<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00277</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203859&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00277</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verhältnismässigkeitsprüfung<br/><br/>Gestützt auf die EGMR-Rechtsprechung im Fall Boultif sind bei einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren neben der Art und Weise des Delikts, dem Verschulden und der Dauer des Aufenthalts in der Schweiz auch die weiteren Kriterien wie die Staatsangehörigkeit der Familienangehörigen, die Familiensituation und das Alter der Kinder zu berücksichtigen.<br/>Im vorliegenden Fall ist die Familie seit der Strafentlassung des Beschwerdeführers nicht mehr auf Fürsorgeleistungen angewiesen, da er wieder einer Arbeit nachgeht. Im Fall einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung wäre die Familie in ihrer Existenz gefährdet und die Situation daher für die in der Schweiz zurückbleibende Ehefrau mit den Kindern unzumutbar. Gutheissung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETÃUBUNGSMITTELDELIKT">BETÃUBUNGSMITTELDELIKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BOULTIF">BOULTIF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSTÃTIGKEIT">ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXISTENZSICHERUNG">EXISTENZSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIHEITSSTRAFE">FREIHEITSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGEABHÃNGIGKEIT">FÃRSORGEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZWERT">GRENZWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFFÃLLIGKEIT">STRAFFÃLLIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNZUMUTBARKEIT">UNZUMUTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 11 Abs. III ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 Abs. III ANAV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. II EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren 1976, StaatsangehÃ¶riger der Union Serbien und Montenegro (Kosovo), reiste erstmals im Jahr 1993 in die Schweiz, wo er ein Asylgesuch stellte. Am 10. Juni 1994 zog er das Gesuch zurÃ¼ck und kehrte in seine Heimat zurÃ¼ck. Am 21. September 1994 heiratete er dort eine 1975 geborene Landsfrau, welche im Besitz der Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich war. Er folgte seiner Ehefrau in die Schweiz und erhielt am 9. Juni 1995 die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau und wenig spÃ¤ter die Arbeitsbewilligung. Aus der Ehe sind vier Kinder, geboren 1996, 1997, 1999 und 2002, hervorgegangen. Die Kinder wurden in die Niederlassungsbewilligung ihrer Mutter einbezogen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 19. Mai 1998 bÃ¼sste das Statthalteramt Dietikon A wegen unerlaubten Ãberlassens eines Fahrzeugs und Nichtmeldens von geÃ¤nderten Daten fÃ¼r den FÃ¼hrerausweis mit Fr. 550.-. Mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft X vom 25. Au­gust 1998 wurde er wegen Lenkens eines Personenwagens ohne Haftpflichtversicherung und des BenÃ¼tzens eines solchen ohne Kontrollschilder und Fahrzeugausweis mit drei Tagen GefÃ¤ngnis bedingt und einer Busse von Fr. 300.- bestraft. Daraufhin verwarnte ihn die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) am 3. November 1998.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Rund einen Monat spÃ¤ter wurde A verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt. Am 13. April 1999 nahm er den vorzeitigen Strafantritt auf. Als zweite Instanz nach dem Bezirksgericht Y sprach das Obergericht des Kantons Q am 7. Mai 2001 A der Gehilfenschaft zur qualifizierten Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 fÃ¼r schuldig und bestrafte ihn mit zwei Jahren Zuchthaus als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft X. Die Berufungsinstanz verfÃ¼gte zudem eine Landesverweisung fÃ¼r die Dauer von vier Jahren, deren Vollzug sie unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufschob. Am 24. Juli 2000 wurde der Verurteilte vorzeitig aus dem Strafvollzug entlassen. Am 26. September 2000 nahm er eine Stelle als Pulverbeschichter in einem Malerbetrieb an. SpÃ¤ter war er als Hilfsbodenleger und Spritzlackierer erwerbstÃ¤tig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit der BegrÃ¼ndung, er habe zu schweren Klagen Anlass gegeben und seine Anwesenheit sei nicht mehr erwÃ¼nscht, verfÃ¼gte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit am 26. Februar 2002, die noch bis zum 30. Mai 2002 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung werde nicht verlÃ¤ngert und A habe den Kanton ZÃ¼rich bis zu diesem Datum zu verlassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Einen Rekurs gegen diese Anordnung wies der Regierungsrat am 4. Juni 2003 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 21. August 2003 stellte A durch seinen Anwalt dem Verwaltungsgericht den Antrag, die Anordnungen der Vorinstanzen seien aufzuheben und das Gericht mÃ¶ge die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung anordnen. Sodann beantragte er eine ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats am 1. September 2003, die Beschwerde sei abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur zulÃ¤ssig, wenn das entsprechende Rechtsmittel an das Bundesgericht mÃ¶glich ist (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden Ã¼ber Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, welche auf einem Rechtsanspruch nach Bundes- oder Staatsvertragsrecht beruhen (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) hat der auslÃ¤ndische Ehegatte einer Person mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren entsteht der Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Ein Rechtsanspruch kann sich auch gestÃ¼tzt auf die Garantie des Schutzes des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) und, nicht weitergehend, Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ergeben, wenn die Ehe beziehungsweise die familiÃ¤re Beziehung intakt ist und gelebt wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers und die vier Kinder sind im Besitz von Niederlassungsbewilligungen und das Familienleben scheint intakt. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann sich auf einen Rechtsanspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung berufen, womit das Gericht auf die Beschwerde einzutreten hat. Ob der Anspruch auf Grund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklicht werden kann, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen PrÃ¼fung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach Art. 17 Abs. 2 letzter Satz ANAG erlischt der Anspruch auf Erteilung oder VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn der Anspruchsberechtigte gegen die Ã¶ffentliche Ordnung verstossen hat. Damit sind die Voraussetzungen weniger streng als im Fall einer auslÃ¤ndischen Person, die mit einem Schweizer Ehegatten verheiratet ist, wo es gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 letzter Satz ANAG eines Ausweisungsgrunds bedarf. Eine darauf gestÃ¼tzte Ausweisung ist aber nur rechtmÃ¤ssig, wenn sie nach den gesamten UmstÃ¤nden als angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Bei der Angemessenheit kommt es vorrangig auf die Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die der auszuweisenden Person und ihrer Familie drohenden persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren Nachteile an (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung zum ANAG vom 1. MÃ¤rz 1949 [ANAV]). Zwar mÃ¼ssen auch in einem Anwendungsfall von Art. 17 Abs. 2 ANAG, wie er hier vorliegt, wegen des Gebots der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einer Massnahme die genannten Kriterien abgewogen werden; indessen kÃ¶nnen die privaten Interessen weniger stark gewichtet werden, als wenn eine Ausweisung zu beurteilen ist (BGE 120 Ib 129 E. 4a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch Art. 8 Abs. 1 und 2 EMRK verlangt eine AbwÃ¤gung der konkreten sich ge­gen­Ã¼berstehenden privaten und Ã¶ffentlichen Interessen. Letztere sind vor allem in der na­tionalen Sicherheit, der Ã¶ffentlichen Ruhe und Ordnung, in der Verteidigung der Ordnung und der Verhinderung von strafbaren Handlungen sowie der Wahrung der Rechte und Freiheiten anderer zu erblicken. Eine allfÃ¤llige Unzumutbarkeit der Ausreise ist mit abzuwÃ¤gen, fÃ¼hrt aber fÃ¼r sich allein nicht zur UnzulÃ¤ssigkeit der Bewilligungsverweigerung (BGE 116 Ib 353 E. 3f; BGE 120 Ib 129 E. 4a+b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) ErgÃ¤nzend ist die jÃ¼ngere Rechtsprechung des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) zu beachten. Im Urteil des EGMR in Sachen Boultif (EGMR, 2. August 2001, Boultif, 54273/00, Rz. 48, hudoc.echr.coe.int) sind die abzuwÃ¤genden Kriterien gegenÃ¼ber dem Landesrecht und der bundesgerichtlichen Praxis verdeutlicht worden. Entscheidend sind demzufolge neben der Art und Weise des Delikts, dem Verschulden und der Dauer des Aufenthalts in der Schweiz die seit der Straftat vergangene Zeit und das Verhalten der auslÃ¤ndischen Person wÃ¤hrend derselben, die StaatsangehÃ¶rigkeit der FamilienangehÃ¶rigen, die Familiensituation, im Besonderen die Ehedauer, das Vorhandensein von Kindern und deren Alter, der Umstand, ob der Ehepartner im Zeitpunkt der Heirat von den Straftaten des anderen Kenntnis hatte und damit rechnen musste, das Eheleben nicht im Aufenthaltsstaat weiterfÃ¼hren zu kÃ¶nnen, und die Schwierigkeiten, welche dem Ehepartner bei einem Nachzug in die Heimat seines Gatten erwachsen wÃ¼rden. ZusÃ¤tzlich zum Verschulden ist das Verhalten nach der Straftat zu wÃ¼rdigen und die Gefahr eines RÃ¼ckfalls im Zeitpunkt der Beurteilung konkret zu berÃ¼cksichtigen (vgl. Philip Grant, AJP 2002, S. 220 ff.). Die Praxis des Bundesgerichts, wonach die Grenze, von welcher an in der Regel keine Bewilligungen mehr erteilt werden mÃ¼ssen, bei zwei Jahren Freiheitsstrafe liegt, wenn eine mit einem schweizerischen Ehepartner verheiratete auslÃ¤ndische Person um eine erstmalige oder nach kurzer Aufenthaltsdauer um eine VerlÃ¤ngerung der Bewilligung ersucht, kann damit nicht unbesehen der vom EGMR geforderten weiteren Kriterien angewendet werden. Im Fall Boultif fÃ¼hrte dies dazu, dass der mit einer Schweizerin in einer kinderlosen Ehe verheiratete algerische StaatsangehÃ¶rige trotz einer zweijÃ¤hrigen Freiheitsstrafe wegen eines RaubÃ¼berfalles gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK nicht aus der Schweiz weggewiesen werden durfte, weil aufgrund seines Verhaltens seit der Straftat eine konkrete Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung nicht erwiesen und der Umzug in ein arabisches Land fÃ¼r seine Ehefrau unzumutbar war. Die fremdenpolizeiliche Massnahme verhindere damit einerseits faktisch das Familienleben und sei anderseits fÃ¼r die Garantie der Ã¶ffentlichen Ruhe und Ordnung in einer demokratischen Gesellschaft nicht zwingend notwendig, womit sie die Bedingungen des Art. 8 Abs. 2 EMRK nicht erfÃ¼lle und damit die Garantie gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK verletze.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Bundesgericht hat allerdings zu Recht darauf hingewiesen, dass bei einem allzu starken Abstellen allein auf die seit der Tat verflossene â straflose und fÃ¼r irgendeine berufliche TÃ¤tigkeit genutzte â Zeit (inklusive Strafvollzug) die Bewilligungserneuerung umso wahrscheinlicher wÃ¼rde, je schwerer die Straftat und je lÃ¤nger die ausgesprochene Strafe ausfÃ¤llt, was nicht Sinn und Zweck der gesetzlichen (und staatsvertraglichen) Regelung sein kÃ¶nne (vgl. BGr, 22. Oktober 2001, 2A.296/2001, www.bger.ch).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der Regierungsrat hat erwogen, dass die angefÃ¼hrte Grenze von zwei Jahren Freiheitsstrafe gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Praxis fÃ¼r auslÃ¤ndische Personen, die mit schweizerischen Ehegatten verheiratet sind, gelte, und demzufolge beim BeschwerdefÃ¼hrer, der mit einer niedergelassenen AuslÃ¤nderin eine Ehegemeinschaft fÃ¼hre, die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung bereits bei weniger schwer wiegenden Vergehen gerechtfertigt sei. GemÃ¤ss Strafurteil habe der BeschwerdefÃ¼hrer als Gehilfe Anstalten getroffen, um insgesamt 4000 Gramm Heroin zu vermitteln. Er sei selbst nicht drogenabhÃ¤ngig gewesen, habe allein aus Gewinnsucht gehandelt, wobei er durch seine prekÃ¤re finanzielle Lage und Schulden von Fr. 8'000.- einer sehr hohen Verlockung ausgesetzt gewesen sei. GemÃ¤ss der VerschuldenswÃ¼rdigung des Gerichts sei ihm zugute gehalten worden, dass er lediglich als Gehilfe gehandelt habe, dass er sich in der Strafuntersuchung kooperativ verhalten und zur Identifizierung von MittÃ¤tern beigetragen habe und dass seine Mitwirkung nur dank des Einsatzes eines verdeckten Ermittlers (V-Mann) entdeckt worden sei. Seine Beteiligung an einem umfangreichen Drogenhandel spreche fÃ¼r eine erhebliche kriminelle Energie, unter dem Gesichtspunkt der GeneralprÃ¤vention bedÃ¼rfe es einer harten Praxis gegenÃ¼ber auslÃ¤ndischen StraftÃ¤tern. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe dem Drogenmissbrauch Vorschub geleistet und sein Gastrecht in schwerer Weise missbraucht. Angesichts dieses Verschuldens spiele nach Ansicht des Regierungsrats keine Rolle, dass die vorangegangenen Delikte objektiv betrachtet nicht schwer wÃ¶gen. WÃ¤hrend und seit dem Strafvollzug habe er sich zwar wohl verhalten, was im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung nicht stark ins Gewicht falle. Eine Wegweisung in seine Heimat sei fÃ¼r ihn zumutbar. Erhebliche Konsequenzen hÃ¤tte diese Massnahme allerdings fÃ¼r die Ehefrau und die vier Kinder. Die Ehefrau stamme auch aus dem Kosovo und kenne die dortigen LebensumstÃ¤nde. Die wirtschaftlichen und sozialen LebensverhÃ¤ltnisse wÃ¼rden einen Aufenthalt der Familie mit Kindern nicht als "gÃ¤nzlich unzumutbar" erscheinen lassen. Sollte die Ehefrau dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht nachfolgen wollen, wÃ¤re die Trennung der Eltern dem Kindeswohl zwar abtrÃ¤glich, aber hinzunehmen. Der Vater kÃ¶nnte den Kontakt zu seinen Kindern im Rahmen von bewilligungsfreien Besuchsaufenthalten pflegen. Insgesamt sei die Massnahme zumutbar und aufgrund des Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesses unvermeidlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In der Beschwerde wird einzig bemÃ¤ngelt, dass eine konkrete GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Interessen durch den BeschwerdefÃ¼hrer nicht nachgewiesen sei. Eine solche leite der Regierungsrat einzig aufgrund der Verurteilung durch das Strafgericht ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die gerichtliche ÃberprÃ¼fung ist auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt, was unter anderem die Kontrolle beinhaltet, ob sÃ¤mtliche im Gesetz â beziehungsweise Staatsvertrag â enthaltenen RechtssÃ¤tze korrekt auf den konkreten Sachverhalt angewendet wurden (§ 50 Abs. 2 lit. a und b VRG) und, ob die letztinstanzliche Anordnung sich im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens bewegt (lit. c). Ist beides der Fall, ist es dem Gericht verwehrt, sein eigenes Ermessen aus GrÃ¼nden der OpportunitÃ¤t an die Stelle der letztinstanzlichen VerwaltungsbehÃ¶rde â hier des Regierungsrats â zu setzen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob das Ermessen der Vorinstanz im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens eingesetzt wurde, setzt voraus, dass sÃ¤mtliche Kriterien fÃ¼r eine InteressenabwÃ¤gung, welche Gesetz und StaatsvertrÃ¤ge fordern, in ErwÃ¤gung gezogen hat. Diese sind auf die konkreten VerhÃ¤ltnisse anzuwenden. Allgemein-abstrakte WÃ¼rdigungen und Prognosen mÃ¼ssen sich auf konkrete Vorgaben stÃ¼tzen kÃ¶nnen, damit dem Erfordernis von Gesetz, EMRK und der zu deren Auslegung ergangenen Rechtspraxis, wonach sÃ¤mtliche UmstÃ¤nde des Einzelfalls abzuwÃ¤gen sind, GenÃ¼ge getan ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Das Gericht kommt zum Schluss, dass der Entscheid des Regierungsrats die in der Rechtsprechung zur Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 EMRK geforderten AbwÃ¤gungskriterien nur unvollstÃ¤ndig berÃ¼cksichtigt und die RechtsgÃ¼terabwÃ¤gung teilweise auf allgemein-abstrakte Ãberlegungen abgestÃ¼tzt hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die vom Strafrichter vorgenommene WÃ¼rdigung des Verschuldens kann vom Verwaltungsgericht nicht hinterfragt werden. Bewegt sich die das Verschulden zum Ausdruck bringende Strafe innerhalb einer von der Rechtsprechung als Grenzbereich definierten Bandbreite wie hier, muss es dem Gericht indessen zustehen, das strafrechtliche Verhalten an den (fremden) polizeilichen RechtsgÃ¼tern, vorab des (zukÃ¼nftigen) Schutzes der Ã¶ffentlichen Ruhe und Ordnung und der Vermeidung kÃ¼nftiger Straftaten, zu messen. Es ist, mit anderen Worten, aus dem strafrechtlichen und dem Ã¼brigen Verhalten der betroffenen Person eine Prognose Ã¼ber die zukÃ¼nftige GefÃ¤hrdung der genannten PolizeigÃ¼ter vorzunehmen. Das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers wurde vom Obergericht als insgesamt "nicht leicht" bezeichnet. Er sei Gehilfe in einem tiefen Hierarchiegrad einer HÃ¤ndlerorganisation gewesen. Zwar habe er aus Gewinnsucht heraus gehandelt, sei aber â als Fami­lienoberhaupt â arbeitslos und verschuldet gewesen, was den Schritt in die Delinquenz erleichtert habe. Im Strafprozess habe er sich kooperativ verhalten und zur ÃberfÃ¼hrung von MittÃ¤tern beigetragen. Aus den Akten ergibt sich sodann, dass er sich freiwillig vorzeitig in den Strafvollzug begab, was einem EingestÃ¤ndnis zumindest eines Teils der AnklagevorwÃ¼rfe gleichkommt. Wenn der Regierungsrat ausfÃ¼hrt, seine allein aus finanziellen BeweggrÃ¼nden erfolgte Teilnahme an illegalen DrogengeschÃ¤ften beweise, dass der Verurteilte die gesundheitliche GefÃ¤hrdung einer Vielzahl von Menschen rÃ¼cksichtslos in Kauf genommen und damit eine erhebliche kriminelle Energie bewiesen habe, handelt es sich um abstrakte Aussagen, welche im Wesentlichen die gesetzgeberische Motivation fÃ¼r eine zu bestrafende Handlung zum Ausdruck bringen. Dasselbe gilt fÃ¼r die GeneralprÃ¤vention, welche, als gesetzgeberisches Motiv fÃ¼r harte Bestrafung ausserhalb des individuellen Verschuldens, nicht als Beweis fÃ¼r eine konkrete zukÃ¼nftige GefÃ¤hrdung der PolizeigÃ¼ter der Ordnung und Sicherheit tauglich ist und zum individuellen Verschulden keine Aussage macht. Ebenfalls ist der Vorwurf, der BeschwerdefÃ¼hrer habe das Gastrecht in der Schweiz verletzt, eine allgemein-abstrakte BegrÃ¼ndung dafÃ¼r, dass bei straffÃ¤llig gewordenen auslÃ¤ndischen Personen neben den Folgen des Strafrechts zusÃ¤tzlich Massnahmen des AuslÃ¤nderrechts getroffen werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Insgesamt bewegt sich die Strafe des BeschwerdefÃ¼hrers in dem von der Rechtsprechung definierten Grenzbereich. Nach der Rechtsprechung des EGMR im Fall Boultif ist allein damit keine konkrete zukÃ¼nftige GefÃ¤hrdung von RechtsgÃ¼tern bewiesen. Der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer lediglich eine gefestigte Aufenthaltsbewilligung und nicht die Niederlassungsbewilligung besitzt, ist fÃ¼r die Rechtsprechung des EGMR nicht von Bedeutung, da diese Unterscheidung eine Eigenart des schweizerischen AuslÃ¤nderrechts ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zwar ist der BeschwerdefÃ¼hrer erst seit dem 24. Juli 2000 aus dem Strafvollzug entlassen und kann nicht eine mehrjÃ¤hrige BewÃ¤hrung in vollstÃ¤ndiger Freiheit nachweisen. Indessen ist ein allzu gewichtiges Abstellen auf die wÃ¤hrend und nach dem Strafvollzug verflossene Zeit abzulehnen. Zum einen kann auf die erwÃ¤hnten Argumente des Bundesgerichts (vgl. ErwÃ¤gung 2b) verwiesen werden. Sodann hÃ¤ngt die fragliche Zeitspanne nicht nur von der Schwere der Strafe, sondern vom anschliessenden fremdenpolizeilichen Verfahren ab, unter anderem davon, in welchem Zeitpunkt eine erstmalige VerfÃ¼gung ergeht und wie befÃ¶rderlich das Verfahren seinen Gang nimmt. Vorliegend kann einzig festgestellt werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Verfahren betreffend seine Wegweisung nicht mit Fristerstreckungsgesuchen oder WiedererwÃ¤gungen verzÃ¶gert hat, dass er seit seiner Strafentlassung erwerbstÃ¤tig ist, dass seine Ehefrau ausgefÃ¼hrt hat, die Familie sei seither nicht mehr auf die Ã¶ffentliche FÃ¼rsorge angewiesen und dass seitens der Arbeitgeber nichts gegen den BeschwerdefÃ¼hrer vorliegt. Er selbst hat ausgefÃ¼hrt, nichts anderes als im Rahmen seiner Familie ein geordnetes Leben fÃ¼hren und fÃ¼r deren Unterhalt aufkommen zu wollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In Anlehnung an den Entscheid Boultif ist nach den konkreten UmstÃ¤nden festzustellen, dass allein aufgrund des Verschuldens keine zwingende konkrete GefÃ¤hrdung in der Form einer RÃ¼ckfallgefahr ersichtlich ist, dass indessen aus polizeilicher Sicht ein Unsicherheitsfaktor besteht, indem eine RÃ¼ckfallgefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Im Wortlaut des EGMR ist damit nicht eine dringende Massnahme notwendig im Sinne von "justified by a pressing social need" (vgl. EGMR, 2. August 2001, Boultif, 54273/00, Rz. 46). Aufgrund dieser Sachlage ist eine AbwÃ¤gung der Ã¼brigen UmstÃ¤nde unausweichlich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Der Regierungsrat stellte richtig fest, dass angesichts einer ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von acht Jahren von einer gewissen Verwurzelung des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz auszugehen sei. Nach seinen eigenen und den Aussagen seiner Ehefrau unterhÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer privat keine Kontakte zu Schweizern, wohl aber an seinem Arbeitsplatz. Aufgrund der Akten trifft auch zu, dass in seiner Heimat sein Vater und mehrere Geschwister leben und ihm eine RÃ¼ckkehr allein zuzumuten wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Den Umstand, dass seine Ehefrau und die vier Kinder dem BeschwerdefÃ¼hrer in den Kosovo nachfolgen mÃ¼ssten, bezeichnet der Regierungsrat als "mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden", aber "nicht gÃ¤nzlich unzumutbar". Die Ehefrau sei dort aufgewachsen, habe ihre Schulzeit dort verbracht und halte sich seit 1991 in der Schweiz auf. Die Kinder seien altersbedingt anpassungsfÃ¤hig. In wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht wÃ¼rden sich zwar Nachteile ergeben; dieses habe der BeschwerdefÃ¼hrer durch sein Verhalten allerdings in Kauf genommen. Sollte die Ehefrau in der Schweiz verbleiben und wÃ¼rde die Familie getrennt, kÃ¶nnte "fÃ¼r die weitere Entwicklung der Kinder in der Schweiz auch ohne deren Vater genÃ¼gend gesorgt werden". Im Ãbrigen brauche die Variante, wonach die ganze Familie ausreisen mÃ¼sste, nicht abschliessend beurteilt werden, weil das gewichtige Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse den erheblichen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz vorgehe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Damit bleibt bei genauem Hinsehen unbeantwortet, wie der Regierungsrat die Zukunft der Familie mit vier Kleinkindern im Kosovo sieht, aber auch, wie sich die VerhÃ¤ltnisse der allein erziehenden Mutter mit vier kleinen Kindern in der Schweiz darstellen wÃ¼rden. In beiden FÃ¤llen lÃ¤sst die Vorinstanz eine klare Stellungnahme darÃ¼ber vermissen, ob die eine oder andere Situation mehr oder weniger zumutbar oder unzumutbar erscheint. Die sinngemÃ¤sse BegrÃ¼ndung, es brauche letztlich nicht abgeklÃ¤rt zu werden, weil das<br/> Ã¼ber­wiegende Ã¶ffentliche Interesse ohnehin fÃ¼r die Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers spreche und er fÃ¼r die damit verbundenen Nachteile selber die Schuld trage, verletzt aber die Rechtslage sowohl gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 3 ANAG in Verbindung mit Art. 16 Abs. 3 ANAV, welche analog auch fÃ¼r Wegweisungen gilt, wie auch gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 2 EMRK. Die genannten Normen verlangen eben, wie ausgefÃ¼hrt, ausdrÃ¼cklich oder sinngemÃ¤ss die Gewichtung der Folgen fÃ¼r die AngehÃ¶rigen der wegzuweisenden Person als Teil der InteressenabwÃ¤gung. Wie fest steht, bewegt sich das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers in einem Grenzbereich, womit die AbwÃ¤gung weiterer Kriterien sich nicht erÃ¼brigt. Indem der Regierungsrat dies unterlÃ¤sst, ist eine Rechtsverletzung im Sinne von § 50 Abs. 2 lit. a und b VRG â Nichtanwendung von sich aus dem Gesetz ergebenden RechtssÃ¤tzen, eventuell unrichtige, weil mangelhafte rechtliche Beurteilung einer Tatsache â erstellt, welche das Gericht zu korrigieren hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers besuchte im Kosovo die Primarschule und im Kanton ZÃ¼rich die Oberstufe. In der Befragung durch die Kantonspolizei fÃ¼hrte sie aus, sie glaube nicht, dass sie mit den Kindern dem BeschwerdefÃ¼hrer in die Heimat nachfolgen wÃ¼rde. Die Kinder seien in der Schweiz geboren; zwei Kinder stÃ¼nden vor der Einschulung, beziehungsweise besuchten den Kindergarten. Berufliche MÃ¶glichkeiten im Kosovo sehe sie keine. Mit einer finanziellen UnterstÃ¼tzung kÃ¶nne weder von ihrer noch von der Familie ihres Ehemanns gerechnet werden. Die Beziehung ihres Gatten zu den Kindern sei gut; er verbringe seine Freizeit mit ihnen. In seiner Heimat sieht er keine MÃ¶glichkeit fÃ¼r ein wirtschaftliches Auskommen. Eine UnterstÃ¼tzung durch seine in bescheidenen VerhÃ¤ltnissen lebenden AngehÃ¶rigen sei ausgeschlossen; sein einziger Besitz sei ein Haus, welches im Krieg zerstÃ¶rt worden sei. Er versuche, seine Heimat zu vergessen und wÃ¼nsche, in der Schweiz ein geordnetes Familienleben zu fÃ¼hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es muss davon ausgegangen werden, dass eine gemeinsame Ãbersiedlung der Familie diese in eine wirtschaftliche Notlage versetzen wÃ¼rde. Angesichts der Anzahl Kinder und deren Alter ist diese Perspektive kaum zumutbar. Umgekehrt ist unschwer vorauszusehen, dass bei einem Verbleib der Mutter mit den Kindern in der Schweiz diese wieder in die FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit zurÃ¼ckfallen wÃ¼rden. Der im Kosovo lebende BeschwerdefÃ¼hrer dÃ¼rfte nicht in der Lage sein, den Unterhalt seiner Familie in der Schweiz zu bestreiten. Der Ehefrau selbst kann nicht zugemutet werden, neben der Betreuung und Erziehung von vier Kleinkindern eine ErwerbstÃ¤tigkeit zu suchen. Ein Eheleben wÃ¤re praktisch verunmÃ¶glicht, die heute intakte Familie wÃ¼rde auseinander gerissen und die kleinen Kinder mÃ¼ssten ohne ihren Vater aufwachsen. Der Schutz der Garantie des Familienlebens liesse eine solche LÃ¶sung nur bei Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interessen zu. Zwar sind die beiden jÃ¼ngsten Kinder geboren worden, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer straffÃ¤llig geworden war. Anderseits fand die Heirat mehrere Jahre vor den Straftaten statt, ebenso die Geburt der beiden Ã¤lteren Kinder. Die Eheleute mussten in jenem Zeitpunkt nicht damit rechnen, ihr kÃ¼nftiges Familienleben nicht in der Schweiz verbringen zu kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Anders als im Fall Boultif, wo eine Strafe in vergleichbarem Umfang wie hier am Ausgangspunkt der AbwÃ¤gung stand und wo die Ehefrau Schweizerin war, ist die Unzumutbarkeit der angefochtenen Massnahme nicht in den kulturellen Differenzen fÃ¼r die Ehefrau im Fall des Nachzugs zu sehen, sondern in der existenziellen GefÃ¤hrdung des Familienlebens. FÃ¼r die beiden Eheleute allein wÃ¤re, in Abweichung vom Sachverhalt des Entscheids des EGMR, eine RÃ¼ckkehr in die gemeinsame Heimat zumutbar. Im Gegensatz zu jenem Fall eines kinderlosen Paars ist hier das Schicksal einer Familie mit vier Kleinkindern zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Gericht kommt aufgrund dieser AbwÃ¤gung zum Schluss, dass die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung eine unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige Massnahme darstellt, weil die einschneidenden Folgen nicht durch ein schwerer wiegendes Ã¶ffentliches Interesse gerechtfertigt sind. Damit ist Art. 8 EMRK verletzt, was zur Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats fÃ¼hrt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Im Rahmen der ErwÃ¤gungen zur VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit sind auch die zukÃ¼nftigen EingriffsmÃ¶glichkeiten der BehÃ¶rden zu erwÃ¤hnen. Mit der VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung trotz Vorliegens eines Ausweisungsgrunds kann die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer in nÃ¤chster Zukunft ausgeschlossen werden. Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde hat damit die MÃ¶glichkeit, periodisch zu Ã¼berprÃ¼fen, ob die Voraussetzungen fÃ¼r die zu verlÃ¤ngernde Bewilligung â insbesondere mit Bezug auf die Wahrnehmung der Unterhalts- und Familienpflichten des BeschwerdefÃ¼hrers â gegeben sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und hat diese den BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r dessen Umtriebe im Rekurs- und Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Regierungsrats wird aufgehoben und die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren von insgesamt Fr. 3'000.-- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert <a id="Dropdown5">30</a> Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>