B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 465 25 02 Fax +41 (0)58 465 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. A-359/2018 gri/zum Z w i s c h e n v e r f ü g u n g v o m 6. M ä r z 2 0 1 8 In der Beschwerdesache Parteien Inclusion Handicap, Mühlemattstrasse 14a, 3007 Bern, vertreten durch Martin Looser, Rechtsanwalt, und lic. iur. Nuria Frei, Rechtsanwältin, ettlersuter Rechtsanwälte, Klausstrasse 43, Postfach 3062, 8034 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB, Division Personenverkehr, Wylerstrasse 123/125, 3000 Bern 65 SBB, vertreten durch Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb, Rechtsanwalt LL.M., und Dr. iur. Martin Zobl, Rechtsanwalt LL.M., Walder Wyss AG, Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich, Beschwerdegegnerin, Bundesamt für Verkehr BAV, 3003 Bern, Vorinstanz, sowie Bombardier Transportation GmbH, Am Rathenaupark, DE-16761 Henningsdorf, vertreten durch Madeleine Schreiner, Rechtsanwältin, Pestalozzi Rechtsanwälte AG, Löwenstrasse 1, 8001 Zürich, Beigeladene. Gegenstand befristete Betriebsbewilligungen für Doppelstock-Triebzug IC 200, IR 200 und IR 100. A-359/2018 Seite 3 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vergaben den Auftrag zur Pro- duktion und Auslieferung von 59 Doppelstockzügen für den Fernverkehr am 12. Mai 2010 an die Bombardier Transportation GmbH. B. Auf Gesuch der Bombardier Transportation GmbH vom 9. August 2010 er- teilte das Bundesamt für Verkehr (BAV) am 30. November 2017 die bis zum 30. November 2018 befristeten Betriebsbewilligungen für die Fernver- kehrs-Doppelstock-Triebzüge (FV-Dosto) IC 200, IR 100 und IR 200 zum Einsatz im kommerziellen Verkehr. C. Gegen diese drei Verfügungen des BAV (nachfolgend: Vorinstanz) erhebt die Inclusion Handicap (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 15. Januar 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin rügt sie, die bewilligten FV -Dosto würden den Anforde rungen des Behin- dertengleichstellungsrechts im Bereich des öffentlichen Verkehrs in ver- schiedener Hinsicht nicht genügen und verlangt die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügungen sowie die Anordnung diverser baulicher Anpassun- gen bei den FV-Dosto als zwingende Auflagen. Gleichzeitig beantragt sie den Erlass vorsorglicher Massnahmen. So seien die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene zu verpflichten, die verlangten Anpassungen an allen im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (30. November 2017) noch nicht fertiggestellten Fahrzeugen per sofort umzusetzen. Fer- ner sei vorsorglich anzuordnen, dass die am 30. November 2017 bereits fertiggestellten Fahrzeuge nicht länger als bis zum 30. November 2018 im kommerziellen Verkehr eingesetzt werden dürfen und der Beschwerdegeg- nerin sei zu untersagen, weitere, am 30. November 2017 noch nicht fertig- gestellte Fahrzeuge, welche die behindertengleichstellungsrechtlichen An- forderungen gemäss Rechtsbegehren nicht erfüllen, in Betrieb zu nehmen (vgl. zu den Anträgen der Beschwerdeführerin im Einzelnen die Zwischen- verfügung des BVGer vom 14. Februar 2018). D. In ihren jeweiligen Stellungnahmen vom 2. Februar 2018 zu den beantrag- ten vorsorglichen Massnahmen schliessen die Vorinstanz, die SBB (nach- folgend: Beschwerdegegnerin) und die Bombardier Transportation GmbH (nachfolgend: Beigeladene) allesamt auf Abweisung der entsprechenden A-359/2018 Seite 4 Anträge und stellen – nebst einigen verfahrensrechtlichen Begehren – ih- rerseits je den Antrag, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen (vgl. zu den Anträgen im Einzelnen die Zwischenverfügung des BVGer vom 14. Februar 2018). Zur Begründung des Antrages auf Ent- zug der aufschiebenden Wirkung wird zusammengefasst vorgebracht, dass es dringend notwendig sei, die Wirkungen der angefochtenen Verfü- gungen sofort eintreten zu lassen, ansonsten die Beschwerdegegnerin den Fahrplanwechsel 2018/2019 mit dem erweiterten Fahrplanangebot im De- zember 2018 nicht wie geplant realisieren könnte. Dies hätte landesweite Auswirkungen auf den Bahnverkehr, da die Beschwerdegegnerin die be- nötigten Personenbeförderungskapazitäten nicht rechtzei tig bereitstellen könnte. Es seien nur schon 17 FV -Dosto notwendig, um das bestehende Leistungsangebot au frechterhalten zu können , andernfalls Fahrplanein- schränkungen und Qualitätseinbussen (u.a. weniger Verbindungen für Rei- sende von Luzern Richtung Zürich Flughafen, Einsatz von unklimatisiertem Rollmaterial, Kürzung von Grundkompositionen, Kapazitätseinschränkun- gen) unausweichlich seien. Auch würde eine Verweigerung des Entzuges der aufschiebenden Wirkung zu einem Produktionsstopp führen, was für die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene gravierende wirtschaftliche Folgen hätte. Die Beschwerdeführerin würde sich zwar nach eigenen An- gaben einem Entzug der aufschiebenden Wirkung in Bezug auf die bereits am 30. November 2017 fertiggestellten sechs Fahrzeuge n icht widerset- zen, jedoch sei die Beschwerdegegnerin auf den Einsatz von mindestens 25 Fahrzeugen angewiesen, um den kommerziellen Betrieb bis zum Fahr- planwechsel im Dezember 2018 stufenweise hochzufahren. Menschen mit Behinderungen würde durch den sofortig en Einsatz der FV -Dosto kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil entstehen. Vielmehr würde der verzögerte Einsatz der FV-Dosto dazu führen, dass vermehrt altes und we- niger behindertengerechtes Rollmaterial zum Einsatz käme. Schliesslich sei der Entzug der aufschiebenden Wirkung auch verhältnismässig. So be- stehe ein gewichtiges öffentliches Interesse an einem ausreichenden An- gebot an Schienenverkehr. Demgegenüber sei das Interesse der Be- schwerdeführerin an der Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirk ung beschränkt. Die Betriebsbewilligungen seien bis 30. November 2018 be- fristet. Geplant sei sodann nur ein Einsatz von rund 25 bis 32 FV -Dosto- Züge auf bestimmten Strecken innerhalb der Schweiz. Auch würde ein Ent- zug der aufschiebenden Wirkung den Entsche id in der Hauptsache nicht vorwegnehmen. A-359/2018 Seite 5 E. Mit Zwischenverfügung vom 14. Februar 2018 weist das Bundesverwal- tungsgericht die Anträge der Beschwerdeführerin auf Erlass vorsorglicher Massnahmen ab, soweit darauf einzutreten ist. Gleichzeitig entzieht es der Beschwerde die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die am 30. Novem- ber 2017 bereits fertiggestellten FV-Dosto (je zwei Ausfertigungen der Ty- pen IC 200, IR 200 und IR 100) und räumt der Beschwerdeführerin eine nicht erstreckbare Frist bis 26. Februar 2018 ein, um zum Antrag der übri- gen Verfahrensbeteiligten auf Entzug der aufschiebenden Wirkung auch für die am 30. November 2017 noch nicht fertiggestellten FV -Dosto Stel- lung zu nehmen. F. In ihrer Stellungnahme vom 26. Februar 2018 beantragt die Beschwerde- führerin die vollumfängliche Abweisung der Anträge auf Entzug der auf- schiebenden Wirkung für die am 30. November 2017 noch nicht fertigge- stellten FV-Dosto, eventualiter die Abweisung der Anträge auf Entzug der aufschiebenden Wirkung zumindest für diejenigen am 30. November 2017 noch nicht fertiggestellten FV-Dosto, für welche nicht der Beweis erbracht sei, dass sie für den gelenkten Betrieb (Testphase) zwingend benötigt wür- den. Dabei sei die aufschiebende Wirkung aber in keinem Fall für mehr als zusätzlich weitere sechs FV -Dosto zu entziehen. Zur Begründung bringt sie zusammengefasst vor, der Zweck der befristeten Betriebsbewilligungen liege darin, die neuen Fahrzeuge während dieser Testphase auf ihre Kon- formität mit den technischen und rechtlichen Anforderun gen hin zu über- prüfen und allfällige Fehler zu beheben. Es sei nicht ersichtlich, weshalb hierfür mehr als sechs Fahrzeuge erforderlich sein sollen und werde von den übrigen Verfahrensbeteiligten auch nicht dargetan. Diese würden ihren Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung denn auch nicht mit Test- zwecken begründen, sondern mit der Notwendigkeit, den kommerziellen Betrieb bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 stufenweise hochfah- ren zu können. Damit werde jedoch der Zweck der Testphase unterlaufen und über den Gegenstand der angefochtenen befristeten Betriebsbewilli- gungen hinausgegangen. Ohnehin sei ein stufenweises Hochfahren bis zum 30. November 2018 nicht notwendig. Es sei nicht ersichtlich, weshalb das alte Rollmaterial nicht noch l änger in Betrieb bleiben könne. Komme hinzu, dass die Beschwerdegegnerin den Umstand, dass sie angeblich auf eine definitive Inbetriebnahme der Fahrzeuge ab 1. Dezember 2018 ange- wiesen sei, durch Verzögerungen bei der Produktion sich selber zuzu- schreiben habe und daher nicht als Grund für den Entzug der aufschieben-A-359/2018 Seite 6 den Wirkung angeführt werden könne. Da nach Ablauf der befristeten Be- triebsbewilligungen die Fahrzeuge durch die Vorinstanz erneut überprüft werden müssten, um wiederum anfechtbare definitive Betriebsbewilligun- gen zu erteilen, was gemäss der Vorinstanz voraussichtlich Ende 2018/An- fang 2019 der Fall sein werde, und aufgrund diverser bereits zu Tage ge- tretener Probleme, erscheine ein definitiver Einsatz der FV-Dosto ab 1. De- zember 2018 zudem unrealistisch. Auch führe die Beibehaltung der auf- schiebenden Wirkung nicht zu einem Produktionsstopp. Die Produktion könnte trotzdem weitergeführt werden. Es würden somit keine Gründe vor- liegen, die den Entzug der aufschiebenden Wirkung für die am 30. Novem- ber 2017 noch nicht fertiggestellten Fahrzeuge rechtfertigen würden. So- fern die Beschwerdegegnerin den Nachweis dafür erbringe, dass der Ein- satz von mehr als sechs Fahrzeugen effektiv zu Testzwecken zwingend notwendig sei, erkläre sie sich unter dem Vorbehalt einer vorgängigen Stel- lungnahme bereit, den Entzug der aufschiebenden Wirkung für maximal sechs weitere Fahrzeuge zu akzeptieren. G. Auf die weitergehenden Ausführungen der Parteien und die sich bei den Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Nachdem mit Zwischenverfügung vom 14. Februar 2018 der Beschwerde die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die am 30. November 2017 be- reits fertiggestellten FV-Dosto (je zwei Ausfertigungen der Typen IC 200, IR 200 und IR 100) entzogen wurde, ist mit vorliegender Zwischenverfü- gung einzig noch über die Frage zu entscheiden, ob der Beschwerde auch bezüglich der am 30. November 2017 noch nicht fertiggestellten FV-Dosto die aufschiebende Wirkung zu entziehen ist. Über solche Verfahrensanträge hat im Beschwerdeverfahren vor dem Bun- desverwaltungsgericht der mit der Instruktion betraute Richter zu entschei- den (vgl. Art. 56 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021] und Art. 39 Abs. 1 des Verwaltungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Da keine Anhaltspunkte da-A-359/2018 Seite 7 für vorliegen, dass auf die Beschwerde nach Durchführung des Rechts- schriftenwechsels und eines allfälligen Beweisverfahrens nicht wird einge- treten werden können und auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen unstrittig vorliegen (vgl. 50 und 52 VwvG), ist über den erwähnten Antrag zu entscheiden (vgl. hierzu auch die Zwischenverfügung vom 14. Februar 2018 E. 1). 2. 2.1. In der Regel kommt der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG). Aufschiebende Wirkung besagt, dass die in ei- ner Verfügung angeordnete Rechtsfolge vorläufig nicht eintritt, sondern bis zum Beschwerdeentscheid vollständig gehemmt werden soll. Zweck der aufschiebenden Wirkung ist es, die Beschwerde führende Person die nachteiligen Wirkungen der Verfügung solange nicht fühlen zu lassen, bis über deren Rechtmässigkeit entschieden ist. Der Beschwerde führenden Partei wird insoweit ein umfassender vorläufiger Rechtsschutz gewährt, als der rechtliche und tatsächliche Zustand, wie er vor Erlass der Verfügung bestanden hat, bis zum Entscheid des Gerichts in der Sache aufrechterhal- ten bleibt. Konkret bedeutet dies, dass von begünstigenden Anordnungen (noch) nicht Gebrauch gemacht werden kann, belastenden Anordnungen (vorläufig) nicht Folge zu leisten ist (vgl. MOSER/ BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht , 2. Auflage 2013, Rz. 3.19 mit Hinweisen). 2.2. Nach Art. 55 Abs. 2 VwVG kann die Beschwerdeinstanz bzw. der In- struktionsrichter von Amtes wegen oder auf entsprechenden Antrag hin die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde entziehen, sofern die Verfügung nicht eine Geldleistung zum Gegenstand hat. Gemäss der Rechtsprechung müssen für den Entzug keine ganz aussergewöhnlichen Umstände vorlie- gen, aber doch zumindest überzeugende Gründe gegeben sein. Es ist zu prüfen, ob die Gründe, die für die sofortige Vollstreckbarkeit der Verfügung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung ange- führt werden können. Dabei steht der Behörde ein gewisser Beurteilungs- spielraum zu. Im Allgemeinen wird sie ihren Entscheid auf den Sachverhalt stützen, der sich aus den vorhandenen Akten ergibt, ohne zeitraubende weitere Erhebungen anzustellen. Sie trifft ihren Entscheid "prima facie". Herabgesetzt sind neben den Untersuchungspflichten auch die Beweisan- forderungen. Das Glaubhaftmachen von Anliegen genügt in der Regel. Der A-359/2018 Seite 8 durch den Endentscheid zu regelnde Zustand so ll jedoch weder präjudi- ziert noch verunmöglicht werden (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.18a, 3.24 und 3.27 mit Hinweisen). 2.3. Beim Entscheid über den Entzug der aufschiebenden Wirkung ist fol- gende Systematik zu beachten (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.28a mit Hinweisen): Zuerst bedarf es einer Entscheidprognose, dann ist nach dem Anordnungsgrund zu fragen, das heisst nach einem überzeu- genden Grund bzw. einem schweren Nachteil, der ohne den Entzug der aufschiebenden Wirkung droht. Schliesslich muss die Massnahme auf ihre Verhältnismässigkeit hin geprüft werden. 3. 3.1. Die Hauptsachenprognose kann berücksichtigt werden, wenn sie ein- deutig ist. Bei tatsächlichen oder rechtlichen Unklarheiten drängt sich hin- gegen Zurückhaltung auf, weil in diesem Fall die erforderlichen Entscheid- grundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft werden müssen (vgl. BGE 130 II 149 E. 2.2 und 127 II 132 E. 3). Wie bereits im Zwischenentscheid vom 14. Februar 2018 ausgeführt, ist eine klare Prognose aufgrund einer summarischen Prüfung der Akten nicht möglich. Aufgrund der Vielschichtigkeit der von den Parteien angerufenen Rechtsgrundlagen sind hierfür vertiefte Abklärungen notwendig. 3.2. 3.2.1. In einem nächsten Schritt ist nach dem Anordnungsgrund für den beantragten Entzug d er aufschiebenden Wirkung zu fragen. Ein solcher liegt wie bereits erwähnt vor, wenn zumindest überzeugende Gründe für den Entzug der aufschiebenden Wirkung sprechen. Dabei ist Dringlichkeit vorausgesetzt. Es muss sich also als zeitlich notwendig erweisen, die Wir- kung der angefochtenen Verfügung sofort eintreten zu lassen. Sodann muss der Verzicht auf den Entzug der aufschiebenden Wirkung für den Be- troffenen einen nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken, wo- bei ein tatsächliches Interesse genügt (vgl. Zwischenverfügung des BVGer A-1351/2017 vom 3. Mai 2017 E. 5.1 sowie in Bezug auf vorsorgliche Mas- snahmen im Allgemeinen BGE 130 II 149 E. 2.2). 3.2.2. Das öffentliche Interesse an einem ausreichenden Angebot im Schienenverkehr und daran, dass der Nachfrage entsprechend genügend A-359/2018 Seite 9 Beförderungskapazitäten zur Verfügung stehen, ist zweifellos als hoch an- zusehen. Dass dieses Interesse mit den fraglichen FV-Dosto, welche über grössere Personenbeförderungskapazitäten verfügen als das ältere Roll- material, zumindest besser gewahrt werden kann als ohne, kann sodann nicht in Abrede gestellt werden. Sowohl die Beschwerdegegnerin als auch die Vorinstanz und die Beigela dene bringen zudem vor, dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung notwendig sei, um die streitgegenständlichen FV-Dosto ab Dezember 2018 definitiv in Verkehr zu setzen, ansonsten die Beschwerdegegnerin den Fahrplanwechsel 2018/2019 mit dem erweiter- ten Fahrplanangebot nicht wie geplant realisieren könne. Bis dahin müsse der kommerzielle Betrieb mit den FV-Dosto stufenweise hochgefahren wer- den. Dass ein stufenweises Hochfahren des kommerziellen Betriebes mit den FV-Dosto erforderlich ist, um diese wie geplan t zur Umsetzung des neuen Fahrplanes ab Dezember 2018 einsetzen zu können , erscheint plausibel. Die Beschwerdeführerin bestreitet in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit der Inbetriebsetzung der FV-Dosto. Es sei nicht ersicht- lich, weshalb das alte Rollmaterial nicht noch weiter in Betrieb bleiben könne. Dies ändert jedoch nichts daran, dass grundsätzlich ein öffentliches und auch ein privates Interesse an einer möglichst zeitnahen Inverkehrset- zung der im Vergleich zum alten Rollmaterial über grössere Beförderungs- kapazitäten verfügenden FV-Dosto besteht und damit daran, die Wirkun- gen der angefochtenen Verfügungen sofort eintreten zu lassen. Andernfalls könnte der geplante reguläre Betrieb der FV-Dosto ab dem Fahrplanwech- sel im Dezember 2018 und das damit verbundene erweiterte Fahrplanan- gebot nicht realisiert werden bzw. wäre zumindest gefährdet. Der Be- schwerdegegnerin würde dadurch ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen. 3.2.3. Daran vermögen auch die übrigen Einwände der Beschwerdeführe- rin nichts zu ändern. So werden durch eine erhöhte Anzahl an FV -Dosto, welche während der Testphase in Betrieb gesetzt werden, mehr Erfah- rungswerte gesammelt und können Fehler mit höherer Wahrscheinlichkeit erkannt und behoben werden. Durch das Inverkehrsetzen von mehr als sechs Fahrzeugen wird der Zweck der befristeten Betriebsbewilligungen daher nicht unterlaufen, selbst wenn die an die FV-Dosto gestellten Anfor- derungen möglicherweise auch mit bloss sechs Fahrzeugen genügend überprüft werden könnten. Mit einem Entzug der aufschiebenden Wirkung wird sodann nicht über den Gegenstand der angefochtenen Verfügungen hinausgegangen, auch wenn hierfür die Interessen der Beschwerdegegne- rin an einer möglichst zeitnahen definitiven Inverkehrsetzung im Hinblick auf den geplanten Fahrplanwechsel im Dezember 2018 mitberücksichtigt A-359/2018 Seite 10 werden. Beim Entscheid über den Entzug der aufschiebenden Wirkung sind gerade die Folgen bzw. die durch das Aufrechterhalten der aufschie- benden Wirkung bedingten Nachteile zu berücksichtigen. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, ein definitiver Einsatz der FV-Dosto ab 1. Dezem- ber 2018 erscheine ohnehin unrealistisch, stellt sodann eine reine Partei- behauptung dar. Da allfällig festgestellte Mängel fortlaufend behoben wer- den können, ist nicht ersichtlich, weshalb es nicht möglich sein soll, direkt anschliessend an die befristeten Betriebsbewilligungen definitive Betriebs- bewilligungen zu erhalten . Der Projek tzeitplan der Beschwerdegegnerin sieht dies jedenfalls vor und auch die Vorinstanz als Bewilligungsbehörde geht offenbar davon aus. Zudem besteht die Möglichkeit, einer allenfalls gegen die definitiven Betriebsbewilligungen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG) und damit die Wirkungen der definitiven Betriebsbewilligungen sofort eintreten zu las- sen. Ein definitiver bzw. unbefristeter Einsatz der FV-Dosto ab 1. Dezem- ber 2018 ist daher entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin durchaus realistisch. Was schliesslich den Einwand der Beschwerdeführerin anbe- langt, die Beschwerdegegnerin habe die zeitliche Dringlichkeit der definiti- ven Inbetriebnahme der FV-Dosto aufgrund von Verzögerungen in der Pro- duktion selbst zu vertreten und könne sich daher nicht auf diese n Grund berufen, ist zu bemerken, dass das Interesse an einer möglichst zeitnahen Inverkehrsetzung der im Vergleich zum alten Rollmaterial über grössere Beförderungskapazitäten verfügenden FV-Dosto auch ohne die Verzöge- rungen bejaht werden müsste. 3.2.4. Anzufügen bleibt schliesslich, d ass die Aufrechterhaltung der auf- schiebenden Wirkung nicht zwingend einen Produktionsstopp zur Folge hätte, wie von er Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen behauptet. Die Produktion der FV -Dosto könnte grundsätzlich auch bei ein er Abwei- sung des Antrages auf Entzug der aufschiebenden Wirkung fortgesetzt werden. Dies ist schlussendlich ein geschäftlicher Entscheid der Be- schwerdegegnerin und der Beigeladenen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass ein Anordnungsgrund für den Entzug der aufschiebenden Wirkung gegeben ist. 3.3. Ein Entzug der aufschiebenden Wirkung erweist sich schliesslich auch als verhältnismässig. Im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin, welcher durch die Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung wie vorgehend ausgeführt ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht, weil sie allenfalls die FV-Dosto auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 nicht A-359/2018 Seite 11 wie geplant regulär in Betrieb nehmen könnte, entsteht der Beschw erde- führerin durch den Entzug der aufschiebenden Wir kung kein Nachteil. Ei- nen solchen macht sie denn auch gar nicht geltend. Auch falls die FV-Dosto den behindertengleichstellungsrechtlichen Anforderungen, wie von der Be- schwerdeführerin behauptet, nicht vollumfänglich entsprechen sollten, ist zu berücksichtigen, dass die FV-Dosto im Vergleich zum aktuell noch ein- gesetzten, alten Rollmaterial für Menschen mit einer Behinderung unbe- stritten zumindest eine Verbesserung darstellen. Nach der unbestritten ge- bliebenen Darstellung der Beschwerdegegnerin würde die Aufrechterhal- tung der aufschiebenden Wirkung in Bezug auf die am 30. November 2017 noch nicht fertiggestellten FV-Dosto dazu führen, dass vermehrt altes und weniger behindertengerechtes Rollmaterial zum Einsatz käme. Wie die Be- schwerdegegnerin zudem ausführt, ist nur ein Einsatz von rund 25 bis 32 FV-Dosto zunächst auf Nebenverkehrsstrecken und in Nebenverkehrszei- ten geplant. Ausserdem würden Menschen mit einer Behinderung Hilfestel- lungen zur Verfügung stehen (z.B. Zugbegleiter, Mobihelfer, taktiles Leafelt zur besseren Orientierung). Die angefochtenen Verfügungen sind sodann bis 30. November 2018 befristet und die FV-Dosto können somit vorläufig nur bis zu diesem Zeitpunkt eingesetzt werden. Sollte sich im Hauptverfah- ren erweisen, dass die FV-Dosto den rechtlichen Anforderungen nicht ent- sprechen, können sie nicht weiter in Betrieb bleiben. Das Interesse der Be- schwerdegegnerin am Entzug der aufschiebenden Wirkung überwiegt da- her das Interesse der Beschwerdefüh rerin an der Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung. Damit ist der Beschwerde auch in Bezug auf die am 30. November 2017 noch nicht fertiggestellten FV-Dosto und damit voll- umfänglich die aufschiebende Wirkung zu entziehen. 4. Über die Festsetzung allf älliger Kosten für diese Zwischenverfügung und die Zusprechung von Parteientschädigungen wird mit der Hauptsache ent- schieden. Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Im Zusatz zum mit Zwischenverfügung vom 14. Februar 2018 verfügten teilweisen Entzug der aufschiebenden Wirkung wird der Beschwerde auch in Bezug auf die am 30. November 2017 noch nicht fertiggestellten Fern- verkehrs-Doppelstock-Triebzüge (IC 200, IR 200 und IR 100 ) und damit vollumfänglich die aufschiebende Wirkung entzogen. A-359/2018 Seite 12 2. Je ein Exemplar der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 26. Februar 2018 samt Beilagen 1-5 geht an die übrigen Verfahrensbeteiligten. 3. Über die Festsetzung allfälliger Kosten für diese Zwischenverfügung und die Zusprechung von Parteientschädigungen wird mit der Hauptsache ent- schieden. 4. Diese Verfügung geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Beschwerdegegnerin (inkl. Beilagen, Einschreiben mit Rückschein) – die Beigeladene (inkl. Beilagen, Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; inkl. Beilagen; Einschreiben mit Rückschein) Der Instruktionsrichter: Der Gerichtsschreiber: Maurizio Greppi Marcel Zaugg Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be- schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: