Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Januar 2012 (720 11 385) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision aufgrund einer Änderung der Bemessungsmethode Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Chri stof Enderle, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, Postgasse 3, Postfach 619, 4147 Aesch gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.7716.0138.21) A. Die 1979 geborene A.____ war von April 2003 bis A ugust 2004 bei B.____ AG als Call- Center-Agentin zu 100% tätig. Am 22. September 2005 meldete sich A.____ bei der IV-Stelle Basel-Stadt unter Hinweis auf eine Diskushernie LW4/5, starke Beinschmerzen und Lähmungs- erscheinungen zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Stadt ermittelte nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse und in A nwendung der allgemeinen Bemes- sungsmethode einen IV-Grad von 55% ab 18. August 2005, einen solchen von 100% ab 12. Februar 2007 sowie einen IV-Grad von 55% ab 9. Dezem ber 2007. Gestützt darauf sprach sie A.____ mit Verfügung vom 2. Juli 2008 ab 1. September 2008 eine halbe IV-Rente und mit Ver- fügungen vom 12. September 2008 eine halbe IV-Rente rückwirkend ab 1. August 2005 bis 30. Seite 2 April 2007, eine ganze IV-Rente ab 1. Mai 2007 bis 31 . Dezember 2007 und eine halbe IV- Rente ab 1. Januar 2008 zu. Nachdem die Versicherte ihren Wohnsitz in den Kanton Basel- Landschaft verlegt hatte, leitete die nunmehr zuständ ige IV-Stelle Basel-Landschaft im August 2010 eine Rentenrevision von Amtes wegen ein. Da A.___ _ im März 2010 ihren zweiten Sohn geboren hatte, sah sich die IV-Stelle veranlasst, die St atusfrage der Versicherten näher zu prü- fen. Aufgrund ihrer Abklärungen gelangte die IV-Stel le zur Auffassung, dass die Invalidität der Versicherten nunmehr nach der gemischten Methode zu bemessen sei, wobei sie in der Folge - in Anwendung dieser Methode - einen Invaliditätsgrad von 38% ermittelte. Gestützt auf dieses Ergebnis hob die IV-Stelle die laufende halbe IV-Rente mit Verfügung vom 23. September 2011 auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Silvan Ulrich, mit Ein- gabe vom 26. Oktober 2011 Beschwerde ans Kantonsgeric ht, Abteilung Sozialversicherungs- recht. Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Ve rfügung aufzuheben und es sei ihr wei- terhin eine halbe IV-Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2011 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch der Beschwerde- führerin auf eine IV-Rente. Während die IV-Stelle i n der angefochtenen Verfügung vom 23. September 2011 die laufende halbe IV-Rente der Versicherten aufhob, beantragt diese be- schwerdeweise, es sei ihr weiterhin eine halbe IV-Rente auszurichten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf ei ne ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mind estens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtli ch bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchti- gung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode r Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad bei erwerbstätigen Versicher- ten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Daz u wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini- schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahm en durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung Seite 3 gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein- ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 2.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ein em Aufgabenbereich (z.B. Haus- halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerb stätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgab enbereich zu betätigen (Betäti- gungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten a nzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden gan ztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätz en für Erwerbstätige zu bemes- sen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinwei sen). Dagegen stellt die bloss unter- schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentl ichen unverändert gebliebenen Ge- sundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesge richts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend wurden der Versicher- ten mit Verfügungen vom 2. Juli und 12. September 2 008 rückwirkend ab 1. August 2005 Ren- Seite 4 tenleistungen ausgerichtet. Im Juni 2009 leitete die I V-Stelle von Amtes wegen ein Rentenrevi- sionsverfahren ein, das mit der Mitteilung an die Versi cherte endete, dass man keine rentenbe- einflussende Änderung des Invaliditätsgrades festgestellt habe (Schreiben vom 15. Oktober 2009). Nachdem die IV-Stelle im August 2010 erneut vo n Amtes wegen eine Überprüfung des Rentenanspruchs der Versicherten eingeleitet und die e rforderlichen Abklärungen vorgenom- men hatte, hob sie die laufende halbe Rente mit Verf ügung vom 23. September 2011 auf. Im Lichte der vorstehend erwähnten bundesgerichtlichen Recht sprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen ein getreten ist, die eine revisionsweise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten Rente rech tfertigt, demnach durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Ren tenverfügungen vom 2. Juli und 12. September 2008 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 23. September 2011. 4. Im Folgenden ist somit als Erstes zu prüfen, ob sich de r Gesundheitszustand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit der am 2. Juli bzw. 12. September 2008 erfolgten Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verbes- sert haben. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- Seite 5 tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Der ursprüngliche Rentenentscheid basierte auf dem Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. D .____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, vom 6. Mai 2008. Sie diagnostizierten mit Ei nfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein failed back surgery-Syndrom mit chronischem lumboradikulärem Schmer zsyndrom L5 rechts, einen Status nach Prodisc-Implantation L5/S1 sowie eine mittel gradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Gesamthaft resultiere eine Arbeitsfähigkeit von 50% für eine wechselbelastende Tätig- keit, bei welcher die Versicherte nicht über 7.5 kg he ben, stossen oder ziehen, nicht dauernd sitzen oder stehen müsse und die Position nach Belieben wechseln könne. 4.5 Im Rahmen des im August 2010 von Amtes wegen einge leiteten Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle beim behandelnden Arzt Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin, einen Ver- laufsbericht ein. Er diagnostizierte gleich wie die Gutachter ein failed back surgery-Syndrom mit chronischem lumboradikulärem Schmerzsyndrom L5 rechts, ein en Status nach Prodisc- Implantation L5/S1 sowie eine mittelgradige depressive Episode. Die Versicherte sei eine schmerzgeplagte, depressiv wirkende cardiopulmonal kompensierte Frau. Sie sei aus hausärzt- licher Sicht nicht mehr arbeitsfähig. Alle erdenkliche n Massnahmen seien ausgeschöpft. Es bestehe eine für das ganze Familiengefüge belastende S ituation, insbesondere auch darum, weil die Versicherte einen gut bezahlten Job gehabt und immer Arbeitswillen gezeigt habe, wel- chen sie nun krankheitsbedingt nicht mehr umsetzen könne (vgl. Bericht vom 12. November 2010). Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapi e, RAD-Arzt, kam nach Stellung- nahme zum Bericht von Dr. E.____ zum Schluss, dass dieser ke ine neuen objektiven Befunde aufgeführt habe. Es werde exakt derselbe Gesundheitszusta nd beschrieben wie anlässlich des Gutachtens von Dr. C.____ und Dr. D.____. Die Einschätzu ng der Arbeitsfähigkeit von Dr. E.____ sei dieselbe wie im Arztbericht vom Juli 2007, we lche bereits durch das Gutachten revi- diert worden sei. Der Gesundheitszustand und die Arbei tsfähigkeit seien unverändert, der bis- herige IV-Entscheid habe deshalb weiterhin Gültigkeit. 4.6 Aus der Stellungnahme von Dr. F.____ ergibt sich z usammenfassend, dass sich der relevante medizinische Sachverhalt im vorliegend massgebe nden Vergleichszeitraum nicht in einer anspruchserheblichen Weise verändert hat. Die Be schwerdeführerin macht aber geltend, dass sich der Gesundheitszustand aufgrund der Ausführungen von Dr. E.____ und Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ver- schlechtert habe. Dem kann nicht beigepflichtet werden . Dr. E.____ attestierte in seinem Be- richt vom 12. November 2010 zwar eine 100%ige Arbeitsu nfähigkeit, der Befund ist aber der Seite 6 gleiche wie bei den Gutachtern Dr. C.____ und Dr. D._ ___, welche von einer 50%igen Arbeits- unfähigkeit ausgehen. Dr. E.____ führte an, dass eine massive Schmerzzunahme des chroni- schen Lumbovertebralsyndroms während der Schwangerschaft bestand. Dabei handelt es sich jedoch um eine vorübergehende zusätzliche Belastung des Rückens und nicht um eine wesent- liche, andauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Dr. G.____ diagnostizierte mit Bericht vom 22. September 2011 eine chronische Lumboischi algie rechts. Das MRI der LWS vom 24. Mai 2011 zeige ausgeprägte Artefakte auf Höhe der Bandscheibenprothese L5/S1. Auf Höhe L4/5 scheine die Bandscheibe altersentsprechend u nauffällig. Insbesondere fänden sich keine Hinweise für eine Einengung des Spinalkanals bezie hungsweise für eine Wurzelkom- pression. Die Ursache der persistierenden Beschwerden sei unklar. Eine radikuläre Reizung lasse sich aber nicht ganz ausschliessen. Als Therapie wur de eine selektive Infiltration der Wurzeln L4 und L5 rechts vorgeschlagen. Dr. G.____ führte mit Bericht vom 1. November 2011 an, dass in der Zwischenzeit zur weitern Abklärung des Sch merzursprungs diagnostische Wurzeilinfiltrationen durchgeführt worden seien. Auf grund der zweimaligen positiven Reaktion auf die Infiltration der S1-Wurzel scheine doch eine ch ronische mechanische Reizung der Ner- venwurzel vorzuliegen. Entsprechend komme aus seiner Sicht di e operative Dekompression und gleichzeitige Fusion L5/S1 in Betracht. Wie Dr. F.____ in seiner Stellungnahme vom 21. Novembe r 2011 festhielt, handelt es sich le- diglich um eine Verdachtsdiagnose des behandelnden Arzt es. Hinweise auf motorische oder sensible Ausfälle seien nicht vorhanden, womit es sich um eine Schmerzproblematik handle, die im bisherigen Gutachten bereits hinsichtlich der Arb eitsfähigkeit berücksichtigt worden sei. Dies trifft zu. So beschrieb bereits Dr. C.____ in seinem rheumatologischen Gutachten vom 6. Mai 2008, dass die Versicherte nach der Implantation ein er Prodisc-Prothese L5/S1 nicht be- schwerdefrei gewesen sei. Sie gebe eine 100%ige Schmerzzu nahme sowohl lumbal als auch im Rahmen einer Wurzelausstrahlung L5 an. Aufgrund de s positiven Lasègue-Zeichens rechts sei von einer radikulären Reizsituation L5 auszugehen. Di e Waddel-Zeichen seien alle negativ, die Beschwerdeschilderung erfolge neutral und es sei ein erheblicher Leidensdruck zu spüren. Dr. C.____ attestierte in Berücksichtigung der Schmerzen und aufgrund seiner Befunderhebung und der Krankengeschichte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste, leichte Tätigkeiten. Ein Vergleich der heutigen Arztberichte mit dem rheuma tologischen Gutachten von Dr. C.____ ergibt kein wesentlich anderes Bild des Gesundheitszust andes. Hinsichtlich der von Dr. G.____ vorgeschlagenen Operation lässt sich sogar erhoffen, dass si ch die gesundheitliche Situation zum Besseren wenden könnte. Auch mit dem Abklärungsbericht Hilflosigkeit IV vom 19. Mai 2011 lässt sich keine Verschlech- terung des Zustandes begründen. Die Abklärungsperson stell te anlässlich der Abklärung fest, dass die Beschwerdeführerin in drei Bereichen auf Hilf e angewiesen sei, nämlich beim An- und Auskleiden, beim Baden und Duschen sowie im Freien, wo mit eine Hilflosigkeit leichten Grades festgestellt wurde. In Bezug auf das An- und Auskleiden beschrieb bereits Dr. C.____, dass die Versicherte beim Ausziehen deutlich behindert sei. Auch l euchtet ein, dass die Versicherte in- folge der Sturzgefahr beim Duschen auf die Hilfe ihr es Ehemannes oder ihrer Schwester ange- wiesen ist. In Bezug auf die Hilfsbedürftigkeit bei der Fortbewegung im Freien lässt sich im Ver- gleich zum Gutachten von Dr. C.____ und Dr. D.____ vom 6 . Mai 2008 ebenfalls keine Ver- Seite 7 schlechterung feststellen. Auch anlässlich der Begutachtung gab die Versicherte wie gegenüber der Abklärungsperson an, dass sie nur noch selten in di e Stadt gehe und nur in ihrer Nachbar- schaft einkaufe, damit sie schnell wieder nach Hause zurückkehren könne. Kurze Strecken fah- re sie mit dem Auto. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sei die Strecke zu umständlich und zu lange und würde zu stärkeren Beschwerden führen. Somit wird auch im Abklärungsbericht Hilf- losigkeit IV keine neue Situation beschrieben, die auf eine Verschlechterung der Gesundheitssi- tuation seit der Rentenzusprache hinweisen würde. 4.7 Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die Versicherte nach wie vor an erheblichen Beschwerden leidet, welche als gleichbleiben d bezeichnet werden können. Somit fällt eine Rentenrevision aufgrund einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nicht in Betracht. 5.1 Wie bereits oben erwähnt (vgl. E. 3.1 hiervor), kommt eine Rentenrevision nicht nur im Falle einer erheblichen Veränderung des Gesundheitszust andes der versicherten Person in Frage. So kann etwa auch eine Änderung der Bemessung smethode - bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand und bei unveränderten erwerblichen Au swirkungen - eine erhebliche Än- derung des Invaliditätsgrades mit sich bringen (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 17 Rz. 20 mit Hinweisen). Die IV-Stelle begründet denn auch die vorliegend strittige Rentenherabsetzung mit dem Umstand, dass der Invaliditätsgrad der Versi- cherten nicht mehr - wie im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache - nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs, sondern neu nach d er gemischten Methode zu be- messen sei. Nach Auffassung der IV-Stelle wäre die Beschwerdeführerin nämlich wegen der im August 2010 erfolgten Geburt ihres Sohnes nicht mehr g anztägig, sondern lediglich noch im Rahmen einer Teilzeittätigkeit von 80% erwerbstätig. 5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt - ergibt sich nach konstanter Rechtsprechung d es damaligen EVG aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätige n versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbl ichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkei- ten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 23. September 2011) entwickelt h aben, wobei für die hypothetische An- nahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs- recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; U rteil des Bundesgerichts vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). 5.3.1 Im Rahmen der zur Bestimmung der Behinderung i m Haushalt erfolgten Abklärung vor Ort erklärte die Versicherte laut den Angaben im Frag ebogen zur Ermittlung der Erwerbstätig- keit, sie würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen während 32 Stunden pro Woche, d.h. Seite 8 im Rahmen eines 80 %-Pensums, einer ausserhäuslichen Erw erbstätigkeit nachgehen. Zur Begründung gab sie an, dass sie sich lange ausgebildet habe und vor der Geburt des ersten Kindes mit einer Managerschule begonnen und immer gute Stellen gehabt habe. Die Richtigkeit der protokollierten Erklärung wurde von der Versicherten am 13. Januar 2011 unterschriftlich bestätigt. 5.3.2 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfü gung gestützt auf diese Erklärungen der Beschwerdeführerin davon aus, dass diese im Gesundheitsfa ll seit der Geburt ihres zweiten Sohnes einer Teilzeittätigkeit mit einem Pensum von 80 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Was die Versicherte gegen diese vorinstanzliche Ann ahme vorbringt, ist nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung der Statusfrage zu führ en. Insbesondere findet die Behauptung, sie sei anlässlich der Haushaltabklärung dazu gedrängt wo rden, anzugeben, sie arbeite nach der Geburt nur noch 80%, obwohl sie aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Karrierewünsche wei- terhin zu 100% erwerbstätig wäre, beweisrechtlich kein e Stütze (vgl. auch die Stellungnahme des Abklärungsmitarbeiters vom 18. März 2011). Zu beachte n ist auch, dass aufgrund der Sprachkenntnisse und des Ausbildungsstandes der Versicherte n angenommen werden darf, dass sie die Fragestellung bezüglich ihrer Erwerbstätigke it verstanden hat. Auch erfolgte das Einverständnis der Versicherten nicht voreilig, da sie den Fragebogen zur Statusfrage erst im Nachgang zur Abklärung, welche am 6. Januar 2011 stattfa nd, am 13. Januar 2011 unterzeich- nete und sich somit erst nach einer Bedenkzeit mit dem Inhalt einverstanden erklärte. 5.4 Aus dem Gesagten folgt, dass der Invaliditätsgrad de r Versicherten nicht mehr - wie im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung - nach d er allgemeinen Methode des Einkom- mensvergleichs, sondern neu nach der gemischten Methode zu ermitteln ist, wobei die Anteile der Erwerbs- und der Haushalttätigkeit auf 80% und 20% festzulegen sind. Es kann deshalb als weiteres Zwischenergebnis festgehalten werden, dass sich d ie für den Rentenanspruch mass- gebenden Tatsachen seit Erlass der ursprünglichen Rentenv erfügungen vom 2. Juli bzw. 12. September 2008 erheblich verändert haben. Demnach hat die IV-Stelle das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG zu Recht bejaht. 6. Somit gilt es, in einem nächsten Schritt die Anspru chsberechtigung und allenfalls den Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen, d.h. es ist auf der Grundlage eines richtig und voll- ständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad bei Erlass der streitigen Revisionsverfü- gung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des An- spruchs ergeben. 6.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 2.3 h iervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufg rund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 2 3. September 2011 zur Ermittlung der Einschränkung der Versicherten im Erwerbsbereich den erf orderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellun g von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad im Erwerbsber eich von 43.75 % ermittelt. In Bezug auf den Einkommensvergleich wird lediglich der leidensb edingte Abzug von 10% beanstandet. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass dieser auf 15% zu erhöhen sei. Seite 9 6.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von st atistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe h aben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Perso n deswegen die verbliebene Arbeitsfä- higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur m it unterdurchschnittlichem erwerbli- chem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). De r Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einze lfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc, 134 V 322 E. 5.2). 6.3 Die Vorinstanz gewährte für die behinderungsbedin gten Einschränkungen einen Abzug von 10%, was nicht zu beanstanden ist. Ein höherer Abzug lässt sich jedoch nicht rechtfertigen. Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, wirkt sich da s Alter der Beschwerdeführerin (Jahr- gang 1979) nicht lohnmindernd aus. Weiter wird statist isch gesehen Teilzeitarbeit bei Frauen nicht weniger gut entlöhnt als eine Vollzeittätigkeit (vgl. U LRICH MEYER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2010, S. 317; LSE 2008, Tabelle TB1, S. 22). Auch hat die Nationali- tät keine Auswirkung auf die Lohnhöhe. Damit bleibt e s bei einem leidensbedingten Abzug von 10%. 6.3.1 Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Beschwerdef ührerin zufolge ihrer gesundheitli- chen Beschwerden im Haushalt eingeschränkt ist. Hierzu be darf es im Regelfall einer Abklä- rung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Der Abklärungsbericht über die Verh ältnisse im Haushalt stellt in der Regel eine geeignete und auch genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung in diesem Tätig- keitsbereich dar. Hinsichtlich seines Beweiswertes sind - anal og zur Rechtsprechung zur Be- weiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - versch iedene Faktoren zu berücksichti- gen. Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qual ifizierten Person verfasst wird, die Kennt- nis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der si ch aus den medizinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat . Weiter sind die Angaben der versi- cherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Me inungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel begründet und angemessen de- tailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweis- kräftig. Des Beizugs eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit äussert, bedar f es rechtsprechungsgemäss nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angab en der versicherten Person, welche sich mit den Feststellungen in einer medizinischen Expert ise nicht in Einklang bringen lassen. Insbesondere kommt ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsf ähigkeit kein genereller Vorrang gegenüber den Ergebnissen einer von der Invalidenversich erung vor Ort durchgeführten Haus- haltabklärung zu. Der Richter greift, sofern der Beri cht eine zuverlässige Entscheidungsgrund- lage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Erm essen der Abklärungsperson nur ein, Seite 10 wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhalts punkte für die Unrichtigkeit der Abklä- rungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vor liegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urte il des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). 6.3.2 Vorliegend ergab die Haushaltsabklärung vor Ort gemäss Bericht vom 6. Januar 2011 eine Einschränkung von 12,8%. Die Beschwerdeführerin ma cht geltend, dass der Tatsache, dass sie schmerzbedingt erheblich eingeschränkt sei, zu wenig Beachtung geschenkt worden sei. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Der Abklärung smitarbeiter hat auf der ersten Seite seines Berichts die Schmerzsituation eingehend beschrieben . Bei den jeweiligen Positionen im Abklärungsbericht berücksichtigte er die Einschränkungen der Versicherten und begründete die entsprechende prozentuale Einschränkung nachvollziehbar . Insbesondere gilt es zu beachten, dass bei der Besorgung des eigenen Haushalts in der Re gel ein gewisser Spielraum für die Einteilung sowie die Ausführung der Arbeit besteht. Mit häuslichen Tätigkeiten beschäftigte ver- sicherte Personen haben somit Verhaltensweisen zu entwickel n, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren u nd ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten erm öglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Beeinträchtigungen gewisse Haushaltsarbeite n nur mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit entsprechend gliedern (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 8C_440/2011, E. 4.2) . Da die im Rahmen der Invaliditäts- bemessung zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangeh örigen weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstüt zung (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 5. November 2009, 9C _228/2009) darf die Mithilfe des Ehemannes und der Schwester bei den verschiedenen Haush alttätigkeiten erwartet werden. In Berücksichtigung dieser Punkte und in Würdigung der Aus führungen im Abklärungsbericht ist das Ergebnis nicht zu beanstanden. 6.4 In Anwendung der gemischten Methode der Invalidit ätsbemessung ergibt sich dem- nach in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung vo n 80% im Erwerbsbereich und 20% im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haushalt sbereich von 2,5% (0,2 x 12,8) und einer solchen im Erwerbsbereich von 35% (0,8 x 43,75%) i nsgesamt ein Invaliditätsgrad in der Höhe von 38%. Ein Anspruch auf eine Invaliditätsrente besteht folglich nicht. Somit hat die IV- Stelle die bisher ausgerichtete halbe Rente der Versicherten zu Recht aufgehoben. 7.1 Gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 20 10, 9C_163/2009 (SVR 2011 IV Nr. 30 S. 86) setzt eine rentenbestimmende Invalidi tätsbemessung auch im Revisionsfall voraus, dass angezeigte Eingliederungsmassnahmen durchg eführt worden sind. Dementspre- chend muss der Eingliederungsbedarf im Falle einer Revision in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung abgeklärt werde n. Wie das Bundesgericht in einem neuesten Urteil erkannt hat, ist diese Praxis jedoch auf Sachverhalte zu beschränken, in denen die Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente ein e versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat (Urteil des Bundes- gerichts vom 26. April 2011, 9C_228/2010, E. 3.4). Seite 11 7.2 Die Verwaltung muss sich nach dem Gesagten vor der H erabsetzung oder Aufhebung einer IV-Rente grundsätzlich vergewissern, ob Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind oder die versicherte Person auf den Weg der Selbsteinglieder ung verwiesen werden kann. Da die Beschwerdeführerin noch nicht 55-jährig ist und weniger als 15 Jahre eine IV-Rente bezogen hat, zählt sie zur Gruppe der Versicherten, denen im R egelfall zumutbar ist, eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwer- ten. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Da das Kantonsgericht das Begehren der Versicherten um un- entgeltliche Prozessführung und Verbeiständung am 27. Oktober 2011 bewilligt hat, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- zulasten der Gerichtskasse. Der Rechtsvertreter macht gemäss Honorarnote vom 21. Dezember 2011 einen Aufwand von 9,75 Stunden geltend, was angemessen ist. Ihm wird folglich ein Honorar in de r Höhe von Fr. 1'923.95 (9,75 Stunden à Fr. 180.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 26.45 und 8% M ehrwertsteuer) zulasten der Gerichts- kasse ausgerichtet. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1'923.95 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht