B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-7304/2009 U r t e i l v o m 1 2 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter François Badoud, Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Oktober 2009 / N (…). E-7304/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus B._______/Halbinsel Jaffna und mit letztem Wohnsitz in Colombo, verliess den Heimatstaat eigenen A n- gaben zufolge am 10. September 2008; er reiste auf dem Luftweg von Colombo aus mit einem fremden Reisepass zunächst nach Doha und ge- langte dann nach Syrien . Auf dem Landweg begab er sich danach in die Türkei und gelangte am 4. Oktober 2008 über Italien in die Schweiz. Am 13. Oktober 2008 stellte er in der Schweiz ein Asylgesuch und wurde hierzu drei Tage später im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) B a- sel erstmals summarisch befragt. Am 18. Juni 2009 befragte das Bu n- desamt ihn ausführlich zu seinen Asylgründen. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei an seinem Heimatort B._______ von den "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) aufgefordert worden, an Feiertagen für sie Gedenkstätten zu schmücken und Bilder von Getöteten anzubringen. Aus diesem Grund suche ihn die sri-lankische Armee seit 2005. Im Juni 2005 sei er von Soldaten in ein Camp geführt, dort geschlagen und nach zwei Tagen wieder freigelassen worden. Da seit 2003 auch Kollegen von ihm getötet worden seien, habe er sich zum Verlassen der Halbinsel entschlossen. Er habe in der Folge ab Juli 2005 in Colomb o gelebt, gearbeitet und studiert. Anfänglich sei er bei einem Onkel untergekommen ; später habe er sich bei der Polizei in C._______ registrieren und die Registrierung danach alle sechs Monate erneuern lassen. Die LTTE h ätten ihn aber auch in Colombo konta ktiert und zur Beschaffung von Informationen angehalten. Als Folge davon sei er erneut in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten. Am (…) März 2008 habe die Polizei ihn festgenommen und auf den Polizeiposten von C._______ gebracht. Er sei nach etwa einem Tag gegen Kaution frei- gekommen. Auch am (…) Mai und (…) Juli 2008 sei er noch zweimal für einige Stunden beziehungsweise einen Tag lang festgehalten worden. Aus diesen Gründen habe er sich schliesslich zur Ausreise entschlossen. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine Arbeit s- bestätigung der (…), ein Kursbestätigungsbuch, zwei Diplome der Abso l- vierung von Kursen bei (…), dre i Wohnsitzbestätigungen aus Colo mbo, drei Ausgaben der Zeitung Uthayan und eine Haftbestätigung der Polizei vom (…) März 2008 zu den Akten. E-7304/2009 Seite 3 B. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2009 stellte das BFM fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers genügten den Anforderungen an das Glaubhaf t- machen eines asylrelevanten Sachverhalts nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete d ie Wegweisung aus der Schweiz an; den Vollzug der Wegweisung beurteilte die Vorinstanz als zulässig, zumutbar und mö g- lich. C. Mit Eingabe vom 23. November 2009 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter vorweg vol l- ständige Einsicht in die gesamten Asylakten, namentlich in die von ihm eingereichten Beweismittel (A12). Weiter wurde die Aufhebung der vor - instanzlichen Verfügung, die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sac h- verhalts und zu dessen Neubeurteilung beantragt. Eventuell sei die Ve r- fügung vom 20. Oktober 2009 aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewä h- ren; subeventuell sei die Verfügung betreffend die Wegweisung und d e- ren Vollzugs aufzuheben und die Unzulässigkeit, eventuell Unzumutba r- keit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Es sei dem Rechtsvertre ter zudem vor Gutheissung der Beschwerde eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteien t- schädigung anzusetzen. D. Mit Zwischenverfügung vom 30. November 2009 stellte der Instruktions- richter fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, gewährte ihm Akteneinsicht und setzte ihm eine Frist zum Einreichen einer Beschwerdeergänzung. E. Mit Eingabe vom 15. Dezember 2009 ersuchte der Rechtsvertreter um Einsicht in weitere, vom B eschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Unterlagen (drei Zeitungsartikel). Der Instruktionsrichter liess dem Beschwerdeführer diese Beweismittel am 18. Dezember 2009 zu gehen. Unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) verzichtete er auf das Setzen einer (weiteren) Frist zur B e- schwerdeergänzung. E-7304/2009 Seite 4 F. Am 4. Januar 2010 liess der Beschwerdeführer dem Gericht die drei Ze i- tungsartikel mit "rudimentären deutschen Übersetzungen" wiede r z u- kommen. Gleichzeitig beantragte er, diese seien im Rahmen des B e- schwerdeverfahrens entsprechend zu berücksichtigen. G. Mit Eingabe vom 30. August 2010 reichte der Beschwerdeführer unaufge- fordert verschiedene Dokumente zu den Akten. Er führte unter anderem aus, die Situation habe sich seit der letzten Eingabe vom 4. Januar 2010 für Personen, die wie er von den sri-lankischen Sicherheitskräften der LTTE-Unterstützung verdächtigt würden, erneut verändert. Die Frage des Vorliegens einer asylrechtlich re levanten Verfolgung müsse daher vor dem Hintergrund dieser aktuellen politischen Entwicklung beurteilt wer- den. H. Mit Verfügung vom 7. September 2010 überwies der Instruktionsrichter die Beschwerdeakten der Vorinstanz zur Vernehmlassung. Das BFM hielt in der Stellungnahme vom 6. Oktober 2010 unter Hinweis auf eine im September 2010 durchgeführte Dienstreise vollumfänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Stellungnahme der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer am 11. Oktober 2010 zur Kenntnis gebracht. I. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2010 liess der Beschwerdeführer eine Ste l- lungnahme zur vorinstanzlichen Vernehmlassung einreichen und ersuch- te um Einsicht in den Bericht der von der Vorinstanz erwähnten Dienstrei- se. J. Der Instruktionsrichter stellte am 27. März 2012 fest, im Zusammenhang mit dem Bericht der Dienstreise des BFM vom September 2010 habe das Bundesverwaltungsgericht in der Zwischenzeit in einem ander en Asylbe- schwerdeverfahren (D-3747/2011) festgestellt, dieser sei in zusammenge- fasster Form offen zu legen, sofern sich die Vorinstanz auf die Ergebnisse der Dienstreise berufe; in andere allgemeine Länderinformationen sei je- doch praxisgemäss keine Einsicht zu gewähren. Weiter wurde festg e- stellt, diese Umstände seien dem Rechtsvertreter bekannt, weil er im be-E-7304/2009 Seite 5 sagten Beschwerdeverfahren als Rechtsvertreter aufgetreten sei. G e- stützt darauf verfügte der Instruktionsrichter, der BFM -Bericht vom 22. Dezember 2011 und die diesbezügliche Stellungnahme des Recht s- vertreters vom 23. Januar 2012 aus dem Verfahren D-3747/2011 würden zu den Akten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens genommen, wobei davon aus gegangen werde , dass der einlässlichen Stellungnahme vom 23. Januar 2012 grundsätzlich nichts beizufügen sei ; es stehe dem Be- schwerdeführer aber frei, bis zum 5. April 2012 eine allfällige Ergänzung zu den Akten zu reichen. K. Der Beschwerdeführer liess in der Folge am 2. April 2012 unter anderem um Erstreckung der Frist zur Stellungnahme ersuchen, was vom Instruk- tionsrichter mit (per Telefax versandter) Zwischenverfügung vom 3. April 2012 unter Hinweis auf die Bestimmung Art. 32 Abs. 2 VwVG abgewiesen wurde. Am 5. April 2012 ersuchte der Beschwerdeführer erneut darum, es sei ei- ne angemessene Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zu setzen respektive die in der Zwischenverfügung vom 27. April 2012 gesetzte Frist um zwei Wochen zu erstrecken. L. Mit Eingabe vom 20. April 2012 liess der Beschwerdeführer zahlreiche Unterlagen sowie eine Stellungnahme zu den Akten reichen und ersuchte erneut um das Setzen einer angemessenen Frist, dieses Mal zwecks Ein- reichen weiterer Beweismittel betreffend die finanzielle Situation der F a- milienangehörigen (Vater) und des Verbleibs verschiedener Kollegen und Freunde des Beschwerdeführers. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer unter anderem aus, es ha- be sich im Nachgang zum Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsg e- richts vom 27. Oktober 2011 folgender zusätzliche r Sachverhalt herau s- gestellt: Er werde in Sri Lanka nach wie vor gesucht. So seien Ende Feb- ruar 2012 zwei Personen beim Bruder des Beschwerdeführers erschi e- nen und hätten nach seinem Verbleib gefragt. Der Bruder, der zu Hause lebe, traue sich seit Abschluss seines Studiums kaum mehr aus dem Haus, da die Familie s tändig mit seiner Entführung durch Paramili tärs oder korrupte Staatsbeamte rechne, zumal der Vater mit (…) handle und die Familie über ein beträchtliches Vermögen und einen beträchtlichen Geschäftsumsatz verfüge. Damit falle der Beschwerdeführer in eine de r E-7304/2009 Seite 6 im besagten G rundsatzurteil genannten Risikogruppen (Personen, die über erheblichen Reichtum verfügen); vermutlich seien seine verschied e- nen früheren Festnahmen auch vor diesem Hintergrund zu sehen. Der Instruktionsrichter wies mit Verfügung vom 24. April 2012 das erneute Gesuch um Frist setzung aufgrund der konkreten Verfahrensumstände – und unter nochmaligem Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG – ab. M. Am 7. Juni 2012 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsve r- treter weitere Beweismittel – einerseits zur finanziellen Situation seiner Familie in Sri Lanka, andererseits zur allgemeinen aktuellen Lage in se i- nem Heimatstaat – ins Recht. N. Mit Eingabe vom 10. Juli 2012 ersuchte der Beschwerdeführer unter Ei n- reichen eines weiteren Beweismittels zur finanziellen Situation seiner Familie erneut um das Setzen einer Frist zu ergänzenden Ausführungen, zumal sich – wie in den Eingaben vom 20. April und 7. Juni 2012 erwähnt – neue bis anhin unbekannte Sachverhaltsumstände ergeben hätten. Z u- dem liess der Rechtsvertreter dem Gericht die aktuelle Kostennote z u- kommen, in der ein zeitlicher Honoraraufwand von mehr als 32 Honora r- stunden ausgewiesen wurde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31], Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. E-7304/2009 Seite 7 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefo chtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Zu den formellen Rügen ist zunächst festzustellen, dass dem B e- schwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens antragsgemäss Einsicht in mehrere – von ihm selber zu den Akten gereichte – Dokumen- te und Unterlagen gewährt worden ist; hinsichtlich des in der Verneh m- lassung erstmals erwähnten Dienstreiseberichts des BFM vom Septe m- ber 2010 wurde in der Instruktionsverfügung vom 27. März 2012 darg e- legt, weshalb eine erneute Zustellung unterbleiben könne. 3.2 Dem Beschwerdeführer wurde vom Instruktionsricht er zweimal Gel e- genheit geboten, seine Beschwerdebegründung zu ergänzen (vgl. I n- struktionsverfügungen vom 30. November 2009 und 27. März 2012). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers , der in den letzten Jahren wegen missbräuchliche r Verwendung prozessua ler Mittel vom Bunde s- verwaltungsgericht wiederholt gerügt und ermahnt werden musste , pflegt in seinen Asyl -Beschwerdeverfahren regelmässig mehrere Anträge zu stellen, seinen Mandanten sei Frist zwecks Vornahme gewisser prozes- sualer Handlungen zu setzen ( insbesondere dem Einreichen von B e- weismitteln, den Ergebnissen irgendwelcher Abklärungen im Heimatland oder einer Kostennote ). Nachdem im vorliegenden Verfahren mehrere Begehren, dem Beschwerdeführer seien weitere Fristen zu setzen (oder die gesetzten Friste n zu verlängern), vom Instruktionsrichter unter Hi n- weis auf die Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 VwVG abgewiesen worden E-7304/2009 Seite 8 waren (vgl. Verfügungen vom 18. Dezember 2009, 3. April 2012 und 24. April 2012), war auf erneuerte solche Prozessanträge (vgl. insbeson- dere Eingaben vom 5. April 2012 und 10. Juli 2012) im Interesse e ines geordneten und ökonomischen Verfahrensablaufs nicht mehr einzu ge- hen. 3.3 Der Beschwerdeführer stellt den Antrag, die angefochtene Verfügung sei wegen ungenügender Sachverhaltsfeststellung des BFM aufzuheben und die Akten zur Vornahme entsprechender Abklärungen an die der Vor- instanz zu überweisen. Dabei handelt es sich um ein Rechtsbegehren, das sein Rechtsvertreter – offensichtlich unabhängig von den konkreten Verfahrensumständen – in Asyl-Beschwerden standardmässig zu stellen pflegt. Nach Durchsicht der gesamten Akten ist festzustellen, dass der B e- schwerdeführer seine Asylgründe ungehindert hat darlegen kön nen und das BFM in der angefochtenen Verfügung den damal igen rechtserhebli- chen Sachverhalt korrekt und vollständig erstellt hat. Weitere Abklärungen waren und sind nicht nötig. Bei dieser Sachlage erweist sich der Kassati- onsantrag wegen angeblich ungenügender Sachverhaltsfeststellung durch das BFM (auch hier) als unbegründet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe od er wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie M assnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-7304/2009 Seite 9 5. 5.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung vom 20. Oktober 2009 Folgen- des fest: 5.1.1 Die Darstellung der geltend gemachten Festnahmen i n den Jahren 2005 und 2008 sei zeitlich und inhaltlich unterschiedlich ausgefallen, was Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieser Vorbringen wecke. Zudem habe der Beschwerdeführer die Umstände der Haft vom (…) März 2008 nur obe r- flächlich beschreiben können, und auch die Angaben zur Freilassung vom (…) Mai 2008 seien vage ausgefallen. Seine Schilderung der Haftu m- stände bei den drei angeblichen Inhaftierungen des Jahres 2008 würden kaum überzeugen und vermöchten nicht den Eindruck von persönlich E r- lebten vermitteln. Es sei auch nicht glaubhaft, dass er zwar seit Mai oder Juni 2005 gesucht wor den sein soll, jedoch im Juli 2005 auf dem Lan d- weg von der Halbinsel Jaffna nach Colombo gelangt sein wolle, zumal er dabei mehrere Kontrollen der LTTE und der sri-lankischen Armee habe passieren müssen. 5.1.2 In Colombo habe er sich gemäss eigenen Angaben ordnu ngsge- mäss registrieren lassen, Kurse besucht und bei einer internationalen Firma gearbeitet – all dies wäre ihm bei tatsächlich gegen ihn bestehen- den Verdachtsmomenten kaum möglich gewesen. Vielmehr sei aufgrund dieser Angaben davon auszugehen, dass er in den Augen der sri- lankischen Behörde als unbescholtener Bürger gegolten habe. 5.1.3 Hinsichtlich der eingereichten Beweismittel sei einerseits festzuhal- ten, dass er in den Zeitungsartikeln nicht namentlich erwähnt sei . Das Vorbringen, die drei darin genannten getöteten Personen seien Kollegen von ihm gewesen, sei als unbelegte Parteibehauptung zu bewerten. Bei den weiteren Dokumenten handle es sich um Ausbildungs - und Arbeits- zeugnisse sowie um drei polizeilich e Registrierungen; diese seien hi n- sichtlich der geltend gemachten Verfolgungsgefahr nicht aussagekräftig. Bezüglich der eingereichten "Haftbestätigung" vom (…) März 2008 seien mehrere Vorhalte anzubringen: Einerseits handle es sich nicht um ein o f- fizielles Dokument, andererseits sei dieses nicht abgestempelt und nicht vollständig ausgefüllt. Sri-lankische Haftbestätigungen würden formal und inhaltlich anders aussehen. Das eingereichte Dokument lasse zudem jeg- liche inhaltliche Manipulation zu. Insgesamt würden die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers mit dem effektiven behördlichen Vorgehen bei Verdacht auf LTTE-Unterstützung nicht übereinstimmen re-E-7304/2009 Seite 10 spektive habe er hier die notwendigen offiziellen Beweismittel nicht be i- gebracht. Das Beweismittel könne daher die Vorbringen des Beschwerde- führers nicht glaubhaft machen. 5.2 Auf Beschwerdeebene wird am Wahrheitsgehalt der Asylvorbringen festgehalten und im Wesentlichen Folgendes ausgeführt: 5.2.1 Hinsichtlich der Festnahme vom (…) März 2008 wird erneut auf di e dazu eingereichte, am selben Tag ausgestellte Haftbestätigung hingewie- sen und ausgeführt, ohne ernsthafte Hinweise auf Fälschung und Man i- pulation sei die Bew eiskraft dieses Dokument als hoch einzuschätzen, selbst wenn die theoretische Möglichkeit allfäll iger Manipulation bestehe. Da der Beschwerdeführer nur passive Kenntnisse der singhalesischen Sprache habe, sei entschuldbar, dass er nichts über den genauen Inhalt des Dokuments habe sagen können. Die weiteren Ausführungen der Vor- instanz hinsichtlich der genauen Vorgaben bei Festnahmen seien n a- mentlich vor dem Hintergrund des damals herrschenden bürgerkrieg s- ähnlichen Ausnahmezustands nicht zutreffend. Zudem habe das BFM die Möglichkeit, diesbezüglich Abklärungen über die Schweizer Botschaft in Colombo vorzunehmen. Der Haftgrund sei dem Dokument zu entnehmen: "Verdacht auf Terrorismus". Damit stelle sich die Frage, ob der B e- schwerdeführer in diesem Zusammenhang registriert worden sei und mit landesweiter asylrelevanter Verfolgung zu rechnen habe, respektive müs- se, falls es zutreffe, dass er am (…) März 2008 unter dem Verdacht des Terrorismus verhaftet worden sei (vgl. Beschwerde S. 5). Diesbezüglich sei der richtige, rechtserhebliche Sachverhalt durch das Bundesverwa l- tungsgericht vor Ort abzuklären. Dass eine solche üblicherweise mit nachfolgender gezielter Festnahme und Liquidation verbundene Regist- rierung erfolgt sei, zeige die Tötung seiner Freunde zwischen 2005 und 2008. Es sei davon auszugehen, dass es sich hier um gezielte Hinrich- tungen gestützt auf eine entsprechende Liste gehandelt habe. Wenn ta t- sächlich drei seiner Freunde, mit denen er aktiv gewesen und mit denen er zusammen festgenommen worden sei, gezielt getötet worden seien, sei klar, dass auch der Beschwerdeführer als LTTE -Helfer registriert und entsprechend im Fall einer Rückkehr gefährdet sei. Hinsichtlich der weiteren, von der Vorinstanz vorgehaltenen Widerspr ü- che in den Aussagen des Beschwerdeführers sei darauf hinzuweisen, dass bei der Erstbefragung (Protokoll EVZ S. 5) aus Kapazitätsgründen auf eine vertiefte Abklärung der Asylgründe verzichtet und der Beschwe r- deführer angehalten worden sei, sich möglichst kurz zu fas sen; vor di e-E-7304/2009 Seite 11 sem Hintergrund seien Missverständnisse und "Verkürzungen" erklärbar. Zudem habe der Beschwerdeführer bei der Rückübersetzung falsche An- gaben zur Dauer der Inhaftierungen im Jahr 2005 und der zweiten und dritten Inhaftierung i n Colombo angesprochen ; man habe ihm jedoch nicht Gehör geschenkt, und ihn zum Unterschreiben des Protokolls an- gehalten. Vor diesem Hintergrund s eien Ungereimtheiten durchaus plau- sibel erklärbar (vgl. Beschwerde S. 7). Zutreffend sei, dass seine Inhaftie- rung im Jahr 2005 eine Stunde, die zweite in Colomb o einen Tag und die dritte vom (…) Juli 2008 fünf Stunden lang gedauert hätten. Bei der ers- ten und zweiten, nicht aber bei der dritten Festnahme sei jeweils eine Kaution geleistet worden. 5.2.2 Der Beschwerdeführer erfülle heute auch nicht (mehr) die Vorau s- setzungen, um wieder in Colombo Wohnsitz nehmen zu können – dies setze einen fünfjährigen ununt erbrochenen Aufenthalt und eine Unb e- denklichkeitsbescheinigung voraus. Es habe damit landesweit keine Mög- lichkeit ei ner Wohnsitznahme mehr; diesb ezüglich habe die Vorinstanz keine Prüfung vorgenommen und sich nicht detailliert geäussert. Die aktenkundigen Wohnsitzbestätigungen würden sich insofern als rel e- vant erweisen, zumal sich auch die Frage aufdränge, weshalb sie nicht verlängert worden seien. So sei sein Aufen thalt am (…) März 2008 nur um vier statt um sechs Monate verlängert worden ; ein Aufenthalt n ach diesem Datum sei illegal gewesen. 5.2.3 Kombiniert mit dem gegen ihn geäusserten Terrorismusverdacht und gestützt auf die damit erfolgte Registrierung als Verdächtiger auf der entsprechenden Liste sei der Beschwerdeführer im Fall einer Rückkehr nach Colombo akut von einer Verhaftung und einer langjährigen Inhafti e- rung, mit Sicherheit aber von einer Abschiebung in den Norden Sri La n- kas bedroht. Insgesamt erfülle der Beschwerdeführer die Voraussetzu n- gen einer Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft – zumindest s ei vor diesem Hintergrund von der Unzulässigkeit allenfalls Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Berücksichtigung de s ge- samten vo rliegenden, massgeblichen Sachverhalts mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen den Anforderungen an das Glaubhaf t- machen eines asylrelevanten Sachverhalts nicht genügen. E-7304/2009 Seite 12 6.2 Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass die geschilderte Fest- nahme im Jahr 2005 respektive die darauf ab Mai 2005 einsetzende Su- che nach dem Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht worden ist. Insbesondere hätte er als von den sri-lankischen Sicherheitskräften ge- suchte Person im Juli 2005 nicht über deren diverse Kontrollposten un- gehindert nach Colombo reisen können. Ausserdem sind die diesbezügli- chen Aussagen teil weise nicht nachvollziehbar: So gab er einmal an, er sei geflüchtet, weil drei seiner Freunde getötet worden seien. Dabei d a- tierte er diese Vorfälle einmal auf das Jahr 2007, dann erklärte er, ein Freund sei 2003 oder 2004 u nd zwei weitere im Jahr 2006 oder 2007 – somit nach seinem Weggehen – getötet worden. Die Aussage, er sei wegen der drei getöteten Freunde ausgereist, kann in dieser Form nicht zutreffend sein. Zudem stimmen diese Zeitangaben nicht mit den dazu eingereichten Medienberichten überein: In diesen ist die Tötung von zwei Jugendlichen im Jahr 2005 erwähnt und von je einem Tötungsdelikt in den Jahren 2007 und 2008 die Rede. Damit erweisen sich die diesbezüg- lichen Aussagen des Beschwerdeführers als unglaubhaft. Im Übrigen sind weder diesen Zeitungsartikeln noch den weiteren Akten Hinweise zu en t- nehmen, die auf eine tatsächliche Bekannt schaft dieser getöteten Perso- nen mit dem Beschwerdeführer schliessen liessen ; mithin lassen diese Vorfälle keine konkre ten Rückschlüsse auf die angeblich individuell und gezielt seit 2005 gegen ihn bestehende Verfolgungssituation zu. 6.3 Soweit der Beschwerdeführer bei der Erstbefragung erklärte und auf Beschwerdeebene wiederholt, er ha be flüchten müssen, da sein Name auf einer "Liste" gestanden sei, ist erneut festzuhalten, dass er, wäre sein Name tatsächlich auf einem solchen Dokument aufgeführt gewesen, nicht auf dem beschriebenen Weg hätte ausreisen können. Der Beschwerd e- führer hat aber in diesem Zusammenhang erklärt, er habe nach e iner Festnahme am (…) Juni 2005 problemlos seinen Identitätsausweis zu- rückerhalten und mit dem Auto über insgesamt fünf Kontrollposten nach Colombo reisen können. Dabei habe er sich nur mit diesem Identitäts- ausweis ausweisen und ein Formular ausfüllen müssen (vgl. Protokoll der Befragung zu den Asylgründen S. 15 f.). Es muss daher nicht davon aus- gegangen werden, die sri-lankischen Sicherheitskräfte hätten ernsthafte Verdachtsmomente gegen den Beschwerdeführer wegen Unterstützung der LTTE gehegt oder ihn sogar auf eine Liste von Verdächtigen gesetzt gehabt. 6.4 Hinsichtlich der angeblich kurz vor der Ausreise erlittenen Festnah- men hat der Beschwerdeführer einmal geltend gemacht, er sei am E-7304/2009 Seite 13 (…) März, (…) Mai und (…) Juli 2008 festgenommen worden; dabei sei er bei der ersten und zweiten Festnahme gegen Kaution freigekommen (vgl. Protokoll der Befragung zu den Asylgründen S. 6 und 9), bei der dritten Freilassung sei keine Kaution geleistet worden (vgl. a.a.O. S. 12). De m- gegenüber erklärte er bei der Erstb efragung, er sei stets "wenn etwas passiert sei" mitgenommen worden und jedes Mal sei er durch Geldzah- lung freigekommen (vgl. Protokoll EVZ S. 6). Sodann hat er zuerst ang e- geben, die zweite Festnahme habe fünf Stunden, die dritte einen Tag lang gedauert (vgl. Protokoll EVZ S. 7 f.); später führte er aus , er sei (…) Mai 2008 auf der Strasse um 8.00 festgenommen und am nächsten Ta g um 9.00 Uhr – mithin nach einem Tag – freigelassen worden, die dritte Fes t- nahme habe dagegen fünf Stunden lang gedauert (vgl. Protokoll der B e- fragung zu den Asylgründen S. 9 ff.). In diesem Zusammenhang erweisen sich zudem die Erwägungen der Vorinstanz bezüglich der eingereichten "Haftbestätigung" als grundsätz- lich überzeugend. Insbesondere ist – entgegen der Auffassung des Be- schwerdeführers – festzuhalten, dass d as Dokument formale Ungereimt- heiten aufweist und inhaltliche Manipulationsmöglichkeiten zulässt. Das Dokument ist unter den gegebenen Umständen nicht tauglich, das Asyl- vorbringen zu belegen . Zudem ist auch in diesem Zu sammenhang fest- zuhalten, dass der Beschwerdeführer zweifellos nicht dreimal ohne weite- res freigekommen wäre, wäre er tatsächlich seit 2005 behördlich gesucht und wegen LTTE-Aktivitäten gar auf einer einschlägigen "Terroristenliste" aufgeführt gewesen. 6.5 Widersprüchlich hat sich der Beschwerdeführer auch zum Verlust sei- ner Arbeitsstelle in Colombo geäussert: Gemäss Angaben im EVZ ( vgl. Protokoll S. 7) ha be er selber im (…) 2008 mit der Arbeit aufgehört, da sein Chef mit de n Tigers zu tun gehabt habe. Bei der zweiten Befragung führte er demgegenüber aus, weil Leute der "Bewegung" von ihm Hilfe gewollt hätten und sich ausserdem neben dem Arbeitsgebäude ein Büro der Eelam People's Democratic Party (EPDP) befunden habe, sei ihm die Arbeit gekündigt worden (vgl. Protokoll der Befragung zu den Asylgrü n- den S. 17). 6.6 Soweit auf Beschwerdeebene die behaupteten Festnahmen unter Bezugnahme auf eine Erwägung das Grundsatzurteil des Bundesverwal- tungsgerichts vom 27. Oktober 2011 neu in Zusammenhang mit dem an- geblich grossen Reichtum der Familie des Beschwerdeführers zu bringen versucht wird (vgl. Eingabe vom 20. April 2012 S. 8), wirken diese Aus-E-7304/2009 Seite 14 führungen konstruiert und lebensfremd: Der Beschwerdeführer hat in den Befragungen nie auch nur andeutungsweise gelte nd gemacht, er sei von den sri-lankischen Behörden (am Heimatort und später in Colombo ) wie- derholt festgenommen worden, weil er aus einer reichen Familie stamme, sondern er hat ausdrücklich erklärt, wegen Verdachts der LTTE-Unterstüt- zung ins Visier der Sicherheitskräfte geraten zu sein. Die ins Recht gelegten Beweismittel vermögen d as angebliche grosse Vermögen der Familie klarerweise nicht zu belegen. Bei den fünf Fotogra- fien, die das Haus der Familie darstellen sollen, steht nicht fest, wer sie wann wo aufgenommen hat. Und die eingereichten Kopien von Banku n- terlagen (die auf verschiedene Namen ausge stellt sind), weisen einen kumulierten Saldo von (…) sri-lankischen Rupien auf – dieser Betrag, umgerechnet knapp (…) Schweizer Franken, dürfte sich in der Grössen- ordnung der Summe bewegen, die der Beschwerdeführer für seine Reise in die Schweiz mit Hilfe eines Schleppers ungefähr ausgegeben haben wird. 6.7 Zusammenfassend ist in Würdigung der gesamten Akten festzuste l- len, dass die Vorbringen den Anforderungen an das Glaubhaftmachen ei- nes asylrelevanten Sachverhalts nicht genügen. Es erübrigt sich, auf die vielen vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel und die Ausfüh- rungen dazu weiter einzugehen, weil sie am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 6.8 Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabe i den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer ve rfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9). E-7304/2009 Seite 15 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinn en und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich de s Geltendmachens von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax / Rudin / Hugi Yar / Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrech tliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und ander e grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfü llen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e-E-7304/2009 Seite 16 fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.4.1 Gemäss neuester Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ( Grund- satzurteil vom 27. Oktober 2011 , BVGE 2011/24 ) ist der Wegweisung s- vollzug in die Nordprovinz – mit Aus nahme des so genannten Vanni- Gebietes – zumutbar (vgl. a.a.O. E. 13.2.1) . Hinsichtlich des Distrikts Jaffna, aus welchem der Beschwerdeführer stammt, gelangte das Bu n- desverwaltungsgericht zur Einschätzung, dass sich die Lage dort deutlich verbessert und di e Versorgungslage sich entspannt habe. Ferner hätten die Polizei - und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen, so dass nicht mehr eine Situation allgemeiner Gewalt herrsche. Auch hätten einige Schulen wieder eröffnet und Spitäler s eien wieder eingerichtet. Die Rückkehr dorthin könne daher als generell z u- mutbar eingestuft werden. E-7304/2009 Seite 17 8.4.2 Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage ist im Hinblick auf den Wegweisungsvollzug in di e- ses Gebiet dabei eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der indiv i- duellen Zum utbarkeitskriterien vorzunehmen: Ne ben den allgemeinen Faktoren (wie sozioökonomische und medizinische Aspekte, dem Kind s- wohl usw.) ist auch dem zeitlichen Element entsprechend Rechnung zu tragen (vgl. a.a.O. E.13.2.1). Namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung eines Existenzminimums und der Wohnsituation sind massgebliche Faktoren (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). 8.4.3 Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus Jaffna und hat dort bis Sommer 2005 bei seiner Familie gelebt. Die Familie lebe aktuell in Jaffna. Er selber sei im Juli 2005 nach Colombo gegangen, wo er zunächst bei einem Onkel untergekommen sei; später habe er sich bei der zuständigen Polizeistelle registrieren lassen , sich in der Folge legal dort aufgehalten und gearbeitet. Es ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka, zumindest anfän g- lich Unterstützung von den erwähnten Famili enangehörigen, namentlich der Angehörigen der Kernfamilie, allenfalls vom Onkel in Colombo, in A n- spruch nehmen kann. Es ist ihm als jungem Mann ohne familiäre Ve r- pflichtungen zuzumuten, sich auch im wieder um entsprechende Arbeit zu bemühen und so sein wei teres Fortkommen zu sichern, zumal er wä h- rend seines gut dreijährigen Aufenthalts in Colombo eigenen Angaben zu- folge ein umfangreichen Beziehungsnetz aufgebaut und dort viele singha- lesische Freunde habe (vgl. Protokoll Anhörung zu den Asylgründen S. 6). Auch wenn die Reintegration nach mehrjähriger Landesabwese n- heit nicht ganz einfach sein dürfte, begründet dieser Umstand keine ko n- krete Gefährdung im Sinn des Gesetzes. Es bestehen vorliegend insg e- samt keine Anhaltspunkte darauf, dass er bei einer Rückkehr i n eine exi- stenzielle Notlage geraten könnte. 8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). E-7304/2009 Seite 18 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Frage des Zusprechens einer Parteientschädigung stellt sich bei di e- sem Verfahrensgang nicht ( zur Frage der Parteientschädigung in Z u- sammenhang mit den Vorbringen betreffend Dienstr eisebericht, vgl. auch den diesbezüglichen "Pilotentscheid" D -3747/2011 vom 13. Juli 2012 E. 10.3). (Dispositiv nächste Seite) E-7304/2009 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Eveline Chastonay Versand: