B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-747/2011 U r t e i l v o m 1 8 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Daniel Stufetti, Gerichtsschreiberin Marisa Graf. Parteien A._______, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand AHV, freiwillige Versicherung, Beiträge. C-747/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am 4. Juli 1954 geborene, verheiratete Schweizerbürgerin A._______ (im Folgenden : Beschwerdeführerin) wanderte am 1. Januar 2007 nach Kanada aus, wo sie seither ununterbrochen zusammen mit ihrem Eh e- mann lebt. Per 1. Januar 2007 wurde sie von der Schweizerischen Aus- gleichskasse (SAK, im Folgenden auch: Vorinstanz) in die freiwillige AHV/IV aufgenommen (vgl. vorinstanzliche Akten [ im Folgenden: act.] 12). Im Hinblick auf die Beitragsfestsetzung für das Jahr 2008 gab die Beschwerdeführerin an, seit 2006 in Kanada einen Rebberg zu bewir t- schaften, wobei ihr nicht erwerbstätiger, pensionierter Ehemann ihr helfe. Im Jahr 2008 habe sie keinen Gewinn erwirtschaftet; erstmals sei im Jahr 2009 eine Ernte und damit ein Gewinn zu erwarten. Die Beschwerdefüh- rerin legte zum Beweis die Erfolgsrechnung der Firma X._______ für das Jahr 2008 ins Recht. Dieser ist zu entnehmen , dass die X._______ im 2008 ein en Verlust von CAD 7'326.93 erwirtschaftete (vgl. act. 13) . Mit Verfügung vom 6. Februar 2009 hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für das Jahr 2008 mangels eines beitragspflichtigen Einkommens den AHV/IV -Mindestbeitrag in Rechnung gestellt (vgl. act. 15). B. Im Hinblick auf die strittige Beitragsfestsetzung für das Jahr 2009 gab die Beschwerdeführerin mit Erklärung vom 25. Januar 2010 an, im Jahr 2009 mit dem Verkauf der Ernte einen Gewinn von CAD 14'662.96 erwirtschaf- tet zu haben. Sie machte geltend, auf den Aktiven der Firma X._______ bis anhin keine Abschreibungen vorgenommen zu haben, weshalb der erwirtschaftete Gewinn um den Betrag der nachzuholenden Abschreibun- gen zu reduzieren sei. Nach Vornahme dieser Gewinnreduktion resultiere auch im 2009 kein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit (vgl. act. 16) . Mit Schreiben vo m 4. August 2010 forderte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin auf, gewisse im Schreiben bezeichnete Unterlagen, unter anderem die "von den Behörden akzeptierte Steuererklärung", i n- nert 30 Tagen einzureichen, die Rechtsform der Unternehmung mitzute i- len un d im Falle einer Teilhaberschaft ihre prozentuale Beteiligung am Unternehmen anzugeben (act. 18). Die Beschwerdeführerin reichte innert Frist gewisse Unterlagen ein , bezüglich der Steuerunterlagen begnügte sie sich allerdings damit , bloss einen einseitigen Auszug aus der sie betreffenden kanadischen Veranlagungsverfügung für das Jahr 2009 ins Recht zu legen (act. 19). Auf dem ihr von der Vorinstanz ebenfalls am C-747/2011 Seite 3 4. August 2010 zugestellten Formular "Eigentümer/in von landwirtschaft - lichen Betrieben (selbstän dige Erwerbstätigkeit)" deklarierte die B e- schwerdeführerin einen jährlichen Eigenmietwert von "CAD 6'000.00 pro Person bei 2 Personen" (vgl. act. 18 und 19). Darüber hinaus machte die Beschwerdeführerin innert Frist weder Angaben zur Rechtsform der U n- ternehmung noch zur prozentualen Beteiligung am Unternehmen. C. Mit Beitragsverfügung für das Jahr 2009 vom 14. September 2010 setzte die Vorinstanz das jährliche Einkommen der Beschwerdeführerin aus dem landwirtschaftlichen Betrieb auf CAD 14'717.10 bzw. auf Fr. 14'122.23, das "andere Einkommen" auf Fr. 11'514.96 fest (unter An- wendung eines Umrechnungskurses von 0.95958) , so dass ein beitrags- pflichtiges Einkommen von total Fr. 25'600.– resultierte, was zu einem AHV/IV-Beitrag von Fr. 2'584.05 (inkl. Verw altungskosten) führte. Das Einkommen aus dem landwirtschaftlichen Betrieb entspricht dem in der Erfolgsrechnung der Firma X._______ ausgewiesenen Gewinn per 2009, zuzüglich Grundstücksteuern von CAD 66.29 (Aufwand - position 3023) , das "andere Einkommen" von Fr. 11'514.96 dem von der Beschwer deführerin deklarierten Eigenmietwert von zweimal CAD 6'000.– (vgl. act. 20 und 21). D. Die Beschwerdeführerin erhob gegen die Verfügung der Vorinstanz am 6. Oktober 2010 Einsprache mit der Begr ündung, die Unternehmens - aktiven seien mit einem Betrag von insgesamt ca. CAD 60'000.– bzw. mit einem solchen von jährlich Fr. 2'737.50 abzuschreiben und dieser Betrag sei vom Gewinn abzuzie hen. Zudem sei vom Gewinn der Eigen - kapitalzins in der Höhe von 2. 5% des Eigenkapitals in Abzug zu bringen. Bei einem Eigenkapital von CAD 109'020.– belaufe sich der jährliche Ab- zug somit auf Fr. 2'615.–. S chliesslich könne ihr kein "anderes Einko m- men" angerechnet werden (vgl. act. 22). E. In Bestätigung der Verfügung vom 14. September 2010 wies die Vorin- stanz die Einsprache mit Entscheid vom 24. Dezember 2010 ab . Zur Be- gründung führte sie im Wesentlichen aus, die geltend gemachten Abzüge seien ebenso wenig belegt wie die Höhe des Eigenkapitals sowie die Be- hauptung, dass das Eigenkapital der Beschwerdeführerin gehöre. I m Übrigen sei nicht ersichtlich, um welche Unternehmensform es sich bei der Firma X._______ handle (act. 24). C-747/2011 Seite 4 F. Mit Eingabe vom 20. Januar 2010 (recte: 2011) erhob die Beschwerde- führerin beim Bundesve rwaltungsgericht Beschwerde und beantragte sinngemäss, ihr beitragspflichtiges Einkommen sei auf Fr. 8'769. – festzu- setzen oder aber der Bruttoertrag aus dem Verkauf der Weintrauben sei je zu 50% auf sie und ihren Ehema nn, der ihr helfe, zu verteilen – oder aber die Beiträge seien gestützt auf das Familieneinkommen festzulegen. Zur Begründung ihrer Anträge führte die Beschwerdeführerin zunächst aus, bei der Firma X._______ handle es sich um eine Einzel firma. Als- dann machte sie geltend, das "mit meinem Gatten gemeinsame Eigenka- pital" weise zwar einen Buchwert in der Höhe von CAD 109'020.– auf, betrage effektiv aber bloss ca. CAD 50'000. –. Aus diesem Grund sei der im Jahr 2009 erwirtschaftete Gewinn um den Betrag der längst fälligen Abschreibungen und die Eigenkapitalverzinsung von insgesamt Fr. 5'352.– zu reduzieren. G. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2011 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesent - lichen aus, die Eigentumsverhältnisse an der Firma X._______ seien wei- terhin unklar. Vom Vorliegen einer Einzelfirma könne entgegen den Anga- ben der Beschwerdeführerin nicht ausgegangen werden. Eine Einzelfirma werde nur von einer natürlichen Person betrieben. Der Ehemann der B e- schwerdeführerin werde j edoch in zahlreichen Geschäfts - und Steuer - sowie weiteren Unterlagen ebenfalls erwähnt. Weiter seien die geltend gemachten Abschreibungen nicht ausgewiesen. Im Übrigen behaupte die Beschwerdeführerin weder neue Tatsachen noch bringe sie neue Unter- lagen bei, die ein Abweichen von der ursprünglichen Beurteilung bewi r- ken könnten. H. Mit Replik vom 24. März 2011 machte die Beschwerdeführerin geltend, die Einzelfirma X._______, also "Land und Betriebsmittel/Eigen kapital etc.", gehöre ihrem Ehemann . Aufwand un d Ertrag der Firma seien für die Bestimmung ihres Erwerbseinkommens somit irrelevant. Die Beschwerdeführerin schlug vor , ihr statt dessen einen Lohn von CAD 9'000.– pro Jahr anzurechnen, was bei geschätzten 1'000 Arbeit s- stunden pro Jahr einem Stundenlohn von CAD 9.– entspreche. Der Min- destlohn in Kanada betrage CAD 8.– pro Stunde. Die Beschwerdeführerin legte weitere Auszüge aus ihrer eigenen sowie der kanadischen Steue r- erklärung ihres Ehemanns ins Recht. C-747/2011 Seite 5 I. Mit Duplik vom 13. Mai 2011 hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag fest. Zur Begründung führte sie unter Verweis auf die neu eingereichten Steuer - unterlagen aus, der Ehemann der Beschwerdeführerin sei erwiesener - massen zu 70% Eigentümer und die Beschwerdeführerin möglicherweise zu 30% Eigentümerin des landwirtschaftlichen Betriebs. Sichere Angaben im Zusammenhang mit der Beteiligung der Beschwerdeführerin könnten jedoch mangels Einreichung der vollständigen Steuerunterlagen nicht ge- macht werden. Ebensowenig sei die Ermittlung eines hypothetischen Ein- kommens auf Seiten der Beschwerdeführerin möglich. Abschliessend hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin vermöge mit ihren Au s- führungen in der Replik und mit den neuen Unterlagen kein Abweichen von der ursprünglichen Beurteilung zu bewirken. J. Auf die Ausführungen der Parteien und die vorgelegten Unterlagen ist – soweit erforderlich – in den folgenden Erwägungen näher einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85 bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) beurteilt das Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfü- gungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. d bis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 ü ber das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des So - zialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil ge- regelte Alters - und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem B undesver- waltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt C-747/2011 Seite 6 ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren als Partei teilgenommen. Als Verfügungsadr essatin ist sie durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat an deren Aufhebung bzw. Änd e- rung ein schutzwürdiges Interesse. Sie ist daher im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten. 2. 2.1 Die B eschwerdeführerin ist Schweizer bürgerin. Die Beurteilung der Richtigkeit der Beitragsverfügung für das Jahr 2009 richtet sich daher in materiell- und verfahrensrechtlicher Hinsicht nach Schweizer Recht. 2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mas s- gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbesta n- des Geltung hatten (vgl. BGE 130 V 329 E. 2.3). Die Beurteilung der stri t- tigen Beiträge für das Jahr 2009 richtet sich demzufolge insbesondere nach der Verordnung vom 26. Mai 1961 über die freiwillige Alters-, Hinter- lassenen- und Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111) in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung. 2.3 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung und des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 3. Im Folgenden sind vorab die vorliegend relevanten Normen und Recht s- grundsätze darzustellen. 3.1 Grundsätzlich sind beitragspflichtig die unselbständig erwerbstätigen, die selbständig erwerbstätigen und die nicht erwerbstätigen Versicherten (vgl. Art. 3 AHVG sowie speziell für die freiwillige Versicherung Art. 2 AHVG und Art. 13a VFV), wobei die Modalitäten der Beitragsbemessung für diese Versichertenkreise teilweise unterschiedlich ausgestaltet sind (vgl. im Grundsatz Art. 5 -7 AHVG für unselbständig erwerbstätige Ver - sicherte, Art. 8 f. AHVG für selbständig erwerbstätige Versicherte und Art. 10 AHVG für nicht erwerbstätige Versicherte). Massgebend für die Bemessung der Beiträge für die freiwillige Versicherung im Jahr 2009 ist bei erwerbstätigen Versicherten das im Jah r 2009 tatsächlich erzielte E r-C-747/2011 Seite 7 werbseinkommen, bei nichterwerbstätigen Versicherten das im Jahr 2009 tatsächlich erzielte Renteneinkommen und der Vermögensstand am 31. Dezember 2009 (Art. 14 Abs. 2 VFV). 3.2 Gemäss Art. 20 Abs. 1 der Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101), welcher gestützt auf Art. 25 VFV vorliegend anwendbar ist, sind die Beiträge auf dem in einem Betrieb erzielten Einkommen aus selb ständiger Erwerbs- tätigkeit vom Eigentümer, bei Pacht oder Nutzniessung vom Pächter oder Nutzniesser, zu entrichten. In Zweifelsfällen hat derjenige die Beiträge zu entrichten, der für das entsprechende Einkommen steuerpflichtig ist oder, wenn dafür keine Steuerpflicht besteht, den Betrieb auf eigene Rechnung führt. Gemäss dem gestützt auf Art. 25 VFV ebenfalls anwendbaren Art. 20 Abs. 3 AHVV haben die Teilhaber von Kollektiv - und Kommandit- gesellschaften sowie von anderen auf einen Erwerbszweck gerichteten Personengesamtheiten ohne juristische Persönlichkeit die Beiträge von ihrem Anteil am Einkommen der Personengesamtheit zu entrichten. 3.3 Art. 43 Abs. 1 ATSG schreibt vor, dass der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erfor- derlichen Auskünfte einzuholen hat. Er darf die zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts notwendigen Abklärungen nicht in das Einspracheverfahren verschieben (vgl. BGE 132 V 368 E. 5 mit weiteren Hinweisen). Laut Art. 5 VFV sind die freiwillig Versicherten aber gehalten, der Au s- landvertretung, der Ausgleichskasse oder der IV-Stelle für Versicherte im Ausland alle zur Durchführung der freiwilligen Versicherung benötigten Angaben zu machen und auf Verlangen des Versicherungsträgers deren Richtigkeit zu belegen. Die für die Beitragsfestsetzung erforderlichen A n- gaben haben die Versicherten der Ausgleichskasse innert 30 Tagen nach Ablauf des Beitragsjahres zu liefern (Art. 14b Abs. 1 VFV). 3.4 Gemäss Art. 17 Abs. 1 VFV muss die Ausgleichskasse in nert zweier Monate schriftlich unter Ansetzung einer Nachfrist von 30 Tagen mahnen, wenn die nötigen Angaben zur Beitragsfestsetzung nicht fristgemäss g e- macht werden. Wird auch die Nachfrist nicht eingehalten, so sind, falls bereits Beiträge in der freiwilligen Versicherung entrichtet wurden, die ge- schuldeten Beiträge durch Veranlagungsverfügung , nötigenfalls durch amtliche Veranlagung, festzusetzen (vgl. etwa Entscheid des Bundesve r- waltungsgerichts C-2966/2007 vom 25. Februar 2010 E. 3.4). C-747/2011 Seite 8 4. Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz den AHV/IV-Beitrag für das Jahr 2009 richtig ermittelt und festgesetzt hat. 4.1 Zur Beurteilung dieser Frage muss im Hinblick auf Art. 20 Abs. 1 und 3 AHVV zunächst geklärt werden, in welcher Rechts form die Firma X._______ organisiert und wer deren Eigentümer ist bzw. in welchem Umfang die Beschwerdeführerin und deren Ehemann an der Firma betei- ligt sind. 4.2 In Bezug auf die Rechtsform der und die Eigentumsverhältnisse an der Firma X._______ bestehen bis heute Unklarheiten. Zu Beginn des Verfahrens vermittelte die Beschwerdeführerin mit ihrer Aussage, sie be- wirtschafte den Rebberg, den Eindruck, sie allein sei Eigentü merin der Firma X._______. I n der Beschwerde ans Bundesverwal tungsgericht machte sie alsdann jedoch geltend, das in der Firma X._______ investier- te Eigenkapital gehöre ihr und ihrem Ehemann gemeinsam . In der Replik stellte sie sich schliesslich auf den Standpunkt, das zum Weingut ge höri- ge Land, die Betriebsmittel und das Eigenkapital etc. gehörten ihrem Ehemann. Die Beschwerdeführerin hat mit ihren widersprüchlichen Au s- sagen somit nicht zur notwendigen Klärung der Frage beigetragen, in welcher Rechtsform die Firma X._______ organisiert und wer de ren Ei- gentümer ist. 4.3 Die Vorinstanz war sich bereits beim Erlass der angefochtenen Ver - fügung bewusst, dass es unabdingbar ist , die Rechtsform der Firma X._______ und die Eigentumsverhältnisse daran zu kennen, um den Bei- trag für das 2009 korrekt ermitteln und festzusetzen zu können. Zu Recht hat sie daher die Beschwerdeführerin aufgefordert, entsprechende Anga- ben zu machen . Die Beschwerdeführerin hat die angeforderten Angaben nicht – bzw. erst im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens und auch dann in widersprüchlicher Weise – gemacht. Ungeachtet der bestehenden Unklarheiten in Bezug auf diese entscheidrelevanten As- pekte des Sachverhalts hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin als Al- leineigentümerin der Firma X._______ bzw. diese Firma als Einzelfirma behandelt. Die Vorinstanz hat den angefochtenen Entscheid damit g e- stützt auf einen unvollständig abgeklärten Sachverhalt gefällt. 4.4 Hinzu kommt, dass die Vorinstanz im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens nicht auf ihre ursprüngliche Verfügung zurück gekommen ist , ob-C-747/2011 Seite 9 wohl sie er kannt hat, dass nicht ohne Weiteres vom Vorliegen einer Ei n- zelfirma ausgegangen werden kann, wird der Ehemann der Beschwerde- führerin doch in zahlrei chen Geschäfts -, Steuer- sowie weiteren Unter - lagen im Zusammenhang mit der Firma X._______ erwähnt und ist zufol- ge der mit der Replik eingereichten Unterlagen der Ehemann der B e- schwerdeführerin zu 70% Eigentümer und die Beschwerdeführerin wohl zu 30% Eigentümerin der Firma X._______. Diese Feststellungen haben die Vorinstanz nicht dazu bewogen, auf ihren ursprü nglichen Entscheid zurück zu kommen. 4.5 Die Vorinstanz hat es unterlassen, weitere Abklärungen im Zusa m- menhang mit der Rechtsform der und den Eigentumsverhältnissen an der Firma X._______ zu treffen. Insbesondere hat sie auf die Anwendung des auf solche Fäll e zugeschnittenen Mahnverfahrens mit anschlies sender Veranlagungsverfügung, notfalls amtlicher Veranlagung, nach Art. 17 Abs. 1 VFV verzichtet. Das Schreiben der Vorinstanz vom 4. August 2010 kann jedenfalls nicht als Mahnung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 VFV qualifiziert werden, weil die Vorinstanz die Beschwerdeführerin darin insbesondere nicht auf die nachteiligen Folgen der Widersetzlichkeit aufmerksam g e- macht hat, was jedoch notwendiger Inhalt einer Mahnung wäre (vgl. zu den im sozialversicherungsrechtlichen Mahnverfahren geltenden Anforde- rungen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -6642/2011 vom 27. März 2012 S. 6 mit Hinweis auf BGE 122 V 218 E. 4b; vgl. im Übrigen auch Art. 43 Abs. 3 ATSG). 5. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, kann den mit der Replik ins Recht gelegten Auszügen aus den kanadischen Steuererklärungen ent- nommen werden, dass die Beschwerdeführerin offenbar (von den kanadi- schen Steuerbehörden) als zu 30% an der Firma X._______ beteiligt be- handelt wird. Da die fraglichen Ste uerunterlagen allerdings nur auszug s- weise vorliegen, die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen und auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren bezüglich der Rechtsform und der Eigentumsverhältnisse unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Anga- ben gemacht hat, kann ohne Einholung weiterer Unterlagen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entschieden werden, welche Einko m- mens- und Vermögensanteile der Firma X._______ der Beschwerdefüh- rerin zur Festsetzung ihrer AHV/IV -Beiträge für das Jahr 2009 anzurec h- nen sind. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache ausnahmsweise zur Ergänzung der Sachverhaltsabklärung und erforderlichenfalls zur Durchführung eines C-747/2011 Seite 10 Mahnverfahrens und zum Erlass einer neuen Beitrag sverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Für den Fall, dass die Vorinstanz im Zuge der weiteren vorzunehmenden Abklärungen eine amtliche Veranlagung vornehmen müsste, stünde ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, insbesondere deshalb, weil sie im Ausland operieren müsste, wo sie über eine beschränkte Abklärungsb e- fugnis ver fügt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -2966/2007 vom 25. Februar 2010 E. 3.5) . Diesen Ermessensspielraum der Vori n- stanz hat das Bundesverwalt ungsgericht zu achten, was ebenfalls für eine Rückweisung spricht. 6. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, der angefochtene Einsprach e- entscheid vom 24. Dezember 2010 aufzuheben und die Sache zur Vo r- nahme weiterer Abklärungen und zum Erlass einer neuen Beitragsverf ü- gung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz wird die B e- schwerdeführerin noch einmal auffordern müssen, weitere benötigte, d e- tailliert umschriebene Unterlagen einzureichen und gegebenenfalls ein ordnungsgemässes Ma hnverfahren im Sinne von Art. 17 Abs. 1 VFV durchführen müssen, um anschliessend die Höhe des Versicherungsbe i- trags für das Jahr 2009 mittels neuer Veranlagungsverfügung, allenfalls amtlicher Veranlagung, festzulegen. 7. 7.1 Das Verfahren ist für die Parteien k ostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen v or dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173. 320.2). Da die obsiegende Beschwerdeführerin vorliegend nicht anwal t- lich vertreten ist und ihr nach den Akten auch keine notwendigen, verhält- nismässig hohen Kosten entstanden sind, wird ihr keine Parteientschäd i- gung zugesprochen. Als Bundesbehörde hat die SAK keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Daher ist keine Parteien t- schädigung zuzusprechen. C-747/2011 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einspracheent- scheid vom 24. Dezember 2010 aufgehoben und die Sache an die Vor - instanz mit der Weisung zurückgewiesen wird, im Sinne der Erwägung 6 vorzugehen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Parteien t- schädigung zugesprochen. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Stefan Mesmer Marisa Graf Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang e- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: