Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. September 2016 (720 16 137 / 244) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Auf das schlüssige Verwaltungsgutachten kann abgestellt werden Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Renate Jäggi, Advokatin, Steinentorstrasse 35, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1971 geborene, zuletzt vom 1. Mai 2005 bis 2 3. August 2005 als Officebursche im Betrieb B.____ erwerbstätig gewesene A.____ hatte s ich am 26. April 2007 unter Hinweis auf eine Asthmaerkrankung bei der Eidgenössischen Inval idenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Nachdem sie die gesundhe itlichen und die erwerblichen Verhält- nisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Versicherten einen Invalidi- tätsgrad von 25 %. Gestützt auf dieses Ergebnis leh nte die IV-Stelle mit Verfügung vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 30. September 2008 einen Anspruch des Versicherten auf e ine Rente ab. Eine von Advokatin Renate Jäggi namens und im Auftrag von A.____ gegen diese Verfügung erhobene Beschwer- de hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsr echt (Kantonsgericht), mit Urteil vom 22. April 2009 (Verfahren-Nr. 720 08 338 / 100) in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur Durchführung des Vor bescheidverfahrens und zur an- schliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle zurückwies. Nachdem sie in der Folge das Vorbe- scheidverfahren durchgeführt hatte, lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. Juni 2010 einen Rentenanspruch des Versicherten gestützt auf einen Inval iditätsgrad von 25 % erneut ab. Ge- gen diese Verfügung liess A.____ durch seine Rechtsvertr eterin wiederum Beschwerde beim Kantonsgericht erheben. Mit Urteil vom 1. November 2011 (Verfahren-Nr. 720 10 237/ 236) hiess das Kantonsgericht die Beschwerde, soweit es darauf eintrat, in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 30. Juni 201 0 aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Er lass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. In Nachachtung dieses Urteils nahm die IV-Stelle weiter e Abklärungen des medizinischen Sachverhalts vor. Gestützt auf deren Ergebnisse ermittel te sie nunmehr einen Invaliditätsgrad von 0 %, worauf sie - nach durchgeführtem Vorbescheidverf ahren - mit Verfügung vom 22. März 2016 einen Rentenanspruch des Versicherten erneut ablehnte. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, weiterhin ver treten durch Advokatin Renate Jäggi, am 2. Mai 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. D arin beantragte er, es sei ihm mit Wirkung ab 1. Februar 2007 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien er- gänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen; unter o/e Kostenfolge, wobei ihm die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche V erbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 23. Mai 2016 bewilligte das Ka ntonsgericht dem Beschwerdeführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren die unent- geltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Renate Jäggi als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 20. Juni 2016 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihrer Eingabe eine S tellungnahme von Dr. med. C.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 6. Juni 2016 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 2. Mai 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 99 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 In Nachachtung des Rückweisungsentscheids des Kantonsgeri chts vom 1. September 2011 gab die IV-Stelle beim Spital D.____, Pneumolo gie, ein pneumologisches Gutachten in Auftrag, welches am 3. Februar 2012 erstattet wurde. D arin wurden als Diagnosen (1) ein Asthma bronchiale, nicht kontrolliert, mit mittelschwere r, partiell reversibler obstruktiver Ventila- tionsstörung und (2) eine Polyposis nasi bei Status nach Septumplastik und Spheonoidektomie beidseits (insgesamt drei Operationen) festgehalten. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangten die begutachtenden Fachärzte zur Auffassung, dass der Expl orand zum jetzigen Zeitpunkt in seinem Beruf als Küchenhilfe nicht arbeitsfähig sei. Au sgehend von einer medizinisch- theoretischen Ateminvalidität von 20 - 25 % bestehe da gegen eine uneingeschränkte Arbeitsfä- higkeit in einer körperlich nicht belastenden, leichten und sitzend zu verrichtenden Tätigkeit (100 %, 8 Stunden pro Tag) in einem staubfreien Umfeld. 5.2 Nachdem der behandelnde Arzt des Versicherten, Dr . med. E.____, FMH für Innere Medizin und Lungenkrankheiten, geltend gemacht hatte, dass es bei seinem Patienten zwi- schenzeitlich zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion en gekommen sei, holte die IV- Stelle beim Spital D.____, Pneumologie, ein weitere s pneumologisches Gutachten ein, das am 25. Mai 2014 erstattet wurde. Darin hielten die bete iligten Fachärzte als Diagnosen (1) ein nicht kontrolliertes, steroid-resistentes, intrinsisches Asthma br onchiale, ohne nachgewiesene Aero- allergene, mit anamnestisch rezidivierenden Exazerbatione n und der Notwendigkeit von in- tramuskulärer Steroid-Depot-Gabe, sowie (2) eine Pol yposis nasi bei Status nach dreimaliger operativer Sanierung (1998/2003/2006) fest. Aus rein p neumologischer Sicht erachte man den Exploranden zum jetzigen Zeitpunkt in seinem Beruf theoretisch zu 100 % arbeitsunfähig. Diese Beurteilung könnte sich allerdings deutlich ändern mit e iner besseren Kontrolle des Asthmas. Der Explorand könnte unter optimaler Therapie deutli ch bessere Lungenfunktionen erreichen, sodass ihm unter diesen Voraussetzungen dann eine körper lich leicht (bis allenfalls sogar mit- telschwer) belastende Tätigkeit vollzeitig (100 %, 8 St unden pro Tag) zugemutet werden könn- te. Diese Beurteilung beziehe sich auch auf andere allfä llige Verweistätigkeiten, da im Moment das Asthma nicht kontrolliert sei und bisher keine Aero allergene festgestellt worden seien. Für jegliche körperlich belastende Tätigkeiten sei der Explorand zum aktuellen Zeitpunkt nicht quali- fiziert. Hinsichtlich medizinischer Massnahmen empfehle man eine kurzstationäre Aufnahme zur Abklärung von allfälligen behandelbaren Kofaktoren sowie zur Evaluation der Indikation ei- ner Immuntherapie. Somit empfehle man, die definiti ve IV-Begutachtung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Eine abschliessende konklusive Beu rteilung sei momentan nicht möglich. 5.3 Da dieses pneumologische Gutachten vom 25. Mai 2014 n ach Auffassung der IV-Stelle keine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit de s Versicherten zuliess, beauftragte die IV-Stelle die Klinik F.____ mit einer weiteren Begut achtung des Versicherten. In ihrem Gutach- ten, das sie am 19. August 2015 erstatteten, erhoben di e beteiligten Ärzte als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein Asthma bronchi ale, nicht kontrolliert, mit mittelschwe- rer, partiell reversibler obstruktiver Ventilationsstör ung. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde unter anderen eine chronische Sinusitis (CT NNH 07/14: Bildmorpholo- gisch: Status nach ausgedehnter Nasennebenhöhlen-Operatio n, chronische Sinusitis aller Na- sennebenhöhlen, kein Nachweis von grösseren Polypen) fest gehalten. In ihrer medizinischen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung führten die Gutachter aus, beim Explorand en liege aktuell ein nicht kontrolliertes Asthma bronchiale trotz ausgebauter Inhalationstherapi e vor. Klinisch präsentiere sich der Ex- plorand weiter obstruktiv und deutlich in seiner Leistun gsfähigkeit beeinträchtigt mit mittel- schwer eingeschränkter maximaler Sauerstoffaufnahme in de r Spiroergometrie. Laut dem Vor- gutachten aus dem Jahr 2014 seien sowohl eine allergische bronchopulmonale Aspergillose als auch ein Churg-Strauss-Syndrom ausgeschlossen worden. Eb enso hätten sich keine Hinweise auf eine allergische Genese gefunden, so dass eine Ther apie mit Xolair schon damals nicht in Frage gekommen sei. Es bestehe aktuell eine maximal ausge baute Asthmatherapie. Da aus pneumologischer Sicht weiter Zweifel an der korrekten und regelmässigen Anwendung seitens des Patienten bestehe, empfehle man zur Optimierung de r inhalativen Therapie bei vielfach ambulanten frustranen Versuchen einen stationären Reh abilitationsaufenthalt. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit des Exploranden hielten die Gutacht er fest, dass dieser in seiner angestamm- ten Tätigkeit als Küchenhilfe zum jetzigen Zeitpunkt nich t arbeitsfähig sei, da durch unspezifi- sche Reizstoffe in der Küche ein erhöhtes Risiko erneuter Asthmaexazerbationen bestehe. Was die Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten betreffe, so sei der Explorand für schwere Arbeiten aufgrund seiner pulmonalen Limitierung zu 100 % arb eitsunfähig. Ausgehend von einer medizi- nisch-theoretischen Ateminvalidität von 33 % sei der Ver sicherte in einer leichten bis kurzfristig mittelschweren Tätigkeit in einem staubfreien und reizst offarmen Umfeld in einem Pensum von 100 % einsetzbar. Man gehe von einer deutlichen Besserun g der arbeitsmedizinischen Situati- on im Anschluss an eine stationäre pneumologische Rehabil itation inklusive Training der kor- rekten Anwendung der inhalativen Medikation aus. Auch l angfristig müsse mit gehäuften Asth- maexazerbationen und daraus resultierenden krankheitsbe dingten Fehltagen gerechnet wer- den. 5.4 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 22. März 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfäng- lich auf das Gutachten der Klinik F.____ vom 19. August 2015. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer leichten bis kurzfristig mittelschweren Tätigkeit in einem staubfreien und reizstoffarmen Umfeld in eine m Pensum von 100 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beansta nden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und b ei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indi- zien liegen hier keine vor. Das Gutachten der Klinik F. ____ vom 19. August 2015 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenn tnis der Vorakten abgegeben wor- den, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztli- chen Einschätzungen auseinander und es vermag in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens der Klinik F.____ vom 19. August 2015 in Frage zu stellen. 5.5.1 Der Beschwerdeführer beanstandet als erstes, dass die von den Gutachtern postulierte 100 %-ige Arbeitsfähigkeit im Widerspruch stehe zu den Auffassungen, welche die Fachärzte des Spitals D.____, Pneumologie, im Gutachten vom 25. Mai 2014 und der behandelnde Arzt Dr. E.____ in seinen Berichten vom 5. Oktober 2010 und 3. Dezember 2013 vertreten hätten. Laut deren Einschätzungen sei bei ihm von einer vollstän digen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Zudem würden sich die Gutachter der Klinik F.____ nicht mit diesen abweichenden fachärztli- chen Beurteilungen auseinander setzen. Auch wenn sich le tzterer Einwand als zutreffend er- weist, kann der Beschwerdeführer daraus aus folgenden Gr ünden nichts zu seinen Gunsten ableiten: Die begutachtenden Fachärzte des Spitals D._ ___, Pneumologie, führen zwar aus, dass der Explorand „zum jetzigen Zeitpunkt in seinem Beruf theoretisch 100 % arbeitsunfähig“ sei und dass sich diese Beurteilung auch auf andere allfä llige Verweistätigkeiten beziehe. Gleichzeitig halten sie aber auch fest, dass sich diese Einschätzung mit einer besseren Kontrol- le des Asthmas deutlich ändern könne. Man empfehle desh alb, „die definitive IV-Begutachtung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Eine absch liessende konklusive Beurteilung sei momentan nicht möglich.“ Im Lichte dieser Ausführunge n kann mit der IV-Stelle festgehalten werden, dass das Gutachten des Spitals D.____, Pneumologi e, vom 25. Mai 2014 im Ergebnis keine konkreten Aussagen zur Frage der aktuellen Arbeitsf ähigkeit des Versicherten enthält, weshalb es - und auch darin ist der IV-Stelle beizupflichten - diesbezüglich beweisrechtlich nicht verwertbar ist. Daraus folgt wiederum, dass die Gutachter der Klinik F.____ auch nicht näher auf die entsprechenden Ausführungen im Vorgutachen vom 25. Mai 2014 eingehen mussten. Dasselbe gilt sodann hinsichtlich der Beurteilung durch d en behandelnden Arzt Dr. E.____, der in seinem an die Rechtsvertreterin des Versicherten gerich teten Schreiben vom 3. Dezember 2013 zur Frage der Arbeitsfähigkeit seines Patienten einzig festgehalten hat, dass diese für ihn „kaum gegeben“ sei. Diese Einschätzung ist nun aber dera rt allgemein und offen formuliert - Dr. E.____ nimmt insbesondere keine Differenzierung zwi schen allfälligen Einschränkungen des Versicherten in der angestammten Tätigkeit und in möglichen Verweistätigkeiten vor -, dass einerseits beweisrechtlich darauf nicht abgestellt werd en kann und dass sich die Gutachter an- derseits inhaltlich damit auch kaum hätten auseinandersetzen können. 5.5.2 Im Gutachten der Klinik F.____ wird dem Versicher ten, wie ausgeführt, eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit attestiert, gleichzeitig halten die Gurtachter aber auch fest, dass von einer deutlichen Besserung der a rbeitsmedizinischen Situation im An- schluss an eine stationäre pneumologische Rehabilitation inklusive Training der korrekten An- wendung der inhalativen Medikation auszugehen sei. Nach A uffassung des Beschwerdeführers könnten diese beiden Einschätzungen nur dahingehend in terpretiert werden, dass sich die gut- achterliche Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit auf se inen Gesundheitszustand nach absol- vierter stationärer Rehabilitation beziehe. Falls er von den Gutachtern bereits aktuell, d.h. im Untersuchungszeitpunkt, als zu 100 % arbeitsfähig eingeschätzt worden wäre, mache es keinen Sinn zu erwähnen, dass nach absolvierter Therapie von ei ner deutlichen Verbesserung der Ar- beitsfähigkeit auszugehen sei. Dieser Betrachtungsweise d es Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Die erwähnte gutachterliche Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit ist durchaus so zu Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht verstehen, dass die beteiligten Fachärzte den Versicherten bereits im Untersuchungszeitpunkt - und somit auch ohne eine stationäre pneumologische Reha bilitation - in einer leichten bis kurz- fristig mittelschweren Tätigkeit in einem staubfreien u nd reizstoffarmen Umfeld als zu 100 % arbeitsfähig erachten. Diese Interpretation des Gutachtens steht - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht im Widerspruch zur weiteren A ussage der Experten, wonach von einer geeigneten stationären Rehabilitation eine de utliche Besserung der arbeitsmedizinischen Situation zu erwarten sei. Diese Feststellung ist so zu ver stehen, dass mit einer solchen Thera- pie die Leistungs- und somit die Arbeitsfähigkeit geste igert werden könnte mit den Konsequen- zen, dass der Versicherte künftig beispielsweise auch wie der in Bereichen mit einem körperlich etwas strengeren Anforderungsprofil tätig sein könnte u nd ihm dadurch insgesamt ein deutlich breiterer Fächer an zumutbaren Verweistätigkeiten of fen stehen würde. Eine solche Entwick- lung würde zweifellos eine - wie es die Gutachter ausd rücken - „deutliche Besserung der ar- beitsmedizinischen Situation“ mit sich bringen. 5.5.3 Der Beschwerdeführer moniert sodann, dass im Gutach ten der Klinik F.____ eine me- dizinisch-theoretische Ateminvalidität von 33 % festgehal ten sei, es fehle jedoch an einer Be- gründung, wie diese Annahme zustande gekommen sei, wesha lb darauf nicht abgestützt wer- den dürfe. Auch mit diesem Einwand kann der Beschwerdefü hrer vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der RAD-Arzt Dr. C.____ weist diesb ezüglich in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2016 zu Recht darauf hin, dass es sich bei der ang egebenen medizinisch-theoretischen Ateminvalidität von 33 % um einen rechnerischen Wert a us den Lungenfunktionsparametern und dem Belastungstest handle. Im Falle des Versicherten passe der angegebene Wert der Ateminvalidität zu der relativ guten Belastbarkeit auf dem Fahrradergometer, weshalb die Ein- schätzung begründet und nachvollziehbar sei. 5.5.4 Schliesslich weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass er an einer chronischen Si- nusitis leide und eine HNO-Abklärung dringend indiziert sei. Zudem würden sich aus den Akten Hinweise für ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom ergeb en. Diese Diagnosen hätten - nicht zuletzt auch mit Blick auf seine asthmatische Erkrankung - du rchaus Auswirkungen auf seine Leistungsfähigkeit und somit auch auf seine Erwerbsfäh igkeit. Dieser Betrachtungsweise des Beschwerdeführers kann gestützt auf die vorhandene Aktenlage nicht beigepflichtet werden. Es trifft zwar zu, dass die Gutachter der Klinik F.____ be im Versicherten eine chronische Sinusitis diagnostiziert haben, wesentlich ist aber, dass sie diese s Leiden explizit unter den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit angeführt haben . Diese gutachterliche Beurteilung deckt sich auch mit der Einschätzung von Dr. C.____ in seiner abschliessenden Stellungnahme vom 6. Juni 2016, wonach eine chronische Sinusitis in de r Regel keine Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit verursache. Eine Sinusitis stelle kein invali disierendes Leiden dar und sei behan- delbar. Dasselbe gelte im Übrigen, wie Dr. C.____ wei ter festhält, auch für das vom Beschwer- deführer angesprochene Schlafapnoe-Syndrom. Die Anna hme, dass sich ein solches auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, setze, so die schlüssige Einschä tzung des RAD-Arztes, voraus, dass das Syndrom zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit, zu Konzentr ationsschwierigkeiten und zu einer Einschlafneigung führe. Der Versicherte habe aber nie ü ber solche Symptome geklagt. Mit Dr. C.____ kann demnach festgehalten werden, dass die Akten keine Hinweise für ein schwe- res obstruktives Schlafapnoe-Syndrom enthalten. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Der Versicherte macht im Weiteren geltend, dass seine Restarbeitsfähigkeit nicht ver- wertbar sei, da diese im Bereich von Büroarbeiten lieg e, die er aufgrund seiner Ausbildung und sprachlichen Fähigkeiten nicht erledigen könne. Zudem werde im Gutachten Klinik F.____ vom 19. August 2015 explizit festgehalten, dass bei ihm auch bei optimaler Therapie langfristig mit Asthmaexazerbationen und daraus resultierenden krankheit sbedingten Fehltagen gerechnet werden müsse. Eine Arbeitgeberschaft, die ihn unter der artigen Bedingungen einstellen würde, existiere schlicht nicht. Diesen Einwänden des Versicherte n bzw. dem daraus gezogenen Schluss, dass in seinem Fall von einer Unverwertbarkeit d er Restarbeitsfähigkeit auszugehen sei, kann nicht beigepflichtet werden. Gemäss der oben ( vgl. E. 3.2 hiervor) zitierten Bestim- mung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Inval iditätsgrades von einer ausgegliche- nen Arbeitsmarktlage auszugehen. Ein solcher Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet du rch ein ge- wisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Ar beitskräften; er weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezü glich der dafür verlangten berufli- chen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht lich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkeh- ren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ges amten objektiven und subjektiven Ge- gebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. Anderseits si nd an die Konkretisierung von Ar- beitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine überm ässigen Anforderungen zu stellen (Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2008, I V Nr.62 E. 5.1 mit zahlreichen Hin- weisen). Wie der RAD-Arzt Dr. C.____ in seiner Stellu ngnahme vom 6. Juli 2016 zutreffend festhält, existieren im Bereich einfacher und repetiti ver Hilfstätigkeiten auch ausserhalb des Bürobereichs verschiedenste Arbeitsplätze, an denen ohne Hitze, Kälte, Staub und Feuchtigkeit in einem rauch-, schad- und reizstoffarmen Umfeld gea rbeitet werden kann. Was das Risiko künftiger Absenzen des Versicherten aufgrund von Asthmaexaz erbationen betrifft, so weist Dr. C.____ ebenfalls zu Recht darauf hin, dass dieses mittels geeigneter therapeutischer Mass- nahmen deutlich reduziert werden kann. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich deshalb nicht sagen, dass in seinem Fall von realitätsfremden und in diesem Sinne unmög- lichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegange n wird. Dem Beschwerdeführer sind mit anderen Worten zumutbare Tätigkeiten nicht nu r in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realisti- schem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnten. 7.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da der Versicherte schon vor Eintritt der gesundheitliche n Beeinträchtigung keiner Erwerbstä- tigkeit mehr nachgegangen ist und eine solche in der F olge auch nicht mehr aufgenommen hat, hat die IV-Stelle sowohl dessen Validen- als auch dess en Invalideneinkommen richtigerweise unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundes- amtes für Statistik ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E . 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). In Berücksichtigung der gutachterlichen Beurte ilung, wonach der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig i st, ist die IV-Stelle zum Ergebnis gelangt, dass es dem Versicherten zumutbar ist, ein Invalidenein kommen zu erzielen, welches betrags- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mässig demjenigen des Valideneinkommens entspricht. Dies h at in der angefochtenen Verfü- gung zu einem Invaliditätsgrad von 0 % geführt. 7.2 Dieser vorinstanzliche Einkommensvergleich erweist sich weitestgehend als korrekt. Er wird denn auch vom Versicherten - zu Recht - nur in einem Punkt beanstandet. So macht dieser in seiner Beschwerde geltend, dass ihm die IV-Stelle be i der Ermittlung des zumutbaren Invali- deneinkommens einen Abzug von 25 % vom Tabellenlohn hätte gewähren müssen. 7.3.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich ber ücksichtigt, dass versicherte Per- sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Sch werarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurme hr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei- chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugela ssene Abzug entwickelte sich in der Fol- ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, w obei die Rechtsprechung dem Um- stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes h aben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehr erer dieser Merkmale ihre gesund- heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem al lgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmun g der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das I nvalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insg esamt auf höchstens 25 % des Tabel- lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. z um Ganzen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). 7.3.2 Wie vorstehend ausgeführt (E. 7.1 hiervor), hat die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Demgegenüber erachtet der Be- schwerdeführer in seinem Fall die Gewährung eines 25%-i gen Abzugs vom Tabellenlohn als angezeigt. In Würdigung aller in Frage kommenden beruflichen und persönlichen Merkmale des Versicherten erweist sich der von ihm postulierte Maxima labzug von 25 % zweifellos als zu hoch. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle rechtfer tigt es sich jedoch, dem Versicherten ei- nen Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren. Wie oben aufg ezeigt (vgl. E. 6 hiervor), ist der Ver- sicherte zwar in der Lage, die ihm verbliebene Arbeitsf ähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits- markt zu verwerten. Es ist aber nicht von der Hand zu w eisen, dass er in Anbetracht der doch vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der auch künftig nicht gänzlich auszu- schliessenden Asthmaexazerbationen seine Arbeitsfähigkeit i n einer ihm zumutbaren Tätigkeit wohl nur noch mit einem unterdurchschnittlichen Einkomme n verwerten kann. Wie hoch der in Frage kommende Abzug unter diesen Umständen konkret zu beziffern ist, kann nun allerdings offen bleiben. Selbst wenn man dem Versicherten den vo n ihm postulierten Maximalabzug von 25 % vom Tabellenlohn gewähren würde, läge der Inval iditätsgrad bei 25 % und somit immer noch deutlich unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen Wert von 40 %. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die IV-Stelle einen R entenanspruch des Versicherten im Ergebnis zu Recht abgelehnt hat. Die gegen die betreff ende Verfügung vom 22. März 2016 er- hobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 23. Mai 2016 die unentgeltli che Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 23. Mai 2016 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwe rdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 20. Juli 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 8 Stunden geltend ge- macht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellend en Sachverhalts- und Rechtsfra- gen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind soda nn die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 152.15. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein H onorar in der Höhe von Fr. 1‘752.15 (8 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 152.15) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘752.15 (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht