<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 283/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Arnold </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 2. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, 1949, Beschwerdeführer, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Dr. I.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1949 geborene B.________ meldete sich am </div> <div class="para">9. April 1996 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs- </div> <div class="para">bezug an. Nach Abklärungen in medizinischer und beruflich- </div> <div class="para">erwerblicher Hinsicht verneinte die IV-Stelle des Kantons </div> <div class="para">Zürich mit Verfügung vom 28. November 1996 einen Anspruch </div> <div class="para">auf berufliche Massnahmen sowie eine Rente der Invaliden- </div> <div class="para">versicherung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde mit dem Begehren </div> <div class="para">um Zusprechung einer ganzen Invalidenrente und eventuell </div> <div class="para">ergänzende medizinische Abklärungen wies das Sozialver- </div> <div class="para">sicherungsgericht des Kantons Zürich ab (Entscheid vom </div> <div class="para">29. März 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt B.________ </div> <div class="para">beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides </div> <div class="para">sei ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Ferner er- </div> <div class="para">sucht er um unentgeltliche Verbeiständung. Der Beschwerde </div> <div class="para">liegen ein Zeugnis des Dr. med. K.________ (vom 14. April </div> <div class="para">1999) sowie eine Anzeige der P.________ und des V.________, </div> <div class="para">Staatl. dipl. Physiotherapeuten, über zwei Behandlungs- </div> <div class="para">termine bei. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle verzichtet auf eine Stellungnahme. Das </div> <div class="para">Bundesamt für Sozialversicherung lässt sich nicht verneh- </div> <div class="para">men. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerde- </div> <div class="para">führer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung </div> <div class="para">hat. Nicht mehr im Streite liegen demgegenüber Massnahmen </div> <div class="para">beruflicher Art (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IB-33%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page36">BGE 119 Ib 36</a> Erw. 1b, 118 V 313 Erw. 3b, </div> <div class="para">je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das kantonale Gericht hat die massgebenden Be- </div> <div class="para">stimmungen und Grundsätze über den Begriff der Invalidität </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 4 IVG</span>), die Voraussetzungen und den Umfang des Ren- </div> <div class="para">tenanspruchs (<span class="artref">Art. 28 Abs. 1 IVG</span>), die Invaliditätsbe- </div> <div class="para">messung bei Erwerbstätigen nach der Einkommensvergleichs- </div> <div class="para">methode (<span class="artref">Art. 28 Abs. 2 IVG</span>) sowie die Bedeutung ärztlicher </div> <div class="para">Auskünfte bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades (BGE </div> <div class="para">115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1) zu- </div> <div class="para">treffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Nach Lage der medizinischen Akten - insbesondere </div> <div class="para">des Berichtes des Dr. med. E.________, FMH für allg. Medi- </div> <div class="para">zin (vom 15. April 1996), der Austrittsberichte der Höhen- </div> <div class="para">klinik X.________ (nachfolgend: Höhenklinik) (vom 1. und </div> <div class="para">15. April 1996) sowie des Gutachtens der Dermatologischen </div> <div class="para">Klinik des Spitals Y.________ (nachfolgend: Dermatologische </div> <div class="para">Klinik) (vom 4. Januar 1996) - steht fest, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Bäcker nicht </div> <div class="para">mehr verrichten kann. Hingegen ist ihm eine leichte bis </div> <div class="para">mittelschwere Arbeit ohne Exposition zu Mehl seit dem </div> <div class="para">1. April 1996 zu 100 % zumutbar. Es ist auf die entspre- </div> <div class="para">chenden Angaben der Ärzte der Höhenklinik abzustellen </div> <div class="para">(Berichte vom 1. und 15. April 1996). Der dortige, vom 11. </div> <div class="para">bis 26. März 1996 dauernde Aufenthalt war im Gutachten der </div> <div class="para">Dermatologischen Klinik (vom 4. Januar 1996) angeregt </div> <div class="para">worden, um stationär abschliessende Abklärungen zu treffen. </div> <div class="para">Diese sollten neben dem nach übereinstimmender Auffassung </div> <div class="para">aller beteiligten Ärzte im Vordergrund stehenden sogenann- </div> <div class="para">ten Bäckerasthma namentlich auch die psychische Gesundheit </div> <div class="para">und die Erheblichkeit der festgestellten Sensibilisierung </div> <div class="para">gegenüber Hausstaubmilben betreffen. Anhaltspunkte dafür, </div> <div class="para">dass die Ärzte der Höhenklinik in ihrer Stellungnahme zur </div> <div class="para">Arbeitsfähigkeit die psychische Situation des Versicherten </div> <div class="para">in der Folge nicht berücksichtigt hätten, sind nicht aus- </div> <div class="para">zumachen, im Gegenteil: In den Berichten vom 1. und </div> <div class="para">15. April 1996 wird vielmehr ausdrücklich von der </div> <div class="para">(Teil-) Diagnose einer Angststörung im Sinne einer Noso- </div> <div class="para">phobie ausgegangen. Was die Auswirkungen der ebenfalls </div> <div class="para">explizit angeführten Sensibilisierung auf Hausstaubmilben </div> <div class="para">anbelangt, vermag diese nach Auffassung der Ärzte zu keiner </div> <div class="para">weitergehenden Beeinträchtigung zu führen, worauf abzu- </div> <div class="para">stellen ist. Das letztinstanzlich eingereichte Zeugnis des </div> <div class="para">Dr. med. K.________ (vom 14. April 1999) beschränkt sich </div> <div class="para">auf die blosse Angabe einer seit 1. Dezember 1998 bis auf </div> <div class="para">weiteres dauernden 100 %igen Arbeitsunfähigkeit wegen </div> <div class="para">Krankheit. Es enthält weder Aussagen über die Verhältnisse </div> <div class="para">bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung (28. Novem- </div> <div class="para">ber 1996), noch lässt es auf den damaligen Sachverhalt </div> <div class="para">schliessen. Es ist damit zum Vornherein nicht geeignet, zu </div> <div class="para">einer abweichenden Würdigung der Arbeitsfähigkeit zu führen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> Erw. 1b mit Hinweisen). Gleiches gilt für </div> <div class="para">die Anzeige über zwei bevorstehende Termine für physiothe- </div> <div class="para">rapeutische Behandlung, ganz abgesehen davon, dass weder </div> <div class="para">hervorgeht, welche Person Patient ist, noch in welchem Jahr </div> <div class="para">die entsprechenden Behandlungstermine angesetzt waren. Wenn </div> <div class="para">der Beschwerdeführer schliesslich behauptet, sein Gesund- </div> <div class="para">heitszustand habe sich seit Erlass der strittigen Ver- </div> <div class="para">waltungsverfügung in rechtserheblicher Weise verschlech- </div> <div class="para">tert, so vermag dies zu keiner abweichenden Beurteilung der </div> <div class="para">Verhältnisse im vorliegend massgebenden Zeitraum zu führen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen </div> <div class="para">der festgestellten Restarbeitsfähigkeit. </div> <div class="para"> Mit Vorinstanz und Verwaltung ist, ausgehend von den </div> <div class="para">Angaben des letzten Arbeitgebers (Bericht vom 13. Mai </div> <div class="para">1996), von einem hypothetischen Einkommen ohne Invalidität </div> <div class="para">(Valideneinkommen) von Fr. 56'550.- im Jahre 1996 auszu- </div> <div class="para">gehen. Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung </div> <div class="para">zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invaliden- </div> <div class="para">einkommen) ist auf die Tabellenlöhne abzustellen, da der </div> <div class="para">Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens gemäss </div> <div class="para">eigener Darstellung keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufge- </div> <div class="para">nommen hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page322">BGE 124 V 322</a>). Mit dem kantonalen Gericht ist </div> <div class="para">Tabelle A 1.1.1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung </div> <div class="para">1994 des Bundesamtes für Statistik massgebend. Dabei ist </div> <div class="para">der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für die mit ein- </div> <div class="para">fachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) </div> <div class="para">beschäftigten Männer im privaten Sektor auf die durch- </div> <div class="para">schnittliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden hochzurechnen und </div> <div class="para">die Nominallohnerhöhung (1995: 1,3 %, 1996: 1,3 %; Die </div> <div class="para">Volkswirtschaft 1998, Heft 1, Anhang S. 28) zu berücksich- </div> <div class="para">tigen, woraus schliesslich ein tabellarisches Gehalt von </div> <div class="para">Fr. 53'234.- resultiert. Wenn die Vorinstanz eine Kürzung </div> <div class="para">des Tabellenlohnes um 15 % vornimmt, womit sich ein Inva- </div> <div class="para">lideneinkommen von Fr. 45'249.- ergibt, ist dies im Rahmen </div> <div class="para">der Angemessenheitskontrolle nicht zu beanstanden (<span class="artref">Art. 132 </span></div> <div class="para">lit. a OG; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-315%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page316">BGE 114 V 316</a> Erw. 5a mit Hinweisen). Es wird </div> <div class="para">dabei namentlich dem Umstand Rechnung getragen, dass Aus- </div> <div class="para">länder nicht immer gleich viel verdienen wie der Durch- </div> <div class="para">schnitt aller Arbeitnehmer, d.h. Schweizer und Ausländer </div> <div class="para">(vgl. Tabelle A 12 der LSE 1996) (nicht veröffentlichtes </div> <div class="para">Urteil J. vom 21. Oktober 1999, I 325/99). Soweit der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer einen weitergehenden Abzug geltend macht, </div> <div class="para">kann ihm nicht gefolgt werden. Insbesondere vermag sein </div> <div class="para">Alter keine zusätzliche Reduktion vom Tabellenlohn zu </div> <div class="para">rechtfertigen, da sich der entsprechende Faktor jedenfalls </div> <div class="para">nicht lohnsenkend auswirkt (AHI 1999 S. 237 ff. Erw. 4c). </div> <div class="para">Aus dem Vergleich der hypothetischen Einkommen (Invaliden- </div> <div class="para">einkommen: Fr. 45'249.-; Valideneinkommen: Fr. 56'550.-) </div> <div class="para">resultiert schliesslich eine Erwerbseinbusse von rund 20 %, </div> <div class="para">weshalb die vorinstanzlich bestätigte Abweisung des Renten- </div> <div class="para">begehrens zu Recht erfolgte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungs- </div> <div class="para">leistungen geht, sind gemäss <span class="artref">Art. 134 OG</span> keine Gerichts- </div> <div class="para">kosten zu erheben. Die unentgeltliche Verbeiständung kann </div> <div class="para">gewährt werden (Art. 152 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>), da </div> <div class="para">die Bedürftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde im Zeit- </div> <div class="para">punkt ihrer Einreichung nicht als aussichtslos zu be- </div> <div class="para">zeichnen und die Vertretung geboten war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-301%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page309">BGE 124 V 309</a> </div> <div class="para">Erw. 6 mit Hinweisen; AHI 1999 S. 85 Erw. 3). Es wird </div> <div class="para">indessen ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 152 Abs. 3 OG</span> aufmerksam </div> <div class="para">gemacht, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse </div> <div class="para">Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie später dazu im </div> <div class="para">Stande ist. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung </div> <div class="para"> wird Rechtsanwalt Dr. I.________ für das Verfahren vor </div> <div class="para"> dem Eidgenössischen Versicherungsgericht aus der Ge- </div> <div class="para"> richtskasse eine Entschädigung (einschliesslich Mehr- </div> <div class="para"> wertsteuer) von Fr. 1500.- ausgerichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, der Ausgleichskasse </div> <div class="para"> des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialver- </div> <div class="para"> sicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 2. März 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>