A bteilung V E -4036/2006 kom /che/scb {T 0/2} U rteil vom 21. M ai 2007 M itw irkung: R ichter König, W espi, R ichterin Teuscher G erichtsschreiberin C hastonay X._______, Iran, vertreten durch D r.iur. R eza Shahrdar, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 24. A ugust 2005 i.S. A syl und W egw eisung / R ef.-N r. _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben am 2. August 2000 und gelangte über die Türkei sow ie w eitere unbekannte Staaten am 19. August 2000 in die Schw eiz, w o er am 22. August 2000 ein Asylgesuch stellte. Am 24. August 2000 w urde er im Em pfangszentrum Kreuzlingen sum m arisch befragt. Für den Aufenthalt w ährend des Asylverfahrens w urde der Beschw erdeführer dem Kanton A._______ zugew iesen. Am 3. O ktober 2000 w urde er von der zuständigen kantonalen Behörde ausführlich zu seinen Asylgründen befragt. D as BFM verzichtete auf eine ergänzende Befragung. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, er habe im Jahr 1996 (1375) gem einsam m it zw ei Freunden begonnen, in einem G arten ausserhalb der Stadt B._______ Alkohol herzustellen. Er sei desw egen im selben Jahr das erste M al festgenom m en, vor G ericht geführt und zu sechs M onaten G efängnis verurteilt w orden. Im Jahr 1998 (1377) sei er erneut festgenom m en und dem G ericht zuge- führt w orden. D iesm al sei er zu acht M onaten G efängnis und 40 Peitschenhieben verurteilt w orden. D iese Peitschenhiebe seien M itte N ovem ber 1998, kurz vor sei- ner Entlassung, vollstreckt w orden. Bei der Entlassung sei ihm zudem gesagt w or- den, bei einer nächsten Verurteilung m üsse er m it lebenslanger H aft rechnen. D er Beschw erdeführer habe danach w eiterhin seinen Lebensunterhalt m it der H erstel- lung von Alkohol bestritten. Im Jahr 1999 (1378) habe er sich einen R eisepass ausstellen lassen, den er später zerrissen habe. Am 19. Juli 2000 (1379) seien, verm utlich aufgrund einer D enunziation, Beam te des Kom itees in den G arten eingedrungen. D er Beschw erdeführer sei abw esend gew esen, jedoch seien der eine Freund sow ie w eitere M itarbeiter festgenom m en w orden. D er andere Freund habe fliehen und den Beschw erdeführer m it dem M obiltelefon w arnen können, w oraufhin dieser sofort zu einem O nkel in B._______ geflohen sei. D ort habe er sich etw a eine W oche aufgehalten und seine Flucht vorbereitet. In dieser Zeit hätten die Behörden sein H aus durchsucht, und es sei ein H aftbefehl erlassen w orden. Ihm habe diesm al lebenslange H aft gedroht, zum al die Behörden nunm ehr den H erstellungsort entdeckt hätten. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschw erdeführer zw ei Fotonegative zu den Akten. D iese habe ein Freund zw ei bis drei Tage nach der Entlassung aus der zw eiten H aftstrafe gem acht. Ansonsten könne er zu seinen Inhaftierungen respek- tive zu den Verurteilungen und Freilassungen keine schriftlichen U nterlagen bei- bringen, da diese ihm nicht ausgehändigt w orden seien. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. B. D as Bundesam t stellte m it Verfügung vom 23. August 2001 - eröffnet am 24. Au- gust 2001 - fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Be- schw erdeführers aus der Schw eiz und ordnete den W egw eisungsvollzug an. 3 C . M it Beschw erde vom 18. Septem ber 2001 an die vorm als zuständige Schw eize- rische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch sei- nen R echtsvertreter die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G e- w ährung des Asyls. D . M it U rteil vom 26. April 2004 hiess die AR K die Beschw erde gut, sow eit die Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung beantragt w orden w ar. D ie Verfügung vom 23. August 2001 w urde aufgehoben und das Verfahren zur N eubeurteilung an die Vor- instanz zurückgew iesen. E. Am 28. O ktober 2004 führte das Bundesam t eine ergänzende Anhörung des Be- schw erdeführers durch. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer dabei geltend, er stelle seit 1991 (1370) gem einsam m it zw ei Freunden alkoholische G etränke her. Er sei desw egen im Jahr 1996 und 1998 inhaftiert w orden. Bei der ersten Festnahm e im Jahr 1996 sei er zu sechs M onaten G efängnis und 40 Peitschenhieben, im Jahr 1998 sei er zu acht M onaten G efängnis und 65 Peitschenhieben verurteilt w orden. Im Jahr 2000 (1379) seien Leute des Kom itees in den G arten eingedrungen, w o der Alko- hol hergestellt w orden sei. Seine beiden Freunde seien erw ischt w orden. Ein An- gestellter habe den Beschw erdeführer inform iert, w oraufhin er sich sofort zu einem O nkel begeben und nach einer W oche den Iran verlassen habe. D ie Beam ten seien zudem zw ei oder drei Stunden nach der Festnahm e der Freunde nach H au- se gegangen, hätten den Bruder an Stelle des Beschw erdeführers m itgenom m en und erklärt, jenen erst freizulassen, w enn sich dieser stelle. N ach einer W oche hätten sie den Bruder jedoch ohne w eiteres freigelassen. Er habe keinen R eise- pass respektive im Iran erhalte jederm ann einen solchen. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. F. Am 4. M ai 2005 führte die Vorinstanz m it der zuständigen kantonalen Behörde ei- nen Schriftenw echsel im R ahm en der Prüfung des Vorliegens einer schw erw ie- genden persönlichen N otlage durch. D er M igrationsdienst des Kantons A._______ beantragte am 13. Juni 2005 den Vollzug der W egw eisung. G . M it (zw eiter) Verfügung vom 24. August 2005 stellte das BFM fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laubhaftm achung eines asylrelevanten Sachverhaltes nicht stand, und lehnte das Asylgesuch ab. H . M it Beschw erde vom 8. Septem ber 2005 an die AR K beantragte der Beschw erde- führer durch seinen R echtsvertreter die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G ew ährung des Asyls. Im Falle einer Ablehnung der Beschw erde sei der Beschw erdeführer vorläufig in der Schw eiz aufzunehm en. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.4 I. Am 14. Septem ber 2005 reichte der Beschw erdeführer ein Foto seiner in der Schw eiz geborenen Tochter sow ie die Personalien der Kindsm utter zu den Akten und führte aus, er nehm e seine Vaterpflichten w ahr. J. M it Zw ischenverfügung vom 16. Septem ber 2006 verzichtete der zuständige In- struktionsrichter zufolge des Bestehens eine Sicherheitskontos auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. K. Am 21. Septem ber 2005 forderte der Instruktionsrichter den Beschw erdeführer un- ter Bezugnahm e auf dessen Eingabe vom 14. Septem ber 2005 unter anderem dazu auf, eine Bestätigung für die W ahrnehm ung seines Besuchsrechts sow ie ei- nen Beleg für seine Vaterschaft einzureichen. D er Beschw erdeführer liess m it Schreiben vom 4. O ktober 2005 (D atum Poststem - pel) ausrichten, die Kindsm utter w eigere sich, eine Bestätigung auszustellen oder ein entsprechendes Schriftstück zu unterzeichnen. D iese sei zudem H IV+ und so- m it nicht in einer norm alen psychischen Verfassung. D er Beschw erdeführer sei ge- sund und könne daher längerfristig als einziger Elternteil die Interessen des Kindes w ahrnehm en. L. Am 7. O ktober 2005 w urden die Akten der Vorinstanz zur Vernehm lassung über- w iesen. D iese liess sich m it Stellungnahm e vom 20. O ktober 2005 vernehm en, hielt an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D iese Stellungnahm e w urde dem Beschw erdeführer am 25. O ktober 2005 zur Kenntnisnahm e (ohne R eplikrecht) gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue 5 Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz führte in ihrer Verfügung aus, die Vorbringen des Beschw erdefüh- rers seien in zeitlicher und inhaltlicher H insicht w idersprüchlich ausgefallen. Zu- dem seien sie teilw eise als tatsachenw idrig zu beurteilen. So sei die vom Be- schw erdeführer angegebene G erichtsinstanz für seinen Fall nicht zuständig und die angegebenen Strafm asse stim m ten nicht m it der entsprechenden Strafnorm des iranischen Strafgesetzbuches überein. D ie zum Beleg der im Jahr 1998 erhal- tenen Peitschenhiebe eingereichten zw ei Fotografien seien nicht bew eisgeeignet. So habe der Beschw erdeführer dargelegt, er sei, an H änden und Füssen gefes- selt, auf einer speziellen Liege gew esen. D er Vollstrecker der Schläge sei links bei seinen Füssen gestanden. Aufgrund dieser Ausführungen sei jedoch der Verlauf der Striem en, w ie auf der Fotografie ersichtlich, nicht übereinstim m end. Insgesam t seien die Vorbringen in einer G esam tabw ägung als nicht glaubhaft zu beurteilen, und es sei davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat aus anderen als den angegebenen G ründen verlassen habe. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w urde dagegen im W esentlichen ausgeführt, gem äss Art. 75 des iranisch-islam ischen Strafrechts sei eine zusätzliche Strafe von bis zu 74 Peitschenhieben vorgesehen, w elche bei W iederholungstätern angew endet w erde. D ie G esetze w ürden im Iran nicht befolgt und m it der Todesstrafe habe der 6 Beschw erdeführer lediglich die harte unm enschliche G efahrensituation zum Ausdruck bringen w ollen. Zudem sei das letzte Ereignis bereits lange zurückliegend. W eiter habe der Beschw erdeführer - er sei im H inblick auf die Befragung vor dem Bundesam t bereits im Besitz der frühreren Befragungsprotokolle gew esen - die Zeit und die Freiheit gehabt, entsprechende Anpassungen in den Aussagen vorzunehm en; diese beiden Fakten w ürden insgesam t für den W ahrheitsgehalt der Angaben sprechen. 4.3 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die Ausführungen der Vorinstanz zu bestäti- gen sind. So legte der Beschw erdeführer bei der Erstbefragung vom 24. August 2000 dar, er habe etw a die letzten zw ei Jahre, m ithin seit etw a 1998 alkoholische G etränke hergestellt (Protokoll Em pfangsstelle S. 2). Bei der kantonalen Befra- gung führte er aus, er habe im Jahr 1996 m it der H erstellung alkoholischer G ebin- de begonnen (Protokoll Frem denpolizei S. 5), und bei der ergänzenden Anhörung vor dem Bundesam t legte er dar, im Jahre 1991 m it dieser Tätigkeit begonnen zu haben (Protokoll Bundesam t S. 2 und 4). H insichtlich der daraus resultierenden N achteile sagte der Beschw erdeführer bei der Erstbefragung, er sei im Jahr 1996 für sechs M onate im G efängnis gew esen, w obei er nicht ausgepeitscht w orden sei. Im Jahr 1998 sei er neun M onate in H aft gew esen und dabei ausgepeitscht w or- den (Protokoll Em pfangsstelle S. 4). D em gegenüber liess er bei der kantonalen Befragung festhalten, er habe im Jahr 1996 das erste M al sechs M onate im G e- fängnis verbracht; die zw eite Festnahm e sei im Jahr 1998 erfolgt, er sei diesm al zu acht M onaten H aft und vierzig Peitschenschlägen verurteilt w orden. Bei der dritten Befragung erklärte er dann, bereits bei der ersten, sechsm onatigen H aft eine Zu- satzstrafe von vierzig Peitschenhieben erhalten zu haben (Protokoll Frem denpoli- zei S. 6). Bei der zw eiten G efängnisstrafe von acht M onaten habe er kurz vor der Entlassung fünfundsechzig Peitschenhiebe erhalten (Protokoll Bundesam t S. 2). Sodann sagte der Beschw erdeführer hinsichtlich der ersten Festnahm e im Jahr 1996 einerseits aus, er sei m it zw ei Behältern zu zw anzig Litern Alkohol erw ischt w orden, andererseits w ill er m it achtzig Litern Alkohol im Auto überrascht w orden sein (Protokoll Frem denpolizei, S. 6 f., Protokoll Bundesam t S. 4 und 12). Allein diese w idersprüchlichen Angaben sprechen gegen die geltend gem achten Aktivi- täten des Beschw erdeführers und die angeblich daraus resultierenden N achteile. D iese Feststellung w ird durch w eitere zahlreiche ungereim te und w idersprüchliche Aussagen des Beschw erdeführers bestätigt. So erklärte er gegenüber dem kanto- nalen Beam ten, m it der H erstellung des Alkohols selber habe er w enig zu tun ge- habt. Er sei für den Einkauf der Sultaninen, die Betreuung der Kunden und Liefe- rungen zuständig gew esen. Einer seiner Freunde habe Erfahrungen aus dessen früherer Tätigkeit in einer Alkoholfabrik m itgebracht (Protokoll Kanton S. 5). Bei der dritten Befragung führte der Beschw erdeführer aus, ein Freund nam ens C ._______. habe ihn die H erstellung von Alkohol gelehrt, danach habe er seine Freunde entsprechend instruiert (Protokoll Bundesam t S. 5 und 20). Auch diese Ausführungen lassen sich inhaltlich nicht in Einklang bringen. W eiter sind auch die Angaben über den angeblich fluchtauslösenden Vorfall im Jahr 2000 unterschiedlich ausgefallen. So liess der Beschw erdeführer einerseits festhalten, am 19. Juli 2000 seien Beam te in den besagten G arten eingedrungen. 7 Einer seiner Freunde sei anw esend gew esen, habe über die den G arten um gebende W and klettern und den Beschw erdeführer inform ieren können (Proto- koll Em pfangsstelle S. 5). G em äss Angaben anlässlich der zw eiten Befragung hätten die Beam ten bei ihrem Eindringen in den G arten beide Freunde des Be- schw erdeführers angetroffen. Sie hätten einen der beiden Freunde sow ie einen oder zw ei Angestellte festgenom m en. D em zw eiten Freund sei die Flucht über die M auer gelungen; dieser habe den Beschw erdeführer telefonisch inform iert. D ie Behörden hätten auch eine H ausdurchsuchung durchgeführt, als der Beschw erdeführer sich schon beim O nkel aufgehalten habe (Protokoll Frem denpolizei S. 8). D em gegenüber sollen gem äss protokollierten Angaben beim Bundesam t beide Freunde von den Beam ten festgenom m en w orden sein; der Beschw erdeführer sei dabei von einem Angestellten, dem die Flucht gelungen sei, telefonisch inform iert w orden (Protokoll Bundesam t S. 16 f. und S. 23). D ie Beam ten seien zw ei Stunden nach der Festnahm e der Freunde nach H ause zum Beschw erdeführer gegangen und hätten an seiner Stelle den Bruder m itgenom m en. D er Bruder sei befragt, nach einer W oche jedoch freigelassen w orden, obw ohl der Beschw erdeführer sich nicht gestellt habe (Protokoll Bundesam t S. 18). D iese unterschiedlichen und teils nachgeschobenen Angaben über den letzten Vorfall vor Verlassen der H eim at sind offensichtlich nicht glaubhaft. D ies gilt um so w eniger, als dieses letzte Ereignis auch zeitlich unterschiedlich dargelegt w urde: einm al sollen die Beam ten am 19. Juli 2000 (29.4.1379), einm al am 23. Juli 2000 (1.5.1379, m ithin am ersten des M onats M ordad) gegen Abend oder im M onat Tir 1999 (1378) oder 2000 (1379) in den G arten eingedrungen sein (Protokolle Em pfangsstelle S. 5, Frem denpolizei S. 4, Bundesam t S. 17, 22, 25). N ach dem G esagten kann auch das angeblich die Flucht auslösende Ereignis nicht geglaubt w erden. Zutreffend stellte die Vorinstanz sodann fest, dass die vom Beschw erdeführer genannte G erichtsinstanz für die Prüfung und Beurteilung der angegebenen straf- rechtlichen D elikte grundsätzlich nicht zuständig ist. Sodann sind die genannten Strafm asse, nam entlich die Strafe von acht M onaten G efängnis und 65 Peitschen- schlägen bei der angeblich zw eiten Verurteilung, angesichts der diesbezüglichen iranischen Strafgesetzregelung jedenfalls nicht nachvollziehbar. D ie entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (Verfügung S. 5) sind ebenfalls zu betätigen. D er Beschw erdeführer reichte zum Beleg seiner Vorbringen Fotonegative zu den Akten ein. D iese seien zw ei bis drei Tage nach der Entlassung aus der zw eiten H aft im Jahre 1998 von einem Freund gem acht w orden und w ürden die erlittenen Peitschenschläge bew eisen. D iese Fotografien sind jedoch nicht bew eisgeeignet: So w ill der Beschw erdeführer für die Vollstreckung der Zusatzstrafe auf einer speziellen Liege gelegen und an H änden und Füssen gefesselt w orden sein. D ie Schläge seien nicht m it einem Stock, sondern m it einer Peitsche, bestehend aus zahlreichen Zw eigen, ausgeführt w orden. Ein Beam ter habe die korrekte Voll- streckung der Strafe überw acht (Protokoll Bundesam t S. 14 und 25). Einerseits stim m en diese Angaben nicht m it den diesbezüglichen Bestim m ungen im ira- nischen Strafgesetzbuch über die Art der Vollstreckung solcher Zusatzstrafen überein. Andererseits können die auf den Fotografien ersichtlichen Verletzungen 8 auf dem R ücken kaum von 65 H ieben m it einer stark verzw eigten Peitsche herrüh- ren; diesfalls w ären die Striem en zahlreicher und anders verlaufend und der Ver- letzungsgrad höher, w as entsprechend auf den Fotografien ersichtlich sein m üsste. D ie diesbezüglichen Feststellungen in der vorinstanzlichen Verfügung sind folglich ebenfalls zu bestätigen. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer nam entlich nach der ergänzenden Bundesanhörung vom 28. O ktober 2004 nahezu jeden w esent- lichen Teil der von ihm als zentral genannten Asylgründe in m ehreren, teilw eise diam etral unterschiedlichen Varianten schilderte. Seine Vorbringen sind zudem in m ehrfacher H insicht nicht m it den Erkenntnissen des BFM sow ie des Bun- desverw altungsgerichts vereinbar. D ie diesbezüglichen Angaben des Beschw erde- führers erw eisen sich dam it nunm ehr als völlig unglaubhaft. D aran verm ögen bei dieser klaren Aktenlage auch die eingereichten Fotonegative nichts zu ändern. Aufgrund dieser Sachlage kann letztlich die Frage offenbleiben, ob es sich bei den Fotonegativen um konsturierte Bew eism ittel handelt. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf w eitere Ausfüh- rungen in der Beschw erde einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts zu ändern ver- m ögen. Zusam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorinstanz lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers zu R echt ab. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-9 vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K], 2001 N r. 21). 5.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M ario G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on- refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 5.7 5.7.1 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen noch aus den Akten Anhalts- punkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbo- tenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm ensch- liche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). D ie all- gem eine M enschenrechtssituation im Iran lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G e- sagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völ- kerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.7.2 Sow eit der Beschw erdeführer geltend m acht, er habe m it einer in der Schw eiz le- benden Frau ein gem einsam es Kind und nehm e seine Vaterpflichten ernst, ist fest- zustellen, dass der Beschw erdeführer trotz entsprechender Aufforderung (vgl. oben Bst. K) bis heute w eder eine Bestätigung der Kindsm utter über die W ahrneh- m ung des von ihm behaupteten Besuchsrechts noch U nterlagen zum Beleg seiner Vaterschaft beibrachte und in einer Stellungnahm e vom 4. O ktober 2005 lediglich ausführte, die Kindsm utter zeige sich nicht kooperativ. Letzte Ausführungen erstaunen zudem , hatte der Beschw erdeführer doch in der Beschw erde noch er- klärt, (w ieder) ein gutes Verhältnis zur Kindsm utter zu haben und zu pflegen; an- dererseits hätte der Beschw erdeführer dennoch, allenfalls m it H ilfe seines R echts- vertreters, die M öglichkeit gehabt, seine Vaterschaft zu belegen. N ach dem G e- sagten kann der Beschw erdeführer aufgrund der vorliegenden Akten aus Art. 8 EM R K (R echt auf Achtung des Fam ilienlebens) für sich jedenfalls keine R echte ableiten. D er Vollzug der W egw eisung ist dem nach auch vor dem H intergrund des G rundsatzes der Einheit der Fam ilie als zulässig zu beurteilen. 5.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 10 Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.8.1 D ie im Iran herrschende allgem eine Lage zeichnet sich nicht durch eine Situation allgem einer G ew alt aus. D er Vollzug von W egw eisungen abgew iesener iranischer Asylbew erber w ird nach konstanter Praxis als zum utbar erachtet. 5.8.2 Vorliegend gibt es keine Anhaltspunkte für das Vorliegen individueller U nzum utbarkeitsindizien. Allein aus der Tatsache, dass der Beschw erdeführer sich im Ausland aufgehalten hat, erw ächst ihm bei der R ückkehr in den Iran kein N ach- teil. D er Beschw erdeführer verfügt im Iran über ein soziales N etz; so leben seine Eltern und (...) G eschw ister dort. W eiter liess er festhalten, er verfüge im Iran über Verm ögen, w elches über einen Anw alt dem Vater nun zugänglich sei; zudem besitze er dort ein eigenes H aus (Protokoll Bundesam t S. 9). Sodann ging er w ährend seines Aufenthaltes in der Schw eiz einer Erw erbstätigkeit nach, erzielte m ithin ein Einkom m en. 5.8.3 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen, w eil keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in den Iran einer konkreten G efährdung im genannten Sinne ausgesetzt ist. 5.9 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.10 D ie Vorinstanz führte am 26. Juni 2005 gestützt auf Art. 44 Abs. 3 bis 5 aAsylG m it der zuständigen kantonalen Behörde einen Schriftenw echsel im R ahm en der Prü- fung des Vorliegens einer schw erw iegenden persönlichen N otlage durch (vgl. oben Bst. F). D iese bisherigen Bestim m ungen betreffend vorläufige Aufnahm e infolge einer schw erw iegenden persönlichen N otlage w urden m it der Änderung des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben (Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 m it W irkung seit 1. Januar 2007 [AS 2006 4745]). G leichzeitig m it dieser Aufhebung ist seit 1. Januar 2007 eine neue H ärtefallregelung in Kraft getreten. G em äss Art. 14 Abs. 2 AsylG haben dabei neu die Kantone, sofern das Asylgesuch vor m ehr als fünf Jahren gestellt w orden ist, die M öglichkeit, unter bestim m ten w eiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen, w obei die Frage der H ängigkeit des ordentlichen Asylverfahrens keine R olle spielt. Vor diesem H intergrund erübrigen sich in diesem Zusam m enhang w eitere Ausführungen. 5.11 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz bezeichnete deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e 11 ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dam it abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- gen: Vorinstanzliche Verfügung im O riginal, Fotografie; Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. _______) - A._______ (Beilage: G eburtsschein) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Eveline C hastonay Versand am :