Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Februar 2020 (725 17 259 / 28) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Berechnung von Taggeld und Rente; Höhe des versicherten Verdienstes, Trainerkarriere als Grundlage zur Bestimmung des Valideneinkommens Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen GAN Assurances , Rue de Bourg 9, 1003 Lausanne, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Damien-R. Bossy, Rechtsanwalt, 7, bd de Pérolles, case postale 736, 1701 Fribourg Beigeladene B.____ AG , Betreff Leistungen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ stiess am 26. März 2004 im Rahmen seiner Tät igkeit als Fussballtrainer des FC C.____ mit einem Spieler zusammen und zog sich dabei ei ne Verletzung der Halswirbelsäule (HWS) sowie eine Kopfkontusion zu. Zum Zeitpunkt dieses Unfallereignisses war er aufgrund seiner Tätigkeit beim FC C.____ bei der B.____ AG geg en die Folgen von Betriebs- und Nicht- betriebsunfällen obligatorisch versichert. Die B.____ AG richtete daraufhin die gesetzlichen Ver- sicherungsleistungen aus. Am 30. Juli 2004 kollidierte A._ ___ während einer Trainingseinheit, diesmal als Trainer des FC D.____, beim Rückwärtslaufen a uf dem Fussballfeld mit einem Mit- spieler. Dieser traf ihn mit dem Ellbogen am cervikothorakalen Übergang. In der Folge wurde ein sensomotorisches radikuläres C7-Syndrom links bei Diskushernie C6/7 diagnostiziert. Zum Zeit- punkt dieses Ereignisses war A.____ bei der GAN Assurances, Lausanne (GAN), gegen die Fol- gen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen obligatori sch versichert. Die GAN anerkannte ihre Leistungspflicht bezüglich dieses Ereignisses und richtete die gesetzlichen Versicherungsleistun- gen aus. Der nach der Einstellung der Versicherungsleist ungen durch die GAN entstandene Rechtsstreit wurde mit Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht), vom 3. März 2016 in dem Sinne rechtskräftig entschieden, als eine Leistungspflicht der GAN über den 30. Juni 2009 hinaus festgestellt und die Angelegenheit an die GAN zurückgewie- sen wurde, damit diese über die gesetzlichen Leistungen befinde. Mit Verfügung vom 26. April 2017 erstellte die GAN ei ne Überentschädigungsrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2009 bis zum 31. August 2014 und gela ngte zum Ergebnis, dass bezüglich der erbrachten Taggelder eine Überentschädigung in der Höhe von Fr. 79'200.-- vorliege, wobei sie von erbrachten Taggeldleistungen in der Höhe von Fr. 3 05'731.45 ausging. Die ab dem 1. Sep- tember 2014 auszurichtende Invalidenrente berechnete d ie GAN ausgehend von einem versi- cherten Verdienst von Fr. 113'431.-- und einem Invaliditätsgrad von 12 %, was zu einer Jahres- rente von Fr. 10'898.40 führte. Zudem wurde dem Versicherten eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 10'680.-- gestützt auf eine Integrit ätseinbusse von 10 % zugesprochen. Eine dagegen erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 7. Juli 2017 teilweise gutgeheissen, in- dem die im Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 31. August 20 14 erbrachten Taggelder mit Fr. 346'762.44 beziffert wurden. Ausserdem wurde eine rückwirkende 18%ige Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. September 2014 bis 30. Juni 2017 in der Höhe von Fr. 49'415.60 sowie eine 18%ige Invalidenrente von monatlich Fr. 1'453.40 ab 1. Juli 2017 zugesprochen. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ma rkus Schmid, mit Schreiben vom 28. August 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, der angefochtene Ein- spracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegne rin zu verpflichten, ausstehende Taggeldleistungen für die Zeit vom 2. August 2004 bis zum 31. August 2014 in der Höhe von Fr. 172'823.55 sowie eine Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. September 2014 nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 63 % sowie ein es versicherten Jahresverdienstes von Fr. 126'000.-- zu bezahlen. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die rückstän- digen Taggeld- und Rentenguthaben nach Massgabe von Art. 26 ATSG zu verzinsen. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung; alles unter o/e-Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit Vernehmlassung vom 30. November 2017 beantrag te die GAN die teilweise Gutheis- sung der Beschwerde. Im Wesentlichen wurde beantragt, dem Beschwerdeführer seien folgende rückwirkende Leistungen (Stand 31. August 2014) auszurichten: - Taggeld vom 1. Juli 2009 - 31. August 2014 Fr. 377' 649.93 - Zzgl. Verzugszins auf Taggeld (Stand 31. August 2014) Fr. 44'367.23 - Zzgl. Integritätsentschädigung (Stand 31. August 2014 ) Fr. 10'680.00 - Zzgl. Rente vom 1. September 2009 - 30. August 2017 Fr. 51'408.00 - Zzgl. Verzugszins vom 1. Juli 2009 - 19. Mai 2017 und vom 10. August 2017 - 18. August 2017 Fr. 62'490.4 6 - Zzgl. Verzugszins vom 19. August - 31. August 2017 Fr. 91.07 Von diesen Leistungen sei die Zahlung der GAN vom 18. August 2017 in Höhe von Fr. 431'985.85 in Abzug zu bringen. Weiter sei dem Beschwerdeführer e ine monatliche Invalidenrente in der Höhe von Fr. 1'428.-- gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 17 % ab 1. September 2017, abzü- glich der bereits ausgerichteten monatlichen Rentenzahl ung der GAN in der Höhe von jeweils Fr. 908.--, zuzusprechen. In verfahrensmässiger Hinsicht wur de beantragt, die B.____ AG sei zum vorliegenden Verfahren beizuladen und der Antrag auf Durchführung einer Parteiverhand- lung abzuweisen. D. Nachdem die B.____ AG mit Verfügung vom 13. Dezemb er 2017 zum vorliegenden Ver- fahren beigeladen worden war, schloss sich diese mit Schreiben vom 22. Februar 2018 den von der Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vorgebrachten Ausführungen und Rechtsbe- gehren an. E. In seiner Replik vom 15. Juni 2018 hielt der Beschwe rdeführer vollumfänglich an seinen Rechtsbegehren in der Beschwerde fest. F. Die B.____ AG nahm am 17. August 2018 Stellung un d am 22. August 2018 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Replik ein. Sie beantragten v orweg, die im Einspracheentscheid vom 7. Juli 2017 zugesprochene und monatlich ausgerichtete Rente in der Höhe von Fr. 908.-- sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme bis zum Entscheid in der Hauptsache vorläufig einzustel- len. Ausserdem sei eine reformatio in peius vorzunehmen und die ab 1. September 2014 laufende Invalidenrente aufzuheben. Sowohl die Beigeladene als auch die Beschwerdegegnerin führten aus, die Invalidenrente sei gestützt auf fehlerhafte V aliden- und Invalideneinkommen berechnet worden. Bei korrekter Berechnung resultiere ein gerun deter IV-Grad von 7 %, weshalb keine Rente geschuldet sei. G. Nachdem der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. September 2018 zum Verfah- rensantrag betreffend vorsorgliche Sistierung der zugesp rochenen Invalidenrente Stellung ge- nommen hatte, wies das Kantonsgericht mit Verfügung vom 1. Oktober 2018 diesen Antrag ab. Mit einer weiteren Stellungnahme vom 12. November 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisherigen Rechtsbegehren vollumfänglich fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Der mit Schreiben vom 28. November 2018 eingereich te Antrag des Beschwerdeführers, die B.____ AG von der künftigen Prozessführung auszuschli essen, wurde vom Kantonsgericht mit Verfügung vom 5. Februar 2019 abgewiesen. Gleichzeitig wurde eine amtliche Erkundigung bei der Swiss Football League betreffend die Löhne de r Haupt- und Assistenztrainer der Super League-, der Challenge League- und der U-21-Mannschaften der Super League eingeholt. I. Nachdem die Swiss Football League mit Schreiben vom 14. Juni 2019 im Rahmen der amtlichen Erkundigung Stellung genommen hatte, reicht en die Parteien am 22. Juli (Beschwer- degegnerin), am 15. August (Beigeladene) und am 19. August 2019 (Beschwerdeführer) ihre Stellungnahmen dazu ein. J. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Rechtsbegehren und wesentlichen Begründungen fest. Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit notwendig – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die formellen Voraussetzungen (Einhaltung von Form und Frist, ordnungsgemässe Be- vollmächtigung des Rechtsvertreters, sachliche, örtliche und funktionelle Zuständigkeit des an- gerufenen Gerichts und Beschwerdelegitimation) sind erf üllt, sodass auf die Beschwerde vom 28. August 2017 einzutreten ist. 2. Im angefochtenen Einspracheentscheid der Gan Assuran ce vom 7. Juli 2017 werden die Vorgaben aus dem rechtskräftigen Urteil des Kantonsgerichts vom 3. März 2016 zutreffend wie- dergegeben. Das Kantonsgericht hat in diesem Urteil die Beschwerdegegnerin verpflichtet, die gesetzlichen Leistungen über den 30. Juni 2009 hinaus zu erbringen. Weiter wurde festgehalten, dass: - die beiden Unfälle vom 26. März 2004 und 30. Juli 20 04 den Vorzustand des Beschwer- deführers richtungsweisend verschlimmert haben, - die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführe rs zu 50 % seinem Vorzustand zuzuschreiben sind, dieser Vorzustand jedoch zu keiner Verminderung seiner Erwerbsfä- higkeit geführt hat, weshalb die ihm zustehende Invalide nrente und auch die Taggelder nicht herabgesetzt werden können, - die beiden Unfälle vom 26. März 2004 und 30. Juli 2 004 beim Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Fussballtrainer verursacht haben, - bis zum 31. Dezember 2011 beim Beschwerdeführer ein e 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in jeder Verweistätigkeit bestanden hat, - ab 1. Januar 2012 seine Arbeitsfähigkeit in einer V erweistätigkeit 20-30 % betragen hat, - der Endzustand am 1. September 2014 erreicht wurde und die Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers in einer Verweistätigkeit ab diesem Zeitpunkt 100 % betrage, - der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit mit se iner Tätigkeit als Juniorenscout optimal verwerte und in einer anderen Verweistätigkeit deutlich eingeschränkt wäre. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt bei Berufsunfällen Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf di e zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Ar- beitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist und sich der U nfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis- tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 4. Streitig und zu prüfen ist, ob die dem Beschwerdefüh rer aufgrund der Unfälle vom 26. März 2004 und vom 30. Juli 2004 mit Einspracheentscheid vom 7. Juli 2017 zugesprochenen Unfallversicherungsleistungen (Taggeldleistungen ab 2. A ugust 2004 bis 31. August 2014 und die Rentenleistungen ab 1. September 2014) korrekt festgesetzt wurden. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die zugesprochene Integritätsentschädigung. 5. In Bezug auf die Höhe der Taggeldleistungen ist le diglich die Höhe des versicherten Verdienstes strittig. Da der Höchstbetrag des versicherten Verdienstes gemäss Ar t. 22 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 per 1. Januar 2008 von Fr. 106'800.-- auf Fr. 126'000.-- erhöht wurde, ist der Beschwerdeführer unter Verweis auf BGE 140 V 41 der Auf- fassung, dass der für die Berechnung der Taggelder zu berücksichtigende versicherte Verdienst ab 1. Januar 2008 Fr. 126'000.-- betrage, da sein E inkommen diesen Betrag überstiegen habe. Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, dass der versicherte Verdienst auch über den 1. Ja- nuar 2008 hinaus Fr. 106'800.-- betrage. 5.1 Die Höhe der Taggelder (und Renten) wird nach d em versicherten Verdienst bemessen (Art. 15 Abs. 1 UVG). Grundlage der Berechnung des versicherten Verdienstes für die Taggeld- bemessung ist gemäss Art. 15 Abs. 2 Halbsatz 1 UVG und Art. 22 Abs. 3 UVV der "letzte vor dem Unfall bezogene Lohn". Dieser Wortlaut bringt zum A usdruck, dass der tatsächliche Lohnbezug als massgebendes Kriterium zu betrachten ist. Damit orie ntiert sich die Taggeldbemessung un- mittelbar an jenem Einkommen, welches der verunfallten Person durch den Eintritt des versicher- ten Risikos entgeht (BGE 139 V 464 E. 2.1). Der höchst versicherbare Verdienst betrug im Zeit- punkt der Unfälle im Jahre 2004 gemäss Art. 22 Abs. 1 UVV Fr. 106'800.-- und wurde – wie be- reits erwähnt – per 1. Januar 2008 auf Fr. 126'000.-- erhöht. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Bundesgericht hatte in BGE 140 V 41, auf den sich d er Beschwerdeführer beruft, entschie- den, dass in denjenigen Fällen, in denen ein Rentenanspruch erst fünf Jahre nach dem versi- cherten Ereignis entstehe (Anwendungsfall von Art. 24 A bs. 2 UVV), der versicherte Verdienst nach den in diesem Zeitpunkt geltenden Regeln zu bestimmen sei; darunter falle auch der jewei- lige Höchstbetrag gemäss Art. 22 Abs. 1 UVV (BGE 140 V 41 E. 6). Der Beschwerdeführer bringt nun vor, diese Rechtsprechung sei auch auf die Festlegung des versicherten Verdienstes im Rahmen der Berechnung der Taggeldleistungen anzuwenden, weshalb ab August 2009 (also fünf Jahre nach dem zweiten Unfallereignis) von einem versich erten Verdienst in der Höhe von Fr. 126'000.-- auszugehen sei. Das Bundesgericht hat jedoch in einem neueren Urteil festgehal- ten, dass sich der Höchstbetrag des versicherten Verdienst es für die Taggeldberechnung nach dem Zeitpunkt der Unfälle richtet (Urteil des Bundesge richts vom 13. Juni 2019, 8C_120/2019, E. 3). Dabei hat es ausdrücklich auf BGE 140 V 41 verwi esen und festgehalten, dieses Urteil ändere daran nichts, da sich dieses Grundsatzurteil nur auf den versicherten Verdienst bei Ren- ten (Art. 24 Abs. 2 UVV) beziehe. 5.2 Soweit der Versicherte also für die Berechnung der Taggelder ab August 2009 die Be- rücksichtigung eines über den Betrag von Fr. 106'800.-- hinausgehenden versicherten Verdiens- tes verlangt, kann diesem Begehren nicht gefolgt werden. Anzumerken bleibt, dass unbestritten ist, dass der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn den Betrag von Fr. 106'800.-- überstiegen hat. 5.3 Es kann somit festgehalten werden, dass die Beschwerdeg egnerin dem Beschwerde- führer Taggelder vom 2. August 2004 bis zum 31. August 2014 basierend auf einem versicherten Verdienst von Fr. 106'800.-- und unter Berücksichtigung der bereits mit Urteil vom 3. März 2016 festgehaltenen Arbeitsfähigkeit (vgl. oben Ziff. 2) zuzüglich Zins gemäss Art. 26 des Bundesge- setzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht s (ATSG) vom 6. Oktober 2000 auszurichten hat. 6. Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer Vernehmlassung geltend, es liege in Bezug auf die Periode, während der Taggelder auszurichten sind (2. August 2004 - 31. August 2014), eine Überentschädigung vor. 6.1 Art. 69 Abs. 1 ATSG bestimmt, dass das Zusammentreffe n von Leistungen verschiede- ner Sozialversicherungen nicht zu einer Überentschädigung der berechtigten Person führen darf. Bei der Berechnung der Überentschädigung werden deshal b nur Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung berücksichtigt, die der anspruchsberechtigten Person auf Grund des schädi- genden Ereignisses gewährt werden. Art. 68 ATSG hält fest, dass Taggelder unter Vorbehalt der Überentschädigung kumulativ zu Ren- ten anderer Sozialversicherungen gewährt werden. Mit di eser Bestimmung wird insbesondere zum Ausdruck gebracht, dass Taggelder und Renten auch dann kumulativ zu erbringen sind, wenn sie auf denselben Versicherungsfall zurückzuführen, mithin kongruent sind. Eine Invaliden- rente und ein UVG-Taggeld können somit unter Vorbehalt einer Überentschädigungskürzung im Sinne von Art. 69 Abs. 2 ATSG kumuliert werden, wobei der Unfallversicherer nachrangig leistet Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und sein Taggeld gegebenenfalls kürzt (vgl. GUSTAVO SCARTAZZINI /M ARC HÜRZELER , Bundesso- zialversicherungsrecht, 4. Auflage, Basel 2012, S. 725; vgl. ferner BGE 121 V 132 E. 2b). Eine Überentschädigung liegt in dem Masse vor, als die gesetzlichen Sozialversicherungsleistun- gen den wegen des Versicherungsfalls mutmasslich entgangenen Verdienst zuzüglich der durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten und allfälliger Einkommenseinbussen von Ange- hörigen übersteigen (Art. 69 Abs. 2 ATSG). Die Über entschädigung ist beim Zusammentreffen von Taggeldern der Unfallversicherung mit Rentenleistungen der IV nicht durch Gegenüberstel- lung stets gleicher Zeitabschnitte zu bestimmen. Vielmehr hat eine globale Abrechnung über die gesamte Bezugsperiode, beginnend ab der Entstehung des Anspruchs auf Taggelder der Unfall- versicherung, zu erfolgen ( BGE 132 V 27 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_415/2011, E. 4.1). Mutmasslich entgangen ist derjenige Verdienst, den die versicherte Person ohne das schädigende Ereignis wahrscheinlich erzielt hätte. Dieser Verdienst entspricht rechtlich nicht oder höchstens zufällig dem versicherten Verdienst oder dem bei Eintritt der Inva- lidität tatsächlich erzielten Einkommen. Massgebend für die Bestimmung des hypothetischen Ein- kommens ist der Zeitpunkt, in welchem sich die Kürzungsfrage stellt (BGE 126 V 468 E. 4a; SVR 2009 UV Nr. 17 S. 65 E. 5.2, 8C_330/2008, Urteil de s Bundesgerichts vom 7. April 2011, 8C_819/2010, E. 5.2.1). 6.2 Vorliegend ergibt sich der mutmasslich entgangene Verdienst entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf den Vertrag vom 19. Ap ril 2004 (Convention) zwischen dem FC D.____ und dem Beschwerdeführer (vgl. dazu unten Zi ff. 7.3 ff.). Demgemäss hätte der Be- schwerdeführer jährlich Fr. 120'000.-- (brutto) zuzüglich Mietkosten in der Höhe von Fr. 26'400.--, welche ebenfalls Lohnbestandteil bilden, zuzüglich Familien- und Kinderzulagenzu- lagen für seine drei Kinder verdient, wobei das Brut togehalt der Nominallohnentwicklung anzu- passen ist. Für die Periode vom 2. August 2004 - 31. A ugust 2014 resultiert so ein mutmasslich entgangener Verdienst von mehr als Fr. 1'600'000.--, wovon unbestrittenermassen rund Fr. 100'000.-- effektiv erzieltes Einkommen des Beschwerdeführers abzuziehen ist. Es verbleibt somit ein mutmasslich entgangener Verdienst von rund F r. 1'500'000.--. Diesem mutmasslich entgangenen Verdienst ist das UVG-Taggeld sowie die Leistungen der Invalidenversicherung ge- genüberzustellen. Selbst gemäss Auflistung der Beschwerde gegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2017 resultieren für die fragliche Periode lediglich anrechenbare Sozialversi- cherungsleistungen (UVG-Taggelder und IV-Leistungen) vo n insgesamt rund Fr. 1'200'000.--. Somit liegt zweifellos keine Überentschädigung vor. 7. Weiter umstritten ist die Höhe der auszurichtenden R entenleistungen. Dabei sind sowohl die Höhe des Validen- als auch des Invalideneinkommens und damit auch der Invaliditätsgrad umstritten. 7.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invali ditätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein- tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi nischen Behandlung und allfälliger Einglie- derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be i ausgeglichener Arbeitsmarktlage Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung geset zt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan der gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs; BGE 141 V 15 E. 3.2, 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 7.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheide nd, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund-heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahru ngssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 325 E. 4.1). 7.3 In Bezug auf das Valideneinkommen bringt der Besch werdeführer vor, dass ihm ohne die Unfälle eine Karriere als Trainer in der Super League anzurechnen sei. Die Beschwerdegeg- nerin ihrerseits geht bei der Berechnung des IV-Grades vo n einem Valideneinkommen des Be- schwerdeführers als Challenge League-Trainer aus. 7.3.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer berei ts als aktiver Fussballer die Ausbildung zum Fussballtrainer gestartet hat. Im Jahr 1996 erwarb er das C-Diplom, in den Jahren 1998 und 2000 folgten das B- und A-Trainerdiplom. Im Jahr 200 3 erwarb er dann das Instruktor Diplom, welches ihn berechtigte, einen Verein in der damaligen Nationalliga A zu trainieren. Nachdem der Beschwerdeführer das Instruktor Diplom erworben hatte, erfolgte eine Änderung des Ausbil- dungsmodus'. Um einen Verein in der höchsten Spielklasse t rainieren zu dürfen, war nun eine UEFA Pro Lizenz sowie eine Swiss Olympic-Ausbildung erforderlich. Der Beschwerdeführer ab- solvierte in der Folge von März bis September 2005 Theor iekurse für die Erlangung der UEFA Pro Lizenz. Aus gesundheitlichen Gründen war es ihm damals jedoch nicht möglich, die erforder- lichen praktischen Kurse zu absolvieren. In der Zwischenzeit hat er nun die UEFA Pro Lizenz in X.____ erworben, wo ihm der Verband Erleichterungen für den Ausbildungsabschluss gewährt hat. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bereits als aktiver Fussballer die Trainerausbildung in Angriff genommen und auch danach kontinuierlich vorangetrieben hat. Die Ausbildung wurde dann aus gesundheitlichen Gründen ge stoppt und nun – auch mit Hilfe des Fussballverbandes von X.____ – mit der UEFA Pro Lizenz ab geschlossen. Es kann ohne weite- res davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden bereits im Zeitpunkt des Rentenbeginns im Besitz der UEFA Pro Trainerlizenz und damit berechtigt ge- wesen wäre, einen Super League-Verein zu trainieren. 7.3.2 Der Beschwerdeführer war bereits ab März 2003 in der damaligen Nationalliga B bzw. ab Saison 2003/04 in der Challenge League beim FC C.____ und daraufhin beim FC D.____ ab 20. April 2004 bis zu seinem zweiten Unfall ebenfalls i n der Challenge League als Trainer tätig. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Er hat mit konkreten Schritten einerseits in der Ausbildung zum Trainer und andererseits mit sei- ner Tätigkeit als Trainer gezeigt, dass er eine Trainerk arriere zumindest in der Super League angestrebt hat und eine solche auch durchaus realistisch w ar. In den Akten befindet sich auch eine Bestätigung des ehemaligen Sportchefs des Super Lea gue-Vereins E.____, wonach der Beschwerdeführer im Winter 2003/2004 bei diesem Vere in als Trainer-Kandidat zur Diskussion gestanden hat. Weiter darf in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden, dass der Beschwer- deführer in Fussballkreisen einen bekannten Namen hat, was die Wahrscheinlichkeit einer Trai- neranstellung bei einem Super League-Verein zu erhalt en, erhöht. Des Weiteren wurde in den Verträgen mit dem FC D.____ bereits der Lohn als Supe r League-Trainer festgehalten, womit feststeht, dass der FC D.____ beabsichtigte, im Falle eines Aufstiegs mit dem Beschwerdeführer als Trainer weiter zu arbeiten. (…). Zwar ist der Beschwe rdegegnerin zuzustimmen, dass es ei- nerseits nur zwölf Super League-Mannschaften gibt und da mit auch nur wenige entsprechende Trainerstellen, andererseits werden aufgrund häufiger Entlassungen auch immer wieder Trainer- plätze frei. Jedenfalls kann nicht gesagt werden, dass das Finden einer entsprechenden Stelle – insbesondere unter Berücksichtigung der Voraussetzungen, we lche der Beschwerdeführer mit- bringt – zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint ( Urteil des Bundesgerichts vom 17. De- zember 2008, 9C_854/2008, E. 2.1). Gestützt auf diese Ausführungen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdefü hrer ohne Gesundheitsschaden im Zeitpunkt des Renteneintritts ein Einkommen als Trainer einer Mannschaft der Super League erzielt hätte. Damit kann festgehalten werden, dass zur Festlegung des Valideneinkommens von einer Beschäftigung als Super League-Trainer auszugehen ist. 7.3.3 Gemäss Vertrag zwischen dem FC D.____ und dem Beschw erdeführer vom 19. April 2004 (Convention) hätte der Beschwerdeführer damals ei n Einkommen von monatlich Fr. 12'500.-- brutto (x12) als Super League-Trainer erzielt. Dazu wurde ihm bereits als Challenge League-Trainer eine 5.5-Zimmer-Wohnung zur Verfügun g gestellt, wobei die Annahme eines Mietzinses von Fr. 2'200.-- pro Monat realistisch erscheint. Wird weiter ein Betrag von Fr. 10'000.- - pro Jahr für das vertraglich zugesicherte Fahrzeug hinzugerechnet, ergibt sich ein Bruttojahres- einkommen in der Höhe von Fr. 186'400.-- per 2004. Im Gerichtsgutachten vom 1. Oktober 2015 wird festgehalten, der Beschwerdeführer habe angegeben, er habe wegen der Unfälle eine Ver- dienstmöglichkeit von damals Fr. 180'000.-- eingebüsst. Der aus dem Vertrag resultierende Be- trag von Fr. 186'400.-- erscheint damit durchaus realistisch. Unklar ist, weshalb zwei verschiedene Verträge zwischen de m FC D.____ und dem Beschwer- deführer existieren. Im ersten Vertrag vom 19. April 2004 (Convention) wurde ein Einkommen als Challenge League-Trainer von Fr. 10'000.-- und als S uper League-Trainer von Fr. 12'500.-- pro Monat zuzüglich Mietwohnung und Auto vereinbart. Im zweiten Vertrag vom 24. Mai 2004 (Cont- rat) wurde ein Lohn von Fr. 9'000.-- für die Challenge League und von Fr. 11'500.-- für die Super League sowie für beide Ligen Spesen in der Höhe von Fr. 1'000.-- monatlich festgehalten. Die Existenz von zwei Verträgen konnte auch der Beschwerdeführer anlässlich der heutigen Partei- verhandlung nicht erklären. Es erscheint zweifelhaft, da ss der Beschwerdeführer einen Monat nach Abschluss des ersten Vertrages einen neuen Vertrag abschliesst und dabei auf Einkommen verzichtet. Eher wahrscheinlich ist, dass der zweite Vertrag aus steuerlichen Gründen umformu- liert wurde und die üblichen Kosten für Wohnung und Auto nicht mehr erwähnt wurden. Da auch Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Arbeitgeberbescheinigung des damaligen Challenge League Vereins FC D.____ vom Au- gust 2005 von einem Lohn von Fr. 10'000.-- monatlich sowie der Zurverfügungstellung einer Woh- nung im Wert von Fr. 2'200.-- monatlich und damit von den Zahlen im Vertrag vom 19. April 2004 ausgegangen wird, ist auf diesen Vertrag abzustellen. Es ist folglich von einem Einkommen von Fr. 12'500.-- pro Monat als Super League-Trainer aus- zugehen, was einem Jahreseinkommen von Fr. 150'000.-- entspricht. Dieser Betrag ist dem No- minallohnindex anzupassen, womit sich ein Verdienst per 2014 von Fr. 170'123.-- (Fr. 150'000.-- : 113.3 x 128.5) ergibt. Hinzuzurechnen sind sodann wie derum die Miete von Fr. 26'400.-- pro Jahr und die Fahrzeugkosten in der Höhe von Fr. 10'000.--, woraus sich ein Valideneinkommen von Fr. 206'523.-- ergibt. Die Grössenordnung von Fr. 200'000.-- als Jahreseinkommen erscheint auch im Vergleich mit den Angaben der Swiss Football League vom 14. Juni 201 9 als plausibel und branchenüblich. Als Minimallohn gibt die Swiss Football League für einen Super League-Trainer ein Einkommen von Fr. 141'600.-- (inklusive Wohnungsmiete) an. Der Du rchschnittslohn würde gemäss Swiss Football League wahrscheinlich bei einem Fixum von Fr. 3 00'000.-- plus sehr individuellen Prä- mien liegen. Dieses hohe Durchschnittseinkommen resultiert wohl daher, dass die von den we- nigen Spitzenvereinen bezahlten Löhne überdurchschnittlich hoch sind. 7.3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführe r eine Anstellung bei einem Super League-Verein gefunden hätte bzw. möglicherweis e auch als Trainer des FC D.____ in der Super League hätte arbeiten können. Angesichts der Bandbreite der von der Swiss Football League kommunizierten Löhne rechtfertigt es sich, auf die konkreten Zahlen im Vertrag des Be- schwerdeführers mit dem FC D.____ vom 19. April 2004 al s Super League-Trainer abzustellen, obwohl der Beschwerdeführer damals noch den Lohn eines Challenge League-Trainers bezog. Damit resultiert als Valideneinkommen der Betrag von Fr. 206'523.-- (vgl. oben Ziff. 5.3.1). 7.4 In Bezug auf das Invalideneinkommen geht die Besch werdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer ein Invalideneinkommen in der Höhe in der Höhe von Fr. 112'800.-- erzie- len könnte. Dies ist das Einkommen, welches der Beschwerd eführer gemäss dem Vertrag zwi- schen dem Beschwerdeführer und dem FC D.____ vom 17. März 2015 für eine Tätigkeit als Trai- ner der U21-Mannschaft/Talentmanager bzw. Juniorentrainer erzielt hat. Der Beschwerdeführer seinerseits erachtet das für das Jahr 2009 von der IV- Stelle Y.____ gemäss Verfügung vom 23. August 2011 gestützt auf die Tabellenlöhne der Sc hweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik, LSE 2008, TA1, Anforderungsniveau 4, und unter Berück- sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % errechn ete Invalideneinkommen von Fr. 58'177.-- als angemessen. Im Wesentlichen bringt er vor, es könne entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht auf das Einkommen gemäss Vertrag vom 17. März 2015 abge- stellt werden, da diese Tätigkeit nur während kurzer Ze it ausgeübt worden sei. Deshalb sei als Invalideneinkommen jenes Einkommen einzusetzen, von welchem die Eidgenössische Invaliden- versicherung im Rahmen ihrer Invaliditätsbemessung gemäs s Verfügung vom 23. August 2011 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgegangen sei. Demnach sei in einer allgemeinen Ve rweistätigkeit von einem 60%igen Ar- beitspensum und einem leidensbedingten Abzug von 10 % und folglich von einem Invalidenein- kommen von Fr. 32'490.-- auszugehen. 7.4.1 Die Anwendung der LSE-Tabelle mit Anforderung sniveau 4 als tiefstem Niveau erscheint vorliegend nicht angebracht, da der Beschwerdeführer in Anbetracht seiner Vergangenheit im Fussballgeschäft und seiner nun mit der UEFA Pro-Lizenz a bgeschlossenen Ausbildung als Fussballtrainer auch mit seinen gesundheitlichen Beschwer den im Fussballumfeld wesentlich mehr verdienen könnte. Dies wird durch seine Tätigkei t beim FC D.____ gemäss Vertrag vom 17. März 2015 bestätigt. Gestützt auf diese Vereinbarun g erzielte der Beschwerdeführer dabei ein Einkommen von Fr. 8'300.--, zusätzlich wurde ihm eine 2-Zimmerwohnung zur Verfügung ge- stellt. Unter Annahme eines Mietzinses von Fr. 1'100.-- monatlich resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 112'800.--. Entgegen der Auffassung des Beschwe rdeführers hat dieser nicht nur wäh- rend einer kurzen Dauer die damalige Tätigkeit beim F C D.____ ausgeübt, sondern immerhin während eines ganzen Jahres (1. Januar -31. Dezember 20 15). Wie der Beschwerdeführer an- lässlich der heutigen Parteiverhandlung angab, wurde di ese Anstellung auch nicht aus gesund- heitlichen Gründen, sondern wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten des Ver- eins beendet. Die damals ausgeübte Tätigkeit im Juniore nbereich wurde denn auch vom Kan- tonsgericht in seinem Urteil vom 3. März 2016 als optimale Verwertung der verbliebenen Arbeits- fähigkeit bezeichnet. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen sowie dem Bekanntheitsgrad des Beschwerdeführers im Fussballgeschäft erscheint eine Tätigkeit als Talentmanager, Scout, Juni- oren- oder Assistenztrainer etc. auch mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen möglich und zumutbar. Demzufolge kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer einen dem Vertrag vom 17. M ärz 2015 entsprechenden Verdienst bei einem Super League- oder Challenge League-Verein erzielen kann. Das Heranziehen eines Invalideneinkommens aus dem Umfeld des in der Regel gu t bezahlten Fussballgeschäfts – wie dies auch für das Valideneinkommen geschehen ist – erschei nt im Übrigen auch unter dem Grundsatz der Gleichartigkeit der Einkommensermittlung gerechtfertigt (Urteil des Bundesge- richts vom 16. Februar 2005, I 559/04, E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist folglich von einem Invalideneinkommen von Fr. 112'800.-- auszugehen. 7.5 Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 206'523.-- und eines Invali- deneinkommens von Fr. 112'800.-- resultiert ein IV-Grad von - gerundet - 45 %. Nunmehr unbe- stritten ist, dass zur Berechnung der Invalidenrente von einem versicherten Verdienst von Fr. 126'000.-- auszugehen ist. 8. Anzumerken bleibt, dass angesichts eines versicherten Ve rdienstes in der Höhe von Fr. 126'000.-- eine Kürzung der Komplementärrente nicht zur Diskussion steht, da eine Kumula- tion der IV-Rente und der Komplementärrente wesentlich weniger als 90% des versicherten Ver- dienstes ergibt (vgl. dazu Art. 20 Abs. 2 UVG). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversiche rungen, sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, für ihre Leistungen nach Ab- lauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach des- sen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Laut Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. Sep tember 2002 beträgt der Satz für den Verzugszins fünf Prozent im Jahr. Der Verzugszins wird monatlich auf dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berechnet (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSV). Da der Be- schwerdeführer vorliegend seiner Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, sind die Voraussetzungen für eine Verzugszinspflicht der Beschwerdeg egnerin gegeben. Diese ist des- halb zu verpflichten, die rückwirkend nachzuzahlenden Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der jeweiligen Entstehung des Anspruchs zu 5% pro Jahr zu verzinsen. 9.2 Von den gestützt auf die obigen Ausführungen zu er bringenden Leistungen sind die be- reits erbrachten Zahlungen in Abzug zu bringen. 10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsge- richt kostenlos ist, weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz de r Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nachdem die Beschwerde teilweise gut- zuheissen ist, hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdefü hrer eine Parteientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 28. Au- gust 2019 einen Zeitaufwand von insgesamt 45,2 Stunde n geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Zusätzlich gewährt das Gericht 7 Stunden für die Parteiverhandlung mit Vorbereitung und Anreise. Dieser Aufwand ist mit dem geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 622.10. Dem Beschwerde- führer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 14‘724.85 (52,2 Stunden x Fr. 250.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 622.10 zuzü glich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Einspracheent- scheid vom 7. Juli 2017 aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer folgende Leistungen zu erbringen: - Taggelder vom 2. August 2004 bis 31. August 2014 basi erend auf einem versicherten Verdienst von Fr. 106'800.-- ohne Kürzung we- gen Überentschädigung - eine monatliche IV-Rente ab 1. September 2014 basie rend auf ei- nem IV-Grad von 45 % und einem versicherten Verdienst v on Fr. 126'000.--. Die obgenannten Leistungen sind gemäss Art. 26 ATSG zu verzinsen. Bereits erbrachte Zahlungen sind in Abzug zu bringen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 14‘724.85 (inklusive Ausla gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde am 18. Mai 2020 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren- Nr. 8C_298/2020 + 8C_304/2020) erhoben http://www.bl.ch/kantonsgericht