B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2516/2020 U r t e i l v o m 1 0 . J u n i 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichter Daniel Stufetti, Gerichtsschreiberin Karin Wagner. Parteien A._______, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerischer Bundesrat, Bundeshaus West, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Epidemiengesetz, Verordnung 2 über Massnahmen zur Be- kämpfung des Coronavirus (COVID-19) in der Fassung vom 14. Mai 2020. C-2516/2020 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Schweizerische Bundesrat gestützt auf Art. 7 des Bundesgeset- zes über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epi- demiengesetz, EpG, SR 818.101) am 16. März 2020 die Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID -19; vorlie- gend anwendbar in ihrer Fassung gemäss Änderung vom 12. Mai 2020, AS 2020 1585 [in Änderung der COVID -19-Verordnung 2 vom 13. März 2020]; in Kraft seit 14. Mai 2020, 0:00 Uhr; nachfolgend: COVID-19-Ver- ordnung 2) erlassen hat, dass A._______ (Beschwerdeführerin) gegen die Covid -19-Verordnung 2 am 14. Mai 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat mit den Anträgen, es seien die angeordneten notrechtlichen Massnah- men aufzuheben, das Epidemiegesetz sei zu überarbeiten und es sei eine Untersuchungskommission einzusetzen (Beschwerdeakten B-act. 1), dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 VGG Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, dass als Anfechtungsobjekt einer Beschwerde eine individuell -konkrete Anordnung erforderlich ist und zur Beurteilung, ob eine individuell-konkrete Anordnung vorliegt, allein der materielle Verfügungscharakter entschei- dend ist (vgl. BGE 133 II 450 E. 2.1 m.H.; BVGE 2008/17 E. 1), dass die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, gegen sie sei eine indi- viduell-konkrete Anordnung bzw. Verfügung erlassen worden, sondern sich auf allgemeine Rügen betreffend die Covid-19-Verordnung 2 sowie Appelle betreffend das Epidemiengesetz beschränkt, dass V erordnungen des Bundesrates, nicht selbstständig angefochten werden können, weil sie generell-abstrakte Regelungen enthalten, für wel- che die Verwaltungsrechtspflege im Verfahren nach VwVG bzw. VGG eine abstrakte Normenkontrolle nicht vorsieht (Urteil des BVGer C -1031/2012 vom 7. Mai 2014 E. 8.3 m.w.H.; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Mül- ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal- tungsverfahren, 2. Aufl. 2019, N 24 zu Art. 49 VwvG sowie FN 146; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Bd. X, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.14 sowie FN 47 m.w.H.), dass es sich bei der COVID-19-Verordnung 2 um eine bundesrätliche Ver- ordnung handelt, welche demzufolge beim Bundesverwaltungsgericht im C-2516/2020 Seite 3 Rahmen einer abstrakten Normenkontrolle nicht überprüft werden kann und sie aufgrund von Art. 185 Abs. 3 BV als Notverordnung, welche Mass- nahmen im Bereich der inneren und äusseren Sicherheit (z.B. Pandemien) vorsieht, auch einer akzes sorischen Normenkontrolle grundsätzlich nicht zugänglich ist (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer C-1828/2020 vom 4. Mai 2020 E. 2.3 m.w.H.; daselbst Urteil BGer 2C_1280/2020 vom 15. April 2020 E. 2), dass es nach dem Gesagten offensic htlich an einem zulässigen Anfech- tungsobjekt und an der sachlichen Zuständigkeit des Bundesverwaltungs- gerichts fehlt, weshalb unter Verzicht auf die Einholung einer Vernehmlas- sung bei der Vorinstanz (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario) und im einzel- richterlichen Verfahren auf die Beschwerde vom 14. Mai 2020 nicht einzu- treten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG), dass trotz Unterliegens der Beschwerdeführerin in Anwendung von Art. 6 Bst. a des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet wird und der Beschwerdeführerin der geleis- tete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800. - nach Eintritt der Rechts- kraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, dass der obsiegende Bundesrat als Bundesbehörde keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat (Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE) und somit keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. (Es folgt das Dispositiv) C-2516/2020 Seite 4 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.- nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde, Beilage: Formular Zahladresse) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Karin Wagner Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Fr ist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen C-2516/2020 Seite 5 Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: