Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Dezember 2013 (720 13 263) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhaltes; Anforderungsniveau 3 oder 4 des nach LSE ermittelten Validenlohnes; leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Elisabeth Maier, Advo- katin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1959 geborene A.____ arbeitete zuletzt bis End e August 2009 in einem 50% Pen- sum als Serviceangestellte im Restaurant B.____. Am 4. Jun i 2010 meldete sie sich unter Hin- weis auf Depressionen, chronische Rücken- und Gelenkschmerzen (Schultern, linker Daumen und linkes Knie) sowie ein Alkoholproblem zum Leistung sbezug bei der IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) an. Die IV-Stelle klärte in de r Folge die gesundheitlichen sowie erwerbli- chen Verhältnisse ab und die Versicherte absolvierte vom 1 . November 2010 bis 30. April 2011 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Arbeitstraining. Mit Verfügung vom 24. Juli 2013 wurde das Leistungsbegehren - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - aufgrund eines r entenausschliessenden Invaliditäts- grads von 28% abgelehnt. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Adv okatin Elisabeth Maier, am 16. September 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die Verfügung vom 24. Juli 2013 sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei zur weiteren Abklärung des Sachverhalts ein Gerichtsgutachten einzuholen. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur wei- teren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfah- rensmässiger Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung. Die Beschwerde begr ündete sie im Wesentlichen damit, dass die angefochtene Verfügung der Vorinstanz auf unzu reichenden medizinischen Unterla- gen beruhe. Zudem hätte bei der Ermittlung des Vali denlohns gestützt auf statistische Werte vom Anforderungsniveau 3 ausgegangen werden müssen, da sie über eine abgeschlossene Berufslehre verfüge. Ausserdem sei auf den Invalidenlohn ein leidensbedingter Abzug von min- destens 10% zu gewähren. C. Mit Verfügung vom 19. September 2013 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwer- deführerin die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advo- katin Maier als Rechtsvertreterin. D. Die IV-Stelle liess sich am 3. Oktober 2013 zur Beschwer de vernehmen und beantrag- te deren Abweisung. Zur Begründung wurde im Wesentli chen vorgebracht, dass die der ange- fochtenen Verfügung zugrunde gelegten medizinischen Beri chte nicht zu beanstanden seien. Ebenso sei der vorgenommene Einkommensvergleich rechtens. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführ erin. Massgebend ist der Sach- verhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. Juli 2013 entwickelte. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die In validität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesun dheit verursacht, wobei sie im IV- Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unf all sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund e ines Einkommensvergleichs zu bestim- men. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah- men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichen er Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen) . Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif- fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gege nübergestellt werden. Aus der Ein- kommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG, ab 1. Januar 2007: Bundesgericht, Sozialrechtlich e Abteilungen [Bundesgericht]) mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me- dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die B eweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien i n BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI- Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinwei sen). So ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezi alärztinnen und -ärzte, welche auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 35 3 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Gru ndsätze finden für das IV- Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EV G vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von be handelnden Ärzten darf und soll das Ge- richt der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf- tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pa- tienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im R ahmen einer freien und umfas- senden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die pote ntiellen Stärken der Berichte behan- delnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allei n, dass eine Einschätzung vom be- handelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich ein- zustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und u mfassende Betreuung durch behan- delnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unter- schiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisc h tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachme dizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001 , I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administ- rativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärzt licher Interpretation entspringende - As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen folgende Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1. Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie , diagnostizierte am 9. August 2011 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Alko holabhängigkeit mit episodischem Sub- stanzgebrauch (ICD-10 F10.26), eine rezidivierende depressive Störung, zurzeit leichte Episode Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (ICD-10 F32.0), einen Status nach Heroinabhängigkeit bis circa 1989, akzentuierte (emotional- instabile, dependente und anankastische) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie Probleme mit dem Sohn. Diese Erkrankungen würden sich derart auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, dass diese durch die erhöhte Ermüdbarkeit und die verminderte Belastbarkei t eingeschränkt sei. Die reaktive de- pressive Verstimmung gehe mit einem verminderten Antrie b und mit Konzentrationsstörungen einher. Weiter bestünde die Gefahr eines Alkoholrückfal les. Vor dem Hintergrund ihrer Persön- lichkeit (mit sowohl überangepassten wie auch oppositionel len Verhaltenszügen) verfüge die Beschwerdeführerin über eine eingeschränkte soziale Kom petenz. Eine Anstellung im Service oder eine sonstige Funktion, in welcher sie ständig mit Alkohol und dem Konsum desselben in Kontakt komme, sei wegen der Rückfallgefahr nicht mögl ich. In einer angepassten Tätigkeit wäre eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50%-60% vorstellbar und wünschenswert. 5.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einer bidisziplinä ren Begutachtung. Dr. E.____ unter- suchte die Beschwerdeführerin am 6. Februar 2012 und na nnte in seinem Gutachten vom 14. Februar 2012 keine Diagnosen mit Auswirkung auf d ie Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden chronische unspezifische Kre uzschmerzen, eine beginnende mediale Gonarthrose beidseits, eine Rhizarthrose links, eine muskuläre Dysbalance am Schul- tergürtel, ein leichter Knick-Senkfuss links, Spreizfüsse, e in Hallux valgus links mehr als rechts und ein Status nach Fraktur des rechten Handgelenks circa 1996. Die von der Beschwerdefüh- rerin beschriebenen Kreuzschmerzen seien als unspezifisch zu beurteilen, da klinisch keine eindeutigen Zeichen einer diskogenen Schmerzproblemati k vorhanden seien. Ebenso würden sowohl die Zeichen eines Facetten-Syndroms als auch eine r radikulären Reiz- oder Ausfall- symptomatik fehlen. Dazu passend habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass diverse Infiltra- tionen in der Klinik F.____ keinerlei Wirkung gezeigt hätten. Bezüglich der dokumentierten lum- bosakralen Übergangsanomalien würden segmentale klinische Befunde fehlen. An den Kniege- lenken bestünden radiologisch Zeichen einer beginnenden medialen Gonarthrose. Die klinische Untersuchung seien jedoch nahezu bland und eine Überwä rmung oder eine Ergussbildung sei nicht erkennbar. Weiter bestünden klinisch Hinweise auf eine Rhizarthrose links mit typischer lokaler Druckdolenz. Auch hier habe sich kein Zeichen eine r Aktivierung finden lassen. Unter Würdigung der anamnestischen Angaben, der klinischen Unte rsuchungsbefunde und der be- kannten bildgebenden Abklärungsresultate lägen aus rein rheumatologischer Sicht quantitative Beeinträchtigungen vor, weshalb der Explorandin eine körperliche Schwerarbeit nicht mehr zu- mutbar sei. Im angestammten Beruf und allen anderen nicht schweren Tätigkeiten könne aber aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbe itsfähigkeit begründet werden. Auf- grund der angegebenen Beschwerden und der klinischen Bef unde wäre es jedoch sinnvoll, wenn sie eine wechselbelastende Tätigkeit ohne spezifisch e Belastung der Lendenwirbelsäule (LWS), der Kniegelenke und des linken Daumensattelgelenks ausüben könnte. Die psychiatrische Begutachtung durch Dr. E.____ fand am 9. Februar 2012 statt. In seinem Bericht vom 27. Februar 2012 diagnostizierte er mit Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leicht - bis mittelgradiger Episode (ICD-10 F32.0/1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestün den ein Alkoholabhängigkeitssyndrom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit episodischem Substanzgebrauch, akzentuierte (ängstlich- vermeidende, emotional-instabile und anankastische) Persönlichkeitszüge, ein Status noch mult iplem Substanzgebrauch und Probleme mit dem Sohn. Aufgrund dieser Untersuchungserg ebnisse erachtete Dr. E.____ die Beschwerdeführerin sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Serviceangestellte als auch für die Arbeit in einer Wäscherei wie auch in einer al ternativen Tätigkeit um 30% in der Arbeits- fähigkeit eingeschränkt. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe Gültigkeit seit dem Aus- tritt aus der Klinik G.____ Ende Mai 2010. Wegen des Alkoholabhängigkeitssyndroms sei der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit als Serviceangestellte in einem Betrieb mit Alkoholaus- schank nicht mehr zumutbar. Bei der Beschwerdeführerin liessen sich aber auch Ressourcen in Form von Pflichtbewusstsein, Engagement und Zuverlässigkei t erkennen. Trotz der mit dem Sohn auftretenden Konflikte sei sie bemüht, die Bezieh ung mit ihm zu pflegen. In der aktuellen Untersuchungssituation hinterlasse sie, bis auf ihre etwas zurückhaltende und unsichere Art, einen verhaltensadäquaten Eindruck trotz der vielseitig von ihr geklagten Beschwerden. Die Coping-Strategien seien insgesamt als gut zu beurteilen. Gesamthaft kamen die Dres. D.____ und E.____ zum Schlu ss, dass als gemeinsame interdis- ziplinäre Beurteilung auf die Einschätzung im psychiatri schen Gutachten abzustellen sei. Somit sei die Arbeitsfähigkeit gestützt auf die Ausführungen von Dr. E.____ zu beurteilen und es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Servicean- gestellte sowie in einer Verweistätigkeit zu 30% eingeschränkt sei. 5.3.1 In den Akten findet sich auch der Abschlussbericht der beruflichen Massnahmen. Die Integrationsberaterin der Sozialversicherungsanstalt führ te darin am 1. Juni 2011 aus, die Be- schwerdeführerin habe vom 1. November 2010 bis 30. Apri l 2011 ein Arbeitstraining bei der Firma H.____ absolviert und erfolgreich abgeschlossen. Es sei jedoch bei einem 50% Pensum geblieben. Ursache hierfür sei die gesundheitliche, aber auch die schwierige private und familiä- re Situation. 5.3.2 Dem Schlussbericht der Firma H.____ vom 2. Mai 20 11 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in grossem Mass für sich persönlich sowie auch für einen möglichen Wie- dereinstieg in die berufliche Zukunft vom Arbeitstrainin g profitiert habe. Sie habe einen sehr engagierten und zuverlässigen Arbeitseinsatz absolviert und verfüge über die erforderlichen Sozialkompetenzen für den Arbeitsmarkt. Sie sei stets zuv erlässig, pflichtbewusst und seriös aufgetreten. Ihr hoher Perfektionsanspruch könne aber einen Stolperstein für die Beschwerde- führerin darstellen. So baue sie zum einen zusätzlichen Druck auf und zum anderen könne dies allenfalls in einem Team zu Schwierigkeiten führen, wen n der hohe Anspruch unbewusst auch an andere Mitarbeitende gestellt werde. Starke gesun dheitliche Probleme, aber auch private Belastungen hätten eine dauerhafte Steigerung auf e in volles Pensum behindert. Auf psychi- scher Ebene habe die Beschwerdeführerin jedoch trotz Be lastungen eindeutig an Stabilität und Durchsetzungsstärke gewonnen. Es könne von einer guten und stabilen psychischen Prognose ausgegangen werden, sofern sie familiär professionelle Hilfe und Rückhalt betreffend den Sohn erhalte. Das Arbeitspensum habe trotz der Bemühungen d er Beschwerdeführerin nicht dauer- haft über 50% erhöht werden können. Sie habe aber w ährend der Präsenzzeit eine volle Leis- tungsfähigkeit erbracht. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 24. Juli 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähi gkeit der Beschwerdeführerin insge- samt auf die Ausführungen der Dres. D.____ und E.____ vom 14. Februar 2012 und 25. Febru- ar 2012. Sie ging demnach davon aus, dass der Beschwerd eführerin aus gesamtmedizinischer Sicht die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit zu 70% zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und b ei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indi- zien liegen hier keine vor. Die Berichte beruhen auf eingehenden Untersuchungen der Be- schwerdeführerin und berücksichtigen die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Un- terlagen. Zudem wird einlässlich sowohl auf die psychischen wie auch auf die somatischen Be- schwerden eingegangen und es wird insgesamt ein hinreich endes Bild über den Gesundheits- zustand der Beschwerdeführerin vermittelt. Auch die fachärztlichen Einschätzungen der Arbeits- fähigkeit sind ausreichend begründet und nachvollziehbar . Es wird deutlich, dass der Be- schwerdeführerin aufgrund der gestellten Diagnosen eine körperlich adaptierte Arbeit zu 70% zumutbar ist. Insgesamt erweisen sich die Ausführungen de r Dres. D.____ und E.____ sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als a uch bezüglich der daraus gezoge- nen Schlussfolgerungen als nachvollziehbar. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszu standes der Beschwerdeführerin und deren Arbeitsfähigkeit darauf stützte. 6.2.1 Daran ändern auch die Ausführungen in der Besc hwerde nichts. Soweit die Beschwer- deführerin moniert, das Gutachten von Dr. E.____ ents preche nicht in allen Punkten den Anfor- derungen an die Beweistauglichkeit im Sinne von BGE 125 V 351 ff., weil es im Gesamtzu- sammenhang nicht schlüssig sei und hinsichtlich der Einschätzu ng der Arbeitsfähigkeit nicht einleuchte, kann ihr aufgrund der vorstehend in Erwägu ng 6.1 gemachten Ausführungen nicht gefolgt werden. Zudem habe Dr. E.____ auf eine Kont aktaufnahme mit dem behandelnden Psychiater Dr. C.____ verzichtet, obwohl dadurch die Frag e, inwiefern die Beschwerdeführerin effektiv noch über Ressourcen verfüge, hätte geklärt werd en können. Auch aus dieser Argu- mentation kann die Versicherte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zunächst fehlt es an einer generellen Pflicht der Gutachter, fremdanamnestische A uskünfte einzuholen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. September 2013, 9C_351/2013, E. 3.2); es liegt vielmehr in ihrem Er- messen, ob sie sich solche im Rahmen ihrer Untersuchungen beschaffen. Der Verzicht von Dr. E.____ auf eine Rücksprache mit Dr. C.____ mindert seine Einschätzung der Arbeitsfähig- keit daher nicht. Er hat zudem einleuchtend dargelegt, weshalb die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei. So ste llte er fest, dass die Beschwerdeführerin neben der rezidivierenden depressiven Störung, welche ge genwärtig leicht- bis mittelgradig ausgeprägt sei, keine weiteren Diagnosen mit Einfluss au f die Arbeitsfähigkeit aufweise. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind jedoch leicht gradigen depressiven Episoden kei- ne invalidisierende Wirkung zuzuerkennen (vgl. Urteil vom 24. August 2012, 8C_870/2011, E. 3.2). Selbst bei Vorliegen von mittelgradigen dep ressiven Episoden bestehe regelmässig Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidba re andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens. Weiter beachtete Dr. E.____ in seiner Beurteilung richtigerweise auch die Ressourcen der Besch werdeführerin und ihre Fähigkeit, mit ihren Beschwerden adäquat umzugehen (Coping-Strategie n). Zudem nahm er zur Diskrepanz seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit jener von Dr. C.____, welcher von einer 50%-60% Arbeitsfähigkeit ausging, ausführlich und überzeugend Stellung. Insbesondere ist mit der Vo- rinstanz davon auszugehen, dass Dr. C.____ die vorhandene n Ressourcen in seiner Beurtei- lung nicht berücksichtigte und deshalb auf einen höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad schloss. Wei- ter führte Dr. C.____ als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die akzentuierten (emoti- onal-instabilen, dependenten und anankastischen) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) auf. Bei den Z-Kodierungen handelt es sich jedoch um Faktoren, die den Gesundheitszustand zwar be- einflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens füh ren, die aber nicht als Krank- heit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Katego rien A00-Y89 klassifizierbar sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/20 11, E. 3.2 mit Hinweis auf www.dimdi.de). Die akzentuierten Persönlichkeitszüge als solche fallen somit nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung und stellen grundsätz- lich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203). Zu beachten ist weiter, dass B erichte der behandelnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 9C_705/2007, E 4.1.1 mit zahlreichen Hinweisen) grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdi- gen sind (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt namentlich auch für den therapeutisch tätigen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis zum P atienten oder zur Patientin (Ur- teil des Bundesgerichts vom 20. März 2006, I 655/05. E. 5.4). Die Ausführungen von Dr. C.____ vermögen daher die Einschätzung von Dr. E.____ nicht zu schmälern. 6.2.2 Ebenso wenig kann für die Einschätzung der Arbei tsfähigkeit auf den Bericht der Firma H.____ vom 2. Mai 2012 abgestellt werden. Diesem ist zu entnehmen, dass die Beschwerde- führerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit aufgewiesen ha be, welche nicht habe gesteigert werden können. Zur Begründung wurde angegeben, dass dies auch auf das schwierige private und familiäre Umfeld der Beschwerdeführerin zurückzuführen gewesen sei. Damit werden jedoch invaliditätsfremde Gründe genannt, welche bei der Beu rteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit keine Berücksichtigung finden (vgl. Urt eil des Bundesgericht vom 19. Septem- ber 2006, I 51/2006, E. 3.1.2). Zudem obliegt letztlich die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin und nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Eingliede- rung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). 6.2.3 Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, dass in Bezug auf die Ausführungen von Dr. D.____ weiterhin nicht nachvollzogen werden kön ne, weshalb trotz der erhobenen Be- funde und anerkannten funktionellen Leistungseinbussen keine Einschränkung in der Arbeitsfä- higkeit aus somatischer Sicht bestehen solle. Es sei in di esem Zusammenhang auch nicht ein- leuchtend, weshalb bei gleicher Ausgangslage die Ärztescha ft der Klinik F.____ in ihrem Arzt- bericht vom 3. Oktober 2011 nur noch eine Tätigkeit vo n 4 Stunden täglich als zumutbar erach- te. Hierzu ist festzustellen, dass Dr. D.____ die Beschwerd eführerin umfassend untersuchte Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dabei zum Schluss kam, dass keine objektivierbaren Befu nde erhoben werden konnten. Er nahm auch zu den abweichenden Ausführungen der Ärztescha ft der Klinik F.____ Stellung und wies nach, dass diese auch morphologische Diagnosen ohne aktuelles klinisches Korrelat und Syndrome als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte. 6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle für die Beurteilung des medizi- nischen Sachverhalts wie auch in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu Recht auf die Ausführungen der Dres. D.____ und E.____ vom 14. Februar 2012 und 25. Februar 2012 abstellte. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Besch werdeführerin in einer adaptierten leichten bis mittelschweren Tätigkeiten zu 70% arbeitsfä hig ist. Damit lassen aber die vorhan- denen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Beurte ilung der verbleibenden Restarbeits- fähigkeit der Versicherten bis zum Verfügungserlass zu, w eshalb auf eine zusätzliche medizini- sche Abklärung verzichtet werden kann. Der Anspruch auf r echtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – d ie Pflicht der Behörde als Beweisab- nahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen A nspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung d er Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über zeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachve rhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Be weismittel verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesg erichtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 7.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG; E. 3.2 vorstehen d). Die Vorinstanz nahm einen Einkom- mensvergleich vor und stützte hierbei sowohl das Valide n- wie auch das Invalideneinkommen auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamt es für Statistik (LSE) 2010 ab. Beim Valideneinkommen ging sie davon aus, dass die Beschw erdeführerin als Mitarbeiterin im Gastgewerbe ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘318.-- erziel en könnte. Grundlage hierfür war die Tabelle TA1, Sektor Gastgewerbe, Anforderungsnivea u 3, Spalte Frauen, von Fr. 4‘044.-- pro Monat, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassu ng an die betriebsübliche wö- chentliche Arbeitszeit von 42,3 Stunden resultierte das v orstehend genannte Jahreseinkom- men. Das Invalideneinkommen berechnete die Vorinstanz gestützt auf Tabelle TA1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Spalte Frauen, von monat lich Fr. 4‘225.--, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche und unter Berücksichtigung des zumutbaren Pensums von 70% resultierte ein Jahres- einkommen von Fr. 36‘910.-- (12 x Fr. 4‘394.-- x 70%). 7.2.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst in Bezug a uf das Valideneinkommen geltend, die IV-Stelle hätte ihrer Berechnung das Anforderung sniveau 3 des Totalwerts der Tabelle TA1 der LSE und damit den Betrag von Fr. 5‘202.-- zugrunde legen müssen. Es seien keine Gründe ersichtlich, die ein Abweichen vom Totalwert nahelegen würden. Eventualiter beantragte die Beschwerdeführerin sodann, es seien die Werte aus dem Be reich des Detailhandels und damit ein Basiswert entsprechend dem Anforderungsniveau 3 von Fr. 4‘360.-- für das Validenein- kommen herzuziehen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.2 Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehm- lassung vom 3. Oktober 2013 unter Hinweis auf die Literatur bereits ausgeführt hat, müssen bei der Ermittlung des Valideneinkommens aufgrund der LSE stets auch die für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Fakto ren mitberücksichtigt werden (vgl. ULRICH MEYER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 2010, S . 302). Diesbe- züglich stützte sich die Vorinstanz auf den Auszug aus de m individuellen Konto (IK-Auszug) und kam zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe nicht ei nmal annähernd ein Einkommen erzielt, welches dem Totalwert in TA1, Anforderungsni veau 4 bzw. 3 entsprach. Diese Ausfüh- rungen sind nicht zu beanstanden, entsprach das von der B eschwerdeführerin erzielte Ein- kommen doch nie den im Totalwert angegebenen Werten ( vgl. IK-Auszug). Mit der Vorinstanz ist daher festzustellen, dass das Abstellen auf den Total wert der Tabelle TA1, Privaten Sektor, der LSE 2010 nicht möglich ist. 7.2.3 Ebenso wenig kann der Beschwerdeführerin gefol gt werden, wenn sie moniert, das Valideneinkommen sei auf das Anforderungsniveau 3 des Sektors Detailhandel abzustellen. Die Beschwerdeführerin absolvierte in den Jahren 1977-1979 eine Ausbildung als Verkäuferin in einem Sportgeschäft in Basel. Aufgrund der Angaben im IK-Auszug steht aber fest, dass sie diesen Beruf nie ausübte. Es ist daher nicht davon au szugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall wieder als Verkäuferin tätig wäre. Aus diesem Grund kommt eine Berück- sichtigung des Anforderungsniveaus 3 des Sektors Detailhandel nicht in Frage. Damit steht fest, dass das von der Vorinstanz ermittelte Valideneinkommen in Höhe von Fr. 51‘318.-- nicht zu bemängeln ist. 7.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt das von der Vorinstan z ermittelte Invalideneinkommen nicht. Sie macht jedoch geltend, die IV-Stelle hätte einen leidensbedingten Abzug von 10% vom Invalideneinkommen vornehmen müssen. Zur Begründung ga b sie an, Dr. D.____ führe in sei- nem Gutachten aus, dass es aufgrund der angegebenen Besch werden und der klinischen Be- funde sinnvoll wäre, wenn eine wechselbelastenden Tätig keit ausgeübt werden könnte ohne spezifische Belastung der Lendenwirbelsäule, der Kniege lenke und des Daumensattelgelenks. Diese Einschränkungen würden sich einkommensmindernd auswi rken, weshalb ein leidensbe- dingter Abzug von mindestens 10% zu gewähren sei. 7.3.2 Gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die ni cht mehr voll leistungsfähig sind, ha- ben erfahrungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohna nsatzes hinzunehmen. Von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE erhobenen Invalideneinkommen sind deshalb praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Gemäss Rechtsprechung des Bun desgerichts hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen si nd, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab ( leidensbedingte Einschränkung, Le- bensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalt skategorie und Beschäftigungsgrad), wel- che nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.3 Vorliegend ist mit der Vorinstanz davon auszugehe n, dass kein Spielraum für einen leidensbedingten Abzug in Höhe von 10% besteht. Die ges undheitlichen Einschränkungen sind ausreichend beim anrechenbaren Pensum von 70% berücksichtigt. Flössen sie zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein, so ergäbe sic h eine doppelte Anrechnung des- selben Gesichtspunktes, was aber nicht rechtens ist (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2008, 9C_119/2008, E. 2.3.1). Zudem stellte die Vori nstanz beim Invalideneinkommen auf das Anforderungsniveau 4 ab. In diesem Bereich sind genüge nd Stellen vorhanden, die der Be- schwerdeführerin zumutbar sind. Da weiter weder aufgru nd des Alters der Beschwerdeführerin, der Anzahl Dienstjahre und des Beschäftigungsgrads konkr ete Hinweise auf eine Lohnminde- rung bestehen, gibt es keinen Anlass, in das Ermessen der V orinstanz einzugreifen und einen leidensbedingten Abzug vorzunehmen. 7.4 Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr . 51‘318.--) und Invalidenein- kommen (Fr. 36‘910.--) resultiert ein rentenausschliessen der Invaliditätsgrad von 28%. Die ge- gen die Verfügung vom 24. Juli 2013 erhobene Beschwerd e erweist sich daher als unbegrün- det, weshalb sie abzuweisen ist. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlege n sind. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 19. September 2013 die unentgeltliche P rozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Verfügun g vom 19. September 2013 die unent- geltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemü- hungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (gültig bis Ende Dezember 2013) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 12. November 2013 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 10.25 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig und in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als vertretbar erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die geltend gemachten Auslagen vo n Fr. 70.--. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'068.20 (10.25 Stunden à Fr. 180.-- zuzüglich Aus- lagen von Fr. 70.-- und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘068.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.