A bteilung I A -1347/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. A pril 2007 M itw irkung: R ichter D aniel R iedo (Vorsitz), M ichael Beusch, André M oser; G erichtsschreiberin Jeannine M üller. X._______, Beschw erdeführerin, vertreten durch Y._______, gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Vorinstanz betreffend M ehrw ertsteuer (1/1995 - 2/1999); subjektive Steuerpflicht. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Im Januar 1999 führte die Eidgenössische Steuerverw altung (ESTV) betreffend die X._______ eine Steuerkontrolle durch. G estützt auf deren Ergebnis erhob sie für die Perioden 1. Q uartal 1995 bis 2. Q uartal 1999 m it Ergänzungsabrechnung (EA) N r. 189'431 vom 10. N ovem ber 1999 eine Steuernachforderung im Betrag von Fr. 82'887.-- zuzüglich Verzugszins und trug die X._______ rückw irkend per 1. Januar 1995 in das von der ESTV geführte R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen ein. D ie ESTV hielt der X._______ im W esentlichen vor, die adm inistrativen Leistungen (G eschäftsführung), w elche sie für die Pensionskasse A._______ und B._______ sow ie für den Verein C ._______ erbringe, seien steuerbar und begründeten ihre subjektive Steuerpflicht ab 1. Januar 1995. D ie X._______ beglich in der Folge die Steuernachforderung unter Vorbehalt der R echtm ässigkeit und liess sie bestreiten. M it W irkung per 31. M ärz 2000 löschte die ESTV die X._______ im Steuer- register m angels genügenden steuerbaren U m satzes. B. D ie ESTV entschied am 14. Juni 2001, sie habe die X._______ zu R echt auf den 1. Januar 1995 ins R egister für Steuerpflichtige eingetragen, und die X._______ habe zu R echt Fr. 82'887.-- M ehrw ertsteuern zuzüglich Fr. 8'023.-- Verzugszinsen bezahlt. Zur Begründung verw ies die Verw al- tung auf ihre EA vom 10. N ovem ber 1999. M it Einsprache vom 18. Juli 2001 liess die X._______ beantragen, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die bezahlten Steuerbeträge und Verzugszinsen zurück- zuerstatten. Sie brachte im W esentlichen vor, die von der ESTV aufge- rechneten Leistungen w ürden an G em einw esen im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 der alten Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ert- steuer (aM W STV von 1994, AS 1994 1464) erbracht und seien som it von der Steuer ausgenom m en. Sie erreiche deshalb die für eine subjektive Steuerpflicht m assgeblichen U m sätze nicht. Ü berdies stützte sie ihre Anträge auf den Vertrauensschutz. C . M it Einspracheentscheid vom 24. Februar 2004 w ies die ESTV die Einsprache ab und bestätigte die N achforderung in H öhe von Fr. 82'887.-- M ehrw ertsteuern zuzüglich Verzugszinsen im Betrage von Fr. 8'023.--. Zur Begründung hielt die Verw altung im W esentlichen dafür, die Leistungen der X._______ an die genannten Pensionskassen seien an andere Em pfänger als an G em einw esen erbracht und deshalb steuerbar. D as entsprechende Entgelt übersteige seit dem Jahr 1994 die U m satzgrenze von Fr. 25'000.-- m it der Folge, dass die subjektive Steuerpflicht der X._______ gegeben sei. D ie blosse U ntätigkeit der Verw altung bilde im M ehrw ertsteuerrecht nie eine Vertrauensgrundlage. D a es folglich bereits an einer behördlichen Zusicherung m angle, seien die kum ulativen Voraus- setzungen des Vertrauensschutzes nicht erfüllt. D . Am 23. M ärz 2004 lässt die X._______ bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) Beschw erde einreichen und die Anträge stellen, den Einspracheentscheid aufzuheben, die bezahlten Steuer- und 3 Verzugszinsbeträge seien m it Vergütungszins zurückzuerstatten, und es sei festzustellen, dass die Beschw erdeführerin in der Zeit vom 1. Januar 1995 bis 30. Juni 1999 nicht m ehrw ertsteuerpflichtig w ar. Zur Begründung trägt die Beschw erdeführerin im W esentlichen die selben Argum ente vor, w elche sie bereits ihrer Einsprache zu G runde legte. Eine Verletzung des Vertrauensschutzes w irft sie der Verw altung indes nicht m ehr vor. M it Vernehm lassung vom 18. M ai 2004 schliesst die ESTV auf Abw eisung der Beschw erde. E. Am 5. Februar 2007 teilt das Bundesverw altungsgericht (BVG er) den Ver- fahrensbeteiligten m it, es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeits- halber übernom m en. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen Einspracheentscheide der ESTV der Beschw erde an die SR K. D as BVG er übernim m t, sofern es zuständig ist, die am 1. Januar 2007 bei der SR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beur- teilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesge- setzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw al- tungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bun- desgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as BVG er ist zur Behandlung der Beschw erde sachlich w ie funktionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VG G in Verbin- dung m it Art. 53 M W STV). D ie Beschw erdeführerin hat den Einsprache- entscheid vom 24. Februar 2004 frist- und auch form gerecht angefochten (Art. 50 und 52 Vw VG ). Sie ist durch diesen beschw ert und zur Anfechtung berechtigt (Art. 48 Vw VG ). 1.2 D er zu beurteilende Sachverhalt verw irklichte sich in den Jahren 1995 bis 1999. D ie Bestim m ungen der alten M ehrw ertsteuerverordnung bleiben im vorliegenden Fall anw endbar (Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer [M W STG , SR 641.20]). 1.3 G em äss Art. 25 Abs. 2 Vw VG ist dem Begehren um Erlass einer Fest- stellungsverfügung zu entsprechen, w enn der G esuchsteller ein ent- sprechendes schutzw ürdiges Interesse nachw eist. Laut bundesgericht- licher R echtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststellungs- verfügung subsidiär gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen (BG E 119 V 13 E. 2a, BG E 114 V 203; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw al- tungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt am M ain 1990, N r. 36, S. 109 f.). Sow eit die Beschw erdeführerin ihren Antrag Ziff. 3 form ell als Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihr folglich ein schutz- w ürdiges Interesse an dessen Behandlung, w eil bereits das negative Leistungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung der angefochtenen N achforderung, gestellt w orden ist. D am it kann anhand eines konkreten 4 Falles entschieden w erden, ob die fraglichen Leistungen die subjektive N achleistungspflicht der Beschw erdeführerin auslösten, w as das Fest- stellungsinteresse hinfällig w erden lässt (siehe U rteil des Bundesgerichts 2A.90/1999 vom 26. Februar 2001, E. 1). M it dieser Einschränkung ist auf die Beschw erde einzutreten. 2. 2.1 Steuerpflichtig ist, w er eine m it der Erzielung von Einnahm en verbundene gew erbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt, auch w enn die G ew innabsicht fehlt, sofern seine Lieferungen, seine D ienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland jährlich gesam thaft Fr. 75'000.-- über- steigen (Art. 17 Abs. 1 M W STV). Steuerpflichtig sind insbesondere natür- liche Personen, Personengesellschaften, juristische Personen des privaten und öffentlichen R echts, unselbstständige öffentliche Anstalten sow ie Personengesam theiten ohne R echtsfähigkeit, die unter gem einsam er Fir- m a U m sätze tätigen (Art. 17 Abs. 2 M W STV). Bund, Kantone und G em ein- den, die übrigen Einrichtungen des öffentlichen R echts sow ie m it öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Personen und O rganisationen sind für Leistungen, die sie in Ausübung hoheitlicher G ew alt erbringen, nicht steuerpflichtig, auch w enn sie für solche Leistungen G ebühren, Beiträge oder sonstige Abgaben erhalten. G em einw esen, ihre D ienst- stellen sow ie Zw eckverbände von G em einw esen sind von der Steuerpflicht ausgenom m en, sow eit sie ausschliesslich Leistungen untereinander er- bringen (Art. 17 Abs. 4 M W STV). 2.2 Bei der Abklärung der Steuerpflicht eines G em einw esens bzw . dessen au- tonom er D ienststelle gem äss Satz 2 von Art. 17 Abs. 4 M W STV ist ge- m äss Verw altungspraxis zu beachten, dass ungeachtet der U m satzhöhe keine subjektive Steuerpflicht besteht, sow eit ausschliesslich für das eige- ne oder ein anderes G em einw esen Leistungen erbracht w erden. Ist das G em einw esen bzw . die D ienststelle noch für übrige D ritte tätig, so ist die subjektive Steuerpflicht nur dann gegeben, w enn die beiden nachfolgen- den Voraussetzungen erfüllt sind: • der steuerbare G esam tum satz (U m satz aus säm tlichen Leistungen an andere D ienststellen innerhalb des gleichen G em einw esens, U m satz aus Leistungen an andere G em einw esen und U m satz aus Leistungen an übrige D ritte) überschreitet die m assgebenden U m satzgrenzen (Art. 17 Abs. 1 und Art. 19 Abs. 1 lit. a M W STV); • die U m sätze aus steuerbaren Leistungen an übrige D ritte übersteigen Fr. 25'000.-- im Jahr. Zu versteuern sind (nur) die U m sätze aus steuerbaren Leistungen an D rit- te sow ie die U m sätze aus gleichartigen Leistungen, die an andere D ienst- stellen des eigenen G em einw esens oder an andere G em einw esen er- bracht w erden. D er Begriff der G leichartigkeit w ird dabei w eit gefasst (Branchenbroschüre G em einw esen, ESTV, D ezem ber 1994, Ziff. 4). D as Bundesgericht bestätigte im plizit m it U rteil vom 28. D ezem ber 2005 (2A.197/2005 E. 7) die R echtm ässigkeit dieser Verw altungspraxis (vgl. U r-5 teil des BVG er A-1361/2006 vom 19. Februar 2007 E. 2.4). 2.3 Ziel der Auslegung ist die Erm ittlung des Sinngehalts der N orm . Aus- gangspunkt jeder Auslegung bildet der W ortlaut. Ist der Text nicht klar oder sind verschiedene D eutungen m öglich, m uss nach seiner w ahren Tragw eite gesucht w erden unter Berücksichtigung der w eiteren Ausle- gungselem ente, w ie nam entlich der Entstehungsgeschichte der N orm und ihres Zw ecks. W ichtig ist auch die Bedeutung, die der N orm im Kontext m it andern Bestim m ungen zukom m t. D ie G esetzesm aterialien sind zw ar nicht unm ittelbar entscheidend, dienen aber als H ilfsm ittel, um den Sinn der N orm zu erkennen (BG E 130 II 202 E. 5.1, BG E 129 II 114 E. 3.1). N am entlich bei neueren Texten kom m t den M aterialien eine besondere Stellung zu, w eil veränderte U m stände oder ein gew andeltes R echts- verständnis eine andere Lösung w eniger nahe legen (BG E 128 I 288 E. 2.4). D ie R echtsprechung lässt sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem M ethodenpluralism us leiten und stellt nur dann allein auf das gram m atikalische Elem ent ab, w enn sich daraus zw eifelsfrei eine sachlich richtige Lösung ergibt (BG E 125 II 333 E. 5 m it H inw eisen). Sind m ehrere Lösungen denkbar, ist jene zu w ählen, die der Verfassung ent- spricht (BG E 130 II 65 E. 4.2). Allerdings findet die verfassungskonform e Auslegung – auch bei festgestellter Verfassungsw idrigkeit – im klaren W ortlaut und Sinn einer G esetzesbestim m ung ihre Schranke (Art. 190 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; BG E 131 II 697 E. 4.1, BG E 129 II 249 E. 5.4). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschw erdeführerin grund- sätzlich subjektiv steuerpflichtig im Sinne von Art. 17 Abs. 1 und 2 M W STV w erden kann. Ebenso einig sind sich die Verfahrensbeteiligten darin, dass die Beschw erdeführerin ... als G em einw esen im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV zu gelten hat. M it R echt anerkennt die Beschw erdeführerin überdies ausdrücklich, es handle sich bei den fraglichen adm inistrativen Leistungen (G eschäftsführung), w elche sie für die Pensionskasse A._______ und B._______ sow ie für den Verein C ._______ erbringt, um grundsätzlich steuerbare U m sätze. N icht bestritten ist schliesslich, dass die Em pfängerinnen der fraglichen D ienstleistungen als selbstständige juristische Personen des öffentlichen R echts zu gelten haben und als solche unter die übrigen Einrichtungen des öffentlichen R echts im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 1 M W STV zu subsum ieren sind. Im Streit liegt indes die Frage, ob die Beschw erdeführerin diese Leis- tungen an G em einw esen, an D ienststellen von G em einw esen oder an Zw eckverbände von G em einw esen im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV erbringt und deshalb dafür von der Steuerpflicht befreit ist. M it andern W orten ist unter den Verfahrensbeteiligten um stritten, ob die frag- lichen Pensionskassen sow ie C ._______ G em einw esen im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV darstellen. 3.26 3.2.1 D er W ortlaut von Satz 2 des in R ede stehenden Art. 17 Abs. 4 M W STV setzt m it Bezug auf die hier entscheidrelevanten Begriffselem ente (G em einw esen; D ienststellen von G em einw esen; Zw eckverbände von G em einw esen) eine deutliche D ifferenz zu Satz 1 (die übrigen Einrich- tungen des öffentlichen R echts). Aus einer gram m atikalischen Sicht er- scheint offensichtlich, dass die Begriffe "G em einw esen" und "übrige Ein- richtungen des öffentlichen R echts" nicht deckungsgleich verw endet w er- den. Eine solche D eckungsgleichheit w ird zw ar von der Beschw erde- führerin behauptet, findet jedoch in einer gram m atikalischen Auslegung der Vorschrift keine Stütze. Vielm ehr ist der Begriff G em einw esen nach dem allgem einen Sprach- gebrauch eher den Bezeichnungen Bund, Kantone und G em einden (Satz 1) gleichzustellen. N ach D uden (D eutsches U niversalw örterbuch, 4. Aufl., M annheim /Leipzig/W ien/Zürich 2001) w ird unter G em einw esen denn auch der "G em einde(verband)" oder der "Staat als öffentlich-recht- liches G ebilde" verstanden. Eine allgem eingültige D efinition von G em ein- w esen ist der juristischen Literatur nicht zu entnehm en. N ach G ygi m achen ebenfalls hauptsächlich der Bund, die Kantone und die G em einden das G em einw esen aus (FR ITZ G YG I, Verw altungsrecht, Bern 1986, S. 21, w enn- gleich dazu noch öffentliche Körperschaften und Anstalten sow ie andere O rganisationen als Träger von Verw altungsaufgaben kom m en, die aber alle in einer rechtlichen Verbindung m it Bund, Kanton oder G em einde stehen). Aus den Stiftungsurkunden der Pensionskasse A._______ und B._______ je vom 28. August 1991 ist zw ar zu entnehm en, dass die Stiftungen m it W irkung ab 1. Januar 1987 dem öffentlichen R echt unterstellt w urden (je Art. 1). H inw eise darauf, dass es sich um G em einw esen im engeren Sinn handelt, w ie er sich aus einer gram m atikalischen Auslegung von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV ergibt, sind den U rkunden oder den ent- sprechenden gesetzlichen G rundlagen allerdings keine zu entnehm en. 3.2.2 D as H andeln in Ausübung hoheitlicher G ew alt im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 1 M W STV w ird vom objektiven G eltungsbereich der M ehrw ertsteuer nicht erfasst (D AN IEL R IED O , Vom W esen der M ehrw ertsteuer als allgem eine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden W irkungen auf das schw ei- zerische R echt, Bern 1999, S. 192 ff.). Sinn und Zw eck dieser Bestim m ung besteht denn auch im W esentlichen darin, das ausserhalb des m ehrw ert- steuerlichen G eltungsbereichs liegende hoheitliche H andeln des Staates oder jenes Subjektes, w elches m it der Befugnis zum hoheitlichen H andeln ausgestattet ist, vom grundsätzlich steuerbaren gew erblichen H andeln abzugrenzen, w elches durch den objektiven G eltungsbereich der M ehr- w ertbesteuerung erfasst w ird (s. R IED O , a.a.O ., S. 194 ff.). D em gegenüber bezw eckt Satz 2 innerhalb des gew erblichen H andelns des G em einw esens, also innerhalb des objektiven G eltungsbereichs der M ehr- w ertsteuer, gew isse Leistungserbringer von der Steuerpflicht zu befreien, falls sie ausschliesslich U m sätze untereinander erbringen. G eregelt w ird m ithin ein völlig anderer Tatbestand.7 H andelt das "G em einw esen" im Sinne von Satz 2 in einem aus m ehrw ert- steuerlicher Sicht diam etral verschiedenen Bereich (gew erblich) als die "übrige Einrichtung des öffentlichen R echts" im Sinne von Satz 1 (hoheit- lich), dann drängt sich in einer teleologischen Auslegung der Vorschrift ein unterschiedliches Verständnis dieser im vorliegenden Fall relevanten Be- griffe geradezu auf. Jedenfalls führt entgegen der Auffassung der Be- schw erdeführerin eine Auslegung von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV nach Sinn und Zw eck nicht zum Schluss, G em einw esen seien m it den übrigen Einrichtungen des öffentlichen R echts deckungsgleich. 3.2.3 Zu keinem anderen Ergebnis führt eine system atische Auslegung. D ie M ehrw ertsteuer ist eine allgem eine Verbrauchsteuer und soll deshalb von Verfassungs w egen den Verbrauch m öglichst um fassend besteuern. Entsprechend dürfen nach konstanter R echtsprechung Einschränkungen des Steuerobjekts sow ie des Steuersubjekts nur m it grosser Zurückhaltung angenom m en w erden. Steuerbefreiungsvorschriften w ie Satz 2 von Art. 17 Abs. 4 M W STV und insofern auch der Begriff G em einw esen w erden in konstanter R echtsprechung restriktiv ausgelegt (statt vieler: Entscheid der SR K vom 25. Septem ber 1998, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.75 E. 4c; BG E 124 II 202). Im Lichte einer der- art restriktiven Auslegung des Begriffs G em einw esen erscheint nicht gerechtfertigt, diesen m it den übrigen Einrichtungen des öffentlichen R echts gleich zu setzen. Im system atischen Kontext verw eist die Beschw erdeführerin ferner auf Art. 23 M W STG und trägt vor, dieser fasse unter dem R ubrum G em ein- w esen die für die öffentlichen H aushalte geltenden Bestim m ungen zu- sam m en. D ort figurierten auch die übrigen Einrichtungen des öffentlichen R echts, w eshalb diese nach Auffassung des G esetzgebers als G em ein- w esen zu gelten hätten. O b eine Anw endung des Art. 23 M W STG auf den vorliegenden Sachverhalt überhaupt – w as als sehr zw eifelhaft erscheint – zum Ergebnis führte, w elches von der Beschw erdeführerin behauptet w ird, kann letztlich offen bleiben. D enn der G esetzgeber w ollte m it Art. 23 M W STG hinsichtlich der Steuerbefreiung von Leistungen unter G em ein- w esen die Praxis der ESTV zu Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV verankern (Bericht vom 28. August 1996 der Kom m ission für W irtschaft und Abgaben des N ationalrats [W AK-N ] zur parlam entarischen Initiative [Parla- m entarische Initiative D ettling, 93.461] über den Erlass eines Bundes- gesetzes über die M ehrw ertsteuer, ad Art. 21 Abschnitt 4). D iese Praxis geht – w ie der vorliegende Fall aufzeigt – vom engeren Begriffsverständnis des G em einw esens aus, w elches die übrigen Einrichtungen des öffent- lichen R echts nicht um fasst. Insofern kann die Beschw erdeführerin im Kontext des Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV m it Art. 23 M W STG nichts zu ihrem Vorteil ableiten. 3.2.4 H ätte der historische G esetzgeber m it Satz 2 von Art. 17 Abs. 4 M W STV die gleichen Subjekte von der Steuerpflicht befreien w ollen w ie jene, die gem äss Satz 1 hoheitlich handeln, dann hätte er die näm lichen Begriffe gew ählt. D en M aterialien zu Art. 17 Abs. 4 M W STV ist denn auch nicht der geringste H inw eis darauf zu entnehm en, der G esetzgeber verstehe unter 8 den unterschiedlichen Begriffen G em einw esen einerseits und übrige Ein- richtungen des öffentlichen R echts andererseits das G leiche. 3.2.5 N ur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle ergänzt, dass die vorliegende Auslegung von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV m it der Ver- fassung besser im Einklang steht als die Auslegungsw eise der Beschw er- deführerin. Anerkannterm assen grundsätzlich steuerbare D ienstleistungen an Pensionskassen w erden entsprechend dem Allgem einheitsgrundsatz der M ehrw ertsteuer (E. 3.2.3 hievor) und unabhängig von subjektiven M erkm alen des Leistungserbringers oder -em pfängers, und dam it in rechtsgleicher W eise, m it Steuern belastet. D ie Leseart der Beschw erde- führerin dem gegenüber beeinträchtigt den Allgem einheitsgrundsatz und befreit Leistungen von der Steuer, w elche andere Erbringer in vergleich- baren Situationen zu versteuern bzw . w elche andere Pensionskassen steuerbelastet zu beziehen hätten. 3.3 Steht nun fest, dass die Beschw erdeführerin die fraglichen D ienst- leistungen nicht an G em einw esen im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 2 M W STV erbrachte, dann hat sie in der m assgeblichen Zeit die U m satz- grenzen für die subjektive Steuerpflicht (Art. 17 Abs. 1 bzw . 19 Abs. 1 Bst. a M W STV) unbestrittenerm assen erreicht und gleichzeitig jew eils jährlich für über Fr. 25'000.-- an andere Em pfänger als G em einw esen geleistet. Insofern hat sie auch die fraglichen gleichartigen Leistungen an die C ._______ zu versteuern, unabhängig davon, ob es sich bei dieser Leistungsem pfängerin um ein G em einw esen im Sinne dieser Vorschrift handelt oder nicht (E. 2.2 hievor). O b es sich bei der C ._______ um ein solches G em einw esen handelt, braucht folglich nicht abschliessend beurteilt zu w erden, w enngleich sie als Verein gem äss Art. 60 ff. des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210; ... ) kaum darunter fallen dürfte; genauso offen bleiben kann unter diesen U m ständen die Frage, ob die Beschw erdeführerin als Leistungs- erbringerin überhaupt unter diese Begriffsbestim m ung fällt, w ovon die Verfahrensbeteiligten einstim m ig ausgehen (E. 3.1 hievor). U nterbleiben kann dam it schliesslich auch die Abnahm e der angebotenen Bew eism ittel. 4. N ach dem G esagten ist die Beschw erde abzuw eisen, sow eit darauf einzutreten ist, und der Einspracheentscheid der ESTV vom 24. Februar 2004 im Sinne der Erw ägungen zu bestätigen. D ie Verfahrenskosten in H öhe von Fr. 4'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Eine Parteientschädigung an die Beschw erdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG a contrario). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird, und der Einspracheentscheid der Eidgenössischen Steuerverw altung vom 24. Feb- ruar 2004 im Sinne der Erw ägungen bestätigt. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 4'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kosten-9 vorschuss von Fr. 4'000.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) Bern, 1. M ai 2007 D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: D aniel R iedo Jeannine M üller R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G ]; SR 173.110). Versand am :