Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. Oktober 2018 (720 18 127 / 292) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweiswert von RAD-Berichten Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Martin Kaiser , Ad- vokat, Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1971 geborene A.____ arbeitete bis 2011 in e inem 80%-Pensum als Pflegehelferin. Danach betrieb sie ein Restaurant, mit welchem sie allerdings am 27. August 2013 Konkurs anmelden musste. Mit Gesuch vom 16. Dezember 2014 meldete sie sich infolge einer depressi- ven Erkrankung bei der IV-Stelle Basel-Landschaft zum Leistungsbezug an. Im Rahmen berufli- cher Massnahmen absolvierte A.____ vom 14. Septembe r 2015 bis 13. Dezember 2015 ein Seite 2 Belastbarkeitstraining und vom 14. Dezember 2015 bis 13 . März 2016 ein Aufbautraining. Da das Arbeitspensum nicht über 50 % gesteigert werden ko nnte, wurden die beruflichen Mass- nahmen beendet und die Rentenprüfung vorgenommen. Na ch Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse, namentlich nach Einholung e ines bidisziplinären Gutachtens bei Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie, und Dr. med. C. ____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. März 2018 trotz attestierter Arbeitsunfähig- keit von 50 % einen Rentenanspruch mit der Begründung, dass die therapeutischen Möglichkei- ten noch nicht ausgeschöpft seien. Somit könne nicht von einer Therapieresistenz gesprochen werden, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Bedingung für die Annahme einer Invalidität sei. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. M artin Kaiser, mit Eingabe vom 19. April 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht. Er bean- tragte für seine Mandantin die Aufhebung der angefo chtenen Verfügung und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Mit BGE 143 V 409 sei die R echtsprechung, wonach depressive Störungen leicht- oder mittelgradiger Natur einzig d ann als invalidisierende Krankheit in Be- tracht fallen könnten, wenn diese erwiesenermassen ther apieresistent seien, aufgegeben wor- den. Jeder Einzelfall müsse nun unter Würdigung der ma ssgebenden Indikatoren beurteilt wer- den. Die Ablehnung eines Rentenanspruchs allein mit der Begründung der fehlenden Therapie- resistenz sei folglich unzulässig. Ferner sei die Aussage falsch, dass die Versicherte seit Jahren nicht mehr in fach-psychiatrischer Therapie stehe, sonder n lediglich beim Hausarzt in delegier- ter Psychotherapie und keine Antidepressiva einnehme. Bei m Medikament Deanxit handle es sich um eine Arznei zur Behandlung von leichten bis mitte lschweren Depressionen. Im Weite- ren habe Dr. C.____ festgehalten, dass die Versicherte ab Dezember 2013 bei Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulante r psychiatrischer Behandlung ge- wesen sei und in der Folge zu E.____ und in die Praxis von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Medizin, gewechselt habe. Mit Schreiben vom 27. März 20 18 bestätige F.____, Fachpsycholo- gin für Psychotherapie FSP, dass die Versicherte von Januar 2017 bis Februar 2018 bei ihr in Behandlung gewesen sei. Ferner habe Dr. C.____ festg ehalten, dass die bisherigen Therapie- massnahmen lege artis seien und die Versicherte diese kons equent besuche. Seit anfangs März 2018 werde die Versicherte nun von Dr. med. G.____ , FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, betreut. Dr. C.____ erachte die Versicherte aufg rund der depressiven Störung mittelgradi- gen Ausmasses für 50 % arbeitsunfähig. In Bezug auf die IV-interne Prüfung des Gutachtens vom 9. August 2017/23. November 2017 sei festzustellen, d ass diese durch RAD-Ärztin Dr. med. H.____, FMH Anästhesie, vorgenommen worden sei, obwohl ihr die fachärztliche Qualifi- kation dafür fehle. Ihre Einschätzung, dass es sich vorliege nd höchstens um eine geringfügige Depression handle, habe folglich kein Gewicht. Auch die kurzen Aktennotizen von RAD-Arzt Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und RAD- Arzt pract. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. November 2017 ver möchten das Gutachten von Dr. C.____ nicht in Frage zu stellen. Seite 3 C. Mit Vernehmlassung vom 26. Juni 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be- schwerde. Die von Dr. C.____ gestellte Diagnose der m ittelgradigen Depression sowie die in diesem Zusammenhang attestierte Arbeitsunfähigkeit von 5 0 % könnten aus Sicht der beiden RAD Psychiater Dr. I.____ und Dr. J.____ nicht nachvoll zogen werden. Gemäss Dr. I.____ sei anhand der beschriebenen Symptome und Befunde höchsten s eine leichtgradige Depression zu diagnostizieren. Dies erkläre auch Dr. J.____, welcher lediglich von einer reaktiven depressi- ven Verstimmung ohne Krankheitswert ausgehe. Da die de pressive Episode eher als leichtgra- dig zu qualifizieren sei und diese seit Jahren unzureiche nd behandelt werde, könne aus versi- cherungsmedizinischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. D. Advokat Kaiser reichte replikweise mit Eingabe vom 25 . Juli 2018 zur Ergänzung der Beschwerde die Hospitalisationsbestätigung der Klinik fü r K.____ sowie den entsprechenden Austrittsbericht vom 15. Juni 2018 ein, in welchem die Diagnose einer depressiven Störung be- scheinigt wurde, wobei gegenwärtig sogar eine schwere Episode vorliege. E. Mit Stellungnahme vom 30. August 2018 wies die IV-S telle darauf hin, dass die geltend gemachte Verschlechterung nach der angefochtenen Verfü gung vom 6. März 2018 aufgetreten und somit nicht Gegenstand des laufenden Verfahrens sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel- Landschaft, so dass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 19. April 2018 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe rin Anspruch auf eine IV-Rente hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 4 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). Um festzustel- len, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun gen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturi erten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 5 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Den Berichten und Gut- achten versicherungsinterner Fachpersonen kommt hingegen n icht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar Seite 6 wie einem Gerichtsgutachten zu. Auf sie kann nicht abg estellt werden, sobald bereits geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 4.1 Mit rheumatologischem Teilgutachten vom 7. August 2 017 konnte Dr. B.____ keine Di- agnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein Ganzkörperschmerzsyndrom ohne organische Ursache, eine Chondrose C5/6 mit me-diolateral links gelegener Diskushernie (MRT HWS 9.5. 2016) ohne entsprechende Klinik, ein Asthma bronchiale, eine Adipositas WHO Grad I (BMI 32,4 kg/m2), eine retikuläre Varicosis (Krampfadern) an beiden Unterschenkeln, eine substitui erte Hypothyreose (Schilddrüsenunter- funktion) sowie ein Lichen simplex chronicus Vidal perian al und inguinal (knötchenartige Hau- terkrankung). Es bestehe eine diffuse Druckdolenz an den oberen und unteren Extremitäten, an den Armen betont, im Schulternackengürtelbereich, im Supraspinatus und im HWS-Bereich mit leichten Verspannungen. Diese Befunde entsprächen myofasci alen Beschwerden. Bei sämtli- chen Testungen des Körpers manifestiere die Versicherte ih re Schmerzen und zeige ein schmerzverzerrtes Gesicht. Zusammenfassend bestehe ein Ganzkö rperschmerzsyndrom, wo- bei beinahe ubiquitär Schmerzen angegeben würden. Di e heute erhobenen Befunde entsprä- chen keinem entzündlich rheumatologischen Leiden, sonde rn einem weichteilrheumatischen Schmerzsyndrom, wobei die Kriterien einer Fibromyalgie nicht erfüllt seien, da die Versicherte überall schmerzempfindlich sei und nicht nur an den Fibr omyalgie definierten Punkten. Rein formal seien aber das Ganzkörperschmerzsyndrom und die Fibromyalgie in Bezug auf die Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einander gleichgestellt. Es zeigten sich deutliche Diskrepanzen zwi- schen den subjektiven Angaben und den objektiv erhebbaren Befunden. Die Versicherte sei aus rheumatologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig, vorausgesetzt es handle sich nicht um eine körperliche Schwerarbeit. Eine solche wäre bei einer Schmerzschwellenstörung wie dem Ganz- körperschmerzsyndrom nicht sinnvoll. 4.2 Mit psychiatrischem Teilgutachten vom 26. April 2017 diagnostizierte Dr. C.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung mittelgradigen Ausmasses, im Ver- lauf schwankend (ICD-10 F32.1). Die Versicherte leide s eit etwa 2013 unter einer eher reakti- ven depressiven Störung, die im Zusammenhang mit verschiedenen Belastungen (Todesfälle in der Familie, Arbeitssituation) zu erklären sei. Sie hab e ein Restaurant geführt, ohne entspre- chende Kenntnisse aufzuweisen, und kurze Zeit später Konk urs anmelden müssen. Dies deute auf eine starke Überschätzungstendenz hin. Ansonsten hab e sich die Versicherte in der Ver- gangenheit gut selbst behauptet, einige Jahre im Pfl egebereich gearbeitet, diese Tätigkeit auf- grund zunehmender körperlicher Beschwerden jedoch aufge geben. Es falle auf, dass sie keine dauerhaft tragenden Beziehungen habe, im sozialen Bereich ziehe sie sich zurück. Sie verhalte sich passiv und fühle sich deprimiert. Die Stimmung sei dau erhaft gedrückt mit Interessenrück- gang, innerer Anspannung, Freudlosigkeit und verminde rtem Antrieb. Sie habe kognitive Ein- schränkungen, das Selbstwertgefühl sei vermindert und die Haltung negativ. Die Depression habe sich verschlechtert, als ihre Mutter im Jahr 2016 ge storben sei. Grundsätzlich sei die Ver- sicherte in der Lage, ihren Alltag selbst zu gestalten. Sie brauche wegen der körperlichen Be- Seite 7 schwerden teilweise Hilfe. Sie könne sich wohl an Termin e halten, habe aber Mühe, sich in Ab- läufe einzufügen oder Aufgaben zu planen und zu strukt urieren. Sie sei in der Umstellfähigkeit und Flexibilität eingeschränkt, auch die fachlichen Kompet enzen seien mittelgradig beeinträch- tigt. Sie pflege noch wenige Kontakte zu anderen Pe rsonen, die Gruppenfähigkeit sei einge- schränkt und sie gehe nur selten Aktivitäten nach. Es sei dah er von einer mittelgradigen Beein- trächtigung im Alltag auszugehen. In den Unterlagen we rde auf eine Agoraphobie (Platzangst) mit Panikstörung hingewiesen, die anlässlich der heutigen Angaben in der Untersuchung nicht bestätigt werden könne. Die Versicherte sei sicher vermin dert belastbar, doch könne nicht eine volle Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit begründet w erden. Es sollte ihr zumindest in Teilzeit möglich sein, eine einfach strukturierte Arbeit ohne Übe rnahme von Verantwortung durchzufüh- ren. In den Unterlagen werde auf eine gemischte Beein trächtigung aufgrund der körperlichen und psychischen Beschwerden hingewiesen. Bezüglich der rein körperlichen Beschwerden könne aus psychiatrischer Sicht keine Aussage gemacht werden , doch sei anzunehmen, dass sich der psychische Zustand ungünstig auf die körperlichen Beschwerden auswirke. Auch müs- se eine gewisse Somatisierungstendenz im Rahmen der Depr ession angenommen werden. Hinweise auf eine Aggravation fänden sich nicht. Einfl uss auf das Beschwerdebild dürften die längerdauernde Arbeitslosigkeit und der Konkurs des eigen en Restaurants haben mit dem Ge- fühl, versagt zu haben. Sie habe auch grosse Mühe, den Tod von Familienangehörigen adäquat zu verarbeiten, es bestehe eine prolongierte Trauerreaktion. Aufgrund des psychischen Zustan- des sei sie teilweise nicht in der Lage, die Ressourcen genügend auszunützen. Die bisherigen Therapiemassnahmen seien lege artis und die Versicherte habe diese konsequent besucht. Sie sei aufgrund des depressiven Zustandes oft nicht fähig, genügend von den Therapiemassnah- men zu profitieren, weshalb allenfalls eine Änderung der Massnahmen in Betracht gezogen werden sollte. In Bezug auf die Konsistenz deckten sich An gaben und Befunde, weshalb keine Inkonsistenzen beständen. 4.3 In der Konsensbeurteilung vom 19. Juli 2017 hie lten die Gutachter fest, dass aus rheu- matologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähi gkeit vorliege. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der bisherigen wie auch in einer Verw eistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % seit 2012/2013. Gesamthaft gelte somit die psychiatrische Beurteilung als Gesamtbeurtei- lung für die Disziplinen Rheumatologie und Psychiatrie. 4.4 Am 9. August 2017 wurde das bidisziplinäre Gutachten der RAD-Fachärztin für Anäs- thesie, Dr. H.____, zur Prüfung vorgelegt. Mit Notiz vom 20. September 2017 bat sie um Ergän- zungen seitens Dr. C.____. Namentlich sei auf die ICD-Kriterien der mittelgradigen depressiven Störung detailliert einzugehen und begründet Stellun g zu den noch vorhandenen Therapieopti- onen bzw. zur Kooperation bei den Therapien sowie dem Vorliegen einer allfälligen Therapiere- sistenz zu nehmen. 4.5 Mit ergänzendem Bericht vom 8. November 2017 wiede rholte Dr. C.____ seine gut- achterlichen Ausführungen und bestätigte dass die Kardin alsymptome einer mittelgradigen de- Seite 8 pressiven Störung erfüllt seien. Trotz konsequenter Thera pie sei es zu keiner Verbesserung gekommen. Unter Umständen sei eine Hospitalisation in Betracht zu ziehen, allenfalls auch eine Behandlung in einer Tagesklinik. Von einer Chron ifizierung der Beschwerden könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesprochen werden, da noch nicht alle Therapiemassnahmen ausgeschöpft seien. In diesem Sinne liege noch keine Therapieresistenz vor. 4.6 RAD-Arzt und Psychiater Dr. I.____ kam in knapper A ktennotiz vom 15. November 2017 zum ergänzenden Bericht von Dr. C.____ vom 8. November 2017 zum Schluss, dass aus fach- psychiatrischer Sicht eine Depression mittleren Grades "nich t gesichert" nachvollzogen werden könne. Naheliegender sei, dass die Affektstörung höchstens leichtgradig sei, allenfalls liege auch nur eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) vor. Schliesslich spreche die Tatsache, dass bislang keine tagesklinische oder stationäre psychiatrische Behandlu ng zustande gekommen sei, nicht für einen hohen Leidensdruck. Folglich könne lediglich e ine zeitweise 0-20%ige Arbeitsunfähig- keit attestiert werden. Im Weiteren sei auf die Beur teilung von Dr. H.____ abzustellen (vgl. Bericht vom 9. August 2017). RAD-Arzt pract. med. J.____ schloss sich mit Notiz vom 15. November 2017 der Meinung von Dr. I.____ an. Dr. H.____ führte in ihrem Abschlussbericht vom 23. November 2017 schliesslich an, dass – wie von Dr. I .____ herausgearbeitet - eher von einer leichtgradigen Depression auszugehen sei. Bezüglich Therapie sei anzumerken, dass die Versicherte seit Jahren nicht in fach-psychiatrischer Therap ie stehe, sondern lediglich beim Hausarzt in delegierter Psychotherapie und keine Antidep ressiva (Deanxit sei kein wirksames Antidepressivum) einnehme. Zusammenfassend sei folglich von einer 80–100%igen Arbeitsfä- higkeit seit 2012/2013 für jegliche Tätigkeit auszugehen. 4.7 E.____, bei welcher die Versicherte vom 11. Januar 2017 bis 13. Februar 2018 in psy- chologischer Behandlung war, stellte mit Bericht vom 16. März 2017 eine rezidivierende de- pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom fest (ICD-10 F33.11), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie eine anhaltende Trauerstö- rung. Sie leide unter Stimmungsschwankungen, innerliche r Unruhe und Spannungen. Sie wer- de schnell nervös und sei ängstlich, lärmempfindlich und ve rliere rasch die Geduld. In Men- schenmengen fühle sie sich unwohl, sie ziehe sich zurück und ver bringe die Zeit zuhause. Durch den Tod ihrer Schwester, ihres Neffen und ihrer Mutter habe sich ihr Gesundheitszustand sehr verschlechtert. Sie sei kraft-, antriebs-, motivatio ns- und freudlos und habe Mühe, sich zu konzentrieren. Sie sei verzweifelt und durch die körperl ichen und psychischen Beschwerden erheblich beeinträchtigt. 4.8 Mit Bericht vom 16. April 2018 äusserte sich Dr. G._ ___ als behandelnder Arzt zu den bisherigen psychiatrischen Ausführungen. Eine reaktive Dep ression dürfe gemäss ICD-10 höchstens zwei Jahre dauern (ICD-10 F43.21), was mit de m von Dr. C.____ datierten Beginn von 2013 nicht mehr kompatibel sei. Auch seien reaktive D epressionen definitionsgemäss im- mer leichtgradig. Damit sei die Diagnose eines reaktiven depressiven Geschehens, das mittel- schwer sein soll, nicht mehr ICD-10-konform. Daher verstehe er die Reaktion der RAD-Ärzte, Seite 9 das Geschehen als leicht zu bezeichnen, ansonsten könnte es g ar nicht als reaktiv interpretiert werden. Die langdauernde Behandlung impliziere aber schon mehr als ein reaktives Gesche- hen. Die Versicherte leide unter einer relevanten chro nischen Schmerzkrankheit, die bisher we- nig zentral behandelt worden sei. Deshalb sei eine Übe rweisung in die Klinik für Schmerzthera- pie erfolgt, wo sowohl die somatischen als auch die psychi schen Beschwerden angegangen würden. In Bezug auf die delegierte Psychotherapie sei zu erwähnen, dass diese eine erlaubte und wichtige Form der Psychotherapie und eine Reaktion auf die rückläufige Zahl an Psychiate- rinnen und Psychiatern mit entsprechenden Therapieplätzen sei. 4.9 Gemäss Überweisungsbericht von Dr. G.____ vom 26. Mä rz 2018 an die Klinik für Schmerztherapie leide die Versicherte unter anderem an einer chronischen Schmerzkrankheit in Zusammenhang mit alten Traumata und einer chronisc hen Depression mit kognitiver Ein- schränkung . 5.1 Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 6. März 2 018 einen Anspruch auf eine Rente ab gestützt auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts, dass ei ne leichte bis mittelgradige de- pressive Störung nicht invalidisierend sei, wenn keine B ehandlungsresistenz vorliege (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Ju li 2017, 8C_222/2017, E. 5.2). Aus der geänderten Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 409 ergib t sich nun allerdings, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheit sschädigung nicht allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz ausgeschlossen werden darf. Denn die Behan- delbarkeit eines Leidens steht dem Eintritt einer ren tenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 127 V 294 E. 4c). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen sind deshalb nun ebenfalls systematisier- te Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigu ng leistungshindernder äusserer Belas- tungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz i n die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2 .2). Obwohl diese neue Rechtspre- chung seit November 2017 gilt, hat die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 6. März 2018 die Ren- tenablehnung mit der alten Rechtsprechung begründet, w as einen Mangel darstellt. Erst auf Beschwerde hin in der Vernehmlassung wird die Leistung sverweigerung nicht mehr aus- schliesslich mit der fehlenden Therapieresistenz begründet, sondern hauptsächlich damit, dass die Diagnose einer mittelgradigen Depression nicht recht sgenüglich ausgewiesen sei. Nach eigener Prüfung der Kardinalkriterien sei höchstens von einer leichten Depression bzw. einer Dysthymia auszugehen. Die Prüfung der Standartindikator en ergebe schliesslich eine Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit von 0 %-20 %. 5.2 Gemäss altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Be- weiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezi- fischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entsche idend, ob ein abschliessendes Ab- Seite 10 stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bunde sgericht standhält (BGE 141 V 281 E. 8, 137 V 210 E. 6). Mithin ist in jedem Fall zu p rüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegeb enenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungsreife und –dich te kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen. 5.3 Vorweg ist festzuhalten, dass das rheumatologische Te ilgutachten von Dr. B.____ so- wohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bund esgerichtlichen Vorgaben an ein beweis- taugliches Gutachten erfüllt. Dies ist denn auch unbestri tten. Die RAD-Ärztin Dr. H.____ wich dagegen in ihrem Bericht vom 23. November 2017 sowohl in der Diagnosestellung wie auch der Einschätzung des Leistungsvermögens vom psychiatrischen Teil gutachten von Dr. C.____ ab. Sie kam zum Schluss, dass die Diagnose einer mittelgradigen Depression sowie die in diesem Zusammenhang attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % n icht nachvollziehbar seien. Aus Sicht des RAD liege, wie Dr. I.____ in seiner Aktennotiz vom 15. November 2017 herausgearbeitet habe, eher eine leichtgradige Depression vor. Eine ver selbständigte Depression, die sich klar von psychosozialen Gründen abgrenzen lassen würde, sei jed enfalls nicht gegeben. Denn die depressive Symptomatik habe mit dem Konkurs des Restaurant s begonnen und nach wie vor seien finanzielle Probleme vorhanden. Bezüglich der Th erapie sei anzumerken, dass die Versi- cherte seit Jahren nicht in fachpsychiatrischer Therapie ste he und keine Antidepressiva ein- nehme. Insofern könne nicht von einer ausreichenden Be handlung gesprochen werden, insbe- sondere beständen noch Therapieoptionen. Die Mitwirku ng der Versicherten sei zwar nicht zu beanstanden, die Behandlung sei aber unzureichend. So mit könne eine Arbeitsunfähigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht bestätigt werden, auc h wenn die Standardindikatoren geprüft und die somatisch / psychiatrisch gutachterlich erh obenen Krankheiten hinsichtlich ihrer Symptomatologie, des Krankheitsverlaufs und ihren Auswirku ngen auf den Alltag anhand der fachärztlich erhobenen ausgeprägten Befunde nachvollziehbar festgestellt und bewertet worden seien. Die IV-Stelle stellte auf die Stellungnahme de s RAD vom 23. November 2017 ab und verneinte einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente. 6.1 Der Rechtsvertreter bringt dagegen vor, dass Dr. H._ ___ als Fachärztin der Anästhesie die Fachkompetenz fehle, um den vorliegenden medizinischen Sachverhalt richtig zu beurteilen. Des Weiteren treffe nicht zu, dass die Therapiemassnahmen unzureichend gewesen und keine Antidepressiva eingenommen worden seien. Folglich sei die Stellungnahme des RAD vom 23. November 2017 keine beweistaugliche Grundlage für die Ablehnung des Rentenanspruchs. Dem ist beizustimmen. 6.2 Den von versicherungsinternen Ärzten erstellten Bericht en und Gutachten kann voller Beweiswert zukommen, wenn sie die dazu erforderlichen V oraussetzungen erfüllen. Sie müs- sen als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sein und es dürfen keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Im Hinblick auf die erhebliche Seite 11 Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherung srecht zukommt, ist an die Unpar- teilichkeit der Arztperson allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Die RAD-Ärzte und Ärztinnen müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönli- chen und fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil d es Bundesgerichts vom 7. Juni 2010, 9C_904/2009, E. 2.2 mit Hinweisen). Denn die fachlich e Qualifikation eines Arztes und einer Ärztin spielt für die Würdigung medizinischer Berichte eine erhebliche Rolle. Verwaltung und Sozialversicherungsgericht müssen sich auf die Fachkenntnisse des Verfassers bzw. der Ver- fasserin eines medizinischen Berichts, auf welchen sie abstel len wollen, verlassen können (Ur- teile des Bundesgerichts vom 26. Januar 2010, 9C_736/20 09, E. 2.1 und vom 20. November 2007, I 142/07, E. 3.2.3). 6.3 Wie der Rechtsvertreter zu Recht angeführt hat, ver fügt Dr. H.____ als Anästhesistin nicht über die fachliche Qualifikation, um eine zuverlässi ge Beurteilung der psychiatrischen Si- tuation der Versicherten abgeben zu können. Insofern kann bereits aus diesem Grund der RAD- Stellungnahme vom 23. November 2017 kein voller Bewe iswert zukommen, selbst wenn die Psychiater Dr. I.____ und pract. med. J.____ sich zum Beschw erdebild äusserten. Denn dabei handelt es sich lediglich um kurze Aktennotizen, welchen d ie wesentlichen, erforderlichen Merkmale eines Arztberichtes fehlen. Aber auch inhaltlich überzeugen sie nicht. Die ICD-10 trifft für depressive Störungen eine Schweregradunterscheidung von leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) und schweren (F32.2) depressiven Episoden. Der Schweregrad richtet sich nach der Anzahl der erfüllten Haupt- und Zusatzsymptome. Zu den Hauptsymptomen depressiver Episo- den gehören: gedrückte Stimmung (1), Interessenverlust und Freudlosigkeit (2), Verminderung des Antriebs mit erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätsei nschränkung (3). Häufige Zusatzsymp- tome sind: verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit ( 1), vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen (2), Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit (3), negative und pessi- mistische Zukunftsperspektiven (4), Suizidgedanken, erfolg te Selbstverletzung oder Suizid- handlungen (5), Schlafstörungen (6) sowie verminderte r Appetit (7). Für die Diagnose einer leichten depressiven Episode sollten mindestens zwei der drei Hauptsymptome und mindestens zwei der sieben Zusatzsymptome gegeben sein. Für eine mittelgradige depressive Episode sind mindestens zwei der drei Hauptsymptome zu nennen und mi ndestens drei der Zusatzsympto- me. Dr. I.____ kommt in seiner Aktennotiz vom 15. Nove mber 2017 zum Schluss, dass "aus fachpsychiatrischer Sicht eine Depression mittleren Grade s nicht gesichert nachvollzogen wer- den könne". Die Prüfung der ICD-Kriterien ergebe höch stens eine leichtgradige Affektstörung. Dem kann nicht gefolgt werden. Einerseits trifft es nicht zu, dass beim ersten Hauptkriterium eine depressive Stimmung in deutlich ungewöhnlichem Ausmass vorliegen muss. Verlangt wird eine gedrückte, depressive Stimmung. Eine gedrückte Stimmu ng wird von Patienten ganz un- terschiedlich charakterisiert. Manche sprechen von Niederg eschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, andere betonen stärker das Gefühl der Gef ühllosigkeit. 70 % - 80 % der Patien- ten berichten zusätzlich über Angstgefühle, meist ohne ko nkreten Angstgegenstand, sondern als Ausdruck einer starken Unsicherheit und einer Zukunft sangst (vgl. S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie, Unipolare Depression, 2. Auflag e, 2015, Version 5). Soweit Dr. C.____ Seite 12 eine depressiv wirkende Versicherte mit dauerhaft gedrückte r Stimmung, fehlender affektiver Aufhellung, abgeflachter Sprachmodulation und Einschr änkung der affektiven Modulation und vorhandenen Ängsten beschreibt, ist das Hauptkriterium 1 als gegeben zu betrachten. Weiter berichtet Dr. C.____ von einem Interessenrückgang, inne rer Anspannung, Freudlosigkeit und vermindertem Antrieb. Die Versicherte habe Mühe, ihren Alltag zu bewältigen, sich an Abläufe zu halten oder Aufgaben zu planen und zu strukturiere n. Die Flexibilität, die Umstellfähigkeit, die Entscheidfähigkeit sowie die Durchhaltefähigkeit sei en eingeschränkt. Sie pflege nur noch eine Handvoll Kontakte und gehe nur wenigen Aktivitäte n nach. Es fehle ihr die Kraft und Ener- gie, sie empfinde keine Freude mehr. Dr. C.____ besch reibt damit die Hauptkriterien 2 und 3. Dr. I.____ wendet diesbezüglich einzig ein, dass ein I nteressen- oder Freude verlust verlangt werde und nicht bloss ein Interessenrückgang bzw. ein ein geschränktes Freudeempfinden. Mit dieser Argumentation legt Dr. I.____ sein Hauptmerkmal auf einzelne Formulierungen, ohne eine inhaltliche Gesamtwürdigung vorzunehmen, was nich t Sinn der Sache sein kann. Nur im Kontext kann beurteilt werden, ob die einzelnen Haup tkriterien erfüllt sind und nicht, ob der Be- griff buchstabengetreu wiedergegen worden ist. Vorlie gend ist unerheblich, dass Dr. C.____ Interessen rückgang geschrieben hat und nicht Interessen verlust . Im Übrigen wird im ICD-10 nicht von Freudeverlust, sondern von Freudlosigkeit gespr ochen. In diesem Zusammenhang beharrt Dr. I.____ auch darauf, dass als Zusatzkriterium einzig ein Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls in Frage käme und verschärft damit die Voraussetzungen. Denn er hat nicht beachtet, dass ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen ausreicht, was im gegebenen Fall von Dr. C.____ auch klar beschrieben wurde. Soweit Dr. I.____ weiter gel- tend macht, dass Ängste und psychosomatische Beschwerden s owie eine soziale Kontaktmin- derung keine ICD-Kriterien für eine Depression seien, ist zu entgegnen, dass Ängste Teil des Hauptkriteriums 1 sein können und eine soziale Kontaktmi nderung unter das Hauptkriterium 2 zu subsumieren ist. In Bezug auf die Ängste führte Dr. C.____ explizit an, dass die generalisier- te Ängstlichkeit nicht im Rahmen einer Agoraphobie m it Panikstörung, sondern im Rahmen der depressiven Störung zu interpretieren sei. Zudem hat Dr. I.____ unerwähnt gelassen, dass für die Erfüllung einer Depression mittleren Grades zwei H auptkriterien sowie drei Zusatzkriterien vorliegen müssen. Zum Hauptkriterium 2 Verminderung des Antriebs und erhöhte Ermüdbarkeit sowie zu den weiteren 6 Zusatzkriterien fehlen Ausführun gen seinerseits, obwohl Dr. C.____ sowohl im Gutachten als auch im Ergänzungsschreiben ausfü hrlich dazu Stellung genommen hat. So führt Dr. C.____ neben einem verminderten Selbstwertgefühl als weitere Zusatzkriterien an, dass die Versicherte an Schlafstörungen leide und eine negative Haltung einnehme. Weiter berichte sie über kognitive Schwierigkeiten. Im Ergebnis erweist sich, dass die Kritik von Dr. I.____ an der Diagnosestellung von Dr. C.____ nicht fun diert und seine Schlussfolgerung, dass höchstens eine leichtgradige Depression bzw. eine Dysthymi a vorliege, nicht nachvollziehbar und daher nicht beweiskräftig ist. 6.4 Nicht nur die Ausführungen zur Diagnose, sondern a uch die Ausführungen zur Therapie überzeugen nicht. Insbesondere entspricht die Feststellu ng, dass die Therapiemassnahmen jahrelang unzureichend gewesen seien, weil die Versiche rte nicht fachpsychiatrisch behandelt Seite 13 worden sei und keine Antidepressiva einnehme, nicht der Aktenlage. Die Versicherte war von 2013 bis 2016 bei Dr. D.____ in psychiatrischer Behandlun g und wechselte aus einer Enttäu- schung heraus und aus sprachlichen Gründen in die Praxis v on Dr. med. F.____ in die Einzel- und Gruppentherapie. Die Versicherte war dort vom 11 . Januar 2017 bis 13. Februar 2018 bei E.____ in Behandlung. Dabei handelte es sich um eine vo n Dr. F.____ delegierte Psychothera- pie. Schliesslich wurde die Versicherte von Dr. F.____ an Dr. G.____ überwiesen, bei welchem sie seit dem 5. März 2018 in Behandlung steht. Die delegierte Psychotherapie dauerte somit ein Jahr. Davor war sie über Jahre hinweg von einer psychiatri schen Fachperson betreut worden und wiederum ab März 2018. Somit kann bereits aus diesem Grund nicht von einer jahrelangen "unzureichenden fachlichen" Behandlung gesprochen werden. Abgesehen davon, bedeutet eine delegierte Psychotherapie, welche von einer Fachpsychologin durchgeführt wird, nicht eine minderwertige Therapie. Psychiatrie und Psychologie sind im Kern ähnlich, die Themengebiete überschneiden sich zu einem Grossteil. Zudem hat die Persö nlichkeit und die Erfahrung eines Therapeuten mehr Einfluss auf den Erfolg einer Psychoth erapie als der Ausbildungstitel. Hauptunterschiede bestehen denn auch weniger in der Th erapieform als in Befugnissen und Kostenverteilung. So können rezeptpflichtige Medikament e lediglich von einer Arztperson und nicht von einer Psychologin oder einem Psychologen verschr ieben werden. Ferner sind die Kosten der Psychotherapie bei einem Psychologen oder einer Psychologin von der versicherten Person selbst zu tragen. Inhaltlich wird es jedoch in de n wenigsten Fällen markante Unter- schiede in den Therapien geben, weshalb es letztlich ni cht massgebend sein kann, ob die be- handelnde Person Facharzt oder Fachärztin für Psychiatrie oder ein abgeschlossenes Studium in Psychologie mit Weiterbildung in der Psychotherapie hat und in delegierter Psychotherapie tätig ist. Schliesslich ist auch auf die Ausführungen vo n Dr. G.____ zu verweisen, wonach es nicht einfach ist, einen Therapieplatz bei einer Psychiaterin oder einem Psychiater zu finden, da diese oft auf längere Zeit hinaus ausgebucht sind. Es darf deshalb der Versicherten auch aus diesem Grund nicht zum Nachteil gereichen, dass sie ein e Psychologin als Therapeutin hatte. Nicht zuletzt ist auch auf die Aussage von Dr. C.____ hin zuweisen, dass die bisherigen Thera- pien lege artis gewesen seien und die Versicherte die Therapien konsequent besucht habe. Sofern der RAD einwendet, dass die therapeutischen Ma ssnahmen nicht ausgeschöpft seien, kann ebenfalls auf Dr. C.____ verwiesen werden, wonach die Versicherte aufgrund des depres- siven Zustandes nicht in der Lage gewesen sei, genügend v on den Therapiemassnahmen zu profitieren, weshalb eine Änderung der Massnahmen in Betracht gezogen werden müsse. Diesbezüglich ist einerseits zu bemerken, dass die Versicherte die Therapeutin gewechselt hat, als das Vertrauen nicht mehr vorhanden war und dass Dr. F.____ der Versicherten schliesslich Dr. G.____ als Therapeuten empfohlen hat. Somit sind Veränderungen vorgenommen worden. Andererseits wäre es falsch, die Verantwortung zur Wahl der geeigneten Therapie allein der versicherten Person zu überbinden, vor allem, wenn sie ber eits in fachspezifischer Behandlung ist. Der Impuls für eine neue Massnahme sollte von der behandelnden Fachperson kommen. In diesem Sinn wurde die Versicherte von Dr. G.____ wegen ihrer Grundängstlichkeit und der chronifizierten Schmerzkrankheit am 26. März 2018 in die Klinik für Schmerztherapie überwie- sen und stationär vom 4. Juni 2018 bis 29. Juni 2018 behandelt. Seite 14 6.5 In Bezug auf die Medikation ist festzuhalten, dass e s in der Verantwortung des Arztes liegt, die geeigneten Medikamente zu verschreiben. Die Wirksamkeit des Medikaments Deanxit wird weder vom behandelnden Arzt noch vom Gutachter in Frage gestellt. Es enthält die Wirk- stoffe Flupentixol und Melitracen und wirkt stimmungsau fhellend und angstlösend. Es eignet sich zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depr essionen, welche durch Angst, Ver- lust der Fähigkeit, sich zu freuen, Versagensangst und Sch uldgefühle gekennzeichnet sind. Flupentixol ist ein antipsychotischer Wirkstoff aus der Gr uppe der Neuroleptika zur Behandlung von Schizophrenien und Psychosen. Melitracen ist ein Wirksto ff aus der Gruppe der trizykli- schen Antidepressiva. Der Aussage von RAD-Arzt pract. med. J.____, dass Deanxit kein wirk- sames Antidepressiva sei, kann deshalb nicht gefolgt werden. 6.6 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die RAD -Stellungnahme von Dr. H.____ vom 23. November 2017 mit den Aktennotizen von Dr. I.____ und pract. med. J.____ die beweisrechtlichen Anforderungen an einen Arzt bericht nicht erfüllt, weshalb sie als Grundlage für die Ablehnung der IV-Rente untauglich ist. 6.7 Dies bedeutet indessen noch nicht, dass auf das Guta chten von Dr. C.____ abgestellt werden kann, auch wenn es über weite Strecken überzeugt. Denn hinsichtlich der Diagnose einer depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F32.1) und der Feststellung, dass es sich um eine einzige depressive Störung zeitlebens ha ndle, die allerdings im Verlauf schwanke und stark von äusseren Umständen abhänge, besteht no ch Erläuterungsbedarf. Ins- besondere aufgrund des Zusatzes, dass die Versicherte bisher eine einzige reaktive depressive Phase erlitten habe, die bisher nicht genügend remitt iert sei und sich seit dem Tod der Mutter 2016 wieder eher verschlechtert habe. Unklar ist insbe sondere das Verhältnis der reaktiven depressiven Phasen zur langjährigen mittelgradigen Depr ession. Diesbezüglich bemerkte auch Dr. G.____ in seinem Bericht vom 16. April 2018, dass ei ne reaktive Depression gemäss ICD- 10 F43.21 leichtgradigen Ausmasses sei und höchstens zwei Jah re dauere, was mit dem im Gutachten datierten Beginn von 2013 nicht vereinbar sei. Die langdauernde Behandlung impli- ziere aber vorliegend mehr als ein reaktives Geschehen, weshalb es sich bei der Diagnosebe- schreibung durchaus um ein Missverständnis handeln könnte. D r. G.____ geht seinerseits von einer chronischen Schmerzkrankheit in Zusammenhang mit a lten Traumata und einer chroni- schen Depression mit kognitiver Einschränkung aus. Es besteht folglich noch Klärungsbedarf hinsichtlich der genauen Diagnose und deren Folgen. Von Interesse ist dabei auch das Verhält- nis der psychiatrischen Diagnose zum Ganzkörperschmerzsyndr om, welches seitens Dr. B.____ diagnostiziert wurde. Dazu führte Dr. C.____ au s, dass anzunehmen sei, dass sich der psychische Zustand ungünstig auf die Verarbeitung der körp erlichen Beschwerden auswirke und auch eine gewisse Somatisierungstendenz im Rahmen de r Depression angenommen wer- den müsse. Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang auch auf den Austrittsbericht der Klinik K.____ vom 15. Juni 2018, wonach ein chronisches Schmer zsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine rezidivier ende depressive Störung, gegen- Seite 15 wärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) diagnostiziert wurden. Wie es sich mit den Diagnosen und Wechselwirkungen genau verhält, wird im Rahmen einer erneuten psychiatrischen Abklärung zu klären sein. Um eine unvoreingenommene Beurteilung zu garantieren, rechtfertigt es sich, diese bei einem nich t vorbefassten psychiatrischen Gutach- ter bzw. einer nicht vorbefassten psychiatrischen Gutachter in in Auftrag zu geben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die Angelegen heit wird zur Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens an die Vorinstanz zurückgewiesen. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu beurteilen. Gemäss Art . 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligun g oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht koste npflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grund sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass lau t § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vo- rinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessieren den § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrens- kosten auferlegt werden. 7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Pa rtei ist, ist ihr eine Parteientschädi- gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsver treter der Versicherten macht in sei- nen Kostennoten vom 19. April 2018 und 25. Juli 2018 einen Aufwand von 9 Stunden und 45 Minuten sowie Auslagen von Fr. 15.-- geltend, was ange messen ist. Der Versicherten ist des- halb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'3 27.50 (9 Stunden und 45 Minuten x Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre- chen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 16 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 8.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 6. März 2018 aufgehoben und die Angeleg enheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum E rlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin eine Par teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'327.50 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht