<h2>SubmittedText<h2><p>Im Rahmen des Autobahnbaus der A 9 im Oberwallis sind im Raume Gamsen, am Ort genannt Waldmatte, Ausgrabungen für insgesamt 33,5 Millionen Franken vorgenommen worden. Diese Arbeiten wurden zum grossen Teil mit Nationalstrassengeldern finanziert. Die insgesamt 250 ausgegrabenen Gebäude, die aus urgeschichtlichen Epochen und der Römerzeit stammen, werden von Archäologen "für den Alpenraum als einmalig" bezeichnet.</p><p>Ende August 1999 werden die Arbeiten abgeschlossen, weil die Bagger für den Bau des Trassees der A 9 auffahren.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, Möglichkeiten abzuklären, ob durch die Verschiebung des Trassees die Ausgrabungen für die Nachwelt nicht gerettet werden könnten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die bedeutenden und zusammenhängenden Erdbewegungen, die mit dem Bau einer Nationalstrasse verbunden sind, bieten der Archäologie oft einmalige Möglichkeiten, neue Erkenntnisse über frühere Zeiten durch die grossflächige Bearbeitung zu gewinnen. Demgegenüber werden durch den Bau ebendiese Flächen versiegelt und archäologisch wertvolle Begebenheiten zerstört. Das führt von der Sache her dazu, dass der Nationalstrassenbau Werte zerstört, die ohne diesen Bau weder gesucht noch gefunden worden wären. Der Bundesrat hat dieses Dilemma in einem Beschluss von 1961 dahingehend gelöst, dass er die Kosten der Ausgrabung, der Bergung oder der wissenschaftlichen Aufnahme historischer Funde im Trassee künftiger Nationalstrassen als Erstellungskosten der Nationalstrasse behandelt, die Konservierung, Bearbeitung und Aufbewahrung der Funde dagegen den Kantonen überlässt. Das ermöglicht den Archäologen, umfassend alles zu dokumentieren, was aus wissenschaftlicher Optik ausserordentlich wertvoll ist. Sehr oft ist es ebenfalls möglich, ausgegrabene Funde nach der Dokumentation der Nachwelt zu erhalten. Nicht vorgesehen ist aber, das Trassee wegen Funden zu verschieben, d. h., das geplante Projekt aufzugeben und auf der Basis eines neuen Trassees praktisch nochmals von vorne zu beginnen.</p><p>Eine Trasseeverschiebung als Folge von Funden hiesse: Je mehr Nationalstrassengelder für die Archäologie aufgewendet werden, desto grösser erscheint die Wahrscheinlichkeit, dass die Nationalstrasse dann nicht oder nicht mehr dort realisiert werden könnte, wo sie aus ökologischen, wirtschaftlichen, bau- und verkehrstechnischen Gründen hingehörte. Das wäre systemwidrig und würde bedeuten, dass vor der Wahl der Linienführung nach archäologischen Werten sondiert werden müsste oder aber dass die nach einer erzwungenen Trasseeverschiebung am ursprünglichen Standort aufgelaufenen Ausgrabungskosten nicht der Nationalstrasse angelastet werden könnten. Beides wäre indessen für die Belange der Archäologie wesentlich ungünstiger, zumal es ohne die Kombination mit dem Strassenbau kaum je möglich wäre, so grossflächig Ausgrabungen vorzunehmen.</p><p>Die Linienführung in Gamsen wurde in den letzten Jahren intensiv geprüft und aufgrund aller massgebenden Aspekte so gewählt, wie sie nun zur Ausführung freigegeben wurde. Die ganze Strecke beruht denn auch auf einem rechtskräftigen Ausführungsprojekt. Eine Trasseeverschiebung ist aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten und der Nähe zu bestehenden Siedlungen nicht möglich oder nur mit einem unverhältnismässigen Aufwand.</p>  Antwort des Bundesrates.