20. Dezember 1985 N 2233 Motion der Kommission des Nationalrates adeptes de cette habitude ne sont pas toujours les mêmes au gré des sujets. Il est vrai que ce problème est fâcheuse- ment plus important dans certaines régions de la Suisse que dans d'autres. A Schaffhouse, on lutte contre l'abstention- nisme en rendant le vote obligatoire. Néanmoins, votre commission considère en réalité que le fait de ne pas s'ex- primer est un droit semblable à celui de se prononcer. Par conséquent, il est inimaginable d'introduire dans les institu- tions la punition de ceux qui ne s'expriment pas. Pour lutter contre l'abstentionnisme, il y a d'autres possibilités, notam- ment accroître la crédibilité des politiciens. Cependant, il n'y a probablement pas de remède miracle. La proposition de M. Schule serait vraiment la plus mauvaise façon de dimi- nuer l'abstentionnisme, car elle relève de l'iniquité et crée- rait un déséquilibre fédéraliste absolument inadmissible. Ce sont les raisons pour lesquelles votre commission, à l'unanimité, vous suggère de ne pas donner suite à cette initiative. Präsident: Die Kommission beantragt, dieser Initiative keine Folge zu geben und sie abzuschreiben. Angenommen - Adopté #ST# 83.227 Parlamentarische Initiative Berufsunfälle. Haftung des Arbeitgebers Initiative parlementaire Accidents professionnels. Responsabilité de l'employeur Wortlaut der parlamentarischen Initiative vom 7. Oktober 1983 Gestützt auf Artikel 21 septies GVG beantrage ich, es sei Artikel 44 Absatz 2 UVG (Art. 129 Abs. 2 KUVG) ersatzlos zu streichen. Texte de l'initiative parlementaire du 7 octobre 1983 Me fondant sur l'article 21 septies de la loi sur les rapports entre les conseils, je propose que soit biffé l'article 44, alinéa 2 LAA (art. 129, al. 2 LAMA), sans qu'aucun autre ne vienne le remplacer. Herr Müller-Scharnachtal unterbreitet namens der Kommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht: 1. Am 7. Oktober 1983 reichte Nationalrat Moritz Leuenber- ger eine parlamentarische Initiative in der Form eines ausge- arbeiteten Entwurfes ein (Wortlaut siehe oben). 2. Die Kommission hat mit Bericht vom 30. Januar 1984 einen Gegenvorschlag zur Initiative dem Bundesrat zur Stel- lungnahme und den Ratsmitgliedern zur Kenntnis unterbrei- tet (Art. 21octies des Geschäftsverkehrsgesetzes, in Kraft bis 31.12.1984; vgl. BBI 1984 II 940). Der Bundesrat nahm am 15. Mai 1985 zum Bericht der vor- beratenden Kommission Stellung (BBI 1985 II 286). Er wies darauf hin, dass die vorgeschlagenen Lösungen (Initiative und Gegenvorschlag) nicht zu befriedigen vermö- gen. Der historische Ausgangspunkt der obligatorischen Unfallversicherung der Arbeitnehmer zeige, dass das Haf- tungsprivileg nach Artikel 44 Abs. 2 UVG nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern im Gesamtzusammenhang dieses Versicherungssystems gesehen werden muss. In die- sem bilde es einen sehr wichtigen Bestandteil, so dass seine vollständige oder teilweise Aufhebung nachhaltige Auswir- kungen auf die obligatorische Unfallversicherung (und auf die Unfallverhütung) hätte, deren Umfang sich gegenwärtig noch nicht ermessen lässt. Andererseits sei eine Abände- rung der Haftungsbeschränkung nicht vordringlich, und es wäre nicht angezeigt, das UVG so kurze Zeit nach seinem Inkrafttreten abzuändern. Der Bundesrat beantragt, weder der parlamentarischen Initiative noch dem Gegenvorschlag der Kommission Folge zu geben. 3. Aufgrund der Aeusserungen des Bundesrates beschloss die Kommission am 22. Oktober 1985 mit 11 gegen 0 Stim- men, bei 2 Enthaltungen, auf ihren Gegenvorschlag zurück- zukommen. Im Sinne einer Kompromisslösung unterbreitet sie dem Rat eine Motion. Diese beauftragt den Bundesrat, Artikel 44 UVG zu revidieren. Dabei sollen nach Auffassung der Kommission insbesondere folgende zwei Postulate ver- wirklicht werden: - Die Anwendbarkeit besonderer Haftungsbestimmungen eidgenössischer und kantonaler Gesetze soll in bestimmten Fällen vorbehalten bleiben, in denen wegen besonderer Gefahren eine Kausalhaftung vorgesehen ist und demzu- folge eine obligatorische Haftpflichtversicherung abzu- schliessen ist. Diese Lösung wäre ein Kompromiss zwischen der heutigen Regelung, welche die besonderen Haftungsbe- stimmungen eidgenössischer und kantonaler Gesetze aus- schliesst, und dem Gegenvorschlag der Kommission, wel- cher diese Haftungsbestimmungen ohne Einschränkung gelten lassen wollte. - Die Leistungen der Unfallversicherung sollen auf den Schadenersatzanspruch angerechnet werden. Die Kommis- sion sah in ihrem Gegenvorschlag diese Anrechnung nicht vor. Die Kommission erachtet eine Koordination dieser Bestim- mung mit anderen Gesetzesvorlagen als unerlässlich. Antrag der Kommission a) der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben b) ihre Motion zu überweisen. Proposition de la commission a) de ne pas donner suite à l'initiative parlementaire; b) de transmettre sa motion. #ST# Ad 83.227 Motion der Kommission des Nationalrates Berufsunfälle. Haftung des Arbeitgebers Accidents professionnels. Responsabilité de l'employeur Wortlaut der Motion vom 22. Oktober 1985 Der Bundesrat wird beauftragt, eine Revision von Artikel 44 UVG vorzubereiten. Die Anwendbarkeit besonderer Haf- tungsbestimmungen eidgenössischer und kantonaler Gesetze soll in bestimmten Fällen vorbehalten bleiben für die durch die Unfallversicherung nicht gedeckten Ansprü- che aus Schadenersatz und Genugtuung, insbesondere wenn eine Kausalhaftung mit obligatorischer Haftpflichtver- sicherung besteht. Texte de la motion du 22 octobre 1985 Le Conseil fédéral est chargé de préparer une révision de l'article 44 LAA. L'application des dispositions spéciales sur la responsabilité civile contenues dans des lois fédérales et cantonales doit rester réservée dans certains cas pour les prétentions en dommages-intérêts et en réparations du tort moral qui ne sont pas couvertes par l'assurance-accidents, en particulier lorsqu'il y a une responsabilité causale cou- verte par une assurance responsabilité civile obligatoire. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Motion wurde mündlich in den protokollierten Beratun- gen der Kommission begründet.Motion de la Commission du Conseil national 2234 N 20 décembre 1985 Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 16. Dezember 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 16 décembre 1985. Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen. Präsident: Die Kommission beantragt: a) der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben; b) ihre Motion zu überweisen. Müller-Scharnachtal, Berichterstatter: Die Kommission hat in einer ersten Sitzung die parlamentarische Initiative «Berufsunfälle, Haftung des Arbeitgebers» von Herrn Kol- lege Leuenberger-Zürich behandelt und beschlossen, dem Vorstoss keine Folge zu leisten. Die Kommission hiess hingegen einen Kompromissvor- schlag gut, der damals von Frau Blunschy ausgearbeitet wurde, und überwies ihn zur Stellungnahme an den Bundes- rat. An einer zweiten Sitzung kam die Kommission, gestützt auf den bundesrätlichen Bericht, auf den Kommissionsvor- schlag zurück. Damit wurde auch diesem Vorschlag keine Folge geleistet. Schliesslich verabschiedete die Kommission eine Motion mit 10 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Damit soll der Bundesrat beauftragt werden, eine Revision des umstritte- nen Artikels 44 des Unfallversicherungsgesetzes vorzuberei- ten. Die Kommission ist der Meinung, dass das Haftungsprivileg des Arbeitgebers unter bestimmten Voraussetzungen durch die blosse Anrechnung von Unfallversicherungs-Leistungen an die Haftpflicht des Arbeitgebers ersetzt werden könnte. Allenfalls wäre dann auch das Haftungsprivileg der Fami- lienangehörigen des Arbeitgebers entsprechend zu ändern. Laut Motion soll die Anwendbarkeit der besonderen Haf- tungsbestimmungen, die im heutigen Gesetz völlig ausge- schlossen ist und im Gegenvorschlag generell vorgesehen war, eingeschränkt werden. Es sollte deshalb die folgende Lösung angestrebt werden (ich fasse sie ganz kurz zu- sammen): Grundsätzlich würde das Ziel verfolgt, den Arbeitnehmer, der einen Unfall erleidet, zu 100 Prozent zu entschädigen. Der Regress der Unfallversicherung würde im Falle des Vorsatzes und der groben Fahrlässigkeit ermöglicht, wäh- rend im Falle von leichter Fahrlässigkeit der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den restlichen Schaden decken müsste, das heisst den von der Unfallversicherung nicht gedeckten Schaden. Herr Bundesrat Egli hat in Aussicht gestellt, diese Motion entgegenzunehmen. In diesem Sinne bitten wir Sie, die Initiative, die noch nach alter Ordnung zustande kam, abzu- schreiben und die Kommissionsmotion zu überweisen. M. Grassi, rapporteur: Comme vient de le rappeler le prési- dent de notre commission, M. Leuenberger a déposé le 7 octobre 1983 une initiative parlementaire visant à l'abroga- tion pure et simple de l'article 44, alinéa 2, de la loi sur l'assurance-accidents du 20 mars 1981. Avant d'entrer dans la problématique -qui.il faut l'admettre, n'est pas des plus faciles à comprendre - j'essaierai de vous expliquer le contenu de cet article. Le problème de l'assu- rance-accidents se pose depuis le début de l'industrialisa- tion. Les différents systèmes adoptés ont tous fait apparaître des inconvénients, si bien que l'évolution a conduit à l'assu- rance obligatoire. Celle-ci s'est substituée à la responsabilité de l'employeur. Le principe introduit dans la législation, d'abord dans la loi fédérale du 13 juin 1911 sur l'assurance en cas de maladie et d'accident, la LAMA, et repris par la nouvelle loi sur l'assurance-accidents entrée en vigueur le 1er janvier 1984, était que le responsable civil, qui contribue lui-même à la sécurité financière du lésé, dans la mesure où il verse des cotisations d'assurance, devait bénéficier d'une contre-partie de ses prestations et être ainsi partiellement déchargé de l'obligation de verser des dommages-intérêts en cas de faute légère. Tel est le principe contenu dans l'article 129 de la LAMA et qui a été repris par l'article 44 de la LAA. Le deuxième alinéa de cet article 44 qui nous concerne prévoit, dans une première partie, que dans lo rapport de travail l'employeur n'est responsable à l'égard du travailleur que s'il a causé l'accident intentionnellement ou par négligence grave. Dans la deuxième partie, l'article 44, alinéa 2, prévoit en outre que les dispositions particulières sur la responsabilité civile contenues dans les lois fédérales et cantonales ne sont pas applicables. Il s'agit en l'occur- rence notamment de la responsabilité civile du détenteur de véhicule automobile (article 58 de la loi sur la circulation routière), de celle du propriétaire du bâtiment ou de tout ouvrage (article 58 du code des obligations), de la responsa- bilité des dommages causés par des auxiliaires (article 101 du code des obligations), ainsi que celle de l'employeur selon l'article 328 du même code. Cela équivaut à une limita- tion générale de la responsabilité normale en cas d'accident qui ne s'applique pas seulement dans le cas où une respon- sabilité causale entrerait en ligne de compte. Ainsi, dans tous les cas visés par cette loi, le propriétaire d'une entre- prise n'est déclaré responsable que s'il a causé intentionnel- lement ou par négligence grave l'accident subi par le travail- leur. Par son initiative parlementaire, M. Leuenberger propose l'abrogation des deux parties de cet alinéa. Il fait valoir que l'application de cette disposition provoque des inégalités entre les travailleurs eux-mêmes et entre les travailleurs et les autres victimes d'accidents. Lors de sa première séance, notre commission a entendu l'auteur de l'initiative et, après une discussion approfondie, elle a rejeté la première partie de la proposition de l'initiative. Elle est d'avis qu'en cas d'accident professionnel dû à une faute légère de l'em- ployeur, le travailleur est indemnisé par l'assurance obliga- toire, cela conformément aux règles générales du code des obligations dans ses articles 41 et suivants. L'abrogation de cette première phrase de l'alinéa 2 se retournerait contre les travailleurs eux-mêmes dans les cas de dommages causés à un travailleur par un autre travailleur, ce qui conduirait à de nombreux litiges entre collègues. D'autre part, la commission a accepté de modifier la deu- xième phrase de l'alinéa 2 dans le sens d'éliminer la limita- tion qu'elle contient et de prévoir que les dispositions fédé- rales et cantonales doivent être réservées. En effet, celles-ci sont conçues pour des activités qui présentent des dangers particuliers. La commission ne considère pas juste que l'assureur de la responsabilité civile pour véhicule automo- bile encaisse des primes et ne doive verser aucune indem- nité à la personne lésée par ce même véhicule pour la simple raison qu'il y a identité entre employeur et propriétaire du véhicule. D'autre part, la disparité de traitement des domma- ges-intérêts entre l'employé du propriétaire de l'objet qui a causé le dommage et un tiers qui a subi un dommage par le même objet constitue également un fait inacceptable. La commission avait décidé à une faible majorité, 8 voix contre 7, de présenter au Parlement un contre-projet à l'initiative parlementaire de M. Leuenberger, une sorte de compromis élaboré par Mme Blunschy entre le régime en vigueur et l'initiative, qui tenait compte des arguments que je viens d'exposer. Dans son avis du 15 mai 1985, le Conseil fédéral admet que la réglementation peut engendrer des situations peu satisfaisantes, mais il ne cache pas que la suppression pure et simple de la disposition soulèverait des problèmes, tout comme le contre-projet de notre commis- sion. Les arguments du Conseil fédéral sont contenus dans l'avis qui vous a été soumis, ce qui me permet de ne pas entrer dans les détails. Lors de sa dernière séance, la commission a rediscuté lo problème en se penchant surtout sur l'avis du Conseil fédé- ral. Elle admet en effet que le contre-projet laisse subsister quelques doutes quant à l'interprétation, mais elle n'est pas d'accord sur le fait que l'employeur, ou le cas échéant lo travailleur, doive supporter des charges supplémentaires si on introduisait la réserve des dispositions spéciales sur la responsabilité civile. En outre, le fait que la révision suivrait de peu l'entrée en vigueur de la loi ne lui paraît pas être un argument convaincant. D'autre part, la commission estime toujours qu'il n'est pas justifié de libérer l'employeur de sa20. Dezember 1985 2235 Motion Graf responsabilité lorsque, en tant que propriétaire de véhicule ou d'entreprise, ou en qualité de maître d'oeuvre, il devrait être tenu pour responsable des dommages causés par ses auxiliaires. Etant donné que le Conseil fédéral s'est déclaré d'accord d'examiner l'ensemble des problème posés par l'initiative et par le contre-projet de notre commission, dans le cadre des travaux préparatoires en vue de la révision de l'ensemble de la législation touchant à l'assurance-accidents et à la responsabilité civile, la commission a décidé de présenter ses propositions sous forme de motion, élaborée elle aussi par Mme Blunschy et dont le texte vous a été soumis. Dans la motion, on entend limiter l'application des disposi- tions particulières de la responsabilité civile aux deux points suivants: en premier lieu, la limitation du droit aux prestat- ions, soit dans le texte: «les prétentions en dommages- intérêts et en tort moral qui ne sont pas couvertes par l'assurance-accidents»; deuxièmement, la limitation des cas d'application, dans le texte: «dans certains cas». Ce sont deux éléments qui ont été soulignés par le Conseil fédéral comme essentiels. Cette motion a été retenue par la com- mission, par 10 voix sans opposition et avec 2 abstentions. En conclusion, la commission vous propose de rejeter l'ini- tiative parlementaire de M. Leuenberger et d'accepter la motion qu'elle vous présente. Leuenberger Morjtz: Drei Bemerkungen: Erstens danke ich den beiden Berichterstattern und der ganzen Kommission, dass sie sich in diese sehr komplizierte Materie eingearbei- tet und derart gründlich darüber rapportiert haben. Ich danke ihr auch, dass sie bemerkt hat, dass hier eine Unge- rechtigkeit vorliegt, die der Gesetzgeber gar nie wollte. Ich kann mit dem Antrag der Kommission leben. Es ist ein Kompromiss. Natürlich hätte ich lieber die Ueberweisung der parlamentarischen Initiative gehabt. Sie wäre vor allem sofort als Gesetz in Kraft getreten. 2. Herr Bundesrat Egli ist jetzt nicht da. Ich kann Ihnen aber mitteilen, dass der Bundesrat über die Motion getagt hat. Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen. 3. Die Initiative und die Motion wollen auch erreichen, dass Berufsunfälle vermindert werden. In diesem Zusammen- hang habe ich eine andere Motion eingereicht (Arbeitsun- fälle. Beizug der Polizei), eine Motion vom 5. Februar 1985. Ich muss mich an die Adresse des Bundesrates ausdrücklich darüber beschweren, dass diese Motion von ihm bis heute noch nicht beantwortet ist. Es ist ein «Motiönlein», einige Zeilen lang. Ich verlange nur, dass bei einem Arbeitsunfall, gleich wie bei einem Strassenverkehrsunfall, die Polizei zur Abklärung des Sachverhaltes beigezogen wird. Wir wissen alle, dass eine Motion, wenn sie zwei Jahre lang nicht behandelt wurde, aus Abschied und Traktanden fällt. Und nun ist ein Jahr verstrichen, und der Rat kann die Motion noch nicht einmal traktandieren. Der Bundesrat möge diese Sache bitte schleunigst an die Hand nehmen. Allenspach: Ich stimme den Kommissionsanträgen zu, gestatte mir aber dennoch eine Bemerkung. Bei Artikel 44 Absatz 2 des Unfallversicherungsgesetzes, welcher den Haftpflichtanspruch des Versicherten gegen- über dem Arbeitgeber nur bei absichtlicher oder grobfahr- lässiger Herbeiführung eines Betriebsunfalles, nicht aber bei leichter Fahrlässigkeit zulässt, handelt es sich um einen Grundsatz, dersinngemäss im Kranken- und Unfallversiche- rungsgesetz seit dessen Erlass im Jahre 1911 enthalten gewesen war. Die Einführung dieses Versicherungssystems basierte auf dem Gedanken, es an die Stelle der Arbeitge- berhaftpflicht treten zu lassen. Die volle Beitragspflicht des Arbeitgebers - übrigens auch für Unfälle, die durch einen Arbeitnehmer zu verantworten sind - findet deshalb ihre Entsprechung in der Haftpflichtbegrenzung. Andernfalls hätte die Betriebsunfallversicherung, insbesondere im Rah- men eines umfassenden Obligatoriums in der bestehenden Form kaum ihre Berechtigung. Ein Nebeneinander von Ver- sicherungssystem und Arbeitgeberhaftpflicht würde fak- tisch einen Zwang auf doppelte Versicherung ausüben, hätte doch der Arbeitgeber und allenfalls wohl auch der Arbeitnehmer zusätzlich eine Haftpflichtversicherung abzu- schliessen. Entsprechende Kostensteigerungen liegen auf der Hand. Sie könnten auch durch ein System, wonach Leistungen der Unfallversicherung auf den Schadenersatz- anspruch anzurechnen sind, kaum eliminiert werden. Insbe- sondere würden die administrativen Komplikationen eben- falls ins Gewicht fallen. Ich bitte den Bundesrat, diese Ueberlegungen bei der Behandlung der Motion, der ich nicht opponiere, zu berück- sichtigen. Präsident: Die Kommission beantragt, der parlamentari- schen Initiative keine Folge zu geben. Angenommen - Adopté Präsident: Sie beantragt ferner, ihre Motion zu überweisen. Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 85.543 Motion Graf Geschwindigkeitsüberschreitung. Entkriminalisierung Limitations de vitesse. Décriminalisation des infractions Wortlaut der Motion vom 17. September 1985 Seit der Einführung von Tempo 80/120 beziehungsweise von «50 generell» innerorts hat die Zahl der wegen Gesetzesver- letzungen im Strassenverkehrsbereich, vor allem auch der wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen kriminalisierten Bürgerinnen und Bürger massiv zugenommen. Selbst völlig unbescholtene Verkehrsteilnehmer - mit bei- spielsweise 20 und mehr Jahren ungetrübter Fahrpraxis - werden unter den neu eingeführten Vorschriften vermehrt straffällig, da unser JustizSystem dem einwandfreien auto- mobilistischen Leumund viel zu wenig Rechnung trägt. Diese Fälle häufen sich in letzter Zeit so stark, dass sich Massnahmen zur Abhilfe aufdrängen. Der Bundesrat wird deshalb beauftragt, 1. zur Schaffung eines nach einheitlichen Kriterien auszuge- staltenden Registers für alle Urteile wegen Vergehen und Uebertretungen im Strassenverkehr, die ausschliesslich in dieses Register einzutragen sind, Hand zu bieten. Die Eintra- gungsgrenzen sollen der Geldentwertung Rechnung tragen und nicht kleinlich bemessen werden. Gelöschte Strafen sind aus dem Register definitiv zu entfernen. 2. die nötigen Schritte zur Einführung eines Punktesystems für Verstösse gegen Bestimmungen des Strassenverkehrs- gesetzes zu unternehmen und damit gleichzeitig eine eidge- nössisch einheitliche Regelung betreffend den Entzug des Führerausweises und die Verwarnung zu ermöglichen. Texte de la motion du 17 septembre 1985 Depuis que la vitesse est limitée à 120 km/h sur les auto- routes, à 80 km/h en dehors des localités et à 50 km/h dans les localités, le nombre des infractions aux règles de la circulation routière - notamment celui des citoyens qui sont condamnés pour avoir dépassé les vitesses maximales - a fortement augmenté. Depuis que ces nouvelles prescriptions sont entrées en vigueur, il arrive beaucoup plus fréquemment que même des usagers de la route tout à fait irréprochables - qui ont conduit pendant 20 ans ou plus sans avoir connu le moindreSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der Kommission des Nationalrates Berufsunfälle. Haftung des Arbeitgebers Motion der Kommission des Nationalrates Accidents professionnels. Responsabilité de l'employeur In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer Ad 83.227 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.12.1985 - 08:00 Date Data Seite 2233-2235 Page Pagina Ref. No 20 013 963 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.