2009 1 Veröffentlichung im Amtsbericht Art. 962 ZGB; Art. 6 Abs. 1 NHG; VBLN; VISOS; Art. 7 Abs. 1 Ziff. 5 und Ziff. 9, Art. 35 sowie Art. 71 Abs. 1 und Abs. 3 BauG; Art. 10 Abs. 1, Art. 11 und Art. 24 Abs. 5 BauO Stadt Schaffhausen. Baubewilligung; Ausnützungsübertragung, Anmerkung im Grundbuch, Int eressenabwä- gung; Landschafts-, Grünflächen- und Ortsbildschutz (OGE 60/2008/13 vom 29. Mai 2009) Die im kommunalen Recht vorgesehene Anmerkung einer Ausnützungs- übertragung im Grundbuch muss nicht schon im Zeitpu nkt der Baubewilli- gung vorliegen; es genügt, wenn sie vor Beginn der Bauarbeiten vorgenom- men wird. Gegebenenfalls ist die Baubewilligung mit einer entsprechenden Nebenbestimmung zu versehen (E. 2c). Die Vorschriften über die Ausnützungsübertragung n ehmen punktuelle Massierungen innerhalb der Bauzone in Kauf. Hält da s Bauvorhaben im Üb- rigen die primären Baubegrenzungsnormen ein, so wir kt es in der Regel nicht übermässig auf die Nachbargrundstücke ein. Nur beso ndere, näher zu sub- stantiierende positive oder negative Immissionen k önnen als überwiegende nachbarliche Interessen der Ausnützungsübertragung entgegenstehen (E. 2d). Bedeutung der Gestaltungs- und Schutzvorschriften für die kommunalen empfindlichen Gebiete (insbesondere Grünflächenschu tz) sowie des Inventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz und des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler (Gebiet "Untersee-H ochrhein") für das Bauvorhaben (E. 3d und e). Die A. AG beabsichtigt im Einverständnis der Grund eigentümerin, auf dem Grundstück GB Schaffhausen Nr. X. an der Buchth alerstrasse zwei Mehrfamilienhäuser mit einer Autoeinstellhalle für zehn Personenwagen zu erstellen. Der Stadtrat Schaffhausen erteilte ihr d ie Baubewilligung für die zwei Mehrfamilienhäuser, das kantonale Bauinspektor at diejenige für die Au- toeinstellhalle. Einen hiegegen gerichteten Rekurs mehrerer Nachbarn wies der Regierungsrat ab. Eine Verwaltungsgerichtsbesch werde zweier Nachbarn gegen diesen Entscheid wies das Obergericht ebenfal ls ab; es ergänzte die Baubewilligung mit der Nebenbestimmung, dass mit de n Bauarbeiten erst be- gonnen werden dürfe, wenn die erweiterte Nutzungsbe schränkung wegen Ausnützungsübertragung zulasten des Nachbargrundstü cks GB Schaffhausen Nr. Y. im Grundbuch angemerkt sei. 2009 2 Aus den Erwägungen: 2.– Die Beschwerdeführer machen in erster Linie geltend , das Bau- vorhaben überschreite die zulässige Ausnützung. Die beanspruchte Aus- nützungsübertragung vom nördlich angrenzenden Grund stück GB Nr. Y auf das Baugrundstück GB Nr. X sei nicht im Sinn der einschlägigen Bestimmun- gen rechtlich gesichert. ... Im Übrigen führe die A usnützungsübertragung zu einer unerwünschten Beeinträchtigung verschiedener Interessen; insbesondere würden die Beschwerdeführer in ihren privaten Inter essen erheblich be- einträchtigt. a) Die Gemeinden können, soweit es ein überwiegendes öffentliches In- teresse erfordert, in den Bauordnungen Vorschriften aufstellen über die Höchst- und Mindestausnützung des Baugrunds, die St ellung der Bauten so- wie Grundstücksparzellierungen und Ausnützungsübert ragungen innerhalb der Bauzonen, wobei bei der Berechnung der Ausnützu ngsziffer die Wand- querschnitte der Aussenwände unberücksichtigt bleib en (Art. 7 Abs. 1 Ziff. 5 des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentlic he Baurecht im Kanton Schaffhausen vom 1. Dezember 1997 [Baugesetz, BauG, SHR 700.100]). Die Stadt Schaffhausen hat Vorschriften über die A usnützung erlassen. Für die Wohnzone W2, in welcher das Baugrundstück G B Nr. X und das be- nachbarte Grundstück GB Nr. Y liegen, beträgt die G rund-Ausnützungsziffer 0,35 (Art. 38 Abs. 3 der Bauordnung für die Stadt S chaffhausen vom 10. Mai 2005 [BauO, RSS 700.1]). Gemäss Art. 24 BauO ist die Ausnützungsziffer die Verhältniszahl zwi- schen der anrechenbaren Bruttogeschossfläche und de r anrechenbaren Land- fläche (Abs. 1). Als anrechenbare Bruttogeschossflä che gilt die Summe aller dem Wohnen, dem Arbeiten und dem Gewerbe dienenden und hierfür ver- wendbaren ober- und unterirdischen Geschossflächen einschliesslich der zu- gehörigen Erschliessungsflächen und der Mauer- und Wandquerschnitte der Innenwände (Abs. 2 Satz 1). Die anrechenbare Landfl äche ist die Fläche der von der Baueingabe erfassten und baulich noch nicht ausgenützten Grund- stücke oder Grundstücksteile der Bauzone (Abs. 3 Sa tz 1). Die anrechenbare Landfläche kann für jeden Pflichtabstellplatz gemäs s Parkplatzverordnung, der in einer unterirdischen Einstellhalle angelegt wird, um 10 m 2 vergrössert werden (Abs. 4). Die zulässigen Ausnützungsziffern dürfen dann über- schritten werden, wenn auf benachbarten Grundstücke n eine entsprechende Nutzungsbeschränkung durch Anmerkung im Grundbuch s ichergestellt wird 2009 3 und kein überwiegendes öffentliches oder privates I nteresse entgegensteht (Abs. 5). b) [Die anrechenbare Bruttogeschossfläche der geplan ten Bauten beträgt 945,3 m 2.] c) Das Baugrundstück GB Nr. X umfasst unbestrittener massen eine an- rechenbare Landfläche von 1'755 m 2, die für die projektierten unterirdischen Abstellplätze um 80 m 2 vergrössert wird (Art. 24 Abs. 3 und Abs. 4 BauO). Im Grundbuch ist sodann angemerkt, dass der Eigentü mer des Nachbar- grundstücks GB Nr. Y an den Eigentümer des Grundstü cks GB Nr. X zur Er- zielung der zulässigen Ausnützung eine Ausnützungsf läche von 261 m 2 (ma- ximal 265 m 2) abtrete. Zudem haben sich die derzeitigen Eigentü mer des Grundstücks GB Nr. Y. vertraglich verpflichtet, dar über hinaus eine weitere Ausnützungsfläche von 602 m 2 und damit insgesamt 867 m 2 abzutreten. Bei Berücksichtigung all dieser Teilflächen ergibt sich eine anrechenbare Fläche von insgesamt 2'702 m 2. Die Ausnützungsziffer von 0,35 wird demnach mit der Bruttogeschossfläche des Bauvorhabens von 945,3 m2 grundsätzlich nicht überschritten. Die Beschwerdeführer machen jedoch geltend, weil d ie Ausnützungs- übertragung nur teilweise im Grundbuch eingetragen sei, sei sie nicht im Sinn der gesetzlichen Bestimmungen rechtlich gesichert. Der Stadtrat hatte zu die- sem Punkt seinerzeit erklärt, die Ausnützungsübertr agung werde als öffent- lichrechtliche Eigentumsbeschränkung bei den beteil igten Grundstücken im Grundbuch angemerkt werden. Im verwaltungsinternen Rekursverfahren er- klärte er, eine Nutzungsbeschränkung auf dem benach barten Grundstück wer- de praxisgemäss erst nach Vorliegen der rechtskräft igen Baubewilligung durch Anmerkung im Grundbuch sichergestellt. Die pr ivate Beschwerde- gegnerin wies darauf hin, dass das Baureferat der S tadt Schaffhausen in kon- stanter Praxis dafür sorge, dass Vereinbarungen übe r eine Ausnützungs- übertragung im Grundbuch angemerkt würden, sobald d ie Baubewilligung rechtskräftig geworden sei; die Ausnützungsübertrag ung sei somit vor Bau- beginn rechtlich gesichert. Der Regierungsrat führt e sodann aus, die An- merkung einer Ausnützungsübertragung im Grundbuch h abe keinen konstitu- tiven Charakter, sondern nur deklaratorische Wirkun g; mit der Vereinbarung zwischen den Eigentümern des Nachbargrundstücks und der Bauherrschaft sowie dem baurechtlichen Entscheid sei die Ausnützungsübertragung von ins- gesamt 867 m 2 rechtsgenüglich nachgewiesen. Art. 24 Abs. 5 BauO verlangt zwar, dass die aus ei ner Ausnützungs- übertragung folgende Nutzungsbeschränkung auf dem b elasteten Grundstück im Grundbuch angemerkt wird; wann diese Anmerkung v orzunehmen sei, ist jedoch nicht geregelt. Es geht dabei um eine öffent lichrechtliche Eigentums- 2009 4 beschränkung, deren Anmerkung im Grundbuch – wie de r Regierungsrat zu- treffend erklärt hat (mit Hinweis insbesondere auf Felix Huber, Die Aus- nützungsziffer, Diss. Zürich 1986, S. 255 f.) – gru ndsätzlich nur deklaratori- sche Wirkung hat (so schon OGE vom 23. Januar 1981 i.S. X. AG, E. 4, Amtsbericht 1982, S. 133 f.; generell Jürg Schmid, Basler Kommentar, Zivil- gesetzbuch II, 3. A., Basel 2007, Art. 962 N. 2, S. 2291, mit Hinweis auf BGE 111 Ia 182 f.; vgl. auch Heinz Rey, Basler Kommentar, Art. 680 N. 18, S. 1100, mit Hinweisen). Es ist daher nicht zwingen d, dass die vorgeschriebe- ne grundbuchmässige Anmerkung schon im Zeitpunkt der Baubewilligung ef- fektiv vorliegt. Es genügt, wenn dies bei Baubeginn der Fall ist (vgl. Art. 71 Abs. 3 BauG [Anmerkung von Nebenbestimmungen]; § 32 1 Abs. 2 des zür- cherischen Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht vom 7. September 1975 [Planungs- und Baugesetz, LS 700. 1]; Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, Band I , 3. A., Bern 2007, Art. 13 N. 7 lit. a, S. 161, mit Hinweis). Insbesondere ist die fragliche Anmerkung einer öff entlichrechtlichen Be- schränkung im Grundbuch (Art. 962 des Schweizerisch en Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) zu unterscheid en von der – kon- stitutiv wirkenden – Eintragung bestimmter dinglich er oder persönlicher Rechte (Art. 958–961a ZGB; vgl. Rey, Art. 680 N. 19, S. 1100). Öffentlich- rechtliche Eigentumsbeschränkungen sind denn auch n icht in diesem Sinn eintragungsfähig (Rey, Art. 680 N. 15, S. 1099). Soweit daher die Beschwer - deführer im Zusammenhang mit der Anmerkung auch die Frage einer eigent- lichen Eintragung der aus der Ausnützungsübertragun g folgenden Nutzungs- beschränkung und deren rechtliche Grenzen in ihre A rgumentation einbezie- hen, geht dies letztlich an der Sache vorbei. Die Praxis der Stadt Schaffhausen, die vorgeschrie bene Anmerkung erst nach Erteilung der Baubewilligung zu verlangen, ist somit nicht zu beanstan- den. Die bestehende Vereinbarung über die Ausnützun gsübertragung bietet eine hinreichende Grundlage, um die abgetretene Aus nützungsfläche bei der Prüfung des Baugesuchs mit zu berücksichtigen. Es r echtfertigt sich jedoch, die Baubewilligung im Hinblick auf die vom kommunalen Recht ausdrücklich verlangte grundbuchmässige Sicherstellung zusätzlic h mit einer entsprechen- den Nebenbestimmung zu versehen (Art. 71 Abs. 1 Bau G; vgl. Christian Mä- der, Das Baubewilligungsverfahren, Diss. Zürich 1991, S. 263); dies unter dem Vorbehalt, dass die weiteren von den Beschwerde führern in Frage ge- stellten Bewilligungsvoraussetzungen erfüllt seien. d) Es fragt sich noch, ob der Ausnützungsübertragung ein überwiegen- des öffentliches oder privates Interesse entgegenst ehe (Art. 24 Abs. 5 am En- de BauO). Zur Prüfung, ob ein allfälliges entgegens tehendes Interesse über- wiege, bedarf es – entgegen der Auffassung der Besc hwerdeführer im ver-2009 5 waltungsinternen Rekursverfahren – einer Interessen abwägung; es genügt insbesondere nicht irgendein entgegenstehendes, geg ebenenfalls auch unter- geordnetes privates Interesse. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Einhaltun g der Bestimmun- gen über die Ausnützungsziffern und damit die zuläs sige Überbauungsdichte stehe von vorneherein im öffentlichen Interesse. De r bewilligte Ausnützungs- transport beeinträchtige sodann ihre privaten Inter essen negativ. Der Nachbar habe ein privates Interesse an der Einhaltung der B estimmung über die zu- lässige Ausnützung des benachbarten Grundstücks. Ei ne höhere Aus- nützungsziffer bedeute eine grössere Ausnützung des Nachbargrundstücks durch eine grössere Überbauung mit einem grösseren Baukubus und Mehr- immissionen für den betroffenen Nachbarn (Entzug vo n Licht, Sonne und Aussicht; mehr Lärm und Verkehrsimmissionen etc.). Es liege auf der Hand, dass die Beschwerdeführer ein Interesse daran hätten, dies zu verhindern. Der Regierungsrat hat zu dieser bereits im verwalt ungsinternen Rekurs- verfahren vorgebrachten Argumentation ausgeführt, würde ihr gefolgt, könnte wohl nie ein Ausnützungstransfer vorgenommen werden , denn mit jedem Ausnützungstransport werde die für die jeweiligen G rundstücke festgelegte Baudichte durchbrochen. Damit die angestrebte gleic hmässige Überbauungs- dichte nicht ihre Wirkung verliere, werde der Ausnü tzungstransfer nur bei be- nachbarten Grundstücken zugelassen. Er sei grundsät zlich nur dort möglich, wo dasselbe Resultat auch mit einer Verlegung der g emeinsamen Grund- stücksgrenze erreicht werden könnte. Werde wie im v orliegenden Fall ein Bauvorhaben aufgrund eines Ausnützungstransports au f einer relativ kleinen Fläche kompakt realisiert, so verbleibe eine grösse re zusammenhängende Grünfläche. Eine kleinräumige, partiell höhere Baud ichte unter gleichzeitiger Ausscheidung zusammenhängender Grünflächen liege im öffentlichen Inter- esse. Die Beschwerdeführer vermöchten im Übrigen ni cht zu substantiieren, inwiefern sie in ihren privaten Interessen empfindlich tangiert wären. Art. 24 Abs. 5 BauO sieht die Möglichkeit der Ausn ützungsübertragung ausdrücklich vor, ohne sie umfangmässig zu begrenze n. Daher kann jeden- falls nicht generell gesagt werden, es werde eine v om Gesetzgeber un- erwünschte Baudichte geschaffen und widerspreche da mit dem öffentlichen Interesse, wenn von dieser Möglichkeit im Einzelfal l tatsächlich Gebrauch gemacht werde. Zwar ermöglicht die Regelung auf ein zelnen Grundstücken für sich allein gesehen eine höhere Ausnützung; sie nimmt damit gewisse punktuelle Massierungen innerhalb der Bauzone in Ka uf. Das wird jedoch grundstückübergreifend kompensiert, und zwar auf be nachbarten Grund- stücken, d.h. auf einer zusammenhängenden Fläche; d ie zonengemässe Grund-Ausnützungsziffer wird insgesamt nicht überschritten. Zu Recht hat im Übrigen der Regierungsrat darauf hingewiesen, dass bei entsprechender Um- 2009 6 parzellierung die massgebliche Ausnützungsziffer au ch ohne Ausnützungs- übertragung eingehalten werden könnte. Immerhin sol lte eine Ausnützungs- übertragung nicht zu einer Konzentration der Bausub stanz führen, die dem Zonencharakter klarerweise widerspräche. Dass und i nwieweit dies im vor- liegenden Fall der Fall sei, tun die Beschwerdeführ er mit der Beschwerde a- ber nicht, jedenfalls nicht substantiiert dar. Auch bei einer Ausnützungsübertragung muss das Bau vorhaben die ein- schlägigen weiteren – insbesondere auch die spezifi sch nachbarschützenden – Bauvorschriften einhalten. Hält aber ein Bauvorhabe n die primären Bau- begrenzungsnormen ein, so kann es durch Lichtentzug oder Schattenwurf grundsätzlich nicht dergestalt auf Nachbargrundstüc ke einwirken, dass seine Verwirklichung verhindert oder eine Änderung von Lage oder Gestaltung ver- langt werden könnte. Mit baulichen Veränderungen, d ie sich unmittelbar auf die Besonnung in der nahen Umgebung auswirken könne n, muss generell ge- rechnet werden. Ein entsprechender Entzug von Licht ist – soweit die Bau- vorschriften insbesondere über Höhe und Abstände ei ngehalten werden – grundsätzlich in Kauf zu nehmen (vgl. BEZ 1990 Nr. 28). Werden dennoch im Einzelfall übermässige – positive oder negative – Immissionen geltend gemacht, so sind diese zu substantiieren. Die Besch werdeführer verweisen aber nur allgemein auf den durch die partiell erhöh te Baudichte ermöglichten grösseren Baukubus und die aus ihrer Sicht damit ve rbundenen Mehrimmis- sionen. Sie konkretisieren jedoch nicht, inwieweit dies für sie zwangsläufig eine ausserordentliche Mehrbelastung zur Folge habe , welche über die bei Überbauung des Nachbargrundstücks ohnehin zu erwart enden Immissionen klar hinausgehe. Immerhin sollen mit dem strittigen Bauprojekt nur sechs Wohnungen gebaut werden. Auch eine Überbauung mit g eringerer Brutto- geschossfläche liesse noch sechs Wohnungen mit eine r durchschnittlichen Bruttogeschossfläche von über 100 m 2 zu. Daher ist zumindest auch nicht of- fensichtlich, dass das in Frage stehende Bauvorhabe n erheblich mehr Lärm- und Verkehrsimmissionen verursache als eine allfäll ige Baute ohne Be- anspruchung der Ausnützungsübertragung. Demnach ist nicht dargetan, dass die Interessen, d ie der Ausnützungs- übertragung konkret entgegenstehen könnten, tatsächlich überwögen. e) Die Rüge der Ausnützungsüberschreitung erweist si ch demnach als unbegründet. 3. – Die Beschwerdeführer machen geltend, das Bauproj ekt verletze die einschlägigen Vorschriften auch deshalb, weil es di e Vorgaben des empfind- lichen Gebiets, in welchem es zu stehen komme, nicht erfülle ... a) Bauten, Anlagen und Umschwung sind für sich und i n ihrem Zu- sammenhang mit der baulichen und landschaftlichen U mgebung im Ganzen 2009 7 und ihren einzelnen Teilen so zu gestalten und zu u nterhalten, dass eine gute Gesamtwirkung erreicht wird (Art. 35 Abs. 1 BauG; ü bernommen in Art. 8 Abs. 1 BauO). Besondere Sorgfalt ist geboten im Ber eich empfindlicher Orts- und Strassenbilder, Landschaften, Flussufer und Erh olungsgebiete (Art. 35 Abs. 2 Satz 1 BauG). Soweit es ein überwiegendes öf fentliches Interesse er- fordert, können die Gemeinden in den Bauordnungen u nter anderem Vor- schriften aufstellen über die Erhaltung schöner ode r geschichtlich wertvoller Kultur- und Baudenkmäler, Landschafts-, Orts-, Quar tier- und Strassenbilder sowie Naturobjekte und Schutzgebiete (Art. 7 Abs. 1 Ziff. 9 BauG). Nach Art. 10 Abs. 1 BauO sind Bauwerke und deren U mgebung be- sonders sorgfältig zu gestalten, und es ist alles v orzunehmen, um eine ein- wandfreie städtebauliche Wirkung zu erzielen – wobe i zusätzliche Vor- schriften gemäss Art. 7 BauG erlassen werden können –, unter anderem in der Nähe von markanten Landschaftsstellen oder Natursch utzobjekten sowie in den empfindlichen Gebieten (lit. d) und in den BLN-Gebieten (lit. e). Gemäss Art. 11 BauO ist der Baumbestand nach Mögli chkeit zu erhalten (Abs. 1). In den empfindlichen Gebieten sind abgehe nde Bäume in der Regel zu ersetzen. Von einer Ersatzpflanzung kann abgeseh en werden, wenn enge Platzverhältnisse oder fachliche Gründe dagegen sprechen (Abs. 2). ... In der Stadt Schaffhausen bestehen verschiedene "e mpfindliche Gebiete". Schutzziel für diese Gebiete ist die Erhaltung und Förderung der Durch- grünung, des Baumbestands und der ökologischen Wert e innerhalb des Bau- gebiets. Als Massnahmen hiefür werden im Wesentlich en genannt: "Bau- werke und ihre Umgebung sind besonders sorgfältig z u gestalten, insbesonde- re ist die gute Durchgrünung zu erhalten und zu för dern (Art. 10 Abs. 1 BauO). Abgehende Bäume sind in der Regel zu ersetze n (Art. 11 Abs. 2 BauO" (Merkblatt für das Bauen in Gebieten mit beso nderen städtebaulichen und landschaftlichen Qualitäten, Stand Oktober 2006). b) Die Stadtbildkommission, die das Bauvorhaben auf die Kriterien Ein- passung ins Stadtbild, architektonische Qualität un d denkmalpflegerische Be- lange zu prüfen hatte (Ziff. 9 des Pflichtenhefts d er Stadtbildkommission Schaffhausen vom 16. Oktober 2001 [RSS 700.21]), er achtete das Baugesuch als bewilligungsfähig. Bezüglich Architektur billig te sie dem Projekt über- durchschnittliche Qualität zu. Sie wies darauf hin, dass das Baugrundstück im "empfindlichen Gebiet" Rosenberg liege; weil es abe r im Baugebiet liege, be- stehe kein Einwand gegen eine Überbauung. Doch sei die bestehende Linde zu erhalten; der durch den Nutzungstransport beansp ruchte Grundstücksteil und die Umgebung der beiden Mehrfamilienhäuser seie n sodann nach Mass- gabe der Stadtgärtnerei zu begrünen. … 2009 8 c) … d) Der Regierungsrat führte aus, das Bauprojekt befi nde sich nicht im BLN-Gebiet "Untersee-Hochrhein". Im Übrigen würden die dafür geltenden Schutzziele durch die geplante Überbauung nicht tan giert; das Bauvorhaben greife nicht in den vom Inventar geschützten bzw. z u schützenden Ufer- bereich ein. Das Baugrundstück sei zudem von bereit s umbauten Grund- stücken umgeben. Die Stadtbildkommission habe dem P rojekt eine über- durchschnittliche Qualität zugebilligt. Es gebe kei nen Grund zur Annahme, dass die ästhetischen Anforderungen, die an die Ges amtwirkung gestellt wer- den könnten, nicht eingehalten seien; die vorliegen den Pläne machten viel- mehr deutlich, dass die Überbauung eine gute Gesamt wirkung erreiche. Art. 11 BauO statuiere sodann kein absolutes Fällve rbot für Bäume. Die Be- schwerdeführer behaupteten zu Recht nicht, es würde n unter Schutz stehende Bäume entfernt. Dass der Baumbestand "nach Möglichk eit" zu erhalten sei, bedeute nicht, dass dort, wo Bäume stünden, das Bau en verunmöglicht wer- den solle; das Bauen solle – allenfalls unter Aufla gen – möglich bleiben. In diesem Sinn habe der Stadtrat entsprechende Auflagen festgelegt. … Mit diesen Erwägungen setzen sich die Beschwerdefü hrer nicht aus- einander; sie begnügen sich mit summarischen Hinweisen und Behauptungen. Angesichts des geltenden Rügeprinzips besteht daher für das Obergericht kein Anlass, diese Punkte von Amts wegen umfassend nochm als zu überprüfen (…). In dieser Situation ist insbesondere auch kein Augenschein durch- zuführen. Vielmehr kann im Grundsatz auf die entspr echenden, mit der Be- schwerde letztlich nicht – jedenfalls nicht substan tiiert – in Frage gestellten, prinzipiell nachvollziehbaren Ausführungen im angef ochtenen Entscheid verwiesen werden. e) Ergänzend rechtfertigen sich die folgenden Bemerkungen. Die Stadtbildkommission hat dem Bauprojekt – wie e rwähnt – architek- tonisch überdurchschnittliche Qualität zugebilligt. … Der Stadtrat ist sodann nicht etwa davon ausgegang en, dass im Quartier generell die bestehende Überbauungsart durch Konzen tration der Bauvolumi- na entlang der Buchthalerstrasse fortzuführen sei. Er hat vielmehr erklärt, ein- heitliches Merkmal seien nicht das Zusammenspiel de r (verschiedenartigen) Baukörper, sondern die bestehenden Grünflächen und Einzelbäume. Nur er- gänzend ("trotzdem") hat er als zusätzliches Argume nt darauf hingewiesen, dass in der Nachbarschaft ein Gestaltungsprinzip ve rfolgt werde, wonach die Bebauung hangwärts tendenziell abnehme und im obere n Hangbereich die Durchgrünung ausgeprägter sei. Aus dem GIS-Plan der Umgebung und dem Situationsplan ergibt sich im Übrigen, dass sich di e bergseitige Fassade des geplanten oberen Hauses ungefähr in der gleichen Fl ucht befindet wie die 2009 9 Nordfassaden der bestehenden Bauten auf den angrenz enden Nachbar- grundstücken. Damit bleibt Raum für eine Durchgrünu ng weiter hangwärts, insbesondere auf dem nicht überbauten, von der Ausn ützungsübertragung er- fassten Teil des nördlichen Nachbargrundstücks; die s im Gegensatz zu den Verhältnissen nordwestlich und nordöstlich, wo der Hang weiter hinauf be- reits überbaut ist. Es kann jedenfalls nicht gesagt werden, das erwähnte Ge- staltungsprinzip werde mit dem Bauvorhaben ins Gegenteil verkehrt. In einer Bauzone darf grundsätzlich gebaut werden. Der Grünflächen- schutz kann dort demnach keine eigenständige, überr agende Bedeutung ha- ben, sondern ist im Zusammenhang mit den weiteren B auvorschriften in einer Gesamtbetrachtung zu würdigen. Daher ist nicht unbe sehen zu beanstanden, dass einem Bauvorhaben gewisse Bäume auf der Baupar zelle zum Opfer fal- len. Schutzziel für die empfindlichen Gebiete in de r Stadt Schaffhausen ist denn auch nicht generell der physische Erhalt beste hender Einzelpflanzen als solcher, sondern die Erhaltung und Förderung der Du rchgrünung etc. "inner- halb des Baugebietes", d.h. gegebenenfalls wohl auc h parzellenübergreifend (vgl. den Hinweis zu Art. 11 Abs. 1 BauO, wonach vo r allem die Erhaltung des Gesamtbaumbestands anzustreben sei, in der erläuterten Fassung der Bau- ordnung). Im vorliegenden Fall enthält die strittig e Baubewilligung ver- schiedene Auflagen, mit welchen eine angemessene Be pflanzung der Um- gebung, eine extensive Begrünung der Flachdächer un d – in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei – der Schutz einer Linde sic hergestellt werden sollen (vgl. Art. 35 Abs. 4 BauG). Damit wird dem Schutzzi el grundsätzlich Rech- nung getragen. Dass neben der Linde noch weitere Bä ume als Einzelobjekte schutzwürdig seien, behaupten die Beschwerdeführer nicht. Nicht thematisiert wurde bisher, dass die Stadt Sc haffhausen ein schüt- zenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung bildet (Anhang zur Ver- ordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz vom 9. September 1981 [VISOS, SR 451.12]). Die Vorg aben des Inventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) s ind aufgrund der kanto- nalen Richtplanung auch bei der Erfüllung von kanto nalen und kommunalen Aufgaben als massgebende Grundlage zu beachten, etw a wenn im Baubewil- ligungsverfahren bezüglich Ortsbildschutz eine Inte ressenabwägung durch- zuführen ist (OGE 60/2004/12 vom 29. April 2005, E. 3b mit Hinweisen, Amtsbericht 2005, S. 92). Laut der Dokumentation zu m ISOS liegt das Bau- grundstück nicht im Kerngebiet des schützenswerten Ortsbilds, sondern in der Umgebungszone V "Fischerhäuserberg", für welche das Erhaltungsziel "a" gilt (Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland od er als Freifläche sowie der für das Ortsbild wesentlichen Vegetation und Altbau ten; Beseitigung stören- der Veränderungen). Als generelle Erhaltungshinweis e gelten dabei: kein Baugebiet; Gestaltungsvorschriften für standortgebu ndene Bauten; spezielle 2009 10 Vorschriften für Veränderungen an Altbauten (Eidgen össisches Departement des Innern [Hrsg.], Inventar der schützenswerten Or tsbilder der Schweiz, Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Kanton Schaffh ausen, Bern 1986, Grundplan und L-Blatt zur Stadt Schaffhausen). Der Erhaltungshinweis "kein Baugebiet" muss hinter der bestehenden Nutzungsordnung, welche das Gebiet einer Bauzone zuweist, zurücktreten. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass aufgrund des ISOS weitergehende Anforderungen ans B auvorhaben gestellt werden könnten als aufgrund der kantonalen und komm unalen Bauvorschrif- ten für das empfindliche Gebiet "Rosenberg". Es ist daher nicht zu beanstan- den, dass die Vorgaben des ISOS bisher nicht konkret erwähnt worden sind. Das Baugrundstück liegt zwar (knapp) ausserhalb de s Perimeters des ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufgenomme- nen Gebiets "Untersee-Hochrhein" (Anhang der Verord nung über das Bun- desinventar der Landschaften und Naturdenkmäler vom 10. August 1977 [VBLN, SR 451.11]). Ein Schutzobjekt kann aber je n ach den Umständen auch durch eine Anlage, die an seiner Grenze realisiert wird, Schaden erleiden (BGE 115 Ib 322 E. 5e mit Hinweisen). Die Schutzwür digkeit des BLN- Gebiets "Untersee-Hochrhein" wird – soweit für die Umgebung des Bau- grundstücks relevant – wie folgt umschrieben: "Land schaftlich grossartige und kulturgeschichtlich bedeutsame See- und Stromla ndschaft von noch weitgehend ursprünglichem Gepräge. ... Bedeutende k lösterliche und städti- sche Siedlungen des Mittelalters." Konkrete Schutzziele fehlen jedoch. Die im Einzelfall gebotenen Schutzmassnahmen haben sich daran zu orientieren, dass die Inventarobjekte in besonderem Mass die ungeschm älerte Erhaltung oder jedenfalls die grösstmögliche Schonung verdienen (A rt. 6 Abs. 1 des Bundes- gesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 [NHG, SR 451]; OGE vom 30. März 1998 i.S. H. und weitere, E. 3b bb ccc [im Amtsbericht 1998, S. 117 ff., nicht veröffentlicht]). Angesicht s dessen, dass es im Bereich der Stadt Schaffhausen auch in diesem Zusammenhang im Wesentlichen um den Ortsbildschutz und allenfalls um die Erhaltung von Grünflächen geht, rei- chen auch bezüglich der allfälligen Auswirkungen de s Bauvorhabens auf das angrenzende BLN-Gebiet die kantonalen und kommunale n Bauvorschriften für das empfindliche Gebiet "Rosenberg" aus. Die Beschwerdeführer stellen nicht in Frage, dass die bestehenden Bau- körper im fraglichen Gebiet verschiedenartig sind. Daher kann grundsätzlich nicht eine harmonische Einordnung der projektierten Bauten im Sinn einer in ihren Formen und Dimensionen einheitlichen Gestaltung verlangt werden. ... f) Demnach ist auch die – mit der Beschwerde ohnehin kaum substanti- ierte – Rüge unbegründet, das Bauvorhaben verletze die einschlägigen Ge- staltungsvorschriften.