Interpellation Crevoisier 1476 N 8 octobre 1982 grundsätzlichen Schwierigkeiten, wenn Vergleichsmieten vorhanden sind. Das ist am ehesten bei der Wohnung im eigenen Mehrfamilienhaus der Fall. Bei selbstbewohnten Einfamilienhäusern dagegen sind Vergleichsmieten schwer feststellbar, da Einfamilienhäuser meistens nach den Wün- schen des Eigentümers errichtet werden. Praktisch muss daher der Mietwert regelmässig nach objektiven Kriterien geschätzt werden. b. Liegenschafts- und Mietwertschätzungen gehören zur Veranlagung und obliegen somit in erster Linie sowohl für die Kantonssteuern wie auch für die direkte Bundessteuer den Kantonen. Die Methoden und die Unterlagen für diese Schätzungen sowie der zeitliche Rhythmus der jeweiligen Anpassungen sind von Kanton zu Kanton sehr unterschied- lich. Da bei solchen Schätzungen immer ein breiter Ermes- sensspielraum besteht, erstaunt es nicht, dass die für die kantonalen Einkommenssteuern massgeblichen Eigenmiet- werte von einem Kanton zum anderen abweichen können. Dies ist die Konsequenz der kantonalen Steuerhoheit, die diesbezüglich voll spielt. c. Bei der direkten Bundessteuer hingegen hat die Eidge- nössische Steuerverwaltung für eine gleichmässige Veran- lagung zu sorgen und ist daher verpflichtet, gesamtschwei- zerisch eine möglichst einheitliche Besteuerung der Eigen- mietwerte sicherzustellen. Mit Rücksicht auf die in solchen Schätzungsfragen gebotene Zurückhaltung legt die Eidge- nössische Steuerverwaltung nur jenen Kantonen eine Erhö- hung der Eigenmietwerte nahe, bei denen eine offensichtli- che Abweichung vom Marktwertprinzip festgestellt wird. Es kommt deshalb vor, dass für die kantonale Einkommens- steuer und die direkte Bundessteuer unterschiedliche Miet- werte gelten (z. B. Baselland, Genf). In vereinzelten Kanto- nen, so namentlich in den Kantonen Schwyz und Waadt, sind zudem Bestrebungen im Gange, die nach dem Markt- wertprinzip festgelegten Eigenmietwerte auf dem Wege der Gesetzgebung zu ermässigen. Allerdings ist gegen das ent- sprechende Dekret des waadtländischen Grossen Rates im Juli 1982 von Mieterseite ein Referendum eingereicht wor- den; über das revidierte Steuergesetz des Kantons Schwyz muss noch abgestimmt werden. d. In diesem Zusammenhang wird öfters übersehen, dass alle Aufwendungen, die mit der Erzielung des (Brutto-)Ein- kommens aus unbeweglichem Vermögen (einschliesslich des Bruttoeigenmietwertes) in Zusammenhang stehen, wie die Hypothekar- und andere Schuldzinsen sowie die Unter- halts- und Verwaltungskosten, abgezogen werden können. e. Nach dem Wortlaut von Artikel 42quinquies BV hat der Bund zwecks Steuerharmonisierung auf dem Wege der Gesetzgebung bloss Grundsätze für die Steuergesetzge- bung der Kantone und der Gemeinden aufzustellen. Am herkömmlichen Grundsatz der Eigenmietwertbesteuerung halten somit die Harmonisierungsentwürfe fest. Nähere Bestimmungen über das Schätzungsverfahren - so erwünscht sie auch erscheinen könnten - wären mit dem verfassungsmässigen Rahmen der Steuerharmonisierung nicht vereinbar. 2. Eine Abkehr vom Marktwertprinzip bei der Eigenmiet- wertbesteuerung zwecks Eigentumsförderung würde namentlich die Eigentümer selbstbewohnter Liegenschaf- ten gegenüber den Eigentümern, die ihre Liegenschaften vermieten, ungerechtfertigterweise bevorzugen. Sie würde auch in erster Linie zu einer steuerlichen Begünstigung bereits gebildeten Vermögens führen und somit keine Massnahme zur Förderung eines breiteren Wohneigentums darstellen. Der Bundesrat wird die Frage der Eigentumsförderung durch fiskalische Mittel ebenfalls in seiner Botschaft zu den Bundesgesetzen über die direkte Bundessteuer und über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden behandeln. Diese Botschaft wird den eidgenös- sischen Räten noeti dieses Jahr zugehen. Da aber die zur Diskussion stehenden Gesetzestexte noch mit den inter- essierten Departementen bereinigt werden müssen, kann zurzeit über deren Inhalt in Einzelfragen keine nähere Aus- kunft gegeben werden. 3. Gemäss Botschaft vom 28. September 1981 über erste Massnahmen zur Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen soll die Wohnbauförderung grundsätz- lich an die Kantone übertragen werden. Der Bund soll nach wie vor in gewissen Teilbereichen der Wohnbaupolitik tätig sein. So bleiben die Verbesserung der Wohnverhältnisse in Berggebieten, die Forschung und der Mieterschutz weiter- hin Bundesaufgabe. Bis zum Entscheid über die Aufgaben- neuverteilung wird der Bundesrat die Massnahmen des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes (WEG) im bisherigen Umfang weiterführen. Durch die neue Verordnung vom 30. November 1981 zum WEG sind bereits einige Postulate der Expertenkommission Wohneigentumsförderung verwirklicht worden. Im Rahmen der Forschungstätigkeit werden diese Arbeiten fortgeführt. Fiskalpolitische Massnahmen zugunsten der Wohnbauför- derung sind im Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge festgelegt. Im Hinblick auf die Ausarbeitung der Verordnun- gen wird zu prüfen sein, welches Modell zum Zuge kommt. Im Vordergrund steht dabei der Bausparvertrag. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen 77 Stimmen 4 Stimmen Die Diskussion wird verschoben - La discussion est ren- voyée #ST# 82.411 Interpellation Crevoisier SBB und PTT. Submissionen CFF et PTT. Mise en soumission de travaux Wortlaut der Interpellation vom 15. Juni 1982 Kann uns der Bundesrat bestätigen, dass die beiden Regie- betriebe SBB und PTT bei der Ausschreibung von Arbeiten, für die Privatfirmen aus der ganzen Schweiz in Frage kom- men, die Wettbewerbsunterlagen auch wirklich in allen drei Amtssprachen abgeben? Wenn dies nicht der Fall ist, kön- nen die Beweber bei der zuständigen Verwaltungsstelle eine Übersetzung der Unterlagen verlangen, und erhalten sie dann eine Verlängerung der Eingabefrist? Texte de l'interpellation du 15juin 1982 Le Conseil fédéral peut-il nous assurer que les documents établis par les CFF et les PTT - lorsque ces deux régies fédérales procèdent à des appels d'offres auprès d'entre- prises privées - sont bien édités dans les trois langues nationales, lorsque les travaux en question peuvent intéres- ser des entreprises établies sur l'ensemble du territoire de la Confédération. Si tel n'est pas le cas, les entreprises sou- missionnaires peuvent-elles demander à l'administration concernée une traduction des documents reçus et peu- vent-elles obtenir en outre une prolongation du délai de renvoi de leurs offres? Mitunterzeichner- Cosignataires:Carobbio, Deneys, Forel, Herczog, Magnin, Ruffy (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Le Conseil fédéral prête une attention particulière aux rela- tions entre l'administration centrale et les citoyens ainsi8. Oktober 1982 1477 Interpellation Gloor qu'entre les communautés linguistiques du pays. Dans sa réponse de 1981 au postulat Delamuraz concernant les minorités linguistiques en Suisse et plus spécialement dans l'administration fédérale, des principes ont été énoncés et plusieurs mesures annoncées qui, progressivement, doi- vent contribuer entre autres à une sensibilisation accrue de l'administration fédérale à l'endroit des questions touchant les régions linguistiques minoritaires. Des mesures spé- ciales s'imposent surtout là où des problèmes sont apparus dans les relations entre les différentes communautés lin- guistiques. Ce n'est pas le cas en ce qui concerne la mise en soumission de travaux. L'article 3, 4<* alinéa de l'Ordonnance du 31 mars 1971 sur la mise en soumission et l'adjudication de travaux et de four- nitures par l'administration fédérale (Ordonnance sur les soumissions; RS 172.056.12) statue que les formules de soumission et les documents du concours doivent être rédigés, en règle générale, dans la langue officielle du lieu de l'ouvrage. La mise au concours paraît dans les périodi- ques spécialisés et, si besoin est, dans d'autres journaux. Pour les CFF, elle est aussi publiée dans la Feuille officielle des chemins de fer. L'Ordonnance s'applique à l'administration fédérale ainsi qu'aux régies de la Confédération. Les CFF et les PTT ont constitués, en conséquence, leur procédure de mise en soumission et désirent s'y tenir. Les expériences faites per- mettent d'affirmer que cette manière de faire s'est avérée opportune et efficace; elle n'a, en tout cas, pas donné lieu à des difficultés sur le plan pratique. On peut attendre des entreprises voulant concourir et sou- missionner pour des travaux à effectuer dans une autre région linguistique que la leur qu'elles disposent, dans la langue de cette région, des connaissances élémentaires et indispensables pour la traduction. Sur demande d'ailleurs, des exceptions à la règle sont accordées, mais sans que le délai pour la remise des offres, pour des raisons de prin- cipe, soit prolongé. Les catalogues des articles normalisés sont utilisés pour les soumissions; ils existent dans les trois langues offi- cielles; les postes sont numérotés d'une façon identique, rendant une traduction inutile. Enfin, les offres peuvent être rédigées dans les trois langues officielles, quelle que soit la langue utilisée pour les soumissions. La publication des mises en soumission dans les trois lan- gues officielles ne créerait qu'une charge administrative supplémentaire importante; cette charge ne se justifierait que si le mode de procéder actuel ne donnait pas satisfac- tion. Ce n'est pas le cas. Le Conseil fédéral ne voit pas de motif valable d'adapter l'ordonnance dans le sens de l'inter- pellation. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen 28 Stimmen 62 Stimmen Präsidentin: Herr Crevoisier erklärt sich von der Antwort des Bundesrates als nicht befriedigt. #ST# 82.419 Interpellation Gloor Bahnhof Renens. Stückgutverkehr Gare de Renens. Trafic de détail Wortlaut der Interpellation vom 16. Juni 1982 Wir bitten den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beant- worten: 1. Trifft es zu, dass der Stückgutverkehr (Frachtgut) im Bahnhof von Renens VD bald einmal eingestellt werden soll? 2. Mit welchen Massnahmen - in bezug auf Personal und Verkehr - wird die Generaldirektion SBB diese Einschrän- kung gegebenfalls ausgleichen? 3. Was soll mit dem Bahnhof Renens geschehen? 4. Kann uns der Bundesrat zusichern, dass die lokalen Behörden auf keinen Fall vor vollendete Tatsachen gestellt werden? Texte de l'interpellation du 16 juin 1982 Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes: 1. Est-il exact que dans un certain laps de temps, la gare de Renens VD serait privée du trafic de détail (PV)? 2. Si c'est le cas, sur quelle compensation d'activité peut-on compter de la part de la Direction générale des CFF (personnel et trafic)? 3. Quel est l'avenir envisagé de la gare de Renens VD? 4. Le Conseil fédéral peut-il nous garantir formellement que les autorités locales ne seront en aucun cas mises devant un fait accompli? Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Ammann-Saint- Gall, Aubry, Beachtold, Bircher, Borei, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Christinat, Eggli, Ganz, Jaggi, Jeanneret, Jelmini, Leuenberger, Loetscher, Martin, Massy, Meizoz, Reimann, Riesen-Fribourg, Robbiani, Ruffy, Rüttimann, Stich, Vannay, Wilhelm (28) Schriftliche Begründung - Développement par écrit En automne 1976 déjà, nous posions, par le truchement de deux questions ordinaires au Conseil fédéral, le problème du maintien de l'activité de la gare CFF de Renens VD. Il s'agissait, entre autre, de la suppression - à notre sens par- faitement arbitraire - du «groupe des agents de train», ainsi que du «groupe des mécaniciens CFF» transférés à Lau- sanne. Et aujourd'hui, que se passe-t-il? La Direction générale des CFF, dans le cadre de la future élaboration d'un contrat d'entreprise, a été chargée de tout mettre en œuvre pour améliorer la couverture des coûts d'exploitation. Et, bien sûr, le trafic de détail dans cette gare se trouve - comme par hasard - dans le colimateur de l'administration... D'emblée, nous protestons vigoureusement contre cette tendance tenace à frapper, dans ses activités, une gare qui a - jusqu'ici - fait honneur aux CFF en général et à la région du Canton de Vaud qu'elle dessert, depuis des décennies, en particulier. Sous le couvert facile «d'économies à tous prix» on péna- lise toute une région sans aucun discernement... On croit rêver... pour rester tout simplement poli... Qu'en est-il exactement? Des bruits de plus en plus persistants courent selon les- quels l'administration du 1er arrondissement des CFF de Lausanne aurait l'intention de supprimer le service mar- chandise PV. D'emblée, nous opposons quelques arguments de bon sens. 1. Pourquoi frapper la ville de Renens VD et toute sa zone industrielle qui s'étend sur cinq communes de l'Ouest lau- sannois? Le chômage partiel et un certain chômage com- plet régnent dans cette zone depuis des années. Est-ce vraiment par cette suppression que l'on croit régler le problème lancinant d'une certaine stabilité économique dans cette région fortement industrielle? 2. La Gare de Renens se prête parfaitement à l'exploitation intensive de ce service. 3. Ce service peut très bien se développer, si on le désire bien sûr, ce qui garantirait une vie économique «normale» pour toute l'agglomération de Renens tout en gardant d'importants postes de travail. On assiste à un démantèlement systématique de cette gare. Pour les Communes de cette agglomération, cetteSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Crevoisier SBB und PTT. Submissionen Interpellation Crevoisier CFF et PTT. Mise en soumission de travaux In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.411 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.10.1982 - 08:00 Date Data Seite 1476-1477 Page Pagina Ref. No 20 010 865 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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