B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4959/2009 U r t e i l v o m 2 3 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richterin Gabriela Frei- hofer, Gerichtsschreiberin Stella Boleki. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic.iur. Philipp Schenker, Freiplatzaktion Basel Asyl und Integration, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. Juli 2009 / N (…). E-4959/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer , ein aus Jaffna stammender Tamile mit letztem Wohnsitz in Colombo , verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 19. Juli 2008 per Flugzeug. Er sei über Dubai (Vereinigte Arabische Emi- rate) an einen ihm unbekannten Ort geflogen, von dort auf dem Landweg weitergereist und am 21. Juli 2008 in die Schweiz gelangt. Am 24. Juli 2008 suchte er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach und wurde am 28. Juli 2008 zu seiner Person, seiner Ausreise und summarisch zu den Asylgründen befragt. Am 25. Mai 2009 erfolgte beim Bundesamt in Wabern eine einlässliche Anhörung zu seinen Asylgründen. B. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er sei – nach einem vierjährigen Aufenthalt mit seiner Familie in Indien – in Colombo, wo er und seine Familie von 2004 bis 2008 gelebt hätten, von den srilankischen Sicherheitskräften anlässlich der vielen dortigen Kontrollen festgehalten, schikaniert, geschlagen und teilweise unter Wa f- feneinsatz mit dem Tod bedroht worden. Er vermute, es sei wegen seiner Ethnie und we gen seine r fehlenden singalesischen Sprachkenntnisse. Zudem sei ihm zu Unrecht vorgeworfen worden, er gehöre der Partei der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) an und seine in Colombo ausge- stellte Identitätskarte sei gefälscht. Unter Androhung, er werde getötet, wenn er bei der nächsten Kontrolle nicht über einen neuen Identitätsaus- weis verfüge, sei er wieder freigelassen worden. Da er in Jaffna aber nicht mehr registriert gewesen sei, habe er dort keine neue Identitätskarte beantragen können. Aus Angst vor weiteren Kontrollen und Repressalien sei er sodann nicht mehr aus dem Haus gegangen. Kurz vor seiner Aus- reise sei beim (…) in der Nähe seines Hauses eine Bombe explodiert, weshalb die Polizei Hausdurchsuchungen in den umliegenden Häusern durchgeführt habe. Anlässlich einer solchen sei er einer Leibesvisitation unterzogen worden ; die Polizisten hätten seine von der (…)-Operation herrührende Narbe gesehen und ihm unterstellt, er habe sich diese als Parteimitglied der LTTE bei Kampfhandlungen zugezogen. Als er ihnen versichert habe, die Narbe stamme von einer (…)-Operation, hätten sie ihm nicht geglaubt und ihn mit auf den Polizeiposten genommen . Dort sei er geschlagen worden. Erst am darauffolgenden Morgen sei er gegen e i-E-4959/2009 Seite 3 ne von der Familie bezahlte Kaution in der Höhe von 40'000 Rupien fre i- gelassen worden. Von seinen nahen Angehörigen sei zuerst sein Vater mit einer älteren Schwester ausgereist. Im März 2008 seien dann seine Mutter und sein jüngerer Bruder in die Schweiz nachgereist. Er (Beschwerdeführer) habe mit seiner anderen Schwester bei seiner Tante in Colombo gewohnt. Nachdem die Tante der Schwester mitgeteilt habe, dass sie sie nicht mehr beherbergen könne, sei diese im April 2008 zum Polizeiposten ([…]) gegangen, um sich registrieren zu lassen . Sie sei aber von dort nicht mehr zurückgekehrt (vgl. A11 S. 7). Eine ihrer Bekannten habe sich bei der Polizei nach ihr erkundigt und dabei erfahren, dass eine solche Per- son nie au f dem Polizeiposten gewesen sei. Er habe seit diesem Vorfall nichts mehr von ihr gehört. Mit dem Wegzug seiner Mutter und seines jüngeren Bruders und mit dem Verschwinden der älteren Schwester habe er sich in Sri Lanka nicht mehr sicher gefühlt, weshalb er sich zur Ausrei- se entschlossen habe. C. Mit Verfügung vom 30. Juli 2009 – eröffnet am 31. Juli 2009 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. Die Vorinstanz beurteilte die Asylvorbringen des Beschwerde führers als zu wenig intensiv, als dass ihnen Verfolgungscharakter im Sinne des Asylgesetzes zukommen würde. Die geschilderte einmalige Festnahme reiche nicht aus, u m eine asylrechtlich relevante Tragweite zu erlangen. Es sei bekannt, dass während des Krie ges zwischen der srilankischen Regierung und den separatistischen LTTE bei Anschlägen und Attentaten Bürger tamilischer Ethnie im Fokus der behördlichen Aufmerksamkeit g e- standen und entsprechenden Kontrollen unterzogen worden seien. So sei auch der Beschwe rdeführer kontrolliert worden, als in der Nähe seiner Unterkunft eine Bombe explodiert sei. Dabei sei er befragt worden und aufgrund der geleisteten Geldzahlung wieder freigekommen. Diese U n- tersuchungsmassnahme sei als staatlich legitimiert zu beurteilen. Es sei verständlich, dass dieses Ereignis den Beschwerdeführer verunsichert und er in der Folge die Öffentlichkeit gescheut habe. Dass die Trennung von seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder im März 2008 seine Uns i- cherheit und sein Unbehagen verstärkt habe, sei ebenso nachvollziehbar. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an E-4959/2009 Seite 4 die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhalten, weshalb er die Flüchtlingse i- genschaft nicht e rfülle. Eine Wegweisung des Beschwerdeführers sei zumutbar. Es sprächen weder allgemeine noch individuelle Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka . Der Beschwerdeführer habe zuletzt von 2004 bis 2008 bis zu seiner Ausreise in Colombo gelebt, habe einen Computerkurs sowie eine Anlehre im Graphik -Design abgeschlos- sen und sei nicht zuletzt im Besitz einer in Colombo ausgestellten Ident i- tätskarte. Weiter lebe eine Tante in Colombo, zu welcher er eine aktive Beziehung habe. Dadurch verfüge er über eine gesicherte Wohnsituation und ein tragfähiges Beziehungsnetz . Eine wirtschaftliche Lebensgrundla- ge sei gegeben und die Existenz des Beschwerdeführers könne in C o- lombo als gesichert betrachtet werden. D. Mit dagegen erhobener Beschwerde vom 4. August 2009 beantragte die Rechtsvertreterin namens des Beschwerdeführers die vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit bzw. Unzumutbarkeit der Wegweisung des Beschwerdeführers un ter Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurden die Erteilung der auf- schiebenden Wirkung der Beschwerde, die Edition sämtlicher Akten der Vorinstanz, eine Frist zur Ergänzung der Beschwerde und die Gewährung des Rechts auf Replik beantragt. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 14. August 2009 gewährte die z u- ständige Instruktionsrichterin dem Beschwerdeführer eine Frist zur Ein- reichung einer Beschwerdeergänzung, weil die angefochtene Verfügung eine falsche Rechtsmittelbelehrung aufwies. Dem Beschwerdeführer wurde antragsgemäss Akteneinsicht gewährt. F. Mit Beschwerdeergänzungen vom 7. August 2009 (recte: 7. September 2009) und vom 10. September 2009 vervollständigte der Beschwerdefüh- rer die Begründung seines erhobenen Rechtsmittels und beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie de n Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur Begründung hielt er fe st, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht vollständig erhoben und den Einsatz von Waffen verschwiegen sowie das E-4959/2009 Seite 5 Verschwinden seiner zweitältesten Schwester nicht erwähnt. Er sei en t- gegen der vorinstanzlichen Einschätzung seit seiner Kindheit mit Verfo l- gung und Diskriminierung konfrontiert worden. Er habe viel gelitten und zahlreiche Schikanen, Misshandlungen, Blossstellungen, Erniedrigungen bis hin zu willkürlichen Verhaftungen, psychischer und physischer Folter sowie Androhung der Ermordung über sich e rgehen lassen müssen. Die- se asylrelevanten Vorbringen hätten sich über eine massgebliche Zei t- spanne hin erstreckt, sodass nicht leichthin vom Nichtvorliegen der Flüchtlingseigenschaft auszugehen sei. Die Wegweisung nach Sri Lanka sei nicht zulässig und auc h nicht zumutbar, denn er verfüge weder über eine sichere Zufluchtsmöglichkeit in Colombo noch über eine Aufen t- haltsalternative in Sri Lanka. Sämtliche Familienangehörige würden in der Schweiz leben und somit sei auch vor dem Hintergrund der Familienz u- sammenführung und des Anspruchs auf Familienleben gestützt auf Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) insg e- samt eine Wegweisung nach Sri Lanka unzulässig. G. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. September 2009 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vorbehältlich der Nachreichung einer Fürsorgebestätigung und finanziell veränderter Lage des Beschwerdeführers gutgeheissen. Bei Nichtnachreichung der Fürsorgebestätigung müsse fristgerecht ein Kostenvorschuss geleistet werden, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. H. Der Beschwerdeführer leistete innert Frist den geforderten Kostenvo r- schuss. I. Mit Verfügung vom 16. Juli 2012 liess sich die Vorinstanz im Rahmen ei- nes Schriftenwechsels zur Rüge des Re chtsvertreters hinsichtlich der mangelhaften Sachverhaltsfeststellung vernehmen und hielt dabei fest, die als verschwunden gegoltene Schwester des Beschwerdeführers habe Sri Lanka unterdessen ebenfalls verlassen und am 3. Juni 2010 in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht. Im Übrigen würden keine Elemente vorgebracht, die nicht bereits Gegenstand des vorinstanzlichen Entschei- des gewesen seien. E-4959/2009 Seite 6 J. Mit Eingabe vom 2. August 2012 nahm der Beschwerdeführer das ihm gewährte Replikrecht wahr. Er bestätigte die Erwägungen der Vorinstanz bezüglich seiner in die Schweiz eingereisten Schwester und führte aus, seine Kernfamilie lebe in der Schweiz und er habe keine Verbindung zu Sri Lanka; in Colombo habe er sich aufgrund der dortigen Probleme nie zu integrieren vermocht und verfüge weder über einen ausreichenden Schulabschluss noch über eine abgeschlossene Berufsausbildung. In der Schweiz besuche er Deutschkurse und die Beziehung zur Schweiz sei stärker als zu Sri Lanka. Mangels eines Beziehungsnetzes in Colombo könne er nicht dorthin weggewiesen werden und es gebe auch keine z u- mutbare Aufenthaltsalternative in Jaffna, da er diesen Ort im Jahr 1998 verlassen und keine Beziehung zu der dort lebenden 80 -jährigen Gross- mutter und den paar wenigen dort lebenden Tanten habe. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsg ericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet si ch nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein E-4959/2009 Seite 7 schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 In formellrech tlicher Hinsicht rügt die Rechtsvertretung des B e- schwerdeführers, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt falsch (ungenügend und willkürlich) festgestellt , indem sie asylrelevante Ereignisse oder Umstände , die der Beschwerdeführer anlässlich der B e- fragungen geschildert habe , in der a ngefochtenen Verfügung nicht e r- wähnt habe. 3.2 Da der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist, und eine Verletzung grundsätzlich ohne weiteres - das heisst ungeachtet der mate- riellen Auswirkungen - zur Aufhebung des daraufhin ergangenen En t- scheides führt (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371 mit weiteren Hinweisen, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332), ist auf diese Rüge vorab einzugehen. 3.3 Im Verwaltungsverfahren gelten der Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 12 VwVG; vgl. auch Art. 49 Bst. b VwVG; für d as Asyl- verfahren ausserdem Art. 6 AsylG). Die zuständige Behörde ist demnach verpflichtet, den für die Beurteilung eines Asylgesuchs relevanten Sac h- verhalt von Amtes wegen festzustellen. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der asyl- suchenden Person (Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG). Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt dabei, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der En t- scheidfindung berücksichtigt, was sich ent sprechend in der Entscheidb e- gründung niederschlagen muss ( Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 E. 6.3 S. 264). Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach den Verfahrensumstä n- den, dem Verfügungsgegenstand und den Interessen der Betroffenen, E-4959/2009 Seite 8 wobei die bundesgerichtliche Rechtsprechung bei schwerwiegenden Ei n- griffen in die rechtlich geschützten Interessen der Betroffenen – was bei der Frage der Gewährung des Asyls immer der Fall ist – eine sorgfältige Begründung verlangt (vgl. BVGE 2008 Nr. 47 E. 3.2 S. 674 f.; EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1 S. 256 f.). Die Abfa ssung der Begründung soll ferner dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachg e- recht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können, wobei sich die verfügende Behörde allerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtl i- chen Einwand auseinander setzen muss, sondern sich auf die wesentl i- chen Gesichtspunkte beschränken kann. 3.4 Soweit bemängelt wird, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig und willkürlich festgestellt, insbesondere habe sie es unterlassen, zu e r- wähnen, dass die Schwester des Beschwerdeführers nicht mehr vom P o- lizeiposten zurückgekehrt sei , is t F olgendes festzuhalten: Wie soeben erwähnt, ist die verfügende Behörde nicht verpflichtet, sich mit jeder ta t- beständlichen Behauptung auseinanderzusetzen . Bei der Erstbefragung hat der Beschwerdeführer selbst das Verschwinden der Schwester in kei- ner Weise erwähnt , und auch bei der einlässlichen Anhörung zu seinen Asylgründen hat er d ieses Ereignis erst vorgebracht, nachdem er gefragt worden ist, ob seine Schwester immer noch in Colombo wohne. Ang e- sichts dieses Aussageverhaltens des Beschwerdeführers war nicht anzu- nehmen, dass es sich um ein zent rales Fluchtelement gehandelt hätte, weshalb eine explizite Erwähnung dieses Ereignisses durch die Vori n- stanz nicht erforderlich war. Auch bestehen keine Anhaltspunkte für die Annahme eines willkürlich festgestellten Sachverhalts und die Verfügung wurde angemessen begründet. D er Beschwerdeführer konnte sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen und diese n gestützt dar- auf anfechten. Sein Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs ist demzufolge nicht verletzt. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des E-4959/2009 Seite 9 Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, di e einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachtei- le von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlic her Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürc h- ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure z u- gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtling s- rechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland ke i- nen adäquaten Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurte i- lung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer so l- chen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Ra h- men der Prüfung nach der Aktualität der Verfol gungsfurcht ebenfalls w e- sentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zw i- schen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1 S. 507 f., BVGE 2008/12 E. 5.2 S. 154 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 4.3 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteili- gung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als re a- listisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9). 4.4 Nach Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri - lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 ist von einer inzwischen er- heblich verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die E-4959/2009 Seite 10 LTTE als vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklung s- prozess befindet. Die Menschenrechtslage hat sich allerdings n amentlich hinsichtlich der Meinungsäusserungs- und der Pressefreiheit verschlec h- tert. Politisch Oppositionelle jeglicher Couleur werden seitens der Regi e- rung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entsprechenden Verfo l- gungsmassnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011/24 E. 7) und es bestehen verschiedene Risikogruppen, welche auch nach Beendigung des Krieges verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehung s- weise gestanden zu haben. Auch unabhängige Journalisten beziehung s- weise regierungskritische Medienschaffende haben ein erhöhtes Risik o- profil. Im Weiteren ist bei Opfern und Zeugen von Menschenrechtsverle t- zungen und Personen, die entsprechende Übergriffe behördlich angezeigt haben, mit erhöhter Verfolgungsgefahr zu rechnen. Ausserdem laufen abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz unter Umständen Gefahr, bei der Rückkehr behördlich belangt zu werden, weil ihnen Ko n- takte zu führenden LTTE -Kadern in der Schweiz unterstellt werden. W e- gen drohender Erpressung, Kidnapping und anderen Verfol gungshand- lungen bilden schliesslich Personen, welche über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen, eine weitere Risikogruppe. Bei allen Personen, die dieser Risikogruppe angehören, muss allerdings bei der Prüfung der Flüch t- lingseigenschaft das Motiv der jeweiligen Verfolgungshandlungen sorgfäl- tig untersucht werden. Sofern ausschliesslich ein finanzielles Verfo l- gungsinteresse auszumachen ist, ist diesem Aspekt bei der Prüfung der Wegweisungshindernisse Rechnung zu tragen (vgl. a.a.O. E. 8). 4.5 Der Beschwerdeführer macht hauptsächlich geltend, er sei im Jahre 2008 bei einer Bombenexplosion in der Nähe seiner Wohnung und einer danach erfolgten Hausdurchsuchung durch srilankische Polizisten zu U n- recht einer Leibesvisitation unterzogen worden. Dabei sei er festgenom- men und geschlagen und ihm die Parteimitgliedschaft der LTTE und die Teilnahme an Kampfhandlungen vorgeworfen worden. Tags darauf sei er mithilfe seiner Verwandten gegen eine Kaution von 40'000 Rupien aus der Haft entlassen worden. Entgegen seinen Ausführungen ist nicht d a- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer gegen eine Kaution freig e- lassen worden wäre, hätten ihn die sri lankischen Sicherheitskräfte ta t- sächlich ernsthaft verdächtigt, LTTE -Mitglied und an Kampfhandlungen beteiligt gewesen zu sein, zumal dies dem üblichen Vorgehen des srila n- kischen Staates widersprechen würde. Der Beschwerdeführer weist denn auch kein politisches Profil auf, und seinen Angaben zufolge wurde kein gegen ihn gerichtetes Strafverfahren eröffnet wegen de s Verdachts, bei E-4959/2009 Seite 11 der Bombenexplosion teilgenommen zu haben. (vgl. BFM -Akte A11 S. 10 F 82 f). Die vo n ihm geltend gemachten Schikanierungen seitens der sri- lankischen Sicherheitskräfte in Colombo – welche vom Gericht nicht b e- zweifelt werden – sind vor dem Hintergrund der allgemein angespannten Lage, die während des Bürgerkrieges in Sri Lanka geherrscht hat, zu b e- urteilen. Aus diesem Kontext heraus sind die Festnahme und Freilassung gegen Kaution sowie die weiteren Kontrollen und Schikanierungen nicht als aus reichend zu bewerten, um annehmen zu müssen , die srilank i- schen Behörden hätten ihn im Zeitpunkt seiner Ausreise aus der Heimat ernsthaft verdächtigt, Verbindungen zu den LTTE zu unterhalten. Aus die- sem Grund und da sich die politische Lage in Sri Lanka – wie vorstehend unter E. 4.4 dargelegt – seit Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 fortlaufend entspannt und verbessert hat, ist – entgegen der Behauptung in der Rechtsmittelschrift – nicht anzunehmen, dass der Beschwerdefü h- rer zum heutigen Zeitpunkt bei einer Rückkehr in sein Heimatland von de- ren Behörden asylrelevante Nachteile zu befürchten hat. Der Umstand, dass er sein Heimatland während des Bürgerkrieges ve r- lassen hat, er sich seit über vier Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asylgesuch eing ereicht hat, vermag ebenfalls nicht zur Annahme e i- ner begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich im nahen Umfeld der LTTE bewegt. Dies gilt selbst dann, wenn es zutreffen sollte, dass er Sri Lanka illegal verlassen hat. Im Weiteren ist angesichts seiner Aussagen auch nicht davon auszugehen, seine Familie oder er verfügten über beträchtl i- che finanzielle Mittel, so dass er auch in dieser Hinsicht keiner erhöhten Gefährdung unterliegt. Der Besch werdeführer gehört somit keiner der im Urteil BVGE 2011/24 definierten Risikogruppen an, weshalb er in Sri Lan- ka zum jetzigen Zeitpunkt keine asylrelevante Verfolgung zu befürchten hat. An dieser Einschätzung ändert auch der von ihm eingereichte Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 7. Juli 2009 nichts, zumal es diesem an Aktualität mangelt. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass das schweizerische Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechts dient. Insofern vermögen die Haft und die in diesem Zusammenhang erlit- tenen psychischen und physischen Beeinträchtigungen, von denen der Beschwerdeführer im Jahre 2008 betroffen gewesen war, heute eine Asylgewährung nicht zu begründen. 4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass d ie vom Beschwerdeführer dargelegten Asylgründe (Inhaftierung, Festnahmen, Schläge und Schik a- nierungen) den Anforderungen an Art. 3 AsylG (insbesondere hinsichtlich E-4959/2009 Seite 12 der Intensität der Verfolgungsvorbringen) nicht zu genügen vermögen, um zum heutigen Zeitpunkt annehmen zu müssen, er würde bei einer Rüc k- kehr nach Sri Lanka einer asylrelevanten Gefährdung ausgesetzt sein . Seine Beschwerdevorbringen und die eingereichten Beweismittel führen nicht zu einer anderen Betrachtungsweise, weshalb es sich erübrigt, we i- ter darauf einzugehen. D ie Vorinstanz hat demnach zu Recht die Flüch t- lingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bunde sgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtli ngseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weite rreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freihe it aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, E-4959/2009 Seite 13 zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende B ehandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen is t, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. Auch b e- steht keine Verletzung von Art. 8 EMRK, wie vom Beschwerdeführer vor- gebracht, da dieser mittlerweile 24 Jahre alt ist und sich nicht mehr auf die von Art. 8 EMRK umfassende Familieneinheit berufen kann. E-4959/2009 Seite 14 6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme. 6.5 Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 eine umfa s- sende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Kon flikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 die Menschenrechts - und Sicherheitslage in Sri Lanka wesentlich verbessert (BVGE 2011/24 E. 12). Die Lage präsen- tiert sich allerdings nicht i n allen Landesteilen gleich. Unterschieden we r- den muss zwischen der Ostprovinz, in die der Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar ist, und zwei verschiedenen Gebieten innerhalb der Nordprovinz, in die der Wegweisungsvollzug nicht oder nur unter b e- stimmten Voraussetzungen zumutbar ist: Der Wegweisungsvollzug ins sogenannte Vanni-Gebiet ist unzumutbar, während der Vollzug in die ü b- rigen Gebiete der Nordprovinz nicht als generell unzumutbar eingestuft wird, sondern im Einzelfall eine zurückhaltende Beurteilung der individuel- len Zumutbarkeitskriterien vorgenommen werden muss. Die Rückkehr in alle anderen Landesteile, insbesondere in den Grossraum Colombo, ist grundsätzlich zumutbar (BVGE 2011/24 E. 13). 6.6 Der Beschwerdeführer lebte von 2004 bis 2008 mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder in Colombo und hat dort eigenen Angaben zufol- ge nach der Schule einen Computerkurs besucht bzw. Graphik-Design gelernt. Seine singalesische Tante (vgl. A11 S. 7) wohnt mit ihrer Familie in Colombo, wo auch er und seine ältere Schwester vor ihrer Ausreise un- tergebracht gewesen sind. Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt se i- ner Ausreise 20 Jahre alt war , ist davon auszugehen, dass er bereits ein eigenes Beziehungsnetz ausserhalb seiner Familie und Verwandten au f- gebaut hatte, weshalb er bei einer Rückkehr auf dieses zurückgreifen kann. Aufgrund dieser begünstigenden Faktoren dürfte es ihm möglich sein, sich wirtschaftlich in se iner Heimat zu integrieren. Schliesslich macht der Beschwerdeführer keine gesundheitlichen Beschwerden ge l- tend. 6.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. E-4959/2009 Seite 15 6.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Bei diesem Prozessausgang sind die Verfahrenskosten dem Beschwe r- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser bezahlte am 28. September 2009 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. -. Die Verfahrenskosten in derselben Höhe werden deshalb mit dem bereits bezahlten Kostenvorschuss verrechnet. (Dispositiv nächste Seite) E-4959/2009 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.- auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem bereits bezahlten Koste n- vorschuss in derselben Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Stella Boleki Versand: