B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-326/2013 U r t e i l v o m 1 5 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter François Badoud, Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, vertreten durch ihren Ehemann B._______, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 21. Dezember 2012 / N (…). E-326/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Ehemann und Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (B._______, geboren […]), eritreischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz in C._______, verliess seine n Heimatstaat am (…). Ü ber (…) gelangte er am (…) in die Schweiz, wo er am (…) um Asyl nachsuchte. Mit Verfügung vom 26. Mai 2010 stellte das BFM fest, er erfülle die Flüchtlingseige n- schaft, und gewährte ihm Asyl. B. B.a Mit schriftlicher Eingabe vom 10. September 2012 an das Bundesamt be- antragte B._______ namens der Beschwerdeführerin, es sei ihr gestützt auf Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts und zur Gewährung von Asyl zu bewilligen und es seien die für die Reise n ö- tigen Reisepapiere auszustellen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er einen englischsprachigen Brief von A._______ mit deren Unterschrift, Kopien einer Heiratsurkunde, der Identitätskarte und eines Passes seiner Ehefrau und Fotos von der Hochzeit zu den Akten. Zur Begründung führte er unter Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und auf verschiedene Berichte zur Lage in Eritrea und im Sudan in pe r- sönlicher Hinsicht an, seine Ehefrau habe in ihrem eingereichten Brief i h- re Fluchtgr ünde und ihre Aufenthaltssituation im Sudan geschildert . Für ergänzende Fragen stünden sie jederzeit zur Verfügung. Er selber lebe seit (…) Jahren in der Schweiz und verfüge über eine Au f- enthaltsbewilligung B. Er kenne A._______ seit seiner Kindheit und sei seit dem (...) mit ihr verheiratet. Sie stünden sich sehr nahe und sie pfleg- ten ihre Ehe so gut es aus der Distanz gehe, indem sie regelmässig mi t- einander telefonieren würden. Er sei eine sehr starke Bezugsperson für die Beschwerdeführerin, womit sich die erforderliche Beziehungsnähe zur Schweiz ergebe. Seine Ehefrau habe keine Kontakte zu anderen Pers o- nen in Drittstaaten, die ihr allenfalls Schutz gewähren könnten. Sie befi n- de sich in einer Notlage, weil sie aufgrund drohender Verhaftung und Fo l- ter nicht nach Eritrea zurückkehren könne. Der weitere Verbleib im Sudan sei wegen des Risikos ihrer Deportation nach Eritrea und weil sie als Frau der Gruppe besonders verletzliche r Personen angehöre, nicht mehr z u- mutbar. Vor diesem Hintergrund sei ihr die Einreise in Schweiz zur Abklä- rung des Sachverhaltes zu bewilligen. E-326/2013 Seite 3 B.b Am 29. Oktober 2012 informierte B._______ das BFM unter Verweis auf einen eingereichten ärztlichen Bericht vom 23. Oktober 2012 darüber, dass seine Ehefrau in der (…) Woche schwanger und der vorau ssichtli- che Geburtstermin auf den (…) errechnet worden sei . Gleichzeitig e r- suchte er um prioritäre Behandlung de s Verfahrens und um die Zustel- lung eines Fragebogens zwecks zusätzlicher Abklärungen. C. C.a Mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2012 wandte sich das Bundesamt an B._______ und teilte ihm mit, eine Befragung seiner Ehe- frau durch die Schweizerische Botschaft in Khartum könne aus siche r- heitstechnischen, strukturellen und kapazitätsmässigen Gründen nicht durchgeführt werden. Da das eingerei chte schriftliche Asylgesuch noch einige für den Entscheid relevante Punkte offen lasse, die im Rahmen der Sachverhaltsabklärung schriftlich zu beantworten seien, werde die B e- schwerdeführerin ersucht, die Fragen des BFM spätestens bis zum 3. Ja- nuar 2013 zu beantworten und zur Verfügung stehende Beweismittel ein- zureichen. Es sei notwendig, dass seine Ehefrau das Antwortschreiben selbst verfasse oder zumindest unterschreibe, damit sie persönlich in E r- scheinung trete. Gleichzeitig räumte es A._______ die Geleg enheit ein, sich zu einer allfälligen Ablehnung ihres Asylgesuchs und zu einer Ve r- weigerung der Einreise in die Schweiz zu äussern. C.b Mit am 4. Dezember 2012 beim Bundesamt eingelangtem Schreiben ersuchte B._______ angesichts der Schwangerschaft seiner Ehefrau und des voraussichtlichen Geburtstermins erneut um eine beförderliche B e- handlung des Verfahrens. C.c Am 6. Dezember 2012 übermittelte B._______ die ihm telefonisch übermittelten und von ihm übersetzten Antworten seiner Ehefrau zu den von der Vorinstanz aufg eworfenen Fragen. Zwecks Beschleunigung des Verfahrens ersuchte er darum, deren Antworten ohne Originalunterschrift zu akzeptieren. Eine Höchstpersönlichkeitserklärung liege mit dem von ihr unterzeichneten, im Original eingereichten Brief vom 28. August 20 12, der dem Asylgesuch beigelegt worden sei, vor. D. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2012 bewilligte das BFM die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz nicht , und lehnte ihr Asylgesuch vom 10. September 2012 ab. E-326/2013 Seite 4 Zur Begründung führte es an, die Abklärung des rechtserheblichen Sach- verhalts erfordere die Anwesenheit der Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht. Aufgrund des vollständig erstellten Sachverhalts könne davon ausgegangen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorli e- ge, die ihre Einreise in die Schweiz notwendig erscheinen lasse. Die Aus- führungen im Auslandgesuch vom 10. September 2012 und in der Ste l- lungnahme vom 6. Dezember 2012 liessen darauf schliessen, dass sie zwar in Eritrea keinen asylrelevanten Massnahmen ausgesetzt gewesen sei, aber wegen ihrer illegalen Ausreise bei einer allfälligen Rückkehr dorthin asylbeachtliche Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden haben könnte. Was den Asylausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG anbelange, sei in Bezug auf den Sudan festzustell en, dass sich laut Bericht des "2011 UNHCR country operations profile – Sudan" rund 162 000 eritreische Flüchtlinge und asylsuchende Personen in diesem Staat befänden, w o- von rund 108 000 Personen beim UNHCR registriert seien. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Men- schen nicht einfach sei. Dennoch bestünden keine konkreten Anhalt s- punkte für die Annahme, ein weiterer Verbleib im Sudan sei für sie nicht zumutbar oder nicht möglich. Die vom UNHCR im Sudan registrierten eritreischen Flüchtlinge, die e i- nem Flüchtlingslager zugeteilt worden seien, hätten sich dort aufzuhalten, wo sie auch die nötige Versorgung erhielten. Sie verfügten nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land . Es sei der Beschwerdeführ e- rin zuzumuten, sich beim UNHCR zu melden, sollte sich ihre Situation tatsächlich als kritisch erweisen. Das Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, dass für somalische Flüchtlinge der Aufenthalt in äthiop i- schen Flüchtlingslagern in Einzelfällen zumutbar sei , welche Schlussfo l- gerung auch für Flüchtlinge im Sudan gelten müsse, weil diese den gle i- chen Aufenthaltspflichten unterstünden wie die Flüchtlinge in Äthiopien. Das Bundesamt erachte die Befürchtung einer allfälligen Verschleppung von A._______ nach Eritrea als unbegründet, zumal es namentlich mit der Schweizer ischen Botschaft im Sudan über sehr gute Informationen zur Lage vor Ort verfüge. Gemäss gesicherten Erkenntnissen des Amtes sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung von eritreischen Staatsangehörigen, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt seien, gering. E-326/2013 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht komme in vergleichbaren Fällen zum Schluss, "dass die sudanesischen Behörden zwar tatsächlich teilweise eritreische Asylsuchende sowie Flüchtling e deportieren, diese Rückfü h- rungen indessen nicht flächendeckend erfolgen". Das Gericht habe ve r- schiedentlich Beschwerden gegen ablehnende Entscheide des Amtes als offensichtlich unbegründet abgewiesen. Den Akten sei nicht zu entnehmen, dass A._______ über ein geeignetes Risikoprofil verfüge, um nach Eritrea verschleppt zu werden. Ihr Ehemann habe nicht glaubhaft dartun können, dass seine Frau persönlich, faktisch und unmittelbar bedroht sei, unter Verletzung des Non refoulement- Prinzips nach Eritrea zurückg eschafft zu werden. Sie habe jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung im Sudan zu melden und so den Flüchtlingsstatus zu erwerben. Im Übrigen habe das UNHCR den Sudan, der das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht- linge ( FK, SR 0.142.30) unterzeichnet habe, an seine internationalen Verpflichtungen erinnert. Obwohl A._______ mit ihrem Ehemann über einen Anknüpfungspunkt zur Schweiz verfüge, ergebe eine Abwägung der Gesamtumstände nicht, dass ihr gerade die Schweiz den erfor derlichen Schutz gewähren müsse. Eine besondere Beziehungsnähe sei nicht auszumachen, weil ihr Eh e- mann nach der am (...) im Sudan erfolgten Eheschliessung in die Schweiz zurückgekehrt sei. Vor diesem Hintergrund könne keineswegs von einer gelebten Ehe, ges chweige denn von einer eheähnlichen G e- meinschaft im Heimatland, gesprochen werden. A._______ benötige deshalb den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz nicht; es sei ihr zuzumuten, im Sudan zu bleiben. E. Mit Beschwerde vom 21. Januar 2013 an das Bundesverwaltungsgericht liess die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter und Ehemann in materieller Hinsicht beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei au f- zuheben und es sei ihr die Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens zu b ewilligen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bea n- tragte sie den Erlass des Kostenvorschusses und der Verfahrenskosten sowie für den Fall des Obsiegens die Ausrichtung einer angemessenen Parteientschädigung. Zur Begründung der Rechtsbegehren w urde geltend gemacht, es handle sich bei der Beschwerdeführerin um eine allein lebende Frau, die über E-326/2013 Seite 6 keine Familienangehörige oder Verwandte im Sudan verfüge, auf sich a l- lein gestellt sei und finanziell nur dank der Unterstützung ihres Ehema n- nes überleben könne. Sie ha be als asylsuchende Person kein freies Au f- enthaltsrecht und sei – auch bei einer Rückkehr in ein Flüchtlingslager – der (reellen) Gefahr insbesondere sexueller Übergriffe oder von Nachstel- lungen zufolge ihrer Religionszugehörigkeit ausgesetzt. Zudem verbin de sie zum Sudan keine besondere kulturelle oder sprachliche Nähe. Sp ä- testens seit den ausführlichen Berichten der SFH vom 3. Mai und 16. Juni 2011 zur Situation von eritreischen Flüchtlingen im Sudan sei bekannt, dass der Aufenthalt von besonders verletzl ichen Personengruppen ange- hörenden Flüchtlingen äusserst prekär sei. Bei der Beschwerdeführerin handle es sich um eine verletzliche Person, die sich in einer existenzie l- len Notlage befinde. Angesichts ihrer prekären Umstände spiele die Abwägung zwischen de r Zumutbarkeit einer Zufluchtnahme im Sudan und der Beziehungsnähe zur Schweiz eine zentrale Rolle. Diese Abwägung sei von der Vorinstanz in keiner Weise vorgenommen worden, womit sie das ihr zustehende E r- messen unterschritten und gleichzeitig die Begründu ngspflicht verletzt habe. Das Bundesverwaltungsgericht erachte für Frauen, die sich – mit oder ohne Kinder – in einem Drittstaat (meist in einem Flüchtlingslager) ohne erwachsene nahe Familienangehörige oder andere volljährige Verwandte aufhielten, und die deswegen nicht nur in ökonomischer Hinsicht, sondern auch unter dem Aspekt der persönlichen Sicherheit unter prekären B e- dingungen lebten, den weiteren Verbleib im Aufenthaltsstaat in der Regel als unzumutbar. Es weise das Bundesamt an, die Einreisebewilli gung zu erteilen, wenn diese – in der Regel in Gestalt des Ehemannes, welcher als Flüchtling anerkannt sei – über eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz verfügten und zu keinem anderen Staat als zur Schweiz stärkere Bezugspunkte bestünden. Die Beschwerdeführerin habe sich am (...) mit B._______ verheiratet, der in der Schweiz als anerkannter Flüchtling lebe. Angesichts seines meh r- jährigen Aufenthaltes verfüge sie offensichtlich über einen engen Bezug zur Schweiz, zudem seien die Eingliederungsmöglichkeiten nicht geringer als im Sudan. Den Ausführungen der Vorinstanz sei entgegenzuhalten, dass die Bindung einer asylsuchenden Person im Ausland zur Schweiz wohl in keiner Weise enger sein könne als durch ihren Ehegatten, der sich hier aufhalte. Die Beschwerde führerin und ihr Ehemann erwarteten E-326/2013 Seite 7 zudem ihr gemeinsames Kind, das im (…) zur Welt komme; sie hätten mit ihrer Eheschliessung im (…) ihren Willen bekundet, eine Lebensgemei n- schaft einzugehen und auch zu führen. Die Ehesch liessung sei mit dem eingereichten Trauschein belegt. Dieser Wille sei von den Schweizer B e- hörden zu respektieren, alles andere führe dazu, dass lediglich der Zei t- punkt der Eheschliessung über die Qualität respektive Ernsthaftigkeit der Ehe und damit über die Beziehungsnähe zur Schweiz entscheiden würde, was willkürlich erscheine und gegen die Rechtsgleichheit verstosse. Vor diesem Hintergrund erweise sich der weitere Verbleib der Beschwe r- deführerin im Sudan als unzumutbar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG. Die ang efochtene Verfügung sei deshalb aufzuheben und es sei ihr die Einreise in die Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens zu bewill i- gen. F. Am 22. Januar 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ei n- gang der Beschwerde. G. Mit Schreiben vom 4. Februar 2 013 unterstrich B._______ unter Verweis auf ein gleichzeitig eingereichtes weiteres ärztliches Zeugnis, welches bestätige, dass seine Ehefrau im (…) Monat schwanger sei und (…) zur Welt bringen werde, erneut die Dringlichkeit der Angelegenheit. H. H.a Mit Zwisch enverfügung vom 5. Februar 2013 forderte der Instrukt i- onsrichter B._______ auf, innert sieben Tagen ab Erhalt d er Verfügung eine Beschwerdeverbesserung (schriftliche Vollmacht seiner Ehefrau) einzureichen, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde auf die Beschwerde nicht eingetreten und die bisher aufgelaufenen Ve r- fahrenskosten würden ihm auferlegt. Des Weiteren verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und verlegte den Entscheid über den Antrag auf Erlass der Verfahrenskosten auf einen späteren Zeitpunkt. H.b Am 14. Februar 2013 liess die Beschwerdeführerin innert der am 11. Februar bis zum 28. Februar 2013 verlängerten Frist die angeforderte Vollmacht einreichen. E-326/2013 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig, (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Das vorliegende Verfahren ergeht gestützt auf die Übergangsbesti m- mung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft getreten am 29. September 2012), wonach für Asylgesuche, die im Au s- land vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung des Asylgesetzes Geltung haben. 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. E-326/2013 Seite 9 4. 4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer Schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah- rens bei der Vertretung sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. D a- von kann nur abgewic hen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen unmöglich ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylg e- suchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine Befragung im Ausland nicht möglich, ist die asyls u- chende Person aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 368). 4.2 Der Umstand, dass das vorliegende Asylgesuch nicht bei einer Schweizerischen Vertretung, sondern direkt beim BFM eingereicht wurde, ist nicht massgeblich (vgl. BVGE 2011/39 E. 3 ; Entscheidungen und Mit- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2b S. 129); das BFM hat die Eingabe vom 10. September 2012 zu Recht als Asylgesuch aus dem Ausland entgegengenommen. Es b e- gründete den Verzicht auf eine persönliche Befragung der Beschwerd e- führerin in seiner Verfügung vom 21. Dezember 2012 mit dem begrenzten Personalbestand der Schweizerischen Botschaft in Addis Abeba und fe h- lenden Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen B e- reich. Der Ehemann der Beschwerdeführerin nahm 6. Dezember 2012 zu den vom Bundesamt in dessen Schreiben vom 3. Dezember 2012 gestell- ten Fragen ergänzend Stellung. Vorliegend erhielt die Beschwerdeführ e- rin somit Gelegenheit, über ihren Ehemann als deren Vertreter ihre Asyl- gründe darzulegen und bei der Erhebung und Ergänzung des r echtser- heblichen Sachverhaltes mitzuwirken. 5. 5.1 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird (Art. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Au f-E-326/2013 Seite 10 enthalt im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und da- mit die Einreise in die Schweiz – ist ihr zu verweigern, wenn keine Hin - weise auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuz umuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemü - hen (Art. 52 Abs. 2 AsylG). 5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu - kommt. Neben der erforderlichen Gefährd ung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG na - mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die prakti - sche Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schut z- suche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs - und Assimilati - onsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE E -8127/2008 vom 12. Mai 2011 E. 3.3; EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.). 6. Die Beschwerdeführerin macht in ihrem zusammen mit dem Asylgesuch eingereichten Brief vom 28. August 2012 in Bezug auf Eritrea eine Ge- fährdung geltend, indem sie vorbringt, sie sei als militärdienstpflichtige Frau illegal ausgereist. Sie hat schon deshalb begründete Furcht, bei ei- ner Rückkehr in die Heimat ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden (vgl. zu subjektiven Nachfluchtgründen EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10, mit weiteren Hinweisen, und zur Anwen- dung in Bezug auf Eritrea das Urteil des Bun desverwaltungsgerichts D-3892/2008 vom 6. April 2010 E. 5.3). Eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG i.V.m. Art. 20 AsylG ist insofern zu bejahen. Das BFM führt in der angefochtenen Verfügung aus, die Schilderungen im Auslandgesuch vom 10. September 2012 und in der Stellungnahme vom 6. Dezember 2012 liessen zwar nicht auf erlebte Massnahmen asylrelevanten Au s- masses, aber darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer illegalen Ausreise bei einer allfälligen Rückkehr nach Eritr ea asylbe- achtliche Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden haben könnte. Bei der anschliessenden Prüfung des Asylausschlussgrundes von Art. 52 Abs. 2 AsylG wird die Zumutbarkeit ihres Verbleibs im Sudan bejaht. E-326/2013 Seite 11 7. 7.1 7.1.1 Gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Au s- land befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, sich in einem andern Staat um Aufnahme zu bemühen. Diese B e- stimmung trifft keine Unterscheidung zwischen Asylgesuchen aus dem Herkunftsland der asyl suchenden Person und solchen, die aus einem Drittstaat gestellt werden. Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffende Person habe in diese m Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort e r- langen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf d ie Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie auch hinsichtlich der Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die asyl- suchende Person im Dritt staat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder erlangen kann, und – falls dies zu bejahen ist – ob der asylsuchenden Person die Inanspruchnahme des Schutzes des Drittstaates und somit der Verbleib in diesem Staat objektiv zugemutet werden kann. Bei dieser Abwägung bildet die besondere Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz ein zentrales, wenn auch nicht das einzige Kriterium (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-8127/2008 vom 12. Mai 2011 E. 5.1; EMARK 2004 Nr. 21 E. 4 b.aa S. 139 f.). 7.1.2 Das Kriterium der besonderen Beziehungsnähe ist nicht mit den Voraussetzungen des Familienasyls in Bezug auf den Verwandtschaft s- grad nach Art. 51 AsylG gleichzusetzen. Auch verwandtschaftliche Bezie- hung zu Personen ausserhalb der Kernfamilie sind in die Abwä gung mit einzubeziehen. Ferner ist nicht ausgeschlossen, dass gegebenenfalls auch aus anderen Gründen als aufgrund einer Verwandtschaft zu in der Schweiz lebenden Personen eine enge Beziehung zur Schweiz anzuneh - men sein könnte (vgl. EMARK 2004 Nr. 21. E. 4.b.aa S. 140, EMARK 1997 Nr. 15 E. 2g S. 132). Zu berücksichtigen sind zudem die Bezi e- hungsnähe zum Drittstaat (oder zu anderen Staaten) sowie die vorau s- sichtlichen Eingliederungs - und Assimilationsmöglichkeiten in der Schweiz beziehungsweise im Drittstaa t (oder in anderen Staaten). Die Tatsache allein, dass die asylsuchende Person keine besondere Bezi e- hungsnähe zur Schweiz hat, ist deshalb für die Ablehnung des Asylges u- ches nicht ausschlaggebend (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2 f. S. 131 f.). E-326/2013 Seite 12 Hält sich die asylsuchende Person in einem Drittstaat auf, ist die Einreise in die Schweiz beispielsweise zu bewilligen, wenn der Drittstaat keine hin- reichende Gewähr für ein ordentliches Asylverfahren bietet und eine A b- schiebung in den Heimatstaat nicht ausgeschlossen er scheint, auch wenn eine Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz fehlt (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 4.3 S. 174 f.). Umgekehrt führt der Umstand, dass eine Beziehungsnähe zur Schweiz namentlich aufgrund von hier ansässigen nahen Familienangehörigen gegeben ist, nicht zur Erteilung einer Einreisebewilligung, wenn aufgrund einer Abwägung mit anderen Kriterien der Verbleib im Drittstaat objektiv als zumutbar zu erachten ist (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D -7225/2010 vom 14. Februar 2011 E. 6, insbes. E. 6.6, D-4758/2010 vom 30. August 2010 E. 4.1.4 und D-2047/2010 vom 29. April 2010 insbes. S. 9 f.). 7.2 7.2.1 Im Hinblick auf die Prüfung der Anwendbarkeit des Asylausschluss - grundes von Art. 52 Abs. 2 AsylG hält das BFM in seiner Verfügung unter Hinweis auf die Rechtsprechung fest, die Kriterien, welche die Zufluch t- nahme in einem Drittstaat als zumutbar erscheinen liessen, seien mit e i- ner allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. Es legt sodann unter Verweis auf zitierte Urteile des Bundesverwaltungsgerichts dar, weshalb trotz der schwierigen Bedingungen für eritreische Flüchtlinge im Sudan nicht von der Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Verbleibs in diesem Drittstaat ausgegangen werden könne . Der Beschwerdeführerin sei es zuzumuten, sich beim UNHCR zu melden, sollte ihre Situation ta t- sächlich kritisch sein. Hinsichtlich der Beziehungsnähe zur Schweiz wird angeführt, der Ehemann der Beschwerdeführerin sei nach der am (...) im Sudan erfolgten Ehesch liessung wieder in die Schweiz zurückgekehrt. Vor diesem Hintergrund könne keineswegs von einer gelebten Ehe, g e- schweige denn von einer eheähnlichen Gemeinschaft im Heimatland, g e- sprochen werden. 7.2.2 Die vom BFM aus den zitierten Urteilen des Bundesverwaltungsge- richts gezogenen Schlussfolgerungen erweisen sich als nicht zutreffend. Keines dieser Urteile äussert sich in allgemeiner Weise dahingehend, dass der Aufenthalt für somalische Flüchtlinge in äthiopischen Flüch t- lingslagern (Urteil des Bundesverwaltungsger ichts E -145/2010 vom 11. Februar 2010) respektive für eritreische Flüchtlinge in sudanesischen Flüchtlingslagern (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-2047/2010 vom 29. April 2010, D-7225/2010 vom 14. Februar 2011, E -1230/2011 vom 25. Mai 2011, E -1395/2011 vom 16. Juni 2011, E-3405/2011 sowie E-326/2013 Seite 13 E-3498/2011 vom 11. August 2011, D -4600/2011 vom 14. September 2011 und E-5739/2011 vom 1. November 2011 ) grundsätzlich zumutbar sei. Das Gericht legte vielmehr aufgrund einer Einzelfallprüfung unter Ab - wägung der g emäss Rechtsprechung massgeblichen Kriterien dar, we s- halb der Verbleib in Äthiopien respektive im Sudan den somalischen b e- ziehungsweise eritreischen Beschwerdeführenden zuzumuten ist. Eine Beziehungsnähe zur Schweiz, welche zu einer anderen Beurteilung der Zumutbarkeit des Verbleibs im Aufenthaltsstaat hätte führen können, wurde in diesen Fällen verneint. 8. 8.1 In der Praxis erachtet das Bundesverwaltungsgericht vielmehr für Frauen, die sich – mit oder ohne Kinder – in einem Drittstaat (meist in e i- nem Flüchtling slager) ohne erwachsene nahe Familienangehörige oder weitere volljährige Verwandte aufhalten, und die deswegen nicht nur in ökonomischer Hinsicht, sondern auch unter dem Aspekt der persönlichen Sicherheit unter prekären Bedingungen leben, den weiteren Verb leib im Aufenthaltsstaat in der Regel als unzumutbar und weist das BFM an, die Einreisebewilligung zu erteilen, wenn diese – in der Regel in Gestalt des Ehemannes, welcher als Flüchtling anerkannt ist – über eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz verfügen und zu keinem anderen Staat stärkere Bezugspunkte bestehen (vgl. Urteile des Bu ndesverwaltungsge- richts E -5089/2011 vom 17. Januar 2012 E. 5.3.10, E -4757/2009 vom 8. Juli 2011 E. 8.6, E -4469/2009 vom 1. März 2011 E. 5, D -7804/2007 vom 27. Oktober 2010 E. 7, E -2247/2009 vom 9. August 2010 E. 7, D-4548/2009 vom 18. Februar 2010 E. 6 und D-3190/2011 vom 7. Febru- ar 2012 E. 8). 8.2 Die Beschwerdeführerin wohnt gemäss ihren Angaben in der Ste l- lungnahme vom 6. Dezember 2012 zur Zeit in einem von ihr gemieteten kleinen Zimmer in (…) und wird finanziell von ihrem Ehemann unterstützt. Sie habe aus Angst vor kriminellen Entführern (…) dem sudanesischen Flüchtlingslager (…) vorgezogen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es ihr unbenommen bleibt, das UNHCR um Schutz zu ersuchen und sich als registrierter Flüchtling in ein ihr zugewiesenes Flüchtlingslager zu beg e- ben, wo sie Schutz vor einer Abschiebung nach Eritrea erhalten dürfte. Angesichts der grossen Zahl der im Sudan lebenden eritreischen Asyls u- chenden und Flüchtlinge lässt sich keine generelle Gefahr ableiten, dass diesen grundsätzlich eine Rückschiebung nach Eritrea droht. Konkrete Hinweise auf eine drohende Deportation (oder Entführung) nach E ritrea liegen im vorliegenden Fall denn auch keine vor. E-326/2013 Seite 14 8.3 Das BFM äussert e sich in der angefochtenen Verfügung nicht dazu, dass die Beschwerdeführerin als alleinstehende Frau zur Gruppe der ver- letzlichen Personen gehört. Es begnügte sich vielmehr damit, unte r Hin- weis auf die – wie vorstehend in Erwägung 7.2.2 aufgezeigt – unzutref- fend zitierte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts festzuha l- ten, der Aufenthalt in sudanesischen Flüchtlingslagern sei für eritreische Flüchtlinge und auch für die Beschwerde führerin grundsätzlich zumutbar, weshalb sie den subsidiären Schutz der Schweiz nicht benötige. Das Bundesamt nahm somit weder eine Einschätzung der individuellen Situ a- tion der Beschwerdeführerin in ihrem derzeitigen Aufenthaltsstaat Sudan vor, noch veranschlagte es in rechtsgenüglicher Weise die von ihr geltend gemachte besondere Beziehungsnähe zur Schweiz. 8.4 8.4.1 Wie dargelegt, ist bei Asylgesuchen aus einem Drittstaat in jedem Einzelfall eine Abwägung zwischen der Zumutbarkeit der Zufluchtnahme in diesem oder einem allfälligen anderen Land (z. B. der Schweiz) vorzu- nehmen, wobei die Beziehungsnähe zur Schweiz ein gewichtiges Kriter i- um bildet. Indem das BFM bei der Prüfung der Zumutbarkeit im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AsylG weder die persönliche Situation der Beschwerdefüh- rerin als verletzliche Person noch ihre besondere Beziehung zur Schweiz in ausreichendem Masse berücksichtigt , sondern im Ergebnis allein auf die Verfolgungssicherheit und die genügende materielle Versorgung von eritreischen Flüchtlingen im Sudan verwiesen hat, hat es im vorliegenden Fall das ihm zustehende Ermessen unterschritten und gleichzeitig die Begründungspflicht verletzt. Gestützt auf die mit Blick auf die Zumutba r- keitsfrage spruchreife Aktenlage ist das vorliegende Verfahren jedoch re- formatorisch zu entscheiden, zumal der Beschwerdeführerin dadurch kein Rechtsnachteil erwächst. 8.4.2 Die bald (…)-jährige, gemäss dem am 4. Februar 2013 zu den A k- ten gereichten ärztlichen Zeugnis nun im (…) Monat schwangere Be- schwerdeführerin hält sich gemäss von de r Vorinstanz nicht bestrittenen Angaben ohne nahe Familienangehörige oder weitere Verwandte allein in (…) auf und verfügt im Sudan oder in anderen Drittstaaten über keine weiteren Bezugspersonen. Ihre Lebensbedingungen dürf ten nicht zuletzt auch wegen ihrer Schwangerschaft als prekär bezeichnet werden. Mit dem Sudan verbindet sie keine besondere kulturelle oder sprachliche Nähe; eine solche existiert zwar auch zur Schweiz nicht, aber ihr Eh e- mann lebt hier seit Mai 2010 als anerk annter Flüchtling mit Asylstatus. Angesichts des mehrjährigen Aufenthalts des Ehemannes – dieser ist im E-326/2013 Seite 15 (…) in die Schweiz eingereist – verfügt sie offensichtlich über einen e n- gen Bezug zur Schweiz. Die Eingliederungsmöglichkeiten in der Schweiz sind kaum wesentlich geringer als in einem sudanesischen Flüchtlingsl a- ger. Vor diesem Hintergrund erweist sich der Verbleib der Beschwerd e- führerin im Sudan entgegen der Auffassung der Vorinstanz als unzumu t- bar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG. Der Ehemann reiste nach seiner Anerkennung als Flüchtling von der Schweiz aus in den Sudan und heira- tete dort die Beschwerdeführerin. Eigenen Angaben zufolge kennt ihn die Beschwerdeführerin seit dem Kindes - beziehungsweise Schulalter (vgl. Akten Vorinstanz B2/7 S. 5 und 7). Hinweise, dass es sich vorliegend um eine rechtsmissbräuchliche Eheschliessung handelt, die einzig dazu dient, der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz zu ermögl i- chen, sind den Akten nicht zu entnehmen. Angesichts dieser Sachlage ist festzustellen, dass die se auf den (subsidiären) Schutz der Schweiz a n- gewiesen ist. 9. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 21. Ja- nuar 2013 gutzuheissen und die Verfügung vom 21. Dezember 2012 auf- zuheben. Das BFM ist anzuweisen, der Beschwerdeführer in (und nach deren Niederkunft […]) die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, ihr die erforderlichen Einreisepapiere auszustellen und nach ihrer Einreise das Asylverfahren fortzusetzen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Erlass der Verfahrenskosten (Art. 65 Abs. 1 VwVG) wird damit gegenstandslos. 10.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglem ents vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Aufgrund der Akten ist nicht davon auszugehen, de r durch ihren Ehemann vertretenen Be- schwerdeführerin seien verhältnismässig hohe Kosten e ntstanden, wes- halb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 7 Abs. 4 VGKE). (Dispositiv nächste Seite) E-326/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die Verfügung vom 21. Dezember 2012 wird aufgehoben. 3. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin (und nach deren Niederkunft […]) die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, ihr die erfo r- derlichen Einreisepapiere auszustellen und nach ihrer Einreise das Asy l- verfahren fortzusetzen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Peter Jaggi Versand: