<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00344</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205785&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00344</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Reklameanlage: Bewilligungspflicht und Einordnung. Da die Bauherrin im vorinstanzlichen Verfahren materiell obsiegt hat, wird sie durch den angefochtenen Entscheid der Baurekurskommission nicht beschwert, weshalb auf ihre Beschwerde nicht einzutreten ist (E. 2.2.1). Bestätigung der Rechtsprechung, wonach mit dem Untergang einer Baute oder Anlage auch die sich auf diese beziehenden Baubewilligungen gegenstandslos werden und damit von selbst erlöschen. Eine neue Reklameanlage am gleichen Ort ist wiederum bewilligungspflichtig (E. 2.2.2). Zur Frage, ob ein Projekt der Bewilligungspflicht unterliegt, kann grundsätzlich ein Feststellungsentscheid der Baubehörde eingeholt werden. Gegenüber der Behörde ist das Feststellungsinteresse darzutun. Dies hat die Bauherrin im vorliegenden Fall zu wenig ausdrücklich getan. Überdies spricht auch die lange Sistierung des Beschwerdeverfahrens gegen das behauptete Feststellungsinteresse (E. 2.2.3). Ermessensspielraum der kommunalen Baubehörde und Kognition der Rechtsmittelinstanzen bei der Anwendung von § 238 PBG (E. 3). Mit ihrer abweichenden Würdigung der umstrittenen Reklameanlage hat die Vorinstanz die offensichtliche Unvertretbarkeit der Bauverweigerung nicht dargelegt. Die Verweigerung der Bewilligungsbehörde erweist sich als vertretbar. Da die Baurekurskommission in unzulässiger Weise in den Ermessensspielraum der kommunalen Bewilligungsbehörde eingegriffen hat, erweist sich ihr Entscheid als rechtswidrig und ist aufzuheben (E. 4). Gutheissung (VB.1999.00344) bzw. Nichteintreten (VB.1999.00345)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSPFLICHT">BEWILLIGUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESTSTELLUNGSINTERESSE">FESTSTELLUNGSINTERESSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESTSTELLUNGSVERFÃGUNG">FESTSTELLUNGSVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATWERBESTELLE">PLAKATWERBESTELLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKLAMEANLAGE">REKLAMEANLAGE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 309 Abs. I lit. m PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 44 S. 9</span><br/><span class="ungerade">RB 2006 Nr. 71</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen der Stadt ZÃ¼rich (heute Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich [Reklameanlagen]) verweigerte der C AG am 10. November 1998 die Bewilligung fÃ¼r eine doppelseitige, unbeleuchtete und rechtwinklig von der Fassade abstehende Reklameanlage von 1,35 m HÃ¶he und 2,8 m Breite (Format B12) im Bereich des Erdgeschosses der Liegenschaft L-Strasse 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 in ZÃ¼rich. Zugleich wurden die C AG und die GrundeigentÃ¼merin unter Androhung der Zwangsvollstreckung verpflichtet, die Plakatwerbestellen bis zum 10. Dezember 1998 zu beseitigen.</p> <p class="Urteilstext">Zuvor hatte die Bausektion II des Stadtrats ZÃ¼rich der A AG am 9. Dezember 1983 die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r einen Leuchtreklamekasten (1,32 m x 2,75 m x 0,2 m) erteilt, der rechtwinklig zur Nordfassade des GebÃ¤udes entlang der L-Strasse in einer HÃ¶he von 2,5 m Ã¼ber Grund angebracht werden sollte. Der doppelseitig fÃ¼r wechselnde Fremdwerbung im Format B12 nutzbare Kasten wurde offenbar nie mit elektrischem Strom ausgeleuchtet. SpÃ¤ter Ã¼bernahm die C AG die Bewirtschaftung der Anlage, entfernte den Leuchtreklamekasten und brachte an den bisherigen, horizontalen TrÃ¤gern zwei Aluminiumwerberahmen im gleichen B12-Format an. Sie widersetzte sich der Aufforderung der stÃ¤dtischen Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen vom 26. Juni bzw. 16. Juli 1998, hierfÃ¼r ein Baugesuch einzureichen. Daraufhin erging die erwÃ¤hnte Bauverweigerung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangte die C AG mit Rekurs vom 14. Dezember 1998 an die Baurekurskommission I und beantragte, es sei festzustellen, dass die erfolgte Erneuerung der Plakatwerbestellen keiner Bewilligungspflicht unterliege. Eventuell sei die Anlage zu bewilligen und subeventuell sei die Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen einzuladen, diese Bewilligung zu erteilen. Die Baurekurskommission I fÃ¼hrte am 1. September 1999 einen Augenschein durch, hiess das Rechtsmittel am 30. September 1999 im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gut und lud die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich ein, die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Plakatwerbeanlage zu erteilen.</p> <p class="Erwgung2">Aus ihren ErwÃ¤gungen ist Folgendes festzuhalten: Im vorliegenden Fall stelle sich die â von den Parteien als "Pilotfall" betrachtete â Frage, ob der vorgenommene Austausch eines WerbetrÃ¤gers als bewilligungsfreie Instandstellungsmassnahme oder als bewilligungspflichtiger Um- bzw. Neubau zu betrachten sei. Dabei komme es nicht allein darauf an, ob die frÃ¼here Anlage mit der Entfernung der alten TrÃ¤ger untergegangen sei. Denn wo eine gewÃ¶hnliche Renovation wirtschaftlich ausser Betracht falle, sei auch ein allein der Instandstellung dienender Ersatz von der Bestandesgarantie gedeckt. Im Ãbrigen sei es "eher praxisfremd", wenn fÃ¼r jeden Ersatz einer derartigen Anlage â wie etwa einer grÃ¶sseren Satellitenantenne â erneut eine Baubewilligung eingeholt werden mÃ¼sste. Die Frage nach der Bewilligungspflicht des Ersatzes zwecks reiner Instandstellung kÃ¶nne hier jedoch offen bleiben. Denn beim Austausch des TrÃ¤germaterials sei nicht ein gleicher oder wenigstens gleichartiger PlakattrÃ¤ger montiert worden; vielmehr habe man einen Reklamekasten abgebrochen und â im Hinblick auf das firmentypische Erscheinungsbild â durch zwei gewÃ¶hnliche Aluminiumrahmen ersetzt. Ein solcher Vorgang werde durch die Bestandesgarantie nicht mehr gedeckt und erfordere daher eine Baubewilligung.</p> <p class="Erwgung2">Die ZulÃ¤ssigkeit der umstrittenen, rechtwinklig zur GebÃ¤udefassade aufgehÃ¤ngten Werbeanlage richte sich nach § 238 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG). Die Vorinstanz hielt gestÃ¼tzt auf ihre Wahrnehmungen am Augenschein fest, dass sich der Standort auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der L-Strasse, eine der meistfrequentierten Achsen von ZÃ¼rich, sowie in unmittelbarer NÃ¤he zur M-Strasse, welche zusÃ¤tzlichen Verkehr vom und zum N-Quartier bringe, an verkehrsreicher Lage befinde. Die massgebliche bauliche Umgebung sei geprÃ¤gt durch mannigfaltige Baustile, GebÃ¤udeformen, AusrÃ¼stungen, Ausstattungen und Farbelemente, die viele unterschiedliche und zum Teil auffÃ¤llige Akzente setzten. In einem solchen baulichen Umfeld und an dieser Lage mit erheblichem Verkehrsaufkommen ordne sich die Werbeanlage ohne weiteres befriedigend ein. Zur gleichen Ansicht mÃ¼sse 1983 auch die BaubehÃ¶rde gekommen sein, als sie den Reklamekasten bewilligt habe. Seit diesem Zeitpunkt habe sich die Umgebung in relevanter Weise kaum positiv verÃ¤ndert. Wenn die Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen nach eigenen Angaben rechtwinklig zur GebÃ¤udefassade angebrachten Plakatwerbestellen seit einigen Jahren keine befriedigende Einordnung im Sinn von § 238 Abs. 1 PBG mehr zuerkenne, lasse sich diese PraxisÃ¤nderung grundsÃ¤tzlich nicht beanstanden. Im vorliegenden Fall trete die horizontale AufhÃ¤ngevorrichtung jedoch kaum in Erscheinung, und die WerbeflÃ¤chen befÃ¤nden sich auf einer HÃ¶he, in der sie ebenso gut auf vertikalen StÃ¤ndern angebracht sein kÃ¶nnten. Angesichts der in jeder Hinsicht unruhigen Umgebung falle auch die von der Amtsstelle angefÃ¼hrte "Ãberinstrumentierung" der betreffenden GebÃ¤udefassade nicht ins Gewicht. Es sei aus diesen GrÃ¼nden nicht einzusehen, weshalb sich die Plakatwerbestellen nicht wenigstens befriedigend einordnen wÃ¼rden. Die Bauverweigerung komme einer ErmessensÃ¼berschreitung gleich, was zur Gutheissung des Subeventualantrags und Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung fÃ¼hre.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 4. November 1999 (VB.1999.00344) beantragte die Stadt ZÃ¼rich, vertreten durch das nunmehrige Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich (Reklameanlagen), dem Verwaltungsgericht:</p> <p class="EinzugZitat">"1. In Gutheissung der Beschwerde sei der angefochtene Entscheid der Baurekurskommission I [â¦] vom 30. September 1999 aufzuheben und damit die VerfÃ¼gung der Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen vom 10. November 1999 [richtig 1998] zu bestÃ¤tigen.</p> <p class="EinzugZitat">2. Es sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</p> <p class="EinzugZitat">3. Das Beschwerdeverfahren sei einstweilen zu sistieren.</p> <p class="EinzugZitat">4. Unter Kostenfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin."</p> <p class="Urteilstext">Gleichentags erhob auch die C AG mit folgenden AntrÃ¤gen Beschwerde (VB.1999.00345):</p> <p class="EinzugZitat">"1. Es sei festzustellen, dass die erfolgte Erneuerung der Plakatstelle nicht bewilligungspflichtig ist, und der Entscheid der Vorinstanz sei in diesem Sinne zu korrigieren.</p> <p class="EinzugZitat">2. [â¦]</p> <p class="EinzugZitat">3. Die Verfahrenskosten seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.</p> <p class="EinzugZitat">4. Der BeschwerdefÃ¼hrerin sei eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen."</p> <p class="Urteilstext">In ihrer Vernehmlassung vom 2. Dezember 1999 schloss die Baurekurskommission I auf Abweisung beider Beschwerden.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdeantwort der C AG vom 10. Dezember 1999 enthÃ¤lt folgende AntrÃ¤ge: </p> <p class="EinzugZitat">"1. Die Beschwerden beider Parteien seien zu vereinen.</p> <p class="EinzugZitat">2. Das vereinigte Verfahren sei zu sistieren.</p> <p class="EinzugZitat">3. Der Antrag Nr. 1 der Beschwerde sei abzuweisen.</p> <p class="EinzugZitat">4. Auf einen Augenschein sei zu verzichten.</p> <p class="EinzugZitat">5. [â¦]</p> <p class="EinzugZitat">6. Die Verfahrenskosten seien dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen.</p> <p class="EinzugZitat">7. Der Beschwerdegegnerin sei eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen."</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 14. Dezember 1999 sistierte das Verwaltungsgericht die beiden Beschwerdeverfahren zunÃ¤chst bis Ende MÃ¤rz 2000. In der Folge wurden die Sistierungen wiederholt verlÃ¤ngert, gemÃ¤ss VerfÃ¼gungen vom 15. Juni 2005 letztmals bis Ende Oktober 2005. Inzwischen trat im EinverstÃ¤ndnis der Prozessparteien die A AG anstelle der C AG in das Verfahren ein, wovon mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 27. Juni 2001 Vormerk genommen wurde. Auf Begehren des Amts fÃ¼r StÃ¤dtebau (Reklameanlagen) vom 30. November 2005 verfÃ¼gte der AbteilungsprÃ¤sident am 9. Dezember 2005 die Wiederaufnahme der beiden Beschwerdeverfahren.</p> <p class="Urteilstext">Am 31. Januar 2006 beantragte das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich (Reklameanlagen) ebenfalls Abweisung der gegnerischen Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der A AG und Vereinigung der beiden Rechtsmittelverfahren.</p> <p class="Urteilstext">Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen Bezug genommen.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die beiden gegen den Rekursentscheid vom 30. September 1999 gerichteten Beschwerden VB.1999.00344 und VB.1999.00345 betreffen dieselbe Reklameanlage und werfen materiell die gleichen Rechtsfragen auf, weshalb sie aus prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nden zu vereinigen sind.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG ist eine Gemeinde zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen zur Beschwerde berechtigt. In Streitigkeiten Ã¼ber die befriedigende Gesamtwirkung einer Baute bejaht das Verwaltungsgericht die Beschwerdebefugnis der Gemeinde in langjÃ¤hriger Praxis (RB 1979 Nr. 10; Alfred KÃ¶lz/ JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 67; vgl. auch BGr, 16. Juni 2003, 1P.562/2002, und 28. Oktober 2002, 1P.280/2002, www.bger.ch). Die im Rekursverfahren unterlegene Stadt ZÃ¼rich ist daher legitimiert, die Bauverweigerung mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht zu verteidigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die A AG bzw. ihre RechtsvorgÃ¤ngerin C AG hatte sich im Baubewilligungsverfahren gegenÃ¼ber dem Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich (Reklameanlagen) auf den Standpunkt gestellt, dass die vorgenommene VerÃ¤nderung der Plakatstelle nicht bewilligungspflichtig sei. Im angefochtenen Bauabschlag verwarf die Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen diesen Standpunkt und nahm zugleich die materielle Beurteilung vor. In gleicher Weise verfuhr die Baurekurskommission. Dabei ist die Bauherrin im Rekursverfahren zwar mit ihrem Hauptantrag auf Feststellung des Fehlens einer Bewilligungspflicht unterlegen, hingegen hat sie im Eventualstandpunkt obsiegt, wonach sich die Anlage rechtsgenÃ¼gend einordne. Unter diesen UmstÃ¤nden fragt es sich, ob die A AG zur Beschwerde legitimiert sei.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Nach § 338a Abs. 1 Satz 1 PBG ist zu Rekurs und Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Das Erfordernis der formellen Beschwer ist erfÃ¼llt, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen AntrÃ¤gen, bei denen es sich nicht notwendigerweise um materielle zu handeln braucht, nicht oder nicht vollstÃ¤ndig durchgedrungen ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 27).</p> <p class="Urteilstext">Nachdem die Bauherrin im vorinstanzlichen Verfahren materiell obsiegt hat, wird sie durch den angefochtenen Entscheid der Baurekurskommission nicht beschwert. Auf ihre Beschwerde VB.1999.00345 ist daher nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>In klÃ¤rendem Sinn ist jedoch darauf hinzuweisen, dass das Verwaltungsgericht die Frage der Bewilligungspflicht bereits mit unpubliziertem Entscheid vom 26. Oktober 1990 (VB 89/0197, E. 4a) dahingehend beantwortet hat, dass mit dem Untergang einer Baute oder Anlage auch die sich auf diese beziehenden Baubewilligungen gegenstandslos wÃ¼rden und damit von selbst erlÃ¶schten. Die neue Reklameanlage am gleichen Ort sei wiederum bewilligungspflichtig. Diese Auffassung wurde im ebenfalls nicht publizierten Entscheid vom 16. April 1999 (VB.98.00313, E. 2b) bestÃ¤tigt. Das Gericht ging davon aus, dass mit der Demontage der vorherigen PlakattrÃ¤ger die bewilligte Anlage als solche untergegangen sei. Dass die als blosse Haltevorrichtungen dienenden StÃ¼tzen noch vorhanden seien, sei ohne Belang, da diesen keine selbstÃ¤ndige Bedeutung zukomme. â An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten.</p> <p class="Urteilstext">Da im vorliegenden Fall anstelle des abgebrochenen Leuchtreklamekastens zwei gewÃ¶hnliche, mit ihren RÃ¼ckseiten aneinander montierte Aluminiumrahmen im Format B12 an die stehen gebliebene Haltevorrichtung angebracht wurden, hat die Vorinstanz deshalb im Ergebnis die Bewilligungspflicht nach § 309 Abs. 1 lit. m PBG zu Recht bejaht.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Anzumerken bleibt Ã¼berdies, dass ein Bauherr Ã¼ber die Frage, ob ein Projekt der Bewilligungspflicht unterliegt, grundsÃ¤tzlich einen Entscheid der BaubehÃ¶rde einholen kann. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine FeststellungsverfÃ¼gung (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, N. 162 ff.). Voraussetzung hierfÃ¼r bildet ein schutzwÃ¼rdiges Interesse des Gesuchstellers (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 60; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 895). In verfahrensrechtlicher Hinsicht hat dieser gegenÃ¼ber der BehÃ¶rde darzutun, dass und weshalb er an einem solchen Feststellungsentscheid interessiert ist. Dies hat die C AG hier zu wenig ausdrÃ¼cklich getan, weshalb die Amtsstelle fÃ¼r Reklameanlagen nicht nur das Bewilligungserfordernis geprÃ¼ft (und bejaht) hat, sondern Ã¼berdies zur materiellen Beurteilung geschritten ist. Im Ãbrigen spricht auch die Ã¼beraus lange Sistierung des Beschwerdeverfahrens klarerweise gegen das behauptete Feststellungsinteresse der Bauherrschaft. In einem Feststellungsgesuch mÃ¼ssten die Plakatanlage und der daran vorgesehene Eingriff klar definiert werden. Der von der BaubehÃ¶rde auszufÃ¤llende Entscheid Ã¼ber die Bewilligungspflicht wÃ¼rde sich ausschliesslich auf den betreffenden Sachverhalt beziehen. SelbstverstÃ¤ndlich steht es einem Interessenten auch frei, im gleichen Gesuch alternativ die Bewilligungspflicht fÃ¼r verschiedene Projektvarianten prÃ¼fen zu lassen. Im Ãbrigen hat die Grenzziehung zwischen Bewilligungspflicht und Bewilligungsfreiheit fÃ¼r einen Gesuchsteller nicht derart einschneidende Folgen, wie die A AG behauptet. Im Anwendungsbereich des â vorliegend in Betracht fallenden â Anzeigeverfahrens gemÃ¤ss § 13 ff. der Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) sind die Aufwendungen fÃ¼r einen Gesuchsteller vergleichsweise bescheiden. Dies dÃ¼rfte um so mehr fÃ¼r den Fall der A AG zutreffen, deren Gesuche â zweckmÃ¤ssigerweise nach Absprache mit dem Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau â wohl in schematisierter, dem Massenfallrecht gebÃ¼hrend Rechnung tragender Weise abgefasst werden dÃ¼rften. Der Entscheid, dass ein Bewilligungsverfahren sich erÃ¼brige, hat gemÃ¤ss § 2 Abs. 1 BauVV lediglich formelle Auswirkungen; wie § 2 Abs. 2 BauVV klarstellt, entbindet die Befreiung von der Bewilligungspflicht einen Bauherrn jedoch nicht davon, die Vorschriften des materiellen Rechts zu beachten. Gerade im Anwendungsbereich von § 238 PBG kommt es â etwa im Fall einer ortsunÃ¼blichen Fassadenbemalung â gelegentlich vor, dass eine BaubehÃ¶rde gegen nicht bewilligungspflichtige, materiell aber rechtsverletzende Vorkehrungen einschreitet.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">In materieller Hinsicht bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin im Verfahren VB.1999.00344 vor, die Baurekurskommission habe der Reklameanlage zu Unrecht eine befriedigende Einordnung im Sinn von § 238 Abs. 1 PBG zugesprochen und damit in willkÃ¼rlicher Weise ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der BewilligungsbehÃ¶rde gesetzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ersucht um DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. â Im vorliegenden Fall hat bereits die Baurekurskommission am 1. September 1999 einen Augenschein durchgefÃ¼hrt. Auf die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Erkenntnisse darf auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren abgestellt werden <span class="UrteilstextChar">(RB 1981 Nr. 2)</span>. Da der massgebliche Sachverhalt aufgrund des vorinstanzlichen Augenscheins sowie der bei den Akten liegenden Fotografien mit hinreichender Deutlichkeit dokumentiert ist, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins verzichtet werden (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 45).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch fÃ¼r Materialien und Farben. Weil sich die Plakatwerbestellen an der L-Strasse 01 auf privatem Grund befinden, kommt nach zutreffender Auffassung der Vorinstanz und der Parteien diese Vorschrift zum Zug.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission hat die zu § 238 PBG entwickelte Rechtsprechung in ihrem Entscheid grundsÃ¤tzlich zutreffend dargestellt (Rekursentscheid, E. 6), weshalb nach § 70 VRG in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG darauf verwiesen werden kann. Hervorzuheben ist, dass die Beurteilung, ob eine Plakatwerbestelle den Anforderungen von § 238 PBG entspricht, nicht nach subjektivem Empfinden, sondern nach objektiven MassstÃ¤ben und mit nachvollziehbarer BegrÃ¼ndung zu erfolgen hat (VGr, 18. Juni 1997, BEZ 1997 Nr. 23 E. 4b/aa; BGr, 28. Oktober 2002, 1P.280/2002, E. 3.5.2, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Den kommunalen BaubehÃ¶rden kommt bei der Anwendung der Ãsthetikvorschrift von § 238 PBG praxisgemÃ¤ss ein erheblicher Ermessensspielraum zu, und entsprechend verfÃ¼gen die Gemeinden insoweit Ã¼ber Autonomie (BGr, 28. Oktober 2002, 1P.280/2002, E. 2, www.bger.ch). Die Baurekurskommission hat sich trotz umfassender Kognition (vgl. § 20 VRG) bei der ÃberprÃ¼fung solcher Ermessensentscheide ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Ist der Einordnungsentscheid einer kommunalen BaubehÃ¶rde nachvollziehbar, das heisst, beruht er auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde, so hat sie diesen zu respektieren und darf nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vor­instanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (VGr, 8. Februar 2006, VB.2005.00515, E. 2; 11. Februar 2004, VB.2003.00275, E. 3, jeweils unter www.vgrzh.ch; vgl. auch schon RB 1981 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 19).</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref138565854">Im Gegensatz zur Vorinstanz kommt dem Verwaltungsgericht, namentlich auch fÃ¼r die Beurteilung von Ã¤sthetischen Belangen, nur Rechtskontrolle zu (§ 50 Abs. 1 VRG). Hat die Baurekurskommission einen Einordnungsentscheid der kommunalen BehÃ¶rde aufgehoben, so kann vor Verwaltungsgericht geltend gemacht werden, die Rekursinstanz habe ermessensÃ¼berschreitend im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. c VRG in die qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit der Gemeinde eingegriffen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 78). </a>Es Ã¼berprÃ¼ft dann lediglich, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde fÃ¼r offensichtlich nicht mehr vertretbar halten durfte. Es ist indes nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und der Einordnung des Bauvorhabens vorzunehmen; in diesem Fall wÃ¼rde es in willkÃ¼rlicher Weise seine eigene Kognition Ã¼berschreiten und damit gleichzeitig die Gemeindeautonomie verletzen (BGr, 21. Juni 2005, 1P.678/2004, E. 4, www.bger.ch).</p> <p class="Urteilstext">Im Folgenden geht es somit einzig um die Frage, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der streitigen Plakatwerbestellen durch die stÃ¤dtische BaubehÃ¶rde, die zur Verweigerung der Bewilligung fÃ¼hrte, zu Recht fÃ¼r unvertretbar halten durfte; eine eigene umfassende Beurteilung der Einordnung hat das Verwaltungsgericht nicht vorzunehmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau hÃ¤lt â gestÃ¼tzt auf die Argumente in der VerweigerungsverfÃ¼gung und der Rekursvernehmlassung â den ErwÃ¤gungen der Vorinstanz entgegen, dass sich die umstrittenen Plakatwerbestellen in einem bautypologisch heterogenen, durch die L-Strasse begrenzten Wohnquartier befÃ¤nden. Die drei- bis sechsgeschossigen Einzelbauten stiessen mehrheitlich nicht direkt an das Trottoir an, sondern wÃ¼rden durch einen kleinen Vorgartenbereich von diesem getrennt. Die freistehenden und teilweise die Strassenecken markierenden Bauten kÃ¶nnten von verschiedenen Seiten betrachtet werden. Auch das GebÃ¤ude L-Strasse 01 betone die Strassenecke und enthalte nur wenige auskragende, gestalterisch jedoch in die Architektursprache des GebÃ¤udes integrierte Bauteile. Die Ã¼bereck angebrachten Balkone folgten dem GebÃ¤udegrundriss. Im Unterschied zu den innen liegenden Loggien an der L-Strasse seien es aus der Volumenmasse auskragende Bauteile, die parallel zum Hauptvolumen verliefen. Durch ihren "Ãbereckverlauf" unterstÃ¼tzten sie die stÃ¤dtebaulich-architektonischen Absichten des BaukÃ¶rpers und verliehen dem GebÃ¤ude an dieser Lage einen gewissen ReprÃ¤sentationscharakter. Daher stÃ¶re die unmittelbar neben der Hausecke angebrachten und so als GebÃ¤udeteil wirkenden Plakatwerbestellen wegen ihrer Stellung, Form und GrÃ¶sse. Die Reklameanlage habe gestalterisch mit dem GebÃ¤ude nichts zu tun; sie verhalte sich zu diesem "konkurrenzierend und desintegrierend". All diese UmstÃ¤nde habe die Baurekurskommission nicht gewÃ¼rdigt. Weil es auf die heutigen VerhÃ¤ltnisse ankomme, tue der im Jahr 1983 an der gleichen Stelle zugelassene Reklamekasten nichts zur Sache. Die vom Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau ins Feld gefÃ¼hrte "Ãberinstrumentierung" spiele entgegen der Auffassung der Vorinstanz sehr wohl eine Rolle. Weil das Erdgeschoss des streitbetroffenen GebÃ¤udes als Restaurant genutzt werde, seien an der Fassade bereits verschiedene Reklametafeln, Storenvolants, FÃ¤hnchengirlanden und LeuchtkÃ¤sten angebracht, die auf das Lokal hinwiesen. Diese Werbeeinrichtungen und die Plakatwerbestellen konkurrenzierten einander und fÃ¼hrten zu einer Ãberladung des Erdgeschosses mit Werbeelementen. Aus diesen GrÃ¼nden habe die Baurekurskommission ihr Ermessen in willkÃ¼rlicher Weise anstelle jenes der BaubehÃ¶rde gesetzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach Auffassung der Baurekurskommission hat die stÃ¤dtische BaubehÃ¶rde bei der Beurteilung der befriedigenden Einordnung der Plakatwerbestellen den ihr zustehenden Ermessensspielraum Ã¼berschritten. Keines der von ihr angefÃ¼hrten Argumente lÃ¤sst jedoch die Beurteilung der stÃ¤dtischen BaubehÃ¶rde als offensichtlich unvertretbar erscheinen und drÃ¤ngt im Hinblick auf eine befriedigende Einordnung die Bewilligung der Plakatwerbestellen an der streitbetroffenen Ãrtlichkeit auf. â Die von der BaubehÃ¶rde geÃ¤nderte Praxis, solche waagrecht von Fassaden abstehenden Plakatwerbestellen nicht mehr zu bewilligen, hat bereits die Vorinstanz richtigerweise als innerhalb des Ermessensspielraums der BaubehÃ¶rde liegend betrachtet. Bejaht man die Bewilligungspflicht fÃ¼r die neue Reklameanlage, so ist diese auch hinsichtlich ihrer Einordnung neu und ohne RÃ¼ckgriff auf frÃ¼here Ansichten zu prÃ¼fen. Dass der abgebrochene Reklamekasten 1983 einmal bewilligt wurde, darf somit keine Rolle spielen. Die Vorinstanz hat sich mit der Einordnung der Plakatwerbestellen am GebÃ¤ude L-Strasse selbst kaum auseinandergesetzt. Sie zog bloss in ErwÃ¤gung, dass die geltend gemachte "Ãberinstrumentierung" der fraglichen GebÃ¤udefassade nicht ins Gewicht falle, da die Umgebung (optisch) ohnehin unruhig sei. Die BewilligungsbehÃ¶rde hat jedoch, wie die Bilder zeigen, den Standort aufgrund der zum Restaurant gehÃ¶renden Werbeeinrichtungen zu Recht als Ã¼berladen angesehen. Und ihre Auffassung, der waagrecht von der Fassade abstehende WerbetrÃ¤ger wirke in architektonischer Hinsicht als FremdkÃ¶rper am GebÃ¤ude, ist ebenfalls vertretbar, auch wenn die unmittelbare Umgebung verkehrsreich und baulich heterogen sein mag.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammenfassend ist festzustellen, dass bei dieser Sach- und Rechtslage eine Ãberschreitung des der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 1 zustehenden qualifizierten Ermessens nicht ersichtlich ist. Die Bauverweigerung erweist sich als vertretbar und mithin als rechtmÃ¤ssig. Die Baurekurskommission hat die bei der ÃberprÃ¼fung dieses Entscheids gebotene ZurÃ¼ckhaltung vermissen lassen und in unzulÃ¤ssiger Weise in das Ermessen der Vorinstanz eingegriffen. Der Entscheid der Baurekurskommission ist demnach rechtsverletzend. Die Beschwerde ist gutzuheissen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdegegnerin Nr. 1 bzw. die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 2 kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr deshalb von vornherein nicht zu. Die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 1 hat kein EntschÃ¤digungsbegehren gestellt.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss beschliesst <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug2">1. <span>Die Beschwerden VB.1999.00344 und VB.1999.00345 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug2">2. Auf die <span>Beschwerde VB.1999.00345 wird nicht eingetreten;</span></p> <p class="Zwischentitel">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde VB.1999.00344 wird gutgeheissen. <span>Der Entscheid der Baurekurskommission I vom 30. September 1999 wird insoweit aufgehoben, als damit die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich eingeladen wurde, die baurechtliche Bewilligung zu erteilen, und die VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r StÃ¤dtebau vom 10. November 1998 vollumfÃ¤nglich wiederhergestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Die streitgegenstÃ¤ndlichen Plakatwerbestellen sind bis spÃ¤testens einen Monat nach Rechtskraft dieses Entscheids zu beseitigen.</span></p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 200.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'700.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten und die Kosten des Rekursverfahrens werden der <span>Beschwerdegegnerin Nr. 1 bzw. der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 2 </span>auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>