Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. August 2014 (720 14 132 / 206) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente, Rentenrevision, keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber i.V. Thomas Hunkeler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Kathrin Bichsel, Advo- katin, Blumenrain 3, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.8378.8945.99) A. Die 1965 in der Türkei geborene A.____ reiste 1 992 in die Schweiz ein, wo sie in der Folge als Raumpflegerin arbeitete. Gestützt auf das Gutachten des Begutachtungsinstituts B.____ vom 26. September 2008 sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) der Versi- cherten mit Verfügungen vom 15. September 2009 gest ützt auf einen Invaliditätsgrad von 46 % rückwirkend per 1. Juni 2008 eine Viertelsrente zu. Es wurde dabei festgehalten, dass die Ver- sicherte unter einer rezidivierenden depressiven St örung mit gegenwärtig mittelgradiger Episo- de sowie unter somatischen Beschwerden insbesondere im Rückenbereich leide. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Bereits vor Erlass dieser Rentenverfügung hatte die Versicherte der IV-Stelle mit Schreiben vom 21. Juli 2009 mitgeteilt, dass sich ihr Gesun dheitszustand verschlechtert habe. Sie sei am 17. Juli 2009 für einen sechswöchigen statio nären Aufenthalt in die Klinik C.____ eingetreten. In der Folge leitete die IV-Stelle ein e Rentenrevision ein und liess den medizini- schen Sachverhalt vom Begutachtungsinstitut B.____ mitt els polydisziplinären Gutachtens vom 22. Juni 2010 sowie zwei psychiatrischen Verlaufsgutachte n vom 17. Februar 2011 und 24. Januar 2012 abklären. In der Stellungnahme des Region alen ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD) vom 28. Februar 2012 wurde festgehalten, dass di e neuen medizinischen Abklärungen keine Gesundheitsverschlechterung aufwiesen. Im Verglei ch zum B.____-Gutachten vom 26. September 2009 sei von einem unveränderten Gesundh eitszustand auszugehen. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-St elle deshalb am 19. März 2014 die Ablehnung des Rentenerhöhungsgesuchs aufgrund unveränderten Gesundheitszustandes. C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertr eten durch Advokatin Kathrin Bich- sel, am 7. Mai 2014 Beschwerde an das Kantonsgericht Bas el-Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Dabei beantragte sie, un ter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. O ktober 2009 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ihr zumindest eine halbe IV-Rente ab gleichem Datum zuzu- sprechen. Ferner seien der Beschwerdeführerin die unent geltliche Rechtspflege und die unent- geltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin zu bewilligen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass auf die diversen B.____-Gutachten nicht abgestellt werden könne und stattdessen auf die är ztlichen Berichte des behandelnden Psychiaters, des Hausarztes sowie der Klinik C.____ abzustützen sei. D. Mit Verfügung vom 8. Mai 2014 bewilligte das Gerich t der Beschwerdeführerin, gestützt auf die eingereichten Unterlagen, für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung m it Advokatin Kathrin Bichsel als Rechtsvertreterin. E. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juni 2014 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Versicherte Anspruch auf eine höhere als die laufende Viertelsrente hat. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Janua r 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be einträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentliche n Änderung des Gesundheitszustan- des, der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich bleib enden Gesundheitszustandes (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen) oder der Grundlagen für die Wahl der Invaliditätsbemes- sungsmethode (BGE 117 V 199 E. 3b; Urteil des Bundesger ichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, E. 3.1) revidierbar. Bei den Renten der Invalidenversicherung ist grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu einer Über- od er Unterschreitung eines Schwellen- schwertes (vgl. Art. 28 Abs, 2 IVG) führt, als erheblich zu betrachten (BGE 133 V 545 f. E.6 und 7; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenan- spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseiti g zu prüfen (BGE 117 V 200 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53). Dagegen stellt die bloss unter schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4 und 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicher- ten mit Verfügungen vom 15. September 2009 gestützt a uf einen Invaliditätsgrad von 46 % rückwirkend ab 1. Juni 2008 eine Viertelsrente zu. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetrete n ist, die eine revisionsweise Erhöhung der laufenden Viertelsrente rechtfertigt, durch Vergl eich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügungen vom 15. September 2009 bestand, mit d emjenigen im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 19. März 2014. 4. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob und in welche m Ausmass sich der Gesundheits- zustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbei tsfähigkeit der Versicherten seit der Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verändert hat. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG, heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt f olglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (Ulrich Meyer-Bl aser, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Un- fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/ 99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll da s Gericht der Erfahrungstatsache Rech- nung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen un d Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen eine r freien und umfassenden Be- weiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Medi- ziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l ässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Ar ztes einerseits und Begutachtungsauf- trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen . Vorbehalten bleiben Fälle, in de- nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entsprin gende - Aspekte benennen, die im Rah- men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geb lieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2013, 8C_733/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medizi- nischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 In ihrer Rentenverfügung vom 15. September 2009 st ützte sich die IV-Stelle bei der Be- urteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentliche n auf das polydisziplinäre Gutachten des Begutachtungsinstituts B.____ vom 26. September 20 08. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellte das Ärzteteam dabei eine rezid ivierende depressive Störung, gegenwär- tig mittelgradige Episode ohne somatische Symptome, e ine anhaltende somatoforme Schmerz- störung, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom oh ne radikuläre Symptomatik so- wie ein chronisches zervikobrachiales und -zephales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle fest. Aus orthopädischer Sicht bestehe gemäss Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in ihrer angestammten Tätigkeit als Raumpflege- rin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperli ch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe hingegen aus rein orthopädischer Sicht eine Arbe itsfähigkeit von 80 % bei ganztägi- gem Pensum mit um 20% reduzierter Leistung aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs. In psy- chiatrischer Hinsicht kam Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie u nd Psychotherapie, zum Schluss, der Versicherten sei, aufgrund der rezidivierenden depre ssiven Störung mittelgradigen Aus- masses und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung so wie unter Berücksichtigung der seit 2004 eingetretenen Verschlechterung, in einer adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % zu attestieren. In der Gesam tbeurteilung wurde festgehalten, die Be- schwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit al s Raumpflegerin zu 100 % arbeitsunfä- hig. In einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit sei der Versicherten hingegen eine ganztätige Erwerbstätigkeit mit einer Leistungseinbusse von 40 % zumutbar. 5.2 Dem Bericht von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik C.____ vom 20. Oktober 2009 kann in Bezug auf den stat ionären Aufenthalt der Versicherten vom 17. Juli 2009 bis 28. August 2009 entnommen werde n, dass die Beschwerdeführerin an Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer chronifizierten schweren depressiven Episode, eine r Somatisierungsstörung sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Dissoziationen leid e und zudem ein Opfer von Folte- rung und von Gewalt durch den Ehemann sei. 5.3 In der Folge gab die IV-Stelle beim Begutachtun gsinstitut B.____ ein polydisziplinäres Verlaufsgutachten in Auftrag. In diesem Gutachten vom 22. Juni 2010 hielten die beteiligten Fachärzte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeit sfähigkeit eine gegenwärtig mittelgra- dige rezidivierende depressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik fest. Aus ortho- pädischer Sicht sei gemäss den Ausführungen von Dr. med. G .____, FMH Orthopädische Chi- rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, von e iner bleibenden vollen Arbeitsunfä- higkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Für kö rperlich leichte Tätigkeiten in wech- selnder Position, wo eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht überschritten werde und keine Zwangshaltungen des Rumpfes vorkämen, bestehe eine voll zeitliche Arbeitsfähigkeit mit einem um höchstens 20 % eingeschränkten Rendement, entsprechen d einer zumutbaren, effektiv verwertbaren Arbeitsleistung von mindestens 80 %. In psychia trischer Hinsicht diagnostizierte Dr. med. H.____, Psychiatrie und Psychotherapie, mit Ei nfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine ge- genwärtig mittelgradige rezidivierende depressive Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Bei der Versicherten bestehe daher, bed ingt durch die vorliegenden psychi- schen Störungen, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkei t von 50 %. Dabei wirkten sich vor allem die durch die Störungen bedingte erhöhte Ermü dbarkeit und Antriebsstörung bei einer Arbeit einschränkend aus. Eine sehr schwere psychische Störu ng bestehe aber nicht und die Explorandin sei weder suizidal noch leide sie unter deutl ichen Konzentrationsstörungen. Des- halb könne ihr trotz der geklagten Beschwerden aus psychiat rischer Sicht zugemutet werden, einer ihren körperlichen Einschränkungen angepassten Tät igkeit zu 50 % nachzugehen. Im Vergleich zu der in der B.____-Begutachtung von 2008 erfolgten Beurteilung bestehe eine leichte Verschlechterung. Aufgrund der versicherungsmedizini schen Kriterien zur Einschätzung der psychischen Ressourcen sei aber aus psychiatrischer Sicht eine gänzliche Arbeitsunfähig- keit nicht gerechtfertigt. Der Gesamtbeurteilung der be teiligten Fachärzte kann entnommen werden, dass für die angestammte Tätigkeit im Reinig ungsdienst eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliege. Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeite n bestehe eine zumutbare Arbeitsleistung von 50 %. 5.4 Der RAD kam in seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2010 bei der Prüfung des polydis- ziplinären Gutachtens vom 22. Juni 2010 hinsichtlich der behaupteten Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu Schluss, dass dieses Gutachten im Verg leich zur Begutachtung im Jahr 2008 keine Verschlechterung der psychopathologischen Befunde zeige. 5.5 Nach einem stationären Aufenthalt in der Klinik C. ____ vom 20. Mai 2010 bis 24. Juni 2010, im Rahmen dessen unter anderem eine chronifizier te schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome diagnostiziert wurde, gab die IV-Ste lle erneut ein B.____- Verlaufsgutachten in Auftrag. In diesem psychiatrischen Ve rlaufsgutachten vom 17. Februar 2011 diagnostizierte Dr. H.____ eine gegenwärtig mit telgradige rezidivierende depressive Epi- sode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Au fgrund der aktuellen Untersu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht chung könne die Beurteilung des Gutachtens vom 22. Juni 2010 bestätigt werden, wonach eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % vorliege. In einer ergänzenden Stellungnahme vom 8. April 2011 diskutierte und verneinte Dr. H.____ die Erfüllung der Förster-Kriterien und hielt weiter fest, dass sich der psychopathologische Befund seit der Beurteilung 2008 unwesent- lich verändert habe. 5.6 Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 7. November 2011 liege weiterhin eine mit- telgradige depressive Störung vor, bei unwesentlich veränd ertem psychopathologischem Be- fund. Deshalb müsse im Rahmen der Revision von einem unve ränderten Gesundheitszustand im Vergleich zur Beurteilung von 2008 ausgegangen werden. 5.7 Aufgrund eines erneuten stationären Aufenthalts i n der Klinik C.____ vom 18. April 2011 bis 31. Mai 2011, bei welchem die Beurteilung w iederum eine schwere depressive Episo- de ergab, wurde von der IV-Stelle ein weiteres psychiat risches Verlaufsgutachten in Auftrag gegeben. Gemäss diesem B.____-Gutachten vom 24. Januar 2012 sei bei der Versicherten eine gegenwärtig leichte depressive Episode zu diagnostizieren. Auf die Diagnose einer schwe- ren depressiven Episode der Klinik C.____ könne nicht ab gestützt werden, da die Diagnose nicht streng nach den diagnostischen Kriterien der ICD-1 0 gestellt wurde. Bedingt durch die rezidivierende depressive Störung bestehe für die Versiche rte gegenwärtig eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. In der Stellungnahme vo m 28. Februar 2012 zu diesem Gutach- ten führte der RAD aus, dass im Vergleich zu den psychopa thologischen Befunden in der Vor- begutachtung vom 22. Juni 2010 keine Veränderungen fes tgestellt werden können. Deshalb könne weiterhin von einem unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen werden. 5.8 Vom 26. April 2012 bis 06. Juni 2012 war die Versi cherte zum vierten Mal für einen stationären Aufenthalt in der Klinik C.____. Wie dem ärztlichen Bericht von Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik vom 14. Juni 2012 entnommen werden kann, leide die Beschwerdeführerin an einer aktuell schweren depressiven Episode. 5.9 Gemäss dem ärztlichen Bericht von Hausarzt Dr. med. J._ ___, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 28. Oktober 2012, sei bei der Beschwerdefüh rerin eine chronifizierte rezidivieren- de depressive Störung mit aktuell schwerer depressiver Episod e sowie eine anhaltende soma- toforme Schmerzstörung festzustellen. Aufgrund ihres Gesundheitszustandes sei die Versicher- te nicht arbeitsfähig. 5.10 Dem ärztlichen Bericht von Dr. med. K.____, FMH Psych iatrie und Psychotherapie, vom 9. Januar 2013 zufolge, sei bei der Versicherten ei ne chronifizierte rezidivierende depres- sive Störung, aktuell mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischen Sympto- men, seit Jahren undulierend zu diagnostizieren. Bei Verschlechterungen sei immer wieder eine psychiatrische Hospitalisation nötig, bisher mit beschränkte r Wirkung. Aufgrund ihres Zustands sei die Versicherte seit 2009 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. 5.11 Mit Schreiben vom 24. Mai 2013 nahmen Dr. H.____ und Dr. med. L.____, FMH All- gemeine Innere Medizin, vom Begutachtungsinstitut B._ ___ Stellung zu den Berichten der be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht handelnden Ärzte und dem Bericht von Dr. I.____ vom 1 4. Juni 2012. Darin führten sie aus, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wie sie von den behandelnden Ärzten festgestellt wurde, schwer nachvollzogen werden könne, da die Explorandin aus der Klinik entlassen werden konn- te und eine weitere stationäre Behandlung nicht mehr notwendig war. Gegen das Vorliegen einer schweren Depression spreche vor allem, dass die Expl orandin nicht dauerhaft hospitali- siert sei und nicht in einem betreuten Rahmen lebe. E s habe sich seit der letzten B.____- Begutachtung keine grundlegende Veränderung ergeben, weshalb weiterhin von einer Arbeits- unfähigkeit von 30 % (recte: 20 %) ausgegangen werden könne. 5.12 Im Arztbericht vom 1. Oktober 2013 nahm Dr. K.___ _ im Rahmen von Mini-ICF’s Stel- lung zu den psychischen Einschränkungen der Beschwerdeführe rin und kam erneut zum Schluss, dass die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig sei . Der RAD kam nach Prüfung dieses Arztberichts zum Schluss, dass dieser als Auszug aus der Zusatz diagnostik-Auswertung zu bewerten sei. Da der Bericht keine fachkorrekten wesent lichen Angaben enthalte, die einen Einwand begründen könnten, gelte die gutachterliche Konklusion weiterhin. 6.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf die Ergebnisse und Befunde, welche die Fachärzte des Begutachtungsinstituts B.____ in ihren Gutachten vom 26. Septem- ber 2008, 17. Februar 2011 und 24. Januar 2012 sowie den diversen Stellungnahmen feststell- ten. Sie kam dabei zum Schluss, dass aufgrund der psychopa thologischen Befunde seit dem polydisziplinären B.____-Gutachten vom 26. September 200 8 ein unveränderter Gesundheits- zustand bestehe. Bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung wich die Beschwerdegegnerin von den Einschätzungen in den B.____-Gutachten seit 2010 ab und ging auf Grund des als unverändert festgestellten Gesundheitszustands auch von einer unverän derten Arbeitsfähigkeit von 60 % aus. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. 6.2 Wie oben (E. 4.4) ausgeführt, ist den im Rahmen d es Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, di e aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liegen solche Indizien hier nicht vor. Die B.____-Gutachten beruhen auf eingehenden Untersuchungen der Versicherten und berücksich- tigen die übrigen bei den Akten liegenden medizinisch en Berichte. Zudem sind die Gutachter auf die Beschwerden der Versicherten eingegangen und ve rmitteln ein hinreichendes Bild über deren Gesundheitszustand. Dass die Beschwerdegegnerin be i der Arbeitsfähigkeitseinschät- zung den Ansichten des Begutachtungsinstituts B.____ nicht folgt, ändert an der Schlüssigkeit der medizinischen Beurteilung nichts. Der RAD legt in seinen Stellungnahmen jeweils überzeu- gend dar, weshalb bei den vom Begutachtungsinstitut B.____ festgestellten Befunden nicht von einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes un d somit von einer abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Verg leicht man die psychopathologischen Befunde des B.____-Gutachtens vom 26. September 2008 mi t den Gutachten seit 2010 so las- sen sich, wie vom RAD ausgeführt, keine wesentlichen abwe ichenden Befunde oder Änderun- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen des Gesundheitszustandes feststellen. Der RAD begrün det nachvollziehbar, dass der ge- sundheitliche Zustand der Versicherten seit 2008 immer wieder vorübergehenden Schwankun- gen unterworfen war, dauerhaft jedoch ein unverändert er Gesundheitszustand besteht. Insge- samt lassen die B.____-Gutachten und die Einschätzungen des RAD eine zuverlässige Beurtei- lung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit de r Versicherten zu. Demnach ist da- von auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit der Rentenzusprache nicht in anspruchserheblicher Weise verändert haben. 6.3 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführ erin nichts zu ändern. Sie macht im Wesentlichen geltend, dass auf die B.____-Gutachten nicht abgestellt werden könne, es müsse vielmehr auf die Arztberichte des Hausarztes Dr. J.__ __ und des behandelnden Psychi- aters Dr. K.____ sowie die Berichte der Klinik C.____ abgestellt werden. Es sei weder logisch noch nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin von einer mittelgradigen depressiven Episode ausgehe. Die Ärzte der Klinik C.____, welche di e Versicherte jeweils einmal jährlich während eines mehrwöchigen Aufenthalts betreuten, stellten jeweils eine chronifizierte schwere depressive Episode fest. Auch der Hausarzt Dr. J.____ und de r behandelnde Psychiater Dr. K.____ diagnostizierten bei der Beschwerdeführerin eine chronifizierte mittelschwere bis schwere Depression mit Verwahrlosungstendenz sowie ein ma ssiver sozialer Rückzug. In die- sen Berichten werde nachvollziehbar dargelegt, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr ar- beitsfähig sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt w erden. Zunächst ist der Erfahrungstatsa- che Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtli- che Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns ten ihrer Patientinnen und Patienten aus- sagen (vgl. E. 4.4 hiervor). Weiter benennen Dr. J.____ , Dr. K.____ und die Ärzte der Klinik C.____ in ihren Berichten keine Aspekte, welche im R ahmen der Begutachtung durch die B.____-Fachärzte unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Die B.____-Gutachten sind auf diese ärztlichen Berichte jeweils ausführlich eingegangen und haben sie auch entsprechend gewürdigt. Nach jedem Aufenthalt der Beschwerdeführeri n in der Klinik C.____ wurde zudem ein neues Verlaufsgutachten erstellt, in deren Rahmen d er Gesundheitszustand der Versicher- ten jeweils aufs Neue untersucht und beurteilt wurde. In diesen Verlaufsgutachten führten die Fachärzte des Begutachtungsinstituts B.____ dann auch in überzeugender Weise aus, weshalb bei den widerholten jährlichen Aufenthalten in der Klinik C.____ seit 2009 lediglich von vorüber- gehenden Verschlechterungen und nicht von einer wesentlich en, dauerhaften Gesundheitsver- änderung auszugehen sei. Zu den stationären Klinikaufenthalten kann zudem festgehalten wer- den, dass die Beschwerdeführerin nie notfallmässig hosp italisiert werden musste, sondern je- weils von Dr. K.____ unter Einhaltung einer mehrwöchig en Wartefrist an die Klinik C.____ zu- gewiesen wurde. Ausserdem ist nach Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversi- cherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bei einer Verschlechte rung der Erwerbsfähigkeit die Ver- änderung dann zu berücksichtigen, wenn die Verschlechterun g ohne wesentlichen Unterbruch drei Monate gedauert hat. Die Versicherte konnte vorlie gend jedoch jeweils nach deutlich weni- ger als drei Monaten wieder aus den stationären Aufent halten in der Klinik entlassen werden, was letztlich für lediglich kurzfristige Verschlechterungen spricht. Somit lässt sich entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin sehr wohl nachvollziehe n, dass weiterhin von einer mittel- gradigen depressiven Episode und einer Arbeitsunfähig keit von 40 % ausgegangen werden Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann. Für die von Dr. J.____ und Dr. K.____ angeführte 100%ige Arbeitsunfähigkeit finden sich demgegenüber keine Anhaltspunkte. 6.4 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die vorhandenen Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts erlauben, es kan n deshalb in antizipierter Beweis- würdigung von weiteren Abklärungen abgesehen werden (B GE 136 I 236 E. 5.3, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Die Besch werdegegnerin ist bei der Beurteilung somit zu Recht von einem unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen ist. 7. Zu prüfen ist die Bemessung der Invalidität. Das von der Vorinstanz gestützt auf lohn- statistischen Angaben ermittelte Valideneinkommen von F r. 53‘383.-- sowie das, ebenfalls an- hand lohnstatistischer Angaben festgestellte, Invalidenei nkommens von 28‘827.-- wurden von der Beschwerdeführerin zurecht nicht beanstandet. Nachde m sich aus den Akten keine weite- ren Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendun g von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erüb rigt sich eine detaillierte Auseinan- dersetzung mit den von der IV-Stelle ermittelten Vergl eichseinkommen. Setzt man im Einkom- mensvergleich das Invalideneinkommen von Fr. 28‘827.-- dem Valideneinkommen von Fr. 53‘353.-- gegenüber, so ergibt dies eine Einkommen seinbusse von Fr. 24‘556.--. Daraus resultiert ein IV-Grad von – gerundet – 46 % und somi t ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 8. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, d ass die IV-Stelle in der an- gefochtenen Verfügung vom 19. März 2014 das Erhöhungsge such der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. Die angefochtene Verfügung erwe ist sich demnach in allen Punkten als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet abgewiesen werden muss. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahr en bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 8. Mai 2014 die unentge ltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 8 . Mai 2014 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifo rdnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Beschwer deführerin hat in ihrer Honorarnote vom Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Juli 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zei taufwand von 9.3333 Stunden sowie Aus- lagen von Fr. 271.-- geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘308.70 (9. 3333 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Aus- lagen von Fr. 271.-- + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘308.70 (inkl. Auslagen und 8% MwSt.) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht