<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00330</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105762&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00330</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einbürgerung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>.<br/>Auch Kinder von abgewiesenen Asylbewerbern können einen Anspruch auf Erteilung des kommunalen Bürgerrechts geltend machen, wenn sie über ein gesetzlich geregeltes Anwesenheitsverhältnis verfügen.<br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts, wenn ein Rechtsanspruch auf Erteilung des Gemeindebürgerrechts besteht (E. 1). Beschwerdebefugnis der Gemeinde (E. 2). Formelle Rügen der Gehörsverweigerung, Verletzung der Begründungspflicht, aktenwidrigen Annahmen durch Vorinstanz unbegründet (E. 3). Zum Wohnsitzbegriff nach § 4 BürgerrechtsV; auch Asylsuchende können einen Wohnsitz begründen (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ASYLSUCHENDE/ASYLBEWERBER">ASYLSUCHENDE/ASYLBEWERBER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLAND">AUSLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BÃRGERRECHT">BÃRGERRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINBÃRGERUNG">EINBÃRGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEBÃRGERRECHT">GEMEINDEBÃRGERRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDELEGITIMATION">GEMEINDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT">ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Kantonale Verwaltungsgerichtsbeschwerde ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 4 BÃRGERRV</span><br/><span class="ungerade">§ 21 BÃRGERRV</span><br/><span class="gerade">§ 22 lit. I BÃRGERRV</span><br/><span class="ungerade">§ 29 BÃRGERRV</span><br/><span class="gerade">§ 21 GemeindeG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">§ 43 lit. I l VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. B.1 (geboren 15. Dezember 1977), B.2 (geboren 3. Mai 1976) und B.3 (geboren 13. April 1979) (jugoslawische StaatsangehÃ¶rige, im Folgenden "die Geschwister B") ka­men im FrÃ¼hjahr 1991 mit ihren Eltern D und E aus Kosovo in die Schweiz. Die Eltern stellten am 13. MÃ¤rz 1991 ein Asylgesuch, in welches die Kinder (neben den erwÃ¤hnten auch F, geboren 12. August 1984) miteinbezogen wurden. Das Gesuch wurde am 5. Juni 1991 abgewiesen, das in der Folge erhobene Rechtsmittel am 10. Mai 1995; ein Wiederer­wÃ¤gungsgesuch blieb erfolglos. Mit VerfÃ¼gung vom 23. September 1997 forderte das Bun­desamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge die Familie B zum Verlassen der Schweiz bis 30. April 1999 auf. Wegen der damaligen kriege­rischen Ereignisse in Kosovo beschloss der Schweizerische Bundesrat im April 1999 die gruppenweise vorlÃ¤ufige Aufnahme von Personen mit letztem Wohnsitz in Kosovo, und konnte auch die Familie B weiterhin in der Schweiz verbleiben. Im August 1999 hob der Bundesrat die vorlÃ¤ufige Aufnahme auf und setzte er den vorlÃ¤u­fig Aufgenomme­nen eine Ausreisefrist bis 31. Mai 2000 an. Schliesslich wurden die drei Ã¤lteren Geschwis­ter B mit VerfÃ¼gungen des Bundesamts fÃ¼r FlÃ¼chtlinge vom 19. April 2000 gestÃ¼tzt auf den Beschluss des Schweizerischen Bundesrats vom 1. MÃ¤rz 2000 betref­fend "humani­tÃ¤re Aktion 2000" erneut vorlÃ¤ufig aufgenommen und die vorlÃ¤ufige Auf­nahme vorerst auf zwÃ¶lf Monate befristet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die drei Ã¤lteren Geschwister B hatten bereits am 25. Mai 1998 Gesuche um Ertei­lung der eidgenÃ¶ssischen EinbÃ¼rgerungsbewilligung gestellt. Die kantonale Direktion des Innern (heute Direktion der Justiz und des Innern; JI) beantragte dem zustÃ¤ndigen Bun­des­amt am 20. November 1998 Erteilung dieser Bewilligung. Nachdem am 31. Mai 1999 das Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen die Akten noch ohne Bewilligung zurÃ¼ckgesandt hatte, wurde am 19. Juli 1999 die eidgenÃ¶ssische EinbÃ¼rgerungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼­rich nach Art. 13 des Bundesgesetzes vom 29. September 1952 Ã¼ber Erwerb und Verlust des Schweizer BÃ¼rgerrechts (BÃ¼rgerrechtsgesetz [BÃ¼G; SR 141.0]) wiedererwÃ¤gungsweise erteilt. In der Folge Ã¼berwies die JI am 21. Juli 1999 die Akten dem Gemeinderat X zum Entscheid Ã¼ber die Aufnahme ins GemeindebÃ¼rgerrecht im Sinn von § 29 der Ver­ordnung Ã¼ber das Gemeinde- und das KantonsbÃ¼rgerrecht (Kantonale BÃ¼rgerrechtsverord­nung; BÃ¼rgerrechtsV) vom 25. Oktober 1978 (LS 141.11).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit BeschlÃ¼ssen vom 16. November 1999 verweigerte der Gemeinderat X den Ge­schwistern B die Aufnahme in das BÃ¼rgerrecht der Gemeinde mit der Be­grÃ¼n­dung, als letztinstanzlich abgewiesene Asylbewerber mit einer definitiv angesetzten Ausreisefrist erfÃ¼llten die Bewerber die Wohnsitzanforderungen gemÃ¤ss § 4 BÃ¼rgerrechtsV nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss liessen die Geschwister B am 23. November/ 17. De­zem­ber 1999 Rekurs an den Bezirksrat erheben, der am 24. MÃ¤rz 2000 die Rechtsmittel guthiess und die GeschÃ¤fte im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Gemeinderat X zum Neuent­scheid zurÃ¼ckwies; die Gesuchsteller erfÃ¼llten die kantonalrecht­lichen Wohnsitzerforder­nisse und der Gemeinderat werde im zweiten Rechtsgang zu prÃ¼­fen haben, ob auch die fÃ¼r eine EinbÃ¼rgerung vorausgesetzte Eignung gegeben sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Entsprechend der Rechtsmittelbelehrung des Bezirksrats liess der Gemeinderat X am 5. Mai 2000 Rekurs an den Regierungsrat erheben. Nach DurchfÃ¼hrung des Schrif­tenwechsels trat der Regierungsrat am 20. September 2000 unter Hinweis auf den Ent­scheid VB.2000.00134 des Verwaltungsgerichts vom 17. Mai 2000 auf den Rekurs nicht ein und Ã¼berwies er die Akten zustÃ¤ndigkeitshalber dem Verwaltungsgericht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat hatte bereits am 30. Mai 2000 beantragt, auf das Rechtsmittel sei nicht einzutreten, eventuell sei es abzuweisen. Die Beschwerdegegner/innen hatten am 16. Juni 2000 ebenfalls Nichteintreten, eventuell Abweisung beantragen lassen, jedenfalls unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein vom Gemeinderat X am Bundesgericht anhÃ¤ngig gemachtes Verfah­ren wurde am 6. Oktober 2000 vom PrÃ¤sidenten der I. Ã¶ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesge­richts bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichts ausgesetzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspfle­gegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 5 N. 3). <span>GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. l VRG </span>(in der Fassung vom 8. Juni 1997) <span>ist die Beschwerde an das Verwaltungsge­richt Ã¼ber den Erwerb des BÃ¼rgerrechts unzulÃ¤ssig, sofern kein Anspruch auf EinbÃ¼rgerung besteht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Schweiz geborene Personen auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit werden im Recht auf kommunale<i> </i>EinbÃ¼rgerung den Schweizer BÃ¼rgern und BÃ¼rgerinnen gleichge­stellt (§ 21 Abs. 2 Satz 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 [GemeindeG]; vgl. auch § 22 Abs. 1 Satz 1 BÃ¼r­gerrechtsV). Danach sind die politischen Gemeinden verpflichtet, jede mindestens seit zwei Jahren in der Gemeinde wohnende gesuchstellende Person auf ihr Verlangen in das BÃ¼rgerrecht der Gemeinde aufzunehmen, sofern sie sich und ihre Fa­milie selber zu erhalten vermag, genÃ¼gende Ausweise Ã¼ber ihre bisherige Heimats- und FamilienverhÃ¤ltnisse und Ã¼ber einen unbescholtenen Ruf beibringt und eine Einkaufsge­bÃ¼hr entrichtet (§ 21 Abs. 1 Satz 1 GemeindeG). Diesen Rechtsanspruch haben gemÃ¤ss § 21 Abs. 3 GemeindeG auch nicht in der Schweiz geborene AuslÃ¤nder zwischen 16 und 25 Jahren, sofern sie nachweisen kÃ¶nnen, dass sie in der Schweiz wÃ¤hrend mindestens fÃ¼nf Jahren den Unterricht auf Volks- oder Mittelschulstufe in einer der Landessprachen be­sucht haben (vgl. auch § 22 Abs. 1 Satz 2 BÃ¼rgerrechtsV).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie das Verwaltungsgericht im vom Regierungsrat erwÃ¤hnten Urteil VB.2000.00134 vom 17. Mai 2000 entschieden hat, haben unter den in § 21 Abs. 2 GemeindeG bzw. in § 22 Abs. 1 Satz 1 BÃ¼r­gerrechtsV genannten Voraussetzungen Personen auslÃ¤ndischer Staatsan­gehÃ¶rigkeit einen Rechtsanspruch auf die Erteilung des GemeindebÃ¼rgerrechts. Dieser Rechts­anspruch auf die Erteilung des GemeindebÃ¼rgerrechts begrÃ¼ndet gemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. l VRG die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ungeachtet des Umstands, dass fÃ¼r den Erwerb der schweizerischen StaatsbÃ¼rgerschaft auch die BÃ¼rgerrechte des Bundes und des Kantons erforderlich sind. An dieser Rechtsprechung ist auch hier festzuhalten, wo sich der Rechtsanspruch auf die Erteilung des GemeindebÃ¼rgerrechts auf § 21 Abs. 3 GemeindeG stÃ¼tzt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegner/innen sind nicht in der Schweiz geborene AuslÃ¤nder/innen zwischen 16 und 25 Jahren. Sodann haben sie, wie § 21 Abs. 3 GemeindeG voraussetzt, in der Schweiz wÃ¤hrend mindestens fÃ¼nf Jahren den Unterricht auf Volks- oder Mittelschul­stufe in einer der Landessprachen besucht. Wie der Regierungsrat zutreffend erwogen hat, ist dabei auch der Besuch der Berufsschule anzurechnen. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut der Bestimmung, der nicht den Besuch einer Mittelschule, sondern von Unterricht auf Mittelschulstufe verlangt; zu dieser zÃ¤hlen auch die Berufsschulen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass sich die Kinder abgewiesener Asylbewerber/innen allgemein nicht auf § 21 Abs. 3 GemeindeG bzw. § 22 Abs. 1 BÃ¼r­gerrechtsV sollen berufen kÃ¶nnen, wie die Be­schwerdefÃ¼hrerin unter Ziff. 33 ihrer Rechtsschrift ausfÃ¼hrt, lÃ¤sst sich weder dem Wortlaut dieser Bestimmungen noch ihrem Sinn und Zweck entnehmen. Dem Beleuchtenden Bericht des Regierungsrats vom 19. MÃ¤rz 1997 zur Abstimmungsvorlage "Erleichterte EinbÃ¼rge­rung junger AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder" (Volksabstimmung vom 8. Juni 1997) kann nichts anderes entnommen werden. Wenn die Erleichterung, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin anzunehmen scheint, nur gerade den AngehÃ¶rigen der zweiten und dritten AuslÃ¤ndergene­ration hÃ¤tte gewÃ¤hrt werden sollen, wÃ¤re die Ausweitung auf im Ausland geborene junge AuslÃ¤nder/innen weitgehend Ã¼berflÃ¼ssig gewesen. Sodann ist der Grund fÃ¼r die den jungen AuslÃ¤nder/innen zugestandene Erleichterung der EinbÃ¼rgerung ihre in der Regel bessere In­tegration; diese hÃ¤ngt nicht von der Regelung des Anwesenheitsrechts ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Damit besteht grundsÃ¤tzlich ein Anspruch auf die Erteilung des GemeindebÃ¼rger­rechts und fÃ¤llt gemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. l VRG das Verfahren in die ZustÃ¤ndigkeit des Ver­waltungsgerichts.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG ist die Gemeinde zur Beschwer­de berechtigt "zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu § 21 VRG in der ursprÃ¼nglichen Fassung anerkannte die Rekurs- und Beschwerdebefugnis der Gemeinde, wenn sie sich fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrte, wenn sie einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit oder einen Ein­griff in ihr Finanz- oder VerwaltungsvermÃ¶gen geltend machte und wenn sie wie eine Pri­vatperson betroffen war (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 62 mit Hinweisen). Diese Recht­sprechung liegt auch der neuen Bestimmung von § 21 lit. b VRG zugrunde (RB 1998 Nr. 14; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 70). Indem aber § 21 lit. b VRG die Gemeinde zur rekursweisen Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen berechtigt, ver­deutlicht die neue Bestimmung einen Ansatz, der in der bisherigen Praxis bereits angelegt, aber nicht durchgehend entwickelt war: So lÃ¤sst sich die Befugnis der Gemeinde, die Be­willigung fÃ¼r ein Bauvorhaben in der Nachbargemeinde anzufechten, das einen von ihr geplanten Aussichtspunkt beeintrÃ¤chtigt (RB 1993 Nr. 1; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 68), keiner von der frÃ¼heren Praxis gebildeten Kategorien zuordnen, sondern lÃ¤sst sich darÃ¼ber hinausgehend nur mit der Wahrnehmung schutzwÃ¼rdiger kommunaler Interessen begrÃ¼nden. Damit ist die von der Lehre seit langem geforderte Ausweitung der Gemeinde­legitimation (Alfred KÃ¶lz, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 1978, § 21 N. 79) mindestens punktuell bereits durch die Rechtsprechung zu § 21 VRG in der bisherigen Fassung erfolgt. Im Lichte dieser Rechtsprechung lÃ¤sst sich mit dem Hinweis darauf, dass der Gesetzgeber keine Erweiterung der Gemeindelegitimation angestrebt habe (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 70), keine einschrÃ¤nkende Auslegung von § 21 lit. b VRG rechtfertigen; dies gilt um so mehr, als die neue Fassung des Gesetzes wÃ¶rtlich der von Alfred KÃ¶lz (§ 21 N. 79 am Ende) als Ausweitung der Gemeindelegiti­mation vorgeschlagenen Umschreibung entspricht. In Ãbereinstimmung mit dieser Auffas­sung hat das Verwaltungsgericht in RB 1998 Nr. 13 die Legitimation der Gemeinde bejaht bei einer Betroffenheit in Interessen oder Aufgaben, welche die Gemeinde wahrnehmen oder erfÃ¼llen muss, oder wenn sich die angefochtene VerfÃ¼gung auf einen grossen Teil der Einwohnerschaft auswirkt. Eine solche Betroffenheit in eigenen Interessen oder Aufgaben der Gemeinde liegt auch beim Streit um die Erteilung des GemeindebÃ¼rgerrechts vor, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob es dabei wie hier um die Anwendung kantonalen Rechts geht. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wirft der Vorinstanz Verletzung des Anspruchs auf An­hÃ¶rung und auf Mitwirkung bei der Beweiserhebung sowie der BegrÃ¼ndungspflicht und des Untersuchungsgrundsatzes und schliesslich aktenwidrige Annahmen vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Eine Verletzung ihres GehÃ¶rsanspruchs erblickt die BeschwerdefÃ¼hrerin darin, dass sie von der Vorinstanz "Ã¼ber die Anordnung einer zweiten Eingabe der Rekursgegner" nicht orientiert worden sei und keine Gelegenheit erhalten habe, sich zur zweiten Eingabe zu Ã¤ussern. Indessen hat mit VerfÃ¼gung vom 18. Februar 2000 die Bezirksratskanzlei der Beschwerdegegnerschaft die Vernehmlassung des Gemeinderats vom 15. Februar 2000 lediglich zur Kenntnisnahme zugestellt, und hat die Beschwerdegegnerschaft ihre Eingabe vom 25. Februar 2000 unaufgefordert eingereicht. Zwar wÃ¤re ein Hinweis auf diese Ein­gabe in den ErwÃ¤gungen des Bezirksrats angezeigt gewesen; fÃ¼r sich allein stellt aber diese Unterlassung keine GehÃ¶rsverletzung dar. Eine solche wÃ¤re dem Bezirksrat nur vorzuwer­fen, wenn er in seinem Entscheid auf erstmals in der Eingabe vom 25. Februar 2000 vorge­brachte tatsÃ¤chliche Behauptungen oder RechtsgrÃ¼nde abgestellt hÃ¤tte, was jedoch weder ersichtlich ist noch von der BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz hat am 10. MÃ¤rz 2000 die Beschwerdegegnerschaft angehÃ¶rt, ohne hierzu die Gegenpartei einzuladen. Eine solche AnhÃ¶rung, bei der es, wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ausfÃ¼hrt, um die Frage der Eignung fÃ¼r die BÃ¼rgerrechtserteilung ging, stellt eine Untersuchungshandlung dar. Der Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs ver­langt, dass die Parteien an der Erhebung wesentlicher Beweise mitwirken bzw. sich zum Beweisergebnis Ã¤ussern kÃ¶nnen, wenn es geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 31). Weil jedoch der Bezirksrat die Frage der EinbÃ¼rgerung allein unter dem Gesichtswinkel des Wohnsitzes beurteilt und zur PrÃ¼fung der Eignung der Gesuchsteller die Akten an die BeschwerdefÃ¼hrerin zurÃ¼ckgewiesen hat, war die ohne de­ren Mitwirkung erfolgte AnhÃ¶rung fÃ¼r den Entscheid des Bezirksrats bedeutungslos und liegt deshalb keine Verletzung des GehÃ¶rsanspruchs vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin wirft der Vorinstanz eine Verletzung der BegrÃ¼ndungs­pflicht vor, weil sie sich nur auf einer halben Seite mit den Wohnsitzerfordernissen gemÃ¤ss § 4 BÃ¼rgerrechtsV befasst habe, wÃ¤hrend die Parteien in ihren Rechtsschriften sich hier­Ã¼ber auf neun bzw. 14 Seiten ausgelassen hÃ¤tten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Laut § 28 Abs. 1 Satz 1 VRG umschreibt der Rekursentscheid kurz den Tatbestand und fasst die ErwÃ¤gungen zusammen. Verfassungsrechtlich geboten ist dabei eine kurze, unter UmstÃ¤nden auch bloss summarische BegrÃ¼ndung, welche die Anordnung insgesamt als schlÃ¼ssig erscheinen lÃ¤sst. Die entscheidende BehÃ¶rde hat zwar alle Elemente des Sach­verhalts und alle anwendbaren Normen zu prÃ¼fen und sich mit den Parteivorbringen ausei­nanderzusetzen; sie darf sich in ihrem Entscheid aber auf die wesentlichen Gesichts­punkte beschrÃ¤nken und hat sich nicht mit jeder tatsÃ¤chlichen Behauptung und mit jedem recht­lichen Einwand zu befassen und diese einzeln zu widerlegen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 40, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diesen Anforderungen vermag der Rekursentscheid zu genÃ¼gen. Die Beschwerde­fÃ¼hrerin hat die EinbÃ¼rgerungsgesuche ausdrÃ¼cklich mit der BegrÃ¼ndung nicht erfÃ¼llter Wohnsitzanforderungen im Sinn von § 4 in Verbindung mit § 21 BÃ¼rgerrechtsV abgelehnt, was die Rekurrenten/innen als rechtsverletzend rÃ¼gten. Der Bezirksrat hat sich deshalb richtigerweise mit dem Wortlaut und der Auslegung von § 4 BÃ¼rgerrechtsV befasst, wobei er offen gelassen hat, ob das eidgenÃ¶ssische Recht Raum lasse fÃ¼r einen engeren kantonal­rechtlichen Wohnsitzbegriff. Er hat dabei drei Elemente herausgearbeitet, welche die Le­galdefinition des Wohnsitzes in § 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV enthalte, nÃ¤mlich mit "stÃ¤ndig" den Ausschluss wesentlicher Unterbrechungen, mit "auf Dauer angelegt" die Absicht des dauernden Verweilens, und mit "in Ãbereinstimmung mit den polizeilichen Vorschriften" den Ausschluss illegaler Anwesenheit. Sodann hat er festgehalten, dass bei den Gesuch­stellern alle drei Anforderungen erfÃ¼llt seien. Wenn der Bezirksrat zudem ausgefÃ¼hrt hat, dass er § 4 BÃ¼rgerrechtsV "gewissermassen 'aus sich selber heraus' interpretiere", hat er implizit die Darlegungen der Parteien zum zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff als unerheblich gewÃ¼rdigt. Schliesslich hat der Bezirksrat in ErwÃ¤gung Ziffer 5 "angemerkt", dass auch § 22 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV grundsÃ¤tzlich anwendbar sei. Damit hat er sich der Sache nach auch mit dem von der BeschwerdefÃ¼hrerin erst in der Rekursvernehmlassung nachgescho­benen Verweigerungsgrund auseinandergesetzt, § 22 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV bzw. § 21 Abs. 3 GemeindeG seien nach ihrem Sinn und Zweck im vorliegenden Fall nicht anwend­bar und zwei der Geschwister wÃ¼rden die Anforderungen hinsichtlich des Schulbesuchs nicht erfÃ¼llen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrerin wirft dem Bezirksrat vor, er sei aktenwidrig davon aus­gegangen, dass "keineswegs individuell-konkrete VerfÃ¼gungen betreffend Ausreise" vorlÃ¤­gen. Dieser Vorwurf ist begrÃ¼ndet: Mit eingeschrieben zugestellter VerfÃ¼gung vom 23. Sep­­tember 1997 hat das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge der "Familie B" mitgeteilt, sie habe die Schweiz bis zum 30. April 1999 zu verlassen, unter Androhung der Ausschaffung im Unterlassungsfall, wobei ausdrÃ¼cklich festgehalten wurde, dass sich die­ses Schreiben auch auf die Beschwerdegegnerschaft beziehe. Auch mit der Mitteilung des Bundesamtes fÃ¼r FlÃ¼chtlinge vom Oktober 1999 ist der Beschwerdegegnerschaft erneut eine Ausreisefrist 31. Mai 2000 angesetzt worden, wobei aus den Akten lediglich nicht ersichtlich ist, auf welche Weise die Mitteilung der Beschwerdegegnerschaft zugestellt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob es sich bei den aktenwidrigen Annahmen des Bezirksrats um eine fÃ¼r den Ent­scheid erhebliche unrichtige Sachverhaltsfeststellung im Sinn des Beschwerdegrunds von § 51 VRG handelt, wird im Zusammenhang mit der Frage nÃ¤her zu prÃ¼fen sei, ob sich die Beschwerdegegner/innen "in Ãbereinstimmung mit den polizeilichen Vorschriften" im Sinn von § 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV in der Schweiz aufhielten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Neben diesen Verfahrensfehlern macht die BeschwerdefÃ¼hrerin eine unrichtige Anwendung von § 4 BÃ¼rgerrechtsV geltend. Von den drei Elementen des Wohnsitzbegrif­fes, wie ihn diese Bestimmung definiere, habe die Beschwerdegegnerschaft zwei nicht er­fÃ¼llt, indem ihr Aufenthalt objektiv nicht auf Dauer angelegt gewesen und nie in Ãberein­stimmung mit den (fremden)polizeilichen Vorschriften gestanden sei. Dass die Beschwer­degegner/innen, die am 8. MÃ¤rz 1991 nach X zuzogen, sich nicht "stÃ¤ndig" dort aufgehal­ten hÃ¤tten, macht auch die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht geltend </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die EinbÃ¼rgerung von nicht in der Schweiz geborenen AuslÃ¤ndern gemÃ¤ss § 21 Abs. 3 GemeindeG bzw. § 22 Abs. 1 Satz 2 BÃ¼rgerrechtsV setzt laut § 22 Abs. 3 Gemein­deG sowie § 21 Abs. 1 in Verbindung mit § 3 BÃ¼rgerrechtsV unter anderem voraus, dass der Gesuchsteller seit mindestens zwei Jahren in der Gemeinde wohnt; ist der Gesuchstel­ler bei der Einreichung des EinbÃ¼rgerungsgesuchs zwischen 16 und 25 Jahre alt, genÃ¼gen nach § 3 Abs. 2 BÃ¼rgerrechtsV neben den Ã¼brigen Voraussetzungen zwei Jahre Wohnsitz im Kanton. Unter dem Randtitel "Wohnsitz" bestimmt § 4 BÃ¼rgerrechtsV:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> "Wohnen im Sinne dieser Verordnung bedeutet stÃ¤ndiger, auf die Dauer hin angelegter Aufenthalt in Ãbereinstimmung mit den polizeilichen Vorschriften. VorÃ¼bergehende Abwesenheit bewirkt keine Unterbre­chung.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Die Wohndauer muss bei der Gesuchstellung erfÃ¼llt sein. Sie muss bis zum Entscheid fortbestehen, wenn dies fÃ¼r den Bewerber nicht unzu­mutbar ist. Er darf zur Zeit des Entscheides jedoch nicht im Ausland wohnen."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Wohnsitz ist eine bestimmte rechtliche Beziehung einer Person zu einem Ort; er ist Ã¶rtlicher AnknÃ¼pfungspunkt fÃ¼r bestimmte Rechtsfolgen. Dabei gibt es keinen einheitlichen Wohnsitzbegriff fÃ¼r die ganze Rechtsordnung. Art. 23 ff. des Schweizeri­schen Zivilgesetzbuchs (ZGB) regeln nur den zivilrechtlichen Wohnsitz, auf welchen in privatrechtlichen Gesetzen verwiesen wird (Daniel Staehelin in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Basel und Frankfurt a/M 1996, Art. 23 N. 3). Im Bereich des kantonalen Ã¶ffentlichen Rechts steht es den Kantonen frei, den Wohnsitz selber zu definieren oder an den Wohnsitzbegriff des ZGB anzuknÃ¼pfen (Heinz Hausheer/Regina Aebi-MÃ¼ller, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetz­buches, Bern 1999, Rz. 09.16). Vom zivilrechtlichen Wohnsitz ist insbesondere das poli­zeiliche Domizil im Sinn von Art. 32 GemeindeG zu unterscheiden; daneben gibt es Spezi­alwohnsitze wie Steuerdomizil, politischen Wohnsitz, Sozialleistungswohnsitz usw., die sich ebenfalls nach eigenen Regeln bestimmen. Teilweise wird aus praktischen GrÃ¼nden die Angleichung der Begriffe angestrebt, so von polizeilichem Domizil und zivilrechtli­chem Wohnsitz (Karl SpÃ¼hler, Die Rechtspre­chung zur polizeilichen Meldepflicht bei Nie­derlassung und Aufenthalt, ZBl 93/1992, S. 339). Eine solche Angleichung scheint der Ver­ordnungsgeber auch mit der Legaldefinition in § 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV angestrebt zu haben, indem unter anderem "ein auf die Dauer hin angelegter Aufenthalt" vorausgesetzt wird. Auch diese Umschreibung enthÃ¤lt wie diejenige des zivilrechtlichen Wohnsitzes zwei Kriterien, nÃ¤mlich einerseits den physischen Aufenthalt als objektives Element und ande­rerseits, wie in der Umschreibung "auf Dauer hin <i>angelegt</i>" zum Ausdruck kommt, die Ab­sicht des dauernden Verweilens als persÃ¶nliche AnknÃ¼pfung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Asylsuchende, die ein Asylbegehren eingereicht haben und nicht sofort weggewie­sen werden, kÃ¶nnen sich mit der Absicht dauernden Verbleibens in der Schweiz aufhalten und hier ihren Lebensmittelpunkt haben, sodass sie hier einen zivilrechtlichen Wohnsitz erwerben (BGE 113 II 5 E. 2 = Pra 77/1988 Nr. 139; Staehelin, Art. 23 N. 19 mit weiteren Hinweisen). Bei der Anwendung von § 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV ist dieser Rechtsprechung angesichts der bezÃ¼glich des Aufenthalts inhaltlich Ã¼bereinstimmenden objektiven und sub­jektiven Kriterien ohne weiteres zu folgen; eine andere Auslegung lÃ¤sst sich auch im Hinblick auf Sinn und Zweck der EinbÃ¼rgerungsvorschriften nicht rechtfertigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerschaft weilt seit MÃ¤rz 1991 in X, hat hier die Schu­len be­sucht und sich mittlerweile auch ins Berufsleben eingegliedert. Unbestrittener­massen spre­chen die Geschwister B akzentfrei die hiesige Sprache, und es gibt kei­nerlei An­zeichen dafÃ¼r, dass sie nicht beabsichtigt hÃ¤tten, dauernd in der Schweiz zu blei­ben. Ihr Aufenthalt war damit in der von § 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV vorausgesetzten Weise "auf Dauer ange­legt". Dass ihnen nach der Abweisung ihres Asylgesuchs immer wieder die Wegweisung drohte, vermag an ihrer durch Integrationsanstrengungen und rechtliche Be­mÃ¼hungen do­kumentierten Absicht, sich auf Dauer in X aufzuhalten, nichts zu Ã¤ndern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Legaldefinition von § 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV verlangt zusÃ¤tzlich, dass der <a id="Text3">Aufenthalt in Ãbereinstimmung mit den polizeilichen Vorschriften steht. Die Beschwerde­fÃ¼hrerin ist der Auffassung, diese Voraussetzung sei hier nicht erfÃ¼llt, weil die Beschwer­degegnerschaft Ã¼ber keine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung verfÃ¼ge und ihr Asylgesuch abgewiesen worden sei. Durch die grosszÃ¼gig angesetzten Ausreisefristen und die vorlÃ¤ufige Aufnahme sei ihr Aufenthalt, anders als der Bezirksrat anzunehmen scheine, nicht legalisiert worden.</a></span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie der Bezirksrat zutreffend erkannt hat, verlangt der Aufenthalt "in Ãbereinstim­mung mit den polizeilichen Vorschriften" keine definitive Regelung des Anwesenheits­rechts. Mit der Abweisung seines Asylgesuchs wird der Aufenthalt des AuslÃ¤nders in der Schweiz nicht unmittelbar polizeiwidrig, sondern gemÃ¤ss Art. 44 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) hat das zustÃ¤ndige Bundesamt zunÃ¤chst die Weg­weisung zu verfÃ¼gen und den Vollzug anzuordnen. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulÃ¤ssig, nicht zumutbar oder nicht mÃ¶glich, so regelt laut Art. 44 Abs. 2 AsylG das Bun­desamt das AnwesenheitsverhÃ¤ltnis nach den gesetzlichen Bestimmungen Ã¼ber die vorlÃ¤u­fige Aufnahme nach dem Bundesgesetz vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Nieder­lassung der AuslÃ¤nder (ANAG, SR 142.20).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Den Geschwistern B wurde am 23. September 1997 eine Frist zum Verlas­sen der Schweiz bis 30. April 1999 angesetzt. Wegen der damaligen kriegerischen Ereig­nisse in Kosovo kamen sie in den Genuss der vom Bundesrat im April 1999 gestÃ¼tzt auf Art. 14a Abs. 5 ANAG beschlossenen gruppenweisen vorlÃ¤ufigen Aufnahme. Noch vor deren Aus­laufen am 31. Mai 2000 wurden sie mit VerfÃ¼gungen des Bundesamts fÃ¼r FlÃ¼cht­linge vom 19. April 2000 gestÃ¼tzt auf den Beschluss des Schweizerischen Bundes­rats vom 1. MÃ¤rz 2000 betreffend "humanitÃ¤re Aktion 2000" vorerst fÃ¼r zwÃ¶lf Monate er­neut vor­lÃ¤ufig auf­genommen. Die Geschwister B verfÃ¼gten damit jederzeit Ã¼ber ein gesetz­lich geregeltes AnwesenheitsverhÃ¤ltnis, und ihr Aufenthalt stand somit in Ãberein­stim­mung mit den (fremden)polizeilichen Vorschriften. Die gegenteilige Auffassung der Be­schwerdefÃ¼hrerin ist unhaltbar. Dass der Bezirksrat in seinen ErwÃ¤gungen aktenwidrig aus­gefÃ¼hrt hat, dass gegen die Beschwerdegegner/innen "keineswegs individuell-konkrete Ver­fÃ¼gungen betref­fend Ausreise" vorlÃ¤gen, ist unter diesen UmstÃ¤nden belanglos; die vor­lÃ¤ufige Aufnahme machte die jeweiligen Ausreisefristen obsolet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 21 Abs. 3 GemeindeG bzw. § 22 Abs. 1 Satz 2 BÃ¼rgerrechtsV wollen die EinbÃ¼r­gerung von AuslÃ¤ndern bzw. AuslÃ¤nderinnen erleichtern, die einen Teil ihrer Jugend und ihrer Schulzeit in der Schweiz verbracht haben und deshalb mit dem Leben hier besonders vertraut sind. Unter diesem Gesichtswinkel der Integration spielt die rechtliche Grundlage ihrer Anwesenheit keine Rolle. Die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin bezÃ¼glich einer ungerechtfertigten Bevorzugung von Asylbewerbern gegenÃ¼ber anderen AuslÃ¤ndern stos­sen deshalb ins Leere. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Der Bezirksrat hat die Frage, ob neben dem fÃ¼r EinbÃ¼rgerungen massgebenden Wohnsitzbegriff des Bundes Ã¼berhaupt ein restriktiverer kantonaler Wohnsitzbegriff Platz haben kÃ¶nne, offen gelassen und Art. 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV "aus sich selber heraus" in­terpretiert. Er ist damit (zu Recht) gerade nicht von einer "prÃ¤judizierenden Wirkung der eidgenÃ¶ssischen EinbÃ¼rgerungsbewilligung" ausgegangen, und die entsprechenden Be­schwerdevorbringen sind deshalb Ã¼berflÃ¼ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die BeschwerdefÃ¼hrerin wirft der Vorinstanz vor, sie setze sich in Widerspruch zu Rechtsauffassungen des Regierungsrats und des Bundesrats, welche diese in Beantwor­tung parlamentarischer Anfragen geÃ¤ussert hÃ¤tten. Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin an anderer Stelle ihrer Beschwerdeschrift zutreffend geltend macht, ist die eidgenÃ¶ssische EinbÃ¼rge­rungsbewilligung und damit auch die Rechtsauffassung des Bundesrats nicht prÃ¤judizie­rend fÃ¼r die Auslegung von Art. 4 Abs. 1 BÃ¼rgerrechtsV. Sodann ist der Bezirksrat gemÃ¤ss § 3 des Gesetzes Ã¼ber die Bezirksverwaltung vom 10. MÃ¤rz 1985 (LS 173.1) ausser bei RÃ¼ck­weisung durch eine hÃ¶here Instanz beim Entscheid Ã¼ber ein Rechtsmittel an keine Weisungen gebunden. Im Ãbrigen schliessen weder die Antwort des Bundesrats noch des Regierungsrats die MÃ¶glichkeit der EinbÃ¼rgerung von Kindern abgewiesener Asylbewer­ber aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>