<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00271</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205261&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00271</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Schulausschluss</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Disziplinarverfahren: Anforderungen an die Anhörung durch ein instruierendes Mitglied Der Gehörsanspruch verleiht nicht das Recht auf mündliche Anhörung bzw. Befragung durch die vollständig besetzte Kollegialbehörde (E. 2.2). Wird die Anhörung jedoch an ein instruierendes Mitglied delegiert, muss dem Betroffenen Gelegenheit gegeben werden, sich gegenüber der Kollegialbehörde zum Befragungsprotokoll zu äussern (was hier unterlassen wurde, E. 2.3). Eine Heilung kommt vorliegend von vornherein nicht in Frage, da die Vorinstanz den Beschwerdeführer nicht dazu aufforderte, zum Protokoll Stellung zu beziehen (E. 2.4). In Gerichtsverhandlungen kann sich das Protokoll auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Punkte beschränken; offen gelassen, ob diese Anforderungen auf Disziplinarverfahren übertragen werden können (E. 3). Rückweisung an die Schulbehörde, damit diese dem Beschwerdeführer das Protokoll zur Stellungnahme zustellt (E. 4.1). Teilweise Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARVERFAHREN">DISZIPLINARVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERWEIGERUNG">GEHÃRSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INSTRUKTIONSVERFAHREN">INSTRUKTIONSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROTOKOLL">PROTOKOLL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULAUSSCHLUSS">SCHULAUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STELLUNGNAHME">STELLUNGNAHME</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. 2 BV</span><br/><span class="gerade">§ 6 Abs. 1 Ziff. 7 MittelschulG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>A besuchte im Schuljahr 2004/2005 die â¦ Klasse der Kantonsschule X. Am 7. April 2005 nahm die Polizei im Schulhaus eine Kontrolle vor und fand in der Schultasche von A rund 50 Gramm Marihuana. Zwei Tage spÃ¤ter wurde er von einem Mitglied der Schulkommission, dem Rektor und dem Prorektor zu dem Vorfall angehÃ¶rt. Am 12. April 2005 beschloss die Schulkommission, A vom Schulbesuch auszuschliessen. Einem Rekurs entzog sie die aufschiebende Wirkung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Bildungsdirektion wies einen dagegen erhobenen Rekurs am 1. Juni 2005 ab und entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 23. Juni 2005 beantragte A die Aufhebung des Rekursentscheids, die RÃ¼ckweisung zur erneuten Beurteilung an die Bildungsdirektion, eine ParteientschÃ¤digung sowie die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung. Die Kantonsschule X beantragte die Abweisung der Beschwerde sowie eine UmtriebsentschÃ¤digung. Die Bildungsdirektion verzichtete ausdrÃ¼cklich auf Stellungnahme.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach AnhÃ¶rung der Kantonsschule X wies der AbteilungsprÃ¤sident am 7. Juli 2005 das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab.</span></p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2; vgl. § 19b Abs. 1 in Verbindung mit dem Umkehrschluss aus § 43 Abs. 1 lit. f VRG). Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht eine GehÃ¶rsverletzung geltend. â Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV) ist formeller Natur. Ist er verletzt, wird der Entscheid grundsÃ¤tzlich unabhÃ¤ngig davon aufgehoben, ob dieser materiell richtig ist oder nicht (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, 126 V 130 E. 2b S. 132; VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 2 am Anfang, www.vgrzh.ch). Die RÃ¼ge der GehÃ¶rsverletzung ist deshalb vorweg zu prÃ¼fen (BGE 124 V 389 E. 1, 117 Ia 5 E. 1a; VGr, 11. Juli 2005, VB.2005.00001, E. 2.1, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer sieht Art. 29 Abs. 2 BV dadurch verletzt, dass er nicht ausreichend angehÃ¶rt worden sei. â Bei VerstÃ¶ssen gegen die Disziplin kÃ¶nnen Massnahmen verhÃ¤ngt werden (§ 20 Abs. 1 des Mittelschulgesetzes vom 13. Juni 1999, MittelschulG, LS 413.21). Der Schulausschluss stellt die schwerwiegendste Disziplinarmassnahme dar und fÃ¤llt folglich in die ZustÃ¤ndigkeit des obersten Organs der Schule (vgl. § 5 Abs. 1 Satz 1 MittelschulG), der Schulkommission (§ 6 Abs. 1 Ziff. 7 MittelschulG; Art. 29 Abs. 1 Ziff. 9 der Schulordnung der Kantonsschulen vom 5. April 1977, SchulO, www.mba.zh.ch, dort noch mit Bezug auf die Terminologie des nunmehr ausser Kraft getretenen § 203 Abs. 3 Satz 1 des Unterrichtsgesetzes vom 23. Dezember 1859, GS III 3, 22; vgl. Carlo Portner, Die Anstaltsgewalt Ã¶ffentlicher Schulen mit Beispielen aus dem zÃ¼rcherischen Recht, ZÃ¼rich 1979, S. 22). Vor der VerhÃ¤ngung eines Schulausschlusses ist der SchÃ¼ler anzuhÃ¶ren (Art. 30 Abs. 1 SchulO). Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet, dass er vor dem Entscheid Ã¼ber den Schulausschluss keine Gelegenheit gehabt habe, gegenÃ¼ber der Schulkommission zu den erhobenen VorwÃ¼rfen Stellung zu nehmen.</p> <p class="Urteilstext">Der verfassungsmÃ¤ssige GehÃ¶rsanspruch umfasst nicht das Recht, sich vor der BehÃ¶rde, die den Entscheid fÃ¤llt, mÃ¼ndlich zu Ã¤ussern (BGE 127 V 491 E. 1b am Ende; differenzierend Markus MÃ¼ller, Das besondere RechtsverhÃ¤ltnis, Bern 2003, S. 326 f., 329 f.). Ein Anspruch auf mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung vor der verfÃ¼genden BehÃ¶rde kann sich dagegen aus dem anwendbaren Verfahrensrecht ergeben (vgl. VGr, 18. Mai 1962, ZBl 63/1962, S. 443 E. 4b S. 446; Herbert Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. A., Bern etc. 2003, S. 687). Vorliegend ist dies jedoch nicht der Fall. GemÃ¤ss Art. 30 Abs. 3 Satz 1 SchulO findet im Verfahren des Schulausschlusses eine abschliessende AnhÃ¶rung durch die Schulleitung statt. Nach dem Wortlaut dieser Bestimmung ("abschliessend") wird der Betroffene nicht von der verfÃ¼genden BehÃ¶rde (der Schulkommission) angehÃ¶rt. Ebenso wenig lÃ¤sst sich der Systematik der Norm entnehmen, dass neben der darin statuierten AnhÃ¶rung eine weitere Befragung durch die verfÃ¼gende BehÃ¶rde stattfinden wÃ¼rde. Dass das anwendbare Verfahrensrecht keine AnhÃ¶rung durch die vollstÃ¤ndig besetzte KollegialbehÃ¶rde vorsieht, ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (BGE 115 II 129 E. 6a S. 133). Die AnhÃ¶rung darf einer Delegation der entscheidenden BehÃ¶rde oder dem zustÃ¤ndigen Referenten Ã¼bertragen werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1999, § 8 N. 9). Im vorliegend zu beurteilenden Fall fand eine solche Delegation statt. An der AnhÃ¶rung nahm ein Mitglied der Schulkommission teil. Dieses Mitglied stellt damit die fÃ¼r die Instruktion zustÃ¤ndige Person der verfÃ¼genden BehÃ¶rde dar. Folglich braucht im vorliegenden Fall nicht entschieden zu werden, ob eine umfassende Delegation der AnhÃ¶rung an ein von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde zu unterscheidendes Gremium vor Art. 29 BV standhÃ¤lt (vgl. dazu BGE 114 Ib 244 E. 3, 110 Ia 81 E. 5c).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Wird die AnhÃ¶rung, wie hier, von einem instruierenden Gremium bzw. BehÃ¶rdenmitglied vorgenommen, muss der Betroffene Gelegenheit haben, sich gegenÃ¼ber der verfÃ¼genden BehÃ¶rde zu den erhobenen VorwÃ¼rfen zu Ã¤ussern (BGE 98 Ia 129 E. 3 S. 132). Das Bundesgericht entschied in einem mit dem vorliegenden Sachverhalt vergleichbaren Fall, dass die AnhÃ¶rung in den Akten festgehalten werden muss und dem Betroffenen Gelegenheit zu geben ist, gegenÃ¼ber der verfÃ¼genden BehÃ¶rde dazu Stellung zu beziehen (BGE 98 Ia 129 E. 3 S. 133 im Anschluss an Rolf Tinner, Das rechtliche GehÃ¶r, ZSR NF 83/1964 II, S. 295, 345 f.; vgl. auch BGE 130 II 351 E. 3.3.3).</p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall wurde die AnhÃ¶rung durch die Schulleitung und das Schulkommissionsmitglied in Ãbereinstimmung mit Art. 30 Abs. 3 Satz 2 SchulO protokollarisch festgehalten. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte jedoch keine Gelegenheit, sich gegenÃ¼ber der Schulkommission zum Protokoll vor deren Entscheid schriftlich zu Ã¤ussern. Ebenso wenig machte die Schulkommission von der (weiter gehenden) MÃ¶glichkeit Gebrauch, den BeschwerdefÃ¼hrer in vollstÃ¤ndiger Besetzung persÃ¶nlich anzuhÃ¶ren. Damit vermag das Verfahren den vom Bundesgericht aufgestellten Anforderungen nicht zu genÃ¼gen. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin verstÃ¶sst somit gegen Art. 29 Abs. 2 BV.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine GehÃ¶rsverletzung geheilt werden, wenn diese nicht besonders schwer wiegt, der Rechtsmittelinstanz dieselbe PrÃ¼fungszustÃ¤ndigkeit zukommt wie der verfÃ¼genden BehÃ¶rde und dem Betroffenen aus der Heilung kein Nachteil erwÃ¤chst (BGr, 12. November 2003, 1P.544/2003, E. 2.1, www.bger.ch; BGE 127 V 431 E. 3d/aa; vgl. auch VGr, 20. April 2005, VB.2005.00014, E. 6.3, mit weiteren Hinweisen, www.vgrzh.ch). Ob eine solche Heilung im vorliegenden Fall mÃ¶glich ist, kann offen gelassen werden (dazu Benjamin Schindler, Die "formelle Natur" von Verfahrensgrundrechten, ZBl 106/2005, S. 169, 188 ff.; HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, SJZ 100/2004, S. 377, 381 ff.). Eine Heilung wÃ¼rde nÃ¤mlich voraussetzen, dass im Rechtsmittelverfahren das nachgeholt worden wÃ¤re, was im Verfahren vor verfÃ¼gender Instanz versÃ¤umt wurde. An dieser Voraussetzung fehlt es jedoch im vorliegenden Fall. Die AusfÃ¼hrungen in der Rekursschrift kÃ¶nnen nicht als Stellungnahme zum Protokoll angesehen werden. Um das von der Beschwerdegegnerin VersÃ¤umte nachzuholen, hÃ¤tte die Vorinstanz den BeschwerdefÃ¼hrer somit ausdrÃ¼cklich zur Stellungnahme auffordern mÃ¼ssen. Aufgrund der Akten steht indessen einzig fest, dass sie einen Vermittlungsversuch durchfÃ¼hrte. Dabei wurden VorschlÃ¤ge gemacht, um das Verfahren rasch zu erledigen, nÃ¤mlich die Berichtigung des Protokolls bzw. die Neuformulierung der AusschlussverfÃ¼gung. Den Akten lÃ¤sst sich jedoch nicht entnehmen, dass die Vorinstanz dem BeschwerdefÃ¼hrer gegenÃ¼ber verbindlich angeordnet hÃ¤tte, zum Protokoll der Schulleitung Stellung zu beziehen. Die Vorinstanz spricht in diesem Zusammenhang vielmehr von einem Vorschlag. Die im Rahmen des Vermittlungsversuches unterbreiteten VorschlÃ¤ge waren nach dem Gesagten nicht darauf ausgerichtet, Rechtswirkungen zu entfalten. Sie hatten vielmehr informellen Charakter (vgl. Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. A., Bern 2005, § 28 Rz. 25 f., 34). Damit fehlt es an einer rechtsverbindlichen Anordnung wÃ¤hrend des vorinstanzlichen Verfahrens, zum Protokoll Stellung zu beziehen. Eine solche ist jedoch erforderlich, um den strengen Anforderungen Rechnung zu tragen, die das Bundesgericht an das Verfahren des Schulausschlusses stellt. Diese Anforderungen sind eine Folge des Strafcharakters der disziplinarischen Entlassung und deren einschneidender Wirkungen fÃ¼r den Betroffenen (vgl. BGE 98 Ia 129 E. 3 S. 132, 87 I 337 E. 4a S. 339, ferner 129 I 12 E. 10.6.5). Selbst wenn man von der MÃ¶glichkeit einer Heilung ausginge, wÃ¤re damit der Vermittlungsversuch nicht geeignet, den Mangel des Verfahrens vor verfÃ¼gender Instanz zu beheben.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die GehÃ¶rsverletzung hat nach dem Gesagten die Aufhebung des Entscheids der Beschwerdegegnerin zur Folge. Dies wiederum fÃ¼hrt dazu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Schule zumindest bis zu einem neuen Entscheid der Schulkommission wieder besuchen kann. Der Schulleitung darf allerdings die Voraussetzungen von Art. 31 SchulO prÃ¼fen. Danach kann bei schweren oder wiederholten Verfehlungen bis zum Entscheid Ã¼ber die disziplinarische Bestrafung der Schulbesuch untersagt werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Aufhebung des Entscheids der Schulkommission fÃ¼hrt dazu, dass die Beschwerdegegnerin (und nicht wie vom BeschwerdefÃ¼hrer verlangt die Vorinstanz) die Frage einer Disziplinarmassnahme von Neuem zu prÃ¼fen haben wird. Damit fragt sich, ob es ausreicht, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer das Protokoll der bereits durchgefÃ¼hrten AnhÃ¶rung zur Stellungnahme zugestellt wird oder ob aufgrund einer erneuten AnhÃ¶rung ein weiteres Protokoll zu erstellen ist.</p> <p class="Urteilstext">Das EidgenÃ¶ssische Versicherungsgericht entschied, dass in Gerichtsverhandlungen nicht sÃ¤mtliche ParteiÃ¤usserungen protokolliert werden mÃ¼ssen. Das Protokoll kÃ¶nne sich vielmehr auf die fÃ¼r die Entscheidfindung wesentlichen Punkte beschrÃ¤nken (BGE 124 V 389 E. 4a S. 391). Ob diese Anforderungen auf das Verwaltungsverfahren erster Instanz im Allgemeinen bzw. auf Disziplinarverfahren im Besonderen Ã¼bertragen werden kÃ¶nnen, braucht hier nicht entschieden zu werden (dazu Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 257; MÃ¼ller, S. 332 f.; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 19; vgl. auch § 6 Abs. 1 der Mittelschulverordnung vom 26. Januar 2000 [LS 431.211], nach dem "insbesondere" die BeschlÃ¼sse zu protokollieren sind). Dem vorliegend zu beurteilenden Protokoll lÃ¤sst sich jedenfalls entnehmen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, dass er mit dem bei ihm vorgefundenen Marihuana habe Handel treiben wollen, ebenso, mit welchen Argumenten er sich dagegen zur Wehr setzte. Schliesslich enthÃ¤lt es eine ErklÃ¤rung des Rechtsvertreters des BeschwerdefÃ¼hrers, weshalb auch eine Waage vorgefunden wurde. â Die Frage des Schulausschlusses dÃ¼rfte hauptsÃ¤chlich davon abhÃ¤ngen, wie der Marihuanafund disziplinarrechtlich zu bewerten ist. Das Protokoll enthÃ¤lt damit die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Aussagen. Nach dem Gesagten reicht es aus, dass die Beschwerdegegnerin vor dem Entscheid Ã¼ber den Schulausschluss den BeschwerdefÃ¼hrer dazu auffordert, zum AnhÃ¶rungsprotokoll vom 9. April 2005 Stellung zu beziehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abgesehen von der beantragten RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben, soweit damit der Rekurs abgewiesen wurde. Weiter ist der Beschluss der Schulkommission aufzuheben und die Sache zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen. Da der BeschwerdefÃ¼hrer nur in einem untergeordneten Punkt unterliegt, ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Gerichtskosten zu tragen sowie eine ParteientschÃ¤digung zu entrichten (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG; § 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung. Diese setzt unter anderem Mittellosigkeit des Betroffenen voraus (§ 16 Abs. 1 f. in Verbindung mit § 70 VRG). Dabei trifft den Gesuchssteller eine Mitwirkungspflicht (§ 7 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG). Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, nach Tatsachen zu forschen, aus denen die Mittellosigkeit des Gesuchstellers hervorgeht; es liegt vielmehr an jenem, die massgeblichen UmstÃ¤nde unaufgefordert darzulegen, so insbesondere eine Zusammenstellung seiner EinkÃ¼nfte und seines Grundbedarfs (BGE 120 Ia 179 E. 3a; VGr, 13. November 2002, VB.2002.00277, E. 6b, www.vgrzh.ch). â Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer beschrÃ¤nkt sich auf die Bemerkung, dass er Ã¼ber keinerlei Einkommen verfÃ¼ge und seine allein erziehende Mutter arbeitslos sei. FÃ¼r die Arbeitslosigkeit der Mutter werden jedoch keinerlei Belege beigebracht. Das Gesuch um GewÃ¤hrung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ist demnach abzuweisen.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span> Das Gesuch um GewÃ¤hrung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen;</span></p> <p class="Zwischentitel">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss der Schulkommission der Kantonsschule X vom 12. April 2005 sowie Dispositiv-Ziffer I der VerfÃ¼gung der Bildungsdirektion vom 1. Juni 2005 werden aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'600.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) auszurichten.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>