<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 107 S.386</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">386</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>107 Besoldung. Festlegung des Anfangslohnes für sog. Grundlöhner.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Massgebende Gesichtspunkte bei der Festlegung des Anfangslohnes</b></span><br/> <span class="ft2"><b>für Mitarbeitende in den Personalkategorien nach §</b></span> <span class="ft2"><b>22 LD</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(sog. "Grundlöhner"; Erw. II/2-5).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 30. April 2007 in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen X. gegen das Departement Volkswirtschaft und Inneres (2-BE.2006.23).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1. Gemäss § 22 Abs. 1 lit. e LD in Verbindung mit</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 1 Abs. 2 lit. a Anhang II LD sind die Bezirksamtmänner von</span><br/> <span class="ft1">einer Leistungsbeurteilung ausgenommen. Ihr Lohn setzt sich daher</span><br/> <span class="ft1">nicht aus einem "Positionsanteil" und einem "Leistungsanteil" (sowie</span><br/> <span class="ft1">allfälligen Lohnzulagen) zusammen (vgl. § 4 LD); vielmehr wird</span><br/> <span class="ft1">ihnen ein "fester Grundlohn" (§ 22 Abs. 1 LD) sowie ein "Erfah-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">387</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rungsanteil" (§ 22 Abs. 2 LD) ausgerichtet. Der Grundlohn beträgt</span><br/> <span class="ft1">117 % des Minimums der jeweiligen Lohnstufe (§ 22 Abs. 2 Satz 1</span><br/> <span class="ft1">LD in Verbindung mit Ziff. 1 Abs. 2 lit. a und Ziff. 2 Abs. 1 Anhang</span><br/> <span class="ft1">II LD). Der Erfahrungsanteil, welcher eine positive Gesamtbeurtei-</span><br/> <span class="ft1">lung voraussetzt, kann höchstens 20 % des Grundlohnes betragen</span><br/> <span class="ft1">(§ 22 Abs. 2 Satz 2 LD).</span><br/> <span class="ft1">2.2. Das Personalrekursgericht hat im Zusammenhang mit der</span><br/> <span class="ft1">Festsetzung des Anfangslohnes der Personalkategorien nach § 22 LD</span><br/> <span class="ft1">(sogenannte "Grundlöhner") namentlich entschieden, dass der An-</span><br/> <span class="ft1">fangslohn trotz des Begriffes "fester Grundlohn" nicht fix ist, son-</span><br/> <span class="ft1">dern der individuellen Festlegung bedarf. Weiter hielt es fest, dass</span><br/> <span class="ft1">dabei das Ermessen im Wesentlichen gleich auszuüben ist wie bei</span><br/> <span class="ft1">den Personalkategorien nach § 4 LD (sogenannte "Leistungslöhner")</span><br/> <span class="ft1">und dass in den 17 %, um die der Grundlohn den Positionslohn der</span><br/> <span class="ft1">einschlägigen Lohnstufe übertrifft, noch kein Erfahrungsanteil ent-</span><br/> <span class="ft1">halten ist (AGVE 2005, S. 484 ff.).</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1. In casu ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer per Amts-</span><br/> <span class="ft1">antritt neben dem Grundlohn auch ein Erfahrungsanteil zuzusprechen</span><br/> <span class="ft1">ist. Sofern die Berufs- und Lebenserfahrungen des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rers für die Funktion des Bezirksamtmannes als "bedeutsam" einzu-</span><br/> <span class="ft1">stufen sind, werden sie bei der Festlegung des Erfahrungsanteils "be-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigt" (§ 8 Abs. 1 LD).</span><br/> <span class="ft1">Der Ausdruck "bedeutsam" stellt einen unbestimmten Rechts-</span><br/> <span class="ft1">begriff dar. Mit dem Begriff "berücksichtigt" wird der Anstellungs-</span><br/> <span class="ft1">behörde zusätzlich ein Rechtsfolgeermessen eingeräumt. Im Rahmen</span><br/> <span class="ft1">der entsprechenden Überprüfung auferlegt sich das Personalrekurs-</span><br/> <span class="ft1">gericht eine gewisse Zurückhaltung (AGVE 2001, S. 536). Dies er-</span><br/> <span class="ft1">weist sich auch im vorliegenden Fall als gerechtfertigt, da sich</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich die Anstellungsbehörde besser als ein Gericht für die</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung eignet, inwiefern Berufs- und Lebenserfahrungen vor</span><br/> <span class="ft1">Amtsantritt für die Stelle als Bezirksamtmann wesentlich sind</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2005, S. 484 ff., Erw. II/5/a).</span><br/> <span class="ft1">3.2. Was als bedeutsame Erfahrung zu berücksichtigen ist, muss</span><br/> <span class="ft1">in jedem einzelnen Fall separat geprüft werden. Dabei erweist es sich</span><br/> <span class="ft1">als naheliegend, die Qualifikationen des Betroffenen dem Anforde-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">388</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rungsprofil, welches gemäss der Arbeitsplatzbewertung ABAKABA</span><br/> <span class="ft1">der zur Diskussion stehenden Funktion zukommt, gegenüberzustel-</span><br/> <span class="ft1">len (vgl. Erw. 4 hiernach). Nur wenn der Beschwerdeführer die Vor-</span><br/> <span class="ft1">aussetzungen gemäss ABAKABA erfüllt, ist allenfalls bereits bei</span><br/> <span class="ft1">Stellenantritt ein Erfahrungsanteil auszurichten. Ansonsten ist zu</span><br/> <span class="ft1">prüfen, ob eventuell der Anfangslohn für eine befristete Übergangs-</span><br/> <span class="ft1">zeit unter dem Grundlohn festzusetzen ist (vgl. § 8 Abs. 2 LD).</span><br/> <span class="ft1">Für die Festlegung eines allfälligen Erfahrungsanteils sind über</span><br/> <span class="ft1">die eigentliche Berufserfahrung hinaus ausgewiesene Fähigkeiten</span><br/> <span class="ft1">und die besondere Eignung für die Stelle zu beachten (§ 35 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">Satz 1 PLV). Lebenserfahrung sowie Erfahrungen in Haus-, Erzie-</span><br/> <span class="ft1">hungs- und Betreuungsarbeit werden angemessen einbezogen (§ 35</span><br/> <span class="ft1">Abs. 3 Satz 2 PLV; vgl. Erw. 5 hiernach).</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1. Gemäss ABAKABA wird für die Bezirksamtmänner eine</span><br/> <span class="ft1">Ausbildung auf Niveau Fachhochschule sowie eine Erfahrung von</span><br/> <span class="ft1">mehr als 13 Jahren verlangt; ein zusätzliches (Fach-)Wissen ist nicht</span><br/> <span class="ft1">erforderlich (AGVE 2005, S. 484 ff., Erw. II/5/c).</span><br/> <span class="ft1">Aus dem Fragebogen ABAKABA, aufgrund dessen die Bewer-</span><br/> <span class="ft1">tung der einzelnen Arbeitsplätze vorgenommen wurde, ergibt sich</span><br/> <span class="ft1">kein Hinweis darauf, ob sämtliche Berufserfahrung nach Abschluss</span><br/> <span class="ft1">der angerechneten Ausbildung relevant ist oder ob eine zusätzliche</span><br/> <span class="ft1">Spezifität gegeben sein muss. Die Formulierung im sogenannten</span><br/> <span class="ft1">ABAKABA-Protokoll (= Resultat der Arbeitsplatzbewertung für die</span><br/> <span class="ft1">einzelnen Funktionen) lässt auf die erstgenannte (extensivere) Ausle-</span><br/> <span class="ft1">gung schliessen ("Erforderliche [Berufs-]Erfahrung vor oder nach</span><br/> <span class="ft1">Stellenantritt [ab Abschluss der angerechneten Ausbildung]").</span><br/> <span class="ft1">Dasselbe ergibt sich aus dem sogenannten "Handbuch ABAKABA"</span><br/> <span class="ft1">(ABAKABA Aargau, Arbeitsanalyse, Das Handbuch, Aarau, Januar</span><br/> <span class="ft1">2001), in welchem die Bewertungskommission die einzelnen Be-</span><br/> <span class="ft1">wertungskriterien konkretisiert hat. Danach ist unter dem Merkmal</span><br/> <span class="ft1">I 1.3 massgebend die "Anzahl der erforderlichen Jahre an Berufser-</span><br/> <span class="ft1">fahrung vor Stellenantritt ab Abschluss der letzten angerechneten</span><br/> <span class="ft1">Ausbildung." Tatsächlich bestätigte der Leiter Personalmanagement-</span><br/> <span class="ft1">systeme der Abteilung Personal und Organisation, dass nach der</span><br/> <span class="ft1">Praxis der Bewertungskommission unter dem Merkmal I 1.3 jede Be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">389</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rufserfahrung in Betracht fällt, welche gestützt auf die massgebende</span><br/> <span class="ft1">Ausbildung gewonnen wurde.</span><br/> <span class="ft1">Insgesamt ergibt sich, dass entgegen der Argumentation der</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz sowie der Schlichtungskommission unter dem ABA-</span><br/> <span class="ft1">KABA-Merkmal I 1.3 sämtliche (Berufs-)Erfahrung ab Abschluss</span><br/> <span class="ft1">der angerechneten Ausbildung relevant ist; eine zusätzliche Spezifität</span><br/> <span class="ft1">wird nicht verlangt.</span><br/> <span class="ft1">4.2. Der Beschwerdeführer hat ein juristisches Hochschulstu-</span><br/> <span class="ft1">dium abgeschlossen. In der Folge hat er auf dem Bezirksamt Z. ein</span><br/> <span class="ft1">Praktikum absolviert und zwei Jahre als Gerichtsschreiber an den</span><br/> <span class="ft1">Bezirksgerichten B. und K. gearbeitet. Anschliessend war er sieben</span><br/> <span class="ft1">Jahre bei einer Rechtsschutzversicherung tätig und in den letzten</span><br/> <span class="ft1">zwölf Jahren vor seiner Wahl zum Bezirksamtmann leitete er die Re-</span><br/> <span class="ft1">gionalstelle einer Versicherungsgesellschaft. Der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">lässt zusätzlich vorbringen, dass er über "eine militärische Führungs-</span><br/> <span class="ft1">ausbildung und -erfahrung" verfüge und "auch bei seinen zivilen Tä-</span><br/> <span class="ft1">tigkeiten verschiedene Ausbildungen durchlaufen [habe], um Füh-</span><br/> <span class="ft1">rungsverantwortung wahrnehmen zu können." Schliesslich beruft er</span><br/> <span class="ft1">sich auf "weitere berufliche Erfahrungen in verschiedensten Berei-</span><br/> <span class="ft1">chen", die er bei "seiner Mitarbeit in Projekten, teilweise als Projekt-</span><br/> <span class="ft1">leiter" habe sammeln können. Als ordentlicher Handelsrichter am</span><br/> <span class="ft1">Handelsgericht A. sei er zudem während zehn Jahren mit vergleich-</span><br/> <span class="ft1">baren Aufgaben, wie sie ein Bezirksamtmann zu erledigen habe,</span><br/> <span class="ft1">konfrontiert gewesen.</span><br/> <span class="ft1">4.3. Aufgrund des Hochschulabschlusses und der in der Folge</span><br/> <span class="ft1">erworbenen Berufserfahrung ergibt sich, dass der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">die Anforderungen gemäss ABAKABA sowohl in Bezug auf die</span><br/> <span class="ft1">Ausbildung als auch in Bezug auf die Erfahrung ohne Weiteres er-</span><br/> <span class="ft1">füllt. Es besteht mithin kein Anlass, den Anfangslohn gestützt auf § 8</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 LD unterhalb des Grundlohnes festzulegen.</span><br/> <span class="ft1">5. Ob im Zeitpunkt des Stellenantritts zusätzlich zum Grund-</span><br/> <span class="ft1">lohn ein Erfahrungsanteil auszurichten ist und gegebenenfalls wie</span><br/> <span class="ft1">hoch dieser ausfällt, ist aufgrund der folgenden Gesichtspunkte zu</span><br/> <span class="ft1">entscheiden:</span><br/> <span class="ft1">5.1. Der Beschwerdeführer weist mit dem Lizenziat der Rechts-</span><br/> <span class="ft1">wissenschaften eine Ausbildung auf, welche gemäss ABAKABA hö-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">390</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">her gewichtet wird als der für Bezirksamtmänner geforderte Ab-</span><br/> <span class="ft1">schluss auf Niveau Fachhochschule. In Bezug auf die Lohnstufe</span><br/> <span class="ft1">spielt dies keine Rolle, da mit ABAKABA nicht eine bestimmte Mit-</span><br/> <span class="ft1">arbeiterin bzw. ein bestimmter Mitarbeiter bewertet wird, sondern die</span><br/> <span class="ft1">(Mindest-)Anforderungen, welche jemand für eine bestimmte Funk-</span><br/> <span class="ft1">tion mitbringen muss (vgl. § 5 LD sowie die erwähnte Stellung-</span><br/> <span class="ft1">nahme des Leiters Personalmanagementsysteme der Abteilung Perso-</span><br/> <span class="ft1">nal und Organisation). Demgegenüber ist eine Ausbildung, welche</span><br/> <span class="ft1">die Mindestanforderungen gemäss ABAKABA übersteigt, grundsätz-</span><br/> <span class="ft1">lich geeignet, um auf eine "ausgewiesene Fähigkeit" bzw. eine "be-</span><br/> <span class="ft1">sondere Eignung" im Sinne von § 35 Abs. 3 PLV zu schliessen und</span><br/> <span class="ft1">somit die Zusprechung eines Erfahrungsanteils zu rechtfertigen.</span><br/> <span class="ft1">In concreto gilt es zu prüfen, ob der Beschwerdeführer als Jurist</span><br/> <span class="ft1">besser für die Funktion als Bezirksamtmann befähigt ist als jemand</span><br/> <span class="ft1">mit einem Fachhochschulabschluss (obwohl [noch] nicht existierend,</span><br/> <span class="ft1">ist dabei von einem speziellen Fachhochschullehrgang für angehende</span><br/> <span class="ft1">Bezirksamtmänner bzw. für Fachleute insbesondere im Bereich der</span><br/> <span class="ft1">Strafverfolgung auszugehen). Diese Frage lässt sich nicht ohne wei-</span><br/> <span class="ft1">teres beantworten. Zweifellos ist das Studium der Rechtswissen-</span><br/> <span class="ft1">schaften wesentlich breiter gefächert als ein Lehrgang an der Fach-</span><br/> <span class="ft1">hochschule. Werden aber an der Universität nicht entsprechende</span><br/> <span class="ft1">Schwerpunktfächer belegt, ist das Fachhochschulstudium in Bezug</span><br/> <span class="ft1">auf die Aufgaben des Bezirksamtmannes bedeutend fachspezifischer.</span><br/> <span class="ft1">Demzufolge erscheint es dem Gericht zwar zulässig, nicht aber zwin-</span><br/> <span class="ft1">gend, dem Beschwerdeführer aufgrund der juristischen Ausbildung</span><br/> <span class="ft1">einen Erfahrungsanteil zuzusprechen. Es liegt letztlich im Ermessen</span><br/> <span class="ft1">der Anstellungsbehörde, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang</span><br/> <span class="ft1">das Lizenziat höher gewichtet wird als ein Fachhochschulabschluss.</span><br/> <span class="ft1">5.2. Der Beschwerdeführer weist eine relevante Berufserfah-</span><br/> <span class="ft1">rung auf, welche mit 21 Jahren deutlich über dem Anforderungsprofil</span><br/> <span class="ft1">gemäss ABAKABA (8 - 13 Jahre) liegt. Der Entscheid der Vorin-</span><br/> <span class="ft1">stanz, dem Beschwerdeführer keinerlei Erfahrungsanteil zuzuspre-</span><br/> <span class="ft1">chen, erweist sich demzufolge als ungerechtfertigt.</span><br/> <span class="ft1">Für die Festlegung des Masses, wie stark die Berufserfahrung</span><br/> <span class="ft1">zu berücksichtigen ist, gilt es zu beachten, dass ein Grossteil der</span><br/> <span class="ft1">Aufgaben eines Bezirksamtmannes im Bereich der Strafrechtspflege</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">391</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">liegt (Durchführung von Strafuntersuchungen, Erlass von Strafbefeh-</span><br/> <span class="ft1">len, Strafvollzugswesen). Daneben ist er zuständig für die Bezirks-</span><br/> <span class="ft1">verwaltung (Beurteilung von Beschwerden im Vormundschafts- und</span><br/> <span class="ft1">Sozialhilfewesen, Anordnung des Fürsorgerischen Freiheitsentzugs,</span><br/> <span class="ft1">u.a.). Aufgrund des Werdegangs des Beschwerdeführers ergibt sich,</span><br/> <span class="ft1">dass sich seine Berufserfahrung zum weit überwiegenden Teil nicht</span><br/> <span class="ft1">auf den Kernbereich der Tätigkeit eines Bezirksamtmanns bezieht.</span><br/> <span class="ft1">Seine Praxisjahre sind dementsprechend im Erfahrungsanteil nicht</span><br/> <span class="ft1">allzu hoch zu gewichten.</span><br/> <span class="ft1">5.3. Schliesslich ist wesentlich, dass der Beschwerdeführer auf-</span><br/> <span class="ft1">grund seines Alters (bei Amtsantritt: 49 Jahre) und seiner ausser- und</span><br/> <span class="ft1">nebenberuflichen Aktivitäten (insbesondere langjähriges Mitglied</span><br/> <span class="ft1">des Handelsgerichts) über eine Lebenserfahrung verfügt, welche</span><br/> <span class="ft1">nach Massgabe von § 35 Abs. 3 Satz 2 PLV nicht vernachlässigt</span><br/> <span class="ft1">werden darf.</span><br/> <span class="ft1">5.4. Gestützt auf die obgenannten Erwägungen gelangt das Per-</span><br/> <span class="ft1">sonalrekursgericht zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer per</span><br/> <span class="ft1">Amtsantritt zusätzlich zum Grundlohn ein gewisser Erfahrungsanteil</span><br/> <span class="ft1">auszurichten ist. Er ist mithin so zu stellen wie ein Bezirksamtmann,</span><br/> <span class="ft1">welcher aufgrund seiner Voraussetzungen bei Beginn seiner Tätigkeit</span><br/> <span class="ft1">auf dem Grundlohn eingestuft wurde und mittlerweile über eine ge-</span><br/> <span class="ft1">wisse Erfahrung in seinem Amt verfügt.</span><br/> <span class="ft1">Das Personalrekursgericht ist aufgrund der ihm zustehenden Er-</span><br/> <span class="ft1">messensüberprüfung grundsätzlich befugt, den umstrittenen Erfah-</span><br/> <span class="ft1">rungsanteil selber festzulegen. Im vorliegenden Fall drängt es sich</span><br/> <span class="ft1">indessen auf, das Verfahren nicht abschliessend zu beurteilen, son-</span><br/> <span class="ft1">dern an die Vorinstanz zurückzuweisen. Damit erhält sie die Mög-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit, über den Einzelfall hinaus eine taugliche Praxis betreffend</span><br/> <span class="ft1">die Bemessung des Erfahrungsanteils von Grundlöhnern festzulegen.</span><br/> <span class="ft1">Zudem spricht auch das Interesse des Beschwerdeführers an einer</span><br/> <span class="ft1">nochmaligen Beschwerdemöglichkeit für eine Rückweisung. Die da-</span><br/> <span class="ft1">durch verursachte Verzögerung des Verfahrens ist in Kauf zu neh-</span><br/> <span class="ft1">men.</span><br/></div> </div> </body> </html>