<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106052&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.03.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Enteignungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Abtretung von Privatrechten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Abtretung von Privatrechten im Zusammenhang mit der Verlegung einer Staatsstrasse (Wilstr. in Uster):<br/><br/>Zuständigkeit des VGr intertemporalrechtlich gestützt auf das Abtretungsgesetz in Verbindung mit dem VRG (E. 1a).<br/>Legitimation des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS): Umweltorganisationen sind auch zur Rüge legitimiert, es sei zu Unrecht keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgenommen worden (E. 2a).<br/>Legitimation der Privaten: Die Legitimation hängt namentlich nicht von bestimmten Distanzen zum Bauvorhaben ab, sondern es ist den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen (E. 2b/aa). Konkrete Prüfung vorab aufgrund der Werte des durchschnittlichen täglichen Verkehrs (E. 2b/bb).<br/>UVP-Pflicht: Rechtsgrundlagen und Kriterien im Allgemeinen (E. 3a). Das vorliegende Strassenprojekt umfasst keine "Hauptverkehrsstrasse", wofür eine UVP-Pflicht bestünde, und zwar weder aufgrund der Art des Projekts noch unter Zugrundelegung des BUWAL-"Grenzwerts" von 500 Personenwageneinheiten pro Stunde (E. 3b). Schematische Kriterien zur Qualifikation als "Hauptverkehrsstrasse" mit UVP-Pflicht finden keine Anwendung. Namentlich führt die Ausscheidung einer Strasse als "Staatsstrasse" gemäss kantonaler Strassengesetzgebung nicht zwingend zur Qualifikation als "Hauptverkehrsstrasse" mit UVP-Pflicht (E. 3c). Keine andere Beurteilung ergibt sich daraus, dass das Strassenprojekt gemäss kantonalem Richtplan Teil einer Umfahrungsstrasse ist, die lediglich geplant ist (E. 3d).<br/>Lärmschutz: Die konkreten Immissionen auf die Grundstücke sind nicht untersucht worden; Rückweisung zu ergänzender Untersuchung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)">UMWELTVERTRÃGLICHKEITSPRÃFUNG (UVP)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UVP-PFLICHT">UVP-PFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 30 AbtrG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 USG</span><br/><span class="gerade">Art. 25 USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 Abs. I USG</span><br/><span class="gerade">Art. 2 UVPV</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/><span class="gerade">§ 41 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Regierungsrat bewilligte am 3. September 1997 das Projekt fÃ¼r die Verle­gung der Wilstrasse S-27 in Uster, genehmigte die dafÃ¼r erforderlichen Kredite und er­mÃ¤chtigte die Baudirektion, das erforderliche Land nÃ¶tigenfalls auf dem Enteignungsweg zu erwerben (RRB 1875/1997). Der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) und verschiedene Privatpersonen erhoben gegen das Projekt am 9. Juli 1998 gemeinsam Einsprache. Der Bezirksrat Uster trat mit Entscheid vom 6. September 1999 auf die Einsprache des VCS und sieben Privaten nicht ein; die Einsprache einer weiteren Privatperson wies er ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Der Regierungsrat wies den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs der er­wÃ¤hnten Einsprechenden am 15. November 2000 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Der VCS und die Privaten haben gegen den Beschluss des Regierungsrates vom 15. November 2000 am 29. Dezember 2000 Be­schwerde an das Verwaltungsgericht erho­ben. Sie beantragen hauptsÃ¤chlich die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und des Projektgenehmigungsbeschlusses vom 3. Septem­ber 1997, unter Kosten- und EntschÃ¤di­gungsfolgen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baudirektion beantragte am 1. Februar 2001 die Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte am 7. Februar 2001 die Direktion der Justiz und des Innern fÃ¼r den Regierungsrat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Beteiligten werden, soweit erforderlich, in den ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Materieller Anfechtungsgegenstand ist die Projektgenehmigung des Regie­rungsrates fÃ¼r eine Staatsstrasse. Heute richtet sich die Projektfestsetzung einschliesslich des Einspracheverfahrens nach den §§ 15 bis 17 Strassengesetz vom 27. September 1981 (StrassG, LS 722.1) in der Fassung vom 8. Juni 1997, die aus der Revision des Verwal­tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) hervorgegangen ist. Da­bei gewÃ¤hrleistet § 17 Abs. 4 StrassG die MÃ¶glichkeit der Beschwerde an das Verwal­tungsgericht. Die regierungsrÃ¤tliche Projektgenehmigung vom 3. September 1997 erfolgte noch vor Inkrafttreten des revidierten Verwaltungsrechtspflegesetzes und des revidierten Strassengesetzes, weshalb auch das Rechtsschutzverfahren nach der alten Ordnung abzu­wickeln war (§§ 23 ff. des Gesetzes Ã¼ber die Abtretung von Privatrechten vom 30. Novem­ber 1879 [AbtrG, LS 781], vgl. RB 1990 Nr. 102 = BEZ 1990 Nr. 1). Gegen den regie­rungsrÃ¤tlichen Rekursentscheid gemÃ¤ss § 30 AbtrG steht gemÃ¤ss § 41 VRG die Beschwer­de an das Verwaltungsgericht offen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat hat den Rekurs sÃ¤mtlicher BeschwerdefÃ¼hrenden abgewiesen, beim heutigen BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 aus materiellen GrÃ¼nden, bei den Ã¼brigen Rekur­renten hat er die Rechtsmittellegitimation verneint. Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 ist Eigen­tÃ¼mer einer Liegenschaft im unmittelbaren Einflussbereich des angefochtenen Strassen­projektes; er ist â entgegen der Ansicht des Regierungsrats â zur umfassenden Beschwer­deerhebung ohne weiteres legitimiert. Die Ã¼brigen BeschwerdefÃ¼hrenden sind jedenfalls zur RÃ¼ge legitimiert, der Regierungsrat habe ihre Legitimation zu Unrecht verneint (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 28). Auf ihre materiellen RÃ¼gen ist einzutre­ten, sofern sich gemÃ¤ss § 21 VRG eine Beschwerdebefugnis ergibt. Auf die rechtzeitig und formrichtig eingereichte Beschwerde ist in diesem Sinne einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Vorab zu untersuchen ist, ob der Regierungsrat den BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 1 (VCS) und 3-9 (Privatpersonen) die Rechtsmittellegitimation zu Recht abgesprochen hat. Dabei ist zwischen der Legitimation des VCS und jener der Privatpersonen zu unterschei­den, da die rechtlichen Voraussetzungen unterschiedlich sind. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) GemÃ¤ss Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Umweltschutz vom 7. Ok­tober 1983 (USG, SR 814.01) kÃ¶nnen die mehr als zehn Jahre bestehenden gesamtschwei­zerischen Umweltschutzorganisationen gegen VerfÃ¼gungen der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden Ã¼ber die Planung, Errichtung oder Ãnderung von ortsfesten, der UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung (UVP) unterliegenden Anlagen Verwaltungsbeschwerde beim Bundesrat oder Verwal­tungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht einreichen. Die Organisationen sind auch befugt bzw. verpflichtet, von den kantonalen Rechtsmitteln Gebrauch zu machen, wobei ihnen das kantonale Recht dieselben Parteirechte zu gewÃ¤hren hat wie das Bundesrecht. Namentlich sind sie gehalten, sich an einem allfÃ¤lligen Einspracheverfahren zu beteiligen, wollen sie ihr Beschwerderecht nicht verwirken (Art. 55 Abs. 3 und 5 USG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der VCS ist eine nach Art. 55 USG beschwerdeberechtigte Umweltschutzorganisa­tion. Das Beschwerderecht im Sinne von Art. 55 USG erstreckt sich nicht nur auf VerfÃ¼­gungen, in welchen die UVP-Pflicht bejaht, sondern auch auf solche, in denen diese Pflicht verneint wird. Diesfalls sind die betreffenden Organisationen zur RÃ¼ge legitimiert, Art. 9 USG sei zu Unrecht nicht angewendet worden, womit sie eine materielle Rechtsfrage auf­werfen (BGE 117 Ib 135 E. 1c, mit Hinweisen). Aus BGE 115 Ib 335 E. 3 ergibt sich ent­gegen der Auffassung der Vorinstanz nichts anderes. In diesem Entscheid hat das Bundes­gericht lediglich darauf hingewiesen, dass die Umweltschutzorganisationen nicht generell zur Beschwerde befugt sind, wenn das Umweltschutzgesetz zur Anwendung ge­langt, son­dern bloss dann, wenn eine VerfÃ¼gung Ã¼ber eine UVP-pflichtige Anlage im Streit liegt. Das Ã¤ndert nichts daran, dass die berechtigten Organisationen einwenden kÃ¶nnen, eine UVP sei zu Unrecht unterlassen worden (vgl. hinsichtlich der Beschwerdeberechti­gung bei Ãnderungen von UVP-pflichtigen Anlagen auch BGE 124 II 460 E. 1). Macht eine Um­weltorganisation im Rahmen eines Einspracheverfahrens geltend, es sei zu Un­recht eine UVP unterblieben, so ist auf ihre Einsprache daher einzutreten. Verneint die zu­stÃ¤ndige BehÃ¶rde die UVP-Pflicht, so ist die Einsprache abzuweisen, andernfalls ist sie gutzuheis­sen. Der Bezirksrat hÃ¤tte daher auf die Einsprache des VCS eintreten mÃ¼ssen. Desgleichen hatte der Regierungsrat â ausgehend von seiner BegrÃ¼ndung â den Rekurs abzuweisen. Unzutreffend erscheint es allerdings, wenn in ErwÃ¤gung 1 des angefochtenen Entscheids die Rekurslegitimation des VCS verneint wird. Vielmehr war der VCS legiti­miert zu rÃ¼­gen, der Bezirksrat sei auf seine Einsprache zu Unrecht nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am Verfahrensausgang Ã¤ndert dies allerdings nichts, sofern die UVP-Pflicht des umstrittenen Strassenprojektes zu verneinen ist. Da sich die Vorinstanzen mit dieser Frage einlÃ¤sslich befasst haben, fÃ¤llt eine RÃ¼ckweisung ausser Betracht. Auf die UVP-Pflicht ist in ErwÃ¤gung 3 zurÃ¼ckzukommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) GemÃ¤ss § 21 lit. a VRG ist zum Rekurs berechtigt, wer durch die angefoch­tene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Ãnderung oder Auf­hebung hat. Kraft § 70 gilt § 21 VRG auch fÃ¼r die Beschwerdelegitimation vor Verwal­tungsgericht. § 21 VRG stimmt wÃ¶rtlich mit Art. 103 lit. a des Bundesrechtspflegegesetzes (OG) Ã¼berein, womit der kantonale dem bundesrechtlichen Legitimationsbegriff angepasst wurde (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 18). Der Rekurrent bzw. BeschwerdefÃ¼hrer muss durch den angefochtenen Entscheid stÃ¤rker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit be­troffen sein und in einer besonderen, nahen Beziehung zum Streitgegenstand stehen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 23 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden zutreffend ausfÃ¼hren, verzichtet das Bundesgericht darauf, hinsichtlich der Legitimation zur Anfechtung von Bauvorhaben bestimmte rÃ¤umli­che Distanzen oder andere fixe Werte festzulegen. Vielmehr ist nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalles zu beurteilen, ob der Betrieb der projektierten Anlage mit Sicherheit oder gros­ser Wahrscheinlichkeit geeignet ist, auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers Immis­sionen zu verursachen, welche aufgrund ihrer Art und IntensitÃ¤t deutlich wahrnehmbar sind (</span>vgl. BGE 120 Ib 379 E. 4c)<span>. Massgebend ist dabei eine objektivierende Betrach­tungsweise </span>(BGE 112 Ia 119 E. 4a).<span> Zur Beschwerde wegen LÃ¤rm ist legitimiert, wer in der NÃ¤he der lÃ¤rmigen Anlage wohnt, den LÃ¤rm deutlich wahrnimmt und dadurch in seiner Ruhe gestÃ¶rt wird (</span>BGE 120 Ib 379 E. 4c, 119<b> </b>Ib 179 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts vom 28. MÃ¤rz 1995 in Sachen O., E. 2b [verÃ¶ffentlicht in ZBl 96/1995, S. 527 ff.]; Urteil des Bundesge­richts vom 9. Juni 1992 in Sachen K., E. 2c mit Hinweisen [verÃ¶ffentlicht in URP 1992, S. 624 ff.]).<span> Entscheidend ist dabei der tatsÃ¤chlich wahrgenommene bzw. mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit zu befÃ¼rchtende LÃ¤rm und das allgemeine Ge­rÃ¤uschniveau in der Umgebung (Urteil des Bundesgerichtes vom 9. MÃ¤rz 1999, </span>lA.104/ 1998,<span> VLP-Ent­scheidsammlung Nr. 1820). Hingegen hÃ¤ngt die Beschwerdebefugnis nicht davon ab, ob an den Wohnorten der Betroffenen mit einer Ãberschreitung des massgebli­chen Immissions­grenzwertes oder Anlagegrenzwertes zu rechnen ist. Nachbarn kÃ¶nnen auch von einem Vorhaben, welches die massgeblichen Grenzwerte einhÃ¤lt, in legitimati­onsbegrÃ¼ndender Weise betroffen sein (VGr, 29. September 2000, BEZ 2000 Nr. 53 E. 3b mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Das angefochtene Projekt sieht vor, die heutige EinmÃ¼ndung der Wilstrasse in die Seestrasse um ca. 65 m nach Osten zu verschieben. An der neuen Verzweigung soll ein Kreiselverkehr mit verkehrsberuhigenden Massnahmen errichtet werden. Ab hier wird die Wilstrasse auf rund 120 m LÃ¤nge in einem leichten, nach Norden fÃ¼hrenden Bogen neu erstellt, bis sie vor der AabachbrÃ¼cke wieder in die bestehende Strasse mÃ¼ndet. Die Be­schwerdefÃ¼hrerin Nr. 3 wohnt am Grubenweg, rund 100 m sÃ¼dlich der neuen Verzwei­gung. Die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 4 - 9 wohnen an der Zelgstrasse, rund 200 m sÃ¼dlich der Seestrasse und der neuen Verzweigung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss der VerkehrszÃ¤hlung des Tiefbauamtes vom 27. August 1998 (bezirksrÃ¤tli­che Akten 3/6) weist die Seestrasse westlich der EinmÃ¼ndung der Wilstrasse in der abend­lichen Spitzenstunde eine Querschnittsbelastung von 564 Fahrzeugen auf; am Morgen zwi­schen sieben und acht Uhr betrÃ¤gt die Querschnittsbelastung an der selben Stelle 320 Fahr­zeuge. Ãstlich der Abzweigung der Wilstrasse betrÃ¤gt die Querschnittsbelastung der See­strasse in der Abendspitzenstunde 382 Fahrzeuge, in der erwÃ¤hnten Morgenstunde 248 Fahrzeuge. Die entsprechenden Werte fÃ¼r die Wilstrasse nÃ¶rdlich der Abzweigung von der Seestrasse betragen 328 Fahrzeuge in der Abendspitzenstunde und 202 Fahrzeuge am Morgen zwischen sieben und acht Uhr. Ausgehend von der Morgenbelastung lÃ¤sst sich der durchschnittliche tÃ¤gliche Verkehr (DTV) ermitteln (vgl. Anhang 3 Ziff. 33 der LÃ¤rm­schutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 [LSV, SR 814.41]). Dieser betrÃ¤gt auf der Seestrasse westlich der Abzweigung der Wilstrasse rund 5'500 Fahrzeuge (320 : 0.058), Ã¶st­lich der Abzweigung knapp 4'300 Fahrzeuge (248 : 0.058), und auf der Wilstrasse selbst knapp 3'500 Fahrzeuge (202 : 0.058). Durch die Verschiebung der Abzweigung See-/ Wil­strasse nach Osten erfÃ¤hrt der betroffene Abschnitt der Seestrasse eine Mehrbelastung mit rund 1'200 Fahrzeugen am Tag. Es ist zu erwarten, dass dieser Mehrverkehr auch in 100 m Abstand eine noch wahrnehmbare Mehrbelastung mit LÃ¤rm erzeugt, weshalb die Legiti­mation der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 3 zu bejahen gewesen wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Hingegen kann ausgeschlossen werden, dass der erwÃ¤hnte Mehrverkehr bei den an der Zelgstrasse wohnhaften BeschwerdefÃ¼hrenden eine spÃ¼rbare Mehrbelastung mit LÃ¤rm bewirkt. Dabei ist zu berÃ¼cksichtigen, dass sie zumindest teilweise durch die unmittelbar an der Seestrasse stehenden HÃ¤user abgeschirmt werden und dass die Geschwindigkeit der Fahrzeuge im Bereich des Kreisels durch die verkehrsberuhigenden Massnahmen begrenzt wird. Nichts fÃ¼r sich abzuleiten vermÃ¶gen die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 4-9 aus BGE 113 Ib 225. In diesem Entscheid bejahte das Bundesgericht die Legitimation von zwei Be­schwerdefÃ¼hrern, deren Liegenschaft an einer nicht stark befahrenen Strasse lag. Diese Strasse war als Zufahrt zu einer rund 1 km entfernten Kiesgrube vorgesehen und sollte neu mit 120 Lastwagenfahrten pro Tag im Wochenschnitt (bis zu 180 Lastwagenfahrten an Spitzentagen) befahren werden. Die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 4-9 erleiden durch das an­gefochtene Projekt keine vergleichbare Mehrbelastung. Ebenfalls nicht massgeblich ist die Tatsache, dass die Liegenschaften der BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 4-9 unmittelbar an der geplanten Moosackerstrasse liegen, die Teil der im kantonalen Richtplan festgesetzten Zentrumsumfahrung von Uster bildet. Ob die Moosackerstrasse gebaut wird oder nicht, ist zur Zeit offen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden Gelegenheit haben, sich in einem allfÃ¤l­ligen Projektierungsverfahren mit den Ã¼blichen Rechtsmitteln zur Wehr zu setzen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Demnach hÃ¤tte der Regierungsrat auch auf den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 3 materiell eintreten mÃ¼ssen. Dieses Ergebnis ist insofern ohne Belang, als auf die materi­ellen EinwÃ¤nde des heutigen BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 2 ohnehin einzutreten war und die Rekurrierenden eine gemeinsame Rechtsschrift eingereicht hatten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss Art. 9 Abs. 1 USG bezeichnet der Bundesrat die der UVP unterste­henden Anlagen. Der Bundesrat ist diesem Auftrag in der Verordnung Ã¼ber die Umwelt­vertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung vom 19. Oktober 1988 (UVPV, SR 814.011) nachgekommen. Nach Art. 1 UVPV unterliegen Projekte fÃ¼r neue Anlagen, die im Anhang der Verordnung aufgefÃ¼hrt sind, der UVP. Ziff. 11.3 Anhang UVPV unterstellt "andere Hochleistungs- und Hauptverkehrsstrassen" (als National- oder mit Bundeshilfe ausgebaute Hauptstrassen) der UVP. Art. 2 Abs. 1 UVPV schreibt die PrÃ¼fung vor fÃ¼r Ãnderungen bestehender Anlagen, die im Anhang aufgefÃ¼hrt sind, wenn die Ãnderung wesentliche Umbauten, Erweiterungen oder BetriebsÃ¤nderungen betrifft (lit. a) und wenn Ã¼ber die Ãnderung im Verfahren ent­schieden wird, das gemÃ¤ss Art. 5 UVPV bei neuen Anlagen fÃ¼r die PrÃ¼fung massgeblich ist (lit. b). Zudem unterliegen Ãnderungen bestehender Anlagen der UVP, die nicht im Ver­ordnungsanhang aufgefÃ¼hrt sind, wenn die Anlage nach der Ãnderung einer Anlage im Anhang entspricht (Abs. 2 lit. a) und Ã¼ber die Ãnderung im Verfahren entschieden wird, das bei neuen Anlagen fÃ¼r die PrÃ¼fung massgeblich ist (lit. b). Die kantonale EinfÃ¼hrungs­verordnung Ã¼ber die UVP vom 16. April 1997 (LS 710.5) bezeichnet das strassenrechtliche Genehmigungsverfahren vor dem Regierungsrat als massgebliches Verfahren im Sinne von Art. 5 UVPV. Dieses Verfahren ist vorliegend zum Zug gekommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Umstritten ist, ob das Projekt auf Grund der genannten Bestimmungen der UVP untersteht oder nicht. Zu prÃ¼fen ist in erster Linie, ob die Wilstrasse eine Hauptverkehrs­strasse im Sinne des Anhangs der UVPV darstellt. Ist dies zu bejahen, stellt sich die wei­tere Frage, ob das Projekt eine neue Anlage oder wesentliche Ãnderung einer bestehenden Anlage darstellt und ob die Wilstrasse allenfalls erst durch die Ãnderung zu einer UVP-pflichtigen Hauptverkehrsstrasse wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Wann eine Strasse als "andere Hochleistungs- oder Hauptverkehrsstrasse" anzu­sehen ist, ist nicht ohne weiteres klar. Das Bundesamt fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) hat im Buwal-Bulletin 4/91 (bezirksrÃ¤tliche Akten 3/4) die Ansicht vertreten, massgeblich mÃ¼sse sein, ob die betreffende Strasse potentiell erhebliche Umweltauswir­kungen hat. Im stÃ¤dtischen Raum dÃ¼rften diesbezÃ¼glich Fragen des Immissionsschutzes und allenfalls des Ortsbildschutzes im Vordergrund stehen. Die immissionsseitigen Belas­tungen hÃ¤ngen in erster Linie vom voraussichtlichen Verkehrsaufkommen, welches wie­derum vom Ausbaustandard beeinflusst wird, ab. Dementsprechend geht auch der erwÃ¤hnte Artikel des Buwal davon aus, dass die "anderen" Hauptverkehrsstrassen dann der UVP unterstehen, wenn sie ein potentiell grosses Verkehrsaufkommen aufweisen. Ob dies der Fall ist, ergibt sich gemÃ¤ss Buwal in erster Linie daraus, ob die Strasse vom Projektanten baulich als Hochleistung- bzw. Hauptverkehrsstrasse konzipiert ist. In allen anderen FÃ¤llen sei darauf abzustellen, ob die voraussichtliche Belastung Ã¼ber der fÃ¼r Sammelstrassen zu­lÃ¤ssigen Belastung von 500 Personenwageneinheiten (PWE)/h liegt. Dieser Ansatz Ã¼ber­zeugt, weshalb davon auszugehen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aufgrund des heutigen Ausbaugrades, der gerade Anlass fÃ¼r das angefochtene Pro­jekt ist, stellt die Wilstrasse klarerweise keine Hauptverkehrsstrasse im Sinne der UVPV dar. Durch den Neubau des sÃ¼dlichen Abschnittes sollen die heutigen prekÃ¤ren Kreuzungs­verhÃ¤ltnisse, die den Verkehr behindern und die schwÃ¤cheren Verkehrsteilnehmer gefÃ¤hr­den, behoben werden. Zudem ist die bestehende Wilstrasse im Bereich zwischen Seestrasse und AabachbrÃ¼cke gemÃ¤ss den nicht angefochtenen Feststellungen des Regierungsrats baulich in schlechtem Zustand. Weil wegen der angrenzenden Bebauung eine Strassenver­breiterung bzw. die Anlage eines Trottoirs nicht mÃ¶glich ist und somit keine verkehrssiche­ren VerhÃ¤ltnisse geschaffen werden kÃ¶nnen, wÃ¤re eine bauliche Sanierung der Fahrbahn gemÃ¤ss den Ã¼berzeugenden AusfÃ¼hrungen der Baudirektion unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Im Neu­bauprojekt ist ein Fahrbereich von 6.5 m Breite (Fahrbahn von 4.5 m mit zwei beidseits angeordneten sogenannten Mehrzweckstreifen von je 1 m Breite) sowie ein durch BÃ¤ume geschÃ¼tztes Trottoir von 2.5 m Breite vorgesehen. Damit wird ein problemloses Kreuzen von Personenwagen und Schwerverkehr ermÃ¶glicht, ohne durch die Strassengestaltung zu erhÃ¶hten Geschwindigkeiten einzuladen. Bei den Einfahrten in den Kreisverkehr sind leicht erhÃ¶hte TrottoirÃ¼berfahrten vorgesehen, vor der AabachbrÃ¼cke ein gepflÃ¤sterter Bereich. Die Gestaltung des Neubauabschnittes fÃ¼hrt nicht zum Schluss, dass hier zur Zeit eine Hauptverkehrsstrasse geplant ist, wenngleich der vorgesehene Strassenquerschnitt die Be­wÃ¤ltigung Verkehrsmengen zuliesse, wie sie auf Hauptverkehrsstrassen auftreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus den in ErwÃ¤gung 2b/bb wiedergegebenen ZÃ¤hlungen ergibt sich, dass die heu­tige Belastung der Wilstrasse deutlich unterhalb von 500 PWE/h liegt. In der Spitzenstunde betrÃ¤gt die Querschnittsbelastung knapp 330 Fahrzeuge/h. Durch die Umrechnung des Lastwagenanteils auf PWE wird dieser Wert wohl erhÃ¶ht; es kann aber ausgeschlossen werden, dass er 500 erreicht. Erst recht gilt dies fÃ¼r den tagesdurchschnittlichen Wert. Es liegen auch keine Hinweise dafÃ¼r vor, dass die Wilstrasse wegen der Verlegung des SÃ¼dab­schnittes Verkehr anzieht, der bisher andere Strassen benÃ¼tzt hat. Die Durchfahrt Ã¼ber die Wilstrasse wird weder schneller noch kÃ¼rzer; sie wird hingegen sicherer. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass das angefochtene Projekt eine gewisse AttraktivitÃ¤tssteigerung mit sich bringt. Diese dÃ¼rfte sich aber wegen der projektintegrierten Verkehrsberuhigungs­massnahmen in engem Rahmen halten. VerÃ¤nderungen im umliegenden Strassennetz, wel­che zu Mehrbelastungen der Wilstrasse fÃ¼hren kÃ¶nnten, sind nicht vorgesehen (zum allfÃ¤l­ligen Bau der Moosackerstrasse vgl. E. 3d). Ãber diese Fragen kann entgegen der Auffas­sung der BeschwerdefÃ¼hrenden ohne UVP entschieden werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r sich allein betrachtet, kann die Wilstrasse weder im bisherigen noch im projek­tierten Neuzustand als Hauptverkehrsstrasse im Sinne der UVPV bezeichnet werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen nun allerdings geltend, die UVP-Pflicht mÃ¼sse auch in FÃ¤llen wie dem vorliegenden aufgrund einfacher, schematischer Kriterien festgelegt werden. Als solches biete sich die rechtliche Klassierung der Strasse an, die ei­nen einfacheren Entscheid ermÃ¶gliche als das zukÃ¼nftige Verkehrsaufkommen. Die Wil­strasse sei als Staatsstrasse im kantonalen Richtplan verzeichnet und bilde Teil der Zen­trumsumfahrung Uster. Somit sei sie als Hauptverkehrsstrasse zu qualifizieren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) § 5 Abs. 1 StrassG bezeichnet als Staatsstrassen die gemÃ¤ss Planungs- und Bau­gesetz vom 7. September 1975 (PBG) in den kantonalen und regionalen VerkehrsplÃ¤nen festgelegten Strassen. Nach § 24 lit. a PBG gibt der kantonale Verkehrsplan Aufschluss Ã¼ber bestehende und geplante Anlagen und FlÃ¤chen fÃ¼r Nationalstrassen und Staatsstrassen von kantonaler Bedeutung, wÃ¤hrend der regionale Verkehrsplan gemÃ¤ss § 30 Abs. 4 lit. a PBG namentlich Strassen und Parkierungsanlagen von regionaler Bedeutung enthÃ¤lt. Der Bericht zum kantonalen Richtplan vom 31. Januar 1995 fÃ¼hrt auf S. 81 f. aus, der kanto­nale Richtplan Verkehr gebe Aufschluss Ã¼ber das Strassennetz, soweit dieses der Verbin­dung grÃ¶sserer Siedlungsgebiete oder deren Anschluss an das nationale Verkehrsnetz diene. Strassen zur Verbindung oder Erschliessung einzelner Regionen seien in den regio­nalen RichtplÃ¤nen auszuweisen. Das im kantonalen Richtplan und in den regionalen Richt­plÃ¤nen festgelegte Strassennetz (mithin die Staatsstrassen) diene vorab als ergÃ¤nzender VerkehrstrÃ¤ger zum Nationalstrassennetz und als Basis fÃ¼r die kommunalen Strassen. Mit der Planung der Staatsstrassen solle das Schienennetz (bzw. das S-Bahn-Angebot) sachge­recht ergÃ¤nzt und insgesamt eine Ã¼berproportionale Vermehrung des motorisierten Indivi­dualverkehrs vermieden werden. Bei der kantonalen Strassenplanung stÃ¼nden einerseits eine reibungslose Verkehrsabwicklung und die Steigerung der Verkehrssicherheit fÃ¼r alle StrassenbenÃ¼tzer im Vordergrund. Anderseits sei auch der Funktion der Strassen als TrÃ¤ger Ã¶ffentlicher Verkehrsmittel Beachtung zu schenken und seien die Ziele und Vorgaben der Umweltschutzgesetzgebung, namentlich im Bereich Lufthygiene, zu berÃ¼cksichtigen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die gesetzliche Regelung enthÃ¤lt keine Definition, welche eine Gleichsetzung von Staatsstrasse mit (UVP-pflichtiger) Hauptverkehrs- bzw. Hochleistungsstrasse nahe legt. Aus den zusammengefassten Darlegungen des Richtplans lÃ¤sst sich ableiten, dass auch Strassen mit geringerem Verkehrsaufkommen und damit geringerem Belastungspotential als Staatsstrassen bezeichnet werden kÃ¶nnen, z.B. mit Blick auf eine Verbindungs- oder Entlastungsfunktion oder als TrÃ¤ger einer Buslinie von Ã¼berkommunaler Bedeutung. Ge­gen die Klassierung der Wilstrasse als UVP-pflichtiger Hauptverkehrsstrasse ist im kon­kreten Fall auch einzuwenden, dass sie erst mit Blick auf ihre Stellung innerhalb der Zen­trumsumfahrung Uster in den kantonalen Richtplan aufgenommen wurde, dass wie bereits erwÃ¤hnt aber der Zeitpunkt, in welchem diese Umfahrung â wenn Ã¼berhaupt â verwirklicht wird, noch ungewiss ist (vgl. dazu anschliessend E. 3d). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Auch aus dem Bundesrecht lÃ¤sst sich nicht ableiten, dass die UVP-Pflicht im­mer nach schematischen, mehr oder weniger formalen Kriterien zu bestimmen ist. Der von den BeschwerdefÃ¼hrenden vorgenommene Vergleich mit der Regelung bei Parkierungsan­lagen (Ziff. 11.4 Anhang UVPV) hinkt gerade deswegen, weil hier der Verordnungsgeber ein formales Kriterium vorgegeben hat, so dass die UVP-Pflicht hier tatsÃ¤chlich unabhÃ¤n­gig von den im konkreten Einzelfall zu erwartenden Auswirkungen besteht, sobald der Schwellenwert Ã¼berschritten ist. Bei den "anderen Hochleistungs- und Hauptverkehrsstras­sen" ist hingegen ein gewisser Ermessensspielraum gegeben, der unter BerÃ¼cksichtigung der voraussichtlichen Auswirkungen auszufÃ¼llen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der von den BeschwerdefÃ¼hrenden gewÃ¼nschte Schematismus ist daher abzuleh­nen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Weiter stellt sich die Frage, ob die Wilstrasse aufgrund der konkreten richtplane­rischen Vorgaben nicht als UVP-pflichtige Hauptverkehrsstrasse aufgefasst werden muss, obwohl sie zur Zeit und auch nach dem projektierten Ausbau keine entsprechenden Merk­male aufweist. Dazu ist Folgendes festzuhalten:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Im kantonalen Gesamtplan Verkehr von 1978 war die Wilstrasse nicht als Staatsstrasse aufgenommen. Hingegen findet sie sich im regionalen Gesamtplan Verkehr der Region Oberland von 1985. Sie stellt dort sowohl ein Element der teilweise als beste­hend, teilweise als geplant eingetragenen Zentrumsumfahrung Uster als auch ein Element der zur Umklassierung vorgesehenen, von Greifensee via Niederuster nach Uster fÃ¼hrenden Verbindung dar. Entsprechend war sie im Staatsstrassenverzeichnis 1984/1987 unter "Fahrstrassen regionaler Verkehrsplan" als S-27 (Berchtold-/Wil-/Seestrasse) eingetragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im kantonalen Richtplan Verkehr von 1995 ist neu auch die Wilstrasse aufgenom­men, und zwar als Teil der Zentrumsumfahrung Uster (vgl. Richtplantext S. 84 f., Nr. 24). Diese soll ab Brunnenstrasse Ã¼ber die Oberland-, Damm-, Berchtold-, Wilstrasse (alle be­stehend) und zwischen See- und Riedikerstrasse Ã¼ber die neu zu bauende Moosackerstrasse verlaufen. Die heutige Direktverbindung zwischen Brunnenstrasse und Riedikerstrasse (via Zentrum und Talackerstrasse) ist nach Schaffung der Zentrumsumfahrung zur Umklassie­rung vorgesehen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Es ist offensichtlich, dass die neue FÃ¼hrung der sÃ¼dlichen Wilstrasse nicht nur der Sanierung des bisherigen entsprechenden Abschnittes dient, sondern dass damit auch eine Vorinvestition in die allenfalls einmal zu bauende Zentrumsumfahrung Uster getÃ¤tigt wird. Dies ergibt sich sowohl aus der LinienfÃ¼hrung und Querschnittsgestaltung der Strasse wie auch aus der Konzeption des Kreisels, der einen problemlosen Anschluss der neuen Moosackerstrasse gewÃ¤hrleistet. Ferner liegt es auf der Hand, dass nach dem Bau der <br/> Moos­ackerstrasse auf der ganzen Zentrumsumfahrung erheblicher Mehrverkehr zu erwar­ten wÃ¤re. Die von der BeschwerdefÃ¼hrenden erwÃ¤hnte Verkehrsbelastung von bis zu 12'000 Fahrzeugen pro Tag ist in diesen Zusammenhang zu stellen und hat mit den heuti­gen, durch das angefochtene Projekt wie dargelegt nicht wesentlich verÃ¤nderten Ver­kehrs­frequenzen nichts zu tun. Das Projekt fÃ¼r den Bau der Moosackerstrasse kÃ¶nnte des­halb nur bewilligt werden, wenn die UmweltvertrÃ¤glichkeit im Rahmen einer UVP nach­gewie­sen ist. Es versteht sich, dass dabei nicht nur der Neubauabschnitt, sondern auch die beste­henden Strassen, deren Belastung erheblich verÃ¤ndert wird, in die Beurteilung einzu­bezie­hen wÃ¤ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Anderseits weist der Richtplantext (S. 83) im Sinne einer Festlegung ausdrÃ¼cklich darauf hin, dass derzeit die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes und der Unterhalt bestehender Staatsstrassen erste PrioritÃ¤t besitzen. Weiter heisst es wÃ¶rtlich: "Trotzdem werden auch Neuanlagen von Staatsstrassen (insbesondere Ortsumfahrungen) in der Karte zum Verkehrsplan als 'geplant' dargestellt, welche innerhalb eines absehbaren Zeithorizonts voraussichtlich nicht zur AusfÃ¼hrung gelangen werden; der Richtplaneintrag dient in die­sen FÃ¤llen ausschliesslich als Grundlage fÃ¼r â auch sehr langfristige â Trasseesicherungen. Aus diesem Grund bedeutet die Aufnahme von 'geplanten' Strassen im kantonalen Richt­plan nicht, dass sie vor den in den regionalen VerkehrsplÃ¤nen enthaltenen Strassen reali­siert werden sollen. Aufgrund eines aktualisierten Verkehrskonzepts werden die aus raum­planerischer Sicht nÃ¶tigen PrioritÃ¤ten bezÃ¼glich ErgÃ¤nzung des Staatsstrassennetzes erst noch zu setzen sein."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch wenn mit dem Neubau der sÃ¼dlichen Wilstrasse gewisse Vorinvestitionen ge­troffen werden, kann daher dieses Projekt nicht einfach als erste Etappe der Realisierung der Zentrumsumfahrung Uster bezeichnet werden. Abgesehen von der Festlegung in Richt­plan, der wie dargelegt beschrÃ¤nkte Tragweite zukommt, bestehen keine Hinweise darauf, dass die Moosackerstrasse in absehbarer Zeit gebaut werden soll. Vor allem erscheint der angefochtene Neubau des SÃ¼dabschnittes der Wilstrasse auch fÃ¼r sich selbst betrachtet als sinnvolles Projekt, fÃ¼hrt er doch nicht nur zu einer lokalen Sanierung der VerkehrsverhÃ¤lt­nisse, sondern auch zu weniger Immissionen fÃ¼r die Anwohner der "alten" Wilstrasse, die kÃ¼nftig nur noch als Stichstrasse mit Erschliessungsfunktion besteht, wÃ¤hrend entlang der "neuen" Wilstrasse angesichts der vorhandenen Schallschutzmassnahmen keine erhebli­chen Zusatzbelastungen entstehen dÃ¼rften (vgl. hierzu aber E. 4). Es kann also nicht gesagt werden, das Projekt lasse sich nicht anders als Teil der Zentrumsumfahrung verstehen, die nur zur Vermeidung der UVP nicht als ganzes projektiert werde. Eine Umgehung von Art. 9 USG liegt nicht vor. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Auch die Tatsache, dass die Wilstrasse Teil der im kantonalen Richtplan fest­gelegten Zentrumsumfahrung Uster bildet, fÃ¼hrt daher unter den konkreten UmstÃ¤nden nicht dazu, dass das angefochtene Projekt einer UVP zu unterziehen ist. Art. 8 USG Ã¤ndert nichts an diesem Ergebnis. Die Pflicht zur gesamthaften Beurteilung von Umwelteinwir­kungen kann nicht dazu fÃ¼hren, der Richtplanfestsetzung "Zentrumsumfahrung Uster" bei der Beurteilung des angefochtenen Projektes eine Bedeutung beizumessen, die sie nicht aufweist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Ist die Wilstrasse weder im heutigen noch im projektierten Zustand als Haupt­verkehrsstrasse im Sinne des Anhangs UVPV zu qualifizieren, kann an sich dahingestellt bleiben, ob das Projekt eine wesentliche Ãnderung der heutigen Anlage beeinhaltet. Eine UVP-Pflicht ist so oder so zu verneinen (vgl. jedoch E. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Schliesslich rÃ¼gen die BeschwerdefÃ¼hrenden, es fehle an den erforderlichen lÃ¤rmschutzrechtlichen Nachweisen. Dabei steht weniger die Anwendung von Art. 36 LSV als vielmehr jene von Art. 25 USG bzw. Art. 7 bzw. 8 LSV im Raum. Hinsichtlich der Seestrasse stellt das Projekt eine Ãnderung im Sinne von Art. 8 LSV dar, hinsichtlich des neuen Teils der Wilstrasse eine neue Anlage im Sinne von Art. 7 LSV. Nachdem die StreckenfÃ¼hrung geÃ¤ndert und ein neues Trassee in Anspruch genommen wird und bisher nicht betroffene Liegenschaften von Immissionen betroffen sind, kann der Neubauabschnitt nicht als Ãnderung der bestehenden Strasse aufgefasst werden, sondern muss gemÃ¤ss Art. 25 Abs. 1 USG grundsÃ¤tzlich die Planungswerte einhalten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem technischen Bericht lÃ¤sst sich entnehmen, dass die WohnhÃ¤user Assek-Nr. 482 und 483 auf Kat.-Nr. 2558 abgebrochen werden sollen und dass Ã¶stlich der neuen Wil­stras­se Platz fÃ¼r einen LÃ¤rmschutzwall auszuscheiden sei. Der Wall selber soll offenbar zuerst errichtet werden. Ãber die konkreten LÃ¤rmimmissionen auf die betroffenen GrundstÃ¼cke entlang der See- und der Wilstrasse fehlen hingegen Berechnungen bzw. Prognosen. Da angesichts der bereits heute bestehenden Verkehrsbelastungen nicht ausgeschlossen wer­den kann, dass Ã¼bermÃ¤ssige Immissionen entstehen, und sich der angefochtene Entscheid auch zur Frage von Erleichterungen im Sinn von Art. 25 Abs. 2 und 3 USG nicht Ã¤ussert, ist die RÃ¼ge berechtigt, die lÃ¤rmseitigen Auswirkungen des Vorhabens seien ungenÃ¼gend geklÃ¤rt. Die Angelegenheit ist daher zu ergÃ¤nzender Untersuchung und zu neuem Ent­scheid an der Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen (§ 64 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Das fÃ¼hrt zu folgendem Ergebnis: Die Beschwerde des VCS ist abzuweisen. Die UVP-Pflicht des Vorhabens ist zu verneinen, weshalb der VCS nicht legitimiert ist, (an­dere) materielle RÃ¼gen gegen das Projekt vorzubringen. Ebenfalls abzuweisen ist die Be­schwerde der nicht legitimierten BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 4-9. Die Beschwerde der Be­schwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 ist im Sinne der ErwÃ¤gungen teilweise gutzu­heissen und die Angelegenheit zur ErgÃ¤nzung der Untersuchung an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1.a) Die Beschwerde der BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 1 und 4-9 wird abgewiesen.</p> <p class="BodyText2"><span> </span></p> <p class="BodyText2"><span>b) Die Beschwerde der BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 wird im Sinne der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen. Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und die Angele­genheit zu ergÃ¤nzender Untersuchung und zu neuem Entscheid an den Regierungsrat zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die Kosten des Rekurs- und Einspracheverfahrens hat der Regierungsrat im Sinn der ErwÃ¤gungen neu festzusetzen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>