B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2947/2014 U r t e i l v o m 3 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber David Wenger. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch Fawaz Hajo, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; Verfügung des BFM vom 21. Mai 2014 / N (…). E-2947/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 23. April 2014 reichte der Beschwerdeführer in der Schweiz ein Asy l- gesuch ein . Am 14. Mai 2014 wur de er vom Bundesamt für Migration (BFM) zur Person befragt. Anschliessend wurde ihm das rechtliche Gehör in Bezug auf die Kantonszuweisung gewährt. Dabei äusserte er den Wunsch, in der Nähe seiner Geschwister im Kanton Zürich untergebracht zu werden. Es gäbe keine bestimmten Gründe dafür, e r möchte lediglich in der Nähe seiner Geschwister sein. B. Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 wies das BFM den Beschwerdeführer dem Kanton St. Gallen zu und lehnte dessen Ersuchen um Zuweisung in den Kanton Zürich ab. C. Mit Eingabe vom 28. Mai 2014 legte der Beschwerdeführer beim Bundes- verwaltungsgericht gegen den Zuweisungsentscheid des BFM B e- schwerde ein und beantragte, der Entscheid s ei aufzuheben und er sei dem Kanton Zürich oder dem Kanton Aargau zuzuweisen . In prozessu a- ler Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurte i- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 A sylG [ SR 142.31]). 1.2 Beim Entscheid über die Zuweisung einer asylsuchenden Person an einen Kanton gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG handelt es sich um eine beim Bundesverwaltungsgericht selbständig anfechtbare Zwischenverfügung (Art. 107 Abs. 1 AsylG). E-2947/2014 Seite 3 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerd e- führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde (Art. 108 A bs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG) ist einz u- treten. 2. 2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 letzter Satz AsylG, welcher als lex specialis der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgeht (Art. 106 Abs. 2 AsylG), kann der Zuweisungsentscheid nur mit der Begründung ang e- fochten werden, er verletze den Grundsatz der Einheit der Familie. 3.2 Auf den Schutz von Art. 8 EMRK können sich neben d en Mitgliedern der Kernfamilie – also Ehegatten und ihre minderjährigen Kinder – auch weitere nahe Angehörige wie Onkel/Tante und Neffe/Nichte berufen, s o- fern eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung unter ihnen b e- steht. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt eine über die eigentliche Kernfamilie hinaus gehende schützenswerte verwandtschaftl i- che Beziehung voraus, dass zwischen diesen Personen ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1). 4. 4.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer infolge seiner Volljährigkeit nicht auf den Begriff der Kernfamilie berufen könne und im Weiteren aus den Akten auch keine Abhängigkeit zwischen ihm und seinen Geschwistern ersich t- lich sei. E-2947/2014 Seite 4 5. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt , ist nicht geeignet, die vorinstanzliche Entscheidung umzustossen. Der Wunsch, aufgrund der seelischen und körperlichen Belastungen durch den B ürgerkrieg in der Nähe der Geschwister leben zu können , ist zwar verständlich, vermag aber per se kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. Ebenso wenig ist eine schwerwiegende Gefährdung im Sinne von Art. 22 Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zu erkennen, was vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht wurde. Es konnte mithin kein gesetzlicher Grund für einen Kantonswec h- sel vorgebracht werden. Die Vorinstanz weist ausserdem zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer und seine Geschwister in Nachbarkanto- nen und somit nicht weit voneinander entfernt leben. Sie hat somit das Gesuch um einen Kantonswechsel zu Recht abgelehnt. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aus den vorstehenden E r- wägungen ergibt sich, dass sein Begehren als aussichtslos zu gelten hat. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen zur Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht gegeben, weshalb dem G e- such nicht stattzugeben ist. 7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sin d die Kosten von Fr. 600. – (Art. 1 –3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], [SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Verzicht auf die E rhebung eines Kostenvorschusses wird damit gegenstandslos. (Dispositiv nächste Seite) E-2947/2014 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer r auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Willisegger David Wenger Versand: