Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 4. Oktober 2023 BEK 2023 111 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Clara Betschart und Ilaria Beringer, Gerichtsschreiber Noah Thurnherr. In Sachen A.________, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________ AG, Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin, vertr. durch D.________ AG, betreffend provisorische Rechtsöffnung (Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Ma- rch vom 14. Juli 2023, ZES 2023 191);- hat die Beschwerdekammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Die Gesuchstellerin betrieb den Gesuchsgegner mit Zahlungsbefehl Nr. xx des Betreibungsamts Schübelbach vom 6. April 2022 für eine Forde- rung von Fr. 28’242.35, einen Verzugsschaden von Fr. 2’570.00 und für diver- se Auslagen von Fr. 40.00. Der Gesuchsgegner erhob gleichentags Rechts- vorschlag mangels neuen Vermögens (Vi-act. 1, Beilage 6). Nachdem das Betreibungsamt den Rechtsvorschlag dem Einzelrichter am Bezirksgericht March überwiesen hatte, zahlte der Gesuchsgegner innert der ihm angesetz- ten Frist den Kostenvorschuss nicht, weshalb der Einzelrichter am Bezirksge- richt March mit Verfügung vom 16. Mai 2022 auf das Gesuch um Bewilligung des Rechtsvorschlags nicht eintrat (Vi-act. 1, Beilage 7). Auf die dagegen vom Gesuchsgegner erhobene Beschwerde trat die Kantonsgerichtsvizepräsiden- tin mit Verfügung vom 21. November 2022 nicht ein (Vi-act. 1, Beilage 8). a) Die Gesuchstellerin reichte am 27. April 2023 beim Bezirksgericht March ein Gesuch um Aufhebung des Rechtsvorschlags in der genannten Betrei- bung und Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung für Fr. 28’242.35 sowie für die Betreibungskosten von Fr. 103.30 ein (Vi-act. 1). Der Gesuchsgegner beantragte mit Gesuchsantwort vom 30. Mai 2023 die Abweisung des Ge- suchs, soweit auf dieses einzutreten sei (Vi-act. 5). Der Einzelrichter am Be- zirksgericht March erteilte der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 14. Juli 2023 provisorische Rechtsöffnung für Fr. 28’242.35, erhob die Gerichtskosten von der Gesuchstellerin, die ihr vom Gesuchsgegner zu ersetzen seien, und verpflichtete den Gesuchsgegner, der Gesuchstellerin eine Parteientschädi- gung zu bezahlen (angef. Verfügung, Vi-act. 9, 13). b) Dagegen erhob der Gesuchsgegner am 21. August 2023 Beschwerde mit dem Antrag, das Gesuch um provisorische Rechtsöffnung sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (KG-act. 1). Die Gesuchstellerin reichte innert Frist keine Beschwerdeantwort ein (vgl. KG-act. 4).Kantonsgericht Schwyz 3 2. Die Vorinstanz erwog insbesondere, auf die vom Gesuchsgegner erho- bene Einrede des mangelnden neuen Vermögens sei im Verfahren ZES 2022 187 nicht eingetreten worden. Die Gesuchstellerin sei somit gezwungen ge- wesen, den Rechtsvorschlag im Rechtsöffnungsverfahren zu beseitigen. Über die bereits beurteilte Einrede des mangelnden neuen Vermögens sei im Rechtsöffnungsverfahren nicht mehr zu befinden, weshalb die diesbezügli- chen Ausführungen des Gesuchsgegners nicht zu berücksichtigen seien (an- gef. Verfügung). Der Gesuchsgegner macht namentlich geltend, mit der Ver- fügung vom 16. Mai 2022 (ZES 2022 187) sei nicht materiell über die Einrede entschieden worden, weshalb keine materielle Rechtskraft vorliege. Es sei offensichtlich, dass kein neues Vermögen vorhanden sei. Die Einrede könne nicht als bereits abgeurteilt angesehen werden (KG-act. 1, S. 4 f.). a) Bei der Frage, ob eine abgeurteilte, d.h. bereits rechtskräftig entschie- dene Sache vorliegt, handelt es sich um eine Prozessvoraussetzung (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO), die das Gericht von Amtes wegen prüft (Art. 60 ZPO). Eine abgeurteilte Sache liegt vor, wenn der strittige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten identisch ist. Dies trifft zu, wenn der Anspruch dem Gericht aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf den gleichen Sachver- halt erneut zur Beurteilung unterbreitet wird. Die Rechtskraft eines Entschei- des bedeutet einerseits dessen Unabänderlichkeit (formelle Rechtskraft) und andererseits dessen Verbindlichkeit zwischen den gleichen Parteien in einem späteren Prozess (materielle Rechtskraft; Zürcher, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, 3. A. 2016, Art. 59 ZPO N 36). Vorliegend ist unbestritten, dass die gleiche Streitsache (Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamts Schübelbach vom 6. April 2022 in der Betreibung Nr. xx) zwischen denselben Parteien (Gesuchstellerin und Ge- suchsgegner) dem Einzelrichter am Bezirksgericht March sowohl im Bewilli- gungsverfahren nach Art. 265a SchKG (ZES 2022 187) als auch im Rechtsöffnungsverfahren gemäss Art. 82 SchKG (ZES 2023 191) vorgelegt Kantonsgericht Schwyz 4 wurde. Zu prüfen ist, ob der Einzelrichter mit der Verfügung vom 16. Mai 2022 im Bewilligungsverfahren den Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens für den Rechtsöffnungsrichter rechtskräftig beurteilte. b) Mit Verfügung vom 16. Mai 2022 trat der Einzelrichter auf das Gesuch um Bewilligung des Rechtsvorschlags mangels neuen Vermögens nicht ein, weil der Gesuchsgegner den von ihm verlangten Kostenvorschuss nicht ge- leistet hatte (Vi-act. 1, Beilage 7). Die Leistung des Kostenvorschusses ist eine Prozessvoraussetzung (Art. 59 Abs. 2 lit. f ZPO). Wird dieser nicht be- zahlt, tritt das Gericht auf die Klage nicht ein (Art. 59 Abs. 1 ZPO), ohne den streitigen Anspruch materiell zu beurteilen (Staehelin, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, 3. A. 2016, Art. 236 ZPO N 10). Bezüglich des eingeklagten Anspruchs hat dieser Prozessentscheid keine materielle Rechtskraft (Staehe- lin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 236 ZPO N 10; We- ber/Oberhammer, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 236 ZPO N 37; Steck/Brunner, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 236 ZPO N 36). In der Verfügung vom 16. Mai 2022 erfolgte somit keine materielle Prüfung des Rechtsvorschlags mangels neuen Vermögens, sodass diesbezüglich keine abgeurteilte Sache im Sinne von Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO vorliegt. Die Einrede mangelnden neuen Vermögens erhob der Gesuchsgegner bereits mit dem begründeten Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl vom 6. April 2022, nicht erst im Rechtsöffnungsverfahren (zu letzterem Fall: Staehelin, in: Stae- helin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, Schuldbetreibung und Kon- kurs I, 3. A. 2021, Art. 82 SchKG N 159), sodass die Einrede trotz Nichteintre- tens im Bewilligungsverfahren weiterhin bestand. Indem der Vorderrichter von einer abgeurteilten Sache ausging, verletzte er Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO. Weil die örtliche Zuständigkeit (Betreibungsort) und die Verfahrensart (summari-Kantonsgericht Schwyz 5 sches Verfahren) für das Bewilligungs- und das Rechtsöffnungsverfahren identisch sind, können diese beiden Verfahren vereinigt werden (vgl. Art. 125 lit. c ZPO; Vock/Meister-Müller, SchKG-Klagen nach der Schweizerischen ZPO, 2. A. 2018, S. 105). Der Vorderrichter hätte somit nach der (zumindest faktisch erfolgten) Vereinigung des Bewilligungs- und Rechtsöffnungsverfah- rens auch über die Bewilligung des Rechtsvorschlags mangels neuen Vermö- gens entscheiden können und müssen. Indem er von einer abgeurteilten Sa- che ausging und den Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens nicht prüf- te, verletzte er Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO und Art. 265a Abs. 1 SchKG. Die Be- schwerde ist deshalb gutzuheissen. c) Heisst die Rechtsmittelinstanz die Beschwerde gut, hebt sie den Ent- scheid auf und weist die Sache an die Vorinstanz zurück (Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO) oder entscheidet neu, wenn die Sache spruchreif ist (Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO). Eine Rückweisung ist regelmässig geboten, wenn die erste Instanz zu Unrecht wegen einer fehlenden Prozessvoraussetzung nicht auf die Klage eintrat und die Klage somit materiell nicht beurteilte (BGE 146 III 413 E. 3.2; Urteil BGer 4D_71/2020 vom 23. Februar 2021 E. 4.3). Weil vorliegend die Beschwerde zufolge rechtswidrigen Nichteintretens auf das erstinstanzliche Gesuch gutgeheissen wird, ist die Sache an den Vorderrichter zur materiellen Beurteilung zurückzuweisen. Damit erübrigt sich die vom Gesuchsgegner be- antragte Anordnung vorsorglicher Massnahmen (vgl. Art. 268 Abs. 2 ZPO). 3. Kommt der Vorderrichter bei seiner Neubeurteilung zum Schluss, dass der Gesuchsgegner den Rechtsvorschlag nicht auf die Einrede fehlenden neuen Vermögens beschränkte, sondern auch Bestand, Höhe, Fälligkeit und Vollstreckbarkeit der Forderung bestreitet, sind die Wirkungen des Bewilli- gungsverfahrens auf das Rechtsöffnungsverfahren zu beachten: Bewilligt das Gericht den Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens nach Art. 265a Abs. 1 SchKG, ist auf das Rechtsöffnungsgesuch nicht einzutreten. Weist es hingegen den Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens ab, so kann der Kantonsgericht Schwyz 6 Rechtsöffnungsrichter die provisorische Rechtsöffnung erteilen (Vock/Meister- Müller, SchKG-Klagen nach der Schweizerischen ZPO, 2. A. 2018, S. 105 f.), falls deren Voraussetzungen gegeben sind. Für den Fall, dass der Vorderrich- ter einen neuen Rechtsöffnungsentscheid treffen sollte, ist im Folgenden auf die weiteren Rügen des Gesuchsgegners einzugehen. a) Gegen den Rechtsöffnungsentscheid steht den Parteien das Rechtsmit- tel der Beschwerde offen (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Im Beschwerdeverfahren ist das Vorbringen neuer Anträge, neuer Tat- sachenbehauptungen und neuer Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren vor der Beschwerdeinstanz dient folglich aussch- liesslich der Rechtskontrolle des angefochtenen Entscheids und hat nicht den Zweck, das erstinstanzliche Verfahren fortzusetzen. Das Novenverbot ist um- fassend und gilt sowohl für echte als auch für unechte Noven (Freiburg- haus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 326 ZPO N 3 f.; Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri- sche Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 326 ZPO N 1 f.). Die Behauptung in der Beschwerde, der Abtretungsurkunde sei keine salvatorische Klausel zu entnehmen, weshalb aus der Urkunde keine Beweiskraft zugunsten des Zes- sionars abgeleitet werden könne, brachte der Gesuchsgegner in der erstin- stanzlichen Stellungnahme (Vi-act. 5) nicht vor. Es handelt sich somit um un- zulässige neue Tatsachenbehauptungen, weshalb darauf nicht weiter einge- gangen werden kann. b) Beruht die betriebene Forderung auf einer durch öffentliche Urkunde festgestellten oder durch Unterschrift bekräftigten Schuldanerkennung, kann der Gläubiger die provisorische Rechtsöffnung verlangen (Art. 82 Abs. 1 SchKG). Das Gericht spricht dieselbe aus, sofern der Betriebene nicht Ein-Kantonsgericht Schwyz 7 wendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht (Art. 82 Abs. 2 SchKG). Der Konkursverlustschein vom 15. Juli 2008 des Konkursamts March über Fr. 28’242.35 (Vi-act. 1, Beilage 1) ist unbestrit- tenermassen ein provisorischer Rechtsöffnungstitel (vgl. Art. 265 Abs. 1 SchKG). Der Gesuchsgegner rügt aber die Aktivlegitimation der Gesuchstel- lerin. c) Der Vorderrichter erwog, die vom Gesuchsgegner behauptete Nach- zeichnung der Unterschrift könne nur die Unterschrift für die E.________ AG betreffen. Die Unterschrift des Zessionars sei jedoch nicht notwendig, weshalb die diesbezüglichen Ausführungen des Gesuchsgegners ins Leere stossen würden. Die Kürzel auf Seite 2 der eingereichten Zessionsurkunde gäben zu keinen Beanstandungen Anlass, zumal der von Hand durchgestrichene Text- teil angesichts des ausgewiesenen Zedenten und Zessionars keinen Sinn er- gäbe. Den abgekürzten Namenszeichen auf dem Dokument käme somit oh- nehin keine Bedeutung zu. Eine Übersetzung der Abtretungsurkunde sei nicht notwendig, zumal der Gesuchsgegner nicht behaupte, deren Inhalt nicht ver- standen zu haben, und sich der kurze Text der Urkunde ohne grösseren Auf- wand im Internet übersetzen lasse. Die F.________ AG habe als ursprüngli- che Verlustscheingläubigerin die Forderung an die E.________ AG abgetre- ten. Die Rechtsnachfolge der ehemaligen E.________ AG durch die Gesuch- stellerin sei ausgewiesen und diese deshalb befugt, das Rechtsöffnungsbe- gehren zu stellen (angef. Verfügung). Der Gesuchsgegner wendet ein, die von der Gesuchstellerin eingereichte, fremdsprachige Abtretungsurkunde sei nicht übersetzt worden. Die Urkunde sei mehrfach korrigiert worden und die Kürzel bei den Korrekturen liessen sich weder dem Zessionar noch dem Zedenten zuordnen. Aus der Urkunde könne ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs keine gesuchstellerische Legitimation abgeleitet werden (KG-act. 1, S. 3 f.).Kantonsgericht Schwyz 8 d) Im Konkursverlustschein vom 15. Juli 2008 ist die F.________ AG als Gläubigerin eingetragen (Vi-act. 1, Beilage 1), das Rechtsöffnungsbegehren stellte jedoch die C.________ AG, vertreten durch die D.________ AG (Vi- act. 1). Die Gesuchstellerin begründete ihre Aktivlegitimation mit einer Abtre- tung (Vi-act. 1, S. 2), zu deren Nachweis sie ein englischsprachiges Dokument einreichte (Vi-act. 1, Beilage 2). Im Kanton Schwyz ist die Verfahrenssprache Deutsch (§ 92 Abs. 1 JG i.V.m. Art. 129 ZPO). Dies gilt grundsätzlich auch für Beweismittel. Urkunden sind deshalb zu übersetzen, soweit das Gericht oder die Gegenpartei dies verlangt (Weber, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 129 ZPO N 3). Sofern die Parteien und das Gericht der fremden Sprache genü- gend kundig sind, kann auf eine Übersetzung verzichtet werden (vgl. Art. 54 Abs. 3 BGG; Dolge, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 180 ZPO N 16). Das monierte Dokument wurde auszugsweise eingereicht, d.h. das Deckblatt (S. 0) mit Angabe von Titel, Untertitel und Vertragsparteien sowie die Seite 50 mit einem einzigen, in einfacher englischer Sprache verfassten Satz und den Un- terschriften der Vertragsparteien. Der anwaltlich vertretene Gesuchsgegner behauptete weder erstinstanzlich (vgl. Vi-act. 5, S. 2) noch zweitinstanzlich (vgl. KG-act. 1, S. 3), dass er das Dokument nicht verstanden habe. In der Gesuchsantwort wies er lediglich darauf hin, dass fremdsprachige Dokumente zu übersetzen seien (Vi-act. 5, S. 2), worin aber auch kein Antrag auf Über- setzung zu erkennen ist. Darüber hinaus setzt sich der Gesuchsgegner nicht mit der vorinstanzlichen Erwägung auseinander, wonach sich der kurze Text ohne grösseren Aufwand im Internet übersetzen lasse (angef. Verfügung, S. 2). Der Vorderrichter durfte deshalb auf eine Übersetzung des sehr kurzen, in der geschäftsüblichen Sprache Englisch verfassten Dokuments verzichten, zumal der Gesuchsgegner anwaltlich vertreten war und ist und auch der Rechtsvertreter nicht geltend machte oder macht, dass er das auf Englisch verfasste Dokument wegen der Sprache nicht verstehe.Kantonsgericht Schwyz 9 e) Das Dokument ist mit „Deed of Assignment“ (Abtretungsurkunde) beti- telt. Gemäss Untertitel betrifft die Abtretungsurkunde den Kaufvertrag für Vermögenswerte zwischen der F.________ AG als Verkäuferin und der E.________ AG als Käuferin vom 21. Juni 2013. Der Text auf Seite 50 lautet wie folgt (Vi-act. 1, Beilage 2): With the following signatures, F.________ AG und E.________ AG hereby assigns the consumer loans as described in this deed, to E.________ AG. Über beiden Korrekturen im oben zitierten Vertragstext befinden sich drei Kür- zel. Das jeweils rechts unten von diesen stehende entspricht offenkundig der Unterschrift für die E.________ AG. Das zweite Kürzel (jeweils zuoberst ste- hende) kann der ersten für die F.________ AG signierenden Person und das dritte folglich der zweiten für diese zeichnenden Person zugeordnet werden. Anhand des Schriftbildes ist es glaubhaft, dass die Kürzel von den unter- schreibenden Personen stammen. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgeg- ners waren die Korrekturen für die Verständlichkeit des zitierten Vertragstex- tes notwendig, sodass er mit seinem Einwand nichts zu seinen Gunsten ablei- ten kann. f) Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob der Gläubiger, der die Rechtsöffnung verlangt, identisch ist mit dem in der Schuldanerkennung und auf dem Zahlungsbefehl genannten Gläubiger (Staehelin, in: Staehe- lin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, Schuldbetreibung und Konkurs I, 3. A. 2021, Art. 82 SchKG N 67). Gemäss Wortlaut der Abtretungsurkunde zedierte die F.________ AG die in der Urkunde beschriebenen Konsumenten- verträge an die E.________ AG. Im Anhang I ist der Kredit des Gesuchsgeg- ners über Fr. 28’242.35 aufgelistet (Vi-act. 1, Beilage 3). Damit ist die Forde- rung gemäss Konkursverlustschein vom 15. Juli 2008 gegenüber dem Ge- suchsgegner (Vi-act. 1, Beilage 1) identifiziert und diese unterliegt der Abtre- tungsurkunde. Die E.________ AG änderte am 13. Januar 2015 ihren Fir-Kantonsgericht Schwyz 10 mennamen auf neu C.________ AG (Vi-act. 1, Beilage 4). Die C.________ AG beauftragte mit Generalvollmacht vom 19. November 2018 die D.________ AG mit der Einforderung der offenen Forderungen und ermäch- tigte die D.________ AG, alle nötigen rechtlichen Schritte zu unternehmen, um die Interessen der C.________ AG bestmöglich zu vertreten (Vi-act. 1, Beilage 5). Die Vertretung der C.________ AG durch die D.________ AG im Betreibungs- und Rechtsöffnungsverfahren ist somit von der Bevollmächti- gung umfasst. Im Zahlungsbefehl (Vi-act. 1, Beilage 6) sowie im Rechtsöff- nungsgesuch (Vi-act. 1) ist die C.________ AG als Gläubigerin und die D.________ AG als deren Vertreterin aufgeführt. Die Gläubigeridentität ist somit zu bejahen. g) Zusammenfassend durfte der Vorderrichter auf die Übersetzung der Abtretungsurkunde verzichten und er bejahte zu Recht die Gläubigeridentität. Folglich verletzt die Bejahung der Aktivlegitimation anhand der Abtretungsur- kunde auch nicht das rechtliche Gehör des Gesuchsgegners (Art. 53 Abs. 1 ZO; vgl. KG-act. 1, S. 4). Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. 4. Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und die Sache zur Neubeur- teilung an den Vorderrichter zurückzuweisen. a) Über die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens wird der Vorderrichter je nach dessen Ausgang neu zu befinden haben (analog Art. 104 Abs. 4 ZPO). b) Im Beschwerdeverfahren obsiegt der Gesuchsgegner mit seiner Rüge der nicht abgeurteilten Sache, unterliegt aber betreffend fremdsprachiger Ur- kunde und Aktivlegitimation. Insgesamt unterliegt er zu rund zwei Dritteln. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu zwei Dritteln dem Gesuchsgegner (Beschwerdeführer) aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Die Gesuchstellerin reichte keine Beschwerdeantwort ein und identifizierte Kantonsgericht Schwyz 11 sich nicht mit dem angefochtenen Entscheid, weshalb ihr keine Kosten aufzu- erlegen sind (vgl. Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 106 ZPO N 8 und Art. 107 ZPO N 22). Auf die Kostenauferlegung für das Be- schwerdeverfahren von 1/3 wird ebenso verzichtet (vgl. Art. 107 Abs. 2 ZPO). Für eine Entschädigung durch den Kanton (ohnehin wider den Wortlaut von Art. 107 Abs. 2 ZPO) besteht hier kein Anlass, weil nicht von einer eigentli- chen Justizpanne zu sprechen ist (vgl. Rüegg/Rüegg, in: Spüh- ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozess- ordnung, 3. A. 2017, Art. 107 ZPO N 11);-Kantonsgericht Schwyz 12 beschlossen: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü- gung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 14. Juli 2023 (ZES 2023 191) aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 750.00 werden dem Be- schwerdeführer zu 2/3 mit Fr. 500.00 auferlegt und von seinem Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 750.00 bezogen. Die Kantonsgerichts- kasse hat dem Beschwerdeführer Fr. 250.00 zurückzubezahlen. 3. Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung unter den Voraussetzungen von Art. 92 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne ein- gereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 28’242.35. 4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R, inkl. Kopie KG-act. 5), die D.________ AG (2/R, inkl. Kopie KG-act. 5), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückga- be der Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der Beschwerdekammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 16.10.2023 amu