Obergericht des Kantons Zürich II. Strafkammer Geschäfts-Nr.: SB200185-O/U/as Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Stiefel, Ober- richterin lic. iur. Schärer sowie Gerichtsschreiberin MLaw Höchli Beschluss vom 16. September 2020 in Sachen A._____, Beschuldigte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gegen Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin sowie B._____, Privatkläger unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ betreffend versuchte schwere Körperverletzung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 2. Oktober 2019 (DG190027) - 2 - Erwägungen: 1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 2. Oktober 2019 wurde die Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Gleichzeitig wurde eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB (Suchtbehandlung) ange- ordnet, und der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zugunsten der stationären Mas- snahme aufgeschoben (Urk. 64). 2. Gegen dieses mündlich eröffnete Urteil liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 3. Oktober 2019 Berufung anmelden (Prot. I S. 37 ff.; Urk. 59) und in der Folge mit Eingabe vom 24. April 2020 fristgerecht die Berufungserklärung erstat- ten (Urk. 63/2; Urk. 66). Innert der mit Präsidialverfügung vom 29. April 2020 an- gesetzten Frist erklärte die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 7. Mai 2020 An- schlussberufung (Urk. 67; Urk. 69). 3. In der Folge wurden die Parteien auf den 12. Januar 2021 zur Berufungs- verhandlung vorgeladen (Urk. 73). Mit Eingabe vom 9. September 2020 liess die Beschuldigte ihre Berufung zurückziehen (Urk. 75). Damit fällt auch die An- schlussberufung der Staatsanwaltschaft dahin (Art. 401 Abs. 3 StPO). Das Ver- fahren ist demzufolge als durch Rückzug erledigt abzuschreiben, und den Partei- en ist die Vorladung zur Berufungsverhandlung abzunehmen. 4. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga- be ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfah- rens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltli- chen Rechtsverbeiständung des Privatklägers, der Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie diejenigen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, - 3 - wobei die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bezüglich der Kosten der amtli- chen Verteidigung vorzubehalten ist. Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird als durch Rückzug der Berufung erledigt abgeschrieben. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist damit hinfällig. Demzufolge ist das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 2. Oktober 2019 rechtskräftig. 2. Den Parteien wird die Vorladung zur Berufungsverhandlung vom 12. Januar 2021 abgenommen. 3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 400.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 2'471.50 amtliche Verteidigung Fr. 543.60 unentgeltliche Rechtsverbeiständung 4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli- chen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Pri- vatklägers, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie diejenigen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzah- lungspflicht der Beschuldigten bezüglich der Kosten der amtlichen Verteidi- gung bleibt im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 5. Schriftliche Mitteilung an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be- schuldigten − die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich − die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers − den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste - 4 - sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfäl- liger Rechtsmittel an − die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten). 6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge- richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes. Obergericht des Kantons Zürich II. Strafkammer Zürich, 16. September 2020 Der Präsident: Oberrichter lic. iur. Spiess Die Gerichtsschreiberin: MLaw Höchli