<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2012.00611</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=212633&amp;W10_KEY=13013531&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2012.00611</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.02.2013</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Strafvollzug: Überstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Strafvollzug: Überstellung vom Ausland in die Schweiz (Der in Deutschland inhaftierte Schweizer beantragte dem Beschwerdegegner, gegenüber den deutschen Behörden auf eine bedingte Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe zu verzichten, um den Rest der Strafe in der Schweiz in der Nähe seiner Familie vollziehen zu können). Rechtsgrundlagen gemäss Übereinkommen über die Überstellung verurteilter Personen (E. 2.1). Das Justizministerium eines deutschen Bundeslands lehnte das Überstellungsgesuch des Beschwerdeführers ab, da die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nach Schweizer Recht - im Unterschied zum deutschen - nicht verweigert werden kann, wenn die verurteilte Person keine oder falsche Angaben über die Tatbeute macht (E. 3.1). Nach dem zwingend anwendbaren Schweizer Recht prüft die zuständige Behörde von Amts wegen, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann (E. 3.2). Der Beschwerdeführer kann auf seine bedingte Entlassung nicht gültig verzichten, denn es handelt sich dabei nicht nur um ein ihm zustehendes Recht, sondern auch um die letzte Stufe des Strafvollzugs, die er nicht aus eigenen Stücken auslassen kann (E. 3.3). Einen Anspruch auf Überstellung in die Schweiz kann der Beschwerdeführer aus dem grundsätzlich auch für Gefangene geltenden Recht auf Familienleben nicht ableiten (E. 3.5). Abweisung der Beschwerde </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLAND">AUSLAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERSTELLUNG">ÃBERSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 14 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 86 Abs. II StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=16822" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2012.00611</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">19. Februar 2013</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Martin Kayser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Andreas Conne.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, zzt. JVA B, vertreten durch RA D, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Justizvollzug Kanton ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Strafvollzug: Ãberstellung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, von E, wurde mit Urteil vom 9. MÃ¤rz 2009 des Landgerichts F wegen Betrugs in vier FÃ¤llen sowie des versuchten Betrugs und der versuchten Erpressung in zwei FÃ¤llen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Diese Strafe verbÃ¼sst er in der Justizvollzugsanstalt (JVA) B (Voll­zugsbeginn: 17. MÃ¤rz 2009). Zwei Drittel der Strafe waren am 12. Januar 2012 verbÃ¼sst, das Strafende fÃ¤llt auf den 12. Januar 2014. A stellte am 8. Juli 2009 ein Gesuch um seine Ãberstellung aus Deutschland in die Schweiz zur weiteren VerbÃ¼s­sung der Freiheitsstrafe. Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich erklÃ¤rte die ge­nannte Freiheitsstrafe von sechs Jahren mit Beschluss vom 28. Juli 2010 fÃ¼r vollstreckbar, und das Bundesamt fÃ¼r Justiz erklÃ¤rte mit Schreiben vom 1. November 2010 die Zustimmung der schweizerischen BehÃ¶rden zur Ãberstellung von A in die Schweiz. Darauf ersuchte das Justizministerium des Bundeslands G (nachfolgend: Justizministerium) mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 das Bundesamt fÃ¼r Justiz um Mitteilung, ob die Weigerung des Verurteilten, den Verbleib der Tatbeute zu offenbaren und diese an den Berechtigten herauszugeben, im Rahmen des Entscheids Ã¼ber die bedingte Entlassung nach Schweizer Recht berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nne; nach deutschem Recht sei es dem bedingt zu entlassenden Verurteilten zu­zumuten, zumindest das aus der Tat Erlangte herauszugeben. Nachdem dem Justizministeriums mitgeteilt worden war, dass es im Schweizer Recht keine entsprechende Bestimmung betreffend Tatbeute gebe, lehnte dieses das Ãberstellungsge­such von A mit Schreiben vom 18. MÃ¤rz 2011 ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>A schlug dem Amt fÃ¼r Justizvollzug (nachfolgend: Justizvollzug) mit Schrei­ben vom 15. Mai 2012 vor, gegenÃ¼ber den deutschen BehÃ¶rden die ErklÃ¤rung abzugeben, auf eine bedingte Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe zu verzichten, um den Rest der Strafe in der Schweiz vollziehen zu kÃ¶nnen. Der Justizvollzug wies den Antrag, im Fall der Ãberstellung von A in die Schweiz auf die PrÃ¼fung der be­dingten Entlassung zu verzichten, mit VerfÃ¼gung vom 5. Juni 2012 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Dagegen erhob A am 11. Juli 2012 bei der Direktion der Justiz und des Innern (Justizdirektion) Rekurs und beantragte die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung sowie seine Ãberstellung von Deutschland an die Schweiz bzw. die Abgabe der dazu not­wendigen Zusicherungen an die deutschen BehÃ¶rden. Die Justizdirektion wies den Rekurs mit VerfÃ¼gung vom 20. August 2012 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Darauf gelangte A mit Eingabe vom 21. September 2012 an das Verwaltungsge­richt mit dem Antrag, die angefochtene VerfÃ¼gung sowie diejenige des Justizvollzugs vom 5. Juni 2012 seien aufzuheben. Sodann sei seine Ãberstellung zur VerbÃ¼ssung der Rest­strafe anzuordnen respektive sei den deutschen VollzugsbehÃ¶rden die Bereitschaft hierzu abzugeben. Schliesslich seien den deutschen BehÃ¶rden die von diesen verlangten Zusiche­rungen abzugeben; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zuzÃ¼glich 8 % Mehr­wertsteuer zulasten des Staats. Die Justizdirektion und der Justizvollzug beantragten am 27. September bzw. 2. Oktober 2012 die Abweisung der Beschwerde. A ver­zichtete am 16. Oktober 2012 auf weitere Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der </span><span>vorlie­genden </span><span>Beschwerde zustÃ¤ndig. Nach § 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 VRG fÃ¤llt die Sache in die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¶chte mit seinem Gesuch an den Beschwerdegegner errei­chen, den Rest seiner Strafe in der NÃ¤he seiner Familie verbÃ¼ssen zu kÃ¶nnen. Zu diesem Zweck mÃ¶chte er auf eine bedingte Entlassung nach VerbÃ¼ssung von zwei Dritteln der Strafe verzichten. GemÃ¤ss Art. 3 Ziff. 1 des Ãbereinkommens Ã¼ber die Ãberstellung ver­urteilter Personen vom 21. MÃ¤rz 1983 (SR 0.343; nachfolgend: Ãbereinkommen) kann eine verurteilte Person, die StaatsangehÃ¶rige des Vollstreckungsstaats ist, gestÃ¼tzt auf ein rechtskrÃ¤ftiges Urteil Ã¼berstellt werden, wenn noch mindestens sechs Monate der ver­hÃ¤ngten Sanktion zu vollziehen sind, die sanktionierten strafbaren Handlungen auch nach dem Recht des Vollstreckungsstaats eine Straftat darstellen und sowohl die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden des Urteils- und Vollstreckungsstaats als auch die verurteilte Person mit der Ãberstellung einverstanden sind (vgl. zu den Einzelheiten Art. 3 des Ãbereinkommens). Nach Art. 9 Ziff. 3 des Ãbereinkommens richtet sich der Vollzug der Sanktion nach dem Recht des Vollstreckungsstaats, und dieser Staat allein ist zustÃ¤ndig, alle erforderlichen Entscheidungen zu treffen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Vorinstanz erwog, die Frage der bedingten Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers sei nach dem vorliegend zur Anwendung kommenden Schweizer Recht von Amts wegen zu prÃ¼fen. Nach diesem wÃ¤re er nach dem bereits erfolgten Erreichen der Mindestdauer be­dingt zu entlassen, sofern sein Vollzugsverhalten gut sei und ihm eine gute Legalprognose gestellt werden kÃ¶nne. Eine Verweigerung der bedingten <span>Entlassung</span> aufgrund unzurei­chender oder falscher Angaben Ã¼ber die Tatbeute kenne das Schweizer Recht â im Unter­schied zum deutschen â nicht. Daher kÃ¶nne die Schweiz gegenÃ¼ber Deutschland keine Zu­sicherung abgeben, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht vorzeitig entlassen werde. Da eine bedingte Entlassung auch gegen den Willen der verurteilten Person zu verfÃ¼gen sei, wÃ¼rde auch eine VerzichtserklÃ¤rung des BeschwerdefÃ¼hrers nichts daran Ã¤ndern, dass eine be­dingte Entlassung von Amts wegen zu verfÃ¼gen sei, sofern die Voraussetzungen gegeben seien.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen vor, e<span>r wolle den Rest seiner Strafe in der NÃ¤he seines Wohnorts verbÃ¼ssen kÃ¶nnen, damit ihn Frau und Tochter besuchen kÃ¶nnten. Die </span><span>Schweiz</span><span> habe </span>"<span>die </span>(<span>humanitÃ¤re</span>)<span> Pflicht</span>"<span>, ihm eine Ãberstellung zu ermÃ¶glichen und sei berechtigt, deutsches Recht anzuerkennen. WÃ¼rde sie sich mit seinem EinverstÃ¤ndnis (VerzichtserklÃ¤rung betreffend bedingte Entlassung) bereit erklÃ¤ren, die Vollstreckung der Gesamtstrafe von sechs Jahren ohne ErlassmÃ¶glichkeit zu vollziehen, wÃ¼rde der deutsche Staat seine Zustimmung zur Ãberstellung erteilen. Besuche seiner Ehegattin und seiner Tochter in der JVA B seien seit nunmehr Ã¼ber vier Jahren unmÃ¶glich, da die deutschen BehÃ¶rden seiner Ehegattin schriftlich kein freies Geleit zusicherten, weshalb bei einer allfÃ¤lligen Einreise ihre Festnahme zu befÃ¼rchten wÃ¤re. Seine Situation sei </span>besonders <span>unzumutbar, </span>da<span> er als AuslÃ¤nder als fluchtgefÃ¤hrdet gelte und keinerlei </span><span>Vollzugslockerun­gen</span><span> erhalte.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Voraussetzungen zur Ãberstellung des BeschwerdefÃ¼hrers in die Schweiz sind mit Ausnahme der Einigung des Urteils- und des Vollstreckungsstaats (Art. 3 Ziff. 1 lit. f des </span>Ãbereinkommens<span>) erfÃ¼llt. Das Justizministerium lehnte das Ãberstellungsge­such des BeschwerdefÃ¼hrers "aus general- und spezialprÃ¤ventiven GrÃ¼nden" ab, nachdem ihm die Schweizer BehÃ¶rden auf Anfrage mitgeteilt hatten, dass es im Schweizer Recht keine § 57 Abs. 6 des deutschen Strafgesetzbuchs (DStGB) entsprechende Bestimmung gebe. Nach dieser kann das Gericht davon absehen, die Vollstreckung des Rests einer zeitigen Freiheitsstrafe zur BewÃ¤hrung auszusetzen, wenn die verurteilte Per­son unzureichende oder falsche Angaben Ã¼ber den Verbleib von GegenstÃ¤nden macht, die dem Verfall unterliegen oder nur deshalb nicht unterliegen, weil der verletzten Person aus der Tat ein Anspruch der in § 73 Abs. 1 Satz 2 bezeichneten Art erwachsen ist. Demnach liegt der Grund der Ablehnung des Ãberstellungsgesuchs durch das Justizmi­nisterium zumindest im Hauptpunkt darin, dass nach Schweizer Recht die bedingte Entlas­sung aus dem Strafvollzug nicht verweigert werden kann, wenn die verurteilte Person keine oder falsche Angaben Ã¼ber die Tatbeute macht. Die RechtmÃ¤ssigkeit dieser Ablehnung zu Ã¼berprÃ¼fen steht dem Verwaltungsgericht nicht zu. Zu prÃ¼fen ist jedoch, ob der </span><span>Beschwerdegegner den Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers, im Fall seiner Ãberstellung in die Schweiz auf die PrÃ¼fung der bedingten Entlassung durch die VollzugsbehÃ¶rde zu verzich­ten, zu Recht abgewiesen hat. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach Art. 1 lit. c und d des Ãbereinkommens sind Deutschland Urteilsstaat und die Schweiz <span>Vollstreckungsstaat</span>. Der Vollzug der Sanktion richtet sich gemÃ¤ss Art. 9 Ziff. 3 des Ãbereinkommens nach dem Recht des Vollstreckungsstaats, mithin nach Schweizer Recht. Diese klare Bestimmung belÃ¤sst den BehÃ¶rden des Vollstreckungsstaats entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers keinen Spielraum fÃ¼r eine Rechtswahl oder eine An­wendung deutschen Rechts bzw. einen teilweisen Verzicht auf Anwendung schweizeri­schen Rechts. Das zwingend anwendbare Schweizer Recht kennt die Verweigerung der bedingten <span>Entlassung</span> aufgrund unzureichender oder falscher Angaben Ã¼ber die Tatbeute nicht. Vielmehr hat der Gefangene nach VerbÃ¼ssung von zwei Dritteln seiner Strafe einen Anspruch auf bedingte Entlassung, wenn es sein Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (Art. 86 Abs. 1 des [schweizerischen] Strafgesetzbuchs, StGB). GemÃ¤ss Abs. 2 derselben Bestimmung prÃ¼ft die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde von Amts wegen, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Die bedingte Entlassung stellt weder eine Gunst noch einen Gnadenakt dar, die bzw. </span>den<span> die verurteilte Person </span>nach ihrem GutdÃ¼nken <span>annehmen oder ablehnen kann; sie ist als letzte Stufe im System des progressiven Strafvollzugs ein Instrument der SpezialprÃ¤vention (BGE 101 Ib 452 E. 1; Andrea Baechtold in Basler Kommentar zum Strafrecht, 2. A., Basel 2007, Art. 86 N. 4; Stefan Trechsel/Peter Aebersold in Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2013, Art. 86 N. 2). Das Bundesgericht bejahte im genannten Entscheid zwar die Legitimation des Gefangenen zur Beschwerde gegen seine bedingte Entlassung, doch nicht gegen die Entlassung an sich, sondern </span>ledig­lich<span> gegen Bedingungen, welche der Gefangene fÃ¼r unzumutbar hÃ¤lt und die ihm nur eine</span><span> </span><span>scheinbare Freiheit einrÃ¤umen (vgl. BGE 101 Ib 452 E. 1). Demnach kann der BeschwerdefÃ¼hrer auf seine bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nicht gÃ¼ltig verzichten, denn es handelt sich dabei nicht nur um ein Recht, das ihm zusteht, sondern auch um die letzte Stufe des Strafvollzugs, die ihn auf das Leben in vollstÃ¤ndiger Freiheit vorbereiten soll. Diese vom Gesetz vorgesehene letzte Etappe des Strafvollzugs kann der BeschwerdefÃ¼hrer nicht aus eigenen StÃ¼cken auslassen, ist sie doch ein wichtiges Instrument der </span><span>SpezialprÃ¤vention</span><span>. Aus demselben Grund sieht Art. 86 Abs. 2 StGB vor, dass die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde von Amts wegen zu prÃ¼fen hat, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Im Ãbrigen ist nicht davon auszugehen, dass das Justizministerium das </span>Ãberstellungsgesuch<span> gutheissen wÃ¼rde, wenn eine VerzichtserklÃ¤rung des </span><span>BeschwerdefÃ¼h­rers</span><span> betreffend bedingte Entlassung vorlÃ¤ge, fragte es doch </span>beim Bundesamt fÃ¼r Justiz <span>nicht nach, ob im Fall der Ãberstellung des BeschwerdefÃ¼hrers in die Schweiz mit seiner bedingten Entlassung zu rechnen wÃ¤re, sondern ob unzureichende bzw. falsche Angaben Ã¼ber die Tatbeute im Rahmen eines Entscheids der Schweizer BehÃ¶rden Ã¼ber die bedingte Entlassung massgeblich wÃ¤ren. </span>Letzteres<span> ist </span>im<span> zwingend anwendbaren Schweizer Recht â wie ausgefÃ¼hrt â nicht </span>vorgesehen<span>, weshalb ein Verzicht des </span><span>Be­schwerdefÃ¼hrers</span><span> auf seine bedingte Entlassung am Entscheid des </span><span>Justizminis­teriums</span> wohl nichts <span>Ã¤ndern dÃ¼rfte. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November </span>1950<span> (EMRK) und Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) hat jede Person ein Recht auf Achtung ihres Familienlebens. Dies gilt mit gewissen EinschrÃ¤nkungen auch fÃ¼r Gefangene; ihnen ist daher grundsÃ¤tzlich der Besuch durch Familienmitglieder zu ermÃ¶glichen. Ein Anspruch auf Unterbringung in einer Haftanstalt nahe dem Wohnort von Familienmitgliedern besteht dagegen nicht; vielmehr sind Trennung und Distanz von der Familie unvermeidbare Folgen der Haft (EGMR, 28. Juni 2001, Selmani gegen Schweiz, Nr. 70258/01; Juliane PÃ¤tzold in Ulrich Karpenstein/Franz C. Mayer, EMRK-Kommentar, MÃ¼nchen 2012, Art. 8 N. 55). Einen Anspruch auf Ãberstellung in die Schweiz kann der BeschwerdefÃ¼hrer aus dem Recht auf Familienleben demnach </span>nicht<span> ableiten.</span> Es kann demgemÃ¤ss offengelassen werden, ob ein â und wenn ja welches â (Rang-)VerhÃ¤ltnis zwi­schen der EMRK und dem Ãbereinkommen Ã¼ber die Ãberstellung verurteilter Personen besteht. Dass die deutschen BehÃ¶rden seiner Ehefrau kein freies Geleit schriftlich zusichern wollen, bringt der BeschwerdefÃ¼hrer im Ãbrigen erstmals im Beschwerdeverfahren <span>vor und substanziiert dies nicht weiter. Darauf ist folglich nicht weiter einzugehen, ebenso wenig auf die RÃ¼ge fehlender Vollzugslockerungen, da Letzteres im Kompetenzbereich der fÃ¼r den Strafvollzug zustÃ¤ndigen deutschen BehÃ¶rden liegt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b><span>Demzufolge wurde der Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers, im Fall seiner Ãberstellung in die Schweiz auf die PrÃ¼fung der bedingten Entlassung durch die VollzugsbehÃ¶rde zu verzichten, zu Recht abgewiesen. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerle­gen, und es steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. VRG; § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 1'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesge­richtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustel­lung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>