<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, geeignete innovative Massnahmen zu prüfen, um den Rückgang bei den Geburten von Pferden der Freibergerrasse aufzuhalten, damit diese Rasse und der Wissensschatz der Züchterinnen und Züchter erhalten bleiben. Er soll insbesondere prüfen, ob alle nach den WTO-Abkommen zulässigen Möglichkeiten genutzt werden, um die Zucht von Freibergern zu schützen, z. B. indem man das Zollkontingent wieder so weit reduziert, wie das nach den Abkommen möglich ist (3322 Pferde statt der aktuellen 3822).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gestützt auf die Abkommen im Rahmen der Gatt-Uruguay-Runde von 1994 ist die Schweiz die Verpflichtung des Marktzutritts im Rahmen eines Zollkontingents von 3322 Tieren der Pferdegattung eingegangen. 2010 hat der Bundesrat das entsprechende notifizierte WTO-Zollkontingent autonom um 500 Einheiten erhöht. Die Rücksetzung der Kontingentsausdehnung auf das Niveau der WTO-Verpflichtung von 1994 wäre grundsätzlich möglich. Eine Rücksetzung der Kontingentsmenge würde vorwiegend den Handel mit anderen Pferderassen tangieren, ohne die Situation des Freibergers zu verbessern. Die Geburtenzahlen beim Freiberger sind in den letzten 20 Jahren, unabhängig vom Import, gesunken. Ein Rückschluss auf die Beeinflussung der Anzahl Geburten durch Importe kann nicht gemacht werden. Das Bundesamt für Landwirtschaft wird zu gegebener Zeit die betroffenen Akteure (Pferdehändler, Pferdezuchtorganisationen, Schweizer Pferdesportverband, mitinteressierte Bundesstellen usw.) dennoch zu einer Aussprache über die zukünftige Ausgestaltung des Zollkontingents einladen.</p><p>Im Rahmen der Biodiversitätskonvention hat sich die Schweiz verpflichtet, neben den anderen 22 gefährdeten Nutztierrassen mit Schweizer Ursprung auch den Freiberger zu erhalten. Dieser Verpflichtung kommt der Bund mit verschiedenen zusätzlichen finanziellen Unterstützungsmassnahmen nach. Die Unterstützung beinhaltet erstens jährlich höchstens 1 160 000 Franken für Stuten mit Fohlen bei Fuss und zweitens Beiträge von bisher total 587 000 Franken aus der Absatzförderung, wobei die Finanzhilfe für alle Organisationen der Produzentinnen und Produzenten oder der entsprechenden Branche höchstens 50 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen darf (siehe Art. 8 Abs. 1 LafV; SR 916.010), sowie drittens Beiträge von bisher total 693 000 Franken für gezielte Erhaltungsprojekte.</p><p>Zur Unterstützung und Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Freibergerpferderasse hat Agroscope vom Bundesrat im Rahmen des Leistungsauftrags 2014-2017 den Auftrag erhalten, zusammen mit den betroffenen Akteuren der Branche eine Strategie zu erarbeiten. In drei Gruppen - öffentliche und private Unterstützung (Gesetzgebung), Markt und Image (Kommunikation und Marketing) sowie Zucht und Genetik - wurden zusammen mit den Vertretern aus dem Kanton Jura sowie dem Zuchtverband und weiteren Akteuren der Branche Massnahmen vorgeschlagen und im Bericht vom März 2015 publiziert. 2015 wurden in den drei Gruppen konkrete innovative Massnahmen formuliert. Dabei wurde zur Verbesserung und Intensivierung von Kommunikation und Marketing beim Freiberger per 1. März 2016 bei Agroscope auch eine 50-Prozent-Stelle eingerichtet. 2016 werden die Massnahmen umgesetzt, und die Resultate sind Ende 2017 zu erwarten. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik für den Zeitraum nach 2021 können zusammen mit den betroffenen Akteuren erfolgversprechende Massnahmen vertieft werden.</p><p>Mitarbeitende von Agroscope (Gestüt) stehen weiter dem Zuchtverband für die Lösung züchterischer Probleme laufend beratend zur Seite.</p><p>Es sei ferner daran erinnert, dass die Zucht der Freibergerpferde im nationalen Inventar des immateriellen Kulturerbes eingeschrieben ist (Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz: <a href="http://www.lebendige-traditionen.ch">www.lebendige-traditionen.ch</a>). Durch den Inventareintrag werden die kulturellen Aspekte der traditionellen Viehzucht in Wert gesetzt.</p><p>Gegenwärtig sind 54 vom Bund gekaufte Freibergerhengste im Gestüt in Avenches. Hiervon werden 46 als Zuchthengste zur Erhaltung einer breiten genetischen Vielfalt landesweit eingesetzt. Die Hengste werden von Mitarbeitenden des Gestüts auch an vielen Veranstaltungen im In- und Ausland erfolgreich gefahren und geritten und sind damit beste Botschafter für die Vielseitigkeit des Einsatzes der Freibergerpferde. Die von Agroscope geführte Samenbank leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Freibergerrasse.</p><p>Die Infrastruktur des Gestüts steht dem Freibergerzuchtverband für diverse Anlässe wie Stationstest, Hengstkörung und weitere Promotionsanlässe zur Verfügung und leistet damit einen sehr grossen Beitrag zur Bekanntmachung und damit zur Förderung des Freibergers.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.