B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1465/2018 mel U r t e i l v o m 1 . F e b r u a r 2 0 1 9 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. Parteien A._______, geboren am (…), Iran, vertreten durch Ralph Wiedler Friedmann, Rechtsanwalt, Advokaturbüro Wiedler Friedmann, (…) Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); Verfügung des SEM vom 16. Februar 2018 / N (…). D-1465/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 28. Februar 2012 in der Schweiz ein ers- tes Mal um Asyl nach. Mit Verfügung vom 24. Januar 2014 lehnte das SEM sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ord- nete deren Vollzug an. Eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde wurde durch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D -1026/2014 vom 20. Oktober 2014 abgewiesen. B. B.a Mit Eingabe vom 8. Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer durch seinen neu mandatierten Rechtsvertreter Dr. Reza Shahrdar eine mit „Wie- dererwägungsgesuch“ bezeichnete Eingabe bei der Vorinstanz ein und be- antragte vorerst die Sistierung von Entfernungsmassnahmen sowie – nach Überprüfung der neuen Beweismittel – die Gewährung von Asyl. B.b Zur Begründung seines Gesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er sei bei der Vereinigung (…) aktiv und engagiere sich insbesondere ge- gen die Islamische Republik Iran. Weiter habe er seine Aktivitäten auf (…) massiv erhöht, wobei etwa (…) Personen seinen kritischen Kommentaren zur iranischen Politik und seine n Karikaturen von B._______ folgen wür- den. Zudem könne er nun eine Vorladung der iranischen Behörden im Ori- ginal zu den Akten geben, womit seine Vorbringen im früheren Verfahren – welche ihm nicht geglaubt worden seien – bewiesen werden könnten. Es sei auch darauf hinzuweisen, dass die Leistung des Dolmetschers wäh- rend der Anhörung äusserst schwach gewesen sei und die Übersetzung teilweise krasse Fehler aufweise. Zudem habe der Dolmetscher ihm ge- sagt, er könne sich hinsichtlich seiner Inhaftierung kurz fassen, während ihm im Nachhinein nicht oder zu wenig substantiierte Aussagen vorgewor- fen worden seien. B.c Als Beweismittel wurden ein Bestätigungsschreiben des Vorsitzenden der (…) vom 12. November 2014 und eine Vorladung des Beschwerdefüh- rers durch ein Untersuchungsamt in Teheran vom (…) 2009 im Original eingereicht. C. Mit Schreiben vom 13. Februar 2015 informierte das SEM das Migrations- amt des Kantons C._______ über den Eingang der Eingabe vom 8. Feb- ruar 2015 und ersuchte darum, vom Vollzug der Wegweisung einstweilen abzusehen und Vorbereitungshandlungen zu sistieren. D-1465/2018 Seite 3 D. D.a Mit Schreiben vom 12 . Januar 2017 teilte die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer mit, sie habe seine Eingabe vom 8. Februar 2015 als Mehr- fachgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG (SR 142.31) entgegengenom- men. Gleichzeitig forderte sie ihn auf, weitere Informationen bezüglich sei- nes exilpolitischen Engagements zu liefern und seine Angaben mit ein- schlägigen Unterlagen zu belegen. D.b Der Beschwerdeführer reichte durch seinen Rechtsvertreter mit Ein- gabe vom 13. Februar 2017 folgende Unterlagen zu den Akten: - eine Bestätigung der (…) vom 17. Februar 2017, - ein Ausdruck seines (…)-Profils (…) sowie den letzten von ihm publizierten Artikel (…) - drei Bilder, welche ihn am (…) an einer Demonstration in D._______ gegen die Islamische Republik Iran zeigten. Ergänzend führte er aus, dass er sich seit Anfang 2014 für die (…) enga- giere. Mit seinem Online-Auftritt erreiche er ein breites Publikum und habe bereits unzählige Artikel verfasst und Informationen über die Machenschaf- ten der Mullahs verbreitet. Sein Profil habe nicht weniger als (…) Abonnen- ten und es sei bekannt, dass derartig e Aktivisten im Iran verfolgt würden. Es sei auch darauf hinzuweisen, dass im Iran kürzlich eine neue, aus Basij- Freiwilligen bestehende Organisation ins Leben gerufen worden sei, wel- che die elektronischen Medien durchsuchten und gegen Regimekritiker vorgingen. D.c Mit Eingabe vom 26. Juli 2017 reichte der Beschwerdeführer einen von ihm auf der Plattform (…) publizierten Artikel ein, in welchem er von Men- schenrechtsverletzungen, insbesondere öffentlichen und geheimen Hin- richtungen, berichte. E. Mit Verfügung vom 16. Februar 2018 – eröffnet am 19. Februar 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte sein Mehrfachgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. F. D-1465/2018 Seite 4 F.a Mit Eingabe vom 2. März 2018 teilte Rechtsanwalt Ralph Wiedler Fried- mann dem SEM unter Beilage einer entsprechenden Vollmacht mit, er ver- trete fortan die Interessen des Beschwerdeführers. Gleichzeitig ersuchte er um Zustellung der vollständigen Akten. F.b Die Vorinstanz wies den neu mandatierten Rechtsvertreter mit Schrei- ben vom 6. März 2018 daraufhin auf, dass ihr bereits eine Vollmacht von einem anderen Rechtsvertreter vorliege. Sie forderte ihn deshalb auf, eine gemeinsame Zustelladresse zu bezeichnen. F.c Rechtsanwalt Wiedler Friedmann informierte das SEM mit Schreiben vom 9. März 2018 darüber, dass er den Beschwerdeführer alleine vertrete. Erneut ersuchte er um Akteneinsicht, welche ihm da s SEM am 14. März 2018 gewährte. G. Mit Eingabe vom 10. März 2018 erhob der vormalige Rechtsvertreter Dr. Reza Shahrdar beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Februar 2018 und beantragte deren Aufhebung. H. Mit Eingabe vom 21. März 2018 erhob Rechtsanwalt Wiedler Friedmann ebenfalls Beschwerde gege n die Verfügung des SEM vom 16. Februar 2018. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich auf- zuheben und dem Beschwerdeführer sei in der Schweiz das politische Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass er nicht in sein Heimat- land zurückkehren könne und gestützt darauf eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht wurde um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht sowie darum, der vorlieg enden Be- schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Sodann wurde darauf hingewiesen, dass die von Dr. Shahrdar eingereichte Beschwerde rein ap- pellatorischer Natur und mit dem Beschwerdeführer nicht im Detail abge- sprochen gewesen sei. Im Vordergrund ste he die Eingabe vom 21. März 2018. Als Beschwerdebeilagen wurden – neben der angefochtenen Verfü- gung und einer Vollmacht – ein Printscreen des (…)-Kontos des Beschwer- deführers sowie ein Bestätigungsschreiben der (…) vom 19. März 2018 zu den Akten gegeben. I. Das Bundesverwaltungsgericht hielt mit Zwischenverfügung vom 6. April 2018 fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der D-1465/2018 Seite 5 Schweiz abwarten. Gleichzeitig forderte es ihn auf, eine aktuelle Fürsorge- bestätigung einzureichen und räumte ihm die Möglichkeit ein, zu präzisie- ren, welche seiner Online -Aktivitäten für das vorliegende Verfahren rele- vant seien sowie diese allenfalls ausgedruckt und in eine Amtssprache übersetzt einzureichen. J. Mit Eingabe vom 19. April 2018 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter eine ergänzende Eingabe sowie folgende weiteren Be- weismittel ein: eine Unterstützungsbestätigung der (…) vom 17. April 2018, fünf Artikel, welche er auf der Website (…) veröffentlicht habe (inkl. deut- scher Übersetzung) und fünf Kopien aus seinem (…)-Konto, aus welchen ersichtlich sei, welche Reichweite sein Profil habe und welche Personen- gruppe er mit seinen Beiträgen anspreche. K. Mit Instruktionsverfügung vom 2. Mai 2018 verzichtete das Bundesverwal- tungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud die Vor - instanz zur Vernehmlassung ein. L. Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 16. Mai 2018 an ihrem Entscheid und den Erwägungen vollumfänglich fest. Das Schreiben wurde dem Beschwerdeführer am 17. Mai 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt. M. Mit Eingabe vom 10. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer ergänzend eine Blockierungsmeldung von (…) für seinen Blog sowie eine auf (…) er- sichtliche Bestätigungsmeldung betreffend die Sperrung seines Blogs , beide mit deutscher Übersetzung, zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich D-1465/2018 Seite 6 zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe ode r wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 3.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische Exil- aktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Begrün- deter Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung besteht dann, wenn der Heimat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rück- kehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1). Dabei muss hinreichend Anlass zur Annahme bestehen, D-1465/2018 Seite 7 die Verfolgung werde sich mit beachtliche r Wahrscheinlichkeit und in ab- sehbarer Zukunft verwirklichen; eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2). Die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht gemäss Art. 3 und 7 AsylG bleiben dabei grundsätzlich massgeblich. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Aus- schluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 4. 4.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Be- schwerdeführer habe in seiner als „Wiedererwägungsgesuch“ bezeichne- ten Eingabe vom 8. Februar 2015 geltend gemacht, er sei exilpolitisch ak- tiv, einerseits durch sein Engagement bei der (…) und andrerseits durch seine Internet-Aktivitäten. Zudem habe er eine Vorladung der iranischen Justizbehörden im Original vorgelegt, mit welcher er die im vorangehenden Verfahren geltend gemachte Vorverfolgung – welche vom Bundesverwal- tungsgericht im Urteil D-1026/2014 vom 20. Oktober 2014 zumindest teil- weise als unglaubhaft angesehen worden sei – belegen wolle. Gleichzeitig habe er in seiner Eingabe auf gewisse Unzulänglichkeiten („Verfahrensfeh- ler“) des ersten Asylverfahrens hingewiesen. Die Eingabe sei als Mehrfach- gesuch nach Art. 111c AsylG entgegengenommen worden. Hinsichtlich der eingereichten Vorladung der iranischen Justizbehörden vom (…) 2009 erwog das SEM, es sei nicht ersichtlich, weshalb diese nicht bereits im ersten Asylve rfahren hätte eingebracht oder zumindest deren Einreichung in Aussicht gestellt werden können. Es verwundere, dass im vorangehenden Verfahren niemals von einer derartigen schriftlichen Vorla- dung die Rede gewesen sei; dieser Umstand bestärke vielmehr die erheb- lichen Zweifel an der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorflucht- gründe. Weiter sei erstaunlich, dass nicht noch weitere Belege erhältlich gewesen seien, welche der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang hätte einreichen können, zumal in der Vorladung explizit darauf hingewie- sen werde, im Unterlassungsfall werde ein Haftbefehl erlassen und ein Ur- teil in Abwesenheit gefällt. Ganz allgemein sei auch festzuhalten, dass der Beweiswert eines solchen Dokuments als sehr gering einzustufen sei, da diese im Iran ohne weiteres unrechtmässig erworben werden könnten. Die D-1465/2018 Seite 8 in der Eingabe vom 8. Februar 2015 erwähnten „Verfahrensfehler“ seien sodann nicht geeignet, die Glaubhaftigkeitseinschätzung umzustossen. Es sei kein Grund ersichtlich, warum diese nicht spätestens auf Beschwerde- ebene hätten vorgebracht werden können. Zur aufgeführten Ungenauigkeit in der Übersetzung sei festzuhalten, dass diese offensichtlich keinerlei Ein- fluss auf die Beurteilung d er Glaubhaftigkeit gehabt habe. Diese deute auch keineswegs auf eine äusserst schwache Leistung des Dolmetschers hin und es liessen sich in den Akten ansonsten keine Hinweise auf Ver- ständigungsschwierigkeiten oder sprachliche Missverständnisse finden. Das Vorbringen, der Dolmetscher habe dem Beschwerdeführer nahege- legt, sich bezüglich der Haft kurz zu fassen, st elle eine reine Behauptung dar. Er sei in der Anhörung sogar explizit aufgefordert worden, möglichst detailliert darüber zu berichten. Zu den neu vorgebrachten exilpolitischen Tätigkeiten führte das SEM aus, es sei dem Beschwerdeführer im vorangehenden Verfahren nicht gelun- gen, eine Vorverfolgung glaubhaft zu machen. Entsprechend sei nicht da- von auszugehen, dass er von den heimatlichen Behörden vor seiner Aus- reise als regimefeindliche Person erfasst worden sei. Es sei deshalb zu prüfen, ob er bei einer Rückkehr mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu rechnen hätte. Gemäss der Rechtsprechung des Bundes- verwaltungsgerichts sei davon ausz ugehen, dass sich die iranischen Be- hörden bei der Überwachung von exilpolitischen Tätigkeiten auf Personen konzentrierten, welche mit ihren Aktivitäten aus der Masse der regimekriti- schen iranischen Staatsangehörigen hervorträten und als ernsthafte Be- drohung wahrgenommen würden. Den eingereichten Unterlagen zu den Tätigkeiten des Beschwerdeführers könne entnommen werden, dass er für die Vereinigung (…) einen Internetblog betreibe. Soweit ersichtlich, trete er damit aber nicht ins Rampenlicht einer breiten Öf fentlichkeit und die von ihm eingereichten Artikel beschränkten sich auf Reposts von Beiträgen an- derer Autoren. Zudem scheine er seine Blogtätigkeit erst vor kurzem auf- genommen zu haben und es fänden sich auf der Seite keine Hinweise auf Besucher- oder Leserkommentare, was darauf hindeute, dass sein Blog eine eher geringe Frequentierung aufweise und nicht auf eine grosse Re- sonanz stosse. Bei der in seiner Eingabe erwähnten Anzahl Abonnenten handle es sich um seine Follower bei (…) und nicht um jene des Internet- blogs. Die Beiträge des Beschwerdeführers auf (…) und (…) seien zwar teilweise regimekritisch, gingen aber nicht über die massentypischen Posts von vielen Exiliranern hinaus. Der Umstand, dass sein Blog von den irani- schen Behörden gesperrt worden sei, sei bis heute in keiner Weise belegt D-1465/2018 Seite 9 worden. Der von ihm genannte Blog könne unter leicht abgeänderter Inter- netadresse bei gleichbleibender Domain nach wie vor abgerufen werden und sei jedermann zugänglich, was Zweifel an der Sperrung durch die ira- nischen Justizbehörden hervorrufe. Im Übrigen habe der Beschwerdefüh- rer trotz Aufforderung nicht weiter präzisiert, in welcher Funktion er für die (…) tätig sei und mit welchen Aufgaben sein Engagement verbunden sei. In den Referenzschreiben werde seine Tätigkeit nur sehr allgemein be- schrieben. Derartige Schreiben würden in ähnlich gelagerten Fällen von Exiliranern häufig eingereicht; ihnen komme wenig Aussagekraft zu und sie seien als reine Gefälligkeitsschreiben zu werten. Weiter scheine die Be- deutung und der Bekanntheitsgrad der (…) in der Öffentlichkeit sehr gering zu sein und eine Exponierung des Beschwerdeführers im Zuge seiner da- hingehenden Tätigkeiten sei nicht erkennbar. Ein ernsthaftes politisches Engagement sei auch deshalb zweifelhaft, weil er erst nach dem abschlä- gigen Asylentscheid mit exilpolitischen Aktivitäten begonnen habe. Sodann stellten die geltend gemachten Demonstrationsteilnahmen in der Schweiz eine niederschwellige Tätigkeit dar, da sich sein Auftritt gemäss den einge- reichten Fotos nicht von demjenigen anderer Kundgebungsteilnehmer un- terscheide und er sich dabei nicht besonders exponiert zu haben scheine. Zusammenfassend sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- rer aufgrund seiner exilpolitischen Aktivitäten von den iranischen Behörden als ernstzunehmender Regimegegner betrachtet werde. Er verfüge nicht über ein politisches Profil, welches ihn bei einer Rückkehr einer konkreten Gefährdung nach Art. 3 AsylG aussetzen würde. Den Vollzug der Wegwei- sung erachtete das SEM als zulässig, zumutbar und möglich. 4.2 In der Beschwerdeschrift vom 21. März 2018 wurde geltend gemacht, die Lage im Iran sei sehr angespannt und weite Teile der Bevölkerung seien unzufrieden und zu Protesten g egen das Regime bereit. Letzterem gehe es dagegen nur darum, seine Macht zu erhalten, wofür ein immenser Apparat von Religionswächtern eingesetzt werde. Gerade in der Studen- tenschaft – aus deren Umfeld auch der Beschwerdeführer stamme – sei die Bereitschaft gross, sich gegen die Herrschaft der Mullahs aufzulehnen, weshalb er bereits deswegen im Fokus der Religionswächter stehe. Bei exilpolitischen Aktivitäten müsse jeweils eine Einzelfallprüfung vorgenom- men werden, um abzuklären, ob eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG drohe. Die Internetaktivitäten des Beschwerdeführers seien erheblich und die Vorinstanz habe namentlich die Tatsache unterschätzt, dass sein Inter- netblog von rund (…) Abonnenten verfolgt werde. Würden sich nur schon (…) Exiliraner in gleicher Art betätigen, ergäbe dies ein Potential von (…) D-1465/2018 Seite 10 Iranern, welche sich gegen das Regime stellen würden. Diese „Schnee- ballfunktion“ der sozialen Medien sei von der Vorinstanz nicht richtig ge- würdigt worden. Der hohe Bekanntheitsgrad des Beschwerdeführer s sei denn auch der Grund dafür gewesen, dass seine frühere Internetseite vom Regime im Iran gesperrt worden sei. Die Vorinstanz habe ihn zu Unrecht als durchschnittlichen Mitläufer eingeschätzt und dabei verkannt, dass er als ehemaliger Student zu einer P ersonengruppe gehöre, welche für das Regime die grösste Gefahr darstelle und deshalb besonders massiv sank- tioniert werde. Hinzu komme eine jahrelange exilpolitische Tätigkeit, insbe- sondere auch für die Organisation (…). Für diese sei es sehr wichtig, dass er seine Internetplattformen zu deren Verfügung halte. Allein innerhalb ei- ner Woche habe der Beschwerdeführer auf seinem (…)-Profil (…) Aufrufe und (…) neue Abonnenten verzeichnen können. Gerade diese Dynamik des Internets sei für die iranischen Geheimdienste sehr gefährlich. Zudem habe die Vorinstanz die Gefährlichkeit des aktuellen Regimes im Iran mas- siv unterschätzt. Es wäre für dieses ein Leichtes, den Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr einfach verschwinden zu lassen. Dies sei ein reales Risiko, mit dem er sich konfrontiert sehe. Sodann habe die Vorinstanz Art. 7 AsylG falsch angewendet . Ihre Praxis zur Frage der Glaubhaftmachung sei im Allgemeinen tendenziell zu streng, was in der Lehre auch bereits mehrfach kritisiert worden sei. Ebenso werde die grosse Bedeutung der Dolmetscher im Asylverfahren zu Recht immer wieder thematisiert. Ein Unrechtsregime wie der Iran setze seine Interes- sen in der Welt ohne Skrupel durch und es müsse erwartet werden, dass es überall Dolmetscher in Asylverfahren zu wichtigen Informanten „umfunk- tioniere“. Dies sei insbesondere anzunehmen, wenn ein aus dem Iran stammender Dolmetscher sich seines iranischen Passes bediene, um re- gelmässig nach Hause zu reisen, was für den im vorliegenden Fall tätigen Dolmetscher der Fall sei. Gerade bei offensichtlich politischen Asylsuchen- den sei zu verlangen, dass Dolmetscher ohne Bezug zum Ursprungsland – bei iranischen Gesuchstellern allenfalls ein afghanischstämmiger Farsi - Dolmetscher – eingesetzt würden. Die Befragungen hätten vorliegend in einer ausserordentlich gehetzten Atmosphäre stattgefunden. Der Be- schwerdeführer habe noch zu wenig Deutsch verstanden, um beurteilen zu können, ob der Dolmetscher alles richtig übersetzt habe; er habe allerdings schon damals ein ungutes Bauchgefühl gehabt. Später habe er feststellen müssen, dass seine Aussagen tatsächlich zumindest teilweise nicht richtig übersetzt worden seien. Er halte auch daran fest, dass der Dolmetscher ihn aufgefordert habe, sich hinsichtlich der Haft kurz zu fassen. Es lasse D-1465/2018 Seite 11 sich nicht mehr feststellen, ob dies bewusst oder aus blosser Nachlässig- keit geschehen sei. Festzuhalten bleibe aber, dass dies zum falschen Vor- wurf der ungenügenden Substantiierung der Haftzeit geführt habe. Weiter habe die Vorinstanz die Pflicht, Dokumente zu verifizieren und diese nicht pauschal aufgrund der Möglichkeit allfälliger Fälschungen für beweisun- tauglich zu erklären, wie sie es mit der eingereichten Vorladung der irani- schen Justizbehörden vom (…) 2009 getan habe. Dieses Vorgehen sei will- kürlich. Zu den subjektiven Nachfluchtgründen gelte es anzumerken, dass es in erster Linie darum gehe, welche Bedeutung die iranischen Behörden den exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers beimessen würden. Wenn sich das iranische Regime nach aussen als o ffen und gemässigt präsentiere, handle es sich dabei lediglich um eine klassische politische Finte mit dem Ziel, den Handlungsspielraum Irans zu erweitern. Tatsächlich werde der Staat aber immer noch vom selben religiösen Führer und seiner Religionspolizei mit den verschiedenen Geheimdiensten kontrolliert. Die jüngsten politischen Entwicklungen im Iran deuteten darauf hin, dass die Toleranz gegenüber Andersdenkenden weiter abnehme und diese auch bei relativ geringfügigen Verfehlungen zunehmend bestraft würden. Der irani- sche Repressionsapparat kenne keine Skrupel und es könne selbst bei nicht so gewichtigen Regimegegnern wie dem Beschwerdeführer keine Nachsicht erwartet werden; vielmehr werde auch gegen vermeintlich kleine Fische vorgegangen. Im Iran habe sich ein „radikaler Islam“ etabliert, der die Menschenrechte explizit negiere. Es wäre dem Beschwerdeführer des- halb verwehrt, die Meinungsäusserungs - und Demonstrationsfreiheit, die er in der Schweiz geniessen dürfe, in seiner Heimat auszuüben, und er wäre bei einer Rückkehr in seiner Freiheit und wohl auch an Leib und Le- ben gefährdet Im Falle der Abweisung des Hauptbegehrens werde deshalb beantragt, ihm mindestens eine vorläufige Aufnahme zu gewähren. 5. 5.1 Während des ersten Asylverfahrens hatte der Beschwerdefü hrer zu- sammenfassend geltend gemacht, er habe sich im Zuge der iranischen Wahlen von 2009 gegen die Wiederwahl Ahmadinejads engagiert. Bei ei- ner Demonstration am (…) 2009 in Teheran habe man ihn festgenommen und inhaftiert. Gegen Zahlung einer Kaution sei er nach 20 Tagen wieder freigelassen worden. Nachdem sein Freund E._______ – der mit ihm in Haft gewesen sei – von den Behörden vorgeladen und anschliessend ver- haftet worden sei, habe er befürchtet, er könnte ebenfalls erneut inhaftiert werden. Er habe sich deshalb entschlossen, unterzutauchen. Von seinen Eltern habe er erfahren, dass di e Behörden zu Hause angerufen hätten, D-1465/2018 Seite 12 um ihn aufzufordern, sich zu melden. Später hätten sie auch eine Haus- durchsuchung durchgeführt sowie sein Geschäft durchsucht. Er habe Te- heran dann verlassen und im Nachhinein erfahren, dass die Behörden in den Jahren 2009 und 2010 noch je zweimal nach ihm gefragt hätten. Im Urteil D-1026/2014 vom 20. Oktober 2014 kam das Bundesverwaltungsge- richt zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Er- eignissen bei der Demonstration vom (…) 2009 zwar glaubhaft seien, jene zur anschliessenden Haft jedoch eher als unglaubhaft erachtet werden müssten. In jedem Fall erscheine es unglaubhaft, dass der Beschwerde- führer danach einer anhaltenden Verfolgungssituation ausgesetzt gewesen sei. 5.2 Zusammen mit seiner Eingabe vom 8. Februar 2015 reichte der Be- schwerdeführer eine schriftliche Vorladung der iranischen Justizbehörden vom (…) 2009 zu den Akten und machte geltend, damit sei bewiesen, dass er vor seiner Ausreise von den Behörden gesucht worden sei. Wie das SEM zu Recht festgestellt hat, wurde eine derartige schriftliche Vorladung im Rahmen des ersten Asylverfahrens an keiner Stelle erwähnt. Sowohl anlässlich der Anhörung als auch in d er damaligen Beschwerdeeingabe wurde lediglich ausgeführt, dass die Behörden bei ihm zu Hause angerufen hätten und später einige Male dort vorbeigekommen seien (vgl. Akten SEM A18, S. 4 f. und A11, F71 und F76 f.). Dieser Umstand sowie der Zeitpunkt des Einreichens der angeblichen Vorladung – mehr als fünf Jahre nachdem diese erstellt wurde, aber lediglich einige Monate nachdem das Asylgesuch rechtskräftig abgewiesen worden war – wecken erhebliche Zweifel an de- ren Authentizität. Die in der Eingabe vom 8. Februar 2015 vorgebrachte Erklärung, die Vorladung sei zufällig im Zuge von Renovationsarbeiten ge- funden worden, vermag nicht zu überzeugen. Es erscheint äusserst selt- sam, dass ein für die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers mas- sgebendes Dokument aus dem Jahr 2009 zufällig unmittelbar nach der Ab- weisung seiner Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht aufge- funden werden sollte. Ebenso wies das SEM zutreffend darauf hin, in der Vorladung werde angedroht, dass im Unterlassung sfall ein Haftbefehl er- lassen und ein Urteil in Abwesenheit gefällt werde, und der Beschwerde- führer diesbezüglich weder weitere Belege beigebracht noch solche in Aus- sicht gestellt hat. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass im vorangehen- den Verfahren auch nie von einem Haftbefehl oder einem Gerichtsverfah- ren in Abwesenheit die Rede war. Vor diesem Hintergrund – und unter Hin- weis darauf, dass solche Dokumente im Iran ohne weiteres käuflich erwor- ben werden könnten – verzichtete das SEM auf eine weitere Überprüfung der Vorladung sprach dieser jeglichen Beweiswert ab. Entgegen der vom D-1465/2018 Seite 13 Beschwerdeführer vertretenen Auffassung geschah dies nicht unter blos- sem Hinweis auf deren Käuflichkeit, sondern nach einer Würdigung des Beweismittels im Gesamtkontext des vorlieg enden Falles. Es ist keines- wegs willkürlich, bei dieser Sachlage von einer Botschaftsabklärung zur Überprüfung der Authentizität eines Dokuments abzusehen. Vielmehr schloss das SEM nach dem Ge sagten zu Recht darauf, dass der einge- reichten Vorladung kein Beweiswert zukomme. Es hat dabei weder seine Pflicht zur rechtsgenüglichen Abklärung des Sachverhalts verletzt noch den herabgesetzten Beweismassstab des Glaubhaftmachens unrichtig an- gewendet. 5.3 Im Rahmen des Mehrfachgesuchs wurden sodann Zweifel an der Leis- tung sowie der Unabhängigk eit des Dolmetschers, welcher während der Anhörung übersetzt habe, geäussert. Es ist jedoch nicht ersichtlich, wes- halb entsprechende Vorbehalte nicht bereits im Rahmen des ersten Be- schwerdeverfahrens hätten geltend gemacht werden k önnen. In Überein- stimmung mit dem SEM ist denn auch festzuhalten, dass aus den Akten nicht hervorgeht, dass es anlässlich der Anhörung zu Verständigungs- schwierigkeiten oder einer unvollständigen Übersetzung gekommen sein soll. Ebenso wenig ergeben sich Hin weise auf eine „ausserordentlich ge- hetzte Atmosphäre“. Sodann will der Beschwerdeführer im Nachhinein festgestellt haben, dass seine Aussagen zumindest teilweise nicht korrekt übersetzt worden seien. Er lässt jedoch offen, welche Passagen inwiefern nicht richtig übersetzt worden seien, wie sich dies auf die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ausgewirkt haben soll und warum es ihm nicht möglich ge- wesen sei, dies im Rahmen des ersten Beschwerdeverfahrens vorzubrin- gen. Vielmehr wird lediglich behauptet, er sei vom Dolmetscher aufgefor- dert worden, sich betreffend der Haft kurz zu fassen, was dazu geführt habe, dass man seine dahingehenden Vorbringen als unglau bhaft einge- stuft habe. Dies widerspricht jedoch direkt dem Anhörungsprotokoll, ge- mäss welchem der Beschwerdeführer mehrmals aufgefordert wurde, von seiner Haftzeit (detailliert) zu erzählen (vgl. Akten SEM A11, F45 ff.). Nach- dem das SEM bereits in seinem ersten Asylentscheid vom 24. Januar 2014 festgehalten hatte, die Ausführungen zur Haftzeit seien nicht genügend substantiiert (vgl. Akten SEM A12, S. 3) , erscheint es schwer vorstellbar, dass er – wenn der Dolmetscher ihm tatsächlich nahegelegt hätte, sich diesbezüglich kurz zu fassen – diesen Vorwurf nicht bereits im ersten Be- schwerdeverfahren vorgebracht hätte. Unbelegt sind auch die Mutmassun- gen in der Beschwerdeeingabe, wonach zu erwarten sei, dass e in Un- rechtsregime wie der Iran Dolmetscher in Asylverfa hren auf der ganzen D-1465/2018 Seite 14 Welt zu Informanten „umfunktioniere“. Es gibt keine konkreten Anhalts- punkte dafür, dass es dem Dolmetscher im vorliegenden Verfahren an der erforderlichen Unabhängigkeit gefehlt hätte. Die Ausführungen des Be- schwerdeführers beschränken sich denn auch darauf, die Frage aufzuwer- fen, ob der Dolmetscher in der Anhörung möglicherweise absichtlich eine gehetzte Atmosphäre geschaffen habe, in welcher der Eindruck entstehe, er habe eine von ihm dargelegte Situation mangels detaillierter Schilderun- gen gar nicht erlebt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Vermu- tung respektive Behauptung, welche nicht geeignet ist, die Rechtmässig- keit des vorangehenden Asylverfahrens in Zweifel zu ziehen. Zusammen- fassend erweist sich die Rüge, dass der Dolmetscher nicht objektiv gewe- sen sein könnte und mangelhaft übersetzt habe, als unbegründet. 6. 6.1 In Bezug auf die im Rahmen des Mehrfachgesuchs geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe des Beschwerdeführers kam die Vorinstanz zum Schluss, dass diese den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügten. Seine Tätigkeiten führten nicht zu einem politischen Profil, welches ihn bei einer Rückkehr in den Iran konkret gefährden würde. 6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da- von aus, dass die iranischen Behörden politische Aktivitäten ihrer Staats- bürger im Ausland überwachen und erfassen (vgl. dazu Referenzurteil D-830/2016 vom 20. Juli 2016). Es bleibt jedoch im Einzelfall zu prüfen, ob die exilpolitischen Aktivitäten bei einer allfälligen Rückkehr in den Iran mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im asylrechtlichen Sinn nach sich ziehen. Bei dieser Prüfung ist davon auszugehen, dass sich die iranischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrie- ren, die über die massentypischen, niedrigprofilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen ausgeübt und/oder Aktivitäten vorgenommen haben, welche die jeweilige Person aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausstechen und als ernsthaften und ge- fährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Dabei darf davon ausgegan- gen werden, dass die iranischen Sicherheitsbehörden zu unterscheiden vermögen zwischen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern und Exilaktivisten, die mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen auf ein Aufenthaltsrecht zu erhöhen versuchen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). Der EGMR geht ebenfalls davon aus, dass eine möglicherweise drohende Verletzung von Art. 3 EMRK jeweils aufgrund der persönlichen Si tuation des Beschwerdeführers zu beurteilen ist. Die Berichte über schwerwiegen-D-1465/2018 Seite 15 de Menschenrechtsverletzungen im Iran begründen für sich allein noch keine Gefahr einer unmenschlichen Behandlung (vgl. Urteil des EGMR S.F. und andere gegen Schweden vom 15. Mai 2012, 52077/10, §§ 63 f.). 6.3 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers im ersten Asylverfahren, wonach er im Iran einer Verfolgung von Seiten der Behörden ausgesetzt gewesen sei, als unglaubhaft erachtet worden sind. Wie oben dargelegt wurde, geben weder die während des vorliegenden Verfahrens eingereichte Vorladung noch die vorgebrachte Kritik am Dol- metscher dazu Anlass, auf diese Einschätzung zurückzukommen. Es ist somit rechtskräftig festgestellt worden, dass beim Beschwerdeführer nicht von einer vorbestandenen Verfolgungssituation auszugehen ist. 6.4 Den eingereichten Beweismitteln und Ausführungen lässt sich entneh- men, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2014 für die Organi- sation (…) engagiert. Insbesondere halte er seine Internetplattformen – da- runter sein (…)-Profil sowie seinen Blog – zu deren Verfügung. In den Be- stätigungen der (…) vom 12. November 2014 und 17. Februar 2017 wird ausgeführt, der Beschwerdeführer habe offen Opposition gegen das isla- mische Regime im Iran gezeigt. Er habe der Vereinigung geholfen, sich verschiedenen Organisationen vorzustellen und er nehme via moderne Kommunikationstechnologie von Zeit zu Zeit an Diskussionen teil sowie in- formiere andere Personen über ihre Mission, im Iran ei ne Demokratie zu etablieren. Im auf Beschwerdeebene eingereichten Schreiben der (…) vom 19. März 2018 wird präzisierend dargelegt, dass der Beschwerdeführer oft Flugblätter für die Organisation verteilt habe und ihre Haltung gegenüber dem „barbarischen“ Regime im Iran über seinen persönlichen Blog (…) und sein (…)-Profil ([…]) verbreite, welche von vielen Iranern im In - und Aus- land angeschaut würden. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass er aufgrund seiner oppositionellen Tätigkeiten iranischen Gehei mdienstmitarbeitern bekannt sei. Gemäss den eingereichten Unterlagen verfügte sein (…)-Ac- count im März 2018 über (…) Abonnenten und erreichte mehrheitlich Män- ner in Teheran (vgl. Analyse der Zielgruppe des Profils, act. 5 Beilage 3). Auf diesem Profil verwies er im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung über einen Link auf den Blog (…). Darauf veröffentlichte der Beschwerdeführer verschiedene Artikel, in welchen er unter anderem das politische System im Iran und die iranische Regierung kritisierte, freie Wahlen sowie Ver- sammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit forderte und von der Verhaf- tung dreier iranischer Aktivisten berichtete, welche infolge ihrer Social-Me- dia-Aktivitäten im Iran verurteilt worden seien. Von den fünf ausgedruckten und eingereichten Blog-Artikeln erschienen drei im Juni/Juli 2017 und zwei D-1465/2018 Seite 16 weitere im März 2018. In der Eingabe vom 10. Juli 2018 wurde schliesslich ausgeführt, der Blog sei gesperrt worden, und eine entsprechende Sper- rungsmeldung von (…) wurde zu den Akten gereicht. Zum heutigen Zeit- punkt lässt sich der Blog nicht mehr aufrufen und der entsprechende Link dazu wurde aus dem (…)-Profil entfernt. Sodann machte der Beschwerde- führer geltend, er habe in der Schweiz an Demonstrationen gegen das ira- nische Regime teilgenommen. Als Beleg reichte er einige Fotoaufnahmen ein, welche ihn bei der letzten Demonstration am (…) in D._______ zeig- ten. 6.5 Aus diesen exilpolitischen Aktivitäten geht keine besondere Exponiert- heit des Beschwerdeführers hervor, welche gemäss der erwähnten Recht- sprechung des Bundesverwaltungsgerichts erforderlich wäre, um das Vor- liegen von subjektiven Nachfluchtgründen zu bejahen. Bei der Beurteilung der Gefährdung von exilpolitisch aktiven Personen ist in erster Linie mass- gebend, welche Bedeutung den entsprechenden Aktivitäten im Hinblick auf eine gezielte und wirksame Veränderung der politischen Verhältnisse im Heimatstaat zukommt. Zwar veröffentlichte der Beschwerdeführer auf sei- nem – mittlerweile geschlossenen – Blog in eigenem Namen regimekriti- sche Artikel. Die konkrete Reichweite des Blogs lässt sich aber nur schwer abschätzen, da weder Angaben zu dessen Abonnenten noch zur Anzahl der Leser vorliegen. Es lässt sich deshalb nicht eruieren, ob der Beschwer- deführer damit ein grosses Publikum erreichte. Aus den eingereichten Un- terlagen geht jedenfalls nicht hervor, dass seine Publikationen kommentiert worden oder auf eine grosse Resonanz gestossen wären. Das blosse Ver- fassen respektive Publizieren von Artikeln, welche sich zum politischen Ge- schehen im Iran äussern, lässt noch nicht auf ein exponiertes oppositionel- les Engagement schliessen. Bei den eingereichten Blogbeiträgen handelt es sich um allgemein formulierte regimekritische Äusserungen, welche sich nicht von jenen unterscheiden, welche durch eine grosse Zahl von exilpo- litisch tätigen Iranern im Internet publiziert werden. Tagtäglich werden un- zählige derartiger Einträge veröffentlicht, so dass eine systematische Iden- tifizierung aller Verfasser seitens der iranischen Behörden ausgesprochen unwahrscheinlich ist (vgl. in diesem Sinne auch Urteil des BVGer E-1252/2015 vom 3. Mai 2016 E. 6.4). Zwar kann nicht gänzlich ausge- schlossen werden, dass im Zusammenhang mit Internetaktivitäten auch Personen mit einem wenig herausragenden Profil ins Visier des iranischen Staates geraten. Von einer systematischen Verfolgung von im Internet ak- tiven oppositionellen Iranerinnen und Iranern durch die heimatlichen Be- hörden im Ausland ist jedoch nicht auszugehen (vgl. insb. United Kingdom Upper Tribunal, AB and Others [internet activity – state of evidence] [2015] D-1465/2018 Seite 17 UKUT 257 [IAC], 30. April 2015; vgl. dazu auch Urteil des BVGer E - 5508/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 6.1.4). Die fünf eingereichten Blogar- tikel im Zeitraum Juni 2017 bis März 2018 lassen zudem nicht auf eine besonders intensive Blogtätigkeit schliessen. Sodann bedeutet der Um- stand, dass der Blog gesperrt wurde, nicht automatisch, dass dieser res- pektive der Beschwerdeführer vom iranischen Regime überwacht wird (vgl. Urteile des BVGer D -6271/2012 vom 15. Februar 2013 E. 8.6; D-6269/2012 vom 21. Januar 2013 E. 6.7). Eine begründete Furcht vor ei- ner flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung bei einer Rückkehr ist nur dann anzunehmen, wenn der Beschwerdeführer von den iranischen Be- hörden als ernsthafter und potentiell gefährlicher Regimegegner wahr ge- nommen würde. Davon ist a ngesichts der lediglich gelegentlichen Veröf- fentlichungen, welche soweit ersichtlich nicht auf eine besonders grosse Resonanz stiessen und sich nicht von massentypischen Online-Posts zahl- reicher Exiliraner unterscheiden, nicht au szugehen. Zwar weist der Be- schwerdeführer zumindest auf seinem (…)-Profil eine gewisse Anzahl Abonnenten auf. Eine besondere Exponierung, die ihn aus der Masse von exilpolitisch aktiven Iranern heraustreten liesse, lässt sich jedoch auch da- raus nicht ableiten, da es sich bei gut (…) Abonnenten (Stand 21. Januar 2019) entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung nicht um eine besonders grosse Zahl handelt. Es trifft zwar zweifellos zu, dass das Internet eine erhebliche Dynamik aufweist und Informationen über so- ziale Medien sehr rasch verbreitet werden können. Aber auch wenn ein Grossteil der Abonnenten des (…)-Profils des Beschwerdeführers aus Te- heran sind, so erscheint deren Anzahl angesichts des Umstands, dass die Stadt über mehrere Millionen Einwohner verfügt, als eher bescheiden. So- dann gilt es anzumerken, dass wenn sich weitere (…) Exiliraner im glei- chen Ausmass betätigen würden, so würde damit wohl kaum (…) verschie- dener Iranerinnen und Iraner erreicht; vielmehr würden wohl dieselben Per- sonen – die möglicherweise ohnehin bereits eine oppositionelle Haltung haben – mehreren regimekritischen Internetaktivisten „folgen“. Der Be- schwerdeführer dürfte deshalb kaum aufgrund der Anzahl Abonnenten sei- nes (…)-Profils von den iranischen Behörden als ausserordentlich gefähr- lich eingestuft werden. Ebenso wenig gibt es konkrete Hinweise darauf, dass er als ehemaliger Student zu einer Gruppe von Personen gehört, wel- che besonders im Fokus des iranischen Regimes stehen würde. Zusam- menfassend verleihen seine Internet-Aktivitäten dem Beschwerdeführer nicht das Profil eines gewichtigen und staatsgefährdenden Exilaktivisten. 6.6 Sodann vermögen weder die weiteren Tätigkeiten des Beschwerdefüh- rers für die Organisation (…) noch die Teilnahme an Kundgebungen in der D-1465/2018 Seite 18 Schweiz eine Schärfung seines Profils herbeizuführen. Es ist auch in die- sem Zusammenhang nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer eine besondere Rolle eingenommen hätte, welche die Aufmerksamkeit der iranischen Behörden auf ihn hätte lenken sollen. Vielmehr scheint er für die (…) – neben der Zurverfügungstellung seiner Internetplattformen – ledig- lich untergeordnete Funktionen wahrgenommen zu haben. Den Bestäti- gungsschreiben lässt sich denn auch nicht entnehmen, dass der Be- schwerdeführer eine führende Position innegehabt oder sich anderweitig besonders exponiert hätte. Auch aus den allgemeinen Ausführungen zur schlechten Menschenrechtslage im Iran kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da daraus nicht hervorgeht, inwiefern er von den iranischen Be- hörden als Regimegegner registriert worden sein soll. Weiter hat das SEM in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender Begründung dargelegt, dass seine Teilnahme an Demonstrationen in der Schweiz gegen die isla- mische Republik Iran ebenfalls keine besondere Exponierung erkennen lassen. Es weist zu Recht darauf hin, dass die Fotoaufnahmen von der Kundgebung in D._______ nicht zeigen, dass der Beschwerdef ührer an diesem Anlass besonders hervorgetreten wäre oder dass sich sein Auftritt von jenem der anderen Demonstrationsteilnehmer unterschieden hätte. Sein diesbezügliches Engagement ist als lediglich niederschwellige Tätig- keit einzustufen. 6.7 Nach dem Gesagten gelangt das Gericht zum Sc hluss, dass der Be- schwerdeführer nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in die Kategorie der Personen fällt, die aufgrund ihrer Tätigkeit oder Funktion als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner wahrgenommen werden. Den vorinstanzlich und auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismitteln ist nicht zu entnehmen, dass er sich in besonderer Weise und über das Mass von anderen Personen hinaus exponiert oder er eine in der Öffentlichkeit erkennbare wichtige Führungsposition innegehabt hätte. Es ist deshalb zu- sammenfassend festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine subjekti- ven Nachfluchtgründe darzulegen vermag . Die Vorinstanz hat die Flücht- lingseigenschaft demnach zu Recht verneint und sein Mehrfachgesuch ab- gelehnt. 7. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche D-1465/2018 Seite 19 Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwal- tungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flücht- lingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erf üllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu m achen, kann der in Art. 5 AsylG und Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung fin- den. Eine Rückschaffung des Beschwerdeführers in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass ihm im Fall einer Ausschaf- fung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Folter oder eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau- same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK drohen würde. Insbesondere vermag der Beschwerdeführer kein „real risk“ im Sinne der massgeblichen Rechtsprechung darzutun, zumal die blosse Möglichkeit einer menschen- rechtswidrigen Behandlung nicht ausreicht (vgl. Urteil des EGMR Saadi D-1465/2018 Seite 20 gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124 ff. m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei- nen. 8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Im Iran herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation allge- meiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumutbar wäre (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D -6447/2017 vom 18. Januar 2018 E. 6.4.1). Sodann hat das SEM zu Recht darauf hingewiesen, das Bundes- verwaltungsgericht habe im Urteil D -1026/2014 vom 20. Oktober 2014 (E. 7.3.2) festgestellt, es lägen keine individuellen Gründe vor, welche den Vollzug der Wegweisung unzumutbar erscheinen liessen . Es wurde nicht geltend gemacht, dass seither wesentliche Veränderungen eingetreten wä- ren, welche Anlass für eine andere Beurteilung geben könnten. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-D-1465/2018 Seite 21 rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest- zusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1465/2018 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urtei ls zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Regula Aeschimann Versand: