A bteilung V E -3565/2006 kom /stk/scb {T 0/2} U rteil vom 31. M ai 2007 M itw irkung: R ichter König, R ichterin Luterbacher, R ichterin Schenker Senn G erichtsschreiberin Steiner A ._______, Bosnien und H erzegow ina, vertreten durch lic. iur. M atthias M ünger, Berner R echtsberatungsstelle für Asylsuchende, Schw arztorstrasse 20, 3007 Bern, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 3. Juni 2004 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. G em äss eigenen Angaben verliess die Beschw erdeführerin ihren H eim at- staat am 30. M ärz 2003 und gelangte am 31. M ärz 2003 in die Schw eiz, w o sie am gleichen Tag beim Em pfangszentrum (vorm als Em pfangsstelle) des BFF in B._______ um Asyl nachsuchte. D ie Kurzbefragung fand dort am 4. April 2003 statt. Am 23. Juli 2003 und 13. August 2003 führte die zuständige kantonale Behörde des Kantons C ._______ - w elchem die Beschw erdeführerin für die D auer des Verfahrens zugeteilt w orden w ar - die einlässliche Anhörung durch. Ausserdem w urde die Beschw erdeführerin am 22. M ärz 2004 direkt durch das BFF ergänzend angehört. Zur Begründung ihres Asylgesuchs m achte die Beschw erdeführerin, Staatsangehörige von Bosnien und H erzegow ina, D ._______ Ethnie m it letztem W ohnsitz in E.______ im W esentlichen Folgendes geltend: Ihr M ann, m it dem sie seit 1989 zusam m en gelebt und den sie im Jahr 1999 geheiratet habe, habe w ährend des Krieges als einfacher Soldat in der param ilitärischen Einheit von F._______ gedient. Seit dem Ende des Krieges hätten sie und ihr M ann deshalb im m er w ieder Problem e gehabt. Sie hätten von den Behörden keinerlei U nterstützung erhalten und seien auch bei der Ausstellung von Papieren im m er w ieder m it Problem en konfrontiert gew esen. Ausserdem seien sie diversen Ü bergriffen durch U nbekannte ausgesetzt gew esen. Am 27. N ovem ber 1999 hätten vier unbekannte Personen die Beschw erdeführerin und ihren Ehem ann vor dem H aus der Schw ägerin angegriffen. Sie seien geschlagen w orden; die Beschw erdeführerin habe im Spital behandelt w erden m üssen, ihrem Ehem ann seien bei dem Angriff R ippen gebrochen w orden und die Schw ägerin sei so schw er verletzt w orden, dass sie an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben sei. N ach diesem Vorfall hätten sich die Beschw erdeführerin und ihr Ehem ann einige Zeit versteckt aufgehalten. Im Juni 2000 hätten U nbekannte das Auto des Schw iegervaters, w elches von ihrem Ehem ann gefahren w orden sei, in Brand gesteckt und einige M onate später seien sie und ihr M ann auf dem H eim w eg von zw ei unbe- kannten Personen angegriffen w orden. Später sei die Beschw erdeführerin von zw ei unbekannten M ännern ent- führt und vergew altigt w orden. Infolge der Vergew altigungen sei sie schw anger gew orden und habe eine Abtreibung vornehm en lassen m üs- sen. Im Juli 2002 sei die Beschw erdeführerin von einer Frau und zw ei M ännern erneut entführt und m ehrere Tage in einem H aus festgehalten, gefesselt und m isshandelt w orden. Im m er w ieder seien sie und ihr M ann aufgefor- dert w orden, E.______ zu verlassen und es sei ihnen Schlim m es angedroht w orden. Im M ärz 2003 hätten sie eine Verfügung erhalten, dass sie ihre W ohnung in E._______ verlassen m üssten, und seien am 13. M ärz 2003 in der 3 eigenen W ohnung angegriffen w orden, so dass sie diese fluchtartig verlassen hätten und zur Schw ester der Beschw erdeführerin gegangen seien. Am 29. M ärz 2003 seien die Beschw erdeführerin und ihr Ehem ann in der Stadt E._______ von M ännern angegriffen und geschlagen w orden. Aufgrund dieser Ereignisse hätten sie beschlossen, Bosnien und H erzego- w ina zu verlassen. Am 30. M ärz 2003 habe die Beschw erdeführerin per Auto E._______ verlassen und sei durch unbekannte Länder in die Schw eiz gereist. Ihr Ehem ann habe in einem anderen Auto nachreisen w ollen, sei jedoch in der Schw eiz nicht angekom m en und die Beschw erdeführerin sei seither ohne N achricht von ihm . Zur U nterm auerung ihrer Vorbringen reichte die Beschw erdeführerin ver- schiedene Bew eism ittel in Kopie zu den Akten: -Ärztliche Bestätigung vom 20. O ktober 2001 betreffend die Vergew alti- gung und das O riginal der ärztlichen Bestätigung vom 20. O ktober 2000 -Bestätigung vom 23. Juni 1998, betreffend die Inhaftierung des Ehem an- nes in einem G efangenenlager -M ilitärbüchlein des Ehem annes -Protokoll vom 13. M ärz 2003, gem äss w elchem die Beschw erdeführerin ihre W ohnung verlassen m uss -Bestätigung vom 19. Februar 2003, dass der Ehem ann ein H aus von sei- ner Tante geerbt hat -Vier Todesscheine von Fam ilienangehörigen B. Am 14. Juli 2003 reichte die Beschw erdeführerin einen ärztlichen Bericht der U niversitären Psychiatrischen D ienste C ._______ zu den Akten. C . Zum R esultat eines Fingerabdruckvergleichs in G ._______ sow ie den entsprechenden Akten aus G ._______ w urde der Beschw erdeführerin anlässlich der ergänzenden Anhörung vom 22. M ärz 2004 sow ie m it Schreiben vom 26. April 2004 das rechtliche G ehör gew ährt. D . Anlässlich der ergänzenden Anhörung vom 22. M ärz 2004 forderte das BFF einen Bericht zur gesundheitlichen Situation der Beschw erdeführerin an. D er angeforderte Arztbericht ging am 7. M ai 2004 beim BFF ein. E. M it Verfügung vom 3. Juni 2004 - eröffnet am 7. Juni 2004 - lehnte das BFF das Asylgesuch der Beschw erdeführerin unter Verw eigerung der Zu- erkennung der Flüchtlingseigenschaft ab, verfügte die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete den W egw eisungsvollzug an. F. M it D atum vom 7. Juli 2004 liess die Beschw erdeführerin durch ihre R echtsvertreterin die Verfügung des BFF vom 3. Juni 2004 bei der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission (AR K) anfechten und beantragte die Auf- hebung der Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung von Asyl. Eventualiter sei die U nzum utbarkeit und U nzu- lässigkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und von Am tes w egen die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Ausserdem sei ihr die unentgeltliche 4 Prozessführung zu gew ähren und es sei auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses zu verzichten. D er Eingabe lagen ein ärztlicher Bericht der U niversitären Psychiatrischen D ienste C ._______ vom 30. Juni 2004 und eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit der Beschw erdeführerin bei. Auf die Begründung der Beschw erde und den Arztbericht w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. G . D ie vorm als zuständige Instruktionsrichterin der AR K verzichtete m it Zw i- schenverfügung vom 20. Juli 2004 auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses und ordnete an, über das G esuch um unentgeltliche R echtspfle- ge gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w erde zu einem späteren Zeitpunkt be- funden. D ie Akten w urden der Vorinstanz zur Vernehm lassung überw ie- sen. H . In ihrer Vernehm lassung vom 26. Juli 2004 hielt die Vorinstanz an ihren Erw ägungen fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. I. M it Zw ischenverfügung vom 28. Juni 2006 ersuchte die vorm als zuständi- ge Instruktionsrichterin der AR K um Einreichung eines aktuellen Arztberichtes bezüglich des G esundheitszustandes der Beschw erdeführ- erin. D ie Beschw erdeführerin reichte nach einm alig gew ährter Frister- streckung ein Arbeitszeugnis der W erkstätte der U niversitären Psychiatrischen D ienste C ._______ vom 12. Juli 2006 sow ie einen Arztbericht von D r. m ed. H ._______, Facharzt FM H für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. August 2006 zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdefüh- rerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die 5 Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlin- gen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achtei- len ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausge- setzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efähr- dung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen uner- träglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Flucht- gründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Be- hörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gege- ben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im W esentlichen w ie folgt: D ie von der Beschw erdeführerin geltend gem achten Ü bergriffe seien in der angeblichen Tätigkeit ihres Ehem annes für die param ilitäri- sche Einheit von F._______ begründet gew esen. D ie Tätigkeit des Ehe- m annes der Beschw erdeführerin könne jedoch aus folgenden G ründen nicht geglaubt w erden: Ein Fingerabdruckvergleich in G ._______ habe ergeben, dass sich die Beschw erdeführerin und ihr Ehem ann im R ahm en eines Asylverfahrens vom 27. D ezem ber 2000 bis 2. N ovem ber 2001 in G ._______ aufgehalten hätten. D en vom BFF angeforderten Akten des Asylverfahrens in G ._______ sei zu entnehm en, dass der Ehem ann der Beschw erdeführerin gem äss eigenen Angaben w ährend des Krieges kei- nen M ilitärdienst geleistet habe. D ie Beschw erdeführerin gehe in ihrer Stellungnahm e auf die Angaben des Ehem annes gegenüber den G ._______ Behörden nicht ein, sondern halte daran fest, dass ihr Ehem ann in der param ilitärischen Einheit von F._______ gedient habe, w as das eingereichte M ilitärbüchlein bew eise. D as erw ähnte M ilitärbüchlein liege jedoch nur in Kopie vor und es kom m e ihm daher kein eigentlicher Bew eisw ert zu. Ausserdem sei das M ilitärbüchlein von der regulären bosnischen Arm ee und nicht von der param ilitärischen Einheit von F._______ ausgestellt w orden. Som it sei die eingereichte Kopie des M ilitärbüchleins nicht geeignet, die geltend gem achte Tätigkeit des Ehem annes der Beschw erdeführerin in der param ilitärischen Einheit von F._______ zu belegen. Auch die eingereichte Bestätigung der bosnisch- herzegow inischen Vereinigung I._______ vom 23. Juni 1998 verm öge in dieser H insicht nichts zu belegen, gehe aus ihr doch lediglich hervor, dass der Ehem ann der Beschw erdeführerin sich am 16. M ai 1992 zufällig in 6 J._______ aufgehalten habe, gefangen genom m en und bis zum 28. Juni 1992 im Lager der Kaserne von K._______ festgehalten w orden sei. Aufgrund der Angaben des Ehem annes gegenüber den G ._______ Behörden sow ie der untauglichen Bew eism ittel könne der Beschw erdeführerin nicht geglaubt w erden, ihr M ann sei Soldat in der param ilitärischen Einheit von F._______ gew esen. D am it bestünden auch grundsätzliche Zw eifel an den geltend gem achten Ü bergriffen durch unbekannte D rittpersonen und der m angelnden U nter- stützung der Behörden, seien diese Ereignisse doch ursächlich in der Tä- tigkeit des Ehem annes für die param ilitärische Einheit von F._______ be- gründet. D iese Zw eifel w ürden sodann durch die Ergebnisse der Abklärun- gen in G ._______ erhärtet: So hätten sow ohl die Beschw erdeführerin als auch ihr Ehem ann gegenüber den G ._______ Behörden klar zum Ausdruck gebracht, sie hätten Bosnien und H erzegow ina verlassen, w eil sie keine Arbeit und Einkünfte gehabt und von den Behörden einen Beschluss zum Verlassen ihrer W ohnung erhalten hätten. W eder hätten sie gegenüber den G ._______ Behörden Ü bergriffe durch D rittpersonen noch Problem e m it den bosnischen Behörden vorgebracht. D iesbezüglich habe die Beschw erdeführerin in ihrer Stellungnahm e geltend gem acht, ihr Ehem ann habe ihr in G ._______ verboten, über ihre Vergew altigung zu sprechen. Ausserdem führe die Beschw erdeführerin aus, w eil sie grosse Problem e m it ihrem Ehem ann gehabt habe, habe sie versucht von G ._______ alleine nach L._______ zu reisen, sei aber an der G renze zu L._______ festgehalten und ins Asylbew erberzentrum zurückgebracht w orden. D en U nterlagen der G ._______ Behörden sei jedoch zu entnehm en, dass die Beschw erdeführerin zusam m en m it ihrem Ehem ann am 27. D ezem ber 2000 von der G ._______ Polizei an der G renze zu L._______ kontrolliert w orden sei. Beide hätten über ein Schengenvisum verfügt, w elches durch die M ._______ Botschaft in Sarajevo ausgestellt w orden sei und hätten lediglich durch G ._______ reisen w ollen, um nach N ._______ zu gelangen. Als sie von den G ._______ Behörden aufgegriffen w orden seien, hätten sie ein Asylgesuch gestellt. D er Beschw erdeführerin könnten som it die angeblichen Problem e m it un- bekannten D rittpersonen und den bosnischen Behörden nicht geglaubt w erden. An diesen Einschätzungen verm öchten auch die beiden ärztlichen Atteste, w elche die geltend gem achte Vergew altigung belegen sollen, nichts zu ändern. D ie Vergew altigung sei gem äss der Beschw erdeführerin am 19. O ktober 2001 vorgefallen; sie habe diesbezüglich eine Kopie eines ärztlichen Berichts m it diesem D atum eingereicht. D er Fingerabdruckver- gleich in G ._______ habe indessen ergeben, dass sich die Beschw erde- führerin zu diesem Zeitpunkt nachw eislich in G ._______ aufgehalten habe. D en Aufenthalt in G ._______ habe sie zunächst abgestritten und nachdem sie diesen zugegeben habe die Vergew altigung auf den 19. O ktober 2000 datiert. Auf entsprechende Aufforderung hin, habe sie das O riginal des in Frage stehenden Arztberichts zu den Akten gereicht. D as O riginal unterscheide sich jedoch nicht nur in Bezug auf die Jahreszahl von der Kopie: So enthalte die Kopie beispielsw eise - im G egensatz zum O riginal - 7 keine U nterschrift des behandelnden Arztes. Auch die Anordnung des Textes, die Zeilenum brüche und die Platzierung der Inform ationen seien unterschiedlich. Bei den beiden eingereichten Bew eism itteln handle es sich som it nicht um O riginal und Kopie, sondern vielm ehr um zw ei ver- schiedene D okum ente. Som it verm öchten die beiden Bew eism ittel die gel- tend gem achte Vergew altigung nicht zu bew eisen, sie seien vielm ehr als G efälligkeitsschreiben zu bew erten. Auch die übrigen eingereichten Bew eism ittel - vier Todesscheine von Fa- m ilienangehörigen, eine Bestätigung über G rundbesitz in O ._______ sow ie ein W ohnungsübergabeprotokoll - verm öchten die Vorbringen der Beschw erdeführerin nicht zu belegen. D ie Beschw erdeführerin habe geltend gem acht, ihre Schw ägerin D .D . sei am 27. N ovem ber 1999 im Zusam m enhang m it einem Angriff von U nbekannten auf sie und ihren Ehem ann geschlagen w orden und später an den Verletzungen gestorben. Einem der eingereichten Todesscheine sei zu entnehm en, dass eine Frau nam ens D .D . am 28. N ovem ber 1999 gestorben sei. Aus dem Todesschein gehe jedoch nicht hervor, w elches die genauen Todesum stände gew esen seien. Som it verm öge dieses Bew eism ittel in Bezug auf die geltend ge- m achte Todesursache von D .D . nichts zu bew eisen. D ie Vorbringen der Beschw erdeführerin hielten den Anforderungen an die G laubhaftm achung gem äss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass ihre asyl- rechtliche R elevanz nicht geprüft w erden m üsse. D ie Beschw erdeführerin erfülle dem nach die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylgesuch sei abzu- lehnen. Bezüglich des W egw eisungsvollzugs hielt die Vorinstanz fest, w eder die im H eim atstaat der Beschw erdeführerin herrschende politische Situation noch andere G ründe sprächen gegen die Zum utbarkeit der R ückführung in den H eim atstaat. In der Verfügung w ird aufgeführt, w elche Verw andten die Be- schw erdeführerin noch in ihrer H eim at habe und daraus geschlossen, es sei davon auszugehen, dass sie bei ihrer R ückkehr nach Bosnien und H er- zegow ina auf ein bestehendes und tragfähiges soziales Beziehungsnetz zurückreifen könne. In m edizinischer H insicht sei zu bem erken, dass die Beschw erdeführerin gem äss den eingereichten Arztberichten an einer schw eren posttraum atischen Belastungsstörung leide. D em BFF sei je- doch aufgrund der unglaubhaften Vorbringen der Beschw erdeführerin nicht bekannt, w ann und w ie sie traum atisiert w orden sei. Betreffend der Behan- delbarkeit der Krankheit in Bosnien und H erzegow ina sei festzuhalten, dass sie sich dort einer adäquaten m edizinischen Behandlung unterziehen könne. Auch die in den Arztberichten geltend gem achte G efährdung einer R etraum atisierung der Beschw erdeführerin im Falle einer R ückkehr könne nicht gehört w erden, da O rt und U m stände der Traum atisierung unbekannt seien. Som it lägen im vorliegenden Fall keine genügend schw eren indivi- duellen G ründe vor, die gegen die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw ei- sung nach Bosnien und H erzegow ina sprechen w ürden. 4.2 D em gegenüber m achte die Beschw erdeführerin in ihrer Beschw erde gel- tend, aufgrund ihrer Vorbringen und denjenigen ihres Ehem annes gegen-8 über den G ._______ Asylbehörden, glaube die Vorinstanz ihre Asylvorbrin- gen nicht. D as BFF verkenne jedoch, dass sie darauf hingew iesen habe, dass sie in G ._______ ihre w ahren Fluchtgründe nicht habe darlegen können, w eil ihr Ehem ann dies nicht gew ollt habe. Es sei bekannt, dass Frauen bei der Schilderung ihrer eigenen Fluchtgründe oft zurückstünden, um dem Ehepartner nicht zu w idersprechen und w eil sie unter dessen D ruck stünden. Im Interesse der C hancengleichheit im Asylverfahren und der Erm ittlung der m ateriellen W ahrheit seien daher besondere Vorkehrun- gen nötig, um den m it frauenspezifischer Verfolgung einhergehenden Arti- kulationsschw ierigkeiten entgegenzukom m en. D en von der Beschw erde- führerin in G ._______ gem achten Aussagen dürfe deshalb vorliegend nicht so viel G ew icht beigem essen w erden. Bei den in der Schw eiz durch- geführten Befragungen gebe es keine w esentlichen W idersprüche. Ausser- dem seien die Schilderungen der Beschw erdeführerin bezüglich ihrer Ver- gew altigung und ihrer M isshandlungen substanziiert. Sie habe von Beginn an alle relevanten Vorkom m nisse geschildert, auch w enn sie die Vergew al- tigung zeitlich bew usst ein Jahr später habe geschehen lassen, w eil sie den Aufenthalt in G ._______ - aus Angst vor einer sofortigen R ückschaf- fung - habe verheim lichen w ollen. Sodann w erde der Beschw erdeführerin vorgew orfen, sie habe untaugliche Bew eism ittel und diese lediglich in Ko- pie eingereicht. Sie habe jedoch m ehrm als betont, dass ihre O riginalpapie- re von den Behörden w eggenom m en und ihnen lediglich Kopien ausge- händigt w orden seien. Zudem habe sie sich von ihrem M ann Kopien geben lassen, die O riginale der eingereichten Bew eism ittel befänden sich zum Teil bei ihm . Bei den beiden eingereichten Bew eism itteln zur Vergew alti- gung der Beschw erdeführerin handle es sich tatsächlich nicht um O riginal und Kopie im Sinne einer Vorlage und deren R eproduktion. Vielm ehr habe sie sich das Attest, w elches vom 20. O ktober 2001 datiere, kurz bevor sie in die Schw eiz geflüchtet sei, ein zw eites M al ausstellen lassen. D er Arzt habe Verständnis gehabt und ihr das Papier ausgehändigt, allerdings nur als Kopie, da es sich ja um eine zw eite Bestätigung handle. D ie erlittene Vergew altigung, aber auch die schw eren M isshandlungen und die w ieder- holten Eingriffe in die körperliche Integrität hätten ihr einen Verbleib in ih- rem H eim atland verunm öglicht. Im Falle der Verw eigerung des Asyls sei der W egw eisungsvollzug der Beschw erdeführerin als unzum utbar zu quali- fizieren. D ie AR K habe in EM AR K 2002 N r. 12 festgehalten, dass die M ög- lichkeit der m edizinischen Behandlung von Personen, die psychisch er- krankt - und insbesondere traum atisiert - seien, so dass eine spezifische und kontinuierliche m edizinische Betreuung notw endig sei, in Bosnien und H erzegow ina nicht einheitlich sichergestellt sei. In einer Stellungnahm e zu den Traum a-Behandlungsm öglichkeiten vom 13. O ktober 2003 halte die SFH fest, dass traum atisierte R ückkehrer und R ückkehrerinnen Schw ierigkeiten hätten, U nterstützung zu finden und in Therapieprojekte aufgenom m en zu w erden. Entscheidend für den Erfolg jeglicher Therapie sei ein hilfreiches U m feld und eine stabile Situation. So sei die Frage w e- sentlich, ob die R ückkehrer und R ückkehrerinnen alleine seien oder m it verw andten oder vertrauten Personen zurückkehren könnten, ob sie eine W ohnung und U nterstützung fänden, so dass sie bei der Konfrontation m it 9 dem früheren U m feld keine R etraum atisierung erleiden w ürden. G em äss dem ärztlichen Bericht vom 6. M ai 2004 leide die Beschw erdeführerin an einer schw eren posttraum atischen Belastungsstörung. D ie erlittene Vergew altigung sei sow ohl gegenüber den behandelnden Ärztinnen w ie auch gegenüber den Behörden im m er w ieder erw ähnt w orden. D ie Beschw erdeführerin befinde sich in einer instabilen Verfassung, sei suizidgefährdet und benötige w eiterhin regelm ässige psychiatrische Konsultationen und m edikam entöse Behandlung sow ie zusätzliche aktivierende M assnahm en zur Verbesserung ihrer Tagesstruktur. O hne Behandlung sei m it einer w eiteren Verschlechterung ihres G esundheits- zustandes zu rechnen. Entgegen der Annahm e der Vorinstanz w ürde die Beschw erdeführerin in Bosnien und H erzegow ina die notw endige psychiatrische Behandlung höchstw ahrscheinlich nicht erhalten. Insbeson- dere hätte sie kaum Zugang zu regelm ässigen psychotherapeutischen Konsultationen oder aktivierenden M assnahm en für die Verbesserung ihrer Tagesstruktur. Für schw er traum atisierte Personen, w elche unbedingt psychiatrische Behandlung benötigten, sei der Vollzug der W egw eisung aufgrund der fehlenden m edizinischen Versorgung unzum utbar. D ie Beschw erdeführerin verfüge über kein tragfähiges Beziehungsnetz. Sie w äre kaum in der Lage, unter den harten sozialen und w irtschaftlichen Bedingungen in Bosnien und H erzegow ina für sich zu sorgen. D ie öffentlichen Strukturen seien nicht geeignet, die fehlende U nterstützung durch ein privates soziales N etz zu ersetzen. D er W egw eisungsvollzug erw eise sich som it als unzum utbar. 5. 5.1 G rundsätzlich sind die Vorbringen einer Asyl suchenden Person dann glaubhaft, w enn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind, sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in w esentlichen Punk- ten nicht w idersprüchlich sind oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w idersprechen. G laubhaftm achen bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein reduziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew isse Ein- w ände und Zw eifel an den Vorbringen der G esuch stellenden Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gem acht, w enn der R ichter bezie- hungsw eise die R ichterin von ihrer W ahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber für überw iegend w ahr hält, obw ohl nicht alle Zw eifel beseitigt sind. Für das G laubhaftm achen reicht es dem gegenüber nicht aus, w enn der In- halt der Vorbringen zw ar m öglich ist, aber in W ürdigung der gesam ten As- pekte w esentliche und überw iegende U m stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist m ithin, ob die G ründe, die für die R ichtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überw iegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtw eise abzustellen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 1 S. 5, 1996 N r. 28 S. 270, 1996 N r. 27 S. 263, 1994 N r. 5 S. 43 f.; W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylver- fahrens, Basel/Frankfurt a.M ., S. 304 ff.). 5.2 D as Bundesverw altungsgericht erachtet die geschilderte Vergew altigung 10 und die M isshandlungen aufgrund einiger w esentlicher R ealkennzeichen in den Ausführungen der Beschw erdeführerin als überw iegend glaubhaft (vgl. EM AR K 1993 N r. 11 E. 4.b S. 70). D ie diesbezüglichen Angaben der Be- schw erdeführerin sind substanziiert, präzis und im W esentlichen w ider- spruchsfrei; sie verm ögen den Eindruck von tatsächlich Erlebtem zu erw e- cken. Auch die in den verschiedenen Arztzeugnissen diagnostizierte schw ere posttraum atische Belastungsstörung der Beschw erdeführerin und ihr allgem ein schlechter psychischer Zustand w eisen darauf hin, dass sie in ihrer H eim at tatsächlich traum atisierende Erlebnisse gehabt haben m uss. D em gegenüber erw eist sich im vorliegenden Fall der Kontext, auf- grund dessen die Beschw erdeführerin vergew altigt und m isshandelt w or- den sein soll - nam entlich der U m stand, dass ihr Ehem ann in der param ili- tärischen Einheit von F._______ gedient habe – als unglaubhaft. Aufgrund von w idersprüchlichen Aussagen und - w ie von der Vorinstanz zu R echt ausgeführt - w enig aussagekräftigen Bew eism itteln können diese Vorbrin- gen nicht als überw iegend w ahrscheinlich qualifiziert w erden. Vielm ehr w irkt der Kontext, in dem sie die traum atisierenden Ereignisse situiert, konstruiert. D er U m stand, dass die Beschw erdeführerin und ihr Ehem ann im R ahm en des Asylverfahrens in G ._______ auch nicht ansatzw eise gleich oder ähnlich lautende Vorbringen w ie im Verfahren in der Schw eiz geltend gem acht haben, spricht gegen die G laubhaftigkeit der Aussagen der Beschw erdeführerin. So erscheint es zw ar einigerm assen nachvoll- ziehbar, dass ihr Ehem ann ihr verboten hat, im R ahm en des Asylverfah- rens in G ._______ über die Vergew altigung und die M isshandlungen zu sprechen. D em gegenüber sind keine G ründe ersichtlich, w eshalb die Be- schw erdeführerin und ihr Ehem ann in G ._______, dem Land, von dem sie sich Schutz erhofft und um Asyl nachgesucht haben, nicht über die übrigen Behelligungen und Angriffe infolge der angeblichen Tätigkeit des Ehem annes für die param ilitärische Einheit von F._______, von denen sie angeblich beide betroffen gew esen sein sollen, hätten sprechen sollen. Ausserdem hat die Vorinstanz ihren Entscheid, in dem sie zum Schluss gekom m en ist, die Vorbringen der Beschw erdeführerin könnten nicht ge- glaubt w erden, in einer nachvollziehbaren, detaillierten und hier zu bestäti- genden Begründung dargelegt. So hat sie sich sorgfältig m it allen einge- reichten Bew eism itteln, den Abklärungsergebnissen aus G ._______ und den diesbezüglichen Stellungnahm en der Beschw erdeführerin auseinan- dergesetzt und die für und gegen sie sprechenden Argum ente gegenein- ander abgew ogen. D iesbezüglich ist festzuhalten, dass es der Beschw er- deführerin auch in ihrer Beschw erde nicht gelingt, die W idersprüche und U ngereim theiten in ihren Aussagen schlüssig zu erklären. Som it bleibt es bei dem G esam teindruck, dass sich die geltend gem achte - und für sich glaubhaft dargelegte - Vergew altigung sow ie die - ebenfalls glaubhaft ge- schilderten - M isshandlungen nicht im Zusam m enhang m it den früheren Aktivitäten des Ehem annes für die param ilitärische Einheit von F._______ ereignet haben. N ach dem G esagten kom m t das Bundesverw altungsg- ericht som it in Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz zum Ergebnis, dass die zentralen Vorbringen der Beschw erdeführerin den Anforderungen an die G laubhaftm achung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht standzuhalten ver-11 m ögen. Zusam m enfassend ist daher festzuhalten, dass es der Beschw erdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Verfolgung glaubhaft zu m achen. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf allfällige w eitere U nge- reim theiten in den Asylvorbringen der Beschw erdeführerin einzugehen, da sie am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern verm öchten. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichti- gen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw e- senheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufi- ge Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D ritt- staat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidge- nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom - m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, un- m enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf nie- m and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterw orfen w erden. 6.5 D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Auf- enthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 6.6 D ie erw ähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alter- nativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw ei- sung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der 12 Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu re- geln (vgl. EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem (ab- und w eggew iesenen) Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungs- gericht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG ), w obei in dem Verfahren säm tliche Vollzugshindernisse von Am tes w egen und nach M assgabe der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2 S. 54 f., 1997 N r. 27 S. 205 ff.) von neuem zu prüfen sind. 6.7 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efähr- dung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürger- krieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder auf- grund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer fehlenden notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 6.8 D er W egw eisungsvollzug kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesonde- re nicht zum utbar sein, w enn die betroffene ausländische Person konkret gefährdet w ird, indem sie die absolut notw endige m edizinische Versorgung nicht erhalten könnte oder - aus objektiver Sicht - w egen den vorherr- schenden Verhältnissen m it grosser W ahrscheinlichkeit unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 5 E. 6e S. 47, 1994 N r. 18 S. 139 ff., N r. 19 S. 145 ff., N r. 20 S. 155 ff.). Soziale und w irt- schaftliche Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Bevölkerung im Allgem einen betroffen ist, genügen nicht, um eine derartige G efahr darzu- stellen (vgl. EM AR K 1996 N r. 2 S. 12 f. und 1994 N r. 19 E. 6b S. 149 f.). 6.8.1 Bereits anlässlich der beiden Anhörungen zeichnete sich der instabile G e- sundheitszustand der Beschw erdeführerin ab. W ährend sie bei der sum - m arischen Anhörung zum Teil heftig w einte, erlitt sie bei der kantonalen Anhörung einen Zusam m enbruch, so dass die Anhörung abgebrochen und an einem anderen Tag w eitergeführt w erden m usste. Auch bei der Fortset- zung w irkte die Beschw erdeführerin gem äss Anm erkung der Befragerin sehr depressiv und in sich gekehrt; die Anhörung m usste m ehrm als unter- brochen und die Beschw erdeführerin gepflegt w erden. G em äss H inw eis der H ilfsw erkvertreterin habe sich die Beschw erdeführerin in einem psy- chisch und physisch sehr labilen Zustand befunden. In dem ärztlichen Be- richt der U niversitären Psychiatrischen D ienste C ._______ vom 14. Juli 2003 w urde erstm als der Verdacht auf eine posttraum atische Bela- stungsstörung geäussert. D ie D iagnose der schw eren posttraum atischen Belastungsstörung w urde sodann in dem vom BFM in Auftrag gegebenen Arztbericht vom 6. M ai 2004 bestätigt. D as inhaltliche D enken der Be- schw erdeführerin sei deutlich auf die Traum atisierung eingeschränkt. D ie Stim m ung sei schw er depressiv, verzw eifelt und hoffnungslos. Eine R ück-13 führung nach Bosnien und H erzegow ina sei nicht zu em pfehlen, da der Ab- stand zu den traum atisierenden U m ständen noch nicht gew ährleistet sei, w as im Fall einer R ückkehr zu einer erneuten Traum atisierung führen könnte. D ie Beschw erdeführerin brauche eine regelm ässige und langfristige (m ehrere Jahre dauernde) Psycho- und Psychopharm akathera- pie. O b ihr die finanziellen M ittel für eine psychiatrische Behandlung in ih- rer H eim at zur Verfügung stehen w ürden und diese Therapie auch tatsäch- lich durchgeführt w erden könnte, m üsse bezw eifelt w erden. Auch unter Berücksichtigung dieser D iagnose erachtete die Vorinstanz den W egw eisungsvollzug nach Bosnien und H erzegow ina als zum utbar, zum al eine adäquate m edizinische Behandlung auch in ihrer H eim at m öglich sei. D a O rt und U m stände der Traum atisierung unbestim m t seien, könnten die im Arztbericht erhobenen Vorbehalte gegen eine R ückführung ins H eim atland, w o eine R etraum atisierung drohe, nicht gelten. G em äss dem m it der Beschw erde eingereichten ärztlichen Bericht der U ni- versitären Psychiatrischen D ienste C ._______ vom 30. Juni 2004 klage die Beschw erdeführerin über eine starke innere Anspannung und Angst, Appetitlosigkeit, schw ere Einschlaf- und D urchschlafstörungen, Alpträum e, Freudlosigkeit, Verzw eiflung, m angelnden Antrieb und fehlende Energie, ständige M üdigkeit, N ervosität und Schw itzen, Konzentrations- und G edächtnisstörungen sow ie w iederkehrende Suizidgedanken. Sie leide unter Flashbacks, beispielsw eise w erde sie beim Anblick von M ännern m it schw arzen M ützen von heftigen Bildern der Vergew altigung überschw em m t, die G efühle von Angst und H ilflosigkeit w ürden dann ganz intensiv zurückkehren, sie habe auch m anchm al das G efühl, sie sei ausser sich und "berühre den Boden gar nicht m ehr". D iese Sym ptom e hätten nach der Vergew altigung im O ktober 2000 begonnen. Von ihrer M utter und ihren G eschw istern sei sie seit der Vergew altigung ausgestossen, "w ie tot". M it ihrem M ann habe sie nie explizit über die Vergew altigung gesprochen, er habe aber davon gew usst. Ihr Verhältnis habe sich nach der Vergew altigung zunehm end verschlechtert. Sie habe versucht, sich am linken U nterarm die Pulsadern aufzuschneiden. Ihr Ehem ann habe ihr jedoch die R asierklinge w eggenom m en und sie anschliessend überw acht. D ie Vergew altigung habe den Ausschlag für die Flucht gegeben. D ie Beschw erdeführerin leide an einer posttraum atischen Belastungsstörung m it ausgeprägter Sym ptom atik sow ie an einer ausgeprägten D epression m it chronischer Suizidalität. N ach der Anhörung vom 23. Juli 2003 sei es zu einer m assiven Zustandsverschlechterung gekom m en, so dass von einer R etraum atisierung ausgegangen w erden m üsse. Eine zw angsw eise R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina könnte nicht nur die G esundheit, sondern aufgrund der akuten Suizidalität auch das Leben der Beschw erdeführerin gefährden. G em äss Arbeitszeugnis vom 12. Juli 2006 arbeite die Beschw erdeführerin seit dem 1. April 2005 zu 50% in der Textilw erkstatt, einem geschützten Arbeitsplatz der U niversitären Psychiatrischen D ienste C ._______. Aus Sicht der W erkstattleitung sei die Beschw erdeführerin durch ihre psychische Erkrankung auf lange Sicht nicht in der Lage, w ieder in den prim ären Arbeitsm arkt eingegliedert zu 14 w erden. D em von der AR K angeforderten zusätzlichen detaillierten und aktuellen Arztbericht vom 22. August 2006 kann ergänzend zum Bericht der U niversitären Psychiatrischen D ienste C ._______ vom 30. Juni 2004 entnom m en w erden, dass die Beschw erdeführerin an H alluzinationen in Form von Stim m en, die zu ihr sprechen, leide. Zeitw eise führe sie D ialoge m it diesen Stim m en. D iese H alluzinationen seien ein psychotisches Sym ptom und w ürden - ausser bei Schizophrenie, w o sie krank- heitsdefinierend seien - auch bei schw eren D epressionen, posttraum ati- schen und anderen D issoziationen, sow ie bei w eiteren, eher schw eren psychischen Krankheiten auftreten. Zusam m enfassend leide die Be- schw erdeführerin an einer chronifizierten posttraum atischen Belastungs- störung, begleitet von einem schw eren depressiven Syndrom . D ie Sym pto- m atik dieser beiden D iagnosen sei so stark ausgeprägt, dass von einem invalidisierenden Zustand ausgegangen w erden m üsse, der bereits seit Jahren andauere. D es w eitern bestehe der Verdacht der andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrem belastung. D ie von der Beschw erde- führerin benötigte Behandlung um fasse bis auf w eiteres und voraussicht- lich über Jahre die jetzige integrierte psychiatrische Behandlung m it Phar- m akotherapie, M ilieutherapie m it besonderer arbeitstherapeutischer Be- gleitung und die W eiterführung der supportiven am bulanten Einzeltherapie. Aus m edizinischer Sicht w ären durch eine erzw ungene R ückreise die G e- sundheit und das Leben der Beschw erdeführerin m assiv gefährdet. 6.8.2 Aufgrund des G esagten spricht vorliegend die gesundheitliche Situation der Beschw erdeführerin gegen eine R ückführung nach Bosnien und H er- zegow ina. Aufgrund der Aktenlage steht fest, dass die Beschw erdeführerin an einer chronifizierten posttraum atischen Belastungsstörung, begleitet von einer schw eren D epression leidet, die offensichtlich eine gezielte The- rapie in einem längerfristigen Zeithorizont erfordert. D ass sie in ihrer H ei- m at eine adäquate und ihrer schlechten Verfassung angem essene Be- handlungm öglichkeit erhalten w ürde, ist zw ar nicht völlig auszuschliessen. D ennoch ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin, bei der auf- grund ihrer psychischen Verfassung von einem invalidisierenden Zustand auszugehen ist, nicht in der Lage w äre, aus eigener Kraft ein Einkom m en zu erzielen, w elches die Finanzierung der benötigten Behandlungen und M edikam ente sicherstellen könnte. Auch ist nicht davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin ein genügend tragfähiges soziales Beziehungs- netz vorfinden w ürde. Som it ist zu befürchten, dass sie bei einem W egw ei- sungsvollzug in ihr H eim atland voraussichtlich sich selbst überlassen w äre und die notw endige Therapie nicht erhalten w ürde. Entgegen der Auffas- sung der Vorinstanz w äre unter diesem G esichtspunkt auch eine vorüber- gehende finanzielle U nterstützung m ittels m edizinischer R ückkehrhilfe kei- ne Lösung. N ach Ablauf der begrenzten D auer der R ückkehrhilfe w äre die Beschw erdeführer bezüglich Finanzierung ihrer Therapie und der benötig- ten M edikam ente auf sich gestellt. Zudem ist die G efahr einer R etraum ati- sierung der Beschw erdeführerin im Fall einer R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina auch noch im heutigen Zeitpunkt zu gross und die dam it zu- sam m enhängenden Ausw irkungen auf ihren G esundheitszustand zu gra-15 vierend, unter U m ständen sogar lebensbedrohend. D ie Vorinstanz hat diesbezüglich festgehalten, dass aufgrund der unglaubhaften Vorbringen der Beschw erdeführerin nicht festgestellt w erden könne, w ann und w ie sie traum atisiert w orden sei. Auch w enn die genauen U m stände beziehungs- w eise der Kontext, in dem die traum atisierenden Erlebnisse vorgefallen sind, vorliegend unklar bleiben, steht dennoch fest, dass die Beschw erde- führerin traum atisiert ist, w as gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs spricht. 6.8.3 Som it gelangt das Bundesverw altungsgericht unter W ürdigung der G e- sam tum stände vorliegend zum Schluss, dass der gesundheitliche Zustand der Beschw erdeführerin eine R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina nicht zulässt und sich der Vollzug als unzum utbar erw eist. 6.8.4 D en Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehm en, w onach die Be- schw erdeführerin die öffentliche Sicherheit und O rdnung verletzt oder in schw erw iegender W eise gefährdet hätte (Art. 14 Abs. 6 AN AG ). D as Be- stehen anderer Vollzugshindernisse kann vorliegend offen bleiben. 6.9 N ach dem G esagten ist die Beschw erde bezüglich der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der G ew ährung von Asyl abzuw eisen. In Bezug auf die Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs ist die Beschw erde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben. D as BFM ist anzuw eisen, die Beschw erdeführerin vorläufig aufzunehm en. 7. D ie Beschw erdeführerin ersucht um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege, da sie m ittellos sei. G em äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG kann eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt und deren Begehren nicht aussichtslos erscheint, auf Antrag davon befreit w erden, Verfahrens- kosten zu bezahlen. D a die Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Antrag gutzuheissen und die Beschw erdeführerin von der Bezahlung der Verfah- renskosten zu befreien. 8. D er teilw eise obsiegenden Beschw erdeführerin ist entsprechend Art. 64 Abs. 1 Vw VG eine Parteikostenentschädigung zuzusprechen. D iese ist in Anw endung von Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . den Bestim m ungen von Art. 7-9 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) und unter Berücksichtigung der m it der Beschw erde einge- reichten und angem essen erscheinenden Kostennote vom 7. Juli 2004 so- w ie des im Ü brigen zuverlässig abschätzbaren Aufw andes und entspre- chend des teilw eisen D urchdringens auf die H älfte zu reduzieren und auf insgesam t Fr. 700.-- (inklusive aller Auslagen) festzusetzen. (D ispositiv nächste Seite)16 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird, sow eit die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung des Asyls betreffend, abgew iesen. 2. D ie Beschw erde w ird bezüglich des Vollzugs der W egw eisung gutgeheis- sen. 3. D ie Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2004 w erden aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführerin in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. 4. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird gutgeheissen. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. D as BFM w ird angew iesen, der Beschw erdeführerin für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 700.-- auszurichten. 6. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführerin (Beilage: angefochtene Verfügung im O riginal) - den M igrationsdienst des Kantons C ._______ ad _______ - die Vorinstanz (R ef-N r. N _______) D er Instruktionsrichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Karin Steiner Versand am :