A1 2018 11.docx 1. Abteilung A1 2018 11 Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó , Abteilungspräsident Kantonsrichter Dr. A. Staub Kantonsrichter lic.iur. Ph. Sialm Gerichtsschreiber MLaw J. Merz Entscheid vom 19. November 2019 in Sachen A.________, vertreten durch RA lic.iur. B.________, Klägerin, gegen C.________, vertreten durch RA lic.iur. D.________, Beklagten, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.1998 in E.________ geschlossenen Ehe Seite 2/42 Rechtsbegehren Klägerin 1. Die von den Parteien am tt.mm.1998 in E.________ geschlossene Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Der Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Klägerin einen Unterhaltsbeitrag von monatlich - CHF 4'000.00 zu bezahlen bis 31.12.2023, - CHF 2'000.00 bis 21.08.2030 zahlbar je im Voraus auf den Ersten des Monats ab Rechtskraft des Scheidungsu rteils. 3. Dieser Unterhaltsbeitrag sei zu kapitalisieren und der Klägerin als Kapital zahlung in der Höhe von CHF 313'280.00 zu bezahlen, zahlbar wie folgt: a) Die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ sei anzuweisen, sämtliches Vorsorgever- mögen der 3. Säule, lautend auf den Beklagten , bestehend aus dem Konto/De pot .________ unter dem Stamm .________ oder .________ [recte: bestehend aus den Konten .________ und .________] auf ein von der Klägerin zu eröffnendes Sparen 3 Konto zu übertragen, mindestens aber den Betrag von CHF 67'854.64. b) Die F.________ sei anzuweisen, die Sperrung auf dem Portfolio Nr. .________ [recte: .________] bei der F.________ aufzuheben, die Vermögenswerte zu veräussern und den Betrag in der Höhe von CHF 313'280.00 abzüglich der Zahlung aus dem Säule 3 Konto gemäss Ziff. 3 lit. a und somit mindestens CHF 245'426.00 auf die Klägerin zu übertragen. 4. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin aus Güterrecht einen Betrag von CHF 672'202.52 zu bezahlen, zahlbar wie folgt: a) Sollte das Sparen 3 Konto des Beklagten bei der F.________ gemäss Ziff. 3 lit. a der Rechtsbegehren nicht aufgelöst und das Guthaben auf die Klägerin überwiesen worden sein, sei die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ anzuweisen, das Vorsorgever- mögen der 3. Säule auf dem Konto/Depot .________ unter dem Stamm .________ oder .________ [recte: bestehend aus den Konten .________ und .________] auf ein von der Klägerin noch zu eröffnendes Sparen 3 Konto zu übertragen . b) Sollte das Portfolio Nr. .________ [recte: .________] bei der F.________ gemäss Ziff. 3 lit. b nicht ganz oder teilweise auf die Klägerin übertragen worden sein, sei die Kantonal- bank anzuweisen, die Sperrung aufzuheben, die Vermögenswerte zu veräussern und den Erlös oder ein en allfälligen Resterlös nach Ausführung der Zahlung gemäss Ziff. 3 lit. b auf die Klägerin zu übertragen. c) Die G.________Freizügigkeitsstiftung sei anzuweisen, den Betrag von CHF 567'911.25 abzüglich allfälliger Zahlungen gemäss Ziff. 4 lit. a und Ziff. 4 lit. b der Rechtsbegehren auf die Klägerin zu übertragen, mindestens aber das Restbetreffnis nach Zahlung des Anspruches gemäss Rechtsbegehren Ziff. 5. 5. Das während der Ehe angehäufte Pensionskassenguthaben der Parteien sei hälftig aufzutei- len und die G.________Fr eizügigkeitsstiftung sei anzuweisen, den Betrag von CHF 610'080.00 auf ein von der Klägerin zu eröffnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen . 6. Der Klägerin sei in der ehelichen Wohnung H.________ für die Dauer von sechs Monaten ab Rechtskraft des Scheidu ngsurteils ein Wohnrecht gestützt auf Art. 121 ZGB einzuräumen. 7. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des Be- klagten. Seite 3/42 Beklagter 1. Auf die Scheid ungsklage sei nicht einzutreten. 2. Die Kontosperren der folgenden Konten seien umgehend aufzuheben und die Vermögens- werte dem Beklagten zur alleinigen Verfügung zu überlassen: - Konto Nr. .________ bei der I.________AG - Konto Nr. .________ bei der I.________AG - Vorsorgekonto .________ bei der F.________ - Portfolio Nr. .________ bei der F.________ - Portfolio Nr. .________ der G.________Freizügigkeitsstiftung bei der J.________Ltd 3. Die Klägerin sei anzuweisen, die Liegenschaft des Beklagte n innert 2 Monaten zu verlassen. 4. Die Klägerin sei anzuweisen, folgend e Vermögenswerte umgehend herauszugeben: - 53 Münzen "Krugerrand" - 2 Goldbarren zu je 500g - 2 Goldbaren zu je 20g - US-Dollar 60'000 in bar. 5. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin . Eventualiter: 1. Die von den Parteien g eschlossene Ehe sei zu scheiden. 2. Es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist . 3. Die güterrechtliche Auseinandersetz ung sei nach Gesetz vorzunehmen und es sei die Kläge- rin mit maximal dem Betrag von CHF 58'380.20 auszugleichen . 4. Die Teilung der Vorsorgeguthaben sei nach Gesetz, also hälftig, zu teilen. 5. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Klägerin. Sachverhalt 1. A.________ (nachfolgend: Klägerin) und C.________ (nachfolgend: Beklagter) heirateten am tt.mm.1998 in E.________ (vgl. E. 2). Sie haben einen gemeinsamen Sohn, K.________, geb. tt.mm.1994. 2.1 Mit Entscheid des Kantonsgericht s Zug vom 15. Juli 2015 wurden mehrere auf den Beklag- ten lautende Konten (Konto-Nrn. .________ und .________ bei der I.________AG ; Vorsorge- konto-Nr. .________ sowie Portfolio -Nr. .________ bei der F.________; Portfolio-Nr. .________ der G.________Freizügigkeitsstiftung bei der J.________Ltd ) superprovisorisch gesperrt und dem Beklagten verboten, ohne die Zus timmung der Klägerin darüber zu verfü- gen (Verfahren ES 2015 378 betreffend Massnahmen nach Art. 172 ff. ZGB [Eheschutz]). 2.2 Am 27. Oktober 2015 schlossen die Parteien im Eheschutzverfahren eine Teilvereinbarung, welche mit T eilentscheid des Kantonsgeric hts Zug vom 3. November 2015 genehmigt wurde. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt aufzuheben und der gemeinsame Haushalt spätestens mit Wirkung per tt.mm.2015 aufgehoben wird . Die eheliche Liegenschaft wurde für die Dauer des Getrenntlebens der Klä- gerin zugewiesen. Es wurde gerichtlich genehmigt, dass die Parteien auf Unterhalt verzich- ten. Weiter wurde die Gütertrennung m it Wirkung per 3 0. Juni 2015 angeordnet. Die super- provisorisch angeordnete n Sperrungen des Kontos Nr. .________ bei der I.________AG Seite 4/42 wurden vollständig und jene des Portfolios Nr. .________ bei der F.________ im Betrag von CHF 83'000.00 aufgehoben (Verfahren ES 2015 378). 2.3 Die übrigen superprovisorisch verfügte n Kontosperrungen und die damit verbundenen Verfü- gungsbeschränkungen wurden vom Kantonsgericht m it Entscheid vom 25. April 2016 bestä- tigt (Verfahren ES 2015 378). 3.1 Am 27. Februar 2017 stellte die Klägerin ein Gesuch um superprovisorische Abänderung des Teilentscheids des Kantonsgerichts Zug vom 3. N ovember 2015 und beantragte einen Pro- zesskostenvorschuss sowie sinngemäss die Leistung eines Unterhaltsbeitrages. Der An- trag auf superprovisorische Anordnung wurde mit Entscheid des Kantonsgeric hts Zug vom 7. März 2017 abgewie sen (Verfahren ES 2017 102). 3.2 Mit Entscheid vom 12. Juli 2017 und Berichtigungsentscheid vom 9. August 2017 wurde der Antrag betreffend Unterhaltsbeitrag abgewiesen und der Antrag auf Leistung eines Prozess- kostenvorschus ses im Umfang von CHF 10'000.00 gutgeheissen, wobei die F.________ an- gewiesen wurde, diesen Betrag vom Portfolio Nr. .________ – nach Verkauf von 50 Fonds- Anteilen – auf das L.________-Konto der Klägerin zu überweisen ( Verfahren ES 2017 102). 4. Am 9. Februar 2018 reichte die Klägerin gegen den Beklagten beim Kantonsgericht Zug die Scheidungsklage ein (act. 1). 5. Gleichentags reichte sie ein erstes Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen gemäss Art. 276 ZPO ein und beantrag te, der Beklagte sei zur Leistung eines (weiteren) Prozesskos- tenvorschusses von CHF 15'000.00 zu verpflichten. Dieses Gesuch wurde mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 9. April 2018 gutgeheissen und die F.________ angewiesen, den Betrag vom Portfolio Nr. .________ – wiederum nach Verkauf der dafür erforderlichen Anzahl Fonds-Anteile – zugunsten der Klägerin zu überweisen (Verfahren ES 2018 77). 6. Mit Eingabe vom 25. Juni 2018 reichte der Beklagte eine Stellungnahme bzw. Klageantwort ein und stellte im Wesentlichen das eingangs genannte, jedoch noch unbezifferte Rechtsbe- gehren (act. 12). 7. Am 4. Juli 2018 reichte die Klägerin unaufgefordert eine Stellungnahme zur Klageantwort ein (act. 14). 8. Mit Beweisverfügung vom 16. Juli 2018 wurde der Beklagte zur Edition diverser Dokumente aufgefordert , eine Parteibefragung angeordnet sowie die Akten der Verfahren ES 2015 378 und ES 2017 102 beigezogen (act. 15). 9. Am 26. November 2018 führte der Referent eine Parteibefragung durch, welcher der Be- klagte unentschuldigt fe rnblieb und nur dessen Rechtsvertreter erschien (act. 29 und 33). 10. Im Anschluss an die Parteibefragung fand die Einigungsverhandlung statt. Die Parteien – der Beklagte vertreten durch seinen Rechtsanwalt – schlossen einen Vergleich , den der Beklagte am 10. Dezember 2018 widerrief (act. 26 und 27). Seite 5/42 11. Am 11. Dezember 2018 erliess der Referent des Kantonsgerichts Zug eine weitere Beweis- verfügung, setzte dem Beklagten eine Notfrist für die Edition einer noch ausstehenden Ur- kunde an und ordnete eine geric htliche Verkehrswertschätzung der 5 -Zimmerwohnung im 3. OG H.________ (GS BH.________, GB H.________), an (act. 28). 12. Mit Eingaben vom 17. Dezember 2018 sowie 9. Januar 2019 ersuchte die Klägerin erneut um Leistung eines Prozesskostenvor schusses. Das Gesuch wurde mit Entscheid des Kantons- gerichts Zug vom 1. Februar 2019 gutgeheissen und die F.________ angewiesen, vom Port- folio Nr. .________ die erforderliche Anzahl Fonds -Anteile zu verkaufen und CHF 20'000.00 zugunsten der Klägerin zu überweisen (Verfahren ES 2018 7 01). 13. Am 9. Mai 2019 erstattete der vom Gericht beauftragte Gutachter M.________ sein Ver- kehrswertgutachten (act. 44). 14. Mit Eingabe vom 27. Mai 2019 legte die Klägerin weitere Unterlagen ins Recht (act. 47). 15. An der Hauptverhandl ung vom 25. Septembe r 2019 – welcher der Beklagte unentschuldigt fernblieb, sein Rechtsvertreter jedoch teilnahm – konkretisierten die Parteien ihre Anträge i m eingangs genannten Sinn und reichten weitere Unterlagen zu den Akten (act. 49–51). Erwägungen 1. Die Klägerin ist Staatsangehörige von Grossbritannien, der Beklagte ist südafrikanischer Staatsangehöriger. Die Ehefrau hat ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Der Beklagte wohnt in N.________. Es liegt somit ein internationaler Sachverhalt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 IPRG vor. 1.1 Gemäss Art. 59 IPRG sind die schweizerischen Gerichte zuständig für Klagen auf Scheidung am Wohnsitz des Beklagten (lit. a) und am Wohnsitz des Klägers, wenn dieser sich seit ei- nem Jahr in der Schweiz aufhält oder wenn er Schweizer Bürger ist (lit. b). Da sich die Kläge- rin zum Zeitpunkt der Klageeinreichung unbestrittenermassen seit mehr als einem Jahr in der Schweiz aufgehalten hat, ist d as Kantonsgericht Zug in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG sowie Art. 198 lit. c und A rt. 274 ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Scheidungsklage zuständig. Diese Zuständigkeit besteht auch hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge ( Art. 2 und Art. 5 Ziff. 2 LugÜ bzw. Art. 63 Abs. 1 IPRG), des Güterrechts (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 lit. b IPRG) , des Vorsorgeausgleichs (Art. 63 Abs. 1bis IPRG) und der Wohnung der Familie (Art. 63 Abs. 1 IPRG) . 1.2 Anwendbar ist schweizerisches Recht (Art. 61 IPRG [Statusfrage]; Art. 49 IPRG i.V.m. Art. 8 des Haager Übereinkommens vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten anzu- wendende Recht [HUntÜ, SR 0.211.213.01; nachehelicher Unterhalt]; Art. 54 Abs. 1 lit. a und b IPRG [Güterrecht]; Art. 63 Abs. 2 IPRG und Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2 [Vorsorgeausgleich] ; Art. 63 Abs. 2 IPRG [Wohnung der Fami- lie]). Seite 6/42 2. Die Klägerin beantragt die Scheidung der am tt.mm.1998 vor dem Magistrate Court in E.________ geschlossenen Ehe . Der Beklagte bestreitet das Vorliegen einer Ehe. Er macht im Wesentlichen geltend, es handle sich lediglich um eine rituelle Heirat, welche auch in E.________ nicht als Heirat im rechtlic hen Sinne anerkannt werden könn e. Eine Ehe zwi- schen den Parteien sei in der Schweiz nie zivilstandesamtlich erfasst wo rden, ausserdem liege keine Anerken nung vor (act. 12 S. 3 f. ; act. 50 S. 3). Dementsprechend stellt der Be- klagte den Hauptantrag, auf die Scheidungsklage sei nicht einzutreten. Die Klägerin bestrei- tet die Ausführungen des Klägers (act. 14; act. 49 S. 3; act. 51 S. 4). 2.1 Die Beurteilung der Scheidung einer im Ausland geschlossenen Ehe setzt voraus, dass diese in der Schweiz anerkannt wurde bzw. anzuerkennen ist, was hiernach vorfrageweise zu prü- fen ist. Gemäss Art. 45 Abs. 1 IPRG wird eine im Ausland gü ltig geschlossene Ehe in der Schweiz anerkannt, es sei denn, sie verstosse gegen den schweizerischen Ord re public. Zu prüfen ist somit, ob eine Ehe im Ausland geschlossen wurde, ob eine gültige Eheschliessung vorliegt und ob eine Anerkennung nicht den schw eizerischen Ordre public verletz en würde (Courvoisier, Basler Kommentar, 3. A. 2013, Art. 45 IPRG N 5 ; Widmer Lüchinger, Zürcher Kommentar, 3. A. 2018, Art. 45 IPRG N 6 ). Bei der Anerkennung von ausländischen Ehen geht es nicht darum, schweizerische Vor stel- lungen über eine gültige Eheschliessung um jeden Preis durchzudrücken, sondern darum, eine im Ausland gelebte Gemeinschaft, wenn immer möglich, auch in der Schweiz zu schüt- zen, weil deren Nichtanerkennung regelmässig unbillige Konsequenz en nach sich zi ehen würde, insbesondere für jene Mitglieder der Gemein schaft, deren Ansprüche vom Bestand der Ehe abhä ngen. Dagegen hilft nur eine liberale Anerkennungsregel (Grundsatz des favor matrimonii). Daher ist eine Ehe grundsätzlich als gültig zu betrachten, wenn sie im Ehe- schliessungsstaat oder im Wohnsitz -, Aufenthalts - oder Heimatstaat wenigstens einer der Brautleute gültig ist . Anerkennungsfähig sind demnach auch Ehen, die vor einer religiösen, militärischen oder konsularischen P erson geschlossen worden sind, sofern sie im Ausland gültig eingegangen werden ko nnten. Das für das schweizerische Eheschliessungsrecht wich- tige Prinzip der (obligatorischen) Ziv ilehe steht dem nicht entgegen (Courvoisier, a.a.O., Art. 45 IPRG N 13 und 15 ff.; Widmer Lüchinger, a.a.O., Art. 45 IPRG N 31). Die Eheschliessung in E.________ wird im Wesentlichen durch den "Marriage Act 1961" ge- regelt, welcher mehrfach mittels "Amendments" revidiert wurde (nachfolgend " Marriage Act "). Eine Ehe, die entgegen diesen Vorschriften geschlossen wurde, ist grundsätzlich nichtig. Der Marriage Act sieht unter anderem vor, dass die Trauung von einem zuständigen "Marriage Officer" in Anwesenheit von zwei Zeugen vorgenommen werden muss, wobei auch Geistli- che zu "Marriage Officers" ernannt werden können (Bergmann/Ferid/Henrich, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Ordner XVII, Südafrika, S. 38 [Stand 31.12.1998] ; act. 50/8). 2.2 Die Klägerin, die den Antrag auf Scheidung der Ehe stellt und au s dem Bestand der Ehe Rechte ableitet, hat den rechtlich gültigen Eheschluss, d.h. den Eheschluss, der dem Marri- age Act entspricht, zu beweisen (Art. 8 ZGB). Diesen Beweis erbringt sie mit den eingereich- ten Urkunden "Marriage Certificate" und "Full Mar riage Certificate " (act. 14/41a –b). Grund- sätzlich geniessen auch von einer aus ländischen Behörde ausgestellte Urkunden in der Schweiz öffentlichen Glauben; die Vermutung der Richtigkeit ihres Inhalts gemäss Art. 9 ZGB gilt auch für sie (Urteil des Bundesgeric hts 5A.3/2007 vom 27. Februar 2007 E. 2; Widmer Seite 7/42 Lüchinger, a.a.O., Art. 45 IPRG N 8). Die Behauptung des Beklagten, es habe sich bloss um eine rituelle Heirat gehandelt, findet in diesen Urkunden keine Stütze. So lässt sich d em "Marriage Certificate" entnehmen, dass die Ehe zwischen den Parteien am tt.mm.1998 in E.________ vor einem "Marriage Officer" geschlossen wurde. A us dem "Full Marriage Certifi- cate" ergibt sich zudem, dass zwei Zeugen anwesend waren. Der Beklagte macht weder gel- tend, es handle sich bei diesem "Marriage Officer" nicht um einen gemäss Marriage Act legi- timierten "Marriage Officer" , noch bestreitet er die Echtheit der Urkunden oder die Richtigkeit des durch sie beurkundeten Inhalts . Zudem kann aus der blossen Tatsache, dass die Namen der Zeugen und des "Marriage Officer" unter Ziff. 18 und 19 des "Full Marriage Certificate" als unleserlich ( "illegible") bezeichnet werden, nicht abgeleitet werden, die Ehe sei deshalb nach südafrikanischem Recht n icht gültig geschlossen worden. Die entsprechende Behaup- tung des Beklagten blieb unsubstantiiert (act. 50 S. 3). Das Vorbringen des Beklagten, seine südafrikanischen Zivilstandsdokumente lauteten auf ledig, blieb unbelegt und erscheint ange- sichts des "Full Marriage Certificate" als Auszug des He iratsregisters ( "certified a true extract from the marriage register of […]" [act. 14/41a, 4. Zeile]) , welches den Beklagten als Ehe- mann ("husband") und die Klägerin als Ehefrau (" wife") bezeichnet, als nicht plausibel. Dass das "Full Marriage Certificate" am tt.mm.1999 (mithin genau ein Jahr nach der Heirat) ausge- stellt worden ist, ändert – soweit es sich dabei nicht ohnehin um einen Verschrieb handelt – nichts. Die Behauptungen des Beklagten , die in E.________ geschlossene Ehe sei in der Schweiz nie zivilstandesamtlich erfasst worden und es liege keine Anerkennung vor, sind für die hier interessierende Frage, ob die Ehe der Parteien in E.________ gültig geschlossen wurde und daher in der Schweiz anzuerkennen ist , nicht relevant. Abschliessend ist festzuhalten, da ss weder ersichtlich ist, noch vom Beklagten geltend ge- macht wurde, dass die Anerkennung der zwischen den Parteien in E.________ gültig ge- schlossenen Ehe dem schweizerische Ordre public widersprechen würde . 2.3 Abgesehen davon verhält sich der Beklagte widersprüchlich, indem er sich einerseits auf ein Eheschutzverfahren eingelassen, dort Vereinbarungen über Massnahmen während der Dauer des Getrenntlebens getroffen , die Gütertrennung beschlossen und "Erläuteru ngen […] über das Zustandekommen der Ehe" abgegeben hat (act. 12 und 11/2 im Verfahren ES 2015 378), und nun andererseits im Scheidungsverfahren bestreitet, dass eine Ehe vorliegt. 2.4 Das Vorliegen einer anerkennungsfähigen Ehe zwischen den Parteien ist somit nachgewie- sen, weshalb der Nichteintretens antrag des Beklagten abzuweisen ist . Eventualiter beantragt der Beklagte übereinstimmend mit der Klägerin die Scheidung. Die zwischen den Parteien am tt.mm.1998 in E.________ geschlossene Ehe ist demnach zu sc heiden. 3. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über den nachehelichen Unter- halt, zu befinden. 3.1 Die Klägerin beantragt , der Beklagt e sei zu verpflichten, ihr einen monatlichen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von CHF 4'000.00 bis am 31. Dezember 2023 und CHF 2'000.00 bis am 21. August 2030 zu bezahlen. Dieser Unterhaltsbeitrag sei zu kapitalisieren. Demgegenüber stellt der Beklagte den Antrag, es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhaltsbei- trag geschuldet ist . Seite 8/42 3.2 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt, inklusive eines an- gemessenen Vorsorgeunterhalts, selbst aufzukommen, so hat ihm der andere Ehegatte ge- mäss Art. 125 Abs. 1 ZGB einen angemessenen nachehelichen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist. Diese Bestimmung verdeutlicht zwei Grundsätze. Einerseits denjeni- gen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Ehegatten, wonach jeder Ehegatte im Rahmen des Möglichen nach der Scheidung für seine eig enen Lebensh altungskosten aufzu kommen hat (sog. "clean break"). Andererseits denjenigen der nachehelichen Solidarität, wonach die Ehegatten gemeinsam nicht nur die Konsequenzen der während der Ehe gelebten Aufgaben- teilung zu tragen haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB), sondern auch die Nachteile, welche bei einem der Ehegatten ehebedingt angefallen sind und ihn daran hindern, für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufzukommen. Zur Festlegung des nachehelichen Unterhalts nach Art. 125 ZGB ist in einem ersten Schritt der gebührende Unterhalt zu bestimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen sind. Auf welche Lebensverhältnisse abzustellen ist, bestimmt sich da- ran, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Von einer Lebensprägung ist insbesondere dann auszugehen, wenn die Ehe lange, d.h. in der Regel mehr als zehn Jahre (der Zeitraum berechnet sich bis zum Trennungszeitpunkt [vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_478/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2 ]), gedauert hat oder wenn aus ihr Kinder hervorge gangen sind, wobei auch gemeinsame voreheliche Kinder lebensprägend wirken . Bei fehlender Prä- gung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während sich der gebührende Un- terhalt bei lebensprägender Ehe grundsätzlich an dem in der Ehe zuletzt geleb ten Standard , d.h. jenem vor Aufhebung des gemeinsamen Haushalts, bemisst (zuzüglich scheidungsbe- dingter Mehrkosten), auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Parteien An- spruch haben, der aber gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unt erhalts bildet . Ist angesichts der scheidungsbedingten Mehrkosten die Fortführung des in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standards nicht möglich, so hat der Unterhaltsberechtigte Anspruch auf denselben Lebensstandard wie der Unterhaltspflichtige (BGE 137 III 102 E. 4.1 und 4.2.1.1 [= Pra 2012 Nr. 27]; 135 III 59 E. 4 und 4.1; 132 III 593 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_43/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 3.1). Das Gesetz schreibt keine bestimmte Berechnungsmetho de für die Berechnung von Unter- haltsbeiträgen vor. Den Gerichten kommt ein weites Ermessen zu, da sich die Festsetzung des nachehelichen Unterhalts allgemein einer exakten mathematischen Berechnung ent- zieht. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der jeweilige Bedarf grundsätz- lich konkret, das heisst anhand der tatsächlich getätigten Au sgaben zu ermitteln. Auf die Be- stimmung der tatsächlichen Ausgaben der Ehegatten wä hrend der Ehe kann indessen ver- zichtet und die zweistufigen Methode der (erweiterten) Existenzminimumberechnung mit Überschussverteilung angewendet werden, wenn während der Ehe die gesamten Einnahmen für den gemeinsamen Haushalt verwendet wurden, mithin die Parteien über keine Sparquote verfügten. Gleich kann auch dann vorgegangen werden, wenn die Ehegatten w ährend des Zusammenlebens zwar Ersparnisse bilden konnten, diese aber bei im Übrigen gleichbleiben- den Verhältnissen nicht höher sind als die Mehrkosten infolge der Trennung . Der Unterhalts- schuldner, der eine Sparquote behauptet, trägt hie rfür die Behauptungs - und Beweislast, wobei ein hohes Einkommen lediglich ein Indiz für eine verbleibe nde Sparquote darstellt (BGE 140 III 485 E. 3.3 und 3.5.2; Hausheer, Scheidungsunterhalt: Berechnungs - und Be- messungsmethoden, in: ZSR 131/2012, S. 3 ff. und 19 ff.). Seite 9/42 3.3 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma- xime beherrscht. Das Gericht darf sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Prozess vorgebrachten Tatsachen stützen. Der Unterhaltsberechtigte trägt die Beweislast dafür, dass er den eingeklagten Betrag zur Weiterführung des währ end der Ehe gelebten Standards be- nötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedar fs substantiieren, belegen und bezif- fern. Gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbetrag, sind jedoch unausweich- lich (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, 3. A. 2017, Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Der Richter ist in Bezug auf den nachehelichen Unterhaltsbeitrag nur an die formellen Parteianträge, d.h. an den insg esamt eingeklagten o- der anerkannten Betrag (mithin an den im Rechtsbegehren eingeklagten Betrag), nicht aber an die einzelnen Einnahme - und Aufwandpositionen gebunden . Es kann somit für eine Posi- tion mehr oder für eine andere weniger zugesprochen werden, als in der Begründung ver- langt oder anerkannt wird (Urteile des Bun desgerichts 5A_310/2010 vom 19. November 2010 E. 6.4.3; 5P.481/2006 vom 19. Februar 2007 E. 4). Mit der Beweislast verknüpft sind die Behauptungs -, Substantiierungs - und Bestreitungslast. Die Behauptungslast regelt, welche Partei die rechtserheblichen Tatsachen im Prozess zu behaupten und welche Partei die nachteiligen Folgen zu tragen hat, wenn entscheidrelevante Tatsachen nicht Prozessinhalt geworden sind. Die Substantiierungslast bestim mt, wie detail- liert die rechtserheblichen Tatsachen vorzutragen sind. Die Bestreitungslast schliesslich rich- tet sich an die nicht behauptungsbelastete Partei und regelt, welche Tatsachenbehauptungen der anderen Partei als bestritten gelten. Im Bereich des nachehelichen Unterhalts und des Güterrechts gilt der Verhandlungsgrundsatz gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO, woraus folgt, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben. Art. 221 A bs. 1 lit. d ZPO schreibt vor, dass die Klage- schrift die Tatsachenbehauptungen zu enthalten hat. Nach Lehre und Rechtsprechung be- deutet das, dass die klagende Partei die rechtsbegründenden Tatsachen darzulegen hat. Die rechtshindernden Tatsachen zu behaupt en, obliegt hingegen der beklagten Partei (Behaup- tungslast). Dabei sind die Tatsachenbehauptungen substantiiert, das heisst so präzise und detailliert vorzutragen, dass die Gegenpartei darauf antworten kann, eine rechtliche Sub- sumtion möglich ist und über die rechtserheblichen Tatsachen Beweis abgenommen werden kann. Ist eine Partei nicht in der Lage, sich vollständige Kenntnis über den Sachverhalt zu beschaffen, so genügt es, wenn sie alle wesentlichen Umstände, soweit möglich und zumut- bar, substantiiert b ehauptet (Substantiierungslast). Eine mangelhafte Substantiierung der Klage führt zu einem abweisenden Sachurteil. Gemä ss Art. 222 Abs. 2 ZPO hat die beklagte Partei darzulegen, welche Tatsachenbehauptungen der klagenden Partei im Einzelnen aner- kannt oder bestritten werden. Damit ist – sofern die klagende Partei ihrer Behauptungs - und Substantiierungslast nachgekommen ist – grundsätzlich ein substantiiertes Bestreiten ver- langt (Bestreitungslast). An die Substantiierung der Bestreitung dürfen nicht die gleic hen An- forderungen gestellt werden wie an die Substantiierung der Behauptung. Massgebend ist die Einlässlichkeit der Sachdarstellung der behauptungsbelasteten Partei sowie die Möglichkeit und Zumutbarkeit einer substantiierten Bestreitung. Schlichtes Bestre iten oder Bestreiten mit Nichtwissen genügt nur, wenn die bestreitende Partei den behaupteten Ereignissen so fern steht, dass ihr eine Substantiierung nicht zugemutet werden kann. Eine Last zum substanti- ierten Bestreiten kann sich hingegen aus dem Umstand ergeben, dass es der behauptungs- belasteten Partei nicht möglich ist, den Sachverhalt mit dem eigenen Wis sensstand Seite 10/42 substantiiert darzustellen. In einem solchen Fall ist die bestreitende Gegenpartei aus Treu und Glauben zur Mitwirkung bei der Sachverhaltsers tellung verpflichtet (BGE 133 III 43 E. 4.3; 127 III 365 E. 2; 115 II 1 E. 4.; 105 II 143 E. 6a/bb; Urteile des Bundesgerichts 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 E. 5b/bb; 5A_710/2009 vom 22. Februar 20 10 E. 2.3.1; 4C.23/2007 vom 13. März 2007 E. 3.2; Spühler/Dolge/Gehri, Schweizerisches Zi vilprozess- recht, 9. A. 2010, S. 139 f.; Dolge, Anforderungen an die Substantiierung, in: Dolge [Hrsg.], Substantiieren und Beweisen, 2013, S. 2 0 ff.; Brönnimann, Die Behauptungs - und Substanti- ierungslast im schweizeri schen Zivilprozessrecht, 1989, S. 183 f. und 219 ff.; Glasl, in: Brun- ner/Gasser/ Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 55 ZPO N 17 ff., 21 ff. und 23 ff.; Sutter-Somm/von Arx, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuen- berger [Hrsg. ], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 55 ZPO N 20 ff.; je mit Hinweisen). Tatsachen müssen in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift be- hauptet werden (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO). Die b losse Verweisung auf Aktenstüc ke ist in der Regel ungenügend . Verlangt wird nicht, dass Beilagen, die der Substantiierung dienen, zwingend integral im Volltext in die Rechtsschriften übernommen werden. Der Verweis auf eine Beilage ist aber jedenfalls dann ungenügend, wenn die Beilage für sich selbst nicht er- laubt, die geltend gemachten Positionen zu prüfen und gegebenenfalls substantiiert zu be- streiten, und die Beilage in den Rechtsschriften nicht hinreichend konkretisiert und erläutert wird. Werden Tatsach en in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift behauptet und wird für Einzelheiten auf eine Beilage verwiesen, ist vielmehr zu prüfen, ob die Gegenpartei und das Gericht damit die notwendigen Informationen in einer Art erhalten, die eine Übernahme in die Rechtsschriften als blossen Leerlauf erscheinen lässt, oder ob der Verweis ungenügend ist, weil die nötigen Informationen in den Beilagen nicht eindeutig und vollständig enthalten sind oder aber daraus zusammengesucht werden müssten. Es genügt nicht, dass in den Beilagen die Informationen in irgendeiner Form vorhanden sind. Es darf kein Interpretationsspielraum entstehen, die Beilagen müssen vielmehr selbsterklärend sein und genau die verlangten oder in den Rechtsschriften bezeich neten Informationen enthalten (BGE 144 III 519 E. 5 ff.; 136 III 322 E. 3.4.2 ; Urteile des Bundesgerichts 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 5.3, 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.2 und 4A_264/2015 vom 10. August 2015 E. 4.2.2 ; Killias, Berner Kommentar, 2012, Art. 221 ZPO N 23; Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 221 ZPO N 27 ). 3.4 Die am tt.mm.1998 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur tatsächlichen Trennung im mm.2014 16 Jahre gedauert (vgl. E. 4.1.4.1). Zudem haben die Parteien einen gemeinsamen Sohn (act. 1 Rz II.3). Die Ehe ist somit lebensprägend. Die Parteien haben Anspruch auf Fortführung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards. 3.4.1 Die Klägerin macht geltend, aufgrund der Lebensprägung der Ehe habe sie Anspruch auf Unterhaltsbeiträge, die nicht nur ihr Existenzminimum, sondern ihren gebührenden Lebens- unterhalt deckten. Sie berufe sich jedoch nicht auf den ehemals ehelich gelebten Standard, sondern führe lediglich eine Existenzminimum sberechnung durch (act. 1 Rz II.4; act. 51 S. 5). Aufgrund der geltend gemachten Bedarfspositionen ist davon auszugehen , dass die Klägerin ihren Bedarf (welchen sie mit CHF 4'823.15 beziffert [act. 49 S. 5]) nach der zwei- stufigen Methode berechnet hat und das familienrechtliche Existenzminimum als massge- blich erachtet , aber zugleich auf einen allfälligen Überschussanteil verzichtet. Der Beklagte Seite 11/42 stellt sich auf den Standpunkt, es erübrige sich, eine Bedarfs berechnung zu erstellen, jene der Klägerin wür de aber dennoch bestritten. Aufgrund der konkreten Bestreitungen des Be- klagten (Ausgaben für WWZ, Serafe und Mobiltelefon im Grundbetrag enthalten ; mangels Er- werbstätigkeit keine Anrechnung von Kosten für öffentlichen Verkehr) ist davon auszugehen, der Beklagte erachte die zweistufige Methode ebenfalls als anwendbar (act. 12 S. 5; act. 50 S. 6 f.). Folglich ist auf die zweistufige Methode abzustellen (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z1 2014 30 vom 2. Febru ar 2016 E. 3.4). Der Beklagte hat sich weder zum eigenen Bedarf geäussert, noch eine Sparquote behauptet. 3.4.2 Bei der zweistufigen Methode setzt sich der Bedarf bei knappen finanziellen Verhältnissen aus dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum und bei günstigen finanziellen Verhältnis- sen aus dem fam ilienrechtlichen Existenzminimum zusammen . Das familienrechtliche Exis- tenzminimum besteht gemäss Praxis des Kantonsgerichts Zug ausschliesslich aus dem be- treibungsrechtliche n Existenzminimum , den Prämien für nichtobligatorische Krankenversi- cherungen (VVG) und den Steuern; ni cht dazu gehören et wa Mobilität oder Kommunikation, da solche und weitere Kosten aus dem Überschuss zu bezahlen sind (vgl. Arndt, Die Spar- quote, in: Fankhauser/Reusser/Schwander [Hrsg.], Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas Geiser, 2017, S. 43 ff. , 47). Der Beklagte hat sich weder zu seinem Einkommen noch zu seinem Bedarf geäussert. Er ist seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen . Demzufolge ist mit der Klägerin davon aus- zugehen (vgl. auch E. 4.2.4), dass günst ige finanzielle Verhältnisse vorliegen, weshalb auf das familienrechtliche Existenzminimum abzustellen ist. Da die Leistungsfähigkeit des Be- klagten gegeben ist (E. 4.2.4) und die Klägerin keinen Anteil an einem allfälligen Überschuss geltend macht, braucht das familienrechtliche Existenzminimum des Klägers nicht ermittelt zu werden. Ausgehend von den Richtlinien der Justizkommission des Obergerichtes Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 (nach- folgend "Richtlinien"; BGE 140 III 337 E. 4.2.3) berechnet sich das monatliche familienrechtli- che Existenzminimum der Klägerin wie folgt (in CHF, gerundet): Klägerin Grundbetrag 1'200.00 Miete (inkl. Nebenkosten) 2'300.00 Krankenversicherung KVG 332.00 Krankenversicherung VVG 66.00 Steuern 200.00 AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige 350.00 Total 4'448.00 3.4.3 Zu den einzelnen Positionen ist Folgendes anzumerken: • Grundbetrag: Nach den Richtlinien beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten für minderjährige Kinder CHF 1'200.00. In diesem Grundbetrag sind die Kosten für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich deren Instandhaltung), Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherungen, Kulturelles (Telefon, Radio/TV usw.) sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Seite 12/42 Gas etc. enthalten. Ebenfalls im Grundbetrag enthalten sind die Kosten für die Haus rats- und Haftpflichtversicherung ( Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2005 vom 31. Mai 2005 E. 5.2). Der Beklagte macht geltend, die Klägerin haben sich eine Beteiligung des bei ihr wohnenden volljährigen Sohnes anrechnen zu lassen (act. 12 S. 5). Wohnt ein Ehegatte mit einem er- werbstätigen und bereits volljährigen Kind zusammen, ist der Grundbetrag für alleinstehende Personen zu reduzieren, da die aus dem Grundbetrag zu deckenden Auslagen nicht mehr allein getragen werden müssen. Es gelangt in dies en Fällen der Grundbetrag für eine allein- stehende Person in Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Personen zur Anwendung . Der Ehegatten-Grundbetrag von CHF 1'700.00 ist maximal auf die Hälfte herabzusetzen . Ist das volljährige Kind hingegen noch in Ausbild ung (Schule, Studium, Lehre), bleibt es beim Grundbetrag für alleinstehende Personen. Ein allfälliges Einkommen – Lehrlingslohn oder Einkommen während Semesterferien – muss jedoch angemessen berücksichtigt werden (BGE 130 III 765; Six, Eheschutz, 2. A. 2014, N 2.82). Die Klägerin hat anlässlich der Partei- befragung ausgeführt, Sohn K.________ beteilige sich nicht an den Wohn - und Nebenkos- ten; er studiere nach wie vor Vollzeit (act. 26 Rz 6 ; act. 51 S. 6). Der Beklagte hat demge- genüber behauptet, K.________ habe sein Studium mittlerweile abgeschlossen und sei dem- entsprechend leistungsfähig. Ausserdem habe K.________ bereits im Jahr 2013 über ein Vermögen von rund CHF 80'000.00 verfügt (act. 51 S. 3 Rz 10). Der Beklagte reichte keine Belege ein, welche seine Behauptungen stützen würden, weshalb diese als unsubstantiiert zurückzuweisen sind. Es wäre dem anwaltlich vertretenen Beklagten oblegen, den Um fang des Einkommens, das K.________ nach Ansicht des Beklagten erzielt bzw. erzielen könnte, substantiiert darzulegen (vgl. E. 3.3). Der Klägerin ist somit der Grundbetrag für alleinste- hende Schuldner von CHF 1'200.00 ungeschmälert anzurechnen. • Wohnkosten: Die Klägerin beantragt die Anrechnung von Wohnkosten von insgesamt CHF 2'300.00 pro Monat ( Mietzins CHF 2'000.00; Nebenkosten CHF 300.00), da sie die im Eigentum des Beklagten stehende eheliche Liegenschaft werde verlassen müssen und Woh- nungen im Kanton Zug teuer seien (act. 49 S. 5). Der Beklagte bestreitet die Bedarfsposition "Wohnkosten" – und damit insbesondere die Höhe der geltend gemachten Mietkosten – nur grundsätzlich und ohne konkrete Bemerkungen dazu anzubringen (act. 12 S. 5; act. 50 S. 6). Damit kommt er seiner Bestreitungslast nicht genügend nach, denn schlichtes Bestreiten ge- nügt in der Rege l nicht (vgl. E. 3.3). Der Beklagte macht jedoch geltend, die Klägerin habe sich eine Beteiligung des bei ihr wohnenden volljährigen Sohnes an die Miete anrechnen zu lassen (act. 12 S. 5 ; act. 51 S. 3 Rz 10). Ein Beitrag der Kinder für Logis ist anzurechne n, in- dem bei den Eltern von tieferen Wohnkosten ausgegangen wird. Dies gilt auch für volljährige, sich noch in Ausbildung befindende Kinder, welche zu Hause einen Betrag für Logis abgeben (Urteil des Bundesgericht 5C.53/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 3.1). I st das bereits volljäh- rige Kind noch in Ausbildung , sind die Wohnkosten in Relation zum erzielten oder zumutba- ren Einkommen (Lehrlingslohn oder Einkommen während der Semesterferien ) angemessen zu reduzieren (vgl. Six, a.a.O., N 2.101 f.). Wie bereits ausgeführt, kommt der Beklagte sei- ner Substantiierungspflicht nicht nach, wenn er lediglich behauptet, K.________ habe sein Studium mittlerweile abgeschlossen und sei daher leistungsfähig, dafür aber keine Beweis- mittel bezeichnet. Dasselbe gilt für die Beh auptung, K.________ habe bereits 2013 über ein Vermögen von rund CHF 80'000.00 verfügt. Vielmehr wäre es dem anwaltlich vertretenen Beklagten oblegen, den Umfang des Einkommens, das K.________ nach Ansicht des Be- klagten erzielt bzw. erzielen könnte, substa ntiiert darzulegen (vgl. E. 3.3 und "Grundbetrag" ). Seite 13/42 Mithin sind der Klägerin Wohnkosten in Höhe von CHF 2'300.00 im Bedarf anzurechnen. Die Wohnkosten für die selbstbewohnte Liegenschaft während der Dauer des Wohnrechts (zum Wohnrecht E. 12) belaufen sich unbestrittenermassen auf denselben Betrag ( vgl. im Übrigen auch Rz. 3.3 des Eheschutzgesuches [act. 1 im Verfahren ES 2015 378]: Hypothek von CHF 1'214.55, Depotgebühr von CHF 70.00, Nebenkosten von CHF 606.00 und Rück- stellungen für Reparaturen von CHF 400.00). Deshalb sowie in Anbetracht der kurzen Dauer des Wohnrechts von sechs Monaten ist bei der Unterhaltsberechnung hierfür keine zusätzli- che Phase vorzusehen. • Krankenversicherung : Die Krankenversicherungsprämien der Klägerin betragen CHF 331.80 (KVG) und CHF 65.70 (VVG [act. 49/50]). • Öffentlicher Verkehr : Die Klägerin beantragt die Anrechnung von CHF 100.00 pro Monat für öffentlichen Verkehr (act. 1 Rz II.6; act. 49 S. 5 f.). Einen Beleg reichte die Klägerin nicht ein. Der Beklagte bestreitet die se Bedarfsposition mit der fehlenden Erwerbstätigkeit der Klägerin (act. 50 S. 6). Im familienrechtlichen Existenzminimum können Kosten für Mobilität nur be- rücksichtigt werden, wenn sie arbeitsbedingt sind (vgl. Richtlinien Rz II.4.4; Six, a.a.O., Rz 2.114). Da der Klägerin die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar ist (vgl. dazu E. 4.1.5 und 4.1.4.2 ), sind ihr auch keine Kosten für den öffentlichen Verkehr im Bedarf anzu- rechnen. • Steuern: Die Klägerin macht CHF 200.00 geltend für Steuerkosten , da sie nach Rechtskraft des Scheidungsurteils höhere Vermögenssteuern bezahlen müsse (act. 49 S. 6). Diese wer- den vom Beklagten mit der Begründung bestritten, infolge Mankosituation könnten keine Kosten für Steuern angerechnet werden (act. 12 S. 5). Zur Höhe der geltend gemachten Steuerkosten äussert sich der Beklagte nicht. Der Einwand des Beklagten ist nicht zu hören. Der Klägerin sind somit CHF 200.00 für die Steuern im Bedarf anzurechnen. • AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige : Die Klägerin bringt vor, ihr seien AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige in Höhe von monatlich CHF 350.00 anzurechnen. Da sie nach der Durch- führung des Scheidungsverfahrens über ein Vermögen von über CHF 975'000.00 verfügen werde, müsse sie darauf AHV -Beiträge entrichten (act. 49 S. 6). Diese Kosten werden vom Beklagten nicht substantiiert bestritten. Indem er die Bedarfsberechnung nur grundsätzlich bestreitet und keine Be merkungen zur vorliegend relevanten Bedarfsposition anstellt (act. 12 S. 5; act. 50 S. 6), kommt er seiner B estreitungslast nicht nach (vgl. E. 3.3). Dementspre- chend sind CHF 350.00 für AHV -Beiträge im Bedarf der Klägerin zu berücksichtigen (Richtli- nien Rz II.3). Selbst wenn die AHV -Beiträge tiefer wären, beliefe sich der gebührende Unter- halt der Klägerin noch immer auf mehr als die geltend gemachten CHF 4'000.00 (dazu E. 4.2.5). 3.4.4 Die Kosten für Kulturelles (Telefon, TV, Internet, Billag bzw. Serafe) und Strom können – wie vom Beklagten geltend gemacht (act. 50 S. 7) – im familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtig t werden (vgl. E. 3.4 .2; Six, a.a.O., N. 2.92 ). Sie sind aus dem Grundbe- trag zu decken. Seite 14/42 4. In einem nächsten Schritt ist die Leistungsfähigkeit der Parteien zu beurteilen, was die Er- mittlung der Einkommen der Parteien voraussetzt. 4.1 Die Klägerin erzielt unbestrittenermassen kein Erwerbseinkommen. Zu prüfen bleibt , ob, und gegebenenfalls in welchem Umfang , die Klägerin ihren gebührenden Bedarf selber finanzie- ren kann; der Vorrang der Eigenversor gung ergibt sich d irekt aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB. Die Pflicht, die mögliche finanzielle Selbständigkeit zu erreichen, besteht dem- nach unabhängig von der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen (Büchler/Clausen, Die Eigenversorgungskapa zität im Recht des nachehelichen Unterhalts: Theorie und Rechtspre- chung, in: FamPra.ch 2015 , S. 1 ff., 18 f.). 4.1.1 Zusammengefasst stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, ihr sei nicht zumutbar, für ih- ren Bedarf selber aufzukommen, da sie heute 53-jährig und gesundheitlich sehr stark beein- trächtigt sei. Sie sei seit dem Jahr 1997 nicht mehr erwerbstätig und habe somit auch in der Schweiz nie gearbeitet . Ihre Muttersprache sei Englisch, sie habe nur bescheidene Deutsch- kenntnisse. Zudem hätten die Pa rteien vereinbart, dass sie sich um den gemeinsam en Sohn und den Haushalt kümmere , während der Beklagte für den Unterhalt der Familie aufkomme (act. 1 Rz II.4–5 und II.8; act. 33 Rz 4, 7–8; act. 49 S. 4). 4.1.2 Demgegenüber rechnet der Beklagte der Klägerin ein hypothetisches Einkommen in Höhe von CHF 6'652.00 pro Monat für eine Tätigkeit in der Branche "Rechts - und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Berufsgruppe Betriebswirtschafterinnen oder vergleichbare akademische Berufe" an und bringt im Wesentliche n Folgendes vor: Die Klägerin habe studiert und mit cum laude abgeschlossen. Die faktische Trennung der Parteien sei bereits 2011 erfolgt, die Beklagte habe sich ab diesem Zeitpunkt um eine Anstellung bemühen müssen, was jedoch nicht erfolgt sei. Zudem sei die Klägerin bereits während der Trennungszeit wirtschaftlich vom Beklagten unabhängig gewesen, schliesslich habe sie während der Tren nung einver- nehmlich auf eheliche Unterhaltsleistungen verzichtet. Weiter sei das Zusammensein der Parteien aus rein prakt ischen Überlegungen erfolgt (act. 12 S. 5 ; act. 50 S. 5 f.). 4.1.3 Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit bzw. Eigenversorgungskapazität der Ehegatten ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen. Soweit dieses Einkommen nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkom- men angerechnet werden, soweit dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist. Dabei han- delt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkom- men überhaupt oder ein höheres Einkommen als das tatsächlich erzielte angerechnet wer- den kann, genügt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein Einkommen zu erzielen. Ob und in welchem Umfang die Wiederaufnahme einer Erwerbstä- tigkeit nach der Scheidung tatsächlich möglich und zumutbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wesentlich ist zunächst die Dauer der Ehe und die von den Parteien währe nd der Ehe vereinbarte Aufgabenteilung, die mit Rücksicht auf einen allfälligen Berufsunterbruch und das Alter des den Unterhalt beanspruchenden Ehegatten die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben erschweren oder verhindern können. Der Wiedereinstieg in das Erwerbsleben kann auch durch nacheheliche Kinderbetreuungspflichten, aus persönlichen Gründen wie Gesundheitszustand, Ausbildung etc. oder aufgrund objektiver Umstände wie der Arbeits -Seite 15/42 marktlage beeinträchtigt oder ausgeschlossen sein (Urteil des Bundes gerichts 5C.129/2005 vom 9. August 2005 E. 3.1 mit Hinweisen). Die unterhaltsansprechende Person hat alle Tatsachen zu beweisen, die einer Ausdeh nung oder Wiedera ufnahme einer Erwerbstätigkeit entgegenstehen und damit die finanzielle Leis- tungsfähigkeit beeinträchtigen. Zum Beweisthema gehören insbesondere auch behauptete gesundheitliche Beeinträchtigungen. In Bezug auf die rechtliche Zumutbarkei t sind zu einzel- nen Faktoren wie dem Alter oder den noch zu leistenden Kin derbetreuungspflichten die von der Rechtsprechung entwickelten Tatsachenverm utungen zu beachten, welche die Beweis- führung erleichtern. Macht demgegenüber der Unterhaltspflichtige geltend, sein Ehepartner könne sofort oder nach einer Umstellungsfrist ein bestimmtes Einkommen erzielen , obliegt ihm diesbezüglich die Beweislast, da es sich um anspruchshindernde Tatsachen handelt. So hat er konkret zu behaupten , welche Tätigkei ten bzw. Stellen dem Ehegatten zumutbar und reell möglich sind. An der erforderlichen Substantiierung mangelt es etwa, wenn ohne nähere Begründung lediglich ein bestimmter Einkommensbetrag genannt wird. Die Beweisführung wird jedoch dadurch erleichtert, dass die beweisbelastete Partei Lohnangaben aus allgemein zugänglichen Quellen als bekannt betrachten darf, selbst wenn das G ericht die Daten zu- nächst ermitteln muss . Die für die geltend gemachte Einreihung erforderlichen Tatsachen- grundlagen sind zu behaupten (Büchler/Clausen, a.a.O., S. 13 ff.; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 90 mit Hinweisen ). 4.1.4 Es ist daher zunächst zu prüfen, ob der Klägerin die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit zumutbar ist. Die gewählte Verteilung der ehelichen Aufgaben hat häufig Auswirkungen auf die Eigenversorgungskapazität eines oder beider Ehegatten. Hat sich ein Ehegatte während der Ehe ausschliesslich oder überwiegend der Kinderbetreuung und/oder Hausarbeit gewid- met und auf eine eigene berufliche Tätigkeit verzichtet, sind für die Beurteilung, ob, ab wel- chem Zeitpunkt und in welchem Umfang die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkei t zumut- bar ist, vor allem die Kriterien Alter und Gesundheit (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB), Einkommen und Vermögen (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB), Kinderbetreuung (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 6 ZGB) sowie berufliche Ausbildung und Erwerbsaussichten (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 7 ZGB) heranzuzie- hen (Gloor/Spycher, Basler Kommen tar, 6. A. 2018, Art. 125 ZGB N 24; Schwenzer/Büch ler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 58). 4.1.4.1 Die Klägerin macht geltend, sie sei heute 53-jährig, weshalb ihr bereits aufgrund ihres Alters die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit nicht zumutbar sei. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist einem haushaltsführenden Ehegatten die Wiederaufnahme einer Er- werbstätigkeit dann nicht mehr zuzumuten, wenn er im Zeitpunkt der Trennung das 45. Al- tersjahr erreicht hat, wobei diese Alterslimite nicht als starre Regel anzusehen ist. Es handelt sich um eine Vermutung, d ie durch andere, für die Wieder aufnahme der Erwerbstätigkeit sprechende Anhaltspunkte umgestossen wer den kann. Selbst für die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbsarbeit besteht heute die klare Tendenz, die Alterslimite bei 50 Jahren anzusetzen. Von entscheidender Bedeutung ist, ob es sich um den beruflichen (Wieder-)Einstieg nach jahrelangem Erwe rbsunterbruch oder bloss um die Ausdehnung einer bereits bestehenden Erwerbstätigkeit handelt. Denn die Schwelle liegt noch höher , wenn es um die Ausdehnung einer bereits bestehen den Teilzeiterwerbstätigkeit geht, weil diese in fortgeschrittenem Alter einf acher bleibt als der berufliche Wiedereinstieg . Entscheidend für die Beurteilung der Wiederaufnahme ist zudem nicht das Alter bei der Scheidung, sondern Seite 16/42 vielmehr jenes im Zeitpunkt der definitiven Trennung der Parteien (Urteile des Bundesge- richts 5A_319/20 16 vom 27. Januar 2017 E. 4.2; 5A_71/2013 vom 28. März 2013 E. 1.3; 5A_21/2012 vom 3. Mai 2012 E. 3.3; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 70 ). Die Klägerin geht von Februar 2016 als Zeitpunkt der definitiven Trennung aus und verweist dazu auf den Entscheid im Eheschutzverfahren ES 2015 378 (act. 1 Rz II.2; act. 51 S. 5). Zu diesem Zeitpunkt war die Klägerin 49 -jährig. Der Beklagte hingegen erachtet den April 2011 als Trennungszeitpunkt (act. 50 S. 5). Anlässlich der Parteibefragung antwortete die Klägerin auf die Frage betreffend Trennungsze itpunkt, als der Beklagte am 1. April 2011 wegen der Arbeit nach O.________ gegangen sei, sei dies "quasi unsere physische Trennung" gewesen (act. 33 Rz 10). Die Klägerin bringt aber zu Recht vor, man habe Anfan g 2011 noch den Ent- schluss gefasst , die eheliche Liegenschaft in H.________ zu erwerben, was wohl kaum er- folgt wäre, wenn man sich nur kurz darauf definitiv hätte trennen wo llen (act. 51 S. 5). Ge- mäss Aussage des gemeinsamen Sohnes kam der Beklagte im Augu st 2014 nach H.________ zurück und zog in den von der Familienwohnung unabhängigen, über einen ei- genen Zugang verfügenden Hobbyraum ein (act. 1/2 im Verfahren ES 2015 378 ; vgl. auch act. 50 S. 5). Im August 2014 war die Kläger in 48-jährig. Die Haushaltsgem einschaft gilt als aufgelöst, wenn die Ehegatten nicht mehr in einer umfassenden, körperlichen, geistig -seeli- schen und wirtschaftlichen Lebensgemeinschaft verbunden sind. Dabei liegt dem Beginn des Getrenntlebens stets ein subjektives – Getrenntlebenswill e – und im Regelfall objektives Ele- ment – bspw. der Auszug aus der ehelichen Wohnung – zugrunde (Fankhauser, in: Schwen- zer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung , a.a.O., Art. 114 ZGB N 14). Ob bei mindes- tens einer der Parteien zum Zeitpunkt, als der Beklag te der Arbeit wegen nach O.________ zog, ein Getrenntlebenswill e im vorgenannten Sinn best anden hatte, kann vorliegend nicht festgestellt werden , erscheint aber angesichts des kurz zuvor erfolgten Liegenschaftserwerbs (act. 50/13 S. 17) als wenig wahrscheinlich . Demgegenüber ist festzuhalten, dass der Ge- trenntlebenswille im August 2014 bei mindestens einer der Parteien vorgelegen haben musste, als der Beklagte nach der Rückkehr in die Schweiz in den Hobbyraum eingezogen ist anstatt zu Ehefrau und S ohn in die eheliche Wohnung. Die Klägerin war zum Trennungszeitpunkt demnach 48-jährig. Da sie zu diesem Zeitpunkt unbestrittenermassen nicht arbeitstätig war, hätte es sich um einen beruflichen Wiederein- stieg und nicht um die Ausdehnung einer bestehenden Teilzeiterwerbstätigkeit gehandelt. Im Lichte der vorstehend dargestellt en bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der Tendenz, die Schwelle für die (Un -)Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit beim 50. Altersjahr anzusetzen, handelt es sich bei der Klägerin um einen Grenzfall. 4.1.4.2 Der Ausbildungsstand ist ein w ichtiges Kriterium für die Frage der Zumutbarkeit der Auf- nahme einer Erwerbstätigkeit. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann von einer 46-jährigen Frau, die über keine Berufsausbildung und nur mangelnde Sprachkenntnisse ver- fügt, wirtschaftliche Se lbständigkeit nicht mehr erwartet werden (Urteil des Bundesgerichts 5C.227/2003 vom 20. Januar 2004 E. 3.1.2; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 N 86; Gloor/Spycher, a.a.O., Art. 125 ZGB N 32). Die Klägerin hat 199 8 einen Universitätsab- schluss der Univers ity of South Afri ca in Economics and Industrial Relations erlangt. Wäh- rend der ersten Hälfte des Jahres 1998 arbeitete sie als selbständige Beraterin im Bereich Industrial Relations. Seit ihrem Umzug in die Schweiz im Jahre 1999 ist die Klägerin unbe- strittenermassen nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen , sondern hat sich um den Seite 17/42 gemeinsamen Sohn und den Haushalt gekümmert (act. 1 Rz II.4 und II.8; act. 33 Rz 2 –4 und 7–8; act. 49 S. 4). Der Beklagte behauptet zwar, die Parteien hätten vereinbart, dass die Klä- gerin nach dem Umzug in die Schweiz ebenfalls erwerbstätig sein sollte, anerkennt dann aber selbst, dass es dazu nie gekommen ist (act. 50 S. 5). Die Klägerin verfügt somit zwar grundsätzlich über eine Ausbildung ; zum Trennungszeitpunkt waren seit dem Ausbildungsab- schluss aber bereits mehr als 16 Jahre vergangen. Abgesehen von einem halben Jahr als selbständige Beraterin im Jahre 1998 verfügt die Klägerin über keine Berufserfahrung. Eine Erwerbstätigkeit der Klägerin in einem akademischen Beru f ist unter diesen Umständen – entgegen der Darstellung des Beklagten (act. 50 Rz 8) – unrealistisch . Weiter bestreitet der Beklagte nicht, dass die Klägerin nur über bescheidene Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt (act. 1 Rz II.8; 50 S. 6). Der Hinwe is des Beklagten, das Beherrschen der deutschen Sprache sei im Kanton Zug keine Notwendigkeit, wie die vielen "Expats" zeigen würden, ver- fängt in casu nicht (act. 50 S. 6). Anders wäre die Situation allenfalls zu beurteilen, wenn die Klägerin über Berufser fahrung im akademischen Berufsumfeld verfügen würde , wo das Be- herrschen der englischen Sprache gar ein Vorteil sein kann . Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass der Klägerin, die zum Trennungszeitpunkt 48 -jährig war und mittlerweile 53 Jahre alt ist, über (praktisch) keine Berufserfahrung und nur beschei- dene Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt, die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar ist. 4.1.4.3 Weiter bringt die Klägerin vor, sie sei gesundheitlich sehr stark beeinträchtigt und leide an Panikattacken (act. 49 S. 4). Als Beleg hat sie ein Arztzeugnis ihres Hausarztes, Dr. med. P.________, eingereicht, welches eine Beeinträchtigung der Gesundheit der Klägerin bestätigt (act. 49/48). Der Beklagte wendet dagegen ein, bekanntermassen würde n Ärzte heute alles bestätigen, weshalb er das Erstellen eines unabhängigen Gutachtens beantrage (act. 50 S. 3 Rz 9). Die angeblich schlechte gesundheitliche Verfassung der Klägerin ist e in weiteres Indiz, welches für die fehlende Zumutbarkeit spricht. Auf das Einholen eines unab- hängigen Gutachtens kann dennoch verzichtet werden, da der Klägerin die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit auch nicht zu mutbar wäre, wenn sie gesundheitlich nic ht angeschla- gen wäre. 4.1.4.4 Abschliessend ist auf die weiteren Einwände des Beklagten einzugehen : Aus dem Umstand, dass die Parteien während der Trennungszeit gegenseitig auf Unterhalts- beiträge verzichtet haben, kann der Beklagte nichts zu seinen Gu nsten ableiten. Dem Teil- vergleich vom 27. Oktober 2015 im Eheschutzverfahren ES 2015 378, auf den sich der Be- klagte bezieht, lässt sich entnehmen, dass die Parteien "derzeit gegenseitig auf die Bezah- lung von Unterhaltsbeiträgen" verzichtet hatten, weil "di e Parteien zur Zeit über kein regel- mässiges monatliche Erwerbseinkommen" verfügten und die Parteien dem Gericht zudem beantragten, die Sperrung eines Kontos des Beklagten bei der F.________ im Umfang von CHF 83'000.00 aufzuheben (act. 12a Rz 4 im Verfahren ES 2015 378) . Aus dem Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 12. Juli 2017 im Verfahren ES 2017 102 ergibt sich zudem, dass die Klägerin zur selben Zeit ebenfalls über Vermögenswerte in Höhe von CHF 83'000.00 verfügt hat , welche sie zur Bestreitung ihres Bedarfs verwendet hat (act. 14 E. 3.2 im Verfahren ES 2017 102). Daraus ergibt sich, dass die Parteien während der Trennungszeit von ihren Ersparnissen gelebt haben. Dem Einwand des Beklagten, die Seite 18/42 Klägerin sei bereits während der Trennung szeit wirtschaftlich unabhängig gewesen, kann demnach nicht gefolgt werden. Dem Vorbringen des Beklagten, die Klägerin habe keinerlei Anstrengungen unternommen, um eine Anstellung zu finden (act. 50 S. 6), ist entgegenzuhalten, dass Suchbemühungen erst bei der Frage der Möglichkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit relevant sind. Die Frage der Möglichkeit setzt jedoch voraus, dass die Wiederaufnahme einer Erwerbstätig- keit zumutbar ist, was vorliegend verneint wurde (vgl. E. 4.1.4.2). Auf den beklagtischen Einwand, die Parteien hätten bloss aus praktischen Gründen zusam- mengelebt, ist mangels Substantiierung nicht weiter einzugehen (act. 12 S. 5; act. 3 Rz 9). 4.1.5 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass de r Klägerin die Wiederaufnahme eine r Erwerbs- tätigkeit nicht zumutbar ist. Die Klägerin ist daher nicht in der Lage, ihren gebührenden Be- darf selbst zu finanzieren . Anschliessend ist die Leistungsfähigkeit des Beklagten zu prüfen. 4.2 Der Beklagte erzielte g emäss Berechnung der Arbeitslosenkasse zwischen September 2013 und August 2014 ein Salär in Höhe von CHF 17'249.40 pro Monat (act. 1 2/6.3 im Verfahren ES 2015 378) . In den Steuererklärungen 2012 und 2013 hat der Beklagte einen monatlichen Nettolohn von gerundet CHF 16'579.00 bzw. CHF 16'845.00 ausgewiesen (act. 1/23 –24). 4.2.1 Die Klägerin bringt im Wesentlichen vor, es sei unklar, was der Beklagte heute verdiene; den Steuererklärungen der Jahre 2012 und 2013 lasse sich jedoch ein Einkommen von jährlich über CHF 200'000.00 entnehmen. Die Familie des Beklagten führe in E.________ unter dem Oberbegriff " Q.________Ltd. verschiedene Gesellschaften. Auf seinem XING -Profil gebe der Beklagte an, er arbeite für " Q.________". Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass der Beklagte n ach E.________ zurückgekehrt sei und dort für die Familiengesellschaft ar- beite. Ausserdem habe d er Beklagte seit der Sperrung seiner Konten nie darauf gedrängt, dass diese Vermögenswerte deblockiert werden, was zeige, dass der Beklagte nicht auf seine Ersparnisse greifen müsse, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Mithin sei davon auszugehen, dass der Beklagte erwerbstätig und daher in der Lage sei, für den Unterhalt der Klägerin aufzukommen (act. 1 Rz II.8; act. 49 S. 6). 4.2.2 Dagegen wendet der Beklagte zusammengefasst ein, er sei nicht leistungsfähig. Seit er im August 2014 seine Stelle in O.________ verloren habe, habe er trotz stetigen Suchbemühun- gen keine Arbeit mehr finden können. Aktuell lebe er von Verwandtenunterstützung und Ge- legenheitsjobs. Da er erwiesenermassen bereits seit Jahren vergeblich eine Anstellung su- che, dürfe ihm kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, da ihm dessen Erzie- lung schlicht nicht möglich sei. Dass er nicht auf die in der Schweiz blockierten Vermögens- werte zurückgreifen müsse, liege daran, dass die Lebenshaltungskosten in N.________ sehr tief seien (act. 12 S. 5; act. 50 S. 4 f.). 4.2.3 Der Klägerin obliegt gestützt auf Art. 8 ZGB der Beweis für die Tatsa che, dass dem Beklag- ten die Leistung des verlan gten Unterhalts möglich ist (Gloor/Spycher, a.a.O., Art. 125 ZGB N 43; Hausheer/Spycher, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A. 2010, Rz 05.173 mit Hinweisen ). Die Parteien sind jedoch ungeachtet der Beweislast- verteilung zur Mitwirkung bei der Beweiserhebung bzw. der Abklärung des Sachverhaltes Seite 19/42 verpflichtet (Art. 160 Abs. 1 ZPO; BGE 139 III 278 E. 4.3). Insbesondere haben sie als Partei wahrheitsgemäss auszusagen – was naturgemäss die Teilnahme an der Parteibefragung vo- raussetzt – (Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO) oder Urkunden herauszugeben ( Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO). Eine erhöhte Mitwirkungspflicht besteht dann, wenn die beweisbelastete Partei wegen Beweisschwierigkeiten den Beweis nicht selber führen kann und die nicht beweisbelastete Partei den zu beweisenden Tatsachen näher ist (vgl. E. 3.3). In casu trifft den Beklagten auf- grund seiner Beweisnähe, insbesondere was seine Leistungsfähigkeit (Einkommen, Bedarf, Vermögenssituation) betrifft, eine erhöhte Mitwirkungspflicht . Mithin wäre es am Beklagten gewesen, umfassend Auskunft über seine Einkommens - und Vermögensverhältnisse bzw. über seine Leistungsfähigkeit zu ertei len. Verweigert eine Partei die Mitwirkung unberechtig- terweise, so berücksichtigt dies das Gericht bei der Beweiswürdigung (Art. 164 ZPO). Die Mitwirkung ist für die Partei eine prozessuale Last, d. h. unberechtigtes Verweigern der Mit- wirkung hat für die opponierende oder gar reni tente Partei weder Strafe noch Zwang zur Folge, sondern ihr passives Verhalten wird nur, aber immerhin, bei der Beweiswürdigung (zu ihrem Nachteil) berücksichtigt (Schmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 164 ZPO N 1). Ver- weigert die nicht beweisbelastete Partei die Edition eines bestimmten Dokuments, obwohl feststeht, dass es in ihrem Besitz ist, wird regelmässig anzunehmen sein, dass es den von der Gegenpartei behaupteten Inhalt aufweist (Schmid, a.a.O., Art. 164 ZPO N 2; Rüetschi, Berner Kommentar, 2012, Art. 164 ZPO N 2 und N 5; BGE 140 III 264 E. 2.3). Ferner darf das Gericht im Rahmen der Parteibefragung annehmen, die durch die Gegenpartei unbeant- wortet gebliebene Frage indiziere die Richtigkeit der Behauptung der beweisbelastete n Par- tei, wenn davon auszugehen ist, die mitwirkungspflichtige Partei habe von der erfragten Tat- sache Kenntnis haben müssen (Higi, DIKE-Komm-ZPO, 2. A. 2016, Art. 164 ZPO N 5; Rüe- tschi, a.a.O., Art. 164 ZPO N 5). 4.2.4 Am 26. November 2018 fand die Parteibefragung statt, welcher der Beklagte trotz ordnungs- gemässer Vorladung ferngeblieben ist (act. 33). Die Vorladung enthielt einen ausdrücklichen Hinweis auf die Anwesenheitspflicht und die Folgen der unberechtigten Mitwir kungsverweige- rung (act. 20). Da der Beklagte der Parteibefragun g fernblieb, konnte er nicht – wie von der Klägerin beantragt (act. 1 Rz II.8) – zu seiner Leistungsfähigkeit und insbesondere zu seinen Einkommens verhältnissen sowie seiner Arbeitssituation befragt werden. Diese Verweigerung der Mitwirkung ist bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Die Klägerin legte verschie- dene Dokumente ins Recht, aus denen hervorgeht, dass die Q.________Ltd. im Internet als Investmentgesellschaft bezeichnet und unter d er Kategorie "Estate Management Servi ces" geführt wird (act. 1/26a –b und 27). Um ihre Behauptung zu belegen, bei Q.________Ltd. handle es sich um eine Unternehmung der Eltern des Beklagten, reichte die Klägerin eine E - Mail ihres Sohnes K.________ an seinen Grossvater ( R.________) ein, welcher die E -Mail- Adresse "Q.________@netactive.co.za " verwendet (act. 1/8). Schliesslich stützt sich die Klä- gerin auf einen Ausdruck des XING -Profils des Beklagten, worin er angibt, er arbeite für "Q.________" (act. 1/25). Damit hat die Klägerin – soweit möglich und zumutbar – substanti- iert behauptet, dass der Beklagte leistungsfähig ist. Der Beklagte ist weder seiner Bestrei- tungsobliegenheit noch seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen, indem er nur pauschal be- hauptet, er se i arbeitslos und finde keine Stelle, ohne aber die Ausführungen der Klägerin substantiiert zu bestreiten. Die Leistungsfähigkeit des Beklagten ist damit als bewiesen anzu- sehen. Seite 20/42 Bezüglich seiner angeblichen Bemühungen, eine Anstellung zu finden, verweist der Beklagte im Übrigen bloss auf eine Beilage (act. 12/4), ohne die darin enthaltenen Tatsachen zumin- dest in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in der Rechtsschrift zu behaupten (act. 12 S. 5; act. 50 S. 4). Die blosse Verweisung auf Aktenstücke ist in der Regel ungenügend (vgl. E. 3.3). Die erwähnte Beilage (act. 12/4) ist eine Sammelbeilage und enthält zahlreiche E-Mails, Verfügungen, Rechnungen und handschriftlich ausgefüllte Formulare der Arbeits lo- senversicherung betreffend Nachweis der persönlic hen Arbeitsbemühungen. Weil die be- haupteten Informationen aus act. 12/4 zusammengesucht werden müssten (sofern sie darin überhaupt enthalten sind), ist d er blosse Verweis darauf nicht ausreichend (vgl. E. 3.3). 4.2.5 Dementsprechend kann zusammenfassend f estgehalten werden, dass die derzeitige Leis- tungsfähigkeit des Beklagten erstellt und der Klägerin ab Rechtskraft des Scheidungsurteils ein nachehelicher Unterhaltsbeitrag zuzusprechen ist. Die Klägerin macht bis zur ordentlichen Pensionierung des Beklag ten einen Unterhaltsan- spruch von monatlich CHF 4'000.00 geltend. Das Gericht darf der Klägerin nicht mehr zu- sprechen, als sie verlangt (Dispositionsmaxime; Art. 58 Abs. 1 ZPO). Dementsprechend ist ihr ab Rechtskraft des Scheidungsurteils – trotz eines Bedarfs von CHF 4'448.00 (E. 3.4.2) – lediglich ein Unterhaltsbeitrag von CHF 4'000.00 pro Monat bis Ende Dezember 2023 (Zeit- punkt der ordentlichen Pensionierung des Klägers nach schweizerischem Recht) zu zuspre- chen. 4.3 Die Klägerin verlangt zudem einen Unterhaltsanspruch über das ordentliche Pensionsalter des Beklagten hinaus (act. 49 S. 6 f.). Sie behauptet jedoch nicht, dass der Beklagte auch über den Zeitpunkt seiner ordentlichen Pensionierung hinaus in der Unternehmung seiner Eltern weiterarbeiten würde oder dass eine solche Wei terarbeit dem Beklagten zumutbar wäre. Auch legt die Klägerin nicht dar, dass und, gegebenenfalls, in welcher Höhe der Be- klagte nach seiner Pensionierung ein anderes Einkommen als Erwerbseinkommen erzielen wird. Mangels e ntsprechender Behauptungen (vgl. E. 3.3) gilt die Leistungsfähigkeit des Be- klagten daher lediglich bis zum Zeitpunkt seiner ordentlichen Pensio nierung als erstellt. 4.4 Die Klägerin beantragt, der nacheheliche Unterhalt sei nicht als Rente, sondern als Kapital- abfindung gemäss Ar t. 126 Abs. 2 ZGB festzusetzen. 4.4.1 Zur Begründung bringt die Klägerin vor, es würden besondere Umstände vorliegen, da der Beklagte sich ins Ausland abgesetzt habe. Bei N.________, wo der Beklagte angebe, Wohn- sitz genommen zu h aben, handle es sich um einen südafrikanischen Staat mit grossen politi- schen Unsicherheiten und ohne funktionierendes Rechtssystem . Eine Chance, ausstehende Unterhaltsbeiträge in diesem Land geltend zu machen, bestünde nicht. Zudem habe sich der Beklagte um das vorliegende Scheidungsverfahren nicht gekümmert , da er den Verhandlun- gen ferngeblieben und seinen Auskunftspflichten nur unvollständig nachgekommen sei . Dass der Beklagte bis heute nicht bereit sei, die der Klägerin im Rahmen der Eheschutzverfahren zugesprochenen Parteientschädigungen zu bezahlen, zeige den fehlenden Zahlungswillen des Beklagten ebenfalls. Die wirtschaftliche Tragbarkeit einer Abfindung sei gegeben, da der Beklagte auf d as in der Schweiz liegende gesperrte Vermögen offenbar nicht ange wiesen sei (act. 49 S. 7 f.; act. 51 S. 6). Demgegenüber verneint d er Beklagte das Vorliegen besonderer Umstände. Er habe die Schweiz verlassen, weil er hier keine Stelle gefunden ha be; ein Seite 21/42 Absetzen ins Ausland liege nicht vor. Zudem zeige die Tatsache, dass er die Aufhebung der Kontosperren nie angestrebt habe, dass er keine Vereitelungsabsichten hege . Die wirtschaft- liche Leistungsfähigkeit allein könne eine Kapitalabfindung nicht rechtfertigen (act. 12 S. 5; act. 50 S. 7). 4.4.2 Das Gericht setzt als U nterhaltsbeitrag eine Rente fest und bestimmt den Beginn der Bei- tragspflicht (Art. 126 Abs. 1 ZGB). Rechtfertigen es besondere Umstände, so kann anstelle einer Rente eine Abfindung festgesetzt werden (Art. 126 Abs. 2 ZGB). Die Abfindung ist eine grundsätzlich einmalige Kapitalleistung eines Ehegatten an den anderen zur Abgeltung des nachehelichen Unterhaltsanspruchs i m Sinne von Art. 125 ZGB. Obschon sich das Gesetz darüber ausschweigt, kann das Gericht eine Abfindung nur auf Antrag eines oder beider Ehe- gatten und nicht von Amtes wegen festsetzen (Gloor/Spycher, a.a.O., Art. 126 ZGB N 9). Bei einseitigem Antrag müssen sodann besondere Umstände vorliegen, die ein Abweichen vom Regelfall rechtfertigen. Stellt die unterhaltsberechtigte Partei den Antrag, so kön nen sich die besonderen Umstände aus ständigem Zahlungsverzug des Schuldners (Urteil des Bundes- gerichts 5A_726/2011 und 5A_727/2011 vom 11. Januar 2017 E. 6.1) oder daraus ergeben, dass die Rente infolge risikoreicher Geschäfte oder Wegzugs des Pflichtigen ins Ausland ge- fährdet erscheint (vgl. Spycher/Gloor, a.a. O., Art. 126 ZGB N 10 mit Hinweisen ). Vorausset- zung ist immer, dass die Leistung einer Abfind ung für den Verpflichteten wirt schaftlich trag- bar ist, wobei er zur Erfüllung seiner Verpflichtung gegebe nenfalls auch sein Vermögen an- zehren muss (vgl. BGE 129 III 7 E. 3.1.2; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 126 ZGB N 5). Die Voraussetzungen der Kapitalabfindung sind vom ansprechenden Ehegatten zu beweisen (Art. 8 ZGB). 4.4.3 Der Beklagte hat weder bestritt en, dass er in N.________ lebt, noch dass N.________ über kein "funktionierendes Rechtssystem " verfügt. Auch die Behauptung der Klägerin, der Be- klagte habe sich bis heute geweigert, die ihr zugesprochenen Parteienschädigungen zu be- zahlen, blieb unbestritte n. Mithin ist eine Unterhaltsrente in casu als gefährdet zu qualifizie- ren, weshalb das Vorliegen besonderer Umstände im Sinne von Art. 126 ZGB zu bejahen ist. Dass die Leistung einer Abfindung für den Beklagten wirtschaftlich tragbar ist, anerkennt er selbst, wenn er ausführt, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit alleine könne eine Abfindung nicht rechtfertigen (vgl. act. 50 S. 7). Die Klägerin beantragt die Zusprechung des monatlichen Unterhaltsbeitrages ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, wobei sie davon ausgeht, dass der erste Unterhaltsbeitrag per 1. Ja- nuar 2020 zu bezahlen wäre. Dieser Zeitpunkt erscheint im Hinblick auf die dreissigtägige Berufungsfrist (vgl. Dispositiv Ziffer 10) als angemessen, weshalb darauf abzustellen ist. Die Klägerin hat Anspruch auf einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 4'000.00 ab dem 1. Januar 2020 bis und mit Dezember 2023 (vgl. E. 4.3). Dies entspricht einem Betrag von CHF 192'000.00 (CHF 4'000.00 x 48 Monate). Der Beklagte hat sich zur seitens der Klägerin vorgenommenen Berechnung der Kapitalabfindung nicht geäussert, weshalb dieser Betrag antragsgemäss auf die mittlere Laufzeit (von zwei Jahren) mit zwei Prozent zu verzinsen ist (vgl. act. 49 S. 8 i.V.m. act. 51 S. 2 Rz 7). Der Beklagte hat de r Klägerin eine Kapitalabfin- dung gemäss Art. 126 ZGB in Höhe von CHF 184'320.00 (CHF 192'000.00 ./. [CHF 3'840.00 Zins/Jahr x 2 Jahre)] zu bezahlen . Seite 22/42 An dieser Stelle ist das Vorbringen der Klägerin zu prüfen, der Beklagte habe eine Kapital ab- findung in Höhe von CHF 360'821.00 anerkannt (act. 51 S. 6). Die Klägerin sieht in der fol- genden Aussage des Beklagten eine Anerkennung: "Selbst wenn eine Kapitalisierung ge- rechtfertigt wäre – was bestritten wird –, wäre von einem Unterhaltsanspruch von maximal CHF 2'649.20 auszugehen, was einem Kapital von CHF 360'821.00 entsprechen würde" (act. 50 S. 7). Der Beklagte bestreitet mithin die Zulässigkeit einer Kapitalabfindung per se. Die zitierte Aussage des Beklagten ist in diesen Kontext zu stellen, weshalb darin kei ne An- erkennung erblickt werden kann, auf welche der Beklagte zu behaften wäre . 4.5 Abschliessend ist über den Antrag der Klägerin zu befinden, die Kapitalabfindung sei aus in der Schweiz gelegenen Vermögenswerten zu bezahlen . Hierzu beantragt die Klägerin die Anweisung an die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________, sämtliches Vorsorgevermögen der 3. Säule, lautend auf den Beklagten , bestehend aus den Vorsorgekonten Nr. .________ und Nr. .________, auf ein Sparen 3 Konto der Klägerin zu überweisen. Weiter sei die F.________ anzuweisen, das Portfolio Nr. .________ inklusive des dazugehörenden Kontos und Depots zu veräussern und den Saldo auf die Klägerin zu übertragen (act. 49 S. 8 und 11 f.). Die Klägerin verweist für die Begründung auf jene besonderen Ums tände, welche auch die Zusprechung einer Kapitalabfindung rechtfertigen (act. 49 S. 7 f.). Der Beklagte hat sich dazu nur insofern geäussert, als er einen Unterhaltsbeitrag bzw. eine Kapitalabfindung grundsätzlich ablehnt und die Freigabe der gesperrten Konten fordert . 4.5.1 Vernachlässigt die verpflichtete Person die Erfüllung der Unterhaltspflicht, so kann das Ge- richt ihre Schuldner anweisen, die Zahlungen ganz oder teilweise an die berechtigte Person zu leisten (Art. 132 Abs. 1 ZGB). Voraussetzung für die Anordnung einer Anweisung ist, dass ein vollstreckbarer Rechtstitel vorliegt und der Schuldner die Erfüllung seiner Unterhalts- pflicht vernachlässigt . Da die Anweisung zu einer Blossstellung des Pflichtigen gegenüber Dritten führt, muss der Eingriff verhältnismässig sein und darf nicht schon bei jeder geringfü- gigen Verzögerung oder ausnahmsweise n Ausbleiben der Leistung erfolgen. Vielmehr darf sie nur angeordnet werden, wenn aufgrund der Umstände eindeutig davon auszuge hen ist, dass der unterhaltspflichtige Ehegatte in Zukunft seiner Unterhaltspflicht nicht oder nicht re- gelmässig nachkommen wird, ein Verschulden des Unterhaltsschuldners ist jedoch nicht vo- rausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts 5A_464/2012 vom 30. Novembe r 2012 E. 5.3; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art . 132 ZGB N 2). Eine antizipierte Pflichtverletzung muss sich auf konkrete Verhaltensweisen des Schuldners stützen. Im Zentrum stehen dabei Äusserun- gen und Verhalt ensweisen im Verfahren über den Unterhaltsanspru ch. Wer einer entspre- chenden Verhandlung unentschuldigt fernbleibt, manifestiert seine Gleichgültigkeit gegen- über den ihn treffenden Pflichten (Weber, Anweisung an die Schuldner, Sicherste llung der Unterhaltsforderung und Verfügungsbeschränkung , AJP 2002, S. 238). Die Anweisung kann nicht nur für periodische Unterhaltsleistungen, sondern auch für eine Kapitalabfindung ge- mäss Art. 126 ZGB verlangt werden ( Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art . 132 ZGB N 3). Objekt der Anweisung können jeg liche Forderungen sein, die der Unterhaltsschuldner gegenüber Dritten hat, somit auch Kontoguthaben und Ansprüche gegen Vorsorgeeinrichtungen (Weber, a.a.O., S. 240; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art . 132 ZGB N 6). Über die Schuldneranwei- sung kann direkt im Scheidungsverfahren entschieden werden (Urteile des Bundesgerichts 5A_801/2011 und 5A_808/2011 vom 29. Februar 2012 E. 6). Seite 23/42 4.5.2 Ein Unterhaltsanspruch der Klägerin gegenüber dem Beklagten ist gegeben (vgl. E. 4.3 und 4.4.3). Da der Unterhaltsbeitrag erst ab Rechtskraft des Scheidungsurteils geschuldet ist (vgl. E. 4.3), ist auch die Anweisung auf diesen Zeitpunkt zu terminieren , womit die Voraus- setzung eines vollstreckbaren Rechtstitels gegeben ist. Weiter ist festzuhalten, dass der Un- terhaltsanspruch der Klägerin unter den gegebenen Umständen ernst haft gefährdet ist: Ei- nerseits ist der Beklagte sowohl der Parteibefragung als auch der Einigungs- und der Haupt- verhandlung unentschuldigt ferngeblieben (vgl. vorne Sachverhalt Ziff. 10, 11 und 16 sowie E. 4.2.4), womit er seine Gleichgültigkeit gegenüber den ihm obliegenden familienrechtlichen Pflichten offenbart. Andererseits hat der Beklagte sich unbestrittenermassen bis heute gewei- gert, der Klägerin die ihr im Rahmen verschiedener Eheschutzverfahren zugesprochenen Parteienschädi gungen zu bezahlen (vgl. E. 4.4.3). Als Ausfluss der ehelichen Unterhalts- pflicht nach Art. 163 ZGB oder der ehelichen Beistandspflicht nach Art. 159 Abs. 3 ZGB ist der eine Ehegatte gehalten, dem anderen in Rechtsstreitigkeiten durch Leistung von Pro- zesskostenvorschüssen beizustehen (BGE 142 III 36 E. 2.3). Der Beklagte ist dieser Pflicht wiederholt nicht nachgekommen, weshalb die Klägerin das Kantonsgericht Zug anrufen und die Anweisung der F.________ beantragen musste (vgl. vorne Sachverhalt Ziff. 3.2, 5 und 13). Weiter ist die Anweisung verhältnismässig, da die Kapitalabfindung lediglich eine letzt- malige Anweisung der Schuldner des Beklagten notwendig macht. Das Interesse der Kläge- rin, Verzögerungen oder gar das Unterbleiben der Leistung der Kapitalabfind ung zu verhin- dern, überwiegt deutlich. 4.5.3 Mithin ist die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ antragsgemäss anzuwei sen, den gesamten sich auf den Konten Nrn. .________ und .________ befindlichen Saldo auf ein Sparen 3-Konto der Klägerin zu überweisen. Am 31. Dezember 201 4 war auf dem erstge- nannten Vorsorgekonto ein Vermögen von CHF 8'595.70 und auf dem zweitgenannten am 31. Dezember 2013 ein solches von CHF 59'123.94 (act. 1/33). Der aktuelle Kontostand ist nicht bekannt. Der kapitalisierte Unterhaltsanspruch der Klägerin beläuft sich , wie erwähnt, auf CHF 184'320.00. Nach Anweisung der Vorsorgestiftung verbleibt ein Fehlbetrag von mut- masslich rund CHF 116'600.00 (vgl. E. 7.2.4). Dieser Fehlbetrag ist durch im Portfolio Nr. .________ bei der F.________ gehaltene Vermögenswerte zu decken. Da in besagtem Port- folio Vermögenswerte in Höhe von über CHF 329'000.00 enthalten sind (vgl. act. 1/34; E. 7.2.3), ist die F.________ nicht anzuweisen, das gesamte Portfolio zu veräussern und den Saldo auf die Klägerin zu über tragen. Vielmehr sind nur so viele Vermögenswerte zu verkau- fen, wie erforderlich ist , damit aus dem Nettoverkaufserlös der Fehlbetrag von mutmasslich CHF 116'600.00 auf die Klägerin übertragen werden kann. Die Schuldneranweisung soll nicht dazu führen, dass das CHF 116'600.00 übersteigende Vermögen des Beklagten im Be- stand bzw. der Anlageart verändert wird. 5. Als Nächstes ist die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen. 6. Die Klägerin fordert vom Beklagten eine gü terrechtliche Ausgleichszahlung in Höhe von CHF 672'202.52, wobei diese Zahlung soweit möglich durch Anweisung der in der Schweiz gesperrten Vermögenswerte erfolgen soll e (act. 49 S. 11 f.). Der Beklagte geht von einem Ausgleichsanspruch der Klägerin in Höhe von maximal CHF 58'380.20 aus (act. 50 S. 9). 6.1 Hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung gelte n die Verhandlungs - und die Dispositionsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bun desgerichts 5A_621/2012 vom Seite 24/42 20. März 2013 E. 4.3.1). Das Ge richt darf einer Partei aufgrund der Dispositionsmaxime nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Nach der Verhandlungsmaxime haben die Parteien dem Gericht die Ta tsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Bleiben prozessrelevante Tatsachen unbewiesen, ist nach den allgemeinen Regeln der Beweislast zu entscheiden, d.h. es unterliegt diejenige Partei, welche die Bewe islast trägt (vgl. Art. 8 ZGB sowie E. 3.3 ). 6.2 Grundlegend für die güterrechtliche Auseinandersetzung ist der zwischen den Parteien wäh- rend der Ehe bestehende Güterstand. Beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung sind zwei nach Rechts trägern getrennte Vermögen der Ehegatten zu unterscheiden, nämlich das Frauen- und das Mannesgut. Innerhalb des Vermögens des gleichen Rechtsträgers, d.h. in- nerhalb des Frauen - und des Mannesguts, bestehen je zwei Gütermassen, die Errungen- schaft und das Ei gengut. Jeder Ehegatte hat Anspruch auf sein Eigengut sowie (in der Re- gel) die Hälfte des Vorschlags der Errungenschaft des anderen (Art. 215 Abs. 1 ZGB). Die güterrechtliche Auseinandersetzung wird bei der Errungenschaftsbeteiligung in vier Schritten durchgeführt, indem (erstens) das Vermögen von Mann und Frau getrennt sowie der Errun- genschaft oder dem Eigengut zugewiesen, (zweitens) der Vorschlag unter Berücksichtigung allfälliger Mehrwertanteile berechnet, (drittens) die Beteiligung am Vorschlag bestimmt und (viertens) die Erfüllung der Ansprüche geregelt wird. 6.3 Massgebender Zeitpunkt für den Bestand der Vermögen ist das Datum der Auflösung des Güterstandes (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Vorliegend wurde mit Entscheid vom 3. November 2015 die Gütertrennung p er 30. Juni 2015 angeordnet ( act. 14 Dispositiv Ziff. 3 im Verfahren ES 2015 378). Nach der Au flösung des Güterstandes beeinflussen Veränderungen im Bestand des Vermögens eines Ehe gatten die güterrechtliche Auseinandersetzung grundsätzlich nicht mehr. Es kann insbesondere sowohl hinsichtlich Aktiven als auch Passiven keine Errungen- schaft mehr entstehen. Auch Ersatzanschaffungen sind nicht mehr möglich. Daraus folgt, dass der Verbrauch oder Untergang eines Vermögenswertes nach dem Stichtag grundsätz- lich zulasten des Eigentümerehegatten geht und die güterrechtliche Auseinandersetzung nicht belastet. Wird ein Vermögenswert allerdings für den Unterhalt verbraucht, ist dies güter- rechtlich von Bedeutung , falls der andere Ehegatte ausdrücklich oder konkludent zugestimmt hat (z.B. weil die vor Auflösung des Güterstandes bisher im gegenseitigen Einvernehmen ge- handhabte Regelung stillschweigend weitergeführt wird) oder das Gericht bei Festlegun g der Unterhaltspflicht gestattet hat, auf die Ersparnisse zurückzugreifen. In diesem Fall ist die Ver- änderung im Bestand des Vermögens ausnahmsweise zu berücksichtigen. Hat jedoch der Eigentümerehegatte einen Wert für den eigenen Unterhalt oder den der üb rigen Familie ohne Zustimmung des anderen oder des Gerichts verbraucht, ist der Vermögenswert in die güter- rechtliche Auseinandersetzung einzubeziehen , wie wenn er noch vorhanden wäre (Steck/Fankhauser , in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, a.a.O., Art. 207 ZGB N 8 f.; Hausheer/Aebi -Müller, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 207 ZGB N 10). 6.4 Für den Wert der bei der Auflösung des Güterstandes vorhandenen Errungenschaft ist hin - gegen der Zeitpunkt der Auseinandersetzung massgebend (Art. 214 Abs. 1 ZGB), d.h. bei der Scheidungsklage der Tag der Entscheidfällung. Folglich sind Wertveränderungen, die zwischen der Auflösung des Güterstandes und der güterrechtlichen Auseinandersetzung ein- getreten sind, zu berücksichtigen (Steck/Fankhauser , a.a.O., Art. 204 ZGB N 10). Die Seite 25/42 Vermögenswerte sind zu ihrem Verkehrswert einzusetzen (Art. 211 ZGB). Verkehrswert im Sinne des Gesetzes ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar wäre. Nach dem Zeitpunkt der Gütertrennung veräusserte Vermö genswerte bleiben zum Wert im Zeitpunkt der Veräusserung weiterhin für die güterrechtliche Auseinandersetzung massgebend (BGE 135 III 241 E. 4.1; 136 III 209 E. 5.2, 6.2.1 und 6.3.2). 6.5 Vorerst ist die Trennung von Frauen - und Mannesgut vorzunehmen. Gem äss Art. 205 ZGB nimmt bei der Auflösung des Güterstandes jeder Ehegatte seine Vermögenswerte zurück, die sich im Besitz des andern Ehegatten befinden (Abs. 1). Steht ein Vermögenswert im Mit- eigentum und weist ein Ehegatte ein überwiegendes Interesse nach, so kann er neben den übrigen gesetzlichen Massnahmen verlangen, dass ihm dieser Vermögenswert gegen Ent- schädigung des andern Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird (Abs. 2). Die Ehegatten regeln ihre gegenseitigen Schulden (Abs. 3). Mithin sind zunächst die Aktiven und Passiven der Ehegatten – unter Berücksichtigung der gegenseitigen Schulden – zusammenzustellen und in Mannes- und Frauenvermögen aufzuteilen (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, Das Familien- recht des Schwei zerischen Zivilgesetzbuches, 6. A. 2018, N 12.157 ff.). Jeder Vermögens ge- genstand ist ent weder der Errungenschaft oder dem Eigengut zuzuweisen. Entscheidend ist dabei der engste sachliche Zusammenhang und damit insbesondere das quantitative Über- gewicht der einen oder anderen Gütermasse im Zeitpunkt d es Erwerbs des Vermögensge- genstandes. Bei einer nachträglichen Investition verbleibt der mitfinanzierte Vermögensge- genstand der bisherigen Vermögensmasse selbst dann, wenn der Beitrag wertmässig die Leistung der anderen Masse übersteigt (Hausheer/Geiser/Ae bi-Müller, a.a.O., N 12.57 ff.). Auch die Schulden jedes Ehegatten sind entweder seinem Eigengut oder seiner Errungen- schaft zuzuordnen. Eine Schuld belastet diejenige Vermögensmasse, mit welcher sie sach- lich zusammenhängt, im Zweifel aber die Errungenschaf t (Art. 209 Abs. 2 ZGB). Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, dass alles Vermögen eines Ehe- gatten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt. Die Beweislastregel kommt dann zur Anwendung, wenn zwar die Berechtigung des Ehe gatten an einem Vermögensge- genstand feststeht, jedoch streitig und unbewiesen ist, welcher der beiden Gütermassen der fragliche Vermögenswert zugeordnet werden muss. 7. Vorab ist das Mannesgut per 30. Juni 2015 auszuscheiden und gleichzeitig güterrechtlich dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 7.1 Die eheliche Liegenschaft in H.________ (5-Zimmerwohnung im 3. OG, mit Abstellraum und Wohnungskeller im UG sowie Tiefgaragenparkplatz Nr. .________), GS BH.________, GB H.________, steht unbestrittenermassen im Alleineigentum des Beklagten (act. 49 S. 10; act. 50 S. 7). 7.1.1 Über den aktuellen Verkehrswert der ehelichen Liegenschaft wurde ein gerichtliches Gutach- ten eingeholt. Der Verkehrswert der Stockwerkeigentumseinheit wurde auf CHF 880'000.00 geschätzt, was von den Parteien nicht beanstandet wurde (act. 44 S. 3; act. 47). Die auf der Liegenschaft lastende Hypothek wird von den Parteien übereinstimmend mit CHF 515'000.00 beziffert (act. 49 S. 10; act. 50 S. 7). Darauf ist abzustellen. Das Gutachten ist vollständig, nachvollziehbar und schlüssig ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 4 A_505/2012 vom 6. Dezem- ber 2012 E. 3.5). Seite 26/42 7.1.2 In einem nächsten Schritt ist die Liegenschaft zum Verkehrswert einer der Gütermassen des Beklagten zuzuordnen. Erfolgt der Erwerb ausschliesslich durch Darlehen (Hypothekarfinan- zierung und/oder Privatdarlehen ), ist er immer entgeltlich, sodass beim reinen Kreditkauf stets eine Zuordnung der Liegenschaft zur Errungenschaft des ber echtigten Ehegatten er- folgt. Wird der Erwerb der Liegenschaft gleichzeitig mit Eigenmittel n und einer Hypothek fi- nanziert, so wird die Liegenschaft nach dem Grundsatz des engsten sachlichen Zusammen- hangs einer Gütermasse zugewiesen. Ausschlaggebend ist som it, aus welcher Gütermasse die Eigenmittel des Eigentümer -Ehegatten entstammen. Wurde Eigengut und Errungenschaft des Eigentümer -Ehegatten in gleichem Umfang investiert, kann in Anlehnung an Art. 200 Abs. 3 ZGB von Errungenschaft ausgegangen werden. Eine Hypothek als Schuld stellt kei- nen vom Vermögensgegenstand losgelösten Wert dar, weshalb sie als Ganzes derjenigen Vermögensmasse zugewiesen wird, der auch die Liegenschaft angehört ( Hausheer/Geiser/ Aebi-Müller, a.a.O., N 14.24 ff. ; Steck/Fankhauser, a.a.O. , Art. 196 ZGB N 30 ff. ; Urteil des Bundesgerichts 5A_763/2015 vom 21. April 2016 E. 4.2). Der Beklagte macht geltend, die Liegenschaft sei aus Eigengut smitteln finanziert worden (act. 50 S. 7). Gemäss Kaufvertrag (act. 50/13) wurde die eheliche Wohnung am 4. Februar 2011 zu einem Preis von CHF 770'000.00 erworben . Geht man davon aus, dass betreffend die Hypothek keine Rückzahlungen erfolgt sind , musste die Differenz zwischen Kaufpreis und Hypothek (d.h. CHF 255'000.00) zwangsläufig anderweitig finanziert worden sein. Man- gels Hinweisen auf einen WEF -Vorbezug von Mitteln der beruflichen Vorsorge oder auf den Einsatz weiterer Kreditmittel ist davon auszugehen, dass der Beklagte den Differenzbetrag durch Eigenmittel finanziert hat. Da gemäss Art. 200 Abs. 3 ZGB alles Vermögen eines Ehe- gatten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt, wäre es dem Beklagten oble- gen, den angeblichen Einsatz von Eigengutmittel n substantiiert zu behaupten und Beweismit- tel zu bezeichnen. Mit der blossen Behauptung, die Liegenschaft sei aus Eigengutmittel n fi- nanziert worden , vermag er die Vermutung nach Art. 200 Abs. 3 ZGB nicht umzustossen . Die vom Beklagten investierten Eigenmittel sind daher vermutungsweise als Errungenschaft zu qualifizieren, weshalb die Liegenschaft der Errungenschaft des Beklagten zuzuweisen ist. Dasselbe gilt für die Hypo thek. 7.1.3 Der Wert der Liegenschaft beträgt CHF 880'000.00, wovon die Hypothek von CHF 515'000.00 abzuziehen ist (vgl. Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 12.178) . Dies ergibt einen Netto - wert der Stockwerkeigentumseinheit des Beklagten von CHF 365'000.00. 7.2 Der Beklagte verfügt unbestrittenermassen über mehrere Bankkont en, Vorsorgekonten sowie ein Portfolio . 7.2.1 Die Klägerin rechnet dem Bek lagten zwei Konten bei der S.________ an (act. 1 Rz II.13; act. 49 S. 9 f.). Per 19. Februar 2014 betrug der Saldo des Kontos Nr. .________ USD 10'973.52, jener des Kontos Nr. .________ GBP 20'033.56 (act. 1/35). Die Saldi per 30. Juni 2015 sind nicht beka nnt. Entsprechende Editionsanträge wurden nicht gestellt. Ge- stützt auf Art. 200 Abs. 3 ZGB ist vermutungsweise von Errungenschaft auszugehen. Der An- trag der Klägerin, dem Beklagten seien umgerechnet CHF 10'310.00 (für USD 10'973.52) bzw. CHF 26'186.00 (für GBP 20'033.56) anzurechnen, blieb unbestritten, weshalb auf die- sen Wert und Umrechnungskurs abzustellen ist. Seite 27/42 Der Beklagte rechnet sich ein weiteres Konto mit der Nr. .________ bei der S.________ als Errungenschaft an (act. 50 S. 8). Der Saldo dieses Kontos betrug per 30. Juni 2015 GBP 1'721.46 (act. 50/14). Mithin sind dem Beklagten CHF 2'211.10 anzurechnen (https://fxtop.com/de/historisch e-wechselkurse.php; Wechselkurs per 18. November 2019; vgl. Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, 1992, Art . 211 ZGB N 24). 7.2.2 Weiter lautet ein Konto mit der Nr. .________ bei der S.________UK auf den Beklagten, des- sen Saldo am 8. September 2013 GBP 150'020.43 betragen hat (act. 1/36). Der Kontostand per 30. Juni 2015 ist nicht bekannt. Der Beklagte bestreitet nicht, dass es sich dabei um Er- rungenschaft handelt, bringt aber vor, der Vermögenswert habe bei Auflösung des Güter- stands (d.h. per 30. Juni 2015) nicht mehr bestanden (act. 50 S. 8 i.V.m act. 51 S. 4 Rz 16). Dies wird von der Klä gerin in Abrede gestellt (act. 51 S. 6). Strittig ist somit ausschliesslich der Kontostand des besagten Kontos per 30. Juni 2015. Dass der Beklagte Vermögen bei- seite geschafft haben sollte, um es der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu entziehen, wird beispielsweise nicht behauptet. Folglich war der Beklagte auch nicht gehalten, das Vor- handensein von Vermögen auf diesem Konto detaillierter zu bestreiten. Das einzig taugliche Beweismittel, um einen Kontostand per Stichtag nachzuweisen, ist in der Regel di e Urkunde in Form eines Kontoauszuges. In Verfahren, in denen der Verhandlungsgrundsatz gilt (na- mentlich beim Güterrecht), kann das Gericht die Urkundenedition nur anordnen, wo diese frist- und formgerecht beantragt worden ist (BGE 144 III 54 E. 4.1.3.1 und E. 4.1.3.5). Einen solchen Beweisantrag hat die beweisbelas tete Klägerin jedoch nicht gestellt. Sie verlangte ausschliesslich die Edition von aktuellen Kontoauszügen der I.________AG sowie den Konto- und Depotauszug bei der F.________ (act. 1 Rz II.12; act. 49 S. 17). Zum Beweis- thema der S.________-Konten verlangte sie weder die Parteibefragung noch die Edition von Urkunden. Sie legte eigene Urkunden aus den Jahren 2013 und 2014 ins Recht (act. 1/35– 36) und verlangte den Beizug der Akten aus dem Verfahren ES 2015 378. Doch der Konto- stand per 30. Juni 2015 ergibt sich weder aus den eingereichten Urkunden noch aus den bei- gezogenen Akten des Verfahrens ES 2015 378. Folglich erwächst dem Beklagten kein Nach- teil, wenn er nicht von sich aus Urkunden per Stichtag einreicht. Mithin sind dem Beklagten keine GBP 150'020.43 als Errungenschaft anzurechnen. 7.2.3 Der Beklagte verfügt weiter über ein Portfolio mit der Nr. .________ bei der F.________. Das Portfolio besteht aus einem Privatkonto (Nr. .________) sowie einem Depot (Nr. .________). Der Stand per 30. Juni 2015 ist wiederum nicht bekannt. Per 30. September 2018 betrug der Wert des Portfolios CHF 349'716.16 (act. 21/2 S. 8). Auf diesen Wert stellen beide Parteien grundsätzlich ab. Der Beklagte macht davon aller dings einen Abzug von CHF 20'000.00 für einen Prozesskostenvorschuss, der erst nach dem 30. September 2018 geleistet worden ist, geltend (act. 50 S. 8). Die Klägerin bestritt diesen Abzug nicht (vgl. act. 51). Mithin ist das er- wähnte Portfolio im Umfang von CHF 329'716.16 in der Errungenschaft des Beklagten zu be- rücksichtigen. 7.2.4 Sodann hält der Beklagte zwei 3. Säule-Vorsorgekont en bei der F.________: Der Saldo des Kontos Nr. .________ betrug per 31. Dezember 2014 CHF 8'595.70, jener des Kontos Nr. .________ per 31. Dezember 2013 CHF 59'123.94 (act. 32; act. 1/33, S. 2 und 4). Die Saldi per 30. Juni 2015 sind erneut nicht bekannt. Da sich die Parteien übereinstimmend auf die vorgenannten Beträge stützen, ist darauf abzustellen (act. 49 S. 10; act. 50 S. 8). Dieses Seite 28/42 Vermögen stellt unbestrittenermassen Errungenschaft des Beklagten dar. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der von der Klägerin geltend gemachte Betrag in Höhe von CHF 135.00 (act. 49 S. 10) bereits im Betrag von CHF 8'595.70 inkludiert ist (vgl. act. 1/33 S. 1). 7.2.5 Die Klägerin rechnet dem Beklagten im Weiteren eine Abgangsentschädigung in Höhe von GBP 247'305.58 als Errungenschaft an . Diese Entschädigung habe der Beklagte von der T.________ erhalten und sie sei im Jahr 2014 noch vorhanden gewesen. Die Klägerin ver- weist auf eine Zahlungsbestätigung der T.________ (act. 1/25 im Verfahren ES 2015 378; act. 1 Rz II.13; act. 49 S. 9). Der Beklagte bestreitet weder den Empfang der Abgangsent- schädigung, noch die vo n der Klägerin geltend gemachte Höhe des Betrags. Er entgegnet lediglich, die Abgangsentschädigung habe bei Auflösung des Güterstands per 30. Juni 2015 nicht mehr bestanden (act. 50 S. 8 i.V.m act. 51 S. 4 Rz 16), was die Klägerin wiederum be- streitet (act. 51 S. 6 f.). Gemäss der "Zahlungsbestätigung " der T.________ (act. 1/25 im Verfahren ES 2015 378), datierend vom "24.10.2014", mit der Angabe "Week/Month No 07/2015" versehen , wurde dem Beklagten von der " T.________Ltd " eine Nettozahlung ("net payment" ) von GBP 247'305.58, bestehend im Wesentlichen aus einer "Redundancy NT" von brutto GBP 237'488.99 und "Bonus Share Plan" von GBP 56'816.75, auf ein Konto des Beklagten bei der "S.________Ltd " mit der Endung Nr. " .________" ausbezahlt. Der Beklagte reichte an der Hauptverhandlung ein Schreiben der S.________ an ihn vom 18. März 2016 zu den Akten (act. 50/14), worin die S.________ den Kontostand des Kontos des Beklagten mit der Nummer ".________" per 30. Juni 2015 mit GBP 1'721.46 angab. Dabe i handelt es sich ge- mäss "Zahlungsbestätigung " um das Konto, auf das die Abgangsentschädigung (und weitere in dieser Zahlung enthaltene Entschädigungen) von GBP 247'305.58 ausbezahlt worden ist. Wann die Abgangsentschädigung bezahlt wurde (am 24. Oktober 2 014 ["24.10.2014"], im Juli 2015 ["07/2015"] oder zu sonst einem Datum) , lässt sich der "Zahlungsbestätigung " nicht entnehmen. Entweder war am 30. Juni 2015 die Abgangsentschädigung noch nicht ausbe- zahlt worden oder aber bereits bis auf GBP 1'721.46 verbra ucht, verschenkt oder auf ein an- deres Konto überwiesen wor den. Über die Modalitäten und den Verbleib der Abgangsent- schädigung könnte einzig der Beklagte Auskunft geben . Die Klägerin hat – soweit möglich und zumutbar – das Vorhandensein der Abgangsentschädi gung zum Zeitpunkt des Stichtags behauptet. Insofern hätte es dem Beklagten, den eine erhöhte Mitwirkungspflicht trifft, oble- gen, die klägerischen Behauptungen substantiiert zu bestreiten. Dies gilt umso mehr, als ge- stützt auf die erwähnte Zahlungsbestätig ung davon ausgegangen werden muss, dass Ende Oktober 2014 ein Betrag von knapp GBP 250'000.00 ausbezahlt worden ist, der acht Monate später nicht mehr vorhanden gewesen sein soll. Dieser Bestreitungsobliegenheit ist er mit der pauschalen Behauptung, der Be stand der Abgangsentschädigung im massgeblichen Zeitpunkt werde bestritten, nicht nachgekommen (vgl. E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 4A_296/2017 vom 30. November 2017 E. 1.4.5 und 4A_449/2018 vom 25. März 2019 E. 6.2.4). Dies hat zur Folge, dass die klä gerischen Vorbringen als unbestritten zu gelten haben und vom Vorhandensein der Abgangsentschädigung zum Stichtag der güterrechtlichen Aus- einandersetzung auszugehen ist. Daher sind der Errungenschaft des Beklagten weitere CHF 317'645.45 anzurechnen ( https://fxtop.com/de/historisch e-wechselkurse.php; Wechsel- kurs per 18. November 2019; vgl. Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 211 ZGB N 24). Seite 29/42 7.3 Zusammengefasst bilden auf Seiten des Beklagten folgende Vermögenswerte Errungen- schaft: Errungenschaft: Aktiven: Nettowert Liegenschaft CHF 365'000.00 Konten S.________ CHF 38'707.10 Portfolio F.________ CHF 329'716.15 Vorsorgekonten F.________ CHF 67'719.65 Abgangsentschädigung CHF 317'645.45 Total CHF 1'118'788.35 8. In einem nächsten Schritt ist das Frauengut per 30. Juni 2015 zu eruieren und dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 8.1 Die Klägerin verfügt über ein Bankkont o bei der L.________ AG mit der Nr. .________, wel- ches per 30. Juni 2015 einen Saldo von CHF 131'707.35 aufgewiesen hat (act. 49/52). Wei- ter verfügt e die Klägerin per 31. Dezember 2013 über ein Bankkonto bei der L.________ AG mit der Nr. .________ mit einem Saldo von CHF 33'586.75 (act. 50/10). Von diesem Wert ging der Beklagte an d er Hauptverhandlung aus. Die Klägerin bestritt dies nicht (vgl. act. 51). Mithin ist unstrittig, dass die Klägerin per Stichtag über ein Guthaben von CHF 165'294.10 verfügt hat. Die Klägerin macht indes geltend, dass sie über das L.________-Konto ihre A usgaben habe finanzieren müssen und ihr Vermögen bereits Ende 2017 aufgebraucht gewesen sei (act. 49 S. 9). Dies bestreitet der Beklagte nicht. Hinzu kommt, dass der Klägerin gerichtlich gestattet wurde, zur Bestreitung ihres Unterhalts auf die Ersparnisse zurückzugreifen. Denn die Ver- einbarung der Parteien, worin diese gegenseitig auf Unterhalt verzichtet haben, da sie der- zeit über kein regelmässiges Einkommen verfügt haben, wurde gerichtlich genehmigt (vgl. Dispositiv Ziff. 5 des Teilentscheides vom 3. No vember 2015 im Verfahren ES 2015 378). Dementsprechend ist der Vermögensverze hr ausnahmsweise im Rahmen der güterrechtli- chen Auseinandersetzung zu berücksichtigen (vgl. E. 6.3). Der Beklagten ist dement spre- chend bezüglich ihrer Konten bei der L.________ AG keine Errungenschaft anzurechnen. 8.2 Der Beklagte macht sinngemäss geltend, die Klägerin müss e die Wertgegenstände – die laut dem Beklagten im Eigentum seines Vaters stehen, sich aber im Besitz der Klägerin befinden sollen – zum Ausgleich bringen, falls sie diese nicht herausgeben sollte (act. 50 S. 8 i.V.m. act. 51 S. 4 Rz 17; act. 12 S. 4). Dem Beklagten kann nicht gefolgt werden. Selbst wenn sich diese Gegenstände im Besitz der Klägerin befind en sollten (vgl. dazu E. 14), wären diese gü- terrechtlich irrelevant, da es sich dabei um Dritteigentum (des Vaters des Beklagten ) handeln würde (vgl. Steck/Fankhauser , a.a.O., Art. 205 ZGB N 5; Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 12). 8.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf Seiten der Klägerin keine Errungenschaft be- steht. Seite 30/42 9. Nachfolgend sind die Schulden unter den Ehegatten zu regeln (Art. 205 Abs. 3 ZGB). Unter diese Bestimmung fallen alle Sach - und Geldschulden ohne Rücksicht auf ihren Rechts- grund. Zu beachten ist derweil, dass die Zusamm ensetzung der Passiven sich nach der Auf- lösung des Güterstandes nicht verändern kann. Schulden, die nach dem für die Auflösung massgeblichen Zeitpunkt begründet wurden, sind in der güterrechtlichen Auseinanderset- zung an sich nicht mehr zu berücksichtigen. Gleichwohl kann die Begleichung fälliger Forde- rungen gestützt auf Art. 205 Abs. 3 ZGB im Sinne einer Entflechtung der Vermögen beider Ehegatten im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung erfolgen (Hau sheer/Reus- ser/Geiser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 10 u nd 71 sowie Art. 207 ZGB N 21). Die Klägerin macht zwei ihr im Rahmen von Eheschutzverfahren zugesprochene Parteient- schädigungen (CHF 1'130.85 gemäss Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 9. April 2018 im Verfahren ES 2018 77 [act. 49/54 Dispositiv Ziff. 4] und CHF 1'109.30 gemäss Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 1. Februar 2019 im Ver- fahren ES 2018 701 [act. 49/55 Dispositiv Ziff. 4]) und eine dem Kläger auferlegte Rücker- stattung eines Kostenvorschusses (CHF 1'675.00 gemäss Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 25. April 2016 im Verfahren ES 2015 378 [act. 49/53 Dispositiv Ziff. 3]) geltend, da der Beklagte diese noch nicht bezahlt habe (act. 49 S. 11 i.V.m. act. 51 S. 2 Rz 11). Die besagten Urteile des Kantonsgerichts Zug sind rechtskräftig, weshalb der Klägerin be- reits gültige Rechtsöffnungstitel vorlieg en (Art. 80 Abs. 1 SchKG). Folglich können die zu-ge- sprochenen Parteientschädigung en sowie die dem Kläger auferlegte Rückerstattung des Kostenvorschusses nicht nochmals als Schuld unter den Ehegatten (Art. 205 Abs. 3 ZGB) berücksichtigt werden. 10. Anschliessend ist im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung der Vorschlag zu be- rechnen und die Beteiligung am Vorschlag zu bestimmen. Was vom Gesamtwert der Errun- genschaft verbleibt, bildet den Vorschlag (Art. 210 Abs. 1 ZGB). Jedem Ehegatten steht die Hälfte des Vors chlags des anderen zu, da vorliegend durch Ehevertrag keine andere Beteili- gung vereinbart wurde (Art. 215 Abs. 1 und Art. 216 Abs. 1 ZGB). Aufgrund der obenstehenden Zahlen ergibt sich beim Beklagten ein Vorschlag von CHF 1'118'788.35 (vgl. E. 7.3), während auf Seiten der Klägerin mangels Errungenschaft kein Vorschlag besteht. Dementsprechend hat der Beklagte der Klägerin eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von gerundet CHF 559'394.20 (CHF 1'118'788.35 / 2) zu leisten (Art. 215 Abs. 1 ZGB). 11. Letztlich ist die Erfüllung der güterrechtlichen Ansprüche zu regeln. 11.1 Die Klägerin beantragt, die güterrechtliche Ausgleichszahlung habe soweit möglich durch An- weisung der in der Schweiz gesperrten Vermögensw erte zu erfolgen . Zu diesem Zweck sei die F.________ anzuweisen, das Portfolio Nr. .________ zu veräussern und den Saldo – bzw. den nach Begleichung der kapitalisierten Unterhaltsforderung verbleibende Teil dessel- ben (vgl. E. 4.5) – der Klägerin zu überweisen . Zudem sei, soweit für den Unterhalt n icht be- reits erfolgt, die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ anzuweisen, das auf den Beklag- ten lautende Vorsorgeguthaben auf ein 3. Säule -Konto der Klägerin zu überweisen. Seite 31/42 Schliesslich sei der durch die vorgenannten Anweisungen noch nicht gedeckte Te il der güter- rechtlichen Ausgleichsforderung durch Anweisung der G.________Freizügigkeitsstiftung zu bezahlen. Zur Begründung verweist die Klägerin auf die zu befürchtenden Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des güterrechtlichen Ausgleichsanspruches (act. 1 Rz II.14; act. 49 S. 2 f. und 11 ff.). Der Beklagte hat diese Anträge nicht bestritten. 11.2 Bei der Frage, ob bezüglich einer güterrechtlichen Ausgleichsforderung eine Schuldneran- weisung zulässig ist, handelt es sich um eine Rechtsfrage, wobei das Gericht das Recht von Amtes wegen anwendet (Art. 57 ZPO). Die Schuldneranweisung gemäss Art. 132 Abs. 1 ZGB ist auf Ansprüche beschränkt, die dem Unterhalt dienen. Güterrechtliche Ansprüche sind nicht erfasst (Weber, a.a.O., S. 237). Um die Durchsetzung güterrechtlicher Ausgleichsforderungen zu verstärken, sieht das ZGB ein- zig die Sicherstellung vor (Art. 218 Abs. 2 ZGB), eine gesetzliche Grundlage für eine Schuld- neranweisung fehlt . Die Anordnung einer Sicherstellung wurde von der Klägerin nicht bean- tragt (vgl. Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 21 8 ZGB N 30). Gemäss Art. 236 Abs. 3 ZPO ordnet das Gericht auf Antrag der obsiegenden Partei Vollstre- ckungsmassnahmen an. Dadurch soll eine Beschleunigung und Erleichterung der Vollstre- ckung ermöglicht werde n. Die Bestimmung erfasst allerdings lediglich die Vollstreckung von Forderungen, welche nicht auf Zahlung von Geld oder Sicherheitsleistung lauten, mithin die Realvollstreckung nach Art. 335 ff. ZPO . Demgegenüber werden Entscheide auf Geldzahlung oder eine Sicherheitsleistung nach den Vor schriften des SchKG vollstreckt (Art. 335 Abs. 2 ZPO; Killias, Berner Kommentar, 2012, Art. 236 ZPO N 38; Steck/Brunner, Basler Kommen- tar, a.a.O., Art. 236 ZPO N 42). Mithin fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage für d ie beantragte Schuldneranweisung, wes- halb der Antrag der Klägerin abzuweisen ist. Bezüglich der beantragten Anweisung der G.________Freizügigkeitsstiftung ist zudem festzuhalten, dass eine solche Anweisung de facto auf eine überhälftige Teilung des berufli chen Vorsorgeguthabens hinaus liefe. Eine überhälftige Teilung ist nur unter engen Voraussetzungen möglich (vgl. Art. 124b Abs. 3 ZGB), welche in casu nicht erfüllt sind. Es ist gesetzlich nicht vorgesehen, dass das Gericht ohne die Zustimmung beider Parteien zwecks Sicherung güterrechtlicher Ansprüche eine überhälftige Teilung des beruflichen Vorsorgeguthabens anordnen könnte . 12. Ferner ist der Antrag d er Klägerin, ihr sei in der ehelichen Wohnung H.________ für die Dauer von sechs Monaten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils ein Wohnrecht gestützt auf Art. 121 ZGB einzuräumen , zu prüfen. 12.1 Ist ein Ehegatte wegen der Kinder oder aus anderen wichtigen Gründen auf die Wohnung der Familie angewiesen, so kann das Gericht ih m die Rechte und Pflichten aus dem Mietver- trag allein übertragen, sofern dies dem anderen billigerwe ise zugemutet werden kann (Art. 121 Abs. 1 ZGB). Gehört die Wohnung der Familie einem Ehegatten, so kann das Ge- richt dem anderen unter den gleichen Vorausse tzungen und gegen angemessene Entschädi- gung oder unter Anrechnung auf Unterhaltsbeiträge ein befristetes Wohnrecht einräumen (Art. 121 Abs. 3 Satz 1 ZGB). Das Gericht wird damit zu einer Interessenabwägung verpflich- tet, bei welcher den Interessen der ( minderjährigen) gemeinsamen Kinder, welche bisher in Seite 32/42 der Wohnung gelebt haben, eine zentrale Bedeutung zukommt. Daneben können auch an- dere Interessen, wie etwa Alter, Gesundheit und Beruf bzw. die finanziellen Verhältnisse oder soziale Gründe für die Zuteilung massgebend sein. Diese für die Einräumung eines Wohn- rechts an Mietwohnungen vorgeschriebene Interessenabwägung ist auch vorzunehmen, wenn es um die Einräumung eines Wohnrechts an einer einem Ehegatten gehörenden Woh- nung geht (Urteil des Bundesgerichts 5A_ 76/2009 vom 4. Mai 2009 E. 7.1; Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, a.a.O., Art. 121 ZGB N 18; Gloor, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 121 ZGB N 5 und 13). 12.2 In casu ist der Sohn der Parteien bereits volljährig, so dass die Kindesinteressen nicht mehr von Bedeutung sind. Zur Begründung führt die Klägerin aus, sie sei momentan mittellos, weshalb sie erst dann eine eigene Wohnung mieten könne, wenn sie die Zahlung aus Güter- recht erhalten habe und der kapitalisierte Unterhaltsbe itrag geleistet sei (act. 49 S. 14). Die Argumentation der Klägerin ist nachvollziehbar und in die Interessenabwägung einzubezie- hen. Der Beklagte hat es unterlassen, seine Interessen darzulegen oder die Ausführungen der Klägerin zu bestreiten; er verlangt lediglich, die Klägerin müsse die Wohnung innert zwei Monaten verlassen, begründet diesen Antrag aber nicht (act. 12 S. 4; act. 50 S. 3 f.). Dem- entsprechend fällt die Interessenabwägung zu Gunsten der Klägerin aus , weshalb ihr ein be- fristetes Wohnrecht ein zuräumen ist. 12.3 Die Klägerin beantragt eine Befristung auf sechs Monate ab Rechtskraft des Scheidungsur- teils, während der Beklagte – zumindest indirekt – eine zweimonatige (Aufenthalts -)Dauer anerkennt. Es ist wiederum festzuhalten, dass der Beklagte n icht begründet hat, weshalb die Klägerin die Liegenschaft genau zwei Monate weiter bewohnen dürfen soll. Da die Klägerin das Wohnrecht letztlich benötigt, um nach Erhalt der ihr zugesprochenen güter - und unter- haltsrechtlichen Zahlungen eine eigene Mietwohn ung zu suchen, erscheint eine Befristung des Wohnrechts auf sechs Monate als angemessen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl der verfügbaren Mietwohnungen im Kanton Zug, insbesondere im tieferen Preisseg- ment, bekanntermassen tief ist. 12.4 Weder die Klägerin noch der Beklagte haben si ch zur Frage der Entgeltlichkeit geäussert. Das Wohnrecht erfolgt grundsätzlich nur gegen angemessene Entschädigung oder unter An- rechnung auf Unterhaltsbeiträge (Art. 121 Abs. 3 Satz 1 ZGB). Dabei bildet der Verkehrswe rt bzw. der Eigenmietwert die Obergrenze, die konkrete Höhe der Entschädigung richtet sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der berechtigten und der verpflichteten Person, nach der bisherigen Lebensgestaltung, dem tatsächlichen Wohnbedarf und den da für verfügbaren Mitteln. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Höhe der hypothekarischen Belastung der Liegenschaft. Besteht eine Grundpfandbelastung, so empfiehlt sich, dass die Hypothe- karzinsen von der wohnrechtsberechtigten Partei direkt dem Grundpf andgläubiger bezahlt werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass bei Nichtbezahlung der Zinsschulden und einer nachfolgenden Zwangsverwertung das Wohnrecht als Folge eines Doppelaufrufs untergeht. Kommt eine solche Regelung zustande, so kann die Entschädi gung für das Wohnrecht redu- ziert oder es kann sogar von einer Entschädigung abgesehen werden ( Büchler, a.a.O., Art. 121 ZGB N 25 mit Hinweisen ). Im Rahmen des Eheschutzverfahrens waren die Parteien übereingekommen, dass die Kläge- rin mit Wirkung ab 1. Juli 2015 für sämtliche Liegenschaftskosten der ehelichen Stockwerkei- gentumswohnung H.________ (Hypothekarkosten, Nebenkosten, Erneuerungsfond etc.) Seite 33/42 alleine aufkommt (act. 12a Rz 2.3 und act. 14 Dispositiv Ziff. 2.3, beide im Verfahren ES 2015 378; act. 49 S. 14 i.V.m. act. 50 S. 2 Rz 17). Es rechtfertigt sich, diese Regelung wäh- rend der Dauer des Wohnrechts aufrecht zu erhalten. Unter diesen Umständen und ange- sichts der relativ kurzen Dauer von sechs Monaten ab Rechtskraft ist es angezeigt, von einer darüber hinausgehenden Entschädigung abzusehen (vgl. auch E. 3.4.2 und 3.4.3) . 12.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Klägerin gegen Übernahme der Liegenschafts- kosten (Hypothekarkosten, Nebenkosten, Erneu erungsfond etc.) ein Wohnrecht an der eheli- chen Stockwerkeigentumswohnung H.________, GS BH.________, Grundbuch H.________, für die Dauer von sechs Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Scheidungsurteils einge- räumt wird. Da die Eintragung des Wohnrechts im Grundbuch nicht zwingend erford erlich ist (vgl. Gloor, a.a.O., Art. 121 ZGB N 19) und seitens der Klägerin keine gerichtliche Anweisung an das Grundbuchamt beantragt wurde ( Art. 58 ZPO), ist von einer entsprechenden gerichtli- chen Anweisung abzusehen. 13. Schliesslich ist über die Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge zu befinden. 13.1 Die Parteien beantr agen übereinstimmend die hälftige Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge (act. 49 S. 13; act. 50 S. 9). Die Klägerin macht geltend, der Be klagte verfüge über der beruflichen Vorsorge zurechenbare Guthaben bei der G.________Freizügigkeitsstiftung in der Schweiz , bei U.________ in England sowie bei V.________ in Südafrika. Die Summe dieser Guthaben sei hälftig zu teilen und die G.________Freizügigkeitsstiftung anzuweisen, diesen Betrag auf ein auf die Klägerin lautendes Freizügigkeitskonto zu übertragen (act. 1 Rz II.15; act. 46 Rz 2 ; act. 49 S. 12 f.). Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Gutha- ben bei V.________ seien grösstenteils vorehelich geäufnet worden, weshalb lediglich die Guthaben bei der G.________Freizügigkeitsstiftung und der U.________ zu teilen seien (act. 50 S. 9). 13.2 Bezüglich der Teilung des Guthabens aus beruflicher Vorsorge gilt die Offizial maxime. Die Parteien können Anträge zur Teilung stellen. Das Gericht ist an diese allerdings nicht gebun- den, da der Vorsorgeausgleich der Disposition der Parteien weitgehend entzogen ist und das Gericht die Bestimmungen über den Vorsorgeausgleich von Amtes wege n anwendet. Zudem gilt im Rahmen des Vorsorgeausgleichs der Untersuchungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Scheidungsgericht die erforderlichen Angaben betreffend Höhe der Altersguthaben grundsätzlich von Amtes wegen einzuholen hat, wobei sich auch aus de n Art. 122 ff. ZGB keine uneingeschränkte Untersuchungsmaxime ergibt . Den Parteien obliegt es daher im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht, dem Gericht die notwendigen Tatsachen und Beweismittel zu unterbreiten . Mit anderen Worten trifft die Parteien eine aktive Mitwirkungspflicht , weshalb die Parteien angehalten werden dürfen, dem Gericht die Höhe der Austrittsleistungen mitzu- teilen (Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2014 vom 16. Juli 2014 E. 4.2 ; Oehler, Sachver- haltsermittlung und Beweis im Scheidungsrecht, in : Dolge [Hrsg.], Substantiieren und Bewei- sen, 2013, S. 111; Jungo/Grütter , in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Schei- dung, Band II: Anhänge, 3. A. 2017, Anh. ZPO Art. 281 N 12; Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 10.168 f. ; Meyer Honegger, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, 3. A. 2017, Anh. ZPO Art. 277 N 15 f. ). Betreffend die Folgen einer unberechtigten Mitwirkungsver- weigerung ist auf E. 4.2.3 zu verweisen. Seite 34/42 13.3 Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der b eruflichen Vor- sorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte nach Art. 123 ZGB Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. De- zember 1993 für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung samt Freizügigkeitsguthaben des anderen Ehegatten. Massgeblich für die Berechnung der Austrittsleistung ist der Zeit- punkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens, vorliegend der 9. Februar 2018 (act. 2). 13.4 Da die Klägerin in der Schweiz unbestrittenermass en nie gearbeitet hat , verfügt sie über keine teilbaren Vorsorgenansprüche in der Schweiz. Dass seitens der Klägerin ausländische Vorsorgeguthaben bestünden, wurde nicht geltend gemacht und ist angesichts der sehr kur- zen Arbeitstätigkeit der Klägerin nicht anzunehmen (vgl. E. 4.1.4.2). 13.5 Der Beklagte verfügt einerseits über eine Freizügigkeitsleistung bei der G.________Freizü- gigkeitsstiftung in der Schweiz in Höhe von CHF 1'058'238.00 (act. 21/3). Andererseits besteht ein Vorsorgeguthaben des Beklagten bei der U.________ in England. Bezüglich dem Vorsorgeguthaben bei der U.________ ist der Beklagte der gerichtlichen An- ordnung, einen Kontoauszug per 9. Februar 2018 einzureichen, unberechtigterweise nicht nachgekommen (art. 15 S. 3; act. 40). Dies ist bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen , weshalb auf den von der Klägerin behaupteten Inhalt abzustellen ist (vgl. E. 4.2.3 und 13.2). Die Klägerin rechnet dem Beklagten ein Vorsorgeguthaben bei der U.________ von GBP 76'275.36 bzw. CHF 99'158.00 an. Ausserdem verfügt der Beklagte über ein Vorsorgeguthaben bei V.________ in Südafrika. Dieses Guthaben hatte per 31. Dezember 2009 einen Wert von ZAR 935'520.07 (act. 46/44). Ausgehend vom Guthaben per 31. Mai 2003 von ZAR 380'728.98 (act. 46/43 ) und einer durchschnittlichen Rendite von jährlich 16 ,19% rechnet die Klägerin dem Beklagten ein Gut- haben von rund ZAR 4'200'000.00 bzw. CHF 310'000.00 an (act. 46 Rz 2). Der Beklagte hat diese Berechnung nicht bestritten. An der Hauptverhandlung führte e r lediglich aus, dieser Ausgleichsanspruch sei "grösstenteils vorehelich geäufnet" worden (act. 50 S. 9), was die Klägerin wiederum bestreitet (act. 51 S. 7). In welchem Umfang dieser Anspruch vorehelich sein soll, macht der Beklagte jedoch nicht geltend. Ausserdem offerierte er keinen Beweis für die behauptete, rechtshindernde Tatsache, dass das Vorsorgeguthaben grösstenteils vor- ehelich ist. Insbesondere legt er k einen entsprechenden Kontoauszug per 9. Februar 2018 ins Recht. Dementsprechend ist auf die Be rechnung der Klägerin abzustellen. Mithin verfügt der Beklagte per Stichtag insgesamt über Vorsorgeguthaben in Höhe von CHF 1'467'396.00 (= CHF 1'058'238.00 + CHF 99'158.00 + CHF 310'000.00). 13.6 Die schweizerischen Gerichte – im vorliegenden Fall das Kantonsgericht Zug (vgl. E. 1.1) – sind für den Vorsorgeausgleich ausschliesslich zuständig, sofern und soweit es um den Aus- gleich von Vorsorgeansprüchen gegenüber einer schweizerischen Einrichtung der berufli- chen Vorsorge geht (A rt. 63 Abs. 1 bis IPRG). Für Ansprüche im Ausland gegenüber ausländi- schen Vorsorgeeinrichtungen ist das Kantonsgericht Zug ebenfalls zuständig, allerdings nicht ausschliesslich. Da sich der Vorsorgeausgleich nach dem auf die Scheidung anwendbaren Recht richtet (vgl. E. 1.2), ist vorliegend schweizerisches Recht anwendbar. Dies gilt grund- sätzlich auch für Vorsorgeansprü che im Ausland . Bezüglich der Höhe der Anwartschaften Seite 35/42 und der Frage, wie eine Aufteilung vollzogen werden kann, ist jedoch die für die einzel ne Vorsorgeeinrichtung geltende Rechtsordnung massgebend ( Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2). Das zuständige schweizerische Gericht kann das schweizerische Recht in der Regel nicht direkt auf eine ausländische Vorsorgeeinricht ung anwenden, d.h. im Ausland gelegene Vorsorgeguthaben unmittelbar aufteilen oder den aus- ländischen Vorsorgeträger in das schweizerische Verfahren einbinden . Ausserdem ist zwei- felhaft, ob eine schweizerische Anordnung über die Teilung eines ausländischen Vorsorge- guthabens von einer ausländischen Vorsorgeeinrichtung anerkannt würde. Aus diesen Grün- den erfolgt regelmässig eine indirekte Teilung de s ausländischen Guthabens mittels Art. 124e Abs. 1 ZGB : Dem berechtigten Ehegatten wird eine angemessene Entschädigung in Form einer Kapitalabfindung oder Rente zugesprochen, wenn das schweizerische Gericht die Teilung der Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge im Ausland nicht wirksam durchfüh- ren kann. Das zuständige schweizerische Gericht hat dafür zu sorgen, dass das Gesamter- gebnis des Vorsorgeausgleichs den Grundsätzen der Vorsorgeausgleichsregelung des ZGB entspricht (WidmerLüchinger, a.a.O., Art. 63 IPRG N 24 ff . und 63 ff.; Jametti/Weber , in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, a.a.O., Anh. IPR N 79 ff.; vgl. Jungo/Grütter, a.a.O., Anh. ZPO Art. 281 N 4 ; Jungo/Grütter, a.a.O., Art. 124e ZGB N 14 ; Grütter, Der neue Vorsorgeausgleich im Überblick, FamPra.c h 2017, S. 151; Urteil des Bun- desgerichts 5A_ 623/2007 vom 4. Februar 2008 E. 2; Botschaft vom 29. Mai 2013 zur Ände- rungen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, BBl 2013 4887, S. 4929). 13.7 Gemäss Art. 124e Abs. 1 ZGB schuldet der verpflichtete Ehegatte dem berechtigten Ehegat- ten eine angemessene Entschädigung in Form einer Kapitalabfindung oder einer Rente, wenn ein Ausgleich aus Mitteln der beruflichen Vorsorge nicht möglich ist. Es kann vorkom- men, dass Gu thaben und Anwartschaften der beruflichen Vorsorge zuzurechnen sind, aber dennoch keine Austrittsleistungen gemäss Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der berufli- chen Alters-, Hinterlassenen - und Invalidenvorsorge (FZG, SR 831.42) bestehen bzw. dieses und das BVG für die Berechnung der Ansprüche und die Frage derer Übertragbarkeit nicht anwendbar sind. Dies trifft insbesondere auf ausländische Vorsorgeguthaben zu . Die in die- sem Fall zu leistende angemessene Entschädigung ist nach gerichtlichem Ermessen f estzu- legen. Die Bemessung erfolgt – wie nach altem Recht (aArt. 124 ZGB) – zweistufig: Da sich jeder Vorsorgeausgleich an der hälftigen Teilung orientiert, ist in einem ersten Schritt der Be- trag festzulegen , der bei hälftiger Teilung geschuldet wäre. In einem zweiten Schritt ist dieser Betrag nach den Vorsorgebedürfnissen beider Ehegatten zu gewichten , denn die Angemes- senheit der Entschädigung wird mit Rücksicht auf die Vorsorgebedürfnisse der Ehegatten be- urteilt. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die wirts chaftlichen Verhältnisse der Ehegatten nach der Scheidung. Dem Gericht kommt dabei ein grosses Ermessen zu. Die Auszahlung der so festgelegten angemessenen Entschädigung kann (anstelle einer Rente oder Kapital- abfindung) auch durch Übertragung einer Austrittsleistung nach FZG erfolgen. Es kann sein, dass zwar ein bestimmtes Guthaben aus der beruflichen Vorsorge nicht geteilt werden kann, der Ehegatte aber über weitere Vorsorgeguthaben verfügt, die sehr wohl einer Teilung zu- gänglich sind. Das Gericht k ann dann von diesen mehr als die Hälfte auf Anrechnung an die angemessene Entschädigung nach Art. 124e Abs. 1 ZGB übertragen. Diese Möglichkeit wird in Art. 124e Abs. 1 ZGB nicht erwähnt, ist aber in Art. 22f Abs. 1 FZG ausdrücklich vorgese- hen (Geiser, Bas ler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 124e ZGB N 5 , 8 und 9; Jungo/Grütter, a.a.O., Art. 124e ZGB N 3, 8 und 12; Widmer Lüchinger, a.a.O., Art. 63 IPRG N 64; Haus- heer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., Rz 10.60c f.; Urteil des Bundesgerichts 5A_ 623/2007 vom 4. Seite 36/42 Februar 2008 E. 3; Botschaft vom 29. Mai 2013 zur Änderungen des Schweizerischen Zivil- gesetzbuches, BBl 2013 4887, S. 4922 ). 13.8 Der Beklagte verfügt über eine Austrittsleistung nach FZG in Höhe von CHF 1'058'238.00 bei der G.________Freizügigkeitsstiftung sowie über ausländische Vor sorgeguthaben im Betrag von CHF 409'158.00 (vgl. E. 13.5). 13.8.1 Die hälftige Teilung der in der Schweiz gelegenen Vorsorgeguthaben ergibt einen Anspruch der Klägerin in Höhe von CHF 529'119.00 (vgl. E. 13.3). 13.8.2 Anschliessend ist die angemessene Entschädigung gemäss Art. 124e Abs. 1 ZGB festzule- gen (vgl. E. 13.7). Im ersten Schritt sind die ausländischen Vorsorgeguthaben hälftig zu tei- len, was einen Betrag von CHF 204'579.00 ergibt . Anschliessend ist dieser Betrag – im zwei- ten Schritt – nach den Vorsorgebedürfnissen und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Ehe- gatten nach der Scheidung zu gewichten. Vorliegend sind die unterschiedlichen Wohnsitze bzw. Lebensmittelpunkte der Parteien von grundlegender Bedeutung. In N.________, wo der Beklagte nach eigenen Angaben lebt, sind sowohl die Einkommen als auch die Lebenshal- tungskosten bedeutend tiefer als in der Schweiz. Dies wird vom Beklagten anerkannt (act. 50 S. 5). Dementsprechend besteht auf Seiten der Klägerin ein wesentlich höh eres Vorsorgebe- dürfnis. Der Beklagte hat nicht behauptet, er würde in Zukunft (insbesondere nach Eintritt ins ordentliche Pensionsalter) wieder in die Schweiz zurückkehren. Mangels gegenteiliger Hin- weise ist bei der Klägerin davon auszugehen, dass sie auch künftig in der Schweiz leben wird. Am erheblich höheren Vorsorgebedürfnis der Klägerin würde sich aber selbst dann nichts ändern, wenn die Klägerin – als britische Staatsangehörige – ihren Lebensmittelpunkt nach Grossbri tannien verlegen würde; a uch zwischen N.________ und Grossbritannien be- stehen bezüglich Einkommen und Lebenshaltungskosten erhebliche Unterschiede. Kein an- deres Bild ergibt sich, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien nach der Schei- dung berücksichtigt werden: Die Klägerin hat zwar Anspruch auf einen nachehelichen Unter- halt in Form einer Kapitalabfindung sowie auf eine güterrechtliche Ausgleichszahlung. Auf- grund der unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in der Schweiz und N.________ sind die wirtschaftlichen Verhältnisse des Bek lagten dennoch als bedeutend besser einzustufen als jene der Klägerin. Aus diesen Gründen rechtfertigt es sich, der Klägerin antragsgemäss die Hälfte der ausländischen Guthaben, mithin CHF 204'579.00, als Entschädigung gemäss Art. 124e Abs. 1 ZGB zuzusprec hen. Die G.________Freizügigkeitsstiftung ist entsprechend anzuweisen. 14. Der Beklagte macht geltend, im Eigentum seines Vate rs stehende Wertgegenstände (53 Münzen "Krügerrand", zwei Goldbarren zu je 500g, zwei Goldbarren zu je 20g sowie USD 60'000.00 in bar) befänden sich im Besitz der Klägerin und seien entsprechend heraus- zugeben (act. 50 S. 2 i.V.m. act. 51 S. 3 Rz 1). 14.1 Der Beklagte bringt vor, sein Vater, R.________, habe mit eidesstattlicher Erklärung beschei- nigt, dass Letzterer der Eigentümer besagter Gegenstände sei. Zudem werde die Befragung von R.________ als Zeuge offeriert , da dieser bezeugen könne, dass er bei einem Besuch in der gemeinsamen Liegenschaft mit der Klägerin das Geld gezählt habe . Die Klägerin sei be- reits mehrfach ergebnislos zur Herausgabe aufgefordert worden (act. 12 S. 4 ; act. 50 S. 4 i.V.m. act. 51 S. 3 Rz 2). Die Klägerin führte an der Parteibefragung aus, sie habe keine Seite 37/42 Ahnung, wo sich diese Gegenstände befinden könnten; diese hätten sich nie in ihrem Haus- halt befunden. Der Vater des Beklagten sei – entgegen seiner eidesstattlichen Erklärung – nie in ihrer Wohnung gewesen. Ausserdem habe die Polizei in diesem Zusammenhang er- folglos eine Hausdurchsuchung durchgeführt (act. 33 Rz 14 ff.; act. 51 S. 4 f.). 14.2 Dem Beklagten ist der Beweis dafür, dass sich die eingangs genannten Wertgegenstände im Besitz der Klägerin befinden oder befunden haben , nicht gelungen. Zum einen ist festzuhal- ten, dass eine eidesstattliche Erklärung kein eigenständiges zulässiges Bew eismittel dar- stellt, sondern als blosse Urkunde im Sinne von Art. 177 ZPO zu behandeln ist (Art. 168 Abs. 1 ZPO; vgl. Hafner, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 168 ZPO N 1, 6 und 7h). Da es sich beim Erklärenden in der eidesstattlichen Erklärung um den Va ter des Beklagten han delt, kommt dieser Urkunde von vornherein nur ein geringer Beweiswert zu, welcher für sich nicht genügt, um das Gericht von der Behauptung, die Gegenstände würden sich im Besitz der Klägerin befinden bzw. hätten sich dort befunden, übe rzeugen zu können. Zum anderen ist anzufügen, dass der Vater des Beklagten in seiner eidesstattlichen Erklä rung nicht behaup- tet, die Wertgegenstände befänden sich im Besitz der Klägerin. Vielmehr hat er erklärt, die Klägerin und Sohn K.________ hätten davon Kenntnis gehabt, dass sich die genannten Ver- mögenswerte im Gewahrsam des Beklagten befänden, da man die Gegenstände im Juli 2007 gemeinsam auf dem Balkon der ehemaligen Wohnung der Parteien an der W.________ mit einer Inventarliste abgegliche n habe (act. 12/3). Nur weil die Klägerin Kenntnis davon gehabt haben soll, dass der Beklagte für seinen Vater Vermögenswerte ver- wahrt hat, kann nicht darauf geschlossen werden, dass diese Gegenstände in den Besitz der Klägerin übergegangen sind. Der Bekla gte hat denn auch nicht ausgeführt, wo er die Vermö- genswerte deponiert haben will und weshalb er diese bei seinem Auszug nicht hätte mit sich genommen haben sollen (act. 51 S. 4 f.). Das Gericht ist gemäss Art. 152 Abs. 1 ZPO lediglich zur Abnahme taugli cher Beweismittel verpflichtet. Es bildet seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise (Art. 157 ZPO). Es ist daher zulässig, auf die Erhebung der angebotenen Beweismittel zu verzichten, wenn das Gericht in antizipierter Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, die angebotenen Beweise seien nicht erheblich oder geeignet, die behaupteten Tatsachen zu beweisen, oder weil es seine Überzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und davon ausgeht, dass weitere Abklärungen am massgeblichen Beweisergebni s nichts mehr zu ändern vermöchten (BGE 122 III 219 E. 3c; Urteile des Bundesgerichts 4A_2 016/2008 vom 20. August 2008 E. 4.2; 4A_505/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 4.2; Haberbeck, Abgrenzung der zulässigen antizipierten Beweiswürdigung von der Verletzung de s Rechts auf Beweis im Zivilprozess, Jusletter 3. Februar 2014, Rz 3). Es ist nicht davon auszugehen, dass der als Zeuge offe- rierte Vater des Beklagten anlässlich einer Befragung andere Aussagen machen würde, als er es bereits im Rahmen der eidesstattliche n Erklärung getan hat. Wie bereits ausgeführt, kann aus diesen Aussagen aber nichts zu Gunsten des Beklagten abgeleitet werden (vgl. vorstehender Absatz) . Ausserdem käme den Aussagen von R.________ angesichts der Nähe zum Beklagten von vornherein nur ein g eringer Beweiswert zu (vgl. Urteil des Bundes- gerichts 4A_182/2009 vom 13. Mai 2009 E. 4.3). Mithin ist in antizipierter Beweiswürdigung auf die Durchführung der beantragten Zeugenbefragung zu verzichten. 15. Schliesslich ist der Antrag des Beklagten, die bestehenden Kontosperren seien aufzuheben und ihm die Vermögenswerte zur alleinigen Verfügung zu überlassen, zu prüfen (act. 50 Seite 38/42 S. 2). Die Klägerin macht geltend, die Kontosperren hätten zur Sicherung der unterhalts - und güterrechtlichen Ansprüche der Kläg erin aufrechterhalten zu bleiben, bis über diese Ansprü- che entschieden und die entsprechenden Anweisungen an die Banken erfolgt seien (act. 51 S. 4). 15.1 Der Beklagte beantragt die Aufhebung der Sperrungen der Konten Nr. .________ und Nr. .________ bei der I.________AG . Gemäss Schreiben der I.________AG vom 17. Oktober 2018 wurde das Konto Nr. .________ im Dezember 2015 seitens der I.________AG saldiert (act. 21/1). Die Sperrung des Kontos Nr. .________ wurde bereits mit Teilentscheid des Kan- tonsgerichts Zug vom 3. November 2015 aufgehoben (act. 14 Dispositiv Ziff. 4.1 im Verfah- ren ES 2015 378). In beiden Fällen war eine Aufhebung der Kontosperren bereits zum Zeit- punkt der Klageeinr eichung nicht möglich, weshalb auf die entsprechenden Anträge mangels eines schutzwürdigen Interesses nicht einzutreten ist (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). 15.2 Des Weiteren seien die Sperrungen des folgenden Kontos bzw. Portfolios bei der F.________ aufzuheben: Vorsorgekonto .________ sowie Portfolio Nr. .________. Zur Til- gung des kapitalisierten Unterhaltsanspruchs der Klägerin wird die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ unter anderem angewiesen, das Vorsorgeguthaben auf dem Konto Nr. .________ auf die Klägerin zu übertragen . Ausserdem wird die F.________ angewiesen, ei- nen Teil der im Portfolio Nr. .________ gehaltenen Vermögenswerte zu veräussern und den Nettoerlös im Umfang des Fehlbetrages von mutmasslich rund CHF 116'600.00 zur Tilgung des kapitalisierten Unterhaltsanspruchs auf di e Klägerin zu übertragen ( vgl. E. 4.5.3). Nach- dem die genannten Anweisungen durchgeführt sind, sind die beiden mit Entscheid des Kan- tonsgerichts Zug vom 15. Juli 2015 verfügten Kontosperrungen aufzu heben. 15.3 Schliesslich verlangt der Beklagte die Aufhebung der Sperrung des Portfolios Nr. .________ der G.________Freizügigkeitsstiftung bei der J.________Ltd . Die G.________Freizügigkeits- stiftung wird angewiesen, die Kontosperre aufzuheben, nachdem die der Klägerin im Rah- men der Teilung der beruflichen Vorsorge zugesprochenen Be träge auf ein auf die Klägerin lautendes Freizügigkeitskonto übertragen wurden (vgl. E. 13.8). 16. Abschliessend sind die Prozesskosten zu verteilen. Die Prozesskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Pro- zesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 Z PO). In fami- lienrechtlichen Verfahr en kann das Gericht von den Ver teilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Ab s. 1 lit. c ZPO). 16.1 Keine der Parteien obsiegt bzw. unterliegt im vorli egenden Prozess vollumfänglich. Der Be- klagte dringt mit seinem Nichteintretensantrag nicht durch. Die Klägerin hat einen kapitalisier- ten Unterhaltsbeitrag von CHF 313'280.00 verlang t und einen solche n in Höhe von CHF 184'320.00 zugesprochen erhalten. Der Beklagte beantragte die Feststellung, dass kein nachehelicher Unterhaltsbeitrag geschuldet ist. Mithin unterliegen die Parteien hinsichtlich des nachehelichen Unterhalts in etwa glei ch, wobei die Klägerin mit ihrem Antrag auf Schuld- neranweisung grossmehrheitlich obsiegt. Während die Klägerin vom Beklagten eine güter- rechtliche Ausgleichszahlung von 672'202.52 verlangt , gesteht der Beklagte der Klägerin eine solche von CHF 58'380.20 zu. Im Urteilsspruch wird der Beklagte verpflichtet, der Klä- gerin aus Güterrecht CHF 559'394.20 zu bezahlen. In Bezug auf das Güterrecht obsiegt die Seite 39/42 Klägerin damit grossmehrheitlich, wobei zu berücksichtigen ist, dass sie hinsichtlich der be- antragten Vollstreckungsmassnahmen unterliegt. Bei der Teilung der beruflichen Vorsorge war umstritten, ob die Gelder bei V.________ ebenfalls zu teilen sind, wobei der Beklagte diesbezüglich vollständig unterliegt. Weiter hat die Klägerin bezüglich des Wohnrechts voll- ständig obsiegt, während der Beklagte betreffend die Herausgabe von Vermögenswerten vollumfänglich und hinsichtlich der Aufhebung der Kontosperren teilweise unterliegt. Entspre- chend dem Prozessausgang in den wesentlichen Streitpunkten ist es gerechtfertigt, die Pro- zesskosten zu vier Fünftel n dem Beklagten und zu einem Fünftel der Klägerin aufzuerlegen. 16.2 Bei der Fests etzung der Gerichtskosten ist zu beachten, dass im vorliegenden Scheidungs - prozess güterrechtliche Ansprüche von mehr als CHF 100'000.00 geltend gemacht wurden, weshalb sich die Gerichtsgebühr nach dem Streitwert bemisst (§ 13 Abs. 3 KoV OG). Die Klägerin macht eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 672'202.52 sowie einen kapitalisierten Unterhalt von CHF 313'280.00 geltend. Dies ergibt einen Streit wert von total mindestens CHF 985'482.52. Dementsprechend ist die Entscheidgebühr auf CHF 25'000.00 festzusetzen (§ 11 Abs. 1 KoV OG). 16.3 Zu den Gerichtskosten gehören auch die Kosten für die Verkehrswertschätzung der eheli- chen Wohnung von CHF 3'231.00 (act. 44a) sowie die Kosten für die Übersetzung von CHF 125.00 (act. 25) . Die Gerichtskosten belaufen sich somit insgesamt auf CHF 28'356.00 und sind zu vier Fünfteln dem Beklagten, d.h. CHF 22'684.80, und zu einem Fünftel der Klä- gerin, d.h. CHF 5'671.20, aufzuerlegen. 16.4 Der Beklagte hat der überwiegend obsiegenden Klägerin eine entsprechend reduziert e Par- teientschädigung zu bezahlen. Die Klägerin macht eine Entschädigung von CHF 29'900.00 (zzgl. MWST) geltend. Auslagen hat die Klägerin keine geltend gemacht. Dieses Honorar ist angemessen (§ 4 Abs. 2 AnwT). Im entsprechend reduzierten Umfang von drei F ünfteln hat der Beklagte der Klägerin eine Parteientschädigung , d.h. CHF 17'940.00 zzgl. 7,7 % Mehr- wertsteuer, mithin gesamthaft CHF 19'321.40, zu bezahlen. Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.1998 in E.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin gestützt auf Art. 126 Abs. 2 ZGB eine Abfindung von CHF 184'320.00 zu bezahlen, zahlbar wie folgt: a) durch gerichtliche Anweisung der Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ nach Massgabe von Ziffer 2.2 des Dispositivs; b) im verbleibenden Umfang durch gerichtliche Anweisung der F.________ nach Mass- gabe von Ziffer n 2.3 und 2.4 des Dispositivs. 2.2 Die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ wird gestützt auf Art. 4 Abs. 3 der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3) angewiesen , den gesamten , sich auf den Vorsorgekonten Nrn. .________ und .________, beide lautend auf C.________, befindlichen Saldo auf das Vorsorgekonto der 3. Säule Seite 40/42 (Konto-Nr. .________), lautend auf A.________, bei der Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ zu überweisen, und hierauf beiden Parteien sowie der F.________ je einen Be- leg über den überwiesenen Gesamtsaldo zuzustellen. 2.3 Die F.________ wird angewiesen, vom Portfolio-Nr. .________, lautend auf C.________, De- pot-Nr. .________, aus dem Bestand der AA.________ (und falls diese Units/Anteile nicht ausreichen sollten, zusätzlich aus dem Bestand der AB.________) so viele Units/Anteile zu verkaufen, als dass mit dem Nettoverkaufserlös (Bruttoverkaufserlös abzüglich allfällige Ver- kaufsgebühren) ein Betrag erzielt wird, der zusammen mit dem Gesamtsaldo aus den Zah- lungen gemäss Ziffer 2.2 des Dispositivs CHF 184'320.00 ergibt. 2.4 Die F.________ wird sodann angewiesen, den aus dem Nettoverkaufserlös gemäss Ziffer 2. 3 erzielten Betrag auf das Kl ientengelderkonto von RA B.________ zu überweisen und einen allfälligen Überschuss aus dem Verkauf gemäss Ziffer 2. 3 des Dispositivs auf das Privat- konto Nr. .________, lautend auf C.________, bei der F.________ zu übertragen. 3.1 Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche CHF 559'394.20 zu bezahlen. 3.2 Im Übrigen wird jeder Partei zu Eigentum zugewiesen, was sich in ihrem Besitz b efindet oder auf ihren Namen lautet. Damit sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. 4.1 Die G.________Freizügigkeitsstiftung wird gestützt auf Art. 122 ZGB / Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vorsorgekonto (Nr. .________), lautend auf C.________ (Versicherten - Nr.), den Betrag von CHF 529'119.00 zuzüglich Zins ab 9. Februar 2018 auf das Vorsorge- konto (Nr. .________), lautend auf A.________ (AHV-Nr.), bei der G.________Freizügig- keitsstiftung zu überweisen. 4.2 Die G.________Freizügigkeit sstiftung wird gestützt auf Art. 124e ZGB / Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vorsorgekonto (Nr. .________), lautend auf C.________ (Versicherten - Nr.), den Betrag von CHF 204'579.00 zuzüglich Zins ab 9. Februar 2018 auf das Freizügig- keitskonto IBAN-Nr. .________, zu Gunsten von A.________ (AHV-Nr.), bei der Freizügig- keitsstiftung der I.________AG zu überweisen . 5.1 Die Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ wird angewiesen, die mit Entscheid des Kan- tonsgerichts Zug ES 2015 378 vom 15. Juli 2015 verfügte Sperrung des Vorsorgekontos .________, lautend auf C.________, aufzuheben, sobald Ziffer 2.2 des Dispositivs vollzogen ist. 5.2 Die F.________ wird angewiesen, die mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug ES 2015 378 vom 15. Juli 2015 verfügte Sperrung des Portfolios .________, lautend auf C.________, auf- zuheben, sobald Ziffern 2.3 und 2.4 des Dispo sitivs vollzogen sind. 5.3 Die G.________Freizüg igkeitsstiftung wird angewiesen, die mit Entscheid des Kantonsge- richts Zug ES 2015 378 vom 15. Juli 2015 verfügte Sperrung des Portfolios Nr. .________, lautend auf C.________, aufzuheben, sobald Ziffern 4.1 und 4.2 des Dispositivs vollzogen sind. Seite 41/42 6. Der Klägerin wird längstens für die Dauer von sechs Monaten ab Rechtskraft des Scheidungs- entscheids ein Wohnrecht an der Stockwerkeigentumswohnung des Beklagten (H.________), GS BH.________, Grundbuch H.________, eingeräumt, gegen Übernahme der Liegenschaftskosten (Hypothekarkoste n, Nebenkosten, Erneuerungsfond etc.) für die Dauer des Wohnrechts . 7. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 8. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 25'000.00 Entscheidgebühr CHF 3'231.00 Kosten der Beweisführung CHF 125.00 Kosten für die Übersetzung CHF 28'356.00 Total Die Gerichtskosten werden der Klägerin zu einem Fünftel und dem Beklagten zu vier Fünf- teln auferlegt und mit dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 18'000.00 verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 10'356.00 wird vom Beklagten nachgefordert. Der Be- klagte hat der Klägerin den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 12'328.80 zu ersetzen. 9. Der Beklagte hat der Kläger in eine Parteientschädigung von CHF 19'321.40 (MWST inbegrif- fen) zu bezahlen. 10. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Ober- gericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechtsanwen- dung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Berufungs- schrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpartei) oder elektro- nisch, versehen mit einer qualifizierten elektronischen Signatur, eingereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 11. Mitteilung an : - Parteien - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - G.________Freizügigkeitsstiftung vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechtskraft zum Vollzug der Ziffern 4.1, 4.2 und 5.3 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an : - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Amt für Migration, Postfach 857, 6301 Zug - Vorsorgestiftung Sparen 3 der F.________ zum Vollzug der Ziffern 2. 2 und 5.1 des Dispositivs - F.________ zum Vollzug der Ziffern 2. 3, 2.4 und 5.2 des Dispositivs Seite 42/42 Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. St. Szabó MLaw J. Merz Kantonsrichter Gerichtsschreiber versandt am: mej