Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 27. Februar 2013 (810 12 178) ____________________________________________________________________ Personalrecht Lohnauszahlung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Beat Walther, Markus Clausen, Bruno Gutzwiller, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschrei- ber Markus Pachlatko Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Jacques Butz, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Lohnauszahlung (RRB Nr. 893 vom 5. Juni 2012 ) A. Am 1. Juni 2010 bzw. 3. Juni 2010 vereinbarten die P rimarschule B.____ und A.____ einen befristeten Arbeitsvertrag für die Zeit vom 2. J uni 2010 bis zum 23. Dezember 2010 zu einem Beschäftigungsgrad von 100%. Gleichzeitig vereinb arten sie - den gleichen Arbeitsver- trag betreffend - eine Reduktion des Beschäftigungsgrad es ab dem 1. August 2010 bis zum 23. Dezember 2010 auf 48.15%. Neben dem Beschäftigun gsgrad und dem Grundlohn pro Mo- nat gemäss vertraglichem Beschäftigungsgrad wurden unter anderem die jeweils geltenden allgemeinen rechtlichen Bestimmungen (ARB), bestehend aus dem Personalgesetz, Personal- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dekret, Bildungsgesetz sowie die jeweils dazugehörigen Verordnungen des Regierungsrates als Grundlagen des Arbeitsvertrages vereinbart. Gemäss Lohnabrechnung vom Juni 2010 wurden A.____ unter dem Vermerk "Unterrichtsfreie Zeit" Fr. 6972.70 vom Bruttolohn abgezogen. Fr. 6'900 .-- wurden ihr, gestützt auf ihre Interven- tion, anfangs Juli 2010 nachbezahlt. In der Folge wurden A.____ gemäss den Lohnabrechnungen Juli 2010 bis Dezember 2010 mit Vermerk "Vorbezug" pro Monat Fr. 1'150.-- vom Nettolohn abgezogen. Das Generalsekretariat der Bildungs-, Kultur- und Spor tdirektion des Kantons Basel-Landschaft (BKSD) stellte mit Verfügung vom 25. Februar 2011 fest , dass die Lohnauszahlungen an A.____ von Juni bis Dezember 2010 gemäss Arbeitsvertrag un d gemäss den personalrechtli- chen Bestimmungen ausgeführt worden seien. B. Gegen diese Feststellungsverfügung erhob A.____, ve rtreten durch Jacques Butz, Ad- vokat, am 9. März 2011 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Re- gierungsrat) und reichte am 15. Dezember 2011 ihre Begründung ein. Die Beschwerde wies der Regierungsrat in der Folge mit Entscheid vom 5. Juni 2012 ab. C. Am 31. August 2012 reichte A.____ (Beschwerdeführeri n), vertreten durch Jacques Butz, Advokat, gegen den Entscheid des Regierungsrates vo m 5. Juni 2012 (Beschwerdegeg- ner) beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Ve rwaltungsrecht (Kantonsgericht), Be- schwerde ein. Sie beantragte, es sei der angefochtene En tscheid aufzuheben und es sei der Personaldienst der BKSD bzw. das kantonale Personalamt d er Finanz- und Kirchendirektion anzuweisen, die auf den Lohnabrechnungen der Beschwer deführerin von Juni bis Dezember 2010 vorgenommenen Lohnabzüge von insgesamt Fr. 6'97 2.70 rückgängig zu machen und dieser den ausstehenden Lohn im besagten Umfang nebst e ntsprechendem Zins zu 5% zu- kommen zu lassen. Dies alles unter o/e-Kostenfolge zuzügli ch Mehrwertsteuer zulasten des Beschwerdegegners. D. Der Beschwerdegegner reichte am 1. November 2012 se ine Vernehmlassung zur Be- schwerde sowie die Vorakten ein. Er beantragte die vol lständige Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung verwies er im W esentlichen auf die Begründung im an- gefochtenen Entscheid. E. Mit präsidialer Verfügung vom 7. November 2012 wur de der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen und zur Parteiverhandlung C.____, ehemaliger Schulleiter der Primarschule B.____, X.____strasse 280, B.____, als Auskunftsperson geladen. F. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Anträgen und Be- gründungen fest. Auf die Vorbringen der Parteien und der Auskunftsperson anlässlich der Par- teiverhandlung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da die Be schwerdeführerin Adressatin des angefochtenen Entscheids ist und ein schutzwürdiges Interess e an dessen Aufhebung hat, die übrigen formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind und die Zuständigkeit des Kantonsgerichts sowohl örtlich als auch sachlich gegeben ist, kann auf die vorliegende Be- schwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsge richtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehle rhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unri chtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Ka ntonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, der Regierungsrat ha be den Sachverhalt in seinem Ent- scheid vom 5. Juni 2012 zu knapp dargestellt und ein paa r Punkte unerwähnt gelassen, die für die Beurteilung der vorstehenden Angelegenheit durchau s von Bedeutung seien. Die Be- schwerdeführerin macht damit sinngemäss die Verletzung d er Begründungspflicht und damit des Anspruches auf rechtliches Gehör geltend. 3.2 Das Recht auf Begründung von Verfügungen und Entsch eiden ergibt sich aus dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 statuierten Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. BGE 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b) und wird auch in § 9 Abs. 3 der Verfassung des K antons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 und auf Gesetzesstufe in § 18 Abs. 1 des Ve rwaltungsverfahrensgesetzes Basel- Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 gewährleistet ( vgl. auch Entscheid des Kantonsge- richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 15. Mai 2002 [2001/185] E. 3). Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlich keitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entsch eid in seiner Rechtsstellung Betrof- fenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft u nd in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, i hren Entscheid zu begründen. Aus der Begründung soll insbesondere erhellen, ob die vorgän gige Anhörung des Betroffenen nur pro forma erfolgt ist, oder ob seine Anliegen tatsächlich – angemessen – geprüft, auf seine Vorbrin- gen eingegangen und dazu im Sinne eines entscheidungs offenen Prozesses Stellung genom- men worden ist (M ARK VILLIGER , Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen, ZBl 1989 S. 160). Durch eine angemessene Begründung soll weiter de m Betroffenen und auch der Rechts- mittelinstanz die Möglichkeit gegeben werden, sich über die Tragweite des Entscheides Re- chenschaft zu geben und allenfalls in Kenntnis der Gründ e ein Rechtsmittel zu ergreifen bzw. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieses zu beurteilen. Dies bedeutet indessen nicht, dass si ch die Behörde ausdrücklich mit je- der tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Die Behörde ist mithin nicht verpflichtet, sich zu allen Vorbringen der Parteien zu äussern, vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesich tspunkte beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die B ehörde leiten liess. An die Begrün- dungspflicht werden höhere Anforderungen gestellt, je weiter der den Behörden durch die an- wendbaren Normen eröffnete Entscheidungsspielraum und je komplexer die Sach- und Rechts- lage ist. Im streitigen Verwaltungsverfahren muss die Be gründung sorgfältiger sein als im nicht- streitigen (zum Ganzen: U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwal- tungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz 1706 f., m.w.H.; BGE 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b; KGE VV vom 24. Oktober 2007 [810 07 33] E. 5.2). 3.3 Der Regierungsrat hält in seinem Entscheid vom 5. Ju ni 2012 in sachverhaltlicher Hin- sicht im Wesentlichen fest, dass die Beschwerdeführerin mi t zwei befristeten Arbeitsverträgen vom 2. Juni 2010 bis 23. Dezember 2010 an der Primarschul e B.____ zu 100% und danach zu 48.15% angestellt gewesen sei. Für die in diese Zeit fallende unterrichtsfreie Zeit sei ihr insge- samt Fr. 6972.70 von ihrem Lohn abgezogen worden. Mit Schreiben vom 12. Januar 2011 habe die Beschwerdeführerin die Nachzahlung des abgezogenen L ohnbetrages von Fr. 6'972.70 gefordert. Die BKSD habe in ihrer Feststellungsverfügu ng vom 25. Februar 2011 in der Folge festgehalten, dass die entsprechenden Lohnauszahlungen a n die Beschwerdeführerin gemäss Arbeitsvertrag und gemäss den personalrechtlichen Besti mmungen ausgeführt worden seien. Seinen Entscheid begründet der Regierungsrat im Wesent lichen damit, dass die Beschwerde- führerin - welche mit Vertragsunterzeichnung den geset zlichen Grundlagen zugestimmt habe - als Stellvertreterin angestellt worden sei und dass die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen damit anwendbar seien. Aus den gesetzlichen Grundlage n ergebe sich, dass die effektiv abge- haltene Zahl von Lektionen den Anteilsanspruch an bezah lter unterrichtsfreier Zeit bestimme, womit der Grundlohn bei Stellvertretungen angepasst w erde. Zudem sage die Schaffung des neuen Merkblattes betreffend die Berechnung der unter richtsfreien Zeit vom November 2010 nichts über eine allfällige unrechtmässige Praxis aus. Auch könne die Beschwerdeführerin sich nicht auf den Vertrauensschutz berufen, da sie seit 2006 bereits mehrfach als Stellvertreterin an Schulen im Kanton Basel-Landschaft tätig gewesen sei u nd deshalb mit dem Abrechnungssys- tem habe vertraut sein müssen. Zwar erwähnt der Regie rungsrat in seinem Entscheid die von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdebegründung vo m 15. Dezember 2011 genannten, darüber hinausgehenden Sachverhaltsvorbringen nicht. In sbesondere erwähnt er in seiner Sachverhaltsdarstellung weder die Vorbereitungszeit der Beschwerdeführerin im Vorfeld des Stellenantritts noch deren Eltern- und Schülerberatu ngsarbeit im August und Dezember 2010. Doch erläutert er in nachvollziehbarer Weise sowie in d er verlangten Ausführlichkeit, dass der Grundlohn der Beschwerdeführerin gestützt auf die gese tzlichen Grundlagen anzupassen ge- wesen sei und dass sich die Beschwerdeführerin nicht auf den Vertrauensschutz habe berufen können. So ist aus dem Entscheid ersichtlich, von welchen Überlegungen sich der Regierungs- rat hat leiten lassen, und die Beschwerdeführerin ist dadurch in die Lage versetzt worden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in vol ler Kenntnis der Umstände an eine hö- here Instanz weiterzuziehen. Der Entscheid des Regierung srates vom 5. Juni 2012 genügt so- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit den Anforderungen an die Begründungspflicht und damit dem Anspruch auf rechtliches Ge- hör. Die Beschwerde ist demnach in diesem Punkt abzuweisen. 4.1 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass der P ersonaldienst der BKSD gegenüber der Beschwerdeführerin und gegenüber dem damaligen S chulleiter der Primarschule B.____ geltend gemacht habe, dass die Primarschule B.____ die Beschwerdeführerin nicht mit einem befristeten festen Arbeitsvertrag, sondern lediglich mit einem Stellvertreter-Vertrag hätte anstel- len dürfen, wobei ihr als Stellvertreterin für die u nterrichtsfreie Zeit während der Sommerferien kein Lohn zugestanden hätte. Damit habe der Personaldi enst der BKSD selbst eingeräumt, dass - gemessen an dessen Lohn-Gepflogenheiten, die er o ffenbar bei einem unterjährigen Anstellungsverhältnis praktiziere - im Fall der Beschwerd eführerin ein Fehler passiert sei. Auch habe der Personaldienst der BKSD damit anerkannt, dass d er Beschwerdeführerin aufgrund des abgeschlossenen Vertrages der volle Lohn auszurichten sei. 4.2 In der Beilage zum Arbeitsvertrag Nr. 00012435 wi rd unter dem Titel "Weitere Bestim- mungen" festgehalten, dass es sich bei der arbeitsvertraglichen Tätigkeit der Beschwerdeführe- rin um einen "befr. Einsatz als Stellvertretung" handle. Diese Bestimmung wurde Vertragsinhalt, was von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. Ent sprechend der Ansicht des Be- schwerdegegners ist damit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Stellvertreterin angestellt wurde. Aus derselben Beilage zum genannten A rbeitsvertrag ergibt sich, dass dies der Zweck der Anstellung war. So wird dort darauf hin gewiesen, dass sich der Beginn und das Ende der Anstellung nach dem Geburtstermin der zu vert retenden Lehrperson richte und allen- falls angepasst werden müsse. Inwiefern die BKSD bzw. d ie Primarschule B.____ der Be- schwerdeführerin mit dem befristeten Arbeitsvertrag zwecks Einsatz als Stellvertreterin einen fehlerhaften Arbeitsvertrag vorgelegt haben soll, wir d von der Beschwerdeführerin nicht weiter dargelegt und ergibt sich auch nicht aus der heutigen Befragung der Auskunftsperson. Der An- sicht der Beschwerdeführerin, dass der Personaldienst der BKSD einen Anspruch der Be- schwerdeführerin auf Ausrichtung der in den Arbeitsverträ gen genannten Grundlöhne ohne die umstrittenen Abzüge anerkannt habe, kann deshalb nicht g efolgt werden. Die Beschwerde ist demnach in diesem Punkt abzuweisen. 5.1 Zur Begründung ihrer Beschwerde führt die Beschwe rdeführerin zudem an, dass sich weder aus dem Vertrag, noch aus den gesetzlichen Grundl agen ergebe, dass bei einem unter- jährigen Anstellungsverhältnis bei "übermässiger" unterri chtsfreier Zeit während der Anstel- lungsperiode ein Lohnabzug erfolge. Sowohl der Kanton Basel-Landschaft wie auch die Primar- schule B.____ hätten sich - unabhängig von den einschläg igen Normen - auf dem in den Ver- trägen aufgeführten Lohn behaften zu lassen. Vertragli che Verpflichtungen könnten nicht nach- träglich einseitig zu Ungunsten der Beschwerdeführerin abgeändert werden. 5.2 Der Regierungsrat bringt hierzu im Wesentlichen vor , Stellvertreterinnen und Stellvertre- ter mit einer Anstellungsdauer von drei und mehr Mo naten hätten gemäss § 4 des Reglements zur Verordnung über den Berufsauftrag und die Arbeitsz eit von Lehrpersonen (Reglement Be- rufsauftrag) vom 9. Juni 2010 anteilsmässig, im Verhältnis zur Vertragsdauer und zum Pensum, die gleiche Jahresarbeitszeit. Aus § 2 der Verordnung über den Berufsauftrag und die Arbeits- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeit von Lehrpersonen (Verordnung Berufsauftrag) vom 15. März 2005 ergebe sich, dass Lehr- personen einerseits für das tatsächliche Unterrichten und andererseits auch für die unterrichts- freie Zeit bezahlt würden. Dabei sei die unterrichtsfr eie Zeit nicht regelmässig über das ganze Jahr verteilt, sondern konzentriere sich vor allem auch auf die Schulferienzeit. § 6 Abs. 4 der Verordnung Berufsauftrag sehe zusätzlich vor, dass bei ei ner nicht das ganze Kalenderjahr dauernden Anstellung der Ferienanspruch nur im Verhältnis der entlöhnten Beschäftigungsdau- er bestehe. Bei einer befristeten Anstellung sei damit der Lohn der 52 Wochen anteilsmässig zu kürzen bzw. Mitarbeitende hätten Anspruch auf Lohn für unterrichtsfreie Zeit entsprechend den geleisteten Lektionen, weshalb bei jeder unterjährig en Anstellung von Lehrpersonen der Anteil der unterrichtsfreien Zeit automatisch berechnet werde . Dies bedeute, dass die effektiv abge- haltene Zahl von Lektionen den Anteilsanspruch an bezah lter unterrichtsfreier Zeit bestimme, womit der Grundlohn von Stellvertretungen entsprechend angepasst werde. 5.3.1 Gemäss Ziffer III. der Arbeitsverträge vom 1. Jun i 2010 bzw. 3. Juni 2010 sind das Per- sonalgesetz, das Personaldekret, das Bildungsgesetz und die jeweiligen Verordnungen des Regierungsrates - im Sinne von allgemeinen rechtlichen Bestimmungen - Grundlagen des Ar- beitsvertrages. Umstritten ist, ob nach den gesetzlichen G rundlagen bei einem unterjährigen Anstellungsverhältnis ein Lohnabzug zu erfolgen hat, sof ern ein überproportionaler Anteil an unterrichtsfreier Zeit in die Anstellungsperiode fällt. 5.3.2 Gemäss § 2 der Verordnung Berufsauftrag werden Lehrpersonen einerseits für das tat- sächliche Unterrichten und andererseits für die unterrich tsfreie Zeit bezahlt. So beinhaltet der Berufsauftrag der Lehrperson neben dem Unterrichten ( Bereich A) auch das Vor- und Nachbe- reiten des Unterrichts (Bereich B), die Teamarbeit, Schu lentwicklung und Schulverwaltung (Be- reich C), die Eltern- und Schülerberatung und die Au fgaben als Klassenlehrperson (Bereich D) sowie die Weiterbildung (Bereich E; vgl. § 2 Abs. 1 lit. a-e der Verordnung Berufsauftrag). Mithin waren die Vorbereitungsarbeit der Beschwerdeführerin i m Vorfeld des Stellenantritts sowie in den Sommerferien (Bereich B) wie auch die Eltern- un d Schülerberatungsarbeit im August und Dezember 2010 (Bereich D) Inhalt des Berufsauftrages und während der unterrichtsfreien Zeit zu erledigen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin d ie entsprechenden Arbeiten erledig- te, hatte demgegenüber keinen Einfluss darauf, wie viel unterrichtsfreie Zeit in die Anstellungs- periode fiel. Besagter Umstand ist folglich für die Bea ntwortung der Frage, ob der umstrittene Lohnabzug zufolge eines überproportionalen Anteils an unterrichtsfreier Zeit in der Anstellungs- periode zu Recht erfolgte, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, nicht von Belang. 5.3.3 Wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, fä llt die unterrichtsfreie Zeit nicht regelmäs- sig über das ganze Jahr verteilt an, sondern konzentrie rt während der Schulferienzeit. Dies er- gibt sich aus dem Umstand, dass pro Jahr 13 Wochen Schulf erien anfallen und der Ferienan- spruch einer Lehrperson pro Kalenderjahr aber nur 20 A rbeitstage beträgt (bzw. 25 Arbeitstage ab dem 50. Altersjahr, respektive 30 Arbeitstage ab d em 60. Altersjahr; § 6 Abs. 2 der Verord- nung Berufsauftrag). Nach § 6 Abs. 3 der Verordnung Berufsauftrag sind die Ferien während den Schulferien zu beziehen. Mithin ist davon auszugehen, dass eine für das ganze Schuljahr angestellte Lehrperson je nach Alter in sieben bis neun Wochen der jährlich insgesamt 13 Wo- chen Schulferien arbeiten muss, um die Aufgaben gemäss Berufsauftrag erledigen zu können. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.4 Bei einer unterjährigen Anstellung ist weiter d avon auszugehen, dass der Aufwand der Lehrperson, welcher diese für die Erledigung der Aufgaben gemäss Berufsauftrag in den Schul- ferien aufzubringen hat, nur im Verhältnis der unter jährigen zu einer ganzjährigen Anstellung anfällt. So hat die unterjährig angestellte Lehrper son zum einen weniger Unterrichtsstunden zu erteilen sowie vor- und nachzubereiten als eine ganzjähr ig angestellte Lehrperson. Zum ande- ren berechnet sich der für die Bereiche C, D und E zu l eistende Aufwand anhand der Jahresar- beitszeit (§ 2 Abs. 4 der Verordnung Berufsauftrag), welche bei einer unterjährigen Anstellung im Verhältnis der unterjährigen zu einer ganzjährigen Anstellung kürzer ist. Dies wird explizit in § 4 des Reglements Berufsauftrag festgehalten. Gemäss § 19 Abs. 1 des Reglements Berufs- auftrag ist dieses aber erst am 1. August 2010 in Kraft getreten. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang zudem geltend, dass das Reglement Berufsauftrag erst im Oktober 2010 ordnungsgemäss publiziert worden sei. Hierzu ist zu be achten, dass gemäss § 12 Abs. 2 KV alle Erlasse (mit Ausnahme der Erlasse, über die ei ne Volksabstimmung stattfindet, vgl. § 12 Abs. 1 KV) in der Regel frühestens acht Tage nach d er ordnungsgemässen Publikation in Kraft treten. Es stellen sich mithin die Fragen, wann das Reglement Berufsauftrag in Kraft getre- ten ist und inwiefern § 4 des Reglements Berufsauftrag auf den vorliegenden Sachverhalt an- wendbar ist. Diese Fragen können jedoch offen bleiben , denn die Abhängigkeit der Jahresar- beitszeit von den Unterrichtsstunden - und damit eine an teilsmässige Kürzung der Jahresar- beitszeit bei unterjährigen Anstellungen - ergibt sich nicht erst aus § 4 des Reglements Berufs- auftrag, sondern bereits aus § 2 Abs. 3 der Verordnu ng Berufsauftrag. § 2 Abs. 3 der Verord- nung Berufsauftrag hält fest, dass das Unterrichten und d as Vor- und Nachbereiten des Unter- richts 85 Prozent der Jahresarbeitszeit umfassen. Fallen 85 Prozent der Tätigkeit einer ganzjäh- rig angestellten Lehrperson auf das Unterrichten sowie das Vor- und Nachbereiten des Unter- richts, so hat dies auch für eine unterjährig angestellte Lehrperson zu gelten. Es gibt keine Gründe, davon auszugehen, dass eine unterjährig angeste llte Lehrperson pro Lektion mehr oder weniger Zeit für den Unterricht sowie das Vor- und Nachbereiten des Unterrichts zur Ver- fügung haben sollte, als eine ganzjährig angestellte Lehrperson. Da eine unterjährig angestellte Lehrperson nur einen Teil der von einer ganzjährig an gestellten Lehrperson zu leistenden Lek- tionen unterrichtet und dieser Teil - zusammen mit der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts - 85 Prozent der von ihr zu leistenden Arbeitszeit darstell t, verringert sich dementsprechend ihre Jahresarbeitszeit im Vergleich zu einer ganzjährig angest ellten Lehrperson in Relation zu den unterrichteten Lektionen (vgl. hierzu § 4 Abs. 3 der Ve rordnung Berufsauftrag, in welchem eine anteilsmässige Kürzung der Jahresarbeitszeit für Teilzeita rbeitende ausdrücklich festgehalten wird). 5.3.5 Gleichzeitig ist zu beachten, dass gemäss § 6 Abs. 4 d er Verordnung Berufsauftrag der Ferienanspruch bei einer nicht das ganze Kalenderjahr dauernden Anstellung nur im Verhältnis der entlöhnten Beschäftigungsdauer besteht. Aus dem Um stand, dass eine Lehrperson mit un- terjähriger Anstellung im Vergleich zu einer ganzjährig angestellten Lehrperson zum einen an- teilsmässig weniger Arbeit in der unterrichtsfreien Zei t zu verrichten hat und zum anderen auch einen anteilsmässig reduzierten Ferienanspruch hat, ergib t sich, dass die unterrichtsfreie Zeit bei einer unterjährigen Anstellung anteilsmässig vergüte t werden muss und zwar im Verhältnis der unterjährigen Anstellung zum gesamten Jahr. Andernf alls würde entgegen § 6 Abs. 2 der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verordnung Berufsauftrag einer Lehrperson mit unterjähriger Anstellung - je nach dem, wie vie- le Schulferienwochen in die unterjährige Anstellungsze it fallen - zu viel oder zu wenig Ferien zugestanden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ergibt sich damit aus den gesetzli- chen Grundlagen, dass bei einem unterjährigen Anstellun gsverhältnis ein Lohnabzug zu erfol- gen hat, sofern ein überproportionaler Anteil an un terrichtsfreier Zeit in die Anstellungsperiode fällt. 5.4 Sehen die dem Arbeitsvertrag zugrundeliegenden gese tzlichen Grundlagen einen Abzug vom Grundlohn für überproportionale Anteile an unter richtsfreier Zeit vor, kann nicht von einer nachträglichen, einseitig zu Ungunsten der Arbeitnehm erin vorgenommenen Änderung des Ar- beitsvertrages ausgegangen werden, wie dies die Beschwerdeführerin geltend macht. Auch der Umstand, wonach in der Zwischenzeit einerseits in der Be ilage zum Arbeitsvertrag festgehalten wird, dass bei Ein- und Austritt während des Schuljahre s eine Berechnung des pro rata Anteils an unterrichtsfreier Zeit und damit eine Lohnkorrektur erfolge und andererseits in einem separa- ten Merkblatt über die Berechnung der unterrichtsfreien Zeit informiert wird, vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Beilage und Merkblatt st atuieren keine neuen Rechte und Pflich- ten der Lehrpersonen, sondern weisen allein auf die ge ltenden gesetzlichen Grundlagen hin. Die Beschwerde ist folglich auch in diesem Punkt abzuweisen. 6.1 Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend , aus dem Umstand, dass sie seit 2006 mehrfach als Stellvertreterin an Schulen im Kanton Basel-Landschaft tätig gewesen sei, könne entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners nicht ge schlossen werden, dass sie mit dem Abrechnungssystem vertraut gewesen sei. Nicht einmal d em damaligen Schulleiter der Primarschule B.____ sei dieses Abrechnungssystem bekannt g ewesen. Die Beschwerdeführe- rin habe deshalb auf den im Vertrag festgeschriebenen Bruttolohn vertrauen dürfen. 6.2 Hierzu ist zu beachten, dass die Auskunftsperson - der damalige Schulleiter der Primar- schule B.____ - anlässlich der Parteiverhandlung bestätig te, dass ihr der Umstand, wonach überproportionale Ferienanteile vom Grundlohn abgezo gen würden, bereits damals bekannt war und dass auch die Beschwerdeführerin davon wusste, d ass es Abzüge vom Grundlohn geben würde. Unklar sei die Berechnung der Abzüge gew esen. Für die entsprechende Berech- nung sei aber nicht die Anstellungsbehörde zuständig g ewesen, sondern die BKSD. Aufgrund des Angeführten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdef ührerin im Zeitpunkt des Ver- tragsabschlusses im Juni 2010 Kenntnis vom Abrechnungssyste m hatte und deshalb nicht dar- auf vertrauen durfte, dass ihr der in den Verträgen j eweils genannte Grundlohn ohne Abzüge ausbezahlt werde. Gegen ein entsprechendes berechtigte s Vertrauen der Beschwerdeführerin spricht auch, dass gemäss Ziffer III. der Verträge vom 1. bzw. 3. Juni 2010 das Personalgesetz, das Personaldekret, das Bildungsgesetz sowie die jeweiligen Verordnungen des Regierungsra- tes als Grundlagen des Arbeitsvertrages vereinbart wurden und diese einen Abzug vom Grund- lohn für überproportionale Anteile an unterrichtsfre ier Zeit vorsehen (vgl. Ziffer 5.3). Die Be- schwerdeführerin kann sich deshalb nicht auf den Grundsat z des Vertrauensschutzes berufen. Dies gilt selbst für den Fall, dass sie die gesetzlichen Grundlagen nicht bzw. nicht im Detail kannte (BGE 111 V 405 E. 3, m.w.H.). Die Beschwerde i st demnach auch in diesem Punkt ab- zuweisen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). A ngesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g estützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zuge- sprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Angesichts des Ausgangs des Verfa hrens werden die Parteikos- ten wettgeschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber