B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3336/2013 U r t e i l v o m 12 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Stephan Fischer, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung des BFM vom 24. Mai 2013 / N . D-3336/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit Verfügung vom 22. Juni 2005 lehnte das BFM ein Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 30. April 2004 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. Eine Beschwe r- de gegen diese Verfügung lehnte das Bundesv erwaltungsgericht mit U r- teil vom 20. Oktober 2008 ab. A.b Mit Eingabe vom 14. November 2008 liess der Beschwerdeführer ein erstes Mal um Wiedererwägung der Verfügung vom 22. Juni 2005 bezüg- lich des Wegweisungsvollzugs ersuchen. Dieses Wiedererwägungsg e- such lehnte das BFM mit Verfügung vom 5. Dezember 2008 ab und stel l- te fest, die Verfügung vom 22. Juni 2005 sei rechtskräftig und vollstrec k- bar, des Weiteren komme einer allfälligen Beschwerde keine aufschi e- bende Wirkung zu. Darüber hinaus auferlegte es dem Bes chwerdeführer die Bezahlung einer Gebühr in der Höhe von Fr. 600. –. Die gegen diese Verfügung angehobene Beschwerde vom 7. Januar 2009 wies das Bu n- desverwaltungsgericht mit Urteil vom 13. Juli 2011 ab. B. In der Folge liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. Mai 2013 ein zweites Mal um Wiedererwägung des ablehnenden Asylentscheides e r- suchen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei zwecks Ausschaffung nach Afghanistan am 27. Ap- ril 2013 polizeilich festgenommen worden . Nachdem er mit Selbstmord gedroht habe, sei er in die Psychiatrische Universitätsklinik M._______ überführt worden. In diesem Zusammenhang sei a m 16. Mai 2013 ein ärztlicher Bericht der vorgangs erwähnten Klinik beim BFM eingegangen. Darin habe die behan delnde Ärztin dem Beschwerdeführer eine pos t- traumatische Belastungsstörung attestiert. Er sei zudem akut suizidal g e- fährdet und zeige sich suizidal, solange sein Aufenthaltsstatus nicht ges i- chert sei. Eine Behandlung im Herkunftsstaat des Beschwerdeführers sei nach Auffassung der behandelnden Ärztin nicht möglich, weil er in Afgh a- nistan traumatische Erlebnisse – die Ermordung seines Vaters und Folter – erlebt habe. Zudem verfüge er dort über kein soziales Netz mehr. Aus diesen Gründen beantrage der Beschwer deführer die vorläufige Aufna h- me wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. C. Mit Verfügung vom 24. Mai 2013 – eröffnet am 27. Mai 2013 – wies das BFM auch das zweite Wiedererwägungsgesuch ab und stellte fest, die D-3336/2013 Seite 3 Verfügung vom 22. Juni 2005 sei rechtskr äftig und vollstreckbar, und e i- ner allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. Des Weiteren erhob das BFM eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600. –. Zur Be- gründung machte das BFM geltend, die schweizerischen Asylbehörden seien in ihren bisheri gen Entscheiden unabhängig voneinander zum Schluss gekommen, die geltend gemachten Kernvorbringen des Be- schwerdeführers – Entführung des Vaters, Lösegelderpressungen, Ermor- dung des Vaters und Folter – entsprächen nicht der Wahrheit. Demen t- sprechend teile das BFM nicht die Schlussfolgerung der behandelnden Ärztin, wonach der Beschwerdeführer gerade wegen diesen als unglau b- würdig erwogenen Vorbringen an einer posttraumatischen Belastungsstö- rung leide. Vielmehr dürften seine gegenwärtigen psychischen Beschwer- den anderen Ursprungs sein und mit den behaupteten Lebensumständen in Afghanistan nicht direkt in Verbindung stehen. Im Weiteren werde gemäss Praxis der Asylbehörden eine vorläufige Au f- nahme aus medizinischen Gründen in der Regel zum einen nur dann a n- geordnet, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Herkunft s- staat nicht vorhanden und eine betroffene Person durch den Wegwe i- sungsvollzug an Le ib und Leben gefährdet sei. Eine solche erhebliche Gefährdung de r Gesundheit liege dann vor, wenn kurze Zeit nach der Rückkehr der betroffenen Person eine wesentliche, unter Umständen s o- gar lebensbedrohliche Verschlechterung des Gesundheitszustands zu be- fürchten wäre, weil ausreichende Behandlungsmöglichkeiten vor Ort fehl- ten. Der Verweis auf die posttraumatische Belastungsstörung des B e- schwerdeführers stelle jedoch keine solche lebensbedrohliche Situation dar. Zum anderen seien psychische Beschwerden auch am Wohnort des B e- schwerdeführers, in der Hauptstadt Kabul, behandelbar. Zu nennen seien hier etwa das Mental Health Hospital sowie vier Zent ren (Khair Khana, Central Polyclinic, Rahman Mina, Arzan Qeemat), die Konsultationen und Heimbesuche anböten sowie sieben Zentren der Caritas, in denen Trau- ma-Behandlung angeboten werde. Im Weiteren sei davon auszugehen, die Rückkehr des Beschwerdefüh- rers in seinen angestammten Sprach - und Kulturkreis werde in mancher- lei Hinsicht positive Folgen auf seine Lebenssituation und damit auch auf seine Gesundheit haben. Entgegen der Einschätzung der genannten Ärz- tin verfüge der Beschwerdeführer in Kabul sehr wohl über Bezugspers o- nen und eine gesicherte Wohnsituation. Diese Faktoren würden sich ebenfalls stabilisierend auf ihn auswirken. Sollten seine psychischen Pro - bleme im Heimatstaat anh alten, so habe er gegebenenfalls mit zusätzl i- cher finanzieller Unterstützung im Rahmen einer medizinischen Rüc k-D-3336/2013 Seite 4 kehrhilfe gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) die Möglichkeit, entsprechende medizinische Angebote in Anspruch zu nehmen. Zur angedrohten Selbsttötung bei Verweigerung eines gesicherten au f- enthaltsrechtlichen Status in der Schweiz stelle sich das BFM schliesslich auf folgenden Standpunkt: Diese Frage sei zum Zeitpunkt eines allfällig durchzuführenden Vollzugs der Wegweisung zu prüfen und allfälligen Schwierigkeiten mit geeigneten Massnahmen wie beispielsweise einer medizinisch begleiteten Rückkehr zu begegnen. Diese Amtspraxis stehe in Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, welche eine drohende Selbsttötung nicht als grundsätz- liches Wegweisungshindernis einstufe und darauf hinweise, dass es dem im Einzelfall zuständigen Staat obliege, entsprechende Massnahmen zu treffen, um die Betroffenen vor einer Suizidhandlung zu schützen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass keine Gründe vorlägen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 22. Juni 2005 beseitigen könnten. Das Wiedererwägungsgesuch sei deshalb abzulehnen. D. In seiner Beschwerde vom 12. Juni 2013 liess der B eschwerdeführer die nachfolgend aufgeführten Rechtsbegehren stellen: Die Verfügung vom 24. Mai 2013 des BFM sei vollumfänglich aufzuheben. Das BFM sei a n- zuweisen, den Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. Even tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme nach Art. 56 des Verwaltungsverfahrensgeset- zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) anzuordnen, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten kann. Dementsprechend sei der bestehende Zustand zu erhalten bezi e- hungsweise der Vollzug der Wegweisung auszusetzen. Eventualiter sei die von der Vorinstanz entzogene aufschiebende Wirkung im Sinne einer vorsorglichen Massnahme nach Art. 55 VwVG wiederherzustellen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und dem B e- schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolge nden Erwä- gungen eingegangen. D-3336/2013 Seite 5 E. E.a Mit Zwischenverfügung vom 14. Juni 2013 ordnete der Instruktion s- richter des Bundesverwaltungsgerichts an, der Vollzug der Wegweisung werde nicht ausgesetzt, und der Beschwerdeführer habe den Ausgang des Verfahrens im Ausland abzuwarten. Gleichzeitig wies er die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 1. Juli 2013 e i- nen Kostenvorschuss von Fr. 1'200. – zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. E.b Der Beschwerdeführer leistete den einverlangten Kostenvorschuss am 24. Juni 2013. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffen de Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. D-3336/2013 Seite 6 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichter - licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs - weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, we s- halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durc h- führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die v erfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vor aussetzungen ein ve r- fassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. m.w.H.). Danach ist auf ein Wiedererw ä- gungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid bezie hungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. 4.2 Den Anspruch auf Behandlung des Wiederwägungsgesuches hat die Vorinstanz nicht in Abrede gestellt; sie ist denn auch – zu Recht – auf das Gesuch eingetreten und hat eine materielle Beurteilung vorgenommen. Es bleibt somit zu prüfen, ob sie in zutreffender Weise das Bestehe n der geltend gemachten Wiedererwägungsgründe verneint und an ihrer u r- sprünglichen Verfügung vom 22. Juni 2005 festgehalten hat. D-3336/2013 Seite 7 5. 5.1 In seiner Beschwerdeeingabe vom 12. Juni 2013 macht der B e- schwerdeführer zur Begründung seiner Beschwerdebegehren im Wesent- lichen geltend, seine Autoaggression im Zusammenhang mit dem Vollzug der Wegweisung habe zu seiner Einweisung in die psychiatrische Univer- sitätsklinik M._______ geführt. Aufgrund des in der Folge erstellten ärztli- chen Berichts vom 11. Mai 2013 stehe nunmeh r fest, dass er wegen der von der Vorinstanz – fälschlicherweise – als unglaub haft qualifizierten Vorbringen zur Entführung seines Vaters, zu den Lösegelderpressungen, zur Ermordung des Vaters und zur Folter, an einer posttraumatischen Be- lastungsstörung leide. Im Unterschied zum BFM habe die behandelnde Ärztin diese Ausführungen im ärztlichen Gespräch als glaubhaft erachtet und damit als Ursprung der zu behandelnden psychischen Störung des Beschwerdeführers erkannt. Unabhängig von ihrem Ursprung betreffe aber bereits das Bestehen einer gesundheitlichen oder psychischen St ö- rung die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und mache diesen allenfalls unzumutbar. Des Weiteren seien die Ausführungen des BFM zur medizinischen Versorgung und insbesondere zur Behandlung von psychischen Beschwerden in Afghanistan oder in Kabul wirklichkeits- fremd, zumal zur Behandlung psychischer Erkrankungen in Afghanistan nur sehr limitierte Einrichtungen und höchst rudimentäre Behandlungsme- thoden existierten. Des Weiteren wü rde sich eine Rückkehr des B e- schwerdeführers nach Afghanistan nicht stabilisierend auf ihn auswirken, sondern gemäss der fachmännischen Meinung der betreuenden Ärzti n- nen vielmehr eine noch schlimmere psychische Reaktion auslösen und möglicherweise zur Selb sttötung führen. Gemäss ärztlicher Meinung sei eine Stabilisierung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers in Kabul selbst unmöglich, weil seine Ängste und psychische Belastungsstö- rung gerade von diesem Ort herrührten. Es liege auf der Hand, dass e ine Behandlung vor Ort in der Schweiz stattfinden und die psychische Ve r- fassung vorab in der Schweiz stabilisiert werden müsse. 5.2 5.2.1 Gemäss ärztlichem Bericht vom 11. Mai 2013 der Psychiatrischen Universitätsklinik M._______ werden dem Beschwerdeführer eine Re ak- tion auf schwere Belastung (ICD -10: F43.9) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1) attestiert. In casu wird die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung seitens des Bundesverwa l- tungsgerichts nicht bezweifelt. Was indes die Feststellbarkeit der Urs a- chen einer Traumatisierung betrifft, so hat die ARK bereits 1994 in einem unveröffentlichten Urteil vom 25. Mai 1994 (auszugsweise publiziert in D-3336/2013 Seite 8 Asyl 1994/4, S. 92) ausgeführt: „Glaubhaft gemacht ist aufgrund der gut - achterlichen Feststellung einer posttraumatischen Belastungsstörung ein- zig, dass der Beschwerdeführer ein traumatisierendes Ereignis erlebt h a- ben muss. Die genauen Umstände dieses Erlebnisses – was für die Fr a- ge der Asylrelevanz von entscheidender Bedeutung wäre – bleiben indes- sen unklar. Da im Asylverfahren für den Nachweis der Flüchtlingseige n- schaft – trotz des herabgesetzten Beweismassstabs und des dabei ge l- tenden Untersuchungsgrundsatzes – der/die Asylgesuchsteller/in die B e- weislast (d.h. die Folgen des misslung enen Nachweises) trägt, kann aus diesem Grund dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt werden“. Dieser Beurteilung der Beweiskraft einer psychiatr i- schen Diagnose ist auch im vorliegenden Verfahren zuzustimmen. Die beim Beschwerdeführ er diagnostizierte posttraumatische Belastungsst ö- rung bildet für sich allein kein Indiz für asylrechtlich relevante Ereignisse (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E -6840/2006 vom 11. Mai 2007 E. 5.6 S. 10, D -3550/2006 vom 13. August 2007 E. 4.1, D-5266/2006 vom 29. Januar 2008 E. 3.4 S. 11, D -2065/2011 vom 24. Juli 2012 E. 7.1, D -3377/2012 vom 6. November 2012 E. 5.1). De m- entsprechend kann von vornherein keine Rede davon sein, durch den neuen ärztlichen Bericht sei erwiesen, dass der Beschwerdeführe r in Af- ghanistan einer Verfolgungssituation ausgesetzt gewesen sei. Nach dem Gesagten mutieren Verfolgungsvorbringen somit auch dann nicht zu bewiesenen, neuen Tatsachen, sofern sie einer Psychiaterin u n- terbreitet, gegebenenfalls von dieser geglaubt werde n und im Rahmen der Anamnese in einem Arztbericht Erwähnung finden; beweiskräftig ist das eingereichte Dokument lediglich in Bezug auf die Diagnosestellung. Einen wiedererwägungsrechtlich relevanten, wesentlich veränderten Ver- folgungssachverhalt vermag der Arztbericht nicht zu belegen , zumal die Diagnose allenfalls einen veränderten Gesundheitszustand, nicht aber e i- nen veränderten Verfolgungssachverhalt belegen kann. Somit ist auch nicht davon auszugehen, der asylrechtlich erhebliche Sachverhalt habe sich seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert. 5.2.2 Der vom Beschwerdeführer eingereichte ärztliche Bericht vermag auch nicht zur Feststellung der Unzumutbarke it der Wegweisung zu fü h- ren. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts, welches sich in diesem Zusammenhang auf denselben Bericht der Schweizer i- schen Flüchtlingshilfe wie der Beschwerdeführer stützt (vgl. ALEXANDRA GEISER, Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], Afghanistan: Behandlung D-3336/2013 Seite 9 von Trauma in Kabul, Auskunft der SFH -Länderanalyse, Bern 11. März 2009, S. 3), sind die suizidale Gefährdung des Beschwerdeführers wie auch die posttraumatische Belastungsstörung auch in Kabul behandelbar, gibt es doch dort neben dem Mental Health Hospital vier Zentren (Khair Khana, Central Polyclinic, Rahman Mina, Arzan Qeemat), die Konsultatio- nen und Heimbesuche anbieten sowie sieben Zentren der Caritas, in d e- nen Trauma -Behandlung angeboten wird. Auch wenn die im Herkunfts- land angebotenen Behandlungsmöglichkeiten nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz entsprechen, macht dies allein den Vollzug noch nicht unzumutbar. Unzumutbar würde der Wegweisungsvollzug erst dann, wenn die ungenü gende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drast i- sche und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszusta n- des nach sich zieht (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f., EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d). Letztere Bedingungen sind für den Beschwerdeführer – auch unter Berücksichtigung der vorgebrachten Suiziddrohung – nicht erfüllt, zumal die Behörden einer akuten Suizidalität mit einer begleiteten Ausschaffung Rechnung zu tragen haben, den Beschwerdeführer somit gegebenenfalls aus einer schweizerischen Klinik in eine afghanische ver- legen und seine wohlbehaltene Ankunft im Heimatstaat sicherstellen müssen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann in diesem Zusam m- menhang auf die Erwägungen in der Zwischenverfügung vom 14. Juni 2013 des Bundesverwaltungsgerichts sow ie auf diejenigen in der ang e- fochtenen Verfügung verwiesen werden. In Bezug auf das Beziehung s- netz und die gesicherte Wohnsituation wird auf die angefochtene Verf ü- gung sowie die Erwägungen im Urteil D -162/2009 des Bundesverwa l- tungsgerichts vom 13. Juli 2011 E. 4.5.3 verwiesen. Man darf im Übrigen davon ausgehen, dass die in Kabul tätigen Thera- peuten fundierte Kenntnisse in Bezug auf den kulturellen und religiösen Hintergrund des Patienten besitzen. Der Beschwerdeführer, der aus einer wohlhabenden Familie stammen soll, hat auch die Möglichkeit, medizini- sche Rückkehrhilfe nach Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG in Anspruch zu ne h- men, weshalb der Zugang zur psychiatrischen Versorgung auf jeden Fall gewährleistet und der Wegweisungsvollzug zumutbar ist. 5.2.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine neuen erheblichen Tatsachen geltend gemacht oder entsprechende Beweismittel beigebracht hat, welche ein Zurüc k- kommen auf die rechtskräftige Verfügung der Vorinstanz vom 22. Jun i 2005 zu rechtfertigen vermöchten. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, den vorinstanzlichen Entscheid zu kassieren und zu neuem Entscheid an D-3336/2013 Seite 10 die Vorinstanz zurückzuweisen oder auf weitere Vorbringen und Bewei s- mittel näher einzugehen. 6. Aus diesen Erwägun gen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf insgesamt Fr. 1'200.– fest- zusetzen (Art. 1 ‒ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos- ten und Entsc hädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 24. Juni 2013 in gleicher Höhe geleist e- ten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-3336/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem am 24. Juni 2013 in gleicher Höhe geleisteten Kos- tenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand: