Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 19. November 2019 (400 19 196) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Verlust oder Reduktion des Honorars bei relevanter Unsorgfalt des Beauftragten im Bauwesen. Auslagen gemäss §§ 15 und 16 Tarifordnung sind in d er Honorarrechnung separat aus- zuweisen; andernfalls ist zusätzlich zum Grundhonorar k ein Auslagenersatz geschuldet (E. 10). Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco Parteien A.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Nüssli, Hauptstrasse 2a, Postfach 325, 4143 Dornach 1, Klägerin und Berufungsbeklagte gegen B.____ , vertreten durch Advokat Patrick Frey, Lindenhofstrasse 32, Postfach 2110, 4002 Basel, Beklagte und Berufungsklägerin Gegenstand Forderung Berufung gegen den Entscheid des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 26. März 2019 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Zwischen April 2017 und Oktober 2017 erbrachte A.____ (Klägerin) verschiedene projekt- bezogene Arbeiten im Bauwesen für B.____ (Beklagte) a uf der Grundlage einer mündlichen Absprache. Der Aufwand wurde periodisch auf Honorarba sis nach Stundenaufwand abgerech- net. Am 20. Oktober 2017 schlossen dieselben Parteien einen schriftlichen "Vertrag für freie Mitarbeit", worin sie ein monatliches Honorar von CHF 1 4'500.00 (ohne Mehrwertsteuer), fällig jeweils am Ende des laufenden Monats, vereinbarten. B. Mit Rechnung Nr. 027/2017 vom 25. Oktober 2017 verla ngte die Klägerin gestützt auf die mündliche Abrede für ihre vom 16. September 2017 bis zum 25. Oktober 2017 erbrachten Leis- tungen die Bezahlung eines Honorars von CHF 9'814.60. Am 15. November 2017 bezahlte die Beklagte den Betrag von CHF 6'000.00 an die Klägerin. Mit Rechnung Nr. 028/2017 vom 24. November 2017 stellte die Klägerin sodann das schr iftlich vereinbarte Honorar für den Monat November 2017 in Höhe von CHF 14'500.00 der Beklagten in Rechnung. C. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2017 löste die Beklagte den "Vertrag für freie Mitarbeit" vom 20. Oktober 2017 mit sofortiger Wirkung auf. Nachd em ein Grossteil der geltend gemach- ten Honorarforderungen unbezahlt geblieben war, lei tete die Klägerin am 7. Mai 2018 ein Schlichtungsverfahren beim Friedensrichteramt Oberwil / Therwil gegen die Beklagte ein, mit dem sie die Zahlung von CHF 28'314.60 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Mai 2018 forderte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten. Die Klägerin behielt sich dabei die Geltendmachung einer Mehrforderung ausdrücklich vor. Di e Beklagte erschien am 13. Juni 2018, wie vorgängig angekündigt, nicht zur Schlichtun gsverhandlung, worauf das Friedensrich- teramt Oberwil / Therwil der Klägerin gleichentags di e Klagebewilligung ausstellte und ihr die Schlichtungskosten von CHF 240.00 auferlegte. D. Mit Eingabe vom 11. September 2018 machte die Kläger in gestützt auf die Klagebewilli- gung vom 13. Juni 2018 eine Forderungsklage mit denselb en Rechtsbegehren beim Zivilkreis- gericht Basel-Landschaft West anhängig. Die Forderung von CHF 28'314.60 setzte sich aus einem Resthonorar von CHF 3'814.60 für den Leistungsze itraum vom 16. September 2017 bis 25. Oktober 2017, dem Honorar für November 2017 in Hö he von CHF 14'500.00 sowie einer teilklageweisen Schadenersatzforderung von CHF 10'000. 00 zuzüglich Verzugszinsen zusam- men. Die Beklagte ersuchte mit Klageantwort vom 26. N ovember 2018 um vollumfängliche Abweisung der Klage, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Klägerin. In der Folge lud der vor- instanzliche Gerichtspräsident mit Verfügung vom 28. Novem ber 2018 die Parteien zur Haupt- verhandlung vor. Gleichzeitig ordnete er die Befragun g der von den Parteien angerufenen Zeu- gen C.____, D.____ und E.____ anlässlich der Hauptverha ndlung an. Die übrigen Beweisan- träge der Parteien wies er ab. E. Im Anschluss an die Hauptverhandlung vom 26. März 2019 e röffnete der vorinstanzliche Gerichtspräsident den Parteien seinen Entscheid im Dispo sitiv. Er hiess die Klage teilweise gut und verpflichtete die Beklagte zur Zahlung von CHF 14' 500.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Mai 2018 an die Klägerin. Für die Mehrforderung wies er die Klage ab. Im Weiteren auferleg- te er die Gerichtsgebühr von CHF 3'730.00 – respektive von CHF 4'600.00 bei einem Antrag auf schriftliche Entscheidbegründung – sowie die Kosten des S chlichtungsverfahrens von CHF 240.00 den Parteien je zur Hälfte und schlug die ausserordentlichen Kosten wett. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Der auf Antrag der Beklagten schriftlich begründete En tscheid vom 26. März 2019 wurde den Parteien am 18. Juni 2019 zugestellt. Dagegen er hob die Beklagte mit Eingabe vom 15. August 2019 Berufung beim Kantonsgericht Basel-L andschaft, Abteilung Zivilrecht, mit fol- genden Rechtsbegehren: "1. Es sei der Entscheid des Gerichtspräsidenten vom 26. März 2019 aufzuheben und es sei die Klage der Berufungsbeklagten vom 11. September 2018 vollumfänglich abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten für das erst- instanzliche Verfahren und das Berufungsverfahren." G. Nach Eingang der Berufungsantwort vom 1. Oktober 2019 , mit welcher die Berufungs- beklagte die kostenfällige Abweisung des Rechtsmittels bea ntragte, schloss das instruierende Gerichtspräsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsge richts den Schriftenwechsel und kün- digte den Entscheid in der Sache durch die Dreikammer der zivilrechtlichen Abteilung des Kan- tonsgerichts auf Grundlage der Akten an. Auf die Begr ündungen beider Parteien wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Erwägungen 1. Erstinstanzliche Endentscheide sind mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der vor der Vorinstanz zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren in vermögensrechtlichen Angele- genheiten mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO; REETZ /THEILER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm. , 3. Aufl., 2016, Art. 308 N 39 f.). Massgebend sind die bis zur Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheides vor- gebrachten Erklärungen der Parteien (KGer BL 410 11 3 20 vom 31. Januar 2012 E. 1). Die Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 für die Erhebung der Berufung ist angesichts der vor der Urteilseröffnung der Vorinstanz im Streit gewesenen F orderung der Berufungsbeklagten in Höhe von CHF 28'314.60 erreicht. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung bei der Rechts- mittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des begr ündeten Entscheides schriftlich und begründet einzureichen. Die Zustellung des schriftlich b egründeten Entscheids an die Parteien erfolgte am 18. Juni 2019. Unter Berücksichtigung des Fri stenstillstands vom 15. Juli bis und mit 15. August 2019 (Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO) ende te die Berufungsfrist damit am 19. August 2019. Mit Eingabe der Berufung am 15. August 2019 w urde diese Frist eingehalten. Die Dreier- kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts ist fü r die Beurteilung der vorliegenden Berufung sachlich zuständig (§ 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO) un d der Entscheid ergeht gestützt auf Art. 316 Abs. 1 ZPO aufgrund der Akten. 2.1 Gemäss Art. 310 ZPO können mit der Berufung die unri chtige Rechtsanwendung (lit. a) und / oder die unrichtige Feststellung des Sachverhalts ( lit. b) durch die Vorinstanz geltend gemacht werden. Die Berufungsklägerin hat sich demnach in der Berufungsschrift mit den Erwägungen des erstinstanzlichen Entscheides auseinanderzu setzen. Sie hat konkret darzule- gen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerha ft erachtet wird. Bei der Rüge der nicht richtigen Rechtsanwendung soll dargetan werden, welche unrichtigen Rechtsanwendungen von der Berufungsinstanz geprüft werden sollen. Bei der Rü ge der unrichtigen Feststellung des Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhaltes hat die Rechtsmittelklägerin darzutun, wa rum eine bestimmte Feststellung nicht richtig sein soll. Aufgrund dieses Begründungserforderni sses genügt es nicht, wenn die Beru- fungsklägerin lediglich auf die vor erster Instanz vorget ragenen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 ; KGer BL 400 19 62 vom 10. September 2019 E. 1.2; R EETZ /T HEILER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., 2016, Art. 311 N 36). Ebenso wenig genügt in aller R egel der blosse pauschale Verweis auf Beilagen. Es ist nicht Sache des Gerichts und der Gegenpa rtei, Beilagen danach zu durchfors- ten, ob sich daraus etwas zu Gunsten der behauptungsbela steten Partei ableiten lässt (BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.2.1; 4A_281/201 7 E. 5; 4A_195 und 197/2014 E. 7.3.3). Bei nicht anwaltlich vertretenen Parteien ist es gerech tfertigt, nicht zu hohe Anforderungen an eine Rechtsmitteleingabe zu stellen, solange vom Kanton sgericht mindestens sinngemäss nachvollzogen werden kann, welche Änderung im Dispositiv eines erstinstanzlichen Entscheids beantragt wird und weshalb die Rechtsmittelklägerin de r Ansicht ist, dass der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft sei. Wenn aus einer Berufungseingabe zwar ein Antrag hervorgeht, jedoch zur Begründung Ausführungen ohne jedwelche Bezugnahme auf die Erwägungen in der Urteils- begründung der Vorinstanz emacht werden, fehlt es der Berufungsinstanz an einem Anhalts- punkt zur Überprüfung des angefochtenen Erstinstanzentscheids. In diesen Fällen tritt das Kan- tonsgericht auf die Berufung nicht ein. Eine Rückweisung zur Verbesserung ist mangels gesetz- licher Grundlage in solchen Fällen ausgeschlossen (BGE 1 37 III 617 E. 6.4). Das Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, hat sich m ehrfach zu den inhaltlichen Erforder- nissen an eine Berufungsschrift geäussert und seine Praxis i m oben umschriebenen Sinn im- mer wieder bestätigt (vgl. etwa KGer BL 400 12 132 vom 14. August 2012 E. 1.2, 400 13 28 vom 16. Juli 2013 E. 1.2, 400 13 90 vom 25. Juni 2013 E. 2.1 oder 400 17 271 vom 9. Januar 2018 E. 1.2). 2.2 Laut der Berufungsbeklagten erfülle die Berufungsschrift die soeben erwähnten inhaltli- chen Voraussetzungen nicht. Die Berufungsklägerin beschränke sich darauf, die Beweiswürdi- gung der Vorinstanz in allgemeiner Form zu kritisieren, ohne in genügender Weise zu konkreti- sieren, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt unricht ig festgestellt bzw. eine unzureichende rechtliche Würdigung vorgenommen habe. Die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kan- tonsgerichts ist anderer Ansicht. Zwar kann der Berufun gsbeklagten insoweit zugestimmt wer- den, als in der Berufungsschrift über weite Strecken di e vorinstanzlichen Erwägungen im ange- fochtenen Entscheid wiedergegeben werden, ohne bestimm t darzulegen, inwiefern diese feh- lerhaft sein sollen. In der Berufungsschrift lassen sich vereinzelt aber auch konkrete Rügen nach Art. 310 ZPO und eine hinreichende Auseinanderset zung mit den Erwägungen der Vorinstanz finden, auf die nachfolgend im Detail eing egangen wird. Die Rechtsmittelschrift der Berufungsklägerin genügt damit den formalen und inhal tlichen Anforderungen an eine Beru- fung, so dass auf diese eingetreten werden kann. 3.1 Im angefochtenen Entscheid vom 26. März 2019 erwog die V orinstanz, die Parteien hät- ten sich für die von der Berufungsbeklagten zwischen dem 1 6. September 2017 und 25. Oktober 2017 erbrachten Leistungen auf ein Honora r von CHF 6'000.00 geeinigt und damit den ursprünglichen Rechnungsbetrag von CHF 9'814.60 um CHF 3'814.60 reduziert. Von der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Berufungsklägerin sei dementsprechend eine Zahlung von CHF 6'000.00 an die Berufungs- beklagte geleistet worden. Für den Monat November 2017 habe die Berufungsbeklagte sodann am 24. November 2017 das schriftlich vereinbarte Pauschal honorar von CHF 14'500.00 in Rechnung gestellt, welches noch ausstehend sei. Die Beruf ungsklägerin sei jedoch der Auffas- sung, das Novemberhonorar mangels Auftragserbringung bzw. sorgfältiger Auftragsausführung der Berufungsbeklagten nicht zu schulden. Wolle der Auf traggeber kein Honorar zahlen oder gar Schadenersatz fordern, habe dieser nachzuweisen, d ass der Beauftragte unsorgfältig gehandelt habe und diese Unsorgfalt für den Misserfol g kausal gewesen sei, so die Vorinstanz. Um jeglichen Vergütungsanspruch zu verlieren, müsse das Ergebnis der erbrachten Leistungen für die Berufungsklägerin gar unbrauchbar gewesen sein. Die Berufungsklägerin habe zwar das Gericht in einzelnen Punkten von einer unsorgfältigen Auftragserfüllung durch die Berufungs- beklagte überzeugen können. Sie sei indessen den Beweis des Unbrauchbarseins der erbrach- ten Leistungen in Bezug auf die nachgewiesenen Sorgf altswidrigkeiten der Berufungsbeklagten schuldig geblieben. Ein gänzlicher Verlust des Honoraransp ruchs der Berufungsbeklagten für November 2017 falle daher nicht in Betracht. 3.2 Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid weite r aus, eine Reduktion des Hono- raranspruchs rechtfertige sich einzig bei relevanten Sorg faltswidrigkeiten durch die Berufungs- beklagte. Im Verhältnis zu den erbrachten Gesamtleistung en seien die nachgewiesenen Sorg- faltspflichtverletzungen der Berufungsbeklagten allerdi ngs von solch geringfügiger Bedeutung, dass sie für die Beurteilung einer Honorarreduktion nich t relevant seien. Eine Reduktion des Honorars sei daher nicht angebracht. Die Berufungskläge rin habe es zudem unterlassen, die möglichen und zumutbaren Umstände darzulegen, welche d em Gericht eine Schätzung des Herabsetzungsbetrages zumindest hätten erleichtern kön nen. Somit wäre auch bei Bejahung einer relevanten Unsorgfalt eine Herabsetzung des Honor ars durch das Gericht unterblieben. Gestützt darauf sah die Vorinstanz die Klage hinsichtlich des Novemberhonorars von CHF 14'500.00 zuzüglich Verzugszinsen zu Gunsten der Berufungsbeklagten als berechtigt. 3.3 Die zusätzlich geltend gemachte Teilforderung der Ber ufungsbeklagten in Höhe von CHF 10'000.00 als Schadenersatz infolge der behauptet en Kündigung des Auftragsverhältnis- ses zur Unzeit durch die Berufungsklägerin wies die Vori nstanz hingegen ab. Sie begründete die Abweisung damit, die eigenmächtige Änderung der Kubaturen und Preise durch den Geschäftsführer der Berufungsbeklagten in der Unterne hmerofferte der F.____ GmbH zu den Aushubarbeiten im Projekt an der L.____strasse in Therw il habe die Vertrauensgrundlage zwi- schen den Parteien in einer Weise erschüttert, dass der Berufungsklägerin die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht mehr habe zugemutet werden k önnen. Die Kündigung vom 6. Dezember 2017 durch die Berufungsklägerin sei daher nicht zur Unzeit erfolgt, weshalb die Schadenersatzforderung der Berufungsbeklagten abgewiesen werden müsse. 4.1 Im Berufungsverfahren bestreitet die Berufungsklägerin, der Gegenseite das Honorar für November 2017 gemäss Rechnung Nr. 028/2017 vom 24. Nove mber 2017 zu schulden. Even- tualiter sei das Honorar für die Berufungsbeklagte be trächtlich zu mindern. Als Grund führt die Berufungsklägerin im Wesentlichen an, die Gegenseite ha be im Rahmen des vereinbarten Auf- tragsverhältnisses keine brauchbaren Arbeiten erbracht und sogar einen Schaden bei ihr verur- sacht. Die Rechtsprechung gehe mehrheitlich davon aus, dass ein Honorar nur bei korrekter Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und sorgfaltsgemässer Auftragsausführung geschuldet sei. Eine relevante Unsorgfalt führe zum Wegfall der Honorarforderung bzw. berechtige zu eine r Honorarreduktion, nicht nur zur Gel- tendmachung eines Schadenersatzes. Im Falle der Verletzun g oder Schlechterfüllung des Auf- trages bestehe somit nur für diejenige Tätigkeit ein Ho noraranspruch, welche vertragskonform ausgeführt worden sei. Entgegen der Vorinstanz sei der Auftrag durch die Berufungsbeklagte derart schlecht ausgeführt worden, dass ein Wegfall des ge samten zugesprochenen Honorars für November 2017 in Höhe von CHF 14'500.00 die ein zig richtige rechtliche Konsequenz sein könne. 4.2 Die Berufungsklägerin bringt ferner vor, die Vorinstanz habe selber ausgeführt, dass sie von einer unsorgfältigen Auftragserfüllung durch die B erufungsbeklagte überzeugt sei. So habe die Berufungsbeklagte die Ausschreibungsbedingungen der I .____ AG benutzt und diese nicht einmal an die Berufungsklägerin angepasst. In der Branche handle es sich hierbei um eine gro- be Unsorgfältigkeit. Es sei ein wesentlicher Bestandtei l des Auftragsverhältnisses gewesen, die jeweiligen Ausschreibungsbedingungen richtig und rechtze itig zu verfassen und auszuschrei- ben. Nur auf diese Weise habe ein Fortgang der Arbeiten ohne Zeitverlust sichergestellt werden können. Indem die Berufungsbeklagte lediglich die Bed ingungen eines anderen Unternehmens benutzt habe und sie sich nicht einmal die Mühe gemac ht habe, die Bedingungen anzupassen, habe sie ihre Sorgfaltspflicht auf schwere Weise verletzt . Sowohl das eigentliche Produkt wie auch die gesamte Ausschreibung seien somit für die Berufungsklägerin unbrauchbar gewesen. 4.3 Die Berufungsbeklagte entgegnet, die Gegenseite behau pte lediglich pauschal, dass die von ihr erbrachten Leistungen unbrauchbar gewesen seien und sogar Schaden versucht hätten, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Die Berufungsklägerin verweise dafür lediglich auf ihr Kündigungsschreiben vom 6. Dezember 2017 und auf ihr S chreiben vom 27. März 2018. Im Kündigungsschreiben werde der Berufungsbeklagten unter stellt, Unternehmerunterlagen bewusst gefälscht und damit einen Imageschaden verursacht zu haben. Dieser in aller Form bestrittene Vorwurf werde dann erst im Schreiben der B erufungsklägerin vom 27. März 2018 näher konkretisiert. Inwiefern jedoch die Leistungen der Berufungsbeklagten im November 2017 unbrauchbar gewesen sein sollen, werde hingegen nicht ansatzweise dargelegt. Die Verwen- dung von Ausschreibungsbedingungen, welche unter einem die Werbung betreffenden Neben- punkt versehentlich den früheren Arbeitgeber des Geschä ftsführers der Berufungsbeklagten aufführe, habe die Vorinstanz zwar als unsorgfältiges Handeln qualifiziert. Gleichzeitig habe sie jedoch festgehalten, dass nicht ersichtlich sei, inwiefern sich dieser Umstand zum Nachteil der Berufungsklägerin ausgewirkt habe. Nach Meinung der Beru fungsbeklagten hätten die Aus- schreibungsunterlagen tatsächlich keinerlei negativen Ausw irkungen auf das Ausschreibungs- prozedere gehabt, zumal das Versehen nur einen untergeo rdneten Nebenpunkt betroffen habe und auch sofort als redaktioneller Fehler erkennbar gewesen sei. 5.1 Im Berufungsverfahren ist zum einen unbestritten geblie ben, dass die von der Berufungs- beklagten zwischen dem 16. September 2017 und dem 25. Oktober 2017 erbrachten Leistun- gen, für welche die Rechnung Nr. 027/2017 vom 25. Oktob er 2017 im Umfang von CHF 9'814.60 gestellt worden war, mit einem Betrag von CHF 6'000.00 vergütet worden sind. Zum anderen ist die Feststellung der Vorinstanz unangefochten geblieben, wonach das im "Ver- trag für freie Mitarbeit" vom 20. Oktober 2017 verei nbarte monatliche Honorar von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 14'500.00 ein Pauschalhonorar für künftige Leistun gen der Berufungsbeklagten darstellt. Nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens ist sodann der als Teilforderung geltend gemachte Schadenersatz zufolge behaupteter Kündigung zur Unzeit durch die Berufungsklägerin, der von der Vorinstanz abgewiesen worden und im Rechtsmittelverf ahren unangefochten geblieben ist. Im vorliegenden Berufungsverfahren geht es demnach einzi g um die Frage, ob die Vorinstanz die Berufungsklägerin zu Recht zur Zahlung eines Honora rs von CHF 14'500.00 für den Monat November 2017 nebst Verzugszinsen an die Berufungsbeklagte verurteilt hat. Grundlage dieses Anspruchs bildet der am 20. Oktober 2017 zwischen den Pa rteien geschlossene "Vertrag für freie Mitarbeit", mit welchem sich die Berufungsbeklagte verpflichtet hatte, für die Berufungsklä- gerin Projekt- und Bauleitungsarbeiten sowie die Devisierung und örtliche Bauleitung für diverse Projekte zu übernehmen. Als Vergütung für diese Dienstl eistungen wurde ein Honorar von CHF 14'500.00, fällig am Ende des jeweiligen Monats, vereinbart. Auf den "Vertrag für freie Mit- arbeit" vom 20. Oktober 2017 hat die Vorinstanz die auftragsrechtlichen Bestimmungen gemäss Art. 394 ff. OR angewendet. Dieser Vertragsqualifikat ion durch die Vorinstanz kann uneinge- schränkt gefolgt werden. Einerseits können juristische Perso nen wie die Berufungsbeklagte keine Arbeitnehmer im Sinne von Art. 321 OR sein. An dererseits stellen die Arbeitsvergebung, Bauleitung, Baubetreuung und Prüfung von Bauwerken a llesamt Auftragsleistungen und keine werkvertraglichen Leistungen dar, da eine Verpflichtung zur Herstellung eines Bauwerkes fehlt (BGE 115 II 61 E. 1, in: Pra 1989 Nr. 250 S. 890 ff .; BGE 109 II 462 E. 3; BSK OR-W EBER, 6. Aufl., 2015, Art. 394 N 31). Die Vorinstanz gibt im angefochtenen Entscheid die auftrags- rechtlichen Voraussetzungen für eine Honorarreduktion oder den Wegfall der Honorarforderung zu Gunsten des Beauftragten korrekt wieder. Nach Art. 398 Abs. 1 OR hat ein Beauftragter im Allgemeinen die gleiche Sorgfalt wie ein Arbeitnehm er im Arbeitsverhältnis anzuwenden. Er haftet dem Auftraggeber für getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts (Art. 398 Abs. 2 OR). Während der Beauftragt e, der sein (volles) Honorar verlangt, die Erfüllung des ihm übertragenen Auftrags zu beweise n hat, muss im Gegenzug ein Auftrag- geber, welcher kein oder nur ein reduziertes Honorar b ezahlen will, nachweisen, dass der Be- auftragte unsorgfältig gehandelt hat und diese Unsorg falt für den Misserfolg kausal war (BK- FELLMANN , 1992, Art. 394 N 488, 541). Das Vorliegen einer relevanten Unsorgfalt führt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in Nachachtung des Äqui valenzgedankens dazu, dass das Honorar entsprechend dem Wert der unsorgfältigen Arbeit gekürzt werden kann. Kommt die mangelhafte Erfüllung des Auftrags einer vollstän digen Nichterfüllung gleich und ist sie daher für den Auftraggeber nutzlos oder unbrauchbar, k ann der Beauftragte seinen Vergü- tungsanspruch verlieren (BGE 124 III 423 E. 3, in: Pr a 1999 Nr. 22; BGer 4A_34/2011 vom 10. Mai 2011 E. 3; BGE 110 II 375 E. 2, in: Pra 198 5 Nr. 59; BSK OR I-O SER /W EBER , 7. Aufl., 2019, Art. 394 N 43). 5.2 Mit Klage vom 11. September 2018 forderte die Berufu ngsbeklagte von der Berufungs- klägerin unter anderem die Bezahlung eines Pauschalhon orars von CHF 14'500.00 für den Monat November 2017. Zwecks Nachweises ihres Honoraransp ruches reichte sie den unter- zeichneten "Vertrag für freie Mitarbeit", die Honorar rechnung Nr. 028/2017 vom 24. November 2017 sowie die Detailblätter mit den Arbeitszeitenerf assungen und den erbrachten Leistungen zu den einzelnen Projekten ein. Die Berufungsbeklagte machte damit die Erfüllung des Mandats im Monat November 2017 geltend. Wie bereits im vorin stanzlichen Verfahren wirft die Beru- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungsklägerin der Berufungsbeklagten auch im Rechtsmittel verfahren eine unsorgfältige Auf- tragsausführung vor. So soll der Fehler der Berufungs beklagten bei der Erstellung der Aus- schreibungsunterlagen (dazu Erwägung 4.2) laut der Beru fungsklägerin dazu geführt haben, dass sowohl das eigentliche Produkt als auch die gesamte Ausschreibung unbrauchbar gewe- sen seien. Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilun g Zivilrecht, kann der Ansicht der Berufungsklägerin aus mehreren Gründen nicht folgen. D iese übersieht zum einen, dass die Ausschreibungsarbeiten zum Projekt M.____weg in Oberwil nicht Gegenstand der hier zu beur- teilenden Rechnung Nr. 028/2017 vom 24. November 201 7 sind. Dem entsprechenden Detail- blatt zum genannten Projekt lässt sich entnehmen, dass die Berufungsbeklagte folgende Arbei- ten im Rechnungszeitraum November 2017 ausgeführt hatt e: Bauleitung, Bauherren- besprechung, diverse Bürositzungen, Abklärung mit Werke n sowie Devisierung. Die fraglichen Ausschreibungsarbeiten werden im Detailblatt nicht aufg eführt und es ist davon auszugehen, dass diese bereits vor November 2017 durchgeführt wurde n. Der Berufungsklägerin gelingt es somit nicht, mit dem Vorwurf der fehlerhaften Erstellu ng der Ausschreibungsunterlagen eine relevante Unsorgfalt der Berufungsbeklagten im Rechnungsz eitraum zu belegen. Zum anderen wird von der Berufungsklägerin nicht ausgeführt, weshal b der Fehler im Ausschreibungstext, der einen Nebenpunkt der Ausschreibung betraf, wesentl ich gewesen sein soll. Ebenso wenig legt sie in der Berufungsschrift dar, inwiefern dieser Fehler in den Ausschreibungsunterlagen tatsächlich negative Auswirkungen auf das Ausschreibungspro dezere hatte und die Ausschrei- bungsarbeiten der Berufungsbeklagten für sie nutzlos oder unbrauchbar waren. Weder behaup- tet die Berufungsklägerin, dass die Ausschreibung infolge des Fehlers wiederholt werden muss- te, noch begründet und belegt sie den lediglich in pau schaler Weise behaupteten Zeitverlust, der aufgrund des Ausschreibungsfehlers entstanden sein soll. Mit dem Verweis auf ihre Schrei- ben vom 6. Dezember 2017 und 27. März 2018 sowie auf d as vorinstanzliche Protokoll zur Gerichtsverhandlung vom 26. März 2019 kommt die Berufung sklägerin ihrer Substantiierungs- pflicht nicht rechtsgenüglich nach. 5.3 Doch selbst wenn sich die fehlerhafte Ausschreibung nachwei slich negativ auf den Zeit- plan der Berufungsklägerin ausgewirkt hätte, würde die ser Umstand nicht per se auf eine Nutz- losigkeit oder Unbrauchbarkeit der monierten Ausschreibun gsarbeiten der Berufungsbeklagten schliessen lassen. Die Berufungsklägerin lässt hierzu eine substantielle Begründung der behaupteten Unbrauchbarkeit der Leistungen vermissen. Des Weiteren wäre auf den Eventual- antrag der Berufungsklägerin betreffend Herabsetzung d es geschuldeten Novemberhonorars nicht näher einzugehen, da sie keine Anhaltspunkte liefert, die dem Gericht eine Schätzung der zu reduzierenden Vergütung erlauben würde. Die von der Berufungsklägerin geltend gemachte unrichtige Sachverhaltsfeststellung bzw. -würdigung dur ch die Vorinstanz hinsichtlich der Unbrauchbarkeit der Ausschreibungsarbeiten bzw. des Ausschre ibungsergebnisses erweist sich damit als unbegründet. 6.1 Die Berufungsklägerin rügt im Weiteren, die Vorinstanz habe zwar zu Recht als unsorgfäl- tig erachtet, dass die Berufungsbeklagte die Unternehmerofferten für Aushubarbeiten beim Pro- jekt in Therwil eigenmächtig und ohne jegliche Information an die Berufungsklägerin abgeändert habe. Jedoch verkenne die Vorinstanz, dass dieser Umstand bei der Beurteilung der Brauch- barkeit und somit bei der Honorarabrechnung sehr wohl zu berücksichtigen gewesen sei. Das Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorgehen der Berufungsbeklagten habe sich durchaus negat iv auf die Berufungsklägerin aus- gewirkt. So sei es unter anderem zu einem logistischen Mehraufwand und zu einem wichtigen Zeitverlust gekommen. Dies spiele vorliegend zwar keine Ro lle, da der finanzielle Nachteil im Rahmen einer zusätzlichen Schadenersatzforderung zu beu rteilen sei. Es gehe hier einzig um die Frage, ob die Arbeit für die Auftraggeberin bra uchbar gewesen sei, so die Berufungskläge- rin. Aus den Ausführungen ergebe sich aber zweifelsohne, dass die eigenmächtig abgeänderte Offerte durch die Berufungsbeklagte unbrauchbar gewesen sei. Diese habe ebenso Weisungen der Berufungsklägerin missachtet. Der Zeuge D.____ habe sich unter anderem mit den nicht übereinstimmenden Offerten und Rechnungen beschäftigen müssen. Die Berufungsbeklagte respektive ihr Geschäftsführer G.____ hätte die eigenmä chtige Veränderung bzw. Manipulation der Zahlen in der Offerte zugegeben. Die Arbeit der Berufungsbeklagten sei schlichtweg unbrauchbar gewesen und habe einen immensen Mehraufwand auf Seiten der Berufungskläge- rin verursacht. Zudem sei die Berufungsklägerin auf widerrechtliche Weise getäuscht worden. 6.2 Die der Berufungsbeklagten vorgeworfene unsorgfältige Auftragserfüllung im Zusammen- hang mit der revidierten Unternehmerofferte der F.__ __ GmbH datiert vom 26. / 27. September 2017, weshalb sie für die hier zu beurteilende Honorar rechnung Nr. 028/2017 vom 24. Novem- ber 2017 nicht massgebend ist. Damit ist die Rüge der Berufungsklägerin nicht stichhaltig. Doch selbst wenn sich dieser Sachverhalt im relevanten Rechn ungszeitraum zugetragen hätte, bleibt die Berufungsklägerin den Nachweis schuldig, dass sich die na chträglich von der Berufungs- beklagten angepasste Unternehmerofferte für sie als nut zlos bzw. unbrauchbar erwies und zu einem Misserfolg führte. Der lediglich in pauschaler We ise behauptete immense Mehraufwand, welcher bei der Berufungsklägerin aufgrund der kritisie rten Anpassungen in der Unter- nehmerofferte entstanden sein soll, ist kein tauglicher Nachweis eines relevanten Misserfolges. Dasselbe lässt sich in Bezug auf die geltend gemachte, abe r nicht weiter substantiierte Miss- achtung von Weisungen durch die Berufungsbeklagte ausfüh ren. Im Übrigen hält die Dreier- kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts die Kritik der Berufungsbeklagten insoweit für berechtigt, als die Vorinstanz im Rahmen der Bewe iswürdigung auch die E-Mail- Korrespondenz vom 26. / 27. September 2017 zwischen d er Berufungsbeklagten und dem sei- nerzeit zuständigen Projektleiter der Berufungsklägerin, H.____, hätte berücksichtigen müssen. Aus dieser ergibt sich nämlich, dass der Berufungsklägerin sehr wohl bekannt war, aus welchen Gründen die Kubaturen und Preise in der Unternehmer offerte der F.____ GmbH nachträglich abgeändert werden mussten. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass im Devis der Berufungs- klägerin ein zu hohes Aushubvolumen angegeben worden w ar, welches als Grundlage für die Unternehmerofferte gedient hatte, verlangte H.____ von der Berufungsbeklagten die korrigier- ten Angaben, um diese beim auszufertigenden Werkvertrag mit der F.____ GmbH berücksichti- gen zu können. Daraufhin nahm der Geschäftsführer der Berufungsbeklagten die Korrekturen direkt in der ursprünglichen Offerte der Unternehmeri n vor und leitete diese als internes Arbeitspapier an H.____ weiter. Von einer eigenmächt igen und ohne Wissen der Berufungsklä- gerin vorgenommenen Abänderung der Unternehmeroffer te zum Nachteil der Berufungskläge- rin kann daher nicht die Rede sein, so dass die Vorinsta nz im Rahmen ihrer Beweiswürdigung ein relevantes unsorgfältiges Verhalten der Berufungsbekl agten hätte verneinen können res- pektive müssen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Die Berufungsklägerin macht ferner geltend, als Bauleit erin hätte die Berufungsbeklagte regelmässig auf der Baustelle erscheinen und die Bauarbe iten koordinieren und überwachen müssen. Dieser Auftrag sei nicht richtig erfüllt worden. Der als Zeuge befragte D.____ habe den Eindruck gehabt, dass der Geschäftsführer der Berufungsbeklagten zu wenig Zeit gehabt habe, um seine Aufgaben zu erledigen. Diese Aussage decke sich m it derjenigen von E.____, dem Sohn des Geschäftsführers der Berufungsklägerin, welcher diverse Anrufe von Unternehmern habe entgegennehmen müssen, weil sich die Berufungsbekl agte nie bzw. sehr oft nicht auf der Baustelle befunden habe. Diese wichtigen Aussagen seien von der Vorinstanz nicht richtig gewürdigt worden. Die Berufungsklägerin habe sich dara uf verlassen müssen, dass die Beru- fungsbeklagte vor Ort sei und die anfallenden Probleme jeweils löse. Es sei letztlich E.____ gewesen, der die Anfragen der Unternehmer habe beant worten müssen. Die diesbezüglichen Leistungen der Berufungsbeklagten seien für die Berufun gsklägerin somit unbrauchbar gewe- sen. Als Ein-Mann-Betrieb sei die Berufungsbeklagte to tal überfordert gewesen, so dass sie im Hinblick auf das Übernahmeverschulden den Auftrag von A nfang an nicht hätte annehmen dür- fen. Grund dafür sei unter anderem gewesen, dass der Geschäftsführer der Berufungsbeklag- ten, G.____, noch bei einem anderen Arbeitgeber gearbeitet habe. 7.2 Wie die Vorinstanz und die Berufungsbeklagte kann auch di e Dreierkammer des Kan- tonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, in den bemängelten Koordinationsarbeiten sowie Präsenz- zeiten auf den Baustellen keine relevanten Sorgfaltswid rigkeiten der Berufungsbeklagten erkennen, die eine Herabsetzung oder gänzliche Verweig erung des vereinbarten Honorars zu rechtfertigen vermögen. Weder aus dem schriftlichen "Ve rtrag für freie Mitarbeit" vom 20. Oktober 2017 noch aus den weiteren ins Recht gel egten Unterlagen geht hervor, dass die Berufungsbeklagte als Bauleiterin ständig auf den Bau stellen hätte sein müssen. Da die Beru- fungsbeklagte mehrere Baustellen gleichzeitig betreuen musste, wäre eine ständige Präsenz auf den verschiedenen Baustellen ohnehin nicht möglich gewesen, zumal die Berufungsbeklag- te bekanntermassen nur G.____ als Arbeitnehmer und Ge schäftsführer beschäftigte. Die Beru- fungsklägerin unterlässt es zudem, die behaupteten Sorgfa ltspflichtverletzungen rechtsgenüg- lich darzulegen. Insbesondere bleibt unklar, an welchem Tag und zu welcher Zeit sich die Beru- fungsbeklagte auf welcher Baustelle hätte befinden müsse n. Die Hinweise auf die Zeugenaus- sagen von D.____ und E.____ liefern hierzu keine konkre ten Anhaltspunkte, wobei in diesem Zusammenhang die Berufungsbeklagte zu Recht eine falsche Wiedergabe der Zeugenaussa- gen durch die Berufungsklägerin bemängelt. Denn weder aus den protokollierten Aussagen der befragten Personen noch aus den Akten ergibt sich, dass d er Geschäftsführer der Berufungs- beklagten nie auf der Baustelle anzutreffen gewesen se i. Ebenfalls unbewiesen bleibt, dass G.____ im relevanten Rechnungszeitraum unter anderem aufgrund seiner Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber total überfordert gewesen sein so ll. Denn zum einen kann der eingereich- ten Aufhebungsvereinbarung vom 30. Oktober 2017 die B eendigung des Arbeitsverhältnisses von G.____ bei der I.____ AG per 31. Oktober 2017 ent nommen werden. Die Berufungskläge- rin führt zum anderen nicht aus, welche Arbeiten G.__ __ im relevanten Rechnungszeitraum für seinen früheren Arbeitgeber erbracht haben soll, die sich nachteilig auf seine Auftragstätigkeit für die Berufungsklägerin ausgewirkt hätten. Somit ist die behauptete unsorgfältige Auftragstä- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigkeit der Berufungsbeklagten im massgeblichen Rechnung szeitraum nicht nachgewiesen. Soweit die Berufungsklägerin dem Geschäftsführer der Be rufungsbeklagten eine totale Über- forderung oder gar ein Übernahmeverschulden vorwirft, ist diesem Argument entgegenzuhalten, dass die Parteien bereits seit April 2017 zusammenarbei teten. Die Zusammenarbeit begann damit rund sieben Monate vor Abschluss des schriftlichen "Vertrags für freie Mitarbeit" vom 20. Oktober 2017. Wäre G.____ nicht in der Lage gewesen, die ihm übertragenen Arbeiten ord- nungsgemäss auszuführen, hätte die Berufungsklägerin mi t ihm wohl kaum den "Vertrag für freie Mitarbeit" geschlossen. Eine unrichtige Sachverhalts feststellung oder Beweiswürdigung durch die Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich. 8.1 Schliesslich behauptet die Berufungsklägerin, es sei zu falschen Koordinationen durch die Berufungsbeklagte gekommen. Der gesamte Ablauf der B austelle habe nicht so stattgefunden, wie es teilweise hätte der Fall sein müssen. Es hätten sich diverse Baufirmen auf dem Gelände befunden, welche sich zum Teil behindert hätten. Es sei zweifellos die Aufgabe der Berufungs- beklagten gewesen, als Bauleiterin eine brauchbare Koordination vorzunehmen. Auch hier habe sie jedoch versagt und die diesbezüglichen Leistungen der Berufungsbeklagten seien unbrauchbar gewesen. Entgegen der Vorinstanz müsse zudem die Fehlbestellung der Fenster klarerweise der Berufungsbeklagten angelastet werden. Der Zeuge D.____ habe zu Protokoll gegeben, sämtliche Termine seien über Bord gegangen u nd es sei dadurch zu dieser Fehl- bestellung gekommen. Es sei die Aufgabe der Berufungsbeklagten als Bauleiterin gewesen, die entsprechenden Pläne zu beschaffen und an den Fensterba uer weiterzuleiten. Die Projekt- und Bauleitungsaufgaben der Berufungsbeklagten würden auch die Bestellung von Fenstern be- inhalten. Die Zeugenbefragung habe ergeben, dass die Berufungsklägerin (gemeint wohl: Beru- fungsbeklagte) die Masse für die Fenster zunächst falsch abgemessen habe. Auch diese Arbeit habe die Berufungsbeklagte unsorgfältig ausgeführt. Die in der Folge ausgeführten Bestellun- gen und Projektierungen seien für die Berufungsklägeri n unbrauchbar gewesen und hätten sogar zu einem Schaden geführt. Es sei nämlich auch zu b eträchtlichen zeitlichen Verzögerun- gen gekommen. 8.2 Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren bleibt der i m Berufungsverfahren wiederholte Vorwurf der falschen oder ungenügenden Koordination der Baustellenarbeiten durch die Berufungsbeklagte als Bauleiterin diverser Baustellen v age. Die Berufungsklägerin klärt nicht auf, welche konkreten Koordinationsaufgaben nicht oder nur in ungenügender Weise vorge- nommen worden seien, so dass eine weitergehende Ausei nandersetzung diesbezüglich aus- bleiben kann. Hinsichtlich der Fehlbestellung von Fenstern für das Projekt am N.____weg in Oberwil verweist die Berufungsklägerin auf Aussagen der befragten Personen vor der Erst- instanz. Auf die Frage, wie G.____ seine Baustellen bet reut habe, gab der Zeuge D.____ unter anderem zu Protokoll, im Projekt am N.____weg in Oberw il seien sämtliche Termine über Bord geworfen worden und es sei zur Fehlbestellung von Fen stern gekommen. Damit ist aber noch nicht bewiesen, dass der Geschäftsführer der Berufungsbekl agten als Bauleiter der Baustelle für die fehlerhafte Fensterbestellung zwangsläufig veran twortlich war. Der Geschäftsführer der Berufungsklägerin, K.____, sagte denn auch anlässlich der Parteibefragung aus, dass die Beru- fungsklägerin im Prinzip für die Planung der Fensterbes tellung zuständig gewesen sei, aber "G.____ geht hinaus und misst. Wenn es stimmt, wird da nn bestellt". G.____ bestritt jedoch im Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorinstanzlichen Verfahren, für die fragliche Fensterlief erung verantwortlich gewesen zu sein und er sagte aus, dass in diesem Zusammenhang und gen erell im Projekt N.____weg in Ober- wil diverse Personen involviert gewesen seien. Mangels Vorliegen eines konkreten Nachweises kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, dass der Berufung sbeklagten hinsichtlich der Fehl- bestellung von Fenstern kein relevantes Fehlverhalten zugerechnet werden kann. Infolgedes- sen sind die Rügen der Berufungsklägerin unbegründet. D och selbst bei einem nachgewiese- nen unsorgfältigen Tätigwerden der Berufungsbeklagten unterlässt es die Berufungsklägerin, sowohl die Unbrauchbarkeit der erbrachten gegnerischen Leistungen als auch die Kausalität zwischen den Sorgfaltswidrigkeiten und einem eingetrete nen Misserfolg rechtsgenüglich zu belegen. 9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren we- der eine unrichtige Rechtsanwendung noch eine unrichtig e Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz darlegen kann, was zur Abweisung der Berufu ng vom 15. August 2019 führt. Insbe- sondere gelingt es der Berufungsklägerin nicht, ein unso rgfältiges Tätigwerden der Berufungs- beklagten im relevanten Rechnungszeitraum nachzuweisen, welches für sie nutzlos oder unbrauchbar und für einen allfälligen Misserfolg kausa l war. Es liegen damit keine Umstände vor, die den gänzlichen Verlust oder die Reduktion des Ho norars der Berufungsbeklagten gemäss Honorarrechnung der Berufungsbeklagten für Novemb er 2017 rechtfertigen können. Nachdem die Berufungsklägerin für die vorhergehende Le istungsperiode vom 16. September 2017 bis 25. Oktober 2017 ein auf CHF 6'000.00 reduziertes Honorar an die Berufungsbeklagte ausgerichtet hatte, schuldet sie für die gemäss Honorarr echnung Nr. 028/2017 vom 24. No- vember 2017 von der Berufungsbeklagten erbrachten Leistungen das vereinbarte volle Honorar von CHF 14'500.00 zuzüglich Verzugszinsen. 10.1 Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei, hier also der Berufungsklägerin , auferlegt. Diese hat nicht nur für die Gerichtskosten aufzukommen, sondern der obsiegenden Beru fungsbeklagten auch eine Partei- entschädigung für das Berufungsverfahren zu bezahlen. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 3'000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 1 i. V. mit § 8 Ab s. 1 lit. f Ziff. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, SGS 170.31). Die streitwertabh ängige Parteientschädigung bemisst sich laut Art. 105 Abs. 2 ZPO nach der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwäl- te (TO, SGS 178.112). Die Honorarrechnung ist nach § 18 Abs. 1 TO spätestens in der Haupt- verhandlung bzw. in Beschwerdeverfahren mit der letzte n Rechtsschrift einzureichen, ansons- ten das Gericht die Parteientschädigung von Amtes wegen nach Ermessen festsetzen kann. Diese gesetzliche Vorgabe ist auch auf das Berufungsverf ahren vor der Rechtsmittelinstanz analog anzuwenden. Der Rechtsvertreter der Berufungsbekla gten hat es unterlassen, seine Honorarnote einzureichen, weshalb die Parteientschädigu ng für die Berufungsbeklagte von Amtes wegen nach Ermessen festzulegen ist. Laut § 10 TO bemisst sich diese für die Vertre- tung vor zweiter Instanz nach den für die erste Instanz ge ltenden Grundsätzen gemäss §§ 7 und 8 TO, wobei sie ohne schriftliche Begründung im Be rufungsverfahren nur 50 % und mit einer solchen bis zu 100 % des jeweils geltenden Grundh onorars und allfälliger Zuschläge Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss § 8 TO beträgt. Beim vorliegenden Streitwert vo n CHF 28'314.60 (dazu Erwägung 1) liegt das Grundhonorar zwischen CHF 3'300.00 und CHF 6' 450.00 für die Einreichung einer Rechtsschrift und die Teilnahme an einer Verhandlung ( § 7 Abs. 1 lit. e TO). Da dieser Beru- fungsentscheid gestützt auf Art. 316 Abs. 1 ZPO auf Grun dlage der Akten und somit ohne Durchführung einer Parteiverhandlung ergeht, erachtet die Dreierkammer der Abteilung Zivil- recht des Kantonsgerichts indes ein Grundhonorar von CHF 2'900.00 für die Erstattung der schriftlichen Berufungsantwort durch den Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten für angemes- sen. Zuschläge zum Grundhonorar gemäss § 8 TO werden nic ht geltend gemacht und sind auch nicht geschuldet. Für Kopiaturen darf ein Auslagen ersatz von CHF 1.50 pro Seite berech- net werden, während bei Massenkopien ein tieferer Ansatz von CHF 0.50 pro Seite zur Anwen- dung gelangt (§ 15 Abs. 1 und 2 TO). Weitere Auslagen wie Telefonate, Porti und Reisespesen sind nach dem tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stell en, wobei eine Entschädigung von CHF 0.70 pro Kilometer bei Benützung eines Automobil s beantragt werden kann (§ 16 TO). Wird keine Honorarrechnung eingereicht und folglich kei n Auslagenersatz nach §§ 15 und 16 TO geltend gemacht, so haben das Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Zivilrecht, sowie die vorinstanzlichen Gerichte nach der bisherigen kan tonalen Praxis die erkennbaren Auslagen nach Ermessen geschätzt und zusammen mit dem Hon orar vergütet. Diese Praxis lehnte sich an den bereits erwähnten § 18 Abs. 1 TO an, wonach die Parteientschädigung bei Nichteinreichung der massgeblichen Honorarrechnung von A mtes wegen nach Ermessen fest- zusetzen ist. 10.2 Diese bisherige Praxis steht im Widerspruch zum klaren Wortl aut von § 17 TO und zur kantonalen Rechtsprechung betreffend die Vergütung de r Mehrwertsteuer. Danach ist die Mehrwertsteuer, welche auf Grundlage des Honorars und der geltend gemachten Spesen berechnet wird, in der Honorarnote separat auszuweise n und nur bei einem ausdrücklichen Antrag zusätzlich zu vergüten. Ist eine Partei mehrwertst euerpflichtig und kann sie die an die eigene Rechtsvertretung geleisteten Mehrwertsteuern al s Vorsteuern von der eigenen Mehr- wertsteuerrechnung abziehen, so ist bei der Parteientsch ädigung die von der Rechtsvertretung in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer nicht zu berücksichti gen (dazu KGer BL 400 11 38 vom 9. Mai 2011 E. 4.5; 400 17 135 vom 9. Mai 2017 E. 11 ; 410 16 205 vom 18. Oktober 2016 E. 12). Hintergrund dieser strengeren und dem Wortlaut von § 17 TO folgenden Praxis ist, dass es nicht dem Sinn des Gesetzgebers entsprechen kann, bei einem Verzicht auf Einreichung der Honorarnote durch eine vertretene Partei zu verlangen , dass das Gericht selber – im Interesse der Partei bzw. seiner Rechtsvertretung – abklärt, ob die Rechtsvertretung mehrwertsteuer- pflichtig ist und gegebenenfalls ob die Partei selbst vor steuerabzugsberechtigt ist. Dasselbe muss in Bezug auf den Auslagenersatz gelten, welcher nach § § 15 und 16 TO zu berechnen und in Rechnung zu stellen ist. Mit anderen Worten sin d auch die in einem Verfahren entstan- denen Parteikosten für Kopiaturen, Telefonate, Porti , Reisespesen und ähnliche Auslagen nur zu vergüten, wenn sie explizit als Auslagenersatz in der H onorarrechnung geltend gemacht werden. 10.3 Nachdem im hier zu beurteilenden Fall der Rechtsvertre ter der Berufungsbeklagten da- rauf verzichtet hat, fristgerecht eine Honorarrechnung e inzureichen, ist vom Gericht weder eine Schätzung über allenfalls entstandene Spesen vorzunehmen n och ist zusätzlich zum Grundho- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht norar von CHF 2'900.00 eine Mehrwertsteuer geschuldet, selbst wenn die Berufungsbeklagte mehrwertsteuerpflichtig wäre. Infolgedessen ist die Berufungsklägerin zu verpflichten, der Beru- fungsbeklagte eine Parteientschädigung von CHF 2'900.00 auszurichten. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen und der angefochtene Ent scheid des Gerichtspräsidenten vom 26. März 2019 vollumfänglich bestätigt. 2. Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 3'000.00 wird der Berufungsklägerin auferlegt. Die Gerichtsgebühr wird mit dem von der Berufungsklägerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die Berufungsklägerin hat der Berufungsbeklagten für da s Berufungs- verfahren eine Parteientschädigung von CHF 2'900.00 zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco