Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. Januar 2015 (810 13 396 / 810 13 398) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Sondernutzungsplanung / Quartierplanung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Beat Walther , Gerichtsschreiber Martin Michel Parteien A.A.____, B.A.____, Beschwerdeführer 1 beide vertreten durch Dr. Pascal Leumann, Advokat A.B.____, B.B.____, C.____, Beschwerdeführer 2 alle drei vertreten durch René Brigger, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Stadt Liestal , Beschwerdegegnerin Beigeladene D.____ AG , vertreten durch Marcel Aebi , Fürsprecher und Notar Betreff Quartierplanvorschriften Ziegelhof (RRB Nr. 2027 vom 10. Dezember 2013) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 25. April 2012 beschloss der Einwohnerrat Liestal die Quartierplanvorschriften Ziegelhof, bestehend aus dem Quartierplan-Reglement ( QR) und den verbindlichen Plänen Nr. 1A-D (Bebauung und Nutzung) und Nr. 2A-H (Erschlie ssung, Freiraum und Schnitte). Die Quartierplanung Ziegelhof umfasst die Parzellen Nrn. 1 152, 1153, 1166, 1266 und 1419 in Liestal mit einer Gesamtfläche von 6'900 m 2. Im Quartierplanareal sind Wohn- und mässig störende Geschäftsnutzungen (insbesondere Verkaufs-, Dienst leistungs- und Büronutzungen sowie Restaurationsbetriebe und kulturelle Einrichtung en) zulässig. Ausserdem ist der Betrieb einer Einstellhalle zulässig (§ 6 Abs. 1 QR). Das maximal zulässige Nutzungsmass im Quartier- planperimeter beträgt 10'890 m 2 Geschossflächen (GF), wovon maximal 7'000 m 2 als Verkaufs- fläche genutzt werden können (§ 6 Abs. 2 und 4 QR). B. An der Urnenabstimmung vom 23. September 2012 stimm ten die Stimmberechtigten von Liestal dem Einwohnerratsbeschluss vom 25. April 2012 betreffend die Quartierplanvor- schriften Ziegelhof mit 67 % Ja-Stimmen zu. Die öffent liche Planauflage fand vom 11. Okto- ber bis 9. November 2012 statt. C. Während der Auflagefrist reichten A.B.____ und B. B.____, A.A.____ und B.A.____, E.____ und F.____ sowie G.____ und H.____ Einsprachen gegen die Quartierplanvorschriften ein. Die Verständigungsverhandlungen führten zum teil weisen Rückzug der Einsprache von A.A.____ und B.A.____; in den übrigen Einsprachepun kten konnte keine Einigung erzielt wer- den. D. Am 29. Mai 2013 unterbreitete der Stadtrat Liest al dem Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) die Beschlüsse des Einwoh nerrats Liestal zur Genehmigung und ersuchte um Abweisung der unerledigten Einsprachen. E. Mit Eingaben vom 1. Juli 2013 und vom 22. November 2013 beantragte der Stadtrat Liestal die Genehmigung der folgenden geringfügigen Änderungen gemäss § 31 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 g egenüber dem Beschluss des Einwohnerrats Liestal und den Auflageexemplaren: − Ergänzung betreffend Blendwirkung von Solaranlagen i n § 5 Abs. 9 QR, − Ergänzung betreffend Definition der Berechnungsweise der Verkaufsfläche in § 6 Abs. 4 QR, − Ergänzung betreffend Festlegung der maximalen Anzahl Parkplätze in § 8 Abs. 2 QR, − Ergänzung betreffend Bewirtschaftungspflicht der Kund enparkplätze in § 8 Abs. 3 QR, − Ergänzung betreffend Trennung der Kunden- und Stamm parkplätze in § 8 Abs. 3 QR, − Ergänzung Symbol Dachneigung im Quartierplan Nr. 2, − Ergänzung von Baulinien und Gestaltungsbaulinien un ter- und oberhalb des Niveaus "Baubereich Fussgängerpassage" in den Teilplänen Nrn. 1A, 1C und 1D. F. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 2027 vom 10. Deze mber 2013 wies der Regierungsrat die Einsprachen als unbegründet ab, sowei t er darauf eintrat und sie nicht gegenstandslos geworden waren. Zugleich genehmigte er die vom Einwohnerrat Liestal am 25. April 2012 beschlossenen Quartierplanvorschriften Zie gelhof im Sinne der Erwägungen mit den nachfolgenden Änderungen: Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Änderungen Gestützt auf § 31 Abs. 5 RBG werden folgende, vom G emeinderat beantragten geringfügigen Änderungen genehmigt: a) Ergänzung betreffend Definition der Berechnungsweise der Verkaufsfläche in § 6 Abs. 4 QR, b) Ergänzung betreffend Festlegung der maximalen Anzah l Parkplätze in § 8 Abs. 2 QR, c) Ergänzung betreffend Bewirtschaftungspflicht der Kun denparkplätze in § 8 Abs. 3 QR, d) Ergänzung betreffend Trennung der Kunden- und Sta mmparkplätze in § 8 Abs. 3 QR, e) Ergänzung Symbol Dachneigung im Quartierplan Nr. 2 , f) Ergänzung von Baulinien und Gestaltungsbaulinien unter- und oberhalb des Niveaus "Baubereich Fussgängerpassage" in den Teilplänen Nrn. 1A, 1C und 1D. G. Gegen den RRB liessen A.A.____ und B.A.____ (Besch werdeführer 1), vertreten durch Dr. Pascal Leumann, Advokat in Muttenz, beim Kantonsg ericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), am 23. Dezember 201 3 Beschwerde erheben mit dem Rechtsbegehren: In Gutheissung der Beschwerde sei der E ntscheid des Regierungsrats vom 10. Dezember 2013 betreffend Genehmigung der Quarti erplanvorschriften Ziegelhof aufzuhe- ben und folglich den Quartierplanvorschriften Ziegelho f die Genehmigung zu verweigern, unter o/e-Kostenfolge. Verfahrensrechtlich beantragten sie, d er Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Weiter beantragten die Beschwerd eführer 1 eventualiter, für den Fall der Genehmigung der Quartierplanvorschriften Ziegelhof sei en die maximale Gebäudehöhe, die maximale Fassadenhöhe und die bestehende Terrainhöhe a m Schnittpunkt zwischen der geplanten Gestaltungsbaulinie und der Fortsetzung der nordwestlichen Parzellengrenze der Parz. V.____, GB Liestal, verbindlich festzuhalten. H. Ebenfalls am 23. Dezember 2013 liessen A.B.____ un d B.B.____ sowie C.____ (Beschwerdeführer 2), alle vertreten durch René Brigg er, Advokat in Basel, beim Kantons- gericht Beschwerde gegen den RRB erheben mit den Recht sbegehren: Es sei der Entscheid des Regierungsrats vom 10. Dezember 2013 aufzuheben und das QR, die Quartierplanung Zie- gelhof gemäss Plan 1 und 2, die Mutation Baulinienpla n Zentrum und Stadtgraben sowie alle damit verbundenen (zum Teil unbekannten) Planänderun gen seien ganz oder teilweise abzu- weisen, eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuw eisen, unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie, es sei dem unterzeichneten Advokaten die um- fassende Akteneinsicht zu gewähren, es sei das Verfahren zumindest bis zur Neupublikation und Rechtskraft der diversen Planänderungen zu sistieren, es sei der Beschwerdeführerin C.____ sowie den Einsprecherinnen I.____ und J.____ d er RRB korrekt zu eröffnen und es sei der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. I. Am 8. bzw. 10. Januar 2014 beantragten die Stadt Liestal (Beschwerdegegnerin) bzw. der Regierungsrat (Beschwerdegegner), vertreten durch di e Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft, das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Mit Verfügung vom 28. Januar 2014 hiess das Kantonsger icht das Gesuch der Beschwerdeführer um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gut. K. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihren Vernehmlassung en vom 25./26. März 2014 auf Abweisung der Beschwerde. L. Der Beschwerdegegner beantragte in seinen Vernehml assungen vom 5. Mai 2014, die Beschwerden seien vollumfänglich abzuweisen. M. In den Repliken vom 25. Juli 2014 hielten die Besch werdeführer vollumfänglich an den Ausführungen in ihren Beschwerdebegründungen fest. N. Am 1. September 2014 lud das Kantonsgericht antra gsgemäss die Grundeigentümerin der vom Quartierplan direkt betroffenen Parzellen zu den beiden Beschwerdeverfahren bei. O. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner hie lten in den Dupliken vom 25. August 2014 resp. vom 23. September 2014 im Wesentlichen an ihren Ausführungen in den Beschwerdeantworten fest. P. Am 20. Oktober 2014 nahm die Grundeigentümerin St ellung, ohne einen eigenen Antrag zu stellen. Q. Weitere schriftliche Stellungnahmen sind in der Fo lge nicht eingegangen. R. Am 8. Januar 2015 haben die Rechtsvertreter der B eschwerdeführer sowie der Bei- geladenen aufforderungsgemäss ihre Honorarnoten eingereicht. S. Das Kantonsgericht hat heute einen Augenschein mit anschliessender Parteiverhand- lung, an welcher K.____ als Vertreter der Kantonalen Denkmalpflege als Auskunftsperson befragt wurde, durchgeführt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlich er Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Ange- legenheit gegeben. 1.2. Da beide Beschwerden (Verfahren 810 13 396 und 810 13 398) den gleichen Sach- verhalt betreffen bzw. sich gegen denselben Quartierpl an richten und darin weitgehend über-Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einstimmende Rügen erhoben werden, rechtfertigt es sich , die beiden Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil über die Vorbringen der Beschwerdeführer zu befinden. 1.3.1. Die Beigeladene bestreitet mit Stellungnahme vom 20. Oktober 2014 die Beschwer- debefugnis der Beschwerdeführer, weil diese das schutzwürd ige Interesse nicht rechtsge- nüglich dargelegt hätten und ein solches Interesse auc h nicht ersichtlich sei. Deshalb sei auf beide Beschwerden nicht einzutreten. Es sei unzweifelhaft, dass die Beschwerdeführer Eigentü- mer von Liegenschaften seien, die in der unmittelbaren Nachbarschaft des Gestaltungsplanperi- meters lägen. Insoweit sei die räumliche Nähe, welche di e Beschwerdelegitimation zu begrün- den vermöge, gegeben. Damit sei das schutzwürdige Inter esse aber noch nicht begründet. Soweit die Beschwerdeführer Ortsbildschutz und denkmalpflegerische Anliegen – die auf einem rein öffentlichen Interesse basierten – vortragen würd en, sei trotz der räumlichen Nähe ihrer Liegenschaften kein schutzwürdiges Interesse an der Beschwe rdeführung substanziiert dar- getan. Bezüglich der Wohnhygiene bestehe gemäss der bunde sgerichtlichen Rechtsprechung hingegen ein legitimes schutzwürdiges Interesse. Um unter Berücksichtigung der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung zur Wohnhygiene keine Rückw eisung zu riskieren, habe sie als private Grundeigentümerin Schattendiagramme erstellen lassen. Daraus ergebe sich, dass sich die Beschattung des Gebäudes der Beschwerdeführer 1 in kei ner Art und Weise verändere, weshalb auch diesbezüglich kein rechtlich geschütztes Inte resse der Beschwerdefüh- rer 1 vorhanden sei. Einzig bei der Liegenschaft auf d er Parzelle Nr. X.____ sei eine gering- fügige Mehrbeeinträchtigung festzustellen. In Anbetrach t der enormen Auswirkungen der Beschwerde und der doch sehr geringen Beeinträchtigung sei das tatsächliche Interesse der Eigentümerin jedoch als derart untergeordnet zu beurte ilen, dass es nicht als rechtserheblich schützenswert qualifiziert werden könne (vgl. Stellungna hme der Beigeladenen vom 20. Okto- ber 2014). 1.3.2. Die Beschwerdeführer 1 und 2 machen übereinstim mend geltend, sie seien beschwerdebefugt im Sinne von § 47 Abs. 1 VPO. Als Nach barn hätten sie ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung des Einspracheentscheids. Sie hätten sich nicht nur auf die Einhaltung rein öffentlich-rechtlicher Bestimmungen berufen, sondern sie sähen Normen verletzt, die auch ihrem Schutz dienen würden. Auf die Beschwerde sei demgemäss einzutre- ten. 1.3.3. Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 gewährleistet das kantonale Recht gegen V erfügungen und Nutzungspläne, die sich auf das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen A usführungsbestimmungen stützen, die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Fern er schreibt Art. 111 des Bundesgeset- zes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 die Ei nheit des Verfahrens vor: Wer zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, muss sich am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können (Art. 111 A bs. 1 BGG); die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts muss grundsätzlich mindestens die Rügen nach den Artikeln 95-98 BGG prüfen können (Art. 111 Abs. 3 BGG). Daraus folgt, d ass die kantonalen Behörden die Rechts- mittelbefugnis nicht enger fassen dürfen, als dies fü r die Beschwerde an das Bundesgericht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorgesehen ist. Zur Beurteilung, ob das Kantonsgericht die Beschwerdeführer von der Beschwerde ausschliessen darf, ist demgemäss die Beschwerdeberechtigung nach den Grund- sätzen von Art. 89 Abs. 1 BGG zu prüfen (vgl. zum Ganzen : Urteil des Bundesgerichts [1C_133/2008] vom 6. Juni 2008 E. 2.1). Wären die Be schwerdeführer befugt, gegen einen Sachentscheid betreffend den Quartierplan Ziegelhof beim Bundesgericht Beschwerde zu füh- ren, so muss das Kantonsgericht auf ihre Beschwerde eintreten. 1.3.4. Zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele genheiten ist nach Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilg enommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a); durch den angefochte nen Entscheid oder Erlass besonders berührt ist (lit. b); und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Nach kantonalem Recht sind gemäss § 47 Abs. 1 VP O zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochten en Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung h at (lit. a); jede andere Person, Organisation oder Behörde, die durch besondere Vorschr ift zur Beschwerde ermächtigt ist (lit. b) und die vollziehende Behörde der Gemeinde be i Verfügungen und Entscheiden letzt- instanzlicher Verwaltungsbehörden des Kantons (lit. c). Zur Anfechtung von regierungsrätlichen Entscheiden betreffend kommunale und kantonale Nutzungsp läne ist zudem – mit hier nicht gegebenen Ausnahmen gemäss § 47 Abs. 2 Satz 2 VPO – nur berechtigt, wer sich bereits am Einsprache- und Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsrat beteiligt hat (§ 47 Abs. 2 Satz 1 VPO). 1.3.5. Die Behauptung allein, jemand sei von den Folg en eines Quartierplans betroffen, genügt hingegen nicht, um die Beschwerdebefugnis zu be gründen. Vielmehr müssen aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere Berührtsein und das schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen, ansonsten stünde jedermann die Besc hwerdeberechtigung zu, der eine unzutreffende Behauptung aufstellt. Dies liefe im Erg ebnis auf eine unzulässige Popular- beschwerde hinaus. Ein Kriterium für die Beurteilung der Beschwerdebefugnis eines Nachbarn ist die räumliche Nähe seines Grundstücks zum umstrittenen Vo rhaben, wobei es nicht auf abstrakt bestimmte Distanzwerte ankommt. Das Beschwerderecht wird aber in der Regel anerkannt, wenn die Liegenschaft des Nachbarn unmittelb ar an das Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon g etrennt wird (vgl. Urteil des Bundes- gerichts [1C_236/2010] vom 16. Juli 2010 E. 1.4, mit Hinweisen). 1.3.6. Liegt diese besondere Beziehungsnähe in räumliche r Hinsicht vor, braucht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung das Anfechtungsintere sse nicht mit dem Interesse über- einzustimmen, das durch die von den beschwerdeführenden P ersonen als verletzt bezeich- neten Normen geschützt wird. Die Nachbarn können mithi n die Überprüfung eines Vorhabens im Lichte all jener Rechtssätze verlangen, die sich rech tlich oder tatsächlich in dem Sinne auf ihre Stellung auswirken, so dass ihnen im Falle des Obsieg ens ein praktischer Nutzen entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen von Beschwerdegr ünden, mit denen einzig ein allgemeines öffentliches Interesse an der richtigen Anwe ndung des Rechts verfolgt wird (BGE 133 II 249 E. 1.3.2), ohne dass den Beschwerdeführern im Falle des Obsiegens ein Vorteil entsteht. Das Element des praktischen tatsächlichen Nutze ns bildet somit ein wichtiges Ein-Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tretenskriterium, mit welchem ein "Ausufern" der Beschwe rdemöglichkeiten verhindert werden kann. Unzulässig ist eine rügebezogene Beurteilung der L egitimation, indem einzelne Vorbrin- gen der Beschwerdeführer materiell geprüft würden, i n Bezug auf andere erhobene Rügen die Legitimation der Beschwerdeführer jedoch verneint wür de. Mit einer derartigen rügespezifi- schen Beurteilung würden Beschwerdelegitimation und Be schwerdegründe vermengt. Sind die Voraussetzungen der Beschwerdelegitimation nach § 47 VPO bzw. nach Art. 89 BGG gegeben, sind die Beschwerdeführer mit sämtlichen der in § 45 V PO bzw. Art. 95 ff. BGG aufgeführten Rügen zum Verfahren zuzulassen, wenn ihnen durch die Gu theissung der Beschwerde ein praktischer Nutzen entstehen würde (vgl. zum Ganzen: Ur teil des Bundesgerichts [1C_236/2010] vom 16. Juli 2010 E. 1.4 f., mit Hinweisen). 1.3.7. Die Beschwerdeführer haben bereits am vorinstanzli chen Verfahren teilgenommen und sind mit ihren gegen den Quartierplan gerichteten Rüg en vor dem Regierungsrat nicht durch- gedrungen. Sie sind zudem Eigentümer von Grundstücken, die entweder an den Quartierplan- perimeter angrenzen (Parzellen Nr. W.____ und V.____ ) oder lediglich ca. 5 bzw. 8 Meter davon entfernt liegen (Parzellen Nr. X.____ und Y.____). Diese räumliche Nähe begründet eine besondere Betroffenheit der Beschwerdeführer, womit sie in tatsächlicher Hinsicht stärker vom Quartierplan berührt sind als die Allgemeinheit. Würd en sie mit ihren erhobenen Rügen durch- dringen, müsste die Genehmigung des Quartierplans verwe igert werden und die geplante Be- bauung innerhalb des Perimeters könnte nicht wie vorgese hen erfolgen. Darin besteht der konkrete praktische Nutzen der Beschwerdeführer. Die Beschwe rdeführer sind somit im Sinne von § 47 VPO und Art. 89 Abs. 1 BGG von der Abweisung ihrer Einsprachen und Genehmigung des Quartierplans berührt bzw. besonders betroffen und h aben an der Aufhebung des vorin- stanzlichen Entscheids ein schutzwürdiges Interesse. Demgemä ss ist auf ihre Beschwerden einzutreten. 1.4.1. Die Beschwerdeführer rügen, die Angemessenheit des Entscheids sei von der Vorin- stanz, die über volle Kognition verfüge und diese auc h anwenden müsse, nicht überprüft worden. Bezüglich Ortsbildschutzes würden eigene Erwägu ngen vollständig fehlen und es werde zudem auf eine (falsche) Interessenabwägung des P lanungsträgers und die Interventio- nen der Denkmalpflege verwiesen. Die Arealbaukommission habe in ihrer Eingabe vom 21. Juni 2010 festgehalten, dass das Gebäude zu gross und zu redim ensionieren sei. Dies sei in der Folge nicht geschehen. Auch die Denkmal- und Heimatschut zkommission (DHK) habe sich am 21. Juni 2010 analog geäussert. Das Amt für Raumplanung sei am 18. Mai 2011 der Ansicht gewesen, dass die Dimensionierung mit dem Ortsbildschutz n icht kompatibel sei. Die Abwä- gung zwischen den privaten Investitions- und Renditeinter essen und den Interessen des Orts- bildschutzes hätte die Vorinstanz vornehmen müssen. 1.4.2. Der Beschwerdegegner bringt dagegen vor, entge gen den Ausführungen der Beschwerdeführer habe er die ihm obliegende Prüfung von Recht- und Zweckmässigkeit erfüllt. Vermutlich gründe die Kritik der Beschwerdeführer dar auf, dass sie eine Gesamtschau sämtli- cher Argumente/Fachfragen im RRB erwarten würden. Di ese erfolge indes laufend während eines Quartierplanverfahrens. In Bezug auf die von den Beschwerdeführern erwähnten kriti- schen Stellungnahmen einzelner Fachbehörden führt der Beschwerdegegner aus, es sei ange-Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichts der diversen zu beachtenden, teilweise divergieren den Interessen durchaus möglich und auch häufig, dass sich eine Fachstelle mehr Berücksichtigung ihrer jeweiligen Interessen ge- wünscht hätte, die Planung aber dennoch akzeptieren kön ne, da diese insgesamt als zweck- mässig und angemessen erscheine und die Interessen und Anli egen des Kantons darin genü- gend berücksichtigt würden. Der Regierungsrat habe wede r die Kompetenz noch das Fachwis- sen, sämtliche ortsbildschützerischen Aspekte des übergeordne ten Rechts zu prüfen. Gerade dafür seien die Fachkommissionen und Fachstellen zuständ ig. Die Aufgabe des Regierungs- rates sei es zu prüfen, dass bei diesen planerischen Vor arbeiten zum RRB sämtliche erforder- lichen Schritte in korrekter Art und Weise durchlaufen worden seien. 1.4.3. Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG hat das kantonal e Recht die volle Überprüfung von Ver- fügungen und Nutzungsplänen durch wenigstens eine Besch werdebehörde zu gewährleisten. Volle Überprüfung bedeutet im diesem Zusammenhang ni cht nur die freie Prüfung des Sach- verhalts und der sich stellenden Rechtsfragen, sondern a uch eine Ermessenskontrolle (vgl. HEINZ AEMISEGGER /S TEPHAN HAAG , Praxiskommentar zum Rechtsschutz in der Raumplanung, Zürich 2010, Art. 33 RPG Rz. 8). Diese bundesrechtlichen Anforderungen gelten für alle in den Sachbereich der Raumplanung fallenden Nutzungspläne der Kantone, wozu auch Quartierpläne zu zählen sind (P ETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Au flage, Bern 2008, S. 530). Der Regierungsrat hat in seiner Funktion als Rechtsmittelbehörde dementsprechend die in den Einsprachen strittigen Punkt e mit voller Kognition zu prüfen und darf sich mithin nicht wie bei der Genehmigung der ih m vorgelegten Planungsbeschlüsse auf eine Rechtskontrolle beschränken (vgl. diesbezüglich Art. 2 6 RPG i.V.m. § 31 Abs. 5 RBG, wo eine Zweckmässigkeitskontrolle immerhin bezüglich kantonaler Anliegen vorgesehen ist). Er hat als Beschwerdebehörde zu beurteilen, ob das Planungserm essen richtig und zweckmässig ausgeübt worden ist. Dabei ist allerdings im Auge zu b ehalten, dass der Regierungsrat kanto- nale Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz ist. Die Üb erprüfung ist sachlich vor allem dort einzuschränken, wo es um lokale Angelegenheiten und aus gesprochene Ermessensfragen geht, dagegen ist sie so weit auszudehnen, dass die angem essene Berücksichtigung der übergeordneten, vom Kanton zu sichernden Interessen gewä hrleistet wird (vgl. BGE 131 II 81 E. 7.2.1; AEMISEGGER /H AAG , a.a.O., Art. 33 RPG Rz. 71 ff.). Der kommunalen Planungsbehörde kommt bei der Festsetzung von Quartierplänen und insbesond ere bei der Beurteilung, ob mit dem Plan eine bessere städtebauliche und architektonische Lösung erzielt wird, eine besondere Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu. Entsprechend ver fügt die Gemeinde insoweit über Autonomie. Der Regierungsrat als Einsprache- und Gene hmigungsbehörde überprüft den kommunalen Planungsentscheid mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn der Regierungsrat zu respektieren. Er darf bei Einordnungs- und Gestaltungsfragen trotz umfassender Überprüfungs- befugnis nur einschreiten, wenn die Würdigung der komm unalen Behörde sachlich nicht mehr vertretbar ist oder dem übergeordneten Recht widerspricht, und er kann eine vertretbare Würdi- gung nicht einfach durch seine eigene ersetzen, vielmeh r hat er diesfalls die Sache zur neuen Entscheidung an die Planungsbehörde zurückzuweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [1C_130/2014] vom 6. Januar 2015 E. 2.2; ebenso bereits Urteil des Kantonsgerichts [KGE VV] vom 6. November 2002, in: Basellandschaftliche Verwaltu ngsgerichtsentscheide [BLVGE] 2002/2003 S. 133 E. I/1c; HÄNNI , a.a.O., S. 529 f.). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4.4. Im angefochtenen RRB wurden die dargelegten r echtlichen Vorgaben beachtet: Der Regierungsrat hat festgehalten, dass ihm als Beschwerdeinst anz die volle Überprüfungsbe- fugnis zukomme, und dass er sowohl eine Rechts- als auch eine Zweckmässigkeitskontrolle vornehmen müsse (vgl. vorinstanzlicher Entscheid E. IV/5.). Im angefochtenen Entscheid hat der Regierungsrat die erforderliche Prüfung auch vorgenommen. Demgemäss erweisen sich die Beschwerden als unbegründet, soweit der Vorinstanz vorg ehalten wird, ihr Entscheid genüge den Anforderungen von Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG nicht. Ob der Regierungsrat hingegen im Rahmen seiner Überprüfung die kommunale Würdigung z u Recht für vertretbar gehalten hat, wird nachfolgend noch zu prüfen sein. 1.4.5. Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 A bs. 1 lit. a und b VPO grund- sätzlich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, U nterschreitung oder Miss- brauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts beschränkt. Die Angemessenheit eines angefochtenen Entsch eids kann demgegenüber nur in bestimmten – vorliegend nicht relevanten – Ausnahmefälle n überprüft werden (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). Eine Ermessenskontrolle ist dem Kantons gericht im Zusammenhang mit raumplanerischen Akten somit verwehrt (vgl. KGE VV vom 6. Juli 2011 [810 10 439] E. 2.1). Das Kantonsgericht nimmt eine Rechtskontrolle vor und übe rprüft, ob der Regierungsrat die Würdigung durch die kommunale Behörde für vertretbar halten durfte. Dagegen ist es nicht Auf- gabe des Kantonsgerichts, eine eigene umfassende Beurte ilung der Gestaltungs- und der Ein- ordnungsfragen vorzunehmen. Erweist sich der kommunale Entscheid als vertretbar und mit dem übergeordneten Recht konform, und greift das Kanto nsgericht dennoch mit einer ab- weichenden eigenen freien Würdigung in den Beurteilu ngsspielraum der kommunalen Behörde ein, so würde es – unzulässigerweise – deren Autonomie ve rletzen (vgl. dazu Urteil des Bun- desgerichts [1C_130/2014] vom 6. Januar 2015 E. 2.2). 1.5.1. Die Beschwerdeführer 1 monieren im Rahmen der Replik – wie bereits im vorin- stanzlichen Verfahren – einen schweren Eröffnungsfehler im Rahmen der Planauflage, weil der auswärts wohnende Grundeigentümer A.A.____ – entgegen der Vorgabe in § 13 Abs. 3 RBG – nicht mit eingeschriebenem Brief auf die Auflage hinge wiesen worden sei (Replik vom 25. Juli 2014, S. 3). 1.5.2. Nach der Rechtsprechung ist nicht jede mangelhaf te Eröffnung schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass die Rechtsmittelfrist nicht zu laufe n beginnen könnte. Aus dem Grund- satz, dass den Parteien aus mangelhafter Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt vielmehr, dass dem beabsichtigten Rechtsschutz schon dann Ge nüge getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihre n Zweck erreicht. Das bedeutet nichts anderes, als dass nach den konkreten Umständen des Einzel falls zu prüfen ist, ob die betroffe- ne Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsäch lich irregeführt und dadurch benach- teiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung die ser Frage ist der auch in diesem prozes- sualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem die Berufung auf Form- mängel in jedem Fall ihre Grenze findet (vgl. Urteil des Bundesgerichts [1C_443/2014] vom 9. Januar 2015 E. 2.4, mit Hinweisen). Die Beschwerd eführer 1 haben rechtzeitig eine Ein-Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprache erhoben, welche die Vorinstanz auch materiell b eurteilt hat. Sie konnten demzufolge ihre Rechte wahrnehmen. Selbst wenn von einem Eröffnu ngsmangel auszugehen wäre, was hier offenbleiben kann, wären die Beschwerdeführer 1 d adurch nicht benachteiligt worden. Die Beschwerde ist somit in diesem Punkt abzuweisen. 2.1. Die Beschwerdeführer 1 und 2 machen übereinstimmen d geltend, im vorinstanzlichen Verfahren sei das rechtliche Gehör verletzt worden. Sie monieren im Wesentlichen, es seien eine Vielzahl von Planänderungen und Ergänzungen am R eglement vorgenommen worden, von denen gewisse Änderungen (z.B. die Änderung von [G estaltungs-]Baulinien und der nach- träglich stark überarbeitete Planungsbericht) nicht mehr als geringfügige Änderungen gemäss § 31 Abs. 5 RBG verstanden werden könnten. Zu diesen Änderungen seien sie als Einsprecher nie begrüsst worden. Insbesondere sei ihnen die Eingabe vom 22. November 2013, mit welcher der Stadtrat Liestal beim Regierungsrat die Genehmig ung von geringfügigen Änderungen gemäss § 31 Abs. 5 RBG beantragt habe, nicht zur Kennt nis gebracht worden. Es habe ein intransparentes Geheimverfahren vorgelegen. Würden ma terielle Änderungen als geringfügige Änderungen qualifiziert, so entstehe ein offenkundiger Wertungswiderspruch zu den Bestim- mungen in § 122 RBG, wonach von den genehmigten Pläne n nur mit Zustimmung der Baubewilligungsbehörde und nach Anhörung der betroffe nen Nachbarschaft abgewichen werden dürfe. Zu den Auflageakten im Rahmen einer Q uartierplanung würde auch der Pla- nungsbericht gehören. Der aufgelegte Planungsbericht u nd der nachträglich überarbeitete Planungsbericht würden sich aber in wesentlichen Punkten unterscheiden, was sich schon aus dem Umfang des Berichts ergebe, der ursprünglich 21 Seiten umfasst habe und nach der Über- arbeitung 53 Seiten umfasse. Inhaltlich sei insbesonde re eine Interessenabwägung nach- geschoben worden, die in der Planauflage nicht enthal ten gewesen sei. Auch diese Total- überarbeitung des Planungsberichts könne nicht mehr als geringfügige Änderung qualifiziert werden. Gemäss § 47 Abs. 1 RBG könnten Änderungen des Q uartierplans nur im Verfahren durchgeführt werden, das für den Erlass massgeblich ist. M it der durch den Regierungsrat vorgenommenen Ergänzung würden § 31 Abs. 5 und § 47 A bs. 1 RBG verletzt. Die Verletzung der Verfahrensvorschriften und damit der formelle Mang el des Quartierplans könne nur mit einer Nichtgenehmigung und entsprechender Neuauflage m it den erwähnten wesentlichen Änderungen korrigiert werden. Zumindest sei die Sache a n die Vorinstanz zurückzuweisen, welche nach kantonalem Recht als einzige Rechtsmittelinstanz volle Kognition habe. 2.2.1. Der Beschwerdegegner hält den Beschwerdeführer n vor, sie würden die Natur des Quartierplanverfahrens sowie die Bedeutung seiner jewe iligen Inhalte verkennen. Die Beschwerdeführer seien über die beschwerderelevanten Pun kte informiert worden. Dass nach- trägliche Anpassungen nicht umfassend zu ihrer Kenntnis gebracht worden seien, habe zum einen damit zu tun, dass diese ihre Einwände nicht betroffen hätten. Zum anderen sei dies auch Ausfluss des Quartierplanverfahrens, wie es vom Gesetzgeber vorgesehen sei. Diese Vorge- hensweise sei rechtlich korrekt. Beim Quartierplanverfahr en handle es sich um einen jahre- langen Prozess, an welchem neben der planenden Behörde eine Vielzahl weiterer Behörden (auch des Kantons) ständig und wiederholt beteiligt sei en. Dies spiegle sich auch im Planungs- bericht wieder, der entsprechend ergänzt werden müsse. D ies sei aus rechtsstaatlicher Sicht unproblematisch, weil dem Planungsbericht keine rechtlic he Wirkung zukomme. Aus § 31 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 5 RBG könne nicht abgeleitet werden, dass geringf ügige Änderungen nur rein formeller Natur sein könnten. Die Prüfung erfolge im Einzelfall und mit Blick auf den Gesamtzusammen- hang der Planung. Im zweiten Vorprüfungsbericht sei die Vorgabe gemacht worden, im Teil- plan 1B im Bereich Fussgängerpassage die Baulinien entlang der Meyer-Wiggli-Strasse wegzu- lassen. In der Folge seien fälschlicherweise nicht bloss diese, sondern auch die Baulinien ober- und unterhalb der Fussgängerpassagen weggelassen worden. Das Fehlen dieser Baulinien sei erst im Genehmigungsverfahren entdeckt worden. In Kennt nis dieser Vorgeschichte habe der Regierungsrat die Behebung dieses Fehlers als geringfüg ige Änderung gutgeheissen. In Bezug auf die Rüge betreffend Verletzung des rechtlichen Geh örs macht der Beschwerdegegner geltend, § 122 RBG betreffe einzig das Baubewilligung sverfahren. Eine Analogie zum Nut- zungsplanungsverfahren sei nicht zulässig. 2.2.2. Die Beschwerdegegnerin weist im Rahmen ihrer V ernehmlassung vom 26. März 2014 darauf hin, dass die geringfügigen Änderungen nach li t. a-e (siehe vorne Sachverhalt lit. F) gerade aufgrund der Einsprachen der Beschwerdeführer v orgenommen worden seien, weshalb es einen Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glau ben darstelle, zunächst in der Ein- sprache Änderungen zu verlangen und anschliessend die Be rücksichtigung der Anliegen zu monieren. 2.3.1. Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Na tur. Dessen Verletzung führt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ungeachtet der materi ellen Begründetheit des Rechts- mittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebun g des angefochtenen Entscheides (BGE 137 I 195 E. 2.2). Eine nicht besonders schwerwi egende Verletzung des rechtlichen Ge- hörs kann jedoch ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglich- keit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, d ie sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Vora ussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiege nden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die V orinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerun- gen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichge stellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht z u vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2, mit Hinweisen). 2.3.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fli esst ein "Replikrecht im engeren Sinne" unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfass ung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999, soweit Eingaben de r Vorinstanz oder der Gegenpartei Noven enthalten, die prozessual zulässig und materiell g eeignet sind, den Entscheid zu beein- flussen. Es findet auf sämtliche Verfahren vor Verwaltu ngs- und Gerichtsbehörden Anwendung (BGE 138 I 154 E. 2.3.2). Zudem haben die Parteien eines Gerichtsverfahrens Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Zi ff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. Novemb er 1950. Diese Garantie umfasst auch das Recht, von den beim Gericht eingereichten Stel lungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu können (sog. Replikrecht: BGE 133 I 10 0 E. 4.5). Das Replikrecht hängt nicht von der Entscheidrelevanz der Eingaben ab (vgl. BGE 138 I 154 E. 2.3.3). Die Wahrneh-Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht mung des Replikrechts setzt indes voraus, dass die von den ü brigen Verfahrensbeteiligten ein- gereichten Eingaben der Partei zugestellt werden (BGE 137 I 195 E. 2.3.1). Im Raumplanungsrecht wird nach der Rechtsprechung des Bu ndesgerichts der individuelle Rechtsschutz und damit die Gewährung des rechtlichen Gehö rs in Art. 33 RPG abschliessend konkretisiert: Nutzungspläne werden öffentlich aufgelegt (Abs. 1). Das kantonale Recht sieht wenigstens ein Rechtsmittel vor (Abs. 2) und gewährleistet volle Überprüfung durch wenigstens eine Beschwerdebehörde (Abs. 3 lit. b). Damit erhalten die Legitimierten (Abs. 3 lit. a) Gelegen- heit, im Beschwerdeverfahren mit ihren Anliegen zu de n sie tangierenden Planänderungen gehört zu werden. Freilich ist es den Kantonen unben ommen, Planentwürfe nicht nur im Sinne der Mitwirkungsauflage, sondern auch zur Eröffnung ei nes dem individuellen Rechtsschutz die- nenden Einspracheverfahrens für die direkt Betroffen en aufzulegen, stellt doch das Bun- desrecht in Wahrung der kantonalen Hoheit nur Mindest vorschriften zur Gewährleistung des Rechtsschutzes auf (BGE 114 Ia 233 E. 2b ff.). Der in Ar t. 33 RPG konkretisierte Gehörsan- spruch verlangt (nur), dass sich entweder die kommunale od er die kantonale Behörde im Ein- sprache-, Beschwerde- oder Genehmigungsverfahren mit de n formgerecht und innert Frist erhobenen Einwendungen materiell befassen muss. Verlang t wird in Art. 33 RPG die Auflage der Nutzungspläne. Diesem Anspruch genügt ein Verfah ren, das die öffentliche Auflage des Nutzungsplanes erst nach dessen Festsetzung durch das zuständ ige Organ zur Einleitung des Rechtsmittelverfahrens anordnet. Das kantonale Recht, d em der Bundesgesetzgeber Rech- nung tragen wollte, sieht denn auch vielfach eine Trenn ung des politischen Willensbildungspro- zesses vom Rechtsmittelverfahren in dem Sinne vor, dass die im Dienste des Rechtsschutzes stehende Planauflage erst nach dem Entscheid des zuständi gen Organs, in der Regel der Gemeindeversammlung als der Legislative der Gemeinde, erfolgt (BGE 114 Ia 233 E. 2cd mit Hinweisen auf damalige kantonale Regelungen im Tessin, Basel-Landschaft und Zürich). Infol- gedessen können Einwendungen im Rahmen eines Einsprache - oder Beschwerdeverfahrens vorgebracht werden (BGE 119 Ia 141 E. 5c/bb). Dabei i st in Kauf zu nehmen, dass sich die Betroffenen je nach Ausgestaltung des kantonalen Verfahr ens erst gegenüber der Rechts- mittelinstanz (d.h. hier gegenüber dem Regierungsrat) erstmalig rechtlich zur Wehr setzen können und nicht schon gegenüber der Planungsbehörde. Damit geht einher, dass die Rechts- mittelinstanz, die zwar über eine umfassende Sachverhalt s- und Rechtskontrolle verfügt, das Planermessen der Planungsbehörde respektiert. Insoweit mag der Standard der Gehörs- gewährung im Beschwerdeverfahren jenem der Gehörsgewäh rung im Einspracheverfahren nicht vollumfänglich zu entsprechen. Dennoch ist der An spruch auf rechtliches Gehör gewahrt (BGE 135 II 286 E. 5.3). 2.3.3. Aus § 39 RBG ergibt sich, dass der Quartierplan aus einem oder mehreren Plänen, dem Reglement sowie einem Begleitbericht, in dem die Ziele, die Schritte zur Realisierung und die Folgekosten aufgezeigt werden, besteht. Gemäss § 31 RBG sind die Zonenvorschriften nach dem Erlass durch die Einwohnergemeinde öffentlic h aufzulegen. Dieses Verfahren gilt auch für die Quartierpläne (vgl. § 41 RBG). Nach der kantonsgerichtlichen Rechtsprechung entspricht der Begleitbericht gemäss § 39 RBG der Berich terstattungspflicht gegenüber der kantonalen Genehmigungsbehörde nach Art. 47 der Raump lanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni 2000. Adressat des Planungsberichts ist nach bund esrechtlicher Vorschrift die kanto-Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nale Genehmigungsbehörde gemäss Art. 26 Abs. 1 RPG, vor liegend der Regierungsrat. Er dient diesem beim Entscheid über die Genehmigung bzw. Nichtgenehmigung eines Nutzungs- plans. Aus Sicht des Raumplanungsrechts des Bundes ist der Planungsbericht Teil der Ent- scheidungsgrundlagen für die Plangenehmigungsbehörde. Da gerade Planentscheide wenig justiziabel sind und auf einer umfassenden Interessenabwäg ung auf der Grundlage der Pla- nungsziele beruhen, kommt der Berichterstattung über di e vorgenommene Interessenab- wägung eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit der Planung zu. § 39 RBG geht insofern über die bundesrechtlichen Anfo rderungen hinaus, als er den Begleit- bericht, der dem Bericht nach Art. 47 RPV entspricht, grundsätzlich zum Inhalt der Quartier- planung erhebt und bereits als Entscheidgrundlage für die Planerlassbehörde betrachtet, was als durchaus sinnvoll bezeichnet werden kann, aus bundesrech tlicher Sicht sowie im normalen Zonenplanverfahren (vgl. § 31 Abs. 4 RBG) hingegen nicht zwingend notwendig ist. Adressaten des Berichts bleiben die kantonalen Plangenehmigungsbeh örden (vgl. zum Ganzen: KGE VV [810 06 353] vom 19. Dezember 2007 E. 5.1.1, mit Hinweisen). 2.4. Der Planungsbericht betreffend Quartierplanung Ziegelhof datiert vom 8. Mai 2013. Er lag damit im Zeitpunkt der Einreichung beim Regierun gsrat als kantonaler Genehmigungs- behörde bereits vor. Dass der Planungsbericht zuvor stark üb erarbeitet worden ist, ist in Anbe- tracht des Umstands, dass der Regierungsrat Adressat des Ber ichts ist, nicht zu beanstanden und darin ist weder eine Verletzung des rechtlichen Ge hörs noch eine Änderung im Geneh- migungsverfahren zu erkennen, welche eine Neuauflage des Quartierplans erfordern würde. 2.5.1. Der Stadtrat unterbreitete die Beschlüsse des E inwohnerrats am 29. Mai 2013 dem Regierungsrat zur Genehmigung und ersuchte ihn um Abw eisung der unerledigten Einspra- chen. Während dieses beim Regierungsrat hängigen Verfah rens beantragte der Stadtrat mit Eingaben vom 1. Juli 2013 und vom 22. November 2013 fer ner um Genehmigung von diversen Änderungen gemäss § 31 Abs. 5 RBG gegenüber dem Beschlu ss und den Auflageexemplaren. Diese Änderungen wurden – wie die Beschwerdegegnerin anerkennt – weitgehend gerade auf- grund der Einsprachen der Beschwerdeführer vorgenomme n. Demgemäss kann dem Beschwerdegegner nicht gefolgt werden, wenn dieser als Begründung für die Unterlassung der Information der Einsprecher anführt, die nachträgli chen Anpassungen seien ihnen nicht umfas- send zur Kenntnis gebracht worden, weil diese ihre Einsp rache nicht betroffen hätten. Vielmehr hat der Beschwerdegegner, indem er die (prozessual zulässi gen) Eingaben des Stadtrats, wel- che den Genehmigungs- und Einspracheentscheid des Beschwerdegegners in der Folge mate- riell beeinflusst haben, den Beschwerdeführern (bzw. da maligen Einsprechern) nicht zustellte, deren Replikrecht verletzt. 2.5.2. Der hier zu beurteilende Mangel ist allerding s nicht derart schwerwiegend, um einer Heilung entgegen zu stehen. Die Beschwerdeführer konnte n ihre Sichtweise zu den Streit- punkten in ihren bereits zuvor eingereichten Einsprachen darlegen, was zumindest teilweise zu den Änderungen geführt hat. Die aufgrund der Änderu ngsanträge aufgeworfene Frage, ob es sich bei diesen Änderungen um "geringfügige Änderunge n" gemäss § 31 Abs. 5 RBG handelt, stellt zudem eine Rechtsfrage dar, die das Kantonsge richt frei überprüfen kann. Nachdem sich die Beschwerdeführer im kantonsgerichtlichen Beschwerdeve rfahren im Rahmen der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerde sowie – nach Gewährung der vollumfänglichen Akteneinsicht – erneut im Rahmen der Replik zu sämtlichen umstrittenen Aspekten ausführl ich äussern konnten, erscheint die Gehörsverletzung als geheilt. Die von den Beschwerdeführe rn aufgrund der Verletzung des rechtlichen Gehörs beantragte Rückweisung an den Beschwer degegner würde zudem zu einem formalistischen Leerlauf führen. Demgemäss kann von einer Rückweisung abgesehen werden, vorausgesetzt, es handelte sich bei den umstritt enen Änderungen um "geringfügige Änderungen" im Sinne von § 31 Abs. 5 RBG, was nachfolgend zu klären ist. 2.6.1. Der Gemeinderat kann im Einvernehmen mit den G rundeigentümerinnen und Grund- eigentümern dem Regierungsrat beantragen, geringfügi ge Änderungen im Genehmigungsver- fahren vorzunehmen (§ 31 Abs. 5 Satz 2 RBG). Diese Bestimmung gilt infolge des Verweises in § 41 RBG, wonach das ordentliche Verfahren betreffend Erlass eines Quartierplans dem Ver- fahren über die Aufstellung der Zonenvorschriften entsp richt, auch im vorliegend umstrittenen Quartierplangenehmigungsverfahren. Dies entspricht zude m dem klaren Willen des Gesetz- gebers, zumal dieser in den Erläuterungen zum heutigen § 46 RBG betreffend Genehmigung des Quartierplans ausführte, dass sich das Verfahren und der Rechtsschutz im Übrigen nach den entsprechenden Bestimmungen über die Zonenvorschri ften (heutiger § 31 RBG) richten soll (Vorlage an den Landrat Nr. 93/308, RBG, Erläut erungen zum Entwurf, Ziff. 5.1.3.). Dem- gemäss ist es grundsätzlich zulässig, wenn der Gemeinderat im Genehmigungsverfahren eines Quartierplans vor dem Regierungsrat geringfügige Änderungen beantragt. Nicht gefolgt werden kann demgegenüber der Auffassung der Beschwerdeführer, dass dieses Vorgehen einen Verstoss gegen § 47 RBG darstelle und dass ein offenkundi ger Wertungswiderspruch zu den Bestimmungen in § 122 RBG entstehe, sofern materielle Änderungen als geringfügige Ände- rungen qualifiziert würden. In § 47 Abs. 1 RBG ist zwar geregelt, dass Änderungen eines Quar- tierplans nur im Verfahren durchgeführt werden können, das für den Erlass massgeblich ist. Diese Bestimmung bezieht sich allerdings auf rechtskräftige Sondernutzungspläne, die "veral- tet" sind und demgemäss überprüft, geändert oder gar aufgehoben werden müssen (Vorlage an den Landrat Nr. 93/308, RBG, Erläuterungen zum Entw urf, Ziff. 5.1.3.). In diesem Vorgehen kann – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer – a uch kein offenkundiger Wertungs- widerspruch zur Bestimmung in § 122 RBG gesehen werden. 2.6.2. Die erste umstrittene Änderung betraf § 6 Abs. 4 QR, in welchem neu festgehalten wird, dass sich die Berechnungsweise der Verkaufsfläche – diese beträgt 7'000 m2 – nach dem UVP-Handbuch des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Richtli nie des Bundes für die Umwelt- verträglichkeitsprüfung (Art. 10b Abs. 2 des Bundesgese tzes über den Umweltschutz [USG] vom 7. Oktober 1983 und Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV] vom 19. Oktober 1988; nachfolgend UVP-Handbuch) richtet (Änderung lit. a). Dabei handelt es sich um eine Klarstellung bzw. Präzisierung, um sicherzustellen, dass nicht mit einer abweichenden Berechnungsmethode der massgebenden Verkaufsfläche die bundesrechtlichen Vorgaben betreffend Umweltverträglichkeitsprüfung umga ngen werden können. Gemäss dem UVP-Handbuch sind "Einkaufszentren und Fachmärkte mit ei ner Verkaufsfläche von mehr als 7'500 m2" gemäss Anhang Nr. 80.5 UVPV UVP-pflichtig. In die B erechnung der massgeblichen Verkaufsfläche sind nach dem UVP-Handbuch neben eigentl ichen Ladenflächen auch Hallen- und Gangbereiche zwischen einzelnen Geschäften ("Mall"), Ausstellungsräume (z. B. Ausstel-Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht lungsflächen von Möbelhäusern, Baumusterzentralen) und Aussenverkaufsflächen einzubezie- hen. Aussenverkaufsflächen gelten auch dann als Verkaufsflä che, wenn sie nicht das ganze Jahr hindurch genutzt werden (UVP-Handbuch, S. 8). Be i dieser Änderung, welche die Beschwerdeführer im Übrigen nicht belastet, handelt e s sich um eine geringfügige Änderung. Weitere Änderungen betrafen das Thema Parkierung (Änd erungen lit. b bis d). Diesbezüglich ergänzte die Beschwerdegegnerin § 8 Abs. 2 QR. Darin wa r ursprünglich einzig vorgesehen, dass sich die Anzahl der erforderlichen Abstellplätze für Autos und Velos grundsätzlich nach der kantonalen Wegleitung zur Bestimmung der Anzahl Parkplätze für Personenwagen und Velos/Mofas bzw. nach dem Anhang 11/1 zur Verordnung zu m Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 1998 richten soll (vgl. Entwurf QR August 2011). Neu wird in § 8 Abs. 2 QR die maximale Anzahl Parkplätze explizit auf 206 Parkp lätze festgelegt. Dazu wurde § 8 Abs. 3 QR insoweit ergänzt, als ausdrücklich bestimmt wur de, dass die Kundenparkplätze zu bewirtschaften und die Kunden- und Stammparkplätze baulich und/oder betrieblich voneinander zu trennen sind. Diese vorgenommenen Änderungen dienen im Wesentlichen dem Schutz der Nachbarschaft (und damit auch den Beschwerdeführern) und stellen geringfügige Änderungen im Sinne von § 31 Abs. 5 RBG dar. Ohne Zweifel hande lt es sich auch bei der Ergänzung Symbol Dachneigung im Quartierplan Nr. 2 (Änderung li t. e) um eine geringfügige Änderung, was im Übrigen von den Beschwerdeführern auch nicht subst anziiert in Frage gestellt wird. Als letzte Änderung genehmigte der Regierungsrat eine Ergänzung von Baulinien und Gestaltungs- baulinien unter- und oberhalb des Niveaus "Baubereich Fussgängerpassage" in den Teilplänen Nrn. 1A, 1C und 1D als geringfügige Änderungen (Änderung lit. f). Aus den Vorakten ergibt sich diesbezüglich, dass im Planentwurf Nr. 1 des Mitwirkungs-/ Vorprüfungsverfahren vom August 2011 in diesem Bereich die hier umstrittenen Gestaltu ngs-/Baulinien in den Teilplänen Nrn. 1A, 1C und 1D sowie (fälschlicherweise) im Teilplan 1B ein getragen gewesen waren. Im Rahmen der zweiten kantonalen Vorprüfung wies der Vertreter d es Amts für Raumplanung die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass im Teilplan 1B im Bereich der Fussgängerpassage die Baulinien entlang der Meyer-Wiggli-Strasse wegzulassen seien. In der Folge hat die Beschwer- degegnerin – wie der Beschwerdegegner zutreffend ausf ührte – versehentlich nicht bloss die Baulinien auf dem Teilplan 1B, sondern auch diejeni gen ober- und unterhalb der Fussgänger- passage auf den Teilplänen 1A, 1C und 1D weggelassen. Dieser Fehler wurde offenbar erst im Genehmigungsverfahren entdeckt und demzufolge beantrag te die Beschwerdegegnerin mit dem Gesuch um Genehmigung der geringfügigen Änderung lit f. eine Korrektur dieses Fehlers. In Anbetracht dessen, dass nach dieser vom Regierungsrat genehmigten Änderung die Teilpläne 1A, 1C und 1D im umstrittenen Bereich wied er exakt denjenigen vom August 2011 entsprechen, kann auch diese Änderung als geringfügi g angesehen werden. Zusammenfas- send ist damit die Genehmigung sämtlicher nachträglicher Änderungen durch den Regierungs- rat nicht zu beanstanden. 2.6.3. Der Vollständigkeit halber bleibt bezüglich der nachträglichen Änderungen anzufügen, dass sich bei den Akten ein Entwurf des QR vom 19. Dezember 2012 befindet, in welchem die Änderungen lit. a bis d aufgrund der Einsprachen ber eits umgesetzt worden waren. Aus wel- chen Gründen die Stadt Liestal nicht bereits diese auf grund der Einsprachen überarbeitete QR- Version an den Regierungsrat zur Genehmigung überwiese n hat, (sondern noch die alte Ver- sion und stattdessen nachträglich ein Gesuch um Genehmigung von geringfügigen Änderungen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingereicht hat) ist nicht nachvollziehbar. Schon aus d iesem Grund kann den Beschwerde- führern – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegne rin (siehe vorne E. 2.2.2.) – kein Ver- stoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben vorgehalten werden, weil sie sich nun dies- bezüglich zur Wehr setzen. 3.1. Die Beschwerdeführer 1 und 2 rügen übereinstimm end eine Verletzung des Grund- satzes der Planbeständigkeit, weil die Nutzungsplanung – wozu auch ein Quartierplanverfahren gehöre – vor dem Grundsatz der Planbeständigkeit im Sinn e von Art. 21 RPG standhalten müsse. Hier fehle es aber bereits an einer erheblichen V eränderung der tatsächlichen Verhält- nisse seit Inkrafttreten des Teilzonenplans Zentrum vom 29 . Januar 2002 sowie des neueren Baulinienplans, welche eine Umzonung begründen könnte. Zudem sei das zweite Kriterium, die Notwendigkeit einer Planänderung, vorliegend ebenfal ls nicht erfüllt. Wenn sich schon eine Planänderung aufgrund öffentlicher Interessen aufgedrängt hätte, so hätte diese in Anwendung der neuen Richtplanung und des Bundesinventars der schüt zenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) in Richtung eines verst ärkten Ortsbildschutzes in diesem Bereich gehen müssen. 3.2. Der Beschwerdegegner merkt diesbezüglich an, seit d er letzten Nutzungsplanände- rung seien bereits fast 12 Jahre vergangen. Zudem würde das Instrument der Quartierplanung per se in Frage gestellt bzw. obsolet, sofern Quartierpl äne nur noch im Zyklus von 15 Jahren erstellt werden könnten und es bestehe ein öffentliches I nteresse daran, die heute gegebene Brache städtebaulich weiterzuentwickeln. 3.3. Nach Art. 21 Abs. 2 RPG werden die Nutzungspläne überprüft und nötigenfalls ange- passt, wenn sich die Verhältnisse erheblich geändert haben. Ein Zonenplan kann seinen Zweck nur erfüllen, wenn er eine gewisse Beständigkeit aufweist. Der Grundsatz der Planbeständigkeit gilt zudem für alle Nutzungspläne, sowohl für die Rahmennutzungspläne (Zonenpläne) als auch für die Sondernutzungspläne (Baulinienpläne, Überba uungspläne, Quartierpläne; vgl. dazu BGE 111 Ib 9 = Die Praxis [Pra] 74 [1985] Nr. 214 E. 3). Eine ständige Überprüfung und die jederzeitige vorbehaltslose Änderung der Nutzungspläne stünde im Widerspruch zum Grund- satz der Planbeständigkeit (B ERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , Handkommentar Raumpla- nungsgesetz, Bern 2006, Art. 21 N 12). Andererseits si nd Pläne revidierbar, da dem Grundei- gentümer kein Anspruch auf dauernden Verbleib seines La ndes in derselben Zone zukommt und Planung und Wirklichkeit bei Bedarf in Übereinstim mung gebracht werden müssen. Für die Frage, ob die Veränderung der Verhältnisse erheblich ist und damit ein öffentliches Interesse an einer Planänderung besteht, bedarf es nach der bundes gerichtlichen Rechtsprechung einer Interessenabwägung unter Berücksichtigung unter anderem der Geltungsdauer des anzupas- senden Zonenplans, seines Inhalts, des Ausmasses der beabsich tigten Änderung und deren Begründung (Urteil des Bundesgerichts [1A.125/2005] vom 21. September 2005 E. 4.1 mit Hin- weisen). Je neuer ein Zonenplan ist, umso mehr darf m it seiner Beständigkeit gerechnet wer- den, und je einschneidender sich die beabsichtigte Ände rung auswirkt, umso gewichtiger müssen die Gründe sein, die für die Planänderung spreche n. Nach Ablauf des Planungshori- zontes, der für Bauzonen 15 Jahre beträgt (Art. 15 Abs. 1 RPG), sind Zonenpläne grundsätzlich einer Überprüfung zu unterziehen und nötigenfalls anzu passen (Urteil des Bundesgerichts Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht [1P.293/1994] vom 20. Dezember 1994 E. 3c, publ. in Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 97/1996 S. 36). Im Rahmen dieser Gesamtrevision können auch veränderte politische Vorstellungen zum Ausdruck kommen. Je näher eine Planungsrevision dieser Frist kommt, desto geringer ist deshalb das Vertra uen auf die Beständigkeit des Plans, und umso eher können auch geänderte Anschauungen und Ab sichten der Planungsorgane als zulässige Begründung für eine Revision berücksichtigt werd en (Urteil des Bundesgerichts [1A.125/2005] vom 21. September 2005 E. 4.1 mit Hinw eisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann aber beispielsweise eine Zonenplanän derung auch fünf Jahre nach deren Festsetzung nicht allein auf eine gewandelte Ein stellung der Bevölkerung gegenüber der Nutzung von nicht überbautem Land gestützt werden. Hier für müssen vielmehr gewichtige Gründe tatsächlicher oder rechtlicher Art gegeben sein (Urteil des Bundesgerichts [1A.167/2002] vom 14. Januar 2003 E. 3.7, mit Hinweisen). 3.4. Die bisherigen, anzupassenden (bzw. teilweise aufzuh ebenden) Teilzonenvorschriften Zentrum der Stadt Liestal wurden vom Regierungsrat am 29. Januar 2002 genehmigt. Die nun strittigen Quartierplanvorschriften Ziegelhof genehmig te der Regierungsrat am 10. Dezem- ber 2013, das heisst nahezu 12 Jahre nach dem Beschluss der ursprünglichen Bestimmungen. Diese Zeitspanne stellt 4/5 des ordentlichen Planungshor izonts dar. Zu berücksichtigen ist zudem, dass im Jahr 2006 und somit während der relevanten Zeitspanne die Brauerei Ziegelhof die Bierproduktion in den im Quartierplanperimeter l iegenden Gebäuden einstellte und dass in der Folge dieses zentrumsnah am Rande der Altstadt gele gene und gut erschlossene Areal brach lag. Damit liegen in tatsächlicher Hinsicht erhebl ich veränderte Verhältnisse vor, die eine Änderung der Nutzungsplanung, insbesondere in Anbetrach t der Geltungsdauer der anzupas- senden Teilzonenvorschriften und des Ausmasses der geplante n Änderungen in Bezug auf die zulässige Nutzung (siehe hinten E. 4.6.3.) rechtfertigen. Mit Blick auf die zuvor zitierte Recht- sprechung liegt damit keine Verletzung der Planbeständigkeit vor. 4.1. Die Beschwerdeführer machen übereinstimmend gelte nd, das Projekt widerspreche der Denkmalschutzgesetzgebung und dem Zweck der Ortsbild schutzzone, indem der Regie- rungsrat ausführe, mit der Quartierplanung werde gle ichzeitig die Ortsbildschutzzone und die Schutzkategorie B für die Lindenstrasse 1 aufgehoben. E in Quartierplan könne von den vor- bestehenden Zonenvorschriften abweichen und diesen vorgehe n. Ziel müsse aber immer eine auf die Umgebung angepasste und auf die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtete Überbauung sein. Der Zonenzweck resp. die überlagernden Zonenzwecke seien auch von einem Quartierplan zu wahren. Die Begründung des ang efochtenen Entscheids sei in sich widersprüchlich und damit willkürlich, weil einerseits au sdrücklich festgehalten werde, dass die rechtskräftigen Vorgaben der Teilzonenvorschriften Zentru m in die Interessenabwägung einer Quartierplanung mit einzubeziehen seien, andererseits aber ihrer Ansicht nach der Quartierplan die Ortsbildschutzzone und die Schutzkategorie B für die Lindenstrasse 1 aufhebe. Erst am 29. Januar 2002 seien die Bestimmungen mit dem Schutzzwe ck Denkmalschutz in Kraft getre- ten. Indem mit dem ersatzlosen Abriss der Lindenstrasse 1 n icht lediglich von bestehenden Zonenvorschriften der Regelbauweise abgewichen werde, sondern der Schutzzweck für ein Schutzobjekt der Kategorie B per se aufgehoben werde, werde die Grundnutzungsordnung mit Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht den überlagernden Schutzzonen aus den Angeln gehoben und ihres Sinnes entleert, was sach- lich unhaltbar sei. 4.2. Der Beschwerdegegner hält den Beschwerdeführern diesbezüglich vor, sie würden verkennen, dass mit dem Quartierplan explizit alle im Wi derspruch stehenden Planungs- instrumente aufgehoben würden, was auch im angefochte nen RRB ausdrücklich festgehalten worden sei (RRB vom 10. Dezember 2013, S. 1). Die bishe r geltenden Bestimmungen seien in der Ausarbeitung des Quartierplans zu berücksichtigen, wei l die bisher rechtskräftigen Vor- schriften mit der Rechtskraft des Quartierplans dann aufg ehoben würden. So werde auch sichergestellt, dass sich der Quartierplan in die Umgebung einpasse. 4.3.1. Nach Art. 1 RPG sorgen Bund, Kantone und Gemei nden insbesondere dafür, dass der Boden haushälterisch genutzt wird; sie stimmen ihre raum wirksamen Tätigkeiten aufeinander ab und verwirklichen eine auf die erwünschte Entwicklung des Landes ausgerichtete Ordnung der Besiedlung, wobei sie auf die natürlichen Gegebenh eiten sowie auf die Bedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft achten (Abs. 1). Mit den M assnahmen der Raumplanung unterstüt- zen sie unter anderem die Bestrebungen, die Siedlungsen twicklung, unter Berücksichtigung einer angemessenen Wohnqualität, nach innen zu lenke n und kompakte Siedlungen zu schaf- fen (Abs. 2 lit. a bis und b). § 3 RBG verweist auf di e Ziele und Planungsgrundsätze des Bun- desgesetzes und ergänzt sie um weitere Zielsetzungen wie den Schutz der natürlichen Lebens- grundlagen im Baselbiet durch raumwirksame Massnahmen un d die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft an den Raum (lit. a und c). 4.3.2. Der Kantonale Richtplan Basel-Landschaft (KRIP) sieht im Objektblatt S2.1 "Siedlungs- entwicklung nach innen" unter anderem vor, dass eine ver dichtete Bauweise und Nachverdich- tungen quartier- und umweltverträglich (massgeschneide rt) erfolgen und eine hohe Qualität in der Siedlungsstruktur und der Architektur aufweisen solle n (Planungsgrundsatz lit. c); überdies sind generelle zonenweise Erhöhungen der Nutzung durch Mutation der Zonenvorschriften nur vorzunehmen, wenn aufgezeigt werden kann, dass dadurch die Wohn- und Umweltqualität (Lärm, Luft, räumliche und bauliche Qualität) nicht verringert wird (Planungsgrundsatz lit. d). 4.3.3. Gemäss § 15 RBG sorgen die Gemeinden für eine bedarfsgerechte und zweckmässige Siedlungsentwicklung (Abs. 1); sie fördern die Siedlungs entwicklung nach innen und die ver- dichtete Bauweise, soweit dem nicht Interessen des Ortsbi ld- und Landschaftsschutzes oder andere übergeordnete Planungsziele entgegenstehen (Abs. 2); die verdichtete Bauweise muss eine hohe Siedlungs- und Wohnqualität sowie eine gute Einfügung in die landschaftliche und bauliche Umgebung gewährleisten und ist insbesondere d urch Quartierpläne oder Ausnahme- überbauungen nach einheitlichem Plan sicherzustellen (Abs. 3). 4.3.4. § 18 RBG regelt die Zonenpläne und -reglemen te. Danach erlassen die Gemeinden Zonenvorschriften für das ganze Gemeindegebiet; diese b estehen aus Zonen-, allenfalls Teil- zonenplänen und -reglementen (Abs. 1). Die Zonenpläne unterteilen das Gemeindegebiet in verschiedene Nutzungszonen und ordnen diesen die Lärmemp findlichkeitsstufen zu (Abs. 2). Gemäss § 18 Abs. 3 RBG bestimmen grundsätzlich die Zonen reglemente Art und Mass der Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nutzung, insbesondere die Bauweise, die Gebäudemasse ( Gebäudelänge, Gebäudetiefe, Gebäudehöhe oder Geschosszahl), die maximal zulässige bauliche Nutzung sowie die Dachfor- men und ihre Ausgestaltung. Die maximal zulässige, baul iche Nutzung wird mit der Überbau- ungs-, Grünflächen- und/oder der Ausnützungsziffer bestimmt. 4.3.5. Die Sondernutzungsplanung (Quartierplanung) wi rd in den §§ 37 ff. RBG geregelt. Gemäss § 38 Abs. 1 RBG können für neu zu überbauende o der überbaute Quartiere Quartier- pläne die Vorschriften für die Nutzung und Überbauung bzw. für die Erneuerung und Erhaltung festlegen. Dadurch soll eine haushälterische Nutzung sowi e eine architektonisch und erschlies- sungsmässig gute, der Umgebung angepasste und auf die Wo hnbedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtete Überbauung eines zusammenhängenden Teilg ebietes der Bauzonenfläche bezweckt werden (§ 37 RBG). 4.4.1. § 40 RBG regelt ausdrücklich das Verhältnis der Sondernutzungsplanung (bzw. Quar- tierplanung) zu den Zonenvorschriften und der Erschliessu ngsplanung. Danach können Quar- tierpläne von den Zonenvorschriften und der Erschliessung splanung abweichende Bestimmun- gen enthalten (§ 40 Abs. 1 RBG). Gemäss § 40 Abs. 2 RB G gelten Zonenvorschriften, Stras- sennetz- sowie Bau- und Strassenlinien als aufgehoben, so weit sie im Widerspruch zu einem rechtskräftigen Quartierplan stehen. 4.4.2. Den Materialien zum Entwurf des RBG lässt sich hi nsichtlich der Sondernutzungs- planung (Vorlage an den Landrat Nr. 93/308, RBG, Er läuterungen zum Entwurf, Ziff. 5.1.3, 3. Sondernutzungsplanung [Quartierplanung] und § 37) entnehmen, dass der Gesetzgeber den Planungsbehörden mit der Sondernutzungsplanung bewusst ein Instrument zur Verfügung gestellt hat, mit welchem die Rahmennutzungsplanung vol lumfänglich aufgehoben werden kann: "Sondernutzungspläne gestalten die in Rahmennutzungsp länen (Zonenvorschriften) festgelegte Grundord- nung näher aus oder erlassen davon abweichende Regelung en. Sie beziehen sich jeweils auf Teilräume oder Teilaspekte der Nutzungsplanung. Besondere Verhält nisse und Bedürfnisse erforden die Möglichkeit zur Abweichung von der Rahmennutzungsordnung und der R egelbauweise. Ein solches Bedürfnis ergibt sich unter anderem aus dem einen Ziel der Raumplanung, einen haushälterischen Umgang mit dem Boden und damit die Siedlungsentwicklung nach innen und das verdichtete Bauen zu erreichen. Der Entwurf zu einem neuen Raumplanungs- und Baugesetz schenkt dieser Zielsetzung besondere Beachtung. Verdichte- tes Bauen muss mit einer hohen Siedlungs- und Wohnquali tät sowie einer guten Einfügung in die Umge- bung verbunden sein. Dafür reicht eine Erhöhung der ma ximal zulässigen baulichen Nutzung allein nicht aus. Es braucht dazu vielmehr besondere Instrumente wie eben Sondernutzungspläne." (…) "Mit dem Quartierplan wird eine städtebaulich, archite ktonisch, wohnhygienisch, umweltgerechte und erschliessungsmässig einwandfreie Gesamtüberbauung angestrebt, die sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Zu diesem Zweck wird für ein bestimmtes Gebiet eine Spezialbauordnung aufgestellt, die die Zonen- vorschriften ablöst. Quartierpläne kommen sowohl für unüberbaute Gebiete wie auch für Gebietserneuerun- gen in Frage (…)." Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weiter ist den Materialien zum heutigen § 40 RBG zu e ntnehmen (vgl. Vorlage an den Landrat Nr. 93/308, RBG, Erläuterungen zum Entwurf, Ziff. 5.1.3, § 41): "Wie einleitend bereits erwähnt, treten die Quartier planvorschriften anstelle der Zonenvorschriften und heben diese auf. Wird ein Quartierplan aufgehoben, sind demzufolge die Zonenvorschriften für dieses Gebiet neu festzulegen." 4.4.3. Das RBG schliesst damit Sondernutzungspläne in bi sherigen Bauzonen ohne Quar- tierplanpflicht nicht aus. Der Quartierplan ist ein N utzungsplan im Sinne von Art. 14 RPG, wes- halb eine Abhängigkeit im Sinne einer Stufen- oder E ntscheidfolge zwischen Sondernut- zungsplan und Rahmennutzungsplan wie zwischen Richt- und N utzungsplanung (vgl. BGE 124 II 252 E. 3) nicht besteht (ebenso für das aar gauische Gesetz über Raumentwicklung und Bauwesen vom 19. Januar 1993: Urteil des Verwaltun gsgerichts Aargau vom 5. Juli 2007, Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2007 S. 143). Demgemäss kann nach der kantonalen Rechtsordnung der vorliegende Qua rtierplan von den bislang massgebli- chen Zonenbestimmungen abweichen. Zulässig ist damit auch , dass er z.B. ein bisher ge- schütztes Gebäude nicht mehr unter Schutz stellt. Indem m it der Quartierplanung Ziegelhof detaillierte neue Zonenvorschriften erlassen werden, we lche – wie die Beschwerdegegnerin anerkennt – den bisherigen Zonenvorschriften widerspreche n, hebt der als Spezialbauordnung verstandene Quartierplan innerhalb seines Perimeters – sobald er in Rechtskraft erwachsen ist – die vormals geltenden Zonenvorschriften (inklusive der überlagernden Schutzzonen) komplett auf. 4.5. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ei n Sondernutzungsplan in einem gewissen Ausmass von der bau- und zonenrechtlichen Grundor dnung abweichen. Umgekehrt darf sich der Sondernutzungsplan allerdings auch nicht in grundlegender Weise von den in der Grundordnung enthaltenen Grundsätzen entfernen und d ie bau- und zonenrechtlichen Vor- schriften aushöhlen. Abweichungen sind danach nur innerhalb des vorgegebenen Rahmens der Grundordnung möglich. Wo die Grenze der zulässigen Abw eichung liegt, ist im Einzelfall und gestützt auf das kantonale Recht auszuloten (vgl. Urte il des Bundesgerichts [1C_800/2013] vom 29. April 2014; vgl. weiter auch: BGE 135 II 209; C HRISTA PERREGAUX , Sondernut- zungsplan, Inforaum Schweizerische Vereinigung für Land esplanung [VLP-ASPAN] 6/2014, S. 7 ff.). Daraus ergibt sich, dass selbst wenn das kantona le Recht – wie dargelegt – eine voll- umfängliche Ersetzung der bisherigen Zonenordnung zulä sst, eine Nutzungserhöhung nicht völlig unbesehen von der Umgebung erfolgen kann. Vielmehr ist in diesem Fall zu untersuchen, wie sich die Vorschriften der Sondernutzungsplanung zu de n in der Umgebung geltenden Zonenvorschriften verhalten. Gemäss Teilzonenplan Zentrum liegen die sich im Quartierplan- perimeter befindlichen Parzellen in der Zentrumszone 1 und in der Kernzone (Zeughaus- platz 17/Meyer-Wiggli-Strasse 10). Weil die vom Quarti erplan direkt betroffenen Grundstücke bis anhin in der Zentrumszone 1 und in der Kernzone lagen und die angrenzenden Grundstücke weiterhin in der Zentrumszone 1 und in der Kernzone l iegen werden, sind die neuen Vorschrif- ten des Quartierplans damit zu vergleichen. Weil im B ereich der Altstadt (bisherige Kernzone) die Erscheinung und die bestehenden Gebäudevolumen j edoch integral erhalten werden (vgl. Planungsbericht S. 33) und die Überbauung in diesem Bereich – wie sämtliche Parteien anläss-Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich des Augenscheins bestätigten – von keiner Seite in Frage gestellt wird, erübrigen sich weitere Ausführungen dazu. Umstritten ist hingegen, ob der bislang in der Zentrumszone gele- gene Teil der Überbauung zulässig ist bzw. ob in diesem B aubereich eine unzulässige Ab- weichung vorliegt. 4.6.1. Die Beschwerdegegnerin definiert die zulässige Nutzung in den Zentrumszonen im Teilzonenreglement (TZR) Zentrum der Stadt Liestal vom 28. März 2001 wie folgt: § 16 TZR 1 In den Zentrumszonen dürfen maximal 3 Vollgeschosse realisiert werden. 2 Es sind folgende Bebauungsziffern zu lässig: Zentrumszone 1: max. 30 % (…) Ist aufgrund der Situierung des Grundstückes die Erstellu ng von 3 Vollgeschossen nicht möglich, kann in begründeten Fällen von der maximalen Bebauungsziffer abgewichen werden. Dabei darf die projektierte Bruttonutzung (VG+DG) die mögliche Bruttonutzung nach Regelbauweise nicht überschreiten. Die Flächen der Bauten der Kategorie A und B werden bei der Ber echnung der Bebauungsziffer und bei der anrechen- baren Parzellenfläche nicht angerechnet. Die am 29. Januar 2002 bestehende Bebauungsfläche von Ba uten der Kategorie C in der Ortsbildschutz- zone gemäss § 26 ist beim Ersatz bestehender Bauten sowie beim Wiederaufbau zerstörter Bauten gewähr- leistet, auch wenn damit die zulässige Bebauungsziffer überschritten wird. 3 Der Stadtrat kann für betrieblich notwendige Erweiter ungen Ausnahmen von den Bebauungsziffern gemäss Abs. 2 und § 18 Abs. 4 des Teilzonenreglementes gestatten. 4 In den Zentrumszonen 1 und 2 sind folgende Werte einzuhalten: zulässige Wohnungszahl pro Baukörper frei zulässige Nutzungsziffer in % frei zulässige Fassadenhöhe in m 10.50 m zulässige Gebäudehöhe in m 13.50 m Gebäudelänge in m frei Dachform und Dachneigung frei Dachaufbauten gemäss ZR 7/63 zugelassen (…) § 17 TZR 1 In den Zentrumszonen 1 und 2 sind bei Einzelbauweise Mischnutzungen (Wohnen und Arbeiten) anzustre- ben. Neben den Wohnnutzungen sind nicht oder nur mässig störende Betriebe zulässig. 2 Im Rahmen von Quartierplänen sind in den Zentrumszonen 1 und 2 innerhalb des Planungsperimeters Mischnutzungen zwingend vorzusehen. Die Bewilligungsbehö rde kann die Anteile der Nutzungen Woh- nen/Arbeiten im Rahmen des Quartierplanes festlegen. In der Zentrumszone 1 sind angrenzend an öffentliche Fussgängerbereiche Wohnungen im Erdgeschoss in der Regel nicht zulässig. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6.2. Lage, Grösse und Gestaltung der Bauten im Quar tierplanperimeter werden in § 5 QR definiert. Nach § 5 Abs. 1 QR dürfen nur diejenigen Bauten und Anlagen erstellt werden, die in den Teilplänen Nr. 1A-D und 2C-H enthalten sind. Die Nutzungsflächen in den Teilplänen Nr. 1A-D definieren Lage und Grösse der Bauten, wobe i Abweichungen innerhalb der Bau- bereiche möglich sind, sofern das städtebauliche Konzept und die im QR formulierten Ziele und Gestaltungsvorgaben dadurch nicht beeinträchtigt werde n. Die Beurteilung der Abweichungen erfolgt im Baugesuchsverfahren (vgl. § 5 Abs. 2 QR). F ür die maximalen Gebäudehöhen sind die Koten in den Teilplänen Nr. 2C-H massgebend. Die Gebäude sind durch unterschiedliche Gebäudehöhen und Dachformen in ihren Volumen zu glie dern (§ 5 Abs. 5 QR). Art und Mass der Nutzung ergeben sich aus § 6 QR. Gemäss § 6 Abs. 1 QR sind im Quartierplanareal Wohn- und mässig störende Geschäftsnutzungen zulässig. Insbesondere sind als Geschäftsnutzungen Verkaufs-, Dienstleistungs-, und Büronutzungen sowie Restaurationsbetriebe und kulturelle Ein- richtungen zulässig. Ausserdem ist der Betrieb einer Einstellhalle zulässig. Hinsichtlich des Nut- zungsmasses regeln § 6 Abs. 2 und 3 QR, dass die maximal zulässige Geschossfläche im Quartierplanperimeter 10'890 m2 beträgt, wobei als Geschossfläche die allseitig umschlo ssene und überdeckte Grundrissfläche einschliesslich der Konstrukt ionsflächen gilt. Nicht als Geschossfläche gelten die in den Plänen bezeichneten off enen oder gedeckten Aussenbe- reiche. Von den Geschossflächen können maximal 7'000 m2 als Verkaufsfläche genutzt werden (§ 6 Abs. 4 QR). 4.6.3. Aus dem Vergleich der – im angrenzenden Gebiet der Lindenstrasse weiterhin gelten- den – Bestimmungen des TZR betreffend Zentrumszone 1 un d der im Quartierplanperimeter geltenden Normen ergibt sich, dass sich in Bezug auf die zulässige Nutzungsart keine wesentli- chen Abweichungen ergeben. In beiden Zonen ist eine Nutzungsdurchmischung vorgesehen, in welchen sowohl Wohn- als auch mässig störende Geschäftsnutzu ngen zulässig sind (vgl. auch § 15 TZR). Demgegenüber gilt in der umliegenden Zen trumszone 1 weiterhin die Beschrän- kung, dass maximal 3 Vollgeschosse realisiert werden dürfen und es ist lediglich eine Be- bauungsziffer von max. 30 % zulässig (§ 16 Abs. 1 und 2 TZ R). Die zulässige Fassaden- bzw. Gebäudehöhe beträgt 10.50 m bzw. 13.50 m. Diese Einsch ränkungen werden im Quartierplan- perimeter aufgehoben und der Quartierplan ermöglicht damit eine deutliche Nutzungserhöhung. Die geplante Überbauung Ziegelhof weist bis zu acht Ge schosse bei den Neubauten und im Bestand auf, wovon indes wegen unterschiedlichen topogra fischen Verhältnissen oberirdisch lediglich maximal fünf Geschosse sichtbar sind. Im Bereich Lindenplatz und den angrenzenden Strassen sind nur ein bis zwei Geschosse zu sehen (vgl. P lanungsbericht S. 35 f.). Wie im Pla- nungsbericht zutreffend ausgeführt wird, wird mit der kleinteiligen Facettierung der Volumen in einzelne Gebäude auch eine Höhenstaffelung erreicht. E ntlang der Lindenstrasse und der Meyer-Wiggli-Strasse werden zudem die heutigen Fassaden verläufe aufgenommen und wo möglich werden die Fassaden abgeschrägt, um so die Besch attung der Nachbarschaft zu mini- mieren. In Bezug auf die Aussenraumgestaltung sieht de r Quartierplan vor, dass die Quartier- planung zu einer wesentlichen Aufwertung der Aussenräume führt, welche dem gesamten Quartier zugutekommen soll. Vorgesehen ist insbesonde re die Verfünffachung der gestalteten Freifläche, die Schaffung des neuen Ziegelhofplatzes a ls Teil einer neuen Fussgängerachse zwischen "Zentrum Nord" und dem "Stedtli", eine Passerel le zum "Stedtli", die Vergrösserung Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Aufwertung der Einmündung Gerberstrasse/Lindenstra sse sowie die Vergrösserung des "Rumpels" auf fast 1‘300 m 2 (vgl. Planungsbericht S. 33 f.). Damit entspricht de r vorliegende Quartierplan dem Zweck gemäss § 37 RBG, wonach mit einem Quartierplan eine haushäl- terische Nutzung sowie eine architektonisch und erschliessu ngsmässig gute, der Umgebung angepasste und auf die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtete Überbauung eines zusammenhängenden Teilgebietes der Bauzonenfläche bezweckt werden. Unter Berücksich- tigung dieser Umstände ist – trotz der vorhandenen Nut zungserhöhung – die Abweichung von der in der Zentrumszone 1 geltenden zonenrechtlichen Grundordnung vertretbar. 4.6.4. Das QR und insbesondere der dazu gehörende Pla nungsbericht enthalten somit aus- reichend detaillierte und nachvollziehbare Angaben zu den Aspekten der Wohnlichkeit der Sied- lung, der Quartier- und Umweltverträglichkeit sowie de r Qualität der Siedlungsstruktur und der Architektur innerhalb des Quartierplanperimeters, wo mit die umstrittene Quartierplanung den Vorgaben von Art. 1 RPG sowie von § 3 und § 15 Abs. 3 RBG entspricht, wohnliche Siedlungen von hoher Qualität zu schaffen. Ebenso stimmt der Quarti erplan mit den Planungsgrundsätzen c) und d) des Objektblattes S2.1 des KRIP überein. 4.7. Die Vorinstanz hat in den Ziffern 7-11 ihres Ent scheids vom 10. Dezember 2013 die einzelnen Elemente der von der Planungsträgerin vorgeno mmenen Abwägung der entgegen- stehenden Interessen analysiert und zutreffend festgehal ten, dass diese nicht zu beanstanden ist. Anzufügen bleibt diesbezüglich, dass sich – entgegen d er Auffassung der Beschwerdeführer – der vorinstanzliche Entscheid nicht als ungenügend erwei st, weil der Regierungsrat keine eigenen Überlegungen angestellt bzw. keine eigenen Ab wägungen mit Blick auf die Angemes- senheit vorgenommen hat. Wie bereits erwähnt (siehe au sführlich dazu vorne E. 1.4.3.) kommt der kommunalen Planungsbehörde bei der Festsetzung von Quartierplänen und insbesondere bei der Beurteilung, ob mit dem Plan eine bessere stä dtebauliche und architektonische Lösung erzielt wird, eine besondere Entscheidungs- und Ermessens freiheit zu. Entsprechend verfügt die Gemeinde insoweit über Autonomie und der Regieru ngsrat als Einsprache- und Genehmi- gungsbehörde überprüft den kommunalen Planungsentsche id mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung d er massgebenden Umstände, so hat ihn der Regierungsrat als Rechtsmittelinstanz zu respektie ren. Die Beschwerden erweisen sich somit in diesem Punkt als unbegründet. 5.1. Weiter berufen sich die Beschwerdeführer übereinst immend darauf, dass die Pla- nungsbehörden das ISOS nicht genügend berücksichtigt hätt en. Die Gestadeck-Vorstadt in Liestal sei bereits bei Erlass des ISOS als schützenswert aufg enommen worden. Im Rahmen der Aktualisierung des ISOS vom 1. Juni 2013 sei die Baugruppe 6.1 (vormals 2.1) sogar aufge- wertet worden. Weder das (bauhistorische) Gutachten noc h die Beschwerdegegner noch die DHK hätten sich hinreichend mit der Qualifikation des aktualisierten ISOS und der daraus abge- leiteten Erhaltenswürdigkeit in der Substanz betreffend Liegenschaft Lindenstrasse 1 auseinan- dergesetzt. Der Spielraum für mögliche Veränderungen s ei im Jahr 2002 mit Erlass der Teil- zonenvorschriften Zentrum definiert worden. Werde wie h ier ein Quartierplan erlassen, der sämtlichen vorbestehenden Nutzungs- und Schutzbestimmungen vorgehe, so würden damit nicht nur die vor kurzem erlassenen Schutzzonen und Schu tzbestimmungen ihres Sinngehalts Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht entleert, sondern es werde auch direkt gegen Art. 5 de s Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966 verstossen. Den Beschw erdegegnern sei es möglich gewesen, im Rahmen der Überprüfung und Bereinigung d es ISOS allfällige veränderte An- schauungen betreffend den Ortsbildschutz einzubringen. E s falle zudem auf, dass sich der Regierungsrat in keiner Weise mit der Verbindlichkeit de s ISOS und der dazu bestehenden Rechtsprechung auseinandersetze. Es fehle eine abschliesse nde Stellungnahme der kanto- nalen DHK gemäss § 14 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über de n Denkmal- und Heimatschutz (DHG) vom 9. April 1992. Das Gutachten werde zuhanden der Entscheidbehörde verfasst und gebe an, ob das Objekt ungeschmälert zu erhalten ist ode r wie es zu schonen ist (Art. 7 Abs. 2 NHG). Auch die kantonale Fachstelle habe diesen Minimal vorgaben des Bundesrechts zu genügen. 5.2. Der Beschwerdegegner hält dagegen, beim ISOS han dle es sich – ebenso wie beim KRIP – nicht um sakrosankte, ausnahmslos anzuwendende Gebil de. Beim ISOS sei die Über- nahme in keiner Weise zwingend, vielmehr könne das ISOS auch explizit nicht übernommen werden, sofern die Nichtübernahme nachvollziehbar begründet werde, was hier der Fall sei. Die ISOS Version 2013 stehe der Öffentlichkeit erst seit Okt ober 2013 zur Verfügung. Die bis zu diesem Zeitpunkt relevante und der Denkmalpflege vorlie gende Zwischenvariante 2003 habe die Gebäude Lindenstrasse 1, 3, und 5 sogar nicht mehr innerhalb des Perimeters mit Erhal- tungsziel A dargestellt. Im Rahmen der Duplik führt der Beschwerdegegner ergänzend an, die neue Fassung des ISOS sei zwar erst 2013 in Kraft gesetzt worden, datiere aber im Grunde aus dem Jahre 2008. Der vorliegende Quartierplan sei au f der rechtlichen Grundlage von ISOS 1986 beurteilt worden. Es gebe keine ISOS-Fassung 2003 . Die durch den Quartierplan ent- stehende Tangierung des ISOS sei gerechtfertigt und s ei von sämtlichen Fachbehörden dementsprechend abgesegnet worden. 5.3.1. Das ISOS ist ein Bundesinventar im Sinn von Art. 5 Abs. 1 NHG. Es enthält die im An- hang der Verordnung vom 9. September 1981 über das Bu ndesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (VISOS) aufgezählten Objekte (A rt. 1 VISOS). Durch die Aufnahme ins ISOS wird dargetan, dass ein Objekt in besonderem Mass di e ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnah- men die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 NHG). Der entsprechende Schutz gilt aber lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben in unmittelbarer Weise (Art. 6 Abs. 2 NHG). Bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben – namentlich der kantona- len Nutzungsplanung oder der Beurteilung eines Bauvor habens innerhalb der Bauzonen – ist das Inventar insofern von Bedeutung, als es gestützt auf d ie allgemeine Planungspflicht der Kantone (Art. 2 RPG) wie ein Konzept oder Sachplan ge mäss Art. 13 RPG zu berücksichtigen ist (so auch Art. 4a VISOS). Aufgrund der Behördenverb indlichkeit der Richtplanung (Art. 9 RPG) finden die Schutzanliegen des ISOS auf diese Wei se Eingang in die grundeigentümer- verbindliche Nutzungsplanung. Insoweit besteht für die Kantone und Gemeinden eine Pflicht zur Berücksichtigung von Bundesinventaren. Diese Pflicht findet zum einen ihren Niederschlag in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden (N utzungs-)Planung und zum andern darin, dass im Einzelfall erforderliche Interessenabwägu ngen im Licht der Heimatschutzanlie- gen vorgenommen werden (zum Ganzen: BGE 135 II 209 E. 2.1). Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2. Im Rahmen des Schutzes der Bundesinventarobjekte kommt der Interessenabwägung eine herausragende Bedeutung zu, weil die "Bedeutung" der Bundesinventare auch bei der Er- füllung kantonaler und kommunaler Aufgaben sehr oft i n erster Linie davon abhängig ist, welches Gewicht, welche Bedeutung eben den je betroffenen Schutzinteressen, den Interessen an der möglichst ungeschmälerten Erhaltung bzw. jedenfa lls grösstmöglicher Schonung der Inventarobjekte im Verhältnis zum Gewicht der Eingriffsi nteressen zugemessen wird. Denn, wenn die anderen Voraussetzungen für die Zulässigkeit eines Vorhabens erfüllt sind, dann steht und fällt die Unversehrtheit eines Objektes mit dem Gewicht seiner Schutzinteressen (vgl. JÖRG LEIMBACHER , Zur Bedeutung des Bundesgerichtsentscheids Rüti [BGE 1 35 II 209] für das ISOS und das IVS, Rechtsgutachten der UVEK, 2012, S. 113). I m Rahmen der Durchführung der Interessenabwägung gilt es zuerst, alle relevanten Inte ressen zu ermitteln, danach sind diese Interessen zu beurteilen und zu bewerten bzw. mit dem ihnen (mit Blick auf die ratio legis der Bundesinventare) zustehenden Gewicht zu versehen und schlie sslich hat in einem dritten Schritt eine Abwägung der sich gegenüberstehenden Schutz - und Eingriffsinteressen (im enge- ren Sinne) zu erfolgen (vgl. LEIMBACHER , a.a.O., S. 118 f.). 5.3.3. Das ISOS schlüsselt jedes Ortsbild in Ortsteile – G ebiete, Baugruppen, Umgebungs- zonen und Umgebungsrichtungen – auf. Jedem Ortsteil wir d ein Erhaltungsziel zugeteilt – Er- halten der Substanz, der Struktur oder des Charakters fü r die bebauten Gebiete und Erhalten der Beschaffenheit der Eigenschaften für die Umgebungen –, welches Vorschläge zum Bewah- ren und Gestalten verbindet. Die Umsetzung der Erhaltu ngsziele soll sicherstellen, dass die wertvollen Eigenheiten des Ortsbildes – und damit seine nationale Bedeutung – ungeschmälert bleiben. Zusätzlich zu den Erhaltungszielen bietet das Bu ndesinventar Anregungen zu einer nachhaltigen Planung, um den Erhalt des baulichen Erb es und die besondere Qualität der Siedlungen für die Zukunft zu gewährleisten (Empfehl ung der Bundesämter für Raument- wicklung [ARE], für Umwelt [BAFU], für Kultur [BAK] u nd für Strassen [ASTRA] zur Berück- sichtigung der Bundesinventare nach Artikel 5 NHG in der Richt- und Nutzungsplanung vom 15. November 2012, Ziff. 6.2.1.2). 5.3.4. Die sich im Quartierplanperimeter befindenden Gebäuden Lindenstrasse 1, 3 und 5 und die an den Perimeter angrenzenden Liegenschaften an der Lindenstrasse (Nr. 2 bis 14) sind im ISOS als Baugruppe (6.1) mit der Beschreibung " Kleines Ensemble von Gewerbe- und zweigeschossigen Vorstadthäusern, traufständig zu schmaler Gasse, 18./A.19.Jh." und mit der Aufnahmekategorie AB (A: ursprüngliche Substanz [d.h. die Mehrheit der Bauten und Räume hat historisch die gleiche epochenspezifische oder region altypische Prägung]; B: ursprüngliche Struktur [d.h. das historische Gefüge der Räume besteht, die Mehrheit der Bauten hat ähnliche epochenspezifische oder regionaltypische Merkmale]) sowie dem Erhaltungsziel A inventari- siert. Für eine Baugruppe mit Erhaltungsziel A gilt "E rhalten der Substanz". Danach sind alle Bauten, Anlageteile und Freiräume integral zu erhalten und störende Eingriffe zu beseitigen. Im Textteil des Eintrags im ISOS wird in Bezug auf die Umg ebung der geschützten Baugruppe 6.1 folgendes ausgeführt (ISOS Liestal S. 29): Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht "Der Blick vom Stadtkern auf die mit Treppengiebeln, gotischen und barocken Fenstern ausgestattete Müh- le ist heute durch ausgedehnte Verkehrsanlagen und überdimensionierte Geschäftsgebäude (6.0.6) arg ver- stellt, von der Ergolzbrücke hingegen wird die gewichtige Lage des Baus ebenso wie die historische Bedeu- tung der tief liegenden Bebauung (6.1) am Fusse des Or tskerns ersichtlich. In dieser südlichen Vorstadt stehen die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden Gebäude dicht gedrängt. Sie reihen sich traufsei- tig mit verschachtelten Nebenbauten an einer schmalen Gasse. Zum Fluss hin sind sie zweigeschossig, für Gärten ist kein Platz. Etwas bedrängt werden die Häuse r von den Anlagen der Brauerei (6.0.7) am Rande der Altstadt. Diese ist den Hang hinab gestaffelt bis zum Thurgauerhof (6.1.1), einem gedrungenen Bau mit Mansardwalmdach und Sandsteingewänden." 5.3.5. Die an dieses Vorstadtgebiet gelegene Altstadt i st ihrerseits als Gebiet 1 im ISOS mit dem Erhaltungsziel A verzeichnet. Im Textteil wird unter dem Thema "Die wichtigsten Umge- bungen" zudem ausgeführt: "Der alte Stadtgraben garan tiert die Ablesbarkeit des historischen Ortskerns. In seinem östlichen Teil ist trotz einiger ü ber die Ringmauer hinausreichender klei- nerer Nebenbauten die klare räumliche Trennung noch deutlich ablesbar. (…)" 5.4. Die Beschwerdegegnerin hat die im Licht der Heim atschutzanliegen erforderliche Interessenabwägung vorgenommen. Sie hat im Rahmen des Planungsberichts die unterschied- lichen Interessen ermittelt (Standortanforderungen der vorgesehenen Nutzungen, Nutzungsvor- gaben Ziegelhofareal, Ortsbild- und Denkmalschutz und V erkehr) und die einzelnen Interessen aufgezeigt (vgl. Planungsbericht S. 17 bis 26). In der Folge hat die Beschwerdegegnerin die Interessenbeurteilung und -abwägung vorgenommen (vgl. Planungsbericht S. 27 bis 30). Darin führte die Beschwerdegegnerin aus, Ziel sei eine Quar tierplanung, welche den Anliegen des Ortsbildschutzes und der Entwicklung des Standorts Liestal Rechnung trage. Dies solle aller- dings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Konflikt e zwischen den beiden Zielen vorhan- den seien, wie die folgenden Erläuterungen aufzeigen würden. Die Weiterbearbeitung der Ergebnisse der Testplanung Zentrum Nord habe gezeigt, dass die Flächenanforderungen eines Grossverteilers nicht mit dem Erhalt aller bestehenden Gebäude auf dem unteren Ziegelhof- Areal kompatibel seien. Aufgrund der Interessensermittlu ng seien in diesem Zusammenhang Konflikte mit folgenden Schutzzielen zu erwähnen: • Lindenstrasse 1 (Schutzinteresse ISOS, DHG, Testplanung , Teilzonenvorschriften Zen- trum) • Lindenstrasse 3 und 5 (Schutzinteresse ISOS) • Gebäudezeile Lindenstrasse 1, 3 und 5 (Schutzinteresse ISOS) / Ortsbildschutzzone Lindenstrasse inkl. Umgebungsschutz (Teilzonenvorschriften Zentrum) • das 30er-Gebäude Meyer-Wiggli-Strasse 1 (Schutzinteresse Testplanung, bauhistori- sches Gutachten) • die Meyer-Wiggli-Strasse (Schutzinteresse bauhistorisches Gu tachten) Im Rahmen der Abwägung führte die Beschwerdegegnerin aus, betreffend Lindenstrasse 1 habe das bauhistorische Gutachten gezeigt, dass die Liegen schaft "weder überdurchschnitt- liche städtebauliche, historische, typologische noch archi tekturhistorische Qualitäten aufweist. Vor allem mangelt es dem Gebäude jedoch an original erhaltener Bausubstanz". Ein Erhalt des Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gebäudes sei daher "nicht als zwingend zu erachten". Die S tadt schliesse sich dieser Beur- teilung an, indem sie den Schutz der Liegenschaft durch die Quartierplanung aufhebt. In dieser Hinsicht sei zu erwähnen, dass auch die von der Quartierp lanung aufgehobenen Teilzonen- vorschriften Zentrum bauliche Veränderungen der Substan z und der Konstruktion sowie, wenn nicht anders möglich, den Ersatz ausnahmsweise zulassen w ürden (§ 3 Abs. 1 lit. b TZR Zen- trum). Dies habe "in Abwägung der Bedeutung der Baus ubstanz unter der Würdigung des Bau- untersuchs sowie des öffentlichen Interesses für ein lebe ndiges Zentrum" zu erfolgen. Wie dieser Planungsbericht zeige, habe die geforderte Abwägung stattgefunden. Das bauhistorische Gutachten habe aufgezeigt, dass es der Lindenstrasse 1 an original erhaltener Bausubstanz mangle. Zuletzt sei das öffentliche Interesse für ein l ebendiges Zentrum eindeutig vorhanden. Abweichungen vom bestehenden Volumen seien im TZR ebe nfalls ausnahmsweise vorgese- hen, wenn dadurch die städtebauliche Situation verbesser t werde. Da die vorliegende Abwei- chung nicht im Rahmen eines Baugesuchs, sondern im Rahmen einer von den Stimmbürgern deutlich akzeptierten Quartierplanung erfolge, habe d iese Abweichung eine wesentlich höhere Legitimation. 6.1. Diese Interessenabwägung ist – trotz des Eingriffs in die bestehende Ortsbildschutz- zone und das ISOS-Ortsbild – nachvollziehbar. Zudem ersc heint das Anliegen der Beschwerde- gegnerin, das bestehende – derzeit weitgehend brachlie gende – Bauvolumen in Zentrumsnähe besser auszunutzen, anstatt ein Einkaufszentrum ausserhal b des bisherigen Siedlungsgebiets zu planen, raumplanerisch als sinnvoll. Die Interessenabwäg ung ist in Bezug auf die Anliegen des Heimatschutzes insbesondere deswegen nicht beanstanden, w eil die beiden kantonalen Fachkommissionen (die Kantonale Fachkommission zur Beurteil ung von Arealüberbauungen [Arealbaukommission, ABK] und die DHK, welche gemäss § 14 lit. d DHG Gesuche für Planun- gen, die das Orts- und Landschaftsbild wesentlich veränder n würden, begutachtet) die Planung während des gesamten Prozesses eng begleitet und mehrfa ch begutachtet haben. Am 10. November 2011 teilte der stellvertretende Denkmalp fleger im Namen der DHK schliesslich der Beschwerdegegnerin mit, dass die Kommission keine Vo rstellung des final überarbeiteten Projekts mehr brauche (E-Mail des stellvertretenden Den kmalpflegers im Namen der DHK vom 10. November 2011). Diese Bestätigung erfolgte, nachdem er zuvor die Kommissionsmitglieder angefragt hatte, ob sie eine Präsentation vor der Gesa mtkommission, vor der Delegation oder keine mehr wünschten. Daraus ergibt sich, dass das Projekt im Endzustand für die Fachkom- missionen als mit den Ortsbild- und Denkmalschutzvorgaben vereinbar erachtet wurde. 6.2. Zuvor haben die beiden Fachkommissionen – wie sich aus den Akten ergibt – mehr- fach im Interesse des ISOS und des Ortsbildschutzes interveni ert und dadurch auch Verbesse- rungen des Vorhabens erreicht. 6.2.1. Erstmals nahm die ABK am 10. Juni 2010 zum dama ligen Projektentwurf Stellung. Sie führte aus, die präzise und schlüssige Analyse der städteb aulichen und historischen Gegeben- heiten zeugten von einer vertieften Auseinandersetzung der Projektverfasserin. Die Schluss- folgerungen, die aus der Analyse gezogen werden, würde n jedoch erstaunen und liessen ver- muten, dass die nutzungsspezifischen Vorgaben eine massvoll e Umsetzung des Projekts in den vorgefundenen Kontext erheblich erschweren würden. U m die städtebauliche Verträglich-Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit der Bauaufgabe sicherzustellen, formulierte die ABK diverse Anliegen. Unter anderem kriti- sierte die ABK, dass die topografische Besonderheit des Or ts im Projektvorschlag negiert werde. Im bisherigen Gebäudeensemble sei eine klar lesb are Topografie zwischen Alt- und Vorstadt erkennbar. Durch das neue Projekt entstehe eine abgehobene Pfalz, welche das Höhenniveau der Altstadt konkurrenziere und die darunterliegende Vorstadt abwerte. Das Volu- men des Baus sei an dieser Lage zu gross und gegenüber de m Bisherigen zu dominant. Statt die grossen Flächen zu kaschieren, werde Grösse gezeigt. Das Gebäude sei generell zu redi- mensionieren. In Bezug auf den Umgang mit der bestehen den Substanz in der Altstadt führte die ABK aus, es bestehe ein riesiger Massstabssprung zur Alt stadt bzw. zu den Gebäuden in der Ortsbildschutzzone an der Lindenstrasse. Das neue Gebäude respektiere diese Bauten und deren Struktur zu wenig. Die ABK empfahl deswegen, das Projekt in den genannten Bereichen grundlegend zu überarbeiten und in der Folge der Ko mmission zur erneuten Begutachtung vorzulegen (vgl. Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung der ABK vom 10. Juni 2010). 6.2.2. Die DHK schloss sich grundsätzlich der Stellungnahme der ABK an, wonach das Projekt in den genannten Bereichen grundlegend zu überarbeiten und in der Folge zur erneuten Begutachtung vorzulegen sei. Auch die DHK erhoffte sich i nsbesondere eine städtebauliche Klärung im Bereich der Stadtmauer (vgl. Protokollauszu g der Sitzung der DHK vom 17. Juni 2010). 6.2.3. Am 16. September 2010 behandelte die ABK die Quartierplanung Ziegelhof erneut und erwog unter anderem, dass das vorliegende Projekt aufgr und der Änderungen generell verbes- sert worden sei; sie empfahl jedoch eine weitere Übera rbeitung im Sinne der Erwägungen (vgl. Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung der ABK vom 16. September 2010). 6.2.4. Auch die DHK anerkannte anlässlich der Sitzung vom 23. September 2010, dass sich das Projekt sehr positiv entwickelt habe, wobei sie weitere detaillierte Verbesserungsvorschläge einbrachte (vgl. Protokollauszug der Sitzung der DHK vom 23. September 2010). 6.2.5. Im Rahmen ihrer Sitzung vom 22. März 2011 begu tachtete die DHK den Quartierplan erneut. Die DHK legte anlässlich dieser Sitzung dar, d ass sie sich als Anwältin der Altstadt von Liestal verstehe und die Auswirkungen des Projekts auf die heute noch lesbare historische Stadtanlage beurteile. Die DHK wies ausdrücklich darau f hin, dass eine Beeinträchtigung nicht akzeptiert werde und eine Einsprache der DHK gegen die Quartierplanung zur Folge hätte. Weiter führte sie aus, dass sich das Projekt seit der Begu tachtung vom 23. September 2010 städtebaulich nur unwesentlich verändert habe. Die DHK erhoffte sich weiterhin eine städtebau- liche Klärung im Bereich der Stadtmauer, deren Lesbarkeit oberste Priorität habe (vgl. Protokoll- auszug der Sitzung der DHK vom 22. März 2011). 6.2.6. Am 22. August 2011 fand eine gemeinsame Sitzung der ABK und der DHK statt, in welcher das bereinigte Projekt erneut beurteilt wurde. In dieser Sitzung beschlossen die Fach- kommissionen, dass der Wohnturm und die Gebäude im Stadt grabenbereich zu überarbeiten seien, mit dem Ziel, die historische Stadtanlage wiede r lesbar zu machen (vgl. Protokoll der gemeinsamen Sitzung der ABK und der DHK vom 22. August 2011). Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.7. Am 6. September 2011 beschloss die DHK schliessli ch, dass sie den Quartierplan- Entwurf noch einmal sehen möchte (vgl. Protokollauszug der Sitzung der DHK vom 6. Septem- ber 2011). 6.3. Aufgrund dieser Interventionen der Fachkommissione n ist ersichtlich, dass die Fach- kommissionen den Schutz der Altstadt und der lesbaren hi storischen Stadtanlage – welche wie erwähnt ebenfalls im ISOS inventarisiert ist – deutlich höher gewichtet haben als den Erhalt der im Quartierplanperimeter gelegenen geschützten Liegensc haften. Dies bestätigte der stellver- tretende kantonale Denkmalpfleger ebenfalls anlässlich de r heutigen Befragung. Die Eingriffe im Quartierplanperimeter erachteten die Fachkommissione n hingegen als zulässig und vertret- bar. Massgebend ist, dass die kantonale Denkmalpflege als Fachbehörde und die Fachkommis- sionen an der Ausarbeitung des Quartierplanprojekts beteiligt waren und ihm im Ergebnis zuge- stimmt haben und damit den denkmalpflegerischen Interessen ausreichend Rechnung getragen wurde. Es besteht kein Anlass, an der Meinung dieser Fac hbehörden zu zweifeln bzw. von dieser abzuweichen. 6.4. Der Vollständigkeit halber bleibt diesbezüglich anzufügen, dass vorliegend keine Pflicht bestand, gestützt auf Art. 7 NHG ein Gutachten der Ei dgenössischen Natur- und Heimat- schutzkommission (ENHK) und/oder der Eidgenössischen Kommissio n für Denkmalpflege (EKD) einzuholen. 7.1. Die Beschwerdeführer 2 monieren, die total zulässi ge Geschossfläche betrage gemäss § 6 Abs. 2 QR 10'890 m2. Um die Pflicht der UVP zu umgehen, sei beim Dienstleistungszentrum jedoch gemäss § 6 Abs. 4 QR bloss eine maximale Fläche vo n 7'000 m 2 Verkaufsfläche vorge- sehen. Das Verkehrsgutachten vom 31. Januar 2013 gehe l ediglich von einer Bruttogeschoss- fläche von 7'000 m 2 und einer Verkaufsfläche von 4'900 m 2 aus. Das Verkehrsgutachten gehe zudem von einem Werkstotalverkehr (Ein- und Ausfahrten) von 1'608 Fahrten aus. Dabei sei zum einen die Spitze (wahrscheinlich freitags und vor alle m samstags) und zum anderen der Zulieferverkehr für die Verkaufsfläche nicht einbezogen worden. Es sei daher davon auszuge- hen, dass die Zahl der Zu- und Wegfahrten das Total von 2'000 Fahrten überschreiten würde (Beschwerde vom 3. März 2014, S. 10). 7.2.1. In Bezug auf den Bau von Einkaufszentren und Fach märkten werden mögliche Ziel- konflikte, insbesondere zwischen der Raumplanung und der Luftreinhaltung, augenfällig. So stellt sich etwa die Frage, ob Einkaufszentren an zentral en Lagen oder an peripheren Standor- ten errichtet werden sollen. Die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung (LRV) vom 16. Dezem- ber 1985 erschweren teilweise die Berücksichtigung von Standorten an zentralen Lagen, da sie dort teilweise überschritten werden. Demgegenüber be vorzugt die Raumplanung einen solchen Standort, insbesondere aufgrund von bereits vorhandener Infrastruktur, aber auch aus Sicht der gesamthaft anfallenden Umweltbelastung (vgl. NIKLAUS EICHBAUM , Raumplanungs- und umwelt- rechtliche Problemfelder beim Bau von Einkaufszentren und Fachmärkten, Diss. St. Gallen, 2008, S. 93). Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.2. Dieser Problematik hat der Kanton Basel-Landscha ft im KRIP Rechnung getragen. So hat er im Objektblatt S4.2 des KRIP festgelegt, dass a ls verkehrsintensive Einrichtungen mit grosser motorisierter Individualverkehrserzeugung (VE) Ei nkaufszentren, Fachmärkte sowie Einzelobjekte und Anlagen mit räumlich und erschliessungs technisch zusammenhängenden Gebäudekomplexen gelten, die mehr als 4'000 Fahrten (= 2'000 Hin- und 2'000 Rückfahrten) pro Tag erzeugen. Neue Standorte für VE mit mehr als 4'000 Fahrten pro Tag erfordern gemäss dem KRIP vorgängig eine Richtplanfestsetzung. Im KRIP w urden Aesch Nord, Pratteln, Grüssenareal und Henkelareal und Muttenz, St. Jakob/Hagnau als Standorte für VE festgesetzt. Wäre somit davon auszugehen, dass die Zahl der Zu- und Wegfahrten das Total von 4'000 Fahrten überschreiten würde, so bedürfte es einer vorgängigen Richtplanfestsetzung. 7.2.3. Auch wenn das vorhandene Verkehrsgutachten – wi e die Beschwerdeführer zu Recht rügen – auf falschen Zahlen basiert, wird von den Beschw erdeführern nicht substanziiert darge- legt, wie das im KRIP festgesetzte Mass von 4'000 tägliche n Fahrten durch den Quartierplan erreicht werden könnte. Aufgrund der beschränkten Anzahl Parkplätze und des damit verbun- denen Verkehrspotentials ist vielmehr – wie der Beschwerd egegner zutreffend darlegt (vgl. Ver- nehmlassung vom 5. Mai 2014, S. 15) – ersichtlich, dass d as Mass nicht erreicht werden wird. Damit bedarf es für den Standort des Quartierplans Zie gelhof keiner vorgängigen Festsetzung als VE im KRIP. 7.3.1. Art. 10a Abs. 2 USG unterstellt Anlagen der U VP, wenn sie Umweltbereiche erheblich belasten können, sodass die Einhaltung der Vorschrifte n über den Schutz der Umwelt voraus- sichtlich nur mit projekt- und standortspezifischen Massnahm en sichergestellt werden kann. Gemäss Abs. 3 Satz 1 dieser Bestimmung bezeichnet der Bun desrat die Anlagetypen, die der UVP unterstehen; er kann Schwellenwerte festlegen, a b denen die Prüfung durchzuführen ist. Gemäss Art. 1 UVPV sind Anlagen, die im Anhang dieser Verordnung aufgeführt sind, der UVP unterstellt. Für Einkaufszentren und Fachmärkte hat der Bundesrat den Schwellenwert in Nr. 80.5 des Anhangs zur UVPV bei einer Verkaufsfläch e von 7'500 m 2 festgelegt. Die UVP- Pflicht ist zudem gegeben, wenn Parkhäuser und Parkplät ze für mehr als 500 Motorwagen vorgesehen sind (Anhang UVPV Nr. 11.4). 7.3.2. Vorliegend ist offensichtlich, dass mit dem Quart ierplanprojekt die Schwellenwerte gemäss Anhang UVPV nicht erreicht werden. Daran änder t nichts, dass der Schwellenwert in Bezug auf die Verkaufsfläche nur relativ knapp unter schritten wird, und dass diese Beschrän- kung einzig durch eine entsprechende Beschränkung der zul ässigen Verkaufsfläche auf 7‘000 m2 (von maximal zulässigen 10'890 m 2 Geschossflächen) im QR sichergestellt ist. Denn mit einer rechtskräftigen Genehmigung der Quartierplanvorschriften würde diese Beschränkung rechtlich verbindlich und der Stadtrat hätte in der Folge gemäss § 14 Abs. 2 QR die Anwendung bzw. Einhaltung dieser Quartierplanvorschriften zu übe rwachen. Damit ist für den Quartierplan Ziegelhof keine UVP erforderlich. 7.3.3. Anlagen, die nicht der UVP-Pflicht unterstehen , bezeichnet die UVPV als sog. "übrige Anlagen" (vgl. Art. 4 UVPV). Gemäss Art. 4 UVPV werden auch bei Anlagen, die nicht der UVP- Pflicht unterliegen, die Vorschriften über den Schutz d er Umwelt (Art. 3) angewendet, ohne Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass ein Bericht nach Artikel 7 erstellt wird. Das heisst, die Anwendbarkeit des materiellen Umweltrechts hängt nicht von der UVP-Pflicht ab. Besonde rs für neue Anlagen mit nicht leicht überblickbaren Umweltauswirkungen können deshalb ebenfa lls Sachverhaltsabklärungen nötig sein, die insgesamt einem Umweltverträglichkeitsbericht nahe kommen. Dabei sind in bestimm- ten Umweltbereichen Teilberichte auch für nicht UVP-p flichtige Anlagen gesetzlich vorge- schrieben, z.B. Lärmprognose (Art. 25 Abs. 1 USG), Immi ssionsprognose (Art. 28 LRV). Ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zur UVP-Prüfung l iegt vor allem darin, dass beim UVP- Verfahren der Gesuchsteller den Umweltverträglichkeitsbe richt zu erstellen hat, das heisst ihn trifft eine qualifizierte Mitwirkungspflicht. Bei nicht UVP-pflichtigen Anlagen hat dagegen die Ent- scheidbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären , wobei der Gesuchsteller aus- kunftspflichtig ist (Art. 46 Abs. 1 USG). Ein weitere r Unterschied liegt darin, dass der Bericht und die Ergebnisse der Untersuchung gemäss Art. 10d US G nicht öffentlich sind (vgl. dazu: Geringere Anforderungen für die neuen Detailhandels unternehmen [Lidl, Aldi]?, VLP-ASPAN, Bern 2005, S. 3 f). 7.4. Der Regierungsrat anerkannte im angefochtenen En tscheid, dass die Lärmimmissio- nen der Tiefgarage auf zu tiefen Verkehrszahlen für den Nachtzeitraum basieren würden und die Art der Berechnung nicht korrekt sei. Der Regier ungsrat kam daher zum Schluss, dass die Lärmimmissionen der Tiefgarage im Rahmen des Bauproje ktes nochmals eingehend zu prüfen und bei einer Grenzwertüberschreitung entsprechende Ma ssnahmen vorzusehen seien (ange- fochtener Entscheid, S. 4). 7.5.1. In diesem Vorgehen erblicken die Beschwerdeführer 2 einen Widerspruch zu den Grundsätzen der Koordination gemäss Art. 25a RPG. Die Dimensionierung der Autoeinstellhalle und damit deren Immissionen seien im Planungsverfahren festzusetzen. Ansonsten habe auch der Bauherr keinerlei Rechtssicherheit. Die Vorinstanz ha be sich hier trotz erkannter Mängel unerklärlicherweise einer notwendigen näheren Prüfung entzogen, was vor Kantonsgericht nicht nachgebessert werden könne (Beschwerdebegründung vom 3. März 2014, S. 10). 7.5.2. Der Beschwerdegegner führt in seiner Vernehml assung dazu aus, die Aussage zu den Lärmimmissionen beziehe sich auf die Berechnung zum Parkier ungslärm, welche nicht zutref- fend seien. Eine Überarbeitung sei von der Fachstelle dennoch aus guten Gründen nicht ver- langt worden, weil das Mass von 4'000 täglichen Fahrten, welches gemäss dem KRIP massge- bend sei, ob das Vorhaben als VE gelte oder nicht, mit dem Quartierplan erwiesenermassen nicht erreicht werde. Um wieviel es nicht erreicht werde , sei für das Quartierplanverfahren nicht relevant. Vielmehr werde der Nachweis (wie auch die a llenfalls notwendigen Massnahmen) im Rahmen des Baugesuchs überprüft (vgl. Vernehmlassung vom 5. Mai 2014, S. 15). 7.5.3. Im Rahmen der Replik fordern die Beschwerdefüh rer 2, sofern schon im Planungsver- fahren klar werde, dass die bewilligte Nutzung, die An zahl Parkplätze sowie die Erschliessung zu einer LSV-widrigen Situation führe, so sei dies schon im Planungsverfahren festzuhalten und zu korrigieren (vgl. Replik vom 25. Juli 2015, S. 11). Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.5.4. Mit Duplik vom 23. September 2014 entgegnet de r Beschwerdegegner, eine Überar- beitung des Gutachtens im Planungsverfahren sei nicht ver langt worden, weil die Einhaltung der lärmrechtlichen Grenzwerte nicht in Frage gestellt sei. Eigene Berechnungen der Lärm- schutzfachstelle mit plausiblen Fahrzeugbewegungen hätten ergeben, dass ohne weitere Lärm- schutzmassnahmen die geforderten Planungswerte eingehalt en würden. Aus diesem Grund könne auf eine Überarbeitung des Gutachtens im jetzigen Zeitpunkt verzichtet werden und diese im Baugesuchsverfahren durchgeführt werden. 7.6. Gemäss § 51 Abs. 2 RBG unterstehen neue Verkaufsei nheiten für Waren des tägli- chen und periodischen Bedarfs mit einer Nettoladenfläche von mehr als 1000 m 2 in Wohn-, Wohn- und Geschäftszonen, Kern- und Zentrumszonen und sol che mit mehr als 500 m 2 in Gewerbe- und Industriezonen der Quartierplanpflicht. Nach der bundes- und kantonsgericht- lichen Rechtsprechung legt der Quartierplan als Sond ernutzungsplan Randbedingungen fest, die im anschliessenden Baubewilligungsverfahren verbin dlich sind, da eine akzessorische Überprüfung des Nutzungsplans im Baubewilligungsverfahren grundsätzlich ausgeschlossen ist (so bereits KGE VV vom 19. Dezember 2007 [810 06 353 ] E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts [1A.125/2005] vom 21. September 2005 E. 5.1, je mit Hinweisen). Schon im Nutzungsplanver- fahren sind alle relevanten Interessen gegeneinander a bzuwägen und insbesondere die Vor- schriften über die Bodennutzung und den Umweltschutz in e iner Gesamtschau zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts [1A.125/2005] vom 21. September 2005 E. 5.1, mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts sind insbesondere bei einem der UVP unterstehenden, projektbezogenen Sondernutzungsplan die zur Emissionsbeg renzung erforderlichen Massnah- men gemäss Art. 11 Abs. 3 USG grundsätzlich bereits bei d er Planfestsetzung verbindlich zu bestimmen, weil der Quartierplan im Baubewilligungsve rfahren nicht mehr akzessorisch über- prüft werden kann und weil sich das Planungsverfahren ga nz allgemein besser für eine koordi- nierte Festsetzung von raumplanerischen und anderen Massnahmen zur Emissionsbegrenzung eignet (vgl. auch Art. 5 Abs. 3 UVPV; KGE VV [810 06 353] vom 19. Dezember 2007 E. 4.8 und 9.1). Die Verweisung auf ein nachlaufendes Bewillig ungsverfahren kann jedoch – z.B. bei der Regelung von Ersatz- und Schutzvorkehren gegen den Lärm – zulässig sein, wenn sachliche Gründe dafür sprechen, und zwar selbst dann, wenn das anw endbare Verfahrensrecht dies nicht ausdrücklich vorsieht. Ein stufenweises Vorgehen zur Lärmbekämpfung kann es erlauben, die Verhältnismässigkeit der Massnahmen zu wahren, und ka nn deshalb angezeigt sein. Im Übrigen kommt den Vollzugsbehörden bei der Wahl der M ittel und des Vorgehens ein Ermes- sensspielraum zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts [1C_161/20 13] vom 27. Februar 2014 E. 5.3). Vorausgesetzt wird jedoch, dass im nachlaufenden Verfahr en die Parteirechte umfassend gewährt werden und die Vereinbarkeit des Projekts mit dem Umwelt- und dem Lärmschutzrecht im Zeitpunkt des Entscheides in der Sache selbst feststeht ( vgl. Urteil des Bundesgerichts [1A.172/2002] vom 31. Januar 2003 E. 2.3.1 mit Verwe is auf BGE 124 II 293 E. 19b; WALDMANN /H ÄNNI , a.a.O., Art. 25a N 31). 7.7. Das Quartierplanprojekt Ziegelhof untersteht – w ie dargelegt – weder der UVP-Pflicht, noch steht es in einem Konflikt mit dem KRIP. Zudem b ringen die Beschwerdeführer keine Gründe vor, welche die Vereinbarkeit des Projekts mit d em Umwelt- und Lärmschutzrecht grundsätzlich in Frage stellen könnten und solche sind d erzeit auch nicht ersichtlich. Insbeson-Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht dere ist nicht ersichtlich, inwiefern die bewilligte N utzung, die Anzahl Parkplätze sowie die Erschliessung zu einer LSV-widrigen Situation führen wü rden, die schon im Planungsverfahren zwingend zu korrigieren wäre. Die kantonalen Fachstellen haben indes bereits im Rahmen der zweiten Vorprüfung in Bezug auf den Lärmschutz festgeste llt, dass die Belastungsgrenzwerte überschritten sind und dass deshalb Massnahmen vorzunehmen sin d, die das Gebäude gegen Lärm abschirmen. Sobald diese Massnahmen festgelegt wor den seien, seien diese ins QR aufzunehmen. Zudem wurde als zwingende Vorgabe im Pr üfungsbericht festgehalten, dass zur Beurteilung der Auswirkungen des Parkhauses die Schweizer Norm SN 640 578 über die Lärm- immissionen von Parkierungsanlagen beizuziehen sei und di e gesamten Lärmimmissionen in einem Lärmgutachten gemäss Anhang 6 der Lärmschutz-Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986 auszuweisen, zu beurteilen und einzureichen seie n (Bericht des Amts für Raumplanung vom 5. September 2011, S. 2). Dem angefochtenen RRB l ässt sich dazu entnehmen, dass die (berechneten) Lärmimmissionen der Tiefgarage auf zu t iefen Verkehrszahlen für den Nacht- zeitraum beruhten und die Art der Berechnung nicht kor rekt sei. In Anbetracht dessen, dass es sich vorliegend nicht um einen der UVP unterstehenden So ndernutzungsplan handelt und im nachlaufenden (Bewilligungs-)Verfahren die Parteirec hte unbestrittenermassen umfassend gewährt werden, erweist sich die Verweisung dieser Prüfu ng auf das Baubewilligungsverfahren als zulässig. Demgemäss werden im Rahmen des Bauprojekts die Lärmimmissionen der Tief- garage nochmals eingehend zu prüfen und bei einer Gre nzwertüberschreitung entsprechende Massnahmen vorzusehen sein. Unter diesen Voraussetzungen erübrigen sich im Rahmen des vorliegenden Quartierplanverfahrens weitere Ausführung en zum Verkehrsgutachten vom 31. Januar 2013 und zum Bericht zur Lärmbeurteilung vom 8. Januar 2013. 8.1. Weiter bringen die Beschwerdeführer 1 vor, sie hä tten im Einspracheverfahren den Antrag gestellt, dass die exakten maximalen Höhen gegen über ihrer Liegenschaft von Amtes wegen abzuklären und im Einspracheentscheid festzuhalte n seien. Diesem Anliegen sei die Vorinstanz nicht nachgekommen. Wegen der geplanten Dach neigung und insbesondere auch auf Höhe der Beschwerdeführer (Meyer-Wiggli-Strasse Z._ ___) bestehe nach wie vor völlige Unkenntnis über die exakte maximal zulässige Fassadenhöhe. A us diesem Grund werde das Eventual-Rechtsbegehren 2, ein Antrag a maiore minus g estellt, d.h. falls wider Erwarten die Genehmigung geschützt und die Gehörsverletzung geheilt w erden sollte, seien zumindest die zulässigen Höhen am besagten Schnittpunkt verbindlich fes tzuhalten. Auch Grundsätze der Wohnhygiene würden in schwerwiegender Weise verletzt, we il nicht nur eine über 45 m lange Fassade mit einer die geltende Zonenordnung überschrei tenden Fassadenhöhe entstehen, sondern diese Wand auch noch auf die Grenze der Parzell e 1153 gestellt werden solle. Dadurch entstehe auf der Höhe der Beschwerdeführer ei ne Strassenschlucht, welche zu einem Entzug von Licht, Luft, Besonnung und Aussicht führe. Durch den geplanten "Powerblock" würden die Beschwerdeführer direkt in ihren Eigentum srechten tangiert. Heute würden die Räume der Parzelle V.____ vermietet und als Therapier äume und Büros genutzt. Dieses zonenkonforme, ruhige Gewerbe werde durch die geplante Überbauung während der Bauphase und nach Vollendung des Shoppingzentrums mit allen da mit verbundenen Immissionen verun- möglicht. Ferner würden die geplante Baudichte und di e geringen Gebäudeabstände wegen des damit verbundenen Lichtentzugs und Schattenwurfs mit Sicherheit eine Verkehrswertmin- derung bewirken. Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2. Der Beschwerdegegner führt dazu aus, dass aus dem Sch nitt D-D auf Höhe der Meyer-Wiggli-Strasse 12 ersichtlich sei, wie sich die Gebä udehöhen in diesem Bereich ent- wickeln würden. Zusätzliche Abklärungen anzuordnen liege nicht in seiner Kompetenz. Die Eigentumsgarantie gebe keinen Anspruch darauf, dass eine Parzelle oder Nachbarparzelle dauernd in jener Zone verbleibe, in welche sie einmal eingewiesen worden sei. Der Quartier- plan Ziegelhof tangiere in keiner Wiese den verfassun gsmässigen Schutzbereich der Eigen- tumsgarantie. 8.3. Die zulässigen Gebäudehöhen werden in § 5 Abs. 5 Q R wie folgt definiert: "Für die maximalen Gebäudehöhen sind die Koten in den Teilplänen Nr. 2C-H massgebend. Die Gebäu- de sind durch unterschiedliche Gebäudehöhen und Dachform en in ihrem Volumen zu gliedern. Dies betrifft insbesondere Baubereich B4. Bei Koten, die direkt durch den Bestand definiert sind, hat dieser Vorrang". Aus dem Schnitt D-D (Teilplan Nr. 2H) lässt sich auf Höhe der Meyer- Wiggli-Strasse 12 die Gebäudehöhe in diesem Bereich b erechnen. Es ist möglich, sowohl die maximal zulässige Höhe des Gebäudes (330.20 Meter über Me er) als auch die Höhe des gewachsenen Terrains (317.35 Meter über Meer bei der Meyer-Wiggli-Strasse und 315.35 Meter über Meer bei der Lindenstrasse) herauszulesen un d daraus die Gebäudehöhe zu eruie- ren. Darüber hinaus ist die Höhenentwicklung des gesamten Projekts aus den Schnitten 2-2 (Längsschnitt, Teilplan Nr. 2C), B-B (Teilplan Nr. 2F ) und C-C (Teilplan Nr. 2G) bestimmbar. Aus den entsprechenden Plänen ist – wie die Beschwerdegeg nerin in der Vernehmlassung zu- treffend ausführt – weiter ersichtlich, dass die geplan te Gebäudehöhe des Neubaus gleich hoch sein wird wie der Gebäudeteil der Liegenschaft der Besc hwerdeführer 1, welcher an die Meyer- Wiggli-Strasse anstösst. Zudem wird aus dem Schnitt ersi chtlich, dass die Höhe der Gebäude- fassade – aufgrund des abfallenden Daches – niedriger a usfallen wird. Selbst wenn sich – wie hier – das Terrain verändert bzw. das Terrain zwischen der Meyer-Wiggli-Strasse 12 und Z.____ ansteigt, kann nicht verlangt werden, dass solche H öhenschnitte über die ganze Fläche der zu erstellenden Baute vorgenommen werden müssen. Vielmehr war die geplante Höhen- entwicklung der Überbauung aufgrund der genehmigten P läne in genügendem Masse erkennbar. Der Antrag der Beschwerdeführer 1, die zulä ssigen Höhen am besagten Schnitt- punkt verbindlich festzuhalten, ist demgemäss abzuweisen. Ei ne Verletzung der Grundsätze der Wohnhygiene und der Eigentumsgarantie ist zudem au fgrund der geplanten Bauten im Quartierplanperimeter nicht ersichtlich. 9. Zusammenfassend ergibt sich somit aus den vorstehenden Erwägungen, dass die Beschwerden vollumfänglich abzuweisen sind. 10.1. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem K antonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die Verfahre nskosten in der Höhe von insge- samt Fr. 4'800.00 den Beschwerdeführern 1 und 2 je zur Hälfte (Fr. 2'400.00) auferlegt und mit den geleisteten Kostenvorschüssen in der Höhe von je Fr. 2 '200.00 verrechnet. Die Beschwer- deführer 1 und 2 haben folglich je noch Fr. 200.00 Verfahrenskosten zu bezahlen. Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Mehrere Gegenparteien haben die Parteientsch ädigung anteilsmässig zu tragen, sofern nicht die Umstände oder die Natur der Streitsach e eine andere Aufteilung rechtfertigen (§ 21 Abs. 1 VPO). Weil sich die anwaltlich vertretene Grundeigentümerin – trotz Einreichung einer ausführlichen Stellungnahme – nicht mit eigene n Anträgen am Beschwerdeverfahren beteiligt hat, kann sie nicht als obsiegend betrachtet werden. Die Parteikosten sind demgemäss gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Verfahren 810 13 396 und 810 13 398 wer den vereinigt. 2. Die Beschwerden werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 4'800.00 werden den Beschwerdeführern 1 und 2 je zur Hälfte (Fr. 2'4 00.00) auferlegt und mit den geleisteten Kostenvorschüssen in der Höhe vo n je Fr. 2'200.00 verrechnet. Die Beschwerdeführer 1 und 2 haben je noch Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 200.00 zu bezahlen. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber