<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00499</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224864&amp;W10_KEY=13045527&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00499</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.04.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines Drittstaatsangehörigen] Die anspruchsbegründende Ehe hat sieben Jahre gedauert, der Beschwerdeführer erfüllt jedoch die Integrationskriterien nach Art. 50 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 58a AIG in wirtschaftlicher Hinsicht nicht (E. 2). Der aus dem Irak stammende Beschwerdeführer lebt seit 23 Jahren in der Schweiz, wurde nur untergeordnet straffällig, sein Sozialhilfebezug erreicht die Schwelle für den Widerruf bzw. die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung nicht und die Verschuldung erweist sich als geringfügig. Die Beziehung zu seinem in der Schweiz geborenen, bei der Kindsmutter lebenden 13-jährigen Sohn ist in affektiver Hinsicht als gelebt und eng einzustufen. Die mangelhafte wirtschaftliche Unterstützung seines Sohnes kann dem Beschwerdeführer nur beschränkt vorgeworfen werden. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich als unverhältnismässig (E. 3). Gutheissung UP/URB. Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHEHELICHER HÃRTEFALL">NACHEHELICHER HÃRTEFALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTVERLÃNGERUNG">NICHTVERLÃNGERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. 1 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. 1 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=70655" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00499</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 10. April 2025</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Ersatzrichterin Jasmin Malla, Gerichtsschreiber Michael Spring. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Der 1981 geborene irakische StaatsangehÃ¶rige A reiste am 2. Juni 2002 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Nachdem das Asylgesuch am 26. Oktober 2004 rechtskrÃ¤ftig abgelehnt wurde, verblieb er in der Schweiz und heiratete am 10. Februar 2007 die damals niederlassungsberechtigte, thailÃ¤ndische StaatsbÃ¼rgerin C, woraufhin ihm eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt wurde. Am 28. Januar 2009 verstarb die damalige Ehefrau. In der Folge wurde die Aufenthaltsbewilligung von A nicht verlÃ¤ngert und es wurde ihm eine Ausreisefrist bis am 26. Februar 2010 angesetzt. Dennoch verblieb er in der Schweiz. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Im Jahr 2012 kam D, der gemeinsame Sohn von A und der im Kanton ZÃ¼rich niedergelassenen, 1978 geborenen dominikanischen StaatsangehÃ¶rigen E zur Welt und am 12. Dezember 2014 schlossen A und E die Ehe, woraufhin ersterem eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Nachdem die Ehegatten sich am 3. November 2021 getrennt hatten, wurde die Aufenthaltsbewilligung A letztmals bis am 11. Dezember 2022 verlÃ¤ngert. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 19. MÃ¤rz 2024 lehnte das Migrationsamt das Gesuch von A um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab und wies ihn aus der Schweiz und dem Schengenraum weg, unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis am 19. Juni 2024. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 26. Juni 2024 ab und setzte A eine neue Ausreisefrist bis am 26. September 2024 an. Sie gewÃ¤hrte die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und entschÃ¤digte den Rechtsvertreter als unentgeltlichen Rechtsbeistand. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 28. August 2024 liess A beim Verwaltungsgericht beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei das Migrationsamt anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Zudem beantragte er die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung, letzteres auch fÃ¼r das Verfahren vor Vorinstanz.</p> <p class="Sachverhalt2">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 11. September 2024 reichte A dem Verwaltungsgericht ein Schreiben von E ein, in dem sie sich zur Beziehung von A zum gemeinsamen Sohn Ã¤ussert.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 1. April 2025 reichte der Rechtsvertreter von A eine aktuelle Honorarnote und einen neuen Arbeitsvertrag ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Nach Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) hat der auslÃ¤ndische Ehegatte einer in der Schweiz niederlassungsberechtigten Person Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn er unter anderem mit dieser zusammenwohnt (lit. a). Entscheidend beim Zusammenwohnen ist nicht allein das formelle Eheband zwischen den Beteiligten, sondern der Bestand einer gelebten Wohn- und Ehegemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2). Bei intakter und gelebter Ehe lÃ¤sst sich ein entsprechender Aufenthaltsanspruch zudem auch auf das in Art. 8 Abs. 1 der </span>EuropÃ¤ischen<span> Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) festgehaltene Recht auf Familienleben stÃ¼tzen.</span></p> <p class="Erwgung2">Es ist unbestritten, dass seit der Trennung der Eheleute im November 2021 keine intakte eheliche Gemeinschaft zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und der Ehefrau mehr besteht und sie seither nicht mehr zusammenwohnen. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann damit bezÃ¼glich seiner frÃ¼heren Ehegemeinschaft aus Art. 43 Abs. 1 AIG keinen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung ableiten. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2 <br/> </b><b>2.2.1</b> Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft hat der auslÃ¤ndische Ehegatte einer niederlassungsberechtigten Person nach Art. 50 Abs. 1 AIG weiterhin Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, sofern die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert hat und kumulativ die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (lit. a) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). </p> <p class="Urteilstext">Die Ehegemeinschaft hat vom 12. Dezember 2014 bis am 3. November 2021 und damit knapp sieben Jahre gedauert, weshalb die zeitlichen Anforderungen von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG erfÃ¼llt sind. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2</b> Zu prÃ¼fen bleibt, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die Integrationskriterien von Art. 58a AIG erfÃ¼llt oder ob er Integrationsdefizite aufweist, die einem Anspruch auf BewilligungsverlÃ¤ngerung entgegenstehen. </p> <p class="Erwgung3">Massgeblicher Zeitpunkt zur Beurteilung des Integrationserfolgs wÃ¤hrend der Ehe ist die Aufgabe der Ehegemeinschaft, wobei aber nachtrÃ¤gliche Integrationsleistungen zumindest bis zum Ablauf der bereits im Familiennachzug erteilten Aufenthaltsbewilligung berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen (statt vieler BGr, 29. Oktober 2018, 2C_160/2018, E. 2.2; Thomas Geiser/Felix Blocher/Marc Busslinger, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, HandbÃ¼cher fÃ¼r die Anwaltspraxis [HAP], 3. A., Basel 2022, § 23.314).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3</b> Die Vorinstanz kommt nach einer eingehenden PrÃ¼fung der Integrationskriterien zum Schluss, dem BeschwerdefÃ¼hrer kÃ¶nne insgesamt keine erfolgreiche Integration attestiert werden: Zwar dÃ¼rfte das Kriterium der sprachlichen Integration erfÃ¼llt sein. Sodann habe er bloss in geringfÃ¼giger Weise strafbares Verhalten begangen, sodass den diesbezÃ¼glich erfolgten Verurteilungen kein ausschlaggebendes Gewicht zukomme. In beruflicher Hinsicht sei dem BeschwerdefÃ¼hrer die Integration in gewissem Umfang gelungen, wenn ihm auch keine gefestigte berufliche Integration zugesprochen werden kÃ¶nne. Eine wirtschaftliche Integration verneinte die Vorinstanz jedoch: So habe der BeschwerdefÃ¼hrer im Jahr 2014 und dann wieder seit 2022 teilweise vollumfÃ¤nglich, teilweise ergÃ¤nzend zum selbsterzielten Einkommen von der Ã¶ffentlichen Hand unterstÃ¼tzt werden mÃ¼ssen, insgesamt mit einem Betrag in der HÃ¶he von Fr. 36'445.60. Hinzu komme, dass gegen den BeschwerdefÃ¼hrer Verlustscheine von Fr. 19'396.24 vorlÃ¤gen; auch wenn diese Verschuldung nicht sehr hoch sei, so seien keine BemÃ¼hungen ersichtlich, die auf einen Schuldenabbau schliessen liessen. Eine Ã¼ber die Ã¼bliche Integrationserwartung hinausgehende soziale Integration sei sodann nicht ersichtlich. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.4</b> Laut Art. 58a Abs. 1 lit. c AIG in Verbindung mit Art. 77 und Art. 77d Abs. 1 lit. d der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) sind fÃ¼r eine erfolgreiche sprachliche Integration mindestens Sprachkompetenzen auf dem Referenzniveau A1 nachzuweisen, wobei im Rahmen einer Ã¼blichen Integration je nach Aufenthaltsdauer auch bessere Deutschkenntnisse erwartet werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung3">Der BeschwerdefÃ¼hrer hat zwar keinen Nachweis seiner Sprachkenntnisse in Form einer DeutschkursbestÃ¤tigung beigebracht. Jedoch hat der Gemeindeschreiber von F am 19. April 2024 in einem Referenzschreiben an den Beschwerdegegner bestÃ¤tigt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einwandfrei Deutsch spreche. Ausserdem ist den vorinstanzlichen Akten zu entnehmen, dass er bereits in den Jahren 2011 und 2012 ohne Dolmetscher polizeilich befragt werden konnte. Er selbst erklÃ¤rt in der Beschwerdeschrift, nicht nur fliessend Deutsch zu sprechen, sondern auch ohne Weiteres Schweizerdeutsch zu verstehen. GestÃ¼tzt auf diese Grundlagen ist von einer erfolgreichen sprachlichen Integration des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen. </p> <p class="Erwgung3">GemÃ¤ss Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. a VZAE stellt weiter ein Integrationsdefizit dar, wenn gesetzliche Vorschriften und behÃ¶rdliche VerfÃ¼gungen missachtet werden. GeringfÃ¼gige Strafen schliessen eine Integration nicht aus (statt vieler, BGE 144 I 91 E. 5.2.4; BGr, 20. Januar 2012, 2C_749/2011, E. 4.3). </p> <p class="Erwgung3">Das bisherige Legalverhalten des BeschwerdefÃ¼hrers ist nicht tadellos. So erwirkte er in den Jahren 2006 bis 2012 vier Strafbefehle wegen rechtswidriger Einreise, rechtswidrigen Aufenthalts und ErwerbstÃ¤tigkeit ohne Bewilligung. Sodann wurde er mit Strafbefehl vom 21. Dezember 2021 mit einer Busse von Fr. 1'300.- bestraft, weil er in seinem GeschÃ¤ft Produkte ohne oder mit nicht zuweisbaren Preisangaben zum Verkauf angeboten hatte. Ausserdem hatte er Produkte angeboten, die keine bzw. ungenÃ¼gende Produktangaben enthielten oder bereits abgelaufen waren. </p> <p class="Erwgung3">Diese Delikte sind zwar nicht zu bagatellisieren. Doch sind sie als geringfÃ¼gig einzustufen und die meisten davon liegen ausserdem lange zurÃ¼ck; insgesamt fallen sie nicht genÃ¼gend ins Gewicht, um dem BeschwerdefÃ¼hrer deswegen eine erfolgreiche Integration abzusprechen. </p> <p class="Erwgung3">Sodann ist dem BeschwerdefÃ¼hrer auch die soziale Integration an seinem Wohnort gelungen. Er selbst legt dar, nach seiner Ã¼ber zwanzigjÃ¤hrigen Anwesenheit in der Schweiz sei sein gesamtes soziales Umfeld, auch abgesehen von seinem Sohn und der mittlerweile in Trennung lebenden Frau, hier. Auch der Gemeindeschreiber von F legt in seinem Referenzschreiben dar, der BeschwerdefÃ¼hrer sei nach seiner Wahrnehmung bestens integriert, das halbe Dorf kenne den kommunikativen ... Er bewege sich privat und beruflich im Dorf, kenne viele Einwohner und Einwohnerinnen und unternehme mit seinem Sohn auch AusflÃ¼ge in der nÃ¤heren und weiteren Umgebung. </p> <p class="Erwgung3">In wirtschaftlicher Hinsicht setzt Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG in Verbindung mit Art. 77e VZAE die Teilnahme am Wirtschaftsleben und die Erzielung existenzsichernder EinkÃ¼nfte voraus. Eine erfolgreiche Integration ist zu verneinen, wenn der Lebensunterhalt nicht durch Einkommen, VermÃ¶gen oder Leistungen Dritter, auf die ein Anspruch besteht (z.<span> </span>B. AHV- und IV-Leistungen sowie ArbeitslosenentschÃ¤digungen), bestritten werden kann. Selbiges muss auch ohne Sozialhilfebezug gelten, wenn die Deckung des Lebensbedarfs und des privaten Konsums mangels existenzsichernder ErwerbstÃ¤tigkeit zu einer Verschuldung gegenÃ¼ber Dritten fÃ¼hrt (vgl. VGr, 20. MÃ¤rz 2019, VB.2018.00774, E. 4.3). Zudem stellt die mutwillige NichterfÃ¼llung Ã¶ffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen ein Integrationsdefizit nach Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE dar. Eine Verschuldung schliesst eine erfolgreiche Integration aber nicht aus, wenn die auslÃ¤ndische Person im Begriff ist, die Schulden in wirksamer Weise zurÃ¼ckzuzahlen (BGr, 21. November 2019, 2C_512/2019, E. 5.1.1).</p> <p class="Erwgung3">AllfÃ¤lligen Integrationserschwernissen ist im Sinn von Art. 58a Abs. 2 AIG in Verbindung mit Art. 77f VZAE angemessen Rechnung zu tragen, namentlich bei Betreuungspflichten oder kognitiven und gesundheitlichen EinschrÃ¤nkungen (vgl. Geiser/Blocher/Busslinger, § 23.313; VGr, 20. MÃ¤rz 2019, VB.2018.00774, E. 4.3.1). Sodann ist gemÃ¤ss der Umschreibung des Verordnungsgebers beim Integrationsdefizit der mutwilligen NichterfÃ¼llung Ã¶ffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen nach Art. 58a Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE ein selbstverschuldetes und qualifiziert vorwerfbares Verhalten erforderlich (BGr, 31. Januar 2020, 2C_58/2019, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung3">In beruflicher Hinsicht hat der BeschwerdefÃ¼hrer, nachdem ihm im Jahr 2015 die Arbeitserlaubnis erteilt wurde, wÃ¤hrend rund dreieinhalb Jahren in einem Teilzeitpensum (im Stundenlohn) als angestellter â¦ in F gearbeitet. Ab 2017 war er zusÃ¤tzlich dazu in seinem eigenen GeschÃ¤ft G in F selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig. Im VerlÃ¤ngerungsgesuch vom 25. Oktober 2021 gab er an, monatlich Fr. 4'500.- brutto zu verdienen. Am 8. Februar 2022 musste er Konkurs anmelden. Von April bis November 2022 arbeitete er wieder als â¦ in eigenem GeschÃ¤ft, das er aber im Dezember 2022 schliessen musste. Zwischen Dezember 2022 und Juni 2023 war er in einem GeschÃ¤ft in H im Stundenlohn angestellt, bei dem er monatlich zwischen Fr. 621.90 und Fr. 1'628.25 netto verdiente. Zwischen Juli 2023 und Mai 2024 war der BeschwerdefÃ¼hrer arbeitslos. Von Mai 2024 bis MÃ¤rz 2025 arbeitete er im Stundenlohn rund 40 % im GeschÃ¤ft I in F als angestellter â¦ und seit dem 1. April 2025 in der gleichen Funktion in einem Pensum von 60 % bei einem GeschÃ¤ft in J. </p> <p class="Erwgung3">Der BeschwerdefÃ¼hrer musste vom 1. Mai bis am 31. Mai 2014, vom 1. Februar 2022 bis am 28. MÃ¤rz 2022 und vom 1. Juli 2023 bis am 7. Mai 2024 vollumfÃ¤nglich von der Ã¶ffentlichen Hand unterstÃ¼tzt werden, vom 24. November 2022 bis am 30. Juni 2023 bezog er und seit dem 8. Mai 2024 bezieht er ergÃ¤nzend zu seinem Arbeitslohn Sozialhilfe. Bis am 31. Dezember 2023 betrug der Stand der erhaltenen Sozialhilfe insgesamt Fr. 36'445.30 und ist seither aufgrund des fortlaufenden Bezugs weiter angestiegen.</p> <p class="Erwgung3">Hinzu kommt, dass gegen den BeschwerdefÃ¼hrer laut seinem Betreibungsregisterauszug vom 7. Dezember 2023 22 offene Verlustscheine in der HÃ¶he von Fr. 19'396.24 vorliegen, und es sind keine aktuellen BemÃ¼hungen ersichtlich, diese Schulden zu abzuzahlen. </p> <p class="Erwgung3">Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist es Ã¼ber die Jahre seines Aufenthaltes in der Schweiz â wobei die Jahre 2015 bis 2021 bzw. 2022, in welchen ihm die AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit erlaubt war, bis zum Zeitpunkt der Trennung bzw. des Ablaufs der Aufenthaltsbewilligung zu berÃ¼cksichtigen sind â nur zeitweise gelungen, seinen Lebensunterhalt durch existenzsichernde ErwerbstÃ¤tigkeit zu erwirtschaften. Auch wenn der Betrag der insgesamt bezogenen Sozialhilfe nicht erheblich ist und es auch die Schulden nicht sind, so wÃ¤re es dem BeschwerdefÃ¼hrer zuzumuten gewesen, sich nachhaltig um Arbeitsstellen mit hÃ¶herem Arbeitspensum zu bemÃ¼hen. Mit dem daraus erwirtschafteten Einkommen hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer sich nicht nur von der UnterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigkeit lÃ¶sen, sondern auch die angehÃ¤uften Schulden (teilweise) zurÃ¼ckzahlen kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung3">Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer dagegen ins Feld fÃ¼hrt, er habe sich auf die Auskunft seiner Sozialarbeiterin verlassen, wonach er ohne Aufenthaltstitel keiner ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen dÃ¼rfe, so ist dem entgegenzuhalten, dass diese â unrichtige â Auskunft erst im Dezember 2023 erfolgt ist. In Bezug auf die Schulden bringt der BeschwerdefÃ¼hrer vor, diese seien nicht mutwillig erfolgt, da ein erheblicher Teil auf die hohe psychische Belastung infolge der Trennung von seiner Ehefrau und auf die Covid-Krise zurÃ¼ckzufÃ¼hren sei, die ihn zur GeschÃ¤ftsaufgabe im Jahr 2022 gezwungen habe. Auch wenn dies zutreffen mag, so ist dem doch entgegenzuhalten, dass er bereits bei Eheschliessung leicht verschuldet war. Die vorgebrachten, anerkanntermassen belastenden LebensumstÃ¤nde in der Zeitspanne, in der die meisten Schulden entstanden, sind zwar in die Beurteilung miteinzubeziehen, haben aber nicht das Ausmass von Integrationserschwernissen, die zum Ausserachtlassen der angehÃ¤uften Schulden fÃ¼hren wÃ¼rden. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.5</span></b> Insgesamt kann dem BeschwerdefÃ¼hrer in gewissen Lebensbereichen eine erfolgreiche Integration attestiert werden, wÃ¤hrend insbesondere im Bereich der wirtschaftlichen Integration nennenswerte Defizite bestehen. Diese bestanden im fÃ¼r die Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt, halten aber auch aktuell an, sodass auch die vom BeschwerdefÃ¼hrer angerufene "zukunftsgerichtete Betrachtungsweise" zu keinem anderen Schluss fÃ¼hrte. Die Vorinstanzen haben die Integration nach Art. 58a AIG unter WÃ¼rdigung der GesamtumstÃ¤nde daher zu Recht als unzureichend befunden. Dem BeschwerdefÃ¼hrer steht somit kein Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG zu. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Zu prÃ¼fen ist sodann der Schutz des Rechts auf Familien- und Privatleben des BeschwerdefÃ¼hrers; letzteres in Bezug auf seinen hier lebenden 13-jÃ¤hrigen Sohn D bzw. einen Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf Fortbestand der Bewilligung trotz AuflÃ¶sung der Familiengemeinschaft aus dem wichtigen persÃ¶nlichen Grund, die elterliche Beziehung zu D leben zu kÃ¶nnen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Auf das Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV kann man sich berufen, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte familiÃ¤re Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeintrÃ¤chtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres mÃ¶glich bzw. zumutbar wÃ¤re, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 I 91 E. 4.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Daneben ist entgegen der Vorinstanz durch eine Wegweisung auch das Recht auf Privatleben nach Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV des BeschwerdefÃ¼hrers tangiert. Darauf kann sich berufen, wer besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich vorweisen kann (BGE 130 II 281 E. 3.2.1), wobei nach einer rund zehnjÃ¤hrigen Aufenthaltsdauer regelmÃ¤ssig von so engen sozialen Beziehungen in der Schweiz ausgegangen werden kann, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf, z.</span><span> </span><span>B. wenn die Integration trotz der langen Aufenthaltsdauer zu wÃ¼nschen Ã¼brig lÃ¤sst, insbesondere wenn WiderrufsgrÃ¼nde gesetzt wurden (BGr, 20. Juli 2018, 2C_1035/2017, E. 5.1; vgl. auch BGE 144 I 266 E. 3.4 und 3.8 f. sowie BGr, 17. September 2018, 2C_441/2018, E. 1.3.1).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2<br/> 3.2.1</span></b><span> Bei getrennt lebenden Eltern kann der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte auslÃ¤ndische Elternteil die familiÃ¤re Beziehung zu seinem Kind von vornherein nur in beschrÃ¤nktem Rahmen pflegen, nÃ¤mlich durch AusÃ¼bung des ihm eingerÃ¤umten Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu kÃ¶nnen, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der auslÃ¤ndische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort Ã¼ber ein Anwesenheitsrecht verfÃ¼gt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV) ist es grundsÃ¤tzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeÃ¼bt werden kann, wobei allenfalls die ModalitÃ¤ten des Besuchsrechts entsprechend auszugestalten sind. GemÃ¤ss der stÃ¤ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichts kann ein weitergehender Anspruch nur dann in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des AuslÃ¤nders praktisch nicht aufrechterhalten werden kÃ¶nnte und das bisherige Verhalten des AuslÃ¤nders in der Schweiz zu keinen Klagen Anlass gegeben hat (BGE 139 I 315 E. 2.2; BGr, 12. Februar 2024, 2C_271/2023, E. 5.3), wobei eine Gesamtbeurteilung zu erfolgen hat (BGE 147 I 149 E. 4).</span></p> <p class="Erwgung3">Bei der InteressenabwÃ¤gung ist dem Kindeswohl und dem grundlegenden BedÃ¼rfnis des Kindes Rechnung zu tragen, in mÃ¶glichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu kÃ¶nnen (VGr, 22. Juni 2023, VB.2022.00780, E. 3.2, auch zum Folgenden). Das heisst, der Leitgedanke von Art. 3 des Ãbereinkommens vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, SR 0.107) bzw. Art. 11 Abs. 1 BV, wonach das Kindesinteresse bei allen Entscheiden vorrangig berÃ¼cksichtigt werden soll, wird auslÃ¤nderrechtlich im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung von Art. 8 Abs. 2 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 BV berÃ¼cksichtigt. Dabei verschaffen die Kinderrechtskonvention und der Anspruch auf Schutz der Kinder und Jugendlichen gemÃ¤ss Art. 11 BV nach der Praxis des Bundesgerichts keine Ã¼ber die Garantien von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV hinausgehenden eigenstÃ¤ndigen BewilligungsansprÃ¼che (BGE 143 I 21 E. 5.5.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.2</span></b><span> Die Rechtsprechung prÃ¤zisierte, dass das Erfordernis der besonderen IntensitÃ¤t der affektiven Beziehung bereits dann als erfÃ¼llt anzusehen ist, wenn die persÃ¶nlichen Kontakte im Rahmen eines nach heutigen Standards ausgestalteten Besuchsrechts ausgeÃ¼bt werden und die auslÃ¤ndische Person bereits in der Schweiz ansÃ¤ssig ist, sodass der Regelung von Art. 9 Ziff. 3 KRK Rechnung getragen wird. Als Ã¼blich gilt in der Deutschschweiz ein Besuchsrecht bei Kindern im Schulalter, wenn das Kind jedes zweite Wochenende sowie mindestens zwei Wochen Ferien beim getrennt von ihm lebenden Elternteil verbringt (zum Ganzen BGr, 8. April 2019, 5A_373/2018, E. 3.2.1, mit Hinweisen; ferner fÃ¼r die Westschweiz BGE 144 I 91 E. 5.2.1; VGr, 12. April 2023, VB.2023.00100, E. 3.2.1). </span></p> <p class="Erwgung3">Eine gerichtliche Besuchsrechtsregelung wurde gemÃ¤ss dem Aktenstand zwischen den noch nicht geschiedenen Eltern von D bis dato nicht geschlossen. Der BeschwerdefÃ¼hrer legt aber ausfÃ¼hrlich dar, er habe eine enge affektive Beziehung zu seinem inzwischen 13-jÃ¤hrigen Sohn. Da er praktisch um die Ecke wohne, treffe er ihn fast tÃ¤glich, sei es zum Abendessen oder auf einen "Zvieri". Ausserdem unternehme er mit seinem Sohn an den schulfreien Nachmittagen und an den Wochenenden gemeinsame AusflÃ¼ge in der Umgebung. FÃ¼r seinen Sohn, der sich inmitten der PubertÃ¤t befinde und der unter der Trennung seiner Eltern sehr gelitten habe, sei die Beziehung zum Vater ungemein wichtig. ZusÃ¤tzlich stehe er fast tÃ¤glich per WhatsApp in Kontakt mit seinem Sohn. Der BeschwerdefÃ¼hrer offeriert eine persÃ¶nliche Befragung von D gestÃ¼tzt auf Art. 12 KRK, falls das Gericht Zweifel an der engen affektiven Beziehung haben sollte. </p> <p class="Erwgung3">Diese Darlegungen des BeschwerdefÃ¼hrers decken sich mit den AusfÃ¼hrungen im Referenzschreiben des Gemeindeschreibers. Darin beschreibt er die Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und dessen Sohn als sehr herzlich. Bei seinen Besuchen im GeschÃ¤ft habe er immer wieder festgestellt, dass D den Vater nach der Schule am Arbeitsplatz besuchte. </p> <p class="Erwgung3">E hatte im Februar 2023 berichtet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach der Trennung praktisch keine Beziehung mehr zu seinem Sohn unterhalte. Man kÃ¶nne an zehn Fingern abzÃ¤hlen, wie oft der Sohn kurz in der Wohnung des Vaters gewesen sei. Sie erhalte vom BeschwerdefÃ¼hrer auch keine UnterstÃ¼tzung bei der Erziehung und den schulischen Belangen. Auch die Schulleitung habe erfolglos versucht, ihn miteinzubeziehen. Am 2. Oktober 2023 fÃ¼hrte E dann aus, der BeschwerdefÃ¼hrer habe ihr versprochen, seine Pflichten als Vater ernst zu nehmen. Auch habe er wieder angefangen, sich mit dem Sohn zu treffen und mehr Zeit mit ihm zu verbringen. In einem weiteren Schreiben vom 28. August 2024, das E an das Gericht richtete, bestÃ¤tigte sie, dass der BeschwerdefÃ¼hrer immer stÃ¤rkeren Kontakt zu seinem Sohn pflege. Sie wÃ¼rden sich oft im Dorf sehen. Derzeit lasse die Wohnsituation des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zu, dass D bei ihm wohne, was sich aber hoffentlich bald Ã¤ndern wÃ¼rde. Die Beziehung zu D, aber auch zu ihr selbst habe sich stark verbessert. D sei in einem schwierigen Alter und brauche seinen Vater als mÃ¤nnliche Figur in seinem Leben. Auch sie selbst als Mutter brauche die Hilfe eines Vaters. Eine Ausschaffung des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤re fÃ¼r sie alle sehr schwierig und sie hoffe, dass er in der NÃ¤he bleiben dÃ¼rfe.</p> <p class="Erwgung3">GestÃ¼tzt auf die Aktenlage ist damit die Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seinem Sohn in affektiver Hinsicht als gelebt und eng einzustufen, obschon der Sohn aufgrund der aktuellen Wohnsituation des Vaters nicht regelmÃ¤ssig bei diesem Ã¼bernachtet. Auch wenn es zutreffen sollte, dass sich die Beziehung kurz nach der Trennung der Eltern kurzzeitig verschlechtert hat, so steht doch fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der ersten elf Lebensjahre von D mit diesem unter einem Dach gelebt hat und auch nach seinem Auszug in unmittelbarer NÃ¤he lebt und einen regelmÃ¤ssigen Kontakt zu ihm pflegt. In affektiver Hinsicht besteht kein Zweifel an einer echten und gelebten Vater-Kind-Beziehung. </p> <p class="Erwgung3">Nachdem die hier zu berÃ¼cksichtigende affektive Vater-Kind-Beziehung aus den Akten hervorgeht, kann von einer AnhÃ¶rung des Sohnes abgesehen werden. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.2.3</span></b><span> Eine besonders enge wirtschaftliche Beziehung setzt voraus, dass die gerichtlich angeordneten Unterhaltszahlungen im Rahmen des MÃ¶glichen und Zumutbaren entrichtet werden. Werden Naturalleistungen (in Form von Betreuungsleistungen) erbracht, die einer alternierenden Obhut gleichkommen, kann ebenfalls auf eine enge wirtschaftliche Verbundenheit geschlossen werden (BGE 144 I 91 E. 5.2.2, mit Hinweisen; BGr, 12. </span><span>Februar 2024, 2C_271/2023, E. 5.5.2; BGr, 12. Januar 2024, 2C_221/2023, E. 7.6.3; BGr, 9. September 2015, 2C_1125/2014, E. 4.6). </span><span>Zu berÃ¼cksichtigen ist stets, ob die auslÃ¤ndische Person ihren Pflichten nicht nachkommt, weil sie nicht arbeiten darf oder aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht arbeiten kann, oder ob sie sich aus GleichgÃ¼ltigkeit nicht um eine Stelle bemÃ¼ht, welche ihr erlauben wÃ¼rde, an den Unterhalt des Kindes beizutragen. Ins Gewicht fÃ¤llt mithin, ob die bzw. der Pflichtige sich in einer ihr bzw. ihm vorwerfbaren Weise nicht um ein Einkommen bemÃ¼ht, das das Erbringen von Unterhaltsleistungen erlaubt (BGE 144 I 91 [= Pra. 108/2019 Nr. 11] E. 5.2.2 mit zahlreichen Hinweisen und </span>VGr, 22. Juni 2023, VB.2022.00780, E. 3.2.2<span>).</span></p> <p class="Erwgung3">Soweit ersichtlich besteht keine gerichtliche Regelung, die allfÃ¤llige Unterhaltsverpflichtungen des BeschwerdefÃ¼hrers festlegen wÃ¼rde. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat unbestrittenermassen seit der Trennung im November 2021 bis zum heutigen Zeitpunkt keine Alimentenzahlungen zugunsten seines bei der Mutter wohnenden Sohnes geleistet. Zwar ist davon auszugehen, dass er, wie er selbst darlegt, Ã¼ber Naturalleistungen wirtschaftlich mit seinem Sohn verbunden ist, indem er ihm ein Taschengeld zahlt und ihn einlÃ¤dt, wenn sie gemeinsam ins Kino oder Essen gehen. Diese finanziellen Leistungen gehen aber nicht Ã¼ber die Ã¼blichen Gelegenheitsgeschenke hinaus und erreichen nicht das Ausmass, das einer alternierenden Obhut gleichkÃ¤me. </p> <p class="Erwgung3">Dies wird vom BeschwerdefÃ¼hrer denn auch nicht behauptet. Er macht aber geltend, dass er in absehbarer Zukunft in der Lage sein werde, Alimente zu bezahlen, nÃ¤mlich sobald er im Erwerbsleben Fuss fassen werde. Dies wÃ¤re ihm bereits zum jetzigen Zeitpunkt gelungen, wenn er nicht auf die falsche Auskunft der Sozialarbeiterin vertraut hÃ¤tte. </p> <p class="Erwgung3">Bei der Beurteilung, inwieweit es dem BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¶glich bzw. zumutbar gewesen wÃ¤re, seit der Trennung, d.<span> </span>h. seit dem Jahr 2022, regelmÃ¤ssige finanzielle Leistungen an seinen Sohn zu erbringen, sind folgende UmstÃ¤nde zu berÃ¼cksichtigen: Fest steht, dass sein erstes GeschÃ¤ft im Februar 2022 Konkurs anmelden und der zweite im November 2022 ebenfalls schliessen musste. Danach war er einige Monate zu einem nicht existenzsichernden Lohn angestellt und dann zwischen Juli 2023 und Mai 2024 arbeitslos. Seither arbeitete er erneut zu einem nicht existenzsichernden Stundenlohn. Seit April 2025 ist er zu einem Monatslohn von Fr. 2'000.- tÃ¤tig. Ob dies ausreicht, um sich von der Sozialhilfe lÃ¶sen zu kÃ¶nnen, wie er erklÃ¤rt, ist fraglich. Seit der Trennung wurde der BeschwerdefÃ¼hrer daher praktisch durchgehend entweder vollumfÃ¤nglich oder ergÃ¤nzend zu seinen Einkommen von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Bei dieser finanziellen Lage war es ihm nicht mÃ¶glich, seinen Sohn mit namhaften BetrÃ¤gen finanziell zu unterstÃ¼tzen. </p> <p class="Erwgung3"><span>Dabei darf aber der Umstand der unrichtigen Auskunft der fÃ¼r ihn zustÃ¤ndigen Sozialarbeiterin nicht unberÃ¼cksichtigt bleiben: GegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner hielt sie mit Schreiben vom 21. Dezember 2023 ausdrÃ¼cklich fest, dem BeschwerdefÃ¼hrer sei zuletzt im Dezember 2023 eine Anstellung angeboten worden, die er aber mangels Aufenthaltsbewilligung nicht habe antreten kÃ¶nnen. Eine solche sei fÃ¼r eine Anstellung vonnÃ¶ten. Deren Fehlen sei der Grund, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer bislang keine Anstellung erhalten habe. Sollte eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, so sei eine baldige AblÃ¶sung von der Sozialhilfe durchaus realistisch. Vor diesem Hintergrund kann die unzureichende Einkommenserzielung fÃ¼r den Zeitraum seit der unrichtigen Auskunft der Sozialarbeiterin bis zur AufklÃ¤rung des Irrtums spÃ¤testens im Mai 2024 â und die daraus folgende mangelhafte wirtschaftliche UnterstÃ¼tzung seines Sohns â dem BeschwerdefÃ¼hrer nur sehr beschrÃ¤nkt vorgeworfen werden. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4</b> Schliesslich darf das bisherige Verhalten grundsÃ¤tzlich zu keinen Klagen Anlass gegeben haben, wenngleich nicht jeder Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Ordnung zur Bewilligungsverweigerung fÃ¼hren muss (vgl. BGE 140 I 145 = Pra 103 [2014] Nr. 90, E. 3.2; vgl. auch BGr, 22. MÃ¤rz 2012, 2C_1031/2011, E. 4.1.4). Eine untergeordnete Delinquenz ist nicht notwendigerweise dermassen zu gewichten, dass sie zum Vornherein die anderen Kriterien (beispielsweise Kindesinteressen, Grad der Integration usw.) aufzuwiegen vermag (BGr, 23. August 2022, 2C_356/2022, E. 3.3; vgl. BGE 144 I 91 E. 5.2.4; BGr, 4. MÃ¤rz 2021, 2C_746/2020, E. 5.3 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung3">Wie bereits ausgefÃ¼hrt, kann dem BeschwerdefÃ¼hrer kein tadelloses Verhalten attestiert werden. Er hat delinquiert, wird weiterhin nebst seinem Erwerbseinkommen von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt und es liegen Verlustscheine gegen ihn vor. Die VerstÃ¶sse des BeschwerdefÃ¼hrers sind allerdings als geringfÃ¼gig bzw. nicht erheblich und teilweise nur beschrÃ¤nkt vorwerfbar zu qualifizieren, wie bereits und auch nachfolgend dargelegt wird.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><b><span> </span></b></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>An der NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers besteht ein Ã¶ffentliches Interesse, da er verschuldet ist, Sozialhilfeleistungen bezogen hat und strafrechtlich in Erscheinung getreten ist. Dieses Ã¶ffentliche Interesse ist aber aus den folgenden GrÃ¼nden insgesamt nicht als erheblich einzustufen.</p> <p class="Erwgung3"><span>Der Schutz der Sicherheit und der Ãffentlichkeit vor weiteren Straftaten kann nicht im Vordergrund stehen, zumal die begangenen Delikte, wenn auch keine reinen Bagatelldelikte, so doch </span>geringfÃ¼gig und nicht von <span>hoher GefÃ¤hrlichkeit </span>sind. Die meisten davon liegen ausserdem lange zurÃ¼ck<span> und kÃ¶nnen mit einer Aufenthaltsbewilligung gar nicht mehr begangen werden.</span></p> <p class="Erwgung3">Was die Verschuldung des BeschwerdefÃ¼hrers betrifft, so erreicht diese mit einem Betrag von Fr. 19'396.24 ein geringfÃ¼giges Ausmass (vgl. VGr, 31. Januar 2023, VB.2022.00422, 31. Januar 2023, E. 3.3 ff.). Nach migrationsrechtlicher Praxis im Zusammenhang mit dem Widerruf bzw. der NichtverlÃ¤ngerung von Aufenthaltsbewilligungen (Art. 33 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 AIG) ist eine mutwillige bzw. vorwerfbare Schuldenwirtschaft gemÃ¤ss Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE anzunehmen und aus diesem Grund eine Wegweisung in Betracht zu ziehen, wenn Betreibungen und Verlustscheine ab der HÃ¶he von etwa Fr. 80'000.- vorliegen (VGr, 28. September 2022, VB.2022.00307, E. 2.1, und 12. November 2014, VB.2014.00531, E. 4.1.3, mit Hinweisen; vgl. auch BGr, 21. Juli 2014, 2C_997/2013, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung3">Der BeschwerdefÃ¼hrer hat seit seiner Einreise in die Schweiz vor 23 Jahren bis am 31. Dezember 2023 Sozialhilfeleistungen von Fr. 36'445.30 bezogen, wobei dieser Betrag seither aufgrund anhaltender (ergÃ¤nzender) SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit angestiegen sein dÃ¼rfte. PraxisgemÃ¤ss wird im Zusammenhang mit dem Widerruf von Niederlassungsbewilligungen nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG von einer dauerhaften und erheblichen FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit bei einem Sozialhilfebezug von mehr als Fr. 80'000.- wÃ¤hrend mindestens zwei bis drei Jahren ausgegangen (VGr, 20. Juli 2022, VB.2022.00100, E. 3.1, vgl. VGr, 12. Januar 2022, VB.2021.00714, E. 3.1; vgl. auch die aktuellen Weisungen AIG des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM], Ziff. 8.3.2.4; BGr, 18. Februar 2013, 2C_958/2011, E. 2.3). Bei einem Widerruf bzw. einer NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ist diese Schwelle tiefer (vgl. BGr, 7. Juni 2018, 2C_395/2017, E. 4.1). Der Sozialhilfeleistungsbezug des BeschwerdefÃ¼hrers kann im Ergebnis zumindest aktuell noch nicht als erheblich eingestuft werden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b><span>DemgegenÃ¼ber wiegt das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an einem Verbleib in der Schweiz schwer. Der heute 44-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer lebt seit bald 23 Jahren und damit mehr als die HÃ¤lfte seines Lebens hier. Auch wenn diese lange Aufenthaltsdauer erheblich zu relativieren ist, da davon rund 10 Jahre unrechtmÃ¤ssigen Aufenthalt darstellen, so ist er doch seit spÃ¤testens seinem 21. Lebensjahr nicht mehr in seinem Heimatland gewesen und hat nach eigenen Angaben keinerlei Beziehungen mehr zum Irak und fÃ¤nde dort weder ein familiÃ¤res noch ein soziales Umfeld vor. Das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an einem Verbleib in der Schweiz grÃ¼ndet aber in erster Linie in der Tatsache, dass sein Sohn D hier lebt. Letzterer wurde hier geboren, ist bereits 13 Jahre alt und besucht die hiesige Schule. D ist laut Aktenstand StaatsangehÃ¶riger der Dominikanischen Republik und lebt bei seiner in der Schweiz niedergelassenen Mutter, sodass er nicht mit dem BeschwerdefÃ¼hrer in den Irak ausreisen wÃ¼rde. Die Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¼rde es dem Sohn verunmÃ¶glichen, in stetem Kontakt mit beiden Elternteilen aufzuwachsen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b><span>In einer Gesamtbetrachtung ist das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers und des Sohnes, ihre gelebte Beziehung zueinander aufrechterhalten zu kÃ¶nnen, hÃ¶her zu gewichten als die Ã¶ffentlichen </span>Interessen<span> der Schweiz an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers. Eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers erweist sich daher als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig im Sinn von Art. 8 Abs. 2 EMRK und Art. 36 Abs. 3 BV. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist jedoch mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass bei anhaltendem Ausbleiben nennenswerter finanzieller UnterstÃ¼tzung seines Sohnes, anhaltender SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit, Fortsetzung der Schuldenwirtschaft bzw. fehlenden BemÃ¼hungen um einen Schuldenabbau â alles insbesondere infolge NichtausschÃ¶pfung zumutbaren Erwerbspotenzials â, erneuter StraffÃ¤lligkeit oder einem sonst wie zu erheblichen Klagen Anlass gebenden Verhalten das Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse seine privaten Interessen Ã¼berwiegen kÃ¶nnte und eine aufenthaltsbeendende Massnahme erneut zu prÃ¼fen wÃ¤re. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b><b> </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 teilweise in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Desgleichen hat dieser dem unentgeltlichen Rechtsvertreter eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) fÃ¼r das Rekursverfahren sowie Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege fÃ¼r das Beschwerdeverfahren. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Durch die Kostenbelastung des Beschwerdegegners werden die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gegenstandslos. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist sodann mittellos, die Rechtsmittelerhebung war begrÃ¼ndet, und die Rechtsvertretung erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfragen als notwendig. Demnach ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung gutzuheissen und ist dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person seines Rechtsvertreters Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu bestellen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist nach § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (LS 175.252) festzulegen. GemÃ¤ss dieser Bestimmung wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung (des Obergerichts) Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (LS 215.3) in der Regel Fr. 220.- pro Stunde. <span>Dieser Stundenansatz gilt fÃ¼r Personen, die im Sinn von Art. 5 des (eidgenÃ¶ssischen) Anwaltsgesetzes vom 23. Juni 2000 (BGFA, SR 935.61) in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen sind und damit den Berufsregeln gemÃ¤ss Art. 12 BGFA sowie der kantonalen </span>AufsichtsbehÃ¶rde<span> (Art. 14 BGFA) unterstellt sind. Personen, die diese Voraussetzung nicht erfÃ¼llen â wie etwa Praktikanten bzw. Substituten und VolontÃ¤re â, werden demgegenÃ¼ber zu einem geringeren Stundenansatz von praxisgemÃ¤ss Fr. 110.- entschÃ¤digt (VGr, 3. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00462, E. 4.4 Abs. 1 â 13. Januar 2021, VB.2020.00244, E. 5.2.3 â 19. Juli 2017, VB.2017.00279, E. 6.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>FÃ¼r das Beschwerdeverfahren hat der Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers eine Honorarnote eingereicht, in der ein zeitlicher Aufwand von 1,35 Stunden fÃ¼r sich sowie (zu einem reduzierten Ansatz) 13,45 Stunden fÃ¼r seinen Substituten geltend gemacht wird. Dies ist dem vorliegenden Fall angemessen. Die Rechtsanwalt B fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren auszurichtende EntschÃ¤digung ist folglich auf insgesamt Fr. 1'860.80 (inklusive Mehrwertsteuer) zu beziffern. Davon ist die dem Rechtsvertreter auszubezahlende ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer; insgesamt Fr. 1'621.50) in Abzug zu bringen, woraus eine EntschÃ¤digung von Fr. 239.30 resultiert. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechtsvertretung gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.7 </b>Der vorinstanzliche Entscheid betreffend die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen ist insofern abzuÃ¤ndern, als die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner auferlegt werden und dieser verpflichtet wird, Rechtsanwalt K fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer; insgesamt Fr. 2'162.-) auszurichten. Diese wird an die allenfalls bereits geleistete EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsvertreter fÃ¼r das Rekursverfahren angerechnet und die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers auf Fr. 83.45 reduziert.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 19. MÃ¤rz 2024 und die Dispositiv-Ziff. I und II des Rekursentscheids vom 26. Juni 2024 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Rekursentscheids vom 26. Juni 2024 werden die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner auferlegt und wird das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In teilweiser AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. IV des Rekursentscheids vom 26. Juni 2024 wird der Beschwerdegegner verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'162.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen, allenfalls in Verrechnung mit der bereits empfangenen EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Rekursverfahren. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers wird auf Fr. 83.45 (inklusive Mehrwertsteuer) reduziert.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf<br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, dasjenige um unentgeltliche Rechtsvertretung gutgeheissen </span><span>und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person </span><span>von Rechtsanwalt B ein</span><span> unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben</span><span>.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, Rechtsanwalt B fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'621.50 (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. </span><span>Rechtsanwalt B wird nach Anrechnung der ParteientschÃ¤digung im Mehrbetrag von Fr. 239.30 (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration;</span></p> <p class="Einzug2"><span> d) die Gerichtskasse (zur Anweisung der EntschÃ¤digung). </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>