<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie schätzt er das Ausmass von Stress in unserer Wirtschaft ein, besonders bei  Unternehmen, die erhöhten Produktivitätsanforderungen unterworfen sind? Wie beurteilt er die möglichen Folgen auf die Gesundheit am Arbeitsplatz?</p><p>2. Ist das Selbstmordrisiko in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren gestiegen?</p><p>3. Inwiefern sind Bundesangestellte und Angestellte der bundesnahen Unternehmen in dieser Hinsicht betroffen?</p><p>4. Sind für die Angestellten Erkennungs- und Präventionsmassnahmen getroffen worden, insbesondere Aktionspläne für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat teilt die Auffassung des Interpellanten, dass die gestiegenen Anforderungen der Wirtschaft an die Produktivität und die Einführung neuer Technologien dazu beitragen, dass der Stress am Arbeitsplatz zunimmt. Aus diesem Grund werden die Arbeitsbedingungen in der Schweiz regelmässig untersucht. Die neuesten Zahlen zum Stress am Arbeitsplatz stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2007. Anhand dieser Erhebung lässt sich sagen, dass gut zwei Fünftel der Erwerbstätigen (41 Prozent) einer hohen psychischen Belastung und knapp ein Viertel (23 Prozent) einer grossen körperlichen Belastung ausgesetzt sind. Bei hoher Arbeitsplatzunsicherheit oder wenn die Arbeit unter Zeitdruck erledigt werden muss, treten psychische Belastungen häufiger auf (51 bis 59 Prozent). Ebenso berichten Schichtarbeitende häufiger über grosse physische oder psychische Belastungen als Erwerbstätige mit Regelarbeitszeiten. Stress und Zeitdruck sind mit 62 Prozent das am häufigsten genannte Gesundheitsrisiko. Besonders belastet sind die Mitarbeitenden aus der Kommunikationsbranche, den Banken, den Versicherungen, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Gastgewerbe.</p><p>Eine 1999 im Auftrag des Seco durchgeführte Studie hat gezeigt, dass 12 Prozent der Erwerbstätigen angeben, sich sehr häufig gestresst zu fühlen, und dass sie nicht in der Lage sind, den Stress zu bewältigen. Diese Leute bewerten ihren Gesundheitszustand dreimal häufiger als schlecht als der Durchschnitt der Bevölkerung. Eine neue Erhebung zu diesem Thema ist in Planung, deren Ergebnisse sollen 2011 veröffentlicht werden.</p><p>2. Bezüglich des Selbstmordrisikos von Kaderleuten stehen keine statistischen Daten zur Verfügung.</p><p>3. Der letzten schweizerischen Gesundheitsbefragung ist zu entnehmen, dass die Angestellten der öffentlichen Verwaltungen im Vergleich zu anderen Branchen keine Auffälligkeiten bezüglich psychischer Belastung aufweisen. Der Evaluationsbericht des Eidgenössischen Personalamtes zur Personalbefragung 2009 in der Bundesverwaltung (Juni 2009) bestätigt diese Aussage. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass der Gesundheitszustand der Mitarbeitenden recht gut ist: 77,5 Prozent der Befragten stufen ihre körperliche Gesundheit als gut bis sehr gut ein. Beim psychischen Gesundheitszustand sind es 75 Prozent.</p><p>4. Um der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sowohl bei guter als auch bei schlechter Wirtschaftslage vorzubeugen, sind im Arbeitsgesetz Bestimmungen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz vorgesehen. So stellen z. B. die Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen sicher, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genügend Erholung haben.</p><p>Das Seco hat ausserdem ein Angebot zur Information über psychosoziale Risiken entwickelt. Für die kantonalen Vollzugsbehörden wurden zusätzliche Arbeitshilfen für den Einbezug der psychosozialen Risiken im Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz erarbeitet, und es wurde ihnen empfohlen, diese Aspekte vermehrt in den Betrieben anzusprechen. Die Umsetzung dieser Empfehlung in den Kantonen hängt stark von den zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen ab. Zur Prävention und zum Abbau von Stress am Arbeitsplatz  existiert eine Internetplattform, die wissenschaftlich fundierte Informationen enthält sowie eine rasche Standortbestimmung der persönlichen Stressbelastung ermöglicht (www.stressnostress.ch).</p>  Antwort des Bundesrates.