<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-06-16-6B_640-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_640/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 16. Juni 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, als präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Frey Krieger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Stadtrichteramt Zürich, </div> <div class="para">Verwaltungszentrum Eggbühl, </div> <div class="para">Eggbühlstrasse 23, 8050 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Rückzug der Einsprache; Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 27. April 2022 (UH220047-O/U/HON). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Das präsidierende Mitglied zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Stadtrichteramt Zürich erachtete eine vom Beschwerdeführer erhobene Einsprache im Sinne von <span class="artref">Art. 355 Abs. 2 StPO</span> als zurückgezogen, nachdem er trotz ordnungsgemässer Vorladung nicht zum Einvernahmetermin erschienen war und erliess mit Verfügung vom 29. November 2021 die Schlussrechnung. Auf eine dagegen gerichtete kantonale Beschwerde trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 27. April 2022 nicht ein, nachdem der Beschwerdeführer der Aufforderung, eine deutsche Übersetzung der von ihm in französischer Sprache verfassten Eingaben vom 7. Dezember 2021 und 24. Januar 2022 einzureichen, unter Androhung der Säumnisfolgen nicht nachgekommen war. Der Beschwerdeführer wendet sich mit Eingabe vom 16. Mai 2022 an das Bundesgericht. Er macht zusammengefasst geltend, dass die Abläufe und Tatsachen, welche zur Annahme geführt hätten, dass er seine Einsprache zurückgezogen habe, falsch dargestellt worden seien und er an seiner Einsprache festhalte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde an das Bundesgericht wurde zulässigerweise in französischer Sprache eingereicht (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>). Das Verfahren vor Bundesgericht wird jedoch in der Sprache des angefochtenen Entscheids und damit vorliegend auf Deutsch geführt (<span class="artref">Art. 54 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde an das Bundesgericht ist zu begründen (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>). In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=34&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 143 I 377</a> E. 1.2 und 1.3). Die Begründung muss sachbezogen sein und erkennen lassen, dass und weshalb nach Auffassung des Beschwerdeführers Recht verletzt ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=34&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-I-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 142 I 99</a> E. 1.7.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=34&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">140 III 86</a> E. 2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=34&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-306%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page306">139 I 306</a></span> E. 1.2). Die Bestimmungen von <span class="artref">Art. 95 ff. BGG</span> nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten besteht eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Verfahrensgegenstand ist vorliegend alleine die vorinstanzliche Nichteintretensverfügung (<span class="artref">Art. 80 Abs. 1 BGG</span>). Es kann vor Bundesgericht daher nur um die Frage gehen, ob das Nichteintreten auf die vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde mangels Einreichung einer deutschen Übersetzung trotz entsprechender Aufforderung rechtmässig war und ob die Vorinstanz <span class="artref">Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO</span> richtig angewandt hat. </div> <div class="para">Letzteres ist vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt worden. Mit der die rechtlichen Grundlagen (<span class="artref">Art. 67 Abs. 1 StPO</span> i.V.m. Art. 48 der Kantonsverfassung des Kantons Zürich) zitierenden Begründung der Vorinstanz, gemäss welcher die Verfahrenssprache der Strafbehörden im Kanton Zürich Deutsch sei, setzt er sich nicht in einer den Formerfordernissen genügenden Weise auseinander. Die pauschale Behauptung, es sei zulässig, eine Einsprache in einer anderen Landessprache einzureichen als auf Deutsch, reicht hierfür nicht. Damit mangelt es der Beschwerde an einer tauglichen Begründung (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). Ergänzend sei festgehalten, dass entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich kein Anspruch darauf besteht, mit den Behörden eines Kantons in einer anderen Sprache als der Amtssprache dieses Kantons zu kommunizieren (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=34&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-117%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page117">BGE 143 IV 117</a> E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Insoweit sich der Beschwerdeführer zur materiellen Seite der Angelegenheit und damit zur Frage der Rechtmässigkeit der ausgefällten Busse äussert, kann sich das Bundesgericht damit nicht befassen, da dies nicht zum Verfahrensgegenstand gehört. Ebenso wenig gehören dazu seine Vorbringen im Zusammenhang mit der Frage, ob das Stadtrichteramt zu Recht vom Rückzug seiner Einsprache ausgegangen ist und seine Vorbringen im Zusammenhang mit im Einspracheverfahren offerierten Beweisen bzw. der Form der Beibringung derselben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Zusammenfassend ist anhand der Beschwerde nicht ersichtlich, inwiefern die vorinstanzliche Nichteintretensverfügung verfassungs- oder sonstwie bundesrechtswidrig sein könnte. Der Begründungsmangel ist offensichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> mangels einer tauglichen Begründung nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 16. Juni 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Frey Krieger </div> </div></body></html>