A bteilung V E -6535/2006 gyk/bec {T 0/2} U rteil vom 9. Juli 2007 M itw irkung: R ichter G ysi, Schürch, Badoud G erichtsschreiber Berger Z._______, geboren _______, Afghanistan, vertreten durch _______ Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 13. Februar 2003 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben am 13. Juli 2001. Er sei über Pakistan auf dem Landw eg in die Schw eiz gelangt, w o er am 14. Septem ber 2001 um Asyl nachsuchte. Am 26. Septem ber 2001 w urde er in der Em pfangsstelle C hiasso zu seinen Asylgründen befragt. Am 6. N ovem ber 2001 führte die zuständige kantonale Behörde eine Anhörung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer - Angehöriger der Eth- nie der H azara und aus Kabul stam m end - im W esentlichen folgenden Sachverhalt geltend. Im Frühjahr 1998 sei ein Angestellter (A.) des Lebensm ittelladens, den der Beschw erdeführer m it seinem C ousin als gem einsam e Eigentüm er geführt hät- ten, von einem den Taliban nahestehenden Paschtunen (P.) unberechtigterw eise beschuldigt w orden, dessen Bruder bestohlen und getötet zu haben. A. - ebenfalls ein H azara - sei nach zw ei M onaten H aft freigekom m en und habe sich nach Pakis- tan abgesetzt, nachdem die Fam ilie des Beschw erdeführers aus m oralischer Ver- pflichtung eine Lösesum m e von 13 000 U S D ollars bezahlt hätte. P. habe in der Folge dem Beschw erdeführer m it einem Verfahren vor dem M ilitärgericht gedroht, falls er ihm A. nicht ausliefern w ürde. Aufgrund dieser Bedrohung habe sich der Beschw erdeführer gezw ungen gesehen, den Lebensm ittelladen zu schliessen. Im Frühjahr 2001 sei der Beschw erdeführer zufälligerw eise P. auf der Strasse begeg- net, der ihn zw angsw eise auf einen nahegelegenen W achtposten gebracht und den Beam ten versichert habe, er könne m it einem Schreiben der Provinzverw al- tung nachw eisen, dass der Beschw erdeführer einem Verbrecher zur Flucht verhol- fen habe, w ofür er zur R echenschaft gezogen w erden m üsse. D er Beschw erdefüh- rer sei auf dem W achtposten festgehalten w orden, w ährend P. das Schreiben auf der Provinzverw altung habe beschaffen w ollen. D er Beam te des W achtpostens habe den Beschw erdeführer jedoch nach Zahlung eines Lösegeldes am darauffol- genden M orgen laufen lassen, w orauf er sich in den nächsten W ochen zu H ause versteckt gehalten habe. Anschliessend habe sein C ousin über einen Schlepper die Ausreise des Beschw erdeführers organisiert, w eil P. versucht hätte, ihn überall aufzuspüren. Anlässlich der Befragung in der Em pfangsstelle schilderte der Beschw erdeführer zudem zw ei frühere Ereignisse. Er sei ihm Jahre 1997 zusam m en m it seinem C ou- sin unter der Anklage, in ihrem Lebensm ittelladen W ein verkauft zu haben, für sechs Stunden festgenom m en, zu zehn Peitschenhieben verurteilt und gegen Be- zahlung w ieder freigelassen w orden. Aus dem selben G rund sei er im Jahre 1998 auf der Polizeizentrale drei N ächte festgehalten w orden. C . M it Eingabe vom 30. Juli 2002 an das BFM brachte der Beschw erdeführer vor, die Lage in Afghanistan sei im m er noch nicht gut, seine Fam ilie dürfe in ihrem Laden nicht arbeiten und sei unterdrückt. Als Beilage der Eingabe reichte der Beschw er- deführer fünf Fotos zu den Akten, die den Lebensm ittelladen „_______“ m it G ittern verschlossen zeigen. D . M it Verfügung vom 13. Februar 2003 stellte das Bundesam t fest, der Beschw erde- führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz 3 und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Zur Begründung führte das Bundesam t im W esentlichen an, die geltend gem achten Bedrohungen seien nicht von staatlicher Seite ausgegangen und es liessen sich in den Akten keine H inw eise finden, w onach der Staat dem Beschw erdeführer den erforderlichen Schutz nicht gew ähren w ürde. D ie Berufung des Beschw erdeführers auf generell schlechte Lebensbedingungen in seinem H eim atland sei kein asylrelevantes Vorbringen. D ie nachträgliche D arstellung, w onach die Fam ilie unterdrückt sei und nicht arbeiten könne, sei zu vage, als dass sie asylrelevante W irkung entfalten könnte. D aran w ürden auch die eingereichten Fotos nichts ändern können. D en Vollzug der W egw eisung erachtete die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. E. M it Beschw erdeeingabe an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 17. M ärz 2003 beantragte der Beschw erdeführer die Aufhebung des angefochte- nen Entscheids, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung von Asyl. Eventualiter sei die U nzulässigkeit oder die U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Zur Begründung der Beschw erde w urde im W esentlichen vorgebracht, der Be- schw erdeführer w erde auf den ersten Blick von einer Privatperson bedroht, die je- doch offensichtlich über derartigen Einfluss verfüge, dass sich der Staat zur D urchsetzung deren R achegelüste instrum entalisieren lasse. Zudem sei der Be- schw erdeführer als H azara dem Zugriff schutzlos ausgeliefert. D ie vorhandenen staatlichen oder quasistaatlichen O rgane seien nicht gew illt, den Beschw erdefüh- rer zu schützen, ja w ürden ihn gar bedrohen. D er aktuell am tierende G ouverneur von Kabul sei für ein grosses M assaker an H azara verantw ortlich. U nter diesen U m ständen w ürde die begründete Furcht des Beschw erdeführers vor Verfolgung Asylrelevanz entfalten. D e facto gebe es zurzeit keine staatliche M acht, die Sicher- heit gew ährleisten könne. Zudem w ürden die Kräfte der Taliban noch eine w esent- liche R olle spielen. D er Beschw erdeführer m achte in der R echtsm itteleingabe zu- dem H indernisse des W egw eisungsvollzuges geltend. Aufgrund der ethnischen Spannungen zw ischen den H azara und den Paschtunen sei der M inderheiten- schutz bezüglich der H azara nicht gew ährleistet. Auch m üsse die spezielle Situati- on der jungen und ethnisch stark gem ischten Fam ilie zusätzlich zur Ethnie des Be- schw erdeführers berücksichtigt w erden. Ein Vollzug der W egw eisung w äre unzu- lässig und unzum utbar. F. M it Zw ischenverfügung der AR K vom 21. M ärz 2003 w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und die Sache der Vorinstanz zur Vernehm lassung überw iesen. G . M it Vernehm lassung vom 25. M ärz 2003 hielt das Bundesam t an seiner Verfügung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. H . M it Eingabe vom 28. M ai 2003 reichte der Beschw erdeführer folgende D okum ente m it deutscher Ü bersetzung zu den Akten: G ew erbebew illigung des Bürgerm eister- am tes von Kabul des Jahres 1997 zur Führung des „_______“ (gem äss Ü bersetzung), Zeugenbescheinigung zur Einw illigung der Scheidung der Ehe des Beschw erdeführers, eine Fotografie anlässlich der H eirat des Beschw erdeführers und den Briefum schlag aus Afghanistan.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügun- gen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnten, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer be- stim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträgli- chen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer rügt sinngem äss, der Beschw erdeführer sei von einem den Taliban nahestehenden Paschtunen bedroht w orden und da die Taliban nach w ie vor einflussreich seien und eine w esentliche R olle spielen w ürden, könne der Be- schw erdeführer nicht m it dem Schutz der afghanischen Behörden rechnen, da sie 5 bei Ü bergriffen D ritter auf Angehörige der H azara nicht schutzw illig seien. D as BFM sei som it zu U nrecht von der fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen ausgegangen. Zur Stützung seines zentralen Vorbringens schidert der Beschw erdeführer in der R echtsm itteleingabe verschiedene gew altsam e Ereignisse in Afghanistan, die den Taliban zuzurechnen seien. 4.2 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides m assgebend. D abei ist einerseits die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht zu stellen und anderseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. Veränderungen der objektiven Situation im H eim atstaat zw ischen Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten des Beschw erdeführers zu berücksichtigen (vgl. die w ei- terhin geltende Praxis der ehem aligen AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2000 N r. 2 E. 8b und 1994 N r. 24 E. 8a). M assgebend für den Asylentscheid ist dem nach die Situation im ge- genw ärtigen Zeitpunkt. D azu ist festzustellen, dass eine aufgrund der früheren Be- drohung des Beschw erdeführers durch die Taliban befürchtete Verfolgung im heu- tigen Zeitpunkt nicht m ehr als begründet erscheint (vgl. EM AR K 2006 N r. 9, 2003 N r. 30 und 2003 N r. 10). Im Zusam m enhang m it der allgem einen Lage in Afghanis- tan ist auf das in EM AR K 2003 N r. 10 publizierte U rteil zu verw eisen, in w elchem festgehalten w ird, dass die Taliban ihre quasi-staatliche H errschaft nach der inter- nationalen m ilitärischen Intervention vom O ktober 2001 verloren haben und erlitte- ner oder befürchteter Verfolgung durch die Taliban daher grundsätzlich keine asyl- rechtliche R elevanz m ehr zukom m t. Som it erscheint die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Furcht aufgrund der veränderten Lage nicht m ehr gegeben, w eshalb die Flüchtlinseigenschaft im heutigen Zeitpunkt diesbezüglich zu vernei- nen ist. 4.3 Auch kann der Einw and, die örtlichen Behörden in Kabul w ürden den Angehörigen der H azara generell den Schutz verw eigern, ja sie gar aufgrund der ethnischen Zu- gehörigkeit generell selbst bedrohen, in dieser Form nicht gehört w erden. D ie Si- cherheitskräfte und zuständigen Behörden insbesondere in Kabul sind vielm ehr bestrebt, die Sicherheit ihrer Bevölkerung zu gew ährleisten. Im W eiteren kann den Akten nicht entnom m en w erden, dass sich der Beschw erdeführer durch Aktivitäten zugunsten des ehem aligen kom m unistischen R egim es oder der Taliban, durch re- gim ekritische intellektuelle Tätigkeit oder sonstw ie aus der heutigen politischen Si- tuation betrachtet persönlich in gefährdender W eise exponiert hätte; dem zufolge w eist er schon aus diesem G rund kein Persönlichkeitsprofil auf, w elches auf eine m ögliche G efährdung durch staatliche Behörden in Afghanistan hindeuten w ürde (vgl. die w eiterhin geltende Praxis der ehem aligen AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2003 N r. 10 E. 8c S. 64). Vor diesem H intergrund erscheint auch die geltend gem achte Furcht des Beschw erdeführers vor privaten R acheakten nicht als objektiv begründet. Eine be- gründete Furcht des Beschw erdeführers vor asylrelevanter Verfolgung ist dem - nach zu verneinen. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m a-6 chen kann. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch im Ergebnis zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz ei- ner W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 25 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and in einen Staat ausgeschafft w erden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. 6. 6.1 D ie Vorinstanz erachtete den Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers in den H eim atstaat als zulässig, zum utbar und m öglich. 6.1.1 In seinen Erw ägungen hält das BFM zunächst fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, w eshalb der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anw endung finde. Ferner seien aus den Akten keine Anhaltspunkte ersichtlich, w onach der Beschw erdeführer im Falle seiner R ückkehr in den H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer durch Art. 3 EM R K verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. D er Vollzug der W egw eisung sei dam it zulässig. 6.1.2 Im W eiteren führt das BFM aus, die R ückschaffung des Beschw erdeführers in dessen H eim atland erscheine angesichts der allgem einen Lage in Afghanistan grundsätzlich als zum utbar, da in Afghanistan keine Situation allgem einer G ew alt herrsche. Ferner sei die internationale G em einschaft m it H ilfeleistungen vor O rt und in Kabul sei die ISAF zur G ew ährleistung der Sicherheit stationiert. Zudem 7 seien keine individuellen G ründe ersichtlich, die gegen die Zum utbarkeit eines W egw eisungsvollzuges sprechen w ürden. N am entlich verfüge der Beschw erdefüh- rer über ein Beziehungsnetz in Afghanistan. 6.1.3 D er Vollzug der W egw eisung sei schliesslich technisch m öglich und praktisch durchführbar. 6.2 In seiner Beschw erdeschrift hält der Beschw erdeführer den vorinstanzlichen Aus- führungen im W esentlichen entgegen, der M inderheitenschutz bezüglich der H aza- ra sei nicht gew ährleistet. Zudem m üsse hier die spezielle Situation der jungen und ethnisch stark gem ischten Fam ilie berücksichtigt w erden. 6.3 In ihrer Vernehm lassung hält die Vorinstanz ihrerseits daran fest, die Beschw erde- schrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eistm ittel, w elche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. 7. 7.1 7.1.1 D er Beschw erdeführer konnte eine gem äss Art. 3 AsylG relevante G efährdung nicht nachw eisen oder glaubhaft m achen. D ie N orm en des flüchtlingsrelevanten N on-refoulem ent-Prinzips (Art. 5 AsylG , Art. 25 Abs. 2 BV, Art. 33 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) schützen jedoch nur Personen, w elche die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG beziehungsw eise Art. 1 A FK erfüllen. Auf abgew iesene Asylbew erber m it fehlender Flüchtlingseigenschaft findet dieses R ückschiebeverbot keine Anw en- dung. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG und Art. 33 FK dam it rechtm ässig. 7.1.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Vorbringen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass ihm für den Fall einer R ückkehr nach Afgha- nistan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotene Strafe oder Behandlung drohen w ürde. G em äss Praxis des Euro- päischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Falle einer R ückschiebung Folter oder unm enschli- che Behandlung drohen (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, N r. 17 S. 130 f. sow ie 1996 N r. 18 S. 182 ff. m it w eiteren H inw eisen). D ies kann der Beschw erdeführer jedoch nicht dartun. Im W eiteren findet das Vorbringen des Beschw erdeführers in der R echtsm itteleingabe, w onach seine junge Fam ilie ethnisch stark gem ischt sei, in den Akten keine hinreichende Stütze; zudem ist die Ehe des Beschw erdeführers in der Zw ischenzeit geschieden, sodass dieser U m stand ohnehin w eggefallen w äre. 7.1.3 D er Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers nach Afghanistan ist folglich zulässig. 7.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt und aus diesem G rund nicht zum utbar ist. Eine solche G efährdung kann angesichts der im 8 H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bür- gerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder auf- grund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise dem Fehlen einer notw endi- gen m edizinischen Behandlungsm öglichkeit, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.2.1 D ie AR K hat sich in EM AR K 2003 N r. 10 und 30 eingehend zur Lage in Kabul ge- äussert und die U nterschiede zw ischen dem G rossraum Kabul und anderen R egio- nen Afghanistans dargestellt. Infolge der vergleichsw eise günstigeren Situation hat sie den W egw eisungsvollzug nach Kabul unter bestim m ten strengen Vorausset- zungen, insbesondere einem tragfähigen Beziehungsnetz und einer gesicherten W ohnsituation, als zum utbar erachtet. In einem w eiteren U rteil vom 25. Januar 2006, publiziert in EM AR K 2006 N r. 9, bestätigte und aktualisierte die AR K ihre R echtsprechung aus dem Jahre 2003. Zusätzlich zu Kabul erachtete sie den W eg- w eisungsvollzug in w eitere Provinzen im N orden von Kabul (Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, H erat und die G egend von Sam an- gan) unter den in EM AR K 2003 N r. 10 erw ogenen strengen Bedingungen als zu- m utbar. In den übrigen Provinzen w ürden hingegen w eiterhin m ilitärische Aktivitä- ten stattfinden und eine perm anente U nsicherheit bestehen, w eshalb ein W egw ei- sungsvollzug dorthin nach w ie vor als unzum utbar zu betrachten sei. D as Bundes- verw altungsgericht sieht aktuell keine Veranlassung, von dieser R echtsprechung abzuw eichen. 7.2.2 D er Beschw erdeführer ist eigenen Angaben zufolge ethnischer H azara und lebte seit seiner G eburt bis zur Ausreise in der H auptstadt Kabul. Laut Aussagen des Beschw erdeführers w ohnten im Zeitpunkt seiner Ausreise seine Eltern, ein Bruder und zw ei Schw estern in Kabul. Zw ar ist aktenkundig, dass der Beschw erdeführer über den Jahresw echsel 2004/2005 seinen offenbar kranken Vater in Pakistan be- suchte, w obei der Beschw erdeführer nach seiner R ückkehr in die Schw eiz über die aktuelle Situation seines Vaters jedoch nichts zu den Akten reichte. Es ist jeden- falls nichts aktenkundig, w onach engere Verw andte des Beschw erdeführers nicht w eiterhin in Kabul leben w ürden, w o der Beschw erdeführer zudem auch über w ei- tere Verw andtschaft verfügen dürfte. Sodann darf auch die W ohnsituation des Be- schw erdeführers als gesichert gelten. 7.2.3 Im W eiteren hat der Beschw erdeführer m it vier Jahren Prim arschule und fünf Jah- ren G ym nasium eine solide Schulbildung und verfügt gem äss eigenen Angaben über Berufserfahrung als G eschäftsleiter und M iteigentüm er eines Lebensm ittella- dens. Auch ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass der Beschw erde- führer in Berücksichtigung etw a der zur Verfügung gestellten finanziellen M ittel an- lässlich des Freikaufes des Angestellten einer eher verm ögenden Fam ilie ent- stam m t. Es ist som it davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer nach seiner R ückkehr w ieder bei seiner Fam ilie w ird leben und sich m it deren U nterstützung auch eine w irtschaftliche Existenz w ird aufbauen können. Es steht dem Beschw er- deführer folglich offen und es ist ihm zuzum uten, sich w ieder in der Stadt Kabul niederzulassen. Insgesam t ergeben sich aus den Akten dam it keinerlei H inw eise auf ein spezifisches Schutzbedürfnis des Beschw erdeführers.9 7.2.4 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung durch R ückschaffung des Beschw erdeführers zum utbar. 7.3 D er R ückkehr des Beschw erdeführers stellen sich schliesslich auch keine unüber- w indlichen H indernisse tatsächlicher N atur entgegen. Insbesonderer obliegt es dem Beschw erdeführer, sich in Zusam m enarbeit m ir der Vorinstanz bei der zu- ständigen Vertretung seines H eim atlandes die für eine R ückreise notw endigen D o- kum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw ei- sung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.4 D er vom Bundesam t verfügte W egw eisungsvollzug steht daher in Ü bereinstim - m ung m it den zu beachtenden Bestim m ungen und ist insgesam t zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 – 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind die Kosten im Betrage von Fr. 600.-- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung seiner R echtsvertretung (2 Exem pla- re, eingeschrieben, Beilage: Einzahlungsschein) - das Bundesam t, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den vorinstanzlichen Akten (R ef.-N r. N _______) und zur gutscheinenden Behand- lung der Anfrage des Beschw erdeführers an das BFM vom 12. Juni 2007 - Y. _______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi C hristoph Berger Versand am :