Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. April 2013 (720 12 272 / 67) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bemessung der Invalidität Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch N icolai Fullin, Advokat, indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1980 geborene A.____ war vom 17. Februar 1998 bis 31. März 2006 bei der B____AG als Dreher angestellt und dadurch bei der Schwe izerischen Unfallversicherungsan- stalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfäll en und Berufskrankheiten versichert. Am 29. Mai 2006 erliess die SUVA infolge der im Zusammenh ang mit dieser beruflichen Tätigkeit aufgetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen de s Versicherten rückwirkend ab 1. April 2006 eine Nichteignungsverfügung. Am 1. März 2006 melde te sich A.____ unter Hinweis auf ein Handekzem und Fussgelenkbeschwerden bei der Eidgenössisch en Invalidenversicherung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die ge- sundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt un d zudem berufliche Massnahmen durchgeführt hatte, ermittelte sie beim Versicherten ab 1. Februar 2010 einen IV-Grad von 70%. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 15. August 2012 ab 1. Februar 2010 eine ganze Rente zu. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Nico lai Fullin, am 10. September 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in teilweiser Aufhebung der Verfügun g vom 15. August 2012 sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm vom 1. Juni 2006 bis 30. April 2009 eine Viertelsrente und ab 1. Mai 2009 eine ganze Rente auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. In ve rfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Fullin als unentgeltlichen Rechtsvertreter. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass er aus somatischen Grün- den seit dem Jahr 2005 eine anspruchsbegründende Einschr änkung der Arbeitsfähigkeit auf- weise. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Oktober 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer sei zwar insofern beizup flichten, dass er seit dem Jahr 2005 aus somatischen Gründen um 25% in der Arbeitsfähi gkeit eingeschränkt sei. Aus dem Einkommensvergleich ab Juni 2006 resultiere aber ein rentenausschliessender IV-Grad. D. Mit Verfügung vom 2. November 2012 wies die instruie rende Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts das Gesuch des B eschwerdeführers um unent- geltliche Prozessführung ab. Hingegen wurde ihm für das vorliegende Verfahren die unentgeltli- che Verbeiständung mit Advokat Fullin bewilligt. E. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 26. November 2012; Duplik vom 4. Dezember 2012) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. F. Am 16. Januar 2013 zog das Kantonsgericht bei der S UVA die Akten des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 10. September 2012 ist einzutreten. 1.2 Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. Der Beschwerdeführer beanstandet die ab Februar 2010 zugesprochene Rente nicht. Er macht aber geltend, aufgrund der somatischen Beschwerden habe er bereits vor Februar 2010 Anspruch auf eine Rente. Zu beachten ist, dass nach der Rechtssprechung des Bundesgerichts unbestrittene Teilaspekte eines Rentenent- scheides nicht in Rechtskraft erwachsen können (vgl. BGE 125 V 413 ff.). Demnach ist auch die mit der angefochtenen Verfügung vom 15. August 2012 für die Zeit ab 1. Februar 2010 zuge- sprochene ganze Rente nicht in Teilrechtskraft erwachsen und somit im vorliegenden Verfahren einer richterlichen Überprüfung zugänglich. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.2 Zu beachten ist, dass Versicherte laut Art. 28 Abs . 1 lit. b und c IVG nur dann Anspruch auf eine Rente haben, wenn sie während eines Jahres ohn e wesentlichen Unterbruch durch- schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen und na ch Ablauf dieses Jahres zu mindes- tens 40% invalid sind. Die Rentenhöhe ist sowohl vom Ausm ass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von e inem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des vorange gangenen Jahres abhängig. Dem- nach kommt die Zusprechung einer ganzen Rente erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 70% arbei tsunfähig gewesen und weiter- hin wenigstens im gleichen Umfang invalid im Sinne von Art. 28 Abs. 2 IVG ist. Die durch- schnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kum ulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entspre- chenden Umfang zugesprochen werden kann (Urteile I. de s Bundesgerichts vom 5. Mai 2011, 9C_996/2010, E. 7.1 und F. vom 8. Juni 2011, 8C_243/2011, E. 6.1, jeweils mit Hinweisen, ins- besondere auf BGE 121 V 274 E. 6b/cc). 2.3 Teilweise anders geregelt ist die revisionsweise Neuf estsetzung des Rentenanspruchs gemäss Art. 17 ATSG. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfä- higkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Daraus folg t, dass die Erhöhung des Rentenan- spruchs eine relevante Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit von lediglich drei Monaten, nicht aber eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit des glei chen Umfangs während der gesetzlichen Wartezeit voraussetzt. Dies gilt nicht nur bei der revisio nsweisen Neufestsetzung einer laufen- den Rente, sondern auch dann, wenn gleichzeitig rückwi rkend eine Teilrente (Viertels- halbe oder Dreiviertelsrente) und eine diese ablösende höhere Rente (halbe, Dreiviertels- oder ganze Rente) zugesprochen wird (BGE 121 V 275 E. 6b/dd mit Hinweis; ebenso Urteil des Bundesge- richts vom 20. Dezember 2011, 9C_739/2011, E. 3.2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Ver- sicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrecht liche Abteilungen] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medi- zinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Die SUVA liess den Versicherten im Spital C.____, D epartement Dermatologie, Urolo- gie, Rheumatologie und Nephrologie, begutachten. Am 22. September 2008 wurden ein chro- nisch rezidivierendes Handekzem beidseits, eine mögliche Ti nea manuum, eine Adipositas, eine Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts mit Partialläsion des Ligamentum del- toideum, ein chronischer Hustenreiz, ein Nikotinabusus, eine Anpassungsstörung bei längerer depressiver Reaktion und Schlafstörungen diagnostiziert. In Bezug auf das chronische, zum Teil dyshidrosiforme Handekzem bestünde ein seit Jahren wechselhafter Verlauf. Aus rein der- matologischer Sicht bestünde aber beim derzeitigen Haut befund für angepasste Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit. 5.2 Die IV-Stelle beauftragte das Begutachtungsinstitut D.____mit einem polydisziplinären Gutachten. Am 15. März 2011 wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine derzeit mit- telgradig ausgeprägte depressive Episode (ICD-10 F32.1) , eine Störung der Impulskontrolle und eine Rotationsinstabilität des rechten Sprunggelenks (ICD-10 M25.27) diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine psycho soziale Belastungssituation, eine Adipositas, ein gut kontrollierter Diabetes mellitus, ein Nikotinabusus und ein erscheinungsfrei- es chronisches Kontaktexanthem an beiden Händen. Aus ort hopädischer Sicht sei der Versi- cherte für schwere Tätigkeiten vollständig und für mitt elschwere Tätigkeiten im Umfang von 25% arbeitsunfähig. Für leichte körperliche Arbeiten mit Tragen von Gewichten unter 15 kg, hauptsächlich sitzend, teilweise stehend, teilweise geh end, bestünde eine vollständige Arbeits- fähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte nur dann teilweise arbeitsfähig, wenn die Arbeit lediglich geringe Anforderungen an die Gruppen-, die Team- und die Selbstbehauptungs- fähigkeit sowie die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln, Ro utine, Flexibilität und Umstellfähig- keit beinhalte. Aus gesamtmedizinischer Sicht sei der Versi cherte für die zuletzt ausgeübte Tä- tigkeit als Dreher/Polymechaniker vollständig arbeitsunfäh ig. Für angepasste Tätigkeiten ohne Zeit- oder Termindruck, Kundenkontakt oder Spätschicht b zw. Nachtarbeit bestehe aus psychi- schen Gründen seit Frühjahr 2009 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60%. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Am 21. Mai 2012 hielt Dr. med. E.____, FMH Oto- Rhino-Laryngologie, Allergologie und klinische Immunologie sowie Arbeitsmedizin, fest, dass der V ersicherte aus dermatologischen Gründen eine maximale Arbeitsleistung von gut sechs Stunden pro Tag erbringen könne. 5.4 Am 14. September 2012 hielt Dr. med. F.____, FM H Allgemeine Innere Medizin, Regi- onaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel fest, dass de r Versicherte seit der Nicht- eigungsverfügung der SUVA vom 29. Mai 2006 für jegli che Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25% aufweise. 6. In ihrer Verfügung vom 15. August 2012 erachtete d ie IV-Stelle den Beschwerdeführer für angepasste Tätigkeiten bis zum 15. Februar 2009 für vollständig arbeitsfähig. Für die Zeit ab 16. Februar 2009 ging sie gestützt auf die Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsinstituts D.____ vom 15. März 2011 davon aus, dass der Versicherte au s psychischen Gründen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60% aufwies. Demgegenüber hielt sie in ihrer Vernehm- lassung vom 18. Oktober 2012 - in Korrektur der angefoch tenen Verfügung vom 15. August 2012 - fest, dass der Beschwerdeführer bereits seit Mitte 2005 aus dermatologischen Gründen im Umfang von 25% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund ein gehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigke it der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Die Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsinstituts D.____ vom 15. März 2011 erweist sich sowohl in der Darlegung der m edizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend. Da der Versicher- te gemäss den nachvollziehbaren Angaben von Dr. E.____ vom 21. Mai 2012 aus dermatologi- schen Gründen eine Arbeitsleistung von gut sechs Stunde n pro Tag erbringen kann und diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemäss RAD-Arzt Dr. F. ____ vom 14. September 2012 seit Jahren besteht, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Versicherte seit Ablauf des Wartejahres im Juni 2006 im Umfang von 25%, und seit der psychiatrischen Begutachtung vom 1. Februar 2011 im Umfang von 60% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Der Beschwerde- führer hat diese Beurteilung der Vorinstanz in seiner Replik zu Recht nicht beanstandet. 7.1 Streitig und zu prüfen ist aber die Bemessung der Invalidität. 7.2.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielba ren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hä tte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S. 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsgemäss Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr . U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 7.2.2 Die IV-Stelle ermittelte in ihrer Vernehmlassu ng vom 18. Oktober 2012 das Validenein- kommen des Beschwerdeführers gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitsgeberin des Beschwerdeführers im "Fragebogen Arbeitgeber" vom 27. März 2006. Ausgehend von einem Jahresverdienst von Fr. 57'160.-- im Jahr 2004 und unte r Berücksichtigung einer Nominallohn- entwicklung bis zum Jahr 2006 ging sie davon aus, dass der B eschwerdeführer ohne Gesund- heitsschaden ein Einkommen von Fr. 58'475.-- erzielen w ürde. Der Beschwerdeführer wendet ein, die IV-Stelle habe im Unterschied zu der von der SUVA am 5. September 2012 erlassenen Rentenverfügung bei der Bemessung des Valideneinkommens die Zulagen nicht berücksichtigt. Nach den Abklärungen der SUVA betrage das Valideneinkom men Fr. 67'382.--, was indexiert ein massgebendes Einkommen von Fr. 68'191.-- ergebe. 7.2.3 Es ist zu Recht unbestritten, dass das Valideneinkomm en aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin zu bestimmen ist. Nach dere n Bescheinigung vom 27. März 2006 hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2006 ohne Gesundh eitsschaden ein Monatseinkommen von Fr. 4'100.-- und Schichtzulagen von Fr. 600.-- pro Monat erzielt. Der Lohn von monatlich Fr. 4'100.-- entspricht denn auch den Angaben der Ar beitgeberin in der E-Mail an die SUVA vom 21. September 2011 (vgl. SUVA Akten). Mit Blick auf die im Auszug aus dem individuellen Konto (IK) aufgeführten Einkommen der Jahre 2001 bi s 2004 erweisen sich die Angaben der Arbeitgeberin als nachvollziehbar. Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 ein Jahreseinkommen von Fr. 60'500.-- ([13 x Fr. 4'100.--] + [12 x Fr. 600.--]) er- zielt hätte. Soweit er auf die Berechnungen der SUVA in der Rentenverfügung vom 21. Oktober 2011 hinweist, ist ihm entgegenzuhalten, dass der Invali ditätsschätzung der Unfallversicherung rechtsprechungsgemäss keine Bindungswirkung für die Inval idenversicherung zukommt (BGE 133 V 549) und sich deshalb aus der von der SUVA unterschiedlichen - in diesem Verfah- ren aber nicht weiter zu prüfenden - Bemessung des Vali deneinkommens nichts zu seinen Gunsten ableiten lässt. 7.3.1 Dass die IV-Stelle für die Bestimmung des Invalid eneinkommens auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bunde samtes für Statistik abgestellt hat, hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet. La ut Tabelle TA1, belief sich der Zent- ralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufga ben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2006 auf Fr. 4'732. -- (LSE 2006, Total privater Sektor). Zu berücksichtigen ist, dass der ermittelte Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2006 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. "Die Volkswirtschaft" 7/8-2010, Seite 90, Tabelle B9.2) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein hypothetisches Einkommen von Fr. 5 9'197.--. Unter Berücksichtigung der noch vorhandenen Restarbeitsfähigkeit im Jahr 2006 vo n 75% resultiert demnach ein Invali- deneinkommen von rund Fr. 44'398.-- (Fr. 59'197.--. x 0.75). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss verschiede- ne Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtspre- chung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und w eiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtli- chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbe- dingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermesse n gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksic htigung aller jeweils in Betracht fal- lenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Perso n wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der gesamt- haft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behör de ihr Ermessen an die Stelle desjeni- gen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzi- pien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zwe ckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die rich- terliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen kön nen, die eine abweichende Er- messensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Ent- scheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 7.3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle für die Zeit ab 2006 keinen Abzug vom Tabellenlohn vorge- nommen. In Würdigung sämtlicher hier massgebenden Kri terien ist zu beachten, dass den Be- hinderungen des Beschwerdeführers bereits durch die Ann ahme eines reduzierten Arbeitspen- sums im Umfang von 25% Rechnung getragen wurde. Die Kr iterien Lebensalter, Dienstjahre und Nationalität/Aufenthaltskategorie rechtfertigen vorliegend keinen Abzug. Den statistischen Angaben zufolge wirkt sich aber der Teilzeiterwerb bei Männern lohnmindernd aus. Indes resul- tiert selbst unter Beachtung eines Abzugs vom Tabellenloh n von maximal 10% ein rentenaus- schliessender IV-Grad von rund 34% ([Fr. 60'500.-- - {F r. 44'398.-- x 90%}] / Fr. 60'500.-- x 100). Weitere sachbezogene Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn sind nicht ersichtlich. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei zu ber ücksichtigen, dass die im Rahmen der Teilzeitbeschäftigung anfallenden Kostennachteile für den Arbeitgeber auch bei ganztägiger Präsenz mit reduzierter Leistungsfähigkeit bestehen würd en, kann ihm nicht gefolgt werden. Zwar mag es zutreffen, dass, wie von der Lehre vermutet (PHILIPP GEERSTEN , Der Tabellen- lohnabzug, in: Kieser/Lendfers (Hrsg.): Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff., S. 149), Arbeitskräfte mit reduzierter Leistungsfähigkeit die Infrastruktur des Arbeitgebers ineffi- zienter und damit kostenintensiver beanspruchen, als Arbe itskräfte mit uneingeschränkter Leis- tungsfähigkeit. Es bestehen indessen nicht ausreichend Anhaltspunkte dafür, dass dieser Effekt nicht durch die Vorteile der ganztägigen Präsenz des Arbe itnehmers aufgewogen wird, sodass sich gemäss Bundesgericht nicht genügend Gründe für eine Praxisänderung ergeben (vgl. Ur- teil des Bundesgerichts vom 4. April 2012, 8C_20/2012, E. 3.3). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Nach dem massgebenden Gutachten des Begutachtungsinsti tuts D.____ vom 15. März 2011 ist die Verschlechterung des Gesundheitszustandes am 20. März 2009 eingetreten. Der für eine Rentenzusprechung vorausgesetzte “Schwellenwert“ einer durchschnittlichen 40%-igen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 28 Abs. 1 li t. b und c IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) wur- de in casu am 23. August 2009 (20. März 2009 + 156 Tag e) überschritten (für die Berechnung vgl. Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2013, Anhang II). In diesem Zeitpunkt be stand zwar eine effektive Arbeitsunfähig- keit von 60%, was jedoch für den Umfang des Rentenanspru chs nicht entscheidend ist. Viel- mehr ist der Ermittlung des massgebenden Invaliditätsg rades die über die einjährige Wartezeit gemittelte Arbeitsunfähigkeit von 40% zu Grunde zu le gen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2011, 9C_739/2011, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Somit hat der Beschwerde- führer aber ab 1. August 2009 Anspruch auf eine Vierte lsrente. Die höhere Arbeitsunfähigkeit von 60% und dem damit zusammenhängenden, von der IV-St elle korrekt ermittelten IV-Grad von 70% sind in sinngemässer Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterberechung drei Monate angeda uert haben (vgl. wiederum Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2011, 9C_739/2011, E. 3.2 mit Hinweisen). Diese Voraus- setzung für eine revisionsweise Erhöhung der Rente war vor liegend am 23. August 2009 gege- ben. Die laufende Viertelsrente des Beschwerdeführers i st deshalb mit Wirkung ab 1. November 2009 auf eine ganze Rente zu erhöhen. 8. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vo m 15. August 2012 in dem Sinne gutzuheissen, als festzustellen ist, dass der Beschwerdeführ er mit Wirkung ab 1. August 2009 Anspruch auf eine Viertelsrente und ab 1. November 2009 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 und 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Ges etzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 we rden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt. Den Vorinstanzen wer- den in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegt. Wei l der Beschwerdeführer mit seiner Be- schwerde teilweise durchgedrungen ist, rechtfertigt es sich, ihm die Hälfte der Verfahrenskosten von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer werden damit Verfahrenskosten in der Hö- he von Fr. 300.-- auferlegt und in diesem Umfang mit dem geleisteten Kostenvorschuss ver- rechnet. Der übrige Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 300.-- wird ihm zurückerstattet. 9.2 Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hält fest, dass die ob siegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat. Infolge der t eilweisen Gutheissung der Beschwerde ist dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädi gung zu Lasten der IV-Stelle zuzu- sprechen. Sein Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnot e vom 5. Februar 2013 für das vorlie- gende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 11,083 Stunden ausgewiesen, was um- fangmässig angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfra gen nicht zu beanstanden ist. Dasselbe gilt für die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 89.--. Demnach wird dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Partei- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht entschädigung von Fr. 3'088.55 (11,083 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 89.--. zu- züglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zugesprochen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefoch- tene Verfügung vom 15. August 2012 aufgehoben und festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. August 2009 Anspruch auf eine Viertelsrente und ab 1. November 2009 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'088.55 (inkl. Ausl agen und Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht