Beschluss vom 15. Juli 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Miro Dangubic Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Roland Winiger, Beschwerdeführer gegen EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION, Beschwerdegegnerin Gegenstand Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: BV.2014.33 , BP.2014.40 - 2 - Sachverhalt: A. Die Eidgenössische Spielbankenkommis sion (nachfolgend „ESBK“) führt die Strafuntersuchung 62-2013-049 wegen des Verdachts der Wide r- handlungen gegen das Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken (Spielbankengesetz, SBG; SR 935.52). B. Im Rahmen dieses Verfahrens führte die ESBK am 18. Juni 2013 eine Hausdurchsuchung in den Räumlichkeiten des Hotels B. in Z., dessen I n- haber und Geschäftsführer A. ist, durch. Gleichentags wurde A. zur Sache einvernommen (BH.2014.5 act. 2.2). C. Gestützt auf die Ermittlungsergebnisse der obgenannten Hausdurchs u- chung wurde A. am 2. April 2014 angehalten. Gleichentags wurden Haus- durchsuchungen an seinem Wohndomizil sowie in den Räumlichkeiten der C. AG in Z. vollzogen (BH.2014.5 act. 1.1). D. Mit Verfügung vom 22. Mai 2014 ordnete die ESBK eine Grundbuchsperre betreffend sieben Liegenschaften der C. AG in Z. bzw. Y. an (act. 1.2). Da- gegen gelangt A. in eigenem Namen, vertreten durch Rechtsanwalt Roland Winiger, mit Beschwerde vom 4. Juni 2014 an dieses Gericht und verlangt Folgendes (act. 1): "1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. 2. Auf die Grundbuchsperren betreffend die Liegenschaften im Eigentum der C. AG sei zu verzichten bzw. es seien die im Eigentum der C. AG stehen- den Liegenschaften nicht mit einer Grundstücksperre zu belegen. 4. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 5. U.E.&K.F." Gemäss Art. 26 Abs. 2 lit. b VStrR wurde die Beschwerde beim Direktor der ESBK eingereicht, worauf dieser die Beschwerde mitsamt Beschwerdean t- wort am 11. Juni 2014 diesem Gericht weiterleitete (act. 2). E. Mit Replik vom 7. Juli 2014 hielt der Beschwerdefü hrer an seinen in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. 7). Am 9. Juli 2014 wurde die Replik der ESBK zur Kenntnis zugestellt (act. 8). - 3 - Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Art. 57 Abs. 1 SBG besagt, dass bei der Verfolgung von Widerhandlungen gegen das SBG das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwa l- tungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) zur Anwendung gelangt. Verfolgende Behörde ist dabei das Sekretariat der ESBK. 1.2 Gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zu- sammenhängende Amtshandlungen kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 26 Abs. 1 VStrR). Die Beschwerde ist innert drei Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich mit Antrag und kurzer Begründung einzu reichen (Art. 28 Abs. 3 VStrR). 1.3 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Amtshandlung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR). Im Falle der Sperrung von Konten liegt das rechtlich geschützte Interesse in erster Linie beim jeweiligen Kontoi n- haber. Der bloss wirtschaftlich an einem Konto Berechtigte ist nur in Au s- nahmefällen, beispielsweise wenn die jur istische Person liquidiert wurde und nicht mehr existiert , beschwerdelegitimiert (vgl. hierzu TPF 2007 158 E. 1.2; Beschluss des Bundesstrafgerichts BV.2012.41 vom 9. Jan u- ar 2013, E. 1.2, jeweils m.w.H.). Es obliegt d em Beschwerdeführer, den Nachweis für d ie einzelnen Legitimationsvoraussetzungen zu erbringen (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss., Zürich/St. Gallen 2011, N. 216). Die vorliegend zur Diskussion stehenden Liegenschaften befinden sich im Eigentum der C. AG, weswegen diese beschwerdelegitimiert ist. Der B e- schwerdeführer bringt vor, er sei einzelunterschriftsberechtigter Verwa l- tungsrat sowie Alleinaktionär der C. AG (act. 7), weswegen er beschwerde- legitimiert sei. Zwar erscheint es als durchaus plausibe l, dass der B e- schwerdeführer als einziger Verwaltungsrat der C. AG (act. 1.4) tatsächlich auch deren Alleinaktionär ist, jedoch vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da dem bloss wirtschaftlich Berechtigten, nicht anders als bei der Kontosp erre, die Beschwerdelegitimation fehlt. E s liegt auch kein Ausnahmefall im Sinne der obgenannten Rechtsprechung vor. Folglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. - 4 - 2. Mit vorliegendem Beschluss wird das Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. 3. Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. TPF 2011 25 E. 3). Die Ge richtsgebühr ist dabei auf Fr. 1 '000.-- festzusetzen, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 2'000. -- (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162] ). Entsprechend sind dem Beschwerdeführer Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten. - 5 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird zufolge Gegens- tandslosigkeit als erledigt abgeschrieben. 3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1 '000.-- wird dem Beschwerdeführer zur Beza h- lung auferlegt, unter Anrechnung des entsprechenden Betrages aus dem ge- leisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--. Die Bundesstrafgerichtskas se wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Fr. 1'000. -- vom geleisteten Ko s- tenvorschuss zurückzuerstatten. Bellinzona, 16. Juli 2014 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - Rechtsanwalt Roland Winiger - Eidgenössische Spielbankenkommission Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassn ahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).