<h2>SubmittedText<h2><p>Die Tatsache, dass fast ausschliesslich Männer Mitglieder der Arbeitsgruppen sind, zeigt einmal mehr, dass wir von der Realisierung von Gleichstellungsforderungen noch weit entfernt sind. So gesehen ist die Regierungs- und Verwaltungsreform ausschliesslich ein Männergeschäft, die Sicht eine reine Männersicht.</p><p>Ich fordere den Bundesrat auf, mir folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Warum sind die Frauen in einem so wichtigen Projekt wie der Regierungs- und Verwaltungsreform derart ausgegrenzt?</p><p>- Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um für die Weiterführung der Reform eine paritätische Mitarbeit von Frauen und Männern zu erreichen?</p><p>- Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass die Gleichstellungsbeauftragten der Ämter sowie Vertreterinnen des Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann besonders geeignet sind, das Gleichstellungsanliegen in Reformprozesse einzubringen?</p><p>- Warum hält sich der Bundesrat nicht an seine eigenen Grundsätze, wonach Frauen in Arbeitsgruppen und Kommissionen Einsitz nehmen müssen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Weisungen des Bundesrates vom 18. Dezember 1991 über die Verbesserung der Vertretung und der beruflichen Stellung des weiblichen Personals in der allgemeinen Bundesverwaltung sehen u. a. vor, dass die Behörden bei der Bestellung von Gremien auf eine angemessene Vertretung der Frauen achten. Bei den neun im Vorstoss erwähnten Analysegruppen des Projekts Nove haben die Departemente die Zusammensetzung selber festgelegt. Es trifft zu, dass die Frauen in diesen Arbeitsgruppen schlecht vertreten sind.</p><p>Nach den neuesten Statistiken sind 19,8 Prozent der Bediensteten in der Bundesverwaltung Frauen; zwischen den Departementen bestehen aber beträchtliche Unterschiede (41 Prozent Frauen im EDA, 8,8 Prozent Frauen im EMD). Hinzu kommt, dass der Frauenanteil auch stark von der Lohnklasse abhängig ist: Nur 4,7 Prozent des höheren und 8,4 Prozent des mittleren Kaders sind Frauen. Diese Tatsache entschuldigt die Untervertretung der Frauen in den erwähnten Analysegruppen nicht, liefert aber eine Erklärung dafür: Aufgrund des Auftrages an die Gruppen haben die Departemente die Mitglieder aus dem höheren und mittleren Kader rekrutiert. Bei einer rein rechnerischen Betrachtung hätte dies zu einem höheren Frauenanteil in den Gruppen führen können.</p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass das gesamte Personal in einem interaktiven Sinn in die Reorganisation der Verwaltung einbezogen werden muss. Die Verwaltungsreform tritt nun in die Umsetzungsphase: Die Beschlüsse des Bundesrates führen zu Verlagerungen und Neudefinitionen von Funktionen. Zu diesen Veränderungen muss sowohl das weibliche als auch das männliche Personal Stellung nehmen können. Die mit der Gleichstellung der Geschlechter beauftragten Dienststellen sollen deshalb von den Departementen bei der Zusammensetzung der internen Arbeitsgruppen beigezogen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.