B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-3907/2012 U r t e i l v o m 1 9 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Christoph Rohrer, Richter Ronald Flury, Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. Parteien X._______, _______, vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, Rechtsberatung für Ausländer Go-Re-Ma, _______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Rentenanspruch). B-3907/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am _______ geborene, verheiratete serbische Staatsangehörige X._______ ist Vater einer mittlerweile erwachsenen Tochter und lebt in Serbien. Der ausgebildete Landwirt war vom 1. Januar 1980 bis zum 31. Dezember 1989 (mit saisonalen Unterbrüchen) in der Schweiz bei der A._______ AG als Hilfsarbeiter tätig und hat dabei Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung ent- richtet (IV-act. 30 und 54). Danach verlegte er seinen Wohnsitz nach Ser- bien, wo der Versicherte keiner erwerblichen Tätigkeit mehr nachging (IV- act. 2; IV-act. 3 S. 1 -2; IV-act. 4-5; IV-act. 9 S. 1-3). Nachdem er sich im September 2009 bei der serbischen Invalidenversicherun g zum Lei s- tungsbezug angemeldet hatte (IV -act. 1), beantragte der Versicherte am 5. August 2010 beim heimatlichen Versicherungsträger zudem mit Formu- lar "YU/CH 4" (IV-act. 4) ausdrücklich Leistungen der schweizerischen In- validenversicherung (IV). B. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorin- stanz) holte Auskünfte beim Versicherten (Fragebogen für die im Hau s- halt tätigen Versicherten vom 19. Januar 2011 [IV-act. 9 S. 4-7]; Fragebo- gen für selbständige Landwirte vom 19. Januar 2 011 [IV-act. 9 S. 1 -3]) und ergänzende medizinische Berichte (IV -act. 33 -36) ein. Mit Vorb e- scheid vom 22. Februar 2012 stellte die IVSTA dem Versicherten rückwir- kend für die Zeit vom 1. Juni 2008 bis am 30. November 2009 einen A n- spruch auf eine befristete ganze Invalidenrente und rückwirkend ab dem 1. Dezember 2009 einen Anspruch auf eine unbefristete Dreiviertelsrente in Aussicht, wobei die Rente rückwirkend frühestens ab dem 1. Februar 2011 ausgerichtet werden könne (IV -act. 44). Der Versicherte erhob ge- gen diesen Bescheid mit Schreiben vom 8. März 2012 (IV -act. 45) und 26. März 2012 (IV-act. 48) Einwand. Am 29. Juni 2012 verfügte die IVSTA wie angekündigt (IV-act. 53 und 57). C. Mit Beschwerde vom 23. Juli 2012 beantragt X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) dem Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der Verfügung vom 29. Juni 2012 und die Zusprache einer ganzen Invaliden- rente rückwirkend ab dem 1. September 2008 oder eine erneute Abkl ä- rung der Sache. B-3907/2012 Seite 3 D. In ihrer Vernehmlassung vom 17. September 2012 stellt die Vorinstanz Antrag auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Replik vom 12. Oktober 2012 bekräftigt der Beschwerdeführer sein Rechtsbegehren unter Beilage eines Schreibens des serbischen Vers i- cherungsträgers. F. In der Duplik vom 30. Oktober 2012 bestätigt auch die Vorinstanz ihre n Antrag. Mit Verfügung vom 6. November 2012 ist diese Eingabe dem Be- schwerdeführer zur Kenntnis gebracht worden. G. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten U n- terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsg e- richt vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bunde sverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts a n- deres bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. d bis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungss a- chen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inval i-B-3907/2012 Seite 4 denversicherung (Art. 1a bis 26 bis und 28 bis 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.4 Der Beschwerdeführer hat frist - und formgerecht (Art. 60 ATSG; vgl. auch Art. 50 und Art. 52 VwVG) Beschwerde erhoben. Nachdem auch der Verfahrenskostenvorschuss innert Frist geleistet worden ist , ist auf das ergriffene Rechtsmittel einzutreten. 2. 2.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 2.2 Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde im Wesentlichen damit, dass die Voraussetzungen für eine ganze Invalidenrente erfüllt seien. Als Anmeldedatum solle der 3. September 2009 bzw. das Datum, an welchem das Gesuch dem serbi schen Versicherungsträger oder der schweizerischen Versicherung eingereicht worden sei, anerkannt werden. Es spiele keine Rolle, wann der serbische Versicherungsträger die A n- meldung bzw. das Formular "YU/CH 4 " der Vorinstanz zugestellt habe. Die Beurteilungen von D r. B._______ vom 25. Januar 2012 und Dr. C._______ vom 17. April 2012 könnten nicht akzeptiert werden. Aus den Befunden der serbischen Spezialärzte gehe klar hervor, dass es sich seit dem 15. Juni 2007 um einen Invaliditätsgrad bzw. eine Erwerbsei n- busse von mindestens 70 % handle. In seiner Replik führt der Beschwerdeführer aus, dass die Vorinstanz beim Versicherungsträger das genaue Datum, an welchem das Gesuch eingereicht worden sei, hätte anfragen müssen. Die Beurteilungen der RAD-Ärzte seien weder sc hlüssig noch nachvollziehbar und könnten deshalb nicht akzeptiert werden. 2.3 Als Begründung der angefochtenen Verfügung führt die IVSTA an, die Gesundheitsbeeinträchtigung verursache seit dem 15. Juni 2007 eine A r-B-3907/2012 Seite 5 beitsunfähigkeit und eine Erwerbseinbusse von 100 %. Leichtere, dem Gesundheitszustand besser angepasste Tätigkeiten könnten jedoch ab dem 10. August 2009 wieder zu 50 % ausgeübt werden, was eine E r- werbseinbusse von 60 % bewirke. Der Antrag auf Leistungen sei am 5. August 2010 gestellt worden (IV-act. 53). In ihrer Vernehmlassung weist die Vorinstanz darauf hin, dass sie in der Begründung des Beschlusses betreffend der Invalidität (IV-act. 52) einge- hend dargelegt habe, weshalb der 5. August 2010 als Anmeldedatum sei- ne Richtigkeit habe. Das Beglaubigu ngsdatum des serbische n Versi - cherungsträgers vom 5. August 2010 habe als Anmeldedatum zu gelten. Medizinischerseits verweist die Vorinstanz auf den Bericht der beurteile n- den Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 25. Januar 2012 (IV-act. 42) und den Bericht des zweitbeurteilenden IV -Arztes vom 17. April 2012 (IV -act. 51). Der gestützt darauf errechnete Lohnvergleich habe eine Erwerbseinbusse von 100 % seit Juli 2007 bzw. 60 % seit dem 10. August 2009 ergeben. Da das Leistungsgesuch am 5. August 2010 gestellt worden sei, sei die Invalidenrente frühestens ab dem 1. Februar 2011 auszurichten gewesen, als Dreiviertelsrente. In ihrer Duplik ergänzt die Vorinstanz, dass sie sich nach Treu und Glauben auf das beglaubigte Datum des serbischen Versicherungsträgers stützen dürfe, da diesbezüg- lich keine begründeten Zweifel bestanden hätten bzw. si ch kein weiterer Abklärungsbedarf aufgedrängt habe. 2.4 Im vorliegenden Verfahren ist somit streitig und vom Bundesverwa l- tungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht den 5. August 2010 als Datum der Gesuchseinreichung festgehalten hat. Zudem ist umstritten und demzufolge ebenfalls zu prüfen, ob die Vorinstanz die rückwirkend zugesprochene ganze Invalidenrente rechtens per 1. Dezember 2009 auf eine Dreiviertelsrente herabgesetzt hat. In diesem Zusammenhang ist insbesondere streitig und zu prüfen, ob die Vo rinstanz den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 2.5 Das Bundesverwaltungsgericht ist indessen gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). B-3907/2012 Seite 6 3. 3.1 Der Beschwerdeführer ist serbischer Staatsangehöriger und wohnt in Serbien. Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben zunächst die Bestimmungen des Abkommens vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eid genossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V 198 E. 2b und 122 V 381 E. 1 mit Hinweis). Zwischenzeitlich hat die Schwei z mit Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedonien), nicht aber mit den Republiken Se r- bien bzw. (nach dessen Unabhängigkeitserklärung) Kosovo, neue A b- kommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen. Die Schweiz handelt zurzeit mit Serbien ein Sozialversicherungsabkommen aus, wobei hi n- sichtlich des Inkrafttretens noch keine Angaben möglich sind (vgl. www.zas.admin.ch > International > Bilaterale Abkommen; zuletzt b e- sucht am 10. März 2014). Bis zum Inkrafttreten dieser neuen Abko mmen ist weiterhin das vorstehend erwähnte bisherige Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) anwendbar (vgl. Urteil des Bundesg e- richts 8C_321/2012 vom 14. August 2012 E. 1.2; BGE 126 V 198 E. 2b und 122 V 381 E. 1 mit Hinweisen). Nach Art. 2 dieses Abkommens st e- hen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 des Abko mmens genannten Rechtsbereichen, zu welchen auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Inv a- lidenversicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes b e- stimmt ist. Hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Invali denrente sowie der anwendbaren Verfahrensvo r- schriften sieht das Abkommen keine im vorliegenden Verfahren releva n- ten Abweichungen vom Grundsatz der Gleichstellung vor. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi- cherung besteht, bestimmt sich daher vorliegend alleine auf Grund der schweizerischen Rechtsvorschriften, d.h. auf Grund des IVG, der Veror d- nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201), des ATSG sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11). Insbesondere sind die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungstr ä- ger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte be züglich Invaliditätsgrad und B-3907/2012 Seite 7 Anspruchsbeginn gebunden (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI -Praxis 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürd i- gung des Gerichts (vgl. Urtei l des Eidgenössischen Versicherungsg e- richts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 E. 3a). 3.2 In zeitlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass Rechts - und Sachverhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Er- lasses der streitigen Verfügung (hier: 29. Juni 2012) eintraten, im vorli e- genden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 130 V 329, 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b sowie 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). Denn das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurte i- lung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erla s- ses der streitigen Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, d ie jenen Sachverhalt seither ve r- ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs- verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). In zeitlicher Hinsicht sind daher grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Dabei ist ein al l- fälliger Leistungsanspruch für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen sowie ab diesem Zeitpunkt nach den neue n Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). 3.3 Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 29. Juni 2012 in Kraft standen; weiter aber auch alle übrigen Vorschriften, die für die Beurteilung der streitigen Verfü- gung im vorliegend massgeblichen Zeitraum von Belang sind. Da sich der allenfalls anspruchsbegründende Sachverhalt mutmasslich im Zeitraum September 2009 (Zeitpunkt des Leistungsgesuchs beim serbischen Ver- sicherungsträger) bis 29. Juni 2012 (Erlass der angefochtenen Verf ü- gung) zugetragen hat, ist vorliegend entsprechend grundsätzlich auf die materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV in der Fassung ge mäss den am 1. Januar 2008 (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) in Kraft getretenen Änderungen abzustellen. Zudem sind die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV -Revision am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Änderungen des IVG und der IVV (IV -Revision 6a; IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung B-3907/2012 Seite 8 vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]) zu beachten, soweit diese ei n- schlägig sind. Ferner sind das ATSG und die ATSV in der am 1. Januar 2008 (5. IV - Revision, AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155) bzw. – soweit einschlägig – am 1. Januar 2012 (IV-Revision 6a, AS 2011 5659 bzw. AS 2011 5679) in Kraft getretenen Fassungen anwendbar. 4. 4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall während mindestens dreier Jah- re (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen müssen kumul a- tiv erfüllt sein. Vorliegend sind die beitragsmässigen Voraussetzungen für den Bezug ei- ner ordentlichen Invalidenrente erfüllt (vgl. IV-act. 30) . Zu prüfen bleibt damit, ob und gegebenen falls ab wann und in welchem Um fang der B e- schwerdeführer im rechtsrelevanten Zeitraum als invalid im S inne des Gesetzes zu betrachten ist. 4.2 4.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da u- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähi g- keit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe reich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.2.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründun g des Anspruchs auf die jeweilige Leistung e r- forderliche Art und Schwere erreicht hat (sogenannter leistungsspezif i-B-3907/2012 Seite 9 scher Versicherungsfall; vgl. BGE 137 V 417 E. 2.2.1 und 2.2.4; SVR 2007 IV Nr. 7 E. 1.1). 4.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG). 4.4 4.4.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Vers i- cherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenb e- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während e i- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b), und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). 4.4.2 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsg rad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zu - gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar- beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. 4.6 4.6.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah- ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Vers i-B-3907/2012 Seite 10 cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 4.6.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen S i- tuation ein leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die B e- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urtei l des Bundesgerichts I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). 4.6.3 Berichten und Gutachten versicherungsinterner – bzw. finanziell von der Versicherung abhängiger – Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern die Berichte/Gutachten als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuve r- lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparte i- lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erschei nen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). Auskünfte der behandelnden Ärzte sind wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit angemessenem Vorbehalt zu würdigen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). 4.6.4 Aufgabe des medizinischen Dienstes ist es, zu Handen der Verwa l- tung den medizinischen Sachverhal t zusammenzufassen und zu würd i- gen. Dazu gehört auch, bei sich widersprechenden medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vor - zunehmen ist. Diesen Berichten im Sinne von Art. 49 Abs. 1 IVV kann nicht jegliche Aussen - oder Beweiswirkung abgesprochen werden. Vie l- mehr sind sie entscheidrelevante Aktenstücke (vgl. Urteile des Bundesge- richts 9C_341/2007 vom 16. No vember 2007 E. 4.1, mit Hinweisen, und B-3907/2012 Seite 11 I 143/07 vom 14. September 2007 E. 3.3 ; vgl. dazu ausführlich E. 8.1 f. unten). 4.6.5 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vo rsieht, nach dem B e- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanford e- rungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglic hen Geschehensabläufen als die wah r- scheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b und 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 4.7 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchung s- grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Verwa l- tungsbehörden und Sozialversicherungsgericht haben aber zusätzliche Abklärungen nur dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebe n- der Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis; Entscheid des Eidgenös sischen Versicherungsgerichts I 520/99 vom 20. Juli 2000). 5. 5.1 Vorliegend zu klären ist zunächst die Frage nach dem massgebenden Zeitpunkt der Anmeldung. Die Vorinstanz stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt , erst am 27. September 2010 sei die von der serbischen Verbindungsstelle am 5. August 2010 beglaubigte Anmeldung eingetroffen (IV -act. 57 S. 5). Das Beglaubigungsdatum des serbischen Versicherungsträgers vom 5. August 2010 habe daher als Anmeldedatum zu gelten. Nach Auffassung des Beschwerdeführers dagegen müsste als Zeitpunkt der Gesuchseinreichung der 3. September 2009 gelten. An diesem D a- tum habe er das Gesuch dem serbischen Versicherungsträger tatsächlich eingereicht. Dies gehe auch etwa aus dem medizinischen Gutachten vom 23. Juni 2010 hervor, das zuhanden des serbischen Versicherungsträgers erstellt wurde. B-3907/2012 Seite 12 5.2 5.2.1 Wer eine Versicherungsleistung beansprucht, hat sich beim zustä n- digen Versicherungsträger in der für die jeweilige Sozialversicherung gü l- tigen Form anzumelden. Wird eine Anmeldung nicht formgerecht oder bei einer unzuständigen Stelle eingereicht , so ist für die Einhaltung der Fri s- ten und für die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen trotzdem der Zeitpunkt massgebend, in dem sie der Post übergeben oder bei der unzuständigen Stelle eingereicht wird (Art. 29 Abs. 1 und 3 ATSG). 5.2.2 Nach Art. 20 de s Sozialversicherungsabkommens gelten Gesuche, Erklärungen und Rechtsmittel, welche innert einer bestimmten Frist bei einer Stelle eines der beiden Vertragsstaaten einzureichen sind, als fris t- gerecht eingereicht, wenn sie innert dieser Frist bei einer entsprechenden Stelle des anderen Staates eingereicht werden. In diesem Fall leitet diese Stelle die entsprechenden Eingaben unverzüglich an die zuständige Ste l- le des ersten Staates weiter. 5.2.3 Gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verwaltungsvereinbarung betreffend die Durchführung des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialver- sicherung (abgeschlossen am 5. Juli 1963; in Kraft getreten am 1. März 1964; SR 0.831.109.818.12; im Folgenden: Verwaltungsverei nbarung) haben in Jugoslawien wohnhafte jugoslawische Staatsangehörige, die Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung erheben, ihr Gesuch bei der zuständigen La n- desanstalt einzureichen. Dabei sind die vo n der Schweizerischen Au s- gleichskasse den Landesanstalten zur Verfügung gestellten Formulare zu verwenden (Art. 4 Abs. 2 Satz 1 der Verwaltungsvereinbarung). Die ent- sprechende Landesanstalt vermerkt das Datum des Eingangs auf dem Rentengesuch, prüft dieses auf seine Vollständigkeit und bestätigt die Richtigkeit der vom Gesuchsteller gemachten Angaben sowie die Gülti g- keit der von ihm vorgelegten Ausweise (Art. 4 Abs. 3 Satz 1 der Verwa l- tungsvereinbarung). Die zuständige Landesanstalt leitet darauf das Re n- tengesuch an die Schweizerische Ausgleichskasse weiter (Art. 4 Abs. 4 Satz 1 der Verwaltungsvereinbarung). 5.3 In den Vorakten befindet sich das Antragsf ormular "YU/CH 4" , vom Beschwerdeführer unterzeichnet und am 5. August 2010 datiert . Dieses Formular enthält a uf Seite 1 im rechten Abschnitt ein Feld mit der B e- zeichnung "Datum der Anmeldung" , welches im vorliegenden Fall nicht B-3907/2012 Seite 13 ausgefüllt ist. Zusätzlich befindet sich in den Vorakten ein serbisches Formular, aus dem gemäss Übersetzung hervorgeht, dass der Versich er- te Antrag auf eine Invalidenrente erhebt und ausführt, er habe nie Beitr ä- ge an die serbische Sozialversicherung bezahlt, jedoch während seiner Arbeitstätigkeit in den Jahren 1980 bis 1989 in der Schweiz gegenüber der schweizerischen Sozialversicherung. D as Formular ist unterzeichnet, trägt aber kein Datum. Der Eingangsstempel ist unleserlich. Die ebenfalls in den Akten befindliche Kopie des Zustellumschlags trägt einen Pos t- stempel, von dem lediglich der erste Teil des Datums mit "4. Sept" lesbar ist. In den Vorakten befindet sich weiter ein ärztliches Gutachten in serbi- scher Sprache, welches gemäss Übersetzung im Auftrag der schweizer i- schen Sozialversicherung erstellt worden sei und als Datum der Antrags- stellung den 3. September 2009 nennt . Diese Dokumente befinden sich seit August 2010 in den Akten der Vorinstanz (IV-act. 3). 5.4 Angesichts dieser Aktenlage ist als erstellt anzusehen, dass der Ve r- sicherte mit Postaufgabe vom 4. September 2009 bzw. Eingang an di e- sem Datum beim zuständigen serbischen Versicherungsträger einen An- trag auf eine Invalidenrente einreichte und dabei angab, dass er lediglich in der Schweiz Sozialversicherungsbeiträge geleistet habe. Wann genau ihm der serbische Versicherungsträger in der Folge auch noch das ko r- rekte Formular zum Ausfül len aushändigte, ist für die Frage der Einha l- tung der massgeblichen Frist nicht relevant (vgl. Art. 29 Abs. 3 ATSG ). Ebenso wenig relevant ist, dass der zuständige serbische Sozialversiche- rungsträger das Datum der Anmeldung gegenüber der Vorinstanz offe n- bar bisher nicht ausdrücklich angegeben oder beglaubigt hat, sofern, wie im vorliegenden Fall, sich das Anmeldedatum bereits aus den Akten e r- gibt. Im Übrigen hat die Vorinstanz nie bestritten, dass das ärztliche Gu t- achten in serbischer Sprache nicht im Auftrag der schweizerischen Invali- denversicherung erstellt worden sei. 5.5 Als Zwischenergebnis ist somit davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführer seinen Antrag auf eine Invalidenrente bereits am 4. September 2009 gestellt hat. 6. Sodann ist vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, in welchem Umfang allenfalls ein Anspruch auf eine Invalidenrente entstanden ist und zwar erst ab Erreichen von sechs Monaten nach Antragstellung. Denn für die Zeit vor der mutmasslichen Anmeldung zum Leistungsbezug und für die ersten sechs Monate danach ist kein Rentenanspruch zu prüfen, und es B-3907/2012 Seite 14 besteht insoweit auch keine Abklärungspflicht (vgl. U LRICH MEYER, Bun- desgesetz über die Invalidenversicherung, in: Meyer/Stauffer, Rechtspre- chung des Bundesgerichts zum Sozialvers icherungsrecht, 2. Aufl., Z ü- rich/Basel/Genf 2010, S. 361) . Soweit die Beschwerde diesen Zeitraum beträfe, wäre sie demnach unbegründet. 7. 7.1 Die Vorinstanz berief sich für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die Stellungnahme des Arztes des medizinischen Dienstes der Vorinstanz, Dr. med. C._______, Facharzt FMH für Allg e- meine Innere Medizin , vom 17. April 2012 (vgl. angefochtene Verfügung vom 29. Juni 2012 , IV-act. 57 S. 5). Dieser ärztliche Bericht (IV-act. 51) stützt sich seinerseits auf di e Stellungnahmen von Dr. B._______, Ärztin des RAD Rhone, vom 20. Juni 2011 (IV-act. 31) und vom 25. Januar 2012 (IV-act. 42), welche die RAD-Ärztin aufgrund der medizinischen Unterla- gen, die sich dato in den vorinstanzlichen Akten befanden, verfasste. 7.2 Die Arbeitsunfähigkeit in schweren körperlichen Tätigkeiten wie der bisherigen als Handwerker oder Landwirt beträgt nach diesen ärztlichen Einschätzungen seit dem 15. Juni 2007 unverändert 100 %, was von den Parteien nicht bestritten wird u nd nachvollziehbar ist. Gleiches gilt für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeit en im Zeitraum vom 15. Juni 2007 bis am 9. August 2009. In medizinischer Hin- sicht ist lediglich die Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig- keit seit dem 10. August 2009 strittig. Im Folgenden ist daher nur zu prüfen, ob die Vorinstanz den vorherigen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente angesichts der vorliegenden m e- dizinischen Stellungnahmen bezüglich der verbleibenden Arbeits fähigkeit in einer lei densangepassten Verweisungstätigkeit seit dem 10. August 2009 zu Recht per 1. Februar 2011 auf einen nunmehrigen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente herabgesetzt hat. 7.3 Aus den vorstehend in E. 7.1 erwähnten ärztlichen Unterlagen geht im Wesentlichen Folgendes hervor: 7.3.1 Dr. D._______, Facharzt in Allgemeiner Medizin, hielt in seinem Gutachten vom 10. August 2009 (IV -act. 19) zuhanden des serbischen Versicherungsträgers fest, der Beschwerdeführer zeige einen vollständ i- gen Verlust seiner Arbeitsfähigkeit. Er habe einen körperlichen Schaden, dessen Grund eine Krankheit sei. Die vollständige Diagnose umfasse: B-3907/2012 Seite 15 1. Mundbodentumor rechts mit Halsmetastase rechts; 2. Status nach supramohyoidaler Dissektion des Halses rechts, Tumor - Exzision; 3. Status nach Bestrahlung aa II.; 4. chronische Laryngitis; 5. Radioepitelitis nach Bestrahlung; 6. Dysphagie; 7. essentielle arterielle Hypertension; 8. ängstlich-subdepressive Neurose. 7.3.2 Am 24. Juni 2010 berichteten ein unbekannter serbischer Chirurg und ein weiterer unbekannter serbischer Ar zt dem serbischen Versich e- rungsträger folgende Diagnose: "St. post excisio TU baseos oris cum di s- sectio colli l[.] dex[.] pp CA plano cellulare invasivum cum meta LGL colli l[.] dex." und einen Status nach Radiotherapie. Die am 23. Juni 2010 durchgeführte Untersuchung habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer einen vollständigen Verlust der Arbeitsfähigkeit seit dem 3. September 2009, dem Tag der Gesuchseinreichung, aufweise. Der Grad der Invalid i- tät sei 90 %. Grund der Invalidität sei Krankheit (IV-act. 3). 7.3.3 Ebenfalls am 24. Juni 2010 berichtete ein unbekannter serbischer Chirurg – welcher sehr wahrscheinlich identisch mit dem vorstehend in E. 7.3.2 erwähnten Chirurg en ist – dem serbischen Versicherungsträger dieselbe Diagnose wie im anderen ebenfalls am 24. J uni 2010 erstellten Bericht (E. 7.3.2 hiervor). Am Tag der Untersuchung, dem 23. Juni 2010, bzw. ab Antragsstellung, dem 3. September 2009, bestehe ein vollständ i- ger Verlust der Arbeitsfähigkeit. Der Invaliditätsgrad betrage 90 %. Die In- validität sei am 3. September 2009 eingetreten. Ursache der Invalidität sei Krankheit (IV-act. 5). 7.3.4 Dr. B._______, Ärztin des RAD Rhone, gab in ihrer Stellungnahme vom 20. Juni 2011 (IV -act. 31) als Hauptdiagnose eine Exzision eines Mundbodenkrebses am 15. Juni 2007 gemäss ICD-10 C04, zervikale Me- tastasen und offenbar auch Lymphknoten-Metastasen am 15. Juni 2007 sowie eine Radiotherapie fest. Als Diagnose mit Auswirkung auf die A r- beitsfähigkeit nannte Dr. B._______ eine chronische Laryngitis und eine postoperative Dysphagie. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeit s- fähigkeit erwähnte Dr. B._______ einen ängstlich -depressiven Zustand. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit Juni 2007 eine 100%ige A r- beitsunfähigkeit. In leidensangepassten Tätigkeiten sei eine 50%ige oder 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden. Um auf eine teilweise Arbeitsf ä- higkeit in einer leichten und sitzenden Tätigkeit schliessen oder sich für B-3907/2012 Seite 16 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit seit dem Jahr 2007 aussprechen zu können, müsse um e inen detaillierten oto -rhino- laryngologischen und onkologischen Bericht über den aktuellen und prognostischen Zustand ersucht werden. 7.3.5 In ihrer Stellungnahme vom 25. Januar 2012 (IV-act. 42) schrieb RAD-Ärztin Dr. B._______ in Ergänzung zu ihren am 20. Juni 2011 ge- machten Aussagen, dass seit dem 10. August 2009, dem Datum des ser- bischen Gutachtens von Dr. D._______, in einer leidensadaptierten Tätig- keit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden sei. Eine Halbtagesarbeit in einer sitzenden bzw. wechselnden Arbeitsposition, mit Tragen von Las- ten von höchstens 10 kg, ohne schwere Arbeiten sowie unter Vermeidung von Staub, Witterungseinflüssen, Dünsten und Kälte, sei möglich. In einer schweren Tätigkeit wie Handwerker oder Landwirt sei die Arbeitsfähigkeit null se it der Krebsdiagnose. In einer leichten und sitzenden Tätigkeit, welche die funktionellen Einschränkungen berücksichtige, betrage die Ar- beitsfähigkeit 50 % seit dem 10. August 2009, dem Datum der serbischen Expertise von Dr. D._______. Gemäss den eingegang enen serbischen Verlaufsberichten von Fachärzten (vgl. IV -act. 36-40), insbesondere dem Bericht von Dr. E._______ vom 19. August 2011 (IV-act. 38), gebe es kei- ne Anzeichen für ein Rezidiv der Tumorerkrankung. Die medizinische Si- tuation habe sich stabilisiert. Es sei kein Rezidiv sichtbar. 7.3.6 Dr. C._______, Arzt des medizinischen Dienstes der Vorinstanz, führte in seiner Stellungnahme vom 17. April 2012 (IV-act. 51) aus, es be- stehe Übereinstimmung, dass ab Krankheitsbeginn im Jahre 2007 eine vollständige Arbe itsunfähigkeit für jegliche berufliche Tätigkeit bestehe. Dies gelte allerdings nur bis zur klinischen Remission, als erneut eine Teilarbeitsfähigkeit für leichte Verweisungstätigkeiten entstanden sei. Im ausländischen Bericht, welcher eine 90%ige Invalidi tät postuliere, sei die Schlussfolgerung des 'Invaliditäts' -Grades nach dem Status auf Seite 2 nicht nachvollziehbar. Es gebe kein erkennbares medizinisches Arg u- ment, die bisherige medi zinische Stellungnahme des medizinischen Dienstes der Vorinstanz zu ändern. 8. 8.1 Zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistung s- anspruchs stehen den IV -Stellen regionale ärztliche Dienste (RAD) zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG). Die RAD setzen die für die Inv a- lidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungs-B-3907/2012 Seite 17 fähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder T ä- tigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2 bis Satz 2 und 3 IVG). 8.2 Nach der R echtsprechung kann auf Stellungnahmen der RAD abg e- stellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderu n- gen an einen ärztlichen Bericht genügen (vgl. dazu E. 4.6.2 hiervor). Die Stellungnahmen müssen insbesondere in Kenntnis der Vorakten (Ana m- nese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der medizin i- schen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolgeru n- gen sind zu begründen. Die Ärzte und Ärztinnen des RAD müssen s o- dann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachli chen Qualifi- kationen verfügen. Bezüglich dieser materiellen und formellen Anford e- rungen sind sie im Beschwerdefall gerichtlich überprüfbar (zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 [publiziert in SVR 2009 IV Nr. 56] E. 4.3.1 mit Hinweisen und 9C_1059/2009 vom 4. August 2010 E. 1.2). Es ist nicht zwingend erforderlich, dass die vers i- cherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsa n- spruchs nur "bei Bedarf" selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen RAD -Bericht in Frage zu stelle n. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. U r- teile des Bundesgerichts 9C_323 /2009 v om 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 8.3 Auf einen Aktenbericht eines RAD kann somit nur abgestellt werden, wenn die Akten zum Entscheidzeitpunkt ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_6 53/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2 und I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1). Diese Voraussetzungen sind vorliegend eindeutig nicht erfüllt, wie nac h- folgende Ausführungen zeigen. B-3907/2012 Seite 18 8.4 8.4.1 Die RAD -Ärztin Dr. B._______ und der Arzt des medizinischen Dienstes der Vorinstanz, Dr. C._______, haben den Beschwerdeführer nie selbst untersucht. Die Stellungnahmen von Dr. B._______ und Dr. C._______ stützen sich allei n auf die in den Akten vorhandenen m e- dizinischen Berichte aus Serbien und sind somit reine Aktenberichte im Sinne von Art. 49 Abs. 1 IVV . Aus diesen serbischen Berichten lassen sich jedoch keine genauen Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in behind e- rungsangepassten Tätigkeiten ableiten. 8.4.2 Dr. D._______ und die beiden unbekannten serbischen Ärzte (E. 7.3.1-3 vorstehend) nahmen keine Unterscheidung zwischen den bi s- herigen und leidensangepassten Tätigkeiten vor, sondern beschränkten die Einschätzung auf ein pauschales Attest einer vollständigen Arbeitsun- fähigkeit. Alle drei serbischen Ärzte setzten sich nicht mit der Frage au s- einander, ob es allenfalls leidensangepasste Tätigkeiten gäbe, welche der Beschwerdeführer noch ausüben könnte, und wenn ja, um welche Tätig- keiten es sich handelte. Dr. D._______ gab den Beginn der attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit nicht an . Die beiden unbekannten serb i- schen Ärzte setzten ihrerseits einfach den 3. September 2009 als Tag der Gesuchseinreichung mit dem Beginn der beschein igten vollständigen Ar- beitsunfähigkeit gleich. Sodann fehlen Aussagen zum Umfang der A r- beitsunfähigkeit im Verlauf in allen Berichten dieser drei serbischen Ärzte. In Bezug auf die Frage, welche der von ihnen diagnostizierten Leiden die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bewirken, gaben die beiden unbekannten serbischen Ärzte lediglich pauschalisierend Krankheit als Ursache der von ihnen festgestellten 'Invalidität' an. Überdies ist zu berücksichtigen, dass sich die Einschätzung der beiden unbekannten serbischen Ärzte, wonach der Invaliditätsgrad 90 % betrage, auf die gesetzliche Situation in Serbien bezieht, welche nicht ohne Weiteres auf die schweizerische Rechtslage übertragen werden kann. Die fachärztliche Qual ifikation der beiden unbekannten serbischen Ärzte geht aus den vorhandenen Akten ebenfalls nicht hervor. 8.4.3 RAD-Ärztin Dr. B._______ konnte sich denn auch zunächst anhand dieser ärztlichen Berichte aus Serbien nicht auf den Umfang der Arbeit s- unfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsangepassten Tätigkeit seit Juni 2007 festlegen, da kein detaillierter oto -rhino-laryngo- logischer und onkologischer Bericht über den aktuellen und prognost i- schen Zustand vorliege (E. 7.3.4 hiervor). Obwohl in der Folge weder sol-B-3907/2012 Seite 19 che Bericht e noch sonst ein ärztlicher Bericht mit Äusserungen zur A r- beitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten eingereicht wurde (vgl. IV-act. 32-41), erachtete Dr. B._______ dann aber aufgrund eben dieser vorstehend in E. 7.3.5 und E. 8.4.2 erwähnten serbischen Berichte lei- densangepasste Tätigkeiten als seit dem 10. August 20 09 zu 50 % z u- mutbar (E. 7.3.5 vorstehend). Als Tag des Beginnes dieser Arbeitsfähig- keit übernahm die RAD-Ärztin das Datum der Expertise Dr. D._______s. Dr. C._______ teilte diese Ansicht der RAD -Ärztin, wobei er den Eintritt der 50%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten mit der klinischen Remission begründete (E. 7.3.6 hiervor). Eine weitergehende ärztliche Begründung der bescheinigten 50%igen Arbei tsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten seit dem 10. August 2009 fehlt. Auch stimmen die Stellun g- nahmen von Dr. B._______ und Dr. C._______ inhaltlich nicht mit den medizinischen Feststellungen der serbischen Ärzte überein. 8.4.4 Der interne medizinische Dienst d er Vorinstanz darf eigene Ei n- schätzungen der Arbeitsfähigkeit durchaus vornehmen, er muss sich also nicht zwingend auf einen (anderen) Facharzt berufen. Denn es ist gerade die gesetzlich vorgesehene Aufgabe dieses vorinstanzlichen Dienstes , die Leistungsfä higkeit zu beurteilen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 5.3). Dabei ist es nicht notwendig, dass sich der medizinische Dienst der Vorinstanz in seiner Stellungna h- me mit allen ärztlichen Bescheinigungen ausdrücklich im Einzeln en aus- einandersetzt, ist doch vielmehr eine Zusammenfassung seine Aufgabe (vgl. E. 4.6.4 hiervor). Der Bericht des medizinischen Dienstes der Vori n- stanz muss aber auf jeden Fall den allgemeinen beweisrechtlichen Anfor- derungen an einen ärztlichen Bericht ge nügen (vgl. Urteil des Eidgenö s- sischen Versicherungsgerichts I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). 8.4.5 Vorliegend erfolgte die Festlegung der Zumutbarkeit leidensang e- passter Tätigkeiten durch RAD-Ärztin Dr. B._______ und den Arzt des vo- rinstanzlichen medizinischen Dienstes, Dr. C._______, ohne diesbezügli- che Aussagen der serbischen Ärzte, ohne dass der Beschwerdeführer je auf ihm noch zumutbare Tätigkeiten hin ärztlich untersucht worden war sowie ohne eine nähere Begründung der attestierten Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten mit objektiven Befunden . Die Festste l- lung, welche Tätigkeiten in 50%igem Umfang seit dem 10. August 2009 dauerhaft als zumutbar anzusehen sind, erscheint entsprechend weitge- hend allein auf Zusehen hin getroffen worden zu sein. Insbesondere fehlt ein umfassender medizinischer Bericht aus Serb ien, welcher die Festl e- gung Dr. B._______s und Dr. C._______s nachvollziehbar erscheinen B-3907/2012 Seite 20 liesse. Auch ist nicht einsichtig, w ieso Dr. B._______ zunächst einen de- taillierten oto -rhino-laryngologischen und onkologischen Bericht als En t- scheidgrundlage für notwendig erachtete, aber dann ohne Vorliegen so l- cher Berichte dennoch über die Arbeitsfähigkeit entschied, und sich Dr. C._______ diesem Entscheid ohne weitere nähere objektive Begründung anschloss. Die abschliessende Ansicht Dr. C._______s, dass genau zum Zeitpunkt des Gutachtens Dr. D._______s eine dauerhafte 50%ige A r- beitsfähigkeit für die von Dr. B._______ und Dr. C._______ beschriebe- nen adaptierten Tätigkeiten eingetre ten sein soll, is t angesichts der e r- wähnten Begründungsmängel objektiv weder nachvollziehbar noch schlüssig. So wäre es beispielsweise durchaus denkbar, dass ein Onko- loge nach eingehendem Untersuch die von Dr. C._______ als Grund sei- ner Einschätzung angegebene (dauerhafte) klinische Remission bezwei- feln würde. Die Stellungnahmen von Dr. B._______ und Dr. C._______ genügen somit den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an e i- nen Arztbericht nicht. 8.5 Dass der interne medizinische Dienst der Vorinstanz – sowie in der Folge gestützt auf dessen Stellungnahme die Vorinstanz selber – befand, der Beschwerdeführer sei in leidensangepasster Tätigkeit seit dem 10. August 2009 nur noch zu 50 % arbeitsunfähig, üb erzeugt deshalb nicht. Dementsprechend ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in leidensangepassten Tätigkeiten seit dem 10. August 2009 unklar. Damit kann insbesondere der Rentenanspruch ab dem 1. Februar 2011 nicht rechtskonform beurteilt werden. 9. Zusammenfassend ist es nicht möglich, aufgrund der Akten mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen , ab welchem Datum , in welcher Höhe und in welchem Umfang der Beschwerdeführer, der sich anfangs Se p- tember 2009 zum Leistungsbezug angemeldet hat (E. 5.5 hiervor), An- spruch auf eine Invali denrente hat. Insbesondere ist aufgrund der vorli e- genden medizinischen Berichte und Stellungnahmen eine rechtskonforme Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit in behin- derungsadaptierten Tätigkeiten im Verlauf seit dem 10. August 2009 nicht möglich. Daher ist die angefochtene Verfügung, welche auf einem unrich- tigen Gesuchsdatum und auf einer lückenhaften medizinischen Aktenlage beruht, aufzuheben. B-3907/2012 Seite 21 10. 10.1 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückz uweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzun ehmen. Bei festgestellter Abkl ä- rungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens. An ders verhielte es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwa ltung einer Verweigerung des g e- richtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn auf Grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere gerichtliche Beweisma ssnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be- zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die der Rückweisu ng der Sache zur weiteren Abkl ä- rung an die Vorinstanz entgegenstehen. 10.2 Somit ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie als Gesuchsdatum Anfang September 2009 festlege und ergänzende, auf ei- ner persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers basierende fac h- ärztliche – vorzugsweise polydisziplinäre ( onkologische, oto -rhino-laryn- gologische und psychiatrische) – gutachterliche Abklärungen vornehme, die sich namentlich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer in lei dens- angepassten Tätigkeiten seit dem 10. August 2009 zu äussern haben, und anschliessend über den Rentenanspruch neu verfüge. Die Vorinstanz wird dabei den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers im Verlauf neu zu bestimmen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 11. 11.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6), so dass dem Beschwerdeführer keine Ve r- fahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist daher der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400. – nach Eintritt der Rechtskraft des vorli e- genden Entscheids auf ein von ihm bekannt zu gebendes Konto zurüc k- zuerstatten. Da aufgrund von Art. 63 Abs. 2 VwVG auch der unterliege n-B-3907/2012 Seite 22 den Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, ist vo r- liegend auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 11.2 Der obsiegende nichtanwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Par- teientschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostenn ote einge- reicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfa h- rensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bede u- tung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorl iegend zu beurteile n- den Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gespr o- chenen Entschädigungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 600.– (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]) gerechtfer- tigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. 2. Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache an die Vor- instanz zurückgewiesen, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. – wird diesem nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils an die von ihm anzug e- bende Zahlungsstelle zurückerstattet. 4. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 600.– zugesprochen. B-3907/2012 Seite 23 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs- formular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Andrea Giorgia Röllin Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang e- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 26. Mai 2014