<h2>SubmittedText<h2><p>Bei Unfällen auf der Autobahn kommt es häufig vor, dass Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen und erst in der unmittelbaren Umgebung der Autobahn zum Stillstand kommen. Diese Fahrzeuge gefährden Personen und Sachen, die sich in der Nähe befinden. Einige Autobahnabschnitte sind mit Leitplanken ausgestattet, die einen wirksamen Schutz bieten. In anderen Teilstücken weitab von jeder Ortschaft, in der Region Payerne z. B., sind diese Vorrichtungen nicht vorhanden. Dennoch gibt es auch dort Wege neben der Autobahn, die von zahlreichen Fussgängern und Velofahrern benutzt und mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren werden. Schwere Unfälle konnten in einigen Fällen gerade noch vermieden werden.</p><p>Aus diesem Grund stelle ich folgende Frage:</p><p>Welche Politik wird zum Schutz für Anrainer von Autobahn verfolgt? Besteht die Absicht, entlang der Schnellstrassen systematisch Schutzvorrichtungen anzubringen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für den Einsatz, die Wahl und die Anordnung seitlicher Leitschranken sind die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) betreffend passiver Schutz im Strassenraum massgebend. Diese beschreiben u. a., wo derartige Sicherheitseinrichtungen zum Schutz von Personen oder schützenswerten Anlagen neben der Strasse sowie zum Schutz der Strassenbenützer gegenüber Absturz oder Anprall an gefährliche Hindernisse anzubringen sind.</p><p>Diese Normen werden selbstverständlich auch bei Nationalstrassen angewendet. Sie sehen aber nicht vor, dass seitliche Schutzvorrichtungen durchgehend, mithin systematisch anzubringen sind. Die Normen definieren vielmehr die Notwendigkeit einer Schutzeinrichtung anhand des massgebenden Abstandes zwischen dem Fahrbahnrand und dem gefährdeten Objekt, und zwar in Abhängigkeit von der Bodenform und vom Risiko.</p><p>Es wird zwischen grossem und kleinem Risiko unterschieden. Ersteres ist anzunehmen, wenn zahlreiche Personen gefährdet sind, eine Gefährdung der Umwelt besteht oder wenn für die Landesversorgung oder internationale Verbindungen wichtige Anlagen oder Einrichtungen gestört würden. Geringer wird das Risiko eingestuft, wenn nur selten Personen gefährdet würden oder der Anprall eines Fahrzeuges nur gewöhnlichen Sachschaden verursachen würde. Bei der Beurteilung des Risikos ist überdies zu bedenken, dass Fahrzeuge einerseits relativ selten die Fahrbahn verlassen und sie andererseits nach einem Anprall auf die Leitschranken zurück auf die Fahrbahn geschleudert werden können und dadurch unter Umständen nachfolgende Verkehrsteilnehmer gefährden.</p><p>Die Anwendung der zitierten Normen bietet einen genügenden Schutz für Anrainer von Autobahnen. Selbstverständlich sind Normen jeweils dem neuesten Stand der Technik und des Wissens anzupassen. Die hier relevanten Normen werden derzeit denn auch überarbeitet.</p>  Antwort des Bundesrates.