<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) behauptet, die Luftverschmutzung verursache in der Schweiz pro Jahr 200 bis 600 Todesfälle, hauptsächlich in den grossen Agglomerationen. Dabei stützt es sich auf eine französische Untersuchung, die in Paris und Lyon durchgeführt wurde.</p><p>Ist der Bundesrat ebenfalls der Auffassung, dass:</p><p>1. es tendenziös ist, die Schlussfolgerungen der französischen Untersuchung zu den negativen Auswirkungen der Dieselmotoren und des Schwefeldioxids auf die Schweiz auszuweiten;</p><p>2. es in der Schweiz nur wenige Dieselmotoren gibt, während ihr Anteil in Frankreich ungefähr 50 Prozent beträgt;</p><p>3. in der Schweiz, im Gegensatz zu Frankreich, drei Viertel aller Fahrzeuge mit einem Katalysator ausgestattet sind;</p><p>4. die Schwefeldioxidemissionen auf Schweizer Gebiet unter die Grenzwerte gefallen sind und nicht durch den Strassenverkehr verursacht werden;</p><p>5. das Buwal beim Vergleich der Luftverschmutzung der Agglomeration Paris mit derjenigen der Schweiz nicht mit der nötigen wissenschaftlichen Sorgfalt vorgegangen ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Am 7. Februar 1996 hat die französische Zeitung "Le Monde" über die Resultate einer grösseren epidemiologischen Studie berichtet, die Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung und Sterblichkeit in den Regionen Paris und Lyon aufzeigt. Dieser Zeitungsbericht fand vor allem in den Medien der West- und der Südschweiz einige Beachtung.</p><p>In diesem Zusammenhang gelangten die Journalisten auch an das BUWAL. Eine Frage betraf die Vergleichbarkeit mit der Schweiz. Bei den Auskünften, die das BUWAL erteilte, handelte es sich nicht um die Resultate einer wissenschaftlichen Untersuchung, sondern lediglich um eine grobe Abschätzung der Grössenordnung möglicher Effekte.</p><p>Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Luftverschmutzung und Mortalität laufen zur Zeit auch in der Schweiz. Eine genauere Quantifizierung der gesundheitlichen Effekte wird erst nach deren Abschluss (voraussichtlich im Sommer 1996) möglich sein.</p><p></p><p>Aufgrund dieser Darlegungen nimmt der Bundesrat zu den aufgeworfenen Fragen wie folgt Stellung:</p><p></p><p>zu 1.</p><p>Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung (insbesondere Feinpartikelbelastung) und Mortalität werden in epidemiologischen Studien weltweit beobachtet. Dies auch bei Schadstoffkonzentrationen, welche in der Schweiz gemessen werden.</p><p></p><p>zu 2.</p><p>In der Schweiz sind rund drei Prozent aller Personenwagen und praktisch 100 Prozent aller Lastwagen mit einem Dieselmotor ausgerüstet.</p><p></p><p>zu 3.</p><p>Die vom Interpellanten erwähnten Katalysatoren beziehen sich auf Fahrzeuge mit Benzinmotoren. Die Katalysatoren vermindern vor allem gasförmige Schadstoffe, vermögen aber die Partikelemissionen von Dieselfahrzeugen nicht zu reduzieren.</p><p></p><p>zu 4.</p><p>Dank wirksamer Massnahmen im Bereich der Haus- und Industriefeuerungen konnte die Schwefeldioxidbelastung in der Schweiz wesentlich reduziert werden.</p><p></p><p>zu 5.</p><p>Die Auskünfte, die das BUWAL erteilte, beschränkten sich ausdrücklich auf eine sehr vereinfachende Abschätzung und waren auch als solche deklariert.</p>  Antwort des Bundesrates.