B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2625/2012/was U r t e i l v o m 2 2 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. April 2012 / N (…). D-2625/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein sri -lankischer Staatsangehöriger und et h- nischer Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______, Jaffna, stellte am 8. April 2008 (Datum Eingang Botschaft) ein schriftliches Asylgesuch bei der Schweizerischen Botschaft in Colombo. A.b Im darauffolgenden Auslandverfahren machte er im Wesentlichen geltend, er sei im August oder Oktober 2006 von unbekannten, bewaffne- ten Männern von Zuhause entführt und an einen unbekannten Ort g e- bracht worden. Er sei ge fragt worden, ob er Beziehungen zu den Liber a- tion Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unterhalte und für diese Sprengstoff verstecke bzw. Sprengstoff-Verstecke der LTTE kenne. Er habe dies alles verneint. Während der Dauer der Entführung sei er geschlagen und al l- gemein schlecht behandelt worden. Am 27. Dezember 2006 hätten ihn die Entführer unter Androhung einer späteren erneuten Festnahme freige- lassen. Von da an habe er sich kaum mehr zuhause aufgehalten. Von seiner Mutter habe er erfahren, dass mehrmals nach ihm gesucht worden sei. Mitte 2007 habe er sich auf entsprechende Aufforderung der Armee einige Male in einem Armeecamp zur Unterschrift gemeldet. Am 18. N o- vember 2007 sei er unterwegs auf der Strasse erneut von unbekannten Personen entführt und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Er sei geschlagen und beschuldigt worden, die LTTE unterstützt zu haben. Am 30. Dezember 2007 sei er freigelassen worden, wobei ihm gedroht wo r- den sei, man werde ihn bald erschiessen. Aus Angst vor seinen Verfo l- gern habe er sei nen Aufenthaltsort ständig gewechselt und sich bei ve r- schiedenen Verwandten aufgehalten. Am 7. Juni 2008 sei er von unb e- kannten Personen erneut entführt, in der Folge misshandelt und schliess- lich nach zwei Wochen am Strassenrand ausgesetzt worden. Danach ha- be er erneut einer Meldepflicht in einem Armeecamp nachkommen mü s- sen. Er vermute, dass es sich bei seinen Verfolgern um Armeeangehörige respektive Angehörige einer paramilitärischen Gruppierung handle. Erst im März 2009 sei es ihm gelungen, nach Colombo z u reisen, um seinen Interview-Termin bei der Botschaft wahrzunehmen. A.c Mit Verfügung vom 21. April 2009 bewilligte das BFM die Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfa h- rens. D-2625/2012 Seite 3 B. B.a Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zu- folge am 10. Mai 2009 auf dem Luftweg, gelangte via Doha, Qatar, nach Zürich und reiste gleichentags in die Schweiz ein. Tags darauf suchte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ um Asyl nach. Am 15. Mai 2009 wurde er dort summarisch befragt. Das BFM hörte den B e- schwerdeführer am 9. Juni 2009 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylg e- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asyl- gründen an und wies ihn in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ zu. B.b Anlässlich der summarischen Befragung bestätigte der Beschwerd e- führer seine im Botschaftsverfahren gemachten Ausführungen zu den Asylgründen. In der Anhörung vom 9. Juni 2009 brachte er vor, er habe früher als Schüler bei den Heldentag sfeiern mitgeholfen. Möglicherweise sei er deshalb verdächtigt worden, die LTTE zu unterstützen. Unbekannte Personen hätten ihn zweimal verschleppt. Erstmals sei er im Jahr 2006 festgenommen worden, nach der (im August erfolgten) Schliessung der Strasse nach Jaffna. Die Entführer seien vermummt gewesen. Sie hätten ihn von zuhause mitgenommen und in einem weissen Van an einen u n- bekannten Ort gebracht. Dort hätten sie ihn in einen Raum gesperrt. In den folgenden vier Monaten sei er ständig geschlagen und gefragt wo r- den, wo er die Waffen versteckt habe. Er habe beteuert, nichts mit den LTTE zu tun zu haben und keine Waffen zu besitzen. Am 27. Dezember 2006 sei er dann ohne weitere Begründung wieder nach Hause gefahren und freigelassen worden. Danach habe er sich vorwiegend bei Bekannten und Verwandten aufgehalten und sich kaum getraut, ausser Haus zu g e- hen. Deswegen habe er auch kaum gearbeitet. Am 18. November 2007 sei er zu Fuss unterwegs zu Verwandten gewesen, als er erneut von Un- bekannten entführt worden sei. Währe nd seiner Gefangenschaft sei er wiederum misshandelt und nach Waffen gefragt worden. Er habe erneut bestritten, Waffen zu haben oder Kontakte zu den LTTE zu unterhalten. Am 30. Dezember 2007 hätten sie ihn freigelassen, wobei sie ihm g e- droht hätten, es werde ihm etwas geschehen. Aus Angst vor weiterer Ver- folgung habe er sich danach nur noch selten zuhause, sondern mehrheit- lich bei Verwandten aufgehalten und habe auch nicht mehr gearbeitet. Von seinen Eltern habe er erfahren, dass Mitte 2008 unbekannte Pers o- nen zuhause nach ihm gefragt hätten. Er habe befürchtet, von diesen Personen umgebracht zu werden, weshalb er sich entschieden habe, sein Heimatland zu verlassen. Seine Eltern hätten für ihn im Atchelu - Armeecamp eine Clearance besorgt, worauf er am 2. März 2009 von D-2625/2012 Seite 4 Jaffna nach Colombo habe reisen können. In Colombo habe er bis zu seiner Ausreise am 10. Mai 2009 in einer Lodge gewohnt. Er wolle nicht nach Sri Lanka zurückkehren, da sein Leben dort in Gefahr sei. B.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens seinen Reisepass und seine Identitätskarte zu den Akten. C. Das BFM stellte mit Verfügung vom 5. April 2012 – eröffnet am 11. April 2012 – fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht asylrel e- vant. Demzufolge verneinte e s die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. D. Mit Beschwerde vom 11. Mai 2012 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei wegen formeller Fehler (Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung) aufzuheben, und die Sache sei zur Feststellung des vollständigen und richtigen Sachverhalts und zur Neu- beurteilung an das BF M zurückzuweisen, eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, und es sei die Flüchtlingseigenschaft festzuste l- len und Asyl zu gewähren, subeventuell sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und es sei ihm wegen Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde zudem um Gewährung der vollständigen Akteneinsicht (namentlich in die Akten des Botschaftsverfahrens und die vom B e- schwerdeführer eingereichten Beweismittel) unter Einräumung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung, um vorgängige Mitteilung des Spruchgremiums sowie gegebenenfalls um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Kostennote ersucht. Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung sowie mehrere Berichte von Medien, verschiedenen Organisationen und staatli- chen Stellen betreffend die politische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka bei (vgl. dazu die Liste der Beschwerdebeilagen auf den Seiten 14 und 15 der Beschwerde). E. Mit Zwischenverfügung vom 23. Mai 2012 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Einsicht in die Akten des Auslandverfahrens (inklusive D-2625/2012 Seite 5 der vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel) gut, wies das BFM an, dem Beschwerdeführer die fraglichen Aktenstücke und Bewei s- mittel zu edieren und räumte dem Beschwerdeführer eine Frist zur Einrei- chung einer Beschwerdeergänzung ein. Gleichzeitig informierte der I n- struktionsrichter den Beschwerdeführer über die voraussichtlich e Z u- sammensetzung des Spruchgremiums, wies den Antrag, es sei gegeb e- nenfalls eine Frist zur Einreichung einer Kostennote anzusetzen, ab, und forderte ihn auf, bis zum 7. Juni 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu leisten. F. Nachdem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Juni 2012 – unter Beilage einer Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit vom 6. Juni 2012 – beantragen liess, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (Vw VG, SR 172.021) zu gewähren und/oder auf den erhobenen Kostenvorschuss zu verzichten, wurde ihm die Bezahlung des Koste n- vorschusses mit Verfügung vom 12. Juni 2012 erlassen. Gleichzeitig wur- de ihm mitgeteilt, über das Gesuch um Gewähr ung der une ntgeltlichen Rechtspflege werde im Endentscheid befunden. G. Mit Eingabe vom 27. Juni 2012 liess der Beschwerdeführer nach Erhalt der vorinstanzlichen Akten eine diesbezügliche Beschwerdeergänzung einreichen. Dieser lagen eine Kostennote vom 27. Juni 2012 sowie drei Berichte betreffend die Gefährdung von zurückkehrenden Tamilen bei (vgl. die Liste der Beilagen auf Seite 5 der Beschwerdeergänzung). H. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 16. Juli 2012 vollumfän g- lich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisu ng der B e- schwerde. Die vorinstanzliche Vernehmlassung wurde dem Beschwerd e- führer am 18. Juli 2012 zur Kenntnis gebracht. I. Mit Eingabe vom 8. August 2012 liess der Beschwerdeführer zwei unda- tierte Schreiben von K. K. an das Divisional Secretary betreffend i hre bei- den Söhne E._______ und F._______ nachreichen. Ausserdem wurde mitgeteilt, es würden weitere Beweismittel nachgereicht und der Aufwand in der vorliegenden Sache habe sich seit Einreichung der Kostennote e r- höht. D-2625/2012 Seite 6 J. Der Schweizerischen Vertretung in Col ombo ging am 1. Dezember 2012 ein mit G._______ unterzeichnetes Schreiben zu, welches den Schluss nahelegte, der Beschwerdeführer wolle seine Beschwerde zurückziehen und nach Sri Lanka zurückkehren. Angesichts dessen forderte der I n- struktionsrichter den Be schwerdeführer mit Verfügung vom 15. Januar 2013 auf, sich innert Frist zu äussern, falls er nicht damit einverstanden sei, dass das Schreiben vom 1. Dezember 2012 als Beschwerderückzug qualifiziert werde. Andernfalls werde von einem Beschwerderückzug au s- gegangen, was eine Abschreibung des hängigen Beschwerdeverfahrens zur Folge hätte. K. Mit Eingabe vom 30. Januar 2013 liess sich der Beschwerdeführer dazu vernehmen und erklärte ausdrücklich, er halte an der Beschwerde fest, zumal das angebliche Rückzugsschre iben nicht von ihm stamme. Der Eingabe lagen zahlreiche Berichte von Medien, Organisationen und staat- lichen Stellen insbesondere betreffend die Sicherheits - und Mensche n- rechtslage in Sri Lanka sowie die Gefährdung von (ehemaligen) LTTE - Anhängern und aus dem Ausland zurückkehrenden Tamilen bei (vgl. die Liste der Beilagen auf den Seiten 36, 37 und 38 der Eingabe). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ve r- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vo r- instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet b etreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig , aus- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. D-2625/2012 Seite 7 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer polit i- schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Wesentlichen aus, die vom Beschwerdeführer geschilderten Verfo l- gungsmassnahmen hätten sich im Rahmen des bewaffneten Konfliktes D-2625/2012 Seite 8 zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE ereignet. Inzwischen habe sich die Situation in Sri Lanka jedoch verändert: Der Bürgerkrieg sei im Mai 2009 zu Ende gegangen. Die LTTE sei en dabei vernichtend ge- schlagen worden und verfügten über keine handlungsfähigen Struktur mehr. Seither befinde sich das gesamte Land wieder unter der Kontrolle der Regierung. Zwar sei die Sicherheits - und Menschenrechtslage noch nicht in allen Landesteilen zufriedenstellen d, doch sei die Anzahl von Gewaltereignissen erheblich zurückgegangen. Seit dem Ende des Bü r- gerkrieges habe auch der Einfluss der bewaffneten Gruppen stark abg e- nommen. Übergriffe seitens derartiger Gruppen oder seitens krimineller Einzeltäter würden zudem in der Regel von den zuständigen B ehörden geahndet. Um ein Wiedererstarken der LTTE zu verhindern, würden die sri-lankischen Behörden weiterhin gegen ehemalige Kämpfer und Fü h- rungspersönlichkeiten der LTTE vor gehen. Der Beschwerdeführer habe indessen nie geltend gemacht, er sei ein aktives oder gar führendes Mi t- glied der LTTE gewesen. Seinen Angaben zufolge habe er lediglich wä h- rend der Schulzeit an den Heldentagsfeierlichkeiten teilgenommen. Er habe ausserdem ausgesagt, er sei im März 2009 mit einer Clearance nach Colombo gereist, habe sic h dort einen Pass ausstellen lassen und sei mit diesem legal über den Flughafen von Colombo ausgereist. Daraus sei zu schliessen , dass er bereits zum damaligen Zeitpunkt von den sri - lankischen Behörden nicht mehr ernsthaft verdächtigt worden sei, die LTTE aktiv zu unterstützen, da gemäss Erkenntnissen des BFM in Sri Lanka gegen Personen, welche ernsthaft im Verdacht stünden, eine G e- fahr für die Sicherheit des sri -lankischen Staates darzustellen, kons e- quent vorgegangen werde. Dies sei beim Beschwerdeführer nicht der Fall gewesen. Es bestünden sodann keine Hinweise darauf, dass die sri - lankischen Behörden im heutigen Zeitpunkt noch ein ernsthaftes Intere s- se daran haben könnten, gerade den Beschwerdeführer zu verfolgen. Es sei nicht davon auszugehen, dass er ak tuell asylrelevante Behelligungen zu befürchten hätte. Die Flüchtlingseigenschaft sei daher zu verneinen. Im Weiteren sei der Wegweisungsvollzug an den Herkunftsort des B e- schwerdeführers (Distrikt Jaffna) durchführbar, da weder die dort her r- schende Sicherheitslage noch individuelle Gründe gegen einen Wegwe i- sungsvollzug sprächen. 4.2 In der Beschwerde wird zunächst gerügt, das BFM habe dem B e- schwerdeführer auf dessen Akteneinsichtsgesuch hin lediglich Einsicht in die Akten des Asylverfahrens in der Schweiz gewä hrt, nicht aber in diej e- nigen des vorangegangenen Auslandsverfahren, dies obwohl auf der Schweizerischen Botschaft in Colombo eine mehrstündige Befragung zu D-2625/2012 Seite 9 den Asylgründen stattgefunden habe, was dazu geführt habe, dass im In- landverfahren im Wesentlichen nur noch ergänzende Fragen gestellt worden seien. Die unterlassene Edition der Akten des Auslandverfahrens stelle eine schwerwiegende Verletzung des Anspruchs des Beschwerd e- führers auf rechtliches Gehör dar. Im Weiteren habe der Beschwerdefüh- rer trotz ausd rücklichen entsprechenden Gesuchs keine Einsicht in die von ihm im Auslandverfahren eingereichten Beweismittel erhalten. Dem Beschwerdeführer müsse vollständige Einsicht in die erwähnten Akten und Beweismittel gewährt werden, verbunden mit einer Frist zur Einrei- chung einer Beschwerdeergänzung. Sodann wird ausgeführt, der recht s- erhebliche Sachverhalt sei unrichtig und unvollständig abgeklärt worden. Die Situation in Sri Lanka habe sich seit der letzten Anhörung des B e- schwerdeführers verändert. Insbesondere s eien Mitaktivisten des B e- schwerdeführers getötet worden oder verschwunden. Ausserdem werde der Beschwerdeführer nach wie vor gesucht; Sicherheitskräfte und Par a- militärs hätten bei früheren Schulkollegen Auskünfte über ihn eingeholt. Diese aktuellen Entwicklungen seien nicht bekannt geworden, da das BFM es unterlassen habe, den Beschwerdeführer zur aktuellen Situation zu befragen. Das BFM habe es ausserdem in Nichtberücksichtigung des Grundsatzurteils E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 ( BVGE 2011/24) versäumt, Überlegungen zu einer Gefährdung des Beschwerdeführers anzustellen, welche sich daraus ergebe, dass seine Familie über mitte l- ständischen Reichtum ver füge und er der einzige Sohn sei , weshalb er mit einer Entführung zwecks Lösegelderpressung rechnen müsse. Bereits aus diesen Gründen müsse die angefochtene Verfügung kassiert werden. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass die letzte Anhörung des Beschwer- deführers mehrere Jahre zurück liege. Die Situation in Sri Lanka und da- mit die Verfolgungsstruktur hätten sich seither massgeblich verändert. Zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachve r- halts hätte das BFM den Beschwerdeführer daher erneut befragen oder ihm zumindest Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahm e gewäh- ren müssen. Da das BFM dies unterlassen habe, sei der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, was ebenfalls eine Kassation der angefochtenen Verfügung rechtfertige. Im Weiteren sei festzustellen, dass das BFM die im Grundsatzurteil E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) aufgestellten Massstäbe hinsichtlich der Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft von tamilischen Asylbewerbern nicht berücksichtigt und demzufolge notwendige Sachverhaltsabklärun- gen nicht vorgenommen hab e. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei s o- mit auch in dieser Hinsicht unvollständig festgestellt worden. Aus dem Ak- tenverzeichnis des BFM sei sodann zu schliessen, dass das BFM im vor-D-2625/2012 Seite 10 liegenden Fall keinerlei Länderberichte oder sonstige länderspezifische Informationen beigezogen habe. Dies stelle eine unvollständige Sachve r- haltsabklärung dar. Hätte das BFM derartige Informationen konsultiert, wäre klar geworden, dass die sri-lankische Armee anlässlich ihres Sieges über die LTTE im Mai 2009 in den Besitz von Aktenbeständen der LTTE gelangt sei und dadurch Kenntnisse über die Aktivitäten von LTTE - Mitgliedern und –Unterstützern erhalten habe. Aufgrund der dargelegten mehrfachen fehlerhaften Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts müsse die angefochtene Verfügung kassiert werden. Andernfalls müsse die vollständige und richtige Sachverhaltsabklärung durch das Bunde s- verwaltungsgericht vorgenommen werden. In materieller Hinsicht sei z u- nächst festzuhalten, dass das BFM die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdeführers nicht in Frage stelle, sondern lediglich die Asylre- levanz verneine. Sollten Zweifel an der Glaubhaftigkeit von nachträglich geltend gemachten Asylvorbringen aufkommen, müsse dem Beschwerde- führer eine Frist angesetzt werden, um die Glau bhaftigkeit dieser zusätz- lichen Vorbringen zu belegen. Der Beschwerdeführer werde von den sri - lankischen Behörden nach wie vor verdächtigt, die LTTE unterstützt zu haben, und würde daher bei einer Rückkehr nach Sri Lanka verfolgt. Auch drohe ihm weiterhin eine Verfolgungsgefahr durch paramilitärische Gruppierungen, welche ihn in der Vergangenheit bereits mehrfach en t- führt hätten. Der Beschwerdeführer habe sich sodann in de r Schweiz exilpolitisch betätigt, und zwar durch die regelmässige Teilnahme an Ve r- anstaltungen und Kundgebungen der LTTE. In der Beschwerde werden sodann unter Hinweis auf die Beschwerdebeilagen 2 -18 Ausführungen zur aktuellen Lage in Sri Lanka gemacht. Da bei wird zunächst auf die Er- wägung im Grundsatzurteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) verwiesen, wonach Personen, welche nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt würden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen respektive gestanden zu sein, einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterlä- gen. Sodann wird seitens des Beschwerdeführers vorgebracht, d ie sri - lankische Regierung halte auch nach Aufhebung der Emergency Regul a- tions am Prevention of Terrorism Act (PTA) fest, was zeige, dass sie g e- willt sei, auch in Zukunft sämtliche LTTE -Unterstützer zu bekämpfen. Bei der Anwendung des PTA hätten die Sicherheitskräfte grosse Machtbefug- nisse, was dazu führe, dass Menschenrechtsverletzungen weit verbreitet seien. Im Ausland lebende respektive vom Ausland nach Sri Lanka z u- rückkehrende Tamilen würden von der sri -lankischen Regierung generell verdächtigt, die LTTE zu unterstützen. Dies habe zur Folge, dass die sri - lankische Regierung die Aktivitäten (beispielsweise Demonstrationstei l- nahmen) ihrer Landsleute im Ausland genau überwache und dokumentie-D-2625/2012 Seite 11 re. Ausserdem würden aus dem Ausland nach Sri Lanka zurückkehrende Tamilen, namentlich abgewiesene Asylbewerber, bei der Wiedereinreise genau überprüft. Während der Dauer der Abklärungen würden die betro f- fenen Personen ge stützt auf den PTA in Haft genommen und seien der Willkür der Behörden ausgesetzt. Im Rahmen dieser Abklärungen würden sich die sri -lankischen Behörden zur Identifizierung von LTTE - Unterstützer sowohl auf beschlagnahmte LTTE -Akten als auch auf Info r- mationen aus dem Ausland stützen. Wie den beiliegenden Presseberic h- ten entnommen werden könne, hätten in der Schweiz lebende Tamilen Drohbriefe erhalten. Im Ausland lebende Tamilen würden offensichtlich geheimdienstlich überwacht. In den Augen der sri -lanksichen Regierung sei dies notwendig, um ein Wiederaufflammen von terroristischen Aktivitä- ten in Sri Lanka zu verhindern. Personen, welche aus dem Ausland nach Sri Lanka zurückkehrten, liefen Gefahr, in Gefängnissen gefoltert oder gar durch "unbekannte Personen" ( meist Angehörige paramilitärischer Gru p- pierungen) liquidiert zu werden. Wie den beigelegten Beweismitteln zu entnehmen sei, beträfen die dokumentierten Fälle häufig auch Personen, welche gar keine effektive Verbindung zu den LTTE gehabt hätten. Hu- man Rights Watch habe die britischen Behörden daher mit Mitteilung vom 24. Februar 2012 dazu aufgerufen, die Ausschaffungen nach Sri Lanka zu stoppen. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass die tamilische Bevö l- kerung in Sri Lanka seit Anfang des Jahres 2011 erne ut systematisch re- gistriert werde. Diese Praxis diene unter anderem dazu, ehemalige LTTE- Mitglieder und –Unterstützer aufzufinden und zu identifizieren. In der Be- schwerde wird anschliessend auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) verwiesen, wonach zurückkeh- rende Tamilen, welche von den Behörden verdächtigt würden, Verbindun- gen zu den LTTE zu unterhalten, nach wie vor der Gefahr von Menschen- rechtsverletzungen ausgesetzt seien. Der EGMR habe zur Beurteilung des Risikos ein Prüfschema mit verschiedenen Risikofaktoren verwendet. Aufgrund des Gesagten sei klar, dass der Beschwerdeführer die Flüch t- lingseigenschaft erfülle; denn er sei den srilankischen Behörden und auch den Paramilitärs als LTTE-Unterstützer bekannt, weshalb ihm Verfolgung drohe. Ausserdem sei davon auszugehen, dass er bei einer Wiederei n- reise nach Sri Lanka bereits am Flughafen festgenommen, verhört und inhaftiert würde . Da er ein gesuchter LTTE -Sympathisant sei, sei sein Name gewiss ins Informationssystem ei ngespiesen worden. Der Abruf seiner Daten durch die Einwanderungsbehörden am Flughafen hätte mit Sicherheit seine Verhaftung zwecks weiterer Abklärungen zur Folge. D a- bei wäre der Beschwerdeführer der Gefahr von Folter und anderen Nachteilen ausgesetzt. Selbst im Falle einer Freilassung bestünde für ihn D-2625/2012 Seite 12 weiterhin die Gefahr, ein Opfer von extralegaler Gewalt oder gar Tötung zu werden. Mehr zur Frage der Flüchtlingseigenschaft könne nach G e- währung der vollständigen Akteneinsicht und der Durchführung der no t- wendigen Sachverhaltsabklärungen (inklusive Anhörung) gesagt werden. Bezüglich der Frage des Wegweisungsvollzugs wird in der Beschwerde vorgebracht, für den tamilischen Beschwerdeführer bestehe bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ein e konkrete Gefährdung, und zwar aufgrund der Tatsache, dass er aus der Schweiz, einem Land, in dem die LTTE nicht verboten sei en und wo er ein Asylgesuch gestellt habe, nach Sri Lanka zurückkehren würde. Er müsste bei der Einreise bereits am Flu g- hafen mit Verhören und Verhaftung rechnen und wäre der Gefahr von Misshandlungen ausgesetzt. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt b e- stünde die Gefahr von Behelligungen und Misshandlungen durch Behö r- den oder paramilitärische Gruppierungen. Aus diesen Gründen sei z u- mindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. 4.3 In der Beschwerdeergänzung wird zunächst ausgeführt, der B e- schwerdeführer habe anlässlich des Interviews auf der Schweizer Bo t- schaft in Colombo seine Aktivitäten für die LTTE verschwiegen, da er be- fürchtet habe, eine Einreise in die Schweiz würde ihm ansonsten verwe i- gert. Er habe via die von ihm in der Befragung erwähnten Freunde Ko n- takt zur LTTE unterhalten und habe namentlich zusammen mit seinem Kollegen H._______ K. die LTTE unterstützt (Fl ugblätter vertei len und aufkleben, Mithilfe beim Schmücken vor den Heldengedenktagen). Er ha- be ausserdem regelmässig am Pongu Tamil teilgenommen. Der Bruder von H._______ sei bei einem versuchten Bombenattentat für die LTTE ums Leben gekommen. H._______ habe sich im Jahr 2006 ebenfalls den LTTE angeschlossen. Vermutlich sei er (der Beschwerdeführer) aufgrund seines Kontakts zu H._______ der Unterst ützung der LTTE verdächtigt worden. Er sei daraufhin regelmässig durch paramilitärische Kräfte en t- führt worden. Entgegen der Einschätzung des BFM hätten sich die Macht und die Aktivitäten dieser Gruppierungen seit Kriegsende nicht vermi n- dert, sondern gar verstärkt. Anzufügen sei, dass insbesondere bei reichen Familien eine grosse Entführungsgefahr bestehe. Die Fami lie des B e- schwerdeführers gehöre der oberen Mittelschicht an und besitze ein grosses Haus. Der Beschwerdeführer sei der einzige männliche Nac h- komme. Die Gefahr, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka erneut entführt zu werden, sei daher sehr gross, zumal die En tführer wüssten, dass seine Familie den Beschwerdeführer unter Einsatz ihres gesamten Vermögens freikaufen würde. Eine derartige (asylrelevante) Verfolgung durch parami- litärische Gruppen sei daher wahrscheinlich . Wie bereits in der B e-D-2625/2012 Seite 13 schwerde ausgeführt worden sei, seien ausserdem zurückkehrende tami- lische Asylgesuchsteller generell gefährdet. Human Rights Watch habe bereits mehrfach einen Rückführungsstopp für abgewiesene tamilische Asylgesuchsteller gefordert, da mehrere Fälle bekannt geworden seien, in denen zurückkehrende abgewiesene tamilische Asylgesuchsteller von sri- lankischen Sicherheitskräften verhaftet, gefoltert und teilweise vergewa l- tigt worden seien. Grossbritannien habe nun unter Bezugnahme auf e i- nen entsprechenden Bericht von Human Rights Watc h am 31. Mai 2012 betreffend 40 abgewiesene tamilische Asylsuchende einen Rückfü h- rungsstopp verfügt. Vor einer Urteilsfällung im vorliegenden Fall müssten daher die aktuellen Entwicklungen abgewartet und weiter abgeklärt we r- den. 4.4 In der Eingabe vom 8. Augu st 2012 wird vorgebracht, die Mutter von H._______ K. und dessen Bruder habe den Divisional Secretary um Au s- stellung von Todesurkunden betreffend ihre Söhne ersucht (vgl. Beilagen 23 und 24). Der Bruder von H._______ sei wie erwähnt bei einem ve r- suchten Anschlag ums Leben gekommen. Die Mutter habe dies zu ve r- heimlichen versucht, weshalb sie dem Divisional Secretary gegenüber als Todesursache angegeben habe, ihr Sohn sei erschossen worden. Der ebenfalls in der LTTE aktive Freund des Beschwerdeführers, H._______, sei ebenfalls tot. Damit sei ein weiterer Teilbeweis für die Asylvorbringen des Beschwerdeführers erbracht. 4.5 In Beantwortung der Anfrage in der Verfügung vom 15. Januar 2013 liess der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 30. Januar 2013 z u- nächst mitteilen, das Schreiben vom 1. Dezember 2012 an die Schweizer Botschaft in Colombo stamme nicht von ihm und sei auch nicht von ihm in Auftrag gegeben worden. Er halte daran fest, dass er in Sri Lanka in asyl- relevanter Weise verfolgt werde und ziehe seine Beschw erde keinesfalls zurück. Der Verfasser dieses Schreibens verfüge aber offensichtlich über Insiderinformationen betreffend sein Asyl- beziehungsweise Beschwerde- verfahren. Offensichtlich wolle der Verfasser des Schreibens ihm Sch a- den zufügen und habe ein Int eresse an seiner Rückkehr nach Sri Lanka. Er wisse nicht, wer das Schreiben verfasst habe. Er habe aber den Ve r- dacht, dass es sich um M. M. handle, dessen Bruder I. M. enge Bezi e- hungen zur paramilitärischen Eelam People's Democratic Party (EPDP) unterhalte. Ende des Jahres 2012 seien im Nachbardorf des Beschwe r- deführers 15 ehemalige LTTE-Unterstützer verhaftet worden. Die örtliche EPDP habe diese Personen identifiziert. Da es sich beim Beschwerdefüh- rer um einen bekannten LTTE -Unterstützer handle, dürfte das Schreiben D-2625/2012 Seite 14 vom 1. Dezember 2012 vor diesem Hintergrund gesehen werden. Bei dem auf dem Schreiben angegebenen Absender "c/o I._______" handle es sich um die Adresse des Ehemannes (sic!) von M. M. Insgesamt d o- kumentiere das Schreiben vom 1. Dezember 2012 die anhaltende asylre- levante Verfolgung des Beschwerdeführers und zeige, dass die paramil i- tärischen Gruppen auch zu Fälschungen griffen, um eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka zu erzwingen. Es sei davon auszug e- hen, dass das fragliche Schreiben der Schweizer Botschaft in einem Couvert zugestellt worden sei. Aus den Angaben auf dem Couvert erg ä- ben sich möglicherweise weitere Rückschlüsse auf den Verfasser des Schreibens. Das Couvert sei dem Beschwerdeführer daher zuzustellen, und es sei ihm die Mö glichkeit zur Einreichung einer weiteren Stellun g- nahme zu gewähren. In der Eingabe wird im Weiteren geltend gemacht , die Situation in Sri Lanka habe sich zwischenzeitlich erneut verändert. Es folgen – teilweise unter Wiederholung bisheriger Vorbringen – umfangrei- che allgemeine Ausführungen (mit Verweisen auf entsprechende B e- weismittel) zur Konfliktsituation in Sri Lanka und der Entwicklung der L a- ge seit dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009, mit dem Fazit, dass sri-lankische Tamilen sowohl innerhalb Sri Lankas als auch im Au s- land vom sri-lankischen Staat überwacht und registriert würden und auch heute noch (ehemalige) tamilische Unterstützer oder Mitglieder der LTTE respektive Personen, die dessen verdächtigt würden, in Sri Lanka von der sri-lankischen Regierung sowie von regierungsnahen paramilitärischen Gruppierungen gesucht und verfolgt würden, wobei teilweise Mittel ang e- wendet würden, welche mit rechtsstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar seien. Da Sri Lanka regelmässig das Folterverbot verletzte, sei eine Rückführung von abgewiesenen Asylsuchenden zumindest als unzumu t- bar beziehungsweise unzulässig zu erachten. Abgewiesene tamilische Asylsuchende hätten bei einer Rückkehr nach Sri Lanka grundsätzlich e i- ne unmenschliche Behandlung zu gewä rtigen. Ungeachtet dessen halte das Bundesverwaltungsgericht an der überholten und unkorrekten Ei n- schätzung der asylrelevanten Gefährdung von zurückkehrenden Tamilen sowie der Sicherheitslage in Sri Lanka im Grundsatzurteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) fest. Nach dem Gesagten sei z u- mindest die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen, w o- bei zunächst die notwendigen Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen seien. Sodann wird vorgebracht, der Beschwerdeführer gehöre zur b e- stimmten sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylgesuchstel- ler. Die asylrelevante Verfolgung ergebe sich daraus, dass die Betroff e- nen als abgewiesene tamilische Asylgesuchsteller bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit überwiegender Wahrscheinlichkeit systemat isch auf-D-2625/2012 Seite 15 grund des Generalverdachts der Unterstützung der LTTE durch die sr i- lankischen Behörden für unbestimmte Dauer inhaftiert und unter Anwe n- dung von Folter verhört würden. Da der Beschwerdeführer als LTTE - Unterstützer gesucht werde und davon auszugehen sei, dies sei im I n- formationssystem ersichtlich, auf welches die Immigrationsbehörden am Flughafen Zugriff hätten, hätte eine Einreise des Beschwerdeführers nach Sri Lanka mit Sicherheit eine Verhaftung zwecks weiterer Abklärungen zur Folge. Während der Dauer der Haft müsste der Beschwerdeführer mit Folter oder anderen Konsequenzen rechnen. Selbst nach einer eventue l- len Freilassung liefe er Gefahr, ein Opfer von extralegaler Gewaltanwen- dung zu werden. Er sei daher im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet. 5. Vorab ist Stellung zu nehmen zu den zahlreichen formellen Rügen und damit verbundenen Anträgen, welche auf Beschwerdeebene vorgebracht werden. 5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Recht auf Akteneinsicht und damit sein Anspruch auf rechtliches Gehör seien verletzt worden, i n- dem ihm die Akten des Auslandverfahrens (inklusive die dort eingereic h- ten Beweismittel) nicht ediert worden seien. Mit Verfügung vom 23. Mai 2012 wurde das in der Beschwerde gestellte Akteneinsichtsge such gut- geheissen und das BFM angewiesen, dem Beschwerdeführer die Akten des Auslandverfahrens inklusive Beweismittel zu edieren. Dem B e- schwerdeführer wurde ausserdem Gelegenheit gegeben, eine Beschwe r- deergänzung einzureichen, was er mit Eingabe vom 27. Ju ni 2012 denn auch tat. Demnach ist festzustellen, dass dem Anspruch des Beschwe r- deführers auf Akteneinsicht respektive rechtliches Gehör im Rahmen der erwähnten Verfügung und der darauffolgenden Gelegenheit zur ergä n- zenden Stellungnahme beziehungsweise Bes chwerdeergänzung in au s- reichender Weise Genüge getan worden ist. Die Verletzung des Gehör s- anspruchs ist demnach im heutigen Zeitpunkt als geheilt zu erachten. 5.2 Seitens des Beschwerdeführers wird im Weiteren vorgebracht, das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt nicht richtig und vollständig festgestellt. So habe es vor der Fällung des Entscheids nicht abgeklärt, ob sich der Sachverhalt seit der letzten Anhörung verändert habe . Das BFM habe ausserdem keine Überlegungen angestellt zu einer allfälligen Gefährdung des Beschwerdeführers, welche sich aus dem finanziellen Status seiner Familie ("mittelständischer Reichtum") ergeben könnte. Da D-2625/2012 Seite 16 die letzte Anhörung des Beschwerdeführers einige Jahre zurückliege und sich die allgemeine Lage in Sri Lanka inzwischen verändert habe, hätte das BFM den Beschwerdeführer ohnehin erneut befragen oder ihm z u- mindest Gelegenheit geben müssen, eine schriftliche Stellungnahme ei n- zureichen. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei zudem auch dadurch in- korrekt festgestellt worden, dass das BFM mit Blick auf die im Grundsatz- urteil E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) aufgestellten Massstäbe hinsichtlich der Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft von tamilischen Asylbewerbern die notwendigen Sachverhaltsabklärungen nicht vorgenommen habe. Mit Blick auf das Aktenverzeichnis des BFM sei davon auszugehen, dass die Vorinstanz im vorliegenden Fall keine länderspezifischen Informationen beigezogen habe, was ebenfalls eine mangelhafte Sachverhaltsfeststellung darstelle. Die angefochtene Verf ü- gung sei daher zu kassieren. Diesbezüglich ist Folgendes festzustellen: 5.2.1 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter- lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und da r- über ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfes t- stellung dann , wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchung s- maxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt h at, oder wenn nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände berüc k- sichtigt wurden. Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Z u- sätzliche Abklärungen sind vielmehr nur da nn vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfl e- ge des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 630 ff.; CHRISTOPH AUER, in: Au- er/Müller/Schindler [Hrsg. ], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). 5.2.2 Den Akten zufolge wurde der Beschwerdeführer sowohl im Rahmen des Auslandverfahrens als auch im Rahmen des Asylverfahrens in der Schweiz zu seinen Asylgründen befragt und hatte ausreichend Gelege n- heit, diese darzulegen. Die entsprechenden Protokolle stellen grundsät z- lich eine genügende Grundlage dar für die Beurteilung der Frage, ob dem Beschwerdeführer im Heimatland eine asylrelevante Verfolgung droht. D-2625/2012 Seite 17 Aufgrund der Formulierungen in der angefochtenen Verfügung ist zudem davon auszugehen, dass die Vorinstanz bei der Prüfung der Flüchtling s- eigenschaft des Beschwerdeführers die im Zeitpunkt des Entscheids a k- tuelle Situat ion in Sri Lanka berücksichtigt hat (vgl. die Formulierungen "heute" und "zum jetzigen Zeitpunkt" auf S. 3 des vori nstanzlichen Ent- scheids vom 5. April 2012). Zwar fehlt eine konkrete Bezugnahme auf die im Grundsatzurteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) definierten Risikogruppen, jedoch bestand für das BFM aufgrund der A k- tenlage keine Veranlassung, diesbezügliche Ausführungen zu machen. Insbesondere bestanden (und bestehen) aufgrund der Aktenlage keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer respektive dessen Familie über beträchtliche finanzielle Mittel verfügt (vgl. dazu nachfolgend E. 6.5) oder einer anderen der in BVGE 2011/24 definierten Risikogruppen a n- gehört, weshalb für das BFM keine Notwendigkeit bestand, diesbezüglich im Hinblick auf eine allfällige, damit verbundene Gefährdung weitere Ab- klärungen vorzunehmen. Insoweit als geltend gemacht, wird, die allg e- meine Situation in Sri Lanka und damit die Verfolgungsstruktur habe sich seit der letzt en Anhörung des Beschwerdeführers am 9. Juni 2009 und dem vorinstanzlichen Entscheid vom 5. April 2012 verändert, ist darauf hinzuweisen, dass die Untersuchungspflicht der Asylbehörden ihre Gre n- zen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerde führenden Partei findet (Art. 8 AsylG), welche im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es wäre demnach in der Verantwortung des Beschwerd e- führers gelegen, bereits im vorinstanzlichen Verfahren dem BFM allfällige Veränderungen seiner aktuellen Gefährdungslage in Sri Lanka umgehend zur Kenntnis zu bringen. Dies wäre ihm auch ohne weiteres zumutbar und möglich gewesen. Da er dies unterlassen hat, bestand für das BFM keine Veranlassung, weitere Abklärungen und Anhörungen vorzunehmen. Vielmehr durfte es im Zeitpunkt der Entscheidfällung trotz länger zurüc k- liegender Anhörung von einem vollständig festgestellten Sachverhalt ausgehen. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung belegt schliesslich die Tatsache, dass im Aktenverzeichnis des BFM keine Länderberichte oder ähnliches aufgeführt werden, offensichtlich keine s- wegs, dass das BFM bei seinem Entscheid effektiv keine entsprechenden länderspezifischen Unterlagen berücksichtigt hat. Eine Offenlegung bzw. Auflistung sämtlicher verwendeten Quellen in Verfügungen von Verwa l- tungsbehörden ist im Verwaltungsverfahren nämlich weder üblich noch erforderlich, zumal es sich bei einer Verfügung nicht um eine wisse n- schaftliche Abhandlung handel t. Der fehlende Hinweis auf beigezogene Länderinformationen im Ak tenverzeichnis respektive in der angefocht e- nen Verfügung lässt per se klarerweise nicht auf eine unvollständige D-2625/2012 Seite 18 Sachverhaltsabklärung schliessen, weshalb diese – ansonsten nicht wei- ter substanziierte – Rüge unbegründet erscheint. 5.2.3 Nach dem Gesagten hat das BFM den Sachverhalt richtig und vol l- ständig festgestellt. Wie die nachfolgenden Erwägungen zum Asyl - und Wegweisungsvollzugspunkt zeigen, ist der Sachverhalt auch im heutigen Zeitpunkt als vollständig erstellt zu erachten, weshalb nach wie vor keine Veranlassung besteht, weitere Sachverhaltsabklärungen zu treffen. Das Begehren, die vorinstanzliche Verfügung sei aus formellen Gründen au f- zuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, sowie die verschiedenen Beweisanträge (namentlich Vornahme wei terer Abklärun- gen zur Entwicklung der Lage in Sri Lanka, Durch führung einer weiteren Anhörung, Ansetzung einer Frist zur Einreichung von weiteren , unspezifi- zierten Beweismitteln) sind daher abzuweisen. 6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlings eigenschaft des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 6.1 Seit der Beendigung des militärischen Konflikts in Sri Lanka am 19. Mai 2009 wurden bezüglich der allgemeinen Menschenrechtssituation nur geringe Fortschritte gemacht, hinge gen hat sich die Sicherheitslage deutlich verbessert und stabilisiert. Allerdings sind bestimmte Risikogru p- pen weiterhin einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Dazu geh ö- ren namentlich Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehung s- weise gestanden zu sein, sowie allgemein Personen, die der politischen Opposition verdächtigt werden. Einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausg e- setzt sehen sich im Weitern auch kritisch auftretende Journalis ten und Medienschaffende, Menschenrechtsaktivisten und Vertreter von regim e- kritischen Nichtregierungsorganisationen, Personen, die Opfer oder Ze u- ge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder diesbezüglich jurist i- sche Schritte einleiten sowie Rückkehrer a us der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden beziehungsweise die über b e- trächtliche finanzielle Mittel verfügen . Innerhalb der Risikogruppen muss jeweils im Einzelfall untersucht werden, ob die individuellen Begebenhe i- ten eine asylrel evante Verfolgungsgefahr zu begründen vermögen (vgl. BVGE 2011/24). 6.2 Der Beschwerdeführer machte im vorinstanzlichen Verfahren geltend, er sei zwischen 2006 und 2008 zwei - oder dreimal wegen Verdachts auf D-2625/2012 Seite 19 Unterstützung der LTTE von Unbekannten entführt word en. Er habe au s- serdem während einiger Zeit einer Meldepflicht in einem Armeecamp nachkommen müssen. Aus Angst vor weiterer Verfolgung durch die u n- bekannte Gruppierung habe er sein Heimatland am 10. Mai 2009 – kurz vor dem Ende des Bürgerkriegs am 19. Mai 2 009 – verlassen. Bei einer Rückkehr nach Sri Lanka befürchte er eine Verfolgung durch die Armee respektive durch paramilitärische Gruppierungen. Bei dieser Sachlage ist zunächst zu prüfen, ob der Beschwerdeführer der Risikogruppe der Pe r- sonen unter dem Verdacht einer Verbindung mit den LTTE zuzuordnen ist und deswegen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet wäre. Der Beschwerdeführer erklärte im vorinstanzlichen Ve r- fahren ausdrücklich, weder er noch seine Familienmitglieder hätte n sich politisch engagiert (vgl. Akten Auslandverfahren A12 S. 5) und er habe insbesondere keinerlei Kontakte zu den LTTE unterhalten (vgl. A6 S. 14). In der Beschwerdeergänzung vom 27. Juni 2012 wird jedoch nachgetr a- gen, H._______ K., ein Schulfreund des Beschwerdeführers, sowie des- sen Bruder seien für die LTTE tätig gewesen. Der Beschwerdeführer h a- be früher jeweils mit H._______ zusammen Flugblätter der LTTE ve r- teilt/geklebt und bei Heldengedenkfeiern beim Schmücken geholfen. Deswegen sei er wohl der Unte rstützung der LTTE verdächtigt und mehrmals entführt worden. Es ist nicht auszuschliessen, dass der B e- schwerdeführer Jugendfreunde hatte, welche sich später den LTTE a n- schlossen. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass er wie angegeben zwischen 2006 und 2 008 zwei- oder dreimal von unbekannten Personen entführt, für längere Zeit festgehalten und danach wieder freigelassen wurde. Aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers ist davon auszugehen, dass diese unbekannten Personen versuchten, ihm eine Verbindung zu den LTTE nachzuweisen, ihnen dies aber nicht gelungen ist, weshalb er jeweils wieder laufen gelassen wurde. Die vom Beschwe r- deführer erlittenen Misshandlungen und Drohungen dürften unter diesen Umständen primär bezweckt haben, ihn einzuschüchtern u nd vor allfällig geplanten zukünftigen Hilfeleistungen an die LTTE abzuhalten. Von off i- zieller Seite wurde der Beschwerdeführer nie wegen Verdachts auf U n- terstützung der LTTE angeklagt, inhaftiert oder auch nur angehalten und befragt. Er hatte insbesondere auch keine Probleme mit der Armee. Zwar unterlag er den Akten zufolge vorübergehend einer Meldepflicht, welcher er eine Weile lang nachkam, wurde jedoch von der Armee weder bedroht noch weiter behelligt, selbst als er seine Meldepflicht vernachlässigte (vgl. Akten Auslandverfahren A12 S. 9). Dies lässt darauf schliessen, dass ihn die Behörden schon im damaligen Zeitpunkt nicht als verfolgungswürdig erachteten. Aufgrund der Aktenlage ist ausserdem festzustellen, dass es D-2625/2012 Seite 20 sich bei den Bekannten des Beschwerde führers nicht um prominente LTTE-Mitglieder handelte und der Beschwerdeführer selbst weder Mi t- glied der LTTE war noch substanzielle Unterstützungsleistungen vol l- brachte. Seinen Angaben zufolge nahm er lediglich an Heldengedenkfe i- ern sowie am Pongu Tamil teil und half ab und zu beim Dekorieren für die Feiern sowie beim Verteilen/Aufkleben von Flugblättern. Es ist nicht d a- von auszugehen, dass die sri -lankischen Behörden aufgrund einer solch marginalen, relativ unbedeutenden Unterstützungstätigkeit für die LTT E im heutigen Zeitpunkt noch an der Person des Beschwerdeführers int e- ressiert sind. Es ist demnach auch völlig unwahrscheinlich, dass der B e- schwerdeführer, wie dies auf Beschwerdeebene suggeriert wird, als LTTE-Unterstützer in einer landesweiten Datenbank registriert respektive auf einer zentralen Fahndungsliste aufgeführt ist. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht der Risikogruppe der Pe r- sonen unter dem Verdacht einer Verbindung mit den LTTE zugeordnet werden kann. 6.3 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer we r- de nach wie vor gesucht; und zwar hätten Sicherheitskräfte und Paramil i- tärs bei früheren Schulkollegen Auskünfte über ihn eingeholt (vgl. Seite 5 der Beschwerde). Dabei handelt es sich jedoch um eine un belegte und gänzlich unsubstanziierte Behauptung, welche im Lichte der vorstehe n- den Erwägungen unglaubhaft erscheint. Der Beschwerdeführer sagte in der Anhörung vom 9. Juni 2009 auf entsprechende Nachfrage hin selber aus, seine Eltern hätten ihm gegenüber am Telefon nicht erwähnt, dass nach ihm gesucht werde (vgl. A6 S. 12). Auch im Zeitpunkt seiner Ausre i- se galt der Beschwerdeführer offensichtlich nicht als behördlich gesuchte Person, konnte er doch eigenen Angaben zufolge im März 2009 ungehi n- dert mit einem security clearance certificate via verschiedene Kontrollpos- ten von Jaffna nach Colombo gelangen, sich dort problemlos einen Re i- sepass ausstellen lassen und mit dem Flugzeug ausre isen (vgl. A6 S. 3, 10 und 11). 6.4 Der Schweizerischen Vertretung in Colombo ging am 1. Dezember 2012 ein mit G._______ unterzeichnetes Schreiben zu, worin der Unte r- zeichner zum Ausdruck brachte, er wolle das Asylverfahren in der Schweiz beenden und nach Sri Lanka zurückkehren. In seiner diesbezüg- lichen Stellungnahme vom 30. Januar 2013 bestreitet der Beschwerd e- führer, Urheber dieses Schreibens zu sein , und äussert den Verdacht, dieses sei von M. M., einer der EPDP nahestehenden Person, verfasst worden, um ihm zu schaden. Das Schreiben beleg e die anhaltende Ve r-D-2625/2012 Seite 21 folgung des Beschwerdeführers durch paramilitärische Gruppierungen. Diese Auffassung überzeugt nicht. Zwar dürfte es sich beim Unterzeic h- ner des fraglichen Schreibens tatsächlich nicht um den Beschwerdeführer handeln, da das Schriftbild seiner anlässlich der vorinstanzlichen Befr a- gungen geleisteten Unterschriften von demjenigen der Unterschrift auf dem Schreiben vom 1. Dezember 2012 abweicht. Allerdings ist nach Durchsicht der Akten festzustellen, dass dieselbe Person bereits im Rahmen des Auslandverfahrens einmal eine Eingabe zugunsten des Be- schwerdeführers gemacht hat (vgl. Akten Auslandverfahren A11). Diese Eingabe vom 11. Dezember 2008 stand ihrem Inhalt nach völlig im Ei n- klang mit den übrigen Eingaben des Beschwerdeführers im Auslan dver- fahren. Somit erscheint es nicht glaubhaft, dass der Verfasser nun plöt z- lich dem Beschwerdeführer Schaden zufügen will. Mit Blick auf die vo r- stehenden Erwägungen vermag dieses Schreiben per se auch nicht zu belegen, dass der Beschwerdeführer in Sri Lanka in asylrelevanter Weise verfolgt wird, zumal es sich bei den diesbezüglichen Ausführungen in der Eingabe vom 30. Januar 2013 lediglich um wilde Spekulationen handelt. Hingegen ist nicht auszuschliessen, dass dieses Schreiben vom B e- schwerdeführer in Auftr ag gegeben wurde, um anschliessend derartige Verschwörungstheorien zu konstruieren. Bei dieser Sachlage ist der A n- trag, es sei dem Be schwerdeführer noch der Briefumschlag des falschen Rückzugsschreibens zuzustellen, abzuweisen, zumal dieser keine weite- ren klärenden Informationen enthält. 6.5 Auf Beschwerdeebene wird zudem unter Bezugnahme auf BVGE 2011/24 geltend gemacht, der Beschwerdeführer gehöre der Risikogru p- pe der vermögenden Personen an und müsse aufgrund des mittelständ i- schen Reichtums seiner Familie un d der Tatsache, dass er der einzige Sohn sei, mit einer Entführung zwecks Lösegelderpressung rechnen. Dieser Argumentation kann jedoch nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nie geltend machte, er oder seine Angehörigen seien in der Vergangenheit aufgrund des Reichtums seiner Familie mit Geldforderungen, Erpressung oder ähnlichem behelligt worden. Die von ihm geschilderten Entführungen verliefen allesamt ohne Lösegeldforderungen. Bereits aus diesem Grund erscheint es unw ahr- scheinlich, dass der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr an den Herkunftsort dort zukünftig derartige Probleme haben könnte. Im Übrigen findet das Vorbringen, wonach die Familie des Beschwerdeführers relativ reich sei, keine Stütze in den Akten. D en Angaben des Beschwerdefüh- rers zufolge ist seine Mutter Hausfrau (vgl. Akten Auslandverfahren A12 S. 3) und sein Vater Maurer (vgl. A6 S. 9), was nicht auf ein grosses Ei n-D-2625/2012 Seite 22 kommen schliessen lässt. Die Eltern des Beschwerdeführers haben n e- ben dem Beschwerdeführer noch vier Töchter, welche alle noch unverhei- ratet sind, nicht arbeiten und demnach noch von den Eltern unterstützt werden müssen. Die Tatsache, dass seine Mutter offenbar ihren Schmuck zum Pfandleiher bringen musste, um die Ausreise des Beschwerdef üh- rers zu finanzieren (Akten Auslandverfahren A12 S. 13), weist ferner da r- auf hin, dass die Familie über keine grösseren Vermögenswerte verfügt. Der Beschwerdeführer erklärte denn auch, er habe unter anderem infolge fehlender finanzieller Mittel nicht in C olombo bleiben können (vgl. A12 S. 12). Entgegen der gänzlich unbelegten und unsubstanziierten Behau p- tung im Beschwerdeverfahren ist daher nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer respektive seine Angehörigen über offensichtlich erkennbare, beträchtliche finanzielle Mittel verfügen und der Beschwerde- führer aus diesem Grund bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einem e r- höhten Risiko ausgesetzt wäre, Opfer von Erpressung, Entführung oder ähnlichem zu werden. 6.6 Seitens des Beschwerdeführers wird schliesslic h im Sinne von su b- jektiven Nachfluchtgründen vorgebracht, er müsse im Falle einer Rüc k- kehr nach Sri Lanka auch deshalb mit flüchtlingsrechtlich relevanter Ve r- folgung rechnen, weil er der Risikogruppe der aus der Schweiz zurüc k- kehrenden Tamilen respektive der bestimmten sozialen Gruppe der a b- gewiesenen tamilischen Asylgesuchsteller angehöre und weil er sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt habe. 6.6.1 Der Beschwerdeführer bringt erstmals auf Beschwerdeebene vor, er sei in der Schweiz exilpolitisch tätig, in dem er regelmässig an Veransta l- tungen und Kundgebungen der LTTE teilnehme. Dabei handelt es sich indessen lediglich um eine pauschale, nicht näher substanziierte und gänzlich unbelegte Behauptung. Überdies wird auch nicht glaubhaft g e- macht, dass sich der Beschwerdeführer dadurch besonders exponiert re- spektive inwiefern er sich dadurch als besonders engagierter und ernst- zunehmender Regimegegner profiliert hat. Ebenso ist nicht überzeugend, dass die sri-lankischen Behörden von der angeblichen exilpolitischen Tä- tigkeit des Beschwerdeführers Kenntnis genommen hätten. Dieses Vo r- bringen ist daher offensichtlich nicht geeignet, das Vorliegen einer flüch t- lingsrechtlich relevanten Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. 6.6.2 Massgebend für die Frage, ob der Beschwerdeführ er im Falle se i- ner Rückkehr nach Sri Lanka eine Verfolgung seitens der Behörden b e- fürchten muss, weil er aus der Schweiz ins Heimatland zurückkehren und D-2625/2012 Seite 23 deshalb verdächtigt würde, im Ausland die LTTE unterstützt zu haben, ist, ob die sri-lankischen Behörden das Verhalten des Beschwerdeführers als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei der Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung von Art. 3 AsylG befürchten muss. Die A n- forderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht richten sich nach Art. 3 und Art. 7 AsylG. Gemäss Einschätzung des Bundesverwaltung s- gerichts kann nicht generell angenommen werden, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka alleine aus diesem Grund in einen behördlichen Verdacht geraten, während ihres Aufenthaltes in der Schweiz Kontakte mit führenden LTTE- Kadern unterhalten zu haben (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 8.4.3). In ind i- vidueller Hinsicht ist diesbezüglich festzustellen, dass den Akten keinerlei Anhaltspunkte darauf zu entneh men sind, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE gepflegt hat respektive haben könnte. Wie bereits vorstehend erwähnt ist auch nicht davon auszug e- hen, dass er aufgrund seiner unbedeutenden und viele Jahre zurücklie- genden Unterstützungstätigkeit für die LTTE im heutigen Zeitpunkt im V i- sier der sri-lankischen Behörden oder dieser nahestehenden paramilitär i- schen Gruppierungen steht, zumal er nicht das Profil eines aktiven und militanten LTTE-Anhängers erfüllt. Entgegen den entsprech enden, wei t- gehend spekulativen Bemerkungen in der Beschwerde bestehen vorli e- gend insbesondere weder konkrete Hinweise noch plausible Gründe d a- für, dass der Beschwerdeführer auf einer Fahndungsliste der heimatl i- chen Behörden steht und deswegen im Falle sein er Rückkehr einer e r- höhten Verfolgungsgefahr unterliegt. Daher erscheint es auch in Anbe t- racht der jüngeren Lageentwicklung in Sri Lanka unwahrscheinlich, dass er bei einer Rückkehr infolge seines Aufenthalts in der Schweiz in asylre- levanter Weise gefährde t wäre. Im Weiteren gibt es nach Erkenntnissen des Gerichts auch keine Hinweise darauf, dass tamilische Rückkehrer von sri -lankischen Sicherheitskräften gezielt und systematisch verfolgt werden (vgl. dazu beispielsweise auch die Urteile E-4098/2011 vom 10. Juli 2013 E. 6.2.4 und D-6148/2011 vom 9. Juli 2013 E. 3.4). Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer auch nicht wegen der von ihm geltend gemachten Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe eine Verfo l- gung zu befürchten; es erübrigt sich denn auch, auf die auf Beschwerde- ebene gemachten Ausführungen zur Definition der "bestimmten sozialen Gruppe" näher einzugehen. 6.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asylgründe sowie subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung beziehungswe i-D-2625/2012 Seite 24 se eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Ei n- schätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen auf Beschwerd e- ebene noch die zahlreichen damit eingereichten Beweismittel, w elche sich im Übrigen überwiegend entweder zur allgemeinen Situation in Sri Lanka oder zu einzelnen Fällen von Menschenrechtsverletzungen äu s- sern und ohne direkten, konkreten Bezug zur Person des Beschwerd e- führers und dessen individuellen Asylvorbringen si nd, etwas zu ändern, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vori n- stanz hat daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältn is nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen. 8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein D-2625/2012 Seite 25 Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e rniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand- lung unterworfen werden. 8.1.1 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass der Grundsatz des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich wiederholt mit der Frage befasst, ob namentlich Tamilen, welche aus e i- nem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, Gefahr laufen, einer EMRK-widrigen Behandlung ausgesetzt zu werden (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid D-2625/2012 Seite 26 vom 31. Mai 2011). Laut EGMR ist nicht in genereller Weise davon au s- zugehen, dass zurückkehrenden Tamilen eine unmenschliche Behan d- lung droht; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr ver- schiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Vorliegend wur de bereits festgestellt, dass au f- grund der Aktenlage nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerd e- führer bei einer Rückkehr aus der Schweiz ins Heimatland die Aufmer k- samkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevan- ten Ausmass auf sich ziehen wird. Demnach bestehen auch keine A n- haltspunkte dafür, dass ihm aus demselben Grund eine mensche n- rechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen würde. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu auch BVGE 2011/24 E. 10.4.2). An dieser Einschätzung ändern auch die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers auf Beschwerd e- ebene sowie die dort zitierten Berichte und Urteile nichts, weshalb es sich grundsätzlich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Der Vollständigkeit hal- ber ist jedoch in diesem Zusammenhang anzufügen, dass im Fall des von einem Richter des britischen "High Court" verfügten Vollzugsstopp s betreffend vierzig abgewiesene tamilische Asylsuchende nicht von einer generellen Unzulässigkeit des Vollzugs aus gegangen wurde. Der dort angeordnete Vollzugsstopp war vielmehr das Ergebnis einer einzelfallbe- zogenen individuellen Prüfung. Eine solche ergibt nach dem Gesagten im vorliegenden Fall, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdefüh- rers sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Besti m- mungen zulässig ist. 8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.2.1 In Bezug auf die allgemeine Lage in Sri Lanka kann auf die vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung der Situation in BVGE 2011/24 verwiesen werden, welche im Wesentlichen mit der Praxis der Vorinstanz übereinstimmt. Demnach ist seit dem Ende des bewaffn e- ten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai D-2625/2012 Seite 27 2009 von einer verbesserten Menschenrechts - und Sicherheitslage au s- zugehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich pr ä- sentiert. Da sich di e Lage in der Ostprovinz weitgehend stabilisiert und normalisiert hat, wird der Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet dieser Provinz grundsätzlich als zumutbar erachtet (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist hingegen differenziert einzus chätzen, da sich die Situation dort gebietsweise sehr unterschiedlich ge staltet. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen – namentlich die Distrikte Jaffna und die südlichen Teile der Distrikte V a- vuniya und Mannar – herrscht heute weder eine Situation allgemeiner Gewalt noch ist die politische Lage dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. a.a.O. E. 13.2). Angesichts der nach wie vor fragilen Lage drängt s ich aber eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Z u- mutbarkeitskriterien auf, wobei nebst der allgemeinen Zumutbarkeit auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen ist. Ein Wegwe i- sungsvollzug ist demnach für Personen, welche die betreffenden Gebiete erst nach Beendigung des Bürgerkriegs im Mai 2009 verlassen haben, grundsätzlich zumutbar, sofern sie dort auf eine zumindest gleichwertige Wohnsituation wie vor der Ausreise zurückgreifen können (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.1). Liegt der Aufenthalt indessen längere Zeit zurück oder geht aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarke it des Wegweisungsvollzugs hin zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). In das s o- genannte "Vanni-Gebiet" hingegen, welches die Distrikte Kilinochchi und Mullaitivu (samt diesen beiden Städten), die nördlichen Teile der Distrikte Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküs- te des Jaffna -Distrikts umfasst, ist eine Rückkehr aufgrund der aktuellen Lage – namentlich aufgrund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung – weiterhin als unzumutbar einzustufen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2). In das übrige Staatsgebiet Sri Lankas ist der Wegweisungsvol l- zug grundsätzlich zumutbar (vgl. a.a.O. E. 13.3). Diese Schlussfolgerun- gen erscheinen auch mit Blick auf die im Beschwerdeverfahren einge- reichten Unterlagen und Berichten bezüglich der Situation in Sri Lanka als weiterhin gültig, zumal diesen keine wesentlich andere Beurteilung der Lage entnommen werden kann. Es erübrigt sich daher, darauf näher ei n- zugehen. 8.2.2 Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus B._______ (Distrikt Jaffna), wo er den überwiegenden Teil seines Lebens D-2625/2012 Seite 28 verbracht hat, und reiste Anfang Mai 2009 aus Sri Lanka aus. Wie vorste- hend erwähnt wird der Wegweisungsvollzug in den Distrikt Jaffna im he u- tigen Zeitpunkt als generell zumutbar erachtet. Alle rdings setzt die Bej a- hung der (individuellen) Zumutbarkeit einer Rückkehr dorthin insbesonde- re die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, die konkrete Mö g- lichkeit der Sicherung des Existenzminimums sowie eine gesicherte Wohnsituation voraus (vgl. a.a .O. E. 13.2.1.2). Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen 25-jährigen Mann ohne aktenkundige gesun d- heitliche Probleme, welcher über eine durchschnittliche Schuldbildung verfügt. Vor der Ausreise befand er sich eigenen Angaben zufolge in der Lehre zu m Motorrad -Mechaniker und half zwischendurch seinem Vater, einem Maurer, bei der Arbeit. Den Akten zufolge leben sowohl die Eltern und seine vier Schwestern als auch mehrere Onkel und Tanten nach wie vor in B._______ respektive im Distrikt Jaffna. Eine die sbezügliche Ver- änderung der Sachlage wird im Beschwerdeverfahren nicht geltend g e- macht. Der Beschwerdeführer hat bereits vor seiner Ausreise bei seinen Eltern und zeitweilig bei Verwandten gelebt, weshalb mangels anderwei- tiger konkreter Hinweise davon ausz ugehen ist, seine Angehörigen wü r- den ihn auch in Zukunft bei Bedarf beherbergen und unterstützen. Auf Beschwerdeebene wird ausdrücklich erwähnt, die Familie des Beschwer- deführers besitze ein grosses Haus, womit festzustellen ist, dass der Be- schwerdeführer bei seiner Rückkehr nach B._______ dort eine gesicherte Wohnsituation vorfinden wird. Ausserdem dürfte es ihm angesichts der re- lativ kurzen Landesabwesenheit von vier Jahren ohne grössere Probleme möglich sein, sich wieder ins gesellschaftliche und wirtsch aftliche Leben in Sri Lanka zu in tegrieren. Insoweit, als seitens des Beschwerdeführers vorgebracht wird, er hätte wegen der neuen Registrierungspraxis der Be- hörden mit Behelligungen zu rechnen, ist festzustellen, dass diese B e- fürchtung rein spekulativ ist und keine konkreten Anhaltspunkte dafür b e- stehen, dass der Beschwerdeführer deswegen einer konkreten Gefahr ausgesetzt werden könnte und der Vollzug deswegen als unzumutbar zu erachten wäre. Insgesamt ist nicht davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka (Distrikt Jaffna) in eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Wegweisungsvollzug erweist sich daher als zumutbar. 8.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). D-2625/2012 Seite 29 8.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vol l- ständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch die Beschwerde nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden konnte und aufgrund der Aktenlage nach wie vor von der p rozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist (vgl. die Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit vom 6. Juni 2012), ist in Gutheissung des G e- suchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege von einer Ko s- tenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 10.2 In der Beschwerde wurde zu Recht ein (zwischenzeitlich geheilter) Verfahrensmangel gerügt (vgl. dazu vorstehend E. 5.1). Obwohl der B e- schwerdeführer mit seinen Rechtsbegehren letztlich nicht durchgedru n- gen ist, ist ihm daher eine angemessene Parteie ntschädigung für die ihm aus der Beschwerdeführung im Rahmen des festgestellten Verfahren s- mangels erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. In der eing e- reichten Kostennote vom 27. Juni 2012 sowie dem Nachtrag vom 8. A u- gust 2012 macht der (mehrwertsteuer pflichtige) Rechtsvertreter insg e- samt einen Arbeitsaufwand von 17.25 Stunden (à Fr. 240. –) und Ausl a- gen von Fr. 72.70 geltend. Die Parteientschädigung ist vorliegend jedoch nur für diejenigen Aufwendungen zu gewähren, die auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz zurückzuführen sind. Demen t- sprechend und in Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Beme s- sungsfaktoren (Art. 8-13 VGKE) ist die Parteientschädigung auf insg e- samt Fr. 300.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-2625/2012 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundes- verwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 300.– zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: