<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.708/2005 /vje </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 9. Dezember 2005 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Betschart, Hungerbühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Feller. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, z.Zt. Ausschaffungszentrum, Laurenzenvorstadt 12, 5000 Aarau, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Migrationsamt des Kantons Aargau, Sektion Asylwesen, Bahnhofstrasse 86/88, 5001 Aarau, </div> <div class="para">Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau, Postfach, 5001 Aarau. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Verlängerung der Ausschaffungshaft gemäss <span class="artref">Art. 13 Abs. 2 ANAG</span>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Rekursgerichts im Ausländerrecht des Kantons Aargau vom 18. November 2005. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Der algerische Staatsangehörige X.________, geb. 1981, reiste Ende November 2004 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Das Bundesamt für Flüchtlinge (heute Bundesamt für Migration) lehnte das Gesuch am 14. Dezember 2004 ab, verfügte die Wegweisung von X.________ aus der Schweiz und setzte ihm eine Ausreisefrist an, unter Androhung von Zwangsmitteln, falls er der Ausreiseaufforderung nicht nachkomme. Auf eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde trat die Schweizerische Asylrekurskommission am 28. Februar 2005 nicht ein. Nachdem X.________ im August 2005 illegal nach Deutschland ausgereist war, wurde er von den deutschen Behörden umgehend wieder den Schweizer Behörden überstellt. Einen auf den 18. August 2005 angesetzten Rückflug nach Algerien trat er nicht an. Das Migrationsamt des Kantons Aargau wies ihn am 22. August 2005 gestützt auf <span class="artref">Art. 12 Abs. 1 ANAG</span> formlos aus der Schweiz weg und verfügte für die Dauer von drei Monaten eine Ausschaffungshaft, welche das Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau mit Urteil vom 25. August 2005 bis zum 21. November 2005 bestätigte. Nach mündlicher Verhandlung stimmte sodann das Rekursgericht mit Urteil vom 18. November 2005 der durch das Migrationsamt beantragten Verlängerung der Ausschaffungshaft bis zum 21. April 2006 (Verlängerung um sechs Monate) zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit vom 29. November 2005 datierter, am 30. November 2005 zur Post gegebener und am 5. Dezember 2005 beim Bundesgericht eingegangener Eingabe in fanzösischer Sprache beschwert sich X.________ über die Urteile des Rekursgerichts vom 25. August und vom 18. November 2005. Auf Aufforderung hin hat das Rekursgericht diese Urteile am 7. November 2005 per Fax eingereicht. Weitere Instruktionsmassnahmen (wie Schriftenwechsel, Einholen zusätzlicher Akten) sind nicht angeordnet worden. Das Urteil ergeht im vereinfachten Verfahren (<span class="artref">Art. 36a OG</span>). </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">2.1 Nicht einzutreten ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, soweit sie sich gegen das Urteil vom 25. August 2005 richtet; die Beschwerdefrist von 30 Tagen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 OG</span>) ist längst abgelaufen. </div> <div class="para">2.2 Der Beschwerdeführer ist am 22. August 2005 durch das Amt für Migration des Kantons Aargau aus der Schweiz weggewiesen worden. Ob die frühere, im Asylverfahren verfügte Wegweisung durch den letztlich gescheiterten Versuch des Beschwerdeführers, nach Deutschland auszureisen, wirklich als vollzogen gelten muss, kann somit dahingestellt bleiben (vgl. dazu <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=01.12.2005&amp;to_date=20.12.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-465%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page465">BGE 125 II 465</a> E. 3b S. 468 f. und E. 4c S. 469 f.; Urteil 2A.205/2003 vom 19. Mai 2003 E. 2.4). Die gegen ihn angeordnete Ausschaffungshaft dient jedenfalls der Sicherstellung des Vollzugs der später erneut angeordneten formlosen Wegweisung und damit einem vom Gesetz vorgesehenen Zweck (<span class="artref">Art. 13b Abs. 1 lit. b ANAG</span>). Wie sich aus den Erwägungen des die Haftverlängerung bestätigenden Urteils ergibt, auf welche ebenso verwiesen werden kann wie auf die Erwägungen des ersten Haftbestätigungsurteils vom 25. August 2005 (vgl. <span class="artref">Art. 36a Abs. 3 OG</span>), genügt sie sämtlichen gesetzlichen Anforderungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Rekursgericht beruft sich zu Recht auf den Haftgrund von <span class="artref">Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG</span> (Haftgrund der Untertauchensgefahr, s. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=01.12.2005&amp;to_date=20.12.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 3.1 S. 58 f., 377 E. 3.2.2 S. 382 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=01.12.2005&amp;to_date=20.12.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-II-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241">128 II 241</a> E. 2.1 S. 243). Der Beschwerdeführer ist seinen Mitwirkungspflichten in keiner Weise nachgekommen; für einen ersten Rückflug vom 18. August 2005 hat er sich nicht zur Verfügung gehalten und den Antritt eines auf den 5. November 2005 gebuchten weiteren Flugs nach Algier hat er durch renitentes Verhalten verunmöglicht; auch nach rechtskräftig abgeschlossenem Asylverfahren erklärt er, nicht nach Algerien zurückkehren zu wollen. Es liegt Untertauchensgefahr vor. Sodann sind grundsätzlich auch die Voraussetzungen für eine Verlängerung der Haft über drei Monate hinaus erfüllt; dem Vollzug der Wegweisung stehen (letztlich allein) wegen des renitenten Verhaltens des Beschwerdeführers besondere Hindernisse i.S. von <span class="artref">Art. 13b Abs. 2 ANAG</span> entgegen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=01.12.2005&amp;to_date=20.12.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 4.1.2 S. 60 f.). Anzeichen für das Bestehen rechtlicher oder tatsächlicher Gründe, die im Sinne von <span class="artref">Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG</span> gegen die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würden, gibt es nicht (s. zu diesem Haftbeendigungsgrund <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=01.12.2005&amp;to_date=20.12.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 4.1.3 S. 61); wie das Rekursgericht festhält, steht insbesondere der Weg der begleiteten Rückführung offen. Schliesslich haben die Behörden sich bisher bemüht, den Wegweisungsvollzug voranzutreiben; die Bemühungen sind bis heute einzig wegen des Verhaltens des Beschwerdeführers erfolglos geblieben; damit steht fest, dass auch das Beschleunigungsgebot (vgl. <span class="artref">Art. 13b Abs. 3 ANAG</span>) eingehalten ist. Was die Verhältnismässigkeit der Haft betrifft, erscheint zwar eine Verlängerung der Haft direkt um die noch maximal möglichen sechs Monate im Lichte von <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=01.12.2005&amp;to_date=20.12.2005&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-II-439%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page439">BGE 126 II 439</a> nicht ganz unproblematisch. Indessen sind, wie das Rekursgericht zutreffend ausführt, unter den gegebenen Umständen weitere Verzögerungen beim Vollzug nicht auszuschliessen. Die bewilligte Haftdauer ist damit in Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seine administrative Festhaltung jeweils im Rahmen von Haftentlassungsgesuchen (vgl. <span class="artref">Art. 13c Abs. 4 ANAG</span>) richterlich überprüfen lassen kann, wobei insbesondere die Einhaltung des Beschleunigungsgebots überwacht werden kann, nicht unverhältnismässig (vgl. Urteil 2A.487/2005 vom 18. August 2005). Im Übrigen hätte es der Beschwerdeführer in der Hand, durch Aufgabe seiner bisherigen Haltung die Haftdauer entscheidend zu verkürzen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist in jeder Hinsicht offensichtlich unbegründet. </div> <div class="para">2.3 Soweit auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten ist, ist sie abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang würde der Beschwerdeführer grundsätzlich kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). In Fällen der vorliegenden Art rechtfertigt es sich jedoch, von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/154" type="start"></artref>Art. 154 und 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153^a" type="end"></artref>). </div> <div class="para">2.4 Das Migrationsamt des Kantons Aargau wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsamt und dem Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 9. Dezember 2005 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>