200 21 749 IV MAK/IMD/STA Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 18. Februar 2023 Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schwegler Gerichtsschreiber Imhasly A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 28. September 2021 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich im Januar 2019 unter Hinweis auf eine am 6. August 2018 erlittene Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) und eine mediale Menis- kusläsion im rechten Knie bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis- tungsbezug an (Akten der IV [act. II] 4.6, 5). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen; namentlich veranlasste sie eine psychiatrisch-rheumatologische Begutach- tung (Gutachten vom 21. März 2021 [act. II 48.1 - 48.3] und Stellungnahme vom 18. Mai 2021 [act. II 58]). Nach entsprechender vorbescheidweiser Ankündigung (act. II 62) verneinte sie mit Verfügung vom 28. Septem- ber 2021 (act. II 75) einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 38 %. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________ mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 Beschwerde mit den fol- genden Rechtsbegehren: 1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 28. September 2021 sei aufzuheben. 2. Die Angelegenheit sei zur weiteren Abklärung der Anspruchsbe- rechtigung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 8. Januar 2019 bis auf Weiteres eine Viertelsrente zuzusprechen. 4. Subeventualiter sei der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 8. Januar 2019 bis zum 22. März 2021 eine Viertelsrente zuzu- sprechen. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 2. De- zember 2021 die Abweisung der Beschwerde.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 3 Mit Eingabe vom 10. Januar 2023 reichte die Beschwerdegegnerin eine ihr zugestellte E-Mail des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) … vom 4. Januar 2023 zu den Akten, wonach die Beschwerdeführerin sich per 2. Januar 2023 vom RAV und der Arbeitslosenkasse abgemeldet habe. Grund dafür sei ihr Stellenantritt bei der … C.________ AG in …. Sie ver- füge über einen befristeten Arbeitsvertrag (ein Jahr) mit einem Arbeitspen- sum von 100 % als … in der …. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. September 2021 (act. II 75). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 4 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül- lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe- standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG- Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen. 2.2Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar- beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig- keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.3Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön- nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 5 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini- sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein- trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 2.4Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.5Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.6Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 3. 3.1In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent- lich – das Folgende zu entnehmen:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 6 3.1.1Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im "Arztzeugnis UVG" vom 25. August 2018 (act. II 4.2 S. 16) eine Läsion des vorderen Kreuzbands und des medialen Meniskus im rechten Knie. Die Patientin sei am 6. August 2018 auf glattem Boden ausgerutscht und habe sich das Knie verdreht. Es bestünden Knieschmer- zen und eine Druckdolenz, Gehen und Belasten seien schmerzhaft. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 %. 3.1.2Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte gemäss Operationsbericht vom 3. September 2018 (act. II 4.2 S. 12 ff.) am 31. August 2018 eine dia- gnostische Kniearthroskopie mit Meniskusnaht und eine arthroskopisch- assistierte VKB-Plastik durch. Am 9. Oktober 2018 (act. II 4.2. S. 11) be- richtete er über ein günstiges Zwischenergebnis und attestierte für vier Wo- chen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Anschliessend sei eine Teilar- beitsfähigkeit zu beurteilen. In einem weiteren Bericht vom 27. November 2018 (act. II 4.2 S. 6) erwähnte der Arzt einen ungünstigen Verlauf, was die Belastbarkeit angehe. Die Ursache sei momentan allerdings unklar. Es persistierten mediale Schmerzen auf Kniegelenkshöhe bzw. auf Höhe des Seitenbandes und dorsal. Am 11. Dezember 2018 (act. II 4.2 S. 1) hielt Dr. med. E.________ fest, im Verlaufs-MRI habe sich eine korrekte VKB- Transplantatlage ohne Riss gezeigt. Das Zwischenergebnis habe sich nach einem Wechsel des Physiotherapeuten nun verbessert. Die Kortison- und NSR-Therapie würden fortgeführt. 3.1.3Im Bericht vom 9. Mai 2019 (act. II 19.2 S. 3 f.) hielt Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, die aktuelle Problematik liege in einer massiven muskulären Dekonditionierung, insbesondere mit Insuffizienz der Hüftab- duktoren mit sekundärer Reizung des Semimembranosuseck, sekundärem Hypertonus der Hüftabduktion und Hoffaitis. Bis Ende Mai bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Am 17. Juli 2019 (act. II 21.2 S. 2 f.) führte der Arzt aus, die Patientin berichte weiterhin über belastungsabhängige Schmerzen auf der Knieinnenseite rechts. Sowohl klinisch als auch MR- tomographisch seien die Beschwerden nicht klar "zuordenbar". Möglicher- weise handle es sich um eine Reizung des Ramus infrapatellaris. Für wei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 7 tere drei Wochen bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Schliesslich hielt Dr. med. F.________ im Bericht vom 12. September 2019 (act. II 21.2 S. 1) fest, aus orthopädischer Sicht könne er keinen weiteren Beitrag zur Besserung der Situation leisten. 3.1.4Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 9. März 2020 (act. II 22 S. 9 f.) wurde festgehalten, es sei eine ambulante strahlentherapeuti- sche Behandlung bei guter "Tolerabilität" durchgeführt worden. Nach der ersten Bestrahlungsfraktion sei es (ungewöhnlicherweise) zu einer Schmerzfreiheit des Resttages gekommen. Danach seien die Belastungs- schmerzen im rechten Knie unverändert geblieben. Zwischenzeitlich seien Knieschmerzen links aufgetreten, was im Rahmen einer aktivierten Arthro- se gewertet worden sei. 3.1.5Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, attestierte im Bericht vom 9. Juli 2020 (act. II 26) weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei schlecht, Rücken- und Knieschmerzen stünden einer Eingliederung im Wege. 3.1.6Dem von den Dres. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, und J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, verfassten bidisziplinären Gutachten vom 21. März 2021 (act. II 48.1 - 48.3) sind die folgenden Diagnosen mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: Chronischer Knieschmerz rechts (ICD-10 M25.56), "Failed knee surgery" nach Distorsion Knie rechts 06.08.2018 mit VKB- und medialer Meniskus- Hinterhornläsion Knie rechts (ICD-10 M23.61, M23.32) - 31.08.2018: Diagnostische Arthroskopie des Knies mit Meniskusnaht rechts mit VKB-Plastik Monobündel (Semitendinosus). - 29.11.2018: MRI Knie rechts (Intaktes VKB-Transplantat in normaler Ausrichtung. Normale Position des Innenmeniskushinterhorns nach Meniskusnaht). - 28.06.2019: MRI Knie rechts (reguläre Situation, kein eigentliches Kno- chenmarksödem tibial medial, reaktives Knochenmarksödem bei tibialer Fixationsschraube [normal]). - Serieninfiltration mit Lokalanästhesie und Glucocorticoiden, ohne Er- folg. - Botox-Behandlung bei Tendinopathie Ligamentum meniscofemorale und Pes anserinus rechts, ohne Erfolg. - 17.02. bis 09.03.2020: Oberflächentherapie (X-Strahl) bis 3 Gy (6 x 0.5 Gy).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 8 - Beginnende medial betonte Gonarthrose und popliteale Zyste (act. II 48.1 S. 6 Ziff. 4.2). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht bestünden keine Befunde oder gar Diagnosen. Aus rheumatologischer Sicht zeige sich biomechanisch keine Einschränkung im rechten Kniegelenk, bei guter Flektions- und Extensionsfähigkeit und erhal- tener Stabilität. Das postoperative Ergebnis sei rein biomechanisch gut. Es zeige sich eine beginnende, medialbetonte Gonarthrose mit leichten osteophytären Ausziehungen. Dies könne auch im Rahmen der Adipositas interpretiert werden als isolierter Risikofaktor für die Entstehung einer Gonarthrose. Das Beschwerdebild sei jedoch ein chronifizierter Schmerz, unabhängig von der Biomechanik, auftretend postoperativ, im medialen und subpatellären Kniekompartiment. Eine leichte Reizung im rechten Knie sei vorhanden, bei Ausbildung einer zystischen Formation in der medialen Po- plitea. Diese könne jedoch auch durch die degenerativen Veränderungen bedingt sein. Das subjektive Beschwerdebild könne nicht objektiviert werden und gelte vorderhand als "Failed knee surgery". Gesamthaft bestehe aufgrund der subjektiven Beschwerden eine Einschränkung der Belastbarkeit für eine gehende und stehende Tätigkeit, insbesondere Treppengang und Gehen auf unebenem Gelände. Hierfür bestehe eine qua- litative und quantitative Einschränkung der Belastbarkeit. Gesamthaft könne in einer adaptierten Tätigkeit jedoch lediglich eine qualitative Einschränkung (richtig wohl: "quantitative" bei erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf) der Belastbarkeit attestiert werden (act. II 48.1 S. 7 Ziff. 4.3). Die körperlichen Ressourcen seien reduziert aufgrund der chronifizierten Schmerzsymptomatik, jedoch könnten adaptierte körperliche Leistungen erbracht werden. Dies zeige die normale Funktion als Hausfrau und Mutter sowie die Arbeitstätigkeit als … (act. II 48.1 S. 7 Ziff. 4.5). Die bisherige Tätigkeit habe die … von … umfasst. Die Tätigkeit habe dominant sitzend ausgeführt werden können und wäre somit ideal für die Versicherte. Das Tragen schwerer … in Kisten könnte allenfalls abgegeben werden, mindestens im Zeitraum der weiteren Behandlung. Die Versicherte traue sich diese Arbeit selber weniger zu, da sie aktuell über neue Einschränkungen klage, die kleinen Teile richtig zu sehen. Die vorgängig ausgeführte Tätigkeit in der … wäre denkbar und könnte in einer hochprozentigen Ausführung erfolgen. Dabei sei insbesondere die … Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 9 möglich, da diese Arbeit sitzend ausgeführt werde. Erschwert seien die Tätigkeiten am … sowie die …, da diese Tätigkeiten stehend ausgeführt würden. Gesamt können aus bewegungsapparatmedizinischer Sicht für die obengenannten angestammten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert werden. Die Einschränkungen ergäben sich aufgrund des erhöhten Pausen- sowie Erholungsbedarfs bei Schmerz (act. II 48.1 S. 8 Ziff. 4.7). Eine aktuell ideale angepasste Tätigkeit sei sitzend zu 80 % und 20 % leicht gehend. Dabei sei eine Arbeitstätigkeit quantitativ zu 80 % umsetzbar. Die 20 % Reduktion seien noch notwendig bei erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf (act. II 48.1 S. 9 Ziff. 4.8 sowie act. II 58 S. 23). In der Stellungnahme vom 18. Mai 2021 (act. II 58) führte der Gutachter Dr. med. I.________ aus, eine ideal angepasste Tätigkeit zu 80 % sitzend und zu 20 % leicht gehend und stehend sei ab April 2019 zumutbar. Eine zeitliche Einschränkung ergebe sich nicht, eine leistungsmässige Ein- schränkung aufgrund der chronischen Schmerzsituation bestehe zu 20 %. 3.2 3.2.1Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.2.2Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 10 Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.2.3Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 3.3In medizinischer Hinsicht erging die angefochtene Verfügung vom 28. September 2021 (act. II 75) gestützt auf das von den Dres. med. I.________ und J.________ verfasste bidisziplinäre Gutachten vom 21. März 2021 (act. II 48.1 - 48.3). Dieses erfüllt die vorerwähnten höch- strichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen Beweis. Die Gut- achter haben sich in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun- gen auch gestützt auf eigene Untersuchungen in den Fachrichtungen Rheumatologie und Psychiatrie getroffen. Die Ausführungen in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo- genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und insbesondere zum vorliegend relevanten Beweisthema (Restarbeitsfähigkeit, Zumutbar- keitsprofil) nachvollziehbar begründet. Was die Beschwerdeführerin dage- gen vorträgt, vermag daran nichts zu ändern. 3.3.1Nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens spricht, dass die Gutachter die diagnostische Zuordnung als vage beurteilten und den chro- nifizierten Schmerz nicht klar zuordnen konnten (act. II 48.2 S. 22 Ziff. 7.3; Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Damit bringen die Gutachter zum Ausdruck, dass sie die Beschwerden nicht für restlos objektivierbar halten, was denn auch der Einschätzung des behandelnden Orthopäden Dr. med. F.________ entspricht (vgl. act. II 19.2 S. 3 f.). Im Übrigen spricht der Umstand, dass ein Gutachter die diagnostischen Schwierigkeiten offenlegt, nicht gegen, sondern für den Beweiswert der Expertise (vgl. Entscheide des Bundesge-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 11 richts [BGer] vom 21. Juni 2016, 9C_614/2015, E. 5.1, und vom 27. Juni 2016, 8C_261/2016, E. 4.). 3.3.2Die Beschwerdeführerin rügt, aus dem Gutachten gehe hervor, dass sie – nebst den untersuchten Fachgebieten – zusätzlich an Rücken- problemen sowie einer Sehschwäche und Schwindel leide. Weiter führten insbesondere auch Rumpfbewegungen und Rumpfdehnungen zu Schmer- zen (Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Die Gutachter haben sich mit diesen Be- schwerden auseinandergesetzt (vgl. act. II 48.1 S. 8 Ziff. 4.6), ihnen jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (act. II 48.1 S. 6 Ziff. 4.2). Aus den Akten ergeben sich denn auch keine Hinweise, dass über die von den Gutachtern beurteilten Beschwerden hinaus weitere Ge- sundheitsschäden bestünden, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Ar- beitsfähigkeit einschränken würden. Entsprechendes wird denn auch sei- tens der behandelnden Ärzte nicht konkret festgehalten. Soweit die Gut- achter auf Dr. med. F.________ und dessen "demnächst" erfolgende inter- disziplinäre Fallbesprechung zwecks Ableitung der notwendigen therapeu- tischen Massnahmen verweisen (act. II 48.1 S. 9 Ziff. 4.11), hat dies keine Auswirkung auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus gutachterlicher Sicht (vgl. dazu auch die nachfolgende Erwägung). 3.3.3Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, im Gutachten wer- de auf August 2021 verwiesen, zu welchem Zeitpunkt mehr über den weite- ren Verlauf gesagt werden könne. Sinngemäss bringt sie vor, die Be- schwerdegegnerin hätte diesen Zeitpunkt abwarten müssen (Beschwerde S. 5 Ziff. 10). Die entsprechende Äusserung der Gutachter bezieht sich allerdings auf eine allfällige (und zu erwartende weitere) Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, die zu erwarten wäre, falls die gutachterlich empfohlenen (die Dekonditionierung aufhebenden) therapeutischen Massnahmen (Ge- wichtsreduktion, Teilnahme an einem multimodalen Schmerzverarbei- tungsprogramm, Coaching) durchgeführt würden. Dabei handelt es sich um die Antwort auf eine "fallspezifische Frage" der Beschwerdegegnerin nach der Zumutbarkeit von schadenmindernden Massnahmen und nach dem Zeitpunkt, zu dem der Erfolg dieser Massnahmen beurteilt werden kann (act. II 48.1 S. 10 Ziff. 4.12). Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin verfügt hat, ohne zunächst den Erfolg schadenmindernder Massnahmen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 12 abzuwarten, wirkt sich nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus, würde bei der zu erwartenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit doch ein tieferer Invaliditätsgrad resultieren. 3.3.4Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwer- de S. 6 Ziff. 13) hat der psychiatrische Gutachter ausgeführt, weshalb die Schmerzen im rechten Knie nicht im Rahmen einer anhaltenden somato- formen Schmerzstörung zu beurteilen sind (act. II 48.3 S. 15). Die entspre- chenden Diagnosekriterien (vgl. https://www.dimdi.de/static/de/klassifika- tionen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2021/block-f40-f48.htm; Eintrag zu F45.4) sind klarerweise nicht erfüllt. Insbesondere finden sich weder in den Akten Hinweise auf emotionale Konflikte oder psychosoziale Belastungen, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Auf- rechterhaltung der Schmerzen zukommt, noch hat die Beschwerdeführerin solche im Rahmen der Anamneseerhebung benannt (vgl. act. II 48.3 S. 8). Hinsichtlich des Vorbringens, wonach fraglich sei, wie im Zeitfenster von 55 Minuten eine einlässliche und abschliessende Beurteilung möglich sei, ist darauf hinzuweisen, dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt. Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersu- chung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beur- teilenden Psychopathologie angemessen sein. Wie hoch dieser im Einzel- fall zu veranschlagen ist, unterliegt letztlich aber der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des damit befassten Experten (SVR 2021 IV Nr. 12 S. 34 E. 3.2.3.2, 2019 IV Nr. 85 S. 280 E. 6, 2017 IV Nr. 75 S. 232 E. 4.3). Das psychiatrische Teilgutachten erweist sich – wie vorstehend dargelegt – als vollständig und schlüssig. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass der zeitliche Aufwand, der im Übrigen nicht nur aus der Untersuchung selbst besteht, der Fragestellung und der zu beurteilenden Sachlage nicht ange- messen gewesen wäre. 3.3.5Schliesslich ist mit Blick auf das formulierte Zumutbarkeitsprofil in einer angepassten Tätigkeit (vgl. act. II 48.1 S. 9 Ziff. 4.8) – welche für die Invaliditätsbemessung und dabei konkret für die Festsetzung des Invali- deneinkommens massgebend ist (vgl. E. 4.3.1 hiernach) – nicht entschei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 13 dend, wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit genau ausgestaltet war, und ob ein interner Wechsel beim bisherigen Arbeitgeber möglich gewesen wäre (Beschwerde S. 5 Ziff. 9). 3.3.6Gestützt auf das nach dem Gesagten voll beweiskräftige Gutach- ten der Dres. med. I.________ und J.________ vom 21. März 2021 (act. II 48.1 - 48.3) ist ab April 2019 von einer (grundsätzlich auch weiter steiger- baren) Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von (mindestens) 80 % auszugehen. 4. 4.1Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe- ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). Mit Blick auf die im Januar 2019 erfolgte Anmeldung (act. II 5) fällt – entgegen der Beschwerde (S. 2, Rechtsbegehren 3 und 4) – der frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung der sechsmo- natigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 1. Juli 2019. Auf diesen Zeitpunkt hin ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 4.2Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen zu Recht anhand der Lohnangaben der früheren Arbeitgeberin (K.________ AG) ermittelt (vgl. act. II 75 S. 1), bei welcher die Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2016 bis 31. Mai 2019 als … angestellt war (act. II 5 S. 6, 24 S. 2). Es bestehen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 14 keine Anzeichen dafür, dass sie ohne den erlittenen Gesundheitsschaden nicht weiterhin dort arbeiten würde. Ausgehend von einem Monatslohn von Fr. 4'425.-- (act. II 14 S. 3) ergibt sich zunächst ein Jahreseinkommen von Fr. 57'525.-- (Fr. 4'425 x 13 [vgl. act. II 16.2-16.4]). Ebenfalls zu berücksich- tigen ist die der AHV-Beitragspflicht unterliegende, monatlich ausgerichtete Krankenkassenzulage von Fr. 175.-- (act. II 16.2 - 16.4) im Gesamtbetrag von Fr. 2'100.-- (Fr. 175.-- x 12; vgl. dazu Bundesamt für Sozialversiche- rungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invaliden- versicherung [KSIR] Rz. 3201; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). Daneben hat die Beschwerdegegnerin korrekterweise auch das mit der bereits vor Ein- tritt des Gesundheitsschadens ausgeübten … erzielte jährliche Einkommen von Fr. 12'220.-- (in der Verfügung fälschlicherweise mit Fr. 12'222.-- bezif- fert [act. II 75 S. 1]) berücksichtigt (vgl. dazu die Einträge im IK-Auszug für die Jahre 2016 - 2018 (act. II 51 S. 2). Insgesamt resultiert damit ein Vali- deneinkommen von Fr. 71'845.-- (Fr. 57'525.-- + Fr. 2'100.-- + Fr. 12'220.-- ). Unerheblich ist, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2020 voraussicht- lich einen um ca. Fr. 50.-- höheren Monatslohn erhalten hätte (Beschwerde S. 4), ist doch für die Invaliditätsbemessung das Jahr 2019 massgebend (vgl. E. 4.1 hiervor). 4.3Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange- zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 15 nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein- schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be- schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein- kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo- bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi- zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20). 4.3.1Gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil besteht in einer lei- densangepassten Tätigkeit eine (mit schadenmindernden Massnahmen jedoch grundsätzlich steigerbare [act. II 56.1 S. 26]) Arbeitsfähigkeit von (mindestens) 80 % (vgl. E. 3.3.6 hiervor). Da die Beschwerdeführerin die ihr zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht vollumfänglich umsetzt, ist das Invali- deneinkommen anhand eines LSE-Tabellenlohnes zu bestimmen. Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2018, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1, und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit, der Nomi- nallohnentwicklung sowie der gutachterlich festgestellten medizinisch- theoretischen Arbeitsfähigkeit von 80 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 44'175.-- (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2018] / 101.7 x 102.7 [Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen 2016-2020, Total, Indi- ces 2018 bzw. 2019] x 0.8). 4.3.2Korrekterweise nahm die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn vor (vgl. act. II 75 S. 1). Zunächst rechtfertigt sich bei der im massgebenden Zeitpunkt 39-jährig gewesenen Beschwerdeführerin kein Abzug mit der Begründung des fortgeschrittenen Alters. Die gutachterlich attestierte Leistungsfähigkeit von 80 % kann im Rahmen einer ganztägigen Anwesenheit verwertet werden (act. II 58 S. 1), womit auch unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" kein Abzug vorzunehmen ist (Entscheid des BGer Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 16 vom 25. November 2021, 8C_627/2021, E. 5.1). Der herangezogene Ta- bellenlohn berücksichtigt die leidensbedingten körperlichen Einschränkun- gen der Beschwerdeführerin angemessen, sodass unter diesem Gesichts- punkt ebenfalls kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn zu begründen ist. Abgesehen davon, dass mit geeigneten, von der Beschwerdeführerin selbständig vorzunehmenden Massnahmen die Arbeits- und Leistungs- fähigkeit weiter gesteigert werden könnte (act. II 56.1 S. 26). Schliesslich rechtfertigt die Nationalität/Aufenthaltskategorie keinen Abzug. Mit Blick auf die ausländische Herkunft der Beschwerdeführerin ergibt sich, dass Frauen mit Niederlassungsbewilligung C (vgl. act. II 6) ohne Kaderfunktion zwar weniger als Schweizerinnen verdienen (LSE 2018, Tabelle TA12 [Monatli- cher Bruttolohn, Schweizer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht]), aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene Durchschnittseinkommen (LSE 2018, Tabelle TA1; vgl. Entscheid des BGer vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 5.2). 4.4Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re- sultiert ein Invaliditätsgrad von aufgerundet (vgl. dazu BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1) maximal 39 % ([Fr. 71'845.--./. Fr. 44'175.--] / Fr. 71'845.-- x 100). Damit besteht kein An- spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 2.4 hiervor). Vorliegend massgebend sind die Verhältnisse bis zum Verfügungszeitpunkt vom 28. September 2021 (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Die Eingabe der IVB vom 10. Januar 2023 (samt E-Mail des RAV vom 4. Januar 2023; vgl. S. 3 oben) hat demnach unberücksichtigt zu bleiben. Diese geht mit dem Urteil zur Kenntnis an die Beschwerdeführerin. 5. 5.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab- hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule- gen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 17 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh- rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen. 5.2Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Einga- be der Beschwerdegegnerin vom 10. Januar 2023) - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.