<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-06-23-4A_264-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4A_264/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 23. Juni 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Hohl, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Kiss, May Canellas, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Stähle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">1. A.A.________, </div> <div class="para">2. B.A.________, </div> <div class="para">beide vertreten durch Rechtsanwalt Christian Schroff, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Anna Katharina Glauser Jung, </div> <div class="para">2. Matthias Kradolfer, </div> <div class="para">3. Marianne Bommer, </div> <div class="para">4. Ursula Geilinger, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. G.G.________, </div> <div class="para">2. H.G.________, </div> <div class="para">beide vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Hubatka, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ausstand, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 14. April 2022 (ZR.2022.16). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> A.A.________ und B.A.________ (Beschwerdeführer) reichten am 20. Oktober 2021 beim Bezirksgericht Weinfelden eine "Feststellungs- und Rückforderungsklage gestützt auf Art. 85a f. SchKG" im Zusammenhang mit einer Forderung aus Mietvertrag ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Mit Eingabe vom 24. Januar 2022 erhoben A.A.________ und B.A.________ beim Obergericht des Kantons Thurgau "Aufsichtsbeschwerde" gegen das Bezirksgericht Weinfelden wegen "Rechtsverzögerung". Mit Entscheid vom 10. Februar 2022 wies das Obergericht die Beschwerde ab. Auf eine dagegen eingereichte Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 4A_144/2022 vom 1. April 2022 mangels hinreichender Begründung nicht ein ("erstes Beschwerdeverfahren"). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Bereits am 25. Januar 2022 hatten A.A.________ und B.A.________ den Ausstand der Präsidentin des Bezirksgerichts Weinfelden, Claudia Spring, verlangt. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 21. März 2022 wies der Vizepräsident des Bezirksgerichts Weinfelden das Ausstandsgesuch gegen die Bezirksgerichtspräsidentin ab. </div> <div class="para">A.A.________ und B.A.________ fochten diesen Entscheid mit Beschwerde beim an. Sie stellten den Antrag, die Bezirksgerichtspräsidentin sei anzuweisen, den Ausstand zu wahren. Prozessual begehrten sie im Rahmen dieses (Ausstands-) Beschwerdeverfahrens den Ausstand der Obergerichtspräsidentin Anna Katharina Glauser Jung, der Oberrichter Matthias Kradolfer und Marianne Bommer sowie der Obergerichtsschreiberin Ursula Geilinger (mithin der Mitwirkenden im ersten Beschwerdeverfahren) wegen "Vorbefassung". </div> <div class="para">Mit Zwischenentscheid vom 14. April 2022 entschied das Obergericht vorab über das gegen die genannten Mitglieder des Obergerichts sowie die Obergerichtsschreiberin gerichtete Ausstandsgesuch. Es wies dieses ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Mit Eingabe vom 15. Juni 2022 haben A.A.________ und B.A.________ erklärt, diesen Entscheid mit Beschwerde beim Bundesgericht anzufechten, ein Ausstandsbegehren gestellt und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (samt unentgeltlicher Rechtsverbeiständung) für das bundesgerichtliche Verfahren ersucht. </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführer sind der Meinung, Bundesrichterin Christina Kiss und Gerichtsschreiber Daniel Brugger (mithin die Mitwirkenden im ersten Beschwerdefahren 4A_144/2022) hätten zufolge "Vorbefassung" im vorliegenden Beschwerdeverfahren in den Ausstand zu treten. </div> <div class="para">Auf untauglich begründete oder querulatorische und damit unzulässige Ausstandsbegehren, namentlich solche, die allein mit der Mitwirkung an einem früheren negativen Entscheid begründet werden, wird unter Mitwirkung der abgelehnten Gerichtspersonen nicht eingetreten (Urteil 2F_12/2008 vom 4. Dezember 2008 E. 2.1). </div> <div class="para">Entsprechend ist hier zu verfahren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">In der Sache wenden sich die Beschwerdeführer dagegen, dass die Vorinstanz das gegen die Mitglieder des Obergerichts und die Obergerichtsschreiberin gerichtete Ausstandsgesuch abgewiesen hat. Sie beklagen Verletzungen von <span class="artref">Art. 47 ZPO</span>, Art. 8 f., <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 sowie <artref id="CH/101/30/1" type="start"></artref>Art. 30 Abs. 1 BV</span><artref id="CH/101/29/2" type="end"></artref> und <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span>. </div> <div class="para">Sie begründen ihre Rüge aber ausschliesslich damit, dass diese Gerichtspersonen bereits am ersten Beschwerdeverfahren betreffend "Rechtsverzögerung" in ihrer Funktion als Mitglieder des Obergerichts und als Obergerichtsschreiberin beteiligt gewesen seien ("Vorbefassung"). Die Mitwirkung in einem früheren Verfahren in der gleichen Funktion, in casu als Oberrichter bzw. Obergerichtsschreiberin, begründet indes für sich allein nicht nur unter dem BGG (Art. 34 Abs. 2), sondern auch unter der ZPO (Art. 47) keinen Ausstandsgrund. Woraus sich sonst ein Anschein der Befangenheit oder der Voreingenommenheit ergeben soll, zeigen die Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar auf, insbesondere nicht mit der blossen Behauptung, die betreffenden Personen hätten eine "vorgefasste Meinung". </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die im Übrigen in der Beschwerde formulierte Kritik geht entweder an der Sache vorbei (S. 5 f.) oder erschöpft sich in allgemeinen Ausführungen zum "Anspruch auf einen korrekten und fairen Prozess" (S. 7 f.), ohne dass ein Bezug zum konkreten Fall erkennbar wäre. Darauf kann nicht eingetreten werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren ist abzuweisen, weil die Beschwerde von vornherein aussichtslos war (siehe <span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Die Gerichtskosten sind gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/66/5" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/66/1" type="start"></artref>Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG</span><artref id="CH/173.110/66/5" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/5" type="end"></artref> den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, G.G.________, H.G.________ und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 23. Juni 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Hohl </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Stähle </div> </div></body></html>