<h2>SubmittedText<h2><p>Im Zusammenhang mit der Anstrebung von 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) für die Entwicklungszusammenarbeit durch den Bund wird von Opponenten immer auf den Umfang der privaten Spenden aufmerksam gemacht mit dem Unterton, damit sei eine Vermehrung der öffentlichen Kooperationsvolumen unnötig.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat, ob er über den Umfang der privaten Spendenvolumen informiert ist, wie viel diese franken- und BSP-anteilsmässig ausmachen und wie sich diese auch in Relation zum öffentlichen Kooperationsvolumen (inklusive der Gemeinden und der Kantone) in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat verfügt über die Informationen zum Volumen der Spenden der privaten Hilfswerke. Diese Daten werden in der Schweiz jedes Jahr erhoben, analog wie in allen anderen Mitgliedstaaten des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der OECD. Die Resultate dieser nationalen Erhebungen werden anschliessend in einer internationalen statistischen Übersicht zusammengestellt. In der Schweiz werden 0,06 bis 0,07 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) für Projekte und Programme der privaten Entwicklungshilfe investiert (die Industrieländer geben im Durchschnitt 0,02 bis 0,03 Prozent des BSP für private Hilfe aus). Das Volumen der privaten Spenden in der Schweiz in diesem Bereich hat in den letzten zehn Jahren stark zugenommen und ist von 149 Millionen Franken im Jahre 1990 auf 285 Millionen Franken im Jahre 2000 gestiegen.</p><p>Wie aus der unten aufgeführten Tabelle zu entnehmen ist, entspricht die Summe der privaten Spenden 19 Prozent der öffentlichen Entwicklungshilfe (APD) des Bundes, der Kantone und der Gemeinden. Die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe der durch private Spenden finanzierten Hilfswerke machen demnach einen wichtigen Teil der Anstrengungen der Schweiz im Kampf gegen die Armut in der Welt aus.</p><p>Private Entwicklungshilfe der schweizerischen Hilfswerke (ohne öffentliche Beiträge) und öffentliche Entwicklungshilfe (APD) der Schweiz, 1990-2000:</p><p>Private Entwicklungshilfe (Mio Fr.): 1990: 148,6; 1995: 219,3; 1998: 250,0; 1999: 275,4; 2000: 285,4.</p><p>APD insgesamt: 1990: 1041,4; 1995: 1280,8;  1998: 1301,5; 1999: 1465,2; 2000: 1502,1.</p><p>APD durch den Bund: 1990: 1025,6; 1995: 1261,4; 1998: 1279,9; 1999: 1444,7; 2000: 1479,9.</p><p>APD durch die Kantone: 1990: 7,7; 1995: 11,2; 1998: 13,2; 1999: 11,6; 2000: 14,1.</p><p>APD durch die Gemeinden: 1990: 8,1; 1995: 8,2; 1998: 8,4; 1999: 8,9; 2000: 8,1.</p><p>Private Entwicklungshilfe in Prozenten der APD: 1990: 14,3; 1995: 17,1; 1998: 19,2; 1999: 18,8; 2000: 19,0.</p><p>Private Entwicklungshilfe in Prozenten des BSP: 1990: 0,05; 1995: 0,06; 1998: 0,06; 1999: 0,07; 2000: 0,07.</p><p>APD in Prozenten des BSP: 1990: 0,32; 1995: 0,34; 1998: 0,32; 1999: 0,35; 2000: 0,34.</p><p>Die aufgeführten Beträge der öffentliche Entwicklungshilfe wurden gemäss den Richtlinien des DAC-Ausschusses erhoben, damit ein internationaler Vergleich sichergestellt werden kann. Sie entsprechen demnach nicht ganz der funktionalen Rubrik 122 der Staatsrechnung.</p>  Antwort des Bundesrates.