Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 1. Dezember 2021 BEK 2021 182 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch. In Sachen A.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin, gegen Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, SSB, Postfach 75, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwalt B.________, betreffend Nichtanhandnahme Strafverfahren etc. (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. November 2021, SU 2021 8552);- hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Die Staatsanwaltschaft verfügte am 10. November 2021 gegen ver- schiedene namentlich bezeichnete Personen betreffend Anzeigen von A.________ vom 9. September und 25. Oktober 2021 keine Strafuntersu- chung durchzuführen. Die Eingaben der Strafanzeigeerstatterin würden den Anforderungen an Strafanzeigen nicht genügen, obwohl sie in vier anderen ähnlich gelagerten Fällen bereits mehrfach auf die Formerfordernisse einer Strafanzeige hingewiesen worden sei. Im Übrigen teilte die Staatsanwaltschaft der Strafanzeigeerstatterin in der Verfügung mit, künftig solche pauschale, unsubstantiierte „Strafanzeigen“ nicht mehr formell zu behandeln. Mit rechtzei- tigen Beschwerdeeingaben (Postaufgabe 15. November 2021; KG-act. 1a und 1b) beantragte A.________ dem Kantonsgericht, diese Nichtanhandnahme- verfügung „zu sistieren“ und den Staatsanwalt auszuwechseln. Ausserdem fordert sie Entschädigungen von total Fr. 1‘500.00, u.a. „wegen faule Arbeit Staatsanwalt“. Des Weiteren sollen alle Anzeigen, welche sie bisher gemacht habe, richtig „mit Einvernahme und Untersuchung“ bearbeitet werden (zu- sammenfassend KG-act. 1a S. 3 und 1b S. 5). Die Staatsanwaltschaft über- wies die Akten; sie beantragt unter Verweis auf die Begründung der angefoch- tenen Verfügung, die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen (KG-act. 4). 2. Die Staatsanwaltschaft legte die Anforderungen an Strafanzeigen gemäss Lehre und Rechtsprechung im Allgemeinen dar (vgl. angef. Verfü- gung E. 2) und zeigte der Beschwerdeführerin auch im Konkreten auf, inwie- fern ihre Eingaben diesbezüglich ungenügend seien (ebd. E. 3). Insbesondere begründete sie die Nichtanhandnahme damit, dass die Beschwerdeführerin in einer Vielzahl von Fällen pauschal Personen wegen angeblicher Zustände, welche ihr missfielen, anzeige. Inwiefern diese Feststellung anzeigeuntaugli- cher Pauschalität nicht zutreffen soll, legt die Beschwerdeführerin anhand ih- rer Anzeigen nicht dar. Sie wiederholt in den Beschwerdeeingaben wiederum nur ihre pauschalen Vorwürfe mit der blossen Behauptung, sie habe klar ge-Kantonsgericht Schwyz 3 schrieben, um was es gehe, ohne die angeblichen Vorfälle in örtlicher und zeitlicher Hinsicht bezogen auf bestimmte Personen hinreichend in Bezug auf mutmasslich strafbares Verhalten zu konkretisieren. Soweit die Beschwerde- führerin geltend macht, der Staatsanwalt hätte sie im vorliegenden Fall gar nicht viermal informieren können, verkennt sie, dass sich die angefochtene Verfügung nicht auf Mitteilungen im vorliegenden Verfahren, sondern auf vier Mitteilungen in ähnlich gelagerten Fällen bezieht (U-act. 14.1.001-004). Mithin ist auf die Beschwerde mangels Auseinandersetzung mit den Gründen der angefochtenen Verfügung nicht einzutreten (Art. 385 StPO). Auch ein Laie muss sich innert der Rechtsmittelfrist die Mühe nehmen, in der Beschwerde zumindest kurz anzugeben, was an Verfügungen der Staatsanwaltschaft sei- ner Ansicht nach falsch ist. Dies ist auch einer Person ohne juristischen Kenntnisse zuzumuten (BGer 6B_866/2020 vom 8. November 2021 E. 3.5.3). Aufgrund ungenügender Angaben darf die Staatsanwaltschaft notabene keine Untersuchung an die Hand nehmen und wäre es nicht gerechtfertigt, deswe- gen bestimmte Personen zu Einvernahmen vorzuladen. Abschliessend ist zudem darauf hinzuweisen, dass die Staatsanwaltschaft mangelhafte Strafan- zeigen, die sich in pauschalen Schuldzuweisungen erschöpfen, mit angemes- sener Zurückhaltung formlos erledigen kann. 3. Aus diesen Gründen ist auf die Beschwerde präsidial (§§ 40 Abs. 2 und 41 Abs. 1 JG) nicht einzutreten. Soweit sie die Auswechslung des Staatsan- walts verlangt, kann dieses Begehren mangels Glaubhaftmachung von Ausstandsgründen (Art. 58 Abs. 1 StPO) nicht als Ausstandsgesuch entge- gengenommen werden. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerde- verfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO);-Kantonsgericht Schwyz 4 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 200.00 werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an die Beschwerdeführerin (1/R) und die Staatsanwaltschaft (1/A an die 1. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst) sowie nach definitiver Erledigung an die Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten an die 1. Abteilung) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Der Gerichtsschreiber Versand 1. Dezember 2021 kau