Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer I I 2022 51 Entscheid vom 15. Mai 2023 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter Dr.med. Urs Gössi, Richter MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw B.________, gegen C.________ AG, Vorinstanz, Gegenstand Unfallversicherung (Leistungen)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 1964) arbeitete in einem 50%-Pensum als Mitarbeiter Bootsvermietung/Fischerei am D.________-see (und bezog eine ¾-Rente der IV) und war dadurch bei der C.________ AG (nachfolgend C.________) obligato- risch unfallversichert, als er am 22. Februar 2019 beim Skifahren stürzte und sich am linken Knie verletzte (Vi-act. A1, M1, M2). Die C.________ anerkannte das Unfallereignis und erbrachte in der Folge Heilbehandlungs- und Taggeldleistun- gen (Vi-act. A6). B.Nach anfänglich konservativer Behandlung der Verletzungen am linken Knie (u.a. Ruptur des vorderen Kreuzbandes mit leichter Zerrung des medialen Seitenbandes und einer Läsion des lateralen Meniskus; Vi-act. M1, M7) und ei- nem Instabilitätsereignis (Giving-way) im Oktober 2019 (vgl. Vi-act. M6) erfolgte am 30. Oktober 2019 eine arthroskopische vordere Kreuzbandplastik und Naht des lateralen Meniskus Knie links (Vi-act. M11). Wegen hartnäckiger neu medial betonter Kniegelenkschmerzen erfolgte am 27. Mai 2020 eine zweite Arthrosko- pie mit Teilmeniskektomie und Meniskusnaht medial sowie Resektion einer Plica mediopatellaris Knie links (Vi-act. M19). Da die Beschwerden ab November 2020 neuerlich zunahmen, wurde eine weitere Kniearthroskopie geplant (Vi-act. M28) und am 7. Januar 2021 durchgeführt (Vi-act. M29). Wegen weiter anhaltenden Beschwerden empfahl der Operateur eine vierte Kniearthroskopie (Vi-act. M42). Hierauf holte C.________ eine Aktenbeurteilung ein (Vi-act. M43), gestützt auf welche sie A.________ am 17. September 2021 den Entwurf einer Verfügung zustellte, demgemäss der Endzustand erreicht sei und die Heilkostenleistungen eingestellt würden; das Taggeld werde noch bis 31. Oktober 2021 geleistet, zu- dem habe er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätsein- busse von 10% (Vi-act. A51). Nachdem sich A.________ hiergegen wehrte (Vi- act. A58), verfügte die C.________ am 5. November 2021 (Vi-act. A61): - Per Ausstellung des formlosen Entscheids, 17.09.2021, besteht kein weiterer An- spruch mehr auf die Übernahme von Heilungskosten. - Die Taggeldleistungen werden per 30.11.2021 eingestellt. - Es besteht Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Knie links) in der Höhe von CHF 14’820.00. - Einer allfälligen Einsprache wird in Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit. b der Ver- ordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) die aufschiebende Wirkung entzogen. C.Mit Einsprache vom 7. Dezember 2021 beantragte A.________ die Aufhe- bung der Verfügung, die weitere Übernahme der Heilkosten und Ausrichtung von Taggeldern über den 30. November 2021 hinaus. Zudem sei das Verfahren zu 3 sistieren bis zum Vorliegen eines medizinischen Berichtes von Dr.med. E.________ (Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates; Leitender Arzt Orthopädie F.________ Klinik). Nach Vorliegen dieses Berichtes vom 14. Januar 2021 (Vi-act. M49) hielt A.________ an seinen Anträgen fest (Vi-act. A72). Mit Entscheid vom 27. Juli 2022 hat C.________ die Einsprache abgewiesen (Vi-act. A82). D.Am 12. September 2022 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 lit. b Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000) Beschwerde einreichen mit den Anträgen: 1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Heilungskosten seien wei- terhin zu übernehmen und die Taggeldleistungen seien auch nach dem 30.11.2021 auszurichten. 2. Dazu sei die ganze Angelegenheit zur genaueren, aktuellen medizinischen, an die Vorinstanz zur Anordnung eines (polydisziplinären) Gutachtens durch eine neutrale Gutachterstelle sowie zur Durchführung einer Abklärung betreffend die effektive Leistungsfähigkeit durch eine entsprechende Abklärungsanstalt, zurückzuweisen. 3. Zudem sei das Gerichtsverfahren vorerst bis zum Vorliegen eines ausführlichen medizinischen Berichtes von Dr.med. E.________, Lei Az Kniechirurgie, F.________ Klinik, zu sistieren und dem Beschwerdeführer sei eine angemes- sene. [sic] 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von. [sic] E.Mit Vernehmlassung vom 10. Oktober 2022 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. F.Nach zweit- und letztmaliger Fristerstreckung zur Einreichung einer Replik ersucht der Beschwerdeführer am 16. Januar 2023 um eine weitere Fristerstre- ckung, da noch nicht alle Unterlagen eingegangen seien und am 14. Februar 2023 um eine zusätzliche Fristerstreckung, weil noch eine Stellungnahme abzu- warten sei (VG-act. 8-11). Am 13. März 2023 reicht er die Replik ohne weitere Berichte ein. Seitens Vorinstanz geht hierzu keine Stellungnahme ein. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Nachdem die Vorinstanz das Unfallereignis vom 22. Februar 2019 aner- kannt und Versicherungsleistungen in Form von Heilkosten und Taggeldern er- bracht hatte, gelangte sie nach Aktenbeurteilung ihres medizinischen Beraters zum Schluss, der medizinische Endzustand sei spätestens seit dem 17. Septem-4 ber 2021 erreicht. Entsprechend stellte sie die Heilbehandlung ein und leistete Taggelder nur noch bis am 30. November 2021 (Vi-act. A61). Auf Einsprache hin wurde dies bestätigt (Vi-act. A82). Der Beschwerdeführer rügt vor Verwaltungs- gericht einen verfrühten Fallabschluss aufgrund einer Verletzung der Untersu- chungspflicht nach Art. 43 ATSG und er beantragt die Aufhebung des angefoch- tenen Einspracheentscheides sowie die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung mittels eines externen, polydisziplinären Gutachtens und die weitere Erbringung von Heilkosten- und Taggeldleistungen. 2.1Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts Anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck- mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil- weise arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (vgl. Art. 16 Abs. 1 UVG). Wird die versicherte Person infolge des Unfalles invalid, so hat sie An- spruch auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsent- schädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 2.2Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausa- lzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre- tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um- schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht er- forderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 147 V 161 Erw. 3.2); m.a.W. wenn der Unfall überwiegend wahrscheinlich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist (BGE 142 V 5 435 Erw. 1; BGE 134 V 109 Erw. 2.1; Urteil BGer 8C_689/2019 vom 9.3.2020 Erw. 5.3 je mit Hinweisen). Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 Erw. 3.2; BGE 125 V 461 Erw. 5a, je mit Hinweisen). Die Adäquanz als rechtliche Ein- grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haf- tung des Unfallversicherers spielt bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate und natürliche Kausalität weitgehend decken (BGE 134 V 109 Erw. 2; Urteil BGer 8C_582/2021 vom 11.1.2022 Erw. 9.3). 2.3.1 Bis zu welchem Zeitpunkt durch den Unfallversicherer Heilbehandlung und Taggeld zu gewähren sind, ergibt sich aus Art. 19 UVG des zweiten Kapitels über Beginn und Ende der Invalidenrente, die, sofern die Voraussetzungen für deren Ausrichtung erfüllt sind, den vorübergehenden Leistungen (Heilbehand- lung, Taggeld) folgt. Danach entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Forts- etzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits- zustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede- rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Abs. 1 erster Satz). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistun- gen dahin (Abs. 1 zweiter Satz; vgl. auch Art. 16 Abs. 2 zweiter Satz UVG, wo dies für den Taggeldanspruch nochmals statuiert wird). Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versicherer hat - sofern allfälli- ge Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Ge- sundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzu- schliessen (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 2.3.2Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick dar- auf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbs- tätigen Personen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich (d.h. nicht aussch- liesslich) nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei ver- deutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass 6 die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (Urteil BGer 8C_771/2017 vom 3.5.2018 Erw. 5.2.1). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer Badekur - zu erwartender geringfügiger therapeu- tischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zu- sammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos- tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteile BGer 8C_548/2020 vom 18.12.2020 Erw. 4.1.1; 8C_388/2019 vom 20.12.2019 Erw. 3.2; 8C_493/2018 vom 12.9.2018 Erw. 3.2; 8C 285/2016 vom 22.7.2016 Erw. 7.1 und 8C 970/2012 vom 31.7.2013 Erw. 2.3). Grundlage für die Beurtei- lung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den the- rapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel un- ter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil BGer 8C_528/2022 vom 17.11.2022 Erw. 7.1; SVR 2020 UV Nr. 24, 8C_614/2019 Erw. 5.2). 2.4Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver- fahren (Art. 61 lit. c ATSG). Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzu- klären. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Ge- richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht ist ein Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu fällen (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). Die blosse Möglichkeit eines bestimm- ten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste zu würdigen ist (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 Erw. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle oder des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversiche- rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur inso- fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten woll-7 te. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er- weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi- gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 Erw. 3.2; Urteil BGer 8C_765/2020 vom 4.3.2021 Erw. 3.2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen her- beizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 144 V 361 Erw. 6.5). 2.5Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be- weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da- nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 2.5.1Bei medizinischen Fragestellungen - wie namentlich auch bei der Beurtei- lung des Gesundheitszustandes und der therapeutischen Möglichkeiten, vgl. oben Erw. 2.3.2 - ist die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesens- gemäss auf Angaben ärztlicher Fachkräfte angewiesen. Hinsichtlich des Be- weiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag- ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Berichtes ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen; Weber, 'Hürden' und 'Hilfen' bei der richterlichen Würdigung von medizinischen Gutachten, JaSo 2020, S. 199). 2.5.2Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs- gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 8 nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 Erw. 3.2). Ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger al- leine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar- teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Ver- sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be- stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun- gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 Erw. 8.5; BGE 139 V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). Zu betonen ist, dass beratende Ärzte eines Versi- cherungsträgers, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, versi- cherungsinternen Ärzten gleichzusetzen sind (vgl. Urteil BGer 8C_672/2020 vom 15.4.2021 Erw. 2.3). 2.5.3In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu- kommt (vgl. Urteil des BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinwei- sen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätz- lich nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spezia- lärztlich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 27.3.2018 Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abge- stellt werden (vgl. statt vieler: Urteil BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit Hin- weisen). 2.5.4Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs- sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (Urteil BGer 8C_582/2021 vom 11.1.2022 Erw. 8.2 m.w.H.). Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach- verhaltes geht. Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die re- levanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammen- hang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In die-9 sen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimm- te Beurteilung deutlich gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile BGer 8C_608/2020 vom 15.12.2020 Erw. 5.2; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 5.2; 8C_540/2007 vom 27.3.2008 Erw. 3.2 mit Hinweisen). 3.Für die Beurteilung der vorliegend strittigen Frage des richtigen Zeitpunktes für den Fallabschluss ergibt sich aus den Akten: 3.1Gemäss Unfallmeldung hatte der Beschwerdeführer am 22. Februar 2019 beim Skifahren eine Unebenheit nicht gesehen und ist gestürzt (Vi-act. A1). Noch gleichentags suchte er Dr.med. G.________ (praktischer Arzt) auf, der eine Kniedistorsion diagnostizierte und ein MRI veranlasste (Vi-act. M2) bei Status nach Distorsion beim Skifahren am 22. Februar 2019, seitdem wenig rückläufige Schwellung und Schmerzen sowie der Fragestellung nach einer Kniebinnenver- letzung. Zum MRI nativ Knie links vom 15. März 2019 berichtete Dr.med. H.________ (Facharzt Radiologie) (Vi-act. M1): Befund Kreuzbänder: Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Hinteres Kreuzband intakt. Kollateralbänder: Partialruptur des medialen Seitenbandes (tiefe Anteile). Laterales Seitenband intakt. Retinacula: Partialruptur des medialen Retinakulums. Laterales Retinakulum intakt. Menisci: Komplexer Riss im Hinterhom des lateralen Meniskus mit horizontaler und vertikaler Komponente. Medialer Meniskus intakt. Knorpel / Knochen: Ca. 7 x 7 mm grosse Knorpeldelamination am medialen Fe- murkondylus. Knorpelfissur am medialen Tibiaplateau. Chondropathie retropatellär (Outerbridge Grad II). Impression am lateralen Tibiaplateau dorsal mit umgeben- dem Knochenmarködem. Weichteile: Grosser Gelenkserguss. Plica suprapatellaris und mediopatellaris. Subkutane Flüssigkeitseinlagerung ventral des Ligamentum patellae. Keine Baker- Zyste. Beurteilung: Keine Voruntersuchung zum Vergleich vorliegend. • Ruptur des vorderen Kreuzbandes. • Partialruptur des medialen Retinakulums und des medialen Seitenbandes. • Komplexer Riss im Hinterhorn des lateralen Meniskus. • Laterale Tibiaplateau-Impressionsfraktur dorsal. • Chondropathie wie oben im Detail beschrieben. • Grosser Gelenkerguss. 3.2In der Folge wurde der Beschwerdeführer durch den Spezialisten Dr.med. I.________ (Chirurgie FMH) weiterbehandelt (Vi-act. M7, M6). Da der Beschwer- deführer vier Wochen nach dem Trauma mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes, leichter Zerrung des medialen Seitenbandes und einer Läsion des lateralen Me-10 niskus 'überraschend wenig Symptome' zeigte, erachtete Dr.med. I.________ ei- nen konservativen Therapieversuch als gerechtfertigt (Vi-act. M7). Trotz einer gewissen Besserung persistierten indes Schwellungen und ein Instabilitätsgefühl (Vi-act. M8). Nachdem sich zudem im Oktober 2019 noch ein Instabilitätsereignis bei der Arbeit ereignete mit akut auch Läsion des medialen Seitenbandes, stellte Dr.med. I.________ nach sechs Monaten konservativer Therapie die Operations- indikation. Am 30. Oktober 2019 führte er eine arthroskopische vordere Kreuz- bandplastik und eine Naht des lateralen Meniskus am linken Knie durch (Vi-act. M11, M12). 3.3Der postoperative Verlauf gestaltete sich vorerst soweit unauffällig (Vi-act. M13, M20), so dass per 1. März 2020 ein Arbeitsversuch vereinbart wurde (Vi- act. M20). Nach Arbeitsaufnahme verschlechterte sich allerdings der Zustand; im März 2020 klagte der Beschwerdeführer über Knieschmerzen medial, so dass Dr.med. I.________ ein weiteres Knie-MRI veranlasste bei Fragestellung nach medialer Meniskusläsion bzw. Osteonekrose (Vi-act. M17, M14). Das MRI vom 24. März 2020 zeigte einen Einriss des Innenmeniskus, einen erneuten Einriss des Hinterhornes des Aussenmeniskus sowie einen Kniegelenkserguss mit Zei- chen einer Synovitis. Für eine Osteonekrose bestand kein Nachweis (Vi-act. M14). Bei an und für sich sehr gutem Verlauf, jedoch hartnäckiger, medial beton- ter Kniegelenksschmerzen mit daraus resultierender Arbeitsunfähigkeit sowie aufgrund einer gemäss Kontroll-MRI möglichen Plica mediopatellaris (DD Nar- benzug) stellte Dr.med. I.________ erneut die Operationsindikation bei Diagnose Läsion medialer Meniskus und Plica mediopatellaris Knie links. Am 27. Mai 2020 führte er eine arthroskopische Teilmeniskektomie und Meniskusnaht medial so- wie eine Resektion einer Plica mediopatellaris am linken Knie durch (Vi-act. M19). Der weitere Verlauf zeigte sich problemlos; das Kniegelenk war vier Wo- chen postoperativ weitgehend abgeschwollen, die Belastung konnte aufgenom- men werden. Bis zur sechsten Wochen postoperativ verblieb eine eingeschränk- te Flexion (Vi-act. M20). Der weitere Verlauf gestaltete sich objektiv sehr gut (Vi- act. M23). 3.4Am 26. November 2020 dokumentierte Dr.med. I.________ dann wieder diffuse Schmerzen und Schwellungen sowie klinisch einen diskreten aber deutli- chen Erguss, worauf er ein weiteres MRI bei erneuter Schmerzsymptomatik ver- anlasste (Vi-act. M26). Zum MRI des linken Kniegelenkes vom 3. Dezember 2020 berichtete med.pract. J.________ (FMH Radiologie) (Vi-act. M27): Befund: Das Hinterhorn des Innenmeniskus ist postoperativ verkürzt. Das verbliebene Hin- terhorn zeigt einen erneuten Einriss. Die Intermediärzone des Aussenmeniskus 11 zeigt einen schräg verlaufenden, in die Basis einstrahlenden Riss. Begleitend fin- det sich eine 3 mm grosse Meniskuszyste. Beginnende mediale Gonarthrose mit langstreckig höhengemindertem, partiell aufgebrauchtem Knorpelbelag und initia- len subkortikalen Ödemzonen. Moderate Chondropathia patellae mit ebenfalls langstreckig höhengemindertem, partiell defektem Knorpelbelag. Der vordere Kreuzbandersatz kommt nicht vollständig signalfrei zur Darstellung. Der vordere Kreuzbandersatz ist etwas aufgetrieben und signalgesteigert, in erster Linie im Rahmen eines Impingement. Kein Nachweis einer Re-Ruptur. Das hintere Kreuz- band intakt. Das mediale Kollateralband vernarbt. Im Kniegelenk Ergussbildung mit Aufweitung des Rezessus suprapatellaris. Vermehrtes synoviales Enhancement als Ausdruck einer chronischen Synovitis. Das Ligamentum patellae und der Hof- fa’sche Fettkörper sind vernarbt. Beurteilung: 1. Erneuter Einriss des Innen- und Aussenmeniskus 2. Mediale Gonarthrose sowie höhergradige Chondropathia patellae 3. Kniegelenkerguss mit Zeichen einer chronischen Synovitis 3.5Da neuerlich eine Kniearthroskopie in Betracht gezogen wurde, holte die Vorinstanz bei ihrem beratenden Arzt Dr.med. K.________ (FMH Chirurgie) eine Aktenbeurteilung ein (Vi-act. M28). Dr.med. K.________ gelangte in der Beurtei- lung vom 21. Dezember 2020 zum Schluss, dass die beklagten Beschwerden / Symptome mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem gemeldeten Ereignis stehen; es handle sich um einen häufigen Verlauf, gemäss Akten sei keine andere Ursache vorhanden. Falls die konservative Therapie nicht zur Beschwerdefreiheit führe, stünden die im MRI vom 3. Dezember 2020 darge- stellten Meniskusveränderungen als Ursache im Vordergrund und die Indikation zur erneuten Arthroskopie wäre damit gegeben. Zudem merkte Dr.med. K.________ an, falls eine weitere Kniearthroskopie nötig würde, hänge der weite- re Verlauf nicht nur vom Zustand der Menisci ab, sondern ebenfalls sehr vom Verlauf der posttraumatischen Arthrose in diesem Knie. Langfristig sei mit einem weiteren Fortschreiten der Arthrose zu rechnen; in diesem Zusammenhang könn- ten weitere Behandlungen und Operationen notwendig werden. 3.6Am 7. Januar 2021 erfolgte die (dritte) Kniearthroskopie bei Diagnosen (Vi- act. M29): - Komplexe mediale Meniskusläsion nach Meniskusnaht Knie links - Aussenmeniskushinterhornläsion nach lateraler Meniskushinterhornnaht - Chondropathie Grad II medialer Femurkondylus - Synovitis mit intraartikulärem Erguss Die Indikation zur Revisionsoperation stellte Dr.med. L.________ (Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH und Sportmedizin), der auch die Operation durch- führte (Vi-act. M29, M30, M33). Seinem Operationsbericht kann u.a. entnommen werden, dass er bei massiver Synovitis eine subtotale Synovektomie im oberen 12 Rezessus sowie dem medialen und lateralen Kompartiment durchführte. Femo- ropatellär zeigte sich "allenfalls eine Chondropathie Grad I, der mediale Femur- kondylus eine Chondropathie Grad II, teilweise Grad III." Der mediale Meniskus war nach Meniskusnaht mehrfach eingerissen; es erfolgte eine Teilmeniskekto- mie des Lappens und Entfernen der Nähte, Anfrischung und Setzen von 3 Me- niskusnähten. Der laterale Meniskus war im Hinterhornbereich nicht geheilt, die Nähte waren ausgerissen, worauf eine Teilresektion des lateralen Meniskus und eine Fadenentfernung erfolgte. 3.7Im weiteren Verlauf zeigte sich der Beschwerdeführer beschwerdegebes- sert. Anlässlich der Konsultation vom 12. Februar 2021 dokumentierte Dr.med. L.________ eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 1. März 2021; dies bei Rest- beschwerden unter Vollbelastung (Vi-act. M33). Dies korrigierte Dr.med. L.________ mit Bericht vom 9. April 2021 (Vi-act. M34), demgemäss der Be- schwerdeführer Mitte März 2021 noch erhebliche Bewegungs- und Belastungs- beschwerden beklagte und deutliche Druckschmerzen im Bereich des medialen Femurkondylus ausgelöst werden konnten. Dr.med. L.________ attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit auf das 50%ige Pensum. Gleichzeitig veranlasste er ein weiteres MRI des Kniegelenkes, welches am 16. März 2021 durchgeführt wurde (Vi-act. M35). Med.pract. J.________ gelangte zur Beurteilung: 1. Postoperativ erheblich verkürzter Innenmeniskus mit fortschreitender Menisco- pathie. 2. Soweit bei fehlender intraartikulärer Kontrastmittelapplikation beurteilbar, post- operative Konturunregelmässigkeiten des Aussenmeniskus bei Zustand nach Meniskusnaht. Kein Nachweis eines erneuten Einrisses. 3. Höhergradige Chondropathie des medialen Gelenkkompartiments, einer begin- nenden medialen Gonarthrose entsprechend. 4. Kniegelenkerguss mit Zeichen einer chronischen Synovitis. 3.8Aufgrund der in der Konsultation vom 27. April 2021 geklagten starken Be- wegungs- und Belastungsbeschwerden nach der Arbeit veranlasste Dr.med. L.________ ein weiteres MRI (Vi-act. M38). Zum MRI vom 30. April 2021 bei Verdacht auf erneuten Einriss (Vi-act. M39) gab med.pract. J.________ zum In- nenmeniskus einen unveränderten Befund im Vergleich zum MRI vom 16. März 2021 ab; den Zustand des lateralen Meniskus beschrieb er als Zustand nach la- teraler Meniskusnaht postoperative Konturunregelmässigkeiten ohne sicheren Nachweis eines erneuten Einrisses. Dr.med. L.________ dokumentierte hierzu "Medialer Meniskus intakt. Der laterale Meniskus zeigt bei St.n. Meniskusnaht ei- nen fraglichen kleinen Einriss". Aufgrund der Beschwerden führte er eine Kniege- lenkinfiltration durch (Vi-act. M38, M42). 13 In einem Bericht vom 21. Mai 2021 gab die Physiotherapeutin des Beschwerde- führers an, dieser arbeite momentan zu 40% als Hauswart und er berichte, während der Arbeit unter grossen Schmerzen im rechten Kniegelenk zu leiden; nach der Arbeit sei sein Kniegelenk immer sehr angeschwollen. Nach dem Auf- stehen morgens seien die Schmerzen leicht, tagsüber würden sie zu starken an- steigen. Das Ziel der Physiotherapie sei nach jeder Operation die Ödemreduktion gewesen mit anschliessendem Muskelaufbau und Stabilisationstraining, wobei nach jeder Operation von neuem habe begonnen werden müssen. Da wahr- scheinlich eine neuerliche Operation anstehe, könne sie keine Auskunft über den Zeitrahmen möglicher Verbesserungen des Gesundheitszustandes geben (Vi- act. M37). Wegen anhaltender Beschwerden seitens des medialen Kniegelenkes links do- kumentierte Dr.med. L.________ für die Konsultation vom 28. Mai 2021 nach nochmaliger Rücksprache mit der Radiologie einen hochgradigen Verdacht auf eine mediale Korbhenkelläsion; es sei die Physiotherapie fortzusetzen, eine Ope- ration lehne der Beschwerdeführer ab. Bei anhaltenden Bewegungs- und Belas- tungsbeschwerden und deutlich positiven Innenmeniskuszeichen empfahl Dr.med. L.________ am 9. Juni 2021 eine operative Massnahme. Dies bestätigte er nach der Konsultation vom 2. Juli 2021. Gleichzeitig informierte der Be- schwerdeführer, dass ihm die Hauswartanstellung gekündigt worden sei. Am 24. August 2021 dokumentierte Dr.med. L.________, unter Physiotherapie komme es wiederholt zu Bewegungs- und Belastungsbeschwerden sowie Schwellungs- zuständen. Klinisch war keine Schwellung nachweisbar, die F/E betrug 120-0-0°, es waren leichte mediale Meniskuszeichen auslösbar; Dr.med. L.________ emp- fahl weiterhin ein operatives Vorgehen nebst Fortsetzung der Physiotherapie (Vi- act. M42). 3.9Aufgrund der in Aussicht genommenen - vierten - Kniearthroskopie holte die Vorinstanz beim beratenden Arzt Dr.med. M.________ (FMH Orthopädische Chirurgie) eine weitere Aktenbeurteilung ein (Vi-act. M43). In seinem Bericht vom 11. September 2021 bejahte er einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzu- sammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. Februar 2019. Das unfallnahe MRI vom 15. März 2019 zeige klare Trauma- folgen. Nach Wiedergabe des aktenmässigen Verlaufs fasste Dr.med. M.________ diesen wie folgt zusammen: Zusammenfassend erlitt der Versicherte am 22.02.2019 bei einem Skisturz eine VKB-Ruptur und einen kapselnahen vertikalen Einriss des lateralen Meniskushin- terhorns. Dies wurde zuerst konservativ behandelt, bevor am 30.10.2019 eine VKB-Ersatzplastik und laterale Meniskusrefixation erfolgten. Während sich die Si- tuation im Zusammenhang mit dem VKB-Transplantat günstig entwickelte, persis-14 tierten Probleme am lateralen Meniskus, die am 07.01.2021 zu einer erneuten Re- vision daselbst führten. Diesbezüglich präsentierte sich der Zustand zuletzt zumin- dest bildgebend wenig auffällig. Überwiegend wahrscheinlich bereits vorbestehend waren Veränderungen im me- dialen Kompartiment mit einem schmalen Meniskuskorpus - möglicherweise bei Status nach Teilmeniskektomie, worüber allerdings keine Angaben vorliegen - und moderaten Arrosionen des Knorpelbelags. Dieser Problematik wurde anfangs nur wenig Beachtung geschenkt - so fehlen Angaben über den diesbezüglichen Zu- stand im Operationsbericht vom 30.10.2019 - doch kam es in der Folge jedenfalls zunehmend zu medial betonten Beschwerden. Dies führte zu einer Arthroskopie mit partieller medialer Meniskektomie und Refixation des Restmeniskus am 27.05.2020 und auch anlässlich der bereits erwähnten Operation vom 07.01.2021 wurde erneut ein vergleichbares Prozedere durchgeführt. Mittlerweile muss hier von einer progredienten medialen Gonarthrose gesprochen werden, wie sich in der jüngsten MRT vom 30.04.2021 ohne namhafte Zweifel erkennen lässt. Für die aktuell vom Versicherten bekundeten Beschwerden an seinem linken Knie sind somit einerseits vorbestehende und deshalb unfallfremde Veränderungen im medialen Kompartiment verantwortlich. Andererseits besteht aber auch ein Status nach VKB-Ruptur und lateraler Meniskusläsion nach einem Skisturz vom 22.02.2019, die teilweise als ebenfalls für die vorliegende Schmerzproblematik verantwortlich anzusehen sind. Die ereigniskausale Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im ange- stammten Pensum legte Dr.med. M.________ sowohl aktuell als auch prognos- tisch auf 100% fest. Es habe sich aufgrund der unfallkausalen Knieproblematik eine reduzierte Geh- und Stehfähigkeit entwickelt; entsprechend sollten mehr- heitlich in diesen Körperpositionen auszuübende Tätigkeiten idealerweise nicht mehr ausgeübt werden. Hingegen könne nach Dr.med. M.________ in einer den Beschwerden beziehungsweise der Funktionsfähigkeit angepassten Tätigkeit ei- ne Reduktion der ereigniskausalen Arbeitsunfähigkeit erreicht werden; per 1. März 2021 legte er eine volle Arbeitsfähigkeit fest mit der Begründung: Allgemein an die vorliegend dokumentierten, unfallteilkausal bedingten objektivier- baren Einschränkungen des Gesundheitszustandes des Versicherten angepasst sind körperlich leichte Aktivitäten, die mehrheitlich im Sitzen ohne die Notwendig- keit einer Zwangshaltung der Beine und mit nur kürzeren zwischenzeitlichen Ab- schnitten im Stehen und/oder Gehen durchgeführt werden. Zudem sollten auch andere übermässige Kniebelastungen vermieden werden, wie sie beispielsweise beim Knien und Kauern, auf Treppen und Leitern oder beim Gehen auf unebenem Terrain vorkommen. Zumindest für derart angepasste berufliche Tätigkeiten besteht unfallkausal eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, das heisst 100 % bezogen auf ein Vollzeitpensum. Den medizinischen Endzustand beurteilte Dr.med. M.________ im Zeitpunkt sei- ner Berichterstattung (11.9.2021) als 'teilweise erreicht'. Die aktuellen Beschwer- den am linken Knie würden wesentlich durch eine progrediente mediale femoro-15 tibiale Gonarthrose bedingt, wobei die gelenkerhaltenden Therapieoptionen sei- nes Erachtens ausgeschöpft seien. Von weiteren arthroskopischen Eingriffen sei keine namhafte Besserung zu erwarten, da von reinen 'Gelenktoiletten' bei be- reits vorliegender medialer Gonarthrose unter Berücksichtigung des aktuellen medizinwissenschaftlichen Kenntnisstandes keine nachhaltige positive Beein- flussung zu erwarten sei. Stattdessen sei es wichtig, dass der Versicherte die pe- riartikuläre Muskulatur möglichst gut konditioniere durch die regelmässige - idea- lerweise tägliche - Durchführung eines Trainingsprogramms, was in Eigenregie erfolgen könne. Zudem empfahl Dr.med. M.________ eine Reduktion des Kör- pergewichts, was einen günstigen Einfluss auf die Beschwerden erwarten lasse. Längerfristig sei allerdings zu befürchten, dass die mediale Gonarthrose soweit progredieren werde, dass weitere medizinische Behandlungen notwendig werden könnten, wobei die Implantation einer (allenfalls partiellen) Endoprothese als Op- tion im Vordergrund stehe. Genauere zeitliche Angaben über den weiteren Ver- lauf seien aus heutiger Sicht allerdings nicht möglich. Schliesslich schätzte Dr.med. M.________ den Integritätsschaden auf 10% mit der Begründung: In Anlehnung an die Suva-Tabelle 5 gemäss Art. 24 UVG und Art. 36, Abs. 2, An- hang 3 UVV ist die gesamthaft vorliegende Integritätseinbusse aufgrund der Knie- problematik links mit 15 % zu veranschlagen. Es besteht eine medial betonte fe- morotibiale Arthrose, wofür bei mässiger Ausprägung die Integritätseinbusse mit 5- 15%, bei schwerer Ausprägung mit 15-30% veranschlagt wird. Derzeit kann aber noch nicht zuverlässig ausgesagt werden, welches Stadium sich letztlich etablieren wird. Entsprechend wird der überlappende Wert gewählt, um beiden möglichen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 22.02.2019 bereits degenerative Veränderungen des Knorpelbelags im medialen Kompartiment vorlagen und auch der Meniskus eine Vorschädigung aufwies. Dies rechtfertigt, die gesamte Integritätseinbusse aufgrund unfallfremder Faktoren um Vs zu reduzieren, womit der unfallkausale Anteil 10 % beträgt. Gestützt auf diese Beurteilung unterbreitete die Vorinstanz dem Beschwerdefüh- rer am 17. September 2021 einen Verfügungsentwurf und informierte ihn damit über den Fallabschluss (vgl. Ingress Bst. B). 3.10.1 Auf die Fallabschluss-Mitteilung Bezug nehmend teilte Dr.med. L.________ der Vorinstanz am 23. September 2021 mit, die unfallbedingten Schäden würden weiterhin eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität des Beschwerdeführers darstellen, die auch eine weitergehende Behandlung benötigen würden; so stelle sich die Frage einer erneuten Operation (Vi-act. M44). Und am 30. September 2021 informierte Dr.med. L.________ die Vorin- stanz, die durchgeführten klinischen und radiologischen Abklärungen hätten den 16 hochgradigen Verdacht auf eine erneute mediale Meniskusläsion ergeben. Er habe dem Beschwerdeführer aufgrund des Verlaufs unter bisheriger konservati- ver Therapie eine Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie nahegelegt, um zumindest über einen mittelfristigen Verlauf eine Beschwerdefreiheit bzw. - armut zu erzielen. Eine erneute Meniskusnaht sei nicht geplant. Durch diese 4. Operation werde eine ausgeprägte und nachhaltige Besserung der Beschwerde- symptomatik erwartet, womit auch die Arbeitsfähigkeit nachhaltig verbessert wer- den könne (Vi-act. M45). 3.10.2 Auch der Beschwerdeführer opponierte mit Schreiben vom 12. Oktober 2021 gegen die Leistungseinstellung gestützt auf die Beurteilung von Dr.med. M.________ (Vi-act. A58). Er verwies dabei auf einen Bericht von Dr.med. L.________ vom 23. September 2021 (Vi-act. M46), worin dieser äusserte, bis auf eine Chondropathie des medialen Femurkondylus hätten sich keine wesentli- chen degenerativen Veränderungen gezeigt; der Beschwerdeführer sei nach dem Unfall bereits zweimalig operiert worden, so dass allenfalls iatrogene Schä- den gesetzt worden seien. Es sei weiterhin ein unfallbedingter Schaden vorhan- den, man habe dem Beschwerdeführer eine Reoperation nahegelegt. Er sei zu- dem nicht übergewichtig; eine Gewichtsabnahme würde die Beschwerdesym- ptomatik nicht wesentlich beeinflussen. Und schliesslich hielt Dr.med. L.________ fest, der Beschwerdeführer beziehe wegen Rückenleiden bereits ei- ne IV-Rente, weshalb eine beabsichtigte sitzende Tätigkeit nicht zu empfehlen sei; besser wäre allenfalls eine körperlich leichte bis allenfalls mittelschwere Tätigkeit, wechselweise sitzend, gehend und stehend (Vi-act. M46). Sodann schrieb der Beschwerdeführer, Dr.med. L.________ habe eine Reopera- tion empfohlen, die hinausgeschoben worden sei, da man ihm eine Verbesse- rung der Situation nicht habe zusichern können; auch von einer Knieteilprothese sei schon gesprochen worden, welche möglicherweise zu einem späteren Zeit- punkt nötig sei. Indem in der Aktenbeurteilung die Integritätseinbusse noch nicht zuverlässig vorausgesagt werden könne, sei bestätigt, dass der Endzustand noch nicht erreicht sei; dieser sei abzuwarten und in dieser Zeit seien Heilungs- kosten und Taggelder zu übernehmen. Nicht nachvollziehbar sei die Empfehlung, das Körpergewicht zu reduzieren. Er sei durch die Vorinstanz nie untersucht worden; als ehemaliger Handwerker sei er muskulös, nicht übergewichtig. 3.11In einer weiteren Aktenbeurteilung vom 29. Oktober 2021 nahm Dr.med. M.________ Stellung zu den Schreiben des Beschwerdeführers und von Dr.med. L.________ (Vi-act. M47). Darin bestätigte er seine erste Beurteilung, wonach zum einen die geklagten Beschwerden unfallkausal seien, die Frage der Unfall- kausalität stelle sich indes gar nicht, und der Beschwerdeführer nur noch für 17 knieadaptierte Tätigkeiten einsetzbar sei, wobei in diesem Bereich aus unfallkau- saler Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe. Zum andern bekräftigte er, die gelenkerhaltenden Therapieoptionen seien ausgeschöpft und von weiteren arthroskopischen Eingriffen sei keine nam- hafte Besserung mehr zu erwarten. Ein Eingriff sei aus versicherungsmedizini- scher Sicht nicht als wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich zu werten. Viel- mehr wäre bei der geplanten Resektion des medialen Restmeniskus sogar eine beschleunigte Progredienz der medialen Gonarthrose zu befürchten, was kaum im Interesse des Versicherten sei. Eine ausgeprägte und nachhaltige Besserung der Beschwerdesymptomatik, wie von Dr.med. L.________ postuliert, sei in An- betracht der aktuellen medizinischen Datenlage als wenig wahrscheinlich einzu- stufen. Realistisch sei die Einschätzung des Beschwerdeführers in Bezug auf die längerfristige Entwicklung, dass eines Tages die Implantation einer Knie- Totalprothese notwendig werden könnte. Dies bedeute aber keineswegs, dass nicht ein vorläufiger medizinischer Endzustand festgelegt werden könne, da sich zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Behandlungen mehr anbieten, die über- wiegend wahrscheinlich zu einer namhaften Besserung des Zustandsbildes führen würden. Plausibel sei auch, wenn der Beschwerdeführer aussage, er kön- ne nur eingeschränkt arbeiten und es habe zeitweise eine volle Arbeitsunfähig- keit bestanden, soweit dies auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bezogen werde. Hingegen seien keine Gründe ersichtlich, warum knieadaptierte Arbeiten aus un- fallkausalen Gründen nicht möglich sein sollten. Es sei kaum zu erwarten, dass bei ihm höhergradige Knieschmerzen auftreten, wenn er mehrheitlich sitzenden Aktivitäten nachgehe, die keine Notwendigkeit einer Zwangshaltung der Beine beinhalten würden, mit nur kürzeren zwischenzeitlichen Abschnitten im Stehen und/oder Gehen verbunden seien und wo zudem übermässige Kniebelastungen vermieden würden (Knien und Kauern, Begehen von Treppen und Leitern oder von unebenem Terrain). Unbegründet ist laut Dr.med. M.________ auch die Kri- tik an der Integritätsschadenschätzung. Gemäss Gesetz seien voraussehbare Verschlimmerungen angemessen zu berücksichtigen. Dem sei er nachgekom- men, indem die Möglichkeit der späteren Entwicklung einer schweren femorotibi- alen Gonarthrose miteinbezogen worden sei. Zusätzlich sei berücksichtigt, dass nur ein Teil der arthrotischen Entwicklung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Februar 2019 stehe und ein anderer Teil auf den unfallfremden Vorzu- stand zurückzuführen sei. Aus seiner ausführlichen Begründung der Festsetzung des Integritätsschadens könne schliesslich nicht abgeleitet werden, dass nicht bereits ein vorläufiger medizinischer Endzustand erreicht sei. Betreffend seiner Empfehlung zur Reduktion des Körpergewichts beziehe er sich auf den Austritts- bericht vom 30. Oktober 2019, wonach der Beschwerdeführer einen BMI von 18 30.7 aufweise, was einem Übergewicht Grad 1 entspreche, weshalb der Gedan- ke im Grundsatz kaum abwegig erscheine, der Beschwerdeführer könne von ei- ner Gewichtsreduktion profitieren. Sofern der Beschwerdeführer tatsächlich ein ausschliesslich durch eine ausgeprägte muskuläre Hypertrophie bedingtes Über- gewicht aufweise, bitte er im Hinblick auf seine Empfehlung um Entschuldigung. Gestützt auf die neuerliche Aktenbeurteilung von Dr.med. M.________ verfügte die Vorinstanz den Fallabschluss (vgl. Ingress Bst. B). 3.12Mit der Einsprache vom 7. Dezember 2021 reichte der Beschwerdeführer ein weiteres Schreiben von Dr.med. L.________ vom 2. Dezember 2021 ein. Demgemäss habe der Beschwerdeführer bei der letzten Konsultation vom 30. November 2021 noch unveränderte Bewegungs-, Belastungs- und Ruheschmer- zen angegeben, die zu wiederholten Schwellungszuständen geführt hätten. Es sei aus seiner Sicht in Zukunft von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit als Handwer- ker auszugehen; eine Umschulung sei altersbedingt kaum vorstellbar. Er nehme weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 80% an (Vi-act. M48). Zusätzlich kündigte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr.med. E.________ an, den er im Sinne einer Zweit- resp. Drittmeinung aufgesucht ha- be. Am 14. Januar 2022 untersuchte dieser den Beschwerdeführer. In seinem Bericht, welchen er im Sinne einer Zweitmeinung zu der von Dr.med. L.________ empfohlenen Re-Operation abgebe, notierte er die Hauptdiagnosen (Vi-act. M49): Knie links: • Skisturz 2/2019 mit VKB-Ruptur • Giving-Way 10/2019 • VKB-Plastik und postero laterale Meniskusnaht • TME und Meniskusnaht medial, Plicaresektion 05/2020 • mediale Meniskusnaht, subtotale Synovektomie und laterale TME 03/2021 [rec- te 01/2021] • aktuell; Mediale Gonarthrose und deutliche Ergussneigung Dr.med. N.________ erhob einen klinischen Befund und gab neben dem Rönt- genbefund vom 14. Januar 2022 (u.a. deutlich verschmälerter medialer Gelenk- spalt) den Befund des MRI vom gleichen Tag wie folgt wieder: - Z. n. ausgedehnter TME medial mit vertikalem Riss der Spitze des verbleiben- den Hinterhorns sowie starker Degeneration und Subluxation der Pars interme- dia. - Vertikaler Riss im lateralen Meniskushinterhorn. - Mittelschwere Arthrose medial femorotibial sowie leichtgradig lateral femorotibi- al und femoropatellär. - VKB Plastik mit grenzwertigem Impingement ventral der Notch sowie Degene- ration. - Cyclops.19 - Deutlich Gelenkserguss. Als Beurteilung und Prozedere formulierte Dr.med. N.________: Rein medizinisch ist es zunehmend zu einer medialen Gonarthrose gekommen. Bereits im initialen MRI nach dem Skisturz sieht man aber leichte degenerative Veränderungen im medialen Kompartiment. Aufgrund des Meniskus und Kompe- tenz [sic], der Meniskektomien und der Nähte nun aber deutliche Verschlechte- rung. Therapeutisch empfehle ich einmal eine diagnostische Punktion, bei diversen Voroperationen sollte eine Infektion sicherlich ausgeschlossen werden. Sofern dies bereits durchgeführt wurde, kann darauf auch verzichtet werden. Eine reine Ar- throskopie denke ich wird dem Patienten wieder nichts helfen, für das ist die Ar- throse zu weit fortgeschritten (siehe deutliche Gelenkspaltverschmälerung in der Röntgenaufnahme). Konservativ kann versucht werden mit Einlagen, einer weite- ren einmaligen Kortisoninfiltration und eines Entlastung-Braces dies zu behandeln. Mittel- bis langfristig wird nur die Prothese dem Patienten was helfen. Hier mögli- cherweise aber die Teilprothese. Der Patient wird dies mit Dr. L.________ bespre- chen, bei mir jederzeit Kontrollen möglich. Hierauf bekräftigte der Beschwerdeführer gegenüber der Vorinstanz am 20. Ja- nuar 2022, dem Bericht Dr.med. N.________ könne entnommen werden, dass die Therapieoptionen noch nicht ausgeschöpft seien und mit einer Verbesserung der aktuell untragbaren Situation zu rechnen sei; der behauptete Endzustand sei noch nicht erreicht; der Beschwerdeführer sei aktuell 100% arbeitsunfähig (Vi- act. A72). 3.13Mit Schreiben vom 25. Februar 2022 ersuchte Dr.med. L.________ die Vorinstanz um Kostengutsprache für die Implantation einer Kniegelenksprothese, wie dies Dr.med. N.________ empfohlen habe (Vi-act. M50). Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund ausgeprägter Bewegungs-, Belastungs- und Ruhebeschwerden wei- terhin nicht gegeben. Hierauf antwortete die Vorinstanz, Dr.med. N.________ schlage diverse konservative Massnahmen vor und halte fest, mittel- bis langfris- tig sei wohl eine Prothese nötig. Sie frage, ob ein solcher Eingriff tatsächlich jetzt geplant sei, da dies aufgrund des erwähnten Berichts schon sehr überraschend wäre (Vi-act. M51). Hierauf antwortete Dr.med. L.________ am 23. März 2022, Dr.med. N.________ halte eine erneute arthroskopische Massnahme für wenig zielführend und schlage eher im weiteren Verlauf eine endoprothetische Versor- gung vor. Man habe dies mit dem Beschwerdeführer besprochen; er möchte sich Bedenkzeit herausnehmen (Vi-act. M52). 3.14Schliesslich ist ein Schreiben vom 15. Juli 2022 von Dr.med. L.________ an die IV aktenkundig nach einer Konsultation des Beschwerdeführers vom 8. Juli 2022 (Bf-act. 3). Dieser sei 20% arbeitsfähig und habe die doch belastende Tätigkeit auf einer Alp ausgeführt, bei welcher er noch immer rezidivierende Be- wegungs- und Belastungsbeschwerden angebe, so dass eine Steigerung der Ar-20 beitsfähigkeit kaum abzusehen sei. Die Arbeitsfähigkeit sei bei 20% zu belassen. Bei Persistenz der Beschwerden sei allenfalls ein prothetischer Ersatz in Erwä- gung zu ziehen. Weitere medizinische Berichte liegen keine im Recht. Namentlich hat der Be- schwerdeführer entgegen seiner Ankündigung keine weiteren Arztberichte oder Stellungnahmen eingereicht. 4.1Vor Verwaltungsgericht wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, ihr Entscheid betreffend Fallabschluss bzw. medizinischem Endzustand beruhe auf absolut ungenügender Abklärung und stehe in krassem Widerspruch zu den ver- schiedenen Arztberichten und Feststellungen. Der Endzustand sei noch nicht er- reicht. Die Aussage, es sei keine Verbesserung der Situation zu erwarten, verlet- ze Art. 43 ATSG. Daher werde die Rückweisung beantragt zur Durchführung ei- ner neutralen fachmedizinischen, interdisziplinären Begutachtung. Die Feststel- lungen der behandelnden Fachärzte, von welchen der Beschwerdeführer weitere Stellungnahmen ankündigte, würden der Aktenbeurteilung von Dr.med. M.________ klar widersprechen, weshalb letzterer keine Beweiskraft zukomme und weitere Abklärungen unabdingbar seien. Der Beschwerdeführer sei aktuell 20% arbeitsfähig; die Einschränkung sei ent- gegen der Vorinstanz nicht auf die Arthrose, sondern einen Meniskusschaden zurückzuführen. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei gemäss behandelnden Ärzten möglich, bedinge aber weitere Heilbehandlungen. Entsprechend sei die Vorinstanz weiter leistungspflichtig. 4.2Die Vorinstanz bestreitet die Mangelhaftigkeit der Beweiskraft der Beurtei- lungen von Dr.med. M.________. Diese beruhten auf allen Vorakten; er berück- sichtige sämtliche geklagten Beschwerden und habe sich mit den Meinungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt; seine Schlussfolgerungen seien nach- vollziehbar begründet. Der Beschwerdeführer zeige mitnichten auf, inwiefern die Berichte der behandelnden Ärzte auch nur schon geringe Zweifel an den Beurtei- lungen zu erwecken vermöchten; er negiere die Beweiskraft pauschal. Zu den Berichten, auf welche der Beschwerdeführer verweise, habe man im an- gefochtenen Entscheid ausführlich Stellung genommen. Die Physiotherapeutin äussere sich explizit nicht, ob eine Therapie eine namhafte Besserung bringe. Kein Widerspruch sei im Bericht von Dr.med. N.________ erkennbar; dieser ver- weise ebenso auf die vorbestehende Pathologie und erachte eine weitere Arthro- skopie als nicht zielführend. Seit dem letzten Eingriff vom 7. Januar 2021 habe sich der Gesundheitszustand nicht mehr relevant verbessert, was sich aus den Berichten von Dr.med. L.________ ergebe. Von der von Dr.med. L.________ 21 empfohlenen Arthroskopie seien keine Besserungen zu erwarten; zu diesem Schluss sei auch Dr.med. N.________ gekommen. Dessen Vorschläge von kon- servativen Massnahmen seien nicht auf eine namhafte Besserung, sondern auf eine Zustandserhaltung ausgerichtet. Lediglich eine Prothese lasse eine namhaf- te Besserung erwarten. Bis zu diesem Eingriff könne die Vorinstanz aber von ei- nem Endzustand ausgehen, bis dahin sei sie nicht leistungspflichtig. Der Fallab- schluss per 17. September 2021 sei daher korrekt. Der Beschwerdeführer nenne eine Arbeitsfähigkeit von 20% sowie die Möglich- keit einer Erhöhung auf bis 50% nach Durchführung weiterer Behandlungen. Er gebe indes nicht an, um welche Tätigkeiten es sich handle, weshalb auch nicht beurteilt werden könne, ob es sich um angepasste Tätigkeiten handle. 4.3Replizierend bekräftigt der Beschwerdeführer, gerade weil sich die Berichte des die Vorinstanz beratenden Arztes und jene der behandelnden Ärzte wider- sprechen würden, sei eine unabhängige Begutachtung notwendig. Die Vor- instanz zitiere zudem Dr.med. L.________ falsch; er habe nicht gesagt, die kon- servativen Therapien könnten keine Verbesserung bringen, sondern die bisheri- ge Therapie habe nicht erwartungsgemäss angeschlagen. Er habe klar gesagt, eine Arthroskopie führe zu einer Verbesserung. Dass Dr.med. M.________ dies anders sehe als Dr.med. L.________ und Dr.med. N.________ verdeutliche die Notwendigkeit einer unabhängigen Begutachtung. Zudem führt er aus, er wolle wieder arbeiten. Im Sommer 2022 habe er sich in angestammter Tätigkeit auf ei- ner Alp als Allrounder mit 20%-Pensum versucht; dank Physiotherapie habe er seine Arbeitsleistung einigermassen erfüllen können. Im Herbst 2022 sei er leider wieder 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Im März 2023 habe er zu 20% als Allrounder in einer Bootswerft begonnen, was nur mit regelmässiger Physio- therapie (Lymphdrainagen) möglich sei. Eine sitzende Tätigkeit funktioniere nicht, der Beschwerdeführer sei Handwerker und 59-jährig. Er bemühe sich, eine an- gepasste Tätigkeit zu finden, wobei zu berücksichtigen sei, dass er zeitlebens handwerklich tätig und stetig in Bewegung gewesen sei; er könne nun nicht plötz- lich eine Büroarbeit oder dergleichen annehmen. Zur Erhöhung der Leistungs- fähigkeit seien weitere Behandlungen und allenfalls Eingriffe notwendig. Die Ein- schränkungen seien nicht auf die Arthrose, sondern auf den offenkundigen Me- niskusschaden zurückzuführen. Die Unfallversicherung sei weiterhin leistungs- pflichtig. 5.Die Vorinstanz hat sich bei ihrem Entscheid, den Fall abzuschliessen, die Heilbehandlung noch bis am 17. September 2021 zu erbringen und Taggelder bis 30. November 2021 zu leisten, weitestgehend auf die Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes Dr.med. M.________ abgestützt. Dies ist dann nicht zu bean-22 standen, wenn der Beurteilung volle Beweiskraft beigemessen werden kann und keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Feststellungen bestehen (vgl. oben Erw. 2.5.2). 5.1Zu Recht rügt der Beschwerdeführer nicht - zumindest nicht substantiiert -, die Vorinstanz stütze sich zu Unrecht auf ein reines Aktengutachten ab. Den zwei Aktenbeurteilungen lässt sich zweifelsfrei entnehmen, dass Dr.med. M.________ die umfassenden Akten zur Verfügung standen, welche er in den Beurteilungen zusammenfassend korrekt wiedergab. Diese Akten enthalten einen lückenlosen Befund, der sich seit der Arthoskopie vom 7. Januar 2021 kaum veränderte; im Zentrum stehen Bewegungs- und Belastungsschmerzen, auslösbare Meniskus- zeichen, teilweise nachweisbare Schwellungen sowie Beweglichkeitsdefizite (vgl. oben Erw. 3. u 7 ff.). Auch die bildgebenden Befunde sind soweit unstrittig, so dass auf die Wiedergabe gemäss Bericht von Dr.med. N.________ verwiesen werden kann (vgl. oben Erw. 3.12). Strittig resp. zu klären galt es einzig die Fra- gen der Kausalität, des Erreichens des medizinischen Endzustandes resp. die Prognose. Dies ist im Rahmen eines Aktengutachtens zulässig (vgl. oben Erw. 2.5.4). 5.2Es ist allseits unbestritten, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Kniegelenksbeschwerden links unfallkausal sind. Auch Dr.med. M.________ zieht nicht in Zweifel, dass das Unfallereignis vom 22. Februar 2019 letztlich natürlich kausal zumindest im Sinne einer Teilursache ist (vgl. oben Erw. 3.9 und 3.11). Dass daneben aber auch schon ein relevanter Vorzustand bestand, bestätigt auch Dr.med. N.________ (vgl. oben 3.12). Und selbst Dr.med. L.________ bestätigt das Vorliegen degenerativer Veränderungen in Form einer Chondropathie des medialen Femurkondylus (Vi-act. M46), wobei hierin kein Wi- derspruch gesehen werden kann, beziehen sich doch Dr.med. M.________ und Dr.med. N.________ in ihren Beurteilungen explizit auf das ereignisnahe MRI vom 15. März 2019, wogegen Dr.med. L.________ unspezifisch bleibt oder sich gar auf seine Arthroskopie vom 7. Januar 2021 bezieht. Letztlich aber hält Dr.med. M.________ zu recht fest, dass die natürliche Kausalität vorliegend gar nicht zur Debatte stehe, bzw. unbestritten ist. So anerkannte Dr.med M.________ denn auch, dass das Unfallereignis zu ei- nem dauerhaften erheblichen Schaden geführt hat (vgl. oben Erw. 3.9), weshalb auch der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung unbestritten ist. 5.3Auf der Grundlage der verschiedenen medizinischen Berichte ist sodann die Beurteilung von Dr.med. M.________, wonach der medizinische Endzustand - vorbehältlich einer endoprothetischen Versorgung des Kniegelenkes - erreicht 23 sei, nachvollziehbar und schlüssig. Entgegen der Behauptung des Beschwerde- führers liegen keine medizinischen Berichte im Recht, welche hieran auch nur schon geringe Zweifel zu erwecken vermögen. Bei anhaltenden Beschwerden hatte Dr.med. L.________ dem Beschwerdefüh- rer eine vierte Arthroskopie empfohlen. Gemäss Dr.med. M.________ bringt eine solche keine namhafte Besserung; im Gegenteil müsse erwartet werden, dass eine beschleunigte Progredienz der medialen Gonarthrose zu befürchten wäre (vgl. oben Erw. 3.11). In diese Richtung äusserte sich schon Dr.med. K.________, indem er bereits vor der dritten Arthroskopie zum Schluss gelangte, falls eine weitere Kniearthroskopie nötig würde (welche dann am 7.1.2021 durchgeführt wurde), hänge der weitere Verlauf nicht nur vom Zustand der Me- nisci ab, sondern ebenfalls sehr vom Verlauf der posttraumatischen Arthrose in diesem Knie (vgl. oben Erw. 3.5). Es kann darin eine Bestätigung der Beurteilung von Dr.med. M.________ gesehen werden. Vor allem aber wird seine Beurtei- lung auch durch Dr.med. N.________ geteilt. In dem dieser den Verzicht auf die Arthroskopie zudem damit begründet, dass für einen Erfolg der Arthroskopie die Arthrose bereits zu weit fortgeschritten sei (vgl. oben Erw. 3.12), widerspricht er auch klar dem Beschwerdeführer, demgemäss nicht die Arthrose, sondern die Menisci weiter zu behandeln seien. Eine an die Menisci gerichtete Arthroskopie vermöchte dem Beschwerdeführer gemäss Dr.med. N.________ nicht zu helfen. Mit der Aussage des Beschwerdeführers vom 12. Oktober 2021, wonach er bis- lang auf die Arthroskopie verzichtet habe, da man ihm eine Verbesserung der Si- tuation nicht habe zusichern können (vgl. oben Erw. 3.10.2), wird diese Einschät- zung letztlich bestätigt. Bleibt zu vermerken, dass gestützt auf die Beurteilung von Dr.med. N.________ schliesslich auch Dr.med. L.________ von einer weite- ren Arthroskopie absah. 5.4Beizupflichten ist der Vorinstanz aber auch darin, dass die von Dr.med. N.________ vorgeschlagenen weiteren Massnahmen nicht auf eine namhafte Besserung ausgerichtet waren, sondern auf eine Stabilisierung: Einlagen, eine weitere einmalige Kortisoninfiltration oder ein Entlastungs-Brace sind nicht ge- eignet, eine namhafte Verbesserung zu bewirken, was Dr.med. N.________ der- art bestätigt, als er betont, mittel- bis langfristig könne dem Beschwerdeführer nur eine Prothese etwas helfen (vgl. oben Erw. 3.12). 5.5Damit aber liegen - was mögliche Therapieoptionen anbelangt - entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers gar keine Widersprüche vor. Der letzte Eingriff (3. Arthroskopie) erfolgte am 7. Januar 2021, am 30. April 2021 führte Dr.med. L.________ eine einmalige Kniegelenksinfiltration durch. Nicht nur er- folgte seither (also retrospektiv betrachtet) keine weitere eigentliche ärztliche Be-24 handlung mehr (vgl. dazu oben Erw. 2.3.2), sondern es wurde auch einzig durch Dr.med. L.________ eine vierte Arthroskopie empfohlen, was indes - wie eben aufgezeigt - durch die Vorinstanz zu Recht als nicht angezeigt abgelehnt (und letztlich auch durch Dr.med. L.________ nicht weiterverfolgt) wurde. Mithin wur- de auch in - letztlich entscheidender - prognostischer Beurteilung zu Recht aus- geschlossen, dass eine weitere Behandlung (vorbehältlich endoprothetischer Versorgung) noch eine namhafte Besserung bewirken würde. 5.6An dieser Würdigung vermögen auch die Ausführungen des Beschwerde- führers zu seiner Arbeitsfähigkeit nichts zu ändern. Der Fallabschluss setzt vor- aus, dass von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung erwartet wer- den kann, wobei sich diese namentlich auf die Steigerung der Arbeitsfähigkeit bezieht (vgl. oben Erw. 2.3.2). Gemäss der Vorinstanz besteht zumindest seit dem 17. September 2021 für an- gepasste Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit. Eine solche besteht laut Dr.med. M.________ darin, dass der Beschwerdeführer mehrheitlich sitzenden Aktivitäten nachgeht, die keine Notwendigkeit einer Zwangshaltung der Beine beinhalten, mit nur kürzeren zwischenzeitlichen Abschnitten im Stehen und/oder Gehen ver- bunden sind und wo zudem übermässige Kniebelastungen vermieden werden (Knien und Kauern, Begehen von Treppen und Leitern oder von unebenem Ter- rain; Vi-act. M47). Wenn Dr.med. L.________ wegen Rückproblemen eine sit- zende Tätigkeit nicht empfiehlt, sondern eine körperlich leichte bis allenfalls mit- telschwere Tätigkeit, wechselweise sitzend, gehend und stehend als besser be- urteilt (Vi-act. M46), so berücksichtigt er zum einen zu Unrecht unfallfremde Be- schwerden (Rücken) und zum andern vermag dies den Beschrieb einer ange- passten Tätigkeit durch Dr.med. M.________ nicht als falsch erscheinen lassen. Dass der Beschwerdeführer entgegen der Beurteilung der Vorinstanz bislang nicht voll arbeitsfähig war, vermag ihre Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen. Zu Recht hält die Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer trotz anderslautender Empfehlung bislang weiterhin in einer angestammten Tätigkeit arbeitete, nämlich auf der Alp, als Hauswart oder Allrounder in einer Bootswerft. Für all diese ange- stammten Tätigkeiten besteht aber gemäss Dr.med. M.________ eine vollständi- ge Arbeitsunfähigkeit, auch in Zukunft. Aus den Erfahrungen dieser nicht ange- passten Tätigkeiten kann der Beschwerdeführer daher nichts zu seinen Gunsten ableiten. Kommt hinzu, dass aus Sicht der Unfallversicherung ausschliesslich die unfallkausalen Beschwerden beachtlich sind. Soweit daher etwa Dr.med. L.________ auf weitere Beschwerden hinweist, ist dies nicht relevant. 25 5.7Fehl geht auch die beschwerdeführerische Argumentation, wonach aus der Begründung des Integritätsschadens erhelle, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei. Wie Dr.med. M.________ korrekt ausführt, sind bei der Schätzung des Integritätsschadens voraussehbare Verschlimmerungen ange- messen zu berücksichtigen (Art. 36 Abs. 4 UVV). Gemäss übereinstimmender Beurteilung von Dr.med. K.________, Dr.med. M.________ und Dr.med. N.________ besteht eine mediale Gonarthrose im linken Knie, wobei noch mit einer Verschlechterung der Situation gerechnet werden muss. Mithin ist unbe- stritten, dass der Gesundheitszustand nicht stabil ist, sondern sich (wahrschein- lich) noch verschlechtern wird. Unbestritten ist ebenso, dass dies mittel- bis lang- fristig weitere medizinische Behandlungen nach sich ziehen kann, namentlich die erwähnte endoprothetische Versorgung. Diese Entwicklung hat Dr.med. M.________ bei der Schätzung des Integritätsschadens berücksichtigt. Diese absehbare Verschlechterung des Gesundheitszustandes hindert indes nicht, von einem Endzustand im Sinne von Art. 19 UVG auszugehen, da aktuell mit weite- ren Massnahmen keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes er- reicht werden kann. 5.8Nachdem den Beurteilungen von Dr.med. M.________ volle Beweiskraft beizumessen ist und keine Zweifel an seinen nachvollziehbaren und schlüssigen Feststellungen bestehen, besteht kein Grund für weitere Abklärungen. Zudem begründet der Beschwerdeführer auch gar nicht, inwiefern eine polydisziplinäre Begutachtung notwendig wäre, und welche Fachrichtungen dabei berücksichtigt werden sollten. Nachdem bezüglich Befunde und Diagnosen Klarheit besteht und die Beurteilung von Dr.med. M.________ nicht in Widerspruch steht namentlich zur Beurteilung von Dr.med. N.________, sind von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Vielmehr ist mit der Vorinstanz davon auszu- gehen, dass der medizinische Endzustand per 17. September 2021 erreicht war, von weiteren medizinischen Behandlungen keine namhafte Besserung erwartet werden konnte (vgl. hierzu aber nachfolgend) und dass der Beschwerdeführer in seinen Kniebeschwerden angepasster Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. Bleibt anzufügen, dass sämtliche medizinischen Berichte mittel- bis langfristig ei- ne endoprothetische Versorgung des linken Knies des Beschwerdeführers als notwendig oder zumindest als wahrscheinlich und insbesondere hilfreich erach- ten. Von dieser Prognose geht auch die Vorinstanz aus. Zum einen aber hindert dies die Vorinstanz nicht, den Fall per 17. September 2021 abzuschliessen, nachdem diese einzig in Betracht zu ziehende medizinische Massnahme noch nicht geplant war und ist. Zum andern bedeutet der nun verfügte Fallabschluss nicht, dass die Vorinstanz für diese Therapie dannzumal nicht Leistungen zu er-26 bringen hat. Zu Recht macht sie selber solches denn auch gar nicht geltend (wo- bei dies aber auch gar nicht strittig und nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheides war). 6.Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuwei- sen ist. Kosten werden keine erhoben (Art. 61 lit. f bis ATSG). Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang keiner (Art. 61 lit. g ATSG). Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). Schwyz, 15. Mai 2023 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident:27 Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 12. Juni 2023