Strassenbau. Art. 26 Abs. 1 und Abs. 2, Art. 46 Abs. 2 StrG. Art. 31 Expropriations - gesetz. West-Ost-Verbindung (WOV). Variantenentscheid. Die Strassenplanung setzt eine umfassende Interessenabwägung voraus, bei der unter anderem geprüft werden muss, welch e Alternativen und Varianten in Betracht fallen, wobei nur ernsthaft in Betracht fallende Varianten näher zu prüfen sind. Varianten, die gewichtige Nachteile oder keine wesentlichen Vorteile aufweisen, können bereits aufgrund einer summarischen Prüfung aus geschieden werden. Vorsorgliche Beweisaufnahmen im Hinblick auf die Durchsetz ung oder Abwehr eines Schadenersatzanspruchs aus dem Strassenbau sind im Rahmen eines Verfahrens auf vorzeitige Besitzeseinweisung durchzuführen. Das entsprechende Gesuch ist von der Plangenehmigungsbehörde an die enteignungsrechtliche Schätzungskommission zu richten. Diese befindet darüber, welche Beweisaufnahmen durchzuführen und welche Grundstücke einzubeziehen sind. Obergericht, 20. November 2020, OG V 19 10 Aus den Erwägungen: 4. c) Gemäss Art. 26 Abs. 1 StrG sind öffentliche Strassen verkehrssicher, raum - planungsgerecht sowie umwelt -, ortsbild - und landschaftsschonend zu bauen. In diesem Rahmen richtet sich der Strassenbau gemäss Art. 26 Abs. 2 StrG nach seiner Zweckbestimmung (lit. a), dem Interesse des öffentlichen Verkehrs (lit. b), dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer (lit. c), dem Verkehrsaufkommen (lit. d), der Wirt schaftlichkeit (lit. e), dem jeweiligen Stand der Technik (lit. f.). Die Strassen -planung setzt eine umfassende Interessenabwägung voraus, bei der unter anderem geprüft werden muss, welche Alternativen und Varianten in Betracht fallen, wobei nur ernsthaft in Betracht fallende Varianten näher zu prüfen sind (siehe zur Kogni tion des Gerichts: E. 2c f. hievor sowie BGE 1C_556/2013 vom 21.09.2016 E. 5.2). Varianten, die gewichtige Nachteile oder keine wesentlichen Vorteile aufweisen, können bereits aufgrund einer summarischen Prüfung ausgeschieden werden (BGE 1C_556/2013 a.a.O. E. 5.2). d) Die neue Verbindungsstrasse West -Ost-Verbindung (WOV) soll, nachdem sie ab dem Kreisel Wysshus Ost zunächst durch das Industrieareal der RU AG und im Geschiebesammler verläuft, mit einer Brücke den Schächen überqueren und in Schattdorf im Bereich der Coop -Tankstelle an die Gott hardstrasse anschliessen (Knoten Schächen). Die Strasse soll circa 1'350 Meter lang und 6.8 Meter breit werden. Sie soll nur für den motorisierten Verkehr zugelassen sein. Der Langsamverkehr soll auf der bestehenden Schächenwaldstrasse geführt werden. Im Bereich der Anschlussknoten (Knoten Wysshus beziehungsweise Kno ten Schächen) ist eine Höchstge schwindigkeit von 60 km/h vorgesehen, während auf der Hauptachse eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gelten soll. Um die Lärm entwicklung so gering als möglich zu halten, ist der E inbau eines lärmarmen Belags geplant. Vom Knoten Wysshus soll die Str asse zunächst im RUAG-Areal zwischen dem bestehenden Parkfeld un d Bürogebäuden in Richtung Schä chenbach führen. Um die Anwohner des G ebiets Brestenegg vor Lärm zu schützen, ist der Bau von Lärmschutzwänden vorgesehen. Nach ungefähr 250 Metern soll die Fahrbahn entlang der Dammkrone des bestehenden Geschiebesammlers am Schächen geführt werden. Mit dem Bau einer Strassenbegrenzungsmauer s üdlich der WOV soll der Hochwasserschutz bei der Einfahrt in den Geschiebesammler weiterhin sichergestellt werden (Umweltverträglichkeitsbericht [UVB] vom 29.03.2018 S. 11). Nach dem Ge schiebesammler soll die WOV südli ch entlang der bestehenden Schä chenwaldstrasse verlaufen. Die Entsorgungsanlage Munitionskomponenten auf dem RUAG -Areal soll umfahren werden und auf der Höhe Schä chenmatt soll die Strasse mit einer Brücke (U -Profil) über den Schächen geführt werden. Nach der Querung des Schächens soll die WOV am linken Flussufer südlich des Schächenbachs verlaufen. Die WOV soll dabei so dicht als möglich entlang des Flusslaufes auf der bestehenden Erschlies sungsstrasse des RUAG -Areals geführt we rden. Dieser Abschnitt wird südl ich von Waldflächen umrahmt. Damit das bestehende Siedlungsgebiet Ringstrasse nicht übermässig von Lärm belastet wird, ist auf dieser Strecke der Bau einer Lärmschutzwand geplant. Be i der Coop -Tankstelle in Schatt dorf ist der Bau eines neuen Kreisels v orgesehen (Knoten Schächen). Da mit soll die WOV an die Gotthardstrasse angeschlossen werden (UVB a.a.O. S. 12). Ziel ist es, mit der neuen Verbindungsstrasse die rückwärtige Er schliessung der Siedlungsgebiete der Einwohnergemeinden Altdorf, Bürg len und Schattdorf sicherzustellen, um das Siedlungsgebiet vom Verkehr zu entlasten. Zur Wirkung der WOV beitragen s oll der vom Bund in Koordinatio n mit dem kantonalen Strassenprojekt g eplante Halbanschluss an die Autobahn A 2 im Gebiet Attinghausen (UVB a.a.O. S. 10 f.). e) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, die Linie der Strasse sei weiter nach Süden zu verlegen und die Einfahrt in den Geschiebesammler sei tie fer zu legen (Verwaltungsgerichtsbeschwerde a.a.O. S. 9). Sie vertreten so mit eine Variante, in welcher die WOV ebenfalls im Geschiebesammler verläuft. Die Beschwerdeführer fordern aber, dass diese Einfahrt weiter südlich erfolgen solle. Aus den aktenkundigen Plänen ist ersichtlich, dass sich im ersten Abschnitt der WOV nach dem Krei sel Wysshus nördlich der geplan ten Linienführung der zum Industriepark RUAG gehörige Parkplatz und südlich der Linienführung der Industriepark selber mit den bestehenden Gebäuden befindet. Es ist weder geltend gemacht noch ersichtlich, inwie fern hier eine andere Linienführung möglich wäre, ohne gewichtige private Inte ressen unverhältnismässig einzuschrä nken. Der Spielraum für alternative Linienführungen ist hier praktisch nicht vorhanden. Vielmehr ist die Li nienführung der WOV ab dem Kreisel Wysshus zunächst stark durch die Interessen des Industrieparks RUAG vorgegeben. Nachdem die WOV den Be reich des Industrieparks verlässt, verläuft sie auf einem relativ kurzen Ab schnitt über eine unbebaute Wiese, um dann in den Geschiebesammler einzumünden. Theoretisch wäre hier allenfalls denkbar, dass die Strasse nach dem Industrie park etwas mehr in Richtung Süden verlaufen würde, um sogleich in einem Bogen wieder die Einfahrt in den Geschiebesammler zu treffen. Es ist allerdings nicht ersichtlich, welchen wesentlichen Vorteil eine solche Linienführung hätte. Auch erscheint fraglich, ob eine solche Linienführung aufgrund der Strassengeometrie überhaupt möglich wäre. Richtungsänderungen für Strassen von der Dimension der WOV brauchen erheblich Platz. Der Abschnitt zwische n Industriepark RUAG und Einmün dung in den Geschiebesammler ist aber rela tiv kurz. Ein Verlauf mehr Rich tung Süden und ein nachfolgender Bog en/eine Kurve in den Geschiebes ammler erscheint aufgrund der Platzverhältnisse kaum als vernünftig durchführbar. Da eine solche Variante somit mit einem gewichtigen Nachteil be lastet wäre und überdies keinen wesentlichen Vorteil versprechen würde, konnte die Vorinstanz diese aufgrund einer summarischen Prüfung aus scheiden. Insofern war sie auch nicht geha lten, in einer ausführlichen Be gründung darzulegen, weshalb diese Variant e auss er Betracht fällt. Die Vo rinstanz hat im angefochtenen Beschluss im Zusammenhang mit der Lini enführung auf die Interessen des Industrieparks RUAG hingewiesen und zudem aufgezeigt, dass die Linienführung der WOV durch die Geometrie der Strassenführung besti mmt sei. Diese Begründung ist unter dem Aspekt der Begründungspflicht ausreichend. Zu dem ist sie aufgrund der vorste henden Erwägungen auch inhaltlich nachvollziehbar. Die Beschwerdeführer zeigen denn auch nicht auf, inwiefern die von ihnen propagierte Variante von wesentlichem Vorteil sein sollte. f) Was die beantragte Tieferlegung der Fahrbahn der WOV im Geschiebes ammler betrifft, so ergibt sich aus den Akte n, dass einer Tieferlegung über wiegende Interessen entgegenstehen. Die Grundstücke der Beschwerdeführer befinden sich in Nachbarschaft zum Abschnitt, in welchem die geplante Verbindungsstrasse entlang der Dammkrone des Geschiebesammlers verl aufen soll. Die Grundstücke lie gen nördlich des Dammes und werden nur durch die bestehende Schächenwaldstrasse vom Damm getrennt. Die Fahrbahn der neuen Verbin dungsstrasse soll entlang der Dammkro ne in einem Dammeinschnitt angelegt werden. Dabei soll die Höhe der Dammkrone aus Hochwasserschutzgründen nicht verändert werden. Die Strasse soll 2 bis 3 Meter unterhal b der Dammkrone verlaufen (UVB a.a.O. S. 44). Die Absicht hinter dieser Fahr bahnführung besteht in der optimalen Lärmabschirmung der betroffenen Wohngebäude im Gebiet Schächenma tt (wozu die Grundstücke der Be schwerdeführer zu zählen sind), ohne aufgrund de r Hinderniswirkung des Damms zusätzliche Lärmschutzwände verbauen zu müssen (vergleiche UVB a.a.O. S. 43 f.). Zudem soll der WOV eine Hochwasserschutzfunktion zukommen (vergleiche sogleich nachfolgend). Der Hochwasserschutz ist auch mit dem Projekt WOV wei terhin sichergestellt (UVB a.a.O. S. 71). Die Vorinstanz führt im angefochtenen Beschluss aus (S. 28 E. 3.2.2), mit der Festlegung der Oberkante der Fahrbahn auf die Kote 462 Meter über Meer beim Auslauf des Geschiebesammlers könne die Hochwassersicher heit gewährleistet werden. Die vertikale Linienführung könne dadurch 2 Meter tiefer gelegt werden, was eine wese ntliche Verbesserung für die Anwohner ergebe. Durch ein zusätzliches Tieferlegen der WOV könne dagegen die Funktion des Geschiebesammlers bei ein em Hochwasser nicht mehr gewährleistet werden. Auch sei fraglich, ob die Strasse noch den Überlastkorridor bilden könne. Auf ein zusätzliches Tieferlegen sei daher zu verzichten. Dem Technischen Bericht zum Gesamtprojekt vom 29. März 2018 (S. 29 f.), lä sst sich entnehmen, dass das Projek t mehrere bestehende Hochwasser schutzbauten tangiert. Die Hochwassersicherheit sei entsprechend mit er gänzenden Massnahmen sicherzustellen. Bei einem Hochwasserereignis HQ300 (185 m3/s) wird eine maximale Wassermenge von rund 80 m3/s rechtsufrig in den Entlastungskorridor entlastet (Überlastfall). Das Trassee der WOV kann im Ereignisfall überströmt wer den. Sie dient als Überlastkorr idor. Die Überlastsektion stellt dabei d en Hochwasserabfluss aus dem Ge schiebesammler in den Überlastkorridor sicher. Die Höhenl age der Über lastsektion wurde auf 464 Meter über Meer fe stgelegt. Im Überlastfall fliessen die Wassermassen kontrolliert über die Überlastsektion auf das Trassee der westlich abfallenden WOV in Richtung Kreisel Wysshus ab. Wie die Ausführungen zeigen, soll die WOV teilweise in einem sensiblen Bereich, nämlich innerhalb einer Hochw asserschutzanlage verlaufen. Da mit verbunden sind komplexe, aufeinander abgestimmte Massnahmen. Die WOV soll nämlich nicht nur den Hochwasserschutz nicht vermindern. Ihr soll darüber hinaus als Überlastkorridor im Überlastfall eine Hochwasser schutzfunktion zukommen; sie soll insof ern in die Hochwasserschutzanlage funktionell integriert werden. Wie die Vorinstanz aufzeigt, würde dieses austarierte System gestört, wenn das Trassee der WOV weiter herabgesetzt würde, wie die Beschwerdeführer verlangen. Gestützt auf die Ausführungen im Technischen Bericht a.a.O. ergibt sich denn auch, dass sich die Überlastsektion auf 464 Meter über Meer befinden un d hernach ein Gefälle bestehen muss, damit die WOV ihre Funkti on als Überlastkorridor im Überlastfall wahrnehmen kann und der Hochwasserabfluss gewährleistet ist. Es bestehen für das Gericht keine triftigen Gründe, von der nachvollziehbar aufgezeigten, fachlich fundierten Einschätzung der Hochwasserschutzspe zialisten und der darauf gestützten vorinstanzlichen Beurteilung abzuweichen. Der Hochwasserschutz wäre gestützt auf die nachvollziehbaren und schlüssigen fachlichen Beurteilungen nicht mehr gewährleistet, wenn das Trassee der WOV zusätzlich herabgesetzt würde. Der Hochwasserschutz ist ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse. Es vermag im konkreten Fall die privaten Interessen der Beschwerdeführer um weitere Herabsetzung der Lärmwerte zu überwiegen, z umal die Planungswerte mit dem aufgelegten Projekt eingehalten und diverse (andere) Massnahmen im Sinne der Lärmschutzvorsorge getroffen werden. 10. a) Die nächste Rüge der Beschwerdeführer b etrifft die vorsorgliche Beweis aufnahme. Die Vorinstanz bleibe im Entscheid unklar darübe r. Ob je bezüg lich der Objekte der Beschwerdeführer eine Beweisaufnahme stattfinde, könnten sie nicht erkennen. Es sei nicht klar, wer den Gutachter einsetzen soll. Zudem werde eine Zweiklassengesellschaft definiert, weil die einen „irgendwie“ in diesem verwaltungsrechtlichen Verfahren aufgenommen würden und die anderen selber den zivilrechtlichen Weg beschreiten müssen. b) Die Vorinstanz erwägt im angefochtenen Ent scheid (S. 38 E. 3.5.4), die Eigentümerinnen und Eigentümer von Gr undstücken hätten Beei nträchtigungen im Zusammenhang mit dem Bau, dem Unterhalt und dem Betrieb von Strassen zu dulden. Entstehe dadurch ein wesentlicher Schaden, so habe das verursachende Gemeinwe sen beziehungsweise die verursa chende Person den Schaden zu beheben oder eine entsprechende Entschädigung zu leisten. Könnten sich die Beteiligten nicht einigen, könne beim Präsidium der kantonalen Schätzungskommission die Durchführung des Schätzungsverfahrens verlangt werden . Die Vorschriften über die Ent eignung seien sinngemäss anwendbar. Die Baudirektion werde beim Landgericht Uri eine vorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 ZPO auf ei gene Kosten beantragen. Dabei soll der entsprechende Gutachter nach eig enem Ermessen festlegen, in welchen Gebieten die Gebäude zu diesem Zweck einbezogen werden sollen. c) Gemäss Art. 46 StrG haben Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken, die an öffentliche Strassen gr enzen, Beeinträchtigungen in Zu sammenhang mit dem Bau, dem Unterhalt und dem Betrieb von Strassen zu duld en (Abs. 1). Entsteht dadurch wesent licher Schaden, hat das verursa chende Gemeinwesen beziehungsweise die verursachende Person den Schaden zu beheben oder eine entsprechende Entschädigung zu leisten. Können sich die Beteiligten über die Entschädigung nicht einigen, kann beim Präsidium der kantonalen Schätzungskommission die Durchführung des Schätzungsverfahrens verlangt werden. Die Vorschriften über die Enteignung sind sinngemäss anzuwenden (Abs. 2). d) Die vorsorgliche Beweisaufnahme kann nur mit Blick au f einen konkreten materiell - rechtlichen Anspruch (Hauptsachenanspruch) verlangt werden, sei es zu dessen Durchsetzung oder A bwehr; allgemeine Beweisausfors chungen, sogenannte „fishing expeditions“, sind ausgeschlossen (Jürgen Brönnimann, Berner Kommentar, 2012, N. 13 f. zu Art. 158 ZPO; vergleiche auch: Johann Zürcher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2016, Art. 158 N. 14 f.). Die vorsorgliche Beweisaufnahme ist somit eng mit dem Haupt sacheanspruch verknüpft; jene kann ohne diesen nicht gedacht respektive wo ein Hauptsachenanspruch nicht exist iert, kann auch keine darauf ge richtete vorsorgliche Beweisaufnahme durc hgeführt werden. Die hier streitige vorsorgliche Beweisaufnahme soll dazu dienen, den Ist -Zustand an Gebäuden vor Baubeginn der öffentlichen Strasse aufzunehmen; dies im Hinblick auf die Durchsetzung oder Abwehr eines Schadenersatzan spruchs aus dem Strassenbau gemäss Art. 46 StrG. Der der vorsorglichen Beweisaufnahme zugrundelie gende ma teriell-rechtliche Hauptsacheanspruch ist öffentlich-rechtlicher Natur. Dies geht aus dem öffentlich-rechtlichen Charakter des Strassenbaus und aus dem in Art. 46 StrG enthal tenen Verweis auf das Enteignungsrecht und das Enteignungsschät zungsverfahren hervor (siehe dazu auc h nachfolgend: E. 10e sowie Ent scheid Verwaltungsgericht des Kantons Zürich vom 26.10.2017, VR.2016.00002, E. 3.5). Die ZPO regelt d emgegenüber das Verfahren in Zivilsachen (Art. 1 ZPO; Dominik Gasser, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 1 N. 30). Das Vorliegen ei ner Zivilsache ist eine Prozess voraussetzung des Zivilprozesses (Sutter-Somm/Klingler, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 201 6, Art. 1 N. 4b; vergleiche auch: BGE 2C_563/2012 vom 22.06.2012 E. 2.2). Wie erwähnt, ist die vorsorgliche Beweisaufnahme von der Existenz eines Hauptsacheanspruchs abhängig. Eine vorsorgliche Beweisaufnahme im Sinne von Art. 158 ZPO kann sich demzufolge nur auf einen zivilrechtlichen Hauptsacheanspruch beziehen. Auf das Verfahrensrecht übertragen bedeutet dies: Wo kein zivilrechtlicher Hauptsacheanspruch besteht, kann au ch keine vorsorgliche Beweisaufnahme nach Zivilprozessrecht stattfinden. Es erscheint daher äusserst fraglich, ob das Landgericht Uri als Zivilgericht auf ein Gesuch der Baudirektion um vorsorgliche Beweisführung im Hinblick auf einen öffentlich -rechtlichen Hauptsacheanspruch überhaupt eintreten würde. Die gesetzliche Grundla ge für die vors orgliche Beweisaufnahme muss anders hergeleitet werden. e) Gemäss Art. 1 Abs. 2 Gesetz über die Enteignung (Expropriationsgesetz, RB 3.3211) kann der Regierungsrat Rechte, di e der Durchführung eines öffent lichen, dem allgemeinen Interesse dienenden Werkes entgegenstehen, auf dem Wege der Enteignung für den Kanton erwerben. Gegenstand der Enteignung können dingliche Rechte an Grundstücken, sowie die aus dem Grundeigentum hervorgehenden Nachbarre chte sein (Art. 3 Abs. 1 Expropriationsgesetz). Diese Rechte kö nnen d auernd oder vorübergehend entzo gen oder beschränkt werden (Art. 3 Abs. 2 Expropriationsgesetz). Zu den aus dem Grundeigentum hervorgehenden Nachbarrechten gehören insbe sondere die nachbarrechtlichen Abwehrrechte; das heisst, der Anspruch des Eigentüm ers auf Unterlassung übermässiger Einwirkungen im Sinne von Art. 684 ZGB. Diese Nachbarrechte können, wie gezeigt, auf dem Wege der Enteignung entzogen werden. Dann ist die Geltendmachung nachbar - rechtlicher Unterlassungs -, Beseitigungs - und Schadenersatza nsprüche gemäss Art. 679 ZGB ausgeschlossen; an die Stelle tritt ein enteignungsrechtlicher Anspruch (Tarkan Göksu, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Hand kommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 679 N. 6; Hess/Weibel, Das Enteignungsre cht des Bundes, Kommentar, Band I, Bern 1986, Art. 5 N. 14). Wie die Vorinstanz insofern zutreffend festhält, haben die Grundeigentümer Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Strasse zu dulden, wobei ihnen ein Entschädigungsanspruch für allfällige Schäden zusteht. Das soeben Dargelegte sowie der ausdrückliche Verweis auf das Enteignungsrecht in Art. 46 StrG zeigen aber, dass der Anspruch nicht zivilrechtlicher sondern enteignungsrechtlicher Natur ist (siehe auch Entscheid Verwaltungsgericht de s Kan tons Zürich a.a.O). Die vorsorg liche Beweisaufnahme muss sich deshalb nach den Bestimmungen des Expropriationsgesetzes richten. f) Will der Enteigner mit dem Bau des öffentlichen Werkes beginnen und die dafür nötigen Enteignungsrechte schon vor Festlegung der enteignungsrechtlichen Entschädigung in Anspruch ne hmen, so liegt ein Fall der vor zeitigen Besitzeinweisung vor (BGE 1C_137/2019 vom 05.07.2019 E. 3.5; Hess/Weibel, a.a.O., Art. 76 N. 2). Die vorzeitige Besitzeinweisung ist kant onalrechtlich in Art. 31 Expropriationsgesetz geregelt (auf Bundesebene: Art. 76 EntG). Demnach kann der Enteigner nach Einleitung des Schätzungs- verfahrens verlangen, dass ihn die Schätzungskommission nach vorge nommenem Augenschein und nach Anhören des Abtretungspflichtig en zur sofortigen Besitzergreifung oder zur Ausübung des Rechtes vor Bezahlung der Entschädigung ermächtigt, wenn er nachweist, dass sonst für den Ent eigner bedeutende Nachteile entstehen wür den (Art. 31 Abs. 1 Expropriationsgesetz). g) Der Hauptsacheans pruch (Schadenersatz nach Art. 46 StrG) geht darauf zurück, dass Grundeigentümer Schädigu ngen bedingt durch den Strassen bau grundsätzlich hinnehmen müssen. Den Grundeigentümern, die einem solchen Eingriff in ihren Rechtsbereich ausges etzt sind, steht ausna hmsweise kein Abwehranspruch zu. Die Abwehransprüche des Grundeigentü mers werden zugunsten des vorrangigen öffentlichen Interesses am Werk unterdrückt und den Betroffenen stehen nur noch die Rechte zu, die ihnen das Enteignungsrecht verleiht (BGE 107 Ib 38 9 E. 2a). Der Bauherr muss zwar Vorkehrungen treffen, damit kein Sc haden entsteht. Wo aber nachtei lige Einwirkungen entstehen, die sich ni cht oder nur durch unverhältnis mässige Aufwendungen vermeiden lassen, ist dies von den Grund eigentümern, wie gesagt, h inzunehmen. An die Stelle der nachbarrechtlichen Unterlassungs-, Beseitigungs- und Schadenersatzansprüche tritt insofern der enteignungsrechtliche Entschädigungsanspruch gemäss Art. 46 StrG (vergleiche BGE 1C_671/2017 vom 14.08.2018 E. 2; Entscheid Verwalt ungsgericht des Kantons Zürich a.a.O.; E. 10e hievor). Im konkreten Fall steht ein Schaden zur Debatte, welcher vor Baubeginn notwendigerweise (noch) nicht eingetreten ist. Ob es überhaupt zu nachteiligen Einwirkungen auf Grundstücke kommt, steht nicht sic her fest. Dem Bau von Strassen von der Dimension des aufgelegten Projekts ist aber ein gewisses Schädigungspotential inhärent (vergleiche etwa UVB a.a.O. S. 58). Schädigungen an umliegenden Grundstücken können beispielsweise durch übermässige Staubentwickl ung oder durch Erschütterungen und Bodenverschiebungen entstehen. Es erscheint somit nicht zum vornherein ausgeschlossen, dass entsprechende Abwehrrechte der umliegenden Grundstücke unterdrückt werden müssen. Davon geht letztlich auch die Vorinstanz aus, s timmt sie einer vorsorglichen Beweisaufnahme doch grundsätzlich zu respektive sieht selber eine solche vor. Soweit der Bauherr den Bau der Strasse trotz des aufgezeigten Schädigungsrisikos beginnen will und er für sich somit in Anspruch nimmt, dadurch umli egende Gru ndstücke nötigenfalls zu schädigen, ist darin eine Enteignung nachbarrechtlicher Abwehransprüche zu sehen. Will der Enteigner dieses Recht vor Festlegung der Entschädigung ausüben, hat er sich von der Schätzungskommission dazu ermächtigen zu lass en (oben E. 10f). Der Enteigner hat ein Gesuch um vorzeitige Besitz einweisung zu stellen. Die Schätzungskommission entspricht dem Gesuch, wenn die Voraussetzungen von Art. 31 Abs. 1 Expropriationsgesetz erfüllt sind und wenn die Schätzung trotz der Besitze rgreifung möglich ist oder durch geeignete Massnahmen (Photographien, Skizzen und dergleichen) gesichert werden kann (Art. 31 Abs. 2 Expropriationsgesetz). Letzteres spricht die vorsorgliche Beweisaufnahme an. Diese dient dazu, im Hinblick auf die Schätzun g des enteignungsrechtlichen Anspruchs den Ist -Zustand der betreffenden Gebäude festzustellen. Nebst Photographien, Skizzen und dergleichen kommen auch Bestande s- und Zustandsaufnahmen von Ge bäuden und Pflanzen, andere Expertisen aller Art sowie die Versie gelung von Rissen in Bauwerken in Betracht (Hess/Weibel, a.a.O., Art. 76 N. 17). Es wird also Sache der Schätzungskommission sein, über das Gesuch des Enteigners um Bewilligung der vorzeitig en Besitzeinweisung zu entscheiden sowie die nötigen beweissichern den Massnahmen anzuordnen (vergleiche Hess/Weibel, a.a.O., Art. 76 N. 33). Das beabsichtigte Vorgehen der Vorinstanz mit Beantragung einer vorsorglichen Beweisaufnahme nach Art. 158 ZPO trägt dem nicht Rechnung und ist aufzuheben. h) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist in diesem Punkt begründet. Die Vor instanz wird der kantonalen Schätzungskommission ein Gesuch um vorzeitige Besitzeinweisung zu stellen haben. Im Rahmen dieses Verfahrens ordnet die Schätzungskommission, wenn nötig, beweissichernde Mass nahmen an. Dementsprechend wird es auch Sache der Schätzungskommission sein zu entscheiden, welche Gru ndstücke in die vorsorgliche Beweisaufnahme einzubeziehen sind. Ziff. 2.3 des angefochtenen Beschlusses ist in diesem Sinne zu ergänzen.