Entscheid des Kantonsgerichts Basel - Landschaft, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht vom 22. August 2018 (810 2018 55) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Amtliche Einschätzung ( direkte Bundessteuer ) / Mitwirkungspflicht im Einspracheverfa h- ren Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov , Kantonsrichter Markus Clausen , Hans Furer , Claude Jeanneret , Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin i.V. Jenny Rohr Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Manuel Rohrer , Advokat g egen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel - Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1 , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel - Landschaft , Rechtsdienst , Rheinstrasse 33, Postfach , 4410 Liestal , Beschwerdegegnerin Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Eigerstrasse 65, Postfach , 3003 Bern , Beigeladene Betreff Direkte Bundessteuer 2015 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 20. Oktober 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ wurde von der Steuerverwaltung des Kantons Basel - Landschaft (Steuerverwa l- tung) am 17. November 2016 aufgrund fehlender Steuererklärung für das Steuerjahr 2015 am t- lich eingeschätzt. Dabei wurde ihm ein steuerbares Einkommen von Fr. 302‘500. -- angere chnet. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch die Business Treuhand Schild GmbH , am 16. Dezember 2016 Einsprache bei der Steuerverwaltung und legte der Eingabe eine au s gefül l- te Steuererklärung bei. Darin deklarierte er einen Nettolohn von Fr. 153‘38 3.85 und brac h te Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 48'455.60 in Abzug. Im Begleitschreiben führte er aus, der im Lohnausweis seiner Arbeitgeberin B.____ GmbH ausgewiesene Betrag entspreche nicht den Tatsachen, da er im Steuerjahr 2015 lediglich einen Nettolohn von Fr. 153‘383.85 erhalten habe. In dieser Angelegenheit liefen Abklärungen, worüber die Steuerverwaltung noch orientiert werde. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine selbst erstellte Auflistung der bei ihm eingegangenen Lohnzahlung en ein. C. In der Folge teilte die Steuerverwaltung dem Steuerpflichtigen mit Schreiben vom 28. März 2017 mit, dass dessen Eingabe die formellen Voraussetzungen einer Einsprache g e- gen eine Ermessensveranlagung nicht erfülle. Sie forderte ihn auf, einen rekti fizierten Loh n- ausweis oder eine schriftliche Vereinbarung über Lohnverzicht/Lohnrückbehalt mit Angabe von Gründen nachzureichen. Unterhaltsbeiträge an minderjährige Kinder im Ausland müssten des Weiteren mit einem Unterhaltsvertrag, mit einer Vaterschaftsa nerkennung und mit Belegen über die effektiv erfolgte Zahlung nachgewiesen werden. Ausnahmsweise und ohne Präjudiz werde dem Steuerpflichtigen eine letzte nicht erstreckbare Frist bis zum 30. April 2017 gewährt, um die fehlenden Unterlagen nachzureichen. O hne diese Nachweise könne gestützt auf die vo r- handene Aktenlage nicht von der Veranlagung abgewichen werden. D. Am 28. April 2017 wandte sich der Beschwerdeführer per E - Mail an die Steuerverwa l- tung und ersuchte um eine erneute Fristerstreckung bis zum 30. Ju ni 2017. Zur Begründung führte er aus, der Streit mit seiner ehemaligen Arbeitgeberin bezüglich des Lohnausweises bzw. der Lohnzahlungen dauere noch an, weshalb er trotz mehrmaligem Intervenieren noch kein Rektifikat des Lohnausweises erhalten habe. E. Mit E ntscheid vom 4. Mai 2017 trat die Steuerverwaltung auf die Einsprache nicht ein mit der Begründung, A.____ habe die erforderlichen Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht und somit die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung nicht nachzuwe isen ve r- mocht. Eine erneute Fristerstreckung könne ihm nicht gewährt werden. F. Dagegen erhob A.____ am 6. Juni 2017 Beschwerde beim Steuer - und Enteignung s- gericht des Kantons Basel - Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), mit dem Bege h- ren, es sei der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung vom 4. Mai 2017 aufzuheben und die Steuerverwaltung anzuweisen, auf die Einsprache vom 16. Dezember 2016 einzutreten und die direkte Bundessteuer 2015 neu zu veranlagen. In der Beilage reichte er unt er anderem diverse Kontoauszüge zu den Akten. G. Das Steuergericht wies die Beschwerde mit Entscheid vom 20. Oktober 2017 ab. Es erwog im Wesentlichen, mit der Einsprache gegen eine amtliche Einschätzung müsse deren Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht offensichtliche Unrichtigkeit nachgewiesen werden. In der vorliegend mit der Einsprache nac h- gereichten Steuererklärung hätten Belege hinsichtlich des Vermögens, insbesondere bezüglich des Wertschriftenverzeichnisses, und der geltend gemachten Unterhaltsabzüge gefehlt. Ferner seien keinerlei Beweis anträge gestellt worden. Die selbst erstellten Auflistungen der Lohnei n- gänge hätten keine Beweiskraft, sondern seien lediglich als Parteibehauptung zu qualifizieren. Demzufolge fehle es der Einsprache an einer rechtsgenügenden Begründung und somit an e i- ner Eintretensvoraussetzung. Da es sich bei der Einsprachefrist sodann um eine gesetzliche Frist handle, könne diese als Verwirkungsfrist nicht verlängert werden und die Nichteinhaltung sei von Amtes wegen zu beachten. Trotzdem sei dem Steuerpflichtigen "kula nzhalber" eine Nachfrist gewährt worden, welche er indes unbenutzt habe verstreichen lassen. H. Mit Eingabe vom 12. Februar 2018 erhob A .____ , neu vertreten durch Manuel Rohrer, Fü r sprecher , gegen den Entscheid des Steuergerichts Beschw erde beim Ka n tonsgericht, Abte i- lung Verfassungs - und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er bea n tragt die kostenfällige Au f- hebung des vorinstanzlichen Entscheids und die Rückweisung der Beschwerde an die Steue r- verwa l tung zur Neubeurteilung in der Sache. Zur Begründung macht er sinng e mäss geltend, die Ste u erverwaltung sei zu Unrecht nicht auf seine Einsprache eing e treten. Nach der bundesg e- richtl i chen Rechtsprechung seien Vorbehalte in einer Steuererkl ä rung au f grund einer anda u- ernden Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Arbeitgeber mö g lich. Er habe diesen Vorb e- halt im Rahmen der Einsprache vorgebracht und mit E - Mail vom 28. April 2017 erneut darauf hing e wiesen, dass der eingereichte Lohnausweis falsch ausgestellt worden sei. Auf dem unric h- tig ausgestellten Loh nausweis sei eine Gewinnbeteiligung ausg e wiesen worden, welche er in di e ser Form nie erhalten habe. Einen rektifizierten Lohnausweis habe er wegen Unstimmigke i- ten mit der Arbeitgeberin noch nicht erwirken können. Es sei d a von ausz u gehen, dass der I n- haber i hn in absichtlicher Art und Weise am Vermögen schädigen wolle, weshalb er auch bea b- sicht i ge, zeitnah eine Strafanzeige zu stellen. Aufgrund der Stre i tigkeiten sei sodann zurzeit auch keine schriftliche Vereinbarung über einen Lohnverzicht oder Loh n rückbeha lt möglich. Anhand der eingereichten Aufstellung über die Lohnzahlungen sowie der Bankbelege sei alle r- dings festzustellen, dass der Nettolohn und damit das steuerbare Ei n ko m men von der Steue r- verwa l tung zu hoch eingeschätzt worden sei. Schliesslich sei auch die a n begehrte Fristverlä n- gerung zur Einreichung der Belege zu Unrecht abgewiesen worden. Dies sei als überspitzt fo r- malistisch und gänzlich unverhältnismässig zu qualifizieren. Er habe davon ausgehen dürfen, dass eine Fristerstreckung möglich sei. I. In se iner Stellungnahme vom 7. März 2018 beantragt das Steuergericht die Abweisung der Beschwerde und verweist im Wesentlichen auf die Erwägungen des angefochtenen En t- scheids. J. Die Steuerverwaltung stellt in ihrer Vernehmlassung vom 15. März 2018 ebenfalls A n- tr ag auf Abweisung der Beschwerde. K. Die zum Verfahren beigeladene Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat sich nicht vernehmen lassen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Nach Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 i.V.m. § 3 der Vollzugsverordnung vom 13. Dezember 1994 zum Bunde s- gesetz über die direkte Bundessteuer können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltung s- gerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht als letzte r kantonale r Instanz angefochten werden. Die formellen Voraussetzungen nach Art. 141 ff. DBG und §§ 43 ff. des Gesetzes über die Ve r- fassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.2 Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss Art. 145 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 140 Abs. 3 DBG alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. Das Kantonsgericht prüft somit den angefochtenen Entscheid mit voller Kognition. 2. Im vorliegenden Verfahren stellt sich die Frage, ob das Steuergericht den Nichteintr e- tensentscheid der Steuerverwaltung zu Recht geschützt hat. 3.1 Ergreift der Steuerpflichtige – wie im vorliegenden Fall – gegen eine amtliche Einschä t- zung (Ermes sensveranlagung) ein Rechtsmittel, so hat er im Einsprache verfahren die offe n- sichtliche Unrichtigkeit der Einschätzung nachzuweisen. Art. 132 Abs. 3 DBG ver langt bei der Anfechtung von Ermessens veranlagungen eine Begründung und die Nen nung der Beweis - mit tel. Die Erfordernisse der Begründung und der Nennung der Beweismittel stellen bei Ei n- sprachen, die gegen eine Ermessensveranlagung erhoben werden, Prozess voraus setzungen dar (BGE 131 II 548 E. 2.3). Der Steuerpflichtige hat dem gemäss nachzu weisen, das s die E r- messens veranlagung nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspr icht. Er hat mittels umfasse n- dem Unrichtigkeits nachweis die bisher vorhandene Ungewissheit bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen dabei nicht. Mit der Einsprache ist daher der Sachverhalt in substantiierter Weise darzulegen und sind die erforderlichen Beweismittel zu nennen. Es genügt mithin nicht, die Ermessensveranlagung bloss in pauschaler Weise zu b e- streiten oder lediglich einzelne Positionen der Ver anlagung als zu hoch zu bezeichnen. Vie l- mehr hat der Steuerpflichtige, der seine Mitwirkungspflichten im Veranlagungsverfahren nicht erfüllt hat, diese Handlungen nachzuholen, um die Ein spra che genügend zu begründen. In der Regel erfolgt dies durch nacht rägliche Ein reichung der Steuererklärung. Nach der Rechtspr e- chung ist das Nach reichen der Steuer erklärung jedoch nicht Gültigkeitsvoraussetzung der Ei n- sprache (Urteil des Bundesgerichts 2C_62 0/2007 vom 2. Juli 2008 E. 3.2; H ENK F ENNERS / M ARTIN L OOSER , Be sonderheiten bei der Anfechtung der Ermessensveranlagung, in: Aktuelle Juristische Praxis 2013, S. 41 mit weiteren Hinweisen). Der Steuerpflichtige kann die offensich t- liche Unrichtig keit einer Ermessens veranlagung unter Umständen auch ohne die Nachreichu ng der Steuererklärung substantiiert begründen und mit anderen Beweismitteln g e nügend belegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_579/2008 vom 29. April 2009 E. 2.1 f. mit weiteren Hinwe i- sen). Die Einsprache soll derart gehalten sein, dass die Veranlagungsb ehörde mit Blick auf die Begründung und die Beweismittel ohne Weiteres erkennen kann, ob die E r messensveranl a- gung "offensichtlich unrichtig" ausgefallen sei. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Die Vorinstanz erwägt, der Beschwerdeführer habe mit seinen Ausführungen in der Einsprache keine Beweismittel ins Recht gelegt, aus denen hervorgehen würde, inwieweit die von der Steuerverwaltung vorgenommene Einschätzung offensichtlich unrichtig wäre. Der Ei n- sprache fehle es an Belegen hinsichtlich des Vermögens, insbesondere bezüglich des Wer t- schrif tenverzeichnisses, und der geltend gemachten Unterhaltsabzüge. Zudem seien keine B e- weisanträge seitens des Beschwerdeführers gestellt worden. Die vom Beschwerdeführer eing e- reichten und eigens erstellten Auflistungen der Lohneingänge hätten keine Beweiskraf t, so n- dern seien lediglich als Parteibehauptungen zu qualifizieren. Die behördliche Untersuchung s- pflicht lebe erst dann wieder auf, wenn die vorgelegten Unterlagen tatsächlich geeignet seien, die Ungewissheit über die Steuerfaktoren zu beseitigen. Dies sei vorliegend aufgrund der fe h- lenden Nachweise nicht der Fall. 3.3 Der Beschwerdeführer führt dagegen aus, er habe im Zuge des Einspracheverfahrens fristgerecht eine vollständig ausgefüllte Steuererklärung für das Steuerjahr 2015 eingereicht und zeitgleich pfli chtbewusst darauf hingewiesen, dass es in Bezug auf den Lohnausweis Unsti m- migkeiten mit der ehemaligen Arbeitgeberin gebe. Noch während der Einsprachefrist habe er die Steuerverwaltung darauf hingewiesen, dass die ehemalige Arbeitgeberin aufgrund der noch immer bestehenden Differenzen und Unstimmigkeiten keinen korrigierten Lohnausweis ausste l- le, weshalb er nochmals um eine Fristerstreckung ersucht habe. Konkret betreffe es die auf dem Lohnausweis ausgewiesene Gewinnbeteiligung, welche er in dieser Form nie erhalten h a- be. Er gehe davon aus, der Inhaber der ehemaligen Arbeitgeberin wolle ihn in absichtlicher Art und Weise am Vermögen schädigen. Deshalb beabsichtige er, zeitnah eine Strafanzeige gegen diesen einzureichen. Weiter macht der Beschwerdeführer gelt end, das Bundesgericht habe in seinem Entscheid 2C_36/2017 vom 30. Januar 2017 ausdrücklich festgehalten, dass Vorbeha l- te aufgrund andauernder Auseinandersetzungen mit der ehemaligen Arbeitgeberin in einer Steuererklärung möglich seien. Diesen Vorbehalt ha be er fristgerechnet im Rahmen der Ei n- sprache angebracht und seine Einsprache fundiert mit der vollständig ausgefüllten Steuererkl ä- rung sowie weiteren Belegen begründet. Gestützt auf die eingereichten Unterlagen hätte die Steuerbehörde die offensichtliche Unrichtigkeit ihrer Einschätzung ohne Weiteres feststellen können. Anhand der nachgereichten Bankbelege lasse sich feststellen, dass der Nettolohn und damit das steuerbare Einkommen zu hoch veranlagt worden sei. Insofern sei er seiner Mitwi r- kungspflicht im Einspracheverfahren rechtsgenügend nachgekommen und die Untersuchung s- pflicht der Vorinstanz sei wieder aufgelebt. 3.4 Die Steuerverwaltung betont in ihrer Vernehmlassung vom 15. März 2018, der B e- schwerdeführer sei seiner Pflicht, den Nachweis der offensichtl ichen Unrichtigkeit der Erme s- sensveranlagung zu erbringen, im Einspracheverfahren nicht nachgekommen. Bezüglich der geltend gemachten Unterhaltszahlungen sei weder ein Unterhaltsvertrag vorgelegt noch sei eine effektive Zahlung nachgewiesen worden. Zudem f ehle es an einem Nachweis oder zumi n- dest an einer Begründung, weshalb der im Lohnausweis ausgewiesene Lohn zu hoch sei. E i- nem Lohnausweis komme grundsätzlich eine erhöhte Beweiskraft zu. Um dessen Glaubwürdi g- keit umzustossen, bedürfe es mehr als lediglich einer eigenen Aufstellung von Lohneingängen. Der Beschwerdeführer hätte die Lohneingänge zumindest mittels Bankauszügen belegen mü s- sen. Hinzukommend sei zu berücksichtigen, dass der Kontoauszug des Beschwerdeführers bei Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Ausgleichskasse aufzeige, dass a uf dem gesamten im Lohnausweis 2015 aufgeführten Bruttolohn AHV - Beiträge abgerechnet worden seien. 4.1 Vorliegend hat der Beschwerdeführer im Anschluss an die Ermessenseinschätzung zwar einzelne versäumte Verfahrenshandlungen nachgeholt. So hat er im Eins pracheverfahren die amtlichen Steuererklärungsformulare ausgefüllt und unterzeichnet eingereicht. Entgegen seiner Darstellung ist er damit seiner Mitwirkungspflicht allerdings mitnichten vollständig nac h- gekommen, denn es fehlten in seiner Eingabe jegliche Belege. Weder zum Vermögen noch zum behaupteten Einkommen noch zu den angeblich geleisteten Unterhaltszahlungen brachte er Unterlagen bei. Der Beschwerdeführer legte in der Einsprache sodann nicht dar, dass er b e- züglich des Vermögens oder der Unterhaltszah lungen nicht in der Lage gewesen sei, rechtzeitig die erforderlichen Dokumente beizubringen. Dass er im Gegenteil offensichtlich dazu in der L a- ge gewesen wäre, zeigt der erst dem Steuergericht eingereichte Kontoauszug der Bank C.____ (wobei der Beschwerdeführe r den Namen der Bank ohne Erklärung abdeckte), wurde der Au s- zug doch am 12. Dezember 2016 und damit noch vor der Einspracheerhebung ausgedruckt. Hinsichtlich des Einkommens beschränkte sich der Beschwerdeführer in der Einsprache pa u- schal darauf, die im Loh nausweis festgehaltene Lohnsumme zu bestreiten und stattdessen e i- nen tieferen Betrag zu behaupten. Auch in dieser Hinsicht wäre es ihm möglich gewesen, g e- wisse Belege beizubringen, wie der am 14. Dezember 2016 erstellte – der Steuerverwaltung aber vorentha ltene – Kontoauszug der Bank D.____ mit den im Jahr 2015 verbuchten Loh n- überweisungen zeigt. Mit dem blossen Hinweis, in dieser Angelegenheit liefen Abklärungen, kam er seiner Mitwirkungspflicht nicht rechtsgenüglich nach. Eine eigenhändig zusammeng e- stellt e Auflistung der Lohneingänge genügt der qualifizierten Begründungpflicht für die offe n- sichtliche Unrichtigkeit des veranlagten Einkommens klarerweise nicht, zumal der auf dem Lohnausweis 2015 aufgeführte Bruttolohn von der Arbeitgeberin in dieser Höhe geg enüber der Ausgleichskasse deklariert worden war und darauf AHV - Beiträge entrichtet worden waren. O h- ne qualifizierte Begründung, ohne Belege und ohne Nennung von konkreten Beweismitteln vermochte der Beschwerdeführer den Nachweis der offensichtlichen Unric htigkeit der amtlichen Einschätzung nicht zu führen. Der Beschwerdeführer hätte in seiner Begründung vielmehr nachvollziehbar und detailliert aufzeigen müssen, weshalb und inwieweit die Einschätzung nicht den tatsächlichen Einkommensverhältnissen entsprich t. Selbst nachdem er von der Steuerve r- waltung auf diese Mängel seiner Einspracheeingabe hingewiesen und unter Androhung der Säumnisfolgen zur Verbesserung angehalten worden war, holte der Beschwerdeführer diese ihm obliegenden Mitwirkungshandlungen nicht n ach. Der Unrichtigkeitsnachweis der Erme s- sensveranlagung war bei Ablauf der Einsprachefrist resp. Nachfrist mithin weder formell (durch vollständiges Nachholen der Mitwirkungspflicht) noch materiell (durch Aufzeigen von offensich t- lichen Unzulänglichkeiten der Veranlagungsverfügung) erbracht. 4.2 Es ist dem Beschwerdeführer zwar beizupflichten, dass im Falle einer nicht beendeten arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung ein entsprechender Vorbehalt in der Steuererklärung angebracht werden und der Mitwirkungsob liegenheit damit Genüge getan sein kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_36/2017 vom 30. Januar 2017 E. 2.3). Eine arbeitsrechtliche Streitigkeit mit der vormaligen Arbeitgeberin hat der Beschwerdeführer in der Einsprache allerdings nicht einmal behaupte t. Erst in der E - Mail vom 28. April 2017 machte er geltend, dass im Lohnau s-Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht weis "eine nicht vereinbarte Lohnzahlung als Darlehensrückzahlung berücksichtigt" worden sei, wobei unklar bleibt, ob er damit den Zahlungszufluss als solchen oder nur den Zahlungsg rund bestreitet. Es wäre ihm ohne Weiteres zumutbar gewesen, den diesbezüglichen Sachverhalt substantiiert und widerspruchsfrei darzulegen. Einen Darlehensvertrag hat er jedenfalls nie vo r- gelegt. Auch bezüglich einer arbeitsrechtlichen Rechtsstreitigkeit e xistieren bis heute lediglich einseitige Bekundungen des Beschwerdeführers, aber keinerlei objektive Beweise. Es wäre am Beschwerdeführer gelegen, die von ihm behauptete Streitigkeit mit seiner vormaligen Arbeitg e- berin rechtzeitig durch die Einreichung ein es Schlichtungsgesuchs anhängig zu machen oder sein Anliegen anderweitig zielstrebig zu verfolgen, wofür er seit der Ausstellung des Lohnau s- weises am 6. Juli 2016 Zeit gehabt hätte. Auch für die in der E - Mail vom 28. April 2017 erwäh n- te Mandatierung eines Anwalts blieb er im Übrigen jeglichen Beweis schuldig. 4.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Steuerverwaltung sei in überspitzten Fo r- malismus verfallen, indem sie die von ihm mit E - Mail vom 28. April 2017 nachgesuchte Friste r- streckung zur Ergänzung der Einsprache abgewiesen habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Steuerverwaltung hatte im Schreiben vom 28. März 2017 ausdrücklich ausgeführt, dass au s- nahmsweise und ohne Präjudiz eine letzte nicht erstreckbare Frist bis zum 30. April 2017 g e- w ährt werde. Wenn der Beschwerdeführer im Wissen darum dennoch kurz vor Ablauf dieser Frist ein Erstreckungsgesuch einreichte, verhielt er sich treuwidrig, zumal er nicht darlegte, dass ungewöhnliche, ausserhalb seiner Kontrolle liegende Umstände ihn an ein em fristgerechten Handeln gehindert hätten. Zum Zeitpunkt des Ersuchens war der Beschwerdeführer längst im Besitz der Unterlagen, welche er später dem Steuergericht unterbreitete. Wer Beweisunterlagen bewusst zurückbehält, um sie später in einem Rechtsmitt elverfahren einzureichen, trägt allfäll i- ge prozessuale Konsequenzen dieses Vorgehens. Der Verweis des Beschwerdeführers auf angeblich in anderen Verfahren und in anderen Kantonen gewährte Fristerstreckungen geht des Weiteren fehl. Er verkennt, dass er sich nicht mehr im Veranlagungsverfahren oder in e i- nem gewöhnlichen Einspracheverfahren befand, wo Steuerpflichtigen in der Praxis zuweilen mehrmalige Fristerstreckungen gewährt werden. Wie die Vorinstanz zutreffend hervorgehoben hat, muss bei einer Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung der umfassende Unrichti g- keitsnachweis der Veranlagung innerhalb der Einsprachefrist erbracht werden. Als gesetzliche Frist ist sie behördlich nicht erstreckbar. Die vorliegend gewährte Nachfrist stellt somit eine Ausnahme u nd ein Entgegenkommen dar, zu dem die Steuerverwaltung grundsätzlich nicht verpflichtet gewesen wäre. Nachfristen haben generell kurz zu sein und sind zudem une r- streckbar anzusetzen, um ungebührlichen Verzögerungen vorzubeugen . Die Nichteinhaltung der Fris t führt zur angedrohten Säumnisfolge. Dies bedeutet entgegen der Auffassung des B e- schwerdeführers keinen überspitzten Formalismus, sondern steht im Dienst eines geordneten Verfahrensablaufs. Nach der Rechtsprechung sind prozessuale Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten . Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die stri k- te Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (BGE 142 I 10 E. 2.4.2 ; BGE 135 I 6 E. 2.1). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer innert der Einsprachefrist resp. Nachfrist seiner Begründungspflicht nicht vollumfänglich nachgekommen ist und somit die offensichtliche Unrichtigkeit der Veranlagung nicht zu belegen vermochte. Demnach gilt der entsprechende Nachweis als gescheitert mit d er Folge, dass die Erme s- senseinschätzung bestehen bleibt. Die Steuerverwaltung ist zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten und die Vorinstanz hat diesen Entscheid zu Recht geschützt. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. 6. Es bleibt über die Koste n zu befinden. Gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG werden die Ko s- ten des Verfahrens der unterliegenden Partei auferlegt. Dem Ausgang des Verfahrens entspr e- chend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400. -- dem unterliegenden Beschwerd e- führer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der selben Höhe zu verrec h- nen. Ausgangsgemäss sind die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 145 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes [VwVG] vom 20. Dezember 196 8). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrens kosten in der Höhe von Fr. 1‘400. -- werden dem B e- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1‘400. -- verrechnet. 3. Die Part eikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.