Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 25. November 2014 (400 14 76) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Anforderungen an die Schadenssubstanziierung im aktienrechtlichen Verantwortlich- keitsprozess Besetzung Präsident Thomas Bauer, Richter Dieter Freiburghaus (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel Parteien A.____ , vertreten durch Advokat Christoph Grether, Lautengartenstrasse 7, 4052 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen B.____ AG , vertreten durch Advokat Prof. Dr. Pascal Grolimund, Hirschgässlein 11, Postfach 257, 4010 Basel, Beklagte und Berufungsbeklagte Gegenstand Gesellschaftsrecht Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Arlesheim vom 23. Oktober 2013 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am xx.yy.zzzz wurde die C.____ AG im Handelsregister des Kant ons Basel-Landschaft eingetragen. Verwaltungsräte waren der Kläger als Del egierter, D.____ als Präsident und E.____ als Mitglied. Das Aktienkapital der C.____ AG be trug CHF 100'000.00 und war in 1'000 Namenaktien zu je CHF 100.00 eingeteilt. D.____ hiel t 810 Aktien, der Kläger 180 Aktien und E.____ 10 Aktien. Der Kläger war seit der Gründung de r C.____ AG nicht nur Aktionär und Verwaltungsrat derselben, sondern auch Arbeitnehmer i n der Funktion des Geschäftsführers. Mit Arbeitsvertrag vom 30. Juni 2004 wurde die Fortführung dieses Arbeitsverhältnisses für eine Dauer von 15 Jahren bestätigt. Aufgrund der schlechten Finanzlage der C.____ AG und i hres dringenden Sanierungsbedarfs sowie des Umstandes, dass D.____ sein Engagement bei der C.____ AG sowohl als Aktionär wie auch als Verwaltungsratspräsident beenden wollte, verkaufte D.____ mit Vereinbarung vom 20.05.2005 seine 810 Aktien der C.____ AG per 31.05.2 005 an einen Mitarbeiter der C.____ AG, F.____. Des Weiteren verkauften und traten D.____ und seine Einzelfirma G.____ folgende Forderungen und Rechte gegenüber der C.____ AG an F.____ ab: - Kontokorrentforderungen in Höhe von insgesamt CHF 1 05'446.20, - Darlehensforderung von D.____ in Höhe von CHF 115 '000.00, - Darlehensforderung der Einzelfirma G.____ in Höhe von CHF 298'312.50, - Rückforderungsansprüche von D.____ aus bevorschussten Debi torenguthaben in Höhe von CHF 70'549.00, - Rechte und Lizenzen der Einzelfirma G.____ per 31.0 5.2005 in Höhe von CHF 67'193.75, Total CHF 656‘501.15 Die Darlehen von D.____ und der Einzelfirma G.____ an die C.____ AG waren im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Vereinbarung vom 20.05.2005 mit Ra ngrücktrittserklärungen in Höhe von CHF 365‘000.00 belastet. Der Kaufpreis für die 810 A ktien der C.____ AG sowie die Rechte und Forderungen gemäss obiger Auflistung betrug CHF 24 0'000.00 und sollte durch eine erste Anzahlung von CHF 50'000.00 in bar oder mittels Bankcheck Zug um Zug gegen Aushändigung und Übertragung der Aktien von D.____ an F.____ erfo lgen. Der Restkaufpreis sollte durch Zahlung von 19 monatlichen Raten à CHF 10'000.00 jew eils Ende Monat, erstmals Ende Juni 2005, beglichen werden. Neben F.____ haftete die C.____ AG solidarisch für die Bezahlung der monatlichen Kaufpreisraten. Des Weiteren verpflichtete sich F.____, der C.____ AG unmittelbar nach Unterzeichnung der Vereinbarung vom 20.05.2005 f inanzielle Mittel in Höhe von mindes- tens CHF 200'000.00 in Form eines Aktionärsdarlehens zur Verfügung zu stellen, um die kurz- fristige Liquidität und damit das wirtschaftliche Weite rbestehen der C.____ AG zu gewährleis- ten. Die C.____ AG verpflichtete sich in der Vereinba rung vom 20.05.2005, die bestehenden Arbeitsverträge mit dem Kläger und mit E.____ in der bisherigen Form weiterzuführen. Nach Unterzeichnung der Vereinbarung vom 20.05.2005 und dem Erwerb der 810 Aktien von D.____ wurde F.____ am 13.07.2005 als neuer Verwaltungsratsp räsident und Geschäftsführer der C.____ AG im Handelsregister eingetragen. Der Kläger verblieb als Verwaltungsrat und Co- Geschäftsführer der C.____ AG, E.____ schied aus dem Verwaltungsrat aus. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 31.01.20 06 wurden neu H.____ und I.____ als Verwaltungsräte gewählt. Der entsprechende Handelsregistereintrag erfolgte am 16.05.2006. Der Kläger wurde von der C.____ AG am 2 1.02.2006 fristlos entlassen und schied am 03.04.2006 aus dem Verwaltungsrat der C.____ AG au s. Mit Teilklage vom 22.05.2006 strengte der Kläger ein arbeitsrechtliches Verfahren geg en die C.____ AG an. Mit Urteil der Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim vom 12.09.2006 wurde über die C.____ AG erstmals der Konkurs eröffnet. Mit Urteil vom 07.11.2006 hob das Kan tonsgericht Basel-Landschaft dieses Konkursdekret wieder auf. Am 02.11.2006 erstattete die am 29.08.2006 als Revision sstelle der C.____ AG gewählte Be- klagte zu Handen der Generalversammlung der C.____ AG ihren Revisionsbericht über die Buchführung und die Jahresrechnung der C.____ AG für das am 31.12.2005 abgeschlossene Geschäftsjahr. Die Beklagte brachte darin folgende Vorb ehalte an: Entgegen Art. 958 OR sei kein Inventar über die Vorräte erstellt worden; die Bilanzposition „Darlehen an Aktionär“ in Höhe von CHF 200‘000.00 könne zum Zeitpunkt der Revision nic ht auf ihre Werthaltigkeit beurteilt werden, da keine geeigneten Unterlagen dafür zur Ve rfügung gestellt worden seien; auch die Rangrücktrittsvereinbarung mit einem Aktionär in Höhe v on CHF 567‘000.00 könne in qualitati- ver Hinsicht nicht beurteilt werden, da keine geeignet en Unterlagen für die Prüfung der finanzi- ellen Tragbarkeit zur Verfügung gestellt worden seien ; im aktuellen Geschäftsjahr seien Ver- bindlichkeiten in Höhe von ca. CHF 130'000.00 verbuch t worden, welche im Vorjahr hätten ver- bucht werden müssen; die C.____ AG sei wegen des unbef riedigenden Geschäftsverlaufs im Berichtsjahr als auch in den Vorjahren in Liquiditätssch wierigkeiten geraten; es bestehe eine wesentliche Unsicherheit, ob die Budgetziele erreicht un d die benötigten Mittel für die Refinan- zierung der kurzfristigen Verbindlichkeiten erarbeitet bzw. zur Verfügung gestellt werden könn- ten. Im Ergebnis empfahl die Beklagte, die Jahresrechnun g zu genehmigen, da eine Plausibili- tätskontrolle bezüglich des Warenvorrates ergeben habe, dass aufgrund der gegenwärtigen Auftragslage die Unternehmensfortführung als realisti sch betrachtet werden könne. Des Weite- ren machte die Beklagte darauf aufmerksam, dass die C.___ _ AG überschuldet im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR sei. Der Verwaltungsrat habe aufgr und eines Rangrücktritts im Umfang von CHF 567‘000.00 von der Benachrichtigung des Richters abgesehen. Am 27.08.2007 erstattete die Beklagte zu Handen der Ge neralversammlung der C.____ AG ihren Revisionsbericht über die Buchführung und die Jahr esrechnung der C.____ AG für das am 31.12.2006 abgeschlossene Geschäftsjahr. Die Fähigkeit der C.____ AG zur Unterneh- mensfortführung sei nicht mehr gegeben, und die C.__ __ AG sei überschuldet im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR. Die Revisionsstelle ersuchte den Verw altungsrat der C.____ AG, innert 14 Tagen den Richter zu benachrichtigen, andernfalls werde sie selbst den Richter benachrichti- gen. Am 11.09.2007 wurde über die C.____ AG erneut der K onkurs eröffnet. ln der Folge wurde das arbeitsrechtliche Verfahren des Klägers gegen die C.___ _ AG mit Verfügung vom 25.09.2007 eingestellt. lm Kollokationsplan wurde der Kläger mit einer Forderung in Höhe von CHF 250'719.00 in der 3. Klasse zugelassen. E.____ wurde mit einer Forderung in Höhe von CHF 4'834.95 gemäss Urteil der Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim vom 15.08.2007 in der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Klasse kolloziert. Dieses zweite Konkursverfahren der C .____ AG wurde mit Verfügung vom 10.06.2009 mangels Aktiven eingestellt. Daraufhin wur de das arbeitsrechtliche Verfahren des Klägers gegen die C.____ AG mit Verfügung vom 22. Jan uar 2010 als erledigt abgeschrieben. Nachdem die Mehrheit der Gläubiger in diesem zweiten K onkurs der C.____ AG auf die Gel- tendmachung der Ansprüche der Masse aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit gegenüber den Mitgliedern des Verwaltungsrates und der Revisionsstelle m it Beschluss vom 23.06.2008 ver- zichtet hatte, liessen sich der Kläger und E.____ gemäss Sc hreiben der Konkursverwaltung vom 26.06.2008 folgende Ansprüche nach Art. 260 SchKG abtreten: Kläger: CHF 250'719.00, in der 3. Klasse kolloziert; E.____: CHF 4'834.95, in der 1. Klasse kolloziert. Das Konkursamt setzte dem Kläger und E.____ Frist bis 30.09.2008 zur ge richtlichen Geltendmachung dieser Ansprüche. B. Mit Eingabe vom 22.12.2008 beantragte der Kläger vor dem Friedensrichteramt Muttenz, es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger den Betra g von CHF 100'000.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 03.11.2006 zu bezahlen, wobei eine Mehrforde rung in der Höhe von CHF 155'553.95 ausdrücklich vorbehalten bleibe, unter Kosten- und Entsc hädigungsfolge zu Lasten der Beklag- ten. Dem Kläger wurde am 07.03.2009 der Akzessschein aus gestellt. Mit Zession vom 03.01.2010 liess sich der Kläger die Forderung von E.__ __ in Höhe von CHF 4‘834.95 gegen- über der konkursiten C.____ AG abtreten. Mit Klage vom 25.02.2010 beantragte der Kläger, es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger den Betrag von CHF 100'000.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 0 3.11.2006 zu bezahlen, dies im Rahmen einer Teilklage, wobei eine Mehrforderung in der Höhe von CHF 155'553.95 ausdrück- lich vorbehalten bleibe, unter o/e Kostenfolge. Mit schr iftlicher Klagebegründung vom 31.01.2012 hielt der Kläger an seinen Begehren gemä ss Klage vom 25.02.2010 fest. Mit Kla- geantwort vom 21.05.2012 beantragte die Beklagte die kostenfällige Abweisung der Klage. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteie n an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Verfügung vom 10.07.2013 wurde der Antrag des Klägers vom 29.05.2014 um Anordnung einer Expertise zur Festsetzung des Fortführungsschadens abgewiesen. C. Mit Entscheid vom 23.10.2013 wies das Bezirksgericht Arlesheim die Klage ab, auferleg- te sämtliche Kosten des Schlichtungs- und des Gerichtsverfahrens dem Kläger und verpflichtete ihn zur Leistung einer Parteientschädigung an die Bekla gte. Es erwog dabei im Wesentlichen und soweit für das vorliegende Berufungsverfahren relevant Folgendes: Nach der gemäss basellandschaftlicher ZPO geltenden stren gen Eventualmaxime seien alle Tatsachenbehauptungen und die dazugehörigen Beweismitt el in der ersten Rechtsschrift vor- zubringen, soweit sie zum sog. Klagefundament gehörten. Die vom Kläger in der Replik angeru- fenen Zeugen D.____ und K.____ hätten bereits in de r ersten Rechtsschrift als Beweisanträge formuliert werden müssen. Sie seien daher abzuweisen. Dasselbe gelte für die erst mit der Replik eingereichten Unterlagen, welche aus dem Recht zu weisen seien. Im Konkurs der C.____ AG habe die Mehrheit der Gläub iger auf die Geltendmachung der An- sprüche der Masse aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit gegenüber den Mitgliedern des Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verwaltungsrats und der Revisionsstelle verzichtet, worauf sich der Kläger eine Forderung von CHF 250‘719.00 und E.____ eine solche von CHF 4‘834. 95 hätten abtreten lassen. Damit sei die Aktivlegitimation des Klägers gegeben. Die vom Kon kursamt gesetzte Frist bis 30.09.2008 sei eine blosse Ordnungsfrist. Ein Widerruf der Klageer mächtigung durch die Konkursverwal- tung habe nicht stattgefunden. Ob die Abtretung der F orderung von E.____ vom 03.01.2010 in Höhe von CHF 4‘834.95 an den Kläger zulässig gewesen sei, könne aufgrund der nachfolgen- den Erwägungen offen gelassen werden. Der Kläger mache einen sog. Fortführungsschaden zufolg e Konkursverschleppung geltend und habe diesen folglich zu beweisen. Ein Fortführungsschaden zufolge Konkursverschleppung bestehe in der Vergrösserung der Überschuldung der konk ursiten Gesellschaft, welche durch eine verspätete Konkurserklärung entstanden sei, und be messe sich anhand eines Vergleichs der tatsächlich eingetretenen Überschuldung der Konkur sitin mit jener, die bei einem Konkurs im früheren Zeitpunkt entstanden wäre. Nach Ansicht des K lägers wäre bei pflichtgemässer Erstellung des Revisionsberichts durch die Beklagte der Kon kurs bereits Ende November 2006 eröffnet worden. Ein allfälliger Fortführungsschaden beurteile sich somit aus dem Vergleich der Verschuldung der C.____ AG Ende November 2006 und im Zeitpunkt der Konkurseröffnung am 11.09.2007. Der Vergleich habe zu Liquidationswerten zu erfolgen. Relevant für die Frage der Schadenersatzpflicht der Beklagten sei sodann nur derjen ige Teil des Fortführungsschadens, der adäquat kausal auf die Sorgfaltspflichtverletzung d er Beklagten zurückzuführen sei. Der Kläger beziffere den Fortführungsschaden auf CHF 812‘760.00 und lege seiner Berechnung für den hypothetischen Konkurszeitpunkt Ende November 2006 de n Jahresabschluss 2006 zu- grunde. Als Beweismittel sei dieser indes nicht angeruf en worden. Als Beweis für die Zunahme der Überschuldung zwischen Ende November 2006 bis zur Kon kurseröffnung am 11.09.2007 stütze er sich auf den Kollokationsplan der C.____ AG , welcher beim Konkursamt von Amtes wegen beizuziehen sei. Ausserdem habe er die Erstellung einer Expertise zur Festsetzung des Fortführungsschadens und eine amtliche Erkundigung beim Konkursamt beantragt. Zu Beurtei- lung eines Fortführungsschadens sei auf die Buchhaltung sunterlagen der C.____ AG in den beiden relevanten Zeitpunkten abzustellen. Nur wenn der Schaden oder dessen Höhe nicht beweisbar oder die Berechnung nicht zumutbar sei, könn e auf eine Schadensschätzung ge- mäss Art. 42 Abs. 2 OR zurückgegriffen werden. Zwar komme der Kläger im Rahmen der rich- terlichen Schadensschätzung in den Genuss einer Beweiserlei chterung, jedoch entbinde ihn dies nicht von der Pflicht, die nötigen Grundlagen für die Schätzung beizubringen oder mindes- tens entsprechende Beweisanträge zu stellen. Er habe mi ndestens die Geschäftsbücher beizu- bringen, welche es erlaubten, die einzelnen Bilanzposit ionen zu Liquidationswerten zu beurtei- len. Allein aus den vom Kläger angerufenen Beweismitte ln könne die finanzielle Situation der C.____ AG nicht beurteilt werden. Folglich sei dem Klä ger der Nachweis über die Höhe des Fortführungsschadens nicht gelungen, weshalb die Klage abzuweisen sei. D. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 04.04.2014 Berufung und stellte folgende Rechtsbegehren: „1. In Gutheissung der Berufung sei der Entscheid des Bez irksgerichts Arlesheim vom 23.10.2013 zwischen den Parteien im Verfahren 150 10 505 III aufzuheben, und es sei die Be- klagte und Berufungsbeklagte zu verurteilen, an den K läger und Berufungskläger einen Betrag Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht von CHF 100‘000.-- nebst Zins zu 5% seit 3. November 2 006 zu bezahlen (Teilklage; Mehrfor- derung ausdrücklich vorbehalten). 2. Eventuell sei die Sache zu neuer Entscheidung an die erste Instanz zurückzuweisen. 3. Verfahrensanträge: Es sei ein Beweisverfahren durchzuführen, indem 3.1 bezüglich des Fortführungsschadens eine Expertise anzuordnen sei, und 3.2 als Zeugen Herr K.____ und Herr D.____ einzuvern ehmen seien (K.____ zu Replik S. 13, S. 16/17, und S. 44; D.____ zu Replik S. 3-10, S. 13 -17, S. 18, S. 27/28, S. 29, S. 36 und S. 44). 4. Die Prozesskosten der ersten Instanz, bestehend aus den Gerichtskosten von CHF 10‘250.-- und den Schlichtungskosten von CHF 200.--, sowie der Pa rteientschädigung in Höhe von CHF 31‘698.-- (inkl. Auslagen von CHF 1‘000.-- und Meh rwertsteuer von CHF 2‘348.--) sowie die Prozesskosten der zweiten Instanz, ebenfalls bestehen d aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung, seien der Beklagten und Berufungsb eklagten vollumfänglich aufzuerle- gen.“ Er begründete die Berufung im Wesentlichen und soweit für das vorliegende Berufungsverfah- ren relevant wie folgt: Dass die Vorinstanz die beiden in der Replik angerufenen Zeugen D.____ und K.____ sowie die mit der Replik eingereichten Unterlagen als Beweism ittel wegen angeblicher Verletzung der Eventualmaxime nicht zugelassen habe, sei falsch. Im auf d en vorliegenden Fall noch anwend- baren basellandschaftlichen Zivilprozessrecht werde die E ventualmaxime weniger streng wie nach der seinerzeitigen baselstädtischen Zivilprozessordnu ng durchgeführt. Der Kläger sei bloss gehalten, in der Klagbegründung diejenigen Tats achen vorzubringen, welche die von ihm erhobenen Ansprüche stützten, nicht aber, dass er schon vo rweg eine Stellungnahme zu den zu erwartenden rechtshindernden oder aufhebenden Einre den und den sich auf diese bezie- henden Tatsachen abgebe. Der Kläger habe keine Vera nlassung gehabt, die genannten Zeu- gen bereits in der Klagebegründung anzurufen, und es habe auch kein Anlass für ihn bestan- den, weitere Schriftstücke mit der Klagebegründung ei nzureichen. Folglich habe die Vorinstanz § 104 ZPO BL verletzt, indem sie die Zeugen zwar im Be weisdekret vom 03.05.2013 benannt und auch vorgeladen, aber nicht angehört habe, und i ndem sie die Replikbeilagen aus dem Recht gewiesen habe. Das Beweisdekret vom 03.05.2013 enth alte keine Bestimmung, wonach eine Expertise über die Höhe des Fortsetzungsschadens durchzuführen sei. Deshalb habe der Kläger am 29.05.2013 eine Expertise zur Festsetzung des Fortführungsschadens verlangt. Die- ser Antrag sei mit Verfügung vom 10.07.2013 zu Unrecht abgewiesen worden. Der Kläger habe nicht einfach eine Expertise beantragt, sondern eine sol che bezüglich des Fortführungsscha- dens. Dem Fachmann werde aus dieser Formulierung klar, d ass damit insbesondere die Jah- resabschlusse 2005 und 2006 der C.____ AG im Beweisantrag mitenthalten seien. Der Fortfüh- rungsschaden sei vom Kläger übrigens auf S. 29 f. der K lagebegründung auf der Basis der ge- prüften Jahresrechnung per 31.12.2006 substanziiert darge stellt worden. Es treffe somit nicht zu, dass die klägerischen Ausführungen ungenügend substa nziiert worden seien. Die Vor- instanz habe einerseits § 104 ZPO BL und Art. 8 ZGB verl etzt. Andererseits seien durch die Nichtberücksichtigung des Antrags auf Expertise bezüglic h des Fortführungsschadens in Ver- letzung von § 155 ZPO BL und Art. 8 ZGB überspitzte An forderungen an die Substanziierungs- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflicht eines Beweismittels gestellt worden. Zudem seien die sachdienlichen Unterlagen, die dem Gutachter hätten zur Verfügung gestellt werden m üssen, namentlich die Jahresrechnung der C.____ AG per 31.12.2005 mit Bericht der Revision sstelle vom 02.11.2006 sowie die Jah- resrechnung der C.____ AG per 31.12.2006 mit Revisionsbericht vom 27.08.2007 der Klagebe- gründung beigelegen. Nachdem die Vorinstanz in dieser Hinsicht zu Unrecht kein Beweisver- fahren durchgeführt habe, sei dasselbe durch die Berufungsinstanz nachzuholen. Der Kläger habe aufgrund der ihm zur Verfügung stehe nden Unterlagen durch ein Treuhandbü- ro den Schaden detailliert berechnen lassen, wie sich d en Seiten 29-31 der Klagebegründung entnehmen lasse. Diese Berechnung beruhe auf Klagebe ilage 13, d.h. auf der Jahresrechnung 2006 der C.____ AG. Inwiefern er damit den Anforder ungen an die Substanziierung nicht nach- gekommen sein soll, sei nicht nachvollziehbar. Der Kläger habe ferner gar keine Möglichkeit besessen, die Geschäftsbücher der C.____ AG beizubringen. Beim Fortführungsschaden hand- le es sich um eine Hypothese, wobei die sachdienlichen Angaben dazu im vorinstanzlichen Ver- fahren seitens des Klägers gemacht worden seien. Indessen habe sich die Vorinstanz mit der Schadensberechnung des Klägers gar nicht auseinander ge setzt, nachdem der Antrag auf An- ordnung einer Expertise abgewiesen worden sei. In derartigen Fällen sei eine richterliche Scha- densschätzung von Amtes wegen vorzunehmen. Indem die Vor instanz die ihr obliegenden Auf- gaben nicht wahrgenommen habe, seien sowohl die Art. 754 ff. als auch die Art. 41 ff. OR ver- letzt worden. E. Mit Berufungsantwort vom 22.05.2014 beantragte die Be klagte die Abweisung der Beru- fung, unter o/e-Kostenfolge. Sie begründete ihre Ant räge im Wesentlichen und soweit für das vorliegende Berufungsverfahren relevant folgendermassen: Die Befragung von D.____ und K.____ als Zeugen habe d ie Vorinstanz zu Recht abgelehnt. Der Kläger habe damit die Umstände und Hintergründe der Vereinbarung vom 20.05.2005 und die sich daraus ergebenden Streitigkeiten zwischen D.____ und F.____ beleuchten wollen. Die- se Beweisanträge bezögen sich m.a.W. auf die strittige Verbuchung des Aktiv-/Passivdarlehens über CHF 200‘000.00 im Jahresabschluss 2005 sowie die angeblich fehlenden Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Sie bezögen sich also nicht n ur auf Einwände der Beklagten, sondern auf die vom Kläger auszuführenden Anspruchsvoraussetzunge n, insbes. auf das Vorliegen ei- ner Pflichtwidrigkeit. Daher hätte sie der Kläger gem äss massgeblicher ZPO BL in der Klage vorzubringen gehabt. Die in der Replik vorgebrachten Bew eisanträge seien daher verspätet gewesen. Zudem hätte sich der Kläger nach ständiger Pra xis zur ZPO BL bereits in der Klage mit den voraussehbaren Einwänden der Beklagten auseinander setzen müssen, sei doch dieser Sachverhalt zwischen den Parteien schon vorprozessual nicht unstrittig gewesen. Der Kläger habe es versäumt, den Fortführungsschaden im vorinstanzli chen Verfahren rechtsgenüglich zu substanziieren. Namentlich habe er es unterlassen, die notwendigen Grundlagen zum Sachver- halt in den Prozess einzuführen, welche die Einholung eines Gutachtens oder die Schätzung des Schadens ermöglicht hätten. Er habe weder die Buchh altungsunterlagen und die Ge- schäftsbücher beigebracht noch sich in seinen Ausführungen auf sie abgestützt. Er beziehe sich ausschliesslich auf den Jahresabschluss 2005 und leite daraus in abstrakter Weise angeb- liche Liquidationswerte ab, ohne die konkreten Verhältn isse der C.____ AG zu berücksichtigen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dies sei untauglich und ermögliche einem Sachverständig en nicht, seine Behauptungen nach- zuprüfen bzw. dem Gericht nicht, den Schaden zu schätzen. Dass der Kläger keine Möglichkeit gehabt habe, die Buchhaltungsunterlagen und Geschäfts bücher beizuziehen, sei falsch, habe er doch aufgrund seiner Eingabe im Konkurs der C.____ AG Akteneinsicht gehabt. Der Kläger sei verpflichtet, den Fortführungsschaden soweit als möglich zu substanziieren. Die Kompetenz des Gerichts, den Schaden zu schätzen, beginne erst do rt, wo die Möglichkeiten des Klägers zur Schadenssubstanziierung endeten. Eine entsprechende Su bstanziierung habe der Kläger versäumt. Ferner habe er die Regel verletzt, wonach jed e Tatsachenbehauptung mit den ent- sprechenden Beweisanträgen zu untermauern sei. Die in der Klage ausgeführte zweiseitige Berechnung des Fortführungsschadens sei mit 3 Beweisanträgen versehen worden. In der Rep- lik habe es der Kläger überhaupt unterlassen, seine jeweiligen Parteibehauptungen mit Beweis- anträgen zu untermauern. Nach Massgabe der Dispositionsm axime sei es nicht am Gericht gewesen, eine Sachverhaltsdarstellung zu formulieren, aus der hätte hervorgehen müssen, wie sich die Zunahme der Überschuldung der C.____ AG entwick elt habe. Dies wäre Aufgabe des Klägers gewesen. Er habe es nicht einmal für nötig befunden, die seiner Berechnung zugrunde- liegenden Jahresabschlüsse 2005/2006 an der massgeblichen Stelle als Beweisantrag aufzu- führen. Der Kläger unterlasse es auszuführen, wie sich die Bilanz gestaltet hätte, wenn sie die aus sei- ner Sicht notwendigen Korrekturen für Rechtsstreitigkeite n, Debitorenverluste, Solidarverpflich- tung etc. enthalten hätte. Eine Delkredere-Rückstellung für das Aktionärsdarlehen über CHF 200‘000.00 werde erstmals in der Berufung und dam it verspätet behauptet. Wie diese Ri- siken aus seiner Sicht korrekt in der Bilanz abzubilden gewe sen wären und welche Auswirkun- gen sich auf die Überschuldung ergeben hätten, führe er nicht aus, sondern behaupte pauschal, die Gesellschaft sei auch aus diesem Grund offensichtlich überschuldet gewesen. Solche Pau- schalbehauptungen seien nicht zu hören. Der Kläger sei für das Vorliegen einer offensichtlichen Überschuldung beweispflichtig. Dieser Nachweis sei ihm nicht gelungen. F. Nachdem anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 23.09.20 14 keine Einigung hatte erzielt werden können, wurde den Parteien mitgeteilt , dass der Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, ohne Durchführung einer weiteren Parteiverhandlung ergehe und den Par- teien schriftlich eröffnet werde. Erwägungen 1. Der Entscheid der Vorinstanz ist nach dem 01.01.2011 un d damit nach Inkrafttreten der neuen Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) er gangen, so dass diese für das Rechtsmittelverfahren zur Anwendung gelangt (Art. 405 A bs. 1 ZPO). Gegen einen End- entscheid in vermögensrechtlichen Streitigkeiten mit eine m Streitwert von mindestens CHF 10'000.00 kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a und A bs. 2 ZPO Berufung erhoben werden. Mit Berufung kann gemäss Art. 309 ZPO unrichtige Rechtsa nwendung oder/und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden. D ie Berufung ist schriftlich und be- gründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründet en Entscheides bei der Rechtsmittel- instanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Streitw ertgrenze ist im vorliegenden Fall klar Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht erreicht. Der angefochtene Entscheid wurde dem Kläger am 07.03.2014 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durch die Berufung vom 04.04.2014 somit eingehalten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c i.V.m. § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist die Dreier kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantons- gerichts für die Beurteilung der Berufung sachlich zustä ndig. Da auch die übrigen Formalien für das Rechtsmittel der Berufung eingehalten sind, ist auf diese einzutreten. 2. Der Berufungskläger rügt eine unrichtige Anwendung der Eventualmaxime durch die Vor- instanz. Für aktienrechtliche Verantwortlichkeitsklagen gil t die Verhandlungsmaxime. Im erstin- stanzlichen Verfahren war noch die Basellandschaftliche Zivilprozessordnung vom 21.09.1961 (ZPO BL) anwendbar. Gemäss § 104 Abs. 2 ZPO BL soll die Klagebegründung im schriftlichen Verfahren neben der genauen Parteibezeichnung (lit. a) und einem vollständigen und bestimm- ten Rechtsbegehren (lit. b) eine kurze und deutliche Darstellung der Tatsachen, welche das Rechtsbegehren begründen (lit. c), und die Angabe der Beweismittel enthalten, von denen der Kläger Gebrauch machen will; diese sind, soweit es sich um Urkunden handelt, der Klage bei- zulegen (lit. d). U.a. aus dieser Bestimmung leitete L ehre und Praxis für den Kanton Basel- Landschaft eine im gesamtschweizerischen Vergleich strenge Eventualmaxime ab (vgl. Staehe- lin/Sutter, Zivilprozessrecht, Zürich 1992, § 11 N 41). D ies bedeutete, dass grundsätzlich jede Partei ihre Rechtsbegehren, Tatsachenbehauptungen un d Beweismittel in der ersten Rechts- schrift zu nennen hatte (Grundriss des Zivilprozessrechts, Vog el/Spühler, 8. Aufl., Kap. 6 N 105). Neue Tatsachen und Beweismitteln wurden nur b erücksichtigt, wenn deren Angabe früher unmöglich war (vgl. § 120 ZPO BL). Der Kläger war somit gehalten, bereits in der Klag- begründung diejenigen Tatsachen, auf welche sich die v on ihm erhobenen Ansprüche stützen, samt den dazugehörigen Beweismitteln aufzuführen. Die s bedeutete indessen nicht, dass er schon vorweg eine Stellungnahme zu den zu erwartenden rechtshindernden oder rechtsaufhe- benden Einreden und die sich auf diese beziehenden Tatsa chen abzugeben hatte (vgl. Wei- bel/Rutz, Gerichtspraxis zur basellandschaftlichen ZPO, 4. Aufl., Liestal 1986, S. 158). Die schuldhafte Pflichtverletzung durch Organe der AG und der dadurch bewirkte Schaden bil- den das Klagefundament einer aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsklage. Der Kläger hat in der Klagebegründung hinsichtlich der Pflichtverletzung der Beklagten in Ziff. 4.1 u.a. auf die Verein- barung zwischen dem Kläger, seiner Ehefrau, D.____ und der C.____ AG vom 20.05.2005 hin- gewiesen und diese Vereinbarung als Klagbeilage 24 i ns Recht gelegt. Die Beklagte habe dar- aus die Sanierungspflichten von F.____ durch die Gewähr ung eines Darlehens von CHF 200‘000.00 an die C.____ AG, die Mutationen im Aktionariat und die solidarische Haftung der C.____ AG für die Bezahlung des Kaufpreises entne hmen können. Wenn nun der Kläger die an der besagten Vereinbarung beteiligten Parteie n und den Verfasser des Vertragstextes als Zeugen über die Hintergründe dieser Vereinbarung erst in der Replik angerufen hat, so ist dies aufgrund der damals geltenden, oben dargelegten prozessrechtlichen Vorschriften zu spät erfolgt. Es ist keineswegs so, dass erst die Klagantwort d em Kläger Veranlassung gegeben hätte, sich auf die Hintergründe der Vereinbarung vom 20.05.2005 zu berufen. Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Anträge auf Befragung der Zeugen D.____ und K.____ abgewiesen hat. Das Gleiche gilt für die erst mi t der Replik eingereichten Urkunden. Auch diese haben Tatsachen, die bereits zum Klagefundam ent gehören, und nicht solche, die erst einredeweise von der Beklagten vorgebracht worden sind, betroffen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht An der Rechtmässigkeit des Vorgehens der Vorinstanz ändert auch nichts, dass mit der Be- weisverfügung der instruierenden Gerichtspräsidentin vom 03.05.2013 die beiden Zeugen vor- geladen worden waren. Die Beweisverfügung gemäss § 112 ZPO BL ist eine prozessleitende Verfügung und hat lediglich vorläufigen Charakter. D em erkennenden Gericht bleibt es unbe- nommen, auf die vom Verfahrensleiter vorbereitete Abna hme von Beweisen, z.B. Befragung geladener Zeugen, zu verzichten oder den Fall auszustell en und weitere Beweise abzunehmen (vgl. Staehelin/Sutter, Zivilprozessrecht, Zürich 1992, § 16 N 9), was sich für die baselland- schaftliche Zivilprozessordnung aus § 112 Abs. 4 ZPO BL erg ibt. Daher ist nicht zu beanstan- den, dass die Fünferkammer anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 23.10.2013 auf die Beweisverfügung der instruierenden Gerichtspräsidentin vom 03.05.2013 zurückgekommen und auf die Befragung der Zeugen D.___ _ und K.____ verzichtet hat. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz auch in antizipierter Beweisw ürdigung von der Befragung der erst in der Replik beantragten Zeugen und von der Berücksicht igung der erst mit der Replik einge- reichten Urkunden hätte absehen können, lag doch die Ve reinbarung vom 20.05.2005 als taug- liches Beweismittel bereits im Recht. Mithin ist der Beru fung in diesem Punkt kein Erfolg be- schieden, weshalb auch der zweitinstanzlich gestellte Verfa hrensantrag auf Zeugeneinvernah- me von K.____ und D.____ abzuweisen ist. 3. Ob die Vorinstanz den Beweisantrag des Berufungsklägers auf Anordnung einer Exper- tise zur Festsetzung des Fortführungsschadens zu Unrecht ab gewiesen hat, hängt von der hin- reichenden Substanziierung des Fortsetzungsschadens durch den Kläger ab. Folglich ist zu- nächst die Rüge des Berufungsklägers zu prüfen, die Vorin stanz habe zu Unrecht befunden, dass er den Anforderungen an die Substanziierung nicht genügend nachgekommen sei. Aus der Verhandlungsmaxime ergibt sich für das im vorliegend en Fall angeordnete schriftliche Ver- fahren die Behauptungspflicht gemäss der im vorinstanzli chen Verfahren noch anwendbaren Bestimmung von § 104 Abs. 2 lit. c ZPO BL. Diese begrün det die Pflicht zur Substanziierung in der Klagebegründung, d.h. die Pflicht der Partei, diejenigen Tatsachen zu behaupten, von deren Nachweis das Bestehen des Anspruches abhängt (vgl. Weibel/Ru tz, Gerichtspraxis zur basel- landschaftlichen ZPO, 4 Aufl., S. 158). Die Tatsachen müssen so umfassend und klar darge- legt werden, dass die Gegenseite dazu Stellung nehmen k ann und dass darüber die erforderli- chen Beweise abgenommen werden können. Globale Behauptungen genügen nicht. Das basel- landschaftliche Zivilprozessrecht hat damit die Substanziierung in zulässiger Weise auf das Be- hauptungsverfahren beschränkt und lässt deren Ergänzung im Beweisverfahren nicht zu (vgl. Grundriss des Zivilprozessrechts, Vogel/Spühler, 8. Aufl., K ap. 10 N 56; BGE 108 II 341 E. 3). Die Aufteilung der Behauptungslast unter den Prozesspar teien folgt aus der Beweislastvertei- lung: Wer für eine bestimmte Tatsache die Beweislast tr ägt, hat diese Tatsache, damit er sie beweisen kann, durch Behauptung in den Prozess einzufü hren. Die Verteilung der Behaup- tungslast folgt daher aus Art. 8 ZGB (vgl. Staehelin/ Sutter, Zivilprozessrecht, Zürich 1992, § 11 N 16). Wer Schadenersatz beansprucht, hat laut Art. 42 Abs. 1 OR den Schaden zu beweisen. Wie konkret und detailliert die Substanziierung sein m uss, ist nach den Umständen des Einzel- falles zu beurteilen. Ist der Schaden gemäss Art. 42 Ab s. 2 OR nicht ziffernmässig nachweis- bar, müssen die Tatsachen so substanziiert werden, dass de m Gericht die Schätzung des Schadens möglich ist. Beim Beweis durch Gutachten ist der zu begutachtende Sachverhalt so konkret zu behaupten, dass das Gericht den Gutachter instru ieren kann, und dass dieser in der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lage ist, die Expertise auszuarbeiten. Bei schwierigen S achverhalten haben die Parteien nicht Einzeltatsachen zu allen Zusammenhängen darzutun; es muss a ber klar sein, aufgrund von welchen Tatsachen die Expertise ein bestimmtes Resultat ergeben soll (vgl. zum Ganzen Leu- enberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Art. 221 N 45 f.). Die Herabsetzung des Beweismasses gemäss Art. 42 Abs. 2 OR s etzt indessen voraus, dass ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht mög lich oder nicht zumutbar ist. Die Herab- setzung des Beweismasses darf im Ergebnis nicht zu einer Umke hr der Beweislast führen. Die beweispflichtige Partei hat alle Umstände, die für di e Verwirklichung des behaupteten Sachver- halts sprechen, soweit möglich und zumutbar zu behaupten und zu beweisen (BGE 128 III 276 E. 2.b.aa). Die vom Geschädigten vorgebrachten Umständ e müssen geeignet sein, den Be- stand des Schadens hinreichend zu belegen und seine G rössenordnung hinreichend fassbar werden zu lassen (BGer 4A_462/2009 E. 2.2). Der Kläger macht einen Fortführungsschaden zufolge Ko nkursverschleppung geltend, für wel- chen er beweispflichtig ist. Ein solcher Schaden besteht in der Vergrösserung der Überschul- dung der konkursiten Gesellschaft, welche durch eine verspä tete Konkurserklärung entstanden ist. Der Schaden bemisst sich anhand eines Vergleichs der tatsächlich eingetretenen Über- schuldung der Konkursitin mit jener, die bei einem Konku rs im früheren Zeitpunkt entstanden wäre (BGE 136 III 325 E. 3.2). Der entsprechende Sch aden kann bundesrechtskonform in der Weise festgestellt werden, dass der aus den Buchhaltung sunterlagen ersichtliche Saldo im Zeitpunkt der Verletzung der Benachrichtigungspflicht mit dem (höheren) Verlust im Zeitpunkt der tatsächlich erfolgten Konkurseröffnung verglichen wi rd. Es gilt also, den Vermögensstand der Gesellschaft bei Konkurseröffnung mit dem Vermögen zu jenem Zeitpunkt zu vergleichen, auf welchen die eingeklagten Organe bzw. die Revisionsge sellschaft nach klägerischer Be- hauptung die Konkurseröffnung bei pflichtgemässem Hande ln hätten herbeiführen müssen. Zu diesem Zweck kann der Überschuldungsgrad einzig gestützt auf Liquidationswerte ermittelt werden, denn die Konkurseröffnung zieht die Auflösung der Gesellschaft nach sich (Art. 736 Ziff. 3 OR) und deren Liquidation nach den Regeln de s Konkursrechts (Art. 740 Abs. 5 OR). In diesem Stadium hat der Fortführungswert, da der gewöh nliche Geschäftsbetrieb eingestellt wird, seine Bedeutung verloren (BGE 136 III 325 E. 3 .2.1). Wenn der Vorwurf dahin geht, der Konkurs sei verzögert worden, darf der Schaden nach dem Gesagten nicht als Differenz zwi- schen dem Liquidationswert bei effektiver und dem Fortf ührungswert zum Zeitpunkt der pflicht- widrig unterlassenen Benachrichtigung des Richters ermittelt werden (BGE 136 III 326 E. 3.2.2). Der Kläger führt in der Klagebegründung zum Schaden unter Ziff. 7 auf, dass bei pflichtgemäs- sem Handeln der Beklagten über die C.____ AG späteste ns per 30.11.2006 resp. per 20.11.2006 der Konkurs eröffnet worden wäre, und beru ft sich hinsichtlich des Vermögens- stands der C.____ AG für diesen Zeitpunkt auf die Jahre srechnung der C.____ AG per 31.12.2006. Bei dieser auf Fortführungswerten basiere nden Jahresrechnung werden vom Klä- ger diverse Korrekturen, u.a. mit Bewertungen zu Liquidationswerten vorgenommen und daraus ein Fortführungsschaden von CHF 812‘760.00 errechnet. Als Beweis für die erwähnten Be- hauptungen wird eine Expertise zur Festsetzung des Fo rtführungsschadens und eine amtliche Erkundigung beim Konkursamt beantragt und der Kollokationsplan über die C.____ AG zur Edi- tion offeriert resp. dessen Beizug vom Konkursamt beantr agt. Worüber sich das Gericht beim Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Konkursamt erkundigen solle, wird indes nicht näher substanziiert, weshalb sich dieser Beweis- antrag als untauglich erweist. Ebenso fehlen Beweisantr äge zu den Buchhaltungsunterlagen und Geschäftsbüchern der C.____ AG. Deren Anrufung ist aber unverzichtbar, um hinsichtlich des Fortführungsschadens Beweis zu führen. Ferner wäre e s dem Kläger zumutbar gewesen, sich auf diese Urkunden zur konkreten Darstellung der Berechnungsgrundlagen für den geltend gemachten Fortführungsschaden zu berufen. Er hätte al s Gläubiger im Konkurs über die C.____ AG die entsprechenden Akten bei der Konkursverwaltung einsehen und die sich daraus ergebenden Tatsachen im Einzelnen in den vorliegende n Prozess einbringen können. Insbe- sondere hätte es am Kläger gelegen, die tatsächlichen G rundlagen für die von ihm angenom- menen Liquidationswerte per 31.12.2006 resp. per Datu m der hypothetischen, früheren Kon- kurseröffnung in der Klagebegründung vorzutragen und unter Beweis zu stellen. Er macht in der Berufung zwar zutreffend geltend, dass der sich aus den Buchhaltungsunterlagen ergebende Saldo im Zeitpunkt der Verletzung der Benachrichtigung spflicht durch die Revisionsstelle mit dem höheren Verlust im Zeitpunkt der tatsächlichen Kon kurseröffnung zu vergleichen ist. Hin- gegen hat er es unterlassen, form- und fristgerecht in d er Klagebegründung die sich aus den Buchhaltungsunterlagen ergebenden Tatsachen zu behaupten und die Buchhaltungsunterlagen als Beweismittel ins Recht zu legen oder zumindest einen spezifizierten, diesbezüglichen An- trag auf Aktenbeizug beim Konkursamt zu stellen. Die blo sse Einreichung der Jahresrechnung 2006 ist als Beweismittel ungenügend und untauglich. Da der Kläger selbst angibt, zur Edition des Kollokationsplans im Konkurs der C.____ AG in der L age zu sein (vgl. Klagebegründung S. 30), ist es nicht statthaft, dessen Beizug beim Konkursa mt zu verlangen (vgl. Klagebegrün- dung S. 28). Ferner ist die Editionsofferte des Kläge rs hinsichtlich des Kollokationsplans im Konkurs der C.____ AG im Lichte von § 104 Abs. 2 lit. d ZPO BL und der im basellandschaftli- chen Zivilprozess geltenden Eventualmaxime (vgl. dazu E. 2 hievor) ein unzureichender Be- weisantrag, der nicht zu berücksichtigen ist. Die sich aus d em Kollokationsplan ergebende Ge- samtheit der rechtskräftig kollozierten Forderungen bil det ohnehin keine bundesrechtlich ver- bindliche Grundlage zur Berechnung des Fortführungsscha dens (BGE 132 III 348 E. 2.3.3), sondern höchstens eine grobe Schätzung desselben. Die in die Klagebegründung hineinge- schriebene Schadensberechnung eines ungenannt geblieben en Treuhandbüros leidet an ver- schiedenen, offensichtlichen Mängeln: Substanziierte Ausf ührungen zu den Liquidationswerten fehlen; die verwendeten Sätze zur Reduktion der Fortf ührungswerte zu Liquidationswerten wer- den nicht begründet; es werden keine Liquidationskosten per 30.11.2006 eingesetzt; die unter Rangrücktritt stehenden Verbindlichkeiten werden von den Passiven abgezogen. Da es der Kläger in der Klagebegründung unterlassen hat, die massgeblichen Einzeltatsachen zu behaup- ten, namentlich hinsichtlich der anzunehmenden Liquidati onswerte, die Grundlage für eine Schadensberechnung im von ihm gewählten Zeitpunkt per 30.11.2006 bilden würden, ferner hinsichtlich einer per 31.12.2005 bestehenden offensicht lichen Überschuldung der C.____ AG, fehlt es an einem hinreichenden Sachverhaltsvortrag zum Fortsetzungsschaden. Selbst in der Replik fehlen dazu trotz Bestreitung des Fortführungsschadens durch die Beklagte weitere Aus- führungen des Klägers. Der Vorinstanz kann nur beigepfl ichtet werden, dass es der Kläger im vorliegenden Fall versäumt hat, den Fortführungsschaden rechtsgenüglich zu substanziieren, und dass ihm daher der Nachweis über die Höhe des gelten d gemachten Fortführungsscha- dens nicht gelungen ist. Die Berufung erweist sich in diesem Punkt somit als unbegründet. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Sind die Vorbringen einer Partei im Behauptungs- un d Substanziierungsstadium ungenü- gend, so ist deren Ergänzung im Beweisverfahren aufgru nd der im basellandschaftlichen Zivil- prozess geltenden Eventualmaxime (vgl. E. 3 hievor) nicht zulässig. Es geht daher entgegen der Ansicht des Klägers nicht an, zur näheren Substanziie rung des Fortführungsschadens zu- folge Konkursverschleppung auf den von einem Experten zu erstattenden Bericht zu verweisen. Ist kein tauglicher Tatsachenvortrag im prozessrechtlich ma ssgebenden Zeitpunkt vorhanden, so fehlen die Grundlagen, um diesbezüglich eine Beweisab nahme durchzuführen. Die Vor- instanz hat daher zu Recht den klägerischen Antrag auf Ano rdnung eines Gutachtens zur Fest- stellung des Fortführungsschadens abgewiesen. Demzufolge ist auch der vor zweiter Instanz gestellte Verfahrensantrag auf Anordnung einer Expert ise bezüglich des Fortführungsschadens abzuweisen. 5. Mangels Substanziierung des Schadens wurde die Klage dur ch die Vorinstanz zu Recht abgewiesen. Dementsprechend ist auch die Berufung abzuw eisen. Ob die weiteren Vorausset- zungen für eine Haftung der Revisionsstelle gegeben sind, kann somit offen bleiben. Dies gilt zunächst für die vorgeworfenen Pflichtverletzungen. Der K läger wirft der beklagten Revisions- stelle vor, sie hätte – anstelle der Generalversammlung (trotz der Einschränkungen im Testat) die Annahme der Jahresrechnung 2005 zu empfehlen – rich tigerweise den Verwaltungsrat auf- fordern müssen, dem Konkursrichter unverzüglich die Übersch uldung anzuzeigen. Hierzu ist festzuhalten, dass die Bilanz der C.____ AG per 31.12. 2005 tatsächlich eine Überschuldung ausweist, was die Beklagte in ihrem Testat vom 02.11.200 6 denn auch ausdrücklich festhält. Ergänzend und zutreffend wird im Testat aber auch ausgef ührt, dass der Verwaltungsrat von der Anzeige der Überschuldung an den Konkursrichter dispe nsiert sei, da ein ausreichender Rangrücktritt vorliege (Art. 725 OR). Der Kläger führt zwar aus, der Rangrücktritt sei mangels Tragbarkeit für den Gläubiger bzw. angesichts dessen eing eschränkter Bonität nicht ausrei- chend, übersieht dabei aber, dass sich diese Rüge nur au f jenen Teil des Rangrücktritts bezie- hen kann, den der Gläubiger selbst erklärt hat, nicht hingegen auf jene Forderungen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt vom Schwiegervater des Klägers mit einem Rangrücktritt versehen worden waren und die in der Folge der Gläubiger auf dem Wege der Abtretung gemäss Verein- barung vom 20.05.2005 zusammen mit den Aktien an der C .____ AG erworben hatte (Klagbei- lage 24). Im Zusammenhang mit dem oben erwähnten Test at der Beklagten würde sich allen- falls noch die Frage stellen, ob die Beklagte der Gene ralversammlung anstelle der Genehmi- gung der Jahresrechnung nicht vielmehr deren Rückweisung hätte empfehlen sollen, nachdem sie in ihrem Testat selbst bekundete, sich weder über di e Werthaltigkeit des im Anlagevermö- gen aufgeführten Darlehens über CHF 200‘000.00 noch über die gläubigerseitige Tragbarkeit des Rangrücktritts über CHF 567‘000.00 ein Urteil bild en zu können (vgl. dazu Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Band 2, S. 423). Soll te hierin eine Pflichtverletzung der Be- klagten zu erblicken sein, so wäre weiter zu prüfen, ob dadurch der Fortführungsschaden ver- grössert wurde. Doch wird dies vom Kläger nicht gelten d gemacht. Der Kläger wirft der Beklag- ten vielmehr vor, die Wertlosigkeit des in der Bilanz per 31.12.2005 aufgeführten Aktivums „Dar- lehen Aktionär“ über CHF 200‘000.00 nicht erkannt zu haben, deren vollständige Wertberechti- gung die offensichtliche Überschuldung bewirkt und damit die Verpflichtung zur Anzeige der Überschuldung gegenüber dem Konkursrichter ausgelöst hätte . Da es sich bei diesem „Akti- vum“ bei näherem Hinsehen um einen darlehensvertraglich en Anspruch der Gesellschaft ge- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht genüber einem Aktionär auf Auszahlung eines Darlehens und nicht um einen Anspruch der Ge- sellschaft auf Rückzahlung eines dem Aktionär gewährten Darlehens handelte, stellt sich hier in der Tat nicht nur die Frage nach der Werthaltigkeit dieser Position, sondern auch die Frage, ob ein solcher Anspruch überhaupt aktivierungsfähig ist. Wäre eine Aktivierungsfähigkeit zu ver- neinen oder das Erfordernis einer vollumfänglichen Wer tberichtigung zu bejahen gewesen, könnte eine Pflichtverletzung der Beklagten darin erblickt werden, dass sie es versäumt hat, in ihrem Bericht darauf hinzuweisen. Eine Haftung der B eklagten würde aber auch in diesem Fall nur in Betracht gekommen, wenn diese Unterlassung zu ein em Schaden geführt hätte. Dies wäre allein deshalb fraglich gewesen, weil die genan nte Korrektur auch auf der Passivseite der Bilanz eine Berichtigung zur Folge gehabt hätte, da a uf die gegenüber dem Vorjahr vorgenom- mene Erhöhung der rangrücktrittsbelasteten Verbindlichke iten um CHF 202‘000.00 hätte ver- zichtet werden müssen, nachdem diese unbestrittenermassen lediglich „als Gegenbuchung“ zur erwähnten Aktivierung vorgenommen worden war (Klagantwort, S. 8) und beide Positionen den gleichen Vorgang zwischen denselben Parteien (beabsichtig te Darlehenserhöhung durch den neuen Aktionär) betrafen. Im Ergebnis hätten solche Ko rrekturen zwar zu einer Bilanzverkür- zung, nicht aber – wie vom Kläger behauptet – zur Erhöh ung des Bilanzverlustes und damit auch zu einer Erhöhung der Überschuldung geführt. Offen bleiben können schliesslich auch die übrigen Fragen, etwa die des Mitverschuldens bzw. des wide rsprüchlichen oder gar rechts- missbräuchlichen Verhaltens des Klägers, der gemäss Handel sregistereintrag bis zum 03.04.2006 als Verwaltungsrat der Gesellschaft deren G eschicke immerhin mitbestimmte, wäh- rend er im nachhinein vortragen lässt, die Gesellschaft sei bereits Ende 2005 offensichtlich überschuldet gewesen (vgl. Art. 759 OR), ferner die Frage der Überprüfbarkeit einer kollozierten Forderung bei der Schadensermittlung im Verantwortli chkeitsprozess und schliesslich die Fra- ge, ob der Kläger die an ihn gemäss Art. 260 SchKG abgetretene Forderung der Konkursmasse gegen die Beklagte nach der Einstellung des Konkurses am 10.06.2009 mangels Aktiven über- haupt noch geltend machen kann (verneinend BGE 33 II 242, 109 III 29 E. 1.a und BSK SchKG II-Berti, Art. 260 N 35). 6. Aufgrund der obigen Erwägungen ist der Berufungskläge r vollumfänglich unterlegen. Ent- sprechend dem Ausgang des vorliegenden Rechtsmittelverfahr ens sind daher in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO sämtliche Prozesskosten der zweiten Instanz dem Berufungskläger aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist gemäss § 3 Abs. 2 i .V.m § 8 Abs. 1 lit. f und § 9 Abs. 1 GebT auf CHF 7‘500.00 festzusetzen. Die Mehrwertsteuer ist in der Honorarnote separat aus- zuweisen (§ 17 TO) und nur bei einem entsprechenden Ant rag zusätzlich zu vergüten. Ein sol- cher Antrag der Beklagten liegt für das Berufungsverfahr en nicht vor, weshalb die Mehrwert- steuer nicht zusätzlich zu vergüten ist. Ohnehin ist bei der Festlegung der Parteientschädigung für das Berufungsverfahren die Mehrwertsteuer nicht zu b erücksichtigen, weil die mehrwert- steuerpflichtige Beklagte die an ihren für geschäftlich begründete Zwecke beauftragten Anwalt geleisteten Mehrwertsteuern als Vorsteuern von ihrer eigenen Mehrwertsteuerrechnung abzie- hen kann (vgl. Art. 28 ff. MWSTG; Eidgenössische Steuerv erwaltung ESTV, MWST-Branchen- Info 19, Gemeinwesen, Bern 2010, Rz. 80; Benedikt A. S uter/Cristina von Holzen, in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, Art. 95 N 39). Eine s olche Partei erleidet mithin durch die Mehrwertsteuer keinen zu entschädigenden Schaden, da sie mit deren Bezahlung gleichzeitig Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht (bzw. in der gleichen Periode) einen gleich hohen geld werten, liquiden und sicheren Anspruch gegenüber der Mehrwertsteuerverwaltung erwirbt. Die A brechnungsmethode der Partei, der eine Prozessentschädigung zuzusprechen ist, ist dabei ohne Einfluss und nicht zu berücksichti- gen (OGer ZH vom 19.07.2005, ZR 2005, N 76, E. III.2 ; Entscheid des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 09.05.2011 E. 4.5, publiziert im Internet). Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von pauschal CHF 7‘500.00 wird dem Berufungs- kläger auferlegt. Der Berufungskläger hat der Berufung sbeklagten eine Parteientschädigung von pauschal CHF 10‘500.00 zu bezahlen. Präsident Thomas Bauer Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel