Postulat Fankhauser 1480 9 octobre 1986 schieds zwischen einer ausserordentlichen und einer Son- dersession. Um die rechtlichen Bestimmungen über die Einberufung der Bundesversammlung im Zusammenhang überprüfen zu können, beantragt das Büro, den Vorstoss von Nationalrat Nebiker in der Form des Postulates entgegenzunehmen. Das Büro wird anschliessend eine Kommission damit beauf- tragen, Vorschläge auszuarbeiten. Antrag des Büros Proposition du Bureau Das Büro beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, die Motion als Postulat entgegenzunehmen. Die Herren Günter und Borei bekämp- fen die Ueberweisung als Postulat. - Der Vorstoss wird später behandelt werden. #ST# 86.467 Postulat Ott Friedenskonzil. Gastrecht Concile de la paix. Invitation de la Suisse Wortlaut des Postulates vom 3. Juni 1986 Am letzten Deutschen Evangelischen Kirchentag in Düssel- dorf ist auf Antrag des bekannten Physikers, Philosophen und Friedensforschers Carl Friedrich von Weizsäcker, Bru- der des derzeitigen deutschen Bundespräsidenten, ein Auf- ruf beschlossen worden zur Abhaltung eines weltweiten «Konzils» der Christenheit, möglicherweise sogar auch anderer Religionen, das dem einen Problem der Sicherung des Weltfriedens gewidmet sein soll. Die Idee eines solchen Konzils ist auf ein breites und positi- ves Echo gestossen, handelt es sich hier doch um den Versuch, zur Lösung des brennendsten Problems der Menschheit alle geistigen Kräfte zu mobilisieren. Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sind Nicht- Gouvernementale Organisationen (N.G.O). Doch ist an einem grossangelegten Versuch im Dienste der Friedenser- haltung auch die Staatenwelt interessiert, und die Einladung eines Staates, eine derartige Konferenz, wenn sie zustande- kommt, auf seinem Territorium abzuhalten, könnte für die Realisierung ermutigend wirken. Ist die Schweizerische Eidgenossenschaft aufgrund ihrer langen Tradition einer neutralen, humanitären und friedli- chen Politik der Guten Dienste nicht prädestiniert, eine solche Einladung auszusprechen? Der Bundesrat wird eingeladen, die Entwicklung der Idee eines «Friedenskonzils» aufmerksam zu verfolgen und im Zeitpunkt, da es sachdienlich erscheinen wird, einen derarti- gen Schritt zu prüfen. Texte du postulat du 3 juin 1986 Lors de la dernière conférence des églises évangéliques d'Allemagne (Deutscher Evangelischer Kirchentag), à Dus- seldorf, on a décidé, sur la proposition du célèbre physicien et philosophe Cari Friedrich von Weizsäcker, frère de l'ac- tuel président de l'Allemagne fédérale et connu pour son engagement en faveur de la paix, de lancer un appel visant à la convocation d'une assemblée universelle de la chrétienté, à laquelle pourraient éventuellement se joindre les représen- tants d'autres religions, afin d'étudier la possibilité d'assurer la paix («concile» de la paix). Cette suggestion a provoqué un grand intérêt dans tous les milieux concernés, car il s'agit de mobiliser toutes les forces spirituelles pour résoudre le problème crucial de l'humanité. Les églises et les autres communautés religieuses sont des organisations non gouvernementales (ONG). Mais les Etats ont unintérêt certain à ce qu'une tentative soit faite sur une grande échelle en faveur de la paix. Si un Etat se déclarait prêt à héberger le cas échéant une telle conférence, il pourrait ainsi en encourager la réalisation. En raison de sa longue tradition humanitaire, de sa neutra- lité permanente et de sa politique de bons offices au service de la paix, la Confédération suisse n'est-elle pas comme prédestinée à lancer une telle invitation? Le Conseil fédéral est engagé à suivre attentivement le développement du projet d'assemblée des religions pour la paix et à examiner la possibilité de lancer une invitation y relative au moment opportun. Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 17. September 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 17 septembre 1986 Der Bundesrat beantragt, das Postulat anzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.477 Postulat Fankhauser Aktion «Kinder der Landstrasse» «Oeuvre en faveur des enfants de la grand-route« Wortlaut des Postulates vom 4. Juni 1986 Der Bundesrat wird beauftragt, die im 1983 verabschiedeten Bericht der Studienkommission «Fahrendes Volk in der Schweiz» empfohlene Studie über die Folgen der Aktion «Kinder der Landstrasse» unverzüglich in Auftrag zu geben. Insbesondere sollen die Möglichkeiten geprüft und sodann in die Tat umgesetzt werden, die die Folgen dieser Aktion «Kinder der Landstrasse» mildern könnten. Der Bundesrat soll spätestens im Geschäftsbericht 1986 über die unternommenen Schritte berichten. Texte du postulat du 4 juin 1986 Le Conseil fédéral est chargé de faire élaborer sans retard une étude sur les conséquences des activités de l'«0euvre en faveur des enfants de la grand-route», conformément aux recommandations émises en 1983 par une commission d'étude dans un rapport intitulé «Les nomades en Suisse». Il conviendrait notamment d'examiner les moyens d'atténuer les conséquences des activités de cette oeuvre et de les mettre en pratique. Le Conseil fédéral aura à rendre compte des démarches entreprises dans son rapport annuel 1986 au plus tard. Mitunterzeichner-Cosignataires: Aliesch, Ammann-St. Gal- len, Auer, Bircher, Bonnard, Borei, Bundi, Carobbio, Cho- pard, Christinat, Clivaz, Columberg, Cotti Gianfranco, Deneys, Dünki, Fehr, Friedli, Grassi, Hubacher, Jaggi, Keller, Kohler Raoul, Kühne, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuen- berger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Magnin, Mauch, Meyer-Bern, Morf, Nauer, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann, Renschier, Robbiani, Rubi, Ruffy, Schmidhalter, Segmüller, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Tschuppert, Van- nay, Weber-Arbon, Weder-Basel, Wyss, Zehnder, Zwygart (52)9. Oktober 1986 N 1481 Postulat Ruch-Zuchwil Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Postulantin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 3. September 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 3 septembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.532 Postulat Fankhauser Frühgeburten und IV-Leistungen Accouchements prématurés et prestations Wortlaut des Postulates vom 20. Juni 1986 Die IV soll, im Sinne einer optimalen Eingliederung der unter 2000 g wiegenden Neugeborenen, neben den Kosten für den Muttermilchtransport einen Teil der Transportkosten für die Eltern übernehmen, damit Mutter und/oder Vater mög- lichst oft das Kind, bis es 3000 g erreicht, selber betreuen können. Texte du postulat du 20 juin 1986 Aux fins d'assurer l'intégration optimale des nouveaux-nés pesant moins de 2000 g, l'assurance-invalidité devrait pren- dre à sa charge, en sus des frais de transport du lait maternel, les frais de transport des parents pour que le père et la mère puissent soigner leur enfant eux-mêmes le plus souvent possible, jusqu'au moment où le nourrisson atteint 3000 g. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bircher, Borei, Christinat, Deneys, Friedli, Gloor, Gurtner, Longet, Meizoz, Morf, Pitte- loud, Ruffy, Segmüller, Weber Monika (14) Schriftliche Begründung - Développement par écrit IV-Leistungen für Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 2000 g und bis zur Erreichung eines Gewichtes von 3000 g sind bereits vorgesehen. Weil laut Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen vom Frühjahr 86 die Ernährung des Säuglings mit Muttermilch der mit Milchpulver vorzuziehen ist, gibt die IV an stillfähige Mütter eine Milchpumpe ab. Die Transportkosten für den Versand der abgepumpten Milch sind in den Spital-Tages- pauschalen der IV eingeschlossen. Inzwischen weiss man, dass nicht nur die Muttermilch, son- dern auch die regelmässige Zuwendung der Mutter und/ oder des Vaters zum Gedeihen des Säuglings beitragen. Die meisten Frühgeburtsabteilungen der Spitäler sind für die Beteiligung der Eltern an der Pflege des Neugeborenen eingerichtet. Aus Rationalisierungsgründen werden die Frühgeburtsab- teilungen der Geburtsspitäler zentralisiert. Die Distanz zwi- schen Elternhaus und Spital wird grösser und daher erhö- hen sich die Transportkosten. Es ist zu befürchten, dass aus Kostengründen Eltern sich nicht mehr an der Pflege ihres untergewichtigen Neugeborenen beteiligen können und dadurch eine wichtige Eingliederungsmassnahme ausfällt. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 17. September 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 17 septembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.490 Postulat Ruch-Zuchwil Ersatz von Glasflaschen durch Kunststoff-Flaschen Remplacement des bouteilles de verre par des bouteilles de plastique Wortlaut des Postulates vom 11. Juni 1986 Soviel bekannt ist, soll bei einigen Mineralwasserproduzen- ten in der Schweiz in Erwägung gezogen werden, Glasfla- schen durch Kunststoff-Flaschen zu ersetzen. Die Begrün- dung dürfte wohl darin liegen, dass weniger Gewicht zu transportieren sei. Zudem soll es sich beim Flaschenmate- rial um angeblich umweltfreundlichen Kunststoff handeln. Wenn auch diese Begründung zutreffen mag, so sprechen meines Erachtens auch gewichtige Argumente gegen dieses Vorhaben, nämlich - der jährlich anwachsende Abfallberg in der Schweiz wird durch die Kunststoff-Flaschen noch mehr gefördert; -die Umstellungskosten von Glasflaschen auf Kunststoff- Flaschen werden sicher sehr kostenintensiv sein (Angaben sprechen über mehrere Mio. Franken pro Mineralwasserpro- duzent). Diese Kosten werden sicher am Ende dem Konsu- menten belastet werden; -die Glasflasche darf allgemein als umweltfreundlich bezeichnet werden, kann sie doch etwa 8 bis 10 Mal wieder- verwendet werden, bevor sie als Altglas der Wiederverwer- tung zugeführt wird; -das System der Glasflaschen hat sich über Jahrzehnte sehr gut bewährt und findet gerade heute in der Wiederver- wertung besondere Beachtung. Aus diesen Gründen bitte ich den Bundesrat, im Rahmen der ihm gesetzlich gegebenen Grundlagen die Möglichkeit zu prüfen, und auch dahin zu wirken, dass den eingangs erwähnten Vorhaben geeignete Massnahmen entgegenge- setzt werden. Im Wissen darum, dass sich der Bundesrat gerade in letzter Zeit wiederholt mit ähnlichen Vorstössen befasste, sollten dem «Sich-damit-Befassen» konkrete Massnahmen folgen. Texte du postulat du 11 juin 1986 Certains producteurs suisses d'eau minérale envisagent, semble-t-il, de remplacer les bouteilles de verre par des bouteilles de plastique. Cette mesure serait motivée par le moindre poids de la matière synthétique ainsi que par sa nature favorable à l'environnement. A mon avis, et même en admettant que ces justifications soient exactes, certains arguments de poids vont à rencontre de ce projet: - Les bouteilles de plastique ne feront qu'accroître l'amas de déchets qui augmente déjà d'année en année dans notre pays; - Les frais occasionnés par le remplacement des bouteilles de verre par des bouteilles de plastique seront certainement fort élevés (selon certaines indications, ils se monteraient à plusieurs millions de francs par producteur). En fin de compte, c'est probablement le consommateur que frappera cette mesure; - Les bouteilles de verre, réutilisables de huit à dix fois avant d'être recyclées, peuvent dans l'ensemble être considérées comme favorables à l'environnement; - En outre, le système des bouteilles de verre a fait ses preuves pendant plusieurs dizaines d'années et le recyclage du verre usé est particulièrement apprécié actuellement. C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral d'étudier la possibi- lité d'opposer au projet susmentionné des mesures appro- priées, tout en respectant la base légale qui lui est imposée, et de les mettre en pratique. Sachant que, récemment, le Conseil fédéral a traité à plu- sieurs reprises des interventions et des demandes allantSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Fankhauser Aktion "Kinder der Landstrasse" Postulat Fankhauser "Oeuvre en faveur des enfants de la grand-route" In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.477 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1986 - 08:00 Date Data Seite 1480-1481 Page Pagina Ref. No 20 014 678 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.