A bteilung IV D -2158/2007 sch/dua {T 0/2} U rteil vom 18. Juni 2007 M itw irkung: R ichter H ans Schürch, R ichterin Jenny D e C oulon Scuntaro, R ichter M artin Zoller G erichtsschreiberin Anna D ürm üller X._______, geboren _______, Serbien, handelnd durch Y._______ (Vater), _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 26. Februar 2007 i.S. Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und A syl / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er G rossvater der Beschw erdeführerin, A. stellte am 26. N ovem ber 1993 ein Asylgesuch in der Schw eiz, w elches erstinstanzlich abgelehnt w urde. N achdem er erfolgreich bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) gegen den negativen Asylentscheid des Bundesam tes rekurriert hatte, erteilte ihm das Bundesam t m it Verfügung vom 30. Januar 1997 Asyl. Am 26. M ärz 1997 liess A._______ ein G esuch um Fam ilienzusam m enführung stellen. In der Folge erteilte das Bundesam t den Fam ilienangehörigen von A._______ eine Einreisebew illigung zw ecks Fam ilienvereinigung gestützt auf Art. 7 des Asylgesetzes vom 5. O ktober 1979 (aAsylG von 1979, AS 1980 1717). M it Verfügung vom 29. Septem ber 1997 w urden die Fam ilienangehörigen von A._______, darunter auch der Vater der Beschw erdeführerin, Y._______, im R ahm en der Fam ilienvereinigung in die Flüchtlingseigenschaft von A._______ einbezogen, und es w urde ihnen Asyl gew ährt. D er Vater der Beschw erdeführerin, Y._______, heiratete am 19. August 2004 B._______ geb. _______ und beantragte m it G esuch vom 28. Januar 2005, seine Ehefrau sei in seine Flüchtlingseigenschaft einzuschliessen und es sei ihr Asyl zu gew ähren. D as BFM w ies dieses G esuch m it Verfügung vom 4. Februar 2005 ab (vgl. B3). D iese Verfügung erw uchs unangefochten in R echtskraft. Am 20. N ovem ber 2006 brachte B._______ die Beschw erdeführerin zur W elt. B. M it Eingabe vom 20. Januar 2007 liess die Beschw erdeführerin um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Eltern respektive ihres Vaters sow ie Ausstellung eines R eiseausw eises ersuchen. C . D as BFM lehnte dieses G esuch m it Verfügung vom 26. Februar 2007 - eröffnet am 27. Februar 2007 - ab. Zur Begründung ihres Entscheids führte die Vorinstanz im W esentlichen aus, Voraussetzung für den Einbezug eines Kindes in die Flüchtlingseigenschaft der Eltern sei, dass m indestens ein Elternteil die originäre Flüchtlingseigenschaft besitze. Ein Einbezug sei dagegen nicht m öglich, w enn die Eltern ihre Flüchtlingseigenschaft ihrerseits durch einen Einbezug erw orben hätten. Im vorliegenden Fall sei die M utter der Beschw erdeführerin, B._______, nicht Flüchtling, sondern im Besitze einer frem denpolizeilichen Aufenthaltsbew illigung. D er Vater der Beschw erdeführerin, Y._______, sei zw ecks Fam ilienzusam m enführung in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl seines Vaters einbezogen w orden. Som it seien die erw ähnten Voraussetzungen für den Einbezug der Beschw erdeführerin in die Flüchtlingseigenschaft der Eltern beziehungsw eise des Vaters nicht erfüllt, w eshalb das G esuch abzuw eisen sei. D . M it Beschw erde vom 22. M ärz 2007 an das Bundesverw altungsgericht liess die Beschw erdeführerin beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und sie sei in das Asyl ihres Vaters einzubeziehen. Zur Begründung w urde im 3 W esentlichen geltend gem acht, der Vater der Beschw erdeführerin habe unter anderem drei Schw estern, w elche zusam m en m it ihm in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl ihres Vaters, A._______, einbezogen w orden seien. D ie Kinder dieser drei Schw estern - C ousins und C ousinen der Beschw erdeführerin - seien allesam t in das Asyl ihrer jew eiligen M utter einbezogen w orden. U nter diesen U m ständen sei nun auch die Beschw erdeführerin in das Asyl ihres Vaters einzubeziehen. E. M it Zw ischenverfügung vom 28. M ärz 2007 forderte der zuständige Instruktions- richter des Bundesverw altungsgerichts die Beschw erdeführerin auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- einzuzahlen. D er einverlangte Kosten- vorschuss w urde am 4. April 2007 fristgerecht geleistet. F. D as BFM hielt in seiner Vernehm lassung vom 25. O ktober 2005 vollum fänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D ie Vernehm lassung der Vorinstanz w urde der Beschw erdeführerin am 30. M ai 2007 zur Kenntnis gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM , w elche in Anw endung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) ergangen sind; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 51 Abs. 1 AsylG w erden Ehegatten von Flüchtlingen und ihre 4 m inderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, sofern keine besonderen U m stände dagegen sprechen. In der Schw eiz geborene Kinder von Flüchtlingen w erden auch als Flüchtlinge anerkannt (Art. 51 Abs. 3 AsylG ). 3.2 G em äss geltender Praxis der schw eizerischen Asylbehörden zu Art. 51 Abs. 3 AsylG (bzw . Art. 3 Abs. 3 aAsylG ) kann die abgeleitete (form elle) Flüchtlings- eigenschaft jedoch nur dann w eiterübertragen w erden, w enn ihrem Träger seinerseits auch die originäre (m aterielle) Flüchtlingseigenschaft zukom m t. In der Schw eiz geborene Kinder erhalten daher kein Fam ilienasyl, w enn deren Eltern ihrerseits bloss die abgeleitete Flüchtlingseigenschaft besitzen (G rundsatz der N ichtw eiterübertragung einer abgeleiteten Flüchtlingseigenschaft, vgl. die nach w ie vor zutreffenden Ausführungen in den Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2000 N r. 23, 1997 N r. 1, 1998 N r. 9). 4. 4.1 D en Akten zufolge ist die M utter der Beschw erdeführerin nicht Flüchtling, sondern verfügt über einen rein frem denpolizeilichen Aufenthaltsstatus in der Schw eiz. D as G esuch vom 28. Januar 2005 um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl ihres Ehem annes w urde vom Bundesam t rechtskräftig abgelehnt (vgl. vorstehend Abs. A). D ie M utter der Beschw erdeführerin ist som it nicht in der Lage, der Beschw erdeführerin zum Flüchtlingsstatus zu verhelfen. 4.2 G estützt auf die Akten ist im W eiteren festzustellen, dass der Vater der Beschw erdeführerin, Y._______, im Septem ber 1997 im R ahm en der Fam ilienzusam m enführung in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl seines Vaters, A._______, einbezogen w orden ist. D am it steht fest, dass er die Flüchtlingseigenschaft derivativ erw orben hat. Eine W eitergabe der Flüchtlings- eigenschaft an die Beschw erdeführerin w äre den vorstehenden Erw ägungen (vgl. E. 3.2) zufolge nur m öglich, w enn ihm die Flüchtlingseigenschaft (auch) originär zukom m en w ürde. D en vorinstanzlichen Akten, nam entlich denjenigen im Zusam m enhang m it dem Asylverfahren im Jahr 1997 (Fam ilienzusam m enführung), sind indessen keine H inw eise darauf zu entnehm en, dass der Vater der Beschw erdeführerin gestützt auf eigene Asylgründe als Flüchtling im m ateriellen Sinn qualifiziert w erden m üsste. D as BFM stellte im Ü brigen bereits in seiner Verfügung vom 4. Februar 2005 im Zusam m enhang m it dem G esuch um Einbezug der M utter der Beschw erdeführerin in die Flüchtlingseigenschaft ihres Ehem annes fest, dass Y._______ nie eigene Asylgründe geltend gem acht habe; diese Feststellung blieb dam als unangefochten. Auch aus der R echtsm itteleingabe vom 22. M ärz 2007 sind keine H inw eise beziehungsw eise Argum ente ersichtlich, die einen anderen Schluss nahelegen w ürden. Insgesam t bestehen som it keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Vater der Beschw erdeführerin auch die Voraussetzungen der m ateriellen Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Som it steht fest, dass ihm lediglich die form elle (abgeleitete) Flüchtlingseigenschaft zukom m t. D iese Tatsache ist der R echtsprechung zufolge als "besonderer U m stand" im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG zu qualifizieren, w elcher dem Einbezug der Beschw erdeführerin in die Flüchtlingseigenschaft ihres Vaters entgegensteht. Art. 51 Abs. 3 AsylG bezw eckt näm lich keine Privilegierung der in der Schw eiz geborenen Kinder; auch für diese steht der Einbezug in die 5 Flüchtlingseigenschaft der Eltern unter dem Vorbehalt besonderer U m stände (vgl. EM AR K 2000 N r. 23 E. 3c S. 211). 4.3 N ach dem G esagten ist festzustellen, dass die Voraussetzungen für den Einbezug der Beschw erdeführerin in die Flüchtlingseigenschaft ihres Vaters gem äss Art. 51 Abs. 1 und 3 AsylG nicht erfüllt sind. 5. In der Beschw erde w ird sinngem äss gerügt, die Vorinstanz habe die Beschw erdeführerin ungleich behandelt, indem ihr der Einbezug in die Flüchtlings- eigenschaft ihres Vaters verw ehrt w orden sei, w ährend ihre C ousins und die C ousine - die Kinder der Tanten väterlicherseits - ohne w eiteres in die Flüchtlingseigenschaft ihrer jew eiligen M ütter einbezogen w orden seien, obw ohl diese Tanten ihren Flüchtlingsstatus ebenfalls lediglich derivativ erw orben hätten. Angesichts dessen sei nun auch der Beschw erdeführerin die Flüchtlingseigen- schaft zuzuerkennen und ihr Asyl zu erteilen. D am it verlangt die Beschw erde- führerin im plizit eine G leichbehandlung im U nrecht. D azu ist Folgendes festzustellen: 5.1 In der R egel geht der G rundsatz der G esetzm ässigkeit der Verw altung dem R echtsgleichheitsprinzip vor. H at eine Behörde in einem Fall eine vom G esetz abw eichende Entscheidung getroffen, so gibt dies dem jenigen, der sich in der gleichen Lage befindet, grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abw eichend von der N orm behandelt zu w erden. Ein Anspruch auf G leichbehandlung im U nrecht w ird von der G erichtspraxis nur ausnahm sw eise anerkannt; so kann eine Person nur dann verlangen, norm abw eichend gleich behandelt (d.h. gesetzesw idrig begünstigt) zu w erden, w enn die Behörde nicht nur in einem oder in einigen Fällen, sondern in ständiger Praxis vom G esetz abw eicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht gesetzeskonform entscheiden w erde (vgl. BG E 127 I 1 E. 31, BG E 126 V 390 E. 6, BG E 122 II 446 E. 4, je m it H inw eisen zur R echtsprechung). 5.2 Für den vorliegenden Fall ist vorab festzustellen, dass es den Akten zufolge (vgl. auch die beigezogenen D ossiers N _______ und N _______) zutrifft, dass das BFM den sechs in der Schw eiz geborenen Kindern der drei Schw estern des Vaters der Beschw erdeführerin gestützt auf die Bestim m ung von Art. 51 Abs. 3 AsylG (respektive Art. 3 Abs. 3 aAsylG ) Asyl erteilte, obw ohl die drei Tanten väterlicherseits der Beschw erdeführerin - ebenso w ie ihr Vater - lediglich die abgeleitete Flüchtlingseigenschaft besitzen. M it Blick auf die vorstehenden Erw ägungen sind die entsprechenden Entscheide des BFM als rechtsw idrig zu qualifizieren. D ieser U m stand führt jedoch entgegen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung nicht autom atisch dazu, dass die Beschw erdeführerin verlangen kann, ebenfalls im W iderspruch zu den geltenden N orm en behandelt zu w erden. W ie vorstehend ausgeführt w urde, w ird ein Anspruch auf G leichbehandlung im U nrecht nur dann - ausnahm sw eise - bejaht, w enn die Behörde in ständiger Praxis vom G esetz abw eicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht gesetzeskonform entscheiden w erde. D iese Voraus- setzungen sind vorliegend nicht erfüllt. O bw ohl das Bundesam t aktenkundig in m ehreren Fällen zu U nrecht gestützt auf Art. 51 Abs. 3 AsylG Asyl erteilt hat, kann nicht von einer eigentlichen rechtsw idrigen Praxis des Bundesam tes gesprochen 6 w erden, da die in der Beschw erde zitierten Fälle gesam thaft gesehen lediglich einen Bruchteil der vom BFM gefällten Entscheide auf diesem G ebiet ausm achen und davon auszugehen ist, dass das Bundesverw altungsgericht respektive die AR K Kenntnis davon erlangt hätten, w enn das Bundesam t Art. 51 Abs. 3 AsylG in ständiger Praxis rechtsw idrig angew endet hätte. Zudem hat das Bundesam t im vorliegenden Fall in keiner W eise zu erkennen gegeben, dass es w eiterhin beabsichtigt, rechtsw idrige Entscheide im Bereicht von Art. 51 Abs. 3 AsylG zu fällen. Aufgrund der Aktenlage ist vielm ehr davon auszugehen, dass es sich bei den Entscheiden des BFM betreffend die Kinder der Tanten väterlicherseits der Beschw erdeführerin um vereinzelte Fehlleistungen handelt. U nter diese U m ständen ist ein Anspruch der Beschw erdeführerin auf G leichbehandlung im U nrecht abzulehnen. 6. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen für den Einbezug der Beschw erdeführerin in die Flüchtlingseigenschaft ihres Vaters gem äss Art. 51 Abs. 1 und 3 AsylG nicht erfüllt sind und der geltend gem achte Anspruch auf G leichbehandlung im U nrecht nicht besteht. Som it hat die Vorinstanz das G esuch der Beschw erdeführerin um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Eltern respektive ihres Vaters zu R echt abgelehnt. 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dem nach abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten in der H öhe von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und m it dem am 4. April 2007 in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den gesetzlichen Vertreter der Beschw erdeführerin (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - das _______ (Kopie) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: H ans Schürch Anna D ürm üller Versand am :