<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00482</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224377&amp;W10_KEY=13045537&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00482</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.09.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nachdem die Ehe mit seiner hier aufenthaltsberechtigten Ehefrau keine drei Jahre gedauert hat. Der Beschwerdeführer beruft sich auf seine berufliche Integration.] Der Beschwerdeführer kann keinen Anwesenheitsanspruch aus der weniger als drei Jahre dauernden Ehe ableiten (E. 2). Der Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung erweist sich auch als verhältnismässig (E. 3). Der Beschwerdeführer kann auch keinen Anwesenheitsanspruch aus Art. 8 EMRK (Recht auf Privatleben) aufgrund seiner beruflichen Integration ableiten (E. 4). Die Vorinstanzen haben ihr Ermessen nicht verletzt, indem sie einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall verneinten (E. 5). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68124" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00482</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">25. September 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1996, StaatsangehÃ¶riger von Nordmazedonien, heiratete am 2. Januar 2018 die damals in der Schweiz aufenthaltsberechtigte italienische StaatsangehÃ¶rige C, geboren 1994. Am 25. August 2020 reiste er in die Schweiz ein und erhielt am 7. Dezember 2020 im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, befristet bis 24. August 2025. Die Ehefrau erhielt am 11. Juli 2022 die Niederlassungsbewilligung. Am 3. Februar 2023 wurde die Ehegemeinschaft mit dem Auszug von A aus dem gemeinsamen Haushalt aufgegeben. Gleichentags wandte sich C per E-Mail an das Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit (AWA) und teilte mit, A habe sie nur aus auslÃ¤nderrechtlichen GrÃ¼nden geheiratet. GestÃ¼tzt auf diese Meldung wurden die Ehegatten durch die Kantonspolizei ZÃ¼rich betreffend den Verdacht auf Eingehung einer Scheinehe am 15. bzw. 28. September 2023 getrennt voneinander befragt. Mit VerfÃ¼gung vom 6. Juni 2024 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A, wies ihn aus dem Schengen-Raum weg und setzte ihm Frist zum Verlassen dieser Gebiete bis am 6. September 2024. FÃ¼r den Fall der Nichtbeachtung der Ausreisefrist wurden ihm Zwangsmassnahmen in Aussicht gestellt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 24. Juli 2024 ab, unter Ansetzung einer neuen Ausreisefrist bis zum 31. Oktober 2024.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 23. August 2024 liess der BeschwerdefÃ¼hrer dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben bzw. die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Sachverhalt1">Das Migrationsamt verzichtete auf eine Beschwerdeantwort; die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaates der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur insoweit, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. AngehÃ¶rige aus EU-Staaten dÃ¼rfen hierbei nicht aufgrund ihrer StaatsangehÃ¶rigkeit diskriminiert werden (Art. 2 FZA).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden (vgl. BGE 130 II 113= Pr 93 [2004] Nr. 171, E. 8 f.; EuGH, 13. Februar 1985, Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985, 567 ff., N. 18 ff.). <span>Der Aufenthaltsanspruch des auslÃ¤ndischen Ehegatten nach Art. 3 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs: Demnach erscheint es rechtsmissbrÃ¤uchlich, sich auf eine lediglich formell fortbestehende Ehe zu berufen, wenn diese ausschliesslich (noch) dazu dient, auslÃ¤nderrechtliche Zulassungsvorschriften zu umgehen. Dies ist bei einer getrennten, definitiv gescheiterten und inhaltsleeren Ehe zu vermuten. Eine solche ist insbesondere anzunehmen, wenn der Ehewille mindestens eines Ehegatten definitiv erloschen ist (vgl. BGE 130 II 113= Pr 93 [2004] Nr. 171, E. 4.2 und 9; BGE 139 II 393, E. 2.1; VGr, 21. Februar 2017, VB.2016.00758, E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b><span>Weil nur das <i>intakte</i> (Familien-)Eheleben durch Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) geschÃ¼tzt wird, entfÃ¤llt bei einer nur noch formell aufrechterhaltenen, inhaltsleeren Ehe zudem auch ein grundrechtlicher Aufenthaltsanspruch aus dem Recht auf Familienleben in Bezug zur Beziehung zur Ehefrau.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b><span>Der nacheheliche Aufenthalt ist im FZA nicht geregelt, richtet sich aber aufgrund des Diskriminierungsverbots von Art. 2 FZA grundsÃ¤tzlich nach den Bestimmungen, die fÃ¼r FamilienangehÃ¶rige von Schweizerinnen und Schweizern gelten (vgl. BGr, 13. MÃ¤rz 2017, 2C_536/2016, E. 3.3 und die PrÃ¤zisierung in BGE 144 II 1 E. 4.7). Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft besteht gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 AIG ein entsprechender Bewilligungsanspruch weiter, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ eine erfolgreiche Integration besteht (so die bis Ende 2018 gÃ¼ltige Fassung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) bzw. die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (so die seit dem 1. Januar 2019 geltende und materiell gleichwertige Fassung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG, ausfÃ¼hrlich dazu VGr, 17. April 2019, VB.2018.00796, E. 4.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Vorliegend ist unbestritten, dass die Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers gescheitert ist. Ebenfalls unbestritten ist der Umstand, dass die Ehe weniger als drei Jahre dauerte. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, die Dreijahresfrist sei nur knapp verfehlt worden und es sei Ã¼berspitzt formalistisch, sich an dieser Zahl festzuhalten, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Frist von drei Jahren Ehegemeinschaft gilt nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung absolut. Selbst wenn sie nur um wenige Wochen oder Tage verpasst wird, besteht kein Anspruch mehr darauf, dass die Bewilligung verlÃ¤ngert wird (vgl. statt vieler BGr, 5. November 2014, 2C_995/2014). Die Dreijahresfrist wurde vorliegend auch nicht knapp verpasst, der BeschwerdefÃ¼hrer lebte vom 25. August 2020 bis zum 3. Februar 2023 und damit wÃ¤hrend weniger als zweieinhalb Jahren mit seiner Ehefrau zusammen. <span>Damit entfallen Ã¼berdies auch allfÃ¤llige AnsprÃ¼che aus dem konventions- und verfassungsmÃ¤ssig geschÃ¼tzten Recht auf Familienleben in Bezug auf die Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seiner Ehefrau. Sodann macht der BeschwerdefÃ¼hrer auch keine wichtigen persÃ¶nlichen GrÃ¼nde im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG geltend.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Da die Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers nicht mehr gelebt wird, kann seine Aufenthaltsbewilligung infolge ZweckerfÃ¼llung im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG widerrufen werden (vgl. VGr, 20. Mai 2021, VB.2020.00860, E. 2.7). Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt indes nicht automatisch zum Widerruf der Aufenthaltsbewilligung; diese Rechtsfolge kann nur eintreten, wenn diese Massnahme unter BerÃ¼cksichtigung der persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse der betroffenen Person als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (vgl. Art. 96 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, der <a id="_Hlk178576540">Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung </a>sei aufgrund seiner beruflichen Integration nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer kam im August 2020 im Alter von 24 Jahren in die Schweiz und arbeitet bei einer Unternehmung im Baugewerbe bzw. im GerÃ¼stbau. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, handelt es sich bei seiner Arbeit nicht um eine besonders qualifizierte TÃ¤tigkeit. Der ursprÃ¼ngliche Zweck des Aufenthalts des BeschwerdefÃ¼hrers â das Familienleben mit seiner Ehefrau â ist weggefallen. Die Voraussetzungen fÃ¼r einen nachehelichen Aufenthaltsanspruch sind nicht gegeben. Bis zu seinem 24. Lebensjahr lebte der BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Heimatland und reiste vor etwas mehr als vier Jahren in die Schweiz ein. Es liegen keine Hinweise vor, die darauf hindeuten, dass ihm eine RÃ¼ckkehr in sein Heimatland nicht zumutbar wÃ¤re. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erweist sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, dass er auch aufgrund seiner beruflichen Integration gestÃ¼tzt auf das Recht auf Privatleben gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) einen Anwesenheitsanspruch geltend machen kann. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht kann sich aus dem Schutz des Privatlebens, d. h. aus Art. 8 EMRK sowie Art. 13 BV ergeben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann bei einem rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt von rund zehn Jahren regelmÃ¤ssig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es besonderer GrÃ¼nde bedarf, um den Aufenthalt einer auslÃ¤ndischen Person zu beenden; die Steuerung der Einwanderung genÃ¼gt als einziges Ã¶ffentliches Interesse hierfÃ¼r nicht mehr. Im Einzelfall kann es sich freilich anders verhalten und die Integration zu wÃ¼nschen Ã¼briglassen (BGE 144 I 266 ff., E. 3.8 und 3.9). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sich weniger als zehn Jahre in der Schweiz auf, weshalb eine Berufung auf das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierte, einen Anwesenheitsanspruch vermittelnde Recht auf Privatleben ausser Betracht fÃ¤llt. Dass er beruflich integriert ist, vermag an dieser Feststellung nichts zu Ã¤ndern. Es besteht folglich kein Anlass die Sache zur weiteren SachverhaltsabklÃ¤rung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zu prÃ¼fen bleibt, ob<span> </span>ein schwerwiegender persÃ¶nlicher HÃ¤rtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Vorinstanzen haben das Vorliegen eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG geprÃ¼ft und verneint.</p> <p class="Erwgung3">Bei der Beurteilung, ob eine Aufenthaltsbewilligung wegen eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG zu erteilen ist, sind nach Art. 31 Abs. 1 VZAE namentlich die Integration der gesuchstellenden Person, die FamilienverhÃ¤ltnisse, die finanziellen VerhÃ¤ltnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand und die MÃ¶glichkeiten fÃ¼r eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu berÃ¼cksichtigen. Bei Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG handelt es sich um eine Ausnahmebestimmung. Die auslÃ¤ndische Person muss sich in einer persÃ¶nlichen Notlage befinden; ihre Lebens- und Daseinsbedingungen mÃ¼ssen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern in gesteigertem Mass infrage gestellt sein bzw. die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung muss einen schweren Nachteil zur Folge haben (vgl. VGr, 23. Januar 2020, VB.2019.00564, E. 5.2).</p> <p class="Erwgung2">Da die Erteilung einer HÃ¤rtefallbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der Vorinstanzen steht, kann das Verwaltungsgericht in diesem Zusammenhang lediglich prÃ¼fen, ob diese ihr Ermessen bei der Bewilligungsverweigerung rechtsverletzend ausgeÃ¼bt haben (§ 50 VRG; vgl. Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 50 N. 25 f.).</p> <p class="Erwgung2">Nach dem unter E. 3.3 Gesagten haben <a id="_Hlk178576695">die Vorinstanzen ihr Ermessen nicht verletzt, indem sie einen schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefall verneinten.</a></p> <p class="Urteilstext">Damit ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzulegen und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5.<span> </span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>