B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7709/2016 U r t e i l v o m 2 . A p r i l 2 0 1 9 Besetzung Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Caroline Bissegger, Gerichtsschreiber David Schneeberger. Parteien A._______, (Kosovo), Zustelladresse: c/o B._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Kinderrente zu Gunsten von C._______; Verfügung der IVSTA vom 22. November 2016. C-7709/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der am (…) 1965 geborene kosovarische Staatsangehörige A._______ (fortan: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist Vater der Toch- ter C._______ (geb. […] 1993, fortan: Tochter) und des Sohnes D._______ (geb. […] 1994, fortan: Sohn). A.b Mit Verfügung vom 15. April 1998 sprach die IV-Stelle E._______ dem Versicherten rückwirkend ab dem 1. März 1997 bei einem Invaliditätsgrad von 59 % eine halbe Invalidenrente zu, daneben eine halbe Zusatzrente für die Ehegattin F._______ und je eine halbe Kinderrente zur Rente de s Vaters für die Tochter und den Sohn (IVSTA -act. 19). Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kan- tons E._______, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 18. März 1999 ab (IVSTA -act. 29). Der Anspruch auf die Invalidenrente wurde mit Verfügung der IV-Stelle E._______ vom 15. Dezember 1999 re- visionsweise bestätigt (IVSTA-act. 35). B. B.a Die Familie verliess im September 2000 die Schweiz nach Kosovo (IV- STA-act. 36), woraufhin die IV-Stelle E._______ die Fallführung an die IV- Stelle für Versicherte im Ausland (fortan: IVSTA oder Vorinstanz) übertrug (IVSTA-act. 37 f.). Die IVSTA bestätigte den bisherigen Rentenanspruch mit Verfügungen vom 15. September 2000 (IVSTA -act. 39) und vom 18. März 2005 (IVSTA-act. 59) im Rahmen einer Revision von Amtes wegen. B.b Mit den Vorbescheid vom 27. Januar 2011 (IVSTA -act. 127) bestäti- gender Verfügung vom 14. Oktober 2011 verneinte die IVSTA einen weite- ren Rentenanspruch ab dem 1. Dezember 2011 (IVSTA -act. 166 f.), weil sich die Erw erbsfähigkeit verbessert und folglich der Invaliditätsgrad ver- mindert habe. Auf Beschwerde des Versicherten hin hob das Bundesver- waltungsgericht diese Verfügung mit Urteil B-6113/2011 vom 11. Septem- ber 2012 auf und wies die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vo- rinstanz zurück (IVSTA -act. 194). Nach umfangreichen Abklärungen sprach die Vorinstanz dem Versicherten mit Verfügung vom 18. November 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 59 % erneut eine halbe Invalidenrente ab 1. Dezember 2011 zu (IVSTA-act. 273). C-7709/2016 Seite 3 C. C.a Mit Verfügung vom 7. Januar 2014 wurden daraufhin die Kinderrenten für den Sohn und die Tochter ab dem 1. Dezember 2011 wiederum zuge- sprochen (IVSTA-act. 287). C.b Nach periodischen Überprüfungen der Kinderrenten in den Jahren 2014 und 2015 (je ab Mai) wurden diese weiterhin ausgerichtet, nachdem sie jeweils über die Sommermonate wegen noch nicht vorliegender Studi- enbescheinigungen aufgeschoben worden waren (IVSTA -act. 292 f., 305 f., 314 f., 321). C.c Am 2. Mai 2016 wurde der Versicherte erneut aufgeforde rt, Ausbil- dungsbescheinigungen einzureichen (IVSTA -act. 323 f.). Bezüglich des Sohnes wurde am 23. September 2016 die aufgeschobene Kinderrente für die Monate Juli bis September 2016 nachbezahlt (IVSTA-act. 337). D. D.a Ebenfalls am 23. September 2016 teilte di e IVSTA dem Versicherten mit, es bestehe für seine Tochter nach dem 30. Juni 2016 kein weiterer Anspruch auf eine Kinderrente (IVSTA-act. 338, 340). Wegen widersprüch- licher Angaben zum Studienverlauf der Tochter müsse eine systematische Vorbereitung auf ei n Berufsziel und damit ein Anspruch auf Kinderrente nach dem 30. Juni 2016 verneint werden. D.b Der Versicherte meldete sich am 10. Oktober 2016 per Email und machte geltend, seine Tochter absolviere am G._______ in (…) (fortan: G._______) das siebte und achte Semester in Kindererziehung und an der Universiteti „H._______“ in (…) (fortan: Universität) sinngemäss das dritte Semester in Rechtswissenschaften (IVSTA-act. 342). Sodann liess er der Vorinstanz am 13. Oktober 2016 Studienbestätigungen zukommen (IV- STA-act. 343-345) und erhob im November 2016 „Einsprache“ (recte: Ein- wand; Posteingang: 17. November 2016; IVSTA -act. 349). Er erachte die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Kinderrente im Studienjahr 2016 als erfüllt. Seine Tochter studiere seit dem Ok tober 2012 am G._______. Die dortige Ausbildung dauere drei Jahre bis zum Bachelor - Examen, sodann schliesse sich die Masterstufe mit wiederum zwei Jahren an – womit erklärt sei, warum die Angaben zur Studiendauer voneinander abwichen. Daneben studiere seine Tochter seit dem Oktober 2015 an der Universität Rechtswissenschaften. C-7709/2016 Seite 4 D.c Mit Verfügung vom 22. November 2016 (IVSTA-act. 351) verneinte die Vorinstanz einen Anspruch auf Kinderrente ab dem 1. Juli 2016. E. E.a Der Versicherte erhob mit Eingabe vom 9. Dezember 2016 (Zugang: 13. Dezember 2016) Beschwerde gegen diese Verfügung (act. 1). Er be- antragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die weitere Ausrichtung der Kinderrente auch für seine Tochter. E.b Mit Verfügung vom 16. März 2017 wurde dem Be schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege gewährt (act. 9). E.c Am 14. März 2017 (Eingang: 21. März 2017) reichte der Beschwerde- führer aktuelle Studienbestätigungen ein (act. 10). E.d Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2017 (act. 14) auf Abweisung der Beschwerde. E.e Mit Replik vom 15. Juni 2017 (act. 16) und Duplik vom 25. September 2017 (act. 21) hielten Beschwerdeführer wie auch die Vorinstanz an ihren jeweiligen Standpunkten fest. E.f Mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2017 wurde der S chriften- wechsel vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen (act. 22). E.g Der Beschwerdeführer richtete am 26. Dezember 2017 eine Erwide- rung auf die ihm am 7. Dezember 2017 zugestellte Duplik an das Gericht, zusammen mit weiteren Belegen (act. 23). Mit Faxeingabe vom 11. Januar 2018 reichte er einen der Belege in korrigierter Fassung nach (act. 25). E.h Am 11. Januar 2018 (act. 28), 17. September 2018 (act. 30) und 5. No- vember 2018 (act. 31) reichte der Beschwerdeführer weitere Beweismittel ein. E.i Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be- weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er- wägungen einzugehen. C-7709/2016 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG (SR 172.021), sofern eine Vorinstanz gemäss Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 1.2 Im Streit liegt die Verfügung der IVSTA vom 22. November 2016; die IVSTA ist Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG (vgl. Art. 69 Abs. 1 lit. b IVG [SR 831.20]), eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Ebenfalls keine Anwendung findet das VwVG soweit das ATSG (SR 830.1) anwendbar ist (Art. 3 Bst. dbis VwVG). Dies ist für die Invalidenversicherung (Art. 1a–26bis und 28–70 IVG) der Fall, soweit das IVG nicht ausdrücklich vom ATSG abweicht (Art. 1 Abs. 1 IVG). 1.4 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung, mit der entgegen seinem Antrag ab dem 1. Juli 2016 der Anspruch auf eine Kinderrente zur Invalidenrente verneint wird, berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung; er ist im Sinne von Art. 59 ATSG zur Beschwerde legitimiert. 1.5 Die Beschwerde er folgte frist - und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG). Von der Leistung des Gerichtskostenvorschusses wurde der Beschwerdeführer befreit. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht prüft im vorliegenden Verfahren die Verlet- zung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Miss- brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). C-7709/2016 Seite 6 3. 3.1 In zeitlicher Hinsicht sind regelmässig – vorbehältlich besonderer über- gangsrechtlicher Regelungen – diejenigen materiellen Rechtssätze mass- gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben ( BGE 138 V 475 E. 3.1; 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 445 E. 1.2.1) 3.2 Am 08. Juli 1962 schlossen die Föderative Volksrepublik Jugoslawien und die Schweiz ein Abkommen über die Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; nachfolgend Sozialversicherungsabkommen). 3.3 Der Bundesrat teilte dem Kosovo mit diplomatischer Note vom 18. De- zember 2009 mit, dass die Schweiz das Sozialversicherungsabkommen sowie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durch- führung dieses Abkommens (SR 0.831.109.818.12) mit dem Kosovo mit Wirkung ab 1. Januar 2010 beziehungsweise in Beachtung der Kündi- gungsvorschriften ab 1. April 2010 nicht mehr weiterführe. Gemäss Recht- sprechung des Bundesgerichts ist die Nichtweiteranwendung des Sozial- versicherungsabkommens durch die Schweiz auf den Kosovo ab dem 1. April 2010 rechtmässig (BGE 139 V 263 E. 3 ff. , insbesondere E. 8). In einem weiteren Entscheid erkannte das Bundesgericht, laufende Renten würden gemäss Art. 25 des Sozialversicherungsabkommens den Besitz- stand geniessen (BGE 139 V 335 E. 6). 3.4 Mit Verfügung vom 15. April 1998 war der Anspruch auf eine Invaliden- rente des Versicherten wie auch die Zusatzrente der Gattin und die Kinder- renten des Sohnes und der Tochter ab dem März 1997 erstmals zugespro- chen worden und liefen damit schon vor dem 1. April 2010. Diese Renten geniessen somit Besitzstand und di e Ansprüche des Versicherten gegen- über der Invalidenversicherung bestimmen sich gestützt auf Art. 4 des So- zialversicherungsabkommens ausschliesslich nach dem internen schwei- zerischen Recht. 4. 4.1 Versicherte, denen eine Alters- oder eine Invalidenrente zusteht, haben für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kin- derrente (Art. 35 Abs. 1 IVG; Art. 22ter AHVG). Die Kinderrente stellt eine Unterstützung des rentenbezieh enden Elternteils bei der Wahrnehmung seiner Unterhaltspflicht dar, weshalb sie ihm – und nicht etwa, wie im Falle C-7709/2016 Seite 7 der Waisenrente, dem Kind – zusteht (BGE 142 V 226 E. 6, 7.1; 134 V 15 E. 2.3.3). Sie entsteht mit dem Anspruch auf Alters - oder Invalidenrente (vgl. Rz. 3341 der Wegleitung über die Renten (RWL) in der Eidgenössi- schen Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung, in der hier massgebenden Version 10, Stand 1. Januar 2016) und endet mit der Voll- endung des 18. Altersjahrs (oder dem Tod des Kindes, Art. 25 Abs. 4 AHVG). Befindet sich das Kind noch in Ausbildung, so dauert der Anspruch bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr (Art. 25 Abs. 5 AHVG). 4.2 Die Definition der Ausbildung obliegt dem Bundesrat (Art. 25 Abs. 5 Satz 2 AHVG); dem ist er mit Erlass folgender Umschreibungen nachge- kommen: Das Kind ist in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bil- dungsganges systematisch und zeitlich über wiegend entweder auf einen Berufsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung erwirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe (Art. 49bis Abs. 1 AHVV). Nicht als in Ausbildung gilt ein Kind, wenn es ein durchschnittliches monatliches Erwerbseinkommen erzielt, das höher ist als die maximale volle Altersrente der AHV (Art. 49bis Abs. 1 AHVV) – diese Obergrenze ergibt sich aus dem Zweck, die Unterhaltspflicht der Eltern zu unterstützen, die ihrerseits durch die Eigenversorgungskompetenz des Kindes resolutiv bedingt ist (Art. 276 Abs. 3 ZGB; vgl. BGE 142 V 226 E. 7.2). Die Ausbil- dung endet mit dem Berufs- oder Schulabschluss (Art. 49ter Abs. 1 AHVV) und gilt auch als beendet, wenn sie abgebrochen oder unterbrochen wird oder wenn ein Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht (Art. 49 ter Abs. 2 AHVV). 4.3 Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat diese Umschreibung mit der bereits zitierten RWL (Rz. 3 358 ff.) weiter detailliert. Es handelt sich hierbei um eine Verwaltungsverordnung oder Verwaltungsweisung. Als sol- che richtet sie sich an die Durchführungsstellen und ist für das Sozialversi- cherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Ent scheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und ge- recht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulässt. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwal- tungsweisungen ab, wenn diese eine über zeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwal- tung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 140 V 314 E. 3.3; 138 V 286 C-7709/2016 Seite 8 E. 4.2.2, je m.w.H.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs- recht, 7. A. 2016, Rz. 81 ff., insb. 87). 4.3.1 Gemäss dieser Wegleitung muss die Ausbildung mindestens 4 Wo- chen dauern und systematisch auf ein Bildungsziel ausgerichtet sein. Das angestrebte Bildungsziel führt e ntweder zu einem bestimmten Berufsab- schluss oder ermöglicht eine berufliche Tätigkeit ohne speziellen Berufs- abschluss, oder, falls die Ausbildung nicht zum vornherein auf einen be- stimmten Beruf ausgerichtet ist, muss sie eine allgemeine Grundlage für eine Mehrzahl von Berufen bilden bzw. eine Allgemeinausbildung beinhal- ten. Die Ausbildung muss auf einem strukturierten Bildungsgang beruhen, der rechtlich oder zumindest faktisch anerkannt ist. Keine Rolle spielt es, ob es eine erstmalige Ausbildung, eine Zusa tz- oder Zweitausbildung ist (Rz. 3358 RWL). 4.3.2 Die systematische Vorbereitung erfordert, dass das Kind die Ausbil- dung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist abschliessen zu können. Während der Ausbildung muss sich das Kind zeitlich überwiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur dann als erfüllt, wenn der gesamte Ausbildungsaufwand (Lehre im Betrieb, Schul- unterricht, Vorlesungen, Kurse, Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorberei- tung, Selbststudium, Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) min- destens 20 Stunden pro Woche ausmacht (Rz. 3359 RWL). 4.3.3 Der effektive Ausbildungsaufwand kann teilweise nur mittels Indizien, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, eruiert wer- den. Dabei ist insbesondere auch auf Auskünfte des Ausbildungsanbieters über die durchschnittlich aufzuwendende Zeit für die jeweilige Ausbildung abzustellen. Wer wöchentlich nur eine geringe Anzahl Kurslektionen be- sucht und daneben zur Hauptsache arbeitet (ohne Ausbildungscharakter) oder auch gar keinem Erwerb nachgeht, vermag den erforderlichen über- wiegenden Ausbildungsaufwand nur schwer nachzuweisen (Rz. 3360 RWL). 5. 5.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz be- herrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für di e richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. C-7709/2016 Seite 9 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge- richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 5.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge- richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6). 5.3 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Be- weisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversiche- rungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungs- prozess tragen mithin die Parteien in d er Regel eine Beweislast nur inso- fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf- grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumin- dest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (zum Ganzen statt Vieler BGE 139 V 176 E. 5.2 f.; 138 V 218 E. 6 m.w.H.). Eine eigentliche Beweislastumkehr kann eintreten, wenn eine Partei einen Beweis aus Gründen nicht erbringen kann, welche nicht von ihr, sondern von der Behörde zu verantworten sind (BGE 139 V 176 E. 5.2; 138 V 218 E. 8.1.1). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst zwar – wie gesagt – eine eigentli- che Beweisführungslast aus, findet jedoch auch sein Korrelat in der Mitwir- kungspflicht der Parteien, welche namentlich insoweit greift, als eine Partei das Verfahren durch eigenes Begehren e ingeleitet hat oder darin eigene Rechte geltend macht. Die Mitwirkungspflicht gilt vorab gerade für solche Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne vernünftigen Aufwand erheben können (BGE 117 V 261 E. 3b; 128 II 139 E. 2b; BGE 124 II 361 E. 2b). Es besteht denn auch im Sozialversicherungsprozess kein Grund- satz, gemäss welchem im Falle des unbewiesenen Sachverhaltes zuguns- ten des Versicherten zu entscheiden wäre (BGE 135 V 39 E. 6.1). C-7709/2016 Seite 10 6. 6.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, als berufli- che Ausbildung im Sinne der Voraussetzung einer Kinderrente zwischen dem 18. und 25. Altersjahr gelte eine Tätigkeit des Kindes, die (aufgrund eines ordnungsgemässen, rechtlich oder faktisch anerkannten Lehrgangs) eine systematische Vorbereitung auf einen zukünftigen Beruf zum Ziel habe. Kinderrenten in diesem Alterssegment würden nur gewährt, wenn sich das Kind in einer offiziellen Ausbildung (Schule oder Studium) befinde und diese in der vorgesehenen Zeit abschliesse. Ein Studiensemester res- pektive Schuljahr dürfe nicht mehr als einmal wiederholt werden. Im Studienverlauf der Tochter seien widersprüchliche Angaben festgestellt worden: Zu Beginn habe sie ein Studium in Kindererziehung mit 6 Semes- tern Dauer begonnen; Semester 4 und 5 seien dann wiederholt, im selben Jahr (2015/16) die Fachrichtung auf Rechtswissenschaften gewechselt worden. Schliesslich werde nun eine Studienbescheinigung eingereicht, gemäss welcher wieder Kinder erziehung studiert werde – neu aber mit 8 Semestern Dauer. Insgesamt sei keine systematische Vorbereitung auf eine Erwerbstätigkeit feststellbar, wie sie für Kinderrenten zwischen dem 18. und 25. Altersjahr vorausgesetzt werde. Ein Masterstudium, welches der Versicherte in seinem Einwand vom November 2016 erwähnte habe, gehe aus den Unterlagen nicht hervor. 6.2 Der Beschwerdeführer führte in Beschwerde und Replik aus, seine Tochter studiere seit 2012 am G._______ „Përkujdesje dhe Mirëqenie e Fëmijëve” (Pflege und Wohlergehen von Kindern). Gemäss Studienvertrag von 2012 dauerte die Ausbildung drei Jahre respektive sechs Semester. Die kosovarische Akkreditierungsagentur habe die Ausbildung sodann auf vier Jahre verlängert. Seine Tochter habe im Juni 2015 alle Prüfungen bis auf die Abschlussprüfung absolviert, am 5. November 2015 schliesslich mit dem Bachelor-Diplom abgeschlossen. Im September 2015 habe sie sich für das Rechtsstudium an der Universität eingeschrieben. Im Jahr 2016/17 studiere sie gleichzeitig, insgesamt betreibe sie ihre Studien ohne Pause. Sie erfülle damit die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Kinder- rente. 6.3 In Vernehmlassung und Duplik rekapitulierte die Vorinstanz den doku- mentierten Bildungsgang: 2011/12 habe die Tochter das Gymnasium be- sucht. Gemäss Studienbescheinigung vom 16. November 2012 habe sie C-7709/2016 Seite 11 ab dem akademischen Jahr 2012/13 am G._______ das Fach Kindererzie- hung studiert. Der Ausbildungsgang sollte sechs Semester dauern, also voraussichtlich Ende des akademischen Jahrs 2014/15 abge schlossen sein. Gemäss Bescheinigungen vom 26. November 2013, 22. Mai 2014 und 18. Mai 2015 habe sie sich im dritten, vierten respektive sechsten Se- mester der auf sechs Semester angelegten Ausbildung befunden. Vom September 2015 datierten zwei Studienbescheinigungen zum akade- mischen Jahr 2015/16: Am G._______ sollte sie sich wiederum im vierten Semester (der auf sechs Semester ausgelegten Ausbildung) befinden (Be- scheinigung vom 7. September 2015), aber auch im ersten Semester des Rechtsstudiums an der Universität (11. September 2015). Bei der periodi- schen Überprüfung vom Mai 2016 habe der Versicherte eine Bescheini- gung der Universität vorgelegt, gemäss welcher seine Tochter im zweiten Semester Recht studiere. Am 13. September 2016 habe der Versicherte unter anderen Unterlagen eine Studienbescheinigung des G._______ vom 10. September 2016 für das akademische Jahr 2016/17 vorgelegt, gemäss welcher seine Tochter im siebten Semester respektive vierten Studienjahr des Studiums der Kindererziehung immatrikuliert se i, wobei der Studien- beginn neu auf den 1. Oktober 2013 (statt bisher 2012) datiert sei. Mit sei- ner E-Mail vom 10. Oktober 2016, mit der er gegen die Einstellung der Kin- derrente protestierte, habe der Versicherte einen Notenausweis vom 8. Ok- tober 2016 beigelegt, ausweislich dessen seine Tochter am 5. November 2015 den Titel eines Bachelor erhalten haben soll – laut der gleichzeitig eingereichten Studienbescheinigung vom (ebenfalls) 8. Oktober 2016 solle sie aber im akademischen Jahr 2016/17 im siebten Semest er respektive vierten Bachelorstudienjahr immatrikuliert sein (mit Beginn am 1. Oktober 2013 statt 2012). Die Darstellung des Versicherten, seine Tochter absol- viere in Kindererziehung das Master -Studium, lasse sich anhand der Be- lege nicht verifizieren. Das Studium der Kindererziehung hätte gemäss den Bescheinigungen der ersten Jahre am Ende des Frühjahrsemesters 2015 abgeschlossen sein sollen – zwei Jahre später sei sie aber noch immer im Bachelorstudium immatrikuliert. Der Versicherte nehme dazu keine Stel- lung. Er verweise einzig auf einen Entscheid der Regierung, das besagte Studium um ein Jahr zu verlängern. Dieser Entscheid habe aber erst Gel- tung ab dem Herbstsemester 2016/17 – drei Semester nach dem ursprüng- lich vorgesehenen Studienabschluss. Auch das v orgelegte Studienpro- gramm sei (mit Datum vom 9. Juni 2017) erst vier Semester nach dem planmässigen Studienende erstellt worden. Es stehe zudem in Wider- spruch zur auf der Homepage des G._______ abrufbaren Dokumentation. C-7709/2016 Seite 12 Ende des ersten und zweiten Semeste rs ihres Studiums der Rechtswis- senschaften habe die Tochter des Versicherten Prüfungen abgeschlossen, welche 35 ETCS-Punkten entsprächen; 60 Punkte würden einem Arbeits- aufwand eines akademischen Jahres im Vollzeitstudium entsprechen. Hier sei nur knapp meh r als die Hälfte der im Lehrplan vorgegebenen ETCS - Punkte erworben worden, womit das erste Studienjahr nicht innert nützli- cher Frist absolviert werde. Auch sei fraglich, ob beide Lehrgänge parallel absolviert werden könnten (resp. wie dies innert nützlicher Frist unter dem Gesichtspunkt einer systematischen Vorbereitung auf eine Erwerbstätig- keit möglich sei), zumal die Universität und das G._______ eineinhalb Au- tostunden voneinander entfernt seien. Es handle sich nicht um eine Zweitausbildung, die (i.S.v. Rz. 3358 RWL) Anspruch auf weitere Ausrich- tung der Kinderrente gebe. Die Angaben blieben insgesamt widersprüchlich. Der Versicherte (den eine Mitwirkungspflicht treffe) habe nicht dargetan, dass sich seine Tochter mit genügendem, d.h. dem notwendigen und zumutbaren, Einsatz und Willen ihrer Ausbildung widme – wobei das Gegenteil jedoch (der dies indizieren- den wahrscheinlichen Wiederholung eines Studienjahres zum Trotz) auch unbewiesen bleibe. Die ungenügende Beweislage falle auf den Versicher- ten zurück, der aus dem unbewiesenen Sachverhalt den Anspruch auf Kin- derrente ableiten wolle. 7. 7.1 Umstritten ist vorliegend die weitere Ausrichtung der Kinderrente für die Tochter des Beschwerdeführers ab dem 1. Juli 2016 bis längstens zur Voll- endung des 25. Alterjahres. Dabei ist im Grundsatz unbestritten, dass so- wohl die Ausbildung in Kindererziehung am G._______ wie auch das Stu- dium der Rechtswissenschaften an der Universität Ausbildungen sind, wel- che – sofern sie in gebotener Weise wahrgenommen werden – zum Bezug einer Kinderrente berechtigen. Auch hinterfragt die Vorinstanz die Angabe des Beschwerdeführers nicht, seine Tochter gehe keiner die Kinderrente ausschliessenden Erwerbstätigkeit nach. Seitens der Vorinstanz werden Unstimmigkeiten in der Belegsituation vor- gebracht. Dadurch entstünden Zweifel an der systematischen Verfolgung eines Ausbildungszieles durch die Tochter des Beschwerdeführers. Diese nachzuweisen obliege dem Beschwerdeführer, was ihm nicht gelinge. C-7709/2016 Seite 13 7.2 Bis zum Abschluss des Schriftenwechsels stellt sich die Aktenlage zur Studiensituation für die Ausbildung Kindererziehung wie folgt dar: Datum Beleg Act. 16.11.2012 Studienbescheinigung 2012/13, 1. Semester; Regel- zeit: 6 Semester, 3 Jahre; Anmeldung: 01.10.2012 IVSTA-act. 275, S. 4/6 26.11.2013 Studienbescheinigung 2013/14, 3. Semester; Regel- zeit: 6 Semester, 3 Jahre; Anmeldung: 23.07.2012 IVSTA-act. 281 und 284 22.05.2014 Studienbescheinigung 2013/14, 4. Semester; Regel- zeit: 6 Semester, 3 Jahre; Anmeldung: 01.10.2012 IVSTA-act. 294, S. 2 18.05.2015 Studienbescheinigung 2014/15, 6. Semester; Regel- zeit: 6 Semester, 3 Jahre; Anmeldung: 01.10.2012 IVSTA-act. 316, S. 2 07.09.2015 Studienbescheinigung 2015/16, 4. Semester; Regel- zeit: 6 Semester, 3 Jahre; Anmeldung: 01.10.2012 IVSTA-act. 319, S. 2 10.09.2016 Studienbescheinigung 2016/17, 7. Semester; Regel- zeit: 8 Semester, 4 Jahre; Anmeldung: 01.10.2013 IVSTA-act. 331, S. 1 08.10.2016 Bachelorabschluss am 05.11.2015 erhalten (gemäss Notenauszug) IVSTA-act. 344, S. 11 08.10.2016 Studienbescheinigung 2016/17, 7. Semester; Regel- zeit: 8 Semester, 4 Jahre; Anmeldung: 23.07.2013 IVSTA-act. 344, S. 10 15.07.2016 Beschluss der „Agjencia e Kosovës për Akreditim“, der ab Oktober 2016 Gültigkeit hat. Beilage zur Be- schwerde 17.11.2016 Schreiben des Beschwerdeführers: Tochter mache ei- nen Master, welcher 2 Jahre dauere IVSTA-act. 349 09.06.2017 Studienbescheinigung 2016/17, 8. Semester; Regel- zeit: 8 Semester, 4 Jahre; Anmeldung: 01.10.2013 act. 16 09.06.2017 Studienprogramm: 4 Jahre Regelzeit act. 16 20.12.2017 Studienbescheinigung 2016/17, 5. Semester; Regel- zeit: 6 Semester, 3 Jahre; Anmeldung: 01.10.2013 act. 23 09.01.2018 Studienbescheinigung 2017/18, 8. Semester; Regel- zeit: 8 Semester, 4 Jahre; Anmeldung: 01.10.2012 act. 25 24.01.2018 Brief vom Beschwerdeführer: Studienbescheinigung vom 20.12.2017 sei falsch, diejenige vom 09.01.2018 sei die korrigierte Fassung act. 28 17.08.2018 Bachelordiplom per 30.06.2018 für 240 ECTS act. 30 7.2.1 Gemäss den Bestätigungen seitens des G._______ für die ersten drei Studienjahre nahm die Tochter im Oktober 2012 die Ausbildung in Kin- dererziehung auf. Diese sollte sechs Semester dauern, d.h. nach Ab- schluss des zweiten Semesters des akademischen Jahres 2014/15 enden C-7709/2016 Seite 14 (IVSTA-act. 275/4,6; 281/2, 284/2; 294/2; 316/2). Gemäss Bestätigung vom 18. Mai 2015 befand sie sich – mit dem ursprünglich geplanten Ausbil- dungsgang konform – im sechsten Semester des auf sechs Semester an- gelegten Lehrgangs (IVSTA-act. 316/2). 7.2.2 Für das akademische Jahr 2015/16 hatte sich die Tochter laut der Bestätigung des G._______ vom 7. September 2015 für das vierte (resp. „IV2-të“) Semester der Ausbildung Kindererziehung (IVSTA-act. 319/2) ein- geschrieben, (IVSTA -act. 319/1), obwohl sie ge mäss Studienbescheini- gung vom 18. Mai 2015 bereits im sechsten Semester gewesen sein soll (IVSTA-act. 316/2). Bei dieser Zurückstufung um ein ganzes Studienjahr handelt es sich nach Ansicht des Beschwerdeführers um eine Wiederho- lung des Studienjahres aus finanziellen Gründen (act. 23). Die Vorinstanz argumentiert dahingegen, dass unklar sei, ob und gegebenenfalls aus wel- chem Grund dieser Kurs (mehrmals) habe wiederholt werden müssen (act. 21). Dies ist auch aus den Akten nicht ableitbar. 7.2.3 Im akademischen Jah r 2016/17 sollte sich die Tochter gemäss Be- stätigung des G._______ vom 10. September 2016 (ab dem 1. Oktober 2016) im siebten Semester des nun auf acht Semester angelegten Ba- chelor-Studienganges der Kindererziehung befunden haben. Dies, obwohl sie ein Jahr vorher noch im vierten Semester bzw. eineinhalb Jahre vorher bereits im sechsten Semester gewesen sein soll. Die Verlängerung des Studiums auf acht Semester soll nach Angaben des Beschwerdeführers auf einen Beschluss der „Agjencia e Kosovës për Ak- reditim“ vom 15. Juli 2016 (Beschwerdebeilage) zurückzuführen sein, der, soweit ersichtlich, aber erst ab Oktober 2016 Gültigkeit gehabt hätte. In- wiefern die Tochter daher bereits vor der Gültigkeit des Beschlusses von ebendiesem betroffen gewesen sein soll, ist unklar und wird vom Be- schwerdeführer auch nicht weiter erläutert. Er macht lediglich in der Be- schwerdeschrift geltend, dass seine Tochter von der Verlängerung des Stu- diums betroffen sein soll. 7.2.4 Aus den Akten kann zudem entnommen werden, dass das Einschrei- bedatum fortlaufend geändert hat. Statt wie bislang ausgewiesen am 1. Oktober 2012 (IVSTA-act. 275/4, 294/2, 316/2 und 319/2), soll sich die Tochter gemäss der Studienbescheinigung 2016/17 erstmalig auf den 1. Oktober 2013 eingeschrieben haben (IVSTA-act. 331/1). Die Studienbe- stätigung vom 8. Oktober 2016 (IVSTA-act. 344/10) legt die erstmalige Ein-C-7709/2016 Seite 15 schreibung gar auf den 23. Juli 2012 (ein Tag vor Abschluss des Studien- vertrages, vgl. Replikbeilage), was wiederum deckungsgleich mit der Stu- dienbescheinigung vom 26. November 2013 (IVSTA-act. 281, 284) ist. 7.2.5 Unklar ist zudem, wann die Tochter ihren Bachelorabschluss erwor- ben haben soll. Vor seinem Einwand vom November 2016 (vorne, D.b) übermittelte der Beschwerdeführer im Oktober 2016 unter anderem ein No- tenblatt vom 8. Oktober 2016, gemäss welchem seine Tochter am 5. No- vember 2015 das Bachelor -Examen in Kindererziehung (180 ECTS - Punkte) abgeschlossen habe (IVSTA -act. 344/11 f.). In der Beschwerde bezog sich der Beschwerdeführer zwar auf den Abschluss des Examens, machte aber doch auch die Verlängerung des Studiums geltend, was aber erst rund ein Jahr nach Erlangung des Diploms Gültigkeit erlangen sollte (siehe E. 7.2.3). Gemäss Studienbestätigung vom 9. Juni 2017 sollte sich die Tochter des Beschwerdeführers im 8. Semester befunden haben, was dem letzten Re- gelsemester entsprechen würde (act. 16). Trotzdem habe sie das Bachel- ordiplom erst per 30. Juni 2018 erhalten (act. 30). Woher zum einen die zeitliche Differenz zwischen dem achten Semester und dem vermeintlichen Bachelorabschluss per 30. Juni 2018 herrührt und zum anderen, wie sich die beiden geltend gemachten Bachelorabschlüsse zueinander verhalten, ist unklar und kann nicht hergeleitet werden. In diesem Sinne kann auch die Behauptung des Beschwerdeführers vom 17. November 2016, dass sich seine Tochter im Masterstudium befinde (IV- STA-act. 349), nicht zugeordnet werden, habe sie doch erst per 30. Juni 2018 den Bachelorabschluss erlangt (act. 30). 7.2.6 Die Beweisversuche des Beschwerdeführers laufen insgesamt ins Leere, da sich die eingereichten Dokumente immer wieder und ohne nach- vollziehbaren Grund diametral widersprechen. Dies zeigt sich insbeson- dere bei den Studienbestätigungen vom 20. Dezember 2017 (act. 23) so- wie vom 9. Januar 2018 (act. 25). Gemäss der ersten habe sich die Tochter im 5. Semester der 6 -semestrigen Ausbildung befunden, für welche sie sich am 1. Oktober 2013 angemeldet haben soll. Nach Aussage der zwei- ten Stud ienbescheinigung habe sie sich hingegen im 8. Semester der achtsemestrigen Regelstudienzeit befunden, wozu sie sich erstmals am 1. Oktober 2012 angemeldet haben soll. Von einem derart umfassenden Schreibfehler durch die Studienadministration kann nicht mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer C-7709/2016 Seite 16 führte hierzu in seinem Schreiben vom 24. Januar 2018 (act. 28) auch nicht aus, worauf diese Fehler zurückzuführen seien. 7.3 Bis zum Abschluss des Schriftenwechsels stellt sich die Belegsituation zur Studiensituation für das Studium der Rechtswissenschaften wie folgt dar: Datum Beleg Act. 11.09.2015 Studienbescheinigung 2015/16, 1. Semester IVSTA-act. 319, S. 1 20.05.2016 Studienbescheinigung 2015/16, 2. Semester IVSTA-act. 325, S. 2 07.10.2016 Notenausweis 2015/16, 35 ECTS erworben IVSTA-act. 344, S. 2 10.11.2016 Studienbescheinigung 2016/17, 3. Semester Beschwerden- beilage 05.06.2017 Studienbescheinigung 2016/17, 4. Semester act. 16 16.11.2017 Studienbescheinigung 2017/18, 3. Semester act. 23 17.07.2018 Studienbescheinigung 2017/18, 4. Semester act. 30 7.3.1 Bezüglich des Studiums der Rechtswissenschaften bestehen lücken- lose Bestätigungen ab dem ersten Semester des akademischen Jahres 2015/16 bis zum vierten Semester im Studienjahr 2016/17 (IVSTA -act. 319/1, 325/2, 344/1, Beschwerdebeilage, Replikbeilage, Beil age zur Ein- gabe vom 14. März 2017) sowie ein Notenblatt vom 7. Oktober 2016, ge- mäss welchem (den Prüfungsdaten zufolge wohl verteilt auf Ende des ers- ten und zweiten Semesters) Prüfungen abgelegt worden seien, die 35 ECTS-Punkten entsprächen (IVSTA-act. 344/2, 5). 7.3.2 Die Bestätigungen vom 16. November 2017 (act. 23) sowie vom 17. Juli 2018 (act. 30) zeigen hingegen auf, dass die bereits besuchten Se- mester 3 und 4 erneut besucht worden seien. Zu den Hintergründen hierzu erwähnte der Beschwerdeführer nichts. 7.4 Zusammenfassend stellt sich die Situation wie folgt dar: 7.4.1 Die Bestätigungen des G._______ sind für die ersten sechs Semes- ter konsistent: Die Tochter des Beschwerdeführers befand sich demzufolge in einem auf sechs Semester angelegten Studiengang der Kindererzi e- hung. Dementsprechend hätte sie im Sinne einer Erstausbildung im Herbst C-7709/2016 Seite 17 2015 das Bachelor-Examen absolvieren müssen (180 ECTS-Punkte) und im Anschluss daran als Zweitausbildung das Jusstudium begonnen, zu welchem zu Beginn lückenlose Bestätigungen vorliegen, jedoch ab 16. No- vember 2017 Unklarheiten über dessen Verlauf herrschen. 7.4.2 Die zu einem späteren Zeitpunkt eingereichten Dokumente sind hin- gegen untereinander widersprüchlich und zeichnen ein unklares Bild dar- über, wann sich die Tochter angeblich in welchem Studiensemester befun- den haben soll, wie lange das Studium hätte dauern sollen, wann es be- gonnen haben soll und wann das Bachelordiplom erlangt worden sei. Im Speziellen ist nicht nachvollziehbar, warum die Tochter den Beschluss der Kosovo -Akkreditationsagentur vom 15. Juli 2016 zu beachten und dadurch das Bachelorstudium fortzusetzen hatte, wenn sie per 5. Novem- ber 2015 bereits ein Bachelordiplom erlangt haben soll. Es fehlen insbe- sondere zielführende Angaben darüber, wie die angebliche Ausbildung ab Herbst 2015 (IVSTA-act. 319/2) zu qualifizieren ist. Es bestehen keine ob- jektiven Anhaltspunkte dafür, dass es zum Lehrgang in Kindererziehung ein Masterstudium gibt, geschweige denn, dass die Tochter ein solches absolviert. Selbst wenn davon ausgegangen w ird, dass das Bachelorstu- dium fortzusetzen und um zwei Semester zu verlängern gewesen sei, so wären weiterhin zwei ganze Jahre zur Erlangung des neuen Bachelordip- loms aufgewendet worden. Somit hätte die Ausbildung sechs ganze Jahre statt deren drei bzw. vier gedauert (1. Oktober 2012 [IVSTA-act. 275/7] bis 30. Juni 2018 [act. 30]). Das Studium der Kindererziehung kann somit selbst dann nicht als zielgerichtet und zeitgerecht abgeschlossen betrach- tet werden. 7.4.3 Gleichzeitig führte die Tochter das Studium der R echtswissenschaf- ten unter reduziertem Engagement, was sich aus der Nichterreichung der erforderlichen ECTS pro Studienjahr/-Halbjahr ableiten lässt. Selbst wenn eine Zweitausbildung vorliegen würde, wäre dieses somit nicht zielgerich- tet geführt worden. Liegt hingegen eine parallel geführte Ausbildung vor, so ist diese nicht von Art. 49bis AHVV erfasst, da eine systematische und zeit- lich überwiegende Vorbereitung auf einen Berufsabschluss oder eine All- gemeinausbildung vorausgesetzt wird (vgl. auch RWL Rz. 3358 ff.). Eine Wiederaufnahme einer abgebrochenen Ausbildung (nach RWL Rz. 3368.2) liegt ebenfalls nicht vor, da es sich um eine andere Ausbildung als Kinderpflege handelt. C-7709/2016 Seite 18 7.5 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass infolge der widersprüchlichen Dokumente und Eingaben nach dem im Sozialversiche- rungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit die Sachlage nicht erstellt werden kann. Da der Beschwerdeführer die Beweislast zu tragen hat und es ihm nicht gelungen ist, die systemati- sche und zielgerichtete Vorbereitung der Tochter auf ein Berufsziel aufzu- zeigen, ist infolge der Beweislosigkeit der Anspruch auf Kinderrente ab Juli 2016 und damit die Beschwerde abzuweisen. Die angefochtene Verfügung vom 22. November 2016 ist somit zu bestätigen. 8. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten sowie eine allfällige Partei - entschädigung. 8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i. V.m. Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei die Verfahrenskosten grundsätzlich der unterlie- genden Partei auferlegt werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfah- rens hat die unterliegende Beschwerdeführerin der unterliegende Be- schwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen. Dem unterliegenden Be- schwerdeführer sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weil sei- nem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 16. März 2017 stattgegeben wurde. 8.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die obsiegende Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). C-7709/2016 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Einschreiben) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Viktoria Helfenstein David Schneeberger Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. C-7709/2016 Seite 20 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent- scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän- den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: