Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 2. April 2019 (400 18 204) ___________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Kindesunterhalt (Geburt eines Kinds von einem neuen Lebenspartner, Nichtanwend- barkeit der 10/16-Regel, Pflicht zur Erhöhung des Arbeitspensums unter Inanspruch- nahme von Drittbetreuung, Bemessung der Unterhaltbeiträge) Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richter Dieter Freiburghaus (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann Parteien A._____, vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys-Währer, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal, Klägerin und Berufungsbeklagte gegen B._____, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Angelo Schwizer, Schwizer Rechtsanwälte AG, Bischofszellerstrasse 21a, 9201 Gossau SG, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Abänderung Scheidungsurteil Berufung gegen das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 22. Januar 2015 Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 1. Dezember 2015 Rückweisung durch das Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 21. März 2013 schied das Bezirksgericht Sissach die von B._____ (fortan: „Beklagter“, „Berufungskläger“) und A._____ (fortan: „Klägerin“, „Berufungsbeklagte“) am tt.mm.2006 in C._____ geschlossene Ehe. Es teilte die elterliche Sorge über die gemein- samen Kinder D._____ (geb. am tt.mm.2003) und E._____ (geb. am tt.mm.2008) dem Vater zu und regelte das Besuchsrecht der Mutter. Sodann verpflichtete es diese, basierend auf einem hypothetisc hen Jahreseinkommen von CHF 37'200.–, zu Kinderunterhaltsbeiträgen von je CHF 450.– bis zum 12. Altersjahr und danach bis zur Mündigkeit von je CHF 550.–. Am 13. Juni 2013 gebar die Klägerin das Kind F._____, dessen biologischer Vater ihr neuer Lebenspartner ist. Mit Entscheid vom 7. März 2014 stellte das Kreisgericht Wil fest, dass der Beklagte nicht der Vater von F._____ ist. B. Auf Abänderungsklage der Klägerin hin entschied das Zivilkreisgericht Basel - Landschaft Ost mit Urteil vom 22. Januar 2015: „1. Die Unterhaltspflicht der Klägerin gegenüber dem Beklagten für die gemeinsame Tochter D._____ wird per Rechtskraft des vorliegenden Urteils aufgehoben. 2. Die Unterhaltspflicht der Klägerin gegenüber dem Beklagten für den gemeinsamen Sohn E._____ wird mit Wirkung ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils bis und mit Juni 2023 aufgehoben. Ab Juli 2023 hat die Klägerin dem Beklagten für den Sohn E._____ einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 200.– zu bezahlen. 3. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 2 hievor basiert auf einem hypothetischen Netto- einkommen der Klägerin von CHF 2‘480 .– (bei einem Pensum von 80 %) und dem BFS-Landesindex der Konsumentenpreise bei Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils. Der Unterhalts beitrag ist jährlich auf 1. Januar der Entwicklung des BFS - Landesindexes anzupassen, erstmals per Juli 2023. Massgebender Indexstand ist derjenige des Monats November des Vorjahres. Die Anpassung erfolgt nur soweit, als sich das Einkommen der Pflichtigen v erändert hat. Die Beweislast für eine geringere Einkommensanpassung trägt die Pflichtige. Die Teuerungsanpassung erfolgt jeweils nach folgender Berechnungsformel: alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index (Nov. Vorjahr) Neuer Unterhaltsbeitrag = ——————————————————————— alter Index 4. Die Gerichtskosten von CHF 1‘500 .– ohne schriftliche Begründung bzw. von CHF 2‘500.– mit schriftlicher Begründung werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt bzw. gehen wegen der bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege für beide Parteien zu La s- ten des Staats. Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weil beiden Parteien der volle Kostenerlass bewilligt wurde, werden ihren Vertretern folgende Honorare (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse b e- zahlt: - Stefanie Mathys, Advokatin‚ Liestal: CHF 3‘880.45 - Paul Schwizer, Rechtsanwalt, Gossau: CHF 7‘606.65“ C. Gegen dieses Urteil erhob der Beklagte und Berufungskläger am 29. Mai 2015 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, (fortan: Kantonsgericht) Berufung mit den Anträgen: 1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben. 2. Die Klägerin und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, ihm an den Unterhalt der Kinder D._____ und E._____ monatlich und monatlich im Voraus mindestens je CHF 450.– (zuzüglich Kinderzulagen) bis zum 12. Altersjahr und mindestens je CHF 550.– (zuzüglich Kinderzulagen) ab dem 12. Altersjahr bis zu deren Mündigkeit bzw. ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung zu bezahlen. 3. Es sei ihm für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit seinem Rechtsvertreter zu gewähren. 4. Alles unter o/e-Kostenfolge zulasten der Berufungsbeklagten. D. Die Klägerin und Berufungsbeklagte begehrte mit Berufungsantwort vom 2. Juli 2015 die Abweisung der Berufung, unter o/e -Kostenfolge zulasten des Berufungsklägers. Zugleich ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. E. Mit Entscheid vom 1. Dezember 2015 bestimmte das Kantonsgericht B asel- Landschaft: „1. Die Berufung vom 29. Mai 2015 wird abgewiesen und das Urteil des Zivilkreisg e- richts Basel-Landschaft Ost vom 22. Januar 2015 wird bestätigt. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 2'000.– wird dem Berufungskläger auferlegt. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege gehen die Gerichtskosten vorläufig zu Lasten des Staates. 3. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung von CHF 2‘072.50 (inklusive Auslagen von CHF 19.– und 8 % MWST von CHF 153.50) zu bezahlen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Berufungskläger s, Rechtsanwalt Paul Schwizer, wird eine Entschädigung von CHF 4‘651.80 (inklusive Auslagen von CHF 307.20 und Mehrwertsteuer von CHF 344.60) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 5. Der Berufungskläger ist zur Nachzahlung der Entscheidgebühr und der Entschäd i- gung an den amtlichen Rechtsbeistand des vorliegenden Berufungsverfahrens ve r- pflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt 10 Jah- re nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO).“ F. Eine dagegen vom Berufungskläger erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 25. Juni 2018 im Eventualbegehren gut, hob den Entscheid des Kantonsg e- richts Basel-Landschaft vom 1. Dezember 2015 auf und wies die Sache zur weiteren Abkl ä- rung und neuen Beurteilung im Sinn der Erwägungen an das Kantonsgericht zurück. G. Mit Verfügung vom 6. Juli 2018 wurden die Parteien zur Instruktionsverhandlung vor das Präsidium des Kantonsgerichts Basel -Landschaft, Abteilung Zivilrecht, geladen. De n Parteien wurde eine Frist bis zum 20. August 2018 gesetzt, um Belege über ihr sämtliches Einkommen sowie ihre sämtlichen Arbeitsverträge seit 1. Januar 2015 einzureichen. H. Die Berufungsbeklagte reichte am 14. August 2018 und der Berufungskläger am 20. August 2018 diverse Unterlagen betreffend die finanziellen Verhältnisse ein. I. Am 23. Oktober 2018 fand eine Instruktionsverhandlung statt. Mit gleichentags e r- lassener Verfügung wurde den Parteien Frist bis 30. November 2018 gesetzt, um zu den gemäss Bundesgerichtsentscheid vom 25. Juni 2018 vorzunehmenden weiteren Sachve r- haltsabklärungen, insbesondere zum Arbeitspensum und Einkommen der Beruf ungsbeklag- ten und der Drittbetreuung von F._____ (zusätzliche Betreuung durch die Grosseltern, tei l- weise Betreuung durch den neuen Pa rtner, Krippenbetreuung u.ä.m.), Beweismittel einzu- reichen und Beweisanträge zu stellen. J. Am 30. November 2018 reichten der Berufungskläger und die Berufungsbeklagte je eine Eingabe zur neuen Sachverhaltslage nach der Rückweisung des Falls durch das Bu n- desgericht und weitere Beweismittel ein. K. Am 14. Dezember 2018 erstattete die Berufungsbeklagte eine Stellungnahme zur Eingabe des Berufungsklägers vom 30. November 2018 und am 17. Dezember 2018 reichte der Berufungskläger eine Stellungnahme zur Eingabe der Berufungsbeklagten vom 30. N o- vember 2018 ein. L. Zur heutigen Verhandlung erscheinen der Berufungskläger mit Rechtsan walt Dr. Angelo Schwizer und die Berufungsbeklagte mit Advokatin Stefanie Mathys-Währer. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Berufungskläger beantragt: 1. Das angefochtene Urteil sei ersatzlos aufzuheben. 2. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten , an den Unterhalt der gemeinsamen Kin- der D._____ und E._____ monatlich und pränumerando je CHF 450.– und ab deren 12. Altersjahr je CHF 550.– zu bezahlen (zuzüglich allfällige Familienzulagen). 3. Die Unterhaltsbeiträge seien anhand des Landesindexes der Konsumentenpreise jeweils per Jahresbeginn auf Grundlage des Indexstandes des vorhergehenden No- vembers anzupassen. 4. Alles unter Kosten und Entschädigungsfol ge (inkl. MWSt) zu Lasten der Berufung s- beklagten. Die Berufungsbeklagte bestand auf ihren Rechtsbegehren gemäss ihrer Berufungsantwort vom 2. Juli 2015. Erwägungen 1.1 Im Rückweisungsentscheid (BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018) erkannte das Bundesgericht insbesondere, im Zeitpu nkt des angefochtenen Entscheid s des Kantonsg e- richts habe das Kind F._____ das Alter, bis zu w elchem eine (unfreiwillige) Erwerbstätigkeit der Berufungsbeklagten nicht zumutbar erscheine , überschritten gehabt. Für besondere B e- treuungsbedürfnisse der Berufungsbeklagten zufolge gesundheitlicher Defizite o. Ä. bestün- den keine Anhaltspunkte. Demnach er scheine der Berufungsbeklagten angesichts der vo r- bestandenen und fortbestehenden Unterhaltspflicht gegenüber ihren weiteren Kindern eine Erwerbsarbeit in deutlich grösserem Umfang zumutbar, als sie von den kantonalen lnstanzen verlangt worden sei, umso meh r als sie sich die Lasten betreffend F._____ mit ihrem neuen Partner teilen könne. Vor diesem Hintergrund verletze die vom Kantonsgericht getroffene Lösung augenfällig den Gleichbehandlungsgrundsatz. Gemäss der getroffenen Regelung wäre die Mutter gegenüber den beiden nicht unter ihrer Obhut stehenden Kindern auf Jahre hinaus gar nicht unterhaltspflichtig, gegenüber der älteren Tochter D._____ sogar überhaupt nie mehr. Der Vater müsste die gesamte Unterhaltslast alleine schultern, sowohl die Betre u- ung (teilweise mit Hilfe Dritter) als auch die finanziellen Lasten. Dies verletze Bundesrecht, umso mehr als auf beiden Seiten knappe, wenn nicht prekäre finanzielle Verhältnisse herrschten. In dieser Situation habe sich ein jeder Elternteil, soweit dies objektiv m öglich sei, so auszurichten, dass er seinen Unterhaltsverpflichtungen gegenüber dem unmündigen Kind nachkommen könne. Dies bedinge mitunter auch Einschränkungen bei der persönlichen L e- bensgestaltung. Weil die vom Kantonsgericht getroffene bzw. geschützte L ösung vor Bu n- desrecht nicht standhalte, sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und zur näheren A b- klärung der möglichen Erwerbsquote und konkreten Tätigkeit an das Kantonsgericht zurüc k- zuweisen. Dabei werde gestützt auf die Offizial - und Untersuchungsmaxime insbesondere die faktische Möglichkeit zu einem höheren Arbeitspensum sowie zur Ausdehnung der Drit t- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht betreuung von F._____ (zusätzliche Betreuung durch die Grosseltern; teilweise Betreuung durch den neuen Partner; Krippenbetreuung; u.ä.m.) abzuklären und insgesamt eine neue Berechnung vorzunehmen sein. Damit würden die verschiedenen Sachverhaltsrügen des Berufungsklägers (betreffend Betreuungsmöglichkeiten, Wohnsituation, Krankenkassenko s- ten, u.a.m.) jedenfalls vorerst gegenstandslos. 1.2 Im Falle ein es bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der neuen Entscheidung befasste kantonale Instanz ihrem Urteil die rechtliche Beurteilung, mit der die Rückweisung begründet wird, zugrunde zu legen. Jene bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird. Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es den erneut mit der Sache befassten Gerichten wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zuläss i- gen Noven, verwehrt, der Überprüfung einen anderen als den bisherigen Sachverhalt z u un- terstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückwe i- sungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind. Die neue Entscheidung der kantonalen Instanz ist somit auf diejenige Themat ik b e- schränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen B e- urteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen ( BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; 135 III 334 E. 2; BGer 9C_452/2018 vom 25. Januar 2019 E. 1.1). 1.3 In Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen, d.h. es gilt der uneingeschränkte Untersuchungsgru ndsatz (Art. 296 Abs.1 ZPO). Das Sammeln des Prozessstoffes bleibt zwar grundsätzlich Sache der Parteien, jedoch muss das Gericht von sich aus tätig werden, auch wenn kein entspreche n- der Antrag vorliegt ( JONAS SCHWEIGHAUSER in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung , 3. Aufl. 2016, Art. 296 N 8 und 10; OGer ZH LC160023 vom 15. November 2018 E. II/2 ). Erforscht das Gericht den Sachverhalt wie vorliegend von Amtes wegen, können die Parteien gemäss bundes gerichtli- cher Rechtsprechung im Berufungsverfahren Noven auch dann vorbringen, wenn die Vor - aussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 2. Die neuen Bestimmungen über den Kindesunterhalt sind per 1. Januar 2017 in Kraft getreten (AS 2015 4299; BBl 2014 529). Laut Art. 13 cbis SchlT ZGB findet auf Verfahren, die beim Inkrafttreten der Änderung vom 20. März 2015 rechtshängig sind, das neue Recht A n- wendung (Abs. 1). Das Bundesgericht entscheidet nach bisherigem Recht, wenn der ang e- fochtene Entscheid vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 20. März 2015 ergangen ist; dies gilt auch bei einer allfälligen Rückweisung an die kantonale Instanz (Abs. 2). Somit ist in der vorliegenden Sache, in welcher das Bundesgericht den Ent scheid des Kantonsgerichts vom 1. Dezember 2015 aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an das Kantonsgericht zurückwies, altes Recht anwendbar. Laut Art. 286 Abs. 2 i.V.m. Art. 134 Abs. 2 ZGB kann das Gericht bei erheblicher Verände rung der Verhältnisse auf Antrag eines Elternteils oder des Kind s den Unterhaltsbeitrag für ein Kind neu festsetzen oder au f- heben. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Abänderung des Unterhaltsbeitrags z u- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht treffend angeführt, weshalb darauf verwiesen werden kann. Vorliegend liegt die Veränderung in den Verhältnissen, welche Anlass zur Überprüfung der Unterhaltspflicht der Berufungsb e- klagten gegenüber ihren Kindern D._____ und E._____ gibt, in der von der Berufungsbeklag- ten nach der Scheidung geborenen Tochter F._____, dessen biologischer Vater der neue Lebenspartner ist. Gemäss Art. 286 Abs. 2 i.V.m. Art. 285 ZGB sind das massgebliche Ei n- kommen und der (Not -)Bedarf de r Berufungsbeklagten zu klären (vgl. BGE 137 III 62 f. ; OGer ZH LC110062 vom 22. November 2011 E. I.4 ). Die hier massgebenden Grundsätze zur Auslegung des Kindesunterhaltsrechts hat das Bundesgericht in den Erwägungen 3.4 und 3.5 seines Urteils vom 25. Juni 2018 eingehend aufgezeigt, weshalb zwecks Verme i- dung überflüssiger Wiederholungen darauf verweisen ist. 3. Nachfolgend sind die finanziellen Verhältnisse der Berufungsbeklagten zu beurte i- len. 3.1 Einkommen der Berufungsbeklagten 3.1.1 Zunächst ist zu untersuchen, in welchem Umfang der Berufungsbeklagten eine Ar- beitstätigkeit zuzumuten ist. Das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost hielt im Urteil vom 22. Januar 2015 und das Ka n- tonsgericht im Urteil vom 1. Januar 2015 eine Erwerbstätigkeit der Berufungsbeklagte n im Umfang eines Arbeitspensums von 40 % für zumutbar. D as Bundesgericht ist im Urteil vom 25. Juni 2018 zum Schluss gelangt, dass der Berufungsbeklagten eine Erwerbsarbeit in deutlich grösserem Umfang zumutbar sei, als sie von den kantonalen lnstanzen ver langt wurde. Damit verlangt das Bundesgericht von der Berufungsbeklagten zwar die Ausübung eines wesentlich höheren Arbeitspensums als 40 %, jedoch scheint es gegenwärtig keine Vollzeiterwerbstätigkeit von ihr zu verlangen. In diesem Zusammenhang hielt es auch fest, dass die Berufungsbeklagte keinen Anspruch auf Eigenbetreuung von F._____ habe und sie nötigenfalls für F._____ eine Fremdbetreuung beanspruchen müsse. Auch wenn der vorli e- gende Fall nach altem Kindesunterhalt srecht zu beurteilen ist, ist an die ser Stelle festzustel- len, dass die Vorgaben des Bundesgerichts zur Ausnutzung der Arbeitskraft durch die Ber u- fungsbeklagte bis zu einem gewissen Grad mit dem neurechtlich en Schulstufenmodell ver- gleichbar sind. Bei diesem Modell kann für die Entlastung des obhutsberechtigten Elternteils auch die Inanspruchnahme ausserschulischer Drittbetreuungsmöglichkeiten geboten sein. Nach diesem Modell gilt für den hauptbetreuenden Elternteil im Normalfall ab der obligator i- schen Beschulung des jüngs ten Kinds eine Erwerbs tätigkeit von 50 %, ab dem Eintritt des Kinds in die Sekundarstufe I eine solche von 80 % und ab Vollendung des 16. Lebens jahrs eine solche von 100 % als zumutbar (BGE 144 III 481 E. 4.5-4.7). In casu ist die Berufung s- beklagte gegenwärtig mit einem Wochenpensum von zirka 12 Stunden bei G._____ AG als Unterhaltsreinigerin angestellt. Sie betreut ihre 5-jährige Tochter F._____, welche im zweiten Jahr in den Kindergarten geht, und lebt mit dem Vater von F._____ zusammen. Vor dem Hintergrund, dass im Regelfall nach neuem Recht einem obhutsberechtigten Elternteil ab der obligatorischen Beschulung bzw. Kindergartenbesuch des jüngsten Kinds bis zu dessen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Übertritt in die Sekundarstufe I lediglic h eine Erwerbstätigkeit von 50 % zumutbar und nach altem Kindesunterhaltrecht eine Erwerbstätigkeit bis zum Erreichen des 10 . Altersjahrs des jüngsten Kinds gar als unzumutbar gilt, erscheint hier der obhutsberechtigten Berufungsb e- klagten - auch wenn sie gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein höheres Arbeit s- pensum als im Regelfall zu leisten hat - angesichts des noch jungen Alters ihrer Tochter F._____ gegenwärtig keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit, sondern nur ein Arbeitspensum von 75 % als zumutbar. Unter Inanspruchnahme von Drittbetreuungsmöglichkeiten erscheint die Bewältigung eines solchen Arbeitspensums auch als möglich. Im August 2025 wird F._____ in die Sekundarstufe I übertreten. Da nnzumals wird sie insgesamt länger e Unterrichtszeiten haben und auch selbständiger sein als heute. Angesichts dessen erscheint der Berufung s- beklagten ab 1. August 2025 eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit möglich und zumutbar. 3.1.2 Im Weiteren ist zu entscheiden, auf welchem Beruf die Berufungsbeklagte arbe iten kann. Was die berufliche Ausbildung und Erfahrung der heute 40 -jährigen, gesunden Berufung s- beklagten betrifft, ist unbestritten, dass sie vor 15 Jahren einen Kurs zur Ausbildung als Pfle- gehelferin SRK absolvierte und für kurze Zeit als Pflegehelferin arbeitete. Anlässlich der heu- tigen Befragung vor den Schranken des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, bekundete die Berufungsbeklagte, vom Roten Kreuz sei ihr beschieden worden, dass ihre Chancen auf Wiederaufnahme einer Berufungstätigkeit in der Pfle ge gering seien und sie eine entspr e- chende Weiterbildung absolvieren müsste (Prot. KG vom 2. April 2019, S. 2). Weil die Beru- fungsbeklagte bislang keine konkreten Schritte für einen (Wieder)einstieg in den Pflegeberuf unternommen und sie kaum über Berufungserfahrung verfügt und diese erst noch Jahre z u- rückliegt, erscheint nach allgemeiner Lebenserfahrung die Ausübung einer Tätigkeit der B e- rufungsbeklagten als Pflegehelferin kaum als realistisch. Bei der Prognose über das erzielba- re Einkommen ist zudem eine gewisse Vorsicht angezeigt, weil die Folgen einer Fehlprogno- se die Berufungsbeklagte entsprechend treffen würde (OGer ZH LC170021 vom 19. Dezem- ber 2017 E. III.2.5.4). In Anbetracht all des Dargestellten ist der Berufungsbeklagten kein Einkommen aus einer Tätigkeit in der Pflege anzurechnen. Die Berufungsbeklagte war von Juni bis Dezember 2014 als Lagermitarbeiterin bei der H._____ AG tätig. Per 1. Juli 2015 wurde sie von der G._____ AG als Unterhaltsreinigerin mit einem wöchentlichen Arbeitspensum von zirka 12 Stu nden mit einem Grundlohn von CHF 18.50 pro Stunde angestellt. Dieses Arbeitsverhältnis untersteht dem Gesamtarbeits- vertrag für die Reinigungsbranche in der Deutschschweiz (nach folgend: GAV). Für eine Un- terhaltsreinigerin I beträgt der Min imallohn per 1. Dezember 2018 brutto CHF 18.80 pro Stunde. Die Arbeitszeit für ein 100 % -Pensum beträgt höchstens 42 Stunden pro Woche. Mitarbeitende aller Kategorien haben für die gesamte Anste llungsdauer Anrecht auf einen 13. Monatslohn im vollen Umfang, sofern das Anstellungsverhältnis mehr als 3 Monate dau- ert. Demnach ist von einem erzielbaren Einkommen der Berufungsbeklagten von brutto CHF 3‘712.– pro Monat (21.7 [Tage pro Monat] x 8.4 [Stun den pro Tag] x CHF 18.80 [Stunde n- lohn] x 13/12 [13. Monatslohnanteil]) auszugehen. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge für AHV/IV/EO/ALV von 6.225 %, des NBU -Beitrags von Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.966 %, des Vollzugskostenbeitrags des GAV von 0.4 % sowie eines entsprechenden Spar- und Risikobeitrags an die berufliche Vorsorge auf dem koordinierten Lohn von durchschnit t- lich 6 - 10 % ist der Berufungsbeklagten somit bei einem 75 % -Pensum als Unterhaltsreinige- rin ein Nettolohn von CHF 2‘475. – pro Monat anzurechnen. Ab August 2025 ist bei einer Vollzeiterwerbstätigkeit der Berufungsbeklagten somit von einem Nettolohn von CHF 3‘300.– pro Monat auszugehen. 3.1.3 Der unterhaltspflichtigen Person ist eine angemessene Frist zur Umstellung einz u- räumen, wenn die Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit grundsätzlich bejaht wird; sie muss hinreichend Zeit dafür haben, die rechtlichen Vorgaben in die Wirklic h- keit umzusetzen (BGE 114 II 13 E. 5). Diese Überlegung gilt auch im vorliegenden Fall, wo es um die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit durch die Berufungsbeklagte nach der G e- burt eines nicht vom Berufungskläger stammenden Kinds geht. Die Einräumung einer Übe r- gangsfrist stellt keinen Widerspruch zum Grundsatz von Art. 276 Abs. 2 aZGB dar, dass der Berufungskläger der Berufungsbeklagten nicht direkt in der Erfüllung ihrer Unterhaltspflicht gegenüber den gemeinsamen Kindern D._____ und E._____ beistehen muss. Denn bei der eigentlichen Unterhaltspflicht geht es um eine sich regelmässig über Jahre oder gar Jah r- zehnte erstreckende Verpflichtung, wogegen eine Übergangsfrist naturgemäss eine ve r- gleichsweise kurze Zeitspanne umfasst. Nachdem das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost mit Urteil vom 22. Januar 2015 die Unterhaltspflicht der Berufungsbeklagten gegenüber ihrer Tochter D._____ vollständig sowie gegenüber ihrem Sohn E._____ bis zum Juni 2023 au f- hob und das Kantonsgericht eine dagegen erhobene Berufung mit Entscheid vom 1. Dezem- ber 2015 abwies, bestand für die Beruf ungsbeklagte keine Veranlassung, eine Erwerbstätig- keit zwecks Entrichtung von Unterhaltsbeiträge n an die vorgenannten Kinder aufzunehmen. Angesichts dessen kann ihr nicht vorgehalten werden, dass sie nach diesen Urteilen lediglich im Umfang eines kleinen Arbeitspensums tätig war. Im Urteil vom 25. Juni 2018 hielt das Bundesgericht zwar fest, dass der Berufungsbeklagten im Rahmen der Unterhaltsberec h- nung ein deutlich höheres Arbeitspensum als 40 % anzurechnen ist. Angesichts ihres relati v hohen Bedarfs musste die Berufungsbeklagte jedoch nicht zwingend damit rechnen, dass sie letztlich zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet wird und deswegen eine Arbeitst ä- tigkeit mit einem höheren Pensum aufnehmen muss. Im Weitern ist zu beachten, dass die Berufungsbeklagte ihr Arbei tspensum bei ihrer gegenwärtigen Arbeitgeberin nicht auf 75 % aufstocken kann. Denn ihr Arbeitgeber bietet nur Anstellungen in einem 30 % - oder 100 %- Pensum an (Prot. KG vom 2. April 2019, S. 3). Angesichts der dargelegten Umstände ist der Berufungsbeklagten eine angemessene Übergangsfrist zur Erhöhung ihres Arbeitspensums zu gewähren, weil sie zum einen erst eine entsprechende Anstellung und zum anderen auch noch einen geeigneten Ort für die Betreuung der Tochter F._____ finden muss. Als möglich und zumutbar erscheint ihr die Erhöhung ihre s Arbeitspensums als Unterhaltsreinigerin auf 75 % ab dem 1. Januar 2020. 3.1.4 Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der Berufungsbeklagten ab 1. Januar 2020 ein Einkommen von netto CHF 2‘475.– pro Monat anzurechnen ist. So bald F._____ im August 2025 in die Sekundarstufe I übertritt, wird ihr ein Einkommen aus einer Vollzeiterwerbstäti g- keit von netto CHF 3‘300.– anzurechnen sein. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bedarf der Berufungsbeklagten 3.2.1 Das Kantonsgericht setzt den Bedarf der Berufungsbeklagten ohne Fremdbetre u- ungskosten in seinem Entscheid vom 1. Dezember 2015 unter Berücksichtigung eines mo- natlichen Grundbetrags von CHF 850. –, eines monatlichen Wohnkostenanteils von CHF 842.50, einer monatlichen Krankenkassenprämie (unter Berücksichtigung der Prämienverbil- ligung) von CHF 200.– und monatlichen Mobilitätskosten von CHF 50. – auf insgesamt CHF 1‘942.50 pro Monat fest. Nachdem das Kantonsgericht die Festlegung dieses Bedarfs im genannten Entscheid ausführlich begründet e und das Bun desgericht im Urteil vom 25. Juni 2018 keine Änderungen daran vornahm, kann zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholu n- gen grundsätzlich auf die entsprechenden Ausführungen des Entscheids des Kantonsg e- richts vom 1. Dezember 2015 verwiesen werden. 3.2.2 Zu den als zu hoch gerügten Wohnkosten ist Folgendes zu bemerken: a) Wohnkosten sind grundsätzlich im effektiven Umfang im Grundbedarf zu berüc k- sichtigen. Sie setzen sich aus der monatlichen Miete sowie den gemäss Mietvertrag zu b e- zahlenden Nebenkosten zusammen. Erscheinen die effektiven Kosten mit Blick auf die pe r- sönlichen Verhältnisse oder des örtlichen Wohnungsmarktes indes als übersetzt, so kann dieser Betrag unter Berücksichtigung einer angemessenen Übergangsfrist (für die Künd i- gung) auf ein entsprechendes Normalmass reduziert werden (OGer ZH LE180018 vom 16. Oktober 2018 E. III/4.2/b). b) Vorliegend erscheinen die bei de r Berufungsbeklagten im Bedarf angerechneten Wohnkosten von monatlich CHF 842.50 ihren persönlichen Verhältnissen und den örtlichen Gegebenheiten durchaus als angemessen. Die Wohnkosten machen bloss einen Drittel des der Berufungsbeklagten ab dem 1. Januar 2020 angerechneten Nettoeinkommens und gar lediglich einen Viertel des ihr ab August 2025 angerechneten Nettoeinkommens aus. Die Wohnausgaben stehen damit in einer üblichen Relation zu ihrem Verdienst . Auch ist der Mietzins der Wohnung ortsüblich. Somit erweisen sich Wohnkosten der Berufungsbeklagten von CHF 842.50 pro Monat als angemessen. 3.2.3 Im Weiteren bleibt über die Anrechnung vo n Drittbetreuungskosten im Bedarf der Berufungsbeklagten zu befinden. Die Tochter der Berufungsbeklagten F._____ ist im zweiten Kindergartenjahr. Während des Kindergartenbesuchs bedarf sie keiner Drittbetreuung. Der Vater von F._____ und aktuelle Lebenspartner der Berufungsbeklagten arbeitet vollzeitlich und muss werktags von 4 Uhr morgens bis 17 Uhr abends am Arbeitsplatz sein (Prot. KG vom 2. April 2019, S. 3 f.). Die Eltern des Vaters von F._____ stehen für eine regelmässige Betreuung von F._____ nicht zur Verfügung (Prot. KG vom 2. April 2019, S. 3). Die Eltern der Berufungsbeklagten können F._____ nicht betreuen, da sie selbst noch erwerbstätig sind (Beilage 2 zur Eingabe der B e- rufungsbeklagten vom 30. November 2018). In Anbetracht des Dargestellten und der von der Berufungsbeklagten auszuübenden Erwerbstätigkeit im Umfang eines 75 % -Pensums muss Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht geschlossen werden, dass die Berufungsbeklagte während 3 Tagen in der Woche für F._____ halbtags eine zu entschädigende Drittbetreuung beanspruchen muss. Für d ie Be- treuung von F._____ in einer Kindertagesstätte während eines halben Tags ist von Kosten von CHF 66. – pro Halbtag auszugehen. Angesichts der finanziellen Verhältnisse kann die Berufungsbeklagte eine maximale Subventionierung für die Drittbetreuung im U mfang von 50 % beanspruchen (vgl. Leitfaden für die Ausrichtung von Beiträgen an die familienergän- zende Kinderbetreuung der Gemeinde I._____ vom 1. August 2018). Unter Berücksichtigung des vom Vater von F._____ zu tragenden Anteils an diesen Fremdbetreuungskosten sind im Bedarf der Berufungsbeklagten monatliche Kosten für die Drittbetreuung von F._____ von gerundet CHF 210.– (CHF 66.– [Kosten für Drittbetreuung pro Halbtag] x 3 [Betreuungstage pro Woche] x 4.3 [Wochen pro Monat] x 0.5 [Subvent ionierungsanteil] x 0.5 [Anteil des V a- ters]) anzurechnen. Ab dem Übertritt von F._____ in die Sekundarstufe I im August 2025 ist keine Drittbetreuung von F._____ mehr notwendig, weshalb ab diesem Zeitpunkt keine en t- sprechenden Kosten mehr im Bedarf der Berufungsbeklagten zu berücksichtigten sind. 3.3 Berechnung der Unterhaltsbeiträge 3.3.1 Vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Juli 2025 Die Berufungsbeklagte weist einen monatlichen Bedarf von insgesamt CHF 2‘152.50 (CHF 1‘942.50 [Bedarf ohne Drittbetreuungskosten] + CHF 210.– [Drittbetreuungskosten]) auf. Der Berufungsbeklagten ist ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 2‘475. – anzurechnen. Damit verbleibt ihr ein Einkommen von gerundet CHF 320. – pro Monat zur Bestreitung des Unterhalts der beiden Kinder D._____ und E._____. Auch wenn der ganze Betrag von CHF 320.– für die Unterhaltsbeiträge an die beiden erwähnten Kinder verwendet wird, erschient der Grundsatz der Geschwistergleichbehandlung als gewahrt, weil die Berufungsbeklagte gleichzeitig für F._____ den gena nnten Betrag für die Drittbetreuung aufzuwenden haben wird. Entsprechend des Gesagten ist die Berufungsbeklagte zu verpflichten, ab dem 1. J a- nuar 2020 bis zum 31. Juli 2025 dem Berufungskläger an den Unterhalt der Kinder D._____ und E._____ monatlich und monatlich im Voraus Unterhaltsbeiträge von CHF 160. – (zuzüg- lich allfällig der Berufungsklägerin ausbezahlten Kinder-/Ausbildungszulagen) zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind bis zur Volljährigkeit bzw. längstens bis zum Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen. 3.3.2 Ab 1. August 2025 Die Berufungsbeklagte weist einen Bedarf von insgesamt CHF 1‘942.50 auf. Der Berufung s- beklagten ist ein Nettoeinkommen von CHF 3‘300. – anzurechnen. Damit verbleibt ihr ein Einkommen von gerundet CHF 1‘360. – zur Bestreitung an den Unterhalts der beiden Kinder D._____ und E._____. Demnach ist sie zu verpflichten, ab dem 1. August 2025 dem Beru- fungskläger an den Unterhalt der Kinder D._____ und E._____ monatlich und monatlich im Voraus Unterhaltsbeiträge von CHF 680. – (zuzüglich allfällig der Berufungsklägerin ausb e- zahlten Kinder-/Ausbildungszulagen) zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind bis zur Voll- jährigkeit bzw. längstens bis zum Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3.3 Die Unterhaltsbeiträge sind gestützt auf Art. 286 Abs. 1 ZGB zu indexieren. 3.4 Somit ist die Berufung des Berufungsklägers teilweise gutzuheissen, das vorinstanz- liche Urteil in den Dispositiv-Ziffern 1-3 aufzuheben und die Abänderungsklage teilweise gut- zuheissen. 4.1 Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die Vorinstanz setzte die Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfahren auf CHF 2‘500. – fest und aufer- legte diese den Parteien je zur Hälfte. Ausserdem bestimmte sie, dass die Parteien für ihre eigenen Parteikosten selbst aufzukommen haben. In Anbetracht, dass es sich vorliegend um ein familienrechtliches Verfahren handelt und ke i- ne der Parteien in wirtschaf tlicher Hinsicht wesentlich besser gestellt ist als die andere, e r- scheint in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO der vorinstanzliche Kosten - und Ent- scheidungsentscheid als angemessen. Das vorinstanzliche Kosten - und Entschädigungsdis- positiv ist folglich zu bestätigen. 4.2 Wie bereits in Erwägung 1.2 dargelegt, versetzt die Rückweisung den Prozess in die Lage vor Erlass des aufgehobenen Entscheid s zurück. Den Parteien wurde bereits mit Ve r- fügung vom 29. September 2015 die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren bewilligt. Anhaltspunkte dafür, dass die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege weggefallen wären, bestehen nicht. 4.3 Für das Berufungsverfahren ist die Gerichtsgebühr auf CHF 2‘000. – festzulegen. Gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt, wenn keine Partei vollständig obsiegt hat. Art. 107 Abs. 1 ZPO erlaubt eine Verte i- lung nach Ermessen, so etwa in familienrechtlichen Verfahren oder bei Vorliegen besonderer Umstände. Aufgrund des teilweisen Obsiegens der Parteien und da es sich hier überdies um ein familienrechtliches Verfahren handelt und keine der Parteien in wirtschaftlicher Hinsicht wesentlich besser gestellt ist als die andere, i st die Gerichtsgebühr des zweitinstanzlichen Verfahrens den Parteien ebenfalls je zur Hälfte aufzuerlegen. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege an beide Parteien sind die Anteile der Parteien an der G e- richtsgebühr einstweilen unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht von Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. Im Weiteren haben im Rechtsmittelverfahren die Parteien für ihre eigenen Parteikosten selbst aufzukommen. 4.4.1 Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist den Rechtsbeiständen des Berufungsklägers eine angemessene Entschädigung aus der Gerichtskasse auszurichten. a) Mit Urteil vom 25. Juni 2018 hob das Bundesgericht den Entscheid des Kantonsg e- richts vom 1. Dezember 2015 auf. Damit ist vorliegend erneut über die Ausr ichtung der Ent- schädigung an den unentgeltlichen Rechtsbeistand Paul Schwizer zu befinden. Weil die H ö- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht he der gemäss Dispositiv-Ziffer 4 des Entscheid s des Kantonsgerichts vom 1. Dezember 2015 dem unentgeltlichen Rechtsbeistand Paul Schwizer zulasten der Ge richtskasse zuge- sprochenen Entschädigung von CHF 4‘651.80 (inkl . Auslagen und M WSt) beim Bundesge- richt nicht angefochten wurde, kann die Höhe dieser Entschädigung ohne Weiteres als a n- gemessen gelten. Rechtsanwalt Paul Schwizer ist somit für die Zeit vom 21. Mai bis zum 29. September 2015 eine Entschädigung von CHF 4‘651.80 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. b) Mit Honorarnote vom 2. April 2019 machte Rechtsanwalt D r. Angelo Schwizer für die Zeit vom 11. Juli 2018 bis zum 2. April 2019 eine Entschädigung von CHF 8‘155.80 (inkl. Auslagen und MWSt) geltend. Diese Entschädigung erscheint grundsätzlich angemessen. Bei den fakturierten 200 Stück Kopien zu je CHF 1.50 handelt es sich jedoch offenkundig um Massenkopien. Laut § 15 Abs. 2 TO sind hierfür lediglich CHF 0.50 pro Seite zu ersetzen. Unter Berücksichtigung dieser Korrektur ist somit Rechtsanwalt Dr. Angelo Schwizer für die betreffende Phase eine Entschädigung von CHF 7‘940.40 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. 4.4.2 Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist der Rechts beiständin der Berufungsbeklagten ebenfalls eine angemessene Entschädigung auszurichten. a) Advokatin Stefanie Mathys-Währer machte mit Honorarnote vom 28. September 2015 für die Phase vom 6. Juli 2018 bis zum 2. April 2019 einen Zeitaufwand inklusive der Vergleichsverhandlung vom 29. September 2015 von 9 ½ Stunden zu je CHF 200.–, Ausla- gen von CHF 19.– und die Mehrwertsteuer geltend, was als angemessen erscheint. Demz u- folge ist Advokatin Stefanie Mathys-Währer für die betreffende Zeit eine Entschädigung von CHF 2‘072.50 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse auszurichten. b) Mit Honorarnote vom 2. April 2019 beansprucht die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Berufungsbeklagten, Advokatin Stefanie Mathys -Währer, eine Entschädigung von CHF 3‘299.60 (inkl. Auslagen und MWSt). Der in Rechnung gestellte Arbeitsaufwand von 13 Stunden zu je CHF 200. – und 8 Stunden zu je CHF 100. – ist angemessen. Insgesamt beträgt der Arbeitsaufwand nicht wie abgerechnet CHF 3‘000. –, sondern vielmehr CHF 3‘400.–. Dementsprechend ist der letztere Betrag zu vergüten. Auch erscheinen die geltend gemachten Auslagen von CHF 63.70 angemessen. Zusätzlich sind noch für die Teilnahme an der heutigen Hauptverhandlung 3 Stunden zu je CHF 200. – zu vergüten. Infolgedessen ist Advokatin Stefanie Mathys-Währer für die betreffende Zeit eine Entschädigung von CHF 4‘376.60 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse auszuzahlen. c) Gesamthaft ist Advokatin Stefanie Mathys-Währer eine Entschädigung von total CHF 6‘449.10 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse aus zurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung des Berufungsklägers werden die Dispositiv-Ziffern 1-3 des Urteils des Zivilkreisgerichts Basel - Landschaft Ost vom 22. Januar 2015 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt: „1. In teilweiser Gutheissung der Abänderungsklage werden die Dispo- sitiv-Ziffern 5 und 6 des Urteils des Bezirksgerichts Sissach vom 21. März 2013 aufgehoben und wird die Klägerin verpflichtet, dem Beklagten an den Unterhalt der Kinder folgende Unterhaltsbeiträge monatlich und monatlich im Voraus zu bezahlen: für D._____, geb. 9. Februar 2003, - CHF 160.– (zuzüglich allfällig der Klägerin ausbezahlten Kinder -/ Ausbildungszulagen) ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Juli 2025, - CHF 680.– (zuzüglich allfällig der Klägerin ausbezahlten Kinder -/ Ausbildungszulagen) ab dem 1. August 2025. für E._____, geb. 26. Januar 2008, - CHF 160.– (zuzüglich allfällig der Klägerin ausbezahlten Kinder -/ Ausbildungszulagen) ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Juli 2025, . - CHF 680.– (zuzüglich allfällig der Klägerin ausbezahlten Kinder -/ Ausbildungszulagen) ab dem 1. August 2025. Diese Unterhaltsbeiträge sind bis zur Volljährigkeit bzw. längstens bis zum Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen. 2. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 basieren auf einem hypothe- tischen Nettoeinkommen der Berufungsbeklagten von CHF 2‘475.– pro Monat (bei einem Pensum von 75 %) und dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende De- zember 2018 von 101.5 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Eine Anpassung an den veränderten Landesindex der Konsume n- tenpreise erfolgt nur soweit, als sich das Einkommen de r Unter- haltspflichtigen verändert hat. Die Beweislast dafür, dass sich das Einkommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht , trägt die Unter- haltspflichtige. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Teuerungsanpassung erfolgt jeweils nach folgender Berec h- nungsformel: alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index (Nov. Vorjahr) Neuer Unterhaltsbeitrag = ——————————————————————— alter Index“ Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 2. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren von CHF 2‘000.– werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die Anteile des Berufung s- klägers und der Berufungsbeklagten werden zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genom- men. 3. Im Berufungsverfahren hat jede Partei für ihre eigenen Parteikosten auf- zukommen. 4. Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Berufungsklägers, Rechtsa n- walt Paul Schwizer, wird für das Berufungsverfahren eine Entschäd i- gung von CHF 4‘651.80 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gericht s- kasse ausgerichtet. 5. Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Berufungsklägers, Rechtsa n- walt Dr. Angelo Schwizer, wird für das Berufungsverfahren eine En t- schädigung von CHF 7‘940.40 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der G e- richtskasse ausgerichtet. 6. Der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Berufungs beklagten, Advoka- tin Stephanie Mathys-Währer, wird für das Berufungsverfahren eine Ent- schädigung von CHF 6‘449.10 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der G e- richtskasse ausgerichtet. 7. Der Berufungskläger und die Berufungsbeklagte sind zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an ihre unentgeltichen Rechtsbeistände des vorliegenden Berufungsverfahrens verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage sind. Der Anspruch des Kantons auf Nach- zahlung verjährt 10 Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Stefan Steinemann Gegen diesen Entscheid erhob B._____ beim Bundesgericht Beschwerde (5A_549/2019).