Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Juli 2015 (715 14 397) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung der Anspruchsberechtigung aufgrund nicht rechtzeitiger und nicht vollstän- diger Einreichung des Antrags auf Arbeitslosenentschädigung ist zu Recht erfolgt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A.1 Die 1989 geborene A.____ war vom 16. Januar 201 3 bis 21. Februar 2014 bei der B____AG angestellt. Am 7. Mai 2014 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungs- zentrum (RAV) X.____ zur Arbeitsvermittlung an und erhob ebenfalls am 7. Mai 2014 bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslo senkasse) Anspruch auf Arbeitslosenent- schädigung ab dem 7. Mai 2014. Mit Verfügung vom 4. Juli 2014 lehnte die Arbeitslosenkasse die Anspruchsberechtigung von A.____ ab 13. Mai 201 4 wegen Nichterfüllung der Beitragszeit ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, die Versicherte habe trotz Aufforderung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 12. Mai 2014 und „letzter Mahnung“ vom 13. Juni 2 014 diverse Unterlagen nicht einge- reicht und daher die anspruchsbegründende Mindestbeitr agszeit von zwölf Monaten nicht nachgewiesen. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 1 7. Juli 2014 Einsprache, wobei sie festhielt, dass sie die verlangten Unterlagen am 23. Juni 2014 per Post geschickt habe. A.2 Per 31. Juli 2014 meldete sich A.____ von der Arb eitsvermittlung ab, da sie eine neue Arbeitsstelle gefunden hatte. Bereits am 18. Septembe r 2014 meldete sie sich erneut zur Ar- beitsvermittlung an und erhob am 18. September 2014 Anspruch auf Arbeitslosenentschädi- gung ab 16. September 2014. A.3 Mit Entscheid vom 21. November 2014 lehnte die Eins pracheinstanz des KIGA, Abtei- lung Arbeitslosenkasse, die Einsprache der Versicherten vom 17. Juli 2014 gegen die Verfü- gung vom 4. Juli 2014 ab. Infolge Aktenunvollständigkeit und Verwirkung sei die Anspruchsbe- rechtigung von A.____ zu Recht verneint worden. B. Hiergegen erhob A.____ am 18. Dezember 2014 Besch werde beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons gericht) und beantragte sinnge- mäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Zur Beg ründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass sie die verlangten Unterlagen nachgereicht ha be. Zufolge familiärer Belastungen sei sie aber nicht in der Lage gewesen, binnen Frist zu handeln. C. Die Arbeitslosenkasse schloss in ihrer Vernehmlassung vom 1 6. März 2014 auf Abwei- sung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorisch e Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (A TSG) vom 6. Oktober 2000 ist ein Gericht als letzte kantonale Instanz für die Beurteilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung sachlich zuständig. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorisch e Arbeitslosenversicherung und die Insol- venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 und Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 AVIV das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versi cherte Person zur Zeit des Verfü- gungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Nach § 54 Ab s. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Beschwerden gegen E inspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Die Beschwerdeführerin erfüllt die Kontrollpflicht im Kan- ton Basel-Landschaft. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde vom 18. Dezember 2014 ist somit einzutreten. 2.1 Nach Art. 10 Abs. 3 AVIG tritt die Arbeitslosigkeit in formeller Hinsicht ein, wenn sich die versicherte Person beim Arbeitsamt ihres Wohnortes zur A rbeitsvermittlung angemeldet hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die betreffende Person hat ihren Entschädigungsanspruch nach Art. 20 Abs. 1 AVIG bei einer frei wählbaren Arbeitslosenkasse geltend zu machen. Die Modalitäten, welche bei der Gel- tendmachung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung zu beachten sind, sind in Art. 29 AVIV umschrieben. Nach dessen Absatz 1 haben die Versiche rten ihren Anspruch für die erste Kontrollperiode während der Rahmenfrist sowie bei je der erneuten Arbeitslosigkeit, die nach einem Unterbruch von wenigstens sechs Monaten eintritt , geltend zu machen, indem sie der Arbeitslosenkasse mit dem vollständig ausgefüllten Entschäd igungsantrag diverse Unterlagen einreichen. Zu diesen Unterlagen gehören der vollständ ig ausgefüllte Entschädigungsantrag (lit. a), das Doppel des amtlichen Anmeldeformulars (li t. b), die Arbeitsbescheinigungen für die letzten zwei Jahre (lit. c), der Ausdruck des Datensatzes „Kontrolldaten“ oder das Formular „Angaben der versicherten Person“ (lit. d) sowie alle weiteren Unterlagen, welche die Arbeitslo- senkasse zur Beurteilung des Anspruchs verlangt (lit. e). Nötigenfalls setzt die Arbeitslosenkas- se den Versicherten gemäss Art. 29 Abs. 3 AVIV eine angem essene Frist für die Vervollständi- gung der Unterlagen und macht sie auf die Folgen der Unterlassung aufmerksam. 2.2 Gemäss Art. 20 Abs. 3 Satz 1 AVIG erlischt der Ansp ruch auf Arbeitslosenentschädi- gung, wenn er nicht innert dreier Monate nach dem En de der Kontrollperiode, auf die er sich bezieht, geltend gemacht wird. Als Kontrollperiode gilt dabei gemäss Art. 27a AVIV der jeweilige Kalendermonat, für den die arbeitslose Person Entschäd igungsansprüche geltend macht. Bei dieser Frist von drei Monaten handelt es sich um eine Ve rwirkungsfrist, die prinzipiell weder einer Erstreckung noch einer Unterbrechung zugänglich i st und deren Nichtwahrung ohne wei- teres das Erlöschen des Anspruches zur Folge hat (vgl. G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bd. I., Bern 1988, Art. 20 AVIG N 25; BGE 117 V 245, 114 V 123, 113 V 66; Arbeitsrecht und Arbeitslosenversich erung, Mitteilungsblatt des BIGA [heute: Staatssekretariat für Wirtschaft; ARV] 1993 / 94 Nr. 33 S. 234). Die Frist kann unter ge- wissen Voraussetzungen wiederhergestellt werden; insbesondere dann, wenn ein entschuldba- rer Grund für die Verspätung der Meldung geltend gem acht werden kann (BGE 117 V 244 E. 3a). Die Frist von Art. 20 Abs. 3 AVIG stellt keine Ordnungsvorschrift, sondern eine formelle Anspruchsvoraussetzung dar. Sie dient der Sicherung der Kontrollmöglichkeiten durch die kan- tonalen Amtsstellen zur Vermeidung von Missbräuchen. Die V ersicherten haben zur Wahrung ihres Anspruchs innert der erwähnten Verwirkungsfrist d en ihnen gesetzlich obliegenden und durch die Arbeitslosenkasse konkretisierten Auskunftspflichten nachzukommen. Nach der Rechtsprechung tritt die Verwirkungsfolge auch dann e in, wenn der Anspruch zwar innert der Anmeldefrist geltend gemacht wird, die versicherte Person aber innerhalb dieses Zeitraums oder einer ihr allenfalls – hier gestützt auf Art. 29 Abs. 3 AVIV – gesetzten Nachfrist nicht alle für die Anspruchsbeurteilung erforderlichen Unterlagen beibringt. Dies gilt jedoch nur, wenn die Arbeitslosenkasse die Antrag stellende Person ausdrücklich u nd unmissverständlich auf die Verwirkungsfolge bei verspäteter Einreichung der für d ie Beurteilung des Leistungsanspruchs wesentlichen Unterlagen hingewiesen hat (Urteil des Bu ndesgerichts vom 25. Februar 2012, 8C_935/2011, E. 2 mit Hinweisen). Deshalb ist es die P flicht der Arbeitslosenkasse, die Versi- cherten mittels Einschreiben zu mahnen und ihnen eine F rist zur nachträglichen Einreichung der fehlenden Belege anzusetzen. Die benötigten Beleg e sind dabei in der Mahnung erneut konkret und unmissverständlich zu benennen. Wird dies unterl assen oder eine andere, weniger Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht einschneidende Massnahme angedroht, kann die Verwirkungs folge trotz verpasster Frist nicht eintreten (vgl. ARV 1993/94 Nr. 33, S. 234). 2.3 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hinzuweise n, dass der Sozialversicherungs- prozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist (Art. 61 li t. c ATSG i.V.m. Art. 1 AVIG). Danach haben der Sozialversicherungsträger und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverh altes aus eigener Initiative und oh- ne Bindung an die Vorinstanz oder Beweisanträge der P arteien zu sorgen. Bei unklaren rechts- erheblichen Tatsachen sind zusätzliche Abklärungen vorzuneh men oder zu veranlassen, wenn dazu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. BGE 117 V 283). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unein- geschränkt. Er findet sein Korrelat im Grundsatz der Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 61 lit. c ATSG; BGE 120 V 357, 115 V 142 E. 8a, 110 V 52 E. 4a). Die Mitwirkungspflicht ist im Rahmen der zumutbaren Mitwirkung individuell zu bestimmen (U ELI KIESER , ATSG Kommentar, Zürich Basel Genf 2009, S. 776). Dies bedeutet, dass die Pers on, die aus einem Begehren gegenüber dem Sozialversicherungsträger Rechte ableitet oder zur A uskunft verpflichtet ist, bei der Fest- stellung des relevanten Sachverhaltes mitzuwirken hat ( BGE 121 V 210). Besondere Bedeu- tung hat die Mitwirkungspflicht dann, wenn der Sachver halt ohne Mitwirkung der betroffenen Person gar nicht abgeklärt werden kann. Verweigert eine Person die notwendige und zumutba- re Mitwirkung oder unterlässt sie diese in zumindest fahr lässiger Weise, kann der Sozialversi- cherungsträger aufgrund der Akten beschliessen oder auf ein Gesuch nicht eintreten. Er muss aber diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf d ie Rechtsfolgen hinweisen und ihnen eine angemessene Bedenkzeit einräumen. (Art. 43 Abs. 3 ATSG; vgl. THOMAS LOCHER , Grund- riss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 445 N. 12 ff.). 3. Streitig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin au f Arbeitslosenentschädigung vom 7. Mai 2014 bis 31. Juli 2014. 4.1 Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, dass sie der Arbeitslosenkasse die eingeforderten Unterlagen eingereicht habe. Sie räum t aber ein, aus belastenden familiären Gründen nicht in der Lage gewesen zu sein, binnen Frist zu handeln. Demgegenüber erwog die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung, dass sie der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 12. Mai 2014 Frist eingeräumt habe, um die benöti gten Unterlagen bis zum 22. Mai 2014 einzureichen. Innert dieser Frist habe die Beschwerdefüh rerin die verlangten Unterlagen nicht eingereicht, weshalb sie mit Einschreiben vom 13. Juni 2014 erneut aufgefordert worden sei, die Unterlagen einzureichen. Auch in diesem Schreiben sei die Beschwerdeführerin auf die Fol- gen bei Nichteinreichung der Unterlagen aufmerksam gema cht worden. In der Folge habe ihr die Beschwerdeführerin am 25. Juni 2014 einen Teil de r Unterlagen zukommen lassen. Die Arbeitgeberbescheinigung der B____AG, die Kopie des K ündigungsschreibens und des einge- schriebenen Briefes der B____AG vom 18. Februar 2014 s owie die schriftliche Bestätigung be- treffend die Aktivitäten der Beschwerdeführerin in den Zeiträumen vom 7. Mai 2012 bis 15. Ja- nuar 2013 und vom 22. Februar 2014 bis 6. Mai 2014 h abe die Beschwerdeführerin jedoch nicht eingereicht. Auch die von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztzeugnisse seien nicht vollständig gewesen. Ausserdem habe die Beschwerdeführer in nicht dargelegt, aus welchem Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grund sie die fehlenden Unterlagen nicht eingereicht h abe. Gestützt auf die Tatsache, dass es ihr aufgrund der fehlenden Unterlagen nicht möglich g ewesen sei, die Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin vollständig abzuklären, habe sie am 4. Juli 2014 die Ablehnung des Anspruchs verfügt. Auch nach Erhalt der erwähnten Ver fügung habe die Beschwerdeführerin keine weiteren Unterlagen eingereicht. Ihre Behauptun g, sie habe alle Unterlagen am 23. Juni 2014 per Post zugestellt, treffe nachweislich nicht zu . Entschuldbare Gründe für ihr Verhalten seien nicht ersichtlich. 4.2 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführer in mit Schreiben vom 12. Mai 2014 aufgefordert wurde, bis zum 22. Mai 2014 diverse Unterlagen zur Abklärung der An- spruchsberechtigung einzureichen. Gleichzeitig wurde sie a uf die Rechtsfolgen von Art. 20 Abs. 3 AVIG, Art. 29 AVIV und Art. 43 Abs. 3 ATSG hin gewiesen. Dem Beiblatt zu diesem Schreiben kann entnommen werden, dass die Arbeitgeberbe scheinigung der B____AG, eine Kopie des Kündigungsschreibens, Kopien der eingeschriebe nen Briefe der B____AG vom 13. Februar 2014 und vom 18. Februar 2014, eine Kopi e des Arztzeugnisses vom 17. Februar 2014 bis 23. März 2014 und vom 7. April 2014 bis 6. Ma i 2014 und die schriftliche Bestätigung über die Aktivitäten der Beschwerdeführerin in der Zei t vom 7. Mai 2012 bis 15. Januar 2013 sowie vom 22. Februar 2014 bis 6. Mai 2014 benötigt wu rden. Auch auf diesem Beiblatt wurde die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass sie die se Unterlagen bis zum 22. Mai 2014 einreichen müsse. In der Folge ging bei der Arbeitslo senkasse am 20. Mai 2014 eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Zeiträume vom 29. Januar 2014 bis 16. Februar 2014 und vom 24. März 2014 bis 6. April 2014, das Zwischenzeugn is der B____AG vom 16. Oktober 2013, das Arbeitszeugnis der B____AG vom 28. Februar 201 4 und die Kündigungsbestätigung der B____AG vom 24. Februar 2014 ein. Zudem ging am 3. Juni 2014 ein Zeugnis von Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2. Juni 2014 ein. Darin wurde bestätigt, dass die Versicherte vom 29. Januar 2014 bis 16. Februar 2014 und vom 24. März 2014 bis 6. April 2014 vollständig arbeitsunfähig war. Ab 7. April 2014 bestünde wiederum eine vollstän- dige, und ab 29. April 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Am 4. Juni 2014 gingen der Lohnaus- weis für das Jahr 2013 und ein Auszug aus dem Geburtenre gister ein. Da die Beschwerdefüh- rerin die geforderten Unterlagen innert Frist nicht vollständig eingereicht hatte, stellte ihr die Beschwerdegegnerin das Schreiben „Letzte Mahnung“ vom 1 3. Juni 2014 per Einschreiben zu. Darin wurde sie erneut darauf aufmerksam gemacht, dass die Ansprüche gegenüber der Ar- beitslosenversicherung ganz oder teilweise erlöschen würde n, falls die Unterlagen, die im Bei- blatt nochmals vollzählig aufgelistet waren, nicht vor Fristablauf vollständig zugestellt würden. In der Folge ging bei der Beschwerdegegnerin am 25. Juni 2014 die Kündigungsbestätigung vom 24. Februar 2014 und die erste Arbeitsaufforderung de r B____AG vom 13. Februar 2014, die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Zeit räume vom 29. Januar 2014 bis 16. Feb- ruar 2014 und vom 24. März 2014 bis 6. April 2014 sow ie das Arbeitszeugnis der B____AG vom 28. Februar 2014 ein. Erst am 1. Oktober 2014 ging en bei der Arbeitslosenkasse die Ar- beitgeberbescheinigung der B____AG vom 30. September 2014 und die „letzte Arbeitsaufforde- rung“ vom 18. Februar 2014 ein. Eine Kopie des Kündig ungsschreibens, die ärztliche Beschei- nigung für den Zeitraum vom 17. Februar 2014 bis 23. März 2014, die schriftliche Bestätigung über die Aktivitäten in der Zeit vom 7. Mai 2012 bis 1 5. Januar 2013 sowie vom 22. Februar Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2014 bis 6. Mai 2014 hat die Beschwerdeführerin – sowe it aus den Akten ersichtlich – bis heute nicht eingereicht. 5.1 Vorliegend wies die Beschwerdegegnerin die Beschwer deführerin in ihren Schreiben vom 12. Mai 2014 und 13. Juni 2014 sowohl unter Bezu gnahme auf Art. 20 Abs. 3 AVIG als auch auf Art. 43 Abs. 3 ATSG darauf hin, "dass die Ö ffentliche Arbeitslosenkasse Baselland aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen ein stellen und Nichteintreten beschliessen kann, wenn die versicherte Person den Auskunfts- und Mitwi rkungspflichten in unentschuldba- rer Weise nicht nachkommt". Nachdem die Beschwerdeführer in den Aufforderungen keine Fol- ge leistete, gelangte die Beschwerdegegnerin aufgrund der Akten zum Schluss, dass die Be- schwerdeführerin die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht nachgewiesen habe. Aus die- sem Grund verneinte sie die Anspruchsberechtigung mit Verfügung vom 4. Juli 2014. Dieser Beurteilung kann indes nicht beigepflichtet werden, wa r doch aufgrund des bei den Akten lie- genden Arbeitszeugnisses der B____AG vom 28. Februar 2014, wonach die Beschwerdeführe- rin vom 16. Januar 2013 bis zum 21. Februar 2014 anges tellt war, die erforderliche Mindestbei- tragszeit von 12 Monaten hinreichend nachgewiesen. Folglich kann – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – die Anspruchsberechtigung nicht mit der Begründung abgewiesen wer- den, die erforderliche Mindestbeitragszeit sei nicht er füllt. Insofern erweisen sich die Begrün- dungen in der Verfügung vom vom 4. Juli 2014 und im bestätigenden Einspracheentscheid vom 21. November 2014 als nicht zutreffend. Der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslo- senentschädigung ist aber aus einem anderen Grund abzuwe isen, wie sich aus den nachste- henden Ausführungen ergibt. 5.2.1 Zu prüfen ist, ob der in den Schreiben vom 12. Mai 2014 und 13. Juni 2014 gemachte Hinweis auf Art. 20 Abs. 3 Satz 1 AVIG ausreicht, um die Verwirkung des Anspruchs eintreten zu lassen. Diese Bestimmung fordert, dass die Arbeitslosen kasse die versicherte Person "auf die Folgen der Unterlassung aufmerksam" macht. Das Bund esgericht verlangt – wie bereits in Erwägung 2.2 dargelegt – einen ausdrücklichen und unmi ssverständlichen Hinweis auf die Verwirkungsfolge bei verspäteter Einreichung der für d ie Beurteilung des Leistungsanspruchs wesentlichen Unterlagen. Vorliegend hatte die Beschwerd egegnerin mit dem per Einschreiben verschickten Mahnschreiben vom 13. Juni 2014 eine letzte Fri st bis zum 26. Juni 2014 ange- setzt, um die bereits am 12. Mai 2014 verlangten Unter lagen einzureichen. Die Aufforderung hatte sie mit folgender Information versehen: „Art. 2 0 Abs. 3 AVIG: Der Anspruch erlischt, wenn er nicht innert dreier Monate nach dem Ende der Kont rollperiode, auf die er sich bezieht, gel- tend gemacht wird.“ Dies ist als rechtsgenüglicher Hinwei s auf die Mitwirkungspflicht und die Verwirkungsfolge zu betrachten (so auch: Urteil des Sozi alversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 24. März 2014, AL.2014.00004). Dass es sich dab ei um eine letztmalige Aufforde- rung gehandelt hat, wird insbesondere durch den Titel des Schreibens – „Letzte Mahnung“ – klar und deutlich. Gestützt auf Art. 29 Abs. 1 lit. e AV IV war die Beschwerdegegnerin zudem berechtigt, von der Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Abklärung der Anspruchsberechti- gung, die Arbeitgeberbescheinigung, die verlangten A rztzeugnisses und die schriftliche Bestäti- gung über die Aktivitäten der Beschwerdeführerin in de r Zeit vom 22. Februar 2014 bis 6. Mai 2014 zu verlangen. Die Beschwerdegegnerin weist zu Recht darauf hin, dass es ohne diese Unterlagen nicht möglich war, den Anspruch der Beschwe rdeführerin auf Arbeitslosenentschä- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht digung abzuklären. So handelt es sich bei den eingeford erten Belegen um eine wesentliche Grundlage zur Beurteilung des Anspruchs, weshalb eine Fristansetzung unter Androhung der Verwirkungsfolge gerechtfertigt war. Dass die Beschwerd eführerin ihrer klar definierten Ver- pflichtung nicht fristgerecht nachkam, ist ihr anzulaste n und bedeutet eine Verletzung ihrer Mit- wirkungs- und Auskunftspflicht. 5.2.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdefü hrerin nichts zu ändern. Wenn sie geltend macht, sie sei aufgrund familiärer Belastungen nicht in der Lage gewesen, den Auffor- derungen fristgerecht nachzukommen, kann ihr nicht gefolgt werden. Das Gesetz lässt die Wie- derherstellung der versäumten Frist nur zu, wenn der Partei kein Vorwurf gemacht werden kann (BGE 112 V 255 E. 2a). Entschuldbare Gründe liegen vor , wenn die säumige Person aus hin- reichenden, objektiven oder subjektiven Gründen davon a bgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln oder eine Vertretung zu bestellen und wenn i hr auch keine Nachlässigkeit vorzuwerfen ist. Schwere Erkrankungen oder ein Unfall können ein u nverschuldetes, zur Wiederherstellung führendes Hindernis sein, wenn der Rechtsuchende durch sie davon abgehalten wird, selber innert Frist zu handeln oder eine Drittperson mit der Vornahme der Prozesshandlung zu betrau- en (BGE 112 V 255 E. 2a). Solche Umstände sind vorliegend weder ersichtlich noch werden sie geltend gemacht. Die Beschwerdeführerin wusste bereits seit dem 12. Mai 2014, welche Unter- lagen die Beschwerdegegnerin benötigte. Falls diesbezü glich Unklarheiten bestanden hätten, wäre sie aufgrund der Mitwirkungspflicht verpflichtet g ewesen, sich zu melden. Auch kann dem Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe die Unterlage n fristgerecht eingereicht, gestützt auf die Aktenlage nicht gefolgt werden. Indem sie ihren für die Anspruchsberechtigung unabdingba- ren Obliegenheiten nicht nachgekommen ist, hat sie – d a in rechtskonformer Weise auf die bei Säumnis eintretende Rechtsfolge aufmerksam gemacht worde n ist – für die sich daraus erge- bende Konsequenz des Anspruchsuntergangs einzustehen. 6. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne- rin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Novem ber 2014 einen allfälligen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung im hier relevanten Zeitraum vom 7. Mai 2014 bis 31. Juli 2014 (vgl. E. 3.1 hiervor) verneint ha t. Die Beschwerdeführerin hat es in fahr- lässiger Weise versäumt, ihren Antrag rechtzeitig und v ollständig geltend zu machen, obwohl sie unmissverständlich auf die Säumnisfolgen infolge Ve rwirkung hingewiesen worden ist. Demzufolge ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen a bgewiesen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Es werden keine Verfahrenskosen erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht