TPF 2005 187 187 Abs.1DBG)undderHaftungvonB.f ürdiedurchdieI.AGhinterzogenen Steuern(Art.177Abs.1DBG)zuRechterfolgt(vgl.zurZ ulässigkeitder BeschlagnahmebeiSolidarschuldnernBGE120IV365,369f.E.4sowie BGE101Ia325,327E.2)und überdiesauchver hältnismässig. Füreine darüberhinausgehendeBeschlagnahmevonVerm ögenswertenfehltes demgegenüberaneinergesetzlichenGrundlagebzw.einemBeschlagnah- megrund.DashatdieAufhebungderBeschlagnahmeimentsprechenden UmfangzurFolge,weshalbdieFragenachderVer hältnismässigkeit nicht weitergepr üftzuwerdenbraucht.Insgesamtergibtsich,dassdieBeschlag- nahmevonVerm ögenswertenderBeschwerdef ührer – zumindestbeim derzeitigenStandderUntersuchung – aufzuhebenist,soweitsiedenBetrag vonFr. 475'000.-- übersteigt.DieBeschwerdeistindiesemSinneteilweise gutzuheissen. TPF 2005187 49.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenE.AG gegen Bundesanwaltschaft vom 16.November 2005 (BB.2005.100) Beschwerdelegitimation bei Hausdurchsuchung; Beschwer bzw. direkter Nachteil. Art. 65, 67 ff., 214 Abs. 2 BStP GegendieAnordnungund Durchführung derHausdurchsuchungistkein ordentliches Rechtsmittel gegeben (E. 2). EinedomizilgebendejuristischePersonistdurcheinegegendiedomizilierte juristischePersongerichteteHausdurchsuchungnichtbeschwert,solangekeine Unterlagenoder VermögenswertederdomizilgebendenPersondurchsucht bzw. sichergestellt werde n (E. 2.2–2.3). Qualité pour se plaindre en cas de perquisition; préjudice, resp. dommage direct. Art. 65, 67 ss., 214 al. 2 PPF Il n’existeaucunevoiededroitordinairecontreuneordonnancedeperquisi- tion et l’exécution de cette mesure (consid. 2). Uneperquisition dirigée contreunepersonnemorale domiciliée au sièged’ une autrepersonnemoralen ’affecte pascelle-ci,tantetaussilongtempsquela perquisition ne vise pas ses documents ou valeurs (consid. 2.2–2.3). TPF 2005 187 188 Legittimazioneainterporrereclamoincasodiperquisizionedomiciliare;gravame risp. danno diretto. Art. 65, 67 e segg., 214 cpv. 2 PP Contro l’ordine e l’esecuzionedellaperquisizionedomiciliarenon è datoalcun mezzo di ricorso ordinario (consid. 2). Unapersonagiuridicacheprestaildomicilionon è aggravatadaunaperquisi- zionedomiciliarerivoltacontrolapersonagiuridicadomiciliatafintantoche nonvengonoperquisitiosequestratidocumentiovaloripatrimonialidella persona che presta il domicilio (consid. 2.2–2.3). Zusammenfassung des Sachverhalts: ImStrafverfahrengegenB.erliessdieBundesanwaltschaft(BA)einen Hausdurchsuchungsbefehl,gem äss welchembeiderA.GmbHinLiquidati- oneineDurchsuchungdurchzuf ührenwar.Zudurchsuchenwarenalleder A.GmbHinLiquidation zugänglichenbzw.vonihr benützten Räumeund Fahrzeuge.DieA.GmbHinLiquidationverzeichnetihrDomizilbeider E. AG.Am18.August2005nahmensiebenBeamtederBAundderBun- despolizeig estütztaufdenvorgenanntenBefehleineDurchsuchunginden RäumlichkeitenderE.AGvorundbeschlagnahmtendiverseGegenst ände derA.GmbHinLiquidation.Am19.August2005erhobderVertreterdes LiquidatorsderA.GmbHinLiquidationgegendieDurchsuchungschrift- lichEinspracheimSinnevonArt.69Abs.3BStP.EineVersiegelungder DokumentedurchdieBAerfolgtenicht.DieA.GmbHinLiquidationund die E. AG reichtenin der Folge einegemeinsame Beschwerde ein. DieBeschwerdekammertrenntedasBeschwerdeverfahrenundtrataufdie BeschwerdederE.AGnichtein(sieheauchEntscheidderBeschwerde- kammerinSachenA.GmbHinLiquidationgegenBAvom16.November 2005, BA.2005.9). Aus den Erwägungen: 2. GegenAmtshandlungenundwegen SäumnisdesBundesanwaltsistdie BeschwerdenachdenVerfahrensvorschriftenderArtikel214-219BStPan dieBeschwerdekammer zulässig(Art.105 bis Abs.2BStP).DieBeschwerde stehtdenParteienundeinemjedenzu,derdurcheineVerf ügungoderdurch die SäumnisdesBundesanwaltseinenungerechtfertigtenNachteilerleidetTPF 2005 187 189 (Art.214Abs.2BStP).DamitjemandzurBeschwerdelegitimiertist,muss ereinenNachteilfinanzieller,ideeller,materielleroderandererNatur nachweisen.DerNachteilmusszudemper sönlichundunmittelbarsein, weshalbderdirektdurchdieMassnahmeVerletztebeschwerdeberechtigtist (EntscheiddesBundesstrafgerichtsBK_B064/04avom30.Juli2004E.1.2 und1.3).VorausgesetztwirdmithineinaktuellespraktischesRechtsschutz- interesse.AufeinRechtsmittelistnichteinzutreten,wennsichselbstim FallderGutheissunganderangefochtenenVerf ügung nichts ändernw ürde; zurabstraktenBeantwortungeinerRechtsfrageistkeinRechtsmittelgege- ben.NamentlichistgegenAnordnungundDurchf ührungderHausdurchsu- chungkeinordentlichesRechtsmittel – insbesonderenichtdieeinfache Beschwerde – gegeben(O BERHOLZER,Gr undzügedesStrafprozessrechts, 2. Aufl.,Bern2005,N.1209,1603ff.; S CHMID,Strafprozessrecht,4.Aufl., Zürich2004,N.536f.,970,975ff.).DieBeschwerdef ührerinistnichtPar- teiimBundesstrafverfahren(Art.34BStP).SieistindesalsDrittezurBe- schwerdelegitimiert,sofernsiedurchdieangefochteneAmtshandlungim vorerwähnten Sinne betroffen ist. 2.2 Gemäss Durchsuchungsbefehlvom17.August2005wardieDurchsu- chunggegendieA.GmbHgerichtet.Zudurchsuchenwarenalleder A.GmbHz ugänglichenbzw.vonihr benützten RäumlichkeitenundFahr- zeuge.ZweckderDurchsuchungwardieSicherstellungverfahrensrelevan- terUnterlagenundeinziehbarerVerm ögenswerte,welchesichimBesitz dieserGesellschaftbefanden.DieBeschwerdef ührerinmachtnichtgeltend, esseien – entgegendemDurchsuchungsbefehl – Unterlagendurchsuchtund beschlagnahmtworden,diesichinihremeigenenBesitzbefunden hätten. SolchesergibtsichauchnichtaufGrunddesVerzeichnissesderbeschlag- nahmtenG egenstände.DemnachwurdenkeinederBeschwerdef ührerin gehörendenDokumentedurchsuchtundsichergestellt.DieBeschwerdef üh- rerinweistdennauchausdr ücklichdaraufhin,dasssievonderDurchsu- chung überhauptnichtbetroffenwar.Esistdahernichtersichtlich,inwie- fernmitBezugaufdieBeschwerdef ührerinVerfahrensrechtegem äss Art. 68und69BStP hättenbeschnittenwerden können, wieinderBe- schwerdeausgef ührtwird.DieBeschwerdef ührerinistinsoweitdurchdie angefochteneAmtshandlungnichtper sönlichundunmittelbarbetroffen.Im Übrigenr äumtsieselberein,dassdiebereitserfolgteDurchsuchungnicht mehrr ückgängig gemachtwerdenkann.Siebehauptetsodann,aufGrund derDurchsuchungeinendirektenNachteilerlittenzuhaben,ohnediesen indeszusubstantiieren;insbesonderelegtsienichtdar,inwiefernsiedurch dieangeblicheVerunsicherungihrerMitarbeiterundallf älliganwesenderTPF 2005 190 190 KundeneinenheutenochbestehendenNachteilerlittenhabensoll.Soweit siedieVorgehensweisederBeschwerdegegnerinbeiderHausdurchsuchung rügt, istdaraufhinzuweisen,dassdagegendasRechtsmittelderBeschwerde gemäss Art. 214 ff.BStP nicht gegeben ist(vgl.E. 2). 2.3 NachdemGesagtenfehltesaneinerBeschwerunddamitaneinem aktuellenpraktischenRechtsschutzinteresse,weshalbaufdieBeschwerde der Beschwerdeführerin nicht einzutretenist. TPF 2005190 50. Auszugaus dem Entscheid derBeschwerdekammer in Sachen A. GmbH inLiquidationgegenBundesanwaltschaftvom16.November2005 (BA.2005.9) Eintretensvoraussetzungen bei der Aufsichtsbeschwerde. Editionsaufforderung vor Hausdurchsuchung; Verhältnismässigkeit. Aufklärung über Einsprache bei Durchsuchung von Papieren. Art. 28 Abs. 2 SGG, Art. 17, 67 ff. BStP DieBeschwerdekammerentscheidetfrei,obsieaufeineAufsichtsbeschwerde eintreten und welche Folge sie ihr geben will (E. 2). Gemäss BStPisteineEditionsaufforderungvorderHausdurchsuchungweder vorgeschriebennocherforderlich;derUntersuchungszweckdarfdurcheine Editionsaufforderungnicht gefährdetwerden(E.3.1).BeimEinsatzihrer- auchpersonellen-Ressourcen verfügt die Untersuchungsbehördeüber einen ausgesprochenweitenErmessensspielraum.Eingrossz ügiger EinsatzvonRes- sourcenkanninsbesondereimInteresseeinereffizientenDu rchführung der Hausdurchsuchung geboten sein (E. 3.2). Bei der Sicherstellung von Unterlagenhat die Voll zugsbehörde den Inhaberder UnterlagennacheinererstenGrobsichtung über seinEinspracherechtund über dasmitKostenverbundeneSiegelungs-bzw.Entsiegelungsverfahren aufzuklären(E. 4.1–4.3).