<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00099</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205039&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00099</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.05.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Rechtsverweigerung / Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Familiennachzug: Wiedererwägungsgesuch Die Beschwerdeführerin ersucht wiedererwägungsweise um Nachzug ihrer Tochter. Diese ist inzwischen volljährig, weshalb von vornherein nur unter dem Aspekt von Art. 17 Abs. 2 ANAG, nicht jedoch von Art. 8 EMRK auf die Beschwerde einzutreten ist. Auf die Beschwerde ist zudem nicht einzutreten, soweit der Streitgegenstand in unzulässiger Weise erweitert wurde (E. 1). Der Möglichkeit der Wiedererwägung sind aus Rechtssicherheitsgründen Grenzen gesetzt. Die Vorinstanz wäre an sich nicht gehalten gewesen, auf das zweite Wiedererwägungsgesuch einzutreten, da dieses gleichsam als Ersatz für die versäumte Anfechtung des ersten Gesuchs diente (E. 2). Ob ein Anspruch auf materielle Behandlung eines Wiedererwägungsgesuchs besteht, bestimmt sich hier nach Art. 29 BV. Seit der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung aus dem Jahr 2002 sind keine wesentlich veränderten Umstände eingetreten, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf materielle Behandlung des Wiedererwägungsgesuchs hatte (E. 3). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFECHTUNG">ANFECHTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREUUNGSBEDÃRFTIG">BETREUUNGSBEDÃRFTIG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWEITERUNG DES STREITGEGENSTANDS">ERWEITERUNG DES STREITGEGENSTANDS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMELLE RECHTSKRAFT">FORMELLE RECHTSKRAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MATERIELLE PRÃFUNG">MATERIELLE PRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUE TATSACHE">NEUE TATSACHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STREITGEGENSTAND">STREITGEGENSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERÃNDERTE VERHÃLTNISSE">VERÃNDERTE VERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNG">WIEDERERWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 Abs. 2 ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 29 Abs. 1 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. 2 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1966, stellte 2002 ein Gesuch um Nachzug ihrer Tochter in den Kanton ZÃ¼rich. Noch im selben Jahr wurde ihr Begehren rechtskrÃ¤ftig ab­gewiesen. Am 25. MÃ¤rz 2003 ersuchte A wieder­erwÃ¤gungsweise um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r ihre Tochter. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) trat auf das Gesuch nicht ein und schrieb dieses als gegenstandslos ab, nachdem auf Aufforderung hin keine anfechtbare VerfÃ¼gung anbegehrt worden war.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 4. November 2003 verlangte A erneut wieder­erwÃ¤gungsweise die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r ihre Tochter. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wies das Gesuch am 19. November 2003 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A rekurrierte gegen "das Rechtsverweigerungsschreiben vom 19. November 2003" und liess beantragen, die angefochtene VerfÃ¼gung â unter Kosten- und Ent­schÃ¤digungsfolgen â aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, das "qualifizierte Wieder­erwÃ¤gungsgesuch vom 28.03.03 [recte: 25.03.03] ordnungsgemÃ¤ss materiell zu behandeln". Der Regierungsrat wies das Rechtsmittel am 26. Januar 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A liess am 2. MÃ¤rz 2005 Beschwerde "betreffend Rechtsverweigerung" fÃ¼hren und folgende AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>" 1. Es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Migrationsamt </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> des Kantons ZÃ¼rich anzuweisen, das qualifizierte WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 28.03.03 [recte: 25.03.03] â endlich â ordnungsgemÃ¤ss materiell zu behandeln und den nachgesuchten Familiennachzug gestÃ¼tzt auf einen Rechtsanspruch zu gewÃ¤hren.<br/> <br/> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten Beschwerdegegner."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die Staatskanzlei schloss namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend auf Beschwerdeantwort.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) gestattet die Beschwerde beim Verwaltungsgericht auf dem Gebiet der Fremdenpolizei, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Das trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung der oder die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist im Kanton ZÃ¼rich niedergelassen. GemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 Satz 3 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) haben ledige Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern, sofern sie mit ihnen zusammen wohnen. Ein all­fÃ¤lliger Rechtsanspruch auf Familiennachzug lÃ¤sst sich zudem grundsÃ¤tzlich aus Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und Art. 8 Abs. 1 der Euro­pÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ableiten. FÃ¼r ledige und minderjÃ¤hrige Kinder wird das Zusammenleben mit ihren in der Schweiz wohnhaften Eltern garantiert, sofern diese Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gen, die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (vgl. BGE 126 II 377 E. 7, 122 II 385 E. 1c). Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung ist fÃ¼r das Alter der Kinder im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ANAG auf den Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs abzustellen, wÃ¤hrend­dem bei Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV der Urteilszeitpunkt massgeblich ist (BGE 124 II 361 E. 4b; VGr, 18. August 2004, VB.2004.00194, E. 1.2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2">Die Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin wurde im Oktober 2004 volljÃ¤hrig. Es ist deshalb von vornherein nur gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der Beschwerdeantrag darf grundsÃ¤tzlich nur Begehren enthalten, Ã¼ber welche die Vorinstanz entschieden hat oder hÃ¤tte entscheiden sollen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 54 N. 4).</p> <p class="Erwgung2">Im Rekursverfahren wurde lediglich die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung be­antragt und darum ersucht, die Vorinstanz zur Behandlung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs anzuweisen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt nun zusÃ¤tzlich die Ge­wÃ¤hrung des "nachgesuchten Familiennachzug[s] gestÃ¼tzt auf einen Rechtsanspruch". Damit wurde der Streitgegenstand in unzulÃ¤ssiger Weise erweitert. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet alleine die Frage, ob die verfÃ¼gende BehÃ¶rde ihren Entscheid vom 21. Juni 2002 hÃ¤tte in Wieder­erwÃ¤gung ziehen mÃ¼ssen (vgl. dazu BGr, 4. November 2002, 2A.524/2002, E. 1 Abs. 3, www.bger.ch). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Ein WiedererwÃ¤gungsgesuch ist weder form- noch fristgebunden. Allerdings sind der MÃ¶glichkeit der WiedererwÃ¤gung aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit Grenzen gesetzt. Formell rechtskrÃ¤ftige VerfÃ¼gungen dÃ¼rfen nicht immer wieder in Frage gestellt werden. Bei verweigernden VerfÃ¼gungen ist eine WiedererwÃ¤gung unzulÃ¤ssig, wenn kurz nach dem abweisenden Entscheid erneut ein identisches Gesuch eingereicht wird (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 1831). Ein WiedererwÃ¤gungsverfahren darf sodann nicht als Ersatz fÃ¼r eine â durch FristversÃ¤umnis â verpasste BeschwerdemÃ¶glichkeit dienen. GrÃ¼nde, welche bereits im Zeitpunkt der verpassten AnfechtungsmÃ¶glichkeit im ordentlichen Beschwerdeverfahren bestanden, kÃ¶nnen somit nicht als WiedererwÃ¤gungsgrÃ¼nde vorgebracht werden (Schweizerische Asylrekurskommission, 19. April 2000, VPB 65/2000 Nr. 7 E. 3b+5b).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Beschwerdegegnerin wies mit VerfÃ¼gung vom 21. Juni 2002 das Nachzugsgesuch fÃ¼r die Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin ab. Diese VerfÃ¼gung erlangte Rechtskraft. Mit Schreiben vom 25. MÃ¤rz 2003 liessen die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihre Tochter erstmals ein WiedererwÃ¤gungsgesuch stellen. Die Beschwerdegegnerin trat auf das Gesuch mangels neuer erheblicher Tatsachen nicht ein und setzte dem Vertreter Frist an, um einen "rekursfÃ¤higen negativen Entscheid" zu verlangen, ansonsten das Begehren als gegenstandslos abgeschrieben wÃ¼rde. Nachdem weder eine anfechtbare VerfÃ¼gung verlangt noch das Schreiben vom 28. MÃ¤rz 2003 angefochten worden war, erledigte die Beschwerdegegnerin das Gesuch am 8. Mai 2003 androhungsgemÃ¤ss. Die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihre Tochter liessen am 4. November 2003 ein zweites Wieder­erwÃ¤gungsgesuch stellen. Darin wurden im Wesentlichen dieselben "neuen Tatsachen" geltend gemacht wie bereits im Gesuch vom 25. MÃ¤rz 2003, insbesondere die Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Grosseltern, welche die Tochter betreuen.</p> <p class="Urteilstext">Das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 28. MÃ¤rz 2003 stellte materiell eine Ver­fÃ¼gung dar, unabhÃ¤ngig von der fehlenden Bezeichnung als solche (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 854 ff., 885; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 5). Die BeschwerdefÃ¼hrerin â bzw. ihr als rechtskundig geltender Vertreter â unterliess es, diese VerfÃ¼gung anzufechten. Stattdessen wurde mehrere Monate spÃ¤ter erneut ein inhaltlich in etwa gleich lautendes Wieder­erwÃ¤gungsgesuch gestellt, das gleichsam als Ersatz fÃ¼r die versÃ¤umte Anfechtung diente. Das zweite WiedererwÃ¤gungs­gesuch war somit unzulÃ¤ssig (oben 2.1). Die Vorinstanz wÃ¤re deshalb an sich nicht verpflichtet gewesen, auf den Rekurs einzutreten. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die um WiedererwÃ¤gung gebetene BehÃ¶rde ist grundsÃ¤tzlich nicht gehalten, sich mit dem WiedererwÃ¤gungsgesuch zu befassen, da dieses als blosser Rechtsbehelf keinen Anspruch auf PrÃ¼fung und Beurteilung vermittelt, es sei denn, die Pflicht zur Behandlung sei gesetzlich vorgesehen oder ergebe sich aus einer stÃ¤ndigen Verwaltungspraxis (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 1832; BGE 120 Ib 42 E. 2b, 100 Ib 368 E. 3a). Eine kantonale BehÃ¶rde muss sich mit einem Wieder­erwÃ¤gungsgesuch fÃ¶rmlich befassen, wenn das kantonale Recht dies vorsieht und die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind; darÃ¼ber hinaus sind die unmittelbar aus der Bundesverfassung abgeleiteten GrundsÃ¤tze massgebend (BGr, 4. November 2002, 2A.524/2002, E. 2, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2">Im Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich ist das Verfahren der Wieder­erwÃ¤gung nicht geregelt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 86a-86d N. 8). Es sind somit die von Rechtsprechung und Lehre aus dem Verbot der formellen Rechtsverweigerung und dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV) er­arbeiteten Fallgruppen zu beachten, wonach ausnahmsweise ein Anspruch auf Wieder­erwÃ¤gung besteht. Dies ist unter anderem â und hier einzig relevant â dann der Fall, wenn die UmstÃ¤nde sich seit dem ersten Entscheid wesentlich geÃ¤ndert haben (BGE 124 II 1 E. 3a; BGr, 4. November 2002, 2A.524/2002, E. 2, www.bger.ch). Worin die von der BeschwerdefÃ¼hrerin unsubstantiiert gerÃ¼gte Verletzung von Art. 8 und 9 BV liegen soll, ist nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachten neuen UmstÃ¤nde beschrÃ¤nken sich im Wesentlichen auf den behaupteten schlechten Gesundheitszustand der Grosseltern, welche die Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin bisher betreuten. Die weiteren, im Rekursverfahren vorgebrachten UmstÃ¤nde sind tatsachen- und aktenwidrig, wie die Vor­instanz zu Recht feststellte. Auf ihre zutreffenden AusfÃ¼hrungen ist zu verweisen (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG; act. 4 E. 7a+4d; vgl. zudem act. 8/4, 8/4/5, 8/23/5-7, 8/25/6-8).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin erklÃ¤rte bereits am 7. Juni 2002, ihre Eltern hÃ¤tten gesund­heitliche Schwierigkeiten, die Mutter sei krank, der Vater habe wegen schwerer RÃ¼ckenprobleme seine Arbeit aufgeben mÃ¼ssen. Im damaligen Rekursverfahren liess sie ausfÃ¼hren, sie seien beide krank und pflegebedÃ¼rftig. Die Eltern der BeschwerdefÃ¼hrerin gaben an, aus gesundheit­lichen GrÃ¼nden nicht in der Lage zu sein, ihre Enkelin zu betreuen. Eine AllgemeinÃ¤rztin attestierte den Grosseltern am 30. August 2002 einen "schweren Gesundheitszustand im Sinne von chronischen Schmerzen und Verschlechterung des Lendenkreuzsyndroms, erschwertem Gehen und fortschreitenden Schmerzen", weshalb sie sich nicht mehr angemessen um ihre Enkelin kÃ¼mmern kÃ¶nnten. Die Rechtsmittel gegen die VerfÃ¼gung der Beschwerde­gegnerin vom 21. Juni 2002 wurden abgewiesen. </p> <p class="Urteilstext">Im WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 25. MÃ¤rz 2003 liess die BeschwerdefÃ¼hrerin behaupten, der Gesundheitszustand der Grosseltern habe sich derart verschlechtert, dass sie nicht mehr in der Lage seien, "ihrer Enkelin im Teenageralter angemessene Betreuung und Erziehung angedeihen zu lassen". Es wurde einerseits erneut das Ã¤rztliche Attest vom 30. August 2002 eingereicht, andererseits eine Ã¤rztliche Bescheinigung vom 15. Februar 2003, worin dieselbe Ãrztin bei den Grosseltern diverse RÃ¼ckenbeschwerden feststellte, unter anderem Lumbalsyndrom, Spondylose, einen Bandscheibenschaden und Verbiegung der WirbelsÃ¤ule nach rechts. Die Symptome verschlechterten sich gemÃ¤ss Bescheinigung trotz Therapie. Die beiden untersuchten Personen seien nicht in der Lage, fÃ¼r ihre Enkelin angemessen zu sorgen (vgl. zudem die entsprechenden medizinischen Stichworte in Pschyrembel â Klinisches WÃ¶rterbuch, 258. A., Berlin/New York 1998). Die BeschwerdefÃ¼hrerin liess im WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 4. November 2003 unter Beilage der Ã¤rztlichen Atteste vom 30. August 2002 und 15. Februar 2003 ausfÃ¼hren, der Gesundheitszustand der Grosseltern habe sich weiter verschlechtert und sie seien "Ã¼berhaupt nicht mehr" in der Lage, "ihrer Enkelin im Teenageralter die angemessene Betreuung und Erziehung angedeihen zu lassen".</p> <p class="Urteilstext">Nachdem die erste VerfÃ¼gung aus dem Jahr 2002 in Rechtskraft erwachsen war, ergaben sich nach dem Gesagten keine wesentlich verÃ¤nderten UmstÃ¤nde: Die neu eingereichte Ã¤rztliche Bescheinigung vom 15. Februar 2003 spezifizierte lediglich die bereits vorher geltend gemachten und im Attest vom 30. August 2002 beschriebenen RÃ¼ckenbeschwerden der Grosseltern. Selbst eine allfÃ¤llige Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Grosseltern wÃ¼rde nicht zu einer wesentlichen Ãnderung der UmstÃ¤nde fÃ¼hren, zumal die Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem Alter keiner intensiven Betreuung mehr bedarf. Eine besondere BetreuungsbedÃ¼rftigkeit der Tochter wird jedenfalls weder behauptet noch dar­getan. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hatte deshalb unter dem Gesichtspunkt von Art. 29 Abs. 1 und 2 BV keinen Anspruch auf materielle Behandlung der WiedererwÃ¤gungs­gesuche. Der vorinstanzliche Entscheid ist folglich nicht zu beanstanden und die Beschwerde im Ãbrigen abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen und besteht kein Anspruch auf ParteientschÃ¤digung (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG, § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an: â¦â¦â¦â¦<br/> <br/> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>