<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht auszuarbeiten, in dem er eine Strategie und Massnahmen dazu vorschlägt, wie in Zusammenarbeit mit der Recyclingbranche das Recycling von Altfahrzeugen in der Schweiz verbessert werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seiner Stellungnahme zur Interpellation 20.4320 Clivaz Christophe "Altfahrzeugentsorgung. Sollten wir nicht einen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft tun?" hat der Bundesrat festgehalten, dass das Recycling von Altfahrzeugen in der Schweiz gut funktioniert. Da als Abfälle klassierte Altfahrzeuge zu den kontrollpflichtigen Abfällen zählen, verfügt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) über Daten zur Verwertung solcher Fahrzeuge. 97 Prozent der Altfahrzeuge werden von Schweizer Schredderwerken verarbeitet und rezykliert. Das sind rund 61 000 Fahrzeuge beziehungsweise knapp 76 000 Tonnen rezyklierte Abfälle pro Jahr. Die verbleibenden 3 Prozent werden mit einer Bewilligung des BAFU zur Verwertung in das europäische Ausland ausgeführt.</p><p>Auch die Unterscheidung zwischen Abfällen und Gebrauchtwaren funktioniert hierzulande gut. An den Zollstellen wird anhand von Kriterien überprüft, ob es sich um Alt- oder um Gebrauchtfahrzeuge handelt. So kann verhindert werden, dass Fahrzeuge, die ausser Betrieb genommen werden müssen, als Occasionsware exportiert werden und damit der Schweizer Recyclingbranche entgehen.</p><p>Von grosser Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft ist auch die Verlängerung der Nutzung von Fahrzeugen als Occasionen. Im Jahr 2020 betrug das Durchschnittsalter der Personenwagen in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik (BFS) neun Jahre. Dies führt dazu, dass eine grosse Zahl der auf dem Occasionsmarkt angebotenen Fahrzeuge keinen Käufer findet. 2019 wurden gemäss Daten der Stiftung Auto Recycling Schweiz 164 750 Fahrzeuge als Gebrauchtwagen exportiert. Der im Postulat vorgebrachte Vorschlag, einen Teil oder die Gesamtheit dieser Fahrzeuge "künstlich" dem Occasionsmarkt zu entziehen, ist jedoch nicht zielführend. Durch das Recycling dieser Gebrauchtfahrzeuge könnten nämlich die graue Energie und die übrigen Umweltauswirkungen, die bei der Herstellung von Neuwagen anfallen, nicht vollständig kompensiert werden.</p><p>Schliesslich sind die Anliegen des Postulanten durch gewisse Forderungen der parlamentarische Initiative 20.433 UREK-N "Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken" bereits abgedeckt. Auch die Roadmap Elektromobilität und der Cluster Kreislaufwirtschaft &amp; Batterie greifen die Forderungen des Postulates auf. Weitere Studien oder Berichte sind nach Auffassung des Bundesrates nicht erforderlich.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.