B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5481/2024 A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d v o m 2 0 . J u n i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Christoph Rohrer, Gerichtsschreiberin Nadja Francke. Parteien 1. A._______ AG, 2. B._______ S.P.A, beide vertreten durch MLaw Alban Shabani, Weinmann Zimmerli AG, Beschwerdeführerinnen, gegen Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, Vorinstanz. Gegenstand PrSG-Kontrollverfahren Nr. ID (…) betreffend Schutzhandschuh der Marke C._______, Typ (…). C-5481/2024 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (nachfolgend: bfu oder Vor- instanz) führte betreffend das von der A._______AG (nachfolgend auch: Beschwerdeführerin 1) in Verkehr gebrachte Produkt Handgelenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…), bei welchem es sich um eine persön- liche Schutzausrüstung (PSA) nach Art. 1 der Verordnung vom 25. Oktober 2017 über die Sicherheit von persönlichen Schutzausrüstungen (PSAV; SR 930.115) handelt, eine Kontrolle über die Einhaltung der Sicherheitsvor- schriften für Produkte gemäss dem Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Produktesicherheit (PrSG, SR 930.11) durch (vgl. Akten im Beschwer- deverfahren [nachfolgend: BVGer-act.] 1, Beilage 1) . A.b Mit an die A._______AG gerichtete Verfügung vom 2. Juli 2024 (vgl. BVGer-act. 1, Beilage 1) erliess die bfu folgendes Verfügungsdispositiv: 1. Das Produkt Handg elenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…) entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben. 2. Das Produkt Handgelenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…) darf in der Schweiz nicht Verkehr gebracht werden, soweit folgender Mangel nicht behoben ist: • Der Nachweis, dass die PSA die auf sie anwendbaren grundlegenden Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen erfüllt, konnte vom Hersteller nicht erbracht werden (Art. 5 und Art. 8 Ziff. 2 EU-PSA-Verord- nung). 3. Ihre Mandantin A._______AG wird verpflichtet, die im Dispositiv angegebene Massnahme einzuhalten, unter Androhung von Busse gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. c PrSG im Unterlassungsfalle. 4. Die Gebühr für das Kontrollverfahren in der Höhe von CHF 688.– wird Ihrer Man- dantin A._______AG auferlegt. Die Bezahlung hat binnen 30 Tagen ab Fälligkeit zu erfolgen. In den Verfügungserwägungen hielt die bfu insbesondere fest, dass sich mit der Veröffentlichung der neue n Norm EN ISO 20320:2020 der Stand der Technik geändert habe. Die grundlegenden Gesundheitsschutz - und Sicherheitsanforderungen 3.1.1 "Stösse durch herabfallende oder heraus- geschleuderte Gegenstände und durch Aufprall eines Körperteils auf ein Hindernis" (Anhang II Ziff. 3.1.1 der Verordnung [EU] 2016/425 des Euro- päischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen und zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG des C-5481/2024 Seite 3 Rates [EU-PSAV]), aber auch Anforderungen an die Ergonomie und die Unschädlichkeit etc. für einen Handgelenksschützer würden in der Norm EN ISO 20320:2020 konkretisiert. Die bestimmungsgemässe Verwendung des kontrollierten Produkts , welch e in den technischen Unterlagen des Herstellers aufgeführt sei, sei unvollständig. Die mit dem kontrollierten Pro- dukt in Aussicht gestellte Schutzwirkung werde nicht vollständig dargelegt (Verfügungserwägung 3.4). Die Kontrolle habe ergeben, dass das Produkt die Anforderungen nicht erfülle (Verfügungserwägung 3.3). B. B.a Gegen diese Verfügung erhoben die A._______AG und die B._______S.P.A., beide vertreten durch Rechtsanwalt Alban Shabani, mit Eingabe vom 3. September 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungs- gericht. Sie beantragten die vollumfängliche Aufhebung der Verfügung vom 2. Juli 2024, eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die Vo- rinstanz zur erneuten Beurteilung. In prozessualer Hinsicht stellten sie den Antrag auf Sistierung des Verfahrens bis zum 31. Januar 2025 oder bis zum Vorliegen der Zertifizierung n ach EN ISO 20320:2020. Zur Begrün- dung des Sistierungsantrags führten sie insbesondere aus, dass alle vor der Veröffentlich der EN ISO 20320:2020 in der Schweiz von notifizierten Stellen durchgeführten Baumusterprüfungen des Moduls B und darauf be- ruhende Zertifikate für die gesamte Dauer rechtsgültig geblieben seien. Die Beschwerdeführerinnen seien verpflichtet gewesen, bis Ende 2022 eine erneute Baumusterprüfung Modul B durchzuführen , was si e auch getan hätten. Das betreffende Produkt habe diese Baumusterprüfung erfolgreich bestanden. Im Weiteren hätten sie erhebliche Bemühungen unternommen, das Produkt auch nach de r Norm EN ISO 20320:2020 testen zu lassen. Dabei hätten sie nicht nur die D._______, sondern alle anderen notifizier- ten Stellen kontaktiert, wobe i sich allerdings herausgestellt habe, dass keine dieser Stellen Baumusterprüfungen nach der Norm EN ISO 20320:2020 durchführe. Nach Erlass der angefochtenen Verfügung hätten die Beschwerdeführerinnen nochmals über 60 notifizierte Stellen kontak- tiert. Nur eine Stelle habe mittlerweile die Baumusterprüfung nach der Norm EN ISO 20320:2020 neu in das Angebot aufgenommen. Die Prü- fungsverfahren seien umgehend in Auftrag gegeben worden und die Re- sultate würden voraussichtlich im November 2024 vorliegen (vgl. BVGe r- act. 1, S. 4 ff.). B.b Der mit Zwischenverfügung vom 9. September 2024 bei den Be- schwerdeführerinnen eingeforderte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– (vgl. C-5481/2024 Seite 4 BVGer-act. 3) wurde am 2. Oktober 2024 fristgerecht geleistet (vgl. BVGer- act. 6). B.c Mit Vernehmlassung vom 31. Oktober 2024 beantragte die Vorinstanz die Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen der Zertifizierung nach SN EN ISO 20320:2020 und spätestens bis zum 31. Januar 2025 (Ziff. 1) sowie die Erstreckung der Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung bezüglich der materiell-rechtlichen Fragen mindestens so lange bis die Sistierung des Verfahrens abgeschlossen sei (Ziff. 2; vgl. BVGer-act. 8). B.d Mit unangefochten gebliebener Zwischenverfügung vom 11. Novem- ber 2024 wurde das Sistierungsgesuch der Beschwerdeführerinnen gutge- heissen und das vorliegende Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen der Zertifizierung nach SN EN ISO 20320:2020 bzw. längstens bis zum 31. Ja- nuar 2025 sistiert. Zudem wurde der Vorinstanz die Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung in materiell-rechtlicher Hinsicht abgenommen (vgl. BVGer-act. 9). B.e Die von den Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 28. Januar 2025 beantragte Erstreckung der Verfahrenssistierung bis zum Vorliegen der Zertifizierung nach SN EN ISO 20320:2020 und spätestens bis zum 28. Februar 2025 (vgl. BVGer-act. 12) wurde mit Verfügung vom 4. Februar 2025 gutgeheissen (vgl. BVGer-act. 13). B.f Mit Eingabe vom 5. März 2025 reichten die Beschwerdeführerinnen das am 4. März 2025 ausgestellte Zertifikat für die bestandene Baumusterprü- fung ein. Sie hielten mit Hinweis auf das Zertifikat fest, dass der Handschuh C._______ (…) die Vorgaben gemäss der Verordnung EU Nr. 2016/425 sowie der EN ISO 20320:2020 vollumfänglich erfülle. Entsprechend be- stehe keine Grundlage für die Aufrechterhaltung der vorinstanzlichen Ver- fügung vom 2. Juli 2024, so dass sie aufzuheben sei . Es sei auch anzu- merken, dass die bestandene Baumusterprüfung nach den Vorgaben von EN ISO 20320:2020 bestätige, dass das Produkt die allgemeinen Gesund- heitsschutz- und Sicherheitsanforderungen der PSAV auch im Zeitpunkt der Überprüfung durch die Vorinstanz bereits erfüllt habe, wie es in der Beschwerdeschrift dargelegt und vom früheren Prüfungsinstitut bestätigt worden sei (vgl. BVGer-act. 14). B.g Die Vorinstanz nahm innert erstreckter Frist am 30. April 2025 Stellung und beantragte, das Beschwerdeverfahren sei aufgrund Gegenstandslo- sigkeit zu Kosten - und Entschädigungsfolgen zu Lasten der C-5481/2024 Seite 5 Beschwerdeführerinnen abzuschreiben. Zur Begründung führte sie aus, mit der eingereichten EU -Baumusterprüfung vom 4. März 2025 sei der Nachweis erbracht, dass Produkte, die diesem Baumuster entsp rächen, die grundlegenden Anforderungen , welche durch die Norm EN ISO 20320:2020 konkretisiert würden, erfüllten. Die Aufhebung der Verfügung sei aus formeller Sicht nicht nötig, da das in der Verfügung ausgespro- chene Verkaufsverbot resolutiv bedingt sei. Mit Erbringung des von der Vorinstanz verlangten Nachweises in Form der eingereichten Baumuster- prüfung sei die Bedingung erfüllt, womit das Verkaufsverbot seine Rechts- wirksamkeit in Bezug auf die dem Baumuster entsprechenden Produkte verliere. Auch aus materiellen Gründen sei die Aufhebung der Verfügung nicht angezeigt. Die Aussage der Beschwerdeführerinnen, wonach die be- standenen Baumusterprüfung nach den Vorgaben von EN ISO 20320:2020 bestätige, dass das betreffende Produkt die allgemeinen Gesundheits- und Schutzanforderungen der PSAV auch im Zeitpunkt der Überprüfung durch die Vorinstanz bereits erfüllt habe, was auch von einem früheren Prüfinsti- tut bestätigt worden sei, werde von der Vorinstanz als eine nicht weiter be- legte Behauptung betrachtet. Das erwähnte Prüfinstitut habe nach Normen geprüft, bei welchen die für Snowboard-Schutzhandschuhe zentralen, gel- tenden Anforderungen fehlten. Sollten bereits früher hergestellte und ge- gebenenfalls noch lagerhaltige Produkte nicht konform sein zum geprüften Baumuster gemäss EU -Baumusterprüfung vom 4. März 2025, sei es der Herstellerin auf Grund des in der Verfügung vom 2. Juli 2024 ausgespro- chenen bedingten Verkaufsverbots weiterhin untersagt, diese Produkte in Verkehr zu bringen. Aus diesem Grund müsse die Verfügung aufrechterhal- ten werden. Das Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerinnen an der Aufrechterhaltung der Beschwerde sei mit Einreichung der EU -Bau- musterprüfung vom 4. März 2025 dahin gefallen. In Bezug auf die Verfah- renskosten hätten die Beschwerdefü hrerinnen mit der Einreichung dieser Baumusterprüfung den Grund für die Gegenstandslosigkeit der Be- schwerde gesetzt. Nach Ansicht der Vorinstanz sei eine Prüfung nach der Norm EN ISO 20320:2020 zudem schon im Zeitpunkt des Kontrollverfah- rens vor Erlass der Verfügung möglich gewesen, da zu dieser Zeit nach- weislich andere Snowboard-Schutzhandschuhe auf dem Markt angeboten worden seien, die eine Baumusterprüfung nach der fraglichen Norm erfüllt hätten (vgl. BVGer-act. 18). B.h Mit Stellungnahme vom 10. Juni 2025 erklärten sich die Beschwerde- führerinnen damit einverstanden, dass das Beschwerdeverfahren infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werde. Die Gegenstandslosigkeit sei aufgrund der eingereichten Baumusterprüfung durch sie bewirkt worden, C-5481/2024 Seite 6 womit sie gemäss Art. 5 VKGE die Verfahrenskosten entsprechend zu tra- gen hätten (vgl. BVGer-act. 21). C. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge- richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Die sachliche Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen Ver- fügungen der Vollzugsorgane im Bereich der Produktesicherheit ergibt sich aus Art. 15 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Pro- duktesicherheit (PrSG, SR 930.11). 1.2 Angefochten ist eine Verfügung der bfu, die gestützt auf das PrSG er- lassen wurde. Die bfu ist ein Produktesicherheits -Kontrollorgan (Art. 20 Abs. 1 Bst. b der Verordnung über die Produktesicherheit vom 1 9. Mai 2020 [PrSV, SR 930.111]; Art. 3 und Anhang Bst. h Abs. 2 der Verordnung des WBF [Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung] vom 18. Juni 2010 über den Vollzug der Marktüberwachung nach dem 5. Ab- schnitt der Verordnung über die Produktesicherh eit [SR 930.111.5]) und Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. e VGG. Das Bundesver waltungsge- richt ist demnach zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.3 1.3.1 Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde an das Bundesverwal- tungsgericht berechtigt, w er vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom- men oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwür- diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). Diese drei Voraussetzungen zur Beschwerdebefugnis müssen kumulativ erfüllt sein (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesver- waltungsgericht, 3. Aufl. 2022, S. 57 Rz. 2.60). C-5481/2024 Seite 7 1.3.2 Hinsichtlich Beschwerdeführerin 1, welche Verfügungsadressatin ist, sind die Voraussetzungen nach Art. 48 Abs. 1 VwVG und damit die Be- schwerdelegitimation gegeben. Die Beschwerdeführerin 2 ist demgegen- über nicht Adressatin der Verfügung, weshalb ihre Beschwerdelegitimation nicht ohne Weiteres ersichtlich ist und daher nach folgend von Amtes we- gen zu prüfen ist (vgl. BGE 130 II 65 E. 1; BVGE 2007/6 E. 1). 1.3.3 Bst. a von Art. 48 Abs. 1 VwVG setzt die formelle Beschwer voraus. Es wird verlangt, dass die beschwerdeführende Person am vorinstanzli- chen Verfahren als Partei teilgenommen hat und mit ihren Anträgen vor der Vorinstanz ganz oder teilweise unterlegen ist oder aber keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (BGE 135 II 172 E. 2.2.1 ; 133 II 181 E. 3.2). Letzteres ist primär der Fall, wenn eine Partei ohne eigenes Verschulden an der Teilnahme verhindert war, so es ihr trotz an sich bestehender Be- rechtigung aufgrund eines Fehlers der Behörde nicht möglich war, als Par- tei mitzuwirken, ihr die Durchführung des Verfahrens nicht bekannt war und auch nicht bekannt sein musste, weil die Behörde ihr zu Unrecht die Teil- nahme an einem Verfahren verunmöglichte oder aber weil ihr die Vo- rinstanz zu Unrecht die Parteistellung versagt hat (vgl. MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER a.a.O, S. 58 Rz. 2.63). 1.3.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen hat der Vorinstanz im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens mit Schreiben vom 19. März 2024 mitgeteilt, dass er im entsprechenden Verfahren die Interessen der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 vertrete ( vgl. BVGer-act. 1, Beilage 2). Dennoch adressierte die Vorinstanz die Verfügung vom 2. Juli 2024 ledig- lich an die Beschwerdeführerin 1. Gemäss Ausführungen in der Beschwere ist die Beschwerdeführerin 2 Inhaberin der Rechte der Marke C._______ und bringt den Handgelenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…) in Verkehr (vgl. BVGer-act. 1, S. 3 Rz. 4) . Damit ist sie von dem mit der vorinstanzlichen Verfügung vom 2. Juli 2024 angeordneten Verbot des In- verkehrbringens des Produkts in der Schweiz besonders berührt und hat gleichzeitig auch ein schutzwü rdiges (wirtschaftliches) Interesse an der Aufhebung dieser Anordnung. Die Beschwerdeführerin 2 wäre somit auch berechtigt gewesen, am vorinstanzlichen Verfahren teilzunehmen, wurde jedoch ohne eigenes Verschulden durch ein Versäumnis der Vorinstanz nicht am Verfahren beteiligt (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. a zweiter Teilsatz VwVG und E. 1.3.3 hiervor). Somit ist die Beschwerdelegitimation der Beschwer- deführerin 2 für das vorliegende Verfahren – was auch die Vorinstanz in keiner Weise bestreitet – gegeben. C-5481/2024 Seite 8 1.4 Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Angefochten ist vorliegend die Verfügung der bfu vom 2. Juli 2024, mit wel- cher betreffend das Produkt Handgelenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…) ein bedingtes Verbot für das Inverkehrbringen in der Schweiz ausgesprochen wurde. Das Verbot gilt, sow eit der Nachweis, wonach die persönliche Schutzausrüstung die auf sie anwendbaren Gesundheits- schutz- und Sicherheitsanforderungen erfüllt, nicht erbracht wurde (Art. 5 und Art. 8 Ziff. 2 EU-PSA-Verordnung). Konkret geht es um den Nachweis, dass das fraglic he Produkt die grundlegenden Anforderungen, welche durch die Norm EN ISO 20320:2020 konkretisiert werden, erfüllt. 3. 3.1 Die Beschwerdeführerinnen reichten mit Eingabe vom 5. März 2025 die bestandene Baumusterprüfung vom 4. März 2025 ein, wonach das Produkt Handgelenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…) die Vorgaben gemäss EN ISO 20320:2020 erfüllt (vgl. BVGer-act. 14, Beilage, S. 3 Ziff. 2). Gleichzeitig beantragten sie die Aufhebung der Verfügung vom 2. Juli 2024, da keine Grundlage für deren Aufrechterhaltung mehr bestehe (vgl. BVGer-act. 14, S. 2 Ziff. 3). Die Vorinstanz beantragte in ihrer Stellung- nahme vom 30. April 2025 die Abschreibung des Verfahrens aufgrund von Gegenstandslosigkeit, allerdings unter Aufrechterhaltung der angefochte- nen Verfügung. Damit erklärten sich die Beschwerdeführerinnen mit Stel- lungnahme vom 10. Juni 2025 einverstanden unter Hinweis darauf, dass sie mit der eingereichten Baumusterprüfung die Auflage gemäss Ziff. 2 des Verfügungsdispositivs erfüllt hätten (vgl. BVGer-act. 21, S. 1 Ziff. 1). 3.2 Mit Einreichung der EU-Baumusterprüfung vom 4. März 2025 wurde der in Ziff. 2 des Verfügungsdispositivs geforderte Nachweis wonach das Produkt Handgelenksschoner der Marke C._______, vom Typ (…), die auf es anwendbaren grundlegenden Gesundheitsschutz- und Sicherheitsan- forderungen, insbesondere auch die Vorgaben gemäss EN ISO 20320:2020, erfüllt, unstrittig erbracht. Damit ist die resolutive Bedingung erfüllt und das Verbot für das Inverkehrbringen des fraglichen Produktes in der Schweiz fällt dahin. Gleichzeitig entfällt damit auch das entsprechende Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerinnen an der Feststellung ei- ner allfälligen Rechtsverletzung des verfügten und nun dahingefallenen C-5481/2024 Seite 9 Verbots für das Inverkehrbringen des fraglichen Produkts. Die Vorinstanz erachtet die Aufrechterhaltung der Verfügung für notwendig mit der Be- gründung, dass das Verbot für die fraglichen Produkte, die nicht konform seien zum geprüften Baumuster gemäss der EU-Baumusterprüfung vom 4 März 2025 (beispielsweise früher hergestellte und gegebenenfalls noch la- gerhaltige Produkte), nach wie vor gelten müsse . Die Begründung der Vorinstanz für die Aufrechterhaltung der Verfügung leuchtet nicht ein, da ganz grundsätzlich (auch ohne entsprechende Verfü gung) gilt, dass Pro- dukte, welche nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, nicht in Ver- kehr gebracht werden dürfen. Indes haben sich die Beschwerdeführerin- nen mit dem Abschreibungsantrag der Vorinstanz, welcher die Aufrechter- haltung der Verfügung beinh altet, ausdrücklich einverstanden erklärt, so dass auch diesbezüglich ihr Rechtsschutzinteresse weggefallen ist. 3.3 Fällt – wie vorliegend – das aktuelle Rechtsschutzinteresse im Verlaufe des Verfahrens dahin, wird das Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit ab- geschrieben (Art. 4 VwVG i.V.m. Art. 72 des Bundesgesetzes vom 4. De- zember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]; vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNDER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes, Zürich 1998, Rz. 413). 3.4 Nach dem Gesagten ist die Verfahrenssistierung aufzuheben und das vorliegende Beschwerdeverfahren entsprechend den übereinstimmenden Anträgen der Vorinstanz und der Beschwerdeführerinnen im einzelrichter- lichen Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben (vgl. Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG). 4. 4.1 4.1.1 Wird ein Verfahren gegenstandslos, so werden die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt, deren Verhalten die Gegenstandslosig- keit bewirkt hat. Ist das Verfahren ohne Zutun der Parteien gegenstandslos geworden, so werden die Kosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes festgelegt (vgl. Art. 5 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfahrenskosten können jedoch ganz oder teilweise erlassen werden, wenn ein Rechtsmittel ohne erheblichen Aufwand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird oder andere Gründe in der Sache C-5481/2024 Seite 10 oder in der Person der Partei es als unverhältnismässig erscheinen lassen, sie ihr aufzuerlegen (Art. 6 Bst. a und b VGKE). 4.1.2 Die Beschwerdeführerinnen haben mit dem Einreichen der EU-Bau- musterprüfung vom 4. März 2025 und des damit erbrachten Nachweises gemäss Ziff. 2 des Verfügungsdispositivs, wonach das fragliche Produkt die auf es anwendbaren grundlegenden Gesundheitsschutz- und Sicher- heitsanforderungen erfüllt, die Gegenstandslosigkeit bewirkt. Damit sind ihnen – wie sie ihn ihrer Stellungnahme vom 10. Juni 20 25 auch selbst festhalten – die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Unter Berücksichtigung des Umstands, dass sich die Beschwerdeführerinnen während des vor- instanzlichen Verfahrens nachweislich und erfolglos bemüht hatten, eine Zertifizierungsstelle für eine Baumusterprüfung nach der Norm EN ISO 20320:2020 zu finden (vgl. BVGer -act. 1, Beilagen 4 und 6) und diesbe- züglich sogar an die Vorinstanz gelangt waren, welche ihnen jedoch weder Prüfstellen noch Informationsquellen zu Prüfstellen ( eine entsprechende Information seitens der Vorinstanz erfolgte erst im vorliegenden Verfahren mit der Stellungnahme vom 30. April 2025, vgl. BVGer-act. 18, S. 6 Ziff. 3 in fine) genannt hatte (vgl. BVGer-act. 1, Beilage 5), sowie des Umstands, dass aufgrund der Sistierung des vorliegenden Verfahrens und der nach- träglichen Beibringung der EU-Baumusterprüfung durch die Beschwerde- führerinnen der Aufwand des Gerichts relativ gering gehalten wurde, recht- fertigt sich vorliegend in Anwendung von Art. 6 VGKE eine Ermässigung der Verfahrenskosten. Diese sind auf Fr. 800.– festzusetzen. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnommen und der Restbetrag von Fr. 4'200.– den Beschwerdeführerinnen nach Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 4.2 4.2.1 Hinsichtlich der Parteientschädigung prüft das Gericht bei gegen- standslos gewordenen Verfahren, ob eine Parteientschädigung zuzuspre- chen ist, wobei für die Festsetzung der Parteientschädigung Art. 5 VGKE sinngemäss gilt (Art. 15 VGKE). Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 VGKE). Keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben Bundesbehörden und, in der Regel, andere Behörden, die als Parteien auf- treten (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 4.2.2 Den Beschwerdeführerinnen ist bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Parteientschädigung zuzusprechen und die Vorinstanz hat als Bun- desbehörde ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung. C-5481/2024 Seite 11 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Sistierung des vorliegenden Verfahrens wird aufgehoben. 2. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrie- ben. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden den Beschwerdeführerinnen auferlegt. Der Betrag wird dem Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnom- men. Der Restbetrag von Fr. 4'200.– wird de n Beschwerdeführerinnen nach Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihnen zu bezeichnendes Konto zurückerstattet. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Eine Kopie der Stellungnahme der Beschwerdeführerinnen vom 10. Juni 2025 geht zur Kenntnisnahme an die Vorinstanz. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz und das EDI. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Rohrer Nadja Francke C-5481/2024 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: