<h2>SubmittedText<h2><p>Einem Artikel von Beni Gafner in der "Weltwoche" Nr. 24.08 war zu entnehmen, dass sich über die Hälfte des Berufspersonals der Armee durch psychologisch und psychiatrisch geschultes Fachpersonal beraten lasse. So bestünden 1800 offene Dossiers im Psychologisch-Pädagogischen Dienst der Armee. Nach Abklärungen des Berichterstatters sollen die Ursachen dafür nicht darin liegen, dass sie Memmen seien, sondern wohl vielmehr, weil Chaos und Führungsschwäche sie auf Dauer überforderten.</p><p>1. Müssen diese Feststellungen vom VBS bestätigt werden?</p><p>2. Welchen Umständen muss diese Abnormität zugeschrieben werden?</p><p>3. Kann sich der Bundesrat der Überlegung anschliessen, dass Menschen mit Problemen, die sich zur Lösung persönlicher Probleme an psychologisch und psychiatrisch geschultes Fachpersonal wenden müssen, in der Regel als Ausbildner und Führungspersönlichkeiten nicht optimale Leistungen erbringen können?</p><p>4. Hat der Vorsitzende des VBS diese Problematik erkannt, und was hat er angeordnet, um diese (wohl auch den regelmässig erfassten Beliebtheitsindex belastenden) Zustände zu verbessern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Aussage, wonach sich über die Hälfte des Berufspersonals der Armee durch psychologisch und psychiatrisch geschultes Fachpersonal beraten lasse, entspricht nicht der Realität. Der Psychologisch-Pädagogische Dienst berät übers Jahr 1800 bis 2000 Angehörige der Armee, vornehmlich in den Rekrutenschulen, bei psychologischen Problemen im Zusammenhang mit der Militärdienstleistung. Darunter befinden sich jährlich 10 bis 30 Berufsmilitärs. Bei den Beratungen handelt es sich in der Mehrzahl um ein- bis zweimalige Gespräche im Sinne einer Kurzintervention.</p><p>Den Überlegungen des Interpellanten in Frage 3 kann sich der Bundesrat nur teilweise anschliessen: Ein persönliches Problem, für welches sich ein Ausbildner und eine Führungspersönlichkeit an psychologisch und psychiatrisch geschultes Fachpersonal wenden muss, kann je nachdem dadurch rasch gelöst werden. Es muss nicht zwingend oder längerfristig zu einer Leistungseinbusse führen.</p>  Antwort des Bundesrates.