2009 1 Veröffentlichung im Amtsbericht. Art. 354 Ziff. 1 lit. a und Art. 364 Abs. 1 ZPO. Zu lässiges Rechtsmittel gegen einen erstinstanzlichen Revisionsentscheid, m it dem auf ein Re- visionsgesuch nicht eingetreten wurde (OGE 40/2009/8 vom 14. August 2009) Liegt einem Fall, in dem das Kantonsgericht auf ein Revisionsbegehren nicht eingetreten ist, ein Streitwert zugrunde, der unterhalb der Grenze von Fr. 8'000.– liegt, so ist der Rekurs nicht zulässig . Daher ist in einem solchen Fall nur noch das ausserordentliche Rechtsmittel de r Nichtigkeitsbeschwerde gegeben (Präzisierung der Rechtsprechung). Aus den Erwägungen: 1.– In der angefochtenen Verfügung vom 11. November 2 008, gemäss welcher der Einzelrichter des Kantonsgerichts auf d as Revisionsgesuch des Rekurrenten nicht eintrat, hielt dieser fest, dass als Rechtsmittel lediglich die Nichtigkeitsbeschwerde ans Obergericht zur Verfügun g stehe. Zur Be- gründung führte er aus, dass vorliegend nicht über den Umweg einer Revision eine Rekursfähigkeit erzielt werden könne, da aufgr und der Streitwertgrenze des ursprünglichen Prozesses kein ordentliches Rech tsmittel zur Verfügung gestanden hätte. a) Der Rekurs ist gemäss Art. 354 Ziff. 1 lit. a ZPO 1 unter anderem zu- lässig gegen erstinstanzliche Beschlüsse und Verfüg ungen im ordentlichen und beschleunigten Verfahren, mit denen ein Rechtss treit mit einem Fr. 8'000.– übersteigenden Streitwert erledigt word en ist. Das Obergericht hatte in einem 1998 beurteilten Fa ll aufgrund eines Ver- gleichs mit der Rechtslage in anderen Kantonen erwo gen, ein Entscheid, mit dem die erste Instanz auf ein Revisionsgesuch nicht eingetreten sei, müsse stets mit dem vollkommenen Rechtsmittel des Rekurses anfechtbar sein. 2 Eine erneute Prüfung des Rechtsmittelwegs lässt ind essen Zweifel daran aufkommen, ob dies tatsächlich in jedem Fall so sei n müsse. Denn der Rekurs 1 Zivilprozessordnung für den Kanton Schaffhausen v om 3. September 1951 (ZPO, SHR 273.100). 2 OGE vom 20. November 1998 i.S. M., Amtsbericht 19 98, S. 106 ff. 2009 2 ist nur in jenen Fällen zulässig, die in Art. 354 Z PO aufgeführt sind. Darin fehlt eine Bestimmung, wonach dieses Rechtsmittel g egen erstinstanzliche Beschlüsse und Verfügungen zulässig wäre, mit denen auf ein Revisions- gesuch nicht eingetreten wurde. Somit gelten die al lgemeinen Schranken von Art. 354 ZPO. Dazu gehören unter anderem die Streit wertgrenze von Fr. 8'000.–, wie sie Art. 354 Ziff. 1 lit. a ZPO vo rschreibt. Liegt einem Fall, in dem das Kantonsgericht auf ei n Revisionsbegehren nicht eingetreten ist, ein Streitwert zugrunde, der unterhalb der Grenze von Fr. 8'000.– liegt, so schliesst Art. 354 Ziff. 1 li t. a ZPO die Zulässigkeit des Rekurses aus. Daher ist entgegen der ursprünglichen Annahme des Ober- gerichts der Rekurs nicht gegeben, sondern nur noch das ausserordentliche Rechtsmittel der Nichtigkeitsbeschwerde. In diesem Sinn ist die Recht- sprechung zu präzisieren. So verhält es sich im vorliegenden Fall: Der Strei twert beträgt nur Fr. 3'458.20. Zinsen, Kosten und Prozessentschädigu ngen sind nach Art. 75 ZPO nicht einzurechnen. Der Betrag erreicht somit die Grenze von Fr. 8'000.– nicht. Demzufolge kann auf den Rekurs nicht eingetreten werden. b) Nach Art. 364 Abs. 1 ZPO ist die Nichtigkeitsbesc hwerde unter ande- rem zulässig gegen rechtskräftige Gerichtsentscheid e, mit denen die erste In- stanz endgültig entschieden hat. Nichtigkeitsbeschw erde kann gemäss Art. 365 ZPO neben weiteren Gründen erhoben werden, wenn einer Person das rechtliche Gehör verweigert wurde oder ein Bere chtigter von der Führung seiner Sache ausgeschlossen worden ist (Ziff. 7), wenn das Gericht in den Ak- ten liegende erhebliche Tatsachen ausser Acht gelassen hat (Ziff. 8) und wenn der angefochtene Entscheid in materieller Beziehung mit einer klaren gesetz- lichen Bestimmung unvereinbar ist (Ziff. 10). Dem Sinn nach beruft sich der Rekurrent auf die dr ei Nichtigkeitsgründe von Art. 365 Ziff. 7, 8 und 10 ZPO. Seine Rechtssch rift ist daher als Nichtig- keitsbeschwerde entgegenzunehmen und zu beurteilen. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf das dergestalt umgedeutete Rechtsmittel einzutreten. 3 3 Art. 366 und 367 ZPO.