<h2>SubmittedText<h2><p>Das Grippemittel Tamiflu, das einen wichtigen Pfeiler der BAG-Strategie zur Abwehr gegen die Vogelgrippe bildet, weist in einem bisher nicht erwarteten Ausmass Resistenzen auf. Neue Zahlen zeigen, dass bei der saisonalen Grippe in fünfzehn Ländern Europas bei rund 20 Prozent der untersuchten Viren des Typs A/H1N1 Resistenzen gegen das antivirale Medikament Tamiflu gefunden wurden. In der Schweiz wurden bei 13,6 Prozent der untersuchten Viren dieses Typs Resistenzen festgestellt. Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist der Schutz der Schweizer Bevölkerung im Falle einer Vogelgrippepandemie angesichts dieser Entwicklungen noch gewährleistet?</p><p>2. Muss die Pandemieplanung bzw. die BAG-Strategie zur Abwehr gegen die Vogelgrippe aufgrund dieser Entwicklungen angepasst werden?</p><p>3. Ist mit Mehrkosten der Pandemievorsorge zu rechnen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Es trifft zu, dass eine Resistenz gegenüber dem Grippemittel Tamiflu bei den saisonalen Grippeviren im beschriebenen Ausmass besteht. Der Bundesrat hat Kenntnis davon und lässt die Entwicklung der Situation durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) genau überwachen.</p><p>Trotz dieser Situation besteht kein Anlass, am hohen Schutzniveau der Schweizer Bevölkerung im Pandemiefall zu zweifeln. Es kann aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse nicht vorhergesagt werden, inwieweit die gegenwärtig vorhandene Resistenz bei einem Pandemievirus (z. B. H5N1) auftreten kann. Gestützt auf die fachliche Einschätzung und die Beurteilung durch die internationalen Organe sieht der Bundesrat momentan keinen Handlungsbedarf, etwas am Pflichtlager von Tamiflu, welches zur Behandlung von Erkrankten im Pandemiefall angelegt wurde, zu ändern. Die schweizerische Bevölkerung wird im Pandemiefall nicht nur aus diesem Vorrat geschützt werden. Die Abwehr erfolgt auf mehreren Ebenen und enthält verschiedene bevölkerungsbezogene Massnahmenpakete, wie der vom Bund getätigte Kauf eines Präpandemie-Impfstoffes. Diese Massnahmen zielen darauf ab, den Stand der Vorsorge in der Schweiz so hoch wie möglich zu halten.</p><p>2. Die Strategie zur Bewältigung einer Pandemie in der Schweiz wird laufend überprüft und bei Bedarf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Dies geschieht jeweils in Übereinstimmung mit Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation und dem European Centre for Disease Prevention and Control der EU.</p><p>Das zu Beginn dieses Jahres in mehreren Ländern erstmals beobachtete Auftreten von resistenten Stämmen basiert auf der Tatsache, dass sich diese Viren ausbreiten konnten. Um dieser Sachlage gerecht zu werden und dieses Phänomen einzuschränken, wird die Stichhaltigkeit der verschiedenen Strategien zur Verwendung antiviraler Medikamente zurzeit durch das BAG, in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Experten, überprüft.</p><p>3. Es bestehen im Moment keine neuen Empfehlungen, und deshalb sind auch keine Mehrkosten absehbar.</p>  Antwort des Bundesrates.