Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Dezember 2015 (720 15 193 / 312) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Das vorliegende Gutachten lässt eine zuverlässige B eurteilung der verbleibenden Ar- beitsfähigkeit der Versicherten zu. Demzufolge kann weder im Erwerbs- noch im Haus- haltsbereich eine Einschränkung angerechnet werden. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____ Beschwerdeführerin, vertreten durch Simon Näscher, Rechtsanwalt, Alte Landstrasse 105, 9445 Rebstein gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.7558.6597.99) A. Die 1985 geborene A.____ meldete sich am 12. Okt ober 2011 unter Hinweis auf einen im Mai 2011 erlittenen Autounfall und daraus result ierende Kopf-, Nacken- und Rückenschmer- zen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung ( IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklä- rung der erwerblichen, gesundheitlichen und haushäl terischen Verhältnisse sowie nach Durch- führung des Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Ste lle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Verfügung vom 29. April 2015 in Anwendung der ge mischten Bemessungsmethode für die Zeit vom 1. Mai 2012 bis 31. Dezember 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50% eine befristete halbe Rente zu. Ab 1. Januar 2013 lehnte sie den Rentenanspruch bei einem ermittel- ten Invaliditätsgrad von 0% ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Simon Näscher, am 1. Juni 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Land schaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, in A ufhebung der angefochtenen Verfügung vom 29. April 2015 sei ihr auch nach dem 31. Dezember 2012 mindestens eine halbe Invaliden- rente auszurichten. Eventualiter seien ein neutrales psych iatrisches und rheumatologisches Obergutachten sowie ein neurologisches Gutachten einzuho len. Subeventualiter sei eine neue Haushaltsabklärung durchzuführen; alles unter o/e-Koste nfolge. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung mit Advokat Näscher als unentgeltlichem Rechtsbeistand. Zur Begründung brachte sie im Wesentl ichen vor, dass das von der IV-Stelle eingeholte bidisziplinäre Gutachten, auf das sich die Ve rfügung stütze, nicht über den erforder- lichen Beweiswert verfüge, da es widersprüchlich und u nvollständig sei. Da das Gutachten so- mit auch nicht als Beurteilungsgrundlage für die Einsch ränkung im Haushaltsbereich herange- zogen werden könne, sei nach Einholung eines neutrale n psychiatrischen und rheumatologi- schen Obergutachtens auch eine neue Haushaltsabklärung du rchzuführen. Ungeachtet dessen sei im Rahmen der durchgeführten Haushaltsabklärung die Schadenminderungspflicht des Ehemannes überstrapaziert und die Einschränkung in den einzelnen Bereichen demnach zu tief angesetzt worden, womit allein schon aus diesem Grund n icht auf den Haushaltsbericht abge- stellt werden könne. C. In ihrer Vernehmlassung vom 11. August 2015 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wobei sie im Wesentlichen an ihrem Stan dpunkt festhielt. Ergänzend brachte sie vor, dass das der Verfügung zugrundeliegende bidiszipli näre Gutachten auch vor der zwi- schenzeitlich geänderten Rechtsprechung des Bundesgericht s zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und verg leichbare psychosomatische Lei- den eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ve rmögen, standhalte. Was den Haus- haltsbericht angehe, so sei dieser weder in Bezug auf die anhand der vorliegenden medizini- schen Unterlagen ermittelte Einschränkung im Haushaltsb ereich noch hinsichtlich der Scha- denminderungspflicht des Ehemannes zu beanstanden. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten sowohl die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 31. August 2015 als auch die Beschwerdeg egnerin mit Eingabe vom 25. Sep- tember 2015 an ihren Anträgen und Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte nen Verfügung vom 29. April 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 5.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Für die hypothe- tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Tei l-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial- versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden W ahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 29. April 201 5 ermittelte die IV-Stelle den Invali- ditätsgrad der Versicherten anhand der gemischten Met hode der Invaliditätsbemessung. Dabei ist sie gestützt auf die protokollierten Aussagen im Haush altsbericht vom 10. Juli 2014 davon ausgegangen, dass die Versicherte als Gesunde zu 50% ein er ausserhäuslichen Erwerbstätig- keit nachgehen würde und zu 50% im Haushalt beschäftigt wäre. Mit Blick auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung vom 29. April 201 5 entwickelt haben und der Tatsa- che, dass die Beschwerdeführerin diese Aufteilung nicht bestreitet, ist mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass sie heute bei voller Ge sundheit im Umfang von 50% erwerbstätig wäre. Demnach ist nicht zu beanstanden, da ss die IV-Stelle den Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode ermittelt hat. Die angef ochtene Verfügung vom 29. April 2015 erweist sich daher sowohl bezüglich der Beurteilung de r Statusfrage und der damit zusammen- hängenden Methodenwahl als auch bezüglich der Festlegun g der Anteile der Erwerbstätigkeit (50%) und der Haushaltstätigkeit (50%) als rechtens. 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 7.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin ist vorliegend das bidisziplinäre Gutacht en von Dr. med. B.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 24. Februar 2014 bzw. vom 29. April 2014 vo n zentraler Bedeutung. Insgesamt werden aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Im rheumatologischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. C.____ ohne Einwirkung auf die Ar- beitsfähigkeit ein myotendinotisches zervikothorakovertebr ales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2) bei einem myotendinotischen Hartspann der para vertebralen Muskulatur, insbesondere des Musculus trapezius links betont, des Musculus levator scapul ae linksseitig, des Musculus infraspinatus linksseitig, der paravertebralen Muskulatur im BWS- und LWS-Bereich sowie der subokzipitalen Muskulatur, ein Verdacht auf durch NSAR in duzierte Kopfschmerzen sowie ein funktionelles Impingement der linken Schulter (ICD-1 0 M75.6) wegen muskulärer Dysbalance der Schultergürtelmuskulatur, ohne klinische Zeichen ein er glenohumeralen Funktionsstörung und ohne klinische Hinweise auf eine posttraumatischen L äsion. Anlässlich der Untersuchung habe die Explorandin Kopfschmerzen und Nackenschmerzen mit laterozervikaler Schmerzaus- strahlung in den Rücken bis in den Beckenbereich beklagt. Die klinische Untersuchung der HWS zeige aber keinerlei Hinweise auf eine organisch be dingte segmentale Dysfunktion. Lokal imponiere eine ausgeprägte Dysbalance der Schultergürt elmuskulatur mit Entwicklung my- otendinotischer Verspannungen der paravertebralen Muskul atur, wobei echte Myogelosen je- doch nicht hätten ausgemacht werden können. Beim Versuc h die HWS passiv in der Neutral- stellung nach rechts und nach links zu drehen, komme es rasch zu einer massiven Gegeninter- vention im Sinne eines Vermeidungsverhaltens. Segmentale Schmerzen würden dadurch aber nicht ausgelöst. Die Flexion der HWS erfolge ebenfall s schmerzfrei, womit sich keine Hinweise auf eine echte posttraumatische Instabilität bzw. auf p osttraumatische Läsionen der HWS fest- stellen lassen. Die klinische Untersuchung der BWS und d er LWS ergebe ebenfalls muskuläre Verspannungen der paravertebralen Muskulatur, ohne Zeich en einer segmentalen Dysfunktion dieser Segmente der Wirbelsäule. Auch im Rahmen von r adiomorphologischen Untersuchun- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen hätte das Vorliegen einer posttraumatischen Läsion a n der Wirbelsäule sowie am periphe- ren Bewegungsapparat weitgehend ausgeschlossen werden können. Bei der passiven Unter- suchung im Bereich des Nackens und des Schulterblattes würd en dort Schmerzen angegeben, wo eine verspannte Muskulatur vorliege. Klinische Hinweise auf eine glenohumerale Funktions- störung bzw. auf Läsionen der Rotatorenmanschetten hätt en sich ebenfalls nicht feststellen lassen. Insgesamt stehe die funktionell bedingte myotendin otische Verspannung der paraver- tebralen Muskulatur ohne relevantes organisches Substrat, nämlich ohne relevante degenerati- ve bzw. posttraumatische Läsionen am Bewegungsapparat, im Vordergrund. Es handle sich dabei um einen unspezifischen Befund der oft bei einer psychosomatischen Fehlentwicklung zu finden sei, als somatische Reaktion bei psychogenen Stör ungen. Aus somatischer Sicht lasse sich auch nicht erklären, warum sich die Schmerzsymptomatik von einer initial traumatisierten rechten Seite (Schulter, Ellenbogen usw.), wie sie auf der Notfallstation am 23. Mai 2011 doku- mentiert worden sei, im Laufe der Zeit auf die link e Seite des Körpers verlagert habe. Es beste- he eine absolute Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subje ktiven Beschwerden und den objektivierbaren klinischen Befunden am Bewegungsappara t, die das Beschwerdebild der Ex- plorandin nicht erklären könnten. Gesamthaft sei sie in einer körperlich leichten Tätigkeit, ohne Notwendigkeit repetitiv Lasten über 10kg zu heben, zu tragen oder zu stossen, wie sie die Ex- plorandin vor dem erlittenen Unfall verrichtet habe, voll arbeitsfähig. Auch in der Tätigkeit als Hausfrau bestehe damit eine volle Arbeitsfähigkeit. Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. B.___ _ eine Somatisierungsstörung (ICD- 10 F45.0) sowie eine einfache Phobie (Autofahren) (IC D-10 F40.2). Im Rahmen der Untersu- chung sei es ohne Weiteres möglich gewesen, sich mit der Exp lorandin detailliert über das Un- fallgeschehen zu unterhalten. Es habe überhaupt kein Le idensdruck festgestellt werden kön- nen, zuweilen sei die Stimmung heiter gewesen. Die Expl orandin habe am Morgen keine Mühe aufzustehen, tagsüber kümmere sie sich um ihren Sohn, zu dem sie eine gute Beziehung habe. Sie mache mit ihm Spaziergänge, erledige Einkäufe un d könne ohne jede Schwierigkeit die öffentlichen Verkehrsmittel benützen. Leichtere Arbeiten im Haushalt seien möglich, bei schwe- reren Arbeiten werde sie von ihrer Mutter oder ihrer Schwägerin unterstützt. Ihren Angaben zu- folge fühle sie sich seit dem Unfall nicht mehr in der Lage als Beifahrerin Auto zu fahren. Dabei handle es sich um eine einfache Phobie. Insgesamt könnte n das Ausmass der geklagten kör- perlichen Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung aufgrund dies er Beschwer- den nicht mehr arbeiten zu können, durch die somatischen B efunde nicht hinreichend objekti- viert werden, so dass eine psychische Überlagerung angenomm en werden müsse. Zurzeit kla- ge sie einzig über die Schmerzen. Die Klagen über ihre Beschwerden hätten auch zu einem sekundären Krankheitsgewinn geführt. Neben der chronisch en Schmerzstörung und der einfa- chen Phobie könne keine weitere psychiatrische Diagnose gest ellt werden. Die von der Psychi- atrie E.____ im Bericht vom 26. Februar 2013 erwähnte n depressiven Verstimmungen könnten nicht bestätigt werden. Die Explorandin habe einen au sgeglichenen Eindruck gemacht und die Psychomotorik sei lebhaft gewesen. Sie leide auch nicht unter Antriebsstörungen, einem sozia- len Rückzug, Minderwertigkeitsgefühlen, einem „Lebensver leider“ oder Suizidgedanken. Im Gegensatz zu den Ausführungen im Bericht der Psychiatri e E.____ sei die Explorandin auch in der Lage, sich alleine um ihren Sohn zu kümmern. Auch der Verdacht auf eine Anorexia nervo- sa könne nicht bejaht werden, zumal die Explorandin be i einer Körpergrösse von 166 cm 56kg Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiege und weder einen abgemagerten noch einen ausgem ergelten Eindruck gemacht habe. Der physische Eindruck werde durch die Einnahme von regelmä ssigen Mahlzeiten bestätigt. Ferner habe die Explorandin keinen schweren Unfall er lebt und sich bei dem Ereignis auch kei- ne schweren Verletzungen zugezogen. Auch sei es ohne We iteres möglich gewesen, sich mit ihr detailliert über das Unfallgeschehen zu unterhalte n, ohne dass sie dabei in vegetative Erre- gung geraten wäre. Damit könne auch die Diagnose eine r posttraumatischen Belastungsstö- rung, wie sie im Bericht der Klinik D.____ vom 24. Mai 2013 diagnostiziert worden sei, nicht bestätigt werden. Sie habe eine gute Beziehung zu ihre n Familienangehörigen, zeige keinen Rückzug von der Welt, keine Anhedonie und keine chronisch e Verstimmtheit und Gereiztheit. Es entspreche insbesondere nicht der klinischen Erfahrung, dass Menschen, die an einer post- traumatischen Belastungsstörung leiden, zwanghaft im Fe rnsehen oder im Internet nach Unfäl- len suchten. So sei es geradewegs ein Zeichen dieser Krankheit, dass die Betroffenen ängstlich jede Konfrontation mit dem auslösenden Ereignis vermeiden würden. In Bezug auf die Foerster- Kriterien sei demnach festzustellen, dass weder eine ausg eprägte psychiatrische Komorbidität noch eine körperliche Begleiterkrankung vorliegen würde n. Auch hätte kein sozialer Rückzug festgestellt werden können. Dass alle therapeutischen B emühungen gescheitert seien, hänge wesentlich damit zusammen, dass die Explorandin aufgrund d er ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trot z allfälliger Restbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den Belastungen der A rbeitswelt wieder auszusetzen. Schwere lebensgeschichtliche Belastungen und Hinweise auf unbewusste Konflikte fänden sich nicht. Auch fehle es an einem primären Krankheitsgewinn . Gesamthaft würden sich die geklag- ten Beschwerden demnach weder durch eine somatische noch durch eine psychische Störung hinreichend erklären lassen. Aus psychiatrischer Sicht sei es der Explorandin daher zumutbar, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstre ngung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit ohne jegliche Einschränkung nachgehen zu können. 7.2 Bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und de r Arbeitsfähigkeit der Versicher- ten ging die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte ab Mai 2012 (Ablauf des Wartejahres) bis zur Einstellung der Versicherungsleistungen durch den Unfallversicherer per Ende August 2012 unfallbedingt keine relevante Erwerbstätigkeit zumutba r sei. Für die Zeit danach sei die Be- schwerdeführerin gestützt auf die Ergebnisse, zu denen di e Dres. B.____ und C.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 24. Februar 2014 bzw. vom 29. April 2014 gelangt sind, in einer körperlich leichten Tätigkeit, ohne Notwendigkeit Lasten über 10kg zu heben, zu tragen oder zu stossen, voll arbeitsfähig. Sie haben überdies erwogen , dass der Versicherten damit auch ihre angestammte Tätigkeit wieder zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sich die Gutachter hinrei chend mit den wesentlichen medizini- schen Unterlagen auseinandersetzen und insgesamt ein vo llständiges Bild des Gesundheitszu- standes der Beschwerdeführerin vermitteln. Alsdann neh men die Gutachter gestützt auf ihre eingehenden persönlichen Untersuchungen und Befunderhe bungen schlüssige und überzeu- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gende Beurteilungen der zumutbaren Arbeitsfähigkeit vo r. Überdies wird aus psychiatrischer Sicht unter Hinweis auf die divergierenden Aussagen der Psychiatrie E.____ sowie der Klinik D.____ nachvollziehbar dargelegt, weshalb die in den entsprechenden Berichten gestellten Di- agnosen im Rahmen der Untersuchung nicht haben bestät igt werden können (vgl. E. 7.4 hier- nach). Insgesamt ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle dem Gutachten vollen Be- weiswert zuerkannte. 7.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind nicht g eeignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens vom 24. Februar 2014 bzw. vom 29. April 2014 in Frage zu stellen. 7.4 Die Beschwerdeführerin zweifelt zunächst den Beweisw ert des psychiatrischen Fach- teils des Gutachtens dahingehend an, als in den Berichte n der Psychiatrie E.____ vom 26. Februar 2013 und der Klink D.____ vom 24. Mai 20 13, entgegen den Schlussfolgerungen im Gutachten der Dres. B.____ und C.____, medizinische Diagnosen gestellt würden, die be- legten, dass sie auch noch im Mai 2013 aus psychiatrischer S icht in Ihrer Arbeitsfähigkeit ein- geschränkt gewesen sei. So hätte die Klinik D.____ in ih rem Bericht vom 24. Mai 2013 nebst der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzst örung (ICD-10 F45.4) auch die Di- agnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie einer leichten de- pressiven Episode (ICD-10 F32.0) gestellt und ihr gestüt zt darauf eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert. Im Bericht der Psychiatrie E.____ vom 26 . Februar 2013 werde unter Berück- sichtigung der Diagnosen einer Somatisierungsstörung (IC D-10 F45) sowie einer Anorexia ner- vosa (ICD-10 F50.0) insgesamt von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Zunächst ist unter Hinweis auf das eben Dargelegte festzuhalten, dass sich Dr. B.____ ausführ- lich mit den divergierenden Auffassungen der an den er wähnten Berichten beteiligten Medizi- nalpersonen auseinandersetzt. Was den im Bericht der E .____ diagnostizierten Verdacht auf eine Anorexia nervosa angeht, so legt Dr. B.____ nach vollziehbar dar, dass dieser nicht bestä- tigt werden könne. So habe die Explorandin nicht ab gemagert oder ausgemergelt gewirkt und wiege 56kg bei einer Körpergrösse von 166 cm, was bei e inem BMI von 20.3 im mittleren Be- reich des Normalgewichts liegt. Auch habe sie eine regel mässige Nahrungsaufnahme bestätigt. Demgegenüber lassen sich dem Bericht der Psychiatrie E._ ___ vom 26. Februar 2013 weder nähere Ausführungen noch eine nachvollziehbare Begründung in Bezug auf die im Sinne eines Verdachts geäusserte Diagnose einer Anorexia nervosa und d er damit verbundenen Arbeitsun- fähigkeit entnehmen. Es wird einzig auf eine im Zeitra um vom 13. Oktober 2006 bis 10. April 2007 - und damit noch vor dem Ereignis im Mai 2011 - d urchgeführte ambulante Behandlung verwiesen, anlässlich derer bei der Versicherten ein Gewic ht von 48kg festgestellt worden sei. Weitere Angaben, die diesen Verdacht im damaligen Ze itpunkt bzw. namentlich im Zeitpunkt des Berichts vom 26. Oktober 2013 stützen, geschweige denn bekräftigen würden, fehlen gänz- lich. Auch mit der im Bericht der Klinik D.____ diagnostizier ten posttraumatischen Belastungsstö- rung setzt sich Dr. B.____ ausführlich auseinander und b egründet schlüssig, weshalb diese Diagnose zum jetzigen Zeitpunkt, aber auch für die Zeit unmittelbar im Anschluss an das Un- fallereignis nicht gestellt werden könne. Einerseits fehle es an den Ursachen für die Entwicklung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer entsprechenden Störung, da die Versicherte keine n schweren Unfall erlebt und sich bei diesem Ereignis auch keine schwere Verletzungen zugezogen habe. Andererseits könnten auch keine diagnoserelevanten Symptome ausgemacht wer den. So sei es anlässlich der Be- gutachtung möglich gewesen, sich mit der Versicherten de tailliert über das Unfallgeschehen zu unterhalten, ohne dass diese dabei in vegetative Erreg ung geraten wäre. Ferner habe sie eine gute Beziehung zu ihren Familienangehörigen, zeige k einen Rückzug von der Welt, keine An- hedonie und keine chronische Verstimmtheit und Gereiztheit. Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik D.____ hingegen, begnügt sich im Rahmen der Diagnosestel- lung im Wesentlichen mit den Äusserungen, dass die Versi cherte Albträume vom Unfall habe und seit dem Unfallereignis ein chronifiziertes Vermei dungsverhalten bestehe, ohne näher dar- zulegen, inwiefern sich dieses vorliegend manifestiert. Eine Vermeidung jeglicher Konfrontation mit dem auslösenden Ereignis, wie sie geradezu ein Zei chen für eine posttraumatische Belas- tungsstörung wäre, konnte anlässlich der gutachterlichen Untersuchung nicht ausgemacht wer- den. Vielmehr sucht die Versicherte ihren Angaben zufolge im Rahmen von Fernsehsendungen und Recherchen im Internet geradezu nach einer wiederh olten Konfrontation mit dem erlebten Ereignis. Hinsichtlich der diagnostizierten leichten depr essive Episode ist sodann zu berück- sichtigen, dass die Versicherte anlässlich des Klinikaufentha ltes mit psychosozialen Belastun- gen, namentlich ihrer schwierigen Ehe, die im damalige n Zeitpunkt kurz vor der Trennung stand, sowie finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert war, die im Gutachten von Dr. B.____ auch bestätigt worden sind. Rechtsprechungsgemäss vermögen s olche psychosoziale Belas- tungsfaktoren für sich alleine aber keinen invalidisiere nden Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu begründen. Zur Annahme einer Inva lidität braucht es in jedem Fall ein me- dizinisches Substrat, das (fach)ärztlicherseits schlüssig festgest ellt wird und nachgewiesener- massen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich bee inträchtigt. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild von belastenden psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren psy- chiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, w ie zum Beispiel eine von depressi- ven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde D epression im fachmedizini- schen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leid enszustand (vgl. BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweis). Solche von der psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störun gen mit Auswirkungen auf die Ar- beits- und Erwerbsfähigkeit, welche unabdingbar sind, d amit überhaupt von Invalidität gespro- chen werden kann, konnten vorliegend aber weder in For m einer Depression noch in Form ei- ner posttraumatischen Belastungsstörung bestätigt werden. 7.5 Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, dass di e Beschwerdegegnerin aufgrund der von ihr beklagten und in zahlreichen medizinischen Ber ichten dokumentierten Kopfschmer- zen eine neurologische Begutachtung zur umfassenden Abklä rung der Gesundheitsbeeinträch- tigungen hätte durchführen und deren Auswirkungen auf die medizinisch-theoretische Arbeits- fähigkeit hätte überprüfen müssen. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass in der Rehaklinik G.____ am 13. Oktober 2011 bereits eine umfassende neu rologische Begutachtung durchge- führt wurde, im Rahmen derer keinerlei Hinweise auf e ine neurologische Ursache ausgemacht werden konnten, die das Ausmass der beklagten Beschwerden erklären könnte. Namentlich liess sich das kognitive Störungsbild nicht mit den anlässli ch des Unfallereignisses zugezoge- nen leichten traumatischen Hirnverletzungen und der HW S-Distorsion begründen. Indessen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht konnten im Zusammenhang mit den durchgeführten kognit iven Tests Diskrepanzen und selbst- limitierende Tendenzen festgestellt werden, die schlie sslich mit der Diagnose einer unspezifi- schen neuropsychologischen Störung im Grenzbereich zwischen b ewusstseinsferner Verdeutli- chung und bewusstseinsnaher Aggravation der Beschwerden gestützt wurden (ICD-10 F68.0). Die testpsychologische Symptomvalidierung wie auch die anl ässlich der Untersuchung festge- stellten Diskrepanzen legten den Schluss nahe, dass das pr äsentierte kognitive Störungsbild zumindest teilweise aufgrund einer bewusstseinsnahen Agg ravation zustande kam, wobei be- reits damals festgestellt wurde, dass ein sekundärer Kran kheitsgewinn und psychosoziale Be- lastungsfaktoren wesentlich zur Aufrechterhaltung der b eklagten Symptome beitragen würden (vgl. Bericht der Rehaklinik G.____ vom 13. Oktober 2011 , S. 9 f., IV-Akte Nr. 14). Alsdann werden die von der Beschwerdeführerin angegebenen Kop fschmerzen im Gutachten von Dr. C.____ nachvollziehbar als Folge der regelmässigen Einnahme von hochdosiertem NSAR qualifiziert, dessen regelmässige Einnahme mangels objektivierbarer klinischer Befunde eigent- lich nicht indiziert, sondern aufgrund der daraus resul tierenden Kopfschmerzen vielmehr kont- raproduktiv sei. Weder weiteren medizinischen Akten noch de m Gutachten von Dr. C.____ las- sen sich aber Hinweise auf eine mögliche organische Ursache dieser Beschwerden entnehmen, die im Rahmen von weiteren Abklärungen an der Einschät zung der Arbeitsfähigkeit in somati- scher Hinsicht etwas ändern würden. 7.6 Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren unter Hinweis auf den mit der Beschwerde eingereichten Bericht der Psychiatrie E.____ vom 13. M ai 2015 eine seit der psychiatrischen Begutachtung eingetretene Verschlechterung ihres Gesundh eitszustands geltend macht, kann ihr ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Zum einen wird der Beweiswert dieser Kurzbeurteilung bereits durch den Umstand geschmälert, dass sie sich im Rah men der Diagnosestellung sowie mithin der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Wesen tlichen auf eine Darlegung der von der Be- schwerdeführerin subjektiv geklagten Beschwerden beschränkt. Zum anderen fehlt es auch bei diesem Bericht an einer nachvollziehbaren Begründung de r erhobenen Diagnosen, welche an- gesichts der im Vergleich zum Bericht vom 26. Oktober 201 3 neu diagnostizierten leichten De- pression aber umso mehr angezeigt gewesen wäre. Dessen ungeachtet kann daraus keine seit der psychiatrischen Beurteilung eingetretene Verschlechter ung des Gesundheitszustandes ab- geleitet werden, wie sie von der Beschwerdeführerin po stuliert wird. Dies umso weniger, als im Bericht ausdrücklich festgehalten wird, dass sich die psychiatr ische Situation seit Februar 2013 kaum verändert habe. 7.7 Zu prüfen bleibt der Einwand der Beschwerdeführe rin in Bezug auf die erwerblichen Auswirkungen der diagnostizierten Somatisierungsstörung. D r. B.____ erachtet die Arbeitsfä- higkeit in Anwendung der bisherigen Rechtsprechung zu den Schmerzstörungen (BGE 130 V 352 ff.) als nicht eingeschränkt, da keines der Zusatzkrit erien, welche nach der Überwindbar- keitsrechtsprechung gegebenenfalls auf ein auch mit zumutb arer Willensanstrengung nicht überwindbares Leiden schliessen liessen (BGE 130 V 354 E. 2.2.3), gegeben sei. 7.8.1 Wenn die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenha ng gestützt auf die im Bericht der Psychiatrie E.____ vom 13. Mai 2015 diagnostizierte d epressive Episode geltend macht, dass damit eine mitwirkende, psychisch ausgewiesen Komorbid ität von erheblicher Schwere, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Intensität, Ausprägung und Dauer vorliege, welche eine Prüfung hinsichtlich der weiteren recht- sprechungsgemässen Kriterien obsolet werden lasse, kann vollumfänglich auf das in Erwägung E. 7.3 ff. Dargelegte verwiesen werden. Auch die weiteren Foerster-Kriterien, wie das Vorliegen chronischer körperlicher Begleiterkrankungen, eines mehrj ährigen, chronifizierten Krankheits- verlaufs mit unveränderter oder progredienter Symptom atik ohne länger dauernde Rückbildung sowie ein sozialer Rückzug, sind, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, nicht oder zumindest nicht in ausgeprägter Form erfüllt. Bezüglich des Kriteriums des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz kooperativer Hal- tung wird nachvollziehbar dargelegt, dass dieses im Wesent lichen in der ausgeprägten subjek- tiven Krankheitsüberzeugung und der daraus resultieren den Selbstlimitierung, die sich in einer geringen Motivation äussert, sich trotz allfälliger Rest beschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen, begründet sei. 7.8.2 Am geschilderten Ergebnis, wonach bei der Versiche rten das Vorliegen einer massge- blichen Arbeitsunfähigkeit verneint werden muss, änder t auch der Grundsatzentscheid des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) nichts. In diesem Urteil hat das Bundesge- richt seine Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unte r denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden ei ne rentenbegründende Inva- lidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht un d teilweise geändert. Da diese Recht- sprechungsänderung grundsätzlich auf laufende Verfahren wie das vorliegende Anwendung findet (vgl. BGE 141 V 309 E. 8 und BGE 137 V 266 E. 6), ist abschliessend kurz aufzuzeigen, weshalb sich daraus keine Auswirkungen auf den hier zu beurteilenden Fall ergeben. 7.8.3 Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann w eiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diag nostizierten Gesundheitsbeeinträchti- gung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch - in Nac hachtung der verfassungs- und ge- setzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassu ng der Schweizerischen Eidge- nossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) u nd Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen Pr üfrasters beurteilt, und es braucht me- dizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. 7.8.4 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Li chte dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten - wie die hier vorliegenden Gu tachten der Dres. B.____ und C.____ - nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen e iner gesamthaften Prüfung des Einzel- falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhob enen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrun dlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 309 E. 8 mit Hinweis). 7.8.5 Die medizinischen Akten, namentlich das Gutachten d er Dres. B.____ und C.____, geben verlässlichen Aufschluss über die verbleibende Restar beitsfähigkeit der Beschwerdefüh- rerin. So wird im bidisziplinären Gutachten nicht nur auf die Defizite, sondern auch auf die Res- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sourcen der Beschwerdeführerin eingegangen, so dass der Schluss auf die bestehenden Ein- schränkungen insoweit auf einer Gesamtsicht basiert. 7.8.6 Der psychiatrische Experte gelangte zum Ergebnis, dass die diagnostizierte Somatisie- rungsstörung die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkt. Di ese einlässlich begründete fachärztliche Beurteilung überzeugt auch im Lichte von BGE 141 V 2 81. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass auch die fachgerecht gestellte Diagnose der anhalt enden somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen Leidens nur d ann zur Feststellung einer invali- denversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträch tigung führt, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält (BGE 141 V 287 E. 2 und E. 4.2). Besteht im Einzelfall Klarhei t darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbiet en, so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn die kla ssifikatorischen Merkmale einer somato- formen Schmerzstörung oder eines anderen psychosomatische n Leidens gegeben sein sollten (BGE 141 V 288 E. 2.2.2 mit Hinweis auf Art 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). In diesem Zusammenhang kann nicht darüber hinweggesehen werden, dass der psychiatrische Gutachter von einer ausgeprägten subjektiven Krankheitsü berzeugung ausgeht, welche dazu führe, dass die Versicherte wenig Motivation zeige, sich tr otz allfälliger Restbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den Belastungen de r Arbeitswelt auszusetzen. Dr. B.____ sah sich aufgrund der offensichtlich fehlend en Motivation auch ausserstande, Vor- schläge für medizinische Massnahmen und eine berufliche R eintegration zu machen. Das steht der Annahme eines gesetzlich vorausgesetzten objektivierba ren Gesundheitsschadens entge- gen (BGE 141 V 295 E. 3.7.1 mit Hinweis auf Art. 7 A bs. 2 ATSG; vgl. auch Urteil des Bundes- gerichts vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 4.2.5 und 4 .3). Alsdann wurde im Gutachten ein erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn festgestellt. Di e Beschwerdeführerin habe mit ihren Beschwerden vor sich und der Umgebung die Rechtfertigung dafür, keiner Arbeit nachgehen zu müssen und sich um ihren Sohn kümmern zu können. Die gutac hterlichen Feststellungen be- stätigen auch die bereits im Bericht der Rehaklinik G.__ __ vom 13. Oktober 2011 gemachten Ausführungen, wo eine Selbstlimitierung der Versicher ten festgehalten und auf Inkonsistenzen hingewiesen wurde. Die anlässlich der Untersuchung fest gestellten Diskrepanzen legten den Schluss nahe, dass Teile der Symptomatik dem Grenzbereich zwischen bewusstseinsfernen Verdeutlichungstendenzen und bewusstseinsnaher Aggrav ation zuzuordnen und damit der freien Willensbildung zugänglich seien. Hinzu kommt, da ss die Beschwerdeführerin im Alltag ein weitgehend normales Leben führt, sozial gut integ riert ist und nicht wesentlich unter ihren Beschwerden leidet. So hat sie am Morgen keine Mühe au fzustehen und sich tagsüber um ih- ren Sohn zu kümmern. Wenngleich ihre Aktivitäten insofern schmerzbedingt reduziert sind, als sie bei schweren Arbeiten im Haushalt von ihrer Mutter oder ihrer Schwägerin unterstützt wird, so lässt sich das nicht mit einer nennenswerten psychisch bedingten Einschränkung bei erwerb- lichen Tätigkeiten vereinbaren. Zusammenfassend überwiegen die Gründe, die keine massgeb liche Arbeitsunfähigkeit anneh- men lassen, klar. Gesamthaft ergeben sich namentlich angesichts der vorhanden familiären und mobilisierbaren persönlichen Ressourcen keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinisch festgestellten Diagnose, weshalb die Gutach ter die Somatisierungsstörung in nachvollziehbarer Weise als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt ha- ben und eine Invalidität daher vorliegend auszuschliessen ist. 8. Nach den vorstehenden Erwägungen lässt das vorliegende Gutachten der Dres. B.____ und C.____ eine zuverlässige Beurteilung d er verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu. Folglich ist davon auszugehen, dass diese in einer körperlich leichten Tätig- keit, ohne Notwendigkeit Lasten über 10kg zu heben, zu tragen oder zu stossen, voll arbeitsfä- hig ist. In antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) kann demnach auf die beantragten zusätzlichen Abklärungen verzichtet werden. 9. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. Da die Beschwerde führerin, wie sich aus Erwägung 7.2 ergibt, nach Ablauf des Wartejahres (Mai 2012) bis Ende August 2012 unfallbedingt in sämtli- chen beruflichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war, kann ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der Invaliditätsgrad im gena nnten Zeitraum 100 % betrug. Zu be- rücksichtigen ist, dass nach Art. 88a Abs. 1 IVV eine Verbe sserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, fü r die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Entsprechend hat die IV-Stelle in ih rer Verfügung vom 29. April 2015 die halbe Rente zu Recht bis zum 31. Dezember 2012 befristet. Für die Zeit danach steht nach dem Ge- sagten fest, dass die Versicherte unter Berücksichtigung de s formulierten Zumutbarkeitsprofils auch in ihrer angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, womit aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 27‘141.-- und des gleich hoh en Invalideneinkommens von Fr. 27‘141.-- der von der IV-Stelle in der Verfügun g vom 29. April 2015 ermittelte Invaliditäts- grad im Erwerbsbereich von 0% resultiert. 10.1 Streitig und zu prüfen bleibt demnach die Einsch ränkung im Haushaltsbereich . 10.2.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbe reich bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft vo n Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Eine Haushaltsabklärung ist beweiskräftig, wenn sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, welch e Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinde rungen hat, die sich aus den medizini- schen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der ver sicherten Person zu berücksichti- gen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten i m Bericht aufzuzeigen sind. Der Be- richtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angem essen detailliert bezüglich der ein- zelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; U rteil des Bundesgerichts vom Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 10.2.2 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an psychischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil vom 22. Dezember 2003 (I 311/03, in deutscher Übersetzung publiziert i n: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) hat das da- malige EVG seine Rechtsprechung zur Bemessung der Inva lidität von ganz oder teilweise im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychischen G esundheitsschaden leiden, präzi- siert (E. 5, insbesondere E. 5.3). Danach bildet die Ab klärung im Haushalt auch hier grundsätz- lich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Wider- spruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und d en fachmedizinischen Feststel- lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewo hnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stellungnahmen aber in der Regel mehr Gewi cht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung (Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund d arin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychi schen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bund esgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechts anwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Recht sprechung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 V 352 E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gl eichermassen beweiskräftige Stellung- nahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussag en vereinbar sind oder einander widersprechen. Bestehen Divergenzen zwischen den Ergebni ssen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherte n Person, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell höheres Gewicht beizumessen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 10.3.1 Aus dem Haushaltsbericht geht hervor, dass anlässlich der Haushaltsabklärung sowohl die Situation berücksichtigt wurde, wie sie noch vor der Trennung der Versicherten von ihrem Ehemann im August 2013 bestand, als auch die aktuelle Si tuation. Aufgrund einer Gesamtwür- digung gelangte die Abklärungsperson vorliegend zum Sch luss, dass die Versicherte in keinem der aufgeführten Bereiche im Haushalt eingeschränkt sei . Unter Berücksichtigung der medizini- schen Unterlagen wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass die Versicherte mehr zu leisten imstande wäre, als sie effektiv mache bzw. ihrer Ansicht nach tun könnte, wobei im Rahmen der Schadensminderungspflicht die zumutbare Mithilfe der F amilienangehörigen, namentlich des Ehemannes sowie insbesondere der Schwägerin, berücksichtigt wurde. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3.2 Bezüglich des Haushaltsberichts ist festzuhalten, dass er von einer qualifizierten Per- son in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse verfasst wurde. Der Berichtstext ist insgesamt schlüssig und nachvollziehbar und es wird angemess en detailliert begründet, wieso in den einzelnen Bereichen keine Einschränkung angerech net werden kann. Wie sich aus dem in Erwägung 7.3 ff. Ausgeführten ergibt, entspricht das Gutachten der Dres. B.____ und C.____ den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein bewe iskräftiges Gutachten, weshalb da- rauf abgestellt werden kann. Dies gilt mithin auch für die Beurteilung der Einschränkung im Haushaltsbereich. Damit wendet die Beschwerdeführerin aber zu Unrecht ein, dass die Abklä- rungsperson die fehlende Einschränkung im Haushaltsber eich nicht habe gestützt auf die gut- achterlichen Einschätzungen der Dres. B.____ und C.____ begründen dürfen. Allein durch die- sen Umstand wird der Beweiswert der Haushaltsabklärung n icht in Frage gestellt und es recht- fertigt sich dadurch, entgegen ihrer Auffassung, auch ke ine neue Haushaltsabklärung. Dieses Vorgehen der Abklärungsperson ist denn auch in grundsät zlicher Hinsicht nicht zu beanstan- den, stehen bei der vorliegenden Beurteilung der Inva lidität der Versicherten doch die psychi- schen Leiden im Vordergrund. Wie vorstehend dargelegt (E. 10.2.2), ist es bei der Bemessung der psychisch bedingten Invalidität für die Abklärungspe rson regelmässig nur beschränkt mög- lich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verb undenen Einschränkungen zu erkennen, weshalb den fachärztlichen Stellungnahmen o hnehin mehr Gewicht einzuräumen ist, als einem Bericht über die Haushaltabklärung. Ste ht nach dem Gesagten gestützt auf die massgebenden medizinischen Unterlagen fest, dass im Haushal tsbereich keine Einschränkung angerechnet werden kann, so besteht folglich kein Anlass für eine Auseinandersetzung mit dem Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend die Schadenminderungspflicht des Ehemannes. 10.4 Insgesamt stellt der Abklärungsbericht demnach eine zuverlässige Entscheidungs- grundlage dar. Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte f ür die Unrichtigkeit der Abklärungsre- sultate sind keine ersichtlich. Auf die im Rahmen eines Su beventualbegehrens beantragten Abklärungen zur Einschränkung im Haushalt kann somit ver zichtet werden. Die von der Be- schwerdegegnerin festgestellte, fehlende Einschränkung im Haushaltsbereich ist daher nicht zu beanstanden. 11. In Anwendung der gemischten Methode der Invaliditä tsbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung in den jeweiligen Berei- chen (50% im Erwerbs- und 50% im Haushaltsbereich) für die Periode von Mai 2012 bis August 2012 bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 0% (0.5 x 0%) und einer solchen im Erwerbsbereich von 100% (0.5 x 100%) ein Invaliditätsgr ad von 50%, womit, unter Berücksich- tigung der Frist von drei Monaten nach Art. 88a Abs. 1 IVV, ein Anspruch auf eine halbe Rente bis zum 31. Dezember 2012 besteht. Für den Zeitraum dan ach (ab 1. Januar 2013) besteht angesichts der fehlenden Einschränkung im Erwerbs- und Haushaltsbereich kein Rentenan- spruch mehr. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde vom 1. Juni 2015 abzuweisen. 12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 9. Juni 2015 die unentgel tliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 12.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 9 . Juni 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für sein Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2 014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 29. Okt ober 2015 für das vorliegende Verfah- ren einen Zeitaufwand von 16 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als a ngemessen erweist. Nicht zu bean- standen sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesene n Auslagen von Fr. 128.--. Dem Rechtsvertreter ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr . 3‘594.25 (16 Stunden à Fr. 200.-- zu- züglich Auslagen von Fr. 128.-- + 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 3‘594.25 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Präsidentin Gerichtsschreiberin