B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2423/2011 law/auj U r t e i l v o m 24 . M a i 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Pietro Angeli-Busi; Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. Parteien A._______, geboren am […], Sri Lanka, […], Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. März 2011 / N […]. D-2423/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus Z._______ / Y._______ (Jaffna) mit letztem Wohnsitz in X._______ im Distrikt W._______ – verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 6. Juni 2010 mit einem Fracht schiff. A m 11. Juli 2010 gelangte er nach Italien und am 12. Juli 2010 in die Schweiz, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte. Am 15. Juli 2010 erhob das BFM im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel seine Personalien und befragte ihn zum Reiseweg sowie – summarisch – zu den Asylgründen (Befragung zur Person, B zP). Am 26. Juli 2010 hörte das Amt den B e- schwerdeführer zu seinen Asylgründen an. Mit Zwischenverfügung vom 27. Juli 2010 wies ihn das BFM für die Dauer des Asylver fahrens dem Kanton V._______ zu. B. Zur Begründung des Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im W e- sentlichen geltend, er habe im Jahr 2006 in Y._______ als Sanktion für einen Streit, den er und seine Freu nde mit Leuten aus dem Nachbardorf gehabt hätten, an einem dreitägigen Waffentraining der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) teilnehmen müssen. Armeeangehörige hätten ihn deshalb befragt, eingeschüchtert und geschlagen. I m April 2006 habe er sein Heimatdorf zusammen mit seinen Eltern verlassen , nachdem die LTTE mit dem Motorrad seines älteren Bruders Anschläge auf sri - lankische Armeeangehörige verübt hätten und die Armee deswegen zu ihnen nach Hause gekommen sei. Bis im Februar 2009 habe die Familie in X._______ im Distrikt W._______ gelebt, wo er in einem Laden der LTTE gearbeitet habe. Von dort seien sie weiter ins Flüchtlingslager ["…"] in U._______ geflohen, wo die Armee die jenigen Personen, welche mit den LTTE zu tun gehabt hätten, aufgefordert habe, sich zu meld en. Nachdem er der Aufforderung Folge geleistet und sich gemeldet habe, habe die Armee ihn von seinen Eltern getrennt und in ein anderes Camp im Bezirk T._______ gebracht. Dort habe man ihn mit einem Holzknüppel geschlagen; gefoltert worden sei er nicht. Sein Vater habe Leute konta k- tiert, welche ihn am 1. Juni 2010 gegen Bezahlung von Bestechungsge l- dern aus dem Camp geholt und seine Ausreise in die Schweiz organisiert hätten. Es sei kein Verfahren gegen ihn hängig, und er wisse nicht, ob er gesucht werde. D-2423/2011 Seite 3 Der Beschwerdeführer reichte eine Kopie seiner Geburtsurkunde mit eng- lischer Übersetzung ein. C. Mit Verfügung vom 28. März 2011 – eröffnet am 2. April 2011 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. D. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. April 2011 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die vorinstanzliche Verfügung vom 28. März 2011 aufzuheben und ihm in der Folge As yl zu gewähre n; eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei festzustellen, dass die Wegweisung unzulässig und unzumutbar sei und dem Beschwerd e- führer in der F olge die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Recht s- pflege zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte de r Beschwerdeführer di - verse Beweismittel in Kopie ein: zwei Polizeirapporte aus dem Jahre 2008 samt englischer Übersetzung, eine von der sri-lankischen Polizei im August 2009 ausgestellte "Temporäre Identitätskarte" für Intern Vertriebe- ne (IDPs) , eine "Relief Assistance Card" aus dem "Relief Village" von U._______, Bestätigungsschrei ben der […] vom 7. April 2011, des A n- walts B._______ vom 7. April 2011 und des Grama Officers von S._______ vom 6. April 2011, einen seine Mutter betreffenden Arztbericht sowie zwei im Internet publizier te Artikel vom 17. beziehungsweise 18. April 2011 über die Verhaftung zweier Jugendlicher respektive die Tö- tung eines Mannes. E. Mit Eingabe vom 4. Mai 2011 ging beim Gericht eine von der zuständigen kantonalen Stelle für den B eschwerdeführer ausgestellte Fürsorgebestä- tigung ein. F. Mit Verfügung vom 16. Mai 2011 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch D-2423/2011 Seite 4 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verw al- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) gut und verzichtete auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses; das Gesuch um Gewährung eines u n- entgeltlichen Rechtsbeistandes im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wies er ab. G. Mit Eingabe vom 17. Mai 2011 reichte der Beschwerdeführer die Originale der Identitätskarte für IDPs, der Bestätigungsschreiben und des Arztb e- richtes sowie eine beglaubigte Kopie der Polizeirapporte aus dem Jahre 2008 ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist somit eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, au sser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die Beschwerde führende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung beson - ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Bes chwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige D-2423/2011 Seite 5 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten name ntlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht e ntsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM hielt zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheides fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Im Einzelnen führt es aus, die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den einzelnen Vorbringen seien oberflächlich, wenig konkret, w enig differen- ziert, zu wenig detailliert und widersprüchlich. An der BzP habe er ang e- geben, im zweiten Camp seien jene Personen, welche mit den LTTE zu tun gehabt hätten, mit Lausprechern aufgefordert worden, sich zu me l- den; diese Personen habe man dann be fragt und anschliessend in ein anderes Lager gebracht. An der Anhörung habe er den Sachverhalt a b- weichend dargestellt, indem er ausgesagt habe, der LTTE -Aktivitäten verdächtigt worden zu sein. Dass man ihn im zweiten Camp befragt und geschlagen habe, habe er an der BzP nicht erwähnt. Den Namen des zweiten Camps, in welchem er sich von April 2009 bis Juni 2010 au f- gehalten haben wolle, habe er nicht nennen können; Fragen zum Alltag im Camp und insbes ondere zu seiner Befreiung aus dem Lager habe er nicht genügend substanziiert zu beantworten vermocht. Seine Antworten D-2423/2011 Seite 6 seien durchgehend knapp und ausweichend ausgefallen. Zu r Frage nach seiner Behandlung im Lager habe er zunächst eine Gegenfrage gestellt und später angegeben, er sei nicht gefoltert worden. Als man ihn an der Anhörung daran erinnert habe, dass er über ein Jahr in diesem Lager verbracht habe, habe er vorgebracht, er sei manchmal geschlagen wor- den. Auf die Frage, was er de nn die ganze Zeit im Camp gemacht habe, habe er angeführt, mit den andern In sassen geredet und K arten gespielt zu haben. Greifbare und prägnante Schilderungen der geltend gemach- ten Befragungen durch die Armee fehlten, und der Beschwerdeführer ha- be auch nicht angeben können, ob er in seiner Heimat behördlich gesucht werde. Da der B eschwerdeführer Vorkommnisse, welche wesentliche Punkte der Asylbegründung darstellten, nicht spontan, in sich schlüssig und substanziiert habe vortragen können, entstehe der Eindruck, dass es sich um eine konstruierte Geschichte handle, welche er nicht selbst erlebt habe. Es sei ihm somit nicht gelungen, die geltend gemachte Verfolgung überzeugend darzulegen. 4.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer zunächst geltend, zwischen den Aussagen, LTTE-Anhänger seien im ersten Lager aufgefordert worden, sich zu melden, und man habe ihn verdächtigt, den LTTE anzugehören, liege kein Widerspruch vor. Für den Verdacht habe es drei verschie dene Gründe gegeben. Erstens sei seine Familie bereits ins Visier der Regierung geraten, als das Mofa seines Bruders bei einem Terroranschlag verwendet werden sollte; als Armeeangehörige mehrmals bei ihnen zu Hause aufgetaucht seien, seien sie geflüchtet. Seine Brüder seien verschollen; die Mutter sei sehr besorgt, und habe sich medizinisch behandeln lassen müssen. Zweite ns hätten viele Menschen zwischen ihm und den LTTE eine Beziehung hergestellt, weil er in einem Geschäft dieser Organisation als Verkäufer gearbeitet habe. Drittens habe er im Jahr 2006 als Sanktion eines Streites zwischen Jugendlichen ein kurzes militärisches Training bei den LTTE absolvieren müssen. Weiter wird vor- gebracht, entgegen der Annahme des BFM trügen in Sri Lanka nicht alle Flüchtlingslager einen Namen, welcher den Insassen bekannt sei; das zweite Lager sei kein übliches Lager gewesen, sondern ei n "wildes" L a- ger für Personen, die man verdächtigte oder von denen man wusste, dass sie mit den LTTE in Verbindung stünden (Beschwerde Bst. B Ziff. II 3 S. 3). In Sri Lanka gehe nicht alles immer offiziell und ordentlich zu. Sodann räumt der Beschwerdeführer ein, nicht allzu viel über das L e- ben im Lager berichtet zu haben. Ihm sei nicht klar gewesen, was man von ihm erwartet habe, und er habe im Lager wirklich nicht viel machen können. Es sei eine sehr harte Zeit gewesen. Man habe den zirka 200 bis D-2423/2011 Seite 7 400 jung en Männern gesagt, der das Camp umgebende Stacheldrah t- zaun stehe unter Strom; die Insassen hätten zu zwölft in kleinen, für zwei bis drei Personen gedachten Zelten gelebt. Man habe ihnen unter Be- schimpfungen und Schlägen Lunchpakete zugeworfen und sie geschla- gen. Sie hätten Hunger gehabt, da die Rationen klein gewesen seien. Die Wärter hätten gesagt, das sei noch zu viel für Terroristen. Jeder Insasse habe einen Wasserbehälter gehabt, welcher jeweils einmal täglich gefüllt worden sei; für die Wasserzuteilun g hätten sie jeweils lange anstehen müssen, und es habe immer zu wenig Wasser gegeben. An der Befr a- gung im erste n Camp habe man genauer wissen wollen, woher er ko m- me, und welche Familienmitglieder im Lager seien und welche nicht. Sie hätten nach seiner Bez iehung zu den LTTE gefragt und nach der Arbeit im Laden. Da viele Leute im Lager gewesen und alle befragt worden se i- en, habe es bis zu seiner Befragung und derjenigen seiner Familie etwas gedauert. Sie hätten in sehr harschem Ton gefragt und mit Schuhen nach ihm getreten. Es sei schnell klar gewesen, dass er wegen seiner Brüder Probleme kriegen würde. Sie hätten nach seinen Brüdern gefragt und d a- her vom Verdacht gewusst, dass seine Familie mit Terroranschlägen in Verbindung stehen könnte. Bereits bei dieser Befragung sei klar gew e- sen, dass sie ihn der Zusammenarbeit mit den LTTE verdächtigten, we s- halb ihm nichts anders übrig geblieben sei, als sich auf die Lautspreche r- durchsage hin zu melden. Es sei auch sehr verständlich, dass seine E l- tern alles daran geset zt hätten, ihn im zweiten Camp ausfindig zu m a- chen und nach Europa zu bringen; zwei Brüder seien bereits verschollen. Abschliessend macht der Beschwerdeführer nochmals geltend, in einem Sondercamp für Personen untergebracht gewesen zu sein, welche man der Zusammenarbeit mit der LTTE verdächtigt habe ; es sei klar, dass er bei einer Rückkehr mit sehr grossen Problemen zu rechnen haben und zu einer langen Gefängnisstrafe oder gar zum Tode verurteilt werden würde. 5. 5.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesver waltungsgericht zum Schluss, dass die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet und widersprüchlich und daher unglaubhaft sowie asylrechtlich nicht relevant sind. Sein sinngemässes Vorbringen, er werde unter and erem deshalb verdächtigt, de n LTTE an- zugehören, weil das Motorrad seines älteren Bruders in Verbindung mit Anschlägen auf Armeeangehörige gebracht worden sei , wird zum einen bei verschiedenen Gelegenheiten unterschiedlich dargestellt. An der BzP gab der Beschwerdeführer an, die LTTE hätten das Motorrad seines Bru- ders mitgenommen und angefangen, in kleineren Armeecamps "Claymos" D-2423/2011 Seite 8 zu legen (vgl. BFM-act. A1/10 S. 6), während er sich anlässlich der Anhö- rung nicht zu dieser Thematik äusserte. In der Beschwerde wird schliess- lich geltend gemacht, er und seine Familie seien ins Visier der Regierung geraten, als das Mofa seines Bruders bei einem Terroranschlag verwen- det werden so llte. Im auf Beschwerdeebene eingereichten Bestätigung s- schreiben der […] heisst es wiederum, die LTTE hätten das Motorrad des Bruders C._______ mit "claymore bomb" beladen und damit die sri - lankische Armee angegriffen; diese habe seitdem mehrmals erfolglos ver- sucht, den Beschwerdeführer und seinen Bruder umzubringen. Zum an- deren werden diese Vorbringen in keiner Weise weiter konkretisiert oder substanziiert. Auch die auf Beschwerdeebene vorgelegten Beweismittel sind nicht geeignet, zu einer anderen Einschätzung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers zu führen. In den zwei eingereich- ten Polizeirapporten wird über die Tötung zweier Polizeioffiziere durch e i- ne von "LTTE -Terroristen" gezündete Bombe berichtet; eine Person mit demselben Namen wie der Beschwerdeführer sowie eine weitere n a- mentlich genannte Person werden als Tatverdächtige bezeichnet, die sich trotz mehrmaliger Aufforderung nicht auf der Polizeistation gemeldet hä t- ten. Der Beschwerdeführer selbst äusserte sich allerdings weder an den Befragungen, noch auf Beschwerdeebene zu dem in den Polizeirappor- ten erwähnten Sachverhalt, sondern begnügte sich damit, diese kommen- tarlos einzureichen. Ungeachtet dessen ergeben sich Zweifel an der A u- thentizität dieser Dokumente unter anderem deshalb, weil nicht ersichtlich ist, wie diese Polizeirapporte betreffend die am 2. November 2008 erfolg- ten Tötung zweier Polizisten in die Hände des Beschwerdeführers gela n- gen konnten, obwohl diese für den "Honor's Court" beziehungsweise "Magistrate Court" bestimmt sind. Den Bestätigungsschreiben der […] vom 7. April 2011, des Anwalts B._______ vom 7. April 2011 und des Grama Officers von S._______ vom 6. April 2011 kommt ebenfalls kein Beweiswert zu, da die darin festgehaltenen Angaben offensichtlich allein auf den nicht überprüften Aussagen des Beschwerdeführers und seiner Familie beruhen. Diese Dokumente sind deshalb als Gefälligkeitsschre i- ben ohne Beweiswert zu beurteilen. Diese Würdigung wird zusätzlich durch den Umstand gestützt, dass der Grama Office r den in seinem Schreiben erwähnten A._______ als Sozialarbeiter ("I noticed him to be a social worker") bezeichnet, was sich mit den Angaben des Beschwerd e- führers zu seinem beruflichen Tätigkeiten nicht vereinbaren lässt (vgl. act. A1/10 S. 2 f., act. A7/11 S. 6 F 64). Ferner weisen d ie eingereichten Internetartikel über die Verhaftung zweier Jugendlicher und die Tötung ei- nes Mannes keinen erkennbaren persönlichen Bezug zum Beschwerd e- führer auf. Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, D-2423/2011 Seite 9 dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage war, konkrete, detaillierte Angaben zu seinem angeb lichen Aufenthalt im Sondercamp, zu den dort erfolgten Befragungen und seiner Flucht beziehungsweise Befreiung aus dem Lager zu mac hen, obwohl er in diesem C amp über ein Jahr ve r- bracht haben will. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vollumfäng- lich auf d ie oben wiedergegebenen Erwägungen des BFM verwiesen werden. Der in der Be schwerde vorgebrachte Erklärungsversuch , es sei ihm nicht klar gewesen, was man (an den Befragungen) von ihm erwartet habe, klingt wenig überzeugend, hat der Sachbearbeiter des BFM d en Beschwerdeführer doch wiede rholt aufgefordert, zu konkret formulierten Fragen nach dem Alltag im Camp, der Behandlung und den Befragungen durch sri -lankische Armeeangehörige und seiner Befreiung Stellung zu beziehen (vgl. act. A7/11 S. 5-8). Auch die Bemerkung, er habe im Lager wirklich nicht viel machen können, und die in der Beschwerdeschrift nachgelieferte Beschreibung des Alltags im Camp sind unbehelflich, da letztere – Hunger, Wassermangel, Stacheldrahtzaun unter Strom, Unte r- bringung in überfüllten Zelten – nicht über Allge meinplätze hinausgeht. Aus diesen Gründen sind die Vorbringen des Beschwerdeführers, w o- nach er von den sri-lankischen Behörden der Aktivitäten für die LTTE ver- dächtigt und daher während über eines Jahres in einem Sondercamp für der LTTE-Anhängerschaft verdächtigte Personen festgehal ten worden sei, nicht glaubhaft. 5.2 Als asylrechtlich nicht relevant erweist sich das vorgebrachte dreitägi- ge militärische Training bei den LTTE im Jahr 2006 – dessen Wahrheits- gehalt vorausgesetzt – schon alleine wegen des unterbrochenen zeitli- chen Kausalzu sammenhanges zur erst vier Jahre später erfolgten Au s- reise. Auch der geltend gemachten Tätigkeit als Verkäufer in einem G e- schäft der LTTE kommt kein asylrechtlich erheblicher Charakter zu, zumal der Beschwerdeführer selbst einräu mt, dass in der besagten Region praktisch keine Arbeitsmöglichkeiten ohne Bezug zu den LTTE existierten – eine Tatsache, welche auch den sri -lankischen Behörden bekannt sein und daher keinen Anlass zu einer Verfolgung bieten dürfte. 5.3 Vor diesem Hintergrund erscheint die in der Beschwerde erhobene Behauptung, der Beschwerdeführer müsse bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit einer langen Gefängnisstrafe oder gar einer Verurteilung zum Tode beziehungsweise mit seiner Tötun g rechne n (vgl. Beschwerde Bst. B Ziff. III 3 S. 4 sowie Bestätigungsschreiben der […] und des An- walts B._______), in dieser Form nicht glaubhaft. Mangels eines ersichtli- chen Verfolgungsinteresses der sri -lankischen Behörden an der Person D-2423/2011 Seite 10 des Beschwerdeführers ist nicht davon auszugehen, dieser habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der sri -lankischen Sicherheits- kräfte zu befürchten, zumal er kein politisches Profil aufweist, das ihn aus objektiver Sicht als gefährdet erscheinen liesse. Diese Einschätzung wird auch durch die Tatsache bekräftigt, dass der Beschwerdeführer offenbar als IDP registriert war und als solcher im "Relief Village" in U._______ während Jahren Unterstützung erhielt (vgl. die eingereichte Identitätskar- te für IDPs und die "Relief Assistance Card"). Zusammenfassend ist fest- zuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, die Flüch t- lingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Das Bundesamt hat sein Asylgesuch daher zu Recht abgelehnt. Ergä n- zend bleibt festzuhalten, dass der rechtserhebliche Sachverhalt bezüglich der Asylgründe des Beschwerdeführers hinreichend erstellt ist. Es besteht deshalb kein Grund, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorin stanz zu- rückzuweisen. Der diesbezügliche Kassationsantrag ist mithin abzuwe i- sen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au- gust 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht verfügt. 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bun desamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 7.2 Bezüglich der Geltend machung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind D-2423/2011 Seite 11 zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.3 7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3.2 Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka ist unter dem Aspekt von Art.5 AsylG rechtmässig, da der Beschwer deführer – wie zuvor da r- gelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wä- re. Aus seinen Vorbringen ergeben sich ausserdem auch – dies unter Be- rücksichtigung seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie – keine ko n- kreten und gewichtigen Anhaltspunkte für die Annahme, dass er im Falle einer Rückschaffung nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Ar t. 3 EMRK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 2001 Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte etwa die U r- teile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Beschwerde Nr. 37201/06, Para. 124 ff., jeweils mit weiteren Hinweisen). Zwar ist die allgemeine Menschenrechtssituat i- on in Sri Lanka nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 auch he u- te noch in verschiedener Hinsicht als pro blematisch zu bezeichnen (vgl. anstelle vieler etwa AMNESTY INTERNATIONAL [AI], Report 2011, S. 301 ff. [AI-Index: POL 10/001/2011]). Insbesondere ist unklar, wie die Regierung D-2423/2011 Seite 12 mit den ehemaligen Angehörigen und Anhängern der LTTE umgeht b e- ziehungsweise weiter umgehen wird. In Bezug auf den Beschwerdeführer sind jedoch (in Anbetracht der Ausführungen in E. 5) keine konkreten Hinweise dafür vorhanden, dass er den sri -lankischen Sicherheitskräften im heutigen Zeitpunkt in spezifischer Weise als verdächtig ers cheinen könnte. Somit besteht auch unter den derzeit herrschenden Bedingungen in Sri Lanka kein konkreter Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer drohe eine entsprechende Gefährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzliche n als auch der völkerrechtl i- chen Bestimmungen zulässig. 7.4 7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung ins be- sondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung aus ge- setzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen a n- gewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingseigen- schaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips erfül - len, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gest ossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wä- ren (vgl. Urteil BVGE E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 11.1, vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 7.4.2 Der Beschwerdeführer ist in Z._______ geboren und in Y._______ im Jaffna-Distrikt (Nordprovinz) aufgewachsen und hat dort gemäss eige- nen Angaben bis im April 2006 gelebt und auch die Schule besucht. Da- nach wohnte er mit seinen Eltern in X._______ im Distrikt W._______ und schliesslich im Flüchtlingslager ["…"] in U._______ im Distrikt T._______. Im Distrikt Jaffna herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt, und die po- litische Lage ist nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. BVGE E - 6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1). Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen, sind jedoch die aktuell vorliegenden Lebens - und D-2423/2011 Seite 13 Wohnverhältnisse abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs hi n zu überprüfen, wobei namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes sowie die konkreten Möglichkeiten der S i- cherung des Existenzminimums und der Wohnsituation massgebliche Faktoren für die Bejahung der Zumutbarkeit der Rückkehr dorthin sind (vgl. BVGE E-6220/ 2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1.2). 7.4.3 Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der BzP vom 15. Juli 2010 sind seine Eltern in ihren Heimatort Y._______ zurück- gekehrt (vgl. act. A1/10 S. 3). Anlässlich der Anhörung vom 26. Juli 2010 gab er zunächst an, seit seiner Ausreise im Juni 2010 keinen Kontakt zu seinen Eltern mehr gehabt zu haben (vgl. act. A7/11 S. 2 F. 8-10); im wei- teren Verlauf der Anhörung räumte er jedoch ein, die Eltern seien an ihren Heimatort zurückgekehrt, sein Vater arbeite und die Mutter sei zu Hause (vgl. act. A7/11 S. 8 F. 92 f.). Vor diesem Hintergrund ist auch seinen An- gaben, er und seine beiden Brüder hätten sich "auf der Flucht aus den Augen verloren", und er wisse nicht, wo sie sich aufhielten (vgl. act. A1/10 S. 3), mit Vorbehalten zu begegnen . Verwandte des Beschwerdeführers (Kinder der Geschwister beziehungsweise der Schwester der Grossmu t- ter mütterlicherseits) leben ferner in Colombo (vgl. act. A1/10 S. 5, act. A7/11 S. 3 F . 27). Es ist daher davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer sowohl an seinem Heimatort im Jaffna-Distrikt als auch in Colombo über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz verfügt. Der Be- schwerdeführer hat in Sri Lanka eigenen Angaben zufolge als Verkäufer in einem Geschäft sowie zeitweise auch als Maler gearbeitet (vgl. act. A1/10 S. 2). Sein Vater ist Leiter einer Kooperative (vgl. act. A1/10 S. 2). Aufgrund der vorliegenden Akten bestehen sodann keine Hinweise auf aktuelle gesundheitliche Schwierigkeiten des Beschwerdeführers. Er wird nach seiner Rückkehr in sein Heimatland sowohl auf die Unterstützung seiner in Jaffna lebenden Familie zählen können, bei seinen Angehörigen eine Unterkunft vorfinden, als auch in der Zukunft in der Lage sein, sich dank seiner schulischen Ausbildu ng und beruflichen Kenntnisse wir t- schaftlich wieder zu integrieren. Es ist mithin nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich de m- nach nicht als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendig en Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch D-2423/2011 Seite 14 BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefo chtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grun dsätzlich vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser hat im Rahmen seiner Beschwerde ein Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gestellt, das vom Instrukt ionsrichter mit Ver fügung vom 16 . Mai 2011 – unter Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers – gutgeheissen worden ist. Da die- ser keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist er nach wie vor als prozessual bedürftig zu betrachten , weshalb die ihm gewährte unentgeltli che Rechtspflege nicht zu widerrufen ist. Folgerichtig sind ihm keine Verfa h- renskosten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) D-2423/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Jacqueline Augsburger Versand: