<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00167</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204405&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00167</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewilligungspflicht für Umnutzung eines Sexshops in einen Erotikvideobetrieb<br/><br/>Nutzungsänderung: Nicht jede Nutzungsänderung erfordert eine Bewilligung. Es ist jeweils aufgrund einer Gesamtbetrachtung und unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zu prüfen, ob die mit der neuen Bewerbung verbundenen Auswirkungen intensiver sind oder sonst ein planungs- und baurechtlich geschütztes Rechtsgut berühren. (...) Vorliegend ist die Bewilligungspflicht offenkundig (E. 2).<br/><br/>Unrichtige Sachverhaltsfeststellung / Vertrauensschutz: Dass ein Ladenlokal, in welchem an ein unbestimmtes Publikum erotische Artikel und Videos verkauft bzw. ausgeliehen werden, in baurechtlicher Hinsicht eine wesentlich andere Nutzung darstellt als das Vereinslokal einer Interessengemeinschaft für Filmvorführungen muss auch einem baurechtlichen Laien bewusst sein. (...) Selbst wenn nachgewiesen wäre, dass die städtischen Behörden die beiden Videokabinen im Betrieb Erotic-World jahrelang duldeten, scheitert die Berufung auf den Vertrauensschutz schon daran, dass der Beschwerdeführer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt um das Bewilligungserfordernis hätte wissen müssen. Die Abnahme der angebotenen Beweise ist deshalb nicht erforderlich (E. 6).<br/>Abweisung - vgl. auch VB.2004.160; 161; 166</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSPFLICHT">BEWILLIGUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNGSÃNDERUNG">NUTZUNGSÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 309 Abs. I lit. b PBG</span><br/><span class="gerade">§ 7 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 48 Abs. III VRG</span><br/><span class="gerade">§ 51 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 63 Abs. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Mit Beschluss vom 27. August 2003 stellte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich fest, dass fÃ¼r die bereits erfolgte Umnutzung des Ladenlokals im westlichen, zum Innenhof orientierten Teil des Erdgeschosses des GebÃ¤udes an der L-Strasse in einen Sex-Videokabinen-Betrieb eine baurechtliche Bewilligung erforderlich sei.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den von A namens der Einzelfirma A als Betreiberin des Betriebs erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission I am 27. Februar 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 8. April 2004 liess A fÃ¼r das Unternehmen A</span> dem Verwaltungsgericht beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen den Rekursentscheid aufzuheben und festzustellen, dass die vorgenommene NutzungsÃ¤nderung nicht bewilligungspflichtig sei; zudem sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 4. Mai 2004 auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. Mai 2004, die Beschwerde sei unter EntschÃ¤digungsfolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Der Entscheid Ã¼ber die Bewilligungspflicht ist ein Vorentscheid, der gemÃ¤ss § 48 Abs. 3 VRG angefochten werden kann. Auf das form- und, mit der erst am 10. MÃ¤rz 2004 erfolgten Zustellung an die Vertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers, auch fristgerecht erhobene Rechtsmittel ist einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Anzumerken ist, dass es sich bei der Firma A um eine Einzelfirma handelt, die keine eigene RechtspersÃ¶nlichkeit besitzt. Partei ist also deren Inhaber A, weshalb das Rubrum entsprechend zu berichtigen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Beschwerde kommt gemÃ¤ss § 55 Abs. 1 VRG aufschiebende Wirkung zu, wenn mit der angefochtenen Anordnung nichts anderes bestimmt wurde. Letzteres ist hier nicht der Fall, weshalb der entsprechende Beschwerdeantrag gegenstandslos ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission hat die Bewilligungspflicht fÃ¼r die Ãnderung der Nutzung der einst als Ladenlokal bewilligten RÃ¤umlichkeiten zu einem Sex-Videokabinen-Betrieb gemÃ¤ss § 309 Abs. 1 lit. b des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) bejaht, da die NutzungsÃ¤nderung wegen der erforderlichen PflichtabstellplÃ¤tze und wegen des grÃ¶sseren StÃ¶rpotenzials baurechtlich relevant sei. Auf diese AusfÃ¼hrungen ist in zustimmendem Sinn zu verweisen (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG). ErgÃ¤nzend anzufÃ¼gen ist, dass nicht jede NutzungsÃ¤nderung eine Bewilligung erfordert, sondern jeweils auf Grund einer Gesamtbetrachtung und unter BerÃ¼cksichtigung des Grundsatzes der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu prÃ¼fen ist, ob die mit der neuen Bewerbung verbundenen Auswirkungen in irgendeiner Hinsicht intensiver sind oder sonst ein planungs- und baurechtlich geschÃ¼tztes Rechtsgut berÃ¼hren. Bei diesem Entscheid besteht ein gewisser Beurteilungsspielraum, sodass in EinzelfÃ¤llen Ã¼ber die Notwendigkeit einer Bewilligung in guten Treuen unterschiedliche Auffassungen vertreten werden kÃ¶nnen. In der Literatur wird deshalb empfohlen, in ZweifelsfÃ¤llen ein Bewilligungsverfahren durchzufÃ¼hren (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 209 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ob die streitbetroffene NutzungsÃ¤nderung tatsÃ¤chlich zu einem hÃ¶heren Parkplatzbedarf und unzulÃ¤ssigen Immissionen fÃ¼hrt, wird im Rahmen des Bewilligungsverfahrens zu prÃ¼fen sein. Entscheidend ist, dass fÃ¼r baurechtliche Auswirkungen dieser Art eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, und deshalb die DurchfÃ¼hrung eines Bewilligungsverfahrens nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint. Im vorliegenden Fall, bei dem bisheriger Sexshop in einen Videokabinen-Betrieb umgewandelt wurde (vgl. nachfolgend E. 6), ist die Bewilligungspflicht offenkundig.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die NutzungsÃ¤nderung kÃ¶nne aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes nicht mehr einem baurechtlichen Bewilligungsverfahren unterworfen werden. Entgegen der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanzen wÃ¼rden im fraglichen Lokal nicht erst seit September 2001, sondern seit mindestens 24 Jahren Videokabinen betrieben. Die dafÃ¼r angebotenen Beweise habe die Rekurskommission in gehÃ¶rsverweigernder Weise nicht abgenommen und auf von der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen abgestellt, zu denen der BeschwerdefÃ¼hrer nicht habe Stellung nehmen kÃ¶nnen. Die Vorinstanz habe auch nicht dargelegt, weshalb sie auf die Sachverhaltsdarstellung des BeschwerdefÃ¼hrers abgestellt habe; der angefochtene Rekursentscheid sei insofern unzureichend begrÃ¼ndet. Mit dem Polizeirapport vom 4. Juni 2003 und dem Schreiben der Gewerbepolizei vom 5. Juni 2003 werde die Sachverhaltsdarstellung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht widerlegt. Der Sitten- und der Gewerbepolizei sei der Betrieb von Videokabinen an der L-Strasse seit mehr als 20 Jahren bekannt. Die Baupolizei, die mit diesen Dienststellen bei der BekÃ¤mpfung von AuswÃ¼chsen des Sexgewerbes eng zusammengearbeitet habe, mÃ¼sse sich deren Wissen anrechnen lassen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe im Vertrauen auf den seit Ã¼ber 24 Jahren unangefochten gebliebenen Betrieb die Videokabinen erst kÃ¼rzlich fÃ¼r Fr. 40'000.- modernisiert und damit Dispositionen getroffen, die sich nicht leicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig machen liessen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Der in Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des Vertrauens in behÃ¶rdliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begrÃ¼ndendes Verhalten der BehÃ¶rden (BGE 126 II 377 E. 3a; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 622 ff. mit Hinweisen auch zum Folgenden). Voraussetzung dieses Schutzes ist:</span></p> <p class="Erwgung2"><span>1)<span> </span></span><span>eine Vertrauensgrundlage, das heisst ein Verhalten der BehÃ¶rde, das bei den betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen auslÃ¶st;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>2)<span> </span></span><span>dass der oder die Betroffene in dieses Verhalten vertraut hat, das heisst, dass er oder sie von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und ihre allfÃ¤llige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und auch nicht hÃ¤tte kennen sollen;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>3)<span> </span></span><span>dass der oder die Betroffene gestÃ¼tzt auf dieses Vertrauen eine Disposition getÃ¤tigt hat, die ohne Nachteil nicht rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden kann;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>4)<span> </span></span><span>dass nicht Ã¶ffentliche Interessen betroffen sind, die den Schutz des privaten Vertrauens Ã¼berwiegen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Vorwurf des BeschwerdefÃ¼hrers, die Baurekurskommission habe damit, dass sie auf den Rapport der Sittenpolizei vom 4. Juni 2003 und die Stellungnahme der Gewerbepolizei vom 5. Juni 2003 abgestellt habe, dem BeschwerdefÃ¼hrer das rechtliche GehÃ¶r verweigert, ist unbegrÃ¼ndet. Bereits in der angefochtenen VerfÃ¼gung vom 27. August 2003 wird in ErwÃ¤gung A. c) auf diese Dokumente Bezug genommen, sodass der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tte Akteneinsicht verlangen und bereits im Rekursverfahren diesbezÃ¼gliche EinwÃ¤nde vorbringen kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wenigstens teilweise zutreffend ist dagegen der Einwand, die Vorinstanz habe sich nicht mit den AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers auseinander gesetzt, wonach im streitbetroffenen Lokal seit mehr als 20 Jahren Videokabinen betrieben worden seien. Die Baurekurskommission hat dazu ausgefÃ¼hrt, dass aufgrund des Polizeirapportes vom 4. Juni 2003 und der Stellungnahme der Gewerbepolizei vom 5. Juni 2003 von den VorgÃ¤ngern des BeschwerdefÃ¼hrers keine Videokabinen betrieben worden seien; solche seien durch die BehÃ¶rden erstmals im Juni 2000 bzw. im Herbst 2001 festgestellt worden, weshalb von einer jahrzehntelangen Duldung als Grundlage des beanspruchten Vertrauensschutzes keine Rede sein kÃ¶nne. Auch die vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichten offiziellen Unterlagen, welche sich auf den Betrieb der Erotik-Videokabinen bezÃ¶gen, datierten nicht vor 2001, weshalb davon auszugehen sei, dass seit Vollendung der unbewilligten NutzungsÃ¤nderung noch lange nicht die 30 Jahre vergangen seien, welche nach der Rechtsprechung zur Verwirkung des Wiederherstellungsanspruchs fÃ¼hren kÃ¶nnten. Mit diesen ErwÃ¤gungen ist die Vorinstanz zwar dem Argument entgegengetreten, dass durch behÃ¶rdliche Duldung der NutzungsÃ¤nderung ein Vertrauenstatbestand begrÃ¼ndet worden sei, jedoch bleibt die Feststellung des massgeblichen Sachverhalts insofern nicht nachvollziehbar, als AusfÃ¼hrungen hinsichtlich der Beweiskraft der von der Beschwerdegegnerin beigezogenen Berichte der Sitten- und der Gewerbepolizei fehlen, weshalb auf die BeweisantrÃ¤ge des BeschwerdefÃ¼hrers nicht eingegangen wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 63 Abs. 1 VRG muss dieser Mangel des angefochtenen Entscheids nicht zwingend zur RÃ¼ckweisung fÃ¼hren, sondern kann durch das Verwaltungsgericht, dem bezÃ¼glich der Sachverhaltsfeststellung laut § 51 VRG eine unbeschrÃ¤nkte ÃberprÃ¼fungsbefugnis zusteht, im Beschwerdeverfahren geheilt werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 63 N. 10). Das ist hier besonders angezeigt, weil die Vorinstanz gemÃ¤ss § 7 Abs. 1 VRG nicht zur allenfalls notwendigen Einvernahme der vom BeschwerdefÃ¼hrer angebotenen Zeugen befugt wÃ¤re (RB 1966 Nr. 23 = ZBl 68/1967, S. 327 = ZR 66 Nr. 176; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 14).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r das Entstehen einer Vertrauensgrundlage ist nicht entscheidend, seit wann in den streitbetroffenen RÃ¤umlichkeiten Videokabinen betrieben wurden, sondern wie lange die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden diesen Betrieb duldeten, ohne auf den erforderlichen Bewilligungen zu bestehen. Immerhin ist fÃ¼r die Beurteilung dieser zweiten Frage nicht unwesentlich, dass auch nach den Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers frÃ¼her im fraglichen Lokal der Sex-Shop C mit Videothek gefÃ¼hrt wurde, wobei letztere zwei Videokabinen umfasst haben soll. Laut den Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers in seinem Gesuch um eine Betriebsbewilligung an die Gewerbepolizei vom 21. MÃ¤rz 2002, betrieb er damals die Erotik-Video­kabinen des nunmehr "D-Clubs" genannten Lokals "seit drei Jahren", wobei offenbar der Betrieb von Sexshop und Videothek aufgegeben wurde. Der Betrieb sollte ausschliesslich als Vereinslokal des "D-Clubs" genutzt werden, bei dem es sich laut Gesuch um einen vom BeschwerdefÃ¼hrer prÃ¤sidierten "ideellen Verein" im Sinn von Art. 60 ff. des Zivilgesetzbuches handeln soll, der eine Interessengemeinschaft fÃ¼r FilmvorfÃ¼hrungen bezweckt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diese Angaben decken sich weit gehend mit dem Rapport der Sittenpolizei vom 12. Juni 2003 und der Gewerbepolizei vom 5. Juni 2003, wonach der bisherige Sexshop C zwischen Mitte 2000 und September 2001 in einen reinen Videokabinen-Betrieb unter den Namen "D-Club" umgewandelt worden sein soll. Die Darstellungen unterscheiden sich nur insofern, als der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, im frÃ¼heren Sexshop mit Videothek seien auch zwei Videokabinen betrieben worden, wÃ¤hrend laut beiden amtlichen Berichten sich in den RÃ¤umlichkeiten von Sex Shop C keine Videokabinen befunden haben sollen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ob im frÃ¼heren Sexshop C tatsÃ¤chlich zwei Videokabinen betrieben wurden, braucht indessen nicht weiter untersucht zu werden. Ebenso kann offen bleiben, ob irgendeine stÃ¤dtische Amtsstelle von diesen beiden Kabinen Kenntnis hatte. Auch wenn dies zutreffen wÃ¼rde, hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer aus der Duldung dieser beiden Kabinen nicht schliessen dÃ¼rfen, dass die Umwandlung des bisherigen Sex-Shops mit Videothek in einen reinen Videokabinen-Betrieb keine baurechtliche Bewilligung erfordere. Dass ein Ladenlokal, in dem an ein unbestimmtes Publikum erotische Artikel und Videos verkauft bzw. ausgeliehen werden, in baurechtlicher Hinsicht eine wesentlich andere Nutzung darstellt als das Vereinslokal einer Interessengemeinschaft fÃ¼r FilmvorfÃ¼hrungen, muss auch einem baurechtlichen Laien bewusst sein. Zudem darf angenommen werden, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer, dessen Bruder den Sexshop C seit 1995 betrieb und der selber als PrÃ¤sident des<br/> D-Clubs wirkte, die behÃ¶rdlichen Bestrebungen zur EindÃ¤mmung des Sexgewerbes im Kreis 4 nicht verborgen geblieben sein konnten. Wie das Verwaltungsgericht am 5. Fe­bruar 2003 erwogen hat (VB.2002.00393, E. 2c, <span>www.vgrzh.ch,</span> vom Bundesgericht bestÃ¤tigt am 19. August 2003; 1P.198/2003), ist Ã¼ber das Vorgehen der Stadt ZÃ¼rich gegen sexgewerbliche Betriebe in Gebieten mit hohem Wohnanteil in der Tagespresse eingehend berichtet worden und kann ein im Sexgewerbe tÃ¤tiger Unternehmer spÃ¤testens seit dem 26. No­vember 1997, als auch das Bundesgericht die Praxis der ZÃ¼rcher BehÃ¶rden schÃ¼tzte, sich nicht mehr darauf berufen, vom Bewilligungserfordernis und von der UnzulÃ¤ssigkeit sexgewerblicher Betriebe in Wohn- und Kernzonen mit einem Wohnanteil von 50% und mehr nicht gewusst zu haben. Auch aus dieser Sicht konnte der BeschwerdefÃ¼hrer, der als PrÃ¤sident eines fÃ¼r erotische FilmfÃ¼hrungen im Kreis 4 besorgten "ideellen Vereins" immerhin eine FÃ¼hrungsposition innehatte, aus der behaupteten Duldung zweier Videokabinen nicht in guten Treuen schliessen, er sei ohne Bewilligung zur Umnutzung des bisherigen Sexshops mit Videothek in einen Videokabinen-Betrieb befugt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Selbst wenn nachgewiesen wÃ¤re, dass die stÃ¤dtischen BehÃ¶rden die beiden Videokabinen im Betrieb Sex Shop C jahrelang duldeten, scheitert damit die Berufung auf den Vertrauensschutz schon daran, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt um das Bewilligungserfordernis hÃ¤tte wissen mÃ¼ssen. Die Abnahme der angebotenen Beweise ist deshalb nicht erforderlich.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Die Beschwerde ist somit als unbegrÃ¼ndet abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit 70 VRG). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat der Beschwerdegegnerin Ã¼berdies eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG), weil dieser durch die Beantwortung der Beschwerde ein besonderer Aufwand entstanden ist, der nur durch juristisch geschultes Personal geleistet werden konnte. Als angemessen erweist sich eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerin verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>