Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. November 2019 (720 19 27 / 287) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts- gutachtens. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Raffaella Biaggi , Advo- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1969 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Juni 2 006 bis 31. Januar 2015 bei der B.____AG in X.____ als Verkaufsberaterin (Pensum 80 %) angestellt. Am 18. Juli 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf Rückenprobleme, eine Schlei mbeutelentzündung und Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Diese klärte in der Folge die gesundheitlichen, erwerblichen und hauswirtschaftlichen Verhältnisse ab und liess die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte durch Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Exper- tise vom 8. November 2017). Gestützt auf die daraus ge wonnenen Erkenntnisse und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Ste lle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ mit Verfügung vom 17. Dezember 2018 in Anwendung der gemischten Bemessungsme- thode mit einem Erwerbsanteil von 80 % und einem Haush altsanteil von 20 % für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Oktober 2016 gestützt auf einen Invaliditätsgrad vom 83 % eine befriste- te ganze Rente zu. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 19. Januar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die V erfügung vom 17. Dezember 2018 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichte n, ihr spätestens ab Januar 2015 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei mindest ens ein bidisziplinäres Gutachter durch das Gericht einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. Zu r Begründung führte sie im Wesentli- chen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichende n medizinischen Unterlagen be- ruhe. Zudem sei der Invaliditätsgrad in Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs zu berechnen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Februar 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Am 26. Februar 2019 und 16. April 2019 gingen be im Kantonsgericht zwei Zeugnisse des behandelnden Arztes Dr. med. D.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, vom 6. Feb- ruar 2019 und 9. April 2019 ein. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 16. Mai 2019 kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Folge stel lte es das Verfahren aus und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 21. Juni 2019 beauftragt e es Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem Gutachten, welches am 21. August 2019 erstattet wurde. Hierzu liess sich die IV-Stelle, unter Hinweis auf die Stellun gnahme von Dr. med. F.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 3. September 2019, am 4. September 2019 vernehmen. Die Beschwerde führerin nahm am 5. September 2019 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 19. Januar 2019 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführ erin. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verf ügung vom 17. Dezember 2018 entwi- ckelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemä ss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 4 3 Abs. 1, Art. 61 lit. c des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000). Danach haben Versicherungsträger und Sozialver sicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheb lichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. THOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, S. 537 f. Rz 2 ff.). Dieser Grundsatz gil t indessen nicht uneingeschränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BG E 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersu chungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschli esst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusammentragung des Be- weismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der B eweislosigkeit der Entscheid zu Unguns- ten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geb liebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (LOCHER /G ÄCHTER , a.a.O., S. 548 Rz 56). Diese Beweisregeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahme n des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu e rmitteln, der zumindest die überwie- gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu e ntsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 4.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der ge sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit lieg t zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2 , 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – so- gar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 4.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentl ichen Methode (BGE 128 V 29). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenberei ch tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, w ird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in we lchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Di es ist die spezifische Methode der Inva- liditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). Bei Versicherten, die nur zum Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betri eb des Ehegatten oder der Ehegattin mitar- beiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art . 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festge- legt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigk eit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der An teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich fest- zulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpu nkt der Prüfung des Rentenan- spruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wä ren, so ist die Invaliditätsbemes- sung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätig e zu bemessen (Art. 27 bis Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde (BGE 141 V 20 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sond ern in welchem Pensum sie hypo- thetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Ver- sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiäre n, sozialen und erwerblichen Verhält- nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega- bungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 150 E. 2c). Die St atusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Ve rfügung (hier: 17. Dezember 2018) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 20 E. 3.1 mit Hinweisen). 5.3 Die IV-Stelle hat den Invaliditätsgrad der Beschw erdeführerin nach der gemischten Methode bemessen. Dabei ist sie davon ausgegangen, dass die Versicherte ohne gesundheitli- che Beeinträchtigungen in einem Pensum von 80 % eine s Vollpensums einer Erwerbstätigkeit nachgehen und im Umfang von 20 % den Haushalt besorge n würde. Demgegenüber macht die Versicherte geltend, dass sie ohne gesundheitliche Beeintr ächtigungen zu 100 % erwerbstätig wäre. 5.4 Vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigu ngen war die Beschwerdeführerin im Rahmen eines 80 %-Pensums berufstätig. Anlässlich der H aushaltsabklärung vom 14. Februar 2018 erklärte sie, dass sie bei guter Gesundheit weiterhi n in einem Pensum von 80 % erwerbs- tätig sein würde. Die Abklärungsperson protokollierte die entsprechenden Aussagen der Versi- cherten im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätig keit" und am 1. März 2018 bestätigte die Versicherte ihre Angaben unterschriftlich. Im Vorbesch eidverfahren machte die Beschwer- deführerin dann erstmals geltend, dass sie schon immer un ter Depressionen gelitten habe und im Gesundheitsfall auch aus finanziellen Gründen einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren bekräftigt e sie ihre Aussagen und führte weiter aus, dass sie die Frage nach dem hypothetischen Arbeitspe nsum bei guter Gesundheit auf- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht grund der stets reduzierten Gesundheit nicht zuverlässig habe beantworten können. Zudem sei nicht ersichtlich, weshalb sie ohne Betreuungsaufgaben ni cht Vollzeit arbeiten sollte. Aus die- sen Argumenten lässt sich jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zwar gab die Beschwerde- führerin im Anmeldeformular vom 16. Juli 2014, im Asse ssment vom 24. September 2014 und im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" v om 1. März 2018 an, seit Jahren an De- pressionen zu leiden. Frühere Episoden von psychiatrischem Krankheitswert werden auch im Gutachten der Klinik G.____ vom 25. November 2014 und vom behandelnden Psychiater Dr. D.____ im Bericht vom 1. September 2015 bestätigt. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass die Versicherte mit überwiegender Wahrschei nlichkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen wäre, eine Vollzeit arbeit aufzunehmen. Soweit sie Gegen- teiliges behauptet, gehen die Folgen der Beweislosigke it zu ihren Lasten. Dazu kommt, dass die im Rahmen der Haushaltsabklärung laut Protokoll der Besprechung vom 14. Februar 2018 an die Versicherte gestellte Frage, wie viele Stunden si e heute ohne gesundheitliche Ein- schränkung berufstätig sein würde, hinreichend klar war u nd der Beschwerdeführerin das For- mular zur Ermittlung der Bereiche Erwerb/Haushalt von der Abklärungsperson eingehend erläu- tert wurde. Gegen die Bemessung des Erwerbsbereichs, w ie er im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" festgehalten wurde, opponierte die Versicherte unmittelbar nach Kennt- nisnahme nicht. Erst im Rahmen des Vorbescheids- und vorl iegenden Beschwerdeverfahrens liess die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin einwe nden, dass sie als Gesunde zu 100 % erwerbstätig wäre. Damit widerspricht sie aber ihrer un terschriftlich bestätigten Aussage vom 1. März 2018. Hinweise dafür, dass sich die Beschwerdefüh rerin betreffend das hypothetische Arbeitspensum im Gesundheitsfall geirrt hätte oder zwischenzeitliche eine Änderung der per- sönlichen und beruflichen Verhältnisse der Versicherten eingetreten wäre, die eine andere Be- urteilung rechtfertigen würde, ist nicht ersichtlich. U nter Berücksichtigung, dass die im Verlauf des Abklärungsverfahrens gemachten Angaben praxisgemäss stärke r zu gewichten sind als spätere, anderslautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen), ist bei dieser Sachlage mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrsc heinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte als Gesunde in einem Pensum von 80 % einer ausserhäuslichen Erwerbs- tätigkeit nachgehen würde. 5.5 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuha lten, dass die angefochtene Verfügung der IV-Stelle sowohl bezüglich der Beurtei lung der Statusfrage und der damit zu- sammenhängenden Methodenwahl als auch bezüglich der Fe stlegung der Anteile der Erwerbs- tätigkeit (80 %) und der Haushalttätigkeit (20 %) nicht zu beanstanden ist. 6.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 6.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 6.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Ger icht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung d es medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsb arkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weite- ren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht e rstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be weiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach ten externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weite- ren Hinweisen). 7. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 17. Dezember 2018 bei der Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands auf da s im Auftrag der Taggeldversi- cherung H.____AG erstattete Gutachten der I.____AG vom 26. Januar 2015, wonach der Be- schwerdeführerin angepasste wechselbelastete Tätigkeiten ohne längeres Vorneigen zu 100 % zumutbar seien. Bei der Beurteilung des psychischen Gesund heitszustands ging sie sodann gestützt auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 8. Novemb er 2017 davon aus, dass die Versi- cherte von Februar 2014 bis Juli 2016 vollständig arbeit sunfähig gewesen sei, hernach aber eine Arbeitsfähigkeit von 80 % aufweise. Wie oben ausge führt (vgl. E. 6.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Ange- legenheit erfolgten Urteilsberatung vom 16. Mai 2019 gelangte das Kantonsgericht zur Auffas- sung, dass der somatische Gesundheitszustand hinreichend abgeklärt sei, aber dem Gutachten von Dr. C.____ vom 8. November 2017 keine ausschlaggeben de Beweiskraft zukomme. Es hielt fest, dass sich der Gutachter namentlich mit der anspruchswesentlichen Frage nach der Arbeitsfähigkeit ab 1. August 2016 nicht genügend au seinandergesetzt habe und die Schluss- folgerungen des Gutachters für diesen Zeitraum nicht oh ne Weiteres nachvollziehbar seien. Zudem sei der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach Beendigung des Arbeitsver- suchs am 19. Februar 2018 bis zum Erlass der Verfügung vom 17. Dezember 2018 nicht hinrei- chend abgeklärt worden, weshalb die Frage der Arbeits fähigkeit in diesem Zeitraum unbeant- wortet geblieben sei. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur wei- teren Abklärung des medizinischen Sachverhalts bei Dr. E .____ ein psychiatrisches Gerichts- gutachten in Auftrag zu geben. 8.1 Dr. E.____ diagnostizierte am 21. August 2019 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0), rezidivie- rende, derzeit leichtgradige depressive Episoden (ICD-1 0 F33.0) und eine Persönlichkeitsstö- rung mit selbstunsicheren, aggressionsgehemmten, ängstli ch vermeidenden, abhängigen und dysthymen Anteilen (ICD-10 F61.0). Es bestünde eine deu tliche Unausgeglichenheit der Affek- tivität, des Antriebs, der Impulskontrolle, des Wahrnehme ns und Denkens, des Selbstbilds und der Beziehungsgestaltung. Die Störung sei mit einem d eutlichen Leiden verbunden und beein- trächtige die Versicherte seit Jahren in ihrer beruflichen und sozialen Aktivität. Sie wirke deutlich unsicher, ängstlich, vermeidend und kindlich. Die Ressource n der Versicherten seien beein- trächtigt, was in der Persönlichkeitsproblematik und de m Strukturdefizit begründet sei. Unter Berücksichtigung der Beeinträchtigung auf struktureller Ebene, der Ressourcen und der Co- ping-Mechanismen müsse von einem grundsätzlich instabilen psychischen Gleichgewicht aus- gegangen werden. Der Krankheitsverlauf sei ab 2014 schw ankend und es seien immer wieder Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden. Die Versichert e habe sich nie gänzlich von ihren 2014 ausgebrochenen Beschwerden erholen können. Ab 2014 zei ge sich im Sommer 2018 (recte: 2016) eine Verschlechterung, dann eine leichte Verbe sserung mit einer Regression im Januar 2018 und mit grosser Wahrscheinlichkeit ab Sommer 2018 eine zunehmende Verbesserung. Unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsstruktur, der Ressou rcen, der Funktionsfähigkeiten und der Befunde, der Aktenlage und dem Aktivitätsniveau in allen Belangen sei die Versicherte in der Lage, bezogen auf eine Vollzeitarbeit ein 50 %-Pensum in einer angepassten Tätigkeit zu realisieren. Unregelmässige und vermehrte Arbeit an Wo chenenden würden sich negativ auf die gesundheitliche Stabilität der Versicherten auswirke n. Zusätzliche Pausen oder Erholungs- phasen seien nicht erforderlich. Die affektive Problemat ik sei schwankend ausgeprägt, weshalb die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten meh rheitlich gemittelt werden müsse. Es sei davon auszugehen, dass sie gemittelt seit 1. August 2 016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % aufweise. Die Tatsache, dass Dr. C.____ eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestierte, liege daran, dass im vorliegenden Gutachten – anders als im Vorgutacht en – die lebensgeschichtlich be- dingten strukturellen und die Ressourcendefizite, die Angstproblematik, die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeiten und das verminderte Aktivität sniveau der Explorandin im Rahmen der Indikatorenprüfung berücksichtigt worden seien. Zudem we rde bedacht, dass eine Kombination von Symptomenkomplexen vorliege, die eine negative Wechse lwirkung in Bezug auf die Kräfte der schon vorgängig beeinträchtigten Ressourcen und Bewä ltigungsmechanismen hätten. Im Haushalt könne keine Beeinträchtigung der Arbeits- u nd Leistungsfähigkeit mit psychiatrischen Symptomen begründet werden. 8.2 In ihrer Stellungnahme vom 4. September 2019 er achtete die Beschwerdegegnerin die Gerichtsexpertise unter Hinweis auf die Stellungnahme d er RAD-Ärztin Dr. F.____ vom 3. September 2019 als beweistaugliche Entscheidgrundlage . Gestützt darauf resultiere in An- wendung der gemischten Methode ab 1. August 2016 ein Invaliditätsgrad von 30 % und unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 IVV bis Ende Oktober 2016 eine befristete ganze Rente. Ab 1. Januar 2018 (Änderung der Berechnung nach gemisch ter Methode) bestehe ein Invalidi- tätsgrad von 41 % und somit ab 1. Januar 2018 ein An spruch auf eine unbefristete Viertelsren- te. Auch die Beschwerdeführerin erachtete die Beurtei lung von Dr. E.____ als zuverlässig. Fraglich sei indes, ob für die Zeit bis Sommer 2018 a uf die echtzeitlichen Berichte abgestellt werden müsse, zumal der Gerichtsgutachter davon ausgeh e, dass sich im Längsschnitt ab 2014 bis Sommer 2018 eine Verschlechterung gezeigt ha be. Bei einem Abstützen auf die echt- zeitlichen Berichte würde sich ein durchgehender Anspruc h auf eine ganze Rente ergeben. Ausgehend von einer gemittelten Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit August 2016 bestünde bis Ende Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Rente und her nach – in Anwendung der allge- meinen Methode des Einkommensvergleichs – Anspruch auf mi ndestens eine halbe Rente. 8.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.4 hiervor), weicht d as Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der m edizinischen Experten oder Exper- tinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel- len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfa ssen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Ge richtsgutachtens vom 21. August 2019 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein e medizinische Beurtei- lungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist wed er formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 6.3 hiervor) – für die streitigen Belange um- fassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksich tigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchte t in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Sit uation ein. Sodann weist das Gut- achten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf und setzt sich auch mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen E inschätzungen auseinander. Insge- samt ist die Beurteilung im Gutachten überzeugend. Es wird deutlich, dass die Beschwerdefüh- rerin aufgrund ihrer psychischen Beschwerden in ihrer be ruflichen und sozialen Aktivität erheb- lich beeinträchtigt ist. Auch die daraus resultierende E inschätzung der Arbeitsfähigkeit ist nach- vollziehbar begründet. Demnach sei die Leistungsfähigkei t aufgrund der schwankend ausge- prägten affektiven Problematik gemittelt zu bestimmen und in angepassten Verweistätigkeiten seit August 2016 mit 50 % zu veranschlagen. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, der Gerichtsgutachter bescheinige auf S eite 30 des Gutachtens bis Sommer 2018 eine Verschlechterung, ist ihr entgegenzuhalten, dass es sich offensichtlich um einen Ver- schieb des Gutachters handelt. Aufgrund des detaillier t beschriebenen Krankheitsverlaufs und der klaren Aussage des Gerichtsgutachters, wonach seit 1 . August 2016 wiederum eine Ar- beitsfähigkeit von 50 % bestünde, kann – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht angenommen werden, dass die volle Arbeitsunfähigkeit bis in den Sommer 2018 andauer- te. 8.4 Zu prüfen bleibt, ob der somatische Gesundheitszusta nd der Beschwerdeführerin hin- reichend abgeklärt ist. Hierzu stützte sich die IV-Stelle a uf das im Auftrag der H.____AG erstat- tete Gutachten der I.____AG vom 26. Januar 2015. Die untersuchende Ärzteschaft stellte in rheumatologisch-orthopädischer Hinsicht eine chronische de generative Erkrankung im Bereich der Iliosakralgelenke fest, begleitet durch eine Bursiti s der rechten Hüfte. Eine entzündliche Erkrankung der Illiosakralgelenke beidseits im Sinne ein er seronegativen Spondylarthropathie könne nicht ausgeschlossen werden. Diese stünde derzeit ge genüber dem psychischen Leiden im Hintergrund. Im Anschluss an eine funktionsorientiert e medizinische Abklärung kamen sie zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer angepasste n wechselbelasteten Tätigkeit ohne längerem Vorneigen zu 100 % arbeitsfähig sei. Diese Beurteilung steht mit derjenigen der behandelnden Hausärztin Dr. med. J.____, FMH Allgemei ne Innere Medizin, im Bericht vom 29. Mai 2015 im Einklang, wonach lediglich das Heben von schweren Lasten ausgeschlossen sei. Zudem attestierte der behandelnde Arzt Dr. med. K .____, FMH Rheumatologie sowie All- gemeine Innere Medizin, in seinem Bericht vom 15. Deze mber 2016 keine Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen. Soweit aus den Akten ersichtlich, wurden nach Dezember 2016 kei- nerlei weiteren somatischen Abklärungen oder Behandlun gen vorgenommen. Es bestehen so- mit keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführeri n nach August 2016 an einer rele- vanten somatischen Erkrankung gelitten hat, weshalb in a ntizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 141 I 64 E. 3.3) auf weitere somatische Abklärungen verzichtet und davon ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführerin im hier relevan ten Zeitraum in einer angepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5 Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahrs im Januar 2015 bis Juli 2016 vollständig arbeitsunfähig w ar und seit dem 1. August 2016 in ange- passten Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig ist. 9.1 Zu prüfen bleibt die Bemessung der Invalidität. W ie eingangs ausgeführt (vgl. E. 5.1 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ve rsicherten aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Dasselbe gil t im Rahmen der gemischten Metho- de der Invaliditätsbemessung für die Ermittlung des In validitätsgrads im Erwerbsbereich. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht auf die Gegebenheiten im Zeit punkt des frühestmöglichen Rentenbe- ginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174), welch er unbestritten auf den 1. Januar 2015 zu liegen kommt. Die Beschwerdegegnerin hat in i hrer Verfügung vom 17. Dezember 2018 für den Erwerbsbereich den erforderlichen Einkomm ensvergleich vorgenommen. Die Be- messung der Vergleichseinkommen aufgrund der Schweizerisc hen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) hat die Beschwerdeführerin nicht bestritten. 9.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens hat die IV-Stelle zutreffend berücksichtigt, dass das Arbeitsverhältnis mit der B.____AG aus betrieblichen Gründen und damit aus invalidi- tätsfremden Gründen aufgelöst worden war, weshalb das Valideneinkommen auf der Grundlage statistischer Durchschnittslöhne zu beziffern ist. Abgesehe n davon, dass die betriebsübliche Arbeitszeit im Detailhandel im Jahr 2014 mit 41,8 St unden zu veranschlagen ist (BFS, Doku- ment 03.02.04.19, Detailhandel), ergeben sich keine H inweise dafür, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzuneh- men wäre. Gemäss LSE 2014, (Tabelle TA1, Wirtschaftszwei g 47 [Detailhandel], Frauen, Kom- petenzniveau 2, Fr. 4‘380.--) resultiert bei einer wö chentlichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden, einer Nominallohnentwicklung von 0,7% im Jahr 2015 (vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, T1.10 Nominallohnindex, 2011-2018) und einem 80%igen Erwerbspensum ein Valideneinkommen von Fr. 44’248.-- ([12 x Fr. 4‘38 0.--]: 40 x 41,8 x 100,7% x 80%). Ab 1. August 2016 (Verbesserung des Gesundheitszustands) betr ägt es gemäss LSE 2016, (Ta- belle TA1, Wirtschaftszweig 47 [Detailhandel], Frauen, Kompetenzniveau 2, Fr. 4‘440.--), einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden und einem 8 0%igen Erwerbspensum Fr. 44’542.-- ([12 x Fr. 4‘440.--]: 40 x 41,8 x 80 %). Unter Berücksich tigung dass die Invaliditätsbemessung bei Anwendung der gemischten Methode nach den seit 1. Januar 2018 in Kraft stehenden neu- en Regeln gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV zu erfolgen hat, wobei das Erwerbsein kommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgere chnet wird, ist das Valideneinkommen ab 1. Januar 2018 gemäss LSE 2016, (Tabelle TA1, Wir tschaftszweig 47 [Detailhandel], Frau- en, Kompetenzniveau 2, Fr. 4‘440.--), einer wöchentl ichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden und einer Nominallohnentwicklung von 0,3 % im Jahr 2017 un d von 1 % im Jahr 2018 (vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallö hne, T1.10 Nominallohnindex, 2011- 2018) sodann mit Fr. 56’403.-- ([12 x Fr. 4‘440.--]: 40 x 41,8 x 100,3 % x 101 %) zu beziffern. 9.3 Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist unbest ritten, dass die Versicherte nach Ablauf des Wartejahrs im Januar 2015 bis 31. Juli 2016 eine vollständige Arbeitsunfähig- keit aufwies. Gestützt auf des Gerichtsgutachten vom 21. Au gust 2019 ist sodann davon aus- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zugehen, dass ihr ab 1. August 2016 angepasste Tätigkei ten im Umfang von 50 % zumutbar sind. Laut Tabelle TA1, belief sich der Zentralwert fü r im Anforderungsniveau 1 beschäftigten Frauen im privaten Sektor im Jahr 2016 auf Fr. 4'363.--. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (BFS, Dokument 03.02.04.19, Total), un d einem zumutbaren Pensum von 50 % resultiert ab 1. August 2016 ein massgebendes Invalidene inkommen von Fr. 27’291.-- ([12 x Fr. 4‘363.--]: 40 x 41,7 x 50%). Ab 1. Januar 2018 ergibt sich bei einem Tabellenwert von Fr. 4'363.--, einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41, 7 Stunden (BFS, Dokument 03.02.04.19, Total), einer Nominallohnentwicklung von 0,4 % im Jahr 2017 und von 0,5 % im Jahr 2018 (vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallö hne, T1.10 Nominallohnindex, 2011- 2018, Total) und einem zumutbaren Pensum von 50 % ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 27’537.-- ([12 x Fr. 4‘363.--]: 40 x 41,7 x 100,4 % x 100,5 % x 50 %). 9.4 Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkomm en von Fr. 44’248.-- resultiert ab 1. Januar 2015 ein Invaliditätsgrad von 100 %, ab 1. A ugust 2016 ein solcher von rund 39 % ([Fr. 44’542.-- - Fr. 27’291.--]: Fr. 44’542.-- x 10 0) und ab 1. Januar 2018 ein solcher von rund 51 % ([Fr. 56’403.-- - Fr. 27’537.--: Fr. 56’403.-- x 100). Im Aufgabenbereich ist gestützt auf die unbestrittenen Angaben im Haushaltsbericht vom 5. März 2018 und der Beurteilung des Ge- richtsgutachters davon auszugehen, dass die Versicherte bis 31 . Juli 2016 eine Einschränkung von 15,75 % hatte, hernach aber in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht mehr beeinträchtigt war. Unter Berücksichtigung der Anteile von 80 % Erwerbst ätigkeit und 20 % Haushalt ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer in vom 1. Januar 2015 bis 31. Juli 2016 einen Invaliditätsgrad von rund 83 % ([100 % x 80 %]) + ([15,75 % x 20 %]), ab 1. August 2016 bis 31. Dezember 2018 einen solchen von rund 31 % ([39 % x 80 %]) + ([0 % x 20 %]) und seit dem 1. Januar 2018 einen solchen von rund 41 % ([ 51 % x 80 %]) + ([0 % x 20 %]) auf- weist. Folgerichtig hat sie ab 1. Januar 2015 – unter B erücksichtigung der dreimonatigen Über- gangsfrist (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) – bis 31. Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Rente und mit Wirkung ab 1. Januar 2018 Anspruch auf eine Viertel srente. Demnach ist in teilweiser Gut- heissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 17. Dezember 2018 dahingehend abzuändern, als festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2018 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretene n Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten neuerdings auch den unterli egenden Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. D ie ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit ihr auferlegt und der Beschwerdeführerin der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, w enn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil n achträglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 f f. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BG E 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rec htsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganze n: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). 10.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der U rteilsberatung vom 16. Mai 2019 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 6 ausge führt, kam dem Gutachten von Dr. C.____ vom 8. November 2017 mit Blick auf die Anfo rderungen an den Beweiswert ärztli- cher Berichte und Gutachten keine ausschlaggebende Beweis kraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässli che Entscheidungsgrundlage bilde- ten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltung sverfahren nicht ausreichend be- weiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfahren Unter suchungsmängel auf, die eine Ge- richtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Geri chtsgutachtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 21. August 2019 auf Fr. 5'000.-- belaufen, sind unter diesen Umständen der Vorinstanz aufzuerlegen. 10.3 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Fraglich ist, ob die Partei entschädigung allenfalls wegen bloss teil- weisen Obsiegens zu reduzieren ist. In diesem Zusammenhang ist vorab klarzustellen, dass es bundesrechtswidrig wäre, die Parteientschädigung ausschlie sslich nach dem anteilsmässigen Prozesserfolg zu bemessen. Mit einem solchen Vorgehen würde in unzulässiger Weise von den Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht bundesrechtlichen Bemessungskriterien der „Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses“ (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) abgewichen (BGE 117 V 407 E. 2c). Gegen eine Reduktion der Parteientschädigung wegen bloss teilweisen Obsiegens sprechen zudem folgen- de Überlegungen: Die Beschwerdeführerin hätte sich da mit begnügen können, in ihrem Rechtsbegehren die Zusprechung einer Rente zu verlange n (BGE 101 V 223 E. 4). In diesem Fall wäre der Prozesserfolg nicht anteilsmässig quantifizi erbar und der Beschwerdeführerin würde wegen Obsiegens eine volle Parteientschädigung zugesprochen (BGE 117 V 406 E. 2b). Zu beachten ist sodann, dass praxisgemäss selbst dann eine volle Parteientschädigung ausge- richtet wird, wenn das kantonale Gericht in einem Rent enverfahren keinen materiellen Ent- scheid trifft, sondern die Sache zu ergänzender Abklärung und anschliessender Neubeurteilung an den Versicherungsträger zurückweist (BGE 117 V 406 f. E. 2b mit Hinweisen). Berücksichtigt man diese Überlegungen, so rechtfertigt es sich, der B eschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren eine volle und nicht eine wegen bloss teilw eisen Obsiegens reduzierte Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin hat in ihrer Honorarno- te vom 13. September 2019 für das vorliegende Beschwer deverfahren einen Zeitaufwand von 13 Stunden und 45 Minuten geltend gemacht, was umfan gmässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. Dieser Aufwand ist mit dem im Sozial- versicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Ta- rifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novem ber 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 78.30. Der Beschwerdeführe- rin ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'786.50 ([13,75 Stunden x Fr. 250.-- + Auslagen von 78.30]; inkl. 7,7 % Mehrwer tsteuer zu Lasten der Beschwerdegegne- rin zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung vom 17. Dezember 2018 dahingehend geändert, als festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2018 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der H öhe von Fr. 5'000.-- werden der IV -Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'786.50 (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht