B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4761/2013 U r t e i l v o m 11 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Jean-Daniel Dubey, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien M._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-4761/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die thailändische Staatsangehörige T._______ (geb. 1990, n achfolgend: Gesuchstellerin bzw. Gast) beantragte am 27. Mai 2013 bei der Schwe i- zerischen Botschaft in Bangkok ein Schengen -Visum für einen dreimona- tigen Besuchsaufenthalt (vom 14. Juni bis 11. September 2013) bei M._______ in Z._______ (nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdefüh- rer). Dieser hatte vorgängig mit Einladungsschreiben vom 26. April 2013 um Ausstellung eines Besuchervisums für seinen Gast ersucht. B. Mit Formularentscheid vom 30. Mai 2013 lehnte es die Botschaft ab, das gewünschte Visum auszustel len. Sie begründete dies damit, der Zweck der Reise sei nicht plausibel; zudem erscheine eine fristgerechte Wiede r- ausreise der Beschwerdeführerin aus dem Schengen -Raum nicht ges i- chert. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Gastgeber am 18. Juni 2013 Einspr a- che bei der Vorinstanz. Letztere liess bei der Auslandvertretung nebst den Akten eine ergänzende Stellungnahme einholen und wies die Einsprache mit Verfügung vom 25. Juli 2013 ab. Dabei teilte sie die Beurteilung durch die schweizerische Auslandvertretung. D ie Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher Hi n- sicht herrschenden Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungs - druck festzustellen sei. Besondere Gewähr für die fristgerechte Wieder - ausreise nach einem Besuchsaufenthalt ergebe sich auch aus den pe r- sönlichen Verhältnissen der Gesuchstellerin nicht. Diese sei jung, ledig und verfüge über kein regelmässiges Einkommen. Der Umstand, dass sie ein Kind habe, vermöchte das Risiko ebenfalls nicht zu beseiti gen. Kom- me hinzu, dass es sich bei der Gesuchstellerin offenbar lediglich um eine lose Ferienbekanntschaft des Gastgebers handle. D. Mit Beschwerde vom 22. August 2013 beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vor instanzlichen Verfügung und die Au s- stellung eines Schengen-Visums für seinen Gast. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanz habe ihn nach Einreichen seiner Einsprache – trotz vorgängiger Ankündigung – nicht mehr kontak- tiert, sondern sein Rechtsmittel sofort abgelehnt. Er sei Schweizer, sei weder straffällig geworden noch beziehe er Sozialhilfe. Er habe das C-4761/2013 Seite 3 Recht, jemanden in die Schweiz einzuladen. Sein Gast sei seine Freu n- din und er kenne sie nun seit 4 Jahren. Die Gesuchstellerin habe eine 7-jährige Tochter und ihre Eltern in Thailand. Sie betreue und finanziere diese, indem sie Getränke, Dessert und Essen in ihrem eigenen Laden verkaufe. Im Durchschnitt verdiene sie 10'000 Baht im Monat. Während dem dreimonatigen Aufenthalt der Gesuchstellerin in der Schw eiz werde er die Familie finanzieren. Eine Heirat sei zudem nicht geplant. Es sei überdies zu erwähnen, dass die Gesuchstellerin letztes Jahr eigentlich nach England zu ihrem Freund hätte gehen wollen. Sie habe sich jedoch entschieden, nicht nach England z u reisen und bei ihrer Familie in Tha i- land zu bleiben. E. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 20. September 2013 die Abweisung der Beschwerde. Ergänzend führt sie aus, es gäbe keiner- lei Anlass, an der Integrität des Gastgebers zu zweifeln; alle rdings könn- ten Gründe, welche allein auf der Seite des Beschwerdeführers liegen würden, das in der Verfügung umschriebene Risiko einer nicht fristg e- rechten Wiederausreise der Gesuchstellerin nicht schmälern. F. Der Beschwerdeführ hält mit Replik vom 24. Okt ober 2013 an seinen b e- schwerdeweise gestellten Anträgen fest. G. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgese tzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe - halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Ve r- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), w elche von einer in Art. 33 VGG au f- geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügun gen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen -Visums zu Besuchs - zwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesver -C-4761/2013 Seite 4 waltungsgericht en dgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichts - gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, rich - tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be - schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist - und formgerecht einge - reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde - verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehö r (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfa s- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] sowie Art. 29 ff. VwVG). Nach Einreichen seiner Einsprache vom 18. Juni 2013 habe ihn das BFM vor Erlass der Verfügung vom 25. Juli 2013 – entgegen anderslautender Informationen – nicht mehr kontaktiert. Er habe sich damit nicht mehr äussern oder weitere Unterl a- gen einbringen können. 3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör, wie ihn Lehre und Rechtspr e- chung aus Artikel 29 Abs. 2 BV ableiten und wie er sich für das Bunde s- verwaltungsverfahren aus den Art. 29 ff. VwVG ergibt, umfasst eine A n- zahl verschiedener verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien (vgl. aus der Literatur etwa M ICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 202 ff.; BENOIT BOVAY, Procédure administrative, Bern 2000, C-4761/2013 Seite 5 S. 207 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. voll- ständig überarbeitete Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1672 ff.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Ve r- waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 214 ff.; JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, Bern 2008, S. 846 ff.). Zunächst – und für die Pr ozessparteien regelmässig im Vo r- dergrund stehend – gehört dazu das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG), welches den Betroffenen einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhaltes sichert. Dabei kommt der von einem Verfahren betroffenen Person der Anspruch zu, sich vorgängig einer behördlichen Anordnung zu allen wesentlichen Punkten, welche die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes betreffen, zu äussern und von der betreffenden Behörde alle dazu no t- wendigen Informationen zu erhalten (vgl. BVGE 2010/35 E. 4.1.2 mit Hinweisen). 3.3 Wird das Verfahren auf Antrag der Partei eingeleitet, so muss das Äusserungsrecht durch diese Partei grundsätzlich gleichzeitig mit der Ver- fahrenseinleitung ausgeübt werden. S ie hat die Beweise, mit denen sie ihre Vorbringen zu untermauern gedenkt, gleichzeitig mit der Antragsste l- lung anzubieten und darf nicht erwarten, dass ihr die Behörde später noch ausdrücklich die Gelegenheit zur Bezeichnung von Beweismitteln gewährt (vgl. PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Z ü- rich/St. Gallen 2008, N. 7 zu Art. 30 VwVG). 3.4 Das BFM kündigte dem Beschwerdeführer nach Einreichen seiner Einsprache vom 18. Juni 2013 a n, dass es bei der Auslandvertretung die Gesuchsakten einfordern sowie eine Inlandabklärung durch die kantonale Migrationsbehörde veranlassen werde. In der Folge wurden die Akten der Auslandvertretung angefordert und diese wurde um eine allfällige ergä n- zende Stellungnahme gebeten. Ungünstig gestaltet sich hingegen der Umstand, dass eine Abklärung durch die zuständigen kantonalen Behö r- den, entgegen anderslautender Ankündigung, nicht veranlasst wurde. Nichtsdestotrotz kann aus diesem Versäumnis keine Verletzu ng des A n- spruchs auf rechtliches Gehör abgeleitet werden. Dem Beschwerdeführer war es durchaus möglich, sich in seiner Einsprache vom 18. Juni 2013 zur Angelegenheit zu äussern. Die Vorinstanz durfte denn auch aufgrund der vorliegenden Unterlagen – den Akten der Auslandvertretung sowie der Einsprache – die Visumsvoraussetzung der "gesicherten Wiederau s- reise" als nicht erfüllt erachten. Nicht verpflichtet war sie hingegen, dem C-4761/2013 Seite 6 Beschwerdeführer das Ergebnis ihrer Beweiswürdigung und rechtlichen Beurteilung vo rgängig mitzuteilen, damit sich dieser dazu äussern und ergänzende Belege einreichen konnte. Von einer Verletzung des Anh ö- rungsrechts des Beschwerdeführers ist somit in casu nicht auszugehen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -711/2007 vom 3. Juli 2007, E. 1.4.3 und 1.4.4). 4. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer thailändischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/ EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwe n- dungsbereich der Schengen -Assoziierungsabkommen, mit denen d ie Schweiz den Schengen -Besitzstand und die dazugehörigen gemei n- schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsve r- ordnung gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen - Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG). 5. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 5.1 Das schweizerische Auslände rrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gesta tten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitli che Vor- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaa ten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt s ind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Martina Caroni / Thomas Gächter / Daniela Thurn herr [Hrsg.], C-4761/2013 Seite 7 Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Auslän derinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 5.2 Bürger von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des Schen - gen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen je Sechsm o- natszeitraum einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedokumente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Dritt länder, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, de ren Staatsange- hörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gülti gen Aufenthaltsti- tels sind oder über ein g ültiges Visum für den längerfristi gen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumertei lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 5.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Des weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Inform a- tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffen t- liche Gesundheit oder die internationalen Bezie hungen eines Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). C-4761/2013 Seite 8 5.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit is t, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; ferner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsge richts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und dr itt- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswi d- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 5.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht e rfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränk - ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Die ses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellen den Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unt er denselben Voraus- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 6. 6.1 Aufgrund ihrer thailändischen Staatsangehörigkeit unterliegt die G e- suchstellerin der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einre i- sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der gesiche r- ten Wiederausreise im Vordergrund. Eine solche erachtet die Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Situation im Heimatland und der persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin als nicht genügend gesichert. Zur Ei n- schätzung entsprechender Risiken sind sämtliche Umstände des konkr e- ten Einzelfalles zu würdigen. C-4761/2013 Seite 9 6.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreis e- gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch ode r wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Ein - klang steht. 7. 7.1 Trotz der grundsätzlich positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Thailand sind dort nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von kargen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen. Die Gesuchstellerin stammt aus der Provinz Chaiyaphum im Nordosten Tha i- lands und damit aus ein em Gebiet, das im landesweiten Vergleich als ärmstes von insgesamt sechs Regionen gilt (vgl. http:// www.thaiwebsites.com/thailand-GDP .asp, besucht im November 2013). 7.2 Vom Druck zur wirtschaftlichen Existenzsicherung sind in Thailand Frauen ganz besonders betroffen, die mit ihrem Einkommen oft für die Überlebenschancen ihrer eigenen Haushalte oder gar grösserer sozialer Einheiten sorgen müssen und deren Arbeitsplätze in Zeiten angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse – je nach Sektor – besonders gefährdet sind. Entsprechend hat die wirtschaftlich motivierte Emigration von Thailänd e- rinnen nach 1997 zugenommen (Quelle: Schlussbericht vom 13. Mai 2002 der Kommission des Deutschen Bundestags zum Thema Globalisie- rung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten, Ziff. 6.2.2.2 S. 317 f., online abrufbar als Bundesdrucksache 14/9200 unter www.bundestag.de > Dokumente > Drucksachen; zu den wirtschaftlichen Eckdaten allgemein vgl. Staatssekretariat für Wirtschaft > Themen > Aus- senwirtschaft > Länderinformationen > Asien/Ozeanien > Thailand, http://www.seco.admin.ch>, Stand: November 2013, besucht im Nove m- ber 2013). 7.3 Im Falle der Schweiz wird die Tendenz zur Immigration erfahrungsge- mäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine ganz andere rechtliche oder fak-C-4761/2013 Seite 10 tische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent - ziehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind beim Entscheid über die Erteilung eines Visums zu berücksichtigen. 7.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten allg e- meinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichts - punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Oblieg t ei ner g e- suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine beson dere be- rufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann die ser Um- stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederaus reise be- günstigen. Umgekehrt muss bei Perso nen, die in ihrer Heimat keine b e- sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein ausländerrecht lich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Ein reise zu einem B e- suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 8. 8.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 23 -jährige Frau und Mutter einer 7-jährigen Tochter. Sie lebe überdies zusammen mit ihren El- tern, zwei älteren Brüdern, zwei Nichten und ihrer Grossmutter (vgl. Re p- lik vom 24. Oktober 2013). Auf den ersten Blick könnte der Umstand, dass die Ge suchstellerin Mutter ist, für eine gewisse Verwurzelung spr e- chen. Andererseits ist die Betreuung der Tochter auch während des g e- planten dreimonatigen Auslandaufenthalts der Gesuchstellerin in der Schweiz ohne Weiteres gewährleistet. Replikweise geht denn a uch her- vor, dass die Eltern der Gesuchstellerin durch den Tag auch die beiden im gleichen Haushalt lebenden Nichten betreuen würden. Während der A b- wesenheit der Gesuchstellerin würden die Eltern auch auf deren Tochter schauen (vgl. Beschwerde vom 22. Augus t 2013). Die Erfahrung zeigt zudem, dass zurückbleibende nahe Angehörige gerade in Situationen angespannter politischer bzw. wirtschaftlicher Verhältnisse regelmässig nicht verlässlich davon abhalten können, den Entschluss für eine Emigr a- tion zu fällen, se i dies etwa in der Hoffnung, die Zurückgebliebenen aus dem Ausland effizienter zu unterstützen oder später allenfalls gar nac h- ziehen zu können. Es sind somit in casu keine familiären und gesel l- schaftlichen Verpflichtungen ersichtlich, welche die Gesuchstel lerin von einer Emigration abzuhalten vermögen. 8.2 Der Beschwerdeführer macht in wirtschaftlicher Hinsicht geltend, die Gesuchstellerin sei selbständig erwerbend und führe einen kleinen L a- den, wo sie Essen und Getränke verkaufe. Durchschnittlich verdiene sie C-4761/2013 Seite 11 im Monat 10'000 Baht. Damit finanziere sie ihr Kind und ihre Eltern. Ein Kontoauszug könne hingegen nicht eingereicht werden, da sie ihre Ei n- nahmen sogleich wieder ausgebe (vgl. Beschwerde vom 22. August 2013). Aufgrund dieser Angaben können jedoch ke ine zuverlässigen Rückschlüsse auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin gezogen werden. Dazu reicht auch die Fotodokumentation des Ladens der Gesuchstellerin nicht aus. Hinzuweisen ist auch auf den Umstand, dass die Gesuchstellerin noch in ihrem Visumantrag vom 28. Mai 2013 angab, sie sei Verkäuferin (vgl. Visumantrag vom 28. Mai 2013, Frage 19 "derzeitige berufliche Tätigkeit"), also noch nicht die Rede von einer sel b- ständigen Tätigkeit als Inhaberin eines Ladens war. Es gilt somit festz u- halten, dass auf dieser Grundlage die Wiederausreise der Gesuchstell e- rin noch nicht als gesichert eingestuft werden kann, da nicht von einer zwingenden beruflichen Verpflichtung ausgegangen werden kann. 8.3 Nicht ausschlaggebend bleibt damit, ob es sich, wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 25. Juli 2013 geltend macht, um eine lose Ferienb e- kanntschaft des Beschwerdeführers handelt. Es sei jedoch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass gewisse Ungereimtheiten bestehen, die den Schluss des BFM nicht ganz abwegig erscheinen lassen. So macht der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vom 22. August 2013 geltend, er kenne die Gesuchstellerin seit 4 Jahren, sie sei seine Freundin. Im Einladungsschreiben vom 26. April 2013 führt er hingegen aus, er habe seinen Gast im Januar 2013 anlässlich einer Rundreise kennengelernt. Auch habe sich die Gesuchstellerin erst noch letztes Jahr entschieden, ihren englischen Freund nicht zu heiraten (vgl. Beschwerde vom 22. August 2013). 8.4 Vor dem allgemeinen und per sönlichen Hintergrund durfte die Vori n- stanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für e i- ne fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach ihrem Besuchsaufenthalt besteht. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie genügt jedoch, um die Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Recht s- anspruch besteht, abzulehnen. 9. An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerde führer über einen ausgezeichneten Leumund ve r- fügt. Wie bereits die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 20. Se p- tember 2013 ausführt, wird denn auch nicht die Integrität des Beschwe r-C-4761/2013 Seite 12 deführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber in Zweifel gezogen. Inde s- sen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiede r- ausreise nicht so sehr die Einstellung und die Ab sichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hi nreichend Ge währ für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bie ten. Der Gastgeber kann denn auch nicht – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbar- keit – für ein be stimmtes Verhalten des Gastes Garantie leisten (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). 10. Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuch s- aufenthalt besteht. Mit der fehlenden Gewäh r für eine anstandslose Wi e- derausreise ist eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit (vgl. dazu Ziffer 5.5 hiervor) werden nicht vorgebracht und liegen auch nicht vor. 11. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 12. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unter liegende Be- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 800. - festzusetzen (Art. 1 ff. des Regle ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) C-4761/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Beilage: Akten […] retour) – die Dienste für Bevölkerung und Migration des Kantons Wallis Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer Versand: