B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-673/2014 U r t e i l v o m 1 0 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A.________ geboren (…), Sudan, vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, LL.M., Advokatur Kanonengasse, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Januar 2014 / N________ D-673/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Entscheid vom (…) trat das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.21) auf das Asylgesuch des B e- schwerdeführers vom 13. April 2010 nicht ein und ordnete dessen Weg- weisung nach Griechenland an. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner damaligen Rechtsvertreterin vom 26. August 2010 Beschwerde. C. Mit Verfügung vom 8. März 2011 hob das BFM seinen Entscheid vom 17. August 2010 wiedererwägungsweise auf und nahm das Asylverfahren wieder auf. In der Folge schrieb das Bundesverwaltungsgericht mit En t- scheid vom 9. März 2010 das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden ab. D. Im Rahmen der Anhörung vom 17. Dezember 2013 machte der B e- schwerdeführer unter Einreichung von Beweismitteln (Wohnsitzbestät i- gung der Lokalbehörde von B.______ vom (…), Kopie einer Übersetzung einer Heiratsurkunde in englischer Sprache, einen auf den Namen C.________ lautender sudanesischer Reisepass in Kopie, ein en Aufruf von im Exil lebenden Sudanesen sowie einen USB-Stick zur Stützung der exilpolitischen Tätigkeiten in der Schweiz) geltend, er sei sudanesischer Staatsangehöriger aus B._______ D.______ , und habe von Ge burt bis August 2015 dort gewohnt. Sein Vater sei im Bürg erkrieg, vermutlich we- gen der Unterstützung einer Befreiungsbewegung in D.______ , im Sommer 2005 gefallen. Aus Furcht, das gleiche Schicksal zu erleiden, und wegen des herrschenden Krieges habe er seine Herkunftsregion D._______ im Somm er 2005 verlassen u nd sich für einige Zeit im Ort E.________ aufgehalten, bevor er in die sudanesische Hauptstadt F.________ und im September 2005 mit einem auf den Namen Ahmed C.__________ lautendenden suda nesischen Reisepass nach G.________ weitergereist sei. Nach vierjäh rigem Aufenthalt im Libanon sei er über die Türkei, Griechenland und Italien am 13. April 2010 illegal in die Schweiz gelangt. E. Mit Verfügung vom 7. Januar 2014 – eröffnet am 8. Januar 2014 – stellte D-673/2014 Seite 3 das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung des B e- schwerdeführers aus der Schweiz sowie deren Vollzug. F. Mit Zwischenverfügung vom 14. Januar 2014 gewährte das BFM der d a- maligen Rechtsvertreterin H._________ auf deren Gesuch vom 8. Januar 2014 hin Einsicht in die Verfahrensakten. G. Der mit Vollmacht vom 13. Januar 2014 neu mandatierte, jetzige Recht s- vertreter ersuchte mit Eingabe an das BFM vom 13. Januar 2014 um voll- ständige Akteneinsicht. Das BFM teilte diesem mit Schreiben vom 15. Ja- nuar 2014 mit, dass der Beschwerdeführer bereits H.________ mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt habe, diese bisher ihr Ma n- dant nicht niedergelegt habe und ihr am 14. Januar 2014 Akteneinsicht gewährt worden sei. Mit Schreiben vom 23. Januar 2014 an das BFM leg- te H.________ das Mandat nieder. H. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. Februar 2014 erhob der Be- schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und ersuch- te dabei in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter ande rem um Einsicht in die auf dem USB -Stick gespeicherten und die weiteren, vom Beschwe r- deführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens eingereichten D o- kumente (u.a. Wohnsitzbestätigung, Heiratsurkunde). Im Weiteren wur de die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG, eventualiter der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt. I. Mit Schreiben vom 14. Februar 2014 bestätigte das Bundesverwaltung s- gericht den Eingang der Beschwerde. J. Mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2014 erachtete der zuständige Instruktionsrichter die Beschwerde als nicht aussichtslos und gab dem Beschwerdeführer bis zum 13. März 2014 Gelegenheit, den Nachweis der Bedürftigkeit zu erbringen oder im Unterlassungsfall einen Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 600. - zu bezahlen. Im übrigen wies er darauf hin, dass auf die übrigen Anträge (Gesuche um unentgeltliche Ve r-D-673/2014 Seite 4 beiständung und um ergänzende Akteneinsicht) nach Ablauf der obeng e- nannten Frist befunden werde. In der Folge wurde der Bedürftigkeits- nachweis fristgerecht erbracht. K. In seiner Vernehmlassung vom 31. März 2014 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. L. In seiner Replik vom 16. April 2014 beantragte der Rechtsvertreter unter anderem, ihm sei eine Kopie der Heiratsur kunde zuzustellen, und mit Eingabe vom 16. Mai 2014 wies er darauf hin, dass ihm trotz mehreren Gesuchen von der Vorinstanz bis zum heutigen Zeitpunkt keine Aktenein- sicht in die von seinem Mandanten eingereichten Dokumente gewährt worden sei, was eine Verl etzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör darstelle. Im Weiteren reichte er eine Kostennote ein. M. Mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2014 wurde das Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a AsylG gutgeheissen. Im Weiteren wurde dem Rechtsvertreter ergänzende Akteneinsicht in die vom Beschwerd e- führer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens eingereichten Dok u- mente gewährt mit der Auflage, den zugestellten UBS-Stick nach erfolgter Kenntnisnahme wieder zu retournieren. Gleichzeitig erhielt der Recht s- vertreter Gelegenheit zur Stellungnahme. N. In seiner Stellungnahme vom 15. Juli 2014 wies der Rechtsvertreter unter anderem darauf hin, dass die Dateien auf dem offenbar beschädigten UBS-Stick nicht mehr zu sichten seien und beantragte, diese, sofern vom BFM selbst abgespeichert, dem Verfahren beizuziehen. D-673/2014 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltu ngsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht sowie die u n- richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachve r- halts gerügt werden (Art. 106 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). D-673/2014 Seite 6 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsc hte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden demnach grundsät z- lich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plaus i- bel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilder ungen erschöpfen, in w e- sentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik en t- behren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person pe r- sönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel ab- stützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswec h- selt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachve r- haltsdarstellung des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG) 4. 4.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist vorweg festzuhalten, dass die Rüge, die Vorinstanz habe den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem es trotz mehreren Gesuchen keine Akteneinsicht in die von seinem Mandanten eingereichten Dokumente gewährt habe, begründet ist. Aus den Akten geht hervor, dass das BFM im Rahmen der Akteneinsicht in seinem Schreiben vom 14. Januar 2014 an die damalige Rechtsvertr e- terin H._______ die vom Beschwerdeführer einger eichten Beweismittel (vgl. A42) nicht explizit von der Einsicht ausnahm, indessen allgemein festhielt, aus Gründen der Verfahrensökonomie davon abzusehen, K o- pien unwesentlicher oder bereits bekannter Unterlagen zuzusenden. Es bestehen daher durchaus Anhalt spunkte dafür, dass das BFM die vom D-673/2014 Seite 7 Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens eing e- reichten Beweismittel als offensichtlich der Rechtsvertreterin bereits b e- kannt erachtete und von einer Zustellung dieser Aktenstücke absah. Die- se Einschätzung wird durch die Tatsa che, dass der jetzige Rechtsvertr e- ter nach Niederlegung des Mandats durch H._______ in seiner B e- schwerde lediglich um Einsicht in die vom Beschwerdeführer eingereic h- ten Beweismittel ersuchte, gestützt. Auf Anfrage des Bundesverwaltungs- gerichts gab dieser denn auch an, sämtliche vorinstanzlichen Akten, wel- che das BFM H._______ aufgrund ihres Akteneinsichtsgesuches zug e- stellt gehabt habe, nach deren Mandatsniederlegung von ihr erhalten zu haben, wobei H._______ ihm mitgeteilt habe, die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismitteln seien ihr vom BFM nicht zugestellt worden. Es bestehen keine Gründe, diese Aus sage in Zweifel zu ziehen, zumal der erwähnte Fehler, dem Rechtsvertreter trotz entsprechendem au s- drücklichem Gesuch um vollständige Akteneinsicht keine Einsicht in die die von seinem Mandanten eingereichten Eingaben und Beweismittel zu gewähren, vom BFM sehr häufig begangen wird. Somit hat das BFM im Rahmen der vorinstanzlichen Verfahrens offensichtlich keine Einsicht in die vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente gewährt und dieses Versäumnis – trotz Antrag um ergänzende Einsicht in die obengenannten Dokumente in der Beschwerde – auch im Vernehmlassungsverfahren nicht nachgeholt. Das Akteneinsichtsrecht ist als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 26 und 29 VwVG sowie Art. 29 Abs. 2 BV) unabdingbare Voraussetzung für eine sachgerechte Anfechtung einer erstinstanzlichen Verfügung. Die Einsichtsname in eigene Eingaben der Partei und ihre als Beweismittel eingereichten Urkunden darf nicht verweigert werden (Art. 27 Abs. 3 VwVG), zumal vorliegend der erst nach Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens mandatierte Rechtsvertreter noch keine Möglichkeit gehabt hatte , von diesen Kenntnis zu nehmen. Der Rechts- vertreter war wegen der fehlenden Einsicht in die vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente beispielsweise nicht in der La ge, nachvollz u- ziehen, ob die Vorinstanz die Vorbringen seines Mandanten gehört und seine Beweise angenommen und hinreichend gewürdigt hat. Aus diesen Gründen hat das BFM den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 4.2 Indessen kann auf die Aufhebung eines Entscheides wegen Verle t- zung des rechtlichen Gehörs verzichtet werden, wenn das Versäumnis in einem Rechtsmittelverfahren nach geholt und der erstrebte Zweck so nachträglich erreicht werden kann, ohne dass der betroffenen Partei da r-D-673/2014 Seite 8 aus ein wesentlicher Nachteil erwächst. Vorliegend wurde dem Recht s- vertreter mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2014 ergänzende Akte n- einsicht in die vo m Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens eingereichten Dokumente gewährt. Gleichzeitig erhielt der Rechtsvertreter Gelegenheit zur Stellungna hme. Dem Beschwerdeführer erwächst durch die anfängliche Unterlassung der Vorinstanz nunmehr kein Rechtsnach teil mehr. Unter diesen Umständen kann der gerügte Verfahrensmangel als geheilt betrachtet werden. Da mit Zwischenverf ü- gung vom 30. Juni 2014 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG i .V.m. Art. 110a AsylG gutgeheissen wurde, bedarf die Frage einer Parteientschädigung für den zu Recht gerügten, aber nachträglich geheilten Verfahrensmangel keiner weiteren Klärung. Im Übrigen ist hinsichtlich des mit Eingabe vom 15. Juli 2014 gestellten Antrags, die Dateien auf dem offenbar beschädigten UBS -Stick, sofern vom BFM selbst abgespeichert, dem Verfahren beizuziehen, festzuhalten, dass der genannte USB-Stick bereits im Zeitpunkt seiner Einreichung a n- lässlich der Anhö rung vom 17. Dezember 2013 of fensichtlich derart b e- schädigt war, dass keine Dokumente darauf erkannt werden konnten (vgl. BFM-Protokoll A41 S. 15). Schliesslich ist hinsichtlich der Bemerkung des Rechtsvertreters in seiner Eingabe vom 15. Juli 2014, wonach ihm nach wie vor keine Einsi cht in die Heiratsurkunde im Original gewährt worden sei, darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer selbst lediglich eine englische Übersetzung davon eingereicht hat. 5. 5.1 Das Bundesamt erachtete in der angefochtenen Verfügung die vom Beschwerdeführer ang egebene Herkunft aus Darfur sowie dessen Au f- enthalt in dieser Region als nicht glaubhaft. Zum einen habe der Beschwerdeführer, obwohl nach Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG dazu verpflichtet, bisher keine rechtsgenüglichen Identität s- papiere eingereicht, welche seine Herkunft aus D._______ belegen könn- ten. Bei der am 17. Dezember 2013 nachgereichten "Wohnsitzbestät i- gung der Lokalbehörde C._______ vom 13. Juni 2013" handle es sich um ein Dokument, welches – nach der Praxis und Rechtsprechung der Schweizer Asylbehörden zur Definition von Aus weispapieren – die no t- wendigen Voraussetzungen nicht erfülle. Zudem weise das Dokument, obwohl angeblich von einer Behörde in C._______ ausgestellt, keinerlei D-673/2014 Seite 9 Sicherheitsmerkmale auf und es se i allgemein bekannt, dass solche D o- kumente leicht käuflich erworben werden könnten. Zum anderen seien die Angaben die Beschwerdeführers zu seinem a n- geblichen Herkunftsort im Sudan, die Ortschaft D._______ in C.______ , widersprüchlich, tatsachenwidrig und unbestimmt ausgefallen. So habe der Beschwerdeführer zuerst angegeben, in der Stadt C._______ wohn- haft gewesen zu sein, indessen, nachdem er mehrere konkrete Fragen zu dieser Stadt nicht klar habe beantworten können, auf einmal beh auptet, nicht in der Stadt C._______, sondern in einem Dorf zirka ¾ Stunden von D._______ Stadt entfernt gelebt zu haben (vgl. A 41 S. 5-7). Zur Einwoh- nerzahl, Fläche, Flüssen, städtischen Infrastruktur (Spitäler, Geschäfte, Märkte, Telefonzentralen, Banken, Schulen, Polizeistationen) habe er kei- ne schlüssigen und überzeugenden Auskünfte geben können. Die Namen internationaler Hilfsorganisationen und NGO's, die vor 2005 dort ihren Sitz beziehungsweise ihre Büros gehabt hätten, seien dem Beschwerd e- führer nicht bekannt gewesen, vielm ehr hab e er pauschal von UN - Fahrzeugen, die dort patrouillierten, gesprochen. Er sei nicht in der Lage gewesen, mehrere wichtige Flüchtlingscamps, welche im Verlauf des Darfur-Konflikts vor 2005 in und um diese Stadt errichtet worden waren, zu nennen. Auc h zu den Kämpfen zwischen der sudanesischen Regi e- rung und den Rebellenorganisationen in und um C._______ habe er sich wenig überzeugend geäussert. Schliesslich stellten die vom Beschwerde- führer genannten Nachbarorte keine Ortschaften in der unmittelbaren Umgebung von C.________Stadt dar. Die genannten Aussagen vermittel- ten nicht den Eindruck einer Person, der angeblich zwanzig Jahre in C.______ gelebt habe. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer aus einer anderen Region Sudans stamme bezi ehungs- weise vor seiner Ausreise aus dem Sudan bereits längere Zeit ausserhalb D.________ gewohnt habe. Folglich sei auch dem Asylvorbringen des Beschwerdeführers – Flucht vor der Bürger kriegssituation in D.______ – die Grundlage entzogen. Im Weiteren seien die Angaben des Beschwer- deführers zu seinem Vater und dessen gewaltsamen Tod teils wide r- sprüchlich, teils unbestimmt ausgefallen. So habe der Beschwerdeführer, nachdem er anlässlich der Erstbefragung angegeben habe, sein Vater sei Repräsentant der Befreiun gsbewegung Darfurs gewesen und habe Ju- gendliche zur Befreiung Darfurs aufgerufen (vgl. A1 S. 7), anlässlich der Anhörung auf konkrete Nachfrage hin politische Tätigkeiten seines Vaters bestritten (vgl. A41 S. 13) und das Datum der Todes seines Vaters nicht gewusst. Auch die Schilderung des gewaltsamen Todes sei unbestimmt ausgefallen. D-673/2014 Seite 10 5.2 Schliesslich verneinte das BFM das Vorliegen subjektiver Nachfluch t- gründe gemäss Art. 54 AsylG. Beim Beschwerdeführer, welche r im Hei- matstaat nach eigenen Angaben nicht politisch tätig gewesen sei, handle es sich aufgrund seiner rudimentären Tätigkeiten in der Schweiz bloss um einen der zahlreichen Mitläufer, welcher nicht zur Zielgruppe von aktiven oppositionellen Sudanesen im Ausland gehöre, für die sich die sudanes i- schen Sicherheitsbehörden interessieren könnten. 5.3 In der Beschwerde wurde geltend gemacht, der Beschwerdeführer, welcher nie einen Pass auf s einen Namen besessen habe, sei mit der Einreichung einer Passkopie, einer Wohnsitzbestätigung un d einer He i- ratsurkunde seiner Mitwirkungspflicht hinreichend nachgekommen und habe seine Identität glaubhaft gemacht. Hinsichtlich seiner Angab en zu seinem Herkunftsort C._______ sei fest- zustellen, dass der Beschwerdeführer sowohl anlässlich der Erstbefr a- gung als auch im Rahm en der Befragung ausgesagt habe, im Quartier I.________ beziehungsweise K.________ gelebt zu haben und sich somit nicht widersprochen habe. Im Weiteren sei zu berücksichtigen, dass vom offenbar ungebildeten Beschwerdeführer nicht erwartet werden könne , dass dieser genaue Angaben über Einwohnerzahl, Fläche und städtische Infrastruktur C._______ machen könne, zumal er sich nur zum Einkaufen ins Stadtzentrum begeben habe und nie in einem Spital gewesen sei . Immerhin habe der Besc hwerdeführer gewusst, dass C.__ _____ einen Militärflughafen besitze, den Namen des Flüchtlingscamps "L._____" und mehrere Quartiere C._______ nennen können, und bei der geografischen Beschreibung C.______ den für die Lokalsprache in C._______ typischen Ausdruck "Khor" für Tal benutzt. Im Weiteren habe der Beschwerdeführer entgegen der Behauptung der Vorinstanz anlässlich der Anhörung politische Tätigkeiten seines Vaters nicht bestritten, sondern habe angegeben, dass sein Vater "Beziehungen gehabt habe", "und manchmal Leute zu ihm gekomm en seien". Schliess- lich habe der Beschwerdeführer ausgesagt, sein Vater sei im August 2005 gestorben, und es könne ihm aufgrund seiner geringen Bildung und se i- nes kulturellen Hintergrundes nicht entgegengehalten werden, dass er das genaue Datum nicht habe nennen können. Auch sei die Schilderung des Todes seines Vaters durchaus substanziiert ausgefallen. Aufgrund der politischen Tätigkeiten seines Vaters und alle nfalls weiterer Familien- angehörigen sei der Beschwerdeführer nach dem Tod seines Vaters und seiner eigenen Flucht bei einer Rückkehr in den Sudan Reflexverfolgung D-673/2014 Seite 11 ausgesetzt. Auch lägen aufgrund der poltischen Tätigkeiten des B e- schwerdeführers in der Schweiz subjektive Nachfluchtgründe vor. 5.4 In ihrer Vernehmlassung vom 31. März 2014 beantragte die Vori n- stanz mit Hinweis auf die entsprechenden Erwägungen in der angefoc h- tenen Verfügung die Abweisung der Beschwerde. Zusätzlich wies es dar- auf hin, dass d er Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung ang e- geben habe, in C.________ geheiratet zu haben, indessen habe gemäss dem eingereichten Auszug aus dem Eheregister vom 10. Juni 2000 be- ziehungsweise dessen Übersetzung in englischer Sprache die Ehe im weit entfernten L._______, im sudanesischen Gliedstaat M.______, statt- gefunden. 5.5 In seiner Eingabe vom 15. Juli 2014 machte der Rechtsvertreter ge l- tend, nach der vorliegenden englischen Übersetzung habe der B e- schwerdeführer bereits am 10. Juni 2000 in der Provinz N.______ münd- lich geheiratet, indessen sei Kadri lediglich eine Stadt und keine Provinz, weshalb vermutlich ein Übersetzungsfehler vorliege. Ohnehin ha be der Beschwerdeführer in C.______ und nicht in L.______ geheiratet. Im Wei- teren wies der Rechtsvertreter darauf hin, dass der Beschwerdeführer am 10. Oktober 2013 in der Schweiz an einer regimekritischen Demonstrati- on teilgenommen habe. 6. 6.1 Das Bundesamt erachtete in der angefochtenen Verfügung die vom Beschwerdeführer angegebene Herkunft aus D.______ sowie des sen Aufenthalt in dieser Region zu Recht als nicht glaubhaft. Der Beschwerdeführer hat trotz Aufforderung bis zum heutigen Zeitpunkt ohne plausiblen Grund keinen rechtsgenüglichen Nachweis seiner Ident i- tät erbracht, sondern lediglich eine Wohnsitzbestätig ung der Lokalbehör- de C.________vom 13. Juni 2013, die Übersetzung einer Heiratsurkunde in englischer Sprache und eine Passkopie eingereicht. Zum e inen liegt die eingereichte Wohnsitzbestätigung lediglich in Kopie vor, weshalb d e- ren Beweiskraft schon aus diesem Grund herabgesetzt ist. Hinzu kommt, dass die Annahme nahe liegt, derartige Bestätigungsschreiben könnten ohne Weiteres gegen entsprechendes Entgelt erhältlich gemacht werden. Im Weiteren gab der Beschwerdeführer selbst an, solche Bestätigungen würden vom zuständigen Amt lediglich gestützt auf die Angaben des G e- suchstellers ausgestellt und die Ehefrau seines Vaters habe in seinem D-673/2014 Seite 12 Auftrag eine solche Bestätigung beantragt und erhalten (vgl. A41 S. 4) . Da der Beschwerdeführer bis heute keine Identitätspapiere im eigentl i- chen Sinn (vgl. BVGE 2007/7) einge reicht hat, lässt sich folglich auch die Wohnsitzbestätigung unabhängig von der Frage der Authentizität nicht eindeutig dem Beschwerdeführer zuord nen. Zum anderen sind der Übe r- setzung der Heiratsurkunde keine Angaben zu entnehmen, dass der B e- schwerdeführer aus D.______ stammt oder dort geheiratet hat, weshalb diese bereits mangels hinreichendem Sachzusammenhang nicht bewei s- tauglich ist. Im Weiteren versteht es sich von selbst, da ss der Beschwer- deführer durch die Einreichung einer auf eine andere Identität lautenden Passkopie nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im Weiteren sind die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem ange b- lichen Herkunfts- und Wohnort C.________ sehr rudimentär ausgefallen. So war der Beschwerdeführer nicht in der Lage, Angaben zur städtischen Infrastruktur (Spitäler, Geschäfte, Märkte, Banken, Schulen, Polizeistati o- nen), zur Fläche und Einwohnerzahl zu geben. Weder die Erklärung des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung, wonach er eigentlich nicht in der Stadt C._______ sondern in einem Dorf, das zur Stadt C.______ ge- höre, gelebt und nur zum Einkaufen in die Stadt C.______ gegangen sei (vgl. A41 S. 6), noch der Hinweis in der Beschwerde auf die mangeln de Bildung des Beschwerdeführers vermögen diese Einschätzung in Frage zu stellen. Das Aussageverhalten des Beschwerdeführers ist auffallend ausweichend ausgefallen und die we nigen zutreffenden Angaben zu C._______ (Quartiere, Militärflughafen) betreffen A llgemeinplätze und weisen nicht auf eine Person hin, die zwanzig Jahre in C.______ gelebt hat. Bei dieser Sachlage ist auch die geltend gemachte Flucht vor der Bürgerkriegssituation in D._______ als nicht glaubhaft zu erachten. Diese Einschätzung wird durch die weitere Tatsache bestärkt, dass auch die Schilderung der politischen Tätigkeit des Vaters und dessen Tod teils w i- dersprüchlich, teils unbestimmt ausgefallen ist. So hat der Beschwerd e- führer zwar nicht, wie von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung unzutreffend behauptet, politische Tätigkeiten seines Vaters anlässlich der Anhörung gänzlich bestritten, jedoch seine Angabe im Rahmen der Erstbefragung, wonach sein Vater Repräsentant der Befreiungsbewegung Darfurs gewesen sei und Jugendliche zur Befreiu ng D._______ aufgeru- fen habe (vgl. A1 S. 7) durch seine diesbezüglich ausweichenden und unbestimmten Angaben ("sein Vater habe Beziehungen gehabt" und "manchmal seien Leute zu ihm gekommen ") deutlich relativiert. Auch war der Beschwerdeführer nicht in der Lage, das Datum des Todes seines Va- ters, eines einschneidenden Vorkommnisses in seinem Leben, zu nennen D-673/2014 Seite 13 und auch die Schilderung des Hergangs des gewaltsamen Todes ist w e- nig substanziiert ausgefallen. Die Entgegnung in der Beschwerde, wo- nach es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner geringen Bildung und seines kulturellen Hintergrundes nicht entgegengehalten werden dürfe, dass er nicht das genaue Datum habe nennen können, vermag nicht zu überzeugen. 6.2 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass es dem B e- schwerdeführer nicht gelungen ist, seine Herkunft aus D.______ sowie den Aufenthalt in dieser Region und die damit verbundenen Asylvorbri n- gen (Flucht wegen der dort herrschenden Bürgerkrie gssituation und des Todes seines Vaters) glaubhaft zu machen. Im übrigen bestehen entg e- gen der gegenteiligen blossen Behauptung auf Beschwerdeebene keine konkreten Anhaltspunkte auf eine begründete Furcht vor künftiger Reflex- verfolgung. 6.3 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass nach aktue l- ler Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts für Personen, we l- che tatsächlich aus D.______ stammen, wegen des im Grossraum E.______nunmehr grundsätzlich vorhandenen Schutzes ohnehin eine i n- nerstaatliche Fluc htalternative angenommen werden kann, sofern das zusätzlich beachtende Kriterium der Zumutbarkeit erfüllt ist (vgl. BVGE 2013/5). 6.4 Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch die Ausreise aus dem Heimatstaat – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – bei einer Rückkehr befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyls u- chende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Her - kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfol - gung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit sub - jektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352 sowie EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a, mit weiteren Hinweisen). Die Vorinstanz hat zu Recht das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe verneint. Anlässlich der Anhörung gab der Beschwerdeführer auf Nac h- frage an, ohne Mitglied einer politischen Organisation in der Schweiz zu sein an regimekritischen Demonstrationen und Sitzungen teilgenommen D-673/2014 Seite 14 und dabei Slogans gegen die sudanesische Regierung skandiert zu h a- ben (vgl. A41 S. 14). Zum Nachweis seiner exilpolitischen Tätigkeit reich- te der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren einen beschädig- ten USB-Stick nicht mehr eruierbaren Inhalts, einen Aufruf von im Exil l e- benden Sudanesen und auf Beschwerdeebene Fotografien, die den B e- schwerdeführer nach eigenen Angaben als Teilnehmer der Veranstaltung "O._______ " vom (…) zeigen. Mit diesen Dokumenten gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, die behauptete rege exilpolitische Tätigkeit zu belegen, zumal seine diesbezüglichen Aussagen anlässlich der Anhörung auffallend unb estimmt ausgefallen sind. Vielmehr ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht das Bild eines engagierten hochprofilierten Exilpolitikers für D._______ zu vermitteln vermag, welcher seitens der sudanesischen Regierung als ernsthafte Bedrohung identi fiziert oder wahrgenommen wird. Vor diesem Hintergrund besteht kein hinreichender Anlass zur Annahme, dass der Beschwerdeführer wegen seiner exilpolit i- schen Aktivitäten bei einer Rück kehr in den Sudan mit ernsthaften Nachteilen von Seiten des sudanesischen Regimes zu rechnen hätte. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich im Ur- teil vom 7. Januar 2014 mit der Lage im Sudan auseinandergesetzt und festgestellt, dass die Situation von politischen Opponenten der sudanes i- schen Regierung sehr unsicher sei. Es seien nicht nur Personen mit he r- ausragendem politischem Profil gefährdet, sondern alle Personen, welche das aktuelle Regime ablehnten oder einer solchen Ablehnung verdächtigt würden. Bezüglich exilpolitischer Aktivitäten stellte der Gerichtshof grund- sätzlich fest, dass im Ausland politisch aktive Sudanesen, insbesondere wenn sie mit der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) in Verbindung gebracht würden, von den sudanesischen Behörden registriert würden (Urteil des EGMR A.A. gegen die Schw eiz vom 7. Januar 2014, Be- schwerde Nr. 58802/12). Im Blickpunkt der Regierung dürften somit solche Personen stehen, die sich aufgrund besonderer Umstände aus dem eher anonymen Kreis der blossen Teilnehmer an politischen Veranstaltungen von Exilorganisati o- nen herausheben. Wie sich aus den obenstehenden Ausführungen ergibt, weist der Beschwerdeführer auch im Sinn des angeführten Urteils des EGMR kein besonders beachtliches politisches Profil auf. Bei dieser Sachlage ist die geltend gemachte Furcht vor künftig er Verfolgung als unbegründet zu würdigen, weshalb das Vorliegen von subjektiven Nac h- fluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen. Somit ist eine be-D-673/2014 Seite 15 gründete Furcht des Beschwerdeführers vor künftiger Verfolgung zu ve r- neinen. 6.5 Der Beschwerdeführer erfüllt somit die Voraussetzungen zur Ane r- kennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz das Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegwe isung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9, EMARK 2001 Nr. 21). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). Wegweisungshindernisse sind grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Diese Untersuchungspflicht findet jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenzen in der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es kann daher nicht Sache der Asylbehörden sein, nach allfälligen Wegweisung s- hindernissen zu forschen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 4 f.). D-673/2014 Seite 16 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin o der des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (F oK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da r- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung f inden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers in den Sudan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Sudan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde D-673/2014 Seite 17 Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation im Sudan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Wie unter E. 6.6 ausgeführt, weist der Beschwerdeführer auch im Sinn des Urteils des EGMR A.A. g egen die Schweiz vom 7. Januar 2014, Beschwerde Nr. 58802/12 kein besonders beachtliches politisches Profil auf. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.5 Der Beschwerdeführer vermochte – wie vorstehend aufgezeigt – sei- ne Herkunft aus Nord-Darfur nicht glaubhaft zu machen. Den Erkenntni s- sen des Bundesverwaltungsgerichts zufolge (vgl. Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts D-63/2010 vom 27. September 2011) besteht im Sudan ausserhalb der Region Darfur keine Situation allgemeiner Gewalt, und es sind keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschwer- deführer bei einer Rückkehr in einem ausserhalb der Region Darfur gel e- genen Gliedstaat einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt wäre. Sodann sind auch keine individuellen Gründe in der Person des B e- schwerdeführers ersichtlich, die den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen liessen. Es handelt sich beim Beschwerdeführer um einen jungen und laut Akten gesunden Mann, der über eine Ausbildung als Schmied verfügt. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). D-673/2014 Seite 18 8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfüg ung Bundesrecht nicht verletzt und der rechtserhebliche Sachverhalt richtig und vollständig feststellt wurde (Art. 106 AsylG). Daher ist die Beschwer- de abzuweisen. 10. 10.1 Da dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind ihm keine Verfahrenskos- ten aufzuerlegen. 10.2 Nachdem dem Besc hwerdeführer die unentgeltliche Rechtsver- beiständung gewährt und lic. iur. Tarig Hassan , LL.M., als amtlicher Ver- treter eingesetzt wurde, ist ihm ein amtliches Honorar auszurichten. Die eingereichte Kostennote weist ein en Stundenansatz von Fr. 300. – auf. Dieser ist als übersetzt zu erachten und daher auf Fr. 200. – zu kürzen. Demnach ist lic. iur. LL.M. Tarig Hassan für seine Bemühungen im B e- schwerdeverfahren zu Lasten des Gerichts ein amtliches H onorar in der Höhe von Fr. 2'645.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurich- ten. (Dispositiv nächste Seite) D-673/2014 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem Rechtsvertreter wird ein Honorar als amtlicher Rechtsbeistand von Fr. 2'645.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand