<h2>SubmittedText<h2><p>2010 habe ich im Nationalrat eine Interpellation mit dem Titel "Steigende Gesundheitskosten" (10.3105) eingereicht. Mit dieser habe ich den Bundesrat gebeten, zu ermitteln, wie sich jede der klassischen Ursachen der steigenden Gesundheitskosten auf den Anstieg dieser Kosten auswirkt. Der Bundesrat hat diese Interpellation zufriedenstellend beantwortet und insbesondere erklärt, dass die Gesundheitskosten zwischen 1998 und 2007 um 38,7 Prozent gestiegen sind. Davon sind 34,5 Prozentpunkte auf Mengenänderungen und 4,2 Prozentpunkte auf den Preisanstieg zurückzuführen. Um über aktualisierte Daten zu verfügen, bitte ich den Bundesrat, mir - für die Jahre 2010 bis 2014 oder wenn nötig für andere Referenzjahre - darüber Auskunft zu geben, welcher Anteil am Gesamtanstieg der Gesundheitskosten in der Schweiz auf welche der folgenden Faktoren zurückzuführen ist:</p><p>1. zunehmende Inanspruchnahme medizinischer Leistungen im weitesten Sinne, einschliesslich unter anderem des Kaufs von Medikamenten, der Spitalleistungen, der Arztbesuche und der ambulanten Pflegeleistungen (Mengeneffekt);</p><p>2. Anstieg der Preise für medizinische Einzelleistungen (Preiseffekt);</p><p>3. Fortschritt der Technologien in der Medizin; </p><p>4. Verlängerung der durchschnittlichen Lebenszeit.</p><p>Sofern relevante Statistiken in diesem Bereich in anderen Ländern vorhanden sind, so wären Vergleiche damit willkommen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Gemäss der Synthesestatistik "Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens" des Bundesamtes für Statistik (BFS), die im Oktober 2015 veröffentlicht wurde und auf der Internetseite des BFS verfügbar ist (www.statistik.ch &gt; Themen &gt; 14 - Gesundheit &gt; Kosten, Finanzierung &gt; Daten, Indikatoren), sind die Gesundheitskosten zwischen 2010 und 2013 von 62,495 auf 69,227 Milliarden Franken angestiegen (neueste verfügbare Daten; die Daten 2015 liegen im Herbst 2017 vor). Im Jahr 2010 machten die Gesundheitskosten 10,3 Prozent des BIP aus, 2013 waren es 10,9 Prozent. In diesem Zeitraum betrug der Gesamtanstieg der Gesundheitskosten 10,8 Prozent. 12,2 Prozent der Zunahme sind auf die Mengenausweitung der Gesamtleistungen zurückzuführen. Diese Mengenausweitung umfasst sowohl einen qualitativen als auch einen quantitativen Anstieg der Leistungen. Zu den Leistungen zählen Spitalleistungen, ambulante Pflegeleistungen in Spitälern und Arztpraxen, Ausgaben für Medikamente und andere medizinische Produkte sowie Ausgaben für die Prävention und die Verwaltung des Gesundheitswesens.</p><p>2. Auch die Preisentwicklung hatte einen Einfluss auf den Gesamtanstieg der Gesundheitskosten um 10,8 Prozent: Zwischen 2010 und 2013 sanken die Preise sämtlicher Gesundheitsleistungen, die im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des BFS erhoben werden, pro Jahr um durchschnittlich 1,4 Prozent. Dieser Preisrückgang bei den Gesundheitsleistungen wirkt sich ungefähr im selben Ausmass auf die Entwicklung der Gesundheitskosten aus.</p><p>3. Es ist nicht möglich, die entsprechenden statistischen Daten zu isolieren, die benötigt würden, um die Auswirkungen des Fortschritts der Technologien in der Medizin auf den Gesamtanstieg der Gesundheitskosten zu ermitteln.</p><p>4. Es ist nicht möglich, die entsprechenden statistischen Daten zu isolieren, die benötigt würden, um die Auswirkungen der Verlängerung der durchschnittlichen Lebensdauer auf den Gesamtanstieg der Gesundheitskosten zu ermitteln.</p><p>Für Vergleiche mit anderen Ländern liegen Daten zu den Gesundheitskosten und deren Entwicklung vor, namentlich bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und beim Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat). Hingegen fehlen nach Mengen- und Preiseffekten aufgeschlüsselte Daten, anhand derer die umfassende Entwicklung der Gesundheitskosten international verglichen werden könnte.</p>  Antwort des Bundesrates.