B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2041/2012 U r t e i l v o m 3 0 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), angeblich Kosovo, alle vertreten durch Lukas Siegfried, (…), Beschwerdeführende, Gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. April 2012 / N (…). E-2041/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 – nach eigenen Angaben aus E._______ stammende, der Ethnie der Roma angehörende kosovarische Staatsangehörige – suchten zusammen mit ihren Enkelkindern (B e- schwerdeführerinnen 3 und 4) am 11. Oktober 2010 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nach. Am 18. Oktober 2010 fan- den im EVZ summarische Befragungen und am 27. Juli 2011 direkte A n- hörungen der Beschwerdeführenden 1 und 2 zu den Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) statt. B. Die Beschwerdeführenden brachten zur Begründung ihrer Asylgesuche vor, sie hätten im Jahre 1999 ihren Herkunftsort E._______ verlassen, nachdem nach Ausbruch des Krieg es im Kosovo Angehörige der U ÇK (Befreiungsarmee des Kosovo) , welche ihnen ihr Geld und Gold hätten rauben wollen, den Beschwerdeführer angeschossen und die Beschwer- deführerin 2 auf den Kopf geschlagen hätten. Sie hätten daraufhin in F._______, Montenegro , gelebt. Ihre beiden Enkeltöchter (Beschwerd e- führerinnen 3 und 4), die Kinder ihres Sohnes A., seien seit ihrer Geburt in ihrer Obhut. Im Jahre 2007 seien sie nach Frankreich gereist, und hät- ten dort um Asyl nachgesucht. Nach rechtskräftiger Abweisung ihres Asylgesuchs durch die französischen Behörden seien sie nach Mont e- negro zurückgekehrt, wo sie in einem Flüchtlingslager in G._______ ge- lebt hätten. Schliesslich hätten sie sich aufgrund ihrer prekären Leben s- bedingungen in Montenegro zur erneuten Ausreise entschlossen. Sie hät- ten keine Arbeit gefunden und die Enkelkinder hätten nicht in die Schule gehen können. Zudem sei eine Rückkehr nach Kosovo nicht möglich, weil die allgemeine Situation für die Roma dort s ehr schlecht und ihr Haus in E._______ zerstört worden sei. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden eine Identitätskarte der Beschwerdeführerin 2, ausgestellt am (…) 1997 in E._______, einen Parteiausweis des B e- schwerdeführers 1 der Roma-Vereinigung "(…)", ausgestellt am (…) 1996, eine Bescheinigung derselben Vereinigung vom (…) 1999 (inklusi- ve Übersetzung); einen Bericht des Kantonsspitals H._______ vom 10. Februar 2011 betreffend die Beschwerdeführerin 2 sowie eine Daten - CD von Dr. med. I._______, vom 21. Januar 2011, betreffend den B e- schwerdeführer 1 und eine Bestätigung des Sohnes der Beschwerdefü h- renden 1 und 2 vom 26. Mai 2011 betreffend die Übertragung des Sorg e-E-2041/2012 Seite 3 rechts für die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 an seine Eltern zu den Ak- ten. C. Mit Zwischenverfügung vom 10. November 2011 stellte das BFM fest, e i- ne amtsinterne Analyse der von der Beschwerdeführerin 2 eingereichte n Identitätskarte habe ergeben, dass es sich dabei um eine Totalfälschung handle, woraus folge, dass die angebliche Herkunft der Beschwerdefü h- renden aus E._______ nicht belegt sei . Das BFM gab den Beschwerd e- führenden Gelegenheit zur Stellungnahme innert Frist. In ihrer diesbezüglichen Stellungnahme vom 17. November 2011 hielten die Beschwerdeführenden an der Echtheit des Identitätsdokuments sowie ihrer Herkunft aus E._______ fest und reichten eine Bestätigung der Ve r- einigung "(…)" vom 14. November 2011 inklusive Übersetzung zu den Ak- ten. D. Mit Verfügung vom 3. Januar 2012 trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. E. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 6. Januar 2012 hiess das Bundesverwaltun gsgericht mit Urteil E-113/2012 vom 9. März 2012 gut, hob die Verfügung des BFM vom 3. Januar 2012 auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurück. Die vom Beschwerd e- führer auf Beschwerdeebene eingereichte Geburtsurkunde wurde zuha n- den des BFM eingezogen. F. Mit Schreiben ihres Rechtsvertreters an das BFM vom 26. März 2012 b e- antragten die Beschwerdeführenden unter Hinweis darauf, dass der Vol l- zug der Wegweisung nach Kosovo unzumutbar sei, sowie auf die fortg e- schrittene Integration der Kinder in der Schweiz die Gewährung der vo r- läufigen Aufnahme. G. Mit Verfügung vom 2. April 2012 – eröffnet am 4. April 2012 – stellte das BFM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen würden, wies ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegwei- sung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an, Auf die detaillierte B e-E-2041/2012 Seite 4 gründung wird – soweit entscheidwesentlich − in den Erwägungen einge- gangen. H. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 16. April 2012 (Poststempel: 17. April 2012) an das Bundesverwaltungsgericht erhoben die Beschwe r- deführer Beschwerde gegen die Verfügung des BFM. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten sie einen am (…) 2012 ausgestellten Geburtsschein, eine Bestätigung der Staatsangehörigkeit vom (…) 2012 und eine Bestä- tigung des Wohnsitzes vom (…) 2012, alle betreffend den B eschwerde- führer 1, ein Bestätigungsschreiben der Botschaft der Republik Kosovo in der Schweiz vom (…) 2012 sowie den Abholschein in Kopie betreffend die bestellte Identitätskarte zu den Akten. I. Mit Zwischenverfügung vom 20. April 2012 forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdeführenden auf, innert Frist einen Kostenvorschuss einz u- zahlen und das in Aussicht gestellte Beweismittel nachzureichen. J. Der Kostenvorschuss wurde innert Frist einbezahlt. Innert erstreckter Frist reichten die Beschwerdeführenden am 25. Mai 2012 eine am (…) 2012 ausgestellte Identitätskarte des Beschwerdeführers 1 zu den Akten. K. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juni 2012 hielt die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. L. Mit Eingabe vom 21. Juni 2012 machten die Beschwerdeführenden von dem ihnen mit Instruktionsverfügung vom 15. Juni 2012 eingeräumten Recht zur Stellungnahme Gebrauch und hielten an ihren Beschwerdevo r- bringen fest. Ferner reichten sie diverse Dokumente betreffend den Schulbesuch der Beschwerdeführerinnen 3 und 4 zu den Akten. M. Mit Schreiben vom 2. Mai 2013 ersuchte der Instruktionsrichter das U r- kundenlabor der Kantonspolizei J._______ um Überprüfung der Authenti- zität der vom Beschwerdeführer H. eingerei chten Identitätskarte sowie der weiteren von ihm eingereichten Dokumente (Geburtsurkunde, Staats- angehörigkeitsnachweis, Wohnsitzbestätigung). E-2041/2012 Seite 5 Mit Antwortschreiben vom 3. Mai 2013 stellte das Urkundenlabor fest, dass bei diesen Dokumenten keine objektiven F älschungsmerkmale fest- gestellt werden könnten. N. Mit Eingabe vom 3. Mai 2013 wurde ein den Beschwerdeführer 1 betref- fender Austrittsbericht der Psychiatrie K._______ vom 25. März 2013 zu den Akten gereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört z u den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG ni chts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders b erührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-2041/2012 Seite 6 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb lich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM füh rte zur Begründung seiner Verfügung aus, eine Dok u- mentenanalyse habe ergeben, dass es sich bei der von der Beschwerd e- führerin 2 eingereichte Identitätskarte, in welcher ihr eine Herkunft aus E._______ attestiert werde, um eine Totalfälschung handle . Die diesbe- züglichen Erklärungen der Beschwerdeführenden seien nicht geeignet, das Abklärungsergebnis zu entkräften. Die vom Beschwerdeführer 1 ei n- gereichten Identitätsdokumente ( Identitätskarte in Kopie, G eburtsurkun- de) seien ebenfalls nicht geeignet, über seine aktuelle Staatsangehöri g- keit Auskunft zu geben. Auf eine eingehende Würdigung der zu den Akten gegebenen Mitgliederausweise und Bestätigungsschreiben von Roma - Vereinigungen könne verzichtet werden, weil derartige Dokumente ohne Weiteres käuflich und unrechtmässig erworben werden könnten. Es stelle sich bei dieser Sachlage die Frage, ob die Beschwerdeführenden über eine Au fenthaltsalternative in Serbien sowie all enfalls über serbische Identitätsdokumente verfügen würden, welche sie den schweizerischen E-2041/2012 Seite 7 Behörden vorenthalten wür den. Es sei ferner darauf hinzuweisen, dass im Asylverfahren des Sohnes A. der Beschwerdeführenden und dessen Ehefrau (N […]) die von diesen behauptete Herkunft aus Kosovo eben- falls als unglaubhaft erachtet worden sei. Im Weiteren ergebe sich aus den Informationen der französischen Asylbehörden, dass die Beschwe r- deführenden sich letztmals im Oktober 2010 bei ihnen gemeldet hätten. Mit Blick auf das Datum der Einreichung des Asylgesuchs in der Schweiz (18. Oktober 2010) sei d emnach davon auszugehen, dass sie entgegen ihren Aussagen nach Abschluss des Asylverfahrens in Frankreich nicht nach Montenegro zurückgekehrt seien . Diese Annahme werde dadurch gestützt, dass die Beschwerdeführenden widersprüchliche Angaben zur zeitlichen Einordnung und zur Dauer ihres Aufenthalts in Frankreich s o- wie zum Zeitpunkt der angeblichen Rückkehr nach Montenegro und zu der Dauer des erneuten Aufenthalts in diesem Land gemacht hätten. Zu- dem seien auch erhebliche Zweifel an den Darlegungen der Beschwerde- führenden zu ihren Familien - und Verwandtschaftsverhältnissen ang e- bracht. Die Kinder in Begleitung der Beschwerdeführenden 1 und 2 seien in Frankreich unter anderer Identität aufgetreten als die Beschwerdefü h- rerinnen 3 und 4 in der Schweiz und die Beschwerdeführenden hätten auch gegenüber den schweizerischen Behörden widersprüchliche Ang a- ben zu den Familien - und Verwandtschaftsverhältnissen bezügli ch ihrer angeblichen Enkelkinder gemacht. I n diesem Zusammenhang sei auch zu beachten, dass der Sohn der Beschwerdeführenden und dessen Ehe- frau die Umstände ihrer Eheschliessung und ihre Elternschaft nicht glaubhaft hätten darlegen können . Zudem seien die Aussagen von zwei weiteren angeblichen Enkelkindern, der Beschwerdeführenden, H. und E., welche ebenfalls in der Schweiz um Asyl ersucht hätten, zu i hrer Bio- graphie und ihren Familienverhältnissen als unglaubhaft erachtet worden (N […]). Überdies hätten d ie Beschwerdeführenden nicht erwähnt, dass auch die die Enkel L._______ und M._______ in ihrer Obhut gewesen seien. Nach dem Gesagten vermöchten die Vorbringen der Beschwerd e- führenden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten. Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs seien grundsätzl ich von Amtes wegen zu prüfen. Diese Untersuchungspflicht finde aber ihre Grenzen an der Mitwirkung s- pflicht der gesuchstellenden Person, welcher auch die Subst anziierungs- last zukomme. Es sei nicht Sache der Asylbehörden, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, wenn asylsuchende Personen ih- re Herkunft und Staatsangehörigkeit verschleiern würden. Es würden sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass den Beschwe r- deführenden im Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine E-2041/2012 Seite 8 durch Art, 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Stra- fe oder Behandlung drohe, und es könne aus der Verheimlichung der wahren Staatsangehörigkeit geschlossen werden, das weder die im ta t- sächlichen Heimatstaat herrschende politische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung sprechen würden. Eine Prüfung der Behan delbarkeit der gesundheitlichen Probleme der B e- schwerdeführerin im Heimatstaat sei wegen der Grenzen des Unters u- chungsgrundsatzes nicht möglich. Schliesslich sei der Wegweisungsvol l- zug grundsätzlich auch dann möglich wenn eine gesuchstellende Person ihre wahre Identität oder Nationalität verheimliche. 4.2 Die Beschwerdeführenden legten in ihrer Beschwerdeschrift dar, dem Beschwerdeführer seien mehrere Dokumente (Geburtsschein, Staatsa n- gehörigkeitsbescheinigung, Wohnsitzbescheinigung) aus dem Kosovo zu- gestellt worden. Diese seien von der kosovarischen Botschaft in der Schweiz als echt erachtet und es sei mit ihnen die Ausstellung einer Iden- titätskarte in die Wege geleitet worden. Es sei zu beachten, dass auf dem Geburtsschein die Heirat mit der Beschwerdeführeri n 2 vermerkt sei. Bei dieser Sachlage sei ihre Identität eindeutig geklärt. Bezüglich der zeitl i- chen Einordnung ihrer Aufenthalte in Frankreich und Montenegro sei es zu Missverständnissen gekommen. Sie seien zusammen mit den weit e- ren Enkelkindern L._______ und M._______ im Januar 2007 nach Frank- reich gereist und hätten dort um Asyl ersucht. Nach der Ablehnung ihres Asylgesuchs mit Entscheid vom 28. November 2009 hätten sie sich noch etwa acht Monate lang ohne feste Unterkunft in Frankreich aufgehalten und seien schliesslich im August 2010 nach F._______, Montenegro z u- rückgekehrt, wo sie sich bis zur Einreise in die Schweiz aufgehalten hä t- ten. Dass ihnen in ihrem Heimatstaat Verfolgung drohe, sei durch die ein- gereichten Dokumente unzweifelhaft belegt. Insbesondere sei eine Rüc k- kehr nach E._______ nicht zumutbar, da dort keine Infrastruktur vorha n- den sei und die Kinder nicht zur Schule gehen könnten. Die Behandlung der gesundheitlichen Probleme der Beschwerde führerin im Kosovo sei nicht möglich, da sie als Roma keine Krankenversicherung abschliessen könne und ihr die finanziellen Mittel zur Bezahlung der Behandlungsko s- ten fehlten. Ohne Behandlung drohe eine akute Verschlimmerung der Krankheit. 4.3 Das BFM stellte sich in ihrer Vernehmlassung auf den Standpunkt, die von den Beschwerdeführenden im Beschwerdeverfahren eingereichten Dokumente seien im Kosovo ohne Weiteres käuflich erhältlich und hätten E-2041/2012 Seite 9 deshalb nur einen äusserst geringen Beweiswert. Indiz für eine unr echt- mässige Erlangung sei im Übrigen, dass diese erst zu einem so späten Stadium des Verfahrens, über eineinhalb Jahre nach Einreichung des Asylgesuchs beschafft worden seien, und dass der Beschwerdeführer zwei Geburtsscheine mit unterschiedlichen Ausstellungsdaten eingereicht habe. Im Weiteren würden diese Dokumente nur den Beschwerdeführer 1 betreffen und insbesondere bezüglich der Beschwerdeführerin 2 würden keine Dokumente betreffend ihre Herkunft und Staatsangehörigkeit vo r- liegen. 4.4 In Ihrer Replik wiese n die Beschwerdeführenden darauf hin, dass die eingereichten Identitätsdokumente des Beschwerdeführers 1 vom Konsul der kosovarischen Botschaft in Bern als echt befunden worden seien. Da die Eheschliessung mit der Beschwerdeführerin 2 auf dem Geburtsschein vermerkt sei, stehe auch deren Identität und Staatsangehörigkeit fest. Diese Dokumente seien von der Vorinstanz zu Beginn des Asylverfahrens noch nicht verlangt worden und sie hätten sich erst um deren Bescha f- fung bemüht, nachdem ihre Identität angezweife lt worden sei. Nachdem die Echtheit des ersten, am (…) 2012 ausgestellten Geburtsscheins a n- gezweifelt worden sei, habe der Beschwerdeführer neue Dokumente, un- ter anderem einen weiteren Geburtsschein, ausstellen lassen. Die ihm durch die kosovarische Botsch aft in der Schweiz ausgestellte kosovar i- sche Identitätskarte sei ein offizielles und rechtmässiges Identitätsdok u- ment. Die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 hätten bereits gute Deutsc h- kenntnisse und würden in der Schule gute Leistungen erbringen. Eine Rückführung in den Kosovo sei ihnen nicht zumutbar, da diese eine gro s- se psychische Belastung darstellen würde und dort das Grundrecht auf Bildung nicht garantiert sei. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer 1 hat im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eine kosovarische Identitätskar te sowie einen Geburtsschein, einen Staatsangehörigkeitsnachweis und eine Wohnsitzbestätigung zu den A k- ten gereicht. Das Urkundenlabor der Kantonspolizei J._______ hat fest- gestellt, dass diese Dokumente keine objektiven Fälschungsmerkmale aufweisen. Bei de r vorliegenden Aktenlage ist von der en Authentizität auszugehen. Die Vorinstanz hat nicht näher erläutert, auf welche Quellen sich ihr Einwand, derartige Dokumente könnten ohne Weiteres unrech t- mässig erworben werden und hätten daher nur einen geringen Bewe is- wert, abstützt, weshalb diese Argumentation nicht stichhaltig ist. Ferner ist zwar nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer diese Iden-E-2041/2012 Seite 10 titätsdokumente erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens beschafft und eingereicht hat, jedoch liegen keine ko nkreten Hinweise auf einen unrechtmässigen Erwerb derselben vor. Es mag ungewöhnlich sein, dass der Beschwerdeführer im Laufe des Asylverfahrens zwei Geburtsscheine eingereicht hat , welche an unterschiedlichen Daten ausgestellt wurden . Daraus auf eine unrechtmässige Beschaffung dieser Dokumente zu schliessen, ist jedoch nicht gerechtfertigt, zumal die Angaben zu seiner Identität in be iden Dokumenten übereinstimmen und sie keine Fä l- schungsmerkmale aufweisen. Zusammenfassend ist aufgrund der dargelegten aktuellen Aktenlage als erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer 1 über die kosovarische Staatsangehörigkeit verfügt. 5.2 Die Identität und Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerinnen 2 bis 4, welche keine rechtsgenüglichen Identitä tspapiere eingereicht h a- ben, stehen hingegen nicht fest. Immerhin ergibt sich aus der Tatsache, dass die behauptete kosovarische Staatsangehörigkeit des Beschwerd e- führers 1 auf Beschwerdeebene mittels authentischer Identitätsdokumen- te belegt wurde, ein konkreter Anhaltspunkt dafür, dass die Beschwerde- führerinnen 2 bis 4 ebenfalls aus dem Kosovo stammen, zumal die famili- ären Beziehungen der Beschwerdeführenden als solche vom BFM nicht bestritten werden. 6. 6.1 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustelle n, dass die Aussagen der Beschwerdeführenden zu r Dauer und zum Zeitraum ihrer Aufenthalte in Montenegro und Frankreich widersprüchlich und u n- substanziiert ausgefallen sind und sich zudem mit den Angaben der fra n- zösischen Behörden nicht in Einklang bringen lassen. Die diesbezügl i- chen Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind nicht geeignet, diese Ungereimtheiten auszuräumen, da die Beschwerdeführenden lediglich eine neue Version de r zeitlichen Einordnung vorbringen, welche im W i- derspruch zu ihren Angaben im erstinstanzlichen Verfahren steht. Die Schlussfolgerung des B FM, die Beschwerdeführenden vermöchten nicht glaubhaft zu machen, nach Abschluss ihres Asylverfahrens in Frankreich nach Montenegro zurückgekehrt zu sein, wird demnach vom Gericht g e- teilt. Im Weiteren ergeben sich aus den Vorbringen der Beschwerdefüh- renden, welche sich zur Begründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen auf ihre prekäre Lebenssituation in ihrer Herkunftsregion und die generell schwierige Situation der Minderheit der Roma im Kosovo berufen, keine E-2041/2012 Seite 11 glaubhaften Hinweise dafür, dass ihnen mit beachtlicher Wahrscheinlic h- keit gezielte Verfolgungsmassnahmen in asylrechtlich relevante m Au s- mass drohen. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass Nachteile, we l- che auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen L e- bensbedingungen in einem Staat zurückzuführen sind, keine asylbeach t- liche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Einen anderen Schluss vermögen auch die zu den Akten gereichten Unterstützung s- schreiben einer Roma -Vereinigung nicht zu rechtfertigen, zumal sie den Eindruck von Gefälligkeitsschreiben ohne relevanten Beweiswert hinter- lassen. 6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerde füh- renden nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG asylrelev ante Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch demzufolge zu Recht und mit zutreffender Begründung abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Auslände r [AuG, SR 142.20]). Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den He r- kunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in seinen Heimat -, Herkunfts- E-2041/2012 Seite 12 oder einen Drittstaat entgegenstehen. De r Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine konkrete Gefäh r- dung darstellt (Art. 83 Abs. 2–4 AuG). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen. 8.2 8.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.2.2 Wie oben dargelegt (E. 5.1) verfügt der Beschwerdeführer 1 nac h- weislich über die kosovarische Staatsangehörigkeit, weshalb die Zumu t- barkeit des Wegweisungsvollzugs in den Kosovo zu prüfen ist. 8.2.3 Gemäss geltender Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug von Roma, Ashkali und "Ägyptern" nach Kosovo zumutbar, falls auf grund ei- ner Einzelfallabklärung (namentlich durch Untersuchungen vor Ort über die schweizerische Botschaft) feststeht, dass bestimmte Reintegrations - kriterien – wie berufliche Ausbildung, Gesundheitszustand, Alter, ausre i- chende wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz – erfüllt sind (vgl. BVGE 2007/10 E. 5.3). Ausnahmsweise kann auf eine Einze l- fallabklärung vor Ort verzichtet werden, wenn der für den Wegweisungs- vollzug relevante Sachverhalt auf andere Weise hinreichend erstellt wor- den ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -7635/2008 vom 16. März 2012). Diese Pflicht zur Einzelfallabklärung findet ihre Grenze in der Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführenden, welche insbesondere die Pflicht umfasst, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken (Art. 8 Abs. 1 AsylG). 8.2.4 Vorliegend hat die Vorinstanz die Beschwerdeführenden im Ra h- men der Anhörungen zu ihrem Familiennetz im Kosovo sowie ihren beruf- lichen Qualifikationen befragt, Abklärungen vor Ort wurden jedoch nicht vorgenommen. Da nunmehr die kosovarische Staatsangehörigkeit des E-2041/2012 Seite 13 Beschwerdeführers 1 erstellt ist, kann der Auffassung des BFM , eine sinnvolle Abklärung von Wegweisungshindernissen im Heimat- oder Her- kunftsstaat werde dadurch verunmöglicht, dass die Beschwerdeführe n- den ihre Herkunft verschleiern würden, nicht gefolgt werden. Die Angaben der Beschwerdeführenden zu ihrer Wohnadresse im Kosovo vor ihrer Ausreise im Jahre 1999 si nd übereinstimmend und decken sich im We- sentlichen mit den Angaben in der Wohnsitzbestätigung vom 7. März 2013 (Die Beschwerdeführenden gaben die Andresse anlässlich der B e- fragung zur Person in serbischer Sprache an, in der Wohnsitzbestätigung ist dieselbe Adresse in albanischer Sprache vermerkt) . Damit besteht die Möglichkeit, an diesem Ort Abklärungen zur Frage, ob ihnen dort noch ei- ne Unterkunft zur Verfügung steht sowie zum Bestehen eines Bezi e- hungsnetzes vorzunehmen. 8.2.5 Im Rahmen der Neubeurteilung der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs werden die von den Beschwerdeführenden geltend g e- machten gesundheitlichen Probleme zu berücksichtigen sein . Beim Be- schwerdeführer 1 wurde unter anderem eine akute Belastungsreaktion (ICD 10: F43.0 ) und ein Verdacht auf posttraumatische Belastungsst ö- rung (ICD 10: F43.1 ) diagnostiziert ( vgl. Austrittsbericht der Psychiatrie K._______ vom 25. März 2013 ). Die Beschwerdeführerin 2 leidet unter einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung GOLD Stadium III (vgl. Bericht des Kantonsspitals H._______ vom 10. Februar 2011 ). Es stellt sich die Frage, ob eine allenfalls ungenügende Möglichkeit der Weiterb e- handlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich ziehen würde (vgl. BVGE 2009/ 2 E. 9.3.2; EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.) sowie ob die gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerde- führenden die Fähigkeit zum Wiederaufbau einer wirtschaftlichen Exi s- tenz beeinträchtig en. Ferner ist die Situation der minderjährigen Enkel- kinder (Beschwerdeführerinnen 3 und 4) unter dem Blickwinkel des Ki n- deswohls zu würdigen . Im Rahmen einer gesamtheitlichen Beurteilung sind sämtliche Kriterien einzubeziehen, die im Hinblick auf einen We g- weisungsvollzug wesentlich ersch einen (Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art [Nähe, Intensität, Tragfähigkeit] der Beziehungen, Eigenschaften ihrer Bezugsperson [vor allem Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit]). In diesem Zusammenhang wird vorliegend insbesondere zu beachten sein, dass sich die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 gemäss Aktenlage wah r- scheinlich bereits seit längerer Zeit in Westeuropa aufhalten sowie ihre mutmasslich mangelnden Kenntnisse der albanischen und der serbischen Sprache. E-2041/2012 Seite 14 8.2.6 Nach dem Gesagten kann aktuell nicht von ein em vollständig e r- stellten Sachverhalt bezüglich der verlangten Integrationskriterien (vgl. E. 8.4.3) ausgegangen werden. Beschwerden gegen Verfügungen des BFM über die Verweigerung des Asyls und die Wegweisung haben grundsätzlich reformatorischen und nur a usnahmsweise kassatorischen Charakter (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Eine reformatorische Entscheidung setzt indessen Entscheidungsreife, insbesondere eine g e- nügende Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes, voraus. Dies ist vorliegend hinsichtlich der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung für die Beschwerdeführenden nicht gegeben, weshalb die angefochtene Ver- fügung – soweit die Frage des Vollzugs der Wegweisung betreffend – aufzuheben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung so- wie zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz z u- rückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 9. Die vom Beschwerdeführer 1 auf Beschwerdeebene eingereichten B e- weismittel ( Identitätskarte, Geburtsschein, Staatsangehörigkeitsbesche i- nigung, Wohnsitzbescheinigung) sind zuhanden des BFM sicherzustellen (Art. 10 Abs. 2 AsylG). 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens (hälftiges Obsiegen) sind die red u- zierten Verfahrenskosten , ausmachend Fr. 300. –, den Beschwerd efüh- renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind mit dem einb e- zahlten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. − zu verrechnen. Der Überschuss von Fr. 300.– ist den Beschwerdeführenden durch das Bu n- desverwaltungsgericht rückzuerstatten. 11. Sodann ist der obsiegenden Partei grundsätzlich eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzuspr e- chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Gemäss Abklärungen des Gerichts fordert indessen der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden für sei ne Tätig- keit im vorliegenden Verfahren kein Honorar, weshalb ihnen keine Kosten in zu entschädigendem Umfang erwachsen sind. Demnach ist den B e- schwerdeführenden keine Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) E-2041/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird − soweit den Vollzug der Wegweisung und die diesbezügliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung betreffend – gutgeheissen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung des BFM vom 2. April 2012 werden aufgehoben. Die Sache wird zur vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3. Die vom Beschwerdeführer 1 auf Beschwerdeebene eingereichten Ident i- tätsdokumente werden zuhanden des BFM sichergestellt. 4. Den Beschwerdeführenden werden reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.– auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorsch uss von Fr. 600.– verrechnet. Der Überschuss von Fr. 300. – wird den B e- schwerdeführenden durch das Bundesverwaltungsgericht rückerstattet. 5. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 6. Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Nicholas Swain Versand: