A bteilung IV D -4728/2007/zom /um k {T 0/2} U rte il v o m 2 7 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter M artin Zoller (Vorsitz), R ichter Fulvio H aefeli, R ichter Bendicht Tellenbach, G erichtsschreiberin Katarina U m egbolu. A ._______, geboren (...), beziehungsw eise (...), Afghanistan, vertreten durch D om inik H einzer, (...), Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl und W egw eisung; Verfügung des BFM vom 6. Juni 2007 / (...). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -4728/2007 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer verliess den H eim atstaat eigenen Angaben zu- folge (...) 2004 und gelangte am (...) 2005 in die Schw eiz, w o er am darauf folgenden Tag im Em pfangszentrum Z._______ um Asyl nachsuchte. Am (...) fand dort die sum m arische Erstbefragung statt. B . Am (...) April 2005 w urde im Auftrag des BFM am Kantonsspital Z._______ in der R adiologieabteilung eine radiologische U ntersuchung der linken H and des Beschw erdeführers zw ecks Altersbestim m ung durchgeführt. D er ärztliche Bericht ergab, dass das abgebildete H andskelett entsprechend den Tabellen von G reulich und Pyle ein abgeschlossenes Knochenw achstum aufw ies. D as Knochenalter betrage dam it m indestens 16 Jahre. Am (...) M ai 2005 teilte das BFM dem Beschw erdeführer im R ahm en einer als "rechtliches G ehör" betitelten Anhörung m it, es hege Zw eifel an seinen Altersangaben. D er Beschw erdeführer w urde angefragt, ob er m it einer Altersbestim m ungsanalyse einverstanden sei. D er Beschw erdeführer bekundete sein Einverständnis. Am (...) M ai 2005 führte das vom BFM beauftragte Institut für R echtsm edizin der U niversität Z._______ eine Altersbestim m ung beruhend auf dem D reisäulenprinizip, das heisst einer R öntgenaufnahm e der linken H and, einer ganzheitlichen körperlichen U ntersuchung sow ie einer zahnärztlichen Beurteilung durch. Zusam m enfassend ergaben die Be- funde, dass ein Alter des Beschw erdeführers unter 18 Jahren nicht habe sicher ausgeschlossen w erden können. D as aus dem angegebe- nen G eburtsdatum zur Zeit der U ntersuchungen errechnete chronolo- gische Alter von 17 Jahren und 1 M onat habe aufgrund der U ntersu- chungsergebnisse daher nicht sicher w iderlegt w erden können. C . Am (...) Juni 2005 hörte die zuständige kantonale Behörde den Be- schw erdeführer zu seinen Asylgründen und dem R eisew eg an. D . M it Verfügung vom 6. Juni 2007 - eröffnet am 11. Juni 2007 - lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig dessen W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug an. Zur Begründung führte die Vorinstanz im W esentlichen aus, die S eite 2D -4728/2007 Vorbringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht stand, w eshalb ihre Asylrelevanz nicht geprüft w erden m üsse; ausserdem sei der Vollzug der W egw eisung zulässig, zum utbar und m öglich. E. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht vom 11. Juli 2007 beantragte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur N eubeur- teilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Eventualiter sei festzustel- len, dass die Flüchtlingseigenschaft erfüllt sei und es sei ihm Asyl zu gew ähren. Subeventualiter sei w egen U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzuges die vorläufige Aufnahm e auszusprechen. In prozessualer H insicht sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gew ähren. Auf die Begründung w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgen- den Erw ägungen eingegangen. F. M it Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2007 teilte das Bundesverw al- tungsgericht dem Beschw erdeführer m it, dass er den Ausgang des Be- schw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten könne. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w urde auf den Endent- scheid verw iesen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w ur- de verzichtet. G . D as BFM hielt in seiner Vernehm lassung vom 25. Juli 2007 vollum - fänglich an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Ab- w eisung der Beschw erde. H . M it Schreiben vom 8. August 2007 überm ittelte der R echtsvertreter die Kostennote für die getätigten Bem ühungen im Beschw erdeverfahren. S eite 3D -4728/2007 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Be- schw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesam t für M igration (BFM ) gehört zu den Behör- den nach A rt. 33 VG G und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- w altungsgerichts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde und ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde können die Verletzung von Bundesrecht, die un- richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw er- deführer ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten. 3. D ie Vernehm lassung des BFM vom 25. Juli 2007 w urde dem Be- schw erdeführer bis anhin nicht zur Stellungnahm e unterbreitet. D a der Beschw erde in casu jedoch im R ahm en des Verfahrensgegenstandes entsprochen w ird, sieht das Bundesverw altungsgericht aus G ründen der Prozessökonom ie gestützt auf A rt. 30 Abs. 2 Bst. c Vw VG von einem w eiteren Schriftenw echsel in diesem Zusam m enhang ab. D ie erw ähnte Vernehm lassung w ird dem Beschw erdeführer zusam m en m it dem vorliegenden U rteil zur Kenntnis gebracht. 4. 4.1 In seiner R echtsm itteleingabe rügt der Beschw erdeführer vorab, gem äss den Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) - EM AR K 2004 N r. 31 - habe die Vorin- S eite 4D -4728/2007 stanz die R esultate einer Knochenaltersbestim m ung der asylsuchen- den Person im R ahm en der G ew ährung des rechtlichen G ehörs offen zu legen. D ies sei im vorliegenden Verfahren indessen nicht erfolgt. D as rechtliche G ehör sei ihm lediglich zur (bereits ohnehin schon zu- vor angeordneten) D urchführung einer Altersanalyse am rechtm edizi- nischen Institut der U niversität Z._______ gew ährt w orden. Auch anlässlich der kantonalen Befragung habe m an ihn m it den Befunden der Analyse vom (...) M ai 2005 nicht konfrontiert, w as eine klare Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör darstelle. Er habe folglich nie die G elegenheit erhalten, das Altersgutachten zu w iderlegen, w eshalb auch nicht ausgeschlossen w erden könne, dass er im Zeitpunkt der kantonalen Anhörung am (...) Juni 2005 noch m inderjährig gew esen sei. Sogar die anw esende H ilfsw erkvertreterin habe im Anschluss an das kantonale Protokoll schriftlich darauf hingew iesen, dass er, der Beschw erdeführer, gem äss ihrer persönlichen Ü berzeugung sein richtiges G eburtsdatum angegeben habe und som it noch nicht volljährig sei. Es sei ihm dam it zu U nrecht keine Vertrauensperson zugew iesen w orden, w as eine Verletzung von A rt. 17 Abs. 3 AsylG darstelle. Eine Vertrauensperson habe ihm dam it bei der kantonalen Anhörung keine beigestanden. Aufgrund der dargelegten Verfahrensfehler sei eine R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zw ecks N eubeurteilung, nam entlich der W iederholung der Anhörung, daher angezeigt. 4.2 In ihrer Vernehm lassung hält die Vorinstanz den Ausführungen des Beschw erdeführers im W esentlichen entgegen, dass dieser sein G e- burtsdatum nach w ie vor nicht belegt habe. H insichtlich der Zw eifel an dessen Altersangaben sei dem Beschw erdeführer gem äss Akte (...) das rechtliche G ehör gew ährt w orden. D as rechtsm edizinische G ut- achten habe das vom Beschw erdeführer angegebenen Alter w eder be- stätigen noch w iderlegen können. Indessen lägen keinerlei Anhalts- punkte vor, dass der Bescherdeführer zum Zeitpunkt der Anhörung "m it an Sicherheit grenzender W ahrscheinlichkeit" m inderjährig gew e- sen sei. Im Sinne der M itw irkungspflicht sei der Beschw erdeführer auf- gefordert w orden, seine Identität und sein Alter durch geeignete Papie- re zu belegen, w as er bis heute nicht getan habe. Ferner ergäben die Vorgeschichte des Beschw erdeführers als auch dessen stringente Aussagen anlässlich der kantonalen Anhörung, dass dieser urteilsfä- hig gew esen sei. Selbst unter der w enig w ahrscheinlichen Annahm e, die Altersangaben träfen zu, sei zu berücksichtigen, dass der Be- schw erdeführer nahe der Volljährigkeit gestanden habe. S eite 5D -4728/2007 5. 5.1 D er Anspruch auf rechtliches G ehör (A rt. 29 Vw VG ), w elcher auch im Asylverfahren Anw endung findet (A rt. 6 AsylG ), um fasst im w eiten Sinn das R echt einer Person, in einem verw altungsrechtlichen Verfah- ren m it ihren Begehren angehört zu w erden, Akteneinsicht zu erhalten und zu den für den Entscheid w esentlichen Punkten Stellung nehm en zu können (vgl. A rt. 18 und A rt. 26-33 Vw VG ). G em äss dem in A rt. 26 ff Vw VG geregelten Akteneinsichtsrecht ist den Parteien grundsätzlich Einsicht in säm tliche Aktenstücke zu gew ähren, w elche geeignet sind, in einem konkreten Verfahren als Bew eism ittel zu dienen. D ie vom BFM in Auftrag gegebenen Knochenaltersbestim m ungen stellen schriftliche Auskünfte im Sinne von A rt. 49 des Bundesgesetzes vom 4. D ezem ber 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273) i.V.m . A rt. 19 Vw VG dar und sind grundsätzlich geeignet, als Bew eism ittel zu dienen. D ie Altersanalysen - G utachten im Sinne von A rt. 12 Bst. e Vw VG - unterliegen dam it, w ie alle D okum ente, w elche als Bew eism it- tel fungieren, besonderen form ellen Anforderungen. So ist den betrof- fenen Personen beispielsw eise das R echt zu gew ähren, nachträglich zum G utachten Stellung zu nehm en sow ie dessen E rläuterung oder Ergänzung oder aber eine neue Begutachtung zu beantragen (EM AR K 1998 N r. 34 E. 6 S. 285 f.). 5.2 D ie Vorinstanz vertritt in ihrer Vernehm lassung die Ansicht, dem Beschw erdeführer sei gem äss Akte (...) das rechtliche G ehör "hin- sichtlich der Zw eifel an seinem tatsächlichen Alter" gew ährt w orden. Insofern die Vorinstanz dabei auf die Feststellung des Befragers im Protokoll vom (...) M ai 2005 anspielt, w onach dieser dem Beschw erde- führer m itteilt, es bestünden Zw eifel an dessen Alter, trifft die Auffas- sung der Vorinstanz w ohl zu. M itnichten stellt indessen die Anschluss- frage nach dem Einverständnis des Beschw erdeführers zur Vornahm e einer Altersbestim m ung die G ew ährung rechtlichen G ehörs hinsicht- lich der R esultate einer Knochenaltersanalyse dar, zum al die diesbe- züglichen U ntersuchungen am rechtsm edizinischen Institut der U niver- sität Z._______ erst drei Tage später durchgeführt w urden. Im W eiteren ergibt eine D urchsicht des kantonalen Befragungsprotokolls, dass auch anlässlich der kantonalen Anhörung die Befunde der Altersuntersuchungen dem Beschw erdeführer nie zur Stellungnahm e unterbreitet w urden. Es steht som it fest, dass das BFM den Anspruch des Beschw erdeführers auf rechtliches G ehör verletzt hat. S eite 6D -4728/2007 5.3 D er Anspruch auf rechtliche G ehör ist nach ständiger R echtspre- chung des Bundesgerichts form eller N atur. Er besteht unabhängig da- von, ob er im konkreten Fall für den Ausgang des m ateriellen Ent- scheids von Bedeutung ist oder nicht. D as hat zur Folge, dass die M issachtung des G ehörsanspruchs grundsätzlich zur Aufhebung des desw egen beanstandeten Entscheides führt, selbst w enn dieser bei G ew ährung des rechtlichen G ehörs offensichtlich nicht anders ausge- fallen w äre. G em äss Praxis des Bundesgerichts besteht indessen die M öglichkeit, dass die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör im Beschw erdeverfahren geheilt w ird, w enn die R ekursinstanz m it glei- cher Kognition entscheidet und den Betroffenen die gleichen M itw ir- kungsrechte zustehen. D as Vorhandensein einer derartigen reform ato- rischen M öglichkeit gilt es nachfolgend zu prüfen: 5.3.1 In seiner R echtm itteleingabe rügt der Beschw erdeführer nicht nur, zu den R esultaten der Knochenaltersbestim m ung vom (...) M ai 2005 kein rechtliches G ehör erhalten zu haben, sondern auch, dass die Vorinstanz es versäum t habe, ihm eine rechtskundige Vertrauens- person zu ernennen, dies obw ohl seine M inderjährigkeit zum Zeitpunkt der kantonalen Anhörung nicht habe w iderlegt w erden können. Auch dieses Vorgehen des BFM stelle einen schw eren Verfahrensfehler dar. 5.3.2 D iesbezüglich ist zunächst zu bem erken, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung neben einer Auflistung diverser G eburtsda- ten im R ubrum bei den Personalienangaben des Beschw erdeführers und der Feststellung im Sachverhalt, eine Knochenaltersbestim m ung sei am (...) M ai 2005 vom rechtsm edizinischen Institut der U niversität Z._______ durchgeführt w orden, sich in keiner ihrer Erw ägungen m it der M inderjährigkeit des Beschw erdeführers auseinandersetzt. Erst in der Vernehm lassung vom 25. Juli 2007 stellt die Vorinstanz fest, zw ar habe das Altersgutachten die Altersangabe des Beschw erdeführers w eder bestätigen noch w iderlegen können, doch sei aufgrund der Vorgeschichte als auch der Aussagen des Beschw erdeführers zu seinen Asylgründen von der U rteilsfähigkeit des Beschw erdeführers auszugehen und Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer im Zeitpunkt der Anhörung m inderjährig gew esen sei, seien nicht vorhanden. 5.3.3 D en Ausführungen der Vorinstanz kann nicht gefolgt w erden. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht erscheint die im Zeitpunkt der kantonalen Anhörung behauptete M inderjährigkeit des Beschw erde- S eite 7D -4728/2007 führers nicht als unw ahrscheinlich. So legte die Schw eizerische Asyl- rekurskom m ission (AR K) in EM AR K 2004 N r. 30 diesbezüglich Prüf- m echanism en fest, w elche der Vorinstanz im H inblick auf den N ach- w eis der Volljährigkeit einer asylsuchenden Person zur Verfügung ste- hen. D abei gilt es zur Präzisierung der Bew eislastverteilung zunächst festzuhalten, dass grundsätzlich die asylsuchende Person die Bew eis- last für die behauptete M inderjährigkeit - w elche zum indest glaubhaft erscheinen m uss - von Anfang trägt und nicht etw a ab dem Zeitpunkt, in dem allfällige Indizien gegen die geltend gem achte M inderjährigkeit sprechen. Allerdings w irkt sich dieser G rundsatz erst dann zu U n- gunsten der betreffenden Person aus, w enn die Behauptung der M in- derjährigkeit tatsächlich unbew iesen bleibt, d.h. w eder der asylsuchen- den Person der N achw eis der M inderjährigkeit noch der Behörde der- jenige der Volljährigkeit gelingt. G estützt auf A rt. 12 Vw VG i.V.m . A rt. 6 AsylG ist im R ahm en des Asylverfahrens der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen. D ie behördliche U ntersuchungspflicht findet an der der asylsuchenden Person gem äss A rt. 8 AsylG auferlegten M it- w irkungspflicht ihre G renzen. D er Asylsuchende hat som it seine Identi- tät offen zu legen und R eisepapiere sow ie Identitätsausw eise abzuge- ben. Im H inblick auf die Altersabklärung stehen den beteiligten Partei- en die in A rt. 12 Bst. a – e Vw VG aufgezählten Bew eism ittel zur Verfü- gung, w elche dem G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung unterliegen. Für die Beurteilung des Alters einer asylsuchenden Person fallen dem - zufolge in erster Linie von der Person selbst abgegebene oder von den Behörden auf andere W eise erlangte und für echt befundene Identi- tätspapiere in Betracht, d.h. U rkunden im Sinne von A rt. 12 Bst. a Vw VG , denen ein hoher Bew eisw ert zukom m t. Liegen keine schlüssi- gen Identitätsdokum ente vor, stehen dem Bundesam t „w issenschaftli- che M ethoden“ betreffend die Altersabklärung zur Verfügung, w orunter auch die so genannte Knochenaltersanalyse fällt (vgl. dazu ausführlich EM AR K 2000 N r. 19). Allerdings kom m t einem dadurch erhaltenen Ab- klärungsergebnis, sofern es überhaupt als Entscheidungsgrundlage taugt, nur ein äusserst beschränkter Bew eisw ert zu, verm ag eine Kno- chenaltersanalyse doch gem äss R echtsprechung der AR K dem N ach- w eis der Volljährigkeit erst dann zu genügen, w enn zw ischen dem fest- gestellten Knochenalter und dem behaupteten chronologischen Alter eine Abw eichung von drei Jahren und m ehr besteht (vgl. EM AR K 2001 N r. 23). Ein R esultat in diesem Sinne bedeutet ferner lediglich, dass die betreffende Person über ihr w ahres Alter getäuscht hat. Eine w is- senschaftlich zuverlässige Aussage hinsichtlich der Frage, ob eine Person das 18. Altersjahr tatsächlich bereits erreicht hat, ist aufgrund S eite 8D -4728/2007 einer Knochenaltersanalyse indessen nicht m öglich. D em gegenüber sind gew isse R ückschlüsse auf das Alter einer asylsuchenden Person allenfalls auch aufgrund ihres äusseren Erscheinungsbildes m öglich. Allerdings kann m it dieser M ethode das Alter nur sehr grob geschätzt w erden und eine eindeutige Schlussfolgerung über die Volljährigkeit ist nur dann denkbar, w enn das Alter der betreffenden Person ganz klar ausserhalb des G renzbereiches liegt. Angesichts des geringen Bew eisw ertes der beiden zuletzt genannten Bew eism ittel steht der Vorinstanz schliesslich eine vierte M ethode zur Verfügung, w elcher in aller R egel entscheidende Bedeutung zukom m t. D abei sind bei der vorfragew eisen Prüfung des Alters einer ihre M inderjährigkeit behauptenden asylsuchenden Person deren Angaben einerseits zu ihrem Alter selbst und andererseits zur unterbliebenen Identitätspapierabgabe zu w ürdigen. Bei den betreffenden Angaben handelt es sich um Parteiauskünfte im Sinne von A rt. 12 Bst. b Vw VG , die frei auf ihre G laubhaftigkeit hin zu w ürdigen sind. 5.3.4 Es steht aufgrund der Aktenlage fest, dass der Beschw erdefüh- rer bis dato keinerlei Identitätspapiere eingereicht hat. D ie Altersbe- stim m ung des R echtsm edizinischen Instituts der U niversität Z._______ ergab ferner, dass eine M inderjährigkeit des Beschw erdeführers gestützt auf den derzeitigen w issenschaftlichen Erkenntnisstand nicht ausgeschlossen w erden konnte. D as aufgrund des angegebenen G eburtsdatum errechnete, choronologische Alter des Beschw erdeführers von 17 Jahren und 1 M onate habe anhand der U ntersuchungsbefunde nicht sicher w iderlegt w erden können. D as äussere Erscheinungsbild des Beschw erdeführers erw ies sich sodann aufgrund seines jugendlichen Aussehens gleichfalls als untauglich, eine zuverlässige Alterseinschätzung zu G unsten einer allfälligen Volljährigkeit herbeizuführen. Es bleibt dam it die Abw ägung der Angaben des Beschw erdeführers hinsichtlich seines Alters und dem G rund seiner Papierlosigkeit. 5.3.5 D iesfalls geht aus den vorinstanzlichen Protokollen (Akten ... und ...) hervor, dass der Beschw erdeführer sein G eburtsdatum stets gleichlautend auf den (...) (... gem äss afghanischem Kalender) datiert hat. Im W iderspruch dazu steht einzig die Angabe des Beschw erdeführers im Festnahm erapport der Kantonspolizei Z._______ vom (...) (vgl. Akte ...), w orin festgehalten w ird, der Beschw erdeführer sei am (...) geboren. D er Beschw erdeführer bezeichnet diese D atum sangabe indessen als irrtüm lich erfolgt, w as S eite 9D -4728/2007 angesichts der U nerfahrenheit m it der hiesigen Zeitrechnung nicht a priori unglaubhaft erscheint. Am (...) April 2005 erfolgte sodann die erste Knochenaltersbestim m ung am Kantonsspital Z._______, in deren Folge das BFM das G eburtsdatum des Beschw erdeführers ohne G ew ährung des rechtlichen G ehörs auf den (...) zurückdatierte. U ngeachtet dessen hielt der Beschw erdeführer w eiterhin an seiner Altersangabe fest. Im W eiteren gab der Beschw erdeführer an, im Jahr (...) (...) m it der Schule aufgehört zu haben, w obei er drei Jahre lang die G rundschule besucht habe. In Afghanistan, w ürden die Kinder im 6. beziehungsw eise 7. Lebenjahr eingeschult (vgl. Akte ...). Eine R ückrechnung der Angaben des Beschw erdeführers schliesst diesfalls dessen G eburt im Jahre (...) nicht aus. D en Ausführungen des Beschw erdeführers zu seinem Alter lassen sich som it keine H inw eise entnehm en, w elche gegen seine M inderjährigkeit sprechen w ürden. Selbst die anlässlich der kantonalen Anhörung anw esende H ilfw erkvertreterin hielt die M inderjährigkeit des Beschw erdeführer nicht für unw ahrscheinlich. Sodann erscheinen auch die Vorbringen des Beschw erdeführers, w eshalb er keine Identitätspapiere habe beibringen können, auf den ersten Blick nicht unstim m ig (vgl. Akte ...). Eine Verletzung der M itw irkungspflicht ist dem Beschw erdeführer som it nicht vorzuw erfen und die Feststellung der Vorinstanz in ihrer Stellungnahm e vom 25. Juli 2007, Anhaltspunkte für die M inderjährigkeit des Beschw erdeführers lägen keine vor, lässt sich nicht stützen. D ie vorgenannten Ü berlegungen führen m ithin zur Schlussfolgerung, dass die M inderjährigkeit des Beschw erdeführers im Zeitpunkt der kantonalen Anhörung vom (...) Juni 2005 nicht ausgeschlossen w erden konnte. 5.4 G em äss A rt. 17. Abs. 3 Vw VG ist einer unbegleiteten m inderjähri- gen Person nach Zuw eisung an einen Kanton für die D auer des Ver- fahren unverzüglich eine Vertrauensperson zuzuw eisen, w elche die R echte des M inderjährigen w ahrnim m t. Zeichnet sich ab, dass die zu- ständige Behörde vorm undschaftliche M assnahm en gar nicht oder nicht innerhalb vernünftiger Zeit anordnen w ird, und hat der unbeglei- tete M inderjährige selbst keine rechtskundige Person zur W ahrung sei- ner Interessen beigezogen, ist die m it der Anhörung gem äss A rt. 15 AsylG befasste Behörde verpflichtet, gegebenenfalls über das BFM si- cherzustellen, dass einem unbegleiteten M inderjährigen von Am tes w egen eine rechtskundige Person beigeordnet w ird, bevor die Anhö- rung zu den Asylgründen durchgeführt w ird. S eite 10D -4728/2007 5.5 W ie aus den vorliegenden Akten hervorgeht, w urde dem Be- schw erdeführer - trotz unw iderlegter M inderjährigkeit - vor der Anhö- rung zu den Asylgründen von Am tes w egen keine rechtskundige Per- son beigeordnet. D adurch hat das BFM den dem Beschw erdeführer zustehenden Anspruch auf unentgeltliche R echtsverbeiständung ver- letzt (A rt. 29 Abs. 3 BV). D ie N ichtbeachtung dieses Anspruchs stellt eine Verfahrensverletzung schw erw iegender N atur dar, deren H eilung durch das Bundesverw altungsgericht im Beschw erdeverfahren ausge- schlossen ist (vgl. EM AR K 2004 N r. 31 E. 6.4.5.; 2002 N r. 15 E. 6a; 1999 N r. 3 E. 3c). 5.6 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM die rechtlichen Ver- fahrensgarantien des Beschw erdeführer auf schw erw iegende W eise verletzt hat. D ie Vorinstanz hat dem Beschw erdeführer w eder zu den Ergebnissen der Altersanalyse vom (...) M ai 2005 des rechtsm edizini- schen Instituts der U niversität Z._______ das rechtliche G ehör gew ährt, noch dem im Zeitpunkt der kantonalen Anhörung m inderjährigen Beschw erdeführer eine rechtskundige Vertrauensperson beigeordnet, w ie dies gem äss A rt. 17 Abs. 3 AsylG ihre Pflicht gew esen w äre. D ie Aussagen des Beschw erdeführers im kantonalen Protokoll vom (...) Juni 2005 sind folglich nicht verw ertbar, w eshalb der Beschw erdeführer unter Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestim m ungen im Sinne von A rt. 29 AsylG erneut anzuhören ist. D ie angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben und im Sinne der Erw ägungen an die Vorinstanz zurückzuw eisen. 6. D ie Beschw erde w ird m ithin gutgeheissen, sow eit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt w ird. 7. Bei dieser Sachlage erübrigt sich die Prüfung, ob die rechtlichen Voraussetzungen für die G utheissung der Anträge gem äss den Ziffern 3 und 4 der Beschw erdeschrift vorliegend erfüllt w ären. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben (A rt. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). D as G esuch um unentgeltli- che Prozessführung w ird som it gegenstandslos. S eite 11D -4728/2007 8.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädi- gung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (A rt. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im vorliegenden Fall ist der Beschw erdeführer m it seinem H auptbegehren durchgedrungen. D er in der eingereichten Kostennote vom 8. August 2007 geltend gem achte Arbeitsaufw and von 6 Stunden und 30 M inuten sow ie die Auslagen von total Fr. 125.-- erscheinen als angem essen. Som it ist dem Beschw erdeführer von der Vorinstanz in Anw endung der vorgenannten Bestim m ung sow ie unter Berücksichti- gung der in Betracht zu ziehenden Bem essungsfaktoren (vgl. A rt. 8 ff. VG KE) bei einem Stundeansatz von Fr. 150.-- eine Parteientschädi- gung von Fr. 1'100.-- (inkl. M w St.) auszurichten. (D ispositiv nächste Seite) S eite 12D -4728/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit die Aufhebung der vor- instanzlichen Verfügung beantragt w ird. 2. D ie Verfügung des BFM vom 6. Juni 2007 w ird aufgehoben. D ie Akten w erden zur W eiterführung des Asylverfahrens an das BFM zurückge- w iesen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bun- desverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'100.-- aus- zurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben; Beilage: Vernehm lassung des BFM vom 25. Juli 2007) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung (Ko- pie), m it deren Akten (R ef.-N r. ...) - (...) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller Katarina U m egbolu S eite 13