Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Juni 2021 (720 18 270 / 166) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Keine zwingenden Gründe, um von der Einschätzung des Gerichtsgutachters abzuwei- chen. Rückweisung der Angelegenheit zur Festsetzung der Rentenleistungen auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50%. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch C hristl Schaefer, Advoka- tin, Baselstrasse 11, Postfach 722, 4125 Riehen 1 gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1979 geborene A.____ meldete sich am 9. Oktober 2014 (Eingang) unter Hinweis auf eine Depression, Erschöpfung, Schlafstörungen sowie Appetitlosigkeit bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nac h Abklärung der gesundheitli- chen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) den Anspruch auf eine Inva- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lidenrente mit Verfügung vom 22. Juni 2018 mit der B egründung ab, dass keine Invalidität vor- liege. B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertr eten durch Monica Armesto, Advo- katin, am 24. August 2018 Beschwerde beim Kantonsgerich t Basel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Verfügung der Beschwerdegeg- nerin vom 22. Juni 2018 sei aufzuheben und die Beschwerd egegnerin zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab 1. Juli 2015 eine ganze Invalidenrente na ch Massagabe eines Invaliditätsgrades von 100% auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begr ündung machte er im Wesentlichen geltend, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei auf das von der Beschwerdegegnerin bei Dr. med. B.____ FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eing eholte Gutachten vom 11. Oktober 2016 abzustellen, wonach seit Juli 2014 eine Arbeitsunfäh igkeit von 100% für jegliche Tätigkei- ten ausgewiesen werde. Die Invaliditätsbemessung habe auf dieser Basis zu erfolgen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. November 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 12. Dezember 2018 hielt der Beschwerde führer an seinen Anträgen fest. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er zud em die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung. Er begründete diesen Antrag mit den in der Vernehmlassung vorgebrachten neuen Tatsachen und Vorwürfe. In ihrer Duplik vom 10. Januar 2019 hielt auch die IV-Stelle an ihrem Standpunkt fest. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 28. März 2019 g elangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Ang elegenheit gestützt auf die vorhan- denen medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht b eschloss deshalb, den Fall auszu- stellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten einzuholen. F. Mit Schreiben vom 16. Mai 2019 beauftragte das Kan tonsgericht PD Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung ein es psychiatrischen Gutachtens, welches am 26. September 2019 erstattet wurde. Die Pa rteien erhielten in der Folge Gelegen- heit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Mit Stellungnahme vom 6. No- vember 2019 hielt die IV-Stelle unter Hinweis auf ein e Stellungnahme ihres regionalen ärztli- chen Dienstes (RAD) fest, dass nicht auf das Gerichtsgutac hten abgestellt werden könne. Der Beschwerdeführer beantragte demgegenüber mit Eingabe vom 9. Dezember 2019, dass grund- sätzlich auf das Gutachten abzustellen und ihm ab Juli 2015 eine ganze Invalidenrente auszu- richten sei. Als nicht nachvollziehbar erachtete er die prognostischen Einschätzungen des Gut- achters zur Arbeitsfähigkeit, wobei er diesbezüglich die Unterbreitung einer Zusatzfrage an den Gutachter beantragte. G. Mit Schreiben vom 27. Dezember 2019 teilte Advokati n Armesto dem Kantonsgericht mit, dass der Beschwerdeführer neu durch ihre Kollegin, Christl Schaefer-Lötscher, Advokatin, vertreten werde und ihr Mandat hiermit beendet sei. M it Eingabe vom 28. Januar 2020 zeigte Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Advokatin Schaefer-Lötscher dem Kantonsgericht an, dass der Beschwerdeführer sie mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt habe. Gleichzeitig orientierte sie das Gericht unter Bei- bringung entsprechender Berichte über eine beim Besch werdeführer anstehende Sprungge- lenksoperation. H. Mit Eingaben vom 4. März, 19. März und 16. April 2 020 legte der Beschwerdeführer weitere Berichte und Arbeitsunfähigkeitszeugnisse betre ffend seine somatische Situation ins Recht. I. Anlässlich seiner Urteilsberatung vom 14. Mai 2020 k am das Kantonsgericht zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Angeleg enheit noch immer nicht möglich sei, weil hinsichtlich der gutachterlich attestierten Arbe itsunfähigkeit vereinzelte Unklarheiten im Raum stünden, deren Klärung zur Erfüllung der bundesge richtlichen Kriterien an ein schlüssi- ges Gerichtsgutachten angezeigt sei. Das Kantonsgericht beschloss daher, den Fall erneut auszustellen und dem Gutachter ergänzende Nachfragen zu unterbreiten. Diese Stellungnahme erging am 23. September 2020. J. Mit Schreiben vom 17. August 2020 legte der Beschwerd eführer einen aktuellen Be- richt seines behandelnden Psychiaters vom 13. August 2020 vor . In derselben Eingabe legte er abermals Berichte betreffend seine somatische Situation ins Recht. K. Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom 22. Oktob er 2020 an seinem Antrag auf Ausrichtung einer vollen Invalidenrente auf der Grundl age einer Arbeitsunfähigkeit von 100% vollumfänglich fest. Mit Eingabe vom 27. Oktober 2020 teilte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine weitere Stellungnahme des RAD vom 12. Oktober 2020 mit, dass sie nach wie vor an ihrem Abweisungsantrag festhalte. L. Mit Eingabe vom 14. Juni 2021 orientierte der Besch werdeführer das Kantonsgericht abermals über seinen aktuellen Gesundheitszustand und dokumentierte diesen mit entspre- chenden Berichten. Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwend ig − in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich e rreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gel ingt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 4. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So führte da s Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von de n Einschätzungen des medizini- schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gut achten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ei ngeholt wurden und den Anforderun- gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insb esondere einem von ihm eingehol- ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, sol ange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 4 65 E. 4). Schliesslich lässt es die Na- tur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administra- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundes- gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hin weisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in de- nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, wei l beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende − Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle gelangte in der angefochtenen Verf ügung vom 22. Juni 2018 zum Schluss, dass bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes nicht auf das anlässlich des Verwaltungsverfahrens von ihr eingeholte Gutachten von Dr. B.____ vom 11. Oktober 2016 abgestellt werden könne. Sie ging vielmehr gestützt auf die Beurteilung des RAD, insbesondere auf den Bericht von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie un d Psychotherapie, vom 11. April 2018 von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% aus und verneinte mangels Invalidität einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Wie oben ausgeführt (E. 5.3 hie rvor) ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin nen und -ärzte, welche aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach E insicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Parteiver- handlung vom 28. März 2019 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass der IV-Stelle dahingehend beizupflichten sei, dass dem Gutachten von Dr . B.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Anlass, an den entsprechenden Schlu ssfolgerungen des Gutachtens zu zweifeln, gab insbesondere der Umstand, dass der Gutachter lediglich einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung mit psychoneurotischen und ängstlichen Zügen (ICD-10 F60.8) diagnos- tiziert hatte, im Widerspruch dazu aber implizit davon ausgegangen war, dass dieser Diagnose bei der Begründung der vollständigen Arbeitsunfähigke it massgebende Bedeutung zukomme. Dabei fiel ins Gewicht, dass sich die für eine Persönlichk eitsstörung vorausgesetzten Kardinal- kriterien gestützt auf die kurz gehaltenen gutachterliche n Ausführungen nicht rechtsgenüglich nachweisen liessen. Das Gutachten liess jedoch auch eine vertiefte Exploration in Bezug auf das Vorliegen diagnoseinhärenter Merkmale im späten Kin desalter oder in der Adoleszenz vermissen. So hätten die Aussagen, wonach der Explorand einige Zeit schulische Schwierigkei- ten gehabt hätte oder nicht ganz klar sei, ob Umstruktur ierungsmassnahmen als Grund für den wiederholten Stellenverlust in Betracht kommen würden , durch weitere Informationsquellen er- gänzt und vertieft werden müssen. Dies umso mehr, als der Gutachter für das zweifelsfreie Vor- liegen dieser Diagnose weitere fremdanamnestische Angaben selbst als sinnvoll erachtet hatte. Unter diesen Umständen war der gutachterliche Schluss auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100% nicht nachvollziehbar und in Zweifel zu ziehen. Nach Auffa ssung des Gerichts vermochten in- dessen auch die versicherungsinternen Beurteilungen kein e verlässliche Entscheidungsgrund- lage zu bilden. Dabei liess allein schon die auf einer r einen Aktenbeurteilung gründende Fest- stellung, die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei vorliegend ausgeschlossen, weil es dem Versicherten möglich gewesen sei, bei zwei Arbeitgebern ein rentenausschliessendes Einkom- men zu erzielen, erhebliche Zweifel an diesen Berichten laut werden, nachdem der Einstieg ins Berufsleben und die Arbeitstätigkeit für eine gewisse Dauer der Diagnose einer Persönlichkeits- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht störung bekanntermassen nicht entgegensteht. Hinzu kam, d ass die fehlende Beeinträchtigung der Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen mit dem nach alte r Rechtsprechung massgebenden Kriterium der Therapieresistenz und einem marginalen Hinweis auf das aus der Aktenlage er- sichtliche Funktionsniveau begründet worden war. Nachdem sich dementsprechend mit Be- schluss des Kantonsgerichts vom 28. März 2019 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr das gericht liche Gutachten von PD Dr. C.____ vom 26. September 2019 im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 6.2 In seinem Gutachten vom 26. September 2019 diagnost iziert PD Dr. C.____ mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte selbstunsic here und abhängige Persönlichkeitszü- ge (ICD-10 Z73.1), Differentialdiagnose (DD): kombin ierte Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61) mit selbstunsicheren und abhängigen Anteilen sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01). Hinsichtlich der innerpsychischen Struktu r sei festzustellen, dass der Explo- rand aufgrund der Ausgangsbedingungen im Familiensystem eine teilweise erhebliche Depriva- tion erlebt habe, die ihm nicht die Entwicklung eines ausreichend stabilen Narzissmus bzw. Selbstwerts ermöglicht hätte, um mit den Anforderung en und Belastungen des späteren Er- wachsenenlebens adäquat umzugehen. Während seiner Schul bildung habe sich der Explorand ausgegrenzt und nicht willkommen gefühlt und sei regelmässig gemobbt worden. Der Explorand habe sich in solchen Situationen nicht impulsiv verhalten , sondern beschreibe sich als einen ruhigen, unauffälligen Schüler. In diesen frühen Leb ensabschnitten seien keinerlei Hinweise für emotional instabile Persönlichkeitsanteile oder anderwei tig störende Persönlichkeitsauffälligkei- ten auszumachen. Zur Berufsanamnese sei festzuhalten, da ss der Explorand im Grunde nie längerdauernde Anstellungen innegehabt habe. Aufgrun d der subjektiven Angaben des Explo- randen zu diesen Arbeitsstellen könne nicht behauptet werden, dass er sich in wiederholte Kon- flikte mit Vorgesetzten, Mitarbeitern oder Kunden beg eben habe. Es gebe keine einzige Ar- beitsstelle, die von ihm vorzeitig verlassen worden sei. Hingegen sei es mehrmals zu Kündi- gungen vonseiten des Arbeitgebers gekommen, wobei einzig auffalle, dass der Explorand von Vorgesetzten gemobbt und nicht gemocht worden sei. Ein relevanter Beitrag für die Kündigun- gen seitens des Exploranden habe nicht nachgewiesen we rden können. Hervorzuheben sei jedoch, dass die Schilderungen des Exploranden in der hiesigen Begutachtung wenig Auf- schluss über die Qualität seiner Beziehungen zu anderen Menschen gegeben hätten, wie auch durch seinen Behandler pract. med. E.____ telefonisch b estätigt worden sei. Es stelle sich da- her die Frage, ob er überhaupt in der Lage habe sein können, bestehende Konflikte, zu denen auch er beigetragen haben könnte, zu erkennen und zu reflektieren. Dies sei auffällig und könn- te dafür sprechen, dass die Persönlichkeitspathologie ni cht unerheblich sei. Es fehle jedoch die Möglichkeit, fremdanamnestische Angaben einzuholen, welche hier häufig weiterhelfen würden. Die Mutter des Exploranden sei durch die Folgen eines Cerebrovaskulären Insultes (CVI) schwer beeinträchtigt, der Vater lebe in Thailand und die Schwester lebe in den USA. Auch sei der Ex- plorand letztmals 2014 im ersten Arbeitsmarkt tätig gewe sen. Die Kardinalkriterien für eine Per- sönlichkeitsstörung, wonach ab verhältnismässig frühem Alte r zentrale Bereiche der privaten, sozialen und beruflichen Anamnese nachhaltig und relevan t tangiert seien, seien bei diesem Exploranden nicht erfüllt, wenn die zur Verfügung ste henden Informationen zur Hand genom- men würden und ausser Acht gelassen würde, das fremdan amnestische Angaben mangels Informationsquellen fehlen. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass sich hinter den unverbindli- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen, nach aussen hin wenig anmutenden und insgesamt we nig fassbaren Beziehungsschilde- rungen eine Pathologie in der Beziehungsgestaltung u nd Konfliktverarbeitung verberge, die einer Persönlichkeitsstörung zugordnet werden müsste. Akze ntuierte Persönlichkeitszüge wür- den sich von Persönlichkeitsstörungen dadurch unterscheiden , dass die Konfliktbewältigungs- strategien ausgereifter seien. Dies würde erklären, we shalb es dem Exploranden möglich ge- wesen sei, trotz der Belastung durch die schwere Erkranku ng seiner Mutter und trotz seines hohen Engagements als Tänzer, während vielen Jahren im ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein. Dass der Explorand 2014 an einer Arbeitsstelle, an welc her er erstmals in seiner Berufsanam- nese überhaupt mit erheblichem Druck konfrontiert worde n sei, mit einer Exazerbation relevan- ter psychischer Beschwerden reagiert habe, untermauere, dass die innerpsychischen Abwehr- mechanismen nicht solide sein könnten. Dies zeige auch ein e rneuter Blick auf die Schul- und Berufsanamnese. Die innerpsychische Struktur sei daher mi ndestens akzentuierten Persönlich- keitszügen zuzuordnen. Der Explorand erfülle zumindest au ch einzelne diagnostische Kriterien sowohl für eine selbstunsichere als auch für eine abhängige Persönlichkeitsstörung. Grundsätz- lich würden akzentuierte Persönlichkeitszüge aus versicherung spsychiatrischer Sicht nicht als invalidisierend gelten. Unter ungünstigen Umständen könn ten diese durchaus zur Entwicklung klinisch manifester Beschwerdeformationen führen, was sich beim Exploranden hauptsächlich durch eine klinisch manifeste Angstsymptomatik präsentiere. Diese Angstsymptomatik, die beim Exploranden als Panikstörung und Agoraphobie vorliege, könne vorübergehend ein erhebliches Ausmass annehmen und somit auch zu erheblichen Beeinträch tigungen in den qualitativen Funktionsfähigkeiten führen. Offenbar sei die durch di ese Angststörung induzierte innerpsychi- sche Not des Exploranden im Juli 2014 derart stark gewesen , dass er nicht mehr in der Lage gewesen sei, seiner Arbeit bei der X.____ AG nachzugehen . Er habe sich sodann noch im sel- ben Monat in eine erste ambulante psychiatrische Behandl ung begeben, wo gemäss den Vorakten keine korrekte Psychodiagnostik erfolgt sei und som it keine störungsspezifische adä- quate Psychotherapie habe erfolgen können. In den bisherigen Tätigkeiten bestehe aktuell mindesten s eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Der Explorand sei seit fünf Jahren nicht mehr im ersten Arbe itsmarkt tätig gewesen, so dass eine nicht unerhebliche Konditionierung eingetreten sei. Er benötige also eine ausreichend lange Einarbeitungsphase von möglicherweise sechs bis zwölf Monaten, um sich an den Arbeitsmarkt zu gewöhnen und die aktuell bestehende Arbeitsfähigkei t von 50% zu konsolidieren. Danach sollte von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 80% a usgegangen werden. Nachdem der Ex- plorand schon fünf Jahre nicht mehr im ersten Arbeitsmar kt tätig gewesen sei, benötige er eine ausreichend lange Einarbeitungsphase von möglicherweise sechs bis neun Monaten. Eine sol- che berufliche Massnahme werde aber erst dann sinnvoll g estaltet und erfolgsversprechend umgesetzt werden können, wenn der Explorand eine inte nsivierte Psychotherapie durchlaufen habe. Die veranschlagte Arbeitsunfähigkeit von 50% gelte auch für eine angepasste Tätigkeit. 6.3 Im Rahmen der Urteilsberatung vom 15. Mai 2020 i st das Kantonsgericht zum Schluss gelangt, dass hinsichtlich der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit nach wie vor verein- zelte Unklarheiten im Raum stünden, deren Klärung zur Erfüllung der bundesgerichtlichen Krite- rien an ein schlüssiges Gerichtsgutachten angezeigt sei. Das Kantonsgericht hat deshalb be- schlossen, den Fall erneut auszustellen und dem Gerichtsg utachter zwecks Vervollständigung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Gerichtsgutachtens vom 23. September 2019 diverse Zusatzfragen zu unterbreiten. Zu- nächst wurde der Gutachter gebeten zu präzisieren, wel che konkreten Funktionseinschränkun- gen in welchem Ausmass die attestierte Arbeitsunfähigke it von 50% begründen würden. Als- dann ersuchte das Gericht um Beantwortung der Fragen, w elchen Anteil die Dekonditionierung im Sinne eines invaliditätsfremden Faktors an der Arb eitsunfähigkeit von 50% habe und wie sich die Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80% in zei tlicher Hinsicht verhalte bzw. ob sich in dieser Hinsicht überhaupt eine genaue Prognose erstell en lasse. Schliesslich wurde der Gut- achter um eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfäh igkeit gebeten. Mit Stellungnahme vom 23. September 2020 hat der Gerichtsgutachter die entspr echenden Ergänzungsfragen beant- wortet. Unter Verweis auf Kapitel 5.3.2. seines Guta chtens (sowie die zum Gutachten ergange- ne RAD-Stellungnahme vom 5. November 2019) hat der G utachter zunächst erneut hervorge- hoben, dass mangels relevanter fremdanamnestischer Angabe n eine regelrechte Persönlich- keitsstörung weder ausreichend untermauert noch ausgeschloss en werden könne. Dies sei deshalb von Relevanz, weil eine Beantwortung der Rückf ragen kaum möglich sei, ohne dass gewisse Aspekte erneut unbeantwortet bleiben oder off engelassen werden müssten. Unter er- neuter Darlegung der ICF-Kriterien führt der Gutacht er aus, dass diese Kriterien nicht einfach zusammengezählt werden könnten und aus den jeweiligen Beeinträchtigungen ein Mittelwert berechnet werden könne. Gerade die Durchhaltefähigkeit, die mittelgradig beeinträchtigt sei, sei von besonderer Relevanz. Hinsichtlich der Frage nach der Dekonditionierung sei zu berücksich- tigen, dass der Explorand während mehreren Jahren keiner intensiven psychiatrischen Behand- lung zugeführt worden sei. Dies sei nicht dem Exploranden anzurechnen. Wenn eine Intensivie- rung der psychiatrischen Behandlung schon seit mehreren Jahren erfolgt wäre, hätten die mit hoher, allenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Gerichtsgutachten formulierten An- gaben zur Arbeitsfähigkeit und Prognose Gültigkeit. Es sei auch darauf hinzuweisen, dass eine Intensivierung der Psychotherapie, beispielsweise im Rahm en einer tagesklinischen Behand- lung, aufzudecken in der Lage wäre, ob nicht doch unrei fere und daher dysfunktionale Ab- wehrmechanismen als Abbild einer eigentlichen Persönlich keitsstörung vorliegen würden. Eine teilstationäre Behandlung, die ausreichend lange erfo lge, würde eine gewisse fremdanamnesti- sche Beurteilung ermöglichen, die bis anhin unterblieben sei. Es sei denn auch die nach wie vor bestehende Unsicherheit hinsichtlich des eigentlichen Sc hweregrads der psychostrukturellen Störung, die es nicht zuliesse, genaue zeitliche Progno sen in Bezug auf die Steigerung der Ar- beitsfähigkeit vorzunehmen. Wäre bereits eine intensivi erte Psychotherapie erfolgt, so würde ein Langzeitverlauf zur Verfügung stehen, der eine enge re und präzisere Formulierung der Prognose erlauben würde. Im Einklang mit den Ausführ ungen von pract. med. E.____ in seiner Stellungnahme vom 13. August 2020 müsste eine teilstat ionäre Behandlung von mindestens mehreren Monaten erfolgen, die zunächst im Rahmen der bestehenden ambulanten Psychothe- rapie beim besagten Behandler erfolgen könnte und i m Rahmen derer allenfalls schon berufli- che Massnahmen im Sinne eines Arbeitstrainings schrittweise und behutsam begonnen werden könnten. Dies würde das eigentliche Funktionsniveau des Exploranden sowohl im intensivierten medizinischen Behandlungsrahmen wie auch im Rahmen der beruflichen Massnahmen viel deutlicher zu beurteilen erlauben. Die Formulierung v on pract. med. E.____, wonach von einer weiteren Behandlungsdauer von wenigstens sechs bis neun Monaten auszugehen wäre, bis ein Arbeitstraining aufgenommen werden könnte, würde den Aussagen im Gutachten entsprechen und sei zu unterstützen. Zum retrospektiven Verlauf führ te der Gutachter an, der Explorand sei Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht letztmals bis 1. Juli 2014 im ersten Arbeitsmarkt arbei tstätig gewesen, ab 2. Juli 2014 sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Es würden sich keinerlei Hinweise dafür erge- ben, dass sich der psychische Zustand des Exploranden seither in irgendeiner Weise relevant verbessert hätte. Abschliessend sei nochmals hervorzuheben, dass man es hier mit einer psychodiagnostischen Situation zu tun habe, die kaum einde utig beantwortet werden könne, was mit den aufgeführten Gründen zusammenhänge. Möglich erweise müsste der Explorand nach erfolgter Intensivierung der psychiatrischen Behandl ungsmassnahmen und im Idealfall auch nach zumindest teilweiser Durchführung beruflicher Massnahmen erneut psychiatrisch begutachtet werden, und zwar in der Annahme, dass dann relevante und bisher fehlende Auf- schlüsse vorliegen würden, um den tatsächlichen Schweregrad der psychostrukturellen Störung des Exploranden präziser und konklusiver beurteilen zu können. Dies könnte auch eine präzise- re Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bzw. prognostischer Angaben ermöglichen. 6.4 Das zitierte Gerichtsgutachten von PD Dr. C.____ vom 26. September 2019 erfüllt mit dessen Ergänzung vom 23. September 2020 alle rechtsprech ungsgemässen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gerichtsgutachten. Nachdem sich der Gutachter im Rahmen seiner Stel- lungnahme vom 23. September 2020 nunmehr eingehend zu den Ergänzungsfragen geäussert hat, weist seine gerichtliche Begutachtung weder formal e noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hi ervor) – für die streitigen Belange um- fassend. Die darin dargelegten medizinischen Zusammenhäng e sowie die jeweils vorgenom- menen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Der Gutachter hat den Ver- sicherten persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf seine Angaben und Beschwerden ein. Er setzt sich zudem f undiert mit den bei den Akten lie- genden medizinischen Berichten auseinander und begründ et abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. Der Gerichtsgutachter vermag dabei namentlich schlüssig zu begründen, dass die erforderli- chen Kardinalkriterien für eine Persönlichkeitsstörung anh and der zur Verfügung stehenden Akten und Informationen zwar nicht als (vollständig) er füllt betrachtet werden könnten, diese Diagnose mangels fremdanamnestischer Angaben, namentlich in Form von Erkenntnissen auf der Grundlage einer intensivierten psychiatrischen Behand lung, aber auch nicht auszuschlies- sen sei. Dabei ist daran zu erinnern, dass für die Belan ge der Invalidenversicherung nicht die Diagnose, sondern insbesondere die sozial-praktische Auswir kung der Erkrankung, mithin die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, massgebend ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2 und vom 27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4). Diesbezüglich legt der Gutachter anhand einer ausführlichen Diskussion der innerpsychischen Struktur des Versicherten und einer eingehenden Würdigung der Berufs- und Sozialanamnese nachvollzieh- bar dar, dass – ungeachtet einer abschliessenden Zuordn ung der Persönlichkeitspathologie zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung – auch akzentuiert en Persönlichkeitszügen unter Um- ständen eine invalidisierende Wirkung zukomme, wobei sich diese beim Versicherten nament- lich in einer klinisch manifesten Angstsymptomatik (Agorapho bie und Panikstörung) äussere. Unter Hervorhebung der im Gerichtsgutachten aufgeführten ICF-Kriterien bekräftigt der Gutach- ter in seiner Stellungnahme vom 23. September 2020, dass das Funktionsniveau mittelschwer beeinträchtigt ist. Insgesamt sind die medizinisch-diagno stischen Feststellungen im Gerichts- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gutachten bzw. die daraus resultierenden Schlussfolgeru ngen betreffend die funktionelle Leis- tungsfähigkeit durch die ergänzenden Ausführungen des G erichtsgutachters umfassend und plausibel begründet worden. Soweit sich kein lückenlos es Bild der Gesundheitsschädigung und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergibt, wird die Ursache nachvollziehbar auf (noch) nicht zur Verfügung stehende Informationsquellen zurückgeführt. Die Ausführungen zur Arbeits- fähigkeit hat der Gutachter nun dahingehend bekräftigt, dass beim Versicherten im Einklang mit dem anhand der ICF-Kriterien festgestellten Funktion sniveau aktuell eine medizinisch- theoretische Arbeitsunfähigkeit von 50% besteht. Der S tellungnahme zur Frage nach der De- konditionierung kann entnommen werden, dass der Versicherte die auf psychischen Einschrän- kungen beruhende, aktuell bestehende Restarbeitsfähigkeit von 50% infolge der Dekonditionie- rung nicht verwerten kann. Die Arbeitsfähigkeit muss gefestigt werden. Dabei legt der Gutachter ebenso überzeugend dar, dass zum jetzigen Zeitpunkt übe r den diesbezüglichen Verlauf, na- mentlich auch über eine allfällige Steigerung der Arb eitsfähigkeit, keine präzise Prognose mög- lich sei, weil er insbesondere von einer intensivierten Psychotherapie (und allenfalls bereits pa- rallel verlaufender beruflicher Massnahmen) weitere r elevante Angaben in dieser Hinsicht er- wartet. 6.5.1 Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten zielt namentlich der Verweis der Beschwerdegegnerin auf die bereits in ihrer Stellungn ahme vom 6. November 2019 zum Ge- richtsgutachten geäusserten Einwände ins Leere. Dies umso mehr, als sie anhand dieses pau- schalen Hinweises nicht näher darlegt, inwiefern PD Dr. C.____ es in seiner Stellungnahme vom 23. September 2020 unterlassen habe, die durch das Kantonsgericht im Rahmen der Er- gänzungsfragen teilweise aufgenommene Kritik der Beschwerdegegnerin am Gerichtsgutachten bzw. die im damaligen Zeitpunkt verbliebenen Unklarheiten auszuräumen. Soweit der RAD-Arzt Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2 020 die gutachterlich attestierte Arbeits- unfähigkeit erneut allein mit Verweis auf die diagno stizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge in Frage stellt, kann vollumfänglich auf das unter Erw ägung 6.4 hiervor Gesagte verwiesen werden. Alsdann legt PD Dr. C.____ in seiner Stellun gnahme vom 23. September 2020 zu die- ser bereits im Nachgang zum Gerichtsgutachten geäusserten Kritik erneut dar, weshalb sich eine isolierte Betrachtungsweise vorliegend gerade nich t rechtfertigt. Für die Beurteilung der zentralen Fragen nicht von ausschlaggebender Bedeutung ist die zwischen dem Gutachter und dem RAD-Arzt bestehende Unstimmigkeit, ob die akzentuier ten Persönlichkeitszüge den frühe- ren Neurosebegriff abgelöst haben oder die Narzisstische N eurose unter ICD-10 F48.9 (nicht näher bezeichnete neurotische Störung) einzuordnen ist. Dies gilt umso mehr, als auch der RAD-Arzt Dr. D.____, so oder anders, eine damit verbund ene (zumindest) teilweise Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit nicht in Abrede stellt. 6.5.2 Demgegenüber lässt sich die durch den Beschwerdefü hrer im Wesentlichen aus der Beantwortung der Frage zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit hergeleitete vollständi- ge Arbeitsunfähigkeit anhand der vorliegenden Aktenlag e ebenfalls nicht stützen. Eine solche Interpretation lässt sich schon aufgrund der Tatsache nich t aufrechterhalten, dass PD Dr. C.____ die Ausführungen des damaligen Behandl ers Dr. F.____, der seinerzeit unver- ändert eine vollständige Arbeitsunfähigkeit diagnostizi erte hatte, in seinem Gutachten an ver- schiedener Stelle nicht folgen kann und den entsprechend en Berichten explizit keinen Beweis- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht wert zuerkennt (vgl. Gutachten, S. 41). Die Aussage, w onach sich der psychische Zustand des Exploranden seit seiner letzten Arbeitstätigkeit im erst en Arbeitsmarkt im Juli 2014 nicht rele- vant verbessert habe, ist vielmehr dahingehend zu verst ehen, dass durchgehend von einer Ar- beitsunfähigkeit von 50% auszugehen ist. 7. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), weicht das Gericht bei einem Gerichtsgut- achten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung d er medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsb arkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Sol che zwingenden Gründe liegen im vorliegenden Fall keine vor, weshalb kein Anlass besteht , von den Ergebnissen des zitierten Gerichtsgutachtens und dessen Ergänzung abzuweichen. Für die Beurteilung des Gesund- heitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten kann demnach auf das überzeugende Gutachten von PD Dr. C.____ abgestellt werden, der d arin zum nachvollziehbaren Ergebnis gelangt ist, dass auch in einer optimal angepassten Täti gkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 50% verbleibt. 8.1 Wie bereits dargelegt (vgl. 6.5.2 hiervor), ist da von auszugehen, dass der Beschwerde- führer bereits seit 1. Juli 2014 in seiner Arbeitsfähigkeit zu 50% eingeschränkt ist. Weil ein allfäl- liger Rentenanspruch erst entsteht, nachdem der Versiche rte während eines Jahres ohne we- sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens im Umfang von 40% arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), kommt der frühestmögli che Rentenbeginn vorliegend auf den 1. Juli 2015 zu liegen. Wie der Beschwerdeführer zutre ffend geltend macht, trifft der Gutachter keine präzise Aussage hinsichtlich einer künftigen Steigeru ng der Arbeitsfähigkeit, die es recht- fertigen würde, den aus der Arbeitsunfähigkeit von 50% resultierenden Rentenanspruch von vornherein zu befristen. Der Gutachter weist explizit dara uf hin, dass sich eine genaue Progno- se zum jetzigen Zeitpunkt nicht formulieren lasse. Um die Prognose präziser und den Verlauf besser beurteilen zu können, habe vielmehr eine intensivi erte Psychotherapie von mindestens sechs bis neun Monaten zu erfolgen, bis schliesslich ein Arbe itstraining aufgenommen werden könnte (vgl. E. 6.3 hiervor). Dabei schliesst der Gutach ter eine schrittweise Aufnahme berufli- cher Massnahmen parallel zur Psychotherapie nicht aus. Absc hliessend stellt der Gutachter nach Durchführung medizinischer und beruflicher Massnahme n gar eine erneute Begutachtung in den Raum, die es erlauben würde, den tatsächlichen Schweregrad der Störung zu erheben. Diesen gutachterlichen Empfehlungen hinsichtlich der Wi edereingliederung ist nun aber inso- fern Rechnung zu tragen, als ausgehend von der Restarbeit sfähigkeit von 50% unter Berück- sichtigung der gesundheitlichen Entwicklung mit Unterstütz ung der Invalidenversicherung eine Reintegration in den Arbeitsmarkt anzustreben ist. Die Durchführung geeigneter Eingliede- rungsmassnahmen (medizinische und berufliche Massnahmen) w ird die Beschwerdegegnerin mittels einer Schadenminderungsauflage sicherzustellen haben. 8.2 Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 22. Juni 2018 von einer fehlenden Invalidität ausgegangen war, hat sie auf A bklärungen in erwerblicher Hinsicht mit entsprechender Durchführung eines Einkommensvergleichs ver zichtet. Die Angelegenheit ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Invaliditätsgrad auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50% berechnet. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzu heissen. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle ist aufzuheben und es ist festzust ellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Invalidenrente basier end auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50% hat. Zur Festsetzung der Rentenleistungen ist die Ange legenheit an die IV-Stelle Basel- Landschaft zurückzuweisen. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1 ‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, i n denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In ca su hat deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.- sind somit der IV-Stelle aufzuerlegen. Der Beschwerdefü hrer erhält seinen bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 10.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtlich e Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Ve rsicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeo rdnet hat. Hat er keine Massnah- men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übe rnehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder B estandteil nachträglich zugesproche- ner Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 1 37 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gerich t als notwendig erachteten Beweis- massnahmen an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine so lche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten d er durch das Gericht in Auftrag gegebe- nen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich seiner Parteiverhandlun g vom 28. März 2019 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damal s vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es kann in dieser Hinsicht vollumfänglich auf die Er wägungen im Beschluss des Kantons- gerichts vom 28. März 2019 verwiesen werden. In Anbetrac ht der dort erwogenen Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch PD Dr. C.____ nicht nur angezeigt, sondern unerläss- lich. Es tritt hinzu, dass das Gerichtsgutachten und dessen Ergänzung vom 23. September 2020 nunmehr zweifellos die Grundlage für die dem Besch werdeführer zuzusprechende Invali- denrente bildet. Im Lichte der geschilderten Rechtsprech ung sind die daraus resultierenden Kosten, welche sich gemäss den Honorarrechnungen vom 26. September 2019 und 23. Sep- tember 2020 auf insgesamt Fr. 6‘750.-- belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerle- gen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die (ganz oder t eilweise) obsiegende beschwerdefüh- rende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegt, ist ihm eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10.3.1 Die bis Ende 2019 mandatierte Rechtsvertreteri n des Beschwerdeführers, Advokatin Armesto, machte in ihrer Honorarnote vom 27. Dezember 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 38 Stunden und 30 Minu ten geltend. Dieser Aufwand erweist sich im Quervergleich zu ähnlich gelagerten Fällen als zu hoch. Dabei gilt es vorab zu berücksichtigen, dass eine Stunde fü r das Studium und die Besprechung des Urteils eingerechnet worden war. Da die Rechtsvertre terin das Mandat vor Erlass des Ur- teils niederlegte, ist dieser geltend gemachte Aufwan d nicht zu berücksichtigen und daher ent- sprechend zu kürzen. Nachdem das Kantonsgericht das Verfahren mit Beschluss vom 28. März 2019 ausgestellt hatte, erteilte es PD Dr. C.____ am 16. Mai 2019 den definitiven Auftrag zur Erstellung des Gerichtsgutachtens. Mit Verfügung vom 8. O ktober 2019 wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, bis zum 7. November 2019 zum G erichtsgutachten Stellung zu neh- men. Zumal den Parteien ein Entwurf des Gutachtensauft rags bereits mit Beschluss vom 28. März 2019 zugestellt und die Möglichkeit für Ergänz ungsfragen eingeräumt worden war, gehen die im Zeitraum nach der definitiven Auftragser teilung bis zur Erstattung des Gerichts- gutachtens vom 27. Mai 2019 bis und mit 10. September 2019 geltend gemachten Bemühun- gen (Kontaktnahme mit PD Dr. C.____ und dem Mandanten sowie die Bearbeitung diesbezügli- cher Korrespondenz) über eine zweckmässige und notwendige Vertretung hinaus. Dieser Auf- wand von rund 4 Stunden (exkl. die Kontaktnahme mit de r Rechtsschutzversicherung) ist daher nicht zu berücksichtigen. Ferner macht die Rechtsvertreterin einen Aufwand von rund 6 Stun- den und 30 Minuten für das Studium des Gerichtsgutachte ns, eine diesbezügliche wiederholte Kontaktnahme mit PD Dr. C.____ sowie das Verfassen der vierseitigen Stellungnahme vom 9. Dezember 2019 an das Kantonsgericht geltend. Auch dieser Aufwand ist wesentlich zu hoch. Das Gutachten ist zwar insgesamt 50 Seiten lang, aber g ut leserlich und verständlich geschrie- ben. Wenngleich sie sich den gutachterlichen Ausführung en und Schlussfolgerungen nicht voll- umfänglich anschliessen konnte und hinsichtlich der attestierten Arbeitsunfähigkeit Unklarheiten im Raum standen, ist ein Aufwand für die geltend gema chten Bemühungen von insgesamt 3 Stunden als ausreichend zu beurteilen. Der geltend gem achte Aufwand ist folglich um 3 Stun- den und 30 Minuten zu kürzen. Nicht berücksichtigt werde n können ferner die geltend gemach- ten Bemühungen vom 16. Dezember 2019 im Umfang von 30 Minuten für allfällige Abklärungen nach erfolgter Stellungnahme vom 9. Dezember 2019 an das Kantonsgericht. Schliesslich fin- den sich in der Deservitenkarte auch Bemühungen, welche auf den Kontakt der Rechtsvertrete- rin mit der Rechtsschutzversicherung zurückzuführen sind. Dieser Aufwand würde im Falle ei- ner nicht Rechtsschutz versicherten Person nicht anfallen u nd kann daher nicht berücksichtigt werden. Aus diesem Grund sind die Bemühungen im Zusammenhang mit der Rechtsschutzver- sicherung im Umfang von insgesamt 3 Stunden und 20 Mi nuten sowie die damit verbundenen Auslagen in der Höhe von Fr. 8.50 in Abzug zu bringen. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Aufwand von gerundet 26 Stunden als angemessen. Die Be mühungen sind zu dem in Sozial- versicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist folg lich für den Aufwand von Advokatin Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Armesto eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 7'081.60 (26 Stunden à Fr. 250.-- + Aus- lagen von Fr. 75.30 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10.3.2 Mit Schreiben vom 28. Januar 2020 teilte Advok atin Schaefer-Lötscher mit, dass sie nun den Beschwerdeführer vertrete. Sie hat in ihrer Honorarnote vom 22. Oktober 2020 für das vorliegende Beschwerdeverfahren ab 12. Februar 2020 einen Zeitaufwand von 20 Stunden und 10 Minuten sowie Auslagen von Fr. 193.70 geltend gema cht. Auch dieser Aufwand erweist sich als zu hoch. Zunächst gilt es festzuhalten, dass die Rechtsvertreterin das Mandat erst kurz vor der Urteilsbe- ratung vom 14. Mai 2020 übernommen hat, weshalb sie ke ine Beschwerdeschrift einreichen musste. Mit Beschluss vom 14. Mai 2020 wurde das Verfahre n erneut ausgestellt und es wur- den Ergänzungsfragen zum Gerichtsgutachten angeordnet . Am 18. und 19. Juni 2020 macht die Rechtsvertreterin einen Aufwand für das Studium d er Akten und des Gerichtsgutachtens (Vorbereitung Kundengespräch) sowie für einen persönli chen Besuch bei ihrem Mandanten mit entsprechender Aktennotiz von insgesamt 4 Stunden und 2 0 Minuten geltend, nachdem sie bereits am 2. Juni 2020 unter anderem für das Studiu m des Ausstellungsbeschlusses einen Aufwand von 30 Minuten geltend gemacht hat. Auch wenn sie das Mandat neu übernommen hat, war ein solch hoher Aufwand für das Einarbeiten nicht erforderlich. Ferner erschliesst sich dem Gericht auch die Notwendigkeit eines persönlichen Be suchs beim Beschwerdeführer zu Hause nicht, zumal die Rechtsvertreterin bis zu diesem Zeit punkt bereits einen Aufwand von 2 Stunden für telefonische Gespräche und schriftliche Ko rrespondenz mit ihrem Mandanten geltend gemacht hat. Ein kurzes Studium der Akten und des Ausstellungsbeschlusses von ins- gesamt 1 Stunde und 30 Minuten hätte überdies zur Ei narbeitung ausgereicht. Der geltend ge- machte Aufwand ist folglich um 3 Stunden und 20 Minu ten zu kürzen. Alsdann gilt es zu be- rücksichtigen, dass im vorliegenden Verfahren von Anfang an ausschliesslich die psychische Situation des Beschwerdeführers streitig und zu beurteilen war. Folglich erweisen sich die zahl- reichen Eingaben in Bezug auf die somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers offen- sichtlich als nicht relevant und damit nicht notwendig für die Beurteilung der vorliegenden Ange- legenheit. Gleichermassen verhält es sich für die diesbe züglich erfolgte Kontaktnahme mit den behandelnden Ärzten. Demzufolge kann der in diesem Zu sammenhang geltend gemachte Auf- wand im Umfang von insgesamt 1 Stunde und 50 Minuten nicht berücksichtigt werden. Ebenso für das vorliegende Verfahren als nicht relevant zu be zeichnen sind die geltend gemachten Bemühungen im Zusammenhang mit dem Sozialdienst der G emeinde Y.____. Der diesbezügli- che Aufwand von insgesamt 1 Stunde und 35 Minuten kann daher ebenfalls keine Berücksichti- gung finden. Schliesslich macht die Rechtsvertreterin e inen Aufwand von 5 Stunden und 40 Minuten für das Studium der achtseitigen Stellungn ahme von PD Dr. C.____ vom 23. Sep- tember 2020 sowie das Verfassen ihrer daraufhin ergangenen fünfseitigen Eingabe an das Kan- tonsgericht geltend. Wenngleich sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers vor- liegend als komplex erweist, ist in Anbetracht des Umstand s, dass die Rechtsvertreterin Fach- anwältin für Haft- und Versicherungsrecht ist, ein Aufw and von insgesamt 2 Stunden und 30 Minuten als ausreichend zu bezeichnen. Unter Beachtu ng aller Umstände erscheint daher ein Aufwand von gerundet 10 Stunden als angemessen. Di e ausgewiesenen Auslagen sind vor diesem Hintergrund um Fr. 49.90 auf den Betrag von ge rundet Fr. 144.-- zu reduzieren. Für die Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bemühungen von Advokatin Schaefer-Lötscher ist dem Besch werdeführer daher eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'847.60 (10 Stunde n à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 144.-- zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zuzusprechen. 10.3.3 Insgesamt ist dem Beschwerdeführer somit ein Hono rar von Fr. 9'929.20 (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) auszurichten. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gu tgeheissen, als die angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2018 aufgehoben und festge- stellt wird, dass der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2015 A nspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einer Arbeitsunfäh igkeit von 50% hat. Zur Festsetzung der Rentenleistungen wird die Ang elegenheit an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 6'750.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdef ührerin für die Bemühungen der Rechtsvertreterin Monica Armesto eine Par teient- schädigung in der Höhe von Fr. 7'081.60 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) und für die Bemühungen der Rechtsvertr eterin Christl Schaefer-Lötscher eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'847.60 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.