Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 15. November 2017 (810 17 281) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Errichtung Beistandschaft / Ernennung Mandatsperson Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haid- lauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther , Gerichtsschreiber i.V. Florian Jenal Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft, Ernennung einer Mandats- person (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 16. Oktober 2017) A. Am 22. September 2017 informierte C.____, Sozial arbeiter bei D.____, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB), dass die von ihm betreute A.____, geboren 1993, seit den Sommerferien nicht mehr zu Hause habe ange troffen werden können. Er habe bereits seit längerer Zeit erfolglos versucht, A.____ telef onisch sowie per E-Mail zu erreichen. Ausser- dem habe er mehrere Male versucht, A.____ an deren Wohnsitz aufzusuchen, jedoch ebenfalls erfolglos. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Nach Rücksprache mit der KESB begab sich C.____ sodann a m 25. September 2017 erneut zur Wohnung von A.____ und verständigte schliesslich die Kantonspolizei des Kantons Basel-Landschaft. In der Folge wurde der Schlüsseldienst aufgeboten und es wurde festgestellt, dass sich A.____ in der Toilette ihrer Wohnung eingeschl ossen hatte, worauf auch diese Tür geöffnet wurde. Da sie sich in einem sichtlich unterern ährten Zustand befand, wurde sie ins Kantonsspital E.____ gebracht. Der untersuchende Arzt, D r. F.____, beantragte bei der KESB die vorsorgliche Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung. C. Die KESB ordnete daraufhin mit Entscheid vom 25. September 2017 eine als vorsorg- lich bezeichnete fürsorgerische Unterbringung an und wies A.____ in die Klinik G.____ ein. D. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2017 kündigte die KES B A.____ an, sie am 12. Oktober 2017 zur geplanten Errichtung der Beistandschaft persön lich in der Klinik anhören zu wollen. Am 12. Oktober 2017 rief A.____ bei der KESB an und verlangte, mit der Präsidentin zu spre- chen. Als man ihr erklärte, dass die KESB ein Co-Präsidium habe, weigerte sie sich, mit der Co- Präsidentin zu sprechen. In der Folge errichtete die KE SB mit Entscheid vom 16. Oktober 2017 eine Vertretungsbeistandschaft gestützt auf Art. 394 de s Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Die Aufgaben der Beistän din umfassen dabei die Unterstüt- zung bei der Erledigung der administrativen Angelegenh eiten, insbesondere im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, Sozial- und sonstigen V ersicherungen, sonstigen Institutio- nen sowie Privaten. Ausserdem hat die Beiständin für e ine geeignete Wohnsituation besorgt zu sein, weswegen sie durch den Entscheid berechtigt wird, d ie Wohnräume A.____s zu betreten und deren Post umzuleiten und zu öffnen. Weiter hat di e Beiständin für eine geeignete Tages- struktur sowie für das gesundheitliche Wohl und die hin reichende medizinische und pflegeri- sche Betreuung A.____s besorgt zu sein. Als Beiständin set zte die KESB H.____ ein. Einer allfälligen Beschwerde entzog die KESB die aufschiebende Wirkung. E. Gegen den Entscheid über die Errichtung der Vertret ungsbeistandschaft erhob A.____ mit Eingabe vom 17. Oktober 2017 Beschwerde beim Kanto nsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Mit Eingabe vom 25. Oktober 2017 beantragte die Beschwerdeführerin ausserdem die unentgeltliche Rechtspflege im vorliegenden Verfahren. F. In der Zwischenzeit hatte der zuständige Chefarzt Dr. I.____ am 12. Oktober 2017 an- geordnet, die Medikation der Beschwerdeführerin ohne d eren Zustimmung durchzuführen, wo- gegen die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 20. Okto ber 2017 Beschwerde beim Kantons- gericht erhoben hatte. Diese Beschwerde wurde im Verfahren Nr. 840 17 283 behandelt und mit Entscheid vom 3. November 2017 abgewiesen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 3. November 2017 [840 17 283]). G. Mit präsidialer Verfügung vom 3. November 2017 wu rden im vorliegenden Verfahren die Akten aus dem Verfahren Nr. 840 17 283 beigezogen. Weiter wurde die Durchführung einer Vorverhandlung am 3. November 2017 angeordnet. Zu die ser Vorverhandlung wurde die Be- schwerdeführerin auf eigenen Wunsch von ihrer Beiständin begleitet. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide ei ner Erwachsenenschutzbehör- de Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Geset- zes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 1 6. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des k antonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist damit die Fünferkammer der Abteilung Verfassungs- und Verwal tungsrecht des Kantonsgerichts zu- ständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Anfechtungsobjekt bildet vorliegend der Entscheid der KESB vom 16. Oktober 2017. Als direkt Verfahrensbeteiligte ist die Beschwerdeführerin ohne weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). 1.2 Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begrü ndet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB). An Laienbeschwerden dürfen in sprachlicher und formeller Hinsicht jedoch keine allzu strengen Anforderungen gestellt werden (vgl. Botschaft zu r Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kind esrecht] vom 28. Juni 2006, Bundesblatt [BBl] 2006 7001, S. 7085). Ein von einer betroffenen urteilsfähigen Person unter- zeichnetes Schreiben ist hinreichend, sofern das Anfechtun gsobjekt ersichtlich ist und daraus hervorgeht, welcher Antrag sinngemäss gestellt wird und warum die Person mit der getroffenen Anordnung ganz oder teilweise nicht einverstanden ist ( DANIEL STECK , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2014, N 42 zu Art. 450 ZGB). In ihrer Beschwerde führt die Beschwerdeführerin aus, dass si e keine Beiständin, sondern eine Rechtsbeiständin ohne Zugriff auf ihre Finanzen und i hr Vermögen wolle. Ihr Vorbringen wird vom Gericht dahingehend interpretiert, dass die Beschwer deführerin die gesetzlichen Voraus- setzungen für die vorliegend konkret errichtete Vertret ungsbeistandschaft als nicht gegeben erachtet und deshalb die Aufhebung der angefochtenen Massnahme beantragt. Die Anforde- rungen an einen genügenden Antrag und eine hinreiche nde Begründung sind unter spezieller Berücksichtigung der gegenwärtigen gesundheitlichen Verf assung der Beschwerdeführerin als für eine Laienbeschwerde gerade noch erfüllt anzusehen. Auf die Beschwerde ist somit einzu- treten. 1.3 Inhaltlich erweist sich die Beschwerde indessen – wie n achfolgend aufzuzeigen sein wird – als offensichtlich unbegründet. Demgemäss wird si e ohne Weiterungen im Zirkulations- verfahren entschieden (§ 1 Abs. 4 VPO). 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid vom 16. Ok tober 2017 aus, dass die Be- schwerdeführerin an Schizophrenie leide, was als Schwächezu stand im Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB zu werten sei. Sie sei aufgrund die ser Erkrankung auf Unterstützung in ad- ministrativen und persönlichen Angelegenheiten angewie sen. Eine solche Unterstützung auf freiwilliger Basis sei dabei im vorliegenden Fall nicht möglich, da die Beschwerdeführerin zeit- weise aufgrund ihrer Erkrankung jedwede Kooperation verweigere. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde gel tend, dass sie keine Beiständin, sondern eine Rechtsbeiständin ohne Zugriff auf ihre Finanzen und ihr Vermögen benötige. 3.3 In ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2017 führ t die Vorinstanz aus, dass sie mit Entscheid vom 16. Oktober 2017 für die Beschwerdeführer in eine Vertretungsbeistandschaft spezifisch für den administrativen sowie den persönlichen Bereich errichtet habe. Dem streitge- genständlichen Entscheid sei diesbezüglich zu entnehmen, dass der Aufgabenbereich der ein- gesetzten Beiständin abschliessend geregelt sei. Insbesond ere verfüge diese über keine Kom- petenz, die Beschwerdeführerin in finanziellen Angele genheiten zu vertreten. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin sich seit Errichtung der Beistandschaft bereits mehrmals mit der einge- setzten Beiständin in Verbindung gesetzt und diese um Hilfe in diversen Angelegenheiten gebe- ten. Insbesondere habe die Beschwerdeführerin die eingesetzte Beiständin gebeten, sie an den Gerichtstermin vom 3. November 2017 zu begleiten, wor aus sich erschliesse, dass die Be- schwerdeführerin die Beistandschaft grundsätzlich begrüsse. 4.1 Zweck der behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutze s ist nach Art. 388 Abs. 1 ZGB, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Per sonen sicherzustellen. Behördliche Massnahmen sind nur dann anzuordnen, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemessen sichergestellt ist. Gleic hzeitig sollen die Massnahmen erfor- derlich sowie geeignet sein und die Selbstbestimmung der betroffenen Person soweit wie mög- lich erhalten und fördern (Art. 389 Abs. 2 ZGB; Art. 388 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutz- behörde hat deshalb nicht gesetzlich fest umschriebene, st arre Massnahmen, sondern ‟Massnahmen nach Mass” zu treffen, das heisst solche, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB). Es gilt der G rundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7017 Ziff. 1.3.4. a.E.). Dies gilt auch für die Errichtung einer Vertre tungsbeistandschaft nach Art. 394 Abs. 1 ZGB (BGE 140 III 49 E. 4.3.1). 4.2 Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erw achsenenschutzbehörde eine Bei- standschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psy- chischen Störung oder eines ähnlichen in der Person liege nden Schwächezustands ihre Ange- legenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen ka nn. Schwächezustände sind keineswegs per se mit Urteilsunfähigkeit gleichzusetzen, weshalb d ie Urteilsunfähigkeit für die Errichtung einer Beistandschaft auch keine zwingende Voraussetzung darstellt (vgl. Y VO BIDERBOST , in: Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz [ Hrsg.], Praxisanleitung Erwachse- nenschutzrecht, Zürich/St. Gallen 2012, N 5.9). Liegt e in Schwächezustand vor, braucht es zu- sätzlich ein daraus resultierendes teilweises oder gänzliches Unvermögen, die eigenen Angele- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht genheiten hinreichend zu besorgen oder jemanden damit rechtsgenügend zu beauftragen oder zu bevollmächtigen (H ELMUT HENKEL , in: Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 5. Aufl., B a- sel 2014, N 2 zu Art. 390 ZGB; BIDERBOST , a.a.O., N 5.10). Die blosse Möglichkeit, einen priva- ten Vertreter zu bezeichnen reicht jedoch nicht, sondern die betroffene Person muss die Fähig- keit haben, den von ihr ernannten Stellvertreter zu ü berwachen, zu instruieren und aus seiner Funktion zu entlassen (P HILIPPE MEIER , in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 24 zu Art. 390 ZGB). D ie subjektiven Voraussetzungen für die Anordnung einer Beistandschaft umfassen somit einer seits das Vorliegen eines Schwäche- zustands sowie andererseits das Unvermögen, die eigene Ang elegenheit zu besorgen oder die erforderlichen Vollmachten zu erteilen. Die Vertretun gsbeistandschaft im Speziellen verlangt dabei gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB nichts anderes oder neues, wenn sie voraussetzt, dass eine hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss. 5.1 Wie den beigezogenen Akten aus dem Verfahren Nr. 8 40 17 283 zu entnehmen ist, leidet die Beschwerdeführerin an einer Schizophrenie. Weiter geht aus den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Krankheit in de n vergangenen Jahren wiederholt fürsor- gerisch untergebracht werden musste. Wie sich den Akten w eiter entnehmen lässt, neigt die Beschwerdeführerin zu einer ihren Gesundheitszustand ba gatellisierenden Grundhaltung und hat in jüngster Vergangenheit die massive Verschlechteru ng desselben durch die eigenmächti- ge Absetzung ihrer Medikamente herbeigeführt. Entsprech end erachteten die behandelnden Ärzte die Beschwerdeführerin als nicht urteilsfähig in Bezug auf Entscheidungen hinsichtlich der Behandlung ihrer Krankheit, weswegen die Behandlung ohne Zustimmung angeordnet wurde. Diese wurde inzwischen auf Beschwerde der Beschwerdeführe rin durch das Kantonsgericht überprüft und bestätigt (KGE VV vom 3. November 2017 [840 17 283]). Den Akten des vorlie- genden Verfahrens ist darüber hinaus zu entnehmen, da ss die Beschwerdeführerin seit Juli 2013 durch die Sozialhilfe unterstützt werden muss (vgl. das Schreiben der Gemeinde J.____ vom 2. November 2017). Die Beiständin der Beschwerdefü hrerin führte anlässlich der Vorver- handlung vom 3. November 2017 aus, dass die Beschwerdef ührerin sie unter anderem aus diesem Grund gebeten habe, ihr bei der Sanierung ihr er Schuldensituation zu helfen. Entspre- chend führe die Beiständin derzeit die Korrespondenz mi t den Gläubigern der Beschwerdefüh- rerin. Auch habe die Beschwerdeführerin sie bereits geb eten, sie bei verschiedenen Behörden- gängen zu begleiten, da sie Beratung und Unterstützun g auch in dieser Hinsicht benötige. Wie sich anlässlich der Vorverhandlung vom 3. November 2017 gezeigt hat, nimmt die Beschwerde- führerin die Leistungen der eingesetzten Beiständin bereits rege in Anspruch. Daraus kann ent- sprechend geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin offenbar Vertrauen zur einge- setzten Beiständin gefasst hat, worauf die Vorinstanz in i hrer Vernehmlassung zu Recht hin- weist. In diesem Sinne hat sich die Beschwerdeführerin d enn auch in der Vorverhandlung im vorliegenden Verfahren eingehend von ihrer Beiständin beraten lassen. Die Beiständin bestätig- te anlässlich der Vorverhandlung ebenfalls, dass die Zusa mmenarbeit mit der Beschwerdefüh- rerin gut funktioniere. Darüber hinaus hat die Beschwe rdeführerin geltend gemacht, dass ihr bewusst sei, dass die eingesetzte Beiständin keinen Zugri ff auf ihre Finanzen oder ihr Vermö- gen hat. Auf die Frage hin, warum sie trotzdem in ihr er Beschwerde explizit ausgeführt hat, sie wolle einen Rechtsbeistand ohne Zugriff auf ihre Fin anzen und ihr Vermögen, vermochte sie Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine Antwort zu geben. Vielmehr gab sie an, weder zu befürchten, dass die eingesetzte Bei- ständin Zugriff auf ihre Finanzen oder Vermögen habe n könnte, noch dass sie sonstige Be- fürchtungen im Hinblick auf die Beistandschaft habe. Si e war sodann auch nicht in der Lage, andere Gründe anzugeben, derentwegen sie die Aufhebun g der streitgegenständlichen Bei- standschaft verlangt. Zusammenfassend ist damit vorliegen d mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin an Schizophrenie leidet, was als Schwächezustand im Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB zu werten ist. Ausserdem m uss aufgrund der von der Beschwerde- führerin gemachten widersprüchlichen Aussagen davon au sgegangen werden, dass sie selbst nicht in der Lage ist, eine Drittperson rechtsgenügend mit der Besorgung ihrer Angelegenheiten zu beauftragen oder zu bevollmächtigen. 5.2 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist festzu halten, dass die Beschwerdefüh- rerin an einem Schwächezustand leidet und ihre Angel egenheiten nicht selber besorgen kann und ihre Betreuung ohne behördlichen Eingriff nicht a nderweitig sichergestellt ist. Die von der Vorinstanz angeordnete Beistandschaft mit den verfügten Aufgabenbereichen ist deshalb un- umgänglich. Damit wird der Schwächezustand der Beschwerd eführerin in geeigneter Weise aufgefangen. Wie sich an der Vorverhandlung vom 3. Nove mber 2017 ergeben hat, ist die Be- schwerdeführerin selber der Auffassung, dass sie diejenig e Unterstützung benötigt, welche sie nun durch die eingesetzte Beiständin erhält. Dementspre chend nimmt die Beschwerdeführerin die Unterstützung durch ihr konkludentes Verhalten auch a n. Gleichzeitig weist sie diese Unter- stützung - wohl krankheitsbedingt - mit ihrer Beschwerde zurück. Vor diesem Hintergrund erhellt auch, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage ist, selbst eine Unterstützungsperson zu benennen. Es ist keine mildere Massnahme zur Erreichung de s angestrebten Zwecks ersicht- lich. Davon, dass diese Massnahme unverhältnismässig wäre, ka nn nicht die Rede sein. Die eingesetzte Beiständin ist persönlich und fachlich geeigne t, was sie nicht zuletzt anlässlich der Vorverhandlung im vorliegenden Verfahren am 3. Novembe r 2017 unter Beweis gestellt hat. Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz ist demnach nicht zu beanstanden, was zur vollum- fänglichen Abweisung der Beschwerde führt. 6.1 Die Beschwerdeführerin ersucht in ihrer Beschwerdee ingabe um Bewilligung der un- entgeltlichen Rechtspflege für das kantonsgerichtliche Verfahren. Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassnahmen befreit, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offen- sichtlich aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Vorausset zungen wird einer Partei der kos- tenlose Beizug eines Anwaltes bzw. einer Anwältin gewähr t, sofern dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint (§ 22 Abs. 2 VPO). Die Vor aussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 22 Abs. 1 VPO stimmen mit denjenigen der Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV überein (KGE VV vom 8. Juni 2016 [810 15 334 ] E. 5.2). Für die Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege ist nicht erforderlich, dass die Begehren als aussichtsreich erschei- nen; sie ist indes ausgeschlossen, wenn die Gewinnaussichte n beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und sie deshalb kaum als ernsthaft b ezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinn aussichten und Verlustgefahren un- gefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringe r sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verf ügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu ei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rech- nung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 139 III 475 E. 2.2; BGE 138 III 217 E. 2.2.4; BGE 133 III 614 E. 5; GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St . Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N69 zu Art. 29; S TEFAN MEICHSSNER , Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Ab s. 3 BV], Basel 2008, S. 106 f.). Im vor- liegenden Verfahren begründet die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde damit, dass sie nicht wolle, dass ihre Beiständin Zugriff auf ihre Finanzen und ihr Vermögen habe. Es erschliesst sich aber bereits aus dem angefochtenen Entscheid, dass der Z ugriff auf Finanzen und/oder Ver- mögen nicht innerhalb der Kompetenzen der Beiständin liegt. Wie sich im Laufe des Verfahrens anlässlich der Vorverhandlung vom 3. November 2017 ergeben hat, hat die Beschwerdeführerin auch keine anderweitigen Bedenken, welche sie rügeweise gegen die Errichtung der Beistand- schaft vorbringen könnte. Daraus erhellt, dass die Beschwerde von Anfang an aussichtslos war. Da die Voraussetzungen nach § 22 Abs. 1 und 2 VPO kumu lativ erfüllt sein müssen, erübrigt sich eine Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen. Da s Gesuch der Beschwerdeführe- rin um unentgeltliche Rechtspflege ist somit zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzu- weisen. 6.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). An- gesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgew iesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 5. Dezember 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 5A_975/2017) erhoben.