<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 61 S.295</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">295</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>61</b></span> <span class="ft2"><b>Weisung, ein Eheschutzverfahren einzuleiten.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Die Weisung, ein Eheschutzverfahren einzuleiten, verletzt die Ehe-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>freiheit nicht (Erw. 5.1-5.3).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Der Grundsatz der Subsidiarität der Sozialhilfe verlangt, dass eine</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Hilfe suchende verheiratete Person ein Eheschutzverfahren zur Gel-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tendmachung von Unterhaltsansprüchen einleitet. Keine Rolle spielt,</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">296</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>ob die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen eine Aussicht auf</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Erfolg hat (Erw. 5.4.1-5.5).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 13. Oktober 2005 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen S.W. gegen das Bezirksamt Zofingen.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">5.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, Art. 14 BV statuiere das</span><br/> <span class="ft1">Recht, unbeeinträchtigt durch staatliche und polizeiliche Einschrän-</span><br/> <span class="ft1">kungen die Ehe eingehen zu können. In diesem Recht werde die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin durch die Weisung, ein Eheschutzverfahren einzu-</span><br/> <span class="ft1">leiten, nicht beschränkt. Die Rechtsgültigkeit der bestehenden Ehe</span><br/> <span class="ft1">zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann werde in</span><br/> <span class="ft1">keinster Weise durch ein Eheschutzverfahren tangiert. Vielmehr solle</span><br/> <span class="ft1">das Eheschutzverfahren im vorliegenden Fall dazu dienen,</span><br/> <span class="ft1">Unterhaltsbeiträge des Ehemannes für die gemeinsame Tochter</span><br/> <span class="ft1">festzulegen. Endgültig festzustellen, ob der Ehemann zu Unterhalts-</span><br/> <span class="ft1">zahlungen verpflichtet werden könne und ob reelle Chancen auf ein</span><br/> <span class="ft1">zukünftiges intaktes Zusammenleben der Eheleute X bestünden, sei</span><br/> <span class="ft1">nicht Aufgabe des Bezirksamtes, sondern habe durch das zuständige</span><br/> <span class="ft1">Familiengericht entschieden zu werden.</span><br/> <span class="ft1">5.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Zulässigkeit der</span><br/> <span class="ft1">Weisung, diese verletze die Ehefreiheit, welche in Art. 14 BV garan-</span><br/> <span class="ft1">tiert sei. Wie der Sozialkommission bekannt sei, beziehe der Ehe-</span><br/> <span class="ft1">mann der Beschwerdeführerin ebenfalls Sozialhilfe. Dies gehe aus</span><br/> <span class="ft1">der Bestätigung des Sozialamtes der Gemeinde B vom 7. Januar</span><br/> <span class="ft1">2005 hervor. Folglich sei der Ehemann der Beschwerdeführerin auf</span><br/> <span class="ft1">keinen Fall in der Lage, ihr oder ihren Kindern irgendwelche Unter-</span><br/> <span class="ft1">haltsbeiträge zukommen zu lassen. Unter diesen Umständen mache</span><br/> <span class="ft1">die Einleitung eines Eheschutzverfahrens keinen Sinn. Die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin könne mit keinerlei Unterhaltsbeiträgen rechnen.</span><br/> <span class="ft1">Ein Eheschutzverfahren hätte somit keinerlei Auswirkungen auf das</span><br/> <span class="ft1">Budget der Beschwerdeführerin. Es gebe kein höheres Interesse der</span><br/> <span class="ft1">Sozialkommission, welches es rechtfertigen würde, die Beschwerde-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">297</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">führerin zu zwingen, gegen ihren Willen ein Eheschutzverfahren</span><br/> <span class="ft1">einzuleiten.</span><br/> <span class="ft1">5.3. Wie die Vorinstanz zu Recht feststellte, verletzt die Wei-</span><br/> <span class="ft1">sung, ein Eheschutzverfahren einzuleiten, die Ehefreiheit nach</span><br/> <span class="ft1">Art.</span> <span class="ft1">14 BV nicht. Art.</span> <span class="ft1">14 BV garantiert das Recht zur Ehe-</span><br/> <span class="ft1">schliessung, d.h. die Freiheit, dass ein mündiger Erwachsener selber</span><br/> <span class="ft1">entscheiden kann, ob bzw. wen er heiraten möchte (Jörg Paul Müller,</span><br/> <span class="ft1">Grundrechte in der Schweiz, 3. Auflage, Bern 1999, S. 102). Ein</span><br/> <span class="ft1">Eheschutzverfahren bei getrennt lebenden Ehegatten dient dazu, die</span><br/> <span class="ft1">Verhältnisse unter den Ehegatten, insbesondere den Unterhalt, für die</span><br/> <span class="ft1">Dauer des Getrenntlebens zu regeln (Art.</span> <span class="ft1">176 ff. ZGB). Die</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgültigkeit und der Bestand der Ehe zwischen der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin und ihrem Ehemann werden in keiner Weise beeinträch-</span><br/> <span class="ft1">tigt.</span><br/> <span class="ft1">5.4.1. Die Vorinstanz kam weiter zum Schluss, die an die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin gerichtete Weisung, bis spätestens 20. Januar 2005</span><br/> <span class="ft1">ein Eheschutzverfahren einzuleiten, stehe im Einklang mit den</span><br/> <span class="ft1">Richtlinien des Kantonalen Sozialdienstes. So könne bei getrennt</span><br/> <span class="ft1">lebenden Ehegatten von der unterstützten Person verlangt werden,</span><br/> <span class="ft1">dass innert 30 Tagen eine gerichtliche Festsetzung der Unterhalts-</span><br/> <span class="ft1">beiträge beantragt werde.</span><br/> <span class="ft1">5.4.2. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, die Vorin-</span><br/> <span class="ft1">stanz stütze das Vorgehen der Sozialkommission mit dem Hinweis</span><br/> <span class="ft1">auf das Handbuch Sozialhilfe. Bei diesem Handbuch handle es sich</span><br/> <span class="ft1">aber nicht um eine gesetzliche Grundlage, sondern um eine interne</span><br/> <span class="ft1">Publikation ohne Rechtsverbindlichkeit.</span><br/> <span class="ft1">5.4.3. Den Erläuterungen im Handbuch Sozialhilfe kommt tat-</span><br/> <span class="ft1">sächlich - im Gegensatz zum SPG, zu der dieses ausführenden SPV</span><br/> <span class="ft1">und, soweit von Letzterer als massgeblich bezeichnet (§ 10), den</span><br/> <span class="ft1">Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe,</span><br/> <span class="ft1">herausgegeben von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe</span><br/> <span class="ft1">(SKOS-Richtlinien), Dezember 2000 - keine rechtserzeugende Wir-</span><br/> <span class="ft1">kung zu; sie sind nur beachtlich, soweit sie dem formell gesetzten</span><br/> <span class="ft1">Recht entsprechen oder dort klarerweise enthaltene Ermessenspiel-</span><br/> <span class="ft1">räume korrekt ausfüllen (VGE II/74 vom 19. November 2003</span><br/> <span class="ft1">[BE.2003.00216], S. 9).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">298</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Anspruch auf Sozialhilfe besteht, sofern die eigenen Mittel</span><br/> <span class="ft1">nicht genügen und andere Hilfeleistungen nicht rechtzeitig erhältlich</span><br/> <span class="ft1">sind oder nicht ausreichen (§ 5 Abs. 1 SPG). Damit wird der Grund-</span><br/> <span class="ft1">satz der Subsidiarität der Sozialhilfe ausgedrückt. Die Hilfe suchende</span><br/> <span class="ft1">Person ist verpflichtet, sich nach Möglichkeit selbst zu helfen; sie</span><br/> <span class="ft1">muss alles Zumutbare unternehmen, um eine Notlage aus eigenen</span><br/> <span class="ft1">Kräften abzuwenden oder zu beheben (vgl. SKOS-Richtlinien, Ka-</span><br/> <span class="ft1">pitel A.4). Die Zusprechung materieller Hilfe kann mit Auflagen und</span><br/> <span class="ft1">Weisungen verbunden werden (§ 13 Abs. 1 SPG). Diese dienen</span><br/> <span class="ft1">gemäss § 14 SPV entweder vorbeugend der richtigen Verwendung</span><br/> <span class="ft1">der materiellen Hilfe oder dann zur Verbesserung der Lage der Hilfe</span><br/> <span class="ft1">suchenden Person. Werden Auflagen und Weisungen nicht befolgt,</span><br/> <span class="ft1">welche unter Androhung der Folgen bei Missachtung erlassen wur-</span><br/> <span class="ft1">den, so kann die materielle Hilfe gekürzt werden (§ 15 Abs. 1 SPV;</span><br/> <span class="ft1">VGE IV/29 vom 26.</span> <span class="ft1">August 2004 [BE.2004.00177], S.</span> <span class="ft1">4 f.;</span><br/> <span class="ft1">VGE IV/54 vom 19. November 2004 [BE.2004.00284], S. 6), und im</span><br/> <span class="ft1">Falle, dass die unterstützte Person sich rechtsmissbräuchlich verhält,</span><br/> <span class="ft1">kann eine materielle Hilfe ganz eingestellt werden (§ 15 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">SPV).</span><br/> <span class="ft1">5.4.4. Zu den eigenen Mitteln gehören auch die Unterhaltsan-</span><br/> <span class="ft1">sprüche der hilfebedürftigen Person (§ 11 Abs. 1 SPV). Bestehen</span><br/> <span class="ft1">Ansprüche gegenüber Dritten nur vermeintlich oder können sie aus</span><br/> <span class="ft1">irgendwelchen Gründen nicht durchgesetzt werden, dürfen sie ande-</span><br/> <span class="ft1">rerseits nicht als fiktive Einkünfte der Hilfe suchenden Person ange-</span><br/> <span class="ft1">rechnet werden. Vorerst muss in jedem Fall feststehen, dass sie nicht</span><br/> <span class="ft1">durchsetzbar und erhältlich sind. Die Entscheidung zur Geltendma-</span><br/> <span class="ft1">chung und Durchsetzung unsicherer Unterhaltsansprüche steht nicht</span><br/> <span class="ft1">im Belieben der Hilfe suchenden Person (VGE II/42 vom 20. Juni</span><br/> <span class="ft1">2003 [BE.2003.00110], S. 5 f.). Entsprechend kommt es nicht darauf</span><br/> <span class="ft1">an, ob die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen keine Aussicht</span><br/> <span class="ft1">auf Erfolg hat, weil der Unterhaltsverpflichtete selbst auf Sozialhilfe</span><br/> <span class="ft1">angewiesen ist.</span><br/> <span class="ft1">Die unterstützenden Sozialhilfebehörden können daher von den</span><br/> <span class="ft1">Gesuchstellern eine Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen auf</span><br/> <span class="ft1">dem Rechtsweg verlangen. Verzichtet eine unterstützte Person auf</span><br/> <span class="ft1">eheliche Unterhaltsbeiträge, obwohl der Ehegatte offensichtlich sol-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">299</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">che leisten könnte, so muss sie sich einen angemessenen Betrag an-</span><br/> <span class="ft1">rechnen lassen. Im Umfang dieses Betrags besteht im Sinne des Sub-</span><br/> <span class="ft1">sidiaritätsprinzips keine Bedürftigkeit (SKOS-Richtlinien, Kapi-</span><br/> <span class="ft1">tel F.3.2; Peter Stadler, Wie ist die Sozialhilfe zu bemessen, wenn</span><br/> <span class="ft1">Eheleute nicht zusammen wohnen und das Getrenntleben nicht ge-</span><br/> <span class="ft1">richtlich geregelt ist, in: Zeitschrift für Sozialhilfe [ZeSo], 2001 Heft</span><br/> <span class="ft1">5).</span><br/> <span class="ft1">5.5. Die Beschwerdeführerin lebt seit Mai 2004 von ihrem</span><br/> <span class="ft1">Ehemann getrennt. Solange die Beschwerdeführerin keine Sozial-</span><br/> <span class="ft1">hilfe beantragt hatte, stand es ihr grundsätzlich frei, Unterhaltsan-</span><br/> <span class="ft1">sprüche für sich persönlich geltend zu machen. Es stand ihr jedoch</span><br/> <span class="ft1">bereits damals nicht frei, auf Unterhaltsansprüche für das Kind zu</span><br/> <span class="ft1">verzichten, da diese dem Kind zustehen (Peter Breitschmid, in: Bas-</span><br/> <span class="ft1">ler Kommentar, ZGB I, 2. Auflage, Basel / Genf / München 2002,</span><br/> <span class="ft1">Art. 276 N 17). Ein Verzicht der Beschwerdeführerin auf den für die</span><br/> <span class="ft1">Tochter Y (geboren 13. Dezember 2003) unentbehrlichen Unterhalt</span><br/> <span class="ft1">ist ausgeschlossen (vgl. Cyril Hegnauer, in: Berner Kommentar,</span><br/> <span class="ft1">Art. 252-301 ZGB, 3. Auflage, Bern 1964, Art. 272 aZGB N 68;</span><br/> <span class="ft1">BGE 119 II 6), und eine Verletzung der elterlichen Pflicht zur Gel-</span><br/> <span class="ft1">tendmachung von Unterhaltsansprüchen kann zu Kindesschutzmass-</span><br/> <span class="ft1">nahmen (Art. 307 f. ZGB) durch die Vormundschaftsbehörde Anlass</span><br/> <span class="ft1">geben.</span><br/> <span class="ft1">Der Ehemann der Beschwerdeführerin bezieht gemäss Bestäti-</span><br/> <span class="ft1">gung der Gemeinde B vom 7. Januar 2005 ebenfalls Sozialhilfe. Das</span><br/> <span class="ft1">bedeutet jedoch nicht, dass er auch in Zukunft nicht in der Lage sein</span><br/> <span class="ft1">wird, Unterhaltszahlungen zu leisten. Es steht insbesondere nicht</span><br/> <span class="ft1">fest, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin bei einer zumutbaren</span><br/> <span class="ft1">Anstrengung kein Einkommen zu erzielen vermag, zumal seine</span><br/> <span class="ft1">berufliche und finanzielle Situation undurchsichtig erscheint. Seine</span><br/> <span class="ft1">finanziellen Möglichkeiten und den Anspruch der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin und ihrer Tochter auf Unterhalt kann umfassend nur der</span><br/> <span class="ft1">Eheschutzrichter beurteilen. Es mag sein, dass die Ehetherapie der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin erfolgsversprechend verläuft. Es mag auch sein,</span><br/> <span class="ft1">dass die Ehegatten in der Vergangenheit Schwierigkeiten gehabt</span><br/> <span class="ft1">haben. Sie haben andererseits gemeinsam den Mietvertrag für das</span><br/> <span class="ft1">5½-Zimmer-Einfamilienhaus in A unterzeichnet und am 13. Dezem-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">300</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ber 2004 gemeinsam die C s.a g.l. mit Sitz in A gegründet, deren</span><br/> <span class="ft1">Mitgesellschafterin die Beschwerdeführerin ist. Möglich ist auch,</span><br/> <span class="ft1">dass ein Eheschutzverfahren zu weiteren persönlichen Belastungen</span><br/> <span class="ft1">der Beteiligten führen kann. All dies entbindet aber die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führerin nicht davon, die ihr und ihrer Tochter zustehenden</span><br/> <span class="ft1">Unterhaltsansprüche gegenüber ihrem Ehemann geltend zu machen.</span><br/> <span class="ft1">Diese Ansprüche bestehen entgegen der Auffassung der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin auch bei ungetrennter Ehe (Art. 172/173 ZGB).</span><br/> <span class="ft1">Von der Sozialhilfe sind nur die nötigen Kosten zu übernehmen,</span><br/> <span class="ft1">und das Subsidiaritätsprinzip gilt auch bei nicht zusammen lebenden</span><br/> <span class="ft1">Ehepaaren (SKOS-Richtlinien, Kapitel F.3.2). Im Umfang der Unter-</span><br/> <span class="ft1">haltsansprüche bestehen Ansprüche der Klägerin auf eigene Mittel,</span><br/> <span class="ft1">die grundsätzlich geeignet sind, ihre Notlage vermindern. Für die</span><br/> <span class="ft1">Rechtsmässigkeit der Weisung, ein Eheschutzverfahren einzuleiten,</span><br/> <span class="ft1">ist die mögliche Aussicht auf einen Beitrag zur Verminderung der</span><br/> <span class="ft1">Notlage der Beschwerdeführerin ausreichend. Zu berücksichtigen ist</span><br/> <span class="ft1">schliesslich, dass die dem Kind zustehenden Unterhaltsbeiträge</span><br/> <span class="ft1">bevorschusst werden können und damit einer andern Abrechnungs-</span><br/> <span class="ft1">und Rückforderungsregelung unterstehen (Art. 290 ZGB und § 27 f.</span><br/> <span class="ft1">SPG).</span><br/> <span class="ft1">Die Weisung, ein Eheschutzverfahren einzuleiten, ist somit</span><br/> <span class="ft1">nicht zu beanstanden, und die Beschwerde ist in diesem Punkt ab-</span><br/> <span class="ft1">zuweisen.</span><br/></div> </div> </body> </html>