<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu folgenden Fragen auszuarbeiten. </p><p>1. Welche gesetzlichen Modelle zur Organspende bestehen in den verschiedenen europäischen Ländern?</p><p>2. Wie sind die Erfahrungen der Länder mit einem Widerspruchsmodell nach österreichischem Muster? </p><p>3. Wie hat sich die Lage in der Schweiz in Bezug auf benötigte und zur Verfügung stehende Organe in den letzten zehn Jahren entwickelt? </p><p>4. Erachtet er angesichts des Notstandes verfügbarer Organe und in Berücksichtigung der Erfahrungen anderer Länder eine Änderung der gesetzlichen Regelung als notwendig oder prüfenswert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesgesetz vom 8. Oktober 2004 über die Transplantation von Organen, Geweben und Zellen (Transplantationsgesetz; SR 810.21) ist am 1. Juli 2007 in Kraft getreten. Schon in der Botschaft vom 12. September 2001 zum Transplantationsgesetz (BBl 2002 29) hat der Bundesrat festgehalten, dass es keine wissenschaftlich gesicherte Studien darüber gibt, ob und wie das Zustimmungsmodell die Verfügbarkeit von Organen beeinflusst, und dass das Modell der erweiterten Zustimmung der in der Schweiz gebräuchlichen Praxis entspricht (Ziffer 1.3.1.6 der Botschaft); dies obwohl einige Kantone gesetzlich die Widerspruchslösung verankert hatten. </p><p>Die Annahme, dass die Widerspruchslösung mehr Organe verfügbar macht, konnte bis heute durch Studien nicht bestätigt werden. Auch in Spanien, das weltweit die höchste Spenderate hat, kommt trotz einer gesetzlich verankerten Widerspruchslösung in der Praxis die erweiterte Zustimmungslösung zur Anwendung. Der Kanton Tessin hatte mit einer gesetzlich verankerten erweiterten Zustimmungslösung die höchste Spenderate der Schweiz.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass vor einer allfälligen Anpassung des Transplantationsgesetzes die Evaluation der Auswirkungen abzuwarten ist, welche bis 2012 vorliegen wird; dies auch deshalb, weil sich seit der Inkraftsetzung ein Trend zu vermehrter Spende abzeichnet. Einerseits wurden von der Bevölkerung als Resultat der Information des Bundesamtes für Gesundheit so viele Spendekarten bestellt wie nie zuvor; andererseits hat die Schweizerische nationale Stiftung für Organspende und Transplantation (Swisstransplant) wieder eine steigende Zahl an verfügbaren Organen an Patientinnen und Patienten zugeteilt. Angesichts dieser Ausführungen erachtet der Bundesrat die Erarbeitung eines Berichts für nicht notwendig.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.