B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2997/2012 U r t e i l v o m 7 . O k t o b e r 2 0 1 5 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), Richter David Weiss, Richter Michael Peterli, Gerichtsschreiberin Susanna Gärtner. Parteien 1. CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, 2. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Ba- den, 3. Moove Sympany AG, Zustelladresse: c/o Stiftung Sympany, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel, 4. Kranken- und Unfallkasse Bezirkskrankenkasse Einsiedeln, Hauptstrasse 61, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, c/o SWICA, Römerstrasse 38, 8400 Winterthur, 6. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Su- miswald, 7. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 8. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, 9. Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65, 10. Avenir Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 11. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU, 12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart, 13. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel, 14. Krankenversicherung Flaachtal AG, Bahnhofstrasse 22, Postfach 454, 8180 Bülach, 15. Easy Sana Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 16. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Sernftalstrasse 33, Postfach, 8762 Schwanden GL, 17. Innova Wallis AG, Bahnhofstrasse 4, Postfach 184, 3073 Gümligen, 18. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 19. KLuG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 20. EGK Grundversicherungen, Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen, 21. sanavals Gesundheitskasse, Haus ISIS, Postfach 18, 7132 Vals, 22. Krankenkasse SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach, 8050 Zürich, 23. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 24. vita surselva, Bahnhofstrasse 33, Postfach 217, 7130 Ilanz, 25. Krankenkasse Zeneggen, Neue Scheune, 3934 Zeneggen, 26. Krankenkasse Visperterminen, Wierastrasse, 3932 Visperterminen, 27. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coo- pérative, Place centrale, Postfach 13, 1937 Orsières, 28. Krankenkasse Institut Ingenbohl, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 29. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Schönenbergstrasse 28, 8820 Wädenswil, 30. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Kün- ten, 31. kmu-Krankenversicherung, Bachtelstrasse 5, 8400 Winterthur, 32. Krankenkasse Stoffel Mels, Bahnhofstrasse 63, 8887 Mels, 33. Krankenkasse Simplon, Blatt 1, 3907 Simplon Dorf, 34. SWICA Gesundheitsorganisation Generaldirektion, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, 35. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich, 36. rhenusana, Heinrich-Wild-Strasse 210, Postfach, 9435 Heerbrugg, 37. Mutuel Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 38. AMB Assurance-maladie et accidents, Rue du Nord 5, 1920 Martigny, 39. INTRAS Krankenversicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, 40. PHILOS Assurance Maladie SA Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 41. Visana Services AG Leistungszentrum Taggeld, UVG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15, 42. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 43. Innova Versicherungen, Bahnhofstrasse 4, Postfach 184, 3073 Gümligen, 44. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 45. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern, 46. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 47. Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, diese vertreten durch Dr. iur. Vincent Augustin, Rechtsanwalt, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, Beschwerdeführerinnen, gegen Stiftung Ostschweizer Kinderspital, Claudiusstrasse 6, 9006 St. Gallen, vertreten durch lic. iur. Michael Waldner, Rechtsanwalt, und lic. iur. Felix Kesselring, Rechtsanwalt, Vischer AG, Schützengasse 1, Postfach 1230, 8021 Zürich 1, Beschwerdegegnerin, Regierung des Kantons St. Gallen, Regierungsgebäude, Klosterhof 1, 9001 St. Gallen, handelnd durch Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen, Vorinstanz, Gegenstand TARMED, Taxpunktwert für Vergütungen der sozialen Krankenversicherer für ambulante ärztliche Leistungen am Ostschweizer Kinderspital; Beschluss Nr. 327 des Regierungsrates des Kantons St. Gallen vom 1. Mai 2012. C-2997/2012 Seite 4 Sachverhalt: A. Die Stiftung Ostschweizer Kinderspital und die tarifsuisse ag vereinbarten am 9. Dezember 2008 den Anhang A zum Tarifvertrag vom 7. November 2006 über den TARMED-Taxpunktwert (TPW) für ambulante ärztliche Leis- tungen am Ostschweizer Kinderspital (nachfolgend OKS) und einigten sich auf einen TPW von Fr. 0.89. Im Rahmen der Tarifverhandlungen im Jahr 2010 konnte zwischen den Tarifpartnern keine Einigung erzielt werden, so- dass der Regierungsrat des Kantons St. Gallen (nachfolgend Regierungs- rat) den Anhang A des Tarifvertrag es mit Beschluss vom 2. März 2010 (RRB 2010/137) um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2010 verlängerte (Vorakten 15). Die Tarifverhandlungen über den TARMED-TPW ab 1. Ja- nuar 2011 scheiterten in der Folge (vgl. Regierungsratsbeschluss RRB 2012/327 vom 1. Mai 2012 [nachfolgend Regierungsratsbeschluss], S. 1 ff.; Beschwerdebeilage 1). A.a Mit Schreiben vom 7. April 2011 kündigte die tarifsuisse AG den Tarif- vertrag per 31. Dezember 2011 (Vorakten 5). Weiter stellte sie beim Regie- rungsrat am 1. April 2011 Antrag um hoheitliche Festsetzung des TPW auf Fr. 0.82 oder nach verwaltungsmässigem Ermessen mit Wirkung ab 1. Ja- nuar 2011. Für die Dauer des Verfahrens beantragte sie einen provisori- schen TPW von Fr. 0.82 (Vorakten 1). Das OKS beantragte am 20. Mai 2011 die Festlegung eines TARMED-TPW von Fr. 1.13 (einschliesslich An- lagenutzungskosten von Fr. 0.135) ab 1. Januar 2011. Für die Dauer des Verfahrens beantragte es die Festlegung eines provisorischen TPW von Fr. 0.89 (Vorakten 9). A.b Das Gesundheitsdepartement legte mit Verfügung vom 5. Juli 2011 (Vorakten 15) für die Dauer des Verf ahrens einen TARMED -TPW von Fr. 0.82 im System des Tiers payant fest, bei welchem der Arzt die Rech- nung direkt den Krankenkassen zur Begleichung des Rechnungsbetrags sendet. Vorbehalten blieb die rückwirkende Geltendmachung einer allfälli- gen Tarifdifferenz. A.c Am 28. Februar 2012 gab die Preisüberwachung (nachfolgend PUE) eine Empfehlung zum Tariffestsetzungsverfahren ab (Vorakten 22). Sie ge- langte zum Ergebnis, dass der TARMED-TPW für die ambulanten Arztleis- tungen am OKS auf maximal Fr. 0.82 festzusetzen sei. Begründend führte sie aus, sie habe bereits in ihrer Empfehlung vom 24. März 2004 zum TAR- MED-Start-TPW der Klinik Stephanshorn festgehalten, dass die Anwen- dung des Kostenneutralitätsprinzips bei kleinen Fachgemeinschaften mit C-2997/2012 Seite 5 spezialisierten Leistungen (enges Leistungsspektrum) praktisch zu einem TPW nach Fachgebiet führen würde. Sie sei deshalb der Ansicht, dass vor- liegend von der Verwendung der Daten der Vertragsgemeinschaft (die ein- zig aus dem OKS bestehe) abgesehen werden sollte und sich der TPW an demjenigen der frei praktizierenden Ärzt innen und Ärzt e zu orientieren habe, wie das Bundesverwaltungsgericht im Urteil C-1390/2008 vom 9. März 2011 in Sachen TPW der Klinik Stephanshorn entschieden habe. Mit dem TARMED-Tarif würden jeweils die gesamten Kosten (Betriebs- und Investitionskosten) abgegolten. Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sei es desha lb nicht gerechtfertigt, dass die TPW der Spitäler über de njenigen der freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte liegen würden. Diese Meinung werde vom Bundesrat geteilt (Hinweis auf die Beantwortung der Interpellation "Einheitliche Tarmed -Taxpunkt- werte in den Kantonen" 09.3272). Die PUE teile die Ansicht der Leistungs- erbringer, wonach sich die TARMED-Tarifstruktur auf veraltete Daten stütze und Verzerrungen aufweise. Auch wenn jedoch die Bereinigung dringend sei, müsse dies mittels einer Revision der TARMED-Tarifstruktur auf natio- naler Ebene geschehen. Die PUE halte sich für die Berechnung des TARMED-TPW bei einem brei- ten Leistungssektrum der Vertragsgemeinschaft an die vom Bundesver- waltungsgericht im Urteil C-427/2008 vom 30. Juni 2009 zum TARMED - TPW 2007 des Hôpital du Jura bestätigte Methodik. Diese Berechnungs- methode stütze sich auf Zahlen von santésuisse (Datenpool). Aufgrund dieser Zahlen sei es heute möglich, die TPW sowohl für Spitäler als auch für die frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte z u berechnen, was eine gesamtschweizerische Einheitlichkeit der Methode und auch die Legitimität der Vergleiche zwischen TPW verschiedener Vertragsgemeinschaften ga- rantiere. Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts hätten sich die Vertragspartner aber im Fall von Vertragsgemeinschaften mit engerem Leistungsspektrum (wie beim OKS) an den TPW der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte zu orientieren. Die PUE halte diese Vorgehensweise im vorliegenden Fall für sinnvoll. A.d Mit Beschluss vom 1. Mai 2012 (RR B 2012/327) setzte der Regie- rungsrat den TARMED-TPW für Vergütungen der sozialen Krankenversi- cherer für ambulante ärztliche Leistungen am OKS mit Wirkung ab 1. Ja- nuar 2011 auf Fr. 0.88 fest (BVGer-act. 1, Beilage 1). C-2997/2012 Seite 6 B. Gegen den Regierungsratsbeschluss vom 1. Mai 2012 erhoben die ta- rifsuisse ag und die von ihr vertretenen Krankenversicherer (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) am 4. Juni 2012 Beschwerde beim Bundesver- waltungsgericht (BVGer-act. 1) und stellten folgende Anträge: 1. Der angefochtene Beschluss der Regierung des Kantons St. Gallen (RRB 2012/327) vom 1. Mai 2012 sei aufzuheben und der TARMED - TPW für TARMED-Leistungen am Ostschweizer Kinderspital rückwir- kend ab 1. Januar 2011 auf Fr. 0. 82, eventuell rückwirkend ab 1. Ja- nuar 2011 und bis zu neuem V ertrag oder Entscheid nach richterli- chem Ermessen festzusetzen. 2. Eventualiter sei der angefochtene Beschluss der Regierung des Kan- tons St. Gallen aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz. Die Beschwerdeführerinnen führten zur Begründung ihrer Anträge im We- sentlichen aus, der angefochtene Beschluss erweise sich als mit dem gel- tenden Bundesrecht nicht im Einklang stehend. Entgegen der rechtsfehler- haften Ansicht der Vorinstanz sei der Beschluss unangemessen (Art. 49 lit. c VwVG), da die Entlastung der Versicherten nicht so erfolge, wie gesetz- lich und verordnungsmässig zwingend erforderlich. Die Vorinstanz habe zudem den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig bzw. u nvollständig festgestellt (Art. 49 lit. b VwVG), indem sie nicht auf die Problematik von im System REKOLE nicht abgebildeten Leistungen eingegangen sei. Weiter habe die Vorinstanz nicht erkannt, dass das TARMED-Tarifsystem als Ta- rifstruktur die strukturell en Unterschiede zwischen Spitalambulatorien ei- nerseits und privaten Arztpraxen andererseits abbilde. Im angefochtenen Beschluss fehle zudem eine ausreichende Auseinandersetzung mit den vom OSK (recte: OKS) ausgewiesenen Kosten bzw. der einzelnen Kosten- arten, weshalb nicht überprüft werden könne, ob dem Kostenträger TAR- MED nicht überhöhte Kosten überwälzt würden. Der angefochtene Be- schluss verletze ferner die Tarifgestaltungsvorgaben gemäss Art. 59c KVV i.V.m. Art. 43 Abs. 6 KVG. Des Weiteren werde im angefochtenen Beschluss bundesverwaltungsge- richtliche Rechtsprechung übergangen. So habe die Vorinstanz das Urteil C-427/2008 vom 30. Juni 2009 i.S. Hôpital du Jura nicht berücksichtigt: Darin habe d as Bundesverwaltungsgericht den Schlussfolgerungen der PUE, an welche diese sich auch in der im vorliegenden Fall zuhanden der C-2997/2012 Seite 7 Vorinstanz eingereichten Empfehlung vom 28. Februar 2012 gehalten habe, zugestimmt. Des Weiteren wäre die Vorinstanz – in Übereinstim- mung mit den Urteilen des BVGer C-1390/2008 vom 9. März 2011 i.S. Kli- nik Stephanshorn und C-2548/2008 vom 18. November 2009 i.S. Privatkli- niken im Kanton Fribourg, in welchen sich das Bundesverwaltungsgericht für eine Parallelisierung der TPW ausgesprochen habe – dazu angehalten gewesen, dem Antrag der Krank enversicherer zu entsprechen und den TPW für das OKS mit demjenigen der in freier Praxis tätigen Ärztinnen und Ärzte zu parallelisieren. Übergangen werde im angefochtenen Beschluss ferner das Urteil des BVGer C -4308/2007 vom 13. Januar 2010 i.S. Aar- gauer Spitäler, wonach die Festsetzung eines TARMED -TPW auch nach Ablauf der TARMED -Einführungsphase nicht zu einer Kostensteigerung führen dürfe. Der angefochtene Beschluss verletze jedoch auch den Rechtsgleichheitsgrundsatz gemäss Art. 8 BV. Die unterschiedliche Höhe des TARMED-TPW zwischen niedergelassenen Ärzt innen und Ärzt en ei- nerseits und Spitalambulatorien andererseits sei eine Widerhandlung ge- gen den Verfassungsgrundsatz, wonach Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln sei (Hinweis auf URS SAXER/WILLY OGGIER, Recht und Ökonomie der KVG-Tarifgestaltung, Zürich 2010, S. 4). C. Der mit Verfügung vom 15. Juni 2012 (BVGer-act. 2) eingeforderte Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 4'000. - ist am 21. Juni 2012 fristgerecht in die Gerichtskasse eingegangen (BVGer-act. 3). D. Mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2012 (BVGer-act. 5) beantragte die Vo- rinstanz die Abweisung der Beschwerde und führte aus, die Beschwerde- führerinnen hätten im Rahmen der Tarifverhandlungen keine Anzeichen er- kennen lassen, sich mit den Ko sten des OKS auseinandersetzen zu wol- len. Mit ihrem Verhalten hätten sie massgeblich zum Scheitern der Ver- handlungen beigetragen bzw. dieses herbeigeführt. Weiter würden die Be- schwerdeführerinnen schlussfolgern, dass ein Leistungserbringer, der ge- stützt au f seine Kostenrechnung einen TARMED -TPW fordere, welcher über dem Preisniveau von freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzten oder anderen Spitälern liege, als unwirtschaftlich zu betrachten sei. Dieses Ver- halten sei jedoch nicht KVG -konform, da anstelle eine s Kostenvergleichs und eines Kosten-Benchmarkings ein Preis- bzw. Tarif-Benchmarking vor- genommen werde. C-2997/2012 Seite 8 Zudem würden zwischen den ambulanten Leistungen der freipraktizieren- den st. gallischen Ärztinnen und Ärzte im Bereich Kinder- und Jugendme- dizin sowie den Spezialkliniken Pädiatrie gemäss der in der Beilage einge- reichten Auswertung des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan zu den TARMED -Positionen erhebliche Unterschiede bestehen. Wenn das OKS andere TARMED-Leistungen erbringe als die frei praktizie- renden Ärztinnen und Ärzte im Bereich Kinder- und Jugendmedizin, könne das OKS auch eine andere Kostenstruktur aufweisen, was wiederum auch einen anderen TARMED-TPW rechtfertigen könne. Soweit die Beschwer- deführerinnen monierten, dass im ITAR_K-System die subventionsrechtli- che Abgeltung von 1,187 Mio. Fr . für ambulante Leistungen nicht berück- sichtigt werde, verkenne sie, dass keine gesetzliche Grundlage für eine Subventionierung ambulanter Leistungen durch die öffentliche Hand be- stehe. Die Subventionierung erfolge nur deshalb, da die Versicherer keinen kostendeckenden TARMED-TPW vergüten würden und das OKS keine Möglichkeit habe, diese Unterdeckung anderweitig zu finanzieren. Nachdem im Übrigen nicht alle Krankenversicherer Beschwerde erhoben hätten, en tspreche der Festsetzungsentscheid der Regierung aus Sicht dieser Versicherer offensichtlich den Anforderungen des KVG. E. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Beschwer- deantwort (BVGer-act. 8). F. Am 19. September 2012 nahm die PUE zum vorliegenden Beschwerde- verfahren Stellung (BVGer-act. 10), wobei sie an ihrer Empfehlung vom 28. Februar 2012 festhielt. Aus ihrer Sicht müsse der TPW für die vom OKS erbrachten Leistungen gleich hoch sein wie der für die freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte im Kanton St. Gallen gültige TPW, was auch der Rechtspraxis entspreche (Hinweis auf Urteil des BVGer C-1390/2008 vom 9. März 2011 i.S. Klinik Stephanshorn). G. Am 14. Dezember 2012 nahm das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Stel- lung (BVGer-act. 12) und erklärte, dass die Beschwerde gutzuheissen sei. Gemäss den Empfehlungen des Bundesrates vom 30. September 2002 seien Taxpunktwerte für einzelne Fachbereiche nicht zulässig und für ein- zelne Leistungserbringer zu vermeiden. Die Bewertungsunterschiede zwi- schen den einzelnen Leistungen seien in der Tarifstruktur und nicht über C-2997/2012 Seite 9 den Taxpunktwert zu regeln, was andernfalls die Tarifierungsgrundsätze des KVG (Art. 43 Abs. 4 und 6) verletzen würde. Vorliegend sei unbestrit- ten, dass das OKS ein eingeschränktes Lei stungsspektrum habe. Unter diesen Bedingungen wirke ein eigener TPW für das OKS gegen die er- wähnte Zielsetzung und es sei nicht gerechtfertigt, einen spitalspezifischen TPW festzusetzen. Ein TPW für einen Leistungserbringer mit einem einge- schränkten Leistungsspektrum komme praktisch einem TPW nach Fach- gebiet gleich und sei daher grundsätzlich abzulehnen. Folglich könne – wie auch die Preisüberwachung in ihrer Empfehlung vom 28. Februar 2012 festgehalten habe – von der Verwendung der Daten des OKS, die im Rah- men des Festsetzungsverfahrens der Vorinstanz zu einem Antrag eines TPW von Fr. 1.13 geführt hätten, abgesehen werden. Hierzu sei jedoch zu ergänzen, dass nach Art. 59c Abs. 1 lit. b KVV kein Anspruch auf eine voll- ständige Deckung aller Kosten bestehe, auch wenn eine Vertragsgemein- schaft mit ausreichendem Leistungsspektrum nach Art . 59c Abs. 1 lit. a KVV transparent alle Kosten der Leistungen auswiese. Der mit vorliegend angefochtenem Bes chluss festgesetzte TPW von Fr. 0.88 liege über dem der öffentlichen und öffentlich subventionierten Spi- tälern und der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte des Kantons St. Gallen von Fr. 0.82 , was nicht den Empfeh lungen des Bun desrates vom 30. September 2002 entspreche. Vorliegend sei naheliegend, den TPW der Beschwerdegegnerin analog der Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichtes auf die Höhe des TPWs der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte von Fr. 0.82 zu senken. H. Die Beschwerdeführerinnen nahmen mit Schlussbemerkungen vom 25. Januar 2013 (BVGer-act. 14) zur Vernehmlassung der Vorinstanz so- wie den Stellungnahmen der PUE und des BAG Stellung und hielt en am Beschwerdeantrag fest. I. Am 13. März 2013 schloss das Bundesverwaltungsgericht den Schriften - wechsel ab (BVGer-act. 15). J. Mit Schreiben vom 12. Februar 2015 zeigten die Rechtsanwälte Michael Waldner und Felix Kesselring, Vischer AG, an, dass die Beschwerdegeg- nerin sie mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hat (BVGer-act. 16). C-2997/2012 Seite 10 K. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen - den Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierun- gen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgeri cht Beschwerde ge- führt werden. Der angefochtene Regierungsratsbeschluss vom 1. Mai 2012 wurde gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Das Bundesverwaltungs- gericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 1.2 Zur Beschwerde berechtigt ist nach Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), durch d ie angefoch- tene Verfügung besonders berührt ist (lit. b) und ein schutzwürdiges Inte- resse an deren Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). 1.2.1 Wie sich aufgrund der eingereichten Vollmachten ergibt (Beilagen zu BVGer-act. 6), wurden die in der Beschwerdeeingabe einzeln aufgelisteten Krankenversicherer – mit den nachfolgend zu nennenden Ausnahmen – bereits im vorinstanzlichen Tariffestsetzungsverfahren durch tarifsuisse ag vertreten. Sie haben somit am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind als primäre Adressatinnen durch den angefochtenen Regierungsrats- beschluss besonders berührt und haben insoweit an dessen Aufhebung bzw. Abänderung ein schu tzwürdiges Interesse (vgl. Art. 48 VwVG). Sie sind daher zur Beschwerde legitimiert. 1.2.2 Einzelne Krankenversicherer liessen sich hingegen erst per 2. August 2012 – und zwar ausschliesslich für das vorliegende Beschwerdeverfahren – von tarifsuisse AG vertreten (nachgereichte Vollmachten vom 2. August 2012, Beilagen zu BVGer-act. 7). Es handelt sich dabei namentlich um die Krankenversicherer Avenir Krankenversicherung AG, Easy Sana Kranken- versicherung AG, Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont, Mutuel Kran- kenversicherung AG, AMB Assurance-maladie et accidents und PHILOS Krankenversicherung AG. Nachdem sie jedoch statutarisch von C-2997/2012 Seite 11 santésuisse sowie qua Mandat durch tarifsuisse ag vertreten sind, haben sie als Mitglieder von santésuisse am vorinstanzlichen Tariffestsetzungs- verfahren ebenfalls teilgenommen. Nachdem auch sie als primäre Adres- satinnen durch den angefochtenen Regierungsratsbeschluss besonders berührt sind und insoweit an dessen Aufhebung bzw. Abänderung ein schutzwürdiges Interesse haben, sind sie ebenfalls zur Beschwerde legiti- miert. 1.2.3 In der Beschwerdeeingabe vom 4. Juni 2012 (Ziff. 11) brachte der Rechtsvertreter der tarifsuisse ag und der von ihr vertretenen Krankenver- sicherern vorsorglich den Hinweis an, dass sich der Krankenversicherer Swica Gesundheitsorganisation möglicherweise aus dem Verfahren verab- schieden werde. Zur Fristwahrung erfolge die Beschwerde auch im Auftrag von Swica, wobei dem Bundesverwaltungsgericht jedoch so rasch wie möglich mitgeteilt werde, ob diese an der Beschwerde festhalte. Mit Schrei- ben vom 27. Juli 2012 erklärte der Rechtsvertreter schliesslich, dass Swica an der Beschwerde ausdrücklich festhalte (BVGer-act. 6). Nachdem auch bei ihr die Voraussetzungen der Beschwerdelegitimation als gegeben zu erachten sind, ist der Swica Gesundheitsorganisation gleichfalls die Partei- stellung als Beschwerdeführerin zuzuerkennen. 1.3 Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist, nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 2. 2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das KVG keine abweichende Regelung enthalten. 2.2 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) sind auf die Krankenversicherung anwendbar, soweit das KVG nicht aus- drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (vgl. Art. 1 Abs. 1 KVG). Sie finden keine Anwendung im Bereich Tarife, Preise und Globalbudget (Art. 43 bis 55; vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. b KVG). 2.3 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah- rensrechtlicher Hinsicht in der Regel diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 C-2997/2012 Seite 12 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt allfälliger (hier nicht einschlägiger) spezialge- setzlicher Übergangsbestimmungen. Das Beschwerdeverfahren richtet sich dementsprechend nach Art. 53 KVG in der seit dem 1. Januar 2009 geltenden Fassung. In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich die- jenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfol- gen führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Mas- sgebend sind somit die im Zeitpunkt des Regierungsratsbeschlusses vom 1. Mai 2012 geltenden materiellen Bestimmungen des KVG und der KVV. 2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes- senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). Die Ausnahme gemäss Art. 53 Abs. 2 lit. e KVG findet keine Anwendung auf Tariffestsetzungen gemäss Art. 47 KVG. 2.4.1 Nach der Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der volle Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspiel- raum der Vorinstanz zu respektieren. Sie hat eine unangemessene Ent- scheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehre- ren angemessenen Lösungen überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das Bun- desverwaltungsgericht hat nur den Entscheid der unteren Instanz zu über- prüfen und sich nicht an deren Stelle zu setzen. Insbesondere dann, wenn die Ermessensausübung, die Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe o- der die Sachverhaltswürdigung hochstehende, spezialisierte technische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zu- rückhaltung des Gerichts bei der Überprüfung vorinstanzlicher Bewertun- gen angezeigt. Es stellt daher keine unzulässige Kognitionsbeschränkung dar, wenn das Gericht – das nicht als Fachgericht ausgestaltet ist – nicht ohne Not von der Auffassung der Vorinstanz abweicht, soweit e s um die Beurteilung technischer, wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Spezial- fragen geht, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen ver- fügt (vgl. BVGE 2010/25 E. 2.5 ff. mit Hinweisen). 2.4.2 Im Bereich der Tariffestsetzungen gilt es indessen zu beachten, dass die Kantonsregierung die PUE nicht nur anhören, sondern gemäss Art. 14 Abs. 2 des Preisüberwachungsgesetzes vom 20. Dezember 1985 (PüG, SR 942.20) auch begründen muss (vgl. E. 3.1 und 3.2 hiernach), wenn sie deren Empfehlung nicht folgt. Nach der Rechtsprechung des Bundesrates kommt den Empfehlungen der PUE ein besonderes Gewicht zu, weil die C-2997/2012 Seite 13 auf Sachkunde gestützte Stellungnahme bundesweit einheitliche Mass- stäbe bei der Tariffestsetzung set zt (vgl. RKUV 6/1997 343 ff. E. II. 4.6). Das Gericht hat sich insbesondere dann eine Zurückhaltung aufzuerlegen, wenn der Entscheid der Vorinstanz mit den Empfehlungen der PUE über- einstimmt (vgl. BVGE 2010/25 E. 2.4.2 mit Hinweis). 2.4.3 Weicht die Kantonsregierung hingegen von den Empfehlungen der PUE ab, kommt weder der Ansicht der PUE noch derjenigen der Vorinstanz generell ein Vorrang zu. Nach dem Willen des Gesetzgebers ob-liegt es – trotz Anhörungs- und Begründungspflicht gemäss Art. 14 PüG – der Kan- tonsregierung, bei vertragslosem Zustand den Tarif festzusetzen. Das Ge- richt hat in diesen Fällen namentlich zu prüfen, ob die Vorinstanz die Ab- weichung in nachvollziehbarer Weise begründet hat. Im Übrigen unterlie- gen die verschiedenen Stellungnahmen – auch der weiteren Verfahrens- beteiligten – der freien Beweis würdigung beziehungsweise Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. BVGE 2010/25 E. 2.4.3 mit Hin- weisen). 3. 3.1 Gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 PüG hat die Exekutive eines Kantons die Preisüberwachung anzuhören, bevor sie eine Preiserhöhung festsetzt oder genehmigt, die von den Beteiligten an einer Wettbewerbsabrede oder einem marktmächtigen Unternehmen beantragt wird. Die Preisüber- wachung kann beantragen, auf die Preiserhöhung ganz oder teilweise zu verzichten oder einen missbräuchlich beibehaltenen Preis zu senken. Die Behörde muss die Stellungnahme in ihrem Entscheid anführen. Folgt sie ihr nicht, so hat sie dies zu begründen (Art. 14 Abs. 2 PüG, vgl. E. 2.4.3 hiervon). 3.2 Die Parteien haben sich vorliegend vertraglich nicht geeinigt, weshalb der Regierungsrat zu Recht den Tarif hoheitlich festgesetzt hat. Der Regie- rungsrat hat vor der Tariffestsetzung die PUE konsultiert. Diese hat am 28. Februar 2012 eine Empfehlung abgegeben. Der Regierungsrat hat in sei- nem Entscheid begründet, warum er dem Antrag der PUE nicht gefolgt ist. Die Tariffestsetzung durch den Regierungsrat ist somit aus Sicht des PüG formal nicht zu beanstanden. 4. 4.1 Nach Art. 1a Abs. 1 KVG regelt dieses Gesetz die soziale Krankenver- sicherung, welche die obligatorische Krankenpflegeversicherung und eine C-2997/2012 Seite 14 freiwillige Taggeldversicherung umfasst. Die obligatorische Krankenversi- cherung übernimmt nach Art. 24 KVG die Kosten für die Leistungen ge- mäss den Art. 25 bis 31 KVG nach Massgabe der in den Art. 32 bis 34 KVG festgelegten Voraussetzungen. 4.1.1 Dabei erstellen nach Art. 43 Abs. 1 und 4 KVG die Leistungserbringer ihre Rechnungen nach Tarifen und Preisen, die in Tarifverträgen vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt werden. Der Tarif ist eine Grundlage f ür die Berechnung der Vergütung; er kann namentlich für die einzelnen Leistungen Taxpunkte festlegen und den Taxpunktwert bestimmen (Einzelleistungstarif; Art. 43 Abs. 2 lit. b KVG). 4.1.2 Parteien eines Tarifvertrages sind einzelne oder mehrere Leistungs- erbringer oder deren Verbände einerseits sowie einzelne oder mehrere Versicherer oder deren Verbände andererseits. Der Tarifvertrag bedarf der Genehmigung durch die zuständige Kantonsregierung oder, wenn er in der ganzen Schweiz gelten soll, durch den Bundesrat. 4.1.3 Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Tarifver- trag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). Können sich Leistungserbringer und Versicherer nicht auf die Erneuerung eines Tarifvertrages einigen, so kann die Kantonsregierung den bestehenden Vertrag um ein Jahr verlängern. Kommt innerhalb dieser Frist kein Vertrag zustande, so setzt sie nach An- hören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 3 KVG). Die Bestimmung, wonach die Kantonsregierung bei der Genehmigung von Tarifverträgen zu prüfen hat, ob diese mit dem Gesetz und den Geboten der Wirtschaftlich- keit und Billigkeit im Einklang stehen (Art. 46 Abs. 4 KVG), gilt auch bei der Tariffestsetzung im vertragslosen Zustand nach Art. 47 KVG (vgl. BVGE 2010/24 E. 4.3 mit Hinweisen). Gemäss Art. 59 c Abs. 1 KVV prüft die Genehmigungsbehörde im Sinne von Art. 46 Abs. 4 KVG, ob der Tarifvertrag namentlich folgenden Grunds- ätzen entspricht: Der Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung (lit. a) und die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten (lit. b) decken. Die zuständige Behörde wendet die Absätze 1 und 2 bei Tariffestsetzungen nach den Art. 43 Abs. 5, 47 oder 48 des Gesetzes sinngemäss an (vgl. RKUV 6/2004 502 E. II. 3.3; DANIEL STAFFELBACH/YVES ENDRASS, Der Ermessensspielraum der Behörden im C-2997/2012 Seite 15 Rahmen des Tariffestsetzungsverfahrens nach Art. 47 in Verbindung mit Art. 53 KVG, Zürich 2006, Rz. 79 f.). 4.2 Im System des KVG bildet die Tarifvere inbarung zwischen den Tarif- partnern die Regel, das Eingreifen der Kantonsregierung die Ausnahme. Voraussetzung für die behördliche Tariffestsetzung ist, dass die Tarifver- handlungen zwischen den Parteien tatsächlich gescheitert sind oder die Partner zumindest Gelegenheit hatten, eine Vereinbarung zu treffen. 4.3 Eine transparente und nachvollziehbare Tarifgestaltung setzt aussage- kräftige Unterlagen voraus; nur so lässt sich die vom KVG angestrebte Kostendämpfung verwirklichen. Die Spitäler sind gemäss Art. 49 Ab s. 6 KVG und den Bestimmungen der Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäu- ser und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL, SR 832.104) ge- halten, nach einheitlichen Grundsätzen ihre Kosten (Führen einer Kosten- rechnung, bestehend aus der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträ- gerrechnung) und ihre Leistungen zu erfassen sowie den Betriebserfolg zu ermitteln. Die Kostendaten können nur berücksichtigt werden, wenn sie den Vorschriften von Art. 2 Abs. 1 lit. d VKL entsprechen und damit die Grundlagen für die Bestimmung der Leistungen und der Kosten der obliga- torischen Krankenpflegeversicherung in der ambulanten Behandlung im Spital bereitstellen (vgl. BV GE 2010/14 nicht publizierte E. 6.6.1 mit Hin- weisen [=Urteil des Bundesverwaltungsgerichts {BVGer} C -4308/2007 vom 13. Januar 2010]). Verlangen die Spitäler die Anrechnung der von ihnen behaupteten Kosten an die Tarife für die ambulanten Leistungen, obliegt es den Spitälern, das für den Nachweis nötige Zahlenmaterial vorzulegen, wenn sie vermeiden wollen, dass bei fehlendem Nachweis zu ihrem Nachteil entschieden wird. Dies folgt aus der allgemeinen Beweislastregel, wonach die Folgen der Be- weislosigkeit zu tragen hat, wer aus den behaupteten und unbewiesen ge- bliebenen Tatsachen hätte Rechte ableiten können. Weiter können selbst dann, wenn transparente Zahlen vorgelegt werden, diese nicht unbesehen übernommen werden, sondern es ist zu prüfen, ob die damit ausgewiese- nen Kosten auf einer wirtschaftlichen Leistungserbringung beruhen (Art. 43 Abs. 6 und 7 sowie Art. 46 Abs. 4 KVG). Wenn die nötigen Zahlen nicht vorgelegt werden oder aber die damit ausgewiesenen Kosten auf einer un- wirtschaftlichen Leistungserbringung beruhen, so ist der verlangte Tax- punktwert nicht ausgewiesen. Dies gilt ohne Rücksicht darauf, ob ein Tarif schlussendlich angehoben, gesenkt oder unverändert weitergeführt wird. C-2997/2012 Seite 16 5. 5.1 TARMED ist die gesamtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für die Berechnung der Vergütung der auf Einzelleistungstarifbasis im Sinne von Art. 43 Abs. 5 KVG von einem Spital ambulant oder teilstationär erbrachten KVG-Leistungen. Die Tarifstruktur hat den langjährigen Spitalleistungska- talog (SLK) abgelöst und ist per 1. Januar 2004 in Kraft getreten. 5.1.1 Der Bundesrat hat am 30. September 2002 gestützt auf Art. 46 Abs. 4 KVG den Rahmenvertrag zwischen santésuisse und "H+ Die Spitäler der Schweiz" (nachfolgend: H+) vom 13. Mai 2002 (nachfolgend: Rahmenver- trag) inklusiv den Anhängen als integrierende Bestandteile genehmigt und den Kantonsregierungen Empfehlungen zur Umsetzung des Rahmenver- trages gegeben. Gemäss Art. 9 Abs. 2 des Rahmenvertrages werden die Taxpunktwerte auf kantonaler Ebene vereinbart. Ferner gilt es festzustel- len, dass gemäss diesen Empfehlungen die Festsetzung unterschiedlicher Taxpunktwerte für einzelne Fachbereiche sowie für Leistungserbringer mit eingeschränktem Leistungsspektrum abzulehnen ist, da ansonsten daraus de facto ein Taxpunktwert nach Fachgebiet resultieren würde. Es ist zwar nicht grundsätzlich unzulässig, verschiedene Taxpunktwerte für einzelne Leistungserbringerbereiche in einem Kanton festzusetzen. Voraussetzung für einen eigenen Taxpunktwert ist jedoch, dass dadurch die von TARMED gewollte Strukturanpassung nicht rückgängig gemacht wird, das heisst, dass nicht ein Taxpunktwert für einzelne Fachbereiche geschaffen wird. Demzufolge muss sich die Berechnung des Taxpunktwertes auf ein mög- lichst breites Leistungsspektrum verbunde n mit einem durchschnittlichen Mengengerüst abstützen, damit der Taxpunktwert bei dessen Umsetzung in der Praxis nicht zu unerwünschten Verzerrungen führt (BVGE 2010/14 nicht publizierte E. 5.3.1 mit Hinweis [=Urteil des BVGer C-4308/2007 vom 13. Januar 2010]). 5.1.2 Das Inkrafttreten des Systems TARMED per 1. Januar 2004 war vom Prinzip der Kostenneutralität beherrscht. Gemäss dem Kostenneutralitäts- prinzip nach Art. 59c Abs. 1 lit. c KVV darf ein Wechsel des Rechnungsmo- dells dann nicht zu höheren Abgeltungen für die erbrachten Leistungen und damit zu Mehrkosten führen, wenn Qualität und Menge der erbrachten Leistungen im Vergleich zum alten Modell mehr oder weniger gleich blei- ben und somit keine Faktoren vorliegen, die höhere Kosten rechtfertigen. Auch wenn der B egriff der Kostenneutralität als solcher im Gesetz nicht vorkommt, muss daher ein Wechsel des Rechnungsmodells grundsätzlich kostenneutral erfolgen und darf für sich allein nicht zu Mehrkosten führen (RKUV 6/2004 KV 311 E.7.2). Die Kostenneutralitätsphase dauerte vom C-2997/2012 Seite 17 April des Einführungsjahres bis zum April des Folgejahres, also von April 2004 bis April 2005. Das Ziel der Kostenneutralitätsphase war, eine Kos- tensteigerung aufgrund des Wechsels des Rechnungsmodells zu verhin- dern. Das Prinzip der Kostenneutralität ist, nachdem einmal ein Tarif nach dem neuen TARMED -Modell festgelegt worden und damit der System- wechsel vollzogen worden ist, nicht mehr anwendbar (vgl. Urteil des BVGer C-6229/2011 vom 5. Mai 2014 E. 11.2.3). 5.1.3 Vorliegend haben die Parteien am 9. Dezember 2008 den Anhang A zum Tarifvertrag vom 7. November 2006 über den TARMED-Taxpunktwert (TPW) für ambulante ärztliche Leistungen am Ostschweizer Kinderspital (nachfolgend OKS) vereinbart und sich auf einen TPW von Fr. 0.89 geei- nigt. Damit konnten sie erstmals seit der Einführung der Tarifstruktur TAR- MED einen Vertrag im ambulanten Spitalbereich abschliessen (vgl. vorne Sachverhalt A.). Die Einigung der Parteien über einen TPW hatte demnach das Ende der Kostenneutralitätsphase zur Folge, so dass bei der vorlie- genden Überprüfung des festgesetzten TPW das Prinzip der Kostenneut- ralität nicht zu berücksichtigen ist. 5.2 Die Berechnung des TPW für die Leistungserbringer hat unter Beach- tung des KVG und der Praxis des Bundesrates, welcher bis zum Inkrafttre- ten der neuen Bundesrechtspflege gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG (in der bis zum 31. Dezember 2006 gültigen Fassung) für die Beurteilung von Be- schwerden gegen Beschlüsse im Sinne von Art. 47 Abs. 1 KVG zuständig war, zu erfolgen. Ferner ist auch die inzwischen ergangene Rechtspre- chung des Bundesverwaltungsgerichts, welches diejenige des Bundesra- tes weiterführt, zu beachten (BVGE 2010/14 nicht publizierte E. 3 [=Urteil des BVGer C-4308/2007 vom 13. Januar 2010]). Da die Kantonsregierung weder an vorgängig abgeschlossene V erträge noch an gemeinsame Absichtserklärungen der Parteien gebunden ist, ist sie nicht verpflichtet, bei einer hoheitlichen Festsetzung die Berechnungs- module der Tarifpartner sowie den Anpassungsmechanismus anzuwen- den. Vielmehr hat der Kanton auf Grund de r einschlägigen Gesetze und Verordnungen zu entscheiden (vgl. RKUV 6/2004 S. 510 f. E. 6 und RKUV 4/2005 S. 252 E. 2.4). Der Bundesrat hat in seiner Rechtsprechung festge- stellt, dass das Gesetz keine genauen Angaben zu den Daten enthält, die bei der Berechnung eines Tarifs beizuziehen sind. Ferner hat das Bundes- verwaltungsgericht festgehalten, dass das Gesetz überdies keine präzisen Angaben zur Festlegung eines Tarifs enthält (vgl. dazu das Urteil des BVGer C- 6229/2011 vom 5. Mai 2014 E. 11.1 mit Hinweisen). C-2997/2012 Seite 18 6. 6.1 Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob der angefochtene Regierungsratsbeschluss, mit welchem die Vorinstanz den TARMED -Taxpunktwert für d ie Beschwerdegegnerin ab 1. Januar 2011 auf Fr. 0.88 festgelegt hat, den vorstehenden genannten Anforderun- gen des KVG und der KVV, insbesondere Art. 47 Abs. 1 KVG und Art. 59c KVV gerecht wird. 6.2 Einleitend ist den Parteien zwar zuzustimmen wenn sie geltend ma- chen, die TARMED-Struktur sei veraltet und weise diverse Mängel auf (vgl. den Be richt der Eidgenössischen Finanzkontrolle [EFK] vom November 2010, S. 76 ff. und 90 ff.). Eine mangelhafte Struktur, die die tatsächlichen Gegebenheiten nicht (mehr) korrekt abbildet, kann auf Seiten der Leis- tungserbringer zu falschen Anreizen und einem Ausnützen der strukturel- len Vorgaben zum eigenen Vorteil führen (vgl. dazu LUDWIG BAPST, Tarif- politik zwischen Markt und Macht, Band 2, Kapitel G. Umsetzung der Tarif- politik: Tarifeinführung und Tarifwartung, S. 52 ff.). Diesbezüglich ist aller- dings festzuhalten, dass Fehler in der Struktur nicht über die Taxpunkt- werte, sondern über eine Revision der Struktur zu korrigieren sind (vgl. BVGE 2014/36 E. 5.3). Wie die PUE in ihrer Stellungnahme vom 28. Feb- ruar 2012 zu Recht ausführt, können die Verzerrungen durch kantonale Anpassungen des Taxpunktwertes nicht korrigiert werden (Vorakten 22). Somit sind die Argumente der Parteien, die auf eine Kritik an der Struktur hinauslaufen, vorliegend nicht zu hören. Die Überarbeitung der TARMED- Struktur ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens. 6.3 In ihrem angefochtenen Beschluss führt die Vorinstanz aus, die ta- rifsuisse ag habe massgeblich zum Scheitern der Verhandlungen beigetra- gen, indem sie das Berechnungsmodell ITAR_K als Verhandlungsgrund- lage abgelehnt und gleichzeitig kein anderes Berechnungsmodell zur Er- mittlung des TARMED-TPW zur Verfügung gestellt habe (siehe Ziff. 3.3 des Regierungsratsbeschlusses). Weiter weist sie darauf hin, dass die Versi- cherer im Rahmen der Tarifverhandlungen überhaupt keine Anzeichen er- kennen hätten lassen, sich mit den Kosten der Beschwerdegegnerin aus- einandersetzen zu wollen. Es stelle sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Versicherer ihrer Verhandlungspflicht überhaupt nachgekom- men seien. Diese verlange nämlich, dass die Parteien konstru ktive und substantiierte Vorschläge unterbreiteten, was die Versicherer im Rahmen der Tarifverhandlungen hätten vermissen lassen (Vernehmlassung der Vo- rinstanz, S. 2). C-2997/2012 Seite 19 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist nicht die Frage Streitgegen- stand, ob die Beschw erdeführerinnen und die Beschwerdegegnerin ihrer Verhandlungspflicht hinreichend nachgekommen sind (vgl. E. 6.1 hiervon). Die Vorinstanz weist mit ihren Darlegungen jedoch zu Recht auf den vor- herrschenden Grundsatz der Tarifautonomie hin. Es gilt zu beachten, dass ein neuer Tarif in erster Linie durch die Tarifpartner zu vereinbaren ist und den Tarifverhandlungen, welche ein späteres hoheitliches Festsetzungs- verfahren entbehrlich machen sollen, zentrale Bedeutung zukommt. Der Regierungsrat als tariffestsetzende Behörde ist daher erst zu involvieren, wenn die Möglichkeit einer Einigung in den Verhandlungen nicht mehr ge- geben ist (vgl. E. 4.2 hiervon). Die Tarifpartner haben sich dementspre- chend eingehend zu bemühen, einen Konsens zu finden. Die vertragliche Vereinbarung eines neuen Tarifes setzt indessen voraus, dass alle Tarif- partner ihren Willen erkennen lassen, eine Einigung zu erzielen und hierfür auch Kompromissbereitschaft signalisieren. 6.4 Zur Ermittlung des TARMED-TPW zog die Vorinstanz einen Vergleich mit den Vertragsgemeinschaften der Trägerkantone der Stiftung Ost- schweizer Kinderspital heran; dabei handelt es sich namentlich um die Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, T hurgau, St. Gallen und das Fürstentum Liechtenstein. Die Vorinstanz führte im Re- gierungsratsbeschluss (S. 12) diesbezüglich aus, der für die öffentlichen und privaten Spitäler der Trägerkantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau anwendbare TARMED-TPW habe sich für das Jahr 2010 auf Fr. 0.90 belaufen und auf das Jahr 2011 eine Reduktion von einem Rappen auf Fr. 0.89 erfahren. Werde für die Festsetzung des TAR- MED-TPW der Beschwerdegegnerin das gleiche Vorgehen gewählt, müsste der TARMED-TPW von Fr. 0.89 auf Fr. 0.88 gesenkt werden. Da eine Reduktion um einen Rappen auf Fr. 0.88 in den Tarifverhandlungen auch durch die tarifsuisse ag angeboten worden sei, werde der TARMED- TPW der Beschwerdegegnerin rückwirkend auf den 1. Januar 2011 auf Fr. 0.88 festgesetzt. 6.4.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen am Vorgehen der Vorinstanz u.a., es fehle eine Auseinandersetzung mit der Problematik, dass im System REKOLE nicht alle Leistungen abgebildet würden. Zudem fehle eine aus- reichende Auseinandersetzung mit den von der Beschwerdegegnerin aus- gewiesenen Kosten bzw. den einzelnen Kostenarten, weshalb nicht über- prüft werden könne, ob dem Kostenträger TARMED nicht überhöhte Kos- ten überwälzt würden. Die Vorinstanz habe des Weiteren nicht erkannt, C-2997/2012 Seite 20 dass das TARMED -Tarifsystem als Tarifstruktur die strukturellen Unter- schiede zwischen Spitalambulatorien einerseits und privaten Arztpraxen andererseits bereits abbilde. Somit habe die Vorinstanz den rechtserhebli- chen Sachverhalt unrichtig bzw. unvollständig festgestellt (Art 49 lit. b VwVG). 6.4.2 Die Vorinstanz hält den Beanstan dungen der Beschwerdeführerin- nen in ihrer Vernehmlassung vom 13. Juli 2012 (BVGer-act. 5) im Wesent- lichen entgegen, im ITAR_K (integriertes Tarifmodell Kostenträgerrech- nung) würden die Kosten verursachergerecht den einzelnen Leistungsbe- reichen bzw. den ein zelnen Behandlungsfällen zugeordnet. Der Einwand der Beschwerdeführerinnen, wonach im System REKOLE verschiedene gemeinwirtschaftliche Leistungen, insbesondere Vorhalteleistungen für den Notfall, vernachlässigt würden, sei ohne Relevanz , da im KVG keine Grundlage vorhanden sei, wonach Vorhalteleistungen für den Notfall nicht über den Tarif, sondern von der öffentlichen Hand abzugelten seien. Weiter hätten die Beschwerdeführerinnen im Rahmen der Tarifverhandlungen überhaupt keine Anzeichen erkennen lassen, sich mit den Kosten der Be- schwerdegegnerin auseinandersetzen zu wollen. Bezüglich struktureller Unterschiede hielt die Vorinstanz fest, d ie Beschwerdegegnerin erbringe andere TARMED-Leistungen als die frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte im Bereich Kind er- und Jugendmedizin, weshalb die Beschwerde- gegnerin eine andere Kostenstruktur aufweisen könne, was wieder um auch einen anderen TARMED-TPW für die Beschwerdegegnerin rechtfer- tigen könne. 6.4.3 Das Vorgehen der Vorinstanz wurde auch von der PUE in ihrer Stel- lungnahme vom 28. Februar 2012 bemängelt (Vorakten 22): Vorliegend sollte zur Festsetzung des TPW von der Verwendung der Daten der Ver- tragsgemeinschaft, welche einzig aus der Beschwerdegegnerin bestehe, abgesehen werden. Dem schloss sich auch das BAG an und führte in sei- ner Stellungnahme vom 14. Dezember 2012 (BVGer -act. 12) aus, in den Empfehlungen des Bundesrates vom 30. September 2002 werde betont, dass Taxpunktwerte für einzelne Fachbereiche nicht zulässig und für ein- zelne Leistungserbringer zu vermeiden seien. Damit solle eine Neutralisie- rung der tarifstrukturellen Bewertungsunterschiede verhindert werden. Würde für Leistungserbringer mit einem eingeschränkten Leistungsspekt- rum ein eigener TPW festgesetzt, gehe die unterschiedliche Bewertung von Leistungen in der Tarifstruktur verloren und es resultiere de facto ein TPW nach Fachgebiet. Ein TPW für einen Leistungserbring er mit einem eingeschränkten Leistungsspektrum komme praktisch einem TPW nach C-2997/2012 Seite 21 Fachbereich gleich und sei grundsätzlich abzulehnen. Vorliegend sei un- bestritten, dass das Leistungsspektrum der Beschwerdegegnerin einge- schränkt sei, weshalb ein eigener TPW für die Beschwerdegegnerin gegen die erwähnte Zielsetzung wirke. Die Festsetzung eines spitalspezifischen TPW rechtfertige sich daher nicht. 6.5 Der ursprüngliche TPW von Fr. 0.89, welcher bis zum 31. Dezember 2010 Gültigkeit hatte, wurde offenbar kostenneutral aus dem früher ange- wendeten Tarif des Spitalleistungskatalogs ermittelt (vgl. Ziff. 3.1 des Re- gierungsratsbeschlusses). Die effektiven Kosten der Beschwerdegegnerin fanden bei der Festlegung des bisherigen TPWs somit keine Berücksichti- gung. Dies trifft dem zufolge auch auf den von der Vorinstanz ermittelten TPW von Fr. 0.88 zu, welcher lediglich aus einer betragsmässigen Reduk- tion des bisherigen TPWs resultierte. Die Rügen der Beschwerdegegnerin bezüglich einer fehlenden Auseinandersetzung der Vorinstanz mit allfälligen Mängeln des Berechnungsmodells REKOLE sind somit nicht zielführend, nachdem die Kosten der Beschwerdegegnerin nicht in den neu festgelegten TPW eingeflossen sind; eine nähere Prüfung dieser Rügen erübrigt sich daher. Des Weiteren kann es der Vorinstanz nicht angelastet werden, wenn sie sich nicht mit den von der Beschwerde- gegnerin ausgewiesenen Kosten bzw. den einzelnen Kostenarten ausei- nandergesetzt hat. Nachdem sie zum Ergebnis gelangt ist, dass der bishe- rige TARMED-TPW angesichts der ausgewiesenen Kosten, welche einem TPW von Fr. 1.13 entsprochen hätten, nicht kostendeckend sein könne und sich die PUE in ihrer Empfehlung nicht dafür aussprach, die Kosten der Beschwerdegegnerin miteinfliessen zu lassen, ist es nachvollziehbar, dass sie sich mi t den Kosten nicht eingehend auseinandergesetzt hat. Darin kann unter den gegebenen Umständen keine unrichtige bzw. unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts erblickt werden. Wie jedoch nachfolgend aufzuzeigen sein wird, erweist sich d ie Vorgehens- weise der Vorinstanz dennoch als nicht mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmend. 6.6 Der von der Vorinstanz festgesetzte TARMED -TPW von Fr. 0.88 ab 1. Januar 2011 stützt sich auf eine generelle Reduktion des TPWs um ei- nen Rappen in Anlehnung a n die Vorgehensweise der Vertragsgemein- schaften der Trägerkantone der Stiftung Ostschweizer Kinderspital bezüg- lich der öffentlichen und privaten Spitäler. Diese Vorgehensweise lässt sich nicht auf für das Tariffestsetzungsverfahren relevante Kriterien zurückfüh- ren und entbehrt eines Vergleichs der Leistungsspektren. Z udem wurde der TARMED-TPW von der Vorinstanz auch nicht durch ein Benchmarking C-2997/2012 Seite 22 plausibilisiert. In Bezug auf die Höhe wurde er nicht in einen Vergleich ge- setzt mit demjenigen der privaten und ö ffentlichen Spitäler der anderen Trägerkantone, sondern lediglich wie dieser gegenüber dem Vorjahr um einen Rappen reduziert. Es wurden zwar die TARMED -TPW des Jahres 2011 von anderen Kinderspitälern und grösseren Kinderkliniken herange- zogen und aufgelistet, dies indessen nicht um einen Vergleich mit dem neu festzusetzenden TPW der Beschwerdegegnerin aufzustellen, sondern le- diglich um darzulegen, dass auch andere Kinderspitäler und -kliniken nicht auf den TPW der frei praktizierenden Ärzt eschaft von Fr. 0.82 abstellen würden. 6.7 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass das Vorgehen der Vorinstanz zur Ermittlung des Taxpunktwertes für TARMED-Leistungen für die Beschwerdegegnerin ab dem 1. Januar 2011 , nachdem es einzig auf einer Redu ktion des TARMED -TPW gegenüber dem Vorjahr um einen Rappen gemäss der Vorgehensweise der übrigen Trägerkantone beruht , den Vorgaben nach Art. 47 Abs. 1 KVG und Art. 55c KVV nicht gerecht wird und damit nicht in Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben und der bishe- rigen Rechtsprechung steht. Damit ist der von der Vorinstanz festgesetzte Taxpunktwert nicht anwendbar. 7. 7.1 Nachfolgend ist daher zu prüfen, auf welcher Grundlage vorliegend der TARMED-TPW festzusetzen ist. 7.1.1 Die PUE hielt in ihrer Stellungnahme vom 19. September 2012 (BVGer-act. 10) an ihren Ausführungen vom 28. Februar 2012 (Vorakten 22) fest und führte aus, sie sei nach wie vor der Meinung, dass unterschied- liche Taxpunktewerte nach Fachgebieten für einzelne Leistungserbringer nicht zulässig seien. Der Bundesrat habe in seinen Empfehlungen vom 30. September 2002 an die Kantonsregierungen sowie an die Tarifpartner wie auch in sämtlichen TPW-Entscheiden diese Position gestützt. Sie sei der Ansicht, dass vorliegend von der Verwendung der Daten der Vertrags ge- meinschaft (die einzig aus dem OKS bestehe) abgesehen werden sollte und sich der TPW an demjenigen der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte zu orientieren habe, wie das Bundesverwaltungsgericht im Urteil C - 1390/2008 vom 9. März 2011 in Sachen TPW der Klinik Stephanshorn ent- schieden habe. Mit dem TARMED-Tarif würden jeweils die gesamten Kos- ten (Betriebs - und Investitionskosten) abgegolten. Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sei es deshalb nicht gerechtfertigt, dass die TPW der Spitäler über denjenigen der freipraktizierenden Ärztinnen und C-2997/2012 Seite 23 Ärzte liegen würden. Diese Meinung werde vom Bundesrat geteilt (Hinweis auf die Beantwortung der Interpellation "Einheitliche Tarmed -Taxpunkt- werte in den Kantonen" 09.3272). Der TPW für die von der Beschwerd e- gegnerin erbrachten ambulanten Arztleistungen sollten daher ihrer Ansicht nach gleich hoch sein wie der für die frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte im Kanton St. Gallen gültige TPW. 7.1.2 Das BAG führt in seiner Stellungnahme vom 14. Dezember 2012 (BVGer-act. 12) aus, der mit vorliegend angefochtenem Beschluss festge- setzte TPW von Fr. 0.88 liege über dem der öffentlichen und öffentlich sub- ventionierten Spitälern und der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte des Kantons St. Gallen von Fr. 0.82. Dies ents preche jedoch nicht den Empfehlungen des Bundesrates vom 30. September 2002, welche immer noch Gültigkeit hätten und in der Interpellation Humbel (09.3272) vom Bun- desrat bestätigt worden seien. Gemäss den Empfehlungen würden wäh- rend der Kostenneutralitätsp hase unterschiedliche Taxpunktwerte zwi- schen Spitalambulatorien und Arztpraxen aufgrund der genehmigten Rah- menverträge akzeptiert, mittelfristig müsse aber eine Annäherung dieser Taxpunktwerte erfolgen. Es sei daher naheliegend, analog der bereits in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts hinsichtlich Urteil C- 1390/2008 vom 9. März 2011 i.S. Klinik Stephanshorn erfolgten Anglei- chung auch den TPW der Beschwerdegegnerin auf die Höhe des TPW s der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte von Fr. 0.82 zu senken, bei welchen von einem ausreichend breiten Leistungsspektrum ausgegangen werden könne. 7.1.3 Die Beschwerdegegnerin teilte am 18. August 2012 telefonisch mit, dass sie auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort verzichte (BVGer - act. 8). Zum angefochtenen Regierungsratsbeschluss nahm die Beschwer- degegnerin somit im vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Stellung und stellte auch keine Verfahrensanträge. Im vorinstanzlichen Verfahren beantragte sie dagegen die Festsetzung des TPWs ab 1. Januar 2011 auf Fr. 1.13, was den von ihr ausgewiesenen Kosten entsprochen hätte (vgl. Stellungnahme Beschwerdegegnerin vom 20. Mai 2011, Vorakten 9). Die Beschwerdegegnerin machte geltend, sie erbringe ihre Leistungen in ei- nem Umfeld, das generell höhere Kosten verursache, als dies in der Adult- medizin der Fall sei. Aus diesem Grund müsse eine kostendeckende Fi- nanzierung der ambulanten Leistungen höher angesetzt werden als bei Er- wachsenenspitälern. Es sei sodann bekannt, dass die Versorgung von Kin- dern und Jugendl ichen ungleich aufwändiger sei als die Versorgung von Erwachsenen. Die höheren Behandlungs- und Betreuungskosten müssten C-2997/2012 Seite 24 sich daher auch im Tarif niederschlagen. Des Weiteren hätten sich die Be- schwerdegegnerin und die anderen Kinderspitäler in der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart unablässig dafür eingesetzt, dass das Tarifsystem TAR- MED den Besonderheiten der pädiatrischen und kinderchirurgischen Ver- sorgung angepasst werde. Die Anpassung des Tarifsystems auf die Beson- derheiten der Kinderversorgung sei in wenigen Punkten über den Weg der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie gelungen. Allerdings seien die Änderungen nur punktuell erfolgt und keinesfalls flächendeckend für das breite Spektrum, welches von der Beschwerdegegnerin erbracht werde. Der TARMED-Tarif für ein Kinderspital müsse somit deutlich höher liegen als der Tarif, der in einem Erwachsenenspital zur Anwendung gelange. 7.1.4 Zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist – wie das BAG in seiner Stellungnahme zur Vergleichbarkeit in der TARMED -Struktur zu Recht ausführt – anzumerken, dass es zwar grundsätzlich richtig ist, die tarifstrukturellen Bewertungsunterschiede in der tarifpartnerschaftlich ver- einbarten und vom Bundesrat genehmigten Tarifstruktur TARMED als ge- geben anzusehen. Auch wenn aber die Regierung des Kantons St. Gallen und die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Festsetzungsverfahrens der Vorinstanz die Vergleichbarkeit verneinen, hat die Beschwerdegegnerin sich bei allfälligen strukturellen Mänge ln als Tarifpartner gemäss Art. 59c Abs. 2 KVV für dessen Überarbeitung national auf Ebene Tarifstruktur zu beteiligen (vgl. auch E. 6.2 hiervon) . Allfällige Mängel des Tarifsystems TARMED sind nicht über den Taxpunktwert auszugleichen. 7.1.5 Die Beschwerdeführerinnen machten geltend, der TPW von Fr. 0.82 der in freier Praxis tätigen Ärztinnen und Ärzte der Ostschweiz sei vertrag- lich vereinbart und unter anderem auch von der Regierung des Kantons St. Gallen für diesen Kanton genehmigt und somit als gesetzmässig, wirt- schaftlich und angemessen beurteilt w orden. Die unterschiedliche Höhe des TARMED-TPW zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ei- nerseits und Spitalambulatorien andererseits sei eine Widerhandlung ge- gen den Verfassungsgrundsatz, wonach Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln sei (Hinweis auf URS SAXER/WILLY OGGIER, Recht und Ökonomie der KVG -Tarifgestaltung, Zürich 2010, S. 4). Sodann wür- den auch die öffentlichen und privaten Spitäler des Kantons St. Gallen mit einem TPW von Fr. 0.82 abrechnen und damit aufzeigen, dass sie in der Lage seien, eine qualitativ hochstehende Leistung nach TARMED zu die- sem TPW zu erbringen. C-2997/2012 Seite 25 7.2 Somit kommen als mögliche Optionen der bisher geltende, vertraglich vereinbarte Taxpunktwert von Fr. 0.89, welcher die Basis vor und zu Beginn des vorliegenden Tariffestsetzungsverfahrens bildet, oder, wie von den Be- schwerdeführerinnen beantragt, der TPW der freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte in Betracht, welche Nachfolgend näher zu prüfen sind. 7.3 Vorab ist anzumerken, dass der bisherige, vertraglich vereinbarte TPW von Fr. 0.89 seit dem Ablauf des um ein Jahr verlängerten Vertrages bzw. der Vertragskündigung durch die tarifsuisse ag keine Gültigkeit mehr hat. Ferner wird er von keiner der Parteien beantragt und ist auch nicht Gegen- stand einer Empfehlung der PUE oder des BAG. Sodann ist dieser TPW das Resultat der vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Tarifpartnern und wurde von der Vorinstanz im Anschluss an die Verhandlungen geneh- migt (vgl. vorne Sachverhalt A.). Wie von der Vorinstanz dargelegt, beruhte der Taxpunktwert nicht auf den damals ausgewiesenen ef fektiven Kosten (Regierungsratsbeschluss Ziff. 3.1) . Zudem ist nicht aktenkundig , ob der Regierungsrat im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine ausrei- chende Überprüfung des TPW nach den Grundsätzen von Art. 59c Abs. 1 KVV vorgenommen hat. Nachdem der bisherige TPW von keiner der Par- teien beantragt wird, er nicht auf kostenbasierenden Berechnungen beruht und entsprechend nicht feststellbar ist, ob damit höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten und die für eine effiziente Leistungserbringung er- forderlichen Kosten gedeckt werden und er zudem seit der Vertragskündi- gung keine Gültigkeit mehr hat, ist er nicht geeignet, um als Basis für einen neuen TARMED-TPW herangezogen zu werden. 7.4 Der TARMED-TPW der freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte der Ostschweiz beträgt Fr. 0.82. Bezüglich einer Annäherung des TPWs für die Beschwerdegegnerin an denjenigen der frei praktizierenden Ärzteschaft legt die Vorinstanz in ihrem Beschluss dar, es stelle sich die Frage, inwie- weit vorliegend ein Preisvergleich mit frei praktizierenden Pädiaterinnen und Pädiatern angemessen sei; denn diese würden im Gegensatz zu Kin- derspitälern nur Grundversorgungsleistungen und keine spezialisierten Leistungen anbieten. Im Erwachsenenbereich würden spezialisierte Leis- tungen demgegenüber nicht nur in Spitälern sondern auch von frei prakti- zierenden Ärztinnen und Ärzten angeboten. Kinderspitäler würden sich diesbezüglich von Erwachsenenspitälern unterscheiden. Diese Argumen- tation wird auch von der Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 20. Mai 2011 (S. 5) geführt. Die Vorinstanz macht weiter geltend, es würden nur insgesamt drei der im Kanton St. Gallen tätigen frei praktizierenden C-2997/2012 Seite 26 Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin über einen anerkann- ten Schwerpunkt-Weiterbildungstitel verfügen (S. 11 des Beschlusses). Ein Vergleich mit frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzten ohne Weiterbildung in Pädiatrie sei bei einem Kinderspital nicht sachgemäss, da diese ein ganz anderes Leistungsspektrum des TARMED-Tarifkatalogs anbieten würden; dies gehe aus dem Medizinalberuferegister hervor (http:// www.medre- gom.admin.ch, abgerufen am 12.08.2015). In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz ferner aus, es treffe zu, dass frei praktizierende Ärztinnen und Ärzte im Unterschied zur Beschwerdegegnerin Notfallzuschläge und Notfall-Inkonvenienz-pauschalen abrechnen könnten. Diese Zuschläge bzw. Notfallpauschalen würden nicht für Leistungen gelten, die in einem Spital erbracht würden (Hinweis auf http://www.tarmedsuisse.ch/86.html). 7.5 Dazu ist anzumerken, dass, selbst wenn sich das Leistungsspektrum der frei praktizierenden Ärzteschaft mit demjenigen der Beschwerdegeg- nerin nicht gänzlich decken sollte, ein Vergleich dennoch sachgemäss sein kann; dies insbesondere im Hinblick auf die Ausgestaltung des Tarifsys- tems TARMED, in welchem Unterschiede zwischen Spitalambulatorien und der Behandlung durch frei pra ktizierende Ärztinnen und Ärzte bereits be- rücksichtigt werden. Zur Ärzteschaft, welche eine eigene Praxis betreibt, zählen zudem auch die Ärztinnen und Ärzte der Fachgruppe Kinder - und Jugendmedizin. Es liegen keine Nachweise vor, dass deren Leistungs- spektrum erheblich von demjenigen der Beschwerdegegnerin abweicht. Gemäss der Tabelle zur den TARMED -Leistungen 2011, welche auf den Erhebungen von OBSAN basiert (Vernehmlassung Vorinstanz vom 13. Juli 2012, BVGer-act. 5), sind lediglich drei von sieben Leistungsbereiche be- troffen, in welchen Ärztinnen und Ärzte der Fachgruppe Kinder - und Ju- gendmedizin weniger bis gar keine Leistungen erbringen im Vergleich mit Spezialkliniken Pädiatrie im Kanton St. Gallen (Leistungsbereiche: Psychi- atrie, Anästhesie, Operations saal/Aufwachraum/ Tagesklinik). Im Kanton St. Gallen lassen sich sodann nicht nur drei son- dern insgesamt 44 Ärztinnen und Ärzte mit Praxistätigkeit finden, welche über einen Facharzttitel für Kinder - und Jugendmedizin verfügen (http://www.doctorfmh.ch > Ärzte mit Praxistätigkeit > Kinder- und Jugend- medizin > Kanton St. Gallen; http://www.doktor.ch > kinderaerzte > kinde- raerzte_k_sg, beide abgerufen am 12.08.2015). 7.6 Durch den Abschluss des kantonalen Anschlussvertrages zum natio- nalen Rahmenvertrag TARMED zwischen santésuisse und den Kantonen Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau vom 4. Dezember 2006 anerkannte sant ésuisse - C-2997/2012 Seite 27 Die Schweizer Krankenversicherer die Tarifregion Ost als Tarifpartnerin und es wurde ein TARMED-TPW von Fr. 0.82 ab 1. Januar 2007 vereinbart. Die Vertragsverhandlungen wurden seitens der Ärzteschaft von der Dele- gation der Ostschweizer Ärztegesellschaften geführt, welche die Kantone Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau umfasste. Aus der Delegation wurde in der Folge die Konferenz der Ostschweizer Ärztegesellschaften (K -OCH) ins Leben gerufen (Artikel des St. Galler Tagblatts vom 2. Juni 2007: http://www.tag- blatt.ch, abgerufen am 14.08.2015). Mit allfälligen Ausnahmen einzelner selbständiger Ärztinnen und Ärzte, welche dem entsprechenden kantonalen Anschlussvertrag eventuell nicht beigetreten sind, sind die frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte dem je- weiligen Anschlussvertrag des Kantons, in welchem sie ihre Praxis betrei- ben, unterstellt. Dementsprechend rechnen auch die im Kanton St. Gallen frei praktizierenden 44 Ärztinnen und Ärzte der Fachgruppe Kinder - und Jugendmedizin zum vereinbarten TARMED -TPW von Fr. 0.82 ab. Eine Rechtfertigung, weshalb die Beschwerdegegnerin als Kinderspital zu ei- nem höheren TPW sollte abrechnen können als die frei praktiziere nden Pädiaterinnen und Pädiater, ergibt sich weder aus den von der Vorinstanz dargelegten Argumente, noch kann sie aus den Akten hergeleitet werden. Den strukturellen Unterschieden zwischen Ambulatorien und der frei prak- tizierenden Ärzteschaft werden im Tarifsystem TARMED Rechnung getra- gen und sind daher nicht über die Höhe des TPWs auszugleichen. Ein TPW darf ferner nicht lediglich für einzelne Fachbereiche gelten, sondern muss breit abgestützt sein und ein möglichst breites Leistungsspektrum berück- sichtigen. Nachdem der TPW für die frei praktizierenden Ärzte in einem Kanton jeweils für sehr viele Fachbereiche gilt, sind die frei praktizierenden Ärzte in ihrer Gesamtheit als Vergleichsgrösse geeignet. Eine Annäherung der Taxpunktwerte der Spitalambulatorien und der frei praktizierenden Ärz- teschaft wurde vom Bundesrat bereits mit Schreiben vom 30. September 2002 an die Tarifpartner als anzustrebendes Ziel erklärt. In einer später erfolgten Antwort vom 13. Mai 2009 auf die Interpellation Humbel [09.3272]) bestätigte der Bundesrat seine Auffassung, da es keine sachli- chen Gründe für eine innerkantonale Differenzierung der Tarife nach Leis- tungserbringer gebe. Auch wenn die Ärzteschaft der Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin im Vergleich zu einem Kinderspital weniger spezialisierte Leistungen erbrin- gen sollten, wofür wie vorangehend dargelegt keine Nachweise vorliegen, ist gleichwohl ein Vergleich des TARMED-TPWs der Beschwerdegegnerin C-2997/2012 Seite 28 mit demjenigen der im Kanton St. Gallen frei praktizierenden Kinderärztin- nen und -ärzte offensichtlich sachgemässer als eine generelle Reduktion des TPWs um einen Rappen in Anlehnung an die Vorgehensweise der Ver- tragsgemeinschaften der Trägerkantone der Stiftung Ostschweizer Kinder- spital bezüglich der öffentlichen und privaten Spitälern. Des Weiteren drängt sich die Festsetzung des TPWs analog desjenigen der frei prakti- zierenden Ärztinnen und Ärzte vorliegend insbesondere deshalb a uf, da das Leistungsspektrum der Beschwerdegegnerin zu wenig breit ist, als dass für sie ein spezifischer TPW festgesetzt werden könnte (vgl. BRE vom 2. Februar 2005 betreffend TARMED-Starttaxpunktwert für die öffentlichen und privaten Spitäler im Kanton Aargau [04-09, 04-10, 04-12] E. II. 6.4 mit Hinweisen). Um die Schaffung eines Taxpunktwert für einzelne Fachberei- che zu vermeiden, ist die Berechnung des Taxpunktwertes auf ein mög- lichst breites Leistungsspektrum verbunden mit einem durchschnittlichen Mengengerüst abzustützen, damit der Taxpunktwert bei dessen Umset- zung in der Praxis nicht zu unerwünschten Verzerrungen führt (BVGE 2010/14 nicht publizierte E. 5.3.1 mit Hinweis [=Urteil des BVGer C - 4308/2007 vom 13. Januar 2010]). Bezüglich des Leistungsspektrums lie- gen bei der Beschwerdegegnerin ähnliche Umstände, wie diese vom Bun- desverwaltungsgericht im Urteil C-1390/2008 vom 9. März 2011 zu beur- teilen waren, vor. Die diesbezüglich vorgebrachten Einwände der Be- schwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 20. Mai 2011 (S. 6), wonach die im bezeichneten Urteil betreffende Klinik in keiner Art und Weise mit ihr vergleichbar sei, da es sich um eine Privatklinik ohne Aufnahmezwang handle, die weder eine Notfallaufnahme noch eine Tagesklinik betreibe und ausser auf der Geburtsabteilung ausschliesslich erwachsene Patienten be- handle, sind in Bezug auf einen Vergleich der Grösse des Leistungsspekt- rums unerheblich. Vorliegend ist einzig massgeblich, dass auch die betref- fende Klinik über ein eingeschränktes Leistungsspe ktrum verfügte, wes- halb für sie kein eigener Taxpunktwert festzusetzen war. 7.7 Die Beschwerdegegnerin bringt in ihrer Stellungnahme vom 20. Mai 2011 (S. 3 bis 5) im vorinstanzlichen Verfahren vor, die Angleichung der TPW der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte an diejenigen der Spitä- ler werde in der Schweiz kaum praktiziert. In allen Trägerkantonen der Stif- tung mit Ausnahme des Kantons St. Gallen würden die TPW der öffentli- chen und privaten Spitälern deutlich höher liegen als derjenige der frei praktizierenden Ärzteschaft. Weiter sei es eine Tatsache, dass die Zahl der niedergelassenen praktizierenden Ärztinnen und Ärzte in den letzten Jah- ren laufend abgenommen habe. Es zeichne sich ein eigentlicher Notstand C-2997/2012 Seite 29 an Hausärzten und Pädiatern ab. Es sei davon au szugehen, dass die un- genügende Finanzierung über den TARMED -TPW mit ein Grund hierfür sei. Der von der Beschwerdegegnerin vorgetragenen Einschätzung, wonach die Arbeit der Ärzteschaft nicht kostendeckend sei und dies unter anderem ein Grund dafür sei, dass sich ein Notstand an Hausärzten und Pädiatern abzeichne, liegen keine entsprechenden Nachweise zugrunde. Wie das Bundesverwaltungsgericht bereits in ähnlichen Verfahren dargelegt hat (vgl. Urteile des BVGer C -6229/2011 vom 5. Mai 2014 E. 11.6 und C-1390/2008 vom 9. März 2011 E. 7.5), ist daher davon auszugehen, dass frei praktizierende Ärzte mit den vereinbarten TPW ihre Kosten zu decken vermögen, da sie weder subventioniert werden noch andere von der Be- schwerdegegnerin nicht generierbare Einnahmequellen haben. Des Wei- teren kann für die Beurteilung des vorliegend massgeblichen TPWs der Beschwerdegegnerin für den Kanton St. Gallen nicht massgeblich sein, ob die weiteren Trägerkantone der Stiftung eine Annäherung an den TPW der frei praktizierenden Ärzteschaft vorgenommen haben. 7.8 Für die frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte der Ostschweiz gilt für das Jahr 2011 ein vertraglich vereinbarter TPW von Fr. 0.82. Es ist nicht ersichtlich und wurde von der Leistungserbringerin auch nicht dargelegt, weshalb ihnen ein höherer TPW als derjenige der Ärzteschaft im Kanton St. Gallen zugestanden werden sollte. 7.9 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerde gutzu- heissen und der angefochtene Regierungsratsbeschluss vom 1. Mai 2012 aufzuheben ist. Der Taxpunktwert für TARMED-Leistungen der Beschwer- degegnerin ist ab dem 1. Januar 2011 auf Fr. 0.82 festzusetzen. 8. Es bleibt noch über die Verfahrens- und Parteikosten zu befinden. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrensko sten in der Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 8.1.1 Die Verfahrenskosten richten sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien. Sie beträgt in Streitigkeiten ohne Vermögensinteresse Fr. 100.- bis 5'000.- und in den übrigen Streitigkeiten Fr. 100. - bis 50'000.- (Art. 63 Abs. 4 bis VwVG). Im Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) C-2997/2012 Seite 30 wird die Bemessung de r Gebühren im Einzelnen geregelt (Art. 63 Abs. 5 VwVG). Die Gerichtsgebühr in Streitigkeiten ohne Vermögensinteresse wird in Art. 3 VGKE, in Streitigkeiten mit Vermögensinteresse in Art. 4 VGKE konkretisiert. 8.1.2 Die Frage, ob es sich - entgegen der Rechtsprechung des Bundes- rates - bei Tariffestsetzungs- und Tarifgenehmigungsverfahren um eine ver- mögensrechtliche Streitigkeit handelt, wurde bereits in BVGE 2010/14 E. 8 bejaht. Gleichzeitig wurde jedoch festgestellt, dass für die Bestimmung des Streitwerts in Tar ifgenehmigungs- und Tariffestsetzungsverfahren regel- mässig keine verlässlichen Grundlagen vorhanden sind, weshalb lediglich auf die allgemeinen Bemessungsregeln nach Art. 63 Abs. 4bis VwVG abge- stellt werden kann. Demnach ist der Streitwert im vorliegenden Verfahren als nicht bestimmbar zu qualifizieren. Unter Berücksichtigung der Schwie- rigkeit der Streitsache und des Aufwands des Gerichts werden die Verfah- renskosten auf Fr. 4'000.- festgesetzt. 8.1.3 Die Beschwerdeführerinnen obsiegen vorliegend. Die Gegenpartei und damit die Beschwerdegegnerin trägt im Falle des Unterliegens gestützt auf Art. 63 Abs. 1 sowie Art. 64 Abs. 2 und 3 VwVG grundsätzlich das Kos- tenrisiko. Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Beschwerdever- fahren keine Anträge gestellt, weshalb die Frage zu prüfen ist, ob ihr den- noch Kosten aufzuerlegen sind. Hierzu gilt es zu beachten, dass ihr a ls Partei im vorinstanzlichen Verfahren auch im vorliegenden Beschwerde- verfahren Parteistellung zukommt. Ihr Interesse am Ausgang des Verfah- rens liegt auf d er Hand, nachdem Verfahrensstreitgegenstand des Be- schwerdeverfahrens die Höhe des für sie geltenden TARMED-TPWs bildet. Auch wenn sie daher auf eine Vernehmlassung verzichtet hat, verliert sie dadurch ihre Parteistellung nicht und trägt bis zum Abschluss d es Verfah- rens das Prozess - und Kostenrisiko (vgl. MICHAEL BEUSCH, Art. 64, in: Christoph Auer/Markus Müller, Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 21, mit Hinweis auf BGE 123 V 156 ff. E. 3 und BGE 128 II 90 E. 2c). Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind nach dem Gesagten die Verfah- renskosten von Fr. 4'000.- der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu- erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG;). Den Beschwerdeführerinnen ist demzu- folge der von ihnen geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.- auf ein von ihnen bekannt zu gebe ndes Konto zurückzuerstatten. Die Be-C-2997/2012 Seite 31 schwerdegegnerin ist zu verpflichten, innerhalb von 30 Tagen nach Eröff- nung des vorliegenden Urteils die ihr auferlegten Verfahrenskosten von Fr. 4'000.- zu Gunsten der Gerichtskasse zu leisten. 8.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und ver- hältnismässig hohen Kosten (vgl. auch Art. 7 ff. VGKE). Die Parteientschä- digung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwen- dige Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Die Entschädigung wird der Körperschaft oder autonomen Anstalt aufer- legt, in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie nicht einer un- terliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Bei Streitigkeiten mit Vermögensinteresse kann das Anwaltshonorar oder die Entschädigung für eine nichtanwaltliche berufsmässige Vertretung an- gemessen erhöht werden (Art. 10 Abs. 3 VGKE). 8.2.1 Die Beschwerdeführerinnen waren im vorliegenden Verfahren an- waltlich vertreten. Ihnen ist daher unter Berücksichtigung des Prozessaus- gangs zu Lasten des unterliegenden Beschwerdegegners eine Parteient- schädigung für die ihnen entstandenen notwendigen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 und 3 VwVG). Da keine Honorarnote eingereicht wurde, ist eine Entschädigung nach Ermessen des Gerichts zuzusprechen (vgl. Art. 14 Abs. 1 und 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des aktenkundigen und angemessenen Aufwands ist die Parteientschädigung vorliegend auf pau- schal Fr. 7'000.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen. Vorliegend handelt es sich um eine Streitigkeit mit Vermögensinteresse, aber mit unbestimmbarem Streitwert. Da es sich um einen erheblic hen Streitwert handelt, ist eine angemessene Erhöhung des Honorars als ge- rechtfertigt anzusehen (vgl. BVGE 2010/14 E. 8.2.2). Ein Zuschlag von Fr. 2'500 erscheint angemessen. Somit resultiert für die Beschwerdeführerin- nen eine Entschädigung von Fr. 9'500.- (inkl. Auslagen und MWSt). 8.2.2 Keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat die unterliegende Vorinstanz (Art. 7 Abs. 1 e contrario und 3 VGKE). 9. Das vorliegende Urteil bringt eine Änderung des angefochtenen Beschlus- ses mit sich, weshalb der Regierungsrat anzuweisen ist, die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs im kantonalen Amtsblatt zu veröffentlichen. C-2997/2012 Seite 32 10. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes- gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 lit. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 lit. r des Bundes- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig und tritt mit Eröffnung in Rechtskraft. C-2997/2012 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Regierungsrats- beschluss vom 1. Mai 2012 wird aufgehoben. 2. Der Taxpunktwert für TARMED-Leistungen der Beschwerdegegnerin wird ab dem 1. Januar 2011 auf Fr. 0.82 festgesetzt. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.- werden der Beschwerdegegnerin auf- erlegt. Der von den Beschwerdeführerinnen geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.- wird ihnen zurückerstattet. 4. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführerinnen innert 30 Tagen nach Eröffnung des vorliegenden Urteils eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 9'500.- (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. 5. Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen wird angewiesen, die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs im kantonalen Amtsblatt zu veröffentlichen. 6. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin nen (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Zahladresse) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungs - schein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 2012/327; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) – die Eidgenössische Preisüberwachung (z.K.) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Susanna Gärtner C-2997/2012 Seite 34 Versand: