B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7303/2024 U r t e i l v o m 1 2 . D e z e m b e r 2 0 2 4 Besetzung Richterin Susanne Bolz-Reimann (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Gerichtsschreiber Jonas Perrin. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch Sofie Isler, Rechtsschutz für Asylsuchende, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM vom 13. November 2024 / N (…). D-7303/2024 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 22. Dezember 2011 suchten B._______, geboren am (…) und ihre Kin- der C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…) und F._______, geboren am (…), in der Schweiz um Asyl nach. Mit Verfügung vom 9. Februar 2012 anerkannte das SEM sie als Flüchtlinge und gewährte ihnen Asyl. B. B.a Mit Eingabe vom 13. Juni 2022 stellte B._______ beim SEM ein Ge- such um Einreise und Familienasyl zugunsten des Beschwerdeführers. Dabei mache sie geltend, der Beschwerdeführer sei ihr Ehegatte. B.b Mit Verfügung vom 12. August 2022 wies das SEM das Gesuch um Einreise und Familienasyl ab. B.c Mit Urteil D-4075/2022 vom 17. Oktober 2022 wies das Bundesverwal- tungsgericht die Beschwerde von B._______ vom 15. September 2022 ge- gen die vorgenannte Verfügung des SEM ab. C. Am 25. Juli 2024 reiste der Beschwerdeführer zunächst in die Niederlande und gemäss eigenen Angaben am 27. Juli 2024 weiter in die Schweiz, wo er am 20. August 2024 um Asyl nachsuchte. D. Ein Abgleich mit dem zentralen Visa -Informationssystem (CIS-VIS) vom 21. August 2024 ergab, dass dem Beschwerdeführer am 15. Juli 2024 durch die italienischen Behörden in Vertretung für die Niederlande ein Schengen-Visum mit Gültigkeit vom 16. Juli 2024 bis zum 28. Oktober 2024 ausgestellt worden war. E. Gleichentags – ebenfalls am 21. August 2024 – nahm das SEM die Perso- nalien des Beschwerdeführers auf. F. Anlässlich des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied- staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder D-7303/2024 Seite 3 Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) vom 29. August 2024 er- klärte der Beschwerdeführer im Wesentlichen, er sei am 25. Juli 2024 mit- tels Schengen-Visum in die Niederlande und von dort am 27. Juli 2024 mit dem Zug in die Schweiz eingereist. Er habe in keinem anderen europäi- schen Land um Asyl nachgesucht, auc h verfüge er über keinen Aufent- haltstitel in einem europäischen Land. Er habe seine Ehegattin B._______ im Jahr 1986 im Sudan kennengelernt, wo sie traditionell geheiratet hätten. Seit 13 Jahren würden sie jedoch getrennt leben – er in Eritrea und seine Ehegattin in der Schweiz. Trotz dieser Trennung habe er den Kontakt zu seiner Frau und den gemeinsamen Kindern aufrechterhalten; sie würden jeden Sonntag telefonieren. Vor der Ausreise seiner Ehegattin aus Eritrea hätten sie in einem gemeinsamen Haushalt gel ebt; v on 1988 bis 2004 seien sie gemeinsam in Saudi -Arabien wohnhaft gewesen. Im Jahr 2004 seien sie jedoch aus Saudi -Arabien ausgewiesen worden, woraufhin sie nach Eritrea zurückgekehrt seien. Dort hätten sie bis zum Jahr 2011, als seine Ehegattin Eritrea verlassen habe, gemeinsam gelebt. Trotz der lan- gen Trennung sei B._______ weiterhin seine Ehegattin und sie seien eine Familie. Zwar verfüge er über keine offiziellen Dokumente der Eheschlies- sung, zumal die Hochzeit schon lange her sei. Er könne aber gemeinsame Fotos einreichen; das SEM könne auch einen DNA-Test zur Belegung des Verwandtschaftsverhältnisses zu den Kindern seiner Ehegattin durchfüh- ren lassen. Gleichzeitig gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das rechtliche Ge- hör zu einer allfälligen Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und Weg- weisungsverfahrens der Niederlande und zu einer möglichen Überstellung dorthin. Hierzu gab der Beschwerdeführer an, nicht in die Niederlande ge- hen zu wollen; sein Ziel sei von Anfang an die Schweiz gewesen, um mit seiner Familie zusammenleben zu können. Mit Blick auf den medizinischen Sachverhalt brachte der Beschwerdeführer vor, er leide an Diabetes, Bluthochdruck und Schmerzen an Knie sowie Fuss. Er befinde sich aufgrund seiner Leiden bereits in medizinischer Be- handlung. G. Im Laufe des Asylverfahrens reichte der Beschwerdeführer einen gültigen eritreischen Reisepass im Original, eine Kopie der Aufenthaltstitel von B._______ und ihren Kindern, verschiedene Hochzeits- und Familienfotos, einen ärztlichen Bericht des Augenzentrums (…) vom 19. September 2024, D-7303/2024 Seite 4 einen ärztlichen Kurzbericht des Ambulatoriums (…) vom 7. Oktober 2024, ein Medic-Help Zuweisungsschreiben vom 31. Oktober 2024, einen ärztli- chen Bericht des Stadtspitals (…) vom 12. Oktober 2024 und einen ärztli- chen Kurzbericht des Ambulatoriums (…) vom 21. Oktober 2024 ein. H. Am 2. September 2024 stellte das SEM bei den niederländischen Behör- den ein Gesuch um Aufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO. Das SEM führte den niederländischen Behörden ge- genüber aus, es bezweifle die Beziehung des Beschwerdeführers zu sei- ner angelblichen Ehegattin bis zum Jahr 2011 grundsätzlich nicht, der Be- schwerdeführer habe allerdings lediglich einige Fotos einer traditionellen Eheschliessung, jedoch keine offiziellen Dokumente, die das Bestehen ei- ner Ehe beweisen würden, eingereicht. Aufgrund dieser Umstände sowie der Ablehnung des Gesuchs um Einreise und Familienasyl im Jahr 2022 falle die geltend gemachte Beziehung nicht in den Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK. Da der Beschwerdeführer mit einem gültigen Visum in die Niederlande eingereist sei, seien die niederländischen Behörden für die Durchführung eines nationalen Asylverfahrens zuständig. I. Am 4. September 2024 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer vor- übergehend die Privatunterbringung bei B._______, welche am 25. Sep- tember verlängert wurde. J. Mit Schreiben seiner Rechtsvertretung vom 18. Oktober 2024 stellte der Beschwerdeführer beim SEM ein Gesuch um Einbezug in die Flüchtlings- eigenschaft von B._______. Gleichzeitig erklärte er, er verzichte auf die Prüfung eigener Asylgründe. K. Mit einem weiteren Schreiben vom 18. Oktober 2024 reichte der Beschwer- deführer die Resultate einer DNA-Analyse zu den Akten. Daraus geht her- vor, dass F._______ mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% der gemein- same Sohn des Beschwerdeführers und von B._______ ist und F._______ und C._______ wahrscheinlich Geschwister sind. L. Mit elektronischer Korrespondenz vom 18. Oktober 2024 lehnte das SEM eine weitere Privatunterbringung ab. D-7303/2024 Seite 5 M. Am 28. Oktober 2024 lehnten die niederländischen Behörden das Aufnah- megesuch des SEM vom 2. September 2024 mit der Begründung ab, ge- mäss Art. 9 Dublin-III-VO sei die Schweiz für die Durchführung des natio- nalen Asylverfahrens zuständig. N. Am 30. Oktober 2024 ersuchte das SEM die niederländischen Behörden gestützt auf Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommis- sion vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verord- nung (EG) Nr. 343/2003 um erneute Prüfung des Aufnahmegesuchs (so- genannte Remonstration). Zur Begründung führte das SEM an, die Bezie- hung des Beschwerdeführers zu B._______ falle nicht in den Anwendungs- bereich von Art. 8 EMRK, weshalb Art. 9 Dublin-III-VO nicht anwendbar sei. Aufgrund des erteilten Schengen-Visums für die Niederlande seien ge- stützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO die niederländischen Behörden zur Durchführung des nationalen Asylverfahrens zuständig. O. Am 31. Oktober 2024 stimmten die niederländischen Behörden dem Auf- nahmegesuch des SEM zu. P. Mit Verfügung vom 13. November 2024 – eröffnet am 14. November 2024 – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegwei- sung aus der Schweiz in die Niederlande an und forderte ihn auf, die Schweiz bis spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verla- sen. Gleichzeitig stellte es fest, dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme, verfügte die Aushändigung der editi- onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis und beauftragte den Kanton G._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. Q. Mit Eingabe seiner Rechtvertretung vom 21. November 2024 erhob der Be- schwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean- tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz sei an- zuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und ihm gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Sache zur vollständi- gen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zu r Gewäh- rung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. D-7303/2024 Seite 6 Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er verschiedene Familienfotos und Bildschirmfotos der Anrufverzeichnisse eines Mobiltelefons ein. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, Erlass eines super provisorischen Vollzugs- stopps und Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einschliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kostenvorschusses. R. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 22. November 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). Gleichentags verfügte die Instruktionsrichterin einen superprovisorischen Vollzugsstopp. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rec htserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-7303/2024 Seite 7 2. 2.1 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter Einschränkung der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine B egründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H., 2009/54 E. 1.3.3). 2.3 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde die Gewährung von Asyl gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG beantragte, ist Folgendes fest- zustellen: Anfechtungsobjekt in einem Verfahren vor dem Bundesverwal- tungsgericht bildet der angefochtene vorinstanzliche Entscheid. Das zent- rale Element einer Verfügung ist das Dispositiv; grundsätzlich erwächst nur dieses in Rechtskraft und begrenzt den Umfang des Streitgegenstands entsprechend (BGE 113 V 159 E. 1c; BVGE 2009/54 E. 1.3.3). Vorliegend verfügte die Vorinstanz das Nichteintreten gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG; einen materiellen Entscheid betreffend die Gewährung von Asyl gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG fällte sie hingegen nicht. 2.4 Die Frage der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie der Ge- währung von Asyl – vorliegend das Begehren um Asylgewährung gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG – bildet demnach nicht Gegenstand des angefoch- tenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorlieg enden Verfahrens. Daran ändert auch der Verweis in der Beschwerde auf das Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts E-935/2021 vom 16. März 2021 nichts, zumal das SEM im erwähnten Verfahren eine materielle Prüfung der Vor - aussetzungen von Art. 51 Abs. 1 AsylG vorgenommen hatte, während es im vorliegenden Verfahren Erwägungen im Zusammenhang mit Art. 51 Abs. 1 AsylG lediglich zur Begründung ihres Nichteintretens gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG anführte. 2.5 Nach dem Gesagten ist auf das Begehren, es sei dem Beschwerdefüh- rer gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG Asyl zu gewähren, nicht einzutreten. D-7303/2024 Seite 8 Entsprechend ist auf die diesbezügliche Beschwerdebegründung nicht weiter einzugehen. 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin -III-VO. Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref- fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu- ständigen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 4.3 Im Fall ei nes sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri- terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Si- tuation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in ei- nem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin -III-VO) (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 5. 5.1 Zur Begründung seines Nichteintretensentscheids vom 13. November 2024 führte das SEM im Wesentlichen an, der Abgleich mit dem CIS-VIS habe ergeben, dass dem Beschwerdeführer am 15. Juli 2024 durch die ita- lienischen Behörden in Eritrea in Vertretung der Niederlande ein Schen- gen-Visum ausgestellt worden sei, gültig vom 16. Juli 2024 bis zum 28. Ok- tober 2024. Die niederländischen Behörden hätten dem Aufnahmegesuch des SEM gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO zugestimmt, weshalb die D-7303/2024 Seite 9 Niederlande für die Durchführung des Asylverfahrens des Beschwerdefüh- rers zuständig seien. Daran ändere auch der Antrag des Beschwerdeführers auf Familienasyl im Sinne vom Art. 51 Abs. 1 AsylG nichts. Die Gewährung von Familienasyl setze das Bestehen einer schützenswerten Beziehung voraus; das Institut des Familienasyls diene weder der Aufnahme von neuen beziehungsweise von zuvor noch gar nicht gelebten familiären Beziehungen noch – wie vor- liegend – der Wiederaufnahme von zuvor abgebrochenen Beziehungen. Wie bereits in der Verfügung des SEM vom 12. August 2022 festgestellt worden sei, sei angesichts der langen Trennung des Beschwerdeführers von B._______ nicht vom Bestehen einer schützenswerten Beziehung auszugehen. Diese Feststellung sei auch aktuell noch zutreffend; das Vor- bringen des Beschwerdeführers, er habe regelmässigen telefonischen Kontakt mit B._______ und seinen Kindern gepflegt, vermöge an der Ein- schätzung in der erwähnten Verfügung nichts zu ändern. Zwar bestreite das SEM das Bestehen einer Beziehung bis zum Jahr 2011 nicht. Der Um- stand, dass der Beschwerdeführer während des laufenden Verfahrens in der Schweiz vorübergehend bei B._______ untergebracht worden sei, deute jedoch lediglich darauf hin, dass sich die Beziehung beziehungs- weise der Wille zur Familienvereinigung erst kürzlich intensiviert habe. Es sei somit nicht vom Bestehen einer schützenswerten Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK auszugehen. Ausserdem sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz einzig mit dem Ziel der Familienzusammenfü hrung, nicht jedoch der Prü- fung eigener Fluchtgründe, um Asyl nach gesucht habe. Dies sei als Um- gehung der einschlägigen ausländerrechtlichen Bestimmungen zum Fami- liennachzug zu qualifizieren und deshalb nicht zu schützen. Es stehe ihm jedoch frei, ein ausl änderrechtliches Gesuch um Erteilung einer Aufent- haltsbewilligung beziehungsweise um ausländerrechtlichen Familiennach- zug bei den zuständigen kantonalen Behörden zu stellen. Die Voraussetzungen des Art. 51 Abs. 1 AsylG seien nicht erfüllt. Da die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und B._______ nicht in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK falle, gelte B._______ nicht als Familien- angehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO; dasselbe gelte für die bereits erwachsenen Kinder. Schliesslich sei auch k ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO oder humanitäre Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 D-7303/2024 Seite 10 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) i.V.m. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO ersichtlich, welche ein Eintreten im vorliegen- den Fall rechtfertigen würden. 5.2 Diesen Ausführungen im angefochtenen Entscheid entgegnete der Be- schwerdeführer in seiner Beschwerde, dass er der Ehegatte einer Schutz- berechtigten sei und somit als «Familienangehöriger» einer in der Schweiz schutzberechtigten Person im Sinne von Art. 2 Bst. g i.V.m. Art. 9 Dublin- III-VO gelte. Die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ver- lange für die Qualifikation als Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO für formelle Ehegatten kein e weiteren Voraussetzun- gen; das Kriterium der dauerhaften, gelebten beziehungsweise schützens- werten Beziehung sei nicht anwendbar. Die eingereichten Familien- und Hochzeitsfotos sowie die Ergebnisse der DNA-Analyse vom 12. Oktober 2024 seien geeignet, das Bestehen einer Ehe zu belegen. Die Vorinstanz habe die geschilderte Eheschliessung in Sudan nicht bestritten; auch im Aufnahmeersuchen an die niederländi- schen Behörden habe sie festgestellt, dass keine Zweifel am Bestehen ei- ner Ehe bestünden. Gemäss Art. 45 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG, SR 291) werde eine im Ausland geschlossene Ehe in der Schweiz grundsätzlich anerkannt. Dies gelte etwa dann, wenn die Ehe nach heimat- lichem Recht mindestens eines der Ehegatten gültig zustande gekommen sei. Gemäss Art. 520 und 521 des eritreischen Zivilgesetzbuches seien re- ligiös beziehungsweise «nach lokalem Brauch» geschlossene Ehen rechtsgültig, einer behördlichen Registrierung komme lediglich deklaratori- sche Wirkung zu. Demnach sei die Schweiz gestützt auf Art. 9 Dublin-III-VO verpflichtet, auf das Asylgesuch einzutreten und ein nationales Asylverfahren durchzufüh- ren. 6. 6.1 Mit Blick auf eine allfällige Zuständigkeit der Schweiz zur Durchführung des nationalen Asyl- und Wegweisungsverfahrens des Beschwerdeführers und somit zur möglichen Eintretenspflicht auf sein Asylgesuch vom 20. Au- gust 2024 stellt das Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest: Aufgrund des Prinzips der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO scheidet eine Zuständigkeit gestützt auf Art. 12 Abs. 2 D-7303/2024 Seite 11 Dublin-III-VO aus, sofern sich eine Zuständigkeit – wie in der Beschwerde vorgebracht – bereits aus Art. 9 Dublin-III-VO ergibt. 6.1.1 Gemäss Art. 9 Dublin-III-VO ist derjenige Mitgliedstaat für die P rü- fung eines Antrags auf internationalen Schutz zuständig, in welchem sich eine familienangehörige Person – ungeachtet der Frage, ob die Familie bereits im Herkunftsland bestanden hat – befindet, die in ihrer Eigenschaft als Begünstigte internationalen Sch utzes in diesem Mitgliedstaat aufent- haltsberechtigt ist, sofern die betreffenden Personen diesen Wunsch schriftlich kundtun. 6.1.2 Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung kann sich der Beschwerdeführer direkt auf Art. 9 Dublin-III-VO berufen. Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO, welcher die Familienangehörigen definiert, stellt für (for- melle) Ehegatten keine weiteren Voraussetzungen auf, wohingegen für nicht verheiratete Partner eine dauerhafte Beziehung verlangt wird (vgl. BVGE 2017VI/1 E. 4.2 m.w.H., bereits 2015/41 E. 8.1). Dies geht – mit Blick auf Art. 1a Bst. e AsylV 1, wonach sich im Dublin -Verfahren die Begriffe Familienangehörige und Verwandte nach der Dublin-III-VO richten – bereits aus dem Wortlaut von Art. 9 Dublin -III-VO («ungeachtet der Frage, ob die Familie bereits im Herkunftsland bestanden hat») hervor. 6.1.3 Zunächst ist festzustellen, dass vorliegend sowohl der Beschwerde- führer als auch B._______ ihren Wunsch im Sinne von Art. 9 Dublin-III-VO schriftlich kundgetan haben (vgl. die Gesuch e um private Unterbringung bei B._______, SEM-eAkten […] -12/2, […] -21/2, […] -24/2, […] -29/3, […] -34/2, und die von B._______ erteilte Vollmacht zur Akteneinsicht, SEM - eAkte […] -22/2). 6.2 Demnach stellt sich im vorliegenden Verfahren einzig die Frage, ob der Beschwerdeführer Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g i.V.m. Art. 9 Dublin-III-VO ist. Entscheidend – und für die Zuständigkeitsbegrün- dung nach Art. 9 Dublin-III-VO hinreichend – ist somit die Frage, ob der Beschwerdeführer als Ehegatte im Sinne der Bestimmungen der Dublin - III-VO gilt beziehungsweise, ob vorliegend eine anerkennungsfähige Ehe gegeben ist. 6.2.1 Eheschliessungen sind gemäss ständiger Rechtsprechung des Bun- desverwaltungsgerichts stets «in favor matrimonii» zu betrachten (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2007 Nr. 7 E. 4.2 m.w.H.). Im Zweifelsfall ist demnach von der D-7303/2024 Seite 12 Gültigkeit der Ehe (beziehungsweise des Eheschlusses) auszugehen. Diese Bestimmung ist Ausdruck des g esetzgeberischen Willens, das Zu- standekommen und den Bestand der Ehe zu begünstigen und sie steht im Einklang mit dem verfassungs - und völkerrechtlichen Schutz der Ehe (Art. 14 BV, Art. 9 Abs. 1 und Art. 12 EMRK). Nach herrschender Lehre ist Art. 45 IPRG so zu verstehen, dass die Ehe nach dem Recht am Ort der Eheschliessung oder des Wohnsitz- oder Heimatstaates wenigstens einer der Heiratswilligen gültig sein muss (vgl. Urteile des BVGer D -6924/2019 vom 28. Januar 2020 E. 4.2.2, E-1721/2019 vom 28. Juni 2019 E. 4.2.2 je m.H.). 6.2.2 Die Anforderungen an den Beweis der Ehe im Sinne von Art. 9 i.V.m. Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO richten sich nach den der Verordnung zugrunde- liegenden allgemeinen Beweisregeln, insbesondere nach Art. 22 Abs. 2–5 und dem Anhang II der D urchführungsverordnung (EU) Nr. 118/2014 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 mit Durchführungsbestim- mungen zur Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü- fung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat ge- stellten Asylantrags zuständig ist ( Durchführungsverordnung) (vgl. CHRIS- TIAN FILZWIESER/ ANDREA SPRUNG, Dublin-III-Verordnung, Das europäische Asylzuständigkeitssystem, 2014, K7 zu Art. 9 D ublin-III-VO). Nach Art. 22 Abs. 4 Dublin-III-VO darf das Beweiserfordernis nicht über das für die An- wendung der Verordnung erforderliche Beweismass hinausgehen. 6.2.3 Der eritreische Staat anerkennt drei Arten der Eheschliessung: zivil, religiös und nach Brauchtum. Bei allen Arten wird die Heirat direkt nach der Zeremonie rechtsgültig. Die amtliche Registrierung der Heirat ist zwar ob- ligatorisch, ein Unterlassen führt aber nicht zur Ungültigkeit der Ehe (SEM, Focus Eritrea, Identitäts- und Zivilstandsdokumente vom 21. Januar 2021, S. 5 und 16 f. ; vgl. auch Urteil des BVGer A -490/2021 vom 23. Februar 2022 E. 5.3 ff). 6.2.4 Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe B._______ im Jahr 1986 in Sudan traditionell beziehungsweise nach Brauchtum geheiratet. Angesichts der im Verfahren vor dem SEM und den im Beschwerdeverfah- ren eingereichten Hochzeits- und Familienfotos, den Resultaten der DNA- Analyse vom 12. Oktober 2024 betreffend den gemeinsamen Sohn und die übrigen Kinder und dem Umstand, dass auch das SEM die geltend ge- machten familiären Verhältnisse bis zum Jahr 2011 nicht in Zweifel zieht, ist vorliegend – mit Blick auf den Grundsatz «in favor matrimonii» und auf D-7303/2024 Seite 13 die Beweisregeln von Art. 21 Abs. 3 und 22 Abs. 3 und 4 Dublin -III-VO i.V.m. Anhang II der Durchführungsverordnung – vom Bestehen einer an- erkennungsfähigen Ehe im Sinne von Art. 45 IPRG auszugehen. 6.2.5 An dieser Einschätzung vermag – wie bereits in E. 6.1.2 dargetan – der Einwand des SEM, es bestehe keine schützenswerte Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK beziehungsweise Art. 51 Abs. 1 AsylG, nichts zu ändern, zumal sich die Begriffe im Dublin -Verfahren nach der Dublin-Ver- ordnung richten ( Art. 1a Bst. e AsylV 1), und nicht, wie fälschlicherweise von der Vorinstanz angenommen, nach Art. 51 Abs. 1 AsylG beziehungs- weise nach Art. 8 EMRK. Für die Zuständigkeitsbestimmung nach Art. 9 Dublin-III-VO ist die Qualifikation als Familienangehöriger unabhängig vom Vorbestehen einer Familiengemeinschaft. Diese sich berei ts aus dem Wortlaut der genannten Bestimmungen ergebenden Schlüsse haben indes auch explizit Einzug in die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge- richts gefunden (vgl. hierzu BVGE 2017 VI/1 E. 4.2; so bereits auch 2015/41 E. 8.1). 6.3 Damit sind die Voraussetzungen des Art. 9 Dublin-III-VO vorliegend er- füllt, woraus sich eine Zuständigkeit der Schweiz zur Durchführung eines nationalen Asyl- und Wegweisungsverfahrens ergibt. An der Pflicht zur Ausübung der Zuständigkeit der Schweiz ändert indes auch die Zustim- mung der niederländischen Behörden vom 31. Oktober 2024 im Rahmen des Remonstrationsverf ahrens nichts . Ausschlaggebend für die Bestim- mung der Zuständigkeit nach der Dublin -III-VO ist nicht, ob der ersuchte Mitgliedstaat seine Zustimmung gegeben hat, sondern, welcher Mitglied- staat nach den Kriterien des Kapitels III der Dublin-III-VO zuständig ist. 7. 7.1 Mit Blick auf die weitere Argumentation der Vorinstanz ist e rgänzend festzuhalten, dass – entgegen ihrer Ansicht – in der Stellung eines Asylge- suchs vorliegend keine Umgehung der ausländerrechtlichen Bestimmun- gen betreffend die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung beziehungsweise betreffend die ausländerrechtliche Familienzusammenführung zu erken- nen ist. Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG wird Ehegatten von Flüchtlingen mit Asyl grundsätzlich ebenfalls Asyl gewährt, sofern keine besonderen Um- stände dagegensprechen. Vorliegend verfügt die Ehegattin des Beschwer- deführers als anerkannte Flüchtlingsfrau über eine Aufenthaltsbewilligung B (vgl. SEM-eAkte 1353348-13/4). Damit fällt der vorliegende Sachverhalt in den Anwendungsbereich von Art. 51 Abs.1 AsylG. Zwa r hat der Be- schwerdeführer gemäss Art. 5 AsylV 1 einen Anspruch auf Prüfung der D-7303/2024 Seite 14 eigenen Asylvorbringen; daraus lässt sich jedoch keinesfalls schliessen, dass eine Pflicht zur Geltendmachung eigener Asylvorbringen bestehen würde. Demnach ist das vom Beschwerdeführer gewählte Vorgehen – ein Gesuch an das SEM um Einbezug in das Asyl seiner Ehegattin zu stellen – nicht zu beanstanden, vielmehr handelt es sich hierbei grundsätzlich um das zutreffende Verfahren. 7.2 Daran vermag auch die von der Vorinstanz angeführte Rechtsprechung nichts zu ändern, zumal diese nicht vergleichbare Sachverhalte betrifft. Im Urteil D-5268/2017 vom 22. Juni 2018 verfügte der Partner der Beschwer- deführerin über einen Schutzstatus in Italien; im Verfahren EMARK 2022 Nr. 6 ging es in der Sache um die Frage des Familiennachzugs einer Per- son mit Niederlassungsbewilligung, weshalb in jenem Verfahren die aus- länder- und nicht asylrechtlichen Bestimmungen zur Anwendung kamen. 7.3 Schliesslich ist die Vorinstanz auch darauf hinzuweisen, dass im Rah- men der Prüfung von Art. 51 Abs. 1 – anders als bei einem Gesuch nach Art. 51 Abs. 4 AsylG – nicht entscheidend ist, ob die Familiengemeinschaft vorbestanden hat und durch die Flucht getrennt worden ist (vgl. BVGE 2017 VI/4 E. 3.1, 4.2–4.4). 8. Nach dem Gesagten besteht eine Zuständigkeit der Schweiz zur Durchfüh- rung eines nationalen Asylverfahrens gestützt auf Art. 9 Dublin-III-VO. 9. 9.1 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die angefochtene Verfügung vom 13. November 2024 ist deshalb auf- zuheben und das SEM anzuweisen, auf das Asylgesuch des Beschwerde- führers einzutreten und diese im nationalen Asylverfahren zu behandeln. 9.2 Angesichts dieses Verfahrensausgangs erübrigt sich eine Prüfung der eventualiter gestellten Anträge auf Rückweisung der Sache. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung wird damit gegenstandslos. Gleiches gilt, angesichts des direkten Entscheids in der Sache, für den Antrag auf Verzicht auf Er- hebung eines Kostenvorschusses, D-7303/2024 Seite 15 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung auszu- richten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechts- vertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). (Dispositiv nächste Seite) D-7303/2024 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfügung des SEM vom 13. November 2024 wird aufgehoben. 3. Das SEM wird angewiesen, sich für das Asylverfahren des Beschwerde- führers für zuständig zu erklären und das Asylgesuch materiell zu prüfen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Susanne Bolz-Reimann Jonas Perrin Versand: