<h2>SubmittedText<h2><p>Swissgrid, die nationale Netzgesellschaft im Sinne des Stromversorgungsgesetzes, hat vor Kurzem die Kosten und Tarife für die Nutzung des schweizerischen Übertragungsnetzes veröffentlicht. Zu den Kostenkomponenten gehören unter anderem auch die Regelenergie und die Leistungsvorhaltung für die Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung.</p><p>Meine Fragen:</p><p>1. Wie hoch sind die voraussichtlichen Gesamtkosten, die Swissgrid den Verbraucherinnen und Verbrauchern für die Regelenergie und die Leistungsvorhaltung für die Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung in Rechnung stellen wird?</p><p>2. Anhand welcher Grundlagen wurden der Regelenergiebedarf und der Anteil für die Leistungsvorhaltung für die Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung berechnet?</p><p>3. Welche Anteile der voraussichtlichen Gesamtkosten können den Risiken für Erzeugungsausfälle, aufgefächert auf Atomkraftwerke, Wasserkraftanlagen und erneuerbare Energien, zugeschrieben werden?</p><p>4. Welchen Gesamtbetrag wird Swissgrid voraussichtlich durch das Übertragungsnetz einnehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Kosten für die Leistungsvorhaltung für Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung (darunter ist kurzfristig variable Kraftwerks- oder Verbraucherleistung zu verstehen) werden durch die Erhebung des Systemdienstleistungstarifs gedeckt. Dieser Tarif ist gültig für jede im Inland verbrauchte Kilowattstunde (Annahme: 57,4 TWh). Der von Swissgrid für das Jahr 2009 publizierte Tarif für Systemdienstleistungen beträgt 0,9 Rappen pro Kilowattstunde. Die voraussichtlichen Gesamtkosten der Systemdienstleistungen betragen somit rund 517 Millionen Franken pro Jahr. Die Kosten für die Regelenergie werden den Bilanzgruppen in Rechnung gestellt.</p><p>2. Die Schweiz ist Teil des europäischen Verbundnetzes. Innerhalb dieses Verbundbetriebes gelten einheitliche Regelungen der Koordinationsorganisation UCTE (Union for the Coordination of Transmission of Electricity), insbesondere auch in Bezug auf die vorzuhaltenden Regelleistungen pro Regelzone. Der Bedarf an Regelenergie basiert auf nationalen Erfahrungs- und internationalen Vergleichswerten. Relevante Eingangsgrössen sind die Struktur und Verfügbarkeit des Kraftwerksparks sowie der Netzinfrastruktur.</p><p>3. Ende Juni hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) angekündigt, die von Swissgrid publizierten Tarife zu überprüfen (siehe www.elcom.admin.ch). Dabei untersucht die Elcom u. a., aufgrund von welchen Faktoren wie viel Regelleistung tatsächlich in der Schweiz zur Verfügung gestellt werden muss. Gemäss Elcom stellt sich zudem auch die Frage, ob diese Aufwendungen nicht teilweise von den Produzenten getragen werden müssen. Ob sich die Vorhaltung an Reservekapazitäten auf die einzelnen Erzeugungstechnologien auffächern lässt, kann frühestens aufgrund der Überprüfung durch die Elcom beantwortet werden.</p><p>4. Der von Swissgrid budgetierte Umsatz für das Jahr 2009 beträgt 1243 Millionen Franken. Neben der Verrechnung der Netznutzungs- und Systemdienstleistungstarife sind darin auch die Entgelte aus dem internationalen Transitkostenausgleich, die Einnahmen aus den Auktionsverfahren sowie dem Ausgleich von Wirkverlusten enthalten.</p>  Antwort des Bundesrates.