<h2>SubmittedText<h2><p>Seit über 60 Jahren gibt es die komfortable 1. Klasse und die bequeme 2. Klasse bei den Bahnen; die 3. Klasse verschwand.</p><p>Billiger reisen in der Holzklasse: Eine Studie des Bundes empfiehlt nun, in Zügen eine 3. Klasse mit enger Bestuhlung einzuführen.</p><p>1. Wie stellt sich der Bundesrat zu dieser Empfehlung?</p><p>2. Welche Vorgaben sieht er gegenüber den Bahnen, insbesondere den SBB, betreffend Personenkapazitäten in den Zügen?</p><p>3. Inwiefern entspricht eine 3. Klasse bei den Bahnen Kundenbedürfnissen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die erwähnte Grundlagenstudie im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr vom Mai 2018 trägt den Titel "Individualisierung des ÖV-Angebots". Sie soll die Auswirkungen der Individualisierung und weiterer gesellschaftlicher Trends auf das Angebot des öffentlichen Verkehrs aufzeigen. In dieser Studie werden mehrere Beispiele von zu prüfenden preislichen Differenzierungsmöglichkeiten genannt, so auch die Einführung einer platzsparenden "3. Klasse". </p><p>1. Der Bundesrat sieht keinen Bedarf und keine Notwendigkeit für die Einführung einer "3. Klasse". </p><p>2. Der Bundesrat anerkennt die Kapazitätsprobleme in Spitzenzeiten und erwartet von den Transportunternehmen ausreichende Kapazitäten. Für kurze Fahrten sind im öffentlichen Verkehr auch Stehplätze unvermeidlich. Im Fernverkehr sind gemäss Konzession für den planmässigen Betrieb Sitzplätze für alle Fahrgäste anzubieten. </p><p>3. Günstiges, rasches und zuverlässiges Reisen ist insbesondere im Pendlerverkehr ein Kundenbedürfnis. Diesem Bedürfnis wird mit preislich attraktiven Abonnementen und Fahrzeugen mit hoher Sitzplatz- und Stehplatzkapazität entsprochen. Gemäss Aussagen von Branchenvertretern entspricht eine "3. Klasse" keinem grossen Kundenbedürfnis.</p>