<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">5P.465/2001/bnm </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Z I V I L A B T E I L U N G ******************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">15. Januar 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Bianchi, Präsident der II. Zivilabteilung, </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Meyer </div> <div class="para">sowie Gerichtsschreiber Zbinden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">Z.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Advokat Dr. </div> <div class="para">Stefan Suter, Clarastrasse 56, Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons B a s e l - L a n d -s c h a f t, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Aufhebung der elterlichen Obhut </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 9, <artref id="CH/101/10" type="start"></artref>Art. 10 und <artref id="CH/101/29/2" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 2 BV</span><artref id="CH/101/10" type="end"></artref><artref id="CH/101/9" type="end"></artref>, <span class="artref">Art. 8 EMRK</span>), hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Die Eheleute Z.________ und Y.________ leben getrennt. </div> <div class="para">X.________, geboren 1985, und seine vier noch unmündigen Geschwister wurden vom Bezirksgericht Arlesheim mit Entscheid vom 15. Juni 1995 unter die Obhut der Mutter gestellt. </div> <div class="para">Am 10. Mai 2001 entzog die Vormundschaftsbehörde A.________ Z.________ die Obhut über den Sohn X.________ und verfügte seine Unterbringung in der Durchgangsstation B.________. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die von Z.________ dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Landschaft mit Urteil vom 14. November 2001 abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Z.________ gelangt gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts sowohl mit staatsrechtlicher Beschwerde wie mit Berufung ans Bundesgericht. Mit staatsrechtlicher Beschwerde beantragt sie, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das Verwaltungsgericht zurückzuweisen. Ferner ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege. Es ist keine Vernehmlassung eingeholt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Wird in der gleichen Sache sowohl Berufung als auch staatsrechtliche Beschwerde erhoben, so ist in der Regel zuerst über die staatsrechtliche Beschwerde zu befinden, und der Entscheid über die Berufung ist auszusetzen (<span class="artref">Art. 57 Abs. 5 OG</span>). Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass, anders zu verfahren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.-Von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen ist die staatsrechtliche Beschwerde rein kassatorischer Natur (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=11.01.2002&amp;to_date=30.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-327%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 124 I 327</a> E. 4a und b S. 332 ff.). Die Rückweisung der Angelegenheit zu neuer Entscheidung ist im Falle der Gutheissung der Beschwerde daher selbstverständlich und ein entsprechender Antrag überflüssig (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=11.01.2002&amp;to_date=30.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-IA-353%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page353">BGE 112 Ia 353</a> E. 3c/bb S. 354 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.-Die Beschwerdeführerin sieht das Grundrecht ihres Sohnes auf persönliche Freiheit (<span class="artref">Art. 10 BV</span>) und das Recht auf Familienleben (<span class="artref">Art. 8 EMRK</span>) durch die Unterbringung in einer Anstalt verletzt. Diese Massnahme erweise sich als unverhältnismässig und widerstrebe dem öffentlichen Interesse, da sie die bewährten Strukturen der Familie, die laufende Psychotherapie bei Dr. W.________ und den Besuch der C.________-Schule in Basel nicht berücksichtige und stattdes-sen ohne erzieherischen Grund auf veralteten Grundlagen eine Heimeinweisung im entfernten B.________ anstrebe. Das angefochtene Urteil sei im Ergebnis willkürlich (<span class="artref">Art. 9 BV</span>) und die Würdigung der Beweise stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit diesen Vorbringen macht sie in Tat und Wahrheit die Verletzung von <span class="artref">Art. 310 Abs. 1 ZGB</span> geltend, wofür ihr die Berufung zur Verfügung steht (<span class="artref">Art. 43 Abs. 1 OG</span>; <span class="artref">Art. 44 lit. d OG</span>). Die staatsrechtliche Beschwerde tritt diesem Rechtsmittel gegenüber zurück und dient ausschliesslich der Prüfung, ob verfassungsmässige Rechte verletzt worden sind (<span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. a OG</span>, <span class="artref">Art. 84 Abs. 2 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=11.01.2002&amp;to_date=30.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-II-384%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page384">BGE 120 II 384</a> E. 4a S. 385). Werden mit staatsrechtlicher Beschwerde zwar Grundrechte angerufen, ergibt die Begründung aber, dass es einzig um die Anwendung von Bundesrecht und dessen verfassungskonforme Auslegung sowie um eine im konkreten Fall allenfalls nötige Interessenabwägung geht, so kann darauf nicht eingetreten werden. Dies gilt vorliegend insbesondere auch für die Behauptung, es werde der Fremdplatzierung zu Unrecht der Vorzug vor der aktuellen Regelung gegeben. Wenn das Verwaltungsgericht die eine Lösung im Interesse des Kindes für geeigneter als die andere hält, so hat dies mit willkürlicher Beweiswürdigung und Verweigerung des rechtlichen Gehörs nichts zu tun. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Nach dem Gesagten kann auf die staatsrechtliche Beschwerde insgesamt nicht eingetreten werden. Die Anträge waren überdies von vornherein aussichtslos, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist (<span class="artref">Art. 152 Abs. 2 OG</span>). Die Beschwerdeführerin hat daher die Verfahrenskosten zu tragen, bei deren Bemessung allerdings ihre wirtschaftliche Situation berücksichtigt werden kann (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/153^a/1" type="start"></artref>Art. 153a Abs. 1 OG</span><artref id="CH/173.110/156/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin und dem Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">_______________ </div> <div class="para">Lausanne, 15. Januar 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. Zivilabteilung des </div> <div class="para">SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>