Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Juni 2012 (720 12 89) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Margit Cam- pell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Peter Studer, Advo- kat, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 28, 4143 Dornach 1 gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1. Die 1974 geborene A.____ arbeitete in der Zeit vom 12. August 1991 bis 17. August 1999 bei der B.____. Am 10. Dezember 1999 meldete sie sich unter Hinweis auf starke Rückenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenver sicherung (IV) zum Leis- tungsbezug an, wobei sie eine Rente beantragte. Die I V-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) prüfte den erwerblichen und den gesundheitlichen Sach verhalt. Mit Verfügung vom 28. März 2001 lehnte sie das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Nachdem diese weitere medizini- sche Unterlagen eingereicht hatte, zog die IV-Stelle i hre Verfügung in Wiedererwägung und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprach der Versicherten am 19. Juni 2003 mit Wirkung ab 1 . Januar 2000 bei einem Invalidi- tätsgrad von 41% eine Viertelsrente zu. Die hiergege n erhobene Einsprache wurde gutgeheis- sen und die IV-Stelle sprach der Versicherten mit Verfü gung vom 1. Juni 2004 bei einem Invali- ditätsgrad von 62% ab 1. Januar 2000 eine halbe Rent e und aufgrund der 4. IV-Revision ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente zu. Dieser Anspr uch wurde auch nach Durchführung von zwei amtlichen Revisionen in den Jahren 2006 und 2009 bestätigt. A.2. Am 4. Januar 2011 leitete die IV-Stelle erneut eine Revision des Rentenanspruchs ein, wobei die Versicherte sinngemäss eine Verschlechterung des G esundheitszustandes geltend machte. Die IV-Stelle bestätigte jedoch, nach Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts, mit Mitteilung vom 31. Januar 2012 den Anspruch auf ei ne Dreiviertelsrente. Nachdem die Ver- sicherte mit diesem Entscheid nicht einverstanden war, erliess die IV-Stelle am 7. Februar 2012 eine Verfügung gleichen Inhalts. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Peter Studer, am 9. März 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhe ben und es sei die Sache für weitere Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an di e IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlic hen vorgebracht, dass sich der Gesund- heitszustand verschlechtert habe. So werde im Radiologi ebericht des C.____ Spitals vom 25. Januar 2012 das Vorliegen einer Arthritis erwähnt. Die se Diagnose sei aber im bidisziplinären Gutachten vom 1. Dezember 2011 von Dr. D.____, FMH Inn ere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, noch angezweifelt worden. Da die IV den Bericht des C.____ den Dres. D.___ und E.____ n icht zur Stellungnahme vorgelegt ha- be, habe sie ihre Abklärungspflicht verletzt. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. April 2012 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ö rtlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszu stand der Beschwerdeführerin ver- schlechtert hat. 2. Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalid enversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfä higkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S ozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 3.1 Art. 17 Abs. 1 ATSG besagt, dass laufende Renten fü r die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben sind, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheb- lichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsäch- lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidität sgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrun d namentlich die erhebliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens erheblich verändert haben (BGE 109 V 116 E. 3b; zum Ganzen: U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 17 N 1 ff.). Die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu- stands auf die Arbeitsfähigkeit stellt für sich allein g enommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vo m 30. April 2008, 9C_114/2008, E. 2.1). 3.2 Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung einge treten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt de r letzten Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zum Zeitpunkt der Neubeurteilung. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bei der Rentenre vision bildet somit die letzte der versi- cherten Person eröffnete rechtskräftige Verfügung, welch e auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh- rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 ff.). 3.3 Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten m it Verfügung vom 1. Juni 2004 ge- stützt auf einen Invaliditätsgrad von 62% eine halbe R ente respektive mit Wirkung ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente (4. IV-Revision) zu. Während des Revisionsverfahrens, welches im Januar 2011 eingeleitet wurde, bestätigte die IV-Stel le mit Verfügung vom 7. Februar 2012 die- sen Anspruch. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise E rhöhung der bis anhin ausgerichteten Dreiviertelsrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Renten- verfügung am 1. Juni 2004 bestanden hat, mit demjenig en im Zeitpunkt der vorliegend ange- fochtenen Verfügung vom 7. Februar 2012. 4.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Die ärztlichen Stellungnahmen b ilden in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbark eit, also der Frage, welche anderen Er- werbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbei t von der versicherten Person auf dem Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Pro- zentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Die rechtsanwendende Behörde ist bei der Feststellu ng des Gesundheitszustandes einer versicherten Person auf Unterlagen angewiesen ist, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Dasselbe gilt – im Rahme n eines Revisionsverfahrens – für die Beurteilung der Frage, ob seit der Rentenzusprechung e ine erhebliche Veränderung der versi- cherten Gesundheitsschädigung und der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist (BGE 125 V 261 E. 4). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Schliesslich ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht noch darauf zu verweisen, dass der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrsch t ist. Danach hat das Ge- richt von Amtes wegen für die richtige und vollständige A bklärung des rechtserheblichen Sach- verhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht u nbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a). Wegen der Massgeblichkeit des Untersuchungsgrundsatzes entfällt im Sozialversicherungsrecht eine Be- weisführungslast. Immerhin tragen die Parteien im So zialversicherungsverfahren eine dahinge- hende Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der E ntscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverha lt Rechte ableiten wollte (BGE 121 V 208 E. 6a, 115 V 133 E. 8a sowie Kieser, a.a.O., Art. 43 N 39). 5.1 Die Vorinstanz stützte sich in der Verfügung vom 1. Ju ni 2004 in erster Linie auf das Gutachten des F.___ vom 20. August 2002. Die untersuch ende Ärzteschaft diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsf ähigkeit eine Dysthymie, eine somato- forme Schmerzstörung, eine Persönlichkeit mit akzentuiert en Zügen, eine chronische Lumboi- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schialgie, eine ausgeprägte muskuläre Dekonditionierung sowie eine Fehlhaltung der Lenden- wirbelsäule (LWS; Hohlrundrücken). Aufgrund dieser Diag nosen wurde die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf 50% geschätzt. 5.2 Im Zusammenhang mit dem im Jahr 2011 eingeleitet en Revisionsverfahren holte die Vorinstanz ein bidisziplinäres Gutachten bei den Dres. D.____ und E.____ ein. Diese diagnosti- zierten am 1. Dezember 2011 (1) ein chronisches lumbal b etontes sowie cervicales Schmerz- syndrom mit spondylogener Komponente bei Osteochondrose L 5/S1 mit anamnestisch kleiner medianer subligamentärer Diskushernie ohne Hinweis auf Neurokompression, aktuell keine Hinweise auf ein lumboradikuläres Reizsyndrom und/oder se nsomotorische Ausfälle, eine Wir- belsäulenfehlform und -fehlhaltung mit Hohlrundrücken sowie links/rechts konvexer Skoliose, muskuläre Dysbalance des Schulter-/Nacken- und Beckengürte ls, Chronifizierungsproblematik mit Schmerzfehlverarbeitung, (2) anamnestisch eine Spon dylarthritis mit möglichem Befall der Iliosakralgelenke (ISG) bei ISG-Dysfunktion sowie anamn estisch Polyarthralgien bei Methotre- xatbasistherapie ab Januar 2011 und aktuell keine Hinwe ise auf eine erhöhte systemische Ent- zündungsaktivität weder humoral noch im Sinne von Arthro synovitien und (3) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. In der Konsensbesprechung kam en die Dres. D.____ und E.____ zum Schluss, dass sich aus rheumatologischer Sicht e in chronisches lumbalbetontes und cervicales Schmerzsyndrom mit lumbospondylogener Kompone nte und Einschränkungen der Wirbelsäulenfunktion im LWS-Bereich begleitet von einer Hypomobilität der ISG beidseits bestehe. Es würden sich aber lediglich beginnende degen erative Veränderungen bei im Vor- dergrund stehender Wirbelsäulenfehlform und -fehlhalt ung finden. Die in den Akten postulierte neu aufgetretene Spondylarthritis lasse sich weder klini sch noch laborchemisch noch radiolo- gisch bestätigen. Die peripheren Gelenkschmerzen - beto nt in den Fingergelenken - sprächen eher für eine Fingerpolyarthritis, während die bereit s früher erwähnten Weichteilbeschwerden im Rahmen einer generalisierten Tendomyopathie vom Typ Fibromyalgie zu sehen seien. Die aus internistischer Sicht zu diagnostizierenden Thalasäm ie minor, die Refluxkrankheit und die sich stabil haltende kongenitale Herzkrankheit mit bekannt er Pulmonalstenose würden keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit begründen. Insgesamt könne aus somatischer Sicht eine verminderte körperliche Belastbarkeit angenommen werden, doch nicht im subjektiv angegebe- nen Ausmass. Aus psychiatrischer Sicht fände sich im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2002 eine affektiv völlig unauffällige Explorandin ohn e Hinweise auf eine Dysthymie oder eine depressive Störung. Die in der Vergangenheit beschrieben en auffälligen Persönlichkeitszüge würden heute nicht mehr bestehen. Es könne einzig die b ekannte somatoforme Schmerzstö- rung bestätigt werden. Aus diesem Grund müsse daher au s psychiatrischer Sicht von einer Verbesserung ausgegangen werden, was sich auch darin zeige , dass sich die Beschwerdefüh- rerin aus psychischer Sicht unbeeinträchtigt fühle. Sie habe auch die im Jahr 2002 empfohlene psychiatrische Behandlung nicht durchgeführt, weil sie di ese nicht für nötig gehalten habe. Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielten die Dres. D .____ und E.____ in ihrer Konsensbespre- chung fest, dass mittelschwere wie auch schwere wirbelsäulen belastende Tätigkeiten weiterhin nicht möglich seien. Aus rein rheumatologischer Sicht könne eine wechselbelastende Tätigkeit zu mindestens 50% durchgeführt werden, während eine ge ringfügige Einschränkung von 20% bei der Haushaltstätigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich aufgrund der dauernden Schmerzen und des chronischen Verlaufs eine Verlangsamung und Beeinträchtigung von ma- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ximal 20% für eine ausserhäusliche Tätigkeit begründen; im Haushaltsbereich liege keine Ein- schränkung vor. Zusammenfassend müsse daher die aus somatischer Sicht festgestellte Ein- schränkung von 50% auch weiter angenommen werden, in we lcher die psychische Einschrän- kung bereits enthalten sei. 5.3 Auf Veranlassung der Hausärztin wurde die Beschwerde führerin am 15. Dezember 2011 im C.____ untersucht, wobei ein MRI der LWS und der ISG durchgeführt wurde. In der Beurteilung des Berichts vom 25. Januar 2012 wurde ausg eführt, dass im Bereich der L5/S1 eine Osteochondrosis Modic - differentialdiagnostisch im Rahmen einer Arthritis - erkennbar sei. Es bestünden aber weder raumfordernde Bandscheibenpro trusionen noch ein Nukleus pulpo- sus-Prolaps (NPP) noch Wurzelaffektionen. Ebenso wenig gäbe es Anhaltspunkte für eine Sac- roileitis. 5.4 Die IV-Stelle unterbreitete den Bericht des C.___ vom 25. Januar 2012 ihrem Regiona- len ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme. Dr. G.__ __, FMH Allgemeine Medizin, hielt am 5. März 2012 zusammenfassend fest, dass keine neuen Argum ente vorliegen würden, die am Aussagewert des rheumatologischen Gutachtens von Dr. D.____ etwas ändern würden. 6.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde führerin vollumfänglich auf die Ergebnisse des bidisziplinären Gutachtens vom 1. Dezember 2011 der Dres. D.____ und E.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwe rdeführerin die Ausübung einer an- gepassten wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar sei. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt, ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beo- bachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen. Solche Indizien liegen hier nicht vor . Die Untersuchungen von Dres. D.____ und E.____ erfolgten umfassend und bidisziplinär (rheu matologisch, psychiatrisch). Die Ge- samtbeurteilung wurde von beiden Fachärzten gemeinsam i n einem interdisziplinären Konsen- sus erarbeitet. Die Gutachter haben die Beschwerdeführe rin persönlich untersucht, gehen in ihren ausführlichen Berichten einlässlich auf die geklag ten Beschwerden ein, setzen sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen a useinander und vermitteln so ein um- fassendes Bild über deren Gesundheitszustand. Zudem nehm en sie eine schlüssige Einschät- zung der Arbeitsfähigkeit vor. Als Ergebnis lässt sich des halb festhalten, dass das Gutachten vom 1. Dezember 2011 in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medi- zinischen Situation einleuchtet und begründete Schlussfolgerungen enthält. 6.2 An diesem Ergebnis ändern die Ausführungen der Be schwerdeführerin nichts. Sie macht unter Hinweis auf das Vorliegen einer Spondylar thritis, welche in der Beurteilung des Berichts des C.____ vom 25. Januar 2012 erwähnt wurde, geltend, die IV-Stelle habe den me- dizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt, weil sie di esen Bericht nicht Dr. D.____ zur Stellungnahme unterbreitete. Dieser Auffassung kann unt er Hinweis auf die korrekten und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht überzeugenden Ausführungen der IV-Stelle in der Vernehmlassung, auf welche an dieser Stelle verwiesen wird, nicht gefolgt werden. So führte bereits Dr. D.____ in seinem rheumatologischen Gutachten als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit das anamnestische Vorliegen einer Spondylarthritis auf. Er hielt jedoch fest, dass mangels M RI des Achsenskeletts, insbesondere der ISG, die Diagnose weder nachgewiesen noch ausgeschl ossen werden könne. In der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit äusserte er jedoch unmissver ständlich, dass selbst beim Nachweis einer Spondylarthritis mit postuliertem peripheren Gel enkbefall keine zusätzliche Abnahme der körperlichen Belastbarkeit bestehe. Damit hat Dr. D.____ im Rahmen der bidisziplinären Abklä- rung zu einer allfälligen Spondylarthritis Stellung g enommen und deutlich gemacht, dass selbst der Nachweis einer solchen die Arbeitsfähigkeit der B eschwerdeführerin nicht weiter ein- schränkt. Damit war aber die IV-Stelle, wie bereits im Bericht des RAD vom 5. März 2012 und in der Vernehmlassung vom 24. April 2012 unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG festgehalten, für die Annahme einer rechtsgenügl ichen Sachverhaltsabklärung nicht ver- pflichtet, den Bericht des C.____ vom 25. Januar 2012 Dr. D.____ zu unterbreiten. 6.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass das bidisziplinäre G utachten der Dres. D.____ und E.____ vom 1. Dezember 2011 eine zuverlässige Beurt eilung des medizinischen Sachver- halts im Zeitpunkt des Verfügungserlasses erlaubt. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der gestellten Diagnosen die Ausübung eine adaptierte Tätig- keit zu 50% zumutbar ist. Es besteht daher in antizipierte r Beweiswürdigung kein Grund, weite- re (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6.4 Beim Vergleich des Gesundheitszustandes der Beschwerde führerin im Jahr 2012 mit demjenigen im Jahr 2004 ist aus somatischer Sicht eine geringfügige Verschlechterung festzu- stellen, indem neben dem chronischen lumbalbetonten so wie cervicalen Schmerzsyndrom nunmehr auch eine Spondylarthritis genannt wurde. In psychiatrischer Hinsicht wurde hingegen nur noch eine somatoforme Schmerzstörung als Diagnose mi t Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Die noch im Gutachten der F.____ gestellt en Diagnosen einer Dysthymie und einer Persönlichkeit mit akzentuierten Zügen konnten nicht mehr erhoben werden, womit hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes von einer Verbesserung der gesundheitliche Situation ausgegangen werden kann. Aufgrund dieser Umstände (le ichte Verschlechterung im somati- schen Bereich, leichte Verbesserung aus psychiatrischer Sicht) ergibt sich gesamthaft keine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen. Die Revisionsvoraussetzungen nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind damit nicht erfüllt und die Vorinstanz bestätigte damit zurecht den unveränderten Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Die gegen die Verfügung vom 7. Feb- ruar 2012 erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 7. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Diese werden mit dem bereits ge- leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht