<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00740</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224061&amp;W10_KEY=13045528&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00740</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.05.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Familiennachzugsgesuch: Der Beschwerdeführer erhielt aufgrund der eingetragenen Partnerschaft zunächst eine Aufenthalts- und in der Folge eine Niederlassungsbewilligung. Er hat eine Landsfrau geheiratet und ersucht um deren Nachzug. Umstritten ist, ob es sich hierbei um eine Scheinehe handelt.] Es bestehen vorliegend zahlreiche Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau die Ehe lediglich aus ausländerrechtlichen Überlegungen eingegangen sind (Bigamie, die Ehegatten unterscheiden sich in Geschlecht und Alter, Hinweise auf Vermittlung der Ehe, auf Eheschluss gegen den Willen des Beschwerdeführers und auf Weiterführung der Partnerschaft trotz Auflösung) und nicht aussagekräftige Belege für eine gelebte Ehe (E. 3.1). Es liegt deshalb am Beschwerdeführer, diese Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustürzen (E. 3.2). Dem Beschwerdeführer gelingt dies nicht (E. 3.2.2). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66550" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00740</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">29. Mai 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung (Familiennachzug),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1989, StaatsangehÃ¶riger von Tunesien, reiste am 9. Februar 2013 in die Schweiz ein und erhielt am 19. Februar 2013 eine bis am 8. August 2013 gÃ¼ltige Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eintragung der Partnerschaft mit dem Schweizer C (geboren 1957). Am 5. MÃ¤rz 2013 liessen die beiden ihre Partnerschaft eintragen. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt A in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung, welche regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngert wurde. Am 7. MÃ¤rz 2018 erhielt er die Niederlassungsbewilligung. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 10. Dezember 2021 wurde die eingetragene Partnerschaft aufgelÃ¶st. Noch vor AuflÃ¶sung der Partnerschaft schloss A am 23. Juli 2021 in Tunesien die Ehe mit der Landsfrau D, geboren 2002. Am 25. April 2022 ging beim Migrationsamt das Gesuch von A um Erteilung einer Einreisebewilligung fÃ¼r D ein. Diese ersuchte die Schweizer Vertretung in Tunis am 19. Mai 2022 um Erteilung eines Visums fÃ¼r den langfristigen Aufenthalt in der Schweiz. Am 12. Oktober 2022 forderte das Migrationsamt A auf, Unterlagen einzureichen. Gleichentags ersuchte es die Schweizer Vertretung in Tunis, D zu befragen. Die Befragung erfolgte am 18. Oktober 2022. Mit Schreiben vom 8. MÃ¤rz 2023 gelangte das Migrationsamt mit Fragen an A. Dieser beantworte die Fragen am 14. MÃ¤rz 2023. Nach weiteren AbklÃ¤rungen wies das Migrationsamt das Gesuch um Einreise von D mit VerfÃ¼gung vom 25. Mai 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 13. November 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 15. Dezember 2023 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 13. November 2023 und es sei D die Einreise in die Schweiz zwecks Verbleibs beim Ehemann zu gestatten und ihr nach erfolgter Einreise und Anmeldung eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="MsoNormal"><span>Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete am 19. Dezember 2023 auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 <a id="_Hlk165371779">des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG)</a> haben auslÃ¤ndische Ehegatten und Kinder von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind und die nachziehende Person keine jÃ¤hrlichen ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Ein Anspruch auf Familiennachzug kann sich auch aus dem in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Recht auf Achtung des Familienlebens ergeben; auf dieses kann sich im Zusammenhang mit einer Einreise- bzw. Aufenthaltsbewilligung berufen, wer nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat, sofern die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die AnsprÃ¼che aus Art. 43 AIG erlÃ¶schen, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG). Unter den Begriff des Rechtsmissbrauchs fÃ¤llt unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Eheleute (oder zumindest jemand von ihnen) nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 5. April 2011, 2C_820/2010, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b><span>FÃ¼r die Annahme, es liege eine AuslÃ¤nderrechtsehe (auch als Umgehungsehe oder "Scheinehe" bezeichnet) vor bzw. der Bewilligungsanspruch werde rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht, bedarf es konkreter Hinweise dafÃ¼r, dass die Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft zu fÃ¼hren beabsichtigen, sondern die Beziehung nur aus aufenthaltsrechtlichen Ãberlegungen eingegangen wurde (vgl. BGE 127 II 49 E. 5a mit Hinweisen). Ob im massgeblichen Zeitpunkt die Absicht bestand, keine Ehe fÃ¼hren zu wollen, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist oft nur Ã¼ber Indizien festzustellen (BGE 127 II 49 E. 5a). Solche Hinweise kÃ¶nnen Ã¤ussere Gegebenheiten, aber auch innere, psychische VorgÃ¤nge betreffen (Wille der Ehegatten).</span> Es liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung werden sÃ¤mtliche Indizien â auch solche mit geringer(er) Beweiskraft â berÃ¼cksichtigt. Die geringe(re) Beweiskraft eines Indizes fÃ¼hrt demnach nicht zwingend zu dessen vollstÃ¤ndiger NichtberÃ¼cksichtigung im Rahmen der Gesamtbetrachtung. Vielmehr ist es zulÃ¤ssig und erforderlich, den unterschiedlichen Grad der Beweiskraft einzelner Indizien und ihren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Tatsache zu berÃ¼cksichtigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung bzw. haben sich die Hinweise fÃ¼r einen auslÃ¤nderrechtlichen Tatbestand so verdichtet, dass von seinem Vorliegen ausgegangen werden kann, obliegt es der zur Mitwirkung verpflichteten Person (Art. 90 AIG), die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2019, E. 2.3; VGr, 19. Dezember 2019, VB.2019.00200, E. 4.2 Abs. 2 â 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.3).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b><span>Entsprechende Indizien lassen sich nach der Rechtsprechung unter anderem darin erblicken, dass der auslÃ¤ndischen Person die Wegweisung droht, weil sie ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhielte bzw. eine Bewilligung ohne Ehe nicht oder kaum erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nnte. FÃ¼r das Vorliegen einer AuslÃ¤nderrechtsehe kÃ¶nnen sodann die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und die kurze Dauer der Bekanntschaft sprechen. Dasselbe gilt bei Vorliegen eines grossen Altersunterschieds oder wenn die Eheleute gar nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben bzw. aufgrund unterschiedlicher Kulturkreise Schwierigkeiten bei der Kommunikation haben oder einer von ihnen eine Parallelbeziehung lebt. Als weitere Hinweise fÃ¼r eine Umgehungsehe sprechen die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Heirat sowie allgemein widersprÃ¼chliche Angaben Ã¼ber die Lebensgeschichte des Partners oder der Partnerin, Ã¼ber die Heirat oder das Eheleben und eine fehlende Eingliederung in den jeweiligen (erweiterten) Familienverband des anderen (BGr, 17. November</span> 2022, 2C_491/2022, E. 2.2). Auch widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten kÃ¶nnen deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2; VGr, 26. August 2015, VB.2015.00325, E. 5.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.3 </b>Dass eine Umgehungsehe besteht, darf nicht leichthin angenommen werden. Die BehÃ¶rden mÃ¼ssen den Sachverhalt von Amtes wegen mÃ¶glichst zuverlÃ¤ssig abklÃ¤ren; indessen wird der Untersuchungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert (vgl. Art. 90 AIG). Diese kommt naturgemÃ¤ss insbesondere bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnten (vgl. BGE 124 II 361 E. 2b). Das gilt insbesondere, wenn bereits gewichtige Hinweise auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe hindeuten; dann darf und muss von den Eheleuten erwartet werden, dass sie auch von sich aus UmstÃ¤nde vorbringen und belegen, um die in eine andere Richtung weisenden Indizien zu entkrÃ¤ften (BGr, 21. Januar 2019, 2C_782/2018, E. 3.2.4). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.4 </b>Hatten die Ehegatten â wie hier â noch gar keine Gelegenheit, die Absicht der BegrÃ¼ndung einer Lebensgemeinschaft durch Zusammenleben unter Beweis zu stellen, ist dies gebÃ¼hrend zu berÃ¼cksichtigen; der Umstand schliesst jedoch nicht aus, dass â bei entsprechender Indizienlage â bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Gesuchsbehandlung auf eine Umgehungsehe geschlossen werden kann und die Erteilung einer auslÃ¤nderrechtlichen Nachzugsbewilligung von Anfang an verweigert werden darf (BGr, 21. Januar 2019, 2C_782/2018, E. 3.2.6 mit zahlreichen Hinweisen). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Vorliegend bestehen, wie die Vorinstanzen zutreffend festgehalten haben, zahlreiche Indizien dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau die Ehe lediglich aus auslÃ¤nderrechtlichen Ãberlegungen eingegangen sind: </span></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Die Ehefrau kÃ¶nnte ohne die Heirat mit dem hier niedergelassenen BeschwerdefÃ¼hrer keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalten.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Der Hintergrund der Eheschliessung ist ungewÃ¶hnlich: Der BeschwerdefÃ¼hrer war zunÃ¤chst mit einem 32 Jahre Ã¤lteren Mann verheiratet, bis er die Ehe mit einer 13 Jahre jÃ¼ngeren Frau einging. Im Zeitpunkt der Eheschliessung am 23. Juli 2021 war er immer noch in eingetragener Partnerschaft mit C. Die beiden Ehepartner des BeschwerdefÃ¼hrers unterscheiden sich in Geschlecht und Alter. </p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk166051127"><span>-<span> </span></span>Es gibt Hinweise, die vermuten lassen, dass die Ehe durch die Familien der beiden vermittelt wurde und der BeschwerdefÃ¼hrer die Ehe mit seiner Ehefrau nicht aus freiem Willen eingegangen ist: Die Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers ist mit dem Onkel seiner Ehefrau verheiratet ist. Dort fand auch das erste Treffen des BeschwerdefÃ¼hrers mit seiner heutigen Ehefrau statt. Der BeschwerdefÃ¼hrer gab mit Schreiben vom 25. Juli 2022 dem Migrationsamt an, dass die Familie die Heirat bestimme, da die Religion der Muslime sehr streng sei. Er habe sich zuerst geweigert, die Heirat einzugehen, da er noch eine Partnerschaft mit C gefÃ¼hrt habe. Nachdem er dies mit ihm besprochen habe, hÃ¤tten sie im Juni 2021 die Anfrage an das Gericht in â¦ gestellt. Er sei in der Zwischenzeit, im August 2021, in die Ferien zu seiner Familie gereist. Dort sei die Hochzeit vollzogen worden. Er habe natÃ¼rlich sein EinverstÃ¤ndnis geben mÃ¼ssen, es sei ihm nichts anderes Ã¼brig geblieben. </a></p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk165274397"><span>-<span> </span></span>Es bestehen Hinweise darauf, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und C die Beziehung, trotz Aufhebung der eingetragenen Partnerschaft, nicht beendet haben und der BeschwerdefÃ¼hrer eine Parallelbeziehung gefÃ¼hrt hat bzw. immer noch fÃ¼hrt: So war C trotz (angeblicher) Trennung weiterhin bereit, den BeschwerdefÃ¼hrer grosszÃ¼gig zu unterstÃ¼tzen bzw. zu begÃ¼nstigen und haben die beiden mehrfach angegeben, nach wie vor zusammenzuleben und alsdann gemeinsam mit der Ehefrau Wohnsitz in der von C neu erworbenen Eigentumswohnung nehmen zu wollen.</a></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers gab anlÃ¤sslich der Befragung durch die Botschaft am 18. Oktober 2022 an, der BeschwerdefÃ¼hrer sei nie verheiratet gewesen und sie kenne C nicht. Auch der BeschwerdefÃ¼hrer gibt an, seiner Ehefrau gegenÃ¼ber seine frÃ¼here homosexuelle Beziehung verschwiegen zu haben. Die Ehefrau ist allerdings im Mai 2022 von der Botschaft Ã¼ber die eingetragene Partnerschaft in Kenntnis gesetzt worden. Ihre diesbezÃ¼glichen Angaben sind deshalb nicht glaubhaft. </p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk166051607"><span>-<span> </span></span>Die zum Beleg einer gelebten Beziehung mit seiner Ehefrau eingereichten Fotos, Anruflisten und ChatverlÃ¤ufe sind wenig aussagekrÃ¤ftig: Auf den wenigen Fotos sind der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau auf einem Quad, im Auto und einer Kutsche sitzend mit Freunden sowie allein in einem Restaurant zu sehen. Sie belegen nur, dass die Ehegatten Zeit zusammen verbracht haben, sie sind darauf jedoch nicht eindeutig als Paar erkennbar. Die Whatsapp-ChatverlÃ¤ufe und Anruflisten betreffen nur einen engen Zeitraum von wenigen Tagen (19. Mai 2023 bis ca. 15. Juni 2023 bzw. 2. Juni 2023 bis ca. 11. Juni 2023). </a></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Es liegen nach dem Gesagten gewichtige Indizien vor, die darauf hindeuten, dass die Ehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau nur zum Schein geschlossen wurde. Es liegt deshalb am BeschwerdefÃ¼hrer, diese Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, es treffe nicht zu, dass er eine Parallelbeziehung gefÃ¼hrt habe. Er habe C schon frÃ¼h Ã¼ber den Wandel seiner sexuellen Ausrichtung sowie Ã¼ber seine Gesinnung informiert. SpÃ¤testens als er seine heutige Ehefrau kennengelernt habe, d.h. Ende 2019, habe er C mitgeteilt, dass er mit ihm keine Zukunft sehe und fortan ein rein freundschaftliches VerhÃ¤ltnis zu ihm wÃ¼nsche. Ein Wechsel der sexuellen Orientierung sei keine Seltenheit. Die Vorinstanz habe den Umstand, dass C den BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau trotz erfolgter Trennung weiterhin unterstÃ¼tzen werde, fehlinterpretiert. Die Vorinstanz verkenne, dass es durchaus Ã¼blich sei, dass der formellen AuflÃ¶sung der Ehe bzw. eingetragenen Partnerschaft in der Regel die Trennung und eine Phase des Getrenntlebens vorausgehe. Gleichermassen verhalte es sich mit der Wohnsituation und der falschen Annahme der Vorinstanz, der BeschwerdefÃ¼hrer werde mit seiner Ehefrau und C in einer ''MÃ©nage-Ã -trois'' leben. Ein solcher Plan habe nie existiert, auch wenn C nach Wegen gesucht habe, wie er dem Ehepaar den gemeinsamen Start in der Schweiz bestmÃ¶glich vereinfachen kÃ¶nne. Er lebe seit 2016 allein in einer 3,5-Zimmer-Wohnung und nicht mehr mit C zusammen. Sie wÃ¼rden lediglich beide je Ã¼ber eine Mietwohnung in demselben Mehrfamilienhaus an der E-Strasse 01 in F verfÃ¼gen. Er werde mit seiner Ehefrau in die von ihm seit November 2016 allein gemietete Wohnung ziehen. C werde im Januar 2024 aus seiner jetzigen Wohnung in seine neu erworbene Wohnung umziehen. Der ungekÃ¼ndigte Mietvertrag des BeschwerdefÃ¼hrers belege, dass er keine Intention habe, C in dessen neue Wohnung zu folgen. Die Ehe sei nicht vermittelt worden und er sei auch nicht dazu gezwungen worden. Er habe lediglich das Hochzeitsfest und den Zeitpunkt der Eheschliessung nicht bestimmen kÃ¶nnen, sondern dies sei durch die Familie festgelegt worden. Seiner Ehefrau sei die Bedeutung einer eingetragenen Partnerschaft nach wie vor nicht bewusst. Sie sei der Auffassung, dass es sich hierbei um eine wirtschaftliche bzw. absichernde Partnerschaft gehandelt habe. HomosexualitÃ¤t sei nach wie vor ein Tabu in Tunesien und unter Strafe gestellt. Der BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¼sste bei einem Outing mit Repressalien rechnen, auch von seiner Familie. Es sei ihm deshalb nicht vorzuwerfen, dass er seiner Ehefrau gegenÃ¼ber die wahre Natur seiner Beziehung zu C nicht offengelegt habe. Sodann habe er einen Anspruch auf Achtung der durch ihn eingegangenen Ehe. Es obliege nicht ihm, die QualitÃ¤t der Beziehung nachzuweisen. Es sei nicht rechtens, wenn die Vorinstanz die von ihm vorgelegten Beweise fÃ¼r den Nachweis einer gelebten Beziehung (Fotos, Telefonverbindungen und Chatnachrichten) als untauglich erachte, ohne weitere AbklÃ¤rungen anzustellen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b><span>Was der BeschwerdefÃ¼hrer hiergegen vor den Vorinstanzen und im Beschwerdeverfahren vorgebracht hat, vermag nicht zu Ã¼berzeugen: </span>Die Behauptung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und C seit 2016 im selben Mehrfamilienhaus in getrennten Wohnungen an der E-Strasse 01 leben und nie geplant gewesen sei, gemeinsam in die neue Eigentumswohnung einzuziehen, steht im Widerspruch zu allen bisherigen Angaben: AnlÃ¤sslich der Verhandlung zur AuflÃ¶sung der eingetragenen Partnerschaft am 29. November 2021 beim Bezirksgericht Dielsdorf gaben der BeschwerdefÃ¼hrer und C Ã¼bereinstimmend an, dass sie auch nach der AuflÃ¶sung weiterhin zusammenleben werden. C werde den BeschwerdefÃ¼hrer als BegÃ¼nstigten fÃ¼r seine Pensionskasse eintragen lassen und ihm die neu gekaufte Wohnung Ã¼bertragen. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2021 teilte C dem Bezirksgericht Dielsdorf sodann mit, dass seine Erbschaft an den BeschwerdefÃ¼hrer fliessen werde und er ihn auch zu Lebzeiten jederzeit unterstÃ¼tzen werde. Mit Schreiben vom 22. April 2022 teilte C dem Migrationsamt mit, dass er weiterhin mit dem BeschwerdefÃ¼hrer zusammenlebe und er den BeschwerdefÃ¼hrer in jeglicher Art im Leben unterstÃ¼tze. Er habe aus dem ErlÃ¶s einer Erbschaft eine 4,5-Zimmer-Wohnung in G erwerben kÃ¶nne, welche per September 2023 bezogen werden kÃ¶nne. Die Wohnung werde dann sofort auf den BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼berschrieben. Er werde, so lange seine Gesundheit es ihm zulasse, dort mit dem BeschwerdefÃ¼hrer und dessen Ehefrau zusammenleben. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat dieses Schreiben ebenfalls mitunterzeichnet. Der BeschwerdefÃ¼hrer vermag auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht schlÃ¼ssig zu erklÃ¤ren, weshalb die bisherigen Angaben nicht der Wahrheit entsprechen sollen. Von dem ist vorliegend auch nicht auszugehen: In den Akten befinden sich zwei MietvertrÃ¤ge: Ein von C am 25. Februar 2007 unterzeichneter Mietvertrag Ã¼ber eine 2,5-Zimmer-Wohnung an der E-Strasse 01 und ein vom BeschwerdefÃ¼hrer am 25. Oktober 2016 unterzeichneter Mietvertrag Ã¼ber eine 3,5-Zimmer-Wohnung an der E-Strasse 01. C hat im Schreiben vom 22. April 2022 angegeben, dass er eine grÃ¶ssere Wohnung als Eigentum erwerben werde (von 3,5 auf 4,5 Zimmer). Es ist somit davon auszugehen, dass er zu diesem Zeitpunkt in einer 3,5-Zimmer-Wohnung gelebt hat und nicht mehr in der ursprÃ¼nglich angemieteten 2,5-Zimmer-Wohnung. Somit hÃ¤tten beide Ehegatten im selben Mehrfamilienhaus getrennt voneinander jeweils eine 3,5-Zimmer-Wohnung beziehen mÃ¼ssen, was sehr unwahrscheinlich erscheint. Es wÃ¤re am BeschwerdefÃ¼hrer gelegen, diese Behauptung mit geeigneten Beweismitteln wie z. B. einer BestÃ¤tigung des Vermieters, woraus die effektiven WohnverhÃ¤ltnisse hervorgehen, zu belegen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Ex-Ehegatten auch nach der Aufhebung der eingetragenen Partnerschaft weiterhin zusammenleben bzw. zumindest bis Januar 2024 (Bezug der Eigentumswohnung) zusammengelebt haben. Sodann vermag der BeschwerdefÃ¼hrer die widersprÃ¼chlichen Angaben zur ursprÃ¼nglich geplanten Wohnsituation einer ''MÃ©nage-Ã -trois'' nicht Ã¼berzeugend zu erklÃ¤ren: Nachdem er zunÃ¤chst geltend machte, es sei nie geplant gewesen, gemeinsam in die neue Eigentumswohnung einzuziehen, bringt er im Beschwerdeverfahren vor, C habe dem Paar damit lediglich den Start in der Schweiz erleichtern wollen. Beide Versionen des BeschwerdefÃ¼hrers ergeben jedoch keinen Sinn: Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb C die Eigentumswohnung dem BeschwerdefÃ¼hrer hat Ã¼berschreiben wollen, wenn er selbst gar nicht vorgehabt hÃ¤tte, dort einzuziehen. Wenn jedoch von Anfang geplant war, dass C allein in die Eigentumswohnung zieht, ist nicht nachvollziehbar, weshalb er das Eigentum der Wohnung dem BeschwerdefÃ¼hrer hat Ã¼bertragen wollen. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer und C wie behauptet tatsÃ¤chlich seit 2016 getrennt voneinander leben und der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine Mietwohnung verfÃ¼gt, weshalb sollte C den Ehegatten die Eigentumswohnung Ã¼bergeben, um ihnen den Start zu erleichtern. Die Ehefrau ging gemÃ¤ss Angaben gegenÃ¼ber der Schweizer Botschaft in Tunis zudem ebenfalls davon aus, dass sie mit dem BeschwerdefÃ¼hrer in die neu gekaufte Wohnung einziehen werde. Es ist somit davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer erst von der geplanten Wohnsituation einer ''MÃ©nage-Ã -trois'' abgewichen ist, als dieses Vorhaben als Hinweis fÃ¼r eine Scheinehe gewertet wurde. Der Umstand, dass die Wohnung an der E-Strasse 01 noch nicht gekÃ¼ndigt wurde, vermag an dieser EinschÃ¤tzung nichts zu Ã¤ndern, kann der Mietvertrag doch jederzeit aufgelÃ¶st werden. </p> <p class="Urteilstext">Sodann vermag der BeschwerdefÃ¼hrer auch die widersprÃ¼chlichen Angaben zur Eheschliessung nicht schlÃ¼ssig zu erklÃ¤ren: Wie bereits festgehalten wurde, liessen seine bisherigen Angaben darauf schliessen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Ehe mit seiner Ehefrau nicht freiwillig geschlossen hat und Druck von Seiten der Familien bestand. Soweit er seine Angaben dahingehend relativiert, dass er lediglich das Hochzeitsfest und den Zeitpunkt der Eheschliessung nicht bestimmen habe kÃ¶nnen, vermag dies nicht zu Ã¼berzeugen. Wie das Migrationsamt in seiner Vernehmlassung vom 25. Juli 2023 zu Recht eingewendet hat, lÃ¤sst sich die ungenaue Formulierung nicht mit Sprachproblemen erklÃ¤ren, da die Antwortschreiben teilweise auch von C, welcher Schweizer BÃ¼rger sei, unterzeichnet worden sind. Es ist deshalb mit dem Migrationsamt davon auszugehen, dass es sich bei den neuen AuskÃ¼nften des mittlerweile rechtskundig vertretenen BeschwerdefÃ¼hrers um Schutzbehauptungen handelt. Sodann vermag der BeschwerdefÃ¼hrer auch nicht schlÃ¼ssig zu erklÃ¤ren, weshalb seine Ehefrau anlÃ¤sslich ihrer Befragung angegeben hatte, dass sie C nicht kenne. Der Ehefrau wurde vorgÃ¤ngig erklÃ¤rt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit C eine eingetragene Partnerschaft fÃ¼hrt. Auch wenn ihr die QualitÃ¤t der Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und C nicht bewusst gewesen war, ist damit nicht erklÃ¤rt, weshalb sie dessen Namen anlÃ¤sslich der Befragung nicht kannte. Weiter trifft entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zu, dass es an den BehÃ¶rden liegt, die QualitÃ¤t der Beziehung nachzuweisen (vgl. E. 2.3.3), sondern wÃ¤re es am BeschwerdefÃ¼hrer gelegen, die geltend gemacht Beziehung mit geeigneten Beweismitteln nachzuweisen. Dies ist ihm auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht gelungen: Er hat zwar weitere ChatverlÃ¤ufe (von MÃ¤rz 2021 bis November 2023) und Telefonverbindungen von Juni 2023 eingereicht, diesen Belegen kommt jedoch kein grosser Beweiswert zu: Die Chatnachrichten wurden nicht Ã¼bersetzt, weshalb sich deren Inhalt nicht Ã¼berprÃ¼fen lÃ¤sst und diese deshalb keinen Schluss auf die Art der Beziehung zulassen. Abgesehen davon lassen sich die Chatnachrichten auch nicht eindeutig dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau zuordnen und lassen sich Whatsapp-Chats generell leicht fÃ¤lschen oder online generieren. Nachdem erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein Chatverlauf eingereicht wurde, der Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum dauert, lÃ¤sst sich nicht ausschliessen, dass dieser nicht der echten Kommunikation zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau entspricht. Gleiches gilt fÃ¼r die eingereichten Telefonverbindungen. Der BeschwerdefÃ¼hrer gibt an, dass aufgrund neuer Mobiltelefone und den darauf bestehenden Einstellungen nur die Anrufliste von Juni 2023 verfÃ¼gbar sei. Danach habe er sich mehrheitlich bei seiner Ehefrau aufgehalten (vom 28. Oktober 2023 bis 2. Dezember 2023), weshalb die Einreichung der Telefonliste fÃ¼r die Zeit nach Juni 2023 nur wenig Sinn mache. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Telefonverbindungen beim Telefonwechsel gelÃ¶scht worden sein sollten, nicht aber die Chatnachrichten. Bei modernen Smartphones, wie bei dem vom BeschwerdefÃ¼hrer verwendeten iPhone, ist dies in der Regel nicht der Fall. AuffÃ¤llig ist auch, dass nur Telefonverbindungen fÃ¼r Juni 2023, den Monat nach dem negativen Entscheid des Migrationsamts vom 25. Mai 2023, vorliegen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tte ohne Weiteres zumindest die Verbindungen von Juli bis Oktober 2023 einreichen kÃ¶nnen, zumal er angibt, tÃ¤glich mit seiner Ehefrau zu telefonieren. Bei dieser Sachlage ist nicht auszuschliessen, dass die Telefonate nur gefÃ¼hrt wurden, um den Anschein einer Beziehung zu erwecken. Nach dem Gesagten kommt auch den Telefonverbindungen wenig Beweiswert zu. Was die eingereichten Fotos betrifft, ist den Vorinstanzen zuzustimmen, dass daraus noch nicht auf eine echte und gelebte Beziehung geschlossen werden kann, sind die wenigen Fotos nur wenig aussagekrÃ¤ftig. Es wÃ¤re angesichts der geltend gemachten langjÃ¤hrigen Beziehung und regelmÃ¤ssigen Besuchen des BeschwerdefÃ¼hrers in Tunesien â gemÃ¤ss Angaben der Ehefrau anlÃ¤sslich der Befragung durch die Schweizer Botschaft am 18. Oktober 2022 hat der BeschwerdefÃ¼hrer sie sechs Mal besucht und habe dabei jeweils zwei bis drei Wochen mit ihr verbracht â zu erwarten gewesen, dass zahlreiche Fotos des Paares vorliegen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat jedoch keine weiteren Fotos zu den Akten gelegt. Auch liegen keinerlei Belege (wie Flugtickets) fÃ¼r geltend gemachte Besuche in Tunesien vor. Vor dem Hintergrund der GesamtumstÃ¤nde und widersprÃ¼chlichen Angaben erweisen sich die Hinweise, dass zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau eine echte und gelebte Schicksalsgemeinschaft besteht, als unbedeutend. Schliesslich ist zwar grundsÃ¤tzlich nicht auszuschliessen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine sexuelle Orientierung geÃ¤ndert hat, unter BerÃ¼cksichtigung der GesamtumstÃ¤nde erscheint diese Behauptung jedoch wenig glaubhaft. </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ist es dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht gelungen, die hier geltenden, erhÃ¶hten Anforderungen an den Nachweis einer tatsÃ¤chlich gelebten Ehe zu erbringen. Somit ist weiterhin von einer Scheinehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau auszugehen. Die Ehefrau kann demnach aus der Beziehung zum BeschwerdefÃ¼hrer keinen Aufenthaltsanspruch ableiten, weshalb ihr die Einreise in die Schweiz zu Recht verweigert wurde. </p> <p class="Urteilstext">Schliesslich ist auch der Eventualantrag des BeschwerdefÃ¼hrers abzuweisen: Da das Verfahren nach der dargelegten Sach- und Rechtslage spruchreif erscheint, ist von der eventualiter beantragten RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz abzusehen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind <span>die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG; § 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;</span><br/> c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>