Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. November 2017 (720 17 254 / 292) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweiswert einer RAD-Stellungnahme, Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei fort- geschrittenem Alter Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Monica Armesto , Adv o- katin, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1956 geborene A.____ war zuletzt ab 1. Febru ar 2013 bei der B.____AG in einem Pensum von 25% als Raumpflegerin angestellt. Am 18. Juni 2015 meldete sie sich unter Hin- weis auf Beschwerden am linken Knie bei der Invalid enversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stel le) die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie bei de r Versicherten ab 7. Juli 2015 einen IV-Grad von 80% und ab 15. Dezember 2015 einen solchen von 0%. Gestützt auf dieses Ergebnis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprach sie A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahr ens mit Verfügung vom 7. Juli 2017 für die Zeit vom 1. Dezember 2015 bis 31. März 2016 eine befristete ganze Rente zu. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin M onica Armesto, am 28. August 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die a ngefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. Dezember 2015 eine u nbefristete ganze Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der un- entgeltlichen Rechtspflege mit Advokatin Armesto als R echtsvertreterin. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die angefochtene Verfügung auf unzuverlässigen Unterlagen beruhe. Zudem sei ihre Restarbeitsfähigkeit aufgrund ihres Alters und den bestehenden persön- lichen Gegebenheiten nicht mehr verwertbar. C. Mit Verfügung vom 29. August 2017 wurde der Beschwe rdeführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokatin Armesto als Rechtsvertreterin bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2017 schlo ss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 28. August 2017 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefoch tenen Verfügung vom 7. Juli 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, di e ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundh eitlichen Beeinträchtigung zu be- rücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zud em nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Sc hlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispie lsweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen v orzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerd eführerin liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht allesamt g ewürdigt wurden. Im Folgenden wer- den indessen lediglich diejenigen Berichte wiedergegebe n, die sich für den vorliegenden Ent- scheid als zentral erweisen. 7.1 Im Bericht des Spitals C.____, Abteilung Orthopädi e und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 30. März 2016 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Knieprothesenrevision links mit Tibiakomponentenwechsel und sekundärem Retropatellarersatz am 4. Mai 2015 bei Primärimplantation am 7. Juli 20 14 mit Mal-Rotation der Tibiakomponente und postoperativer Arthrofibrose bei Pangonarthrose seit 2012 diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine arterielle H ypertonie und Adipositas. Die Versicherte habe sich erstmals am 7. Juni 2012 mit einer den Allta g einschränkenden Gonarthrose links in der Sprechstunde vorgestellt. Zunächst sei ein konservatives Procedere mit Analgesie durchge- führt worden. Nach Verschlechterung des Gangbildes sei die Implantation einer Knietotalpro- these geplant gewesen. Diese sei aber erst am 7. Jul i 2014 vorgenommen worden. Aufgrund persistierender Schmerzen und eingeschränkter Beweglichke it im Bereich des linken Knies sei am 4. Mai 2015 ein Prothesenwechsel durchgeführt worde n. Postoperativ zeige sich eine wei- terhin eingeschränkte Beweglichkeit. Aktuell (letzte Kon trolle am 15. Dezember 2015) bestün- den weiterhin persistierende Beschwerden und ein gestö rtes Gangbild mit Hinken, wobei die Vollbelastung auf dem linken Bein nicht mehr schmerzverstärkend sei. Die Versicherte sei ohne Gehhilfe mobil. Eine weitere Regredienz des Reizzustande s und damit der Beschwerden sei jedoch zu erwarten. Die bisherige Tätigkeit als Raumpf legerin sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Längeres Stehen oder Gehen seien schmerzbedin gt stark eingeschränkt. Zudem sei die Belastbarkeit in Bezug auf die Schmerzgrenze einge schränkt. Eine Tätigkeit im Sitzen sei aber ab dem Untersuchungszeitpunkt am 15. Dezember 2015 ganztags zumutbar. 7.2 Am 27. Juni 2016 hielt Dr. med. D.____, FMH Orth opädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, fest, dass spä- testens seit dem Zeitpunkt der Erstimplantation des link en Kniegelenks am 7. Juli 2014 von ei- ner massgeblichen und dauerhaften Limitierung der Arb eitsfähigkeit auszugehen sei. Aufgrund des komplizierten Verlaufs mit Folgeoperation am 4. Ma i 2015 sei eine behandlungsbedingte längerdauernde Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Verweistätigkeit zu bejahen. Ver- sicherungsmedizinisch sei davon auszugehen, dass am 15. Deze mber 2015 ein Funktionsni- veau u.a. mit Mobilität ohne Gehstöcke erreicht worden sei, so dass für angepasste Verweistä- tigkeiten keine massgebliche und dauerhafte Limitierung der Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. Die bestehenden Begleiterkrankungen (arterielle Hypertonie , Adipositas, Status nach Mammare- duktionsplastik) hätten keinen Einfluss auf die Arbeits fähigkeit. Die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin sei lediglich noch im Umfang von circa 20% zumutbar. Hingegen seien schwer- punktmässig sitzende Verweistätigkeiten mit spontan mögli chen Positionswechseln, ohne Schläge, Vibrationen oder kniende Anteile seit dem 15. Dezember 2015 zu 100% möglich. 7.3 Am 7. Februar 2017 nahm Dr. D.____ zu den Einwä nden der Versicherten im Vorbe- scheidverfahren Stellung. Er hielt fest, die Tatsache, d ass die Belastbarkeit der Versicherten durch die Schmerzgrenze eingeschränkt sei, wirke sich in ein er angepassten Tätigkeit nicht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht massgeblich aus. Vielmehr liessen die objektiven Befunde unter ergonomisch-funktionellen Kri- terien keine massgebliche Limitierung der Arbeits- un d Leistungsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit erkennen. In seiner Beurteilung vom 27 . Juni 2016 habe er auch die Kniebe- schwerden rechts berücksichtigt. Bei beidseitigen Beschwerde n gelte das gleiche Zumutbar- keitsprofil. 8.1 Die IV-Stelle ging gestützt auf die vorhandenen m edizinischen Unterlagen, insbesondere gestützt auf die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. D.___ _ vom 27. Juni 2016 und 7. Februar 2017 davon aus, dass die Versicherte vom 7. Juli 2014 bi s 14. Dezember 2015 vollständig ar- beitsunfähig, hernach aber in einer angepassten Tätigke it zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. Wie in Erwägung 5.2 hiervor ausgeführt, prüft das Ge richt frei, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruch s gestatten. Hinsichtlich des Be- weiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob d ieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, i n Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusamme nhänge einleuchtet und seine Schlussfolgerungen begründet sind. Rechtsprechungsgem äss sind an versicherungsinterne Beurteilungen, wie die vorliegenden Berichte des RAD- Arztes Dr. D.____ vom 27. Juni 2016 und 7. Februar 2017 strenge Anforderungen zu stellen und bereits bei geringen Zweifeln an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende Abklär ungen vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2; vgl. E. 5.3 hiervor). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD- Arztes Dr. D.____ zu zweifeln. Die- ser verfügt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen, um die Auswirkungen der diagnos- tizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbei tsfähigkeit der Versicherten zu beurteilen (vgl. zu diesem Erfordernis: Urteil des Bundesgerichts vo m 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1), sein Bericht setzt sich hinreichend mit den bei den Akten liegenden medizinischen Un- terlagen auseinander und er nimmt eine schlüssige Zumu tbarkeitsbeurteilung vor. So zeigte Dr. D.____ nachvollziehbar auf, dass die Versicherte ab 7. Juli 2014 – aufgrund des komplizier- ten Krankheitsverlaufs bis 14. Dezember 2014 – eine beh andlungsbedingt längerdauernde Ar- beitsunfähigkeit auch in einer angepassten Verweistätigkeit aufwies. Mit Blick auf die vorhande- nen medizinischen Unterlagen, insbesondere dem Bericht des Spitals C.____ vom 30. März 2016, ist aber auch seine Beurteilung nachvollziehbar, wonach sich der Gesundheitszustand verbessert habe und die am 15. Dezember 2015 erhobenen Befunde keine massgebliche Limi- tierung der Leistungsfähigkeit in einer körperlich ang epassten Tätigkeit zu bewirken vermögen. Insgesamt ist die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.____ sowohl in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezog enen Schlussfolgerungen über- zeugend, weshalb die IV-Stelle bei der Beurteilung d er medizinischen Sachlage darauf abstel- len durfte. 8.2 Die Tatsache, dass der RAD-Arzt Dr. D.____ die Versi cherte nicht selber untersuchte, vermag seine Beurteilung nicht in Frage zu stellen. D enn aufgrund der in den Akten liegenden ärztlichen Unterlagen konnten ihr Gesundheitszustand und ihre Leistungsfähigkeit schlüssig beurteilt werden. Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Bericht des Spitals C.____ vom 30. März 2016 vorbringt, Dr. D.____ habe n icht berücksichtigt, dass sie eine ein- geschränkte Belastbarkeit und damit keine volle Leistung sfähigkeit aufweise, ist ihr entgegen- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuhalten, dass nach dem Bericht des Spitals C.____ vom 30. März 2016 für angepasste Ver- weistätigkeiten keine massgebliche Limitierung der Arbe itsfähigkeit besteht. Entgegen der An- sicht der Beschwerdeführerin lässt sich auch aus der Tatsache , dass sie beidseitige Kniebe- schwerden aufweist, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Na ch der nachvollziehbaren Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 7. Februar 2017 ist vielme hr davon auszugehen, dass die – offensichtlich nicht behandlungsbedürftigen – Kniebesch werden rechts die Leistungsfähigkeit der Versicherten in einer sitzenden Tätigkeit nicht zusä tzlich einschränken. Dass durch die Be- schwerden am rechten Knie die eingeschränkte Beweglichkei t am linken Kniegelenk schlechter kompensiert werden könne und sich dies zusätzlich leistung smindernd auswirke, wie be- schwerdeweise geltend gemacht wird, ist aufgrund der vo rliegenden medizinischen Unterlagen nicht hinreichend erstellt. Vor diesem Hintergrund du rfte die Vorinstanz in antizipierter Beweis- würdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2; 136 I 229 E. 5.3) – ohne gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu verstossen – auf weitere medi zinische Abklärungen verzichten. Auf- grund der massgebenden Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 27. Juni 2016 und 7. Februar 2017 ist demnach davon auszugehen, dass die Be schwerdeführerin ab dem 15. De- zember 2015 in einer angepassten Verweistätigkeit keine relevante Einschränkung der Arbeits- fähigkeit aufweist. 9. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass sie in Anbetra cht ihres fortgeschrittenen Alters, der mangelnden Deutschkenntnisse und des Analphabetismus i n einem als ausgeglichen un- terstellten Arbeitsmarkt (vgl. E. 4.2 hiervor) noch als ver mittelbar gelten und die ihr verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten kann. 9.1 Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt prak- tisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistisch em Entgegenkommen eines durch- schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden e iner entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil d es EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmark- tes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebo t und der Nachfrage nach Stel- len, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer ver- schiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezü glich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4 mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehen- den Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objekti ven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Für die Inval iditätsbemessung ist hingegen nicht darauf Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkret en Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verb liebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 287 E. 3b, I 198/97). 9.2 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich e in invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die e iner versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2015, 9 C_118/2015, E. 2.1 und vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 2). 9.3 Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, da s verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern ist durch die Umstände des Einzelfalls bedingt. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und sei ner Folgen, der absehbare Um- stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruk- tur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbild ung, beruflicher Werdegang oder An- wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten B ereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1). Somit hängt die Verwertbarkeit nicht zuletzt d avon ab, welcher Zeitraum der versicher- ten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor all em auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2). Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer ( Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3). Dieses ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüg- lich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.4). 9.4 Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt der massgebe nden Untersuchung im Spital C.____ (Bericht vom 30. März 2016; vgl. E. 7.1 hiervor) 59 und 2 Monate Jahre alt. Die verblei- bende Aktivitätsdauer bis zur ordentlichen Pensionierung b etrug somit noch über 4,5 Jahre. Dies schliesst die Verwertbarkeit der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit für sich allein nicht aus (Urteil vom 6 Juli 2017, 9C_505/2016, E. 4.1). Zu beachten ist, dass die Beschwerdeführerin im Jahre 2008 von Frankreich in die Schweiz einreiste, ke ine Berufsausbildung absolvierte, kein Deutsch spricht und versteht, ihren eigenen Angaben zufolge Analphabetin ist und ausschliess- lich Reinigungs- und Hilfsarbeiten ausübte. Die Beschw erdeführerin hat somit zwar während des grössten Teils ihres Berufslebens eine körperlich belast ende Tätigkeit ausgeübt, die sie heute laut übereinstimmender Auffassung aller beteil igter Ärzte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verrichten kann. Indes sind ihr angepasste Tätigkeiten im Rahmen eines vollen Pen- sums zumutbar, sofern es sich dabei um leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit spontan möglichen Positionswechseln (vgl. E. 7.2 hiervor) handel t. Bei der Beschwerdeführerin beste- hen demnach keine weiteren medizinischen Einschränkungen , was die Ausübung zahlreicher Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tätigkeiten zulässt, die keine spezifische Berufsausbildun g erfordern. Darunter fallen etwa Überwachungs- und Bedienungsarbeiten, Kontrollarbeiten, leichte Montagearbeiten, industrielle Fertigungs- oder Abpackarbeiten. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Faktoren – namentlich die fehlende Ausbildung, die fehlenden Deutschkenntnisse und der Analphabetis- mus – stehen der Aufnahme einer solchen (Hilfs-)Tätigkeit nicht entgegen. Auf dem hypotheti- schen ausgeglichenen Arbeitsmarkt stehen der Beschwerdefüh rerin demnach genügend Be- schäftigungsmöglichkeiten in verschiedenen Branchen und Fun ktionen offen, zumal eine be- sondere Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeit sumfeldes nicht erforderlich ist, und Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefrag t werden (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 21. April 2011, 8C_17/2011, E. 6.2 mit Hinw eisen). Zwar ist die Beschwerdeführerin angesichts ihres Alters und der gesundheitlichen Beeintr ächtigungen nicht leicht vermittelbar. Im Lichte der relativ hohen Hürden, welche das Bundesg ericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (Urt eile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2015, 9C_118/2015, E. 4.4 und vom 28. Mai 2009, 9C_9 18/2008, E. 4.3), kann aber nicht ge- sagt werden, die der Beschwerdeführerin zumutbaren Verw eistätigkeiten seien nur in so einge- schränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeit smarkt praktisch nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornhe rein als ausgeschlossen erscheint (vgl. dazu BGE 138 V 457 E. 3.1). Demnach kann vorlie gend nicht von einem fehlenden Zu- gang der Beschwerdeführerin zum Arbeitsmarkt im Sinne d es Art. 16 ATSG gesprochen wer- den. 10. Nach dem Gesagten ist gemäss der massgebenden Beurtei lung des RAD-Arztes Dr. D.____ davon auszugehen, dass die Versicherte ab dem 7. Juli 2014 bis 14. Dezember 2015 vollständig arbeitsunfähig war. Hernach sind ihr a ngepasste Tätigkeiten im Umfang von 100% möglich und zumutbar. Nachdem sich aus den Akten kein e Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzunehmen wäre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinanderset- zung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkomme nsvergleich. Es ist mit ihr davon aus- zugehen, dass die Beschwerdeführerin ab dem 15. Dezember 2015 ein rentenausschliessen- des Erwerbseinkommen erzielen könnte. Die angefochtene Verfügung, mit welcher der Be- schwerdeführerin – unter Berücksichtigung von Art. 88a Ab s. 1 der Verordnung über die Invali- denversicherung [IVV] – im Zeitraum 1. Dezember 2015 bi s 31. März 2016 eine befristete gan- ze Rente zugesprochen wurde, ist demnach nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Da ihr mit Verfügung vom 29. Au- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gust 2017 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, gehen die Verfahrenskosten vor- läufig zu Lasten der Gerichtskasse. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Verfügun g vom 29. August 2017 die unentgeltli- che Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilli gt wurde, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 4. Oktober 2017 für das vorlieg ende Verfahren einen Zeitaufwand von 8,66 Stunden und Auslagen von Fr. 65.10 geltend gemach t, was umfangmässig angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Nov ember 2003 beträgt das Honorar bei un- entgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Hono- rar in der Höhe von Fr. 1‘942.30 (8,66 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 65.10 zuzüg- lich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten vorläufig zulasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'942.30 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus de r Gerichtskas- se ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht