Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. August 2016 (720 16 169 / 214) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung medizinischer Unterlagen sowie die Berechnung des IV-Grades; Abweisung der Beschwerde Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Martin Dumas , Advokat , Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1957 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 7 . März 1989 bis 13. Mai 2013 (letzter Arbeitstag) als Schreiner-Monteur bei B.____. Am 30 . Juni 2015 meldete sich A.____ mit Hin- weis auf ein radikuläres Syndrom L4 links nach eine m Misstritt am 13. Mai 2013 bei der IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbe zug an. Im Zeitpunkt des Unfalls war A.____ bei der C.____ unfallversichert. Die C.____ anerkannte ihre Leistungspflicht und er- brachte die gesetzlichen Leistungen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach durchgeführten gesundheitlichen und erwerblichen Abklärungen sowie der Durchführung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle mit Ve rfügung vom 21. April 2016 den Leis- tungsanspruch von A.____ bei einem IV-Grad von 7 %. B. Mit Schreiben vom 25. Mai 2016 erhob A.____, vertr eten durch Advokat Martin Dumas, gegen diese Verfügung Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, die Verfügung der I V-Stelle vom 21. April 2016 sei aufzuhe- ben und dem Beschwerdeführer ab Mai 2014 eine ganze I nvalidenrente auszurichten; eventua- liter sei ein Gutachten durch das Gericht einzuholen. S ubeventualiter sei die Sache zur ergän- zenden medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zu rückzuweisen. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 26. Mai 2016 wurde dem Beschwer deführer die unentgeltliche Pro- zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Martin Dumas als Rechtsver- treter bewilligt. D. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 7. Juni 2016 die Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 21. April 2016 gestützt auf den Sachverhalt, wie er sich damals präsentiert hat, einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut bar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 1 65; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was vom Be schwerdeführer – zu Recht – nicht bestritten wird. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99 , E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und n icht rein subjektiver ärztlicher Interpretati- on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 51 4/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerde führers liegen im Wesent- lichen die folgenden Berichte und Gutachten vor: 5.1 Im Austrittsbericht der D.____ vom 24. September 20 13 wurden ein traumatisch akti- viertes lumbovertebrales Syndrom, arterielle Hypertonie sowie Adipositas Grad II diagnostiziert. Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlu ngsprogramm hätten auf eine mässige Symptomausweitung hingewiesen. Die Beschreibung der Schmerzen sei differenziert gewesen, das Schmerzverhalten nicht ganz adäquat. Das Leist ungsverhalten wie auch die Konsistenz wurden als mässig beurteilt. Es hätten sich einig e Diskrepanzen und Widersprüch- lichkeiten gefunden. Das Verhalten bezüglich Rehabilitat ion wurde als positiv gewertet. Zu- sammenfassend habe eine leichte Verbesserung der Schmerzp roblematik erreicht werden kön- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen. Die Leistungsfähigkeit und die Belastbarkeit hätt en leicht gesteigert werden können. Auch bezüglich der Beweglichkeit der Wirbelsäule habe eine gewisse Verbesserung erreicht werden können. Die körperlichen Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der körperlich anspruchs- vollen Tätigkeit als Schreiner erfülle der Beschwerdeführer noch nicht. Leichte bis mittelschwere Arbeit ohne Tätigkeit in länger dauernd vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition seien ganztags zumutbar. 5.2 Der Austrittsbericht des E.____ vom 26. November 2013 über eine Hospitalisation vom 14. - 21. November 2013 hielt folgende Diagnosen fest: Akutes Lumbovertebralsyndrom mit radiculärem Reizsyndrom L4 links, Status nach Exacerbatio n lumbospondylogenes Schmerzsyndrom 12/2009, Adipositas Grad II sowie eine arterielle Hypertonie. Als Status wurde eine Fussheberparese Grad 3-4 links angegeben. Aufgrund der Fussheberparese sei der Versi- cherte als Schreiner auf dem Bau nicht arbeitsfähig. L eichtere Tätigkeiten auf guter Unterlage seien zuzumuten. 5.3 Mit Gutachten vom 19. August 2014 diagnostizierte Dr . med. F.____, Facharzt für Inne- re Medizin und Rheumaerkrankungen, chronisch-unspezifisch e beinbetonte Schmerzklagen sowie lumbo-degenerative Wirbelsäulenveränderungen. W as die Arbeitsfähigkeit aus somati- scher Sicht betreffe, sei auf die Evaluation der funktio nellen Leistungsfähigkeit anlässlich der Hospitalisation an der D.____ vom 8. August bis 19. Sep tember 2013 zu verweisen. Im Bericht der Klinik vom 24. September 2013 sei festgehalten worden, der Versicherte erfülle die körperli- chen Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme seiner Tä tigkeit als Schreiner noch nicht. Es werde davon ausgegangen, dass mittels adäquater medizin ischer Massnahmen mittelfristig eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgeschlo ssen werden könne. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit (max. seltenes Heben unter 12,5 kg, Heben oben 7,5 kg) ohne Tätigkeiten in länger dauernd vorgeneigter u./o. verdrehter Rumpfposition wurde als zumutbar beschrieben. Dr. F.____ führte weiter aus, dass hinsichtlich der aktuel len Leistungsfähigkeit auf diese Daten zurückgegriffen werden könne, da sich zwischenzeitlich keine n euartigen Erkenntnisse in der objektiven Befundlage feststellen liessen. 5.4 Das G.____ berichtete am 8. Dezember 2014 vom Bela stbarkeitstraining des Be- schwerdeführers vom 24. November - 2. Dezember 2014. Zusa mmenfassend wurde ausge- führt, dass der Beschwerdeführer die Integrationsmassnahme am 24. November 2014 in der Elementaren Abklärung (ELA) des G.____ begonnen habe. Vom ersten Tag an habe sich beim Versicherten eine grosse Schmerzproblematik gezeigt. Er habe wenig über seine Schmerzen gesprochen, diese jedoch in seinem Verhalten gezeigt. D a eine weitere Gefährdung der Ge- sundheit nicht mehr habe ausgeschlossen werden können, sei die Massnahme am 2. Dezem- ber 2014 beendet worden. 5.5 In seinem Arztbericht vom 23. Januar 2015 führte Dr . med. H.____, FMH Allgemeine Medizin, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein radikuläres Reizsyndrom mit sensomotorischer Parese L4 links sowie eine degenerative osteodiskäre Einengung des Neuro- foramens links mit Kompression der Wurzel L4 an. Bis auf w eiteres bestehe eine 100%ige Ar- beitsunfähigkeit. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.6 In seinem Gutachten vom 12. März 2015 hält Dr. me d. J.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, zu Handen der Helsana Versicherungen AG fest, dass keine Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert werden könne. Insgesamt beurteile er die vom Beschwerdeführer geschilderten Be schwerden bezüglich Umfang und In- tensität höchstens als partiell auf die objektivierbaren somatisch pathologischen Befunde ab- stützbar. Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurt eilt, sei die Arbeitsfähigkeit für die vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte berufliche Tätig keit seit dem Zeitpunkt dieser aktuel- len Begutachtung nicht mehr eingeschränkt. 5.7 Mit Gutachten vom 15. Mai 2015 erklärt PD Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie für Erwachsene, dass beim Beschwerdeführer a us psychiatrischer Sicht keine Di- agnosen gestellt werden könnten. Der Beschwerdeführe r habe mitgeteilt, dass er keinerlei psy- chische Probleme habe. Er habe immer wieder gelacht und habe dabei authentisch und dissi- mulierend gewirkt. Zu den qualitativen Funktionsfähigkei ten aus psychiatrischer Sicht sei zu sagen, dass diese allesamt vollumfänglich erhalten seien, z umal keinerlei psychiatrische Diag- nosen vorliegen würden. Es könne auch keine anhaltend e somatoforme Schmerzstörung diag- nostiziert werden, da der Beschwerdeführer nur punktuell über seine Rückenschmerzen berich- tet habe und diese nicht zum Hauptthema der Untersuchu ng gemacht habe. Zudem habe der Beschwerdeführer über einige Tagesaktivitäten berichtet, zu denen er nicht in der Lage wäre, bestünde eine Einbusse der innerpsychischen Ressourcen. PD D r. I.____ führte weiter an, der Beschwerdeführer scheine mit seiner Rolle als Arbeitneh mer abgeschlossen zu haben. Der Explorand sei aus psychiatrischer Sicht nie arbeitsunfähig gewesen. 5.8 In seinem Gutachten vom 6. Juni 2015 führte Dr. m ed. K.____ als Diagnose mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebral-Syndrom mit/bei - klinisch zeitweilig radikuläre Reizung L4 links mögli ch, DD residuelle radikuläre Reizsituation (fehlender PSR links, leichte Oberschenkelatrophie links) - Erosive Osteochondrose L2/3 mit mässiger spinaler Enge (Kombination aus Dis- kusprotrusion und Spondylarthrose), L3/4 leichte rezessale Enge (Diskusprotrusion und Spondylarthrose), erosive Osteochondrose L4/5 mit o steodiskärer Einengung des Neuroforamens bds. (MRI der LWS vom 25.05.2013). Dr. K.____ führte weiter aus, es sei sehr schwierig ei ne konklusive Untersuchung durchzufüh- ren, dies weil er sehr starke Schmerzen angebe, wobei zwa r deutliche Diskrepanzen bestehen würden, es aber doch gewisse Hinweise auf ein organisches Schmerzproblem gebe (PSR- Ausfall links, leichte Muskelatrophie am Oberschenkel, obe re Extremitäten völlig problemlos untersuchbar mit keiner Schmerzangabe, lumbal immer wieder heftige Schmerzangabe). Weitere Abklärungen hätten ergeben, dass das MRI der LWS nun erhebliche degenerative Ver- änderungen der LWS, so auch erosive Osteochondrosen, insgesamt also deutlich degenerative Veränderungen zeige. In der Zusammenschau der Befunde schränke sich die Arbeitsfähigkeit dahingehend ein, als dass eine körperliche Schwerarbeit, wie diejenige des Schreiners, nicht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht möglich sei. Es sei heute möglich, dass intermittierend zeitweilig eine radikuläre Reizsituation L4 bestehe, sichere aktuelle Ausfälle habe er allerdin gs nicht finden können. Zweifelsohne be- stehe überlagernd ein weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom, so dass es schwierig sei diese Anteile völlig von einander zu differieren. Insgesamt sei en deutliche Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den objektiv erhebbaren Befu nden feststellbar. Der Beschwerde- führer habe aber nicht den Eindruck einer bewussten Ag gravation oder gar Simulation erweckt, sondern scheine eher in seinen Beschwerden ein wenig gef angen. Allerdings habe der Be- schwerdeführer klar kommuniziert, dass er mit dem Berufsleb en abgeschlossen habe. Zur Ar- beitsfähigkeit führte Dr. K.____ aus, es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0 % in der bisherigen Tätigkeit als Schreiner. Aufgrund der deutlichen degen erativen Veränderungen sei eine körper- lich dauernd mittelschwere bis schwere Arbeit nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere ohne Zwangsstellungen wie vornüberbeugend oder repetitiv bü- ckend und ohne dauerndes Sitzen oder Stehen bestehe ein e Arbeitsfähigkeit von 100 %. Eine solche Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit dem 20. September 2013, d.h. seit dem Austritt aus der D.____ zumutbar. Zuvor habe sei dem Unfall v om 13. Mai 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % auch in jeder Verweistätigkeit bestanden. Ber ufliche Massnahmen seien nach dem Scheitern eines entsprechenden Versuchs nicht mehr indi ziert. Da aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelt e die rheumatologische Beurteilung als Gesamtbeurteilung für die Fächer Rheumatologie und Psychiatrie. 6.1.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 21. April 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter PD Dr. I.____ und Dr. K.____ in ihren Gutachten vom 15. Mai 2015 und vom 6. Juni 2015 gelangt sind. Sie ging d emzufolge davon aus, dass dem Versi- cherten ganztags leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten, keine Arbeiten nur dauernd sitzend oder nur stehend, nicht in Zwangsstellungen wie vornüberbeugend oder repetitiv bü- ckend, zumutbar seien. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden . Das interdisziplinäre Gutachten ge- nügt sowohl formal wie inhaltlich den bundesgerichtli chen Anforderungen an ein beweistaugli- ches Gutachten. Es beruht auf umfassenden Untersuchungen , geht auf die geklagten Be- schwerden ein und berücksichtigt auch die weiteren medizi nischen Beurteilungen. Es setzt sich auch mit diesen Beurteilungen differenziert und überze ugend auseinander. Auffällig ist dabei, dass mit Ausnahme des Hausarztes Dr. H.____ alle ärztlichen Beurteilungen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgehen, wobei einzelne Beurteilun- gen sogar eine mittelschwere Tätigkeit oder auch die bisherige Tätigkeit als Schreiner als zu- mutbar erachten. Dr. H.____ ist nicht nur der Hausarzt d es Beschwerdeführers, er ist ausser- dem auch Allgemeinmediziner und nicht rheumatologische r Facharzt, so dass seiner Beurtei- lung geringeres Gewicht zukommt (vgl. E. 4.3 hiervor). In sgesamt erscheint das bidisziplinäre Gutachten von PD Dr. I.____ und Dr. K.____ umfassend und schlüssig. 6.1.2 Der Beschwerdeführer bringt gegen das Gutachten vor, die Ergebnisse der klinischen Untersuchung von Dr. K.____ stünden in Widerspruch zu sei ner eigenen Zumutbarkeitsbeurtei- lung, wonach der Beschwerdeführer in einer Verweistätig keit zu 100 % arbeitsfähig sei. Inwie- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fern ein Widerspruch zwischen den festgestellten degenera tiven Veränderungen an der Wirbel- säule und einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in ein er vorwiegend leichten körperlichen Tätig- keit bestehen soll, ist nicht nachvollziehbar. Dr. K.____ hat die degenerativen Veränderungen bei seiner Zumutbarkeitsbeurteilung gewürdigt und beim Tätigkeitsprofil berücksichtigt. Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, dass die von Dr. K.____ festgestellten Diskrepanzen in Widerspruch stünden zur Feststellung von PD Dr. I.___ _, wonach der Beschwerdeführer je- derzeit authentisch gewirkt habe und keinerlei Aggravati on oder Begehrlichkeit gezeigt habe. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass Dr. K.____ eine bew usste Aggravation oder Simulation ebenfalls ausschliesst. Im Gegensatz zur Beurteilung von PD Dr. I.____ führt Dr. K.____ zu- sätzlich eine gewisse Verdeutlichungstendenz an. Insofern besteht ein Widerspruch zwischen den beiden Gutachten. Allerdings begründet Dr. K.____ seine Einschätzung, indem er etwa darauf hinweist, dass der Beschwerdeführer im Stuhl mit einer 90° gebeugten Hüfte ohne Schmerzangabe sitzen konnte, bei der Untersuchung aber in der Flexion der Hüfte bereits bei 30° heftigste Rückenschmerzen angegeben habe. Dies mag a uch damit zusammenhängen, dass Dr. K.____ im Gegensatz zu PD Dr. I.____ eine körpe rliche Untersuchung durchgeführt hat. Die Diskrepanz zwischen der Beobachtung von Dr. K.___ _ und PD Dr. I.____ ist deshalb nachvollziehbar. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, da ss auch weitere rheumatologischen Ärzte, namentlich jene in der D.____ sowie auch Dr. J. ____ und Dr. F.____ zumindest eine mässige Symptomausweitung und ein nicht ganz adäquates Sch merzverhalten mit Diskrepan- zen und Widersprüchlichkeiten im Leistungsverhalten beschrieben haben. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass die Beurt eilung von Dr. K.____ im Widerspruch zum Bericht des G.____ vom 8. Dezember 2014 stehe, wonac h der Beschwerdeführer trotz Motivation und ohne Beklagen von Schmerzen nicht in de r Lage gewesen sei, eine Leistung von 20 % bis 25 % zu erbringen. Dr. K.____ habe sich m it diesem Bericht nicht auseinander gesetzt. Dazu ist festzuhalten, dass Dr. K.____ den Absch lussbericht des G.____ bei der Zu- sammenfassung der Krankengeschichte aufführt und auch auszugsweise zitiert, weshalb davon auszugehen ist, dass Dr. K.____ den Bericht gewürdigt ha t. Bei der Stellungnahme zu abwei- chenden medizinischen Beurteilungen erwähnt Dr. K.____ den Bericht nicht, was aber nicht als Mangel am Gutachten zu qualifizieren ist, da es sich bei m Bericht des G.____ nicht um einen ärztlichen Bericht handelt, der sich entsprechend auch g ar nicht zur Zumutbarkeit äussert. Zu- dem erscheint die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. K.___ _ im Hinblick auf den sehr aktiven Alltag des Beschwerdeführers durchaus plausibel und nachvollziebar. Die vom Beschwerdeführer geäusserten Einwände erscheinen d emzufolge nicht geeignet, den Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens zu beeinträchti gen, weshalb die IV-Stelle – wie be- reits ausgeführt – zu Recht darauf abgestellt hat. 7. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hier vor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all fälliger Eingliederungsmassnahmen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen , das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). De r Einkommensvergleich hat in der Re- gel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergeste llt werden. Aus der Einkommensdiffe- renz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemein e Methode des Einkommensver- gleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 7.1 Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 21. April 2016 den erforderli- chen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anha nd der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 70‘850.-- und des zumutbare n Invalideneinkommens in der Höhe von Fr. 66‘155.-- einen Invaliditätsgrad von 7 % ermittelt. Vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten ist die Höhe des Valideneinkommens. Hingegen macht der Beschwerdeführer gel- tend, die Vorinstanz sei von einem zu hohen Invalidenei nkommen ausgegangen. Mit den Tätig- keiten, die der Beschwerdeführer noch ausführen könne, könne er niemals den Lohn gemäss den Tabellenlöhnen der Schweizerischen Lohnstrukturerheb ung (LSE) des Bundesamtes für Statistik erreichen. Ein Grossteil der dort zusammengefa ssten Tätigkeiten seien solche ohne Ausbildung, dafür mit grossem körperlichem Einsatz. Dies e „gut bezahlten Tätigkeiten“ könne der Beschwerdeführer nicht mehr ausüben. Die Tabelle nlöhne seien deshalb um mindestens 20 % zu reduzieren. Ausserdem sei aufgrund der erhebli chen Leiden des Beschwerdeführers zusätzlich ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 20 % vorzunehmen. 7.2 Die IV-Stelle hat zur Berechnung des Invalideneinko mmens auf die Löhne gemäss Lohnstrukturerhebung 2012 (LSE) Tabelle TA1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, Fr. 5‘210.-- abgestellt Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung und Umrech- nung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden ist die IV-Stelle demzu- folge von einem Invalideneinkommen von Fr. 66‘155.-- a usgegangen, was nicht zu beanstan- den ist. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Tabellenlöh ne seien um 20 % zu reduzieren, da er die in der Tabelle TA1 aufgeführten „gut bezahlten“ Tätigkeiten nicht ausführen könne, ist ihm entgegenzuhalten, dass in dieser Tabelle auch diverse leichtere Tätigkeiten aufgeführt sind, die der Beschwerdeführer durchaus ausführen kann. Zudem ist es auch nicht so, dass die Tätigkei- ten, welche eher grossen körperlichen Einsatz erfordern , durchwegs besser bezahlt sind. In Bezug auf den zusätzlich geltend gemachten Abzug vom Tab ellenlohn ist festzuhalten, dass vorliegend – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – aufgr und des Alters des Beschwerdeführers sowie seiner gesundheitlichen Einschränkungen tatsächlich ein leidensbedingter Abzug denk- bar gewesen wäre, ein solcher dürfte nicht mehr als 10 % betragen. Aber selbst dann – und sogar unter Berücksichtigung des maximal zulässigen leiden sbedingten Abzugs von 25 % – würde sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergeben. 8. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente abgelehnt hat, we shalb die vorliegende Beschwerde ab- zuweisen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 26. Mai 2016 die unentgeltli che Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Mai 2016 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Janu ar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200 .-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 5. Ju li 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 7,59 Stunden geltend gemacht, w as sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als a ngemessen erweist. Nicht zu bean- standen sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 70 .--. Dem Rechtsvertreter ist des- halb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘715.05 (7,59 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 70.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘715.05 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht