<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Kriterien für die Wohnraumförderung im Rahmen des Wohnraumförderungsgesetzes so anzupassen, dass sie den Verhältnissen in den Berggebieten und ländlichen Räumen besser Rechnung tragen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für die Unterstützung von Neubauten gemäss Wohnraumförderungsgesetz (WFG; SR 842) dienen hauptsächlich rückzahlbare Darlehen aus einem Fonds de Roulement. Für die Beanspruchung dieser Mittel gelten in allen Landesgegenden die gleichen Grundvoraussetzungen: Es muss ein Investor aktiv werden, der die vorgegebenen Kriterien der Gemeinnützigkeit erfüllt, der Bedarf für das Wohnbauprojekt muss ausgewiesen sein, und dessen Kosten dürfen regional abgestufte Limiten nicht überschreiten. </p><p>Aus historischen und strukturellen Gründen sind gemeinnützige Wohnbauträger in Berggebieten und im ländlichen Raum weniger aktiv als in den Städten und Agglomerationen. Dennoch sind auch in diesen Regionen Wohnbauprojekte mit Darlehen unterstützt worden, mehrheitlich solche im Bereich "Alterswohnen". In jüngerer Zeit haben aber auch generationenübergreifende Projekte z. B. in Ftan, Amden oder Château-d'Oex und solche, die sich explizit an junge Menschen wenden (Samedan, Genossenschaft Wohnen bis 25), von der Förderung profitiert. Diese Beispiele zeigen, dass das Förderinstrument auch in ländlichen Gebieten und Bergregionen greift und zur Aufwertung des Wohnstandorts und zur Verhinderung der Abwanderung seinen Beitrag leistet. Zudem besteht seit Jahrzehnten ein von der Stiftung für Wohneigentumsförderung (SFWE) verwalteter, mit Bundesmitteln dotierter Fonds, aus dem für den Erwerb oder die Erneuerung von Wohneigentum spezifisch im ländlichen Raum zinsgünstige Darlehen an wirtschaftlich schwächere Haus- und Wohnungseigentümer ausgerichtet werden können.</p><p>Neben dem Bund haben auch verschiedene Kantone und Gemeinden im Rahmen regionalpolitischer Strategien wohnungspolitische Massnahmen zur Minderung der Abwanderung aus den Bergregionen ergriffen. So unterstützt z. B. der Kanton Wallis den Bau, die Erneuerung und den Erwerb von Wohnungen in Berggemeinden mit speziellen Herausforderungen. Die Gemeinden Zermatt und Täsch sehen im Rahmen der Umsetzung eines Modellvorhabens "nachhaltige Raumentwicklung" die Gründung einer Genossenschaft vor, um den Mangel an preisgünstigem Wohnraum anzugehen. Und die Gemeinde Ernen hat einer lokalen Wohnbaugenossenschaft nicht nur ein Grundstück zur Verfügung gestellt, sondern sich auch an der Projektfinanzierung namhaft beteiligt. Mit der besseren Bekanntmachung solcher Beispiele wie auch der Möglichkeiten der Bundesförderung insbesondere durch regionale Akteure kann nach Meinung des Bundesrates mehr zur wohnungsbezogenen Attraktivitätssteigerung ländlicher Räume beigetragen werden als mit einer Anpassung der Förderkriterien auf Bundesebene. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.