1. September 1999N 1549 Einsatz der Armee. Verlängerung Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Fünfte Sitzung – Cinquième séance Mittwoch, 1. September 1999 Mercredi 1er septembre 1999 08.00 h Vorsitz – Présidence: Heberlein Trix (R, ZH)/Seiler Hanspeter (V, BE) ___________________________________________________________ 99.060 Einsatz der Armee zum Schutze bedrohter Einrichtungen. Verlängerung Engagement de l’armée pour assurer la protection d’installations menacées. Poursuite Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Juni 1999 (BBl 1999 7206) Message et projet d’arrêté du 23 juin 1999 (FF 1999 6485) Beschluss des Ständerates vom 30. August 1999 Décision du Conseil des Etats du 30 août 1999 Kategorie IV, Art. 68 GRN – Catégorie IV, art. 68 RCN ___________________________________________________________ Antrag der Kommission Mehrheit Eintreten Minderheit (Haering Binder, Banga, Carobbio, Fehr Jacqueline, Günter) Nichteintreten Proposition de la commission Majorité Entrer en matière Minorité (Haering Binder, Banga, Carobbio, Fehr Jacqueline, Günter) Ne pas entrer en matière Engelberger Edi (R, NW), Berichterstatter: Mit dem vorlie- genden einfachen Bundesbeschluss soll der Bundesratsbe- schluss vom 31. Mai 1999 über die Verlängerung des Einsat- zes der Armee zur Entlastung der Polizei von Bewachungs- aufgaben zum Schutze bedrohter Einrichtungen vom Parla- ment genehmigt werden. Das ist am vergangenen Montag bereits im Ständerat geschehen. Der Bundesrat ist noch im - mer der Ansicht, dass die Bedrohungslage für die gefährde- ten Einrichtungen in der Schweiz so lange zu berücksichtigen ist, als der Prozess gegen PKK-Führer Öcalan im Gange ist und die Spannungen in Kosovo andauern. Ebenso sind die kantonalen und städtischen Polizeikorps nach wie vor über- lastet und auf eine weitere Unterstützung angewiesen. Es ist zu erwähnen, dass dank dem Bewachungseinsatz der Armee die aufgrund des Völkerrechts erforderlichen Schutz- massnahmen gegenüber den ausländischen Vertretungen in ausreichendem Masse durchgeführt werden konnten. Die dabei gemachten Erfahrungen in den vergangenen Monaten, insbesondere in bezug auf den Armee-Einsatz, sind von allen involvierten Stellen sehr positiv gewertet worden. Grundsätz- lich waren auch die Reaktionen der Truppen und Komman- danten, die im Einsatz standen, erfreulich, obwohl zum Teil auch kritische Bemerkungen zu vernehmen waren. Diese sind dann auch in der Kommission zur Sprache ge- kommen, im Zusammenhang mit der Ausbildung der Truppe, dem Aufgebot von Teilen von Alarmformationen, der notwen- digen Vorverlegung von Dienstleistungen und den erschwer- ten Vorbereitungen für die Kommandanten, die sehr viel zu- sätzliche Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Korpskomman- dant Scherrer sagte zum Einsatz der Armee im Assistenz- dienst, solche Aufträge dürften nicht zum Dauerauftrag werden. Obwohl die SiK der Verlängerung des Einsatzes grossmehrheitlich zustimmt, hält sich deshalb ihre Begeiste- rung in Grenzen. Man ist sich in der Kommission darüber einig geworden, dass dies erstens die letzte Verlängerung des Einsatzes der Ar- mee in dieser Angelegenheit sein sollte und diese Mission der Truppe am 30. April 2000 endgültig beendet sein müsse; zweitens soll in der verbleibenden Zeitspanne bis Ende April2000 ein sehr flexibler Einsatz der betroffenen 800 Mann der Armee sichergestellt werden; drittens soll in der Zeit bis zum 30. April 2000 ein Systemwechsel ins Auge gefasst werden, der eine rein zivile Polizeibewachung zum Ziel hat. Die Mehrheit der Kommission war sich schliesslich auch einig, dass dieser Bundesbeschluss aufgrund der vom Bundesrat geschilderten sicherheitspolitischen Notwendig- keit verlängert werden muss – dies entgegen der Auffassung der Mitglieder der SP-Fraktion in der Kommission, welche diese Einsätze der Truppen im Assistenzdienst immer als äusserst fragwürdig bezeichnet und sie auch kategorisch ab- gelehnt haben. Ein Nichteintretensantrag wurde in der Kommission nicht ge- stellt. Die Kommission hat sich mit 15 zu 5 Stimmen für Ein- treten ausgesprochen. In der Detailberatung gab es keine Bemerkungen, so dass der Bundesbeschluss ebenso mit 15 zu 5 Stimmen verabschiedet wurde. Die Eintretensdebatte in der Kommission wurde sehr intensiv geführt. Das zeigen auch die Ausführungen, die ich soeben gemacht habe. Ebenso liess das Ergebnis von 15 zu 5 Stim - men keine Zweifel über die Notwendigkeit der Weiterführung der Bewachung durch die Truppe offen. Ich beantrage Ihnen im Namen der Kommissionsmehrheit Eintreten und Zustimmung zum vorliegenden befristeten Bundesbeschluss über die Verlängerung des Einsatzes der Armee zum Schutze bedrohter Einrichtungen bis zum 30.April 2000, so wie das für die Betreuung von Asylsuchen- den durch die Truppe ebenfalls der Fall ist. Eggly Jacques-Simon (L, GE), rapporteur: Selon l’article 70 de la loi fédérale sur l’armée et l’administration militaire, le Conseil fédéral doit soumettre aux Chambres pour approba- tion l’engagement de la troupe dans le cadre du service d’ap- pui, si l’engagement comporte plus de 2000 hommes ou dure plus de trois semaines. Il doit le faire à la session suivant sa décision. Lors de la session spéciale d’avril 1999, nous avi- ons approuvé l’engagement de la troupe pour assurer la pro- tection d’installations menacées. Cet engagement était limité au 1er juillet. Aujourd’hui, le Conseil fédéral nous propose de prolonger l’engagement au 30 avril 2000. En principe, il ne s’agit donc que d’une prolongation et le dé- bat a déjà eu lieu. Il est vrai que la situation a changé. Les conséquences de l’arrestation d’Öcalan n’ont pas été celles que l’on redoutait. On peut analyser les raisons. Pourvu que cela dure! Mais il est trop tôt, de toute façon, pour exclure toute menace de ce côté-là. Fin mai 1999, il y a eu la guerre du Kosovo. Là aussi, nous n’avons pas eu les affrontements redoutés entre communautés vivant chez nous. La menace ici semble désormais faible. Pourtant, il serait prématuré de supprimer brusquement le dispositif. Le Conseil fédéral doit pouvoir continuer à utiliser l’armée pour la protection d’instal- lations menacées, cela jusqu’au 30 avril 2000. Mais l’expérience a montré que cela ne va pas sans problè- mes. Non pas les problèmes de militarisation de la société, militarisation ambiante, dénoncée souvent, lors du dernier débat notamment, par la gauche, mais tout simplement des problèmes pour l’armée elle-même: la mise à disposition des hommes, les conséquences sur la planification des cours de répétition, des renoncements au temps précieux de forma- tion ou d’exercices proprement militaires. Oui, les missions de l’armée doivent s’élargir, mais dans des conditions deEngagement de l’armée. Poursuite 1550 N1er septembre 199 9 Bulletin officiel de l’Assemblée fédérale maîtrise suffisantes. Ainsi, dans sa séance du 16 août 1999, la commission a été rendue attentive à ces problèmes et elle s’en est préoccupée. C’est pourquoi la commission a écrit, par son président, une lettre au Conseil fédéral. La commis- sion dit au Conseil fédéral qu’elle attend du Gouvernement un arrêt de cette mise à disposition de la troupe avant le terme, avant avril 2000, si la situation le permet. Donc, sur- tout ne pas prolonger au-delà du nécessaire. Elle lui dit son inquiétude que les tâches trop dispersées n’écartent l’armée de sa préparation à la défense du pays. Elle lui dit enfin que la situation juridique qui oblige à la présente prolongation que nous vous demandons de ratifier n’est pas vraiment satisfai- sante et qu’il faudrait voir comment cette possibilité pourrait être mieux présentée par une révision de la loi sur l’armée et l’administration militaire. En commission, une minorité ne s’est pas ralliée pour autant à cette prolongation. Cette minorité représente l’opposition qui s’est déjà manifestée la dernière fois contre l’arrêté. Cette minorité de 5 membres est emmenée par Mme Haering Bin- der, que vous allez entendre dans un instant, et elle propose de ne pas entrer en matière. Mais sous réserve de ce que je viens de vous dire et compte tenu de la lettre que la commis- sion a adressée au Conseil fédéral, la majorité de la commis- sion, par 15 voix contre 5, vous propose donc d’entrer en ma- tière et d’approuver l’arrêté portant sur la prolongation de l’engagement de l’armée. Haering Binder Barbara (S, ZH): Wir stehen mit dieser Bot- schaft vor einer doppelt paradoxen Situation: 1. Die Linke, die SP, hat sich seit Jahrzehnten und grundsätz- lich gegen die Übernahme ziviler Aufgaben durch das Militär ausgesprochen. Wir wollen keinen militärischen Einsatz ge- gen die Bevölkerung im Innern. Wir sprechen uns dafür aus, dass die dafür vorgesehenen zivilen Behörden – in diesem Fall die Polizei – zivile Aufgaben übernehmen und dabei von zivilen Gerichten kontrolliert werden. Die bürgerlichen Parteien auf der anderen Seite haben sich bei der Revision des Militärgesetzes für die Ausweitung des Einsatzes des Militärs ausgesprochen. Sie haben die Mög- lichkeit des Assistenzdienstes im Innern geschaffen. Doch gerade diese bürgerlichen Parteien, die der Armee diese Marktnische öffnen wollten, werden im neuen «Markt», in den sie eintreten, nicht glücklich. Sie stellen fest, dass die Ar- mee nicht in der Lage ist, diese Aufgaben längerfristig wahr- zunehmen, dass sie dazu die notwendigen Ressourcen, Ka- pazitäten und Kompetenzen nicht hat. Um sich aus dieser Paradoxie zu lösen, revidieren sie nicht etwa das Militärge- setz, sondern sie schreiben Briefe, wie das unsere Kommis- sion seit einiger Zeit regelmässig zu tun beliebt. Die Kommis- sion verschickt Briefe, weil sie mit ihrem eigenen Entscheid nicht ganz einverstanden ist, nicht dahinter steht und sieht, dass er Probleme aufwirft. Das zur ersten Paradoxie. Wir stehen dafür ein, diese Para- doxie aufzulösen, indem wir hier für Nichteintreten votieren und damit das Problem wieder der zivilen Behörde überge- ben. 2. Die zweite Paradoxie ist eine, die sich im Alltag in diesen Einsätzen auswirkt und deutlich wird. Die Polizisten, die vor- her Bewachungsaufgaben durchführten, und dies zum Teil auch heute noch tun, nehmen in der Realität ihre Aufgabe sehr viel ernster als die Angehörigen der Armee. Sie sind kompetent, sie sind professionell, und sie wissen, was Bewa- chung im Ernstfall bedeutet; sie sind dafür ausgebildet. Die eingesetzten Angehörigen der Armee werden hier im Rah- men eines Wiederholungskurses eingesetzt; sie kennen die Region nicht, sie stammen teilweise aus anderen Landesge- genden, sie kennen die örtliche Situation und die Spannun- gen nicht, die dort auftreten können. Die Erfahrung, die wir in den Quartieren machen: Die Polizei hat sehr viel strikter be- wacht, als die Armeeangehörigen dies tun. Das ist letzteren im übrigen überhaupt nicht zu verübeln. Sie führen einen WK durch, und da steht man halt manchmal auch herum und be- wacht. Die Paradoxie besteht also darin, dass die Armee zwar eine staatspolitische Aufgabe erfüllt, allenfalls auch im Sinne von Dissuasion, in der Bevölkerung und in den Quartieren aber mehr Ängste auslöst. Ihre Aufgabenerfüllung ist weniger effi- zient und weniger effektiv als diejenige, die die Polizei durch- führt. Wir stehen dafür ein, auch dieses zweite Paradoxon so aufzulösen, dass wir hier für Nichteintreten stimmen. Ich bitte Sie, dem Nichteintretensantrag der Minderheit zuzu- stimmen. Metzler Ruth, Bundesrätin: Im Zusammenhang mit dem Kon- flikt in Kosovo beschloss der Bundesrat am 31. Mai dieses Jahres, dass das VBS dem EJPD für Bewachungs- und Be- treuungsaufgaben ein Kontingent von maximal 800 Angehö- rigen der Armee zur Verfügung stellt – längstens bis zum 30.April des nächsten Jahres. Zudem beschloss der Bun- desrat, dass der Armee-Einsatz zum Schutze bedrohter Ein- richtungen zu enden hat, kurz nachdem die entsprechenden Sicherheitsrisiken wegfallen. Die maximale Einsatzdauer bis zum 30. April 2000 hat er so gewählt, dass sie mit der vom Parlament bereits genehmigten Verlängerung des Betreu- ungseinsatzes für Asylsuchende übereinstimmt. Das bedeu- tet aber keineswegs, dass die Truppen tatsächlich bis zu die- sem Zeitpunkt im Einsatz stehen werden. Die aufgrund des Völkerrechtes erforderlichen Schutzmass- nahmen für ausländische Vertretungen konnten nur dank dem Bewachungseinsatz der Armee in ausreichendem Masse durchgeführt werden. Es hat sich bestätigt, dass die Kräfte der betroffenen Polizeikorps des Kantons Genf – etwa 1100 – und der Stadt Bern – etwa 530 – für einen länger dau- ernden Schutzeinsatz nicht ausreichen. Die gegenwärtigen Bestände sind auf einen normalen Betrieb und kurze Spitzen, jedoch nicht auf einen anhaltenden Bewachungseinsatz aus- gerichtet. Seit dem Entscheid des Bundesrates vom 31. Mai und der Verabschiedung der Botschaft über die Verlängerung des Einsatzes hat sich die Lage in Kosovo beruhigt, und die PKK verzichtet inzwischen weitgehend auf gewalttätige Ak- tionen ausserhalb der Türkei. Aufgrund dieser Entwicklung konnten die Sicherheitsmassnahmen bereits zurückgestuft werden. Am 6. September, also am nächsten Montag, wird sich die Lenkungsgruppe des Sicherheitsausschusses des Bundes- rates mit einer detaillierten Beurteilung der aktuellen Situa- tion befassen. Ohne dass ich dieser Analyse vorgreifen will, kann ich bereits heute sagen, dass eine massive Reduktion von Sicherheitsmassnahmen geprüft wird. Eine massive Re- duktion bedeutet nicht eine Reduktion um die Hälfte, sondern eine Reduktion auf bis ein Drittel oder ein Viertel des Bestan- des. Wie den Sicherheitspolitischen Kommissionen des Parla- mentes liegt auch dem Bundesrat viel daran, den Einsatz so- fort zu beenden, sobald es die Situation erlaubt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Assistenzdienst der Armee für die Betreuung von Asylsuchenden bereits einge- stellt wurde. Sie haben in diesem Zusammenhang die Frage nach den langfristigen Perspektiven gestellt. Wie Sie schon aus ver- schiedenen Quellen wissen, ist das EJPD zurzeit daran, eine Projektorganisation Usis zur Überprüfung des Systems der inneren Sicherheit Schweiz zu konzipieren. Der Auftrag die- ser Projektorganisation wird zusammengefasst wie folgt lau- ten: Analyse der Aufgabenteilung auf Stufe Bund im Rahmen einer departementsübergreifenden Organisationsüberprü- fung; Überprüfung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen; Entwicklung von Vorschlägen für die künftige Zu- sammenarbeit und den Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen sowie Präzisierung der subsidiären Beiträge der Armee zur Prävention und Bewältigung existentieller Gefah- ren. Bei dieser Projektorganisation soll auch die Frage der Einführung bundeseigener oder allenfalls kantonaler Sicher- heitskräfte geprüft werden. Wir gehen davon aus, dass bis zum Ende des Jahres 2000 ein Schlussbericht mit Anträgen vorliegen wird. Ich habe aus den Voten in den Sicherheitspolitischen Kom - missionen gespürt, dass Sie mit der Verlängerung des Armee- Einsatzes nicht sehr glücklich sind; der Bundesrat ist es eben-1. September 1999N 1551 Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte Amtliches Bulletin der Bundesversammlung sowenig. Aufgrund der dargelegten Lage blieb uns aber keine andere Wahl, da die heute verfügbaren Polizeikräfte in den Kantonen für die gegenwärtigen Szenarien nicht ausreichen. Ich bitte Sie deshalb, den Bundesbeschluss in der vorliegen- den Form zu verabschieden. Abstimmung – Vote Für den Antrag der Mehrheit (Eintreten) 75 Stimmen Für den Antrag der Minderheit (Nichteintreten) 43 Stimmen Bundesbeschluss über die Verlängerung des Einsat- zes der Armee zum Schutze bedrohter Einrichtungen Arrêté fédéral autorisant la poursuite de l’engagement de l’armée pour assurer la protection d’installations menacée s Detailberatung – Examen de détail Titel und Ingress, Art. 1–3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1–3 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen – Adopté Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l’ensemble, nominatif (Ref.: 3303) Für Annahme des Entwurfes stimmen – Acceptent le projet: Ammann Schoch, Antille, Aregger, Baader, Baumann Alex- ander, Baumberger, Beck, Bezzola, Bonny, Bosshard, Brun- ner Toni, Bührer, Cavadini Adriano, Columberg, Comby, Dettling, Donati, Dreher, Ducrot, Dupraz, Eberhard, Eger- szegi, Eggly, Engelberger, Engler, Epiney, Eymann, Fehr Lisbeth, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Florio, Freund, Fritschi, Gadient, Grossenbacher, Heim, Hess Otto, Hochreutener, Imhof, Kalbermatten, Kofmel, Kühne, Kunz, Lauper, Leu, Loeb, Maitre, Maurer, Meier Hans, Meyer Thérèse, Moser, Müller Erich, Nabholz, Oehrli, Ostermann, Philipona, Ruckstuhl, Ruf, Sandoz Marcel, Schaller, Schenk, Scheurer, Schmid Odilo, Schmid Samuel, Seiler Hanspeter, Simon, Speck, Steinemann, Steiner, Stucky, Tschopp, Tschuppert, Vetterli, Weigelt, Wittenwiler, Wyss(76) Dagegen stimmen – Rejettent le projet: Aguet, Alder, Banga, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Berberat, Borel, Bühlmann, Chiffelle, de Dardel, Fankhauser, Fässler, Fehr Jacqueline, Genner, Goll, Gross Jost, Günter, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Hollen- stein, Hubmann, Jans, Jossen, Jutzet, Keller Christine, Leu- enberger, Maury Pasquier, Müller-Hemmi, Rechsteiner Rudolf, Rennwald, Roth, Semadeni, Spielmann, Stump, Thanei, Vermot, von Allmen, von Felten, Weber Agnes, Wid- mer, Zbinden (43) Entschuldigt/abwesend sind – Sont excusés/absents: Aeppli, Bangerter, Béguelin, Binder, Bircher, Blaser, Blocher, Borer, Bortoluzzi, Carobbio, Cavalli, Christen, David, Debons, Dormann, Dünki, Durrer, Ehrler, Fasel, Fehr Hans, Föhn, Frey Claude, Frey Walter, Friderici, Geiser, Giezen- danner, Gonseth, Grobet, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Guisan, Gusset, Gysin Hans Rudolf, Gysin Remo, Hasler Ernst, Hegetschweiler, Hess Peter, Jaquet, Jean- prêtre, Keller Rudolf, Kuhn, Lachat, Langenberger, Lee- mann, Lötscher, Marti Werner, Maspoli, Meyer Theo, Mühlemann, Pelli, Pidoux, Pini, Raggenbass, Randegger, Ratti, Rechsteiner Paul, Ruffy, Rychen, Scherrer Jürg, Schlüer, Schmied Walter, Stamm Judith, Stamm Luzi, Steffen, Steinegger, Strahm, Suter, Teuscher, Theiler, Tschäppät, Vallender, Vogel, Vollmer, Waber, Weyeneth, Widrig, Wiederkehr, Zapfl, Ziegler, Zwygart (80) Präsidium, stimmt nicht – Présidence, ne vote pas: Heberlein (1) An den Bundesrat – Au Conseil fédéral 99.027 Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte Libre circulation des avocats Botschaft und Gesetzentwurf vom 28. April 1999 (BBl 1999 6013) Message et projet de loi du 28 avril 1999 (FF 1999 5331) Kategorie III, Art. 68 GRN – Catégorie III, art. 68 RCN __________________________________________________________ Jutzet Erwin (S, FR), Berichterstatter: Das Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte ist in die- ser Session traktandiert. Das zeigt, dass ein Zusammenhang zu den bilateralen Abkommen besteht. Das Gesetz regelt denn auch die Freizügigkeit der Anwälte in der Schweiz und in den EU-Mitgliedstaaten. Gleichzeitig soll die Freizügigkeit interkantonal verwirklicht werden. Dies entspricht der Motion Stamm Luzi (94.3305), die unser Rat überwiesen hat. Das Gesetz entspricht auch dem Sinn und Geist von Artikel 95 Absatz 2 der neuen Bundesverfassung. Das Gesetz sieht die Schaffung kantonaler Anwaltsregister vor. Es umschreibt die Mindestanforderungen für den Eintrag in ein solches Register, nämlich die fachlichen und persönli- chen Voraussetzungen. Das Gesetz vereinheitlicht im weite- ren die wesentlichen Grundsätze für die Ausübung des An- waltsberufes, nämlich die Berufsregeln sowie die Disziplinar- massnahmen . Anwälte aus der EU dürfen ihren Beruf in der Schweiz fall- weise ausüben, d.h., Personen vor Gericht vertreten, sofern sie in ihrem Staat berechtigt sind, dies zu tun. Sie unterliegen grundsätzlich den gleichen Berufsregeln wie ihre Schweizer Kolleginnen und Kollegen. Falls sie sich ständig niederlassen wollen, können sie sich in einem kantonalen Register eintra- gen lassen, sofern sie eine entsprechende Eignungsprüfung bestanden haben. Die Kommission hat sich an drei Sitzungen mit diesem Ge- setz befasst. Sie hat ein breites Hearing durchgeführt; ange- hört wurden namentlich Vertreter der Schweizerischen Rich- tervereinigung, des Schweizerischen Anwaltsverbandes, der Rechtsschutzversicherungen, des Schweizerischen Versi- cherungsverbandes und der Treuhand-Kammer. Am meisten gaben in der Kommission die Frage der Ausbil- dungsdauer sowie vor allem in Artikel 11 die Frage der Defi- nition der Unabhängigkeit des Anwaltes zu reden; wir werden darauf zurückkommen. Die Kommission empfiehlt Ihnen einstimmig die Annahme des vorliegenden Gesetzentwurfes und damit zunächst Ein- treten. Florio Marguerite (L, VD), rapporteur: En Suisse, la pratique du métier d’avocat est réglée par des législations cantonales; il n’y a donc pas unité de réglementation. L’article 33 alinéa 2 de la Constitution fédérale actuelle comme l’article 95 alinéa 2 de la nouvelle Constitution fédé- rale qui va entrer en vigueur donne mandat au législateur fé- déral de veiller à ce que les actes de capacité soient valables dans toute la Confédération. Jusqu’à maintenant, le législa-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Einsatz der Armee zum Schutze bedrohter Einrichtungen. Verlängerung Engagement de l’armée pour assurer la protection d’installations menacées. Poursuite In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1999 Année Anno Band IV Volume Volume Session Augustsession Session Session d'août Sessione Sessione di agosto Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 99.060 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 01.09.1999 - 08:00 Date Data Seite 1549-1551 Page Pagina Ref. No 20 046 322 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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