<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2020.00092</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220819&amp;W10_KEY=13013479&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2020.00092</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.12.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 09.02.2021 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 01.01.-31.12.2015 und 01.01.-31.12.2016</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Umstritten ist, ob ein Auslandaufenthalt aufgrund der Corona-Situation in der Stadt Zürich ein Grund für eine Fristwiederstellung ist.] Die Pflichtige hätte sich angesichts ihrer aus dem Prozessverhältnis fliessenden Sorgfaltspflicht erkundigen und wissen müssen, ob bzw. dass ihr im Nachsendeauftrag keine Gerichtsurkunden ins Ausland zugestellt werden können. Die Zustellung hat daher als schuldhaft verhindert zu gelten. Da die Zustellung schuldhaft verhindert wurde, scheidet eine Fristwiederherstellung von vornherein aus. Es wäre aber auch kein Fristwiederherstellungsgrund gegeben: Der Umstand, dass sich der Unterzeichnende und seine gleichaltrige Ehefrau aus Angst, in der Stadt Zürich einer erhöhten Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ausgesetzt zu sein, ins Ausland begeben haben, vermag die Wiederherstellung nicht zu begründen. Anders als etwa bei kurzfristig auftretenden schweren Erkrankungen schliesst die Landesabwesenheit organisatorische Vorkehren nicht aus (E. 2.3). Abweisung des Gesuchs um Fristwiederherstellung und Nichteintreten auf die Beschwerden. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=50644" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SB.2020.00092<br/> SB.2020.00093</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschluss</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal">der 2. Kammer</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">2. Dezember 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.<span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A AG, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrerin, </b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">1.<span> </span>Staat ZÃ¼rich,</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">2.<span> </span>Schweizerische Eidgenossenschaft,</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">beide vertreten durch das kantonale Steueramt,</p> <p class="MsoNormal">Dienstabteilung Recht, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegnerschaft,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Staats- und Gemeindesteuern 1.1.â31.12.2015 und 1.1.â31.12.2016 und</b></p> <p class="MsoNormal"><b>Direkte Bundessteuer 1.1.â31.12.2015 und 1.1.â31.12.2016,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben:</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) mit Sitz in der Stadt X bezweckt die DurchfÃ¼hrung von FinanzgeschÃ¤ften, die Beratung von Unternehmungen, die Verwaltung eigenen und fremden VermÃ¶gens sowie den Handel mit Waren aller Art. Am 5. November 2018 wurde sie fÃ¼r die Steuerperiode 1.1.â31.12.2014 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. â¦ (Staats- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer) und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. â¦ (Staats- und Gemeindesteuern) eingeschÃ¤tzt. Diese EinschÃ¤tzungen erwuchsen in Rechtskraft.</span></p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Steuerperiode 1.1â31.12.2015 deklarierte die Pflichtige in einer rektifizierten SteuererklÃ¤rung vom 30. April 2017 ein positives Jahresergebnis von Fr. â¦, verrechnet dies indessen mit Vorjahresverlusten von Fr. â¦. In der SteuererklÃ¤rung 1.1â31.12.2016 gab sie ein positives Jahresergebnis von Fr. â¦ an, dass sie ebenfalls mit Vorjahresverlusten von nunmehr Fr. â¦ verrechnete.</p> <p class="Urteilstext">Das kantonale Steueramt fÃ¼hrte fÃ¼r beide Steuerperioden eine Untersuchung bezÃ¼glich diverser nicht mehr streitigen Aufwandpositionen durch. Am 21. Juni 2019 schÃ¤tzte es die Pflichtige folgendermassen ein:</p> <p class="Urteilstext"><b><u>Steuerperiode 1.1â31.12.2015 1.1â31.12.2016</u></b></p> <p class="Urteilstext"><b>Direkte Bundessteuer </b></p> <p class="Urteilstext">Steuerbarer Reingewinn Fr. â¦ Fr. â¦</p> <p class="Urteilstext">Eigenkapital Fr. â¦ Fr. â¦</p> <p class="Urteilstext"><b>Staats- und Gemeindesteuern</b></p> <p class="Urteilstext">Steuerbarer Reingewinn Fr. â¦ Fr. â¦</p> <p class="Urteilstext">Steuerbares Kapital Fr. â¦ Fr. â¦</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Darin nahm das kantonale Steueramt diverse Aufrechnungen vor und liess insbesondere die geltend gemachten Vorjahresverluste nicht zur Verrechnung zu.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Dagegen erhob die Pflichtige Einsprache und beantragte jeweils eine EinschÃ¤tzung mit einem Reingewinn von Fr. â¦ und die Anrechnung der Vorjahresverluste, soweit sie den Reingewinn 1.1â31.12.2014 Ã¼bertreffen. Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 26. Juli 2019 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><b><span> </span></b></p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs bzw. die dagegen erhobene Beschwerde wies das Steuerrekursgericht am 14. Juli 2020 ab, soweit es darauf eintrat. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><b><span> </span></b></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 5. Oktober 2020 (Poststempel) reichte die Pflichtige Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein und beantragte zunÃ¤chst, es sei die Beschwerdefrist wegen unverschuldeter Nichtkenntnis der Fristansetzung fÃ¼r die Einreichung der Beschwerde gegen den Entscheid des Steuerrekursgerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 14. Juli 2020 stattzugeben. Sodann sei der Entscheid des Steuerrekursgerichts aufzuheben und </span><span>eine EinschÃ¤tzung mit einem Reingewinn von Fr. â¦ und die Anrechnung der Vorjahresverluste vorzunehmen, soweit diese den Reingewinn 1.1â31.12.2014 Ã¼bertreffen wÃ¼rden</span><span>, unter Kostenfolge.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Oktober 2020 vereinigte das Verwaltungsgericht die Verfahren SB.2020.00095 (Staats- und Gemeindesteuern 1.1.â31.12.2015 und 1.1.â31.12.2016) und SB.2020.00093 (direkte Bundessteuer 1.1.â31.12.2015 und 1.1.â31.12.2016).</span></p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend das Steuerrekursgericht auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Beschwerde. Die Pflichtige reichte am 30. Oktober 2020 eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 <span>des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) </span>alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </p> <p class="Urteilstext">In Bundessteuersachen ist die Kognition des Verwaltungsgerichts identisch: Soll die erstinstanzliche Beschwerde die allseitige, hinsichtlich Rechts- und Ermessenskontrolle unbeschrÃ¤nkte gerichtliche ÃberprÃ¼fung der Einspracheentscheide der VeranlagungsbehÃ¶rde auf alle MÃ¤ngel des Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens hin ermÃ¶glichen (Art. 140 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer [DBG]), muss sich die Aufgabe der zweitinstanzlichen Beschwerde, die die ÃberprÃ¼fung der Entscheidung eines Gerichts und nicht diejenige einer VerwaltungsbehÃ¶rde zum Gegenstand hat, sinnvollerweise auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nken (BGE 131 II 548 E. 2.5; RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Pflichtige macht geltend, erst durch die Zustellung einer Steuerrechnung fÃ¼r Bundessteuern 2015 und 2016 darauf aufmerksam geworden zu sein, dass in der Zwischenzeit ein Entscheid des Steuerrekursgerichts ergangen sei. Sie habe sich danach unverzÃ¼glich mit dem Steuerrekursgericht telefonisch in Verbindung gesetzt. Mit Schreiben vom 15. September 2020 (Poststempel 16. September 2020) sei ihr der Entscheid vom 14. Juli 2020 am 18. September 2020 zugestellt worden. Der Nachsendeauftrag sei vor dem Hintergrund der Corona-Krise erfolgt. Der Unterzeichnende (78 Jahre alt) und seine gleichaltrige Ehefrau befÃ¤nden sich aufgrund der besonderen GefÃ¤hrdungssituation in der Stadt X seit Mitte MÃ¤rz 2020 in ihrem lÃ¤ndlichen Familien-Heimatort im Land C am D-Platz in der der Grossgemeinde B, wo es seit Ausbruch der Corona-Pandemie nur einen einzigen Krankheitsfall gegeben habe, der geheilt sei und auch nicht stationÃ¤r habe behandelt werden mÃ¼ssen. Die wegen des Pandemieverlaufs mehrfach verlÃ¤ngerte Abwesenheit von der Stadt X sei daher aus gesundheitlichen GrÃ¼nden geboten und vernÃ¼nftig gewesen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Entscheide des Steuerrekursgerichts kÃ¶nnen innerhalb von dreissig Tagen nach Zustellung mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden (§ 153 Abs. 1 des StG; Art. 140 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG). Auf eine verspÃ¤tete Beschwerde darf, vorbehÃ¤ltlich einer Fristwiederherstellung, nicht eingetreten werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Die Zustellung einer eingeschrieben versandten VerfÃ¼gung gilt als vollzogen, wenn die Sendung tatsÃ¤chlich entgegengenommen oder im Fall von Abwesenheit aufgrund der in den Briefkasten geworfenen Abholungseinladung nachtrÃ¤glich auf der Poststelle abgeholt wird (vgl. <span>Martin Zweifel et al., Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, 2. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2018, </span>§ 15 N. 49). Nach stÃ¤ndiger verwaltungs- und bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt der letzte Tag einer siebentÃ¤gigen Abholfrist als fingiertes Zustelldatum, sofern der Adressat die Zustellung schuldhaft verhindert hat (sogenannte Zustellungsfiktion). Von einem schuldhaften Verhindern der Zustellung ist dann auszugehen, wenn der Adressat die erforderlichen Vorkehren fÃ¼r die Zustellbarkeit von behÃ¶rdlichen Postsendungen unterlÃ¤sst, obwohl ein ProzessverhÃ¤ltnis besteht, das ihn verpflichtet, unter anderem dafÃ¼r zu sorgen, dass ihm Entscheide, welche das Verfahren betreffen, zugestellt werden kÃ¶nnen, und die Zustellung eines behÃ¶rdlichen Akts mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erwartet werden musste (BGE 130 III 396 E. 1.2.3; BGr, Zweifel et al., § 15 N. 49 auch zum Folgenden). Dies trifft zu, wenn zuvor ein VerfahrensverhÃ¤ltnis begrÃ¼ndet worden war. Ein solches verpflichtet die Parteien, sich nach Treu und Glauben zu verhalten und unter anderem dafÃ¼r zu sorgen, dass behÃ¶rdliche Akte, die das Verfahren betreffen, ihnen zugestellt werden kÃ¶nnen (BGE 141 II 429 E. 3.1; 139 IV 228 E. 1.1; 138 III 225 E. 3.1; BGr, 14. November 2016, 2C_1015/2016 und 2C_1016/2016, E. 2.3; je mit Hinweisen). Von einer verfahrensbeteiligten Person wird namentlich verlangt, dass sie fÃ¼r die Nachsendung ihrer an die bisherige Adresse gelangenden Korrespondenz besorgt ist, dass sie der BehÃ¶rde gegebenenfalls lÃ¤ngere Ortsabwesenheiten mitteilt oder eine Stellvertretung ernennt (BGE 139 IV 228 E. 1.1, mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Hat ein Steuerpflichtiger eine Frist fÃ¼r die Geltendmachung eines Rechts versÃ¤umt, ist die Wiederherstellung zu gewÃ¤hren, wenn er nachweist, dass er ohne Verschulden entweder von der Fristansetzung nicht rechtzeitig Kenntnis erhalten hat oder durch schwerwiegende GrÃ¼nde an der Einhaltung der Frist gehindert worden ist. Als solche gelten z.<span> </span>B. Krankheit, Todesfall in der Familie, Landesabwesenheit oder MilitÃ¤rdienst (§ 15 Abs. 1 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 [VO StG] in Verbindung mit § 129 Abs. 2 StG bzw. <span>Art. 133 Abs. 3 DBG; </span>vgl. auch BGr, 14. November 2016, 2C_1015/2016 und 2C_1016/2016, E. 2.4; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 3. A., ZÃ¼rich 2013, § 129 N. 44; dieselben, Handkommentar zum DBG, 3. A., ZÃ¼rich 2016, Art. 133 N. 34). Das Gesuch um Fristwiederherstellung ist schriftlich und spÃ¤testens innert 30 Tagen nach Kenntnisnahme von der Fristansetzung oder nach Wegfall des Hindernisses einzureichen. Innert der gleichen Frist ist die versÃ¤umte Handlung vorzunehmen (§ 15 Abs. 2 VO StG bzw. <span>Art. 133 Abs. 3 DBG</span>). Bei der Beurteilung der FristwiederherstellungsgrÃ¼nde ist grundsÃ¤tzlich ein strenger Massstab anzulegen, das heisst, es sind hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflicht der steuerpflichtigen Person zu stellen (vgl. RB 1988 Nr. 11).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.4 </b>Eine Erkrankung stellt nur dann einen hinreichenden Grund fÃ¼r eine Fristwiederherstellung dar, wenn sie den Steuerpflichtigen objektiv daran gehindert hat, die Frist einzuhalten, und dieser nicht mehr in der Lage gewesen ist, rechtzeitig die nÃ¶tigen Schritte zur Fristeinhaltung zu unternehmen. Entscheidend ist somit bei Vorliegen von Krankheit, dass darin die Ursache fÃ¼r die verspÃ¤tete Einreichung der fristwahrenden Eingabe liegt. Die WiederherstellungsgrÃ¼nde sind vom Steuerpflichtigen zu substanziieren und zu beweisen. Fehlt eine derartige Sachverhaltsdarstellung, so ist weder eine amtliche Untersuchung Ã¼ber die massgebenden Tatsachen zu fÃ¼hren noch dem Steuerpflichtigen Frist zur Verbesserung des Gesuchs anzusetzen (RB 1979 Nr. 51).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der mit Gerichtsurkunde am 16. Juli 2020 versandte Entscheid der Vorinstanz vom 14. Juli 2020 war an die A AG, E-Strasse 02 in der Stadt X adressiert. GemÃ¤ss Sendungsverfolgung der Post ("Track &amp; Trace") zum betreffenden Einschreiben wurde der Entscheid am 17. Juli 2020 mit dem Verweis "EmpfÃ¤nger weilt voraussichtlich â 18.8.2020 im Ausland" wieder an das Steuerrekursgericht zurÃ¼ckgeschickt. Die Pflichtige hatte am 28. April 2020 mit GÃ¼ltigkeit vom 16. MÃ¤rz 2020 bis 20. August 2020 eine Postumleitung an die Adresse im Land C in Auftrag gegeben. Aufgrund dieser Postumleitung veranlasste die Post umgehend eine RÃ¼cksendung, woraufhin die Gerichtsurkunde am 17. Juli 2020 wieder beim Steuerrekursgericht angelangte. <span>Demzufolge erlangte die Pflichtige von der versandten Gerichtsurkunde vorerst keine Kenntnis, da diese postwendend an den Absender retourniert wurde. Diese Vorgehensweise entspricht der Praxis der Post: GemÃ¤ss den Allgemeinen GeschÃ¤ftsbedingungen der Post (</span>AGB "Postdienstleistungen" und "Post umleiten" abrufbar unter https://www.post.ch/de/pages/footer/allgemeine-geschaeftsbedingungen-agb) und dem dazugehÃ¶renden Factsheet "Nachsendeauftrag" sind Gerichtsurkunden von der Umleitung ins Ausland generell ausgeschlossen. </p> <p class="MsoNormal">Die Pflichtige begrÃ¼ndete mit ihrem Rekurs bzw. ihrer Beschwerde vom 21./.22./.24./27. August 2019 an das Steuerrekursgericht ein ProzessrechtsverhÃ¤ltnis. Siemusste aufgrund dessen jederzeit mit einem Entscheid rechnen. Sie war verpflichtet, wÃ¤hrend einem Zeitraum von bis zu einem Jahr seit der letzten verfahrensrechtlichen Handlung der BehÃ¶rde erreichbar zu sein und auch kÃ¼rzere Ortsabwesenheiten der BehÃ¶rde zu melden (vgl. BGr, 26. April 2017, 2C_298/2015 und 2C_299/2015, E. 3.4). Der Unterzeichnende und seine Ehefrau begaben sich eigenen Angaben zufolge bereits Mitte MÃ¤rz 2020 in das Land C, ohne das Steuerrekursgericht Ã¼ber ihren Auslandaufenthalt zu informieren. Die prozessuale Sorgfalt hÃ¤tte es geboten, dass sie das Steuerrekursgericht Ã¼ber die Landesabwesenheit in Kenntnis gesetzt oder eine Stellvertretung ernennt hÃ¤tten. Stattdessen bedienten sie sich eines Nachsendeauftrags, was sie jedoch von der ursprÃ¼nglichen Pflicht, fÃ¼r die Entgegennahme besorgt zu sein, nicht entbindet (vgl. BGr, 14. November 2016, 2C_1015/2016 und 2C_1016/2016, E. 3.2). Die Post verweist auf der von ihr eingereichten MutationsbestÃ¤tigung explizit auf die geltenden AGB. Die Pflichtige hÃ¤tte sich angesichts ihrer aus dem ProzessverhÃ¤ltnis fliessenden Sorgfaltspflicht erkundigen und wissen mÃ¼ssen, ob bzw. dass ihr im Nachsendeauftrag keine Gerichtsurkunden ins Ausland zugestellt werden kÃ¶nnen. Dass sie von der Gerichtsurkunde keine Kenntnis erlangte, wÃ¤re damit vermeidbar gewesen. Die Zustellung hat daher als schuldhaft verhindert zu gelten. Demzufolge muss die Gerichtsurkunde als am siebten Tag nach ihrer Ankunft bei der Post am 16. Juli 2020, als zugestellt gelten. Die Beschwerdefrist an das Verwaltungsgericht hat somit am 23. Juli 2020 zu laufen begonnen und endete am 24. August 2020 (vgl. (§ 153 Abs. 1 und Art. 133 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG). Die erst am 5. Oktober 2020 der Post Ã¼bergebene Beschwerde erweist sich damit als verspÃ¤tet. </p> <p class="MsoNormal">Da die Zustellung schuldhaft verhindert wurde, scheidet eine Fristwiederherstellung von vornherein aus. VollstÃ¤ndigkeitshalber ist festzustellen, dass auch kein Fristwiederherstellungsgrund gegeben wÃ¤re: Der Umstand, dass sich der Unterzeichnende und seine gleichaltrige Ehefrau aus Angst, in der Stadt X einer erhÃ¶hten Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ausgesetzt zu sein, in das Land C in ihren Heimatort begeben haben, vermag die Wiederherstellung nicht zu begrÃ¼nden. Anders als etwa bei kurzfristig auftretenden schweren Erkrankungen, schliesst die Landesabwesenheit organisatorische Vorkehren nicht aus (vgl. dazu BGr, 17. Oktober 2014, 2C_932/2014, E. 3.4). Es ist nicht ersichtlich und wird von der Pflichtigen auch nicht geltend gemacht, dass sie den Empfang nicht auch aus dem Land C hÃ¤tte organisieren kÃ¶nnen. Die Landesabwesenheit des Unterzeichnenden vermag die FristversÃ¤umnis somit nicht zu entschuldigen. Das Gesuch um Fristwiederherstellung ist nach dem Gesagten abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1">Dies fÃ¼hrt zum Nichteintreten auf die Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung1">Bei diesem Verfahrensausgang sind die reduzierten Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (<span>§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG bzw. </span>Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG) und steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu (<span>§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG bzw. </span>Art. 64 Abs. 1â3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG] in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="MsoNormal">1. Das Gesuch um Fristwiederherstellung wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span>2. Auf die Beschwerde SB.2020.00092 betreffend Staats- und Gemeindesteuern (1.1.â31.12.2015 und 1.1.â31.12.2016) wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Auf die Beschwerde SB.2020.00093 betreffend direkte Bundessteuer (1.1.â31.12.2015 und 1.1.â31.12.2016) wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2">4. Die GerichtsgebÃ¼hr <span>im Verfahren SB.2020.00092 </span>wird festgesetzt auf <br/> Fr. 600.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 87.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 687.50</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">5. Die GerichtsgebÃ¼hr <span>im Verfahren SB.2020.00093 </span>wird festgesetzt auf <br/> Fr. 300.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 52.50</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 352.50</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">6. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">7. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </p> <p class="Einzug2">8. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">9. Mitteilung an ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>