<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00472</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221437&amp;W10_KEY=13013474&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00472</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.07.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bindung an eine ausländische Strafverfügung. Nach einer Widerhandlung gegen die Vorschriften des Strassenverkehrs im Ausland wird der Führerausweis entzogen, wenn im Ausland ein Fahrverbot verfügt wurde und die Widerhandlung nach den Artikeln 16b und 16c des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG) als mittelschwer oder schwer zu qualifizieren ist (E. 3). Der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung gebietet, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, weshalb die Verwaltungsbehörde beim Entscheid über die Massnahme von den tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbständige Beweiserhebungen durchzuführen (E. 4.2). Es lagen schon im Zeitpunkt der Ausgangsverfügung klare Anhaltspunkte vor, dass die Sachverhaltsfeststellung in der Strafverfügung möglicherweise unrichtig war und Zweifel an den von den ausländischen Behörden lediglich anhand des auf dem Radarbild ersichtlichen Kontrollzeichens festgestellten Tatumstände aufkommen liessen (E. 4.3). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLAND">AUSLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BINDUNG AN STRAFURTEIL">BINDUNG AN STRAFURTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃHRERAUSWEISENTZUG">FÃHRERAUSWEISENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSERMITTLUNG">SACHVERHALTSERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVERFÃGUNG">STRAFVERFÃGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 16cbis Abs. I SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16cbis Abs. II SVG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=53850" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00472</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">14. Juli 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Peter Sprenger, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Nicole Rubin. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend FÃ¼hrerausweisentzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich entzog A mit VerfÃ¼gung vom 16. Januar 2019 aufgrund einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften den FÃ¼hrerausweis inklusive der Bewilligung fÃ¼r den berufsmÃ¤ssigen Personentransport fÃ¼r die Dauer von zwei Monaten. Es untersagte ihm wÃ¤hrend dieser Zeit das FÃ¼hren von Motorfahrzeugen aller Kategorien, aller Unterkategorien sowie der Spezialkategorie F und hielt fest, diese Massnahme habe auch den Entzug allfÃ¤lliger Lernfahr- und internationaler FÃ¼hrerausweise sowie die Aberkennung auslÃ¤ndischer FÃ¼hrerausweise zur Folge. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A am 8. Februar 2019 Rekurs an die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich und beantragte, das Verfahren gegen ihn unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen einzustellen.</p> <p class="Urteilstext">Diesen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 13. Juni 2019 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 16. Juli 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge, die angefochtene VerfÃ¼gung betreffend FÃ¼hrerausweisentzug sei aufzuheben und das Administrativverfahren gegen ihn einzustellen. Eventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und das Verfahren an die Vorinstanz zur BeweisergÃ¤nzung zurÃ¼ckzuweisen, beziehungsweise allenfalls ein Administrativverfahren gegen die <span>Ehefrau </span>des BeschwerdefÃ¼hrers durchzufÃ¼hren. Subeventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und ihm der FÃ¼hrerausweis fÃ¼r maximal zwei Wochen zu entziehen. Weiter sei ihm eine angemessene ParteientschÃ¤digung fÃ¼r die bisherigen und das vorliegende Verfahren zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Befragung seiner <span>Ehefrau, C, als Zeugin.</span></p> <p class="Urteilstext">Das <span>Strassenverkehrsamt schloss </span>mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2019 auf die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 30. Juli 2019 auf eine Vernehmlassung. A hielt mit Replik vom 28. August 2019 an seinen AntrÃ¤gen fest und beantragte zusÃ¤tzlich, seinen Sohn zu befragen.</p> <p class="Urteilstext">Am 21. Mai 2021 wurde C als Zeugin einvernommen. Dazu Ã¤usserte sich A am 7. Juni 2021. Das <span>Strassenverkehrsamt </span>verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr ergibt sich aus § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt durch den Einzelrichter (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 1 VRG), sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 2 VRG). Da im vorliegenden Fall kein Anlass fÃ¼r eine Ãberweisung an die Kammer besteht, ist der Entscheid einzelrichterlich zu fÃ¤llen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 20. Mai 2018 wurde der auf den BeschwerdefÃ¼hrer als Halter eingetragene Personenwagen der Marke ... mit dem Kontrollschild Kfz.-Nr. 01 anlÃ¤sslich einer Geschwindigkeitskontrolle auf einem mit einer HÃ¶chstgeschwindigkeit von 60 km/h signalisierten Baustellenbereich auf der Autobahn in D (Ãsterreich) mit einer Geschwindigkeit von 114 km/h (nach Abzug der Messtoleranz) gemessen. In der Folge erliess die Bezirkshauptmannschaft D am 10. Juli 2018 gegen den BeschwerdefÃ¼hrer eine StrafverfÃ¼gung. Diese hielt fest, er habe die Rechtsvorschrift von § 52 lit. a Ziff. 10 a StVO verletzt und es werde wegen dieser VerwaltungsÃ¼bertretung eine Geldstrafe von Euro 375.- verhÃ¤ngt. Sodann erging von der gleichen BehÃ¶rde am 8. August 2018 der Bescheid, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die Dauer von zwei Wochen das Recht aberkannt werde, von seinem auslÃ¤ndischen (d.<span> </span>h. schweizerischen) FÃ¼hrerschein in Ãsterreich Gebrauch zu machen.</p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf diese beiden Entscheide verfÃ¼gte die Beschwerdegegnerin nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs den angefochtenen zweimonatigen FÃ¼hrerausweisentzug.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach einer Widerhandlung gegen die Vorschriften des Strassenverkehrs im Ausland wird der FÃ¼hrerausweis entzogen, wenn im Ausland ein Fahrverbot verfÃ¼gt wurde und die Widerhandlung nach den Artikeln 16b und 16c des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG) als mittelschwer oder schwer zu qualifizieren ist (<span class="artref">Art. 16c<sup>bis</sup> Abs. 1 SVG</span>). </p> <p class="Urteilstext">Die dem BeschwerdefÃ¼hrer vorgeworfene Ãberschreitung der signalisierten HÃ¶chstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 54 km/h stellt unbestrittenermassen eine schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG dar. Weiter weist der BeschwerdefÃ¼hrer wegen frÃ¼herer Widerhandlungen EintrÃ¤ge im Administrativregister resp. im Informationssystem Verkehrszulassung auf, weshalb vorliegend ein FÃ¼hrerausweisentzug nicht auf die Dauer des Ã¶sterreichischen Fahrverbotes von zwei Wochen beschrÃ¤nkt ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet die festgestellte GeschwindigkeitsÃ¼berschreitung nicht. Hingegen macht er geltend, seine Ehefrau habe damals das Fahrzeug gelenkt, er sei lediglich Beifahrer gewesen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach dem Grundsatz der Gewaltentrennung vermag ein Strafurteil die VerwaltungsbehÃ¶rde grundsÃ¤tzlich nicht zu binden. Allerdings gebietet der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung, widersprÃ¼chliche Entscheide im Rahmen des MÃ¶glichen zu vermeiden, weshalb die VerwaltungsbehÃ¶rde beim Entscheid Ã¼ber die Massnahme von den tatsÃ¤chlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusÃ¤tzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklÃ¤rt hat. Die VerwaltungsbehÃ¶rde hat vor allem auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit Ã¶ffentlicher Verhandlung unter AnhÃ¶rung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestÃ¼nden klare Anhaltspunkte fÃ¼r die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die VerwaltungsbehÃ¶rde nÃ¶tigenfalls selbstÃ¤ndige Beweiserhebungen durchzufÃ¼hren. Die VerwaltungsbehÃ¶rde ist unter bestimmten UmstÃ¤nden auch an die sachverhaltlichen Feststellungen des Strafentscheids gebunden, der im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeibericht beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Betroffene weiss oder wissen muss, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren erÃ¶ffnet wird und er es trotzdem unterlÃ¤sst oder darauf verzichtet, im Rahmen des Strafverfahrens die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben muss der Betroffene nÃ¤mlich allfÃ¤llige Verteidigungsrechte und BeweisantrÃ¤ge im Strafverfahren vorbringen und dort die nÃ¶tigen Rechtsmittel ergreifen (BGr, 6. Juli 2018, 1C_33/2018, E. 3.2, mit zahlreichen Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Vorliegend erging der Strafbescheid nicht in einem ordentlichen Strafverfahren. Die GeschwindigkeitsÃ¼bertretung wurde gemÃ¤ss dem Bescheid der Bezirkshauptmannschaft mit einem technischen Hilfsmittel festgestellt. Auf der Fotografie ist offenbar lediglich das Kontrollschild des Fahrzeugs, nicht aber die lenkende Person zu sehen. Es wurden weder Einvernahmen durchgefÃ¼hrt noch erfolgten â abgesehen von der blossen Halterabfrage bei den schweizerischen BehÃ¶rden â irgendwelche Ermittlungen. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer machte schon von Beginn des Administrativverfahrens an geltend, nicht er, sondern seine <span>Ehefrau </span>habe das Fahrzeug gelenkt, und er reichte auch eine als <span>"</span>Eidesstattliche ErklÃ¤rung<span>"</span> betitelte und von der Ehefrau unterzeichnete BestÃ¤tigung ein, in der diese festhielt, sie sei an jenem Abend von einem Verwandtenbesuch in E (Ãsterreich) herkommend in der NÃ¤he von D bei einer Baustelle geblitzt worden. Weiter brachte der BeschwerdefÃ¼hrer vor, es habe nach Bezahlung der Busse keine Veranlassung bestanden, bei den Ã¶sterreichischen BehÃ¶rden richtigzustellen, wer gefahren sei, zumal aus damaliger Sicht der Familie kein relevanter Unterschied daraus resultierte.</p> <p class="Urteilstext">Angesichts dieser UmstÃ¤nde lagen schon im Zeitpunkt der AusgangsverfÃ¼gung klare Anhaltspunkte vor, dass die Sachverhaltsfeststellung in der StrafverfÃ¼gung mÃ¶glicherweise unrichtig war und Zweifel an den von den Ã¶sterreichischen BehÃ¶rden lediglich anhand des auf dem Radarbild ersichtlichen Kontrollzeichens festgestellten TatumstÃ¤nde aufkommen liessen (vgl. BGr, 6. Juli 2018, 1C_33/2018, E. 5.3 f., eine praktisch gleiche Konstellation betreffend). Dementsprechend besteht keine Bindung an die tatsÃ¤chlichen Feststellungen der StrafbehÃ¶rde. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Vorinstanz hat immerhin insoweit SachverhaltsabklÃ¤rungen vorgenommen, als sie die Ã¶sterreichische BehÃ¶rde kontaktierte und die Auskunft erhielt, auf dem Radarbild sehe man nur das Kotrollschild, nicht aber den Lenker. Weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen, insbesondere die beantragte Befragung von C, unterblieben aber. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Das Gericht hat in der Folge C als Zeugin einvernommen. Diese schilderte, dass sie damals das Fahrzeug gelenkt habe. Weiter erklÃ¤rte sie nachvollziehbar, dass sie sowohl auf dem Hin- als auch dem RÃ¼ckweg gefahren sei, da der BeschwerdefÃ¼hrer als Berufschauffeur sonst schon immer fahre; sie habe die MÃ¶glichkeit benutzt zu fahren. GemÃ¤ss ihrer Aussage hatten sie und der BeschwerdefÃ¼hrer damals zwei Personenwagen: den der Marke ..., den meistens sie benutzt habe, und den der Marke ..., den der BeschwerdefÃ¼hrer im Alltag benutzt habe. Sodann erklÃ¤rte sie, die als <span>"</span>Eidesstattliche ErklÃ¤rung<span>"</span> bezeichnete BestÃ¤tigung verfasst und unterschrieben zu haben.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die Zeugin hat nicht nur unter der strengen Strafandrohung ausgesagt, sondern sich Ã¼berdies mit ihrer Aussage selbst erheblich belastet. Ihre Schilderung erscheint plausibel und nachvollziehbar. Insbesondere ist es ohne Weiteres glaubhaft, dass sie das Fahrzeug lenkte, um einerseits den BeschwerdefÃ¼hrer, der beruflich stÃ¤ndig ein Fahrzeug lenkt, zu entlasten und anderseits die MÃ¶glichkeit ergriff, das meistens von ihr benutzte Fahrzeug einmal auch Ã¼ber eine lÃ¤ngere Strecke zu lenken. Sodann gibt sie auch detailliert an, wie es zur GeschwindigkeitsÃ¼bertretung kam, nÃ¤mlich dass sie das Schild schlicht Ã¼bersehen hatte, da es eine komplizierte Baustelle gewesen sei.</p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ergibt sich, dass der Nachweis nicht erbracht ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt lenkte. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und die VerfÃ¼gung des <span>Strassenverkehrsamts sowie der Entscheid der Sicherheitsdirektion sind aufzuheben. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- sowie des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG teilweise in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Weiter hat sie dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren von total Fr. 3'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Zur Bemessung ist darauf hinzuweisen, dass lediglich eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen ist und demgemÃ¤ss kein Anspruch auf eine kostendeckende ParteientschÃ¤digung besteht (§ 17 Abs. 2 VRG; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 17 N. 67 ff.).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des <span>Strassenverkehrsamts vom 16. </span></span><span>Januar </span><span>2019 sowie Dispositiv-Ziffern I und III des Rekursentscheids der Sicherheitsdirektion vom 13. Juni 2019 werden aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span> <span>In AbÃ¤nderung der Dispositivziffer II des Rekursentscheids werden die Rekurskosten (total Fr. 1'335.-) der Beschwerdegegnerin auferlegt. </span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. <a id="Text1">1'500.--</a>; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 145.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'645.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>