A bteilung III C -3638/2007 {T 0/2} U rte il v o m 1 8 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter Andreas Trom m er (Vorsitz), R ichter Bernard Vaudan, R ichterin Elena Avenati-C arpani, G erichtsschreiber Julius Longauer. A ._______, vertreten durch R echtsanw alt Fredy Fässler, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Ausdehnung der kantonalen W egw eisung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandC -3638/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest und erw ägt: dass der Beschw erdeführer (geb. 17. M ärz 1989), ein serbischer Staatsangehöriger aus dem Kosovo, im Jahr 1990 zusam m en m it M ut- ter und G eschw istern im R ahm en des Fam iliennachzugs in die Schw eiz gelangte, w o sein Vater m it einer Aufenthaltsbew illigung lebte, dass der Vater im Jahr 1993 w egen D rogenhandels zu einer 4½ -jähri- gen Zuchthausstrafe verurteilt und nach der Entlassung aus dem Strafvollzug am 28. Juni 1998 aus der Schw eiz ausgew iesen w urde, dass die Ehe der Eltern im Jahr 1997 geschieden w urde, dass es das Ausländeram t des Kantons Thurgau am 19. Januar 2005 ablehnte, die Aufenthaltsbew illigungen des Beschw erdeführers und seiner M utter zu verlängern, dass die M assnahm e m it dem Verhalten des Beschw erdeführers (fort- gesetzte und erhebliche D elinquenz) und seiner M utter (fortgesetzte und erhebliche Fürsorgeabhängigkeit) begründet w urde, an dem sich trotz diverser Verw arnungen nichts geändert habe, dass der dagegen beim D epartem ent für Justiz und Sicherheit erhobe- ne R ekurs ebenso erfolglos blieb (Entscheid vom 27. O ktober 2005) w ie die anschliessende Verw altungsgerichtsbeschw erde an das kanto- nale Verw altungsgericht und das Bundesgericht (U rteile vom 14. Juni 2006 und 10. Januar 2007), dass die Vorinstanz m it Verfügung vom 30. April 2007 die vom Kanton gegen den Beschw erdeführer und seine M utter ausgesprochene W eg- w eisung auf das ganze G ebiet der Schw eiz und das Fürstentum Liech- tenstein ausdehnte, dass der Beschw erdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am 25. M ai 2007 beim Bundesverw altungsgericht rekurrierte, dass die Vorinstanz m it Vernehm lassung vom 12. Juli 2007 auf Abw ei- sung der Beschw erde schliesst, dass auf den w eiteren Akteninhalt, sow eit rechtserheblich, in den Er- w ägungen eingegangen w ird, S eite 2C -3638/2007 dass Verfügungen des BFM betr. Ausdehnung einer kantonalen W eg- w eisung m it Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht angefochten w erden können (A rt. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), dass sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren richtet (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) nichts anderes bestim m t (A rt. 37 VG G ), dass der Beschw erdeführer als m aterieller Verfügungsadressat legiti- m iert und auf seine frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (A rt. 20 Abs. 1 AN AG , A rt. 48 ff. Vw VG ), dass die kantonale Behörde ihren negativen Bew illigungsentscheid m it einer W egw eisung aus dem Kanton verbindet (A rt. 12 Abs. 3 AN AG ), dass das BFM diese W egw eisung in der R egel auf das ganze G ebiet der Schw eiz ausdehnt (A rt. 12 Abs. 3 AN AG , A rt. 17 Abs. 2 der Vollzie- hungsverordnung vom 1. M ärz 1949 zum Bundesgesetz über Aufent- halt und N iederlassung der Ausländer [AN AV, SR 142.201]), dass von der R egelfolge der Ausdehnung nur abzuw eichen ist, w enn dem Betroffenen aus besonderen G ründen G elegenheit gegeben w er- den soll, sich vom Inland aus um eine Bew illigung in einem D rittkanton zu bem ühen (A rt. 17 Abs. 2 AN AV), dass dieses Vorgehen das Einverständnis des D rittkantons m it dem Aufenthalt des Ausländers w ährend eines hängigen Bew illigungsver- fahrens voraussetzt (vgl. U rteile des Bundesverw altungsgerichts C - 598/2006 vom 16. April 2007 E. 4 und C -595/2006 vom 18. Juni 2007 E. 2.2), dass im Falle des Beschw erdeführers, der seinen Aufenthaltstitel im Kanton Thurgau verlor, die genannte Voraussetzung für ein Abw eichen von der R egelfolge der Ausdehnung der kantonalen W egw eisung nicht gegeben ist, dass die Ausdehnung der kantonalen W egw eisung m ithin zu bestäti- gen ist, S eite 3C -3638/2007 dass unabhängig von der Bestätigung der Ausdehnungsverfügung zu prüfen bleibt, ob H inderungsgründe für den Vollzug der W egw eisung bestehen (A rt. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG ) und deshalb gestützt auf A rt. 14a Abs. 1 AN AG die vorläufige Aufnahm e zu verfügen ist, dass der Beschw erdeführer geltend m acht, seine M utter könne auf G rund ihres kürzlich erfolgten Eheschlusses m it einem (21 Jahre jün- geren) Schw eizer Bürger m it der frem denpolizeilichen R egelung im Kanton Zürich rechnen, w eshalb er allein in sein H eim atland zurück- kehren m üsste, dass unter den gegebenen U m ständen eine Trennung der Fam ilie be- w irkt w ürde, die schon unter dem G esichtspunkt der G arantie von A rt. 8 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M en- schenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) nicht zulässig w äre, dass der Beschw erdeführer w eiter vorbringt, er sei erst seit kurzem volljährig und hätte derzeit keinerlei Perspektiven und H alt, m üsste er ohne seine M utter in sein H eim atland zurückkehren, dass im schw eizerischen Ausländerrecht der Anspruch auf Achtung des Fam ilienlebens, sow eit auf D aueraufenthalt gerichtet, durch E rtei- lung einer Aufenthaltsbew illigung im Bew illigungsverfahren verw irklicht w ird (N IC O LA S W ISA R D , Les renvois et leur exécution en droit des étran- gers et en droit d'asile, Basel / Frankfurt a.M . 1997, S. 430 f.), dass der Beschw erdeführer deshalb m it seiner Berufung auf A rt. 8 EM R K kein Vollzugshindernis im Sinne von A rt. 14a AN AG geltend m acht, das im R ahm en des vorliegenden Verfahrens gehört w erden könnte, dass die übrigen Vorbringen zu den Perspektiven und zum H alt, die ihm angeblich in seinem H eim atland fehlten, in ihrer Allgem einheit und fehlenden Substanz nicht geeignet sind, die Vollziehbarkeit der Aus- dehnungsverfügung unter dem G esichtspunkt von A rt. 14a AN AG in Frage zu stellen, dass andere Vollzugshindernisse im Sinne von A rt. 14a AN AG w eder erkennbar sind noch geltend gem acht w erden, eine vorläufige Aufnah- m e des Beschw erdeführers deshalb ausgeschlossen ist, S eite 4C -3638/2007 dass sich die angefochtene Verfügung som it als rechtm ässig erw eist (A rt. 49 Vw VG ) und die Beschw erde unter Kostenfolge zu Lasten des Beschw erdeführers (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ) abzuw eisen ist, dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 700.-- festzusetzen sind (A rt. 1, A rt. 2 und A rt. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]), dass dieses U rteil endgültig ist (A rt. 83 Bst. c Ziff. 4 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005, SR 173.110). D ispositiv S. 6 S eite 5C -3638/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 700.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie w erden m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.- verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer - die Vorinstanz D er vorsitzender R ichter: D er G erichtsschreiber: Andreas Trom m er Julius Longauer Versand: S eite 6