<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00162</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106803&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00162</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Strassensperrung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sperrung einer Privatstrasse einer Flurgenossenschaft während des Schiessbetriebs<br/><br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten, obwohl der Bezirksrat den erstinstanzlichen Beschluss aufsichtsrechtlich aufgehoben hat (E. 1a).<br/>Für einen Feststellungsentscheid besteht kein Raum (E. 1b).<br/>Der Gemeinderat besorgt die Ortspolizei. Die Gemeinden stellen die Schiessanlagen für den ausserdienstlichen Schiessbetrieb zur Verfügung; die Wege in die Gefahrenzone sind während des Betriebs zu sperren (E. 2b).<br/>Die Sperrung stellt eine Allgemeinverfügung dar. Betroffen ist nicht eine öffentliche Strasse, sondern ein Genossenschaftsweg nach kant. LandwirtschaftsG, dessen Betreten der Allgemeinheit erlaubt ist (E. 2c).<br/>Anordnungen zur Gewährleistung eines sicheren Schiessbetriebs fallen in die Zuständigkeit der Gemeindeexekutiven (E. 2d).<br/>Fraglich ist allerdings, ob für die strittige Massnahme eine genügende gesetzliche Grundlage besteht (E. 2e).<br/>Eine solche ergibt sich aus dem GemeindeG in Verbindung mit bundesrechtlichen Bestimmungen, da nur ein leichter Eingriff in die Eigentumsgarantie vorliegt (E. 2f).<br/>Zur Gewährleistung der Sicherheit können wenn nötig auf dem Enteignungsweg Dienstbarkeiten begründet werden. Polizeiliche Anordnungen werden dadurch nicht ausgeschlossen, haben aber im öffentlichen Interesse zu liegen und verhältnismässig zu sein. Auch das Störerprinzip schliesst solche Massnahmen nicht aus. Für das neben dem Weg betroffene Grundstück muss jedoch eine Dienstbarkeit errichtet werden (E. 2g).<br/>Die Sperrung liegt im öffentlichen Interesse (E. 3a).<br/>Sie ist zur Erreichung des Zwecks geeignet. Als mildere Massnahme käme eine Hochblende in Betracht; deswegen ist der Sperrung die Erforderlichkeit allerdings nicht abzusprechen (E. 3b).<br/>Die Verhältnismässigkeit ist zuerst durch den Bezirksrat zu prüfen (E. 3c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALLGEMEINVERFÃGUNG">ALLGEMEINVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSICHTSRECHT">AUFSICHTSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIENSTBARKEIT">DIENSTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNG">EIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINGRIFF">EINGRIFF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTEIGNUNG">ENTEIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GENOSSENSCHAFTSWEG">GENOSSENSCHAFTSWEG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSPOLIZEI">ORTSPOLIZEI</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHIESSANLAGE">SCHIESSANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STÃRERPRINZIP">STÃRERPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENSPERRUNG">STRASSENSPERRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 74 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">Art. 108 lit. la LwG</span><br/><span class="ungerade">§ 133 MG</span><br/><span class="gerade">§ 9 SchiessanlagenV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Gemeinderat Marthalen beschloss am 10. Juli 2001, gestÃ¼tzt auf § 74 des Ge­meindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG; LS 131.1) sowie Art. 26 der Polizeiverord­nung der Gemeinde Marthalen vom 17. September 1981 (APV) werde die im Eigentum der </span></p> <p class="Einzug1"><span>Flurgenossenschaft Marthalen stehende Flurstrasse âob der Laubereâ wÃ¤hrend dem Schiess­­­betrieb fÃ¼r jeglichen Zutritt ge­sperrt (Ziff. 1); die notwendigen Warntafeln sowie die Abschran­kungen im Sinn der Weisungen Ã¼ber Schiessanlagen wÃ¼rden an den durch den EidgenÃ¶ssischen Schiessoffizier bezeichneten Stellen auf Kosten der Gemeinde angebracht; der definitive Standort werde mit der Flurgenossenschaft abgesprochen; fÃ¼r die Anschaffung werde ein Kredit von Fr. 2'000.- bewilligt (Ziff. 2); der MilitÃ¤rschÃ¼tzenverein Marthalen werde mit der Erstellung der Absperrungen beauftragt (Ziff. 3); der MilitÃ¤rschÃ¼tzenverein Marthalen werde als Betreiber des Schiessstandes Marthalen verpflichtet, jeweils vor Aufnahme des Schiessbetriebs fÃ¼r eine Sperrung der Flurstrasse zu sorgen und die Strasse jeweils unmittelbar nach Beendigung des Schiessens wieder freizugeben (Ziff. 4). Angesichts der geringfÃ¼gigen EigentumsbeschrÃ¤nkung werde auf die Einleitung eines Enteignungsverfahrens im Sinn des Enteignungsgesetzes und der Schiessanlagenverordnung verzichtet (Ziff. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss erhoben am 13. August 2001 die Flurgenossenschaft Marthalen (im folgenden Flurgenossenschaft) sowie B als EigentÃ¼mer des Grund­stÃ¼cks Kat.Nr. 2671 im Beizugsgebiet der Genossenschaft Rekurs mit dem Antrag, die Flurstrasse wÃ¤hrend der SchiessanlÃ¤sse nicht zu sperren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat holte vom EidgenÃ¶ssischen Schiessoffizier Kreis 15 einen Amtsbericht ein, der am 1. November 2001 erstattet wurde. Am 14. Januar 2002 fÃ¼hrte er auf dem be­troffenen GelÃ¤nde einen Augenschein durch. Auf Ersuchen des EidgenÃ¶ssischen Schiess­­offiziers Kreis 15 erstattete der EidgenÃ¶ssische Schiessanlageexperte am 23. Januar 2002 einen ergÃ¤nzenden Bericht, laut welchem nur der oberhalb des Kugelfangs verlaufende Weg, nicht jedoch das ZwischengelÃ¤nde abgesperrt werden kÃ¶nne.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 19. MÃ¤rz 2002 hob der Bezirksrat Andelfingen den Beschluss des Gemeinde­rats Marthalen vom 10. Juli 2001 aufsichtsrechtlich auf; die beiden dagegen erhobenen Rekurse schrieb er als gegenstandslos geworden ab; die Rekurskosten auferlegte er der Gemeinde Marthalen. Er erwog zusammengefasst, der Gemeinderat sei fÃ¼r die Anordnung einer dauernden â wenn auch auf die jeweiligen Schiesszeiten beschrÃ¤nkten â Sper­­rung des Flurwegs nicht zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 29. April 2002 beantragte der Gemeinderat Marthalen na­mens der Gemeinde dem Verwaltungsgericht, den Beschluss des Bezirksrats Andelfingen vom 13. MÃ¤rz 2002 aufzuheben; sodann sei festzustellen, dass der Gemeinderat fÃ¼r den Er­lass der streitbetroffenen Anordnung (vorÃ¼bergehende Schliessung des StrassenstÃ¼cks wÃ¤hrend des Schiessbetriebs) zustÃ¤ndig und dass die getroffene Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤s­sig sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat Andelfingen, die Flurgenossenschaft Marthalen sowie B beantragten mit Eingaben vom 21. Mai, 3. Juni und 4. Juni 2002 Abweisung der Beschwer­de.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechts­­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zur Behandlung der vorliegen­den Beschwerde zustÃ¤ndig. AusschlussgrÃ¼nde nach § 42 und 43 VRG liegen nicht vor, und auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen sind erfÃ¼llt. Dem steht insbesondere der Umstand, dass der Bezirksrat den Beschluss des Gemeinderats Marthalen vom 10. Juli 2001 auf­sichtsrechtlich aufgehoben hat, nicht entgegen. Das Verfahren vor Bezirksrat ist nicht aufsichtsrechtlich â von Amtes wegen oder auf Aufsichtsbeschwerde hin â eingeleitet worden, sondern auf Rekurs der heutigen Beschwerdegegner hin. Es muss daher der Gemeinde mÃ¶glich sein, mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht die Wiederherstellung ihres Beschlusses vom 10. Juli 2001 zu verfechten (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 17; ferner VGr, 7. April 2000, VB.2000.00085). Es bestand denn auch fÃ¼r den Bezirksrat kein hinreichender Grund, den streitbetroffenen Beschluss, den er primÃ¤r in seiner Eigen­schaft als Rekursinstanz zu Ã¼berprÃ¼fen hatte, in seiner Eigenschaft als AufsichtsbehÃ¶rde aufzuheben. Daran Ã¤ndert nichts, dass er den Beschluss aus GrÃ¼nden fÃ¼r rechtswidrig befand, welche von den Rekurrenten nicht vorgebracht worden waren. Im Rekursverfahren hat die RekursbehÃ¶rde das massgebende Recht von Amtes wegen anzuwenden, was es ihr erlaubt, bei ihrem (Rekurs-) Entscheid auch von den Rekurrenten nicht geltend gemachte RechtsmÃ¤ngel zu berÃ¼cksichtigen. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. Ob die vom Be­zirksrat beanstandeten RechtsmÃ¤ngel, die ihn zur Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses fÃ¼hrten, tatsÃ¤chlich gegeben sind, ist im Rahmen der materiellen Beurteilung zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihren Antrag als Feststellungsbegehren formuliert. Richtig besehen verlangt sie jedoch mit der Aufhebung des bezirksrÃ¤tlichen Rekursentscheids und der Wiederherstellung ihres Beschlusses vom 10. Juli 2001 ein Gestaltungsurteil, was zulÃ¤ssig ist; fÃ¼r einen Feststellungsentscheid bleibt bei dieser Sach- und Rechtslage kein Raum (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 62). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der Gemeinderat hat die verfÃ¼gte Sperrung auf § 74 GemeindeG und Art. 26 APV gestÃ¼tzt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat hat erwogen, § 74 GemeindeG bilde keine hinreichende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die streitbetroffene Sperrung der Flurstrasse. Als gesetzliche Formulierung der sogenannten polizeilichen Generalklausel berechtigte diese Bestimmung die Gemeinden lediglich zu Massnahmen, mit denen StÃ¶rungen der Ã¶ffentlichen Ordnung beseitigt oder unmittelbar drohende StÃ¶rungen verhindert werden sollten. Eine solche Situation liege hier nicht vor. Art. 26 APV sei eine Verhaltensvorschrift, welche das Betreten und Befahren des abgesperrten oder entsprechend signalisierten SchiessgelÃ¤ndes verbiete; aus dieser Vorschrift lasse sich keine Kompetenz der Gemeinde ableiten, derartige Absperrungen und Signalisationen anzuordnen. Beim streitbetroffenen Flurweg handle es sich um einen Genos­senschaftsweg im Sinn von § 108 Abs. 1 lit. a des Landwirtschaftsgesetzes vom 2. Sep­tember 1979 (LandwirtschaftsG; LS 910.1), der im Privateigentum der Rekurrentin Nr. 2 stehe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 74 GemeindeG steht dem Gemeinderat neben den ihm durch andere Ge­setze Ã¼berwiesenen Aufgaben insbesondere die Besorgung der gesamten Ortspolizei zu. Er sorgt fÃ¼r die Aufrechterhaltung der Ã¶ffentlichen Ruhe und Ordnung und fÃ¼r die Sicherheit von Personen und Eigentum gegen SchÃ¤digung und Gefahren jeder Art und trifft alle Vorkehren fÃ¼r die richtige ErfÃ¼llung der Aufgaben der Ortspolizei auf allen Verwaltungsgebieten (Abs. 2). Die Gemeinde erlÃ¤sst zu diesem Zweck eine Polizeiverordnung (Abs. 2 in der Fassung vom 1. September 1991). Bis zur Neufassung von Abs. 2 war der Erlass der kommunalen Polizeiverordnung zwingend der Gemeindeexekutive vorbehalten; gemÃ¤ss der neu gefassten Bestimmung soll die Gemeinde das zustÃ¤ndige Organ selber bestimmen kÃ¶nnen. Dementsprechend behalten Polizeiverordnungen, die wie jene der Gemeinde Mar­thalen vom 17. September 1981 vom Gemeinderat erlassen worden sind, ihre GÃ¼ltigkeit. GemÃ¤ss Art. 26 APV dÃ¼rfen abgesperrtes oder entsprechend signalisiertes SchiessgelÃ¤nde und die dazu gehÃ¶renden gefÃ¤hrdeten Zonen wÃ¤hrend SchiessÃ¼bungen weder betreten noch befahren werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. 133 des MilitÃ¤rgesetzes vom 3. Februar 1995 (MG; SR 510.10) sorgen die Gemeinden dafÃ¼r, dass die Schiessanlagen, die fÃ¼r die ausserdienstlichen militÃ¤rischen SchiessÃ¼bungen sowie die entsprechende TÃ¤tigkeit der Schiessvereine benÃ¶tigt werden, un­entgeltlich zur VerfÃ¼gung stehen (Abs. 1 Satz 1). Das EidgenÃ¶ssische Departement fÃ¼r Ver­­­teidigung, BevÃ¶lkerungsschutz und Sport (Departement VBS) kann den Gemeinden fÃ¼r </span></p> <p class="Einzug1"><span>die Errichtung von Schiessanlagen das Enteignungsrecht nach dem eidgenÃ¶ssischen Enteignungsgesetz erteilen, sofern ihnen diese MÃ¶glichkeit nicht aufgrund des kantonalen Rechts zusteht (Abs. 2). Das Departement VBS erlÃ¤sst Vorschriften Ã¼ber Lage, Bau und Betrieb von Schiessanlagen fÃ¼r das Schiesswesen ausser Dienst sowie Ã¼ber die zulasten der Schiessvereine gehenden Einrichtungen. Es berÃ¼cksichtigt dabei die BedÃ¼rfnisse der Sicher­heit, des Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes (Abs. 3). Die vom (damaligen) MilitÃ¤rdepartement (EMD) am 27. MÃ¤rz 1991 erlassene, sich in ihrer Fassung vom 6. Dezember 1995 auf Art. 133 MG stÃ¼tzende Schiessanlagen-Verordnung (SR 510.512) regelt in Art. 9 die Pflichten der Gemeinden. Danach fallen sÃ¤mtliche zweckdienliche Einrichtungen von 300-m-Schiessanlagen und deren Unterhalt sowie Erneuerung zu Lasten der Gemeinde, ins­besondere die Beschaffung des GrundstÃ¼cks durch Landerwerb, Pacht und BegrÃ¼ndung von Baurechten sowie durch Errichtung der notwendigen Dienstbarkeiten (lit. a) sowie der Bau der Schiessanlagen (lit. b). Art. 4 Schiessanlagen-Verordnung ermÃ¤chtigt den Chef Heer zum Erlass von Weisungen Ã¼ber die technischen Anforderungen von Schiessanlagen fÃ¼r das Schiesswesen ausser Dienst sowie zur Festlegung der sicherheitstechnisch bedingten Gefahrenzonen. Auf diese Bestimmung stÃ¼tzen sich die Weisungen des Ausbildungschefs Ã¼ber die technischen Belange der Schiess­anlagen fÃ¼r das Schiesswesen ausser Dienst vom 26. April 1991 (Weisungen fÃ¼r Schiess­anlagen, in act. 8/17). GemÃ¤ss Ziffer 19 dieser Weisungen sind Zufahrtswege in den Gefahrenzonen 1, 2 und 4 (zu diesen Zonen vgl. Anhang III) wÃ¤hrend der SchiessÃ¼bungen mit Ketten oder durch Barrieren mit einheitlicher Beschriftung abzusper­ren. Der eidgenÃ¶ssische Schiessoffizier bezeichnet die erforderlichen Absperrstellen (Abs. 1). Wenn notwendig, sind zur Verhinderung des Betretens des Gefahrenbereichs einer Schiessanlage gut sichtbare und textlich klare Warntafeln in genÃ¼gender Anzahl anzubringen (Abs. 2). Die Absperrzonen sind auf einem Plan einzuzeichnen und im SchÃ¼tzenhaus gut an­zubringen (Abs. 3). Bei Durchgangs- und Wanderwegen ist eine Umleitung zu signalisieren (Abs. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sodann regelt das MilitÃ¤rgesetz in Art. 63 die ausserdienstliche Schiesspflicht sowie in Art. 125 das Schiesswesen ausser Dienst und ermÃ¤chtigt in Art. 150 den Bundesrat zum Erlass von AusfÃ¼hrungsbestimmungen. Auf diese Vorschriften stÃ¼tzt sich die Verordnung Ã¼ber das Schiesswesen ausser Dienst vom 27. Februar 1991 (Schiessordnung; SR 512.31). Art. 24 Schiessordnung sieht fÃ¼r jene FÃ¤lle, in denen eine Gemeinde weder auf eigenem Gebiet eine Schiessanlage bauen noch sich zu diesem Zweck mit einer anderen zusammenschliessen kann, besondere Massnahmen vor, nÃ¤mlich die Zuweisung einer frem­den Gemein­deschiessanlage oder den Zusammenschluss zu einem Zweckverband fÃ¼r die Errichtung einer Gemeinschaftsschiessanlage oder die Errichtung einer Gemeindeschiess­anlage auf dem Gebiet einer anderen Gemeinde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die angeordnete Sperrung des streitbetroffenen Flurwegs (bzw. des in der Gefahrenzone 4 liegenden Abschnitts dieses Wegs) stellt in formeller Hinsicht eine Allgemeinver­fÃ¼gung dar (RB 1984 Nr. 2 = ZBl 86/1985 S. 85; Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 2445 ff.). Inhaltlich handelt es sich um eine â polizeirechtliche - Massnahme zur GewÃ¤hrleistung der Sicherheit des Schiessbetriebs. Die Sper­rung betrifft allerdings nicht eine Ã¶ffentliche, d.h. dem Ã¶ffentlichen Gebrauch gewidmete Strasse (vgl. § 38 des Strassengesetzes vom 27. September 1981; StrassG; LS 722.1), fÃ¼r deren Benutzung das Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) gelten wÃ¼rde, sondern einen Genossenschaftsweg im Sinn von § 108 Abs. 1 lit. a LandwirtschaftsG. Die Genossenschaftsmitglieder kÃ¶nnen solche Wege unbeschrÃ¤nkt zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung ihrer GrundstÃ¼cke befahren und begehen; die anderweitige Nutzung durch die Mitglieder bedarf der Zustimmung der Genossenschaft; Dritte sind ohne besondere Erlaubnis berechtigt, die Genossenschafts­wege zu begehen, d.h. als âFussgÃ¤ngerâ zu benutzen (§ 110 und 111 LandwirtschaftsG; vgl. auch § 35 StrassG; im gleichen Sinn: Art. 16 und 17 der Statuten der Beschwerdegegnerin, act. 8/14). Die Flurgenossenschaft als EigentÃ¼merin sowie die Volkswirtschaftsdirektion als AufsichtsbehÃ¶rde (vgl. § 113 LandwirtschaftsG) kÃ¶nnen Unberechtigten die BenÃ¼tzung durch ein richterliches Verbot gemÃ¤ss § 225 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 (ZPO; LS 271) untersagen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Aus den vorstehend (E. 2 b) angefÃ¼hrten Bestimmungen des kantonalen und eidgenÃ¶ssischen Rechts - insbesondere aus § 74 GemeindeG in Verbindung mit Art. 133 MG, Art. 9 Schiessanlagen-Verordnung und Ziffer 19 Weisungen fÃ¼r Schiessanlagen â ergibt sich, dass Anordnungen zur GewÃ¤hrleistung der Sicherheit des Schiessbetriebs grundsÃ¤tzlich in den Aufgabenbereich der das Bundesrecht insoweit vollziehenden Gemeinden und gemeindeintern in den ZustÃ¤ndigkeitsbereich der Gemeindeexekutive fallen. Entgegen der Auffassung des Bezirksrats kann dem Gemeinderat Marthalen die ZustÃ¤ndigkeit zum Erlass der Sperrung nicht von vornherein abgesprochen werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Eine andere Frage ist es jedoch, ob die genannten Vorschriften fÃ¼r die getroffene Massnahme eine hinreichende gesetzliche Grundlage bilden. Das ist angesichts dessen, dass von der Sperrung nicht eine Ã¶ffentliche Strasse, sondern ein Genossenschaftsweg betroffen ist, vor allem unter zwei Gesichtspunkten fraglich (nachfolgend E. 2 f und g). Dabei </span></p> <p class="Einzug1"><span>ist davon auszugehen, dass die verfÃ¼gte Sperrung in erster Linie die Genossenschaftsmitglie­der betrifft, die den Weg zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung ihrer anliegenden GrundstÃ¼cke benutzen und die sich insoweit auf die Eigentumsgarantie und die Wirtschafts­­freiheit (Art. 26 und 27 der Bundesverfassung vom 18. April 1999; BV) berufen kÃ¶n­nen. Fraglich ist allerdings, ob sich auch die Beschwerdegegnerin 2 als Ã¶ffentlichrechtliche Genossenschaft auf diese Freiheitsrechte berufen kann (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2001, N. 297). Dem ist jedoch nicht weiter nachzugehen, weil sich jedenfalls der Beschwerdegegner 1 als Genossenschafts­­mitglied und EigentÃ¼mer der an die betroffene Wegstrecke angrenzenden Parzelle Kat.Nr. 2671 auf diese Grundrechte berufen kann (zum Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit hinsichtlich der Benutzung Ã¶ffentlicher Strassen vgl. HÃ¤felin/Haller, N. 648 f.; RB 1996 Nr. 92).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) § 74 GemeindeG bildet fÃ¼r sich allein keine hinreichende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die streitbetroffene AllgemeinverfÃ¼gung. Darin ist dem Bezirksrat Andelfingen beizupflichten. Ebensowenig kann sich die streitige Anordnung auf Art. 26 APV (in Verbindung mit § 74 GemeindeG) stÃ¼tzen, denn diese kommunale Norm verbietet als Verhaltensvorschrift lediglich das Betreten und Befahren von abgesperrtem oder entsprechend signalisier­tem SchiessgelÃ¤nde, ohne dass darin die gesetzliche ErmÃ¤chtigung zur Sperrung und Signalisation auf bestimmten GrundstÃ¼cken erblickt werden kÃ¶nnte. Eine solche ErmÃ¤chtigung ergibt sich jedoch aus § 74 GemeindeG in Verbindung mit den erwÃ¤hnten bundesrechtlichen Bestimmungen (E. 2b). Allerdings kann diese ErmÃ¤chtigung nicht direkt aus Art. 133 MG abgeleitet werden und stellt sich damit die Frage, ob Art. 9 der Schiessanlagen-Verordnung in Verbindung mit Ziffer 19 der Weisungen fÃ¼r Schiessanlagen als blosse Verordnungsbestimmungen genÃ¼gen. Das hÃ¤ngt davon ab, ob die Sperrung fÃ¼r die betroffenen Genossenschaftsmitglieder einen leichten oder schweren Eingriff bewirkt. Schwerwiegende Eingriffe in die Eigentumsgarantie und die Wirtschaftsfreiheit bedÃ¼rfen einer Grundlage in einem formellen Gesetz, wÃ¤hrend fÃ¼r leichtere Eingriffe eine Verordnung genÃ¼gt (Art. 36 Abs. 1 Satz 2 BV; HÃ¤felin/Haller, N. 310). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass im fraglichen Stand pro Jahr wÃ¤hrend Ã¼ber 80 Stunden geschossen wird, wovon gut 10 Stunden an Sonntagen, Ã¼ber 30 Stun­den an Werktagen nach 18.30 Uhr und fast 40 Stunden an Werktagen vor 18.30 Uhr. Im Jahre 2001 ergab sich eine zusÃ¤tzliche Belegung von rund 30 Stunden infolge der in diesem Jahr durchgefÃ¼hrten Standerneuerungsschiessen (EntschÃ¤digungsberechnung des Schweizerischen Bauernverbandes; Zusammenstellung der SchiessanlÃ¤sse). Angesichts dieser zeitlichen Beanspruchung bewirkt die streitige AllgemeinverfÃ¼gung keinen schweren Eingriff fÃ¼r die betroffenen Genossenschaftsmitglieder; sie findet daher in Art. 9 Schiessanlagen-Verordnung und Ziffer 19 der Weisungen fÃ¼r Schiessanlagen in Verbindung mit § 74 GemeindeG eine hinreichende gesetzliche Grundlage.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Zur GewÃ¤hrleistung eines sicheren Schiessbetriebs kÃ¶nnen auch Dienstbarkeiten errichtet werden (vgl. Art. 9 lit. a Ziff. 2 Schiessanlagen-Verordnung). Ist ein freihÃ¤ndiger Erwerb der entsprechenden Rechte nicht mÃ¶glich, kÃ¶nnen solche Dienstbarkeiten auf dem Enteignungsweg eingerÃ¤umt werden kÃ¶nnen (Art. 133 Abs. 2 MG). In der Praxis kommen vor allem sogenannte Schiessdienstbarkeiten vor, mit denen das Ãberschiessen des belas­te­ten GrundstÃ¼cks ermÃ¶glicht wird (vgl. Heinz Hess/Heinrich Weibel, Das Enteignungsrecht des Bundes, Bern 1986, Band I, Das Bundesgesetz Ã¼ber die Enteignung, Art. 5 N. 33, Art. 19 N. 167; Band II, Verfassungsrechtliche Grundlagen/Spezialgesetze, MilitÃ¤rorganisa­tion, N. 37 und N. 58; BGE 108 Ib 376). Da Art. 133 Abs. 2 MG die Anwendung des eid­genÃ¶ssischen Enteignungsrechts nur subsidiÃ¤r vorsieht, dÃ¼rfte im Kanton ZÃ¼rich fÃ¼r die Enteignung dinglicher Rechte zugunsten von Schiessanlagen das kantonale Enteignungsrecht gemÃ¤ss dem Abtretungsgesetz vom 30. November 1879 (AbtrG; LS 781) anwendbar sein (Hess/Weibel, Band I, Art. 119 N. 20, Band II, MilitÃ¤rorganisation, N. 39).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es fragt sich, ob die MÃ¶glichkeit, die fÃ¼r die Sperrung des Weges erforderlichen Rechte auf dem Enteignungsweg zu erwerben, eine polizeirechtliche Anordnung, wie sie die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Beschluss vom 10. Juli 2001 getroffen hat, von vornherein ausschliesse. GestÃ¼tzt auf die genannten Bestimmungen wÃ¤re ein Gemeinwesen jedenfalls befugt, eine in seinem Eigentum stehende, dem Ã¶ffentlichen Gebrauch gewidmete Stras­se zwecks GewÃ¤hrleistung der Sicherheit wÃ¤hrend des Schiessbetriebs zu sperren, so­fern eine solche Massnahme im Ã¶ffentlichen Interesse liegt und dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeits­grundsatz genÃ¼gt. Es besteht kein Grund, weshalb es sich bezÃ¼glich nicht dem Ã¶ffentlichen Gebrauch gewidmeten Privatstrassen im Eigentum einer Ã¶ffentlichrechtlichen Genos­senschaft anders verhalten sollte. Das gilt um so mehr, als derartige Wege, soweit sie zu Fuss benutzt werden, nicht nur den Genossenschaftsmitgliedern, sondern auch <i>Drittpersonen offen stehen</i> (§ 111 LandwirtschaftsG). Wird in den genannten Bestimmungen eine hin­reichende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Sperrung von (Ã¶ffentlichen oder privaten) Stras­­sen und Wegen zur GewÃ¤hrleistung der Sicherheit wÃ¤hrend des Schiessbetriebs erblickt, bedeutet dies im Ãbrigen nicht, dass eine solche Massnahme ohne Beachtung weiterer Voraussetzungen rechtmÃ¤ssig wÃ¤re. Vielmehr muss sie â wie dies auch fÃ¼r die EinrÃ¤umung einer Schiessdienstbarkeit auf dem Enteignungsweg gelten wÃ¼rde â im Ã¶ffentlichen Interesse liegen und dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip genÃ¼gen (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 1629 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Gegen die ZulÃ¤ssigkeit einer polizeirechtlichen Massnahme lÃ¤sst sich auch nicht ein­­wenden, solche Massnahmen mÃ¼ssten sich an den StÃ¶rer richten (zum StÃ¶rerprinzip vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 1926 ff.). Wie sich aus den einschlÃ¤gigen Bestimmungen des Bundesrechts ergibt, liegt der Betrieb von Schiessanlagen â namentlich im Hinblick auf die aus­serdienstliche Schiesspflicht und das ausserdienstliche Schiesswesen â im Ã¶ffentlichen In­te­resse. Gerade deswegen rÃ¤umt Art. 133 Abs. 2 MG den Gemeinden fÃ¼r die Errichtung solcher Anlagen das Enteignungsrecht ein. Ein rechtmÃ¤ssiger Betrieb der Schiessanlagen setzt die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften voraus. Polizeiliche Massnahmen, die der Umsetzung dieser Vorschriften dienen, sind im Hinblick auf das Ã¶ffentliche Interesse am Betrieb solcher Anlagen nicht von vornherein deswegen unzulÃ¤ssig, weil sie sich nicht ge­gen die SchÃ¼tzen, sondern gegen Drittpersonen richten, welche am Betreten der Gefahrenzonen gehindert werden sollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall ist allerdings zu beachten, dass nicht nur das von der Sperrung gemÃ¤ss Beschluss vom 10. Juli 2001 betroffene WegstÃ¼ck in der Gefahrenzone 4 liegt, son­dern gemÃ¤ss den vom Bezirksrat anlÃ¤sslich des Augenscheins vom 14. Januar 2002 ge­troffenen Feststellungen auch das angrenzende Feld mit einer AnstosslÃ¤nge von 150 m in einer Tiefe von 20 â 30 m. Beim betroffenen Areal handelt es sich aufgrund der vorliegenden PlÃ¤ne nicht nur um eine Parzelle des Beschwerdegegners 1, sondern vor allem auch um das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 2670 eines anderen Genossenschaftsmitglieds. Es dÃ¼rfte kaum an­gehen, diesem GrundeigentÃ¼mer nicht nur die Benutzung des Genossenschaftswegs, sondern auch die Bewerbung seines eigenen Landes wÃ¤hrend der Dauer des Schiessbetriebs mit polizeilichen Massnahmen zu verbieten. Sodann besteht hinsichtlich dieses GrundstÃ¼cks auch <i>kein</i> <i>allgemeines Zutrittsrecht fÃ¼r Drittpersonen</i>, namentlich nicht nach Art. 699 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210), fÃ¤llt es doch als Kulturland nicht unter den Begriff der Weide im Sinn dieser Bestimmung (Robert Haab, ZÃ¼rcher Kommentar, 1938, Art. 699 ZGB N. 4). FÃ¼r die Umsetzung der bundesrechtlichen Sicherheitsbestimmungen ist daher bezÃ¼glich dieses Areals eine Dienstbarkeit erforderlich, die, sofern eine gÃ¼tliche Einigung mit dem GrundeigentÃ¼mer nicht mÃ¶glich ist, auf dem Enteignungsweg zu errichten wÃ¤re. Aus dieser Sicht erschiene es wohl zweck­mÃ¤ssiger, die Sper­rung des Genossenschaftswegs ebenfalls mittels einer Dienstbarkeit statt durch eine polizeiliche Anordnung sicherzustellen. Das Verwaltungsgericht hat jedoch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht Ã¼ber die ZweckmÃ¤ssigkeit des von der Beschwer­de­fÃ¼hrerin bezÃ¼glich des Genossenschaftswegs gewÃ¤hlten Vorgehens zu entscheiden. Der genannte Um­stand Ã¤ndert nichts daran, dass fÃ¼r die allein im Streit liegende Sperrung des Genossenschaftswegs mit den genannten Bestimmungen eine hinreichende gesetzliche Grund­lage ge­geben ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Zu prÃ¼fen bleibt, ob die polizeilich verfÃ¼gte Sperrung im Ã¶ffentlichen Interesse liegt und dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip genÃ¼gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das betroffene WegstÃ¼ck liegt in der Gefahrenzone 4 im Sinn von Ziffer 14 der Weisungen fÃ¼r Schiessanlagen, in welcher KugeleinschlÃ¤ge nicht auszuschliessen sind. Die Abwendung der damit verbundenen Gefahren dient der Ã¶ffentlichen Sicherheit und liegt da­mit zweifellos im Ã¶ffentlichen Interesse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die streitbetroffene Sperrung wÃ¤hrend der SchiessanlÃ¤sse ist offenkundig geeignet, eine GefÃ¤hrdung von Personen, die den Weg wÃ¤hrend des Schiessens benutzen wollen, zu vermeiden. Es fragt sich, ob sie auch erforderlich ist, was dann zu verneinen ist, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme fÃ¼r den angestrebten Erfolg ausreichen wÃ¼rde. Selbst wenn sich die Massnahme als erforderlich erweist, erscheint sie nach dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip im engeren Sinn nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernÃ¼nftiges VerhÃ¤ltnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie fÃ¼r die Betroffenen bewirkt, wahrt (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 514 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Als Alternative zur verfÃ¼gten Sperrung kÃ¤me gemÃ¤ss den Auflagen des EidgenÃ¶ssischen Schiessoffiziers die Errichtung einer Hochblende in Betracht (bezÃ¼glich sol­cher Blen­den vgl. Weisungen fÃ¼r Schiessanlagen, Anhang VII). GemÃ¤ss der vom Gemeinderat Marthalen eingeholten Offerte der Firma H vom 26. April 2001 belaufen sich die Kosten einer Hochblende auf ca. Fr. 23'000.-. Auch mit einer derartigen Einrichtung dÃ¼rfte jedoch gemÃ¤ss den Auflagen des EidgenÃ¶ssischen Schiessoffiziers auf den im Stand vorhandenen LÃ¤gern nur liegend geschossen werden; um das sogenannte 3-Stellungsschiessen zu ermÃ¶g­lichen, mÃ¼ssten vier LÃ¤gern umgebaut werden, was zusÃ¤tzlichen Kostenaufwand von Fr. 6'350.- verursachen wÃ¼rde. Im Hinblick auf diesen Kostenaufwand sowie auf die befÃ¼rchtete BeeintrÃ¤chtigung des Landschaftsbildes hat der Gemeinderat diese Alternative verworfen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Angesichts der verschiedenen Vor- und Nachteile, die mit der streitbetroffenen Sper­­rung einerseits und mit der als Alternative in Betracht fallenden Erstellung einer Hoch­blende anderseits verbunden sind, kann der verfÃ¼gten Sperrung die Erforderlichkeit nicht ab­gesprochen werden. Vielmehr ist nach dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip im engeren Sinn aufgrund einer InteressenabwÃ¤gung darÃ¼ber zu befinden, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin diese polizeiliche Massnahme der vorhandenen Alternative zu Recht vorgezogen habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Ob die streitbetroffene Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei, hat der Bezirksrat, ausgehend von einer anderen rechtlichen Betrachtungsweise, noch nicht geprÃ¼ft. Es handelt sich dabei im Kern zwar um eine vom Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼fbare Rechtsfrage (KÃ¶lz/ ­Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 98); im Rahmen der erforderlichen InteressenabwÃ¤gung steht dem Gemeinderat aber auch ein erhebliches Ermessen zu, dessen richtige AusÃ¼bung in erster Linie vom Bezirksrat zu Ã¼berprÃ¼fen ist. Die Sache ist daher zu diesem Zweck an den Bezirks­rat zurÃ¼ckzuweisen (§ 64 Abs. 1 VRG). Zu gewichten hat dieser bei seiner Neubeurteilung in erster Linie die mit der AlternativlÃ¶sung verbundenen Kosten (unter PrÃ¼fung des Einwandes der Beschwerdegegnerin, die veranschlagten Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin kÃ¶nnten durch Eigenleistungen des MilitÃ¤rschiessvereins gesenkt werden), die mit der Alter­nativlÃ¶sung verbundenen Auswirkungen auf das Landschaftsbild (die vom Beschwerdegegner bestritten werden) sowie die mit der verfÃ¼gten Sperre verbundenen EinschrÃ¤nkun­gen in der BenÃ¼tzung des Weges, unter BerÃ¼cksichtigung des Umstandes, dass er im Regio­nalen Richtplan als Fuss- und Wanderweg eingetragen ist, was allerdings dessen zeit­wei­lige Sperrung nicht von vornherein ausschliesst. Zu bedenken ist auch, dass bei einem Verzicht auf die Hochblende eine Bewirtschaftung der GrundstÃ¼cke Kat. Nrn.2670 und 2671 wÃ¤hrend der Schiesszeiten weitgehend unmÃ¶glich sein dÃ¼rfte, da eine Bearbeitung nur der ausserhalb des Schussfeldes gelegenen Teile kaum rationell ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Rekursentscheid vom 19. MÃ¤rz 2002 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Neubeurteilung im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Bezirksrat Andelfingen zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>