B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2839/2011/was U r t e i l v o m 3 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Sara Steiner. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch Stefan Hery, Rechtsberatungsstelle Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. April 2011 / N (…). D-2839/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess Afghanistan eigenen Angaben zufolge am 25. Januar 2011 und gelangte über ihm unbekannte Länder am 9. März 2011 in die Schweiz, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 21. März 2011 wurde er summarisch bef ragt und am 11. April 2011 ei n- lässlich angehört. Zur Begründung seines Asylgesuches gab er im Wesentlichen an, er h a- be Afghanistan aufgrund einer Liebesbeziehung verlassen müssen. Er habe B._______ im Juli/August 2010 an der Hochzeit eines Freundes kennengelernt und sich sofort in sie verliebt. In der Folge hätten sie des Öfteren zusammen telefoniert, sich am Markt oder vor ihrem Haus getrof- fen, wobei er ganz langsam mit seinem Motorrad vorbeigefahren sei, s o- dass sie nur ein pa ar Worte hätten wechseln könne n. Nach zwanzig Ta- gen habe er seine Eltern überreden können, bei B._______s Eltern um deren Hand anzuhalten. Diese hätten jedoch abgelehnt und B._______ eine Woche später mit C._______ verlobt, der aus einer reichen Familie stamme und dessen verstorbener Vater Kommandeur gewesen sei. Etwa eine Woche nach ihrer Verlobung habe B._______ ihn zusammen mit i h- rer kleinen Schwester bei sich zu Hause besucht. Ein Verwandter von C._______ habe das beobachtet und dem V ater von B._______ gemel- det. Etwa zwei Stunden sp äter sei dieser am Tor ihres Hauses aufg e- taucht und habe nach ihr gefragt. Als er (der Beschwerdeführer) ihm ge- sagt habe, sie sei bei ihm, habe dieser ihn ins Gesicht ge schlagen, ihm befohlen, B._______ zu holen, und sei a nschliessend mit den beiden Töchtern nach Hause gegangen. Am gleichen Abend sei C._______ bei ihnen zu Hause aufgetaucht, habe behauptet, der Beschwerdeführer ha- be mit B._______ eine geschlechtliche Beziehung gehabt und gedroht, er würde ihn umbringen. Danach habe der Beschwerdeführer sein Elter n- haus etwa zwanzig Tage nicht mehr verlassen und sei schliesslich nach Kabul geflüchtet, wo er bei Verwandten seiner Mutter gelebt habe. Doch auch in Kabul habe C._______ nach ihm gefragt. Deshalb sei er nach drei weiteren Monaten ausgereist. B. Das BFM lehnte sein Asylgesuch mi t Verfügung vom 19. April 2011 – er- öffnet am 20. April 2011 – ab und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug an. D-2839/2011 Seite 3 C. Mit Eingabe vom 18. Mai 2011 erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der ang e- fochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung sowie eventualiter die Anordnung der vorläufigen A uf- nahme zufolge Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwal- tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwV G, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D. Mit Eingabe vom 20. Mai 2011 reichte der Rechtsvertreter des Beschwer- deführers eine Kostennote zu den Akten. E. Mit Verfügung vom 26. Mai 2011 hiess die Instruktionsrichterin das G e- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Koste n- vorschusses. F. In seiner Vernehmlassung vom 25. Juli 2011, dem Beschwerdeführer am 28. Juli 2011 zur Kenntnis gebracht, hielt das BFM an seinen Erwägu n- gen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Besch werden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs gericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, D-2839/2011 Seite 4 SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung beso nders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Fre iheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-2839/2011 Seite 5 4. 4.1 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. Das Verhalten s einer Eltern, wonach sie zwanzig Tage nach Beginn seiner Liebesbeziehung um die Hand von B._______ angehalten hätten, sei vor dem Hintergrund des muslimisch geprägten Gesellschaftssystems in A f- ghanistan, welches traditionell -verhaftet rückständig sei, name ntlich in den ländlichen Gebieten wie der Provinz Faryab , als realitätsfremd zu qualifizieren. Unter den dortigen Verhältnissen würden Heiraten von den Eltern arrangiert und dabei seien bekanntlich andere Kriterien massg e- bend als die persönlichen Liebeswün sche der jungen Leute. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermöchten die Angaben des Beschwerdeführers, dass die Eltern B._______s ihr Gelegenheit gegeben hätten, mittels des familieneigenen Mobiltelefons mit einem ihnen Unbekannten beinahe täg- lich zu kommunizi eren. Dies zumal ihr Vater ihr Verhalten mit Sicherheit beobachtet hätte, nachdem er dem Beschwerdeführer zwei Mal in der Nähe seines Haus begegnet sei, als er mit B._______ gesprochen habe. Letzteres Vorbringen sei zudem schlichtweg realitätsfern. Auch hätte B._______ es vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Kontextes in Afghanistan grundsätzlich nicht gewagt, sich auf dem Bazar mit dem B e- schwerdeführer zu unterhalten und das dann gar noch in Begleitung ihrer erst sechs Jahre alten Schwester. Zu gross wäre das Risiko gewesen, dass sich die Kleine zu Hause bei den Eltern verplappert hätte bezie- hungsweise dass eine Person die Verliebten beobachtet und dies den E l- tern B._______s zugetr agen hätte. Weiter habe der Beschwerdeführer bei der Beschreibung B._______s ausgeführt, sie sei nicht grossgewach- sen, von schlanker beziehungsweise magerer Statur, fröhlich und aufg e- weckt. Diese Schilderung vermöge der behaupteten Person B._______, namentlich ihrer Wesensart, mangels Differenziertheit, keine eigentliche Kontur zu geben. Schliesslich sei festzustellen, dass der Beschwerdefü h- rer an der Befragung angegeben habe, im Rahmen ihrer Liebesbezi e- hung hätten er und B._______ sich überall getroffen. A uf Nachfrage hin habe er dies anlässlich der Anhörung relativiert, indem er angeführt habe, er habe damit auch die telefonischen Kontakte gemeint. Diese Erklärung vermöge jedoch nicht zu überzeugen. 4.2 Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen, er habe die Beziehung zu seiner Geliebten B._______ und die deswegen entstandenen Probleme ausführlich, sehr detailliert und plausibel beschrieben. In seinen Vorbri n-D-2839/2011 Seite 6 gen habe das BFM denn auch keinerlei Widersprüche gefunden. Zum A r- gument des BFM, es sei realitätsfern, das s seine Eltern um die Hand von B._______ angehalten hätten, gelte es festzuhalten, dass in Afghanistan zwar mehr als 70 Prozent aller Hochzeiten arrangiert würden. Dies erg e- be aber im Umkehrschluss, dass 20 bis 30 Prozent der Hochzeiten nicht arrangiert seien. Es sei nicht ersichtlich, warum es realitätsfern sein solle, dass seine Eltern seinen Wunsch erfüllten und mit den Eltern seiner G e- liebten – die ebenfalls Usbeken seien, aber zu einer anderen Sippe g e- hörten – über eine Hochzeit diskutiert hätten. Das BFM nenne als Grund einzig das muslimisch geprägte Gesellschaftssystem Afghanistans, führe dies aber nicht näher aus. Zum Mobiltelefon habe er erläutert, dass di e- ses B._______ selber und nicht der Familie gehört habe und sie jeweils nach den Anrufen als Vo rsichtsmassnahme die angerufene beziehung s- weise empfangene Nummer aus dem Speicher gelöscht hätten. Sie seien sich der möglichen Konsequenzen einer Aufdeckung bewusst gewesen, als frisch Verliebte hätten sie dies jedoch in Kauf genommen. Auch zur Behauptung, B._______ hätte nicht gewagt, auf dem Markt mit ihm zu sprechen, habe er während der Anhörung ausführlich Stellung geno m- men. Zudem sei der Fachspezialist des BFM gemäss Anhörungsprotokoll aufgrund von Fernsehberichterstattungen zu diesem Schluss gekomme n. Weiter habe er bei der Wesensbeschreibung von B._______ ungefragt seine Gefühle zu ihr geschildert und erklärt, warum er sich zu ihr hinge- zogen gefühlt habe. Dies sei als Realitätskriterium zu werten. Schliesslich habe er an der Anhörung präzisiert, was er mit seiner Aussage an der Be- fragung gemeint habe, wonach er B._______ überall getroffen habe: nämlich ein bis zwei Mal pro Woche vor ihrem Haus und auf dem Markt. Insgesamt enthielten seine Schilderungen zahlreiche Details (vgl. Akten des BFM A8 F 53), Schilderungen von wechselseitigen Gesprächen (vgl. A8 S. 8 un d F58), Gefühle (z. B. A8 F35 "faszinierte mich"; F 40 "ich war sehr niedergeschlagen", F53 "ich war sehr überrascht") und Bezüge zu früher Erwähntem (z. B. A8 F 41 "wie ich vorher sagte"). Angesichts der Tatsache, dass Blutrache in Afghanistan und gerade in ländlichen Gebi e- ten wie der Provinz Faryab verbreitet sei, müsse er bei einer Rückkehr eine asylrechtlich relevante Gefährdung befürchten. 5. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsge richt zum Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen richtigerweise vor dem Hi n- tergrund des afghanischen Kontextes als realitätsfremd bezeichnet hat. Dass sie dabei diesen Kontext nicht näher ausführte, ist entgegen der D-2839/2011 Seite 7 Meinung in der Beschwerde nicht zu beanstanden, da die Zustände in Af- ghanistan allgemein bekannt sind. 5.1 Das BFM hat zu Recht darauf hingewiesen, dass einem jungen Mä d- chen in Afghanistan wohl nicht derart viele Freiheiten zugestanden wür- den, wie dies der Beschwerdeführer im Fall von B._______ beschrieb. So entstehen angesichts der Behauptung, dass sie mit ihrem eigene Mobilte- lefon anrufen konnte, wen sie wollte, insbesondere auch einen fremden jungen Mann, erste Zweifel. Zudem wären die ständigen Telefonate ihrem Vater doch aufgefallen und er hätte sie darauf angesprochen, sodass das blosse Löschen der jeweiligen Nummern als Vorsichtsmassnahme nicht genügt hätte. Dies insbesondere nachdem ihr Vater einen fremden jungen Mann (den Beschwerdeführer) ein paar Mal vor seinem Haus dabei er- wischt haben soll , wie dieser mit seiner Tochter gesprochen habe . Die Angabe des Beschwerdeführers, er sei jeweils nur vor dem Tor mit dem Motorrad ganz langsam vorbeigefahren, sodass sie nur einige Worte hät- ten wechseln können, erscheint nicht nachvollziehbar. Auch die Behau p- tung, B._______ habe auf dem Markt mit dem Beschwerdeführer spr e- chen können – wenn auch nur fünf Minuten –, vermag nicht zu überze u- gen, wäre doch das Risiko zu gross gewesen, dass sie jemand beobac h- ten könnte. Dass B._______ bei diesen Gesprächen auch noch ihre klei- ne Schwes ter dabeigehabt haben soll , hätte die Sache sogar noch g e- fährlicher gemacht. Dass sie eine gute Beziehung zu ihr gehabt habe und sie ihr Süssigkeiten gegeben hätten, d amit sie zu Hause nichts erzähle , vermag nicht zu überzeugen. Handelt es sich bei der Schwester doch um ein kleines Mädchen, das sich trotz der Süssigkeiten unabsichtlich hätte verplappern können. Zudem erscheint schon zweifel haft, dass sich B._______ ohne familiäre männliche Begleitung auf dem Markt frei b e- wegen durfte. 5.2 Eher allgemein fielen gemäss den richtigen Erwägungen des BFM auch die Beschreibung en des Beschwerdeführers von B._______ aus. So vermag die Aussage: "Sie ist nicht gross; sie reichte mir bis zur Mitte des Oberarms. Sie war nicht dick, sie war eher mager. Ihr Wesen war fröhlich. Diese Fröhlichkeit von ihr faszinierte mich. Das war auch der Grund, warum ich mich so in sie verliebte." (vgl. A8 F35) der behaupteten Person B._______ tatsächlich keine Kontur zu geben. Dass dabei, wie in der Beschwerd e behauptet, die Gefühle des Beschwerdeführers zum Vorschein kommen, kann nicht bestätigt werden. Unter den gegebenen Umständen wäre zu erwarten, dass er mehr als nur ein paar allgemeine Sätze über B._______ aussagen könnte. Doch auch a ls er auf seine all-D-2839/2011 Seite 8 gemeinen Aussagen hin noch einmal aufgefordert wurde, mehr über B._______ zu erzählen, sagte er lediglich: "Wie gesagt, sie war ein sehr aufgeweckter, fröhlicher Mensch" und kam dann gleich wieder auf andere Dinge als ihre Wesensart zu sprechen (vgl. A8 F37 ). Die Floskel "wie ge- sagt" scheint hier mehr ein Ausdruck dessen zu sein, dass er nicht mehr über die erfundene Person aussagen konnte, und ist nicht, wie in der Be- schwerde behauptet, als Realitätskennzeichen zu werten. 5.3 Weitere Zweifel entstehen im Zusamm enhang mit der Behauptung, seine Eltern hätten bei den Eltern von B._______ um deren Hand a n- gehalten. Dass die Eltern dies aufgrund seiner Liebe zu B._______ getan hätten, scheint insbesondere vor dem ländlich geprägten Hintergrund schon zweifelhaft, wenn der Beschwerdeführer auch zu Recht darauf hinweist, dass nicht alle Hochzeiten in Afghanistan arrangiert sind. Insbe- sondere fällt aber auf, dass B._______ bereits eine Woche, nachdem um ihre Hand angehalten worden war, mit einem anderen Mann verlobt wur- de. Dies scheint insbesondere vor dem Hintergrund, dass B._______ da- von zuvor nicht s gewusst haben will, sondern es lediglich befürchtet h a- be, unglaubhaft , wird doch so eine Verlo bung sicherlich lange und früh geplant und darüber im Hause auch gesprochen. 5.4 Gewichtige Zweifel entstehen sodann im Zusammenhang mit den E r- eignissen nach der Verlobung von B._______. So soll diese auch nach der Verlobung noch die Freiheit gehabt haben, nur in Begleitung ihrer kleinen Schwester das Haus zu verlassen und einen fremde n jungen Mann zu besuchen . Der Einwand, sie habe vorgegeben, zum Markt zu gehen, vermag dabei nicht zu überzeugen. Dass die Eltern des B e- schwerdeführers beim Anblick B._______s wiederum lediglich überrascht reagiert und gesagt hätten, was wohl ihre Eltern dazu sagen würden, sich dann aber einfach mit ihnen zusammen ins Wohnzimmer gesetzt hätten , ist ebensowenig plausibel. Auch die Antwort des Beschwerdeführers, "das müssten sie B._______ sagen, nicht ihm", scheint befremdlich, zumal er sich doch mehr um die Konsequenzen für B._______ hätte sorgen müs- sen. Ferner sind entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers die Schilderungen der Ereignisse, als der Vater von B._______ auftauchte, keineswegs detailliert ausgefallen, beschränkte er sich doch a uf eine äusserst kurze Wiedergabe des Ganzen. Auch seine Gefühle beschreibt er äusserst pauschal, indem er zum Beispiel lediglich sagt, er sei er- schrocken. Auch die Beschreibung der Gespräche fiel äusserst kurz aus. So wäre der Vater von B._______ sicher sehr aufgebracht gewesen und hätte mehr gesagt als nur: "Wo ist B._______?". Das Gleiche gilt für die D-2839/2011 Seite 9 Behauptung, am Abend sei auch noch C._______ bei ihnen aufgetaucht und habe ihm vorgeworfen, er habe B._______ entehrt. Auch hier fiel die Beschreibung äusserst undetaillert aus, sodass nicht der Eindruck en t- steht, die Ereignisse hätten sich tatsächlich zugetragen. Insbesondere fällt hierbei auf, dass der Beschwerdeführer aussagte, er sei selber nicht dabei gewesen, da er am Fussball spielen gewesen sei. Es ist nicht ver- ständlich, dass er am Abend nach dem Streit mit dem Vater von B._______ einfach zum Fussballspielen ging, als wäre nichts geschehen. Auch dass C._______ ihn in Kabul gesucht haben soll, scheint nicht plausibel. Der Besc hwerdeführer macht hierzu widersprüchliche Auss a- gen, indem er an der Befragung sagte, C._______ sei nach Kabul g e- kommen und habe auf dem Bazar bei den Kindern seiner Verwandten nach ihm gefragt (vgl. A5 S. 6), während er an der Anhörung behauptete , in der (...), wo die Kinder seiner Verwandten arbeiteten und wo haup t- sächlich Usbeken einkauften, hätten die Leute untereinander nach sei- nem Namen gefragt (vgl. A8 F68). 5.5 Bestätigt werden die dargelegten Zweifel durch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer an der Befragung nach einem kurzen Hinweis auf seine Probleme zunächst ausführte, er sei hierhergekommen, um frei z u leben und sich weiterzubilden; er wolle aus seinem Leben etwas machen und hier vielleicht studieren, um eine bessere Zukunft zu haben. Die Fr a- ge, ob er jetzt alle Asylgründe genannte habe , bejahte er anschliessend. Erst als der Befrager ihn aufforderte, ein paar der eingangs erwähnten Probleme zu beschreiben, kam der Beschwerdeführer auf die Ereignisse rund um seine angebliche Liebe zu B._______ zu sprechen (vgl. A5 S. 5). Vor diesem Hintergrund entsteht der Eindruck, der Beschwerdeführer sei vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen aus Afghanistan ausgereist. 5.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, Gründe nach A rt. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch deshalb zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l-D-2839/2011 Seite 10 chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilun gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bunde sverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. D-2839/2011 Seite 11 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschi ebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Be schwerde- führers nach Afghanistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Afghanistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK od er Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist dem B e- schwerdeführer nach der dargelegten Unglaubhaftigkeit seiner Vorbri n- gen nicht gelungen. Auch die allgemeine Men schenrechtssituation in Ka- bul – wohin der Beschwerdeführer wie nachfolgend dargelegt zurückke h- ren kann – lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti gen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erscheinen. Dies ergibt sich unter an derem aus BVGE 2011/7. Nach dem Ge sagten ist der Vollzug der Wegweisung so- wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zu- lässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1 Im erwähnten BVGE 2011/7 skizziert das Bundesverwaltungsgericht ein äusserst düsteres Bild der aktuellen Lage in Afghanistan, und zwar über alle Regionen hinweg. Das Gericht kommt zum Schluss, dass in weiten Teilen von Afghanistan – ausser allenfalls in den Grossstädten – D-2839/2011 Seite 12 eine derart schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre Bedingungen bestünden, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei die Situation in der Hauptstadt Kabul zu untersch eiden. Angesichts des Umstandes, dass sich dort die Sicherheitslage im Verlauf des vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die hum a- nitäre Situation im Vergleich zu den übrigen Gebieten etwas weniger dra - matisch sei, könne der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter U m- ständen als zumut bar qualifiziert werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim Rüc k- kehrer um einen jun gen, gesunden Mann handle. Angesichts der ko n- stanten Verschlechterung de r Lage über die vergangenen Jahre hinweg und der auch in Kabul schwie rigen Situation verstehe es sich aber von selbst, dass die bereits von der vormaligen Beschwerdeinstanz in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen Bedingungen in jedem Einzel- fall sor gfältig geprüft und erfüllt sein müssten, um ei nen Wegweisungs- vollzug nach Kabul als zu mutbar zu qualifizieren. Unabdingbar sei in ers- ter Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers als tragfähig erweise. Ohne Unter- stützung durch Familie oder Bekannte würden die schwierigen Leben s- verhältnisse auch in Kabul unweigerlich in eine exis tenzielle beziehungs- weise lebensbedrohende Situation führen. Für einen Rückkehrer aus E u- ropa bestehe aufgrund der Vermutung, dass er Devi sen auf sich trage, gleich nach seiner Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risi ko, entführt oder überfallen zu werden. Verfüge er auf der anderen Seite über keine gen ü- genden finanziellen Mittel, hätte er ohne soziale Vernet zung kaum Au s- sicht auf eine zumutbare – das heisst winterfeste und mit minimaler san i- tärer Einrichtung ausgestattete – Unterkunft. Auch bei der Arbeitssuche sei die Einstellung, selbst von unqualifizierten Arbeitskräften, regelmässig von persönlichen Beziehungen abhä ngig. Eine die Gesund heit nur ein i- germassen garantierende Ernährung wäre ohne die Hilfe von nahest e- henden Personen ebenfalls kaum möglich, und der Zugang zu sauberem Trinkwasser schwierig; Unterstützungs massnahmen der Re gierung oder internationaler Organisationen könnten laut zuverlässigen Quellen daran nichts ändern. Kämen in einer solchen Situation noch gesundheitliche Umstellungsschwierigkeiten hinzu, geriete auch ein junger gesunder Mann ohne soziale Vernetzung unweigerlich innert absehbarer Ze it in ei- ne existenzbedrohende Situation. Im Übrigen betone auch der schweiz e- rische Botschafter in Islamabad die vorrangige Bedeutung eines tragfäh i- gen sozialen Netzes für einen Rückkehrer zur Vermeidung unüber - brückbarer Schwierigkeiten (vgl. E. 9.3 ff.). D-2839/2011 Seite 13 7.4.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen, gesun- den und alleinstehenden Mann, der über eine fundierte zwölfjährige Schulbildung und über etwas Englischkenntnisse verfügt. Er gibt an, dass er nach seinem Schulabschluss keinen Beruf erlernt und auch nicht gear- beitet habe. Zwar ist er in der Provinz Faryab – wohin der Wegweisungs- vollzug unzumutbar ist – aufgewachsen und seine Familie lebt weiterhin dort. Den Akten ist aber zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise drei Monate in Kabul bei entfernten Verwandten mütterl i- cherseits leben konnte, welche seit 15 Jahren dort leben sollen. Die Kin- der dieser Verwandten arbeiten in einer (...), wo vorwiegend Usbe ken einkaufen. Es ist demnach davon auszugehen, der Beschwerdeführer könne zumindest in einer ersten Zeit wieder bei diesen Verwandten u n- terkommen und diese könnten ihm mit ihren Beziehungen beim Aufbau einer neuen Existenz behilflich sein, ihm – als Usbeke – beispielsweise eine Arbeit in der usbekischen (...) vermitteln. Dabei ist auch zu berüc k- sichtigen, dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat noch nicht vor allzu langer Zeit verlassen hat und ihm die Reintegration auch aus dieser Sicht keine Schwierigkeiten bereiten dürfte. Es ist damit insgesamt von einem tragfähigen Beziehungsnetz in Kabul auszugehen. Dass seine ge- samte Familie , wie in der Beschwerde ausgeführt, seit seiner Ausreise keinen Kontakt mehr zu den Verwandten in Kabul habe, ist eine blosse Behauptung, die durch nichts belegt wurde, und kann angesichts der Tat- sache, dass der Beschwerdeführer immerhin drei Monate bei diesen le- ben konnte, nicht geglaubt werden. Zudem scheint auch die Familie des Beschwerdeführers in Faryab über gewisse ökonomische Lebensgrun d- lagen und Beziehungen zu verfügen. So konnte dem Beschwer deführer die Ausreise in den Westen organisiert werden und der Vater war in der Lage, dafür 15'000 Dollar zu bezahlen, wenn er auch dafür ein Grun d- stück verkaufen musste. Schliesslich leidet der Beschwerdeführer offen- bar nicht an gravierenden behandlungsb edürftigen Krankheiten. Auch in Anbetracht der geschilderten Situation in der Hauptstadt er scheint der Vollzug nach Kabul im vorliegenden Einzelfall mithin als zumutbar. 7.4.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515). Dies dürfte dem Beschwerdeführer insbesondere deshalb möglich sein, weil er über eine afghanische Identi-D-2839/2011 Seite 14 tätskarte verfügt. Der Vollzug der Wegweisung ist deshalb auch als mög- lich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus di esen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unen tgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 26. Mai 2011 gutgeheissen wurde, sind keine Kosten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) D-2839/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner Versand: