<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Rückmeldungen von Organisationen der Diaspora waren die Informationen des BAG zur Covid-19-Pandemie fur die Migrationsbevolkerung zwar in verschiedenen Sprachen verfügbar, sie haben jedoch in der Migrationsbevölkerung nicht genügend zu den erwünschten Verhaltensanderungen und Sensibilisierung geführt, da sie nur aufgeschaltet und nicht genugend aktiv verbreitet werden. Dies betrifft insbesondere auch die Durchführung von Viren-Tests, das Contact Tracing und die Meldung bei Krankheit.</p><p>Fragen:</p><p>1. Welche Massnahmen haben der Bundesrat und die Bundesverwaltung bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie bisher ergriffen, um die Migrationsbevölkerung mit tiefem sozioökonomischem Status (tiefe Bildung, wenig Einkommen, wenig Kenntnisse einer Landessprache) in der Schweiz bezüglich Risiken und Schutzvorkehrungen angemessen zu informieren? </p><p>2. Welche finanziellen Mittel wurden bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie für die Sensibilisierung, die Information, und die Motivation zu Verhaltensänderungen der erwähnten Bevölkerungsgruppen zur Verfügung gestellt? </p><p>3. Welche zusätzlichen Kommunikations-Massnahmen plant der Bundesrat für die Migrationsbevölkerung in den kritischen Wintermonaten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Wie der Bundesrat in seiner Antwort zur Interpellation Atici 20.3580 "Behördeninformationen in Nichtlandessprachen im öffentlichen Interesse" dargelegt hat, ist es während einer Epidemie zentral, möglichst alle Personen rasch und unmissverständlich über die wichtigsten Massnahmen und Verhaltensregeln zu informieren. Daher hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in den letzten Monaten dafür gesorgt, dass die wichtigsten Botschaften und Hilfsmittel zur Covid-19-Epidemie in Sprachen der Migrationsbevölkerung auf der Website des BAG zur Verfügung stehen (z.B. Faktenblätter, Informationsfilme Plakate, Swiss Covid App). Darüber hinaus unterstützt das BAG das Schweizerische Rote Kreuz über die Plattform "migesplus.ch" finanziell bei der Sammlung weiterer mehrsprachiger Informationen von verschiedenen Akteuren (Kantone, Gemeinden, NGOs).</p><p>Zur Verbreitung dieser Informationen in der Migrationsbevölkerung werden zudem folgende Kanäle genutzt: </p><p>- Die Akteure aus dem Integrations-, Asyl-, Sozial- und Gesundheitsbereich sowie diplomatische Vertretungen werden regelmässig per Mail über die neusten Botschaften informiert und zur Weitergabe von Informationen via ihre eigenen Netzwerkeaufgefordert.</p><p>- Die Plattform migesMedia des Schweizerischen Rote Kreuzes wurde mit der Produktion und Verbreitung zentraler Botschaften des Bundes in Zusammenarbeit mit Medien der Migrationsbevölkerung (Diasporamedien) beauftragt. Produzierte Beiträge werden in zahlreichen Sprachen über diese Medien verbreitet und auf <a href="http://www.migesplus.ch/themen/coronavirus-de">www.migesplus.ch/themen/coronavirus-de</a> zur weiteren Verbreitung bereitgestellt. </p><p>- Der Verein Femmes-Tische und Männer-Tische Schweiz, ein regional breit verankertes Netzwerk der Migrationsbevölkerung für niederschwellige Gesundheitsbildung, wurde bei der Weitergabe von Botschaften zu Covid-19 finanziell unterstützt. Geschulte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus zahlreichen Migrationsgemeinschaften übermitteln und übersetzen einerseits diese Botschaften, andererseits sorgen sie für deren Vermittlung im jeweiligen sprachlichen- und soziokulturellen Kontext.</p><p>2. Für die Übersetzung, Produktion, Sammlung und zielgruppengerechte Vermittlung von mehrsprachigen Informationen zu den Gesundheitsrisiken, Verhaltensregeln und Massnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epdiemie hat das BAG bisher rund CHF 420'000.- eingesetzt. Nicht eingerechnet sind dabei Informationsmassnahmen anderer Bundesämter, die im Zusammenhang mit der Krisenbewältigung stehen, aber keine unmittelbaren Gesundheitsthemen sind (z.B. Informationen zu wirtschaftlichen Hilfen, mehrsprachige Kampagne zu häuslicher Gewalt). </p><p>3. Eine Befragung des BAG bei Fachleuten aus dem Gesundheits-, Integrations-, Asyl, und Sozialbereich hat ergeben, dass die wichtigsten Botschaften zu Covid-19 in genügend Sprachen bereitgestellt wurden und das geeignete Kommunikationskanäle genutzt wurden, um die Migrationsbevölkerung mit Botschaften zu erreichen. Allerdings solltendie Informationen noch konsequenter und schneller in niederschwelligen, audio-visuellen Kommunikationsformen bereitgestellt werden. Ergebnisse einer Befragung der Migrationsbevölkerung zu ihrem Informationsverhalten und zu ihrer Covid-19-bezogenen Gesundheitskompetenz werden im Dezember 2020 erwartet. Das BAG nutzt die neuen Erkenntnisse, um seine Informationstätigkeit anzupassen.</p><p>Das BAG plant in den kommenden Wintermonaten weitere zielgruppen- und situationsgerechte Informationsmaterialien in Sprachen der Migrationsbevölkerung zu produzieren und in verschiedenen Formaten bereitzustellen. Zudem sollen die bisherigen Kommunikationskanäle weiterhin intensiv genutzt werden. Als weiteren Kanal zur Vermittlung wichtiger Botschaften sollen zukünftig zudem die Migrantenorganisationen (z.B. Vereine, religiöse Gemeinschaften) genutzt werden. </p>  Antwort des Bundesrates.