Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. November 2012 (715 12 148 / 294) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung einer im Zwischenverdienst selbständigerwer- benden Person, keine rechtsmissbräuchliche Gesetzesumgehung; Prüfung der Vermitt- lungsfähigkeit; anrechenbarer Verdienstausfall bei Abgangsentschädigung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Jakob Martin, Advokat, Picassoplatz 8, Postfach 330, 4010 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1962 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. J anuar 1998 als Market Pricing Director und Head Global Pricing Analysis in der B.____ AG in Ba sel. Am 18. November 2010 wurde sein Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist von sechs Monaten mit Wirkung per Ende Mai 2011 infolge Reorganisation du rch die Arbeitgeberin aufgelöst. Gleich- zeitig wurde der Arbeitnehmer per 1. März 2011 von sein er Arbeit freigestellt. Die Arbeitgeberin richtete A.____ eine Abgangsentschädigung in der Höhe von Fr. 191'780.-- aus und offerierte Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm die Übernahme der Bemühungen eines externen Outpl acements für die Dauer von sechs Monaten. B. Am 28. März 2011 gründete A.____ die C.____ AG (n achfolgend: AG), welche er am 31. März 2011 im Handelregister eintragen liess. Darin fungierte er als Präsident des Verwal- tungsrates mit Einzelzeichnungsberechtigung. C. Am 2. Mai 2011 meldete sich A.____ zur Arbeitsvermi ttlung an. Am 9. Mai 2011 erhob er Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juni 2011. Dabei gab er an, im Umfang einer Vollzeitbeschäftigung in der Lage zu sein, eine neue Stelle anzutreten. Am 5. September 2011 erklärte er im Hinblick auf die bevorstehende Intensivier ung der Aufbautätigkeit seiner AG die Herabsetzung seines Vermittlungsgrads auf 50%. D. Mit Verfügung vom 12. September 2011 hielt das R egionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Oberwil fest, dass der Vermittlungsgrad des Versi cherten vom 1. Juni bis 4. September 2011 im Umfang von 100% und ab 5. September 2011 im Umfang von 50% als gegeben zu betrachten sei. Diese Verfügung erwuchs unangefochten i n Rechtskraft. Mit elektronischem Schreiben vom 16. Februar 2012 meldete sich der Versicher te infolge Aufnahme seiner selb- ständigen Erwerbstätigkeit mit seiner AG von der Arbeitsvermittlung ab. E. Bereits mit Verfügung vom 16. September 2011 hat te die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland (nachfolgend: Kasse) die Anspruchsberechtigung des Versicherten für die Zeit ab 1. Juni 2011 im Wesentlichen mit der Begründung abgel ehnt, dass dieser als im Handelsregis- ter eingetragene Person in der von ihm gegründeten AG eine arbeitgeberähnliche Stellung aus- übe. Eine hiergegen erhobene Einsprache vom 14. Oktober 2011 wies die Kasse mit Entscheid vom 23. März 2012 ab. F. Am 9. Mai 2012 erhob der Versicherte, vertreten du rch Jakob Martin, Advokat, Be- schwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs- recht (nachfolgend: Kantonsgericht). Er beantragte, es seien ihm in Aufhebung des angefochte- nen Entscheids ab 1. Juni 2011 die gesetzlichen Leistun gen zuzusprechen, eventualiter sei die Angelegenheit zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzu ngen und anschliessenden Neu- beurteilung an die Kasse zurückzuweisen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorge- bracht, dass die Rechtsprechung betreffend die missbräuchliche Umgehung der Bestimmungen zur Kurzarbeit auf den strittigen Sachverhalt nicht anwe ndbar sei. Es sei vielmehr zu prüfen, ob mit der Gründung der AG das Ausmass der selbständigen Tät igkeit so weit fortgeschritten ge- wesen sei, dass die Annahme einer unselbständigen Tätigke it nicht oder kaum mehr möglich gewesen wäre. Dies aber sei mit Blick auf die vom RAV rech tskräftig festgestellte Vermittlungs- fähigkeit zu verneinen. G. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 15. August 201 2 auf Abweisung der Be- schwerde. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist - soweit notwendig - in den nachfolgen- den Erwägungen einzugehen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligat orische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungs gericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit den Art. 128 Abs. 1 und 119 Abs. 1 lit. a der Verord- nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung un d die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die örtliche Zuständigk eit des kantonalen Versicherungsge- richts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Kassen, welche die Arbeitslosenentschädigung betreffen, nach dem Ort, wo die versicherte Person die Kontroll- pflicht erfüllt. Vorliegend erfüllt der Beschwerdeführ er die Kontrollpflicht im Kanton Basel- Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kanto nsgerichts Basel-Landschaft zu beja- hen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kant onsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gege n Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auc h sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und for mgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 9. Mai 2012 ist deshalb einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Arbeitslosenkasse d en Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung für den Zeitraum ab 1. Juni 2011 zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslo s ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwe iz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 2.2 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Personen, d ie in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Ent- scheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers be stimmen oder massgeblich be- einflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsent- schädigung. Der Grund für diese Regelung liegt darin, dass Arbeitgeber und arbeitgeberähnli- che Personen über eine unternehmerische Dispositionsfre iheit verfügen, kraft derer sie die Möglichkeit haben, die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung - für sich oder ihre Ehegatten - selbst herbeizuführen. So k önnen sie insbesondere auch die dafür Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nötigen Bescheinigungen selber ausstellen bzw. solche Bes cheinigungen aus Gefälligkeit er- langen (vgl. R EGINA JÄGGI , Eingeschränkter Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung b ei ar- beitgeberähnlicher Stellung durch analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG in: SZS 48/2004, S. 4). Mit der Regelung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG wollte der Gesetzgeber somit verhindern, dass arbeitgeberähnliche Personen missbräuchli ch Kurzarbeitsentschädigung er- halten. 2.3 Für den Bereich der Arbeitslosenentschädigung gibt es keine dem Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG entsprechende, unmittelbar anwendbare Norm. Wi e das damalige Eidgenössische Versi- cherungsgericht (EVG, ab 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) im Grundsatzentscheid 123 V 234 ff. erwog, kann Kurzarbeit nicht nur in einer Reduktion der Ar- beitszeit, sondern auch darin bestehen, dass der Betri eb für eine gewisse Zeit vollständig still- gelegt wird. Solange ein Arbeitnehmer mit arbeitgeb erähnlicher Stellung mit der betreffenden Unternehmung deshalb noch in einem Arbeitsverhältnis st eht, hat er aufgrund der Ausschluss- bestimmung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG keinen Anspr uch auf Kurzarbeitsentschädigung. Wird dieses Arbeitsverhältnis hingegen gekündigt, so gilt die arbeitgeberähnliche Person nach den Erwägungen im zitierten Entscheid nunmehr als arbeitslo s und kann somit unter den Voraus- setzungen der Art. 8 ff. AVIG Arbeitslosenentschädigung beanspruchen. Behält sie nach der Entlassung allerdings ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb jedoch bei und kann sie da- durch dessen Entscheidungen weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, so läuft die Beanspruchung von Arbeitslosenentschädigung gemäss der Auffassung des höchsten Gerichts auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG hinaus, und es besteht auch bei grundsätzlich gegebenen Voraussetzungen nach Art. 8 ff. AVIG kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Das Gericht begründete den Um gehungstatbestand im erwähnten Entscheid damit, dass die arbeitgeberähnliche Person über die Dispositionsfreiheit verfüge, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2007, C 3 2/06, E. 4.2). Andererseits könne dann nicht mehr von einer Gesetzesumgehung gesprochen werden, wenn der Betrieb ge- schlossen werde und das Ausscheiden des betreffenden Arbei tnehmers mit arbeitgeberähnli- cher Stellung definitiv sei, oder wenn das Unternehmen zwar weiter bestehe, die arbeitgeber- ähnliche Person jedoch mit der Kündigung endgültig au ch jene Eigenschaften verliere, deret- wegen sie bei Kurzarbeit aufgrund von Art. 31 Abs. 3 l it. c AVIG vom Anspruch auf Kurzarbeits- entschädigung ausgenommen wäre (vgl. BGE 123 V 238 f. E. 7b/bb). In seiner nachfolgenden Judikatur strich das Bundesgericht wiederholt heraus, dass die Rechtsprechung zur arbeitge- berähnlichen Stellung nicht nur dem ausgewiesenen M issbrauch an sich, sondern bereits dem Risiko eines solchen begegnen wolle (vgl. Urteil des EVG vom 15. März 2006, C 278/05, E. 2.3 und die Urteile des Bundesgerichts vom 20. Februar 200 7, C 151/06, E. 3 und vom 29. März 2007, C 32/06, E. 4.2). Im Anwendungsbereich von Art. 31 Abs. 3 AVIG ist deshalb nicht indivi- duell für den Einzelfall zu prüfen, ob tatsächlich ein e rechtsmissbräuchliche Absicht besteht; vielmehr genügt bereits die Möglichkeit eines solchen Mi ssbrauchs, um einen Leistungsaus- schluss zu rechtfertigen (vgl. REGINA JÄGGI , a.a.O., S. 6 ff.). 2.4 Zu beachten ist allerdings, dass das - potentiell - rechtsmissbräuchliche Vorgehen nach der dargelegten höchstrichterlichen Auffassung stets in der zweckwidrigen Verwendung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Rechtsinstituts der Kündigung liegt. Erst wenn mit der Kündigung nicht die endgültige Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses bezweckt wird, sondern sie in erster Linie zum Zweck der vor- übergehenden Geltendmachung von Arbeitslosenentschädigun g ausgesprochen wird und von Anfang an eine Wiedereinstellung bei veränderter Gesch äftslage vorgesehen ist, liegt eine rechtsmissbräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c A VIG vor. Mit dem Mittel der Kündi- gung soll diesfalls erreicht werden, was Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG just ausschliessen will, nämlich dass Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung für ein en vorübergehenden Arbeitsausfall in ihrem Betrieb Leistungen der Arbeitslosenversicherung be ziehen können. Unter diesem Aspekt ist für die Bejahung einer rechtsmissbräuchlichen Vorgehe nsweise deshalb stets notwendig, dass die Arbeitnehmertätigkeit und der Arbeits- sowie V erdienstausfall im selben Betrieb beste- hen, in welchem auch die arbeitgeberähnliche Stellung bestanden hat. Meldet sich die versi- cherte Person beispielsweise arbeitslos, nachdem ihr ein Anstellungsverhältnis beim Betrieb A gekündigt wurde, hat sie aber im Zeitpunkt ihrer Anme ldung zum Leistungsbezug bei der Ar- beitslosenversicherung eine arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb B inne, muss ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung grundsätzlich gewährt werden, da es an einem Arbeitsausfall im Betrieb B fehlt. Der Versicherungsfall und mithin ei n Arbeits- bzw. Erwerbsausfall ist diesfalls vielmehr deshalb eingetreten, weil die Stelle im Betr ieb A gekündigt worden ist. Die Analogie zur selbst bestimmten Kurzarbeit gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG ist in diesem Fall nicht dar- getan (vgl. REGINA JÄGGI , a.a.O., S. 9 ff.). Am klarsten ist der Fall, in dem eine arbeitgeberähnli- che Stellung im Betrieb B nie mit einer Arbeitnehmer tätigkeit verbunden war und im Gegenzug die Tätigkeit im angestammten Betrieb nie mit einer arbeitgeberähnlichen Stellung (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 3. Dezem ber 2002, AL.2002.01056). Doch auch im Falle einer neuen Beschäftigung, welche erst nach der Entlassung aus der ange- stammten Tätigkeit entweder aufgenommen oder ausgedehnt wurde, kann nicht von einer Ana- logie zu Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG ausgegangen werde n (vgl. Urteil des Sozialversicherungsge- richts des Kantons Zürich vom 10. Juni 2002, AL.2002.0014 6). Diesfalls ist allerdings einge- hend die Vermittlungsbereitschaft der versicherten Person zu prüfen (vgl. REGINA JÄGGI , a.a.O., S. 12). 2.5 Die Anwendung der zitierten Rechtsprechung, wonach eine Überprüfung des An- spruchs auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunk t einer allenfalls rechtsmiss- bräuchlichen Gesetzesumgehung zu erfolgen hat, rechtfer tigt sich gleichermassen bei selb- ständig Erwerbstätigen, welche sich zum Bezug von Arbeitslos enentschädigung angemeldet haben. Dabei ist jedoch massgebend, ob der Status des Sel bständigerwerbenden mit dem Ziel dauernder wirtschaftlicher und unternehmerischer Unabhängigkeit aufgenommen und beibehal- ten worden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 8C_662/2009, E. 5.1 und vom 5. Juni 2009, 8C_49/2009, E. 4.3). Die Annahme, w onach die Ausübung einer selbständi- gen Erwerbstätigkeit dem Anspruch auf Arbeitslosenentschä digung grundsätzlich entgegen steht, trifft in dieser Absolutheit daher nicht zu. Auch wenn eine andauernd selbständig erwerbende Person en in der Regel bereits von vorn- herein vom Bezug von Arbeitslosentaggelder ausgeschlossen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 8C_662/2009, E. 5.1), gilt es im Zusammenhang mit der Prüfung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung selbständig Erwerbender ebenso, neben dem Aspekt Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der rechtsmissbräuchlichen Gesetzesumgehung vor allem den Aspekt der Vermittlungsfähigkeit zu beachten. Wichtiger Umstand hierbei ist, ob die Pers on ihr letztes Arbeitsverhältnis mit dem Ziel selbst gekündigt hat, sich selbständig zu machen, oder ob sie unfreiwillig aus diesem aus- geschieden ist und durch die Aufnahme einer selbständig en Erwerbstätigkeit ihre Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung zu vermeiden versucht hat. Nur letzteres rechtfertigt es grund- sätzlich, die Anmeldung zum Bezug von Arbeitslosenentschädi gung unter dem Gesichtspunkt der Vermittlungsfähigkeit zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 8C_662/2009, E. 5.1). Gleiches gilt aber auch zugunsten einer Person, die nach der Kündigung ihrer früheren unselbständigen Erwerbstätigkeit arbe itslos wurde, Arbeitslosenentschädigung bezog und während der Dauer ihrer Arbeitslosigkeit einen Zwischenverdienst nach Art. 24 AVIG erzielt hat. Dies kann insbesondere auch dann der Fall sein, wenn arbeitslose Personen erst im Verlaufe ihrer Arbeitslosigkeit eine eigene Gesellschaft gründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2007, C 277/05, E. 3.4 mit Verweis auf das Urteil des EVG vom 15. Juni 2005, C 102/04, E. 4.2.1). Während im Falle einer neuen, selbständigen Beschäftigung, welche erst nach der Entlassung aus der angestammten Tätigkeit auf genommen wurde, insbesondere die Vermittlungsbereitschaft der versicherten Person zu prüfen ist, kann daher nicht ohne Weiteres von einer Analogie zu Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG ausgega ngen werden (vgl. Urteil des Sozialver- sicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 10. Juni 2002, AL.2002.00146; R EGINA JÄGGI , a.a.O., S. 12). Die Vermittlungsfähigkeit und damit wiederum ein Leistungsanspruch sind dies- falls allerdings dann zu verneinen, wenn die Absicht zur Aufnahme der selbständigen Tätigkeit soweit fortgeschritten ist, dass die Annahme einer unselb ständigen Tätigkeit nicht oder kaum mehr möglich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Ja nuar 2007, C 277/05, E. 3.4) "und demzufolge nicht mehr von einer nur vorübergehenden, ze itlich beschränkten und investitions- armen selbständigen Erwerbstätigkeit (im Sinne einer Zwischenverdiensttätigkeit nach Art. 24 AVIG) gesprochen werden kann. Die Tatsache, dass der V ersicherte eine juristische Person gründet und in das Handelsregister eintragen lässt, in welcher er eine arbeitgeberähnliche Stel- lung einnimmt, genügt für sich allein jedenfalls nicht, um bereits die Aufnahme einer auf Dauer ausgerichteten und nicht bloss vorübergehenden selbständi gen Erwerbstätigkeit zu bejahen" (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2009, 8C_8 1/2009, E. 3.4). Diese Lösung ent- spricht der in Art. 24 AVIG statuierten Möglichkeit, au ch mittels selbständiger Erwerbstätigkeit einem Zwischenverdienst nachzugehen, der sich systemimmane nt aber immer nur auf eine vorübergehende, temporäre und investitionsarme Beschäfti gung beziehen kann (vgl. BGE 126 V 214 E. 3a; ARV 2002 Nr. 5 S. 56; T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherungsrecht, in: Ulrich Meyer, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band X IV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, S. 2300 Rz. 417). 3.1 Die Vermittlungsfähigkeit setzt sich aus zwei objekti ven Elementen – der Arbeitsfähigkeit und der Arbeitsberechtigung – und einem subjektiven El ement – der Vermittlungsbereitschaft – zusammen (vgl. T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2258, Rz. 261). Mit den drei Elementen der Vermittlungsfähigkeit werden schwergewichtig subjektive Eigenschaften der arbeitslosen Per- son erfasst. Die Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit hat aufgrund einer gesamten Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelfall wesentlichen , objektiven und subjektiven Faktoren zu erfolgen. Folgerichtig beurteilt sich die Vermittlun gsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Abs. 1 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht AVIG aufgrund einer individuell-konkreten Betrachtungsw eise (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 26 und Nr. 42). 3.2 Hinsichtlich der zeitlichen und räumlichen Verfügbar keit wird von Vermittlungsunfähigkeit gesprochen, wenn eine versicherte Person aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Ar- beitskraft nicht so einsetzen kann oder will, wie es ein A rbeitgeber normalerweise verlangt. Ver- sicherte, die sich im Hinblick auf anderweitige Verpflichtungen oder besondere Umstände ledig- lich während gewisser Tages- oder Wochenstunden erwerb lich betätigen wollen, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden (vgl. ARV 2004 Nr. 28 S. 275, 2001 Nr. 14 S. 147; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) vom 21.04.2005 C 127/04, in: plädoyer 6/2005 S. 75 publiziert). Sind einer versichert en Person bei der Auswahl des Arbeits- platzes so enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer S telle sehr ungewiss ist, muss von einer Vermittlungsunfähigkeit ausgegangen werden. De r Grund für die Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle (vgl. BGE 123 V 216 E. 3, 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen; ARV 2006 Nr. 3 S. 63 E. 2, 2004 Nr. 16 S. 132 E. 1, 2002 Nr. 5 S. 55 E. 2b, 2000 Nr. 29 S. 150, 1998 Nr. 46 S. 261, Nr. 20 S. 98). W esentlicher Bestandteil der Vermittlungsfä- higkeit ist daher die kurzfristige Verfügbarkeit. Sie b edeutet, dass die arbeitslose Person jeder- zeit erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäft igung oder arbeitsmarktlicher Massnahme in der Lage ist (vgl. N USSBAUMER , a.a.O., S. 2261, RZ. 268). Das Gesetz verlangt die Vermitt- lungsfähigkeit auch bei Ausübung einer Zwischenverdiens ttätigkeit. Allerdings muss dabei be- achtet werden, dass bei einer Zwischenverdiensttätigkeit die Vermittlungsfähigkeit stark redu- ziert sein kann. Art. 24 AVIG erfasst sämtliche Formen (u n-)selbständiger (Teil-) Erwerbstätig- keit, ungeachtet von Vorläufigkeit, Übergangscharakter u nd leichter Auflösbarkeit, weshalb es Sinn und Zweck der Zwischenverdienstregelung und der Scha densminderungspflicht (Art. 17 AVIG) widersprechen würde, wenn auf der einen Seite eine Voll- oder Teilzeitbeschäftigung als Zwischenverdienst anerkannt würde, zugleich aber ein Lei stungsanspruch mit der Begründung verweigert werden könnte, es fehle wegen der zeitlichen Beanspruchung durch jene Tätigkeit an der Vermittlungsfähigkeit (vgl. N USSBAUMER , a.a.O., S. 2266, RZ. 288; ARV 2002 Nr. 13 S. 108, 1996/97 Nr. 38 S. 212 E. 2a). 3.3 Hinsichtlich der Vermittlungsbereitschaft wird von V ermittlungsunfähigkeit gesprochen, wenn die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen fehlt (vgl. BGE 123 V 216 E. 3, 120 V 388 E. 3a, 120 V 394 E. 1; ARV 2004 Nr. 16 S. 132 E. 1, Nr. 13 S. 124, 2 002 Nr. 13 S. 110 E. 4, 2001 Nr. 30 S. 233 E. 2a, Nr. 13 S. 146 E. 1, 1998 Nr. 5 S. 30 E. 3a). Der Versicherte ist gehalten, sich der öffentli- chen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, ange botene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzu sehen (Art. 17 AVIG; BGE 122 V 266 E. 4, 120 V 390 E. 4c/bb; ARV 2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3, 2001 Nr. 29 S. 232 E. 2a). Inhalt der Vermittlungsbereitschaft ist auch di e Bereitschaft, an Eingliederungsmass- nahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG) und die We isungen der Durchführungsorgane zu befolgen. Darunter sind sämtliche Massnahmen zu verstehen, welche der möglichst raschen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt dienen (vgl. N USSBAUMER , a.a.O., S. 2262, RZ. 271). Um also im Umfang eines 100% Pensums vermittlungsfähig zu sein, muss die versicherte Per- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht son bereit sein, eine Anstellung in diesem Umfang zu suchen und die bestehende Zwischen- verdiensttätigkeit aufzugeben oder eine ergänzende Tätigkeit anzutreten. 4. Das Sozialversicherungsgericht beurteilt in der nacht räglichen Rechtspflege die Ge- setzmässigkeit strittiger Verwaltungsakte in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die den Sachverhalt nach dem Zeitpunkt eines Entscheids verändert haben, sol len mithin prinzipiell Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (vgl. BGE 117 V 293). Das Sozialversicherungsge- richt stellt bei der Beurteilung eines Falles deshalb g rundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides (hier: 23. März 2012) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2, mit Hinweisen). Aus dem U ntersuchungsgrundsatz folgt jedoch, dass eine spätere Entwicklung des Sachverhaltes insofern von Belang sein kann, als sich dar- aus Rückschlüsse auf den massgeblichen Sachverhalt ergeben (vg l. Urteil R des EVG vom 19. Mai 2003, U 246/02, E. 3.2). 5.1 Es ist zunächst zu prüfen, ob zufolge Gründung der AG am 28. März 2011 und der Stellung des Versicherten als einzelzeichnungsberechtigter Präsident des Verwaltungsrats die- ser AG von einer Gesetzesumgehung auszugehen und dessen An spruchsberechtigung ab 1. Juni 2011 in analoger Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG abzusprechen ist. Dies ist zu verneinen. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen ist zweifelsohne davon auszugehen, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der B.____ AG aus Re strukturierungsgründen erfolgt ist und der Beschwerdeführer seine dortige Anstellung als Arbeitnehmer gegen seinen Willen ver- loren hat (vgl. Arbeitgeberbescheinigung der B.____ AG vom 20. Juni 2011; Kündigung der B.____ AG vom 18. November 2010, Akten 130 ff. der Ka sse). Um die Anspruchsberechtigung infolge einer analogen Gesetzesumgehung von Art. 31 Ab s. 3 lit. c AVIG abzulehnen, hätte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der B.____ AG in erster Linie jedoch zum Zweck einer vorübergehenden Geltendmachung von Arbeitslosenentschädi gung ausgesprochen werden müssen. Ebenfalls hätte von Anfang an eine Wiedereinstel lung bei veränderter Geschäftslage vorgesehen sein müssen. Die Bejahung einer rechtsmissbräu chlichen Vorgehensweise hätte erfordert, dass die Arbeitnehmertätigkeit sowie der Arbeits- bzw. Verdienstausfall im identischen Betrieb bestanden hätten. Ein - potentiell - rechtsmissbräuchliches Vorgehen hätte mit anderen Worten eine zweckwidrige Verwendung des Rechtsinstituts de r Kündigung durch die vormalige Arbeitgeberin der B.____ AG bedingt. Eine ebensolche ist unter den gegebenen Umständen jedoch nicht dargetan, zumal es ohnehin bereits daran m angelt, dass der Versicherte während seines Arbeitsverhältnisses bei der B.____ AG eine arbeit geberähnliche Stellung bekleidet hat- te (vgl. REGINA JÄGGI , a.a.O., S. 9 ff.; ebenso Urteil des Sozialversicherung sgerichts des Kan- tons Zürich vom 3. Dezember 2002, AL.2002.01056). Ein p otentiell rechtsmissbräuchliches Verhalten ist damit ausgeschlossen. 5.2 Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss vorbringen lä sst, die von der Kasse zitierte Rechtsprechung würde sich auf Sachverhalte beziehen, wo nach die Versicherten beim ehema- ligen Arbeitgeber weiterhin in arbeitgeberähnlicher Stellung verharrt haben, ist ihm zuzustim- men. Es ist daran zu erinnern, dass ein potentiell rechtsm issbräuchliches Verhalten stets in der zweckwidrigen Verwendung des Rechtsinstituts der Kündigun g liegen muss. Im vorliegenden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fall der unfreiwilligen Stellenauflösung mit der B. ____ AG ist eine solche Absicht aber ausge- schlossen. Vielmehr mangelt es an einem Zusammenhang zwisch en der neuen AG und dem infolge unfreiwilliger Kündigung bei der B.____ AG erlittenen Verdienstausfall. Bestätigt wird diese Sichtweise im Übrigen durch das Kreisschreiben übe r die Arbeitslosenentschädigung, Stand Januar 2007 (KS ALE 2007), wonach unter B14, 4 . Absatz, mit weiteren Verweisen auf die Judikatur ausgeführt wird, dass der Anspruch einer v ersicherten Person unter analoger An- wendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG nicht alleine d eshalb abgelehnt werden kann, weil diese während der laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezu g eine arbeitgeberähnliche Stellung aufgenommen hat (vgl. ebenso im Grundsatz KS ALE 2007, B30, 2. Absatz). Indem die Kasse eine analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG bejaht hat, hat sie übersehen, dass eine arbeitgeberähnliche Stellung stets für den gleichen B etrieb vorliegen muss, für welchen zuvor noch eine Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat. Es ist m it anderen Worten festzuhalten, dass jene Personen nicht unter die analoge Anwendung von Ar t. 31 Abs. 3 lit. c AVIG fallen, die auf- grund des Verlustes einer Tätigkeit, in der sie keine ar beitgeberähnliche Stellung mehr inneha- ben, Arbeitslosenentschädigung geltend machen und in d er Folge in einem Drittbetrieb eine arbeitgeberähnliche Stellung bekleiden. Daran ändert auch nichts, dass sich der Versicherte im Anschluss an die Kündigung seines Arbeitsverhältnisses mi t der Gründung der eigenen AG selbständig machen wollte (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 10. Juni 2002, AL.2002.00146; R EGINA JÄGGI , a.a.O., S. 12). So rechtfertigt ein unfreiwilliger Stellenverlust selbst dann nicht, die Anmeldung zum Bezu g von Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt des rechtsmissbräuchlichen Bezugs von Arbeitslosenentschädigung zu prüfen, wenn die arbeitslose Person im Verlaufe ihre r Arbeitslosigkeit eine eigene Gesell- schaft gründet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Ja nuar 2007, C 277/05, E. 3.4 mit Ver- weis auf das Urteil des EVG vom 15. Juni 2005, C 102/04 , E. 4.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 8C_662/2009, E. 5.1). Dies gilt ebenso zugunsten des Beschwerde- führers, der nach der Kündigung seiner früheren, unselb ständigen Erwerbstätigkeit arbeitslos geworden ist und zunächst einen Zwischenverdienst nach Art. 24 AVIG zu erzielen versucht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2007, C 277/05, E. 3.4 mit Verweis auf das Ur- teil des EVG vom 15. Juni 2005, C 102/04, E. 4.2.1). Alles andere würde der in Art. 24 AVIG statuierten Möglichkeit widersprechen, auch mittels selb ständiger Erwerbstätigkeit einem Zwi- schenverdienst gemäss Art. 24 AVIG nachgehen zu können. Eine Analogie zur selbst bestimm- ten Kurzarbeit gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG ist unte r den gegebenen Umständen jedenfalls nicht gegeben (vgl. ebenso Urteil des Sozialversicherungsge richts des Kantons Zürich vom 10. Juni 2002, AL.2002.00146). Es kann an dieser Stell e vollumfänglich auf das Urteil des Kan- tonsgerichts vom 27. September 2012 (715 12 10 / 263) verwiesen werden. 5.3 Erweist sich eine Ablehnung der Anspruchsberechtigu ng gestützt auf eine analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG im vorliege nden Fall als unrechtmässig, ist der Leis- tungsanspruch des Beschwerdeführers der bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgend (vgl. oben, E. 2.5) unter dem Gesichtspunkt des Aufbau s einer entweder auf Dauer oder nur vorübergehenden Selbständigkeit und damit unter dem As pekt seiner Vermittlungsfähigkeit zu prüfen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Versicherte seine AG am 28. März 2011 während der Dauer seiner Freistellung und mithin noch vor Ablauf der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Ende Mai 2011 gegründet hat (vgl. Handelsregisterausz ug des Kantons D.____ vom 12. Sep- tember 2011, Akt 165 der Kasse). Festzustellen ist im Weit eren, dass die Anmeldung zum Be- zug von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juni 2011 ebenf alls noch während der Dauer seiner Freistellung bei der B.____ AG erfolgt ist (vgl. Antra g auf Arbeitslosenentschädigung vom 9. Mai 2011, Akt 177 der Kasse). Für die Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit des Beschwer- deführers kann sodann im Wesentlichen auf die rechtskräftige Feststellungsverfügung des RAV E.____ vom 12. September 2011 und dessen im deren Vor feld vorgenommenen Erhebungen verwiesen werden (vgl. Beilage 12 der Beschwerdebegründung). Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringen lässt, kann damit grundsätzlich als erste llt gelten, dass er vom 1. Juni bis 4. September 2011 zunächst zu 100% und ab 5. September 2011 zu 50% vermittlungsfähig gewesen war. Es ist daran zu erinnern, dass eine auf Dau er ausgerichtete, allenfalls auch selb- ständige Zwischenverdiensttätigkeit die Vermittlungsfä higkeit und mithin den Anspruch auf Ar- beitslosenentschädigung nicht grundsätzlich ausschliesst. Vie lmehr hat das RAV in diesen Fäl- len zu prüfen, in welchem Umfang eine solche Tätigkeit den anrechenbaren Arbeitsausfall allen- falls vermindert oder gar ausschliesst. Dabei ist unerhebl ich, ob eine auf Dauer ausgerichtete Erwerbstätigkeit bereits schon bei Eintritt der Arbeit slosigkeit bestanden hat oder erst in deren Verlauf aufgenommen oder ausgedehnt worden ist. Dies falls hat das RAV die Kasse jeweils über den Umfang des anrechenbaren Arbeitsausfalls zu i nformieren (vgl. KS ALE 2007 B238). Der in diesem Zusammenhang von der Kasse vertretene Stan dpunkt (vgl. Vernehmlassung der Kasse vom 15. August 2012, ad Ziffer 9b), wonach die Ka sse nicht an die Verfügung des RAV gebunden sei, geht somit fehl. Zunächst ist darauf hinzuw eisen, dass es genügt, dass im Rah- men der Notwendigkeit des Zusammenwirkens mehrerer Behö rden bei der Leistungsfestset- zung die erforderliche Kenntnis bei einer der zuständige n Verwaltungsstellen vorhanden ist (vgl. BGE 124 V 383, 119 V 433 E. 3a, 112 V 183 E. 4 c). Dies gilt auch im vorliegenden Fall, in dem die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten den ges etzlichen Bestimmungen zufolge zu Recht vom RAV und nicht von der Kasse geprüft worden ist (vgl. Art. 85 Abs. 1 lit. d AVIG in Verbindung mit Art. 81 Abs. 1 lit. a AVIG). Wo die S achverhaltsabklärung den Aufgabenbereich mehrerer Verwaltungsstellen betrifft und für die Festse tzung der Anspruchsberechtigung somit deren Zusammenwirken erforderlich ist, kann eine allfäl lige Unkenntnis der Kasse daher nicht ausschlaggebend sein. Dies gilt vorliegend umso mehr, al s der Kasse nicht nur eine Kopie der fraglichen Verfügung des RAV vom 12. September 2011 zu gestellt worden ist (vgl. Verfügung des RAV vom 12. September 2011, S. 3 in fine, Beschwerdebeilage 12), sondern die Kasse der eigenen Notiz vom 26. Juli 2011 zufolge den RAV-Entsche id betreffend die Vermittlungsfähig- keit des Versicherten explizit abgewartet hat (vgl. Form ular "Überweisung zur Verfügung" vom 13. Juli 2011, Akt 118 der Kasse), ihr mithin der Aspe kt der Vermittlungsfähigkeit demnach be- wusst war. Vorbehalten bliebe allenfalls einzig, dass sich die Feststellungen des RAV unter dem Aspekt der Wiedererwägung als offensichtlich fehler haft erweisen würden. Ein solcher Vorbehalt ist jedoch weder geltend gemacht noch auszum achen; die Erhebungen des RAV er- weisen sich vielmehr als zutreffend. 5.4 Es ist davon auszugehen, dass die Gründung der AG vorab zur Verbesserung der ei- genen Perspektiven und zum Zweck der Schadenminderung e rfolgt ist. Die entsprechenden Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aussagen des Beschwerdeführers der sogenannten "ersten Stunde" erweisen sich als schlüssig und nachvollziehbar, wonach eine vergleichbare Arbeitn ehmertätigkeit des Versicherten auf- grund seiner bisherigen Spezialisierung nicht einfach zu finden war (vgl. Antwortschreiben des Versicherten vom 14. Juni 2011). Nach einer ersten Inves tition für einen Computer in Höhe von rund Fr. 6'600.-- schuf sich der Versicherte im weitere n Verlauf schon bald einen Occasionwa- gen im Wert von Fr. 10'700.-- an. Nichts desto trotz r ealisierten sich in dieser Zeit noch keine umsatzrelevanten Geschäfte. Im September 2011 berichtet e der Versicherte erstmals von ei- nem messbaren Fortschritt seiner Bemühungen für seine F irma und erhoffte sich die Umset- zung eines grösseren Projektes innert eines Zeitraums vo n sechs bis acht weiteren Wochen (vgl. Schreiben des Versicherten vom 5. September 2011, Akt 110 der Kasse). Zeitgleich dekla- rierte er gegenüber dem RAV eine im Umfang von 50% reduzierte Vermittlungsfähigkeit und bescheinigte, infolge der Intensivierung der Tätigkeit für seine AG für die Stellensuche jeweils nur noch vormittags zur Verfügung zu stehen. Wie bere its das RAV festgestellt hat, ist vor dem Hintergrund dieser Umstände davon auszugehen, dass die Gründung einer eigenen Firma nicht etwa einem lang gehegten Wunsch des Versicherten entsproch en hat, sondern auf seine Kün- digung bei der B.____ AG zurückzuführen war. Angesichts d er nur beschränkten Anschaffun- gen und der nur bescheidenen Miete für Geschäftsräumlich keiten ist das RAV in seiner Verfü- gung vom 5. September 2011 für die erste Phase des Be stehens der AG demnach zu Recht von einer lediglich vorübergehenden, zeitlich beschränkten und investitionsarmen Tätigkeit ausgegangen, welche eine allfällige Annahme einer un selbständigen Tätigkeit weder erschwert noch verhindert hätte. Jedenfalls ist aufgrund der Akte n nicht dargetan, dass die Bestrebungen des Beschwerdeführers von Beginn weg auf die Aufnahme e iner dauernden, selbständigen Er- werbstätigkeit fokussiert gewesen wären. Dies änderte si ch im Verlauf der prosperierenden Entwicklung der Geschäfte seiner Firma. Obschon sich ein an gekündigtes Grossprojekt an- fangs September 2011 noch nicht konkretisiert hatte, hat der Versicherte ab diesem Zeitpunkt in der Absicht einer dauernden Selbständigkeit zunehmend i n Kauf genommen, mit seinem Vor- haben anfänglich nur wenig Umsatz zu erzielen. Die Akten lassen daher keine andere Schluss- folgerung zu, als dass sein Wille ab diesem Zeitpunkt auf eine dauernde selbständige Tätigkeit ausgerichtet war, welche seine Vermittlungsfähigkeit a ufgrund nur bescheidener Aussichten vorerst allerdings nur reduziert, nicht aber vollumfängli ch ausgeschlossen hat. Hierfür spricht nicht nur der Entschluss des Versicherten, seine Vermittlun gsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt auf 50% zu reduzieren, sondern auch die Tatsache, dass die A G zunächst bei keiner Ausgleichs- kasse angemeldet war und auch im weiteren Verlauf zunäc hst keine beitragspflichtigen Löhne oder Entgelte ausgerichtet hat (vgl. Schreiben der A usgleichsasse Basel-Stadt vom 20. Mai 2011). Zusammenfassend bestehen jedenfalls keine Anhalts punkte, wonach dem Versicherten durch die eigene AG bereits im September 2011 so enge Grenzen gesetzt gewesen wären, dass das Finden einer unselbständigen (Teilzeit-)Tätigkei t ungewiss oder gar ausgeschlossen gewesen wäre. Ebenso wenig liegen allfällige Indizien vor, dass die Bereitschaft des Versicher- ten, seine Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Ver hältnissen umfassend einzusetzen, durch das Engagement in der eigenen AG getrübt oder n egativ beeinflusst worden wäre. Es kann an dieser Stelle auf die monatlichen Erhebungen d er aktuellen Situation des Versicherten durch das RAV verwiesen werden (vgl. Protokolle vom 20. Juni, 8. August, 9. September, 12. Oktober, 11. November und 15. Dezember 2011 sowie vom 31. Januar 2012, Akt 31 ff. der Kasse). Die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist für die Zeit bis 4. September 2011 Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht deshalb vollumfänglich und anschliessend bis zu dessen Abmeldung von der Arbeitsvermittlung hälftig zu bejahen. 5.5 An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen der Ka sse nichts zu ändern. Die Tatsa- che, dass der Versicherte eine juristische Person gründet u nd in das Handelsregister eintragen lässt, in welcher er eine arbeitgeberähnliche Stellung einnimmt, genügt für sich alleine nicht, um bereits die Aufnahme einer auf Dauer ausgerichteten u nd nicht bloss vorübergehenden selb- ständigen Erwerbstätigkeit zu bejahen (vgl. oben, E. 2. 5). Entgegen der von der Kasse vertre- tenen Auffassung gilt dies mit Blick auf die gesetzlich st atuierte Möglichkeit eines Zwischenver- dienstes sowohl in unselbständiger wie auch in selbständi ger Stellung und unabhängig des Zeitpunkts, in welchem die Gründung und der Handelsreg istereintrag der AG erfolgt sind (vgl. Urteil des EVG vom 15. Juni 2005, C 102/04, E. 4.2.1). In diesem Zusammenhang ist denn auch darauf hinzuweisen, dass das Formular "Zeitliche V erfügbarkeit bei der Ausübung einer auf Dauer ausgerichteten selbständigen Erwerbstätigkeit" des RAV explizit darauf verweist, dass selbst eine auf Dauer ausgerichtete selbständige E rwerbstätigkeit die Vermittlungsfähig- keit und mithin den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigun g nicht grundsätzlich ausschliesst. Diesfalls ist die festgestellte Verfügbarkeit der versiche rten Personen vielmehr von der zustän- digen Amtsstelle zu überprüfen (vgl. KS ALE 2007 B238 ff.). Nicht massgebend ist im Weiteren, dass der Beschwerdeführer seine AG bereits rund zwei Mon ate vor Beginn der fraglichen Leis- tungsrahmenfrist gegründet hat. So ist es unerheblich, ob eine auf Dauer ausgerichtete Er- werbstätigkeit bereits schon bei Eintritt der Arbeitslosi gkeit bestanden hat oder erst in deren Verlauf aufgenommen oder ausgedehnt worden ist. Massge bend bleibt in casu einzig, dass die Gründung seiner AG und im Übrigen auch die Reservieru ng der entsprechenden Internetadres- se erst nach Erhalt seiner Kündigung erfolgt sind, wes halb nicht von einem bereits zuvor und lang gehegten Wunsch der Selbständigkeit ausgegangen we rden kann (vgl. Protokoll des RAV über Erstgespräch vom 16. Mai 2011). Vorliegend hat der Versicherte seine Unternehmung vielmehr deshalb gegründet, um im Sinne sowohl einer Überbrückung als auch der Schaden- minderung auf dem Arbeitsmarkt im Gespräch zu bleiben. D ass er sich dabei alle Optionen of- fen gelassen und die Geschäftstätigkeit seiner AG zunehmend ausgebaut hat, darf ihm im Rahmen der vom RAV zutreffend festgelegten Vermittlungsfähigkeit nicht zum Nachteil reichen. So ist darauf hinzuweisen, dass die Ausdehnung einer auf Dauer ausgerichteten selbständigen Tätigkeit zulässig ist, sofern sie einmalig erfolgt, auf Dauer ausgerichtet ist und die Arbeitslosig- keit dadurch mindestens teilweise und dauerhaft beende t wird (vgl. KS ALE 2007 B245). Just diese Voraussetzung aber hat der Beschwerdeführer erfüllt . Eine rechtsmissbräuchliche Geset- zesumgehung ist in seinem Vorgehen jedenfalls nicht zu e rblicken. Soweit die Kasse schliess- lich geltend macht, die Tätigkeit des Beschwerdeführers in seiner AG sei nicht als selbständige, sondern als unselbständige Tätigkeit anzusehen, widerspricht sie sich selbst. Zumal es mit Blick auf die Festlegung der verbleibenden Vermittlungsfäh igkeit grundsätzlich irrelevant ist, ob die an den Stellenverlust bei der B.____ AG anschliessende Z wischenverdiensttätigkeit als selb- ständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit zu quali fizieren ist, würde die Annahme einer unselbständigen Tätigkeit der von der Kasse im Kern ve rtretenen Auffassung widersprechen, die Anspruchsberechtigung sei infolge analoger Anwendun g der Vorschriften über die Kurzar- beitsentschädigung abzulehnen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Wie bereits eingangs erwähnt setzt der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung auch voraus, dass die versicherte Person einen anrechenbaren A rbeitsausfall erlitten hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 11 AVIG). Der Arbeitsausfall gilt jedoch als nicht anre- chenbar, wenn freiwillige, über den Höchstbetrag von Fr. 126'000.-- (vgl. Art. 22 UVV in Verbin- dung mit Art. 3 Abs. 2 AVIG) hinaus erbrachte Leistunge n des Arbeitgebers den durch die Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses entstehenden Verdienstausfal l decken (vgl. Art. 11a AVIG). Zu berücksichtigen ist dabei, dass für die berufliche Vorsorg e verwendeten Beiträge von den zu berücksichtigen freiwilligen Leistungen nach Art. 11a Ab s. 2 AVIG bis zum Maximalbetrag des koordinierten Lohnes nach Art. 8 Abs. 1 BVG im Umfang von Fr. 83'520.-- abgezogen werden können (vgl. Art. 11a Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Ar t. 10b AVIV; T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 167 ff.; KS ALE 2007 B124 ff.). Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Versicherte eine Abgangsentschädigung in der Höhe von Fr. 191'780 .-- erhalten hat (vgl. Arbeitgeberbe- scheinigung der B.____ AG vom 20. Juni 2011; Kündigung der B.____ AG vom 18. November 2010, Akten 130 ff. der Kasse). Unter Beachtung der soeben erwähnten Bestimmungen (vgl. oben, E. 5.5) äussert sich der angefochtene Einspra cheentscheid jedoch nicht darüber, ob und wie lange ein anrechenbarer Arbeitsausfall des Ve rsicherten in Anbetracht der ihm von der B.____ AG ausgerichteten Abgangsentschädigung allenfal ls zu verneinen ist. Daran ändert auch nichts, dass sich die Kasse in Ziffer 5 ihrer Verne hmlassung auf den Standpunkt stellt, die Ablehnung der Anspruchsberechtigung sei auch mangels a nrechenbaren Verdienstausfalls er- folgt. Jedenfalls bleibt offen, weshalb die von der Kasse bereits aktenkundige Berechnung eines nicht anrechenbaren Verdienstausfalls keinen verfügungsw eisen Niederschlag gefunden hat (vgl. Formular "Überweisung zur Verfügung" vom 13. Juli 2011, Akt 118 der Kasse). Auch wenn die ausgerichtete Abfindung den gesetzlich festgelegten Grenzwert von Fr. 126'000.-- über- schreitet, bleibt zudem unklar, ob und in welchem Umfan g der Versicherte seine Abgangsent- schädigung allenfalls zu berufsvorsorgerechtlichen Zwecken verwendet hat. Die Aktenlage er- laubt hierüber keine Beurteilung der vom Beschwerdefü hrer allenfalls in die 2. Säule investier- ten Betreffnisse. Die Sache ist daher an die Kasse zurü ckzuweisen, damit sie den Erwägungen zufolge (vgl. oben, E. 5.5) ihre bereits vorhandenen E rhebungen ergänze und danach über die Dauer des durch die freiwilligen Leistungen der früheren Arbeitgeberin allenfalls bewirkten Leis- tungsaufschubs und den entsprechenden Beginn der Anspruchsberechtigung des Beschwerde- führers neu entscheide. 7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschw erdegegnerin den An- spruch des Beschwerdeführers auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung gestützt auf die analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG zu Unr echt verneint hat. Vielmehr ist nach der geltenden Rechtsprechung im vorliegenden Fall dessen Vermittlungsfähigkeit zu prüfen. Diese ist dem Gesagten zufolge vom 1. Juni bis zum 4. Se ptember 2011 vollumfänglich und anschliessend bis zur Abmeldung des Versicherten von der Ar beitsvermittlung am 16. Februar 2012 im Umfang von 50% bejahen. Dies führt zur Feststell ung, dass der Beschwerdeführer be- reits ab 1. September 2012 Anspruch auf Arbeitslosenent schädigung besitzt, sofern auch die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Hierbei wird die Kasse insbesondere zu prüfen haben, ob und in welchem Umfang die empfangene Abgan gsentschädigung einem anrechen- baren Arbeitsausfall zunächst entgegen steht. Seine B eschwerde ist demnach gutzuheissen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht und die Angelegenheit ist an die Kasse zurückzuweisen, da mit diese den Beginn des Taggeld- anspruchs im Sinne der Erwägungen neu festsetze. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens en tsprechend ist dem Beschwerde- führer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der eingereichten Honorarnote vom 30. August 2012 zufolge belaufen sich die geltend gemach- ten Bemühungen auf 10 Stunden zuzüglich Spesen in Hö he von Fr. 63.--. Dieser Aufwand ist als angemessen zu taxieren. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von total Fr. 2'768.05 (10 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 63.-- und 8 % Mehrwertsteuer). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einsp racheentscheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 23. März 2012 sowie deren Verfügung vom 16. September 2011 aufgehoben u nd es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. Juni 2011 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besitzt, sofern die übrigen Ansp ruchsvor- aussetzungen erfüllt sind. Die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen zur e rgänzenden Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat de m Beschwerdefüh- rer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'76 8.05 zu bezah- len.