<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00039</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106733&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00039</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.05.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufenthaltsbewilligung<br/>Rechtsmissbräuchliches Berufen auf Ehe<br/><br/>Die Berufung des Beschwerdeführers auf seine nach etwas mehr als sechs Ehejahren geschiedene Ehe erweist sich aufgrund der gesamten Umstände (langjähriges Getrenntleben, strafrechtlich geahndete Bedrohung der Ehefrau) als rechtsmissbräuchlich, weshalb die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtmässig ist.<br/>Keinen Anspruch herzuleiten vermag der Beschwerdeführer auch aus Art. 8 EMRK, sind die Kontakte zu seinem minderjährigen, unter elterlicher Sorge seiner geschiedenen Ehefrau stehenden Sohn doch zu wenig intensiv, als dass sie eine dauernde Aufenthaltsbewilligung für den Kanton Zürich zu rechtfertigen vermöchten.<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROHUNG">DROHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NÃTIGUNG">NÃTIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZBEHAUPTUNG">SCHUTZBEHAUPTUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 7 lit. I ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 11 ANAV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren am 8. Juni 1967, StaatsangehÃ¶riger der Bundesrepublik X, reiste am 12. Juli 1993 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Das Bundes­amt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge wies das Gesuch am 25. Oktober 1993 ab. A widersetzte sich der Ausreise und tauchte unter. Am 23. August 1994 bestrafte ihn der Einzelrichter des Bezirksgerichts BÃ¼­lach wegen Diebstahls und Widerhandlung gegen das Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) mit zwei Monaten GefÃ¤ngnis bedingt. Am 30. Dezember 1994 verhÃ¤ngte das Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen Ã¼ber A eine Einreise­sperre und am 21. Januar 1995 wurde er durch das Bezirksamt Y erneut wegen Verstos­ses gegen das ANAG sowie Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz mit 14 Tagen GefÃ¤ngnis bedingt bestraft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 23. Januar 1995 heiratete A in der Bundesrepublik X die Schweizerin C, geboren 1966. Am 30. August 1995 erhielt er die Aufenthalts­bewilligung im Kanton ZÃ¼rich zum Verbleib bei seiner Ehefrau. Am 24. September 1995 brachte diese den gemeinsamen Sohn E zur Welt. Am 10. Oktober 1996 bewilligte der Einzelrichter des Bezirksgerichts ZÃ¼rich der Ehefrau das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit, rÃ¤umte A ein Besuchsrecht ge­genÃ¼ber seinem Sohn (in Anwesenheit der Mutter) ein und verpflichtete ihn zur Bezahlung von UnterhaltsbeitrÃ¤gen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 2. MÃ¤rz 1998 bestrafte das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich A zweitinstanzlich wegen Hehlerei, untauglichen Versuchs zu Hehlerei sowie Diebstahls mit vier Monaten Ge­fÃ¤ngnis. Das Gericht ordnete den Vollzug der Strafe an, ebenfalls denjenigen der frÃ¼heren Freiheitsstrafen, und sprach eine unbedingte Landesverweisung fÃ¼r die Dauer von drei Jahren aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 8. Juni 1998 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrations­amt) ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab und setz­te A eine Aus­reisefrist bis zum 31. Juli 1998. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A am 9. Juli 1998 Rekurs beim Regie­rungsrat. Auf Grund der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels wurde die Ausreise­­frist sistiert. Die Ehefrau, welche mit dem Sohn seit dem 20. Oktober 1997 in Z gelebt hatte, kehrte im Jahr 1998 wieder in die Schweiz zurÃ¼ck. Am 16. Juni 1999 sprach das Bezirksgericht ZÃ¼rich Ã¼ber die Eheleute die Trennung auf unbestimmte Zeit aus, Ã¼ber­trug die elterliche Sorge Ã¼ber den Sohn der Ehefrau und regelte das Besuchsrecht des Va­ters und dessen Unterhaltspflichten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vom 20. Juli bis 20. November 1999 verbÃ¼sste A die Freiheitsstrafen gemÃ¤ss Urteil des Obergerichts. Am 20. Dezember 1999 sprach das Bezirksgericht ZÃ¼­rich A der mehrfachen NÃ¶tigung (gegenÃ¼ber seiner Ehefrau) und des mehrfachen vollendeten Versuchs dazu schuldig und fÃ¤llte eine Zusatzstrafe zum genannten Urteil des Obergerichts von viereinhalb Monaten GefÃ¤ngnis aus. Der Verurteilte verbÃ¼sste die Zusatz­strafe vom 23. Oktober bis 21. Dezember 2000 und wurde in der Folge auf BewÃ¤hrung entlassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 23. Mai 2001 wurde die Ehe AC durch das Bezirksgericht ZÃ¼­rich geschieden. Der Sohn E wurde unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. Das Gericht ge­nehmigte die von den Eheleuten geschlossene Vereinbarung Ã¼ber das Besuchsrecht des Vaters und dessen Un­terhaltsverpflichtungen. Die Rechtskraft des Urteils trat am 16. Juni 2001 ein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 19. Dezember 2001 wies der Regierungsrat den Rekurs ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Durch seine Rechtsvertreterin liess A am 5. Februar 2002 Be­schwerde beim Ver­waltungsgericht einreichen, mit der er die Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats und die VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung beantragte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤h­rend sich die beschwerdebeklagte Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei im Namen des Regierungsrats dem Verwaltungsgericht, es mÃ¶ge die Beschwerde abweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Auf Grund seiner Heirat mit einer Schweizerin am 23. Januar 1995 besass der Be­schwerdefÃ¼hrer im Zeitpunkt der angefochtenen VerfÃ¼gung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit vom 8. Juni 1998 gestÃ¼tzt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG einen Rechtsanspruch auf Erteilung beziehungsweise VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Dass die Familie nur gerade bis zum Oktober 1996 zusammenlebte, lÃ¤sst den aus Art. 7 Abs. 1 ANAG flies­senden Rechtsanspruch ebensowenig erlÃ¶schen wie die Tat­sache, dass die Ehe am 16. Juni 2001 rechtskrÃ¤ftig aufgelÃ¶st worden ist. Ebenso ist ein Rechts­anspruch auf der Grundlage von Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) grundsÃ¤tzlich denkbar; dies zwar nicht, was das VerhÃ¤lt­nis des BeschwerdefÃ¼hrers zu seiner Ehefrau betrifft â das Gericht hat bei AnsprÃ¼chen aus der Konvention auf die VerhÃ¤ltnisse im Zeitpunkt seiner Beurteilung abzustellen, und im diesem Zeitpunkt war die Ehe geschieden â, hingegen was seine Beziehung zu seinem min­derjÃ¤hrigen Sohn angeht. Das Gericht hat somit gestÃ¼tzt auf § 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegege­setzes vom 16. Oktober 1943 auf die Beschwerde einzutreten. Ob sich die­ aus Art. 7 Abs. 1 ANAG und Art. 8 EMRK grundsÃ¤tzlich mÃ¶glichen AnsprÃ¼che auf Grund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklichen lassen, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach Art. 7 Abs. 1 Satz 1 ANAG hat der auslÃ¤ndische Ehegatte eines Schwei­zer BÃ¼rgers Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach Satz 2 entsteht nach einem ordentlichen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren ein Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Die AnsprÃ¼che erlÃ¶­schen, wenn ein Ausweisungsgrund vorliegt. (Art. 7 Abs. 1 Satz 3 ANAG); sie entstehen nicht, wenn die Ehe nur zum Zweck der Umgehung auslÃ¤nderrechtlicher Vorschriften ein­gegan­gen worden ist (sogenannte Scheinehe; Art. 7 Abs. 2 ANAG). Ebenso erlischt der Anspruch auf die Auf­enthaltsbewilligung, wenn zwar keine Scheinehe geschlossen wurde, der aus­lÃ¤ndische Ehepartner sich indessen auf die Ã¤ussere Form der Ehe beruft, einzig um den Anspruch auf die Fortsetzung der Aufenthaltsbewilligung zu erlangen; diesfalls liegt eine rechtsmiss­brÃ¤uchliche Berufung auf das Institut der Ehe vor (BGE 123 II 49; 121 II 97). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hat die Ehe fÃ¼nf oder mehr Jahre gedauert, besteht wie erwÃ¤hnt grundsÃ¤tzlich ein An­spruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG). Diese Bewilligung tritt nicht automatisch ein, sondern bildet Gegenstand einer gesonderten PrÃ¼­fung durch die BehÃ¶rde (Art. 11 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung zum ANAG vom 1. MÃ¤rz 1949 [ANAV]), wobei angesichts des Rechtsanspruchs die PrÃ¼fung nicht nach frei­em Ermessen erfolgen darf, sondern auf die im Gesetz abschliessend aufgefÃ¼hrten Kri­te­rien des ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalts von fÃ¼nf Jahren zu be­schrÃ¤nken ist (Spescha/StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, ZÃ¼rich 2001, zu Art. 11 Abs. 1 ANAV). Auch muss in diesem Zeitpunkt die ÃberprÃ¼fung auf eine rechtsmissbrÃ¤uchliche Anrufung der Ehe mÃ¶g­lich sein. FÃ¼r das Verwaltungsgericht bedeutet dies, dass es selbst bei einer ge­gebe­nen Ehedauer von fÃ¼nf oder mehr Jahren im Zeitpunkt der gerichtlichen Beurteilung nicht eine Niederlas­sungsbewilligung aussprechen kann. Stellt es in einer solchen Konstel­lation fest, dass die Voraussetzungen fÃ¼r einen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung gegeben sind, ist es Sache der BewilligungsbehÃ¶rde, die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wie auch der Regierungsrat sind zum Schluss gekommen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf rechtsmissbrÃ¤uchliche Weise auf seine Ehe be­rufen habe, und haben aus diesem Grund eine VerlÃ¤ngerung seiner Auf­ent­halts­bewilligung abgelehnt. Auf die zutreffende Umschreibung des Rechtsmissbrauchs durch den Regierungsrat und die dabei vorzunehmenden ÃberprÃ¼fungen kann das Gericht­ verweisen (§ 28 in Verbindung mit § 70 VRG). Ob ein auslÃ¤ndischer Ehepartner tatsÃ¤chlich an der Ehe als Lebensgemeinschaft festhÃ¤lt oder ob er dies nur tut, um seine aufenthaltsrechtliche Stellung zu verteidigen, entzieht sich in der Regel einem klaren Beweis und muss auf Grund von Indizien entschieden werden. Indizien sind Ã¤ussere Verhaltensweisen, die auf Grund einer allgemeinen Lebenserfahrung auf einen inneren Vorgang schliessen las­sen. Treten sie gehÃ¤uft auf und weisen sie gemeinsam auf eine bestimmte innere Einstel­lung oder einen Wil­len hin, verdichten sie sich zum Beweis. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer heiratete seine Ehefrau, nachdem er, des Landes ver­­wiesen und mit einer Einreisesperre belegt, untergetaucht war. Das Zusammenleben als Ehe­leute in der Schweiz dauerte rund eineinviertel Jahre. Bereits nach dieser Zeit strengte die Ehe­frau ein gerichtlich geregeltes Getrenntleben an. WÃ¤hrend eines Aufenthalts im Aus­­land zusammen mit ihrem Sohn ersuchte sie sodann im Oktober 1997 um die Scheidung ihrer Ehe. Auf Grund des Widerstands des BeschwerdefÃ¼hrers willigte sie in eine Trennung auf unbe­stimmte Zeit ein, welche Regelung das Bezirksgericht ZÃ¼rich am 16. Juni 1999 vornahm. Einem Urteil desselben Gerichts vom 20. Dezember 1999 lÃ¤sst sich entnehmen, dass der Be­schwerdefÃ¼hrer seine Ehefrau wiederholte Male bedroht und ihr gegenÃ¼ber KÃ¶r­perver­letzungen begangen hatte. Er hatte zudem gedroht, ihr das Kind weg­zunehmen und sie im Falle einer Scheidung umzubringen. Sein Verhalten fÃ¼hrte zur er­wÃ¤hnten gerichtlichen Verurtei­lung vom 20. Dezember 1999. Aktenkundig ist des weiteren, dass die Ehefrau ihre Adres­se aus Angst vor dem Be­schwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit streng geheim hielt. Dass sie in eine Trennung der Ehe auf unbe­stimmte Zeit einwillig­­te, war einzig deshalb, weil sich der BeschwerdefÃ¼hrer einer Schei­dung widersetzt hatte. Diesen Widerstand gab er am 15. MÃ¤rz 2001 auf, als er in eine Scheidungsvereinbarung ein­willigte. Zu diesem Zeitpunkt waren rund fÃ¼nf­ein­halb Jahre vergangen, seit er die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefra­u erhalten hatte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet mit Nachdruck, dass er auf missbrÃ¤uchliche Weise an der Ehe festhalte. Vielmehr liebe er seine geschiedene Ehefrau nach wie vor. Dem Vorwurf des Regierungsrats, BemÃ¼hungen von seiner Seite, das eheliche Zusammen­leben wieder herzustellen, seien nicht ersichtlich, entgegnet er, seine geschiedene Ehefrau habe sich mit einem anderen Mann zusammengetan und seine Ansinnen nicht erwidert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer muss sich entgegen halten lassen, dass seine Behauptungen, die sich nicht beweisen lassen, durch sein Verhalten als unglaubhaft erscheinen. Bereits der Zeitpunkt und die UmstÃ¤nde beim Eheschluss deuten darauf hin, dass zumindest auch aufenthalts­rechtliche ErwÃ¤gungen eine Rolle gespielt haben dÃ¼rften. Das eheliche Zusammen­leben ferner dauerte nur gerade rund einen Viertel der formellen Ehedauer. Die Gewaltanwen­dung ge­genÃ¼ber seiner Ehefrau verbunden mit der Drohung, wenn sie sich scheiden lies­se, wÃ¼rde er sie umbringen und den Sohn entfÃ¼hren, lassen seine Beteuerungen, seine Frau geliebt zu haben, als hÃ¶chst unglaubhaft erscheinen. SpÃ¤testens als die Ehefrau mehre­re Anstrengun­gen unternahm, um sich mit Hilfe der Gerichte und BehÃ¶rden in Sicherheit zu begeben, musste dem BeschwerdefÃ¼hrer klar geworden sein, dass seine Beteuerungen, ihm liege nach wie vor an der Ehe, nicht mehr gehÃ¶rt werden konnten. Angesichts der massiven Ver­stÃ¶sse gegen alle GrundsÃ¤tze des ehelichen Zusammenlebens hÃ¤tte es weit deut­li­cherer Anstrengungen bedurft, um seine angebliche Zuneigung zur Familie und das Inte­res­­se am Zusammenleben zu manifestieren. Der Einwand, seine Ehefrau habe sich mit einem ande­ren Mann zusammengetan und erhÃ¶re seine Bitten nicht, erscheint unter diesen Um­stÃ¤nden als reine Schutzbehauptung. Das grobe Verhalten gegenÃ¼ber seiner Ehepartnerin und dem Sohn lÃ¤sst sich auch nicht mit Eifersucht oder Zorn, verlassen worden zu sein, und schon gar nicht mit allfÃ¤lligen kulturell bedingten unterschiedlichen Vorstellungen Ã¼ber die Rolle von Mann und Frau in der Ehe rechtfertigen. Vielmehr schei­nen dem BeschwerdefÃ¼hrer im Kampf um seine Aufenthaltsbewilligung alle Mittel recht gewesen zu sein, unbesehen um Ver­lus­te und Ein­schÃ¼chterungen seiner nÃ¤chs­ten AngehÃ¶rigen. Die Tat­­sache sodann, dass er zum Zeitpunkt, als die Ehe fÃ¼nf Jahre gedauert hatte, seinen lang­jÃ¤hrigen Widerstand gegen die Schei­dung aufgab, ver­stÃ¤rkt den Eindruck, dass es ihm ausschliesslich um den Erhalt seiner Aufent­haltsbewilligung gegangen war. Solches Verhalten kann keinen Rechtsschutz verdienen; die Berufung auf seine Ehe er­scheint als rechts­miss­brÃ¤uchlich. Damit ist der Ent­scheid des Regie­rungsrats in keiner Weise zu beanstanden; viel­mehr wÃ¤re jeder andere Entscheid welt­fremd und nicht nach­vollziehbar gewesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Rechtsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG war damit erloschen, bevor die Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼nf Jahre gedauert hatte. Damit ist zwingend auch kein An­spruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung entstanden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Art. 8 Abs. 1 EMRK garantiert unter anderem den Schutz des Familienle­bens. Die Konvention gewÃ¤hrleistet indessen nicht ein absolutes Recht auf Erteilung oder VerlÃ¤n­gerung einer Aufenthaltsbewilligung. Wie der Regierungsrat richtig festgehalten hat, ist gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 2 EMRK eine AbwÃ¤gung der sich entgegenstehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen vorzunehmen. Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich auf seine Bezie­hung als Vater zu seinem heute sechsjÃ¤hrigen Sohn. Das nach der Praxis des Bundesge­richts fÃ¼r den Rechtsanspruch erforderliche Kriterium des gefestigten Aufenthalts ist beim Sohn ohne weiteres gegeben. Bei der AbwÃ¤gung ist vom zivilrechtlichen Zustand der Fa­milie auszugehen. Es geht somit beim BeschwerdefÃ¼hrer nicht darum, ob er stÃ¤ndig mit seinem Sohn zusammenleben dÃ¼rfe; diese Frage ist bereits durch das Scheidungsurteil in dem Sinne geklÃ¤rt, als ihm lediglich ein Besuchsrecht im Umfang von zwei mal sieben Stunden pro Monat zusteht. Von diesem Zustand ist bei der AbwÃ¤gung auszugehen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Bundesgericht hat im Entscheid BGE 120 Ib 1 festgestellt, dass die in Art. 8 Abs. 2 EMRK genannten innerstaatlichen Ã¶ffentlichen Interessen (unter anderem diejenigen der nationalen Sicherheit, der Ã¶ffentlichen Ruhe und Ordnung, der Verhinde­rung von Straf­taten und der Verteidigung der Rechte und Freiheiten anderer) auch die Be­rÃ¼cksichti­gung einer restriktiven Einwanderungspolitik im Interesse eines ausgewogenen Gleichgewichts im Bestand der schweizerischen und der auslÃ¤ndischen BevÃ¶lkerung um­fasse. Daraus wurde abgeleitet, dass es starker familiÃ¤rer Bande bedÃ¼rfe, um das Ã¶ffentli­che Interesse im genannten Sinn zurÃ¼cktreten zu lassen. Bei der Beziehung eines nicht sor­geberechtigten auslÃ¤ndischen Elternteils zu seinem minderjÃ¤hrigen Kind verlangte das Gericht ein weitgehend tadelloses Verhalten. Der Regierungsrat kam bei der Ab­wÃ¤gung der Interessen im Fall des BeschwerdefÃ¼hrers zum Schluss, dass er dieser Anfor­derung nicht zu genÃ¼gen ver­mÃ¶ge. Er habe mehrmals Verbrechen und Vergehen begangen, sei mit insgesamt elf Mona­ten GefÃ¤ngnis bestraft und gerichtlich des Landes verwiesen worden. Von einer besonderen Verwurzelung in der Schweiz kÃ¶nne nicht gesprochen wer­den. Anderseits setzte der Regierungsrat Fragezeichen, ob die Beziehung des Beschwerde­fÃ¼hrers zu seinem Sohn wirklich eine intensive sei. Seinen finanziellen Unterhaltspflichten sei er nur unregelmÃ¤ssig nachgekommen. Durch den Strafvollzug und den Wegzug des Sohns ins Ausland habe sich kein intaktes VerhÃ¤ltnis entwickeln kÃ¶nnen. Mit der Wegweisung sei ihm die Wahrnehmung des Besuchsrechts zwar erschwert, aber nicht verunmÃ¶glicht. Im Ãbrigen unterhalte der Be­schwerdefÃ¼hrer zu seiner Heimat gewichtige familiÃ¤re Bindun­gen, die eine RÃ¼ckkehr als zumutbar erscheinen liessen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ausgehend von der angefÃ¼hrten Rechtsprechung vermag die AbwÃ¤gung der Rechts­gÃ¼ter nicht zu Gunsten des BeschwerdefÃ¼hrers auszufallen. Im vergleichbaren Fall eines eben­falls nicht mit dem Sorgerecht, sondern mit einem Besuchsrecht ausgestatteten Vaters (BGE 120 Ib 1) anerkannte das Bundesgericht, dass jener wÃ¤hrend Jahren seinen Verpflich­tungen an den Unterhalt seines Kindes vorbildlich nachgekommen war und im Ãbrigen einen seit der Geburt wÃ¤hrend vielen Jahren engen persÃ¶nlichen Kontakt zu diesem un­ter­halten und da­mit einen wichtigen Teil zu dessen Erziehung beigesteuert hatte. Weil jener Vater zudem nie straffÃ¤llig geworden war und sich um eine Integration in die schweizeri­schen VerhÃ¤lt­nisse bemÃ¼ht hatte, Ã¼berwogen dessen private Interessen und diejenigen des Kindes den Ã¶ffentlichen in der Form der BemÃ¼hungen zur BeschrÃ¤nkung der Einwanderung. Dies auch, weil eine Weg­weisung nach Nordafrika das ihm eingerÃ¤umte Besuchsrecht praktisch nutzlos ge­macht hÃ¤tte. Die VerhÃ¤ltnisse beim BeschwerdefÃ¼hrer liegen dagegen wesentlich anders: Neben den vom Regierungsrat angefÃ¼hrten UnregelmÃ¤ssigkeiten, den behÃ¶rdlich festgeleg­ten Unterhaltsverpflichtungen­ nachzukommen, sind auch Zweifel angebracht, ob er wirklich eine intensive persÃ¶nlichen Beziehung zu seinem Sohn unterhal­te. Nach Aussagen der Ehefrau, die nicht bestritten wurden, habe er jeweils an den Besuchs­tagen sich nur wÃ¤hrend kurzer Zeit mit seinem Sohn abgegeben; nachher sei es ihm ver­leidet. Auch wenn anzuerkennen ist, dass die AusÃ¼bung des Be­suchsrechts in Anwesenheit der ihm nicht besonders freundlich gestimmten Ehefrau oder deren Eltern alles andere als einfach ist, vermag sich keine andere AbwÃ¤gung zu ergeben. Das Verhalten des Beschwer­defÃ¼hrers gegenÃ¼ber BehÃ¶rden und vor allem die Gewaltanwendung gegenÃ¼ber seiner frÃ¼heren Ehefrau, die Drohungen, sie zu tÃ¶ten und den Sohn zu entfÃ¼hren, lassen den BeschwerdefÃ¼hrer als unerwÃ¼nscht und als Risiko fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit erscheinen. Das Ã¶ffentliche Interesse kann unter diesen UmstÃ¤nden gegenÃ¼ber einem Besuchsrecht von zwei mal sieben Stunden pro Monat nicht so weit zurÃ¼ckweichen, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer der dauernde Aufenthalt im Kan­ton ZÃ¼rich zu bewilligen wÃ¤re. Zwar wird das Besuchsrecht durch die Wegweisung praktisch verunmÃ¶g­licht. Soll es grund­­sÃ¤tzlich weiter bestehen bleiben, wird es aber ohnehin un­umgÃ¤nglich sein, dessen Ausgestaltung auf dem zivilrechtlichen Weg zu Ã¤ndern. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Bezug auf die Dauer und Gestaltung des Auf­enthalts des BeschwerdefÃ¼h­rers in der Schweiz und dessen private und berufliche Verankerung schliesslich kann auf die zutreffen­den Feststellungen des Regierungsrats verwiesen werden (§ 28 in Verbindung mit § 70 VRG). Dasselbe gilt fÃ¼r die Zumutbar­keit, in seine Heimat zurÃ¼ckzukehren. Der Entscheid des Regierungsrats erweist sich damit als rechtmÃ¤ssig, was zur Abweisung der Beschwerde fÃ¼hrt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>