Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 15. April 2016 (460 15 148) ____________________________________________________________________ Strafrecht Vergewaltigung etc. / Strafzumessung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Susanne Afheldt, Richter Edgar Schürmann, Richter Peter Tobler; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Berufungsklägerin Privatklägerschaft A.____ , vertreten durch Fürsprecher Harold Külling, Postplatz 4, 5610 Wohlen, Privatklägerin gegen B.____ , vertreten durch Advokat Dietmar Grauer-Briese, Burgstrasse 8, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger C.____ , vertreten durch Advokat Silvio Bürgi, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigter und Berufungskläger D.____ , vertreten durch Advokatin Dr. Eva Weber, Heuberg 16, 4051 Basel, Beschuldigte Gegenstand Vergewaltigung, banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. (Berufungen gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. Februar 2015) A.a Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2 . Februar 2015 wurde der Beschuldig- te B.____ der Vergewaltigung, des gewerbs- und band enmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen, teilweise versuch ten Hausfriedensbruchs, der Fälschung von Ausweisen, der Gehilfenschaft zum Betrug, der m ehrfachen groben Verletzung der Ver- kehrsregeln, des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Mass- nahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, des me hrfachen Fahrens trotz Entzugs des Füh- rerausweises, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeuga usweis, des mehrfachen Missbrauchs von Schildern sowie der Widerhandlung gegen das Waf fengesetz schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren – unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 182 Tagen – sowie zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu jeweils CHF 30.-- (bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zehn Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Geldstrafe) verurteilt; dies in Anwendung von A rt. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB (i.V.m. Art. 25 S tGB), Art. 186 StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 190 Abs. 1 StGB, Art. 252 al. 4 StGB, aArt. 90 Ziff. 2 SVG, aArt. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, aArt. 91a Abs. 1 SVG, aArt. 95 Ziff. 2 SVG, aArt. 96 Abs. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 al. 1 und al. 7 SVG, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Demgegenüber wurde B.____ frei- gesprochen vom Vorwurf des mehrfachen Diebstahls (A S 2.2.3, 2.17 und 2.23), des Hausfrie- densbruchs (AS 2.17), der mehrfachen Sachbeschädigung (AS 2.12 [bezüglich des Kartenlese- geräts], 2.23), des mehrfachen Fahrens in fahrunfäh igem Zustand (AS 4.1.1, 4.1.2, 4.1.3), des Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises und des F ahrens ohne Fahrzeugausweis (AS 4.1.3.a) sowie der mehrfachen Entwendung zum Ge brauch (AS 4.1.5.a und b). Das gegen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfachen, te ilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1), mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfa chen Fahrens trotz Entzugs, mehrfa- chen Fahrens ohne Versicherungsschutz und mehrfache n Missbrauchs von Schildern (AS 4.1.1.c), mehrfachen Fahrens trotz Entzugs und mehr fachen Fahrens ohne Versicherungs- schutz (AS 4.1.2.c, 4.1.3.d sowie 4.1.4.c), mehrfachen Fahrens trotz Entzugs sowie mehrfacher Entwendung zum Gebrauch (AS 4.1.5.e), mehrfachen Fa hrens trotz Entzugs, mehrfachen Fah- rens ohne Versicherungsschutz und mehrfachen Missbr auchs von Schildern (AS 4.1.7.b [aus- genommen die Fahrt in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 2010]) wurde zufolge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestellt. Des Weiteren wurde das gegen B.____ geführte Strafver- fahren wegen geringfügiger Sachbeschädigung (AS 3.3 ), einfacher Verletzung der Verkehrsre- geln (AS 4.1.3.c, 4.1.5.a) sowie mehrfacher Widerha ndlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (AS 5) zufolge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt. Sodann wurde der Strafvollzug in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 StGB zugunsten der Ein weisung in eine Einrichtung für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB aufgeschoben. Ferner wurde B.____ dazu verurteilt, der Pri- vatklägerin A.____ CHF 7‘500.-- als Genugtuung zu b ezahlen, während die Zivilklage von A.____ über CHF 19‘656.60 gestützt auf Art. 126 Abs . 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen wurde. Schliesslich gingen die B.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kos- ten des Vorverfahrens in der Höhe von CHF 62‘841.40 , den Kosten des Zwangsmassnahmen- gerichts in der Höhe von CHF 250.--, den Expertisek osten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von CHF 1‘008.-- sowie der Gerichtsgebühr im Betrag von CHF 22‘000.--, im Umfang von neun Zehnteln zulasten von B.____ und im Umfang von einem Zehntel zulasten des Staates, wobei die Hälfte der B.____ auferlegten Verfahrenskosten gestützt auf Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT vom Staat übernommen wurden. A.b Ebenfalls mit Urteil des Strafgerichts Basel-Lands chaft vom 2. Februar 2015 wurde der Beschuldigte C.____ des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbe- schädigung, der Gehilfenschaft zum Betrug, der Hehlerei, des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs, des Fahrens in fahrunfähigem Zu stand, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis, des mehrfachen Missbrauchs von Aus weisen und Schildern sowie der Wi- derhandlung gegen das Waffengesetz schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von zweiein- viertel Jahren – unter Anrechnung der ausgestandene n Untersuchungshaft von 161 Tagen – sowie zu einer Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu j eweils CHF 30.-- (bzw. zu einer Ersatzfrei- heitsstrafe von fünf Tagen bei schuldhafter Nichtbe zahlung der Geldstrafe) verurteilt; dies in Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 St GB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 186 StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), aArt. 90 Abs. 1 Satz 2 SVG, a Art. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 al. 1, 2 und 7 SVG, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK . Vom Vorwurf des mehrfachen Diebstahls, teilweise versucht (AS 2.2.3, 2.2.4, 2.2.5, 2.2.6, 2.6, 2.17, 2.27, 2.32 sowie 2.33.3), des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs (AS 2.17, 2.27 sowie 2.33.3 ), der mehrfachen Freiheitsberaubung und der mehrfachen Nötigung (AS 3.2.1) sowie der me hrfachen Sachbeschädigung (AS 2.6, 2.12 [bezüglich des Kartenlesegeräts]) wurde C.____ freigesprochen. Das gegen C.____ ge- führte Strafverfahren wegen mehrfachen, teilweise v ersuchten Diebstahls (AS 2.2.1) wurde zu- folge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestel lt. Im Weiteren wurde das gegen C.____ geführte Strafverfahren wegen einfacher Körperverle tzung (AS 3.2.2) sowie mehrfacher Sach- entziehung und mehrfacher Sachbeschädigung (AS 3.2. 3) zufolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. Wie bereits beim Beschuldigten B.____ wurde auch in Sachen C.____ der Strafvoll- zug in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 StGB zugunsten der Einweisung in eine Einrichtung für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB aufgeschoben. Schliesslich gingen die C.____ betref- fenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten d es Vorverfahrens in der Höhe von CHF 65‘929.45, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts in der Höhe von CHF 250.--, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von CHF 609.-- sowie der Gerichts- gebühr von CHF 14‘000.--, im Umfang von drei Vierte ln zulasten von C.____ und zu einem Viertel zulasten des Staates, wobei wiederum die Hälfte der C.____ auferlegten Verfahrenskos- ten gestützt auf Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT vom Staat übernommen wurden. A.c Gleichermassen mit Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 2. Februar 2015 wurde die Beschuldigte D.____ des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfrie- densbruchs sowie der mehrfachen Gehilfenschaft zum Diebstahl, teilweise versucht, zur Sach- beschädigung und zum Hausfriedensbruch, teilweise v ersucht, der Gehilfenschaft zum Betrug sowie der mehrfachen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tage ssätzen zu jeweils CHF 30.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren und unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 27 Tagen, verurteilt; dies in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise i.V.m. Art. 25 StGB, wiederum teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art . 144 Abs. 1 StGB (teilweise i.V.m. Art. 25 StGB), Art. 146 Abs. 1 StGB (i.V.m. Art. 25 StGB), Art. 186 StGB (teilweise i.V.m. Art. 25 StGB, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiederum teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), aAr t. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 St GB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Vom Vorwurf des mehrfachen Diebstahls, teilweise versucht (AS 2.2.3, 2.2.4, 2.2.5, 2.2.6, 2.20, 2.27, 2.28, 2.32, 2.33.3, 2.34 sowie 2.35), der meh rfachen Sachbeschädigung (AS 2.28, 2.32, 2.34 sowie 2.35) und des mehrfachen Hausfriedensbru chs (AS 2.20, 2.27, 2.28, 2.33.3 sowie 2.35) wurde D.____ freigesprochen. Das gegen D.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfa- chen, teilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1) so wie wegen Entwendung zum Gebrauch (AS 4.3.2) wurde zufolge Verstosses gegen das Anklagepr inzip eingestellt. Schliesslich gingen die D.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von CHF 7‘027.80 sowie der Gerichtsgebühr von CHF 4‘000.--, im jeweils hälftigen Um- fang zulasten von D.____ und des Staates, wobei wi ederum die Hälfte der D.____ auferlegten Verfahrenskosten gestützt auf Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT vom Staat übernommen wurden. Auf die Begründung des Urteils des Strafgerichts Ba sel-Landschaft vom 2. Februar 2015 hin- sichtlich aller drei Beschuldigten wird wie auf die Begründung der nachfolgenden Eingaben der Parteien sowie der Verfügungen des Kantonsgerichts, soweit erforderlich, im Rahmen der Er- wägungen des vorliegenden Urteils eingegangen. B.a Gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaf t vom 2. Februar 2015 meldete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hau ptabteilung, mit Schreiben vom 12. Februar 2015 die Berufung bezüglich aller drei Beschuldigten an. In ihrer Berufungserklärung vom 12. Juni 2015 stell te die Staatsanwaltschaft in Sachen B.____ die folgenden Anträge: "1. Das Urteil des Strafgerichts vom 2. Februar 20 15 sei in Bezug auf B.____ wie folgt abzuändern: 1.1 Das Strafmass der verhängten Freiheitsstrafe s ei in Abänderung von Ziff. 1.1 des Erkenntnisses auf mindestens 5 ½ Jahre zu erhöhen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 B.____ sei in Abänderung von Ziff. 2.1 des Erk enntnisses im Anklagepunkt 4.1.5.e vom Vorwurf der mehrfachen Entwendung zum Gebrauch freizusprechen. 1.3 B.____ sei in Abänderung von Ziff. 3.1 des Erk enntnisses in den Anklagepunkten 4.1.1.c und 4.1.7.b wegen mehrfachen Fahrens trotz Entzugs, mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz und mehrfachen Missbrauchs von Schildern, in den An- klagepunkten 4.1.2.c, 4.1.3.d und 4.1.4.c wegen meh rfachen Fahrens trotz Entzugs und mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz sowie im Anklagepunkt 4.1.5.e wegen mehrfachen Fahrens trotz Entzugs schuldig zu sprechen." B.b In Sachen C.____ begehrte die Staatsanwaltschaft i n ihrer Berufungserklärung vom 12. Juni 2015 Folgendes: "2. Das Urteil des Strafgerichts vom 2. Februar 20 15 sei in Bezug auf C.____ wie folgt abzuändern: 2.1 Das Strafmass der verhängten Freiheitsstrafe s ei in Abänderung von Ziff. 1.2 des Erkenntnisses auf 3 Jahre zu erhöhen. 2.2 C.____ sei in Abänderung von Ziff. 2.2 des Erk enntnisses in den Anklagepunkten 2.6 und 2.32 wegen mehrfachen Diebstahls und mehrfa cher Sachbeschädigung schuldig zu sprechen." B.c In Sachen D.____ wurde aufgrund eines Versehens de s Strafgerichts die schriftliche Ur- teilsbegründung der Staatsanwaltschaft erst am 10. Juni 2015 zugestellt, worauf diese ihre Be- rufungserklärung dem Kantonsgericht mit Eingabe vom 26. Juni 2015 einreichte. Darin bean- tragte die Staatsanwaltschaft was folgt: "3. Das Urteil des Strafgerichts vom 2. Februar 20 15 sei in Bezug auf D.____ wie folgt abzuändern: 3.1 Das Strafmass der verhängten Geldstrafe sei in Abänderung von Ziff. 1.3 des Er- kenntnisses auf 240 Tagessätze à CHF 30.00 zu erhöhen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 D.____ sei in Abänderung von Ziff. 2.3 des Erk enntnisses im Anklagepunkt 2.20 wegen Gehilfenschaft zum Diebstahl und zum Hausfrie densbruch, in den Anklage- punkten 2.28 und 2.35 wegen mehrfacher Gehilfenscha ft zum Diebstahl, zur Sach- beschädigung und zum Hausfriedensbruch sowie in den Anklagepunkten 2.32 und 2.34 wegen mehrfacher Gehilfenschaft zum Diebstahl und zur Sachbeschädigung schuldig zu sprechen. 3.3 D.____ sei in Abänderung von Ziff. 3.3 des Erk enntnisses im Anklagepunkt 4.3.2 wegen mehrfacher Entwendung zum Gebrauch schuldig zu sprechen." In ihrer Berufungsbegründung vom 2. September 2015 hielt die Staatsanwaltschaft an ihren bereits in den Berufungserklärungen gestellten Rech tsbegehren hinsichtlich aller drei Beschul- digten fest. C. Mit Eingabe vom 6. Februar 2015 meldete auch der B eschuldigte B.____ die Berufung an und stellte in seiner Berufungserklärung vom 11. Ju ni 2015 die folgenden Begehren: Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Vergewaltigung freizus prechen (Ziff. 1), und es sei das Straf- mass im angefochtenen Urteil angemessen herabzusetz en (Ziff. 2). Zudem sei die Entschädi- gungsforderung von A.____ abzuweisen bzw. auf den Z ivilweg zu verweisen (Ziff. 3); dies alles unter o/e Kostenfolge (Ziff. 4). Im Sinne von Verfa hrensanträgen wurde begehrt, es sei dem Rechtsvertreter eine Abschrift des Protokolls der s trafgerichtlichen Verhandlung zuzustellen (Ziff. 1), es sei dem Beschuldigten für das Verfahr en vor dem Kantonsgericht die amtliche Ver- teidigung zu bewilligen (Ziff. 2), und es seien E.____ und D.____ zur Hauptverhandlung vor das Kantonsgericht zu laden (Ziff. 3). In seiner Berufungsbegründung vom 21. September 2015 ver- zichtete der Beschuldigte auf das Stellen neuerlicher Anträge. D. Der Beschuldigte C.____ meldete mit Datum vom 16. Februar 2015 die Berufung an und legte in seiner Berufungserklärung vom 15. Juni 2015 dar, die Berufung richte sich in jedem Fall gegen die Bemessung der Strafe sowie die Modalitäten des Vollzugs. Des Weiteren werde eine Neubeurteilung bzw. Abänderung der Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragt. Ausserdem wurde begehrt, dem Beschuldigten sei auch im zweiti nstanzlichen Verfahren die amtliche Ver- teidigung zu bewilligen. In seiner Berufungsbegründ ung vom 5. Oktober 2015 stellte der Be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigte sodann folgende Rechtsbegehren: Es sei Ziff. 1.2 des angefochtenen Urteils insofern aufzuheben, als er lediglich zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, mit bedingtem Strafvollzug sowie unter Auferlegung einer Probezeit von zwei Ja hren, zu verurteilen sei (Ziff. 1). Der Straf- vollzug sei zugunsten der Einweisung in eine Einric htung für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB aufzuschieben, und es sei festzustellen, dass sich der Beschuldigte vom 7. Februar 2011 bis zum 31. März 2014 im vorzeitigen Massnahmenvoll zug befunden habe (Ziff. 2). Schliesslich sei die Berufung der Staatsanwaltschaft vollumfängl ich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (Ziff. 3); dies alles unter o/e Kostenfolge zulasten des Staates (Ziff. 4). E. Mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 ersuchte die Pr ivatklägerin um Bewilligung der un- entgeltlichen Rechtspflege. F. In ihrer Berufungsantwort vom 9. November 2015 bea ntragte die Staatsanwaltschaft die vollumfängliche Abweisung der Berufungen der beiden Beschuldigten B.____ und C.____ (Ziff. 1) sowie die Gutheissung ihrer eigenen Beruf ung (Ziff. 2). Im Sinne von Verfahrensanträ- gen begehrte die Staatsanwaltschaft zudem, der Antr ag von B.____, es seien E.____ und D.____ im Zusammenhang mit der angeklagten Vergewal tigung zu befragen, sei abzuweisen (Ziff. 3). Ausserdem seien die Tonaufnahmen der Hau ptverhandlung vor dem Strafgericht (Ziff. 4) sowie die weiteren Verfahrensakten des Komplexes "F.____" (Ziff. 5) beizuziehen. G. Der Beschuldigte B.____ begehrte in seiner Berufun gsantwort vom 16. November 2015 die Abweisung der Anträge der Staatsanwaltschaft un ter o/e Kostenfolge; dies mit Ausnahme des beantragten Freispruchs bezüglich Ziff. 4.1.5.e der Anklageschrift. H. Mit Schreiben vom 16. November 2015 verzichtete de r Beschuldigte C.____ auf eine be- gründete Berufungsantwort und verwies in diesem Zus ammenhang auf seine Eingabe vom 5. Oktober 2015. I. Die Beschuldigte D.____ stellte in ihrer Berufungs antwort vom 16. November 2015 die folgenden Rechtsbegehren: Es sei die Berufung der S taatsanwaltschaft vollumfänglich abzu- weisen, und es sei das angefochtene Urteil vollumfä nglich zu bestätigen (Ziff. 1). Sodann sei der Beschuldigten für das zweitinstanzliche Verfahr en die amtliche Verteidigung zu gewähren, im Übrigen alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates (Ziff. 2). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Die Privatklägerin A.____ beantragte in ihrer Stel lungnahme vom 21. Dezember 2015 die Abweisung der Berufung des Beschuldigten B.____ unt er Kosten- und Entschädigungsfolge zu dessen Lasten. K. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft , Abteilung Strafrecht, vom 12. August 2015 wurde den beiden Beschuldigten B.____ und C.____ die amtliche Verteidigung für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt und den Parteien das Protokoll der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zugestellt. Des Weiteren wurde mit Verfügung vom 14. Oktober 2015 der Privatklägerin A.____ die unentgeltliche Rechtspfle ge für das Berufungsverfahren bewilligt und mit Verfügung vom 17. November 2015 der Beschuldigt en D.____ gleichermassen die amtliche Verteidigung. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 23. Dezember 2015 einerseits der Antrag des Beschuldigten B.____, es seien E.____ und D.___ _ vor das Kantonsgericht zu laden und zum Vorwurf der Vergewaltigung zum Nachteil von A._ ___ gemäss Ziffer 1 der Anklageschrift einzuvernehmen, abgewiesen, und andererseits wurden in Gutheissung der Verfahrensanträge der Staatsanwaltschaft sowohl die Tonaufnahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung be- treffend den Anklagepunkt der Vergewaltigung als au ch die weiteren Akten des Verfahrens- komplexes „F.____“ beigezogen. L. Anlässlich der vom 13. April 2016 bis zum 15. Apri l 2016 dauernden Hauptverhandlung sind zur Parteiverhandlung vom 13. April 2016 vor d em Kantonsgericht der Beschuldigte B.____ mit seinem Rechtsvertreter Advokat Dietmar G rauer-Briese, der Beschuldigte C.____ mit seinem Rechtsvertreter Advokat Silvio Bürgi, di e Beschuldigte D.____ mit ihrer Rechtsver- treterin Advokatin Dr. Eva Weber, Fürsprecher Harol d Külling als Rechtsvertreter der Privatklä- gerin A.____ sowie Mark Balke als Vertreter der Staatsanwaltschaft anwesend. Auf die von den Anwesenden getätigten Ausführungen wird ebenfalls, soweit erforderlich, im Rahmen der nach- folgenden Erwägungen eingegangen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formalien und Verfahrensgegenstand 1.1 (…) 1.2 (…) 2. Ausführungen der Parteien 2.1.1 (…) 2.1.2 (...) 2.1.3 (…) 2.2.1 (…) 2.2.2 (…) 2.3.1 (…) 2.3.2 (…) 2.4 (…) 2.5 (…) Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Tatbestand der Vergewaltigung in Sachen B.____ 3.1.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art . 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen- de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seine r persönlichen Überzeugung aufgrund ge- wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge- richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl de r Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat- sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismittels (R OBERT HAUSER /E RHARD SCHWERI /K ARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Ba sel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtliche n Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in A rt. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen ei- ner strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdi- gungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich d er Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objek- tiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sac hverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Be- schuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter drückende Zweifel handeln, d.h. um sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdräng en (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung praxisge- mäss ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_298/2010 vom 30. November 2010 E. 2.2 f.) ist die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen primär Sache des Gerichts. Eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung durch eine sachve rständige Person drängt sich nur bei Vorliegen besonderer Umstände auf. Bei der Abklärun g des Wahrheitsgehalts von Zeugenaus- sagen hat sich die sogenannte Aussageanalyse weitge hend durchgesetzt. Nach dem empiri- schen Ausgangspunkt der Aussageanalyse erfordern wa hre und falsche Schilderungen unter- schiedliche geistige Leistungen. Überprüft wird dab ei in erster Linie die Hypothese, ob die aus- sagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne rea len Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenomme n, dass das im Rahmen eines hypothe- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussa geimmanente Qualitätsmerkmale, soge- nannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehun gsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die per- sönliche Kompetenz der aussagenden Person analysier t werden. Bei der Glaubhaftigkeitsbe- gutachtung ist immer davon auszugehen, dass die Aus sage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothes e (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, s o wird sie verworfen. Es gilt dann die Al- ternativhypothese, dass die Aussage wahr sei (BGE 1 33 I 33 E. 4.3, 129 I 49 E. 5, je mit Hin- weisen). Erforderlich ist dafür besonders auch die Analyse der Entstehungs- und Entwicklungs- geschichte der Aussage (Aussagegenese). Streng abge grenzt werden die allgemeine Glaub- würdigkeit, die sich auf die Person bezieht, und di e Glaubhaftigkeit, die nur gerade die spezifi- sche Aussage betrifft und eigentlicher Gegenstand d er aussagepsychologischen Begutachtung ist. Mit Hilfe der Realkennzeichen, die inhaltliche Qualitäten einer Aussage beschreiben, wird versucht, zwischen realitäts- oder erlebnisbegründe ten und phantasierten Aussagen zu diffe- renzieren (BGE 128 I 81 E. 2, mit Hinweisen). 3.1.2 Im vorliegenden Fall wird dem Beschuldigten B.____ gestützt auf die Depositionen der Privatklägerin zur Last gelegt, er habe mit A.____ am 14. August 2010 am Morgen zwischen 05:30 Uhr und 06:30 Uhr im Bett ihres Zimmers im er sten Stock des Einfamilienhauses an der Q.____strasse 3 in X.____ den ungeschützten vaginal en Geschlechtsverkehr vollzogen, nach- dem er vorgängig mit Gewalt alle ihre Versuche der Gegenwehr überwunden habe. Dass ein Geschlechtsverkehr zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin stattgefunden hat, wird vom Beschuldigten nicht in Abrede gestellt, allerdi ngs macht er geltend, die Handlungen seien einvernehmlich erfolgt. Bei der Prüfung des rechtserheblichen Sachverhaltes sind in erster Linie die nachfolgenden Beweise und Indizien zu würdigen: Die Strafanzeige der Privatklägerin vom 15. August 2010 einen Tag nach dem inkriminierten V orfall auf dem Polizeiposten W.____ (act. 12591 ff.), deren Aussagen anlässlich der Ein vernahme durch das Bezirksstatthalteramt Arlesheim vom 17. August 2010 (act. 12887 ff.) und 1. September 2010 (act. 12979 ff.) sowie während der erstinstanzlichen Verhandlung vor dem S trafgericht vom 13. Januar 2015 (act. 14935 ff.), diejenigen des Beschuldigten anlä sslich der Einvernahme durch das Bezirks- statthalteramt Arlesheim vom 18. August 2010 (act. 12907 ff.) und 3. September 2010 (act. 13011 ff.), durch die Polizei Basel-Landschaft, dezentrale Ermittlung, vom 19. August 2010 (act. 12913 ff.), 24. August 2010 (act. 12967 ff.) und 15. September 2010 (act. 13057 ff.) sowie Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht während der erstinstanzlichen Verhandlung vor dem S trafgericht vom 13. Januar 2015 (act. 14873 ff.) und anlässlich der heutigen Partei verhandlung vor dem Kantonsgericht (Proto- koll KG), der kriminaltechnische Bericht der Polize i Basel-Landschaft, Kriminaltechnik, vom 17. September 2010 (act. 12629 ff.), die beiden rec htsmedizinischen Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Basel (IRM) bezüg lich der Privatklägerin vom 16. August 2010 (act. 12825 ff.) sowie betreffend den Beschuld igten vom 31. August 2010 (act. 12843 ff.) und schliesslich die Depositionen von F.____ vom 23. August 2010 (act. 12947 ff.), 12. Novem- ber 2010 (act. 13117 ff.) und 19. Juli 2012 (act. 1 3177 ff.), G.____ vom 9. September 2010 (act. 13041 ff.), E.____ vom 22. September 2010 (ac t. 13091 ff.), C.____ vom 29. September 2010 (act. 13101) und 1. Februar 2012 (act. 13161 f f.), H.____ vom 13. April 2011 (act. 13155 ff.) und I.____ vom 18. Juli 2012 (act. 13171 ff.). In einem ersten Schritt ist festzustellen, dass als objektive Beweise lediglich die beiden rechts- medizinischen Gutachten des IRM vorliegen. In demje nigen vom 16. August 2010 wird festge- halten, dass bei der rechtsmedizinischen Untersuchung der Privatklägerin am Hautmantel keine frischen Verletzungen erkennbar seien, welche im Si nne einer groben körperlichen Auseinan- dersetzung interpretiert werden könnten. Bei der gy näkologischen Untersuchung seien zudem keine frischen Verletzungen oder auffälligen Sekret antragungen sichtbar. Bei den mikroskopi- schen Zusatzuntersuchungen von Austrichpräparaten a us dem hinteren Scheidengewölbe und aus dem Gebärmutterhalskanal hätten schliesslich ke ine Spermien oder Spermienköpfe nach- gewiesen werden können. In der Zusammenschau aller Untersuchungsergebnisse lägen somit keine Anhaltspunkte für eine grobe äussere Gewaltei nwirkung gegen den Körper oder eine zeitnahe Ejakulation in die Scheide vor. Allerdings sei im Hinblick auf die Angaben der Betroffe- nen zum Vorfall aus rechtsmedizinischer Sicht nicht zwingend mit dem Auftreten von Verletzun- gen oder einem Spermanachweis zu rechnen. In Bezug auf den Beschuldigten legen die medi- zinischen Experten des IRM im Gutachten vom 31. Aug ust 2010 dar, die festgestellten Hautun- terblutungen und Kratzdefekte stellten unspezifisch e Befunde dar, welche grundsätzlich im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung entstanden sein könnten; hingegen hätten sich keine Hautveränderungen, die zweifelsfrei den Schil derungen der Privatklägerin zugeordnet werden könnten, gefunden. Insbesondere hätten an de r linken Rückenseite, ca. auf der Höhe der Taille bzw. des Rippenbogens, keine Befunde erh oben werden können, welche die geschil- derte Gegenwehr durch Kratzen zweifelsfrei belegen könnten. Im Resultat ist somit zu konsta- tieren, dass die beiden rechtsmedizinischen Gutacht en nicht geeignet sind, als Bestätigung für Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht den angeklagten Sachverhalt zu dienen und folglich neutral zu gewichten sind. Fehl geht auf der anderen Seite, daraus Widersprüche in den Angab en der Privatklägerin abzuleiten. Diesbe- züglich wird klar festgehalten, dass erstens aus re chtsmedizinischer Sicht nicht zwingend mit dem Auftreten von Verletzungen oder einem Spermanachweis bei der Privatklägerin zu rechnen gewesen ist, und dass zweitens beim Beschuldigten d urchaus Hautunterblutungen und Kratz- defekte nachweisbar gewesen sind, welche lediglich nicht zweifelsfrei den Schilderungen der Privatklägerin haben zugeordnet werden können. Nachdem also die beiden rechtsmedizinischen Gutacht en keinen relevanten Beitrag zur Klä- rung des rechtserheblichen Sachverhaltes beizutragen vermögen und keine weiteren objektiven Beweise vorliegen, zumal keine der einvernommenen D rittpersonen beim inkriminierten Vorfall zugegen gewesen ist, stehen nachfolgend die Aussage n und das Aussageverhalten der Privat- klägerin und des Beschuldigten sowie deren Verhalte n im Allgemeinen im Zusammenhang mit der zur Anklage gebrachten Vergewaltigung im Zentru m der Würdigung. Hierbei ist in einem zweiten Schritt festzustellen, dass sich die Vorins tanz ausführlich mit der Glaubhaftigkeit der jeweiligen Aussagen der beiden direkt Involvierten auseinandergesetzt und diese korrekt darge- legt hat, weshalb gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO in Ergänzung zu den nachfolgenden Erwä- gungen in grundsätzlicher Weise darauf verwiesen we rden kann (vgl. Urteil des Strafgerichts E. I.1.A. S. 59 ff.). Danach ist es nach Auffassung des Kantonsgerichts zutreffend, dass die Aussagen des Beschuldigten in ihrer Gesamtheit als inhaltlich inkohärent, widersprüchlich, den jeweiligen Untersuchungsergebnissen angepasst, deta ilarm bzw. sehr allgemein gehalten und im Vergleich zu objektivierbaren Fakten teilweise o ffensichtlich falsch erscheinen, so beispiels- weise hinsichtlich der zeitlichen Abläufe am Morgen des 14. Augustes 2010 anlässlich seines Besuchs bei der Privatklägerin losgelöst vom angekl agten Vorfall (wie die dortige Ankunft oder den Zeitpunkt des Schlafengehens), in Bezug auf den angeblichen zweiten Geschlechtsakt, welcher von der Privatklägerin durchgehend bestritten wird und in der zeitlichen Einordnung der Geschehnisse selbst nach den Behauptungen des Besch uldigten schlechterdings nicht stattge- funden haben kann, betreffend die Anwesenheit der G rosseltern der Privatklägerin im Haus zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs und die Frage n, ob bzw. wann H.____ am fraglichen Morgen im Haus vorbeigekommen ist sowie wie gut sic h der Beschuldigte und die Privatkläge- rin gekannt und ob sie bereits zu einem früheren Ze itpunkt sexuellen Kontakt gehabt haben. Von Bedeutung ist dabei, dass die Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten schon bei zeitnahen Einvernahmen zum angeklagten Ereignis aufgetreten sind und sich in der Folge trotz Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehrmaliger Befragungen nicht haben auflösen können . Im Gegensatz zum Strafgericht geht das Kantonsgericht zwar davon aus, dass das von ihm behauptete Telefongespräch zwischen F.____ und der Privatklägerin am Folgetag der Gesch ehnisse tatsächlich stattgefunden hat, allerdings nicht mit dem von ihm zu Protokoll gegeb enen Inhalt, weshalb dieser Umstand eben- falls nicht für die Glaubhaftigkeit dessen Aussagen spricht. Im Ergebnis müssen die Ausführun- gen des Beschuldigten zufolge der zahlreichen und u nüberwindbaren Widersprüche sowie der mannigfaltigen Anpassungen an den jeweiligen Ermitt lungsstand als nicht glaubhaft bezeichnet werden. Von gänzlich anderer Qualität erscheinen demgegenüb er die Depositionen der Privatklägerin. Bemerkenswert ist hierbei, dass diese bereits am 15 . August 2010 und damit am Folgetag des inkriminierten Vorfalls die Strafanzeige eingereich t hat, was die Wahrscheinlichkeit einer frei erfundenen Geschichte gering erscheinen lässt. Hinz u kommt die Tatsache, dass die Privatklä- gerin anlässlich ihrer Einvernahme vom 17. August 2 010 in freier Erzählung den angeklagten Vorfall und die Vorkommnisse um den Vorfall herum u mfangreich geschildert und dabei eine Vielzahl von Details sowie an persönlichen Empfindu ngen und Gedankengängen – wie bei- spielsweise die konkrete Beschreibung von Schmerzen anlässlich des Geschlechtsverkehrs aufgrund des Umstandes, dass sie nicht erregt gewesen sei, oder der Beweggrund, weshalb sie ihre Trainerhose auf Verlangen des Beschuldigten au sgezogen habe, sowie ihr Unverständnis bezüglich des Ausspruchs des Beschuldigten nach dem angeklagten Vorfall, wonach er ge- wonnen habe – anschaulich dargelegt hat, welche die bereits geringe Wahrscheinlichkeit einer frei erfundenen Geschichte weiter reduziert. Dies gilt umso mehr, als die Privatklägerin in späte- ren Einvernahmen die Kernelemente des inkriminierten Vorfalls gleichbleibend beschrieben und darüber hinaus den Beschuldigten in keiner Weise üb ermässig belastet hat. Zutreffend ist zwar der Einwand des Beschuldigten, wonach die von der P rivatklägerin behaupteten Kratzspuren bei ihm am Rücken nicht festgestellt worden seien. Diesbezüglich hat aber bereits die Vor- instanz zu Recht darauf hingewiesen, dass zumindest im Bereich des linken Unterarms des Beschuldigten entsprechende Spuren haben festgestel lt werden können und es im Übrigen nicht erstaunt, dass angesichts des dynamischen Ges chehens ein Irrtum bezüglich der genau- en Lokalisation oder allenfalls auch hinsichtlich d er Intensität des Kratzens vorgelegen haben kann. Das vom Beschuldigten vorgebrachte Motiv für eine Falschaussage, wonach die Privat- klägerin die Vergewaltigungsvorwürfe erfunden habe, um einen allfälligen freiwilligen Ge- schlechtsverkehr mit ihm zu vertuschen und damit ihre Beziehungschancen bei H.____ aufrecht Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu erhalten, lässt sich erfahrungsgemäss nicht gänz lich von der Hand weisen, erscheint vorlie- gend aber deshalb als unwahrscheinlich, weil hierfü r ein einfaches Bestreiten der Handlungen ohne grossen Aufwand genügt hätte. Im Resultat sind die im Rahmen von insgesamt vier Ein- vernahmen weitgehend widerspruchsfreien, konstanten , detailreichen, realitätsnahen, zahlrei- che Realkennzeichen beinhaltenden und teilweise obj ektivierbaren (z.B. in Bezug auf das zwi- schen dem Beschuldigten und H.____ telefonisch gefü hrte Gespräch am Morgen nach dem inkriminierten Vorfall) Depositionen der Privatklägerin als so überzeugend zu qualifizieren, dass sie nur erlebnisbasiert zustande gekommen sein können. In einem letzten Schritt ist sodann das allgemeine Verhalten der beiden Involvierten zu würdi- gen. Diesbezüglich ist den Einwänden des Beschuldigten insofern Recht zu geben, als gewisse Verhaltensweisen der Privatklägerin rund um den ink riminierten Sachverhalt bei objektiver Be- urteilung nicht ohne Weiteres nachvollziehbar sind. So steht beispielsweise fest, dass die Pri- vatklägerin den Beschuldigten freiwillig in ihrem B ett hat übernachten lassen. Abgesehen da- von, dass diese Tatsache jedoch selbstverständlich von vornherein keinen Freifahrtschein für sexuelle Handlungen darstellt, ist darauf hinzuweis en, dass es in den Kreisen, in welchen die Beiden damals verkehrt haben, nicht unüblich gewese n ist, als Bekannte im gleichen Bett zu schlafen. In casu hat die Privatklägerin offenbar d em Beschuldigten den Schlafplatz nicht ver- weigern wollen und dabei keine andere Möglichkeit g esehen, als ihn in ihrem Bett übernachten zu lassen, nachdem der Beschuldigte kein willkommen er Gast im fraglichen Haus gewesen ist und aus diesem Grund auch kaum in einem anderen Bet t hätte schlafen können. Die Frage, ob die Privatklägerin ihre Zimmertüre mit einer Kette verschlossen hat oder nicht, kann nicht ab- schliessend geklärt werden, nachdem sich hierbei di e entsprechenden Aussagen von F.____ und der Privatklägerin widersprechen. Allerdings is t diese Frage nach Ansicht des Kantonsge- richts ohnehin irrelevant. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass sie dies getan hat, vermag der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten abzuleite n. So ergibt sich für das Kantonsgericht aus den Akten unzweideutig, dass es nur ganz bestim mten Personen gestattet gewesen ist, im fraglichen Haus zu übernachten, wozu der Beschuldig te sicherlich nicht gehört hat. Da die Grosseltern der Privatklägerin in besagter Nacht abwesend gewesen sind und ihre Rückkehr im Verlaufe des nächsten Morgens angekündigt haben, er scheint es daher durchaus als logisch, dass die Privatklägerin mit einem allfälligen Versc hliessen der Türe einfach ihre Privatsphäre hat schützen bzw. hat verhindern wollen, dass ihre Grosseltern den unwillkommenen Gast be- merken. Primär nicht einsichtig erscheint demgegenü ber, weshalb die Privatklägerin nach dem Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht inkriminierten Vorfall bis zum Mittag mit dem Besch uldigten im gleichen Bett geblieben ist. Diesbezüglich kann jedoch eine Rolle gespielt haben , dass die Beiden sich sehr spät schlafen gelegt haben, Kollegen gewesen sind und sich schon seit ein paar Jahren gekannt haben, wo- mit eine gewisse Vertrautheit vorgelegen haben dürf te. Überdies ist es gerichtsnotorisch, dass jedes Opfer auf das Erleben von sexueller Gewalt au f seine eigene spezifische Art reagiert, wobei in casu dem Beschuldigten auch kein über das zur Erfüllung des Tatbestandes erforderli- ches Mass hinausgehendes gewalttätiges Verhalten zu r Last gelegt wird. Unüblich erscheint zwar, sich von derjenigen Person, welche einem Gewa lt angetan haben soll, mit Küssen zu verabschieden. Allerdings werden diese vom Beschuld igten zu Protokoll gegebenen und von C.____ bestätigten Beobachtungen wiederum von der P rivatklägerin bestritten. Selbst wenn dieser Umstand jedoch zutreffend sein sollte, würde dies ebenfalls nicht für den Beschuldigten sprechen, nachdem es sich hierbei nach übereinstimm enden Aussagen lediglich um Wangen- küsse gehandelt hat, nicht verifiziert ist, von wem die Initiative zu den Küssen ausgegangen ist und zudem Wangenküsse unter langjährigen Kollegen e ine durchaus gängige Verabschiedung darstellen. Keinen Einfluss auf das Beweisergebnis vermögen schliesslich die Depositionen von E.____ und D.____ zu entfalten, welche nicht den Sa chverhalt betreffen, sondern lediglich sub- jektive Vorstellungen wiedergeben, da sie zum tatre levanten Geschehen keinerlei sachdienli- chen Aussagen aus eigener Wahrnehmung tätigen können. Selbst unter der Prämisse, dass gewisse Ungereimthe iten im Verhalten der Privatklägerin auch durch das Kantonsgericht nicht restlos geklärt werd en können, ändert dies nichts daran, dass deren Aussagen angesichts der zahlreich vorhandenen Realkennzeichen im Gegensatz zu den- jenigen des Beschuldigten als überzeugend und damit glaubhaft einzustufen sind. Zusammen- fassend ist damit festzuhalten, dass die zu würdige nden Beweismittel und Indizien selbst in Nachachtung der Maxime "in dubio pro reo" dazu führ en, allfällige Zweifel am inkriminierten Sachverhalt zu beseitigen. Insbesondere lässt sich die bei der Aussageanalyse zu Beginn ge- stellte Nullhypothese – d.h. die Annahme, dass die Opferaussagen nicht realitätsbegründet sind – angesichts der Mangelhaftigkeit der Depositionen des Beschuldigten einerseits und der Quali- tät der Aussagen der Privatklägerin andererseits um stossen. Dies hat zur Konsequenz, dass bei der nachfolgenden rechtlichen Würdigung auf die Darlegungen der Privatklägerin und in der Folge davon auf die Ausführungen der Staatsanwaltsc haft in der Anklageschrift vom 19. Mai 2014 abzustellen ist. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.1 Nach Art. 190 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter ps ychischen Druck setzt oder zum Wider- stand unfähig macht. Praxisgemäss liegt Gewalt dann vor, wenn auf das Opfer mit chemisch oder physikalisch fassbaren Mitteln eingewirkt oder physisch in seine Rechtssphäre eingegriffen wird. Dabei schaltet der Täter entweder den Widerst and des Opfers aus oder verhindert eine allfällige Gegenwehr, bevor das Opfer reagieren kann. Eine gewisse Einwirkung auf den Körper des Opfers ist erforderlich, wobei die notwendige I ntensität nach relativen Kriterien zu bestim- men ist. Keine Rolle spielt, ob das Opfer Widerstan d leistet und dieser allenfalls gebrochen wird. Drohung ist ihrem Wesen nach kompulsive Gewal t, da das Opfer in seiner Willensent- schliessung durch den Täter beeinflusst wird. Sie i st kaum vom Tatbestandsmerkmal des psy- chischen Drucks abgrenzbar. Der Drohende muss tatsächlich oder jedenfalls nach den Befürch- tungen des Bedrohten Herr des Geschehens sein, und die Herbeiführung oder Verhinderung des angekündigten Übels muss tatsächlich oder schei nbar in seiner Macht stehen. Keine Rolle spielt, ob der Täter die Drohung wahrmachen kann oder will, solange das Opfer davon ausgeht, er meine es ernst. Ob eine Drohung vorliegt, ist immer nach den gesamten Umständen zu beur- teilen. Die Freiheit des Opfers muss derart eingesc hränkt werden, dass keine andere Möglich- keit auszumachen ist, als dem Willen des Täters zu gehorchen. Inhalt und Tragweite des Be- griffs des Unter-psychischen-Druck-Setzens sind ums tritten, ein namhafter Teil der Lehre lehnt das Tatbestandsmerkmal als solches ab. Praxisgemäss ist psychischer Druck gegeben, wenn sich die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Sit uation ergibt, ohne dass der Täter eigentli- che Gewalt anwendet und dem Opfer ein Widersetzen n icht zugemutet werden kann. Die Tat- bestandsmässigkeit setzt grundsätzlich voraus, dass das Nachgeben des Opfers unter den konkreten Umständen als verständlich erscheint, wob ei die Beurteilung aufgrund einer Würdi- gung aller relevanten Umstände erfolgen muss. Erwac hsenen mit entsprechenden individuellen Fähigkeiten ist eine stärkere Gegenwehr zuzumuten a ls Kindern. Nicht jeder beliebige Zwang, nicht schon jedes den Handlungserfolg bewirkende ka usale Verhalten, auf Grund dessen es zu einem ungewollten Geschlechtsverkehr, zu einer beis chlafsähnlichen oder einer anderen sexu- ellen Handlung kommt, ist tatbestandsmässig. So gen ügt beispielsweise auch das Ausnützen allgemeiner Abhängigkeits- oder Freundschaftsverhältnisse für sich genommen nicht, um einen relevanten psychischen Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 Abs. 1 StGB zu be- gründen. Obschon auch diesbezüglich die Opfer einer seelischen Belastung ausgesetzt wer- den, wird die für die Sexualgewaltdelikte erforderl iche Intensität nicht erreicht. Hinsichtlich des Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tatmittels Zum-Widerstand-unfähig-Machen ergibt sic h bereits aus den Materialien, dass für deren Anwendung kaum noch Möglichkeiten übrigbleibe n. Beischlaf wird definiert als eine Ver- einigung des männlichen und weiblichen Geschlechtst eils; das Einführen des Glieds in den Scheidenvorhof reicht aus, es spielt aber keine Rol le, ob es zu einer Ejakulation kommt. Die Tatmittel und der Beischlaf werden durch das ungesc hriebene Tatbestandsmerkmal der Kausa- lität verknüpft. Beim Tatbestand der Vergewaltigung handelt es sich um ein schlichtes Tätig- keitsdelikt, da der Versuch solange unvollendet ble ibt, bis es zur Vereinigung der Geschlechts- teile kommt. Auf der subjektiven Seite ist vorsätzl iches Handeln erforderlich, das sich auf die Tatbestandsmerkmale der Nötigung, des Beischlafs un d der Kausalität beziehen muss, wobei Eventualvorsatz genügt (P HILIPP MAIER , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 19 ff. zu Art. 189 StGB und N 6 ff. zu Art. 190 StGB; mit zahlreichen Hinweisen). 3.2.2 Im vorliegenden Fall ist gestützt auf die Erwägung en zum rechtserheblichen Sachverhalt (vgl. oben E. 3.1.2) davon auszugehen, dass die Dar legungen in der Anklageschrift als erstellt zu gelten haben. Danach haben sich der Beschuldigte und die Privatklägerin am 14. August 2010, zwischen 05:30 Uhr und 06:30 Uhr, im Zimmer von A.____ im ersten Stock des Einfamili- enhauses an der Q.____strasse 3 in X.____ auf das Bett gelegt, wobei bereits kurze Zeit später der Beschuldigte die Privatklägerin mit seiner rech ten Hand berührt und sie über den Kleidern an ihrem rechten Oberschenkel, über ihrer Hüfte, an ihrem Bauch und an ihren Brüsten gestrei- chelt hat. Dabei hat A.____ seine Hand mehrmals weg gestossen und gesagt, dass sie dies nicht wolle und er aufhören soll. Der Beschuldigte hat jedoch ihre Reaktion missachtet, sie be- rührt und sie an den erwähnten Stellen weiterhin ge streichelt, seinen linken Arm unter ihren Nacken geschoben und Anstalten gemacht, sie auf den Mund zu küssen. Nachdem sie ihren Kopf weggedreht und weiterhin "Nein" gesagt hat, ha t er sie mit seinem linken Arm noch fester an sich gezogen, so dass sie sich immer weniger hat bewegen können. Als sich die Privatkläge- rin dem Beschuldigten weiterhin widersetzt und ihm mehrmals gesagt hat, dass sie keinen se- xuellen Kontakt mit ihm wolle und er aufhören soll, hat er ihr das Ultimatum gestellt, er werde sie in Ruhe lassen, wenn sie ihre Trainerhose auszi ehe. Aus Angst vor mehr Druckversuchen und Gewalt hat sich die Privatklägerin diesem Ansin nen gebeugt und ihre Trainerhose ausge- zogen. Wenige Minuten danach hat der Beschuldigte sie jedoch erneut mit seiner rechten Hand berührt, ihr in den Intimbereich gegriffen, sie zue rst über der Unterhose und sodann darunter auf der nackten Haut an der Klitoris gestreichelt u nd einen Finger in ihre Scheide eingeführt. Sowohl über ihre erneute Bitte, damit aufzuhören, a ls auch ihre Versuche, seinen Finger aus Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihrer Scheide heraus zu nehmen, hat sich der Beschuldigte hinweg gesetzt. Dabei hat er sie wie zuvor mit seinem linken Arm unter dem Nacken festge halten und sie fest an sich gepresst, so dass sie sich ihm nicht hat entziehen können. Obsch on die Privatklägerin die ganze Zeit ver- sucht hat, sich aus der Umklammerung zu lösen, ihre Beine zusammengepresst und ihn weiter- hin, nunmehr unter Tränen, aufgefordert hat, aufzuh ören, hat B.____ mit seiner körperlichen Kraft und Überlegenheit alle ihre Versuche der Gege nwehr überwunden, sie auf den Rücken gedreht, ihre Beine mit seiner Hand und seinem rechten Knie auseinander gedrückt, ihre Unter- schenkel gepackt und sich diese auf seine Schultern gelegt. Während er sie in dieser unbeweg- lichen Position festgehalten hat, hat er sodann sei nen Penis ungeschützt in ihre Scheide einge- führt und den vaginalen Geschlechtsverkehr vollzoge n, den sie unter den derart geschaffenen Umständen hat tolerieren und aushalten müssen. Bei der Subsumption dieses definierten massgebliche n Sachverhalts unter den Tatbestand von Art. 190 Abs. 1 StGB steht unzweifelhaft fest, dass der Beschuldigte B.____ den Geschlechts- verkehr gegen den erkennbaren und tatkräftig manife stierten, unmissverständlichen Willen der Privatklägerin vollzogen hat. Als Nötigungsmittel s teht dabei dasjenige der Gewalt im Vorder- grund. Unter dem Nötigungsmittel der Gewalt ist nicht mehr verlangt als jenes Mass an körperli- cher Kraftentfaltung, das notwendig ist, um sich üb er die entgegenstehende Willensbetätigung hinwegzusetzen (BGer 6B_385/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3). In casu hat der Beschul- digte zuerst versucht, die Privatklägerin zum Beisc hlaf zu animieren. Nachdem dies jedoch nicht geklappt hat, hat er den Druck auf sie konstant erhöht und dabei alle verbalen und körper- lichen Abwehrhandlungen ihrerseits durch körperlich e Kraft überwunden. Wenngleich die An- wendung von Gewalt für den Beschuldigten eher atypi sch erscheint, muss davon ausgegangen werden, dass er in der rauschähnlichen Lebensphase, in welcher er sich zum damaligen Zeit- punkt befunden hat, nicht in der Lage gewesen ist, das "Nein" der Privatklägerin in der fragli- chen Situation zu akzeptieren, und sich einfach gen ommen hat, was er gerade wollte, gleich- sam einem nicht ganz ernst genommenen Spiel. Nicht zu übersehen ist zwar, dass der Wider- stand der Privatklägerin nicht übermässig ausgepräg t erscheint und diese sich möglicherweise auch anders hätte wehren können. Andererseits ist a ber die notwendige Intensität der Einwir- kung auf den Körper des Opfers nach relativen Krite rien zu bestimmen und in casu hat der Be- schuldigte jeweils durch das Festhalten des Opfers und das Auseinanderdrücken der Beine genau so viel körperliche Kraft eingesetzt, wie es nötig gewesen ist, um den konkreten Wider- stand zu überwinden, wobei die Privatklägerin durch wiederholte verbale Aufforderung, Zurück- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht schieben der Hand und Zusammenpressen der Beine gen ügend zum Ausdruck gebracht hat, dass sie den Geschlechtsakt nicht gewollt hat. Demn ach steht ohne Weiteres fest, dass der objektive Tatbestand von Art. 190 Abs. 1 StGB erfül lt ist. Gleiches gilt für das Vorliegen des subjektiven Tatbestandes, nachdem dem Beschuldigten aufgrund der manifestierten Willensbe- tätigung der Privatklägerin bewusst gewesen sein mu ss, dass diese nicht bereit gewesen ist, mit ihm den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Nach Dargelegtem ist der Beschuldigte B.____ in Abweisung seiner Berufung und in Bestätigung des angefochtenen Urteils der Vergewalti- gung von A.____ schuldig zu erklären. 4. Tatbestand des mehrfachen Fahrens in fahrunfähig em Zustand, des mehrfachen Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises, des mehr fachen Fahrens ohne Versi- cherungsschutz und des mehrfachen Missbrauchs von S childern sowie der mehr- fachen Entwendung zum Gebrauch / Verstoss gegen das Anklageprinzip in Sachen B.____ 4.1 (…) 4.2 (…) 4.3 (…) 4.4 (…) 5. Tatbestand des (mehrfachen) Diebstahls und der Sach beschädigung in Sachen C.____ 5.1 (…) 5.2 (...) 5.3 (…) Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Tatbestand der (mehrfachen) Gehilfenschaft zum D iebstahl, zur Sachbeschädigung und zum Hausfriedensbruch sowie der (mehrfachen) Entwendung zum Gebrauch in Sachen D.____ 6.1 (…) 6.2 (…) 6.3 (…) 7. Strafzumessung 7.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nac h dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Hat der Täter durch eine oder mehrere Han dlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Ge mäss Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 StGB beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze, wo bei die Zahl nach dem Verschulden des Täters und die Höhe des Tagessatzes nach den persön lichen und wirtschaftlichen Verhältnis- sen des Täters im Zeitpunkt des Urteils bestimmt wi rd. In Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe od er einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen ab- zuhalten. Gestützt auf Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genüge nd Rechnung zu tragen. Schliesslich rechnet das Gericht die ausgestandene Untersuchungshaft auf die Strafe an (Art. 51 StGB). 7.1.2 Praxisgemäss hat das Gericht ausgehend von der obj ektiven Tatschwere das Verschul- den zu bewerten. Es hat gestützt auf Art. 50 StGB – wonach das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtun g festzuhalten hat – im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernde und welche verschulden serhöhende Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachger ichts, in welchem Umfang es die verschie- denen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es mu ss nicht auf Umstände ausdrücklich ein- gehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahl en oder Prozenten anzugeben, wie es die ein- zelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings hat das Ge- richt das Gesamtverschulden zu qualifizieren und di e Gesamteinschätzung des Tatverschul- dens im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (leicht, mittelschwer, s chwer, sehr schwer). In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Ver- fügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenen- falls in einem dritten Schritt aufgrund wesentliche r Täterkomponenten verändert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7). Die tat- und täterangemessene St rafe ist grundsätzlich innerhalb des or- dentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendende n Strafbestimmung festzusetzen. Die- ser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen kon- kreten Umständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffas- sung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den übli- chen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Der ord entliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint ( BGE 136 IV 55 E. 5.8). Für die Bildung einer Gesamtstrafe hat das Gericht in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Stra frahmens festzusetzen. Bei der Bestim- mung des Strafrahmens für die schwerste Straftat is t von der abstrakten Strafandrohung aus- Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht zugehen. In einem zweiten Schritt hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter Einbezug der ande- ren Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wo bei es wiederum den jeweiligen Umstän- den Rechnung zu tragen hat. Die Bildung einer Gesam tstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu v erhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Ab s. 1 StGB. Das Gericht kann somit auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konk reten Fall für jeden einzelnen Norm- verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Im Übrigen drängt das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung vermehrt darauf, dass die Formulierung des Verschul- dens und die Festsetzung des Strafmasses auch begri fflich im Einklang stehen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2; vgl. auch BGe r 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.). 7.2.1 Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung in Bezug auf B.____ macht der Beschuldigte im Wesentlichen geltend, angesichts des beantragten Freispruchs vom Vorwurf der Vergewalti- gung sei das Strafmass auf maximal dreieinhalb Jahr e Freiheitsstrafe herabzusetzen. Im Ge- gensatz dazu ist die Staatsanwaltschaft der Ansicht , die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Ver- letzung des Beschleunigungsgebotes berücksichtigt, weshalb die Strafe auf mindestens fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe zu erhöhen sei. G emäss Art. 408 StPO fällt die Berufungs- instanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzli che ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ih- rem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich nic ht daran orientieren, wie die erste In- stanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewicht et hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). Nichtsdestotrotz gilt es z u beachten, dass der Vorinstanz bei der Ge- wichtung der einzelnen Strafzumessungsfaktoren inne rhalb des jeweiligen Strafrahmens ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht, in welchen die strafrechtliche Abteilung des Kantons- gerichts praxisgemäss nur mit Zurückhaltung eingrei ft. Dies gilt gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO, wonach das Berufungsgericht das erstinstanzli che Urteil grundsätzlich nur in den ange- fochtenen Punkten überprüft, umso mehr in denjenige n Fällen, in welchen keine der Parteien die Strafzumessung als solche substantiiert anficht . In casu hat der Beschuldigte die Strafzu- messung lediglich im Hinblick auf das Strafmass und damit verbunden den Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung beanstandet. Nachdem die entsprechende Berufung des Beschul- digten jedoch abzuweisen und die Verurteilung wegen Vergewaltigung zu bestätigen ist, erübri- gen sich diesbezügliche weitergehende Erörterungen. Angesichts des Umstandes, dass auch Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Staatsanwaltschaft die erstinstanzliche Strafzu messung lediglich in einem spezifischen Punkt, der Reduktion der Strafhöhe aufgrund einer V erletzung des Beschleunigungsgebots, bemängelt, rechtfertigt es sich, nachfolgend die we sentlichsten Punkte der Strafzumessung durch das Kantonsgericht darzulegen und im Übrigen auf die Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. E. II.1. S. 160 ff.). Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte B.____ ge stützt auf das Urteil des Strafgerichts sowie den vorliegenden Entscheid der Vergewaltigung, des gewerbs- und bandenmässigen Dieb- stahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfa chen, teilweise versuchten Hausfrie- densbruchs, der Fälschung von Ausweisen, der Gehilf enschaft zum Betrug, der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln, des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, der mehrfachen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fah runfähigkeit, des mehrfachen Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises, des mehrfachen F ahrens ohne Fahrzeugausweis, des mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz, des mehrfachen Missbrauchs von Schildern sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schu ldig zu sprechen. Nach Art. 190 Abs. 1 StGB liegt der ordentliche Strafrahmen des schwerst en Delikts, der Vergewaltigung, bei einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafra hmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. 7.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Ka ntonsgericht für die Bildung einer Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den St rafrahmen – ausgehend von der abstrak- ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb die- ses Strafrahmens festzusetzen. In casu weisen zwar sowohl die Tatbestände des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB als auch derjenige der Ver- gewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB die höchste abstrakte Strafandrohung auf, allerdings beinhaltet der Tatbestand der Vergewaltigung – abge sehen davon, dass hierbei auch vom schwerwiegendsten Unrechtsgehalt auszugehen ist – v on diesen dreien die höchste Mindest- strafe, weshalb dieses Delikt die schwerste Strafta t darstellt. Bei der Festlegung der Einsatz- strafe für die Vergewaltigung ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten massgeblich straferhöhend die gezielte Ausnützung des Vertrauen s des Opfers und dessen Gutmütigkeit zu berücksichtigen, indem der Beschuldigte, statt Dank barkeit zu zeigen für die Tatsache, dass er Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum inkriminierten Zeitpunkt ohne über eine eigene Bleibe zu verfügen bei der Privatklägerin hat übernachten dürfen, sie zur egoistischen Befrie digung seiner Triebe sexuell missbraucht hat. Andererseits steht auch fest, dass der Beschul digte in der konkreten Situation nicht mehr Gewalt angewendet hat, als zum Vollzug des Geschlec htsverkehrs nötig gewesen ist. Sodann ergeben sich keine Hinweise, wonach die Privatkläge rin durch die Vorgehensweise des Be- schuldigten übermässig geschädigt worden wäre. Bei den subjektiven Tatkomponenten ist die direktvorsätzliche Willensrichtung zu berücksichtigen. In Würdigung aller im vorliegenden sowie im erstinstanzlichen Urteil geschilderten tatbezoge nen Umstände und verschuldensunabhängi- gen Tatkomponenten erachtet das Kantonsgericht im E rgebnis das Tatverschulden in Bezug auf den Tatbestand der Vergewaltigung gleichermasse n wie die Vorinstanz als mittelschwer im unteren Bereich. Dies hat in Anbetracht des abstrak ten Strafrahmens zur Folge, dass dem vor- gängig definierten Verschulden entsprechend und unt er Berücksichtigung vergleichbarer Praxis eine Freiheitsstrafe im Bereich von drei Jahren als grundsätzlich angemessen eingestuft wird. 7.2.3 In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht di ese Einsatzstrafe von drei Jahren unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstra fe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat. An die ser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass für die übrigen Delikte die Verhängung einer Geldst rafe aufgrund der jeweiligen abstrakten Strafandrohung zwar möglich wäre, angesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energie des Beschuldigten und des engen zeitlichen und inha ltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sowie insbesondere unter Berück sichtigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion in casu auf die Zweckmässigke it, die Auswirkungen auf den Beschuldig- ten sowie die präventive Effizienz zu achten ist, f ür das Kantonsgericht jedoch nur die Ausfäl- lung einer Freiheitsstrafe in Frage kommt, womit im Ergebnis das Asperationsprinzip zur Bil- dung einer Gesamtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist . Lediglich in Bezug auf den Tatbestand des (mehrfachen) Fahrens ohne Fahrzeugausweis nach aArt. 96 Ziff. 2 Satz 2 SVG ist die zu- sätzliche Verhängung einer Geldstrafe zwingend vorgesehen. Im Hinblick auf die Anklagepunk- te des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs ist bei den objektiven Tatkomponenten zu seinen Lasten zu konstatieren, dass der Beschuld igte zahlreiche Delikte begangen und als treibende Kraft der Gruppierung eine ganz erheblich e kriminelle Energie an den Tag gelegt, mit einer Summe von ca. CHF 157'000.-- einen hohen Deliktsbetrag erzielt und mit einem Total von ca. CHF 19'000.-- einen nicht unmassgeblichen Sachs chaden verursacht hat. Zu seinen Guns- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten spricht, dass es sich bei einem Teil der Delikte nur um Versuche gehandelt hat und dass die Gruppierung nie in bewohnte Liegenschaften eingebro chen und damit in den Kernbereich des Privatlebens der Geschädigten eingedrungen ist. Bei den subjektiven Tatkomponenten ist wie- derum die direktvorsätzliche Willensrichtung zu ber ücksichtigen. Insgesamt erachtet das Kan- tonsgericht das Tatverschulden bei diesen Delikten ebenfalls als mittelschwer im unteren Be- reich, was zu einer entsprechenden Erhöhung der tat angemessenen Strafe führt. Gleichsam zu einer Erhöhung führen des Weiteren die übrigen Deli kte, insbesondere die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln und das Fahren in fah runfähigem Zustand, wohingegen die im vorliegenden Urteil zusätzlich erfolgten Verurteilu ngen wegen mehrfachen Fahrens trotz Ent- zugs, mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz u nd mehrfachen Missbrauchs von Schil- dern sowie auf der anderen Seite der Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Entwendung zum Gebrauch nicht ins Gewicht fallen. In diesem Zu sammenhang hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte andere Pe rsonen massiv gefährdet hat, wobei es nur dem Zufall zu verdanken ist, dass es nicht zu e inem Unfall mit Verletzten oder Toten ge- kommen ist. Ausserdem hat der Beschuldigte durch se ine massive Delinquenz wiederum eine erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber den Normen des Rechtsstaates und der Sicherheit Unbeteiligter zu erkennen gegeben. Dass er dabei vo rsätzlich gehandelt hat, steht ausser Fra- ge. Insofern ist hierbei von einem schweren Verschu lden auszugehen. Im Sinne eines Zwi- schenergebnisses resultiert in Würdigung aller im v orliegenden sowie im angefochtenen Urteil geschilderten tatbezogenen Umstände und verschulden sunabhängigen Tatkomponenten ein gesamthaft mittelschweres Tatverschulden im oberen Bereich, womit eine Erhöhung der Ein- satzstrafe auf eine Gesamtstrafe von sieben Jahren Freiheitsstrafe nicht zu beanstanden ist. 7.2.4 Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt au fgrund der besonderen Täterkomponen- ten, welche in casu für alle Straftaten gleichermas sen gelten, anzupassen. In diesem Rahmen ist festzustellen, dass der Beschuldigte sicherlich eine schwierige Kindheit erlebt hat und nach dem Tod seiner Grossmutter ohne eigentliche Bezugsp erson aufgewachsen ist, bevor er schliesslich mit 15 Jahren ins Heim gekommen ist. F ür ihn spricht auch, dass er zumindest ei- nen Teil der Delikte unter dem Einfluss von finanzi ellen Schwierigkeiten getätigt hat und er zu- dem im Tatzeitraum mit knapp 19 Jahren noch sehr ju ng gewesen ist. Ausserdem hat er in Be- zug auf die Vermögens- und Strassenverkehrsdelikte ein gewisses Mass an Einsicht und Ge- ständigkeit gezeigt; namentlich hätten ohne sein Geständnis einige der Strassenverkehrsdelikte gar nicht aufgeklärt werden können. Seine Vorstrafe nlosigkeit ist hingegen lediglich neutral zu Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht werten. Positiv zu gewichten ist aber wiederum die Tatsache, dass der Beschuldigte seit den inkriminierten Taten nicht mehr strafrechtlich in E rscheinung getreten ist und vielmehr die ihm auferlegte Massnahme in der Anstalt R.____ erfolgre ich abgeschlossen hat, weshalb mit ent- sprechenden Bemühungen seitens des Beschuldigten vo n einer zumindest bis heute geglück- ten Resozialisierung auszugehen ist. Insgesamt sind die Faktoren Vorleben, persönliche Ver- hältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren gestützt auf diese Darlegungen als positiv zu werten, womit sich aufgrund der besonder en Täterkomponenten eine spürbare Re- duktion der tatbezogenen Einsatzstrafe rechtfertigt . Im Ergebnis ist somit bezüglich des Be- schuldigten B.____ eine tat- und täterangemessene S trafe von sechs Jahren Freiheitsstrafe festzusetzen. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug bereits aus formellen Gründen ausgeschlossen. Einer Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 182 Tagen steht hingegen nichts im Wege. Ebenfalls zu b estätigen ist die nicht angefochtene, zu- sätzliche Geldstrafe wegen mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis in der Höhe von zehn Tagessätzen zu jeweils CHF 30.-- bzw. die Ersatzfre iheitsstrafe von zehn Tagen bei schuldhaf- tem Nichtbezahlen der Geldstrafe. Zur Frage des nic ht angefochtenen Aufschubs des Strafvoll- zugs zugunsten der Einweisung in eine Einrichtung f ür junge Erwachsene erübrigen sich an vorliegender Stelle weitere Ausführungen. 7.3.1 Das Strafgericht hat bei der konkreten Strafzumess ung in Bezug auf alle drei Beschuldig- ten die lange Verfahrensdauer bemängelt und in der Folge davon eine Verletzung des Be- schleunigungsgebots bejaht, was zu einer Reduktion des Strafmasses bei sämtlichen drei Be- schuldigten – beim Beschuldigten B.____ zu einer so lchen von elf Monaten und 20 Tagen – geführt hat. Diese Schlussfolgerung wird von der St aatsanwaltschaft insbesondere unter Ver- weis auf die Anzahl der Beschuldigten und den Umfan g der Akten im gesamten Verfahrens- komplex gerügt. Das in Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK festgeschriebene Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren voranzutreiben, um den Beschuldigten nicht unnötig über die gegen ihn erho benen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen (BGE 133 IV 158 E. 8, 130 IV 54 E. 3.3.1, 124 I 139 E. 2a; je mit Hinweisen). Gegenstand der Prüfung, ob ein Verfahren zu lange gedauert hat, is t das Verfahren in seiner Gesamtheit. Die Beurteilung der Verfahrensdauer entzieht sich starr en Regeln. Es ist vielmehr in jedem Einzel- fall unter Würdigung aller konkreten Umstände zu pr üfen, ob sich diese als angemessen er- weist. Zu berücksichtigen sind insbesondere die Kom plexität des Falls, das Verhalten des Be- schuldigten und die Behandlung des Falls durch die Behörden (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3, 124 IV Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht 139 E. 2c; je mit Hinweisen). Von den Behörden und Gerichten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall widmen. Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, sind unumgänglich. Wirkt keiner dieser Zeitabschnitte st ossend, ist eine Gesamtbetrachtung vorzu- nehmen. Dabei können Zeiten mit intensiver behördli cher oder gerichtlicher Tätigkeit andere Zeitspannen kompensieren, in denen aufgrund der Ges chäftslast keine Verfahrenshandlungen erfolgt sind (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3, 124 I 139 E. 2c, mit Hinweisen; BGer 6B_670/2009 vom 17. November 2009 E. 2.2, 6B_105/2007 vom 2. Novemb er 2007 E. 3.3). Gemäss bundesge- richtlicher Rechtsprechung erscheint im Stadium der Untersuchung eine Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten als krasse Lücke (vgl. BGE 124 I 139 ff., 117 IV 126; HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage, B asel 2013, N 179 zu Art. 47 StGB, mit Hinweisen). 7.3.2 Im vorliegenden Verfahren lässt sich den Akten kei ne Untätigkeit der Staatsanwaltschaft entnehmen, welche im Sinne der vorgängig zitierten Praxis und Lehre als krasse Lücke zu qua- lifizieren wäre. Infolgedessen ist bei der Beurteil ung der Verfahrensdauer eine Gesamtbetrach- tung vorzunehmen. Dabei ist festzustellen, dass der Fallkomplex "F.____", zu welchem auch das vorliegende Verfahren zählt, mit insgesamt 27 Beschuldigten, 50 Bundesordnern Akten und rund 200 zu untersuchenden Vorfällen zweifellos als äusserst umfangreich und komplex zu be- zeichnen ist. Hinzu kommt, dass allein im vorliegen den Verfahren 67 Faszikel und über 20 Bundesordner Akten zu bearbeiten und erstellen gewe sen sind. Zusätzlich gilt es zu berück- sichtigen, dass zahlreiche Beschuldigte während des laufenden Verfahrens ihre Delinquenz fortgesetzt haben, womit sie zur Erhöhung der Verfa hrensdauer aktiv beigetragen haben. In Bezug auf die Beschuldigte D.____ muss zwar festgestellt werden, dass ihr Verfahren in Relati- on zu ihrem relativ untergeordneten Tatbeitrag tats ächlich lange gedauert hat. Dies ist jedoch vor allem dem Umstand geschuldet, wonach eine Abtre nnung ihres Verfahrens vom übrigen Verfahren angesichts der rechtlichen Qualifikation ihres Tuns als Gehilfenschaft zu den Strafta- ten namentlich von C.____ zufolge der daraus entste henden Akzessorietät weder inhaltlich sinnvoll noch gestützt auf Art. 29 Abs. 1 lit. b St PO rechtlich zulässig und darüber hinaus die Erledigung im Strafbefehlsverfahren aufgrund des be antragten Strafmasses von vornherein nicht möglich gewesen ist. Wenngleich nicht zu verk ennen ist, dass zwischen der jeweiligen Verfahrenseröffnung betreffend die in casu zu beurt eilenden drei Beschuldigten und der Über- weisung an das Strafgericht die Untersuchungsverfahren mit durchschnittlich ungefähr vier Jah- ren Dauer zwar relativ viel Zeit beansprucht haben, so bedeutet dies angesichts der vorgängig Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht beschriebenen Umstände dennoch nicht, dass sie dami t gesamthaft gesehen als zu lange ein- zustufen sind, womit das Kantonsgericht eine Verlet zung des Beschleunigungsgebots nicht zu erkennen vermag (vgl. dazu das Urteil des Kantonsge richts Basel-Landschaft, Abteilung Straf- recht, vom 3. November 2015 in Sachen G.____ [460 1 5 143] E. 2.8). Dies hat zur Folge, dass in Gutheissung der entsprechenden Berufung der Staa tsanwaltschaft und in Abänderung des angefochtenen Urteils bei allen drei Beschuldigten von einer Reduktion des Strafmasses auf- grund der konkreten Verfahrensdauer abzusehen ist. 7.4.1 Der Beschuldigte C.____ bemängelt hinsichtlich sei ner Strafzumessung im Wesentlichen, die Vorinstanz habe es versäumt, im angefochtenen U rteil eine nachvollziehbare Begründung der Strafzumessungsfaktoren darzulegen; ausserdem e rscheine das festgelegte Strafmass in Berücksichtigung aller Umstände zu hoch, und das Strafgericht habe sodann bezüglich der Mo- dalitäten des Vollzugs zu Unrecht eine schlechte Legalprognose angenommen. Im Ergebnis sei in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils eine be dingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, als angemessen zu erachten, wobei die Strafe zugunsten ei- ner Massnahme aufzuschieben sei. Im Gegensatz dazu bestreitet die Staatsanwaltschaft die erstinstanzlich festgestellte Verletzung des Beschleunigungsgebots. Bezüglich der konkreten Strafzumessung betreffend den Beschuldigten C.____ ist festzustellen, dass dieser gestützt auf das Urteil des Strafgerich ts sowie den vorliegenden Entscheid des ge- werbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfache n Sachbeschädigung, der Gehilfen- schaft zum Betrug, der Hehlerei, des mehrfachen, te ilweise versuchten Hausfriedensbruchs, des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, des mehrfache n Fahrens ohne Fahrzeugausweis, des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig erklärt wird. Nach Art. 139 Z iff. 3 StGB liegt dabei der ordentliche Straf- rahmen zwischen einer Geldstrafe nicht unter 180 Ta gessätzen und einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs . 1 StGB ist innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. 7.4.2 Für die Bildung einer Gesamtstrafe ist wiederum in einem ersten Schritt der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Ein- bezug aller straferhöhenden und strafmindernden Ums tände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. In casu weist der Tatbestand des band enmässigen Diebstahls nach Art. 139 Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ziff. 3 StGB mit einer Höchststrafe von zehn Jahren Freiheitsstrafe und einer Mindeststrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe die höchste abstrakte St rafandrohung auf, weshalb dieses Delikt die schwerste Straftat darstellt. Bei der Festlegun g der Einsatzstrafe für den bandenmässigen Diebstahl in Kombination mit dem gewerbsmässigen Di ebstahl ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten straferhöhend zu werten, dass der Be schuldigte im relevanten Zeitraum zahl- reiche Delikte begangen und dabei eine grosse krimi nelle Energie an den Tag gelegt, mit einer Summe von ca. CHF 120'000.-- einen hohen Deliktsbet rag erzielt und mit einem Total von ca. CHF 20'000.-- einen erheblichen Sachschaden verursa cht hat. Wenngleich der Beschuldigte nicht im selben Mass wie B.____ die treibende Kraft gewesen ist, so ist er zumindest als mass- gebliches Mitglied der Gruppierung zu qualifizieren . Zu seinen Gunsten spricht, dass die Grup- pierung nie in bewohnte Liegenschaften eingebrochen und damit in den Kernbereich des Privat- lebens der Geschädigten eingedrungen ist. Dennoch hat der Beschuldigte ein grosses Mass an Gleichgültigkeit gegenüber fremdem Eigentum zu erke nnen gegeben. Bei den subjektiven Tat- komponenten ist die direktvorsätzliche Willensricht ung zu berücksichtigen. In Würdigung aller im vorliegenden sowie im erstinstanzlichen Urteil g eschilderten tatbezogenen Umstände und verschuldensunabhängigen Tatkomponenten erachtet das Kantonsgericht im Ergebnis das Tat- verschulden in Bezug auf den Tatbestand des bandenmässigen Diebstahls gleichermassen wie die Vorinstanz als mittelschwer im unteren Bereich. Dies hat in Anbetracht des abstrakten Straf- rahmens zur Folge, dass dem vorgängig definierten V erschulden entsprechend und unter Be- rücksichtigung vergleichbarer Praxis eine Freiheits strafe von drei Jahren – und damit ein Jahr weniger als bei den vergleichbaren Delikten des als treibende Kraft eingestuften Beschuldigten B.____ (vgl. E. II.1.2 S. 161) – als grundsätzlich angemessen eingestuft wird. Das Strafgericht hat für dieses Delikt in der entsprechenden Erwägun g zwar eine Einsatzstrafe von dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe festgelegt (vgl. E. II.2.2 S.165), das Kantonsgericht geht aber hierbei von einem redaktionellen Versehen der Vorinstanz aus, a nsonsten nicht nachvollziehbar wäre, wie diese nach Anrechnung der übrigen Delikte auf eine Gesamtstrafe von ebenfalls dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe kommt, zumal bei der Berechn ung des konkreten Strafmasses tatsäch- lich von einer dreijährigen Freiheitsstrafe als Ein satzstrafe ausgegangen wird (vgl. E. II.2.4 S. 166). 7.4.3 In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht di ese Einsatzstrafe von drei Jahren unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstra fe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat. An die ser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht für die übrigen Delikte die Verhängung einer Geldst rafe aufgrund der jeweiligen abstrakten Strafandrohung zwar möglich wäre, angesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energie des Beschuldigten und des engen zeitlichen und inha ltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sowie insbesondere unter Berück sichtigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion in casu auf die Zweckmässigke it, die Auswirkungen auf den Beschuldig- ten sowie die präventive Effizienz zu achten ist, f ür das Kantonsgericht jedoch nur die Ausfäl- lung einer Freiheitsstrafe in Frage kommt, womit im Ergebnis das Asperationsprinzip zur Bil- dung einer Gesamtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist . Lediglich in Bezug auf den Tatbestand des (mehrfachen) Fahrens ohne Fahrzeugausweis nach aArt. 96 Ziff. 2 Satz 2 SVG ist die zu- sätzliche Verhängung einer Geldstrafe zwingend vorg esehen. Im Hinblick auf die Widerhand- lungen gegen das Strassenverkehrsgesetz ist bei den objektiven Tatkomponenten zu seinen Lasten zu konstatieren, dass der Beschuldigte zahlr eiche Verkehrsdelikte begangen hat, was seine generelle Gleichgültigkeit gegenüber Regeln w iderspiegelt. Dazu kommt insbesondere der Vorwurf des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand mit einer Blutalkoholkonzentra- tion von mehr als 0,8 Promille, was als grobe Missa chtung der öffentlichen Ordnung im Allge- meinen und der Sicherheit Unbeteiligter im Besonder en zu bezeichnen ist. Bei den subjektiven Tatkomponenten ist wiederum die direktvorsätzliche Willensrichtung zu berücksichtigen. Insge- samt erachtet das Kantonsgericht das Tatverschulden bei diesen Delikten ebenfalls als mittel- schwer im unteren Bereich, was zu einer entsprechenden Erhöhung der tatangemessenen Stra- fe führt. Gleichsam zu einer Erhöhung – wenngleich nur in sehr geringem Masse – führen des Weiteren die übrigen Delikte, welche entweder im un mittelbaren Zusammenhang zum banden- und gewerbsmässigen Diebstahl stehen und teilweise im Versuchsstadium stecken geblieben sind, wie die mehrfache Sachbeschädigung oder der m ehrfache, teilweise versuchte Hausfrie- densbruch, oder dann nur von untergeordneter Bedeut ung sind, wie die Gehilfenschaft zum Betrug, die Hehlerei und die Widerhandlung gegen da s Waffengesetz, in ihrer Anzahl und Aus- prägung aber dennoch die generelle Deliktbereitscha ft des Beschuldigten darlegen, wobei eine vorsätzliche Vorgehensweise ausser Frage steht. Demgegenüber fällt die im vorliegenden Urteil zusätzlich erfolgte Verurteilung im Anklagepunkt 2. 6 wegen Diebstahls und Sachbeschädigung bei der Strafzumessung nicht ins Gewicht. Insofern ist bei diesen Straftaten von einem leichten Verschulden auszugehen. Im Sinne eines Zwischenergebnisses resultiert in Würdigung aller im vorliegenden sowie im angefochtenen Urteil geschild erten tatbezogenen Umstände und ver- schuldensunabhängigen Tatkomponenten ein gesamthaft leichtes Tatverschulden im oberen Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereich, womit eine Erhöhung der Einsatzstrafe auf eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe nicht zu beanstanden ist. 7.4.4 Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt au fgrund der besonderen Täterkomponen- ten, welche in casu für alle Straftaten gleichermas sen gelten, anzupassen. In diesem Rahmen ist festzustellen, dass der Beschuldigte als Sohn e iner Prostituierten ohne Kontakt zu seinem leiblichen Vater sicherlich eine schwierige Kindhei t erlebt hat. Für ihn spricht auch, dass er zu- mindest einen Teil der Delikte unter dem Einfluss v on finanziellen Schwierigkeiten getätigt hat und er zudem im Tatzeitraum mit knapp 19 Jahren noc h sehr jung gewesen ist. Ausserdem hat er in Bezug auf einen Grossteil der von ihm verübten Delikte ein erhöhtes Mass an Einsicht und Geständigkeit gezeigt, wodurch er substantiell zur Wahrheitsfindung beigetragen hat. Positiv zu gewichten ist des Weiteren die Tatsache, dass der B eschuldigte seit den inkriminierten Taten nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten i st und inzwischen im Massnahmenvollzug eine Lehre als Carosseriespengler begonnen hat, der en Abschlussprüfungen offenbar in einem Monat anstehen. Nachdem der Beschuldigte sodann in einigermassen geregelten privaten Ver- hältnissen lebt, ist auch bei ihm trotz der bestehe nden Schulden von einer zumindest bis zum heutigen Tag geglückten Resozialisierung auszugehen . Negativ entgegenzuhalten ist ihm hin- gegen seine einschlägige Vorstrafe des Amtsgerichts Lörrach vom 7. Juni 2010 in der Höhe von 35 Tagessätzen Geldstrafe zu jeweils 10.-- Euro weg en fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr. Insgesamt sind die Faktoren Vorleben, persönliche V erhältnisse, Nachtatverhalten und Verhal- ten im Strafverfahren gestützt auf diese Darlegungen als positiv zu werten, womit sich aufgrund der besonderen Täterkomponenten eine Reduktion der tatbezogenen Einsatzstrafe rechtfertigt. Im Ergebnis ist somit bezüglich des Beschuldigten C .____ eine tat- und täterangemessene Strafe von drei Jahren Freiheitsstrafe festzusetzen. Da bereits vorgängig festgestellt worden ist, dass bezüglich allen drei Beschuldigten keine Verle tzung des Beschleunigungsgebots vorliegt (s. oben E. 7.3.2), verbietet sich an dieser Stelle eine weitere Reduktion des Strafmasses. 7.4.5 Bezüglich der Frage der Gewährung des bedingten b zw. teilbedingten Strafvollzugs ist die Vorinstanz vom Vorliegen einer schlechten Legalprognose ausgegangen und hat in der Fol- ge eine unbedingte Strafe verhängt, was vom Beschul digten zu Recht gerügt wird. Hinsichtlich der Modalität der Strafvollstreckung bestimmt Art. 42 Abs. 1 StGB, dass der Strafaufschub die Regel darstellt, von der grundsätzlich nur bei ungü nstiger Prognose abgewichen werden darf. Dabei sind alle nach dem Stand der Prognoseforschun g massgeblichen Umstände zu berück- Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtigen. In die Beurteilung einzufliessen haben n eben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Die p ersönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheids, also bis zum Urteilsdatum , miteinzubeziehen. Dass sich die Länge des Verfahrens im Ergebnis zugunsten des Verurteilt en auswirkt, darf nicht zu einer Ablehnung des bedingten Strafvollzugs führen (ROLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 38 ff. zu A rt. 42 StGB, mit Hinweisen; BGE 135 IV 180 E. 2.1, BGer 6B_475/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.2 , 6B_232/2010 vom 20. Mai 2010 E. 3.3). Gemäss diesen Erwägungen ist festzustellen , dass das Strafgericht bei seiner Progno- sestellung fälschlicherweise auf den Zeitpunkt der Anordnung der Massnahme bzw. der gut- achterlichen Stellungnahme vom 10. Januar 2011 stat t auf denjenigen des Strafurteils abge- stellt hat, dies obwohl es den medizinischen Sachve rständigen anlässlich der Hauptverhand- lung explizit befragt hat. Ausgehend vom massgeblic hen Zeitpunkt des Urteils ist dem Beschul- digten jedoch nicht zuletzt aufgrund des erfolgreic hen Abschlusses der Massnahme eine deut- lich verbesserte Prognose zuzugestehen, was denn so wohl vom forensisch-psychiatrischen Sachverständigen anlässlich der Hauptverhandlung vo r dem Strafgericht als auch von der Vor- instanz selbst so eingeschätzt wird (vgl. E. II.2.6 S. 168). Gestützt auf die nunmehr positive Le- galprognose ist demnach dem Beschuldigten ohne Weit eres der teilbedingte Vollzug der drei- jährigen Freiheitsstrafe zu gewähren. Bei der Festsetzung des unbedingt zu vollziehenden Teils sind die Schranken von Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 St GB zu beachten, wonach der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen darf und sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens sechs Mona te betragen müssen. Im Übrigen liegt es im richterlichen Ermessen, die genaue Höhe der zu v ollziehenden Strafe festzusetzen, wobei das Verhältnis der Strafteile so festzulegen ist, d ass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbe- währung des Beschuldigten einerseits und dessen Tat schuld andererseits hinreichend zum Ausdruck kommen (S CHNEIDER / GARRÉ , a.a.O., N 17 ff. zu Art. 43 StGB, mit Hinweisen; BG E 134 IV 1 E. 5.6). Gemessen an diesen Grundsätzen er achtet es das Kantonsgericht in Ein- schätzung der Relation zwischen der günstigen Prognose und dem gesamthaft gesehen an der oberen Grenze liegenden leichten Verschulden als an gemessen, den unbedingt zu vollziehen- den Anteil der Freiheitsstrafe von drei Jahren auf ein Jahr festzusetzen. Demnach ist in teilweiser Gutheissung der Berufung von C.____ sowie in Gutheissung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft und in der Folge in Abänderung des erstin- Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht stanzlichen Urteils der Beschuldigte zu einer teilb edingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von drei Jahren, mit einem unbedingten Strafanteil von einem Jahr und einer minimalen Probezeit von zwei Jahren für den bedingten Strafanteil von zwei Jahren, zu verurteilen. Einer Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 161 Tagen steht nichts im Wege. Eben- falls zu bestätigen ist die nicht angefochtene, zus ätzliche Geldstrafe wegen mehrfachen Fah- rens ohne Fahrzeugausweis in der Höhe von fünf Tage ssätzen zu jeweils CHF 30.-- bzw. die Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen bei schuldhaft em Nichtbezahlen der Geldstrafe. Zur Frage des nicht angefochtenen Aufschubs des Strafvollzugs zugunsten der Einweisung in eine Ein- richtung für junge Erwachsene erübrigen sich an vorliegender Stelle weitere Ausführungen. 7.5.1 In Bezug auf die Strafzumessung bei der Beschuldig ten D.____ ist zu konstatieren, dass diese nur von Seiten der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf die von der Vorinstanz festge- stellte Verletzung des Beschleunigungsgebots angefochten worden ist, womit es sich auch hier rechtfertigt, nachfolgend lediglich die wesentlichsten Punkte darzulegen und im Übrigen auf die vorgängigen Erwägungen zu den beiden Beschuldigten B.____ und C.____ sowie die entspre- chenden Darlegungen des Strafgerichts zu verweisen (vgl. E. II.3. S. 168 ff.). Bezüglich der konkreten Strafzumessung ist festzustellen, dass di e Beschuldigte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts sowie den vorliegenden Entscheid des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfac hen Gehilfenschaft zum Diebstahl, teil- weise versucht, zur Sachbeschädigung und zum Hausfr iedensbruch, teilweise versucht, der Gehilfenschaft zum Betrug sowie der mehrfachen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch schuldig erklärt wird. Nach Art. 139 Ziff. 1 StGB l iegt dabei der ordentliche Strafrahmen zwi- schen einer Geldstrafe von einem Tagessatz und eine r Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist inne rhalb des ordentlichen Rahmens straf- schärfend zu gewichten. 7.5.2 In casu weist unter Berücksichtigung der jeweilige n Teilnahmeform der Beschuldigten der Tatbestand des Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StG B mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Freiheitsstrafe die höchste abstrakte Strafandrohun g auf, weshalb dieses Delikt die schwerste Straftat darstellt. Bei der Festlegung der Einsatzs trafe für den Diebstahl ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten zu werten, dass die Besch uldigte entgegen ihrer verharmlosenden Darstellung der Geschehnisse ihre Mittäter mit kons truktiven Ratschlägen aktiv vor Ort unter- stützt und damit einen wesentlichen Tatbeitrag gele istet hat. Dass der tatsächliche Deliktsbe- Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht trag gering ausgefallen ist, ist lediglich dem Zufall zu verdanken, immerhin umfasst der ihr anre- chenbare Sachschaden einen Betrag in der Grössenordnung von CHF 2'000.--. Bei den subjek- tiven Tatkomponenten ist die direktvorsätzliche Wil lensrichtung zu berücksichtigen. In Würdi- gung aller im vorliegenden sowie im erstinstanzlich en Urteil geschilderten tatbezogenen Um- stände und verschuldensunabhängigen Tatkomponenten erachtet das Kantonsgericht im Er- gebnis das Tatverschulden in Bezug auf den Tatbesta nd des Diebstahls gleichermassen wie die Vorinstanz als leicht, was in Anbetracht des ab strakten Strafrahmens zur Folge hat, dass eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen als grundsätzli ch angemessene Einsatzstrafe eingestuft wird. 7.5.3 In einem zweiten Schritt ist diese Einsatzstrafe u nter Einbezug der anderen Straftaten sowie in Anwendung des Asperationsprinzips zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen. Im Hinblick auf die übrigen Delikte ist festzustellen, dass die se entweder im unmittelbaren Zusammenhang zum Diebstahl stehen, wie die Sachbeschädigung und der Hausfriedensbruch, oder dann teil- weise im Versuchsstadium stecken geblieben sowie nu r von untergeordneter Bedeutung sind, wie die mehrfache, teilweise versuchte Gehilfenscha ft zum Diebstahl, zur Sachbeschädigung und zum Hausfriedensbruch, die Gehilfenschaft zum B etrug sowie die mehrfache Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch. Wenngleich die Beschu ldigte in den meisten Fällen nur eine untergeordnete Rolle gespielt und die Delikte vor a llem in der Gefolgschaft ihres damaligen Partners C.____ verübt hat, so ist ihre Teilnahme dennoch nicht zu bagatellisieren, hat sie doch durch ihre Anwesenheit an den jeweiligen Tatorten d ie übrigen Beteiligten aktiv unterstützt und zumindest in einigen Fällen die Aufgabe der Aufpass erin übernommen. Von Bedeutung ist so- dann, dass die hohe Anzahl der ihr zur Last gelegte n Straftaten eine generelle Gleichgültigkeit der Beschuldigten gegenüber der Rechtsordnung im Al lgemeinen und spezifischen Rechtsgü- tern der Geschädigten im Speziellen widerspiegelt, wobei eine vorsätzliche Vorgehensweise ausser Frage steht. Demgegenüber fallen die im vorl iegenden Urteil zusätzlich erfolgten Verur- teilungen wegen mehrfacher Gehilfenschaft zum Diebs tahl, zur Sachbeschädigung und zum Hausfriedensbruch in den Anklagepunkten 2.20, 2.28, 2.34 und 2.35 sowie wegen mehrfacher Entwendung zum Gebrauch im Anklagepunkt 4.3.2 bei d er Strafzumessung nicht ins Gewicht. Insofern ist bei diesen Straftaten von einem leicht en Verschulden im oberen Bereich auszuge- hen, woraus in Würdigung aller im vorliegenden sowi e im angefochtenen Urteil geschilderten tatbezogenen Umstände und verschuldensunabhängigen Tatkomponenten im Sinne eines Zwi- schenergebnisses eine angemessene Erhöhung der Einsatzstrafe resultiert. Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.5.4 Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt au fgrund der besonderen Täterkomponen- ten, welche in casu gesamthaft zu Gunsten der Beschuldigten tendieren, leicht zu reduzieren. In diesem Rahmen ist festzustellen, dass die Beschuldi gte bis zum Tod ihres Vaters im Alter von 17 Jahren eine behütete Kindheit im Kreis ihrer Fam ilie erlebt hat. Insofern erstaunt es auch nicht, dass sie es allein mit Hilfe von Bezugsperso nen und ohne staatliche Unterstützung ge- schafft hat, die deliktische Phase abzuschliessen. So ist sie seit den inkriminierten Taten denn auch nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten und lebt zum heutigen Zeitpunkt in gere- gelten finanziellen und privaten Verhältnissen mit einer Anstellung als Tierpflegerin. Auch ihr ist anzurechnen, dass sie in Bezug auf einen Grossteil der von ihr verübten Delikte ein erhöhtes Mass an Einsicht und Geständigkeit an den Tag geleg t hat. Hinzu kommt, dass sie im Tatzeit- raum mit 18 Jahren noch sehr jung gewesen ist. Ihre Vorstrafenlosigkeit ist hingegen wiederum lediglich neutral zu werten. Nachdem die Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse, Nachtat- verhalten und Verhalten im Strafverfahren gestützt auf diese Darlegungen als positiv zu werten sind und demzufolge aufgrund der besonderen Täterko mponenten eine Reduktion der tatbezo- genen Einsatzstrafe gerechtfertigt erscheint, ist i m Ergebnis bezüglich der Beschuldigten D.____ eine tat- und täterangemessene Strafe von in sgesamt 240 Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen. Da bereits vorgängig festgestellt worden ist, dass bezüglich allen drei Beschuldig- ten keine Verletzung des Beschleunigungsgebots vorl iegt (s. oben E. 7.3.2), verbietet sich an dieser Stelle eine weitere Reduktion des Strafmasse s. Angesichts der zweifellos vorliegenden positiven Legalprognose ist der Beschuldigten ohne Weiteres der bedingte Strafvollzug mit der minimalen Probezeit von zwei Jahren zu gewähren. Eb enfalls zu bestätigen ist die nicht ange- fochtene Höhe des einzelnen Tagessatzes von CHF 30. --. Schliesslich steht einer Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 27 Tagen nichts im Wege. Demnach ist in Gutheissung der diesbezüglichen Beru fung der Staatsanwaltschaft und in ent- sprechender Korrektur des angefochtenen Urteils das Strafmass der Beschuldigten D.____ auf eine bedingt vollziehbare Geldstrafe in der Höhe von 240 Tagessätzen zu jeweils CHF 30.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, festzulegen. Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Genugtuungsforderung der Privatklägerin (…) 9. Kostenentscheid des Kantonsgerichts 9.1 (…) 9.2 (…) Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 2. Februar 2015, auszugsweise lautend: "1.1 B.____ wird schuldig erklärt der Vergewaltigu ng, des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachb e- schädigung, des mehrfachen, teilweise versuchten Ha usfrie- densbruchs, der Fälschung von Ausweisen, der Gehilfenschaft zum Betrug, der mehrfachen groben Verletzung der Ve rkehrs- regeln, des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, der m ehrfa- chen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung de r Fahr- unfähigkeit, des mehrfachen Fahrens trotz Entzug de s Führe- rausweises, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugaus weis, des mehrfachen Missbrauchs von Schildern sowie der Wider- handlung gegen das Waffengesetz und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren, unter Anrechnung der vom 11. November 2009 - 30. N ovem- ber 2009, vom 15. Mai 2010 - 16. Mai 2010 sowie vom 17. Au- gust 2010 - 24. Januar 2011 ausgestandenen Untersuc hungs- haft von insgesamt 182 Tagen, sowie zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.--, Seite 39 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und der en Unein- bringlichkeit auf dem Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB [i.V.m. Art. 25 StGB], Art. 186 StGB [teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], Art. 190 Abs. 1 StGB, Art. 252 al. 4 StGB, aArt. 9 0 Ziff. 2 SVG, aArt. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, aArt. 91a Abs. 1 S VG, aArt. 95 Ziff. 2 SVG, aArt. 96 Abs. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 al. 1 und al. 7 SVG, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 St GB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art . 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 1.2 C.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmässi- gen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, de r Ge- hilfenschaft zum Betrug, der Hehlerei, des mehrfach en, teil- weise versuchten Hausfriedensbruchs, des Fahrens in fahrun- fähigem Zustand, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrze ug- ausweis, des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen u nd Schildern sowie der Widerhandlung gegen das Waffeng esetz und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 2 ¼ Jahren, unter Anrechnung der vom 31. August 2010 - 7. Febr uar 2011 ausgestandenen Untersuchungshaft von 161 Tagen, sowie zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen à Fr. 30.--, im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und der en Unein- bringlichkeit auf dem Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. A rt. 25 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 186 StGB [teilwei se i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], aArt. 90 Abs. 1 Satz 2 SVG, a Art. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 al. 1, 2 und 7 SVG, A rt. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Seite 40 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 1.3 D.____ wird schuldig erklärt des Diebstahls, d er Sachbeschä- digung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen Gehilfenschaft zum Diebstahl, teilweise versucht, zur Sachbeschädigung und zum Hausfriedensbruch, tei lweise versucht, der Gehilfenschaft zum Betrug sowie der m ehrfa- chen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch und ve rur- teilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tag essätzen à Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der vom 8. September 2010 - 5. Ok tober 2010 ausgestandenen Untersuchungshaft von 27 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB [teilweise i.V.m. Art. 25 StGB, wiederum teilweise i.V.m. Art. 22 Abs . 1 StGB], Art. 144 Abs. 1 StGB [teilweise i.V.m. Art. 25 StGB ], Art. 146 Abs. 1 StGB [i.V.m. Art. 25 StGB], Art. 186 StGB [t eilweise i.V.m. Art. 25 StGB, wiederum teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], aArt. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 S tGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2.1 B.____ wird freigesprochen vom Vorwurf des meh rfachen Diebstahls (AS 2.2.3, 2.17 und 2.23), des Hausfried ensbruchs (AS 2.17), der mehrfachen Sachbeschädigung (AS 2.12 [be- züglich Kartenlesegerät], 2.23), des mehrfachen Fah rens in fahrunfähigem Zustand (AS 4.1.1, 4.1.2, 4.1.3), des Fahrens trotz Entzug des Führerausweises sowie des Fahrens ohne Fahrzeugausweis (AS 4.1.3 a) sowie der mehrfachen E ntwen- dung zum Gebrauch (AS 4.1.5 a und b). 2.2 C.____ wird freigesprochen vom Vorwurf des meh rfachen Diebstahls, teilweise versucht (AS 2.2.3, 2.2.4, 2. 2.5, 2.2.6, 2.6, 2.17, 2.27, 2.32 sowie 2.33.3), des mehrfachen Hausfrie- densbruchs (AS 2.17, 2.27 sowie 2.33.3), der mehrfa chen Freiheitsberaubung und der mehrfachen Nötigung (AS 3.2.1) sowie der mehrfachen Sachbeschädigung (AS 2.6, 2.12 [be- züglich Kartenlesegerät]). Seite 41 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 D.____ wird freigesprochen vom Vorwurf des meh rfachen Diebstahls, teilweise versucht (AS 2.2.3, 2.2.4, 2. 2.5, 2.2.6, 2.20, 2.27, 2.28, 2.32, 2.33.3, 2.34 sowie 2.35), d er mehrfa- chen Sachbeschädigung (AS 2.28, 2.32, 2.34 sowie 2. 35) so- wie des mehrfachen Hausfriedensbruchs (AS 2.20, 2.2 7, 2.28, 2.33.3 sowie 2.35). 3.1 Das gegen B.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfa- chen, teilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1), m ehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfachen Fahren s trotz Entzug, mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz und mehrfachen Missbrauchs von Schildern (AS 4.1.1c), m ehrfa- chen Fahrens trotz Entzug und mehrfachen Fahrens oh ne Versicherungsschutz (AS 4.1.2 c, 4.1.3 d sowie 4.1.4 c), mehr- fachen Fahrens trotz Entzug sowie mehrfacher Entwen dung zum Gebrauch (AS 4.1.5 e), mehrfachen Fahrens trotz Entzug, mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz und meh rfa- chen Missbrauchs von Schildern (AS 4.1.7 b [ausgeno mmen Fahrt in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 2010]) wird zufolge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestellt. Das gegen B.____ geführte Strafverfahren wegen ger ingfügi- ger Sachbeschädigung (AS 3.3), einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (AS 4.1.3.c, 4.1.5 a) sowie mehrfach er Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (AS 5) wi rd zu- folge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt. 3.2 Das gegen C.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfa- chen, teilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1) wi rd zufolge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestellt. Das gegen C.____ geführte Strafverfahren wegen ein facher Körperverletzung (AS 3.2.2) sowie mehrfacher Sachen tzie- hung und mehrfacher Sachbeschädigung (AS 3.2.3) wir d zu- folge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. 3.3 Das gegen D.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfa- chen, teilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1) so wie wegen Entwendung zum Gebrauch (AS 4.3.2) wird zufolge Ver stos- ses gegen das Anklageprinzip eingestellt. Seite 42 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Es wird festgestellt, dass sich B.____ zwische n dem 24. Janu- ar 2011 und dem 1. März 2011 im vorzeitigen Strafvo llzug be- fand und sich seit dem 1. März 2011 im vorzeitigen Massnah- menvollzug befindet. 4.2 Es wird festgestellt, dass sich C.____ vom 7. Februar 2011 - 31. März 2014 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befand. 5.1 Der Strafvollzug von B.____ ist in Anwendung v on Art. 57 Abs. 2 StGB zugunsten der Einweisung in eine Einric htung für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB aufgeschoben. 5.2 Der Strafvollzug von C.____ ist in Anwendung v on Art. 57 Abs. 2 StGB zugunsten der Einweisung in eine Einric htung für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB aufgeschoben. 6. B.____ wird verurteilt, A.____ Fr. 7‘500.-- als Genugtuung zu bezahlen (AS 1). Die Zivilklage von A.____ über Fr. 19‘656.60 wird gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen (AS 1). (…) 7. (…) 8.1 Das Honorar der amtlichen Verteidigung von B._ ___ in der Höhe von insgesamt Fr. 42‘029.35 (inkl. Auslagen un d Mehr- wertsteuer) wird aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vor- behalt der Rückzahlungsverpflichtung von B.____ nac h Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 9/10 des zugesprochenen Honorars bzw. von Fr. 37‘826.40. 8.2 Das Honorar der amtlichen Verteidigung von C._ ___ in der Höhe von insgesamt Fr. 43‘302.70 (inkl. Auslagen un d Mehr- wertsteuer) wird aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vor- behalt der Rückzahlungsverpflichtung von C.____ nac h Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 3/4 des zugesprochenen Honorars bzw. von Fr. 32‘477.--. Seite 43 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Das Honorar der amtlichen Verteidigung von D._ ___ in der Höhe von insgesamt Fr. 16‘482.80 (inkl. Auslagen un d Mehr- wertsteuer) wird aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vor- behalt der Rückzahlungsverpflichtung von D.____ nac h Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 1/2 des zugesprochenen Honorars bzw. von Fr. 8‘241.40. 9. Fürsprecher Harold Külling wird für die Opferve rtretung aus der Gerichtskasse ein Honorar in Höhe von Fr. 7‘867 .45 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. 10.1 Die B.____ betreffenden Verfahrenskosten, bes tehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 62 ‘841.40, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts in der Höhe von Fr. 250.--, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von Fr. 1‘008.-- sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 22‘000.--, gehen zu 9/10 zulasten von B.____ und zu 1/10 zu- lasten des Staates. Gestützt auf Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT g eht ½ der B.____ auferlegten Verfahrenskosten zulasten des Staates. 10.2 Die C.____ betreffenden Verfahrenskosten, bes tehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 65 ‘929.45, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts in der Höhe von Fr. 250.--, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von Fr. 609.--, sowie der Gerichtsgebühr v on Fr. 14‘000.--, gehen zu 3/4 zulasten von C.____ und zu 1/4 zu- lasten des Staates. Gestützt auf Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT g eht ½ der C.____ auferlegten Verfahrenskosten zulasten des Staates. 10.3 Die D.____ betreffenden Verfahrenskosten, bes tehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 7‘ 027.80 sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 4‘000.--, gehen zu 1/2 zulas- ten von D.____ und zu 1/2 zulasten des Staates. Wird mangels Berufung keine nachträgliche schriftl iche Ur- teilsbegründung ausgefertigt, wird die Gerichtsgebü hr auf Fr. 2‘000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 und 2 GebT). Seite 44 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gestützt auf Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT g eht ½ der D.____ auferlegten Verfahrenskosten zulasten des Staates." wird in teilweiser Gutheissung der Berufungen der Staatsanw alt- schaft Basel-Landschaft und des Beschuldigten C.___ _ sowie in Abweisung der Berufung des Beschuldigten B.____ in den Ziffern 1.1, 1.2, 1.3, 2.1, 2.2, 2.3, 3.1 und 3.3 wie folgt geändert : 1.1 B.____ wird schuldig erklärt der Vergewaltigun g, des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachb e- schädigung, des mehrfachen, teilweise versuchten Ha usfrie- densbruchs, der Fälschung von Ausweisen, der Gehilfenschaft zum Betrug, der mehrfachen groben Verletzung der Ve rkehrs- regeln, des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, der m ehrfa- chen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung de r Fahr- unfähigkeit, des mehrfachen Fahrens trotz Entzugs des Führe- rausweises, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugaus weis, des mehrfachen Fahrens ohne Versicherungsschutz , des mehrfachen Missbrauchs von Schildern sowie der Wide rhand- lung gegen das Waffengesetz und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren , unter Anrechnung der vom 11. November 2009 bis zum 30. November 2009, vom 15. Mai 2010 bis zum 16. Mai 2010 sowie vom 17. August 2010 bis zum 24. Januar 2011 a usge- standenen Untersuchungshaft von insgesamt 182 Tagen, sowie zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CH F 30.--, im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und der en Unein- bringlichkeit auf dem Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB [i.V.m. Art. 25 StGB], Art. 186 StGB [teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], Art. 190 Abs. 1 StGB, Art. 252 al. 4 StGB, aArt. 9 0 Ziff. 2 SVG, aArt. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, aArt. 91a Abs. 1 S VG, Seite 45 http://www.bl.ch/kantonsgericht aArt. 95 Ziff. 2 SVG, aArt. 96 Abs. 2 SVG , aArt. 97 Ziff. 1 al. 1 und al. 7 SVG, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 St GB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowi e Art. 51 StGB. 1.2 C.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmässi- gen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, de r Ge- hilfenschaft zum Betrug, der Hehlerei, des mehrfach en, teil- weise versuchten Hausfriedensbruchs, des Fahrens in fahrun- fähigem Zustand, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrze ug- ausweis, des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen u nd Schildern sowie der Widerhandlung gegen das Waffeng esetz und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 3 Jah - ren, mit einem unbedingten Strafanteil von 1 Jahr und einer Probezeit von 2 Jahren für den bedingten Strafanteil von 2 Jahren , unter Anrechnung der vom 31. August 2010 bis zum 7 . Febru- ar 2011 ausgestandenen Untersuchungshaft von 161 Tagen, sowie zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 30.--, im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und der en Unein- bringlichkeit auf dem Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. A rt. 25 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 186 StGB [teilwei se i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], aArt. 90 Abs. 1 Satz 2 SVG, a Art. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 al. 1, 2 und 7 SVG, A rt. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB , Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. 1.3 D.____ wird schuldig erklärt des Diebstahls, d er Sachbeschä- digung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen Gehilfenschaft zum Diebstahl, teilweise versucht, zur Sachbeschädigung und zum Hausfriedensbruch, tei lweise Seite 46 http://www.bl.ch/kantonsgericht versucht, der Gehilfenschaft zum Betrug sowie der m ehrfa- chen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch und ve rur- teilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu CHF 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der vom 8. September 2010 bis zum 5. Oktober 2010 ausgestandenen Untersuchungshaft vo n 27 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB [teilweise i.V.m. Art. 25 StGB, wiederum teilweise i.V.m. Art. 22 Abs . 1 StGB], Art. 144 Abs. 1 StGB [teilweise i.V.m. Art. 25 StGB ], Art. 146 Abs. 1 StGB [i.V.m. Art. 25 StGB], Art. 186 StGB [t eilweise i.V.m. Art. 25 StGB, wiederum teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB], aArt. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. 2.1 B.____ wird freigesprochen vom Vorwurf des meh rfachen Diebstahls (AS 2.2.3, 2.17, 2.23), des Hausfriedensbruchs (AS 2.17), der mehrfachen Sachbeschädigung (AS 2.12 [be züglich Kartenlesegerät], 2.23), des mehrfachen Fahrens in fahrunfä- higem Zustand (AS 4.1.1, 4.1.2, 4.1.3), des Fahrens trotz Ent- zugs des Führerausweises sowie des Fahrens ohne Fah r- zeugausweis (AS 4.1.3 a) und der mehrfachen Entwend ung zum Gebrauch (AS 4.1.5 a, b und e ). 2.2 C.____ wird freigesprochen vom Vorwurf des meh rfachen Diebstahls, teilweise versucht (AS 2.2.3, 2.2.4, 2. 2.5, 2.2.6, 2.17, 2.27, 2.32, 2.33.3), des mehrfachen Hausfried ensbruchs (AS 2.17, 2.27, 2.33.3), der mehrfachen Freiheitsbe raubung und der mehrfachen Nötigung (AS 3.2.1) sowie der Sa chbe- schädigung (AS 2.12 [bezüglich Kartenlesegerät]). 2.3 D.____ wird freigesprochen vom Vorwurf des meh rfachen Diebstahls, teilweise versucht (AS 2.2.3, 2.2.4, 2. 2.5, 2.2.6, 2.27, 2.32, 2.33.3), der Sachbeschädigung (AS 2.32) sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs (AS 2.27, 2.33.3). 3.1 Das gegen B.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfa- Seite 47 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen, teilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1) wi rd zufolge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestellt. Das gegen B.____ geführte Strafverfahren wegen ger ingfügi- ger Sachbeschädigung (AS 3.3), einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (AS 4.1.3.c, 4.1.5 a) sowie mehrfach er Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (AS 5) wi rd zu- folge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt. 3.3 Das gegen D.____ geführte Strafverfahren wegen mehrfa- chen, teilweise versuchten Diebstahls (AS 2.2.1) wi rd zufolge Verstosses gegen das Anklageprinzip eingestellt. Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des kantonsgerichtlich en Berufungsverfah- rens in der Höhe von CHF 45'500.-- (beinhaltend ein e Gebühr von CHF 45'000.-- sowie Auslagen von CHF 500.--) gehen im Umfang von CHF 22'750.-- zu Lasten des Beschuldigten B.___ _, im Umfang von CHF 9'100.-- zu Lasten des Beschuldigten C.____ , im Umfang von CHF 11'375.-- zu Lasten der Beschuldigten D.___ _ und im Umfang von CHF 2'275.-- zu Lasten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten B.____, Advokat Dietmar Gr auer-Briese, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 7'762.20 (inklusive Auslagen und CHF 575.-- Mehrwertsteuer) zu Lasten d er Gerichts- kasse ausgerichtet. Ebenfalls zufolge Bewilligung der amtlichen Verteid igung wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten C.____, Advokat S ilvio Bürgi, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 4'735.80 (ink lusive Ausla- gen und CHF 350.80 Mehrwertsteuer) zu Lasten der Ge richtskasse ausgerichtet. Seite 48 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gleichermassen zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird der Rechtsvertreterin der Beschuldigten D.____, Adv okatin Dr. Eva Weber, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 5' 038.20 (in- klusive Auslagen und CHF 373.20 Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Alle drei Beschuldigten sind zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Ab s. 4 lit. a StPO), wobei die beiden Beschuldigten B.____ und D.____ in vollem U m- fang rückerstattungspflichtig sind und der Beschuld igte C.____ im Umfang von 80 Prozent. Schliesslich wird zufolge Bewilligung der unentgelt lichen Rechts- pflege dem Rechtsvertreter der Privatklägerin A.___ _, Fürsprecher Harold Külling, zu Lasten der Gerichtskasse ein red uziertes pau- schales Honorar in der Höhe von CHF 4'184.-- (inklu sive Auslagen und CHF 308.90 Mehrwertsteuer) zugesprochen. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann