A bteilung III C -1872/2007 {T 0/2} U rte il v o m 2 0 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter Andreas Trom m er (Vorsitz), R ichter Blaise Vuille, R ichter Bernard Vaudan, G erichtsschreiber Julius Longauer. A ._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verw eigerung der Zustim m ung und W egw eisung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandC -1872/2007 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer (geb. 1977) ist Staatsangehöriger der R epublik Südafrika. Im D ezem ber 2001 gelangte er in die Schw eiz und heiratete am 4. O ktober 2002 eine Schw eizer Bürgerin. G estützt auf den Ehe- schluss erhielt er im R ahm en des Fam iliennachzugs eine Aufenthalts- bew illigung im Kanton Basel-Stadt, die letztm als m it W irkung bis zum 3. O ktober 2006 verlängert w urde. D as kinderlos gebliebene Ehepaar trennte sich im M ai 2005, und seit dem 18. O ktober 2006 ist die Ehe geschieden. B . N achdem der Versuch des Beschw erdeführers gescheitert w ar, die Be- w illigung für einen W echsel in den Kanton Aargau zu erw irken, ersuch- te er im Septem ber 2006 im Kanton Basel-Stadt um eine Verlängerung seiner Aufenthaltsbew illigung. D ie zuständige kantonale M igrationsbe- hörde erklärte sich dazu bereit und überm ittelte die Angelegenheit der Vorinstanz m it dem Antrag auf Zustim m ung. C . Am 20. D ezem ber 2006 teilte die Vorinstanz dem Beschw erdeführer m it, dass erw ogen w erde, die Zustim m ung zur Verlängerung der kanto- nalen Aufenthaltsbew illigung zu verw eigern, und räum te ihm G elegen- heit zur Stellungnahm e ein. D avon m achte der Beschw erdeführer m it Schreiben vom 17. Januar 2007 G ebrauch. D . M it Verfügung vom 7. Februar 2007 verw eigerte die Vorinstanz ihre Zu- stim m ung zur Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbew illigung und w ies den Beschw erdeführer unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 7. M ai 2007 aus der Schw eiz w eg. Zur Begründung führte sie im W esentlichen aus, der ursprüngliche, privilegierte Zulassungsgrund sei w eggefallen und eine besondere H ärte, die unter diesen U m stän- den eine Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung rechtfertigen w ürde, liege nicht vor. E. M it Beschw erde vom 6. M ärz 2007 gelangt der Beschw erdeführer an das Bundesverw altungsgericht und beantragt dem Sinne nach, die vorgenannte Verfügung sei aufzuheben, und die Zustim m ung zur Ver- S eite 2C -1872/2007 längerung der kantonalen Aufenthaltsbew illigung sei zu erteilen. Even- tualiter sei die vorläufige Aufnahm e anzuordnen, subeventualiter sei die Ausreisefrist angem essen zu verlängern. F. D ie Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehm lassung vom 20. April 2007 auf Abw eisung der Beschw erde. G . Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Er- w ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as R echtsm ittelverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1998 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungs- gerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) keine abw eichen- den Bestim m ungen aufstellt (A rt. 37 VG G ). 1.2 Verfügungen des BFM betr. Zustim m ung zur Verlängerung einer Aufenthaltsbew illigung und betr. W egw eisung aus der Schw eiz unter- liegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (A rt. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N ieder- lassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . A rt. 31 ff. VG G ). An- ders verhält es sich m it der Ansetzung einer Ausreisefrist. M it ihr w ird dem Betroffenen im Sinne von A rt. 41 Abs. 2 Vw VG G elegenheit zur freiw illigen Erfüllung seiner Ausreiseverpflichtung eingeräum t, bevor polizeiliche Zw angsm assnahm en ergriffen w erden. O hne rechtsgestal- tende W irkung in der Person des Adressaten regelt sie nur noch die A rt und W eise des Vollzugs. D ie Ansetzung einer Ausreisefrist gilt des- halb nicht als Verfügung im Sinne von A rt. 5 Vw VG (BBl 1965 II 1369, Entscheid des Bundesrates vom 14. Juni 2002, E. 3, in: Verw altungs- praxis der Bundesbehörden [VPB] 67.1) und kann dem zufolge auch nicht zum G egenstand einer Beschw erde an das Bundesverw altungs- gericht gem acht w erden (A rt. 31 VG G ). 1.3 D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfü- gung zur Beschw erdeführung legitim iert und sein R echtsm ittel w urde frist- und form gerecht eingereicht (48 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist deshalb einzutreten, sow eit sie sich gegen die Verw eigerung der S eite 3C -1872/2007 Zustim m ung zur Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung und W egw ei- sung aus der Schw eiz richtet. Sow eit sie dagegen die Ausreisefristan- setzung durch die Vorinstanz zum G egenstand hat, kann darauf nach dem G esagten nicht eingetreten w erden. 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w er- den (A rt. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Be- schw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist ge- m äss A rt. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht ge- bunden und kann die Beschw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gutheissen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtslage zum Zeitpunkt seines Ent- scheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publizierten U r- teils 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 3. 3.1 D ie E rteilung und Verlängerung von Aufenthaltsbew illigungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone. Vorbehalten bleibt die Zustim m ung des BFM , w enn das Ausländerrecht eine solche für not- w endig erklärt (A rt. 18 AN AG ). G em äss A rtikel 1 Absatz 1 der Verord- nung vom 20. April 1983 über das Zustim m ungsverfahren im Auslän- derrecht (Zustim m ungsverordnung, SR 142.202) ist die Zustim m ung erforderlich, w enn bestim m te G ruppen von Ausländern im Interesse der Koordination der Praxis auf W eisungsebene der Zustim m ungs- pflicht unterstellt w erden (Bst. a), w enn der Ausländer keine gültigen und anerkannten heim atlichen Ausw eispapiere besitzt und in der Schw eiz w eder als Flüchtling noch als Staatenloser anerkannt ist (Bst. b) oder w enn das BFM die U nterbreitung zur Zustim m ung im Einzelfall verlangt (Bst. c). Ü ber die E rteilung oder Verw eigerung der Zustim - m ung entscheidet das BFM im R ahm en der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge m it dem Ausland nach pflichtgem ässem Erm essen (A rt. 4 AN AG ). Eine Bindung an die kantonale Beurteilung besteht nicht. D as G esagte gilt selbst dann, w enn auf kantonaler Ebene ein G ericht auf E rteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung er- kannt hat (vgl. grundlegend BG E 127 II 49 E. 3 S. 51 ff; ferner Ent- scheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ents vom 15. April 2005, E. 12, in: VPB 69.76). S eite 4C -1872/2007 3.2 Im vorliegenden Fall geht es um die Verlängerung der Aufenthalts- bew illigung eines südafrikanischen Staatsangehörigen, nachdem des- sen Ehe m it einer Schw eizer Bürgerin als ursprünglicher Zulassungs- grund durch Scheidung aufgelöst w orden w ar. D ie Zustim m ungsbe- dürftigkeit des kantonalen Verlängerungsentscheids ergibt sich des- halb aus A rt. 1 Abs. 1 Bst. a Zustim m ungsverordnung in Verbindung m it den W eisungen und Erläuterungen des BFM über Einreise, Aufent- halt und Arbeitsm arkt (AN AG -W eisungen; die AN AG -W eisungen sehen in Ziff. 132.4 Bst. e vor, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbew illi- gung eines Ausländers oder einer Ausländerin nach Scheidung vom schw eizerischen Ehegatten oder nach dessen Tod dem BFM zur Zu- stim m ung zu unterbreiten ist, falls der Ausländer oder die Ausländerin nicht aus einem M itgliedstaat der EFTA oder der EG stam m t). D er Ent- scheid über die Zustim m ung liegt im pflichtgem ässen Erm essen der Behörde, denn die Ehe ist geschieden w orden, bevor dem Beschw er- deführer gestützt auf A rt. 7 Abs. 1 Satz 2 AN AG ein vom Bestand der Ehe unabhängiger Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbew il- ligung erw achsen konnte (vgl. BG E 130 II 49 E. 3.2.3 S. 54 f., 128 II 145 E. 1.1.4 und 1.1.5 S. 149 f. m it H inw eisen), und eine andere An- spruchsgrundlage des Landes- und Völkerrechts besteht nicht. 4. D er Begriff der "pflichtgem ässen E rm essensausübung" im pliziert die Beachtung rechtlicher Schranken bei der Ausfüllung der E rm essens- spielräum e. Vorliegend steht der G rundsatz der Verhältnism ässigkeit von Verw altungsakten im Vordergrund. U nter diesem G esichtspunkt der Verhältnism ässigkeit ist eine w ertende Abw ägung vorzunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der Verw eigerung der Zustim - m ung einerseits und den durch die Verw eigerung beeinträchtigten pri- vaten Interessen des Betroffenen andererseits (vgl. statt vieler U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S.127 f.). 4.1 D ie Schw eiz verfolgt zur Verw irklichung der in A rt. 1 der Verord- nung vom 6. O ktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Auslän- der [Begrenzungsverordnung, BVO , SR 823.21] form ulierten Ziele eine restriktive Einw anderungspolitik gegenüber erw erbstätigen ausländi- schen Personen aus dem N icht-EU /EFTA-R aum (in der Folge: D ritt- staatsangehörige). D iese Politik findet ihren Ausdruck insbesondere in den strengen regulatorischen Zulassungsbeschränkungen der Be- grenzungsverordnung, denen erw erbstätige D rittstaatsangehörige na- S eite 5C -1872/2007 m entlich in G estalt hoher Anforderungen an die berufliche Q ualifika- tion (A rt. 8 BVO ) und der H öchstzahlen (A rt. 12 BVO ) unterw orfen sind. D as erhebliche G ew icht des öffentlichen Interesses an der D urchsetzung des restriktiven Einw anderungspolitik gegenüber D ritt- staatsangehörigen zeigt sich daran, dass hum anitäre G ründe in die- sem rechtlichen Zusam m enhang erst Bedeutung erlangen, w enn die Betroffenheit des Einzelnen die G renze zum schw erw iegenden per- sönlichen H ärtefall im Sinne von A rt. 13 Bst. f BVO überschreitet. N ach der Auflösung der Ehe, die sie von restriktiven qualitativen und quanti- tativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungsverordnung aus- nehm en, m uss die ausländische Person dieses öffentliche Interesse grundsätzlich w ieder gegen sich gelten lassen (auch w enn sie nach M assgabe von A rt. 12 Abs. 2 BVO den H öchstzahlen der Begren- zungsverordnung nach w ie vor nicht untersteht). Es ist deshalb ein ver- gleichsw eise strenger M assstab angebracht, w enn es zu beurteilen gilt, ob nach W egfall des Privilegierungsgrundes private Interessen be- stehen, denen gegenüber das öffentliche Interesse an der D urchset- zung der restriktiven M igrationspolitik zurückzustehen hat. D em ent- sprechend geht das Bundesverw altungsgericht m it der Vorinstanz da- von aus, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung nach Auflö- sung der Ehe in erster Linie ein Instrum ent zur Verm eidung von H ärte- fällen darstellt (vgl. Ziff. 654 AN AG -W eisungen). 4.2 Bei der Prüfung der Frage, ob die auf dem Spiele stehenden priva- ten Interessen eine Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung rechtferti- gen, ist zu untersuchen, inw iew eit es der ausländischen Person in per- sönlicher, w irtschaftlicher und sozialer H insicht zugem utet w erden kann, den Aufenthalt in der Schw eiz aufzugeben, in ihre H eim at zu- rückzukehren und dort zu leben. Zu diesem Zw eck ist ihre zukünftige Situation im Ausland den persönlichen Verhältnissen in der Schw eiz gegenüberzustellen. D arüber ist nach M assgabe der gesam ten U m - stände des Einzelfalles zu befinden. D azu gehören allgem eine, von der Ehe unabhängige Elem ente, w ie die D auer des Aufenthaltes in der Schw eiz, der G rad der sozialen und w irtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand, das Alter und die schulische Integration von Kindern sow ie die U nterkunft und die R eintegrationsm öglichkeiten in der H eim at, ferner ehespezifi- sche Elem ente, w ie die D auer der Ehe und die U m stände ihrer Auflö- sung. D abei ist besonders in R echnung zu stellen, w enn der ausländi- schen Person eine W eiterführung der ehelichen Beziehung nicht län- S eite 6C -1872/2007 ger zugem utet w erden konnte, nam entlich w eil sie O pfer von M iss- handlungen gew orden w ar (vgl. Ziff. 654 AN AG -W eisungen). 4.3 D ie notw endige Schw ere der Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen ist m it Blick auf die R egelung des A rt. 7 Abs. 1 AN AG zu beurteilen, der ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren Ehe auf schw eizerischem Territorium einen vom w eiteren Bestand der Ehe un- abhängigen Anspruch auf Aufenthalt verm ittelt. Vor dem Erreichen die- ser zeitlichen G renze kom m t es entscheidend darauf an, w elche Be- deutung den ehespezifischen Elem enten im konkreten Einzelfall zu- kom m t, das heisst der Ehedauer in der Schw eiz, den U m ständen der Auflösung der Ehe und danach, ob nam entlich der ausländische Ehe- gatte ehelicher G ew alt ausgesetzt w ar. Je m ehr diese Elem ente ins G ew icht fallen, um so eher w ird m an von einer hinreichend schw eren Betroffenheit ausgehen können. U m gekehrt rechtfertigt sich ein um so strengerer M assstab, als die H ärte nicht gerade in der D auer der Ehe in der Schw eiz und den U m ständen ihrer Auflösung erblickt w erden kann (vgl. dazu U rteil des Bundesgerichts 2A.212/2004 vom 10. D e- zem ber 2004 E. 4.4; ferner Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ents vom 15. April 2005, E. 15.2, in: VPB 69.76, im Zu- sam m enhang m it der Auflösung der Ehe durch Tod des schw eizeri- schen Ehegatten; vgl. ferner de lege ferenda die abgestufte R egelung in A rt. 50 des neuen, noch nicht in Kraft gesetzten Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer [BBl 2005 7365]). 4.4 D ie Ehe des Beschw erdeführers hatte vier Jahre Bestand, bevor sie im O ktober 2006 geschieden w urde. Faktisch w urde die eheliche G em einschaft indessen bereits nach 2 ½ Jahren endgültig aufgege- ben, und die Ehe blieb kinderlos. D ie kurze D auer der ehelichen G e- m einschaft verbunden m it der Abw esenheit besonderer G ründe, die zur Auflösung der Ehe geführt haben, rechtfertigt einen vergleichsw ei- se strengen M assstab bei der G ew ichtung der betroffenen privaten In- teressen. Auf dieser G rundlage ist festzustellen, dass sich der Be- schw erdeführer erst seit D ezem ber 2001 ununterbrochen in der Schw eiz aufhält. Seine Integration ist zw ar gut, besonders enge Bezie- hungen zur Schw eiz w erden jedoch w eder geltend gem acht, noch er- geben sie sich aus den Akten. D ass die Lebensplanung des Be- schw erdeführers einen B ruch erfährt und er in seinen m ehr oder w eni- ger berechtigten Erw artungen über seinen künftigen Lebensm ittel- punkt enttäuscht w ird, beruht auf der Entscheidung des G esetzgebers, erst nach fünfjähriger Ehe auf Schw eizer Boden den w eiteren Aufent- S eite 7C -1872/2007 halt vom Schicksal der Ehe zu lösen. D araus kann der Beschw erde- führer nichts Entscheidendes für sich ableiten. Es tritt hinzu, dass der 30-jährige Beschw erdeführer, der den grössten Teil seines bisherigen Lebens in Südafrika verbracht hat und der dortigen w eissen Bevölke- rungsm inderheit angehört, auf G rund seiner H erkunft, seines Alters, seiner Ausbildung und seiner verw andtschaftlichen und sozialen Ban- de über intakte persönliche, berufliche und soziale Lebensperspekti- ven in seiner H eim at verfügen dürfte. Eine zusätzliche (D ritt-)Ausbil- dung zum Sanitätsm onteur, die der Beschw erdeführer in der Schw eiz in Angriff nehm en w ill, um den seiner D arstellung nach w idrigen Ver- hältnissen in Südafrika begegnen zu können, bedarf es hierzu nicht. D ie anderslautenden Behauptungen des Beschw erdeführers sind ohne Substanz und überzeugen nicht. Es kann nam entlich nicht davon aus- gegangen w erden, dass es für einen w eissen M an im Alter zw ischen 20 und 40 Jahren als Folge der staatlich vorgeschriebenen Bevorzu- gung von Farbigen und Frauen nahezu unm öglich sein sollte, eine An- stellung zu finden. Tatsache ist, dass die schw arze Bevölkerungsm ehr- heit m it einer Arbeitslosenquote von 30.5 % eine m assiv höhere Ar- beitslosigkeit zu beklagen hat als die w eisse Bevölkerungsm inderheit m it einer Arbeitlosenquote von 4.5 % , w ährend zw ischen w eissen M ännern und Frauen m it 4.6 % gegenüber 4.4 % kein signifikanter U n- terschied besteht (Stand Septem ber 2006 gem äss: Statistical release P0210 – Labour Force Survey [LFS] Septem ber 2006, Statistics South Africa, Pretoria). 4.5 D as private Interesse des Beschw erdeführers an der w eiteren frem denpolizeilichen R egelung seines Aufenthalts in der Schw eiz m uss unter den gegebenen U m ständen gegenüber dem öffentlichen Interesse an der D urchsetzung der restriktiven M igrationspolitik gegen- über Personen aus dem N icht-EFTA/EU -R aum zurückstehen. D ie Ver- w eigerung der Zustim m ung durch die Vorinstanz ist nicht zu beanstan- den. 5. Aus der R echtm ässigkeit der Zustim m ungsverw eigerung folgt, dass die Vorinstanz den Beschw erdeführer in Anw endung von A rt. 13 Abs. 3 AN AG aus der Schw eiz w egw eisen durfte. N achfolgend bleibt zu prü- fen, ob dem Vollzug der W egw eisung H inderungsgründe im Sinne von A rt. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG entgegenstehen und das BFM deshalb in Anw endung von A rt. 14a Abs. 1 AN AG die vorläufige Aufnahm e hätte verfügen m üssen. S eite 8C -1872/2007 5.1 In seiner R echtsm itteleingabe m acht der Beschw erdeführer gel- tend, w egen eines im Januar 2007 erlittenen Fussbruchs stehe er ge- genw ärtig in ärztlicher Behandlung, die sich kom pliziert gestalte. Eine R ückkehr sei zur Zeit m angels R eisefähigkeit nicht m öglich. Eine R ückkehr zum gegenw ärtigen Zeitpunkt w ürde zudem die Kontinuität der m edizinischen Behandlung gefährden und ihn – m angels einer Versicherung – über seine finanziellen M öglichkeiten hinaus belasten. D er Beschw erdeführer hält dafür, dass der Vollzug seiner W egw eisung auf G rund der inzw ischen aufgetretenen gesundheitlichen Problem e im Sinne von A rt. 14a Abs. 4 AN AG nicht zum utbar sei. D eshalb sei die vorläufige Aufnahm e anzuordnen oder es sei zum indest die W eg- w eisung zeitlich so zu gestalten, dass eine H eilung in der Schw eiz er- m öglicht w erde. 5.2 D er Argum entation des Beschw erdeführers kann nicht gefolgt w er- den. D ie vorläufige Aufnahm e w ill den Aufenthalt von Personen recht- lich absichern, die ihrer Ausreiseverpflichtung aus einem der in A rt. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG genannten G ründe auf längere Sicht bzw . auf unabsehbare Zeit nicht nachkom m en können (vgl. dazu etw a EM AR K 1996 N r. 37 E. 5a, 1995 N r. 14 E. 8d). M it der Berufung auf die Folgen seines U nfalls m acht der Beschw erdeführer keine solchen H inde- rungsgründe geltend. M it R echt w eist die Vorinstanz in ihrer Vernehm - lassung darauf hin, dass ein m edizinisch indizierter H eilungsprozess in der Schw eiz durch entsprechende G estaltung der Ausreisefrist sicher- gestellt w erden kann. Zu allfälligen Folgebeschw erden nach der R ück- kehr des Beschw erdeführers ist zu bem erken, dass die Anforderung von A rt. 14a Abs. 4 AN AG an die U nzum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs aus m edizinischen G ründen hoch sind. So w ird der Vollzug nicht schon dann als unzum utbar im Sinne von A rt. 14a Abs. 4 AN AG betrachtet, w enn die Behandlungsm öglichkeiten im H erkunftsland nicht dem m edizinischen Standard in der Schw eiz entsprechen. Anders ver- hält es sich erst dann, w enn die ungenügende M öglichkeit der m edizi- nischen W eiterbehandlung existenzbedrohende Folgen für die G e- sundheit der ausländischen Person hätte (vgl. EM AR K 2003 N r. 18 E. 8c). D ass Folgebeschw erden des Fussbruchs solche Ausw irkungen hätten, sofern sie aus w elchen G ründen auch im m er nicht adäquat be- handelt w erden könnten, w ird nicht dargetan und ist zu bezw eifeln. H auptsächlich aber ist m it der Vorinstanz darauf hinzuw eisen, dass Südafrika über ein gut ausgebautes G esundheitssystem verfügt, so- dass einer angem essenen Behandlung allfälliger Folgebeschw erden ohnehin nichts im W ege steht. D ass der Beschw erdeführer nicht in der S eite 9C -1872/2007 Lage w äre, die Behandlungskosten in Südafrika finanziell zu tragen, kann auf der G rundlage seiner unsubstantiierten Ausführungen nicht angenom m en w erden. 5.3 D araus ergibt sich, dass dem Vollzug der W egw eisung keine H in- dernisse im Sinne von A rt. 14a Abs. 4 AN AG entgegenstehen. Vollzugshindernisse im Sinne von A rt. 14a Abs. 2 und 3 AN AG w urden w eder geltend gem acht, noch ergeben sich solche aus den Akten. Eine vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers fällt deshalb nicht in Betracht. 6. Abschliessend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von A rt. 49 Vw VG nicht zu beanstanden ist. D ie Beschw erde ist deshalb abzuw eisen, sow eit darauf eingetreten w erden kann. 7. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Beschw erdeführer kostenpflichtig (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfah- renskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (A rt. 1, A rt. 2 und A rt. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]). 8. D as vorliegende U rteil ist m angels eines Anspruchs auf frem denpoli- zeiliche R egelung endgültig (A rt. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgerichts- gesetzes [SR 173.110]). D ispositiv S. 11 S eite 10C -1872/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 700.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie w erden m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.- verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer - die Vorinstanz D er vorsitzender R ichter: D er G erichtsschreiber: Andreas Trom m er Julius Longauer Versand: S eite 11