<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2006.00017</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206040&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2006.00017</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>fristlose Kündigung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der Beschwerdeführer war seit 1991 als Heimleiter tätig. Die zuständige Gemeinde löste das Arbeitsverhältnis mit fristloser Kündigung auf. Er beantragt Ersatz dessen, was er während der Kündigungszeit verdient hätte sowie eine Entschädigung in der Höhe von drei Monatslöhnen. Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Anwendbares Recht (E. 2). Voraussetzungen der fristlosen Auflösung eines Arbeitsverhältnisses gemäss Art. 22 Abs. 1 PG (E. 3.1). Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, weswegen die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses und das Abwarten des ordentlichen Kündigungstermins für die Beschwerdegegnerin unzumutbar gewesen wäre. Damit ist festzustellen, dass die fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt war (E. 3.2). Gestützt auf Art. 337c Abs. 1 OR ist die Beschwerdegegnerin zur Zahlung des Lohns bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin inklusive des Pro-rata-Anteils am 13. Monatslohn seit dem Datum der fristlosen Kündigung zu verpflichten (E. 3.3). Aufgrund der gesamten Umstände ist zudem eine Entschädigung von zwei Monatslöhnen zu entrichten (E. 4). Kein zweiter Schriftenwechsel (E. 5). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 6). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÃLTNISSES">BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSCHÃDIGUNG">ENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTLOSE KÃNDIGUNG">FRISTLOSE KÃNDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNERSATZ">LOHNERSATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNFORTZAHLUNGSPFLICHT">LOHNFORTZAHLUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREUEPFLICHTVERLETZUNG">TREUEPFLICHTVERLETZUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 337 OR</span><br/><span class="gerade">Art. 337c OR</span><br/><span class="ungerade">§ 22 PG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 112</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1941, arbeitete seit Oktober 1991 als Leiter des Heims Q in X. ZunÃ¤chst war er bei einer privaten Organisation angestellt, die das Heim im Auftrag der Gemeinde fÃ¼hrte. Nachdem Letztere entschieden hatte, das Heim in die eigene Verant­wortung zurÃ¼ckzunehmen, wurde das privatrechtliche AnstellungsverhÃ¤ltnis per 1. Juli 2004 in ein Ã¶ffentlichrechtliches Ã¼berfÃ¼hrt. Mit Beschluss des Gemeinderats vom Januar 2005 erfolgte per 12. Januar 2005 die fristlose KÃ¼ndigung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Y wies einen dagegen erhobenen Rekurs am 22. MÃ¤rz 2006 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 23./24. April 2006 liess A mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht gelangen und folgende AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="EinzugZitat"><span> "1. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2.<span> </span></span><span>der Beschluss des Gemeinderates X vom Januar 2005 sei aufzuheben;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3.<span> </span></span><span>die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer den Betrag von Fr. 59'475.40 als Ersatz dessen, was er wÃ¤hrend der KÃ¼ndigungszeit verdient hÃ¤tte, zu bezahlen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4.<span> </span></span><span>die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer als EntschÃ¤digung 3 MonatslÃ¶hne zu bezahlen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>5.<span> </span></span><span>die Rekursvernehmlassung sei dem BeschwerdefÃ¼hrer zur Kenntnisnahme, evtl. zur Stellungnahme, zuzustellen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>6.<span> </span></span><span>dem BeschwerdefÃ¼hrer sei eine angemessene UmtriebsentschÃ¤digung zuzusprechen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>7.<span> </span></span><span>unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde X liess am 23. Mai 2006 die Abweisung der Beschwerde beantragen. Der Bezirksrat Y verzichtete am 4. Mai 2006 ausdrÃ¼cklich auf Vernehmlassung.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen personalrechtliche Rekursentscheide des Bezirksrats zustÃ¤ndig (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 74 N. 15). Aufgrund des Streitwerts ist die Beschwerde durch die Kammer zu behandeln (§ 38 Abs. 1 und 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Auf ArbeitsverhÃ¤ltnisse des Gemeindepersonals sind die Bestimmungen des Personal­gesetzes vom 27. September 1998 (PG, LS 177.10) sinngemÃ¤ss anwendbar, soweit die Gemeinden keine eigenen Vorschriften erlassen (§ 72 Abs. 2 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926, LS 131.1). FÃ¼r Angestellte der Gemeinde X gilt grundsÃ¤tzlich die kom­munale Personalverordnung (PVO). </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss dem Beschluss vom 5. Juli 2004 betreffend die ÃberfÃ¼hrung ins Besoldungs­system der Gemeinde finden auf das AnstellungsverhÃ¤ltnis mit dem BeschwerdefÃ¼hrer allerdings primÃ¤r "das Personalgesetz, die Personalverordnung sowie die Vollzugsverord­nung zum Personalgesetz des Kantons ZÃ¼rich" Anwendung. Bestandteil der Anstellungs­verfÃ¼gung bilden sodann verwaltungsinterne Reglemente und Richtlinien. Nicht explizit Bezug genommen wird in diesem Zusammenhang auf die Personalverordnung der Gemeinde. Dies ist vorliegend indes nicht von Bedeutung, da diese Verordnung weder Bestimmungen zur fristlosen KÃ¼ndigung noch zur EntschÃ¤digung enthÃ¤lt und somit jedenfalls das kantonale Personalgesetz sowie die gestÃ¼tzt darauf erlassenen Verordnungen Anwendung finden (vgl. auch Art. â¦ PVO, wonach bei Fehlen entsprechender Bestimmungen sinngemÃ¤ss die Erlasse fÃ¼r das Personal des Kantons ZÃ¼rich und jene des Obligationenrechts gelten).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 22 Abs. 1 PG kann das ArbeitsverhÃ¤ltnis aus wichtigen GrÃ¼nden beidseitig ohne Einhaltung von Fristen jederzeit aufgelÃ¶st werden. Tatbestand und Rechtsfolgen der fristlosen AuflÃ¶sung richten sich nach den Bestimmungen des Obligationenrechts (OR; § 22 Abs. 4 Satz 1 PG). Nach Art. 337 Abs. 2 OR gilt als wichtiger Grund namentlich jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem KÃ¼ndigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses nicht mehr zugemutet werden darf. Das Gericht hat den unbestimmten Gesetzesbegriff auszulegen und zu prÃ¼fen, ob im Einzelfall ein wichtiger Grund vorliegt (Art. 337 Abs. 3 OR; vgl. JÃ¼rg BrÃ¼hwiler, Kommentar zum Einzelarbeitsvertrag, 2. A., Bern etc. 1996, Art. 337 N. 1). Die fristlose KÃ¼ndigung ist ultima ratio und untersteht dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit. Sie ist ausgeschlossen, wenn dem KÃ¼ndigenden mildere Massnahmen zur VerfÃ¼gung stehen, um die eingetretene StÃ¶rung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses in zumutbarer Weise zu beheben (Adrian Staehelin/Frank Vischer, ZÃ¼rcher Kommentar, 1996, Art. 337 OR N. 4 mit Hinweisen; VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00038, E. 3b/aa, und 5. Juli 2002, PB.2002.00008, E. 2a/aa, beides unter www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Eine Verfehlung des Arbeitnehmers muss einerseits objektiv geeignet sein, die fÃ¼r das ArbeitsverhÃ¤ltnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerstÃ¶ren oder zumindest so tief greifend zu erschÃ¼ttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses nicht mehr zuzumuten ist. Anderseits muss sie auch tatsÃ¤chlich zu einer derartigen ZerstÃ¶rung oder ErschÃ¼tterung des gegenseitigen Vertrauens gefÃ¼hrt haben. Ist die Verfehlung des Arbeitnehmers weniger schwer wiegend, so muss sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen sein (BGE 130 III 213 E. 3.1; BGr, 4. April 2003, 4C.357/2002, E. 3, und 8. April 2004, 4C.36/2004, E. 3.2, letztere beide unter www.bger.ch). Als Verfehlung des Arbeitnehmers gilt im Allgemeinen die Verletzung einer Pflicht aus dem ArbeitsverhÃ¤ltnis, aber auch andere VorfÃ¤lle kÃ¶nnen eine fristlose AuflÃ¶sung rechtfertigen. Soweit sich ein Verhalten nicht direkt auf die Arbeitsleistung auswirkt, ist die geforderte objektive Schwere nur mit grosser ZurÃ¼ckhaltung anzunehmen (BGr, 2. Februar 2005, 4C.435/2004, E. 3.3 mit Hinweisen, www.bger.ch). </p> <p class="Urteilstext">Art. 337 Abs. 1 OR steht der MÃ¶glichkeit, KÃ¼ndigungsgrÃ¼nde nachzuschieben, nicht entgegen. Im Zeitpunkt der AuflÃ¶sung des AnstellungsverhÃ¤ltnisses objektiv vorhandene, dem KÃ¼ndigenden anlÃ¤sslich der AuflÃ¶sungserklÃ¤rung jedoch nicht bekannte Sachverhalte dÃ¼rfen von ihm insbesondere in einem nachfolgenden Prozess noch aufgefÃ¼hrt werden (Manfred Rehbinder/Wolfgang Portmann, Basler Kommentar, 2003, Art. 337 N. 9 f. mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die fristlose Entlassung wurde zum einen damit begrÃ¼ndet, der BeschwerdefÃ¼hrer habe den Angestellten des Heims empfohlen, die neuen AnstellungsverfÃ¼gungen nicht zu unterzeichnen. Mit diesem Verhalten habe er sich gegenÃ¼ber der Arbeitgeberin illoyal verhalten und seine Treuepflicht massiv verletzt, was ihm bereits anlÃ¤sslich einer Gemeinderatssitzung vom 20. Dezember 2004 vorgehalten worden sei. Zum anderen habe er mit einer "Weihnachtsbotschaft besonderer Art" das VertrauensverhÃ¤ltnis definitiv zerstÃ¶rt, weil darin Unwahrheiten verbreitet worden seien. Da der BeschwerdefÃ¼hrer eine Leitungsfunktion innegehabt habe, kÃ¶nnten hÃ¶here Anforderungen an die Treuepflicht und LoyalitÃ¤t gestellt werden. In der Antwort auf ein Schreiben des BeschwerdefÃ¼hrers vom 12. Januar 2005, in dem er seine Arbeitskraft weiterhin zur VerfÃ¼gung stellte, wurde ihm darÃ¼ber hinaus zum Vorwurf gemacht, dass er 19 Briefe des Gemeinderats, die Ã¼ber BefÃ¶r­derungen und Besoldungsanpassungen informiert hÃ¤tten, nicht an die betroffenen Ange­stellten weitergeleitet habe.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Ob ein wichtiger Grund vorliegt, der eine fristlose KÃ¼ndigung rechtfertigt, ist insbe­sondere aufgrund der Stellung und Verantwortung des Arbeitnehmers, der Art und Dauer des ArbeitsverhÃ¤ltnisses sowie der Art und Bedeutung der Verfehlung zu beurteilen (BGE 130 III 28 E. 4.1).</p> <p class="Erwgung3">Als leitender Angestellter war der BeschwerdefÃ¼hrer in besonderem Masse zu loyalem Verhalten gegenÃ¼ber seiner Arbeitgeberin verpflichtet (vgl. Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag, 6. A., ZÃ¼rich etc. 2006, Art. 321a N. 2). Dass er den Angestellten empfohlen hat, die neuen AnstellungsverfÃ¼gungen nicht zu unterzeichnen, und an der Weihnachtsfeier in seiner "Weihnachtsbotschaft besonderer Art" Ã¼ber den Konflikt informiert sowie der Beschwerdegegnerin KÃ¼ndigungsandrohungen unterstellt hat, steht zweifellos in einem gewissen SpannungsverhÃ¤ltnis dazu. Mit dem Nichtweiterleiten der 19 Briefe hat der BeschwerdefÃ¼hrer zudem Anweisungen des Arbeitgebers missachtet. </p> <p class="Urteilstext">Auf der anderen Seite ist zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Einstufungs­frage gegenÃ¼ber den Angestellten erst thematisierte, nachdem er bei der Beschwerde­gegnerin vorstellig geworden war und mit Schreiben vom 29. September 2004 einen Vorschlag fÃ¼r die LohnÃ¼berfÃ¼hrung unterbreitet hatte. Es ist ihm daher zugute zu halten, dass er zunÃ¤chst versucht hat, einen konstruktiven Weg zu beschreiten und gemeinsam mit der Beschwerdegegnerin LÃ¶sungen fÃ¼r die ÃberfÃ¼hrung der ArbeitsverhÃ¤ltnisse zu finden. Zwar hat er den Konflikt publik gemacht, allerdings hat er sich dabei nicht an die Presse gewandt, sondern an einen beschrÃ¤nkten Personenkreis â Angestellte, Heimbewohnerinnen und -bewohner sowie ihre AngehÃ¶rigen â, der in einer gewissen BeziehungsnÃ¤he zum Heim steht. Hervorzuheben ist sodann insbesondere, dass sich das beanstandete Verhalten nicht negativ auf die Arbeitsleistung ausgewirkt hat und die Auseinandersetzung um die Einstufung der Angestellten zu keiner Zeit eine Gefahr fÃ¼r den Betrieb des Heims dar­stellte. So ist denn auch im Schreiben an die Heimbewohnerinnen und -bewohner vom 5. MÃ¤rz 2005 von den "grossartigen Leistungen" des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤hrend seiner mehr als dreizehnjÃ¤hrigen TÃ¤tigkeit die Rede. </p> <p class="Urteilstext">Die nicht schwer wiegenden Verletzungen der arbeitsvertraglichen Pflichten kÃ¶nnten nur dann als wichtiger Grund fÃ¼r eine fristlose KÃ¼ndigung gelten, wenn sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen wÃ¤ren (vorn 3.1). Die Akten enthalten keine Hinweise auf eine explizite Verwarnung. Selbst wenn anlÃ¤sslich der Gemeinderatssitzung vom 20. Dezember 2004 eine solche ausgesprochen worden wÃ¤re, wÃ¼rde dies keine fristlose KÃ¼ndigung rechtfertigen, da nicht erhÃ¤rtet ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das beanstandete Verhalten <br/> â die Einwirkung auf die Meinungsbildung des Personals â daraufhin fortgefÃ¼hrt hat.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Nach dem Gesagten ist kein Grund ersichtlich, weswegen die Fortsetzung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses und das Abwarten des ordentlichen KÃ¼ndigungstermins fÃ¼r die Beschwerdegegnerin unzumutbar gewesen wÃ¤re. Damit ist festzustellen, dass die fristlose KÃ¼ndigung nicht gerechtfertigt war (§ 80 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die Bezahlung von Fr. 59'475.40 als Ersatz dessen, was er wÃ¤hrend der KÃ¼ndigungszeit verdient hÃ¤tte. Aufgrund von Art. 337c Abs. 1 OR ist die Beschwerdegegnerin zur Zahlung des Lohns bis zum nÃ¤chsten ordentlichen KÃ¼ndigungstermin inklusive des Pro-rata-Anteils am 13. Monatslohn seit 13. Januar 2005 zu verpflichten (vgl. VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00038, E. 3c/aa, www.vgrzh.ch). Wegen ihres Lohnersatzcharakters gilt fÃ¼r die EntschÃ¤digung nach Art. 337c Abs. 1 OR die Beitragspflicht an die Sozialversicherungen AHV/IV, ALV, NBU und EO. Der Arbeitgeber hat die BeitrÃ¤ge zu verdoppeln und den entsprechenden Sozialwerken einzu­bezahlen, da dem Arbeitnehmer nur so der ganze Schaden aus der fristlosen KÃ¼ndigung ersetzt werden kann. Auf die EntschÃ¤digung nach Art. 337c Abs. 3 OR werden diese Bei­trÃ¤ge dagegen nicht erhoben (Christiane Brunner et al., Kommentar zum Arbeitsvertrags­recht, 3. A., Basel etc. 2005, S. 274; Streiff/von Kaenel, Art. 337c N. 2 und 15).</p> <p class="Urteilstext">Bei der Berechnung des nÃ¤chsten ordentlichen KÃ¼ndigungstermins gilt es zu berÃ¼ck­sichtigen, dass die Anstellung durch die Beschwerdegegnerin per 1. Juli 2004 erfolgte. GemÃ¤ss dem Beschluss betreffend die ÃberfÃ¼hrung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses in ein Ã¶ffentlichrechtliches vom 5. Juli 2004 gilt (nur) fÃ¼r die Dienstaltersgeschenk-Regelung der 15. Oktober 1991 als fiktives Eintrittsdatum. Laut Ziff. 4 des Beschlusses finden die KÃ¼ndigungsfristen des Personalgesetzes des Kantons ZÃ¼rich Anwendung. Ein striktes Festhalten am Wortlaut des Beschlusses wÃ¼rde somit gemÃ¤ss § 17 Abs. 1 lit. a PG zu einer einmonatigen KÃ¼ndigungsfrist fÃ¼hren. Gute GrÃ¼nde sprechen indes dafÃ¼r, dass beide Parteien davon ausgingen, das ursprÃ¼ngliche Eintrittsdatum wÃ¼rde auch bei der Berechnung der KÃ¼ndigungsfrist BerÃ¼cksichtigung finden, weshalb vorliegend gemÃ¤ss § 17 Abs. 1 lit. d PG von einer sechsmonatigen KÃ¼ndigungsfrist auszugehen ist. So war die mit der Umwandlung der AnstellungsverhÃ¤ltnisse eintretende VerlÃ¤ngerung der KÃ¼ndi­gungs­frist Diskussionspunkt zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und der Beschwerde­gegnerin. Aus einem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 23. Dezember 2005 geht zudem hervor, dass kÃ¼nftig lÃ¤ngere KÃ¼ndigungsfristen bestehen, was impliziert, dass bei der Berechnung sÃ¤mtliche Dienstjahre berÃ¼cksichtigt werden, die in der Vergangenheit im Heim geleistet wurden. Dass es stossend wÃ¤re, wenn sich die KÃ¼ndigungsfrist im vorliegend zu beurteilenden Fall einer mehr als dreizehnjÃ¤hrigen HeimleitertÃ¤tigkeit mit der Umwandlung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses in ein Ã¶ffentlichrechtliches auf einen Monat reduziert hÃ¤tte, anerkennt auch die Beschwerdegegnerin, wenn sie in der Beschwerde­antwort festhÃ¤lt, die KÃ¼ndigungsfrist habe unbestrittenermassen sechs Monate betragen. </p> <p class="Urteilstext">Somit hat die Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer zum einen den Betrag von Fr. 54'331.30 zu entrichten (Monatsgehalt brutto vom 13. Januar bis 31. Juli 2005 [Fr. 75'290.15] minus den subrogierten Betrag der Arbeitslosenkasse [Fr. 20'958.85]), wovon aber noch die SozialversicherungsbeitrÃ¤ge des Arbeitnehmers im Sinn des im vorletzten Absatz Gesagten abzuziehen sind. Zum andern sind dem BeschwerdefÃ¼hrer Fr. 5'144.10 als Arbeitgeberbeitrag an die berufliche Vorsorge fÃ¼r die Monate Februar bis Juli 2005 zu bezahlen. Auf den letztgenannten Betrag sind keine Sozialabgaben zu entrichten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt sodann eine EntschÃ¤digung. </p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss Art. 337c Abs. 3 OR kann der Richter den Arbeitgeber zur Leistung einer EntschÃ¤digung von hÃ¶chstens sechs MonatslÃ¶hnen verpflichten. In aller Regel ist eine solche EntschÃ¤digung geschuldet (VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00038, E. 4a, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch). Ausserordentliche UmstÃ¤nde, derentwegen von dieser Regel abgewichen werden mÃ¼sste, sind vorliegend nicht ersichtlich. </p> <p class="Urteilstext">Bei der Bemessung der EntschÃ¤digung ist auf die massgeblichen UmstÃ¤nde des Einzelfalls abzustellen, namentlich das Verschulden des Arbeitgebers, die Schwere des Eingriffs in die PersÃ¶nlichkeit des Arbeitnehmers, die Enge und Dauer der vertraglichen Beziehungen sowie das allfÃ¤llige Mitverschulden des Arbeitnehmers (VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00038, E. 4b, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch). â Der BeschwerdefÃ¼hrer war seit 1991 als Heimleiter tÃ¤tig. Seine fachliche Qualifikation sowie seine Leistungen sind unbestritten. Aufgrund seines damals freilich der Pensionierungsgrenze bereits nahen Alters bestand zum Zeitpunkt der KÃ¼ndigung kaum eine Chance, eine neue Anstellung zu finden. Die fristlose Entlassung erscheint damit als nicht unerheblicher Eingriff in seine PersÃ¶nlichkeit. Die Beschwerdegegnerin handelte Ã¼bereilt, indem sie zum hÃ¤rtesten Mittel der fristlosen KÃ¼ndigung griff. Das Verschulden der Beschwerdegegnerin kann nicht mehr als leicht eingestuft werden. Indem der BeschwerdefÃ¼hrer die Mitarbeiter zur Nichtunterzeichnung anhielt, den Konflikt einem â wenngleich beschrÃ¤nkten â Personen­kreis zur Kenntnis brachte und den Angestellten gewisse Briefe nicht aushÃ¤ndigte, trifft ihn aber ebenfalls ein ins Gewicht fallendes Verschulden. Aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde des vorliegend zu beurteilenden Einzelfalls ist die Beschwerdegegnerin zu einer EntschÃ¤di­gung von zwei MonatslÃ¶hnen zu verpflichten. Davon sind keine Sozialversicherungs-beitrÃ¤ge in Abzug zu bringen (VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00038, E. 4b am Ende, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">In prozessualer Hinsicht wird beantragt, die "Rekursvernehmlassung" (gemeint ist wohl die Vernehmlassung zur Beschwerde bzw. die Beschwerdeantwort) dem BeschwerdefÃ¼hrer "zur Kenntnisnahme, evtl. zur Stellungnahme" zuzustellen. Sowohl die Vernehmlassung als auch die Beschwerdeantwort wurden dem BeschwerdefÃ¼hrer zugestellt. Soweit der Eventualantrag sinngemÃ¤ss auf die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels zielt, ist festzuhalten, dass ein solcher zur Wahrung des rechtlichen GehÃ¶rs etwa dann notwendig ist, wenn das Verwaltungsgericht zum Nachteil der beschwerdefÃ¼hrenden Partei auf erstmals in der Beschwerdeantwort vorgebrachte tatsÃ¤chliche Behauptungen abstellen oder von sich aus neu eingetretene oder bisher ausser Acht gelassene Tatsachen berÃ¼cksichtigen will. Ein zweiter Schriftenwechsel darf indes nicht dazu dienen, Darlegungen nachzuholen, die schon in der Beschwerdeschrift hÃ¤tten vorgebracht werden kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 58 N. 9 f. und 12 mit Hinweisen). Da vorliegend nicht zum Nachteil des BeschwerdefÃ¼hrers auf erstmals in der Beschwerdeantwort vorgebrachte tatsÃ¤chliche Behauptungen abgestellt wird und ausserdem davon auszugehen ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in seiner Beschwerdeschrift alle fÃ¼r seine Begehren erforderlichen Darlegungen vorgebracht hat, ist von einem zweiten Schriftenwechsel abzusehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist insoweit aufzuheben, als er die vor Verwaltungsgericht weiterverfolgten AntrÃ¤ge des BeschwerdefÃ¼hrers nach Massgabe von deren Durchdringen abweist. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Aufgrund des Streitwerts sind Gerichtskosten zu erheben (Umkehrschluss aus § 80b VRG). Mehrere am Verfahren Beteiligte tragen die Kosten in der Regel entsprechend ihrem Unterliegen (§ 80c in Verbindung mit §§ 70 und 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Beim Ausgang des vorliegenden Verfahrens rechtfertigt sich eine Kostenverlegung im Umfang von einem Neuntel zu Lasten des BeschwerdefÃ¼hrers und von acht Neunteln zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdegegnerin ist zudem zur Leistung einer Parteient­schÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer 1 des Beschlusses des Bezirksrats Y vom 22. MÃ¤rz 2006 wird im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise aufge­hoben. Es wird festgestellt, dass die fristlose KÃ¼ndigung nicht gerechtfertigt war. Die Beschwerdegegnerin wird im Sinne der ErwÃ¤gungen verpflichtet, dem Beschwerde­fÃ¼hrer als EntschÃ¤digung gemÃ¤ss Art. 337c Abs.1 OR Fr. 59'475.40 sowie eine PÃ¶nale von zwei Brutto-MonatslÃ¶hnen zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zu </span><sup><span>1</span></sup><span>/</span><sub><span>9</span></sub><span> dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu </span><sup><span>8</span></sup><span>/</span><sub><span>9</span></sub><span> der Beschwerde­gegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung anâ¦.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>