A bteilung IV D -6854/2006 sch/dua {T 0/2} U rteil vom 5. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter H ans Schürch, R ichter Kurt G ysi, R ichterin N ina Spälti G iannakitsas G erichtsschreiberin Anna D ürm üller A ._______, geboren (...), Bosnien und H erzegow ina, vertreten durch Kathrin Thom ann, R echtsanw ältin, (...), Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. Juni 2003 i. S. A syl und W egw eisung / (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin, eine Staatsangehörige von Bosnien und H erzegow ina und ethnische Bosniakin m it letztem W ohnsitz in Z._______, G em einde Z._______ (Kanton Z._______), verliess ihren H eim atstaat gem äss eigenen Angaben im vorinstanzlichen Verfahren am (...) Juni 2003 und reiste am (...) Juni 2003 in einem M inibus von unbekannten Ländern herkom m end unter U m gehung der G renzkontrollen in die Schw eiz ein, w o sie gleichentags im Em pfangszentrum Z._______ ein Asylgesuch einreichte. Am (...) Juni 2003 w urde sie dort sum m arisch befragt, und am (...) Juni 2003 hörte das BFM die Beschw erdeführerin ausführlich zu ihren Asylgründen an. Anlässlich der Befragungen m achte die Beschw erdeführerin im W esentlichen gel- tend, ihr Ehem ann habe in der bosnischen Arm ee an der Seite der M ujaheddin ge- käm pft und sei im Jahr 1995 von serbischen G ranaten getötet w orden. Er sei an seinen Verletzungen nur deshalb gestorben, w eil die Araber/M ujaheddin ihm jegli- che m edizinische Versorgung verw eigert hätten. Bei diesen Arabern handle es sich um Ausländer, w elche in Bosnien lebten und Propaganda für den Islam m ach- ten. Sie hätten in Bosnien viel M acht. N ach dem Tod ihres M annes hätten ihre Problem e begonnen. Sie sei zunächst zu den Schw iegereltern gezogen. D iese hätten sie jedoch als Arbeitskraft ausgenutzt und schlecht behandelt, w eshalb sie nach Z._______ gezogen sei. D a sie keine eigene W ohnung gehabt habe und auf sich allein gestellt gew esen sei, habe sie in kroatischen und serbischen H äusern w ohnen m üssen. D ie Schw iegereltern hätten geglaubt, sie m isshandle und vergifte ihr Kind. D aher hätten sie ihr den Sohn im M ai 2003 w eggenom m en und sie dabei bedroht. Sie habe ihren Sohn nicht einm al m ehr besuchen dürfen. Sie habe die Vereinigung der Fam ilien von G efallenen um H ilfe gebeten. M an m üsse jedoch G eld haben, dam it einem jem and helfe. Sie habe Angst vor ihren Schw iegereltern, daher habe sie nicht versucht, das Kind zurückzuholen. N achdem ihr das Kind w eggenom m en w orden sei, habe sie alleine in einem alten H aus gew ohnt. U nbe- kannte Araber hätten fünfm al per Telefon gedroht, sie w ürden sie um bringen, w enn sie ihr G esicht nicht verdecke. Sie habe sich jedoch gew eigert. Erstm als sei sie am 1. April 2003 bedroht w orden, letztm als am 20. Juni 2003. Sie habe keine Anzeige erstattet, w eil die Araber in ihrer H eim atregion sehr einflussreich seien. Auch die Polizei sei ihnen hörig. Sie habe die Situation in ihrem H eim atland nicht m ehr ertragen und habe sich daher entschlossen, in die Schw eiz zu flüchten. Zu diesem Zw eck habe sie sich von N achbarn G eld geliehen und einen Schlepper kontaktiert. Sie könne nicht m ehr nach Bosnien zurückkehren. D ie Beschw erdeführerin reichte im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens ihre Identitätskarte sow ie einen Eheschein, einen G eburtsschein, den Totenschein des Ehem annes sow ie die beglaubigte Fotokopie einer G eburtsurkunde ihres Sohnes zu den Akten. B. D as BFM stellte m it Verfügung vom 27. Juni 2003 - gleichentags eröffnet - fest, die Vorbringen der Beschw erdeführerin hielten den Anforderungen an die Flüchtlings-3 eigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht stand. D em zufolge w ies es das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung der Beschw erdeführerin aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug an. C . M it Beschw erde vom 26. Juli 2003 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) liess die Beschw erdeführerin beantragen, die vorinstanzliche Verfügung vom 27. Juni 2003 sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gew ähren, eventuell sei auf den W egw eisungsvollzug zu verzichten und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. In prozessualer H insicht w urde um G e- w ährung der vollum fänglichen unentgeltlichen R echtspflege sow ie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. D er Beschw erde lagen folgende Bew eism ittel bei: ärztlicher Befund von D r. m ed. B._______ vom 4. Juli 2003 und Arztzeugnis von D r. m ed. C ._______vom 23. Juli 2003. D . M it Eingabe vom 13. August 2003 liess die Beschw erdeführerin ein w eiteres Be- w eism ittel (Bestätigung des G em eindegerichts Z._______ vom (...) Juli 2003 in Kopie, inkl. Ü bersetzung) nachreichen. E. M it Zw ischenverfügung vom 27. N ovem ber 2003 forderte der zuständige Instruk- tionsrichter der AR K die Beschw erdeführerin auf, innert Frist entw eder eine Bestä- tigung der Fürsorgeabhängigkeit einzureichen oder einen Kostenvorschuss einzu- zahlen. F. D ie Beschw erdeführerin liess m it Eingabe vom 4. D ezem ber 2003 die angeforderte Fürsorgebestätigung nachreichen. G . M it Zw ischenverfügung vom 9. D ezem ber 2003 hiess der Instruktionsrichter das G esuch um G ew ährung der vollum fänglichen unentgeltlichen R echtspflege im Sin- ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) gut. G leichzeitig w urde auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses verzichtet. H . D as BFM hielt in seiner Vernehm lassung vom 16. D ezem ber 2003 vollum fänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. I. N ach zw eim al gew ährter Fristerstreckung hielt die R echtsvertreterin in der Stel- lungnahm e vom 29. Januar 2004 an den eingangs gestellten Anträgen fest und er- suchte um G utheissung der Beschw erde. J. Am 13. Juni 2006 heiratete die Beschw erdeführerin D ._______ In der Folge w urde das Asyldossier der Beschw erdeführerin (N ...) m it dem D ossier von D ._______ (N ...) vereinigt.4 K. D ie Beschw erdeführerin stellte am 22. Juni 2006 bei der zuständigen kantonalen Behörde ein G esuch um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung im Zusam m enhang m it der erfolgten H eirat m it D :_______ D as M igrationsam t des Kantons Z._______ trat auf dieses G esuch m it Schreiben vom 29. Juni 2006 nicht ein. L. M it Zw ischenverfügung vom 25. Juni 2007 forderte der neu zuständige Instruk- tionsrichter des Bundesverw altungsgerichts die Beschw erdeführerin auf, innert Frist ein aktuelles Arztzeugnis einzureichen. G leichzeitig w urde ihr zu ihren im N o- vem ber 2004 gegenüber der Kantonspolizei Z._______ gem achten Aussagen das rechtliche G ehör gew ährt. M . Innerhalb der m it Verfügung vom 12. Juli 2007 erstreckten Frist liess die Be- schw erdeführerin m it Eingabe vom 26. Juli 2007 den angeforderten Arztbericht (ärztliches Zeugnis von D r. m ed. C ._______ vom 9. Juli 2007) sow ie eine Stellungnahm e einreichen. Ausserdem w urde eine H onorarnote vom 26. Juli 2007 zu den Akten gereicht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw al- tungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM , w elche in Anw endung des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) ergangen sind; das Bundesverw al- tungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D ie bei der AR K am 31. D ezem ber 2006 noch hängigen Beschw erdeverfahren w urden per 1. Januar 2007 durch das Bundesverw altungsgericht übernom m en und w erden durch dieses w eitergeführt; dabei findet das neue Verfahrensrecht Anw en- dung (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist so- m it einzutreten.5 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder ihrer politischen An- schauungen w egen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten na- m entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die ei- nen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im W esentli- chen aus, sow ohl bei den geltend gem achten D rohungen durch Araber als auch bei der W egnahm e des Kindes durch ihre Schw iegereltern handle es sich um Ü bergriffe D ritter. Solche Ü bergriffe seien nur dann asylrelevant, w enn der Staat diesbezüglich nicht schutzfähig oder nicht schutzw illig sei. Im vorliegenden Fall könne den staatlichen Behörden jedoch die ausgebliebene Schutzgew ährung nicht vorgew orfen w erden, da die Beschw erdeführerin die Behörden den Akten zufolge gar nicht um Schutz ersucht habe, obw ohl sie die M öglichkeit dazu gehabt hätte. Im Ü brigen hätte sie allfälligen Verfolgungsm assnahm en auch durch eine geeigne- te W ahl ihres Aufenthaltsortes innerhalb des H eim atstaates aus dem W eg gehen können. D ie geltend gem achten Ü bergriffe seien aus diesen G ründen nicht asylbe- achtlich. Auch der von der Beschw erdeführerin beklagten schw ierigen W ohnsitua- tion in Bosnien fehlten die für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft erfor- derlichen Voraussetzungen; denn N achteile, w elche auf die allgem eine politische, w irtschaftliche oder soziale Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen seien, stellten keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar. 4.2 In der Beschw erde w ird geltend gem acht, es treffe nicht zu, dass die Beschw erde- führerin die Behörden nicht um U nterstützung ersucht habe. O bw ohl sie sich ge- fürchtet habe, habe sie die Behörden dennoch um H ilfe gebeten. In diesem Zu- sam m enhang w erde in Kürze ein behördliches Protokoll aus Bosnien als Bew eis- m ittel nachgereicht w erden. D ie vom BFM in der angefochtenen Verfügung zitier- ten Protokollstellen, aus w elchen das BFM geschlossen habe, dass die Beschw er- deführerin sich nicht an die Behörden gew endet habe, entsprächen nicht den Aus- sagen der Beschw erdeführerin anlässlich der Anhörungen. Zw ar treffe es zu, dass sie sich zunächst nicht an die Behörden habe w enden w ollen; später habe sie sich dann aber trotzdem zu diesem Schritt überw unden. W ahrscheinlich habe der D ol- m etscher ihre Aussagen fehlerhaft übersetzt. D ie Fehler seien ihr bei der R ück- übersetzung nicht aufgefallen, w eil sie dam als aktenkundig unter dem Einfluss 6 starker M edikam ente gestanden habe. D ie Beschw erdeführerin sei diesbezüglich nochm als zu befragen. Im Ü brigen habe die Beschw erdeführerin in der D irektanhörung zunächst erklärt, sie habe "alle" inform iert, dies habe jedoch nichts gebracht. Auf N achfrage hin solle sie dann ausgesagt haben, sie habe w eder die Polizei noch das G ericht kontaktiert. D iese beiden Aussagen w idersprächen sich offensichtlich. D iesem W iderspruch sei jedoch in der Befragung nicht nachgegangen w orden, obw ohl er ein Indiz für die erw ähnten Ü bersetzungsschw ierigkeiten und/oder den durch M edikam ente erheblich beeinträchtigten Zustand (Ü berforderung, Konzentrationsstörung, M üdigkeit) der Beschw erdeführerin sein könnte. D ie Behörden hätten der Beschw erdeführerin nicht geholfen. Vielm ehr habe m an ihr geraten, sich zu verhüllen und dem Anliegen der Schw iegereltern m ehr Verständnis entgegenzubringen. Es sei dam it davon auszugehen, dass die heim atlichen Behörden nicht schutzfähig und -w illig gew esen seien. D ie Beschw erdeführerin könne sich auch kein O rt in ihrer H eim at vorstellen, w o sie den geltend gem achten N achteilen nicht ausgesetzt gew esen w äre. Ausserdem habe sie befürchtet, aufgrund ihrer psychischen Problem e "versorgt" zu w erden, zum al sie im H eim atland niem anden habe, der sich um sie küm m ern w ürde. N icht einm al die eigenen G eschw ister seien an ihrem W ohlergehen interessiert. 4.3 In ihrer Vernehm lassung nahm die Vorinstanz insbesondere zu dem auf Be- schw erdeebene nachgereichten Bew eism ittel (Bestätigung des G em eindegerichts Z._______ vom (...) Juli 2003) Stellung und führte diesbezüglich aus, dieses D okum ent sei als Bew eism ittel untauglich, zum al es sich um eine Kopie handle. Insbesondere lasse sich nicht überprüfen, ob der Text auf der Vorderseite und der Stem pel auf der R ückseite von ein und dem selben D okum ent stam m ten. Ausserdem stehe das eingereichte D okum ent im W iderspruch zu den eindeutigen Aussagen der Beschw erdeführerin, w onach sie sich nicht an die Polizei oder das G ericht gew endet habe. Angesichts der klaren Fragestellung seien Ü bersetzungsfehler oder Verständigungsproblem e auszuschliessen. D en Protokollen seien auch keine H inw eise auf eine Beeinträchtigung der Vernehm ungsfähigkeit der Beschw erdeführerin zu entnehm en. 4.4 In der R eplik vom 29. Januar 2004 w ird seitens der Beschw erdeführerin argum en- tiert, die blosse Tatsache, dass es sich bei der eingereichten Bestätigung um eine Fotokopie handle, m ache diese nicht autom atisch zum untauglichen Bew eism ittel. D as O riginal des D okum ents befinde sich in Bosnien und habe nicht beschafft w er- den können. Es treffe nicht zu, dass das D okum ent im W iderspruch zu eindeutigen Aussagen der Beschw erdeführerin stehe. W ie bereits in der Beschw erdeeingabe ausgeführt w orden sei, entsprächen die betreffenden Protokollstellen nicht den Aussagen der Beschw erdeführerin. Es hätten Verständigungsschw ierigkeiten m it dem D olm etscher bestanden. D er bereits in der Beschw erde erw ähnte W ider- spruch in den Aussagen der Beschw erdeführerin zeige im Ü brigen, dass deren Aussagen entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht eindeutig gew esen seien. D ie Beschw erdeführerin habe bei beiden Befragungen unter dem Einfluss von M e- dikam enten gestanden. Selbst w enn den Protokollen keine H inw eise auf eine Be- einträchtigung der Vernehm ungsfähigkeit entnom m en w erden könnten, bedeute dies nicht, dass eine solche nicht bestanden habe, sondern lediglich, dass dies nicht bem erkt w orden sei. Es sei indessen allgem ein bekannt, dass die von der 7 Beschw erdeführerin konsum ierten M edikam ente das Bew usstsein beeinträchtigen könnten. 4.5 M it Eingabe vom 26. Juli 2007 nahm die Beschw erdeführerin respektive deren R echtsvertreterin Stellung zu den in der Zw ischenverfügung vom 25. Juni 2007 ge- troffenen Feststellungen im Zusam m enhang m it den Aussagen der Beschw erde- führerin gegenüber der Kantonspolizei Z._______ im Jahr 2004. D abei w urde geltend gem acht, es treffe zu, dass die Beschw erdeführerin bereits am (...) M ärz 2003 m it der U nterstützung von E._______ in die Schw eiz eingereist sei. Sie habe diesen U m stand im Asylverfahren verschw iegen, w eil E._______ ihr vorgeschrieben habe, w as sie aussagen solle. Aus Angst vor ihm habe sie dam als gelogen. Selbst nachdem sie bereits aus der W ohnung von E._______ ausgezogen sei, habe dieser sie w eiterhin kontaktiert und habe von ihr die R ückzahlung der von ihm bezahlten Ausreisekosten verlangt. Auch jetzt, als die Beschw erdeführerin m it ihrem Ehem ann D ._______ zusam m enlebe, w erde sie w eiterhin von E._______ bedroht. D ie Angst vor E.________ lasse sie nicht los. Sie fürchte sich vor einer R ückkehr in ihr H eim atland, w eil E._______ ihr gedroht habe, sie w erde dann schon sehen, w as m it ihr geschehe, falls sie w ieder im H ei- m atland auftauche. E._______ sei zw ar inzw ischen w egen einer Strafsache des Landes verw iesen w orden. D ie Beschw erdeführerin habe aber trotzdem Angst, er w erde w ieder auftauchen oder sie - im Falle ihrer R ückkehr ins H eim atland - dort behelligen, zum al E.________ aus einem N achbardorf stam m e. D ie Beschw erdeführerin habe zw ar unrichtige Angaben zum Einreisedatum gem acht; in Bezug auf die Fluchtgründe habe sie jedoch die W ahrheit gesagt (schlechte Behandlung durch die Schw iegereltern, Bedrohung durch die M ujaheddin). Aus der Tatsache, dass sie den Asylbehörden ein falsches Einreisedatum genannt habe, könne nicht geschlossen w erden, sie w äre von den M ujaheddin nicht bedroht w orden. Seit Kriegsende terrorisierten die M ujaheddin die Bevölkerung in Bosnien. U nter anderem versuchten sie, den Frauen das Kopftuch aufzuzw ingen. D ie Beschw erdeführerin habe infolge ihrer W eigerung, ein Kopftuch zu tragen, m it dem Tod rechnen m üssen. Sie sei nicht in der Lage gew esen, sich gegen diese Terrorisierung zu w ehren, zum al sie eine alleinstehende, verw itw ete Frau sei und keine fam iliäre U nterstützung erhalten habe. D ie staatlichen Behörden seien nicht fähig, die M ujaheddin aufzuhalten. Bei einer Anzeige hätten sie höchstens die Aussage protokolliert und dann archiviert. Es könne der Beschw erdeführerin daher nicht zum Vorw urf gem acht w erden, dass sie sich nicht an die Behörden gew endet habe. im Ü brigen hätte sich die Beschw erdeführerin durch eine Anzeige nur noch m ehr exponiert. Es treffe nicht zu, dass sie in die Schw eiz eingereist sei, w eil sie sich hier ein besseres Leben erhofft habe. Aus ihrer Aussage gegenüber der Kantonspolizei ergebe sich, dass sie lieber die M isshandlungen und D rohungen in Bosnien ertragen hätte als das, w as sie m it E._______ erlebt habe. D iese Schlussfolgerung könne nur eine über Jahre hinw eg schw er m isshandelte Person ziehen. Sie sei nicht w egen E._______ in die Schw eiz gekom m en, sondern w egen der M isshandlungen durch die Schw iegereltern und der D rohungen durch die M ujaheddin. E._______ sei einfach die erste Person gew esen, w elche der Beschw erdeführerin einen Ausw eg erm öglicht habe. 8 5. N ach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverw altungsgericht gestützt auf die nachfolgenden Ausführungen zum Schluss, dass die Erw ägungen der Vorinstanz zur fehlenden Flüchtlingseigenschaft der Beschw erdeführerin zutreffen. 5.1 In Bezug auf die geltend gem achten Problem e m it den Schw iegereltern ist festzu- stellen, dass den Akten keine H inw eise darauf zu entnehm en sind, dass die an- geblichen Ü bergriffe der Schw iegereltern auf die Beschw erdeführerin (M isshand- lungen, W egnahm e des Kindes, Ausnützen ihrer Arbeitskraft) aus asylrechtlich re- levanten M otiven im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG erfolgt sind. Aus den Vorbrin- gen geht denn auch nicht überzeugend hervor, dass die Behörden aus asylrecht- lich relevanten G ründen nicht bereits gew esen w ären, sie gegen ernsthafte N ach- teile im Sinne des Asylgesetzes von Seiten der Schw iegereltern zu schützen. D ie diesbezüglichen Vorbringen sind daher nicht geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Aus dem selben G rund und unabhängig von der Frage der G laub- haftigkeit ist auch die in der Eingabe vom 26. Juli 2007 geltend gem achte Furcht vor einer zukünftigen Verfolgung durch E._______ als nicht asylrelevant zu qualifizieren. 5.2 D ie angebliche telefonische Bedrohung durch unbekannte M ujaheddin ist aufgrund der heutigen Aktenlage zu bezw eifeln. Anlässlich der Anhörungen gab die Be- schw erdeführerin an, sie sei von Arabern fünfm al telefonisch bedroht w orden. Erst- m als hätten sie am 1. April 2003 angerufen, letztm als am 20. Juni 2003 (vgl. A1, S. 5 und A6, S. 6). Ihren Aussagen gegenüber der Kantonspolizei im Jahr 2004 ist dagegen zu entnehm en, dass sich die Beschw erdeführerin am (...) April 2003 be- reits in der Schw eiz befand (vgl. das bei den vorinstanzlichen Akten liegende Ein- vernahm eprotokoll vom (...) N ovem ber 2004, S. 7). D araus folgt, dass die Be- schw erdeführerin hinsichtlich der angeblichen telefonischen D rohungen zw ischen dem (...) April und dem (...) Juni 2003 tatsachenw idrig ausgesagt hat. Angesichts dieser Falschaussage verm indert sich die persönliche G laubw ürdigkeit der Be- schw erdeführerin erheblich. G eht m an zugunsten der Beschw erdeführerin den- noch davon aus, sie sei von Arabern bedroht w orden - w as angesichts der bekann- ten Problem e m it w ahabitischen Islam isten in Bosnien grundsätzlich nicht ausge- schlossen ist - ergibt sich gestützt auf die Aussagen der Beschw erdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren sow ie m it Blick auf die Ausführungen in der Stellung- nahm e vom 26. Juli 2007, dass sie zw ischen 1995 und ihrer Ausreise im M ärz 2003 insgesam t fünf M al telefonisch bedroht w urde. Fünf - den Akten zufolge alle- sam t folgenlos gebliebene - telefonische D rohungen innerhalb von acht Jahren stellen indessen keine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar, zu- m al es sich dabei nicht um ernsthafte N achteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG handelt. Es ist insbesondere nicht davon auszugehen, dass die Beschw erdeführe- rin infolge dieser D rohungen einer ernsthaften und konkreten G efahr für ihr Leib, ihr Leben oder ihre G esundheit ausgesetzt w ar, w elcher sie sich nur durch Flucht ins Ausland entziehen konnte. D iese D rohungen sind nach dem G esagten auch nicht geeignet, eine begründete Furcht vor zukünftiger asylrelevanter Verfolgung auszulösen. D ie geltend gem achten D rohungen durch die M ujaheddin sind daher, sow eit sie überhaupt geglaubt w erden können, insgesam t als nicht asylrelevant zu qualifizieren. 5.3 W ie vom BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend ausgeführt w urde, stel- len N achteile, w elche auf die allgem einen politischen, w irtschaftlichen oder sozia-9 len Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen sind, keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar. Aus diesem G rund sind die von der Be- schw erdeführerin geltend gem achten Schw ierigkeiten nam entlich bei der W oh- nungssuche, von w elchen nicht nur die Beschw erdeführerin, sondern ein G rossteil der in ihrer H eim atregion ansässigen Bevölkerung betroffen ist, nicht geeignet, eine asylrelevante Verfolgung zu begründen. 5.4 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschw erdeführerin den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG nicht genügen. D ie Vorinstanz hat das Asylgesuch dem nach zu R echt abgelehnt. An diesem Ergebnis verm ögen auch die w eiteren Ausführungen auf Beschw erdeebe- ne sow ie die eingereichten Bew eism ittel nichts zu ändern, w eshalb darauf an die- ser Stelle nicht näher einzugehen ist. N ach dem G esagten besteht auch keine Ver- anlassung für die in der Beschw erde beantragte erneute Befragung der Beschw er- deführerin. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zuläs- sig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Auslän- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D ritt- staat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 25 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and in einen Staat ausgeschafft w erden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.10 7. 7.1 D a die Beschw erde gestützt auf die vorstehenden Erw ägungen im Asylpunkt abzu- w eisen ist und die Beschw erdeführerin w eder über eine frem denpolizeiliche Auf- enthaltsbew illigung verfügt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat oder geltend m acht, w urde die W egw eisung aus der Schw eiz zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vorinstanz w ies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, w elche die Flücht- lingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfah- ren, Bern 1999, S. 89). D a es der Beschw erdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr der Beschw er- deführerin in ihren H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Bosnien und H erzegow ina dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste die Beschw erdeführerin eine konkrete G e- fahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihr im Fall einer R ück- schiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. die zutref- fenden und w eiterhin gültigen diesbezüglichen Ausführungen in EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). Aufgrund der Akten sow ie der vorstehenden Erw ägungen im Asylpunkt ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihr im Falle einer R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina eine derartige G efahr droht. Auch die allgem eine M enschenrechtssituation in Bosnien und H erzegow ina lässt den W egw eisungsvoll- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 7.3 Im W eiteren ist festzustellen, dass die Beschw erdeführerin im Anschluss an ihre H eirat m it D ._______, w elcher Inhaber einer frem denpolizeilichen Aufenthaltsbew illigung B ist, m it G esuch vom 22. Juni 2006 an das M igrationsam t des Kantons Z._______ um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung ersuchte. D as M igrationsam t trat auf dieses G esuch m it Schreiben vom 29. Juni 2006 nicht ein. Zur Begründung des Entscheids w urde im W esentlichen auf Art. 14 Abs. 1 AsylG hingew iesen, w onach eine asylsuchende Person ab Einreichung des Asylgesuches bis zur Ausreise nach einer rechtskräftig angeordneten W egw eisung, nach einem R ückzug des Asylgesuches oder bis zur Anordnung einer Ersatzm assnahm e bei nicht durchführbarem Vollzug kein Verfahren um Erteilung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbew illigung einleiten kann, ausser es bestehe ein Anspruch auf deren Erteilung. D as Bestehen eines derartigen Anspruches w urde durch das M igrationsam t im plizit verneint. D ie Beschw erdeführerin focht diesen Entscheid den Akten zufolge nicht an. N achdem aufgrund des G esagten feststeht, dass die im ausländerrechtlichen Verfahren zuständige kantonale Behörde rechtskräftig das Bestehen eines Anspruchs auf 11 Erteilung einer frem denpolizeilichen Bew illigung verneint und folglich auf das entsprechende G esuch der Beschw erdeführerin nicht eingetreten ist, besteht für das Bundesverw altungsgericht keine Veranlassung, sich im R ahm en der Prüfung der Zulässigkeit des W egw eisungsvollzugs nochm als m it Art. 8 EM R K auseinanderzusetzen (vgl. die zutreffenden und w eiterhin gültigen Ausführungen in EM AR K 2001 N r. 21 E. 12b und c sow ie 14a). D er Vollzug der W egw eisung erw eist sich som it auch in dieser H insicht unter dem G esichtspunkt der Vereinbarkeit m it völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz als zulässig. 7.4 D ie Beschw erdeführerin kann sich hinsichtlich der Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs auch nicht auf den in Art. 44 Abs. 1 in fine AsylG veranker- ten G rundsatz der Einheit der Fam ilie berufen. G em äss der R echtsprechung zu Art. 44 Abs. 1 in fine AsylG kom m t der dort erw ähnte G rundsatz der Einheit der Fam ilie näm lich nur im Verhältnis zu Fam ilienangehörigen, w elche über den Status der vorläufigen Aufnahm e verfügen, zum Tragen (vgl. EM AR K 1995 N r. 24 S. 232). Im vorliegenden Fall erteilte der Kanton Z._______ dem Ehem ann der Beschw erdeführerin im Jahr 1999 eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung B. D er heutige Aufenthaltsstatus des Ehem annes der Beschw erdeführerin beruht som it auf einer rein frem denpolizeilichen G rundlage. D ies hat zur Folge, dass nicht die Asylbehörden, sondern allein die kantonalen Behörden zuständig sind für die R egelung des Aufenthalts seiner Fam ilienangehörigen. D er Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin verstösst som it auch unter diesem G esichtspunkt nicht gegen Landesrecht. 7.5 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung insgesam t sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 7.6 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise dem Fehlen von notw endigen m edizinischen Behandlungsm ög- lichkeiten, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.7 D as Bundesverw altungsgericht geht in W eiterführung der Praxis der AR K davon aus, dass die allgem eine Lage in Bosnien und H erzegow ina einem W egw eisungs- vollzug generell nicht entgegensteht, sofern die R ückkehr in eine Entität erfolgt, in w elcher die betroffene Person der M ehrheitsethnie angehört (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7k S. 54). D iese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall erfüllt, da die G e- m einde Z._______ vorw iegend von Bosniaken besiedelt ist. Eine R ückkehr der Be- schw erdeführerin in ihre H erkunftsgem einde ist daher unter diesem Aspekt als zu- m utbar zu erachten. Es liegen auch keine individuellen G ründe vor, die einem Voll- zug der W egw eisung entgegenstehen könnten. G ew isse Problem e m it den Schw iegereltern sind zw ar grundsätzlich glaubhaft; jedoch ist aufgrund der Akten- lage nicht davon auszugehen, dass im Falle der R ückkehr der Beschw erdeführerin in ihr H eim atland von den Schw iegereltern eine konkrete G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ausgehen w ürde. D en Akten sind auch keine konkreten und 12 glaubhaften H inw eise dafür zu entnehm en, dass die Beschw erdeführerin im Falle ihrer R ückkehr eine relevante G efährdung durch E._______ zu gew ärtigen hätte. In der Eingabe vom 26. Juli 2007 w ird zw ar vorgebracht, die Beschw erdeführerin m üsse befürchten, im H eim atland durch den aus der Schw eiz ausgew iesenen E._______ behelligt zu w erden. D ieses Vorbringen überzeugt indessen nicht, zum al die Beschw erdeführerin der Polizei gegenüber ausgesagt hatte, E._______ lasse sie in R uhe (vgl. das Einvernahm eprotokoll vom (...) N ovem ber 2004 S. 16). Im W eiteren ist festzustellen, dass die Beschw erdeführerin vor ihrer Ausreise aus dem H eim atland seit ihrer Kindheit für verschiedene Personen landw irtschaftliche Arbeiten verrichtete und dam it ein Einkom m en erzielte. Es ist davon auszugehen, dass sie im Falle ihrer R ückkehr nach Bosnien erneut in diesem Bereicht eine Arbeit finden w ürde. D a sie die W itw e eines gefallenen Soldaten ist, hat sie überdies Anspruch auf staatliche U nterstützung in Form einer R ente. Es ist ausserdem davon auszugehen, dass der heutige Ehem ann der Beschw erdeführerin sie im Falle ihrer R ückkehr nach Bosnien finanziell unterstützen w ürde. D en Akten zufolge w ohnen m ehrere Fam ilienangehörige der Beschw erdeführerin in ihrer H eim atregion. Zu ihren G eschw istern sow ie zu den Schw iegereltern hat sie indessen kein gutes Verhältnis. H ingegen lebt in Z._______ ihre C ousine F._______, m it w elcher sie in der Vergangenheit freundschaftlich verkehrte und w elche sich überdies im R ahm en der im Jahr 2004 erfolgten Abklärungen der Sektion R ückkehrhilfe im Zusam m enhang m it dem dam aligen R ückkehrw unsch der Beschw erdeführerin bereit erklärt hatte, die Beschw erdeführerin in ihrem H aus aufzunehm en. Som it hätte die Beschw erdefüh- rerin eine W ohnm öglichkeit im H eim atland. Trotz der unbestreitbar nach w ie vor schw ierigen Verhältnisse in Bosnien und H erzegow ina ist nach dem G esagten nicht davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin bei einer R ückkehr ins H ei- m atland aus w irtschaftlichen G ründen in eine Existenz bedrohende Situation gera- ten w ürde. Im Ü brigen steht es ihr offen, R ückkehrhilfe im Sinne von Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG zu beantragen. H insichtlich der geltend gem achten gesundheitlichen Problem e ist Folgendes zu bem erken: D r. m ed. B._______, Allgem einm ediziner, stellte in seinem Bericht vom 4. Juli 2003 fest, die Beschw erdeführerin leide unter einer psychovegetativen D e- kom pensation und sei verm utlich von M edikam enten, nam entlich einem Valium prä- parat, abhängig. M öglicherw eise sei eine antidepressive Therapie angezeigt. Im Arztzeugnis vom 23. Juli 2003 bestätigte D r. m ed. C ._______., Allgem einm edizinerin, dass sich die Beschw erdeführerin seit dem 4. Juli 2003 bei ihr in Behandlung befinde. Sie leide unter einer schw eren D epression, w eshalb eine Antidepressiva-Therapie durchgeführt w erde. D em ärztlichen Zeugnis von D r. m ed. C ._______ vom 9. Juli 2007 ist schliesslich zu entnehm en, dass die Beschw erdeführerin w eiterhin unter psychischen Problem en, nam entlich unter einer posttraum atischen Belastungsstörung (PTBS) leide. Im W eiteren liege M edikam entenm issbrauch, ein chronisches Schm erzsyndrom sow ie eine R efluxkrankheit vor. D ie Beschw erdeführerin habe ausserdem zw ei O perationen hinter sich. Zurzeit sei sie w ieder dekom pensiert und unsicher, w esw egen ihr eine stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik em pfohlen w orden sei. D er psychische Zustand der Beschw erdeführerin habe sich in letzter Zeit sehr verschlechtert und könne sich nur m it einer Psychotherapie im Sinne einer PTBS-13 Therapie verbessern. D ie Patientin nehm e zurzeit Surm ontil, Lexotanil sow ie Valium zu sich. N ach D urchsicht dieser Arztberichte fällt in Bezug auf die geltend gem achten psychischen Problem e auf, dass die Beschw erdeführerin trotz diagnostizierter PTBS bis heute keine gezielte und fachärztliche psychiatrische Behandlung in Anspruch genom m en hat. Im letzten Arztzeugnis vom 9. Juli 2007 w ird der Beschw erdeführerin zw ar eine stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik em pfohlen, jedoch ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass auch eine entsprechende Ü berw eisung durch die behandelnde Ärztin erfolgt w äre. D araus ist zu schliessen, dass eine fachärztliche psychiatrische Behandlung der Beschw erdeführerin, eventuell auch stationär, von der behandelnden Ärztin zw ar als w ünschensw ert, jedoch nicht als unbedingt notw endig erachtet w ird. Jedenfalls lässt das erw ähnte Arztzeugnis vom Juli 2007 - auch hinsichtlich der som atischen Leiden der Beschw erdeführerin - keinen akuten m edizinischen H andlungsbedarf erkennen. Aufgrund der dargelegten Aktenlage bestehen keine konkreten H inw eise dafür, dass sich der G esundheitszustand der Beschw erdeführerin im Falle ihrer R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina in existenzbedrohender W eise verschlechtern könnte. Vielm ehr ist davon auszugehen, dass die in Bosnien erhältliche m edizinische Versorgung genügt, um der Beschw erdeführerin dort ein m enschenw ürdiges Leben zu erm öglichen. Zur Behandlung ihrer m edizinischen Problem e kann sich die Beschw erdeführerin sow ohl an das G esundheitszentrum in Z._______ als auch an das Spital in Z._______ w enden. Insbesondere in Z._______ sind sow ohl Antidepressiva als auch psychiatrische Behandlungsm öglichkeiten für PTBS-Patienten vorhanden. Zw ar w ird die Behandlung in Bosnien w ohl nicht auf dem selben N iveau erfolgen, w ie dies in der Schw eiz m öglich w äre. M edizinische G ründe lassen den W egw eisungsvollzug indessen nur dann als unzum utbar erscheinen, w enn eine als dringlich zu qualifizierende Behandlung, w elche zur G ew ährleistung einer m enschenw ürdigen Existenz absolut notw endig ist, im H eim atland nicht erhältlich ist (vgl. dazu die nach w ie vor zutreffenden Ausführungen in EM AR K 2003 N r. 24). Im konkreten Fall bestehen w ie erw ähnt keine H inw eise dafür, dass die Beschw erdeführerin dringend auf eine um fassende und regelm ässige spezifische Traum atherapie oder anderw eitige spezielle Behandlungen angew iesen w äre. U nter diesen U m ständen sind die bestehenden Behandlungsm öglichkeiten in Bosnien als ausreichend zu bezeichnen. D araus folgt, dass der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin auch m it Blick auf ihre gesundheitliche Situation als zum utbar zu erachten ist. 7.8 Schliesslich obliegt es der Beschw erdeführerin, sich in Zusam m enarbeit m it der Vorinstanz bei der zuständigen Vertretung ihres H eim atstaates die für eine R ück- kehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.9 Zusam m enfassend ergibt sich, dass der von der Vorinstanz verfügte W egw ei- sungsvollzug in Ü bereinstim m ung m it den zu beachtenden Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e fällt dam it ausser Betracht.14 8. Aus diesen Erw ägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dem nach abzuw eisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären dessen Kosten der Beschw erdeführe- rin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). In Anbetracht der erfolgten G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG ist indes auf eine Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 9.2 Aufgrund der m it Verfügung vom 9. D ezem ber 2003 erfolgten G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 Vw VG sind der Beschw erdeführerin die Kosten der eingesetzten am tlichen Anw ältin zu ersetzen. D er in der eingereichten Kostennote vom 26. Juli 2007 aus- gew iesene Arbeitsaufw and von 18,3 Stunden sow ie die Auslagen von total Fr. 78.30 erscheinen als angem essen. Som it ist die auszurichtende Entschädigung unter Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Bem essungsfaktoren (vgl. Art. 12 sow ie Art. 9 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- auf insgesam t Fr. 3'826.-- (inkl. M W St) festzusetzen. (D ispositiv nächste Seite)15 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D er Beschw erdeführerin w erden die Kosten der am tlichen Anw ältin in der H öhe von Fr. 3'862.-- ersetzt. 4. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführerin (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N ...; Kopie) - das (...) (Beilage: Identitätskarte N r. ..., G eburtsschein N r. ...) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: H ans Schürch Anna D ürm üller Versand am :