BRKE II Nr. 117/2000 vom 23. Mai 2000 in BEZ 2000 Nr. 33 Die Rekurrenten beabsichtigen, den dem Quergiebel im 1. Dachgeschoss der Südfassade des Gebäudes vorgelagerten, über die gesamte Breite der W ohnung führenden Balkon teilweise mit einer Stahl -/Glaskonstruktion zu überdachen. Gegen Süden und W esten bleibt der Balkon offen; nach Osten besteht bereits heute eine Schutzwand. 3. Die maximal mögliche Baumasse für Hauptbauten wird durch die bestehe nde Überbauung schon vollständig konsumiert. Die Rekurrenten halten indessen dafür, die Überdachung lasse den davon betroffenen Teil des Balkons nicht zum umbauten Raum und demgemäss auch nicht an die Baumassenziffer anrechenbar werden. U n- ter einem umbauten Raum sei ein abgeschlossener, zumindest allseits abschlies s- barer Raum zu verstehen. Die Baumassenziffer bestimmt, wie viele Kubikmeter anrechenbaren Rau ms auf den Quadratmeter Grundfläche entfallen dürfen (§ 254 Abs. 2 PBG). Als anreche n- bar gilt gemäss § 258 Abs. 1 PBG der «oberirdische umbaute Raum mit seinen Au s- senmassen«. Dabei fallen Räume ausser Ansatz, die als öffentliche Verkehrsfl ächen benützt wer den oder sich innerhalb d es W itterungsbereichs unter vor springenden freitragenden Bauteilen befinden (§ 258 Abs. 2 PBG). Entgegen der Ansicht der Rekurrenten ist unter umbautem Raum im Sinne von § 258 PBG nicht nur ein allseitig abgeschlossener Bereich zu verstehen. Dies erhellt schon daraus, dass mit Bezug auf den unter vorspringenden fre itragenden Bauteilen befindlichen und somit im Gesetz selbst explizit als frei auskragend bezeichneten Raum eine Privilegierung statuiert worden ist. Der danach zulässige Abzug des so- genannten W itterungsbereichs wäre bei der rekurrentischen Betrachtungsweise o b- solet. Demen tsprechend weist denn auch der im Anhang zur Allgemeinen Bauve r- ordnung (ABV) zu § 258 PBG bzw. § 12 ABV in der Skizze zur Berechnung des au s- ser Ansatz fal lenden W itterungsbereiches dargestellte Gebäudeteil keinerlei seitl i- che Umwandungen auf. Nichts anderes ergibt sich, wenn in Anwendung von § 12 Abs. 1 ABV, wonach als «oberirdisch» alle über dem gewachsenen Boden liegenden Gebäudeteile zu betrachten sind, für die konkrete Bestimmung des «umbauten Raumes» der Gebäudebe griff im Sinne von § 2 ABV analog übernommen wird. Den nach der Legaldefinition für die Qual ifizierung eines Bauteiles als Gebäude erforde r- lichen mehr oder weniger vollständigen «Schutz von Men schen oder Sachen gegen äussere, namentlich atmosphärische Ei nflüsse» vermag die beabsichtigte Überd a- chung ohne weiteres zu erbringen (vgl. BEZ 1982 Nr. 34). Unabhängig davon, ob der Balkon mit seiner Überdachung für den dauernden Aufenthalt von Menschen g eeignet ist, bildet er jedenfalls Bestandteil des Hauptg e- bäudes und kann daher die in Art. 33 BZO für Besondere Gebäude statuierte z u- sätzliche Baumassenziffer nicht beanspruchen.- 2 - Aus alledem ergibt sich, dass die Balkonüberdachung an die für Hauptbauten geltende Baumassenziffer grundsätzlich anrechenbar ist. Damit erweist sich das Vorhaben als nicht bewilligungsfähig. Besondere Verhältnisse im Sinne von § 220 PBG, welche die Erteilung eines Dispenses von der Baumassenziffer rechtfertigen würden, sind nicht gegeben. W eder die Architektur noch Eigenart oder Zweckb e- stimmung des Bauvorhabens vermögen eine Ausnahmesituation zu begründen.