<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00123</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204304&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00123</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.05.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Heilanpreisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Werbung für ein Vitaminpräparat Werbung in Form einer Broschüre für ein Vitaminpräparat; Beschreibung der Werbeunterlagen (E. 2.1). Das Produkt ist eine Nahrungsergänzung und damit im Sinn der Lebensmittelgesetzgebung ein (Spezial-)Lebensmittel; Begriffsumschreibungen (E. 2.2). Das Produkt ist in ca. 20 verschiedenen Zusammenstellungen erhältlich, die den Kunden je nach ihren Bedürfnissen (ermittelt über einen Fragebogen) abgegeben werden. Soweit diese Zusammenstellungen die vorgeschriebenen Vitamindosen nicht enthalten, gelten sie nicht als Nahrungsergänzung (E. 2.3). Täuschungsverbot gemäss Lebensmittelgesetzgebung; Abgrenzung der Lebensmittel von den Heilmitteln. Bei Speziallebensmitteln sind nur Hinweise auf allgemeine gesundheitsfördernde Wirkungen zulässig (E. 2.4-2.6). Begriff des Vitamins (E. 2.7). Die Werbung suggeriert zu Unrecht zum einen eine jeweils völlig individuelle Zusammensetzung des Produkts und zum andern dessen Notwendigkeit auch für den Fall einer ausgewogenen Ernährung mit genügend Vitaminen (E. 3.1 f.). Ausserdem ist der Fragebogen (als Grundlage für die individuelle Zusammenstellung des Produkts) zu pauschal abgefasst (E. 3.3). Die Werbung erweckt den Eindruck, eine mangelhafte Vitaminversorgung habe bestimmte Krankheiten zur Folge und das Produkt verhindere diese. Dem Produkt wird so eine therapeutische Wirkung als Heilmittel zugeschrieben. Die Werbung erweist sich so als krankheitsbezogen und nicht als gesundheitsbezogen (E. 4.2). Die Beurteilung durch die Vorinstanz stellt keine Ermessensunterschreitung dar (E. 4.3.1). Die Anpreisung bezieht sich zu Unrecht direkt auf das Produkt und nicht lediglich auf den enthaltenen Nährstoff (E. 4.3.2 f.). Für die Beurteilung der Werbung ist nicht massgeblich, w i e das Produkt angepriesen wird, sondern w e l c h e Erwartungen es beim Publikum erweckt (E. 4.3.4). Keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit (E. 4.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANPREISUNG">ANPREISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZNEIMITTEL">ARZNEIMITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILANPREISUNG">HEILANPREISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILMITTEL">HEILMITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSMITTEL">LEBENSMITTEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEDIKAMENTE">MEDIKAMENTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NAHRUNGSERGÃNZUNG">NAHRUNGSERGÃNZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPEZIALLEBENSMITTEL">SPEZIALLEBENSMITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNGSVERBOT">TÃUSCHUNGSVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VITAMIN">VITAMIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WERBUNG">WERBUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 3 LMG</span><br/><span class="gerade">Art. 18 LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 19 LMV</span><br/><span class="gerade">Art. 165 LMV</span><br/><span class="ungerade">Art. 184b LMV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Das kantonale Labor des Kantons X Ã¼berwies am 13. MÃ¤rz 2003 dem Kantonalen Labor ZÃ¼rich als zustÃ¤ndiger Instanz eine WerbebroschÃ¼re von A AG mit Sitz in ZÃ¼rich betreffend das Produkt "C", die nach Ansicht des Kantonschemikers gegen Bestimmungen der Lebensmittelverordnung vom 1. MÃ¤rz 1995 (LMV) verstiess. "C" ist eine so genannte Nah­rungsergÃ¤nzung, zusammengesetzt aus verschiedenen Vitaminen. Am 17. MÃ¤rz 2003 gab das Kantonale Labor ZÃ¼rich A AG von der Beanstandung Protokoll Nr. 01 Kenntnis unter Hinweis darauf, dass fÃ¼r Lebensmittel (wozu die NahrungsergÃ¤nzung gehÃ¶rt) Hinweise irgendwelcher Art, die ihnen Eigenschaften der Vorbeugung, Heilung oder Linderung einer menschlichen Krankheit zuschreiben, nicht zulÃ¤ssig seien, und rÃ¤umte ihr die Gelegenheit zur Stellungnahme ein. In der Eingabe vom 14. April 2003 bestritt A AG, dass die Bewerbung des Produkts "C" gegen gesetzliche Bestimmungen verstosse. Eine prÃ¤zisierte Beanstandung der Werbung fÃ¼r "C" durch das Kantonale Labor erwiderte A AG wiederum damit, dass sÃ¤mtliche gesetzlichen Anforderungen erfÃ¼llt wÃ¼rden. In der Folge erliess das Kantonale Labor am 22. Mai 2003 eine VerfÃ¼gung, wonach das Werbematerial Protokoll Nr. 01 ab sofort nicht mehr abgegeben und versandt werden dÃ¼rfe, wogegen A AG am 27. Mai 2003 Einsprache erhob. Das Kantonale Labor ZÃ¼rich wies die Einsprache am 25. Juli 2003 ab und entzog einem allfÃ¤lligen Rekurs die aufschiebende Wirkung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen liess A AG am 6. August 2003 bei der Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich Rekurs einlegen und im Hauptantrag verlangen, es sei die VerfÃ¼gung vom 25. Juli 2003 aufzuheben und dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Kantonale Labor ZÃ¼rich hielt an seinem Standpunkt fest und wandte sich sinngemÃ¤ss gegen die Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung. Mit VerfÃ¼gung vom 21. Au­gust 2003 stellte die Gesundheitsdirektion die mit VerfÃ¼gung vom 25. Juli 2003 entzogene aufschiebende Wirkung wieder her. Mit VerfÃ¼gung vom 10. Februar 2004 wies die Gesund­heitsdirektion den Rekurs ab und ordnete an, dass der Vertrieb der entsprechenden WerbetrÃ¤ger per sofort zu unterlassen sei. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen liess A AG am 12. MÃ¤rz 2004 beim Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich Beschwerde einlegen und beantragen, es sei die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion vom 10. Februar 2004 aufzuheben. In der Beschwerdeantwort vom 6. April 2004 beantragte das Kantonale Labor ZÃ¼rich die Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte die Gesundheitsdirektion in der Vernehmlassung vom 7. April 2004 unter Hinweis auf die AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid und die Akten.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19b Abs. 1 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf das Rechtsmittel einzutreten. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼hrt die Gesundheitsdirektion (Rekursinstanz) als Beschwerdegegnerin auf. Beschwerdegegner ist jedoch das Kantonale Labor ZÃ¼rich als erstinstanzlich verfÃ¼gende BehÃ¶rde und nicht die Gesundheitsdirektion. Soweit nachfolgend vom Beschwerdegegner die Rede ist, ist damit das Kantonale Labor ZÃ¼rich gemeint. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die beanstandete Werbung besteht in einer Art BroschÃ¼re, Ã¼berschrieben mit "PersÃ¶nliches Dossier fÃ¼r Ihre Gesundheit". Es handelt sich dabei um ein "limitiertes Sonderprogramm fÃ¼r ausgewÃ¤hlte Kunden", die mit Namen angesprochen werden. GemÃ¤ss der BroschÃ¼re kann ein Sofort-Bonus von Fr. 75'000.- und ein Exklusiv-Gewinn von Fr. 30'000.- in Form eines Automobils erlangt werden, sofern die entsprechenden Gewinn-Etiketten an die richtige Stelle geklebt werden. Zudem wird dem namentlich angesprochenen Kunden (hier: Herr D) ein faszinierendes Geschenk dafÃ¼r in Aussicht gestellt, dass er Interesse an seinem persÃ¶nlichen "C" zeigt, wobei einmal mehr betont wird, dass dieses "absolut neue" Angebot nur wenigen ausgewÃ¤hlten Kunden zugute komme. Wer die entsprechende Geschenk-Etikette ins richtige Feld klebt und einen Fragebogen ausfÃ¼llt, kommt in den Genuss dieser NahrungsergÃ¤nzung fÃ¼r Fr. 69.- (60 Kapseln) nebst Versandkostenanteil.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>"C" wird demnach unbestrittenermassen als NahrungsergÃ¤nzung angepriesen, die nur Vitamine enthÃ¤lt. NahrungsergÃ¤nzungen im Sinn von Art. 184b LMV enthalten Vita­mine oder Mineralstoffe in konzentrierter Form, werden in Form von Kapseln, Tabletten, FlÃ¼ssigkeiten oder Pulvern angeboten und dienen der ErgÃ¤nzung der Nahrung mit diesen Stoffen. Sie dÃ¼rfen nur die in Anhang 14 LMV aufgefÃ¼hrten Vitamine und Mineralstoffe enthalten. In der empfohlenen Tagesration mÃ¼ssen mindestens 30 % der fÃ¼r Erwachsene empfohlenen Tagesdosis enthalten sein (â¦). Die empfohlene Tagesration muss auf der Verpackung oder Etikette enthalten sein. Die empfohlene Tagesration liegt bei einer Kapsel "C" pro Tag. "C" ist als NahrungsergÃ¤nzung ein Speziallebensmittel im Sinn von Art. 165 Abs. 1 lit. a und b LMV; solche kÃ¶nnen unter anderem dazu beitragen, bestimmte ernÃ¤hrungsphysiologische Wirkungen zu erzielen. Als Speziallebensmittel zÃ¤hlt "C" zu den Lebensmitteln im Sinn von Art. 3 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 1992 (LMG). Lebensmittel sind Nahrungs- und Genussmittel und Erzeugnisse, die dem Aufbau oder dem Unterhalt des menschlichen KÃ¶rpers dienen, und nicht als Heilmittel angepriesen werden (Art. 3 Abs. 1 und 2 LMG). DemgegenÃ¼ber gelten als Arzneimittel Produkte chemischen oder biologischen Ursprungs, die zur medi­zinischen Einwirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus bestimmt sind oder angepriesen werden, insbesondere zur Erkennung, VerhÃ¼tung oder Behandlung von Krankheiten und Behinderungen (Art. 4 Abs. 1 lit. a des Heilmittelgesetzes vom 15. De­zember 2000 [HMG], in Kraft seit 1. Januar 2002; Botschaft des Bundesrats vom 1. MÃ¤rz 1999 zum Heilmittelgesetz, BBl 1999, 3453 ff., 3488). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>"C" besteht nach Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin in rund 20 verschiedenen Zusammenstellungen, die dem Grossteil der Lebens- und ErnÃ¤hrungsgewohnheiten ihrer Kunden entsprechen sollen. Das Produkt wird so vertrieben, dass dem Kunden zunÃ¤chst ein Fragebogen zugesandt wird, um dessen Lebens- und ErnÃ¤hrungsgewohnheiten abzufragen. Aufgrund dieser Informationen wird fÃ¼r den Kunden ein VitaminprÃ¤parat zusammengestellt, welches individuell â innerhalb der rund 20 verschiedenen Zusammensetzungen â auf dessen BedÃ¼rfnisse abgestimmt ist. Eine einheitliche Zusammenstellung von "C" liegt demnach nicht vor. Aus den verschiedenen Einzelrezepturen geht hervor, dass "C" einzig Vitamine enthÃ¤lt, die alle in Anhang 14 LMV (der mit Anhang 1 der NÃ¤hrwertverordnung des EDI vom 26. Juni 1995 Ã¼bereinstimmt) aufgefÃ¼hrt sind. Insofern entspricht das Produkt einer NahrungsergÃ¤nzung. Hingegen ergeben sich verschiedentlich Abweichungen beim Gehalt an Biotin und Vita­min D, indem die Tagesration (eine Kapsel) die fÃ¼r Erwachsene empfohlene Tagesdosis von mindestens 30 % nicht erreicht (Tagesdosis [100 %] Biotin gemÃ¤ss Anhang 14 LMV: 150 µg, 30 % = 45 µg; Tagesdosis Vitamin D: 5 µg, 30 % = 1,5 µg). So enthalten verschiedene Rezepturen bloss 30 µg Biotin (20 % der Tagesdosis) und 1,25 µg Vitamin D (25 % der Tagesdosis) und entsprechen damit den Anforderungen an eine NahrungsergÃ¤nzung nach Art. 184b Abs. 3 LMV nicht. Entsprechend dÃ¼rfen sie nicht als NahrungsergÃ¤nzung bezeichnet werden. Soweit sich die Bewerbung demnach auf Varianten von "C" bezieht, die nach diesen Rezepturen hergestellt werden und nicht als NahrungsergÃ¤nzung gelten, ist die Beschwerde von vornherein unbegrÃ¼ndet. Die Einwendungen der BeschwerdefÃ¼hrerin sind dagegen nÃ¤her zu prÃ¼fen mit Bezug auf diejenigen Varianten von "C", die den Anforderungen der LMV bezÃ¼glich Tagesdosis entsprechen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Nach Art. 18 Abs. 1 bis 3 LMG mÃ¼ssen die angepriesene Beschaffenheit sowie alle anderen Angaben Ã¼ber das Lebensmittel den Tatsachen entsprechen. Anpreisung, Aufmachung und Verpackung der Lebensmittel dÃ¼rfen den Konsumenten nicht tÃ¤uschen. TÃ¤uschend sind namentlich Angaben und Aufmachungen, die geeignet sind, bei Konsumenten falsche Vorstellungen Ã¼ber Herstellung, Zusammensetzung, Beschaffenheit, Produktionsart, Haltbarkeit, Herkunft, besondere Wirkungen und Wert des Lebensmittels zu wecken. GemÃ¤ss der Botschaft des Bundesrats vom 30. Januar 1989 zum Lebensmittelgesetz ist da­bei die berechtigte Erwartung des Konsumenten der Massstab, wobei nicht jede subjektive oder ausgefallene Erwartung in Betracht fÃ¤llt, sondern nur die berechtigte, das heisst jene, die unter BerÃ¼cksichtigung der in Betracht fallenden UmstÃ¤nde und verstÃ¤ndlicher BegrÃ¼n­dungen vernÃ¼nftigerweise angenommen werden darf (BBl 1989 I 932). Zwar fand diese For­mulierung nicht â wie im damaligen Art. 17 Abs. 1 des Gesetzesentwurfs vorgesehen â Eingang in den Gesetzestext. Diese Umschreibung deckt sich aber inhaltlich etwa mit derjenigen in der Beschwerdeschrift erwÃ¤hnten, wonach auf die mutmassliche Erwartung eines durchschnittlich informierten, aufmerksamen und verstÃ¤ndigen Durchschnittsverbrauchers abzustellen sei. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Art. 19 Abs. 1 LMV konkretisiert Art. 18 LMG dahingehend, dass fÃ¼r Lebensmittel verwendete Bezeichnungen, Angaben, Abbildungen, Packungen und Packungsaufschriften sowie Arten der Aufmachung den Tatsachen entsprechen mÃ¼ssen und nicht zur TÃ¤uschung Ã¼ber Natur, Herkunft, Herstellung, Zusammensetzung, Produktionsart, Inhalt, Haltbarkeit usw. der betreffenden Lebensmittel Anlass geben dÃ¼rfen. Insbesondere sind (im vorliegenden Zusammenhang) verboten: Hinweise irgendwelcher Art, die einem Lebensmittel Eigen­schaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit oder als Schlankheitsmittel zuschreiben oder die den Eindruck entstehen lassen, dass solche Eigenschaften vorhanden sind; erlaubt sind Hinweise auf die Wirkung von ZusÃ¤tzen essenzieller oder ernÃ¤hrungsphysiologisch nÃ¼tzlicher Stoffe zu Lebensmitteln aus GrÃ¼nden der Volksgesundheit (lit. c); verboten sind auch Aufmachungen irgendwelcher Art, die einem Lebensmittel den Anschein eines Heilmittels geben (lit. d).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Grenzen der dem Aufbau und Unterhalt des menschlichen KÃ¶rpers dienenden Nahrungsmittel gegenÃ¼ber den Arzneimitteln als Produkte chemischen oder biologischen Ursprungs (vorn E. 2.2) sind nicht zuletzt wegen der "funktionellen" Lebensmittel ("functional food, pharma food, nutraceuticals, alicaments"), d.h. wegen Nahrungsmitteln mit einem spezifischen Zusatznutzen, der Ã¼ber den ernÃ¤hrungsphysiologischen Nutzen der darin enthaltenen NÃ¤hrstoffe hinausgeht, fliessend. Immerhin kÃ¶nnen Produkte, die zum Essen geeignet sind, durchaus auch Heilwirkungen bzw. gesundheitsfÃ¶rdernde Wirkungen entfalten (Botschaft zum LMG, BBl 1989 I 919; BGr, 8. Mai 2001, 2A.565/2000, E. 4b/aa, www.bgr.ch). Art. 3 Abs. 2 LMG stellt bei der Abgrenzung zwischen Lebens- und Heilmitteln in erster Linie darauf ab, ob das Produkt als Nahrungs- oder Heilmittel "angepriesen" wird. Dies kann fÃ¼r die Frage, was als Lebensmittel gelten soll, nicht allein massgebend sein. Vielmehr ist unter dem Gesichtspunkt des Verwendungszwecks zu fragen, wieweit ein Produkt zum Aufbau oder Unterhalt des menschlichen KÃ¶rpers beitrÃ¤gt. Entfaltet es zusÃ¤tzlich Heilwirkungen, sind diese hierzu in Relation zu setzen. Je mehr der ErnÃ¤hrungszweck im Vordergrund steht, desto eher handelt es sich um ein Lebensmittel. Ein Produkt hat namentlich dann nicht mehr als Lebensmittel zu gelten, wenn die Heilwirkungen gemessen am Beitrag an Aufbau oder Unterhalt des KÃ¶rpers als massgeblich erscheinen und bereits beim Konsum normaler Mengen gesundheitsbeeintrÃ¤chtigende Nebenwirkungen auftreten kÃ¶nnen. Wird ein Produkt nicht ausdrÃ¼cklich als Heilmittel in den entsprechenden Verfahren auf den Markt gebracht und in diesem Sinn "angepriesen", gelten die Regeln des Lebensmittelrechts einschliesslich des Verbotes, diesem Eigenschaften zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zuzuschreiben (BGr, 8. Mai 2001, 2A.565/2000, E. 4b/cc mit Hinweisen, www.bger.ch; BGE 127 II 91 E. 3a/bb).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.6 </span></b><span>Wer einem Lebensmittel, das nicht als Heilmittel zugelassen ist, vorbeugende oder heilende Eigenschaften zuschreibt, tÃ¤uscht den Konsumenten Ã¼ber die Natur des Produkts (Art. 18 Abs. 2 LMG) und fÃ¼hrt den Konsumenten insofern irre, als er den Eindruck entstehen lÃ¤sst, sein Produkt wirke wie ein Heilmittel und sei entsprechend geprÃ¼ft, was Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV verhindern will. Wer mit krankheitsvorbeugenden, krankheitsbehandelnden oder -heilenden Wirkungen werben will, hat im entsprechenden (heilmittelrechtlichen) Verfahren hierfÃ¼r die nÃ¶tigen Beweise zu erbringen. Dies gilt auch fÃ¼r Spe­zial­lebensmittel bzw. fÃ¼r die mit essenziellen oder physiologisch nÃ¼tzlichen Stoffen angereicherten Nahrungsmittel (Art. 6 LMV; BGE 127 II 91 E. 4c). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV untersagt im Ã¶ffentlichen Interesse eine krankheitsbezogene, dagegen nicht auch eine allgemeine gesundheitsbezogene Werbung, soweit diese auf vertretbaren Tatsachen beruht und ihrerseits wieder zu keiner TÃ¤uschung des Publikums Anlass gibt. Bei Speziallebensmitteln haben sich die Hinweise auf die allgemeinen gesundheitsfÃ¶rdernden Wirkungen des konkreten Zusatzes zu beschrÃ¤nken, ohne den Anschein eines Heilmittels zu erwecken, also darauf, was sie von den Grundnahrungsmitteln unterscheidet (BGE 127 II 91 E. 4c/bb).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.7 </span></b><span>Vitamine, aus denen "C" in verschiedenartiger Mischung zusammengesetzt ist, sind organische Verbindungen, die vom Organismus fÃ¼r lebenswichtige Funktionen benÃ¶tigt werden, aber im Stoffwechsel nicht oder nicht in ausreichendem Umfang synthetisiert werden kÃ¶nnen und regelmÃ¤ssig mit der Nahrung zugefÃ¼hrt werden mÃ¼ssen. Beim Menschen kommt es zu Mangelerscheinungen leichterer und schwererer Art aufgrund falscher oder ungenÃ¼gender ErnÃ¤hrung. ErnÃ¤hrungsbedingter Mangel an Vitaminen ist allerdings in LÃ¤ndern mit ausreichendem Nahrungsmittelangebot ausserordentlich selten. Der tÃ¤gliche Bedarf ist individuell verschieden. Er nimmt bei Krankheit, Stress, Schwangerschaft und Stillperiode zu. Therapeutisch wirksam sind Vitamine nur bei MangelzustÃ¤nden (Pschyrembel, Klinisches WÃ¶rterbuch, 258. A., Berlin/New York 1998, S. 1671). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Der reisserisch aufgemachte Prospekt ("Nutzen Sie INDIVIDUELL dosierte Vitamine, Herr D!") verletzt in mehrfacher Hinsicht das TÃ¤uschungsverbot nach Art. 18 Abs. 1 LMG. So soll der Inhaber der BroschÃ¼re seinen Vitamin-Status ("also Ihren individuellen Vitamin-Bedarf") erfahren und zugleich sein persÃ¶nliches "C" ("das Ihren Bedarf optimal abdeckt, Herr D") mittels AusfÃ¼llen eines Fragebogens erhalten ("Sie sind ein­zig­artig. Nutzen Sie jetzt eine Vitamin-Dosierung â so individuell wie Sie selbst!"). Klarzustellen ist an dieser Stelle, dass die erwÃ¤hnte individuelle und optimale Versorgung mit Vitaminen auf rund 20 verschiedene Rezepturen beschrÃ¤nkt ist, von denen ein Teil die Voraussetzungen an eine NahrungsergÃ¤nzung nicht erfÃ¼llt (vorn E. 2.3). MissverstÃ¤ndlich ist der Text zudem insofern, als er die rund 20 verschiedenen Zusammensetzungen von "C" nicht erwÃ¤hnt, sondern den Interessenten suggeriert, dass sie eine individuell auf ihre BedÃ¼rfnisse optimierte und einzigartige Vitaminrezeptur erhalten ("Sie jedoch sind einzigartig! Kein anderer verfÃ¼gt Ã¼ber dieselbe Konstitution wie Sie. Kein anderer ist denselben Belastungen ausgesetzt. Kein anderer hat Ihre Lebens- und ErnÃ¤hrungsgewohnheiten. Kurz: Ihr Vitaminstatus und damit Ihr Vitaminbedarf sind so individuell wie Sie selbst!"). Der durch den Fragebogen ermittelte Vitaminstatus ("er nennt Ihnen die fÃ¼r Sie ideale Dosierung aller 13 Vitamine und des Provitamins Beta-Carotin") soll in seiner Zusammensetzung individuell auf die persÃ¶nlichen BedÃ¼rfnisse abgestimmt sein und sich dadurch von den Konkurrenzprodukten fÃ¼r den Massenmarkt abheben. Insofern entspricht die Werbung fÃ¼r "C" jedoch nicht den Tatsachen und tÃ¤uscht den Kunden im Sinne von Art. 18 Abs. 1 LMG. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Ausserdem scheint der Fall nicht zu existieren, dass sich eine Person so ausgewogen ernÃ¤hrt, dass sie der zusÃ¤tzlichen Vitaminzufuhr nicht bedarf ("Erfahren Sie JETZT Ihren persÃ¶nlichen Vitaminstatus und damit ihren Vitaminbedarf, Herr D!"). GemÃ¤ss Pros­pekt werden die Antworten des Fragebogens ausschliesslich als Grundlage fÃ¼r die Ermittlung des Vitamin-Status verwendet und an die Produktionsfirma zur Herstellung des Produkts "C" weitergegeben. Der Gratulation fÃ¼r die RÃ¼cksendung des Fragebogens ("dieses fÃ¼r Ihre Gesundheit so wichtige Dokument") folgt der Hinweis, dass umgehend die fÃ¼r den Kunden persÃ¶nlich dosierten Vitamine zugesandt werden. Wer den Fragebogen ausfÃ¼llt, erhÃ¤lt also <i>in jedem Falle</i> "C", selbst wenn er eine zusÃ¤tzliche Versorgung mit Vitaminen nicht benÃ¶tigte ("Freuen Sie sich auf das persÃ¶nlich fÃ¼r Sie hergestellte C-VitaminprÃ¤parat, Herr D!"). Damit wird der falsche Eindruck erweckt, es bedÃ¼rfe in <i>jedem Fall</i> und sogar bei einer vielseitigen und ausgewogenen ErnÃ¤hrung der zusÃ¤tzlichen Vitaminzufuhr in Form von "C", obwohl Vitamine therapeutisch Ã¼berhaupt nur bei MangelzustÃ¤nden wirksam sind (vorn E. 2.7). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Im Ãbrigen stellt sich die Frage, wie seriÃ¶s der Vitamin-Bedarf aufgrund des bestehenden Fragebogens Ã¼berhaupt abgeklÃ¤rt werden kann, worauf der Beschwerdegegner zu Recht hinweist. So sind Fragen wie "Sind Sie hÃ¤ufiger erkÃ¤ltet oder haben Schnupfen?" (Antwort "ja" oder "nein"), "Wie beurteilen Sie Ihren derzeitigen beruflichen und privaten Stressfaktor?" (Antwort "hoch", "mittel" oder "niedrig"), "Halten Sie sich Ã¶fters in der Sonne auf oder besuchen Sie regelmÃ¤ssig ein Solarium?" (Antwort "ja" oder "nein"), "Trinken Sie mehr als 3x pro Woche Alkohol (Bier, Wein?)" ohne Mengenangaben und ohne Frage nach dem Genuss hochprozentiger Spirituosen (Antwort "ja" oder "nein") derart unbestimmt, dass sich daraus kaum etwas fÃ¼r den Vitaminbedarf im Allgemeinen und schon gar nicht fÃ¼r den angeblich individuell und optimal abgestimmten Vita­minbedarf der/des Befragten ableiten lÃ¤sst. Auch die Frage, wie oft im Restaurant und in der Kantine gegessen wird, geht offenbar davon aus, dass darin eine â im Hinblick auf die Vitaminzufuhr â ungenÃ¼gende, wenn nicht gar ungesunde ErnÃ¤hrungsart vorliegt, was in die­ser pauschalen Form kaum zutrifft. Das aufgefÃ¼hrte Beispiel von Frau Marianne M., 48 Jahre alt, Hausfrau, sportlich aktiv, ergibt kein anderes Bild. Bei ihr soll eine leichte Unterversorgung bestehen, die bei den gelegentlichen DiÃ¤tkuren unter anderem zu schwachen Nerven fÃ¼hre. Ferner soll wegen AktivitÃ¤ten im Freien und bei Sonneneinstrahlung beispielsweise der Bedarf an Vitamin C um 72 mg zunehmen, ohne dass jedoch bekannt wÃ¤re, wie hÃ¤ufig und intensiv sie sich sportlich betÃ¤tigt und wie lange sie sich jeweils der Sonne aussetzt. Mit dem verlangten AusfÃ¼llen des Fragebogens ("Nutzen Sie diese einzigartige Gelegenheit, Herr D!") und dem Beispiel von Marianne M. wird demnach eine Genauigkeit der Ermittlung des â angeblich individuell angepassten und optimierten â Vitaminbedarfs in Aussicht gestellt, die sich so weder realisieren lÃ¤sst noch tatsÃ¤chlich vorgenommen wird (BeschrÃ¤nkung auf rund 20 Zusammenstellungen von "C"), was wiederum einer TÃ¤uschung der Interessenten im Sinn von Art. 18 Abs. 1 LMG gleichkommt. Dies allein berechtigte bereits zum Verbot der beanstandeten Werbung. Davon abgesehen werden mit dieser aber zusÃ¤tzliche Bestimmungen des TÃ¤uschungsverbots verletzt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Vorinstanz beanstandete im angefochtenen Entscheid, dass der Vitamin-Kompass Auskunft Ã¼ber mÃ¶gliche gesundheitliche Folgen bei Fehlen der einzelnen Vitamine aufzeige und eine Reihe von Krankheiten und StÃ¶rungen bei Vitamin-Mangel aufliste. Bei verschiedenen aufgezÃ¤hlten mÃ¶glichen Folgen der Mangelerscheinungen handle es sich um Krankheiten. Die AufzÃ¤hlung derartiger StÃ¶rungen als mÃ¶gliche Symptome eines Vita­minmangels sei in der Werbung fÃ¼r ein VitaminprÃ¤parat unzulÃ¤ssig. Es werde damit suggeriert, dass durch die Einnahme von "C" das Auftreten der beschriebenen Symptome verhindert und allfÃ¤llige StÃ¶rungen behandelt werden kÃ¶nnten, womit der Eindruck erweckt werde, das Produkt entspreche einem Arzneimittel. Dies stelle eine therapeutische Indikation dar. Derartige Produkte wÃ¼rden von der Heilmittelgesetzgebung erfasst und seien fÃ¼r Lebensmittel verboten. Entgegen den AusfÃ¼hrungen der Be­schwerdefÃ¼hrerin beschrÃ¤nkte sich die Vorinstanz â deren Entscheid in diesem Verfahren alleiniges Anfechtungsobjekt bildet â somit nicht darauf, die fehlende Ãbereinstimmung der Anpreisung von "C" mit der Liste des Bundesamtes fÃ¼r Gesundheit (BAG) Ã¼ber die in der Schweiz zulÃ¤ssigen Anpreisungen fÃ¼r Vitamine und Mineralstoffe vom 5. Juni 2000 (fortan Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen) zu rÃ¼gen. Sie fÃ¼hrte vielmehr differenziert aus, weshalb die beanstandete Werbung den Eindruck eines Arzneimittels entstehen lasse. Auf ihre zutreffenden AusfÃ¼hrungen kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG.). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Zu Recht beanstandete der Beschwerdegegner den so genannten Vitamin-Kompass. Dieser besteht aus einer GegenÃ¼berstellung aller aufgelisteten Vitamine (inkl. Beta-Caro­tin) mit den Auswirkungen bei Unterversorgung mit Vitaminen. Den mittig aufgefÃ¼hrten umrahmten Vitaminen werden links und rechts die Auswirkungen bei Mangelerscheinungen zugeordnet, so beispielsweise bei Vitamin B1 KonzentrationsmÃ¤ngel, GefÃ¼hlsschwankungen und MuskelkrÃ¤mpfe, bei Niacin-Mangel (Vitamin B3) Schlaflosigkeit, MÃ¼digkeit und Durchfall, bei Vitamin B12 u.a. Blutarmut, bei Vitamin B5 (PantothensÃ¤ure) Schmerzen in Zehen und Fusssohlen, bei Vitamin K Spontanblutungen, bei Beta-Carotin neben Haarausfall InfektionsanfÃ¤lligkeit, bei Vitamin B2 SchleimhautentzÃ¼ndungen und HautverÃ¤nderungen, bei Vitamin B6 Blutarmut, Muskelschwund und Reizbarkeit, bei Vitamin B9 VerdauungsstÃ¶rungen, bei Biotin (Vitamin H) Mattigkeit, Haarausfall und Depression, bei Vitamin E ErschÃ¶pfung, vermehrte Bildung von Altersflecken und bei Vitamin D gestÃ¶r­ter Kalziumhaushalt und Knochenprobleme. Damit werden tatsÃ¤chlich Krankheiten (z.B. Depression, Spontanblutungen, Blutarmut, Muskelschwund, Knochenprobleme, Schlaflosigkeit, Schmerzen in Zehen und FÃ¼ssen) erwÃ¤hnt und der Eindruck erweckt, eine ungenÃ¼gende Versorgung mit Vitaminen habe diese MÃ¤ngel zur Folge. Dabei darf der Begriff der Krankheit nicht allzu einschrÃ¤nkend ausgelegt werden. Wegen des Koordinationsbedarfs zwischen Lebens- und Heilmittelgesetzgebung sind gleich lautende Begriffe im Zweifel gleich auszulegen. Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG dienen Arzneimittel der Erkennung, VerhÃ¼tung oder Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Behinderungen. Unter den Begriff des "Arzneimittels" fallen auch Produkte wie Hustenbonbons und KrÃ¤utertees, ebenso Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmittel (Botschaft zum HMG, BBl 1999, S. 3511, 3517). Daraus ist zu schliessen, dass bereits ZustÃ¤nde eingeschrÃ¤nkten Wohlbefindens als "Krankheit" zu gelten haben (VGr, 27. Mai 2003, E. 3e, VB.2003.00013, www.vgrzh.ch). Auch wenn nicht ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen wird, dass die Einnahme von "C" fÃ¼r bestimmte kÃ¶rperliche Funktionen unerlÃ¤sslich sei, wird mit dem Vitamin-Kompass gerade der Eindruck erweckt, eine mangelhafte Versorgung mit Vitaminen (ohne Angaben Ã¼ber das Ausmass dieser Mangelhaftigkeit) habe die aufgelisteten Krankheiten und EinschrÃ¤nkungen im Wohlbefinden zur Folge, und zusÃ¤tzlich, dass "C" deren Auftreten verhindere. Dies wird noch durch den Hinweis unterstrichen, dass die Angaben im Vitamin-Kompass von ErnÃ¤hrungsfachleuten nach neuesten Erkenntnissen erstellt worden seien und der Interessent sein persÃ¶nliches "C" dringend â "noch heute" â anfordern solle. Damit wird "C" tatsÃ¤chlich eine therapeutische Indikation unterstellt, die weit Ã¼ber ernÃ¤hrungsphysiologische Wirkungen hinausgeht und eben eine medizinische Einwirkung auf den KÃ¶rper bedeutet. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.1 </span></b><span>Nach dem AusgefÃ¼hrten trifft es auch nicht zu, dass dem Konsumenten in der Werbung der BeschwerdefÃ¼hrerin auf keine Weise suggeriert werde, dass die VitaminprÃ¤parate eine krankheitsvorbeugende oder -heilende Wirkung hÃ¤tten, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin ausfÃ¼hrt. Ihrer Ansicht nach wird lediglich darauf hingewiesen, dass das PrÃ¤parat als Zusatz zur Vitaminzufuhr durch die tÃ¤gliche Nahrung eingenommen werden kÃ¶nne, um allfÃ¤llige bestehende Vitamindefizite auszugleichen. Zudem wÃ¼rden lediglich allgemeine, gesundheitliche Erscheinungen genannt, welche gemÃ¤ss ernÃ¤hrungswissenschaftlichen Erkenntnissen bei derartigen Vitamindefiziten auftreten kÃ¶nnten. Dem steht schon entgegen, dass in der beanstandeten Werbung das Produkt "C" mehrmals in Zusammenhang mit der Gesundheit des Interessenten gebracht wird (z.B. "Sie haben jetzt den ersten Schritt fÃ¼r die optimale UnterstÃ¼tzung Ihrer Gesundheit, fÃ¼r mehr Wohlbefinden und kÃ¶rperliche und geistige Fitness getan â senden Sie nun dieses fÃ¼r Ihre Ge­sundheit so wichtige Dokument gleich zurÃ¼ck."). Weiter wurde der Zusammen­hang zwischen der Einnahme von "C" und den aufgelisteten (schweren) Folgen bei Vitaminmangel bereits erstellt, worauf zu verweisen ist (vorn E. 4.2). Damit wird das PrÃ¤parat "C" klar in Zusammenhang mit einer krankheitsvorbeugenden bzw. -heilenden Wirkung gebracht und nicht nur als tÃ¤glicher Zusatz zur Vitaminzufuhr empfohlen ("Denn womit kÃ¶nnten Sie Ihre Gesundheit gezielter fÃ¶rdern, Defizite ausgleichen und Mangelerscheinungen vorbeugen als mit einem NahrungsergÃ¤nzungsmittel, das fÃ¼r Sie â und nur fÃ¼r Sie â hergestellt und mit Ihrem Namen versehen wurde?"). Von allgemeinen gesundheitlichen Erscheinungen, die bei "derartigen" Vitamindefiziten auftreten kÃ¶nnen, kann zudem nicht gesprochen werden, handelt es sich bei den aufgefÃ¼hrten Folgen doch um Symptome <i>krankhafter </i>VerÃ¤nderungen bei schweren VitaminmÃ¤ngeln, wie sie in LÃ¤ndern mit ausreichendem Nahrungsmittelangebot (wozu die Schweiz zweifelsfrei gehÃ¶rt) ausserordentlich selten sind. Man kann geradezu von ExtremfÃ¤llen von Unterversorgung an Vitaminen sprechen, die nicht mit "allgemeinen gesundheitlichen Erscheinungen" bei hierzulande hÃ¶chstens geringfÃ¼gigen Vitamindefiziten zu vergleichen sind. Dabei geht es nicht darum, ob die geschilderten Formen extremen Vitaminmangels wissenschaftlich belegt sind oder nicht, sondern darum, dass der (unberechtigte) Eindruck erweckt wird, ohne "C" kÃ¶nnten diese Folgen eintreten. Gerade diese berechtigte Erwartung wird im Konsumenten entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin erweckt.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.2 </span></b><span>Entsprechend trifft es auch nicht zu, dass im Vitamin-Kompass die Darstellung ernÃ¤hrungsphysiologischer Wirkungen als Information fÃ¼r den Konsumenten im Vordergrund stehe. Das lÃ¤sst sich aus dem Vitamin-Kompass gerade nicht schliessen. So liegt beispielsweise die ernÃ¤hrungsphysiologische Wirkung von Vitamin B6 nach der Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen, die immerhin auf einem allgemeinen wissenschaftlichen Konsens beruht (ErnÃ¤hrungsbezogene und gesundheitliche Anpreisungen bei Lebensmitteln, Mitt. Lebensm. Hyg. 92 [2001], S. 641 ff., 646) darin, dass dieses Vitamin notwendig ist fÃ¼r den Stoffwechsel der Eiweisse und deren Bestandteile. GemÃ¤ss Vitamin-Kompass sind die Folgen eines Mangels an Vitamin B6 Blutarmut, Muskelschwund und Reizbarkeit. Biotin spielt nach der Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen eine Rolle im Stoffwechsel der AminosÃ¤uren. GemÃ¤ss Vitamin-Kompass fÃ¼hrt ein Biotin-Mangel zu Mattigkeit, Haarausfall und Depression. Vitamin K erhÃ¤lt nach der Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen die nor­male GerinnungsfÃ¤higkeit des Blutes, wogegen nach dem Vitamin-Kompass bei Mangel an Vitamin K Spontanblutungen auftreten kÃ¶nnen. Abgesehen davon, dass die Verhinderung der aufgelisteten Krankheiten und EinschrÃ¤nkungen im Wohlbefinden dem Produkt "C" zugeschrieben wird (und nicht den Inhaltsstoffen), kann von aufgelisteten ernÃ¤hrungsphysiologischen Wirkungen als Information fÃ¼r den Kunden nicht gesprochen werden, wie der Beschwerdegegner zu Recht festhÃ¤lt. ErwÃ¤hnt werden vielmehr Krankheitsbilder oder mindestens mÃ¶gliche <i>krankhafte</i> VerÃ¤nderungen als Symp­tome bei schweren VitaminmÃ¤ngeln, die krankheitsÃ¤hnlichen ZustÃ¤nden entsprechen (zum Beispiel Spontanblutungen). Es handelt sich daher um eine krankheits- und nicht um eine allgemeine, gesundheitsbezogene Werbung (BGE 127 II 91 E. 4b). Auch insoweit liegt ein Verstoss gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV vor, ebenso gegen Art. 18 Abs. 2 LMG, weil der Konsument Ã¼ber die Natur des Produkts getÃ¤uscht wird, dem vorbeugende bzw. heilende Wirkungen zugestanden werden (vgl. BGE 127 II 91 E. 3a/cc; vorn E. 4.2.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Was die BeschwerdefÃ¼hrerin dagegen vorbringt, hÃ¤lt einer ÃberprÃ¼fung nicht stand. So trifft es â nach dem eben AusgefÃ¼hrten â nicht zu, dass die Vorinstanz es unterlassen habe, die beanstandete Werbung einer differenzierten Betrachtung zu unterziehen, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin vorbringen lÃ¤sst. Sie kritisiert weiter, die Vorinstanz beschrÃ¤nke sich im Wesentlichen auf den Hinweis, dass das Werbematerial den Anschein erwecke, das Produkt entspreche einem Arzneimittel, und die Anpreisungen entsprÃ¤chen nicht den fÃ¼r Vita­mine zulÃ¤ssigen Anpreisungen in der BAG-Liste. Dies stelle eine klare Ermessensunterschreitung dar. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.3.1 </span></b><span>Eine Ermessensunterschreitung liegt vor, wenn sich die Verwaltung als gesetzlich gebunden erachtet, obschon sie Ermessen walten lassen sollte, wenn sie also ihre Ermessensbefugnis gar nicht ausschÃ¶pft. Fordert der Gesetzgeber bewusst eine differenzierende Behandlung bestimmter Fragen, behandelt jedoch die Verwaltung aller FÃ¤lle ohne die gebotene Differenzierung schematisch gleich, so liegt eine Ermessensunterschreitung vor, die als Rechtsverletzung zu qualifizieren ist (§ 50 Abs. 1 lit. c VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 79). Eine Ermessensunterschreitung liegt hier jedoch nicht vor. Die Vorinstanz hat klar ausgefÃ¼hrt, weshalb dem Produkt "C" in der Werbung der BeschwerdefÃ¼hrerin ihrer Meinung nach arzneimittelÃ¤hnliche Wirkungen zugeschrieben werden (vorn E. 4.1 und 2). Es ist jedoch nicht ihre Aufgabe, die Werbung der BeschwerdefÃ¼hrerin daneben im Detail auf allenfalls zulÃ¤ssige Bestandteile hin zu untersuchen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.3.2 </span></b><span>Daran Ã¤ndert sich nichts dadurch, dass in der Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen Wirkungszusagen bei Vitaminen als zulÃ¤ssig erachtet werden, die nach Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin deutlich Ã¼ber die beanstandete Werbung hinausgehen. </span></p> <p class="Erwgung3"><span>Die vom Bundesamt fÃ¼r Gesundheit erlassene Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen beruht auf einem wissenschaftlich allgemein anerkannten Konsens. Es handelt sich um die sog. "nutrient function claims", d.h. um Anpreisungen, welche die physiologische Funktion eines NÃ¤hrstoffes umschreiben. Voraussetzung fÃ¼r eine Anpreisung ist, dass in der Tagesration eines (Spezial-)Lebensmittels mindestens 30 % des empfohlenen Tagesbedarfes des betreffenden Vitamins oder Mineralstoffs enthalten sind und sich die Anpreisung klar auf den NÃ¤hrstoff und nicht auf das Lebensmittel bezieht (z. B. Vitamin A [nicht das Produkt X] ist fÃ¼r das normale Wachstum notwendig). Die Liste hat Empfehlungscharakter und soll dazu beitragen, die Rechtsunsicherheit auf dem Gebiet der erlaubten Anpreisungen zu verringern.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.3.3 </span></b><span>Wohl trifft es zu, dass die zulÃ¤ssige Anpreisung fÃ¼r Vitamin A lautet: "Ist fÃ¼r das normale Wachstum notwendig". Der Unterschied gegenÃ¼ber der beanstandeten Werbung der BeschwerdefÃ¼hrerin â was diese Ã¼bersieht â liegt aber gerade darin, dass die erwÃ¤hnte Wirkung von Vitamin A dem Vitamin (dem NÃ¤hrstoff) und nicht dem Produkt zugeschrieben wird. Die Voraussetzungen fÃ¼r die Anpreisung eines Lebensmittels werden von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bestritten, wozu gehÃ¶rt, dass sich die Anpreisung nicht auf das Lebensmittel, sondern auf den darin enthaltenen NÃ¤hrstoff beziehen muss. Dieser Voraussetzung kommt kein Empfehlungscharakter wie der Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen zu (Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV). Der Vitamin-Kompass entspricht diesen Voraussetzungen nicht. Er ist wie folgt Ã¼berschrieben: "Ihr Vitamin-Kompass: C kann Sie nahrungsergÃ¤nzend unterstÃ¼tzen!". Darunter sind, wie erwÃ¤hnt, die einzelnen Vitamine aufgereiht und links und rechts davon die Folgen von Mangelerscheinungen aufgelistet. Damit wird gerade der Zusammenhang zwischen der Einnahme von "C" und der Vermeidung von aufgelisteten Mangelerscheinungen bei schwerer Vita­minunterversorgung hergestellt, was unzulÃ¤ssig ist. Dies wird noch dadurch verstÃ¤rkt, dass unterhalb der eingerahmten Vitamine mit den nebenstehenden krankhaften VerÃ¤nderungen als Symptome eines Vitaminmangels die Aufforderung enthalten ist: "Fordern Sie Ihr persÃ¶nliches C noch heute an!". Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin die Wirkungen der Vitamine gerade ihrem Produkt zuschreibt und nicht den darin enthaltenen Stoffen, wird Art. 19 Abs. 1 lit. c und d LMV verletzt. Es kann daher dahingestellt bleiben, ob der Liste der zulÃ¤ssigen Anpreisungen blosser Empfehlungscharakter zukommt oder ob sie aufgrund eines wissenschaftlich allgemein anerkannten Konsenses rechtlich verbindlich ist.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.3.4 </span></b><span>Dagegen hilft die Berufung der BeschwerdefÃ¼hrerin auf die Rechtsprechung des Deutschen Bundesgerichtshofs nicht weiter, sind doch die hiesigen Instanzen daran nicht gebunden. Fehl geht Ã¼berdies der Hinweis darauf, dass im Werbematerial der BeschwerdefÃ¼hrerin mehrfach darauf hingewiesen werde, bei "C" handle es sich um eine NahrungsergÃ¤nzung, was die TÃ¤uschung darÃ¼ber, dass es ein Arzneimittel sei, ausschliesse. Wie dargelegt, kann fÃ¼r die Frage, was als Lebensmittel gelten soll, nicht allein massgebend sein, ob ein Produkt als Nahrungs- oder Heilmittel angepriesen wird (Art. 3 Abs. 2 LMG; vorn E. 2.5). Aufgrund der beschriebenen UmstÃ¤nde besteht fÃ¼r den Konsumenten vielmehr die berechtigte Erwartung, dass mit der Einnahme von "C" die gemÃ¤ss Vitamin-Kompass geschilderten Krankheiten und EinschrÃ¤nkungen im Wohlbefinden nicht eintreten. Dieser Eindruck entsteht sodann nicht einzig aufgrund des Vitamin-Kompasses, sondern aufgrund der gesamten Werbung, welche die Wichtigkeit einer individuell optimierten Vitaminzufuhr (die in dieser Form ohnehin nicht besteht, vorn E. 3.1 und 2) im Hinblick auf die Gesundheit, die Lebensfreude und das Wohlbefinden mehrfach betont. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Die hier massgebenden Vorschriften in der Lebensmittelverordnung sollen verhindern, dass Lebensmittel oder GebrauchsgegenstÃ¤nde, die nicht als Arzneimittel auf den Markt kommen, mit Heilanpreisungen versehen werden (Botschaft zum LMG, BBl 1989 I 949). Der­artige Bestimmungen dienen gesundheitspolizeilichen Zielen und nicht allein dem Schutz der Konsumenten vor TÃ¤uschung, denn sie stellen sicher, dass die Heilmittelgesetzgebung nicht unterlaufen wird. Als gesundheitspolizeiliche Vorschrift kann sich Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV deshalb auf Art. 3 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 37 LMG stÃ¼tzen (BGE 127 II 91 E. 3a/bb). Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV untersagt im Ã¶ffentlichen Interesse eine â wie vorliegend â krankheitsbezogene, nicht aber auch eine allgemeine gesundheitsbezogene Werbung, soweit diese auf vertretbaren Tatsachen beruht und ihrerseits wieder zu keiner TÃ¤uschung des Publikums Anlass gibt (BGE 127 II 91 E. 4b). Sofern die BeschwerdefÃ¼hrerin im Verbot der vorliegenden Bewerbung von "C" eine EinschrÃ¤nkung der Werbefreiheit und damit ihrer Wirtschaftsfreiheit erkennen will, kann sich diese EinschrÃ¤nkung nicht nur auf eine gesetzliche Grundlage stÃ¼tzen, sondern liegt sie wie dargelegt auch im Ã¶ffentlichen Interesse und erscheint durchaus verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Schliesslich wird der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht generell verboten, das Produkt "C" zu bewerben, sondern nur â aus den dargelegten GrÃ¼nden â mit dem beanstandeten Prospekt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span>Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt im Unterschied zum Rekursverfahren keine Ãbergangsfrist zur Anpassung der beanstandeten Werbung. Bei diesem Ausgang sind ihr die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung ist ihr nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>