Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. November 2018 (720 18 185 / 303) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente aufgrund eines verbesserten psychischen Gesundheitszustandes (depressive Störung); Verbesserung ist nicht rechtsgenüglich erstellt Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Nikolaus Tamm , Advokat , Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1961 geborene A.____ arbeitete bis August 20 08 als Staplerfahrer bei der B.____ in X.____. Am 4. Oktober 2007 (Eingang) meldete er sic h unter Hinweis auf Herzbeschwerden, Diabetes und ein psychisches Leiden bei der Eidgenö ssischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundh eitlichen und erwerblichen Verhältnisse und Durchführung des Vorbescheidverfahrens verfügte die I V-Stelle Basel-Landschaft am 5. März 2010 gestützt auf das Gutachten der Ärztlichen Be gutachtungsinstitut GmbH (ABI) bei einem Invaliditätsgrad von 25 % die Ablehnung des Leis tungsbegehrens. Die dagegen erhobe- ne Beschwerde vom 19. April 2010 hiess das Kantonsgeri cht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 3. November 201 0 gut und wies die Angelegenheit zur weiteren Abklärung mit einem polydisziplinären Gutachten an die IV-Stelle zurück. B. In der Folge beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Zentralschweiz in Luzern mit der Be- gutachtung des Versicherten. Im Gutachten vom 27. Novembe r 2012 erachteten die Experten es dem Versicherten als zumutbar, eine leichte bis mittel schwere Arbeit im Umfang von 60 % auszuüben. Gestützt auf dieses Gutachten sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 7. April 2014 eine vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009 befristete halbe Invalidenrente und eine unbefristete Viertelsrente ab 1. Januar 2011 zu. C. Mit Schreiben vom 22. Juni 2016 (Eingang) machte der Versicherte gestützt auf die Be- urteilung seines behandelnden Psychiaters eine Verschlechte rung seines Gesundheitszustan- des geltend. Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete d ie ABI den Versicherten erneut. In ihrem Gutachten vom 17. Oktober 2017 kam das ABI-Expertenteam zum Schluss, der Gesundheits- zustand des Versicherten habe sich in psychischer Hinsicht der art verbessert, dass nur noch eine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit in einer kö rperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 80 % bestehe. Gestützt auf d ieses Ergebnis ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 23 %. Mit Verfügung vom 30. April 2018 hob sie die bisher ausgerich- tete Viertelsrente per 31. Mai 2018 auf. D. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, am 31. Mai 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, mit dem Antrag, es sei in Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung dem Versicherten die Invalidenrente un verändert auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. In der Begründung beanstandete er im Wese ntlichen die Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens vom 17. Oktober 2017. Mangels Verbesserung des psychischen Gesundheits- zustandes seien die Revisionsvoraussetzungen für eine Aufheb ung der bisher ausgerichteten Invalidenrente nicht erfüllt. E. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 2. Ju li 2018 mit Verweis auf die Beur- teilung von Dr. med. C.____, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 15. Juni 2018 auf Abwei- sung der Beschwerde. F. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien mit Eingaben vom 22. August 2018 und vom 30. August 2018 an ihren Ant rägen und ihren Ausführungen im We- sentlichen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 31. Mai 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. April 2018 zu Recht die laufende Viertelsrente des Versicherten aufgehoben hat. Massgebend ist dabei jener Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 30. April 2018 entwickelt hat. Dieser Ze itpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.3 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2 , 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachz ugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) ausw irkt (BGE 134 131 E. 3). Ein Revi- sionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in de n persönlichen Verhältnissen der versi- cherten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand ge hört. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5. 1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn si ch die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu ei ner materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich uner hebliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Liegt dagegen ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 1 41 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgericht vom 18. August 2018, 8C_145/2018, E. 3.2). 4.3 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 4.4 Nach der Rechtsprechung bildet zeitliche Vergleich sbasis für die Beurteilung einer Än- derung des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG die letzte anspruchsändernde (BGE 133 V 108 E. 4.1) oder auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon- former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhende rechts- kräftige Verfügung (BGE 133 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3 ). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 7. April 2014 gestützt au f einen Invaliditätsgrad von 56 % eine vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009 befristete halbe Invalidenrente und ab 1. Januar 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 48 % eine unbe fristete Viertelsrente zu. Am 30. April 2018 erging die vorliegend angefochtene Verfügung, mit welcher die IV-Stelle die laufende Vier- telsrente aufgrund der medizinischen Abklärungsergebnisse aufhob. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine erhebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, die eine revisionswei- se Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Viertelsrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sach- verhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung am 7. April 2014 bestand, mit demjenigen im Zeitpunkt der strittigen Aufhebungsverfügung vom 30. April 2018. 5.1 Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand und - d amit einhergehend - der Grad der Erwerbsfähigkeit des Versicherten tatsächlich, wie von de r IV-Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprechung im Jahr 2014 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 5.2.1 In ihrer Rentenverfügung vom 7. April 2014 stütz te sich die IV-Stelle bei der Beurtei- lung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 27. November 2012 mit den Diszip linen Innere Medizin, Neurolo- gie, Pneumologie, Rheumatologie und Psychiatrie. Als Di agnosen mit wesentlichen Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine mittelgradi ge depressive Episode mit leichter Agora- phobie, ein leicht- bis mittelgradiges Schlafapnoe-Syn drom sowie eine kombinierte chronisch- obstruktive Pneumopathie festgehalten. Das metabolische Syn drom mit Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, arterieller Hypertonie, möglicher leich ter Dyslipidämie, die leichte Bewegungs- einschränkung im rechten Hüftgelenk und der Verdacht a uf schädlichen Gebrauch von Alkohol beeinflussten die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht . Aufgrund seiner gesundheitlichen Be- einträchtigungen sei dem Versicherten die Ausübung d er angestammten Arbeit als Kommissio- nierer und Staplerfahrer nicht mehr zumutbar. Desglei chen könne er Tätigkeiten, die eine lang- andauernde hohe Konzentration erforderten, an gefähr lichen Maschinen und Apparaten sowie in Staub-, Rauch-, Hitze, Kälte- und Allergenexposition ausgeführt würden, nicht mehr ausüben. Für eine körperlich leichte und mittelschwere Verweistäti gkeit sei die Arbeitsfähigkeit lediglich um 40 % eingeschränkt. Diese Einschränkung beruhe auf p sychiatrischen Befunden. Der Gut- achter, pract. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Fachgutach- ten vom 23. August 2012 dazu aus, dass der Versicherte ein e leicht eingeschränkte Fähigkeit aufweise, sich an Regeln und Routinen anzupassen. Desgleichen seien die Kontakt- und Grup- penfähigkeit sowie die Fähigkeit zu ausserberuflichen A ktivitäten leicht beeinträchtigt. Leichte bis mittlere Einschränkungen beständen in der fachlichen Kompetenz und im Bereich von fami- liären bzw. intimen Beziehungen. Die Planungs-, Struktu rierungs-, Umstellungs-, Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Flexibilität seien mittelgradig beeinträchtigt. Aufgrund der dargelegten psychischen Beeinträchtigungen sei von ei ner chronifizierten mittelgradigen depressiven Störung im unteren Bereich auszugehen. Der Versicherte leide zudem an einer leichten Agoraphobie. Diese habe weniger Einfluss auf d ie Arbeitsfähigkeit als die Depression. Aufgrund der durch die depressive Erkrankung bedingten Beeinträchtigungen und der Agora- phobie bestehe eine Arbeitsfähigkeit von insgesamt 60 %. 5.2.2 Am 21. Februar 2013 forderte die IV-Stelle di e MEDAS Zentralschweiz auf zu erklären, weshalb trotz Auftrag keine neurologische Begutachtung d urchgeführt worden sei. Ausserdem habe sie nicht begründet, weshalb das metabolische Syndro m keine Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit des Versicherten habe. Die MEDAS Zentra lschweiz legte in ihrem ergänzenden Bericht vom 4. März 2013 dar, dass die medizinische Aktenla ge kein neurologisches Leiden habe erkennen lassen, das einen derart grossen Stellen wert gehabt hätte, um eine solche fachärztliche Untersuchung durchzuführen. Sie habe sich deshalb vorbehalten, bei der Planung der polydisziplinären Begutachtung einen Internisten/E ndokrinologen, einen Rheumatologen, einen Pneumologen und einen Psychiater einzusetzen. Das e rwähnte metabolische Syndrom erreiche kein Ausmass, mit welchem sich eine Arbeitsunfäh igkeit begründen lasse, weshalb sie darauf verzichtet habe, weitere Ausführungen hierzu anzubringen. 5.3.1 Im Rahmen der im Jahr 2016 geltend gemachten V erschlechterung des Gesundheits- zustandes holte die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutac hten (Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Ophthalmologie und Psychiatrie) bei der A BI ein. In ihrem Gutachten vom 17. Ok- tober 2017 hielt das Gutachterteam als die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Diagnosen ein chro- nisches zerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, eine Per iarthropathia humero- scapularis rechts, eine rezidivierende depressive Störung, g egenwärtig leichte Episode, eine chronische Schmerzstörung, ein metabolisches Syndrom, eine kombinierte chronisch obstrukti- ve Pneumopathie bei chronischem Nikotinabusus und allergischem Asthma bronchiale fest. Die Ulnarisneuropathie links, die Kopfschmerzen, die erhöhte Tagesmüdigkeit, der anamnestisch gastroösophageale Reflux, die Hinterkammerlinsen-Pseudophakie, die chronische Benetzungs- störung, das latente Aussenschielen und die Dermatochal ase beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht. In ihrer Gesamtbeurteilung führte es aus, dass di e vom Versicherten beklagte Schmerzsymptomatik nur teilweise auf objektivierbare Befunde zurückgeführt werden könne. Es bestehe eine ausgeprägte Diskrepanz zwischen dem Ausmass der su bjektiv geklagten Be- schwerden und den objektiven Befunden. Es seien keine H inweise für eine radikuläre oder Wurzelkompressionssymptomatik vorhanden. Nachvollziehbar seien die Schmerzen im Bereich des Achsenskeletts bei nicht besonders ausgeprägten degen erativen Veränderungen. Phäno- menologisch handle es sich um ein chronisches zerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom. Ausserdem leide der Versicherte an einer Periarthropathia humeroscapularis bei positivem Impingmentzeichen und radiologischer Verkalkung im Bereich der Supraspinatus- sehne. Aufgrund der degenerativen Veränderungen im Z ervikal- und Lumbalbereich sowie der Perarthropathia humeroscapularis bestehe keine Arbeits fähigkeit für sämtliche schweren und mittelschweren Arbeiten. Demgegenüber sei der Versichert e bei der Ausübung einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % arbeits fähig. Aus allgemeininternistischer Sicht führe der insulinpflichtige Diabetes mellitus zu einer Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätig- keiten an gefährlichen Maschinen, in sturzgefährdeter Höh e oder mit der Notwendigkeit des berufsmässigen Benutzens eines Fahrzeugs. Aufgrund der o bstruktiven Pneumopathie seien dem Versicherten körperlich schwere und mittelschwere Arbe iten sowie solche in staubiger, feuchter oder nasskalter Umgebung nicht mehr zumutbar. In ophthalmologischer Hinsicht be- stehe aufgrund des Vorliegens einer diabetischen Makulopa thie mit beginnender Makulaischä- mie eine 10%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Au s neurologischer Sicht könnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit geste llt werden. Die Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befu nden sei mit der psychiatrisch fest- gestellten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu erklären. Dazu bestehe eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Die psychi- schen Leiden schränkten die Arbeitsfähigkeit zu 20 % ein. Der Zeitpunkt der Verbesserung des psychischen Zustandes könne retrospektiv nicht mehr genau be stimmt werden. Es sei deshalb das Datum der Untersuchung, d.h. Juli 2017, massgebend. In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Gesundheitszustand seit de r Rentenverfügung vom 7. April 2014 aus somatischer Sicht mehr oder weniger sta bil geblieben sei und sich die psychi- sche Situation verbessert habe. Insgesamt sei für körperlich leichte, leidensangepasste Arbei- ten eine psychisch begründete Einschränkung der Arbeitsf ähigkeit von 20 % seit Juli 2017 zu attestieren. Bei einem 80%-Pensum beständen ein leich t erhöhter Pausenbedarf und ein leicht reduziertes Rendement. Die aus ophthalmologischer Sicht festgestellte leichte Leistungsein- busse wirke sich beim vorgegebenen Pausenbedarf nicht zusä tzlich auf die Arbeitsfähigkeit aus. 5.3.2 Dem ABI-Fachgutachten von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ist zu entnehmen, dass der Versicherte anlässlich der Unter suchung konzentriert gewesen sei. Es hätten keine Zeichen einer Beschwerdewahrnehmung be obachtet werden können. Er habe aber leidend gewirkt und sei stimmungsmässig immer zum de pressiven Pol gerichtet gewesen. Der affektive Kontakt sei gut herstellbar gewesen. Er habe erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörun- gen und Insuffizienzgedanken mit negativen Zukunftspersp ektiven bezüglich der gesundheitli- chen und beruflichen Situation angegeben. Anamnestisch gebe es Anhaltspunkte für eine ra- sche aggressive Verstimmung und Streitereien in der Fami lie. Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen als Ausdruck einer Angst und von Zwängen, Wahnideen, Halluzi- nationen, Suizidalität oder Ich-Störungen hätten nicht bestanden. Er sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die Aufmerksamkeit, die Auffa ssung und das Gedächtnis seien intakt. Das Denken sei formal geordnet. Die leichte depressive Ep isode sei durch depressive Ver- stimmungen, erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, In suffizienzgedanken, negativen Zu- kunftsperspektiven und rasche Reizbarkeit gekennzeichnet. Im Gegensatz zur Beurteilung der MEDAS Zentralschweiz könne bei der heutigen Untersuchun g eine Agoraphobie als eigenstän- dige Diagnose nicht mehr bestätigt werden. Der Versi cherte begebe sich wieder unter Men- schen und gehe kleinere Sachen im Laden einkaufen. Zud em sei es ihm möglich, alleine mit dem Flugzeug in seine Heimat zu reisen. Diagnostisch könne er aufgrund des derzeitigen Psy- chostatus aktuell nur noch eine leichte depressive Episode feststellen. 5.4 Der RAD-Arzt Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Ch irurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, prüfte das ABI-Gutachten aus somatischer Sicht und erachtete dieses in seiner Stellungnahme vom 27. Oktober 2017 als beweiskräf tig. Dr. C.____ nahm am 13. November 2017 und 9. Februar 2018 Stellung zur gutachterlich festgestellten Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes. Gemäss seinen Ausführung en sei lediglich die Komorbidität der rezidivierenden depressiven Störung mit den zahlreichen somatischen Diag- nosen ausschlaggebend für die attestierte 20%ige Arbe itsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand habe sich gemäss ABI-Gutachten dahingehend verbessert, al s der Versicherte nicht mehr an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Diagnosen, sondern nur noch an einer leichten depressiven Episode leide. Diese Verbesser ung sei anhand der medizinischen Befunde gut dokumentiert. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens verglich Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 15. Juni 2018 den psychischen Gesundh eitszustand des Versicherten zwi- schen den Untersuchungen in der MEDAS Zentralschweiz im J ahre 2012 und in der ABI im Jahre 2017. Danach habe der Psychiater der MEDAS Zentra lschweiz im Psychostatus unter anderem festgehalten, dass sich der Versicherte im Bereich der Affektivität hoffnungslos für die Zukunft erlebe, an nichts mehr Freude habe und verschiede ne Gefühle nicht mehr wahrnehme. Zudem habe er Angst, in ein Flugzeug zu steigen, vor Me nschenmengen und vor dem Verlust der Familie. Die psychiatrische Fachperson der ABI habe demgegenüber einen gut herstellba- ren affektiven Kontakt, eine intakte Auffassungs- und Aufmerksamkeitsfähigkeit und ein intaktes Gedächtnis festgestellt. Zudem habe er keine Ängste beoba chten können. Aus dem Vergleich dieser Befunde sei ersichtlich, dass sich die psychische Erkrankung in ihrer Beschaffenheit oder in ihrem Ausmass substantiell verändert habe. Im Zusammen hang mit der neuen Indikatoren- rechtsprechung stellte sich Dr. C.____ auf den Standpu nkt, dass die von den ABI-Gutachtern vorgenommene Indikatorenprüfung die bundesgerichtlichen Anforderungen erfülle, weshalb auf deren Beurteilung abzustellen sei. Es sei ersichtlich, da ss die Befunde leichtgradig seien, keine Persönlichkeitsstörung und kein schweres Suchtleiden und nu r ein teilweiser sozialer Rückzug vorlägen. Zudem sei die Therapiecompliance ungenügend. 6.1 Eine Würdigung der medizinischen Aktenlage ergibt, dass sich der somatische Ge- sundheitszustand des Versicherten aus rheumatologischer und internistischer Sicht seit der Begutachtung in der MEDAS Zentralschweiz dahingehend ver schlechtert hat, als ihm anstelle von leichten bis mittelschweren körperlichen Arbeiten nu r noch die Ausführung von leichten zumutbar ist. Es ist ihm jedoch grundsätzlich möglich, ein e leichte, leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % auszuüben. Zwar besteht in ophthalmologischer Hinsicht eine 10%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, welche sich aber nicht additiv auf die aus psychischen Gründen attestierte Arbeitsunfähigkeit auswirkt. Diese Einschätzung wird vom Versicherten auch nicht bestritten. Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht hinsichtlich der psychischen Situation. Im Jahr 2012 attestierten die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz au fgrund einer mittelgradigen depressi- ven Störung und einer Agoraphobie eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Das Expertenteam der ABI diagnostizierte im Jahr 2017 dagegen nur noch eine lei chte Depression, welche die Arbeitsfä- higkeit des Versicherten zu 20 % einschränke. Die IV-Stel le stellt sich unter Verweis auf die Beurteilungen von Dr. C.____ vom 13. November 2017, 9 . Februar 2018 und 15. Juni 2018 auf den Standpunkt, dass gemäss der Einschätzung der ABI-Gutach ter eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten sei und sich dad urch die Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 60 % auf 80 % erhöht habe. 6.2.1 Dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung kann nicht b eigepflichtet werden. Im Rah- men eines Revisionsverfahrens gilt es aufzuzeigen, ob und inwieweit seit der ursprünglichen Rentenzusprechung bzw. der letzten materiellen Rentenü berprüfung Veränderungen des medi- zinischen Sachverhalts eingetreten sind. In Bezug auf diese revisionsrechtliche Fragstellung ist nicht nur der aktuelle Befund, sondern auch der Verlauf der der ursprünglichen Rentenverfü- gung zugrunde liegenden Diagnosen von Bedeutung. Entgegen der Sichtweise der IV-Stelle und damit auch von Dr. C.____ ist der ABI-Psychiater D r. E.____ dieser Aufgabe nicht genü- gend nachgekommen. Er äusserte sich nur am Rande zum Krankheitsverlauf der Agoraphobie und gar nicht zum denjenigen der depressiven Störung. Im Hinblick auf seine von der psychiat- rischen Fachperson der MEDAS Zentralschweiz abweichende diagnostische Beurteilung des Schweregrads der Depression hätte er aber schlüssig aufzeigen müssen, inwiefern eine effekti- ve Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes des Versic herten eingetreten ist. Dies umso mehr, als es dem Gericht nicht möglich ist, wesent liche Veränderungen zwischen der Anamnese und des Psychostatus in den Jahren 2012 und 2017 festzustellen. Anlässlich der Untersuchungen in der MEDAS Zentralschweiz und in der ABI klagte der Versicherte jeweils über Schlafschwierigkeiten, Energie- und Kraftlosigkei t, mangelndes Selbstvertrauen, Konzent- rationsstörungen, sexuelle Inaktivität und körperliche Schmerzen. Bei beiden Explorationen äusserte er Suizidgedanken; es bestand aber keine akute Suizidgefahr. Auch die familiäre und soziale Lage ist unverändert. Nach wie vor wohnt er mit seiner Frau und seinen beiden erwach- senen Kindern in einer Mietwohnung und die finanziellen Verhältnisse bleiben angespannt. Wei- terhin betrachtet er seine Beziehung zu seinen Kindern als schlecht und pflegt gemäss seinen Angaben immer noch keine Kontakte ausserhalb der Famil ie. Bereits im Zeitpunkt der Begut- achtung in der MEDAS Zentralschweiz fuhr er nicht mehr Auto. Insgesamt lässt sich somit aus dem Vergleich der Anamnesen aus den Jahren 2012 und 2017 keine Verbesserung der de- pressiven Symptomatik herleiten. Eine Veränderung in den anamnestischen Angaben lässt sich allenfalls hinsichtlich der von ihm geäusserten Ängste erblicken. Gegenüber dem Psychiater der MEDAS Zentralschweiz gab der Versicherte an, dass er Angst vor Menschenmengen und vor Sirenen habe und sich fürchte, in ein Flugzeug zu steig en. Aufgrund dieser Angstzustände di- agnostizierte der Psychiater der MEDAS Zentralschweiz ein e Agoraphobie, welche die Arbeits- fähigkeit beeinflusse. Dem ABI-Gutachten ist demgegenü ber zu entnehmen, dass der Versi- cherte im Jahr 2016 mit dem Flugzeug in seine Heimat gereist sei und kleinere Einkäufe ausser Haus erledige. Daraus schloss Dr. E.____, dass der diagnosti zierten Agoraphobie keine mass- gebende Bedeutung mehr zukomme. Bei genauer Betracht ung der Anamnese im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz fällt jedoch auf, dass schon 2012 ein ähnliches Verhalten des Ver- sicherten in Bezug auf Menschenansammlungen bestand. So war es ihm schon damals mög- lich, alleine mit dem Zug von Basel zur MEDAS Zentral schweiz nach Luzern zu fahren und sich in grössere Einkaufsläden zu begeben (vgl. Psychiatrisches F achgutachten vom 23. August 2012, S. 3). Unter diesen Umständen ist fraglich, ob die vom Versicherten geschilderten Ängste eine Änderung erfahren haben. 6.2.2 Kein abweichendes Bild ergibt der Vergleich de r psychiatrischen Befunde der MEDAS Zentralschweiz- und der ABI-Gutachter. Bei beiden Explor ationen konnten die Gutachter kein Schmerzverhalten feststellen, obwohl der Versicherte jeweils über körperliche Schmerzen klag- te. Beide Psychiater verneinten wesentliche Störungen in der Konzentration, der Aufmerksam- keit und der Auffassung und stellten ein intaktes Gedächt nis fest, bejahten aber das Vorliegen von Schlafstörungen, erhöhter Müdigkeit, Insuffizienzge fühlen, negativen Zukunftsperspektiven und eines sozialen Rückzugs. Schliesslich konnte bereits der Psychiater der MEDAS Zentral- schweiz keine Angstsymptome anlässlich der Begutachtungen beobachten. Demgegenüber fällt auf, dass Dr. E.____ erstmals über ein nervöses und gerei ztes Verhalten des Versicherten be- richtete. Ob damit eine Verschlechterung des psychischen G esundheitszustandes eingetreten ist, kann mangels vergleichbaren Ausführungen im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz nicht beurteilt werden. Was die vom Psychiater der MEDAS Zent ralschweiz aufgrund von Testergeb- nissen festgestellten kognitiven Leistungseinschränkungen anbelangt, so ist darauf hinzuwei- sen, dass er diese als nicht zuverlässig genug betrachtete, um daraus aussagekräftige Schluss- folgerungen ziehen zu können. In der Folge fanden kogni tive Einschränkungen auch keinen Eingang in die Diagnosestellung. Indem es Dr. E.____ unterlassen hat, genügend konkrete Feststellungen zum Krankheitsverlauf anzubringen, kann nicht beurteilt werden, ob sich die von den Gutachtern der MEDAS Zentralschweiz beschriebene dep ressive Symptomatik und die Agoraphobie seit der Begutachtung im Jahr 2012 substantiell verändert haben. 6.2.3 Die Feststellung von Dr. C.____, wonach Dr. E.__ __ bei seiner Untersuchung den af- fektiven Kontakt zum Versicherten gut habe herstellen können, ändert nichts daran. Da sich der begutachtende Psychiater der MEDAS Zentralschweiz dazu n icht explizit äusserte, ist ein ent- sprechender Vergleich nicht möglich. Nichts anderes gilt für das Vorbringen von Dr. C.____ hinsichtlich der Tatsache, dass im Fachgutachten von Dr. E.__ __ – im Gegensatz zu den Aus- führungen im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz, nicht über eine Gefühls- und Freudlosig- keit berichtet wird. Aus den Beobachtungen von Dr. E._ ___ ist zu schliessen, dass der Versi- cherte dazu nicht explizit befragt wurde. Eine wesentli che Veränderung des Gefühlslebens und des Freudeempfindens des Versicherten seit der Begutachtu ng im Jahr 2012 lässt sich mit den Feststellungen von Dr. E.____ jedenfalls nicht belegen. 6.3 Nach dem Gesagten lassen die vorhandenen medizinisch en Unterlagen keinen Ent- scheid über die Frage zu, ob seit der letzten materiell en Rentenüberprüfung eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten eing etreten ist. Die angefochtene Verfügung vom 30. April 2018 ist deshalb aufzuheben un d die Angelegenheit ist zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat den aktuellen medizinischen Sachverhalt - unter besonderer Beachtung der revisionsrechtlichen Fra gestellungen - nochmals durch ein psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über das Vorliegen ein es Revisionsgrundes und damit zusam- menhängend über den Rentenanspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die vorlie- gende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die beschwerdeführende Partei als obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Par- tei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO in der bis 31. D ezember 2018 gültig gewesenen Fas- sung den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht inte ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess kei- ne Verfahrenskosten erhoben werden. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte obsiegende Pa rtei ist, ist ihm eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Versicherten wies in seiner Honorarnote vom 6. September 2018 für das vorliegende Verfahren für die Zeit vom 12. Mai 2018 bis 6. September 2018 einen Aufwand von 12 Stunden und 10 Minuten aus, was angemessen ist. Die Auslagen in Höhe von Fr. 27.40 si nd ebenfalls nicht zu beanstanden. Einzig der geltend gemachte Mehrwertsteuersatz von 8 % ist zu korrigieren, da ab 1. Januar 2018 ein solcher von 7,7 % gilt. Dem Versicherten ist d emnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'305.40 (inkl. Auslagen von Fr. 27.40 un d 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Besch werde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheide t das Bundesgericht. Die nachste- hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 8.2 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bun- desgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4 ; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 30. April 2018 aufgehoben und die Ange legenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum E rlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zur ückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'305.40 (inkl. Ausl agen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.