B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7110/2024 U r t e i l v o m 2 5 . N o v e m b e r 2 0 2 4 Besetzung Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger; Gerichtsschreiberin Sandra Bisig. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch: 1. Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, substituiert durch Joanna Freiermuth, AsyLex, (…), 2. Marek Wieruszewski, (…), Zustelladresse: Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, substituiert durch Joanna Freiermuth, AsyLex, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG); Verfügung des SEM vom 5. November 2024 / N (…). D-7110/2024 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 5. September 2024 zusammen mit sei- ner Schwester B._______ (N […]) in der Schweiz um Asyl nach. Dabei gab er an, am (…) 2007 und mithin minderjährig zu sein. Er reichte dem SEM eine Tazkera (in Kopie; mit englischsprachiger Übersetzung) sowie einen griechischen Reiseausweis für Flüchtlinge und eine griechische Aufent- haltsbewilligung zu den Akten. B. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der "Eurodac" -Datenbank durch das SEM ergab, dass er am 27. November 2023 in Griechenland um Asyl nachgesucht hatte. C. C.a Am 13. September 2024 fand – im Beisein der dem Beschwerdeführer zugewiesenen (vormaligen) Rechtsvertretung respektive Vertrauensper- son – die Erstbefragung unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender (EB UMA) statt. Dem Beschwerdeführer wurde dabei ein erstes Mal das recht- liche Gehör zur möglichen Wegweisung nach Griechenland und zu allfälli- gen gesundheitlichen Problemen gewährt. C.b Er gab dazu im Wesentlichen an, er habe in Griechenland keine Le- benssicherheit gehabt. E r habe dort viel Rassismus erlebt, auch in der Schule, welche er besucht habe. In der Unterkunft habe er keine Unterstüt- zung (Essen, Kleidung, usw.) erhalten und es habe immer Streitereien ge- geben. Einmal sei ein junger Pakistaner getötet worden. Gesundheitlich gehe es ihm gut. Er habe aber ein bisschen Rückenschmerzen. Zudem habe er (…). D. Ebenfalls am 13. September 2024 ersuchte das SEM die griechischen Be- hörden gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parla- ments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rückführungsrichtlinie) und auf das Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Helleni- schen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729) um Rückübernahme des Beschwerdefüh- rers. D-7110/2024 Seite 3 E. Am 27. September 2024 stellte die vormalige Rechtsvertretung dem SEM medizinische Dokumente betreffend den Beschwerdeführer zu. Daraus er- gibt sich im Wesentlichen, dass er sich einmal wegen Zahnschmerzen und einmal wegen Fieber, Glieder- und Halsschmerzen sowie Husten bei Me- dic-Help gemeldet hatte. F. F.a Wegen Zweifeln an der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers ver- anlasste das SEM eine Altersabklärung durch das Institut für Rechtsmedi- zin der Universität C._______. Das entsprechende Altersgutachten vom 27. September 2024 kam zum Schluss, dass die radiologischen Untersu- chungen der medialen Anteile der Schlüsselbeine und der dritten Molaren in einem durchschnittlichen Alter von 20.5 – 23.2 Jahren resultieren wür- den. Das zu berücksichtigende Mindestalter sei mit 19.0 Jahren zu benen- nen. Die Volljährigkeit sei bestätigt und das angegebene Alter von 17 Jah- ren erscheine ausgeschlossen. F.b Mit E-Mail vom 30. September 2024 orientierte die Vorinstanz den Be- schwerdeführer über das Resultat der Altersabklärung und (mithin) die Un- glaubhaftigkeit der von ihm angegebenen Minderjährigkeit sowie die Ab- sicht, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZE- MIS) auf den 1. Januar 2005 anzupassen . Gleichzeitig gewährte es ihm das rechtliche Gehör. F.c Der Beschwerdeführer äusserte sich hierzu mit Eingabe vom 2. Okto- ber 2024 seiner vormaligen Rechtsvertretung. Dabei zeigte er sich mit der beabsichtigten Änderung seines Geburtsdatums auf den 1. Januar 2005 nicht einverstanden. F.d Gleichentags mutierte das SEM das Geburtsdatum des Beschwerde- führers im ZEMIS auf den 1. Januar 2005 und versah es mit einem Bestrei- tungsvermerk. G. G.a Anlässlich des persönlichen Gesprächs vom 9. Oktober 2024 befragte das SEM den Bes chwerdeführer – im Beisein seiner vormaligen Rechts - vertretung – insbesondere zu seinem Aufenthalt in Griechenland und ge- währte ihm erneut das rechtliche Gehör zu einer Wegweisung dorthin so- wie zum medizinischen Sachverhalt. D-7110/2024 Seite 4 G.b G.b.a Der Beschwerdeführer gab im Wesentlichen an, im Camp in Grie- chenland habe es viele Leute aus Pakistan und anderen Ländern gegeben; diese seien sehr rassistisch gewesen. Es habe viel Streit sowie Schläge- reien gegeben und einmal sei ein Pakistaner niedergestochen worden. Die Jungs im Camp hätten ihm zudem damit gedroht, seine Schwester und ihn zu vergewaltigen. Er habe deshalb immer Angst gehabt. So habe er auch nichts sagen können, als ihm ein paar Sachen gestohlen worden seien. Die Betreuer im Camp seien ebenfalls rassistisch gewesen und hätten sich ihm gegenüber nicht gut verhalten. Sie hätten gesagt, er müsse gehen und sol- le nicht in Griechenland bleiben. Im Camp habe er denn auch keine Unter- stützung erhalten. Das Essen sei nicht gut gewesen respektive habe es nicht genug gegeben und die Früchte seien verdorben gewesen . Ferner leide er seit seiner Kindheit an (…), weshalb er sich mehrmals (…) müsse. Diesbezüglich sei ihm nicht geholfen worden. Er hätte (…) gebraucht, aber ihm sei nichts gegeben worden , obwohl er jeden Tag nachgefragt habe. Die zehn Euro, die er pro Woche bekommen habe, hätten nicht ausge- reicht, um sich benötigte Kleider zu kaufen. Er sei zwar untersucht worden und die Ärzte hätten gesagt, er müs se operiert worden. Er sei dann aber nicht operiert worden. Medikamente habe er auch keine erhalten. Er habe in vielen Restaurants um eine Arbeit nachgefragt, aber keine bekommen. Seine Beiständin habe ausserdem in ihrem Bericht geschrieben, dass er nicht zurückkommen dürfe. Bei einer Rückkehr nach Griechenland müsste er (daher) auf der Strasse leben. G.b.b Zu seinem Gesundheitszustand gab er an, dass er nach wie vor un- ter (…) und Rückenproblemen leide. Ausserdem habe er Zahnprobleme und (…) im (…). Manchmal habe er auch Entzündungen und es (…). Fer- ner fühle er sich psy chisch nicht gut. Er sei in letzter Zeit sehr gestresst und traurig, weil der Rest seiner Familie nicht bei ihm sei. G.b.c Weitergehend wird auf das Protokoll in den Akten verwiesen. H. Am 14. Oktober 2024 stellte die vormalige Rechtsvertretung dem SEM wei- tere medizinische Dokumente betreffend den Beschwerdeführer zu. Aus diesen ergibt sich im Wesentlichen, dass er sich mehrmals wegen Ohren- schmerzen bei Medic-Help gemeldet hatte und einmal deswegen in ärztli- cher Behandlung war. Nach der ärztlichen Visite erwähnte er ausserdem seine (…) und Warzen. D-7110/2024 Seite 5 I. Am 15. Oktober 2024 stimmten die griechischen Behörden dem Rücküber- nahmeersuchen des SEM vom 13. September 2024 zu und bestätigten, dass der in Griechenland als unbegleiteter Minderjähriger registrierte Be- schwerdeführer am (…) 2024 als Flüchtling anerkannt worden sei und über eine bis am (…) 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge. J. Mit Eingabe vom 4. November 2024 nahm der Beschwerdeführer Stellung zum Entscheidentwurf des SEM. Er brachte dabei (erneut) vor, er habe in Griechenland nur Schlechtes erlebt und könne nicht verstehen, wie das SEM eine Wegweisung als zumutbar erachten könne. Er habe versucht, sich in Griechenland durchzusetzen, die Lage dort sei jedoch prekär. Un- terstützung vom griechischen Staat oder von Hilfsorganisationen habe er keine bekommen. Er benötige zudem medizinische Behandlung. Er leide unter (…) und es gehe ihm nach dem Erlebten psychisch sehr schlecht. Dies habe er bereits der Pflege im Camp gemeldet. Er möchte sich in der Schweiz behandeln lassen, da er in Griechenland keinen Zugang zu medi- zinischer Betreuung erhalten habe. K. Mit Verfügung vom 5. November 2024 – gleichentags eröffnet – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Gleichzeitig stellte es fest, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers werde im ZEMIS auf den 1. Januar 2005 festgelegt und mit einem Bestreitungsvermerk versehen. L. Mit Schreiben vom gleichen Tag zeigte die vormalige Rechtsvertretung dem SEM die Beendigung des Mandatsverhältnisses an. M. Mit elektronischer Eingabe vom 12. November 2024 erhob der Beschwer- deführer – handelnd durch die im Rubrum erstgenannte Rechtsvertreterin und namentlich unter Beilage einer am 7. November 2024 unterzeichneten Vollmacht – Beschwerde gegen die vorgenannte Verfügung des SEM. Er beantragte dabei in materielle r Hinsicht, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, auf das Asylge- such einzutreten, eventualiter sei die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzu -D-7110/2024 Seite 6 weisen, subsubeventualiter seien spezifische Garantien von den griechi- schen Behörden einzuholen, um eine "angebrachte" Unterbringung und medizinische Versorgung sicherzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und insbe- sondere um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Weiter sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Die Ausset- zung des Wegweisungsvollzugs sei dabei superprovisorisch zu erlassen und der zuständige Kanton sei über die Aussetzung der Wegweisung bis zum Entscheid über die Beschwerde in Kenntnis zu setzen. N. Am 14. November 2024 ging beim Bundesverwaltungsgericht eine durch den im Rubrum zweitgenannten Rechtsvertreter verfasste und ebenfalls auf den 12. November 2024 datierte Beschwerde in der vorliegenden An- gelegenheit ein. Auch dieser lag eine am 7. November 2024 vom Be- schwerdeführer unterzeichnete Vollmacht (in Kopie) bei. O. Die vorliegende Beschwerde wird koordiniert mit derjenigen der Schwester des Beschwerdeführers (D-7111/2024) behandelt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. In vorliegender Sache wurden zwei Beschwerden durch zwei verschiedene Rechtsvertretungen eingereicht. Da beide Rechtsvertretungen gleichen- tags durch den Beschwerdeführer – ohne (expliziten) Widerruf der jeweils anderen Vollmacht – mandatiert wurden und keine gemeinsame Zustella- dresse bezeichnet wurde, wird das Urteil (im Original) im Sinne der Ur- teilseröffnung (vgl. Art. 12 Abs. 2 AsylG) jener Rechtsvertretung zugestellt, deren Beschwerde zuerst beim Bundesverwaltungsgericht einging. Die vom zweiten Rechtsvertreter eingereichte Beschwerde wird als Beschwer- deergänzung behandelt; ihm wird das Urteil (in Kopie) zur Kenntnis zuge- stellt. 2. 2.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne D-7110/2024 Seite 7 von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 2.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung – einzutreten. 2.4 Der vorliegenden Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschie- bende Wirkung zu (vgl. Art. 42 AsylG und Art. 55 VwVG) und das SEM hat diese auch nicht entzogen. Auf die Anträge, es sei der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung zu gewähren und die Aussetzung des Wegweisungs- vollzugs sei superprovisorisch zu verfügen (inkl. entsprechende Anweisung an die kantonalen Behörden), ist daher nicht einzutreten. 3. Mit der Beschwerde wurde zwar die vollumfängliche Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung vom 5. November 2024 beantragt, was grundsätzlich auch die vom SEM verfügte Änderung des ZEMIS-Eintrages umfasst. Aus den weiteren Anträgen und den Ausführungen in der Beschwerdeschrift so- wie der Beschwerde(ergänzung) vom 12. November 2024 ergibt sich indes eindeutig, dass die ZEMIS -Änderung mit der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde nicht angefochten wu rde. Auf diese Thematik ist bei dieser Sachlage nicht weiter einzugehen. 4. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 5. 5.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-D-7110/2024 Seite 8 instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 5.2 Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt. 6. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung e ines Schriftenwechsels verzichtet. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht , die Vorinstanz habe den medizinischen Sachverhalt (Problem mit dem […] und psychischer Zu- stand) nicht vollständig abgeklärt. Darüber hinaus habe sie es unterlassen, seine konkrete Situation vor Ort in Griechenland rechtsgenüglich zu analy- sieren und seine Aussagen diesbezüglich zu würdigen. Ein allgemeiner Verweis auf die Qualifikation von Griechenland als "sicherer Drittstaat" ver- möge angesichts der erdrückenden Beweislage für die gravierenden Men- schenrechtsverletzungen nicht aus zureichen, um den völkerrechtlichen Pflichten gerecht zu werden. Vielmehr wäre es die Pflicht der Vorinstanz gewesen, eine detaillierte Analyse der Situation vor Ort vorzunehmen und diese anschliessend für den Einzelfall konkret zu würdigen. 7.2 Diese Rügen zielen ins Leere. Zum einen ist nicht ersichtlich, in welcher Hinsicht der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt nicht vollständig erstellt sein soll. Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung je denfalls hinreichend und überzeugend dargelegt, aufgrund welcher Überlegungen auf das Abwarten (allfälliger) weiterer Arztberichte verzichtet werden könne (vgl. ebenda S. 12 f.). Zum anderen bestand für das SEM unter Hinweis auf die nachfolgenden Erwägungen und mithin das (nach wie vor gültige) Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 zu Recht keine Veranlassung, weitere Abklärungen hinsichtlich der generellen oder der spezifischen Situation des Beschwerdeführers in Griechenland vorzu-D-7110/2024 Seite 9 nehmen. Schliesslich liegt auch keine Verletzung der Begründungspflicht vor, zumal die Vorinstanz die wesentlichen Überlegungen genannt hat, von denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein- lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi- derlegt. Dem Beschwerdeführer war es denn auch möglich, die vorinstanz- liche Verfügung – wie die vorliegende Beschwerde zeigt – sachgerecht an- zufechten (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 m.w.H.). 7.3 Es besteht damit kein Grund, die angefochtene Verfügung aus formel- len Gründen aufzuheben. Das Subeventualbegehren ist abzuweisen. 8. 8.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der Regel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat. 8.2 Griechenland ist ein EU-Mitgliedstaat und gilt als sicherer Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (vgl. den – bisher nicht revidierten – Beschluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007). 8.3 Den vorinstanzlichen Akten ist sodann zu entnehmen, dass de m Be- schwerdeführer in Griechenland internationaler Schutz gewährt worden ist und die griechischen Behörden seiner Rückübernahme ausdrücklich zuge- stimmt haben. Dem hat der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen in der Beschwerde zum Hauptantrag (vgl. eben da Rz. 28 ff.) offenkundig nichts entgegenzusetzen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuwei- sen, dass die sehr hohe Schwelle für die Feststellung einer Unzulässigkeit, die der EuGH definiert hat, vorliegend nicht erreicht wird, wobei dies ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts unter dem Aspekt des Weg- weisungsvollzugs zu behandeln ist (vgl. Referenzurteil des BVGer E - 3427/2021, E-3431/2021vom 28. März 2022 E. 10 und 11). 8.4 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31 a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 9. 9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). D-7110/2024 Seite 10 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 10.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom- mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied- rigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Her- kunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 10.2.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der genannten völker- und landesrechtlichen Bestimmung als zulässig. Griechenland ist Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbe- züglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar er - kennt das Bundesverwaltungsgericht an, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens äusserst schwierig sind und sich die Alltagsbewälti- gung beschwerlich gestaltet. Es ist aber nicht von einer Situation auszuge- hen, in der jeder Person mit Schut zstatus eine unangemessene und er- niedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK dro- hen würde (vgl. Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2). Die vom Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene D-7110/2024 Seite 11 angerufenen Quellen und die sonstigen Beschwerdevorbringen vermögen nichts an dieser Einschätzung zu ändern. 10.2.3 Ferner lassen die vom Beschwerdeführer geschilderten gesundheit- lichen Beeinträchtigungen – in Übereinstimmung mit dem SEM – nicht be- fürchten, dass er bei einer Überstellung nach Griechenland eine ernsthafte, rapide und irreversible Verschlechterung seiner Lage, verbunden mit über- mässigem Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der Lebenserwar- tung, zu erwarten hätte (vgl. Urteil des EGMR Paposhv ili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 183 ff.; bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, Nr. 57467, §§ 124 ff). Es ist mit dem SEM auch nicht da- von auszugehen, dass anlässlich einer allfälligen fachärztlichen Untersu- chung der Probleme des Beschwerdeführers (…), die er gegenüber den medizinischen Fachpersonen erstmals am 11. Oktober 2024 erwähnte, derart schwerwiegende Diagnosen gestellt werden könnten, welche geeig- net wären, diese Einschätzung zu ändern. Gleiches gilt hinsichtlich seines angeblichen schlechten psychischen Zustands, wegen welchem er sich im Übrigen zumindest bis zum 11. Oktober 2024 nie an Medic -Help wandte (vgl. Akten SEM […]-20/5 und -31/5 sowie Bstn. E. und H. vorstehend). 10.2.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, eine Trennung von seiner Schwester würde Art. 8 EMRK verletzen (vgl. Beschwerde Rz. 38), zielt der entsprechende Einwand bereits deshalb ins Leere, weil diese auf- grund des heute gefällten Urteils D-7111/2024 ebenfalls nach Griechenland zurückkehren muss. 10.2.5 Der Vollzug der Wegweisung ist demnach als zulässig zu qualifizie- ren. 10.3 10.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret ge- fährdet sind. Beim Vollzug von Wegweisungen in Mitgliedstaaten der EU besteht eine gesetzliche Vermutung der Zumutbarkeit (Art. 83 Abs. 5 AIG). Diese Legalvermutung gilt grundsätzlich auch für vulnerable Personen wie beispielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind. Hingegen er- achtet das Gericht den Vollzug der Wegweisung nach Griechenland von äusserst vu lnerablen schutzberechtigten Personen grundsätzlich als D-7110/2024 Seite 12 unzumutbar, ausser es bestünden besonders begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs ausgegangen werden kann. Als äusserst vulnerabel gelten Perso- nen, welche aufgrund ihrer besonders hohen Verletzlichkeit im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern. Darunter fallen beispiels- weise unbegleitete Minderjährige oder Personen, deren psychische oder physische Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträch- tigt ist (vgl. zum Ganzen Referenzurteil des BVGer E -3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.5.1 und E. 11.5.3). Wird im konkreten Einzelfall festgestellt, dass die Legalvermutung der Zu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs besteht, so hat die betroffene Per- son die Möglichkeit, diese umzustossen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 10.3.2 Basierend auf dem Resultat des durchgeführten Altersgutachten und angesichts des Umstands, dass diesem sowie den weiteren Erwägun- gen der Vorinstanz zur unglaubhaften Minderjährigkeit des Beschwerde- führers auf Beschwerdeebene nichts entgegengehalten wird, ist ohne wei- teres von seiner Volljährigkeit auszugehen. Sodann handelt es sich bei den geltend gemachten gesundheitlichen Prob- lemen des Beschwerdeführers (insb. Zahnprobleme, Ohren- und Rücken- schmerzen, (…) und sonstige (…), "(…)" im (…) und schlechter psychi- scher Zustand; vgl. Bstn. C.b, E., G.b.b und H. vorstehend) aufgrund der Aktenlage nicht um derart schwerwiegende Probleme im Sinne der Recht- sprechung, aufgrund welcher bei ihm von einer äusserst vulnerablen Per- son aus zugehen wäre (vgl. hierzu das in E. 10.2.3 vorstehend Ausge- führte). An dieser Schlussfolgerung ändern auch die in Griechenland (an- geblich) erlebte sexuelle Gewalt sowie die sonstigen "persönlichen Eigen- schaften" des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde[ergänzung] vom 12. November 2024 S. 4) nichts. Demnach gilt in seinem Falle die Legal- vermutung, wonach der Wegweisungsvollzug nach Griechenland grund - sätzlich zumutbar ist. D-7110/2024 Seite 13 10.3.3 Der Beschwerdeführer hat weder mit seinen Ausführungen im vor- instanzlichen Verfahren noch mit seinen Beschwerdevorbringen ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorgebracht, dass er aufgrund von individuellen Um- ständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art bei einer Rück- kehr nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten würde. Vor seiner Ausreise lebte er seinen Angaben zufolge in einem Camp für Min - derjährige (vgl. Akten SEM […]-30/7 S. 2). Da die griechischen Behörden (nach wie vor) von der Glaubhaftigkeit seiner Altersangabe und mithin sei- ner Minderjährigkeit auszugehen scheinen und in ihrer Zustimmung zur Rückübernahme explizit Entsprechendes vermerkt haben (vgl. Akten SEM […]-32/2), ist davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr wiederum in einer Unterkunft für unbegleitete Minderjährige wird leben können . Daran vermag seine Behauptung, wonach seine Beiständin in ihrem Bericht ge- schrieben habe, er dürfe nicht zurückkommen, nichts zu ändern. Ausser- dem ist festzuhalten, dass er aufgrund seines Schutzstatus grundsätzlich Zugang zu Sozialleistungen, zum griechischen Arbeitsmarkt und zur Ge- sundheitsversorgung hat. Er kann sich – wie bereits in der angefochtenen Verfügung festgehalten – als anerkannter Flüchtling auf die Qualifikations- richtlinie berufen. Es ist ihm zuzumuten, sich bei Unterstützungsbedarf an die entsprechenden Stellen zu wenden und im Bedarfsfall seine Rechte auf dem Rechtsweg durchzusetzen sowie nötigenfalls die unentgeltliche Hilfe von Nichtregierungsorganisationen zu beanspruchen. Seine pauschalen Behauptungen, wonach er im Camp respektive vom griechischen Staat und von Hilfsorganisationen keine (angemessene) Unterstützung erhalten habe beziehungsweise es vor Ort keine Behörden und Nichtregierungsor- ganisationen gebe, die ihm helfen könnten, überzeugen nicht. Das Gleiche gilt für sein unsubstanziiertes Vorbringen, wonach ihm – trotz angeblich regelmässiger Nachfragen – eine (notwendige) medizinische Behandlung verwehrt worden sei. Hinsichtlich des Beschwerdevorbringens, er sei in Griechenland sexuellen Belästigungen und sexuellem Missbrauch ausgesetzt gewesen, ist festzu- halten, dass dieses Vorbringen nachgeschoben zu qualifizieren und unsub- stanziiert ausgefallen ist (vgl. Beschwerde Rz. 9). Selbst bei Wahrunter- stellung würde dieses Vorbringen respektive die Befürchtung, künftig sexu- eller Gewalt ausgesetzt zu sein, einem Wegweisungsvollzug nicht entge- genstehen, da Griechenland – wie bereits in der angefochtenen Verfügung festgehalten – ein Rechtsstaat mit einer funktionierenden Polizeibehörde ist, von dessen Schutzwill e und -fähigkeit bezüglich Übergriffe vonseiten Dritter auszugehen ist (vgl. etwa Urteil des BVGer D -3846/2024 vom 26. Juni 2024 E. 8.4 m.w.H.). Der Beschwerdeführer kann sich daher an D-7110/2024 Seite 14 die zuständigen Stellen wenden, was ihm zuzumuten ist. Dies gilt auch be- züglich der bereits im vorinstanzlichen Verfahren – in unsubstanziierter Weise – geltend gemachten anderen Problemen mit Campbewohnern und (einzelnen) Betreuern. Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerde geltend macht, er habe von den Behörden hierfür keinerlei Unterstützung erhalten (vgl. ebenda Rz. 36), vermag er aus diesem Beschwerdevorbrin- gen angesichts dessen Unsubstanziiertheit nichts zu seinen Gunsten ab- zuleiten. 10.3.4 Der Beschwerdeführer vermag nach dem Gesagten die Vermutung, der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland sei auch in seinem Fall zumutbar, nicht umzustossen. 10.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AIG möglich, da die griechischen Behörden einer Rückübernahme des Be - schwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben und er in Griechenland über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. 10.5 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisun gsvollzug nach Griechenland zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Die sonstigen Beschwerdevorbringen (etwa bzgl. des in der angefochtenen Verfügung erwähnten HELIOS-Programms) ver- mögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern, weshalb nicht weiter da- rauf einzugehen ist. 10.6 Nach dem Gesagten erweist sich der subsubeventualiter gestellte An- trag, es seien spezifische Garantien von den griechischen Behörden ein- zuholen, um eine "angebrachte" Unterbringung und medizinische Versor- gung sicherzustellen, als unbegründet und ist entsprechend abzuweisen. 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst ni cht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 12. 12.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 12.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Begehren von D-7110/2024 Seite 15 Anfang an als aussichtslos zu bezeichnen waren. Die Verfahrenskost en sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-7110/2024 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Daniela Brüschweiler Sandra Bisig