100.2025.176U HAT/SBE/CES Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung Urteil des Einzelrichters vom 2. Juli 2025 Verwaltungsrichter Häberli Gerichtsschreiberin Streun A.________ (alias …) vertreten durch Rechtsanwalt … Beschwerdeführerin gegen Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern Migrationsdienst, Ostermundigenstrasse 99B, 3006 Bern und Kantonales Zwangsmassnahmengericht Hodlerstrasse 7, 3011 Bern betreffend Ausschaffungshaft im Rahmen des Dublin-Verfahrens (Ent- scheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 27. Mai 2025; KZM 25 1171) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 2 Prozessgeschichte: A. Die marokkanische Staatsangehörige A.________ (Jg. 2006) ersuchte am 28. März 2025 in der Schweiz um Asyl. Ab dem 6. April 2025 war sie unbe- kannten Aufenthalts, weshalb das Staatssekretariat für Migration (SEM) ihr Asylgesuch am 28. April 2025 formlos abschrieb. Am 27. April nahm das Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), A.________ in Vorbereitungshaft, um im Rahmen des Dublin-Verfahrens ihre Wegweisung sicherzustellen. Abklärungen des SEM hatten ergeben, dass sie unter falschem Namen und Geburtsdatum am 26. November 2023 bereits in den Niederlanden ein Asylgesuch gestellt hatte. Nachdem die nie- derländischen Behörden gestützt auf die Dublin III-Verordnung der Über- nahme von A.________ zugestimmt hatten, wies das SEM diese aus der Schweiz nach den Niederlanden weg und beauftragte den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegweisung (Verfügung vom 16.5.2025). Am 23. Mai 2025 ersetzte das ABEV mit Blick auf den zwischenzeitlich ergangenen Wegwei- sungsentscheid die Vorbereitungshaft durch Ausschaffungshaft. B. Mit (ergänzter) Eingabe vom 23. bzw. 26. Mai 2025 gelangte A.________ an das kantonale Zwangsmassnahmengericht (ZMG) und beantragte u.a. ihre sofortige Entlassung aus der Haft, eventuell sei deren Widerrechtlichkeit festzustellen. Mit Entscheid vom 27. Mai 2025 beurteilte das ZMG die ange- ordnete Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft als rechtmässig und ange- messen und bestätigte sie bis zum 3. Juli 2025 (Dispositiv Ziff. 1 und 2). C. Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 5. Juni 2025 Verwaltungsge- richtsbeschwerde erhoben mit folgenden Rechtsbegehren (Posteingang am 10.6.2025):Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 3 «1. Ziffer 1 und 2 des Entscheids des Kantonalen Zwangsmassnahmen- gerichts Bern vom 27. Mai 2025 seien aufzuheben; 2. Die Beschwerdeführerin sei unverzüglich aus der Dublin-Ausschaf- fungshaft zu entlassen; 3. Eventualiter, für den Fall, dass die Ausschaffung der Beschwerdefüh- rerin zum Zeitpunkt der Beurteilung bereits vollzogen wurde, sei die Rechtswidrigkeit der Haft und die Verletzung des rechtlichen Gehörs festzustellen.» Gleichzeitig ersuchte sie um unentgeltliche Rechtspflege unter amtlicher Bei- ordnung ihres Rechtsvertreters. Bereits am 4. Juni 2025 ist A.________ in die Niederlande überstellt worden. Erwägungen: 1. 1.1Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 des Einführungsgesetzes vom 9. Dezember 2019 zum Ausländer- und Integrationsgesetz sowie zum Asylgesetz [EG AIG und AsylG; BSG 122.20]). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 i.V.m. Art. 32 VRPG sowie Art. 31 Abs. 3 Bst. a EG AIG und AsylG). 1.2Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge- nommen und ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt (Art. 79 Abs. 1 Bst. a und b VRPG). Ihre Beschwerdebefugnis setzt weiter ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Ent- scheids voraus (Art. 79 Abs. 1 Bst. c VRPG). Ein solches vermag im Allge- meinen nur eine Partei darzutun, die ein aktuelles und praktisches Interesse an der Behandlung des Rechtsmittels hat (statt vieler BVR 2019 S. 93 E. 5.1; BGE 142 II 451 E. 3.4.1). – Die Beschwerdeführerin ist am 4. Juni 2025 und damit noch vor Beschwerdeeinreichung in die Niederlande überstellt worden. Soweit sie die Aufhebung von Dispositiv Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 4 Entscheids und ihre Entlassung aus der Haft verlangt (Rechtsbegehren 1 und 2), hatte sie folglich von Anfang an kein aktuelles und praktisches Inte- resse an der Behandlung ihrer Beschwerde (vgl. BGE 142 I 135 E. 1.3.1 mit Hinweisen), weshalb in diesem Umfang nicht darauf einzutreten ist. Sie macht allerdings ausreichend begründet und in vertretbarer Weise («griefs défendables») die Verletzung von Garantien der der Europäischen Men- schenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) geltend. Unter diesen Umstän- den tritt das Verwaltungsgericht nach gefestigter Praxis trotz Wegfalls des aktuellen und praktischen Interesses – beschränkt auf die entsprechenden Rügen – auf die Beschwerde ein (vgl. statt vieler BVR 2016 S. 529 E. 1.2.1; ferner BGE 147 II 49 E. 1.2.1; BVR 2018 S. 310 E. 7.3; Michael Pflüger, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 21). In diesem Sinn ist die im Eventualstandpunkt beantragte Fest- stellung der Gehörsverletzung und Rechtswidrigkeit der Haft (Rechtsbegeh- ren 3) zu prüfen (vgl. VGE 2024/309 vom 4.11.2024 E. 1.1 [bestätigt durch BGer 2C_585/2024 vom 20.12.2024], 2021/361 vom 21.1.2022 E. 1.2). 1.3Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. e des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 1.4Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 2. In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine (mehrfache) Verlet- zung ihres rechtlichen Gehörs. 2.1Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesver- fassung [BV; SR 101]; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 21 Abs. 1 VRPG) umfasst als Mitwirkungsrecht alle Befug- nisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 144 II 427 E. 3.1, 143 V 71 E. 4.1; BVR 2018 S. 281 E. 3.1 auch zum Folgenden). Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines ihre Rechte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 5 betreffenden Entscheids zur Sache zu äussern. Voraussetzung für die Wahr- nehmung des Äusserungs- und Anhörungsrechts ist, dass die Behörden die Betroffenen über die wesentlichen Aspekte des Verfahrens orientieren (BGE 144 I 11 E. 5.3 mit Hinweisen). Gemäss Art. 31 Abs. 2 BV hat jede Person, der die Freiheit entzogen wird, unter anderem Anspruch darauf, un- verzüglich und in einer ihr verständlichen Sprache über die Gründe des Frei- heitsentzugs und über ihre Rechte unterrichtet zu werden. Die Bestimmung gilt für alle Arten des Freiheitsentzugs (vgl. Art. 5 Ziff. 2 EMRK; BGE 130 I 126 E. 2.3; BGer 2C_549/2021 vom 3.9.2021 E. 3.3.3). Für die Anordnung der ausländerrechtlichen Haft heisst dies, dass der rechtsunkun- digen ausländischen Person spezifisch darzulegen ist, weshalb sie inhaftiert wird. Die entsprechende Informationspflicht umfasst alle wesentlichen recht- lichen und tatsächlichen Gründe für die Festnahme, also jene Informationen, die es der inhaftierten Person ermöglichen, die Rechtmässigkeit der Haft ge- richtlich überprüfen zu lassen. Die rechtliche Beurteilung und die zugrunde- liegenden Tatsachen sind ihr verständlich und untechnisch mitzuteilen (BGer 2C_549/2021 vom 3.9.2021 E. 3.3.4 mit Hinweis auf Martin Businger, Ausländerrechtliche Haft, Diss. Zürich 2015, S. 223). Zur Gewährleistung des rechtlichen Gehörs genügt, wenn sich die betroffene Person zum Zeit- punkt der Haftanordnung zu dieser äussern kann. Eine vorgängige Anhörung dürfte in der Praxis meist nicht möglich sein (vgl. BGer 2C_620/2021 vom 14.9.2021 E. 3.2.1, 2C_549/2021 vom 3.9.2021 E. 3.4.6; Martin Businger, a.a.O., S. 225). 2.2Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die Haftanordnung sei ihr mangelhaft eröffnet worden. Sie sei ihr erst am 28. April 2025 und damit verspätet ausgehändigt worden. Zudem sei die auf Deutsch abge- fasste Anordnung nicht in eine ihr verständliche Sprache übersetzt worden. Den Anforderungen an die Informationspflicht genüge das ihr abgegebene inhaltlich unzutreffende, auf arabisch verfasste allgemeine Informationsblatt nicht. Sie sei damit weder über den Grund der Inhaftierung im Einzelnen noch über die Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung der angeordneten Haft informiert worden (Beschwerde Rz. 13 ff., 24 f.). – Aus den Haftakten ergeht, dass der Beschwerdeführerin mit der Verfügung des ABEV am 28. April bzw. 23. Mai 2025 (11:00 Uhr) jeweils auch ein Informationsblatt zur Haftanordnung nach Art. 80a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 6 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) ausgehändigt worden ist (unpag. Haftakten, act. 2A). Soweit ersichtlich, ergibt sich aus dem in arabischer Sprache verfassten Dokument, dass die Haft ausländerrechtlich bedingt ist, und dass die inhaftierte Person (dies auch nach der Darstellung der Be- schwerdeführerin) eine gerichtliche Haftüberprüfung verlangen kann. Jedoch ist nicht erkennbar, dass auf die Gründe für die Inhaftierung der Beschwer- deführerin im Einzelfall eingegangen würde. Aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin sonst über die Gründe für ihre In- haftierung aufgeklärt worden wäre oder dass ihr die Verfügungen des ABEV – wie die Anordnungen des SEM – auf französisch übersetzt worden wären. Damit ist jedenfalls nicht dokumentiert, dass der Beschwerdeführerin eine für sie nachvollziehbare Begründung für die Haftanordnungen abgegeben wor- den ist. Nicht erstellt ist gleichzeitig, dass ihr mehr als bloss in den Grundzü- gen bewusst sein musste, weshalb sie inhaftiert wurde (vgl. etwa VGE 2021/269 vom 25.8.2023 E. 4.2.2, 2021/361 vom 21.1.2022 E. 2.3.2). Insofern hat das ABEV das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin bzw. deren Verfahrensrechte verletzt, was die Vorinstanz hätte erkennen müssen. Was den beanstandeten Zeitpunkt der Aushändigung der Anordnung der Vorbereitungshaft betrifft, ergeht aus den Akten, dass die Beschwerdeführe- rin am Sonntag, 27. April 2025, von der Polizei in Zusammenhang mit einem mutmasslichen Einbruchdiebstahl angehalten und befragt worden ist. Aus dem Protokoll ist ersichtlich, dass die Befragung bis um 12 Uhr mittags dau- erte. Die Beschwerdeführerin wurde anschliessend im Verlauf des Nachmit- tags in das Regionalgefängnis überführt, wobei sich der genaue Zeitpunkt nicht aus den Akten ergibt (vgl. Protokoll Regionalpolizei Bern vom 27.4.2025, unpag. Haftakten, act. 2A). Bei diesen Gegebenheiten ist eine Eröffnung der Haftanordnung am nächsten Tag noch nicht als verspätet an- zusehen (vgl. auch BGer 2C_620/2021 vom 14.9.2021 E. 3.2.2 [rückwir- kende Anordnung der Haft am nächsten Tag]), denn damit konnte eine Über- prüfung der Haft noch innerhalb der massgeblichen Frist von 96 Stunden erfolgen (vgl. statt vieler BGE 142 I 135 E. 3.1; Andreas Zünd, in Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, Art.80a AIG N. 1), sodass eine wirksame Wahrung der Rechte möglich war (vgl. Hans Vest, in Ehrenzeller et. al. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 31 N. 28). Die Anordnung der Ausschaffungshaft am Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 7 23. Mai 2025 wurde der Beschwerdeführerin gemäss Informationsblatt glei- chentags um 11 Uhr ausgehändigt und bildet denn auch nicht Gegenstand einer Beanstandung. 2.3Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die Haftanordnung sei nur ungenügend begründet, da sie bezogen auf den Einzelfall lediglich sechs Zeilen umfasse und mit keinem Wort auf die Verhältnismässigkeit der Haft eingehe; insbesondere habe es das ABEV versäumt, darzulegen, wieso keine tauglichen milderen Mittel vorlägen (Beschwerde Rz. 21 ff., 26). – So- wohl aus dem Haftbefehl für die Vorbereitungshaft als auch jenem für die Ausschaffungshaft ergibt sich, dass das ABEV von einer erheblichen Unter- tauchensgefahr ausging (vgl. Art. 76a Abs. 1 Bst. a AIG) bzw. aufgrund des Verhaltens der Beschwerdeführerin schloss, diese würde sich «behördlichen Anordnungen widersetzen» (vgl. Art. 76a Abs. 2 Bst. b AIG). Diese Einschät- zung begründete es damit, dass die Beschwerdeführerin zwölf Tage nach dem sie ein Asylgesuch gestellt hatte «bereits wieder als untergetaucht» galt und sie zudem «versucht hat, die Schweizer Behörden [über ihre Identität und ihr Alter] zu täuschen». Keine Ausführungen enthalten die Haftanord- nungen jedoch zur Verhältnismässigkeit der Inhaftierung, weshalb aus ihnen nicht ersichtlich wird, ob und welche anderen Massnahmen geprüft und aus welchem Grund sie verworfen worden sind. Insoweit erweisen sich die Ver- fügungen damit als nicht ausreichend begründet (BGE 142 I 135 E. 2.2; BGer 2C_466/2018 vom 21.6.2018 E. 5.2.2; VGE 2025/29 vom 19.3.2025 E. 5.2.2). Jedoch ist in diesem Mangel keine schwere Gehörsverletzung zu sehen, waren doch sowohl die Beschwerdeführerin bzw. ihre Rechtsvertre- tung als auch das zuständige Haftgericht anlässlich der gerichtlichen Haft- prüfung in der Lage, sich in angemessener Weise mit den Überlegungen der haftanordnenden Behörde auseinanderzusetzen. Wird eine konkrete Unter- tauchensgefahr bejaht, kommen mildere Massnahmen als eine Inhaftierung jeweils ohnehin kaum in Frage (vgl. hinten E. 4.3). Dem Haftgericht war es deshalb möglich, die durch das ABEV durch mangelnde Begründung began- gene Gehörsverletzung zu heilen (vgl. angefochtener Entscheid S. 4 f.). 2.4Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, ihr sei nie die Möglichkeit gegeben worden, sich zur geplanten bzw. angeordneten Dublin-Haft zu äus- sern; ihr sei damit insbesondere verwehrt worden, die Gründe darzulegen, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 8 die gegen ihre Inhaftierung sprechen (Beschwerde Rz. 18 ff., 26). – Der Be- schwerdeführerin wurden zwar beide Haftanordnungen persönlich ausge- händigt (vgl. Empfangsbestätigung vom 28.4.2025 bzw. 23.5.2025, unpag. Haftakten, act. 2A, wobei die Beschwerdeführerin die unterschriftliche Be- stätigung des Empfangs der ersten Verfügung verweigert hat). Aus den Ak- ten ergibt sich indes nicht, dass der Beschwerdeführerin anlässlich der Eröff- nung der Vorbereitungshaft das rechtliche Gehör gewährt worden wäre. Hin- gegen hat sie sich im Vorfeld zur Eröffnung der Wegweisungsverfügung des SEM am 16. Mai 2025 gegenüber dem Migrationsdienst zur angeordneten Haft äussern können (vgl. dazu Wegweisungsverfügung S. 3, unpag. Haf- takten, act. 2A). Da sie ihren Standpunkt indes erst mehr als zwei Wochen nach ihrer Inhaftierung hat darlegen können, wurde ihr rechtliches Gehör ver- letzt. Anders verhält es sich bezüglich der Anordnung der Ausschaffungs- haft, zu der sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Eröffnung der Weg- weisungsverfügung des SEM und anschliessend im Rahmen des Verfahrens vor dem ZMG hat äussern können (Eröffnungs- und Empfangsbestätigung Wegweisungsverfügung sowie Empfangsbestätigung Haftanordnung je vom 23.5.2025, Verfügung ZMG vom 26.5.2025, unpag. Haftakten, act. 2A). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt insoweit nicht vor. 2.5Damit ergibt sich, dass das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Anordnung der Haft mehrfach verletzt worden ist. Da sie inzwischen in die Niederlande verbracht wurde, muss es bei dieser Feststellung sein Bewenden haben. 3. In materieller Hinsicht ist die Rechtmässigkeit der angeordneten Haft strittig. 3.1Die Beschwerdeführerin wurde im Rahmen des sog. Dublin-Verfah- rens inhaftiert. Das SEM hat ihr Asylgesuch abgeschrieben und sie mit Ver- fügung vom 16. Mai 2025 aus der Schweiz weggewiesen. Es liegt demnach gegen sie ein Wegweisungsentscheid vor, dessen zwangsweiser Vollzug mit Ausschaffungshaft sichergestellt werden kann.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 9 3.2Die Voraussetzungen der Haft richten sich – im Rahmen von Art. 28 Dublin III-Verordnung (Verordnung Nr. 604/2013 des Europäischen Parla- ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge- stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist [ABl. L 180/31]) – nach Art. 76a AIG. Art. 28 Dublin III-Verordnung sieht zwei Möglichkeiten der Inhaftierung zur Sicherung der Überstellung vor: Einerseits die Haft vor bzw. während der Zuständigkeitsbestimmung (also vor der positiven oder negati- ven Antwort des angefragten Staates) – diese wird vom SEM als «Dublin- Haft für die Vorbereitung und Durchführung des Überstellungsverfahrens (‹Vorbereitungshaft› im Rahmen des Dublin-Verfahrens)» bezeichnet (Wei- sungen und Erläuterungen Ausländerbereich des SEM vom Oktober 2013 [Stand: 1.6.2025; Weisungen AIG] Ziff. 9.9.2, einsehbar unter: <www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen & Service/Weisungen und Kreisschreiben/I. Ausländerbereich») – und andererseits, die Haft zur Siche- rung der Überstellung, nachdem der angefragte Staat seine Zuständigkeit ausdrücklich oder stillschweigend anerkannt hat. Die Haft in dieser zweiten Phase wird vom SEM als «Dublin-Haft zur Sicherstellung des Übernahme- verfahrens (‹Ausschaffungshaft› im Rahmen des Dublin-Verfahrens)» be- zeichnet (Weisungen AIG Ziff. 9.9.3; vgl. BGer 2C_199/2018 vom 9.7.2018 E. 3.3). 3.3Gemäss Art. 76a Abs. 1 AIG kann die zuständige Behörde die be- troffene ausländische Person zur Sicherstellung der Wegweisung in den für das Asylverfahren zuständigen Dublin-Staat in Haft nehmen, wenn im Ein- zelfall konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass die Person sich der Durchführung der Wegweisung entziehen will (Bst. a), die Haft verhältnis- mässig ist (Bst. b) und sich weniger einschneidende Massnahmen nicht wirk- sam anwenden lassen (Bst. c; Art. 28 Abs. 2 Dublin III-Verordnung). Die kon- kreten Anzeichen, die befürchten lassen, dass sich die Person der Durchfüh- rung der Wegweisung entziehen will, sind in Art. 76a Abs. 2 AIG abschlies- send aufgeführt (BGE 150 II 57 E. 3.1.4, 143 I 437 E. 3.2; vgl. auch Art. 28 Abs. 2 i.V.m. Art. 2 Bst. n Dublin III-Verordnung; Botschaft des Bundesrats über die Genehmigung und die Umsetzung der Notenaustausche zwischen der Schweiz und der EU betreffend die Übernahme der Verordnungen [EU] Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 10 Nr. 603/2013 und [EU] Nr. 604/2016 vom 7.3.2014 [BBl 2014 S. 2675 ff., 2701 f.; nachfolgend: Botschaft Dublin III-Verordnung]). Solche konkreten Anzeichen liegen unter anderem vor, wenn das Verhalten der betroffenen Person in der Schweiz oder im Ausland darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen widersetzt (Art. 76a Abs. 2 Bst. b AIG), oder wenn sie mehrere Asylgesuche unter verschiedenen Identitäten einreicht (Art. 76a Abs. 2 Bst. c AIG). Demgegenüber ist allein der Umstand, dass sich eine Person in einem Dublin-Verfahren befindet, kein zulässiger Grund für deren Inhaftierung (BGE 142 I 135 E. 4.1; vgl. auch Botschaft Dublin III-Ver- ordnung S. 2689). 3.4Eine Haftanordnung nach Art. 76a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2 AIG ist nur bei einer erheblichen Gefahr des Untertauchens zulässig (BGE 142 I 135 E. 4.2; BGer 2C_562/2023 vom 7.11.2023 E. 4.2). Die Anzeichen für eine erhebliche Flucht- bzw. Untertauchensgefahr dürfen nicht nur gestützt auf die gesetzlichen Haftgründe vermutet, sondern müssen im Einzelfall geprüft und begründet werden (vgl. Art. 28 Abs. 2 Dublin III-Verordnung; BGE 150 II 57 E. 3.1.4; Andreas Zünd, a.a.O., Art. 76a AIG N. 1 und 3; Chat- ton/Merz, in Nguyen/Amarelle [Hrsg.], Code annoté de droit des migrations, Volume II: Loi sur les étrangers, 2017, Art. 76a AIG N.14 ff.). 3.5Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass eine konkrete Untertau- chensgefahr bestehe (Beschwerde Rz. 33 ff.): 3.5.1Dabei macht sie aber zu Recht nicht geltend, das vom ZMG als ge- geben betrachtete Anzeichen des Einreichens mehrerer Asylgesuche unter verschiedenen Identitäten im Sinn von Art. 76a Abs. 2 Bst. c AIG (angefoch- tener Entscheid S. 4; Beschwerde Rz. 36) sei nicht erfüllt: Sie hat am 28. März 2025 unter einem Aliasnahmen (…) und unter Angabe eines fal- schen Geburtsdatums (um als minderjährig zu gelten) in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht, nachdem sie zuvor in den Niederlanden unter ihrem richtigen Namen bereits ein Asylgesuch gestellt hatte (vgl. Wegweisungsver- fügung SEM vom 16.5.2025 sowie Auszug Eurodac Datenbank vom 28.3.2025 unpag. Haftakten, act. 2A). 3.5.2Zudem ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich konkrete Anzei- chen für die Untertauchensgefahr auch aus dem Verhalten im Sinn von Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 11 Art. 76a Abs. 2 Bst. b AIG ergeben: Die Beschwerdeführerin hat in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt und sich nach nur wenigen Tagen den Be- hörden entzogen (Wegweisungsverfügung SEM vom 16.5.2025 S. 2, unpag. Haftakten, act. 2A; vorne Bst. A). Mit ihrem nicht näher substanziierten Hin- weis, ihr Untertauchen liege «wohl in der Beziehung mit ihrer Tante begrün- det» (Beschwerde Rz. 34), vermag sie dieses Verhalten weder zu erklären noch zu rechtfertigen. Damit ist anzunehmen, dass sie sich im Sinn von Art. 76a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2 Bst. b AIG den behördlichen Anordnun- gen widersetzen würde. Daran ändert nichts, dass sie am 16. Mai 2025 an- lässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu ihrer Wegweisung in die Niederlande erklärt hat, dass sie «gerne» dorthin gehen würde (vgl. Weg- weisungsverfügung SEM, S. 3, unpag. Haftakten, act. 2A). Diese Bekundung reicht nicht aus, um anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin trotz ihres vorherigen Untertauchens der Wegweisung Folge leisten resp. sich für eine Rückführung zur Verfügung halten wird. 3.6Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn das ZMG bezüglich der Aus- schaffungshaft im Rahmen des Dublin-Verfahrens auf eine erhebliche Flucht- bzw. Untertauchensgefahr und damit einen genügenden Haftgrund (Art. 76a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2 Bst. b AIG) geschlossen hat. Soweit die Beschwerdeführerin rügt, dass das ABEV die Vorbereitungshaft in konven- tionswidriger Weise für sieben Wochen angeordnet habe (Beschwerde Rz. 23), braucht hierauf (soweit die Rüge überhaupt zu behandeln ist) nicht weiter eingegangen zu werden, zumal die Beschwerdeführerin nur knapp vier Wochen in Vorbereitungshaft war und damit die in Art. 28 Abs. 3 UAbs. 3 Dublin-III-Verordnung vorgesehene Dauer von sechs Wochen ohnehin nicht ausgeschöpft wurde. 4. 4.1Die Inhaftierung muss sich im Weiteren insgesamt als verhältnismäs- sig erweisen (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV; Art. 28 Abs. 3 KV; Art. 76a Abs. 1 Bst. b AIG), weshalb zu prüfen ist, ob nicht eine weniger einschnei- dende Massnahme hinreichend wirksam wäre (Art. 76a Abs. 1 Bst. c AIG). Die Haft muss aufgrund sämtlicher Umstände geeignet und erforderlich er-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 12 scheinen, um die Überstellung an den zuständigen Dublin-Staat zu gewähr- leisten; zudem hat sie in einem sachgerechten und zumutbaren Verhältnis zum angestrebten Zweck zu stehen (BGE 150 II 57 E. 3.1.4, 142 I 135 E. 4.1). Dabei ist auch den familiären Verhältnissen der inhaftier- ten Person und den Umständen des Haftvollzugs Rechnung zu tragen (vgl. Art. 80a Abs. 8 AIG). Zu beachten ist insbesondere, ob die betroffene Person hafterstehungsfähig ist (vgl. BVR 2010 S. 541 E. 4.5.1; vgl. auch BGer 2C_38/2022 vom 7.7.2022 E. 2.5.2). 4.2Die Beschwerdeführerin bringt – ohne dies irgendwie zu substanziie- ren – vor, dass mildere Mittel als die Ausschaffungshaft bestanden hätten und es das ABEV und auch das ZMG unterlassen hätten, Haftalternativen ernsthaft zu prüfen. Weiter sei die Vulnerabilität der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt worden (Beschwerde Rz. 39 f.). 4.3Mit Blick auf die festgestellte erhebliche Untertauchens- bzw. Flucht- gefahr (vorne E. 3.6) ist aber nicht ersichtlich, dass mildere Mittel als die Haft, insbesondere eine Eingrenzung (Art. 74 Abs. 1 Bst. b AIG) oder eine Melde- pflicht (Art. 64e Bst. a AIG), die Wegweisung der Beschwerdeführerin in ge- nügender Weise sicherzustellen vermochte (vgl. auch BGer 2C_620/2021 vom 14.9.2021 E. 4; VGE 2024/60 vom 5.3.2024 E. 3.5.1). Sodann verfügt diese in der Schweiz nicht über Familienangehörige; die familiären Verhält- nisse standen einer Ausschaffung demnach nicht entgegen. Im Übrigen macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, sie sei nicht transport- oder haf- terstehungsfähig gewesen und es ist solches aufgrund der Akten auch nicht anzunehmen. 4.4Die Haftanordnung erweist sich somit insgesamt als verhältnismäs- sig. Haftbeendigungsgründe im Sinn von Art. 80a Abs. 7 AIG sind nicht er- sichtlich. Der Antrag, es sei die Rechtswidrigkeit der Haft festzustellen, er- weist sich als unbegründet. 5. 5.1Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde insoweit als be- gründet, als der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör in Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 13 Zusammenhang mit der Haftanordnung mehrfach verletzt wurde (vorne E. 2.2 ff.), was im Dispositiv festzustellen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vorne E. 1.2). Bei diesem Aus- gang des Verfahrens rechtfertigt es sich, keine Verfahrenskosten zu erheben und der Beschwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Das gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechts- pflege wird damit gegenstandslos (Art. 39 Abs. 1 VRPG). 5.2Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht – offenbar aus- gehend von einem Zeitaufwand von 10,25 Stunden à Fr. 220.-- pro Stunde – ein Honorar von Fr. 2'255.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 30.10 geltend (Be- schwerdebeilage 3). Der ausgewiesene Zeitaufwand erscheint mit Blick auf die Tarifordnung und die Bemessungskriterien gemäss Art. 41 KAG und Art. 1 und 11 ff. der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) und dem Umstand, dass in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (als einzigem eingereichten Schriftsatz) mehrheitlich dieselben Vorbringen wie im vorin- stanzlichen Verfahren gemacht werden sowie auch im Vergleich zum dort ausgewiesenen Zeitaufwand von 10,2 Stunden (Kostennote vom 23.5.2025, in unpag. Haftakten, act. 2A) als übersetzt. Das Honorar ist daher zu kürzen, wobei ein rechnerischer Zeitaufwand von insgesamt 7 Stunden angemessen erscheint. 5.3Gemäss Beschluss der erweiterten Abteilungskonferenz des Verwal- tungsgerichts und der jüngsten Rechtsprechung bemisst sich der Parteikos- tenersatz und die amtliche Entschädigung bei einer Vertretung durch Rechtsanwältinnen und -anwälte, die für AsyLex tätig sind, nicht nach den für freiberuflich tätige Anwältinnen und Anwälte geltenden Regeln, sondern nach der Rechtsprechung zu Rechtsvertretungen durch gemeinnützige Or- ganisationen und damit – ebenso wie in sozialrechtlichen Angelegenheiten (BVR 2012 S. 424) – nach dem reduzierten pauschalen Stundenansatz von Fr. 130.--. Dies gilt unbesehen davon, ob die (nach Art. 8 Abs. 1 oder nach Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizü- gigkeit der Anwältinnen und Anwälte [Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61] ein- getragene) Rechtsvertretung kostenlos oder aber kostenpflichtig erfolgt (zum Ganzen BVR 2022 S. 226 E. 5.4 ff.; VGE 2022/90 vom 8.4.2022 E. 6.6 f.). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 14 Der Stundenansatz für die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin ist da- her auf Fr. 130.-- festzusetzen. Demnach entscheidet der Einzelrichter: 1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, als festgestellt wird, dass das kantonale Zwangsmassnahmengericht Recht verletzt hat, indem es nicht auf eine Verletzung der Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin er- kannt hat: – dadurch, dass das Amt für Bevölkerungsdienste der Beschwerdefüh- rerin keine für sie nachvollziehbare einzelfallbezogene Begründung für ihre Inhaftierung gegeben (bzw. die Abgabe einer solchen in den Akten nicht dokumentiert) hat, und – dadurch, dass das Amt für Bevölkerungsdienste der Beschwerdefüh- rerin nicht zeitnah die Gelegenheit einräumte, sich zur Anordnung der Vorbereitungshaft zu äussern (bzw. eine entsprechende Gewährung des rechtlichen Gehörs nicht aktenkundig gemacht hat). Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der Kanton Bern (Amt für Bevölkerungsdienste) hat der Beschwerdefüh- rerin die Parteikosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, be- stimmt auf Fr. 940.10 (inkl. Auslagen), zu ersetzen. 4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos ge- worden abgeschrieben.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.07.2025, Nr. 100.2025.176U, Seite 15 5. Zu eröffnen: - Beschwerdeführerin - Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern - Kantonales Zwangsmassnahmengericht - Staatssekretariat für Migration Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun- desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.