<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00248</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105673&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00248</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.08.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 09.01.2001 gutgeheissen und den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufgehoben.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Wegweisung von öffentlichem Grund</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wegweisung vom öffentlichen Grund (anlässlich einer Verteilung eines Vereinsjournals):<br/><br/>Kein Anspruch auf eine mündliche Verhandlung gestützt auf Art. 6 EMRK, da das Verteilen eines Vereinsjournals in den Bereich allgemeiner Freiheitsausübung und damit nicht in den Schutzbereich dieser EMRK-Norm fällt (E. 2 b).<br/>Die Rekursinstanz hat - im Gegensatz zum Nichteintreten der kommunalen Behörde - das Feststellungsbegehren teilweise gutgeheissen, wonach die Wegweisung zu Unrecht erfolgt sei (E. 3 am Anfang).<br/>Soweit das vor der kommunalen Behörde geltend gemachte Begehren als blosse Aufsichtsbeschwerde zu verstehen ist, kann kein Rekurs erhoben werden, und das Nichteintreten der kommunalen Behörde ist nicht zu beanstanden (E. 3 a).<br/>Soweit das Begehren als eigentliches Feststellungsbegehren zu verstehen ist, ist die Voraussetzung eines hinreichenden aktuellen schutzwürdigen Interesses an der Feststellung zu prüfen (E. 3 b/aa). Ein solches Interesse liegt insofern nicht vor, als die Feststellung der Unrechtmässigkeit der beanstandeten Wegweisung von den damaligen konkreten Umständen abhängig ist, die jedoch ungeklärt geblieben sind und kaum wieder eintreten werden. Auf das Erfordernis eines <br/>a k t u e l l e n schutzwürdigen Interesses kann mangels sich stellender Grundsatzfragen nicht verzichtet werden (E. 3 b/cc).<br/><br/>--&gt; BGE 1P.624/2000, 9. Januar 2001, Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELL">AKTUELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSICHTSBESCHWERDE">AUFSICHTSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESTSTELLUNGSKLAGE">FESTSTELLUNGSKLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE VERHANDLUNG">MÃNDLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHER GRUND">ÃFFENTLICHER GRUND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSSCHUTZINTERESSE">RECHTSSCHUTZINTERESSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNG">WEGWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZEITUNG">ZEITUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 6 EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 74 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 7. Februar 1999 verteilten zwei Jugendliche, die Mitglieder des Vereins ge­gen Tierfabriken Schweiz (VgT) sind, im Auftrag des VgT in der NÃ¤he des Kinos ABC in BÃ¼lach auf Ã¶ffentlichem Grund das Journal "VgT-Nachrichten". Dabei wurde einer der beiden von einem in Zivilkleidung vorbeigehenden Stadtpolizisten angesprochen, der im Verlaufe des folgenden GesprÃ¤ches, dessen Inhalt aufgrund der vorliegenden Akten unklar und umstritten ist, beide Jugendliche aufforderte, die Passanten nicht zu belÃ¤stigen und sich zu entfernen. Aufgrund dieses Vorfalls reichte der VgT am 10. Februar 1999 beim Stadtrat BÃ¼lach "Verwaltungsbeschwerde gegen einen unbekannten Beamten der Stadtpolizei BÃ¼-lach" ein mit dem Antrag, "es sei festzustellen, dass die Wegweisung von VgT-Aktivisten, die am 7.2.1999 in der NÃ¤he des Kinos ABC BÃ¼lach auf Ã¶ffentlichem Grund ein Journal verteilten, zu Unrecht erfolgte". </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Stadtrat BÃ¼lach beschloss am 10. MÃ¤rz 1999, auf die Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen nicht einzutreten. Nach der glaubwÃ¼rdigen Darstellung des in den Vorfall involvierten Beamten G.P. habe sich dieser nicht als Kantonspolizist ausgegeben und habe er die Jugendlichen deswegen aufgefordert sich zu entfernen, weil er festgestellt habe, dass sich einer der beiden den Passanten und Kinobesuchern so in den Weg gestellt habe, dass diese dadurch behindert und "fast genÃ¶tigt" worden seien, ein VgT-Journal entgegenzuneh­men. Das Verhalten des Beamten sei daher nicht zu beanstanden; namentlich liege darin keine Dienstverletzung und kein Disziplinarvergehen, welches ein Einschreiten nach Art. 47 ff. der stÃ¤dtischen Besoldungsverordnung erfordern wÃ¼rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhob der VgT am 22. MÃ¤rz 1999 Rekurs an den Bezirksrat BÃ¼lach, worin er sein Feststellungsbegehren wiederholte. Zur BegrÃ¼ndung wurde vorgebracht, der Stadtrat habe sich einseitig auf die von der Sachverhaltsdarstellung des VgT abweichenden Aussagen des fehlbaren Beamten gestÃ¼tzt. Entgegen dessen Aussagen seien die Passanten nicht von einem der beiden Aktivisten behindert worden. Selbst wenn dem aber so gewe­sen wÃ¤re, habe kein Grund bestanden, die beiden Aktivisten wegzuweisen; diesfalls hÃ¤tte die Aufforderung, die Passanten nicht zu behindern, genÃ¼gt; die Wegweisung der beiden Aktivisten sei jedenfalls unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig und damit rechtswidrig gewesen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach DurchfÃ¼hrung eines doppelten Schriftenwechsels fasste der Bezirksrat am 16. Dezember 1999 Beschluss Ã¼ber die Angelegenheit. Dabei stellte er in Dispositiv Zif­fer I "im Sinn der ErwÃ¤gungen" fest, "dass die VgT-Aktivisten berechtigt gewesen sind, Journale auf Ã¶ffentlichem Grund zu verteilen, soweit Dritte nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig be­hindert worden sind". Als zulÃ¤ssiges Rechtsmittel wurde der Rekurs an den Regierungsrat bezeichnet. Der Bezirksrat erwog, das Verteilen von FlugblÃ¤ttern auf Ã¶ffentlichem Grund sei verfassungsrechtlich durch verschiedene Freiheitsrechte gewÃ¤hrleistet; EinschrÃ¤nkun­gen einer derartigen Nutzung des Ã¶ffentlichen Grundes seien nur zulÃ¤ssig, sofern sie auf gesetzlicher Grundlage beruhten, einem Ã¶ffentlichem Interesse dienten und den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit wahrten; sodann sei "auch der Schutz von Grundrechten Dritter zu beachten und zu garantieren". Hieraus ergebe sich fÃ¼r den vorliegenden Fall, "dass in positivem Sinn festzustellen ist, dass die VgT-Aktivisten berechtigt gewesen sind, Journale auf Ã¶ffentlichem Grund zu verteilen, soweit Dritte â wegen des Schutzes ihrer Grund­rechte â wiederum nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig behindert worden sind".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Dagegen erhob der VgT am 10. Januar 2000 Rekurs an den Regierungsrat mit den AntrÃ¤gen, es sei festzustellen, dass der Beschluss des Bezirksrats eine Rechtsverweige­rung darstelle (1); es sei in Aufhebung des Entscheids des Stadtrats BÃ¼lach festzustellen, dass die Wegweisung von VgT-Aktivisten am 7. Februar 1999 in der NÃ¤he des Kinos ABC in BÃ¼lach auf Ã¶ffentlichem Grund zu Unrecht erfolgte (2); eventuell sei die Sache zur Be­handlung an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen (3), unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des fehlbaren Polizeibeamten, eventuell zu Lasten der Stadt BÃ¼lach. Zur BegrÃ¼n­dung wurde vorgebracht, mit der Weigerung, die Widerrechtlichkeit der Wegweisung fest­zustellen, habe der Bezirksrat eine Rechtsverweigerung begangen. Die Wegweisung sei widerrechtlich aus den GrÃ¼nden, die in der Rekursschrift an den Bezirksrat dargelegt wor­den seien, auf welche verwiesen werde. Schliesslich habe der Bezirksrat das Ãffentlich­keitsgebot gemÃ¤ss Art 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) missachtet, indem er entgegen dem ausdrÃ¼cklichen Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers keine Ã¶ffentliche Verhandlung durchgefÃ¼hrt habe. Eine solche Verhandlung sei im zweitinstanz­lichen Rechtsmittelverfahren nachzuholen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Rekursverfahren vor Regierungsrat verzichteten der Stadtrat und der Bezirksrat BÃ¼lach auf Vernehmlassung. Der Regierungsrat beschloss am 5. Juli 2000, auf den Rekurs nicht einzutreten und die Akten dem Verwaltungsgericht zu Ã¼berweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Zur Behandlung des Rekurses vom 10. Januar 2000 gegen den Beschluss des Be­zirksrats BÃ¼lach vom 16. Dezember 1999 ist nicht der Regierungsrat, sondern nach § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 8. Juni 1997 (VRG) das Verwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz funktionell und sach­lich zustÃ¤ndig. Das ergibt sich ohne weiteres daraus, dass der vom Bezirksrat BÃ¼lach Ã¼ber­prÃ¼fte Beschluss des Stadtrats BÃ¼lach vom 10. MÃ¤rz 1999 unter keinen der in § 43 Abs. 1 VRG genannten AusnahmetatbestÃ¤nde fÃ¤llt; nÃ¤here ErÃ¶rterungen zum Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens, wie sie der Regierungsrat in seinem Nichteintretens- und Ãber­weisungsbeschluss angestellt hat, erÃ¼brigen sich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Weil der Regierungsrat dem Beschwerdegegner sowie der Vorinstanz bereits Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung eingerÃ¤umt hat, erÃ¼brigt sich die An­ordnung eines Schriftenwechsels nach § 58 VRG.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Eine mÃ¼ndliche Verhandlung ist nicht durchzufÃ¼hren. Die Anordnung einer sol­chen Verhandlung nach § 59 VRG steht im Ermessen des Gerichts. Art. 6 Abs. 1 EMRK verschafft einem BeschwerdefÃ¼hrer einen Anspruch auf mÃ¼ndliche Verhandlung nur in FÃ¤llen, in denen eine zivilrechtliche Streitigkeit oder eine strafrechtlichen Anklage im Sinn dieser Konventionsbestimmung vorliegt. Beides trifft hier nicht zu. Insbesondere geht es nicht um eine zivilrechtliche Streitigkeit. Der vorliegende Streitfall betrifft die BenÃ¼tzung des Ã¶ffentlichen Grundes zu ideellen Zwecken. Nach einer Ã¼berzeugenden Lehrmeinung (Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 175 ff.), der sich das Verwaltungsgericht angeschlossen hat (RB 1999 Nr. 33), ist zu unterscheiden, ob die auf dem Ã¶ffentlichen Grund beabsichtigte TÃ¤tigkeit oder Vorkehr in den Bereich allgemeiner FreiheitsausÃ¼bung fÃ¤llt oder ob die ersuchende Person ein Schutz­bedÃ¼rfnis wirtschaftlich-pekuniÃ¤rer oder persÃ¶nlichkeitsrechtlicher Art darzutun vermag; nur bei einem derartigen SchutzbedÃ¼rfnis wirtschaftlicher oder persÃ¶nlichkeitsrechtlicher Art fallen Streitigkeiten Ã¼ber die Nutzung des Ã¶ffentlichen Grundes in den Anwendungsbe­reich von Art. 6 Abs. 1 EMRK.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie angemerkt werden kann, war der Bezirksrat zur Anordnung einer Ã¶ffentlichen Verhandlung nach Art. 6 Abs. 1 EMRK von vornherein deswegen nicht verpflichtet, weil er auch in seiner rechtsprechenden Funktion keine gerichtliche Instanz im Sinn dieser Konventionsbestimmung ist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 82, § 52 N. 11).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Der Stadtrat BÃ¼lach ist auf das Begehren, "es sei festzustellen, dass die Wegwei­sung von VgT-Aktivisten, die am 7.2.1999 in der NÃ¤he des Kinos ABC BÃ¼lach auf Ã¶ffent­lichem Grund ein Journal verteilten, zu Unrecht erfolgte", nicht eingetreten. Den dagegen erhobenen Rekurs hat der Bezirksrat BÃ¼lach sinngemÃ¤ss teilweise gutgeheissen, indem er anstelle des Stadtrats "im Sinne der ErwÃ¤gungen" feststellte, "dass die VgT-Aktivisten berechtigt gewesen sind, Journale auf Ã¶ffentlichem Grund zu verteilen, soweit Dritte nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig behindert worden sind". Mit der vorliegenden Beschwerde rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer, dass seinem Feststellungsbegehren nicht entsprochen worden ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Feststellungsbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers kann sinngemÃ¤ss auch als Aufsichtsbeschwerde verstanden werden, nÃ¤mlich insofern, als die angestrebte Feststellung die Grundlage fÃ¼r die VerhÃ¤ngung von Sanktionen gegenÃ¼ber dem involvierten Polizeibe­amten bilden wÃ¼rde. So ist es offenbar vom Stadtrat BÃ¼lach â zumindest unter anderem â aufgefasst worden. Bei der Aufsichtsbeschwerde handelt es sich um einen blossen Rechts­behelf, der keinen Anspruch auf einen fÃ¶rmlichen Beschwerdeentscheid gibt; dementspre­chend kann gegen den ablehnenden Bescheid auf eine Aufsichtsbeschwerde kein Rekurs erhoben werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 30 und 43). Aus dieser Sicht ist es nicht zu beanstanden, wenn der Stadtrat BÃ¼lach auf das streitige Begehren, so­weit er es als Aufsichtsbeschwerde verstanden hat, nicht eingetreten ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Zu prÃ¼fen bleibt, ob der Stadtrat BÃ¼lach auf das ihm gestellte Begehren zu Recht auch insoweit nicht eingetreten ist, als dieses Gesuch als - eigentliches - Feststellungsbe­gehren zu verstehen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Dem Begehren um Erlass einer FeststellungsverfÃ¼gung ist zu entsprechen, wenn der Gesuchsteller ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der anbegehrten Feststellung hat. Ist diese verfahrensrechtliche Voraussetzung erfÃ¼llt, bedeutet dies â Ã¤hnlich wie bei der Erhe­bung eines Rechtsmittels gegen eine Anordnung â lediglich, dass Anspruch auf materielle PrÃ¼fung der mit dem Feststellungsbegehren aufgeworfenen Fragen besteht. Deswegen sind fÃ¼r die Bejahung eines schutzwÃ¼rdigen Interesses zunÃ¤chst die gleichen Kriterien wie bei der Rekurslegitimation massgebend, darÃ¼ber hinaus aber auch spezifische Kriterien fÃ¼r die SchutzwÃ¼rdigkeit des Feststellungsinteresses: Ãber den Bestand, Nichtbestand oder Um­fang Ã¶ffentlichrechtlicher Rechte und Pflichten muss Unklarheit bestehen. Das Feststel­lungsinteresse muss sodann in dem Sinn aktuell sein, dass der Gesuchsteller bei der Ver­weigerung Gefahr laufen wÃ¼rde, Massnahmen zu treffen oder zu unterlassen mit der Folge, dass ihm daraus Nachteile erwachsen kÃ¶nnten. Ferner muss Gegenstand der anbegehrten FeststellungsverfÃ¼gung ein konkretes RechtsverhÃ¤ltnis sein. Ausgeschlossen sind damit Feststellungsbegehren zur Ermittlung von Tatsachen sowie solche zur KlÃ¤rung bloss theo­retischer oder abstrakter Rechtsfragen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 60 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Wie vorab festzuhalten ist, kann vorliegend ein schutzwÃ¼rdiges Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an der anbegehrten Feststellung nicht schon deswegen verneint werden, weil er ein Verein ist, wÃ¤hrend die nachgesuchte Feststellung das Verhalten einiger seiner Mitglieder betrifft. UnabhÃ¤ngig davon, ob die Voraussetzungen der egoistischen Verbands­beschwerde erfÃ¼llt sind, ist der BeschwerdefÃ¼hrer als Verein vom genannten Vorfall betrof­fen, weil dabei von ihm herausgegebene Journale verteilt worden sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Hingegen fehlt es bezÃ¼glich der vom BeschwerdefÃ¼hrer angestrebten Feststel­lung an den Voraussetzungen, die spezifisch das Vorliegen eines schutzwÃ¼rdigen Feststel­lungsinteresses betreffen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verteilen von Drucksachen und Zeitungen, welche fÃ¼r die ideellen Anliegen des VgT werben, auf Ã¶ffentlichem Grund ist zulÃ¤ssig. Besondere UmstÃ¤nde vorbehalten, die hier nicht in Frage stehen (zum Vorliegen solcher UmstÃ¤nde vgl. RB 1999 Nr. 44), stellt eine derartige Nutzung des Ã¶ffentlichen Grundes noch keinen gesteigerten Gemein­gebrauch dar und unterliegt daher auch nicht der Bewilligungspflicht. Es handelt sich nicht um eine bewilligungspflichtige Veranstaltung im Sinn von Art. 27 der Polizeiverordnung der Stadt BÃ¼lach vom 10. Mai 1995, jedenfalls dann nicht, wenn diese kommunale Be­stimmung verfassungskonform ausgelegt wird. Von dieser Rechtslage sind im vorliegen­den Verfahren auch der Stadtrat und der Bezirksrat BÃ¼lach ausgegangen. Letzterer hat diese Beurteilung wie erwÃ¤hnt in teilweiser Gutheissung des Rekurses zum Gegenstand eines fÃ¶rmlichen Feststellungsentscheides gemacht. Es fragt sich allerdings, ob der von ihm getroffene Feststellungsentscheid (der dem vom BeschwerdefÃ¼hrer angestrebten Ent­scheid inhaltlich nicht entspricht) dem Grundsatz widerspricht, dass Feststellungsbegehren nicht der KlÃ¤rung theoretischer, abstrakter Rechtsfragen dienen dÃ¼rfen. Soweit die ange­strebte Feststellung Ã¼ber einen konkreten Vorfall in der Vergangenheit dem Gesuchsteller als Beurteilungsgrundlage fÃ¼r sein kÃ¼nftiges Verhalten dienen kann, ist ein schutzwÃ¼rdiges Interesse auch in solchen FÃ¤llen zu bejahen. So betrachtet, war der Feststellungsentscheid des Bezirksrats zulÃ¤ssig. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer will sich indessen mit der Feststellung des Bezirksrats nicht begnÃ¼gen, sondern beharrt auf einem weiter gehenden Feststellungsentscheid, wonach die Wegweisung der beiden VgT-Aktivisten am 7. Februar 1999 in der NÃ¤he des Kinos ABC in BÃ¼lach auf Ã¶ffentlichen Grund durch einen Polizeibeamten unrechtmÃ¤ssig gewesen sei. Die Beantwortung dieser Frage hÃ¤ngt von den nÃ¤heren UmstÃ¤nden ab, unter denen sich der Vorfall abspielte und die ungeklÃ¤rt und umstritten sind. Soll der die WÃ¼rdigung eines ver­gangenen Ereignisses betreffende Feststellungsentscheid dem Gesuchsteller ein taugliche Beurteilungsgrundlage fÃ¼r sein kÃ¼nftiges Verhalten abgeben, setzt dies voraus, dass sich Letzteres unter gleichen oder annÃ¤hernd gleichen UmstÃ¤nden abspielt. Da dies kaum der Fall sein dÃ¼rfte, ist ein hinreichendes aktuelles Interesse zu verneinen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Beurteilung steht im Einklang mit der Praxis zum Erfordernis eines aktuellen Rechtsschutzinteresses im Zusammenhang mit der Rekurs- und Beschwerdelegitimation. Danach ist auf das Erfordernis des aktuellen Interesses nur dann zu verzichten, wenn es um eine Grundsatzfrage geht, Ã¼ber die sonst kaum je ein rechtzeitiger Entscheid gefÃ¤llt wer­den kÃ¶nnte und die sich jederzeit unter gleichen oder Ã¤hnlichen UmstÃ¤nden wieder stellen kÃ¶nnte (BGE 111 Ib 56 E. 2 S. 59; RB 1998 Nr. 41, 1987 Nr. 5). Eine Frage, der in diesem Sinn grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukÃ¤me, steht im vorliegenden Fall nicht zur Entscheidung an. Es ist daher nicht rechtsverletzend, wenn der Bezirksrat BÃ¼lach davon abgesehen hat, die nÃ¤heren UmstÃ¤nde des streitbetroffenen Vorfalles beweismÃ¤ssig abzuklÃ¤ren, gestÃ¼tzt darauf zu beurteilen, ob die in der Fragestellung des BeschwerdefÃ¼hrers implizierte Be­hauptung einer "Wegweisung" zutreffe und bejahendenfalls mittels fÃ¶rmlichem Entscheid die vom BeschwerdefÃ¼hrer gestellte Frage zu beantworten, ob die Wegweisung unrecht­mÃ¤ssig gewesen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug2"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>