23. Juni 1989 N 1141 Postulat Petitpierre #ST# 88.893 Motion Braunschweig Werktags-Wahl- und -Stimmrecht Bureaux de vote. Ouverture les jours de semaine Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1988 Anlässlich der bevorstehenden Revision des Gesetzes über die politischen Rechte ersuchen wir den Bundesrat, auch die Einführung des Werktags-Wahl- und -Stirn m rechtes einzube- ziehen. Die Oeffnungszeiten und Standorte der Urnen sollten grundsätzlich den Lebensgewohnheiten und dem Bewusst- sein der Menschen unserer Industrie-, Dienstleistungs-, Kon- sum- und Freizeitgesellschaft angepasst werden. Stimmbe- rechtigte empfinden heute ihre staatsbürgerliche Verantwor- tung in erster Linie als werktägliche Verpflichtung und weniger als sonntägliche Ehre. Texte de la motion du 16 décembre 1988 A l'occasion de la prochaine révision de la loi sur les droits poli- tiques, nous prions le Conseil fédéral d'inclure dans la nou- velle loi l'ouverture des bureaux de vote les jours ouvrables. Les heures d'ouverture et les lieux de vote devraient être adaptés au mode de vie de l'homme moderne, c'est-à-dire au rythme d'une société industrielle, où les services, la consom- mation et les loisirs priment. Le citoyen d'aujourd'hui ressent en effet ses responsabilités civiques plus comme un devoir lié à la vie professionnelle que comme un honneur dominical. Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun Schrittliche Begründung - Développement par écrit Zur Begründung verweise ich auf meine Einfache Anfrage vom 26. September/24. Oktober 1979 sowie auf diejenige von Kol- lege Heinz Bratschi aus dem Jahr 1971. Daraus geht hervor, dass es mir nicht um Zusatztage oder um eine Stimm- und Wahlrechtserleichterung geht, sondern um eine Anpassung an längst veränderte soziologische Verhältnisse. Als Vergleich wäre es undenkbar, die Volkszählung über das Wochenende durchzuführen. Ausserdem brächte die gewünschte Verlagerung eine Sonn- tags-Entlastung für Bundesräte, für die Gemeinde- und Kan- tonsverwaltungen, die Bürger/innen des Urnendienstes, für die Medienleute und alle Stimmberechtigten. Einer zwei- bis vierjährigen Versuchsphase ab 1991 könnte ich mich anschliessen, wenn ich auch der Auffassung bin, eine derart kleine Veränderung sollte in einem Schritt vollzogen werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. März 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 mars 1989 1. Eidgenössische Volksabstimmungen finden bereits an mehrtägigen Perioden statt. Jene Stimmberechtigten, die das Stimmrecht als werktägliche Obliegenheit empfinden, können seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die politi- schen Rechte ihre Stimme jeweils an mehreren Werktagen vor dem Abstimmungssonntag abgeben (Art. 7 BPR), wenn sie es bei Vorliegen entsprechender Gründe nicht sogar vorziehen, die Stimme während der dreiwöchigen Frist im voraus brieflich abzugeben. Der Vernehmlassungsentwurf vom September 1988 zur Revision der Bundesgesetzgebung schlägt nun so- gar die voraussetzungslose Zulassung der brieflichen Stimm- abgabe vor. 2. Der Entlastung von Behörden und Milizhelfern am Abstim- mungssonntag stehen bei der Festlegung des Wahl- oder Ab- stimmungstags auf einen Werktag auch Nachteile gegenüber, beispielsweise die erschwerte Rekrutierung beruflich gebun- dener Milizkräfte für Urnen- und Auszähldienst oder die er- schwerte Resultatübermittlung in der Hektik des Werkalltags. Die Volkszählung ist mit eidgenössischen Urnengängen inso- fern nicht vergleichbar. Sie findet an einem einzigen Tag statt. 3. Der Bundesrat ist aber bereit, das Anliegen des Motionärs auch im Rahmen der Auswertung des laufenden Vernehmlas- sungsverfahrens zur Revision des Bundesgesetzes über die politischen Rechte nochmals prüfen zu lassen. Schriftliche Erklärung ders Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, die Motion als Postulat entgegenzu- nehmen. Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat #ST# 89.322 Postulat Petitpierre Sonderbeiträge der Schweiz an den Europarat Contributions spéciales de la Suisse au financement de tâches particulières du Conseil de l'Europe Wortlaut des Postulates vom 1. Februar 1989 Der Europarat, der 22 Länder umfasst und dem die Schweiz als Vollmitglied angehört, ist nach wie vor und künftig noch vermehrt der Ort, an dem Anliegen vertreten werden, die in be- sonderem Masse von der Schweiz unterstützt werden müs- sen. Der Europarat befindet sich jedoch in einer schwierigen fi- nanziellen Lage. Wir ersuchen den Bundesrat zu prüfen, ob es nicht möglich wäre, dass der Europarat bestimmten Aufgaben nachkom- men kann, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht oder nur mit Verzögerung erfüllt werden können. Die Verwirkli- chung der europäischen Uebereinkunft gegen Folter und an- dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe ist ein Beispiel des Engagements der Schweiz, das nötigenfalls einen verstärkten Beitrag rechtferti- gen würde. Man könnte sich eine Lösung so vorstellen, dass ein jährlicher Betrag ins Budget aufgenommen und den Instanzen unserer Europapolitik zur Verfügung gestellt "wird. Dieser soll es er- möglichen, die Beiträge abzudecken, die je nach Bedürfnis für Aufgaben freigestellt werden, die von europäischem Interesse sind und denen die Schweiz besondere Bedeutung beimisst. Texte du postulat du 1er février 1989 Le Conseil de l'Europe est et doit être toujours plus le lieu d'une action particulièrement appuyée de la part de la Suisse. Il comprend 22 pays et la Suisse en est membre à part entière. Or la situation financière du Conseil de l'Europe est difficile. Nous demandons au Conseil fédéral d'étudier la possibilité de contribuer par des efforts financiers particuliers à l'accomplis- sement de certaines tâches du Conseil de l'Europe dont l'exécution est compromise ou ralentie par le manque de moyens financiers. La mise en oeuvre de la Convention euro- péenne pour la prévention de la torture et de peines ou traite- ments inhumains ou dégradants est un exemple de l'engage- ment de la Suisse qui justifierait, en cas de besoin, une contri- bution renforcée. La formule pourrait être d'inscrire au budget un montant an- nuel à la disposition des agents de notre politique européenne pour la couverture de ce type des contributions affectées, au gré des besoins, à des tâches d'intérêt européen auxquelles la Suisse attache une importance spéciale.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Braunschweig Werktags-Wahl- und -Stimmrecht Motion Braunschweig Bureaux de vote. Ouverture les jours de semaine In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.893 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1989 - 08:00 Date Data Seite 1141-1141 Page Pagina Ref. No 20 017 485 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.