B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1182/2013 U r t e i l v o m 1 4 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller (Vorsitz), mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Ungarn (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 20. Februar 2013 / N (…). D-1182/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 19. Oktober 2012 illegal in die Schweiz einreiste und am 21. Oktober 2012 um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Einreichung seines Asylgesuchs angab, am (…) (= (…) nach dem afghanischen Kalender) geboren und damit noch mi nder- jährig zu sein (vgl. act. A1/2), dass das BFM das B._______ Kantonsspital C._______ am 24. Oktober 2012 aufgrund erheblicher Zweifel an der behaupteten Minderjährigkeit des Beschwerdeführers mit der Durchführung einer Handknochenanalyse zur Altersbestimmung beauftragte, welche am 1. November 2012 erfolgte, dass die Handknochenanalyse ein Skelettalter von mindestens 19 Jahren ergab, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Kurzbefragung vom 26. November 2012 weiter vorbrachte, er habe sein Heimatland vor etwa zwei Jahren verlassen und anschliessend nahezu zwei weitere Jahre im Iran gelebt, dass er danach in die Türkei und von dort nach Griechenland gegangen und anschliessend via Mazedonien und Serbien nach Ungarn gelangt sei, wo ihn die ungarische Poli zei aufgegriffen, registriert und in einem Camp für Minderjährige untergebracht habe, dass er indessen bereits kurze Zeit später mit Hilfe eines Schleppers aus dem Camp habe fliehen können, worauf er im Zug zunächst nach Öste r- reich gelangt und von dort ebenfalls per Zug in die Schweiz weitergereist sei, dass der Beschwerdeführer keinerlei Identitätspapiere zu den Akten reichte, dass er im Rahmen einer Nachbefragung vom 26. November 2012 einer- seits ergänzend zu seinem Alter, seinen Familienangehörigen und zu sei- ner Schulbildung, andererseits vertieft zu seinem Reiseweg in die Schweiz – insbesondere zu seiner Einreise und seinem Aufenthalt in Un- garn – befragt und ihm gleichzeitig das rechtliche Gehör zum Ergebnis der Handknochenanalyse sowie zur beabsichtigten Ausfällung eines Nichteintretensentscheides gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylge-D-1182/2013 Seite 3 setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) bei gleichzeitiger Wegwe i- sung nach Ungarn gewährt wurde, dass das BFM die ungarischen Behörden am 21. Januar 2013 um Über- nahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 10 Abs. 1 d er Verord- nung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den e in Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin -II-VO), e r- suchte, dass die ungarischen Behörden diesem Ersuchen am 19. Februar 2013 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO stattgaben, dass sie dem BFM gleichzeitig mitteilten, dass der Beschwerdeführer am (…) illegal in Ungarn eingereist sei und dort am (…) ein Asylgesuch ge- stellt habe, dass das BFM mit Verfügung vom 20. Februar 2013 – eröffnet am 27. Februar 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat , die Wegweisung nach Ungarn verfügte, den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterla s- sungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens a m Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, feststellte, der Kanton Zürich sei verpflic h- tet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte und fes t- stellte, eine allfällige Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass der Beschwerdeführer am 6. März 2013 mittels seines Rechtsvertre- ters Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfügung des BFM vom 20. Februar 2013 erheben und dabei beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zwecks Neubeur- teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, es sei festzustellen, dass er minderjährig sei und es sei für ihn eine Vertrauensperson für die Intere s- senwahrung zu bestimmen, dass er ferner beantragte, es sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien a n- zuweisen, von einer Überstellung nach Ungarn abzusehen, bis das Bu n- desverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden h a- be, D-1182/2013 Seite 4 dass er schliesslich beantragte, es sei auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh- ren, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom 7. März 2013 die kantonalen Vollzugsbehörden anwies, den Wegweisungsv ollzug per s o- fort auszusetzen, bis nach Eingang der vorinstanzlichen Akten über die allfällige Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nach Art. 107a AsylG befunden werde, dass die vorinstanzlichen Akten am 8. März 2013 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Re- gel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun- gen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Fe ststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die vorliegende Bes chwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – offen- sichtlich unbegründet ist, weshalb darüber in einzelrichterlicher Zustä n-D-1182/2013 Seite 5 digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), dass gleic hzeitig auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der B e- schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass die in der Rechtsmitteleingabe erhobene Rüge, die Vorinstanz hätte im Zeitpunkt der Anhörungen von der Minderj ährigkeit des Beschwerd e- führers ausgehen und ihm eine Vertrauensperson zuweisen müssen, weshalb die angefochtene Verfügung zu kassieren sei und die Anhörung des Beschwerdeführers im Beisein einer Vertrauensperson wiederholt werden müsse, nicht durchzudringen vermag, dass den Vorbehalten in der Rechtsmitteleingabe gegenüber einer Han d- knochenanalyse zwar einerseits insofern zuzustimmen ist, als einer so l- chen Analyse mit Bezug auf die Bestimmung der Minderjährigkeit nur ein geringer Beweiswert zukommt , zumal eine wissenschaftlich zuverlässige Aussage hinsichtlich der Frage, ob eine Person das 18. Altersjahr ta t- sächlich bereits erreicht hat, aufgrund einer Knochenaltersanalyse nicht möglich ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.2), dass anderseits bei der Beurteilung der Frage, ob das angegebene Alter glaubhaft erscheint, im Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen ist und dabei der Grundsatz der freien Beweiswürdigung gilt ( vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.4. S. 210), dass das BFM dem Beschwerdeführer anlässlich der Nachbefragung vom 26. November 2012 die entsprechenden Vorhalte machte und ihm hierzu in rechtsgenüglicher Weise das rechtliche Gehör gewährte ( vgl. act. A13/5 S. 4 oben), dass das Bundesamt für die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer nicht als Minderjähriger zu behandeln sei, nicht einzig auf die Handkn o- chenanalyse abgestellt hat, sondern hierzu vielmehr eine Mehrzahl ve r- schiedener Aspekte berücksichtigte (vgl. zum Ganzen EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.3 und 6.4, BVGE 2009/54 E. 4.1), D-1182/2013 Seite 6 dass bei der vorfrageweisen Prüfung des Alters einer ihre Minderjähri g- keit behauptenden asylsuchenden Person der Würdigung ihrer Angaben, die sie einerseits zu ihrem Alter selbst, andererseits zur unterbliebenen Abgabe von Identitätspapieren macht, in aller Regel entscheidende B e- deutung zukommt (vgl. wiederum EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.4.1), dass der Beschwerdeführer zunächst keine nachvollziehbaren Gründe für die unterbliebene Abgabe von Identitätspapieren zu nennen vermochte, beschränkte er sich doch diesbezüglich im Wesentlichen auf die wenig plausible Aussage, er habe nie solche Papiere gehabt und auch nicht be- antragt, dass seine Behauptung, nie über einen Reisepass beziehungsweise eine Identitätskarte verfügt zu haben, auch mit Blick auf die zahlreichen, auf dem Weg in die Schweiz von ihm durchquerten Länder wenig überzeu- gend anmutet, dass fern er die Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich seines A l- ters derart widersprüchlich und teilweise ausweichend ausgefallen sind, dass sie den Schluss nahelegen, er wolle den Schweizer Asylbehörden sein wirkliches Alter bewusst verschleiern, dass er einerseits erklärte, er habe das von ihm angegebene Geburtsd a- tum, den (…), erfunden (vgl. act. A10/13 S. 2 i.V.m. S. 4), da sie in Afgha- nistan keine Geburtstage gefeiert hätten, um andererseits zu behaupten, sein Geburtsdatum sei seinerzeit auf der letzten Seit e ihres Hauskorans notiert worden, was sein einziger "Beweis" für sein Geburtsdatum sei (vgl. act. A13/5 S. 1 i.V.m. S. 2), dass er demgegenüber auf Vorhalt hin, an früherer Stelle behauptet zu haben, sein Geburtsdatum erfunden zu haben, plötzlich die Behauptung aufstellte, im Hauskoran sei lediglich das Jahr seines Geburtstags ve r- merkt gewesen (vgl. act. A13/5 S. 2), dass dieser Erklärungsversuch indessen als unbehelflicher Versuch e r- scheint, einen offensichtlichen Widerspruch in seine n früheren Ausfüh- rungen auszuräumen, dass er ferner anlässlich seiner Nachbefragung vom 26. November 2012 behauptete, die Witwe seines verstorbenen Onkels habe ihm vor fünf Jahren gesagt, dass er 16 Jahre alt sei, um diese Aussage erst auf Vo r- halt hin, dass er so besehen h eute 21 Jahre alt sein müsste, dahing e-D-1182/2013 Seite 7 hend zu korrigieren, er sei damals erst 11 Jahre alt gewesen (vgl. act. A13/5 S. 2), dass die Vorinstanz somit im Ergebnis trotz vergleichsweise knapper B e- gründung aufgrund seines diesbezüglichen gesamten Aussageverhaltens zu Recht folgerte, er sei nicht in der Lage gewesen, seine Minderjähri g- keit hinreichend glaubhaft zu machen, dass somit die vom Beschwerdeführer behauptete Minderjährigkeit nach der Befragung zur Person vom 2 6. November 2012 unbewiesen geblie- ben ist, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass ihm anlässlich seiner An- hörungen durch die Schweizer Behörden im Vorfeld des Nichteintr etens- entscheides des BFM vom 20. Februar 2013 keine Vertrauensperson beigeordnet worden ist, dass, da der Beschwerdeführer im Rahm en des vorliegenden Beschwe r- deverfahrens seine Angaben zu seinem Alter nicht glaubhaft darzutun vermag, für das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung besteht, im Verzicht des BFM auf die Ernennung einer Vertrauensperson eine Ver- letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs zu erblicken, weshalb der Antrag auf Kassation der Verfügung und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz (unter Anordnung einer erneuten Anhö- rung des Beschwerdeführers) abzuweisen ist, dass auf Asylgesuche in der R egel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen kön nen, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 2004 (DAA, SR 0.142.392.68) zur Anwendung gelangt und das BFM die Zuständigkeitsfrage gestützt auf die Dublin-II-VO prüfte, dass unter anderem namentlich derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, wel- cher einem Familienangehörigen das Rech t auf Aufenthalt in seiner E i- genschaft als Flüchtling ge währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land-, See- oder Luftgrenze der Asylbewerber aus einem Drittstaat ko m- mend legal oder illegal überschritten hat, oder in welchem der erste Asyl- antrag gestellt wurde (Art. 5 i.V.m. Art. 6 bis 13 Dublin-II-VO), D-1182/2013 Seite 8 dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung e ines Asylgesuches eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-II- Verordnung und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-Verordnung; vgl. auch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), dass das BFM die ungarischen Behörden am 21. Januar 2013 gestützt auf Art. 10 Abs. 1 Dublin -II-VO um Übernahme des Beschwerdeführers ersuchte (vgl. act. A25/6 i.V.m. act. A26/2), dass, wird auf der Grundlage von Beweismitteln oder Indizien gemäss den beiden in Artikel 18 Abs. 3 genannten Verzeichnissen, einschliesslich der Daten nach Kapitel III der Verordnung (EG) Nr. 2725/2000 festg e- stellt, dass ein Asylbewerber aus einem Drittland kommend die Land -, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedssta ats illegal überschritten hat, di e- ser Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylantrags zuständig ist, wobei die Zuständigkeit zwölf Monate nach dem Tag des illegalen Grenzübertritts endet (Art. 10 Abs. 1 Dublin-II-VO), dass der Beschwerdeführer anlässlich sei ner Befragungen durch die Schweizer Asylbehörden ohne Weiteres einräumte , im D._______ 2012 via Mazedonien und Serbien illegal in Ungarn eingereist zu sein, erklärte er dort doch unter anderem, ungarische Polizisten hätten ihn zusammen mit weiteren Persone n in einem Wald aufgegriffen und registriert bezi e- hungsweise daktyloskopiert (vgl. act. A10/13 S. 6 Ziff. 5.02 i.V.m. act. A16/2 S. 1), dass demzufolge aufgrund seiner eigenen Angaben davon auszugehen ist, dass er via die Drittländer Mazedonien und Serbien illegal in das Dub- lin-Mitgliedsland Ungarn eingereist ist, womit nach Massgabe der B e- stimmung von Art. 10 Abs. 1 Dublin -II-VO die Zuständigkeit Ungarn s für die weitere Behandlung seines Asylgesuchs gegeben ist, dass der Beschwerdeführer sich zwar unter de m Hinweis, die Frage, ob er in Ungarn tatsächlich ein Asylgesuch gestellt habe, sei mangels Vorlie- gens eines Eurodac-Treffers nicht genügend abgeklärt, weshalb mangels Zuständigkeit Ungarns das Verfahren zur Neubeurteilung des Sachve r- halts an das BFM zu ka ssieren sei, auf ein Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts vom 17. Juli 2012 im Verfahren E-2685/2012 beruft, D-1182/2013 Seite 9 dass indessen keine Analogie der Sachverhalte vorliegt, da im Verfahren E-2685/2012 nicht nur die Asylgesuchstellung in Ungarn, sondern auch der Umstand strittig war, ob sich der Beschwerdeführer tatsächlich jemals in Ungarn aufgehalten hat, was in casu aufgrund der eigenen Aussagen des Beschwerdeführers als belegt gelten muss, dass das BFM bei dieser Sachlage Ungarn zu Recht als für die Durchfüh- rung des Asylverfahrens erachtet hat, dass hieran mit Blick auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von A m- tes wegen (vgl. Art. 12 VwVG) auch der Umstand nichts zu ändern ve r- mag, dass Ungarn die Übernahme des Beschwerdeführers möglicherwei- se zu Unrecht gestützt auf die Bestimmung von Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dub- lin-II-VO vorgenommen hat, dass betreffend die Wegweisung nach Ungarn den Akten keine Hinweise entnommen werden können, Ungarn werde i m vorliegenden Fall seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomm en und es werde das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht völkerrechtskonform durchführen, dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren insbesondere auch keine konkreten Anhal tspunkte geltend macht, wonach Ungarn, bei welchem es sich um einen Signa tarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101), des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und des Protokolls über die Rechtsstellung der Flüch tlinge vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) handelt, seine staatsvertraglichen Verpflichtungen missachten und den Beschwerdeführer in seinen Heimatstaat zurückschaffen würde, dies u n- ter Missachtung des Non-Refoulement Gebotes oder von Art. 3 EMRK, dass seine pauschale Behauptung, Ungarn sei ungeeignet für Flüchtlinge und man finde dort keine Arbeit (vgl. act. A16/2 S. 2), an obiger Festste l- lung nichts zu ändern vermag, dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig oder unzumutbar e r- scheinen lassen, dass es demnach keinen Grund für die Anwendu ng der Souveränität s- klausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-Verordnung) gibt, D-1182/2013 Seite 10 dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kan- ton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspru ch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmu n- gen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugs hindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von We g- weisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintr e- tensentscheides gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verf ü- gung des BFM zu bestätigen ist, dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweist, dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Vora ussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs gericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-1182/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Philipp Reimann Versand: