A bteilung II B -2199/2006 {T 0/3} U rteil vom 5. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Eva Schneeberger (Kam m erpräsidentin), R ichter Jean-Luc Baechler, R ichter Frank Seethaler; G erichtsschreiber Stefan W yler F._______, vertreten durch R echtsanw alt D r. M attias D older, Beschw erdeführer gegen Prüfungskom m ission höhere Fachprüfung für Finanz- und A nlageexperten (SFA A ), Erstinstanz B undesam t für B erufsbildung und Technologie (B B T), Vorinstanz betreffend H öhere Fachprüfung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Im M ärz 2005 legte F._______ zum dritten M al die höhere Fachprüfung für Finanz- und Anlageexperten ab. M it Schreiben vom 23. M ai 2005 teilte ihm die Prüfungskom m ission der Schw eizerischen Vereinigung für Finanzana- lyse und Verm ögensverw altung (Prüfungskom m ission) m it, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. Aus dem beigelegten N otenblatt ging her- vor, dass seine Leistungen im Fach "R eal Estate" (Im m obilien) m it der N ote 3.5 bew ertet w urden. Seine Endnote betrug 3.83. Entsprechend der beigefügten R echtsm ittelbelehrung erhob F._______ am 21. Juni 2005 Einsprache bei der Prüfungskom m ission, w elche m it Schreiben vom 11. Juli 2005 abgew iesen w urde. Am 9. August 2005 gelangte F._______ m it Beschw erde an das Bundes- am t für Berufsbildung und Technologie (Bundesam t) und beantragte sinn- gem äss, die Verfügung der Prüfungskom m ission sei aufzuheben, und ihm sei das D iplom als "Finanz- und Anlageexperte" zu erteilen. Er m achte gel- tend, er habe die Frage 12b korrekt beantw ortet. D ie M usterlösung ent- spreche nicht der Aufgabenstellung. D aher seien ihm dafür 5.33 Punkte zu erteilen. Bei der Frage 3b habe er die Form eln, nach denen gefragt w or- den sei, vollständig angegeben. D aher stünden ihm für diese Aufgabe 6.0 Punkte zu. Bei der Frage 1a habe er die geforderten Inform ationen zum Schw eizer Im m obilienm arkt, die für einen ausländischen Anleger von Be- deutung seien, angegeben, w eshalb ihm zusätzlich 10.0 Punkte zu erteilen seien. M it Vernehm lassung vom 20. Septem ber 2005 beantragte die Prüfungs- kom m ission, die Beschw erde sei abzuw eisen. Zur Begründung brachte sie unter Verw eis auf die Stellungnahm e der Exam inatoren vor, F._______ könnten für die Aufgaben 12b und 4d insgesam t zw ar 7.33 zusätzliche Punkte erteilt w erden. Trotzdem fehlten ihm für die N ote 4.0 12 Punkte. M it R eplik vom 1. N ovem ber 2005 hielt F._______ an seiner Beschw erde fest. Betreffend die Fragen 1a, 1c, 2b, 2c, 2d, 2e, 3a, 3b, 3c, 3d, 4a, 4b, 4c, 4e begründete er detailliert, w eshalb seine Lösungen korrekt seien und w ie viele zusätzliche Punkte ihm infolgedessen zu erteilen seien. D a ihm im R ahm en der N achkorrektur für die Fragen 12b und 4d zusätzlich 7.33 Punkte erteilt w orden seien, betrage seine G esam tpunktzahl neu 75.84 Punkte. D am it fehlten ihm zum Erreichen einer genügenden N ote lediglich 4.46 Punkte. M it D uplik vom 4. Januar 2006 nahm die Prüfungskom m ission erneut Stel- lung zur Bew ertung der Fragen 1a, 1b, 3b, 3d, 4b, 4c und 4e. Sie erklärte, aus der R eplik ergäben sich keine neuen Aspekte. F._______ ergänze in der Beschw erde seine Antw orten nachträglich und versuche, ihnen Sinn zu geben. Seine Interpretationen stim m ten aber nicht m it den Prüfungsant- w orten überein. D ie von F._______ beantragte Punktzahl sei nicht korrekt. 3 W ie aus der Stellungnahm e der Exam inatoren vom 20. Septem ber 2005 hervorgehe, sei Frage 4d zu streng korrigiert w orden. Fragen 2b und 2d w iederum seien zu grosszügig bew ertet w orden. M an m üsse die Prüfung als G anzes betrachten und nicht nur jene Bereiche, die F._______ einen Vorteil bringen könnten. D aher seien F._______ insgesam t nur 73.84 Punkte zu erteilen, w om it ihm 6.5 Punkte zum Bestehen der Prüfung fehl- ten. M it Triplik vom 7. Februar 2006 hielt F._______ an seiner Beschw erde fest und begründete in Bezug auf die Fragen 1a, 3b und 4e, w eshalb eine kras- se Fehlbeurteilung in der Bew ertung seiner Leistung zu sehen sei. Er w ies darauf hin, dass ihm bei der Einsicht in seine Prüfungsunterlagen nur Ein- sicht in die M usterlösung und die Anzahl der pro Aufgabe erreichbaren Punkte gew ährt w orden sei. D en Punkteraster habe er nie gesehen. Seine G esam tpunktzahl betrage 75.84 Punkte, da ihm gem äss Stellungnahm e der Prüfungskom m ission vom 20. Septem ber 2005 für die Frage 4d zw ei zusätzliche Punkte erteilt w orden seien. N ach Anw endung der G renzfallre- gelung fehlten ihm daher zum Bestehen der Prüfung lediglich 1.96 Punkte. M it Entscheid vom 26. April 2006 w ies das Bundesam t die Beschw erde von F._______ ab. Zur Begründung führte es aus, die Exam inatoren seien auf alle w esentlichen Vorbringen von F._______ eingegangen und hätten sich in ausführlicher W eise dam it auseinandergesetzt. D aher bestehe kein Anlass, an der korrekten Beurteilung zu zw eifeln. D ie Erteilung von Punk- ten für Teilantw orten in den Fragen 3a und 3b sei nicht zu beanstanden, da es im Erm essen der Exam inatoren liege, w elches relative G ew icht den verschiedenen Angaben, Ü berlegungen oder Berechnungen zukom m e, die zusam m en die korrekte und vollständige Antw ort auf eine Prüfungsfrage darstellten. D ie Aufgabenstellung von Frage 3b verlange zw ar die Angabe von Form eln, für deren Angabe seien im Bew ertungsraster aber keine Punkte vorgesehen. D ie Form eln hätten die Kandidaten der Form elsam m - lung entnehm en können, die ihnen zur Verfügung gestanden habe. D es- halb stelle die Angabe von Form eln keine besondere Leistung dar. D er von der Prüfungskom m ission in der D uplik vorgenom m ene Abzug von zw ei Punkten für die Fragen 2b und 2d sei w illkürlich und rechtlich nicht beacht- lich. D er zuständige Exam inator habe die Bew ertung dieser beiden Aufga- ben zw ar als grosszügig bezeichnet. Indessen habe er - obw ohl er dies hätte tun können - keine Punkte abgezogen. D aher habe der Beschw erde- führer insgesam t 75.84 Punkte erreicht, w as aber trotz Berücksichtigung der G renzfallklausel nicht zum Bestehen der Prüfung führe. B. G egen diesen Entscheid erhebt F._______ (Beschw erdeführer), nunm ehr vertreten durch R echtsanw alt M attias D older, am 24. M ai 2006 Verw al- tungsbeschw erde bei der R ekurskom m ission EVD . Er beantragt, der Ent- scheid des Bundesam tes vom 26. April 2006 sei aufzuheben, und ihm sei das D iplom als "Finanz- und Anlageexperte" zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an das Bundesam t, subeventualiter an die Prüfungskom m ission zurückzuw eisen. Er bringt vor, er habe anhand der ihm zur Begründung 4 der vorliegenden Beschw erde zugestellten vorinstanzlichen Akten festge- stellt, dass sich unter den Beilagen zur D uplik der Prüfungskom m ission un- ter anderem die M usterlösung m it dem Bew ertungsraster für das Fach Im - m obilien befunden habe. D er Bew ertungsraster sei ihm im Verfahren vor dem Bundesam t jedoch vorenthalten w orden, obw ohl er in seiner Triplik ausdrücklich darauf hingew iesen habe. D am it sei sein Anspruch auf recht- liches G ehör verletzt w orden. W eiter gebe der angefochtene Entscheid seine R ügen betreffend das Fach Im m obilien zw ar w ieder, setze sich an- schliessend im Einzelnen aber - abgesehen von jenen betreffend Fragen 3a und 3b - nicht m it ihnen auseinander. D ie Frage 4e sei gem äss telefoni- scher Auskunft des R essortleiters R echt beim Bundesam t falsch bew ertet w orden, w as im angefochtenen Entscheid aber nicht berücksichtigt w orden sei. W as Frage 1a angehe, so habe er in seiner Lösung zu allen Them en- kreisen, nach denen gefragt w orden sei, Ausführungen gem acht. Es sei unbestritten, dass in der Schw eiz ein gesetzlicher M ieterschutz vorhanden sei. D aher sei es korrekt, dass er im Zusam m enhang m it dem Stichw ort "R egulierungen" darauf verw iesen habe. Ebenso stim m e es, dass der M ietzins in der Schw eiz ans Zinsniveau gekoppelt sei. In seiner Lösung sei auch das in der M usterlösung verlangte Stichw ort "high quality standards" auf D eutsch zu finden. D as Stichw ort "high standard of living" decke sich grösstenteils m it seiner Antw ort, w onach in der Schw eiz hohe Löhne be- stünden. D es W eiteren seien ihm bei der Frage 1a für als falsch bew ertete Aussagen offenbar vier M inuspunkte erteilt w orden. Auf G rund des Punkte- hinw eises bei dieser Frage habe er nicht davon ausgehen m üssen, dass M inuspunkte erteilt w ürden. Bei den übrigen Fragen sei die Vergabe von M inuspunkten näm lich ordnungsgem äss angegeben w orden. W äre er über die Erteilung von M inuspunkten im Bild gew esen, hätte er Antw orten, bei denen er unsicher gew esen sei, nicht gegeben. Insgesam t seien ihm für die Frage 1a sieben Punkte zuzusprechen. Betreffend Frage 3b rügt der Beschw erdeführer, die Form eln, nach denen in der Aufgabenstellung ge- fragt w orden sei, habe er in seiner Lösung auf den konkreten Fall ange- w endet. D aher sei ihm für die korrekt beantw ortete Teilfrage die H älfte der G esam tpunktzahl – 4.5 Punkte – zu erteilen. Bei der Frage 4e habe er ei- nerseits in zutreffender W eise auf die Lageklassenm ethode von N aegeli hingew iesen. D afür hätte er gem äss Bew ertungsraster zw ei Punkte erhal- ten m üssen. Andererseits habe er diese M ethode als M ethode zur "Schät- zung von Liegenschaften" kurz um schrieben. Seine Antw ort sei nicht zu w enig ausführlich, da sow ohl in der Fragestellung als auch im Bew ertungs- raster ausdrücklich eine kurze Erklärung gefordert w erde. Sodann entspre- che seine U m schreibung dieser M ethode exakt den Kursunterlagen. D aher hätte diese Aufgabe m it vier Punkten bew ertet w erden m üssen. Zur Stüt- zung seiner Argum entation verw eist der Beschw erdeführer auf das G ut- achten von D r. D aniel Sager vom 22. M ai 2006. Schliesslich m acht er gel- tend, das Erreichen einer genügenden N ote setze im Fach Im m obilien 80.3 Punkte voraus. D em nach kom m e die G renzfallregelung der Prüfungskom - m ission im Bereich zw ischen 77.8 und 80.29 Punkten zur Anw endung. In- sofern gehe der angefochtene Entscheid fehl, w enn darin erklärt w erde, dass eine genügende N ote auch unter Berücksichtigung der G renzfallrege-5 lung erst m it 80.3 Punkten erreicht sei. C . M it Vernehm lassung vom 7. Juli 2006 beantragt das Bundesam t, die Be- schw erde sei abzuw eisen. Es äussert sich im Einzelnen zu Fragen der in- haltlichen R ichtigkeit um strittener Antw orten des Beschw erdeführers. Es führt aus, es rechtfertige sich, dem Beschw erdeführer für die Aufgabe 4e einen zusätzlichen Punkt zu erteilen. In Bezug auf Frage 1a erklärt das Bundesam t, das Prüfungsreglem ent schliesse die Erteilung von M inus- punkten nicht aus. D aher liege es im Erm essen der Prüfungskom m ission, w elche Bew ertungsm ethode es anw enden w olle. Es gebe keine H inw eise darauf, dass die Prüfungskom m ission das R echtsgleichheitsgebot verletzt hätte. W eiter bestehe keine Verpflichtung, auf dem Aufgabenblatt anzuge- ben, w ie viele Punkte erzielt w erden könnten oder ob M inuspunkte erteilt w ürden. W as das Argum ent des Beschw erdeführers angehe, er hätte ge- w isse Antw orten nicht gegeben, w enn er über die N egativbew ertung infor- m iert gew esen w äre, so könne er daraus nichts für sich ableiten. D ie Prü- fungskom m ission habe nur von ihrem R echt G ebrauch gem acht, die Auf- gabe so auszugestalten, dass "Ausw ahlsendungen" in den Antw orten be- straft w ürden. Auch aus der Tatsache, dass bei einigen Aufgaben angege- ben w orden sei, dass M inuspunkte erteilt w ürden, könne der Beschw erde- führer nichts zu seinen G unsten ableiten, da es sich bei jenen Aufgaben um M ultiple C hoice Fragen und nicht um offene Fragen handle. W as die an den Vorbereitungskursen verm ittelten Inhalte angehe, so w ürden diese die Prüfungskom m ission nicht binden. Es sei ein W esensm erkm al von hö- heren Fachprüfungen, dass sie unabhängig von Vorbereitungskursen durchzuführen seien. Für das Parteigutachten von D r. Sager gelte der G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung. D ie Prüfungskom m ission beantragt m it Vernehm lassung vom 10. Juli 2006 die Abw eisung der Beschw erde. Sie führt aus, im R ahm en der N achkor- rektur im Beschw erdeverfahren sei zw ar geschrieben w orden, der Be- schw erdeführer könne m axim al 7.33 zusätzlich erhalten, doch sollten es infolge der zu grosszügigen Bew ertung bei den Fragen 2b und 2d nur 5.33 Punkte sein. Som it fehlten ihm 6.46 Punkte zum Bestehen der Prüfung. D ie G renzfallregelung der Prüfungskom m ission sehe vor, dass Kandidaten m it einem knapp ungenügenden Prüfungsresultat m axim al 2.5 zusätzliche Punkte erteilt w erden könnten, falls dies zum Bestehen der Prüfung führe. Lege ein Kandidat Beschw erde ein, so zählten diese zusätzlichen Punkte aber nicht m ehr, da anlässlich von Beschw erdeverfahren alle Punkte im D etail kontrolliert w ürden. D a der Beschw erdeführer zu allen Aufgaben R ü- gen vorgebracht habe, seien alle U nsicherheiten in der Bew ertung durch die erneute Korrektur beseitigt. D aher m üsse der Beschw erdeführer 80.3 Punkte erzielen, um die Prüfung zu bestehen. Bei der Bew ertung der Fra- ge 1a seien keine M inuspunkte vergeben w orden. Es seien bloss keine Punkte für falsch beantw ortete Them enkreise erteilt w orden. Beim Them a "Vorteile des Schw eizer Im m obilienm arktes" habe der Beschw erdeführer Preisentw icklung und Preishöhe m iteinander verw echselt. Beim Them a "N achteile des Schw eizer Im m obilienm arktes im Vergleich zu anderen 6 Ländern" habe er anstelle der verlangten zw ei nur einen N achteil angege- ben, der jedoch falsch sei. Sein Argum ent könne sogar als Vorteil für be- stim m te Anleger gew ertet w erden. Er erw ähne die Situation in anderen Ländern, führe aber nicht aus, ob er darin Vor- oder N achteile erblicke. D ie Antw ort des Beschw erdeführers zum Them a "W irtschaftsbedingungen" gebe fast keine Auskunft über generelle W irtschaftsbedingungen. Er spre- che nur den hohen Preis auf dem Im m obilienm arkt an. O bw ohl diese Ant- w ort nicht vollständig gew esen sei, habe der Beschw erdeführer einen Punkt erhalten. D ie Antw ort zum Them a "Steuersystem " sei falsch, da ins- titutionelle Anleger, die in Ertragsliegenschaften investierten, von erw ähn- ter Steuer ausgenom m en seien. Beim Them a "R egulierungen" habe der Beschw erdeführer die beiden m öglichen Punkte erhalten, obw ohl seine Antw ort nicht ganz korrekt gew esen sei. W as die Frage 3b angehe, so sei kein Punkt zu erteilen, w enn ein Kandidat lediglich eine Form el aus der Form elsam m lung abschreibe, ohne eine Zahl einzusetzen. Bei Frage 4e sei die Antw ort des Beschw erdeführers, w onach die N aegeli M ethode eine M ethode für die Schätzung von Liegenschaften sei, falsch. Es gehe dabei um eine Schätzung von Land und nicht von G ebäuden. D ie Antw ort "je hö- her die Zahl, desto höher der W ert der Liegenschaft" sei falsch bezie- hungsw eise unpräzis. Je höher die Lageklasse, desto höher sei der relati- ve Landanteil. Zudem fehle in dieser Antw ort ein fundam entales Elem ent der M ethode, die R elation zw ischen Einkom m en bei M iete, dem Totalw ert einer Liegenschaft und dem Landw ert. D . M it Schreiben vom 17. Juli 2006 nim m t der Beschw erdeführer Stellung zu den Vernehm lassungen des Bundesam tes und der Prüfungskom m ission. Er führt aus, dem Schreiben der Prüfungskom m ission vom 11. Juli 2005 lasse sich kein H inw eis auf zusätzlich erteilte Punkte entnehm en. D ie G renzfallregelung m üsse unabhängig von allfälligen Beschw erden auf alle Prüfungskandidaten angew endet w erden. Aus dem Bew ertungsschem a zu Frage 1a gehe eindeutig hervor, dass M inuspunkte für falsche Antw orten vergeben w orden seien. W ürden bei einem Teil der Aufgaben M inuspunkte erteilt, so m üssten die Kandidaten im U m kehrschluss davon ausgehen dür- fen, dass bei den übrigen Aufgaben keine solchen erteilt w ürden. D ie Auf- fassung der Prüfungskom m ission zur N aegeli M ethode stehe den M einun- gen von D r. Scognam iglio und D r. Sager entgegen. Es treffe nicht zu, dass er die um strittene Form el der Antw ort zu Frage 3b ohne w eitere Ü berle- gungen und W issen aus der Form elsam m lung habe abschreiben können. Er habe drei Form eln aufgeführt, w ovon sich nur zw ei aus der Form els- am m lung entnehm en liessen. D a das Bundesam t im vorliegenden Verfah- ren von einer G esam tpunktzahl von 76.84 Punkten ausgehe, fehlten ihm zum Erreichen des G renzw ertes von 77.8 Punkten nur 0.96 Punkte. E. M it Schreiben vom 22. Septem ber 2006 nim m t die Prüfungskom m ission ih- rerseits Stellung zu den Ausführungen des Beschw erdeführers vom 17. Juli 2006. Sie führt im W esentlichen aus, die G renzfallregelung gelan- ge für Kandidaten, die einen R ekurs einlegten, nicht m ehr zur Anw endung, da alle eventuellen U nsicherheiten durch die N achkorrektur beseitigt w ür- den. D er Beschw erdeführer habe in seinem ersten R ekurs alle Fragestel-7 lungen gerügt, w as zur erneuten Korrektur aller Antw orten des Kandidaten geführt habe. M inuspunkte seien keine vergeben w orden, da ansonsten der Beschw erdeführer keine statt der 4 Punkte erhalten hätte. Ü berdies er- halte ein Kandidat für die Abschrift einer Form el allein keine Punkte. D r. Scognam iglio bestätige, dass die Antort des Beschw erdeführers "...je hö- her die Zahl, desto höher der W ert der Liegenschaft" in dieser Form falsch bzw . unpräzise sei. N eben den 5.33 Punkten für die M ultiple C hoice Frage 12b seien keine w eiteren Punkte zu vergeben. Som it erreiche der Be- schw erdeführer ein Total von 73.84 Punkten und es fehlten ihm w eiterhin 6.46 Punkte. F. In Beantw ortung der Fragen der R ekurskom m ission EVD vom 22. N ovem ber 2006 legt die Prüfungskom m ission m it Schreiben vom 7. D ezem ber 2006 dar, die beiden Form eln unter Punkt 1.3 der Form els- am m lung seien vom Beschw erdeführer an die Fragestellung von Aufgabe 3b angepasst w orden. D ie gew ählte Schreibw eise sei zw ar anders als jene in der Form elsam m lung, bedeute jedoch dasselbe. In Bezug auf die R endi- te sei die Form el korrekt, bezüglich Varianz sei die Form el aber falsch. G . M it Schreiben vom 13. D ezem ber 2006 nim m t der Beschw erdeführer Stel- lung zum Schreiben der Prüfungskom m ission und führt aus, er habe die Form el für die Standardabw eichung selber hergeleitet, da diese nicht in der Form elsam m lung enthalten sei. Seine Form el sei im Ü brigen de- ckungsgleich m it derjenigen in der M usterlösung. H . M it Schreiben vom 22. D ezem ber 2006 hält die Prüfungskom m ission daran fest, dass die Form el nicht korrekt sei. D er Beschw erdeführer habe an der Prüfung eine generelle Form el gew ählt, die nur deshalb m it den Zahlen dar M usterlösung übereinstim m e, w eil die Standardabw eichung der H ypothek = 0 und die Korrelationen der H ypothek m it den W ertschriften "Im m obilie" und "Aktiven" ebenfalls = 0 sei. D ies habe der Beschw erdeführer nicht er- w ähnt. I. Am 8. M ärz 2007 beauftragt das Bundesverw altungsgericht Professor Philippe Thalm ann von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) m it der Erstellung eines G utachtens zur Bew ertung der Lösungen des Beschw erdeführers zu den Prüfungsaufgaben 1b, 3b und 4e im Fach "R eal Estate Valuation and Analysis (zw eiter Teil)". J. M it Expertise vom 25. M ärz 2006 nim m t der beauftragte G utachter aus- führlich Stellung zu den Aufgaben 1b, 3b und 4e. K. M it Schreiben vom 26. M ärz 2006 nim m t die Prüfungskom m ission Stellung zum Ergebnis der Expertise und hält w eiterhin an der Abw eisung der Be- schw erde fest. D er Beschw erdeführer erhalte auch vom Experten dieselbe Anzahl Punkte zugesprochen, w ie bereits von der Prüfungskom m ission. M it Schreiben vom 26. April 2006 reicht der Beschw erdeführer seinerseits eine Stellungnahm e zur Expertise ein und beantragt die G utheissung der Beschw erde. Zusätzlich reicht der Beschw erdeführer ein Privatgutachten von Professor Axel Keel der U niversität St. G allen (H SG ) ein.8 Auf die erw ähnten und w eitere Vorbringen w ird, sow eit sie rechtserheblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel (Art. 53 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verw altungsgerichtsge- setz, VG G , SR 173.32]). D er Entscheid des Bundesam tes vom 26. April 2006 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Bun- desgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 dar (Vw VG , SR 172.021). N ach Art. 31 und Art. 33 Bst. d VG G i.V.m . Art. 5 und Art. 44 Vw VG können Verfügungen des Bundesam tes für Berufsbil- dung und Technologie m it Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht angefochten w erden. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 Satz 2 VG G ). D er Beschw erdeführer hat am vorinstanzli- chen Verfahren teilgenom m en, ist als Adressat der angefochtenen Verfü- gung durch diese berührt und hat deshalb ein schutzw ürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschw erdeführung legiti- m iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 Vw VG ), der Vertreter hat sich rechtsgenüglich ausge- w iesen (Art. 11 Abs. 2 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgem äss be- zahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. Am 1. Januar 2004 ist das Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 13. D ezem ber 2002 (Berufsbildungsgesetz, BBG , SR 412.10) in Kraft ge- treten. Es löste das (alte) Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 19. April 1978 ab (aBBG , AS 1979 1687, 1985 660, 1987 600, 1991 857, 1992 288 2521, 1996 2588, 1998 1822, 1999 2374, 2003 187). Zum sel- ben Zeitpunkt hat die Verordnung über die Berufsbildung vom 19. N ovem ber 2003 (Berufsbildungsverordnung, BBV, SR 412.101) die (alte) Verordnung über die Berufsbildung vom 7. N ovem ber 1979 abgelöst (aBBV, AS 1979 1712, 1985 670, 1990 848, 1993 7, 1996 208, 1998 1822, 2001 979). N ach (neuem ) BBG kann die höhere Berufsbildung durch eine eidgenössi- sche Berufsprüfung, eine eidgenössische höhere Fachprüfung oder durch eine eidgenössisch anerkannte Bildung an einer höheren Fachschule er- w orben w erden (vgl. Art. 27 Bst. a und b BBG ). D ie zuständigen O rganisa- tionen der Arbeitsw elt regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Q ualifikationsverfahren, Ausw eise und Titel. Sie berücksichtigen dabei an- schliessende Bildungsgänge. D ie Vorschriften unterliegen der G enehm i- gung durch das Bundesam t (Art. 28 Abs. 2 BBG ). Bereits nach dem bishe- rigen R echt konnten die Berufsverbände vom Bund anerkannte höhere 9 Fachprüfungen veranstalten (Art. 51 Abs. 1 aBBG und Art. 44 Abs. 1 aBBV). Sie hatten darüber ein R eglem ent aufzustellen, das der G enehm i- gung des Eidgenössischen Volksw irtschaftsdepartem ents bedurfte (Art. 51 Abs. 2 aBBG und Art. 45 aBBV). G estützt auf die D elegationsbestim m ungen des alten Berufsbildungsgeset- zes hat die Trägerschaft der höheren Fachprüfung für Finanz- und Anlage- experten, die Schw eizerische Vereinigung für Finanzanalyse und Verm ö- gensverw altung, im Jahr 1998 das R eglem ent über die höhere Fachprü- fung für Finanz- und Anlageexperten erlassen (R eglem ent; vgl. BBl 1998 I 200). D ie am 14. Septem ber 2000 geänderte Fassung dieses R eglem ents w urde erstm als für die Prüfung 2001 angew andt. 3. G em äss diesem R eglem ent soll durch die Prüfung festgestellt w erden, ob die Kandidaten über die notw endigen theoretischen und praktischen Kenntnisse zur Ausübung des Berufes Finanz- und Anlageexperten verfü- gen (Art. 2 R eglem ent). D ie D urchführung der Prüfungen obliegt der Prü- fungskom m ission (Art. 3 Abs. 1 R eglem ent). D er Prüfungsstoff ist in der Prüfungsw egleitung für die höhere Fachprüfung für Finanz- und Anlageex- perten (W egleitung) näher um schrieben. D ie Prüfung besteht aus einer Zw ischenprüfung und einer Schlussprüfung m it je drei schriftlichen Prüfun- gen. D ie Zw ischenprüfung beinhaltet die Them en "Analyse und Bew ertung von Aktien, Finanzbuchhaltung und Finanzanalyse, C orporate Finance", "Analyse und Bew ertung verzinslicher W ertpapiere, Volksw irtschaft" sow ie "Analyse und Bew ertung von D erivaten, Portfolio M anagem ent". D ie Schlussprüfung beinhaltet die Them en "Im m obilien", "Bankversicherun- gen" sow ie "R echt und Steuern" (Art. 15 R eglem ent). D ie Prüfungsarbeiten w erden m it den N oten 1.0 bis 6.0 bew ertet, w obei die N ote 4.0 und höhere N oten genügende Leistungen, N oten unter 4.0 ungenügende Leistungen bezeichnen. Andere als halbe Zw ischennoten sind nicht zulässig (Art. 16 R eglem ent). D ie Prüfung gilt als bestanden, w enn das arithm etische M ittel der Prüfungsnoten höher oder gleich 4.0 ist, nur eine N ote unter 4.0 und keine N ote unter 3.0 liegt (Art. 17 R eglem ent). 4. N ach Art. 49 Vw VG kann m it der Verw altungsbeschw erde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes sow ie U nangem essenheit der angefochtenen Verfü- gung, gerügt w erden. W ie der Bundesrat (VPB 62.62 E. 3, 56.16 E. 2.1) und das Bundesgericht (BG E 121 I 225 E. 4b, 118 Ia 488 E. 4c, 106 Ia 1 E. 3c) auferlegt sich auch das Bundesverw altungsgericht bei der Ü berprü- fung von Exam ensleistungen Zurückhaltung, indem es in Fragen, die sei- tens der Verw altungsbehörden naturgem äss schw er überprüfbar sind, nicht ohne N ot von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prüfungsorgane und Experten abw eicht. D ies deshalb, w eil der R echtsm ittelbehörde zu- m eist nicht alle m assgebenden Faktoren der Bew ertung bekannt sind und es ihr in der R egel nicht m öglich ist, sich ein zuverlässiges Bild über die G esam theit der Leistungen des Beschw erdeführers in der Prüfung und der 10 Leistungen der übrigen Kandidaten zu m achen. Ü berdies haben Prüfungen häufig Spezialgebiete zum G egenstand, in denen die R echtsm ittelbehörde über keine eigenen Fachkenntnisse verfügt. Eine freie Ü berprüfung der Exam ensbew ertung w ürde zudem die G efahr von U ngerechtigkeiten und U ngleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen. D aher hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass die Bew ertung von schulischen Leistungen von der R echtsm ittelbehörde nicht frei und um fassend, son- dern nur m it Zurückhaltung zu überprüfen sei (vgl. BG E 118 Ia 488 E. 4c, 106 Ia 1 E. 3c m it Verw eis auf M AX IM B O D EN / R EN É A. R H IN O W , Schw eizeri- sche Verw altungsrechtsprechung, Band I, Basel und Frankfurt am M ain 1976, N r. 66 B II a, d und V a, und N r. 67 B III c). D iese Zurückhaltung rechtfertigt sich allerdings nur bei der Bew ertung von Prüfungsleistungen. Sind dem gegenüber die Auslegung und Anw endung von R echtsvorschrif- ten streitig oder w erden Verfahrensm ängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die R echtsm ittelbehörde die erhobenen Einw endungen m it freier Kognition zu prüfen, andernfalls sie eine form elle R echtsverw eigerung begeht (vgl. BG E 106 Ia 1 E. 3c; VPB 56.16 E. 2.2; R EN É A. R H IN O W / BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, N r. 80 B I f). 5. In verfahrensm ässiger H insicht rügt der Beschw erdeführer, ihm sei im Ver- fahren vor dem Bundesam t der Bew ertungsraster im Fach Im m obilien vor- enthalten w orden. W eiter gebe der angefochtene Entscheid seine R ügen in Bezug auf das Fach Im m obilien zw ar w ieder, setze sich aber nicht m it allen im Einzelnen auseinander. M it diesen R ügen m acht der Beschw erdeführer sinngem äss eine Verlet- zung seines Anspruchs auf rechtliches G ehör geltend. 5.1 D er Anspruch auf rechtliches G ehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, BV, SR 101) ist gem äss konstanter Praxis des Bundesgerichts form eller N atur. Sofern der M angel nicht geheilt w erden kann, hat seine Verletzung die Aufhebung des angefochtenen Entscheides zur Folge, und zw ar auch dann, w enn der Beschw erdeführer kein m aterielles Interesse nachzuw eisen verm ag (R H IN O W / KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 87 l. m it Verw eisen auf die R echtspre- chung). N ach der Form ulierung des Bundesgerichtes gew ährleistet der G ehörsan- spruch allen Personen, die vom Ausgang eines Verfahrens m ehr als die Allgem einheit betroffen w erden könnten, das R echt auf M itw irkung und Einflussnahm e (vgl. hiezu und zum Folgenden: LO R EN Z KN EU BÜ H LER , G ehörs- verletzung und H eilung in: ZBl 1998, S. 97 ff., insb. S. 100 m it H inw eis auf BG E 116 Ia 94 E. 3b). D azu gehört eine ganze R eihe von Verfahrensga- rantien, insbesondere das R echt des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine R echtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, er- hebliche Bew eise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehm en, m it er- heblichen Bew eisanträgen gehört zu w erden und an der Erhebung w esent-11 licher Bew eise entw eder m itzuw irken oder sich zum indest zum Bew eiser- gebnis zu äussern, w enn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflus- sen (BG E 122 I 53 E. 4a, 120 Ib 379 E. 3b, je m it w eiteren H inw eisen). D es W eiteren gehört zum Anspruch auf rechtliches G ehör die Pflicht der entscheidenden Behörde, ihren Entscheid zu begründen. D ie Begründung eines R echtsm ittelentscheides hat aufzuzeigen, dass sich die entscheiden- de Behörde m it allen w esentlichen Sachverhaltselem enten und rechtlichen Vorbringen der Parteien auseinandergesetzt hat. D ie Behörde kann sich dabei auf die für den Entscheid w esentlichen G esichtspunkte beschränken (vgl. BG E 126 I 97 E. 2b; 126 V 75 E. 5b/dd; IM BO D EN / R H IN O W , a.a.O ., N r. 85 B III c). D abei darf sie aber nur jene Argum ente der Parteien still- schw eigend übergehen, die erkennbar unbehelflich sind (IM BO D EN / R H IN O W , a.a.O ., N r. 82 B IV a). N ach der Praxis des Bundesgerichts kann eine G ehörsverletzung im R echtsm ittelverfahren geheilt w erden, w enn die Beschw erdeinstanz in Sach- und R echtsfragen über dieselbe Kognition verfügt w ie die Vorins- tanz und dem Betroffenen dieselben M itw irkungsrechte w ie vor dieser zu- stehen (vgl. JÖ R G PAU L M Ü LLE R , G rundrechte in der Schw eiz, 3. Auflage, Bern 1999, S. 517; BG E 116 Ia 94 E 2). 5.2 D er Beschw erdeführer m acht geltend, er habe anhand der ihm zur Begrün- dung der vorliegenden Beschw erde durch das Bundesam t zugestellten vorinstanzlichen Akten festgestellt, dass sich unter den Beilagen zur D u- plik der Prüfungskom m ission unter anderem die "M usterlösung sam t Be- w ertungsschem a" für das Fach Im m obilien befunden habe. D er "Bew er- tungsraster" sei ihm jedoch im Verfahren vor dem Bundesam t vorenthalten w orden, obw ohl er in seiner Triplik ausdrücklich darauf hingew iesen habe. Aus den vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass die G ew ichtung der Teil- antw orten bei säm tlichen Aufgaben des Fachs Im m obilien ausser der Fra- ge 1a im Text der M usterlösung integriert sow ie teilw eise zusätzlich - oder ausschliesslich - von H and am Seitenrand der M usterlösung notiert ist. D ie M usterlösung ist als Beilage der D uplik verm erkt, indessen belegt dieser Verm erk nicht zw ingend, dass dem Beschw erdeführer eine M usterlösung m it diesen handschriftlichen Bem erkungen zugestellt w urde. W ie es sich dam it genau verhält, kann vorliegend aber offen gelassen w er- den. U nbestritten ist, dass dem Beschw erdeführer m it Schreiben des Bun- desam tes vom 5. M ai 2006 die M usterlösung m it der handschriftlichen An- gabe der Punkte für Teilantw orten bei den Fragen 1a, 1b, 1c, 3a, 3b, 3c, 4a, 4b, 4c, 4d, 4e zugestellt w urde. D ie Punktzahl für Teilantw orten bei der Frage 1a w iederum geht aus der Stellungnahm e der Prüfungskom m ission vom 10. Juli 2006 hervor. D am it kann eine allfällige Verletzung des Akten- einsichtsrechts im Sinne der bundesgerichtlichen R echtsprechung als ge- heilt betrachtet w erden. 5.3 W as die R üge des Beschw erdeführers angeht, der angefochtene Ent- scheid gebe seine R ügen zw ar w ieder, setze sich aber im Einzelnen nur 12 m it zw ei Aufgaben auseinander, so ist festzuhalten, dass grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, w enn sich das Bundesam t aus den in Erw ä- gung 4 dargelegten G ründen eine gew isse Zurückhaltung bei der Ü berprü- fung der Bew ertung durch die Exam inatoren auferlegt hat. D iese Zurück- haltung darf indessen nicht sow eit gehen, dass auf die Stellungnahm en der Exam inatoren abgestellt w ird, ohne anhand der Aufgabenstellung und der Lösungen des Beschw erdeführers nachzuprüfen, ob die Begründung durch die Exam inatoren nachvollziehbar und einleuchtend ist. D ies jeden- falls dann nicht, w enn und sow eit der Beschw erdeführer substantiierte Ein- w ände gegen die Bew ertung durch die Exam inatoren erhebt. W ie es sich dam it im vorliegenden Fall im Einzelnen verhält, kann indes- sen offen bleiben, da auch eine allfällige Verletzung der Prüfungs- und Be- gründungspflicht der Vorinstanz im Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht geheilt w erden kann. 6. U rsprünglich w urden dem Beschw erdeführer im Fach Im m obilien 68.51 Punkte erteilt, w as die N ote 3.50 ergab. U nbestritten ist, dass gem äss N o- tenskala 80.29 Punkte erforderlich w ären, um die N ote 4 zu erreichen. D er Beschw erdeführer geht davon aus, ihm seien im R ahm en der N ach- korrektur durch die Exam inatoren w ährend dem Beschw erdeverfahren vor dem Bundesam t zusätzliche 7.33 Punkte erteilt w orden. D ie Prüfungskom - m ission dagegen m acht geltend, der Beschw erdeführer habe zw ar für sei- ne Antw ort auf die Frage 4d zw ei zusätzliche Punkte sow ie bei der Frage 12b zusätzlich 5.33 Punkte erhalten, doch sollten es w egen der zu gross- zügigen Korrektur bei den Fragen 2b und 2d eigentlich nur 5.33 zusätzli- che Punkte sein. N ach der Praxis des Bundesverw altungsgerichts bzw . derjenigen der ehe- m aligen R ekurskom m ission EVD ist es zw ar nicht grundsätzlich unzuläs- sig, die Bew ertung einzelner Aufgaben im Beschw erdeverfahren zu U n- gunsten des Beschw erdeführers zu verändern. D ies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die N achkorrektur ergibt, dass die Erstkorrekto- ren das ihnen zustehende Erm essen überschritten haben (U rteil des Bun- desverw altungsgerichts B-2204/2006 vom 28. M ärz 2007; unveröffentlich- ter Beschw erdeentscheid der R ekurskom m ission EVD vom 10. O ktober 2005 i.S. B. [H B/2005-13]). Im vorliegenden Fall geht indessen aus der Stellungnahm e des m it der N achkorrektur beauftragten Exam inators nicht hervor, dass ein derartiger Erm essensfehler vorlag. Seine Schlussfolge- rungen lauteten "D ie Frage w urde grosszügig bew ertet" und "D ie Frage w urde eher grosszügig bew ertet". Ein Antrag, dass bzw . in w elchem Aus- m ass die Bew ertung zu ändern und dem Beschw erdeführer ein w eiterer Abzug zu m achen sei, ergibt sich aus dieser Stellungnahm e jedoch nicht. Entgegen der D arstellung der Prüfungskom m ission beträgt die Punktezahl des Beschw erdeführers nach der N achkorrektur im vorinstanzlichen Ver- fahren som it 75.84, und nicht 73.84 Punkte.13 7. U m stritten ist w eiter die Frage einer Anw endung der G renzfallregelung auf den Beschw erdeführer. D ie Prüfungskom m ission m acht geltend, da der Beschw erdeführer in allen Fragen R ekurs eingelegt habe und bei der N achkorrektur w ährend des Beschw erdeverfahrens alle eventuellen U nsi- cherheiten bei den Korrekturen beseitigt w orden seien, habe er keinen An- spruch darauf, dass diese R egel auch auf ihn angew andt w erde. 7.1 Im R ahm en des Berufsbildungsgesetzes existiert keine allgem ein gültige G renzfallregelung. Falls w eder in den jew eiligen Prüfungsreglem enten noch in den W egleitungen eine R egelung für G renzfälle getroffen w urde, darf die Prüfungskom m ission grundsätzlich selber Kriterien zur Behand- lung von G renzfällen aufstellen. D iese Kom petenz ergibt sich aus der Be- fugnis der Prüfungskom m ission, die N oten jedes Kandidaten endgültig festzusetzen und über das Bestehen der Prüfung zu entscheiden (vgl. Art. 14 R eglem ent). D abei steht es im Erm essen der Prüfungskom m ission, w as sie als G renz- fall definiert und w ie sie in derartigen Fällen vorgehen w ill. D ie G renzfallre- gelung m uss aber sachlich vertretbar sein und rechtsgleich für alle Prü- fungskandidaten zur Anw endung gelangen. 7.2 D er Inhalt der G renzfallregelung der Prüfungskom m ission ist an sich un- um stritten und aktenkundig. D em nach w erden Kandidaten m it einem knapp ungenügenden Prüfungsresultat m axim al 2.5 zusätzliche Punkte er- teilt, sofern dies zum Bestehen der Prüfung führt. D ie Prüfungskom m ission m acht in ihrer Vernehm lassung jedoch geltend, diese zusätzlichen Punkte zählten nicht m ehr, w enn ein Kandidat Beschw erde einlege, da anlässlich von Beschw erdeverfahren alle Punkte im D etail kontrolliert w ürden. D ie Prüfungskom m ission vertritt dam it offenbar die Auffassung, die Verga- be einer bestim m ten Anzahl Punkte im R ahm en einer G renzfallregelung diene dazu, allfällige "U nsicherheiten" bei der ursprünglichen Korrektur zu beseitigen. D ieser M einung kann indessen nicht gefolgt w erden: In den G enuss von zusätzlichen "geschenkten" Punkten gem äss einer G renzfallregelung kom m en Kandidaten einzig desw egen, w eil ihre Punkt- zahl sehr knapp unterhalb der erforderlichen G renze liegt. O b ihnen die letzten Punkte w egen ihrer eigenen ungenügenden Leistung oder w egen M ängeln in der Korrektur fehlen, ist unerheblich: Auch ein Kandidat, des- sen Arbeit fehlerfrei korrigiert w urde, hat Anspruch darauf, dass die G renz- fallregelung auf ihn angew andt w ird, sofern er die grenzfallspezifischen Voraussetzungen erfüllt. R ügt ein Kandidat in einem Beschw erdeverfahren, seine Lösung seiner Aufgabe sei zu niedrig bew ertet w orden, und gestehen ihm die Prüfungs- kom m ission oder die Exam inatoren für diese Aufgabe eine bestim m te An- zahl zusätzlicher Punkte zu, so anerkennen sie dam it, dass die ursprüngli-14 che Korrektur diesbezüglich fehlerhaft w ar. M it der Erhöhung der Punkt- zahl um diese Punkte w ird som it nur der Zustand einer fehlerfreien Korrek- tur hergestellt. Es w äre offensichtlich stossend, w enn ein Kandidat, nur w eil die Exam inatoren seine Prüfungsarbeit ursprünglich fehlerhaft korri- giert haben, schlechter gestellt w ürde als ein M itkandidat, dessen Arbeit von Anfang an fehlerfrei korrigiert w urde. D er Anspruch auf R echtsgleich- heit verbietet es daher, die Anw endung einer G renzfallregelung auf Kandi- daten zu beschränken, w elche keine Beschw erde erhoben haben. In Anw endung der G renzfallregelung der Prüfungskom m ission hätte der Beschw erdeführer som it ebenfalls Anspruch auf die Erteilung von zusätzli- chen 2.5 Punkten, sofern er dam it die Prüfung bestehen w ürde. D am it re- duziert sich die Anzahl der ihm noch fehlenden Punkte auf 1.96. 8. D er Beschw erdeführer rügt im Fach Im m obilien die Bew ertung seiner Lö- sungen bei den Aufgaben 1a, 3b und 4e. D as Bundesverw altungsgericht holte zur Frage der korrekten Bew ertung dieser Aufgaben ein G utachten bei Professor Philippe Thalm ann von der EPFL ein. 8.1 Bei der Frage 1a m acht der Beschw erdeführer zunächst geltend, aus dem Bew ertungsschem a gehe eindeutig hervor, dass ihm für die beiden als falsch bew erteten Aussagen insgesam t vier M inuspunkte abgezogen w or- den seien. D a bei einem Teil der Aufgaben bereits in der Aufgabenstellung angegeben w orden sei, dass die Erteilung von M inuspunkten vorgesehen sei, hätten die Kandidaten im U m kehrschluss davon ausgehen dürfen, dass dies bei den übrigen Aufgaben nicht der Fall sei. D ie Prüfungskom m ission bestreitet, dass für falsche Antw orten Punkte ab- gezogen w orden seien. D ie Exam inatoren legen in der Vernehm lassung im Einzelnen dar, w ie diese Aufgabe allgem ein und die Leistung des Be- schw erdeführers im Besonderen bew ertet w orden seien. Sie betonen ex- plizit, dass sie bei der Bew ertung dieser Aufgabe keine M inuspunkte abge- zogen hätten. Für falsch beantw ortete Them enkreise seien keine Punkte erteilt w orden. D iese Ausführungen stehen in einem offensichtlichen W iderspruch zu den handschriftlichen Bem erkungen "correct point 2" und "incorrect point -2" auf der M usterlösung. D ie M usterlösung m it diesen handschriftlichen An- m erkungen zur Bew ertung w urde von der Prüfungskom m ission selbst im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens eingereicht, w eshalb an sich da- von auszugehen ist, dass es sich dabei um das offizielle Bew ertungssche- m a handelt. D er W iderspruch zw ischen diesem Bew ertungsschem a und der von den Exam inatoren dargelegten Art und W eise der Bew ertung bleibt unerklärt. D er Experte geht in seinem G utachten ebenfalls davon aus, dass das Be- w ertungsschem a vorgibt, für falsche Antw orten, allenfalls sogar für korrek- te Ausführungen ausserhalb des Them as, Punkte abzuziehen. Er erachtet 15 es indessen als w ichtig, dass eine derartige Bew ertungsw eise den Kandi- daten vorgängig in der Aufgabenstellung kom m uniziert w ird. Angesichts der konkreten Bew ertung der Aufgabe 1a glaubt er aber nicht, dass die Ex- am inatoren effektiv Punkte abgezogen haben. U m der diesbezüglichen U nsicherheit R echnung zu tragen, beurteilt er die Bew ertung nach beiden Bew ertungsm ethoden, d.h. ebenfalls unter der Annahm e, dass nur positive Punkte erteilt und keine M inuspunkte abgezogen w urden. N ach beiden M ethoden gelangt er zum gleichen R esultat. U nter diesen U m ständen kann die Frage vorerst offen gelassen w erden, ob die Exam inatoren effek- tiv M inuspunkte abgezogen haben bzw . ob diese Art der Bew ertung ohne besonderen H inw eis in der Aufgabenstellung überhaupt zulässig gew esen w äre. 8.2 D er Beschw erdeführer beantragt bei der Frage 1a, ihm sei m indestens die H älfte der erreichbaren Punkte zu erteilen, da er zu allen sechs Them en- kreisen, nach denen gefragt w orden sei, Ausführungen gem acht habe. Er führt aus, beim Them a "W irtschaftsbedingungen" sei das in der M usterlö- sung verlangte Stichw ort "high quality standards" in seiner Antw ort zu den generellen W irtschaftsbedingungen auf D eutsch zu finden. Zudem decke sich das Stichw ort "high standard of living" grösstenteils m it seiner Ant- w ort, w onach in der Schw eiz hohe Löhne bestünden. D ie Exam inatoren halten hierzu fest, die Antw ort des Beschw erdeführers gebe fast keine Auskunft über generelle W irtschaftsbedingungen w ie bei- spielsw eise schw ache Inflation oder stabile W irtschaft. Er spreche nur den hohen Preis auf dem Im m obilienm arkt an. O bw ohl die Antw ort des Be- schw erdeführers nicht vollständig gew esen sei und das von ihm vorge- brachte Argum ent relativiert w erden könne, habe er einen von zw ei m ögli- chen Punkten erhalten. Beim Them a "Vorteile des Schw eizer Im m obilien- m arktes" sei die N ennung zw eier Vorteile erw artet w orden, für die je 2 Punkte zu erteilen gew esen seien. D er Beschw erdeführer habe einen Vor- teil genannt, dafür aber nur einen Punkt erhalten. D ies, w eil er Preisent- w icklung und Preishöhe m iteinander verw echselt habe. Beim Them a "N achteile des Schw eizer Im m obilienm arktes im Vergleich zu anderen Ländern" sei die Angabe zw eier N achteile erw artet w orden. D er Beschw er- deführer habe einen N achteil angegeben, der jedoch falsch sei. D as von ihm vorgebrachte Argum ent könne sogar als Vorteil für bestim m te Anleger gew ertet w erden. W eiter habe er die Situation in anderen Ländern er- w ähnt, aber nicht ausgeführt, ob er darin Vor- oder N achteile erblicke. D a- her habe der Beschw erdeführer für dieses Them a keinen Punkt erhalten. D ie Antw ort des Beschw erdeführers zum Them a "Steuersystem " sei falsch, da institutionelle Anleger, die in Ertragsliegenschaften investierten, von der erw ähnten Steuer ausgenom m en seien. D eshalb habe der Be- schw erdeführer keinen der beiden m öglichen Punkte erhalten. D er Experte führt aus, die Ausführungen des Beschw erdeführers zur steu- erlichen Behandlung des Eigenheim s seien ausserhalb des Them as, dieje- nigen zu den hohen Preisen seien dagegen richtig und verdienten 2 Punk-16 te. D ie Antw ort zum M ietrecht sei nur teilw eise richtig und könne daher nur m it einem Punkt bew ertet w erden. D ie Auskunft zum "W achstum sei zu un- präzis, w eshalb sie keinen Punkt verdiene. D ie Ausführungen zu den N achteilen des Im m obilienm arktes seien zw ar relevant, aber m indestens teilw eise falsch, w eshalb ein Punkteabzug gerechtfertigt sei. D er Teil zu anderen europäischen Ländern sei richtig, aber belanglos für die gestellte Frage, w eshalb gem äss Bew ertungstabelle 2 Punkte abzuziehen seien. Selbst w enn m an davon ausgehe, dass keine Punkte hätten abgezogen w erden dürfen, sei die Bew ertung m it höchstens 4 Punkten für die ganze Aufgabe nicht zu beanstanden. 8.3 Bei der Frage 3b begründen die Exam inatoren ihre Bew ertung dam it, dass der Beschw erdeführer nur Form eln aus der zur Verfügung stehenden For- m elsam m lung abgeschrieben, aber keine eigenen Berechnungen gem acht habe. U m nachvollziehen zu können, ob ein Kandidat die Frage verstan- den habe, m üsse er Zahlen einsetzen. D er Beschw erdeführer rügt dagegen, er habe zu U nrecht keinen der m ögli- chen 9 Punkte erhalten, denn er habe drei Form eln aufgeführt, w ovon sich nur zw ei der Form elsam m lung entnehm en liessen. D er Experte führt aus, aufgrund der Lösung des Beschw erdeführers schliesse er, dass dieser die Form eln aus dem G edächtnis reproduziert habe. D ie erste Form el sow ie die allgem eine Form für die zw eite Form el fänden sich in der Form elsam m lung. D as (für die Anw endung der zw eiten Form el zusätzlich erforderliche) W issen, dass die Standardabw eichung die W urzel der Varianz sei, gehöre zum G rundw issen der Statistik. Ü berhaupt handle es sich um grundlegende Form eln der finanziellen Portfolioanalyse, w elche seiner M einung nach in einer Form elsam m lung auf diesem N iveau gar nicht enthalten sein m üssten. D ie Lösung des Beschw erdeführers sei insofern nicht ganz richtig, als er in seine Form el nur zw ei Aktiva eingetra- gen habe, obw ohl sich im Portfolio drei befunden hätten. R ichtig sei zw ar, dass die Standardabw eichung des dritten Aktivum gleich null sei, w eshalb die betreffenden Begriffe in der konkreten Berechnung entfallen seien. In der allgem einen Form el hätte m an dieses Aktivum aber berücksichtigen m üssen. D a der Beschw erdeführer in seiner Lösung nicht aufgezeigt habe, dass er diesen besonderen Aspekt realisiert habe, könne m an nicht sicher sein, dass er nicht einfach die geläufigere Form el der Varianz eines Portfo- lios m it zw ei Aktiva reproduziert habe. D ie w esentliche Schw ierigkeit der Aufgabe sei nicht darin gelegen, die Form eln zu finden, sondern sie zu be- nutzen und auf den konkreten Fall anzuw enden. D eshalb verdiene der Be- schw erdeführer nicht die H älfte der m öglichen Punkte. Angesichts der Zw eideutigkeit der Fragestellung, der Tatsache, dass der Beschw erdefüh- rer die zu benutzenden Form eln w iedergefunden habe, und des U m stan- des, dass die ganze Frage 9 Punkte w ert gew esen sei, hätte der Experte ihm einen Punkt erteilt. Es sei indessen eine Erm essensfrage, und m an könne verteidigen, dem Beschw erdeführer keinen Punkt zu erteilen.17 8.4 D er Beschw erdeführer argum entiert, in Frage 4e sei eine explizit kurze Antw ort gefordert gew esen. M it dem H inw eis auf die "N ägeli-M ethode" und einer kurzen U m schreibung habe er die Frage beantw ortet. Seine Lösung sei daher m it 4 statt nur einem Punkt zu bew erten. Ü berdies entspreche die Antw ort auch den Kursunterlagen. D ie Prüfungskom m ission hält dagegen fest, die N ägeli-M ethode" diene der Schätzung von Land, nicht von G ebäuden. D ie Lageklasse bezeichne den relativen Landanteil und nicht den W ert der Liegenschaft. D er Experte führt aus, der Beschw erdeführer habe die Frage in Teilberei- chen richtig beantw ortet, jedoch habe er nicht darauf verw iesen, dass je- der Lageklasse auch ein Koeffizient entspreche, der es erm ögliche, den M arktw ert einer Im m obilie aufgrund des M ieteinkom m ens oder aufgrund des W ertes des G ebäudes zu berechnen. D er Beschw erdeführer habe da- her zw ar erklärt, w as ein W ert der Lageklasse bedeute, aber nicht darge- legt, w ie m an diesen benutze, um eine Im m obilie zu bew erten. Auch nicht erklärt sei, dass die Klassen dazu dienten, den W ert eines G ebäudes zu schätzen, und dass vorliegend nach einer W ohnung und nicht einem G e- bäude gefragt w erde. W esentlich zur Beantw ortung der Frage sei m ithin, dass der Beschw erdeführer ausführe, w as eine Lageklasse sei, w ie diese Inform ation im allgem einen benutzt w erde, um den W ert einer Im m obilie zu schätzen, und w ie diese Inform ation im besonderen Fall einer W ohnung zur Anw endung gelange. D am it habe der Beschw erdeführer nur eines der drei w esentlichen Elem ente aufgeführt, w ofür ihm der Experte 2 der m ögli- chen 6 Punkte zusprechen könne. N ur einen Punkt zu erteilen, scheine ihm streng. 9. Solange konkrete H inw eise auf Befangenheit fehlen und die Beurteilung nicht als fehlerhaft oder völlig unangem essen erscheint, ist praxisgem äss auf die M einung der Exam inatoren abzustellen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Stellungnahm e insofern vollständig ist, als darin substanti- ierte R ügen des Beschw erdeführers beantw ortet w erden, und dass die Auffassung der Exam inatoren, insbesondere sow eit sie von derjenigen des Beschw erdeführers abw eicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl. die unveröffentlichten Beschw erdeentscheide der R EKO /EVD vom 13. Ja- nuar 1998 i. S. F. [97/H B-001] E. 8 und vom 10. April 2001 i. S. Z. [00/H B- 021] E. 4.1). Im vorliegenden Fall liegen nun aber verschiedene U m stände vor, w elche gew isse Zw eifel an der strikten N eutralität der Prüfungskom m ission w e- cken. Zum einen versuchte die Prüfungskom m ission, dem Beschw erdefüh- rer w ährend des Beschw erdeverfahrens bei den Aufgaben 2b und 2c w ie- der 2 Punkte abzuziehen, obw ohl kein entsprechender Antrag des Exam i- nators vorlag. W eiter verw eigerte sie dem Beschw erdeführer in offensicht- licher Verletzung des Anspruchs auf rechtsgleiche Behandlung die Anw en- dung der G renzfallregelung. H inzu kom m en die U ngereim theiten im Zu- sam m enhang m it dem Bew ertungsschem a für die Aufgabe 1a; diesbezüg-18 lich konnte die Prüfungskom m ission den W iderspruch zw ischen dem von ihr selbst eingereichten Bew ertungsschem a und der von ihr behaupteten Bew ertungsw eise nicht nachvollziehbar erklären. In Bezug auf die hier letztlich entscheidende Aufgabe 3b fällt auf, dass die Prüfungskom m ission ihre Verw eigerung jeglicher Punkte ausschliesslich dam it begründet, dass sich die vom Beschw erdeführer aufgeführten Form eln in der Form elsam m - lung fänden und daher gar keine eigene Leistung notw endig sei. D iese Be- gründung hat sich als nicht zutreffend erw iesen: In der Form elsam m lung gibt es zw ar eine Form el für die Berechnung der Portfoliovarianz, nicht aber für die Berechnung der Standardabw eichung; für diese m uss zusätz- lich berücksichtigt w erden, dass die Standardabw eichung die W urzel der Varianz ist, und die Form el für die Varianz m uss entsprechend adaptiert w erden. U nter diesen U m ständen rechtfertigt sich im vorliegenden Fall, nicht auf die Bew ertung durch die Exam inatoren, sondern auf diejenige durch den von der Prüfungskom m ission vorgeschlagenen und vom Bundesverw al- tungsgericht beauftragten unabhängigen G utachter abzustellen. 9.1 D ie dargelegte Zurückhaltung, die sich der R ichter bei der Ü berprüfung der Bew ertung durch Exam inatoren auferlegt, ist erst recht am Platz gegen- über der Fachm einung eines Sachverständigen, der nach Art. 12 Bst. e Vw VG zur Klärung des Sachverhalts beigezogen w orden ist (Art. 19 Vw VG i. V. m . Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom über den Bundeszivilprozess 4. D ezem ber 1947 [BZP, SR 273]). D as G utachten eines derartigen Sach- verständigen stellt eine Entscheidungshilfe für den R ichter dar, dessen W issen durch die besonderen Fachkenntnisse des Experten ergänzt w er- den soll. D ie Bew eisw ürdigung und die Beantw ortung der sich stellenden R echtsfragen bleiben Sache des R ichters; in technischen Fragen ist je- doch die Auffassung des Experten m assgebend, sofern diese nicht offen- sichtlich w idersprüchlich erscheint oder auf irrtüm lichen tatsächlichen Fest- stellungen beruht. G rundsätzlich w eicht der R ichter daher nicht ohne zw in- gende G ründe von der Einschätzung des Experten ab (BG E 118 Ia 144 E. 1c, BG E 118 V 286 E. 1b, m it w eiteren H inw eisen). Im vorliegenden Fall sind keine derartigen G ründe ersichtlich, von der Ein- schätzung des G utachters abzuw eichen. Entsprechend der M einung des G utachters hat der Beschw erdeführer daher für die Aufgabe 3b Anspruch auf einen Punkt und für die Aufgabe 4e auf zw ei statt nur auf einen Punkt. D am it erreicht der Beschw erdeführer 77.84 Punkte und gelangt in den Be- reich der G renzfallregelung, so dass er aufgrund der G renzfallregelung An- spruch auf w eitere 2.5 Punkte hat. D ies ergibt 80.34 Punkte. Für die N ote 4 im Fach "R eal Estate" sind 80.3 Punkte erforderlich. 10. D ie Beschw erde ist dem zufolge gutzuheissen und der Beschw erdeent- scheid des Bundesam tes und der Einspracheentscheid der Prüfungskom - m ission sind aufzuheben. D ie Prüfungskom m ission ist anzuw eisen, dem Beschw erdeführer ein neues Prüfungszeugnis m it der N ote 4.0 im Fach 19 "R eal Estate" auszustellen, und die Prüfungskom m ission und das Bundes- am t sind anzuw eisen, dem Beschw erdeführer das D iplom zu erteilen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschw erdeführer als obsie- gende Partei, w eshalb ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Keine Verfahrenskosten w erden Vorinstanzen auferlegt (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). D ie Beschw erdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw ach- sene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D er Beschw erdeführer hat sich in diesem Verfahren durch einen berufsm ässigen Anw alt vertreten lassen und ist als obsiegende Par- tei zu betrachten. Es ist ihm daher zu Lasten der Prüfungskom m ission eine angem essene Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 2 Vw VG i. V. m . Art. 7 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.3]). D er Vertreter des Beschw erdeführers hat keine Kostenno- te eingereicht. D ie Parteientschädigung ist som it von Am tes w egen und nach Erm essen auf Fr. 2'500.-- (einschliesslich Auslagen und M ehrw ert- steuer) festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VG KE). 12. D ieser Entscheid kann nicht m it Beschw erde an das Bundesgericht w eiter- gezogen w erden (Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, BG G , SR 173.110). Er ist som it endgültig. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Verw altungsbeschw erde w ird gutgeheissen. D er Entscheid des Bundesam tes für Berufsbildung und Technologie vom 26. April 2006 sow ie der Einspracheentscheid der Prüfungskom m ission der Schw eizerischen Vereinigung für Finanzanalyse und Verm ögensver- w altung vom 11. Juli 2005 w erden aufgehoben. Es w ird festgestellt, dass F._______ im Fach "R eal Estate" (schriftlich) m indestens die N ote 4.0 erreicht und dam it die höhere Fachprüfung für Fi- nanz- und Anlageexperten des Jahres 2005 bestanden hat. D ie Prüfungskom m ission w ird angew iesen, F._______ ein entsprechendes neues Prüfungszeugnis auszustellen. D ie Prüfungskom m ission und das Bundesam t für Berufsbildung und Technologie w erden angew iesen, F._______ anschliessend das eidgenössische D iplom als Finanz- und An- lageexperte zu erteilen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt.20 D em Beschw erdeführer ist der am 2. Juni 2006 geleistete Kostenvor- schuss von Fr. 1'000.-- aus der G erichtskasse zurückzuerstatten. 3. D em Beschw erdeführer w ird zu Lasten des Bundesam tes für Berufsbil- dung und Technologie eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- zugespro- chen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Erstinstanz (eingeschrieben) - der Vorinstanz (R ef-N r. 122 / trp) (eingeschrieben, m it Beilagen) D ie Kam m erpräsidentin: D er G erichtsschreiber: Eva Schneeberger Stefan W yler Versand am : 10. Juli 2007