<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00273</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203787&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00273</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kanalisations- und Wasseranschlussgebühren</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Praxisänderung zu den Verwirkungsfristen von diversen Kausalabgaben inkl. Übergangsregelung:<br/><br/>Da der vorliegende Fall von grundsätzlicher Bedeutung ist, wird er durch die Kammer beurteilt (E. 1a). Die Werkkommission vertritt die Gemeinde, welche parteifähig ist (E. 1b). Vorinstanz und beschwerdeführende Gemeinde stimmen darin überein, dass die Verwirkungsfrist für die Veranlagung von Anschlussgebühren 10 Jahren beträgt. Umstritten ist, ob innert dieser Frist nur erstinstanzlich verfügt oder die Verfügung auch rechtskräftig geworden sein muss (E. 2a). Öffentlichrechtliche Ansprüche verjähren auch ohne entsprechende gesetzliche Anordnung durch Zeitablauf. Die Verwirkungsfrist von 10 Jahren für Anschlussgebühren bestimmte das Verwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung in Analogie zum alten Steuergesetz. Das Verwaltungsgericht bestätigt seine Rechtsprechung, dass innert der Frist von 10 Jahren rechtskräftig veranlagt werden muss (E. 2b). Das neue Steuergesetz vom 8. Juni 1997, welches am 1. Januar 1999 in Kraft trat, normiert für periodische Steuern und Grundsteuern neu eine relative Verjährung von fünf und eine absolute Verjährung von fünfzehn Jahren. Es stellt sich die Frage, ob die Frist für die Veranlagung von Anschlussgebühren und ähnlichen Kausalabgaben anzupassen ist (E. 3a). In Abänderung seiner Rechtsprechung stellt das Verwaltungsgericht fest, dass für Strassen- und Trottoirbeiträge, Kanalisations- und Wasseranschlussgebühren und vergleichbare Kausalabgaben in Analogie zu § 215 und § 130 StG eine relative Verjährungsfrist von fünf Jahren und eine absolute Verwirkungsfrist von 15 Jahren zu beachten sind (E. 3b). Übergangsregelung: Sachverhalte, die sich vor dem 1. Januar 1999 vollendet haben, sind nach bisheriger Praxis, jüngere Sachverhalte nach neuer Praxis zu entscheiden. Um den Gemeinden eine angemessene Reaktionszeit zu belassen, ist für die relative Verjährung übergangsweise ein zusätzliches Jahr vorzusehen. Konkret: Für im Jahr 1999 verwirklichte gebührenpflichtige Sachverhalte beginnt die relative Veranlagungsfrist erst am 1. Januar 2000 zu laufen und läuft erst am 1. Januar 2005 ab. Der streitbetroffene Sachverhalt hat sich vor dem 1. Januar 1999 verwirklicht. Die Frist von 10 Jahren ist abgelaufen, ohne dass die Gebühr rechtskräftig veranlagt wurde (E. 3c). Abweisung der Beschwerde (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALISATIONSANSCHLUSSGEBÃHR">KANALISATIONSANSCHLUSSGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUSALABGABE">KAUSALABGABE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRAXISÃNDERUNG">PRAXISÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERN">STEUERN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENBEITRAG">STRASSENBEITRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TROTTOIRBEITRAG">TROTTOIRBEITRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERGANGSREGELUNG">ÃBERGANGSREGELUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERANLAGUNG">VERANLAGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERJÃHRUNG">VERJÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNG">VERWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNGSFRIST">VERWIRKUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WASSERANSCHLUSSGEBÃHR">WASSERANSCHLUSSGEBÃHR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 130 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 161 Abs. 1 StG</span><br/><span class="gerade">§ 161 Abs. 2 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 215 StG</span><br/><span class="gerade">§ 269 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 38 S. 113</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Mit der Erteilung der Baubewilligung fÃ¼r zwei EinfamilienhÃ¤user am 19. November 1991 verpflichtete der Gemeinderat von X den Bauherrn A, Fr. 17'120.- fÃ¼r Kanalisations- und WasseranschlussgebÃ¼hren sicherzustellen, und wies darauf hin, dass diese Depositen mit den endgÃ¼ltigen GebÃ¼hren nach Bauvollendung verrechnet wÃ¼rden. A leistete in der Folge das verlangte Depot. Die beiden HÃ¤user wurden im Verlaufe des Jahres 1992 errichtet und von der Gemeinde abgenommen. Am 4. November 1992 erfolgten die GebÃ¤udeschÃ¤tzungen durch die GebÃ¤udeversicherung; diese wurden dem Bauherrn rund eine Woche spÃ¤ter angezeigt. Die Gemeinde macht geltend, in jener Zeit nur eine der SchÃ¤tzungsanzeigen erhalten zu haben, die zweite sei ihr erst im Mai 1994 zugestellt worden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 12. August 1994 liess die Finanzverwaltung von X A eine Abrechnung zukommen, mit der sie â unter BerÃ¼cksichtigung der seinerzeit geleisteten Depositen â offene AnschlussgebÃ¼hren in der HÃ¶he von Fr. 6'966.90 in Rechnung stellte. A beanstandete diese Abrechnung am 17. Oktober 1994 als verspÃ¤tet, worauf das Bausekretariat am 7. November 1994 den Eingang der Reklamation bestÃ¤tigte und in Aussicht stellte, die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde werde zu gegebener Zeit darauf zurÃ¼ckkommen. Am 26. Januar 1998 erinnerte die Finanzverwaltung von X A an den Ausstand, ohne zu dessen Schreiben vom 17. Oktober 1994 Stellung zu nehmen. In der Folge entspann sich zwischen A und der Baukommission der Gemeinde ein Schriftenwechsel Ã¼ber die Frage, ob die noch ausstehenden GebÃ¼hren zu bezahlen seien oder nicht. Am 1. April 1998 erklÃ¤rte der nunmehr anwaltlich vertretene A, er halte die Forderung fÃ¼r verjÃ¤hrt, und ersuchte fÃ¼r den Fall, dass sich die Baukommission dem nicht anschliessen kÃ¶nne, um Erlass einer beschwerdefÃ¤higen VerfÃ¼gung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit VerfÃ¼gung vom 11. Februar 2002 verpflichtete die Werkkommission von X A zur Bezahlung ausstehender Bau- und AnschlussgebÃ¼hren im Betrag von Fr. 6'966.90 fÃ¼r die zwei EinfamilienhÃ¤user Kat.-Nr. 1 und 2.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen diese VerfÃ¼gung gelangte A an den Bezirksrat Y, welcher den Rekurs am 1. Juli 2003 im Sinne der ErwÃ¤gungen guthiess und den angefochtenen Beschluss hinsichtlich der GebÃ¼hrenauflage aufhob. Er erwog, die umstrittene Forderung sei wegen Zeitablauf verwirkt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Die Werkkommission von X hat gegen den Rekursentscheid des Bezirksrats am 12. August 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und die BestÃ¤tigung ihres GebÃ¼hrenentscheides vom 11. Februar 2002.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat Y erklÃ¤rte den Verzicht auf eine Vernehmlassung. A beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) GemÃ¤ss § 41 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflege­gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) ist das Verwaltungsgericht zur Behandlung des vorliegenden GebÃ¼hrenstreits zustÃ¤ndig. Nach ihrem Streitwert lÃ¤ge die Sache zwar im Kompetenzbereich des Einzelrichte­rs (§ 38 Abs. 2 VRG). Der Fall wirft jedoch hinsichtlich der massgeben­den Verwirkungsfrist Fragen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung auf und ist deshalb durch die Kammer zu beurteilen (§ 38 Abs. 3 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der Beschwerdegegner bestreitet die ParteifÃ¤higkeit der Werkkommission von X. Dieser Einwand ist an sich berechtigt, hat indessen nicht zur Folge, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten wÃ¤re. Die Werkkommission vertritt bei richtiger Betrachtungsweise die Gemeinde X, welche als â gemÃ¤ss § 21 VRG legitimierte â Partei anzusehen ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Der Bezirksrat hat erwogen, gemÃ¤ss der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung verwirke eine BehÃ¶rde das Recht zur Veranlagung von Kanalisations- und WasseranschlussgebÃ¼hren innert zehn Jahren seit Eintreten der massgebenden Veranlagungsvoraussetzungen. Dabei sei zu beachten, dass innert der Frist von zehn Jahren nicht bloss erstinstanzlich verfÃ¼gt worden, sondern dass die VerfÃ¼gung auch rechtskrÃ¤ftig geworden sein mÃ¼sse. Im konkreten Fall habe diese Veranlagungsfrist mit dem Anschluss der Leitungen bzw. spÃ¤testens mit dem Vorliegen der SchÃ¤tzungsergebnisse durch die GebÃ¤udeversicherung zu laufen begonnen und sei daher spÃ¤testens Ende November 2002 abgelaufen gewesen. Der Bezirksrat fragte sich zudem, ob in Analogie zur im kantonalen Steuergesetz vom 8. Juni 1997 neu auf 15 Jahre festgesetzten (absoluten) VeranlagungsverjÃ¤hrung auch vorliegend von einer lÃ¤ngeren Verwirkungsfrist auszugehen sei, was er verneinte, weil darin eine unzulÃ¤ssige RÃ¼ckwirkung lÃ¤ge.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin anerkennt grundsÃ¤tzlich die Verwirkungsfrist von 10 Jahren fÃ¼r die Veranlagung von AnschlussgebÃ¼hren. Sie macht jedoch geltend, ihre VeranlagungsverfÃ¼gung vom 11. Februar 2002 sei innert dieser Frist ergangen. Es sei nicht ihre Schuld, dass der Bezirksrat fÃ¼nf viertel Jahre gebraucht habe, um Ã¼ber den Rekurs in dieser Sache zu entscheiden. Es erscheine unbillig, den Untergang ihrer Forderung von der zufÃ¤lligen Ãberlastung einer Rechtsmittelinstanz abhÃ¤ngig zu machen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Beschwerdegegner schliesst sich im Wesentlichen den ErwÃ¤gungen der Vorinstanz an.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, enthÃ¤lt weder das kommunale noch das kantonale Recht eine ausdrÃ¼ckliche Vorschrift Ã¼ber die VerjÃ¤hrung der umstrittenen GebÃ¼hr. Indessen verjÃ¤hren gemÃ¤ss herrschender Lehre und feststehender Rechtsprechung Ã¶ffentlichrechtliche AnsprÃ¼che im Interesse der Rechtssicherheit auch ohne entsprechende gesetzliche Anordnung durch Zeitablauf (BGE 98 Ib 351 E. 2, 124 I 247 E. 5, je mit Hinweisen). Bei Fehlen einer ausdrÃ¼cklichen gesetzlichen Regelung sind Beginn und Dauer der VerjÃ¤hrungsfrist in Anlehnung an diejenige Ordnung zu bestimmen, die das Ã¶ffentliche Recht fÃ¼r verwandte FÃ¤lle aufgestellt hat. Ist eine solche Ã¶ffentlichrechtliche Ordnung nicht vorhanden, ist die VerjÃ¤hrungsfrist analog zu privatrechtlichen Bestimmungen bzw. nach allgemeinen GrundsÃ¤tzen festzulegen (BGE 112 Ia 260 E. 5 mit Hinweisen; Max Imboden/RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel/Frankfurt a.M. 19876/1990, Nr. 34 B I und B III; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 790). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In diesem Sinn hat das Verwaltungsgericht in RB 1976 Nr. 109 festgehalten, das Recht zur Veranlagung von Stras­sen- und TrottoirbeitrÃ¤gen verwirke innert 10 Jahren.. Diese Frist wurde in Analogie zu § 104 des damaligen Steuergesetzes bestimmt, wonach NachsteueransprÃ¼che zehn Jahre nach Ablauf des Steuerjahres verjÃ¤hrten, fÃ¼r das der Steuerpflichtige nicht richtig oder unvollstÃ¤ndig eingeschÃ¤tzt worden war. In RB 1985 Nr. 121 urteilte das Verwaltungsgericht, dass die Verwirkungsfrist von 10 Jahren auch fÃ¼r die Veranlagung von Kanalisations- und WasseranschlussgebÃ¼hren gelte. AusdrÃ¼cklich wiederholte das Verwaltungsgericht, dass die fraglichen GebÃ¼hren innert dieser Frist <i>rechtskrÃ¤ftig</i> veranlagt sein mÃ¼ssten. Das Bundesgericht wies eine Beschwerde gegen dieses Urteil ab (BGE 112 Ia 260). In der ErwÃ¤gung 5d bestÃ¤tigte es die zÃ¼rcherische Praxis, diese Frist von 10 Jahren als Verwirkungsfrist zu betrachten, und verwarf ausdrÃ¼cklich den Einwand, der GebÃ¼hrenpflichtige habe es in der Hand, durch Ergreifen von Rechtsmitteln die rechtzeitig erhobenen und geforderten GebÃ¼hren verwirken zu lassen. In der Regel werde nÃ¤mlich die zehnjÃ¤hrige Frist bei rechtzeitiger Vornahme der Veranlagung auch bei exzessivem Gebrauch der Rechtsmittel genÃ¼gen, um vor Ablauf der Verwirkungsfrist eine rechtskrÃ¤ftige Veranlagung zu erreichen. Diese Praxis wurde in der Folge mehrfach bestÃ¤tigt (RB 1987 Nr. 88, 1992 Nr. 88 [betr. GebÃ¼hren fÃ¼r Stromlieferung], 1997 Nr. 59 und 116).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Standpunkt der BeschwerdefÃ¼hrerin, es mÃ¼sse genÃ¼gen, dass sie innert 10 Jahren erstinstanzlich eine Veranlagung vorgenommen habe, ist angesichts dieser Rechtsprechung klar verfehlt; sie bringt auch nichts vor, was Anlass zu einer abweichenden Beurteilung gÃ¤be. Namentlich wirft sie dem Beschwerdegegner ganz zu Unrecht TrÃ¶lerei vor. Die Akten zeigen, dass es die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst war, die das Verfahren zweimal ohne ersichtlichen Grund verschleppt hat: zunÃ¤chst zwischen Ende 1994 und Anfang 1998,<br/> sodann zwischen dem 1. April 1998 und dem Erlass der VeranlagungsverfÃ¼gung im Februar 2002. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Am 1. Januar 1999 ist das total revidierte ZÃ¼rcher Steuergesetz vom 8. Juni 1997 (StG) in Kraft getreten. Es berÃ¼cksichtigt namentlich die Vorgaben des Bundesge­setzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG). Entsprechend Art. 47 StHG normiert das ZÃ¼rcher Steuergesetz eine relative VeranlagungsverjÃ¤hrung von fÃ¼nf und eine absolute VerjÃ¤hrung (Verwirkung) von 15 Jahren (siehe § 130 StG fÃ¼r die periodischen Steuern und § 215 StG fÃ¼r die Grundsteuern). Vorbehalten bleibt die Erhebung von Nachsteuern und Bussen. Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, erlischt gemÃ¤ss § 161 Abs. 1 StG zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, fÃ¼r die eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung unvollstÃ¤ndig ist. GemÃ¤ss § 161 Abs. 2 StG erlischt das Recht, die Nachsteuer festzusetzen, 15 Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, auf die sie sich bezieht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat hat die Frage aufgeworfen (und fÃ¼r den konkreten Fall verneint), ob diese revidierte Gesetzgebung Anlass dazu bietet, die Frist fÃ¼r die Veranlagung von AnschlussgebÃ¼hren und Ã¤hnlichen Kausalabgaben anzupassen. Das Verwaltungsgericht konnte diese Frage bisher offen lassen, da in den zu beurteilenden FÃ¤llen auch die bisher massgebliche Zehnjahresfrist noch nicht abgelaufen war (VGr, 14. Juni 1999, VB.1999.00160, E. 2c; VGr, 24. Januar 2001, VB.2000.00368, E. 4; der zweite Entscheid ist einsehbar unter www.vgrzh.ch). Daher lÃ¤sst sich aus dem zuletzt genannten Urteil auch nicht ableiten, das Verwaltungsgericht halte eine Anpassung fÃ¼r nicht erforderlich. Vorliegend kann die Frage nicht offen bleiben, da die Verwirkungsfrist wÃ¤hrend des Rechtsmittelverfahrens abgelaufen ist. Nachfolgend ist daher zu prÃ¼fen, ob eine Anpassung grundsÃ¤tzlich erforderlich erscheint (E. b) und wie sich dies im konkreten Fall auswirkt (E. c).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Wie erwÃ¤hnt ist bei Fehlen einer ausdrÃ¼cklichen VerjÃ¤hrungsregelung wenn mÃ¶glich auf eine Regelung zurÃ¼ckzugreifen, die das Ã¶ffentliche Recht fÃ¼r verwandte FÃ¤lle aufgestellt hat. Obwohl dies kaum je ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnt wird, besteht die innere Rechtfertigung fÃ¼r diesen Grundsatz in der Ãberlegung, dass auf diese Weise eine sachgerechte LÃ¶sung erreicht wird (vgl. BGE 93 I 390 E. 3 S. 398), die dem mutmasslichen Willen des (inaktiven) Gesetzgebers am Ehesten entspricht. In diesem Sinn hielt das Bundesgericht in BGE 98 Ib 351 E. 2b fest, die analoge Anwendung von VerjÃ¤hrungsbestimmungen Ã¼ber verwandte AnsprÃ¼che setze voraus, dass der Gesetzgeber, wenn er die VerjÃ¤hrung fÃ¼r den fraglichen Anspruch geregelt hÃ¤tte, sich fÃ¼r die LÃ¶sung entschieden hÃ¤tte, deren analoge Anwendung in Aussicht genommen wird, und ausserdem, dass der GlÃ¤ubiger diese LÃ¶sung erwarten durfte bzw. musste, wenn er sich Gedanken Ã¼ber die VerjÃ¤hrung seines Anspruches gemacht hÃ¤tte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nachdem der Gesetzgeber â zunÃ¤chst der eidgenÃ¶ssische durch das Steuerharmonisierungsgesetz und in der Folge auch der kantonale â klar zum Ausdruck gebracht hat, dass an die Stelle einer einzigen VeranlagungsverjÃ¤hrung von mittlerer Dauer eine kÃ¼rzere relative und eine lÃ¤ngere absolute VerjÃ¤hrung bzw. Verwirkung treten sollen, drÃ¤ngt es sich auf, diesen Schritt auch hinsichtlich der Veranlagung von WasseranschlussgebÃ¼hren und vergleichbaren Kausalabgaben vorzunehmen. Dabei ist nicht die VerjÃ¤hrungsregelung bei den Nachsteuern, sondern jene bei den ordentlichen Steuern heranzuziehen. Die hier infrage stehenden GebÃ¼hren lassen sich in erster Linie mit den Grundsteuern (HandÃ¤nderungs- und GrundstÃ¼ckgewinnsteuer) vergleichen, die ebenfalls nicht periodisch, sondern nur aus konkretem Anlass erhoben werden. Es liegt nichts vor, was zur Annahme fÃ¼hren kÃ¶nnte, eine solche Analogie wÃ¼rde dem mutmasslichen Willen des Gesetzgebers und den berechtigten Erwartungen eines GlÃ¤ubigers nicht entsprechen. Sodann erscheint sie auch als sachgerecht. Einerseits fÃ¼hrt sie dazu, dass ein Schuldner nach fÃ¼nfjÃ¤hriger UntÃ¤tigkeit des Gemeinwesens von dessen Desinteresse ausgehen und die Schuld als erledigt ansehen kann. Diese kÃ¼rzere relative VerjÃ¤hrungsfrist rechtfertigt sich namentlich deshalb, weil die hier interessierenden GebÃ¼hren vielfach im Rahmen von Neu- und Umbauprojekten zu entrichten sind, deren Kosten nicht beim Bauherrn verbleiben, sondern von diesem â an den KÃ¤ufer oder Mieter â weiterverrechnet werden. Er hat daher ein gerechtfertigtes Interesse an einer baldigen KlÃ¤rung der ausstehenden GebÃ¼hren. Die relative Frist trÃ¤gt auch dem Umstand Rechnung, dass das Gemeinwesen zur wirtschaftlichen BetriebsfÃ¼hrung seiner produktiven Unternehmen verpflichtet ist (§ 139 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 in Verbindung mit § 2 des Finanzhaushaltsgesetzes vom 2. September 1979) und somit darauf bedacht sein muss, die dafÃ¼r notwendigen Ã¶ffentlichen Abgaben mÃ¶glichst ohne Verzug einzufordern und wenn nÃ¶tig rechtskrÃ¤ftig zu veranlagen (RB 1985 Nr. 121 E. c). Andererseits verlÃ¤ngert sich die absolute Verwirkungsfrist, womit der vor allem in komplexeren FÃ¤llen allenfalls lÃ¤ngeren Bearbeitungsdauer sowohl bei der ersten Instanz als auch im Rechtsmittelverfahren auf jeden Fall Rechnung getragen werden kann. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In AbÃ¤nderung der Rechtsprechung ist daher festzuhalten, dass fÃ¼r Strassen- und TrottoirbeitrÃ¤ge, Kanalisations- und WasseranschlussgebÃ¼hren und vergleichbare Kausalabgaben in Analogie zu § 215 und § 130 StG eine relative VerjÃ¤hrungsfrist von fÃ¼nf Jahren und eine absolute Verwirkungsfrist von 15 Jahren zu beachten sind. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Frage, welche Auswirkungen diese PraxisÃ¤nderung auf den vorliegenden Fall hat, ist gleich bedeutend mit der Frage der massgeblichen Ãbergangsregelung. Auch hier drÃ¤ngt es sich auf, grundsÃ¤tzlich von der Ãbergangsregelung des § 269 StG auszugehen. Nach dessen Abs. 1 findet das neue Recht erstmals Anwendung auf die im Kalenderjahr 1999 zu Ende gehende Steuerperiode. EinschÃ¤tzungen bis und mit Steuerjahr 1998 werden nach altem Recht vorgenommen. Vorbehalten bleiben Bestimmungen Ã¼ber Straf- und Nachsteuern, die vorliegend jedoch nicht von Interesse sind. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die VeranlagungsverjÃ¤hrung ist ein Institut des materiellen, nicht des formellen Rechts (BGE 126 II 1 E. 2a; BGr, 20. Februar 2001, Basellandschaftliche und BaselstÃ¤dtische Steuerpraxis [BStPra] XV (2000/2001) S. 373 E. 3a; RB 2000 Nr. 128). Eine rÃ¼ckwirkende Inkraftsetzung verbietet sich daher. Somit ist die Frage nach der massgeblichen VerjÃ¤hrungsfrist bei GebÃ¼hren auslÃ¶senden Sachverhalten, die sich vor dem 1. Januar 1999 vollendet haben, nach bisheriger Praxis zu entscheiden, wÃ¤hrend auf jÃ¼ngere Sachverhalte grundsÃ¤tzlich die neue Praxis anzuwenden ist. Das wÃ¼rde bedeuten, dass auf solche jÃ¼ngere Sachverhalte die relative VerjÃ¤hrungsfrist allerfrÃ¼hestens im Januar 2004, die absolute frÃ¼hestens im Januar 2014 ablÃ¤uft. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die hiermit beschlossene PraxisÃ¤nderung den Gemeinden eine angemessene Reaktionszeit belassen muss, ist indessen fÃ¼r die relative VerjÃ¤hrung Ã¼bergangsweise ein zusÃ¤tzliches Jahr vorzusehen. Das bedeutet konkret, dass die relative Veranlagungsfrist fÃ¼r im Jahr 1999 verwirklichte gebÃ¼hrenpflichtige Sachverhalte erst am 1. Januar 2000 zu laufen beginnt und somit erst am 1. Januar 2005 ablÃ¤uft.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der streitbetroffene Sachverhalt hat sich lÃ¤ngst vor dem 1. Januar 1999 verwirklicht. Massgeblich ist daher die bisherige Praxis, wonach die GebÃ¼hr innert einer Verwirkungsfrist von 10 Jahren rechtskrÃ¤ftig veranlagt sein muss. Diese Frist ist abgelaufen, ohne dass die VeranlagungsverfÃ¼gung rechtskrÃ¤ftig wurde. Damit ist die GebÃ¼hrenforderung der BeschwerdefÃ¼hrerin verwirkt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Die Beschwerde ist abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Diese hat zudem den Beschwerdegegner fÃ¼r dessen Aufwand im Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.- (inkl. MwSt) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Urteils. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>