<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2011.00471</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">III. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichterin Heine, Vorsitzende</font> <p><font size="4">Ersatzrichterin Condamin</font> </p><p><font size="4">Ersatzrichter Peter</font> </p><p><font size="4">Gerichtsschreiberin Meier-Wiesner</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 31. Mai 2011</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Häfliger</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">dieser substituiert durch Rechtsanwalt Christian Haag</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Nachdem die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 29. März 2011 im Rahmen einer Rentenrevision die Durchführung einer medizinischen Abklärung durch die Abklärungsstelle Y.___ GmbH in Z.___ mitgeteilt hat (Urk. 2/2), worauf sich die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 30. März 2011 gegen eine Begutachtung im Y.___ gewandt und um Erlass einer anfechtbaren Verfügung ersucht hat (Urk. 2/3), wozu sich die Beschwerdegegnerin mit "letzter Aufforderung" vom 21. April 2011 geweigert und an der Begutachtungsstelle festgehalten hat (Urk. 2/4),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> nach Einsicht in die Beschwerde vom 4. Mai 2011, mit welcher die Beschwerdeführerin sinngemäss die Feststellung der Rechtsverweigerung sowie die Anweisung an die Beschwerdegegnerin zur Beauftragung einer anderen, unabhängigen Begutachtungsstelle beantragt und in verfahrensrechtlicher Hinsicht um superprovisorische Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie um Durchführung einer öffentlichen Verhandlung ersucht hat (Urk. 1 S. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> in Erwägung, dass </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> das Gericht ohne Anhörung der Gegenpartei sofort entscheiden kann, wenn sich die Beschwerde offensichtlich als unzulässig oder aussichtslos erweist (§ 19 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts [GSVGer]),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> eine Beschwerde unter anderem dann erhoben werden kann, wenn der Versicherungsträger entgegen dem Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen Einspracheentscheid erlässt (Art. 56 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]; vgl. BGE 130 V 92 Erw. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) - sowie gegebenenfalls von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; BGE 130 I 178 mit Hinweisen) - nach der Rechtsprechung unter anderem dann vorliegt, wenn eine Verwaltungsbehörde ein Gesuch, dessen Erledigung in ihre Kompetenz fällt, nicht an die Hand nimmt und behandelt (formelle Rechtsverweigerung),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Art. 29 Abs. 1 BV aber auch verletzt ist, wenn die zuständige Behörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen erscheint (sogenannte Rechtsverzögerung),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Anfechtungsgegenstand einer solchen Rechtsverweigerungs- beziehungsweise Rechtsverzögerungsbeschwerde rechtsprechungsgemäss einzig die Rechtsverweigerung oder -verzögerung ist; das Gericht demnach lediglich zu prüfen hat, ob eine solche Rechtsverweigerung vorliegt, und nicht in der Sache selbst zu entscheiden hat (SVR 2005 IV Nr. 26 S. 102 Erw. 4.2 mit Hinweisen),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> demzufolge auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit damit die Beauftragung einer anderen Begutachtungsstelle angestrebt wird,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> in weiterer Erwägung, dass</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> der Anordnung einer Begutachtung durch den Sozialversicherer kein Verfügungscharakter zukommt (BGE 132 V 93 Erw. 5), wobei Einwendungen gegen Sachverständige in Form einer selbständig anfechtbaren Zwischenverfügung zu behandeln sind, sofern gesetzliche Ausstands- und Ablehnungsgründe (Einwände formeller Natur) geltend gemacht werden, hingegen Rügen, welche über die gesetzlichen Ausstands- und Ablehnungsgründe hinausgehen (Einwände materieller Natur), im Rahmen der Beweiswürdigung zu behandeln sind (BGE 132 V 93 Erw. 5 f.),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Ablehnungsgründe gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung - unter Vorbehalt ganz ausserordentlicher Fälle - nur gegenüber einer natürlichen Person, nicht aber gegenüber einer Institution oder Behörde geltend gemacht werden können (vgl. auch die Formulierung in Art. 36 ATSG), ein Ablehnungsbegehren gegen sämtliche Mitglieder einer Behörde oder auch einer medizinischen Abklärungsstelle dementsprechend unter der Voraussetzung zulässig ist, dass gegen jedes einzelne Mitglied spezifische Ablehnungsgründe geltend gemacht werden, die über die Kritik hinausgehen, die Behörde oder die Abklärungsstelle als solche sei befangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2007, I 874/06, Erw. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 20. September 2006, I 579/05, Erw. 3.4 mit Hinweisen),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerdeführerin weder in ihrer Beschwerde vom 4. Mai 2011 (Urk. 1) noch in ihrem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 30. März 2011 (Urk. 2/3) Einwendungen gegen die an der Begutachtung im Y.___ teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte vorbringt, was nicht weiter erstaunt, zumal ihr die einzelnen Gutachter gemäss der eingereichten Akten und entsprechend der üblichen Vorgehensweise bei solchen Begutachtungen noch nicht bekannt gegeben worden sind (vgl. dazu BGE 132 V 376 Erw. 9),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> somit keine gesetzlichen Ausstands- und Ablehnungsgründe im Sinne von Art. 36 ATSG geltend gemacht werden,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerdegegnerin weder gehalten noch befugt ist, über die von der Beschwerdeführerin gerügte Befangenheit des Y.___ als Ganzes eine beschwerdefähige Verfügung zu erlassen, weshalb ihr diesbezüglich keine Rechtsverweigerung vorgeworfen werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> der Beschwerdeführerin, somit sie in der Beauftragung des Y.___ mit einer Begutachtung eine Rechtsverzögerung erblickt (Urk. 1 S. 6), zu entgegnen ist, dass eine verfassungswidrige Rechtsverzögerung durch eine positive Anordnung voraussetzt, dass die fragliche Anordnung rechtsmissbräuchlich getroffen wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2007, I 91/07),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Durchführung einer umfassenden medizinischen Abklärung zu den üblichen Schritten im Rahmen einer Rentenrevision gehört, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die zur Zeit geführte öffentliche Diskussion über die Unabhängigkeit des Y.___ und der medizinischen Abklärungsstellen im Allgemeinen nicht geeignet ist, Zweifel an der grundsätzlichen fachlichen Eignung des Y.___ zur Erstellung beweiskräftiger medizinischer Gutachten zu wecken, weshalb die vorliegend strittige Abklärungsanordnung nicht rechtsmissbräuchlich ist und auch insofern keine Rechtsverzögerung zu begründen vermag,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> die Beschwerde aus diesen Gründen als offensichtlich aussichtslos abzuweisen ist, soweit auf sie einzutreten ist,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> sich mit der sofortigen Erledigung des Verfahrens ein Entscheid über die ebenfalls ersuchten superprovisorischen Massnahmen erübrigt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit der Beschwerde von der beantragten Durchführung einer öffentlichen Verhandlung abgesehen werden darf (Bundesgerichtsurteil 9C_677/2010 vom 11. Oktober 2010 mit Hinweis auf BGE 122 V 47 Erw. 3b dd),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> das Verfahren kostenlos ist, da es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Versicherungsleistungen geht (Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung e contrario),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsanwalt Christian Haag</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>