<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00350</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105466&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00350</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausweisung (Heimschaffung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Heimschaffung wegen Fürsorgeabhängigkeit<br/><br/>Keine Heimschaffung der Beschwerdeführerin und der zwei minderjährigen Söhne wegen erheblicher und fortgesetzter Fürsorgeabhängigkeit gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG, da fortgesetzte Fürsorgebedürftigkeit unsicher. Die finanzielle Garantieerklärung eines Schweizer Ehepaars war, obwohl rechtlich nicht verbindlich, massgeblich für die günstige Prognose.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGEABHÃNGIGKEIT">FÃRSORGEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIMSCHAFFUNG">HEIMSCHAFFUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 10 lit. Id ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 11 lit. III ANAG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A. B., StaatsangehÃ¶rige der Jugoslawischen Repu­blik (Kosovo) ist seit 1977 mit ihrem Landsmann G. B. verheiratet. Der Ehe­mann reiste im Jahr 1980 als Saisonnier in die Schweiz und arbeitete im Baugewerbe. Im Jahr 1984 erhielt er die Aufenthalts- und am 14. MÃ¤rz 1991 die Niederlassungsbewilligung. Aus der Ehe sind vier SÃ¶hne hervorgegangen: H., geboren 1977, I., geboren 1979, D., geboren 1983 und C., geboren 1988.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">A. B. sowie alle Kinder erhielten 1991 im Rahmen des Familiennachzugs die Nie­derlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich und wohnen seit 1992 in J. Im gleichen Haushalt wohnt auch der mit einer LandsmÃ¤nnin verheiratete Ã¤lteste Sohn H. sowie dessen Sohn.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">G. B. wurde durch das Tribunal du District de Lausanne wegen schweren Verbre­chens gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz zu 18 Jahren Zuchthaus­strafe verurteilt, verbunden mit einer gerichtlichen Landesverweisung fÃ¼r die Dauer von 15 Jah­ren. Dieses Urteil wurde vom Tribunal Cantonal du Canton de Vaud im Berufungsverfahren in der Hauptsache bestÃ¤tigt; indessen die Landesverweisung - in Befolgung einer Weisung des Kassationshofes des Bundesgerichts - bedingt ausgespro­chen, unter Ansetzung einer Probezeit von fÃ¼nf Jahren. G. B. be­fin­det sich im Strafvollzug. Seine Entlassung ist frÃ¼hestens im Jahr 2005 mÃ¶glich.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. 1996 beantragte der Gemeinderat J. die Ausweisung von A. B. mit ihren Kindern mit der BegrÃ¼ndung, seit 1993 hÃ¤tten fÃ¼r die Familie ins­gesamt mehr als Fr. 70'000 an FÃ¼rsorgeleistungen aufgewendet werden mÃ¼ssen. Im Auf­trag der Fremden­po­lizei (Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit) wurden A. B. und ihr Ehemann G. im Hinblick auf die A. B. und die Kinder treffenden Auswei­sungsmassnahmen befragt und die Akten dem Regierungsrat zum Entscheid Ã¼bergeben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat verfÃ¼gte die Heimschaffung von A. B. und ihrer minderjÃ¤hrigen Kinder D. und C. Zur BegrÃ¼ndung wur­de im Wesent­li­chen auf die erhebliche und fortgesetzte FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit der Fa­milie seit dem Straf­vollzug des Ehemanns und Vaters hingewiesen. Um den Betroffenen den Kon­takt mit der Restfamilie durch besuchsweise Einreisen in die Schweiz zu ermÃ¶gli­chen, erkannte der Re­gierungsrat auf die Heimschaffung anstelle der beantragten Auswei­sung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. A. B. liess durch ihren Vertreter fÃ¼r sich und die minderjÃ¤hrigen Kinder Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichen, mit wel­cher beantragt wird, der Beschluss des Regierungsrats sei aufzuheben, eventuell sei den Be­schwerdefÃ¼hrenden eine Verwarnung mit Auflagen (als weniger einschneidende Mass­nahme) zu erteilen, subeventuell sei das Verfahren zu weiteren AbklÃ¤rungen an den Regie­rungsrat zurÃ¼ckzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Be­schwer­degegners.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat liess durch die Direktion fÃ¼r Soziales und Si­cherheit die Abweisung der Beschwerde beantragen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Noveneingabe teilten die BeschwerdefÃ¼hrenden dem Ver­waltungsgericht mit, dass sie auf Anfang 2000 eine um Fr. 335.- pro Monat billi­gere Wohnung gemietet hÃ¤tten und legten einen Mietvertrag ins Recht. Gleichzeitig fÃ¼hrten sie aus, dass die SÃ¶hne H. und I. je eine Teilzeitstelle angenommen hÃ¤t­ten, wel­che ihnen je ei­nen Monatsverdienst von Fr. 1'000.- ermÃ¶gliche, womit sie in der Lage seien, ihre Mutter und die minderjÃ¤hrigen BrÃ¼der zusÃ¤tzlich zu unterstÃ¼tzen. Sie machten geltend, durch die geringeren Aufwendungen fÃ¼r die Miete und die zusÃ¤tzlichen EinkÃ¼nfte wÃ¼rden die Be­schwerdefÃ¼hrenden nicht mehr fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig sein. Die ent­sprechenden Arbeits­vertrÃ¤ge wurden zu den Gerichtsakten gegeben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Noven wurden von der Kanzlei des Verwaltungsgerichts dem Regierungsrat nicht zur Stellungnahme vorgelegt, um das Verfahren nicht zu verzÃ¶gern.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug1">1. Die angefochtene VerfÃ¼gung des Regierungsrats beschlÃ¤gt die Niederlassungs­bewilligung der BeschwerdefÃ¼hrenden, deren Erteilung aufgrund eines Rechtsanspruchs (Familiennachzug) gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Nie­derlas­sung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) erteilt worden war. Steht die Auf­hebung eines Rechtsanspruchs zur Diskussion, ist dies mit der Verwaltungsgerichtsbe­schwerde an das Bundesgericht Ã¼berprÃ¼fbar (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesge­setzes Ã¼ber die Organi­sation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943), was dazu fÃ¼hrt, dass das kantonale Verwaltungsgericht auf die Beschwerde einzutreten hat (§ 43 Abs. 2 des Verwal­tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; VRG). Die PrÃ¼fung, ob der mÃ¶gliche Rechts­anspruch aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklicht ist bzw. durch die angeordnete Heimschaffung aufgehoben werden darf, ist Gegenstand der nach­folgenden materiellen ErwÃ¤gungen (BGE 122 II 289 E. 1d).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kann jede fÃ¼r den Entscheid er­heb­liche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts angefochten werden (§ 51 VRG). Die Beschwerde kann sich auf neue Beweismittel berufen, ebenso kÃ¶nnen neue Tatsachen geltend gemacht werden, wenn, wie im vorliegenden Fall, der Regierungs­rat in der Sache als erste BehÃ¶rde entschieden hat (§ 52 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Nach Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG kann der AuslÃ¤nder aus der Schweiz ausgewie­sen werden, wenn er oder eine Person, fÃ¼r die er zu sorgen hat, der Ã¶ffentlichen WohltÃ¤tig­keit fortgesetzt und in erheblichem Masse zur Last fÃ¤llt. Die Ausweisung wegen BedÃ¼rf­tig­keit setzt voraus, dass dem Ausgewiesenen die RÃ¼ckkehr in seinen Heimatstaat mÃ¶glich und zumutbar ist (Art. 10 Abs. 2 ANAG). Mit der am 1. Januar 1992 in Kraft getretenen Gesetzesnovelle vom 23. MÃ¤rz 1990 wurde Art. 11 Abs. 2 ANAG, wonach in der Regel auch der Ehegatte in die Ausweisung einzubeziehen war, aufgehoben. Seither mÃ¼ssen die Voraussetzungen einer Ausweisung auch auf Seiten des Ehegatten erfÃ¼llt sein, wenn dieser mitausgewiesen werden soll. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">GemÃ¤ss Art. 11 Abs. 3 ANAG soll die Ausweisung nur verfÃ¼gt werden, wenn sie nach den gesamten UmstÃ¤nden verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist. Dabei sind - unter BerÃ¼cksichtigung von Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum ANAG - folgende Kriterien zu beachten: die Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit des Aus­lÃ¤nders in der Schweiz und die ihm und der Familie drohenden Nachteile. Auch bei der Aus­weisung nach Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG sollen unnÃ¶tige HÃ¤rten vermieden wer­den; in diesen FÃ¤llen kann auch die blosse Heimschaffung verfÃ¼gt werden (Art. 11 Abs. 3 zweiter und dritter Satz ANAG; vgl. BGE 119 Ib 1 E. 2, auch zum Folgenden). Heimschaf­fung be­deutet die ÃberfÃ¼hrung des fÃ¼rsorgebedÃ¼rftigen AuslÃ¤nders von der FÃ¼rsorge des Gast­staa­tes in diejenige des Heimatstaates. Wie die Ausweisung fÃ¼hrt sie zum ErlÃ¶schen bestehen­der Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen (Art. 9 Abs. 1 lit. d sowie Abs. 3 lit. b ANAG). Im Unterschied zur Ausweisung ist sie jedoch nur eine Entfernungs­mass­nahme, was heisst, dass sie nicht mit einer Einreisesperre verbunden ist. Nach der Rechts­auffas­sung des Bundesgerichts (BGE 119 Ib 1 E. 2b) kann die heimgeschaffte Per­son in die Schweiz zurÃ¼ckkehren, wenn der Heimschaffungsgrund weggefallen ist, insbe­sondere wenn sie nicht mehr bedÃ¼rftig ist. GrundsÃ¤tzlich ist fÃ¼r eine Heimschaffung erfor­derlich, dass der Heimatstaat der ÃberfÃ¼hrung und Ãbernahme der kÃ¼nftigen FÃ¼rsorge zu­stimmt und mit diesem - auf diplomatischem Weg - Ort und Zeit der Ãbernahme der bedÃ¼rftigen Person vereinbart werden. Sofern eine solche Absprache - insbesondere dieje­nige betref­fend die Ãbernahme der FÃ¼rsorgeleistungen - fehle, besteht nach der Auslegung des Bun­desgerichts der Unterschied der Heimschaffung zur Ausweisung lediglich in der fehlenden Einreisesperre. Weil die Heimschaffung die betroffene Person in diesem Fall somit Ã¤hnlich hart treffe wie die Ausweisung, sei es unabdingbar, dass die Voraus­setzun­gen fÃ¼r die Aus­weisung im Wesentlichen auch auf die Heimschaffung anzuwenden seien.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Es ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass zwischen den schweizeri­schen und den BehÃ¶rden der Republik Jugoslawien keine Abmachungen, weder mit Bezug auf die Heimschaffung als solche noch auf vom Heimatstaat allenfalls gewÃ¤hrte FÃ¼rsorge­leistungen, bestehen. Jedenfalls lassen sich solche weder den Akten entnehmen, noch be­hauptet der Beschwerdegegner, dass derartige Absprachen getroffen worden seien. Im Ge­genteil geht aus einer BestÃ¤tigung der Schweizer Botschaft in Belgrad hervor, dass die Be­schwerdefÃ¼hrenden in ihrer Heimat nicht mit Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorgeleistungen rechnen kÃ¶nn­ten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Ebenfalls ist davon auszugehen, dass die von den BeschwerdefÃ¼hrenden ange­fÃ¼hr­ten HÃ¤rtefolgen durch die mit der Heimschaffung ermÃ¶glichte Einreise in die Schweiz nicht beseitigt werden. Diese sehen die Unzumutbarkeit der Massnahme in der Ausweisung als solcher, d.h. mit dem Herausreissen ihres Familienteils aus der gewohnten Umgebung, und nicht in der Fernhaltewirkung als solcher. Daraus ergibt sich, dass die gesetzlichen Vor­aus­setzungen fÃ¼r die Ausweisung erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Ob eine FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit erheblich im Sinn von Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG sei, muss sich aufgrund der VerhÃ¤ltnisse in der Vergangenheit entscheiden. Was die fortge­setzte AbhÃ¤ngigkeit von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge angeht, kann es nicht allein darauf an­kommen, ob im Zeitpunkt des Beschwerdeentscheides UnterstÃ¼tzungsleistungen bezogen werden, weil sonst eine Heimschaffung mit dem vorÃ¼bergehenden Verzicht auf FÃ¼rsorge­leistungen immer verhindert werden kÃ¶nnte. In erster Linie geht es bei der Entfer­nung ei­nes AuslÃ¤nders wegen BedÃ¼rftigkeit darum, eine zusÃ¤tzliche und damit kÃ¼nftige Be­lastung der Ã¶ffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Ob dies der Fall sein wird, lÃ¤sst sich kaum je mit Sicherheit feststellen. Es muss daher auf die wahrscheinliche finanzielle Ent­wicklung beim AuslÃ¤nder abgestellt werden. Dabei ist von den aktuellen VerhÃ¤ltnissen im Zeitpunkt des zu fÃ¤llenden Entscheids auszugehen (BGE 119 Ib 1 E. 3a und b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Sofern FÃ¼rsorgeleistungen fÃ¼r die gesamte Familie beansprucht und geleistet wurden und die Heimschaffung nur eines Elternteils zur Diskussion steht, liegt nicht ein nach heutigem Recht unzulÃ¤ssiger Einbezug eines Ehepartners in die gegen den anderen gerichtete Massnahme vor (BGE 119 Ib 1 E. 3a).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) Der Familie der BeschwerdefÃ¼hrenden wurden von der Wohnsitzgemeinde im Zeitraum zwischen 1993 und Februar 1999 Leistungen aus Ã¶ffentlicher FÃ¼rsorge im Um­fang von rund Fr. 117'000.- erbracht. Der Regierungsrat und die BeschwerdefÃ¼hrenden be­zeichnen dies als erheblich, welcher Auffassung das Gericht auch unter Hinweis auf BGE 119 Ib 1 E. 3a und b beitritt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der Regierungsrat ist davon ausgegangen, dass die FÃ¼rsorgefÃ¤lligkeit der Be­schwer­defÃ¼hrenden auch in Zukunft gegeben sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin A. B. werde auf ab­sehbare Zeit nicht in der Lage sein, einer ins Gewicht fallenden ErwerbstÃ¤tigkeit nachzu­gehen, habe sie doch fÃ¼r die minderjÃ¤hrigen Kinder zu sorgen und treffe sie im Ãbrigen auf­grund ihrer mangelnden Ausbildung und Sprachkenntnisse auf dem Arbeitsmarkt auf grosse Schwierigkeiten. Diese Feststellung wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden und der Wohnsitzgemeinde im Wesentlichen nicht bestritten. Die Vorinstanz berÃ¼cksichtigte so­dann, dass die beiden erwachsenen SÃ¶hne ihr Erwerbs- beziehungsweise Lehrlingsein­kom­men nach MÃ¶glichkeit der Familie der BeschwerdefÃ¼hrenden zukommen liessen. An­ge­sichts der monatlichen Mietzinsbelastung von Fr. 1'300.- und der Tatsache, dass der Ehe­mann und Vater noch wÃ¤hrend Jahren im Strafvollzug verbleiben werde, mÃ¼sse trotz­dem damit gerechnet werden, dass die Familie auch weiterhin FÃ¼rsorgeleistungen werde bezie­hen mÃ¼ssen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) In der BeschwerdebegrÃ¼ndung wurde darauf hingewiesen, dass im Jahr 1999 nur mehr FÃ¼rsorgeleistungen im Umfang des Mietzinses von Fr. 1'083.- pro Monat bzw. rund Fr. 13'000.- pro Jahr beansprucht worden seien. Man kÃ¶nne sich fragen, ob die Familie da­mit in erheblichem Umfang der reichen Gemeinde J. zur Last falle. In der Noveneingabe wird sodann der Nachweis erbracht, dass ab Anfang 2000 der Mietzins brutto noch Fr. 945.- betrÃ¤gt. Ebenfalls neu legten die Beschwer­de­fÃ¼h­ren­den ArbeitsvertrÃ¤ge der beiden erwachsenen SÃ¶hne ins Recht, aus denen ersicht­lich ist, dass diese ab Anfang 2000 zu­sÃ¤tzli­che EinkÃ¼nfte von je hÃ¶chstens Fr. 300.- pro Woche erzielen werden. Die Familie kÃ¶nne mit zusÃ¤tzlichen EinkÃ¼nften von rund Fr. 2'000.- pro Monat rechnen. Im Jahr 2001 werde der zweitÃ¤l­tes­te Sohn seine Lehre abgeschlos­sen haben und kÃ¶nne mit einem Anfangsverdienst von Fr. 3'800.- pro Monat rechnen. Gleich­zeitig werde der Ã¤lteste Sohn den bisherigen Verdienst von ca. Fr. 3'300.- erzie­len.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bereits mit der Beschwerdeschrift liessen die BeschwerdefÃ¼hrenden eine ErklÃ¤rung einer Familie X. einreichen. In diesem als "GarantieerklÃ¤rung" bezeichneten Doku­ment verpflichten sich die Verfasser, dass sie "im nicht zu erwartenden Bedarfsfall" finan­zielle Hilfe an die Familie der BeschwerdefÃ¼hrenden leisten werde, "so dass diese finan­ziell je­denfalls unabhÃ¤ngig von Dritten bleiben wird". AusdrÃ¼cklich garantieren die Ver­fas­ser der ErklÃ¤rung, dass sie die Familie soweit unterstÃ¼tzen werden, dass die Beanspru­chung der Ã¶ffentlichen Hand entbehrlich werde. Die Garantie ist befristet bis Mitte 2002.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat liess in der Beschwerdeantwort anfÃ¼hren, die Berufs- und Er­werbs­prognosen der beiden Ã¤lteren SÃ¶hne seien unsicher und unbestimmt, im Ãbrigen hÃ¤t­ten sich gewisse in der Beschwerde angekÃ¼ndigte Anstrengungen in diese Richtung nicht erfÃ¼llt. Was die GarantieerklÃ¤rung der Familie X. angehe, sei es fraglich, ob diese Ver­pflich­tung rechtlich durchsetzbar sei; im Ãbrigen kÃ¶nne diese jederzeit einseitig aufgeho­ben werden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) GestÃ¼tzt auf die angefÃ¼hrte Rechtslage kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die finanzielle Zukunft der BeschwerdefÃ¼hrenden mit erheblichen Unsicher­heiten belastet ist, fallen doch die beiden Elternteile auf nicht absehbare Zeit als Unter­halts­trÃ¤ger ausser Betracht. Auf der anderen Seite ist nicht zu Ã¼bersehen, dass offenbar grosse Anstrengungen unternommen worden sind, die FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit abzubauen bzw. zu beseitigen. So wurden die Aufwendungen fÃ¼r die Wohnungsmiete nachweislich in jÃ¼ngster Zeit reduziert. Prognosen Ã¼ber die EinkÃ¼nfte der beiden Ã¤lteren SÃ¶hne, von denen einer sich noch in Berufsausbildung befindet, sind mit Vorsicht zu geniessen. So ist insbe­sondere deren NebenerwerbstÃ¤tigkeit als unsichere Erwerbsquelle einzustufen, weil der tat­sÃ¤chliche Umfang der ErwerbstÃ¤tigkeit nicht feststeht, vermerken die VertrÃ¤ge doch le­dig­lich eine maximale Arbeitszeit von 15 Wochenstunden. Im Ãbrigen ist unklar, wie sich die­se TÃ¤tigkeit auf mittlere oder lÃ¤ngere Dauer mit der Berufsausbildung bzw. regulÃ¤ren Ar­beits­tÃ¤tigkeit in Einklang bringen lÃ¤sst. Was die als GarantieerklÃ¤rung bezeichnete Ver­pflich­tung der Familie X. angeht, kann zwar die rechtliche Verbindlichkeit im forma­len Sinn mangelhaft sein. So dÃ¼rften die GÃ¼ltigkeitsvoraussetzungen fÃ¼r eine BÃ¼rgschaft frag­lich sein (zahlenmÃ¤ssiger HÃ¶chstbetrag, Ã¶ffentliche Beurkundung usw.). Indessen bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Familie X. nur den Anschein erwirken wollte, als wol­le sie die BeschwerdefÃ¼hrenden von der weiteren AbhÃ¤ngigkeit der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge be­freien. Es darf mit anderen Worten davon ausgegangen werden, dass sie auch eine recht­lich nicht durchsetzbare Verpflichtung gegenÃ¼ber der Wohnsitzgemeinde zu erfÃ¼llen ge­willt sind. Aufgrund der eingelegten Steuerausweise ist auch nicht an der Bo­nitÃ¤t der Ver­fasser der GarantieerklÃ¤rung zu zweifeln. Die Zusicherung erfolgte offenbar, weil sie die Familie der BeschwerdefÃ¼hrenden persÃ¶nlich kennen und sie von der drohen­den Heim­schaffung be­wahren wollen. Sollte sich ergeben, dass die versprochenen Leistungen nicht im Sinn der ErklÃ¤rung erbracht werden, wÃ¤re wohl eine rechtliche Einfor­derung nicht mÃ¶g­lich, in­des­sen den die Garantie abgebenden Eheleuten X. die Konse­quenz einsehbar. Nichts spricht im Ãbrigen dagegen, dass sie sich gegenÃ¼ber der FÃ¼rsorge­behÃ¶rde in recht­lich ver­bind­li­cher Form verpflichten kÃ¶nnen, wenn diese Zweifel an ihren lauteren Ab­sichten he­gen sollte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zusammengefasst ergibt sich, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden auf mehreren Ebenen das ihnen MÃ¶gliche und Zumutbare unternommen haben, um in Zukunft sich von ihrer FÃ¼r­sorgeabhÃ¤ngigkeit zu lÃ¶sen. Dass die Ã¶ffentliche UnterstÃ¼tzung unter Einbezug der Ver­gangenheit eine erhebliche war, dÃ¼rfte feststehen - auf die Finanzkraft des Gemeinwe­sens kann dabei im Interesse der Rechtsgleichheit nicht abgestellt werden -, indessen ge­nÃ¼gt dies nach dem Gesetz allein nicht fÃ¼r eine fremdenpolizeiliche Massnahme. Die von Gesetz und der Gerichtspraxis geforderte Prognose fÃ¼r die Zukunft auf der Grundlage der heutigen Gegebenheiten lÃ¤sst jedoch den fortgesetzten Charakter der FÃ¼rsorgebedÃ¼rftigkeit als unsi­cher erscheinen, was die angefochtene Massnahme als unzulÃ¤ssig erscheinen lÃ¤sst.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Fehlt es bereits am Tatbestandselement der fortgesetzten FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit, ist die verfÃ¼gte Heimschaffung unzulÃ¤ssig, und es braucht nicht geprÃ¼ft zu werden, ob die Mass­nahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re. Ebenso erÃ¼brigt sich eine PrÃ¼fung, ob die Massnahme mit Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 vereinbar wÃ¤re. Die Beschwerde ist vielmehr im Hauptantrag gutzuheissen. Damit erÃ¼bri­gen sich die Even­tual­antrÃ¤ge.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. ...</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen gutgeheissen und der Beschluss des Regierungsrats aufgehoben.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>