Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 21. April 2020 (400 20 10) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Ehescheidung; alleinige elterliche Sorge bei der Mutter, wenn der Ehemann im Ausland lebt und keinerlei Kenntnis der Bedürfnisse des Kindes hat (E 3.1 ff.); Festlegung des Kinderunterunterhaltsbeitrags lediglich bis zum Erreichen des AHV-Alters des verpflich- teten Elternteils (E 5.1 ff.); keine überhälftige Teilung der beruflichen Vorsorge des Ehe- mannes (E 6.1 ff.) Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Philippe Spitz; Gerichtsschreiberin Karin Wiesner Parteien A. ____, vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel, Kläger gegen B. ____ , vertreten durch Advokatin Barbara Zimmerli, Binningerstrasse 11, 4051 Basel, Beklagte und Berufungsklägerin Gegenstand Ehescheidung Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 15. Oktober 2019 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ und B.____ haben am 15. November 2014 geheir atet. Der Ehe ist der Sohn C.____, geboren, 23. Januar 2015, entsprungen. Mit Eh eschutzentscheid des Gerichtspräsi- denten des Zivilkreisgerichts Base-Landschaft West vom 24. Februar 2016 wurde den Ehegat- ten das Getrenntleben bewilligt und die Obhut über d en Sohn C.____ der Ehefrau und Mutter zugeteilt. Gegen die Verpflichtung bzw. Behaftung des Ehemannes zur Leistung eines Unter- haltsbeitrags von CHF 100.00 für den Sohn C.____ erh ob die Ehefrau Berufung beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht. Mit Ent scheid des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 9. August 2016 wurde der Ehemann verpflichtet, der Ehe- frau für den Sohn C.____ ab Dezember 2016 monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträ- ge von CHF 650.00 zuzüglich allfällig ihm ausbezahlter Kinderzulagen zu bezahlen. Dabei wur- de dem Ehemann ein hypothetisches Einkommen angerechnet, da er im April 2016 die Schweiz verlassen und nach Serbien gezogen war. B. Mit Klage vom 28. Dezember 2017 beantragte der Ehema nn die Scheidung der Ehe. Die Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West hiess die Klage sowie die von der Ehefrau erhobene Widerklage mit Entscheid vom 15. Oktob er 2019 gut und schied die Ehe der Parteien. Die elterliche Sorge über C.____ wurde bei den Parteien gemeinsam belassen, wobei die Obhut bei der Mutter blieb. Die Erziehungsgutschrif ten wurden vollumfänglich der Mutter zugerechnet. Es wurde festgehalten, dass der Kläger das Recht habe, Kontakt zum Kind C.____ zu pflegen. Für eine erste Kontaktaufnahme habe sich der Kläger an die Kindesschutz- behörde am Wohnsitz des Kindes zu richten. Der Ehemann wu rde verpflichtet, der Ehefrau an den Unterhalt des Kindes C.____ mit Wirkung ab Rechtskr aft des Entscheids monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge (jeweils zuzüglich Ki nderzulagen) von CHF 750.00 zu be- zahlen bis April 2027. Mit Wirkung ab Mai 2017 (recte: 2027) wurde der Ehemann verpflichtet, allfällige zu seiner Altersrente ausbezahlte Kinderre nten für den Sohn C.____ bis zu dessen Volljährigkeit an die Ehefrau zu bezahlen, resp. der di rekten Auszahlung durch die Sozialversi- cherung an die Ehefrau zuzustimmen. In Bezug auf das Güterrecht wurde festgehalten, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt seien. Ferner wurde der Antrag der Ehefrau auf überhälftige Teilung der Austrittsleitung der berufli chen Vorsorge abgewiesen und die Vorsor- geeinrichtung des Ehemannes angewiesen, den Betrag von CHF 2'909.65 nebst Zins ab 28. Dezember 2017 auf das Freizügigkeitskonto der Ehefrau zu überweisen. Zudem wurde festge- halten, dass die Unterhaltsbeiträge auf einem hypothetischen Nettoeinkommen des Ehemannes von CHF 59'400.00 ohne Zulagen, pro Jahr und vor Steue rn, sowie auf dem Nettoeinkommen der Ehefrau von CHF 31'200.00 ohne Zulagen, pro Jahr und vor Steuern, basierten. Die Ge- richtsgebühr sowie die Übersetzungskosten wurden dem Kläg er auferlegt. Jede Partei hatte für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen. Zufolge Bewill igung der unentgeltlichen Rechtspflege an die Beklagte wurde ihrer Rechtsvertreterin ein Hon orar zu Lasten des Staates ausbezahlt. Auf die Entscheidbegründung wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. C. Gegen diesen Entscheid erhob die Ehefrau mit Eingabe vom 17. Januar 2020 Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Ziffer 2 des Entscheids vom 15. Oktober 2019 sei aufzuheben und es sei die elterliche Sorge über das Kind C.____, geboren am 23. Januar 2015, der Ehe frau alleine zu übertragen. Die alleinige Obhut der Mutter sowie die Anrechnung der Erziehungs gutschriften bei der Mutter seien gemäss dem Entscheid zu belassen. 2. Ziffer 4 sei aufzuheben und der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt des Kindes C.____ mit Wirkung ab Rechtskraft des Entscheids monatl iche und monatlich vorauszahlbare Un- terhaltsbeiträge (jeweils zuzüglich allfälliger an ihn ausbezahlter Kinderzulagen) von CHF 950.00 zu bezahlen. Der Unterhaltsbeitrag sei zu bezahlen bis zum Abschluss der angemessenen Ausbil- dung von C.____, auch über die Volljährigkeit hinaus. Es sei festzustellen, dass eine Unterdeckung besteht (Bar- und Betreuungsunterhalt) von CHF 550.00. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ab dem Zeitpunkt des Rentenbeginns des Ehemannes, voraussichtlich ab Mai 2027 (recte voraus- sichtlich Mai 2027 statt 2017) sei die AHV-Kinderrent e des Ehemannes an den Unterhaltsbeitrag anzurechnen und abzuziehen. Die Ehefrau sei zu ermächtige n, die Auszahlung der Kinderrente durch die Sozialversicherung direkt an sich zu verlangen , respektive das volljährige Kind sei zu ermächtigen, die Auszahlung an sich direkt zu beantragen. 3. Ziffer 6 sei aufzuheben und es sei das eheliche Vor sorgeguthaben gemäss Art. 124b Abs. 3 ZGB überhälftig zu teilen. Der Ehefrau sei ein Betrag vo n CHF 20'000.00 aus dem Vorsorgeguthaben des Ehemannes zuzusprechen und es sei die Vorsorgeeinri chtung des Ehemannes entsprechend anzuweisen. 4. Es sei das hypothetische Nettoeinkommen des Klägers gemäss Ziffer 8 auf CHF 48'900.00, ohne Zulagen, pro Jahr und vor Steuern zu beziffern. 5. Es sei der Ehemann zu einem Prozesskostenbeitrag an die Ehefrau zu verpflichten von CHF 3'500.00. Dieser sei rechtzeitig, bevor der Entscheid ergeht, einzuzahlen. Eventualtier sei der Ehefrau die unentgeltliche Rechtspflege mit der Unter zeichneten zu gewähren und auf die Erhe- bung eines Gerichtskostenvorschusses zu verzichten. 6. Unter o/e Kostenfolge. Eine allfällige Parteient schädigung sei zufolge Uneinbringlichkeit aus der Gerichtskasse zu bezahlen . D. In seiner Berufungsantwort vom 20. Februar 2020 be antragte der Ehemann die vollum- fängliche Abweisung der Berufung und die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Unter o/e- Kostenfolge. Auf die Ausführungen der Berufung sowie der Berufungsantwort wird – soweit er- forderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegan gen. E. Der Präsident der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft schloss mit Verfügung vom 21. Februar 2020 den Schriftenwechsel, bewilligte der Ehefrau die unentgeltli- che Rechtspflege und stellte den Parteien den Entscheid aufgrund der Akten in Aussicht. Erwägungen 1. Formelles 1.1 Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann Berufung erho ben werden. In vermögens- rechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig , sofern der Streitwert der zuletzt auf- rechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Im vorliegenden Fall ist sowohl über die F rage des Kinderunterhalts für den Sohn C.____ gemäss Art. 276 ZGB als auch über die überhälft ige Teilung der beruflichen Vorsorge gemäss Art. 124b Abs. 3 ZGB im Betrag von CHF 20'000.00 zu entscheiden. Als Streitwert wie- derkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 ZPO). Der erforderliche Streitwert gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit zweifellos erreicht . Die Berufung ist schriftlich und be- gründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründet en Entscheids bzw. seit der nachträgli- chen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsm ittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Begründung des Entscheids d es Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 15. Oktober 2019 wurde der Rechtsver treterin der Ehefrau gemäss Sen- dungsrückschein der Schweizerischen Post am 5. Dezember 20 19 zugestellt. Die 30-tägige Berufungsfrist endete unter Berücksichtigung des Fristenstillstands gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 146 Abs. 1 ZPO demnach am 20. Januar 2020. Die Berufung vom 17. Januar 2020, welche am 20. Januar 2020 der Schweizerischen Post zum Versand übergeben wurde, erfolgte somit fristgerecht. Auch die weiteren Formalien sind er füllt, so dass auf die Berufung einzutre- ten ist. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreie rkammer der Abteilung Zivilrecht des Kan- tonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gege n Entscheide der Dreierkammern der Zi- vilkreisgerichte sachlich zuständig. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Zur Vereinfachung der Lesbarkeit werden die Parteien , obwohl der Scheidungspunkt selber nicht angefochten und die Scheidung somit rech tskräftig ist, im Folgenden weiterhin als Ehemann und Ehefrau bezeichnet. 2. Noven 2.1 Vorliegend ist unter anderem über die elterliche So rge für den Sohn C.____ zu ent- scheiden. In Kinderbelangen erforscht das Gericht den S achverhalt von Amtes wegen (Art. 296 Abs. 1 ZPO), das heisst es gilt die uneingeschränkte Unters uchungsmaxime und die Parteien können im Berufungsverfahren selbst dann Noven vorbring en, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349). Es gilt mithin keine Novenschranke und sämtliche von den Parteien mit den Berufungsschriften ei ngereichten Unterlagen können be- rücksichtigt werden. Das Gericht hat auch im Rechtsmittelverfahren den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen. 2.2 Die Ehefrau reicht zusammen mit der Berufung in de n Beilagen 3 – 6 diverse neue Un- terlagen ihr aktuelles Einkommen und ihre Auslagen be treffend sowie ärztliche Berichte ein. Aufgrund der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime erfo lgt die Einreichung dieser Unterla- gen nicht verspätet und sie sind zu berücksichtigen. Die E hefrau bringt vor, bis Ende August 2019 als Zimmermädchen in einem Hotel mit einem Pensum von 80% gearbeitet zu haben. Da sie einen Sehnenriss am Fuss erlitten habe, erhalte sie nun neu Krankentaggeld von monatlich CHF 2'000.00 und müsse sich vorübergehend an die Sozial hilfe wenden. Sobald sie wieder arbeitsfähig sei, werde sie eine Arbeitsstelle im Umfan g von 60% - 80% suchen. Ein höheres Arbeitspensum sei aufgrund der Kinderbetreuung nicht möglich. 3. Elterliche Sorge 3.1 Nach wie vor umstritten ist die gemeinsame elterliche So rge. Während die Ehefrau das alleinige Sorgerecht beantragt, verlangt der Ehemann die Anordnung der gemeinsamen elterli- chen Sorge. Mit Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids wurde die elterliche Sorge über C.____ beiden Parteien gemeinsam belassen, wobei die Obhut d er Mutter zugeteilt wurde. Die Vo- rinstanz führt diesbezüglich aus, es sei unbestritten, d ass der Ehemann seit seiner Wohnsitz- nahme in Serbien im April 2016 keinen Kontakt mehr zum Sohn C.____ habe. Gemäss Ausfüh- rungen der Ehefrau habe bereits seit Aufnahme des Get renntlebens im November 2015 so gut wie kein Kontakt zwischen Vater und Sohn mehr stattgefun den. Obwohl C.____ bisher unter dem gemeinsamen Sorgerecht gestanden habe, kommuniziert en die Eltern schon seit längerer Zeit nicht mehr miteinander. Eine direkte Auswirkung d ieser fehlenden Kommunikation auf das Kindeswohl sei abgesehen davon, dass C.____ bisher ohne die Präsenz seines Vaters habe leben müssen, nicht ersichtlich. Es sei auch nicht vorgebr acht worden, dass wiederholt die Kin- desschutzbehörde oder gar das Gericht anzurufen gewesen wäre, um Entscheidungen betref- fend C.____ zu treffen. Der Wohnsitz des Klägers in Ser bien allein verunmögliche eine Kon- taktaufnahme bei Anstehen einer wichtigen Entscheidung nicht. Die Kommunikation über Tele- fon oder Internet sei weiterhin möglich. Beiden Part eien sei der Aufenthaltsort des anderen be- kannt. Es liege somit nicht eine Kommunikationsunfähigkeit der Eltern vor, welche sich in einem Masse negativ auf das Kindeswohl auswirke, dass ausnahmswei se vom Regelfall der gemein- samen elterlichen Sorge abgewichen werden dürfe. Auch l asse eine Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Mutter nicht eine Verbesserung der Situation erwarten. 3.2 Die Ehefrau moniert die Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge und führt aus, die Vorinstanz gehe davon aus, dass sich die gemeinsame elterl iche Sorge der Ehegatten nicht negativ auf das Kindeswohl auswirke, weil die Eltern im vorliegenden Fall überhaupt keine Kommunikation hätten. Die Eltern hätten unbestrittene rmassen seit November 2015 keinerlei Kontakt mehr, es bestehe auch keinerlei Kontakt des Va ters zum Sohn. Bislang sei die Kindes- schutzbehörde nicht angerufen worden und es habe auch kei nerlei behördliche Intervention stattgefunden. Die Vorinstanz lasse in ihrem Entscheid a usser Acht, dass in Fällen wie dem Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorliegenden, wenn sich ein Elternteil überhaupt nicht am Leben des Kindes beteilige oder mit diesem keinen Kontakt habe, so dass ein Sorgerecht nicht ansatzweise ausgeübt werden kön- ne, eine Alleinsorge anzuweisen sei. Der Vater habe mi t seinem Sohn bereits seit mehr als vier Jahren keinen Kontakt mehr. Der Ehemann habe selbständig und freiwillig für sich beschlossen, seinen Sohn zu verlassen und nach mehr als 20-jähriger Anwesenheit in der Schweiz nach Serbien zurückzukehren, obwohl er hier weitaus mehr Fa milienangehörige habe und kein Grund bestanden habe, die Schweiz zu verlassen. Er habe d azu auch seine beiden Arbeitsstel- len in der Schweiz wie auch die Wohnung sehr überstürzt gekündigt, nur kurze Zeit nach sei- nem ersten Eheschutzgesuch an das Gericht. Der Ehemann s ei in der Schweiz bestens inte- griert gewesen, er sei Schweizer Staatsbürger. Da die Trennung der Ehegatten im Alter des Sohnes von 9 Monaten erfolgt sei, kenne der Sohn sein en Vater überhaupt nicht. Diese Ent- fremdung sei mit Blick auf das Kindeswohl zu berücksichti gen. Der Ehemann habe durch sei- nen Wegzug selbst eine Situation geschaffen, mit der ein Sorgerecht gar nicht gemeinsam aus- geübt werden könne. Er habe somit seine Rolle als sorg eberechtigter Vater aus freien Stücken aufgegeben und verzichte darauf. Die Ehefrau übe heut e das Sorgerecht alleine aus, und der Ehemann habe sein Sorgerecht noch gar nicht beanspruch t. Es erscheine widersprüchlich, wenn nicht gar rechtsmissbräuchlich, wenn der Ehemann a us eigenem Entscheid auf die Aus- übung des Sorgerechts und seine Anwesenheit im Leben des Sohnes verzichte, aber dennoch auf einem gemeinsamen Sorgerecht bestehe, obwohl die s gar nicht gemeinsam ausgeübt wer- den könne. So wie die Situation heute sei, wenn die E ltern nicht einmal über die Kontaktdaten voneinander verfügten und nichts miteinander zu tun hät ten, könne eine Kommunikation, ge- schweige denn ein Sorgerecht, gar nicht ausgeübt werden . Absprachen seien nicht herstellbar, es bestehe keinerlei Kommunikationskanal. Auch wenn die gemeinsame Sorge als Grundregel zum Zuge komme, seien Ausnahmefälle, wie es auf den vorl iegenden Fall zutreffe, zu berück- sichtigen. Die Vorinstanz habe die Umstände des vorliegenden Einzelfalls und dessen spezielle Konstellation mit dem Vater in Serbien, zu dem keinerlei Kontakt bestehe und welcher den Kon- takt und das Sorgerecht freiwillig aufgegeben habe, nicht ausreichend berücksichtigt. Ein weite- res entscheidendes Kriterium sei der Umstand, dass der E hemann bei der Zuteilung der ge- meinsamen elterlichen Sorge in Serbien ein Verfahren um Obhutszuteilung an sich verlangen könne. Der Ehemann habe ihr bereits während ihres Zusa mmenlebens gedroht, das Kind weg- zunehmen. Es entspreche dem Kindeswohl, wenn sowohl die Betreuungssituation als auch die Obhut der Mutter für den Sohn klar und beständig ble ibe und keine Gefahr bestehe, dass der Vater nach erfolgter Scheidung einen Antrag auf Alleinsorge stelle. 3.3 Der Ehemann bestreitet in seiner Berufungsantwort die Ausführungen der Ehefrau und wendet ein, die Voraussetzungen für die Anordnung des a lleinigen Sorgerechts seien vorlie- gend nicht erfüllt. Dass der Ehemann kaum Kontakt zu C. ____ habe, sei auf das Verhalten der Ehefrau zurückzuführen. Absolut unzutreffend sei überdies die Behauptung, der Ehemann habe der Ehefrau gedroht, den Sohn wegzunehmen. Der Umstan d, dass der Ehemann seinen Wohnsitz nach Serbien verlegt habe, könne nicht dazu führ en, ihm das gemeinsamen Sorge- recht zu entziehen. Der Ehemann bleibe der Vater von C.____ und wolle in wichtige Entscheide den Sohn betreffend miteinbezogen werden. 3.4 Gemäss Art. 296 Abs. 2 ZGB stehen die Kinder, solange sie minderjährig sind, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von Vater und Mutter. In einem Scheidungs- oder Eheschutz- verfahren überträgt das Gericht einem Elternteil die a lleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Nach der gesetzlichen Konzeption ist die gemeinsame elterliche Sorge der Regelfall, von dem nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen werden darf. Bei der elterlichen Sorge handelt es sich um ein sog. Pflichtrecht. Es hat das Recht und die Pf licht zum Gegenstand, über die we- sentlichen Belange des Kindes zu entscheiden. Dies erfor dert vorab, dass der Sorgerechtsin- haber Zugang zu aktuellen Informationen über das Kind hat. Für eine sinnvolle Ausübung des Sorgerechts wird aber in der Regel auch der persönliche Kontakt zum Kind unabdingbar sein; es ist nur schwer vorstellbar, dass ein Sorgerechtsinhaber pflichtgemäss Entscheidungen zum Wohl des Kindes treffen kann, wenn über lange Zeit k ein irgendwie gearteter Austausch zwi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen ihm und dem Kind stattfindet. Wo das Sorgerecht d en Eltern gemeinsam zusteht oder zustehen soll, ist schliesslich erforderlich, dass diese in Bezu g auf die grundsätzlichen Kinder- belange ein Mindestmass an Übereinstimmung aufweisen u nd wenigstens im Ansatz einver- nehmlich handeln können. Ist dies nicht der Fall, führt ein gemeinsames Sorgerecht fast zwangsläufig zu einer Belastung des Kindes, welche anwäc hst, sobald dieses das fehlende Einvernehmen der Eltern selbst wahrnehmen kann. Im Übr igen drohen auch Gefahren wie die Verschleppung wichtiger Entscheidungen, beispielsweise im Zusammenhang mit notwendiger medizinischer Behandlung (BGE 142 III 197. E. 3.5). 3.5 Im vorliegenden Fall hat der Ehemann den Sohn C.___ _ zum letzten Mal im November 2015 gesehen, als C.____ 9 Monate alt war. Der Eheman n bestreitet das Vorbringen der Ehe- frau, er habe seither den Sohn weder gesehen, gehört noch anderweitig kontaktiert, nicht. Der Ehemann hat sich bei der Kindsmutter nie nach dem Bef inden des Sohnes erkundigt und scheint sich nicht um sein Wohlergehen zu kümmern. Überhaupt scheint er sich nicht für seinen Sohn und seine weitere Entwicklung zu interessieren. De mentsprechend wäre der Ehemann gar nicht in der Lage, im Interesse des Kindes sein Sor gerecht auszuüben, da er seine Bedürf- nisse nicht kennt. Das Bundesgericht hat diesbezüglich in BGer 5A_214/2017 E.4.3 erwogen, der Kenntnisstand eines Elternteils über die Bedürfn isse des Kindes sei ein sachgerechtes Kri- terium für den Ermessensentscheid, ob eine gemeinsame S orge im Kindeswohl sei. Die Be- rücksichtigung des Kriteriums stehe auch im Einklang mit d er bisherigen Rechtsprechung. BGE 142 III 197 setze nämlich für die gemeinsame elterlich e Sorge - neben einem Mindestmass an Übereinstimmung der Eltern in Bezug auf die Kinderbelange - einen informationellen und physi- schen Zugang des antragstellenden Elternteils zum Kind v oraus (Regeste). Wer über diesen Zugang nicht verfüge, könne nicht im Kindeswohl entscheid en, auch nicht in gemeinsamer Sor- ge. Das Fehlen des Zugangs bei einem Elternteil sei ein Verweigerungsgrund für die gemein- same elterliche Sorge, auch wenn es nicht auf einem Elt ernkonflikt beruhe. Da der Ehemann seit mehreren Jahren keinen Kontakt und folglich keine rlei Zugang zum Sohn hat, ist er auch nicht im Stande, im Kindeswohl zu entscheiden, auch nicht in gemeinsamer Sorge. Die Vor- instanz vertritt die Ansicht, die fehlende Kommunikatio n zwischen Ehegatten wirke sich nicht direkt auf das Kindeswohl aus und für Entscheidungen d en Sohn betreffend sei weder die Kin- desschutzbehörde noch das Gericht angerufen worden. Der Wohnsitz des Ehemannes in Ser- bien allein verunmögliche eine Kontaktaufnahme bei A nstehen einer wichtigen Entscheidung nicht. Die Kommunikation sei ohne weiteres möglich. Es l iege somit nicht eine Kommunikati- onsunfähigkeit der Eltern vor, welche sich in einem Masse negativ auf das Kindeswohl auswir- ke, dass ausnahmsweise von dem Regelfall der gemeinsamen elterlichen Sorge abgewichen werden dürfe. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist vorliegend das entscheidende Kriterium für ein alleiniges Sorgerecht jedoch der fehlende Ke nntnisstand des Ehemannes über die Be- dürfnisse des Sohnes. Auch wenn die Kommunikation zwische n den Ehegatten ohne weiteres möglich wäre, hat sich der Ehemann bis anhin nie nach dem Befinden des Sohnes erkundigt und auch für die Zukunft keinerlei Interesse an den Bed ürfnissen seines Sohnes bekundet. Deshalb ist die elterliche Sorge über den Sohn C.____ der Ehefrau zuzuteilen und Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids ist entsprechend abzuändern. 4. Unterhaltsbeitrag für den Sohn C.____ 4.1 Im vorinstanzlichen Verfahren offerierte der Ehemann e inen monatlich und im Voraus zu leistenden Unterhaltsbetrag für C.____ von CHF 100.0 0. Demgegenüber beantragte die Ehe- frau einen solchen in der Höhe von CHF 1'150.00 pro M onat. Die Vorinstanz berechnete den Bedarf des Sohnes C.____ aufgrund der eingereichten Un terlagen auf CHF 952.00, bestehend aus einem Grundbetrag von CHF 400.00, einem Wohnkoste nanteil von CHF 300.00, Kranken- kassenprämien abzüglich der Prämienverbilligung von CHF 32.00 und Betreuungskosten von CHF 220.00. Nach Abzug der Kinderzulagen von CHF 200. 00 resultiere somit ein ungedeckter Bedarf des Sohnes C.____ von CHF 752.00. Bezüglich des E inkommens und Bedarfs des Ehemannes stützte sich die Vorinstanz auf die Ausführun gen des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, in seinem Entscheid vom 9. August 2016, da sich an der Situa- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tion des Ehemannes für die Anrechnung eines hypothetische n Einkommens nichts geändert habe. Demgemäss sei ihm ein hypothetisches monatliches Nettoeinkommen von CHF 4'075.00 anzurechnen. Auch auf der Bedarfsseite des Ehemannes sei von den hypothetisch in der Schweiz anfallenden Lebenskosten auszugehen, welche sich auf monatlich CHF 3'320.00 belie- fen. Dieser Betrag setze sich zusammen aus dem monatlichen Grundbetrag von CHF 1'200.00, Wohnkosten von CHF 1'300.00, Krankenkassenprämien von CHF 430.00, Auslagen für den Arbeitsweg (U-Abo) von CHF 80.00 sowie einer hypothe tischen Steuerbelastung von CHF 310.00. Dies ergebe rechnerisch einen monatlichen Überschuss von CHF 755.00, so dass er zu verpflichten sei, monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 750.00 für seinen Sohn C.____ zu bezahlen. Die für den Ehemann berechnete hypothetisc he Leistungsfähigkeit gehe nicht über den Barbedarf des Sohnes C.____ von monatlich CHF 750.00 hinaus. Für die Zuspre- chung eines Betreuungsunterhalts stünden keine Mittel zur Verfügung. Die Ehefrau vermöge mit ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit ihren Bedarf zu d ecken, weshalb weder Betreuungsunter- halt zuzusprechen noch ein Betrag zur Deckung des gebührenden Unterhalts festzusetzen sei. 4.2 In ihrer Berufung vom 17. Januar 2020 begehrt die E hefrau nunmehr die Zusprechung eines Unterhaltsbeitrags für C.____ von monatlich CHF 9 50.00 zuzüglich allfälliger an den Ehemann ausbezahlter Kinderzulagen sowie die Feststel lung, dass eine Unterdeckung von CHF 550.00 (Bar- und Betreuungsunterhalt) bestehe. Z ur Begründung führt sie aus, die Vor- instanz habe ihr Existenzminimum zu tief auf CHF 2'711.00 festgesetzt und ihre Mankosituation nicht beachtet. Die Vorinstanz habe die Prämienverbil ligung zu Unrecht berücksichtigt und überdies die Zusatzversicherung nicht einbezogen. Auch d ie selbstgetragenen Arztkosten für das Jahr 2018 im Betrag von CHF 120.00, die auswärtig e Verpflegung im Umfang von CHF 150.00 sowie ein Betrag für die angemessene Altersvo rsorge von monatlich CHF 200.00 seien nicht angerechnet worden. Es resultiere ein monat licher Grundbedarf der Ehefrau von CHF 3'080.00, dem ein unbestrittenes Einkommen von CHF 2'600.00 gegenüberstehe, so dass sich das monatliche Manko auf CHF 482.00 belaufe. Der So hn C.____ weise nach Abzug der Kinderzulagen von CHF 200.00 einen monatlichen Bedarf von CHF 1'016.00 auf. Der von der Vorinstanz festgesetzte Unterhaltsbeitrag von CHF 750.00 vermöge seinen Bedarf nicht zu de- cken, weshalb auch bei C.____ eine Unterdeckung bestehe. D ie aktuellen Betreuungskosten beliefen sich auf CHF 170.00, die Ferienbetreuung kost e zusätzlich CHF 150.00 pro Monat. Deshalb seien Betreuungskosten von insgesamt CHF 320.00 pro Monat einzubeziehen. Auch seien die Wohnkosten nicht nach der gerichtsüblichen Reg el «grosse Köpfe – kleine Köpfe» eingesetzt worden, was es zu korrigieren gelte. Die Präm ienverbilligung sei auch im Bedarf von C.____ nicht einzukalkulieren, hingegen sei ihm für H obbys ein Betrag von monatlich CHF 30.00 anzurechnen. Überdies sei der Grundbetrag mit Erreichen des 10. Altersjahrs von C.____ von derzeit CHF 400.00 auf CHF 600.00 zu erhöhe n. Der Bedarf von C.____ sei somit auf CHF 1'216.00 festzusetzen. Aufgrund des Umstands, d ass sowohl bei ihr als auch bei C.____ eine Unterdeckung bestehe, sei beim hypothetisch errechneten Bedarf des Ehemannes die monatliche Steuerbelastung nicht zu berücksichtigen. D adurch erziele der Ehemann einen monatlichen Überschuss von CHF 1'064.00, was ihm die Be zahlung eines Unterhaltsbeitrags von monatlich CHF 950.00 für C.____ erlaube. Unbestri tten geblieben sei das hypothetische Einkommen des Ehemannes von monatlich CHF 4'075.00, was ein Nettojahreseinkommen von CHF 48'900.00 ergebe. In Ziffer 8 des angefochtenen Entscheids sei versehentlich ein Nettojah- reseinkommen des Ehemannes von CHF 59'400.00 angegeben worden, was es zu korrigieren gelte. 4.3 Der Ehemann entgegnet in seiner Berufungsantwort, d er Bedarf und das Einkommen der Ehefrau seien von der Vorinstanz korrekt ermittelt und berechnet worden. Die zusätzlich geltend gemachten Bedarfspositionen würden bestritten und seie n überdies nicht schon bei der Vo- rinstanz geltend gemacht worden. Somit seien ihre diesb ezüglichen Behauptungen ohnehin als unechte Noven aus dem Recht zu weisen. Auch der Bedarf von C.____ sei zutreffend mit CHF 952.00 monatlich beziffert worden. Die Erhöhung des Grundbedarfs werde durch den Wegfall der Betreuungskosten ausgeglichen. Es sei offensi chtlich, dass bei einem 10–jährigen Kind keine Betreuungskosten mehr anfielen. Da keine Man kosituation auf Seiten der Ehefrau Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht und des Sohnes anfalle, sei auch die monatliche Steuerb elastung des Ehemannes zu berück- sichtigen, so dass es beim monatlich zu leistenden Unterhaltsbeitrag von CHF 750.00 bleibe. 4.4 Vorliegend werden lediglich die Bedarfsberechnungen d es Sohnes sowie der Ehefrau bestritten. Die von der Vorinstanz festgestellten Einkomm en der Ehegatten hingegen werden beiderseits anerkannt. Somit gilt es zunächst, den Barbe darf für C.____ zu überprüfen und an- schliessend eine allfällige Unterdeckung sowohl des Bar- als auch des Betreuungsunterhalts für C.____ festzustellen. Dementsprechend ist auch der Bedarf der Ehefrau zu bestimmen. Ausgangslage für die Berechnung des Barunterhalts des Ki ndes ist dessen Bedarf. Dieser soll der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern e ntsprechen. Grundlage für die Bedarfs- berechnung sind die Positionen, wie sie auch für die Be rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums verwendet werden. Bei Kindern geht es i n der Regel um den Grundbetrag (für Nahrung, Kleidung und Wäsche, Körper- und Gesundheitspflege etc.), die Wohnkosten (an- teilige Miete), die Krankenkassenprämien sowie allfäll ige Drittbetreuungskosten oder andere, auf das Kind bezogene direkte Kosten. Hingegen sind die von den Betreibungsämtern für die Ermittlung des pfändbaren Einkommens verwendeten Zah len nicht direkt massgebend. Viel- mehr sollen die eingesetzten Beträge im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern stehen (sog. Familienrechtlicher Grundbeda rf). Je knapper die finanziellen Verhält- nisse, desto enger müssen sich die Gerichte für die Ermit tlung des Bedarfs an die für die Be- rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums gelten den Zahlen anlehnen. Je mehr Mittel vorhanden sind, desto grosszügiger können die Beda rfspositionen bestückt werden, nicht nur beim Kind, sondern auch bei den Eltern. Vom derar t ermittelten Barunterhaltsanspruch sind die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen, allfällige Sozialve rsicherungsrenten sowie allfällige Ein- künfte des Kinds abzuziehen ( PHILIPP MAIER , Die Konkrete Berechnung von Kinderunterhalts- beiträgen, in: FamPra 2020, S. 334, III.1.c). 4.5 Vorliegend sind die finanziellen Mittel der Ehegatte n eher knapp: Dem Ehemann wird ein hypothetisches Einkommen von monatlich CHF 4'075.00 un d der Ehefrau ein solches von CHF 2'600.00 angerechnet. Die Vorinstanz hat demzufolg e für die Ermittlung des Bedarfs an die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums geltenden Zahlen angelehnt. Diesbezüglich gilt es zunächst festzustellen, dass tatsäch lich ausgerichtete Krankenkassen- prämienverbilligungen zu berücksichtigen sind, so dass es die Position der monatlichen Kran- kenkassenprämie in der Bedarfsberechnung um diesen Betra g zu reduzieren gilt. Ferner kön- nen nur effektiv anfallende Drittbetreuungskosten dem Barunterhalt angerechnet werden, wobei mittels Abstufung dem Umstand Rechnung zu tragen ist, d ass sich diese mit zunehmendem Alter reduzieren werden. Die Ehefrau weist diesbezüglich effektive Kinderbetreuungskosten von monatlich CHF 170.00 aus. Für die von ihr überdies gel tend gemachte Ferienbetreuung für C.____ im Betrag von monatlich CHF 150.00 finden sich jedoch keine Belege oder anderweitige Dokumente, bspw. Bestätigung der Tagesmutter oder des Tagesheims für bereits angemeldete Ferienbetreuung oder dergleichen. Deshalb kann der unb elegte Betrag für Ferienbetreuung dem Kindsbedarf nicht zugerechnet werden. Die Vorinsta nz ist der Ehefrau in dieser Hinsicht insoweit entgegengekommen, als dass sie C.____ Drittbetr euungskosten von insgesamt CHF 220.00 angerechnet hat. Es werden somit CHF 50.00 als Reserve für allfällige zusätzliche Ferienbetreuung für C.____ zugestanden. Der Erhöhung des Grundbetrags für C.____ ab Er- reichen des 10. Altersjahrs von CHF 400.00 auf CHF 600 .00 wird durch die Reduktion der dannzumaligen Drittbetreuungskosten aufgehoben, zumal ein 10-Jähriger offenkundig weniger Betreuung benötigt als ein 5-Jähriger und es diesen Umst and zu beachten gilt. Ferner ist der Verteilschlüssel der Vorinstanz für die Wohnkosten nicht zu beanstanden. Vorgesehen ist ledig- lich eine Aufteilung der Wohnkosten auf den betreuend en Elternteil sowie auf die Kinder. Für den auf das Kind entfallende Anteil an den Wohnkoste n wird jedoch keine konkrete Berech- nungsregel vorgegeben. Sowohl in der Rechtsprechung a ls auch der Literatur finden sich dies- bezüglich zahlreiche Aufteilungsregeln, so bspw. das Kant onsgericht Freiburg, das bei einem Kind in der Regel 20% der Wohnkosten auf das Kind au fteilt (KGer FR vom 27. März 2017, RFJ 2017, 41, E 3d), wohingegen bei zwei Kindern ca. ein Drittel der Wohnkosten auf diese Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgeteilt werden (vgl. JUNGO/AEBI-MÜLLER/SCHWEIGHAUSER , in: FamPra 2017, S. 172 f.). Die Wohnkosten der Ehefrau von insgesamt CHF 1'200.00 werden im Umfang von 25%, resp. im Betrag von CHF 300.00, auf den Sohn und im Umfang von 75%, bzw. im Betrag von CHF 900.00, auf die Ehefrau aufgeteilt. Diese Auftei lung gilt es zu belassen. Die von der Ehe- frau überdies geltend gemachten monatlichen Ausgaben im Betrag von CHF 30.00 für Hobbys sind, da keineswegs belegt, aufgrund der engen finanziellen Verhältnisse der Ehegatten ebenso unbeachtlich. Der von der Vorinstanz errechnete Bedar f für den Sohn C.____ im Umfang von CHF 952.00 ist demzufolge korrekt und zu bestätigen. Dar aus resultierend gilt es überdies fest- zustellen, dass entgegen der Ansicht der Ehefrau keine Unterdeckung im Barbedarf von C.____ entsteht. 4.6 Soweit die Ehefrau eine Erhöhung des Unterhaltsbei trags für den Sohn mit einer Unterde- ckung im Betreuungsunterhalt von C.____ begründet, gilt es auch hier, die tatsächlich ausge- richtete Krankenkassenprämienverbilligung zu berücksichtigen . Zudem werden entgegen der Ansicht der Ehefrau bei knappen finanziellen Verhältnisse n nur die obligatorische Krankenkas- senprämie nach KVG, nicht auch eine allfällige Zusatzversicherung nach VVG, einkalkuliert. Die Ehefrau moniert überdies die Nichtbeachtung der selbst getragenen Arztkosten des Jahres 2018 im Betrag von CHF 120.00. Den vorinstanzlichen Akt en kann diesbezüglich entnommen werden, dass es sich bei diesem Betrag um nicht versicherte Kosten, deren medizinische Not- wendigkeit nicht nachgewiesen ist, handelt, weshalb di ese Position praxisgemäss nicht ange- rechnet wird. Da dem Ehemann in seinem hypothetisch er rechneten Bedarf keine auswärtige Verpflegung zugestanden wurde, wäre es stossend, diese nunmehr einseitig bei der Ehefrau zu berücksichtigen, so dass auch diese Position in der Berech nung keine Beachtung findet. Der geltend gemachte Betrag von CHF 200.00 für die angeme ssene Altersvorsorge gehört gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB zum nachehelichen Ehegattenunterha lt und nicht in den Betreuungsunter- halt, weshalb auch diese Position zu streichen ist. Zudem kann der Betrag für die angemessene Altersvorsorge, der während der Dauer der Kinderbetreuung entstandene Vorsorgelücken in der zweiten Säule decken soll, nicht mit einer überhälftig en Teilung für dieselbe Dauer der Kinder- betreuung kumuliert werden ( MYRIAM GRÜTTER/ALEXANDRA JUNGO , in: Fam Kommentar Scheidung, Band I, Bern 2017, Art. 124b ZGB N 27). D er vorinstanzlich ermittelte Bedarf der Ehefrau ist folglich korrekt und nicht zu erhöhen. Dem entsprechend entsteht auch keine Unter- deckung im Betreuungsunterhalt und der Antrag der Ehe frau auf Erhöhung des monatlichen Unterhaltsbeitrags für C.____ auf CHF 950.00, wobei festzustellen sei, dass eine Unterdeckung im Umfang von CHF 550.00 bestehe, ist abzuweisen. 5.1 Die Vorinstanz hat den Ehemann verpflichtet, mit Wirk ung ab Mai 2017 (recte: Mai 2027) allfällige zu seiner Altersrente ausbezahlte Kinderre nten für den Sohn C.____ bis zu dessen Volljährigkeit an die Ehefrau zu bezahlen, resp. der di rekten Auszahlung durch die Sozialversi- cherung an die Ehefrau zuzustimmen. Diesbezüglich wird ausgeführt, der Ehemann erreiche am 9. Mai 2027 das ordentliche Pensionsalter. Der Soh n C.____ sei jedoch erst am 23. Januar 2033 volljährig. Nach Erreichen des ordentlichen Pensio nsalters sei es für den Ehemann nicht mehr zumutbar, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wom it die Unterhaltsbeiträge basierend auf dem hypothetischen Einkommen des Ehemannes lediglich bis April 2027 geschuldet seien. Mit Eintritt ins Pensionsalter entstehe der Anspruch des Ehemannes auf Bezug einer Altersren- te der AHV und allenfalls auch der Pensionskasse. Solan ge der Sohn C.____ minderjährig sei resp. sich in Ausbildung befinde, bestehe auch ein Anspr uch auf den Bezug von Kinderrenten. Diese habe der Ehemann an seinen Sohn resp. die gesetzl iche Vertreterin des Sohnes weiter- zugeben. 5.2 Die Ehefrau beantragt für den Sohn C.____ auch nach Erreichen des AHV-Alters des Ehemannes einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 950.00. Jedoch sei ab Zeitpunkt des Rentenbeginns des Ehemannes die AHV-Kinderrente an de n Unterhaltsbeitrag anzurechnen und abzuziehen. Die Vorinstanz habe ab Erreichen des A HV-Alters des Ehemannes nicht auf die tatsächlichen Verhältnisse abgestellt, was eine Rechtsver letzung und eine unrichtige Fest- stellung des Sachverhalts darstelle. Die anrechenbare un d effektive Altersvorsorge des Ehe- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mannes setze sich wie folgt zusammen: AHV-Rente geschätzt CHF 1'300.00, Freizügigkeits- leistung Vorsorge CHF 485.00 (gestützt auf die Lebense rwartung in einen monatlichen Betrag umgerechnet) und CHF 826.00 anrechenbarer Vermögensve rzehr aus Liegenschaften, womit ein Einkommen inkl. Vermögensverzehr von monatlich CHF 2' 611.00 resultiere. Der Ehemann habe aufgrund seiner tiefen Lebenshaltungskosten in Serbien von CHF 500.00 ab seinem AHV- Alter ausreichende Mittel, um seinem Sohn weiterhin den Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 950.00 zu leisten, wovon die Kinderrente der AHV abzuziehen und direkt auszuzahlen sei. 5.3 Der Ehemann wendet ein, es sei nicht klar, über welche s Renteneinkommen er dereinst verfügen werde. Es gehe aber nicht an, ihm zur Zeit e in hypothetisches Einkommen anzurech- nen und ab Eintritt ins Rentenalter auf die tatsächli chen Verhältnisse in Serbien abzustellen. Überdies sei ihm kein Vermögensverzehr einzukalkulieren, d a er lediglich eine unverkäufliche Liegenschaft besitze. 5.4 Vorliegend steht einzig fest, dass der Sohn C.____, so lange er minderjährig ist oder sich noch in Ausbildung befindet, Anspruch auf eine Kinderrente hat. Deshalb hat die Vorinstanz den Ehemann verpflichtet, ab Mai 2017 (recte: 2027) all fällige zu seiner Altersrente ausbezahlte Kinderrenten für den Sohn C.____ bis zu dessen Volljä hrigkeit an die Ehefrau zu bezahlen, resp. der direkten Auszahlung durch die Sozialversicherung an die Ehefrau zuzustimmen. Wie hoch die Rente des Ehemannes aus der AHV dereinst ausf allen wird, steht zum jetzigen Zeit- punkt noch nicht fest. Auch kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit festgestellt wer- den, auf welchen Betrag sich die Freizügigkeitsleistung aus beruflicher Vorsorge des Eheman- nes im Mai 2027 belaufen wird und ob ihm ein allfälliger Vermögensverzehr aus Liegenschaften angerechnet werden kann. Die von der Ehefrau vorgenomm ene Berechnung des hypotheti- schen Einkommens des Ehemannes im Zeitpunkt des Rentenbeginns basiert folglich auf reinen Annahmen. Lediglich gestützt auf Hypothesen ist zum jetzi gen Zeitpunkt jedoch kein Unter- haltsbeitrag anzuordnen, weshalb der entsprechende Antrag der Ehefrau abzuweisen ist. 5.5 Bezüglich des Antrags der Ehefrau auf Direktzahlung der künftigen Kinderrenten der AHV ist darauf hinzuweisen, dass die Ehefrau gestützt Auf Ar t. 71 Abs. 1 AHVV dannzumal bei der zuständigen Ausgleichskasse die Auszahlung der Kinderrente an sich beantragen kann. 6. Überhälftige Teilung der beruflichen Vorsorge d es Ehemannes 6.1 Bereits vor erster Instanz verlangte die Ehefrau die überhälftige Teilung des ehelichen Vorsorgeguthabens gemäss Art. 124b Abs. 3 ZGB und die Zu sprechung eines Betrags von CHF 60'000.00 aus dem Vorsorgeguthaben des Ehemannes. Im vorliegenden Verfahren redu- ziert sie den geforderten Betrag auf CHF 20'000.00. I m angefochtenen Entscheid erwog die Vorinstanz, die Ehefrau beantrage die überhälftige T eilung der Pensionskasse des Ehemannes aufgrund ihrer Betreuungspflichten für den Sohn C.__ __. Die Ehefrau betreue C.____ alleine, soweit nicht eine Drittbetreuung beansprucht werde. Tr otz ihrer Betreuungspflichten sei die Ehefrau bis zu ihrer aktuellen Arbeitsunfähigkeit vollze itlich resp. mit einem 80% Pensum er- werbstätig. Nach Wiedererlangung ihrer Arbeitsfähigke it wolle sie weiterhin erwerbstätig sein. Somit habe sie ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der von ihr zu leistenden Betreuung nicht einge- schränkt. Dem Ehemann verbleibe bei einer überhälftige n Teilung seiner Pensionskasse keine angemessene Alters- und Invalidenvorsorge, weshalb der Antrag abzuweisen sei. 6.2 Die Ehefrau wendet dagegen ein, die Vorinstanz habe die tiefen Lebenshaltungskosten im AHV-Alter des Ehemannes in Serbien und sein gesamtes Ve rmögen nicht ausreichend gewür- digt. Der Ehefrau fehlten aufgrund ihrer Arbeitstät igkeit von lediglich 80% jährlich CHF 2'160.00 aus AHV- und PK-Rente. Bis C.____ 16 Jahre alt sei, belaufe sich ihr Vorsorgemanko demnach auf CHF 23'760.00 (11 Jahre à CHF 2'160.00). Deshalb mache sie einen reduzierten Betrag von CHF 20'000.00 aus überhälftiger Teilung der Pensio nskasse des Ehemannes geltend. Die Vorinstanz habe ihre Vorsorgeeinbusse zu Unrecht aberkan nt. Es liege geradezu ein «klassi- scher» Anwendungsfall einer überhälftigen Teilung vor: Aufgrund der Kinderbetreuungspflichten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht erleide die Ehefrau Vorsorgelücken, der Sohn sei noc h sehr klein und sie erfahre keine Entlas- tung in der Kinderbetreuung durch den Ehemann. Ein p ersönlicher Unterhalt oder ein Vorsor- geunterhalt sei mangels finanzieller Leistungsfähigkeit des Ehemannes nicht möglich. Der Ehemann verfüge über Vermögenswerte und eine Altersvor sorge, welche bei vergleichsweise tiefen Lebenshaltungskosten ein Mehrfaches der Vorsorge guthaben bei schweizerischen Le- benshaltungskosten darstellten. Nebst der AHV-Rente und dem Pensionskassenkapital seien Liegenschaften und noch gewisse liquide Mittel vorhande n. Deshalb sei eine überhälftige Tei- lung mehr als angezeigt. 6.3 Der Ehemann bestreitet den Anspruch auf überhälftig e Teilung der beruflichen Vorsorge dezidiert. Die Ehefrau sei 24 Jahre jünger als der Eh emann und es sei ihr durchaus möglich, eine weitaus bessere Altersvorsorge aufzubauen als dieje nige des Ehemannes. Der Ehemann könne sein Vorsorgeguthaben nicht weiter äufnen, wesha lb er dringend auf die volle Höhe sei- nes Guthabens angewiesen sei. Zudem hätten die Ehegat ten knapp ein Jahr zusammengelebt, weshalb sich eine überhälftige Teilung des Pensionskasseng uthabens vor diesem Hintergrund als unangemessen erweise. 6.4 Nach Art. 124b Abs. 3 ZGB kann das Gericht dem berecht igten Ehegatten mehr als die Hälfte der Austrittsleistung zusprechen, wenn er nach d er Scheidung gemeinsame Kinder be- treut und der verpflichtete Ehegatte weiterhin über eine angemessene Alters- und Invalidenvor- sorge verfügt. Die Anordnung der überhälftigen Teilun g setzt zweierlei voraus: Erstens über- nimmt der berechtigte Ehegatte nach der Scheidung di e Betreuung der gemeinsamen Kinder und zweitens verfügt der verpflichtete Ehegatte auch na ch der überhälftigen Teilung der Aus- trittsleistung über eine angemessene Alters- und Invalidenvorsorge. Die überhälftige Teilung der Austrittsleistungen bezweckt den Ausgleich der nach der Sche idung entstehenden Vorsorgelü- cke bei der berechtigten Partei. Solche Vorsorgelücken entstehen insbesondere bei der Reduk- tion oder Aufgabe der Erwerbstätigkeit wegen Kinderb etreuung ( GRÜTTER/ JUNGO , in: Fam- Kom, a.a.O., Art. 124b ZGB N 20 f.). 6.5 Es gilt daher zu prüfen, ob der Ehefrau durch die K inderbetreuung eine Vorsorgelücke entsteht und ob der Ehemann gleichzeitig über eine a ngemessene Alters- und Invalidenvorsor- ge verfügt. Die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen erachtet das Kantonsgericht, Ab- teilung Zivilrecht, als zutreffend: Die künftige Betreuung von C.____ wird entweder von d er Ehefrau persönlich oder von Dritten übernommen. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Ehef rau zum Zeitpunkt des kantonsge- richtlichen Beschwerdeverfahrens im August 2016 keiner E rwerbstätigkeit nachging und von der Sozialhilfe abhängig war. In ihrer Berufung führ t sie aus, bis Ende 2019 als Zimmermäd- chen in einem Hotel mit einem Pensum von 80% gearbeite t zu haben. Aufgrund eines Sehnen- risses habe sie diese Arbeit nicht mehr ausführen können und ihr sei gekündet worden. Sobald sie wieder arbeitsfähig sei, werde sie eine neue Stell e mit einem Pensum von 60% – 80% su- chen. Die Ehefrau wird folglich auch nach der Scheidung ein Arbeitspensum im selben Umfang wie während der Dauer der Ehe aufnehmen, so dass vorl iegend keine Vorsorgelücke durch die nacheheliche Kinderbetreuung entstehen wird. Eine Ein schränkung ihrer Erwerbstätigkeit auf- grund der Kinderbetreuung ist demnach nicht ersichtlich. Der Ehemann ist mittlerweile 57-jährig und lebt in S erbien. Ob er bis zu seiner ordentlichen Pensionierung im Mai 2027 noch weiteres Vorsorgeguthab en wird äufnen können, erscheint aufgrund seines Wegzugs nach Serbien eher unwahrschein lich. Die Austrittsleistung seiner beruflichen Vorsorge beläuft sich auf CHF 137'464.60, wovon gemäss Ziffer 6 des angefochte- nen Entscheids CHF 2'909.65 auf das Vorsorgekonto der Eh efrau zu überweisen sind. Dane- ben besitzt der Ehemann zwei Liegenschaften in Serbien. Eine davon bewohnt er selbst, die andere weist gemäss Gutachten einen Wert von EUR 17'13 1.20 auf. Sie befände sich zudem an einem schlechten Marktort und sei praktisch unverkäuflich. Deshalb wird auch der Mietertrag dieser Liegenschaft auf EUR 25.00 pro Monat geschätzt. D en vorinstanzlichen Akten können Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine weiteren Vermögenswerte des Ehemannes entnommen werden. Es kann somit festge- stellt werden, dass dem Ehemann bei einer überhälftige n Teilung der beruflichen Vorsorge kei- ne angemessene Alters- und Invalidenvorsorge verbliebe. Da die Ehefrau überdies keine Ein- schränkung ihrer Erwerbstätigkeit aufgrund der Kinderbe treuung erfährt, ist ihr der Antrag auf überhälftige Teilung der beruflichen Vorsorge des Ehemannes abzuweisen. 7. Kosten 7.1 Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten de s Berufungsverfahrens zu entscheiden. Beide Parteien haben beantragt, die Kost en nach dem Verfahrensausgang der jeweils (unterliegenden) Gegenpartei aufzuerlegen. Ma ssgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art . 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. In familienrechtlichen Ver- fahren kann das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). I m vorliegenden Fall wird die Berufung teilweise gutgeheissen, so dass keine Partei vollständig obsiegt oder unterliegt. Die Ehefrau dringt jedoch mit ihrem Hauptanliegen betreffend Zut eilung der alleinigen elterlichen Sorge für den Sohn C.____ durch, so dass es sich rechtfertigt, dem Eh emann die ordentlichen Kosten aufzuerlegen. Die ausserordentlichen Kosten werden ges tützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO er- messensweise wettgeschlagen. Die Entscheidgebühr für das Re chtsmittelverfahren wird auf CHF 2‘000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 2 lit. b der Verord nung über die Gebühren der Gerichte, SGS 170.31). 7.2 Der Ehefrau wurde mit Verfügung vom 21. Februar 2020 die unentgeltliche Rechts- pflege bewilligt. Die Rechtsvertreterin der Ehefrau r eicht mit Eingabe vom 12. Mai 2020 eine Honorarnote ins Recht, worin 10.4 Stunden à CHF 200 .00, Auslagen von CHF 61.50 sowie 7.7% MWSt im Betrag von CHF 169.00 geltend gemacht w erden. Daraus resultiert eine Partei- entschädigung von CHF 2'363.80, welche angemessen erschein t und in diesem Umfang zu genehmigen ist. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege an die Ehefrau ist ihrer Rechtsvertreterin somit ein Anwaltshonorar von CHF 2'363.80 inkl. Auslagen und MWSt aus der Staatskasse zu entrichten. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Dispositiv -Ziffer 2 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel - Landschaft West vom 15. Oktober 2019 (Verfahren 120 17 3675 IV) wird in teilweiser Gutheissung der Berufung wie folgt geändert: „ Die elterliche Sorge über das Kind der Parteien, - C.____, geboren am 23. Januar 2015, wird der Ehefrau und Mutter übertragen. Die Obhut ist bei der Mutter. Die Erziehungsgutschriften werden vollumfänglich der M utter ange- rechnet.» 2. Dispositiv -Ziffer 8 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel - Landschaft West vom 15. Oktober 2019 (Verfahren 120 17 3675 IV) wird wie folgt korrigiert: „ Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 basieren auf, - einem hypothetischen Einkommen des Klägers vom CHF 48'900.00, ohne Zulagen, pro Jahr und vor Steuern, - dem Nettoeinkommen der Beklagten von CHF 31’200.00, ohne Zula- gen, pro Jahr und vor Steuern.» 3. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. () … () ... Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin Karin Wiesner