Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 1. April 2021 (810 21 20) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzierung im Kinderheim Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clau- sen , Jgnaz Jermann, Markus Mattle , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführende, vertreten durch Ozan Polat- li, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ , Vorinstanz Betreff Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzie rung im Kinderheim D.____ (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 18. Januar 2021) A. E.____, geboren 2018, ist das gemeinsame Kind der verheirateten Eltern A.____ und B.____. B. Aufgrund einer Gefährdungsmeldung der Polizei Base l-Landschaft und der anschlies- senden Abklärungen erteilte die Kindes- und Erwachsenen schutzbehörde C.____ (KESB) mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid vom 6. März 2019 B.____ die Weisung, regelm ässig den Sprachtreff für Frauen in F.____ zu besuchen und aktiv daran teilzunehmen. A.____ wurde die Weisung erteilt, 26 Wo- chen à 2 Stunden am Lernprogramm gegen häusliche Gewal t teilzunehmen. Zudem wurde für E.____ eine Erziehungsbeistandschaft errichtet und ein Beistand ernannt. C. Mit Entscheid der KESB vom 13. November 2019 wurde den Kindseltern die Weisung erteilt, eine sozialpädagogische Familienbegleitung bei G.____ in Anspruch zu nehmen. Die mit Entscheid vom 6. März 2019 erteilte Weisung an A.____, am Lernprogramm gegen häusliche Gewalt teilzunehmen, wurde sistiert. Nachdem sich A.___ _ geweigert hatte, an der sozialpäda- gogischen Familienbegleitung teilzunehmen, wurde er mi t Entscheid der KESB vom 18. März 2020 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe angewiesen, die sozialpädagogische Familien- begleitung bei G.____ in Anspruch zu nehmen und dabei aktiv mitzuwirken. D. Am 23. Mai 2020 kam es zu einer tätlichen Auseinand ersetzung zwischen den Kindsel- tern, woraufhin die Polizei Basel-Landschaft eine Gefä hrdungsmeldung an die KESB weiterlei- tete. In der Folge teilte die KESB den Kindseltern m it, dass auf die Errichtung weiterer Kindes- schutzmassnahmen verzichtet werde, da der Vorfall sowie d ie Auswirkungen dieser Auseinan- dersetzungen auf E.____ mit ihnen thematisiert worden seien. Weiter hielt die KESB fest, dass die bestehenden Schutzmassnahmen weiterzuführen seien und den Weisungen nach wie vor Folge zu leisten sei. E. Am 17. Dezember 2020 ging bei der KESB erneut ein e polizeiliche Gefährdungsmel- dung ein, wonach es am 14. Dezember 2020 im Verlauf d es Vormittags zu einer tätlichen Aus- einandersetzung zwischen A.____ und B.____ gekommen sei. A uf eine fürsorgerische Unter- bringung von B.____ sei verzichtet und A.____ sei wegge wiesen worden. Beide Eltern haben daraufhin gegenseitig Strafanzeige erstattet. F. Am 13. Januar 2021 wurden B.____ und A.____ im B eisein von B.____s Tochter H.____ von der KESB zum Antrag des Beistands auf Entzug des Aufenthaltsbestimmungs- rechts über E.____ und dessen Platzierung in einer geei gneten Institution angehört. Beide El- tern erklärten sich mit dem Entzug des Aufenthaltsbestimm ungsrechts und der Platzierung von E.____ nicht einverstanden. G. Mit Entscheid vom 18. Januar 2021 entzog die KESB d en Kindseltern per sofort das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E.____ und platzierte d iesen im Kinderheim D.____. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. H. Gegen diesen Entscheid erhoben B.____ und A.____, nachfolgend vertreten durch Ozan Polatli, Advokat, mit Eingabe vom 29. Januar 202 1 Beschwerde beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsre cht (Kantonsgericht). Sie beantrag- ten, es seien die Dispositiv-Ziffern 1 bis 5 des Entschei ds der KESB vom 18. Januar 2021 auf- zuheben und es sei den Beschwerdeführenden das Aufenthal tsbestimmungsrecht über E.____ zu belassen. Es sei die KESB anzuweisen, eine neue Mandatsperson im Rahmen der sozialpä- dagogischen Familienbegleitung einzusetzen. Alles unter o/e-Kostenfolge, wobei den Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführenden die unentgeltliche Rechtspflege und Ve rbeiständung zu gewähren sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurden die Wiederherstellu ng der aufschiebenden Wirkung, voll- umfängliche Akteneinsicht sowie die Durchführung einer m ündlichen Verhandlung mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer beantragt. I. Die KESB liess sich mit Eingabe vom 16. Februar 2021 vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde. J. Mit Verfügung vom 19. Februar 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und eine Parteiverhandlung mit Dolmetscherin vorgesehen. Der Beistand wurde als Auskunftsperson zur Parteiverhandlung geladen. Der Verfa hrensantrag auf Erteilung der auf- schiebenden Wirkung wurde abgewiesen. Weiter wurde fes tgehalten, dass über das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zusa mmen mit der Hauptsache ent- schieden werde. K. Mit Eingabe vom 3. März 2021 reichte das Kinderheim seinen Bericht ein. L. Mit Eingabe vom 26. März 2021 nahmen die Beschwerde führenden Stellung zur Ver- nehmlassung der KESB. M. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten di e Beteiligten an ihren gestellten Anträgen und eingereichten Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgeset zbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann ge gen Entscheide einer Kindesschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des k antonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), d ie der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe bung oder Änderung des angefochte- nen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführenden sind als direkt Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrige n Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 erfüllt sind, ist auf die Be- schwerde unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägung einzutreten. 2.1 Angefochten ist der Entscheid der KESB vom 18. Janua r 2021 und dieser bildet vorlie- gend das Beschwerdeobjekt. Das Beschwerdeobjekt ist nicht i dentisch mit dem Streitgegen- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht stand. In der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ( worunter auch das vorliegende Be- schwerdeverfahren vor Kantonsgericht fällt) ist Streitge genstand das Rechtsverhältnis, das Ge- genstand der angefochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt (RENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffen- tliches Prozess- recht, 3. Auflage, Basel 2014, N 987 und N 1051). St reitgegenstand kann somit nur sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder allenfalls hätte sein sollen. Ge- genstände, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat und über welche sie nicht entscheiden musste, darf die obere Instanz grundsätzlich nicht beurteilen, da sie sonst in die funktionelle Zuständigkeit der Vorinstan z eingreifen würde (Urteil des Kantons- gerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [K GE VV] vom 18. März 2015 [810 14 186] E.1.3; KGE VV vom 19. Dezember 2018 [810 18 260 ] E. 1.2.1; R HINOW /KOLLER / KISS /T HURNHERR /B RÜHL -MOSER , a.a.O., N 988). 2.2 Mit dem angefochtenen Entscheid der KESB wurde de n Kindseltern das Aufenthalts- bestimmungsrecht über E.____ entzogen und dieser wurde f remdplatziert. Ein Antrag auf Wechsel der Mandatsperson im Rahmen der sozialpädagogisc hen Familienbegleitung wurde bei der KESB nicht gestellt, ein solcher wurde folgl ich von der KESB nicht beurteilt und ist vom angefochtenen Entscheid auch nicht erfasst. Der Antrag de r Beschwerdeführenden, es sei eine neue Mandatsperson im Rahmen der sozialpädagogischen Fa milienbegleitung einzusetzen, geht über den Streitgegenstand des vorliegenden Verf ahrens hinaus, weshalb das Kantonsge- richt darauf nicht eintreten kann. Auf die Beschwerde ist demzufolge teilweise einzutreten. 3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 4.1 In formeller Hinsicht machen die Beschwerdeführend en geltend, sie seien vor dem Erlass des Entscheids nicht korrekt von der KESB angehört worden, da kein Dolmetscher bzw. keine Dolmetscherin beim Gespräch am 13. Januar 2021 anwesend gewesen sei. 4.2 Die Vorinstanz führt dagegen aus, dass der Dolmetsche r nicht zum vereinbarten Tref- fen erschienen sei. Daraufhin habe die älteste Tochter der Beschwerdeführerin, welche letztere begleitet habe, die Übersetzung für ihre Mutter übern ommen, was sehr gut geklappt habe. Während der Anhörung sei eine Ersatzdolmetscherin erschienen, welche jedoch wieder wegge- schickt worden sei, weil die Anhörung bis zu diesem Zeitpu nkt reibungslos habe durchgeführt werden können. 4.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Ab s. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 u mfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. Bevor die Behörde einen Entscheid trifft, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift, hat sie ihn davon in Kenntnis zu setzen und ihm Gelegenheit zu geben, sich vorgängig zu äussern. Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur (vgl. KGE VV vom 19. Februar 2020 [810 19 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 237] E. 3.3.1, BGE 126 V 130 E. 2b mit Hinweisen). W enn auch die Bundesverfassung nur für beschuldigte oder festgenommene Personen ein generell es Recht auf den Beizug eines Dol- metschers oder einer Dolmetscherin kennt (vgl. Art. 31 A bs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV), kann die wirksame Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs im Zusammenh ang mit den übrigen Verfah- rensgarantien nach Art. 29 BV unter Umständen auch in allgemeinen verwaltungsrechtlichen Verfahren die Gewährung eines solchen erfordern (vgl . Urteil des Bundesgerichts 2C_18/2007 vom 2. Juli 2007 E. 3.2; M ICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 343 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 1986, in ZBl 88/198 7 S. 164 E. 2c; P ATRICK SUTTER , in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge setz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage, Zürich/St.Gallen 2019, N 1 zu Art . 29 VwVG). Nötig ist eine Übersetzung, wenn sonst ein genügendes Verständnis der Parteien n icht sichergestellt und der Verfahrens- zweck anders nicht zu erreichen ist (vgl. T HOMAS PFISTERER , in Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., N 17 zu Art. 33a VwVG). 4.4 Mit Schreiben vom 4. Januar 2021 wurden die Beschw erdeführenden zur Anhörung zum Antrag des Beistands, E.____ in einer geeigneten In stitution zu platzieren und den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen, eingeladen. Im Schreiben wurde unter ande- rem auf die Begründung des Platzierungsantrags hingew iesen, womit der Inhalt der Anhörung klar war. Rückfragen der Beschwerdeführenden zur Anhöru ngseinladung sind in den Akten nicht vermerkt. Von Seiten der KESB war für die Anhör ung ein türkischer Dolmetscher eingela- den, welcher jedoch zur Anhörung am 13. Januar 2021 ni cht erschienen ist. Unbestritten ist, dass die 19-jährige Tochter der Beschwerdeführerin, welche von den Beschwerdeführenden an die Anhörung mitgebracht wurde, das Gespräch für ihre M utter übersetzt hat und die Anhörung ohne Probleme durchgeführt werden konnte. Hinweise für Verständigungsprobleme während des Gesprächs sind weder im Protokoll vermerkt noch bring en die Beschwerdeführenden sol- che vor. Nicht bestritten wird zudem, dass ein stellvertre tender türkischer Dolmetscher kurz vor Ende der Anhörung erschienen ist und im Einverständnis der Beschwerdeführenden wieder weggeschickt wurde, da die Anhörung bis dahin gut durch geführt werden konnte (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 31. März 2021). Der Beschwer deführer ist eingebürgerter Schwei- zer und die 19-jährige Tochter der Beschwerdeführerin b eherrscht die Deutsche Sprache gut (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 31. März 202 1 und Schreiben der Tochter vom 13. März 2021). Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdef ührerin sich anlässlich der Anhö- rung am 13. Januar 2021 nicht genügend habe verständigen und mitteilen können, liegen keine vor und werden keine geltend gemacht. Andernfalls hätt e sie dies anlässlich der Anhörung zu erkennen geben können und müssen. Gestützt darauf durfte die KESB davon ausgehen, dass ein genügendes Verständnis bei der Beschwerdeführerin si chergestellt war. Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführenden von der KESB am 13. Januar 2021 zur geplanten Platzierung angehört wurden und dazu Stellung nehmen konnten. Fe rner entbehrt der Vorwurf, der Ent- scheid zur Platzierung von E.____ und zum Entzug des Aufe nthaltsbestimmungsrechts sei be- reits vor der Anhörung gefällt worden, jeglicher Grun dlage. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt nicht vor und die diesbezüglichen Rügen sind unbegründet. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Vorinsta nz den Beschwerdeführenden zu Recht das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E.____ entzogen und diesen fremdplatziert hat. 5.1 Die KESB führt in ihrer Begründung gestützt auf d en Antrag des Beistands und die Stellungnahme von G.____ zusammenfassend aus, dass in den letzten rund zwei Jahren diver- se Massnahmen zum Schutz von E.____ ergriffen worden seien, deren Erfolg jedoch durch das Verhalten der Kindseltern unterlaufen worden sei. Beide Eltern hätten sich nicht an die Weisun- gen gehalten und hätten die Schuld an den Konflikten beim jeweils anderen Elternteil gesucht. Dabei seien der Schutz und das Wohl von E.____ und sein en Halbgeschwistern in den Hinter- grund getreten. Der jetzige Eingriff sei zwingend notw endig, damit E.____ zur Ruhe kommen könne, den elterlichen Konflikten nicht mehr ausgesetzt sei und die Eltern die Möglichkeit erhal- ten würden, ihr Verhalten und ihre Konfliktlösungsstrategie zu ändern. 5.2 Dagegen bringen die Beschwerdeführenden vor, dass sich E.____ bei seinen Eltern sehr wohlfühle und sie sich um ihn kümmern würden. Die früheren Paarprobleme zwischen den Kindseltern seien nicht schwerwiegend gewesen und hät ten E.____ nicht tangiert. Beim ersten Polizeieinsatz sei E.____ noch nicht auf der Welt gewesen , beim zweiten Einsatz habe er sich in einem anderen Zimmer aufgehalten und bei der dri tten polizeilichen Intervention sei E.____ in der Kindertagesstätte gewesen. Er habe die Auseinan dersetzungen zwischen seinen Eltern somit nicht mitbekommen und werde von diesen auch nicht beeinträchtigt. E.____ sei seit dem 19. Januar 2021 im Kinderheim platziert und den Elter n sei ein grosszügiges Besuchsrecht von vier Nachmittagen pro Woche eingeräumt worden. Aufgru nd des grosszügigen Besuchsrechts könne die Gefährdung von E.____ durch seine Eltern nich t akut sein. Zudem würden weitere mildere Massnahmen bestehen, welche zusammen mit dem Alter von E.____ die verfügte Plat- zierung und den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts al s unverhältnismässig erscheinen liessen. Der Beschwerdeführer werde das Lernprogramm geg en häusliche Gewalt im Februar 2021 wiederaufnehmen. Die Beschwerdeführerin beginne Ende Mai zwar wieder mit dem Sprachkurs, es sei jedoch nicht ersichtlich, wie dieser Kurs mit einer Gefährdungsminderung für E.____ zusammenhänge. Gegen die sozialpädagogische Fam ilienbegleitung hätten die Be- schwerdeführenden grundsätzlich keine Einwände. 5.3.1 Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Art. 307 Abs. 1 ZGB enthält die Aufforde- rung, die im Einzelfall geeigneten, vom Gesetz vorgesehenen Massnahmen (Art. 307 Abs. 3 bis Art. 312 ZGB) zu treffen (K URT AFFOLTER -FRINGELI /U RS VOGEL , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 20 16, N 13 zu Art. 307 ZGB). Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiari tät), und es ist immer die mil- deste, einen Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen ( Proportionalität); diese soll elterli- che Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität; vgl. BGE 136 III 353 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 5A_70/2016 vom 25. Ap ril 2016 E. 3.1, 5A_548/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 4.3, 5A_875/2013 vom 10. April 20 14 E. 3.1; Y VO BIDERBOST , in: Breit- schmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatr echt, Personen- und Familien- recht, 3. Auflage, Zürich 2016, N 1 zu Art. 310 ZGB). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Die Behörde, die Kindesschutzmassnahmen anordnet, ve rfügt über grosses Ermessen (Art. 4 ZGB; Urteile des Bundesgerichts 5A_156/2016 vo m 12. Mai 2017 E. 4.2 und 5A_656/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3). Die Anordnung oder Abänderung einer Massnahme setzt in einem gewissen Ausmass die Prognose über die kün ftige Entwicklung der massgeben- den Umstände voraus. Diese wird durch das bisherige Ve rhalten der betroffenen Personen we- sentlich mitbestimmt (BGE 120 II 384 E. 4d). Es ist die sachlich richtige Massnahme nicht auf- grund bloss juristischer Klassifikation, sondern unter Würdigung der im Einzelfall bestimmenden sozialen, medizinischen und erziehungswissenschaftlichen Gesichtspunkten anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts 5A_840/2010 vom 31. Mai 2011 E. 3.1.2 m.w.H.). Wo absehbar ist, dass mit der Anordnung von Massnahmen im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB und auch mit ihrer Kombination die gebotene Wirkung nicht erreicht werden kann, sind die schärferen Behelfe von Art. 308, 310 bzw. 311 ZGB zu ergreifen. Ob Weisung u nd/oder Überwachung genügen oder eine Beistandschaft anzuordnen ist, hängt von der Intensi tät der Gefährdung, vor allem aber auch von der Kooperationsbereitschaft der Angesprochen en ab (Urteil des Bundesgerichts 5A_156/2016 vom 12. Mai 2017 E. 4.2). 5.3.3 Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehö rde, wenn einer Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann, dieses den Elt ern wegzunehmen und in angemes- sener Weise unterzubringen. Wie jede andere Kindesschutzmassnahme setzt die Fremdplatzie- rung eine Gefährdung des Kindswohls voraus und muss als sol che geeignet sein, diese Ge- fährdung zu beseitigen. Die Massnahme hat zur Folge, da ss das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, den Eltern bzw. einem Elternteil entzogen und der Kindesschutzbehörde übertragen wird, die nunmehr für die Betreuung des Kindes verantwortlich ist (Urteil des Bun- desgerichts 5A_335/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.1; A FFOLTER -FRINGELI /V OGEL , a.a.O., N 141 zu Art. 310/314b ZGB). Die Gefährdung des Kindes, die Anlass zum Entzug des Aufenthaltsbe- stimmungsrechts gibt, muss darin liegen, dass das Kind im Umfeld der Eltern bzw. des Eltern- teils nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für s eine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre (Urteile der Bundesgerichts 5 A_404/2016 vom 10. November 2016 E. 3, 5A_875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1, 5A_729/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4.1). Uner- heblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern od er der weiteren Umgebung liegen (AFFOLTER -FRINGELI /V OGEL , a.a.O., N 17 zu Art. 307 ZGB). Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung triff t. Massgebend ist, dass die Vorkehr das richtige Mittel zur Verwirklichung des Ziels ist; d.h. die Unterbringung (z.B. in einem Heim) muss besser als jene beim bisherigen Obhutsinhaber Gewähr d afür bieten, dass das Kind in seiner Entfaltung geschützt und gefördert wird (Urteil des Bu ndesgerichts 5A_322/2014 vom 14. Juli 2014 E. 2; CYRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Auflage, Bern 1999, N 27.36). Eine Kindswohlgefährdung kann sich unter anderem bei Unfähi gkeit der Eltern ergeben, sich adä- quat um das Kind zu kümmern, weil sie durch persönliche Probleme übermässig absorbiert o- der weil sie allgemein überfordert sind (vgl. C HRISTOPH HÄFELI , Grundriss zum Kindes- und Er- wachsenenschutz, 2. Auflage, Bern 2016, S. 413). 5.4.1 Aus den obigen Ausführungen und den Akten ergib t sich, dass das Kindswohl von E.____ aufgrund der ständigen Konflikte zwischen den Kindseltern gefährdet ist. Die Beziehung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwischen den Kindseltern ist von wiederkehrenden Streitig keiten und heftigen Auseinanderset- zungen geprägt, welche wiederholt zu gewalttätigen Übe rgriffen mit Polizeieinsätzen geführt haben (vgl. Anzeigen der Polizei Basel-Landschaft wegen häuslicher Gewalt vom 14. Dezember 2020, vom 5. Juni 2020 und vom 12. Mai 2018 sowie die Meldung der Polizei Basel-Landschaft an die KESB betreffend Kindesschutzmassn ahmen vom 25. Mai 2019, poli- zeiliche Protokolle zu Einvernahmen des Beschwerdeführers u nd der Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2020 sowie der Tochter der Beschwerdeführerin vom 13. Juli 2020). Die Tochter gibt im Rahmen ihrer Einvernahme am 13. Juli 2020 zudem an , dass es oft zu Tätlichkeiten zwi- schen ihrer Mutter und dem Beschwerdeführer komme. Sie fühle sich zu Hause nicht immer sicher und habe Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte . Beide Eltern führen in ihren polizeilichen Einvernahmen ebenfalls aus, dass es schon frü her gewalttätige Auseinanderset- zungen gegeben habe und es permanent zu Geschrei und S treit zwischen ihnen komme (poli- zeiliche Protokolle zu Einvernahmen des Beschwerdeführers u nd der Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2020). Von März bis Juni 2020 sei die Situatio n schlimmer geworden und es sei zu körperlicher Gewalt gekommen, was für die Beschwerdefüh rerin sehr schwer auszuhalten ge- wesen sei. Täglich habe es Beschimpfungen und Beschuldig ungen zwischen den Ehegatten gegeben (polizeiliches Protokoll zur Einvernahme der Besch werdeführerin vom 15. Juni 2020). Dass sich diese andauernden Streitigkeiten und tätlichen Auseinandersetzungen negativ auf die Entwicklung von E.____ auswirken und er dadurch einer übe rmässigen Belastung ausgesetzt ist, wird in den Berichten der Fachpersonen bestätigt. So wird bereits im Abklärungsbericht der Sozialen Dienste F.____ vom 14. Dezember 2018 auf ein e Gefährdung von E.____ hingewie- sen und festgehalten, dass er aufgrund seines Alters sehr sch utzbedürftig sei, da er sich nicht selbst zur Wehr setzen könne. Er sei vollständig von den Elte rn abhängig und die Gefahr sei gross, dass er zu deren Spielball werde. Weiter wird in diesem Bericht festgehalten, dass die Eltern sich sehr häufig streiten würden, was von E.____ aufgenommen werde und seine weitere Entwicklung gefährde. Im Bericht der sozialpädagogischen Familienbegleitung vom 20. Juli 2020 wird ebenfalls auf sehr häufige Auseinandersetzungen zwischen den Eltern und gegensei- tige Tätlichkeiten hingewiesen und festgehalten, dass die Eltern lernen müssten, ihre Paarprob- leme nicht vor den Kindern auszutragen und zu deren W ohl zusammenzuarbeiten. Der Bei- stand führt in seinem Antrag an die KESB vom 15. Dezem ber 2020 sowie in seiner Stellung- nahme vom 10. Februar 2021 aus, dass die Kindseltern n ur ungenügend in der Lage seien, E.____ vor dem elterlichen Konflikt und der daraus re sultierenden psychischen Belastung zu schützen. Ferner sei es trotz der Unterstützungsangebote nicht gelungen, eine Veränderung herbeizuführen. E.____ sei altersbedingt als besonders vu lnerabel, schutzbedürftig und der psychischen Komponente der elterlichen Gewalt ausgeliefer t anzusehen. Aus diesem Grund sehe der Beistand das Wohl von E.____ sowie dessen Entw icklung im bestehenden Familien- umfeld als gefährdet. Das Kinderheim D.____ schreibt i n seinem Bericht vom 3. März 2021, dass sich die Zusammenarbeit mit den Kindseltern bisher als relativ schwierig gestaltet habe und dass insbesondere der Beschwerdeführer Mühe habe, die Situation zu akzeptieren. E.____ habe sich jedoch gut integriert und sei in der Gruppe gut aufgenommen worden. 5.4.2 Gestützt auf die vorstehende Erwägung ist mit dem Beistand festzuhalten, dass E.____ seit geraumer Zeit psychischer Gewalt ausgesetzt und Zeug e von psychischer sowie physi- scher Gewalt geworden ist. Die Annahme der Beschwerdefü hrenden, dass E.____ von den Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Konflikten zwischen ihnen nichts mitbekomme, da er nicht anwesend bzw. nicht im selben Raum gewesen sei, widerspricht jeglichen Erkenntnissen der Konflikt- und Gewaltforschung sowie dem anerkannten Wissensstand der Entwicklungspsycholog ie. Vor dem Hintergrund der bisherigen Ausführungen und insbesondere unter Bezugn ahme auf die Einvernahmeprotokolle, muss von einer sehr angespannten und von Streit geprägt en Familienatmosphäre ausgegan- gen werden, welcher E.____ ausgesetzt ist und die er d irekt wahrnimmt. Ebenso muss auf- grund der Häufigkeit der Konflikte der Eltern und de ren Ausmasses davon ausgegangen wer- den, dass diese nach wie vor bestehen und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch wieder eskalie- ren werden (vgl. Stellungnahme des Beistands vom 10. F ebruar 2021). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden kann aus den fachlichen Abklärung en durchaus auf eine Kindswohl- gefährdung geschlossen werden, ohne dass zusätzlich ein är ztliches oder psychologisches Gutachten notwendig wäre. Unter den gegebenen Umständ en und mit Blick auf das Alter von E.____ ist nicht ersichtlich, inwiefern ein solches Gutachten zusätzlich für die Feststellung einer Kindswohlgefährdung erforderlich gewesen wäre. Insofer n kann der Vorinstanz nicht eine un- genügende Sachverhaltsabklärung vorgeworfen werden. Da ss eine Gefährdung des Kinds- wohls vorliegt, wird auch nicht ernstlich bestritten. V ielmehr verharmlosen bzw. bagatellisieren die Beschwerdeführenden ihre Konflikte und verstehen nich t, dass ihre verbalen und körperli- chen Auseinandersetzungen die Entwicklung ihres Sohnes m assiv gefährden. Die KESB war folglich gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB verpflichtet, geeigne te Massnahmen zum Schutz des Kindswohls von E.____ zu treffen. 5.5 Die Beschwerdeführenden rügen weiter, der Entzug d es Aufenthaltsbestimmungs- rechts sei eine unverhältnismässige Kindesschutzmassnahme. 5.6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die KESB seit über zwei Jahren versucht hat, mit den Beschwerdeführenden eine passende Lösung zu finden, um E.____ vor den elterlichen Konflik- ten zu schützen. Als mildestes Mittel erteilte die KESB d er Beschwerdeführerin die Weisung, regelmässig den Sprachtreff für Frauen in F.____ zu bes uchen und aktiv daran teilzunehmen. Der Beschwerdeführer erhielt die Weisung, am Lernprog ramm gegen häusliche Gewalt teilzu- nehmen. Für E.____ wurde zudem eine Beistandschaft gemä ss Art. 308 ZGB errichtet, insbe- sondere mit dem Auftrag, die Eltern in ihrer Sorge u m E.____ zu unterstützen und eine lö- sungsorientierte Kommunikation zu ermöglichen. Die erte ilten Weisungen wurden von den Be- schwerdeführenden nur ungenügend umgesetzt (vgl. Stellu ngnahme des Beistands vom 10. Februar 2021, E-Mail der Interventionsstelle geg en häusliche Gewalt an den Beistand vom 12. Februar 2021), worauf der Beistand die Eltern anwies, E.____ für mindestens drei Tage pro Woche in einer Kindertagesstätte anzumelden. All die sen Massnahmen zum Trotz hielten die heftigen Konflikte zwischen den Kindseltern an und im Mai 2020 kam es erneut zu einer gewalt- tätigen Auseinandersetzung im Beisein der Kinder (vgl. Gefährdungsmeldung der Polizei an die KESB vom 8. Juni 2020). Der Vorfall wurde mit den Be schwerdeführenden besprochen und diese wurden darauf hingewiesen, dass vorerst von einer Platzierung abgesehen werde und eine Paartherapie besucht werden sollte (vgl. E-Mail des Beistands an die KESB vom 1. Juli 2020). Dennoch hielten die heftigen Streitigkeiten an und am 14. Dezember 2020 kam es zu einem weiteren Polizeieinsatz bei der Familie. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.6.2 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die V orinstanz diverse Massnahmen zum Schutz von E.____ ergriffen und eine Platzierung in einem Heim so weit wie möglich zu verhindern versucht hat, bevor sie als letzte Massnahme die Fremdplatzierung verfügte. Die Vorinstanz hat mit grösster Zurückhaltung und damit rich tig gehandelt. Angesichts der erfolglo- sen bisherigen Massnahmen erscheint eine mildere Massnahme als die Platzierung von E.____ im Heim nicht zweckmässig, um Konflikte zu verhindern und E.____ zu schützen. Den Bedürf- nissen von E.____ kann zur Zeit nur mit der Platzierung im Heim genügend Rechnung getragen und gewährleistet werden, dass er zur Ruhe kommen und hinreichend unterstützt werden kann. Mittlerweile ist E.____ im Heim gut integriert und e r erhält durch klare Strukturen Halt und Si- cherheit, was für seine gesunde Entwicklung von zentraler Bedeutung ist. Von den anhaltenden Konflikten zwischen den Kindseltern bleibt er durch sein en Aufenthalt im Kinderheim verschont und sieht seine Eltern trotzdem an vier Nachmittagen pro Woche. Während dieser wöchentli- chen Besuchszeit kann die bestehende, grundsätzlich gute B eziehung zwischen E.____ und seinen Eltern ausgelebt und gepflegt werden. Vor die sem Hintergrund erweisen sich der von der Vorinstanz angeordnete Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts sowie die Fremdplatzie- rung im Kinderheim als erforderliche und mildeste Erfo lg versprechende Massnahmen, um ei- ner Kindswohlgefährdung von E.____ begegnen zu können. Wie der Beschwerdeführer anläss- lich der Parteiverhandlung angibt, nimmt er seit dem 17. März 2021 am Lernprogramm gegen häusliche Gewalt teil, und die Beschwerdeführerin wird ihren Angaben zufolge ab dem 29. Mai 2021 den Sprachtreff für Frauen besuchen. Sofern sich die Beschwerdeführenden an die Wei- sungen der KESB halten und einsehen, dass sie zum Wohl von E.____ zwingend an ihren Eheproblemen arbeiten müssen, ist davon auszugehen, dass zusammen mit der Unterstützung durch die Beistandschaft und die sozialpädagogische Famili enbegleitung eine gewaltfreie, lö- sungsorientierte Kommunikation zwischen den Kindseltern erreicht werden kann. Dadurch kann eine nachhaltige Verbesserung der familiären Situatio n herbeigeführt werden, was letztlich für eine Rückplatzierung von E.____ von grundlegender Bedeutung ist. 5.7 Nach dem Gesagten erweisen sich der Entzug des Aufenth altsbestimmungsrechts und die damit verbundene Platzierung von E.____ als sachgerech t, verhältnismässig und angemes- sen. Die Beschwerde ist insgesamt unbegründet und abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenp flichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden n ach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 2‘000.-- den unterliegen den Beschwerdeführenden aufzuerle- gen. Diese ersuchen für den Fall des Unterliegens um Ge währung der unentgeltlichen Rechts- pflege. Da ihnen die für das Verfahren nötigen Mitt el fehlen, ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslos und der Beizug eines Anwalts zur Wahrung ihre r Rechte notwendig erscheint, ist das Gesuch zu bewilligen (§ 22 VPO). Zufolge Gewährun g der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 6.2 Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 V PO). Zufolge Bewilligung der un- entgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter de r Beschwerdeführenden ein Honorar Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zulasten der Gerichtskasse auszurichten. In seinen Honorarnot en vom 5. März und 30. März 2021 macht der Rechtsvertreter gesamthaft einen Aufwand von 15 Stunden à Fr. 200.--, er- bracht durch ihn, sowie 0.5 Stunden à Fr. 133.--, erb racht durch eine Volontärin, geltend, was bezüglich des Umfangs nicht zu beanstanden ist. Indesse n wird für durch Volontäre erbrachte Leistungen lediglich ein Stundenansatz von Fr. 100.-- als angemessen erachtet (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [T O] vom 17. November 2003; KGE VV [810 16 548] vom 1. November 2017 E. 6.2). Auch im vorliege nden Verfahren erachtet das Kantons- gericht diesen Stundenansatz als angemessen. Darüber hin aus kann dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden für die Teilnahme an der heutige n Verhandlung nach gerichtlichem Er- messen ein Aufwand von vier Stunden zugesprochen werden ( vgl. § 18 Abs. 1 TO). Somit be- läuft sich das Honorar vorliegend auf Fr. 4'414.70 (inkl . Auslagen in der Höhe von Fr. 249.10 und 7.7% MWST). 6.3 Die Beschwerdeführenden werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewillig ung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet sind, sobald sie dazu in der Lage sind (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Ger ichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch der Beschwerdeführenden um Bewilligung d er unentgeltli- chen Rechtspflege wird gutgeheissen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- werden den Be- schwerdeführenden auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Ge richtskas- se. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter der B eschwerdefüh- renden ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'414.70 (inkl . Auslagen und 7.7% MWSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin