A bteilung IV D -6154/2006 {T 0/2} U rte il v o m 1 9 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter M artin Zoller (Vorsitz), R ichter Kurt G ysi, R ichterin M adeleine H irsig-Vouilloz, G erichtsschreiberin Kathrin M angold H orni. S._______, geboren_______, N iger, _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 9. O ktober 2006 i.S. Asyl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -6154/2006 Sachverhalt: A . A .a D er Beschw erdeführer verliess seine H eim at gem äss eigenen An- gaben am 23. Juli 2006 auf dem Landw eg nach Algerien. Von dort aus sei er am 27. Juli 2006 an Bord eines grossen Schiffes nach Italien und schliesslich am 3. August 2006 in einem Personenw agen unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz gereist. Zu seinem noch gleichentags im Em pfangs- und Verfahrenszentrum Vallorbe gestellten Asylgesuch w urde der Beschw erdeführer dort am 9. August 2006 sum - m arisch befragt. Für den Aufenthalt w ährend der D auer des Asylver- fahrens w urde er dem Kanton C ._______ zugew iesen. D ie zuständige kantonale Behörde hörte ihn am 12. Septem ber 2006 - da er zu jenem Zeitpunkt noch m inderjährig w ar - im Beisein einer Vertrauensperson eingehend zu seinen Asylgründen an. D as BFM verzichtete auf eine zusätzliche Befragung des Beschw erdeführers. A .b Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W e- sentlichen geltend, er sei Angehöriger der Ethnie der Peul und stam - m e aus der O rtschaft A._______ bei E._______ (D épartem ent F._______, w o er vier Jahre lang die Schule besucht und danach die Kühe seines Vater gehütet habe. Seit Juli 2003 sei jährlich ein w eisser Europäer nam ens J._______ ins D orf gekom m en, um Fotos von der R egion zu m achen. D ieser M ann habe ihn am 17. Juli 2006 gefragt, ob er nicht vom Islam zum C hristentum konvertieren w olle. D er Beschw erdeführer habe an dieser Idee G efallen gefunden. Seine jüngere Schw ester habe seinem Vater von seinem Vorhaben, zum C hristentum zu w echseln, berichtet, w orauf der Vater zw ei Tage später, am 19. Juli 2006, aufs Feld gekom m en sei und versucht habe, ihn - den Beschw erdeführer - m it einer M achete zu töten. D em Beschw erdeführer sei jedoch die Flucht gelungen. In einem D orf nam ens B._______ habe er den Europäer w ieder getroffen und diesem von den Tötungsabsichten seines Vaters erzählt. J._______ habe sich in der Folge nach A._______ begeben, um dort den W ahrheitsgehalt des vom Beschw erdeführer G eschilderten zu überprüfen. D abei habe er erfahren, dass der Vater des Beschw erde- führers in der Zw ischenzeit bei der D orfbevölkerung eine schriftliche Aufforderung zur Tötung seines Sohnes in U m lauf gebracht habe. Als der Beschw erdeführer davon erfahren habe, habe er sich um gehend zur Ausreise aus dem N iger entschlossen. In Begleitung von J._______ und eines w eiteren W eissen sei er in einem "Pick-up" bis S eite 2D -6154/2006 nach Algerien gefahren. J._______ habe ihn dann auch im Schiff nach Italien begleitet und ihn dort dem Fahrer des Autos, das ihn in die Schw eiz gebracht habe, übergeben; von J._______ habe er seither nichts m ehr gehört. Im W eiteren brachte der Beschw erdeführer vor, nie Problem e m it den Behörden oder irgendw elchen O rganisationen in der H eim at gehabt und sich auch nie politisch betätigt zu haben. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Protokolle bei den Akten verw iesen. Sow eit für den Entscheid w esentlich, w ird darauf in den Erw ägungen eingegangen. B . M it Verfügung vom 9. O ktober 2006 - eröffnet am 16. O ktober 2006 - lehnte das BFM das Asylgesuch m it der Begründung ab, die Vorbrin- gen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laub- haftigkeit nicht stand. G leichzeitig ordnete das BFM die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an und stellte fest, der Voll- zug der W egw eisung sei - auch unter Berücksichtigung des Ü berein- kom m ens über die R echte des Kindes vom 20. N ovem ber 1989 (KR K, SR 0.107) - zulässig, zum utbar und m öglich. C . D er Beschw erdeführer beantragte bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) m it Eingabe vom 8. N o- vem ber 2007 (Poststem pel: 9. N ovem ber 2007) die Aufhebung der vor- instanzlichen Verfügung und die G ew ährung des Asyls. Eventuell sei ihm die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. In prozessrechtlicher H in- sicht sei ihm die unentgeltliche R echtspflege zu bew illigen, eventuali- ter sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Für die Begründung dieser Anträge w ird, sow eit für den Entscheid w esent- lich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. Am 20. N ovem ber 2006 w urde überdies eine von der C aritas Schw eiz beziehungsw eise vom Zentrum _______ ausgestellte Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung zu den Akten gegeben. S eite 3D -6154/2006 D . M it Zw ischenverfügung vom 22. N ovem ber 2006 verzichtete die AR K auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G leichzeitig w urde dem Beschw erdeführer m itgeteilt, über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w erde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. E. M it Verfügung der Jugendanw altschaft des Kantons _______ vom 10. N ovem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer, bei w elchem anläss- lich einer Kontrolle an einer als D rogenum schlagplatz bekannten Ö rt- lichkeit in D ._______ am 9. N ovem ber 2006 sieben Kügelchen (insge- sam t 3,2 G ram m ) Kokain zum Vorschein gekom m en w aren, zu einer unbedingten Einschliessungsstrafe von sieben Tagen verurteilt. G lei- chentags w urde von der _______ des Kantons C ._______ die Ausgrenzung aus dem G ebiet der Städte D ._______ und E._______ verfügt. W egen M issachtung der Ausgrenzungsverfügung w urde der Beschw erdeführer m it einer w eiteren Verfügung der Jugendanw altschaft des Kantons C ._______ vom 6. D ezem ber 2006 zu einer unbedingten Einschliessungsstrafe von 14 Tagen verurteilt. F. D as BFM schloss m it Vernehm lassung vom 4. Juli 2007 auf Abw ei- sung der Beschw erde, da diese keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eism ittel enthalte, w elche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Insbesondere sei darauf hinzuw eisen, dass der Beschw erdeführer am 4. Februar 2007 volljährig gew orden sei und sich som it nicht m ehr auf die Kinderschutzkonvention berufen könne. D adurch, dass er seit seiner Einreise in die Schw eiz w iederholt durch strafbares Verhalten negativ aufgefallen und unter anderem m ehrere M ale in der D rogenszene aufgegriffen und w egen Kokainhandels ver- urteilt w orden sei, erfülle er die Bedingungen von A rt. 14a Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlas- sung der Ausländer (AN AG ; SR 142.20). D er Beschw erdeführer liess sich am 10. August 2007 zu den in der Vernehm lassung enthaltenen Ausführungen vernehm en. D abei hielt er am W ahrheitsgehalt der von ihm anlässlich der Befragungen gem ach- ten Aussagen fest und führte im W eiteren aus, der U m stand, dass er in der Schw eiz strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, sei auf seine S eite 4D -6154/2006 desolate persönliche und finanzielle Situation zurückzuführen; er bereue diese Fehltritte und habe dafür auch gebüsst. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Be- schw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach A rt. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in A rt. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 AsylG , A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t bei gegebener Zustän- digkeit am 1. Januar 2007 die bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der - im Ü bri- gen m ittlerw eile volljährige - Beschw erdeführer ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. S eite 5D -6154/2006 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person aner- kannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu ei- ner bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrschein- lichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w ider- sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz stellte in ihrer angefochtenen Verfügung vorab fest, der Beschw erdeführer habe im Verlaufe des Verfahrens zu w esentli- chen Punkten unterschiedliche Angaben gem acht. In der Tat gab er etw a anlässlich der Erstbefragung im Em pfangs- und Verfahrenszent- rum an, seiner jüngeren Schw ester vom Angebot des w eissen Europä- ers, zum C hristentum zu konvertieren, erzählt zu haben (vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 4), w ährend er dann in der kantonalen Anhö- rung erklärte, seine jüngere Schw ester sei beim G espräch m it dem W eissen persönlich anw esend gew esen, sei aber nicht eingeladen w orden, die R eligion zu w echseln (vgl. Protokoll kantonale Befragung, A9, S. 7). D es W eiteren behauptete der Beschw erdeführer in der kan- tonalen Anhörung, er habe von der von seinem Vater schriftlich ver- fassten Aufforderung an die D orfbevölkerung, ihn zu töten, erfahren, w eil seine Schw ester nach B._______ gekom m en und ihm selber davon erzählt habe (vgl. Protokoll kantonale Befragung, A9, S. 8). Anlässlich der Erstbefragung m achte er dem gegenüber nicht geltend, von seiner Schw ester in B._______ aufgesucht w orden zu sein, S eite 6D -6154/2006 sondern gab an, J._______ und ein w eiterer W eisser seien nach E._______ gegangen; am Flussufer hätten sie seine Schw ester getroffen, w elche ihnen vom besagten Schreiben des Vaters erzählt habe (vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 5). 4.2 D ie Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen w erden dadurch erhärtet, dass die Aussagen des Beschw erdeführers in w esentlichen Punkten zu w enig konkret, detailliert und differenziert dargelegt w or- den sind und daher nicht den Eindruck erw ecken, der Beschw erdefüh- rer habe das G eschilderte selber erlebt. W ie in der angefochtenen Ver- fügung zutreffend bem erkt w urde, m achte der Beschw erdeführer etw a zur angeblichen Einladung des W eissen, zum C hristentum zu konver- tierten, nur sehr allgem eine Angaben. Trotz m ehrfachem N achfragen in beiden Befragungen beschränkten sich seine Aussagen im W esentli- chen darauf, dass der W eisse ihm in Aussicht gestellt habe, w enn er seine R eligion w echsle, könne er ihm eine Beschäftigung geben, auch könne der Beschw erdeführer dann in eine Stadt gehen und dort viel erleben (vgl. Protokoll kantonale Befragung, A9, S. 6). D ie dazu in der R echtsm itteleingabe (vgl. S. 2) abgegebene Erklärung, es habe sich nicht "um eine Predigt oder ein theologisches G espräch, sondern ganz einfach um einen Versuch des Europäers, zu m issionieren", gehandelt, verm ag nicht zu überzeugen. Sodann verm ochte der Beschw erdeführer auch keine konkreten Anga- ben dazu zu m achen, w ie und w o ihn seine Schw ester in B._______ gefunden habe (vgl. Protokoll kantonale Befragung, A9, S. 8), und er w ar auch nicht in der Lage, seine R eise vom N iger bis in die Schw eiz zu beschreiben. Abgesehen davon, dass er - w ie in der angefochtenen Verfügung bem erkt w urde - w eder O rtschaften zw ischen A._______/E._______ und der G renze zu Algerien noch Ankunftsort oder -hafen in Italien nennen konnte, scheint es auch sehr zw eifelhaft, dass der Beschw erdeführer vom ganz im Südw esten N igers gelegenen D épartem ent F._______ aus im "Pick-up" seiner beiden Begleiter durch - die teilw eise sehr zerklüfteten und gebirgigen - W üsten N igers und Algeriens bis ans M ittelm eer gefahren sein und für die D istanz von m ehr als 3000 Kilom eter nur gerade zw ei oder drei Tage gebraucht haben soll (vgl. Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 6 und Protokoll kantonale Befragung, A9, S. 3 f. und 10). 4.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschw er- deführers den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standhalten. S eite 7D -6154/2006 D as Bundesam t hat daher zu R echt davon abgesehen, die Asylrelevanz des geschilderten Sachverhaltes zu prüfen. Es kann darauf verzichtet w erden, auf die übrigen Erw ägungen der Vorinstanz (etw a auf die Feststellung, die vom Beschw erdeführer geschilderte A rt und W eise des Angebots, zum C hristentum zu konvertieren, sei w enig nachvollziehbar ausgefallen) und auf die w eiteren, sehr knapp und allgem ein gehaltenen Ausführungen in der Beschw erdeschrift und in der R eplik vom 10. August 2007 näher einzugehen. D as Asylgesuch w urde vom Bundesam t zu R echt abgew iesen. 5. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw ei- sung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 5.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann ins- besondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine kon- krete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), A rt. 3 des Ü ber- einkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grau- sam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 S eite 8D -6154/2006 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeili- che Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheide und M itteilungen der AR K / EM AR K 2001 N r. 21). 5.3 D as Bundesam t w ies in seiner angefochtenen Verfügung zutref- fend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in A rt. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in den N iger ist dem nach unter dem Aspekt von A rt. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den N iger dort m it beachtlicher W ahrscheinlich- keit einer nach A rt. 3 EM R K oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .; N r. 17 S. 130 f.). D as ist je- doch vorliegend nicht der Fall. U ngeachtet der - oben unter Ziff. 4 der Erw ägungen eingehend dargelegten - Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen ist darauf hinzuw eisen, dass der Beschw erdeführer m ittlerw eile auch nach nigrischem R echt volljährig ist und bei allfälli- gen N achstellungen seitens Fam ilienangehöriger und D orfbew ohner selber die zuständigen Behörden in seiner H eim at um Schutz nachsu- chen könnte. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. S eite 9D -6154/2006 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch ver- zichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann an- gesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch K rieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation all- gem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm o- m ente, w ie beispielsw eise der N icht-Erhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). D ie seit 1960 von Frankreich unabhängige R epublik N iger gehört zu den am w enigsten entw ickelten und ärm sten Ländern der W elt. Zw ei D rittel des Staatsgebietes befinden sich in der Sahara. R egelm ässig w iederkehrende D ürren und H euschreckenplagen führen zu N ahrungs- m ittelknappheit bei der noch heute grösstenteils in der Landw irtschaft tätigen Bevölkerung. Zudem kom m t es - auch w enn eine gew isse Sta- bilisierung festgestellt w erden konnte - insbesondere im N orden und O sten des Landes regelm ässig zu bew affneten Zusam m enstössen zw ischen nigrischen Sicherheitskräften und Tuareg-R ebellen. D ennoch kann bezüglich dem N iger und insbesondere auch bezüglich dem im fruchtbareren und "reicheren" Südw esten des Landes gelegenen D épartem ent F._______ - w o der Beschw erdeführer gem äss seinen Angaben herkom m t - nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation allgem einer G ew alt, w elche für den Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in die H eim at eine konkrete G efahr darstellen w ürde, gesprochen w erden. Sodann sind auch keine anderen, individuellen G ründe ersichtlich, w elche den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen las- sen könnten. D er noch junge, sow eit aktenkundig gesunde Beschw er- deführer hat im m erhin eine rudim entäre Schulbildung genossen und verfügt über Französischkenntnisse sow ie über Berufserfahrung in der Landw irtschaft. N achdem die N achstellungen seitens des - offenbar nach w ie vor in A._______/E._______ w ohnhaften - Vaters nicht glaubhaft erscheinen, ist davon auszugehen, dass seine Fam ilienangehörigen ihm auch bei der R eintegration in der H eim at behilflich sein w erden. U nter diesen U m ständen bestehen keine H inw eise, dass der Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in den S eite 10D -6154/2006 N iger in eine konkret seine Existenz bedrohende Situation geraten könnte. Bei dieser Sachlage kann der Vollzug der W egw eisung - entgegen der in der R echtsm itteleingabe vertretenen Auffassung - auch als zum ut- bar bezeichnet w erden. M angels Bejahung der Zum utbarkeit des W eg- w eisungsvollzugs fällt auch die Prüfung der Frage, ob vorliegend - w ie in der Vernehm lassung der Vorinstanz bem erkt w urde - aufgrund der Straffälligkeit des Beschw erdeführers A rt. 14 Abs. 6 AN AG zur Anw en- dung gelangt, w eg. 5.5 Schliesslich ist der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdefüh- rers auch als m öglich im Sinne von A rt. 14a Abs. 2 AN AG zu bezeich- nen, da keine praktischen Vollzugshindernisse erkennbar sind, die ei- ner R ückkehr in den N iger entgegenstehen könnten, und er verpflich- tet ist, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atlandes um die Ausstellung gültiger R eisepapiere zu bem ühen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ). 5.6 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zu- m utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anord- nung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü- gung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten (vgl. A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D e- zem ber 2006 [VG KE]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). N achdem sich die Beschw erde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Anhängigm achung nicht aussichtslos erw iesen hat und der Be- schw erdeführer nach w ie vor nicht erw erbstätig ist (und daher von sei- ner Bedürftigkeit ausgegangen w erden m uss), ist das in der R echts- S eite 11D -6154/2006 m itteleingabe vom 8. N ovem ber 2006 (Poststem pel: 9. N ovem ber 2006) gestellte G esuch um unentgeltliche Prozessführung (A rt. 65 Abs. 1 Vw VG ) zu bew illigen und auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. In G utheissung des G esuches um unentgeltliche R echtspflege (A rt. 65 Abs. 1 Vw VG ) w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. _______) - das _______ des Kantons C. ad _______ D er Instruktionsrichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller Kathrin M angold H orni Versand: S eite 12