<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 12 S.52</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">52</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"> <p>[...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>12</b></span> <span class="ft2"><b>Art. 25 FZG, Art. 73 Abs. 2 BVG, § 112 ZPO</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Teilung der Freizügigkeitsguthaben im Nachgang zum Scheidungsver-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>fahren: Verhält sich eine Partei sowohl im Scheidungsverfahren als auch</b></span><br/> <span class="ft2"><b>im Verfahren vor Versicherungsgericht passiv, stellt dies eine mutwillige</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Verletzung der Mitwirkungspflichten dar, was mit der Auferlegung von</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Gerichtskosten und der Verpflichtung zur Zahlung einer Parteient-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schädigung an die anwaltlich vertretene Gegenpartei sanktioniert werden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>kann.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 3. Kammer, vom</span><br/> <span class="ft3">18. November 2008 in Sachen M.C. gegen N.C.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">5.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art.</span> <span class="ft1">25 FZG i.V.m. Art.</span> <span class="ft1">73 Abs.</span> <span class="ft1">2 BVG ist das</span><br/> <span class="ft1">Verfahren in der Regel kostenlos. In Ausnahmefällen, insbesondere</span><br/> <span class="ft1">bei leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung, können jedoch</span><br/> <span class="ft1">einer Partei Gerichtskosten auferlegt werden (§ 41 Abs. 2 VRS; BGE</span><br/> <span class="ft1">128 V 323 Erw. 1a mit Hinw.). Diese Voraussetzungen sind im vor-</span><br/> <span class="ft1">liegenden Fall erfüllt. Der Beklagte verhielt sich nicht nur im vor-</span><br/> <span class="ft1">gängigen Scheidungsverfahren - wodurch der vorliegende Prozess</span><br/> <span class="ft1">überhaupt erst ausgelöst wurde - sondern auch im vorliegenden Ver-</span><br/></p> </div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">53</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">fahren passiv. Die Klägerin betrieb einen grossen Aufwand, um dem</span><br/> <span class="ft1">Versicherungsgericht die vorsorgerechtlichen Verhältnisse des Be-</span><br/> <span class="ft1">klagten darzulegen, was eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre.</span><br/> <span class="ft1">Dieser reagierte jedoch auf die Aufforderungen des Gerichts, An-</span><br/> <span class="ft1">gaben über sämtliche Arbeitgeber und die jeweiligen Einrichtungen</span><br/> <span class="ft1">der beruflichen Vorsorge zu machen, Anträge zu stellen und Ein-</span><br/> <span class="ft1">wendungen zu erheben, nicht. Eine solche Prozessführung muss we-</span><br/> <span class="ft1">gen der Verletzung der (auch dem Beklagten obliegenden) Mitwir-</span><br/> <span class="ft1">kungspflichten als mutwillig bezeichnet werden, zumal sie auch auf</span><br/> <span class="ft1">eine Verzögerungstaktik hinausläuft, welche durch Auferlegung der</span><br/> <span class="ft1">Gerichtskosten sanktioniert werden darf (vgl. BGE 124 V 289 f.</span><br/> <span class="ft1">Erw. 4b). Dementsprechend sind dem Beklagten wegen mutwilliger</span><br/> <span class="ft1">Prozessführung im Sinne von § 41 Abs. 2 VRS die Verfahrenskosten</span><br/> <span class="ft1">aufzuerlegen.</span><br/> <span class="ft1">5.2.</span><br/> <span class="ft1">Im Gegensatz zu den Gerichtskosten regelt das BVG den</span><br/> <span class="ft1">Anspruch auf eine Parteientschädigung nicht. Diesbezüglich gilt</span><br/> <span class="ft1">(ebenfalls) das kantonale Prozessrecht (Hans-Ulrich Stauffer, Die</span><br/> <span class="ft1">berufliche Vorsorge, in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des</span><br/> <span class="ft1">Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1996, S. 106).</span><br/> <span class="ft1">In § 30 VRS wird bezüglich der Parteikosten auf die Bestimmungen</span><br/> <span class="ft1">der Zivilprozessordnung verwiesen. Da die Ausgangslage aufgrund</span><br/> <span class="ft1">des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts klar war, kann keine Partei</span><br/> <span class="ft1">als obsiegend im Sinne von § 112 ZPO betrachtet werden. Die</span><br/> <span class="ft1">Parteikosten sind jedoch nicht wettzuschlagen, da das Verhalten des</span><br/> <span class="ft1">Beklagten, wie in den vorstehenden Erwägungen (Ziff. 5.1. hievor)</span><br/> <span class="ft1">ausgeführt, als mutwillig zu qualifizieren ist. Es rechtfertigt sich</span><br/> <span class="ft1">daher, den Beklagten zum Ersatz der Hälfte der Parteikosten der</span><br/> <span class="ft1">anwaltlich vertretenen Klägerin zu verpflichten, da diese nicht nur</span><br/> <span class="ft1">ihre eigenen, sondern auch die vorsorgerechtlichen Verhältnisse des</span><br/> <span class="ft1">Beklagten dem Gericht in vorbildlicher Weise zur Kenntnis brachte</span><br/> <span class="ft1">und damit einen grossen, auch vom Beklagten zu entschädigenden</span><br/> <span class="ft1">Aufwand betrieb.</span><br/></div> </div> </body> </html>