Auslieferungsvertrag vom 19. Oktober 1989 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik der Philippinen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1313_1313_1313/19970223/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1313_1313_1313/19970223"/><FRBRdate date="1997-02-23" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1989-10-19" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1997-02-23" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.353.964.5"/><FRBRname xml:lang="it" value="Trattato d'estradizione del 19 ottobre 1989 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica delle Filippine" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Auslieferungsvertrag vom 19. Oktober 1989 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik der Philippinen" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Traité d'extradition du 19 octobre 1989 entre la Confédération suisse et la République des Philippines" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1313_1313_1313/19970223/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1313_1313_1313/19970223/de"/><FRBRdate date="1997-02-23" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1989-10-19" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1997-02-23" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1313_1313_1313/19970223/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1313_1313_1313/19970223/de/xml"/><FRBRdate date="1997-02-23" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1989-10-19" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1997-02-23" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.353.964.5 </docNumber></p><p> AS <b>1997</b> 1313; BBl <b>1990</b> III 321</p><p><i>Übersetzung</i><authorialNote><p> Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.</p></authorialNote></p><p><docTitle>Auslieferungsvertrag<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft<br/>und der Republik der Philippinen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 19. Oktober 1989<br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 20. März 1991<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1997/1312_1312_1312" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1997 </b>1312</ref></p></authorialNote><br/>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 23. Februar 1997</p><p> (Stand am 23. Februar 1997) </p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft<br/>und<br/>die Republik der Philippinen,</p><p>vom Wunsche geleitet, die Zusammenarbeit der beiden Staaten bei der Bekämpfung von Verbrechen zu verstärken und den Auslieferungsverkehr zwischen den beiden Staaten zu vereinfachen,</p><p>haben folgendes vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Auslieferungsverpflichtung</heading><paragraph eId="art_1/para"><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, gemäss den Bestimmungen dieses Vertrages einander die Personen auszuliefern, die im ersuchenden Staat wegen einer auslieferungsfähigen strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe oder einer die Freiheit beschränkenden Massnahme gesucht werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Auslieferungsfähige strafbare Handlungen</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>1.</num><content><p>Auslieferungsfähige strafbare Handlungen im Sinne dieses Vertrages sind solche, die nach dem Recht beider Vertragsparteien mit einer Freiheitsstrafe oder die Freiheit beschränkenden Massnahme im Höchstmass von mindestens einem (1) Jahr oder mit einer schweren Strafe bedroht sind. Bezieht sich das Auslieferungsersuchen auf eine Person, die wegen einer auslieferungsfähigen strafbaren Handlung verurteilt worden ist und die zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder die Freiheit beschränkenden Massnahme gesucht wird, so wird die Auslieferung nur bewilligt, wenn noch mindestens sechs (6) Monate Freiheitsstrafe oder eine die Freiheit beschränkende Massnahme zu verbüssen ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>2.</num><content><p>Wird eine Person für eine auslieferungsfähige strafbare Handlung ausgeliefert, so kann die Auslieferung, sofern dies nach dem Recht des ersuchten Staates zulässig ist, auch für Handlungen bewilligt werden, die nach dem Recht beider Vertragsparteien mit einer Freiheitsstrafe oder die Freiheit beschränkenden Massnahme von weniger als einem Jahr oder einer weniger schweren Strafe bedroht sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_2/para_3/listintro">Im Sinne dieses Artikels:</listIntroduction><item eId="art_2/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>gilt eine strafbare Handlung als auslieferungsfähig, ungeachtet, ob das Recht der Vertragsparteien die strafbare Handlung in dieselbe Kategorie einordnet oder mit anderen Begriffen bezeichnet;</p></item><item eId="art_2/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>wird bei der Beurteilung, ob die Tatbestandsmerkmale vorliegen, die Gesamtheit der der auszuliefernden Person zur Last gelegten strafbaren Handlungen berücksichtigt.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_4"><num>4.</num><content><p>Ist die strafbare Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, ausserhalb des Hoheitsgebietes des ersuchenden Staates begangen worden, so wird die Auslieferung gemäss den Bestimmungen dieses Vertrages bewilligt, wenn die auszuliefernde Person die Staatsangehörigkeit des ersuchenden Staates besitzt. Besitzt die Person, deren Auslieferung für eine solche Tat verlangt wird, nicht die Staatsangehörigkeit des ersuchenden Staates, so liegt es im Ermessen des ersuchten Staates, die Auslieferung zu bewilligen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_5"><num>5.</num><content><p>Die Auslieferung kann nach den Bestimmungen dieses Vertrages bewilligt werden, unabhängig davon, wann die strafbare Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, begangen wurde, vorausgesetzt, dass</p><blockList><item eId="art_2/para_5/lbl_a"><num>a) </num><p>die strafbare Handlung im ersuchenden Staat zum Zeitpunkt ihrer Begehung strafbar war; und</p></item><item eId="art_2/para_5/lbl_b"><num>b) </num><p>die strafbaren Handlungen, wären sie im ersuchten Staat begangen worden, zum Zeitpunkt der Stellung des Auslieferungsersuchens nach dem Recht dieses Staates strafbar gewesen wären.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Ausnahmen von der Auslieferung</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/listintro">Die Auslieferung wird nicht bewilligt, wenn:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>die strafbare Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, vom ersuchten Staat als eine politische strafbare Handlung angesehen wird. Der Angriff oder versuchte Angriff auf das Leben eines Staatsoberhaupts oder Regierungschefs oder eines Mitglieds seiner oder ihrer Familie kann als nicht politische strafbare Handlung angesehen werden;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>ernsthafte Gründe zur Annahme bestehen, dass das Auslieferungsersuchen wegen einer nach gemeinem Recht strafbaren Handlung gestellt worden ist, um eine Person wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder politischen Anschauung zu verfolgen oder zu bestrafen, oder dass die Lage dieser Person aus einem dieser Gründe beeinträchtigt werden könnte;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>die strafbare Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, als strafbare Handlung gegen Militärrecht angesehen wird und keine Straftat nach gemeinem Recht darstellt;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_d"><num>d) </num><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/lbl_d/listintro">gegen den Verfolgten wegen Handlungen, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, im ersuchten Staat oder in einem dritten Staat ein rechtskräftiges Urteil ergangen ist:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_d/bull_u1"><num>– </num><p>wenn das erwähnte Urteil auf Freispruch lautete; oder</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_d/bull_u2"><num>– </num><p>wenn die Dauer der verhängten Freiheitsstrafe oder einer anderen die Freiheit beschränkenden Massnahme, zu der der Verfolgte verurteilt worden war, ganz vollzogen wurde, oder insgesamt oder hinsichtlich des noch nicht vollzogenen Teils Gegenstand einer Begnadigung oder Amnestie war;</p></item></blockList></item><item eId="art_3/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>nach dem Recht einer Vertragspartei die Strafverfolgung oder Strafvollstreckung verjährt ist.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_2/listintro">Die Auslieferung kann abgelehnt werden, wenn:</listIntroduction><item eId="art_3/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>die Tat, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, Gesetzesbestimmungen verletzt, die sich ausschliesslich auf Währungs-, Handels- oder Wirtschaftspolitik beziehen oder für Taten, die ausschliesslich dem Zwecke dienen, Steuern oder Abgaben zu vermindern;</p></item><item eId="art_3/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>die Person, um deren Auslieferung ersucht wird, die Staatsangehörigkeit des ersuchten Staates besitzt. Verweigert der ersuchte Staat die Auslieferung eigener Staatsangehöriger, so hat er auf Begehren des ersuchenden Staates und, sofern das Recht des ersuchten Staates dies zulässt, die Angelegenheit den zuständigen Behörden zu unterbreiten, damit ein gerichtliches Strafverfahren wegen aller oder einzelner strafbarer Handlungen, derentwegen die Auslieferung verlangt wurde, durchgeführt werden kann, sofern dies als angemessen erscheint. Massgebender Zeitpunkt für die Bestimmung der Staatsangehörigkeit ist die Begehung der strafbaren Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird;</p></item><item eId="art_3/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>die strafbare Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, der Gerichtsbarkeit des ersuchten Staates unterliegt und dieser die strafbare Handlung verfolgt;</p></item><item eId="art_3/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>die strafbare Handlung, derentwegen die Auslieferung verlangt wird, oder wenn jede andere strafbare Handlung, für die der Verfolgte gemäss diesem Vertrag inhaftiert oder verurteilt werden kann, nach dem Recht des ersuchenden Staates mit dem Tod bestraft wird, es sei denn dieser Staat veranlasst, dass die Todesstrafe nicht vollzogen wird.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>3.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann dem ersuchenden Staat unter Angabe der Gründe empfehlen, ein Auslieferungsersuchen zurückzuziehen, wenn seiner Auffassung nach die Auslieferung wegen Alter, Gesundheitszustand oder anderer persönlicher Umstände des Verfolgten nicht verlangt werden sollte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Ersuchen und Unterlagen</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1.</num><content><p>Das Auslieferungsersuchen wird schriftlich abgefasst und auf diplomatischem Weg übermittelt. Alle dem Ersuchen beigefügten Unterlagen sind gemäss den Bestimmungen von Artikel 5 zu beglaubigen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para_2/listintro">Dem Auslieferungsersuchen werden beigefügt:</listIntroduction><item eId="art_4/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn dem Verfolgten eine strafbare Handlung zur Last gelegt wird: ein Haftbefehl gegen den Verfolgten oder eine Kopie desselben, die Bezeichnung der strafbaren Handlungen, derentwegen um Auslieferung ersucht wird, sowie eine Beschreibung aller strafbarer Handlungen, die dem Verfolgten zur Last gelegt werden;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn der Verfolgte wegen einer strafbaren Handlung in Abwesenheit verurteilt worden ist: eine richterliche oder andere Urkunde oder eine Kopie derselben, welche die Festnahme des Verfolgten anordnet, die Bezeichnung der strafbaren Handlungen, derentwegen um Auslieferung ersucht wird, sowie eine Beschreibung aller strafbarer Handlungen, die dem Verfolgten zur Last gelegt werden;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn der Verfolgte wegen einer strafbaren Handlung nicht im Abwesenheitsverfahren verurteilt worden ist: die Bezeichnung der strafbaren Handlungen, derentwegen um Auslieferung ersucht wird, eine Beschreibung aller strafbaren Handlungen, die dem Verfolgten zur Last gelegt werden, sowie Urkunden, die den Schuldspruch und die verhängte Strafe, die unmittelbare Vollstreckbarkeit der Strafe und den noch nicht vollzogenen Strafrest nachweisen;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>in allen Fällen: eine Darstellung der Gesetzesbestimmungen, die die Strafbarkeit einer Handlung begründen, einschliesslich der Verjährungsbestimmungen, sowie Ausmass und Art der für diese strafbare Handlung angedrohten Strafe; und</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>in allen Fällen: eine möglichst genaue Beschreibung des Verfolgten, einschliesslich jeglicher Information, die zur Feststellung seiner Identität und Staatsangehörigkeit dienlich ist.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>3.</num><content><p>Sofern der Verfolgte zustimmt, kann seine Auslieferung gemäss den Bestimmungen dieses Vertrages bewilligt werden, auch wenn die Voraussetzungen von Ziffer 1 und 2 dieses Artikels nicht erfüllt sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_4"><num>4.</num><content><p>Alle von der Schweiz dem Auslieferungsersuchen beigefügten Unterlagen sollen in englischer Sprache abgefasst oder in diese Sprache übersetzt sein. Alle von den Philippinen dem Auslieferungsersuchen beigefügten Unterlagen sollen in einer schweizerischen Amtssprache, die im Einzelfall durch die zuständige schweizerische Behörde bezeichnet wird, abgefasst oder in eine dieser Sprachen übersetzt sein.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Beglaubigung der Unterlagen</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1.</num><content><p>Unterlagen, die nach Artikel 4 einem Auslieferungsersuchen beigefügt sind, werden, wenn sie beglaubigt sind, im ersuchten Staat in jedem Auslieferungsverfahren zugelassen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2.</num><content><p>Im Sinne dieses Vertrages ist eine Unterlage beglaubigt, wenn sie von einem Richter, einer Justizbehörde oder einem Beamten im oder des ersuchenden Staates unterschrieben oder als richtig bestätigt worden ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Ergänzung der Unterlagen</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1.</num><content><p>Ist der ersuchte Staat der Ansicht, dass die dem Auslieferungsersuchen beigefügten Unterlagen gemäss diesem Vertrag und dem Recht des ersuchten Staates nicht ausreichen, um die Auslieferung zu bewilligen, so kann er darum ersuchen, dass innerhalb einer von ihm bestimmten Frist ergänzende Unterlagen zur Verfügung gestellt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2.</num><content><p>Befindet sich der Verfolgte in Auslieferungshaft und genügen die ergänzenden Unterlagen gemäss diesem Vertrag und dem Recht des ersuchten Staates nicht oder wurden sie nicht innerhalb der festgelegten Frist zur Verfügung gestellt, so kann der Verfolgte freigelassen werden. Diese Freilassung beeinträchtigt eine erneute Inhaftierung und die Auslieferung nicht, wenn später ein Auslieferungsersuchen gestellt wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>3.</num><content><p>Der ersuchte Staat teilt dem ersuchenden Staat so rasch als möglich mit, wenn der Verfolgte gemäss Ziffer 2 dieses Artikels aus der Haft entlassen wurde.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Vorläufige Auslieferungshaft</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1.</num><content><p>In dringenden Fällen kann jede Vertragspartei über die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation (Interpol) oder auf andere Weise um vorläufige Verhaftung des Verfolgten ersuchen. Dieses Ersuchen kann auf postalischem oder telegraphischem Weg oder durch jedes andere Nachrichtenmittel, das Schriftspuren hinterlässt, übermittelt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2.</num><content><p>Das Ersuchen um vorläufige Verhaftung enthält eine Beschreibung des Verfolgten, eine Erklärung, dass die Auslieferung auf diplomatischem Weg verlangt werden wird, und eine Bestätigung, dass eine der in Artikel 4 Ziffer 2 erwähnten Urkunden vorliegt, die die Festnahme des Verfolgten anordnet, eine kurze Beschreibung der strafbaren Handlungen, die den zur Last gelegten Tatbestand erfüllen, und eine Bestätigung über Ausmass und Art der für diese strafbare Handlung angedrohte oder verhängte Strafe.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_3"><num>3.</num><content><p>Der ersuchte Staat trifft nach Eingang des Antrages auf vorläufige Auslieferungshaft die nach seinem Recht erforderlichen Massnahmen, um die Verhaftung des Verfolgten sicherzustellen. Der ersuchende Staat wird umgehend vom Ergebnis seines Antrages in Kenntnis gesetzt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_4"><num>4.</num><content><p>Der Verfolgte, der auf ein Ersuchen um vorläufige Auslieferungshaft festgenommen wurde, kann vierzig (40) Tage nach seiner Verhaftung freigelassen werden, sofern kein Auslieferungsersuchen eingetroffen ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Mehrheit von Auslieferungsersuchen</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat, der Auslieferungsersuchen gegen dieselbe Person von zwei oder mehr Staaten erhält, entscheidet, an welchen Staat der Verfolgte auszuliefern ist, und teilt seinen Entscheid den ersuchenden Staaten mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat berücksichtigt bei diesem Entscheid alle massgebenden Umstände, insbesondere die verhältnismässige Schwere der strafbaren Handlungen, sofern sich die Ersuchen auf mehrere strafbare Handlungen beziehen, den Zeitpunkt und den Begehungsort jeder strafbaren Handlung, die Zeitpunkte der Ersuchen, die Staatsangehörigkeit des Verfolgten, den Wohnort des Verfolgten und die Möglichkeit der Weiterlieferung an einen Drittstaat.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Übergabe</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat setzt den ersuchenden Staat unverzüglich von seiner Entscheidung über die Auslieferung auf diplomatischem Weg in Kenntnis. Jede vollständige oder teilweise Ablehnung ist zu begründen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2.</num><content><p>Wird die Auslieferung bewilligt, so teilt der ersuchte Staat dem ersuchenden Staat die Dauer der vom Verfolgten erlittenen Auslieferungshaft mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_3"><num>3.</num><content><p>Wird die Auslieferung bewilligt, so hat der ersuchende Staat den Verfolgten vom ersuchten Staat an einem für den ersuchenden Staat geeigneten Ort zu übernehmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_4"><num>4.</num><content><p>Der ersuchende Staat übernimmt vom ersuchten Staat den Verfolgten innert angemessener Frist, die vom ersuchten Staat festgelegt wird, und dieser kann die Auslieferung des Verfolgten für dieselbe strafbare Handlung ablehnen, wenn der Verfolgte nicht innerhalb der festgelegten Frist übernommen wurde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_5"><num>5.</num><content><p>Wird die Übergabe oder Übernahme der auszuliefernden Person durch höhere Gewalt verhindert, so hat der betroffene Staat den anderen Staat davon in Kenntnis zu setzen. Beide Staaten vereinbaren einen neuen Zeitpunkt für die Übergabe, und die Bestimmungen der Ziffer 4 dieses Artikels finden Anwendung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Aufgeschobene oder vorübergehende Übergabe</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann die Übergabe des Verfolgten aufschieben, damit dieser gerichtlich verfolgt werden oder eine Strafe verbüssen kann, die er wegen einer anderen strafbaren Handlung als derjenigen verwirkt hat, derentwegen um Auslieferung ersucht worden ist. In diesen Fällen hat der ersuchte Staat den ersuchenden Staat entsprechend zu verständigen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann, soweit es seine Rechtsvorschriften zulassen, den Verfolgten dem ersuchenden Staat vorübergehend unter Bedingungen übergeben, die von den Vertragsparteien zu vereinbaren sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Herausgabe von Gegenständen</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat übergibt, wenn die Auslieferung bewilligt wird, und soweit es seine Rechtsvorschriften zulassen und unter Vorbehalt der Rechte Dritter, dem ersuchenden Staat auf dessen Verlangen alle Gegenstände, die im ersuchten Staat gefunden werden oder die aus der strafbaren Handlung herrühren oder die als Beweismittel dienen können.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2.</num><content><p>Alle in Ziffer 1 dieses Artikels erwähnten Gegenstände werden auf Verlangen des ersuchenden Staates diesem auch dann herausgegeben, wenn die bereits bewilligte Auslieferung nicht vollzogen werden kann.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_3"><num>3.</num><content><p>Sofern das Recht des ersuchten Staates oder die Rechte Dritter dies vorschreiben, werden die herausgegebenen Gegenstände dem ersuchten Staat auf dessen Verlangen kostenlos zurückgegeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Grundsatz der Spezialität</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_12/para_1/listintro">Unter Vorbehalt von Ziffer 3 dieses Artikels darf der gemäss diesem Vertrag Ausgelieferte wegen einer anderen, vor der Übergabe begangenen strafbaren Handlung im ersuchenden Staat nur in folgenden Fällen in Haft gehalten, abgeurteilt oder einer sonstigen Beschränkung seiner persönlichen Freiheit unterworfen werden:</listIntroduction><item eId="art_12/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>für eine strafbare Handlung, für die die Auslieferung bewilligt wurde; oder</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>für eine andere auslieferungsfähige Handlung, wenn der ersuchte Staat zustimmt.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2.</num><content><p>Einem Ersuchen um Zustimmung durch den ersuchten Staat gemäss diesem Artikel werden die in Artikel 4 erwähnten Unterlagen sowie ein gerichtliches Protokoll über die Erklärungen des Ausgelieferten zu der in Betracht kommenden strafbaren Handlung beigefügt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_3"><num>3.</num><content><p>Ziffer 1 dieses Artikels kommt nicht zur Anwendung, wenn der Ausgelieferte die Möglichkeit hatte, den ersuchenden Staat zu verlassen, dies aber innerhalb von 45 Tagen nach seiner endgültigen Freilassung im Verfahren, für das er ausgeliefert worden war, nicht getan hat, oder wenn er in den ersuchenden Staat zurückgekehrt ist, nachdem er ihn verlassen hatte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Weiterlieferung an einen dritten Staat</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_1/listintro">Der ersuchende Staat darf den ihm Ausgelieferten nicht an einen dritten Staat wegen einer vor der Übergabe begangenen strafbaren Handlung ausliefern, es sei denn:</listIntroduction><item eId="art_13/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>der ersuchte Staat stimme dieser Auslieferung zu; oder</p></item><item eId="art_13/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>der Ausgelieferte habe die Möglichkeit gehabt, den ersuchenden Staat innerhalb von 45 Tagen nach seiner endgültigen Freilassung im Verfahren, für das er vom ersuchten Staat übergeben wurde, zu verlassen, oder er sei in den ersuchenden Staat zurückgekehrt, nachdem er ihn verlassen hatte.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann die Vorlage der in Artikel 4 erwähnten Unterlagen bezüglich der Zustimmung gemäss Ziffer 1 a) dieses Artikels verlangen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Durchlieferung</heading><paragraph eId="art_14/para"><content><p>Die Durchlieferung durch das Hoheitsgebiet einer der Vertragsparteien wird auf schriftliches Ersuchen der anderen Vertragspartei bewilligt. Das Durchlieferungsersuchen</p><blockList><item eId="art_14/para/lbl_a"><num>a) </num><p>kann durch Post, Telegraph oder jedes andere Nachrichtenmittel, das Schriftspuren hinterlässt, übermittelt werden; und</p></item><item eId="art_14/para/lbl_b"><num>b) </num><p>enthält alle Angaben gemäss Artikel 7 Ziffer 2.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Vertretung und Kosten</heading><paragraph eId="art_15/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat trifft die notwendigen Vorkehrungen für die aus dem Auslieferungsersuchen entstehenden Verfahren und übernimmt die entsprechenden Kosten. Er wahrt die Interessen des ersuchenden Staates.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat trägt die Kosten, die auf seinem Hoheitsgebiet durch Festnahme und Inhaftierung der auszuliefernden Person bis zur Übergabe an eine vom ersuchenden Staat bezeichneten Person entstehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_3"><num>3.</num><content><p>Der ersuchende Staat hat die Transportkosten des Verfolgten ab dem Gebiet des ersuchten Staates zu tragen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Andere Verpflichtungen</heading><paragraph eId="art_16/para"><content><p>Dieser Vertrag beeinträchtigt keine Verpflichtung, welche die Vertragsstaaten gemäss einem multilateralen Übereinkommen, das beide Vertragsparteien bindet, eingegangen sind oder eingehen werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Streitbeilegung</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>1.</num><content><p>Auf Ersuchen der einen oder anderen Vertragspartei werden Konsultationen über die Auslegung oder Anwendung dieses Vertrages, sei es generell oder in Zusammenhang mit einem bestimmten Fall, durchgeführt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>2.</num><content><p>Jede Streitigkeit zwischen den Vertragsparteien über die Auslegung dieses Vertrages, die nicht durch Konsultationen nach Ziffer 1 dieses Artikels beigelegt wurde, kann von jeder Vertragspartei dem Internationalen Gerichtshof unterbreitet werden, indem sie einen seiner Satzung entsprechenden Antrag stellt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Gültigkeit von letztinstanzlichen Regierungs- oder Gerichtsentscheiden in den Vertragsparteien, welche in Zusammenhang mit einer Angelegenheit ergingen, die Anlass zur Streitigkeit zwischen den Vertragsparteien gab, wird durch die Streitbeilegung nach Ziffer 2 dieses Artikels nicht berührt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Inkrafttreten und Kündigung</heading><paragraph eId="art_18/para_1"><num>1.</num><content><p>Dieser Vertrag tritt hundertachtzig (180) Tage nach dem Datum in Kraft, an welchem sich die Vertragsparteien schriftlich mitgeteilt haben, dass ihre jeweiligen Voraussetzungen für das Inkrafttreten dieses Vertrages erfüllt sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_2"><num>2.</num><content><p>Jede der beiden Vertragsparteien kann diesen Vertrag jederzeit schriftlich kündigen; er tritt hundertachtzig (180) Tage nach Mitteilung der Kündigung ausser Kraft.</p></content></paragraph></article><signature><p><i>Zu Urkund dessen </i>haben die von ihren Regierungen ordentlich Bevollmächtigten diesen Vertrag unterzeichnet.</p><p>So geschehen in Bern, am 19. Oktober 1989 in französischer und englischer Sprache, wobei jeder Wortlaut in gleicher Weise verbindlich ist.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die<br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p><p>Arnold Koller</p></td><td><p>Für die<br/>Republik der Philippinen:</p><p>Teodor Melescanu</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>