B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-367/2013 U r t e i l v o m 3 1 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter François Badoud; Gerichtsschreiberin Christa Grünig. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. Januar 2013 / N_______. D-367/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der eigenen Angaben zufolge aus B._______, stammende B e- schwerdeführer im Februar (…) sein Heimatland verliess und via C._______ und D._______ in den E._______ gelangte, von wo aus er am (…) illegal in die Schweiz einreiste und am selben Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuchte, dass der Beschwerdeführe r am (…) im EVZ F._______ summarisch be- fragt (Befragung zur Person [BzP]), und vom BFM am (…) im Rahmen von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu seinen Asylgründen angehört wurde, dass er anlässlich der Befragungen als Grund, weshalb er in der Schweiz um Asyl nachsuche, im Wesentlichen geltend machte, er habe als Adop- tivkind Probleme erfahren, da er von der Familie seiner Adoptiveltern nach deren Tod nicht akzeptiert und ausgeschlossen worden sei, dass es in seinem Dorf einen Landstreit gegeben habe, welcher von den lokalen Gerichten zu Ungunsten von ihm sowie den übrigen Dorf bewoh- nern entschieden worden sei, und nach dem Gerichtsurteil die Bewohner des siegreichen Nachbardorfs ihn und die übrigen Bewohner vertrieben hätten, wobei es zu Kämpfen gekommen sei, dass er bei diesen Kämpfen von einer Person am Bein verletzt worden sei, er dieser Person deswegen den Tod gewünscht und ihr damit auch gedroht habe, dass in der Folge diese Person tatsächlich gestorben sei, wobei de ren Angehörige ihm die Schuld am Tod gegeben und ihn deswegen verfolgt hätten, dass die nigerianische Polizei ihn deswegen auch verfolgt habe und ihn immer noch suche, dass er aus genannten Gründen Nigeria im Jahr (…) verlassen und (…) Jahre im E._______ gelebt habe, dass der Beschwerdeführer keine Reise- oder Identitätspapiere abgab, dass das BFM mit Verfügung vo m 11. Januar 2013 – eröffnet am 15. Ja- nuar 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asy l-D-367/2013 Seite 3 gesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung dieses Entscheids im Wesentlichen au s- führte, den Schilderungen des Beschwerdeführers, wonach er nie über gültige Dokumente verfügt haben soll und sich solche nicht beschafft ha- be, da er ziemlich spontan Nigeria verlassen habe und danach mit fre m- den Papieren und mit Hilfe einer Person, der er nahezu nichts habe b e- zahlen müssen, auf dem Luftweg in die Schweiz gelangt sei, kein Glaube geschenkt werden könne, dass auszuschliessen sei, dass der Beschwerdeführer mit fremden Identi- tätsdokumenten und ohne finanzielle Gegenleistung die Reise bis in di e Schweiz unternommen habe und in G._______ mit diesen Dokumenten problemlos die Kontrollen am Flughafen habe passieren können, dass somit feststehe, dass er nicht bereit sei, seine Identität vorzulegen , und vielmehr versuche, diese zu verschleiern, um eine allfällige Wegwei- sung in seinen Heimatstaat zu erschweren oder zu verunmöglichen und dabei seine gesetzliche Mitwirkungspflicht verletze, dass weiter k eine entschuldbaren Gründe vorlä gen, die es dem B e- schwerdeführer verunmöglich ten, sich Reise - oder Iden titätsdokumente zu beschaffen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, da weder der Umstand, dass er ein Adoptivkind sei und deshalb gewisse Nachteile gegenüber den Blutsverwandten seiner Adoptiveltern erlitten haben wolle, noch die Landstreitigkeiten, welche vom lokalen Gericht entschieden worden seien, asylbeachtlich seien, dass es weiter dem Gesuchsteller auf alle Fälle möglich und zumutbar gewesen wäre, sich in einem anderen Teil von Nigeria niederzulassen, ohne sofort die Au sreise aus seinem Heimatland in Betracht zu ziehen , und er angegeben habe, auf der Suche nach besseren Lebensbedingu n- gen zu sein, weshalb er Nigeria verlassen habe, dass weder die in Nigeria herrschende politische Situation, noch andere Gründe gegen die Zu mutbarkeit einer Rückkehr nach Nigeria sprechen würden, D-367/2013 Seite 4 dass es ferner auch keine individuellen Gründe gebe, die sich gegen die Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland stellen würden, z u- mal er ein Mann mittleren Alter ohne gesundheitlich relevante Probleme sei und über Schulbildung verfüge, dass er sich zudem jahrelang im E._______ aufgehalten habe, wo er für sich selber aufgekommen sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Januar 2013 in franzö- sischer Sprache gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, auf seine Beschwerde sei ei n- zutreten, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, auf sein Asylgesuch sei einzutreten und die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen, dass weiter festzustellen sei , dass der Vollzug der Wegweisung nicht zu- mutbar sei, und die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, dass in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass die vorinstanzlichen Akten am 25. Januar 2013 beim Bundesverwal- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e-D-367/2013 Seite 5 rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass im Beschwerdeverfahren grundsätzlich die Sprache des angefoc h- tenen Entscheids massgebend ist (Art. 33a Abs. 2 VwVG), dass vorliegend die Verfügung des BFM vom 11. Januar 2013 in deu t- scher Sprache erging und somit das Beschwerdeverfahren ebenfalls in deutscher Sprache geführt wird, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die V orinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nicht ein- tretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), D-367/2013 Seite 6 dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufg e- zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- und Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asyls u- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüch t- lingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Vollzugshinderni s- ses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass für den Inhalt der Beschwerdeschrift auf die Akten zu verweisen ist, dass der Beschwerdeführer keine Reise- oder Identitätspapiere innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs vorlegte und diese Unterlassung überdies unbestritten ist, womit die Grundvoraussetzung für die Anwendbarkeit des Nichteintretenstatbestandes von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 S. 69 f.), dass auch keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von D o- kumenten zu bejahen sind, dass die Erklärungen des Beschwerdeführers, er habe nie einen Reis e- pass oder ein Identitätspapier besessen und sei mit fremden Identitätsdo- kumenten in die Schweiz gereist , angesichts der strengen Kontrollen an EU- und Schengen-Aussengrenzen als sehr unw ahrscheinlich und reali- tätswidrig anmuten, D-367/2013 Seite 7 dass überdies der langjährige Aufenth alt des Beschwerdeführers im E._______ sowie sein Reiseweg, welcher gemäss eigenen Angaben über mehrere Staaten führte , ohne eigene und echte Identitätsp apiere kaum zu bestreiten gewesen sein dürfte, dass unglaubhaft ist, dass der Beschwerdeführer für seine Reise vom E._______ in die Schweiz seinem Helfer, welcher ihm den Pass einer fremden Person besorgt habe, fast nichts habe bezahlen müssen und ihn dieser Helfer auf dem Luft weg bis über die Passkontrollen in G._______ begleitet habe, dass seine Angaben zum Reiseverlauf zudem substanzlos und vage aus- fallen, dass sich die Ausführungen des Beschwerdeführers bezüglich Fehlens von Identitätspapieren – wie die Vorinstanz im angefoc htenen Entscheid zu Recht erkannte – als realitätswidrig erweisen und dieser Umstand in der Tat als Hinweis dafür zu werten ist, dass er dadurch den schweizer i- schen Asylbehörden seine tatsächliche Identität zu verheimlichen ve r- sucht, dass der Beschwerdeführer der im Empfangszentrum ergangenen schrift- lichen Aufforderung vom 13. September 2012 (vgl. act. A3/1 ) zur Papie r- beschaffung innert 48 Stunden – mit Nachdruck erneuert anlässlich der BzP vom 27. September 2012 (vgl. act. A4/9 ) und der direkt en Anhörung vom 8. Januar 2013 (vgl. act. A10/10) – nicht nachkam und als Grund an- gab, Nigeria ziemlich spontan verlassen zu haben, weshalb er keine Zeit gehabt habe, sich Dokumente zu beschaffen (vgl. act. A10/10 S. 4), dass entschuldbare Gründe im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG für das Nichteinreichen von Reise - oder Identitätspapieren unter anderem voraussetzen, dass umgehende und ernsthafte Bemühungen zur Be - schaffung der Papiere unternommen werden und die Angaben zum Rei - seweg und zum Verbleib d er Dokumente glaubhaft sind (vgl. BVGE 2010/2 E. 6 und 7 S. 28 ff.), dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe im Wesentl i- chen ausführte, dass er gar nicht wi sse, an wen er sich wenden könn e, um seine Identität zu belegen, da er nie über Iden titätspapiere verfügt habe, was in Nigeria durchaus vorkommen könne , und er nie zuvor g e- reist sei, weshalb er auch nie Identitätspapiere benötigt habe, D-367/2013 Seite 8 dass er zudem in Nigeria über kein soziales Netz verfüge, welches ihm diese Dokumente schicken könnte, dass das Verhalten des Beschwerdeführers nicht darauf schliessen lässt, er habe sich umgehend und ernsthaft um die Beschaffung seiner Reise - oder Identitätspapiere bemüht, dass er den zuständigen Behörden bis heute kein amtliches Ausweisdo - kument abgegeben hat, dass die diesbezüglichen Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe eine substantiierte Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Verfügung vermissen lassen und nicht geeignet sind, die Erwägungen des BFM in Zweifel zu ziehen, dass die Vorinstanz das Vor liegen entschuldbarer Gründe, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylges uches Identitätsdokumente einzureichen, zutreffend und mit hinreichender Begründung verneint hat, dass demnach zu prüfen bleibt, ob das BFM zu Recht davon ausgega n- gen ist, die Flüchtlingseigenschaft sei nicht gegeben und es bestehe au f- grund der Anhörung keine Notwendigkeit zur Vornahme von weiteren A b- klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg- weisungsvollzugshindernisses, dass das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der Akten die Ansicht der Vorinstanz teilt, wonach die V orbringen des Beschwerdeführers b e- züglich der Landstreitigkeiten und der als Adoptivkind angeblich erlittenen Nachteile nicht relevant im Sinne von Art. 3 AsylG sind, dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die diesbezüglichen vor- instanzlichen Erwägungen zu verweisen ist, dass der Beschwerdeführer anlässlich der BzP vorbrachte, dass die F a- milie der verstorbenen Person ihm die Schuld an deren Tod gebe, die Po- lizei eingeschaltet habe und man ihn ausserdem mehrfach versucht habe zu vergiften, dass er in seiner Rechtsmitteleingabe geltend macht, von der korrupten und menschenrechtsverletzenden nigerianischen Polizei wegen Mordes D-367/2013 Seite 9 verfolgt und gesucht zu werden und er grosse Angst habe, dass ihm bei einer Rückkehr nach Nigeria Vergeltung drohen werde, dass er jedoch an der Anhörung ausführte, es bestehe kein Haftbefehl gegen ihn und die Angehörigen des Verstorbenen , welche ihn nach wie vor suchen würden, lediglich versucht hätten, die Polizei einzuschalten (vgl. act. A10/10 S. 6), dass insgesamt die Vorbringen bezüglich der angeblichen Verfolgung durch die Polizei und die Angehörigen des Verstorbenen zu vage sowie nicht ansatzweise substantiiert ausgefallen sind und ausserdem als teil- weise nachgeschoben und mithin als unglaubhaft einzustufen sind, dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG und – wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der Wegwei- sung ergibt – das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen offe n- kundig erscheinen, dass somit keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG notwendig sind, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme vo n Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), D-367/2013 Seite 10 dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenigs- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegw eisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment im vorliegend en Verfahren keine Anwendung findet und keine A n- haltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmensc h- liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ers ichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Nigeria droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), D-367/2013 Seite 11 dass in Nigeria keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, weshalb der Wegweisungsvollzug dorthin nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen ist, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vorbrachte, dass er gelegentlich (Angabe der Krankheit) leide und es ihm körperlich nicht so gut gegangen sei, jedoch sich sein gesundheitlicher Zustand mittlerweile verbessert habe, dass diesbezüglich darauf hinzuweisen ist, dass aufgrund gesundheitl i- cher Probleme nur dann auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische B e- handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht u nd die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährlichen Beeinträchtigung des Gesun d- heitszustands der betroffenen Person führt und Unzumutbarkeit jedenfalls dann noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizeri- schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2, EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b), dass vorliegend nicht auf eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne der dargestellten Rechtsprechung geschlossen werden kann, da die gemachten Äusserungen übe r die Gesundheit in keiner Weise su b- stantiiert dargelegt wurden und aus den Akten weiter nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer an einem relevanten gesundheitlichen Pro b- lem im Sinne obiger Ausführungen leiden soll, dass der heute (…)-jährige Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge die Primarschule besuchte, neben seiner Muttersprache über Franz ö- sisch- und Englischkenntnisse verfügt, seinen Lebensunterhalt mit ve r- schiedenen Gelegenheitsarbeiten bestritt und sich selbständig durch L e- sen von Büchern beispielsweise im Bereich (…) weiterbildete (vgl. act. A10/10 S. 2; act. A1/2), dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vorbrachte, in Nig e- ria über Freunde zu verfügen, weshalb davon auszugehen ist, dass er über ein soziales Beziehungsnetz verfügt, welches ihn bei einer Rückkehr gegebenenfalls unterstützen kann, dass es dem Beschwerdeführer gelang, sich im E._______ über mindes- tens (…) Jahre selbständig durchzuschlagen, D-367/2013 Seite 12 dass somit weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Grün- de auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorlie- gend zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den He i- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-367/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Christa Grünig Versand: