<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 115 S.452</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">452</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>115</b></span> <span class="ft2"><b>Ausserordentliche Aufwendungen; Beiträge an Einrichtungen der beruf-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lichen Vorsorge für den Einkauf von Beitragsjahren (§ 263 Abs. 5 lit. b</b></span><br/> <span class="ft2"><b>StG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Als ausserordentliche Aufwendungen gelten alle Beitragszahlungen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>welche über die von allen Versicherten einer Pensionskasse aufgrund</b></span><br/> <span class="ft2"><b>deren Vorsorgereglement und unter Berücksichtigung einer allfälli-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gen vom Stiftungsrat beschlossenen Beitragsreduktion geschuldeten</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Beiträge hinausgehen.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">453</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">12. Dezember 2002 in Sachen W., RV.2002.50006/K 7219</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3. a) Der Rekurrent war in den Jahren 1999 und 2000 bei der X.</span><br/> <span class="ft1">AG, in A., angestellt. Ihre Pensionskasse hat allen Versicherten die</span><br/> <span class="ft1">folgenden Kürzungen bei den Beiträgen gewährt, die zulasten der</span><br/> <span class="ft1">Stiftung gingen:</span><br/> <table> <tr> <td width="200"><span class="ft1">1.10.1998 - 30.9.1999</span></td> <td><span class="ft1">50 %</span></td> </tr> <tr> <td><span class="ft1">1.10.1999 - 30.9.2000</span></td> <td><span class="ft1">35 %</span></td> </tr> <tr> <td><span class="ft1">1.10.2000 - 30.9.2001</span></td> <td><span class="ft1">25 %</span></td> </tr> </table> <span class="ft1">b) Art. 3.05 Abs. 4 des Vorsorgereglementes der Pensionskasse</span><br/> <span class="ft1">der X. AG lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft6">"Werden die Beiträge der Versicherten ganz oder teilweise durch die</span><br/> <span class="ft6">Stiftung übernommen, hat der Versicherte das Recht, einen zusätzlichen</span><br/> <span class="ft6">freiwilligen Einkauf zu leisten. Dieser Einkauf darf höchstens so hoch sein,</span><br/> <span class="ft6">wie der Anteil an seinen Beiträgen für das Alter, welcher durch die Stiftung</span><br/> <span class="ft6">finanziert wird."</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf diese Bestimmung hat der Rekurrent im Jahr 1999</span><br/> <span class="ft1">Fr. 2'490.-- und im Jahr 2000 Fr. 1'770.75 freiwillige Beiträge an die</span><br/> <span class="ft1">Pensionskasse der X. AG geleistet und beantragt, es seien diese Bei-</span><br/> <span class="ft1">träge als ausserordentlicher Aufwand zu berücksichtigen. Dement-</span><br/> <span class="ft1">sprechend sei die Veranlagung 1999/2000 zu revidieren.</span><br/> <span class="ft1">4. ... (vgl. AGVE 2002 114, S. 449 f.)</span><br/> <span class="ft1">5. ... (vgl. AGVE 2002 114, S. 450 f.)</span><br/> <span class="ft1">6. Die ordentlichen Beitragszahlungen in die Säule 2 fallen in</span><br/> <span class="ft1">die Bemessungslücke und sind nicht abzugsfähig (Merkblatt "Wech-</span><br/> <span class="ft1">sel der zeitlichen Bemessung bei den natürlichen Personen: Steuerli-</span><br/> <span class="ft1">che Behandlung von Einkommen, Aufwendungen und Einkommens-</span><br/> <span class="ft1">ausfällen der Jahre 1999 und 2000" des KStA vom 18. Dezember</span><br/> <span class="ft1">1998). Unter "ordentlichen Beitragszahlungen" sind die Beiträge zu</span><br/> <span class="ft1">verstehen, welche von allen Versicherten der Pensionskasse der</span><br/> <span class="ft1">X. AG aufgrund deren Vorsorgereglement und unter Berücksichti-</span><br/> <span class="ft1">gung einer allfälligen vom Stiftungsrat beschlossenen Beitragsre-</span><br/> <span class="ft1">duktion in den Bemessungslückenjahren 1999 und 2000 geschuldet</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">454</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sind. Dieser "ordentliche Beitrag" beläuft sich beim Rekurrenten auf</span><br/> <span class="ft1">Fr. 3'343.-- im Jahr 1999 und auf Fr. 4'251.-- im Jahr 2000 (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Lohnausweise vom 31. Dezember 1999 bzw. 31. Dezember 2000).</span><br/> <span class="ft1">Die darüber hinausgehenden Beiträge an die Pensionskasse der</span><br/> <span class="ft1">X. AG, welche im Lohnausweis unter "3. Versicherungsbeiträge / m</span><br/> <span class="ft1">Berufl. Vorsorge: Einkauf" aufgeführt werden und sich beim Rekur-</span><br/> <span class="ft1">renten auf Fr. 2'490.-- im Jahr 1999 und auf Fr. 1'771.-- im Jahr 2000</span><br/> <span class="ft1">belaufen, stellen freiwillige Beiträge für den "Einkauf von Beitrags-</span><br/> <span class="ft1">jahren" im Sinne von § 263 Abs. 5 lit. b StG dar. Bei diesen Beiträ-</span><br/> <span class="ft1">gen handelt es sich nicht um planmässig in das Finanzierungssystem</span><br/> <span class="ft1">der Vorsorgeeinrichtung einbezahlte Einkaufsbeiträge. Das Steuerre-</span><br/> <span class="ft1">kursgericht kann der Auffassung der Vorinstanz nicht zustimmen,</span><br/> <span class="ft1">welche das Vorliegen von ausserordentlichen Aufwendungen ver-</span><br/> <span class="ft1">neint, weil das Total der vom Rekurrenten in den Bemessungs-</span><br/> <span class="ft1">lückenjahren 1999 und 2000 geleisteten (obligatorischen und frei-</span><br/> <span class="ft1">willigen) Pensionskassenbeiträge ähnlich hoch ist wie in den Vorjah-</span><br/> <span class="ft1">ren. Es trifft nicht zu, dass mit der Bezeichnung "Einkauf von Bei-</span><br/> <span class="ft1">tragsjahren" als "ausserordentliche Aufwendungen" zum Ausdruck</span><br/> <span class="ft1">gebracht wird, dass es sich auch in Bezug auf die Höhe um einen</span><br/> <span class="ft1">ausserordentlichen Aufwand handeln muss (so Aktennotiz des KStA</span><br/> <span class="ft1">vom 19. März 2001, S. 2). Entscheidend ist vielmehr, dass mit den</span><br/> <span class="ft1">vom Rekurrenten geleisteten Beiträgen eine bestehende Versiche-</span><br/> <span class="ft1">rungslücke verkleinert bzw. geschlossen und eine individuelle Ver-</span><br/> <span class="ft1">besserung der Pensionskassenleistungen erreicht wird. Auch aus dem</span><br/> <span class="ft1">Umstand, dass der Stiftungsrat der Pensionskasse der X. AG kurz vor</span><br/> <span class="ft1">dem Beginn der Bemessungslücke eine Beitragsreduktion beschloss</span><br/> <span class="ft1">und den Versicherten empfahl, "die Beitragsreduktion via Einkauf</span><br/> <span class="ft1">auf das Alterskapital fliessen zu lassen" (Protokoll der Stiftungsrats-</span><br/> <span class="ft1">sitzung vom 8. September 1999), vermag an der Qualifikation als</span><br/> <span class="ft1">ausserordentliche Aufwendungen nichts zu ändern. Der Stiftungsrat</span><br/> <span class="ft1">hat lediglich von seinem ihm statutarisch eingeräumten Recht Ge-</span><br/> <span class="ft1">brauch gemacht und beschlossen, dass die Beiträge in den Jahren</span><br/> <span class="ft1">1999 und 2000 teilweise von der Stiftung übernommen werden. So-</span><br/> <span class="ft1">lange sich der Stiftungsrat einer Pensionskasse an das jeweilige Re-</span><br/> <span class="ft1">glement hält, kann aus steuerlicher Sicht keine Kontinuität der Höhe</span><br/> <span class="ft1">der obligatorischen Beiträge in den Bemessungslückenjahren 1999</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">455</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">und 2000 verlangt und nur der überschiessende Beitrag als ausseror-</span><br/> <span class="ft1">dentlicher Aufwand qualifiziert werden (anders betreffend Höhe der</span><br/> <span class="ft1">Abschreibungen [vgl. RGE vom 28. Februar 2002 in Sachen H. =</span><br/> <span class="ft1">AGVE 2002 113, S. 444 ff., wo aber auch in den Jahren, welche</span><br/> <span class="ft1">keine Bemessungslücke darstellen, ohne Vorliegen besonderer</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzungen keine ausserordentlichen Abschreibungen toleriert</span><br/> <span class="ft1">werden [vgl. RGE vom 9. August 2001 in Sachen M.]). Der</span><br/> <span class="ft1">Spielraum für die Festsetzung der Höhe der obligatorischen Beiträge</span><br/> <span class="ft1">ist für den Stiftungsrat in den Bemessungslückenjahren genau gleich</span><br/> <span class="ft1">gross, wie in den Jahren davor und danach.</span><br/> <span class="ft1">7. Zusammenfassend kommt somit das Steuerrekursgericht zum</span><br/> <span class="ft1">Schluss, dass die vom Rekurrenten geltend gemachten (in der Höhe</span><br/> <span class="ft1">unbestrittenen) Fr. 2'490.-- pro 1999 und Fr. 1'771.-- pro 2000 als</span><br/> <span class="ft1">"Beiträge an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge für den Einkauf</span><br/> <span class="ft1">von Beitragsjahren" im Sinne von § 263 Abs. 5 lit. b StG zu</span><br/> <span class="ft1">qualifizieren sind. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern,</span><br/> <span class="ft1">dass gemäss Protokoll der Sektionskonferenz natürliche Personen</span><br/> <span class="ft1">des KStA vom 30. März 2001 die als Einkauf ausgewiesenen Bei-</span><br/> <span class="ft1">träge nicht berücksichtigt werden sollen, weil die durch die Senkung</span><br/> <span class="ft1">der obligatorischen Beiträge resultierende "geldwerte Leistung" nicht</span><br/> <span class="ft1">mit einer gesonderten Jahressteuer veranlagt wird. Das Steuerrekurs-</span><br/> <span class="ft1">gericht ist nicht an diese Weisung des KStA gebunden. Es ist ausser-</span><br/> <span class="ft1">dem festzuhalten, dass die steuerliche Beurteilung der fraglichen</span><br/> <span class="ft1">Beiträge unabhängig von der Frage, ob auf der "geldwerten Leis-</span><br/> <span class="ft1">tung" (sprich: Erhöhung des Nettolohnes im Umfang der Beitragsre-</span><br/> <span class="ft1">duktion) eine gesonderte Jahressteuer zu erheben ist oder nicht, zu</span><br/> <span class="ft1">erfolgen hat. "Gesonderte Jahressteuer" und "Revision der Veranla-</span><br/> <span class="ft1">gung 1999/2000" können und dürfen nicht miteinander "verknüpft"</span><br/> <span class="ft1">werden. Die Frage, ob auf der "geldwerten Leistung" eine gesonderte</span><br/> <span class="ft1">Jahressteuer zu erheben sei, ist nicht in diesem Verfahren zu prüfen.</span><br/></div> </div> </body> </html>