Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. März 2021 (720 20 334 / 72) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Reduktion der Hilflosenentschädigung infolge namhaf ter Verringerung des Bedarfs an Dritthilfe sowie Ablehnung des Anspruchs auf Intens ivpflegezuschlag mangels entspre- chenden Ausführungen und Begründungen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Jeannine Gass Parteien A.____ , Beschwerdeführer, gesetzlich vertreten durch seinen Vater B.____, dieser wiederum vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Hilflosenentschädigung A.1 Der 2003 geborene A.____ leidet an einer mittel gradigen Intelligenzminderung, einer expressiven und rezeptiven Sprachstörung, einer umschriebe nen Entwicklungsstörung bei mo- torischen Funktionen, einem frühkindlichen Autismus, einer Störung im Zusammenhang mit der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schwangerschaftsdauer und dem fetalen Wachstum sowie an e iner deutlichen psychosozialen Beeinträchtigung. Mit Verfügung vom 20. Februar 2013 sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ mit der Begründung, dass er in fün f alltäglichen Lebensverrichtungen regel- mässig und in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewie sen sei, ab dem 1. Oktober 2012 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades zu. Bei der Revision vom Mai 2017 ergab sich diesbe- züglich keine Veränderung, so teilte die IV-Stelle am 2. Oktober 2017 dem Versicherten mit, dass er weiterhin Anspruch auf die bisherige Entschädigung habe. A.2 Im Juni 2019 leitete die IV-Stelle erneut eine R evision der Hilflosenentschädigung ein. Nach einer Abklärung vor Ort hielt sie fest, dass A.____ noch in drei alltäglichen Lebensverrich- tungen auf Dritthilfe angewiesen sei. In der Folge sp rach sie ihm mit Verfügung vom 16. Ju- li 2020 nunmehr noch eine Hilflosenentschädigung leichten Grades zu, wobei der Zeitpunkt die- ser Reduktion aus der Verfügung nicht klar hervorgeht ( 1. Februar 2020 bzw. 1. September 2020). B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch seinen Va ter B.____, dieser wiederum vertre- ten durch Advokat Matthias Aeberli, am 10. September 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan tonsgericht). Er beantragte sinnge- mäss, in Aufhebung der Verfügung vom 16. Juli 2020 sei ihm weiterhin eine Hilflosenentschädi- gung mittleren Grades auszurichten. Zusätzlich sei ihm ei n Intensivpflegezuschlag zuzuspre- chen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass er nach wie vor in fünf alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig u nd in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen sei sowie einer dauerhaften Überwachung benötige. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den A llgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Verbindung mit Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantona- len IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versiche rungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. An fechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen is t. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 10. September 2020 ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig ist, ob die IV-Stelle die bisher ausgeri chtete Hilflosenentschädigung mittleren Grades zu Recht auf eine solche leichten Grades herabge setzt und einen Anspruch des min- derjährigen Versicherten auf Intensivpflegezuschlag zu Recht abgelehnt hat. 3.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des IVG haben Versicherte mit W ohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch au f eine Hilflosenentschädigung: Nach Art. 9 ATSG ist eine Person hilflos, die wegen Beeintr ächtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf. Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelschwerer und lei chter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). 3.2 Als schwer gilt die Hilflosigkeit, wenn die versicher te Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies de r dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung ü ber die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Nach Art. 37 Abs. 2 IVV ist die Hilflosigkeit mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten all täglichen Lebensverrichtungen regel- mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange wiesen ist (lit. a) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblich er Weise auf die Hilfe Dritter ange- wiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Übe rwachung bedarf (lit. b) oder in min- destens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Beg leitung im Sinne von Art. 38 IVV ange- wiesen ist (lit. c). Dagegen gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz Ab- gabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen L ebensverrichtungen regelmässig in er- heblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV) oder der dauern- den persönlichen Überwachung (Art. 37 Abs. 3 lit. b IV V) oder einer durch das Gebrechen be- dingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege be darf (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV), wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körp erlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter g esellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV) oder dauernd auf lebenspr aktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV). Gemäss Art. 42 bis Abs. 5 IVG haben Minderjährige keinen Anspruch auf Hilflosenentschädigung, wenn sie ledi glich eine lebenspraktische Beglei- tung benötigen. 3.3 Praxisgemäss sind die folgenden sechs alltäglichen Leb ensverrichtungen massge- bend: Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen, Ablieg en; Essen; Körperpflege; Verrichten der Notdurft; Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kon taktaufnahme (Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] Rz. 8010; BGE 133 V 463 E. 7.2, 127 V 97 E. 3c). Für die Hilfsbedürftigkeit in einer L ebensverrichtung mit mehreren Teilfunktio- nen ist nicht verlangt, dass die versicherte Person bei al len oder bei der Mehrzahl dieser Teil- funktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr genügt es, wenn sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewi esen ist (BGE 121 V 90 E. 3c, 117 V 146 E. 2 mit Hinweis; KSIH Rz. 8011). Der Begriff der Erh eblichkeit ist in Relation zu setzen zum zeitlichen Aufwand, den die Hilfsperson hat. Die Hilfe ist mithin insbesondere erheblich, wenn Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die versicherte Person mindestens die Teilfunktion einer einzelnen Lebensverrichtung über- haupt nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand oder n ur auf unübliche Art und Weise selbst ausüben kann oder wegen ihres psychischen Zustandes nicht vornehmen würde (AHI-Praxis 1996 S. 171 f. E. 3; ZAK 1981 S. 388 f. E. 2a). Nich t erheblich sind verbale Hinweise und Erin- nerungen zur selbstständigen Erledigung der Verrichtung (KSIH Rz. 8026.1). 3.4 Die zur Vornahme einer Lebensverrichtung erforderl iche Hilfe kann sowohl in direkter als auch in indirekter Dritthilfe, d.h. in der Form einer Überwachung der versicherten Person bei der Bewältigung der relevanten Lebensverrichtung, best ehen (BGE 133 V 450 E. 7.2 mit diver- sen Hinweisen). Eine indirekte Dritthilfe liegt vor, w enn die versicherte Person bei der Ausfüh- rung einer alltäglichen Lebensverrichtung, z.B. wegen Erstickungsgefahr beim Essen, über- wacht werden muss (vgl. CAROLINE BRUGGER SCHMIDT /D ANIA TREMP , Kinder, Diabetes und Hilf- losenentschädigung, in: SZS 2020, S. 79). Die indirekte Hilfe, die zur Hauptsache psychisch und geistig Behinderte betrifft, setzt ferner nach KSIH Rz. 8030 voraus, dass die Drittperson regelmässig anwesend ist und die versicherte Person insbeson dere bei der Ausführung der in Frage stehenden Verrichtungen persönlich überwacht, sie zum Handeln anhält oder von schä- digenden Handlungen abhält und ihr nach Bedarf hilft. Die indirekte Dritthilfe muss eine gewisse Intensität umfassen, eine einfache Anordnung oder ein einfacher Hinweis reichen nicht aus (vgl. KSIH Rz. 8026.1). Nebst der Wiederholung von Aufforderungen muss mindestens die Handlung während der Ausführung überwacht werden und im Beda rfsfall muss eingegriffen werden kön- nen (KSIH Rz. 8029.1). 3.5.1 Die indirekte Dritthilfe ist von der dauernden persönlichen Überwachung zu unterschei- den, welche sich als eigenständiges Bemessungskriterium (vgl . Art. 37 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b und Abs. 3 lit. b IVV) nicht auf die alltäglichen Leb ensverrichtungen bezieht. Hilfeleistungen, die bereits als direkte oder indirekte Hilfe in einem B ereich der alltäglichen Lebensverrichtung Be- rücksichtigung gefunden haben, können bei der Beurteilun g der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals ins Gewicht fallen. Vielmehr ist darunter eine medizinische und pflegerische Hilfeleistung zu verstehen, welche infolge des physischen un d/oder psychischen Gesundheits- zustandes der versicherten Person notwendig ist (vgl. Urte ile des Bundesgerichts vom 11. De- zember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.5, und vom 25. Februar 2014, 9C_666/2013, E. 8.1, in: SVR 2014 IV Nr. 14 S. 55). Das Erfordernis der persönliche n Überwachung ist insbesondere dann erfüllt, wenn das Kind sich selbst oder Drittpersonen g efährdet und/oder wenn die persönliche Überwachung ein gewisses Mass an Intensität aufweist, welches den Überwachungsbedarf von nicht behinderten Kindern im gleichen Alter übersteig t (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.5; B RUGGER SCHMIDT /T REMP , a.a.O., S. 79 mit Hin- weis auf KSIH Rz. 8078 in Verbindung mit Rz. 8035 [St and: 1. Januar 2017] bzw. KSIH Rz. 8078.1 und Rz. 8078.2 [Stand: 1. Januar 2021]). 3.5.2 Eine besonders intensive dauernde Überwachung lie gt vor, wenn von der Betreuungs- person überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft gefor- dert wird (KSIH Rz. 8079). Dies bedeutet, dass sich die Betreuungsperson permanent in unmit- telbarer Nähe der versicherten Person aufhalten muss, da eine kurze Unachtsamkeit mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit lebensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Schädi- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung von Personen oder Gegenständen führen würde. Aufg rund der geforderten 1:1 Überwa- chung bzw. Betreuung kann sich die Betreuungsperson kaum anderen Aktivitäten widmen. Zum Schutz der versicherten Person und ihrer Umgebung müssen Massnahmen zur Schadenminde- rung getroffen worden sein, wobei es diesbezüglich nicht zu einer unzumutbaren Situation der Umgebung kommen darf. Können Überwachungsinstrumente ( Monitor, Alarm) eingesetzt wer- den, ist nicht per se von einer besonders intensiven Übe rwachung auszugehen (KSIH Rz. 8079). 3.5.3 Die Überwachung muss dauernd erforderlich sein. " Dauernd" heisst nicht rund um die Uhr, sondern ist als Gegensatz zu "vorübergehend" zu verstehen (KSIH Rz. 8036 in Verbindung mit Rz. 8078). Dies kann erfüllt sein, wenn medizinische Anfälle (z.B. epileptische Anfälle) nur alle zwei bis drei Tage auftreten, diese aber unverm ittelt und am Tag mehrmals erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2009, 9C_431/2008, E. 4.4.1). Überwachungs- bedürftigkeit kann auch vorliegen, wenn sich die mit de r (gezielten und individuellen) Überwa- chung betraute Person dazu besonderer Techniken (z.B. B abyphon) bedient. Relevant ist die Überwachung dann, wenn sie sich nicht bloss in reiner P räsenz einer Überwachungsperson erschöpft, sondern mit aktiven Handlungen verbunden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 21. April 2015, 9C_598/2014, E. 5.2.1 und vom 15. Oktober 2008, 8C_158/2008, E. 5.2.1). 3.6 Gemäss Art. 37 Abs. 4 IVV ist bei Minderjährigen n ur der Mehrbedarf an Hilfeleistun- gen und persönlicher Überwachung im Vergleich zu nichtbe hinderten Minderjährigen gleichen Alters zu berücksichtigen (BGE 137 V 434, E. 3.3.3.2; Urt eil des Bundesgerichts vom 11. De- zember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.4). Diese Sonderreg elung trägt dem Umstand Rechnung, dass bei Kleinkindern eine gewisse Hilfs- und Überwachu ngsbedürftigkeit auch bei voller Ge- sundheit besteht. Für die Bestimmung der Hilflosigkeit Minderjähriger dienen die im Anhang III des KSIH enthaltenen Richtlinien zur Bemessung der ma ssgebenden Hilflosigkeit bei Minder- jährigen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.4 mit Hin- weis; KSIH Rz. 8086). 3.7 Verwaltungsweisungen, zu welchen auch das KSIH zählt , richten sich primär an die Durchführungsstellen und sind für das Kantonsgericht somi t nicht verbindlich. Deren Regeln werden vom Kantonsgericht dennoch berücksichtigt, sofern si e eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht daher nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben da rstellen. Insofern wird dem Bestre- ben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine recht sgleiche Gesetzesanwendung zu ge- währleisten, Rechnung getragen (BGE 140 V 543 E. 3.3.2.2.1 mit Hinweisen). 4. Für die Bemessung der Hilflosigkeit der versicherten Person ist in der Regel eine Ab- klärung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVV) erforder- lich. Rechtsprechungsgemäss muss ein Abklärungsbericht fol genden Anforderungen genügen: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumli- chen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergeben- den Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psy- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht chische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltäg liche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zu lässig, sondern notwendig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1). Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksich- tigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Be- richtstext muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebens- verrichtungen sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Berich t eine zuverlässige Entscheidungs- grundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in d as Ermessen der die Abklärung tätigen- den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschät zungen vorliegen. Das gebietet insbe- sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklär ungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Ge richt (BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird eine formell rechtskr äftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgeset zt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt erheblich verändert h at. Anlass zur Revision einer Rente oder einer anderen Dauerleistung gibt jede wesentlich e Änderung in den tatsächlichen Verhält- nissen, die geeignet ist, den Leistungsanspruch zu be einflussen. Insbesondere ist die Leistung nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheit szustandes, sondern auch dann re- vidierbar, wenn sich die Auswirkungen des an sich gleich ge bliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit beziehungsweise die Hilfsbedü rftigkeit erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderu ng der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn aus der Veränderung der Intensität und der Auswirkungen eines Leidens eine Verminderung oder E rhöhung des Arbeitsfähigkeitsgra- des beziehungsweise der Hilflosigkeit resultiert (Urteile des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2 und vom 28. August 2003, I 212/03 , E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit respektive di e Hilflosigkeit für sich allein ge- nommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ATSG dar. 5.2 Zeitlicher Referenzpunkt für die Beantwortung der Frage, ob eine erhebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, bildet die letzte der versicherten Person eröffnete rechtskräfti- ge Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung d es Anspruchs auf Hilflosenentschädigung mit einer rechtskonformen Sachverhaltsabklärung und ein er entsprechenden Beweiswürdigung beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 114 E. 5.4 mit Hinweis). Vorliegend wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 20. Februar 2013 mitgeteilt, dass ihm ab 1. Oktober 2012 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades zustehe. Am 16. Juli 2020 erging die vorliegen d angefochtene Verfügung, mit welcher dem Versicherten nunmehr noch eine Hilflosenentschädigung leichten Grades zugesprochen wurde. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine erh ebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, die eine revisionsweise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten Hilflosenent- schädigung rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalt s, wie er im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. Februar 2013 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der strittigen Verfügung vom 16. Juli 2020. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollst ändige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiese n annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes v orsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Verwalt ung und Gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mög lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit H inweisen). Der Untersuchungsgrund- satz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungsla st begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügende n Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach- verhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel grei ft allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsat zes aufgrund einer Beweiswürdi- gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest di e Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen). 6.1 Für die Prüfung der strittigen Frage sind im Wese ntlichen nachfolgende Unterlagen zu berücksichtigen: 6.2 Im Abklärungsbericht Hilflosigkeit vom 19. Oktober 20 12 wurde festgehalten, dass der Versicherte beim An- und Auskleiden, beim Essen und bei der Körperpflege, bei der Verrich- tung der Notdurft, bei der Fortbewegung im Freien u nd bei der Pflege der gesellschaftlichen Kontakte regelmässige und erhebliche Hilfe benötige. A ls Intensivpflegezuschlag wurden 21 Minuten pro Tag berücksichtigt. Beim Essen wurde insbesond ere festgehalten, dass der Versi- cherte beim Zerkleinern der Nahrung auf Dritthilfe an gewiesen sei, da er mit der Handhabung des Bestecks überfordert sei und bei der Sägebewegung m it dem Messer zu wenig Druck aus- üben könne. Beim Verrichten der Notdurft erfolge die Intimreinigung nach dem Stuhlgang nur ungenügend. Trotz Aufforderung würde es dem Versichert en nicht gelingen, sich gründlich zu reinigen, daher müsse die Intimreinigung von seiner Mutter übernommen werden. Beim Ordnen der Kleider würde allerdings keine Hilfe benötigt. Di e Notwendigkeit einer Überwachung sei zu verneinen. 6.3 Im Verlaufsgutachten von Dr. med. C.____, Kinderar zt FMH, vom 30. Mai 2017 wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer im Alltag noch viel Unterstützung bei der Körperpflege benötige. Essen könne er allerdings selbstständig. Auch im Bericht vom 27. August 2019 wird von Dr. C.____ festgehalten, dass der Beschwerdeführer b ei alltäglichen Verrichtungen wie Duschen, Toilettengang und Anziehen noch Hilfe benötig en würde, eine Hilfsbedürftigkeit beim Essen wurde im entsprechenden Bericht allerdings nicht erwähnt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Im Abklärungsbericht Hilflosigkeit vom 1. November 2 019 wurde ausgeführt, dass der Versicherte Hilfe beim An- und Auskleiden, bei der Körp erpflege und bei der Fortbewegung im Freien sowie bei der Pflege der gesellschaftlichen Kontakte benötige. Eine Dritthilfe beim Essen und beim Verrichten der Notdurft sei nicht erforderli ch. So sei es ihm, im Gegensatz zum Jahr 2012, möglich, das Essen, mit Ausnahme von Fleisch und fase rigen, harten Nahrungsmitteln, selbstständig zu zerschneiden und einzunehmen. Über Mitt ag esse er üblicherweise in der Schulkantine, wo er keine Hilfe erhalte. Die gelegentl iche Unterstützung für Fleisch und faseri- ge, harte Nahrungsmittel erfolge nicht regelmässig (täglich) und könne daher nicht angerechnet werden. Was die Verrichtung der Notdurft angehe, reinige sich der Versicherte selber und benö- tige im Gegensatz zum Jahr 2012 keine erhebliche Dritthilfe mehr. Er müsse lediglich nach dem Stuhlen dazu aufgefordert werden, sich intim zu reinig en. Dies erfolge in einem nicht erhebli- chen Aufwand, da die Mutter dies prinzipiell immer erw ähne und ihn daran erinnere. Eine Überwachung im IV-rechtlichen Sinn müsse nicht geleistet werden, so könne sich der Versi- cherte am PC alleine beschäftigen und müsse dabei nicht persönlich betreut werden. Dank Hilfsmittel und Verschliessen der Türe bestehe auch kei ne Weglaufgefahr. Eine Eigen- oder Fremdgefährdung bestehe nicht. Insgesamt habe der Ve rsicherte dank der bisherigen intensi- ven Therapie und Schulbegleitung grosse Fortschritte im Sinne der Selbstversorgung und Hilflosigkeit erzielen können. Diese Tatsache sei so auch von seinem Vater bestätigt worden. 6.5 Im Bericht der Lehrerin, Frau D.____, vom Dezembe r 2019 wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Versicherte beim Essen immer wiede r Ermunterung benötige. Er stochere im Teller herum und nehme gelegentlich ein kleines Bissch en in den Mund. Dem Versicherten werde ein Wecker gestellt und er werde ermahnt, zu esse n. Beim Schöpfen brauche er Hilfe. Oft komme es vor, dass er etwas anderes wolle, wenn gesc höpft worden sei und deshalb sehr hartnäckig stürme. Diese Angaben wurden der IV-Stelle t elefonisch am 3. April 2020 bestätigt und dadurch ergänzt, dass normal harte Speisen nicht in mundgerechte Stücke vorgeschnitten serviert würden und der Versicherte mit Messer und Gabel esse. 6.6 Im Verlaufsbericht zur Revision der Leistungen bei Ju gendlichen vom 28. Februar 2020 führte Dr. C.____ aus, dass die psychischen Beeinträchtigu ngen stark ausgeprägt, aber auch schwierig zu erfassen seien, da erhebliche kognitive Beein trächtigungen bestünden. Es sei für den Versicherten in den vergangenen zwei Jahren zunehmen d schwieriger geworden, seine körperliche pubertäre Entwicklung zu verarbeiten. Dies habe zunehmend zu unklaren Verweige- rungshaltungen gegenüber dem Vater geführt. Aufgrun d der kognitiv-intellektuellen Einschrän- kungen sei der Versicherte in seiner Selbstständigkeit na ch wie vor stark eingeschränkt. Als zusätzliche Bemerkung wird angeführt, dass die Herabstufung der Hilflosenentschädigung nicht nachvollziehbar sei. Zwar habe der Beschwerdeführer in l ebenspraktischen Fähigkeiten wie Anziehen oder einfacher Körperpflege gewisse Fortschritt e erzielt. Nach wie vor müssten aber alle Verrichtungen kontrolliert werden. Auf Grund der körperlichen und pubertären Entwicklung sei die Betreuung des Beschwerdeführers für die Eltern schwieriger und zeitaufwändiger ge- worden. Bei vielen Aufforderungen opponiere er. Insge samt sei es für die Eltern einfacher ge- wesen, als der Versicherte zwei Jahre zuvor zwar noch etwas mehr direkte Hilfe benötigt habe, diese aber dankbar angenommen habe. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.7 In der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Di enstes (RAD) vom 10. März 2020, welche infolge der neuen ärztlichen Einschätzung durch Dr . C.____ vom 28. Februar 2020 in Auftrag gegeben wurde, wurde festgehalten, dass grund sätzlich aus medizinisch-theoretischer Sicht davon auszugehen sei, dass beim Versicherten ein umfassender, angeborener und anhal- tender Gesundheitsschaden bestehe, der deutlich einschrän ken könne. Unter diesem Ge- sichtspunkt seien die medizinischen Angaben im Arztbericht von Dr. C.____ vom 28. Febru- ar 2020 durchaus nachvollziehbar und plausibel. Allerdings würde sich die Frage stellen, warum die Angaben in der Stellungnahme von Dr. C.____ nicht bereits während der Abklärung vom 1. November 2019 mitgeteilt worden seien. Aus Sicht de s RAD sei es kein vorrangig medizini- sches Thema, auf welche Angaben abzustellen sei. 6.8 Mit Bericht vom 3. April 2020 nahm die Abklärungspe rson erneut Stellung. Da sich ih- res Erachtens sämtliche Vorbringen des Beschwerdeführers, mit Ausnahme des Essens, mit der im Abklärungsbericht festgehaltenen Selbstständigkeit decken würden, sei nur auf den strei- tigen Punkt einzugehen. Diesbezüglich sei erneut eine R ücksprache mit Frau D.____, telefo- nisch am 3. April 2020, erfolgt. Die Lehrerin des Besch werdeführers habe auf Nachfrage ange- geben, dass er alleine nicht schön esse und sehr viel Zei t benötige. Er stochere im Essen her- um und würde ohne Zeitlimit und Ermahnungen bis zu dr ei Stunden benötigen, um fertig zu essen. Harte und faserige Speisen würden von den Lehrern zerschnitten. Normal harte Speisen könnten vom Beschwerdeführer ohne Dritthilfe eingenomme n werden. Gestützt auf die erneute Abklärung könne festgehalten werden, dass der Beschwerdef ührer im Bereich der Selbststän- digkeit beim Essen Fortschritte erreicht habe. Die Einsc hätzung wurde vom RAD mit E-Mail vom 5. Mai 2020 als plausibel und nachvollziehbar qualif iziert, wobei gleichzeitig daran festge- halten wurde, dass es sich nicht um eine medizinische Frage handle. 6.9 In einer dritten, im Rahmen des Vorbescheidverfah rens nach Einwand eingeholten Stellungnahme vom 1. Juli 2020 wurde festgehalten, dass der berechnete Mehraufwand im de- taillierten Gespräch mit dem Vater des Beschwerdeführer s anhand dessen Angaben zu den einzelnen Verrichtungen ermittelt worden sei. Zudem s ei eine Korrektur des Zeitaufwands für die Begleitung zur psychotherapeutischen Behandlung vo rgenommen worden, wodurch der totale Mehraufwand vom 18 Minuten auf total 27 Minut en erhöht worden sei. Allein der Um- stand, dass gemäss Einwand ein Intensivpflegezuschlag auf mi ndestens vier Stunden täglich gerechtfertigt wäre, könne einen solchen Zuschlag nicht begründen. Bezüglich der Notwendig- keit einer Überwachung sei festzuhalten, dass der Beschw erdeführer die Kriterien der Überwa- chung nach KSIH Rz. 8035 ff. noch nicht erfülle, da kei ne Eigen- oder Fremdgefährdung beste- he. Ausserdem könne sich der Versicherte unter anderem a m PC selbstständig beschäftigen. Das Einstellen der Programme am PC könne noch nicht als persönliche Überwachung im Sinne des KSIH Rz, 8035 angerechnet werden, da eine Intervent ionsbereitschaft nicht notwendig sei. Dass kein persönliches Vorsprechen des Beschwerdeführers erfo lgt sei, begründet die Abklä- rungsperson damit, dass dies für die betroffene Person keine gewinnbringenden Aspekte hätte und zudem das fragwürdige Demonstrieren der Defizite de s Beschwerdeführers unwürdig, un- angepasst und kontraproduktiv wäre. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte in den letzten Jahren in seiner Entwicklung erhebliche Fortschritte im Bereich der Selbstständigkeit erreichen konnte. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stütze sich bei der Beurteil ung der Hilflosigkeit des Beschwer- deführers vollumfänglich auf die Ergebnisse des Abklärun gsberichts vom 1. November 2019 und die Ausführungen der Lehrerin des Beschwerdeführe rs. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte nunmehr noch in den Lebensverrichtun gen An- und Auskleiden, Körper- pflege und Fortbewegung im Freien sowie Pflege der gesellschaftlichen Kontakte regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen sei. Die Notwendigkeit einer lebensprakti- schen Begleitung wurde indes verneint. 7.2 Wie in Erwägung 4 hiervor ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Abklärungsberichten, die von einer qualifizi erten Person abgefasst wurden, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der medizinisch gestellten Diagnosen und der sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen hat , und sich plausibel, begründet und detailliert zu den Tatbestandselementen äussern sowie in Übereinstimmung mit den vor Ort erhobenen Angaben stehen, volle Beweiskraft zuzuerkennen , solange keine klar feststellbaren Fehleinschätzungen vorliegen. Solche sind nicht ersichtlich. Der Bericht vom 1. November 2019 beruht auf einer von einer Fachperson vor Ort vorgenom menen Abklärung und führt die festge- stellten Beeinträchtigungen detailliert aus. Er gibt e inen umfassenden Eindruck über die im All- tag des Versicherten bestehenden, gesundheitlichen Pro bleme und deren Bewältigung. Zu be- achten ist, dass der Abklärungsbericht auf dem Gespräch mit dem Vater des Versicherten und den Ausführungen der Lehrerin beruht, welche in tägl ichem Kontakt mit dem Beschwerdeführer sind und dessen Einschränkungen täglich miterleben. Man gels offensichtlicher Fehleinschät- zungen stellt der Abklärungsbericht damit eine insgesamt zuverlässige Entscheidungsgrundlage dar, weshalb ihm grundsätzlich volle Beweiskraft zukommt. 7.3 Daran vermögen auch die formellen Vorbringen in der Beschwerde nichts zu ändern. Wenn der Beschwerdeführer einwendet, dass kein Vertreter der Beschwerdebeklagten den Be- schwerdeführer persönlich besucht habe, ist darauf hinzuw eisen, dass die Abklärungsperson bereits mehrmals vor Ort war, sowohl den Beschwerdefü hrer als auch den Vater des Be- schwerdeführers kennt und auch mit der natürlichen Umg ebung des Versicherten vertraut ist. Wie dem Bericht der Abklärungsperson vom 1. Juli 2020 zu entnehmen ist, wurde ein persönli- ches Vorsprechen für den Beschwerdeführer als nicht gewinn bringend und das Demonstrieren seiner Defizite als fragwürdig und unangepasst erachtet. Auch ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer selbst unter anderem aufgrund einer expressiven und rezeptiven Sprachstö- rung nicht dazu in der Lage ist, seine eigenen Beschwer den zu äussern, geschweige denn zu beschreiben, in welchen Lebensbereichen er auf Hilfe Dritter angewiesen ist. Dies wird auch im Einwand des Vaters des Beschwerdeführers vom 10. Dezember 2019 bezüglich des Vorbe- scheids vom 18. November 2019 bestätigt, indem darauf hi ngewiesen wird, dass die Sprach- verständigung mit dem Beschwerdeführer schwierig sei, da er nur einzelne Wörter spreche und sich nicht artikulieren könne. In der Vergangenheit durch geführte Abklärungsgespräche in Ab- wesenheit des Beschwerdeführers wurden zudem bisher nicht beanstandet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Kritik, dass der Vater des Beschwerdeführers den Vert reter der Beschwerdebeklagten an- lässlich der Abklärung vom 1. November 2019 aus sprachlich en Gründen nicht immer verstan- den hatte, kann nicht nachvollzogen werden. Es ist zu be achten, dass die zuständige Abklä- rungsperson bereits zum vierten Mal bei der Familie de s Beschwerdeführers zu Abklärungs- zwecken zu Gast war und bis anhin keine Sprachprobleme auf gefallen sind. Allfällige Sprach- barrieren hätten somit schon bei früheren Abklärungen beanstandet werden müssen, wurden aber bis anhin vom Beschwerdeführer nie erwähnt. Zudem hätte der Vater des Beschwerdefüh- rers bei tatsächlichen Sprachproblemen Unterstützung zur allfälligen Übersetzung beiziehen können, wenn er dies anhand der letzten drei Gespräche als notwendig erachtet hätte. Tatsäch- liche Verständigungsprobleme erscheinen deshalb unwahrscheinlich. 7.4 Soweit der Beschwerdeführer moniert, der Sachverh alt sei insgesamt zu wenig fundiert abgeklärt worden, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt wer den. Aufgrund mehrmaliger Besuche beim Beschwerdeführer hatte die Abklärungsperson verti efte Kenntnisse der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der sich aus den medizinisc h gestellten Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten. Insbesondere auf die Bereiche Essen, Verrichtung der Notdurft und Notwendigkeit einer dauerhaften Übe rwachung wurde im Laufe der Abklärung näher eingegangen. So kann das Vorbringen des Beschwerdeführers, beim selbstständigen Essen seien keine Fort- schritte zu verzeichnen, nicht bestätigt werden. Gemäss K SIH Rz. 8018 liegt keine Hilflosigkeit vor, wenn die versicherte Person nur zum Zerschneiden ha rter Speisen auf direkte Dritthilfe angewiesen ist, da solche Speisen nicht täglich gegessen werden und deswegen nicht von ei- ner regelmässigen und erheblichen Dritthilfe die Rede sein kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2010, 8C_30/2010, E. 6.2). Im vorliegend en Fall erfolgt die Unterstützung beim Essen mittels indirekter Dritthilfe (vgl. E. 3.4 hiervor ), wobei der Beschwerdeführer zwar zum Essen ermahnt werden muss, allerdings technisch selbstständ ig essen kann. Dies wurde auch im Einwand des Vaters des Beschwerdeführers vom 10. Dezem ber 2019 („Essen kann er allei- ne, doch sein Essverhalten ist schwierig. Er braucht sehr lange“), im Schreiben von Frau D.____ vom Dezember 2019 sowie mit telefonischer Ausku nft von Frau D.____ vom 3. Ap- ril 2020 bestätigt. Verbale Hinweise und Erinnerunge n zur selbstständigen Erledigung einer Lebensverrichtung erfüllen den Grundsatz der Erheblichkeit einer indirekten Hilfe jedoch nicht (vgl. KSIH Rz. 8026.1). Dementsprechend kann der Besch werdegegnerin gefolgt werden, dass im Lebensbereich Essen nicht mehr länger von einer Hilfsbedürftigkeit auszugehen ist. Auch aus der Behauptung, dass bei der Verrichtung der Notdurft ebenfalls keine Fortschritte erzielt worden seien, kann der Beschwerdeführer nichts z u seinen Gunsten ableiten. So kann sich der Versicherte selbst reinigen und seine Kleider selbstständig ordnen. Während die Intim- reinigung gemäss Bericht vom 19. Oktober 2012 nach dem Stuhlgang nur ungenügend erfolgte und es trotz Aufforderung dem Beschwerdeführer nicht ge lang, sich gründlich zu reinigen, so dass die Mutter die Intimreinigung übernehmen musste, kann der Beschwerdeführer die Intim- reinigung gemäss Bericht vom 1. November 2019 nach Auf forderung mittlerweile selbstständig durchführen. Da die Mutter ihn prinzipiell immer dara n erinnert, ist darin kein Mehraufwand zu erachten. Da in der Beschwerde keine dieser Feststellung widersprechenden Argumente aufge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht führt werden, kann auch hier mit der Beschwerdegegneri n davon ausgegangen werden, dass beim Verrichten der Notdurft keine Hilfsbedürftigkeit mehr besteht. Das Vorbringen, dass der Beschwerdeführer in praktisch sä mtlichen Lebensbereichen intensiv betreut und überwacht werden müsse, findet in den Ak ten keine Stütze. So wurden als Begrün- dung lediglich die von der Beschwerdegegnerin nicht best rittenen Dritthilfen in den Lebensver- richtungen An- und Auskleiden, Körperpflege sowie Fortbewegung vorgebracht. Dabei verkennt der Beschwerdeführer, dass Hilfeleistungen, die bereits als direkte oder indirekte Hilfe in einem Bereich der alltäglichen Lebensverrichtung Berücksichtigu ng gefunden haben, bei der Beurtei- lung der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals ins Gewicht fallen können und eine beson- ders intensive dauernde Überwachung nur vorliegt, wen n von der Betreuungsperson über- durchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interv entionsbereitschaft gefordert wird. Dies bedeutet, dass sich die Betreuungsperson permanent in unmittelbarer Nähe der versicher- ten Person aufhalten muss, da eine kurze Unachtsamkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lebensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Sc hädigung von Personen oder Ge- genständen führen würde (KSIH Rz. 8079). Dies ist vorli egend nicht der Fall. So besteht dank Hilfsmitteln und Verschliessen der Türe beim Versicherten keine Weglaufgefahr. Auch eine Ei- gen- oder Fremdgefährdung besteht gemäss Abklärungsberich t vom 1. November 2019 nicht. Vielmehr bestätigt auch der Vater, dass sich der Beschwe rdeführer beispielsweise sehr für Mu- sik interessiere und sich am PC verweilen könne. Die Not wendigkeit einer dauernden persönli- chen Überwachung des Beschwerdeführers ist nicht ersichtlich. Sämtliche Lebensbereiche des Beschwerdeführers wurden det ailliert mit Bericht vom 1. November 2019 beleuchtet. Bei Unklarheiten wurden, wie aus den vorhergehenden Ausfüh- rungen ersichtlich wird, weitere Abklärungen unter ande rem bei der Lehrerin des Beschwerde- führers vorgenommen. Die Vorbringen im Rahmen des Ein wandverfahrens wurden zudem de- tailliert bei der Abklärungsperson und beim RAD Basel geklärt. Der Beschwerdeführer verweist zwar diesbezüglich darauf, dass die Ärztin für Kinder- u nd Jugendpsychiatrie des RAD in ihrer Stellungnahme vom 30. März 2020 erklärt habe, dass es au s medizinischer Sicht ausgespro- chen schwierig zu beurteilen sei, wie umfassend und int ensiv die einzelnen Massnahmen der Dritthilfe in diesem konkreten Fall seien. Allerdings p räzisierte sie mit E-Mail vom 5. Mai 2020 weiter, dass die Angaben des Abklärungsdienstes durchaus plausibel und nachvollziehbar er- scheinen würden und es letztlich keine medizinische Frag e sei, ob nun das Zerkleinern faseri- ger und harter Speisen Dritthilfe begründe oder nicht . Insgesamt kann der Abklärungsbericht vom 1. November 2019 als plausibel, begründet und detai lliert bezüglich der einzelnen alltägli- chen Lebensverrichtungen erachtet werden, womit er den Anforderungen der Rechtsprechung an einen beweistauglichen Abklärungsbericht genügt. 7.5 Im Vergleich zum Abklärungsbericht vom 19. Oktober 2 012 ergibt sich daraus eine namhafte Verringerung des Bedarfs an Dritthilfe in den alltäglichen Lebensverrichtungen. So benötigt der Beschwerdeführer aktuell noch in den Leb ensverrichtungen An- bzw. Auskleiden, Körperpflege und Fortbewegung ausserhalb der Wohnung sowie Pflege sozialer Kontakte re- gelmässige Dritthilfe, während diese im Jahr 2012 noc h bei fünf Lebensverrichtungen erforder- lich war. Der Wegfall der Hilfsbedürftigkeit beim Essen sowie der Verrichtung der Notdurft ist Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachvollziehbar. Das Gericht greift in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorlieg en, weil die fachlich kompetente Abklä- rungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist, als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1). Gemäss den vorhergehenden A usführungen sind keine klar fest- stellbaren Fehleinschätzungen der Abklärungsperson ersichtlich. 7.6 Da aus der Verfügung vom 16. Juli 2020 nicht klar hervorgeht, auf welchen Zeitpunkt die Reduktion der mittleren auf eine leichte Hilflosenent schädigung verfügt wurde (bereits per 1. Februar 2020 oder erst per 1. September 2020), is t diesbezüglich auf die gesetzlichen Best- immungen abzustellen. Gemäss Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die Herabsetzung oder Auf he- bung der Hilflosenentschädigungen frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats. Die rückwirkende Herabsetzu ng des Anspruchs – ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung – ist nur dann vorzunehmen, wenn der Bezüger die Leistungen zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach Art . 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88 bis Abs. 2 lit. b IVV). Im vorliegenden Fall wurde die H erabsetzungs- verfügung vom 16. Juli 2020 vermutlich noch im gleichen Monat zugestellt. Für eine rückwir- kende Herabsetzung des Anspruchs per 1. Februar 2020 fin den sich in den vorliegenden Akten keine Anhaltspunkte, wodurch eine Herabsetzung per 1. Fe bruar 2020 ausser Betracht fällt. Demnach kann der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigu ng frühestens per 1. September 2020 herabgesetzt werden. 8. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich beim Beschwerdef ührer – im Vergleich zum Abklärungsbericht vom 19. Oktober 2012 – eine namha fte Verringerung des Bedarfs an Dritthilfe in den alltäglichen Lebensverrichtungen eingestellt hat, weshalb ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ATSG zu bejahen ist. Da er aktuell noch in drei alltäglichen Lebensver- richtungen auf die regelmässige und erhebliche Dritthi lfe angewiesen ist und keine besondere Überwachung benötigt, hat die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete Hilflosenentschä- digung mittleren Grades zu Recht auf eine solche leichte n Grades herabgesetzt. Diese Herab- setzung ist per 1. September 2020 vorzunehmen. 9.1 Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf einen Intensivpflegezu- schlag. 9.2 Gemäss Art. 42 ter Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 IVV wird die Hilflo- senentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, um ei- nen Intensivpflegezuschlag ergänzt, sofern sie sich nicht in einem Heim aufhalten. Der monatli- che Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsb edingten Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 100 % bei einem solchen vo n mindestens 6 Stunden pro 70 % und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pro Tag 40 % des Höchstbetrages der Alters- rente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 des Bundesgesetzes über di e Alters- und Hinterlassenenversi- cherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946. Der Zuschlag berechnet sich pro Tag. 9.3 Eine intensive Betreuung im Sinne von Art. 42 ter Abs. 3 IVG liegt nach Art. 39 IVV vor, wenn Minderjährige im Tagesdurchschnitt infolge Beeint rächtigung der Gesundheit zusätzliche Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betreuung von mindestens 4 Stunden benötigen (Abs. 1). Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergl eich zu nicht behinderten Minderjähri- gen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufw and für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche durch medizinische Hilfspersonen vorgen ommen werden, sowie für pä- dagogisch-therapeutische Massnahmen (Abs. 2). Bedarf ein e minderjährige Person infolge Be- einträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernde n Überwachung, so kann diese als Betreuung von 2 Stunden angerechnet werden. Eine bes onders intensive behinderungsbeding- te Überwachung ist als Betreuung von 4 Stunden anrechen bar (Abs. 3; zur anrechenbaren Be- treuung im Einzelnen: KSIH, Rz. 8074 ff.). 9.4 Der Mehraufwand für die Betreuung des Beschwerdefü hrers wurde mit Abklärungsbe- richt vom 1. November 2019 und Korrektur vom 1. Juli 2020 auf 27 Minuten pro Tag festgelegt. Die Dauer des anrechenbaren Mehraufwands wurde anhand der detaillierten Angaben des Va- ters des Beschwerdeführers ermittelt. Weder die Angab en des Beschwerdeführers noch der beigebrachte Arztbericht lassen die intensive Betreuungs notwendigkeit erkennen, welche den Mindestzeitaufwand von vier Stunden täglich, der für ei nen Intensivpflegezuschlag vorausge- setzt wird, übersteigt. Dr. C.____ verweist in seinem Be richt vom 28. Februar 2020 auf die schwierige Verarbeitung der körperlichen pubertären Ent wicklung, die zu unklaren Verweige- rungshaltungen gegenüber dem Vater geführt hätten. Er opponiere bei vielen Aufforderungen und scheine den Vater nicht mehr immer als Bezugsperson zu akzeptieren, was zu schwierigen Situationen führen würde. Auch wenn dieser familiäre Konflikt in Zusammenhang mit der puber- tären Entwicklung des Beschwerdeführers durchaus zu nachvo llziehbaren Schwierigkeiten in der Betreuung führen kann, kann daraus nicht automati sch ein vier Stunden überschreitender Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege abgeleit et werden. Die Folgerung des Be- schwerdeführers, dass aus dem Verlaufsbericht vom 28. Febru ar 2020 hervorgehe, dass die Voraussetzungen für die Zusprechung eines Intensivpflege zuschlags gegeben seien, weil der Beschwerdeführer in sämtlichen Belangen Unterstützung benötige, ist mangels entsprechenden Ausführungen und Begründungen nicht nachvollziehbar und kann nicht gestützt werden. Die Beschwerde muss insoweit abgewiesen werden. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festg elegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen- de Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten zu überbin den sind. Diese werden mit dem von ihm bezahlten Vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrech net. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht