<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2000.00056</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105754&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2000.00056</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>ausserordentliche Einkünfte (Steuerjahr 1998)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Leistung einer Stiftung<br/><br/>Qualifikation einer von einer Familienstiftung ausgerichteten Leistung: ausserordentliche Einkunft (im Sinn von § 19 Ingress aStG) oder (wegen Sitzes der Stiftung im Kanton SZ steuerfreie) Schenkung?<br/>Erfolgt die Zuwendung im Rahmen des Stiftungszwecks, kommt es einzig darauf an, ob der Schenkungswille beim Stifter selber gegeben war bzw. ist. Ist die Zuwendung zweckwidrig, so ist abzuklären, ob eine Schenkung gestützt auf einen Schenkungswillen des Stiftungsrats, der gemäss Art. 55 ZGB für die Stiftung bindend ist, erfolgte.<br/>Dies hat die RK im zweiten Rechtsgang abzuklären, wobei dem Pflichtigen zur Frage, ob die Schenkung dem Stiftungszweck entspreche oder nicht, das rechtliche Gehör zu gewähren ist.<br/>Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENSTIFTUNG">FAMILIENSTIFTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHENKUNGSWILLE">SCHENKUNGSWILLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: STEUERPFLICHT">STEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIFTERWILLEN">STIFTERWILLEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIFTUNG">STIFTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIFTUNGSZWECK">STIFTUNGSZWECK</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 19ingress aStG</span><br/><span class="ungerade">§ 24 lit. Ia aStG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. C errichtete mit Ã¶ffentlicher Urkunde vom 17. November 1934 die "Familien-Stiftung C". RechtsgÃ¼ltiger Zweck der Stiftung ist die "FÃ¼rsorge fÃ¼r BedÃ¼rftige oder in Not geratene AngehÃ¶rige der stiftungsberechtigten Familie durch Bestreitung der Kosten der Erziehung, Ausstattung oder UnterstÃ¼tzung und Zuwendungen fÃ¼r Ã¤hnliche Zwecke" (Art. 1 des Stiftungsstatuts). Stiftungs­be­­rechtigt sind im Wesentlichen sÃ¤mtliche ehelichen Nachkommen des Stifters (Art. 2 des Stiftungssta­tuts). Der Stiftungsrat setzt die allfÃ¤lligen UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge fest und verwaltet das Stiftungsgut (Art. 6 des Stiftungsstatuts). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Jahr 1998 nahm die Stiftung im Gefolge einer "Reorganisation 1998" erstmals abgestufte "AusschÃ¼ttungen" an 24 DestinatÃ¤re im Gesamtbetrag von rund Fr. 12 Mio. vor. Auf den Pflichtigen A entfielen dabei Fr. 125'000.-. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt betrachtete die Auszahlung am 29. Februar 2000 als im Steuerjahr 1998 steuerbares ausserordentliches Einkommen. An dieser WÃ¼rdigung hielt es mit Einspracheentscheid vom 13. April 2000 fest. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den hiergegen gerichteten Rekurs des Pflichtigen wies die Steuerrekurskommis­sion I am 27. Juni 2000 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 1. September 2000 liess der Pflichtige dem Verwaltungs­gericht beantragen, es sei das ausserordentliche Einkommen des Steuerjahrs 1998 mit Fr. 0 zu veranlagen, eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Rekurskommission zu­rÃ¼ckzuweisen, subeventuell sei das steuerbare ausserordentliche Einkommen des Steuer­jahrs 1998 auf hÃ¶chstens Fr. 84'375.- festzusetzen. Ausserdem verlangte er die Zuspre­chung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Rekurskommission I und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Steuerbar sind nach dem Ingress von § 19 des gemÃ¤ss § 269 Abs. 1 des Steuerge­setzes vom 8. Juni 1997 (StG) vorliegend noch anwendbaren Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) die gesamten EinkÃ¼nfte. Dementsprechend sind alle WertzuflÃ¼sse (EinkÃ¼nfte) beim Steuerpflichtigen ohne RÃ¼cksicht auf ihre Quellen steuerbar, sofern sie das Gesetz nicht ausdrÃ¼cklich von der Besteuerung ausnimmt (RB 1987 Nr. 29 = StE 1988 B 24.4 Nr. 11; Reimann/Zuppinger/SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 2. Band, Bern 1963, Vorbemerkungen zu §§ 19 ‑ 32 N. 6 ‑ 8). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der Einkommenssteuer nicht unterworfen ist kraft § 24 Abs. 1 lit. a aStG der VermÃ¶genszuwachs aus Erbschaft, VermÃ¤chtnis oder Schenkung. Nach der Rechtspre­chung des Verwaltungsgerichts zu dieser Vorschrift sind dem steuerrechtlichen Schen­kungsbegriff ‑ wie dem im Zivilrecht geltenden ‑ vier Elemente eigen, nÃ¤mlich die Zuwen­dung unter Lebenden, die Bereicherung aus dem VermÃ¶gen eines andern, die Unentgelt­lichkeit und der Schenkungswille des Schenkers (RB 1988 Nr. 26).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Richtet eine Stiftung durch ihre Organe Zuwendungen an ihre DestinatÃ¤re aus, so handelt sie wesensgemÃ¤ss nicht freiwillig und damit nicht aus eigenem Schenkungswillen, sondern in ErfÃ¼llung einer Rechtspflicht, wenn die Zuwendung im Rahmen des Stiftungs­zwecks erfolgt, in welchem sich der Stifterwillen - meist in generell-abstrakter Umschrei­bung - manifestiert. Diesfalls kommt es fÃ¼r die Beurteilung der Frage, ob eine Schenkung vorliegt, einzig darauf an, ob der Schenkungswille beim Stifter selber gegeben ist bzw. war (VGr, 6. Mai 1997, StE 1998 B 21.3 Nr. 3). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>TÃ¤tigt die Stiftung hingegen Zuwendungen, welche ausserhalb des Stiftungszwecks liegen, so missachtet sie den Willen des Stifters und liegt infolgedessen kein Schenkungs­wille des Stifters vor. In diesem Fall erfÃ¼llen die Stiftungsorgane nicht eine ihnen obliegen­de Rechtspflicht, sondern handeln - wenn auch unzulÃ¤ssigerweise - frei. Alsdann ist zu prÃ¼­fen ist, ob ihre fÃ¼r die Stiftung verbindliche Handlung (Art. 55 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907) auf einem Schenkungswillen beruht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Rekurskommission I hat erwogen, die streitbetroffene Zuwendung der Fami­lien-Stiftung C an A sei nicht im Rahmen des in Art. 1 des Stiftungsstatuts umschriebenen Stiftungszwecks und demzufolge nicht aufgrund des Schen­kungswillens des Stifters er­folgt. Die Zuwendung sei somit nicht als einkommenssteuerfreie Schenkung, sondern als steuerbare Einkunft zu wÃ¼rdigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dieser Schluss greift nicht nur im Licht der ErwÃ¤gungen unter lit. a hiervor zu kurz, wonach auch stiftungszweckwidrige Zuwendungen Schenkungen sein kÃ¶nnen. Er ist aus­serdem gehÃ¶rsverweigernd zustande gekommen, weil erstmals in den ErwÃ¤gungen des Re­kursentscheids die Frage, ob die Zuwendung dem Stiftungszweck entspreche oder nicht, als entscheidwesentlich betrachtet worden ist. Weil der Pflichtige mit einem solchen Argu­mentationswechsel nicht rechnen musste, hÃ¤tte er von der Rekurskommission I zu dieser zivilrechtlichen Vorfrage angehÃ¶rt werden mÃ¼ssen. Indem die AnhÃ¶rung unterlassen wur-de, hat die Vorinstanz Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 verletzt (vgl. RB 1982 Nr. 6).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Rekurskommission I hat daher im zweiten Rechtsgang die Parteien zur Frage anzuhÃ¶ren, ob die in Frage stehende Zuwendung im Rahmen des Stiftungszwecks ausge­richtet worden sei. Kommt sie zum Schluss, die Zuwendung sei zweckwidrig erfolgt, wird sie zu untersuchen haben, ob eine Schenkung gestÃ¼tzt auf einen allfÃ¤lligen Schenkungswil­len des Stiftungsrats anzunehmen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersu­chung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Steuerrekurskommis­sion I zurÃ¼ckgewiesen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>