Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Oktober 2015 (720 15 141) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente, Rentenrevision, Verbesserung des Gesundheitszustandes, Festsetzung der Höhe des leidensbedingten Abzuges richtig erfolgt, kein Anspruch auf Eingliede- rungsmassnahmen Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Mar kus Mattle, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin i.V. Stephanie Wirz Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch D ieter Gysin, Advokat, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1967 geborene A.___ bezieht seit dem 1. Febr uar 2006 eine ganze Invalidenrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) bei einem Invaliditätsgrad von 100%. Im No- vember 2012 leitete die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) eine Rentenrevision ein und ver- anlasste eine bidisziplinäre Begutachtung durch die Ärzte Dr. med. B.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C.___, FMH Neurologie. Aufgrund des Gutachtens stellte sie Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht fest, dass beim Beschwerdeführer eine Gesundheitsverbesserun g eingetreten sei. Darauf ver- fügte die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverf ahren am 3. März 2015 die Renten- aufhebung gestützt auf einen neuen Invaliditätsgrad von 33%. B. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Dieter Gysin, substitutionsweise vertreten durch Advokat Saif Al-Rubai, am 20. April 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozial versicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vo llumfänglich aufzuheben und dem Be- schwerdeführer weiterhin die volle Invalidenrente ausz urichten. Eventualiter sei die Verfügung vollumfänglich aufzuheben und es seien dem Beschwerdefüh rer die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Subeventualiter sei die Verfügung vollum fänglich aufzuheben und die Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; a lles unter o/e-Kostenfolge. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung wie Verbeiständung mit Advokat Dieter Gysin, substitution sweise vertreten durch Advokat Saif Al-Rubai, als Rechtsvertreter. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass keine Gesundheitsverbesserung eingetreten und dass aufgrund wir tschaftlicher Abhängigkeit die be- rufliche Unabhängigkeit von Gutachter Dr. B.___ in F rage zu stellen sei. Weiter machte er die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges von 25% anstelle eines solchen von 10% geltend. Zudem habe die IV-Stelle nicht geprüft, ob die Verwe rtung der Resterwerbsfähigkeit nicht vor- gängiger befähigender beruflicher Massnahmen bedürfe. C. Mit Verfügung vom 23. April 2015 wurde dem Beschwe rdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juni 2015 beantragt e die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 20. April 201 5 ist demnach einzutreten. 2.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen Dr. B.___ und der IV-Stelle eine wirtschaftliche Ab- hängigkeit gegeben ist, welche die Unparteilichkeit de s Begutachters in Frage zu stellen ver- mag. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass ungewiss sei, wie häufig Dr. B.___ von der IV-Stelle für Begutachtungen beauftragt würde und d ass nicht ausgeschlossen werden könne, dass zwischen diesem und der Beschwerdegegnerin eine wir tschaftliche Abhängigkeit bestün- de. Daraus könnte wiederum geschlossen werden, dass die Auftragserteilung an Dr. B.___ ei- nen bestimmten Zweck verfolge, welcher mit der gebote nen Unparteilichkeit der IV-Stelle im Rahmen des Abklärungsverfahrens nicht vereinbar sei. Dem i st entgegen zu halten, dass nach ständiger höchstrichterlicher Praxis auch eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit eines Arztes oder einer Ärztegemeinschaft für die Sozialversicherungsträger nicht per se auf deren Befangenheit oder Voreingenommenheit schliessen lässt (BGE 123 V 175 , 132 V 381 f. E. 6.2). An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht sowohl im Entscheid 136 V 376 ff. als auch im neuen Grundsatzurteil 137 V 210 ff. festgehalten. Es muss in di esem Zusammenhang also betont werden, dass selbst ein direktes Anstellungsverhältnis der begutachtenden Person zum Versi- cherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objekti vität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Der regelmässige Beizug eines Gutachters oder einer Begut- achtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die An zahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resulti erende Honorarvolumen führen für sich allein genommen nicht zum Ausstand (vgl. 137 V 210 E. 1.3.3). Im Rahmen einer administ- rativen Sachverhaltsabklärung liegt selbst dann kein formel ler Ausstandsgrund vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit einer Gutachterpers on von der Invalidenversicherung aus- zugehen wäre; denn ein Ausstandsgrund ist nicht schon de swegen gegeben, weil jemand Auf- gaben für die Verwaltung erfüllt, sondern erst bei p ersönlicher Befangenheit (SVR 2010 IV Nr. 66 S. 199, 9C_304/2010 E. 2.2). Die wirtschaftliche Ab hängigkeit einer Gutachterperson von der Verwaltung kann zu einer gewissen persönlichen Befa ngenheit derselben führen. Bei An- zeichen auf eine wirtschaftliche Abhängigkeit rechtfert igt es sich daher - in Anlehnung an die Rechtsprechung hinsichtlich der versicherungsinternen ärz tlichen Beurteilungen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4) - strenge Anforderungen an die Beweiswü rdigung zu stellen und bei auch nur ge- ringem Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän- zende Abklärungen vorzunehmen. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen sind jedoch keine persönlichen Befangenheitsgründe ersichtlich, die gegen eine Begutachtung durch Dr. B.___ sprechen würden. Solche werden vom Beschwerdeführer auch nicht konkret dargelegt. Die Be- schwerde ist deshalb in diesem Punkt abzuweisen. 3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in zu Recht die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente des Beschwerdeführers verfügt hat. 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes üb er den allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussi chtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinwei sen). Ebenso kann auch eine Änderung der Bemessungsmethode - bei gleich gebliebenem Gesundhe itszustand und bei unveränderten erwerblichen Auswirkungen - eine erhebliche Änderung de s Invaliditätsgrads mit sich bringen (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 17 Rz. 20 mit Hin- weisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. März 2010 rückwirkend ab 1. Februar 2006 eine gan- ze Rente zugesprochen. Nachdem sie im November 2012 eine Überprüfung des Rentenan- spruchs des Versicherten eingeleitet und die erforderliche n Abklärungen vorgenommen hatte, hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente des Versiche rten mit Verfügung vom 3. März 2015 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgende n Monats auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältn issen eingetreten ist, die eine revisions- weise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rech tfertigt, durch Vergleich des Sachver- halts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenver fügung vom 16. März 2010 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 3. März 2015. 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin- nen und Patienten aussagen. Im Weiteren ist laut die sen Richtlinien den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezi alärztinnen und -ärzte, welche auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.5 Im Urteil vom 29. August 2011 (9C_418/2010) hat d as Bundesgericht ergänzend zu- sätzliche Besonderheiten festgehalten, die es in Revisionsf ällen (im Sinne des Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes zu beachten gilt: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.1 Da die Feststellung einer revisionsbegründenden V eränderung durch eine Gegenüber- stellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes er folgt (vgl. E. 5.1 f. hiervor), bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den – den medizinischen Gutachten zu entnehmenden – Tatsac hen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und dessen funktionelle Auswirku ngen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachten s hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebli che Änderung(en) des Sachver- halts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollstän digen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst malige Beurteilung der Rentenberechti- gung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abwei- chende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vo rbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältn isse sich verändert haben (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 5.5.2 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrech tlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgr enzung der tatsächlich eingetre- tenen von der nur angenommenen Veränderung ist als er forderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretenen tatsächlichen Änderung ist hingegen genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunk- te in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbe itsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnosti- schen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Ein Sachverständiger kann jedoch die betreffende Entwicklung regelmässig nicht aus eigener Wahrnehmung beschreiben (ausser er sei schon als Vorgutacht er tätig gewesen). Daher ist es erforderlich, dass er sich, soweit verfügbar, mit den Fakt en fundiert auseinandersetzt, wie sie sich aus den für den früheren Entscheid massgebenden medizinischen Vorakten ergeben. Dem Gutachten, welches die medizinischen Vorakten unzureichend berücksichtigt, fehlt daher die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlussfolgerungen, wel- che auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber e rhobenen Befundtatsachen gezogen worden sind, an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfend nachvollzogen werden können. Diesem Beweiswertkriterium kommt hinsichtlich der Entscheidungsgrundlagen in Revi- sionsfällen – mit Blick auf deren vergleichende Natur – eine besondere Bedeutung zu. Diese spezifischen Anforderungen müssen sich denn auch im Rahmen der Fragestellung zuhanden des Gutachters niederschlagen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.3 Je mehr medizinisches Ermessen bei einer Diagnose und der ärztlichen Einschätzung der Funktionseinschränkungen im Spiel ist, desto wichtiger ist es, den gutachtlichen Befund einer Veränderung möglichst solide auf klinische Feststel lungen, gutachterliche Verhaltensbe- obachtungen und anamnestische Daten zu stützen und diese Elemente in Beziehung zu den medizinischen Vorakten und den dort gesetzten Anknüpfungstatsachen zu bringen. Nur so kann dem Gutachten hinreichend zuverlässig entnommen werden, dass die in den Schlussfolgerun- gen beschriebene Differenz nicht wesentlich einer unterschiedlichen Wertung zuzuschreiben ist. Auf der anderen Seite darf die Notwendigkeit, eine bloss andere Beurteilung nicht als Anlass einer materiellen Revision gelten zu lassen, nicht dazu f ühren, dass die Anforderungen an den Nachweis einer Veränderung so hoch angesetzt werden, dass die ursprüngliche Festlegung praktisch perpetuiert wird. Dies gilt insbesondere fü r psychiatrische Beurteilungen, bei denen praktisch immer ein Spielraum besteht, innerhalb dessen verschiedene medizinische Interpreta- tionen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Hier können die Beurteilungen nicht immer lückenlos mit Tatsachenschilderungen unterlegt werden. Bei einer stark ermessensgeprägten Einschätzung, d ie weniger auf Messung und an- derweitig normierter Feststellung als auf interpretati onsbedürftigen Befundtatsachen beruht, kann etwa eine Auseinandersetzung mit der Genese des Ge sundheitsschadens, den das Krankheitsgeschehen unterhaltenden Faktoren, für den N achweis einer tatsächlichen Verände- rung besondere Bedeutung erlangen (Urteil des Bundes gerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.4 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2013, 9C_698/2012, E. 2.2). 6.1 Die ursprüngliche volle Rentenzusprache stützte sich p rimär auf den Arztbericht von Dr. med. E.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2 7. August 2009 mittels dessen beim Beschwerdeführer eine mittelschwere depressive Episo de (ICD-10 F32.1) sowie ein Ver- dacht auf eine mögliche organische affektive Störung (I CD-10 F06.32) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten wurde. Dr. E.___ hielt fest, dass er in seiner Untersuchung einen äusserst einfach strukturierten Versicherten vorgefunden h abe, der kognitive Schwierigkeiten gezeigt habe und dem es nicht gelungen sei, ihm seinen Zustand zu erklären. Affektiv sei der Beschwerdeführer nur diskret aufhellbar und zeitweise de n Tränen nahe gewesen, teilweise etwas erstarrt wirkend. Er stufte den affektiven Zustand des Beschwerdeführers als stark schwankend ein. Es erscheine eine gemischte Störung mit dep ressiver Entwicklung und hirnor- ganischer Beeinträchtigung vorzuliegen, wobei berücksichti gt werden muss, dass der Be- schwerdeführer äusserst bescheidene Ressourcen aufweise. E s erstaune ihn, dass bis anhin nie eine mögliche hirnorganische Beeinträchtigung diskut iert worden sei. Gemäss gutachterli- cher Einschätzung müsse aufgrund der bisherigen Erfahrun gen und der doch relevanten eher komplexen Störung, mit Beeinträchtigung durch Depression und kognitiven Defiziten seit Feb- ruar 2005 angenommen werden, dass der Versicherte kognit iv und aufgrund seiner geringen Ressourcen nicht in der Lage sei, eine genügende Leistung in der freien Wirtschaft zu erbrin- gen. Daher müsse eine mindestens 80%ige Einschränkung f ür jegliche Tätigkeit angenommen werden. Der Versicherte sei in keiner Weise belastbar, z udem verlangsamt und in erhöhtem Ausmass auf Erholung angewiesen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Anlässlich der im November 2012 eingeleiteten Rent enrevision wurde der Beschwer- deführer auf Empfehlung von Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Re- gionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vom 9. Juli 2013 bidisziplinär begutachtet. Das neurologische Gutachten von Dr. C.___ vom 5. März 2014 hi elt mit Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit, ein mässig ausgeprägtes, mittleres bis oberes Cervicalsyndrom rechts ohne relevante körperliche Funktionseinschränkung und ohne damit verbunde ne neurologische Ausfälle, fest. Körperliche leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne rep etitive Arbeiten über Kopf und ohne An- forderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit, wie einfach strukturierte, vorwiegend serielle Tätigkeiten seien zumutbar. Für eine solche angepasste T ätigkeit attestierte Dr. C.___ aus rein neurologischer Sicht eine ganztägige Arbeitsfähigkeit ohne weitere Ein- schränkungen. Diese Zumutbarkeit, so hielt er weiter fest , bestehe aus rein neurologischer Sicht zudem seit jeher. 6.3 Dr. B.___ hielt in seinem Gutachten vom 10. März 2014 fest, dass beim Beschwerde- führer eine rezidivierende depressive Störung mit chroni schem Verlauf und gegenwärtig leicht- gradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.0 0) diagnostiziert werden könne. Beim Beschwerdeführer liegen eine wechselhafte Stimmu ng mit gereizt-aggressiven Anteilen sowie eine zeitweilige Müdigkeit vor. Dies lasse aus psychia trischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer alternativen Tätigkeit , welche nicht mit speziellen kognitiven oder intellektuellen Anforderungen verbunden sei, von 20% begründen, ohne zusätzliche Verminde- rung der Leistungsfähigkeit. Diese Einschränkung der Ar beitsfähigkeit dürfte ungefähr seit ei- nem Jahr vor der Begutachtung, also seit Februar 2013 bestehen. Gemäss der aktuellen Unter- suchung habe festgestellt werden können, dass die Stimm ung des Versicherten weitgehend ausgeglichen sei. Er könne immer wieder lächeln und ei nige wenige Male könne er sogar ver- halten, jedoch herzhaft lachen. Bei der Thematisierung der Dinge, die er während seinen ge- reizt-aggressiven Verstimmungen daheim offenbar zerstöre, sei er während der Untersuchung laut und aggressiv geworden und hätte die Beantwortung weiterer diesbezüglicher Fragen ver- weigert. Kurze Zeit danach hätte er aber wieder völlig entspannt im Stuhl sitzen können. Bei der Thematisierung seiner Kinder sei kurz eine gewisse Trau er spürbar, darüber hinaus sei die Stimmung während der Untersuchung aber ausgeglichen ge wesen. Die affektive Modulations- fähigkeit des Beschwerdeführers sei insgesamt als leicht eing eschränkt zu beurteilen, nicht je- doch die Vitalität. Der Versicherte hinterlasse einen weitgehend entspannten Eindruck und zu keinem Zeitpunkt lasse sich eine emotionale Starrheit erkennen. Die subjektiv von ihm beklagte Konzentrationsstörung und zeitweilige Müdigkeit könne kli nisch nicht festgestellt werden. Es liessen sich auch keine relevanten Aufmerksamkeits- oder Au ffassungsstörungen feststellen. Der Schweregrad der Depression sei deshalb als leichtgra dig zu beurteilen. Diese Einstufung würde zusätzlich von der Tatsache gestützt, dass sich beim V ersicherten keine andauernd be- drückt-traurige oder gereizt-aggressive, sondern zeitweise eine fröhliche Stimmung und insbe- sondere keine Energie- oder Lustlosigkeit wie auch keine Interesselosigkeit nachweisen lies- sen. Der Versicherte gehe nach eigenen Angaben regelmä ssig spazieren, besuche Fussball- spiele seines Sohnes und schaue gerne Nachrichten im Fernse her, da er an Aktualitäten inte- ressiert sei. Die durchgeführte Blutkonzentrationsbesti mmung der verordneten Psychopharma- ka hätten Werte ergeben, die darauf schliessen lassen, dass der Versicherte entgegen seiner Behauptung die ihm verordneten Psychopharmaka kaum oder zumindest nicht regelmässig Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht einnehme. Auch unter Berücksichtigung dieses Faktors könne so mit darauf geschlossen wer- den, dass vorliegend von einer lediglich leichtgradigen Depression auszugehen sei. Würde beim Beschwerdeführer ein erhöhter Leidensdruck vorliege n, nähme er wohl auch seine Psychopharmaka regelmässiger ein. Gemäss Dr. B.___ sei es im Vergleich zum Gutachten von Dr. E.___ im Jahr 2009 bis heute somit zu einer deutl ichen Verbesserung des Gesundheitszu- standes des Versicherten gekommen. 6.4 Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes beim Beschw erdeführer wird auch von Dr. F.___, wie dessen Stellungnahme vom 18. März 2012 zu entnehmen ist, bestätigt. 6.5 Der Beschwerdeführer bezog sich vor allem auf die Einschätzungen seines behan- delnden Therapeuten Dr. med. D.___, FMH Psychiatrie un d Psychotherapie, der in seiner Stel- lungnahme vom 14. September 2014 ausführte, dass die Schlussfolgerungen der Dres. C.___ und B.___ zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als höchst unrealistisch eingestuft werden müssten. Ausserdem weist Dr. D.___ auf formale und inhaltliche Mängel des bidisziplinären Gutachtens hin und bezweife lt insgesamt die fachliche Qualität des- selben. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 3. März 2015 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf das bidisziplinäre Gutachten vom 5. und vom 10. März 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass im Vergleich zur Renten- zusprache im Jahr 2010 eine wesentliche rentenrelevante Ve rbesserung des Gesundheitszu- standes des Versicherten eingetreten sei. Der Beschwerdefüh rer sei in einer leichten bis mittel- schweren Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Wie oben ausgef ührt (vgl. E. 5.4. hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten e xterner Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.___ und B .___ weist weder formale noch inhaltli- che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verla ngt wird (vgl. E. 5.3. hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten ab gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein und es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen ausei- nander. Zudem wird einlässlich auf die Beschwerden eing egangen und es wird insgesamt ein hinreichendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vermittelt. Weiter legt Dr. B.___ unter hinreichender Berücksichtigung der in Revisionsfällen zu beachtenden Beson- derheiten (vgl. E. 5.5 hiervor) dar, dass seit der Rente nzusprache im Jahr 2010 eine Verbesse- rung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vor diese m Hintergrund ist auch die fach- ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehba r begründet und es ist mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwer deführer aktuell eine Leis- tungsfähigkeit von 80% aufweist. Insgesamt ist die Beu rteilung im Gutachten der Dres. C.___ und B.___ vom März 2014 sowohl in der Darlegung der m edizinischen Zusammenhänge als Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend und deshalb bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage massgebend. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die Beurteilung des Ge sundheitszustandes des Beschwerdefüh- rers und dessen Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten der Dres. B.___ und C.___ stützte. 7.2 Was der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 20. April 2015 vorbringt, ist nicht geeignet, die beweisrechtliche Verwertbarkeit des genannten Gutachtens in Frage zu stel- len. So vermögen die Ausführungen des behandelnden Ps ychiaters, Dr. D.___, keine Zweifel am von der IV-Stelle veranlassten Gutachten zu begründ en. In diesem Zusammenhang ist zu- nächst auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass beha ndelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweif elsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. oben E. 5.4). Wohl kann die einen länge ren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte oft wertvolle E rkenntnisse zeitigen, doch übersieht der Beschwerdeführer bei seiner Kritik, dass es die un terschiedliche Natur von Behandlungs- auftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einersei ts und Begutachtungsauftrag des amt- lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu- lässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite- rer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun- gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen si ch eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektive r ärztlicher Interpretation entspringende - Gesichtspunkte benennen, die bei der Begutachtung uner kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts vom 16. September 2013, 9C_425/2013, E. 4.1 und vom 14. Februar 2011, 8C_642/2102, E. 5.2). Solche Aspekte legt der Beschwerdeführer nicht sub- stantiiert dar. Auch verkennt er, dass sich Dr. B.___ in s einem Gutachten vom 10. März 2014 ausführlich mit den Arztberichten des behandelnden Psychiaters Dr. D.___ auseinander gesetzt hat. Dabei vermochte Dr. B.___ seine abweichende medizinische Einschätzung nachvollziehbar zu begründen. Auch auf die Stellungnahme von Dr. D.___ vom 14. September 2014 hat sich Dr. B.___ in Folge nochmals ausführlich bezogen, währendde m der behandelnde Psychiater nicht konkret dargelegt hat, wieso er den aktuellen Gesundhei tszustand des Beschwerdeführers nach wie vor bei einer mittelgradigen bis schweren Depression einstufe, sondern lediglich frühe- re medizinische Berichte wiedergab. 7.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das bid isziplinäre Gutachten der Dres. C.___ und B.___ eine zuverlässige Beurteilung des medizinischen Sachverhal ts im Zeit- punkt des Verfügungserlasses erlaubt. Es ist demnach dav on auszugehen, dass dem Be- schwerdeführer aufgrund der gestellten Diagnosen die Ausübung einer leichten bis mittelschwe- ren Tätigkeit zu 80% zumutbar ist. Es besteht daher in antizipierter Beweiswürdigung kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1; BGE 124 V 94 E . 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 8.2 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügu ng zur Ermittlung der Einschränkung des Versicherten im Erwerbsbereich den erforderlichen E inkommensvergleich vor. Dabei ermit- telte sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- un d zumutbarem Invalideneinkommen für die Zeit ab März 2013 einen Invaliditätsgrad von 33%. Der Versicherte beanstandet im Zusam- menhang mit der Invaliditätsbemessung einzig die Höhe des leidensbedingten Abzuges, den die IV-Stelle mit 10% festlegte. 8.3 Wird das Invalideneinkommen – wie hier – auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des Bundesamts für Statistik (LSE) ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welc he in ihrer letzten Tätigkeit körper- liche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des G esundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, in der Reg el das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeit zuge- lassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem al lgemeinen behinderungsbedingten Ab- zug (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327 mit Hinweis). Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Ar t und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthal tskategorie und Beschäftigungsgrad Aus- wirkungen auf die Lohnhöhe haben werden (BGE 124 V 3 21 E. 3b/aa S. 323) und je nach Aus- prägung die versicherte Person deswegen die verbleibende Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlich em erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa i.f. S. 80; Urteil des Bu ndesgerichts vom 15. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2). Ohne für jedes zur Anwendung ge langende Merkmal separat quantifi- zierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkma le auf das Invalideneinkommen (lei- densbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäf- tigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfa ll nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb S. 80). Der Abzug darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc S. 80; Urteile des Bundesger ichts vom 23. Dezember 2010, 8C_548/2010, 15. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2 und vom 17. Juli 2009, 9C_368/2009, E. 2.1). 8.4 Rechtsprechungsgemäss rechtfertigen leidensbedingte Gründe in Nachachtung des Verbots der doppelten Berücksichtigung gleicher Gesichtsp unkte dort einen Abzug, wo die zu erwartenden Lohnnachteile nicht bereits in der quanti tativen Umschreibung der Restarbeitsfä- higkeit mitberücksichtigt sind, so z.B. ein zusätzlich bestehender erhöhter Pausenbedarf (Urteile des Bundesgerichts vom 6. Januar 2009, 9C_382/2009, E. 3. 2.3 und vom 25. Juli 2011, 8C- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 260/2011, E. 5.4) oder ein enges Spektrum an Verweistä tigkeiten (Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2011, 9C_617/2010, E. 4.3). 8.5 Die Einschätzung des leidensbedingten Abzuges ist stets eine Ermessensentschei- dung. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrol- lierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stell e der Vorinstanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den di e Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen in Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipie n in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen . Allerdings darf das Sozialversi- cherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwal- tung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstü tzen können, welche seine abwei- chende Ermessensausübung als naheliegend erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6, 123 V 150 E. 2). 8.6 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass in seine m Fall anstelle des von der IV- Stelle vorgenommenen Abzuges von 10%, ein solcher von 2 5% angemessen sei. Diesem An- liegen des Beschwerdeführers kann jedoch nicht entspro chen werden. Vorliegend sind die ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten in de r Beurteilung des zumutbaren Leis- tungsprofils und die damit verbundene Teilzeitarbeit b ereits ausreichend berücksichtigt worden. Laut den massgeblichen medizinischen Beurteilungen, ist e r in der Lage, körperliche leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne repetitive Arbeiten über Kopf und ohne Anforderungen an die kog- nitive Leistungsfähigkeit, wie einfach strukturierte, vorwiegend serielle Tätigkeiten in einem Um- fang von 80% zu verrichten. Die 20%ige Einschränkung be rücksichtigt neben der psychischen Symptomatik auch die vom Versicherten geltend gemachte ve rminderte Konzentrationsfähig- keit. Die allfällige, auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückzuführende Lohneinbusse ist mit dem vorgenommenen Abzug von 10% ausreichend abg edeckt. Weitere Kriterien, die eine Erhöhung des Abzuges vom Tabellenlohn rechtfertig en würden, sind nicht ersichtlich. We- der das Alter noch die Nationalität - und damit allen falls verbundene sprachliche Schwierigkei- ten - rechtfertigen beim Invalideneinkommen, welches auf dem Anforderungsniveau 4 für einfa- che und repetitive Tätigkeiten beruht, einen zusätzliche n Abzug. Unter Würdigung der gegebe- nen Umstände und in Berücksichtigung der in Betracht fal lenden Merkmale lässt sich deshalb - entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers - die Vornahme eines höheren Abzuges nicht begründen und würde zu einer unzulässigen doppelt en Berücksichtigung derselben Ein- schränkung führen. 9.1 Zu prüfen bleibt weiter, ob der Beschwerdeführer bei der Verwertung seiner Restar- beitsfähigkeit auf vorgängige befähigende berufliche Massnahmen angewiesen sei. 9.2 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt im Allgem einen der Grundsatz, dass die inva- lide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Z umutbare selbst vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 23 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Laut ständiger Rechtsprechung ist zw ar im Regelfall eine medizinisch Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsät zlich auf dem Weg der Selbsteingliede- rung zu verwerten. Die Wiedereingliederung von versich erten Personen im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fe rnbleiben von der Arbeitswelt ist jedoch re- gelmässig erschwert. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Versicherten können daher die Erfordernisse de s Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und m edizinisch möglichen Leistungsentfal- tung entgegenstehen. So kann es vorkommen, dass - ohne vorgängige Durchführung befähi- gender Massnahmen - die Verwertung eines bestimmten Lei stungspotenzials allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis a uf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Aus diesem Grund muss si ch die Verwaltung vor der Herab- setzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich das medizinisch-theoretisch wiedergewonnene Leistungsvermögen ohne Weiteres in eine m entsprechend tieferen Invalidi- tätsgrad niederschlägt oder ob dafür - ausnahmsweise - eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit, usw.) und/oder die Durchf ührung von Eingliederungsmassnah- men vorausgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 9.3 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, publi ziert in: Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesger icht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in wel chen der Ausnahmetatbestand der Not- wendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massna hmen trotz wiedergewonnener Ar- beitsfähigkeit als erfüllt zu betrachten ist, vom Regelf all der Fälle einer sofortigen erwerblichen Verwertbarkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die vorst ehend geschilderte Rechtsprechung (vgl. E. 8.2 hiervor) dahingehend präzisiert, dass sie gr undsätzlich auf Sachverhalte zu be- schränken ist, in denen die revisions- oder wiedererwägung sweise Herabsetzung oder Aufhe- bung der Invalidenrente eine versicherte Person betrif ft, die das 55. Altersjahr zurückge- legt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 9.4 Da der Beschwerdeführer vorliegend weder das 55. A ltersjahr zurückgelegt, noch seit mehr als 15 Jahren eine Rente bezogen hat, durfte die IV-Stelle in Folge zu Recht davon aus- gehen, dass die medizinisch-attestierte Verbesserung des Gesundheitszustandes – und somit der Arbeitsfähigkeit – des Beschwerdeführers mittels Sel bsteingliederung verwertbar ist. Dies gilt umso mehr, als dass auch die subjektive Krankheitsüberz eugung des Versicherten gegen die Notwendigkeit einer Durchführung von Eingliederun gsmassnahmen spricht. Die Beschwer- de ist demnach abzuweisen. 10.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. 10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Entsp rechend dem Ausgang dieses Verfah- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tr agen. Da ihm mit Verfügung vom 24. April 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- zu Lasten der Gerichtskasse. 10.3 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer ebenfalls mit Verfügung vom 24. April 2015 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt w urde, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter d es Versicherten macht in seiner Honorarnote vom 1. Oktober 2015 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 54 Minuten à Fr. 250.-- und den A ufwand eines juristischen Volontärs von 0,33 Stunden à Fr. 166.-- geltend. Zunächst ist festzuh alten, dass das Honorar bei unentgeltli- cher Verbeiständung gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (Tarifordnung) Fr. 200.-- pro Stu nde für Anwälte und Anwältinnen und ge- mäss § 3 Abs. 3 der Tarifordnung Fr. 100.-- für Substi tuten oder Substitutinnen beträgt. Der geltend gemachte Zeitaufwand erscheint umfangmässig i n Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Somit ist dem Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers für seine Bemühungen ein Honorar in de r Höhe von Fr. 3‘553.90 (15,9 Stun- den à Fr. 200.-- plus 0,33 Stunden à Fr. 100.-- und Auslagen von Fr. 74.00 zuzüglich 8% MwSt.) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar von Fr. 3‘553.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtsk asse aus- gerichtet.