B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5193/2012 U r t e i l v o m 6 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richter Jean-Daniel Dubey, Gerichtsschreiber Kilian Meyer. Parteien E._______ und F._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum für N._______ C-5193/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 18. April 2012 beantragte N._______ (kamerunischer Staatsangehö- riger, geboren 1975; nachfolgend Gast bzw. Gesuchsteller) bei der schweizerischen Botschaft in Yaoundé ein Visum für einen Besuchsau f- enthalt von 90 Tagen in der Schweiz bei seinem Onkel E._______ und dessen Ehefrau F._______ (nachfolgend Gastge ber bzw. Beschwerd e- führer; vgl. Akten des Bundesamts für Migration [BFM act.] 9 S. 68 ff.). Mit Verfügung vom 9. Juli 2012 lehnte es die Botschaft ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Haltung damit, dass eine fristge- rechte Wiederausre ise des Gesuchstellers aus dem Schengen -Raum nicht gesichert erscheine (vgl. BFM act. 9 S. 66 f.). B. Die Gastgeber erhoben am 16. Juli 2012 Einsprache beim Bundesamt für Migration (nachfolgend: Bundesamt; vgl. BFM act. 5 S. 45). Das Bundes- amt liess bei ihnen über die Migrationsbehörde des Wohnsitzkantons schriftliche Auskünfte einholen (vgl. BFM act. 11 S. 75 ff. ). Die Botschaft überwies dem Bundesamt am 26. Juli 2012 ihre Akten und merkte an, die Begleitung einer älteren Person sei eine gängige Technik, um ein Visum für eine junge Person zu erhalten. Dem Gast sei bereits im Dezember 2011 ein Visum verweigert worden. Vor dem zweiten Gesuch habe er die- sen Entscheid mit Javelwasser aus seinem Pass entfernt (vgl. BFM act. 9 S. 72). C. Mit Entscheid vom 7. September 2012 wies das BFM die Einsprache g e- gen den ablehnenden Visaentscheid ab (vgl. BFM act. 12). Zur Begrü n- dung wurde ausgeführt, der Gast stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck stark anhalte. Viele Personen versuchten, sich in Europa eine bessere Zukunft aufzubauen. Bestehe dort bereits ein B e- ziehungsnetz, müsse das Risiko einer nicht fristgerechten Rückkehr grundsätzlich als hoch eingestuft werden. N._______ sei verheiratet, ha- be zwei Kinder und führe einen Lebensmittelladen. Es s ei nicht nachvoll- ziehbar, dass er trotz dieser Verpflichtungen einen dreimonatigen Besuch in der Schweiz machen könne bzw. wolle. Daran vermöge auch die Ta t- sache nichts zu ändern, dass er als Begleitung der Mutter bzw. Schwi e- germutter der Gastgeber reisen solle. Der Reisezweck sei unklar und die fristgerechte Wiederausreise nicht gesichert. C-5193/2012 Seite 3 D. Mit Beschwerde vom 3. Oktober 2012 beantragen die Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die E r- teilung des beantragten Visums. Z ur Begründung führten sie an, sie hä t- ten ihre Mutter resp. Schwiegermutter M._______ (geb. 1940) eingel a- den. Sie habe ein Visum erhalten, das aber wertlos sei, wenn sie nicht von ihrem Neffen begleitet werden könne. Die Mutter möchte ihr Enke l- kind in der S chweiz besuchen, könne aber in ihrem Alter und mit ihren Gebrechen nicht alleine reisen. Ihr Neffe kümmere sich in Kamerun um sie und kenne ihre medizinische Situation. Die Mutter spreche nicht en g- lisch, was in einer Notsituation problema tisch wäre. Der Neffe könne übersetzen und wisse über alles Bescheid. Die Mutter lasse sich nur von einer ihr nahe stehenden Person betreuen. Der Neffe habe eine Familie und ein gut laufendes Geschäft in Kamerun. Es werde vielleicht die letzte Reisemöglichkeit für die Schwiegermutter sein. Sie garantierten, dass der Neffe wieder nach Kamerun zurückreisen werde. E. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 26. November 2012 die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung des angefochtenen Entscheids rechtfertigen könnten. F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Ver waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrens - gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Darunter fallen u.a. Entscheidungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen - Visums verweigert wird (vgl. Art. 32 f. VGG). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). C-5193/2012 Seite 4 1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde legitimiert. Auf die frist - und formgerecht einge reichte B e- schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange- legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesre cht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrü n- dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitp unkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E.5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 sowie BVGE 2011/1 E. 2). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines kamerunischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da s ich der Gesuchsteller nicht auf die EU/EFTA - Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die Streitsache in den Anwendungsbereich der Schengen -Assoziierungsabkommen, mit denen di e Schweiz den Schengen -Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Schengen - Recht geht dem Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seinen Ausführungsverordnungen vor (vgl. Art. 2 AuG). 4. 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt kein allgemeines Recht auf Einreise und gewährt keinen Anspruch auf Ertei lung eines Visums. Die Schweiz ist – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Ein reise zu gestat ten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen auton o- men Entscheid . Das Schengen -Recht schränkt diese Befugnis insoweit C-5193/2012 Seite 5 ein, als es einheitli che Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaa ten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu ve r- weigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt jedoch auch das Schengen -Recht nicht (vgl. BVGE 2011/48 E. 4.1 mit Hinweisen). 4.2 Angehörige von Drittsta aten dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten je Sechsmonatszeitraum einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku - mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, f alls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren - zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Dri ttländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gülti - gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristi- gen Aufenthalt verfüg en (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Vi- sumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b Sche n- gener Grenzkodex [SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c Vi- sakodex [Abl. L 243 vom 15. September 2009 ]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fri stgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Zudem dür- fen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Bezie hungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG und Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung ist auch dann anzunehmen, wenn die drit t- staatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Sche n- gen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen. Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge - fahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten C-5193/2012 Seite 6 Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako - dex). Die Gewähr der gesicherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, steht mit dieser Regelung im Einklang ( vgl. BVGE 2011/48 E. 4.5 mit Hinweisen). 4.4 Sind die erwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenommen) nicht erfüllt, darf kein Schengen -Visum erteilt werden (vgl. Art. 12 VEV, Art. 2 Ziff. 3 Visakodex). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person ausnahmsweise ein « Visum mit räumlich b e- schränkter Gültigkeit » zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gül- tig (vgl. Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex). 5. 5.1 Der Gesuchsteller unterliegt als kamerunischer Staatsangehöriger der Visumspflicht (Anha ng I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK stehen die Frage n nach dem Zweck des geplanten Aufenthalts und nach der gesicherten Wiederausreise im Vor dergrund. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern nur Prognosen treffen. Dabei sind alle Umstände des Einzelfalles zu wür- digen. Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise können sich auch aus der allgemeinen Situation im He r- kunftsland der Besucherin oder des Be suchers ergeben. Namentlich bei Einreisegesuchen von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit pol i- tisch oder wirtschaftlich ungünstigen Verhält nissen rechtfertigt sich e i- ne kritische Prüfung bzw. eine strenge Praxis , da die persön liche Int e- ressenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht ( vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C -3777/2012 vom 28. Januar 2013 E. 5 sowie C-4142/2010 vom 15. August 2011 E. 7.2). 5.2 Kamerun gilt als führende Handels - und Wirtschaftmacht unter den Staaten der zentralafrikanischen Regionalorganisation (CEMAC). Trotzdem ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor prekär. Die Arbeit s- losigkeit i st hoch, und ein grosser Teil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze ( rund 40 %). Das derzeitige Wirtschaftswachstum von rund 4 Prozent ist zu niedrig, um Arbeitsplätze in grö sserem Umfang zu schaffen und die Armutsrate nachhaltig zu senken. Der « Human Deve-C-5193/2012 Seite 7 lopment Index » des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) stuft Kamerun 201 2 lediglich auf Position 150 von 18 6 Ländern ein. Zu dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation kommt hinzu, dass die Stabilität des Landes durch verschiedene interne Faktoren gefäh r- det ist. Dazu gehören insbesondere die unsichere Sicherheits - und Rechtslage sowie die weit verbreitete Korruption (vgl. im Internet: www.eda.admin.ch > Reisehinweise > Reiseziele > Kamerun, Stand 20. Februar 2013; www.auswaertiges -amt.de > Reise & Sicherheit > Reise- und Sicherheitshinweise > Kamerun > Wirtschaft, Stand Okt o- ber 2012; www.cia.gov > Library > The World Factbook > Cameroon, Stand 22. August 2013; www.hdr.undp.org > Countries > C ameroon; alle Webseiten besucht im August 2013 ). 5.3 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland des Gesuch - stellers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte. Dieses Risiko ist erfahrungsgemäss noch erhöht, wenn durch die Anwe- senheit von Verwandten oder Freunden bereits ein soziales Beziehung s- netz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden d a- bei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgange n, indem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine andere Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent ziehen. Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur diese Umstände und Erfahrungen, sondern alle Gesichtspunkte des Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller im Heimatland z.B. eine besondere berufliche, g e- sellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen (vgl. Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts C-2785/2012 vom 17. Juli 2013 E. 6.3 f.). 5.4 Der Gesuchsteller ist 38 Jahre alt, verheiratet (vgl. BFM act. 9 S. 61) und gemäss – nicht belegten – Angaben der Beschwerdeführer Vater von zwei minderjährigen Kindern (vgl. BFM act. 1 S. 12) . Aus den Akten geht hervor, dass er im ersten Visumsgesuch vom 30. November 2011 noch angekreuzt hatte, er sei ledig (vgl. BFM act. 4 S. 39), während er im neu- en Gesuch vom 18. April 2012 angab, verheiratet zu sein und eine He i- ratsurkunde aus dem Jahr 2004 vor legte (vgl. BFM act. 9 S. 61 u. 71). Er ist erwerbstätig und betreibt einen Lebensmittelladen. Für seine Tätigkeit als « Petit Trader » bezahlt er jährliche Steuern in der Höhe von CFA 37.500. resp. Fr. 70. (vgl. BFM act. 11 S. 80 ff.). Diese Steuerb e- lastung lässt auf einen Umsatz von max. 5 Mio. CFA resp. Fr. 9'400. pro Jahr schliessen (vgl. im Internet: http://cameroun.eregulations.org > C-5193/2012 Seite 8 Paiement des impôts > Impôt libératoire > Paiement de l'impôt libératoire, besucht am 13. August 2013). Weder der Ge suchsteller noch die B e- schwerdeführer machen indes genaue Angaben zur Höhe des auf diese Weise erzielten Einkommens. Nachdem das jährliche Bruttoinlandprodukt pro Kopf in Kamerun rund Fr. 2'200. beträgt (Jahr 2012; vgl. im Internet: www.imf.org > Data and Statistics > World and Economic Outlook Dat a- bases > Sub -Saharan Africa > Cameroon, besucht am 14. August 2013) und das Pro -Kopf-Einkommen tiefer anzusetzen ist, erscheint es als wahrscheinlich, dass der Gesuchsteller tatsächlich – wie die Beschwerde- führer darlegen – einen « für die dortigen Verhältnisse relativ gut flori e- renden Laden betreibt » (vgl. BFM act. 1 S. 12). Zusammenfassend kann nach dem Gesagten – ungeachtet einiger Unklarheiten – mit der Vori n- stanz und zu Gunsten des Gesuchstellers davon ausgegangen werden, dass der Gesuchsteller seine Familie mit dem Lebensmittelladen ernährt. Die damit einhergehenden Verpflichtungen sprechen grundsätzlich dafür, dass der Gesuchsteller nach einem Aufenthalt in der Schweiz wieder ord- nungsgemäss nach Kamerun zurückkehren würde (s. vorne, E. 5.3). 5.5 Die Vorinstanz begründete die Abweisung des Visumsgesuchs freilich primär damit, die erwähnte berufliche und familiäre Situation des G e- suchstellers lasse sich nicht mit einer dreimonatigen Abwesenheit in der Schweiz vereinbaren. Der effektive Reisezweck bleibe unklar; die fristge- rechte Wiederausreise sei deshalb nicht gesichert. 5.5.1 Drittstaatsangehörige, die in die Schweiz resp. in den Schengen - Raum einreisen wollen, müssen den Zweck und die Umstände des von ihnen beabsichtigten Aufenthalts glaubhaft machen und soweit möglich belegen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 14 Abs. 1 Bst. a Visakodex; BVGE 2011/48 E. 4. 3; PHILIPP EGLI/TOBIAS D. MEYER, in: Martina Caroni et al. [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, Art. 5 N 25 ff.). Misslingt dieser Nachweis, kann auch das Erfordernis der gesicherten Wiederausreise gemäss Art. 5 Abs. 2 AuG nicht als erfüllt betrachtet werden (s. dazu vorne, E. 4.3 f.). 5.5.2 Die Beschwerdeführer bringen vor, der Gesuchsteller müsse als Begleitperson für ihre 73 -jährige Mutter resp. Schwiegermutter in die Schweiz reisen. Diese möchte ihr Enkelkind besuchen, könne jedoch in ihrem Alter und mit ihren Gebrechen nicht alleine reisen. Sie spreche nicht englisch und lasse sich nur von einer nahestehenden Person betreuen; der Gesuchsteller kenne ihre medizinische Situation und könne übersetzen. Vorliegend ist jedoch – wie die Vorinstanz zu Recht fest-C-5193/2012 Seite 9 gehalten hat – nicht nachvollziehbar, inwiefern sich die geltend gemac h- ten beruflichen und familiären Verpflichtungen mit einer dreimonatigen Abwesenheit vereinbaren lassen sollten. Namentlich wird nicht plausibel dargelegt, wie die Ehefrau des Gesuchstellers (welche diesen im Jahr 2004 im Alter von 16 Jahren heiratete, vgl. act. 9 S. 61) während drei Mo- naten sowohl die beiden – offenbar noch jungen – Kinder betreuen als auch den Lebensmittelladen führen soll (vgl. BFM act. 11 S. 93) . Sodann sind die Ausführungen der Beschwerdeführer be treffend die gesundheitli- chen Probleme der Mutter sehr vage, und es werden diesbezüglich auch keinerlei Belege eing ereicht. Weder wird spezifisch ausgeführt oder nachgewiesen, an welchen gesundheitlichen Problemen die 73-jährige Mutter leidet, noch weshalb sie in der Schweiz gleichsam auf eine Rund- umbetreuung angewiesen wäre, die überdies einzig durch den G e- suchsteller erfolgen können sollte. Angesichts dieser Umstände, sowie in Berücksichtigung der Auskunft der Schweizerischen Botschaft in Kam e- run, wonach die Begleitung einer älteren Person eine gängige Technik ist, um ein Visum für eine jüngere Person zu erhalten (vgl. BFM act. 9 S. 72), kann der behauptete Reisezweck vorliegend nicht als glaubhaft eingestuft werden. Der tatsächliche Reisezweck bleibt unklar resp. es muss – ins- besondere auch angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation und der instabilen Sicherheitslage in Kamerun (s. vorne, E. 5.2) – von ei- nem hohen Risiko ausgegangen werden , dass aus anderen als den b e- haupteten Gründen um ein Visum ersucht wird. Demnach ist die Vori n- stanz zu Recht davon ausgegangen, dass der Gesuchsteller nicht hinre i- chend Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr und Ausreise aus der Schweiz und dem Schengen-Raum bietet. 5.5.3 Mit Bezug auf den Einwand der Bes chwerdeführer, dass sie für die Kosten aufkämen, die geforderte Verpflichtungserklärung unterschrieben hätten (vgl. BFM act. 11 S. 84) und die fristgerechte Wiederausreise ihres Neffen garantierten, ist festzuhalten, dass die Verpflichtungserklärung ausschliesslich das Risiko ungedeckter Kosten im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Besuchsaufenthalt deckt und auf den Betrag von Fr. 30'000.- beschränkt ist (vgl. Art. 8 Abs. 5 VEV). Demgegenüber kö n- nen die Gastgeber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen de s Gastes nicht rechtswirksam einstehen (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/27 E. 9). 5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein für den gesamten Schengen-Raum gültiges einheitliches Visum aufgrund des nicht glau b- haft gemachten Zwecks des geplanten Aufenthalts und d er nicht ges i- cherten Wiederausreise nicht ausgestellt werden darf. C-5193/2012 Seite 10 6. 6.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Visum mit räu m- lich beschränkter Gültigkeit vorliegen. 6.2 Ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit kann erteilt wer den, wenn ein Mitg liedstaat es aus humanitären Gründen, aus Grün den des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflich tungen für erforderlich hält, von den allgemeinen Einreisevoraussetzungen des Art. 5 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK abzu weichen (Art. 12 Abs. 1 i. V. m. Art. 2 Abs. 4 VEV, Art. 25 Abs. 1 Bst. a Ziff. i Visakodex). Die Voraussetzungen für ein Abweichen von den allgemeinen Einrei sevoraussetzungen sind nicht leicht hin anzunehmen. Namentlich ist dem Umstand ange messen Rechnung zu tragen, dass die Erteilung eines Visums mit räumlich b e- schränkter Geltung nicht nur eigene Interessen berührt, son dern infolge des Wegfalles der Personen kontrollen an den Innengren zen des Sche n- gen-Raums auch die Interessen der übrigen Schengen -Staaten beei n- trächtigen kann (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). 6.3 Die Beschwerdeführer berufen sich sinngemäss auf das Recht auf Familienleben (vgl. Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten EMRK [EMRK, SR 0.101] und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), aus dem sich in be- stimmten familiären Konstellationen eine völkerrechtliche Verpflichtung zur Visumserteilung ableiten lässt (vgl. BVGE 2011/4 8 E. 6.3.2). Auf das Recht auf Familienleben können sich namentlich ausländi sche Personen berufen, die nahe Familienangehörige mit hinrei chend gefestigtem Anwe- senheitsrecht in der Schweiz haben . Geschützt ist allerdings nur das F a- milienleben als solches, nicht aber die freie Wahl des für den Aufbau und die Führung des Familienle bens günstigsten Ortes. Ein Eingriff in den Schutzbereich des Fa milienlebens liegt daher in aller Regel nicht vor, wenn den Beteiligten ohne weite res zugemutet werden kann, da s Famili- enleben bzw. die familiären Kontakte ausserhalb der Schweiz zu pflegen (vgl. BGE 135 I 153 E. 2.1; BVGE 2011/48 E. 6.3.1; Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts C-804/2012 vom 12. Juni 2013 E. 9.1). 6.4 Der Gesuchsteller ist der Neffe der Beschwerdeführe r und gehört d a- her nicht zu deren Kernfamilie. Geltend gemacht wird freilich, dass die Mutter bzw. Schwiegermutter der Beschwerdeführer nur in Begleitung des Neffen in die Schweiz kommen könne , um sie und insb. auch ihr Enkel- kind zu besuchen. Selbst wenn diese Behauptung als glaubhaft eingestuft C-5193/2012 Seite 11 würde (s. aber vorne, E. 5.5.2), wäre deshalb kein Visum mit räumlich be- schränkter Gültigkeit zu erteilen. Die Realisierung eines Besuchskontakts im Ausland ist vorliegend möglich, zumal die Flugreise mit einem Kle in- kind zwar Mehraufwand, aber keine speziellen Risiken mit sich bringt (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.3.2 und E. 6.3.5; im Internet: www.swiss.com > Informieren > Reisevorbereitung > Kinder auf Flugreise > Babys und Kleinkinder, besucht am 14. August 2013) . Die Beschwerdeführer ma- chen denn auch keine Gründe geltend, weshalb es ihnen nicht möglich sein sollte, ihre Mutter bzw. Schwiegermutter sowie den Gesuchsteller in Kamerun zu besuchen. Eine wertende Gewichtung der sich gegenübe r- stehenden Inte ressen führt das Bundesverwaltungsgericht deshalb zum Ergebnis, dass das private In teresse an der Bewilligung der Einreise g e- genüber dem öffentlichen Interesse an deren Verhinderung aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (s. vorne, E. 4.3) zurückzustehen hat. Der allenfalls in der angefochtenen Verfügung liegende Eingriff in das Recht auf Familienleben wiegt mithin nicht schwer und ist nach Massga- be von Art. 8 Abs. 2 EMRK und Art. 36 BV gerechtfertigt. 6.5 Die Beschwerdeführer habe n sodann keine Gründe genannt , welche die Erteilung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit aus h u- manitären Gründen rechtfertigen würden. Der Umstand, dass die B e- schwerdeführer, deren Mutter bzw. Schwiegermutter sowie der G e- suchsteller ihre familiäre Beziehung in Kamerun pflegen können, spricht gegen die Notwendigkeit einer derartigen Ausnahme. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch an gemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahren s- kosten sind auf Fr. 800. festzusetzen (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv S. 12 C-5193/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. werden den Beschwerdeführern auferlegt und mit dem am 6. November 2012 geleisteten Kostenvo r- schuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Akten retour) – das Migrationsamt des Kantons Zürich (Ref.-Nr. […]) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Ruth Beutler Kilian Meyer Versand: