B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4837/2013 U r t e i l v o m 6. S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Bosnien und Herzegowina, vertreten durch lic. iur. Yassin Abu-Ied, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. August 2013 / N (…). E-4837/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer , ein ethn i- scher Serbe, aus B._______, Bosnien- Herzegowina, stammend, gelang- te eigenen Angaben zufolge am 1. Juli 2013 mit seiner Mutter (N […]) auf dem Landweg in die Schweiz. A.b Da der Beschwerdeführer anlässlich einer Ausweiskontrolle vom 15. Juli 2013 keine Reisedokumente vorweisen konnte, wurde er einve r- nommen. Anlässlich dieser Einvernahme reichte er ein Asylgesuch ein. A.c Bei der Befragung zur Person im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) (…) vom 30. Juli 2013 und der direkten Anhörung vom 12. August 2013 machte der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er habe die Polizeikadettenschule absolviert und sei danach als Verkehrspolizist tätig gewesen. Als er im August 1995 dazu aufgefordert worden sei, seine Dienste kriegerischen Zwecken zur Verfügung zu stellen und Leute zu verhaften, habe er wegen seine s Glaubens den Polizeidienst quittiert und sei nach Kroatien zu seiner Mut- ter gegangen, wo er mit ihr in deren Elternhaus in C._______ in der R e- gion Lika gelebt habe . Eine Rückkehr nach Bosnien -Herzegowina habe er nie in Betracht gezogen, da er als Kriegsdienstverweigerer Angst vor entsprechenden staatlichen Sanktionen beziehungsweise vor einer Ein- berufung in den Militärdienst habe. Zudem befürchte er als gläubiger Evangelist den Unbill der dortigen orthodoxen Kirche. In Kroatien habe er sich seinen Lebensunterhalt als Prediger ver dient, indem er das Evang e- lium verkündet und anlässlich der durch ihn abgehaltenen Gottesdienste Opfergaben eingenommen habe. Abgesehen von Drohungen seitens der Ustascha beziehungsweise der Nationalsozialisten habe er keine Pro b- leme gehabt. Dennoch habe er sich im korrupten und amoralischen Milieu Kroatiens nie wirklich wohlgefühlt. Umso stärker sei sein Bezug zur Schweiz, wo er viele Verwandte habe und von der evangelischen G e- meinschaft gut aufgenommen worden sei. Die Möglichkeit der freien Ve r- kündung des Evangeliums im Verbund mit seinen Heiratsplänen und der Wunsch, die Fahr prüfung zu absolvieren, hätten ihn schliesslich bew o- gen, Kroatien anfangs Juli 2013 in Begleitung seiner Mutter zu verlassen. B. Mit Verfügung vom 21. August 2013 – gleichentags eröffnet – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ordnete die Wegwe i- sung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an und stell te ihm gleichzeitig E-4837/2013 Seite 3 die editionspflichtigen Akten zu. In der Rechtsmittelbelehrung wurde fes t- gehalten, gegen den Entscheid könne innert fünf Arbeitstagen seit Erö ff- nung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung damit, dass die Vor bringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch jenen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG standhiel- ten. Das Asylgesuch sie daher abzulehnen. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. C. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 27. A u- gust 2013 erhob der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter ge- gen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde und beantragte die Auf- hebung der angefochtene Verfügung und die Gewährung von Asyl. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) ersucht. Auf die Begründung wird, soweit ent scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Am 2. September 2013 wurde der Eingang der Beschwerde bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG lie gt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführ ende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. E-4837/2013 Seite 4 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichu ng der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli chen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehung s- weise einer zweiten Richterin entschie den (Art. 111 Bst. e AsylG) . Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, wes- halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 2. Am 28. September 2012 änderte die Bundesversammlung gestützt auf Art. 165 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) das AsylG durch den Erlass eines d ringlichen Bundesgesetzes. Diese Änderungen traten am 29. September 2012 in Kraft (vgl. AS 2012 5359, BBl 2012 8261) und betreffen unter anderem die Beschwerdefristen gemäss Art. 108 Abs. 2 AsylG. War bisher lediglich für Beschwerden gegen Nichteintretense nt- scheide und Entscheide am Flughafen nach Art. 23 Abs. 1 AsylG eine Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen vorgesehen, so gilt diese Frist nach neuem Recht auch für Verfügungen des BFM nach Art. 40 in Ve r- bindung mit Art. 6 a Abs. 2 Bst. a AsylG. Dabei hande lt es sich – im Ge- gensatz zu formellen Nichteintretensentscheiden nach Art. 34 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG – um materielle negative En t- scheide betreffend Asylsuchende aus verfolgungssicheren Staaten (sog. safe countries). Solche Entscheide werden ohne weitere Abklärungen e r- lassen, weil aufgrund der Anhörung offenkundig geworden ist, dass der Asylsuchende seine Flüchtlingseigenschaft weder beweisen noch glau b-E-4837/2013 Seite 5 haft machen k ann und seiner Wegweisung keine Gründe entgegenst e- hen. Art. 40 AsylG betrifft den Fall, dass nach der Anhörung keine weiteren Abklärungen zur Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft und der Wegwe i- sung sowie deren Vollzugs vonnöten sind. Hingegen steht die Besti m- mung einer detaillierten Auseinandersetzung mit den Vorbr ingen von Asylsuchenden nicht entgegen; vielmehr ist eine solche aufgrund der B e- gründungspflicht des BFM und mit Blick auf das Recht auf wirksame B e- schwerde geboten, wenngleich Art. 40 Abs. 2 AsylG eine summarische Begründung genügen lässt. Vorliegend hat die Vorinstanz Art. 108 Abs. 2 AsylG in der seit dem 29. September 2012 geltenden Fassung auf den vorliegenden Fall zu Recht angewendet. Da dem Beschwerdeführer eine Beschwerdeerh e- bung innert der (verkürzten neuen) Frist möglich war, stand die Frist g e- mäss Art. 108 Abs. 2 AsylG einer sachgerechten Anfechtung nicht entg e- gen. Jedoch ist die Vorinstanz in d iesem Zusammenhang anzuhalten, in der Begründung ihrer Verfügung zur Vorbeugung von Missverständnissen und aus Gründen der Rechtssicherheit und Transparen z inskünftig einen Hinweis auf die verkürzte Rechtsmittelfrist gemäss Art. 108 Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 40 und auf Art. 6 a Abs. 2 Bst. a AsylG aufzune h- men. 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt s ind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den E-4837/2013 Seite 6 Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM führte zur Begründung seines ablehnenden Entscheids aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er sich im korrupten und amoralischen Milieu Kroatiens nicht wohl gefühlt habe, weshalb er in die Schweiz gekommen sei, wo er das Evangelium frei verkünden, seine Hei- ratspläne verwirklichen und die Fahrprüfung absolvieren könne, sei en nicht asylrelevant. Bezüglich einer Rückkehr in sein Heimatland Bosnien - Herzegowina sei festzuhalten, dass dieses Land nach Abschluss des Dayton-Abkommens im Dezember 1995 ein Am nestiegesetz einge führt habe und mit dessen Ergänzung für die Republika Srpska am 23. Juli 1999 seien auch Rückkehrer aus der Republik a Srpska, die sich in der Zeit vom 1. Januar 1991 bis zum 14. Dezember 1995 unter anderem dem Wehrdienst entzogen hätten o der desertiert seien, straffrei gestellt. Ver- stösse gegen diese Gesetzeslage seien bislang nicht bekannt geworden, washalb davon auszugehen sei, dass der aus B._______ in der Republi- ka Srpska stammende Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seine Heimat ke inerlei staatliche Sanktionen aufgrund seiner im August 1995 begangenen Wehrdienstverweigerung zu befürchten sei. Mit der Einfü h- rung der einheitlichen Armee sei zudem die allgemeine Wehrplicht aufg e- hoben worden, so dass die Befürchtung des Beschwerdeführer s, in den Wehrdienst einberufen zu werden , objektiv bet rachtet unbegründet sei. Zudem könne zwischen seiner damaligen Ausreise aus Bosnien - Herzegowina und seiner aktuellen Furcht vor Repressalien durch die o r- thodoxe Kirche weder ein zeitlicher noch ein sac hlicher Kausalzusa m- menhang hergestellt werden. Überdies seien die Aussagen des Beschwerdeführers zu den in Kroatien erhaltenen Drohungen von Seiten der Utascha bzw. der Nationalsoziali s- ten undsubstanziiert und damit unglaubhaft ausgefallen. 4.2 Wie das BF M kommt auch das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die Vorbringen aus den von der Vorinstanz dargelegten Gründen als unglaubhaft respektive asylrechtlich nicht relevant qualifiziert werden müssen. Diesbezüglich kann zur Vermeidung von Wiederholu n- gen auf die als zutreffend erachteten Erwägungen der Vorinstanz verwie- sen werden. In der Beschwerde wird demgegenüber nichts vorgebracht, was eine andere Betrachtungsweise rechtfertigen würde. So wiederholt der Beschwerdeführer im Wesentli chen seine Beweggründe für die Au s-E-4837/2013 Seite 7 reise aus Bosnien -Herzegowina und aus Kroatien und beantragt eine Wiederholung der Befragung in Anwesenheit seines Rechtsvertreters. Dieser Antrag wird indes abgewiesen, zumal keine konkreten Gründe für ein solches Vorgehen aus den Akten e rsichtlich sind. Im Hinweis in der Beschwerde, der Beschwerdeführer sei psychisch labil, kann jedenfalls kein Grund für eine Wiederholung der Befragung erblickt werden. Aus dem Protokoll der ausführlichen Anhörung ergibt sich zudem, dass er alle Ausreisegründe nennen konnte (vgl. Akten BFM A8/11 S. 9); dies trotz der bereits damals thematisierten psychischen Probleme. Auch die vom B e- schwerdeführer eingereichten Schreiben seiner in der Schweiz lebenden Schwester und Tante sowie von Dr. med. dent. J. Fimian, dem Zahnarzt seiner Schwester, welche darin im Wesentlichen bekräftigen, d er Be- schwerdeführer werde von der in der Schweiz lebenden Verwandtschaft finanzielle Unterstützung erfahren, vermögen in asylrechtlicher Hinsicht offensichtlich nichts zu ändern. Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Gr undsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer ve rfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art . 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu E-4837/2013 Seite 8 beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in seinen Heimat -, He r- kunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behan dlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder u n- menschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rü ckkehr des Beschwerd e- führrs nach Bosnien -Herzegowina ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung nach Bosnien -Herzegowina dort mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer E-4837/2013 Seite 9 Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen), was sie indes nicht tun. Auch die allgemeine Mensche n- rechtssituation in Bosnien-Herzegowina lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Schliesslich sind den Akten auch keine Hinweise zu entnehmen, die einer Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs entgegenstehen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann d er Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Lage, der Mensche n- rechtssituation sowie der allgemeinen Lebensumstände erweist sich eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Bosnien-Herzegowina als zumut- bar. In diesem Landherrscht keine Situation allgemeiner Gewalt; der Staat wurde vor mehr als acht Jahren in die Liste der so genannten safe c ount- ries gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG aufgenommen. Zudem bringt der Beschwerdeführer auch keine massgebenden individuellen Hindernisse gegen den Wegweisungsvollzug vor. Er verfügt in seiner Heimatregion über diverse nahe Familienangehörige ( …) sowie Mitglieder der Pred i- gergemeinde und Berufskollegen, mithin über ein familiäres und soziales Beziehungsnetz, weshalb er nicht völlig auf sich allein gestellt ist und eine gesicherte Wohnsituation vorfinden wird . Ausserdem hat der Beschwer- deführer eine Ausbildung als (…) gemacht und als (…) gearbeitet, bevor er als eva ngelischer Prediger tätig gewesen sei (vgl. Ak ten BFM A5/10 S. 3 f.), was darauf schliessen lässt, dass er dort über eine Existenzmög- lichkeit verfü gt. Ferner ist davon auszugehen, dass er auch an seinem letzten Wohnort in Kroatien, wo er bis zu seiner Ausr eise zusammen mit seiner Mutter gelebt hat, über eine gesicherte Wohnsituation verfügt, wie dies vom BFM zutreffend festgehalten wurde. Schliesslich wird mit heut i- gem Datum auch die Beschwerde seiner Mutter (E -4838/2013) abgewie- sen, womit er gemeinsam mit ihr nach Bosnien -Herzegowina oder alle n- falls nach Kroatien zurückkehren kann. E-4837/2013 Seite 10 6.4 Was seine gesundheitlichen Probleme anbelangt, ist festzuhalten, dass sich der Wegweisungsvollzug aus medizinischen Gründen dann als unzumutbar erweisen kann, wenn für die betr offene Person bei einer Rückkehr in ihre Heimat eine wesentliche medizinische Behandlung nicht erhältlich wäre und dies eine existenzielle Gefährdung zur Folge hätte. Der Umstand alleine, dass die Spitalinfrastruktur oder das medizinische Fachwissen im Hei matstaat ein tieferes Niveau aufweisen, führt demg e- genüber praxisgemäss nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21). Bei der Prüfung der Vorausse t- zungen von Art. 83 Abs. 4 AuG sind humanitäre Überlegungen im Einze l- fall gegen andere öffentliche Interessen abzuwägen, die allenfalls für den Vollzug der Wegweisung sprechen würden, was den Asylbehörden einen Ermessensspielraum lässt (vgl. zum G anzen etwa EMARK 2001 Nr. 16 E. 6b S. 123, EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und 5b S. 157 f.). Gemäss den Akten sei der Beschwerdeführer am 23. August 2013 w e- gen (…) in ärztlicher Behandlung gewesen, wo ihm Medikamente ve r- schrieben worden sind. Es ist davon auszugehen, dass ein (…) norma- lerweise innerhalb weniger Tage als geheilt gilt. Was seine gesundheitli- chen Probleme, namentlich seine (nicht belegten) Depressionen anbe- langt, ist festzuhalten, dass auch diese nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen, zumal in Bosnien -Herzegowina grun d- sätzlich ein Gesundheitssystem besteht, wenngleich eine medizinische Versorgung vor allem bei psychischen Erkrankung lediglich auf niedrigem Niveau vorhanden ist. Hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten insb e- sondere bei psychischen Erkrankungen hat sich das Bundesverwaltung s- gericht in verschiedenen Entscheiden ausführlich geäussert, so be i- spielsweise in den Urteilen E-4943/2008 vom 19. März 2012 (dort i nsb. E. 6.4.4 und 6.4.6 ) und E-6041/2006 vom 20. Dezember 2010 (dort E. 6.3.9), je mit weiteren Hinweisen. Danach sind Behandlungsmöglic h- keiten in beiden Entitäten (Serbische Republik und Föderation Bosnien und Herzegowina) auf niedrigem Niveau vorhanden. In den grösseren Städten (Sarajevo, Banja Luka, Tuzla, Zenica, Mostar, Bijeljina) gibt es zudem psychiatrische Kliniken. Abgesehen von den Kliniken haben auch Mental-Health-Zentren in grösseren Städten (Sarajevo, Tuzla, Zenica, Mostar, Banja Luka, eventuell Brcko) regelmässige A ngebote, wobei dort vor allem medikamentös behandelt wird. Damit darf davon ausgegangen werden, dass auch in medizinischer Hinsicht keine relevanten Vollzug s- hindernisse vorliegen, und es ist dem Beschwerdeführer zuzumuten, eine allenfalls notwendige (weitere) Behandlung in Bosnien-Herzegowina wei- terzuführen, sollte sich eine solche aufdrängen. E-4837/2013 Seite 11 6.4.1 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumutbar. 6.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer , sich bei der zuständ i- gen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls no t- wendigen weiteren Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.6 Zusammenfassend hat das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserh eblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der V erfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Zudem ist der bedür f- tigen Partei in einem nicht aussichtslosen Verfahren ein Anwalt zu bestel- len ist, wenn sie nicht imstande ist, ihre Sache selber zu vertreten (Art. 65 Abs. 2 VwVG). Vorliegend ist die Beschwerde aufgrund der Erwägungen als aussichtslos zu qualifizieren und zudem erscheint das Beschwerd e- verfahren weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht besonders komplex, weshalb das Gesuch um Gewäh rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist. 9. Die Kosten sind somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). E-4837/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: