<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 24 S.86</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">86</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft1"><b>24 Anschlussbeschwerde. Abzug von Beiträgen zum Einkauf in BVG-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Leistungen.</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Eine Anschlussbeschwerde ist im verwaltungsgerichtlichen Be-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>schwerdeverfahren unzulässig (Erw. I/4).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Bei der Berechnung des maximal zulässigen Einkaufs sind die bei ei-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ner Vorsorgeeinrichtung gestützt auf Art. 13 Abs. 2 FZG liegenden</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Beträge zu berücksichtigen (Erw. II/3).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 7. Dezember 2007 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen Kantonales Steueramt gegen Steuerrekursgericht und R.W.</span><br/> <span class="ft4">(WBE.2007.61). Zur Publikation vorgesehen in StE 2008.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">R.W. war im Jahr 2001 bei verschiedenen Arbeitgebern in un-</span><br/> <span class="ft6">selbstständiger Erwerbstätigkeit beschäftigt: Bis zum 31. Januar</span><br/> <span class="ft6">2001 arbeitete er für die A. AG in leitender Stellung, vom 1. Juli bis</span><br/> <span class="ft6">zum 31. Dezember 2001 im Nebenerwerb für deren Schwestergesell-</span><br/> <span class="ft6">schaft B. AG; zudem war er während des gesamten Kalenderjahres</span><br/> <span class="ft6">2001 für die von ihm und seiner Frau beherrschte C. AG tätig. Dane-</span><br/> <span class="ft6">ben führte er als Unternehmensberater in selbstständiger Erwerbstä-</span><br/> <span class="ft6">tigkeit eine Einzelfirma.</span><br/> <span class="ft6">Nach der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses bei der A. AG</span><br/> <span class="ft6">wurde sein Freizügigkeitsguthaben in Höhe von Fr. 750'205.--</span><br/> <span class="ft6">vollumfänglich auf sein Vorsorgekonto bei der Vorsorgeeinrichtung</span><br/> <span class="ft6">der B. AG übertragen, für das dortige neue Arbeitsverhältnis bestand</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">87</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">indessen bis Ende 2001 ein Einkaufsbedarf von lediglich</span><br/> <span class="ft6">Fr. 129'600.--. Bei der Vorsorgeeinrichtung der C. AG kaufte sich W.</span><br/> <span class="ft6">am 27. Dezember 2001 mit Fr. 1'200'000.-- ein, wobei er das Freizü-</span><br/> <span class="ft6">gigkeitsguthaben bei der Vorsorgeeinrichtung der B. AG unangetastet</span><br/> <span class="ft6">liess.</span><br/> <span class="ft6">Der Steuerpflichtige beantragte, der Einkaufsbetrag in die</span><br/> <span class="ft6">2. Säule von Fr. 1'200'000.-- sei vollumfänglich vom steuerbaren</span><br/> <span class="ft6">Einkommen in Abzug zu bringen. Das Steuerrekursgericht aner-</span><br/> <span class="ft6">kannte, in teilweiser Gutheissung des gegen den Einspracheentscheid</span><br/> <span class="ft6">der Steuerkommission erhobenen Rekurses, unter diesem Titel</span><br/> <span class="ft6">lediglich Fr. 307'409.--. Gegen den Rekursentscheid führte das KStA</span><br/> <span class="ft6">Verwaltungsgerichtsbeschwerde.</span><br/> <span class="ft6">Aus den Erwägungen</span><br/> <span class="ft6">I/4. Die Vernehmlassung eröffnet der Vorinstanz sowie weiteren</span><br/> <span class="ft6">am Verfahren beteiligten Parteien die Möglichkeit, innerhalb des</span><br/> <span class="ft6">durch die Beschwerdebegehren begrenzten Verfahrens Anträge zu</span><br/> <span class="ft6">stellen, berechtigt aber nicht zu weitergehenden, selbständigen An-</span><br/> <span class="ft6">trägen (§ 43 Abs. 2 VRPG). Eine Anschlussbeschwerde ist im VRPG</span><br/> <span class="ft6">nicht vorgesehen und deshalb unzulässig (AGVE 1981, S. 278). Der</span><br/> <span class="ft6">Entscheidungsspielraum des Gerichts ist auf der einen Seite durch</span><br/> <span class="ft6">das Ergebnis im angefochtenen Entscheid, andererseits durch den</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeantrag begrenzt; es darf nicht über die Anträge des Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführers hinausgehen, noch darf es den angefochtenen Ent-</span><br/> <span class="ft6">scheid zum Nachteil des Beschwerdeführers abändern.</span><br/> <span class="ft6">In ihrer - nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten - Ver-</span><br/> <span class="ft6">nehmlassung beantragten die Beschwerdegegner, der Einkaufsbeitrag</span><br/> <span class="ft6">in die Vorsorgeeinrichtung der C. AG in Höhe von Fr. 1'200'000.--</span><br/> <span class="ft6">sei vollständig zum Abzug zuzulassen. Damit verlangen sie eine</span><br/> <span class="ft6">Herabsetzung des steuerbaren Einkommens, also eine Änderung des</span><br/> <span class="ft6">angefochtenen Entscheids zum Nachteil des beschwerdeführenden</span><br/> <span class="ft6">KStA, was eine unzulässige Anschlussbeschwerde darstellt. Soweit</span><br/> <span class="ft6">die Beschwerdegegner mehr verlangen als die Abweisung der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerde, ist auf ihre Anträge nicht einzutreten. Dies schliesst aller-</span><br/> <span class="ft6">dings nicht aus, dass auf ihre Begründungen einzugehen ist, soweit</span><br/> <span class="ft6">diese auch geeignet sind, zur Abweisung der Beschwerde zu führen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">88</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">II/1. Gemäss § 40 lit. d StG können die gemäss Gesetz, Statut</span><br/> <span class="ft6">und Reglement geleisteten Einlagen, Prämien und Beiträge zum Er-</span><br/> <span class="ft6">werb von Ansprüchen aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invali-</span><br/> <span class="ft6">denversicherung und aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge von</span><br/> <span class="ft6">den Einkünften abgezogen werden. Aufgrund der Verweisung auf das</span><br/> <span class="ft6">Gesetz gilt für die Abzugsfähigkeit von Leistungen an die berufliche</span><br/> <span class="ft6">Vorsorge ... die Begrenzung des Umfangs bei Beiträgen für Einkäufe</span><br/> <span class="ft6">von Lohnerhöhungen und von Beitragsjahren in Einrichtungen der</span><br/> <span class="ft6">beruflichen Vorsorge gemäss Art. 79a BVG in der Fassung vom 19.</span><br/> <span class="ft6">März 1999, in Kraft seit dem 1. Januar 2001 (seither wurde sie im</span><br/> <span class="ft6">Rahmen der 1. BVG-Revision mit Wirkung ab 1. Januar 2006 wieder</span><br/> <span class="ft6">geändert). Dazu gibt es das Kreisschreiben der ESTV Nr. 3 vom</span><br/> <span class="ft6">22. Dezember 2000 "Die Begrenzung des Einkaufs für die berufliche</span><br/> <span class="ft6">Vorsorge nach dem Bundesgesetz vom 19. März 1999 über das</span><br/> <span class="ft6">Stabilisierungsprogramm 1998" (publiziert in ASA 69/2001-2002, S</span><br/> <span class="ft6">703 ff.; in der Folge: Kreisschreiben ESTV). Die Leistungen, in die</span><br/> <span class="ft6">sich der Versicherte einkaufen kann, werden auf den oberen</span><br/> <span class="ft6">Grenzbetrag nach Art. 8 Abs. 1 BVG, multipliziert mit der Anzahl</span><br/> <span class="ft6">Jahre bis zum Erreichen des reglementarischen Rücktrittsalters,</span><br/> <span class="ft6">begrenzt (Art. 79a Abs. 2 BVG). Es darf nur die im Einzelfall</span><br/> <span class="ft6">effektiv benötigte Einkaufssumme (Finanzierungsbedarf) geleistet</span><br/> <span class="ft6">werden (Kreisschreiben ESTV, S. 2). Gleicherweise wird steuerlich</span><br/> <span class="ft6">nur der zulässige Höchstbetrag des Einkaufs zum Abzug zugelassen.</span><br/> <span class="ft6">2./2.1. Die maximale zulässige Einkaufssumme entspricht der</span><br/> <span class="ft6">Differenz zwischen der reglementarisch benötigten Eintrittsleistung</span><br/> <span class="ft6">(unter Berücksichtigung der Begrenzung gemäss Art. 79a Abs. 2</span><br/> <span class="ft6">BVG) und der zur Verfügung stehenden Eintrittsleistung (Art. 79a</span><br/> <span class="ft6">Abs. 3 BVG; vgl. Kreisschreiben ESTV, S. 2). Die zulässige Ein-</span><br/> <span class="ft6">kaufssumme wird für jedes Ereignis, das zu einem Einkauf führt, ge-</span><br/> <span class="ft6">sondert festgesetzt (Art. 60a Abs. 1 lit. c BVV 2); bei einem Ver-</span><br/> <span class="ft6">dienst, welcher bei mehreren Vorsorgeeinrichtungen versichert ist,</span><br/> <span class="ft6">gilt die maximal zulässige Einkaufssumme insgesamt für alle Ein-</span><br/> <span class="ft6">käufe, die auf dasselbe Ereignis zurückzuführen sind (Art. 60a Abs. 1</span><br/> <span class="ft6">lit. d BVV 2; Kreisschreiben ESTV, S. 4). Steht der Versicherte im</span><br/> <span class="ft6">Dienste mehrerer voneinander unabhängiger Arbeitgeber und ist</span><br/> <span class="ft6">deshalb bei verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen versichert, sind die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">89</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">höchstzulässigen Einkaufssummen gesondert zu ermitteln, weil der</span><br/> <span class="ft6">Einkauf nicht auf dasselbe Ereignis zurückgeführt werden kann</span><br/> <span class="ft6">(Kreisschreiben ESTV, S. 4).</span><br/> <span class="ft6">2.2. Das Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen</span><br/> <span class="ft6">Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 17. Dezember</span><br/> <span class="ft6">1993 (Freizügigkeitsgesetz; FZG) regelt die Behandlung der BVG-</span><br/> <span class="ft6">Ansprüche beim Austritt aus einer und beim Eintritt in eine andere</span><br/> <span class="ft6">Vorsorgeeinrichtung. Wer die Vorsorgeeinrichtung verlässt, hat An-</span><br/> <span class="ft6">spruch auf eine Austrittsleistung (Art. 2 Abs. 1 FZG). Diese ist an die</span><br/> <span class="ft6">neue Vorsorgeeinrichtung zu überweisen (Art. 3 Abs. 1 FZG). Ist dies</span><br/> <span class="ft6">nicht möglich, weil der Versicherte nicht in eine andere Vorsor-</span><br/> <span class="ft6">geeinrichtung eintritt, hat grundsätzlich die Überweisung an eine</span><br/> <span class="ft6">Freizügigkeitseinrichtung zu erfolgen (Art. 4 FZG; Art. 10 der Ver-</span><br/> <span class="ft6">ordnung über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlas-</span><br/> <span class="ft6">senen- und Invalidenvorsorge vom 3. Oktober 1994 [Freizügigkeits-</span><br/> <span class="ft6">verordnung; FZV). Kann die Austrittsleistung nicht vollumfänglich</span><br/> <span class="ft6">zum Einkauf in die reglementarischen Leistungen der neuen Vorsor-</span><br/> <span class="ft6">geeinrichtung benützt werden, weil sie höher ist als die benötigte</span><br/> <span class="ft6">Eintrittsleistung, so kann sie einer Freizügigkeitseinrichtung über-</span><br/> <span class="ft6">wiesen werden (Art. 13 Abs. 1 FZG) oder der Versicherte kann damit</span><br/> <span class="ft6">bei der neuen Vorsorgeeinrichtung "künftige reglementarisch höhere</span><br/> <span class="ft6">Leistungen erwerben" (Art. 13 Abs. 2 FZG), also den künftigen Ein-</span><br/> <span class="ft6">kauf in allfällige Erhöhungen der reglementarischen Leistungen (Art.</span><br/> <span class="ft6">6 Abs. 2 FZG spricht von Erhöhungsbeiträgen infolge einer Leis-</span><br/> <span class="ft6">tungsverbesserung) im Voraus sicherstellen. In beiden Fällen des Art.</span><br/> <span class="ft6">13 FZG bleibt das Geld dem Vorsorgezweck verhaftet und wird</span><br/> <span class="ft6">gleichsam "parkiert", weil es zur Zeit nicht zum Erwerb von Leistun-</span><br/> <span class="ft6">gen benötigt wird.</span><br/> <span class="ft6">Mit dem Stabilisierungsprogramm 1998 wurden gleichzeitig</span><br/> <span class="ft6">Änderungen am FZG (Art. 4 Abs. 2</span><span class="ft2">bis</span><span class="ft6">, Art. 11 Abs. 2) vorgenommen</span><br/> <span class="ft6">mit dem Zweck, die Überweisung des gesamten Vorsorgekapitals</span><br/> <span class="ft6">(Austrittsleistungen; Kapital bei Freizügigkeitseinrichtungen) an die</span><br/> <span class="ft6">neue Vorsorgeeinrichtung sicherzustellen.</span><br/> <span class="ft6">3./3.1. Die von der X. als Vorsorgeeinrichtung der C. AG er-</span><br/> <span class="ft6">stellte Berechnung der maximal zulässigen Einkaufssumme weist als</span><br/> <span class="ft6">höchstmögliches Spar- oder Deckungskapital im Zeitpunkt des Ein-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">90</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">kaufsbegehrens Fr. 1'428'013.90 aus. Nach Abzug des bei der X. be-</span><br/> <span class="ft6">reits zur Verfügung stehenden Spar- oder Deckungskapitals in Höhe</span><br/> <span class="ft6">von Fr. 86'552.70 ergibt sich die maximal zulässige Einkaufssumme</span><br/> <span class="ft6">(Finanzierungsbedarf) in Höhe von Fr. 1'341'461.20.</span><br/> <span class="ft6">3.2. Die Vorinstanz nahm die Berechnung des maximal zulässi-</span><br/> <span class="ft6">gen und steuerlich abzugsfähigen Einkaufsbetrages wie folgt vor:</span><br/> <br/> <table> <tr> <td width="250"><span class="ft6">Total gemäss Reglement</span></td> <td><span class="ft6">Fr.</span></td> <td align="right" width="100"><span class="ft6">1'428'014.--</span></td> </tr> <tr> <td><span class="ft6">./. WEF-Vorbezug</span></td> <td><span class="ft6">Fr.</span></td> <td align="right"><span class="ft6">500'000.--</span></td> </tr> <tr> <td><span class="ft6">./. aus freiwilliger Übertragung</span></td> <td><span class="ft6">Fr.</span></td> <td align="right"><span class="ft6">620'605.--</span></td> </tr> <tr> <td><span class="ft6">Total möglicher Einkauf</span></td> <td><span class="ft6">Fr.</span></td> <td align="right"><span class="ft6">307'409.--</span></td> </tr> </table> <br/> <span class="ft6">Die Fr. 500'000.-- betreffen einen im Jahr 2000 getätigten Vor-</span><br/> <span class="ft6">bezug für Wohneigentumsförderung (WEF), der anzurechnen ist (an-</span><br/> <span class="ft6">gefochtener Entscheid, S. 11 mit Hinweisen). Die Fr. 620'605.--</span><br/> <span class="ft6">stellen die betraglich unbestrittene Differenz zwischen der auf die</span><br/> <span class="ft6">Vorsorgeeinrichtung der B. AG übertragenen Freizügigkeitsleistung</span><br/> <span class="ft6">und dem Einkaufsbedarf dar.</span><br/> <span class="ft6">3.3./3.3.1. Das Steuerrekursgericht hat übersehen, dass bei der</span><br/> <span class="ft6">Vorsorgeeinrichtung der C. AG im Zeitpunkt des Einkaufsbegehrens</span><br/> <span class="ft6">bereits ein Kapital von Fr. 86'552.70 vorhanden war, sodass der Ein-</span><br/> <span class="ft6">kauf nur für die Differenz zwischen dem höchstmöglichen und dem</span><br/> <span class="ft6">bereits vorhandenen Spar- und Deckungskapital zu erfolgen hatte.</span><br/> <span class="ft6">3.3.2./3.3.2.1. Mit dem Stabilisierungsprogramm 1998 wurden</span><br/> <span class="ft6">die steuerbefreiten BVG-Einkäufe betraglich begrenzt. Dazu war es</span><br/> <span class="ft6">erforderlich, bereits vorhandenes BVG-Kapital, das nicht (mehr) der</span><br/> <span class="ft6">Deckung von Vorsorgeleistungen dient - also "Gelder, die sich schon</span><br/> <span class="ft6">im 'Vorsorgekreislauf' befinden und steuerlich bereits zum Abzug</span><br/> <span class="ft6">gebracht worden sind" (Kreisschreiben ESTV, S. 2) - in die neue</span><br/> <span class="ft6">Versicherungseinrichtung (in welche der Einkauf erfolgen sollte)</span><br/> <span class="ft6">überzuführen. Auch für den Fall, dass dies nicht geschah, war den</span><br/> <span class="ft6">steuerlichen Folgen eine solche Überführung zugrunde zu legen, um</span><br/> <span class="ft6">die Begrenzung der steuerbefreiten BVG-Einkäufe auch tatsächlich</span><br/> <span class="ft6">durchsetzen zu können. Wie bereits ausgeführt (vorne Erw. 2.2), be-</span><br/> <span class="ft6">steht kein sachlicher Unterschied zwischen den gemäss Art. 13 Abs.</span><br/> <span class="ft6">1 FZG bei einer Freizügigkeitseinrichtung und den gemäss Art. 13</span><br/> <span class="ft6">Abs. 2 FZG bei einer Vorsorgeeinrichtung für künftige Einkäufe</span><br/> <span class="ft6">"parkierten" Beträgen. Selbst wenn lediglich die Überweisung des</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">91</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">bei Freizügigkeitseinrichtungen vorhandenen Kapitals vorgeschrie-</span><br/> <span class="ft6">ben ist (Art. 4 Abs. 2</span><span class="ft2">bis</span> <span class="ft6">FZG), ist somit bei beiden Tatbeständen eine</span><br/> <span class="ft6">identische steuerliche Behandlung sachlich geboten. Wenn es um die</span><br/> <span class="ft6">Höhe des zulässigen Einkaufs in eine andere Vorsorgeeinrichtung</span><br/> <span class="ft6">geht, ist alles gestützt auf Art. 13 <i>Abs. 1 und 2</i> FZG vorhandene Ka-</span><br/> <span class="ft6">pital als bereits zur Verfügung stehendes Spar- oder Deckungskapital</span><br/> <span class="ft6">zu behandeln. Daran ändert Art. 60a Abs. 1 lit. c BVV 2, wonach die</span><br/> <span class="ft6">zulässige Einkaufssumme für jedes Ereignis, das zu einem Einkauf</span><br/> <span class="ft6">führt, gesondert festzusetzen ist, nichts; diese Bestimmung besagt</span><br/> <span class="ft6">nichts über die Anrechenbarkeit des vorhandenen BVG-Kapitals.</span><br/> <span class="ft6">3.3.2.2. Die bei der Vorsorgeeinrichtung der B. AG gemäss</span><br/> <span class="ft6">Art. 13 Abs. 2 FZG vorhandenen Fr. 620'605.-- sind somit entgegen</span><br/> <span class="ft6">den Darlegungen der Beschwerdegegner in die Berechnung einzube-</span><br/> <span class="ft6">ziehen.</span><br/> <span class="ft6">3.3.2.3. Bei dieser Auslegung ist es konsequent, spätere Ein-</span><br/> <span class="ft6">käufe in die Vorsorgeeinrichtung, bei der das Kapital nach Art. 13</span><br/> <span class="ft6">Abs. 2 FZG nach wie vor liegt, selbst dann steuerlich vollumfänglich</span><br/> <span class="ft6">anzuerkennen, wenn der Einkauf mit diesem Kapital finanziert wird.</span><br/> <span class="ft6">Beim Beschwerdegegner spielt dies allerdings keine Rolle, da sich</span><br/> <span class="ft6">schon nach kurzer Zeit ergab, dass sich die (behauptungsweise) vor-</span><br/> <span class="ft6">gesehene Aufstockung seines Engagements bei der B. AG, die zu ei-</span><br/> <span class="ft6">nem höheren Gehalt und damit verbunden zu einem Einkauf in die</span><br/> <span class="ft6">höheren Vorsorgeleistungen (zu finanzieren mit dem bei der Vorsor-</span><br/> <span class="ft6">geeinrichtung der B. AG liegenden Art. 13 Abs. 2 FZG-Kapital) ge-</span><br/> <span class="ft6">führt hätte, nicht verwirklichte.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>