Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 11. Dezember 2019 (810 19 42) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Nach- und Strafsteuer zur Staatssteuer 2008-2012 Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Markus Clausen, Hans Furer , Daniel Häring, Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Gabriel Giess, Advokat gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rechtsdienst, Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Einwohnergemeinde B.____ , Beigeladene Einwohnergemeinde C.____ , Beigeladene Betreff Staatssteuer 2008 - 2012 (Nach- und Strafsteuer ) (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 16. November 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 1. Dezember 2014 teilte die Steuerverwaltung d es Kantons Basel-Landschaft A.____ mit, dass gegen ihn ein Nach- und Strafsteuer verfahren betreffend die Staats- und Ge- meindesteuern sowie die direkte Bundessteuer für die Pe rioden 2004 bis 2013 eröffnet worden sei. Zur Begründung wurde unter Verweis auf eine Meld ung der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft ausgeführt, dass A.____ an einem Bankkonto be i der Basellandschaftlichen Kanto- nalbank (BLKB) mit einem Guthaben in der Höhe von Fr . 68'556.30 sowie an einem Bank- schliessfach der BLKB mit Bargeld in der Höhe von Fr. 2 61'000.-- wirtschaftlich berechtigt sei. Die Durchsicht der Steuererklärungen der Jahre 2004 bis 2013 habe ergeben, dass A.____ das fragliche Bankkonto bzw. Bargeld nicht deklariert habe. B. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 übermittelte d ie Steuerverwaltung A.____ Nachsteuerberechnungen für die Perioden 2005 bis 2012 zur Stellungnahme. Nach Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Jahre 2005 bi s 2012 bzw. 2013 sei man zum Schluss gekommen, dass die damaligen Einkommensverhältnisse d as Ansparen eines Ge- samtbetrags von Fr. 330'000.-- nicht möglich gemacht h ätten. Entsprechend habe man die Ein- künfte für die Jahre 2005 bis 2012 nach Ermessen aufgerechnet. C. Am 9. Februar 2015 reichte A.____, vertreten durch Prof. Dr. Niklaus Ruckstuhl, Advo- kat, eine Stellungnahme zu den Nachsteuerberechnungen der Steuerverwaltung ein. Eine Nach- und Strafsteuer für nicht deklariertes Vermögen f ür die Jahre 2008 bis 2012 werde ak- zeptiert, nicht jedoch eine solche für nicht versteuerte s Einkommen. Das angesparte Bargeld stamme nachweislich aus deklariertem und versteuertem Einkommen. D. Nach erneuter Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde A.____ mit Verfügung der Steuerverwaltung vom 28. Juli 2016 eine Nachsteuer un d eine Steuerbusse von 100 % der Nachsteuer inkl. Verzugszinsen in der Höhe von insgesamt Fr . 51'753.95 für die Staatssteuer 2008 bis 2012 und von Fr. 15'931.80 für die Gemeindest euer B.____ (2010 bis 2012) bzw. Fr. 16'539.95 für die Gemeindesteuer C.____ (2008 und 2009) auferlegt. E. Die von A.____, vertreten durch Prof. Dr. Niklaus R uckstuhl, Advokat, mit Eingabe vom 25. August 2016 gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wurde mit Entscheid der Steuer- verwaltung vom 26. Februar 2018 abgewiesen. F. Mit Eingabe vom 29. März 2018 erhob A.____, neu v ertreten durch Gabriel Giess, Ad- vokat, gegen den Entscheid der Steuerverwaltung vom 26. Februar 2018 Rekurs beim Steuer- und Enteignungsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Steue rgericht, welches diesen mit Ent- scheid vom 16. November 2018 abwies. G. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Gabriel Giess, Advokat, mit Eingabe vom 18. Februar 2019 Beschwerde beim Kantonsge richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Er stellt das Begehren, es sei der Ent scheid des Steuergerichts vom 16. No- vember 2018 aufzuheben und von der Erhebung von Einkom mens-Nachsteuern für die Steuer- jahre 2008 bis 2012 einschliesslich Verzugszinsen abzuseh en. Das Steuerjahr 2012 sei ge- mäss der am 6. Januar 2015 eingereichten Steuererklärung zu veranlagen (Ziff. 1 und 2). Auf Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Erhebung einer Steuerbusse für die Steuerjahre 2008 bis 2012 sei zu verzichten (Ziff. 3). Es seien die von der Steuerverwaltung verarrestierten Vermögenswerte (zzgl. Zins in der Höhe von 5 % seit dem 18. November 2013) umgehend freizugeben (Ziff. 4). Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz oder die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Ziff. 5). Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Ziff. 6). H. Mit Vernehmlassung vom 27. Februar 2019 beantragt das Steuergericht die Abweisung der Beschwerde. I. In ihrer Vernehmlassung vom 21. März 2019 beantragt die Steuerverwaltung ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. J. Am 24. Mai 2019 reichte der Beschwerdeführer eine R eplik ein. K. Die Steuerverwaltung reichte am 24. Juni 2019 ei ne Duplik ein. L. Mit Verfügung vom 12. Juli 2019 wurde der Fall d er Kammer zur Beurteilung überwie- sen. M. Mit Eingabe vom 12. August 2019 reichte der Rechtsve rtreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Nach § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht als letzter kantonaler Instanz ange fochten werden. Die formellen Voraus- setzungen gemäss §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassun gs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten wer- den kann. 1.2 Mit der Beschwerde in Steuersachen können alle Män gel des angefochtenen Ent- scheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (§ 45 Abs. 2 VPO). 2. Strittig ist, ob die Steuerverwaltung dem Beschwerd eführer zu Recht Nachsteuern und Bussen zur Staats- und Gemeindesteuer 2008 bis 2012 auf erlegte und das Steuergericht die- sen Entscheid zu Recht bestätigte. 3.1.1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismi tteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veran- lagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zurü ckzuführen, wird die nicht erhobene Steuer samt Zins seit Fälligkeit als Nachsteuer eingefo rdert. Wegen ungenügender Bewertung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht allein kann keine Nachsteuer erhoben werden (§ 146 A bs. 1 StG, übereinstimmend mit Art. 53 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkte n Steuern der Kantone und Gemein- den [StHG] vom 14. Dezember 1990 und Art. 151 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG] vom 14. Dezember 1990). 3.1.2 Im Veranlagungsverfahren muss die steuerpflichtig e Person alles tun, um eine voll- ständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (§ 101 ff. StG). Insbesondere muss sie das Formular für die Steuererklärung wahrheitsgemäss und v ollständig ausfüllen (Art. 42 StHG). Steuerpflichtige tragen dabei die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Steu- ererklärung (vgl. L AURENZ SCHNEIDER /RENÉ MERZ , in: Peter B. Nefzger/Madeleine Simonek/ Thomas P. Wenk [Hrsg.], Kommentar zum Steuergesetz des K antons Basel-Landschaft, Basel 2004, Rz. 4 zu § 146 StG; Urteile des Bundesgerichts 2C_3 04/2013, 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.3; 2C_494/2011, 2C_495/2011 vo m 6. Juli 2012 E. 2.1.1, in: StE 2012 B 72.25 Nr. 2). Eine Pflicht zur Vornahme ergänzender Abklärungen besteht für die Veranla- gungsbehörde dann, wenn die Steuererklärung Fehler e nthält, die klar ersichtlich bzw. offen- sichtlich sind. Nur solche augenfälligen Mängel begründe n eine Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht und bewirken, dass keine "neuen Tat sachen" im Sinne von § 146 StG vorliegen, die ein Nachsteuerverfahren rechtfertigen wü rden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1225/2012, 2C_1226/2012 vom 7. Juni 2013 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_494/2011, 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.1.3, in: StE 2012 B 72.25 Nr. 2). 3.1.3 Für die Festsetzung der Nachsteuer kommen die Grun dsätze, die für das Veranla- gungsverfahren gelten, zur Anwendung (vgl. M ARTIN E. LOOSER , in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmo- nisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein den, 3. Aufl., Basel 2017, Rz. 30 zu Art. 53 StHG). Somit gelten auch im Nachsteuerverfahr en die allgemeinen Grundsätze zur Be- weislast und Mitwirkungspflicht im System der gemischten Ve ranlagung (vgl. Urteile des Bun- desgerichts 2C_84/2017, 2C_130/2017 vom 14. Juli 2017 E. 2.2; 2C_304/2013, 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.4; BGE 121 II 273 E. 3c/aa). Nach der im Steuerrecht herrschenden Normentheorie trägt die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsachen. Dagegen ist der Steuerpflichti ge für die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet (vgl. BGE 140 II 248 E. 3.5; BGE 138 II 57 E. 7.1; BGE 133 II 153 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_95/2013 , 2C_96/2013 vom 21. August 2013 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). Die Steuerbehörde ha t nachzuweisen, was die Eröffnung des Nachsteuerverfahrens und den Erlass einer zulasten des S teuerpflichtigen veränderten Veran- lagung rechtfertigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_494/2011, 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.3.1, in: StE 2012 B 72.25 Nr. 2). 3.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdefüh rer in den Steuerjahren 2008 bis 2012 steuerbares Vermögen nicht deklarierte und dadurch bewirkte, dass die entsprechenden rechtskräftigen Steuerveranlagungen unvollständig geblieb en sind. Strittig ist, ob die Steuer- verwaltung zu Recht aus den neu entdeckten Vermögenswerten auf steuerbare Einkünfte ge- schlossen und diese bei der Einkommenssteuer aufgerechnet hat. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3.1 Der Beschwerdeführer macht vorab geltend, die V orinstanzen seien zu Unrecht von einem ihm zuzuordnenden Gesamtbetrag von Fr. 330'000. -- statt Fr. 301'000.-- ausgegangen. Er habe konstant angegeben, dass ihm das Bargeld im Schl iessfach in der Höhe von Fr. 261'000.-- sowie Fr. 40'000.-- auf dem beschlagna hmten Konto des Bruders D.____ zuzu- ordnen seien. Das restliche Geld auf dem beschlagnahmten Konto von D.____ in der Höhe von Fr. 28'556.28 gehöre diesem nachweislich selbst. Davon sei auch die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft ausgegangen, welche in der Verfügung vom 25 . März 2014 erkannt habe, dass der Fr. 40'000.-- übersteigende Betrag D.____ zugeordnet werden könne und deshalb freizugeben sei (Beschwerde vom 18. Februar 2019, Rz. 31 ff.). 3.3.2 Soweit die Vorinstanzen in ihren Entscheiden aus führen, es sei unbestritten, dass dem Beschwerdeführer ein Gesamtbetrag von Fr. 330'000.-- z uzuordnen sei, kann ihnen nicht ge- folgt werden. Namentlich hat der Beschwerdeführer ber eits in der Einsprache vom 25. August 2016 geltend gemacht, dass ihm lediglich ein Gesamtbetrag von Fr. 301'000.-- zugeordnet wer- den könne. Gestützt auf seine Ausführungen und die in den Akten befindliche Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 25. März 2014 erschl iesst sich zudem nicht und wird von den Vorinstanzen – auch in den Vernehmlassungen an das Kantonsgericht – nicht weiter begründet, weshalb der Fr. 40'000.-- übersteigende B etrag auf dem Konto von D.____ dem Beschwerdeführer zuzuordnen sein soll. Sofern die Vorin stanzen in ihren Entscheiden von ei- nem Gesamtbetrag von Fr. 330'000.-- ausgingen, kann ihnen daher nicht gefolgt werden. Aller- dings ist nicht ersichtlich, dass den Nachsteuerberechnung en der Steuerverwaltung effektiv der fragliche Betrag zugrunde lag. Wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, ging die Steuer- verwaltung in ihrem Schreiben vom 4. September 2015, in welchem sie dem Beschwerdeführer rektifizierte Nachsteuerberechnungen für die Perioden 2008 bis 2012 zustellte, von einem zwi- schen 2008 und 2013 angesparten und nicht deklarierten Betrag von Fr. 261'000.-- aus (Be- schwerde vom 18. Februar 2019, Rz. 31). Die Nachsteuerbe rechnungen der Steuerverwaltung für die Perioden 2008 bis 2012, an welchen in der Folge unverändert festgehalten wurde, basie- ren denn auch auf dieser Grundlage (vgl. Aktennotiz de r Steuerverwaltung vom 19. August 2015), wobei sich die bei der Einkommenssteuer vorgenomm enen Aufrechnungen auf einen Gesamtbetrag von Fr. 169'365 belaufen. Dem Beschwerdefü hrer ist aus dem Umstand, dass die Vorinstanzen in ihren Entscheiden einen dem Beschwerd eführer zuzuordnenden Gesamt- betrag in der Höhe von Fr. 330'000.-- anführen, somit im Ergebnis kein Nachteil erwachsen. 3.4.1 Das Steuergericht erwog im angefochtenen Entsche id zusammengefasst, dass sich der Rekurrent auf ein "Pooling" der Einkünfte der ein zelnen Familienmitglieder berufe. Damit verkenne er, dass vorliegend ein Reinvermögenszugang zu besteuern sei, zumal keine von der Einkommenssteuer ausgenommenen Einkünfte, wie insbesonder e die innerhalb der Familie üblichen Erbschaften oder Schenkungen, nachgewiesen oder auch nur geltend gemacht wor- den seien. Damit habe die Steuerverwaltung die laufe nden Vermögenszugänge auf dem nicht deklarierten Bankkonto bzw. Schliessfach zu Recht als Eink ommen aufgerechnet. Auch in quantitativer Hinsicht seien die Aufrechnungen der Steuerverwaltung, welche auf praxisüblichen Annahmen des Lebensunterhalts fussten, nicht zu beanstanden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4.2 Wie bereits ausgeführt (E. 3.1.3 hiervor), obli egt der Beweis einer unvollständigen Be- steuerung grundsätzlich den Steuerbehörden. Ergibt sich a ber die Überzeugung, dass die ent- deckten Elemente nicht versteuert worden sind, mit an Si cherheit grenzender Wahrscheinlich- keit, so lässt es sich rechtfertigen, dem Steuerpflichtigen den Gegenbeweis aufzuerlegen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.480/2005 vom 23. Fe bruar 2006 E. 2.3; 2C_21/2008 vom 10. Juni 2008 E. 3.2; 2A.706/2004 vom 8. Juli 2005 E . 4; LOOSER , a.a.O., Rz. 11 zu Art. 53 StHG). Diese Praxis ist sachgerecht, da ansonsten die Steue rbehörde allzu oft in Beweisnot- stand geraten würde, den sie nicht verschuldet hat und aus dem sie sich nicht befreien kann, da die entsprechenden Beweismittel nicht ihr, sondern nur dem Steuerpflichtigen zur Verfügung stehen (vgl. LOOSER , a.a.O., Rz. 11 zu Art. 53 StHG). Die erforderliche Ü berzeugung der Steu- erbehörde kann auf Indizien beruhen und bedingt keinen direkten Beweis (vgl. Urteile des Bun- desgerichts 2C_543/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 2.1; 2C _669/2016, 2C_670/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.3). Aus einer neu entdeckten Ve rmögensvermehrung kann insofern auf neue Einkünfte geschlossen werden, als die Vermögensverme hrung unmöglich aus versteuer- ten Einkünften gebildet werden konnte (vgl. Urteil d es Bundesgerichts 2C_304/2013/ 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.4; ROMAN BLÖCHLIGER , Neue Tatsachen im Nach- und Strafsteuerverfahren, StR 2011, S. 149). 3.4.3 Im Steuerrecht beruht der Einkommensbegriff nach herrschender Lehre und bundesge- richtlicher Rechtsprechung grundlegend auf der Reinvermög enszugangstheorie. Danach ist als Einkommen die Gesamtheit der Wirtschaftsgüter zu betrach ten, welche dem Pflichtigen wäh- rend einer bestimmten Zeit zufliessen und die er ohne Schmälerung (Verzehr) seines Vermö- gens zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse un d seiner laufenden Wirtschaft (Zu- wendungen, Sparen, Anlage, Deckung von eingetretenen Verlusten) verwenden kann (vgl. BGE 140 II 353 E. 2.1; BGE 125 V 383 E. 2b; BGE 114 Ia 221 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 2P.233/2002 vom 27. Januar 2003 E. 3.2). Der Reinverm ögenszugang, wie er § 23 Abs. 1 StG bzw. Art. 7 Abs. 1 StHG zugrunde liegt, besteht in ein er Nettogrösse. Er entspricht dem Über- schuss aller Vermögenszugänge gegenüber den Vermögensabgä ngen derselben Steuerperio- de. Steuerfrei sind nur die im Negativkatalog von § 28 StG bzw. Art. 7 Abs. 4 StHG abschlies- send aufgezählten Fälle (vgl. BGE 139 II 363 E. 2.1 f.). 3.5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die ste uerpflichtige Person den Gegenbe- weis für steuerbegründende bzw. -erhöhende Tatsachen erst dann anzutreten habe, wenn der Veranlagungsbehörde der ihr in erster Linie obliegende Beweis gelungen sei. Von einem gelun- genen Beweis der Steuerverwaltung könne vorliegend nicht gesprochen werden, zumal diese nur den von den Lebenserfahrungen erheblich abweiche nden Verlauf anführe (Beschwerde vom 18. Februar 2019, Rz. 52 ff.) 3.5.2 In den Perioden 2008 bis 2012 hat der Beschwerd eführer unbestrittenermassen ein Einkommen von insgesamt Fr. 148'925.-- versteuert (Besch werde vom 18. Februar 2019, Rz. 27). Für das Steuerjahr 2013 wurden zudem gemäss der mit Schreiben vom 6. Januar 2015 eingereichten Steuererklärung Einkünfte in der Höhe von Fr. 14'000.-- deklariert. Mit diesen Einkünften war es dem Beschwerdeführer offensichtlich nich t möglich, in den Jahren 2008 bis 2013 einen Betrag in der Höhe von Fr. 261'000.-- an zusparen. Im Lichte der vorstehenden Er- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wägungen (E. 3.4.2 hiervor) durfte die Steuerverwaltung demnach mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen, dass es sich bei den neu ent deckten Vermögenswerten um steuerbare Einkünfte handelt, und dem Beschwerdeführe r diesbezüglich den Gegenbeweis auferlegen. 3.5.3 Der Beschwerdeführer macht dazu zusammengefasst geltend, für das Gelingen des Gegenbeweises sei bloss erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert werde, nicht aber auch, dass der Richter von der Schlüssigkeit der Gegenda rstellung überzeugt werde. Selbst wenn im vorliegenden Fall von einer Beweislastumkehr au szugehen wäre, könne er Belege (IK-Auszüge, Bankbelege) vorlegen, die seinen Standpun kt untermauern und die Herkunft des in Frage stehenden Geldes dokumentieren würden. Namentlich könne aufgrund der eingereich- ten Bankunterlagen nachvollzogen werden, dass das im B ankschliessfach gefundene Bargeld in der Höhe von Fr. 261'000.-- aus Bargeldbezügen ab Konten des Beschwerdeführers bzw. aus legaler Quelle stamme. Gemäss den eingereichten IK-A uszügen habe er in der Periode 2008 bis 2012 Fr. 194'478.-- (brutto) und in den Jah ren 2004 bis 2007 Fr. 48'195.-- verdient. Zu diesen Beträgen kämen Krankentaggelder im Jahr 2013 in der Höhe von rund Fr. 45'000.--, ein "Überschuss"/Schenkung der Familie aus dem Jahr 2009 in der Höhe von Fr. 16'000.-- und in den Jahren 2011 bis 2013 diverse Versicherungsleistungen (Entschädigungen) in der Höhe von mindestens Fr. 23'000.-- hinzu. Das ergebe insgesamt nachweislich legale und versteuerte Ein- künfte in der Höhe von Fr. 326'673.--. Nicht berücksichti gt seien bei dieser summarischen Be- rechnung diverse kleinere Beträge (inkl. Prämienverbilli gungen). Das Ansparen des Bargeldbe- trages von Fr. 261'000.-- sei demnach ohne weiteres m öglich gewesen (Beschwerde vom 18. Februar 2019, Rz. 25 ff). Was die Lebenshaltungskost en anbelange, so habe er diese zu einem grossen Teil nicht mit seinem eigenen Geld, sonde rn mit Geld von Familienangehörigen bestritten. Es habe demnach eine Art "Familienkasse" geg eben, aus welcher der Lebensunter- halt bezahlt worden sei. Das verfügbare Familieneinkom men habe für mehrere Personen aus- gereicht, zumal der Familie in den fraglichen Jahren 2008 bis 2012 pro Monat mindestens Fr. 7'000.-- bis Fr. 9'000.-- zur Verfügung gestanden hätten. Diese innerfamiliären Zahlungen seien steuerrechtlich als Schenkungen zu qualifizieren (Be schwerde vom 18. Februar 2019, Rz. 35 f.). 3.5.4 Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Steuerverwaltung ausführte, er habe den Betrag von Fr. 261'000.-- ab dem Jahr 2008 angespart, wobei der letzte Bezug, welcher zum Bargeldbetrag von Fr. 261'000.-- geführt habe, am 24. Mai 2013 erfolgt sei (Schreiben vom 9. Februar 2015, Ziff. 2.1). Folgt man diesen Angaben, so ist das im kantonsge- richtlichen Verfahren für die Jahre 2004 bis 2007 angeg ebene Einkommen in der Höhe von Fr. 48'195.-- nicht zu berücksichtigen. Dies gilt auch für die Krankentaggelder in der Höhe von Fr. 44'594.60 (bzw. rund Fr. 45'000.--), soweit diese gemäss den Ausführungen des Beschwer- deführers im Umfang von Fr. 40'000.-- auf das Konto v on D.____ eingezahlt wurden (Be- schwerde vom 18. Februar 2019, Rz. 32). Werden die gena nnten Beträge von den geltend ge- machten Einkünften in der Höhe von Fr. 326'673.-- in A bzug gebracht, so verbleiben noch Ein- künfte von knapp Fr. 240'000.--, bei welchen es sich über wiegend um Bruttoeinkünfte handelt. Selbst wenn der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitr aum aufgrund der Unterstützung durch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Familienangehörige keinerlei Auslagen gehabt hätte, e rschliesst sich nicht, wie ihm mit diesen Einkünften das Ansparen des Bargeldbetrags von Fr. 261'000.-- möglich gewesen sein soll. 3.5.5 Die Steuerverwaltung setzte hinsichtlich des Gege nbeweises sodann zu Recht voraus, dass der Beschwerdeführer die Herkunft der Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts nach- zuweisen habe. Was die geltend gemachte Bestreitung der allgemeinen Lebenshaltungskosten mit Geld von Familienangehörigen anbelangt, so führte sie aus, dass sie der Argumentation des Beschwerdeführers angesichts der Einkommens- und Vermöge nsverhältnisse der Familienan- gehörigen, welche teilweise grosse Schuldenberge angeh äuft und Lohnpfändungen gehabt hätten, nicht folgen könne (Verfügung vom 28. Juli 2016, S. 13). Im Einspracheentscheid wurde sodann festgestellt, dass die blosse Behauptung des Beschwe rdeführers, die Verwandtschaft habe ihn unterstützt, keinen genügenden Beweis biete. Vielmehr müssten Geldtransfers er- kennbar sein, welche die Äufnung eines Sparguthabens in der strittigen Höhe erlaubt hätten, wobei die Einkommensaufrechnungen ohne zusätzliche bzw. b elegbare Geldeingänge nicht entkräftet seien (Entscheid vom 26. Februar 2018, S. 3 ). Soweit die Steuerverwaltung hinsicht- lich der Unterstützung durch Familienangehörige den Nachweis von belegbaren Geldeingängen beim Steuerpflichtigen forderte, ist dies nicht zu bean standen. Der Beschwerdeführer be- schränkte sich in diesem Zusammenhang auf die Einreichung vo n IK-Auszügen der Familien- angehörigen sowie einer gemeinsamen Erklärung des Bru ders D.____ und der Schwester E.____ vom 26. Oktober 2015. welche im strittigen Zeitr aum in F.____ (BE) angemeldet waren. Der fraglichen Erklärung kann entnommen werden, dass ma n jeweils den ganzen Lohn bzw. Verdienst in die "Familienkasse" eingebracht habe. Di e Erklärung enthält jedoch weder Anga- ben über die Höhe der geltend gemachten Zuwendungen an die "Familienkasse" noch entspre- chende Belege. Inwiefern die IK-Auszüge, welche die je weiligen Bruttoeinkommen der Famili- enmitglieder ausweisen, die vom Beschwerdeführer behaup tete Bestreitung der Lebenshal- tungskosten durch die Familienangehörigen nachweisen soll en, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Aus den fraglichen Unterlagen geht jedenfalls nicht her vor, wie der Beschwerdeführer seinen Lebensunterhalt (Bezahlung Steuern, Krankenkasse, Versic herungen, Miete, Berufsauslagen etc.) bestritten hat. Der Beschwerdeführer hat es unt erlassen, diesbezüglich geeignete Belege oder auch nur Kontoauszüge der Familienangehörigen, w elche seine Ausführungen plausibili- sieren würden, einzureichen. Der Nachweis, wonach es ihm möglich war, die neu entdeckten Vermögenswerte mit seinem Einkommen und (steuerfreien) Zuwendungen von Familienange- hörigen anzusparen, ist dem Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen und den eingereich- ten Unterlagen nicht gelungen. 3.6.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des re chtlichen Gehörs bzw. der Untersu- chungspflicht (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der S chweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999). Die Steuerverwaltung habe sich darauf beschränkt, pauschal zu be- streiten, dass das fragliche Vermögen habe angespart werd en können. Sie habe sich mit den eingereichten Belegen (Kontoauszüge, IK-Auszüge etc.) s oweit ersichtlich gar nicht auseinan- dergesetzt und dem mitwirkungswilligen Beschwerdeführer n icht aufgezeigt, welche zusätzli- chen Beweise bzw. Unterlagen zur Sachverhaltsfeststellung noch erforderlich seien (Beschwer- de vom 18. Februar 2019, Rz. 34). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6.2 Zum Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV gehört das persönlich- keitsbezogene Mitwirkungsrecht der Betroffenen, erhebliche Beweise beizubringen, mit solchen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken. Dem Mitwirkungsrecht entspricht die Pflicht der Behörden, die Argumente und Verfahrensanträ- ge der Parteien entgegenzunehmen und zu prüfen, sow ie die ihr rechtzeitig und formrichtig an- gebotenen Beweismittel abzunehmen (vgl. BGE 138 V 125 E. 2.1; BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 131 I 153 E. 3; je mit Hinweisen). Der Untersuchungsgr undsatz verpflichtet die zuständige Be- hörde, von Amtes wegen sämtliche stichhaltigen Beweise z u berücksichtigen, die zu den Akten gelegt worden sind. Auf der anderen Seite befreit de r Untersuchungsgrundsatz den Steuer- pflichtigen nicht von seiner Mitwirkung bei der Sachverhaltsfeststellung. Insbesondere bezüglich Tatsachen, welche der Steuerpflichtige bzw. Beschwerde führer besser kennt als die Behörde, obliegt es dem Steuerpflichtigen, eigene Behauptunge n aufzustellen, den Richter über den Sachverhalt aufzuklären und die verfügbaren Beweismitt el zu nennen (vgl. BGE 140 I 285 E. 6.3.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 2C_54 6/2017 vom 16. Juli 2018 E. 2.5; 1C_1/2015 vom 10. August 2015 E. 2.1; 2C_92/2012 vom 1 7. August 2012 E. 4.3). Die Behör- de darf auf die Abnahme beantragter Beweismittel ver zichten, wenn sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat u nd ohne Willkür in vorweggenomme- ner Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugun g durch weitere Beweiserhebun- gen nicht geändert würde (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 131 I 153 E. 3; je mit Hinweisen). 3.6.3 Die Steuerverwaltung hat dem Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vom 28. Juli 2016 mehrfach das rechtliche Gehör und Gelege nheit zur Einreichung von Unterlagen gewährt. Namentlich hat sie den Beschwerdeführer mit Sc hreiben vom 4. September 2015 da- rauf hingewiesen, dass sie seiner Argumentation, wonach er den Bargeldbetrag von Fr. 261'000.-- mit den eigenen Einkünften und der U nterstützung von Familienangehörigen ha- be ansparen können, unter Berücksichtigung der Einkommensverhältnisse der Familienangehö- rigen nicht folgen könne. Entsprechende Unterlagen seien zudem nicht eingereicht worden. Vor diesem Hintergrund wäre es am Beschwerdeführer gelege n, hinsichtlich der behaupteten Un- terstützung durch Familienangehörige bzw. der in diesem Zusammenhang angeführten Bestrei- tung der Lebenshaltungskosten aus der "Familienkasse" i m Rahmen seiner Mitwirkungspflicht entsprechende Belege (Kontoauszüge der Familienangeh örigen etc.) einzureichen. Dass die Steuerverwaltung dem Beschwerdeführer nicht im Einzelnen aufzeigte, mit welchen Unterlagen er seinen Standpunkt hätte belegen können, ist nicht zul etzt mit Blick auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer anwaltlich vertreten war, nicht zu beanstanden. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der Untersuchungspflicht der Steue rverwaltung kann in diesem Zu- sammenhang nicht gesprochen werden. Was die in den vorinstanzlichen Verfahren beantragten Zeugenbefragungen der Familienangehörigen anbelangt , so wäre von letzteren ein unbeein- flusstes Zeugnis, welches den Anforderungen an den Gegen beweis hätte genügen können, nicht zu erwarten gewesen. Zudem ist nicht ersichtlich, wel che – über die Erklärung, wonach der Lohn in die "Familienkasse" eingebracht worden sei , hinausgehenden – Behauptungen mit- tels des beantragten Zeugenbeweises überhaupt hätten nachgewiesen werden sollen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_387/2007 vom 4. März 2008 E. 2.5). Die Vorinstanzen haben deshalb zu Recht in antizipierter Beweiswürdigung von d en beantragten Zeugenbefragungen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Familienangehörigen abgesehen. Die Beweisanträge auf Parteibefragung sowie Befragung von G.____ und D.____ sind aus denselben Gründen auch im vorliegenden Verfahren abzu- weisen. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführe rs liegt auch keine Verletzung der Begründungspflicht vor. Namentlich ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht substantiiert dargelegt, inwiefern die vorinstanzl ichen Entscheide den Begründungsanfor- derungen nicht genügen sollen, zumal einer sachgerecht en Beschwerdeführung nichts im We- ge stand (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b; jeweils mit Hinweisen). 3.6.4 Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs er weist sich unter sämtlichen Ge- sichtspunkten als unbegründet. 3.7 Nach dem Gesagten sind die Vorinstanzen zu Recht zum S chluss gelangt, dass dem Beschwerdeführer der Gegenbeweis, wonach es sich bei de n neu entdeckten Vermögenswer- ten nicht um steuerbare Einkünfte handelt, nicht gelungen ist. 4.1 Der Beschwerdeführer bestreitet im Weiteren die Zu lässigkeit der verfügten Steuer- busse. Selbst wenn im Nachsteuerverfahren Einkommenssteu ern zu bezahlen seien, sei die Sachlage bei den Strafsteuern anders. Beim Hinterzieh ungsverfahren handle es sich um ein echtes Strafverfahren, für welches die strafprozessuale n Garantien, insbesondere auch jene der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 der Konvention z um Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 verankert en Unschuldsvermutung, gelten wür- den. Der aus der Unschuldsvermutung abgeleitete Grunds atz "in dubio pro reo" besage als all- gemeine Beweislastregel, dass die Steuerbehörde alle U mstände nachweisen müsse, welche eine Strafe begründen. Als Beweiswürdigungsregel bedeute die Unschuldsvermutung, dass der Nachweis des strafrechtlichen Sachverhalts erbracht sei, w enn vernünftige Zweifel an der Tat- begehung durch den Steuerpflichtigen ausgeschlossen seien. Diesen Grundsatz hätten die Vor- instanzen im vorliegenden Fall verletzt. Die Steuerverwa ltung habe die Darlegungen des Be- schuldigten zu prüfen und müsse "in dubio pro reo" entscheiden, wenn wie im vorliegenden Fall Zweifel bestünden. 4.2 Nach der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Unschuldsvermu- tung sowie dem daraus abgeleiteten Grundsatz “in dub io pro reo“ ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer st rafbaren Handlung Angeklagte un- schuldig ist (vgl. BGE 138 V 74 E. 7; BGE 128 I 28 E. 2). Der Grundsatz bezieht sich sowohl auf die Beweislast wie auch auf die Beweiswürdigung. Als Be weislastregel bedeutet die Maxime, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des Ange klagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Als Beweiswürdigungsr egel besagt der Grundsatz, dass sich die Strafbehörden nicht von der Existenz eines f ür die beschuldigte Person ungünsti- gen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei obj ektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (vgl. BGE 127 I 38 E. 2a). 4.3 Aus der Unschuldsvermutung und dem darin enthalten en Grundsatz "in dubio pro reo" ergibt sich demnach, dass der Strafsteuer keine Sachverhaltselemente zugrunde gelegt werden Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dürfen, über deren Verwirklichung bei objektiver Würdi gung der gesamten Beweislage Zweifel bestehen müssen oder die nur als wahrscheinlich gelten. Soweit die Steuerbehörden steuerbe- gründende Sachverhaltselemente nur mit dem Grad der Wahrscheinlichkeit ermitteln, aber nicht zur Überzeugung gelangen, dass sie sich verwirklicht haben, können solche Sachverhaltsele- mente nicht Grundlage für die Strafsteuer bilden. D ies schliesst allerdings nicht aus, dass die hinterzogenen Einkommens- und Vermögensteile im Rahmen der Beweiswürdigung dem Be- trage nach durch Schätzung festgesetzt werden können, wenn sie auf diese Weise hinreichend sicher zu ermitteln sind, denn die Schätzung stellt eine besondere Art des Indizienbeweises dar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_290/2011 vom 12. September 2011 E. 5.2.2; 2C_632/2009 vom 21. Juni 2010 E. 2.4.2; 2A.572/1999 vom 13. Juli 2001 E. 5d). Erforderlich ist, dass die Behörde aufgrund objektiver und nachvollziehbarer Krite rien vernünftige Zweifel an einer Steu- erhinterziehung ausschliessen kann. Hierfür können auch Ind izien genügen, an die aber grund- sätzlich hohe Anforderungen zu stellen sind (vgl. RICHNER /F REI /K AUFMANN /M EUTER , Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl., Zürich 2013, VB zu §§ 243-259 Rz. 65 ff.). Sofern die Steu- erbehörde den objektiven Tatbestand bzw. die Nichtdeklar ation von Einkommens- und Vermö- gensbestandteilen soweit ermittelt hat, dass keine berech tigten Zweifel mehr daran bestehen, ist es trotz fehlender Mitwirkungspflichten der steuerp flichtigen Person überlassen, für von ihr behauptete gegenteilige Tatsachen den Gegenbeweis zu e rbringen (vgl. RICHNER /F REI /K AUF - MANN /M EUTER , a.a.O., VB zu §§ 243-259 Rz. 70; siehe auch Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt [VD.2015.222] vom 20. Juli 2016 E. 2.3.2). 4.4 Im vorliegenden Fall kann aus den neu entdeckten Ver mögenswerten in Verbindung mit dem vom Beschwerdeführer in den Perioden 2008 bi s 2012 versteuerten Einkommen ohne berechtigte Zweifel auf einen weiteren Mittelzufluss geschlossen werden, der vom Beschwerde- führer jeweils nicht als steuerbares Einkommen deklariert wurde (E. 3.5.2 hiervor). Es wäre da- her Sache des Beschwerdeführers gewesen, den Gegenbeweis anzutreten, welcher ihm indes wie dargelegt nicht gelungen ist (E. 3.5.3 ff. hiervor ). Die in diesem Zusammenhang erhobene Rüge der Verletzung von Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Z iff. 2 EMRK erweist sich damit im Lichte der vorstehenden Erwägungen (E. 4.3 hiervor) als unbegründet. 4.5 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren erstmalig im kantonsgerichtlichen Verfahren geltend, in Bezug auf die Steuerperiode 2012 sei der subjektive Tatbestand der Steuerhinter- ziehung nicht erfüllt. Namentlich sei er gemäss den Akte n ab 2012 bis 2015 arbeitsunfähig und im Jahr 2013 nachweislich in (zum Teil stationärer) ärzt licher Behandlung gewesen. Dazu ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der geltend gemachten Krankheit keine tauglichen Belege einreichte, weshalb auf seine diesbezü glichen Ausführungen von vornherein nicht einzugehen ist. Die übrigen Voraussetzungen für die Auferlegung der Steuerbusse werden vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt, weshalb sich dazu weitere Erörterungen erübri- gen. 5. Dasselbe gilt hinsichtlich der vorgenommenen Aufrechn ungen bzw. der Schätzung des Umfangs der nicht deklarierten steuerbaren Einkommensb estandteile im Nach- und Strafsteu- erverfahren, welche vom Beschwerdeführer nicht substantii ert bestritten werden und nicht zu beanstanden sind. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Nach dem Gesagten erweisen sich die von der Steuerve rwaltung verfügten Nachsteu- ern und Bussen zur Staats- und Gemeindesteuer 2008 bis 2012 als rechtmässig. Als Folge da- von ist dem Antrag des Beschwerdeführers, es seien die verarrestierten Vermögenswerte frei- zugeben, nicht zu entsprechen. Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 7. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise u nterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- sind ausgangsgemäss dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 14. September 2020 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_760/2020) erhoben.