt (Ibuprofen 800 retard über jeweils 14 Tage im Intervall, alle 2-3 Monate). Der Gesundheitszustand habe sich nicht gebessert, die Prognose sei ungewiss. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.8 In seinem Gutachten vom 28. September 2019 hielt Dr. med. E.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass bereits am 23. August 2017 eine kernspintomographische Abklärung erfolgt sei, anlä sslich derer sich eine Unterflächenteil- ablösung der oberen Hälfte der tendinopathisch verände rten Subscapularissehne sowie eine Tendinopathie der Supraspinatussehne gezeigt habe. Auf grund der kernspintomographischen Beschreibung könnten die genannten Veränderungen an der Rotatorenmanschette nur auf eine degenerative Entwicklung zurückgeführt werden. Darüber h inaus würden im MRI Hinweise auf eine traumatische Verursachung, wie z.B. ein bone oder ossäre und ligamentäre Begleitverlet- zungen, fehlen. Für die postulierte Pulley-Ruptur würde sich aus dem MRI kein Anhalt ergeben. Es handle sich sodann nicht um eine Ruptur, sondern u m eine Ablösung einer degenerativ ver- änderten Subscapularissehne. Das MRT vom 6. September 20 18 schliesse hingegen eine Ro- tatorenmanschettenruptur jedweder Genese explizit aus. Die diagnostizierte HWS-Distorsion werde von den behandelnden Ärzten im weiteren Verlau f weder diagnostisch abgeklärt noch in der Diagnose erwähnt. Auch habe der Versicherte zu kei nem Zeitpunkt des Heilverlaufs allfälli- ge HWS-Beschwerden geäussert. Es könne ohne Zweifel dre i Monate nach dem Ereignis von einer restitutio ad integrum hinsichtlich der unfallbed ingten HWS-Beschwerden ausgegangen werden. Die Frage, ob die durch Dr. C.____ am 2. Okt ober 2017 diagnostizierte Pulley-Läsion anhand der erstellten MRI-Bildgebungen ausgewiesen se i, wurde durch Dr. E.____ verneint. Eine derartige Verletzung sei durch das Ereignis vom 2 7. Juni 2017 auch nicht zu erwarten ge- wesen. In der wissenschaftlichen Literatur werde ein solcher Mechanismus als Ursache für eine Pulley-Läsion nicht diskutiert. Typischerweise würden ein Sturz auf den ausgestreckten Arm in voller Aussen- oder Innenrotation sowie ein Sturz rückwärts auf die Hand genannt. Das Ereignis sei auch hinsichtlich der Schwere nicht geeignet gewese n, eine Pulley-Läsion herbeizuführen, zumal keine Begleitverletzungen hätten belegt werden kö nnen. Indessen müsse eine Pulley- Läsion nicht obligat zur Luxation der Bizepssehne aus dem Sulcus führen. Es könne auch zu einer Subluxation der Bizepssehne mit den entsprechende n Veränderungen an der Rotatoren- intervallschlinge kommen. In den klinischen Untersuchungsbe funden von Dr. F.____ seien die üblichen Tests durchgeführt worden, wobei sie nicht eind eutig als positiv bewertet worden sei- en. Ein spezifischer Test für eine Pulley-Läsion existiere nicht. Aus den klinischen Tests und den Bildgebungen könne die Diagnose nicht gesichert werden. Auch der Verlauf spreche gegen eine solche Diagnose. Meist seien anamnestisch anterior e, chronische oder progressive Schul- terschmezen genannt worden, vor allem bei voller Antever sion und Innenrotation. Gleichzeitig würde über einen Funktions- und Kraftnachlass sowie Nachtschmerzen geklagt. 6. Was zunächst die umstrittene Frage nach dem Unfal lhergang angeht, so ist mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit von der Version gemäss den Au ssagen des Versicherten auszu- gehen. Dieser macht in dieser Hinsicht im Wesentlichen g eltend, dass er entgegen den Sach- verhaltsdarstellungen der Beschwerdegegnerin mit seinem F ahrzeug hinter einem anhaltenden Bus stillgestanden und nicht mehr gerollt sei. Aus der sich in den vorliegenden Akten befindli- chen Schadenmeldung UVG vom 25. September 2018 geht zwa r lediglich hervor, dass ein an- derer Personenwagen von hinten in denjenigen des Beschwerdeführers hineingefahren sei (vgl. act. M1). Indessen deckt sich die geschilderte Sachverhaltsda rstellung des Beschwerdeführers im Wesentlichen mit der sich in den Akten befindlichen S kizze und den diesbezüglichen Be- schreibungen aus dem Verkehrsunfallbericht vom 27. Juni 2017. Auch gegenüber seinem be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht handelnden Arzt, Dr. C.____, schilderte er das Unfallereignis in diesem Sinne (vgl. Dokumenta- tionsfragebogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikal em Beschleunigungstrauma vom 30. November 2018, act. M2). Alsdann findet sich anlässl ich der zeitnah an das Unfallgesche- hen erfolgten Konsultation bei Dr. C.____ vom 2. Okto ber 2017 − den weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers folgend − der Hinweis, dass er seine Hände während der erfolgten Heckkollision am Lenkrad hatte. Zumal mit Blick auf das Dat um der besagten Berichte für den Versicherten keinerlei Veranlassung bestand, den Unfall hergang aus versicherungsrechtlichen Gründen anzupassen, hat dieser seine Version des Unfalls damit hinreichend glaubhaft ge- macht (vgl. zu den Beweisanforderungen Urteile des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, U 234/04 und vom 19. Mai 2004 , U 236/03). Wie nachfolgend aufzu- zeigen sein wird, vermag der Beschwerdeführer aus der a bweichenden Darstellung des Unfall- hergangs für die Beurteilung der Kausalitätsfrage ind essen nichts zu seinen Gunsten abzulei- ten. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurtei lung des medizinischen Sachver- halts im Wesentlichen auf die Beurteilung von Dr. E.__ __ vom 28. September 2019. Demzufol- ge ging sie davon aus, dass die geklagten Schulterbeschw erden des Versicherten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27. Juni 2017 zurückzuführen seien. In Bezug auf die HWS-Beschwerden hat sie sodann erwogen, dass es diesbezüglich höchstens zu einer vorübergehenden, nicht aber zu einer richtu nggebenden Verschlimmerung gekommen sei, womit der Zustand, wie er sich früher oder später auch ohne Ereignis eingestellt hätte (sta- tus quo sine), spätestens drei Monate nach dem Ereignis erreicht gewesen sei. 7.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bea nstanden. Nach der Rechtspre- chung kommt zwar den Berichten beratender Ärzte des Versi cherungsträgers nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 AT SG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, ein solcher Bericht ist aber soweit zu berücksichtigen, als keine − auch nur geringe − Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolge- rungen bestehen (vgl. E. 4.3 hiervor). Vorliegend be steht kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. E.____ zu zweifeln. Es ist vielmeh r festzuhalten, dass er sich mit den wesentlichen medizinischen Unterlagen auseinandersetzt und insgesamt ein vollständiges Bild des Gesundheitszustandes des Versicherten vermittelt. Alsda nn nimmt Dr. E.____ gestützt auf die sich bei den Akten befindlichen medizinischen Berich te eine schlüssige Beurteilung der Kausalitätsfrage vor. 7.3 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen zu k einer anderen Beurteilung der Kausalitätsfrage zu führen. 7.4 Wie sich der Darlegung des medizinischen Sachverhal ts entnehmen lässt, sind von der HWS ausgehende Beschwerden aufgrund der in den Jahren 1 995, 1996 und 2013 stattgehab- ten HWS-Distorsionstraumata bereits vor dem Ereignis vom 27. Juni 2017 dokumentiert, was unbestritten ist. Der massgebenden Aktenlage im Anschluss an das Unfallereignis sind ferner keine Hinweise zu entnehmen, wonach sich der Beschwerdef ührer durch das Unfallereignis strukturell nachweisbare Verletzungen an der HWS zugezoge n hätte und die Zweifel an der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gutachterlichen Feststellung begründen würden, wonach d er Zustand, wie er sich früher oder später auch ohne Unfallereignis eingestellt hätte, im September 2017 erreicht gewesen sei. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer weder solche gel tend macht noch diesbezügliche Aussagen mit entsprechenden Berichten untermauert. Au ch aus den Schilderungen von Dr. C.____ vom 5. Mai 2019 lassen sich keine organischen Ursachen für die beschriebene Schmerzsituation ausmachen, zumal seine Feststellungen und das mittels Testung erhobene Schmerzmass im Wesentlichen auf den subjektiven Schilderu ngen des Versicherten gründen. Dr. C.____ hält diesbezüglich lediglich fest, dass die Hal swirbelsäule nach dem Ereignis erheb- lich eingeschränkt gewesen und es zu einer anhaltenden Schmerzsituation gekommen sei, was die Beschwerdegegnerin für die Zeit unmittelbar im An schluss an das Unfallereignis auch nicht in Abrede stellt. Zumal in dieser Hinsicht keine wei teren Abklärungen oder Behandlungen er- folgt sind, ist gestützt auf die überzeugenden Ausführungen von Dr. E.____ davon auszugehen, dass das Ereignis lediglich zu einer vorübergehenden Verschl immerung der Schmerzsituation geführt hat. 7.5 Hinsichtlich der Schulterbeschwerden macht der Besch werdeführer im Wesentlichen geltend, dass die Ausführungen von Dr. E.____ im Widerspruch zur Beurteilung von Dr. C.____ stünden, der als Ursache der Beschwerden eine Pulley-Läsio n Typ Lafosse 1 diagnostiziert habe. Überdies halte auch Dr. C.____ fest, dass es durch die Schädigung im Schultergürtel zu einer Verstärkung des vorbestehenden Schmerzsyndroms geko mmen sei, womit die Schulter- verletzung und die aktuelle Schmerzsituation mit überwie gender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27. Juni 2017 zurückzuführen seien. Zunächst ist unter Hinweis auf das unter Erwägung 7.1 h iervor Dargelegte festzuhalten, dass sich Dr. E.____ mit der allfälligen Diagnose einer Pul ley-Läsion auseinandersetzt und diese gestützt auf die vorliegenden Bildgebungen verneint. Er weist ferner überzeugend darauf hin, dass die besagte Fraktur einen Sturz auf den ausgestreckten Arm in voller Aussen- oder Innen- rotation sowie einen Sturz rückwärts auf die Hand voraussetzen würde, der Unfallmechanismus einer Heckkollision als Ursache für eine solche Verletzung in der Literatur hingegen nicht disku- tiert werde (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 5.2.2). Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, das s der entsprechende Unfallhergang als Ursache für eine Läsion der Rotatorenmanschette wissen schaftlich belegt sei, woran auch nicht zu ändern vermag, dass er zum Zeitpunkt der Kollision seine Hände offenbar am Lenkrad hatte. Ergänzend hält Dr. E.____ fest, dass die Tatsac he, wonach keine Begleitverletzungen hätten belegt werden können, darauf hindeute, dass das Ereignis auch hinsichtlich der Schwere nicht geeignet gewesen sei, eine Pulley-Läsion herbeizuf ühren. Die Aussagen von Dr. E.____ werden alsdann gestützt durch den aktuell veranlassten MRI -Befund vom 6. September 2018, in dessen Rahmen eine leichtgradige Tendinopathie de r Supraspinatussehne, ansonsten aber intakte Sehnen der Rotatorenmanschette festgestellt und der Verdacht auf eine Ruptur oder Teilruptur mangels einer auszumachenden Konturunterbrec hung gerade nicht bestätigt werden konnte. Demgegenüber stellt Dr. C.____ die am 2. Okt ober 2017 diagnostizierte Pulley-Läsion in den Raum und verweist dabei in pauschaler Weise auf die MRT-Untersuchung vom 23. Au- gust 2017. Er legt jedoch in keiner Weise dar, wie sich die besagte Diagnose mit Blick auf den Unfallhergang begründen lässt. Auch setzt er sich mit den anlässlich der MRI-Untersuchung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 23. August 2017 erhobenen degenerativen Befunden, die auf unfallfremde Faktoren hin- deuten, in keiner Weise auseinander. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermag schliesslich das gestützt auf die Ausführungen von Dr. C.____ vom 5. M ai 2019 gründende Vorbringen, demzu- folge der Versicherte vor dem Unfallereignis Schulterbe schwerden nicht in einem derartigen Ausmass zu beklagen gehabt hätte. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass eine allfällige Schul- terläsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Unfallereignis verursacht worden wäre. Vielmehr läuft diese Auffassung auf die Schlussf olgerung hinaus, dass eine gesundheitli- che Schädigung durch den Unfall verursacht gilt, weil sie sich nach dem Unfallereignis manifes- tiert hat. Die betreffende Argumentation beruht im Ergebnis auf der Beweisformel "post hoc, ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundhei tliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem a ufgetreten ist (BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die medizinische Akt enlage zur Beurteilung der vorliegenden Streitfrage ausreichend ist. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweis- würdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des rele- vanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 131 I 1 53 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Demnach ist nicht zu beanstan- den, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die versicher ungsmedizinische Beurteilung von Dr. E.____ vom 28. September 2019 einen natürlichen K ausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den über September 2017 hinaus ge ltend gemachten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verneinte. Damit hat sie ihre Leistungspflicht ab diesem Zeitpunkt zu Recht verweigert. Die gegen den Einsprache entscheid vom 6. November 2019 erhobene Beschwerde ist somit abzuweisen. 9. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverf ahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Ausgang des Verfahrens entspreche nd wird keine Parteientschädi- gung ausgerichtet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht