Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. April 2019 (720 18 319 / 98) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Entgegen der Auffassung der IV-Stelle rechtfertigt sich vorliegend keine Abweichung vom schlüssigen Verwaltungsgutachten. Da die Anwendung der gemischten Methode im Raum steht, ist die Angelegenheit zur Durchführung einer Haushaltsabklärung an die IV- Stelle zurückzuweisen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Stephan Bläsi, Rechts- anwalt, Birsigstrasse 34, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1975 geborene A.____ meldete sich erstmals m it Gesuch vom 15. November 2011 unter Hinweis auf Kopf- und Nackenschmerzen sowie S chmerzen in der rechten Schulter und im rechten Arm bei der Eidgenössischen Invalidenver sicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 17. November 2013 lehnte die IV-S telle des Kantons Basel-Landschaft (IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle) den Anspruch auf eine Invalidenrente ab. Die gegen diese Verfügung geführte Be- schwerde wies das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landscha ft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 13. Februar 2014 ab. Mit Gesuch vom 24. Juni 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV an, wobei sie als gesundheitliche Beeinträchtigungen die bekannten somat ischen Beschwerden sowie eine de- pressive Verstimmung angab. Nach Abklärung der erwerbliche n und gesundheitlichen Verhält- nisse lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 10. Septem- ber 2018 abermals ab. Zur Begründung wurde im Wesentl ichen angeführt, bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts könne nicht auf das anlässlich des Verwaltungsverfahrens von ihr eingeholte Gutachten von Dr. med. B.____, FMH P sychiatrie und Psychotherapie, vom 28. Dezember 2016 abgestellt werden. Vielmehr sei gest ützt auf die Beurteilung des Regiona- len Ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD), insbesondere auf den Bericht von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Juni 2017, dav on auszugehen, dass kein invali- disierender Gesundheitsschaden vorliege. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durc h Stephan Bläsi, Advokat, am 27. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Dar in beantragte sie, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 10. September 2018 sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ihr eine Invalidenrente in noch zu bestimmender Höhe zu zusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilli gung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung mit Advokat Bläsi als unentgeltlichem Rechtsvertreter. Zur Begründung brachte sie im We- sentlichen vor, dem Gutachten von Dr. B.____ vom 28. Dez ember 2018 komme volle Beweis- kraft zu. Demzufolge sei davon auszugehen, dass sowohl für die angestammte als auch jegli- che alternative Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60% bestehe. Diese Einschränkung gelte auch für die Verrichtungen im Haushalt, wobei sie im h eutigen Zeitpunkt als Gesunde zu 60% einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 40% im Haushalt beschäftigt wäre. C. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Oktober 2018 be willigte die instruierende Präsi- dentin der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Verbe iständung mit Advokat Bläsi als unent- geltlichem Rechtsbeistand. D. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Dezember 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Replik vom 9. Januar 2019 hielt die Beschwerdefüh rerin vollumfänglich an ihrem Antrag fest, wobei sie einen weiteren Bericht der Psychia trie D.____ vom 13. November 2018 ins Recht legte. Mit Duplik vom 27. Februar 2019 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und ihren wesentlichen Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. September 2018, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsp rozessordnung (VPO) vom 16. De- zember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherung sgericht als einzige gerichtliche In- stanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kanto nalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 27. Sep tember 2018 ist demnach einzutre- ten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe rin Anspruch auf eine unbefristete Rente der Invalidenversicherung hat. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente , wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindes- tens 40% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Best immung ist die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von G eburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mi t Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2IVG). 4.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis IVV, in der bis Ende 2017 gültig gewesenen Fassung). 4.4 In Bezug auf die Bemessung der Invalidität aufgr und der gemischten Methode ist zu beachten, dass Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV in der ab dem 1. Januar 2018 gelten den Fassung be- stimmt, dass sich die Berechnung des Invaliditätsgrads in Be zug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereic h nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht inv alid geworden wäre, auf eine Voller- werbstätigkeit hochgerechnet wird. Nach der Rechtspre chung des Bundesgerichts kann die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsbemessung mittels der gemischten Methode nach dem neuen Berechnungsmodell gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV in der Fassung vom 1. Dezember 2017 im Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der Versicher ten erst ab dem Zeitpunkt des Inkraft- tretens dieser Bestimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Ja- nuar 2018, 8C_462/2017, E. 5.3 mit Hinweisen). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsp rechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen, bestätigt mit BGE 135 V 469 E. 4.4). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Wie eingangs ausgeführt, bestätigte das Kantonsgeri cht mit Urteil vom 13. Februar 2014 die Auffassung der IV-Stelle gemäss Verfügung vom 17. November 2013, wonach kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Die Verfügun g stützte sich auf das Gutachten der Dres. med. E.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. April 2012. Im b esagten Gutachten wurde aus bidis- ziplinärer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter einen Status nach Autoverkehrsunfall am 15. Oktober 2010 mit anamnestisch milder traumatischer H irnschädigung, einem HWS- Distorsionstrauma, multiplen Kontusionen sowie Riss-Quet sch-Wunde (RQW) an der linken Augenbraue, einen Status nach synkopalem Bewusstseinsverlust mit Sturz auf Gesicht und Zahnverletzung am 10. August 2010, einen Diabetes mell itus Typ I (IDDM), ED 2010, einen Status nach laparoskopischer Magenbypass-Operation am 30 . Mai 2011 infolge Adipositas, einen chronischen substitutionsbedürftigen Eisenmangel sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Aus rheumatologischer Sich t konnte eine erhebliche Diskre- panz zwischen den subjektiven Angaben und den objektivierba ren Befunden ausgemacht wer- den. Es bestehe eine Chronifizierung mit Schmerzausweitu ng, Schmerzfixation und Behinde- rungsüberzeugung. Aus psychiatrischer Sicht finde sich eine belastende prämorbide Anamnese mit drei Kindern aus einer geschiedenen Ehe, massiver Bed rohung durch den Ex-Ehemann sowie Überschuldung und Doppelbelastung. Diesen psychosozial en Belastungen dürfte bei der Schmerzentwicklung eine massgebliche Rolle zukommen, wesha lb sich die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung rechtfertige. Eine psychiatrische Therapie sei drin- gend angezeigt. Aus psychiatrischer Sicht könnte nur eine Einschränkung für körperliche Schwerarbeiten begründet werden. Auch aus somatischer Si cht könnte keine relevante Funkti- onseinschränkung bezüglich leichter wie auch mittelschwerer das Achsenskelett sowie die peri- pheren Gelenke belastender Tätigkeiten ausgewiesen we rden, sofern keine repetitiven Über- kopftätigkeiten mit dem rechten Arm durchgeführt würde n. Eine volle Arbeitsfähigkeit im be- schriebenen Anforderungsprofil dürfte ab Januar 2011 möglich gewesen sein. 6.2 Im Gutachten vom 28. Dezember 2016 stellte Dr. B. ____ als Diagnosen mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung m ittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F32.1) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (IC D-10 F43.1). Zusammenfassend zeige sich im Vergleich zur Untersuchung aus dem Jahr 2012 eine Veränderung, indem sich die Explorandin vermehrt zurückziehe, zunehmend passiv geworden sei und eine Schreckhaftigkeit entwickelt habe, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorhanden gewesen sei. Sie sehe neu auch Bilder vom Unfall, die in flashback-artiger Weise auftreten würden. Der Unfall im Jahr 2010 sei ziemlich dramatisch gewesen und folglich auch geeignet, eine posttraumatische Belas- tungsstörung auszulösen. Dies zeige sich heute in Form der Nachhallerinnerungen und es finde sich eine Anhedonie. Die Explorandin würde jedoch trot zdem hin und wieder Auto fahren, so dass kein konsequentes Meideverhalten festgestellt werden könne. Sie könne auch recht gut über die Unfallsituation sprechen, so dass nicht von eine r gravierenden Symptomatik bezüglich der posttraumatischen Belastungsstörung auszugehen sei. Gra vierender sei die affektive Stö- rung mit Beeinträchtigung der Stimmung, Interesseverlu st und Freudlosigkeit, psychomotori- scher Beeinträchtigung und stark erhöhter Ermüdbarkeit, Kraftverlust, Rückzugstendenz, kogni- tiven Schwierigkeiten, negativistischer Haltung, Schlafs törungen, Appetitstörungen und teilwei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht se passiven Sterbegedanken. Die Explorandin fühle sich zw ar wegen ihrer Körperschmerzen nicht in der Lage, die Haushaltstätigkeiten zu verricht en. Anlässlich der Untersuchung habe sie diesbezüglich aber nicht wesentlich beeinträchtigt gewir kt, so dass eine vollständige Beein- trächtigung auch für leichteste Tätigkeiten nicht nachvo llzogen werden könne. Es sei jedoch anzunehmen, dass im Alltag teilweise mittelstarke Beei nträchtigungen bestünden und die Ex- plorandin teilweise auf die Hilfe anderer angewiesen sei. Aufgrund der objektivierbaren Befunde und der subjektiven Angaben müsse eine mittelschwere dep ressive Störung bestätigt werden. Für eine schwergradige Störung fehle eine entsprechend e affektive und psychomotorische Be- einträchtigung. Die Explorandin verfolge eine ambula nte Therapie sowie eine antidepressive und anxiolytische Medikation. Eine konsequente stationäre Therapie sei nie durchgeführt wor- den, obwohl dies aufgrund der bisherigen Erfolglosigkeit bei den Therapiemassnahmen indiziert wäre. Die bisherige Weigerung der Explorandin entsprech ende Therapien aufgrund der Leukä- mieerkrankung ihres Sohnes wahrzunehmen, sei nachvollzie hbar. Insgesamt sei seit 2012 auf- grund des psychischen Befundes eine Verschlechterung eingetr eten, indem sich eine depressi- ve Entwicklung bemerkbar gemacht und ein mittelschweres Au smass erreicht habe. Zusätzlich hätten sich auch Symptome einer posttraumatischen Belastun gsstörung manifestiert. Die Kör- perschmerzproblematik bestehe weiterhin und könne mittler weile im Rahmen der depressiven Störung interpretiert werden. Nicht nachvollzogen wer den könne, dass die Explorandin alleine aufgrund der Körperschmerzen sich überhaupt nicht mehr in der Lage fühle, einfachste Haus- haltstätigkeiten zu verrichten. Es bestehe aber aufgrund der depressiven Störung eine vermin- derte Belastbarkeit. Im Verlauf des Tages sei sodann au ch mit kognitiven Beeinträchtigungen zu rechnen. Die Explorandin benötige längere Pausen und sei nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Sie könne keine komplexen Tätigkeiten durchführen und sollte nicht unter Zeitdruck arbeiten müssen. Eine einfach strukturierte, v orgegebene Arbeit, die körperlich nicht belastend sei, sollte halbtags möglich sein, so dass gesamthaft von einer Arbeitsunfähigkeit von 60% sowohl für die angestammte als auch jegliche alter native Tätigkeit auszugehen sei. Diese Beeinträchtigung bestehe seit Aufnahme der psychiatrischen Behandlung im November 2014. 6.3 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte n Gutachten externer Spezial- ärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung voll e Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expe rtise sprechen (vgl. E. 5.3 hiervor). Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten von Dr. B .____ ist insgesamt umfassend und die dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die vorgenommenen Schlussfolgerun- gen sind nachvollziehbar und überzeugend. Der Gutachter hat die Versicherte persönlich unter- sucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht einlä sslich auf ihre Angaben und Be- schwerden ein. Er setzt sich zudem fundiert mit den bei d en Akten liegenden, namentlich auch für die damalige Verfügung vom 17. November 2013 massge benden, medizinischen Berichten auseinander und begründet abweichende Einschätzungen i n überzeugender Weise. Überdies wird nachvollziehbar dargelegt, dass sich der Gesundheitszust and seit der rentenablehnenden Verfügung vom 17. November 2013 verschlechtert hat. So zeigt der Gutachter schlüssig auf, dass sich im Vergleich zum damaligen Zeitpunkt, wo bereits Ansätze einer depressiven Störung zu erkennen waren, heute ein mittelgradiges depressives Zustandsbild präsentiert. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Am 16. Juni 2017 nahm Dr. C.____, RAD, zum Verla ufsgutachten vom 28. Dezember 2016 Stellung. Er führte aus, das Gutachten beruhe au f einem umfassenden Aktenstudium und die Diagnose der depressiven Störung mittelgradigen Au smasses werde plausibel begründet. Der Gutachter habe zu den Einschätzungen anderer Ärzte ausführlich Stellung genommen und begründet, weshalb eine vollständige Arbeitsunfähigk eit aufgrund der medizinischen Befunde nicht nachvollziehbar sei. Ausschlaggebend für die Arbeitsu nfähigkeit sei die depressive Stö- rung. Es werde zwar als komorbide Erkrankung eine posttra umatische Belastungsstörung be- schrieben, für diese fehle aber das Kardinalkriterium de s Vermeidungsverhaltens, so dass sie lediglich subsyndromal sei. Für die empfohlene längerf ristige stationäre psychiatrische Behand- lung habe die Versicherte ihre Mitwirkung verweigert. Bei umfassender Mitwirkung wäre ihr Ge- sundheitszustand heute überwiegend wahrscheinlich besser. Ferner hätte noch eine längerfris- tige Spiegelmessung der antidepressiven Medikation, ein sog. therapeutic drog monitoring, er- folgen müssen, was eine längerfristige Behandlung vora ussetze, welche von der Versicherten bisher aber verwehrt worden sei. Insgesamt könne daher noch nicht von einer Therapieresis- tenz gesprochen werden. Hinsichtlich der Standardindik atoren hielt Dr. C.____ fest, dass diese im Gutachten erläutert und die vorhandenen Ressourcen beschrieben sowie in den medizini- schen Gesamtzusammenhang gestellt worden seien. Hinsichtli ch der einzelnen Komplexe brachte er ferner einige Ergänzungen an. Unter Berücksichtigung dieser Ergänzungen empfehle er auf das Gutachten abzustellen. Vorbehältlich der j uristischen Würdigung der leichten oder mittelgradigen depressiven Episode bestehe ab November 2 014 sowohl in der angestammten als auch in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60%. 7.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung d es Leistungsbegehrens in der Verfügung vom 10. September 2018 im Wesentlichen dami t, dass leichte bis mittelgradige de- pressive Störungen rezidivierender oder episodischer Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen würden, wenn sie erwi esenermassen therapieresistent seien. Gestützt auf die Beurteilungen des RAD könne bei der Ve rsicherten nicht von einer Therapiere- sistenz ausgegangen werden, weshalb auch keine Invalidität begründet werden könne. Im Wei- teren würde auch die Berücksichtigung der neuen bundesge richtlichen Rechtsprechung zur Depression zu keinem anderen Ergebnis führen. So seien bei der Versicherten nachweislich noch Ressourcen vorhanden. 7.2 Dieser Auffassung kann aus nachfolgenden Gründen ni cht beigepflichtet werden. 7.3.1 Zunächst ist daran zu erinnern, dass das Bundesgerich t das mit BGE 141 V 281 für somatoforme (organisch nicht erklärbare) Leiden eingeführte strukturelle Beweisverfahren auch auf depressive Leiden ausgedehnt hat (BGE 143 V 415 E. 4.5 und 143 V 427 E. 7.1). Es hat in diesem Zusammenhang wiederholt bekräftigt, dass die Ther apierbarkeit eines Leidens dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegenstehe. Die Behandelbarkeit, für sich allein betrachtet sage nichts über den invalidisi erenden Charakter eines depressiven Leidens aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1). Nach Auffassun g des Bundesgerichts massgebend ist vielmehr die sozial-praktische Auswirkung der Erkrankun g, mithin die gutachterlichen Fest- stellungen zur Arbeitsfähigkeit, was sich nach einem wei tgehend objektivierten Massstab beur- teile (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1; 141 V 281 E. 7; Urteil des Bundesgerichts vom 27. Septem- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ber 2017, 8C_820/2016, E. 5.4 mit Hinweis auf das soeb en zitierte Urteil). Die im Zentrum ste- hende Frage nach der anspruchsbegründenden Arbeitsun fähigkeit ist namentlich anhand der bundesgerichtlichen Indikatoren zu beantworten (vgl. BG E 143 V 409 E. 4.2.2. ff.). Soweit die Beschwerdegegnerin der diagnostizierten Depression die invalidisierende Wirkung allein unter Hinweis auf das Kriterium der sog. Therapieresistenz abs pricht, vermag dies demnach nicht zu überzeugen. 7.3.2 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung hat die Beschwer degegnerin die Begründung der fehlenden Therapieresistenz selbst nicht weiter aufrecht erhalten. Sie stellt sich indessen auf den Standpunkt, auch eine Prüfung der Standardindikat oren führe zum Ergebnis, dass die di- agnostizierte depressive Störung ohne gravierende Symptoma tik sei. Die invalidisierende Wir- kung derselben sei auch unter diesem Aspekt zu verneinen. Im Ergebnis hat die IV-Stelle damit die Zumutbarkeitsbeurteilung des Gutachters durch ihre e igene Zumutbarkeitsbeurteilung er- setzt. Zu diesem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist anzumer ken, dass es rechtsprechungsge- mäss zwar zulässig sein kann von der gutachterlichen Zumutbar keitsbeurteilung abzuweichen, da es sich dabei letztlich um eine rechtliche Würdigung handelt (so Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2018, 8C_890/2017). Es soll jedoch keine lo sgelöste juristische Parallelüberprü- fung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens sta ttfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wur den. Dabei ist stets den allgemeinen beweisrechtlichen Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2018, 8C_890/2017, E. 6. 1.3; vgl. auch E. 5.3 hiervor). Dies- bezüglich hat das Bundesgericht auch betont, dass die noch nach altem Standard eingeholten Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren würden . Vielmehr sei im Rahmen einer ge- samthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhalte (BGE 141 V 281 E. 8). Mit anderen Worten kann von einer gutachterlichen Beurtei- lung dann nicht abgewichen werden, wenn sie diese Krite rien erfüllt und im Hinblick auf die ge- stellten Diagnosen nachvollziehbar erscheint. 7.3.3 Wie unter Erwägung 6.3 hiervor dargelegt, erfü llt das Gutachten von Dr. B.____ die Kriterien, die das Bundesgericht an eine beweistaugliche medizinische Beurteilungsgrundlage stellt. Ferner enthält das Gutachten auch eine Prüfung der einzelnen Indikatoren. Den Ausfüh- rungen von Dr. B.____ zufolge bestehen Beeinträchtigun gen funktionell durch die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung und insbesonder e aufgrund der depressiven Stö- rung mittelgradigen Ausmasses. Dabei sei nicht von einer gravierenden Symptomatik in Bezug auf die Belastungsstörung auszugehen. Im Zentrum stehe vi elmehr die affektive Störung, die sich insbesondere durch eine Beeinträchtigung der Stimm ung, Interesseverlust und Freudlosig- keit, psychomotorische Beeinträchtigung und stark erhöhte Ermüdbarkeit, Kraftverlust, Rück- zugstendenz, kognitive Schwierigkeiten, negativistische Haltu ng, Schlafstörungen, Appetitstö- rungen und teilweise passive Sterbegedanken manifestier e. Demgegenüber lassen sich eher schwach ausgeprägte soziale und innerpsychische Ressourcen a usmachen. Die Versicherte Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hält ausschliesslich Kontakt zur Herkunftsfamilie, wobei si e ihre Eltern einmal jährlich im Rah- men einer Auslandsreise besucht. Über ein weitergehend es soziales Umfeld verfügt sie nicht. Auch stellt das Alleinleben als alleinerziehende Mutter mit einem an Leukämie erkrankten Sohn eine erhebliche psychische Belastung dar. Sodann weist der Gutachter auf festgestellte Inkon- sistenzen hin, wobei er wiederholt, zuletzt im Rahmen d er Konsistenzprüfung, hierzu aufzeigt, dass die vorhandenen Inkonsistenzen lediglich eine Arbei tsunfähigkeit von 60% und keine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Ex- plorandin einfachste Tätigkeiten im Alltag nicht mehr verrichten könne, weswegen auch die von der behandelnden Psychiaterin diagnostizierte schwere depressive Störung nicht nachvollzogen werden könne. Zusammenfassend erlaubt das – in zeitliche r Hinsicht noch vor den hiervor zi- tierten Urteilen des Bundesgerichts erstellte – Gutachte n insgesamt eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren und der psychiatr ische Gutachter gelangt nachvoll- ziehbar zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerd eführerin aufgrund einer depres- siven Störung mittelgradiger Ausprägung um 60% eingeschränkt ist. 7.4 Es sind keine Gründe ersichtlich, die dazu Anlass geb en könnten, an den Ergebnissen des Gutachtens zu zweifeln, zumal auch Dr. C.____, RAD, das Gutachten als beweistaugliche Beurteilungsgrundlage qualifiziert und die darin ver anschlagte Arbeitsunfähigkeit im Grundsatz als nachvollziehbar beurteilt. Ebenso erachtet er die für die Prüfung der Standardindikatoren notwendigen Informationen als darin enthalten. Die Beschwerdegegnerin begründet die anhand ihrer eigenen Zumutbarkeitsbeurteilung festgestellte fehlende Einschränkung zum einen mit den im Gutachten festgestellten Inkonsistenzen. Dieser Argum entation kann unter Hinweis auf das eben Dargelegte nicht gefolgt werden. Dr. B.____ würdigt die festgestellten Inkonsistenzen aus- führlich und weist nachvollziehbar darauf hin, dass diese – in Abweichung zur Beurteilung der behandelnden Psychiaterin – keine schwergradige Beeint rächtigung des depressiven Leidens und damit keine vollständige Arbeitsunfähigkeit rechtfer tigen würden. Weitere Inkonsistenzen sind nicht ersichtlich. Zum anderen erachtet die Beschwer degegnerin die festgestellten Res- sourcen als einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit entgegenstehend. Entgegen der Auffas- sung der Beschwerdegegnerin sind die wesentlicher Besta ndteil der Indikatorenprüfung bilden- den Ressourcen nicht in einem Ausmass vorhanden, welches ein e Leistungsbeeinträchtigung ausschliessen würde. Vielmehr beschränken sie sich auf gelegentliche kürzere Autofahrten, auf kleinere Einkäufe und kleinere Haushaltsarbeiten, auf Kontakte mit der Herkunftsfamilie und eine alljährliche Reise ins Heimatland der Versicherten. Die von der Beschwerdegegnerin ange- führten Argumente vermögen jedenfalls keine juristische P rüfung zu rechtfertigen, die es erlau- ben würde, von den überzeugenden gutachterlichen Feststellungen abzuweichen. 8.1 Nach dem Gesagten kann bei der Beurteilung des medi zinischen Sachverhalts vollum- fänglich auf die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. B.___ _ vom 28. Dezember 2016 abgestellt werden. Nachdem die Beschwerdegegnerin von einer fehl enden Beeinträchtigung der Arbeits- fähigkeit ausgegangen war, hat sie in ihrer Verfügung vom 10. September 2018 auf die Durch- führung eines Einkommensvergleichs verzichtet. Aus demselben G rund hat sie auch keine Haushaltsabklärung vorgenommen. Da vorliegend die Anw endung der gemischten Bemes- sungsmethode im Raum steht, erweist sich eine solche aber als unabdingbar, um die Invalidität der Beschwerdeführerin zuverlässig beurteilen zu können. Zumal gestützt auf die vorstehenden Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen von einer Einschränkung im Erwerbsbereich v on 60% auszugehen ist und die Be- schwerdeführerin gemäss ihren Schilderungen in der Beschw erde im hypothetischen Gesund- heitsfall zu 60% im Erwerb und zu 40% im Haushalt be schäftigt wäre, ist schon bei einer ge- ringgradigen Beeinträchtigung im Haushaltsbereich eine rentenrelevante Invalidität nicht auszu- schliessen. Dies gilt sowohl mit Blick auf die ab dem 1. Ja nuar 2018 zu berücksichtigende Be- messungsmethode als auch für den Zeitraum davor ab dem fr ühestmöglichen Rentenbeginn (vgl. E. 4.3 und 4.4 hiervor). 8.2 Im Ergebnis lassen sich die Auswirkungen der gesundhei tlichen Beeinträchtigung auf den Aufgabenbereich nicht beurteilen, womit eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Durchfüh- rung weiterer Abklärungen nötig wird (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4; 139 V 99 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014, E. 3.2). Diese wird angewiesen, eine Haushaltsabklärung zu veranlassen. Allenfalls wird sie e ine weitere Beurteilung bei Dr. B.____ einzuholen haben, in deren Rahmen er sich mit der Frag e auseinanderzusetzen haben wird, inwiefern die Beschwerdeführerin aktuell aus medizinisch-psychiatrischer Sicht in den einzelnen Bereichen im Haushalt eingeschränkt ist (vgl. Urteil d es Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 und vom 5. September 2011, 9C_ 201/2011, E. 2). Gestützt auf die Er- gebnisse dieser aktuellen Beurteilung wird sie neu übe r den Leistungsanspruch der Beschwer- deführerin zu befinden haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 800.-- sind der IV-Stelle aufzuerlegen. Die Beschwerdeführerin erhält ihren be reits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsie gende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. D er Rechtsvertreter der Versicherten ist mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 18. März 2019 a ufgefordert worden, innert uner- streckbarer Frist bis 8. April 2019 seine aktualisierte Ho norarnote nach Zeitaufwand einzu- reichen. Gleichzeitig ist er darauf hingewiesen worden , dass das Honorar nach Ermessen fest- gesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Hon orarnote eingehen sollte. In der Folge Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht keine aktuali sierte Kostennote zukommen lassen, so dass das Honorar ankündigungsgemäss nach Ermessen festzu setzen ist. Der erbrachte Aufwand setzt sich vorliegend im Wesentlichen aus einem Instruktionsgespräch mit der Man- dantin und dem Verfassen der Beschwerde sowie der Replik zusammen. Hält man sich die er- brachten Bemühungen vor Augen, erscheint es angemessen, f ür diese einen Zeitaufwand von insgesamt zehn Stunden zu entschädigen und zudem Auslage n von pauschal Fr. 50.-- zu er- setzen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsp rozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stund enansatz von Fr. 250.-- zu entschä- digen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinn en und Anwälte vom 17. November 2003). Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteientschädi gung in der Höhe von Fr. 2‘550.-- (10 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 50.-- zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu Las- ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bstständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. Septe mber 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdegegnerin auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘550.-- (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde am 17. Juni 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren- Nr. 8C_423/2019 ) erhoben.