VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI U 17 95 1. Kammer Vorsitz Audétat RichterIn Racioppi, Moser Aktuar Paganini URTEIL vom 31. Januar 2018 in der Streitsache A._____, Beschwerdeführer gegen Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW, Beschwerdegegnerin betreffend Nichtpromotion- 2 - 1. A._____ ist an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur für das Studium "B._____" eingeschrieben. Es handelt sich dabei um ein Vollzeitstudium über sechs Semester, welches in Kooperation mit der Fachhochschule Bern angeboten wird. Im Laufe des zweiten Semesters hat A._____ im Modul "Konvergent Produzieren I" gemeinsam mit C._____ ein Kurzvideo mit dem Titel "D._____" erstellt und eingereicht. Die zuständigen Dozierenden beurteilten die Arbeit als "nicht genügend" und boten auch keine Möglichkeit zur Nachbesserung an. Damit waren die Voraussetzungen für das Bestehen der Assessmentstufe nicht gege- ben, was zu einer Nichtpromotion führte bzw. zu einer Nichtzulassung zur Bachelorstufe. 2. Mit Beschwerde vom 14. September 2017 beantragte A._____ die Zulas- sung zum 3. Semester bzw. zur Bachelorstufe unter Gewährung einer Wiederholung des nicht bestandenen Moduls. Der Beschwerdeausschuss der HTW Chur wies mit Entscheid vom 3. Oktober 2017 die Beschwerde ab. 3. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2017 focht A._____ (nachfolgend: Be- schwerdeführer) diesen Entscheid beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden an mit folgenden Rechtsbegehren: "1. Der Entscheid des Beschwerdeausschusses vom 3. Oktober 2017 sei vollumfäng- lich aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 2. Eventualiter sei der Entscheid dahingehend durch die Vorinstanz zu ergänzen, dass auf den Antrag "Wiederholung des Moduls Konvergent Produzieren 2 (recte: 1)" eingegangen wird. 3. Es sei zu verfügen, dass der Beschwerdeführer sein Studium gemäss den Bolo- gna-Richtlinien bis zum definitiven Entscheid weiterführen kann. 4. Alles ist unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der HTW Chur bzw. des Kantons Graubünden zu beurteilen." Er begründete seine Beschwerde im Wesentlichen damit, dass der ange- fochtene Entscheid wenig begründet sei und nicht plausibel erscheine. - 3 - Insbesondere bemängelte er, dass für seine Arbeit zu Unrecht auf eine ungenügende Aufwandäquivalenz erkannt worden sei. Der Beschwerde- führer beantragte eine unabhängige Expertise über den für das Kurzvideo erbrachten Aufwand. Ausserdem sei die von der Studienleitung vorge- nommene Abänderung der Beurteilungskriterien nicht zulässig. Dies führe dazu, dass er ein Anrecht auf Nachbesserung habe. 4. Am 1. November 2017 verfügte die HTW Chur, dass der Beschwerdefüh- rer bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens sein Studium auf der Bachelorstufe weiterführen dürfe. 5. Mit Vernehmlassung vom 10. November 2017 beantragte die HTW Chur (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde un- ter Festhaltung an der Einschätzung, dass die eingereichte Arbeit die ge- forderte Aufwandäquivalenz von 224 Personenstunden nicht erfülle. Die Abänderung der Modulbeschreibung sei zudem nicht während des Se- mesters erfolgt und deshalb zulässig. 6. Der Beschwerdeführer replizierte am 3. Januar 2018; dabei ging er detail- liert auf die einzelnen Argumente der Beschwerdegegnerin ein. Neu warf er dem Beschwerdeausschuss ein unprofessionelles Verhalten vor auf- grund der sehr kurzen Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt der Entscheid- fällung und der Zustellung einer ausformulierten Begründung. Weiter bemängelte er, dass bezüglich des Studiums " B._____" keine Harmoni- sierung der Studienreglemente der HTW Chur und der BFH Bern vorliege.- 4 - 7. Die Beschwerdegegnerin wies duplicando am 10. Januar 2018 die Kritik betreffend Entscheidfällung von sich. Die Harmonisierung der Studienre- glemente habe zudem nichts mit der vorliegenden Beschwerde zu tun. Im Weiteren vertiefte die Beschwerdegegnerin ihre Argumentation bezüglich der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nach- stehenden Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1. Anfechtungsobjekt bildet hier der Entscheid des Beschwerdeausschusses des Hochschulrats der Beschwerdegegnerin vom 3. Oktober 2017, womit er die Beschwerde des Beschwerdeführers ablehnte und somit eine Nichtpromotion zur Bachelorstufe infolge des von den zwei zuständigen Dozierenden abgegebenen Prädikats "nicht bestanden" für die Arbeit des Beschwerdeführers im Modul "Konvergent Produzieren I" bestätigte. Für die Beurteilung des vorliegenden Beschwerdeentscheids der als Hoch- schule mit kantonaler Trägerschaft konzipierten Beschwerdegegnerin (vgl. Art. 8 des Gesetzes über Hochschulen und Forschung [GHF; BR 427.200]) ist das Verwaltungsgericht zuständig (vgl. Art. 31 lit. c GHF). Als Adressat des angefochtenen Beschwerdeentscheides ist der Be- schwerdeführer ohne Weiteres zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Beschwerde wurde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 31 GHF und 38 VRG), weshalb darauf einzutreten ist. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die betreffende Arbeit des Beschwerdeführers zu Recht als ungenügend betrachtet und - 5 - damit den Beschwerdeführer nicht zur Bachelorstufe befördert hat. Nicht Streitgegenstand sein kann hingegen der vom Beschwerdeführer gerügte Punkt, wonach die Studienreglemente der Beschwerdegegnerin und der im hier strittigen Modul kooperierenden Fachhochschule Bern nicht har- monisiert seien, zumal der Beschwerdeführer an der beschwerdegegneri- schen Hochschule immatrikuliert ist und mithin für seine Studienleistun- gen ausschliesslich deren Studien- und Prüfungsreglement sowie die ein- zelnen Modulbeschreibungen massgebend sind. Auf die diesbezügliche Rüge des Beschwerdeführers kann demnach nicht eingetreten werden. 3. In materieller Hinsicht gilt es vorweg zu betonen, dass das streitberufene Verwaltungsgericht bei der Überprüfung von Examensleistungen in Fra- gen, die durch die Gerichtsinstanzen naturgemäss nur schwer überprüf- bar sind, nicht ohne Not von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prü- fungsorgane und Experten abweicht. Der Grund dafür liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massgeblichen Faktoren der Be- wertung bekannt sind und es ihr deshalb nicht möglich ist, sich ein zuver- lässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen des Beschwerdeführers sowie der Leistungen der übrigen Kandidaten zu machen. Hinzu kommt, dass Prüfungen Spezialgebiete zum Gegenstand haben, in denen die Rechtsmittelbehörde über keine eigenen Fachkenntnisse verfügt. Eine freie Überprüfung der Examensbewertung würde zudem die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen. Die Bewertung von Leistungen in Fachprüfungen wird von den Rechtsmittelbehörden daher nicht frei, sondern nur mit Zurückhaltung überprüft (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts U 14 99 vom 12. Januar 2016 E.3a m.H.a. BGE 136 I 229 E.5.4.1, 131 I 467 E.3.1, 121 I 225 E.4b 118 Ia 488 E.4c, 106 Ia 1 E.3c m.w.H.). - 6 - 4. Zunächst ist die Anwendbarkeit der von der Beschwerdegegnerin heran- gezogenen Beurteilungsmodalitäten für das hier strittige, vom Beschwer- deführer nicht bestandene Modul zu klären. a) Der Beschwerdeführer rügt, dass die Beurteilungsmodalitäten unzulässi- gerweise während des Studienganges geändert worden seien. Nach dem alten Zählsystem wäre die Arbeit benotet worden, was der Beschwerde- führer angesichts seiner weiteren Noten hätte auffangen können, sodass die Promotion nicht gefährdet gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin bestätigt, dass die angesprochene Änderung der Modulbeschreibung "Konvergent Produzieren I" vorgenommen wor- den sei; entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers sei dies aber nicht während des Semesters geschehen, sondern im Rahmen der nor- malen jährlichen Überarbeitung von Modulen. Solche Anpassungen seien zulässig und widersprächen dem Studien- und Prüfungsreglement nicht. b) Die Modulbeschreibung "Konvergent Produzieren I" V.6.0 stammt vom 15. Februar 2017 (vgl. Bg-act. C2). Das 2. Semester (Frühlingssemester), in welchem das betreffende Modul zu absolvieren war, begann am 20. Februar 2017. Somit trifft der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Beur- teilungsmodalitäten seien während des Semesters angepasst worden, nicht zu. Die genannte Modulbeschreibung ist auf den vorliegenden Fall somit anwendbar. 5. a) Der Beschwerdeführer behauptet ausserdem, auch nach neuer Regelung sei die Möglichkeit gegeben, dass die Dozierenden den betreffenden Stu- denten die Möglichkeit der Nachbearbeitung einräumen. Andere Studie- rende hätten im Gegensatz zu ihm ihre Arbeit verbessern dürfen, was willkürlich erscheine. Zudem habe der Modulleiter zu Beginn des Semes- ters erklärt, er gehe davon aus, dass alle Studierenden das Modul beste- hen würden.- 7 - Darauf erwidert die Beschwerdegegnerin, gemäss der anwendbaren Mo- dulbeschreibung liege die Entscheidung, ob eine Nachbesserung angebo- ten werde oder nicht, im Ermessen des Dozierenden; es bestehe somit selbst bei knapp ungenügenden Noten kein Anspruch auf Nachbesse- rung. Die strittige Arbeit hätten die Dozierenden aber nicht als knapp un- genügend, sondern als klar ungenügend bewertet; entsprechend sei eine Nachbesserung gar nicht in Betracht gezogen worden. b) Der Modulbeschreibung (Bg-act. C2) ist zur Bewertung des Moduls Fol- gendes zu entnehmen: Für die Leistungsbewertung ist nicht die publizisti- sche Qualität massgebend, sondern die Äquivalenz des Erstellungsauf- wandes aller im Semester publizierten Beiträge zum Richtaufwand im Umfang von 4 ECTS (112 Arbeitsstunden). Die Gesamtnote des Moduls "Konvergent Produzieren" besteht gemäss Art. 17 des Studien- und Prü- fungsreglements der Beschwerdegegnerin aus den Prädikaten "bestan- den" und "nicht bestanden". Die Leistungsbewertung wird durch zwei Do- zierende des Moduls "Konvergent Produzieren" vorgenommen ("Vier- Augen-Prinzip"). Zum Prädikat "nicht bestanden" führen Beiträge, deren Erstellung in ihrer Gesamtheit die Äquivalenz zum Richtaufwand im Um- fang von 4 ECTS (112 Arbeitsstunden) nicht erreicht. Im Fall des Prädi- kats "nicht bestanden" kann den Studierenden die Gelegenheit geboten werden, die Arbeit nachzubessern. Die Möglichkeit der Nachbesserung ist nur bei knappen Entscheidungen möglich. Die Dozierenden entscheiden, ob eine Nachbesserung möglich ist oder nicht. c) Indem sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, dass kein Anspruch auf Nachbesserung besteht, wendet sie die soeben dargeleg- ten, einschlägigen und gültigen Leistungsbewertungsvorgaben der Mo- dulbeschreibung korrekt an. Wie nachstehend noch gezeigt wird (vgl. E.6c), kann die Bewertung der Beschwerdegegnerin, wonach die betref- fende Arbeit des Beschwerdeführers nicht bloss knapp ungenügend sei, - 8 - nicht beanstandet werden, weshalb gemäss Bewertungsvorgaben keine Möglichkeit zur Nachbesserung bestand. Wie die Beschwerdegegnerin ferner zutreffend präzisiert, läge die Gewährung einer Nachbesserung selbst bei Annahme einer knapp genügenden Arbeit aufgrund der ober- wähnten Kann-Vorschrift ohnehin im Ermessen der Dozierenden. An der verweigerten Nachbesserung ist somit nichts auszusetzen. 6. a) Zum Prädikat "nicht bestanden" führen gemäss Modulbeschreibung Bei- träge, deren Erstellung in ihrer Gesamtheit die Äquivalenz zum Richtauf- wand im Umfang von 4 ECTS (112 Arbeitsstunden) nicht erreicht. Vorlie- gend stützt sich die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung der Dozie- renden, welche die Arbeitsäquivalenz als nicht erfüllt ansahen. Die Be- schwerdegegnerin fügt dem in der Beschwerdeantwort noch hinzu, dass man auch bei einem hypothetischen äusserst grosszügigen Ansatz von 8 Stunden pro Arbeitsschritt für die einzelnen Vorbereitungs- und Nach- bearbeitungsarbeiten sowie 16 Stunden Filmaufnahmen auf bloss 72 Stunden komme; rechne man dann nochmals äussert grosszügig 4 Tage für die Drohnenschulung hinzu, entstehe ein Aufwand von 104 Stunden, was immer noch weniger als der Hälfte des Minimalaufwandes von 224 Stunden (2x 112 h) entspreche. b) Der Beschwerdeführer berechnet in der Beschwerde zunächst einen ef- fektiven Aufwand von insgesamt mindestens 300 Stunden, während er in der Replik unter Bestätigung seines Projektkommilitonen in einer detail- lierten Aufstellung einen Aufwand von insgesamt 400 Stunden nachrech- net. Zur Untermauerung dieses geltend gemachten Aufwandes führt er insbesondere aus, das Video dauere 2.45 Minuten, weise 44 Schnitte und 4 unterschiedliche Schauplätze auf, welche unter anderem mit einer Drohne gefilmt worden seien. Eine entsprechende Einsteiger-Schulung seitens der Beschwerdegegnerin, um überhaupt Drohnen des Hoch- schulmaterials ausleihen zu dürfen, dauere ganze zwei Tage.- 9 - c) Die beiden Dozierenden E._____ und F._____ haben das Kurzvideo "D._____" wie folgt beurteilt (vgl. E-Mail vom 1. September 2017 [Bg-act. 4 Duplik]): "Kurz und recht inhaltlos angetextetes Werbevideo mit drei nicht näher eingeführten Protagonisten. Aussteuerungsfehler (viel zu schnelle Fades der Musik, jeweils erste Se- kunden), fehlende Bauchbinden bei den Protagonisten, zu lange und dadurch eintönige Drohnenaufnahmen, teils mit Jump Cuts (FABE). Vierter, letzter Abschnitt konzeptuell nicht passend (keine Drohnenaufnahmen). Formal schwach: Keinerlei Zusammenhang zwischen den vier Personen bzw. Videoteilen. Inhaltlich schwach: Keinerlei Informatio- nen zu Orten oder Personen. Viel zu kurze, inhaltslose Reflexion, immerhin mit einigen im Video oder Beitragstext fehlenden Angaben. ECTS-Äquivalenz nicht erfüllt: Als einziger Beitrag zweier Beteiligter (beide Studierenden haben keine weiteren Beiträge realisiert) entspricht der erwartbare Beitragsaufwand (kaum Text, wenig bis mittel aufwändiges Dokuvideo von unter 3 Minuten, keine weite- ren Medien, keine Subsite), weniger als der Hälfte des Soll-Aufwandes, der einem Workload von total 224h (2 Studierende, 8 ETCS) entspräche." Diese Beurteilung wurde vom Dozierenden nach Durchführung des Prü- fungseinsichtsgesprächs bestätigt. So führte E._____ im Feedback-E-Mail vom 25. September 2017 (Bg-act. 5 Duplik) Folgendes aus: "Die Dauer der Besprechung betrug rund eine Stunde, und meine Feedbacks waren für A._____ nach eigenem Bekunden allesamt nachvollziehbar. Mein Eindruck hat sich er- härtet, dass A._____ dem Modul nahezu keine Beachtung geschenkt und lediglich (am allerletzten Publikationstag) einen Pro-forma-Leistungsweis erbracht hat. Alle ausdrück- lichen Hinweise an die Studierenden, die ich (in Ergänzung zu meiner Einstiegsvorle- sung vom 23. Februar) am 28. Februar per E-Mail allen Studierenden habe zukommen lassen (vgl. meine Mail an Dich vom 31. August), hat A._____ nicht beachtet. Auf meine Nachfrage nach den Gründen wusste A._____ keine Antwort. Kurz: F._____‘s und mei- ner Einschätzung zufolge hat A._____ für das 4-ECTS-Modul Konvergent Produzieren einen eindeutig ungenügenden Aufwand erbracht und das Modul daher klar nicht be- standen." Diese Beurteilung spricht eine deutliche Sprache hinsichtlich einer deut- lich ungenügenden Leistung – und nicht einer nur knapp ungenügenden - 10 - Leistung. So kommen die Dozierenden zum Ergebnis, dass der Erstel- lungsaufwand für das strittige Kurzvideo deutlich weniger als der Hälfte dessen entspreche, was für das Bestehen des Moduls erwartbar und er- forderlich wäre. Entsprechend der Modulbeschreibung kommt es eben nicht auf den tatsächlichen, sondern auf den äquivalenten Aufwand an. Die Dozierenden prüfen somit, welches Ergebnis bei einem Aufwand von 112 Stunden pro Studierender im Vergleich mit anderen Arbeiten erwartet werden kann. Vorliegend kommen die Dozierenden zum Schluss, dass das abgegebene Kurzvideo kumuliert einem Aufwand von etwas über 100 Stunden entspreche, also pro Studierender etwas über 50 Stunden, und das inklusive der Drohnenausbildung von zwei Arbeitstagen (16 Stunden) pro Studierender. Der Einwand des Beschwerdeführers hiergegen, die Anrechnung von 112 Stunden pro beteiligter Student könne nicht zutref- fen, zumal Teile eines Teamprojekts in gemeinsamer Regie stattfänden, ist nicht ganz zu verwerfen; scheidet jedoch bei näherer Betrachtung trotzdem aus, da die Arbeitsleistung der Beteiligten nur hinsichtlich gewis- ser Koordinationsarbeiten gleichzeitig erfolgen kann, wohingegen gröss- tenteils zu erwarten ist, dass die Aufgaben untereinander aufgeteilt wer- den. Im Ergebnis ändert sich somit nichts an der aus dem Äquivalenzver- gleich hervorgegangenen Schlussfolgerung der Dozierenden. Es besteht keinen Anlass, an dieser nachvollziehbaren Einschätzung zu zweifeln. d) Die Entscheidung der Beschwerdegegnerin ist schliesslich auch verhält- nismässig, denn die Nichtpromotion bedeutet etwa nicht, dass der Be- schwerdeführer das Assessmentjahr nachzuholen hat, sondern dass er beim nächsten gleichwertigen verfügbaren Angebot das zur Diskussion stehende Modul neben den übrigen ungenügenden Leistungen wiederho- len muss (vgl. Art. 21 Abs. 1 des Studien- und Prüfungsreglements). 7. Der Beschwerdeführer wirft dem Beschwerdeausschuss zudem unprofes- sionelles Vorgehen vor, weil dieser weniger als eine Stunde nach Beurtei-- 11 - lung der Beschwerde bereits einen ausgefertigten, mehrseitigen Be- schwerdeentscheid versandt habe. Der Beschwerdeausschuss entgeg- net, dass die Mitglieder des Beschwerdeausschusses die Unterlagen be- reits im Vorfeld der Sitzungen erhalten und geprüft hätten. An diesem Vorgehen ist nichts zu bemängeln; auch ist nicht unüblich, dass ein Ent- scheid im Entwurf bereits in den Vorbereitungsakten liegt. Die entspre- chende Rüge des Beschwerdeführers zielt somit ins Leere. 8. In beweisrechtlicher Hinsicht ist noch festzuhalten, dass auf die Einholung der vom Beschwerdeführer beantragten, unabhängigen Expertise über den Leistungsaufwand in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet wird, zumal davon keine Änderung der aufgrund der Aktenlage gebildeten Überzeugung erwartet werden kann (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3). 9. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Beschwerdeentscheid als rechtens, was zu dessen Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 10. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten von Fr. 500.-- gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Auf eine aussergerichtliche Entschädigung an die im Übri- gen nicht anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin wird nach Art. 78 Abs. 2 VRG verzichtet, da die betreffende Bildungs- und Lehrinstitution öf- fentliche Aufgaben wahrnimmt und von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt wird, weshalb sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte, wofür in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen wird. - 12 - Demnach erkennt das Gericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Gerichtskosten, bestehend - aus einer Staatsgebühr von Fr. 500.-- - und den Kanzleiauslagen von Fr. 256.-- zusammen Fr. 756.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die- ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen. 3. [Rechtsmittelbelehrung] 4. [Mitteilungen]