<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 1/2] </div> <div class="para">4P.275/2000/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. ZIVILABTEILUNG </div> <div class="para">******************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para">31. Januar 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterinnen und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch, Nyffeler </div> <div class="para">und Gerichtsschreiber Huguenin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">Erbengemeinschaft Joseph S. Neerunjun, bestehend aus: </div> <div class="para">1. Elisabeth Diane Neerunjun, GB-Congleton, </div> <div class="para">2. Candida Isabel Dorricott, GB-Clevedon, Beschwerdeführerinnen, beide vertreten durch Rechtsanwalt René Schuhmacher, Schifflände 22, Postfach 126, 8024 Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Inthera AG, Majorenacker 10, 8207 Schaffhausen, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Werner Buchter, Vordergasse 31/33, Postfach 172, 8201 Schaffhausen, Obergericht des Kantons Schaffhausen, </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 9 BV</span> (Zivilprozess; Kostenvorschuss), hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Seit Oktober 1995 ist vor dem Kantonsgericht Schaffhausen eine von Joseph S. Neerunjun gegen seine frühere Arbeitgeberin Inthera AG erhobene Klage mit einem Streitwert von rund Fr. 82'000.-- hängig. Der Prozess befindet sich im Stadium des Beweisverfahrens. Anstelle des verstorbenen Klägers führen seine Erbinnen Elisabeth Diane Neerunjun und Candida Isabel Dorricott den Prozess weiter. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Beschluss vom 13. Dezember 1999, der zur Hauptsache die Beweisabnahme zum Gegenstand hat, wurden die Klägerinnen vom Kantonsgericht verpflichtet, bis zum 20. Januar 2000 einen Gerichtskostenvorschuss von Fr. 4'000.-- einzuzahlen, mit der Androhung, dass im Säumnisfall auf die Klage nicht eingetreten werde (Dispositivziffer II). Die Klägerinnen reichten beim Obergericht des Kantons Schaffhausen Rekurs ein mit dem Antrag, Dispositivziffer II des Beschlusses des Kantonsgerichts aufzuheben. Mit Entscheid vom 8. September 2000 wies das Obergericht den Rekurs ab und auferlegte die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- den Klägerinnen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde beantragen die Klägerinnen dem Bundesgericht, den Entscheid des Obergerichts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter den Entscheid des Obergerichts hinsichtlich der Kostenregelung aufzuheben. </div> <div class="para">Ihrem Gesuch, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, ist mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2000 stattgegeben worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Beschwerdegegnerin Inthera AG hat auf eine Stellungnahme zur Beschwerde verzichtet. Das Obergericht hat eine Vernehmlassung eingereicht, in welcher es den angefochtenen Entscheid verteidigt, ohne aber einen ausdrücklichen Antrag auf Abweisung der Beschwerde zu stellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Der Beschluss, mit welchem die Beschwerdeführerinnen zur Zahlung eines Gerichtskostenvorschusses aufgefordert worden sind, ist ein Zwischenentscheid im Sinne von <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span>, gegen den die staatsrechtliche Beschwerde zulässig ist, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Dieses Erfordernis ist nach der Praxis des Bundesgerichts in Fällen wie dem vorliegenden gegeben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=16.01.2001&amp;to_date=04.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-I-209%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page209">BGE 97 I 209</a> E. 1b<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=16.01.2001&amp;to_date=04.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F93-I-401%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page401">93 I 401</a></span> E. 2 S. 403), womit sich die Beschwerde als zulässig erweist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Arbeitsrechtliche Streitigkeiten werden nach der ZPO SH (Zivilprozessordnung für den Kanton Schaffhausen vom 3. September 1951; Schaffhauser Rechtsbuch [SHR] 273. 100; nachfolgend: ZPO) entweder im beschleunigten oder im ordentlichen Verfahren beurteilt. Das beschleunigte Verfahren kommt zur Anwendung in Streitsachen bis zu dem vom Bundesrecht in <span class="artref">Art. 343 OR</span> vorgesehenen Streitwert (<span class="artref">Art. 288 Ziff. 1 lit. b ZPO</span>) von gegenwärtig Fr. 20'000.--, das ordentliche bei Prozessen mit höherem Streitwert. In <span class="artref">Art. 119 Abs. 1 ZPO</span> wird sodann festgehalten, das Gericht könne vom Kläger und Widerkläger je nach Verfahrensstand die Leistung eines angemessenen Vorschusses verlangen. Dieser Grundsatz wird in <span class="artref">Art. 124a ZPO</span> (Randtitel: "Ausnahmen") wie folgt eingeschränkt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Keine Sicherheitsleistungen werden auferlegt: </div> <div class="para">1. im Verfahren vor Friedensrichter; </div> <div class="para">2. im Eheschutzverfahren; </div> <div class="para">3. bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis, der </div> <div class="para">Anfechtung des Miet- und Pachtzinses, der Kündigung </div> <div class="para">sowie der Erstreckung des Miet- und Pachtverhältnisses </div> <div class="para">von Wohn- und Geschäftsräumen; </div> <div class="para">4. bei Streitigkeiten betreffend Gegendarstellung (<span class="artref">Art. 28g ff. ZGB</span>).. " </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Obergericht ist durch Auslegung von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> zum Ergebnis gekommen, der Wortlaut dieser Vorschrift müsse dahingehend eingeschränkt werden, dass die Befreiung von der Sicherheitsleistung nur für arbeitsrechtliche Streitigkeiten gelte, die im beschleunigten Verfahren beurteilt werden. Mit der Beschwerde wird vorgebracht, diese Auslegung und damit auch der angefochtene Entscheid seien willkürlich und verletzten Art. 9BV. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist das Gesetz in erster Linie aus seinem Wortlaut heraus auszulegen. Ist dieser nicht klar, sind weitere Gesichtspunkte zu berücksichtigen, insbesondere der Gesamtzusammenhang, in den sich die auszulegende Bestimmung einfügt, die Beratungen, die ihrem Erlass vorausgingen, und die Regelungsabsicht, die ihr zugrunde liegt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=16.01.2001&amp;to_date=04.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-III-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page321">BGE 124 III 321</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=16.01.2001&amp;to_date=04.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-III-89%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page89">123 III 89</a> E. 3, je mit Hinweisen). Vom klaren Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, nämlich dann, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass er nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=16.01.2001&amp;to_date=04.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-480%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page480">BGE 125 V 480</a> E. 4a mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Im angefochtenen Entscheid wird die Entstehungsgeschichte von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> wie folgt geschildert. </div> <div class="para">Nachdem die Streitwertgrenze gemäss <span class="artref">Art. 343 Abs. 2 OR</span> im Jahre 1989 von Fr. 5'000.-- auf Fr. 20'000.-- angehoben worden war, habe der Regierungsrat dem Grossen Rat eine Vorlage vom 27. November 1990 betreffend die Änderung der Zivilprozessordnung unterbreitet, gemäss welcher die Vorschriften über das beschleunigte Verfahren inhaltlich an die Änderungen des Obligationenrechts angepasst werden sollten. Die Vorlage habe vorgesehen, Ziff. 3 und 4 von aArt. 124a ZPO in einer neuen Ziff. 3 zusammenzufassen, nach welcher keine Sicherheitsleistungen aufzuerlegen waren "bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis, der Anfechtung der Kündigung und der Erstreckung des Miet- und Pachtverhältnisses von Wohn- und Geschäftsräumen, die im beschleunigten Verfahren beurteilt werden". Das beschleunigte Verfahren sollte gemäss <span class="artref">Art. 288 Ziff. 2 ZPO</span> zur Anwendung kommen in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten, für welche das Bundesrecht ein einfaches und rasches Verfahren vorschreibt. In der Folge habe die Spezialkommission des Grossen Rates an der Sitzung vom 19. März 1991 beschlossen, neu die Verfahren betreffend Anfechtung des Miet- und Pachtzinses von der Pflicht zur Sicherheitsleistung auszunehmen. Der Kommissionspräsident habe die damalige Änderung von Ziff. 3 des <span class="artref">Art. 124a ZPO</span> gegenüber der Vorlage des Regierungsrats wie folgt zusammengefasst: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"3. bei Anfechtung des Miet- und Pachtzinses, der </div> <div class="para">Kündigung sowie der Erstreckung des Miet- und </div> <div class="para">Pachtverhältnisses von Wohn- und Geschäftsräumen. " </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eine materielle Änderung der Regelung gemäss der Vorlage des Regierungsrats hinsichtlich der Sicherheitsleistungspflicht bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten sei dagegen von der Spezialkommission nicht diskutiert worden. Bei der Redaktion der Vorlage der vorberatenden Kommission vom 19. März 1991 sei der Nebensatz von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> "die im beschleunigten Verfahren beurteilt werden" in Abweichung von der Fassung der regierungsrätlichen Vorlage weggelassen worden. In der Sitzung des Grossen Rates vom 10. Juni 1991 sei dann dieser Fassung von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> diskussionslos zugestimmt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Das Obergericht zieht aus der Entstehungsgeschichte von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> den Schluss, dass die Einschränkung auf das beschleunigte Verfahren von allen an der Gesetzesrevision Beteiligten - also auch vom kantonalen Gesetzgeber - gewollt gewesen, die Einschränkung aber aufgrund eines redaktionellen Versehens weggelassen worden ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Diesem Schluss kann aus den folgenden Gründen nicht zugestimmt werden. Die Argumentation des Obergerichts beruht auf der willkürlichen Gleichsetzung des Willens der kantonalen Exekutive, des Regierungsrates, mit jenem des kantonalen Parlamentes, des Grossen Rates, dem in Bezug auf die Revision der Zivilprozessordnung allein die Aufgabe des Gesetzgebers zukam (vgl. Art. 34 und 41 Ziff. 4 der Verfassung des Kantons Schaffhausen vom 24. März 1876; SHR 101. 000). Dem Grossen Rat wurde <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> in der von der vorberatenden Kommission redigierten Fassung unterbreitet und er hat ihr in dieser Form, das heisst mit diesem Wortlaut zugestimmt. Dieser Umstand steht in unverträglichem Widerspruch zur Annahme des Obergerichts, dass der kantonale Gesetzgeber in Wirklichkeit nicht der Fassung seiner vorberatenden Kommission, sondern jener in der Vorlage des Regierungsrates hat zustimmen wollen. Unter diesen Umständen kann keine Rede von einem redaktionellen Versehen sein (vgl. zum Redaktionsversehen: Meier-Hayoz, Berner Kommentar, N. 116 ff. zu <span class="artref">Art. 1 ZGB</span>). Der Wortlaut von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> gibt vielmehr genau das wieder, was der Gesetzgeber gewollt hat. Die vom Obergericht befürwortete Auslegung lässt sich somit nicht mit der Entstehungsgeschichte von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> rechtfertigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Die Auslegung entgegen dem klaren Wortlaut von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> lässt sich sodann auch nicht mit dem Hinweis auf <span class="artref">Art. 288 ZPO</span> begründen. Dort findet sich zwar die Einschränkung auf Verfahren mit einem Streitwert gemäss <span class="artref">Art. 343 OR</span> (<span class="artref">Art. 288 Ziff. 1 lit. b ZPO</span>). Es besteht jedoch keine Regelungs-Parallelität zwischen <span class="artref">Art. 124a und <artref id="CH/272/288" type="start"></artref>Art. 288 ZPO</span><artref id="CH/272/124^a" type="end"></artref>; das heisst nicht jede Streitsache, die gemäss <span class="artref">Art. 288 ZPO</span> im beschleunigten Verfahren zu beurteilen ist, fällt zugleich unter <span class="artref">Art. 124a ZPO</span>. Aus der Systematik des Gesetzes kann somit ebenfalls nichts zu Gunsten der Auslegung des Obergerichts abgeleitet werden. Einzuräumen ist allerdings, dass die heutige Fassung von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> über den mit der Revision verfolgten Zweck hinausschiesst, der in der Anpassung des kantonalen Verfahrensrechts an die Änderungen des Bundesrechts insbesondere im Gebiet des Arbeitsrechts bestand. Das allein vermag aber eine Auslegung, die im Widerspruch zum klaren Wortlaut des Gesetzes steht, nicht zu rechtfertigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass es sich bei <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> um eine Vorschrift handelt, bei der sich im Interesse der Rechtssicherheit eine besondere Bindung an den Wortlaut aufdrängt (vgl. dazu Häfelin, Bindung des Richters an den Wortlaut des Gesetzes, in Festschrift für Cyril Hegnauer, Bern 1986, S. 135). Wer als Partei an einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit teilnimmt, muss sich auf den Wortlaut von <span class="artref">Art. 124a Ziff. 3 ZPO</span> verlassen können und darf nicht vom Gericht entgegen dem durch diese Vorschrift erweckten Vertrauen plötzlich zur Leistung einer Sicherheit in unter Umständen beträchtlicher Höhe aufgefordert werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Aus diesen Gründen erweist sich die Auslegung des Obergerichts und damit auch sein Entscheid als willkürlich. </div> <div class="para">Der Entscheid muss wegen Verletzung von <span class="artref">Art. 9 BV</span> aufgehoben werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 156 Abs. 2 OG</span> wird keine Gerichtsgebühr erhoben. Dagegen hat der Kanton Schaffhausen die Beschwerdeführerinnen für das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=16.01.2001&amp;to_date=04.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-IA-5%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page5">BGE 109 Ia 5</a> E. 5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 8. September 2000 aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Der Kanton Schaffhausen hat die Beschwerdeführerinnen für das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 2'000.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 31. Januar 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>