<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2013.00684</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=213510&amp;W10_KEY=13013527&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2013.00684</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.11.2013</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Zivilsachen gegen diesen Entscheid am 15.04.2014 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>verweigerte Eheschliessung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Verweigerung der Mitwirkung am Ehevorbereitungsverfahren] Der Zivilstandsbeamte kann gestützt auf Art. 97a ZGB seine Mitwirkung am Ehevorbereitungsverfahren verweigern, wenn - kumulativ - den Brautleuten jeglicher Wille zur Begründung einer ehelichen Gemeinschaft fehlt und diese die Bestimmungen über die Zulassung und den Aufenthalt der Ausländer zu umgehen beabsichtigen. Beide Voraussetzungen müssen offensichtlich erfüllt sein. Der Zivilstandsbeamte kann seine Mitwirkung folglich nur bei offensichtlichem Missbrauch verweigern (E. 2.1). Der Wille zur Begründung einer ehelichen Gemeinschaft entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere Vorgänge handelt, die einer Behörde nicht bekannt oder schwer zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (E. 2.2). Als solches Indiz kann unter anderem die Tatsache gelten, dass dem Ausländer die Wegweisung drohte, etwa weil er ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre. Weitere mögliche Indizien sind sodann die kurze Dauer der Bekanntschaft vor der Heirat, fehlende Verständigungsmöglichkeiten, fehlende gegenseitige Kenntnis der jeweiligen Lebensumstände, widersprüchliche Angaben zu prägenden Ereignissen sowie der Umstand, dass für die Heirat eine Bezahlung vereinbart wurde (E. 2.3). Vorliegend kam das Zivilstandsamt gestützt auf eine Vielzahl teils erdrückend schwerer Indizien zu Recht zum Schluss, dass der anbegehrte Eheschluss nicht der Begründung einer tatsächlichen ehelichen Gemeinschaft, sondern offensichtlich der Umgehung ausländerrechtlicher Vorschriften dient (E. 3). Der Rekursinstanz kommt im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht die Stellung eines Verfahrensbeteiligten zu, weshalb ihr die Zusprechung einer Parteientschädigung grundsätzlich verwehrt ist (E. 6.2 Abs. 2). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEVORBEREITUNGSVERFAHREN">EHEVORBEREITUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWEIGERUNG DER MITWIRKUNG">VERWEIGERUNG DER MITWIRKUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 17 Zus. 2 VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 97a ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=19392" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2013.00684</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">20. November 2013</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Jso Schumacher<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Zivilstandsamt X, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner</span></b><span>, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend verweigerte Eheschliessung,</b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, eine 1981 geborene AuslÃ¤nderin, heiratete am 19. MÃ¤rz 2004 in ihrem Heimatland den 1952 geborenen Schweizer B. Sie reiste am 25. August 2004 in die Schweiz ein, woraufhin ihr das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann und am 17. August 2009 die Niederlassungsbewilligung erteilte. Am 15. Oktober 2009 beauftragte B einen auslÃ¤ndischen Anwalt, die Scheidung im Heimatland seiner Frau einzuleiten. Mit Urteil eines dortigen Amtsgerichts vom 2. Februar 2010 wurde die Ehe geschieden und festgestellt, dass aus der Ehe keine Kinder hervorgegangen waren und die Ehegatten zum Scheidungszeitpunkt auch kein Kind erwarteten. Am 18. September 2010 gebar A ein Kind, das am 20. Oktober 2010 von B als das Seinige anerkannt wurde.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 8. August 2011 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von A im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, dass es sich bei der Ehe zwischen A und B um eine Scheinehe gehandelt habe. Den gegen die VerfÃ¼gung vom 8. August 2011 erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 6. Juli 2012 ab. Die daraufhin beim Verwaltungsgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 20. Februar 2013 ebenfalls abgewiesen (VB.2012.00565, nicht auf www.vgrzh.ch publiziert); eine Beschwerde in Ã¶ffentlichrechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht ist noch hÃ¤ngig.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 22. August 2012 stellten A und B beim Zivilstandsamt X ein Gesuch um DurchfÃ¼hrung des Vorbereitungsverfahrens der Eheschliessung. </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Zivilstandsamt vermutete, dass die Brautleute keine Lebensgemeinschaft begrÃ¼nden, sondern mit dem anbegehrten Eheschluss die auslÃ¤nderrechtlichen Bestimmungen umge</span>­<span>hen wollten, und fÃ¼hrte mit diesen am 4. September 2012 eine (getrennte) AnhÃ¶rung durch. Mit Schreiben je vom 18. September 2012 zeigte das Zivilstandsamt den Brautleuten an, dass es seine Mitwirkung am Eheschliessungsverfahren zu verweigern beabsichtige, und setzte ihnen Frist zur Stellungnahme und zum Beibringen ergÃ¤nzender Beweismittel. Am 2. Oktober 2012 fÃ¼hrte das Zivilstandsamt ein weiteres GesprÃ¤ch mit </span>A<span> und </span>B<span>. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 16. November 2012 verweigerte das Zivilstandsamt die Mitwirkung a</span>m<span> Eheschliessungsverfahren</span> von A und B<span>. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die dagegen erhobene Beschwerde vom 17. Dezember 2012 wies </span>die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt) <span>des Kantons ZÃ¼rich </span>mit <span>VerfÃ¼gung vom 29. August 2013 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A<span> und </span>B<span> liessen am 2. Oktober 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und folgende AntrÃ¤ge stellen:</span></p> <p class="Urteilstext"><span>" 1. Die VerfÃ¼gung </span>des Gemeindeamtes <span>[â¦] vom 29. August 2013 [â¦] sei aufzuheben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> 2. Der Beschwerdegegner sei anzuweisen, die Eheschliessung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 zu bewilligen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> 3. Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (zzgl. MWSt) zu Lasten des Beschwerdegegners."</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Das Gemeindeamt mit Vernehmlassung vom <span>16./18. Oktober 2013</span> und d<span>as Zivilstandsamt</span><span> </span>X mit Beschwerdeantwort<span> vom 18. Oktober 2013</span> schlossen auf Abweisung des Rechtsmittels unter <span>EntschÃ¤digungsfolge</span>.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) prÃ¼ft das Verwaltungsgericht seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen. FÃ¼r Beschwerden gegen Rechtsmittelentscheide der kantonalen Aufsichts</span>­<span>behÃ¶rde </span>Ã¼ber<span> die ZivilstandsÃ¤mter ist das Verwaltungsgericht nach §§ 41â44 in Ver</span>­<span>bindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 f. sowie 19b Abs. 3 VRG, Art. 90 Abs. 1 f. der (eidgenÃ¶ssischen) Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 (</span>ZStV, <span>SR 211.112.2) sowie § 12a Abs. 2 und § 20a der Kantonalen Zivilstandsverordnung vom 1. Dezember 2004 (LS 231.1) zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzu</span>­<span>treten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Zivilstandsbeamtin oder der Zivilstandsbeamte tritt auf das Gesuch der Verlobten um DurchfÃ¼hrung des Vorbereitungsverfahrens zur Eheschliessung nicht ein, wenn die Braut oder der BrÃ¤utigam offensichtlich keine Lebensgemeinschaft begrÃ¼nden, sondern die Bestimmungen Ã¼ber Zulassung und Aufenthalt von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern umgehen will (Art. 97a Abs. 1 des Zivilgesetzbuchs [ZGB, SR 210]). Zur Beurteilung der Sachlage sind die Brautleute durch die Zivilstandsbeamtin oder den Zivilstandsbeamten anzuhÃ¶ren und die Akten der AuslÃ¤nderbehÃ¶rden beizuziehen</span>; z<span>udem kÃ¶nnen bei anderen BehÃ¶rden oder Drittpersonen AuskÃ¼nfte eingeholt werden (vgl. Art. 74a Abs. </span>2 und <span>3 ZStV; Art. 97a Abs. 2 ZGB). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Bestimmung des Art. 97a ZGB wurde mit dem AuslÃ¤ndergesetz vom 16. Dezember 2005 </span>(SR 142.20) <span>ins Zivilgesetzbuch eingefÃ¼gt und steht seit 1. Januar 2008 in Kraft. Sie wurde als Reaktion auf eine von den BehÃ¶rden festgestellte Zunahme sogenannte</span>r<span> Aufenthalts- oder Scheinehen geschaffen und soll dem Zivilstandsbeamten die MÃ¶glichkeit geben, eine Eheschliessung zu verweigern, wenn feststeht, dass eine der verlobten Per</span>­<span>sonen offensichtlich keine eheliche Gemeinschaft eingehen will, sondern die Ehe lediglich der Umgehung auslÃ¤nderrechtlicher Zulassungsbestimmungen dient (BBl 2002</span>,<span> 3755 f.). Art. 97a ZGB stellt eine Konkretisierung des allgemeinen Verbots des Rechtsmissbrauchs gemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 ZGB dar (vgl. BGr, 2. Februar 2010, 5A_785/2009, E. 5.1). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Zivilstandsbeamte seine Mitwirkung verw</span>ei<span>gern, wenn â kumulativ â den Brautleuten </span>jeglicher<span> Wille zur BegrÃ¼ndung einer ehelichen Gemeinschaft fehlt und diese die Bestimmungen Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt der AuslÃ¤nder zu umgehen beabsichtigen. Beide Voraussetzungen mÃ¼ssen offensichtlich erfÃ¼llt sein (BGr, </span>26. Juli 2011, 5A_201/2011, E. 3.1.1, und <span>22. August 2013, 5A_347/2013, E. 3.2.2). Der Zivilstandsbeamte kann seine Mitwirkung somit nur bei offensichtlichem Missbrauch verweigern. DemgegenÃ¼ber hat er die Trauung durchzu</span>­<span>fÃ¼hren, wenn nach Vornahme der gesetzlich vorgesehenen AbklÃ¤rungen lediglich Zweifel am Willen mindestens eines Verlobten zur BegrÃ¼ndung einer ehelichen Gemeinschaft bestehen bleiben (vgl. BGr, 2. Februar 2010, 5A_785/2009, E. 5.1). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Existenz einer Scheinehe bzw. der Wille zur BegrÃ¼ndung einer ehelichen Gemeinschaft entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die einer BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (BGr, </span>26. Juli 2011, 5A_201/2011, E. 3.1.1 <span>â</span><span> </span><span>22. </span><span>August 2013, 5A_347/2013, E. 3.2.2 </span><span>â</span> 1<span>5. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1; BGE 130 II 113 E. 10.2, 127 II 49 E. 5a). </span><span>Feststellungen Ã¼ber das Bestehen solcher Hinweise kÃ¶nnen Ã¤ussere Gegebenheiten, aber auch innere psychische VorgÃ¤nge betreffen (Wille der Ehegatten). Erforderlich sind konkrete und klare Hinweise darauf, dass die FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft nicht beabsichtigt ist (BGr, 5. Oktober 2011, 2C_273/2011, E. 3.3; BGE 128 II 145 E. 2.3). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Als Indiz fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe </span>bzw. das Fehlen des Willens zur BegrÃ¼ndung einer ehelichen Gemeinschaft <span>kann unter anderem die Tatsache gelten, dass dem AuslÃ¤nder die Wegweisung drohte, etwa weil er ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hÃ¤tte oder sie ihm nicht verlÃ¤ngert worden wÃ¤re. DiesbezÃ¼gliche Indizien kÃ¶nnen sodann die kurze Dauer der Bekanntschaft vor der Heirat sein, fehlende VerstÃ¤ndigungs</span>­<span>mÃ¶glichkeiten oder der Umstand, dass fÃ¼r die Heirat eine Bezahlung vereinbart wurde. DafÃ¼r spricht Ã¼berdies, wenn zwischen den Ehegatten ein erheblicher Altersunterschied vorliegt, keine Kenntnisse der LebensumstÃ¤nde des anderen Ehegatten bestehen oder widersprÃ¼chliche Angaben zu prÃ¤genden Ereignissen gemacht werden (vgl. </span>BGr, 26. Juli 2011, 5A_201/2011, E. 3.1.1 und <span>22. August 2013, 5A_347/2013, E. 3.2.2). Dass die BegrÃ¼ndung einer wirklichen Lebensgemeinschaft gewollt war, kann umgekehrt nicht schon daraus abgeleitet werden, dass die Ehegatten zusammenwohnten und intime Bezie</span>­<span>hungen unterhielten; ein derartiges Verhalten kann auch nur vorgespielt sein, um die BehÃ¶rden zu tÃ¤uschen (BGr, 1. Oktober 2012, 2C_58/2012, E. 3.2; BGE 122 II 289 E. 2b). Eine Scheinehe liegt demgegenÃ¼ber nicht bereits dann vor, wenn auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist zusÃ¤tzlich, dass der Wille zur FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft â zumindest bei einem der Ehepartner â von Anfang an nicht gegeben ist (BGr, 1. Oktober 2012, 2C_58/2012, E. 3.2; BGE 121 II 97 E. 3b, 122 II 289 E. 2b).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Vorinstanz kommt gestÃ¼tzt auf eine Reihe von Indizien zum Schluss, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die Ehe offensichtlich nur zur Umgehung der auslÃ¤nderrechtlichen Bestimmungen eingehen will. Auf die diesbezÃ¼glichen ErwÃ¤gungen kann vorab verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 </span>Satz 2 <span>VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Vorliegend stellt bereits der zeitliche Ablauf der Geschehnisse ein gewichtiges Indiz dafÃ¼r da, dass mit dem anbegehrten Eheschluss auslÃ¤nderrechtliche Bestimmungen umgangen werden sollen: Die BeschwerdefÃ¼hrenden waren bereits einmal miteinander verheiratet, wobei der BeschwerdefÃ¼hrer 2 lediglich zwei Monate, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die Niederlassungsbewilligung erteilt worden war, einen Anwalt mit der Einleitung des Scheidungsverfahrens beauftragte. Das Migrationsamt prÃ¼fte und verfÃ¼gte in der Folge den Widerruf der Niederlassungsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1, welche damit in der Schweiz kein gefestigtes Anwesenheitsrecht mehr hat. Rund anderthalb Monate nach der Abweisung des Rekurses gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ersuchten die BeschwerdefÃ¼hrenden um DurchfÃ¼hrung des Ehevorbereitungsverfahrens. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 sei in keiner Weise davon bedroht, die Schweiz verlassen zu mÃ¼ssen, zumal sie aufgrund ihrer Beziehung zum Kind, welches das Schweizer BÃ¼rgerrecht besitze, einen Aufenthaltsanspruch aus Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) bzw. aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention ableiten kÃ¶nne. Dem ist indes entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid festgehalten hat, dass sie eine Anfechtung der Kindesanerkennung durch den BeschwerdefÃ¼hrer 2 in die Wege zu leiten gedenke. Eine erfolgreiche Anfechtung der Kindesanerkennung fÃ¼hrte jedoch zum Verlust der Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft des Kindes, so dass ein aus der Mutter-Kind-Beziehung abgeleiteter Anwesenheitsanspruch bereits aus diesem Grund als keineswegs gesichert erscheint. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erklÃ¤rte anlÃ¤sslich der persÃ¶nlichen AnhÃ¶rung durch den Zivilstandsbeamten vom 4. September 2012, sie kenne den BeschwerdefÃ¼hrer 2 seit dem Jahr 2000. Sie konnte indes nicht mit Sicherheit sagen, wie viele Kinder aus erster Ehe ihr Verlobter und Exmann hatte und sich auch an deren Namen nicht erinnern. Auch wusste sie nicht, welcher Arbeit ihr Verlobter nachgeht. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 gab in der persÃ¶nlichen AnhÃ¶rung vom 4. September 2012 zu Protokoll, seine Verlobte gehe zur Zeit keiner Arbeit nach. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 selbst erklÃ¤rte dagegen, in einem 50%-Pensum im GeschÃ¤ft ihrer BrÃ¼der tÃ¤tig zu sein. Auf die Frage, welche Bewilligung seine Verlobte habe, antwortete der BeschwerdefÃ¼hrer 2, sie habe die C-Bewilligung, irgendetwas sei "am tun", das sei fÃ¼r ihn aber kein Thema. </p> <p class="Urteilstext">Der Schluss der Vorinstanz, wonach die Verlobten im Ehevorbereitungsverfahren keine prÃ¤zisen Angaben Ã¼ber den Partner machen konnten, erweist sich vor diesem Hintergrund als zutreffend. Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, sich seit Ã¼ber zehn Jahren zu kennen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 will zudem in gutem Kontakt zu seinen Kindern stehen. Selbst wenn es stimmt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die Kinder ihres Verlobten aus erster Ehe noch nie persÃ¶nlich getroffen hat, so ist nicht nachzuvollziehen, warum sie nicht einmal den Namen eines einzigen der vier Kinder nennen konnte. Auch die wechselseitige Unkenntnis der jeweiligen beruflichen TÃ¤tigkeiten ist nicht nachvollziehbar. Selbst wenn die Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrenden zutrifft, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer 2 nur ausdrÃ¼cken wollte, dass der Aufenthaltsstatus seiner Verlobten innerhalb der Beziehung kein Thema war, so Ã¤ndert dies doch nichts daran, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden gegenseitig von wichtigen Personen, Ereignissen und LebensumstÃ¤nden des Partners keine Kenntnis haben. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden</span> machen geltend, sie kÃ¶nnten sich entgegen der Annahme der Vorinstanz Ã¼ber alles absprechen, was ihre Lebens- und Familiengemeinschaft sowie insbesondere das Kind betreffe. Nach Aussage des BeschwerdefÃ¼hrers 2 kÃ¶nnen sich die Verlobten auf Deutsch verstÃ¤ndigen, zudem spreche er auch einige WÃ¶rter albanisch. Die AnhÃ¶rung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 durch den Zivilstandsbeamten wurde mit Hilfe einer Dolmetscherin durchgefÃ¼hrt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 gab dabei zu Protokoll, sie und ihr Verlobter wÃ¼rden deutsch und albanisch miteinander sprechen. Ihr Verlobter verstehe etwas Albanisch. Sie spreche deutsch, schÃ¤me sich aber, es in der Ãffentlichkeit zu tun. Sodann konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in der Befragung durch den Zivilstandsamt offenbar einige deutsche SÃ¤tze formulieren. Vor diesem Hintergrund erscheint eine grundsÃ¤tzliche VerstÃ¤ndigung der BeschwerdefÃ¼hrenden in sprachlicher Hinsicht nicht ausgeschlossen. Dies fÃ¤llt indes angesichts der vorstehend angefÃ¼hrten Indizien nicht stark ins Gewicht. Vielmehr erscheint die jeweilige Unkenntnis der LebensumstÃ¤nde des Partners vor dem Hintergrund, dass die sprachliche VerstÃ¤ndigung zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich sein sollte, umso weniger nachvollziehbar.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Weiter machen die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend, der BeschwerdefÃ¼hrer 2 habe sich aufgrund einer schweren Erkrankung, mit der er seine damalige Ehefrau nicht habe belasten wollen, scheiden lassen. Er habe damals noch nichts von der Schwangerschaft gewusst und hÃ¤tte ander</span>n<span>falls sicher keine Scheidung in die Wege geleitet. Dem ist zunÃ¤chst entgegenzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 angesichts des Geburtstermins des Kindes vom 18. September 2010 bei Einleitung des Scheidungsverfahrens im Oktober 2009 </span>ohne Zweifel<span> noch gar nicht schwanger war. Es finden sich in den Akten keinerlei Hinweise darauf, dass das Kind nicht termingerecht geboren worden wÃ¤re, und solches wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden auch nicht vorgebracht. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils in einem frÃ¼hen Stadium der Schwangerschaft befand. Im Scheidungsurteil wird indessen ausdrÃ¼cklich festgehalten, dass die Ehegatten weder gemeinsame Kinder hÃ¤tten noch ein gemeinsames Kind erwarteten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Im Rahmen einer polizeilichen Befragung vom 23./28. April 2010 erklÃ¤rten die BeschwerdefÃ¼hrenden Ã¼bereinstimmend, ein Kinderwunsch habe nur seitens der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bestanden. Die bestehende Schwangerschaft wurde von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht erwÃ¤hnt. Vor dem geschilderten Hintergrund liegt der Verdacht nahe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 2 nicht der leibliche Vater des von ihm anerkannten Kindes ist. Er wurde sowohl vom Migrationsamt (im Widerrufsverfahren) als auch von der Vorinstanz ersucht, mittels eines DNA-Gutachtens nachzuweisen, dass er der leibliche Vater des anerkannten Kindes sei, was er verweigerte. In einer Stellungnahme an die Vorinstanz vom 22. MÃ¤rz 2013 fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer 2 aus, er sei nicht nur in juristischer Sicht der Vater, sondern verhalte sich auch in persÃ¶nlicher und menschlicher Hinsicht so. Er lebe mit dem Kind und der Kindsmutter zusammen und Ã¼bernehme alle Aufgaben in Bezug auf das Kind, welche ein Vater Ã¼blicherweise ausÃ¼be. Das Kind nenne ihn auch "Papi". Ob er auch genetisch der Vater des Kindes sei oder nicht, sei vor dem Hintergrund des Kindeswohls nicht relevant. Im vorliegenden Verfahren bringen die BeschwerdefÃ¼hrenden vor, das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers 2, welcher das nach erfolgter Scheidung geborene Kind anerkannt habe, kÃ¶nne nur als klares Indiz dafÃ¼r gewertet werden, dass er keine Zweifel an seiner Vaterschaft hege. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Weigerung des BeschwerdefÃ¼hrers 2, an einem DNA-Test mitzuwirken, umso weniger verstÃ¤ndlich ist, je sicherer er sich der Vaterschaft ist. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Weigerung des BeschwerdefÃ¼hrers 2, an einem DNA-Test mitzuwirken, zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden interpretiert. Unter den dargestellten UmstÃ¤nden ist anzunehmen, der BeschwerdefÃ¼hrer 2 habe das Kind der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven anerkannt und mit seiner Weigerung den Nachweis dafÃ¼r zu verhindern gesucht, dass er nicht der leibliche Vater sei. Dies wiederum stellt ein gewichtiges Indiz dafÃ¼r dar, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht die Aufnahme einer echten ehelichen Gemeinschaft bezwecken, sondern vielmehr durch Umgehung der auslÃ¤nderrechtlichen Vorschriften ein Aufenthaltsrecht fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und ihr Kind erlangen bzw. erhalten wollen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b><span>Ein grosser Altersunterschied zwischen den Ehegatten bzw. Verlobten sowie Sozial</span>­<span>hilfeabhÃ¤ngigkeit des in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Partners stellen nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung ein mÃ¶gliches Indiz fÃ¼r eine Scheinehe dar (vgl. BGr, 22. August 2013, 5A_347/2013, E. 3.2.2; BGE 121 II 1 E. 2b). Entgegen de</span>n<span> diesbezÃ¼g</span>­<span>lichen Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden</span><span> </span><span>durfte die Vorinstanz den Altersunterschied zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden von 29 Jahren durchaus als ein Indiz dafÃ¼r werten, dass der anbegehrte Eheschluss lediglich auslÃ¤nderrechtlichen Zwecken dienen soll. Auch gehÃ¶rt der BeschwerdefÃ¼hrer 2 als SozialhilfebezÃ¼ger zu einer typischen Zielgruppe fÃ¼r eine Scheinehe.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.8 </span></b>Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass eine Vielzahl teils erdrÃ¼ckend schwerer Indizien dafÃ¼r besteht, dass der anbegehrte Eheschluss nicht der BegrÃ¼ndung einer tatsÃ¤chlichen ehelichen Gemeinschaft, sondern offensichtlich der Umgehung auslÃ¤nderrechtlicher Vorschriften dient. Schon vor diesem Hintergrund erweist sich der Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdegegner habe zu Recht seine Mitwirkung am Ehevorbereitungsverfahren der BeschwerdefÃ¼hrenden verweigert, als richtig. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b><span>Die Vorinstanz liess von der Schweizerischen Botschaft i</span>m Herkunftsland der BeschwerdefÃ¼hrerin 1<span> weitere AbklÃ¤rungen durchfÃ¼hren Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen, die AbklÃ¤rungen seien unprofessionell, willkÃ¼rlich und unter Verletzung des Grundsatzes des rechtlichen GehÃ¶rs durchgefÃ¼hrt worden und daher nicht verwertbar</span>. Namentlich rÃ¼gen die BeschwerdefÃ¼hrenden, dass Kinder befragt worden seien. Des Weiteren sei davon auszugehen, dass die Botschaft nur diejenigen Punkte aufgeschrieben habe, welche zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden verwendet werden kÃ¶nnten. Sodann sei es ihnen aufgrund des Umstandes, dass die Namen gewisser befragter Personen nicht genannt bzw. im Bericht geschwÃ¤rzt wurden, nicht mÃ¶glich, Stellung zu den entsprechenden Aussagen zu nehmen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b><span>Die Verwaltungs- bzw. RekursbehÃ¶rde untersucht den Sachverhalt von Amtes wegen durch Befragen der Beteiligten und von Auskunftspersonen, durch Beizug von Amts</span>­<span>berichten, Urkunden und SachverstÃ¤ndigen, durch Augenschein oder auf andere Weise </span>(<span>§ 7 Abs. 1 VRG). Sie wÃ¼rdigt das Ergebnis der Untersuchung frei </span>(<span>§ 7 Abs. 4 VRG). Dem Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden ist daher zunÃ¤chst entgegenzuhalten, dass die Befra</span>­<span>gung von Auskunftspersonen ein zulÃ¤ssiges </span>Instrument<span> zur Ermittlung des entscheid</span>­<span>wesentlichen Sachverhaltes darstellt und es nicht grundsÃ¤tzlich untersagt ist, auch die Aussagen minderjÃ¤hriger Personen zu berÃ¼cksichtigen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die mit der AbklÃ¤rung betrauten Personen unvollstÃ¤ndig und einseitig zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden rapportiert hÃ¤tten. Auch die BeschwerdefÃ¼hrenden legen weder in ihrer Stellungnahme noch in der Beschwerdeschrift substan</span>z<span>iierte Anhaltspunkte dafÃ¼r dar, dass sich dieser schwere Vorwurf als gerechtfertigt erweisen kÃ¶nnte. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Nach Art. 29 Abs. 2 </span>BV<span> haben die Parteien in behÃ¶rdlichen Verfahren Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r. Dazu gehÃ¶rt der Anspruch auf Akteneinsicht, der allerdings zum Schutz berechtigter Geheimhaltungsinteressen Dritter oder Ã¼berwiegender staatlicher Interessen eingeschrÃ¤nkt werden kann (vgl. BGE 121 I 225 E. 2a</span>; ferner § 9 VRG<span>). Ebenso fliesst aus dem Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs der Anspruch der Parteien, an der Beweisabnahme mitzuwirken oder wenigstens nachtrÃ¤glich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (vgl.</span> <span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechts</span>­<span>pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § </span>8<span> N. </span>31 f.<span>). Der Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs gewÃ¤hrt indessen keine unbeschrÃ¤nkte Mitwirkung im Beweisverfahren (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § </span>8<span> N. </span>33<span>, auch zum Folgenden). Zwar stehen Beweiserhebungen wie die Einvernahme von Auskunftspersonen allen Verfahrensbeteiligten offen. Im Einzel</span>­<span>fall hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde abzuwÃ¤gen zwischen dem Interesse an der Verfahrens</span>­<span>beschleunigung, der Zweckerreichung und der VerfahrensÃ¶konomie einerseits sowie dem GehÃ¶rsinteresse unter BerÃ¼cksichtigung der IntensitÃ¤t und der Schwierigkeit des Falls andererseits. Schliessen in der Folge Ã¼berwiegende schÃ¼tzenswerte Interessen Dritter oder des Staates eine Mitwirkung ganz oder teilweise aus, so ist immerhin die MÃ¶glichkeit zur nachtrÃ¤glichen Stellungnahme zum Beweisergebnis zu wahren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es ist vorliegend unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden nachtrÃ¤glich zu den Ergebnissen der im Heimatland der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erfolgten Befragungen verschiedener Auskunftspersonen Stellung nehmen konnten. Es trifft indessen zu, dass eine Stellungnahme zumindest erschwert wird, wenn die Namen der Auskunftspersonen nicht offengelegt werden. Ob die privaten Interessen der befragten Personen an Geheimhaltung vorliegend eine EinschrÃ¤nkung des Einsichts- und Ãusserungsrechts zu rechtfertigen vermÃ¶gen, kann indes offenbleiben, da die Indizienlage auch ohne BerÃ¼cksichtigung des umstrittenen Berichts zum Schluss fÃ¼hrt, dass der anbegehrte Eheschluss offensichtlich ehefremden Zwecken, nÃ¤mlich der Umgehung der auslÃ¤nderrechtlichen Bestimmungen, dienen soll. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen; eine ParteientschÃ¤digung kann ihnen nicht zugesprochen werden (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 14 sowie § 17 Abs. 2 VRG; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 14 N. 3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b><span>Sodann ha</span>ben<span> auch der Beschwerdegegner </span>und die Vorinstanz <span>die Zusprechung einer ParteienschÃ¤digung verlangt.</span></p> <p class="Urteilstext">Nach § 17 Abs. 2 VRG kann die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r die Umtriebe ihres Gegners verpflichtet werden, namentlich wenn die rechtsgenÃ¼gende Darlegung komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte (lit. a) oder wenn ihre Rechtsbegehren oder die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegrÃ¼ndet waren (lit. b). Die EntschÃ¤digungsberechtigung gemÃ¤ss § 17 VRG knÃ¼pft damit an die Parteistellung oder zumindest an die Stellung als Verfahrensbeteiligter an (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 15). Eine solche Stellung kommt der Rekursinstanz im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht zu (vgl. § 58 VRG), weshalb ihr die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung grundsÃ¤tzlich verwehrt bleibt.</p> <p class="Urteilstext"><span>Gemeinwesen besitzen </span>sodann <span>in der Regel keinen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung; vor allem grÃ¶ssere und leistungsfÃ¤higere haben sich so zu organisieren, dass sie Verwaltungs</span>­<span>streitsachen selbst durchfechten kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Bosshart<span>/RÃ¶hl, </span>§</span> <span>17 N.</span> <span>19, auch zum Folgenden</span>; vgl. <span>RB</span><span> </span><span>2008 Nr.</span><span> </span><span>18 E.</span><span> </span><span>2.3.1 Abs.</span><span> </span><span>2</span><span>). Denn die Erhebung und Beant</span>­<span>wortung von Rechtsmitteln gehÃ¶rt zu den angestammten amtlichen Aufgaben. Zudem beschlagen die Kontroversen meist ein Rechtsgebiet, wo die Gemeinwesen gegen</span>­<span>Ã¼ber den beteiligten Privaten einen Wissensvorsprung aufweisen. Schliesslich Ã¼bersteigt der in einem Rechtsmittelverfahren gebotene BehÃ¶rdenaufwand vielfach jenen nicht </span>wesentlich<span>, der im vorangehenden nichtstreitigen Verfahren ohnehin erbracht werden musste. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der im vorliegenden Fall zu leistende Aufwand erscheint </span><span>offensichtlich </span><span>nicht als aussergewÃ¶hnlich, sondern als im Rahmen der ordentlichen VerwaltungstÃ¤tigkeit liegend, weshalb auch dem Beschwerdegegner keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen ist.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>