Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 9. April 2019 (460 2018 374) ____________________________________________________________________ Strafrecht Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Susanne Afheldt; Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft , Hauptabteilung Strafbefehle (SB), Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A.____ , vertreten durch Advokatin Dr. Monika Guth, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Führen eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel- Landschaft vom 3. Oktober 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft v om 3. Oktober 2018 wurde A.____ (nachfolgend Beschuldigter) in Abänderung des S trafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend Staatsanwaltschaft) vom 28. Juni 2018 des Führens eines Mo- torfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand, des Führens ein es nicht vorschriftsgemässen Fahr- zeuges, des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Führerausweises sowie der Wi- derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig g esprochen und zu einer Freiheits- strafe von 3 Monaten sowie zu einer Busse von Fr. 300.- -, wobei für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse an deren Stelle eine Ersatzfre iheitsstrafe von 3 Tagen angedroht wurde, verurteilt (Dispositiv Ziff. 1). Zudem wurden de m Beschuldigten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4‘279.15 (Kosten des Vorver- fahrens) und Fr. 1‘000.-- (pauschale Gerichtsgebühr), somit insgesamt Fr. 5‘279.15, auferlegt (Dispositiv Ziff. 4). Auf die Begründung dieses Urteil s sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erw ägungen des vorliegenden Entscheids eingegangen. B. Mit Schreiben vom 3. Oktober 2018 meldete der Beschuld igte, vertreten durch Oliver Lü- cke, Rechtsanwalt, gegen das Urteil des Strafgerichtspräsi diums vom 3. Oktober 2018 Beru- fung an. Wegen der Angabe einer falschen Verfahrensnummer wurde die Berufungsanmeldung sodann am 15. Oktober 2018 erneut verschickt. Am 20. Dezember 2018 reichte der Beschuldig- te beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Str afrecht (nachfolgend Kantonsgericht), die Berufungserklärung ein, in welcher er die folgen den Anträge stellte: Es sei unter teilweiser Aufhebung des Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 3. O ktober 2018 das Urteil dahinge- hend abzuändern, dass der Beschuldigte vom Vorwurf des Fü hrens eines Motorfahrzeuges (recte: des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähige m Zustand ) sowie vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz von Schul d und Strafe freigesprochen wer- de; unter Ausrichtung einer angemessenen Entschädigung für die Ausübung seiner Verfahrens- rechte sowie unter Auferlegung der anteiligen hälfti gen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf Fr. 2‘139.55, an den Kanton Basel-Landschaft. Ausse rdem stellte der Beschuldigte folgen- den Beweisantrag: Er werde ein Gutachten hinsichtlich d er Wirkung von CBD und THC im menschlichen Körper einreichen, in welchem belegt wer de, dass der durch die Blutprobe ermit- telte Wert keinesfalls einen Rückschluss auf den Konsum von psychoaktivem THC zulasse. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 3. Januar 2019 mit, dass sie weder einen Antrag auf Nichteintreten auf die Berufungserklärung stelle noch die Anschlussberufung erkläre. D. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 9. Januar 2019 wur de festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft weder einen begründeten Antrag auf Nichteintreten gestellt noch eine An- schlussberufung erklärt habe. Ausserdem wurde der Beweisan trag des Beschuldigten, wonach ein Gutachten hinsichtlich der Wirkung von CBD und THC im menschlichen Körper zu den Ak- ten zu nehmen sei, unter Hinweis auf Art. 139 Abs. 2 StPO abgewiesen, da – aufgrund der der- zeitigen Akten- und Sachlage – keine wesentlichen Erkenn tnisse aus dem Einholen eines sol- chen Gutachtens zu erwarten seien. Des Weiteren wurden die Parteien angefragt, ob sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO einver- standen seien. E. Die Staatsanwaltschaft nahm am 11. Januar 2019 zur obge nannten Verfügung vom 9. Januar 2019 dahingehend Stellung, dass von ihrer S eite her keine Einwände gegen die Durchführung des schriftlichen Verfahrens gemäss Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO bestehen würden. F. Demgegenüber führte der Beschuldigte mit Schreiben vom 22. Januar 2019 aus, dass er kein schriftliches Verfahren wünsche. G. Sodann wurde mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 28. J anuar 2019 das mündliche Verfahren gemäss Art. 405 StPO angeordnet, der Schrift enwechsel geschlossen und die Par- teien wurden zur Hauptverhandlung geladen. H. Am 1. April 2019 teilte Rechtsanwalt Oliver Lücke dem Ka ntonsgericht mit, dass das Mandatsverhältnis zwischen dem Beschuldigten und ihm mit sofortiger Wirkung beendet sei. I. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 2. April 2019 wur de der Beschuldigte aufgefor- dert, innert drei Tagen seit Erhalt der vorliegenden Verfügung dem Kantonsgericht mitzuteilen, ob er an der Berufungsverhandlung vom 9. April 2019 m it oder ohne anwaltliche Vertretung teilnehmen werde und bejahendenfalls seine neue Wahlve rteidigung zu benennen. Ausserdem wurde die Staatsanwaltschaft ersucht, innert derselben Frist dem Kantonsgericht mitzuteilen, ob Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie bei einer Teilnahme des Beschuldigten an der Beru fungsverhandlung ohne anwaltliche Ver- tretung ihrerseits auf ein persönliches Erscheinen zur Berufungsverhandlung verzichte. J. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 3. Apr il 2019 mit, dass sie im Fall der Teilnahme des Beschuldigten an der Berufungsverhandlun g ohne anwaltliche Vertretung auf ein persönliches Erscheinen vor Gericht verzichte. Ebenfall s am 3. April 2019 zeigte Rechtsan- wältin Dr. Monika Guth an, dass der Beschuldigte sie mit der Wahrung seiner Interessen beauf- tragt habe. K. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 9. April 2019 erscheinen die Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte und seine Anwältin Dr. Monika Guth. Abweichend von den Anträgen in der Berufungserklärung beantragt der Beschu ldigte in der Parteiverhandlung Fol- gendes: Es sei in teilweiser Aufhebung des Urteils der V orinstanz vom 3. Oktober 2018 der Be- schuldigte vom Vorwurf des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand sowie vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmitt elgesetz freizusprechen. Entspre- chend sei in Bezug auf den rechtskräftigen Vorwurf betr effend das Führen eines nicht vor- schriftsgemässen Fahrzeuges und das Führen eines Motorfahr zeuges trotz Entzug des Führe- rausweises eine bedingte Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.-- und eine Busse von Fr. 250.-- auszusprechen. Eventualiter sei, für den Fa ll, dass der Beschuldigte des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand sowie der Widerhandlung gegen das Betäu- bungsmittelgesetz für schuldig erklärt werde, gesamthaft eine bedingte Geldstrafe von 50 Ta- gessätzen à Fr. 30.-- und eine Busse von Fr. 250.-- auszusprechen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zudem reicht der Beschuldigte zwei neue Beweismittel ei n, nämlich zum einen ein medizini- sches Gutachten von Dr. med. B.____ vom 27. Dezember 2018 und zum anderen eine ärztliche Bescheinigung des Kantonsspitals X.____ vom 8. April 2019. Erwägungen I. Formelles 1.1 Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizeri schen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rech tsverletzungen, die unvollstän- dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefoch tenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 39 9 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist die Beru- fung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tage n seit Eröffnung des Urteils schrift- lich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungs gericht innert 20 Tagen seit der Zu- stellung des begründeten Urteils eine schriftliche Beru fungserklärung einzureichen. Das Beru- fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur i n den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Parte i, die ein rechtlich geschütztes Inte- resse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Berufung legitimiert. 1.2 Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 3. Oktober 2018 angefochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt und dem Beschuldigten gemäss Sendungs- verfolgung der Schweizerischen Post im Dispositiv am 5. Okt ober 2018 und in begründeter Form am 3. Dezember 2018 zugestellt worden ist. Mit B erufungsanmeldung vom 3. bzw. vom 15. Oktober 2018 und Berufungserklärung vom 20. Dezem ber 2018 hat der Beschuldigte die Rechtsmittelfristen gewahrt und ist seiner Erklärungspfli cht nachgekommen. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Ab teilung Strafrecht, als Berufungs- gericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung erg ibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO so- wie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur S chweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Da sich sämtliche Formalien als erfüllt erweisen, ist auf die Berufung ein- zutreten. 2. Aufgrund der Tatsache, dass lediglich der Beschuldigte ein Rechtsmittel gegen das vor- instanzliche Urteil ergriffen hat und dieses sich nur tei lweise gegen den Strafpunkt und den da- rauf entfallenen Kostenpunkt richtet, sind auch nur die se strittigen Punkte Gegenstand des vor- liegenden Berufungsverfahrens. Nicht mehr zu beurtei len ist gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO namentlich die Verurteilung wegen des Führens eines ni cht vorschriftsgemässen Fahrzeugs sowie wegen des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Führerausweises. Mit ande- ren Worten richtet sich die Berufung gegen den dem Be schuldigten zur Last gelegten Vorfall vom 5. April 2017. Demgegenüber hat der Beschuldigte den Vorfall vom 4. April 2018 einge- standen und die diesbezüglichen Schuldsprüche in Rechtskraft erwachsen lassen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Beschuldigte hat mit Berufungserklärung vom 20. Dez ember 2018 beantragt, von „Schuld und Strafe“ freigesprochen zu werden. Die Strafzumess ung als solche wurde mit der Beru- fungserklärung nicht beanstandet. Erst anlässlich der kan tonsgerichtlichen Parteiverhandlung hat der Beschuldigte ausdrücklich eine Änderung der Strafzumessung begehrt. II. Materielles 1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz so wie Führen eines Motorfahr- zeugs in fahrunfähigem Zustand 1.1 Im Urteil vom 3. Oktober 2018 führt das Strafgerichtspräsidium zusammenfassend aus, es bestünden keine Zweifel, dass der Beschuldigte im massgebl ichen Zeitpunkt wissentlich und willentlich sowie im Wissen um ein Fehlen der ärztliche n Verordnung THC-reiches Cannabis konsumiert und dementsprechend bei der Fahrt vom 5. Ap ril 2017 einen THC-Wert von ca. 24 µg/L im Blut aufgewiesen habe. Damit gelte der angekl agte Sachverhalt als erstellt. Gemäss erstelltem Sachverhalt habe der Beschuldigte im massgeblichen Zeitpunkt THC-reiches Canna- bis konsumiert, ohne im Besitz einer entsprechenden ärztlich en Verordnung zu sein. Damit ha- be er wissentlich und willentlich, mithin vorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB, und unbe- fugt Betäubungsmittel konsumiert. Ein leichter Fall könn e bei einem regelmässigen Konsumen- ten und bei einer THC-Konzentration von ca. 24 µg/L n icht angenommen werden. Der Beschul- dige habe sich folglich sowie mangels Rechtfertigungs- b zw. Schuldausschlussgründen des Konsums von Betäubungsmitteln gemäss Art. 19a Ziff. 1 Be tmG schuldig gemacht. Der Be- schuldigte habe im massgeblichen Zeitpunkt im Blut einen THC-Gehalt von ca. 24 µg/L aufge- wiesen, was den Grenzwert von 1.5 µg/L deutlich übersteig e, nämlich um das 16-fache. Der objektive Tatbestand sei damit erfüllt, unabhängig da von, ob sich der Beschuldigte fahrfähig gefühlt habe. Angesichts des Wertes habe ihm ausserdem b ewusst sein müssen, dass er kein Motorfahrzeug hätte lenken dürfen. Auch habe er aufg rund seiner langjährigen beruflichen wie auch privaten Erfahrung im Umgang mit Cannabis und sei ner intensiven Auseinandersetzung mit dieser Thematik um die mit dem Konsum verbunden en Folgen im Strassenverkehr und die diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen gewusst. Indem e r trotzdem Auto gefahren sei, habe er wissentlich und willentlich, mithin vorsätzlich, ve rbotenerweise ein Fahrzeug unter dem Einfluss von THC geführt. Weil auch keine Rechtfertig ungs- bzw. Schuldausschlussgründe vor- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lägen, habe sich der Beschuldigte des Führens eines Moto rfahrzeuges in fahrunfähigem Zu- stand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG schuldig gemacht. 1.2 Der Beschuldigte bringt anlässlich der Parteiverhandlung vom 9. April 2019 im Wesentli- chen vor, er habe in seiner Einvernahme vom 18. April 2 018 ausgeführt, dass er CBD- und THCA-Produkte konsumiert habe, und zwar unter anderem a ufgrund einer krankheitsbedingten Notwendigkeit. Der Einvernahme vom 18. April 2019 au f Seite 167 könne entnommen werden, dass er etwa 10 Tage vor der polizeilichen Anhaltung im Kantonsspital X.____ aufgrund einer Reizdarmerkrankung in Behandlung gewesen sei. Dabei ha be er oral CBD und THCA aufge- nommen. Es sei somit aktenkundig, dass er auch oral CBD eingenommen und nicht nur am 5. April 2017 eine gewisse Charge seiner jüngsten Prod uktion getestet habe. Gleichwohl habe die Vorinstanz auf das Gutachten des IRM Y.____ abgest ellt, welches als Grundlage davon ausgegangen sei, dass keine orale Aufnahme eines CBD -Produktes stattgefunden habe. Die Grundlage des Gutachtens sei schlicht falsch, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Weiter liege bei CBD- und THCA-Produkten keine psychoakt ive Wirkung vor, weswegen sie auch nicht unter den Begriff der Betäubungsmittel fal len würden. THC und THCA würden bei der Erhitzung jeweils dasselbe Abbauprodukt im Blut er zeugen. Dadurch sei die Wertbestim- mung des THC-Gehalts verfälscht worden. Da das IRM Y.__ __ im normalen Verfahren bei der Blutanalyse die Probe erhitzt, das heisse decarboxyliert ha be, sei erst das gemessene THC geschaffen worden, weshalb der Wert von 24 µg/L festge stellt worden sei. Die Darstellung des Beschuldigten, wonach er kein Betäubungsmittel konsumi ert habe, werde auch durch den poli- zeilichen Bericht vom 5. April 2017 (Akten S. 113) unte rstrichen, denn er sei unauffällig ruhig und gleichbleibend gewesen. Die Reaktion und die Sprache seien unauffällig gewesen. Die Pu- pillen seien mittelgross und eine Lichtreaktion vorhand en gewesen. Dies spreche alles dafür, dass keine Sinnesbeeinträchtigung vorgelegen habe. Der Konsum von THC könne dem Be- schuldigten nicht nachgewiesen werden, weshalb er vom Vo rwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand freizusprechen sei. 1.3 Die Staatsanwaltschaft führt im Rahmen ihres Parteivortrages anlässlich der Hauptver- handlung vom 9. April 2019 im Wesentlichen aus, es sei u nverständlich, dass der Beschuldigte das Gutachten von Dr. med. B.____ nicht schon lange einge reicht habe. Eigenartigerweise be- haupteten der Beschuldigte sowie der Gutachter, eine Hanföleinnahme eine Woche vor der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht polizeilichen Anhaltung könne dazu führen, dass am Erei gnistag ein Blutspiegel von 24 µg/L THC vorliege. Ausserdem sei der Beschuldigte beim Thema Hanf sehr bewandert; er sei schon im Jahr 2017 in ein Verfahren verwickelt gewesen, wobei er damals freigesprochen worden sei, da man ihm zugutegehalten habe, nicht gewusst zu habe n, dass der von ihm angebaute CBD- Hanf einen höheren THC-Gehalt als 1% aufweisen könne . Im vorliegenden Fall hätte der Be- schuldigte aber nun wissen müssen, dass es problematisch se i, nach dem Konsum seiner Pro- dukte Auto zu fahren. Die beiden dem Beschuldigten vorgeworfenen und im Rahmen des Beru- fungsverfahrens noch strittigen Tatbestände seien jedenfalls klarerweise erfüllt. 1.4.1 Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Busse bestraft , wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 begeht. Nach Ziff. 2 von Art. 19a BetmG kann das Verfa hren in leichten Fällen eingestellt oder von einer Strafe abgesehen bzw. eine Verwarnung ausgesp rochen werden. Praxisgemäss ist der "leichte Fall" ein unbestimmter Rechtsbegriff, b ei dessen Anwendung der Sachrichter über einen weiten Ermessensspielraum verfügt. Bei der Beurte ilung, ob ein Fall leicht ist, sind die gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Einzelf alles zu berücksichtigen. Das Ge- richt darf nicht nur auf ein einziges Element – z.B. a uf die Art der Droge, auf die Vorstrafen des Täters, auf die Umstände, unter denen er gehandelt ha t, oder auf die geringere oder grössere Drogenabhängigkeit – abstellen. Ausserdem ist bei Konsu m von Cannabis nicht stets ein leich- ter Fall gegeben. Die Annahme eines leichten Falles i st sodann ausgeschlossen, wenn jemand regelmässig Cannabis konsumiert und nicht die Absicht hat, sein Verhalten zu ändern. Werden dem Beschuldigten neben dem Gebrauch von Betäubungsmitt eln gleichzeitig noch weitere De- likte zur Last gelegt, ist dadurch die Einstellung des Verfahrens nach Art. 19a Ziff. 2 BetmG nicht ausgeschlossen, soweit sie den unbefugten Konsum be trifft (T HOMAS FINGERHUTH /S TEPHAN SCHLEGEL /O LIVER JUCKER , Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, 3. Aufl. Zürich 2016, N 20 ff. zu Art. 19a BetmG, mit Hinweisen; BGE 124 IV 186, 124 IV 44). 1.4.2 Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen Grün- den nicht über die erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug f ühren (Art. 31 Abs. 2 SVG; vgl. auch Art. 2 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 19 62 [VRV; SR 741.11]). Wer aus anderen Gründen (als Angetrunkenheit) fahrunfähig ist und ein Motorfahrzeug führt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe best raft (Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG). Nach Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 55 Abs. 7 lit. a SVG kann der Bundesrat (neben Gr enzwerten für Angetrunkenheit) für an- dere die Fahrfähigkeit herabsetzende Substanzen festlege n, bei welchen Konzentrationen im Blut – unabhängig von weiteren Beweisen und individu eller Verträglichkeit – Fahrunfähigkeit im Sinne dieses Gesetzes angenommen wird. Der Bundesrat ha t gestützt auf diese Delegati- onsnorm die Substanzen, bei deren Nachweis Fahrunfähig keit anzunehmen ist, in Art. 2 Abs. 2 VRV festgelegt (BGer 6B_999/2017 vom 25. April 2018, E. 1.3.3 mit weiteren Hinweisen). Nach Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV gilt Fahrunfähigkeit als erw iesen, wenn im Blut des Fahrzeuglenkers Tetrahydrocannabinol (Cannabis) nachgewiesen wird. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) erlässt nach Rücksprache mit Fachexperten Weisungen über den Nachweis der Substanzen nach Absatz 2 (Abs. 2 bis ). Für Personen, die belegen können, dass sie eine oder mehrere der in Absatz 2 aufgeführten Substanzen gemäss ärztlicher Verschre ibung einnehmen, gilt Fahrunfä- higkeit nicht bereits beim Nachweis einer Substanz nach Absatz 2 als erwiesen (Abs. 2 ter ). Nach Art. 34 lit. a der Verordnung des ASTRA zur Strassenver kehrskontrollverordnung vom 22. Mai 2008 (VSKV-ASTRA) gilt THC ab einem Messwert von 1,5 µ g/L als im Blut nachgewiesen. Fahrfähigkeit ist die momentane körperliche und geistig e Befähigung, ein Fahrzeug während der gesamten Fahrt sicher zu führen. Erhalten sein muss die Gesamtleistungsfähigkeit, die ne- ben der Grundleistung auch eine für das Bewältigen p lötzlich auftretender schwieriger Ver- kehrs-, Strassen- und Umweltsituationen notwendige Leistu ngsreserve umfasst. Der Fahrzeug- lenker muss mit anderen Worten in der Lage sein, ein Fa hrzeug auch in einer nicht vorausseh- baren, schwierigen Verkehrslage sicher zu führen. 1.4.3 Gemäss Polizeirapport vom 29. April 2017 (Akten S. 107) sei der Beschuldigte am 5. April 2017 um 00.20 Uhr anlässlich einer Verkehrskontrolle in d er Ausfahrt X.____ der A22 im Lie- ferwagen BLXXXXXX angehalten und zur Kontrollstelle w eitergeleitet worden, da aus dem Wa- geninnern Cannabis-Geruch festgestellt worden sei. De r Beschuldigte, welcher den Wagen ge- lenkt habe, sowie sein Mitfahrer, der Sohn seines Cousin s, und der Lieferwagen seien darauf- hin kontrolliert bzw. durchsucht worden. In den Effekte n des Beschuldigten sei ein Beutel Roll- tabak mit unter den Tabak gemischten Cannabis-Krümeln ge funden worden. Auf eine erste Frage des Polizisten hin habe der Beschuldigte angegebe n, sich den Cannabis-Geruch nicht erklären zu können. Als die Cannabis-Krümel im Rolltaba k festgestellt worden seien, habe er aus freien Stücken gesagt, dass er mit CBD-Hanf handle un d es bei ihm immer mal nach Hanf rieche. Zu seinem Beifahrer habe er sinngemäss gemeint , dass es interessant sei zu sehen, was nun geschehe. Der Beschuldigte habe erklärt, dass CBD- Hanf nicht illegal sei und keine Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht halluzinogene Wirkung habe. Es würde ihn interessieren , wie dies behandelt werde. Der Be- schuldigte habe diverse Aussagen und Unterschriften verw eigert, weil die Formulare jeweils den Begriff „Betäubungsmittel“ enthalten oder anderw eitig eine entsprechende Wirkung des konsumierten Produkts suggeriert hätten (Akten S. 109). Am 8. Mai 2017 wurde ein rechtsmedizinisches Gutachten vom Institut für Rechtsmedizin (nachfolgend IRM) der Universität Y.____, Forensische Ch emie und Toxikologie, erstellt. Prof. Dr. med. C.____, Dr. phil. D.____, Forensischer Toxikologe SGRM und Dr. phil. nat. E.____, Forensische Toxikologin SGRM, haben im Blut des Beschuldigten folgende Werte fest- gestellt: THC ca. 24 µg/L, Hydroxy-THC 8.3 µg/L, THC-Ca rbonsäure 88 µg/L, Cannabinol 0.8 µg/L und Cannabidiol < 0.5 µg/L. Die Gutachter habe n unter anderem ausgeführt, dass es sich beim im Blut nachgewiesenen THC um den psychoaktiven Wi rkstoff von Cannabis handle. Die THC-Blutkonzentration von ca. 24 µg/L liege oberhalb de s analytischen Kalibrationsbereichs und deutlich über dem ASTRA-Grenzwert. Die Blutprobe sei im Rahmen einer Qualitätskontrol- le durch das IRM Z.____ einer Zweitanalyse unterzogen wo rden, welche unter Berücksichti- gung der Messunsicherheit zu identischen Messwerten geführ t habe. Die Befunde würden da- rauf hinweisen, dass der Beschuldigte häufig Cannabis ko nsumiere. Bei häufigem Can- nabiskonsum lasse sich der Zeitpunkt des letzten Konsums nich t aus den Konzentrationen der Cannabinoide ableiten. Die THC-Konzentration im Blu t spreche jedoch selbst bei häufigem Konsum für einen Cannabiskonsum in den Stunden vor der B lutentnahme. Der Beschuldigte habe angegeben, ausschliesslich CBD-Hanf zu konsumieren. Die Befunde würden diesen An- gaben widersprechen und für einen Konsum von Drogenha nf, der deutlich mehr THC als CBD enthalte, sprechen. CBD sei lediglich im Spurenbere ich festgestellt worden. In Bezug auf die Fahrfähigkeit des Beschuldigten haben die Gutachter festgehalten, dass die Fahrunfähigkeit als erwiesen gelte, da der THC-Messwert im Blut über dem G renzwert von 1.5 µg/L liege. Da es sich beim Beschuldigten um einen Cannabiskonsumenten han dle, der gemäss der Befunde dieses Betäubungsmittel häufig konsumiere, sei aus foren sisch-medizinischer sowie toxikologi- scher Sicht eine verkehrsmedizinische Abklärung der Fahreignung angezeigt (Akten S. 125 ff.). In einem zweiten Gutachten des IRM Y.____ vom 6. Dezembe r 2017 nahmen die Gutachter Stellung zum Vorbringen des Beschuldigten, wonach neue wissenschaftliche Studien belegen würden, dass bei der Verstoffwechselung von CBD im men schlichen Körper nicht psychoakti- ves THC als Abbauprodukt entstehen würde. Nach Ansicht des Beschuldigten würden die che- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht misch-toxikologischen Ergebnisse zum THC-Gehalt der Blutp robe keinerlei Rückschlüsse da- rauf zulassen, dass er psychoaktives THC vor der Inbetrieb nahme des Motorfahrzeuges kon- sumiert habe. Die Gutachter hielten fest, dass der Beschu ldigte gegenüber der Polizei angege- ben habe, ausschliesslich CBD-Hanf konsumiert zu haben. Da in allen Hanf-Chemotypen THC enthalten sei, sei auch bei Konsum einer THC-armen Hanfsorte damit zu rechnen, dass THC in den Körper aufgenommen werde. Im Folgenden setzten sich die Gutachter mit den vom Be- schuldigten eingereichten wissenschaftlichen Studien bzw. Artikeln auseinander. Sie hielten anschliessend bezogen auf die Behauptung des Anwalts de s Beschuldigten fest, dass wenn eine Umwandlung von CBD zu THC im Körper stattfinde, dies a) nur bei einer oralen Aufnahme zu erwarten wäre, b) bei oraler Aufnahme THC nur zu einem ausgesprochen geringen Anteil gebildet worden wäre und c) CBD dennoch in einer Kon zentration zu erwarten wäre, die deut- lich die THC-Konzentration übersteigen müsste. Im konkreten Fall sei aufgrund der polizeilichen Angaben davon auszugehen, dass keine orale Aufnahme st attgefunden habe, weshalb eine chemische Umsetzung von CBD im sauren Magenmilieu auszuschli essen wäre. In der Literatur lägen keine Hinweise vor, dass im Körper eine enzymatische Umwandlung von CBD in THC stattfinde. Selbst wenn dem so wäre, dann wäre bei Au fnahme von CBD-Hanf davon auszuge- hen, dass CBD in der Blutprobe in einer deutlich höheren Konzentration als THC nachzuweisen wäre. In casu habe dies nicht beobachtet werden können . CBD sei in der Blutprobe des Be- schuldigten nur in einer sehr geringen Konzentration nachweisbar gewesen. Basierend auf dem derzeitigen Stand der Wissenschaft sei die in der Blutp robe festgestellte THC-Konzentration nicht auf eine alleinige Aufnahme von CBD-Hanf zurückzuf ühren. Die Cannabinoidkonzentrati- onen im Blut würden den Konsum von THC-reichem und CBD-armen Cannabismaterial bele- gen. Die Behauptung des Anwalts, es würde aus CBD nich t psychoaktiv wirkendes THC gebil- det, sei aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar (Akten S. 145 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. April 2018 führte der Beschuldigte aus, dass der Rolltabak nicht ihm, sondern dem Sohn seines Cousins gehöre. Dieser habe den Ta- bak in seiner Jacke gelassen, nachdem er die Jacke draussen beim Rauchen ausgeliehen ha- be. Der Beschuldigte gab weiter an, CBD-Hanf konsumi ert zu haben. Seine Firma (die F.____ GmbH) würde CBD-Hanf, Öle und alkoholische Auszüge für T herapeuten produzieren. Ausser- dem nehme er aufgrund seiner Reizdarmerkrankung die P rodukte seiner Firma immer wieder ein. Es handle sich dabei nicht um psychoaktive Produkte u nd sie würden nicht dem Betäu- bungsmittelgesetz unterliegen. Der Abbaustoff im Blut sei jedoch derselbe, wie wenn man Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychoaktiven Hanf eingenommen hätte. Auf die Frage, ob er am 4. April 2017 bis zu seiner Anhaltung durch die Polizei am 5. April 2017 um 00.2 0 Uhr Cannabis konsumiert habe, antwor- tete der Beschuldigte mit „Nein“. Zum Ergebnis des Gut achtens des IRM Y.____ vom 8. Mai 2017 führte der Beschuldigte aus, dass dies auf die Einn ahme der Produkte, namentlich der Öle, zurückzuführen sei (Akten S. 163 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht B asel-Landschaft vom 3. Oktober 2018 gab der Beschuldigte an, dass er Öl konsumiert habe. Er leide seit seiner Kindheit an einer Reizdarmerkrankung und Cannabinoide seien dagegen hilf reich. Es sei ihm vorher nicht be- wusst gewesen, dass die Öle eine hohe Abbaustoffkonzentrat ion im Blut vorweisen würden. Das Produkt an sich sei aber nicht psychoaktiv wirksam. Zwei b is drei Stunden vor der Polizei- kontrolle habe er in seinem Betrieb eine Probe geraucht. Er bestreite aber, psychoaktiven THC- Hanf konsumiert zu haben (Akten S. 369 ff.). Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 9. April 2019 reicht der Beschuldig- te ein Gutachten von Dr. med. B.____ vom 27. Dezember 2018 ein, in welchem Dr. B.____ zum Schluss gelangt, dass der vom Beschuldigten verwendete CBD-Extrakt in dem von ihm einge- nommenen Umfang THC-Mengen enthalte, die im therape utischen Bereich lägen und im Blut und Urin nachgewiesen werden könnten. Dies gelte auch für seine Abbauprodukte THC-OH und THC-COOH. Korrekterweise sollte bei einem Extrakt mit einer Konzentration von 1 % THC nicht von einem CBD-Extrakt gesprochen werden, da bei entsprechender Dosierung die THC- Wirkung erheblich sein könne. Der Beschuldigte führt di esbezüglich an der Parteiverhandlung aus, dass aus dem Gutachten hervorgehe, wie sich das Öl, w elches er konsumiert habe, zu- sammensetze. Es zeige sich, dass kein THC konsumiert worden sei, sondern CBD und THC-A, THC dagegen nur in geringen Mengen. Des Weiteren rei cht der Beschuldigte eine ärztliche Be- scheinigung des Kantonsspitals X.____ vom 8. April 2019 ein, in welcher bestätigt wird, dass der Beschuldigte am 28. Februar 2017 auf der interdisziplinären Notfallstation gewesen sei. Im Rahmen der Befragung vor dem Kantonsgericht gibt de r Beschuldigte zusätzlich an, am Abend des 4. April 2017 um ca. 20.20 bis 20.30 Uhr CBD-Hanf geraucht zu haben. Das Öl habe er bis zu einer Woche vor der Polizeikontrolle aufgr und seiner Krankheit regelmässig einge- nommen. Anlässlich der Anhaltung durch die Polizisten hab e er nichts vom Öl gesagt, weil er gar nicht daran gedacht habe, da es ohnehin legal sei. Ausserdem hätte es keinen Sinn ge- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht macht, weil die Polizisten es sowieso nicht verstehen würde n (vgl. Protokoll der Hauptverhand- lung vom 9. April 2019, S. 5 und 8). 1.4.4 Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstin- stanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Somit dient das Beru- fungsverfahren vor dem Kantonsgericht grundsätzlich nich t der Wiederholung des Beweisver- fahrens, mithin erhebt die Berufungsinstanz zusätzliche Beweise nur mit Zurückhaltung (VIKTOR LIEBER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 389 N 1). Über Tatsachen, die unerheb- lich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bere its rechtsgenügend erwiesen sind, wird nach Art. 139 Abs. 2 StPO nicht Beweis geführt. Gemäss Art. 189 StPO lässt die Verfahrensleitung ein G utachten von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei durch die gleiche sachverständige Person ergänzen oder verbessern oder bestimmt weitere Sachverständige, wenn das Gutachten u nvollständig oder unklar ist (lit. a); mehrere Sachverständige in ihren Ergebnissen erheblich voneinander abweichen (lit. b) oder Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens bestehen (lit. c). Gutachten unterliegen, wie alle Be- weise, der freien richterlichen Beweiswürdigung. Kriter ien der Würdigung sind dabei die Voll- ständigkeit, die Nachvollziehbarkeit und die Schlüssigkeit. Bei rein technischen Fachfragen wird sich im Regelfall kaum ein Bedürfnis aufdrängen, guta chterliche Erkenntnisse zu hinterfragen bzw. von ihnen ganz oder teilweise abzuweichen. Diese l assen sich mit exakten naturwissen- schaftlichen Methoden verobjektivieren. Ein Abweichen vom Gutachten ist nur aus triftigen Gründen zulässig (vgl. MARIANNE HEER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 189 N 2). Ein Privatgutachten stellt nach konstanter Praxis ledigli ch eine der freien Beweiswürdigung un- terliegende Parteibehauptung als Bestandteil der Parteivorbringen dar, hat mithin nicht die Qua- lität eines Beweismittels (vgl. M ARIANNE HEER , a.a.O., Art. 182 N 10 und Art. 189 N 6, unter Hinweis u.a. auf BGE 127 I 73, 82; 100 IV 249; 97 I 320, 325; A NDREAS DONATSCH , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 182 N 15; N IKLAUS SCHMID , Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 182 N 7). Damit ist aber noch nicht gesagt, dass solche Unterlagen unbeacht- lich sind. Ein Privatgutachten kann von Gerichten zwar en tgegengenommen werden. Keines- falls lassen sich darauf aber wichtige Entscheide abstützen. Die Befunde einer privat beauftrag- ten sachverständigen Person können nicht beweisbildend sein (vgl. M ARIANNE HEER , a.a.O., unter Hinweis u.a. auf BGE 127 IV 82). An anderer St elle vertritt das Bundesgericht aber im- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht merhin die Auffassung, dass generell das gesamte vorhande ne Beweismaterial ungeachtet dessen Herkunft und Bezeichnung rechtlich zu würdigen i st. Bei Widersprüchen ist demnach anzugeben, weshalb auf die eine und nicht auf die an dere medizinische These abzustellen ist. Das muss auch hier gelten, wenn solche privat in Auftrag gegebene Erkenntnisse formal und inhaltlich den üblichen Anforderungen genügen. Ein P arteigutachten kann geeignet sein, die Erstellung eines (zusätzlichen) Gutachtens zu rechtfertigen oder darzulegen, dass das gerichtli- che oder amtliche Gutachten mangelhaft (i.S.v. Art. 1 89 lit. a-c) oder nicht schlüssig ist. Es muss im Einzelfall geklärt werden, ob es die Überzeugungskr aft eines gerichtlichen oder amtli- chen Gutachtens zu erschüttern vermag. Privatgutachten können mithin Fragen aufwerfen, die weiter zu begutachten sind (MARIANNE HEER , a.a.O., unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_272/2012 vom 29. Oktober 2012, E. 2.3; 6B_48/2009 vom 11. Juni 2009, E. 4.2; 6B_283/2007 vom 5. Oktober 2007, E. 2). Auch gemäss ANDREAS DONATSCH (a.a.O.) muss von eingereichten Par- teigutachten zumindest Kenntnis genommen werden. Dahe r sind Parteigutachten, die als Ant- wort auf ein gerichtliches Gutachten eingereicht werde n und den Zweck haben, dessen Unrich- tigkeit oder Fehlerhaftigkeit darzulegen, sehr wohl i n die Beweiswürdigung einzubeziehen, so- fern diese nachvollziehbar begründet, in sich widerspruchsfrei, für die streitigen Belange umfas- send, auf allseitigen Untersuchungen beruhend und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab- gegeben worden sind sowie keine Indizien gegen ihre Zu verlässigkeit sprechen (M ARIANNE HEER , a.a.O., Art. 189 N 7). Wenn das Parteigutachten ergibt, dass entscheidrelevante Aspekte im amtlich bestellten Gutachten nicht rechtsgenügend geprüft worden sind oder dass erhebliche Zweifel an der Schlussfolgerung dieses Gutachtens beste hen, müssen diese abgeklärt bzw. ausgeräumt werden (vgl. A NDREAS DONATSCH , a.a.O.). Wie bei jeder substantiiert vorgebrach- ten Einwendung ist das Gericht deshalb verpflichtet zu prüfen, ob das Privatgutachten die Schlussfolgerungen des behördlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 141 IV 369, 125 V 351 E. 3b und c; 6B_215/2013 vom 27. Januar 2014 E. 1.2; 6B_48/2009 vom 11. Juni 2009 E. 4.2). Ge mäss NIKLAUS SCHMID (a.a.O.) gilt es auch den Grundsatz der Beweisfreiheit zu beachten. Ei n Privatgutachten stellt folglich einen Beweis wie ein anderer dar, bedarf aber besonders vorsi chtiger richterlicher Würdigung (vgl. NIKLAUS SCHMID , a.a.O., N 7). Zudem gilt es zu beachten, dass sich di e Verfahrensleitung häu- fig nur dann zur Einholung eines „Obergutachtens“ bzw. „Ergänzungsgutachtens“ entschliesst, wenn die von der Verteidigung vorgetragene Kritik du rch ein Privatgutachten unterstützt wird. Liegt ein Privatgutachten vor, so erhöhen sich zumindest die Chancen, dass eine „Oberexper- tise“ eingeholt wird (vgl. B ERNHARD ISENRING /RAHEL MÜLLER , Kommunikation zwischen Vertei- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht digung und Gutachter im Strafprozess, AJP 2016, S. 133 4 ff., S. 1339). Die Verteidigung kann ein fertig erstelltes amtliches Gutachten häufig nur da nn effektiv angreifen, wenn die von ihr vorgetragene Kritik von einem Privatgutachten unterstützt wird (B ERNHARD ISENRING /RAHEL MÜLLER , a.a.O., S. 1341). Vorliegend hält das Gutachten des IRM Y.____ vom 8. Ma i 2017 fest, dass der Beschuldigte einen THC-Wert aufgewiesen habe, welcher die erlaubte Grenze um das 16-fache überschreite. Das sowohl formell als auch inhaltlich de lege artis erstellte Gutachten ist klar und schlüssig und es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die darin getätigten Ausführungen in Zweifel ziehen könnten. Das Ergebnis des Gutachtens wurde sodann noch durch das IRM Z.____ überprüft und bestätigt. Es wurden somit zwei verschieden e Analysen durchgeführt, welche zum selben Ergebnis gelangt sind. Ausserdem wurde vom IRM Y.____ noch eine ergänzende Stellungnahme zu den Vorbringen des Beschuldigten eingeholt, welche ebenfalls klar und deut- lich ausgefallen ist (vgl. E. 1.4.3 hiervor). Unter die sen Umständen ist das Gutachten des IRM Y.____ vom 8. Mai 2017 vollumfänglich beweiskräftig, weshalb darauf abzustellen ist, zumal ein Abweichen von Gutachten ohnehin nur aus triftigen Gr ünden zulässig wäre (vgl. E. 1.4.4 hier- vor). Auch das vom Beschuldigten eingereichte Gutachten von D r. med. B.____ vom 27. Dezember 2018 vermag die Überzeugungskraft des IRM Gutachtens n icht zu schmälern. Zunächst stellt sich die Frage, weshalb der Beschuldigte dieses Gutachten erst anlässlich der kantonsgerichtli- chen Parteiverhandlung vom 9. April 2019 eingereicht h at, zumal es bereits am 27. Dezember 2018 vorlag. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass der B eschuldigte in der Verhandlung vor dem Strafgericht Basel-Landschaft vom 3. Oktober 2018 se lbst angegeben hat, dass Dr. med. B.____ Vorsitzender der G.____ sei. Die F.____ GmbH, bei welcher der Beschuldigte Gesell- schafter und Geschäftsführer ist, sei auf der Internetsei te der G.____ als Sponsor aufgeführt (Protokoll der Sitzung des Strafgerichts Basel-Landschaf t vom 3. Oktober 2018; Akten S. 381). Beim Gutachten von Dr. B.____ handelt es sich um ein P rivatgutachten und somit lediglich um eine Parteibehauptung. Es kommt hinzu, dass das Gutachte n von einem wohl für diesen Fall als nicht hinreichend unabhängig zu bezeichnenden Arzt erstellt wurde. Unter diesen Umstän- den ist es bereits in formeller Hinsicht nicht beweiskräfti g. Aber nicht nur formell, sondern auch inhaltlich vermag das Gutachten von Dr. B.____ das IRM Gutachten nicht zu entkräften, zumal Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht es zum einen lediglich eine Einzelmeinung vertritt und sich zum anderen nicht mit den abwei- chenden Ausführungen des IRM Y.____ auseinandersetzt. 1.4.5 Stellt man auf das Gutachten des IRM Y.____ vom 8. Mai 2017 ab und geht dementspre- chend davon aus, dass der Beschuldigte anlässlich der Kontr olle am 5. April 2017 einen THC- Gehalt von ca. 24 µg/L im Blut aufgewiesen hat, ist d er objektive Tatbestand sowohl des Kon- sums von Betäubungsmitteln als auch des Führens eines M otorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand klarerweise erfüllt. Der THC-Grenzwert von 1,5 µ g/L wurde deutlich überschritten, weshalb die Fahrunfähigkeit des Beschuldigten unabhängi g von weiteren Beweisen oder der individuellen Verträglichkeit als erwiesen gilt. Der Beschuldigte hat in diesem Zustand der Fahr- unfähigkeit ein Motorfahrzeug geführt. Aus dem im Blut nachgewiesenen THC-Wert erhellt aus- serdem, dass der Beschuldigte Betäubungsmittel konsumier t haben muss. Auch der subjektive Tatbestand der beiden Delikte ist gegeben, zumal sich der in Bezug auf Cannabis erfahrene Beschuldigte den Folgen des Konsums hätte bewusst sein müssen. Zum einen ist er Gesell- schafter und Geschäftsführer der F.____ GmbH, welche un ter anderem mit CBD-Hanf und CBD-Öl arbeitet. Zum anderen war der Beschuldigte be reits in der Vergangenheit im Zusam- menhang mit seinen Cannabisprodukten in strafrechtliche Verfahren involviert. Der Beschuldigte rechtfertigt sich damit, oral CBD-Öl eingenommen zu haben, welches sich im Körper anlässlich des Abbauprozesses so umgewandelt hab e, dass dasselbe Produkt entstan- den sei, wie wenn er THC-Cannabis konsumiert hätte. Das IRM Gutachten habe sich demzufol- ge auf eine falsche Grundlage gestützt. Die Erklärung d es Beschuldigten zur Rechtfertigung seines hohen THC-Messwertes erscheint äusserst gewagt und widerspricht den beiden Gutach- ten des IRM Y.____ diametral. Gemäss dem IRM Y.____ ist die Behauptung, aus CBD würde nicht psychoaktiv wirkendes THC gebildet, aus wissenschaftli cher Sicht nicht haltbar (vgl. E. 1.4.3 hiervor). Der Beschuldigte hat sodann angegeben, das Öl bis zu einer Woche vor der Po- lizeikontrolle eingenommen zu haben. Es erscheint überaus erstaunlich, dass die bereits eine Woche zurückliegende Einnahme von CBD-Öl zu einer derart hohen THC-Konzentration im Blut geführt haben soll. Ausserdem begründet das IRM Y.____ nachvollziehbar, dass beim Konsum von CBD-Produkten der CBD-Wert deutlich höher hätte ausfallen müssen als der THC-Wert. In der Blutprobe des Beschuldigten sei aber CBD nur in ein er sehr geringen Konzentration nach- weisbar gewesen. Die Konzentrationen im Blut würden den Konsum von THC-reichem und CBD-armen Cannabismaterial belegen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Des Weiteren kommt hinzu, dass der Beschuldigte anlässlich der Polizeikontrolle die Einnahme der Öle nicht erwähnt und auch im weiteren Verfahren eine Öl-Einnahme nicht belegt hat, ob- wohl er genügend Zeit dazu gehabt hätte. Der Beschuldi gte hat erstmals im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. April 2018 vorgebracht, Öl eingenommen zu haben. Mit dem Gutachten vom 27. Dezember 2018 von Dr . B.____ versucht der Beschuldigte, die Öl-Einnahme sowie deren Auswirkungen auf den bei i hm nachgewiesenen THC-Gehalt zu belegen. Wie bereits ausgeführt, vermag aber das Privat gutachten das Gutachten des IRM Y.____ in keiner Weise zu entkräften. Ferner reicht die vom Beschuldigten anlässlich der Verhandlung vor dem Kantonsgericht einge- reichte Bestätigung des Kantonsspitals X.____ vom 8. Apr il 2019 ebenso wenig für eine Recht- fertigung aus, zumal darin keine ärztliche Verschreibung eines cannabishaltigen Produkts ge- mäss Art. 2 Abs. 2 ter VRV enthalten ist. 1.4.6 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht auf das Gutach- ten des IRM Y.____ vom 8. Mai 2017 abgestellt und den Beschuldigten gestützt darauf des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand nach Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz n ach Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen hat. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 2. Strafzumessung 2.1 Das Kantonsgericht kommt – mit derselben Begründung wi e die Vorinstanz – zum Ergeb- nis, dass das Verschulden des Beschuldigten aufgrund der Tatkomponenten gesamthaft als eher leicht zu werten ist und auch nach Berücksichtigung de r Täterkomponenten weiterhin als eher leicht erscheint. Innerhalb des für das Führen eine s Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand relevanten Strafrahmens ist von einem leichten Verschulden des Beschuldigten aus- zugehen. Eine Einsatzstrafe von 75 Tagen erscheint vorliegend als tat- und schuldangemessen. Vor dem Hintergrund, dass sich der Beschuldigte ausserdem des Führens eines Motorfahrzeu- ges trotz Entzug des Führerausweises strafbar gemacht hat, ist die Strafe unter Berücksichti- gung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB auf 90 Tage zu erhöhen. Für die Be- gründung kann auf die äusserst detailliert vorgenommene und schlüssig begründete Strafzu- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht messung der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. S. 15 ff. d es angefochtenen Urteils; Art. 82 Abs. 4 StPO). 2.2 Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsät zlich eine Geldstrafe auszuspre- chen (aArt. 34 Abs. 1, aArt. 40 und 41 Abs. 1 StGB). Für Strafen von sechs Monaten bis zu ei- nem Jahr sieht das Gesetz die Geldstrafe (aArt. 34 StGB) und die Freiheitsstrafe (aArt. 40 StGB) vor. Gemäss aArt. 41 StGB ist die Geldstrafe im B ereich leichter Kriminalität die Regels- anktion und geht bei Strafen bis zu sechs Monaten freiheitsentziehenden Sanktionen vor. Daran hat der Gesetzgeber im Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der ursprünglichen Stossrichtung festgehalten. Die Freiheitss trafe als eingriffsintensivste Sanktion ist nach der gesetzlichen Konzeption ultima ratio und kan n nur verhängt werden, wenn keine andere, mildere Strafe in Betracht kommt. Bei der Wahl der Sanktionsart sind als wichtige Krite- rien die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksic htigen. Nach dem Prinzip der Ver- hältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung steh enden und hinsichtlich des Schuldaus- gleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift. Hält das Gericht im Rahmen der Gesamtstrafen- bildung für einzelne Delikte im konkret zu beurteilende n Fall unter Beachtung des Verhältnis- mässigkeitsprinzips eine Geldstrafe nicht mehr für schuldadä quat und zweckmässig, hindert aArt. 41 Abs. 1 StGB es nicht daran, auf Einzelfreiheit sstrafen von weniger als sechs Monaten zu erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe s echs Monate übersteigt. Das Gericht hat im Urteil die Wahl der Sanktionsart zu begründen (Urteil des BGer 6B_436/2018 vom 24. September 2018 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). 2.3 Damit das Gericht anstelle einer Geldstrafe auf eine F reiheitsstrafe von weniger als 6 Monaten erkennen kann, ist Art. 41 StGB zu berücksichti gen, welcher seit dem 1. Januar 2018 revidiert in Kraft ist. lm Unterschied zum alten A rt. 41 StGB, in welchem die Vorausset- zungen für die Anordnung einer solchen Freiheitsstrafe kumulativ erfüllt sein mussten, reicht es nun aus, wenn die Voraussetzungen alternativ erfüllt si nd. In Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB, wonach dasjenige Gesetz anwendbar ist, welches für den Beschuldigten das mildere ist, wird auf die Gesetzeslage zum Tatzeitpunkt abgestellt. Da her kommt im vorliegenden Fall der alte Art. 41 StGB als „lex mitior“ zum Tragen. Die Vor aussetzungen für die Anordnung einer Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe sind demnach z um einen, dass eine bedingte Strafe Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss aArt. 42 StGB ausser Betracht fällt und zum ander en zu erwarten ist, dass eine Geld- strafe nicht vollzogen werden kann. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, fällt zwar im vorliegenden Fall eine bedingte Strafe ausser Betracht, jedoch ist nicht zu erwarten, dass eine Geldstrafe nicht vollzogen werden kann. Da die Voraussetzungen für die Anordnung einer Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe kumulativ erfüllt sein müssen, ist in casu eine Geldstrafe anzuordnen. 2.4 Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor d er Tat zu einer bedingten oder un- bedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindes- tens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub eine r Geldstrafe, von gemeinnütziger Ar- beit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monat en und höchstens zwei Jahren nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (aAr t. 42 Abs. 2 StGB). Besonders günstig sind Umstände, die ausschliessen, dass die Vortat die Prognose verschlechtert. Der bedingte Strafvollzug ist nur möglich, wenn eine Gesamt würdigung aller massgebenden Fakto- ren den Schluss zulässt, dass trotz der Vortat eine begrün dete Aussicht auf Bewährung be- steht. Dabei ist zu prüfen, ob die indizielle Befürcht ung durch die besonders günstigen Umstän- de zumindest kompensiert wird. Das trifft etwa zu, wenn d ie neuerliche Straftat mit der früheren Verurteilung in keinerlei Zusammenhang steht, oder bei einer besonders positiven Veränderung in den Lebensumständen des Täters. Dem Sachgericht steht bei der Legalprognose des künfti- gen Verhaltens ein Ermessensspielraum zu (Urteil des B Ger 6B_23/2018 vom 26. März 2019 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). 2.5 Im Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 3. Oktober 2018 wird insbesondere ausgeführt, da der Beschuldigte den Behörden vorliegend sowie im 2 014 im Zusammenhang mit Cannabis und sowie im 2015 hinsichtlich Widerhandlungen gegen d as Strassenverkehrsrecht aufgefallen sei, könne nicht von einer deutlich positiven Wandlung de r Lebensumstände gesprochen wer- den. Auch dass er sich im aktuellen Strafverfahren mit vier Straftaten konfrontiert sehe, spreche eine deutliche Sprache, was seine Gesetzeskonformität anbelange. Mangels Vorliegens beson- ders günstiger Umstände müsse der bedingte Vollzug klarer weise verneint werden, weshalb auch die erste Voraussetzung für die Anordnung einer Fr eiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe erfüllt sei. Demzufolge sei eine unbedingte Freiheit sstrafe von 90 Tagen respektive drei Mona- ten auszusprechen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.6 Anlässlich des Parteivortrages an der kantonsgerichtlich en Hauptverhandlung führt der Beschuldigte aus, dass ein erneuter bedingter Vollzug zul ässig sei, wenn besonders günstige Umstände vorliegen würden. Solche Umstände lägen gemäss B undesgericht vor, wenn frühere oder spätere Taten nicht demselben Verhaltensmuster en tsprechen oder wenn in der Zwi- schenzeit eine deutlich positive Wandlung der Lebensumstän de des Beschuldigten eingetreten sei. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges komme zude m in Betracht, wenn eine Ge- samtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zula sse, dass trotz der Vortat be- gründete Aussicht auf Bewährung bestehe. Dies sei vorlie gend der Fall. Die beiden Vorstrafen seien nicht als einschlägig zu bezeichnen und es würden ke ine konkreten Anzeichen bestehen, dass sich der Beschuldigte in Zukunft nicht wohlverhalt en werde, weshalb von einer günstigen Prognose auszugehen und eine bedingte Strafe auszuspr echen sei. Der Beschuldigte könne sich mittlerweile einen höheren Lohn auszahlen und die GmbH eine Gewinnausschüttung im Umfang von Fr. 3‘000.-- vornehmen, um eine allfälli ge unbedingte Geldstrafe zu bezahlen, so dass entgegen den Ausführungen der Vorinstanz eine unbe dingte Geldstrafe vollzogen werden könnte, weshalb die Voraussetzungen einer unbedingten F reiheitsstrafe auch aus diesem Grund nicht erfüllt seien (vgl. Protokoll der Hauptver handlung vom 9. April 2019, S. 8, mit Ver- weis auf das schriftlich eingereichte Plädoyer). 2.7 Am 18. Februar 2014 wurde der Beschuldigte vom Kanto nsgericht Basel-Landschaft der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge setz schuldig erklärt und zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 30.--, bedingt v ollziehbar, bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 100.-- verurteilt. De r Beschuldigte wurde demnach inner- halb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer Gelds trafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, weshalb der Aufschub der Strafe nur zulässig ist, wenn besonders günstige Umstän- de vorliegen. Mit Strafbefehl vom 7. Mai 2015 wurde der Beschuldigte ausserdem von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft wegen Strassenverkehrsd elikten (Nichtabgabe von Aus- weisen und Kontrollschildern) zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen à Fr. 30.--, bedingt voll- ziehbar, bei einer Probezeit von drei Jahren sowie zu e iner Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Ent- gegen der Auffassung des Beschuldigten handelt es sich bei diesen beiden Verurteilungen wohl um einschlägige Vorstrafen, zumal es im vorliegenden Verfahren wiederum um Betäubungsmit- tel- sowie Strassenverkehrsdelikte geht. Es kommt hinzu, dass die beiden dem Beschuldigten zur Last gelegten Taten am 5. April 2017 sowie am 4. April 2018 und somit in der dreijährigen Probezeit vorgefallen sind. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Des Weiteren hat der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren unbeirrt seine Auffassung vertre- ten, dass er nichts Illegales gemacht habe, die Gutachter falsche Methoden angewendet hätten und die Behörden die Unterscheidung zwischen legalem un d illegalem Hanf ohnehin nicht ver- stehen würden. Die neuerliche Straftat steht mit der f rüheren Verurteilung insofern im Zusam- menhang, als der Beschuldigte seit mehreren Jahren mit Hanf-Produkten wirtschaftet und im Jahr 2014 wegen des Betriebs einer Hanfindooranlage verurteilt wurde. Bereits damals haben die Pflanzen einen hohen THC-Gehalt aufgewiesen, wa s vom Beschuldigten bagatellisiert wur- de. Auch im vorliegenden Verfahren bestreitet der Beschu ldigte, THC-Hanf konsumiert zu ha- ben und versucht den hohen THC-Gehalt in seinem Blut auf verschiedene Weise zu rechtferti- gen. Weder im damaligen noch im vorliegenden Verfahre n zeigt der Beschuldigte Einsicht in das Unrecht seiner Taten und beharrt darauf, dass sein Tun legal gewesen sei. Von einer be- sonders positiven Veränderung in den Lebensumständen des Täters kann nicht gesprochen werden, zumal der Beschuldigte anlässlich der kantonsgerichtlichen Verhandlung selber angibt, dass alles noch gleich sei. Aus dem Gesagten folgt, dass beim Beschuldigten keine besonders günstigen Umstände vorliegen. Ein bedingter Strafvollzu g ist demnach im vorliegenden Fall nicht möglich. 2.8 Damit eine Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten anstelle einer Geldstrafe ange- ordnet werden darf, muss aber auch zu erwarten sein, d ass die Geldstrafe nicht vollzogen wer- den kann. Im Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 3. Oktober 2018 wurde dargelegt, dass der Beschuldigte Schulden im Umfang von rund Fr. 260‘000.-- habe. Des Weiteren sei er Vater von fünf Kindern und gegenüber allen unterhaltspflichtig, dies bei einem Nettoeinkommen von Fr. 3‘800.--. Es müsse folglich davon ausgegangen werde n, dass eine Geldstrafe nicht vollzo- gen werden könne (vgl. S. 18 des angefochtenen Urteils). Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung vor dem Kanto nsgericht gibt der Beschuldigte an, dass sich seine Einkommenssituation kontinuierlich steigere. Er verdiene jetzt etwa Fr. 4‘600.-- netto und habe seine Schulden von Fr. 260‘000.-- auf Fr. 220‘000.-- abgebaut. Er sei aber noch immer unterhaltspflichtig gegenüber fünf Kindern. Im Rahmen des Parteivortrages hat die Rechtsvertretung des Beschuldigten ausgeführt, dass sich de r Beschuldigte einen höheren Lohn auszahlen und die GmbH eine Gewinnausschüttung im Umfang von Fr. 3‘000.-- vorneh- men könnte, um eine allfällige unbedingte Geldstrafe zu bezahlen, sodass entgegen den Aus- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht führungen der Vorinstanz eine unbedingte Geldstrafe vo llzogen werden könnte (vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 9. April 2019, S. 3). Die Staatsanwaltschaft führt aus, es sei korrekt, dass von der Staatsanwaltschaft im Strafbefehl eine bedingte Geldstrafe ausgesprochen worden sei. Di e Staatsanwaltschaft könne sich dem Antrag anschliessen, dass eine bedingte Geldstrafe ausges prochen werde, aber mit einer ver- längerten Probezeit und einer zusätzlichen Verbindungsbusse (vgl. Protokoll der Hauptverhand- lung vom 9. April 2019, S. 10). 2.9 Der bedingte Vollzug der Strafe ist, wie bereits ausge führt, im vorliegenden Fall nicht möglich. Hingegen ist – entgegen der Auffassung der Vo rinstanz – davon auszugehen, dass eine Geldstrafe vollzogen werden kann. Die finanzielle Situation des Beschuldigten hat sich denn im Vergleich zur vorinstanzlichen Verhandlung auch verbessert. Unter diesen Umständen ist anstelle einer Freiheitsstrafe eine Geldstrafe anzu ordnen. Beim unbedingten Vollzug der Strafe bleibt es allerdings und die von der Vorinstanz ausgesprochene Verbindungsbusse in der Höhe von Fr. 300.-- ist dem Verschulden des Beschuldigten angemessen und daher zu bestäti- gen. 2.10. Der Beschuldigte ist zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätze n à Fr. 30.-- sowie zu einer Busse von Fr. 300.-- (im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen) zu verurteilen. Bei diesem Ergebnis ist die Berufung des Beschuldigten insofern teilweise gutzuheissen, als er durch die Abänderung des S trafpunktes bzw. der Sanktionsart obsiegt. Im Übrigen ist das vorinstanzliche Urteil in Ab weisung der Berufung des Beschuldigten zu bestätigen. 3. Kosten des Strafgerichts 3.1 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wen n sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga be ihres Obsiegens oder Unterlie- gens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Im vorliegenden Fall wurde der Beschuldigte von der Vorinstanz verurteilt. Da der Schuld- spruch im Berufungsverfahren nicht aufgehoben wurde, re chtfertigt es sich nicht, die Kostenre- gelung des erstinstanzlichen Verfahrens zu ändern; sie ist vielmehr zu bestätigen (vgl. Disposi- tiv Ziffer 4). III. Kosten des Kantonsgerichts 1. Die Kosten des kantonsgerichtlichen Verfahrens in der Hö he von total Fr. 3‘100.--, beste- hend aus einer Gebühr von Fr. 3‘000.-- zuzüglich Auslag en von pauschal Fr. 100.--, gehen im Umfang von 20 % bzw. Fr. 620.-- zu Lasten des Staates u nd im Umfang von 80 % bzw. Fr. 2‘480.-- zu Lasten des Beschuldigten. Diese Vertei lung ist im vorliegenden Fall angemes- sen, da der Beschuldigte nur insofern marginal obsiegt, als bei der Sanktionsart eine Geldstrafe anstelle einer Freiheitsstrafe ausgesprochen wird (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). 2. Erfolgt weder ein vollständiger oder teilweiser Frei spruch noch eine Einstellung des Ver- fahrens, obsiegt die beschuldigte Person aber in anderen Punkten, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen (Art. 436 Abs. 2 StPO). Die Parteientschädigung wird im selben Verhältnis (20 % zu 80 %) zwischen dem Staat und dem Beschuldigten aufgeteilt. Die von Rechtsanwältin Dr. Monika Guth Eichner eingereichte Honorarnote vom 9. April 2019 ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, allerdings sind 2 Stunden von der Verhandlung vor Kantonsgericht in A bzug zu bringen, zumal die Verhand- lung lediglich 1 und nicht wie vorgesehen 3 Stunden in Anspruch genommen hat. Somit sind von den geltend gemachten Fr. 3‘544.70 Fr. 440.-- zuzü glich 7.7 % Mehrwertsteuer bzw. Fr. 33.90, also total Fr. 473.90, abzuziehen. Es resul tiert ein Honorar von Fr. 3‘070.80, welches im Verhältnis 20 % zu 80 % auf die Parteien zu verteilen ist. Der Beschuldigte trägt damit Hono- rarkosten in der Höhe von Fr. 2‘456.65 und der Staat solche in der Höhe von Fr. 614.15. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 3. Oktober 2018, lau- tend: „1. A.____ wird in Abänderung des Strafbefehls der S taatsanwaltschaft Basel- Landschaft vom 28. Juni 2018 des Führens eines Motorfa hrzeuges in fahrunfähigem Zustand, des Führens eines nicht vorschrifts gemässen Fahrzeuges, des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Ent zug des Führe- rausweises sowie der Widerhandlung gegen das Betäubun gsmittelgesetz schuldig gesprochen und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten, sowie zu einer Busse von CHF 300.00, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, in Anwendung von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG (i.V.m. A rt. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 und 2 lit. a VRV, Art. 34 VSKV-Astra) , Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG (i.V.m. Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 1 VRV, Art. 58 Abs. 4 VTS), Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG (i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG), Art. 1 9a Ziff. 1 BetmG, aArt. 41 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. Die gegen A.____ am 7. Mai 2015 von der Staatsanw altschaft Basel- Landschaft bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 5 Tag essätzen à CHF 30.00, bei einer Probezeit von 3 Jahren, wird i n Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB für nicht vollziehbar erklärt. 3. Der sichergestellte Tabakbeutel mit einer Mischung aus Tabak und Mari- huana geht zur Durchführung des selbstständigen Einzie hungsverfahrens gemäss Art. 376 ff. StPO an die Staatsanwaltschaft zurück. 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorv erfahrens von CHF 4'279.15 und einer pauschalen Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00. A.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Ar t. 426 Abs. 1 Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht StPO. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebü hr auf CHF 500.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT).“ wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigt en in der Dispositiv-Ziffer 1 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: „1. A.____ wird des Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zu- stand, des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges, des Füh- rens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Führerauswei ses sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und verurteilt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- , sowie zu einer Busse von Fr. 300.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, in Anwendung von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG (i.V.m. A rt. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 und 2 lit. a VRV, Art. 34 VSKV-Astra) , Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG (i.V.m. Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 1 VRV, Art. 58 Abs. 4 VTS), Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG (i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG), Art. 1 9a Ziff. 1 BetmG, aArt. 34 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB.“ Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil bestätigt. II. Die Kosten des Berufungsverfahrens von total Fr. 3‘100.- - (bestehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 3‘000.-- und Auslagen von pauschal Fr. 100.--) werden zu vier Fünfteln (Fr. 2‘480.--) dem Beschuldigten auferle gt und zu einem Fünftel (Fr. 620.--) auf die Staatskasse genommen. III. Der Wahlverteidigerin Dr. Monika Guth Eichner, Advokatin, wird für das Berufungs- verfahren eine reduzierte Entschädigung von Fr. 614.15 (inkl. Auslagen und Mehr- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht wertsteuer) aus der Staatskasse ausgerichtet. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiberin Olivia Reber