B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5296/2025 U r t e i l v o m 2 4 . J u l i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Kaspar Gerber, mit Zustimmung von Richter Mathias Lanz; Gerichtsschreiberin Natassia Gili. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), und deren Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Afghanistan, alle vertreten durch MLaw Gaëlle Frischknecht, Rechtsschutz für Asylsuchende Bundesasylzentrum (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG); Verfügung des SEM vom 10. Juli 2025 / N (…). E-5296/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden A._______ (Beschwerdeführer) und B._______ (Beschwerdeführerin) suchten am 2. April 2025 für sich und ihre drei min- derjährigen Kinder in der Schweiz um Asyl nach. Dabei reichten sie gültige griechische Aufenthaltstitel und Reisedokumente für alle Familienmitglie- der zu den Akten. B. B.a Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Euro- dac) ergab, dass sie am 28. November 2024 in Griechenland um Asyl er- sucht hatten und ihnen am 3. Februar 2025 durch die griechischen Behör- den internationaler Schutz gewährt worden war. B.b Gestützt auf das Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundes- rat und der Regierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 und die Richtlinie 2008/115/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mit- gliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger er- suchte das SEM am 8. April 2025 die griechischen Behörden um Rück- übernahme der Beschwerdeführenden. B.c Am 8. Mai 2025 stimmten die griechischen Behörden dem Ersuchen um Rückübernahme der Beschwerdeführenden zu. C. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zur Rückführung nach Griechenland brachten die Beschwerdeführenden in ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 20. Mai 2025 vor, afghanische Staatsangehörige zu sein. Drei Wochen nach Ankunft in Griechenland hätten sie einen Schutz- titel erhalten und seien daraufhin aufgefordert worden, das Camp zu ver- lassen, was sie mangels finanziel ler Mittel, insbesondere zur Miete einer Wohnung, nicht hätten tun können. Ihnen seien weder Integrationsunter- stützungen noch sonstige Hilfeleistungen angeboten worden; er (der Be- schwerdeführer) habe erfolglos versucht, an Arbeit zu kommen. Die Kinder hätten kurz die Schule besucht; nachdem ein Kind auf dem Schulweg von einem fremden Mann belästigt worden sei, hätten sie sich aber nicht mehr zur Schule getraut. Ausserdem sei sie (die Beschwerdeführerin) schwan- ger, leide an Husten und infolgedessen an Nasenb luten. Ansonsten habe die Familie keine gesundheitlichen Probleme. E-5296/2025 Seite 3 D. Anlässlich des Gesprächs zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat vom 4. Juni 2025 machten die Beschwerdeführenden geltend, die griechi- sche Sprache nicht zu beherrschen . Es habe auch keine Möglichkeit be- standen, Griechisch zu lernen , zumal sie (die Beschwerdeführerin) Anal- phabetin sei. Die Familie habe während der fünf Monate in Griechenland viele Schwierigkeiten gehabt: So hätten sie im Camp für bloss eine Mahl- zeit pro Tag jeweils mehrere Stunden anstehen und sich ein Zelt mit circa zwölf weiteren Personen teilen müssen, auf Brettern geschlafen und kalt gehabt. Nach Erteilung des Schutztitels seien sie ausserdem täglich dazu aufgefordert worden, das Camp zu verlassen. Sie hätten keinerlei finanzi- elle Unterstützung erhalten, obschon sie sich beim Roten Halbmond regis- triert hätten. Ihre Kinder hätten nur kurz die Schule besucht und die ärztli- che Versorgung sei für sie nicht gut gewesen. Er (der Beschwerdeführer) habe trotz seiner Schulbil dung, Arbeitserfahrung und Sprachkenntnissen in Usbekisch, Paschtu und Türkisch keine Arbeit gefunden. In gesundheit- licher Hinsicht leide er an Zahn- und Halsschmerzen, zudem habe er kürz- lich Schmerzen im Herzbereich bekommen. Auch zwei der Kinder würden an Halsschmerzen leiden und ein Kind habe Zahnprobleme. Sie seien in die Schweiz gereist, um ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten zu kön- nen. E. Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichten die Beschwerdefüh- renden verschiedene medizinische Unterla gen (u.a. Schwangerschafts- kontrollen, Kinderarztbesuche insbesondere betreffend Impfungen und Arztbesuche des Beschwerdeführers) zu den Akten. F. Am 8. Juli 2025 stellte das SEM der den Beschwerdeführenden zugewie- senen Rechtsvertretung den Entscheidentwurf zur Stellungnahme zu, wel- che tags darauf einging. G. Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 10. Juli 2025 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylge- such der Beschwerdeführenden nicht ein (Dispositivziffer 1), ordnete die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffern 2-3) und den Vollzug durch den zuständigen Kanton F._______ (Dispositivziffer 4) an und händigte den Beschwerdeführenden die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver- zeichnis aus (Dispositivziffer 5). E-5296/2025 Seite 4 H. Mit Eingabe vom 17. Juli 2025 erhoben die Beschwerdeführenden, han- delnd durch die rubrizierte Rechtsvertreterin, beim Bundesverwaltungsge- richt Beschwerde gegen diese Verfügung und beantragten, die Dispositiv- ziffern 2-3 der Verfügung seien aufzuheben und sie seien vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Eventualiter seien die Dispositivziffern 2-3 der Ver- fügung zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den griechischen Behörden individuelle Garantien betreffend den Zugang der Beschwerdeführenden zur Unterbringung und di e soziale Unterstützung zur Deckung der elementaren Grundbedürfnisse einzuholen. In formeller Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. I. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 18. Juli 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. E-5296/2025 Seite 5 2. 2.1 Die Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die Frage, ob das SEM zu Recht auf das Asyl- gesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, bildet daher nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 2.2 Die Beschwerdeführenden beantragen die Aufhebung der angefochte- nen Verfügung in den Dispositivziffern 2 -3, bezieh en sich in der Be- schwerde allerdings ausschliesslich auf den Vollzug der Wegweisung. Die Wegweisung als solche (Dispositivziffer 2) kann praxisgemäss nur aufge- hoben werden, wenn eine Aufenthaltsbewilligung vorliegt oder ein An- spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2009/50 m.w.H.), was vorliegend zurzeit nicht der Fall ist. 3. 3.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vo rgenommen, weshalb das Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung prüft. 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Rich terin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. Für die beantragte – aber nicht substanziiert begründete – Rückweisung der Sache im Wegweisungs- und Vollzugspunkt (Dispositivziffern 2-3) an die Vorinstanz zwecks weiterer Sachv erhaltsabklärungen besteht keine Veranlassung, da – wie im Folgenden zu zeigen ist – der Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt ist und in den Akten auch keine Verfahrensfehler erkennbar sind. Das entsprechende Eventualbegehren ist abzuweisen. E-5296/2025 Seite 6 6. 6.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM mit ausführlichem Verweis auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022) aus, es könne weiterhin davon ausgegangen werden, dass der Vollzug der Wegweisung nach Grie- chenland für anerkannte Schutzberechtigte grundsätzlich zulässig und zu- mutbar sei. Für Familien mit Kindern sei der Vollzug der Wegweisung eben- falls zumutbar, falls günstige Voraussetzungen oder Umstände vorl ägen. Die Beschwerdeführenden hätten nicht dargelegt, inwiefern sie nicht über die Ressourcen verfügen sollten, ihre Rechte in Griechenland geltend zu machen. Allein die Tatsache, dass sich die bisherige Integration als schwie- rig erwiesen habe, lasse den Vollzug der Wegweisung noch nicht als un- zumutbar erscheinen. Es gehe aus den Akten nicht hervor, dass sie alles ihnen Zumutbare unternommen hätten, um in Griechenland zu ihren Rech- ten und den ihnen zustehenden Leistungen zu kommen, oder dass sie die ihnen noch zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel eingesetzt hätten, um sich in Griechenland eine Zukunft aufzubauen. Vielmehr hätten sie ih- ren Angaben zufolge das Camp nicht verlassen, die Behörden nicht kon- taktiert und kurze Zeit nach Erhalt der Reisedokumente Griechenland ver- lassen. Schutzberechtigte, welche in Griechenland nicht in der Lage seien, ihren Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten, könnten beim griechischen Staat das Garantierte Mindesteinkommen (Ελάχιστο Εγγυημένο Εισόδημα; EEE) beantragen, wobei das EEE ein umfassen des Unterstützungskon- zept sei, welches auf drei Grundpfeilern – finanzielle Einkommensunter- stützung, soziale Dienstleistungen sowie berufliche Integration – beruhe. Der entsprechende Antrag könne bei einem Gemeindezentrum oder einem Migrant Integration Center (MIC) eingereicht werden, wobei die MIC wei- tere Unterstützungsleistungen anböten. Bis zur Genehmigung des Antrags auf das EEE, welche in der Regel innerhalb eines Monats erfolge und für jeweils sechs Monate gelte, hätten die Beschwerdeführenden gemäss der Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (sogenannte Qualifikationsrichtlinie) Anspruch auf Un- terstützungsleistungen. Diese könnten direkt bei den zuständigen Behör- den – nötigenfalls auch auf dem Rechtsweg – eingefordert werden. Aus- serdem stünden Schutzberechtigten in Griechenland ein weiteres Integra- tionsprojekt, HELIOS+, sowie zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen mit diversen Unterstützungsangeboten (beispielsweise die Organisation «Hidden Goddess» betreffend Kurse für Frauen) zur Verfügung. Soweit die Beschwerdeführenden gemäss Stellungnahme zum Entscheidentwurf vom E-5296/2025 Seite 7 HELIOS+-Programm keine Kenntnis gehabt hätten, sei deren Ausführun- gen nicht zu entnehmen, dass sie sich umfassend zu informieren versucht hätten. Angesichts des Bildungsstands und der Arbeitserfahrung des Be- schwerdeführers seien grundsätzlich die Voraussetzungen gegeben, um in Griechenland eine Erwerbstätigkeit zu finden und die griechische Sprache zu erlernen. In Bezug auf die Kinder sei auf die bestehende Schulpflicht in Griechenland zu verweisen; zudem gälten die griechischen Behörden sowohl als schutz- willig als auch als schutzfähig, so dass sich die Beschwerdeführenden hin- sichtlich des Vorfalls auf dem Schulweg des einen Kindes an die d ortigen Strafverfolgungsbehörden zu richten h ätten. Weder der Gesundheitszu- stand der Beschwerdeführenden noch die bislang komplikationsfrei verlau- fende Schwangerschaft der Beschwerdeführerin würden darauf schliessen lassen, dass es sich bei den Beschwerdef ührenden um äusserst vul- nerable Personen handle. Ohnehin könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführenden in Griechenland als Schutzberechtigte eine adäquate medizinische Behandlung erhalten würden. Insgesamt sei es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die in Art. 83 Abs. 5 AIG (SR 142.20) verankerte Legalvermutung umzustossen. 6.2 Dem hielten die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerde im We- sentlichen entgegen, dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesver- waltungsgerichts der Wegweisungsvollzug von Familien mit Kindern nur dann als zumutbar zu erachten sei, wenn im Einzelfall günstige Vorausset- zungen oder Umstände vorlägen. Die Beschwerdeführenden hätten ledig- lich vier Monate in Griechenland verbracht, würden die griechische Sp ra- che nicht beherrschen, seien in Griechenland keiner Erwerbstätigkeit nach- gegangen und würden über kein soziales oder familiäres Netz dort verfü- gen. Entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung hätten die Beschwerde- führenden durchaus versucht, Unterstützung zu erhalten und sich zu integ- rieren. So hätten sie sich mehrfach beim Camppersonal erkundigt, sich beim Roten Halbmond sowie bei einer weiteren Hilfsorganisation registrie- ren lassen, ohne jemals Hilfe erhalten zu haben. Vor dem Hintergrund, dass anerkannte Schutzberechtigte zu denselben Bedingungen wie grie- chische Staatsangehörige soziale Leistungen erhalten würden und die Ge- währung des Mindesteinkommens EEE an den Nachweis eines dauerhaf- ten Wohnsitzes geknüpft sei, sei die Wohnungs - und Arbeitssuche er- schwert. Zudem sei das HELIOS+-Programm noch nicht angelaufen. Den Beschwerdeführenden könne mithin nicht vorgeworfen werden, sie hätten nicht alle verfügbaren Angebote in Griechenland ausgeschöpft. Ihnen E-5296/2025 Seite 8 drohe, mit Verweis auf den Bericht «Recognised Refugees 2025» der Stif- tung Pro Asyl und Refugee Support Aegean, bei einer Rückkehr nach Grie- chenland Obdachlosigkeit, was insbesondere für die minderjährigen Kinder verheerend wäre. In Bezug auf den Gesundheitszustand sei insbesondere auf die erhebliche Gefahr v on Komplikationen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft der Beschwerdeführerin hinzuweisen. Ausserdem leide der Beschwerdeführer an Schmerzen am Herzen und die beabsichtigte Wegweisung nach Griechenland führe zu erheblicher psychischer Belas- tung. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen wie bereits erläutert (vgl. E. 2.2) weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über ei- nen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde dem- nach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund E-5296/2025 Seite 9 nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches L and gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Bei Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in wel- chem die Beschwerdeführerin Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet (vgl. Art. 6 a Abs. 2 Bst. b AsylG). Das Land ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des FK -Zu- satzprotokolls vom 31. Januar 1967 und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens sehr schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde, weshalb das Bundesverwaltungsgericht – wie die Vo- rinstanz zutreffend ausführt – festgestellt hat, dass der Vollzug der Weg- weisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus er- halten haben, grundsätzlich zulässig ist (vgl. das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2 und 11.4). 8.2.3 Angesichts der Tatsache, dass auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nicht eingetreten werden konnte, ist nicht von einer asylr echtlich erhebli- chen Gefährdung auszugehen und sind den Akten keine Hinweise auf eine Verletzung des in Art. 5 AsylG verankerten Prinzips des flüchtlingsrechtli- chen Non-Refoulement zu entnehmen. 8.2.4 Die Beschwerdeführenden wurden in Griechenland als Flüchtlinge anerkannt. Sie können sich dort somit – wie die Vorinstanz in ihrer Verfü- gung zu Recht aufgezeigt hat (s. angefochtene Verfügung S. 11 f.) – auf die Garantien der Qualifikationsrichtlinie berufen (insbesondere die Regeln betreffend den Zugang zu Beschäftigung [Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu E-5296/2025 Seite 10 Sozialhilfeleistungen [Art. 2 9], zu medizinischer Versorgung [Art. 30] und zu Wohnraum [Art. 32]), auf die sich Griechenland als EU-Mitgliedstaat be- haften lassen muss. Auch unter Berücksichtigung der teils schwierigen Le- bensbedingungen in Griechenland ist nicht von einem «real risk» auszuge- hen, wonach die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Grie- chenland einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt sein wer- den. Es obliegt ihnen, bei den zuständigen Behörden ihre Rechte geltend zu machen, nötigenfalls mithilfe einer der in Griechenland zahlreich vor- handenen Hilfsorganisationen. Es liegen nach dem Gesagten keine stich- haltigen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Griechenland einer menschenunwürdigen oder erniedri- genden Behandlung ausgesetzt wären. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Anhang 2 zu Art. 18 der Verord- nung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg - und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen (VVWAL; SR 142.281) besteht die Vermutung, dass eine Wegweisung nac h Grie- chenland in der Regel zumutbar ist. Es obliegt der betroffenen Person, diese Vermutung umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte da- für vorzubringen, dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht ver- letzten, ihr nicht den notwendigen Sc hutz gewährten oder sie menschen- unwürdigen Lebensumständen aussetzten respektive dass sie im Fall ei- ner Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von individuellen Umstän- den sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil des BVGer E -3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). Die Legalvermutung der Zumut- barkeit des Vollzugs der Wegweisung gilt bezüglich Griechenlands grund- sätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Schwangere oder Personen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, welche nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1). Sind Familien mit Kindern betroffen, welche ebenfalls als vulnerable Per- sonen bezeichnet werden können, erachtet das Bundesverwaltungsgericht E-5296/2025 Seite 11 den Vollzug der Wegweisung als zumutbar, falls günstige Voraussetzungen oder Umstände vorliegen. In jedem Fall sind im Rahmen der Abwägung sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, wie Al- ter, Gesundheitszustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Be- rufserfahrung der Betroffenen, aber auch ob und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen beziehungsweise bereits versucht haben, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu nehmen. Allein die Tatsache, dass sich die bisherige Integration der betroffenen Personen in Griechenland als schwierig erwiesen hat, lässt den Vollzug der Wegwei- sung noch nicht als unzumutbar erscheinen. Entscheidend ist, ob die be- troffenen Personen bei einer Rückkehr trotz ihnen zumutbarer Anstrengun- gen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage ge- raten würden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten (vgl. a.a.O. E. 11.5.2). 8.3.3 Aufgrund der Aktenlage ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei den Beschwerdeführenden um äusserst vulnerable Personen im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts handelt. Vielmehr gehö- ren die Beschwerdeführenden als Familie mit minderjährigen Kindern in die Kategorie der vulnerablen Personen, bei denen die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs bei Vorliegen von günstigen Umständen greift. Die Vorinstanz zeigte in der angefochtenen Verfügung ausführlich und nachvollziehbar auf, we shalb sie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zur Erkenntnis gelangt ist, dass der Wegweisungsvollzug für die Familie zumutbar ist (s. angefochtene Verfügung S. 12 ff.). Zudem liess sie ebenfalls im Sinne der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechts prechung miteinfliessen, ob und inwieweit die Beschwerdeführenden eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen beziehungsweise bereits ver- sucht hatten, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu nehmen oder die grie- chische Sprache zu erlernen. Die Beschwerdeführenden müssen sich da- bei vorhalten lassen, dass sie Griechenland nach nur zwei Monaten nach der Schutzgewährung bereits wieder verlassen haben und in die Schweiz gereist sind. Dies steht im Widerspruch zu allfälligen langfristigen Verbes- serungsbemühungen ihrer Situation in Griechenland. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden bei einer erneuten Rückkehr nach Griechenland trotz den von der Vorinstanz detailliert aufgezeigten und von ihnen zu erwartenden zumutbaren Anstrengungen (beispielsweise mit Blick auf Arbeit, Spracherlernung, allfällig notwendige finanzielle, sozi- ale oder medizinische Leistungen) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit E-5296/2025 Seite 12 in eine existenzielle Notlage geraten werden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden können. Mit ihren Ausführungen in der Beschwerde gelingt es ihnen nicht, die gel- tende Legalvermutung umzustossen. Inwieweit sie in Griechenland erfolg- los eigene , ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen beziehungs- weise bereits versucht haben, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu neh- men, wird in der Rechtsmitteleingabe weder substanziiert aufgezeigt noch belegt. Zwar dürften sie bei einer Rückkehr nach Griechenland mit gewis- sen Herausforderungen im Alltag konfrontiert sein; diese erscheinen bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwindbar. Es ist erneut darauf hinzuweisen, dass sie sich als anerkannte Flüchtlinge in Griechenland auf die Qualifikationsrichtlinie berufen können. Auch ist festzuhalten, dass die Nichtregierungsorganisationen in Griechenland von verschiedenen Akteu- ren (wie etwa der Europäischen Union) gerade finanziert werden, um staat- liche Angebote zu ergänzen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 9). Es ist den Beschwerdeführenden zuzumuten, sich bei Bedarf an die griechischen Behörden oder an karita- tive Organisationen zu wenden. Falls ihnen entsprechende Leistungen (Zugang zu medizinischer Versorgung etc.) verwehrt werden, haben sie die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern, zumal es sich bei Griechenland um einen Rechtsstaat mit einem funktionierenden Justizsystem handelt. Sollten sie erneut unangemessenem Verhalten aus- gesetzt sein, können sie an die zuständigen staatlichen Stellen gelangen; diese sind ohne Weiteres als schutzfähig und -willig zu erachten (vgl. Urteil des BVGer D-2287/2024 vom 26. April 2024 E. 9.4). Was den Einwand des Nichtbeherrschens der griechischen Sprache und des Analphabetismus der Beschwerdeführerin betrifft, ist festzustellen, dass dies auch auf die deutsche Sprache zutrifft. Ausserdem ist davon auszugehen, dass sie – wie bereits während ihre s vorherigen Aufenthalt s in Griechen- land – von ihren Freunden aus dem Ausland finanzielle Unterstützung er- halten können, sollte dies erforderlich sein. 8.3.4 Sodann ist gemäss konstanter Praxis aus medizinischen Gründen nur dann auf eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schlies- sen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden- den Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende me- dizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men- schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt E-5296/2025 Seite 13 jedenfalls noch nicht vor, wenn im Zielstaat keine dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung verfügbar ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 oder etwa Urteil des BVGer E -1899/2023 vom 13. April 2023 E. 7.3.4). Die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführenden sind nicht von einer derartigen Schwere, dass sie der Zumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs entgegenstehen. Die von der Rechtsprechung für die Unzumut- barkeit des Vollzugs geforderte hohe Schwelle ist nicht erreicht. Gemäss der vorgenannten Rechtsprechung steht auch eine Schwangerschaft einer Überstellung grundsätzlich nicht entgegen. Die Behandlung der allenfalls noch bestehenden gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers und dessen Kinder (u.a. Zahn- und Halsschmerzen) sowie die Betreuung der bislang komplikationsfrei verlaufenden Schwangerschaft der Be- schwerdeführerin ist aufgrund des dort erhaltenen Schutzstatus ebenso in Griechenland möglich. 8.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass für die Einholung individueller Garantien betreffend Unterbringung und die soziale Unterstützung zur De- ckung der elementaren Grundbedürfnisse , weshalb der entsprechende Subsubeventualantrag abzuweisen ist. 8.5 Nachdem die griechischen Behörden dem Rückübernahmeersuchen zugestimmt haben und die Beschwerdeführenden dort über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügen, ist der Vollzug der Wegweisung auch möglich (Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal es den Beschwerdeführe nden obliegt, bei der Beschaffung allenfalls notwendiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt und angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuwei- sen. E-5296/2025 Seite 14 10. 10.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzuweisen, da sich die Begehren entsprechend den vorstehenden Erwä- gungen von vornherein als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen haben. 10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– festzu- setzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-5296/2025 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Kaspar Gerber Natassia Gili Versand: