18. März 1988 N 469 Interpellation Herczog 2. Ist der Bundesrat bereit, im ersten Vierteljahr 1988 über das Projekt «Gewähr» zu berichten und seinen Entscheid vollumfänglich auf die Ergebnisse der beigezogenen Exper- tengremien des Bundes abzustützen? 3. Kann der Bundesrat dafür Gewähr bieten, dass die seiner- zeitigen Anforderungen betreffend der dauernden und sicheren Entsorgung nicht noch weiter ausgehöhlt werden? 4. Ist der Bundesrat bereit, die gesetzlich vorgesehenen Konsequenzen für die Ausrichtung der künftigen Energie- Politik zu ziehen, die sich aus dem bisherigen Scheitern des Projektes «Gewähr» ergeben? 5. Ist der Bundesrat bereit, Einfluss zu nehmen, damit die vorgesehenen Investitionen zur Verlängerung der Lebens- dauer der älteren Atomkraftwerke Beznau und Mühleberg nicht weitergeführt werden? 6. Ist der Bundesrat bereit, eine Neudefinition der Entsor- gungspolitik einzuleiten, im Sinne seines 1979 abgegebenen und in der Folge widerrufenen Versprechens, wonach für alle Abfallarten vollständig ausgearbeitete, standortgebun- dene Projekte mitsamt den dazugehörigen Sicherheitsbe- richten vorliegen müssen? 7. Ist dem Bundesrat irgendein Staat bekannt, in dem das Problem der hochradioaktiven Abfälle gelöst wurde und die Endlagerung sichergestellt ist? Texte de l'interpellation du 18 décembre 1987 Le Conseil fédéral a reporté la décision, annoncée pour 1987, concernant le projet «Garantie». Deux ans après le délai initialement fixé à 1985, il n'est toujours pas avéré si le projet de la CEDRA satisfait aux exigences législatives quant à un stockage sûr et définitif des déchets radioactifs. Le Conseil fédéral est instamment prié de répondre aux questions suivantes: 1. Quels sont les motifs qui l'ont poussé à ne pas tenir ses promesses? 2. Est-il prêt à faire rapport sur le projet au premier trimestre 1988 et à motiver sa décision à la lumière des résultats des experts consultés par la Confédération? 3. Peut-il garantir que les exigences quant à un stockage sûr et définitif peuvent être maintenues dans toute leur rigueur? 4. Est-il prêt à tirer les conclusions qui s'imposent quant à la politique énergétique future des échecs subis jusqu'ici par le projet «Garantie»? 5. Est-il disposé à oeuvrer afin que les investissements pré- vus pour prolonger la durée utile des centrales nucléaires vieillissantes de Beznau et de Mühleberg ne soient pas poursuivis? 6. Consentira-t-il à redéfinir la politique d'élimination des déchets conformément à sa promesse de 1979, reniée par la suite, selon laquelle des projets précis et complets doivent être présentés pour tous les types de déchets, y compris la localisation du site et la totalité des rapports de sécurité y relatifs? 7. Connaît-il un seul Etat où le problème des déchets haute- ment radioactifs a été résolu et où le stockage définitif est assuré? Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Fetz, Fierz, Grendel- meier, Jaeger, Maeder, Meier-Glattfelden, Leutenegger Oberholzer, Schmid, Stocker, Thür, Wiederkehr (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Februar 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 février 1988 Schon im Jahr 1982 wies der Bundesrat in der Beantwor- tung eines parlamentarischen Vorstosses darauf hin, dass aufgrund der bei den Projektarbeiten gewonnenen Erkennt- nisse die Anforderungen der Bundesbehörden an das Pro- jekt «Gewähr» im Laufe der Zeit teilweise angepasst wur- den, dass aber keinesfalls die Rede davon sein könne, dass der Nagra oder ihren Genossenschaftern Konzessionen gemacht worden wären. Insbesondere der wichtigste Mass- stab in der Beurteilung der vorgelegten Endlagerprojekte, die von den Sicherheitsbehörden festgelegten Schutzziele, deren Einhaltung im Sicherheitsnachweis bewiesen werden muss, wurde in keiner Weise geändert. Der Bundesrat wird sich im Rahmen der bevorstehenden generellen Entscheidfindung zur Ausrichtung der künftigen Energiepolitik zu äussern haben; die Forderung nach Nach- rüstung der bestehenden Kernkraftwerke ist nicht von die- sem Entscheid abhängig. Es würde von wenig Verantwor- tungsbewusstsein zeugen, wenn sich der Bundesrat gegen mögliche Verbesserungen der bestehenden Kernkraftwerke ausspräche. Der Bundesrat sieht daher keinen Grund, auf die Forderung zum Nachrüsten zurückzukommen. Die Entsorgungspolitik des Bundesrates richtet sich nach wie vor nach den gesetzlichen Grundlagen, wie sie im Bun- desbeschluss zum Atomgesetz vom 6. Oktober 1978 festge- legt wird: Es geht darum, die dauernde sichere Entsorgung und Endlagerung der radioaktiven Abfälle zu gewährleisten. Wie der Bundesrat schon 1984 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage festgehalten hat, werden die For- schungsarbeiten zur Suche nach einer geeigneten Endla- gerstätte nicht mit dem Projekt «Gewähr» abgeschlossen sein. Bis zum Einreichen eines Rahmenbewilligungsge- suchs für die Errichtung eines Endlagers werden zusätzliche Forschungsergebnisse vorliegen, welche die Entschei- dungsgrundlagen für eine definitive Endlager-Standortwahl wesentlich verbreitern. Auf internationaler Ebene lässt sich feststellen, dass in ver- schiedenen Staaten erfolgversprechende Arbeiten zur Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle im Gang sind. Im Jahre 1984 hat die schwedische Regierung aufgrund eines umfangreichen Berichtes anerkannt, dass der Nachweis der technischen Machbarkeit und der Langzeitsicherheit für die Endlagerung der radioaktiven Abfälle erbracht werden konnte. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen offensichtliche Mehrheit Minderheit Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt. #ST# 87.974 Interpellation Herczog N 4. Vorzeitige Eröffnung eines Teilstückes Route nationale N 4. Ouvertüre prématurée du tronçon Cham-Knonau Wortlaut der Interpellation vom 16. Dezember 1987 Der Bundesrat hat sich für eine Inbetriebnahme des Auto- bahn-Abschnittes N 4 (4,2 km, erstellt vor bald 13 Jahren) zwischen Cham (ZG) und Knonau (ZH) ausgesprochen. Damit wurde zwar der Wunsch des Zuger Regierungsrates (wenige Minuten Zeitgewinn für eilige Innerschweizer Auto- fahrer und kaum Verbesserungen für das Sihltal), nicht aber die Bedenken der Zürcher Regierung und der ansässigen Bevölkerung berücksichtigt. Da es sich hier um einen ver- kehrspolitischen Fehlentscheid handeln dürfte, der ebenso- wenig mit dem Argument der «steten Praxis» wie mit den Beratungen der Bundesversammlung über die Ueberprü- fung von Nationalstrassenstrecken begründet werden kann, bitte ich den Bundesrat, folgende ergänzende Fragen zu beantworten: 1. Wieviel Mehrverkehr ist generell und insbesondere in den Zürcher Gemeinden Affoltern und Mettmenstetten zu er- warten?Interpellation Herczog 470 N 18 mars 1988 2. In welcher Art und Weise sind diese Ortschaften zur Aufnahme des Mehrverkehrs vorbereitet? 3. Da die zu eröffnende Teilstrecke eine neue Autobahn darstellt, ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erfor- derlich. Liegt eine UVP vor? Welches sind die Ergebnisse? 4. Welche Mehrbelastungen sind insbesondere durch Lärm- und Abgasimmissionen zu erwarten? 5. Welche Massnahmen schlägt der Bundesrat vor, um die provozierten Verkehrs- und Umweltprobleme zu lösen, da die bundesrätlichen flankierenden Massnahmen zwar auf- wendig, nicht aber hinreichend sind? 6. Wie hoch werden insgesamt die finanziellen Aufwendun- gen sein (inkl. Reparaturarbeiten)? 7. Was geschieht mit dem N 4-Teilstück, wenn die «Stopp dem Beton»- und die «Kleeblatt»-lnitiativen angenommen werden? Texte de l'interpellation du 16 décembre 1987 Le Conseil fédéral a décidé la mise en exploitation du tronçon autoroutier de la N 4 entre Cham (ZG) et Kno- nau (ZH), d'une longueur de 4,2 km et dont la construction a été commencée il y près de 13 ans. Ce faisant on répond au voeu du Gouvernement du Canton de Zoug, ce qui permet- tra de réaliser un gain de quelques minutes pour les auto- mobilistes pressés de Suisse centrale sans guère améliorer toute la situation dans le val de la Sihl. Par contre, on n'a tenu compte des soucis du Gouvernement du Canton de Zurich et de la population locale. Comme il s'agit là d'une décision qu'on peut qualifier d'erronée et qui ne peut être justifiée ni par l'argument de la «pratique constante» ni à la lumière des délibérations de l'Assemblée fédérale concer- nant le réexamen de certains tronçons de routes nationales, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- vantes: 1. A quel sucroît de trafic faut-il s'attendre en général, en particulier pour les communes d'Affoltern et de Mettmens- tetten? 2. Dans quelle mesure ces localités sont-elles préparées à ce surcroît de circulation? 3. S'agissant d'un nouveau tronçon autoroutier, on était en droit d'exiger une étude d'impact sur l'environnement. A-t- on fait une telle étude et si oui quels en ont été les résultats? 4. A quel surcroît de nuisances, en particulier de bruit et d'effluents, faut-il s'attendre? 5. Que propose le gouvernement pour résoudre les problè- mes de trafic et d'environnement provoqués, compte tenu du fait que les mesures auxiliaires déjà prises, quoique coûteuses, sont insuffisantes? 6. Quel sera le montant total des dépenses, y compris celles des travaux de réparation? 7. Que deviendra ce tronçon de la N 4 si les initiatives «halte au bétonnage» et «feuille de trèfle» sont acceptées? Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Februar 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 février 1988 In unserem Land kann es keine Gebiete geben, in welchen der Durchgangsverkehr ausgesperrt wird, während sich die dort ansässigen Automobilisten selbstverständlich berech- tigt erachten, in allen anderen Landesteilen frei zu zirku- lieren. Die heutigen Kantonsstrassen im Knonauer Amt, d. h. die Hauptstrassen Nr. 382 Cham-Affoltern a. Albis-Zürich, Nr. 382.1 Knonau-Steinhausen-Zug und Nr. 383 Mettmen- stetten-Unter-Rifferswil-Riedmatt-Albis-Adliswil-Zürich sind Durchgangsstrassen im Sinne der Verordnung vom 6. Juni 1983 über die Durchgangsstrassen. Diese Strassen stehen dem allgemeinen Durchgangsverkehr offen. Von der seit langem in Betrieb stehenden N 4 bzw. N 4a zu den Hauptstrassen im Knonauer Amt besteht heute schon eine vielbenützte Verbindung. Diese führt aber auf Umwe- gen durch Wohngebiete von Steinhausen und Bibersee auf die bestehende Umfahrung von Knonau. Mit der vom Bun- desrat beschlossenen Inbetriebnahme des bereits erstellten Autobahnabschnitts Cham-Knonau soll dieser ortsfremde Durchgangsverkehr aus den überbauten Gebieten von Steinhausen und Bibersee herausgenommen und auf den umweltfreundlich zu gestaltenden bestehenden Autobahn- abschnitt Cham-Knonau geleitet werden. Im Sinne einer zweckmässigen Verkehrsleitung sollen jedoch lediglich zwei Fahrspuren der bestehenden Auto- bahn auf den noch zu erstellenden provisorischen Abgang auf das ordentliche Strassennetz nördlich von Knonau geführt werden. Bei der Verzweigung Blegi (N 4/N 4a) ist die Fahrrichtung Zürich über die N 4a/T 4 «grün» und die Fahr- richtung über das Knonauer Amt «blau» zu signalisieren. Damit kann der Strassenverkehr von der Innerschweiz nach Zürich den Verhältnissen entsprechend aufgeteilt werden. Die Gemeinden an der Sihltalroute werden vom Verkehr etwas entlastet, und das Knonauer Amt erhält eine gewisse Mehrbelastung. Gesamthaft gesehen dürften sich aber die Verkehrsverhältnisse in jenem Grossraum verbessern. Die zur vorzeitigen Eröffnung vorgesehene Teilstrecke der N 4 Cham-Knonau kann nicht sofort fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Es sind noch Projektierungsver- fahren, Bauarbeiten, Anpassungen und Umsignalisierungen nötig. Für diese Arbeiten sind ein bis zwei Jahre erforderlich. In dieser Zeit lässt sich das nötige Massnahmenpaket ausar- beiten, um die Verkehrssicherheit auf den Strassen durch das Knonauer Amt und den nötigen Lärmschutz sicherzu- stellen. Damit diese Massnahmen rechtzeitig ergriffen wer- den können, bedurfte es des Grundsatzentscheids des Bun- desrats über die Inbetriebnahme des Abschnitts Cham-Kno- nau der N 4. Aufgrund dieser allgemeinen Darlegungen lassen sich die vom Interpellanten gestellten Fragen wie folgt beantworten: 1. Mit den oben erwähnten bautechnischen Massnahmen, wonach der Verkehr nur zweispurig über die kurze Teil- strecke der N 4 Cham-Knonau auf die zweispurige Durch- gangsstrasse durch das Knonauer Amt geleitet werden soll und die Verkehrsverbindungen nach Zürich so zu signalisie- ren sind, dass die Route über die N 4a und die T 4 (Sihltal) bevorzugt wird, kann vermieden werden, dass ein übermäs- siger Durchgangsverkehr durch die Ortschaften des Kno- nauer Amts gelenkt wird. Genau lässt sich der Mehrverkehr in den Gemeinden Affoltern und Mettmenstetten nicht schätzen. Er dürfte aber im Rahmen des Verantwortbaren bleiben. Der Interpellant behauptet selbst, dass sich mit der Inbetriebnahme der Teilstrecke N 4 Charn-Knonau im Sihl- tal kaum Verbesserungen ergeben; sollte dies wirklich der Fall sein, würden sich auch im Knonauer Amt die Verhält- nisse kaum wesentlich verschlechtern. 2. Durch die vorgesehenen flankierenden Massnahmen soll- ten in den durchfahrenen Dörfern des Knonauer Amts die vom Mehrverkehr ausgehenden Gefahren und Emissionen begrenzt werden können. 3. Die zweispurig zu eröffnende kurze Teilstrecke der N 4 von der Verzweigung Cham bis nördlich Knonau stellt keine neue Autobahn dar. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist deshalb nicht erforderlich, um so weniger als die Verkehrs- führung über den fertiggestellten Autobahnabschnitt gegen- über derjenigen über die heutige Strasse durch Steinhausen und Bibersee offensichtlich umweltfreundlicher ist. 4./5. Die Mehrbelastung der Ortschaften im Knonauer Amt durch Lärm- und Abgasimmissionen dürfte sich in verant- wortbarem Rahmen halten. Die erforderlichen Massnahmen zur Begrenzung von Gefahren und Immissionen in den durchfahrenen Dörfern des Knonauer Amts stehen in Prü- fung. 6. Ueber die Höhe der finanziellen Aufwendungen kann ohne eingehende Projektstudien gegenwärtig nichts Ver- lässliches ausgesagt werden.18. März 1988 N 471 Interpellation Stappung 7. Sollten die «Stopp dem Beton»- und die «Kleeblatt»- Initiativen von Volk und Ständen angenommen werden, müsste das Knonauer Amt gleichwohl entsprechend der heute vorgesehenen Lösung an die N 4 angeschlossen wer- den. So sieht beispielsweise die «Stopp dem Beton»-lnitia- tive vor, dass Ausnahmen vom Strassenbaustopp bewilligt werden können, «falls infolge Aufgabe eines Strassen- oder Autobahnprojekts Anpassungen ans Strassennetz vorge- nommen werden müssen». Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen offensichtliche Mehrheit Minderheit Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt. #ST# 87.982 Interpellation Stappung N 4 im Knonauer Amt. Eröffnung Route nationale N 4. Ouvertüre du tronçon Cham-Knonau Wortlaut der Interpellation vom 17. Dezember 1987 Enttäuscht und überrascht nehmen die Region Knonauer Amt, das Zürchervolk und der Zürcher Regierungsrat zur Kenntnis, dass der Bundesrat beschlossen hat, der Inbe- triebnahme des Autobahnabschnittes der N 4 zwischen 'Cham und Knonau zuzustimmen. Dadurch wird unbesehen von den Auswirkungen im Kno- nauer Amt eine Fahrzeugstromschleuse geöffnet. Man kommt nicht umhin anzunehmen, es liege in der Absicht des Bundesamtes für Strassenbau, das Knonauer Amt bzw. seine Dörfer im Autoverkehr ersticken zu lassen, um die Bevölkerung für die gesamte Strecke der. N 4 «weichzu- klopfen». Noch steht die Volksabstimmung über die Kleeblatt-Initiative aus, welche eventuell den N 4-Plänen ein endgültiges Ende setzen wird. Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beant- worten: 1. Warum hat der Bundesrat, entgegen der Stellungnahme des Regierungsrates des Kantons Zürich, den Beschluss zur Eröffnung des Autobahn-Teilstückes Cham-Knonau ge- fasst? 2. Ist der Bundesrat auch der Auffassung, dass die Inbetrieb- nahme des fraglichen Autobahn-Teilstückes vor der Abstim- mung über die Kleeblatt-Initiative jedem Demokratiever- ständnis widerspricht? 3. Wie stellt sich der Bundesrat mit dem zusätzlichen Ver- kehr die Einhaltung der Luftreinhalteverordnung im Kanton Zürich vor, nachdem die Grenzwerte bereits heute über- schritten sind? 4. Ist der Bundesrat bereit, das Autobahn-Teilstück Cham- -Knonau sofort wieder zu schliessen, wenn die massgebli- chen Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung in einer der Gemeinden Affoltern a. A., Birmensdorf, Hedingen oder Mettmenstetten, auch nur temporär überschritten werden? Texte de l'interpellation du 17 décembre 1987 La population du district de Knonau, le peuple zurichois et le Conseil d'Etat de Zurich ont pris connaissance avec surprise et désappointement de la décision du Conseil fédéral d'ap- prouver l'ouverture au trafic du tronçon de la N 4 entre Cham et Knonau. Ainsi, sans tenir compte des conséquences, on laisse la marée des voitures submerger le district susmentionné. On ne peut s'empêcher de penser que l'Office fédéral des routes cherche à noyer ce district et ses villages sous les véhicules afin de forcer la population à accorder son assen- timent à la construction de la route sur tout son tracé. Or la votation populaire concernant la quadruple initiative de l'Association suisse des transports, qui pourrait définiti- vement réduire à néant les projets de construction de la N 4, n'a pas encore eu lieu. Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes: 1. Pourquoi a-t-il pris la décision d'ouvrir au trafic le tronçon Cham-Knonau de la route nationale en dépit de l'avis néga- tif du Conseil d'Etat du canton de Zurich? 2. Ne considère-t-il pas que la mise en service du tronçon précité avant la votation sur la quadruple initiative est contraire à tous les principes démocratiques? 3. Comment envisage-t-il de faire appliquer dans le canton de Zurich l'ordonnance sur la protection de l'air, compte tenu du trafic supplémentaire qui résultera de la décision prise, alors que les valeurs-limites sont dépassées dès à présent? 4. Est-il prêt à interdire immédiatement le tronçon Cham- Knonau au trafic si les valeurs-limites fixées dans l'ordon- nance précitée sont dépassées, ne serait-ce que temporaire- ment, dans l'une des communes d'Affoltern am Albis, Bir- mensdorf, Hedingen ou Mettmenstetten? Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Februar 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 février 1988 In unserem Land kann es keine Gebiete geben, in welchen der Durchgangsverkehr ausgesperrt wird, während sich die dort ansässigen Automobilisten selbstverständlich berech- tigt erachten, in allen anderen Landesteilen frei zu zirku- lieren. Die heutigen Kantonsstrassen im Knonauer Amt, d. h. die Hauptstrassen Nr. 382 Cham-Affoltern a. Albis-Zürich, Nr. 382.1 Knonau-Steinhausen-Zug und Nr. 383 Mettmen- stetten-Unter-Rifferswil-Riedmatt-Albis-Adliswil-Zürich sind Durchgangsstrassen im Sinne der Verordnung vom 6. Juni 1983 über die Durchgangsstrassen. Diese Strassen stehen dem allgemeinen Durchgangsverkehr offen. Von der seit langem in Betrieb stehenden N 4 bzw. N 4a zu den Hauptstrassen im Knonauer Amt besteht heute schon eine vielbenützte Verbindung. Diese führt aber auf Umwe- gen durch Wohngebiete von Steinhausen und Bibersee auf die bestehende Umfahrung von Knonau. Mit der vom Bun- desrat beschlossenen Inbetriebnahme des bereits erstellten Autobahnabschnitts Cham-Knonau soll dieser ortsfremde Durchgangsverkehr aus den überbauten Gebieten von Steinhausen und Bibersee herausgenommen und auf den umweltfreundlich zu gestaltenden bestehenden Autobahn- abschnitt Cham-Knonau geleitet werden. Im Sinne einer zweckmässigen Verkehrsleitung sollen jedoch lediglich zwei Fahrspuren der bestehenden Autobahn über den noch zu erstellenden provisorischen Abgang auf das ordentliche Strassennetz nördlich von Knonau geführt werden. Bei der Verzweigung Blegi (N 4/N 4a) ist die Fahrrichtung Zürich über die N4a/T4 «grün» und die Fahrrichtung über das Knonauer Amt «blau» zu signalisieren. Damit kann der Strassenverkehr von der Innerschweiz nach Zürich den Ver- hältnissen entsprechend aufgeteilt werden. Die Gemeinden an der Sihltalroute werden vom Verkehr etwas entlastet, und das Knonauer Amt erhält eine gewisse Mehrbelastung. Gesamthaft gesehen dürften sich aber die Verkehrsverhält- nisse in jenem Grossraum verbessern. Die zur vorzeitigen Eröffnung vorgesehene Teilstrecke der N 4 Cham-Knonau kann nicht sofort fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Es sind noch Projektierungsver-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Herczog N 4. Vorzeitige Eröffnung eines Teilstückes Interpellation Herczog Route nationale N 4. Ouverture prématurée du tronçon Cham- Knonau In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.974 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.03.1988 - 08:00 Date Data Seite 469-471 Page Pagina Ref. No 20 016 256 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.