<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">240</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>39</b></span> <span class="ft2"><b>Abzüge vom Reineinkommen; Kinderabzug (§ 42 Abs. 1 lit. a StG)</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Ein zeitlich befristeter Unterbruch einer systematischen Ausbildung aus</b></span><br/> <span class="ft2"><b>objektiven Gründen am massgebenden Stichtag steht der Gewährung ei-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nes Kinderabzuges nicht entgegen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Steuerrekursgerichtes vom 26. April 2012 in Sachen</span><br/> <span class="ft3">M.S. (3-RV. 2011.185).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Der Rekurrent beantragt, es sei für seinen in Ausbildung ste-</span><br/> <span class="ft1">henden Sohn N.S. ein Kinderabzug (von CHF 9'500.00) zu gewäh-</span><br/> <span class="ft1">ren.</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">N.S. besuchte vom 14. August 2006 bis am 26. Juni 2009 die</span><br/> <span class="ft1">Fachmittelschule an der Kantonsschule in X. Am 29. Juni 2009</span><br/> <span class="ft1">rückte er in die Rekrutenschule in Y./SG ein. Nach sieben Wochen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">241</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Rekrutenschule trat er in die Unteroffizierschule über, wurde nach</span><br/> <span class="ft1">deren Abschluss zum Wachtmeister befördert und in die Rekruten-</span><br/> <span class="ft1">schule in Z./GR umgeteilt. Am 26. Februar 2010 wurde er aus medi-</span><br/> <span class="ft1">zinischen Gründen entlassen und mit UC-Entscheid vom 8. Februar</span><br/> <span class="ft1">2011 als "Tauglich nur für Ausbildung und Support, mit Einschrän-</span><br/> <span class="ft1">kungen" beurteilt. Die notwendigen Therapien und Folgeuntersu-</span><br/> <span class="ft1">chungen hatten zur Folge, dass N.S. nicht wie vorgesehen bereits im</span><br/> <span class="ft1">August 2010, sondern erst am 8. August 2011 die Schule (Fachmatu-</span><br/> <span class="ft1">rität Pädagogik an der Kantonsschule X) wieder aufgenommen hat.</span><br/> <span class="ft1">3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz vertritt die Auffassung, dass N.S. am massgeb-</span><br/> <span class="ft1">lichen Stichtag 31. Dezember 2009 nicht in Ausbildung gewesen sei.</span><br/> <span class="ft1">Zudem habe N.S. während der militärischen Weiterbildung (nach</span><br/> <span class="ft1">Ablauf der Dauer der Rekrutenschule) ein monatliches Einkommen</span><br/> <span class="ft1">von rund CHF 3'000.00 erzielt. Es könne daher kein Kinderabzug</span><br/> <span class="ft1">gewährt werden.</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">3.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss den oben (Ziff. 2.2) wiedergegebenen Bestimmungen</span><br/> <span class="ft1">des StG kann bei einem volljährigen Kind ein Kinderabzug nur ge-</span><br/> <span class="ft1">währt werden, wenn sich letzteres am massgeblichen Stichtag "in</span><br/> <span class="ft1">Ausbildung" befand. Den Gesetzesmaterialien kann dazu, soweit</span><br/> <span class="ft1">ersichtlich, nichts für die Beurteilung des vorliegenden Falles Weiter-</span><br/> <span class="ft1">führendes entnommen werden, obwohl sich P. W. ausdrücklich da-</span><br/> <span class="ft1">nach erkundigte, "was genau unter 'in Ausbildung' zu verstehen" sei,</span><br/> <span class="ft1">denn der Gesetzgeber befasste sich vor allem mit der Frage der Höhe</span><br/> <span class="ft1">des Kinderabzuges und einer allfälligen Abstufung nach dem Kin-</span><br/> <span class="ft1">desalter. Es fehlen auch jegliche Ausführungen zum Thema "Unter-</span><br/> <span class="ft1">bruch der Ausbildung". Daher ist im Folgenden die dazu ergangene</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung und Literatur herbeizuziehen.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss der in der Literatur vertretenen Auffassung steht ein</span><br/> <span class="ft1">Kind auch dann noch in der (beruflichen) Ausbildung, wenn es den</span><br/> <span class="ft1">eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen hat. Der</span><br/> <span class="ft1">Unterbruch darf jedoch nicht grösseren Umfangs sein und sollte</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">242</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zweckgerichtet benützt werden, namentlich um die Militär-, Zivil-</span><br/> <span class="ft1">oder Zivilschutzdienstpflicht zu erfüllen, ergänzende Kurse zu besu-</span><br/> <span class="ft1">chen oder Prüfungen angemessen vorzubereiten. Der Unterbruch</span><br/> <span class="ft1">muss aus objektiven Gründen erfolgen und auf die Ausbildung aus-</span><br/> <span class="ft1">gerichtet sein. Soweit der Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten</span><br/> <span class="ft1">genutzt wird, welche nicht Voraussetzung oder notwendige Ergän-</span><br/> <span class="ft1">zung der eigentlichen Ausbildung darstellen (z.B. Praktika, welche</span><br/> <span class="ft1">nur darauf ausgelegt sind, die Chancen am Arbeitsmarkt nach der</span><br/> <span class="ft1">eigentlichen Ausbildung zu erhöhen), muss davon ausgegangen wer-</span><br/> <span class="ft1">den, dass sich das Kind während diesem Unterbruch nicht in Ausbil-</span><br/> <span class="ft1">dung befindet. Fällt ein solcher Unterbruch auf einen Stichtag, so ist</span><br/> <span class="ft1">der Kinderabzug zu negieren (Kommentar zum Schweizerischen</span><br/> <span class="ft1">Steuerrecht I/2a, 2. Auflage, Zürich 2008, Art. 35 DBG N 9, mit</span><br/> <span class="ft1">Hinweis auf Bosshard/Bosshard/Lüdin, Sozialabzüge und Steuerta-</span><br/> <span class="ft1">rife im schweizerischen Steuerrecht, Zürich 2000, S. 177).</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Auch gemäss dem Kreisschreiben Nr. 30 der Eidgenössischen</span><br/> <span class="ft1">Steuerverwaltung vom 21. Dezember 2010 (Ehepaar- und Familien-</span><br/> <span class="ft1">besteuerung nach dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer</span><br/> <span class="ft1">[DBG]) kann bei einem Unterbruch der beruflichen Ausbildung der</span><br/> <span class="ft1">Kinderabzug weiterhin geltend gemacht werden, wenn der Unter-</span><br/> <span class="ft1">bruch nur vorübergehend ist, z.B. um die Militär-, Zivil- oder Zivil-</span><br/> <span class="ft1">schutzdienstpflicht zu erfüllen oder um für die Ausbildung notwen-</span><br/> <span class="ft1">dige Prüfungen vorzubereiten (S. 20).</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Der "Kommunikationsplattform für Steuern des Kantons</span><br/> <span class="ft1">St. Gallen" kann das Folgende entnommen werden ("2.6 Schulische</span><br/> <span class="ft1">oder berufliche Ausbildung"):</span><br/> <span class="ft3">"Eine kurzfristige Pause in der Ausbildung wegen Krankheit, für Mi-</span><br/> <span class="ft3">litärdienst (Rekrutenschule usw.), Lehrstellensuche oder Auslandaufenthalt,</span><br/> <span class="ft3">wie es bei jungen Leuten häufig vorkommt, lässt die Ausbildungsphase</span><br/> <span class="ft3">nicht abreissen. Vorausgesetzt wird, dass nach dem Time-out die Ausbil-</span><br/> <span class="ft3">dung fortgesetzt wird (SGE 2008 Nr. 2). Das ist z.B. der Fall, wenn nach</span><br/> <span class="ft3">der Matura die Zeit bis zum Studienbeginn an einer Universität überbrückt</span><br/> <span class="ft3">wird. Dabei kann das Kind temporär auch einer Erwerbstätigkeit nachge-</span><br/> <span class="ft3">hen. Für die Einkünfte aus Erwerbstätigkeit wird das Kind unter bestimmten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">243</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">Voraussetzungen selbständig besteuert (StG 30 Nr. 7). Bei nur vorüberge-</span><br/> <span class="ft3">hendem Unterbruch der Ausbildung - auch über den Stichtag hinaus - darf</span><br/> <span class="ft3">angenommen werden, dass die Erwerbstätigkeit objektiverweise nicht dar-</span><br/> <span class="ft3">auf ausgerichtet ist, den Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können, son-</span><br/> <span class="ft3">dern nur als Überbrückungsmassnahme zwischen zwei Ausbildungsab-</span><br/> <span class="ft3">schnitten verstanden wird. Den Eltern steht in diesem Fall der Kinderabzug</span><br/> <span class="ft3">zu."</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.</span><br/> <span class="ft1">Zum vorliegend zu beurteilenden Themenkreis lassen sich nur</span><br/> <span class="ft1">wenige publizierte Urteile finden.</span><br/> <span class="ft1">So hat beispielsweise das Verwaltungsgericht des Kantons</span><br/> <span class="ft1">Obwalden im Entscheid vom 20. April 2006 (VVGE 2005 und 2006</span><br/> <span class="ft1">Nr. 37, S. 134) das Folgende ausgeführt:</span><br/> <span class="ft3">"2.e) aa) Aus der von der Beschwerdeführerin eingereichten definiti-</span><br/> <span class="ft3">ven Veranlagungsverfügung Kantons- und Gemeindesteuern 1995/1996 er-</span><br/> <span class="ft3">gibt sich, dass ihr Sohn V. offenbar im Sommer 1995 seine Lehre als Me-</span><br/> <span class="ft3">chaniker abgeschlossen hat. Aus der Kopie des Dienstbüchleins von V. wird</span><br/> <span class="ft3">ersichtlich, dass er vom 10. Juli bis zum 20. Oktober 1995 die Rekruten-</span><br/> <span class="ft3">schule absolvierte. Vom 20. Januar bis zum 1. Februar, vom 7. Juli bis zum</span><br/> <span class="ft3">1.</span> <span class="ft3">August, vom 4. August bis zum 12. September 1997 sowie vom</span><br/> <span class="ft3">9. Februar bis zum 20. März 1998 absolvierte er die Unteroffiziersschule</span><br/> <span class="ft3">und das Abverdienen des Grades. Aus dem Schreiben der Berufsmaturitäts-</span><br/> <span class="ft3">kommission des Kantons Luzern vom 20. März 1997 wird ersichtlich, dass</span><br/> <span class="ft3">V. am 1. März 1997 die Aufnahmeprüfung in die Berufsmittelschule abge-</span><br/> <span class="ft3">legt hat und aufgrund bestandener Prüfung zum Vollzeit-Lehrgang 1997 bis</span><br/> <span class="ft3">1998 zugelassen wurde. Die Beschwerdeführerin behauptet, ihr Sohn V.</span><br/> <span class="ft3">habe sich im Jahr 1996 auf die Aufnahmeprüfung vom 1. März 1997 vorbe-</span><br/> <span class="ft3">reiten müssen. Eine Vorbereitungszeit von über einem Jahr für die Aufnah-</span><br/> <span class="ft3">meprüfung in die Berufsmittelschule, welche im Vollzeit-Lehrgang rund ein</span><br/> <span class="ft3">Jahr dauert, scheint etwas lang zu sein. Auch ergeben sich aus den Akten</span><br/> <span class="ft3">andere Anhaltspunkte. Angesichts des in der definitiven Veranlagungsver-</span><br/> <span class="ft3">fügung Kantons- und Gemeindesteuern 1995/1996 aufgeführten steuerbaren</span><br/> <span class="ft3">Einkommens von Fr. 26 000.- für das Jahr 1996 ist davon auszugehen, dass</span><br/> <span class="ft3">er zumindest zeitweise in dieser Periode erwerbstätig war. Derselbe Schluss</span><br/> <span class="ft3">kann aus der eingereichten definitiven Veranlagungsverfügung 1997/1998</span><br/> <span class="ft3">gezogen werden, aus der hervorgeht, dass aufgrund der Aufgabe der unselb-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">244</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">ständigen Erwerbstätigkeit für V. eine Zwischenveranlagung vorgenommen</span><br/> <span class="ft3">wurde. Schliesslich gab V. in der eingereichten Anmeldung für einen Aus-</span><br/> <span class="ft3">bildungsbeitrag vom 29. April 2002 selbst an, von 1995 bis 1998 als Me-</span><br/> <span class="ft3">chaniker bei der A. Betriebstechnik tätig gewesen zu sein. Aus den Akten ist</span><br/> <span class="ft3">nicht genau ersichtlich, wann V. mit dem Berufsmaturitätslehrgang be-</span><br/> <span class="ft3">gonnen hat, nach dem Gesagten ist aber davon auszugehen, dass er den</span><br/> <span class="ft3">Berufsmaturitätslehrgang wahrscheinlich Mitte bis Ende 1998 begann. Da</span><br/> <span class="ft3">dieser Lehrgang rund ein Jahr dauert und er mit seiner Ausbildung zum</span><br/> <span class="ft3">Maschineningenieur an der Hochschule Technik und Architektur Luzern</span><br/> <span class="ft3">erst im Oktober 1999 begann, würde dies zeitlich genau passen. Aufgrund</span><br/> <span class="ft3">der Aktenlage ist auf jeden Fall davon auszugehen, dass V. nach Abschluss</span><br/> <span class="ft3">seiner Berufslehre und vor dem Beginn seines Studiums während längstens</span><br/> <span class="ft3">rund zweieinhalb Jahren einer Erwerbstätigkeit nachging. Wie bereits ge-</span><br/> <span class="ft3">sagt hat V. im Oktober 1999 mit seiner Ausbildung zum Maschineninge-</span><br/> <span class="ft3">nieur an der Hochschule Technik und Architektur Luzern begonnen und sein</span><br/> <span class="ft3">Studium infolge Wiederholens des zweiten Studienjahres im Jahr 2003</span><br/> <span class="ft3">abgeschlossen. Dies belegt das Diplom der Fachhochschule Zentralschweiz</span><br/> <span class="ft3">vom 4. Dezember 2003, welches V. zum Führen des Titels 'diplomierter</span><br/> <span class="ft3">Ingenieur FH in Maschinentechnik' oder 'diplomierter Maschineningenieur</span><br/> <span class="ft3">FH' berechtigt.</span><br/> <span class="ft3">bb) Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Belege zu den ver-</span><br/> <span class="ft3">schiedenen Stationen des beruflichen Werdeganges ihres Sohnes führen zum</span><br/> <span class="ft3">Schluss, dass noch von einer systematischen Ausbildung gesprochen wer-</span><br/> <span class="ft3">den kann. V. hat spätenstens rund ein Jahr nach Abschluss der Rekruten-</span><br/> <span class="ft3">schule Ende 1995 mit den Vorbereitungen für sein Ingenieurstudium begon-</span><br/> <span class="ft3">nen und im März 1997 die Aufnahmeprüfung für den Berufsmaturitätslehr-</span><br/> <span class="ft3">gang bestanden. Dies zeigt, dass er bereits frühzeitig plante, seine berufliche</span><br/> <span class="ft3">Ausbildung weiterzuführen. Wie gesagt ist davon auszugehen, dass er Mitte</span><br/> <span class="ft3">bis Ende 1998 mit dem Berufsmaturitätslehrgang begann. Dieser Lehrgang</span><br/> <span class="ft3">ist eine notwendige Vorstufe zum eigentlichen Ingenieurstudium und be-</span><br/> <span class="ft3">rechtigt bereits zum Kinderabzug. Da V. nach dem Besuch der Berufsmittel-</span><br/> <span class="ft3">schule offenbar lückenlos im Oktober 1999 mit dem Ingenieurstudium be-</span><br/> <span class="ft3">gann, besteht ein Unterbruch im Ausbildungsgang von 1996 bis circa Mitte</span><br/> <span class="ft3">1998. Dieser Unterbruch von rund zweieinhalb Jahren gereicht einerseits</span><br/> <span class="ft3">dadurch nicht zum Nachteil der Beschwerdeführerin, da er von ihrem Sohn</span><br/> <span class="ft3">zweckgerichtet benutzt wurde, nämlich zur Absolvierung der Unteroffi-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">245</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">ziersschule im Jahr 1997 und zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung</span><br/> <span class="ft3">zum Berufsmaturitätslehrgang im Jahr 1996 und 1997. Andererseits ist es</span><br/> <span class="ft3">bei Fachhochschulstudenten allgemein üblich, dass sie zwischen Berufs-</span><br/> <span class="ft3">lehre und Studium für eine kurze Zeit in ihrem erlernten Beruf tätig sind.</span><br/> <span class="ft3">Schliesslich ist auch zu berücksichtigen, dass die Anfangsdaten für Ausbil-</span><br/> <span class="ft3">dungen wie den Berufsmaturitätslehrgang und das Fachhochschulstudium</span><br/> <span class="ft3">bzw. auch Prüfungsdaten in der Regel vorgegeben sind und von den Stu-</span><br/> <span class="ft3">denten nicht beeinflusst werden können. Dies kann auch zu erheblichen</span><br/> <span class="ft3">Zeitverlusten führen, wenn eine Ausbildung jeweils nur einmal oder zwei-</span><br/> <span class="ft3">mal im Jahr begonnen werden kann und dem Studenten ein Anfangstermin</span><br/> <span class="ft3">aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht passt, oder zwischen dem</span><br/> <span class="ft3">Abschluss der einen Ausbildung und dem frühestmöglichen Beginn der</span><br/> <span class="ft3">nächsten eine längere Zeit liegt. Sodann kann das Maschineningenieurstu-</span><br/> <span class="ft3">dium an einer Fachhochschule nicht als Weiterbildung oder Zweitausbil-</span><br/> <span class="ft3">dung bezeichnet werden. Beim Beruf des Maschineningenieurs handelt es</span><br/> <span class="ft3">sich um ein eigenständiges Berufsbild, das entweder direkt über die Matu-</span><br/> <span class="ft3">rität und ein Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule</span><br/> <span class="ft3">erlangt werden kann oder auf dem Weg einer vorgängigen Berufslehre,</span><br/> <span class="ft3">gefolgt von der Berufsmaturität und dem Studium an einer Fachhochschule.</span><br/> <span class="ft3">Dass das Studium an einer Fachhochschule einem Hochschulstudium</span><br/> <span class="ft3">gleichgestellt ist, wurde bereits gesagt. Auch ist der Zusammenhang zwi-</span><br/> <span class="ft3">schen der Berufslehre als Mechaniker und dem Maschineningenieurstudium</span><br/> <span class="ft3">an einer Fachhochschule offensichtlich.</span><br/> <span class="ft3">Aufgrund der Lehre und Gerichtspraxis ist vorliegend also davon aus-</span><br/> <span class="ft3">zugehen, dass beim Sohn der Beschwerdeführerin eine systematische Aus-</span><br/> <span class="ft3">bildung vorliegt, ein Zusammenhang zwischen der Mechanikerlehre, der</span><br/> <span class="ft3">Berufsmatura und dem Maschineningenieurstudium an der Fachhochschule</span><br/> <span class="ft3">bejaht werden kann und auch der vorübergehende Unterbruch in der Aus-</span><br/> <span class="ft3">bildung nicht negativ ins Gewicht fällt. Die Ausbildung fällt also einerseits</span><br/> <span class="ft3">unter den Begriff der beruflichen Ausbildung nach Art. 35 Abs. 1 Bst. a</span><br/> <span class="ft3">DBG und kann nach dem Gesagten auch als 'Erstausbildung' nach dem</span><br/> <span class="ft3">Wortlaut von Art. 37 Abs. 1 Bst. b StG bezeichnet werden."</span><br/> <span class="ft1">Des weitern hat die Steuerrekurskommission Bern in ihrem Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid vom 16. Oktober 2001 (= StE 2002 B 29.3 Nr. 19) das Fol-</span><br/> <span class="ft1">gende ausgeführt:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">246</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">"4. Wie die Rekurrenten ausführen, bedarf es für die Zulassung zur</span><br/> <span class="ft3">HWV einer abgeschlossenen Berufslehre und einer mindestens einjährigen</span><br/> <span class="ft3">Berufspraxis. Ein Unterbruch zwischen Lehrende und Beginn der HWV sei</span><br/> <span class="ft3">demzufolge unumgänglich. Ausserdem bringen die Rekurrenten vor, dass</span><br/> <span class="ft3">ein Studium an der Universität ebenso wie ein Studium an der HWV eine</span><br/> <span class="ft3">Grundausbildung voraussetze und eine unterschiedliche Behandlung nicht</span><br/> <span class="ft3">gerechtfertigt sei.</span><br/> <span class="ft3">5. Der Unterbruch zwischen Lehrende und Beginn des Studiums be-</span><br/> <span class="ft3">trug im vorliegenden Fall drei Jahre. Dies liegt zwar über der minimalen</span><br/> <span class="ft3">Frist von einem Jahr, bewegt sich aber noch in einem Bereich, in dem von</span><br/> <span class="ft3">einer zusammenhängenden Ausbildung gesprochen werden kann. Dies</span><br/> <span class="ft3">umso mehr, als Anwärterinnen und Anwärtern des HWV-Studiums eine</span><br/> <span class="ft3">möglichst umfassende Berufspraxis nahe gelegt wird.</span><br/> <span class="ft3">Im Weiteren ist den Rekurrenten beizupflichten, wenn sie ausführen,</span><br/> <span class="ft3">dass das Studium an der HWV ebenso wie das Studium an der Universität</span><br/> <span class="ft3">eine Grundausbildung voraussetzt (...). Zudem ist die HWV eine (Fach-)</span><br/> <span class="ft3">Hochschule (...) und ist damit der universitären Ausbildung gleichgestellt.</span><br/> <span class="ft3">Eine unterschiedliche Behandlung der HWV-Studenten und -Studentinnen</span><br/> <span class="ft3">gegenüber den Studierenden der Universität lässt sich deshalb nicht recht-</span><br/> <span class="ft3">fertigen. Rekurs und Beschwerde müssen demzufolge gutgeheissen wer-</span><br/> <span class="ft3">den."</span><br/> <span class="ft1">3.3.4.</span><br/> <span class="ft1">Aus der dargelegten Literatur und Rechtsprechung ergibt sich</span><br/> <span class="ft1">somit, dass ein zeitlich befristeter Unterbruch einer systematischen</span><br/> <span class="ft1">Ausbildung aus objektiven Gründen am massgebenden Stichtag der</span><br/> <span class="ft1">Gewährung eines Kinderabzuges nicht entgegensteht.</span><br/> <span class="ft1">Die von der Vorinstanz für die Nichtgewährung eines Kinderab-</span><br/> <span class="ft1">zuges vorgebrachte Begründung, N.S. sei am massgeblichen Stichtag</span><br/> <span class="ft1">31. Dezember 2009 nicht in Ausbildung gewesen, greift daher zu</span><br/> <span class="ft1">kurz.</span><br/> <span class="ft1">3.4.</span><br/> <span class="ft1">Die von N.S. absolvierte Fachmittelschule ist eine eidgenös-</span><br/> <span class="ft1">sisch anerkannte Mittelschule, die an die obligatorische Schulzeit an-</span><br/> <span class="ft1">schliesst. Je nach Abschluss dauert die Fachmittelschule drei oder</span><br/> <span class="ft1">vier Jahre. In drei Jahren erlangen die Schüler den Fachmittelschul-</span><br/> <span class="ft1">ausweis. Er ermöglicht den direkten Zugang zu einer Ausbildung an</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">247</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">einer höheren Fachschule. Wer die Fachmatur erwerben will, absol-</span><br/> <span class="ft1">viert ein zusätzliches Ausbildungsmodul. Mit diesem vierten Jahr</span><br/> <span class="ft1">erschliessen sich die Schüler den Zugang zu einem Studium an der</span><br/> <span class="ft1">Fachhochschule.</span><br/> <span class="ft1">Bei der von N.S. im August 2011 aufgenommenen und bis Juni</span><br/> <span class="ft1">2012 dauernden Ausbildung zur "Fachmaturität Pädagogik" handelt</span><br/> <span class="ft1">es sich also um eine Fortsetzung der von ihm im Juni 2009 abge-</span><br/> <span class="ft1">schlossenen Fachmittelschule (Fachmittelschule = 1. - 3. Jahr der</span><br/> <span class="ft1">Sekundarstufe II; Fachmatur = 4. Jahr der Sekundarstufe II), d.h. um</span><br/> <span class="ft1">eine Fortsetzung der Erstausbildung. Der Umstand, dass diese syste-</span><br/> <span class="ft1">matisch zusammenhängende Ausbildung vom Juni 2009 bis Au-</span><br/> <span class="ft1">gust 2011 durch Militärdienste und unfallbedingte Therapien vor-</span><br/> <span class="ft1">übergehend unterbrochen wurde, ist aufgrund der dargelegten Lite-</span><br/> <span class="ft1">ratur und Rechtsprechung nicht von Belang. Das Kriterium "in Aus-</span><br/> <span class="ft1">bildung" ist trotzdem erfüllt.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> </body> </html>