B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3657/2012 law/auj U r t e i l v o m 26 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. Parteien A._______, geboren […], Eritrea, vertreten durch Laura Rossi, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 7. Juni 2012 / N […]. D-3657/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Verfügung vom 14. Juli 2010 stellte das BFM fest, B._______ – ge- mäss eigenen Aussagen Ehegatte der Beschwerdeführerin im vorliege n- den Verfahren – erfülle die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), weil er seine He i- mat Eritrea im September 2007 illegal und im militärdienst pflichtigen Alter verlassen hab e. Das Bundesamt lehnte indessen das Asylgesuch vom 3. November 2008 aufgrund d er Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen (Art. 7 AsylG) sowie zufolge subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) ab. Gleichzeitig ordnete die Vorinstanz wegen Unzulässigkeit des We g- weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme von B._______ als Flüchtling an. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. Mit Eing aben vom 17. Februar 2011 und vom 16. März 2011 ersuchte B._______ das BFM um eine Familienzusammenführung mit und eine Einreisebewilligung für A._______. Mit Verfügung vom 21. März 2011 wies das Bundesamt das Familienn achzugsgesuch gestützt auf Art. 85 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländ e- rinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) ab und bewilligte die Einreise der Beschwerdeführerin nicht. Diese Verfügung wurde nicht angefochten. C. Mit als Asylgesuch aus dem Ausland bezeichneter Eingabe vom 9. Sep- tember 2011 gelangte die mittlerweile von B._______ bevollmächtigte Rechtsvertreterin an das BFM und beantragte namens der Beschwerd e- führerin, dieser sei die Einreise i n die Schweiz zwecks Durchführung e i- nes Asylverfahrens zu bewilligen. Zur Begründung wurde vorgebracht, B._______ habe während eines Hafturlaubs in Eritrea im Jahre 2007 mit der Beschwerdeführerin die Ehe geschlossen und sei nach seiner Rüc k- kehr nach C._______ in den Sudan und schliesslich in die Schweiz g e- flüchtet. Gegenüber den Asylbehörden habe er nicht gesagt, dass er g e- heiratet habe. Nach seiner Flucht hätten die eritreischen Behörden die Beschwerdeführerin aufgefordert, 50'000 Nakfa zu bezahlen, weshalb sie sich gezwungen gesehen habe, Eritrea ebenfalls zu verlassen. Bei einem Versuch, nach Sudan zu fliehen, habe man sie festgenommen; seither sei sie in C._______ inhaftiert. Es sei ihr gelungen, ihrer in D._______ le- benden Mutter eine kleine schriftliche Nachricht zukommen zu lassen; die Mutter habe anschliessend B._______ in der Schweiz benachrichtigt. Im D-3657/2012 Seite 3 Asylgesuch wird das BFM darum ersucht, die Einreisebewilligung für die Schweizer Botschaft in Äthiopien auszustellen, da die Beschwerdeführ e- rin nach einer allfälligen Haftentlassung versuchen würde, nach Äthiopien zu fliehen. Als Beleg für die Eheschliessung reichte die Rechtsvertreterin einen auf den 8. Juli 1999 ausgestellten Trauschein der Diözese Asmara ("Catholic Eparchy of Asmara") in Kopie zu den Akten. D. Das BFM teilte der Rechtsvertreterin am 10. November 2011 mit, es b e- absichtige, das Asylg esuch aus dem Ausland wegen fehlenden Recht s- schutzinteresses abzuschreiben, da die Beschwerdeführerin sich mögl i- cherweise auf unbestimmte Zeit in Haft befinden werde. Das Amt forderte die Rechtsvertreterin auf, Angaben zum Aufenthaltsort der Beschwerde- führerin, zu Kontakt ierungsmöglichkeiten, der voraussichtlichen Haftda u- er, zur Existenz eines Gerichtsurteils sowie zu einem allfällig nach einer Haftentlassung zu leistenden Militär dienst zu machen. Gleichzeitig infor- mierte das BFM die Rechtsvertreterin – unter Hinweis auf Art. 11 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) – darüber, dass sie im Falle der Weiterführung des Asylver- fahrens das behauptete Vertretungsverhältnis durch eine von der zu ve r- tretenden Person unterzeichnete, schriftliche Vollmachtsurkunde im Or i- ginal zu belegen habe, ansonsten das Amt auf das Asylg esuch aufgrund fehlender Vertretungsbefugnis nicht einzutreten gedenke. E. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2011 nahm die Rechtsvertreterin zum Schreiben des BFM Stellung. Der Ehem ann ihrer Mandantin habe am 20. November 2011 mit seiner Frau telefonieren können, nachdem sie zirka eine Woche zuvor aus der H aft entlassen worden sei, weil jemand dafür gebürgt habe, die Busse von 50'000 Nakfa zu bezahlen. Ein G e- richtsurteil liege nicht vor. Verheiratete Frauen müssten im Prinzip in Eri t- rea keinen Militärdienst leisten, doch sei eine Einziehung in den Militä r- dienst möglich, da ihr Ehemann sich im Ausland befinde. Der Kontakt zwischen der Rechtsvertreterin und ihrer Mandantin finde über deren in der Schweiz lebenden Ehemann statt, welcher sie seit der Haftentlassung telefonisch kontaktieren könne. Ihm sei es überd ies gelungen, der B e- schwerdeführerin per Post eine Vollmacht zuzustellen, welche diese un- terzeichnet habe retournieren können. Aufgrund der Haftentlassung nach einem Jahr sei das Rechtsschutzinteresse gegeben , angesichts des Ver- folgungsinteresses seitens d er eritreischen Behörden sei auch das Schutzbedürfnis erstellt, und die Beziehungsnähe zur Schweiz sei durch D-3657/2012 Seite 4 die Beziehung zum Ehemann ohne W eiteres gegeben, weshalb die Ei n- reisebewilligung zu erteilen sei. F. Mit Eingabe vom 22. Dezember reichte die Rechts vertreterin die ang e- kündigte, vom 8. Dezember 2012 datierende und unterzeichnete Vol l- macht im Original (ohne Zustellcouvert) ein. G. Das Bundesamt wies die Rechtsvertreterin mit Schreiben vom 28. Dezember 2011 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungs- gerichts E-3162/2011 vom 6. Dezember 2011 darauf hin, dass die Initiie- rung eines Asylverfahrens aus dem Ausland einen persönlichen Antrag der asylsuchenden Person voraussetze. Sei eine Anhörung nicht möglich, habe die asylsuchende Person das vertretungs weise eingereichte Asy l- gesuch durch Einreichen einer persönlich verfassten oder zumindest u n- terzeichneten Stellungnahme zu einem Fragenkatalog des BFM zu bestä- tigen. Da es in Eritrea keine schweizerische Vertretung gebe, sei das vor- liegende Verfahren gemäss BVGE 2007/30 schriftlich abzuwickeln. Das Amt unterbreitete der Rechtsvertreterin zwecks Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts einen Katalog von ausgewählten Fragen zum Aufenthalt der Beschwerdeführerin in Eritrea, zu den Gründen für ih- re Ausreiseabsichten sowie zur Existenz von Verwandten in Eritrea und in Drittstaaten und forderte sie auf, von ihrer Mandantin eine Stellungnahme zu diesem Fragenkatalog persönlich verfassen oder zumindest unte r- zeichnen zu lassen. H. Mit Eingabe vom 26. Januar 2012 nahm die Rechtsvertreterin unter Be i- lage der Kopie eines Ausweises der Beschwerdeführerin zum Fragenk a- talog des BFM Stellung und stellte das Nachreichen eines Schreibens ih- rer Mandantin in Aussicht, in welchem diese ihre schlechte Situation b e- schreibe und ihren Willen bekräftige, in der Schweiz ein Asylgesuch ei n- reichen zu wollen. Zu den Ausreisegründen hielt die Rechtsvertreterin fest, ihre Mandantin wolle Eritrea verlassen, weil sie dort ein Jahr im G e- fängnis verbrachte habe und sich vor einer jederzeit möglichen erneuten Verhaftung fürchte. Sie sei auch immer wieder Repressalien ausgesetzt, weil sie eigentlich die 50'000 Nakfa Busse für die Flucht ihres Ehemannes ins Ausland begleichen müsste, für deren Bezahlung ein Bürge bei ihrer Haftentlassung gebürgt habe. Da ihr Ehemann sich im Ausland befinde, befürchte die Beschwerdeführerin ferner eine Einziehung in den Militä r-D-3657/2012 Seite 5 dienst. In Äthiopien könnte die Beschwerdeführerin nicht bleiben, weil es dort für junge, alleine geflüchtete Frauen keine Si cherheit gebe; schliess- lich möchte sie sehr gerne mit ihrem Ehemann in der Schweiz zusa m- menleben. I. Am 24. Februar 2012 ging beim BFM das in Aussicht gestellte han d- schriftliche, fremdsprachige und vom 30. November 2011 datierende per- sönliche Schreiben der Beschwerdeführerin ein. Die Rechtsvertreterin er- suchte das Bundesamt, dieses Schreiben, welches die Unterschrift ihrer Mandantin enthalte, als unterschriebenen Antrag im Sinne des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-5516/2011 vom 19. Dezember 2011 anzu- erkennen. J. Mit Schreiben vom 7. Mai 2012 hielt das BFM fest, eine Durchsicht der Akten habe ergeben, dass der angebliche Ehemann der Beschwerdefü h- rerin sich im Laufe seines Asylverfahrens als ledig bezeichnet und ledi g- lich von einer Freundin gesprochen ha be. Den Akten lasse sich ausse r- dem nicht entnehmen, dass er am mutmasslichen, in der Kopie der ein- gereichten Heiratsurkunde aufgeführten Datum der Vermählung in Haft gewesen wäre. Das Bundesamt stellte ferner fest, dass die Unterschrift auf der mit Schreib en vom 22. Dezember 2011 eingereichten Vollmacht nicht mit derjenigen auf dem Dokument übereinstimme, welches die Rechtsvertreterin als persönliches Schreiben der Beschwerdeführerin ein- gereicht habe. Das BFM setzte ein e Frist zur Stellungnahme zu diesen Feststellungen sowie zur Übersetzung des fremdsprachigen Dokumentes an. K. In ihrer Stellungnahme vom 27. Mai 2012 erklärt e die Rechtsvertreterin die unterschiedlichen Unterschriften damit, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 30. November 2011 die tigrinischen Schriftze i- chen verwendet habe, auf der Vollmacht vom 8. Dezember 2011 hing e- gen in lateinischen Buchstaben unterschrieben habe. Für das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 30. November 2011 hätte das BFM au f- grund der Bedürftigkeit des Paa res eine amtliche Übersetzung bewilligen müssen. In der Stellungnahme wird die von B._______ übersetzte deut- sche Version des an ihn gerichteten Schreibens wiedergegeben, gemäss welcher die Beschwerdeführerin ihm im Schreiben mitte ilt, dass es ihr nicht gut gehe, weil sie im Gefängnis gewesen sei, wo man sie geschl a-D-3657/2012 Seite 6 gen und wo sie an Hunger gelitten habe. Sie bitte ihn, ihr zu helfen, aus Eritrea rauszukommen. Sie warte auf ihn, weil er ihr Mann sei, und hoffe, dass auch er auf sie warte und sie in kurzer Zeit in ein anderes Land g e- hen könne. L. Mit Verfügung vom 7. Juni 2012 verweigerte das BFM der Beschwerde- führerin die Einreise in die Schweiz und lehnte das am 9 . September 2011 gestellte Asylgesuch ab. Die Verfügung wurde der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 11. Juni 2012 eröffnet. M. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 10. Juli 2012 liess die Beschwer- deführerin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und b e- antragen, die Verfügung des BFM vom 7. Juni 2012 sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin zwecks Durchfü h- rung des Asylverfahrens die Einreise in die Schweiz zu bewilligen ; even- tualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, die Beschwerdeführerin in einer Schweizer Botschaft ihrer Wahl zu ihren Asylgründen anh ören (recte: be- fragen) zu lassen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht lies s sie beantragen, es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, insbesondere sei ihr eine amtliche Rechtsvertreterin beizuordnen; von der Erhebung eines Kostenvorschusses sei abzusehen. N. Am 13. Juli 2012 bestätigte der Instruktionsrichter den Eingang der B e- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist somit eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die D-3657/2012 Seite 7 Beschwerde führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, ist durch die angefochtene Verfügung beson ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde kö nnen die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde vorliegend g estützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtet. 4. 4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah- rens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Ve rfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmä s- sigen Gründen unmöglich ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine Befragung im Ausland nicht mög- lich, ist die asylsuchende Person aufzufordern, ihre Asylgründe sc hriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 368). 4.2 Im vorliegenden Fall begründete das BFM in seinem Schreiben vom 28. Dezember 2011 sowie in seiner Verfügung vom 7. Juni 2012 den Ver- zicht auf eine Befragung der Beschwerdeführerin mit dem Umstand, dass D-3657/2012 Seite 8 es in Eritrea keine Schweizer Vertretung gebe. In der Beschwerde wird vorgebracht, da die Schweiz in Eritrea keine Botschaft unterhalte, müsse der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren gestützt auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -6665/2008 vom 31. Oktober 2008 die Einreise in die Schweiz bewilligt werden . In diesem Urteil habe das Ge- richt entschieden, einer im Ausland ein Asylgesuch stellenden Person sei die Einreise in die Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens zu b e- willigen, wenn eine Befragung dort aus technischen Gründen unmöglich sei. Eine Gesuchsabweisung ohne vorgängige Befragung der Beschwer- deführerin in einer ihr bekannten Sprache bzw. mit Hilfe einer Dolme t- scherin stelle eine Gehörsverletzung durch die Vorinstanz dar. Diese Ein- schätzung ist nicht zutreffend. Aus dem Umstand, dass keine persönliche Befragung durchgeführt wurde, ist nicht ohne Weiteres zu schliessen , dass einer beschwerdeführenden Person zu deren Anhörung die Einreise in die Schweiz bewilligt werden müsste (vgl. BVGE 2007/30 E. 8.1 S. 371). Im Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts D -6665/2008 v om 31. Oktober 2008 kam das Gericht aufgrund einer Einzelfallprüfung unter Abwägung der gemäss Rechtsprechung massgeblichen Kriterien zum Schluss, dass den Kindern eine Einreise zu bewilligen sei, weil die schrift- lichen Auskünfte der beschwerdeführenden Mutter über die Situation ihrer Kinder, von denen sie seit Jahren getrennt war und welche nicht befragt werden konnten, zur vollständigen Sachverhaltsermittlung nicht ausreich- ten. Im vorliegenden Fall hingegen nahm die Rechtsvertreterin der B e- schwerdeführerin in der Eingabe vom 26. Januar 2012 zu den im indivi- dualisierten Schreiben des BFM vom 28. Dezember 2011 enthaltenen Fragen Stellung. Die Beschwerdeführerin erhielt somit die Möglichkeit, durch die Vermittlung von B._______ über ihre Rechts vertretung ihre Asylgründe schriftlich darzulegen und mithin bei der Erhebung und E r- gänzung des rechtserheblichen Sachverhaltes mitzuwirken. Da der Sach- verhalt vorliegend entscheidreif erstellt ist, ist der in der Beschwerde g e- stellte Eventualantrag, das BFM sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin in einer Schweizer Botschaft ihre r Wahl zu ihren Asylgründen zu befra- gen, abzuweisen. 5. 5.1 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittel bare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird (Art. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für die Dauer der näheren A bklärung des Sachverhalts ein weiterer Au f-D-3657/2012 Seite 9 enthalt im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und da- mit die Einreise in die Schweiz – ist ihr zu verweigern, wenn keine Hi n- weise auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemü - hen (Art. 52 Abs. 2 AsylG). 5.2 In den schriftlichen Eingaben vom 9. September 2011, 8. Dezember 2011, 26. Januar 2012 und vom 27. Mai 2012 wird zur Begründung des Asylgesuches im Wesentlichen vor gebracht, die Beschwerdeführerin h a- be Eritrea verlassen wollen, weil die eritreischen Behörden ihr wegen der Ausreise ihres Ehemannes eine Busse von 50'000 Nakfa auferlegt hätten. Nach ihrer Festnahme anlässlich eines Ausreiseversuchs nach Sudan sei sie bis zu ihrer Freilassung im November 2011 während eines Jahres in C._______ inhaftiert gewesen. Sie sei weiterhin Repressalien ausgesetzt und fürchte sich vor einer erneuten Verhaftung sowie vor einer Einzi e- hung in den Militärdienst anstelle des ins Ausland geflüchteten Ehema n- nes. 5.3 Zur Begründung seiner Verfügung vom 7. Juni 2012 hielt das BFM fest, den Akten seien keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor der Ausreise des angeblichen Ehemannes mit diesem verheiratet gewesen wäre oder in einer eheähnlichen Gemei n- schaft gelebt hätte; B._______ habe zwar eine Freundin erwähnt, sich aber als ledig bezeichnet. Den Akten lasse sich ebensowenig entnehmen, dass er im mutmasslichen Zeitpunkt der Eheschliessung in Haft respekt i- ve auf Hafturlaub gewesen sei. Daher sei das BFM davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin und B._______ nicht verheiratet seien und habe ihnen hierzu am 7. Mai 2012 das rechtlic he Gehör gewährt; eine Stellungnahme hierzu sei nicht erfolgt. Vor diesem Hintergrund erachtete das BFM es als unglaubhaft, dass man die Beschwerdeführerin aufgefo r- dert habe, 50'000 Nakfa zu bezahlen, und sie Eritrea deswegen habe ver- lassen wollen. Ihre Inhaftierung sei sodann nicht belegt und im Familie n- zusammenführungsgesuch vom 23. Februar 2011 bezeichnenderweise mit keinem Wort erwähnt. Dass weitere Familienangehörige für die B e- zahlung der offenen Summe angegangen worden wären, werde ebenfalls nicht geltend gemacht. Aus diesen Gründen sei die vorgebrachte Verfo l- gungssituation nicht glaubhaft, und es sei nicht zu erwarten, dass die B e- schwerdeführerin bei einem Verbleib in Eritrea mit beachtlicher Wah r- scheinlichkeit und in absehbare Zukunft von einreisebea chtlicher Verfol- gung betroffen sein werde. Daran vermöge auch die Befürchtung nichts D-3657/2012 Seite 10 zu ändern, dass die Beschwerdeführerin in den Militärdienst eingezogen werden könnte. Diese sei daher nicht schutzbedürftig, weshalb die Einrei- se in die Schweiz zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen sei. 5.4 In der Beschwerde vom 10. Juli 2012 wird demgegenüber geltend ge- macht, die Beschwerdeführerin und B._______ hätten in Eritrea im Jahre 2007 während eines Diensturlaubes religiös die Ehe geschlossen, nicht – wie fälschlicherweise in den Vorakten festgehalten – während eines Haft- urlaubes. In den Befragungen beim BFM habe B._______ seine Ehefrau nur Freundin genannt, weil er angenommen habe, dass in der Schweiz nur vor dem Zivilstand samt geschlossene Ehen Gültig keit hätten. Die Rechtsvertreterin habe im Auftrag des Ehemannes ein Asylgesuch aus dem Ausland eingereicht, obwohl ihr bewusst gewesen sei, dass die B e- hörden dieses erst nach einer Haftentlassung behandeln würden. Diese sei nur zustande gekommen, weil sic h ein Garant bereit erklärt habe, die geforderte Summe zu bezahlen. Aus sozioökonomischen sowie aus S i- cherheitsgründen sei ein weiterer Verbleib der Beschwerdeführerin in Erit- rea nicht möglich und nicht zumutbar. Seit der Entlassung aus der Haft lebe sie in Ungewissheit, ob sie erneut verhaftet oder anstelle ihres Eh e- mannes in den Militärdienst eingezogen werde n würde. Aus Angst vor ei- ner erneuten Verhaftung könne sie keine wirtschaftliche Aktivität entw i- ckeln und über lebe nur dank der Hilfe ihres Ehemannes in der Schweiz. Da dem Gericht die unmenschlichen Haftbedingungen in Eritrea hinlän g- lich bekannt seien, würden dazu keine weiteren Ausführungen gemacht. Auf die Unterstützung durch ihre Familienangehörigen könne sie nicht zählen, da ihre Familie aufgrund der Flucht ihres Ehemannes nicht mit diesem in Verbindung gebracht werden wolle. Ein weiterer Verbleib in Eri- trea sei ihr auch angesichts der bereits erlebten Verfolgung, welche sich jederzeit wiederholen könnte, nicht zumut bar, und sie sei auf die Schut z- gewährung durch die Schweiz angewiesen. 6. 6.1 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu - kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG nament- lich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Mö g- lichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die prakti sche Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitige n Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkei- ten in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). D-3657/2012 Seite 11 6.2 6.2.1 Die Beschwerdeführerin macht eine eigene Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG i.V.m. Art. 20 AsylG geltend, indem sie vorbringt, wegen der Ausreise ihre s Ehemannes aus Eritrea ein Jahr in Haft verbracht zu haben und dabei misshandelt worden zu sein sowie eine erneute Verha f- tung oder – anstelle des Ehemannes – die Einziehung in den Militärdienst zu befürchten. 6.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht übereinstimmend mit der Vo r- instanz davon aus, dass die Beschwerdeführerin nicht mit B._______ ver- heiratet ist oder vor der Ausreise mit diesem in einer eheähnlichen G e- meinschaft gelebt hat. An der Erstbefragung vom 12. November 2008 im Rahmen seines eigenen Asylverfahrens gab B._______ zu Protokoll, l e- dig zu sein (vgl. BFM -act. A1/8 S. 2). Anlässlich der Anhörung vom 16. März 2010 erwähnte er einmal "une amie", welche ihm aus Asmara einen Geburtsschein geschickt habe, und an anderer Stelle "mon amie", die in sein Dorf gegangen sei, um die Identitätskarte seines Vaters und ein Foto zu holen (vgl. act. A11/11 S. 2 F. 9); an anderer Stelle sprach er erneut von "mon amie", mit welcher er übers Internet in Kontakt stehe (vgl. act. A11/11 S. 3 F. 13). Ob an den Befragungen stets von derselben Person die Rede war und es sich bei dieser um die Beschwerdeführerin handelt, kann offenbleiben. Erstellt ist, dass B._______ die Beschwerde- führerin in seinem eigenen Asylverfahren nie namen tlich er wähnt sowie ausgesagt hat, ledig zu sein, und i m schriftlichen Asylgesuch der B e- schwerdeführerin nicht begründet wird, weshalb er in seinem Asylverfah- ren eine angebliche Eheschliessung verschwiegen hat. Eine Stellungnah- me zu den vom BFM im Schreiben vom 7. Mai 2012 angeführten Zweifeln an einer tatsächlichen Eheschliessung sowie zum Umstand, dass sich in den Akten keine Hinweise finden, wonach letzterer am mutmasslichen Vermählungsdatum in Haft gewesen wäre, ist im erstinstanzlichen Asy l- verfahren bezeichnenderweise unterblieben. Auf Beschwerdeebene wird vorgebracht, die Beschwerdeführerin und B._______ hätten während e i- nes Diensturlaubes religiös die Ehe geschlossen, „nicht wie fälschliche r- weise in den Vorakten fes tgehalten“ (aufgrund der Angaben i m schriftli- chen Asylgesuch vom 9. September 2011, Anm. des Gerichts) während eines Hafturlaubes des Bräutigams (vgl. Beschwerde Ziff. III 1 S. 2). Eine Erklärung für diese im Laufe des Verfahrens gemachten widersprüchl i- chen Angaben bleibt aus. Nicht zu übe rzeugen vermag schliesslich der auf Beschwerdeebene nachgeschobene Erklärungsversuch, B._______ habe in seinem Asylverfahren die B eschwerdeführerin nur als Freundin bezeichnet, weil er angenommen habe, dass in der Schweiz nur vor dem D-3657/2012 Seite 12 Zivilstandsamt geschlossene Ehen gültig seien (vgl. Beschwerde Ziff. III 1 S. 3), ist nach allgemeiner Lebenserfahrung doch davon auszugehen, dass eine asylsuchende Person in ihrem Asylverfahren von den in ihrem Heimatland herrschenden Verhältnissen ausgeht und nicht von den jeni- gen in der Schweiz; vorliegend dürfte dies umso mehr der Fall sein, als B._______ die Aussage, er sei ledig, anlässlich der Erstbefragung kurz nach seiner Einreise gemacht hat. Darauf hat er sich behaften zu lassen. Sodann kommt dem nur in Kopie eingereic hten kirchlichen Trauschein kein Beweiswert zu. Da keine glaubhaften Hinweise auf eine in Eritrea geschlossene Ehe oder eine dort gelebte eheähnliche Beziehung zw i- schen der Beschwerdeführerin und B._______ vorliegen, bestehen auch keine Anhaltspunkte für eine mit einer solchen Beziehung begründete Re- flexverfolgung der Beschwerdeführerin nach der Ausreise von B._______. Den entsprechenden Vorbringen – Auferlegung einer Busse von 50'000 Nakfa für die Ausreise von B._______, Festnahme bei der versuchten Flucht nach Sudan und ein jährige Inhaftierung sowie befürchtete Einzie- hung in den Militärdienst anstelle des ausgereisten Ehemannes – ist da- mit die Grundlage entzogen. Das BFM hat somit die geltend gemachte Verfolgungssituation zu Recht als unglaubhaft bezeichnet. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind auch wegen fehlender Substanziiertheit als unglaubhaft zu werten. Weder im schriftlichen Asylgesuch noch in den di- versen Eingaben und der Rechtsmittelschrift werden konkrete Angaben zu den Repressalien gemacht, unter welchen die Beschwerdeführerin in Eritrea zu leiden habe n will. Konkrete Angaben zur Identität der Person, welche als Bürge aufgetreten sein soll, bleiben ebenso aus wie präzise Angaben zum Zeitpunkt der angeblichen Inhaftierung und der Haftentlas- sung. Dafür wurden im Laufe des Asylverfahrens die Sachverhaltsvo r- bringen mehrmals den jeweiligen Einwänden des BFM angepasst. Just wenige Tage nach der Ankündigung des Bundesamtes, es gedenke, das Asylgesuch aus dem Ausland aufgrund der Inhaftierung der Bes chwerde- führerin und der fehlenden Kontaktmöglichkeiten mangels Rechtsschutz- interesses abzuschreiben, wurde diese auf wundersame Weise aus der einjährigen Haft entlassen, so dass B._______ sie nun telefonisch kon- taktieren konnte; zur Abwendung eines Nichteintretensentscheides durch die Vorinstanz wegen fehlender Vertretungsbefugnis gelang es dem ve r- meintlichen Ehemann, der Beschwerdeführerin eine Vollmacht zur Unte r- schrift zukommen zu lassen, welche (allerdings ohne Zustellcouvert) den Weg zum BFM fand. Als dieses die Eheschliessung während eines Haf t- urlaubes des Bräutigams in Zweifel zieht, wird geltend gemacht, die Ve r- mählung habe während eines Diensturlaubes stattgefunden. Nicht nach- vollziehbar ist, weshalb die Beschwerdeführerin während Jahren unbehel-D-3657/2012 Seite 13 ligt in Eritrea leben konnte und erst im November 2010, mithin über drei Jahre nach der im September 2007 erfolgten Ausreise von B._______ verhaftet worden sein soll. Über den geltend gemachten einjährigen G e- fängnisaufenthalt erfährt man lediglic h, dass die Beschwerdeführerin ge- schlagen worden sei und Hunger gehabt habe. Der Hinweis auf die dem Gericht bekannten unmenschlichen Haftbedingungen in Eritrea entbindet die Beschwerdeführerin jedoch nicht davon, ihre persönlichen Erlebnisse zu schildern, zumal in der Beschwerde – wiederum ohne jegliche Su b- stanziierung – geltend gemacht wird, sie sei aufgrund der einjährigen Haft „sowohl psychisch als auch physisch in einer sehr schlechten Verfa s- sung“ (vgl. Beschwerde Ziff. III 1 S. 3) und „verständlicherw eise schwer traumatisiert“ (a.a.O. Ziff. III 3.2 S. 4). 6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelingt, glaubhaft zu machen, wegen der Ausreise von B._______ aus Eritrea in ihrer Heimat begründete Furcht vor Verfolgung zu haben. Auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin im dienstfähigen Alter ist und ihren Nationaldienst noch nicht absolviert hat, bietet keinen Anlass für die Annahme einer begründeten Furcht vor ernsthaften Nachteilen, da keine Hinweise darauf bestehen, dass sie zu den mit der Durchsetzung der Dienstpflicht betrauten Organen des eritreischen Staates im Hinblick auf eine Rekrutierung in konkretem Kontakt gestanden hätte (vgl. EMARK 2006 Nr. 3 E. 4.10 S. 39 f.). Eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG i.V.m. Art. 20 Abs. 3 AsylG ist daher auch unter diesem Gesichtspunkt zu verneinen. Das BFM hat demnach das Asylgesuch der Beschwerdeführe- rin aus dem Ausland im Ergebnis zu Recht abgelehnt und ihr die Einreise in die Schweiz verweigert. 6.4 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Aus ver - waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG sowie Art. 2 und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erh e-D-3657/2012 Seite 14 bung von Verfahre nskosten zu verzichten. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos. 7.2 Für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (Art. 65 Abs. 2 VwVG) ist das Kriterium ausschlaggebend, ob d ie Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendigerweise der professionellen jurist i- schen Hilfe eines Anwalts oder einer Anwältin bedarf (vgl. dazu BGE 122 I 8 E. 2c S. 51 ff; 120 Ia 43 E. 2 S. 44 ff.). Vorliegend fehlt es an der sachlichen Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung. Die Geltung des Untersuchungsgrundsatzes im Asylbeschwerdeverfahren vermag zwar die Notwendigkeit der unentgeltlichen Verbeiständung nicht allein ausz u- schliessen, kann jedoch die Anwendung eines strengeren Massstabes rechtfertigen (vgl. EMARK 2000 Nr. 6 E. 10 S. 53 f.). Besondere Recht s- kenntnisse sind daher zur wirksamen Beschwerdeführung im Regelfall nicht unbedingt erforderlich, weshalb die unentgeltliche Rechtsverbeistän- dung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in besonderen Fälle n g e- währt wird, in welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen. Im vorliegenden Fall ist eine besondere Kom- plexität in den Akten nicht zu erkennen. Das Gesuch um Beiordnung e i- ner amtlichen Rechtsvertreterin wird in der Beschwerde mit der Komplexi- tät der sich stellenden Rechtsfragen begründet. Hierzu ist festzuhalten, dass im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht das anzuwende n- de Recht von Amtes wegen ermittelt wird und auch von den Parteien nicht aufgeworfene Rec htsfragen geprüft werden, sofern dazu aufgrund bestimmter, sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte genügend An- lass besteht (vgl. Art. 37 VGG] i.V.m. Art. 62 Abs. 4 VwVG; EMARK 2003 Nr. 13 E. 4d S. 84). Somit bestehen hinreichende Garantien für die Wa h- rung der Rechte der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren, o h- ne dass dafür die Bestellung einer amtlichen Anwältin notwendig wäre. Das Gesuch um Beiordnung einer unentgeltlichen amtlichen Rechtsve r- tretung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ist daher abzuweisen. (Dispositiv nächste Seite) D-3657/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das Gesuch um Beiordnung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung wird abgewiesen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Jacqueline Augsburger Versand: