Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Mai 2017 (720 16 308 / 117) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Methode der Invaliditätsbemessung, Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1974 geborene A.____ war zuletzt in X.____ i n einem 81,4%igen Pensum als Lehre- rin angestellt. Am 19. August 2014 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein Burnout mit Angststörung bei der Eidgenössischen Invalidenv ersicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der beruflichen, gesundheitlichen un d haushalterischen Verhältnisse und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-S telle Basel-Landschaft (IV-Stelle) einen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rentenanspruch in Anwendung der gemischten Bemessungsme thode (82% Erwerb / 18% Haushalt) und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 30% mit Verfügung vom 3. August 2016 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Daniel A ltermatt, Rechtsanwalt, am 14. Sep- tember 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landscha ft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte, es sei die V erfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. August 2016 aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab Februar 2015 eine ganze Rente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass auf das Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nicht abgestellt werden könne. Sie sei durch ihre Angststörung in viel grösserem Ausmass betroffen, als dies a us dem Gutachten hervorgehe. Die prämenstruellen Beschwerden seien zu Unrecht als Diag nose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit qualifiziert worden. Eine verwertbar e Arbeitsfähigkeit sei bei ihr nicht gegeben. Weiter sei nicht die gemischte Methode der Invaliditätsb emessung, sondern die Methode des allgemeinen Einkommensvergleichs anzuwenden. Bei guter Gesundheit würde sie einem 100%igen Pensum nachgehen. Ausserdem habe die IV-Stell e fälschlicherweise beim Invali- deneinkommen auf den Sektor „Lehrerpatent“ abgestellt. Diese Tätigkeit könne sie gerade nicht mehr ausüben. Auch der leidensbedingte Abzug von 5% sei viel zu gering. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. November 2016 beant ragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. In Korrektur des in der V erfügung vom 3. August 2016 vorge- nommenen Einkommensvergleichs stellte die IV-Stelle bei m Invalideneinkommen nunmehr an- stelle der Tabelle TA 11, Sektor Lehrerpatent, auf d en Sektor Total, Kompetenzniveau 2 der Tabelle TA1 ab. Daraus errechnete sie – immer noch gest ützt auf die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung – einen Invaliditätsgrad von neu 37%. D. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Besch werdeführerin mit Replik vom 27. Januar 2017 und die Beschwerdegegnerin mit Duplik v om 14. Februar 2017 an ihren ein- gangs gestellten Rechtsbegehren und Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 14. Septemb er 2016 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist der Renten anspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum E rlass der vorliegend angefochte- nen Verfügung vom 3. August 2016 entwickelt hat. Diese r Zeitpunkt bildet rechtsprechungsge- mäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsb efugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2. mit Hinweisen). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in eine m Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Renten- anspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht messung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstä tige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.5 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwei lig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 3. August 2016) entwickelt haben, wobei für di e hypothetische Annahme einer im Ge- sundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 3.6.1 Die IV-Stelle stufte die Beschwerdeführerin als T eilerwerbstätige ein und ermittelte den IV-Grad nach der gemischten Methode der Invaliditätsbe messung. Bei der Festlegung der An- teile der Erwerbs- und der Haushaltstätigkeit ist sie davo n ausgegangen, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 82% erwerbstä tig wäre und zu 18% den Haushalt besorgen würde. Sie begründete diese Gewichtung mit dem Hinweis auf entsprechende Anga- ben der Versicherten im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 19. Januar 2016 (von der Versicherten unterzeichnet am 24. Januar 2016). 3.6.2 Für die Beantwortung der hypothetischen Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Versicherte aktuell und ohne gesundheitliche Einschränkung einer erwerblichen Beschäftigung nachgehen würde, bieten alleine die An gaben im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 19. Januar 2016 nach Auffassung des G erichts keine verlässliche Ent- scheidgrundlage. Die Versicherte hat darin zwar beschrie ben, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkung mit gleichem Pensum wie bisher (81.5%) erwerbstätig wäre. Die verbleibende Zeit würde sie für den Haushalt und für ihre Interessen bzw. Hobbies nutzen. Auf der gleichen Seite des Fragebogens wird jedoch auch ausgeführt, d ass sich die Beschwerdeführerin schon vor vielen Jahren eingestanden hätte, dass ihre Gesundheit für ein Vollzeitpensum zu wenig stabil sei. 3.6.3 Bei der Beurteilung der Statusfrage stellt die Rechtsprechung in konstanter Praxis da- rauf ab, was eine versicherte Person bei im Übrigen unv eränderten Umständen täte, wenn kei- ne gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (vgl. E. 3.5 hiervor). Die Beurteilung der Er- werbstätigkeit im Gesundheitsfall ist naturgemäss hypothetischer Natur und einem direkten Be- weis nicht zugänglich. Der Passus "bei im Übrigen unveränderten Umständen" zeigt jedoch klar, dass sich die Prognose des Gerichts auf die Frage des Umfa ngs der Erwerbstätigkeit be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schränken soll. Hypothesen über weitere, allenfalls von de r Krankheit beeinflusste Faktoren, wie die persönliche und die familiäre Situation, sind somit höchstens in einem sehr engen Rah- men zulässig. Massgebend ist stets der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, der Spekulationen enge Grenzen setzt. Grundsätzlich sind somit die realen Gegebenheiten aus- schlaggebend. 3.6.4 Aus nachfolgenden Gründen ist im vorliegenden Fal l mit überwiegender Wahrschein- lichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte bereits vor i hrer Anmeldung bei der IV aus gesundheitlichen Gründen nicht einem 100%igen Arbeit spensum nachgegangen ist. Im Aus- trittsbericht der Klinik C.____, Y.____, vom 15. August 2014 wird unter dem Abschnitt „Krank- heitsentwicklung psychiatrisch“ unter anderem ausgeführt, dass die Versicherte in der Vergan- genheit bereits drei grosse Krisen hatte (in den Jahr en 2008, 2011 und 2014) (vgl. E. 5.1 hier- nach). Weiter geht auch aus dem Gutachten von Dr. B.___ _ (vgl. E. 5.2 hiernach) hervor, dass die Versicherte aktuell an der dritten Krise derselben A rt leidet und ihre Arbeitstätigkeit bzw. ihr Arbeitspensum krankheitsbedingt schon ein paar Mal ha t angepasst werden müssen (vgl. ins- besondere S. 5-7 des Gutachtens). Auch in der Stellungn ahme der Versicherten zum Gutach- ten von Dr. B.____ (Beschwerdebeilage 2) führte diese nachvollziehbar und glaubwürdig aus, dass sie ihr Pensum auf 80% habe reduzieren müssen, um mehr Zeit für Haushalt und Hobbies zu haben. Dies sei aber nicht geschehen, weil sie so ger ne putze. Sie habe eine Zweizimmer- wohnung gehabt, keine Kinder und habe nur für sich scha uen müssen. Doch schon damals sei ihr Arbeit und Haushalt zu viel gewesen. Das Hobby, das sie zwar mit Freude ausgeübt habe, sei mehr dazu da gewesen, einen Ausgleich neben der Arbe it zu finden, damit sie nicht wieder in die Arbeitsunfähigkeit wegen Überforderung gerate (was ihr ja bereits aktuell zum dritten Mal passiert sei). Es habe also nicht damit zu tun gehabt, dass sie nicht 100% habe arbeiten wollen, sondern viel mehr gesundheitliche Gründe, um sich vor ein em weiteren Zusammenbruch zu schützen. Bestätigt wird diese Aussage der Versicherten zu dem durch das Formular „Früher- fassung IV, Protokoll Erstgespräch“ vom 12. August 2014. Darin wurde ausdrücklich festgehal- ten, dass die Versicherte angegeben habe, dass sie bereits in früheren Jahren gelegentlich un- ter Panikattacken gelitten habe. Sie habe daraufhin ihr Pensum von 100% auf 80% reduziert. Unter diesen Umständen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin heute bei voller Gesundheit einer vollzeitlichen erwerblichen Beschäftigung nachgehen würde. Folglich bleibt bei der Ermittlung des IV-Grads kein Raum für die gemischte Bemessungsmethode und es ist bei dieser Sachlage die al lgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs anzuwenden. 3.6.5 Anzumerken bleibt, dass – entgegen dem Vorbringe n der Versicherten – das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 2 . Februar 2016 i. S. di Trizio gegen die Schweiz im vorliegenden Fall keinen Einfluss h at. Im Urteil des EGMR handelte es sich um einen anderen Fall (Änderung der Bemessungsmethode aufgrund der Geburt von Zwil- lingen). Das IV-Rundschreiben Nr. 355 vom 31. Oktober 2 016 hält hierzu im Wesentlichen fest, dass beispielsweise bei einer erstmaligen Rentenzusprache bei einer Person, die bereits vor der Rentenprüfung einer Teilerwerbstätigkeit nachgeg angen sei, das bisherige Recht und das bisherige Berechnungsmodell der gemischten Methode anzuwenden sei. Das Urteil des EGMR habe zur Folge, dass in Fällen mit einer ähnlichen Ausgangslage wie im Fall „Di Trizio“ mit Blick Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Achtung des Familienlebens der bisherige Status beibehalten und die gemischte Metho- de nicht mehr angewendet werde. Eine „Di Trizio“ ähn liche Ausgangslage liege vor, wenn fol- gende Merkmale kumulativ erfüllt seien: Rentenrevision od er erstmalige Rentenzusprache mit gleichzeitiger Abstufung oder Befristung der Rente sowie familiär bedingter Grund (Betreuungs- pflichten gegenüber minderjährigen Kindern) für die Reduktion der Arbeitszeit. 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist d ie Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztl iche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des A rztes oder der Ärztin ist es, den Ge- sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehm en, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsun fähig ist. Im Weiteren sind die ärztli- chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurtei lung der Frage, welche Arbeitsleistun- gen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a; 122 V 160 E. 1c). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des EVG m it dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 57 5/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der E rfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtlic he Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussag en. Bei der Abschätzung des Beweis- werts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswür digung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und um- fassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft w ertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und n icht rein subjektiver ärztlicher Interpretati- on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 51 4/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation de r Beschwerdeführerin stehen im We- sentlichen die folgenden medizinischen Unterlagen zur Verfügung: 5.1 Vom 5. Juni 2014 bis zum 22. Juli 2014 wurde die Ve rsicherte in der Klinik C.____, Y.____, stationär behandelt. Im Austrittsbericht stellten die Ärzte die Hauptdiagnose einer gene- ralisierten Angststörung (ICD-10 F41.1). Als Nebendiag nosen hielten sie eine Erschöpfungs- symptomatik (ICD-10 Z73.0), Belastungen in Verbindung mit der beruflichen Situation (ICD-10 Z56) sowie eine Migräne ohne Aura fest. Unter dem Absc hnitt „Krankheitsentwicklung psychiat- risch“ wurde berichtet, dass die Panikattacken und agorap hobischen Ängste erstmals im Jahr 2001 aufgetreten seien. Seither habe die Versicherte drei grosse Krisen in den Jahren 2008, 2011, und 2014 erlebt. Nach drei Jahren ambulanter Verhaltenstherapie habe sie gelernt, mit ihren Panikattacken umzugehen. Nun seien aber im Rahmen deutlich spürbarer beruflicher Be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lastungen seit Oktober erneut vermehrte Paniksymptome auf getreten, weswegen sie sich im November in psychiatrischer Behandlung begeben habe. Im Austrittsbericht wurde der Be- schwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit währ end des Aufenthaltes und bis zum 5. August 2014 attestiert. 5.2 Im Auftrag der IV-Stelle erstellte Dr. B.____ am 9. November 2015 ein psychiatrisches Gutachten und diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) sowie prämenstruelle Beschwe rden (ICD-10 N94.3) ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte leide u nter einer Angststörung, die als generali- sierte Angststörung mit frei flottierenden und agoraph oben Anteilen als auch mit vegetativen Symptomen wie Herzrasen, Schweissausbrüchen und Gedankendrehen einhergehe. Es handle sich seit 2003 um die dritte Krise. Die Angststörung fü hre in extremis zu einer erheblichen Ein- schränkung des Wohlbefindens und der Mobilität, der allt äglichen Aktivitäten als auch der Fä- higkeit beruflich tätig zu sein. Die Angststörung führe zu einem inneren und äusseren Flucht- verhalten mit Einbruch des Selbstvertrauens. Die Störu ng unterliege einer wechselnden Aus- prägung und sei grundsätzlich behandelbar. Die Ängste wü rden zu einem Abbruch der berufli- chen Tätigkeit führen. Die Versicherte sei ans Haus gebun den, sie traue sich kaum noch etwas zu. Die Angststörung führe zu einer Verstärkung der präm enstruellen Symptomatik. Unter dem Abschnitt „Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschä tzungen“ führte Dr. B.____ aus, Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dia gnostiziere in seinen Berichten vom 9. Juli 2015 als auch vom 30. September 2014 eine gener alisierte Angststörung bei akzentuier- ten emotional instabilen Persönlichkeitszügen. Aufgrun d seiner eigenen Befunde könne er das Vorliegen einer generalisierten Angststörung bestätigen. Das Vorliegen von akzentuierten emo- tional instabilen Persönlichkeitszügen sei jedoch nicht si cher, solange das klinische Bild durch die affektive Instabilität der Angststörung geprägt sei . Eine akzentuierte Persönlichkeit hätte aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Dia gnose einer generalisierten Angststörung sei auch dem Austrittsbericht der Klinik C.____ vom 15. August 2014 zu entnehmen. Damals habe zusätzlich eine Erschöpfungssymptomatik bestanden, wie sie aktuell nicht mehr nachge- wiesen werden könne. Diese sei in Verbindung zur beruf lichen Situation gestellt worden. Dr. B.____ hielt schliesslich fest, dass er somit bezüglich de r hauptsächlich vorliegenden psy- chiatrischen Störung mit den Vorberichten übereinstimme. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. B.____ aus, dass die Versicherte ihre Tätigkeit als Klassenlehrerin definitiv nicht mehr werde wieder aufne hmen können. Der Versuch hierzu wür- de mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einem schnellen Rückfall führen. Jedoch wären modifizier- te Tätigkeiten im Unterrichtssystem vorstellbar, etwa in Form von Nachhilfestunden, oder Teil- pensen im textilen Handwerken, eventuell als Sprachleh rerin und dergleichen mit maximaler 40%iger Belastbarkeit. Die Ausgestaltung im Rahmen des Arbeitsmarktes müsste eventuell zusammen mit einem in der diesbezüglichen Materie bewan derten Berufsberater erarbeitet werden. Dabei wäre zu berücksichtigen, dass die Explorand in auf expliziten Verantwortungs- druck mit Flucht in die Angstsymptomatik reagiere. Somit müsste eine inskünftige Unterrichtstä- tigkeit mit einem grösstmöglichen Freiraum in der Gestal tung zum Beispiel der Termine einher- gehen. Psychologisch entscheidend wäre vermutlich die real istischere Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, wonach die Klassenlehrertätigkeit zur Überforderung führe, was dann wie- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht derum Energien für reduzierte und modifizierte Unterr ichtsmöglichkeiten freisetzen könnte. Des Weiteren führte Dr. B.____ aus, dass in ihrem gegenwä rtigen Zustand für die Versicherte Zu- hause und in einem Radius der durch das Tal Z.____ geg ebenen sei, eine volle allgemeine Ar- beitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten, als auch in Verweistätigkeiten bestehe. Umschulungen könnten die gegenwärtige medizinische und berufliche Sit uation nicht verbessern. Die Versi- cherte habe zurzeit das Potential für eine Umschulung n icht. Als alternative berufliche Tätigkei- ten seien etwa die Herstellung von Kleinkunsthandwerk, d ie Organisation von Ausstellungen in Museen, welche die kreative spielerische Seite der Versiche rten aufnähmen und ohne zwang- haften Verantwortungsdruck einhergingen, zu diskutieren. 5.3 Am 16. November 2015 nahm Dr. med. E.____, Regio naler ärztlicher Dienst beider Ba- sel (RAD), Stellung zum Gutachten von Dr. B.____ und hielt im Wesentlichen fest, dass das Gutachten auf umfassendem Aktenstudium und eigener fac härztlicher Untersuchung ein- schliesslich psychologischer Zusatzuntersuchungen beruhe, Diagno sen und Arbeitsfähigkeit plausibel begründet würden und der Gutachter zu Einschä tzungen anderer Ärzte Stellung be- zogen habe. Beeinträchtigt seien insbesondere die Selb stbehauptungsfähigkeit und das Auftre- ten vor grösseren Gruppen. Weiterhin seien die medizin ischen Akten in der Hinsicht nachvoll- ziehbar, als keine somatischen Diagnosen vorlägen, die die Arbeitsfähigkeit massgeblich beein- trächtigen könnten. Er empfehle, den Entscheid auf das vorliegende Gutachten abzustützen. 5.4 Im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit , welchen die Versicherte am 24. Januar 2016 unterzeichnete, wurde ausgeführt, dass d ie Beschwerdeführerin ohne gesund- heitliche Einschränkung mit gleichem Pensum wie bisher (81 .5%) erwerbstätig sein würde (sie habe sich schon vor vielen Jahren eingestanden, dass ihre Ge sundheit für ein Vollzeitpensum zu wenig stabil sei). Die verbleibende Zeit würde sie f ür den Haushalt und für ihre Interessen / Hobbies nutzen. Am 1. Februar 2016 wurde sodann der „ Abklärungsbericht Haushalt“ erstellt und festgehalten, dass im Haushalt keine Einschränkung bestehe. 5.5 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens äusserte sich Dr. E .____ am 22. September 2016 zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin und fü hrte unter anderem aus, dass es der Versicherten gemäss ihren eigenen Angaben möglich sei, an Tagen, an denen sie Auto fahre, auf die Einnahme von Benzodiazepinen zu verzichten. Damit könne durch die Einnahme von Benzodiazepinen kein dauerhafter Gesundheitsschaden vorliegen, der die Arbeitsfähigkeit dau- erhaft beeinträchtigen würde. Weiter sei aufgrund d er Anamnese und der Prüfung der Standar- dindikatoren widersprüchlich, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sein solle, öffentli- che Verkehrsmittel zu benutzen. Wenn die Versicherte nach Sardinien in den Urlaub fahren könne, müsse sie auch zwangsläufig öffentliche Verkehrsmit tel benutzen. Das beweise die Überwindbarkeit der Symptome. Weiter führte Dr. E.__ __ aus, dass die vor Ort durchgeführte Haushaltsabklärung ergeben habe, dass die Versicherte di e im Haushalt anfallenden Arbeiten trotz ihrer gesundheitlichen Schwierigkeiten bewältigen könne. Dass der Partner familienüblich im Haushalt mithelfe, könne erwartet werden, und sei nicht Auswirkung eines Gesundheits- schadens der Beschwerdeführerin. Es seien keine Beschwerden oder anderweitige Argumente erkennbar, die eine volle Arbeitsunfähigkeit im Hausha lt begründen könnten. In Bezug auf den Tod der Mutter der Versicherten sowie auf die Ausbildun g des Partners der Versicherten hielt Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. E.____ fest, dass es sich dabei zwar sicherlich um belast ende Faktoren handle, welche je- doch invaliditätsfremd seien. Ausserdem sei der Umstand, dass die Versicherte vor dem Begut- achtungstermin angespannt gewesen sei, kein Grund für die Annahme, dass der Beschwerde- führerin überhaupt keine Verweistätigkeit mehr zumutba r wäre. Des Weiteren sei auch zu er- warten, dass sich der Gesundheitsschaden in jeder Lebenslag e auswirke. Wäre dem nicht so bzw. hätte die Versicherte während der gesamten Dauer ihrer Ferien auf Sardinien überhaupt keine Angstsymptome, dann lägen hoch diskrepante Befunde vor und es müssten grundlegen- de Zweifel an der Richtigkeit des langandauernden Gesun dheitsschadens aufkommen. Weiter sei ein dauerhafter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund des prämenstruellen Syndroms nicht plausibel. Es handle sich um zyklische Beschwerden, welche medizinisch wirksam und zweckmässig behandelbar seien. Schlie sslich führte Dr. E.____ aus, dass das Ergebnis der Arbeitsversuche nicht als alleiniger Parameter für die Einschätzung der medizinischen Arbeitsfähigkeit genommen werden könne, d a dabei auch nicht medizinische, also invaliditätsfremde Faktoren einfliessen würden. Zusa mmengefasst sei die Auswirkung der generalisierten Angststörung hinlänglich berücksichtigt worden. 5.6 Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels reichte die Beschwerdeführerin einen medizi- nischen Bericht von ihrer behandelnden Gynäkologin ein . Am 19. Januar 2017 stellte Dr. med. F.____, FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, die Diagnosen eines invalidisierenden PMS (prämenstruelles Syndrom) und eines PMDD (premenstru al dysphoric disorder) sowie einer Angststörung. Die zyklischen psychischen und physischen Be schwerden wie oben ge- schildert hätten einen Schweregrad erreicht, den man al s invalidisierend bezeichnen müsse. Die Versicherte könne durch die ausgeprägten psychischen Einschränkungen keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen. Trotz Einnahme von Antidepressiva und verschiedenster anderer The- rapieversuche inkl. Klinikaufenthalten könne keine Besser ung erreicht werden. Das Führen ei- ner Klasse sei eine verantwortungsvolle Aufgabe, die d ie Beschwerdeführerin nicht erfüllen könne, wenn sie an mehreren Tagen pro Monat ausfalle. Die Schulleitung sehe keine Möglich- keit einer Lösung innerhalb der Schule. Sie müsse desh alb aus gynäkologischer Sicht den An- trag auf eine IV-Rente unterstützen. 5.7 Am 1. Februar 2017 nahm Dr. E.____ Stellung zum Bericht von Dr. F.____ und führte im Wesentlichen aus, dass die von Dr. F.____ aufgeführten Beschwerden wie Affektlabilität (Stim- mungsschwankungen), Depression, Angstzustände und Anspann ung, vermindertes Interesse und sozialer Rückzug, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit u nd Appetitstörungen im Gutachten von Dr. B.____ bereits mehrheitlich beschrieben und nachvollziehbar der Diagnose der genera- lisierten Angststörung zugeordnet worden seien. Zudem sch reibe Dr. F.____ explizit, dass die- se Beschwerden in den letzten sieben bis zehn Jahren auf getreten seien. Es handle sich somit nicht um neue Symptome, sondern um solche, die anlässlich der massgeblichen Abklärungen schon seit langem vorhanden gewesen und bei der Arbeits fähigkeit bereits hinlänglich berück- sichtigt worden seien, indem der Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit als Klassenlehrerin attestiert werde, eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit als L ehrerin ohne Klassenlehrerin-Funktion, sowie eine volle Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeite n ohne Frontalunterricht mit Präsentation der eigenen Person. Damit stehe das Argument von Dr. F. ____, dass der Beschwerdeführerin das Führen einer Klasse nicht zumutbar sei, gar nicht zu r Diskussion, denn gerade das Führen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Klasse werde der Versicherten gemäss oben erwähnte n und zitierten Abklärungen nicht zugemutet. Hingegen sei der Beschwerdeführerin innerh alb des stark reduzierten Pensums die Realisierung der zumutbaren Verweistätigkeit durchaus zu mutbar, zumal die prämenstruellen Beschwerden definitionsgemäss nur einige Tage in einem Monat betreffen würden und damit das gemäss IV-Gesetzen relevante Kriterium der Dauerhaf tigkeit eines Gesundheitsschadens nicht durchgehend erfüllt werde. Im Rahmen des reduzier ten Pensums als Lehrerin ohne Klas- senlehrerin-Funktion bestünden als Teilzeitarbeitende ausreichend Möglichkeiten, um die durch die monatlich auftretenden Gesundheitsprobleme und E inschränkungen auszugleichen. Ergän- zend sei darauf hinzuweisen, dass das Funktionsprofil erg ebe, dass die Versicherte trotz der geltend gemachten Beschwerden beispielweise in der Lag e sei, alltäglich ihren Hobbies Nähen und Malen nachzugehen, ein Auto im dichten Strassenverkehr zu lenken, Einladungen zu orga- nisieren, eine Beziehung zu pflegen und ausgedehnte Ur laubsreisen zu unternehmen. Es gebe keine medizinischen Gründe, die die Zumutbarkeit einer V erweistätigkeit ohne Präsentation vor einer Schulklasse grundlegend einschränken würden. Zusam mengefasst würden im Einwand von Dr. F.____ keine neuen Beschwerden oder Befunde a ufgeführt, oder anderweitige Argu- mente, die geeignet wären, die Plausibilität und Aktu alität des Gutachtens von Dr. B.____ grundlegend in Zweifel zu ziehen. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. B.____ vom 9 . November 2015 (vgl. E. 5.2 hiervor) und ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten aus me dizinischer Sicht die Ausübung einer ihrem Leiden angepassten Tätigkeit, ohne Präsenta tion vor Gruppen und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit und Sozi alkompetenz, im Umfang von 60% zu- mutbar sei. Bei der Verrichtung ihrer häuslichen Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin gemäss den Abklärungen vor Ort nicht eingeschränkt. In ihrer Ver nehmlassung stellte die Beschwerde- gegnerin sodann einen neuen Einkommensvergleich auf, i n dem sie davon ausging, dass der Versicherten aus medizinischer Sicht die Ausübung einer ad aptierten Tätigkeit im Umfang von 100% zumutbar sei. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.4 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutach- ten von Dr. B.____ erweist sich sowohl in der Darlegun g der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerunge n als überzeugend. Dr. B.____ nimmt auch eine sehr differenzierte Abstufung der Arb eitsfähigkeiten in den verschiedenen Be- reichen als Klassenlehrerin (100% arbeitsunfähig), bei m odifizierten Tätigkeiten im Unterrichts- system (60% arbeitsunfähig) sowie bei adaptierten Verwe istätigkeiten (100% arbeitsfähig) vor. Zwar werden die der Versicherten möglichen Verweistätig keiten im Gutachten nicht im Detail thematisiert, aber in Verbindung mit der Stellungnah me des RAD-Arztes Dr. E.____ vom 16. November 2015 (vgl. E. 5.3 hiervor), wo dieser die Verweistätigkeiten noch weiter um- schreibt („Verweistätigkeiten sachbezogener Art ohne Prä sentation vor Gruppen und ohne er- höhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit u nd Sozialkompetenz“), entsteht ein schlüssiges Bild. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Daran ändert auch die Beurteilung der behandeln den Gynäkologin vom 19. Januar 2017 (vgl. E. 5.6 hiervor) nichts. Abgesehen davon, dass rechtsp rechungsgemäss der Erfahrungstat- sache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärztinnen un d Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, benennt sie in ihrem Bericht vo m 19. Januar 2017 keine Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdi gt geblieben wären (vgl. E. 4.4 hier- vor). Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die IV-St elle bei der Beurteilung des Gesund- heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefü hrerin auf das Gutachten von Dr. B.____ vom 9. November 2015 abgestellt hat. 6.3 Was das Vorbringen der Versicherten hinsichtlich ih rer prämenstruellen Beschwerden anbelangt, ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalte n, dass es sich dabei um zyklische Be- schwerden handelt, welche keine dauerhafte Arbeitsunf ähigkeit zu generieren vermögen. Es kommt hinzu, dass beispielsweise im Abklärungsbericht Haush alt vom 1. Februar 2016 ausge- führt wurde, dass die Versicherte immer noch monatlich an ihren prämenstruellen Beschwerden leide. Sie habe zwar gute Schmerzmittel, aber an ihrer Psyche gehe dies nicht spurlos vorüber. Des Weiteren hat Dr. B.____ in seinem Gutachten auf S. 9 als somatischen Befund ein prä- menstruelles Syndrom mit Verstärkung der psychiatrischen Gr undstörung festgehalten. Auf S. 14 des Gutachtens hielt Dr. B.____ ausserdem fest, d ass die generalisierte Angststörung zu einer Verstärkung und Ausweitung des prämenstruellen S yndroms führe. Insgesamt geht aus den Akten hervor, dass zwischen den psychischen und den prä menstruellen Beschwerden ne- gative Wechselwirkungen bestehen. Die Grundproblematik liegt bei der Versicherten nun aber offensichtlich in der psychiatrischen Diagnose. Das prämens truelle Syndrom vermag allenfalls das psychische Befinden der Beschwerdeführerin jeweils zu verschlechtern, begründet für sich alleine jedoch keine Gesundheitsstörung mit invalidisier endem Charakter bzw. eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit. 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin wird der Invaliditätsgrad der Versicher- ten vorliegend nicht nach der gemischten Methode, sondern nach der Methode des allgemeinen Einkommensvergleichs berechnet (vgl. insbesondere E. 3.2 und E. 3.6.4 hiervor). Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren- tenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174), we lcher – gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG – auf den 1. Februar 2015 zu liegen kommt. Für de n nachfolgend durchzuführenden Ein- kommensvergleich sind demnach die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Einkommensverhältnisse massgebend. 7.2 Mit der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass d as von der IV-Stelle ermittelte Vali- deneinkommen von Fr. 88‘535.-- (basierend auf der ang estammten Tätigkeit als Lehrerin bzw. basierend auf den Angaben des ehemaligen Arbeitgebers der Versicherten, bei einem 80%igen Pensum) auf 100% hochzurechnen ist, was einen Betrag von Fr. 110‘669.-- ergibt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 In Bezug auf das Invalideneinkommen ist zunächst fest zuhalten, dass die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung bzw. im darin erneuerten Einkomme nsvergleich zu Recht mit der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Total, Kompetenzniveau der Tätigkeit 2, Spal- te Frauen, Fr. 4‘808.-- gerechnet hat. Aufgrund der Ausbildung, der Erfahrung sowie der ver- bleibenden Ressourcen der Versicherten ist die Anwendu ng des Kompetenzniveaus 2 ange- messen. Gemäss eigenen Angaben verfügt die Versicherte ni cht nur über Erfahrung im Lehrer- innenberuf, sondern auch über Erfahrungen in anderen Gebieten, zum Beispiel Gastronomie und Museumsgestaltung (vgl. „Früherfassung IV, Protokol l Erstgespräch“ vom 12. August 2014). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erscheint hingegen eine Berechnung gestützt auf das Kompetenzniveau 1 nicht gerechtfertig t. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 0.5% und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden x 12 Monate ergibt sich bei einem 100%igen Pensum ein jährli- ches Invalideneinkommen von Fr. 60‘448.75. 7.4 Streitig ist, ob bei der Bemessung des Invalidenei nkommens ein Abzug vom Tabellen- lohn vorzunehmen ist. Die Beschwerdeführerin rügt in d iesem Zusammenhang, dass aufgrund der bestehenden zahlreichen Einschränkungen zusätzlich ein leidensbedingter Abzug vorzu- nehmen sei. Angesichts der Schwere der Beeinträchtigung en sei dieser Abzug mit 25% zu ver- anschlagen. Demgegenüber hat die IV-Stelle in der an gefochtenen Verfügung einen leidensbe- dingten Abzug von 5% für eine invaliditätsbedingte B eeinträchtigung und in dem in der Ver- nehmlassung aufgeführten (neuen) Einkommensvergleich kei nen leidensbedingten Abzug vor- genommen. 7.4.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand lohnstatistischer Angaben sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 1 26 V 75 ff. hat das EVG sei- ne Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn b ereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Di enstjahre, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom stati stischen Lohn unter Berücksichti- gung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale let ztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür besteh en, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesund heitlich bedingte (Rest- )Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerbli- chem Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behör- de ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach d em ihr zustehenden Ermessen im Ein- klang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem ko nkreten Fall getroffen hat, nicht zweck- mässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in di e Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht können, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 7.4.2 Wie sich aus der massgebenden Zumutbarkeitsbeurtei lung im Gutachten von Dr. B.____ sowie aus der ergänzenden Stellungnahme des RAD ergibt (vgl. E. 6.1 hiervor), wurde den Be- hinderungen der Beschwerdeführerin zwar durch die Anna hme, dass sie lediglich noch adap- tierte Verweistätigkeiten sachbezogener Art ohne Präs entation vor Gruppen und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit und So zialkompetenz bewerkstelligen könne, hinreichend Rechnung getragen. Solche adaptierte Tät igkeiten werden der Versicherten jedoch in vollem Arbeitspensum zugemutet. In Würdigung der ge samten Umstände des vorliegenden Falles erscheint es nicht gerechtfertigt, dass die IV-Stell e der Beschwerdeführerin überhaupt keinen leidensbedingten Abzug gewährt hat. Umgekehrt wäre aber – entgegen der Auffassung der Versicherten – ein leidensbedingter Abzug von 25% viel zu hoch angesetzt. Aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin erscheint ein leidensbedingter Ab- zug von 10% als angemessen. Kriterien für die Vornahme eines weitergehenden Abzuges sind nicht ersichtlich. Wird das vorstehend (vgl. E. 7.3 hiervor ) ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 60‘448.75 um 10% gekürzt, so ergibt dies ein massgeb endes Invalideneinkommen von Fr. 54‘403.90. 7.5 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 54‘403.90 dem oben (vgl. E. 7.2 hiervor) ermittelten Valideneinkomm en von Fr. Fr. 110‘669.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 56‘265.10, was einen IV-Grad von 50.84% ergibt. Unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG un d der Anmeldung zum Leistungsbezug am 19. August 2014 hat die Beschwerdeführerin folglich ab 1. Februar 2015 Anspruch auf eine halbe Rente. Die Beschwerde ist im Ergebnis demnach tei lweise gutzuheissen und es ist der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Februar 2015 ein e halbe Rente der Invalidenversiche- rung zuzusprechen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterlegene Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. Gemäss § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO werden der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden gemäss Verwaltungsverfah- rensgesetz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrenskosten aufer legt. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Der von der Beschwerdeführerin geleiste- te Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist ihr zurückzuerstatten. 8.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht der obsiegenden Beschwer deführerin eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote vom 17. März 2017 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf i nsgesamt 12 Stunden und 30 Minuten. Dieser Aufwand erscheint angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des zweifachen Schriftenwechsels als angemessen und ist zu de m in Sozialversicherungspro- zessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendun g gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Ebenfalls nicht zu beanst anden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 66.50. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädi- gung zu Lasten der Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 3‘446.80 (12.5 Stun- den à Fr. 250.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 66.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 3. August 20 16 aufgeho- ben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Febru- ar 2015 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘446.80 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht