Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. September 2013 (810 10 339, 810 10 340, 810 10 343, 810 10 344 und 810 10 345) ____________________________________________________________________ Gemeinderecht Finanzausgleich Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiber Markus Pachlatko Parteien 1. Einwohnergemeinde Aa.____ , Beschwe rdeführer in 2. Einwohnergemeinde Ab.____ , Beschwerdeführerin 3. Einwohnergemeinde Ac.____ , Beschwerdeführerin 4. Einwohnergemeinde Ad.____ , Beschwerdeführerin 5. Einwohnergemeinde Ae.____ , Beschwerdeführerin alle vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner, vertreten durch Michael Baader, Rechtsanwalt Beigeladene 1. Einwohnergemeinde Af.____ 2. Einwohnergemeinde Ag.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Einwohnergemeinde Ah.____ 4. Einwohnergemeinde Ai.____ 5. Einwohnergemeinde Aj.____ 6. Einwohnergemeinde Ak.____ 7. Einwohnergemeinde Al.____ 8. Einwohnergemeinde Am.____ 9. Einwohnergemeinde An.____ 10. Einwohnergemeinde Ao.____ 11. Einwohnergemeinde Ap.____ 12. Einwohnergemeinde Aq.____ 13. Einwohnergemeinde Ar.____ 14. Einwohnergemeinde As.____ 15. Einwohnergemeinde At.____ 16. Einwohnergemeinde Au.____ 17. Einwohnergemeinde Av.____ 18. Einwohnergemeinde Aw.____ 19. Einwohnergemeinde Ax.____ 20. Einwohnergemeinde Ay.____ 21. Einwohnergemeinde Az.____ 22. Einwohnergemeinde Ba.____ 23. Einwohnergemeinde Bb.____ 24. Einwohnergemeinde Bc.____ 25. Einwohnergemeinde Bd.____ 26. Einwohnergemeinde Be.____ 27. Einwohnergemeinde Bf.____ 28. Einwohnergemeinde Bg.____ Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 29 . Einwohnergemeinde Bh.____ 30. Einwohnergemeinde Bi.____ 31. Einwohnergemeinde Bj.____ 32. Einwohnergemeinde Bk.____ 33. Einwohnergemeinde Bl.____ 34. Einwohnergemeinde Bm.____ 35. Einwohnergemeinde Bn.____ 36. Einwohnergemeinde Bo.____ 37. Einwohnergemeinde Bp.____ 38. Einwohnergemeinde Bq.____ 39. Einwohnergemeinde Br.____ 40. Einwohnergemeinde Bs.____ 41. Einwohnergemeinde Bt.____ 42. Einwohnergemeinde Bu.____ 43. Einwohnergemeinde Bv.____ 44. Einwohnergemeinde Bw.____ 45. Einwohnergemeinde Bx.____ 46. Einwohnergemeinde By.____ 47. Einwohnergemeinde Bz.____ 48. Einwohnergemeinde Ca.____ 49. Einwohnergemeinde Cb.____ 50. Einwohnergemeinde Cc.____ 51. Einwohnergemeinde Cd.____ 52. Einwohnergemeinde Ce.____ 53. Einwohnergemeinde Cf.____ 54. Einwohnergemeinde Cg.____ Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regie rungsrat) erliess am 29. Juli 2010 die "Verfügung über den Finanzausgleich und den G emeindebeitrag an die Ergänzungs- leistungen 2010". Der Entscheid lautete: "1. Die Einlage in den Ausgleichsfonds 2010 beträgt 19.72 Franken pro Einwohner. 2. Der horizontale Finanzausgleich, die Zusatzbeiträge , die Sonderlastenabgeltungen, die Einlagen in den Aus- gleichsfonds und die Gemeindebeiträge an die Ergänzungsleistungen des Finanzausgleichsjahres 2010 richten sich nach der Tabelle 1. 3. Die kantonale Finanzverwaltung wird die Nettobelastung bzw. Nettogutschrift auf dem Kontokorrent der Baselland- schaftlichen Kantonalbank am Montag, 2. August 2010 gemäss Tabelle 1 (Spalten 11 bzw. 12) vornehmen. 4. Der Durchschnittssteuerfuss der Gebergemeinden 2011 beträgt 53.2%." B. Gegen diesen Entscheid erhoben die Einwohnergemei nden Aa.____, Ac.____, Ab.____, Ad.____ und Ae.____ (Beschwerdeführerinnen) jeweils m it Eingaben vom 8. respektive 9. Juli 2010 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und V erwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie beantragten, es sei der angefochtene En tscheid vollumfänglich aufzuheben. 55. Einwohnergemeinde Ch.____ 56. Einwohnergemeinde Ci.____ 57. Einwohnergemeinde Cj.____ 58. Einwohnergemeinde Ck.____ 59. Einwohnergemeinde Cl.____ 60. Einwohnergemeinde Cm.____ 61. Einwohnergemeinde Cn.____ 62. Einwohnergemeinde Co.____ 63. Einwohnergemeinde Cp.____ 64. Einwohnergemeinde Cq.____ 65. Einwohnergemeinde Cr.____ 66. Einwohnergemeinde Cs.____ alle vertreten durch Daniel Levy, Advokat Betreff Finanzausgleich und Gemeindebeitrag an die Ergänzungsleistungen 2010 (RRB Nr. 0944 vom 29. Juni 2010) Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dies unter o/e-Kostenfolge. In verfahrenstechnischer Hin sicht beantragten die Beschwerdefüh- rerinnen unter anderem, es sei das Verfahren zu sistiere n, bis die Gespräche mit dem Kanton und die Überprüfung der Verfügung stattgefunden hätten. C. Die Verfahren wurden in der Folge mit den präsidi alen Verfügungen vom 16. Juli 2010, 22. Oktober 2010, 26. Januar 2011 sowie 17. Mai 2011 bis zum 31. Dezember 2011 sistiert. D. Mit präsidialer Verfügung vom 15. Februar 2012 wur den die Verfahren 810 10 339, 810 10 340, 810 10 343, 810 10 344 und 810 10 345 prozessual vereinigt. E. Die Beschwerdeführerinnen, nunmehr alle vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Ad- vokat, reichten ihre Beschwerdebegründung mit Eingabe vo m 19. April 2012 ein. Sie beantrag- ten, die Ziffern 2 und 3 des angefochtenen Regierungsr atsbeschlusses seien bezüglich des horizontalen Finanzausgleichs aufzuheben und der Regierungsrat sei anzuweisen, den horizon- talen Finanzausgleich für das Finanzausgleichsjahr 20 10 unter Beachtung eines maximalen Abschöpfungssatzes von 17% (bezogen auf die Steuerkraft de r beitragsleistenden Einwohner- gemeinden) in sinngemässer Anwendung des neuen § 6 Abs. 3 Satz 2 des Finanzausgleichs- gesetzes (FAG) vom 25. Juni 2009 neu festzulegen und d ie Nettobelastungen bzw. Nettogut- schriften für die Einwohnergemeinden auf dem Kontokorr ent der Basellandschaftlichen Kanto- nalbank durch die kantonale Finanzverwaltung entspreche nd korrigieren zu lassen. Eventuell sei der Regierungsrat anzuweisen, die über dem Abschöpf ungssatz von 17% liegende Belas- tung der beschwerdeführenden Einwohnergemeinden für d as Finanzausgleichsjahr 2010 auf andere Weise (im Sinne der Erwägungen) zu kompensieren. Dies unter o/e-Kostenfolge. F. Am 18. Juli 2012 liess sich der Regierungsrat (Beschwer degegner), vertreten durch Mi- chael Baader, Advokat, zu den Beschwerden vernehmen. Er b eantragte, die Beschwerden sei- en allesamt und vollumfänglich abzuweisen, soweit über haupt auf sie einzutreten sei. Dies un- ter o/e-Kostenfolge. In verfahrenstechnischer Hinsicht bean tragte er, es seien sämtliche 68 Empfängergemeinden des horizontalen Finanzausgleichs 20 10 zum vorliegenden Verfahren beizuladen. G. Mit präsidialer Verfügung vom 20. August 2012 wurde n die Protokolle der landrätlichen Finanzkommission vom 17. August 2011, 14. und 28. Septem ber 2011 sowie 19. Oktober 2011 betreffend die Teilrevision des Finanzausgleichgesetzes ab der landrätlichen Finanzkommission beigezogen. H. Am 24. September 2012 reichten die Beschwerdeführ erinnen ihre Replik ein. Sie hiel- ten an ihren Rechtsbegehren gemäss Eingabe vom 19. April 2012 vollumfänglich fest. I. Der Beschwerdegegner reichte am 26. November 2012 sei ne Duplik ein. Er hielt an den mit der Vernehmlassung vom 18. Juli 2012 gestellten Anträgen vollumfänglich fest. J. Mit präsidialer Verfügung vom 17. Dezember 2012 wur den die Einwohnergemeinden Af.____, Ag.____, Ah.____, Ai.____, Aj.____, Ak.___ _, Al.____, Am.____, An.____, Ao.____, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ap.____, Aq.____, Ar.____, As.____, At.____, Au.____ , Av.____, Aw.____, Ax.____, Ay.____, Az.____, Ba.____, Bb.____, Bc.____, Bd.____, Be.____, Bf.____, Bg.____, Bh.____, Bi.____, Bj.____, Bk.____, Bl.____, Ct.____, Bm.____, Cu.____ , Bn.____, Bo.____, Bp.____, Bq.____, Br.____, Bs.____, Bt.____, Bu.____, Bv.____, Bw.____, Bx.____, By.____, Bz.____, Ca.____, Cb.____, Cc.____, Cd.____, Ce.____, Cf.____, Cg.____ , Ch.____, Ci.____, Cj.____, Ck.____, Cl.____, Cm.____, Cn.____, Co.____, Cp.____, Cq.____, Cr.____ und Cs.____ beigeladen. K. Die Einwohnergemeinde Cu.____ teilte mit Eingabe vom 23. Januar 2013 mit, dass sie auf die Teilnahme am Prozess verzichte. L. Am 7. März 2013 teilte die Einwohnergemeinde Ct._ ___ mit, dass sie darauf verzichte, sich an den Verfahren zu beteiligen. M. Die beigeladenen Einwohnergemeinden, vertreten d urch Daniel Levy, Advokat, reich- ten am 14. Mai 2013 ihre Vernehmlassung ein. Sie bean tragten, es seien alle Beschwerden vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt darauf e ingetreten werden könne. Dies unter o/e- Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerinnen. N. Mit präsidialer Verfügung vom 30. Mai 2013 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen. O. Der Beschwerdegegner reichte mit Schreiben vom 10. Se ptember 2013 aufforde- rungsgemäss eine Darstellung des Ablaufs betreffend den horizontalen Finanzausgleich vom Zeitpunkt der Festlegung der Beiträge durch den Besch werdegegner bis zur Gutschrift auf den Konti der Empfängergemeinden ein. P. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 18. September 2013 hielten die Parteien und die Beigeladenen an ihren Begehren und Begründungen fes t. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und der Beigeladenen wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Bevor eine Streitangelegenheit einer materiellen Prüfung unterzogen werden kann, hat das Gericht gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 von Amtes wegen z u prüfen, ob die Eintretensvoraus- setzungen erfüllt sind. 2. Im Verwaltungsverfahren stellt die Frage der Aktiv- und Passivlegitimation eine Eintre- tensvoraussetzung dar und ist rein prozessual- und nicht mat eriellrechtlicher Natur (R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentli- ches Prozessrecht, 2. vollständig überarbeitete Auflage, Ba sel 2010, Rz. 1092). Zu prüfen ist zunächst, ob sich die beschwerdeführenden Einwohnergemei nden auf die Legitimationsbe- stimmung von § 47 Abs. 1 lit. a VPO berufen können. Di es ist möglich, sofern sie in ihrer recht- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichen oder tatsächlichen Situation direkt und in gleich er Weise wie eine Privatperson betroffen ist. Eine solche, mit einer Privatperson vergleichbare Be troffenheit wird beispielsweise bejaht, wenn das Gemeinwesen selbst Verfügungsadressat ist oder a ber einen Eingriff in das Finanz- oder Verwaltungsvermögen abwehren will, wobei hierbe i die unmittelbare Betroffenheit in den vermögenswerten, fiskalischen Interessen massgebend ist (Ur teil des Kantonsgerichts, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 30. Juni 2010 [810 09 440] E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). Die Einwohnergemeinden sind betr effend den horizontalen Finanzaus- gleich Verfügungsadressaten und zudem betreffend die v erfügten Beiträge hinsichtlich ihrer vermögenswerten, fiskalischen Interessen unmittelbar betro ffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Juni 2012 [2C_542/2011] E. 1.3). Die beschwerdeführenden Einwohnergemein- den sind demzufolge zur verwaltungsgerichtlichen Beschwerde befugt. 3.1 Umstritten ist die Passivlegitimation des Beschwerdege gners. Entsprechend der An- sicht der Beschwerdeführerinnen fallen die Rolle der B eschwerdegegnerin und damit die Pas- sivlegitimation in einem öffentlich-rechtlichen Beschwer deverfahren der Vorinstanz zu, welche die angefochtene Verfügung erlassen hat. Umstritten ist allerdings, ob der Regierungsrat mit seinem Beschluss Nr. 0944 vom 29. Juni 2010 hinsichtlich d es horizontalen Finanzausgleichs verfügte. 3.2 Die Verfügung ist ein individueller, an den Einze lnen gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in ver- bindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (vgl. ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER / FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 854). Es ist unbestritten, dass der Regierungsrat gestützt auf § 3 Abs. 3 lit. a der Finanzausgleichsverordnung (FAV) vom 15. Dezember 2009 dazu berechtigt und verpflichtet ist, unter anderem die Beiträge des horizontalen Ausgleichs festzulegen. Die entsprechenden Be iträge legt der Regierungsrat un- abhängig von der Zustimmung der Einwohnergemeinden u nd damit - entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners - hoheitlich fest (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 858; R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS / DANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz. 1521). Die Anordnung betreffend die Be iträge des horizontalen Aus- gleichs richtet sich an die Einwohnergemeinden des Kanto ns Basel-Landschaft und damit an eine bestimmte Anzahl von Adressatinnen. Es handelt sich bei der entsprechenden Festlegung gemäss § 3 Abs. 3 lit. a FAV folglich um eine individu ell-konkrete Anordnung (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 859; R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz. 1522). Die Festlegung der genannten Beiträge erfolgt sodann, ge stützt auf § 134 f. der Verfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984, in Anwen dung des FAG sowie der FAV und damit in Anwendung von Verwaltungsrecht (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 861). Als weitere Voraussetzung einer Verf ügung, hat die Anordnung auf Rechtswirkungen ausgerichtet zu sein. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners ist ein Ermessen der verfügenden Behörde demgegenüber nicht beg riffswesentlich (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 858 ff.; R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz. 1518 ff.). Auch führt der Umstand, dass der Regierungsrat bzw. der Kant on weder Empfänger eines horizonta- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht len Ausgleichsbeitrages ist, noch zur Zahlung eines solchen verpflichtet wird, nicht zur Vernei- nung des Verfügungscharakters. Die verfügende und die am Verwaltungsrechtsverhältnis betei- ligte Behörde fallen nämlich regelmässig auseinander (M ARKUS MÜLLER , Bemerkungen zum Urteil des Verwaltungsgerichts des Kanton Bern vom 18. April 2013, in: BVR 2013/9, S. 435, mit weiteren Nachweisen). Für das Vorliegen einer Verfügun g ist vielmehr entscheidend, entspre- chend der Ansicht der Beschwerdeführerinnen, dass mit der Anordnung Rechte bzw. Pflichten der Adressaten der Anordnung geregelt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 862; R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz. 1520). Der FAV ist zu entnehmen, dass die Festlegung der genannten Beiträge durch den Regierung srat Grundlage für die Belastung bzw. Ausrichtung der Beiträge ist (vgl. § 3 Abs. 2 FAV sowie die Marginalie zu § 3 FAV). Mithin wer- den mit der entsprechenden Festlegung die jeweilige n Einwohnergemeinden in der Höhe der festgelegten Beträge berechtigt bzw. verpflichtet. Folg lich ist die Festlegung der horizontalen Ausgleichsbeiträge durch den Regierungsrat auf Rechtswi rkungen gerichtet. Schliesslich sind die vom Regierungsrat festgelegten Beiträge betreffen d den horizontalen Ausgleich verbindlich und erzwingbar, werden die entsprechenden Beiträge doch gemäss § 3 Abs. 2 FAV nach deren Festlegung durch den Regierungsrat - ohne dass es einer weiteren Konkretisierung bedurfte - ausgerichtet bzw. belastet (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 864). 3.3 Der Beschwerdegegner verfügte folglich mit seinem Beschluss Nr. 0944 betreffend den horizontalen Finanzausgleich. Davon geht letztlich der B eschwerdegegner selber aus. Entspre- chendes ist seiner Darstellung vom 10. September 2013 bet reffend den horizontalen Finanz- ausgleich vom Zeitpunkt der Festlegung der Beiträge du rch den Beschwerdegegner bis zur Gutschrift auf den Konti der Empfängergemeinden zu en tnehmen. In dieser Darstellung hält er fest, dass einmalige sowie einmalig jährliche Belastunge n, wie sie beim Finanzausgleich vor- kämen, in analoger Anwendung von § 33e des Finanzhaush altsgesetzes (FHG) vom 18. Juni 1987 den Einwohnergemeinden 30 Tage im Voraus durch Verfügung angezeigt würden. 3.4 Da gemäss § 43 Abs. 1 VPO die verwaltungsgerichtliche Beschwerde gegen Verfü- gungen des Regierungsrates beim Kantonsgericht zulässig i st und vorliegend kein Ausnahme- tatbestand gemäss § 44 VPO vorliegt, haben die Beschwer deführerinnen - entgegen der An- sicht des Regierungsrates - zu Recht die entsprechende Ver fügung mittels verwaltungsgericht- licher Beschwerden beim Kantonsgericht angefochten. 4.1 Mit ihren am 8. respektive 9. Juli 2010 beim Kant onsgericht eingereichten Beschwer- den beantragten die Beschwerdeführerinnen, es sei der angefochtene Entscheid vollumfänglich aufzuheben. Dieses kassatorische Rechtsbegehren wurde mit Einreichung der Beschwerdebe- gründung am 19. April 2012 in ein reformatorisches Rec htsbegehren geändert: Mit der Be- schwerdebegründung beantragten die Beschwerdeführerinnen nämlich, die Ziffern 2 und 3 des angefochtenen Regierungsratsbeschlusses seien bezüglich d es horizontalen Finanzausgleichs aufzuheben und der Regierungsrat sei anzuweisen, den horizontalen Finanzausgleich für das Finanzausgleichsjahr 2010 unter Beachtung eines maximale n Abschöpfungssatzes von 17% (bezogen auf die Steuerkraft der beitragsleistenden Ein wohnergemeinden) in sinngemässer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung des neuen § 6 Abs. 3 Satz 2 FAG neu festzule gen und die Nettobelastungen bzw. Nettogutschriften für die Einwohnergemeinden auf dem Kontokorrent der Basellandschaftlichen Kantonalbank durch die kantonale Finanzverwaltung entsprechend korrigieren zu lassen. Even- tuell sei der Regierungsrat anzuweisen, die über dem Ab schöpfungssatz von 17% liegende Be- lastung der beschwerdeführenden Einwohnergemeinden für das Finanzausgleichsjahr 2010 auf andere Weise (im Sinne der Erwägungen) zu kompensiere n. Umstritten ist, ob diese Änderung des Rechtsbegehrens nach Ablauf der Beschwerdefrist zulässig ist. 4.2 Gemäss § 5 Abs. 1 VPO haben Beschwerden unter ander em ein klar umschriebenes Begehren zu enthalten. Nach diesem Begehren bzw. der darin enthaltenen Rechtsfolgebehaup- tung bestimmt sich, inwieweit ein Rechtsverhältnis im Be schwerdeverfahren im Streit liegt (ALFRED KÖLZ /J ÜRG BOSSHART /M ICHAEL RÖHL , Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 321 f ., Rz. 86). Derjenige Teil der angefochte- nen Verfügung, der im Streit liegt, wird als Streitg egenstand bezeichnet (R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA TURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz. 985 ff.; ALFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER /M ARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwal- tungsrechtspflege des Bundes, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 686; THOMAS MERKLI /A RTHUR AESCHLIMANN /R UTH HERZOG , Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege i m Kanton Bern, Bern 1997, Rz. 7 zu Art. 72 VRPG). Der S treitgegenstand kann im Laufe des Rechtsmittelverfahrens zwar eingeschränkt, nicht aber ausge dehnt oder inhaltlich verändert werden (§ 6 Abs. 1 VPO; BGE 136 II 462 f. E. 4.1 f. m.w.N.; CHRISTOPH AUER , in: VwVG, Au- er/Müller/Schindler (Hrsg.), 2008, N. 10 zu Art. 12 VwVG; ALFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER /M ARTIN BERTSCHI , a.a.O., Rz. 688, 1019 und 1534). Dementsprechend k önnen die mit der Beschwerde gestellten Begehren nach Ablauf der Beschwerdefrist nicht erweitert, sondern höchstens präzi- siert, eingeengt oder fallengelassen werden (vgl. BGE 133 II 34 E. 2.4; A NDRÉ MOSER /M ICHAEL BEUSCH /L ORENZ KNEUBÜHLER , Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 200 8, Rz. 2.218). Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerinnen ihr Begehren mit der genannten Ände- rung ausgedehnt bzw. inhaltlich verändert oder bloss eingeengt bzw. präzisiert haben. 4.3 Wird, nachdem mit einer Beschwerde zulässigerweise die vollumfängliche Beseitigung der belastenden Anordnung beantragt wurde, im Laufe des Verfahrens die Beseitigung der be- lastenden Anordnung nur noch insoweit beantragt, als d ie Belastung einen Maximalprozentsatz übersteigt, so liegt gemäss dem neuen Rechtsbegehren nu r noch ein Teil (vorliegend die ange- fochtene Verfügung, soweit sie betreffend den horizontalen Finanzausgleich eine Belastung von über 17% der Steuerkraft der beitragsleistenden Einwohnergemeinden vorsieht) des ursprüngli- chen Streitgegenstandes im Streit. Mit dem neuen Rech tsbegehren wird der Streitgegenstand folglich - entgegen der Ansichten des Beschwerdegegners und der Beigeladenen - nicht ausge- dehnt, sondern eingeengt. Die angeführte Änderung de s Rechtsbegehrens seitens der Be- schwerdeführerinnen ist damit zulässig. Da auch die weite ren Sachurteilsvoraussetzungen er- füllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 5.1 Die Kognition des Kantonsgerichts erstreckt sich nach § 45 Abs. 1 VPO auf Rechtsver- letzungen einschliesslich Unterschreitung, Überschreitung o der Missbrauch des Ermessens (§ 45 Abs. 1 lit. a VPO) und auf unrichtige oder unvo llständige Feststellung des Sachverhalts Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht (§ 45 Abs. 1 lit. b VPO). Dagegen ist eine Überprüfun g der Angemessenheit nur bei Entschei- den über Nachbetreuung und ambulante Massnahmen sowie bei Disziplinarmassnahmen ge- genüber auf Amtsperiode Gewählten möglich (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). Da vorliegend kein Aus- nahmefall im Sinne von Art. 45 Abs. 1 lit. c VPO gegeben ist, kann das Gericht lediglich darüber entscheiden, ob eine Rechtsverletzung einschliesslich Über - bzw. Unterschreitung oder Miss- brauch des Ermessens vorliegt. 5.2 Das Kantonsgericht ist zudem befugt, im Rahmen einer Beschwerde gegen eine Ver- fügung vorfrageweise die kantonalen Erlasse, die der angefochtenen Verfügung zugrunde lie- gen, auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen (§ 46 Ab s. 2 VPO; sog. konkrete Normenkon- trolle, vgl. RENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA TURNHERR / DENISE BRÜHL - MOSER , a.a.O., Rn. 708). Hierzu ist Art. 49 Abs. 1 der Bun desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 zu beachten, wonach Bundesrecht entgegenste- hendem kantonalem Recht vorgeht. Der Vorrang des Bundesr echts bewirkt, dass kantonale Rechtsnormen, die dem Bundesrecht widersprechen, zu ignorieren sind. Grundsätzlich sind alle Gerichte und Verwaltungsbehörden des Bundes und der Ka ntone berechtigt und verpflichtet, kantonale Rechtsnormen auf ihre Übereinstimmung mit d em Bundesrecht zu überprüfen. Diese Überprüfung ist nicht nur auf Parteibegehren hin, so ndern von Amtes wegen vorzunehmen (ULRICH H ÄFELIN /W ALTER HALLER /H ELEN KELLER , Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, Rz. 2085, mit weiteren Nachweisen). 6. Zur Begründung ihrer Beschwerden führten die Besch werdeführerinnen im Wesentli- chen an, §§ 4 - 6 FAG in der für das Jahr 2010 gelten den Fassung (FAG 2010) hätten gegen die Finanzautonomie als Teilaspekt der verfassungsrechtli ch geschützten Gemeindeautonomie (§ 45 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 130 Abs. 1 sowie 132 Abs . 1 und 2 KV) sowie gegen die Verfas- sungsgrundsätze der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV; § 4 Abs. 2 KV) und der Rechtssi- cherheit (Art. 5 Abs. 1 BV) verstossen. Deshalb sind im Folgenden zunächst §§ 4 - 6 FAG 2010 vorfrageweise auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen. 7.1 Umstritten ist, ob §§ 4 - 6 FAG 2010 die Finanzau tonomie der Einwohnergemeinden verletzen. Art. 50 Abs. 1 BV gewährleistet die Gemeind eautonomie nach Massgabe des kanto- nalen Rechts. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Gemeinde in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen n icht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebli- che Entscheidungsfreiheit einräumt (BGE 128 I 7, 126 I 136 E. 2, 124 I 226 E. 2b und 122 I 290 E. 8b mit Hinweisen). Der geschützte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder einen entsprechenden Spielraum bei der Anwendung des kantonalen oder eidgenössischen Rech ts betreffen. Der Schutz der Gemeindeautonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet, sondern lediglich im jeweils streitigen Bereich voraus (BGE 128 I 7 ff. und 124 I 227 E. 2b mit Hinweisen). 7.2 Beim horizontalen Finanzausgleich geht es in der Sach e um einen Interessenkonflikt zwischen einander gleichgeordneten Rechtssubjekten, dessen ver bindliche Regelung naturge- mäss einem übergeordneten Organ vorbehalten sein muss. De shalb sind die einschlägigen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorschriften von den kantonalen Behörden und nicht von den betroffenen Einwohnergemeinden zu handhaben. Den Einwohnergemeinden kann sodann in B ezug auf die finanziellen Aus- gleichsleistungen kein Selbstbestimmungsrecht zukommen (vgl . BGE 135 I 43 ff. E. 1.2 und 119 Ia 219 E. 3b). Den Einwohnergemeinden wurde mit dem FAG 2010 damit weder dessen Vollzug übertragen, noch überliess das FAG 2010 den Ein wohnergemeinden Raum zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften. Den Einwohnergemeinden kam im Rahmen des FAG 2010 demzufolge keine relativ erhebliche Entscheidu ngsfreiheit und folglich keine Auto- nomie zu. Auch greift der horizontale Finanzausgleich ni cht in unzulässigerweise in die Kompe- tenz der Einwohnergemeinden, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Abgaben zu er- heben (§ 130 Abs. 1 KV) und den Steuerfuss innerhalb e ines gesetzlich begrenzten Rahmens festzusetzen (§ 132 Abs. 2 KV), ein. Die Einwohnergeme inden sind nämlich gemäss § 45 Abs. 1 KV bloss im Rahmen von Verfassung und Gesetz autonom. Hierzu ist zu beachten, dass der Kanton gemäss § 134 Abs. 1 f. KV den Finanzausgl eich sicherstellt und dass durch den Finanzausgleich ausgewogene Verhältnisse in der Steuer belastung sowie in den Leistungen der Einwohnergemeinden erreicht werden sollen. Der Um stand, wonach die Einwohnergemein- den insoweit in der freien Gestaltung des Steuerfusses e ingeschränkt werden, als sie die für den Finanzausgleich benötigten Mittel aufbringen müssen , ist folglich von der Verfassung vor- gesehen. Die verfassungsrechtlich gewährte Gemeindeauto nomie wurde durch das FAG 2010 demzufolge nicht verletzt. 8.1 Die Beschwerdeführerinnen machten weiter geltend, §§ 4 - 6 FAG 2010 hätten gegen den Verfassungsgrundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV; § 4 Abs. 2 KV) verstos- sen, denn mit den aufgrund §§ 4 - 6 FAG 2010 verfügte n Beiträgen werde die Steuerkraft der beschwerdeführenden Gebergemeinden zu 19.8955% und de r tatsächliche Steuerertrag zu 26% abgeschöpft. Dies sei nicht erforderlich und damit u nverhältnismässig. Bereits eine Steu- erkraft-Abschöpfungsquote von 17% gewährleiste nämlich eine ausreichende finanzielle Ver- sorgung der Empfängergemeinden. Zu prüfen ist vorab, inwiefern sich die Beschwerdeführerin- nen ausserhalb des Schutzbereiches eines Grundrechts auf d en Verhältnismässigkeitsgrund- satz berufen können. 8.2 Gemäss Art. 5 Abs. 2 BV und § 4 Abs. 2 KV muss das Han deln aller Behörden im öf- fentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann unter anderem auch gerügt werden, der angefochten e Entscheid und damit die Rechts- anwendung seien unverhältnismässig. Ist jedoch wie vorlie gend ein kantonales Gesetz vorfra- geweise auf seine Rechtmässigkeit hin zu überprüfen, so verliert das Verhältnismässigkeits- prinzip ausserhalb der Beurteilung von Eingriffen in Grundrechte an Aussagekraft, denn dem kantonalen Gesetzgeber steht ein weiter Gestaltungsspie lraum zu, den der Verfassungsrichter zu respektieren hat. Dies gilt sowohl für das Bundesg ericht (BGE 134 I 157 E. 4.2.1) als auch für den kantonalen Verfassungsrichter, hat doch dieser d en weiten Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers in Berücksichtigung des Gewaltenteilungsprinzi ps (vgl. Art. 51 Abs.1 BV; § 63 Abs.1 KV; BGE 130 I 5 E. 3.1 mit Hinweisen) genauso z u respektieren wie das Bundesgericht. Das Verhältnismässigkeitsprinzips ist in solchen Fällen mithi n nur dann verletzt, wenn die Ver- letzung offensichtlich ist und damit zugleich einen Verst oss gegen das Willkürverbot darstellt (BGE 134 I 157 E. 4.2.1). Ein Erlass verstösst gegen das Willkürverbot, wenn er sich nicht auf Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ernsthafte, sachliche Gründe stützen lässt oder sinn- und zwecklos ist (BGE 131 I 6 E. 4.2 und 131 I 316 E. 3.2). 8.3 Gemäss § 134 Abs. 2 KV und § 1 Abs. 1 FAG 2010 bezw eckt der Finanzausgleich zweierlei. Er soll zum einen ausgewogene Verhältnisse in der Steuerbelastung und zum ande- ren ausgewogene Verhältnisse in den Leistungen der Einwohnergemeinden gewährleisten. Wie sich aus den Materialien zum FAG 2010 ergibt, wurde de r Finanzausgleich am Totalbedarf der Einwohnergemeinden ausgerichtet, da sich die Normausg aben einer Einwohnergemeinde und damit deren Bedarf in der Praxis nicht bestimmen lassen. Der Totalbedarf der Einwohnerge- meinden war sodann am Steueraufkommen aller Einwohner gemeinden zu messen (vgl. Vorla- ge 2009/78 des Regierungsrates an den Landrat vom 24. März 2009, S. 12). Damit das Steuer- aufkommen der Einwohnergemeinden verglichen werden ko nnte, wurde es auf einen fiktiven, durchschnittlichen Steuerfuss korrigiert und durch die Anzahl Einwohner je Einwohnergemeinde geteilt (vgl. § 4 Abs. 1 - 3 FAG 2010), woraus sich dan n die Finanzkraft einer Einwohnerge- meinde pro Einwohner ergab. Die Einwohnergemeinden, deren Steuerkraft über dem Aus- gleichsniveau lag, leisteten Beiträge an diejenigen Ei nwohnergemeinden, deren Steuerkraft darunter lag (§ 5 Abs. 1 FAG 2010), wobei das Ausglei chniveau bei 93.5% des Dreijahres- durchschnitts der Steuerkräfte aller Einwohnergemeinden fixiert war (§ 4 Abs. 4 FAG 2010). Einwohnergemeinden mit hohem Steuerfuss durften mit L eistungen aus dem Finanzausgleich rechnen und dementsprechend ihren Steuerfuss senken, w as zu ausgewogenen Verhältnissen in der Steuerbelastung - wie gemäss § 1 Abs. 1 FAG 2010 bezweckt - führen sollte. Gleichzeitig sollte der horizontale Finanzausgleich diesen Einwohnergemeinden aber auch die Finanzierung von Leistungen ermöglichen, die sie aufgrund ihrer eige nen, tiefen Steuerkraft nicht alleine hät- ten finanzieren können. Dem Beschwerdegegner ist beizup flichten, dass es beim Finanzaus- gleich nicht nur um den Ausgleich von Steuerausfällen bei den finanzschwachen Einwohner- gemeinden in schlechten Jahren ging, sondern auch darum, gerade trotz dieser Steuerausfälle immer noch gute Leistungen anbieten zu können. Aufg rund des Umstandes, wonach sich der Bedarf der Einwohnergemeinden aus dem Gesamtsteuerauf kommen errechnete, ergibt sich auch, dass in guten Jahren der Bedarf stieg und in schle chten sank. Dies war allerdings immer nur im Gesamtdurchschnitt der Fall, nicht aber zwingen d bei jeder einzelnen Einwohnerge- meinde. Stiegen das Steueraufkommen und damit der Tot albedarf aller Einwohnergemeinden im Durchschnitt, stieg folglich auch der Bedarf einer Em pfängergemeinde, deren Steuerauf- kommen in der gleichen Zeitperiode sank. 8.4 Vorbringen, welche aufzeigen würden, dass sich die genannte Berechnungsweise des horizontalen Finanzausgleichs nicht auf ernsthafte, s achliche Gründe stützen liesse oder sinn- und zwecklos sei, machten die Beschwerdeführerinnen nicht geltend. Soweit die Beschwerde- führerinnen anführten, auch eine Steuerkraft-Abschöpfu ngsquote von 17% gewährleiste eine ausreichende finanzielle Versorgung der Empfängergemei nden, trifft dieses Argument ins Lee- re. Gemäss den verfassungsmässigen Vorgaben hatte das FAG 20 10 nämlich nicht eine aus- reichende finanzielle Versorgung der Empfängergemeind en, sondern ausgewogene Verhältnis- se in der Steuerbelastung sowie in den Leistungen der Einwohnergemeinden zu bewirken (vgl. Ziffer 8.3; § 134 Abs. 2 KV sowie § 1 Abs. 1 FAG 2010). Ob die aufgrund des FAG 2010 verfüg- ten Ausgleichsbeiträge in ihrer Höhe nötig waren, um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Frage Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Definition des Begriffs "Ausgewogenheit" und damit eine Frage des politischen Kompromis- ses bzw. des dem Gesetzgeber zustehenden Gestaltungsspielraumes. Dieser Gestaltungsspiel- raum des Gesetzgebers ist wie bereits angeführt zu respektieren, solange sich der Gesetzgeber auf ernsthafte sachliche Gründe stützt. Betreffend den vom Gesetzgeber im FAG 2010 definier- ten Begriff "Ausgewogenheit" ist zu berücksichtigen, dass das FAG 2010 diese an der durch- schnittlichen Steuerkraft aller Einwohnergemeinden mass. Dies ist sachgerecht, repräsentiert dieser Wert doch letztlich, was jeder Einwohnergemeinde pro Einwohner zur Verfügung ge- standen hätte, um die Leistungen der Einwohnergemeind e zu finanzieren, hätten alle Einwoh- nergemeinden denselben durchschnittlichen Steuersatz aufg ewiesen. Das FAG 2010 stellte zudem sicher, dass die Gebergemeinden auch nach der Durch führung des horizontalen Fi- nanzausgleichs eine höhere Steuerkraft aufwiesen als die Empfängergemeinden. Dies wurde erreicht, indem bei den Gebergemeinden maximal 80% de r über dem Ausgleichsniveau liegen- den Steuerkraft abgeschöpft (§ 6 Abs. 2 FAG 2010) und d as Ausgleichsniveau nicht bei 100%, sondern bei 93,5% des Dreijahresdurchschnitts der Steuer kräfte aller Einwohnergemeinden festgesetzt wurde (§ 4 Abs. 4 FAG 2010). Auch verhinde rte das FAG 2010, dass die Empfän- gergemeinden beliebig tiefe Steuerfüsse beschliessen konn ten, um damit die Finanzkraft zu senken und hohe Finanzausgleichszahlungen zu erhalten, d enn Empfängergemeinden, deren Steuerfuss unter dem Durchschnitt derjenigen der leisten den Einwohnergemeinden lag, muss- ten sich Abzüge an den Ausgleichsbeiträgen gefallen la ssen (§ 5 Abs. 3 FAG 2010). Die im FAG 2010 vom Gesetzgeber vorgenommene Definition des B egriffs "Ausgewogenheit" stützte sich folglich auf ernsthafte, sachliche Gründe und war m ithin nicht offensichtlich unverhältnis- mässig. Der Umstand, dass der Gesetzgeber per 1. Januar 2 012 einen maximalen Abschöp- fungssatz von 17% der jeweiligen Steuerkraft der Geberge meinden einführte (§ 6 Abs. 3 FAG 2010), ändert daran nichts, denn diese Änderung ist das Resultat eines neuen politischen Kom- promisses im Rahmen dessen der Begriff "Ausgewogenheit" für die Zukunft neu definiert wurde. 8.5 Soweit das FAG 2010 Pauschalierungen vorsah, indem es für jedes Jahr dieselbe Be- rechnungsweise vorsah, ohne einen maximalen Abschöpfungssa tz zu definieren, tat es dies zudem im verfassungsrechtlich zulässigen Rahmen. Gemäss bund esgerichtlicher Rechtspre- chung sind nämlich Pauschalierungen bzw. Schematisierungen bei Finanzausgleichssystemen praktisch unvermeidlich und verfassungsrechtlich zulässig (vgl . Urteile des BGer vom 3. Juni 2012 [2C_542/2011] E. 5.3, vom 3. Februar 2012 [2C_ 775/2011] E. 3.2.3, vom 16. November 2011 [2C_379/2011] E. 4.4 und vom 23. März 2011 [2C_5 72/2010] E. 5.5.4 mit Hinweis). Hinzu kommt, dass das FAG 2010 - entgegen der Ansicht der Besch werdeführerinnen - keine Pau- schalierung beinhaltete, welche zu einer ungerechtferti gten Abschöpfung führte, denn mit den verfügten Ausgleichsbeiträgen wurde die Steuerkraft de r Gebergemeinden nur soweit abge- schöpft, als für die Schaffung der im FAG 2010 definierten Ausgewogenheit nötig war. 9.1 Die Beschwerdeführerinnen brachten im Weiteren vor , das FAG 2010 habe gegen das Gebot der Rechtssicherheit und damit gegen das Legalit ätsprinzip verstossen, da die Auswir- kungen des FAG 2010 von den Normadressaten nicht hinreich end zuverlässig habe abge- schätzt werden können. Der Gesetzgeber habe die Auswirkun gen stark schwankender Steu- ererträge auf den horizontalen Finanzausgleich unter schätzt oder jedenfalls bei der Konzipie- rung des Ausgleichssystems nicht genügend berücksichtigt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Das in Art. 5 BV verankerte Legalitätsprinzip dient unter anderem der Rechtssicherheit und somit der Vorhersehbarkeit staatlichen Verwaltungs handelns (U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 372 ff.). Die aus Art. 5 BV abgeleitete n Anforderungen an die Bestimmtheit eines Rechtssatzes formuliert das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung wie folgt: "Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach einrichten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entspre- chenden Grad an Gewissheit erkennen kann" (vgl. BGE 109 Ia 283 E. 4d). Eine Gesetzesbe- stimmung muss diesen Anforderungen gerecht werden, anso nsten sie als verfassungswidrig erscheint. Allerdings kann nicht in allen Fällen das gle iche Mass an Bestimmtheit verlangt wer- den und es kann nicht zum vorneherein in absoluter Weise der Bestimmtheitsgrad bestimmt werden. Dabei spielen die zu regelnde Materie, die No rmierungstechnik, die Intensität eines allfälligen Eingriffs in Freiheitsrechte, die Regelung von Rechten und Pflichten des Einzelnen im Verhältnis zum Staat oder auch gesellschaftsabhängige W ertungen eine gewisse Rolle (zum Ganzen GEORG MÜLLER , Elemente einer Rechtssetzungslehre, 2. Auflage, Zürich 2006, Rz. 109 ff. sowie Rz. 243 ff.). Umstritten ist, ob §§ 4 - 6 FA G 2010 den Anforderungen an die Bestimmt- heit des Rechtssatzes im Sinne von Art. 5 BV entsprachen. 9.3 Unbestritten ist, dass das FAG 2010 die Bemessung der Ausgleichsbeiträge des hori- zontalen Finanzausgleichs verbindlich und abschliessend vorschrieb; es liess dem Regierungs- rat mithin keinen eigenständigen Gestaltungsspielraum. Unbestritten ist auch, dass es für die Einwohnergemeinden ohne weiteres nachvollziehbar war, n ach welchen Grundsätzen der Fi- nanzausgleich vorzunehmen war, da alle massgeblichen Fakto ren im Gesetz vorgegeben wa- ren. Die Beschwerdeführerinnen brachten nun aber vor, dass die vom Regierungsrat im Jahre 2009 auf der Basis von Datenmaterial aus den Jahren 20 06 bis 2008 durchgeführten Modell- rechnungen einen Abschöpfungssatz zwischen 12% und 14% erg eben hätten. Das per 1. Januar 2010 in Kraft getretene FAG 2010 habe im ersten Jahr seiner Anwendung jedoch völlig unerwartete Auswirkungen gezeitigt. Gemessen an ei nem prognostizierten Abschöp- fungssatz von höchstens 14% habe sich eine Mehrbelastung d er Gebergemeinden von 42% ergeben. Der Grund hierfür liege darin, dass die Steuerkraft der Gebergemeinden in den Jahren 2008 und 2009 um Fr. 25.8 Mio. angestiegen sei, währ end bei den Empfängergemeinden ein Rückgang der Steuerkraft von Fr. 6.6 Mio. zu verzeichnen gewesen sei. Wegen der insgesamt gestiegenen Steuerkraft sei das Ausgleichsniveau 2010, w elches dem Dreijahresdurchschnitt 2007-2009 entspreche, deutlich über den Erwartungen gelegen. 9.4 Wie bereits angeführt, ist die Steuerkraft die ent scheidende Rechnungsgrösse für die Berechnung der Ausgleichsbeiträge im Rahmen des horizo ntalen Finanzausgleiches (vgl. Ziffer 8.3). Die Steuerkraft einer Einwohnergemeinde ergab sich aus dem um den fiktiven, durch- schnittlichen Steuerfuss korrigierten Steueraufkommen de r jeweiligen Einwohnergemeinde, geteilt durch die Anzahl Einwohner der Einwohnergeme inde (vgl. § 4 Abs. 1 - 3 FAG 2010). Damit hing die Berechnung der Steuerkraft erstens vom S teueraufkommen, zweitens von der Anzahl Einwohner und drittens vom durchschnittlichen St euerfuss ab. Die Entwicklung dieser Faktoren, insbesondere jene des Steueraufkommens, als auc h jene der Einwohnerzahl ist na- turgemäss nicht voraussehbar, handelt es sich dabei doch u m zukünftige, sich nicht konstant Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht entwickelnde Umstände. Hierzu ist zu beachten, dass der G esetzgeber die im Rahmen des horizontalen Finanzausgleichs zu leistenden Ausgleichsbeitr äge zwangsläufig von Variablen abhängig machen musste, welche zum einen die Finanzkraft der Einwohnergemeinden reprä- sentieren und zum anderen jährlich neu berechnet werden. Eine andere Berechnung würde der verfassungsmässigen Vorgabe, ausgewogene Verhältnisse in der Steuerbelastung sowie in den Leistungen der Einwohnergemeinden zu bewirken, nicht ge recht werden, verändert sich doch die Finanzkraft jeder einzelnen Einwohnergemeinde und damit deren Leistungspotential jähr- lich. Der Bestimmheitsgrad der §§ 4 - 6 FAG 2010 war damit aufgrund der zu regelnden Materie zwangsläufig reduziert. Voraussehbar war demgegenüber, d ass die Ausgleichsbeiträge der Gebergemeinden umso höher ausfallen würden, je grösser die Differenz ihrer Steuerkraft zur durchschnittlichen Steuerkraft betragen würde. Diese Fun ktionsweise des horizontalen Finanz- ausgleichs ergab sich nämlich unmittelbar aus § 5 Abs. 1 und 2 FAG 2010: Die Einwohnerge- meinden, deren Steuerkraft über dem Ausgleichsniveau ( vgl. § 4 Abs. 4 FAG 2010) lag, hatten Beiträge an diejenigen Einwohnergemeinden zu leisten , deren Steuerkraft darunter lag, wobei die Höhe des Beitrags an eine Empfängergemeinde der D ifferenz ihrer Steuerkraft zum Aus- gleichsniveau multipliziert mit ihrer Einwohnerzahl ent sprach. Die Auswirkungen des FAG 2010 konnten mithin von den Normadressaten hinreichend zuve rlässig - soweit es die zu regelnde Materie eben zulässt - abgeschätzt werden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen ist zudem davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die Ausw irkungen stark schwankender Steuererträge auf den horizontalen Finanzausgleich wede r unterschätzte noch ungenügend berücksichtigte. Vielmehr ergibt sich aus dem Zweck des G esetzes (vgl. Ziffer 8.3 f.), dass der Gesetzgeber bei unerwartet grossen Differenzen der Ste uerkraft der Gebergemeinden zur durchschnittlichen Steuerkraft erst recht ein Bedarf an Ausgleich der Steuerkraft zwecks Schaf- fung ausgewogener Verhältnisse sah. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen sah er deshalb konsequenterweise auch keine Dämpfung heftige r Ausschläge - im Sinne von hohen Ausgleichsbeiträgen infolge unerwartet grosser Differ enzen der Steuerkraft der Gebergemein- den zur durchschnittlichen Steuerkraft - vor. Festzuhalte n bleibt aufgrund des Angeführten, dass §§ 4 - 6 FAG 2010 den Anforderungen an die Bestim mtheit des Rechtssatzes im Sinne von Art. 5 BV entsprachen, weshalb die Beschwerden auch in diesem Punkt unbegründet sind. 10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass §§ 4 - 6 FAG 20 10 weder die Finanzautono- mie der Einwohnergemeinden, noch die Verfassungsgrundsä tze der Verhältnismässigkeit und der Rechtssicherheit verletzen. Eine rechtswidrige Anw endung des FAG 2010 machen die Be- schwerdeführerinnen weder geltend noch ist eine solche ersichtlich. Die Beschwerden erweisen sich damit als unbegründet und sind demzufolge abzuweisen. 11.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). D en kantonalen Behörden gemäss Verwal- tungsverfahrensgesetz des Kantons Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 und den Gemeinden werden Verfahrenskosten auferlegt, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen (§ 20 Abs. 4 VPO). Angesichts des Ausgangs des Verfa hrens sind die Verfahrenskos- ten in der Höhe von Fr. 3'500.-- den Beschwerdeführer innen in solidarischer Verpflichtung auf- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'500.-- zu verrech- nen. 11.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zuge- sprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Gemeinden haben gemäss § 21 Abs. 2 VPO Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern der Beizug eines Anwal ts gerechtfertigt war. Nach der Recht- sprechung des Kantonsgerichts wird den Gemeinden nur dann ein Anspruch auf Parteientschä- digung eingeräumt, wenn der Beizug eines externen Rec htsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Base l-Landschaft [VGE, heute: Kan- tonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht ] vom 21. April 1999, Nr. 62). Dies trifft dann zu, wenn für eine angemessene Prozessvertret ung rechtliches Spezialwissen gefor- dert ist, das über die bei der Rechtsanwendungstätigke it erforderlichen Kenntnisse hinausgeht und über welches gemeindeeigene Rechtsdienste normalerwe ise nicht verfügen (KGE VV vom 17. Oktober 2007 [810 07 155] E. 8 sowie vom 15. Juni 2005 [810 04 388] E. 6a). Beim horizon- talen Finanzausgleich handelt es sich um eine primär ko mmunale Angelegenheit, mit welcher sich die Einwohnergemeinden jährlich auseinanderzusetzen h aben, wollen sie die vom Regie- rungsrat verfügten Ausgleichsbeiträge auf deren Korrekt heit kontrollieren. Es handelt sich folg- lich um eine Streitsache, deren Behandlung nicht über die bei der üblichen Rechtsanwen- dungstätigkeit erforderlichen Kenntnisse hinausgeht und mithin kein rechtliches Spezialwissen voraussetzt. Die im vorliegenden Verfahren zu behandeln den Fragen können folglich nicht als derart komplex beurteilt werden, dass der Gemeinde gestützt auf die erwähnte Praxis eine Par- teientschädigung zugesprochen werden kann. Demzufolge sind die Parteikosten wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3'500.-- werden den Be- schwerdeführerinnen in solidarischer Verpflichtung auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'500.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber