2013/31 Seilbahnen 430 BVGE / ATAF / DTAF 7 Öffentliche Werke – Energie – Verkehr Travaux publics – Energie – Transports et communications Lavori pubblici – Energia – Trasporti e comunicazioni 31 Auszug aus dem Urteil der Abteilung I i.S. Schweizer Heimatschutz gegen Seilbahn Weissenstein AG A‒1112/2012 vom 27. Mai 2013 Bau einer Seilbahn. Plangenehmigung. Interessenabwägung nach Art. 3 NHG. Leichter Eingriff in ein Objekt im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN - Objekt). Denkmalschutz. Voraussetzungen der Personenbeförde - rungskonzession. Art. 3 Abs. 1, Art. 5, Art. 6 Abs. 1 und 2 NHG. Art. 3 Abs. 1 SebG. Art. 9 und Art. 11 PBG. 1. Plangenehmigung. Betriebsbewilligung. Schonungsgebot nach Art. 3 NHG (E. 3). 2. Erhalt der bisherigen Sesselbahn oder Ersatz durch eine neue Seilbahn: Interessenabwägung nach Art. 3 NHG (E. 4). 3. Anforderungen des Natur - und Heimatschutzrechts des Bundes. Leichter Eingriff in das BLN -Objekt (E. 5). Interessenabwägung nach Art. 3 NHG (E. 6). 4. Denkmalschutz in Bezug auf das Kurhaus Weissenstein (E. 9). 5. Voraussetzungen der Personenbeförderungskonzession (E. 10). Construction d'une installation à câbles. Approbation des plans. Pesée des intérêts selon l'art. 3 LPN. Légère atteinte à un objet in - scrit à l'Inventaire fédéral des paysages, sites et monuments naturels d'importance nationale (objet de l'IFP). Protection des monuments. Conditions de la concession pour le transport de voyageurs. Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 431 Art. 3 al. 1, art. 5, art. 6 al. 1 et 2 L PN. Art. 3 al. 1 LICa. Art. 9 et art. 11 LTV . 1. Approbation des plans. Autorisation d'exploitation. Devoir de préserver selon art. 3 LPN (consid. 3). 2. Maintien du télésiège actuel ou remplacement par une nouvelle installation à câbles : pesée des intérêts selon l'art. 3 LPN (consid. 4). 3. Exigences du droit de la protection de la nature et du paysage. Légère atteinte à l'objet de l'IFP (consid. 5). Pesée des intérêts selon art. 3 LPN (consid. 6). 4. Protection des monuments par rapport au Kurhaus Weissenstein (consid. 9). 5. Conditions de l a concession pour le transport de voyageurs (consid. 10). Costruzione di un impianto a fune. Approvazione dei piani. Ponderazione degli interessi secondo l'art. 3 LPN. Lieve intervento su un oggetto dell'Inventario federale dei paesaggi, siti e monumenti naturali d'importanza nazionale (oggetto dell'IFP). Tutela dei monumenti. Condizioni della concessione per il trasporto di viaggiatori. Art. 3 cpv. 1, art. 5, art. 6 cpv. 1 e 2 LPN. Art. 3 cpv. 1 LIFT. Art. 9 e art. 11 LTV . 1. Approvazione dei piani. Autorizza zione di esercizio. Dovere di preservare secondo l'art. 3 LPN (consid. 3). 2. Mantenimento della seggiovia esistente finora o sostituzione con un nuovo impianto a fune: ponderazione degli interessi secondo l'art. 3 LPN (consid. 4). 3. Esigenze della legge sulla protezione della natura e del paesaggio. Lieve intervento sull'oggetto dell'IFP (consid. 5). Ponderazione degli interessi secondo l'art. 3 LPN (consid. 6). 4. Tutela dei monumenti in relazione al Kurhaus Weissenstein (consid. 9). 5. Requisiti della concessione per il trasporto di viaggiatori (consid. 10). 2013/31 Seilbahnen 432 BVGE / ATAF / DTAF Die Seilbahn Weissenstein AG wurde im Mai 2001 gegründet, nachdem über die vormalige Eigentümerin der Sesselbahn Oberdorf –Nesselboden und Nesselboden –Weissenstein (nachfolgend: Sesselbahn Weissenstein) der Konkurs eröffnet worden war. In der Folge ergaben Abklärungen beim Bundesamt für Verkehr (BA V), dass angesichts der Lebensdauer des Seilbahnsystems und im Hinblick auf die letztmals im Jahr 1994 erneuerte Betriebsbewilligung eine Lösung gefunden werden müsse. Am 7. August 2009 reichte die Seilbahn Weissenstein AG dem BA V das Konzessions- und Plangenehmigungsgesuch für den Bau und Betrieb einer 6er -Kabinenbahn Oberdorf –Nesselboden–Weissenstein mit einer Förderleistung von 1 200 Personen pro Stunde (P/h) ein. Die geplante Anlage soll die bestehende 2er -Sesselbahn Weissenstein m it einer För - derleistung von 450 P/h ersetzen und in einer ersten Phase m it einer För- derleistung von 900 P/h (Anfangsausbau) betrieben werden. Zusammen mit dem Konzessions - und Plangene hmigungsgesuch wurde die Ab - bruchbewilligung für die Sesselbahn beantragt. Nach erfolgter V orprü - fung leitete das BA V das ordentliche Plangenehmigungsverfahren ein und lud die betroffenen Behörden und Kommissionen zur Vernehmlas - sung ein. Am 1. November 2009 stellte die Seilbahn Weissenstein AG den Betrieb der Sesselbahn, deren Betriebsbewilligung am 23. September 1994 letzt - mals bis zum 31. Dezember 2009 verlängert worden war, ein. Das Gesuch der Seilbahn Weissenstein AG um Entfernung der Fahrbe - triebsmittel bei der stillgesetzten Sesselbahn Weissenstein wies das BA V mit Zwischenverfügung vom 19. November 2010 ab. Infolge abschlägiger Stellungnahmen drängte sich eine Projektoptimie - rung auf. Die Planunterlagen über diese Projektänderung wurden den Behörden und Kommissionen am 20. April 2011 übermittelt. Mit Plangenehmigungsentscheid vom 25. Januar 2012 erteilte das BA V der Seilbahn Weissenstein AG die Konzession Nr. 3885 für den Bau und den Betrieb einer 6er -Kabinenbahn für die regelmässige und gewerbs - mässige Personenbeförderung von Oberdorf über Nesselboden auf den Weissenstein für eine Dauer von 25 Jahren. Die stündliche Förderleistung beträgt 1 200 Personen. Es genehmigte die Planvorlage für den Bau der Kabinenbahn, Bahn -Nr. 72.115 , und verfügte diverse A uflagen. Des Weiteren erteilte es die Rodungsbewilligung für eine Rodungsfläche von insgesamt 4 979 m2 (definitive Rodungsfläche 3 140 m2, temporäre Rodungsfläche 1 839 m2) und für die nachteilige Nutzung des Waldes in Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 433 Form von Niederhaltungen eine Ausnahm ebewilligung. Schliesslich sprach das BA V , unter Auflagen, eine Abbruchbewilligung für den Rück- bau der bestehenden Sesselbahn Weissenstein aus und wies die gegen das Projekt erhobenen Einsprachen ab, soweit es darauf eingetreten war und diese nicht als er ledigt oder gegenstandslos geworden abgeschrieben worden waren und sofern es sie nicht ausdrücklich guthiess. Gegen diese Verfügung hat der Schweizer Heimatschutz (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 29. Februar 2012 Beschwerde beim Bundesver - waltungsgericht erhoben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung und den Erhalt beziehungsweise die Sanierung der Sesselbahn. Eventualiter beantragt er die Ergänzung der Plangenehmigung mit einer Auflage, wo - nach die bestehende 2er -Sesselbahn Oberdorf ‒Nesselboden–Weissen- stein derart zu dokumentieren, rückzubauen und einzulagern sei, dass ein späterer ganzer oder teilweiser Wiederaufbau an einem anderen Ort mög - lich bleibe. Der Beschwerdeführer rügt mit seiner Beschwerde zunächst, das BA V habe die Tragweite des Ric htplanentscheids verkannt. Insbesondere sei dieser, soweit er die Erstellung einer neuen Bahn präjudizieren solle, nicht (behörden-)verbindlich und beruhe im Übrigen auf einer fehlerhaft vorgenommenen Interessenabwägung. Mit Bezug auf die Frage des Ab - bruchs oder der Erneuerung der Sesselbahn habe das BA V den Sachver - halt betreffend die Grundlagen der Infrastruktur und des Betriebs der bestehenden Sesselbahn ungenügend abgeklärt und sich einseitig mit dem Expertengutachten von Hili Manz vom 2. März 2009 (na chfolgend: Gutachten Manz) auseinandergesetzt. Das vorliegende Plangenehmi - gungsgesuch führe zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des Objekts Nr. 1010 « Weissenstein » des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (n achfolgend: BLN). Schwere Eingriffe seien aber nur zulässig, wenn sie durch ein mindestens gleichwertiges Interesse gerechtfertigt würden, das von nationaler Be - deutung sei. Da ein solches vorliegend nicht bestehe, erweise sich der ge - plante Eingriff als u nzulässig. Auch das Kurhaus – ein Denkmal von nationaler Bedeutung – werde durch die geplante Bergstation erheblich beeinträchtigt. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine ungenügende Sachverhaltsabklärung betreffend die Personenbeförderungskonzession. In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2012 beantragt die Seilbahn Weissenstein AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 2013/31 Seilbahnen 434 BVGE / ATAF / DTAF Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab, soweit sie nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. Aus den Erwägungen: 3. 3.1 Wer eine Seilbahn bauen oder betreiben will, die für die regel - mässige und gewerbsmässige Personenbeförderung bestimmt ist und für die eine Bundeskonzession notwendig ist, benötigt eine Plangene hmi- gung und eine Betriebsbewilligung der V orinstanz (Art. 3 Abs. 1 des Seilbahngesetzes vom 23. Juni 2006 [SebG, SR 743.01], vgl. auch Art. 1 sowie Art. 6 Abs. 4 des Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 2009 [PBG, SR 745.1]). Mit der Plangenehmigung wird das Recht erteilt, eine Seilbahn zu bauen. Sie umfasst gleichzeitig die entsprechende Per - sonenbeförderungskonzession nach den Bestimmungen des PBG , und mit ihr werden sämtliche für den Bau der Seilbahn erforderlichen Be - willigungen erteilt (Art. 9 Abs. 1 und 2 SebG). Wird der Betrieb einer Seilbahn definitiv eingestellt, sind die Anlagen zu entfernen und die V or- instanz entscheidet, inwieweit der ursprüngliche Zustand wiederherzu - stellen ist (Art. 19 SebG). Gestützt auf d iese Bestimmungen hat die V orinstanz das Plangenehmi - gungsgesuch der Beschwerdegegnerin vom 7. August 2009 beurteilt und dieser die Konzession für den Bau und den Betrieb einer 6er -Kabinen- bahn erteilt und die Planvorlage einschliesslich der Projektänderun gen vom 14. und 15. April 2011 unter Auflagen genehmigt. Gleichzeitig er - teilte sie die erforderliche Rodungsbewilligung und die Abbruchbewil - ligung für den Rückbau der alten Sesselbahn Weissenstein. Der Beschwerdeführer rügt in erster Linie den Abbruch de r Sesselbahn und beantragt stattdessen deren Erhalt. Es stellt sich vorliegend somit zunächst die Frage, ob die V orinstanz den Abbruch der bisherigen Sessel- bahn zu Recht verfügt hat oder ob sich diese – wie der Beschwerdeführer geltend macht – sanieren und damit erhalten liesse. 3.2 Bereits von Verfassungs wegen hat der Bund bei der Erfüllung seiner Aufgaben Rücksicht auf die Anliegen des Natur - und Heimat - schutzes zu nehmen und namentlich Landschaften sowie Natur - und Kul- turdenkmäler zu schonen (Art. 78 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV , SR 101]). Art. 2 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über den Natur - und Heimat - schutz vom 1. Juli 1966 (NHG, SR 451) erklärt insbesondere « die Ertei-Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 435 lung von Konzessionen und Bewilligungen, wie zum Bau und Betrieb von Verkehrsanlagen und Transportanstalten », zu einer Bundesaufgabe. Bei der Erfüllung einer solchen Bundesaufgabe haben Bund und Kantone dafür zu sorgen, dass das heimatliche Landschafts - und Ortsbild, ge - schichtliche Stätten sowie Natur - und Kulturdenkmäler geschont werden und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmälert er - halten bleiben (Art. 3 Abs. 1 NHG). Art. 3 Abs. 2 Bst. b NHG sieht vor, dass diese Pflicht zu erfüllen ist, indem etwa Kon zessionen und Bewilli - gungen nur unter Bedingungen oder Auflagen erteilt oder aber verweigert werden. Diese Pflicht gilt unabhängig davon, ob der Eingriff in ein Ob - jekt von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung vorgenommen wird (Art. 3 Abs. 3 i.V .m. Art. 4 NHG). Art. 3 NHG verlangt keinen absoluten Schutz der Landschaft; der Eingriff ist jedoch nur gestattet, wo ein überwiegendes allgemeines Interesse dies erfordert. Zur Beurteilung dieser Frage ist eine möglichst umfassende Abwägung aller für und ge- gen das V orhaben sprechenden öffentlichen und privaten Interessen vor - zunehmen (ständige Rechtsprechung; vgl. BGE 137 II 266 E. 4 mit Hinweisen; ANNE-CHRISTINE FA VRE, in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, Zürich 1997, Rz. 4, 12 und 13 zu Art. 3 NHG). Durch die Aufnahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes im Sinne von Art. 5 NHG wird dargetan, dass es in besonderem Mass die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs - oder angemessenen Ersatzmassnah - men die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 NHG). In Art. 6 Abs. 2 NHG wird diese klar erhöhte Schutzwürdigkeit inventari - sierter Objekte nochmals verstärkt, indem gemäss dieser Bestimmung ein Abweichen von der unges chmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare bei Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen werden darf, wenn ihr bestimmte gleich - oder höherwertige Interessen von eben - falls nationaler Bedeutung entgegenstehen (BGE 127 II 273 E. 4c). 3.3 Die Sesselbahn Weissenstein ist im Schweizer Seilbahninventar als Seilbahn von nationaler Bedeutung aufgenommen (Objektblätter 73.016 und 73.017). Bei diesem Inventar handelt es sich indessen nicht um ein solches nach Art. 5 NHG, das den weitergehenden Schutz von Art. 6 NHG zur Folge hätte; als solche gelten einzig das BLN, das Bun - desinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) sowie das Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) (vgl. ANDREAS SEITZ, Gewichtung des öffentlich en Interesses bei 2013/31 Seilbahnen 436 BVGE / ATAF / DTAF Eingriffen in NHG -Schutzobjekte, in: Bisang/Hirschi/Ingold [Hrsg.], Umwelt und Gesellschaft im Einklang?, Festschrift für Willi Zimmer - mann, Zürich/St. Gallen 2011, S. 49 f.; siehe auch die entsprechenden Schutzverordnungen). Wie das Bund esverwaltungsgericht bereits zur ehemaligen Sesselbahn Kandersteg ‒Oeschinen feststellte, ist aber auch die hier fragliche Sesselbahn, bei der es sich nebst der früheren Sessel - bahn Kandersteg ‒Oeschinen um die letzte noch betriebene Einseil - Umlaufsesselbahn nach dem System V on Roll VR 101 handelt, als Kulturdenkmal zu qualifizieren (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A‒5971/2007 vom 17. Januar 2008 E. 4.6 ff.). Die Tatsache, dass die Sesselbahn Weissenstein nicht in einem (Bundes-)Inventar aufgenommen ist, hat somit lediglich die Konsequenz, dass sie nicht unter den Schutz von Art. 6 NHG fällt. Sie geniesst aber immerhin den Schutz von Art. 3 Abs. 1 NHG. Es ist daher zu prüfen, ob in Anwendung dieser Bestim - mung das allgemeine Interesse am ungeschmälerten E rhalt der Sessel - bahn das Interesse am Bau einer neuen Gondelbahn überwiegt. 4. Bei der nach Art. 3 NHG gebotenen Interessenabwägung sind ‒ anders als nach Art. 6 Abs. 2 NHG – sämtliche Interessen, und nicht nur solche von nationaler Bedeutung, zu berücksichtigen (vgl. E. 3.2). 4.1 In Bezug auf den Denkmalschutz ist zunächst der kulturhis - torische Wert der Sesselbahn Weissenstein hervorzuheben. Das gemein - same Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) und der Eidgenössischen Natur - und Heimatschutzkommission (ENHK) vom 10. Juni 2007 führt dazu aus: « Die südlichste Jurakette Weissenstein ist aufgrund ihrer landschaft - lichen, verkehrs -, siedlungs - und wirtschaftshistorischen Bedeutung ein sehr sensibles Gebiet, an deren Fuss, oberhalb der Siedlung Ober- dorf, sich mehrere Verkehrswege und -systeme zu einem interes - santen Knotenpunkt vereinen und deren Kuppe vom geschichts - trächtigen Kurhaus bekrönt wird. Die Sesselbahn Oberdorf -Weissenstein, die in Abhängigkeit von der spezifischen Verkehrs- und Tourismussituation erstellt wurde, ist ein komplexes Ensemble bestehend aus Hochbauten und technischer Ein- richtung. Entsprechend ihres Charakters als technische Anlage sind ihre Hochbauten von einer zurückhaltenden, geschlossenen Zweck - architektur geprägt, die sich vielmehr an den Güterschuppen und Re - misenbauten als an den repräsentativen Aufnahmegebäuden von Ei - senbahnanlagen orientiert. Sowohl Technik als auch Architektur sind charakteristischer Ausdruck ihrer Entstehungszeit. Sie sind auf einan-Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 437 der bezogen und bilden hinsichtlich System und Proportion eine harmonische Einheit. Obwohl im Zug von Nachrüstungen und Generalüberholung in Einzelheiten verändert, ist die Bahnanlage in einem repräsentativen Umfang und vom System her historisch über liefert. Die Sesselbahn Oberdorf-Weissenstein gehört zusammen mit der Beförderungsanlage Kandersteg-Oeschinensee zu den Sesselbahnen der ersten Generation. Beide Bahnen sind zudem die letzten noch betriebenen Einseil -Um- laufsesselbahnen nach dem System V on Roll VR 101. Als Reprä - sentantin einer zentralen bahntechnischen Erneuerung bzw. eines erfolgreichen Produktionszweiges des Berner Giesserei -Werks und aufgrund ihres Alters sowie ihrer Konzeption als Zweisektionen-Bahn handelt es sich bei der kuppelbaren Einseil-Umlaufbahn VR 101 von Oberdorf um einen einzigartigen Zeugen schweizerischer Bahn - technik- und Fremdenverkehrsgeschichte und somit um ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Zur Eigenart des Denkmals gehören materielle und emotionale Werte, die techn ische Leistung ebenso wie die einprägsame, unverwechselbare Erinnerung an ein besonderes Schwebeerlebnis, das Geräusche, gemächliche Fahrgeschwindigkeit und den rudimentären Sitzkomfort einschliesst. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit ist die Sesselbahn Oberdo rf-Weissen- stein als Gesamtanlage zu erhalten. Besonders schutzwürdige, den Typus der kuppelbaren Einseil-Umlaufbahn VR 101 repräsentierende Elemente sind auch die Stahl -Fachwerkmasten, die Zweiersessel und die zugehörigen Stationsbauten. » Die Kommissione n halten in ihrer Beurteilung fest, der kulturhistori - schen Bedeutung der Anlage sei kaum Gewicht beigemessen worden, als man sich für die Variante des Ersatzes der bestehenden Bahn durch eine neue Gondelbahn entschlossen habe. Obwohl im Bereich der Förder - technik und Steuerung kontinuierlich technisch nachgerüstet und 1994 generalüberholt, sei die historische Bahnanlage in einem repräsentativen Umfang erhalten und vom System her historisch überliefert. Aufgrund der Unterlagen und aufgrund der Auskunft des beigezogenen Experten für Technikgeschichte kämen sie daher zum Schluss, dass Lösungen ge - funden werden könnten, um diese Anpassungen denkmalgerecht zu ent - wickeln, und dass somit den heutigen Sicherheitsvorschriften Genüge ge - tan werden könne, ohne den Ze ugniswert der Anlage zu schmälern. In ihrer Stellungnahme vom 20. August 2009 zuhanden des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE), im Gutachten vom 30. Oktober 2009 sowie der Stellungnahme vom 31. Mai 2011 bestätigen sie diese Auffassung: Nach eingehender An alyse des Gutachtens Manz erachten sie es als 2013/31 Seilbahnen 438 BVGE / ATAF / DTAF möglich, die bestehende Sesselbahn so zu sanieren und zu restaurieren, dass sie den geltenden gesetzlichen Konzessions - und Sicherheitsansprü- chen genüge. Der Abbruch der Bahn sei nicht mit den Bestimmungen des NHG vereinbar. Weder betriebswirtschaftliche Argumente noch zeitliche Aspekte würden gegenüber dem nationalen Interesse an der Erhaltung der Sesselbahn überwiegen. 4.2 Auch das Bundesamt für Kultur (BAK) vertritt die Meinung, die Sesselbahn Weissenstein müsse erhalten bleiben. Die nationale Bedeu - tung der Bahn als technisches Denkmal sei unbestritten und werde im Schweizer Seilbahninventar nachgewiesen. Wie das Gutachten Manz feststelle, sei eine Sanierung unter gewissen Bedingungen technisch möglich. Insbesondere würden gewisse betriebliche Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Erhalt eines Denkmals von nationaler Be - deutung verhältnismässig erscheinen. Eine verminderte Fahrgeschwin - digkeit, ein Einstellen des Betriebs bei starkem Wind oder Komfort - einbussen durch Witterungseinflüsse könnten nicht als überwiegende Gründe für einen Abbruch gelten. Die Methodik und Bewertungsmatrix des Seilbahninventars führten sieben Aspekte auf, die den Wert der Seilbahnen konstituierten. Dabei komme den Kriterien Seilbahntec hnik und Authentizität das grösste Ge - wicht zu. Die Authentizität eines Denkmals sei nicht limitiert auf die sprichwörtliche Originalität seiner historischen Substanz, sondern konsti - tuiere sich auch aus der Konzeption und der Form, dem Gebrauch und der Funktion, der Situation und räumlichen Stellung sowie dem transpor - tierten ideellen Wert und dem vermittelten Eindruck, immer bezogen auf den Originalzustand und die später dazugekommenen Zeitgeschichten, das heisst den Objektveränderungen. Es gehöre zum Wesen eines techni- schen Denkmals, dass es langfristig nur erhalten werden könne, wenn es kontinuierlich betrieben werde, und dies sei ohne Anpassungen nicht möglich. Zu beachten sei dabei nicht ausschliesslich die Nachrüstung an sich, sondern auch deren Q ualität. Die Anpassungen und Veränderungen im vorliegenden Fall würden zwar den Umfang der ursprünglichen Komponenten der Anlage reduzieren, die Authentizität der Gesamtanlage aber nur leicht beeinträchtigen und ihren nationalen Wert nicht mindern. Die Massnahmen entsprächen den möglichen denkmalpflegerischen Ein - griffen an einem technischen Denkmal und erfüllten die V orgaben ge - mäss Art. 3 NHG. 4.3 Der Beschwerdeführer rügt einerseits formelle Mängel in der Sachverhaltsfeststellung der V orinstanz. So habe dies e den Sachverhalt Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 439 bezüglich der Grundlagen der Infrastruktur und des Betriebs der Sessel - bahn nicht genügend festgestellt. Sie habe jeweils eine Detailbetrachtung einzelner Elemente vorgenommen, ohne die Gesamtsicherheit zu beur - teilen. Die notwendigen Abk lärungen in diesem Zusammenhang seien nicht erfolgt. Im Einzelnen beanstandet er den von der V orinstanz geltend gemachten « Ansturm von Fahrgästen » sowie die angeblich langen Wartungsarbeiten. Ebenso sei es eine Mutmassung , davon auszugehen, dass sich kei ne Versicherungsanstalt finden lasse, die eine Haftpflicht - versicherung für den Betrieb der Sesselbahn ausstelle. Ausserdem hätte die V orinstanz das Gutachten Manz als bindend ansehen müssen und hätte nicht von diesem abweichen dürfen. Andererseits moniert der Beschwerdeführer materielle Mängel in der Sachverhaltsfeststellung. Die V orinstanz würdige das Gutachten Manz in Bezug auf die langen Revisionszeiten einseitig und habe keine Abklä - rungen betreffend die Windhäufigkeit und -stärke vorgenommen. Zudem habe sie hinsichtlich Infrastruktur und Betrieb jeweils nur einzelne Kom - ponenten der Gesamtanlage kritisiert. Die Auseinandersetzung mit dem Gutachten Manz sei somit insgesamt einseitig erfolgt und die V orinstanz habe nur die negativen Aspekte der Sesselbah n gesucht und aufgelistet. Der Beschwerdeführer stellt folglich in Frage, ob die V orinstanz ange - sichts der Gutachten und Stellungnahmen der ENHK und der EKD, der Ausführungen des BAK sowie des Gutachtens Manz überhaupt einen von den Fachbehörden abweichen den Schluss hatte ziehen dürfen. Er wirft ihr vor, die Interessenabwägung einseitig vorgenommen und we - sentliche Aspekte nicht berücksichtigt zu haben, etwa das touristische Potential der Sesselbahn und deren im Vergleich zur Kabinenbahn gerin - gere Investitionskosten. Sie habe nicht aufgezeigt, inwiefern triftige und unüberwindbare Gründe vorlägen, um von den eindeutigen Stellungnah - men der Fachstellen abzuweichen; sie habe insofern ihr Ermessen miss - braucht. Im Rahmen der Replik reichte der Beschwerdeführe r zudem eine Sicherheitsanalyse vom 30. Oktober 2012 des Experten Dipl. Ing. Heinz Millner (nachfolgend: Sicherheitsanalyse Millner) ein. Mangels Zugangs zur Anlage habe keine abschliessende Beurteilung vorgenommen werden können, doch gehe aus der Analyse hervor, dass mit bestimmten Mass - nahmen ein Weiterbetrieb der Anlage möglich sei. Die grössten Probleme würden bei den mechanischen Einrichtungen auf der Strecke bestehen, wo mehrere Normabweichungen vorlägen. Problematisch sei die Rollen - batterie; ein Ent gleisen des Förderseils müsse zuverlässig verhindert 2013/31 Seilbahnen 440 BVGE / ATAF / DTAF werden. Eine mögliche Ersatzmassnahme hierfür sei eine Seillageüber - wachung. Ein solches System sei auf dem Markt erhältlich, es müssten aber noch technische Abklärungen getätigt werden. Der Sachverhalt sei noch immer nicht genügend abgeklärt, um eine Sanierung ausschliessen zu können. Falls, wie von der V orinstanz behauptet, elektronische Seillageüberwachungssysteme tatsächlich nicht tauglich seien, bestehe die Alternative darin, die Rollenbatterien und Klemmen durch Bauteile heutigen Standards auszuwechseln. 4.4 Die Beschwerdegegnerin bestreitet demgegenüber eine formell wie materiell ungenügende Sachverhaltsermittlung durch die V orinstanz. Die Interessenabwägung sei zufolge überwiegender Interessen, nament - lich Sicherheits - und Zweckmässigkeitsinteressen, ökologischen und touristischen Interessen sowie dem Interesse an einer Erschliessung des Weissensteins durch eine Seilbahn, zulasten des Schutzes der bestehen - den Sesselbahn ausgefallen. Im Zusammenhang mit Seilüberwachungssystemen führt sie mit Verweis auf ein Schreiben der Herstellerin und Vertreiberin eines solchen, der Doppelmayr/Garaventa-Gruppe, an, dieses System würde an der Sessel - bahn Weissenstein nicht funktionieren. Aufgrund der teilweise massiven Abweichung der Stützen von der Achse, aber auch der Untauglichkeit der bestehenden Rollenbatterien für den Umbau sowie der nicht passenden Geometrie der Seilrollen wäre die Wirksamkeit des Systems stark einge - schränkt, die Funktionstauglichkeit mithin nic ht gegeben. Ausserdem seien die heutigen Stützen den Anforderungen des Systems auch aus statischen Gründen nicht gewachsen. Insgesamt hätten die vom Be - schwerdeführer vorgeschlagenen Sanierungsmassnahmen allesamt mas - sive Eingriffe in die bisherige Anlage zur Folge. Nur noch sehr wenige Teile der heutigen Anlage wären überhaupt noch im Originalzustand vor - handen und modifiziert nachzubauende Teile hätten mit dem System VR 101 nichts mehr gemein. Nur eine Replika -Anlage würde die geforderten Sicherheitsanforderungen erfüllen, wobei eine solche hinsichtlich der Dimensionen praktisch identisch mit der projektierten Bahn ausfallen würde. Des Weiteren weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass eine Sicher- heitsanalyse kein Thema sei, da die Sesselbahn derart g rosse Sicher - heitsdefizite aufweise, mithin auch in technischer Hinsicht an ihr Lebens - ende gelangt sei und keine Sanierung unter Erhalt des Systemtypischen der Bahn denkbar sei. Sie sei auch unter keinen Umständen mehr zweck - mässig und wirtschaftlich zu b etreiben, womit die V oraussetzungen von Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 441 Art. 9 und 11 PBG nicht erfüllt wären, weshalb sie daher nie mehr ein Gesuch auf Weiterbetrieb der alten Sesselbahn stellen werde. Im Übrigen sei die V orinstanz die Fachbehörde für die zu beurteilenden technischen Fragen zur Sanierbarkeit der Sesselbahn und es liege mit dem Gutachten Manz bereits ein Gutachten zu dieser Fragestellung vor. Dieses sei expli - zit nicht von der V orinstanz bestellt worden, sondern von der Beschwer - degegnerin, dem BAK und dem Beschwerdeführe r, wobei sich Letzterer ausdrücklich für den gewählten Experten ausgesprochen habe. Die V orinstanz habe sich ausführlich mit dem Gutachten auseinandergesetzt; ein Privatgutachten des Beschwerdeführers würde keinen weiteren Erkenntnisgewinn bringen. 4.5 Die V orinstanz anerkennt in der angefochtenen Plangenehmi - gungsverfügung durchaus die technische Errungenschaft der kuppelbaren Klemme des Systems VR 101 und deren kulturhistorischen Wert. Dem Interesse am Erhalt der bestehenden Anlage ‒ als Interesse des Denkmal- schutzes am kulturhistorischen Wert der Anlage – setzte sie in ihrer Inte - ressenabwägung insbesondere die Sicherheitsinteressen und das Interesse an einer wirtschaftlich tragbaren, leistungsfähigen und komfortablen An - lage gegenüber. Mit Bezug auf die Sicherheit führte sie aus, das Gutachten Manz eigne sich weitgehend nicht als Beweismittel für die Sanierbarkeit der Anlage, da es sich nicht auf die technisch anwendbaren V orschriften als mass - geblicher Massstab abstütze und (deswegen) auf wichtige Fragen zur Sicherheit keine Antwort gebe. Unter Verwendung der bisherigen techni - schen Bestandteile könne die Anlage infolge systemimmanenter Sicher - heitsmängel nicht in der heutigen Substanz saniert und somit nicht mehr betrieben werden. Anhand von zwei Beispie len werde deutlich, welche nicht akzeptierbaren Risiken selbst nach einer etwaigen Sanierung ver - bleiben würden, sofern die Sesselbahn in ihrer Originalsubstanz (als Kultur- und Industriedenkmal) erhalten werden solle: So müssten die Abziehkraft der Klemme am Seil oder die Klemmkraft bei jeder Ausfahrt automatisch überprüft werden, was beim vorhandenen System nicht möglich sei (Ziff. 709.2 der Umlaufbahnverordnung vom 11. April 1986 [nachfolgend: UbV , SR 743.121.1]; Ziff. 17.8.1 der SN EN -Norm 13223). Die K lemmkraft werde massgeblich durch die Feder bestimmt. Ein Bruch der Feder dürfe höchstens zu einer Reduktion der Klemmkraft um 50 % führen (Ziff. 708.2.6 UbV), was nach heutiger Konstruktions - weise und aus Gründen der Redundanz die Verwendung von mindesten s zwei gleichwertigen Federn erfordere. Dieser Nachweis könne somit 2013/31 Seilbahnen 442 BVGE / ATAF / DTAF auch nicht erbracht werden. Ausserdem müsse der Bruch der Feder bei der nächsten Ausfahrt mit der Klemmkraftprüfung erkannt werden, was systembedingt nicht möglich sei. Schliesslich müsse die Klemme in geschlossenem Zustand gegen unbeabsichtigtes Öffnen verriegelt werden (Ziff. 707.5 UbV). Dies werde mit dem Arretierhebel seitlich der Klem - me sichergestellt, der wiederum mittels Torsionsfeder in der Schliessstel - lung gehalten werde. Ein Versagen dieser Torsionsfeder (auch hier wären aus Gründen der Redundanz mindestens zwei Torsionsfedern erforder - lich) sei nicht überwacht und könne dazu führen, dass die Klemme im Betrieb nicht verriegle. Zudem sei im Betrieb festgestellt worden, dass dieser Hebel aus unbekannter Ursache häufig verbogen werde. Bei einer Nachrechnung der Klemme nach heutigen M ethoden könnten die vorschriftskonformen Sicherheitsfaktoren wohl nicht erreicht werden. Als weiteres Beispiel nennt die V orinstanz die Überfahrt der Fah rzeuge über die Stützen. Die Führung des Förderseils – und damit die Überfahrt der Fahrzeuge über die Stützen – sei eines der wesentlichsten Sicher - heitselemente einer Umlaufbahn. Wegen der teilweise geringen oder un - genügenden Auflagekräfte des Seils auf den Seilrollen werde eine Seil - entgleisung begünstigt. Zudem werde das Fahrzeug unmittelbar oben am Gehänge bei der Klemme geführt und nicht wie heutzutage vorge - schrieben unten am Fahrzeug selber. Dies führe im Fall eines Anschla - gens des Gehänges zu zusätzlichen und schlagartigen Querkräften auf die Klemme sowie auf das Seil, was wiederum dessen Entgleisung begüns - tige (sog. Aushebelungseffekt). Weiter erschwerend komme hinzu, dass die erforderliche Querpendelfreiheit der Fahrzeuge gemäss den heutigen V orschriften weder für die Klemme gegenüber der Rollenbatterie noch für das Fahrzeug gegenüber der Stütze eingehalten werde. Dadurch be - stehe gegenüber neuzeitlichen Konstruktionen eine erheblich grössere Gefahr einer Seilentgleisung unmittelbar vor oder währ end der Stützen - überfahrt. Die an der Sesselbahn Weissenstein nachträglich angebrachten Seilfänger würden nicht über eine optimale Geometrie verfügen und den heutigen V orschriften nicht genügen. Somit sei nicht gewährleistet, dass die Seilfänger im Ereigni sfall ihre Funktion auch bestimmungsgemäss erfüllen könnten. Ausserdem könne die Klemme die Stütze nicht passie - ren, wenn das Seil im Seilfänger liege, weil aus geometrischen Gründen die Klemme mit der Rollenbatterie kollidiere. Im Falle einer Entgleisung könne es daher zu einer grossen Verdrehung der Stützen und praktisch sicher zu einem Seilabwurf kommen. Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 443 In der Folge schliesst die V orinstanz aus sicherheitstechnischer Sicht, dass die Abweichungen zum aktuellen Stand der Technik grundsätzlicher Art, das h eisst systembedingter Natur, seien. Massnahmen, welche zur Folge hätten, dass gemäss Art. 9 der Seilbahnverordnung vom 21. Dezember 2006 ( SebV , SR 743.011) trotz dieser Abweichung die Risiken insgesamt nicht erhöht würden, gäbe es keine. Das Gutachten Manz zeige zwar die komplexen technischen Zusammenhänge deutlich auf, sei aber mit Blick auf das Pflichtenheft unvollständig. Die Sicher - heitsanalysen, soweit sie in den besonders relevanten Fachbereichen Bau- und Maschinentechnik überhaupt durchgeführt worden seien, ba - sierten teilweise nicht auf den technischen V orgaben der UbV . Das Gutachten vermöge demnach in weiten Teilen die technisch daran ge - stellten V orgaben nicht oder überhaupt nicht zu erfüllen. Da die Einhaltung und Gewährleistung der Sicherheit obe rste Priorität habe, lägen triftige Gründe vor, um vom Gutachten Manz sowie den Ausführungen der Kommissionen abzuweichen, welche den Erhalt der Sesselbahn forderten. Dies umso mehr, als sich dieser Schutz nur durch Veränderungen der zu schützenden Anlaget eile vornehmen lasse. Dane - ben bilde aber auch das Interesse der Beschwerdegegnerin an einer für sie wirtschaftlich tragbaren Anlage einen zentralen Punkt. Dieser könne unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips nicht zu - gemutet werden, eine « Dauerbaustelle » unterhalten zu müssen, mit der – aufgrund von Ereignissen an der Anlage (Betriebsunterbrüche) und der bereits heute sehr langen Revisionsphasen – in finanzieller Hinsicht ein unternehmerisches Risiko bis hin zur Einstellung des Betriebs mangels Rentabilität bestehen würde. Selbst nach eine r über die Originalsubstanz hinausgehenden Sanierung – unabhängig von der Frage, ob diese über - haupt ökonomisch sinnvoll wäre – vermöge die Anlage den Anforderun- gen an eine moderne Tourismusanlage nicht zu genügen, denn einerseits bleibe die Förderleistung unverändert und andererseits fehle es am Kom - fort für die Fahrgäste (die Passagiere sind mehr oder weniger ungeschützt der Witterung ausgesetzt) und an der Möglichkeit, mobilitätsbehinderte Personen (i nkl. Personen/Familien mit Kindern und Kinderwagen etc.) sowie Personen mit Hunden oder Sportutensilien zu transportieren. Somit sei auch das Interesse an einer touristischen Erschliessung des Weissen - steins mit einer modernen und leistungsfähigen Anlage h öher zu ge - wichten. Schliesslich berücksichtigte die V orinstanz auch das Interesse der Bürgergemeinden Stadt Solothurn und Oberdorf als Grundeigen - tümerinnen am Rückbau der Sesselbahn, soweit diese deren Grundeigen - tum betreffe und die für sie abgeschlosse nen Dienstbarkeitsverträge 2013/31 Seilbahnen 444 BVGE / ATAF / DTAF abliefen. Beide hätten dem Bau und Betrieb der Ersatzanlage zugestimmt und hätten demnach ein Interesse am raschen Rückbau der alten Anlage, damit die freigewordenen Flächen wieder bewirtschaftet werden könn - ten. Im Ergebnis lieg e daher kein überwiegendes, allgemeines Interesse im Sinne von Art. 3 Abs. 1 NHG am Erhalt der bestehenden Sesselbahn vor. In ihrer Duplik nimmt die V orinstanz sodann Stellung zur vom Be - schwerdeführer eingereichten Sicherheitsanalyse Millner. Sie kommt zum Schluss, dass die fachliche Einschätzung darin ‒ soweit diese vorge- nommen worden sei – plausibel erscheine. Die erwähnten Massnahmen würden dazu führen, die bestehende Sesselbahn sicherer zu machen. Wenn diese Massnahmen jedoch konsequent aufgrund der g esetzlichen V orgaben umgesetzt würden, entstehe aufgrund der kaskadenhaften und zwingenden weiteren Anpassungen an der Anlage zwangsläufig eine Replika-Anlage, die hinsichtlich der Dimension praktisch identisch sei mit der projektierten Kabinenbahn. Die au s der Sicht eines Industrie - denkmals schützenswerten Eigenschaften der Sesselbahn würden unwei - gerlich verschwinden. Einzig die Sitzposition quer zur Fahrtrichtung könne allenfalls erhalten bleiben. Es sei indes völlig verfehlt, wenn aus der Sicherheitsana lyse und deren Zusammenfassung eine Sanierbarkeit der bestehenden Anlage abgeleitet werde. Des Weiteren könne in Anbe - tracht des vom Experten Millner vorgeschlagenen Ersatzes ganzer Teil - systeme (Klemmen, Rollenbatterien sowie alle unerwähnten , aus Plausi- bilitätsgründen zusätzlichen Erfordernisse) keinesfalls mehr von einer « Sanierung » gesprochen werden. Eine Auflistung zeige, dass gemäss der Analyse Millner direkt oder indirekt sieben von insgesamt neun Teil - systemen neu erstellt werden müssten. Ohnehin stelle die Analyse ledig - lich ein Parteigutachten dar, sei zwar im Ansatz korrekt , aber inhaltlich weder schlüssig noch abschliessend und zeige in keiner Weise die kaska - denhaften Auswirkungen an der Anlage sowie den damit einhergehenden Verlust des Schutzgedankens nach Art. 3 NHG auf. 4.6 Anlässlich des am 21. August 2012 durchgeführten Augen - scheins gaben der anwesende Bau - sowie der Maschineningenieur des BA V Erläuterungen zur Sanierbarkeit der bestehenden Sesselbahn. Zu - nächst führten sie aus, dass es sich bei der « Sanierbarkeit » um einen schwierigen Begriff handle, da darunter Unterschiedliches verstanden werde; es könne darum gehen, gewisse Bauteile einer Seilbahn zu prüfen und wieder zu montieren oder 1:1 mit einem N achbau identischer Teile zu ersetzen oder in einem weiteren Schritt auch um einen gänzlichen Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 445 Ersatz mit Teilen, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen. In der Technik werde eher von « Instandhaltung » gesprochen. Das Problem am Gutachten Manz liege darin, dass es nicht im Einzelnen darlege, was als sanierbar gelte und mit welchem der erwähnten V orgehen die Sanier - barkeit mangelhafter Teile bewerkstelligt werden soll. Bei einer Replika - Anlage gehe es darum, Systemkomponenten, die den heutigen V or - schriften nicht mehr genügen, durch neue zu ersetzen. Das bedeute im vorliegenden Fall, dass die Komponenten des Typs VR 101 (Klemme, Kuppelstellen, Stützen und Stützenausrüstungen etc.) verschwinden würden. Am Beispiel der Klemmen erklärte der Maschineningen ieur, wo sich wesentliche, systembedingte Sicherheitsbedenken bei der Sesselbahn stellen; die Ausführungen würden aber auch für die weiteren Komponen - ten gelten. Das Seil werde zwischen zwei Backen eingeklemmt. Durch eine Feder auf der einen Seite und die Gewichtskraft über einen Mecha - nismus auf der anderen Seite werde die Klemmkraft erzeugt. Diese müsse in einem bestimmten Bereich liegen und dürfe, für unterschiedlich dicke Stellen des Seils, weder zu stark noch zu schwach sein. Bei der vorliegenden Anlage müsse davon ausgegangen werden, dass die Feder jederzeit brechen könne, ohne dass dies systembedingt rechtzeitig er - kannt werden könne. Ausserdem könne sich der Hebel, der ein unbeab - sichtigtes Öffnen verhindern soll, etwa durch einen Schlag öffnen. Dies er Riegel habe bereits in der Vergangenheit zu Problemen geführt und sei nicht überwacht. Bezüglich des Grenzprofils sei festzuhalten, dass die Klemmen bei der Sesselbahn Weissenstein auf beide Seiten des Seils bauten. Moderne Klemmen bauten dagegen nur au f eine Seite des Seils, mit der Konsequenz, dass insbesondere auf Stützen die Pendelfreiheit wesentlich grösser sei. Dasselbe gelte bei den Niederhaltestützen. Für den Fall einer Seilentgleisung bestünden Seilfänger. Bei modernen An - lagen könnten diese mit den Klemmen überfahren werden, jedoch nicht bei der vorliegenden, wo die Klemme mit der Rollenbatterie blockiere. Im Falle einer Seilentgleisung käme es daher zu einem Totalschaden mit Abwurf des Seils, des Sessels und allfälliger Personen sowie einer Verdrehung der Stütze. Die Klemmen erfüllten somit mehrere Anforde - rungen nicht, was grundsätzlich nicht aussergewöhnlich sei, denn Abweichungen gebe es auch bei anderen Anlagen. Doch sei jeweils nach- zuweisen, dass andere Massnahmen das Sicherheitsniveau sic herstellten, was vorliegend weder durch das Aufzeigen von Massnahmen noch durch einen Sicherheitsnachweis belegt werden könne. Insgesamt erscheine es unrealistisch, diese teilweise massiven, technischen und vor allem 2013/31 Seilbahnen 446 BVGE / ATAF / DTAF systembedingten Abweichungen zu kompens ieren. Es lasse sich auch nicht sagen, welches Einzelteil ersetzt werden müsse, vielmehr sei das ganze System nicht auf dem erforderlichen Sicherheitsniveau. Zur Rollenbatterie führte er weiter aus, dass die Seilfänger falsch posi - tioniert und von der Geometrie her zu klein seien. Im Übrigen entspreche die ganze Batterie nicht der Norm. Wegen der falschen Position der Seilfänger würde im Fall einer Seilentgleisung die Klemme in die Stütze fahren und zum erwähnten Totalschaden führen. Eine Verbesserung sei systembedingt nicht möglich. In Bezug auf die Bautechnik wies der Bauingenieur des BA V darauf hin, dass einerseits die Führungsschiene der Bahn direkt an der Rollenbatterie heute nicht mehr vorschriftskonform sei, andererseits die Überschlags - sicherungen zu schwach dimensioniert seien, sodass die Rollenbatterien grosse Bewegungen machen könnten, was zu Seilentgleisungen führen könne. Die bestehende Drehbegrenzung sei untauglich, die Zapfen würden brechen. Sie liessen sich zwar nachrüsten, jedoch müsste dafür alles, auch die Stütze und deren Fundament, angepasst und verstärkt werden. Des Weiteren seien die Steuerseile sehr dünn dimensioniert, so - dass sie bei einer Vereisung reissen könnten. Ausserdem gehe man heute von höheren Windeinwirkungen aus. Nach dem Un fall am Sessellift Fallboden (Berner Oberland) seien vergleichbare, ältere Anlagen von der V orinstanz angeschrieben und die zulässigen Windgrenzwerte zurückge - schraubt worden, das heisst , bei starkem Wind müsse der Betrieb auch bei der vorliegenden Anlage bereits bei kleineren Windgeschwindig - keiten eingestellt werden. Schliesslich führt er zur Problematik der Replika -Anlage aus, das Äus - sere der Bahn könne zwar mehr oder weniger beibehalten werden. Aber das Systemtypi sche, das Industriedenkmal (z.B. das Kl emmsystem), müsse verschwinden, damit die V orschriften hinsichtlich der wichtigsten Sicherheitsbelange nur annähernd erfüllt würden. 4.7 Im Folgenden sind die Interessen, die für den Erhalt der Sessel - bahn Weissenstein sprechen, denjenigen an deren Ersetzung durch eine neue Seilbahn gegenüberzustellen. 4.7.1 Die V orinstanz hat als wesentliches Argument gegen den Erhalt der Sesselbahn eingehend vorgebracht, inwiefern diese nicht mehr sicher betrieben werden könne. Insbesondere legte sie in der Plangenehmi - gungsverfügung, aber auch in den schriftlichen Eingaben im vorliegen - den Beschwerdeverfahren sowie anlässlich des Augenscheins ausführlich Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 447 dar, dass diejenigen Komponenten, die gerade das Schützenswerte am Industriedenkmal dieser kuppelbaren Einseil -Umlaufbahn ausmachen, den Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügen. Zu diesen Kom - ponenten gehören vor allem die Klemmen, die Rollenbatterien, das Kup - pelsystem, die Stahl -Fachwerkmasten, die Zweiersessel und die zuge - hörigen Stationsbauten (vgl. E. 4.1, 4.5 und 4.6). Dies wird auch in der vom Beschwerdeführer eingereichten Sicherheitsanalyse Millner fest - gestellt: Danach bestehen die grössten Probleme bei den mechanischen Einrichtungen auf der Strecke, wo mehrere Norma bweichungen vorlie - gen. So sind keine Seilfänger möglich; die Überfahrt der Klemme bei blockierter oder verlorener Rolle ist nicht möglich; die Überfahrt einer Klemme bei entgleistem Seil ist ebenfalls nicht möglich; es besteht die Gefahr des Verhängens ei ner Klemme und Zug des Förderseils an den Stützen und damit die Gefahr des Niederziehens oder Ausdrehens; schliesslich liegen teilweise ungefütterte Seilrollen aus Gusseisen oder Stahl vor. Als mögliche Ersatzmassnahme wird deshalb ein System vorgeschlagen, das die Seillage überwacht und sicherstellt, dass die Zeit - spanne zwischen Erkennen eines Verlaufens des Seils und dem Still - setzen der Bahn kürzer ist als die Zeit, die ein möglicher Entgleisungs - vorgang in Anspruch nimmt. Der Beschwerdeführer schlägt d azu ein System der Doppelmayr/Garaventa -Gruppe vor. Alternativ dazu wird in der Sicherheitsanalyse vorgeschlagen, die Rollenbatterien und die Klem - men gegen solche zu tauschen, für die ein Konformitätsnachweis nach EU-Seilbahnrichtlinie vorliege. Für neue Rollenbatterien seien die Stüt - zenköpfe anzupassen, für eine neue Klemme die Kuppelstelle zu adap - tieren. 4.7.2 Die V orinstanz unterzog die Sicherheitsanalyse Millner einer detaillierten Untersuchung und gelangte zum Schluss, dass der Experte ‒ wie auch schon da s Gutachten Manz – einzelne Mängel der Anlage zwar korrekt erkannt habe. In beiden Gutachten werde aber ‒ abgesehen von der unvollständigen Auflistung der Mängel – nicht untersucht, welche Konsequenzen die vorgeschlagenen Massnahmen auf die Anlage hätten, obwohl dies auch ohne Besichtigung der Anlagen, das heisst lediglich anhand eines Studiums der Unterlagen sowie allenfalls einer Besichtigung der frei zugänglichen Bauwerke , möglich gewesen sei. Die V orinstanz legte daher in ihrer Duplik selber im Einzelne n dar, welche Folgen die Massnahmen und Änderungen der Sesselbahn hätten und wie diese im Vergleich zur projektierten Kabinenbahn ausfielen. 2013/31 Seilbahnen 448 BVGE / ATAF / DTAF Beim « Erstellen einer Seillinienberechnung anhand der aufgeführten Normen » handle es sich um einen iterativen Pro zess, der mehrmals ausgeführt und weiter ergänzt werden müsse. Die Resultate seien, je nach den Systemdaten beziehungsweise dem Sesselgewicht und dem Sessel - abstand, vergleichbar mit der projektierten Anlage. Betreffend die « Ein- haltung des Grenzprofils, des Lichtraumprofils, der Bodenabstände sowie der Abstände in den Kreuzungsbereichen der Bahn und der Strassen auf Grund der aufgeführten Normen » würde eine Überprüfung des Längen - profils mit allen zu berücksichtigenden Faktoren und Parametern auf eine Seillinienführung hinauslaufen, die mit grösster V oraussicht sehr nahe an diejenige des aktuellen Neubauprojekts herankomme. Damit wider - spreche aber die vom Beschwerdeführer hervorgehobene tiefe Seilfüh - rung und Feingliedrigkeit der bestehenden Sesselbahn d en V orschriften und wäre nicht bewilligungsfähig respektive würden mit anderen Worten die Seilführung und Feingliedrigkeit verschwinden. Hinsichtlich des Punkts « das Förderseil [werde] ... auf Grundlage des neuberechneten Längenprofils gewählt ... » würde basierend auf den anzunehmenden Einwirkungen auf die Anlage der Durchmesser des Förderseils markant grösser werden und somit vergleichbar sein mit demjenigen der projek - tierten Anlage. Bezüglich der « mechanischen Einwirkungen auf der Strecke » sei darauf hinzuweisen, dass eine Seilüberwachung zwar sowohl von der Firma Garaventa/Doppelmayr als auch der Leitner AG zur Verfügung stehe, der Einbau des Systems indes lediglich zusätzlich erfolge und in keiner Weise die übrigen technischen V orgaben zu kompensieren vermöge. Der Herstellerindustrie zufolge sei dieses System aus Platzgründen in älteren Anlagen nicht einsetzbar. Ohnehin bezweifle die V orinstanz, ob die be - stehenden konisch geformten Seilrollen überhaupt für den vorgeschriebe - nen zweistufigen Abschal tvorgang geeignet seien und das elektronische Seilüberwachungssystem RPD für die vorhandenen Niederhaltestützen eingesetzt werden könne. Aber selbst mit Einbau einer Seillageüber - wachung könnten folgende Sicherheitsmankos gleichwohl nicht elimi - niert werde n: Die mangelnde Querpendelfähigkeit der Sessel respektive der Klemme bei der Stützenüberfahrt, die vorhandene Seilführung des Gehänges an der Unterkante der Rollenbatterie, was einen Aushebelungs- effekt des Seils zur Folge habe, ungenügend dimensionierte Rollenbatte- rien, ungenügend dimensionierte Drehbegrenzungen für die Rollenbatte - rien, die bei Seilentgleisung ein Überschlagen derselben verhindern müssten, keine Seilabweiser auf der Innenseite, die Unmöglichkeit eines Einbaus von den vorgeschriebenen Seilfängern, die Unmöglichkeit der Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 449 Überfahrt der Klemme bei blockierter oder verlor ener Seilrolle, die Un - möglichkeit der Überfahrt einer Klemme bei entgleistem Seil, die Gefahr des Verhängens einer Klemme und Zug des Förderseils an den Stützen ‒ Gefahr des Niederziehens oder Ausdrehens – sowie teilweise unge - fütterte Seilrollen aus Guss eisen oder Stahl. Eine Seillageüberwachung könnte also allenfalls lediglich ein Hochsteigen des Seils am Rollenbord der Seilrolle feststellen. Bei allen anderen Szenarien bringe das System keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn. Angesichts dieser Problemati k sei nur der vom Beschwerdeführer vorge - schlagene Austausch der Rollenbatterien und Klemmen durch normen - konforme Komponenten realistisch. Durch den Austausch der Rollen - batterien seien Rückwirkungen zu berücksichtigen, nämlich einerseits die Auflagekräfte und andererseits die Freigängigkeit. Dies habe unweiger - lich zur Folge, dass die umgebaute Anlage höher und breiter ausfallen müsse und damit auch die Stützen massiver konstruiert werden müssten. Die Replika -Anlage benötige somit Stützen, die vergleichba r seien mit denjenigen der projektierten Kabinenbahn. Folglich müssten auch sämt - liche Stützenfundamente neu erstellt werden. Würden die Rollenbatterien und Klemmen ersetzt, wäre gemäss Sicherheitsanalyse Millner schliess - lich auch die « Kuppelstelle zu ad aptieren ». Das bedeute, die vorhan - denen Stationseinrichtungen müssten durch neue (Standard -)Komponen- ten ersetzt werden. Somit werde bei der Replika -Anlage der technische Teil der Stationseinrichtungen gegenüber der bestehenden Sesselbahn wesentlich grös ser und vergleichbar oder praktisch identisch mit der projektierten Bahn. Als Folge würden auch die Stationsgebäude grösser. Zusammengefasst würden die erwähnten Massnahmen zwar dazu führen, die bestehende Sesselbahn sicherer zu machen. Jedoch entstehe auf grund der kaskadenhaften und zwingenden weiteren Anpassungen an der An - lage zwangsläufig eine Replika -Anlage, die hinsichtlich der Dimension praktisch identisch ausfalle wie die projektierte Kabinenbahn. Die aus der Sicht eines Industriedenkmals schützensw erten Eigenschaften der Sesselbahn würden unweigerlich verschwinden. Einzig die Sitzposition quer zur Fahrtrichtung könne allenfalls erhalten bleiben. Die V orinstanz listet des Weiteren alternativ beziehungsweise zusammenfassend die gleichen Resultate anha nd der technischen Einteilung aus der Seilbahn - richtlinie, das heisst bezüglich der einzelnen Teilsysteme, auf. Dabei wird ersichtlich, welche sieben von insgesamt neun Teilsystemen neu erstellt werden müssten. 2013/31 Seilbahnen 450 BVGE / ATAF / DTAF 4.7.3 Die umfassende Analyse und differenzierten Au sführungen der V orinstanz zeigen anschaulich auf, dass die Sicherheit der bestehenden Anlage nicht mehr gewährleistet ist und diese demnach in der heutigen Form auch nicht mehr bewilligungsfähig ist. Dies wird denn auch vom Beschwerdeführer grundsätzlich n icht bestritten. Wie gesehen, sind gemäss der von ihm eingereichten Sicherheitsanalyse Millner verschie - denste Massnahmen erforderlich, damit die Sesselbahn die geltenden Sicherheitsvorschriften wieder einhalten würde. Diese führten allerdings nicht ledigl ich zu einer Sanierung der bestehenden Sesselbahn, sondern vielmehr zu deren Erneuerung durch eine neue Anlage, die einerseits höchstens noch als Replika -Anlage bezeichnet werden könnte, anderer - seits in ihren Dimensionen denjenigen des vorliegend umstritt enen Projekts ‒ allenfalls mit anderen Fahrzeugen – entsprechen würde. We - sentlich erscheint dabei, dass die entscheidenden Komponenten, welche die Sesselbahn Weissenstein zu einem Industriedenkmal seiner Zeit ge - macht haben, vor allem das System der Einse il-Umlaufbahn mit kuppel - baren Sesseln, verschwinden würden. Die nebst den Klemmen hervorzu - hebenden Rollenbatterien, die filigranen Stützen der Sesselbahn sowie die dazugehörigen Stationsgebäude würden ebenfalls nicht in der heuti - gen Form erhalten bleibe n, sondern müssten neuen technischen Entwick - lungen weichen. V om ursprünglichen, erhaltenswerten Denkmal blieben somit die ausschlaggebenden Merkmale gerade nicht mehr erhalten. Was das elektronische Seilüberwachungssystem RPD anbelangt, bringt zudem die B eschwerdegegnerin ein Schreiben der Garaventa AG vom 19. Dezember 2012 vor, wonach die Doppelmayr/Garaventa -Gruppe der- zeit die einzige Seilbahnherstellerin sei, die ein funktionierendes, fehler - sicheres RPD anbieten könne. Für den konkreten Fall werde jed och, insbesondere aufgrund der hier vorhandenen Rollenbatterien, vom Ein - bau eines RPD abgeraten. Zudem würden auch die heutigen Stützen und Stützenfundationen für die zusätzlichen Lasten nicht genügen und müssten neu erstellt werden. Insofern ist festzustellen, dass selbst für die Herstellerindustrie ein Seilüberwachungssystem als Massnahme für den sicheren Betrieb der bisherigen Sesselbahn Weissenstein nicht in Frage kommt. 4.7.4 Dagegen bringen die ENHK und EKD in ihrem Gutachten vom 10. Juni 2007 vor, aufgrund der Unterlagen und der Auskunft des bei - gezogenen Experten für Technikgeschichte zum Schluss zu kommen, dass Lösungen gefunden werden könnten, um die erforderlichen Anpas - sungen denkmalgerecht zu entwickeln und den heutigen Sicherheitsvor -Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 451 schriften Genüge zu tun, ohne den Zeugniswert der Anlage zu schmälern. Der Massstab der bestehenden Sesselbahn stehe in einem adäquaten, ausgewogenen Verhältnis zu seiner natürlich -topografischen Umgebung sowie zu seiner aktuellen wirtschaftlichen und touristisch en Nutzung. Eine Neuanlage hätte hingegen voluminösere Stationsgebäude, höhere Masten, grosse Gondeln und eine breitere Waldschneise zur Folge. Mit einer Sanierung liessen sich dagegen weitere Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes vermeiden. Im Gutachte n vom 30. Oktober 2009 führen die Kommissionen des Weiteren aus, das Gutachten Manz gelange eindeutig zum Ergebnis, dass es mit geeigneten Massnahmen durchaus möglich sei, die bestehende Sesselbahn so zu sanieren und zu restau - rieren, dass sie den geltende n gesetzlichen Sicherheitsansprüchen genüge (so auch schon in der Stellungnahme der Kommissionen vom 20. August 2009 im Rahmen des Prüfungs - und Genehmigungsverfahren s der Richtplanvorlage). In ihrer letzten Stellungnahme zuhanden des Bundesverwaltungsgeri chts zitieren die Kommissionen auf Nachfrage im Wesentlichen lediglich Ausschnitte aus ihren bisherigen Eingaben im vorinstanzlichen Verfahren und bestehen auf der Sanierbarkeit der heutigen Sesselbahn. Sie sehen indes davon ab, im Einzelnen aufzuzeigen, w orin diese Massnahmen bestehen sollen; selbst auf die konkreten V orbringen der V orinstanz gehen sie nicht näher ein. 4.7.5 Auch das BAK, ebenfalls Fachstelle im Bereich Denkmalpflege (vgl. Art. 23 Abs. 1 Bst. b der Verordnung über den Natur - und Heimat- schutz vo m 16. Januar 1991 [NHV , SR 451.1]; …), hält, insbesondere gestützt auf das Gutachten Manz, eine Sanierung der Sesselbahn unter gewissen Bedingungen für technisch möglich. Mit Verweis auf die Methodik des Seilbahninventars führt es aus, dass verschiedene As pekte den Wert der Seilbahnen konstituierten und die Authentizität eines von sieben dieser Bewertungskriterien darstelle. Es gehöre zum Wesen eines technischen Denkmals, dass es langfristig nur erhalten werden könne, wenn es kontinuierlich betrieben werde, und dies sei ohne Anpassungen nicht möglich. Die Anpassungen und Veränderungen der Elemente der bestehenden Bahn reduzierten zwar den Umfang der ursprünglichen Komponenten der Anlage, beeinträchtigten aber die Authentizität der Gesamtanlage nur leicht und minderten den nationalen Wert der Anlage nicht. Die erwähnten Massnahmen würden den möglichen denkmal - pflegerischen Eingriffen an einem technischen Denkmal entsprechen und die V orgaben gemäss Art. 3 NHG erfüllen. Im Übrigen geht aber auch 2013/31 Seilbahnen 452 BVGE / ATAF / DTAF das BAK im Einzelnen nicht weiter auf die Ausführungen der V orinstanz hinsichtlich der konkret erforderlichen Änderungen ein, sondern begnügt sich im Wesentlichen damit, den Wert der Sesselbahn aus denkmal - schützerischer Sicht zu betonen. 4.7.6 Die ENHK und EKD sowie das BAK er achten demnach die Sesselbahn als sanierbar, ohne dass dadurch deren Denkmaleigenschaft geschmälert werde. Sie führen jedoch nicht näher aus, wie dies möglich sein soll. Dagegen hat die V orinstanz ausführlich dargestellt, weshalb sich – nur schon – aus Sicherheitsgründen eine Sanierung als problema - tisch erweist. Dabei hat sie sich auch eingehend mit den V orbringen der Kommissionen auseinandergesetzt und ist nach Abwägung sämtlicher Interessen zum Schluss gelangt, dass eine den Sicherheitsvorschriften genügende Sanierung der Sesselbahn nicht möglich sein wird bezie - hungsweise dabei unweigerlich die Komponenten ersetzt werden müssten, welche die Anlage aus denkmalschützerischer Sicht erhaltens - wert machen. Grundsätzlich kommt dem Gutachten der Fachkommissionen ENHK und EKD grosses Gewicht zu. V om Ergebnis ihrer Begutachtung darf deshalb nur aus triftigen Gründen abgewichen werden, auch wenn der entschei - denden Behörde eine freie Beweiswürdigung zusteht (vgl. BGE 127 II 273 E. 4b, BGE 125 II 591 E. 7a). Wie ges ehen, lagen im vorliegenden Fall triftige Gründe vor, weshalb die V orinstanz zu einem anderen Er - gebnis gelangte als die beiden Kommissionen und das BAK. Sie hat die bestehenden Gutachten (Gutachten Manz, Sicherheitsanalyse Millner) grundlegend analysiert und eigene Abklärungen getätigt. Im Bereich der Seilbahnen kommt der V orinstanz zudem ein ausgeprägtes Fachwissen in technischen Fragen zu (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A‒523/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 4 mit Hinweisen). Das Bundes - verwaltungsgericht kann auf kein vergleichbares Fachwissen zurück - greifen. Es auferlegt sich daher – bei grundsätzlich uneingeschränkter Kognition (…) – dort eine gewisse Zurückhaltung, wo der V orinstanz an- gesichts der sich stellenden Fachfragen ein erheblicher Han dlungs- spielraum belassen wurde, so auch in den an dieser Stelle auftretenden Fragestellungen in Bezug auf Sicherheitsvorschriften und die erforder - lichen technischen Massnahmen. Nach dem Gesagten hat die V orinstanz überzeugend dargelegt, dass nicht bloss einzelne Komponenten (Klemme, Rollenbatterien) ausgewechselt oder eine Seilüberwachungsanlage eingebaut werden können, sondern viel weitreichendere Erneuerungen erforderlich sind und diese wiederum Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 453 weitere Änderungen nach sich ziehen (grössere Stationsgebä ude, massi- vere Stützen, höhere Linienführung). Letztlich kämen die Anpassungen den Dimensionen der projektierten Bahn gleich, ohne dass dabei die erhaltenswerten Elemente des als Zeitzeugen geltenden Systems VR 101 beibehalten werden könnten. Die V orinstanz hat demn ach die Sicherheit der Fahrgäste zu Recht in den V ordergrund gestellt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A‒5971/2007 vom 17. Januar 2008 E. 6.4; siehe auch Art. 3 Abs. 1 SebG). Daneben hat sie aber auch weitere Interessen in ihre Abwägung mit einbezogen (vgl. E. 4.7.7). 4.7.7 Einerseits entspricht eine Kabinenbahn den heutigen Transport - bedürfnissen besser als eine Sesselbahn, zumal jene weniger von der Witterung abhängt, behinderten Personen, einschliesslich Personen mit Kindern, Hund und Gepäck oder Spo rtgeräten, zugänglich ist und den Warentransport ganz allgemein, im vorliegenden Fall im Besonderen auch im Interesse des Kurhauses Weissenstein und den übrigen Gastro - nomiebetrieben auf dem Weissenstein, erleichtert und gleichzeitig mehr Komfort und Siche rheit bietet. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass mit der projektierten Bahn das Gebiet des Weissenstein s mit einer Seilbahn erschlossen wird und dies zu einer massiven Entlastung der Strasse führen wird. Die Beschwerdegegnerin hat klar zu verstehen ge- geben, die Sesselbahn im Falle einer Verweigerung ihres Gesuchs nicht weiter zu betreiben und entsprechend kein neues Gesuch einreichen zu wollen. Im Übrigen wäre ein solches, wie gesehen, gemäss V orinstanz nicht genehmigungsfähig. Damit wären die Besuc her des Weissenstein s ‒ im Sommerhalbjahr – wie derzeit auf das Postauto sowie hauptsächlich auf motorisierten Individualverkehr angewiesen, im Winterhalbjahr bestünde gar keine Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die V orinstanz hat somit diese weiteren Interessen der allgemeinen Öffent - lichkeit, aber auch der Beschwerdegegnerin als Betreiberin der Seilbahn an einer für sie wirtschaftlich tragbaren Anlage zu Recht in ihre Überle - gungen mit eingeschlossen und diese im Ergebnis höher als das denkm al- schützerische Interesse am Erhalt der alten Sesselbahn gewertet. 4.7.8 Demnach erweist sich der Sachverhalt insgesamt als genügend abgeklärt. Insbesondere ist ein Gutachten zur Frage der Sanierbarkeit der Sesselbahn Weissenstein, wie es vom Beschwerdeführer b eantragt wird, nicht erforderlich, der entsprechende Antrag ist mithin abzuweisen. Damit erübrigt sich auch sein Antrag auf weiteren Zugang zur beste - henden Sesselbahnanlage, weshalb auch dieser abzuweisen ist. 2013/31 Seilbahnen 454 BVGE / ATAF / DTAF Was sodann den Antrag der Beschwerdegegnerin sowie der V orinstanz betrifft, mit Blick auf den Denkmalschutz die kantonalen Stellen in das vorliegende Beschwerdeverfahren einzuladen, ist auch dieser abzu wei- sen. V orliegend handelt es sich um ein Plangenehmigungsverfahren nach dem anwendbaren Bundesrec ht. Wie gesehen, haben die zuständigen Bundesfachstellen im bisherigen Verfahren mehrfach Gelegenheit erhal - ten, sich zu den in ihren Bereich liegenden Fragestellungen zu äussern. Ein weiterer Beizug kantonaler Behörden ins bundesrechtliche Verfahren ist weder gesetzlich vorgesehen noch notwendig und erübrigt sich damit. 4.8 Zusammengefasst ist demnach festzuhalten, dass die Sesselbahn Weissenstein aus Sicherheitsgründen nicht mehr wie bis anhin betrieben werden kann und keine anderen überwiegenden Interessen v orliegen, die für ihren Erhalt sprechen würden. Insbesondere hätte eine Sanierung, wie vom Beschwerdeführer beantragt, zur Folge, dass die aus denkmal - schützerischen Gründen erhaltenswerten Bestandteile, welche gerade den Zeugniswert der Sesselbahn ausmach en, verschwinden würden. Die V or- instanz hat den Sachverhalt grundlegend und sorgfältig ermittelt und eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen. Sie ist dabei zu Recht zum Ergebnis gekommen, dass die bisherige Sesselbahn Weissenstein nicht saniert werden kann und daher abzubrechen ist. 4.9 In der angefochtenen Verfügung hielt die V orinstanz fest, die (heutige) Beschwerdegegnerin sehe vor, ein Sachbuch sowie einen Doku- mentarfilm zur Sesselbahn zu erstellen, weshalb sich keine weiteren do - kumentarischen Mas snahmen für die Nachwelt aufdrängen würden. Sie empfahl der Beschwerdegegnerin, vor der Entsorgung der Anlage mit dem BAK, dem Beschwerdeführer sowie allenfalls anderen interessierten Kreisen die Möglichkeit einer Übernahme von Anlageteilen abzuklären, dies in Ergänzung zum von ihr bei der Talstation in Aussicht gestellten Ausstellungsraum für Teile der alten Bahn. Im Dispositiv der Plange - nehmigungsverfügung erteilte sie daher – unter Auflagen aufgrund von Anträgen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) – die Ab bruchbewilli- gung für den Rückbau der Sesselbahn. 4.9.1 Der Beschwerdeführer stellt nun im vorliegenden Verfahren explizit den Eventualantrag, die Plangenehmigung mit einer Auflage zu ergänzen, wonach die bestehende Sesselbahn derart zu dokumentieren, rückzubauen und einzulagern sei, dass ein späterer ganzer oder teilweiser Wiederaufbau an einem anderen Ort möglich bleibe. Er bestätigt sein Interesse am Kauf der Sesselbahn zu einem fairen Preis und würde diese Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 455 umfassend restaurieren und im Interesse von Mensch und Natur an einem geeigneten Standort wieder in Betrieb nehmen. 4.9.2 Die Beschwerdegegnerin erachtet demgegenüber eine Einlage - rung der gesamten Bahnanlage als unverhältnismässig, zumal dies mit hohen Kosten für sie verbunden sei. Ein Wiederaufbau der Anlage komme aus Sicherheitsaspekten von vorneherein nicht in Frage. Sie hält jedoch fest, zusammen mit dem historischen Museum der Stadt Solo - thurn die professionelle Aufbereitung und die öffentliche Zugänglichkeit der wichtigsten Teile des Zeitzeugen sicherzustellen. 4.9.3 Auflagen sind die mit einer Verfügung verbundenen zusätz li- chen Verpflichtungen zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen. Sie be - dürfen einer gesetzlichen Grundlage und müssen mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit vereinbar sein ( ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/ FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/ St. Gallen 2010, Rz. 913 ff.). Nachdem die Beschwerde gegnerin bereits im vorinstanzlichen Verfahren die Bereitschaft zeigte, ein Sachbuch sowie einen Dokumentarfilm zu erstellen u nd Teile der alten Bahn aus - zustellen und dies nun im vorliegenden Verfahren noch einmal bekräftigt und offenbar diesbezüglich auch schon mit dem his torischen Museum der Stadt Solothurn in Kontakt getreten ist, erscheinen weitere konkrete V orgaben nicht e rforderlich. Insbesondere wäre die Einlagerung der gesamten Anlage für die Beschwerdegegnerin mit hohen Kosten ver - bunden, die ihr zu übertragen sich als nicht zumutbar erwiese. Die vom Beschwerdeführer verlangte Auflage erweist sich deshalb als unver - hältnismässig, weshalb sein Eventualantrag im Zusammenhang mit der Abbruchbewilligung ebenfalls abzuweisen ist. Es bleibt indessen den Parteien unbenommen, sich aussergerichtlich über einen allfälligen Kauf der Anlage zu einigen. So hatte die Beschwerdegegneri n im Zusammen - hang mit dem – vom Beschwerdeführer im Verlauf des Beschwerdever - fahrens zurückgezogenen Antrags auf Durchführung einer gütlichen Einigung und Mediation – die Bereitschaft erklärt, in Bezug auf einen Kauf der Sesselbahn in Gespräche mit dem Beschwerdeführer zu treten. 5. Damit stellt sich als Nächstes die Frage, ob dem von der Be - schwerdegegnerin eingereichten Projekt für eine Kabinenbahn zu Recht die Konzession und die erforderlichen Bewilligungen erteilt worden sind. V om Beschwerdeführer wird zunächst bestritten, dass die Anforderungen des Natur- und Heimatschutzrechts des Bundes erfüllt seien. 2013/31 Seilbahnen 456 BVGE / ATAF / DTAF 5.1 Das geplante Projekt kommt ab etwa Stütze Nr. 3 ins BLN - Objekt Nr. 1010 « Weissenstein » zu liegen. Der gesamte obere Teil, und damit insgesamt 14 Stützen mit einer Höhe von mindestens 9 m bis höchstens 22 m (Schafthöhe) , sowie die Mittel - und die Bergstation fallen in das geschützte Gebiet. 5.2 Die Aufnahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein Bundesinventar im Sinne von Art. 5 NHG führt, wie gesehe n (vgl. E. 3.2), dazu, dass es die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 NHG). Nach Art. 6 Abs. 2 NHG darf ein Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare bei Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen werden, we nn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen (BGE 127 II 273 E. 4c). Der Begriff der ungeschmälerten Erhaltung ist so zu verstehen, dass der im Inventar angestrebte Schutz vollumfänglich zur Geltun g gelangen und allfälligen Bedrohungen be - gegnet werden soll. Die Aufnahme eines Objektes in ein Verzeichnis bedeutet aber nicht, dass sich am bestehenden Zustand überhaupt nichts mehr ändern darf. Der Zustand des Objektes soll vielmehr gesamthaft betrachtet unter dem Gesichtspunkt des Natur - und Heimatschutzes nicht verschlechtert werden. Allfällige geringfügige Nachteile einer Verände - rung müssen durch anderweitige V orteile mindestens ausgeglichen wer - den (Botschaft des Bundesrates vom 12. November 1965 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über den Natur - und Heimatschutz [BBl 1965 III 89, 103], nachfolgend: Botschaft zum NHG). Ungeschmälerte Erhaltung verdient in besonderem Masse das, was die Objekte so einzigartig oder typisch macht (BGE 115 Ib 131 E . 5ha; Urteil des Bundesgerichts 1A.122/2004 vom 30. Mai 2005 E. 2.6). Zur Beurteilung der Problematik der ungeschmälerten Erhaltung eines BLN - Objekts ist von der jeweiligen Umschreibung des Schutzgehalts auszu - gehen, das heisst , die möglichen Beeinträchti gungen sind an den ver - schiedenen Schutzzielen zu messen, die in den gesondert veröffentlichten Beschreibungen zu den Gebieten des Inventars dargestellt werden (BGE 127 II 273 E. 4c; Urteil des Bundesgerichts 1A.185/2006 vom 5. März 2007 E. 6.3 mit Hinweis en; vgl. auch BVGE 1011/59 E. 6.2 mit Hinweisen). Es müssen somit alle bedeutsamen Interessen ermittelt, be - urteilt, gewichtet und im Entscheid möglichst umfassend berücksichtigt werden ( JÖRG LEIMBACHER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, Zürich 1997, Rz. 22 f. zu Art. 6 NHG). Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 457 5.3 Das BLN -Objekt Nr. 1010 « Weissenstein » wird wie folgt be - schrieben: « Gipfelkette des Jurarandes mit umfassender Fernsicht auf Mittel - land, Jura und Alpen vom Mont Blanc bis zum Säntis. Modellartig sichtbare Struktur der Weissenstein -Antiklinale mit Mantel aus Kalken des Oberen Malm ( ‹ Weissenstein ›). Tiefgreifende Halbklus; letztes Auftreten in Richtung Südwesten der Schichtglieder Trias und Lias. Hervorragende ge ologische Aufschlüsse. Einmalige Einsicht in den Faltenbau. Überschiebungen. Übergang zum Bergsturzgebiet des Bipperamtes. Reiche landschaftliche Gliederung im Wechsel von Wald, Weide, Felspartien und Geröllhängen. In der Verteilung des Waldes beispielhaft e Abhängigkeit der Vege - tation vom geologischen Untergrund. Typische Höhenstufenfolge der Buchenwaldgesellschaften am Nordhang des Schitterwaldes. Gebiet von hervorragender biogeographischer Bedeutung: östlichster Ver - breitungsort für den Jura von rund 30 Pflanzenarten und zahlreichen Faunenelementen vorwiegend der subalpinen und alpinen Stufe. » Gestützt auf diese Umschreibung haben die ENHK und EKD in ihrem gemeinsamen Gutachten vom 10. Juni 2007 folgende Schutzziele für das vom V orhaben betroffene Gebiet des BLN-Objekts festgelegt: - Ungeschmälerte Erhaltung der reich gegliederten und vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft mit ihren geomorphologischen, bio - logischen und kulturhistorischen Elementen. - Ungeschmälerte Erhaltung der einzigartigen Silhouette und der be - waldeten Flanken des Weissensteins. - Ungeschmälerte Erhaltung der grossflächigen, eng verzahnten und weitgehend ungestörten natürlichen und naturnahen Lebensräume mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten. 5.4 Die Schutzzielrelevanz ist vorliegend angesichts dieser Ziele für das betroffene BLN -Objekt unbestrittenermassen gegeben. So ging auch die V orinstanz davon aus, dass insbesondere in die Flanken (im Bereich der Masten 7 und 8), die Silhouette (durch die Linienführung und d ie Platzierung der Stationsgebäude der Mittel - und Bergstation) und in vom Objekt umfasste Lebensräume eingegriffen werde, weshalb eine Beein - trächtigung des BLN -Objekts gegeben sei. Fraglich und umstritten ist, wie diese Beeinträchtigung zu qualifizieren ist und welche Konsequen - zen diese Beurteilung nach sich zieht. 5.5 Die Rechtsprechung unterscheidet gestützt auf die Botschaft zum NHG (BBl 1965 III 103) schwere Eingriffe , das heisst umfang -2013/31 Seilbahnen 458 BVGE / ATAF / DTAF reiche, nicht rückgängig zu machende, auf das Schutzziel ausgerichte te Beeinträchtigungen, von leichten Eingriffen , die nur mit einem gering - fügigen Nachteil für das Schutzziel verbunden sind. Schwere Eingriffe sind nur zulässig, wenn sie durch ein mindestens gleichwertiges Interesse gerechtfertigt werden; dieses Interesse muss von nationaler Bedeutung sein. Leichte Eingriffe sind zulässig, wenn sie im Rahmen der Inte - ressenabwägung gerechtfertigt erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 1A.151/2002 vom 22. Januar 2003 E. 4.1). Das bedeutet, dass immer dann, wenn das zu einem Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung vorgebrachte Interesse nicht von nationaler Bedeutung ist, der Eingriff unzulässig ist und von der Entscheidbehörde keine Interessenabwägung mehr durchgeführt werden darf, denn in diesen Fällen hat der Gesetz - geber bereits zu Gunsten der ungeschmälerten Erhaltung entschieden (vgl. LEIMBACHER, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 6 NHG). Ist ein Eingriff in ein Schutzziel bloss mit einem geringfügigeren Nachteil verbunden, ist er grundsätzlich bei der Interessenabwägung bezüglic h der grösstmöglichen Schonung mit entsprechenden (qualitativ gleichwertigen) Ersatzmass - nahmen auszugleichen (vgl. zum Ganzen BGE 127 II 273 E. 4c). 5.6 Die ENHK und die EKD führen in ihrem Gutachten vom 10. Juni 2007 aus, eine Neuanlage habe voluminösere Sta tionsgebäude, höhere Masten, grosse Gondeln und eine breitere Waldschneise zur Folge. Die wohl als Stahlrohrkonstruktionen ausgeführten Masten würden in ihrer Anzahl reduziert und in der Folge erhöht, sodass die neue Bahn teilweise über dem Wald geführt we rde. Dies würde das Land - schaftsbild des stark exponierten Jurasüdhangs massgeblich verändern und erheblich beeinträchtigen. Auch aus der Nähe betrachtet würden die Stationsgebäude aufgrund ihrer grossen V olumetrie stark in Erscheinung treten. Die Bergstat ion drohe zudem, je nach Lage und Abmessung, den die Bergkrete auszeichnenden Kurhauskomplex in seiner Wirkung zu schmälern. Aufgrund dieser Überlegungen sei die geplante 6er -Gondel- bahn nicht mit den Schutzzielen für das BLN -Objekt Weissenstein vereinbar und müsse als schwere Beeinträchtigung dieses BLN -Objekts gewertet werden. Auch die geplante Rodelbahn und die Tubing -Anlage im Sommerbetrieb seien nicht mit den Schutzzielen vereinbar. Zudem sei bei Ausbau der Transportkapazitäten eine erhebliche Zunahme des Erholungsdrucks auf die Natur - und Kulturlandschaft zu erwarten. Die Kommissionen gelangen daher zum Schluss, dass das Entwicklungs - konzept « Weissenstein Plus » insgesamt zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des BLN -Objekts und zur Zerstörung eines Denkmals von nationaler Bedeutung führe. Sie empfehlen, das vorliegende Gesamt -Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 459 konzept grundlegend zu überarbeiten, wobei sie die Haltung ve rtreten, dass ein neues Entwicklungskonzept von der Erhaltung der Sesselbahn - anlage ausgehen solle, da deren systemkompatible Sanierung und sorg - fältige Nachrüstung einerseits die für die Eingriffe in das BLN -Objekt geforderte grösstmögliche Schonung am be sten sicherstellen könne und andererseits ein wichtiges technisches Denkmal für die nachfolgenden Generationen sichern würde. Im Gutachten vom 30. Oktober 2009 bestätigen sie diese Haltung. Die mit weniger Stützen geplante neue Gondelbahn liege höher in de r Luft und überrage den Wald. Verschiedene Masten stünden exponiert auf Kuppen, damit die gegenüber heute längeren Seilabschnitte zwischen den Masten trotz grösserem Durchhang einen genügend grossen Bodenab - stand aufweisen würden. Sehr gross und gut sichtb ar werde der Eingriff bei den Masten 7 und 8 sein (9 m und 12 m hoch), weil diese auf der Krete stünden – Mast 7 auf einer Felsformation, die durch die not - wendige Rodung für das Trassee viel besser sichtbar werde und extrem exponiert liege. Auch im oberst en Abschnitt würden die Masten höher ausfallen als heute. Mast 16 stehe exponiert auf der Wiese und sei weitherum gut sichtbar. Zudem müsse die Seilbahnschneise neu auf ca. 15 m ausgedehnt werden. Die Ersatzanlage habe ausserdem aufgrund der umfangreicheren Technik, der grösseren Beförderungsmittel und der aktuellen technischen Rahmenbedingungen voluminösere Stationsge - bäude zur Folge, die im Vergleich zu den kleinmassstäblichen, im Ver - hältnis zur gebauten und natürlichen Umgebung adäquaten und ausgewo - genen Infrastrukturen aufdringlich in Erscheinung treten würden. Sowohl die Mittel - als auch die Bergstation würden grösser und dominanter. Zwar werde die Suche nach architektonisch überzeugenden Lösungen für technische Zweckbauten begrüsst, im vorliegenden F all besitze die Gestaltung durch die Tonnenform jedoch einen zu massiven Charakter. Die Bauten würden sich ungenügend in die kleinstrukturierte Landschaft einordnen. Insbesondere bei der Endstation trete das neue Bauwerk zu dem die Bergkrete auszeichnenden Kurhauskomplex in Konkurrenz. Aufgrund seiner V olumetrie und seiner formalen Ausbildung werde die Wirkung des Denkmals Kurhaus Weissenstein beeinträchtigt und dessen Wert geschmälert. Zwar könne mit dem geplanten Kapazitätsausbau der Weissensteinbahn ein Teil des Individualverkehrs an Spitzentagen aufge - fangen werden, gleichzeitig würde aber aus wirtschaftlichen Gründen eine noch höhere Besucherzahl generiert. Die damit verbundene inten - sivere Nutzung führe zwangsläufig zu einem noch grösseren Druck auf die empfindliche Landschaft. 2013/31 Seilbahnen 460 BVGE / ATAF / DTAF Nachdem die Projektanpassungen des ursprünglichen Genehmigungs - gesuchs eingereicht worden waren, betrachtete die ENHK in ihren Stel - lungnahmen vom 9. Dezember 2010 und 1. Juni 2011 die Beeinträch - tigung des BLN -Objekts zwar als l eicht reduziert, sah indes trotz der Optimierungen nach wie vor keinen Grund, um von ihren früheren Beur - teilungen abzuweichen. 5.7 Auch das BAFU kam in seinem Schreiben vom 31. August 2010 im Rahmen der Beurteilung der Umweltverträglichkeit der Anlage an - fänglich zum Schluss, dass das Projekt als schwerwiegende Beeinträch - tigung des BLN -Objekts Nr. 1010 « Weissenstein » zu qualifizieren sei. Nachdem in der Folge die Beschwerdegegnerin Projektoptimierungen vorgenommen hatte, gelangte das BAFU in seinen Stellung nahmen vom 20. Dezember 2010 und 31. Oktober 2011 – anders als die ENHK – jedoch zur Ansicht, das V orhaben aufgrund der diversen Projektände - rungen und -verbesserungen nun als mit der Umweltschutzgesetzgebung konform anzusehen, was es auch in seinen Eingab en im vorliegenden Beschwerdeverfahren bestätigte: So sei für die Bergstation nach Durch - führung eines Architektenwettbewerbs eine runde Form gewählt worden, die zu einem minimal grösseren V olumen des Baukörpers im Vergleich zum heutigen führe. Das Gewölbe der neuen Bergstation sei an seiner höchsten Stelle knapp 1 m höher als der Giebel der alten Station, die Perronhöhe sei 0.5 m höher als heute. Dadurch werde die Beeinträch - tigung der Landschaft nicht vergrössert. Durch die Änderung des An - triebskonzepts und eine Anpassung des Standorts könne die Mittelstation um 11 m verkürzt werden. Damit werde die Schneisenbreite der unteren Sektion minim verkleinert und die Überquerung der Felskuppe durch die Masten 7 bis 9 könne an einer eher weniger exponierten Lage erfolgen. Dies führe gegenüber heute nicht zu einer schwerwiegenderen Beein - trächtigung der Landschaft im Gebiet Nesselboden. Die Vergrösserung der Schneisenbreite von 10 auf 15 m führe insgesamt nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung gegenüber der a ktuellen Situation. Die Beeinträchtigung des BLN -Objekts sei somit insgesamt lediglich als geringfügig zu betrachten. 5.8 Die V orinstanz berücksichtigte in ihrem Entscheid, dass die Sesselbahn Weissenstein bereits viele Jahre bestand, bevor der Weissen - stein 1 977 ins BLN aufgenommen wurde. Sie ging daher insofern von einer V orbelastung aus und bewertete das Gesuchsprojekt als Ersatz - anlage für die bereits bestehende Sesselbahn. Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 461 5.8.1 Der Bundesrat hatte den Richtplanbeschluss des Regierungs - rates des Kantons Solothur n vom 9. Juni 2009 am 12. März 2010 ge - nehmigt (BBl 2010 2666). Als V orbehalt hielt er fest, dass der abschlies - sende Entscheid über die Ausgestaltung der Seilbahn im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens gemäss der Seilbahngesetzgebung zu erfol - gen habe. Während auf die Frage des Richtplanverfahrens nachstehend noch näher einzugehen sein wird (…), ist an dieser Stelle lediglich festzuhalten, dass die Erschliessung des Weissensteins mittels Seilbahn somit bereits auf Ebene der Richtplanung festgelegt wurde. Zudem ist, wie die V orinstanz schloss, davon auszugehen, dass bei der Unterschutz - stellung des Weissensteins die bestehende Seilbahnanlage mit einbezogen wurde, zumal diese zu jenem Zeitpunkt bereits seit über 25 Jahren bestand. Dass an der, bereits zu je nem Zeitpunkt nicht mehr neuen , Bahn früher oder später Anpassungen an geänderte betriebliche V orschriften und solche der Sicherheit notwendig sein werden und zu weitgehenden Sanierungen führen können, war damals bereits vorhersehbar. Die Auf - fassung der V orinstanz, es handle sich vorliegend um eine Ersatzanlage für die bestehende Sesselbahn und damit entsprechend um einen bereits vorbelasteten Gebietsperimeter, ist somit nicht zu beanstanden. Ent - sprechend ist dieser Umstand bei der Einschätzung der Beein trächtigung durch die neu geplante Anlage mit einzubeziehen. Es ist von einer gewissen, bereits bestehenden V orbelastung auszugehen. Selbst ohne den Bau der hier umstrittenen Gondelbahn würde eine Beeinträchtigung des BLN-Objekts vorliegen, was bei der Ein schätzung der Schwere der Be - einträchtigung den Beurteilungsmassstab beeinflussen muss. 5.8.2 Wesentlich erscheint in diesem Zusammenhang sodann, dass die Beschwerdegegnerin nach der ersten kritischen Einschätzung durch das BAFU das ursprüngliche V orhaben entsch eidend überarbeitete, damit dieses aus Sicht der Umweltschutzgesetzgebung genehmigungsfähig werde, und am 14. April 2011 die Unterlagen für das optimierte Projekt einreichte. Im Wesentlichen sieht dieses eine Redimensionierung der Stationsgebäude der Mittel- und Bergstation, eine Verkürzung der Mittel- station aufgrund Umstellung zu einem zentralen statt zwei Antrieben, eine Verschiebung des Kreuzungspunktes der beiden Bahnachsen, sodass die Linienführung in der unteren Sektion optimiert wird, sowie eine Verschiebung und mit einhergehend eine Verkleinerung der Bergstation respektive deren Ost - und Nordfassaden vor. Die V orinstanz berück - sichtigte somit einerseits die Tatsache, dass mit dem neuen Projekt eine Ersatzanlage erstellt werden soll, und andererseits das ursprüngliche 2013/31 Seilbahnen 462 BVGE / ATAF / DTAF Gesuch in verschiedener Hinsicht verbessert wurde (ausführlich auch unter E. 6.3.1). 5.8.3 Wie auch anlässlich des gerichtlich durchgeführten Augen - scheins sichtbar wurde, fallen die neuen Masten grösser und vor allem höher aus als die bisheri gen und überragen mit maximal 22 m teilweise auch die gegen 20 m hohen Bäume. Gleichzeitig wird aber deren Anzahl von 31 auf 17 reduziert. Höhere Masten bedingen zwar eine höhere Seilführung, ermöglichen auf der anderen Seite aber auch, das Trassee zu bepflanzen. Würde demgegenüber die Masthöhe reduziert, wären in der Folge mehr Masten notwendig und eine Bepflanzung und damit Be - grünung des Trassees würde verhindert. Zudem käme es zu weiteren Pro - blemen in den Bereichen, wo die Seilbahn die Kantonsstrasse ü berquert (drei Überführungen). Bei den kritischen Masten handelt es sich um die Masten Nrn. 7, 8 und 16. Mast Nr. 7 steht, weil seilbahntechnisch erforderlich, auf einer Kante. Im Rahmen der Projektanpassungen wurde der Standort des Maste s wie- ter in Richtung der ursprünglichen Schneise versetzt, was sich sowohl in Bezug auf seine Höhe als auch aus bautechnischer Sicht als günstiger erweist. Anlässlich des Augenscheins bestätigte auch ein Vertreter der ENHK, dass die Einsehbarkeit mit der Projektoptimierung eine gewisse Verbesserung erfahren habe, wenn dies im Ergebnis auch nicht zu einem lediglich leichten Eingriff ins BLN-Objekt führe. Der Wunsch der ENHK sei es, die bestehende Bahn auf dem jetzigen Trassee zu behalten. Sollte dies nicht möglich sein, sei die Linienführung möglichst nah zum bis - herigen Trassee und möglichst tief zu halten. Die Vertreterin des BAFU erachtete die Verbesserung bei Mast Nr. 7 zwar ebenfalls lediglich als minime Verbesserung, mit Blick auf das gesamte Projekt jedoch trotz allem als Optimierung. Bei Mast Nr. 8 bestand die Problematik, wie die Beschwerdegegnerin darlegte, darin, mit zwei Stützen über die Krete zu kommen, damit die Gondeln waagrecht und nicht aufwärts in die Station einfahren können. Zwar sei es möglich, nur eine St ütze aufzustellen, doch würde eine solche auf die Krete zu stehen kommen und wäre damit noch exponierter. An ihrem jetzigen Standort sei sie 12 m hoch, sodass die Seilführung unter den Baumkronen erfolgen könne. In Bezug auf Mast Nr. 16 beurteilte auch die ENHK den Eingriff ins BLN-Objekt nicht als grösser wie bis anhin. So komme dieser lediglich 2 m höher zu stehen als der bisherige, womit auch die Seilführung in Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 463 etwa gleich hoch bleibe. Da es sich hier um nicht bewaldetes Gebiet handle, komme einer Differ enz von 1 bis 2 m eine geringere Relevanz zu. 5.8.4 Was die Stationsgebäude betrifft, bleibt die geplante Bergstation nach wie vor von der Talseite (das heisst von Süden) her nicht sichtbar. Das ursprünglich geplante Gebäude wurde im Rahmen der Projekt - optimierungen verkleinert und weist nun nur noch die Grösse « M », die kleinstmögliche für Gondelbahnen, auf. Die ENHK -Vertreter anerkann- ten anlässlich des Augenscheins zwar eine gewisse Verbesserung durch das überarbeitete Projekt, bezeichneten die Grössenordnung indes nach wie vor als massiv und in starker Konkurrenz zum Kurhaus stehend. Gewünscht werde eine Tieferlegung des Gebäudes und architektonisch eine andere Form und somit insgesamt eine stärkere Anbindung an die heutige Situation. Schliesslich sind sich d ie Verfahrensbeteiligten einig, dass auch das Stationsgebäude der Mittelstation Nesselboden möglichst klein ausfallen sollte. Dies ist insbesondere dadurch erreicht worden, dass mit der Pro - jektoptimierung aus zwei Bahnen eine gemacht wurde und damit nur noch eine Umlenkrolle sowie ein Antrieb erforderlich sind. Ausserdem wurde das Gebäude nach links hin zum Hang verschoben. Dennoch ist es von oben gesehen, mit Blick Richtung Geländekammer, gut sichtbar und stellt als Einzelelement für die ENHK die schwerst e Beeinträchtigung der gesamten Anlage dar. 5.9 Nach dem Gesagten werden Höhe und Standort der Masten, insbesondere der umstrittenen Masten Nrn. 7, 8 und 16, von der ENHK bemängelt. Doch gesteht auch sie ein, dass durch die Projektoptimie - rungen Verbesserungen erzielt werden konnten und etwa in Bezug auf Mast Nr. 16 keine grössere Beeinträchtigung entsteht, als sie bereits vorliegt. Auch hinsichtlich der Stationsgebäude konnten Optimierungen realisiert werden. Nachdem die Bergstation verkleinert wurde, stören sich die Kommissionen im Wesentlichen noch an der Tonnenform des Gebäudes. Dem ist indessen entgegenzuhalten, dass gerade die tonnen - artige Form das Gebäudevolumen verringert. Um den Bedürfnissen des Betriebs, aber auch der Fahrgäste (bspw. hinsichtlich Rol lstuhlgängig- keit, Zugang mit Material und Gepäck, Witterungsschutz etc.) zu genü - gen, ist eine gewisse Grösse erforderlich. Dies scheint mit der abgerun - deten Form bestmöglich erreicht zu werden. Im Übrigen zeichnet sich der Weissenstein, auch gemäss der ENHK, durch ein Gemisch von Natur- und Kulturlandschaft aus. Dass die Tonnenform der Stations -2013/31 Seilbahnen 464 BVGE / ATAF / DTAF gebäude sich derart störend auswirken sollte, ist nicht augenfällig. Nebenbei bleibt zu erwähnen, dass nebst dem Kurhaus auch Militär - anlagen, der Planetenweg und Landwirtschaftsbetriebe das Landschafts - bild auf dem Weissenstein mitprägen. Mit Blick auf die Mittelstation Nesselboden ist zudem dem Umstand Beachtung zu schenken, dass diese von unten, das heisst vom Tal, nicht einsehbar sein wird. Wie von der Beschwerdegegnerin, aber auch der V orinstanz glaubhaft dargestellt, wurde das Mögliche getan, um mit der neuen Seilbahn, soweit aus betrieblicher Sicht realisierbar, dem Natur -, Landschafts - und Umwelt - schutz gerecht zu werden. Des Weiteren ist im Sinne einer Gesa mtbeur- teilung weiter zu berücksichtigen, dass mit der neuen Bahn, gerade was die höhere Kapazität mit sich bringt, durchaus auch V orteile erzielt werden können. So ist insofern mit positiven Auswirkungen auf die Verkehrslage zu rechnen, da andernfalls, ohne Seilbahn, mit einer starken Zunahme des Individualverkehrs zu rechnen wäre, zumal die bestehende Sesselbahn, wie gesehen (vgl. E. 4 ff.), nicht sanierbar ist respektive von der V orinstanz keine weitere Betriebsbewilligung mehr erhalten würde. Unter Berü cksichtigung dieser Aspekte, insbesondere den mit den Projektoptimierungen erreichten Verbesserungen, und in gesamthafter Betrachtung der Auswirkungen der neuen Seilbahn erscheint daher das Abweichen der V orinstanz von den Gutachten der ENHK und EKD gerechtfertigt. Die V orinstanz hat dabei sämtliche Interessen mit berück - sichtigt und in ihre Überlegungen mit einbezogen. Demgegenüber stellen die Fachkommissionen besonders den Erhalt der bisherigen Sesselbahn in den V ordergrund, den sie als mit den V orgaben d es NHG vereinbar erachten. Sie gehen indes nicht näher darauf ein, dass bereits eine V orbelastung des BLN-Objekts durch die bisherige Sesselbahn besteht und gesamthaft betrachtet die neue Bahn auch V orteile mit sich bringt oder ohne eine solche ebenfalls schwerwiegende Nachteile zu gewärtigen wären. Eine solche umfassende Interessenabwägung haben die Kommis - sionen in ihren Gutachten und Stellungnahmen nicht durchgeführt, was ihre Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Fall ‒ selbst unter Be - rücksichtigung, dass es Sache der ENHK ist, sich primär mit den Fragen des Natur- und Heimatschutzes auseinanderzusetzen – insofern einseitig erscheinen lässt und deren Aussagekraft abschwächt. Des Weiteren ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit den diversen vorgenomm enen Projektoptimierungen, die das V orhaben aus Sicht des BAFU wesentlich begünstigt beziehungsweise zur Einschätzung des Eingriffs in das BLN - Objekt als weniger schwerwiegend geführt haben, ausgeblieben. Im Ergebnis ist somit nicht zu beanstanden, dass di e V orinstanz von der Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 465 Einschätzung der ENHK, als beratender Fachkommission, abgewichen ist und ‒ wie auch das BAFU – nicht von einer schweren Beein - trächtigung des BLN-Objekts ausging. 6. Da somit kein Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung vorliegt, kommt der verstärkte Schutz nach Art. 6 Abs. 2 NHG nicht zum Zug. Vielmehr lässt sich ein leichter Eingriff auch durch andere öffent - liche Interessen, nicht zwingend von nationaler Bedeutung, rechtfertigen. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich die von der V orinstanz in diesem Zusammenhang vorgenommene Interessenabwägung als recht - mässig erweist (vgl. E. 5.5). 6.1 Die V orinstanz erwog im Wesentlichen, dass die projektierte Seilbahn nicht nur Nachteile, sondern auch V orteile für den Landschafts- schutz bring e, indem etwa durch strassenbezogene Verbote massive Entlastungen für das BLN -Objekt resultierten. Des Weiteren wirke sich die verminderte Anzahl an Stützen positiv aus, selbst wenn durch diese die Seilführung höher ausfalle. Die gewählte Linienführung ermö gliche es zudem, in der Schneise Wald aufzuziehen. Mangels entsprechender V orgaben der Kommissionen gehe sie davon aus, dass sich die Stations - bauten mit der gewählten Ausgestaltung in einem verträglichen Mass genügend in die Landschaft einordnen würden. G esamthaft gesehen lägen somit mehrere Interessen vor, welche dem Erhaltungsinteresse des BLN-Objekts mindestens gleichwertig gegenüberstünden. 6.2 Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, es lägen offensicht - lich keine nationalen Interessen vor. Aber auch die regionalen Interessen an der Gondelbahn seien wegen der lediglich geringen Verkehrsabnahme und der Sanierbarkeit der Anlage nicht gewichtig. Schliesslich würden auch die Projektoptimierungen nichts wesentlich an der Situation ändern. Vielmehr sei dem Gebot der grösstmöglichen Schonung gemäss Art. 6 NHG durch eine Sanierung der bestehenden Sesselbahn nachzukommen. 6.3 6.3.1 Die projektierte Gondelbahn führt einerseits zu einer höheren Kapazität, dies durch die Ausgestaltung als 6er -Kabinenbahn und schnellere Beförderungskapazitäten als die alte Sesselbahn. Dies bedingt grössere Stationsgebäude, eine breitere Schneise (von 15 m statt 10 m), eine höhere Seilführung sowie höhere und massivere Stützen. Zudem muss im Bereich der unteren Sektion von der bisherigen Linienfüh rung abgewichen werden. Auf der anderen Seite bedarf die neue Anlage statt bisher 31 lediglich 17 Stützen. Durch die höhere Seilführung ist ein 2013/31 Seilbahnen 466 BVGE / ATAF / DTAF Baum- und Sträucheraufwuchs in der Schneise möglich , und trotz höherer Stützen werden die Gondeln aufgrund des S eildurchhangs über weite Strecken teilweise knapp unter oder nur wenig oberhalb der Baumgrenze geführt. Mit den Projektanpassungen (vgl. E. 5.8.2) wurden die Stationsgebäude redimensioniert und verkleinert. Dabei nimmt die Beschwerdegegnerin gewisse betriebliche Nachteile in Kauf, indem sie die zwei Antriebe für die Bahn, je einen pro Abschnitt, auf einen Antrieb reduziert und somit auf einen voneinander unabhängigen Betrieb der beiden Sektionen verzichtet. Was die Ausgestaltung der Stationsgebäude betrifft , wird von den Kommissionen deren Form bemängelt. Zwar liegt es nicht an den Kommissionen, Projektalternativen aufzuzeigen. Sie sollen aber mit Blick auf die Schutzziele namentlich darlegen, ob das Ausmass und das Gewicht der Beeinträchtigung minimiert wer den könnten, und für den Fall der Realisierung, soweit nötig, Auflagen vorschlagen (BGE 125 II 591 E. 7b). V orliegend haben die Kommissionen einzig geltend gemacht, eine architektonisch andere Form und insgesamt eine stärkere Anbindung an die heutige Situa tion zu bevorzugen (vgl. E. 5.6). Weitergehend setzten sie sich aber nicht mit den Projektvorlagen auseinander. Über die Form und Ausgestaltung der Stationen kann man unterschiedlicher An - sicht sein. Jedenfalls führt die vorgeschlagene Tonnenform – die im Übrigen von einer Fachjury in einem Architekturwettbewerb ausgewählt wurde – durch die Abrundungen grössenmässig zu einem geringeren V olumen. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, was offensichtlich gegen diese rücksichtsvolle, möglichst einfache und wenig s törende Form spre- chen könnte, und es wird diesbezüglich auch von den Fachkommissionen nichts Konkretes vorgebracht (vgl. E. 5.9). Schliesslich konnte die Linienführung im unteren Bereich der Strecke optimiert werden, um bei den Stützen Nrn. 7 und 8 die Ei nsehbarkeit zu verringern. Es kann damit insgesamt von deutlichen Verbesserungen durch die Projektanpassungen gesprochen werden. Hinzu kommen weitere V orteile, welche das Konzept « Weissenstein Plus » mit sich bringt. Dieses sieht eine Teilsperrung der Kantonsstrasse (an Wochenenden und Feiertagen), ein Parkierungsverbot im Bereich der Mittelstation Nesselboden, ein begrenztes Parkplatzangebot auf dem Weissenstein sowie ein Parkierungsverbot entlang der Strasse ausserhalb der markierten Parkierungszonen vor. Insofern soll eine Verlagerung zur Seilbahn erfolgen, was die Immissionen, die der Individualverkehr ver - ursacht, reduzieren wird. Als weiteres Interesse ist schliesslich auch an -Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 467 zuführen, dass das Kurhaus Weissenstein sowohl von den Gästen als auch für die Belieferung erreichbar sein muss. 6.3.2 Auf der anderen Seite verbleiben unbestreitbar gewisse Beein - trächtigungen des BLN -Objekts. So bleibt die Mittelstation Nesselboden (von oben) einsehbar, einzelne Masten, insbesondere Mast Nr. 7 auf der Krete, sind exponiert und die neue Linienführung im unteren Strecken - abschnitt bedingt eine breitere und damit, jedenfalls bis die Ersatzauf - forstungen aufgewachsen sind, eine sichtbarere Schneise. Die ENHK und EKD stören sich deshalb in erster Linie an der Grösse und der Dimension der neuen Bahn, daneben aber auch an der Kapazitätssteigerung, welche diese mit sich bringen wird. 6.3.3 Die dargelegten Interessen lassen den Schluss der V orinstanz zu, dass die Beeinträchtigung durch die projektierte neue Seilbahnanlage nicht zu einem Abweichen vom Grundsatz der ungeschmälerten Erhal - tung führt. Ob im Ergebnis ein konkretes Eingriffsinteresse von natio - naler Bedeutung gegeben ist, wie dies die V orinstanz vorbringt, mag da - hingestellt bleiben. Jedenfalls liegen aber verschiedene I nteressen vor, welche dem Erhaltungsinteresse des BLN-Objekts mindestens gleichwer- tig gegenüberstehen: V orweg ist festzuhalten, dass es ohne das vorlie - gende Projekt keine Seilbahn auf den Weissenstein gäbe. Die V orinstanz hat deutlich gemacht, der besteh enden Sesselbahn keine Betriebsbewilli - gung mehr erteilen zu können. Aber auch die Beschwerdegegnerin hält klar fest, an deren Betrieb nicht weiter interessiert zu sein. Eine Er - schliessung des Weissenstein s mit einer Seilbahn käme demnach in absehbarer Zeit lediglich im Rahmen des vorliegenden Projekts in Frage. Ohne eine Seilbahn würde die Zahl der Gäste auf dem Weissenstein stark abnehmen, was auch Konsequenzen für die dortigen Gastronomiebe - triebe, allen voran das Kurhaus Weissenstein, hätte. Gleichzeit ig würde der motorisierte Individualverkehr zunehmen und – wie bereits in den vergangenen Jahren seit der Betriebseinstellung der Sesselbahn – gerade an Spitzentagen zu einer Überlastung der Strasse, mit rollendem und parkiertem Verkehr, führen. Im Winter wäre der Weissenstein nur noch zu Fuss erreichbar und selbst im Sommerhalbjahr mit öffentlichen Ver - kehrsmitteln lediglich zeitweise zugänglich. Um den Eingriff in das BLN -Objekt möglichst zu vermindern, wurden mittels der Projektoptimierungen verschiedent lich Verbesserungen er - reicht (vgl. E. 6.3.1 2. Absatz). Zwar sind die teils höheren Masten und die grösseren Stationsgebäude aus der Ferne sichtbar. Indes wurde das Mögliche getan, um die Dimensionen kleinstmöglich zu halten. Das 2013/31 Seilbahnen 468 BVGE / ATAF / DTAF Trassee der neuen Bahn wi rd zwar an Stellen breiter, doch lässt sich diese aufgrund der höheren Seilführung immerhin begrünen. Eine ge - wisse Zunahme von Gästen auf dem Weissenstein ist, wie der Beschwer - deführer befürchtet, anzunehmen. Dies soll denn auch durch die Kapazi - tätssteigerung ermöglicht werden. Davon, dass nun der Weissenstein von Menschen überrannt werden soll, ist aber nicht auszugehen. Selbst bei einer Förderleistung von maximal 1 200 P/h ist zu berücksichtigen, dass diese allenfalls an wenigen Spitzentagen und zu wen igen Spitzenzeiten nötig sein dürfte. Die Bedenken des Beschwerdeführers sind somit zu relativieren. Die von der V orinstanz erlassene Plangenehmigungsverfü - gung berücksichtigt somit insgesamt das Schonungsgebot im Sinne von Art. 6 Abs. 1 NHG, weshalb die d iesbezügliche Rüge des Beschwerde - führers abzuweisen ist. 7. – 8.4 (…) 9. 9.1 In Bezug auf das Kurhaus Weissenstein macht der Beschwer - deführer geltend, es handle sich um ein Denkmal von nationaler Be - deutung. Wie die ENHK und die EKD ausführten, stelle das Kurhaus ein wertvolles geschütztes Kulturdenkmal dar. Dieses werde durch die geplante Bergstation beeinträchtigt. Die von der V orinstanz angeführten Interessen – Bedürfnis, Erschliessungszweck, schonendste Setzung, not - wendige Mindestgrösse und befriedigen de Einordnung ins Landschafts - bild – vermöchten in Anwendung von Art. 3 Abs. 1 NHG das Interesse an einer ungeschmälerten Erhaltung nicht zu überwiegen, was zum Verzicht auf die Bergstation in der geplanten Bauweise führen müsse. 9.2 Die Beschwerdegegnerin wei st darauf hin, dass aus Sicht der kantonalen Denkmalpflege keine Beeinträchtigung des Kurhauses vor - liege, sondern einzig aus Sicht der ENHK, der EKD und des BAK. Diese gingen indessen auch von der unzutreffenden Prämisse aus, die alte Sesselbahn könne wie der aufgebaut werden, ohne dass bauliche Verän - derungen an der Bergstation vorgenommen werden müssten. So oder so wäre aber eine Beeinträchtigung des Kurhauses dann gerechtfertigt, wenn das Interesse am Bau der Seilbahn überwiege. Mithin seien die Interessen des Denkmalschutzes gegenüber jenen an der Seilbahn abzu - wägen, was die V orinstanz korrekt vorgenommen habe. Es bestehe ein erhebliches Interesse an einer Erschliessung des Weissensteins mittels Seilbahn, wobei dies sogar im ureigenen Interesse des Kurh auses liege, zumal die derzeitige fehlende Seilbahnerschliessung teilweise eine Betriebseinschränkung des Kurhauses zur Folge habe. Im Übrigen werde Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 469 durch die Erschliessung mittels Seilbahn dem Umgebungsschutz des Kurhauses besser gewahrt als eine « Blechlawine » von parkierten Autos. 9.3 Die V orinstanz prüfte im angefochtenen Entscheid zunächst, ob durch die projektierte Bergstation überhaupt eine Beeinträchtigung des Umgebungsschutzes des Kurhauses vorliege , und kam wie die ENHK und die EKD sowie das BAK zum Schluss, dass der Umgebungsschutz tangiert sei. Bei der Interessenabwägung ging sie von einem überwie - genden Interesse an der Erschliessung des Weissensteins durch eine neue Seilbahn aus. Eine Konkurrenzierung aus der Ferne sei zwar nicht erkennbar, da das Kurhaus mit seiner länglichen Ausrichtung auf dem Weissenstein die klar dominantere Silhouette gegenüber der Seilbahn - station darstelle, zumal Letztere dezent zurückgezogen seitlich platziert werde. Hingegen bestehe aus der Nähe im Ensemble eine gewisse K on- kurrenzierung, insbesondere aus nordwestlicher und westlicher Richtung, die im V olumen der Station sowie an dieser Stelle aufgrund der Form des Gebäudes gegenüber der seitlichen Ausrichtung und der Hinteransicht des Kurhauses als auffällig wahrgenommen werden könne. Indes sei mit der gewählten Projektvariante, insbesondere dank der Projektanpas - sungen, insgesamt die beste und verträglichste Lösung gewählt worden. In die Interessenabwägung bezog sie vor allem mit ein, dass vo r dem Hintergrund, dass kleins tmögliche Eingriffe vorzunehmen seien, kein anderer Standort für die Bergstation als der gewählte in Frage komme. Das architektonische Konzept mit der rundlichen und damit volumen - sparenden Form sowie der Verwendung von naturbelassenem Holz füge sich befriedigend in die Landschaft ein. Dagegen würde ein Sattel - oder Flachdach die BLN-Konformität wohl beeinträchtigen. Sie wertete daher die Interessen des Schutzes des BLN -Objekts sowie an der Erschliessung des Weissensteins mittels Seilbahn als höher. Zudem s ei das Kurhaus als betriebswirtschaftlich geführte Gastronomie auf eine ganzjährige Er - schliessung angewiesen. Insofern sei die Beeinträchtigung des Kurhauses durch die geplante Stationsgestaltung als weniger wichtig einzuordnen, zumal auch dieses von der Seilbahnerschliessung unbestritten profitieren werde. Die Seilbahn lasse sich daher entsprechend der eingereichten Variante auch gestützt auf Art. 3 NHG erstellen. 9.4 Das BAK führte im vorinstanzlichen Verfahren aus, die pro - jektierte neue Bergstation versuch e, dem besonderen Situationswert mit einer ebenso besonderen architektonischen Gestaltung gerecht zu wer - den. Trotz der Verkleinerung des V olumens im Rahmen der Projektüber- arbeitung würden die formale Gestaltung und der immer noch bedeutend 2013/31 Seilbahnen 470 BVGE / ATAF / DTAF massiver in Er scheinung tretende Gebäudekörper sich nach wie vor im Ensemble nicht dem Kurhaus unterordnen. Die Bergstation bleibe ein um Aufmerksamkeit ringendes Einzelelement, sodass die Beeinträchtigung des Kurhauses durch die Projektüberarbeitung zwar leicht vermind ert werde, jedoch bestehen bleibe. Die Visualisierung von Norden zeige diese befremdliche Situation und die ungelösten Grössenverhältnisse deutlich auf. 9.5 Den Gutachten der ENHK und EKD zufolge präsentiert sich die Anlage Kurhaus Weissenstein, die mit ihrer markanten, nahezu symmet - rischen Silhouette die Bergkuppe des V orderen Weissensteins präge, als wohlgestalteter und organisch gewachsener Baukomplex, an dem die ent - scheidenden Phasen der wirtschaftlich -touristischen Entwicklung abge - lesen werden könnten. Der Komplex sei zusammen mit dem südlich daran anschliessenden , nicht bewaldeten Bereich von weitem erkennbar und stelle ein prägendes Element der Landschaft dar. Das Kurhaus sei ein wertvolles geschütztes Kulturdenkmal und stehe in einem engen Zusam - menhang mit der Sesselbahn. Die projektierte Bergstation werde erheb - lich grösser und dominanter. Die Rodung für die Bergstation bedränge ein kleines Waldstück, das heute die Bergstation visuell abschirme und einen wichtigen Beitrag zur Gliederung der wertvollen und abwechs - lungsreichen Landschaft auf dem Weissenstein leiste. Zudem trete sie in Konkurrenz zum Kurhauskomplex. Während das bestehende Stations - gebäude aufgrund seiner rudimentären Ausbildung eindeutig als sekun - däres, der Erschliessung diene ndes Dependenzgebäude lesbar sei, schwäche das Neubauprojekt die im Kurhaus gipfelnde Hierarchie. Ob - wohl der neue Stationsbau gegenüber dem Berghotel tiefer situiert und so weit wie möglich nach Norden zurückversetzt worden sei, beeinträchtige er aufgrund seiner V olumetrie und seiner formalen Ausbildung die Wirkung des Denkmals und schmälere dessen Wert. 9.6 Das Kurhaus Weissenstein wurde in den Jahren 1826/27 erbaut. Es steht markant auf der Bergkuppe des Weissenstein s und ist von weit - herum gut sichtbar. Unb estrittenermassen steht es unter dem Schutz von Art. 3 NHG. Die Bergstation der bisherigen Sesselbahn, aber auch der projektierten neuen Bahn liegt direkt daneben, von Süden aus betrachtet auf der linken Seite des Kurhauses. Anlässlich des Augenscheins bem än- gelten die Kommissionen insbesondere die Tonnenform des Neubau - projekts, die eine grosse Präsenz markiere und damit in Konkurrenz zum Kurhaus und der Kulturlandschaft stehe. Die Tonne erinnere in ihrer Form an einen Hangar, der als Bergstation merkwürdig anmute, weil man Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 471 sich nicht in einer Ebene befinde, wie dies für Hangars die Regel sei. Sie wünschten im Wesentlichen eine Redimensionierung des Gebäudes, bei - spielsweise indem eine Sesselbahn erstellt werde respektive die vorhan - dene erhalten bleibe, so wie eine bessere Integration in die bestehende Umgebung und eine weniger auffällige Gestaltung des Gebäudes, sodass die Station im Ergebnis dem Kurhaus untergeordnet wäre. Den Erläuterungen der Beschwerdegegnerin zufolge waren mehrere Pro - jektvorschläge ausgearbeitet worden, die jedoch, teilweise bereits aus be - trieblichen Gründen, teilweise wegen der Grösse, ausschieden. Auch das zweitplatzierte Projekt fiel in seiner Höhe etwa gleich hoch aus wie das genehmigte. Bei Letzterem waren zudem offenbar Studien erhoben worden zur Prüfung, ob eine Versenkung im Boden möglich ist, was je - doch aus Anbindungsgründen zum Kurhaus nicht hätte realisiert werden können und im Übrigen zu tiefen Abgrabungen geführt hätte, die das Fundament des Kurhauses betroffen hätten. Was die Höhe der Bergstation anbelangt, muss davon ausgegangen werden, dass deren Profilierung anlässlich des Augenscheins falsch erfolgte. Wie sowohl der Stellungnahme der V orinstanz vom 15. Januar 2013 als auch der Eingabe des BAFU vom 19. Dezember 2012 zu entnehmen ist, beträgt die Höhendifferenz zur alten Station entsprechend den genehmigten Plänen etwa einen Meter. Nichtsdestotrotz wurde deut - lich, dass die Bergstation durch ihre Hanglage und den Schutz durch die Bäume von Süden nicht sichtbar ist und tr otz des etwa einen Meter höheren Neubaus auch nicht sein wird. Einzig von Norden betrachtet wird die Bergstation deutlich sichtbar sein und deren Tonnenform in Erscheinung treten. Über diese lässt sich denn auch streiten (vgl. E. 5.9 und 6.3.1), doch bleib t zu berücksichtigen, dass damit – anders als bei einem Satteldach – V olumen eingespart werden kann. Gleichzeitig ist unumgänglich, dass etwa ein behindertengerechter Zugang oder die aus Witterungsgründen geschlossene Station eine gewisse Grösse bedingen. Wie im Übrigen sowohl von der V orinstanz als auch der Beschwerde - gegnerin dargelegt wurde, liesse sich die Bergstation selbst bei einer 4er - Gondelbahn oder einem solchen Sessellift nicht kleiner gestalten. Einzig bei einem 2er -Sessellift, der aber den vorl iegenden Bedürfnissen nicht genügen würde, wäre dies möglich. Hinzu kommt, dass die Aussicht auf den Weissenstein und das Kurhaus besonders von Süden aus auffällt und von zahlreichen Personen wahrge - nommen wird. Dagegen ist der Blick von Norden einer relat iv geringen Anzahl Personen vorbehalten, die sich gerade auf dem Weissenstein 2013/31 Seilbahnen 472 BVGE / ATAF / DTAF aufhalten. Insofern würde von Süden, das heisst der typische Anblick des Solothurner Hausbergs vom Mittelland aus betrachtet, der Eingriff viel massiver erscheinen. Jedoch ist di e Bergstation von hier gerade nicht erkennbar. Was den Anblick von Norden betrifft, ist zudem nicht ausser Acht zu lassen, dass nebst dem Kurhaus auch militärische Anlagen (Masten/Antenne) und der Planetenweg die Umgebung auf dem Weissen- stein mitprägen. 9.7 Die V orinstanz hat folglich auch in Bezug auf den Denkmal - schutz des Kurhauses eine vollständige Interessenabwägung vorge - nommen und die Beschwerdegegnerin, auch anlässlich des vorliegenden Beschwerdeverfahrens, ausführlich zu Projektvarianten Stellung bezo - gen. Demgegenüber begnügten sich die ENHK und EKD, aber auch das BAK in pauschaler Weise damit, die Bergstation zu kritisieren. Als einzige gangbare Option wird die bisherige Bergstation genannt, dagegen jedoch nicht dargelegt, inwiefern am projektierten Bau Anpassungen vor- genommen werden könnten, die ihren Interessen entgegenkämen. Insge - samt ist indes durch die projektierte und genehmigte Gondelbahn keine Verletzung von Art. 3 NHG auszumachen. 10. Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die V orinstanz die Personenbe- förderungskonzession zu Recht erteilt hat. 10.1 Die Konzessionsvoraussetzungen richten sich nach den Bestim - mungen von Art. 9 und 11 PBG. Die V orinstanz bejahte das V orliegen der wirtschaftlichen V oraussetzungen und erteilte der Beschwerdegegnerin die Konzession für die Dauer von 25 Jahren ab Rechtskraft. 10.2 Der Beschwerdeführer rügt, die V orinstanz hätte die Beschwer - degegnerin hinsichtlich Wirtschaftlichkeits- und Planerfolgsrechnung zur Einreichung aktualisierter und realistischer Unterlagen aufford ern müs - sen. Die Personenbeförderungskonzession beruhe daher auf einer unge - nügend vorgenommenen Sachverhaltsabklärung. Des Weiteren bestehe das Bedürfnis an der Erstellung einer neuen Seilbahn nicht im geschil - derten Mass und Umfang und es bestehe Grund z ur Annahme, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich sein werde. Der Beschwerdeführer reichte sodann im Rahmen der Replik ein Gutachten von Prof. Stefan Forster ein, wonach es fraglich sei, ob mit der Steigerung der Transport - kapazitäten tatsächlich mehr Gäste und Besucher auf den Weissenstein gebracht werden könnten. Die angestrebten höheren Kapazitätsmöglich - keiten beim Bau einer neuen Gondelbahn würden gezwungenermassen dazu führen, dass auf dem Berg mehr Erlebnisangebote geschaffen Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 473 werden müssten . Demgegenüber führe eine Sanierung der bestehenden Sesselbahn mit seiner gemächlichen Fahrweise in tiefer Höhe dazu, dass Authentizität geschaffen werden könne, mit der sich ein touristisches An - gebot von der Konkurrenz abhebe. 10.3 Die Beschwerdegegnerin mach t dagegen, wie die V orinstanz, geltend, dass ein entsprechendes Bedürfnis vorliege und sie die gefor - derten wirtschaftlichen V oraussetzungen zum Erhalt einer Konzession erfülle. 10.4 Gemäss Art. 6 Abs. 1 PBG kann der Bund Unternehmen Per - sonenbeförderungskonzessionen erteilen. Ein Unternehmen muss dazu nach Art. 9 Abs. 2 PBG nachweisen, dass das im Konzessions - oder Bewilligungsgesuch beantragte Verkehrsangebot im Binnenverkehr zweckmässig und wirtschaftlich erbracht werden kann (Bst. a), zum be - stehenden Angebo t anderer öffentlicher Transportunternehmen keine volkswirtschaftlich nachteiligen Wettbewerbsverhältnisse entstehen oder eine wichtige neue Verkehrsverbindung eingerichtet wird (Bst. b) und es die arbeitsrechtlichen V orschriften einhält und die Arbeitsbed ingungen der Branche gewährleistet (Bst. c). Für Angebote ohne Erschliessungs - funktion sind des Weiteren folgende zusätzliche Anforderungen erforderlich (Art. 11 PBG): a. Der Standort, die Art und die Beför - derungsleistung des vorgesehenen Angebots sind zw eckmässig. b. Der Ausgangspunkt für die geplanten Fahrten ist mit öffentlichen Verkehrs - mitteln gut erreichbar. c. Das neue Angebot gefährdet die wirtschaftliche Existenz bestehender bedürfnisgerechter Angebote nicht. d. Die bestehende oder vorgesehene touristische Ausstattung im Bereich des ge- planten Angebots lässt eine für einen kostendeckenden Betrieb ausrei - chende Nachfrage erwarten. e. Die Nutzung des bestehenden Transport - angebotes eines Gebietes ist gut und wird durch das neue Angebot nicht erheblich verschlechtert. f. Die vorgesehene Finanzierung und der vor - aussichtliche wirtschaftliche Erfolg lassen erwarten, dass die für das Angebot erforderlichen Bauten, Anlagen und Fahrzeuge nach den Erfor - dernissen der Betriebssicherheit unterhalten und genüge nd abgeschrieben werden können. Die SebV führt weiter aus, dass dem BA V mit dem Konzessionsgesuch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Investitions - plan und Finanzierungsplan einschliesslich Finanzierungsnachweisen (Art. 20 Abs. 1 Bst. a SebV) sowie eine P lanerfolgsrechnung (Art. 20 Abs. 1 Bst. b SebV) einzureichen sind. Im « Merkblatt 1: ordentliches Plangenehmigungsverfahren nach SebG » des BA V vom 1. Dezember 2008 werden diese V orgaben näher umschrieben. 2013/31 Seilbahnen 474 BVGE / ATAF / DTAF Der Beschwerdeführer rügt namentlich, der Nachweis der wirtschaft - lichen Erbringung des Verkehrsangebots sei nicht erbracht (Art. 9 Abs. 2 Bst. a PBG), es fehle das nötige Bedürfnis für einen kostendeckenden Betrieb (Art. 11 Bst. d PBG) und die vorgesehene Finanzierung und der voraussichtliche wirtschaftl iche Erfolg liessen keinen genügenden Betrieb erwarten (Art. 11 Bst. f PBG). 10.4.1 Im angefochtenen Entscheid prüfte die V orinstanz zunächst das Bedürfnis nach einer neuen Seilbahn auf den Weissenstein. Die von ihr aufgeführten und bereits im Zusammenhang mit de r Frage der Sanierbar- keit erörterten Argumente leuchten ein; insbesondere ist ein überwiegen - des touristisches Interesse an der Erschliessung des Weissenstein s mit einer sicheren Seilbahn auszumachen (vgl. E. 4.5, 4.7.7, 6.3.3 und 9.6). Der Weissenstein ist unbestreitbar ein bedeutendes und attraktives Ausflugsziel für Wanderer und Spaziergänger. Das Einzugsgebiet reicht im Süden von der Region Bern bis im Norden die Region Basel und beschränkt sich nicht einzig auf die Bevölkerun g von Solothurn. Die Aussicht vom Berg reicht über den gesamten Schweizer Alpenkamm vom Mont Blanc bis zum Säntis. Wie gesehen, führt der neue Richtplan dazu, dass die Strasse auf den Weissenstein an Sonn - und Feiertagen für den Individualverkehr gesperrt wird. Zudem wird ein strengeres Parkierungsregime eingeführt, sodass der Zugang für den motorisierten Individualverkehr nur noch eingeschränkt bestehen wird. Ausserdem ist die Strasse während des Winters nicht befahrbar, da keine Schneeräumung stattfindet. Somit besteht ein umso grösseres Bedürfnis nach einer alternativen Erschliessung des Weissensteins. Das vorliegende Projekt ermöglicht dies, indem Familien mit Kindern, Personen mit Sportgeräten, ältere und behinderte Personen, aber auch Material und Gepäck sicher und komfortabel auf den Weissenstein transportiert werden können. Für die Anfangsphase ist eine Förderleistung von 900 P/h vorgesehen, im Endausbau soll die Anlage mit einer Förderleistung von 1 200 P/h betrieben werden. Dieser Kapazitätsausbau i m Vergleich zur bisherigen Bahn (bisher 450 P/h) scheint insofern gerechtfertigt, als bis anhin zu Spitzenzeiten mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen war und die An - zahl Passagiere – gerade vor dem Hintergrund der mit dem Richtplan vorgesehenen Erschlies sung des Weissenstein s mit einer Seilbahn – weiter zunehmen dürfte. V om Wechsel der Sesselbahn zur Gondelbahn entstehen des Weiteren V orteile wie ein besserer Witterungsschutz bei schlechtem Wetter, die Möglichkeit der Durchführung von Nachtfahrten Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 475 und ind irekt auch höhere Umsätze der Gastronomiebetriebe auf dem Weissenstein. Eine solche Förderleistung und damit auch Bedarfsab - deckung könnte demgegenüber – entgegen dem V orbringen des Be - schwerdeführers – mit der bestehenden Sesselbahn nicht gewährleistet werden, nicht zu schweigen vom Transport von Material, Sportgeräten und Gepäck, aber unter Umständen auch von körperlich behinderten Personen. Schliesslich ist angesichts des bereits bestehenden breiten Angebots, von der Gastronomie über Wander- und Spaziermöglichkeiten, dem Planetenweg, dem Seilpark in der Nähe, dem Schlittelweg im Winter sowie der Mountainbike -Downhillstrecke, für deren Betrieb die Beschwerdegegnerin bereits über eine kantonale Bewilligung verfügt, mit der V orinstanz und der Beschwerdegegnerin von einem genügenden Bedürfnis im Sinne des PBG auszugehen. 10.4.2 Mit Bezug auf die Frage der Wirtschaftlichkeitsrechnung ist festzuhalten, dass die zu tätigenden Investitionen auf total 15,05 Mio. Franken zu stehen kommen sollen. Für die Finanzierung sind e in Eigen- kapital der Beschwerdegegnerin in der Höhe von 12,55 Mio. Franken sowie Fremdmittel (Bankdarlehen) von 2,5 Mio. Franken vorgesehen. Die Investitionskosten sind somit mit einem Eigenkapitalanteil von über 80 % sichergestellt. Wie die V orinstanz anf ührt, ist ein solch hoher Deckungsgrad der Kosten durch Eigenmittel im Bereich von Seilbahnen äusserst selten. Auch die geldgebende Bank analysierte die Planbilanz sowie die Planerfolgsrechnung und schloss, dass die pessimistische Variante (Steigerung der Verkehrserträge um 30 %) ein Rating 4 ergebe: niedriges Risiko, mittelfristig stabil, kurzfristig sehr stabil. Positiv zu werten sei der hohe Eigenfinanzierungsgrad, die sehr gute Liquidität und die gute Rentabilität, negativ dagegen der hohe Abschreibungs bedarf, der die Bildung von Reserven aus einbehaltenen Gewinnen verunmögliche. Bei der optimistischeren Variante (Steigerung der Verkehrserträge um 50 %) würde sich ein noch besseres Rating ergeben. Beide Varianten zeigten auf, dass die Tragbarkeit der Ban kenfinanzierung gegeben sei. Die Fremdverschuldung könne ordentlich verzinst werden. Bei der Konzessionsvoraussetzung der Wirtschaftlichkeit geht es um die Frage, ob die Seilbahn voraussichtlich genügend Einnahmen erwirtschaf - ten wird, um dauerhaft betrieb en und nach den Erfordernissen der Betriebssicherheit unterhalten werden zu können ( MARCEL HEPP/UELI STÜCKELBERGER, in: Georg Müller [Hrsg.], Schweizerisches Bundesver - waltungsrecht Band IV , Verkehrsrecht, J Seilbahnrecht, Basel 2008, Rz. 55). Somit geht e s nicht um den unternehmerischen Erfolg in Form 2013/31 Seilbahnen 476 BVGE / ATAF / DTAF von Gewinnausschüttung, sondern um die Sicherstellung der Finan - zierung eines sicheren Betriebs. Wäre eine solche nicht gegeben, müssten Alternativen in Betracht gezogen werden. Die Planbilanz und die Planerf olgsrechnung wurden für die Jahre 2011 bis 2015 erstellt, das heisst für fünf Jahre, wie dies im Merkblatt des BA V vorgesehen ist (…). Diese Dauer von fünf Jahren entspricht einer langjährigen und bewährten Praxis der V orinstanz. Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht näher substanziiert, inwie - fern im vorliegenden Fall davon abzuweichen wäre, weshalb der V orinstanz auch diesbezüglich keine ungenügende Sachverhaltsermitt - lung vorzuwerfen ist. Was die Überprüfung der Planerfolgsrec hnung betrifft, prüfte die V orinstanz, ob die von der Beschwerdegegnerin getrof- fenen Annahmen plausibel erscheinen. Sie stellte fest, die Ertragsseite enthalte wegen der üblichen Nachfrageschwankungen naturgemäss Unsicherheiten. Ob sich aus Freizeitangebo ten auf dem Weissenstein ein (zusätzlicher) wirtschaftlicher Erfolg erzielen lasse, möge aus unter - nehmerischer Sicht bedeutsam sein, erweise sich für die Beurteilung der Ertragsentwicklung als Bestandteil der wirtschaftlichen Konzessionsvor - aussetzungen j edoch nicht als entscheidend. Insgesamt könne aufgrund der Marktchance aber davon ausgegangen werden, dass ausreichende Erträge erzielbar seien. Die Kostenseite könne dagegen präziser kal - kuliert werden: Für die neue Bahn spreche dabei der Umstand, dass di e Betriebskosten eindeutiger berechnet werden könnten und erfahrungs - gemäss stabiler verliefen. Zudem wertete sie positiv, dass aus der Pro - jektfinanzierung keine wesentlichen Finanzierungsfolgekosten anfallen. Insgesamt erachtete die V orinstanz die Ertrag s- und Kostenschätzungen deshalb als sachgerecht und nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Abschreibungskosten allein müssten 1 bis 1,2 Mio. Franken ausmachen, das heisst , der Cash Flow vor Abschreibung müsse im Durchschnitt mindestens 1,5 Mio. Franken betragen. In seinen Eingaben erläutert er diese Zahlen indes nicht näher. Dagegen sind die fundiert begründeten Ausführungen der V orinstanz, die im Bereich der Seilbahnen übe r ein besonderes Fachwissen verfügt (vgl. E. […] und 4.7.6), nachvollziehbar und erscheinen realistisch. Es kann daher auf diese abgestellt werden. Insbesondere erweist sich, wie dies vom Beschwerdeführer gefordert wird, eine externe Überprüfung der Wirtschaftlichkeit nicht als notwendig. Der entsprechende Antrag ist daher abzuweisen. Vielmehr kann zusammengefasst festgehalten werden, dass einerseits ein Transportbedürfnis mit der projektierten Seilbahn aus -Seilbahnen 2013/31 BVGE / ATAF / DTAF 477 zumachen ist und die wirtschaftlichen V oraussetzun gen für die Konzes - sionserteilung gemäss Art. 9 respektive 11 PBG erfüllt sind. 10.5 Die V orinstanz hat demnach die V oraussetzungen zur Erteilung einer Personenbeförderungskonzession gemäss Art. 9 und 11 PBG zu Recht bejaht und diese der Beschwerdegegnerin entsprechend erteilt.