BRKE I Nrn. 95-97/1998 vom 29. Mai 1998 in BEZ 1998 Nr. 14 2. Da die vorliegenden Rekurse wegen Verl etzung klaren formellen Rechts gu t- zuheissen sind, kann auf die Durchführung eines Vernehmlassungsverfahrens ve r- zichtet werden. 3. a) Die Nachbarrekurrenten rügen teilweise die ungenügende Verfahrensk o- ordination. Gemäss Bundesrecht sind Baubewilligungsverfa hren zu koordinieren, und es sind einheitliche Rechtsmittelinstanzen vorzusehen. Die massgebenden, seit dem 1. J anuar 1997 in Kraft stehenden Vorschriften von Art. 25a des Raumpl a- nungsgesetzes (RPG) lauten wie folgt: «Erfordert die Errichtung oder die Ände rung einer Baute oder Anlage Verfügu n- gen mehrerer Behörden, so ist eine Behörde zu bezeichnen, die für ausre i- chende Koordination sorgt. Die für die Koordination verantwortliche Behörde: a) kann die erforderlichen verfahrensleitenden Anordnungen treffen; b) sorgt für eine gemeinsame öffentliche Auflage aller Gesuchsunterlagen; c) holt von allen beteiligten kantonalen und eidgenössischen Behörden umfa s- sende Stellungnahmen zum Vorhaben ein; d) sorgt für inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine gemeins ame oder gleichzeitige Eröffnung der Verfü gungen. Die Verfügungen dürfen keine W idersprüche enthalten. Diese Grundsätze sind auf das Nutzungsplanverfahren sinngemäss anwen d- bar.» Gemäss den kantonalzürcherischen Ausführungsvorschriften (vgl. § 319 Abs. 2 PBG; §§ 7 ff. der Bauverfahrensverordnung [BVV] vom 3. Dezember 1997, in Kraft seit 1. Januar 1998) ist im Regelfall die örtliche Baubehörde die für die Verfahren s- koordination verantwortliche Stelle (§ 9 BVV). b) Das vorliegende Bauvorhaben bedarf neben der kommunalen baurechtlichen- 2 - Bewilligung unbestrittenermassen verschiedener zusätzlicher Bewilligungen kant o- naler Behörden (§ 7 BVV), so insbesondere einer lärmschutzrechtlichen Bewilligung der Volkswirtschaftsdirektion (auf Antrag des kantonalen Amtes für I ndustrie, G e- werbe und Arbeit KIGA, vgl. Ziff. 3.1 Anhang BVV) und einer strassenpolizeilichen Bewilligung der Baudirektion (auf Antrag des kantonalen Tiefbauamtes, vgl. Ziffer 1.1.1 Anhang BVV). Die kommunale und die kantonalen Bewilligungen hätten vorli e- gend aufeinander abg estimmt und gleichzeitig mit einer identischen Rechtsmittelb e- lehrung eröffnet werden müssen. Indem die kommunale Baubehörde die Baubewill i- gung unter dem Vorbehalt der notwendigen Bewilligung des KIGA [recte: Volkswir t- schaftsdirektion] er teilte, hat sie die erwähnten Vorschriften über die Verfahrensk o- ordination verletzt. Der angefochtene B eschluss ist somit aus formellrechtlichen Gründen au fzuheben. Die Vorinstanz ist einz uladen, das Baubewilligungsverfahren im Sinne der vorstehenden Erwägungen fortzuführen. 4. Da die Baudirektion alle kommunalen Baubehörden mit Kreisschreiben vom 10. April 1997, 18. Dezember 1997 und 5. März 1998 wiederholt ausdrücklich auf die Koordinationspflicht aufmerksam gemacht hat, ist das Vo rgehen der Vorinstanz al s grob fehlerhaft zu qualifizieren. Es rechtfertigt sich daher, die Verfahrenskosten au s- schliesslich der Gemeinde X aufzuerlegen (§ 13 VRG).