<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-05-06-5A_278-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_278/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 6. Mai 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Bovey, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Zingg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">1. A.________, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Betreibungsamt Oberland, Dienststelle Oberland Ost, Schloss 5, 3800 Interlaken. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Betreibungsamtliche Schätzung eines Grundstückes, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen, vom 20. März 2025 (ABS 25 34). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die miteinander verheirateten, im Kanton Zürich wohnhaften Beschwerdeführer sind Gesamteigentümer des Grundstücks C.________ Gbbl.-Nr. www. In den Betreibungen Nrn. xxx und yyy verlangte die Grundpfandgläubigerin die Verwertung des Grundstücks. Mit Schreiben vom 6. Januar 2025 teilte das Betreibungsamt Oberland, Dienststelle Oberland Ost, den Beschwerdeführern die betreibungsamtliche Schätzung von Fr. 300'000.-- mit. </div> <div class="para">Dagegen erhoben die Beschwerdeführer am 24. Januar 2025 (Postaufgabe) Beschwerde. Mit Entscheid vom 20. März 2025 wies das Obergericht des Kantons Bern die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para">Dagegen hat der Beschwerdeführer 1 am 14. April 2025 (Postaufgabe) alleine Beschwerde an das Bundesgericht erhoben. Die Beschwerdeführerin 2 hat am 22. April 2025 (Postaufgabe) sinngemäss Beschwerde erhoben. Diese Eingabe ist auch vom Beschwerdeführer 1 unterzeichnet. Das Bundesgericht hat die Akten beigezogen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Gemäss den Akten hat das Obergericht den angefochtenen Entscheid mit einer an beide Beschwerdeführer adressierten, eingeschriebenen Sendung an die Adresse D.________, U.________ versandt. Am 24. März 2025 hat die Post die Abholungseinladung ausgestellt. Die Beschwerdeführer haben die Sendung nicht abgeholt. Das Obergericht hat den Entscheid den Beschwerdeführern danach nochmals mit A-Post zugestellt. Aufgrund der Zustellfiktion gilt der Entscheid als am 31. März 2025 zugestellt. Die zehntägige Beschwerdefrist lief demnach am Donnerstag, 10. April 2025, ab (<span class="artref">Art. 100 Abs. 2 lit. a BGG</span>). Die erst am 14. und 22. April 2025 der Post übergebenen Beschwerdeschriften sind damit an sich verspätet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Sinngemäss stellen die Beschwerdeführer jedoch ein Gesuch um Fristwiederherstellung (<span class="artref">Art. 50 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.1.</b> Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, er und seine Frau lebten seit dem 13. Februar 2024 getrennt. Der Entscheid sei an seine alte Adresse zugestellt worden. Er und seine Frau seien jedoch davon ausgegangen, dass der Entscheid an seine neue Adresse (E.________strasse zzz, U.________) zugestellt würde. Seit der Trennung seien ihnen alle Dokumente der Behörden separat zugestellt worden. Bei alldem behauptet er jedoch nicht, dass er dem Obergericht die neue Adresse oder den Umstand der erfolgten Trennung mitgeteilt hätte. Im Übrigen ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführer in ihrer gemeinsam unterzeichneten Beschwerde an das Obergericht vom 24. Januar 2025 die Adresse D.________, U.________ verwendet haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.2.</b> Die Beschwerdeführerin 2 macht geltend, sie habe nie eine Abholungseinladung für den angefochtenen Entscheid erhalten. In U.________ seien immer wieder neue Zustellboten unterwegs. Ihrem Ehemann seien an der neuen Adresse mehrmals eingeschriebene Briefe nicht oder zu spät zugestellt worden. Sie sei krank und verfüge nach dem Auszug ihres Ehemannes weder über einen Computer noch einen Drucker. Sie habe sich über die Ostertage für ihr Schreiben auswärts organisieren müssen. </div> <div class="para">Bei eingeschriebenen Postsendungen gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine widerlegbare Vermutung, dass der oder die Postangestellte den Avis ordnungsgemäss in den Briefkasten oder in das Postfach des Empfängers gelegt hat und das Zustellungsdatum korrekt registriert worden ist. Es findet in diesem Fall eine Umkehr der Beweislast in dem Sinne statt, als bei Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten des Empfängers ausfällt, der den Erhalt der Abholungseinladung bestreitet. Diese Vermutung kann durch den Gegenbeweis umgestossen werden. Sie gilt so lange, als der Empfänger nicht den Nachweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung erbringt. Da der Nichtzugang einer Abholungseinladung eine negative Tatsache ist, kann dafür naturgemäss kaum je der volle Beweis erbracht werden. Die immer bestehende Möglichkeit von Fehlern bei der Poststelle genügt nicht, um die Vermutung zu widerlegen. Vielmehr müssen konkrete Anzeichen für einen derartigen Fehler vorhanden sein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=25.04.2025&amp;to_date=14.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-201%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page201">BGE 142 IV 201</a> E. 2.3 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Die Ausführungen der Beschwerdeführerin 2 zu angeblichen Unregelmässigkeiten bei der Postzustellung sind pauschal und bleiben unbelegt. Sie betreffen ohnehin in erster Linie nicht die Zustellung an ihre Adresse, sondern an die neue ihres Ehemannes. Auch ihre Ausführungen zu ihrer Erkrankung und zu den sonstigen Schwierigkeiten bei der Abfassung ihres Schreibens bleiben unbelegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.3.</b> Die Beschwerdeführer können folglich nicht nachweisen, dass sie die Beschwerdefrist unverschuldet nicht eingehalten haben (<span class="artref">Art. 50 Abs. 1 BGG</span>). Das Fristwiederherstellungsgesuch ist abzuweisen. Damit bleibt es dabei, dass die Beschwerde verspätet eingereicht wurde. Sie ist folglich offensichtlich unzulässig. Der Präsident tritt auf sie im vereinfachten Verfahren nicht ein (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es rechtfertigt sich ausnahmsweise, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Die Beschwerdeführer ersuchen gemeinsam (in der Eingabe vom 22. April 2025) um unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Sie haben sich jedoch nicht vertreten lassen. Das Bundesgericht hat ihnen mitgeteilt, dass es keine Rechtsanwälte vermittelt. Es ist auch nicht ersichtlich, dass ihnen von Amtes wegen ein Anwalt oder eine Anwältin bestellt werden müsste (<span class="artref">Art. 41 Abs. 1 BGG</span>). Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung ist abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Fristwiederherstellungsgesuch wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Obergericht des Kantons Bern, Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 6. Mai 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Bovey </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Zingg </div> </div></body></html>