B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-7560/2015 U r t e i l v o m 1 8 . M a i 2 0 1 6 Besetzung Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richterin Christine Ackermann, Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Lohnrückforderungsanspruch der Arbeitgeberin. A-7560/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ trat am 1. Mai 2009 als (...) in den Dienst des Bundesamtes für Migration BFM (heute Staatssekretariat für Migration SEM ; nachfolgend: Vorinstanz) ein. Die Entlöhnung erfolgte im Stundenlohn mit ein er Grund- besoldung von zunächst Fr. 42.30/Std. bzw. einer Bruttoentschädigung (d.h. inkl. Ferienzulage und Krankenbesoldung) von Fr. 46.90/Std. Die Ent- löhnung entsprach der Lohnklasse 11. B. Im Rahmen der Umsetzung eines neuen Lohnberechnungssystems unter- zeichnete A._______ am 19. Mai 2012 einen neuen Arbeitsvertrag per 1. Juli 2012. In dem neuen Arbeitsvertrag wurde eine Grundbesoldung von Fr. 43.50/Std. bzw. ein Bruttostundenlohn von Fr. 48.20 vereinbart. A._______ wurde in die Lohnklasse 14 hochgestuft . Betreffend Lohn ent- hielt der Arbeitsvertrag dabei die folgende Klausel: "Der Ar beitnehmer erhält den vorstehend vereinbarten bisherigen Lohn (Grundbesoldung, Ortszulage, Ferienzulage, Krankenlohn) während zwei Jah- ren, d.h. bis zum 30. Juni 2014 weiterhin ausgerichtet. Der Lohn bleibt wäh- rend dieser Frist unverändert und wird vom Teuerungsausgleich und von einer Lohnentwicklung nach Art. 39 BPV ausgenommen. Vorbehalten bleibt eine vorherige individuelle Lohnanpassung, sofern der Arbeitnehmer aufgrund der neuen Lohnberechnung mehr als der garantierte Stundenlohn verdienen könnte. Per 1. Juli 2014 erfolgt die Lohnanpassung gestützt auf die Lohnbe- rechnung gemäss Richtwerttabelle für Anfangslöhne in der allgemeinen Bun- desverwaltung." C. Am 25. Juni 2014, d.h. vor Ablauf der vereinbarten Lohngarantie, stellte die Vorinstanz A._______ einen neuen Arbeitsvertrag zur Unterzeichnung zu. Der Vertrag sah per 1. Juli 2014 eine Grundbesoldung von Fr. 38.56/Std. vor. Der Ortszuschlag wurde neu separat ausgewiesen, was zu einem Brut- tostundenlohn (d.h. inkl. Ortszuschlag, Ferienzulage und Krankenlohn) von Fr. 46.65 führte. Die Lohnentwi cklung sollte gestützt auf Art. 39 der Bun- despersonalverordnung vom 3. Juli 2001 (BPV, SR 172.220.111.3) erfol- gen. Dieser Vertrag wurde von A._______ nicht unterzeichnet. D. Die Vorinstanz zahlte A._______ ab Juli 2014 den von ihr neu berechneten Bruttostundenlohn von Fr. 46.65 aus. Ab dem 1. Januar 2015 hätte eigent-A-7560/2015 Seite 3 lich infolge Reallohnerhöhung und Teuerung für das Jahr 2015 ein Brutto- stundenlohn von Fr. 48.07 ausbezahlt werden sollen. Infolge einer fehler- haften Mutation im BV Plus (Personalinformationssystem der Bundesver- waltung) wurde indes die Reallohnerhöhung und die Teuerungsanpassung irrtümlich auf der alten Grundbesoldung von Fr. 44.89 vorgenommen, was ab Januar 2015 zur Auszahlung eines Bruttostundenlohns von Fr. 53.83 führte. E. Im August 2015 erkannte die Vorinstanz ihren Irrtum und teilte A._______ mit, aufgrund des zu hoch berechneten Bruttostundenlohns sei ihm für den Zeitraum von Januar bis Juli 2015 die Gesamtsumme von Fr. 1'477.05 zu viel ausbezahlt worden. Eine einvernehmliche Lösung über die von der Vo- rinstanz geforderte Rückvergütung kam in der Folge nicht zu Stande, w o- raufhin A._______ um den Erlass einer anfechtbaren Verfügung ersuchte. F. Die Vorinstanz kam dem Gesuch von A._______ nach und erliess am 26. Oktober 2015 folgende Verfügung: "Die Arbeitgeberin verrechnet ihre ausstehende Lohnrückforderung in der Höhe von Fr. 1'477.05 mit den Lohnansprüchen des Arbeitnehmers. Sie bringt dabei bei der Lohnauszahlung Ende Oktober 2015 den Betrag von Fr. 738.55 und bei der Lohnauszahlung Ende November 2015 den Betrag von Fr. 738.50 in Abzug." In der Begründung führt e die Vorinstanz aus, die Rückvergütung der irr- tümlich und ohne Rechtsgrund geleisteten zu hohen Lohnzahlung richte sich nach den Bestimmungen über die ungerechtfertigte Bereicherung ge- mäss Art. 62 ff. des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220). Infolge der fehlerhaften Mutation im BV Plus und der damit verbundenen zu hohen Berechnung des Bruttostundenlohnes sei die Lohnauszahlung der Monate Januar bis Juli 2015 nicht korrekt erfolgt . A._______ könne sich diesbezüglich auch nicht auf den guten Glauben berufen, da die Grundbesoldung und die Zu lagen in den Lohnabrechnungen jeweils ge- sondert aufgeführt seien. A._______ sei daher vollumfänglich zur Rücker- stattung des zu viel erhaltenen Lohns von gesamthaft Fr. 1'477.05 ver- pflichtet. Die Verrechnung mit der Lohnforderung der Monate September und Oktober 2015 – dessen Auszahlung per Ende Oktober bzw. November 2015 erfolge – sei dabei zulässig, da nicht in das Existenzminimum einge- griffen werde. A-7560/2015 Seite 4 G. Am 28. Oktober 2015 trafen die Parteien eine Vereinbarung, mit welcher das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen auf den 31. Oktober 2015 aufgelöst wurde. Die vorliegende Lohnstreitigkeit wurde von der ver- einbarten Saldoklausel explizit ausgenommen. H. Gegen die obengenannte Verfügung der Vorinstanz vom 26. Oktober 2015 erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. November 2015 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die Zah- lung der im September und Oktober 2015 gegen seinen Willen vom Lohn abgezogenen Fr. 1'477.05 (Rechtsbegehren 1) sowie die Zahlung der nicht ausbezahlten Lohnbestandteile für die Monate Juli bis Dezember 2014 (Rechtsbegehren 2). Als Begründung macht der Beschwerdeführer im We- sentlichen geltend, die Lohnreduktion per 1. Juli 2014 sei nicht rechtmässig erfolgt, weshalb ihm die Vergütung seiner Arbeitsleistung gemäss dem im Arbeitsvertrag vom 19./21. Mai 2012 festgehaltenen Stundenlohn zustehe. I. In der Vernehmlassung vom 23. Dezember 2015 hält die Vorinstanz an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der Rechtsbe- gehren des Beschwerdeführers. J. Der Beschwerdeführer hat keine Schlussbemerkungen eingereicht. K. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die sich bei den Akten be- findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol- genden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 .Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist und eine Vorinstanz im Si nne von Art. 33 VGG A-7560/2015 Seite 5 entschieden hat. Beim SEM handelt es sich um eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG (vgl. Anhang 1 Ziff. III 1.4 der Regierungs - und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November 1998 [RVOV, SR 172.010.1]). Die Verfügung vom 26. Oktober 2015 ist ein zulässiges An- fechtungsobjekt und kann direkt beim Bundesverwaltungsgericht ange- fochten werden (vgl. Art. 36 Abs. 1 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 [BPG, SR 172.220.1]). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil- nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Die Beschwerdeführer ist Verfügungsadressat und hat ein aktuelles schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Abänderung der ange- fochtenen Verfügung. Er ist deshalb zur Beschwerde legitimiert. 1.3 Streitgegenstand in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das durch die angefochtene Verfügung geregelte Rechtsverhä ltnis, soweit es im Streit liegt. Fragen, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat, darf die zweite Instanz nicht beurteilen, ansonsten sie in die funktionelle Zuständigkeit der ersten Instanz eingreifen würde (vgl. JÉRÔME CANDRIAN, Introduction à la procedure administrativ fédérale, 2013, N. 182, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun- desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.8, je mit Hinweisen). Das zu regelnde Rechtsverhältnis wird im Dispositiv d er Verfügung verbindlich festgelegt. Die Erwägungen dienen bloss der Erläuterung und Begründung des Ergebnisses des Rechtsstreits. Im Falle von Unklarheiten im Dispositiv können sie jedoch zu des sen Auslegung heran gezogen wer den ( MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.185). Obschon der Beschwerdeführer bereits in seinem Rechtsbegehren an die Vorinstanz eine Lohnnachforderung für die Monate Juli bis Dezember 2014 erhebt, äussert sich das angefochtene Verfügungsdispositiv nur zu der von der Vorinstanz zur Verrechnung geb rachten Forderung von Fr. 1‘477.05, welche den Lohn anspruch ab Januar 2015 betrifft. Aus den Erwägungen der angefochtenen Verfügung ergibt sich indes zweifelsfrei, dass im Ergeb- nis zugleich auch die Lohnnachforderung des Beschwerdeführers als un- begründet a bgewiesen wird, da die Vori nstanz die Lohnanpassung per A-7560/2015 Seite 6 1. Juli 2014 gestützt auf den Arbeitsvertrag vom 19./21. Mai 2012 als recht- mässig einstuft. Nachfolgend ist daher über beide Rechtsbegehren des Be- schwerdeführers materiell zu befinden. Unter diesen Um ständen kann letztlich offen bleiben, ob das Dispositiv der angefochtenen Verfügung un- ter formellen Gesichtspunkten überhaupt korrekt ist, bzw. ob die Vorinstanz die Lohnnachforderung des Beschwerdeführers nicht vielmehr formell hätte abweisen müssen. 1.4 Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet mit uneingeschränkter Kogni- tion und überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzunge n – einschliesslich unrichtiger und unvollständiger Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt, er habe den neuen Arbeitsvertrag vom 25. Juni 2014, welcher einen wesentlich tieferen Lohn von weit über 10 % vorsehe, nie unterschrieben. Der Arbeitsvertrag vom 19./21. Mai 2012 kün- dige sodann lediglich an, die Vorinstanz werde möglicherweise per 1. Juli 2014 eine Lohnanpassung vornehmen , nicht jedoch in welche Richtung und Höhe. Über die tatsächliche Lohnreduktion hätte die Vorinstanz ihn daher vor Vertragsunterzeichnung informieren müssen, denn nur so hätte er entscheiden können, ob er für einen tieferen Lohn weiterhin als (...) hätte tätig sein wollen. Die Vorinstanz habe zwar vorgängig im Rahmen einer allgemeinen Informationsveranstaltung vom 7. März 2012 über das neue Lohnsystem orientiert. Damals habe es jedoch geheissen, die neue Be- rechnung werde sich nur moderat vor- oder nachteilig auf die Löhne aus- wirken. Dass es zu einer derart massiven Lohnreduktion kommen werde, habe er deshalb zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags am 19. Mai 2012 nicht wissen können. Es könne ihm zudem nicht vorgehalten werden, den tieferen Lohn, welcher ihm für die Monate Juli bis Dezember 2014 ausbezahlt worden sei, akzeptiert zu haben. Aufgrund des komplexen Lohnsystems und der stark schwankenden Auszahlung nach geleisteten Arbeitsstunden könne von ihm nicht erwartet werden, dass er jede Lohn- abrechnung auch nach Jahren einzeln überprüfe und nachrechne. Viel- mehr habe er darauf vertrauen dürfen, dass die Vorinstanz seine Arbeits- leistung jeweils korrekt vergüte. A-7560/2015 Seite 7 3.2 Die Vorinstanz stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, auch ohne Unterzeichnung des neuen Arbeitsvertrages greife die Lohnreduktion per 1. Juli 2014, da diese bereits im Arbeitsvertrag vom 19./21. Mai 2012 rechtsgültig vereinbart worden sei. Der neue, nicht unterzeichnete Arbeits- vertrag habe de facto lediglich dazu gedient, den Beschwerdeführer über die bereits angekündigte Lohnanpassung schriftlich zu informieren. Entge- gen den Ausführungen des Beschwerdeführers betrage die Lohnreduktion dabei nicht 10 %, sondern lediglich 3.3 %. In der vom Beschwerdeführer erwähnten Informationsveranstaltung vom 7. März 2012 sei den (...) un- missverständlich mitgeteilt worden, aufgrund der Änderungen in der Be- rechnungsmethode könne eine gewisse, moderate Lohnanpassung nach oben oder unten erfolgen. Der Beschwerdeführer habe somit im Wissen um die Änderung der Berechnungsmethode den Arbeitsvertrag vom 19./21. März 2012 unterzeichnet. Angesichts der neu individuell zu berech- nenden Stundenlöhne habe dazumal den einzelnen (...) nicht verbindlich mitgeteilt werden können, inwiefern sich ihr Lohn verändern werde. Schliesslich sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Lohnauszah- lung aufgrund des neu berechneten Stundenlohnes nicht beanstandet und stillschweigend zu den neuen Konditionen tätig gewesen sei. Als die Vo- rinstanz die falsche Berechnung für den Zeitraum von Januar bis Juli 2015 bemerkt habe, habe er zunächst auch Verständnis für die geforderte Rück- zahlung gezeigt. 4. 4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 BPG entsteht das Arbeitsverhältnis des Bundes- personals durch den Abschluss eines schriftlichen öffentlich-rechtlichen Ar- beitsvertrags, wobei zum Mindestinhalt des schriftlichen Arbeitsvertrags namentlich die Festlegung der Lohnklasse und des Lohns gehört (Art. 25 Abs. 2 Bst. f BPV) . Diese Formvorschrift dient der Rechtssicherheit ( vgl. HARRY NÖTZLI, in: Portmann/Uhlmann [Hrsg.], Bundespersonalgesetz [BPG], 2013, Art. 13 Rz. 5, PETER HÄNNI, Personalrecht des Bundes, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Organisationsrecht, Kol- ler/Müller/Rhinow/Zimmerli [Hrsg.], Bd. I Teil 2, 2. Aufl. 2004, Rz. 52). Fer- ner bedarf auch jede Änderung des Arbeitsvertrages zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form (Art. 13 BPG, Art. 30 Abs. 1 BPV). Kommt über eine Ver- tragsänderung keine Einigung zustande, so muss der Vertrag – ausser in den hier nicht anwendbaren Fällen von Art. 25 Abs. 3, 3 bis und 4 BPV – grundsätzlich nach den Bestimmungen von Art. 10 BPG gekündigt werden (Art. 30 Abs. 2 BPV). Die Rechtsprechung erlaubt der Arbeitgeberin ferner A-7560/2015 Seite 8 die Umgestaltung eines Arbeitsverhältnisses mittels Verfügung, da dies ge- genüber dessen Auflösung bzw. im Vergleich zu einer Änderungskündi- gung grundsätzlich die mildere Massnahme darstellt (Urteile des BVGer A-1110/2014 vom 27. April 2015 E. 4.2.2.3 und A-1764/2010 vom 14. Ok- tober 2010 E. 4.5.2). Dieses Vorgehen konkurriert dabei mit dem Anspruch des Arbeitnehmers auf Vertrauensschutz, welcher Ausfluss seines verwal- tungsrechtlichen Arbeitsvertrages ist. Eine einseitige Anpassung der Lohn- regelung eines verwaltungsrechtlichen Vertrages wird deshalb nur dann als zulässig erachtet, wenn sie nicht allzu drastisch ausfällt und eine angemes- sene Übergangsfrist besteht bzw. die Zeitspanne bis zum Wirksamwerden der Ände rung zumindest der Kündigungsfrist entspricht ( vgl. Urteil des BVGer A-1110/2014 vom 27. April 2015 E. 4.2.2.3 mit zahlreichen Hinwei- sen). 4.2 Wie sich aus den Akten ergibt, schloss die Vorinstanz mit dem Be- schwerdeführer am 19./21. Mai 2012 einen neuen Arbeitsvertrag ab, der den Vertrag vom 8. April 2009 ablöste. Betreffend Lohn wurde damals ver- einbart, dass per 1. Juli 2014 die Lohnanpassung gestützt auf die Lohnbe- rechnung gemäss Richtwerttabelle für Anfangslöhne in der allgemeinen Bundesverwaltung erfolgen werde (vgl. Sachverhalt Bst. B). Vorliegend rügt der Beschwerdeführer zu Recht, dass der Arbeitsvertrag vom 19./21. Mai 2012 damit zwar eine Lohnanpassung nach Ablauf der Lohn- garantie ankündigt, jedoch die Höhe des zukünftigen Lohns in keiner Weise festlegt. In der Vernehmlassung hat die Vorinstanz selbst ausgeführt, eine verbindliche Berechnung des Lohns im Einzelfall sei zum damaligen Zeit- punkt gar nicht möglich gewesen . Die fragliche Vertragsklausel ist daher zu unbestimmt, um als genügende Rechtsgrundlage zu dienen, den Brut- tostundenlohn per 1. Juli 2014 zu Ungunsten des Beschwerdeführers auf Fr. 46.65 zu ändern. Dieser Vertragsklausel kommt nur, aber immerhin die Funktion zu, eine allfällige Vertrauensgrundlage auf Beibehaltung des hö- heren Lohns nach Ablauf der Lohngarantie nicht entstehen zu lassen. Ge- mäss den vorinstanzlichen Akten wurde dem Beschwerdeführer sodann am 25. Juni 2014 ein neuer Arbeitsvertrag zugestellt, mit der Bitte, diesen bis zum 4. Juli 2014 zu unterzeichnen. Der neue Vertrag bezifferte erstmals den tieferen Bruttostundenlohn von Fr. 46.65. Indem der Beschwerdeführer diesen Vertrag unbestrittenermassen nicht unterzeichnete, scheiterte eine einvernehmliche Anpassung des Arbeitsvertrags. Schliesslich ist auch nicht aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer gegen die Auszahlung des tieferen Lohn zunächst nicht opponierte und für A-7560/2015 Seite 9 die Lohnrückforderung Verständnis zeigte , auf ein konkludentes Einver- ständnis zur Vertragsänderung zu schliessen. Wie ausgeführt, bedarf die Änderung des Arbeitsvertrags der schriftlichen Form oder dann der Verfü- gung. Selbst im Bereich des privatrechtlichen Arbeitsvertrags, wo Änderun- gen grundsätzlich formlos gültig sind, ist bei der Annahme einer stillschwei- genden Änderung zu Lasten des Arbeitnehmers Zurüc khaltung geboten (vgl. BGE 109 II 327 E. 2b; PORTMANN/RUDOLPH, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar Obligationenrecht I, 6 . Aufl. 2015, Art. 322 Rz. 9, STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl. 2012, Art. 320 Rz. 4 ; je mit Hinweisen ). Die Rechtslage spricht daher gegen eine stillschweigende Änderung des Ar- beitsvertrags zum Nachteil des Beschwerdeführers. 4.3 Entgegen der Ansicht der Vorinstanz besteht somit im vorliegenden Fall keine vertragliche Grundlage, die es ihr erlaubt hätte, dem Beschwerde- führer einen niedrigeren Bruttostundenlohn von Fr. 46.65 ab 1. Juli 2014 zu entrichten. Vielmehr offenbart sich in diesem Punkt ein Dissens bzw. eine nicht beigelegte Streitigkeit über eine arbeitsrechtliche Angelegenheit, über die die Vorinstanz in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 BPG hätte verfü- gen müssen. 5. Der Beschwerdeführer war folglich ab dem 1. Juli 2014 für die Vor - instanz tätig, ohne dass rechtsgültig ein neuer Lohn nach Ablauf der Lohn- garantie festgelegt worden wäre. Im Privatrecht ist bei fehlender vertragli- chen Regelung derjenige Lohn geschuldet, der „üblich“ ist (Art. 322 Abs. 1 OR). Analoges muss mangels einer anderen anwendbaren Regelung auch für den Bereich des Bundespersonalrechts gelten (Art. 6 Abs. 2 BPG; vgl. BGE 129 I 161 E. 2.4). Bei der vorliegend zu beurteilenden Sachlage kann nicht gesagt werden, dass der bis zum 30. Juni 2014 bezahlte und vom Beschwerdeführer eingeforderte Bruttostundenlohn von Fr. 48.20 den Rahmen des Üblichen sprengt. In diesem konkreten Fall hat zudem in ers- ter Linie die Vorinstanz die Unklarheiten hinsichtlich des Lohnanspruchs zu vertreten, weshalb es auch insofern nicht gerechtfertigt erscheint, den Lohn nachträglich zu Ungunsten des Beschwerdeführers herabzusetzen. Gemäss den vorstehenden Erwägungen muss der Beschwerdeführer so- mit keine Lohnreduktion per 1. Juli 2014 hin nehmen. Daraus ergibt sich, dass sich die von der Vorinstanz erhobene Rückerstattungsforderung aus A-7560/2015 Seite 10 ungerechtfertigter Bereicherung als unbegründet erweist und dem Be- schwerdeführer überdies für die Monate Juli bis Dezember 2014 eine Lohnnachzahlung zusteht. 6. Zusammenfassend ist die Beschwerde daher gutzuheissen und die Verfü- gung der Vorinstanz vom 26. Oktober 2015 aufzuheben. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Lohn nachzahlung in der Höhe von Fr. 1'477.05 betr. den Zeitraum Januar bis Juli 2015 zu leisten, soweit die- ser Betrag infolge der fehlenden aufschiebenden Wirkung der Beschwerde schon bei der Lohnauszahlung Ende Oktober 201 5 und Ende November 2015 abgezogen wurde. Des Weiteren hat die Vorinstanz dem Beschwer- deführer die Lohndifferenz für die Monate Juli bis Dezember 2014 ausge- hend von dem höheren Bruttostundenlohn von Fr. 48.20 zu bezahlen. 7. Das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist in per- sonalrechtlichen Angelegenheiten für den Beschwerdeführer unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, ausser bei Mutwilligkeit, kostenlos (Art. 34 Abs. 2 BPG). Es sind somit keine Verfahrenskosten zu erheben. Eine Par- teientschädigung ist dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nicht auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). A-7560/2015 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz vom 26. Oktober 2015 aufgehoben. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Be- schwerdeführer Fr. 1'477.05 zu bezahlen. Des Weiteren wird die Vor - instanz verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Lohndifferenz für die Mo- nate Juli 2014 bis Dezember 2014 ausgehend von einem Bruttostunden- lohn von Fr. 48.20 zu bezahlen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Einschreiben) – das Generalsekretariat EJPD (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Maurizio Greppi Flurina Peerdeman A-7560/2015 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der öffentlich- rechtlichen Arbeitsverhältnisse können beim Bundesgericht angefochten werden, sofern es um eine vermögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 BGG). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegen- heit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichstellung der Ge- schlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die Beschwerde in öffent- lich-rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Er- öffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: