Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Juli 2018 (720 18 81 / 179) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenanspruch verneint. Das Invalidenpensum kann insbesondere in jenen Fällen, in welchen eine valide Person zuvor aus freien Stücken nur eine Teilerwerbstätigkeit aus- geübt hatte, auch grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen geleis- tete Pensum. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Alex Hediger , Adv o- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1959 geborene A.____ war seit dem 3. Januar 2001 in einem 90%-Pensum und ab Januar 2013 bis Ende August 2015 im Umfang von 80% bei der B.____ AG als Sanitärinstalla- teur angestellt gewesen. Nachdem er sich am 1. Juli 2014 die Bizepssehne verletzt hatte, wur- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht de ihm eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, wora uf ihm die Schweizerische Unfallversiche- rungsanstalt (Suva) zunächst ein Taggeld und mit Wirku ng ab 1. Oktober 2015 eine Rente ba- sierend auf einem IV-Grad von 24% ausrichtete. Im September 2014 wurde zudem eine Frozen Shoulder links und beidseitige Kalkschultern diagnostizier t, woraufhin die zuständige Kranken- versicherung dem Versicherten ihrerseits auch ein Taggeld zusprach. B. Am 16. Juli 2015 meldete sich A.____ unter Verweis auf ein im Jahre 2005 erlittenes Schleudertrauma, eine Verletzung der rechten Bizepsseh ne, Kalkschultern und eine Frozen Shoulder links bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Dabei gab er an, seit Januar 2001 im Umfang von 90% und ab Januar 2012 im Umfang von 80% als Sanitärinstallateur tätig gewesen zu sein. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse, namentlich nach Einholung ei nes bidisziplinären Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ , lehnte die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren den Rentenanspruch des Versicherten gestützt auf einen IV-G rad von 22% mit Verfügung vom 1. Februar 2018 ab. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Adv okat Dr. Alex Hediger, am 1. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Ba sel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es se i ihm in Aufhebung der angefochte- nen Verfügung gestützt auf einen IV-Grad von mindestens 70% ab 1. Juli 2015 eine ganze IV- Rente auszurichten. Zur Begründung liess er zusammenfassend geltend machen, dass er auch für leichte Arbeiten vollumfänglich arbeitsunfähig sei . Ausserdem sei für die Bemessung des Valideneinkommens nicht von einem 90%-Pensum, sondern von einem Vollzeitpensum auszu- gehen, da die Reduktion auf 90% auf die in den Jahren 2005 und 2006 erlittenen HWS- Distorsionstraumata zurückzuführen sei. Schliesslich sei beim Invalideneinkommen ein leidens- bedingter Abzug von mindestens 20% vorzunehmen, da die noch zumutbare Resterwerbstätig- keit aus psychiatrischer Sicht nicht ausgeschöpft werden könn e. Auch sein Alter und die damit geringeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien lohnmindernd zu berücksichtigen. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 20. Ap ril 2018 auf Abweisung der Be- schwerde. Auf die Vorbringen der beiden Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonal en IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge recht eingereichte Beschwerde ist dem- nach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 hat die versicherte Person Anspr uch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertel srente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der IV-Gr ad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad b estimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 2.6 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.7 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsp rechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Berichten versiche- rungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-)Beri chten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werde n, erkennt die Rechtsprechung ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, dass ihnen pr axisgemäss nicht dieselbe Beweis- kraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungs- träger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt (BGE 135 V 469 ff. mit Hinweis). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.8 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genüg t den Beweisanforderungen nicht (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweise n; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 Rz 43 ff.). 3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführe r Anspruch auf eine IV-Rente besitzt und in diesem Zusammenhang, wie hoch seine Restarbeitsfähigkeit ausfällt. Die IV-Stelle stütz- te sich bei der Beantwortung dieser Frage auf das von ihr in Auftrag gegebene bidisziplinäre Verwaltungsgutachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumato logie und Innere Medizin, und von Dr. med. D.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. November 2016. Darin diagnosti- zieren die Gutachter aus gesamtmedizinischer Sicht mit Ei nfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ein chronisches Schulterimpingement beidse its, links bei leichter AC- Gelenksarthrose und Tendinitis calcarea der Supraspinatu ssehne, bei ventrocranialer Labrum- läsion sowie bei partieller Capsulitis adhaesiva, rechts b ei mittelschwerer AC-Gelenksarthrose, Tendinose Ligamentum acromio-claviculare, sowie bei klin isch aktuell begleitender Tendinitis der langen Bicepssehne intertuberculär. Ferner lägen vorwiegend belastungsabhängige Rest- beschwerden bei Status nach ossärer Refixation der dista len Bicepssehne rechts nach trauma- tischem Bicepssehnenabriss vor, im Weiteren ein chronisches c ervico- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Osteochondrosen, Uncovertebral- und S pondylarthrosen betont C5-C7, Osteochondrosen L3-S1 maximal L5/S1, Spondylarthrosen L 4-S1, bei muskulärer Dysbalance vom Schulter-/Nackengürteltyp sowie bei Wirbelsäulenfehl form und Fehlhaltung und schliess- lich eine Carporadialgelenksarthrose rechts sowie eine beginnende Fingerpolyarthrose. Der gutachterlichen Beurteilung zufolge gebe es aus p sychiatrischer Sicht keine wesentlichen Auffälligkeiten. Es könne angenommen werden, dass der Explorand seit dem Arbeitsunfall durchaus adäquat mit seiner schwierigen Situation umgehe. Hinweise auf eine Fehlverarbeitung oder auf eine anderweitige psychiatrische Störung würde n sich keine finden lassen. Aus soma- tischer Sicht könnten verschiedene Beschwerden objektiviert werden, welche die Einschrän- kungen bei körperlich belastenden Tätigkeiten und Überkopftätigkeiten erklären liessen. Es fän- den sich keine Hinweise auf relevante Diskrepanzen, die ang egebenen Beschwerden seien durchaus nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe k eine Einschränkung der Arbeits- fähigkeit. Aus somatischer Sicht bestehe seit dem 1. Juli 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Sanitär-Installateur wie auch für al le schweren und repetitiv mittelschweren körperlich belastenden Tätigkeiten sowie für Tätigkeite n über Kopf. Eine körperlich leichte Tä- tigkeit ohne manuelle Tätigkeiten über der Horizontale n könne dem Versicherten vollschichtig zugemutet werden. Der rheumatologischen Exploration zufolge habe der Ver sicherte aufgrund vermehrt gesund- heitlicher Beschwerden zuletzt nur noch 90% gearbeitet. Seit dem Arbeitsunfall vom 1. Juli 2017, bei welchem er sich eine distale Bicepssehnenruptur rechts zugezogen habe, leide er an Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zusätzlichen Beschwerden des Bewegungsapparates, insbesonder e an beidseitigen Schulter- beschwerden sowie an chronischen zerviko- und lumbovertebr alen Rückenbeschwerden. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung habe sich ein 55-jähriger Explorand mit seit Jahren beste- henden verschiedenen Beschwerdekomplexen am Bewegungsappa rat präsentiert. Anamnes- tisch erwähnenswert sei ein chronisches zervikovertebrales S chmerzsyndrom bei Status nach zweimal erlittener Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) in den Jahren 2005 und 2006. Dem Versicherten sei es im Anschluss danach aber wieder möglich g ewesen, seine angestammte Tätigkeit als Sanitärinstallateur trotz körperlich bela stender Tätigkeiten ohne grössere Arbeits- unfähigkeiten durchzuführen, wobei er aufgrund der vor liegenden Beschwerden sein Arbeits- pensum auf 90% reduziert habe. Der rechtsseitige distale Bizepssehnenabriss sei mittels ossärer Refixation am 8. Juli 2014 ope- rativ versorgt worden. Bei insgesamt günstigem postoperat ivem Verlauf habe der Versicherte zunehmend Schulterbeschwerden beklagt, initial linksseitig mit Diagnose einer Frozen Shoul- der. Im weiteren Verlauf hätten sich rechtsseitige Schult erschmerzen sowie zunehmend die früher bekannte zervikovertebrale Schmerzproblematik manife stiert. Weiterhin stünden derzeit die Schulterbeschwerden mit nachweisbarem, beidseitige m Schulterimpingement im Vorder- grund, wobei eine eigentliche Rotatorenmanschettenins uffizienz nicht nachgewiesen werden könne. Linksseitig fänden sich noch Zeichen einer möglichen partiellen Capsulitis, wobei dieses Phänomen auch im Rahmen der radiologisch verifizierten AC-Gelenksarthrose und deren ossären Stopps gesehen werden könne. Auch rechtsseitig stü nde eine symptomatische AC- Gelenksarthrose mit sekundär begleitender Tendinitis der langen Bizepssehne im Vordergrund. Dies erkläre, dass der Explorand für schwere körperliche Tä tigkeiten insbesondere über der Horizontalen, nicht mehr voll belastbar sei. Bezüglich de r chronischen Nackenschmerzproble- matik bestehe eine Funktionseinschränkung vor allem bei d er Rotation nach rechts und bei der Seitenneigung beidseits, hervorgerufen durch radiolog isch nachweisbare Uncovertebralarthro- sen sowie Spondylarthrosen in den mittleren und unteren HWS-Segmenten. Die neuen konven- tionellen Röntgenbilder hätten allerdings keine Hinwe ise auf eine Instabilität ergeben; auch kli- nisch hätten sich keine zervikoradikulären Reizphänomene pr ovozieren lassen. Weiter bestehe eine deutliche muskuläre Dysbalance im Schulter- und N ackengürtelbereich mit Ansatztendino- sen hoch zervikal rechtsbetont, was eine zusätzliche Ursache der Rotationseinschränkung der HWS nach rechts erklären dürfte. Insgesamt bestehe eine ungünstige Konstellation von sich gegenseitig beeinflussenden Beschwerden ausgehend vom Schulterimpingement beidseits mit anhaltenden Schulterbeschwerden über der Horizontalen und chronischen Nackenbeschwer- den bedingt durch verifizierbare degenerative Veränderungen. Die verschiedenen Diagnosen mit Krankheitswert würden i n ihrer Gesamtheit, Ausprägung und Schweregrad schwere und repetitiv mittelschwere, insbeso ndere auch die rechte obere Ex- tremität betreffende, belastende Tätigkeiten nicht meh r zulassen. Ebenso müsse aufgrund der weiter nachweisbaren beidseitigen, vorwiegend degene rativ bedingten Schulterpathologie fest- gehalten werden, dass Überkopftätigkeiten sowie Tätigke iten über der Horizontalen nicht mehr möglich seien, es sei denn, es erfolgten weitere invasive therapeutische Massnahmen im Sinne einer arthroskopischen subacromialen Dekompression. Der Expl orand sei jedoch sämtlichen invasiveren therapeutischen Massnahmen gegenüber deutlich skeptisch eingestellt. Er habe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich entschieden, mit rein konservativen Massnahmen den w eiteren Verlauf abzuwarten, allen- falls auch mit dem Eingestehen einer fehlenden Besseru ng des Beschwerdebilds. Solange sich sein Gesundheitszustand nicht wesentlich verbessere, sehe er sich nicht nur in der angestamm- ten Tätigkeit, sondern auch in einer beliebig anderwe itigen körperlich leichteren und leidens- adaptierten Tätigkeit derzeit als vollständig arbeitsunfähig an. Bezüglich der Konsistenz würden sich keine relevanten Diskrepanzen finden lassen. Der Expl orand schildere nachvollziehbar seine Beschwerden, die gesamthaft durch objektivierbare Befunde nachvollzogen werden könn- ten. Es lägen keine Hinweise auf eine Schmerzverdeutlichu ng oder eine allfällige Aggravation vor. Dem Exploranden sei eine leidensadaptierte, leich te körperliche Tätigkeit jedoch durchaus möglich und mit einem höheren Pensum zumutbar. Den anamnestischen Angaben im psychiatrischen Teilgutacht en von Dr. D.____ ist zu entneh- men, dass der Versicherte durch die körperlichen Beschwer den beim Schlafen eingeschränkt sei; er könne nicht mehr durchschlafen. Er habe Existenzän gste und denke, von der Versiche- rung ungerecht behandelt worden zu sein. Er stehe rege lmässig um fünf Uhr auf und nehme nach der Körperpflege zusammen mit seiner Ehefrau wäh rend rund eineinhalb Stunden das Frühstück ein. Er übernehme die meisten Haushaltsarbeit en, da seine Ehefrau verschiedene körperliche Beschwerden habe und auch psychisch stark eingesc hränkt sei. Er wasche das Geschirr, mache die Wäsche, erledige Reinigungsarbeiten und koche das Mittagessen. Der Appetit sei gut. Er kümmere sich um die drei Katzen sow ie um das Haus, wo es immer wieder etwas zu tun gebe. Er würde gerne an einem alten Aut o herumschrauben, doch sei er dazu nicht in der Lage. Der Versicherte pflege keine sozialen Kontakte und gehe keinen sportlichen Tätigkeiten nach. Er lese eher wenig, schaue mit der E hefrau sehr viel fern. Er wache nachts ein bis zweimal auf, gehe zur Toilette, trinke etwas un d schlafe weiter. Er habe eigenartige, je- doch nicht eigentlich belastende Träume. Allgemein f ühle er sich nicht unbedingt nervös, sorge sich jedoch um die familiäre Situation, wo es verschiedene Probleme gebe, einerseits durch die Erkrankung der Ehefrau, dann aber auch im Zusammenhan g mit seinen Geschwistern, wo es unklare Erbangelegenheiten zu klären gebe. Diffuse Ängst e habe er keine. Er fühle sich vor- wiegend aufgrund der körperlichen Beschwerden nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. Theoretisch könne er wohl eine einfache körperliche Tätigkeit durchführen, doch weise er keine Erfahrung und keine Ausbildung in diesem Bereich auf . Er sei teilweise gereizt, die Situation mache ihm zu schaffen. Er sorge sich um die Zukunft und frage sich, wie es weitergehe. Er füh- le sich psychisch aber nicht beeinträchtigt und leide au ch nicht unter übermässigen Verstim- mungen. Zusammenfassend zeigten sich zwar Hinweise auf gewisse psychosozial belastende Faktoren, welche aber den Zustand in psychischer Hinsicht nicht wesentlich beeinflussen wür- den. Der Explorand gehe adäquat mit seiner Situation um. Aus psychiatrischer Hinsicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei ihm sowo hl die bisherige als auch eine adap- tierte Tätigkeit in vollem Umfang möglich. 3.2 Wie zuvor ausgeführt (oben, Erwägung 3.7), ist de n im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange keine konkreten Indi zien gegen die Zuverlässigkeit Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier kei ne vor. Das fragliche Gutachten der Dres. C.____ und D.____ ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchun gen, berücksichtigt alle geklagten Beschwerden des Versicherten und ist in Kenntnis aller re levanten Vorakten abgegeben wor- den. Die beiden Teilgutachten basieren sodann auf eine r detaillierten Anamnese und in somati- scher Hinsicht auf einem ausführlichen Dossier bildgebend er Untersuchungen aktuellen Da- tums. Die Schlussfolgerungen in den beiden Teilgutachten sind sorgfältig hergeleitet und leuch- ten damit auch in der Darlegung der medizinischen Zusam menhänge bzw. in der Beurteilung der medizinischen Gesamtsituation ein. Die beiden Guta chter setzen sich ausserdem auch de- tailliert mit den übrigen ärztlichen Einschätzungen ause inander. Damit erweisen sich ihre Schlussfolgerungen letztlich als überzeugend. Sie kommen im Rahmen ihrer umfassenden bi- disziplinären Konsensbeurteilung zum nachvollziehbaren Sc hluss, dass der Versicherte man- gels eines psychiatrisch relevanten Krankheitsbilds aus somatischer Sicht seit dem 1. Juli 2014 zwar in der angestammten Tätigkeit als Sanitärinstallate ur sowie für sämtliche schweren und repetitiv mittelschwer körperlich belastende Arbeiten und Überkopf-Tätigkeiten vollständig ar- beitsunfähig ist, in einer adaptierten leichten Ver weistätigkeit ohne manuelle Tätigkeiten über der Horizontalen jedoch weiterhin vollständig arbeitsfähig ist. 3.3 Der Beschwerdeführer lässt gegen die gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung der Dres. C.____ und D.____ vorbringen, es sei nicht nach vollziehbar, dass der IV-Grad letztlich geringer ausgefallen sei als noch im Verfahren der Unfa llversicherung, bei dem die krankheits- bedingten Beschwerden an den Schultern unberücksichtigt g eblieben seien. Namentlich im Hinblick auf seine Handgelenksarthrose und die beginnen de Fingerpolyarthrose mit der ihm attestierten zunehmenden Mühe für manuelle Tätigkeit en sei eine volle Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht nachvollziehbar. Di eser Auffassung kann nicht gefolgt wer- den. Die Suva hat in ihrer Verfügung vom 2. November 2015 einen IV-Grad von 24% errechnet (IV- Dok 37). Dabei ist auch sie davon ausgegangen, dass dem Versicherten aufgrund der erlittenen Ruptur der rechten distalen Bizepssehne weiterhin eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit voll- umfänglich zumutbar ist. Es trifft zwar zu, dass sich zusätzli ch zu diesen unfallbedingten Be- schwerden am rechten Ellenbogen unbestritten krankheitsbedingte Beschwerden insbesondere an den Schultern auf die Arbeitsfähigkeit des Versicher ten auswirken. Diese Einschränkungen sind den überzeugend ausgefallenen Explorationsergebnisse n der Dres. C.____ und D.____ zufolge im Vergleich zu dem von der Suva herangezogenen Belastungsprofil jedoch aus- schliesslich qualitativer Natur. Entgegen der von ihm vert retenen Auffassung ist der im Ver- gleich zum UV-Verfahren lediglich um zwei Prozent tief ere IV-Grad im IV-Verfahren mithin vor allem darauf zurückzuführen, dass der Beschwerdeführer auc h mit den krankheitsbedingten Einschränkungen an den Schultern in einer angepassten T ätigkeit weiterhin zu 100% arbeitsfä- hig ist. Damit aber kann nicht gesagt werden, die degen erativ bedingten Einschränkungen wä- ren unberücksichtigt geblieben. Es kann in dieser Hinsich t auf die überzeugend ausgefallene Beurteilung in rheumatologischer Hinsicht von Dr. C.____ verwiesen werden, wonach sich das Belastungsprofil in einer Verweistätigkeit trotz der S chulterbeschwerden in qualitativer Hinsicht letztlich mit jenem der Suva in deren Verfügung vom 2. November 2015 deckt. Eine quantitative Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einschränkung in einer angepassten Verweistätigkeit kann den Akten zufolge nicht ausgemacht werden. Indem sie festgehalten haben, dass dem Versichert en schwere manuell belastende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sind, haben die Gutach ter darüber hinaus auch die Handge- lenks- und die beginnende Fingerpolyarthrose bei ihre r Zumutbarkeitsbeurteilung mitberück- sichtigt. Auch die Handgelenks- und die beginnende Fing erpolyarthrose haben somit zwar ei- nen Einfluss auf das künftige Verweisprofil in qualita tiver Hinsicht, nicht aber auf den Umfang der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit. Diese Tatsache i st ebenfalls durchaus nachvollziehbar damit begründet worden, dass die bildgebend fassbaren Befunde sowie die klinischen Befunde ungeeignet seien, eine relevante Beeinträchtigung für nicht schwer manuell belastende Tätig- keiten zu erklären. Eine quantitative Einbusse für körperlich nicht belastende Verweistätigkeiten kann bei dieser Aktenlage insgesamt nicht zugestanden wer den. Im Übrigen hat die Suva bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf die Dokumen tation der Arbeitsplätze (DAP) ab- gestellt, demgegenüber die IV-Stelle hierfür die Schw eizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen hat. Der im Vergleich zur Verfügung der Suva vom 2. November 2015 um 2% abweichende IV-Grad ist mithin letztlich einzig auf die Anwendung unterschiedlicher Berech- nungsmethoden beim Einkommensvergleich zurückzuführen. 3.4 Der Beschwerdeführer wendet gegen die vorinstanzlic he Beurteilung der ihm noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit weiter ein, dass ihm die Klinik E.____ eine Arbeitsunfähig- keit von 100% auch in einer angepassten leichten Tätigke it attestiert habe. Jene Einschätzung entspreche auch der Einschätzung seines Hausarztes. Seither sei keine Verbesserung des Ge- sundheitszustandes mehr dokumentiert worden. Vorab ist fes tzustellen, dass entgegen den Ausführungen in der Beschwerde ein aktueller Bericht d es Hausarztes nicht aktenkundig ist. Von Hausarzt Dr. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizi n, findet sich einzig ein Arbeitsunfä- higkeitszeugnis vom 27. Februar 2017 in den Akten, wonach dem Versicherten eine vollständi- ge Arbeitsunfähigkeit offenbar ohne weitere Begründ ung nur in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Sanitärinstallateur attestiert worden i st (IV-Dok 74). Das Gleiche gilt in Bezug auf den Arztbericht der Klinik E.____ vom 6. Juli 2015 (IV-Dok 19). Für angepasste leichte Tätigkei- ten attestiert die Klinik in diesem Bericht allerdings explizit eine Restarbeitsfähigkeit von 80% bis 100%, was letztlich just der gutachterlichen Zumutba rkeitsbeurteilung von Dr. C.____ ent- spricht. An diesen überzeugenden, weil kongruenten Einschätzungen vermag auch die nachfol- gende Einschätzung der G.____ AG vom 23. November 2015 (IV-Dok 38) nichts zu ändern. Die Gutachter haben hierzu explizit Stellung genommen (Gut achten der Dres. C.____ und D.____ vom 1. November 2016, S. 14) und überzeugend festgehal ten, dass eine volle Arbeitsunfähig- keit auch für leichte Tätigkeiten unter Berücksichtigung de r aktuellen rheumatologischen Begut- achtung deshalb nicht nachvollziehbar sei, weil dabei au ch die psychosoziale Belastungsprob- lematik des Versicherten miteinbezogen worden sei und mi thin gerade nicht nur die Beschwer- den aus Sicht des Bewegungsapparates festgehalten worden seien. In der Tat haben die Ärzte der G.____ AG unter den Diagnosen mit Auswirkung auf d ie Arbeitsfähigkeit auch eine psycho- soziale Belastung des Versicherten aufgeführt. Die abweic hende Einschätzung zum Gutachten der Dres. C.____ und D.____ ist somit offensichtlich auf die Arbeitslosigkeit und auf die ge- sundheitliche Situation seiner Ehefrau und damit verbun dene, auch finanzielle Existenzängste zurückzuführen. Diese sind zwar nachvollziehbar, stellen mi thin aber Faktoren dar, die als so- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht genannte IV-fremde Kriterien bei der Zumutbarkeitsbeu rteilung notorisch keine Berücksichti- gung finden dürfen. 3.5 In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer weiter geltend, dass die psy- chosoziale Belastung zumindest bei der psychiatrischen Beurt eilung mit zu berücksichtigen sei. Im psychiatrischen Teilgutachten trägt der Gutachter Dr . D.____ dieser Sachlage aber bereits insofern Rechnung, als er ausführt (a.a.O., S. 24), d ass der Explorand sich sicherlich in einer psychosozial schwierigen Situation befinde, aktuell indesse n keine pathologischen Befunde erkennbar seien. Auch wenn die berichteten Sorgen du rchaus berechtigt und nachvollziehbar sind, entsprechen sie den gutachterlichen Ausführungen e iner normalpsychologischen Verar- beitungsweise. Zumal auch der Versicherte selbst anlässlich der psychiatrischen Exploration angegeben hat, psychisch nicht beeinträchtigt zu sein, ist die Schlussfolgerung im strittigen Verwaltungsgutachten, wonach die psychosoziale Belastung alleine keinen Einfluss auf die ver- bleibende Restarbeitsfähigkeit hat, nachvollziehbar und richtig. 3.6 Im Ergebnis ist daher nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle bei der Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ abgestützt hat. Es liegt jedenfalls keine Ausna hme vor, wonach sich eine abweichende Beurteilung aufdrängen würde, weil die behandelnden Ärzte wichtige – insbesondere nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – As pekte benennen, die im Rahmen der verwaltungsexternen Begutachtung unerkannt oder ungewü rdigt geblieben wären (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Zumal der Versicherte anlässlich seiner psychiatrischen Exploration selbst festgeh alten hat, theoretisch einer körper- lich leichten Tätigkeit nachgehen zu können, kann bei der Beurteilung des medizinischen Sach- verhalts vielmehr vollumfänglich auf deren gutachterli che Ergebnisse abgestellt werden. Damit ist zugleich gesagt, dass die vorliegenden medizinischen Unt erlagen einen genügenden Auf- schluss über die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdefü hrers ermöglichen und eine zuverlässige Beurteilung seiner verbleibenden Arbeitsfähi gkeit zulassen. Auf allfällige zusätzli- che Abklärungen kann deshalb in antizipierter Beweiswür digung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) verzichtet werden. Insgesamt resu ltiert in medizinischer Hinsicht, dass dem Beschwerdeführerin in einer seinen Leiden angepa ssten (leichten) Verweistätigkeit ohne manuelle Tätigkeiten über der Horizontalen eine Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 100% ver- bleibt. 3.7 Soweit der Beschwerdeführer diese erwerbliche Verwe rtbarkeit seiner Restarbeitsfä- higkeit mit Blick auf sein fortgeschrittenes Alter in gene reller Hinsicht bestreitet, ist darauf hin- zuweisen, dass das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbsei nkommen auf den ausgegli- chenen Arbeitsmarkt Bezug nimmt. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichge- wicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschie- denster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276). Für die Invaliditätsbemessung ist somit grundsätzlich nicht darauf abzustellen, ob eine invalide P erson unter den konkreten Arbeits- marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die v erfügbaren Arbeitsplätze dem Ange- bot an Arbeitskräften entsprechen würden. Massgebend ist der Arbeitsmarkt von seiner Struktur Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhäl tnissen (Urteil 9C_941/2012 vom 20. März 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen). Gemäss bundesger ichtlicher Praxis kann das fortge- schrittene Alter zwar zu einer Unverwertbarkeit der Restar beitsfähigkeit führen. Allerdings sind die Anforderungen dafür sehr streng (Urteil 9C_118/20 15 vom 9. Juli 2015 E. 4.4). Namentlich ist nicht das Alter der versicherten Person im Zeitpunkt d er angefochtenen Renten-Verfügung massgebend. Abzustellen ist vielmehr ist auf das Feststehe n der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 461 f.), sobald die medizinischen Unter- lagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellun g erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.4 S. 462; Urteil 8C_403/2017 vom 25. August 201 7 E. 5.3). Im vorliegenden Fall ist somit auf das Datum des beweistauglichen bidisziplinären Gutacht ens der Dres. C.____und D.____ per November 2016 abzustellen. Damals war der Versicherte 57 Jahre alt und stand damit noch acht Jahre vor seiner ordentlichen Pensionierung. Das Ger icht verkennt nicht, dass es für den Beschwerdeführer nicht einfach ist, eine entsprechend konkrete Arbeitsstelle zu finden. Mass- gebend ist jedoch wie soeben erwähnt ein theoretisch au sgeglichener Arbeitsmarkt. Zumal ihm den medizinischen Unterlagen zufolge in einer angepasst en Verweistätigkeit weiterhin ein Voll- zeitpensum zuzumuten ist, kann angesichts der verbleibende n Erwerbsdauer von acht Jahren nicht von einer Unverwertbarkeit seiner Restarbeitsfähi gkeit im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis gesprochen werden. 4.1 Wie bereits erwähnt (oben, Erwägung 3.4) ist der Invaliditätsgrad grundsätzlich auf- grund der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens stellt sich die F rage, was der Beschwerdeführer auf- grund seiner beruflichen Fähigkeiten und persönlichen U mstände zu erwarten gehabt hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Dabei entsprich t es empirischer Erfahrung, dass die bis- herige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt wo rden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (R KUV 1993 Nr. U 169 S. 100 f. E. 3b). Dabei ist das Valideneinkommen stets auch nach M assgabe der ohne Gesundheits- schaden ausgeübten Teilzeiterwerbstätigkeit festzulegen. Wäre die versicherte Person gesund- heitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduzie rt sie aber ihr Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 131 V 51 E. 5.1.2). 4.2 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer gem äss den Angaben seines ehemali- gen Arbeitgebers vom 23. Juli 2015 (IV-Dok 14) bereits seit dem 3. Januar 2001 in einem Pen- sum von 80% gearbeitet. Den von der IV-Stelle beim ehe maligen Arbeitgeber eingeholten, zu- sätzlichen Informationen zufolge sei der Arbeitsvertrag m it dem Versicherten jedoch ursprüng- lich auf dessen Wunsch im Umfang von 90% abgeschlossen u nd erst per 1. Januar 2013 krankheitsbedingt auf 80% reduziert worden (IV-Dok 78). Letztere Angaben des Arbeitgebers decken sich nicht nur mit den echtzeitlichen Lohnausweisen , wonach das Pensum des Versi- cherten Jahr 2012 noch 90% und erst ab 1. Januar 2013 80 % betragen hatte (IV-Dok 5). Sie stimmen auch mit den Angaben des Versicherten in dessen A nmeldung zum Leistungsbezug (IV-Dok 1, S. 5) überein. Dort hatte der Beschwerdefüh rer in Abweichung zu seinen Vorbringen nunmehr in der vorliegenden Beschwerde ebenfalls angege ben, bereits zu Beginn seiner An- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellung im Januar 2001 lediglich in einem Teilzeitpensu m von 90% gearbeitet zu haben. Damit erhellt, dass Hintergrund des offensichtlich bereits per Januar 2001 abgeschlossenen Teilzeit- Pensums von 90% nicht die erst 2005 und 2006 erlittene H WS-Distorsion sein kann und auch nicht angenommen werden kann, dass allfällige gesundheitliche Gründe das ursprüngliche Teil- zeitpensum von 90% verursacht oder beeinflusst haben. Es i st daher auch nicht zu beanstan- den, dass die IV-Stelle davon ausgegangen ist, der Ver sicherte würde ohne Gesundheitsscha- den weiterhin in diesem reduzierten Umfang tätig sein . Angesichts der aufgezeigten, klaren Ak- tenlage vermag daran auch nichts zu ändern, dass der Versi cherte gegenüber den Dres. C.____ und D.____ von einem abweichenden Pensum ausg egangen ist. Gestützt auf die An- gaben des ehemaligen Arbeitgebers (IV-Dok 14, S. 3, ad Ziffer 2.11) ist per 2015 bei einem Pensum von 80% von einem Valideneinkommen im Umfang vo n Fr. 69‘160.— auszugehen. Dieser Betrag ist einerseits auf das Validen-Pensum von 9 0% hochzurechnen und andererseits an die per 2016 ausgewiesene Nominallohnentwicklung im Zeitpunkt des nach Ablauf der sechs monatigen Wartefrist (Art. 29 Abs. 1 IVG; Anmeldung zum Leistungsbezug am 23. Juli 2015, IV- Dok 14) mutmasslich frühst möglichen Rentenbeginns per Ja nuar 2016 im Umfang von +0,4% (Nominallohnindex Männer 2016, Tabelle 1.1.15, Sektor Baugewerbe, Bundesamt für Statistik) anzupassen. Daraus resultiert ein von der vorinstanzliche n Festsetzung leicht abweichendes, massgebendes Valideneinkommen von Fr. 78‘116.— (Fr. 69‘1 60.— / 8 x 9 x 1,004). 5.1 Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend d en gesetzlichen Vorgaben da- nach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach der Durchführung allfälli- ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tä tigkeit bei ausgeglichener Ar- beitsmarktlage hypothetisch zu erzielen in der Lage wäre. Massgebend ist, welches die Ver- dienstmöglichkeiten einer versicherten Person sind, von de r anzunehmen ist, dass sie diese Verdienstmöglichkeiten denn auch voll ausnützt (Urteil d es Bundesgerichts vom 14. April 2008, 8C_664/2007, E. 6.2). Dabei kann das vom Arzt festzulegen de Arbeitspensum – insbesondere in jenen Fällen, in welchen der Versicherte als valide Person zuvor aus freiwilligen Stücken le- diglich eine Teilerwerbstätigkeit ausgeübt hatte – au ch grösser sein als das ohne gesundheitli- che Beeinträchtigungen geleistete Pensum. Anders zu entsch eiden und insbesondere trotz ei- ner medizinisch zumutbaren Vollzeitbeschäftigung ein nur reduziertes Pensum beim Invaliden- einkommen deshalb anzunehmen, weil der Versicherte zuvo r noch als valide Person bereits freiwillig auf ein Vollzeitpensum verzichtet hatte, lie fe darauf hinaus, den nicht versicherten, freiwilligen Pensenverzicht letztlich wieder bei der B emessung der Invalidität mit zu berücksich- tigen. Dies aber widerspräche der zitierten Rechtsprechung in BGE 131 V 51 (vgl. auch BGE 142 V 290). Kann bei der Bemessung des Invalidenei nkommens nicht auf das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen abgestellt werden, weil die ve rsicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens ihre verbleibende Arbeitsfähigkeit ni cht in zumutbarer Weise voll aus- schöpft, so können nach der Rechtsprechung die Tabelle nlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). Praxisgemäss ist dabei von standa rdisierten Bruttolöhnen gemäss Tabelle TA1 auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2018, 8C_212/2018, E. 4.4.1). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Nachdem er seit längerer Zeit keiner Erwerbstätigke it mehr nachgegangen ist, ergibt sich dem Gesagten zufolge auf der Basis eines weiterhin zumutbaren Vollzeitpensums unter Heranziehung der LSE (LSE 2014; Tabelle TA1, Totalwe rt Männer, Kompetenzniveau 1, Fr. 5‘312.—) im Zeitpunkt des mutmasslich frühestmöglichen Rentenbeginns per Januar 2016 (Art. 29 Abs. 1 IVG) ein an die wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Bundesamt für Sta- tistik [BFS], Dokument je-d-03.02.04.19) und an die No minallohnindexierung von +0,9% (Nomi- nallohnindex Männer 2015 sowie 2016, Tabellen 1.1.10 und 1.1.15, Totalwert, Bundesamt für Statistik) angepasstes, hypothetisches Invalideneinkommen des Versicherten von Fr. 67‘051.— (12 x Fr. 5‘312.— / 40 x 41,7 Stunden x 1,009). Aus der Gegenüberstellung mit dem Validen- einkommen von Fr. 78‘116.— resultiert eine Erwerbseinbu sse von Fr. 11‘065.— und damit ein IV-Grad von 14%. Ein Rentenanspruch ist mangels Erreiche ns des hierfür massgebenden Schwellenwerts (oben, Erwägung 3.1) somit ausgeschlossen. 5.3 Daran ändert auch nichts, dass über die ärztliche Bezeichnung der massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung hinaus zusätzlichen Einschränkungen mit einem leidensbedingten Abzug bis maximal 25% Rechnung getragen werden kann. E ntgegen der in der Beschwer- debegründung vertretenen Auffassung lässt sich im vorlie genden Fall ein leidensbedingter Ab- zug von mehr als 10% für die Carporadialgelenksarthrose mit begleitend beginnender Fingerpo- lyarthrose nicht begründen. So rechtfertigt nach der b undesgerichtlichen Rechtsprechung der Verlust der Möglichkeit zur Verrichtung von Schwerarbeit grundsätzlich keinen Abzug vom Ta- bellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2009, 9C_492/2008, E. 3.3). Bei einem wei- terhin zumutbaren Vollzeitpensum in einer Verweistätigkeit lässt sich auch keine teilzeitbedingte Einbusse begründen. Sodann nehmen sowohl die Bedeutun g des Alters als auch diejenige der Dienstjahre – mithin der Berufserfahrung – ab, je nie driger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei einfachen und repetitiven, dem Komp etenzniveau 1 (vormals Anforderungs- profil 4) der LSE entsprechenden Tätigkeiten in der Regel keinen Anlass zu einem (weiteren) Abzug vom Tabellenlohn geben (BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Mit einer qualitativen Leistungsein- schränkung hinsichtlich schwerer und mittelschwerer Arbeiten über der Horizontalen ist die im Zusammenhang mit den Schulter- und Nackenbeschwerden des Versicherten stehende, medi- zinisch attestierte gesundheitliche Einschränkung im Wesent lichen ausserdem bereits berück- sichtigt. Eine weitergehende Anrechnung der gesundhei tlichen Leiden des Beschwerdeführers mittels eines leidensbedingten Abzugs über 10% hinaus käm e einer unzulässigen Berücksichti- gung derselben Einschränkung gleich. Selbst bei einem m aximal zulässigen Abzug von 25% resultiert jedoch kein Renten begründender IV-Grad. Das Invalideneinkommen beliefe sich dies- falls auf Fr. 50‘288.—, woraus sich ein IV-Grad von 36% ergeben würde. Bei diesem Ergebnis kann zugleich offen bleiben, ob die Einschränkung im erw erblichen Bereich in Präzisierung der Rechtsprechung zudem nur proportional – mithin ledig lich im Umfang des hypothetisch- erwerblichen Teilzeitpensums von 90% als valide Person – zu berücksichtigen wäre (BGE 142 V 290 E. 7.1 f.). 5.4 So oder anders bleibt es bei einem IV-Grad unte r 40%. Die Vorinstanz hat den Ren- tenanspruch der Versicherten im Ergebnis somit zu Recht verneint, weshalb die hiergegen er- hobene Beschwerde abzuweisen ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist der Beschwerdeführer un- terliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 6.2 Nachdem mit prozessleitender Verfügung vom 17. Apr il 2018 auch das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung abgewiesen worden ist, sind die ausserordentlichen Kosten dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werd en dem Be- schwerdeführer auferlegt. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.