Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. November 2018 (720 18 176 / 328) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beurteilung des Rentenanspruchs bei traumatisch beeinträchtigten Schultern; Beweiswert von RAD-Beurteilungen; Verwertung der Restarbeitsfähigkeit eines 58-jährigen Versicherten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Patrick Frey , Advokat , Lindenhofstrasse 32, Postfach 2110, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1960 geborene A.____ war seit dem 1. März 19 96 bei der B.____ AG in X.____ als Maurer angestellt. Am 19. Februar 1999 meldete er s ich unter Hinweis auf Beschwerden in der linken Schulter bei der Eidgenössischen Invalidenve rsicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerbliche n Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 20. Oktober 2000 vom 1. Juli 1999 bis 30. April Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2000 eine ganze, für den Monat Mai 2000 eine halbe und ab 1. Juni 2000 eine Viertelsrente zu. Dagegen erhob der Versicherte am 20. November 2000 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Zwecks Durc hführung weiterer medizinischer Abklärungen wurde das Verfahren sistiert. Die IV-Stell e hob ihre Verfügung vom 20. Oktober 2000 in der Folge lite pendente auf und sprach dem V ersicherten mit Verfügung vom 2. Mai 2002 rückwirkend ab 1. Juli 1999 eine ganze Invalidenr ente zu. Das entsprechende Beschwer- deverfahren wurde durch das Kantonsgericht mit Beschluss vo m 3. Juli 2002 als gegenstands- los abgeschrieben. B. Im Rahmen des im März 2008 von Amtes wegen eingelei teten Revisionsverfahrens stellte die IV-Stelle nach erneuter Abklärung der ges undheitlichen und erwerblichen Verhältnis- se eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherte n fest. Sie errechnete einen Invaliditätsgrad von 41 % und setzte den Rentenanspruch von A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 28. Mai 2009 a uf den der Zustellung der Verfügung folgenden Monat auf eine Viertelsrente herab. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwer- de wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 26. Februar 2010 (Verfahren-Nr. 720 09 198/54) ab. C. Am 10. März 2017 stürzte der Versicherte auf der Tre ppe und verletzte sich dabei an der rechten Schulter. Aufgrund dieses Unfallereignisses wu rde im Juni 2017 eine Rentenrevision durchgeführt. Mit Verfügung vom 19. April 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine vom 1. Juni 2017 bis 31. Dezember 2017 befristete ganze Inval idenrente und ab 1. Januar 2018 ge- stützt auf einen Invaliditätsgrad von 41 % eine unbefristete Viertelsrente zu. D. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Patrick Frey, am 22. Mai 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht. Er beantragte, es se i die Verfügung vom 19. April 2018 aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. Januar 2018 eine ganze, eventualiter eine Drei- viertelsrente, subeventualiter eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Allenfalls sei ein gericht- liches Gutachten einzuholen, wobei ihm für die Dauer des Verfahrens mindestens eine Viertels- rente auszuzahlen sei. Ausserdem sei ihm die unentgeltli che Rechtspflege zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte er einen unvo llständig abgeklärten Sachverhalt gel- tend, wobei er insbesondere die Beweistauglichkeit de r Beurteilungen des Regionalen ärztli- chen Dienstes (RAD) beanstandete. Weiter bemängelte er die von der IV-Stelle ermittelten Va- liden- und Invalideneinkommen und bestritt die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit von 80 %. E. Mit Verfügung vom 30. Juli 2018 bewilligte das K antonsgericht dem Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Verbeiständung. F. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 8. August 2018 auf Abweisung der Beschwerde. G. In der Replik vom 30. August 2018 hielt der Versicher te an seinen Anträgen und Ausfüh- rungen fest. Die IV-Stelle verzichtete auf die Einreichung einer Duplik. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt der vorliegenden Verfahren bilden die Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 16. März 2018, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsproze ssordnung (VPO) vom 16. De- zember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherung sgericht als einzige gerichtliche In- stanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kanto nalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde n zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicher ten vom 22. Mai 2018 ist demnach einzutreten 2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). E rwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeg lichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erw erbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindeste ns 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindest ens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Ren te, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezüge rin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre- chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen V erhältnissen, die geeignet ist, den Invali- ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustande s, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan- des erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mi t Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich geb liebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen a uf die Arbeitsfähigkeit verändert hat Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Urteile des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2 und vom 28. August 2003, I 212/03, E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschi edliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. 2.4 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu ei ner materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich uner hebliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Liegt dagegen ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 1 41 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgericht vom 18. August 2018, 8C_145/2018, E. 3.2). 2.5 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 2.6 Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte rechtskräftige Ver fügung, welche auf einer materiellen Prü- fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts abklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhte (BGE 133 V 108; vgl. auc h BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1 mit Hinweisen). Vorliegend erfolgte letztmals mit der Rentenverfügung vom 28. Mai 2009, mit welcher die bis dahin ausgerichtete ganze Invalidenrente auf eine Viertelsrente herabgesetz t wurde, eine materielle Prüfung des Anspruchs. Zu prüfen ist daher, ob sich die konkreten Ve rhältnisse seit 28. Mai 2009 bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 19. A pril 2018 wesentlich verändert ha- ben. Dabei ist unter den Parteien unbestritten, dass sic h der Gesundheitszustand des Versi- cherten aufgrund der beim Treppensturz vom 10. März 2017 erlittenen Verletzungen an der rechten Schulter wesentlich verschlechterte und die IV- Stelle demgemäss dem Versicherten gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG ab 1. Juni 2017 eine ganze Invalidenrente zusprach. Strittig ist jedoch, ob die IV-Stelle zu Recht infolge Verbesserung des Gesundheitszustandes die ganze Rente per 1. Januar 2018 auf eine Viertelsrente herabsetzte. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und de r Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Inva- lidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist mit jen em externer medizinischer Sachver- ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemä ssen Anforderungen an ein ärztli- ches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson über die notwen- digen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219). Auf das Ergebnis von RAD-Berichten kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverläs- sigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der erstmaligen Rentenherabsetzung im Mai 2009 stützte sich die IV-Stelle auf das polydisziplinäre Gutachten der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom 9. März 2009. Die Experten hielten als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schulter- schmerzen links fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien der Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol, der Status nach Schnittverletzung a n den Fingerkuppen links, die arteri- elle Hypertonie, die Dyslipidämie und der Status nach su btotaler Gastrektomie bei wenig diffe- renziertem Magenkarzinom, aktuell ohne Hinweise auf Rezidiv oder Metastasen. Dem psychiat- rischen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass keine psychopat hologische Funktionsstörung ha- be festgestellt werden können und daher aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Anlässlich der o rthopädischen Untersuchung vom 26. Januar 2009 seien eine Flexion und eine Abduktion der linken Schulter bis zur Horizontalen möglich gewesen; die Innenrotation sei dagegen deutlich vermindert und die Aussenrotation sei praktisch aufgehoben gewesen. Die Krafteinwirkung sei i n sämtlichen Ebenen schmerzbedingt reduziert. An der Muskulatur des linken Schulterblattes b estehe eine leichtgradige Atrophie, nicht jedoch am Arm und an der Hand. Es falle auch au f, dass der Explorand beim Ent- und Ankleiden die linke obere Extremität praktisch frei einsetze. Die vom Versicherten angegebenen Beschwerden im linken Schulterbereich liessen sich durch d ie objektivierbaren Befunde und den radiologischen Bericht nicht vollständig begründen. Für die angestammte Tätigkeit als Mau- rer bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Dag egen sei es dem Versicherten zumutbar, ganztags einer leidensangepassten Tätigkeit mit überwieg endem Einsatz seiner dominanten rechten oberen Extremität mit einer Leistungseinschränkun g von 20 % infolge erhöhten Pau- senbedarfs nachzugehen. In seinem rechtskräftigen Urteil vom 26. Februar 2010 kam das Kan- tonsgericht zum Schluss, dass dem ABI-Gutachten volle Be weiskraft zukomme und deshalb darauf abzustellen sei. 4.2 Nach Erlass des Urteils des Kantonsgerichts vom 26. Febru ar 2010 berichtete das Spi- tal C.____ am 3. März 2011, dass 7 ½ Jahre nach der Diagnosestellung eines Magenkarzinoms eine vollständige Remission bestehe. In den nachfolgende n Untersuchungen wurden jeweils keine Hinweise auf ein Rezidiv oder einen Zweittumor ge funden. Aus onkologischer Sicht sei der Versicherte vollständig arbeitsfähig. Eine Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit könnten höchstens die vorbestehenden linksseitigen Schulterbes chwerden begründen (vgl. Berichte vom 12. September 2011, vom 16. Mai 2012, 4. September 2015 und 23. Mai 2016). 4.3 Der RAD-Arzt Dr. med. D.____, FMH Allgemeinmedizi n, prüfte die medizinische Akten- lage und stellte am 18. Juli 2016 fest, dass seit der B egutachtung in der ABI keine massgeben- de Veränderung des Gesundheitszustandes des Versicherten eingetreten sei. 4.4 Aufgrund des Treppensturzes vom 10. März 2017 befan d sich der Versicherte im Spital C.____ in Behandlung. Im Bericht vom 2. Mai 2017 äusserte die behandelnde Ärzteschaft einen Verdacht auf eine traumatische anterosuperiore Rotato renmanschettenläsion an der rechten Schulter und bezüglich der linken Schulter aufgrund der klinischen Untersuchungen einen Ver- dacht auf eine Ruptur der refixierten Sehnenanteile. In ihrem darauffolgenden Bericht vom 24. Mai 2017 nannte sie sodann als Hauptdiagnosen eine traumatische Rotatorenmanschetten- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ruptur an der rechten Schulter bei traumatisierter A C-Gelenksarthrose, bei Status nach Ruptur der langen Bizepssehne nach Treppensturz vom 10. März 2 017 sowie bezüglich der linken Schulter einen Status nach Arthroskopie und Mobilisierun g vom 12. Januar 1999 bei posttrau- matischer Arthrofibrose, bei Status nach transossärer Rei nsertion der Supraspinatussehne so- wie nach Defektverschluss der Subscapularissehne vom 28. Juli 1999, bei traumatisierter Ruptur der Supra- und Subscapularissehne und bei gering fügiger Schädigung des Armplexus. In ihrer Beurteilung führte sie aus, dass der Zustand a n der linken Schulter seit der Operation im Jahre 1999 unverändert sei. An der rechten Schulter habe sich mit der Arthro-MRI- Untersuchung vom 23. Mai 2017 der Verdacht auf eine a cute on chronic Rotatorenmanschet- tenruptur bestätigt. Es sei eine operative Versorgung geplant. Die Operation mit Schulterarthro- skopie, AC-Gelenksresektion, anterolateraler Acromioplas tik, subacromialer Busektomie und arthroskopischer Rotatorenmanschettenrefixation fand sc hliesslich am 6. Juni 2017 statt (vgl. Arztbericht des Spitals C.____ vom 13. Juli 2017). In de r Nachkontrolle wurde eine physiothe- rapeutische Therapie verordnet (vgl. Bericht vom 24. Juli 2017). Am 18. September 2017 stellte die Ärzteschaft einen erfreulichen Verlauf mit sehr gu ter Beweglichkeit der rechten Schulter fest. 4.5 Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage stellte Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 10. November 2017 fest, dass sich die rechtsseitige Schulterproblematik seit der Operation im Juni 2017 gut entwickelt habe. Es liege wieder derj enige Gesundheitszustand vor, wie er sich vor dem Unfall von März 2017 präsentiert habe. Dies bedeute, dass nicht von einer we- sentlichen, längerfristigen Veränderung des Gesundheit szustandes ausgegangen werden kön- ne. Am 30. Mai 2018 führte er weiter aus, dass aufgr und der Verletzungen an der rechten Schulter eine vorübergehende Verschlechterung des Gesund heitszustandes nachvollzogen werden könne. Es beständen keine Hinweise auf zusätzlich e somatische oder psychische Krankheiten, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussen w ürden. Demnach bestehe ab Oktober 2017 wieder eine zeitlich volle Arbeitsfähigkeit in ei ner angepassten Verweistätigkeit mit einem reduzierten Rendement von 20 % wegen des erhöhten Pau senbedarfs. Dabei seien regelmäs- sige mittelschwere und schwere Arbeiten mit dem rechten Arm und regelmässige Überkopfar- beiten zu vermeiden. 5.1 Die IV-Stelle stütze sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten auf die RAD-Beurteilung en von Dr. D.____ vom 10. November 2017 und 30. Mai 2018. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte vom Zeitpunkt des Treppensturzes am 10. März 2017 bis Ende September 2 017 zu 100 % arbeitsunfähig ge- wesen sei. Ab dem 1. Oktober 2017 sei es ihm wieder zumu tbar, wie vor dem Treppensturz einer körperlich leichten, leidensangepassten, Tätigkei t ganztags mit einer 20%igen Leistungs- einschränkung nachzugehen. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), darf ein medizinischer Sachverhalt einzig gestützt auf einen RAD-Bericht beurteilt werden, solange keine - au ch nur geringe - Zweifel an der Richtig- keit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend besteht – entgegen der Ansicht des Versicherten - kein Anlass, an d er Richtigkeit der Einschätzung des RAD-Arztes Dr. D.____ zu zweifeln. Seine Stellungnahmen setzen sich hinreichend mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinande r und er nimmt eine schlüssige Zu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht mutbarkeitsbeurteilung vor. Insbesondere zeigt er anhand der medizinischen Aktenlage deutlich auf, dass die Verletzungen an der rechten Schulter, welche der Versicherte beim Treppensturz vom 10. März 2017 erlitten hatte, abgeheilt seien und sich der Zustand an der linken Schulter seit der operativen Versorgung im Jahr 1999 nicht wesent lich verändert habe. Gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzteschaft des Spitals C.____ vom 24. Mai 2017, 13. Juli 2017 und 18. September 2017 ging Dr. D.____ folgerichtig davon aus, dass der in der Beurteilung des Spitals C.____ vom 2. Mai 2017 zuerst geäusserte Verdach t auf eine Ruptur der im Juli 1998 refixierten Sehnen nicht habe bestätigt werden können. Nachvollziehbar ist auch seine Feststel- lung, dass sich gemäss den medizinisch massgebenden Unterlag en weder anderslautende Zumutbarkeitsbeurteilungen noch Hinweise für eine wei tergehende Beeinträchtigung der Ar- beitsfähigkeit ausmachen liessen. Den Beurteilungen vo n Dr. D.____ sind deshalb volle Be- weiskraft beizumessen. 5.2 Daran ändern auch die Ausführungen des Versichert en nichts. Er macht geltend, die IV-Stelle habe in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht den medizinischen Sachverhalt unge- nügend abgeklärt. Zur Begründung führt er an, dass nich t deutlich ersichtlich sei, auf welche Abklärungen die IV-Stelle sich in ihrer Verfügung vom 1 9. April 2018 stütze. Die IV-Stelle habe keine eigenen Untersuchungen veranlasst, sondern lediglich den medizinischen Sachverhalt durch den RAD beurteilen lassen. Dr. D.____ habe lediglich knapp zu den vorliegenden Arztbe- richten Stellung genommen; eine persönliche Untersuchun g habe nicht stattgefunden. Auch wenn in der angefochtenen Verfügung nicht ausgeführt wird, um welche konkreten Abklärungen es sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Ve rsicherten handelt, geht aus den Akten klar hervor, dass die IV-Stelle sich dabei auf die medizinischen Abklärungsergebnisse der behandelnden Ärzte und der RAD-Beurteilungen stützt. Es trifft zu, dass die IV-Stelle einzig den RAD mit der Beurteilung der medizinischen Situation be auftragte. Dabei ist jedoch zu berück- sichtigen, dass es im Rahmen der in Art. 43 Abs. 1 ATSG s tatuierten Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit wel- chen Mitteln diese zu erfolgen hat. Dabei kommt der I V-Stelle ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von me dizinischen Erhebungen zu. Entgegen der Ansicht des Versicherten ist es nicht zwingend erforderlich, dass die versicherte Person bei der Abklärung des medizinischen Sachverhalts untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinische n Voraussetzungen des Leistungsan- spruchs nur "bei Bedarf" selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt der RAD seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab (BBl 2005 4572 zu Absatz 2). Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es – wie vorliegend - im Wesent- lichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin tergrund rückt (Urteil des Bundesge- richts vom 14. November 2007, I 1094/06, E. 3.1.1 in f ine mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 I 57 E. 2e und f.). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass d ie IV-Stelle von externen Abklärun- gen absah. 5.3 Auch mit dem Einwand, Dr. D.____ als Facharzt für Allgemeinmedizin verfüge nicht über die notwendigen fachlichen Qualifikationen, um die Auswirkungen der diagnostizierten Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu beur- teilen, vermag der Versicherte nicht durchzudringen. Inwiefern Dr. D.____ als Allgemeinmedizi- ner und SIM-zertifizierter Gutachter fachlich nur ungen ügend qualifiziert sein sollte, dem soma- tischen Leiden des Versicherten genügend Rechnung zu tra gen, wird in der Beschwerde nicht substantiiert dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. I n der Beschwerde wird auch nicht aufge- zeigt, welche somatischen Beeinträchtigungen von Dr. D._ ___ nicht berücksichtigt oder falsch gewürdigt worden wären. 5.4 Eine Neubeurteilung des Gesundheitszustandes drängt sich nicht auf, lassen die vor- handenen medizinischen Unterlagen doch nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versicherten zu. Es kann deshalb auf die beantragte Anordnung eines bi- oder polydisziplinären Gerichtsgutachtens bzw. von weiteren umfassenden medizinischen Abklärungen verzichtet werden (sog. antizipi erte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 141 I 64 E. 3.3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 5.5 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass der Ver sicherte für die Zeit vom 10. März 2017 bis 30. September 2017 vollständig arbei tsunfähig war und damit einhergehend für diese Zeitperiode die Revisionsvoraussetzungen gemäss Ar t. 17 Abs. 1 ATSG zu bejahen sind. Ab 1. Oktober 2017 lag wieder die gesundheitlich e Situation vor, wie sie im Zeitpunkt der Verfügung vom 28. Mai 2009 vorlag. Die IV-Stelle ist d emzufolge zu Recht davon ausgegan- gen, dass der Versicherte infolge Verbesserung des Gesundheitszustandes ab 1. Oktober 2017 wieder eine leichte, leidensangepasste Verweistätigkeit mit einer 20%igen Leistungseinschrän- kung ausüben könne. 6.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch des V ersicherten auswirkt. Der Versi- cherte bestreitet, dass er insbesondere in Anbetracht se ines fortgeschrittenen Alters auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise noch vermittelbar sei und die ihm als zumutbar erachtete Restarbeitsfähigkeit erwerblich verwerten könne. 6.2 Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarke it der Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt prak- tisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistisch em Entgegenkommen eines durch- schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden e iner entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG: heute Bundesgericht] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Fer- ner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsm arktes nicht nur ein gewisses Gleichge- wicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stelle n, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer ve rschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflic hen und intellektuellen Voraussetzun- gen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4 mit Hinweisen). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob e ine invalide Person die Möglich- keit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). We- der gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehe nden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren ve rlangt werden, die unter Berücksichti- gung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenhei ten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des damaligen EV G vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Für die Invaliditätsbemessung ist hing egen nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräfte n entsprechen würden (AHI 1998 S. 287 E. 3b, I 198/97). 6.3 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ei n invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die e iner versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2015, 9 C_118/2015, E. 2.1 und vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 2). Der Einfluss des Lebensalter s auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu v erwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von de n Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundhei tsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertig keiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Somit hängt d ie Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine beru fliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2). Für den Zeit- punkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerück- tem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3). 6.4 Vorliegend steht aufgrund der hier massgebenden me dizinischen Sachlage fest, dass dem Versicherten ab 1. Oktober 2017 die Ausübung einer leidensangepassten Verweistätigkeit ganztags mit einer 20%igen Leistungseinschränkung zumutbar ist. Am 1. Oktober 2017 war der Versicherte 57 Jahre und 8 Monate alt. Die verbleibende Aktivitätsdauer bis zur ordentlichen Pensionierung betrug somit noch über 6 Jahre. Dies führt für sich allein noch nicht zwingend zur Annahme einer Verwertbarkeit der verbleibenden Resta rbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesge- richts vom 6. Juli 2017, 9C_505/2016, E. 4.1). So gin g das Bundesgericht etwa in seinem Ent- scheid vom 29. August 2014 (8C_248/2014) im Falle eine s 58-jährigen Versicherten von einer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aus. In diese m Fall war dem Versicherten kein Tra- gen oder Heben, auch nicht von leichten Gewichten, meh r möglich; unzumutbar waren ferner Arbeiten mit Anforderungen an die Grob- oder Feinmo torik der Hände, ausserdem waren auch Halte- oder Greifbewegungen nicht mehr ausführbar, womit grundsätzlich keinerlei, auch nur leichte manuelle Tätigkeiten mehr in Frage kamen. Da der Versicherte in diesem Vergleichsfall während der gesamten Dauer seiner beruflichen Tätigkei t manuell tätig gewesen war, nunmehr nicht einmal mehr leichteste handwerkliche Tätigkeiten au süben konnte und auch limitierte Ressourcen für einen Wechsel zu Arbeiten ohne Einsatz der Hände mit sich brachte, schloss das Bundesgericht auf eine Unverwertbarkeit der Rester werbsfähigkeit. Im vorliegenden Fall sind die Umstände nur insofern vergleichbar, als der Ver sicherte fast 58 Jahre alt ist, ausser- dem nicht mehr in seiner angestammten Arbeit tätig sein kann und limitierte Ressourcen beim Einsatz der linken Schulter mit sich bringt. Was hingegen das Anforderungsprofil in einer Ver- weistätigkeit angeht, so unterscheidet sich sein Fall we sentlich vom Profil dieses Vergleichs- falls. So sind dem Versicherten lediglich körperlich schwe re und mittelschwere manuelle Tätig- keiten nicht mehr zumutbar; manuelle leichte, wechselbelastende Arbeiten kann er dagegen mit überwiegendem Einsatz seiner dominanten rechten oberen Extremität noch ohne weiteres aus- üben. Damit steht dem Versicherten aber - im Gegensat z zur versicherten Person im Ver- gleichsfall - nach wie vor noch eine grosse Bandbreite von auch manuellen Arbeiten offen. 6.5 Die vom Versicherten geltend gemachten weiteren Fa ktoren – namentlich die mangel- hafte Ausbildung und die nicht vorhandenen Sprachkennt nisse – stehen der Aufnahme einer solchen (Hilfs-)Tätigkeit nicht entgegen. Auf dem hypot hetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt stehen dem Versicherten genügend Beschäftigungsmöglichkeit en in verschiedenen Branchen und Funktionen offen, zumal eine besondere Ausgestaltun g des Arbeitsplatzes und des Ar- beitsumfeldes bei Hilfsarbeiten nicht erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Ap- ril 2011, 8C_17/2011, E. 6.2 mit Hinweisen). Entgege n den Vorbringen des Versicherten ist denn auch bei solchen Arbeiten keine lange Einarbeitungszeit zu erwarten. Im Lichte der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älte- rer Menschen entwickelt hat (Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2015, 9C_118/2015, E. 4.4 und vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3), kann bei vorliegender Sachlage nicht gesagt werden, die dem Versicherten zumutbaren Verweistätigkei ten seien nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prakt isch nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als au sgeschlossen erscheint (vgl. dazu BGE 138 V 457 E. 3.1). Demnach kann vorliegend nicht v on einem fehlenden Zugang des Ver- sicherten zum Arbeitsmarkt im Sinne des Art. 16 ATSG gesprochen werden. 7.1 Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versich erten aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Da der Versichert e laut dem vorstehend Gesagten ab 10. März 2017, dem Datum des Treppensturzes, bis Ende September 2017 in sämtlichen beruf- lichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war, kann ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der Invaliditätsgrad im genannten Zeitrau m 100 % betrug. Für die Zeit danach, in welcher der Versicherte in einer ihm zumutbaren ganztä gigen körperlich leichten, leidensadap- tierten Tätigkeit bis auf Weiteres eine Leistungseinschränkung von 20 % aufweist, nahm die IV- Stelle in ihrer Verfügung vom 19. April 2018 den zur Ermittlung des Invaliditätsgrades erforderli- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Einkommensvergleich vor. Dabei ermittelte sie anha nd der Gegenüberstellung von Vali- den- und zumutbarem Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 41 %. 7.2 Der Versicherte beanstandet im Zusammenhang mit d iesem vorinstanzlichen Einkom- mensvergleich als Erstes, dass bei der Ermittlung des Val ideneinkommens zu Unrecht auf ein Jahreseinkommen eines Maurers in Höhe von Fr. 76'337.- - abgestellt worden sei. Bei diesem Einkommen sei nicht beachtet worden, dass er als Maurer auch anspruchsvollere Aufgaben ausgeübt habe. Zudem seien die im Maurerberuf übliche rweise ausgerichteten Überstunden- und Wochenendentschädigungen nicht berücksichtigt worden. Ferner sei davon auszugehen, dass er im Verlauf einiger Jahre beruflich, z.B. zum Poli er, aufgestiegen wäre. Es hätte beim ehemaligen Arbeitgeber nachgefragt werden müssen, wie viel er heute als Maurer verdienen würde. Aus diesen Gründen sei deshalb von einem Valide neinkommen von mindestens Fr. 80'000.-- auszugehen. Ausserdem sei das massgebende V alideneinkommen nur an die bis 2015 erfolgte Nominallohnentwicklung angepasst worden. 7.3 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielbaren E inkommens hat so konkret wie mög- lich zu geschehen (U LRICH MEYER / MARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalide nversicherung, Zürich/Basel/ Genf 2014, Art. 28a N. 48 ff.). In der Regel wird a m zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdie nst angeknüpft, da erfahrungsge- mäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden for tgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1). 7.4 Vorliegend stellte die IV-Stelle bei der Bemessun g des Valideneinkommens in Höhe von Fr. 76'337.-- auf die Angaben der Suva in ihrer Verfügung vom 6. Juli 2000 ab. Die Suva ermittelte darin ein Valideneinkommen von Fr. 63'440. --, wobei sie sich auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (monatliche Bruttolohn für das Jahr 2000 von Fr. 4'880.-- x 13 = Fr. 63'440.--) stützte (vgl. Aktennotiz der Suva vom 4. Mai 2000; IV-Akten Dok.-Nr. 27). Im Wi- derspruch dazu führte die IV-Stelle jedoch in der ange fochtenen Verfügung vom 19. April 2018 ein Valideneinkommen von Fr. 65'357.-- für das Jahr 2000 an. Ein Blick in die Suva-Akten zeigt, dass sie auf den von der Suva berechneten Jahresverdienst i nkl. Kinderzulagen für die Zeit vom 24. Mai 1997 bis 23. Mai 1998 abstellte (vgl. Bericht der Suva vom 23. Juni 2000; IV-Akten Dok.-Nr. 27), welcher hier nicht ausschlaggebend sein kan n, sind doch Kinderzulagen bei der Bemessung des Valideneinkommens nicht zu berücksichtigen (vg l. Urteil des damaligen EVG vom 17. Januar 2001, I 73/00, E. 4b/ee). Die Anpassung des von der Suva im Jahr 2000 ermit- telten Jahreseinkommen von Fr. 63'440.-- an die bis 20 17 erfolgte Nominallohnentwicklung (Tabellen T1.1.93 des Bundesamtes für Statistik (BFS), Nominallohnindex, Männer, Baugewer- be/Bau, 1993-2001 und 2002-2010 sowie Tabelle T1.1.1 0, Nominallohnindex, Männer, Bauge- werbe/Bau, 2011-2017) ergibt ein massgebendes Validen einkommen von Fr. 75'545.--. Wird das von der IV-Stelle für das Jahr 2015 ermittelte Vali deneinkommen von Fr. 76'337.-- der No- minallohnentwicklung bis 2017 angepasst, so beläuft sich di eses auf Fr. 76'872.-- (vgl. Tabelle Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Baugewerbe/Bau, 2 011-2017; 0,4 % [2016] und 0,3 % [2017]) und wirkt sich somit für den Versicherten vorteilhafter aus. Zu Gunsten des Versicherten wird deshalb von einem Valideneinkommen von Fr. 76'872. -- ausgegangen. Hinweise auf eine über die Nominallohnentwicklung hinausgehende Lohnerhö hung, wie vom Versicherten be- hauptet, sind weder ersichtlich noch substantiiert darge tan. Auf seine entsprechenden Vorbrin- gen wird deshalb nicht weiter eingegangen. 8.1 Der Versicherte beanstandet im Zusammenhang mit der konkreten Berechnung des Invalideneinkommens in der Verfügung vom 19. April 201 8 einzig, dass der von der IV-Stelle vorgenommene leidensbedingte Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 15 % zu tief sei. Auf- grund seines Alters, der mangelhaften schulischen und ber uflichen Ausbildung, des Ausschei- dens aus dem Arbeitsmarkt und des Teilzeitpensums sei ein Abzug von 25 % gerechtfertigt. 8.2.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich ber ücksichtigt, dass versicherte Per- sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Sch werarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei- chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugela ssene Abzug entwickelte sich in der Fol- ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, w obei die Rechtsprechung dem Um- stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes h aben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehr erer dieser Merkmale ihre gesund- heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem al lgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimm ung der Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das I nvalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insg esamt auf höchstens 25 % des Tabel- lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. z um Ganzen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). 8.2.2 Abgesehen davon, dass das Invalideneinkommen an d ie bis ins Jahr 2017 erfolgte Nominalentwicklung anzupassen ist, ergeben sich keine Hin weise dafür, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht ein hö herer Abzug vom Tabellenlohn als 15 % vorzunehmen wäre. Vorliegend kann der Versicher te wegen seines somatischen Lei- dens nur noch leichte körperliche Tätigkeiten in Wechsel belastung mit überwiegendem Einsatz seiner dominanten rechten oberen Extremität ganztags m it einer Leistungseinschränkung von 20 % ausüben. Mit einem Abzug von 15 % trug die IV-St elle den aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwartenden Lohneinbussen grosszüg ig Rechnung. Entgegen der An- sicht der Versicherten kommt dem Alter im Zusammenhang m it dem Leidensabzug nur be- schränkte Bedeutung zu. So fällt der Umstand, dass die St ellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor regelmässig au sser Betracht. Zudem wirkt sich das Al- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter bei Männern im Segment von 40 bis 64/65 Jahren bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohn- erhöhend aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Janua r 2018, 8C_552/2017, E. 5.4.1). Was das geltend gemachte Teilzeitpensum anbelangt, ist da rauf hinzuweisen, dass der Versi- cherte seine Restarbeitsfähigkeit in einem vollzeitliche n Pensum verwerten kann (vgl. Erwä- gung 5.5). Damit ist unter dem Aspekt des Beschäftigungsgrades kein Abzug zu gewähren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. November 2018, 9C_401/2018, E. 5.2.3 und vom 17. Novem- ber 2015, 9C_380/2015, E. 3.2.3). Selbst wenn von ein er Teilzeitarbeit im Umfang von 80 % auszugehen wäre, wirkt sich diese bei einem Beschäftigun gsgrad zwischen 75 % und 89 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stel lung (ohne Kaderfunktion) nicht lohnmin- dernd aus (Bundesamt für Sozialversicherungen, IV-Rundsch reiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu BGE 142 V 178 E. 2.5.1 S. 184 mit Hinweis). Die weiteren Einwen- dungen – mangelnde Ausbildung und "Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt" - rechtfertigen kei- nen leidensbedingten Abzug (vgl. Urteil des Bundesgerich ts vom 13. November 2007, 9C_382/2007, E. 6.5). 8.3 Nach Anpassung des von der IV-Stelle ermittelten In valideneinkommens in Höhe von Fr. 45'324.-- an die bis 2017 erfolgte Nominallohnen twicklung von 0,6 % (2016) und 0,4 % (2017) ergibt sich ein Betrag von Fr. 45'778.-- (vgl. Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Total, 2011-2017). Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneinkommen von Fr. 45'778.-- einem Valideneinkommen von Fr. 76'872. -- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 31'094.--, was einem Invalidität sgrad des Versicherten von 40,45 % entspricht. In Anbetracht dieses Ergebnisses hat die IV-S telle unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV die bisherige Rente des Versicherte n zu Recht ab dem 1. Januar 2018 auf eine Viertelsrente herabgesetzt. Die gegen die betreff ende Verfügung vom 19. April 2018 erho- bene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist d er Versicherte unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. Juli 2018 die unentgeltliche Prozessfü hrung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse gehen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Versicherten mit prozessleitender Verfügung vom 15. August 2018 auch die un- entgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wurde, hat dessen Entschädi- gung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Hono rar bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter machte in seiner Honorarnote vom 22. Oktober Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2018 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 16 Stunden und 10 Minu- ten und Auslagen von Fr. 38.15 geltend. Hiervon ist der für das vorinstanzliche Verfahren aus- gewiesene Aufwand von 2 Stunden und 40 Minuten abzuzi ehen. Damit verbleibt ein Stunden- aufwand von 13 Stunden und 30 Minuten, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Ihm ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'949.-- (13 Stunden und 30 Minuten à Fr. 20 0-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 38.15 sowie 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Versicherte wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– wer den der Be- schwerdeführer auferlegt Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'949.-- (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteu er) aus der Gerichtskasse ausgerichtet.