Kantonsgericht Schwyz Urteil vom 15. Oktober 2024 ZK1 2023 4 und 5 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Kantonsrichter Pius Schuler, Josef Reichlin, Jeannette Soro und Daniela Brüngger, Gerichtsschreiberin Cornelia Spörri-Kessler. In Sachen A.________, Kläger, Berufungsführer und Berufungsgegner, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Beklagte, Berufungsführerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, betreffend Scheidung (Berufungen gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 7. Dezember 2022, ZEO 2018 56);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. Die Parteien heirateten am ________ vor dem Zivilstandsamt Lachen und sind die Eltern des am ________ geborenen E.________ und der am ________ geborenen F.________. B. Der Kläger machte am 14. Juni 2018 beim Einzelrichter am Bezirksgericht March eine unbegründete Scheidungsklage anhängig, unter anderem mit den folgenden Rechtsbegehren (Vi-act. 1): […] 5. Der Kläger/Vater sei zu verpflichten, der Beklagten/Mutter als Kinderunterhalt monatlich und monatlich im Voraus die nachfolgen- den Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (jeweils zuzüglich allfälliger von ihm bezogener Kinder- und Ausbildungszulagen): - E.________ Barunterhalt: Fr. 800.00, evtl. wieviel, bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss der ordentlichen Erstausbildung Betreuungsunterhalt: Fr. 700.00, evtl. wieviel, bis 31.12.2021 - F.________ Barunterhalt: Fr. 800.00, evtl. wieviel, bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss der ordentlichen Erstausbildung Betreuungsunterhalt: Fr. 700.00, evtl. wieviel, bis 31.12.2024 […] 7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und es sei, - die Ehefrau zu verpflichten, dem Ehemann innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils ihre hälftigen Miteigentumsanteile an den Liegenschaften Nr. zz, Nr. yy und Nr. xx (Wohnung Stockwerkeigentum inkl. der beiden Gara- genplätze), innert 30 Tagen seit zu Alleineigentum zu über- tragen,Kantonsgericht Schwyz 3 - festzuhalten, dass die Ehefrau dem Ehemann die sich in ih- rem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG mit Rechtskraft des Scheidungsurteils überträgt, womit dieser Eigentümer dieser Aktien wird, eventualiter die Ehefrau zu verpflichten, dem Ehemann innert 20 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils die sich in ihrem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG zu übertragen, - der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau innert 60 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils Fr. 100’000.00, evtl. wieviel, zu bezahlen. - festzuhalten, dass im Übrigen jede Partei zu Eigentum behält, was sie derzeit besitzt oder was auf ihren Namen lautet oder angelegt ist. 8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be- klagten/Ehefrau. Am 1. März 2019 reichte der Kläger die Klagebegründung mit gleichbleibendem Rechtsbegehren Ziffer 5 und mit dem folgenden teilweise angepassten Rechts- begehren Ziffer 7 ein (Vi-act. 23): 7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und es sei, - die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils ihre hälftigen Miteigen- tumsanteile an den Liegenschaften Nr. zz, Nr. yy und Nr. xx (Wohnung Stockwerkeigentum inkl. der beiden Garagen- plätze), zu Alleineigentum zu übertragen, - festzuhalten, dass die Beklagte dem Kläger die sich in ihrem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG mit Rechtskraft des Scheidungsurteils überträgt, womit dieser Eigentümer dieser Aktien wird, eventualiter die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger innert 20 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils die sich in ihrem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG zu übertragen, - das Liegenschaftskonto Nr. ww bei der H.________ (Bank) mit dem aktuellen Saldo auf den alleinigen Namen des Klä- gers zu übertragen bzw. der Kläger sei zu berechtigten über den aktuellen Saldo vollumfänglich und alleine zu verfügen, - der Kläger zu verpflichten, der Ehefrau innert 60 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils Fr. 300’000.00, evtl. wie- viel, zu bezahlen,Kantonsgericht Schwyz 4 - festzuhalten, dass im Übrigen jede Partei zu Eigentum behält, was sie derzeit besitzt oder was auf ihren Namen lautet oder angelegt ist. Mit Klageantwort vom 3. Juni 2019 ersuchte die Beklagte unter anderem um Folgendes (Vi-act. 30): […] 4. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten an den Unterhalt der Kinder E.________ und F.________ monatlich vorschüssig fol- gende Beiträge zu bezahlen: - CHF 6’230.00 / Monat (CHF 909.00 Barunterhalt, CHF 765.00 Betreuungsunterhalt und CHF 4’556.00 Überschussbeteili- gung) je Kind bis 31. Dezember 2020 - CHF 5’500.00 / Monat (Barunterhalt inkl. Überschussbe- teiligung) je Kind ab 1. Januar 2021 bis Abschluss der Erstausbil- dung, mindestens bis zur Mündig- keit dies zuzüglich der Kinder- beziehungsweise Ausbildungszulage, so- fern sie der Kläger beziehen kann/bezieht. 5. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten an deren nacheheli- chen Unterhalt gestützt auf Art. 125 ZGB monatlich vorschüssig CHF 9’000.00/Monat zu bezahlen. […] 7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen, dies unter Nachklagevorbehalt und vorbehältlich des Beweisergebnis- ses, so vorläufig wie folgt: 7.1 Die Liegenschaften I.________ Nr. zz, yy und xx (Eigentumswoh- nung J.________ (Adresse)) seien dem Kläger unter Übernahme der Hypothekarlasten und nach Vorliegen der Pfandentlassungser- klärung zu Gunsten der Beklagten zu Alleineigentum zu übertragen, eventualiter seien diese Liegenschaften von den Parteien freihändig zu verkaufen, subeventualiter zu versteigern. 7.2 Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten CHF 5’000’000.00 als güterrechtliche Auseinandersetzung zu bezahlen. 7.3 Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger die 49 Inhaberaktien der G.________ AG über nominal je CHF 1’000.00 innert 30 Tagen Kantonsgericht Schwyz 5 nach Eingang/Gutschrift der Ausgleichsforderung gemäss Ziffer 7.2 hiervor zu übergeben. 7.4 Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Parteien mit Vollzug der vorstehenden Regelungen in den Ziffern 7.1. bis 7.3 güterrechtlich per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche auseinandergesetzt und abgefunden sind. […] 9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers. Replicando passte der Kläger Rechtsbegehren Ziffer 7 am 29. Oktober 2019 wie folgt an (Vi-act. 42): 7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und es sei, - a) die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ihre hälftigen Mit- eigentumsanteile an den Liegenschaften Nr. zz, Nr. yy und Nr. xx (Wohnung Stockwerkeigentum inkl. der beiden Garagenplätze), zu übertragen, womit dieser Alleineigentümer der erwähnten Liegenschaften wird, - b) festzuhalten, dass die Beklagte dem Kläger die sich in ihrem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG mit Rechtskraft des Scheidungsurteils über- trägt, womit dieser Eigentümer dieser Aktien wird, eventuali- ter die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger die sich in ihrem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG zu übertragen, - c) das Liegenschaftskonto Nr. ww bei der H.________ (Bank) mit dem aktuellen Saldo auf den alleinigen Namen des Klä- gers zu übertragen bzw. der Kläger sei zu berechtigten über den aktuellen Saldo vollumfänglich und alleine zu verfügen, - d) der Kläger zu verpflichten, der Beklagten nach Vollzug von lit. a und b vorstehend Fr. 82’893.95, evtl. wieviel, zu bezah- len, - e) festzuhalten, dass im Übrigen jede Partei zu Eigentum behält, was sie derzeit besitzt oder was auf ihren Namen lau- tet oder angelegt ist. Mit Stellungnahme vom 22. November 2019 änderte er Rechtsbegehren Ziffer 5 ausserdem wie folgt (Vi-act. 44):Kantonsgericht Schwyz 6 5. Der Kläger/Vater sei zu verpflichten, der Beklagten/Mutter als Kinderunterhalt monatlich und monatlich im Voraus die nachfolgen- den Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (jeweils zuzüglich allfälliger von ihm bezogener Kinder- und Ausbildungszulagen): - für E.________ Barunterhalt: Fr. 800.00 bis 31.12.2023 - für F.________ Barunterhalt: Fr. 800.00 bis 31.12.2026, sowie Betreuungsunterhalt: Fr. 350.00 bis 31.07.2021 Mit Duplik vom 28. Februar 2020 hielt die Beklagte, abgesehen von geringen Abweichungen in Rechtsbegehren Ziffer 7.1, an den obgenannten Rechtsbe- gehren fest (Vi-act. 54). Weitere Stellungnahmen der Parteien datieren vom 12. und 25. Mai 2020 (Vi-act. 62 und 64). Am 5. Juni 2020 orientierte der Kläger über die Geburt seiner Tochter K.________ am ________ (Vi-act. 66). Nebst diversen Editionen und weiteren Eingaben (vgl. Vi-act. 93 ff. [Vi-act. 97 mit Information über den Verkauf der Wohnung im J.________ (Adresse)], 103, 106, 114 ff., 120 und 124) beauftragte der Einzelrichter am 17. Dezember 2020 die L.________ AG unter der Leitung von Herrn _______, nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. Vi-act. 73), mit der Ermittlung des aktuellen Werts der G.________ AG bzw. deren 300 Inhaberaktien (Vi-act. 77). Am 30. Juli 2021 reichte die L.________ AG die Unternehmensbewertung ein (Vi-act. 88) und am 4. November 2021 beantwortete sie die ihr unterbreiteten Ergänzungs-/Er- läuterungsfragen der Parteien (vgl. Vi-act. 101 f., 105 und 108). Am 20. April 2022 zitierte der Einzelrichter die auf den gleichen Tag anberaumte Kinderan- hörung auf ausdrücklichen Wunsch von E.________ und F.________ ab (vgl. Vi-act. 112 und 122 f.). An der Hauptverhandlung vom 4. Mai 2022 (mit Parteibefragung), zu deren Vorbereitung der Kläger am 27. April 2022 Unterla- gen eingereicht hatte (Vi-act. 126-131), passte der Kläger die Rechtsbegehren Ziffern 5 und 7 wie folgt an (Vi-act. 130):Kantonsgericht Schwyz 7 5. Der Kläger/Vater sei zu verpflichten, der Beklagten/Mutter als Kinderunterhalt monatlich und monatlich im Voraus die nachfolgen- den Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (jeweils zuzüglich allfälliger von ihm bezogener Kinder- und Ausbildungszulagen): - für E.________ Barunterhalt: Fr. 490.00 bis 31.07.2023 Fr. 420.00 vom 01.08.2023 bis 31.12.2023 - für F.________ Barunterhalt: Fr. 730.00 bis 31.12.2026, wobei sich diese Unterhaltspflicht um 1/3 des monatlichen Lehrlings- lohns reduziert 7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und es sei, - a) festzuhalten, dass das auf beide Namen lautende Sperr- konto Liegenschaft Nr. vv wie folgt verteilt wird: Ausgehend von einem Saldo von Fr. 381’927.85 (Stand per 25.04.2022) erhält der Kläger einen Betrag von Fr. 311’195.90 und die Be- klagte einen Betrag von Fr. 70’731.97 auf das jeweils von Ih- nen bezeichnete Konto ausbezahlt. Einen allfälligen Minder- wert (z.B. infolge von Versand- und Verarbeitungsgebühren, andern Bankgebühren etc.) tragen die Parteien je zur Hälfte, d.h. ist von den Ihnen zustehenden Saldi je hälftig abzuzie- hen. Die H.________ (Bank) ist mit Rechtskraft des Schei- dungsurteils richterlich entsprechend anzuweisen. - b) festzuhalten, dass die Beklagte dem Kläger die sich in ih- rem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG mit Rechtskraft des Scheidungsurteils überträgt, womit dieser Eigentümer dieser Aktien wird, eventualiter die Be- klagte zu verpflichten, dem Kläger die sich in ihrem Eigentum befindlichen 49 Inhaberaktien der G.________ AG zu über- tragen, - c) das Liegenschaftskonto Nr. ww bei der H.________ (Bank) mit dem aktuellen Saldo auf den alleinigen Namen des Klägers zu übertragen bzw. der Kläger sei zu berechtigten, über den aktuellen Saldo vollumfänglich und alleine zu verfü- gen, - d) der Kläger zu verpflichten, der Beklagten nach Vollzug von lit. b vorstehend Fr. 39’723.30 zu bezahlen, - e) festzuhalten, dass im Übrigen jede Partei zu Eigentum behält, was sie derzeit besitzt oder was auf ihren Namen lau- tet oder angelegt ist.Kantonsgericht Schwyz 8 Nachdem der Kläger erneut Unterlagen eingereicht hatte (Vi-act. 133), erstat- teten die Parteien am 18. August 2022 die ersten und am 19. September bzw. 11. Oktober 2022 die zweiten Schlussvorträge (Vi-act. 138 f., 141 und 144). C. Mit Urteil vom 7. Dezember 2022 erkannte der Einzelrichter was folgt: 1. [Scheidung im Hauptpunkt.] 2. [Ausgleich der Austrittsleistungen.] 3. [Gemeinsame elterliche Sorge.] 4. [Alleinige Obhut an Beklagte.] 5. [Verzicht auf Festlegung eines Besuchsrechts.] 6. [Anrechnung der Erziehungsgutschriften an Beklagte.] 7. Der Ehemann/Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt von Sohn E.________ und Tochter F.________ folgende Unterhaltsbeiträge je zuzüglich allenfalls bezogener Kinder-/Ausbildungszulagen zu bezahlen (derzeitiger Bezug durch die Ehefrau/Mutter), zahlbar mo- natlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats: Für Sohn E.________ (Barunterhalt): - Fr. 1’590.00 ab Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils bis 31.12.2023 - Fr. 890.00 ab 01.01.2024 bis 31.12.2024 - Fr. 605.00 ab 01.01.2025 Für Tochter F.________ (Barunterhalt): - Fr. 1’590.00 ab Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils bis 31.12.2026 - Fr. 670.00 ab 01.01.2027 Diese Unterhaltsbeiträge sind ausdrücklich über die Mündigkeit von Sohn E.________ und Tochter F.________ hinaus zu ihren Handen weiterhin an die Ehefrau/Mutter zu entrichten, solange sich die Kinder in ordentlicher Erstausbildung befinden, bei der Ehefrau/Mut- ter wohnhaft sind und keine eigenen Ansprüche gegen den Ehe- mann/Vater i.S.v. Art. 277 Abs.2 ZGB geltend machen oder eine an- dere Zahlstelle bezeichnen. 8. Ein nachehelicher Unterhalt für die Ehefrau wird nicht gesprochen.Kantonsgericht Schwyz 9 9. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Disp.-Ziff. 7 basieren auf dem Lan- desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Oktober 2022 von 104.6 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar dem lndexstand per Ende November des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 01.01.2024 (Berechnungsart: ursprünglicher Unterhaltsbeitrag ge- teilt durch ursprünglichen lndexstand mal neuen lndexstand). Die Anpassung erfolgt in dem Ausmass, wie das Einkommen des Pflich- tigen eine teuerungsbedingte Änderung erfährt; für einen nur teilwei- sen oder fehlenden Ausgleich der Teuerung ist der Pflichtige be- weisbelastet. 10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Disp.-Ziff. 7 und 8 basieren auf fol- genden aktuellen finanziellen Verhältnissen: Einkommen (netto, mtl., inkl. 13. ML) Ehemann Fr. 9’800.00 (100%-Pensum) Ehefrau Fr. 4’880.00 bis 31.12.2024 (80%-Pen- sum) Fr. 6’100.00 ab 01.01.2025 (100%-Pen- sum) E.________ Fr. 250.00 Ausbildungszulage F.________ Fr. 250.00 Kinder- bzw. Ausbildungszu- lage Vermöqen: vgl. Ausführungen zur güterrechtlichen Auseinanderset- zung unter Erwägung 5 per Stichtag vom 19.09.2017. 11. ln güterrechtlicher Hinsicht a) behält jede Partei ihre persönlichen Effekten zu Eigentum; b) behält jede Partei die auf ihren Namen lautenden Wertschrif- ten (inkl. Namenaktien G.________ AG), Konti, Depots, Säule 3a/3b-Konti etc. zu Eigentum; c) wird die H.________ (Bank) nach Vollstreckbarkeit des vor- liegenden Scheidungsurteils angewiesen, das auf den Namen beider Parteien lautende Liegenschaftskonto Nr. ww mit dem aktuellen Saldo ins Alleineigentum des Ehemannes zu übertragen; d) wird die H.________ (Bank) nach Vollstreckbarkeit des vor- liegenden Scheidungsurteils angewiesen, das auf den Na- men beider Parteien lautende Liegenschafts-Sperrkonto Nr. vv ins Alleineigentum der Ehefrau zu übertragen; e) wird der Ehemann verpflichtet, der Ehefrau zum Ausgleich ihrer (weiteren) güterrechtlichen Ansprüche Fr. 147’200.00 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils.Kantonsgericht Schwyz 10 Nach Vollzug der in dieser Ziffer enthaltenen Anordnungen sind die Parteien güterrechtlich per Saldo aller Ansprüche auseinanderge- setzt. 12. Der Ehemann wird sodann verpflichtet, der Ehefrau für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteilszeitpunkt Fr. 31’790.00 zu bezah- len, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreckbarkeit des Scheidungs- urteils. 13. [Abweisung der / Nichteintreten auf die übrigen Anträge der Par- teien.] 14. Die Gerichtskosten betragen Fr. 37’600.90 (Entscheidgebühr Fr. 25’000.00 + Gutachterkosten Fr. 12’600.90). Sie werden zu 2/3 oder Fr. 25’067.25 der Ehefrau und zu 1/3 oder Fr. 12’533.65 dem Ehemann auferlegt und soweit als möglich mit den von den Ehegat- ten bereits geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. 15. Die Ehefrau wird verpflichtet, dem Ehemann eine (reduzierte) Par- teientschädigung von Fr. 33’333.35 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen. 16. [Rechtsmittel.] 17. [Zufertigung.] D. Dagegen erhob der Kläger am 24. Januar 2023 Berufung mit den folgen- den Rechtsbegehren (ZK1 2023 4, KG-act. 1): 1. Es seien Ziff. 11 lit. d) und e) des angefochtenen Urteils des Ein- zelrichters des Bezirkes March vom 7. Dezember 2O22 im Verfah- ren ZEO 78 56 aufzuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: lit. d)wird die H.________ (Bank) nach Vollstreckbarkeit des vor- liegenden Scheidungsurteils angewiesen, das auf den Na- men beider Parteien lautende Liegenschafts-Sperrkonto Nr. vv wie folgt zu verteilen: Ausgehend von einem Saldo von Fr. 381’927.85 (Stand per 25.04.2022) erhält der Ehemann ei- nen Betrag von Fr. Fr. 24’162.45 und die Ehefrau einen Be- trag von Fr. 357’765.40 auf das von Ihnen bezeichnete Konto ausbezahlt. Einen allfälligen Minderwert (z.B. infolge von Ver- sand- und Verarbeitungsgebühren, andere Bankgebühren etc.) tragen die Parteien je zur Hälfte, d.h. ist von den ihnen zustehenden Saldi je hälftig abzuziehen. lit. e)[ersatzlos streichen]Kantonsgericht Schwyz 11 2 Es sei Ziff. 12 des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Be- zirkes March vom 7. Dezember 2022 im Verfahren ZEO 18 56 auf- zuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: Der Ehemann wird sodann verpflichtet, der Ehefrau für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteilspunkt Fr. 7’571.15 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreckbarkeit des Scheidungsur- teils. 3. Es sei Ziff. 14 des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Be- zirkes March vom 7. Dezember 2022 im Verfahren ZEO 18 56 auf- zuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: Die Gerichtskosten betragen Fr. 37’600.90 (Entscheidgebühr Fr. 25’000.00 + Gutachterkosten Fr. 12’600.90). Sie werden zu 4/5 oder Fr. 30’080.72 der Ehefrau und zu 1/5 oder Fr. 7’520.18 dem Ehemann auferlegt und soweit als möglich mit den von den Ehegat- ten bereits geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. Ein allfälli- ges Guthaben wird der jeweiligen Partei zurückerstattet. 4 Es sei Ziff. 15 des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Be- zirkes March vom 7. Dezember 2022 im Verfahren ZEO 18 56 auf- zuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: Die Ehefrau wird verpflichtet, dem Ehemann eine (reduzierte) Par- teientschädigung von Fr. 50’000.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Ehefrau aufzuerle- gen und diese sei zu verpflichten, dem Ehemann für das Berufungs- verfahren eine Entschädigung von Fr. 10’000.00, evtl. wieviel, zu bezahlen. Am 26. Januar 2023 erhob die Beklagte ihrerseits Berufung mit den folgenden Anträgen (ZK1 2023 5, KG-act. 1): 1. In Gutheissung der Berufung seien die Ziffern 7, 8, 12, 14 und 15 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts March vom 9. Dezember 2022 aufzuheben und durch folgende Bestimmungen zu ersetzen: 7. Der Ehemann/Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt von Sohn E.________ und Tochter F.________ folgende Unter- haltsbeiträge je zuzüglich allenfalls bezogener Kinder-/ Ausbildungszula-gen zu bezahlen (derzeitiger Bezug durch Kantonsgericht Schwyz 12 die Ehefrau/Mutter), zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats: Für Sohn E.________ (Barunterhalt): - CHF 2’080.00/Monat bis 31.12.2024 - CHF 1’400.00/Monat ab 01.01.2025 Für Tochter F.________ (Barunterhalt): - CHF 2’080.00/Monat bis 31.12.2024 - CHF 2’210.00/Monat ab 01.01.2025 bis 31.12.2026 - CHF 1’400.00/Monat ab 01.01.2027 Diese Unterhaltsbeiträge sind ausdrücklich über die Mündig- keit von Sohn E.________ und Tochter F.________ hinaus zu ihren Handen weiterhin an die Ehefrau/Mutter zu entrich- ten, solange sich die Kinder in ordentlicher Erstausbildung be- finden, bei der Ehefrau/Mutter wohnhaft sind und keine eige- nen Ansprüche gegen den Ehemann/Vater i.S.v. Art. 277 Abs.2 ZGB geltend machen oder eine andere Zahl- stelle bezeichnen. 8. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau an deren nach- ehelichen Unterhalt monatlich vorschüssig folgende Beiträge zu bezahlen. - CHF 2’085.00/Monat bis 31.12.2024 - CHF 1’340.00/Monat ab 01.01.2025 bis zur ordentlichen AHV-Berechtigung des Ehe- mannes (derzeit bis Oktober 2043) 12. Der Ehemann wird sodann verpflichtet, der Ehefrau für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteilszeitpunkt CHF 66’021.60 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils. 14. Die Gerichtskosten betragen CHF 37’600.90 (Entscheidge- bühr CHF 25’000.00 + Gutachterkosten CHF 12’600.90). Sie werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und soweit als möglich mit den von den Ehegatten bereits geleisteten Kos- tenvorschüssen verrechnet. 15. Die Parteikosten werden wettgeschlagen, d.h. jede Partei trägt ihre eigenen Kosten (inkl. Anwaltskosten) selbst. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklagten.Kantonsgericht Schwyz 13 Beide Parteien ersuchten je mit Berufungsantwort vom 27. Februar 2023 bzw. 2. März 2023 um vollumfängliche Abweisung der gegnerischen Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gegenseite (ZK1 2023 4, KG-act. 9; ZK1 2023 5, KG-act. 11). Im Rahmen des bezüglich der Kostenvorschussverfügung vom 30. Januar 2023 (ZK1 2023 5, KG-act. 3) erhobenen Wiedererwägungsverfahrens (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 9) reichte die Beklagte am 6. März 2023 auf Aufforderung hin aktuelle Belege zu ihrer Leistungsfähigkeit ein (ZK1 2023 5, KG-act. 10 und 13), die den Kläger am 27. März 2023 zu einer Stellungnahme veranlassten (ZK1 2023 5, KG-act. 15). Am 13. April 2023 reichte die Beklagte aufforderungsgemäss weitere Belege zu den Akten (ZK1 2023 5, KG-act. 19). Am 17. April 2023 nahm sie zur Eingabe des Klägers vom 27. März 2023 Stellung (ZK1 2023 5, KG-act. 20). Auf die Vorbringen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen;- in Erwägung: 1. a) Das Gericht kann zur Vereinfachung des Prozesses selbständig einge- reichte Klagen vereinigen (Art. 125 lit. c ZPO). Ebenso können die von mehre- ren Parteien als Rechtsmittelkläger erhobenen Rechtsmittel im gleichen Verfah- ren behandelt werden (Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 125 ZPO N 5). Die Berufungen ZK1 2023 4 und 5 richten sich gegen das- selbe Urteil und hängen sachlich eng zusammen, weshalb sie zu vereinigen sind. b) Der Scheidungspunkt gemäss Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet und erwuchs am Kantonsgericht Schwyz 14 3. März 2023 (Ablauf der letzten Frist für die Einreichung der Berufungsant- wort/Anschlussberufung) in Rechtskraft. Ebenfalls unangefochten blieben die Dispositivziffern 2-6 betreffend Austrittsleistungen, elterliche Sorge, Obhut, Be- suchsrecht und Erziehungsgutschriften (siehe auch ZK1 2023 4, KG-act. 17 = ZK1 2023 5, KG-act. 27). Strittig sind demgegenüber die Dispositivziffern 7, 8, 11 lit. d und e, 12, 14 und 15 betreffend die Kinder- und nachehelichen Unterhaltsbeiträge, das Güterrecht, die Regelung über ausstehende Unterhalts- beiträge sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen. c) Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet einzureichen. In der Berufungsschrift ist substanziert vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird und wie er geändert werden soll. Die berufungsführende Partei hat sich in der Rechtsmit- telschrift mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen, was am angefochtenen Ent- scheid oder Verfahren falsch war (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböh- ler/Leuenberger, a.a.O., Art. 311 ZPO N 36; Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infan- ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 311 ZPO N 15). Die blosse Wiedergabe erstinstanzlicher Rechts- schriften in der Berufungsschrift genügt den Anforderungen an die Berufungs- begründung ebenso wenig wie ein blosser Verweis auf die Vorakten oder die erstinstanzlichen Vorbringen (BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016 E. 2.2; BGer 4A_325/2022 vom 22. November 2022 E. 3; Seiler, Die Berufung nach ZPO, 2013, § 11 N 896 mit Verweisen). Der Berufungsführer hat mittels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zei- gen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhob. Es ist nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche Partei wo ausführte. (Hungerbühler/Bucher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Kantonsgericht Schwyz 15 Art. 311 ZPO N 39; RBOG 2020 Nr. 16 E. 2e). Ausserdem ist den Anforderun- gen von Art. 311 Abs. 1 ZPO ebenso wenig Genüge getan, wenn der angefoch- tene Entscheid lediglich in allgemeiner Weise kritisiert wird (Seiler, a.a.O., § 11 N 896 mit Verweisen). Weder die eingeschränkte noch die uneinge- schränkte Untersuchungsmaxime oder die Offizialmaxime befreien die beru- fungsführende Partei von der Pflicht zur Begründung des Rechtsmittels (Brun- ner/Vischer, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweize- rische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 311 ZPO N 6). Eine hinreichende Begründung ist als gesetzliche Zulässigkeitsvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen. Fehlt eine solche Begründung, tritt das obere kantonale Gericht auf die Berufung nicht ein (BGer 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1; BGer 5D_65/2014 vom 9. September 2014 E. 5.4.1). d) In Kinderbelangen entscheidet das Gericht ohne Bindung an die Partei- anträge und es gilt der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Für das Scheidungsverfahren statuiert die Zivil- prozessordnung in erster Linie die Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen (Art. 277 Abs. 3 ZPO). Davon ausgenommen sind die güterrechtliche Ausein- andersetzung und der nacheheliche Unterhalt, für die der Verhandlungsgrund- satz gilt (Art. 277 Abs. 1 ZPO; mit Abschwächung in Art. 277 Abs. 2 ZPO) und überdies die Dispositionsmaxime Anwendung findet (Art. 58 Abs. 1 ZPO), im Gegensatz zur beruflichen Vorsorge (vgl. hierzu Sutter-Somm/Lazic, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 290 ZPO N 22). Hinsichtlich der Konstellation, in der ein Kind während des Scheidungsverfahrens volljährig wird, lässt das Bundesgericht die Frage letztlich zwar offen, hält aber fest, dass mehr Argumente für die Geltung der Offizialmaxime nach Art. 296 ZPO im Pro- zess um Volljährigenunterhalt sprächen (BGer 5A_274/2023, 5A_300/2023 vom 15. November 2023 E. 5.3.6, u.a. mit dem Hinweis auf die per 1. Januar 2025 in Kraft tretende Änderung der ZPO, wonach klargestellt werden soll, dass die Regelung von Art. 296 ZPO für sämtliche Streitigkeiten über Kantonsgericht Schwyz 16 Kinderbelange einschliesslich Kindesunterhalt ungeachtet der Volljährigkeit des Kindes einschlägig sei). e) Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO sind neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch zu berücksichtigen, wenn sie ohne Verzug vorge- bracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In- stanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die novenvorbringende Partei hat zu substanzieren und zu beweisen, dass sie die Noven unverzüglich vorbrachte, sowie substanziert darzulegen, wann neue Tatsachen und Beweismittel ent- standen (Sutter-Somm/Seiler, Handkommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, 2021, Art. 317 ZPO N 13). Ferner hat sie bei unechten Noven zu beweisen, dass sie die erforderliche Sorgfalt walten liess, was namentlich die Nennung der Gründe bedingt, weshalb die Tatsache oder das Novum nicht schon vor erster Instanz eingereicht werden konnte (vgl. BGE 144 III 349, E. 4.2.1 = Pra 108 [2019] Nr. 88). Die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO kommen auch dann zur Anwendung, wenn die Sache der sozialen Untersuchungsmaxime untersteht. Soweit das Verfahren dem Unter- suchungsgrundsatz gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO unterliegt, können die Parteien im Berufungsverfahren indessen Noven vorbringen, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 108/2019 Nr. 88). 2. Die Beklagte erhebt Einwände gegen die vorderrichterliche Unterhaltsbe- rechnung und verlangt Kinderunterhaltsbeiträge von je Fr. 2’080.00 bis Ende 2024 und Fr. 1’400.00 ab 1. Januar 2025 für E.________ sowie Fr. 2’210.00 ab 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2026 und Fr. 1’400.00 ab dem 1. Januar 2027 für F.________. Zudem fordert sie für sich einen monatlichen Unterhalt von Fr. 2’085.00 bis Ende 2024 und Fr. 1’340.00 ab dem 1. Januar 2025 bis zur ordentlichen AHV-Berechtigung des Klägers (derzeit bis Oktober 2043; ZK1 2023 5 KG-act. 1 S. 2). Kantonsgericht Schwyz 17 a) E.________ wurde am ________ 18 Jahre alt und damit während des Rechtsmittelverfahrens volljährig. Werden Unterhaltsbeiträge im Scheidungs- verfahren über den Eintritt der Volljährigkeit hinaus festgelegt (Art. 133 Abs. 3 ZGB), kann der Inhaber der elterlichen Sorge in eigenem Namen, mithin als Prozessstandschafter, Volljährigenunterhalt geltend machen, d.h. die Anordnung einer Rechtsfolge verlangen, die sich erst nach Volljährigkeit des Kindes auswirkt. Er kann den Prozess auch dann in eigenem Namen fortführen, wenn das Kind während des Scheidungsverfahrens volljäh- rig wird und es diesem Vorgehen zustimmt (BGer 5A_274/2023, 5A_300/2023 vom 15. November 2023 E. 5.3.6; BGE 142 III 78 E. 3.2; siehe auch Zogg, Das Kind im familienrechtlichen Zivilprozess, in: FamPra 2/2017, S. 439 f.). Das Dispositiv des Scheidungsurteils muss diesfalls darlegen, dass der Volljährigen- unterhalt dem Kind oder zu Handen des Kindes zu bezahlen ist (BGE 129 III 55 E. 3.1.5 = Pra 92/2003 Nr. 101; BGer 5A_661/2012 vom 17. Januar 2013 E. 4.2.2; Zogg, a.a.O., S. 440 Fn 151). Am 10. Februar 2024 reichte E.________ eine entsprechende Zustimmung ein, nachdem er am 1. Februar 2024 zu einer Erklärung aufgefordert und darauf hingewiesen wor- den war, dass der Vorderrichter in Dispositivziffer 7 regle, dass die Unterhalts- beiträge ausdrücklich über die Mündigkeit von Sohn E.________ und Tochter F.________ hinaus zu ihren Handen weiterhin an die Beklagte zu entrichten seien, solange sich die Kinder in ordentlicher Erstausbildung befänden, bei der Beklagten wohnhaft seien und keine eigenen Ansprüche gegen den Kläger im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB geltend machen oder eine andere Zahlstelle bezeichnen würden (ZK1 2023 4, KG-act. 19 f.; ZK1 2023 5, KG-act. 29 f.). b) Der Kindesunterhalt wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung ge- leistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB sorgen die Eltern gemeinsam, jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbil- dung und Kindesschutzmassnahmen. Stehen die Kinder unter der alleinigen Kantonsgericht Schwyz 18 Obhut eines Elternteils, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unter- haltsbeitrag bereits vollständig in natura, indem er den Kindern Pflege und Er- ziehung erweist (sog. Naturalunterhalt). Vor dem Hintergrund der Gleichwertig- keit von Geld- und Naturalunterhalt fällt der Geldunterhalt diesfalls vom Grund- satz her vollständig dem anderen Elternteil anheim. Von diesem Grundsatz kann und muss das Gericht jedoch ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil leistungsfähiger ist als der andere (BGE 147 III 265 E. 5.5 und 8.1). Das Bundesgericht erklärte die Lebenshal- tungskostenmethode bzw. die zweistufige Methode mit Überschussverteilung als verbindliche Berechnungsmethode für die Ermittlung des Kindesunterhalts (betreffend Betreuungsunterhalt: BGE 144 III 377, Regeste und E. 7; betreffend Barunterhalt: BGE 147 III 265 E. 6.1 und 6.6). Nach dieser Methode sind zum einen die finanziellen Mittel, d.h. in erster Linie die effektiven oder hypotheti- schen Einkommen, und zum anderen der Bedarf der Beteiligten (der sog. gebührende Unterhalt) festzustellen (BGE 147 III 265 E. 7). Der geschuldete Unterhaltsbeitrag ergibt sich aus der Verteilung der vorhandenen Mittel entspre- chend den ermittelten Bedarfszahlen unter Berücksichtigung der Betreuungs- verhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfalls (ebd. E. 7.3). Ein nach der Deckung des betreibungsrechtlichen bzw. bei genügenden Mitteln des sog. familienrechtlichen Existenzminimums verbleibender Überschuss ist nach der konkreten Situation ermessensweise zu verteilen (ebd. E. 7). Der Betreuungs- wie auch der Volljährigenunterhalt bleiben aber auch bei überdurchschnittlichen Verhältnissen auf das familienrechtliche Existenzminimum beschränkt (ebd. 7.2). c) Der Vorderrichter rechnete dem Kläger einen Grundbetrag von Fr. 1’000.00 sowie Wohnkosten von Fr. 1’500.00 an. Für Tochter K.________ sei ermessenweise ein Wohnkostenanteil von Fr. 250.00 pro Monat zu berück- sichtigen (angef. Urteil E. 4.6.1 und 4.6.2). Kantonsgericht Schwyz 19 aa) Die Beklagte weist einerseits darauf hin, dass der Kläger kostenfrei an seinem Wohndomizil im M.________ (Adresse) wohnt, stellt sich aber nicht ge- gen die Anrechnung von Wohnkosten. Andererseits rügt sie den fehlenden Ab- zug des Wohnkostenanteils für Tochter K.________ von Fr. 250.00 in der zu- sammenfassenden Übersicht in E. 4.6.8 und die mangelnde Berücksichtigung des Umstands, dass der Kläger schon seit Jahren unstrittig mit der Kindesmut- ter von K.________ als seiner Partnerin im Konkubinat zusammenlebe. Ent- sprechend seien dem Kläger lediglich Wohnkosten von Fr. 625.00 ([Fr. 1’500.00 ./. Fr. 250.00] : 2) sowie nur der hälftige Grundbetrag von Fr. 850.00 anzurechnen (ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 6 f.). bb) Der Kläger hält dem entgegen, dass der vorderrichterlichen Formulierung klar zu entnehmen sei, dass K.________ zusätzlich ein Wohnkostenanteil von Fr. 250.00 anzurechnen sei. Zudem stellt er in Abrede, mit der Kindsmutter von K.________ in einem Konkubinat zu leben. An seinem Wohnsitz in M.________ ändere sich nichts, dass er oftmals auch seine Partnerin und die gemeinsame Tochter in N.________ besuche. Der Kläger verweist dabei auch auf die Höhe der der Beklagten und den Kindern angerechneten Wohnkosten von Fr. 2’696.00. Schliesslich sei ihm mangels Konkubinat der volle Grundbetrag anzurechnen (ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 12 f. und 15). cc) Laut Vorderrichter sind beim Kläger wie auch bei seiner Lebenspartnerin mit dem gemeinsamen Kind Wohnkosten zu berücksichtigen. Der Kläger habe Anrecht auf eine eigene Wohnung und könne nicht dazu verpflichtet werden, längerfristig kostenlos bei seiner Mutter in einem Zimmer zu leben, zumal er in der Schweiz geschäftstätig sei. Zu berücksichtigen seien dabei die recht hohen Wohnkosten der Beklagten. Dem Kläger sei grundsätzlich zuzugestehen, mit seiner Partnerin und seiner Tochter K.________ in der Schweiz oder auch in N.________ zusammenzuleben (angef. Urteil E. 4.6.2). Die Beklagte setzt sich mit diesen Erwägungen nicht auseinander und beanstandet sie nicht. Ebenso wenig erklärt sie, gestützt auf welche erstinstanzlichen Vorbringen, Akten oder Kantonsgericht Schwyz 20 Umstände der Vorderrichter von einer kostensenkenden Wohngemeinschaft mit seiner Partnerin hätte ausgehen müssen. An der Parteibefragung gab der Kläger zu Protokoll, dass seine Lebenspartnerin mit der gemeinsamen Tochter nach N.________ ausgewandert sei. Er wohne bei seiner Mutter in M.________ und kümmere sich um die Geschäfte. Er pendle hin und her und wolle so viel Zeit wie möglich mit der neuen Familie verbringen können. Bei seiner Partnerin in N.________ würden monatlich EUR 1’500.00 an Wohnkosten anfallen, die er voll übernehme, während sie für die weiteren Unterhaltskosten aufkomme. Sei- ner Mutter bezahle er nichts an die Miete (Vi-act. 128 Fragen 21 ff. und 50 ff.). Einerseits blieb unbestritten, dass der Kläger teilweise auf N.________ wohnt. Andererseits lehnt das Bundesgericht in Übereinstimmung mit der herrschen- den Lehre die Berücksichtigung freiwilliger Zuwendungen Dritter bei der Fest- setzung der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen grundsätzlich mit dem Argument ab, dass diese nach dem Willen des zuwendenden Dritten dem Emp- fänger und nicht der unterhaltsberechtigten Person zukommen sollen (BGE 128 III 161 E. 2c/aa mit Hinweisen; Büchler/Raveanne, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Band I, 4. A. 2022, Art. 125 ZGB N 28 und 36; Schweighauser, in: Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 285 ZGB N 132; Maier, Die konkrete Berechnung von Kinderunterhaltsbeiträgen, in: FamPra 2/2020, S. 342; siehe auch Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A. 2014, N 2.103). Eine Ausnahme hiervon lässt das Bundesgericht nur dann zu, wenn davon auszugehen ist, dass die Anrechnung nicht dem Willen des zuwenden- den Dritten widerspricht und die Zuwendung auf einer Unterstützungspflicht (auch gegenüber dem Unterhaltsberechtigten) beruht (BGer 5C.27/2005 vom 23. November 2005 E. 3.4. mit Verweis auf BGE 128 III 161). Bei Leistungen Dritter spricht eine Vermutung dafür, dass dieser nur den Empfänger unterstüt- zen will. Anderweitiges wird vorliegend weder behauptet noch dargelegt (siehe auch OGer ZH, Beschluss und Urteil LE140080-O/U vom 29. April 2015 E. II./5.9; OGer ZH, Beschluss und Urteil LY170018-O/U vom 4. Oktober 2017 E. I./8.3). Aufgrund der gegebenen Wohnsituation ist die Formulierung unter E. 4.6.2 im Zusammenhang mit der Zusammenstellung unter E. 4.6.8 sodann Kantonsgericht Schwyz 21 dahingehend zu verstehen, dass der Vorderrichter für K.________ zusätzlich zu den Fr. 1’500.00 einen Wohnostenanteil von Fr. 250.00 berücksichtigte. Eine Reduzierung der Wohnkosten, wie des Grundbetrags (siehe hierzu auch E. 2f/aa unten), ist damit nicht angezeigt. d) aa) Die Beklagte ersucht, unter Verweis auf die Duplikbeilage 4, um An- rechnung von VVG-Prämien im Bedarf von E.________ und F.________ und damit um Erhöhung der Krankenkassenkosten von Fr. 90.00 auf Fr. 116.00. Ab dem 18. Altersjahr seien zudem Prämien von Fr. 350.00 zu berücksichtigen (ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 8 f.). bb) Laut dem Kläger besteht weder eine Praxis noch eine gesetzliche Rege- lung, die VVG-Prämien zu berücksichtigen. Diese könnten aus dem Überschuss finanziert werden. Ausserdem sei die behauptete Erhöhung der Prämien nicht ansatzweise belegt, zumal den Kindern diesfalls ein Anspruch auf Prämienver- billigung zustünde. Die Behauptung sei auch neu. Im Weiteren habe der Vor- derrichter davon abgesehen, den Kindern 1/3 des Lehrlingslohns als eigenes Einkommen anzurechnen, womit sie ohne Weiteres in der Lage wären, höhere KVG-Prämien und die VVG-Prämien aus dem Lehrlingslohn zu bezahlen (ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 14). cc) Der Vorderrichter nahm die ebenfalls aus den Belegen hervorgehenden Prämien für die freiwilligen Zusatzversicherungen nach VVG nicht in die Be- darfsrechnung auf mit der Begründung, sie würden von den Parteien nicht (mehr) geltend gemacht (mit Verweis auf „act. 138 S. 4 act. 139 S. 2 i.V.m. act. 30 S. 10‟), weshalb sie aus dem Überschuss zu bezahlen seien (angef. Urteil E. 4.6.3). Soweit es die finanziellen Verhältnisse zulassen, gehören die über die obligatorische Grundversicherung hinausgehenden Krankenkassen- prämien gemäss aktueller Rechtsprechung zum familienrechtlichen Existenz- minimum (BGer 5A_816/2019 vom 25. Juni 2021 E. 5.2, nicht veröffentlicht in: BGE 147 III 457). Diese Erweiterung gilt für Kinder wie auch die Elternteile Kantonsgericht Schwyz 22 (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2; vgl. auch Aeschlimann/Bähler/Schweighauser/ Stoll, Berechnung des Kindesunterhalts – Einige Überlegungen zum Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2020 i.S. A. gegen B. 5A_311/2019, in: FamPra 2/2021, S. 257). Entsprechend sind die Versicherungen nach VVG nicht aus dem Überschuss zu finanzieren, wenn sie bei ausreichenden finanzi- ellen Verhältnissen zum familienrechtlichen Existenzminimum gehören (BGer 5A_816/2019 vom 25. Juni 2021 E. 5.2). Mit Klageantwort vom 3. Juni 2019 bezifferte die Beklagte die Krankenkassenkosten der beiden Kinder auf je Fr. 80.00 (Vi-act. 30 S. 10). In ihrer Duplik vom 28. Februar 2020 machte sie eine Erhöhung sowohl ihrer eigenen Prämie auf Fr. 285.05 als auch derjenigen von E.________ und F.________ auf Fr. 115.45 und Fr. 116.15 geltend (Vi-act. 54 S. 6). Die hierzu eingereichten Versicherungspolicen weisen für das Jahr 2020 entsprechende Prämien (Nettoprämie KVG und VVG) aus (Vi-act. 54/3-54/5). Gleichzeitig hielt die Beklagte aber an ihren Unterhaltsbe- rechnungen in der Klageantwort (S. 10) sowie an ihren Unterhaltsforderungen uneingeschränkt fest (Vi-act. 54 S. 7). In ihrer Stellungnahme vom 18. August 2022 hielt sie sodann an ihren Vorbringen in der Klageantwort und Duplik voll- umfänglich fest (Vi-act. 139 S. 2). In Anbetracht dessen sowie auch des Um- stands, dass die Parteien keine aktuellen Policen einreich(t)en, aus denen sich nicht obligatorische VVG-Prämien entnehmen liessen, kann von einer Berück- sichtigung der VVG-Prämien abgesehen werden. E.________ ist im Übrigen ohnehin bereits volljährig und für die Anrechnung einer Krankenkassenprämie in der Höhe von Fr. 350.00 ab Volljährigkeit liegen keine Belege im Recht. Selbst wenn grundsätzlich davon auszugehen ist, dass die Krankenkassenprä- mie mit Erreichen der Volljährigkeit teurer wird, ist nicht bekannt, ob E.________, und später auch F.________, in einem günstigeren Versiche- rungsmodell, einer höheren Franchise, inklusive nichtobligatorischer Zusatzver- sicherung etc. versichert ist oder sein wird. Weiter ist zu beachten, dass der Vorderrichter E.________ und F.________ keinen Anteil am Lehrlingslohn als Einkommen anrechnete. Insgesamt drängt sich unter diesem Titel damit keine Anpassung auf. Anzufügen ist, dass der Kläger dem Bedarf der Beklagten in Kantonsgericht Schwyz 23 seiner Übersicht Krankenkassenkosten von Fr. 197.00 anrechnet (ZK1 2023 4, KG-act. 11 Rz 20), ohne aber sich dazu zu äussern, weshalb der vom Vorder- richter berücksichtigte, die KVG-Prämien umfassende Betrag von Fr. 234.00 (vgl. Vi-act. 54/3) nicht zutreffen sollte. Ebenso wenig begründet er auch nur ansatzweise seine Bemerkung, es sei falsch, dass der Vorderrichter bei den Kindern nicht mindestens 1/3 des Lehrlingslohns angerechnet habe (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 33), weshalb hierauf nicht einzugehen ist (vgl. auch E. 1c oben). e) Der Vorderrichter rechnete der Beklagten, ausgehend vom aktuell bei der O.________ AG bei einem 50 %-Pensum erzielten, unbestritten gebliebenen Nettoeinkommen von Fr. 3’050.00, ein monatliches (hypothetisches) Einkom- men von Fr. 4’880.00 netto (80 %-Pensum) und ab 1. Januar 2025 von Fr. 6’100.00 netto (100 %-Pensum) an (angef. Urteil E. 4.4.2 f.). aa) Die Beklagte beanstandet einerseits, dass der Vorderrichter keine Überg- angsfrist ab Erlass des angefochtenen Urteils gewährte. Bei einer sechsmona- tigen Übergangsfrist sei ihr erst ab dem 1. Juli 2023 ein Pensum von 80 % und ab 1. Januar 2025 ein Pensum von 100 % anzurechnen. Andererseits moniert sie die Höhe des den jeweiligen Pensen zugeordneten Einkommens von Fr. 4’880.00 bzw. Fr. 6’100.00. Es sei allgemein bekannt, dass Teilzeitpensen regelmässig besser als Vollzeitpensen entschädigt würden. Ihr aktuelles Ein- kommen von Fr. 3’050.00/Monat netto inklusive 13. Monatslohn sei erheblich höher als das „Meridian-Einkommen“ gemäss Salarium-Lohnrechner für ver- gleichbare Beschäftigungen. Bei ihrer aktuellen Arbeitgeberin könne sie ihr Arbeitspensum nicht steigern und bei einer anderen Arbeitsstelle würde sie bestenfalls Fr. 5’000.00 netto inkl. 13. Monatslohn und bei 80 % maximal Fr. 4’000.00 verdienen (ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 9 ff.).Kantonsgericht Schwyz 24 bb) Der Kläger verweist im Wesentlichen auf die vorderrichterlichen Erwägun- gen, mit denen sich die Beklagte nicht auseinandersetze. Sie habe nicht an- satzweise belegt, dass sie Stellen gesucht oder eine Erhöhung des jetzigen Pensums tatsächlich nicht möglich sei, obwohl seit der zumutbaren Aufnahme eines Arbeitspensums von 80 % bereits eineinhalb Jahre vergangen seien. Der Website www.jobs.ch seien Dutzende offene Stellen im Bereich der Personal- vermittlung zu entnehmen. Unbelegt bleibe schliesslich auch ihre Behauptung, das aktuelle Einkommen von Fr. 3’050.00 sei erheblich höher als das Meridian- Einkommen (ZK1 2023 5, KG-act. 1 Rz 22). cc) Gestützt auf die Aussagen der Beklagten an der Parteibefragung ging der Vorderrichter davon aus, dass der anwaltlich vertretenen Beklagten seit länge- rer Zeit bewusst gewesen sei, dass sie ihr Pensum werde aufstocken müssen, was der Kläger bereits in seiner Klagebergründung vom 1. März 2019 unter Hin- weis auf das bundesgerichtliche Schulstufenmodell dargelegt habe. Abgesehen von allgemeinen Ausführungen habe die Beklagte trotzdem keinerlei konkrete Suchbemühungen behauptet, substanziert oder belegt. Selbst mit ihrer Aus- sage, dass beim derzeitigen Arbeitgeber eine Aufstockung des Pensums nicht möglich sei, belege sie dies nicht, was aber in Anbetracht ihres Wissens, dass sie ein höheres Pensum auszufüllen hätte, zu erwarten und notwendig gewesen wäre. Nachdem seit dem Zeitpunkt der zumutbaren Aufnahme eines Arbeits- pensums von 80 % schon bald eineinhalb Jahre vergangen seien, rechtfertige es sich, in der nachfolgenden Unterhaltsberechnung von einem dem derzeitigen Einkommen entsprechenden, jedoch auf ein Pensum von 80 % hochgerechne- ten monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 4’880.00 und ab dem 1. Januar 2025 bei einem 100 %-Pensum von Fr. 6’100.00 auszugehen (angef. Urteil E. 4.4.3). Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beklagte nicht auseinan- der, sondern sie beschränkt sich pauschal auf das Argument, dass für die An- rechnung eines auf dem Schulstufenmodell basierenden hypothetischen Ein- kommens zwingend mit Erlass des Urteils und damit ab Kenntnis der Tatsache eine vernünftige Übergangsfrist einzuräumen sei. Eine Erhöhung des Pensums Kantonsgericht Schwyz 25 ist indes grundsätzlich unbestrittenermassen zumutbar und möglich, nachdem die Beklagte lediglich die Erhöhung des Arbeitspensums bei ihrer aktuellen Arbeitgeberin verneinte, ohne dies zu belegen, und keine weiteren Gründe vor- brachte, die gegen eine Erhöhung des Pensums sprechen könnten. Die Be- klagte bestreitet die Anwendbarkeit des Schulstufenmodells, wonach ab der ob- ligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbstätigkeit von 50 %, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I eine solche von 80 % und ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb zumutbar ist (BGE 144 III 481 E. 4.7.6), im Grundsatze denn auch nicht. Einer Person, die vom Gericht zur Aufnahme oder Ausweitung einer Erwerbstätigkeit verpflichtet und von der durch die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens eine Umstellung ihrer Lebensverhältnisse verlangt wird, ist zwar hinreichend Zeit zu lassen, die recht- lichen Vorgaben in die Tat umzusetzen. Die Dauer der Übergangsfrist beurteilt sich nach den Umständen des Einzelfalls (BGer 5A_569/2021 vom 17. Juni 2022 E. 2.1.3.2). Wie der Vorderrichter zu Recht festhielt, kann hierzu unter anderem dann eine Ausnahme bestehen, wenn die geforderte Umstellung und das Erfordernis eines vermehrten beruflichen Einsatzes für die betroffene Person voraussehbar waren (vgl. OGer ZH, Beschluss und Urteil LE180048- O/U vom 11. April 2019 E. III./B./3.7; BGer 5A_184/2015 vom 22. Januar 2016 E. 3.2; BGer 5A_549/2017 vom 11. September 2017 E. 4). Diese Vorausseh- barkeit kann grundsätzlich frühestens mit der Zustellung des erstinstanzlichen Urteils bejaht werden (OGer ZH, Beschluss und Urteil LZ210006-O/U vom 16. Mai 2023 E. E./2.4). F.________ trat bereits im Sommer 2021 in die Ober- stufe über und der Kläger beantragte im Scheidungsverfahren bereits in seiner Klagebegründung vom 1. März 2019 unter Bezugnahme auf das Schulstufen- modell eine Pensumerhöhung auf 80 % ab 1. August 2021 (Vi-act. 23 Rz 24). Es lagen für den Vorderrichter damit keine Gründe vor, trotz der Grundsätze des der Beklagten bekannten Schulstufenmodells zusätzlich eine Übergangs- frist zu gewähren. Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass die Beklagte gemäss dem von ihr im Zusammenhang mit der verlangten Wiedererwägung der Kostenvorschussverfügung vom 14. Februar 2023 eingereichten Lohnblatt Kantonsgericht Schwyz 26 2022 sowie der Lohnabrechnung per 31. Januar 2023 bereits seit September 2022 einem 60 %-Pensum nachgeht (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 13 inkl. 13/1 und 13/2), obwohl sie die Möglichkeit einer Erhöhung ihres Pensums bei der aktu- ellen Arbeitgeberin auch noch in ihrer Berufung vom 26. Januar 2023 verneint hatte (ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 11). In ihrer Stellungnahme vom 17. April 2023 bestritt sie die Pensumerhöhung nicht, bezeichnete den Umstand aber deshalb (sinngemäss) als irrelevant, weil die Berufungsinstanz kaum einen Entscheid vor dem 1. Juli 2023 fällen werde (ZK1 2023 5, KG-act. 20). Mit dieser Überle- gung kann der Beklagten in der Tat ungeachtet der obigen Auseinandersetzung mit der Frage der Übergangsfrist ein 80 %-Pensum angerechnet werden, weil die Unterhaltspflicht grundsätzlich (erst) mit Rechtskraft des Scheidungsurteils beginnt, sofern das Gericht dem Pflichtigen nicht rückwirkend auf den Zeitpunkt der Teilrechtskraft im Scheidungspunkt eine Unterhaltspflicht auferlegt (BGer 5A_581/2020 vom 1. April 2021 E. 3.4.1 mit Verweisen; Büchler/Ra- veane, in: Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 126 ZGB N 14 zum nachehelichen Unterhalt). Der Vorderrichter wies in seinen Erwägungen denn auch darauf hin, dass die Unterhaltsberechnung erst nach Vollstreckbarkeit des Scheidungsur- teils in Kraft trete (angef. Urteil E. 4.4.3, S. 29). Die mit Scheidungsurteil aufer- legte Pflicht zur Leistung von Kindesunterhalt beginnt damit erst nach Erlass des vorliegenden Berufungsentscheids und folglich nach dem 1. Juli 2023, ab welchem Zeitpunkt die Anrechnung eines 80 %-Pensum unbestritten ist. dd) Die beklagtische Behauptung, sie könne ihr Arbeitspensum bei der O.________ AG nicht erhöhen, blieb unsubstanziert und unbelegt. Wie erwähnt konnte sie dieses entgegen ihren Behauptungen bereits im September 2022 immerhin von 50 % auf 60 % erhöhen. Gemäss Lohnblatt 2022 und der Lohn- abrechnung per 31. Januar 2023 beträgt ihr aktuelles Bruttoeinkommen Fr. 3’840.00 und damit 10 % mehr als beim Beschäftigungsgrad von 50 % (ZK1 2023 5, KG-act. 13/1 und 13/2). In ihrer Stellungnahme vom 17. April 2023 bestritt die Beklagte eine lineare Erhöhung ihres Einkommens bei der O.________ AG nicht. Sie hielt aber an ihrer Behauptung, ihr Pensum bei der Kantonsgericht Schwyz 27 O.________ AG nicht auf 80 % steigern zu können, fest und machte geltend, dass sie bei einem anderen Arbeitgeber bei diesem Pensum mutmasslich (nur) Fr. 4’000.00 netto erzielen könnte (ZK1 2023 5, KG-act. 20). Es entspricht ge- festigter Rechtsprechung, zur Berechnung eines hypothetischen Einkommens auf statistische Erhebungen zurückzugreifen, namentlich auf den Lohnrechner „Salarium“ des SECO (BGer 5A_435/2019 vom 19. Dezember 2019 E. 4.1.2 mit Hinw. auf BGE 128 III 4 E. 4c/bb). Die Beklagte nahm aber weder auf kon- krete Kriterien (Region, Berufsgruppe, Alter etc.) noch auf entsprechende Zah- len Bezug, um ihre Vorbringen zu untermauern. Das Bundesamt für Statistik stellte den Betrieb der Anwendung Salarium zwischenzeitlich per 31. Dezember 2023 ein und wies auf seiner Homepage darauf hin, dass bis zur Inbetrieb- nahme des neuen Lohnrechners im Herbst 2024 die Tabellen der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) konsultiert werden könnten. Der Tabelle „Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftsabteilungen, beruflicher Stellung und Geschlecht” lässt sich für Frauen ohne Kaderfunktion im Sektor „Vermittlung u. Überlassung v. Arbeitskräften“ per 2020 betreffend die ganze Schweiz der Wert von Fr. 5’033.00 entnehmen. Im untersten Kaderbereich be- trägt der entsprechende Bruttolohn Fr. 8’429.00. Die Tabelle sieht keine Abstu- fung nach Altersklassen vor. Gemäss der Tabelle „Monatlicher Bruttolohn (Zen- tralwert) nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht” betreffend Kanton Zürich – die aktuelle Arbeitgeberin der Beklagten ist in P.________ – erzielte eine Frau im Alter von 30-49 Jahre im Sektor „Bürokraft mit Kundenkontakt” im Jahr 2020 im Durchschnitt einen Bruttolohn von Fr. 6’170.00. Bis und mit 29 Jahre betrug er noch Fr. 4’747.00 und ab 50 Jahre bereits Fr. 6’623.00. Diese Zahlen zeigen, dass das Alter einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Lohnes hat. Die Beklagte wird in diesem Jahr 46 Jahre alt und bewegt sich damit Richtung 50 Jahre, weshalb die Tabellenwerte, bei denen es sich um Zen- tralwerte handelt, die vom Vorderrichter angerechneten Einkommenswerte stüt- zen. Mit ihrem aktuellen Lohn bewies die Beklagte ausserdem selber, dass sie als Senior Personalberaterin (siehe O.________ AG.ch/ueber-uns/#team) mehr Kantonsgericht Schwyz 28 als behauptet verdienen kann. Sie stellt hinsichtlich der gegenteiligen Behaup- tungen denn auch lediglich Mutmassungen an. Weshalb sie bei einem anderen Arbeitgeber trotz Berufserfahrung und zunehmendem Alter ein tieferes Einkom- men erzielen soll, bleibt unbegründet. Für ihre Behauptung, dass Teilzeitpensen regelmässig besser bezahlt würden als Vollzeitpensen, reicht die Beklagte ebenso wenig Belege ein; sie erachtet diesen Umstand als „allgemein bekannt“. Gemäss Art. 151 ZPO bedürfen offenkundige und gerichtsnotorische Tatsa- chen sowie allgemein anerkannte Erfahrungsgrundsätze keines Beweises. Durch welche jedermann zugängliche, zuverlässige Quelle dies überprüft wer- den könnte (vgl. Baumgartner, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], a.a.O., Art. 151 ZPO N 2 f.), bleibt indes offen. Insgesamt ist damit nicht zu beanstan- den, dass der Vorderrichter für die Beklagte ausgehend von ihrem aktuellen Einkommen monatliche Nettoeinkommen von Fr. 4’880.00 (80 %-Pensum) und Fr. 6’100.00 (100 %-Pensum) errechnete. f) Für den Fall der Neuberechnung der Unterhaltspflichten verlangt der Kläger die Anrechnung eines Grundbetrags von Fr. 1’200.00, Kosten für aus- wärtige Verpflegung von Fr. 210.00 und eines ausgewiesenen Unterhaltsbei- trags an Tochter K.________ von Fr. 1’250.00 in seinem Bedarf, eines Steuer- betrags von nur Fr. 400.00 und Wohnkosten von maximal Fr. 1’200.00 im Be- darf der Beklagten sowie einer Reduktion des ihm anzurechnenden Einkom- mens auf Fr. 9’245.00 (ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 15-19 und 25). Hierauf ist aufgrund der geltenden Offizial- und Untersuchungsmaxime ungeachtet der bis- herigen Ergebnisse einzugehen: aa) Der Vorderrichter rechnete dem Kläger einen Grundbetrag von Fr. 1’000.00 anstelle von Fr. 1’200.00 (vgl. Ziffer I. der Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz für die Berechnung des be- treibungsrechtlichen Existenzminimums [nachfolgend: betreibungsrechtliche Richtlinien]) an mit der Begründung, der Kläger weile für geschäftliche Akti-Kantonsgericht Schwyz 29 vitäten zeitweise kostenlos bei seiner Mutter in der Schweiz und verbringe mög- lichst viel Zeit bei seiner Partnerin in N.________ (mit Verweis auf Vi-act. 128 Frage 23), wo die Lebenshaltungskosten tiefer seien (angef. Urteil E. 4.6.1). Der Kläger hält dem entgegen, dass die Lebenshaltungskosten auf der touristi- schen Mittelmeerinsel mit der Schweiz vergleichbar seien. Tiefere Lebenshal- tungskosten würden zudem mit höheren Reisekosten für die wiederholten Flug- reisen zwischen der Schweiz und N.________ kompensiert (ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 15). Dabei geht der Kläger aber weder auf Zahlen ein noch be- gründet er seine Behauptungen näher. Auch unter der Herrschaft der uneinge- schränkten Untersuchungsmaxime bleibt das Sammeln des Prozessstoffes in erster Linie Sache der Parteien (Mazan/Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 296 ZPO N 12). Sie sind weder von der Mitwirkung bei der Feststellung des Sachverhalts noch von der Behauptungs- und Substanzie- rungslast entbunden (Stalder/van de Graaf, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], a.a.O., Art. 296 ZPO N 2). Aufgrund der Mitwirkungspflicht sind die Par- teien ebenso wenig davon befreit, eigene Beweisanträge zu stellen und Beweis- mittel einzureichen, was insbesondere auch für das Berufungsverfahren gilt (Mazan/Steck, a.a.O., Art. 296 ZPO N 13). Der Untersuchungsgrundsatz ändert nichts daran, dass im Falle der Beweislosigkeit das Gericht gemäss Art. 8 ZGB nach Beweislastgesichtspunkten entscheidet (BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020 E. 3.3.2). Davon abgesehen durfte der erstinstanzliche Richter notorisch von tieferen Lebenshaltungskosten auf N.________ ausgehen. Aus- serdem lässt der Kläger das erstrichterliche Argument ausser Acht, wonach er zeitweise kostenlos in einem Zimmer bei seiner Mutter wohnt. Eine Anpassung dieser Position drängt sich damit nicht auf. bb) Bei der Bedarfsposition "auswärtige Verpflegung" können nur die über die bereits im Grundbetrag enthaltenen hinausgehenden Mehrauslagen berück- sichtigt werden (soweit der Arbeitgeber nicht dafür aufkommt). Gemäss Ziffer II./Unumgängliche Berufsauslagen/b) der betreibungsrechtliche Richtli- nien sind sie nachzuweisen. Die um Anrechnung des Zuschlags für auswärtige Kantonsgericht Schwyz 30 Verpflegung beanspruchende Partei hat mithin darzutun, dass sie einerseits auf auswärtige Verpflegung angewiesen ist und ihr dadurch entsprechende Mehr- kosten erwachsen (OGer ZH, Beschluss und Urteil LE170011-O/U vom 6. September 2017 E. III./B./3.4; siehe auch Beschluss ZK2 2019 23 und 24 vom 5. Oktober 2020 E. 8c betr. Eheschutz). Mit der alleinigen Behauptung der Distanz zwischen M.________ und Q.________ von 40 Minuten für den Hin- und Rückweg (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 1 Rz 16) vermag der Kläger dieser An- forderung nicht nachzukommen. Ausserdem kann der Umstand, dass der Be- klagten ein Betrag für auswärtige Verpflegung berücksichtigt wurde, für sich alleine nicht die Anrechnung entsprechender Kosten im Bedarf des Klägers zur Folge haben. cc) Der Kläger erachtet die Tatsache, dass er für K.________ einen ange- messenen Unterhaltsbetrag von Fr.1’250.00 bezahle, als ausgewiesen (mit Verweis auf Vi-act. 103/14 und Vi-act. 128 Fragen 59 ff.). Dass der Betrag behördlich nicht genehmigt sei, ändere an dessen Berücksichtigung nichts. K.________ wohne zudem in N.________ und es bedürfe keiner Genehmigung durch die KESB (ZK1 23 5, KG-act. 11 Rz 17). Bei den Akten liegt ein zwischen dem Kläger und seiner Lebenspartnerin am 1. Juli 2021 abgeschlossener Unterhaltsvertrag, wonach Ersterer verpflichtet ist, an den Unterhalt von K.________ rückwirkend ab 1. Juli 2021 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1’250.00 zu bezahlen (Vi-act. 103/14). Gemäss den Aussagen des Klägers bezahlt er anstelle dieses privat vereinbarten Unterhalts die der Le- benspartnerin in N.________ anfallenden Wohnkosten von € 1’500.00, während Letztere für die anderen Kosten der gemeinsamen Tochter sowie alle weiteren anfallenden Kosten aufkomme (Vi-act. 128 Fragen 51 ff.). Laut Vor- derrichter kann auf einen solchen ohne Involvierung einer Behörde zustande gekommenen Unterhaltsvertrag in der vorliegenden Unterhaltsberechnung nicht abgestellt werden. Indessen sei K.________ in die vorliegende Unterhalts- berechnung einzubeziehen und der Kläger werde zu verpflichten sein, den Bar- unterhalt für K.________ zu bezahlen, weil deren Mutter praktisch sämtliche Kantonsgericht Schwyz 31 Naturalleistungen (Pflege und Erziehung) für sie erbringe. Für die Zusprechung von Betreuungsunterhalt bleibe kein Raum, nachdem der Kläger keinerlei Un- terlagen offengelegt habe (angef. Urteil E. 4.6.7). Letzteres oder die fehlende Berücksichtigung eines solchen bestreitet der Kläger nicht. Gemäss Art. 287 Abs. 1 ZGB wird ein Unterhaltsvertrag für das Kind erst mit der Geneh- migung durch die KESB am Wohnsitz des Kindes verbindlich. Einen Erfüllungs- panspruch aus dem Vertrag hat das Kind, solange dieser nicht genehmigt ist, nicht. Es kann lediglich auf Erfüllung des gesetzlichen Unterhaltsanspruchs kla- gen (BGE 126 III 49 E. 3a/cc = Pra 89/2000 Nr. 84; Fountoulakis, in: Gei- ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. A. 2022, Art. 287 ZGB N 2a). Zur Angemessenheit oder Zusammensetzung dieses Be- trags äussert sich der Kläger ausserdem nicht näher, weshalb auch nicht ent- scheidend ist, ob der Unterhaltsvertrag, in N.________, einer Genehmigung be- darf. Insbesondere aber darf der unterhaltspflichtige Elternteil in einer Patch- worksituation (mehrere Kinder von verschiedenen Elternteilen) nur (aber im- merhin) die Sicherung des Existenzminimums für seine eigene Person bean- spruchen, nicht aber für seine zweite Familie. Es dürfen weder kinderbezogene Positionen der im gleichen Haushalt wohnenden Kinder noch allfällige Unter- haltsbeiträge noch Positionen des neuen Ehegatten einbezogen werden, selbst wenn die unterhaltspflichtige Person allenfalls nach Art. 163 ff. ZGB dafür auf- zukommen hätte. Der das betreibungsrechtliche Existenzminimum überstei- gende Einkommensteil ist unter alle unterhaltsberechtigten Kinder nach Mass- gabe ihrer jeweiligen Bedürfnisse und der Leistungsfähigkeit des anderen El- ternteils zu verteilen (sog. relatives Gleichheitsgebot; OGer ZH, Beschluss und Urteil LY190018 vom 30. Juli 2019 E. III./3.1.2; Maier, a.a.O., S. 373 ff.). Der Vorderrichter legte den vom Kläger zu tragenden und vom Kläger nicht bean- standeten Barbedarf von K.________ auf Fr. 550.00 fest und erwog im Rahmen der Überschussverteilung, dass der Kläger in der Lage sei, auch für sie neben der Übernahme deren Barbedarfs (Fr. 550.00 ./. Fr. 230.00) einen entsprechen- den Überschussanteil zu bezahlen, womit der Grundsatz der Gleichheit gewahrt Kantonsgericht Schwyz 32 sei (vgl. angef. Urteil E. 4.6.7 und 4.7.1). Hiergegen bringt der Kläger keine Ein- wände vor. Insgesamt sind damit unter diesem Titel ebenfalls keine Anpassun- gen angezeigt. dd) Der Kläger rügt weiter (eventualiter) als falsch, dass die erste Instanz bei der Ermittlung seines Durchschnittseinkommens auf die letzten fünf, anstelle von drei, Jahre abgestellt habe. Es sei unklar, weshalb die jüngste Entwicklung der Geschäftszahlen, die sich erst verzögert zeigen würden, dies rechtfertigen sollten. Nach der Aufrechnung von angeblich zu hohen Pensionskassenbeiträ- gen ergebe sich ein monatliches Einkommen von Fr. 9’245.00 (Fr. 9’635.00 + Fr. 9’055.00 + Fr. 9’055.00) anstelle von Fr. 9’800.00 (ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 25). Der erstinstanzliche Richter legte der Ermittlung des klägerischen Einkommens den im Lohnausweis befindlichen Nettolohn zugrunde, welche Vorgehensweise auch durch die Bemerkung der L.________ AG in ihrem Gutachten vom 30. Juli 2021 gestützt werde. Ein Blick in die Unternehmensergebnisse zeige, dass in den Jahren 2013 bis 2015 sehr hohe Gewinne verzeichnet worden seien. Nach einem Übergangsjahr 2016 habe es in den drei Folgejahren 2017 bis 2019 happige Verluste gegeben. Im Jahr 2020 sei der Verlust wieder gerin- ger gewesen und 2021 habe erstmals wieder ein Gewinn resultiert. Bei den dem Kläger ausbezahlten Löhnen ergebe sich ein anderes Bild. Sein monatlicher Nettolohn habe sich vom Jahr 2017 bis zum Jahr 2021 um rund Fr. 2’000.00 verringert. Es sei davon auszugehen, dass sich der vom Kläger 2017 bezogene Lohn immer noch an den erfolgreichen, mit Gewinnen abgeschlossenen Vor- jahren, während sich sein im Jahr 2021 – trotz erstmals wieder positivem Un- ternehmensergebnis – immer noch tieferer Lohn an den verlustreichen Vorjah- ren orientiert habe, was auch damit erklärt werden könne, dass die Jahresab- schlüsse jeweils verzögert vorlägen. Mit Blick auf die jüngste Entwicklung des Geschäftsergebnisses, die nicht ohne Einfluss auf die Lohnentwicklung des Klägers sei, sich aber wohl verzögert zeige, erscheine es gerechtfertigt, für die Kantonsgericht Schwyz 33 dem Kläger in der Unterhaltsberechnung für die Zeit nach der Scheidung anre- chenbaren Lohn nicht auf die letzten drei, sondern auf die letzten fünf Jahre abzustellen (angef. Urteil E. 4.3.1 f.). Bei schwankenden, nicht aber bei stetig steigenden oder sinkenden Einkom- men ist für die Feststellung der Leistungsfähigkeit der Durchschnitt mehrerer, in der Regel der letzten drei, Jahre massgeblich (BGer 5A_125/2020 vom 31. August 2020 E. 4.2.1 f.; Schweighauser, a.a.O., Art. 285 ZGB N 141). Ins- besondere bei Vorliegen erheblicher Schwankungen kann regelmässig auf eine längere Periode abgestellt werden (BGer 5A_621/2021 vom 20. April 2022 E. 3.2.4.2). Der Kläger stellt die vom Erstrichter aufgezeigten Schwan- kungen hinsichtlich des Gewinns/Verlusts und des ausbezahlten Lohns nicht in Abrede. Laut Vorderrichter resultierte nach happigen Verlusten in den Jahren 2017 bis 2019 und einem wieder geringeren Verlust im Jahr 2020 wie erwähnt erstmals im Jahr 2021 wieder ein Gewinn. Dieser führte indes (noch) nicht zu einem höheren Einkommen des Klägers gegenüber den verlustreichen Vorjahren. Aufgrund der von der Vorinstanz aufgezeigten Lohnanpassungsschritten ist nicht zu beanstanden, dass sie die sich verzö- gert an früheren gewinnbringenden Jahren orientierten Löhne aus den Jah- ren 2017 und 2018 miteinbezog, weil der Lohn ab 2022 wieder höher aus- gefallen sein dürfte. Der Kläger behauptet im Berufungsverfahren jedenfalls nicht geschweige denn belegt er, dass sein Einkommen seit dem Jahre 2022 (wesentlich) unter dem vom Erstrichter angerechneten oder dass und inwieweit dieser mit seinen Überlegungen zur Lohnentwicklung falsch läge. Mit dem Vor- derrichter ist damit von einem Nettoeinkommen des Klägers von Fr. 9’800.00 auszugehen. ee) Der Kläger ersucht weiter um Reduktion von beklagtischen Bedarfsposi- tionen (Wohnkostenanteil: Fr. 1’200.00 anstatt Fr. 1’797.00; Steuern: Fr. 400.00 anstatt Fr. 600.00). Die Höhe des Bedarfs der Beklagten erlangt (erst) für die Zeitspanne ab 1. Januar 2025 an Relevanz, weil die Vorinstanz Kantonsgericht Schwyz 34 von diesem Zeitpunkt an einen Beitrag der Beklagten an den Barunterhalt (zunächst nur von E.________) vorsieht (vgl. angef Urteil E. 4.7.3 f.) und deren Anspruch auf nachehelichen Unterhalt zu verneinen ist (vgl. hierzu E. 2g unten). Zudem wäre der Überschuss des Klägers selbst bei einem um Fr. 797.00 höher ausfallendenden Überschuss der Beklagten ungleich höher als dieser, weshalb eine alleinige Tragung sämtlicher Nettobedarfe durch den Kläger bis Ende 2024 nach wie vor angemessen erschiene. Im Weiteren zeigt der Kläger nicht auf, weshalb ein Mietzins von Fr. 2’700.00 für eine 5 ½-Zimmerwohnung im Raum R.________ unter Berücksichtigung des Wohnungsmarktes sowie der wirt- schaftlichen Verhältnisse der Parteien als „offensichtlich überhöht“ anzusehen ist. Wenn die Wohnkosten auch als hoch einzustufen sind, wie bereits der Vor- derrichter festhielt (angef. Urteil E. 4.6.2), drängt sich in Anbetracht des Ein- kommens der Parteien und des Umstands, dass der Wohnkostenanteil von Fr. 1’797.00 weniger als einen Drittel des der Beklagten ab 1. Januar 2025 an- gerechneten Nettoeinkommens von Fr. 6’100.00 beträgt, keine Anpassung in diesem Punkt auf. Geht es um Kinderunterhalt, sind die rechtserheblichen Umstände hinsichtlich der Steuern von Amtes wegen zu berücksichtigen, auch wenn die Parteien nicht ausdrücklich darauf Bezug nehmen (OGer ZH, Beschluss und Urteil LE210005- O/U vom 24. September 2021 E. III/16.4 mit Verweis auf BGer 5A_446/2019 vom 5. März 2020 E. 4.3.2). Unterhaltsbeiträge Minderjähriger werden steuer- rechtlich als Einkommen des empfangenden Elternteils qualifiziert. Sobald das Kind volljährig ist, kann der zahlende Elternteil die Unterhaltsbeiträge aber nicht mehr von seinem steuerbaren Einkommen in Abzug bringen (Ivanovic, Der Steueranteil im Barunterhalt des Kindes, in: Jusletter 15. November 2021, S. 3; Aeschlimann/Bähler/Schweighauser/Stoll, a.a.O., S. 262 Fn 44). Unterhaltsbei- träge an volljährige Kinder sind steuerfrei (Art. 24 Bst. e DGB; § 33 Abs. 1 Bst. e StG AG). Ab diesem Zeitpunkt ist für Kinder damit kein Steu- eranteil mehr auszuscheiden. Dass E.________, oder später auch F.________, mit dem Auszubildendenlohn ein steuerbares Einkommen erziele, machen die Kantonsgericht Schwyz 35 Parteien ausserdem nicht geltend. Die Beklagte und die Kinder sind römisch- katholisch (vgl. Vi-KB 21). Das der Beklagten angerechnete Nettoeinkommen beläuft sich bis Ende 2024 auf Fr. 58’560.00 und ab 2025 auf Fr. 73’200.00. Die Unterhaltsbeiträge für F.________ bis zur Volljährigkeit betragen etwa Fr. 21’000.00 (§ 32 Abs. 1 Bst. f StG; Art. 23 lit. f DBG). Abzuziehen sind die Berufsauslagen von Fr. 3’300.00 bis Ende 2024 bzw. Fr. 3’800.00 ab 2025 (§ 35 Abs. 1 Bst. a und b StG AG; Art. 26 Abs. 1 lit. a und b DBG; vgl. angef. Urteil E. 4.6.8 [auswärtige Verpflegung und Arbeitswegkosten]), Versicherungs- prämien von pauschal Fr. 3’400.00 (§ 40 Abs. 1 Bst. g Ziff. 2 [inkl. Fn 11] StG AG) bzw. von Fr. 2’500.00 bis Ende 2025 und Fr. 1’800.00 ab 2026 (Art. 33 Abs. 1 lit. g Ziff. 2 und Abs. 1bis lit. b DBG), Kinderabzug bzw. Sozialab- zug für F.________ von Fr. 9’000.00 bis Ende 2025 (§ 42 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 und Abs. 2 StG AG) bzw. Fr. 6’700.00 (Art. 35 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 DBG) sowie ab 2026 einen Unterstützungsabzug von Fr. 2’400.00 (§ 42 Abs. 1 Bst. b StG AG; siehe auch BGer 5A_882/2014 vom 2. Juli 2015 E. 3.5) und für E.________ bis Ende 2025 ein Unterstützungsabzug von Fr. 2’400.00 (§ 42 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 StG AG). Ein Kinderabzug gestützt auf § 42 Abs. 1 Bst. a Ziff. 3 StG AG ab Volljährigkeit fällt ausser Betracht, weil die Beklagte nicht zur Hauptsache für den finanziellen Unterhalt aufkommt. Hin- sichtlich der Bundessteuer ist kein Unterstützungsabzug vorzunehmen, weil die Beklagte zum Unterhalt für die Kinder jeweils keinen die Höhe des Abzugs von Fr. 6’700.00 erreichenden Beitrag leistet (vgl. Art. 35 Abs. 1 lit. b DBG). Das steuerbare Einkommen für die Staats- und Gemeindesteuer beträgt damit bis Ende 2024 Fr. 61’460.00 (Fr. 58’560.00 + Fr. 21’000.00 ./. Fr. 3’300.00 ./. Fr. 3’400.00 ./. Fr. 9’000.00 ./. 2’400.00), ab 2025 Fr. 75’600.00 (Fr. 73’200.00 + Fr. 21’000.00 ./. Fr. 3’800.00 ./. Fr. 3’400.00 ./. Fr. 9’000.00 ./. Fr. 2’400.00) ab 2026 Fr. 84’600.00 (Fr. 73’200.00 + Fr. 21’000.00 ./. Fr. 3’800.00 ./. Fr. 3’400.00 ./. Fr. 2’400.00) und ab 2027 Fr. 63’600.00 (Fr. 73’200.00 ./. Fr. 3’800.00 ./. Fr. 3’400.00 ./. Fr. 2’400.00) sowie für die Bundessteuer Fr. 67’060.00 (Fr. 58’560.00 + Fr. 21’000.00 ./. Fr. 3’300.00 ./. Fr. 2’500.00 ./. Fr. 6’700.00) bis Ende 2024, Fr. 81’200.00 (Fr. 73’200.00 + Fr. 21’000.00 ./. Kantonsgericht Schwyz 36 Fr. 3’800.00 ./. Fr. 2’500.00 ./. Fr. 6’700.00) ab 2025, Fr. 88’600.00 (Fr. 73’200.00 + Fr. 21'000.00 ./. Fr. 3’800.00 ./. Fr. 1’800.00) ab 2026 und Fr. 67’600.00 (Fr. 73’200.00 ./. Fr. 3’800.00 ./. Fr. 1’800.00) ab 2027. Laut Steu- errechner des Kantons Aargau resultiert hieraus bis Ende 2024 ein Gesamts- teuerbetrag von rund Fr. 5’050.00, was gerundet einem monatlichen Betrag von Fr. 420.00 entspricht. Für das Jahr 2025 ergibt sich ein entsprechender Betrag von rund Fr. 7’660.00 bzw. Fr. 640.00 im Monat, für das Jahr 2026 von rund Fr. 9’430.00 bzw. Fr. 785.00 im Monat und ab dem Jahr 2027 von rund Fr. 5’360.00 bzw. monatlich Fr. 445.00. Der Barunterhalt für F.________ beträgt geschätzt Fr. 1’750.00. Hinzu kommen die Kinderzulagen von Fr. 250.00. Das Einkommen der Beklagten belief sich bis Ende 2024 auf Fr. 4’880.00. Der prozentuale Anteil von F.________ beträgt damit 29 % (Fr. 2’000.00 / [Fr. 4’880.00 + Fr. 1’750.00 + Fr. 250.00]), was einem Steueranteil von gerundet Fr. 120.00 (29 % von Fr. 420.00) entspricht. Für den Bedarf der Beklagten verbleibt ein Steuerbetrag von Fr. 300.00. In den Jahren 2025 und 2026 beläuft sich das Einkommen der Beklagten auf Fr. 6’100.00 und der prozentuale Anteil von F.________ auf 24 % (Fr. 2’000.00 / [Fr. 6’100.00 + Fr. 1’750.00 + Fr. 250.00]). Im Bedarf von F.________ ist mithin ein Steuerbe- trag von Fr. 150.00 (24 % von Fr. 640.00) und im Bedarf der Beklagten von Fr. 490.00 für das Jahr 2025 und Fr. 190.00 (24 % von Fr. 785.00) bzw. Fr. 595.00 für das Jahr 2026 einzusetzen. Ab dem Jahr 2027 beträgt der Steuerbetrag der Beklagten wie erwähnt Fr. 445.00. ff) Aufgrund der neu ermittelten Steuerbeträge ergeben sich folgende neue Bedarfswerte für die Beklagte und für F.________: Beklagte F.________ Grundbetrag Fr. 1’350.00 Fr. 1’200.00 (ab 2027) Fr. 600.00 Wohnkosten Fr. 1’797.00 Fr. 449.00Kantonsgericht Schwyz 37 Kranken- kasse Fr. 234.00 Fr. 90.00 auswärtige Verpflegung Fr. 168.00 Fr. 210.00 (ab 2025) Arbeitsweg- kosten Fr. 107.00 Steuern Fr. 300.00 (2024) Fr. 490.00 (2025) Fr. 595.00 (2026) Fr. 445.00 (ab 2027) Fr. 120.00 (2024) Fr. 150.00 (2025) Fr. 190.00 (2026) Fr. 0.00 (ab 2027) Total Fr. 3’956.00 (2024) Fr. 4’188.00 (2025) Fr. 4’293.00 (2026) Fr. 3’993.00 (ab 2027) Fr. 1’259.00 (2024) Fr. 1’289.00 (2025) Fr. 1’329.00 (2026) Fr. 1’139.00 (ab 2027) Der vom Kläger an F.________ aufgrund seiner höheren Leistungsfähigkeit nach wie vor zu bezahlende Unterhaltsbeitrag (zum nachehelichen Unterhalt sowie zur Überschussbeteiligung siehe E. 2g und h unten) liegt infolge zusätz- licher Berücksichtigung des Steueranteils bei Fr. 1’710.00 (2024), Fr. 1’740.00 (2025) und bei Fr. 1’780.00 (2026). Aufgrund der geringen Differenzen und des Umstands, dass das Jahr 2024 bereits startete, erscheint es angezeigt, den Unterhaltsbeitrag ab Vollstreckbarkeit des Urteils bis Ende 2026 auf Fr. 1’750.00 festzusetzen. Der vom Kläger für E.________ ab 2024 zu bezah- lende Unterhalt von Fr. 890.00 ist zu bestätigen. Die vorangehende Periode wird infolge Zeitablaufs irrelevant (vgl. auch E. 2e/cc oben). Dispositivziffer 7 Absatz 2 des angefochtenen Urteils wird der Klarheit halber entsprechend an- gepasst, indem Alinea 1 aufgehoben wird. Im Jahr 2025 erhöht sich der Über- schuss der Beklagten aufgrund der tieferen Steuern um Fr. 110.00 auf Fr. 1’912.00 und im Jahr 2026 um Fr. 5.00 auf Fr. 1’807.00. Der Überschuss des Klägers reduziert sich in diesen Jahren von 3’893.00 auf Fr. 3’733.00, weil sich der Unterhaltsbeitrag für F.________ von Fr. 1’590.00 auf Fr. 1’750.00 er- höht. Hieraus resultiert ein Gesamtüberschuss der Parteien von Fr. 5’645.00 im Jahr 2025 und Fr. 5’540.00 im Jahr 2026 (anstatt Fr. 5’695.00; vgl. angef Urteil E. 4.7.3). Ab 2025 ist die Beklagte verpflichtet, einem Vollpensum nachzuge- hen. Laut Vorderrichter erscheint es ab diesem Zeitpunkt zumutbar, dass auch Kantonsgericht Schwyz 38 sie an den Barunterhalt von E.________ – und ab dem 1. Januar 2027 an den- jenigen von F.________ (vgl. angef. Urteil E. 4.7.4) – beiträgt, was umso mehr gelte, als ein volljähriges Kind keiner Naturalbetreuung mehr bedürfe (angef. Urteil E. 4.7.3). Gemäss den Unterhaltsberechnungen der Beklagten hat der Kläger auch ab dem 1. Januar 2025 alleine für den Unterhalt von E.________ und F.________ aufzukommen, ohne dass sie sich mit den vorderrichterlichen Erwägungen auseinandersetzt oder diese konkret beanstandet (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 12 f.). Nachdem mit Erreichen der Volljährigkeit die elterlichen Betreuungspflichten entfallen und der Unterhalt im Verhältnis der in diesem Zeitpunkt gegebenen Leistungsfähigkeiten der Eltern zu tragen ist (BGE 147 III 265 E. 8.5), ist nicht zu bemängeln, dass die Vorinstanz auch die Beklagte zu einer Beteiligung am Barunterhalt verpflichtete. Der Anteil des Klägers am er- rechneten Gesamtüberschuss beträgt anstelle von 68 % rund 66 % (2025) bzw. 67 % (2026). Mangels relevanter Abweichung zu dem vom Vorderrichter betreffend E.________ für den Kläger festgelegten Unterhaltsbeitrag von Fr. 605.00 kann von einer Anpassung des angefochtenen Entscheids abgese- hen werden, weil die Differenz maximal rund Fr. 15.00 beträgt. Ab dem Jahr 2027 beläuft sich der Überschuss der Beklagten auf Fr. 2’107.00 anstatt Fr. 1’952.00 und derjenige des Klägers auf Fr. 5’483.00 (vgl. angef. Urteil E. 4.7.4), woraus ein Gesamtüberschuss von Fr. 7’590.00 resultiert. Ab 2027 hat der Kläger für F.________ einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 640.00 (= 72 % von Fr. 890.00) anstatt Fr. 670.00 zu bezahlen. g) Der Vorderrichter verneinte eine lebensprägende Ehe und damit auch ei- nen Anspruch der Beklagten auf nachehelichen Unterhalt. aa) Der Vorderrichter setzte sich eingehend mit dem von der Beklagten vor der Ehe bis zum heute erzielten Einkommen und den künftigen Einkommens- möglichkeiten auseinander. Ein Blick ins Salarium zeige, dass die Beklagte in ihrem angestammten Beruf selbst mit einem 100 %-Pensum und entsprechen- der Erfahrung kaum mehr verdienen würde als Fr. 4’880.00, die einem 80 %-Kantonsgericht Schwyz 39 Pensum beim derzeitigen Lohnniveau entsprächen. Mit der Aufnahme eines 100 %-Pensums per 1. Januar 2025 werde ihr Salär sicherlich über demjenigen einer Detailhandelsfachangestellten im Vollpensum liegen. Auch die weiteren, von der Beklagten vor der Ehe ausgeübten Jobs im Inserate- und Werbebereich dürften sich in einer ähnlichen Lohnklasse bewegt haben. Die von der G.________ AG bezogenen Saläre müssten ausser Acht bleiben, weil sie nicht nur einen ökonomischen Hintergrund hätten. Die Beklagte sei damit in der Lage, an ihre frühere berufliche Stellung anzuknüpfen. Sie könne einer Erwerbstätig- keit nachgehen, die ähnlichen oder sogar besseren ökonomischen Erfolg wie diejenige vor der Ehe verspreche (angef. Urteil E. 4.2.2). bb) Die Beklagte moniert, sie müsse wegen F.________ bis zum 31. Dezem- ber 2024 eine ehebedingte Einschränkung im wirtschaftlichen Fortkommen hin- nehmen, weil sie erst ab dem 1. Januar 2025 ein Erwerbspensum von 100 % leiste. Damit sei die Ehe bis dahin gerade auch gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lebensprägend. Ihr stehe damit ein finanzieller Ausgleichsan- spruch minimal bis zum 31. Dezember 2024 insoweit zu, als der Kläger zu ver- pflichten sei, ihr bis dahin im Teilbetrag von Fr. 2’083.00 nicht mit Einkommen gedeckten nachehelichen Unterhaltsbedarf auszugleichen. Die Ehe sei für sie aber auch für den weitergehenden Zeitraum ab 1. Januar 2025 lebensprägend. So hätte sie sich ohne Kinder vielleicht bis zur Geschäftsführerin eines Unter- nehmens hocharbeiten können und würde ganz sicher mindestens ein Einkom- men von Fr. 6’500.00 bis Fr. 7’000.00 netto erzielen, die sie bis zur vollständi- gen Deckung ihres auch für den Zeitraum ab 1. Januar 2025 berechneten Un- terhaltsbedarfs benötigen würde. Der Kläger habe ihr daher ungedeckten nach- ehelichen Unterhalt bis zu seiner AHV-Berechtigung zu bezahlen (ZK1 2023 4, KG-act. 1 S. 14 f.). cc) Nach Ansicht des Klägers kann die Beklagte an ihrer früheren beruflichen Stellung anknüpfen. Er verneint eine Lebensprägung und einen nachehelichen Unterhaltsanspruch, verweist auf die Feststellungen des Erstrichters und hält Kantonsgericht Schwyz 40 der Beklagten erneut vor, sich nicht mit diesen Erwägungen auseinanderzuset- zen, sondern sich auf pauschale Behauptungen zu beschränken (ZK1 2023 4, KG-act. 11 Rz 27 und 35). dd) Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen, hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 ZGB). Ausgangspunkt ist, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei lebensprä- genden Ehen ist das Vertrauen in den Fortbestand der Ehe bzw. in den Weiter- bestand der bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung objektiv schutzwürdig und Art. 125 Abs. 1 ZGB gibt deshalb bei genügenden Mitteln und unter Vorbe- halt der Eigenversorgungskapazität Anspruch auf Fortführung des zuletzt ge- lebten gemeinsamen Standards resp. bei zufolge scheidungsbedingter Mehr- kosten ungenügenden Mitteln Anspruch auf beidseits gleiche Lebenshaltung. Kann dagegen nicht von einem schutzwürdigen Vertrauen auf Fortführung der Ehe ausgegangen werden, ist für den nachehelichen Unterhalt am vorehelichen Stand anzuknüpfen und der berechtigte Ehegatte so zu stellen, wie wenn die Ehe nicht geschlossen worden wäre. Als lebensprägend ist eine Ehe einzustu- fen, wenn ein Ehegatte aufgrund eines gemeinsamen Lebensplans seine ökonomische Selbständigkeit zugunsten der Haushaltsbesorgung und Kinder- betreuung aufgab und es ihm nach langjähriger Ehe nicht mehr möglich ist, an seiner früheren beruflichen Stellung anzuknüpfen oder einer anderen Erwerbs- tätigkeit nachzugehen, die ähnlichen ökonomischen Erfolg verspricht, während der andere Ehegatte sich angesichts der ehelichen Aufgabenteilung auf sein berufliches Fortkommen konzentrieren konnte (BGE 148 III 161 E. 4.2). Alleine aus dem Vorhandensein gemeinsamer Kinder der Ehegatten kann damit nicht auf Lebensprägung geschlossen werden. Nachteile, die einem Elternteil aus der (nachehelichen) Betreuung von Kindern erwachsen, werden primär durch den Betreuungsunterhalt ausgeglichen (Art. 276 und 285 ZGB; BGE 148 III 161 E. 4.3.1). Die Argumentation der Beklagten geht damit insoweit Kantonsgericht Schwyz 41 fehl, als sich aus dem alleinigen Umstand, dass sie gestützt auf das Schulstu- fenmodell erst per 1. Januar 2025 wieder einem Vollpensum nachgehen wird, keine Lebensprägung ableiten lässt, weil der Betreuungsunterhalt für den finan- ziellen Ausgleich in dieser Zeit zu sorgen hätte. Bei vormals verheirateten Eltern sind im Rahmen des nachehelichen Unterhalts von vornherein nur noch solche durch die Kinderbetreuung entstehende Nachteile massgebend, die nicht durch diesen abgedeckt sind. Dabei soll es nach dem für das neue Kindesunterhalts- recht zentralen Gedanken der Gleichstellung ehelicher und nichtehelicher Kinder möglichst zu keinen Unterschieden in der Behandlung von in der Ehe und ausserhalb derselben geborenen Kindern kommen. Das Bundesgericht er- achtet es bereits mit Blick auf diese Zusammenhänge als fraglich, inwieweit aus der Kinderbetreuung stammende Nachteile (allein) noch zur Begründung einer Lebensprägung geeignet sind, zumal solche Nachteile im Rahmen des nach- ehelichen Unterhalts (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 6 ZGB) im Einzelfall auch ohne An- nahme einer lebensprägenden Ehe und Anknüpfung an den ehelichen Lebens- standard abgegolten werden könnten (BGE 148 III 161 E. 4.3.1). Im Weiteren bestreitet die Beklagte nicht, dass sie an ihren vorehelichen Verdienst oder an ihre frühere berufliche Stellung anknüpfen kann. Gemäss dem Wortlaut des er- wähnten Bundesgerichtsurteils ist Gegenteiliges aber gerade Voraussetzung für eine lebensprägende Ehe. Überdies stellt die Beklagte ebenso wenig die erstinstanzlichen Erwägungen in Abrede, wonach sie als Detailhandelsfachan- gestellte selbst mit entsprechender Erfahrung und bei einem 100 %-Pensum kaum mehr als Fr. 4’880.00 oder bei einem Vollpensum mehr als in ihrem an- gestammten Beruf verdienen würde. Sie stellt die Hypothese auf, dass sie sich ohne Kinder „vielleicht“ bis zur Geschäftsführerin eines Unternehmens hätte hocharbeiten können. Dass sie dies vor der Familiengründung je angestrebt hätte, behauptet sie aber nicht. Ausserdem entspricht dies bei ihrer Ausbildung erfahrungsgemäss nicht einem üblichen Karriereschritt. Sie legt dies denn auch nicht näher dar. Ebenso wenig macht sie weitere ehebedingte Nachteile gel- tend. Nebst der Lebensprägung ist damit auch ein allfälliger Ausgleich über das negative Interesse zu verneinen (vgl. Stoll, Nachehelicher Unterhalt bei nicht Kantonsgericht Schwyz 42 lebensprägenden Ehen – oder: Wie lässt sich das negative Interesse bestim- men?, in: FamPra 1/2023, S. 33 und 35 ff.). Dispositivziffer 8 des angefochte- nen Urteils ist somit zu bestätigen. ee) Der Kläger erklärt eventualiter, dass die Beklagte selbst bei Vorliegen ei- ner lebensprägenden Ehe keinen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt hätte, weil sie den zuletzt gemeinsam gelebten Lebensstandard nicht ansatzweise darlege (vgl. ZK1 2023 4, KG-act. 11 Rz 9, 29 ff. und 36). Der gebührende Un- terhalt gemäss Art. 125 ZGB entspricht der Lebenshaltung, welche die Eheleute während ihres Zusammenlebens erreichten und entsprechend ihrer Überein- kunft pflegten und auf deren Weiterführung sie im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten auch nach der Scheidung ihrer Ehe jedenfalls dann grundsätzlich Anspruch haben, wenn ihre Ehe lebensprägend war. Massgebend ist der zuletzt erreichte, gemeinsam gelebte Lebensstandard. Dieser Standard, zuzüglich trennungsbedingter Mehrkosten, ist gleichzeitig die Obergrenze des gebühren- den Unterhalts (BGer 5A_390/2018 vom 29. Mai 2019 E. 3.3; BGE 134 III 145 E. 4). Die Erfüllung der Voraussetzungen des nachehelichen Unterhalts hat derjenige Ehegatte zu beweisen, der einen Unterhaltsanspruch geltend macht (Gloor/Spycher, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., Art. 125 ZGB N 44). Der Beweis des bisherigen Lebensstandards obliegt daher der Unterhaltsgläubigerin (Jungo, Beweis der nachehelichen Unterhaltsforde- rung – oder: wer trägt die Beweislast für die (fehlende) Sparquote?, in: FamPra 4/2020, S. 941). Hierzu lassen sich weder in den erst- noch in den zweitinstanz- lichen Eingaben der Beklagten konkrete Ausführungen finden. Die Beklagte legt damit nicht dar, dass der gebührende Unterhalt über ihrem ermittelten familien- rechtlichen Bedarf liegt, weshalb ihr Antrag auf nachehelichen Unterhalt auch deshalb abzuweisen ist. h) Umstritten ist weiter die Überschussbeteiligung:Kantonsgericht Schwyz 43 aa) Der Vorderrichter limitierte den Überschussanteil von E.________ und F.________ unabhängig vom gelebten Standard der Eltern aus erzieherischen und aus konkreten Bedarfsgründen auf Fr. 700.00 pro Monat (angef. Urteil E. 4.7.1). Nach dem Dafürhalten der Beklagten ist der Überschuss bis zur Voll- jährigkeit nach grossen und kleinen Köpfen zu verteilen. Sie rechnet E.________ und F.________ je 1/6 des Überschusses an (ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 12 f.). Der Kläger hält dem entgegen, dass die Beklagte wie dar- gelegt von einem falschen Bedarf der Parteien als auch von einem zu hohen Einkommen seinerseits ausgehe. Ausserdem negiere sie, dass er mit K.________ eine weitere Tochter habe, der ebenfalls ein Überschussanteil in gleicher Höhe zuzusprechen sei. Mit den vorderrichterlichen Erwägungen setze sie sich nicht ansatzweise auseinander (ZK1 2023 4, KG-act. 11 Rz 27). bb) Die rechnerisch resultierenden Überschüsse sind im Grundsatz nach „grossen und kleinen Köpfen“ zu verteilen. Indes kann und muss im begrün- deten Einzelfall ermessensweise von diesem Grundsatz abgewichen wer- den. Der Überschussanteil ist nicht für die Vermögensbildung bestimmt, son- dern dient der Deckung des laufenden Bedarfs des Kindes. Daher soll er sich bei hohen Überschüssen nicht grenzenlos erstrecken, sondern er ist in Ausü- bung von sich am Einzelfall orientierendem Ermessen aus erzieherischen und konkreten Bedarfsgründen entsprechend zu limitieren (BGer 5A_936/2022 vom 8. November 2023 E. 3.3 mit Verweisen auf BGE 147 III 265 E. 6.2, 6.6 und 7.3). Unabhängig davon, ob der Grundsatz zur Anwendung gebracht oder hier- von abgewichen wird, hat das Gericht seinen diesbezüglichen Entscheid zu be- gründen. Es liegt dabei aber in erster Linie an den Parteien, solche Gründe vorzubringen (Althaus/Mettler, Praxisfragen zur Überschussverteilung, in: FamPra 4/2023, S. 890 ff.; BGE 147 III 265 E. 7.3). cc) Der Erstrichter verweist unter E. 4.7.1 auf den „stattlichen” Überschuss des Klägers von Fr. 4’405.00 (Überschuss von Fr. 6’503.00 abzüglich des Nettobedarfs von E.________, F.________ und K.________) und hält fest, Kantonsgericht Schwyz 44 dass die Kinder im Gegensatz zur Beklagten Anspruch auf Teilhabe am familiären Standard und damit auf einen Überschussanteil hätten. Der von der Beklagten in ihrer Berufung, ausgehend vom Gesamtüberschuss der Familie, fälschlicherweise ohne Berücksichtigung der Kinderzulagen, sowie gestützt auf angepasste Zahlen, errechnete Überschussanteil der beiden Kinder (je 1/6) be- trägt ab 1. Juli 2023 je Fr. 913.00 und ab 1. Januar 2025 je Fr. 1’041.00, wobei sie einen solchen zu Recht nur bis zur Volljährigkeit anrechnet. Für E.________ erübrigt sich die Frage einer Überschussbeteiligung von Vorneherein, weil die erste Instanz Kinderunterhaltsbeiträge ab Vollstreckbarkeit des Scheidungsur- teils zusprach und E.________ zwischenzeitlich bereits die Volljährigkeit er- langte. Der bei verheirateten Eltern grundsätzlich relevante gesamte familiäre Überschuss (vgl. BGE 147 III 265 E. 8.3.1) beläuft sich gemäss den obigen Be- rechnungen nach Deckung des Nettobedarfs von E.________, F.________ und K.________ bis Ende 2024 auf Fr. 5’209.00 (Fr. 6’503.00 + Fr. 924.00 ./. Fr. 889.00 ./. Fr. 1’009.00 ./. Fr. 320.00), im Jahr 2025 auf Fr. 6’167.00 (Fr. 6’503.00 + Fr. 1’912.00 ./. Fr. 889.00 ./. Fr. 1’039.00 ./. Fr. 320.00), im Jahr 2026 auf Fr. 6’022.00 (Fr. 6’503.00 + Fr. 1’807.00 ./. Fr. 889.00 ./. Fr. 1’079.00 ./. Fr. 320.00) sowie ab 2027 auf Fr. 7’401.00 (Fr. 6’503.00 + Fr. 2’107.00 ./. Fr. 889.00 ./. Fr. 320.00). Bis zur Volljährigkeit von F.________ leistet nur der Kläger Barunterhalt für sie. Laut einem Entscheid des Bundesgerichts aus dem Jahre 2020 verstösst es bei unverheirateten Eltern gegen Bundesrecht, den Überschussanteil des Kindes in Abhängigkeit des Überschusses beider Eltern- teile zu bestimmen, wenn der Barunterhalt nur durch einen Elternteil abzude- cken ist. Damit sei aber nichts dazu gesagt, ob Entsprechendes auch hinsicht- lich des Unterhalts von Kindern verheirateter Eltern gelte, nachdem dort grundsätzlich alle Beteiligten am bisher gelebten Lebensstandard partizipieren sollten. Das Bundesgericht ging mangels Äusserungen des Beschwerdeführers zu dieser Problematik sowie aufgrund der dortigen eingeschränkten Kognition aber nicht näher darauf ein (BGer 5A_1032/2019 vom 9. Juni 2020 E. 5.6). Die Beklagte erklärt nicht, weshalb auf beide Überschüsse abzustellen ist. Wie es sich hiermit konkret verhält, kann indes offengelassen werden, weil ungeachtet Kantonsgericht Schwyz 45 der exakten Höhe der Überschussbeteiligung gestützt auf das grundsätzliche Prinzip der grossen und kleinen Köpfe eine Plafonierung auf Fr. 700.00 nicht zu beanstanden ist, wie nachfolgende Ausführungen zeigen. dd) Der Erstrichter begründet die Limitierung mit erzieherischen und konkre- ten Bedarfsgründen, ohne näher hierauf einzugehen. Mit den „konkreten Be- darfsgründen“ ist üblicherweise gemeint, dass die aus dem Überschuss zu zah- lenden Ausgaben der Kinder den ihnen rechnerisch zustehenden Überschus- santeil nicht ausschöpfen (Althaus/Mettler, a.a.O., S. 891). Eine Plafonierung aus erzieherischen Bedarfsgründen kann gemäss älteren Bundesgerichtsent- scheiden dann gerechtfertigt sein, wenn einem Kind aus erzieherischen Grün- den eine einfachere Lebensstellung zukommen soll oder die Persönlichkeit des Kindes aus pädagogischen Gründen eine Zurückhaltung bei der Festlegung des Unterhalts rechtfertigt (BGE 116 II 110 E. 3b; BGE 120 II 285; siehe auch Stoll, in: FamPra 1/2021, S. 226 f.). Eine Limitierung aus erzieherischen und konkreten Bedarfsgründen soll bei weit überdurchschnittlich guten finanziellen Verhältnissen erfolgen (BGE 147 III 265 E. 7.3.). Es stellt sich die Frage, wann von weit überdurchschnittlichen finanziellen Verhältnissen auszugehen ist. Laut Bundesgericht liegen bei einem Einkommen der Eltern von rund Fr. 11’000.00 pro Monat keine weit überdurchschnittlich guten finanziellen Verhältnisse vor (BGer 5A_52/2021 vom 25. Oktober 2021 E. 7.3.1). Das Kantonsgericht St. Gallen plafonierte bei einem Gesamteinkommen der Familie von bis zu Fr. 17’335.00 sowie von Fr. 25’498.00 (mit einem Überschuss von Fr. 8’385.00) die Überschussbeteiligung der Kinder ermessensweise auf Fr. 1’000.00 (KG SG, Entscheid FS.2021.19-EZE2 [SF.2020.36] vom 12. September 2023 E. III./17, mit Verweis auf KG SG, Entscheid FO.2021.10 vom 16. Dezember 2022 E. III./4i ff.). In der Literatur vertritt eine Autorin die Auffassung, dass der durchschnittliche Überschussanteil eines Kindes etwa Fr. 360.00 betrage. Ob bei einer Verdoppelung oder erst bei einer Verfünffachung diese weit über- durchschnittliche Verhältnisse vorlägen, lasse sich nicht sagen (Meyer, Unter- haltsberechnung: Ist jetzt alles klar?, in: FamPra 4/2021, S. 901 f.). Kantonsgericht Schwyz 46 Dass oder weshalb der Überschussanteil der Kinder von je Fr. 700.00 nicht an- gemessen sein soll, begründet die Beklagte nicht, sondern sie verweist lediglich pauschal auf die grundsätzliche Regel der Überschussverteilung. Damit kommt sie ihrer Begründungspflicht nicht ausreichend nach. Davon abgesehen beläuft sich das gesamte Familieneinkommen (inkl. Kinderzulagen) auf Fr. 15’180.00 (bis 31. Dezember 2024) bzw. Fr. 16’400.00 (ab 1. Januar 2025). Es liegen so- mit offenkundig sehr gute finanzielle Verhältnissen vor. Aus den Akten geht so- dann nicht hervor, dass aufgrund kostenintensiver Hobbys o.ä. ein den Betrag von Fr. 700.00 übersteigender Überschuss angemessen wäre. Deshalb beging die erste Instanz mithin keinen Rechtsfehler wegen Überschreitens des Ermes- sens, indem sie den Überschussanteil der Kinder auf Fr. 700.00 begrenzte. 3. Der Erstrichter ermittelte unter E. 5.9 ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum güterrechtlichen Stichtag vom 19. September 2017. Die Beklagte bean- standet, dass er den Kläger nicht auch zur Zahlung der bis zum güterrechtlichen Stichtag aufgelaufenen Unterhaltsforderung von Fr. 28’231.60 und damit von insgesamt Fr. 60’021.60 verpflichtet habe (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 1, S. 16 f.). Der Kläger schliesst sich der Begründung der Vorinstanz an (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 39 ff.). Gemäss Art. 205 Abs. 3 ZGB regeln die Ehegatten im Rahmen der güterrecht- lichen Auseinandersetzung die gegenseitigen Schulden. Unter diese Bestim- mung fallen – vorbehalten bleibt der Verzicht auf eine umfassende Auseinan- dersetzung – sämtliche Schulden zwischen den Ehegatten ohne Rücksicht auf ihren Rechtsgrund (BGer 5A_850/2016 vom 25. September 2017 E. 2.2). Damit gibt der Gesetzgeber die Notwendigkeit der Entflechtung der Vermögen beider Ehegatten im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung zum Aus- druck. Sämtliche nicht beglichene Schulden, ob fällig oder nicht, sind in die Ver- mögensabrechnung einzubeziehen (Hausheer/Reusser/Geiser, in: Meier- Hayoz [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Das Kantonsgericht Schwyz 47 Familienrecht, Das Eherecht, Der ordentliche Güterstand der Errungenschafts- beteiligung, Art. 196–220 ZGB, 1992, Art. 205 ZGB N 67; Berger-Meier, Offene Unterhaltsbeiträge in der güterrechtlichen Auseinandersetzung, in: Anwaltsre- vue 8/2012, S. 347 f.). Unterhaltsschulden des Schuldnerehegatten sind als Passivum und die Unterhaltsforderung des Gläubigerehegatten deren Errun- genschaften zuzuordnen (vgl. Meier-Berger, a.a.O., S. 348). Gemäss dem un- angefochten gebliebenen Absatz 6 der Dispositivziffer 11 des angefochtenen Urteils sind die Parteien nach Vollzug der in dieser Ziffer enthaltenen Anord- nungen güterrechtlich per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt. Keine Partei kann von der anderen daher noch etwas fordern (OGer ZH, Beschluss und Urteil LC150030-O/U vom 17. November 2016 E. II./2.6.2; BGer 5A_608/2010 vom 6. April 2010 E. 3.2). Die Bereinigung der gegenseiti- gen Schulden kann durch tatsächliche Tilgung oder durch blosses In-Rechnung- Stellen erfolgen (Nuspliger, in: Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], ZGB-Kommentar, 4. A. 2021, Art. 205 ZGB N 10; Hausheer/Aebi-Mül- ler, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Art. 205 ZGB N 26). Letzterenfalls ist eine bei Stichtag fällige Schuld eines Ehegatten gegenüber dem anderen einerseits als Passivum beim Schuldner und andererseits als Aktivum beim Gläubiger ein- zusetzen. Dabei ergibt sich bei je hälftiger Vorschlagsbeteiligung nach Art. 215 Abs. 1 ZGB eine Neutralisierung, wenn – wie vorliegend – kein Ehepartner ei- nen Rückschlag erleidet (OGer ZH, Beschluss und Urteil LC220012-O/U vom 10. Oktober 2022, E.III./2.5; vgl. auch Steck/Fankhauser, in: Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 205 ZGB N 21; Hausheer/Reusser/Geisser, a.a.O., Art. 205 N 67 und 69 f.; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., Art. 205 ZGB N 26 f.). Mit ande- ren Worten kann dies bei der Vorschlagsteilung, wie der Erstrichter festhielt, faktisch zu einem Nullsummenspiel bzw. zur „Auflösung einer Unterhaltsforde- rung in Luft” führen. Gemäss Bundesgericht kann ein solches Resultat in be- stimmten Konstellationen über das Rechtsmissbrauchsverbot korrigiert werden (Berger-Meier, a.a.O., S. 350 ff.; BGer 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 3.2.2). Laut Erstrichter kann gemäss Bundesgericht nicht ausgeschlossen Kantonsgericht Schwyz 48 werden, dass es in bestimmten Konstellationen zu einer „Beteiligung” des Un- terhaltsschuldners an seiner eigenen Schuld kommen könne. In solchen Fällen sei die Sache unter dem Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchs zu prüfen. Die Beklagte habe jedoch keinen solchen Einwand geltend gemacht, weshalb nicht weiter darauf einzugehen sei. Aus den Akten ergebe sich zwar, dass die Be- klagte zur Deckung ihres Unterhalts keine Schulden habe eingehen müssen, indessen stelle sie keinerlei Behauptungen auf, inwiefern die noch offenen Un- terhaltsbeiträge des Klägers verbraucht oder aber hätten angespart werden können. Hinzu komme, dass für den vorliegend relevanten Zeitraum vom 1. Dezember 2016 bis 19. September 2017 die Höhe der Unterhaltsbeiträge erst mit Verfügung des Einzelrichters vom 26. März 2019 bzw. mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 5. Oktober 2020, also mehr als drei Jahre später, de- finitiv festgelegt worden seien. In dieser Konstellation könne kaum von einem „widerrechtlichen” bzw. grundlosen Zurückhalten der Unterhaltsbeiträge ge- sprochen werden (zumal der Kläger selber in seinen Rechtsschriften von we- sentlich tieferen geschuldeten Unterhaltsbeiträgen ausgegangen sei), was aber für die Anwendung des Rechtsmissbrauchsverbots notwendig wäre (angef. Urteil E. 5.9/d). Mit dieser Begründung setzt sich die Beklagte nicht auseinan- der, sondern beschränkt sich pauschal darauf, den vom Vorderrichter gezoge- nen Schluss als falsch und nicht mehr der Rechtsprechung entsprechend, so vorab nicht derjenigen der Obergerichte in den Kantonen Zürich, Aargau und Luzern, sowie den Ausgleich von Unterhaltsforderungen mit einer gleich hohen Schuld als offensichtlich unhaltbar und damit rechtsmissbräuchlich zu bezeich- nen. Beim Vorbringen, es sei unhaltbar und eine unzulässige Bevorteilung des säumigen Unterhaltsschuldners, wenn die Unterhaltsgläubigerin zum Weiterbe- stand einer Unterhaltsforderung Rechtsmissbräuchlichkeit nachweisen müsse, handelt es sich um appellatorische Kritik. Entsprechend kommt die Beklagte den Anforderungen an die Begründungsobliegenheit in diesem Punkt nicht nach. Ohnehin verneinte das Bundesgericht eine hälftige Beteiligung des säu- migen Unterhaltsschuldners an seiner Schuld, wenn dieser über eine Errungen- schaft verfügt, die höher ist als seine Unterhaltsschuld, weil bei der Einrechnung Kantonsgericht Schwyz 49 der Letzteren die Vermögensabrechnung ein Nullsummenspiel resultiere. Es er- achtet dies in der Folge für bestimmte Konstellationen als nicht ausgeschlos- sen, in welchen Fällen der Anspruch des Schuldners unter dem Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchs zu prüfen sei (BGer 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 3.2.2). Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist damit grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass der erstinstanzliche Richter Recht- missbrauch aufgrund des fehlenden Einwands sowie fehlender Behauptungen seitens der Beklagten verneinte. Einen anderslautenden aktuelleren Entscheid bringt die Beklagte nicht bei und ein solcher ist ebenso wenig aufzufinden. Es ist denn auch nicht ausgeschlossen, aber in der Praxis wohl selten der Fall, dass das Geld des Klägers für die von ihm nicht bezahlten Unterhaltsbeiträge im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstands noch auf seinem Konto ruhten (vgl. Berger-Meier, a.a.O., S. 349). Der Berufung der Beklagten ist in diesem Punkt damit kein Erfolg beschieden. 4. Der erstinstanzliche Richter ermittelte aus prozessökonomischen Grün- den auch die offenen Unterhaltsbeiträge nach dem güterrechtlich relevanten Stichtag vom 19. September 2017 (Fr. 272’877.00), zog von diesem Betrag an- rechenbare Zahlungen (Fr. 235’035.93) sowie, mit Einverständnis der Parteien, die in weiteren Prozessen angefallenen Prozessentschädigungen (Fr. 8’450.00) ab (vgl. angef. Urteil E. 6) und verpflichtete den Kläger in Dispo- sitivziffer 12, der Beklagten für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteils- zeitpunkt Fr. 31’790.00 zu bezahlen. a) Der Kläger moniert die fehlende Anrechnung der laufenden Kosten für die leerstehende eheliche Liegenschaft und der Kosten im Zusammenhang mit deren Verkauf. So habe er nach dem Stichtag der Gütertrennung monatlich Fr. 2’200.00 (bis und mit 31. August 2018) bzw. Fr. 1’400.00 (ab 1. September 2018) auf das auf den Namen beider Ehegatten lautende Liegenschaftskonto bezahlt, wovon jeweils die Hypothekarzinsen, die Rechnungen der Stockwerk- eigentümergemeinschaft, die Baurechtszinsen, die Stromkosten und seit dem Kantonsgericht Schwyz 50 1. Oktober 2019 gewisse weitere Rechnungen bezahlt worden seien. In seinen Tabellen beziffert er die Zahlungen vom 28. September 2017 bis zum 29. September 2019 auf Fr. 26’583.05 und diejenigen seit 1. Oktober 2019 auf Fr. 21’854.70. Von den der ersten Instanz ermittelten, unbeanstandet gebliebe- nen offenen Unterhaltsbeiträgen von Fr. 31’790.00 zieht er mit der Begründung, dass die Beklagte als Miteigentümerin die Hälfte der Kosten mitzufinanzieren habe, Fr. 24’218.85 ([Fr. 26’583.05 + Fr. 21’854.70] : 2) ab und ersucht um Ver- pflichtung, der Beklagten für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteils- zeitpunkt Fr. 7’571.15 zu bezahlen. Eventualiter habe sich die Beklagte zumin- dest an den seit 1. Juli 2019 bezahlten Kosten in der Höhe von Fr. 23’879.95 zur Hälfte zu beteiligen, womit die Unterhaltsschulden auf Fr. 19’850.15 zu re- duzieren seien (ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 29 ff.). b) aa) Zu den gegenseitigen Schulden im Sinne von Art. 205 Abs. 3 ZGB zählen ohne Rücksicht auf ihren Rechtsgrund alle im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstands bestehenden Verbindlichkeiten (BGer 5A_608/2010 vom 6. April 2011 E. 3.2.1). Es ist deshalb zu klären, welche Schulden im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstands bestanden. In die Vermögensabrechnung sind sämtliche nicht beglichene Schulden – ob fällig oder nicht fällig – einzubeziehen (Berger-Meier, a.a.O., S. 348). Nach dem Auflösungszeitpunkt kann grundsätz- lich keine Errungenschaft mehr entstehen, die unter den Ehegatten zu teilen wäre (vgl. Art. 207 Abs. 1 ZGB; Nuspliger, a.a.O. Art. 207 ZGB N 2 mit Verwei- sen; Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 207 ZGB N 13). Gleichermassen bleiben Schulden, die ein Ehegatte während des Verfahrens begründete, bei der güterrechtlichen Abrechnung unberücksichtigt (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 204 ZGB N 30 und Art. 207 ZGB N 21; BGer, 5A_222/2010 vom 30. Juni 2010 E. 6.3.1). Nach dem 19. September 2017 konnte sich die Errun- genschaft mithin weder vergrössern (z.B. durch Lohn oder Zinsen) noch durch neue Schulden vermindern (vgl. Vetterli, Scheidungshandbuch, 1998, S. 124; Steck/Fankhauser, in: Fankhauser, a.a.O., Art. 207 ZGB N 5). Gleichwohl kann die Begleichung fälliger Forderungen im Sinne einer Entflechtung der Kantonsgericht Schwyz 51 Vermögen beider Ehegatten im Rahmen der güterrechtlichen Auseinanderset- zung erfolgen (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 10 und 71; KG ZG, Entscheid A1 2017 32 vom 16. Dezember 2020 E. 10). Entsprechend ermittelte der Erstrichter aus prozessökonomischen Gründen auch allfällige of- fene Unterhaltsbeiträge nach dem güterrechtlich relevanten Stichtag (vgl. angef. Urteil E. 5.9/a und 6), was im Grundsatz unbeanstandet blieb. bb) Bis zum 31. Juli 2018 (Auszug der Beklagten und Kinder aus der Liegen- schaft im J.________ (Adresse)) rechnete die Erstinstanz den ausstehenden Unterhaltsbeiträgen die vom Kläger bezahlten Wohnkosten der damaligen Eigentumswohnung in der Höhe von Fr. 1’417.00 an. Weshalb ihm zusätzlich die von ihm aufgelisteten Auslagen als Unterhaltszahlungen angerechnet wer- den sollen, erklärt der Kläger nicht, weshalb die Berufung in diesem Punkt nicht als ausreichend begründet anzusehen ist. Ungeachtet dessen liegen die geltend gemachten Zahlungen (vgl. ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 30) im Durch- schnitt unter dem monatlich angerechneten Betrag von Fr. 1’417.00. Im Übrigen betreffen die am 28. September 2017 bezahlten Hypothekarzinsen die Monate Juli-September 2017 und damit eine Zeitspanne vor dem güterrechtlichen Stich- tag. Für die Zeit nach dem Auszug der Beklagten und der Kinder aus der Wohnung bis zum 30. Juni 2019 verneinte die Vorinstanz die Anrechnung der angefalle- nen Kosten, weil im Eheschutzverfahren im klägerischen Bedarf während dieser Übergangsfrist ein reduzierter Betrag von Fr. 1’336.00 berücksichtigt worden sei. Der Kläger habe die angefallenen Kosten in dieser Zeit daher selber zu tragen. Er bringt hiergegen vor, die Berücksichtigung in seinem Bedarf betreffe im Ergebnis nur die Frage, wer einstweilen die Kosten zu übernehmen habe und beschlage im Ergebnis bloss die Höhe der Unterhaltszahlungen im Ehe- schutzverfahren, sage jedoch nichts darüber aus, wie im Endergebnis die Kosten aufzuteilen seien (ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 33). Weil der besagte Be- trag Eingang in seinen Bedarf fand, wurden ihm die entsprechenden Auslagen Kantonsgericht Schwyz 52 indes bereits angerechnet. Der Überschuss des Klägers reduzierte sich aber um Fr. 1’336.00 und seine Unterhaltspflicht damit insgesamt um Fr. 890.00 (2/3 von Fr. 1’336.00), nachdem den Kindern im Eheschutzverfahren je 1/6 und den Parteien je 1/3 des Überschusses zugeteilt wurde (vgl. ZK2 2019 23 und 24, Beschluss vom 5. Oktober 2020 [Vi-act. 126/15]). Diese „Einsparung“ über- schreitet die Hälfte von Fr. 1’336.00 um 1/6 (Fr. 222.00) und die Hälfte der von ihm im Scheidungsverfahren für diesen Zeitraum geltend gemachten Zahlun- gen von monatlich durchschnittlich rund Fr. 530.00 (Fr. 11’734.95 : 11 Monate : 2 Personen) um Fr. 360.00. In Anbetracht dessen erscheint eine nochmalige Berücksichtigung nicht gerechtfertigt. Der erstinstanzliche Richter rechnete den geschuldeten Unterhaltszahlungen ebenso wenig die vom Kläger ab dem 1. Juli 2019 bis zum Verkauf der Liegen- schaft angefallenen und von ihm bezahlten Kosten an, nachdem dieser zeitnah weder Hand zu einer Vermietung oder einen Verkauf geboten habe. Dies gelte auch dann, wenn die Beklagte grundsätzlich Miteigentümerin der Wohnung sei, weil andernfalls die unter Anrechnung der angefallenen Liegenschaftskosten im Bedarf gesetzte Übergangsfrist keinen Sinn ergäbe (angef. Urteil E. 6). Der Klä- ger moniert (eventualiter), im summarischen Eheschutzentscheid sei keines- wegs präjudizierend festgehalten worden, dass sich die Beklagte an den ge- meinsamen Kosten ab dem 1. Juli 2019 nicht auch zur Hälfte zu beteiligen habe. Sie selber habe nichts unternommen, dass die Wohnung zeitnah habe verkauft oder vermietet werden können, habe diese unvermittelt und ohne vor- gängige Mitteilung mit den Kindern verlassen und habe sich als Miteigentümerin zu beteiligen. Es sei im Übrigen ohnehin nicht statthaft, im Rahmen von Art. 649 ZGB irgendwelche Verschuldensfragen in die Beurteilung miteinzube- ziehen. Zumindest an den seit 1. Juli 2019 bezahlten Kosten habe sich die Be- klagte zu beteiligen, woraus Unterhaltsschulden von Fr. 19’850.15 resultieren würden. Subeventualiter seien zumindest die seit dem 28. Januar 2020 entstan- denen Kosten gemeinsam zu tragen, an welchem Datum er mit einem konkre-Kantonsgericht Schwyz 53 ten Vorschlag für die Verkaufsabwicklung an die Beklagte gelangt sei. Sube- ventualiter wären die Unterhaltsschulden mithin auf Fr. 22’488.80 zu reduzieren (ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 34 f.). Die Beklagte verweist auf die Vereinbarung der Parteien, wonach dem Kläger vorab Fr. 5’000.00 vom Nettoverkaufserlös in Abgeltung sämtlicher seiner Verkaufsbemühungen (inkl. Schlosswechsel, Rei- nigungs- und aller weiteren Verkaufskosten etc.) ausbezahlt worden seien. Sie habe sich sodann an den Kosten nicht zu beteiligen, weil der Kläger diese al- leine zu verantworten habe, da er gemäss Beschluss des Kantonsgerichts zeit- nah weder Hand zu einer Vermietung noch einem Verkauf geboten habe (ZK1 2023 4, KG-act. 9 S. 9 ff.). Im Eheschutzverfahren kann der Richter keinen Entscheid darüber treffen, wel- cher Ehegatte intern in welchem Umfang für welche ehelichen Schulden haftet (Six, a.a.O., Rz 2.166). Die im Eheschutzverfahren gesetzte „Übergangsfrist” kann deshalb nicht zur Folge haben, dass der Kläger die seit dem 1. Juli 2019 angefallenen Kosten der Wohnung alleine zu tragen hat, nachdem die Beklagte nicht geltend macht, sie hätten eine solche Vereinbarung getroffen (vgl. Art. 649 Abs. 1 ZGB). Die Beklagte wies bereits erstinstanzlich darauf hin, dass der Kläger für entstandene Kosten wie Schlosswechsel, Inserate etc. Fr. 5’000.00 erhalten habe (vgl. Vi-act. 131, Schreiben vom 26. November 2020; Vi-act. 97/1, S. 10; siehe auch Vi-act. 126/7 und 126/8). Der Kläger nimmt hierzu keine Stellung mehr bzw. stellt eine Berücksichtigung nicht in Abrede. Welche Positionen unter die Verkaufsbemühungen fallen, sagt die Beklagte nicht. Der klägerischen Aufstellung lassen sich nebst den üblichen Positionen zwei Rechnungen der T.________ AG sowie von S.________ im Umfang von Fr. 1’152.85 (Kosten Schlosswechsel) bzw. Fr. 1’100.00 (Schätzung Liegenschaft) entnehmen. Im Umfang von Fr. 2’252.85 kann der Kläger folglich keine Anrechnung mehr geltend machen. Über die Dauer von elf Monaten verfügte der Kläger sodann wie erwähnt über zusätzliche Fr. 360.00, was insgesamt einen Vorteil von Fr. 3’960.00 ergibt. Von Juli 2019 bis zum Ver- kauf der Liegenschaft belaufen sich die Zahlungen des Klägers gemäss dessen Kantonsgericht Schwyz 54 unbestritten gebliebener Aufstellung auf insgesamt Fr. 23’879.95, wovon die Hälfte rund Fr. 11’940.00 entspricht. Nach Abzug von Fr. 6’212.85 (Fr. 2’252.85 + Fr. 3’960.00) verbleibt ein Anspruch von rund Fr. 5’727.00. Dispositivziffer 12 ist damit insoweit anzupassen, als der Kläger der Beklagten für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteilszeitpunkt Fr. 26’063.00 zu bezahlen hat. 5. Der Kläger stellt sich mit Berufungsantrag Ziffer 1 gegen die Übertragung des Liegenschafts-Sperrkontos Nr. ww ins Alleineigentum der Beklagten (vgl. angef. Urteil, Dispositivziffer 11 lit. d) sowie gänzlich gegen seine Verpflich- tung zur Bezahlung eines Ausgleichs von (weiteren) güterrechtlichen An- sprüchen an die Beklagte (vgl. angef. Urteil, Dispositivziffer 11 lit. d). a) Der Kläger moniert, dass der Experte in der Unternehmensbewertung die G.________ AG nicht wie richterlich angeordnet mittels einer Mischrechnung, sondern alleine ausgehend vom Substanzwert gemäss Jahresrechnung 2020 auf total Fr. 764’000.00, mithin Fr. 2’546.66 pro Aktie, bewertet habe, was der erstinstanzliche Richter in Verletzung von Art. 211 ZGB so übernommen habe. Der Unternehmenswert sei auf maximal Fr. 255’000.00 zu beziffern, womit sich der Aktienwert auf Fr. 850.00 pro Aktie belaufe. Der Experte sei vom klaren Auftrag des Erstrichters sowie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach der Fortführungswert in der Regel aufgrund einer zukunftsbezogenen Ertragsbewertung verbunden mit einer aktuellen Substanzbewertung (sog. Mischmethode: [1 x Substanzwert + 2 x Ertragswert] : 3) zu bestimmen sei, abgewichen. Die Methodenwahl sei eine Rechtsfrage, die alleine der Rich- ter zu beantworten habe. Bei kleineren und mittleren Unternehmen werde häufig die Praktikermethode angewandt. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung wäre vorliegend auch ein alleiniges Abstellen auf den Ertrags- wert zu rechtfertigen, wie dies die von ihm eingeholte Analyse der U.________ AG vorsehe (mit Verweis auf KB 39). Die gewählte Bewertungsmethode müsse in jedem Fall nachvollziehbar, plausibel und anerkannt sein. Es liege kein Aus-Kantonsgericht Schwyz 55 nahmefall vor, der ein alleiniges oder überwiegendes Abstellen auf den Sub- stanzwert rechtfertigen könnte (wie z.B. bei der Situation einer reinen Immobili- engesellschaft ohne Honorareinnahmen). Die Ertragsseite werde vollständig ausgeblendet und führe zu einem verfälschten Ergebnis. Im Falle einer Liqui- dation könne kein Preis von Fr. 764’000.00 erzielt werden. Die Ausführungen des Experten seien mit Bezug auf die Methodenwahl falsch und widersprächen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und herrschenden Lehre. Die Be- hauptung des Experten, wonach der Substanzwert bei Gesellschaften mit posi- tiver Fortführungsprognose als Mindestwert einer Unternehmensbewertung diene und die der Vorderrichter unreflektiert übernommen habe, sei nicht zu- treffend. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gelte der Liquidations- wert (nicht aber der Substanzwert) als Mindestwert einer Unternehmensbewer- tung im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung. Der Substanzwert könne nicht mit dem Liquidationswert gleichgesetzt werden (ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 9 ff.). b) Die Beklagte hält dem zusammengefasst entgegen, dass der Substanz- wert und damit das Eigenkapital eines Unternehmens dem Wert entspreche, der bei Einstellung eines Betriebs oder bei Konkurseröffnung minimal erzielt werde. Eine Mischrechnung aus Substanz- und Ertragswert sei dann nicht mög- lich, wenn der Endbetrag aus der Multiplikation unter dem jederzeit realisierba- ren Eigenkapital liege. Gerade deshalb habe die Gutachterin den von ihr mit Fr. 0.00 geschätzten Ertragswert nicht in die Wertermittlungen aufgenommen, wie sie dies in ihrer Stellungnahme vom 2. November 2021 in Ziffer 2.1 zutref- fend ausgeführt habe. Die Beklagte weist weiter darauf hin, dass sich das Eigenkapital trotz der schlechten Geschäftsprognosen des Klägers per Ende 2021 trotz Rückstellungen von Fr. 150’000.00 auf Fr. 813’000.00 erhöht habe. Sodann sei die L.________ AG gestützt auf die ungeprüften Plandaten des Klä- gers für das Jahr 2021 fälschlicherweise von einem Verlust von Fr. 720’000.00 anstelle eines Gewinns von fast Fr. 50’000.00 ausgegangen und habe in unge- nügender Weise nur drei Kalenderjahre berücksichtigt. Das Gericht könne bei Kantonsgericht Schwyz 56 Einholung eines Gutachtens entweder auf dieses abstellen oder aber habe zwingend ein Obergutachten anzuordnen. Es sei nicht zulässig, dass das Ge- richt neue Berechnungen basierend auf blossen Teilüberlegungen der Gutach- terin anstrenge. Sollte das Kantonsgericht zum Schluss gelangen, dass das Gutachten mit Mängeln behaftet sei, hätte es gestützt auf Art. 188 Abs. 2 ZPO ein Obergutachten in Auftrag zu geben, und zwar mit einer Schätzung des Un- ternehmenswerts per heute und nicht rückwirkend per 31. Dezember 2020 (ZK1 2023 4, KG-act. 9 S. 3 ff.). c) aa) Gemäss Art. 211 ZGB sind die Vermögensgegenstände bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu ihrem Verkehrswert einzusetzen. Ver- mögensgegenstand im Sinne der genannten Bestimmung können Unterneh- men oder Gewerbe oder Anteile daran sein, die als rechtlich finanzielle Einheit bewertet werden. Der Verkehrswert im Sinne des Gesetzes ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem Markt realisierbar wäre. Ein Geschäftsbetrieb oder ein kaufmännisches Gewerbe ist nach anerkannten Grundsätzen der Betriebswirt- schaftslehre zu bewerten. Ausgangspunkt ist die Frage, ob das Unternehmen weitergeführt wird oder nicht. Je nach Antwort ist der Fortführungswert oder der Liquidationswert zu ermitteln. Ersterer wird in der Regel aufgrund einer zu- kunftsbezogenen Ertragsbewertung verbunden mit einer aktuellen Substanzbe- wertung bestimmt (BGE 136 III 209 E. 6.2.1 f.). Als Wertuntergrenze im Güter- recht gilt der Liquidationswert, ungeachtet der Frage, ob das Unternehmen ef- fektiv weitergeführt wird oder liquidiert werden soll (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 211 ZGB N 11; Hüttche/Meier-Mazzucato, Unternehmensbewertung und Rechtsprechung, Hinweise für die Bewertungs- und Beratungspraxis, in: An- waltsrevue 8/2018, S. 321; Althaus/Bohnenblust, Der massgebliche Wert in der güterrechtlichen Auseinandersetzung, in: FamPra 3/2020, S. 685; BGE 136 III 209 E. 6.2.4). Im Ehegüterrecht hat das Bundesgericht sodann nicht ausge- schlossen, dass eine überwiegende oder gänzliche Bewertung zum Ertragswert sinnvoll sein könne, wenn der aus güterrechtlicher Auseinandersetzung hervor- gehende Eigentümer voraussichtlich über längere Zeit das Gut nicht veräussern Kantonsgericht Schwyz 57 werde. Mit Rücksicht auf sämtliche Umstände des Einzelfalls könne der Ver- kehrswert dem Ertragswert entsprechen und die im Gesetz angelegte strikte Unterscheidung von Ertrags- und Verkehrswert insoweit dahinfallen. Die Be- triebswirtschaftslehre kenne verschiedene Bewertungsmethoden. Bei kleinen und mittleren Unternehmen werde häufig die Praktikermethode angewandt, ob- wohl in der Bewertungslehre niemand mehr für die theoretische Richtigkeit die- ser Methode einstehe. Es handle sich um eine Mischung aus Substanz- und Ertragswert, wobei der Ertragswert im Verhältnis zum Substanzwert doppelt ge- wichtet und der Verkehrswert mit der Formel "(1 x Substanzwert + 2 x Ertrags- wert) : 3" errechnet werde. Inzwischen sei ein Trend in Richtung Ertragswert- methoden zu verzeichnen. Aufgrund des geltenden Methodenpluralismus be- stehe in Bezug auf die Wahl der Bewertungsmethode ein gewisser Ermessens- spielraum, weil mehrere Methoden zu einem angemessenen Ergebnis führen könnten. Die gewählte Bewertungsmethode müsse indes in jedem Fall nach- vollziehbar, plausibel und anerkannt sein. Sie müsse in vergleichbaren Fällen verbreitete Anwendung finden, begründetermassen besser oder mindestens ebenso bewährt sein wie andere Methoden und den Verhältnissen im konkreten Einzelfall Rechnung tragen (BGer 5A_361/2022 vom 24. November 2022 E. 3.3.1.1 ff. mit Verweisen). bb) Der erstinstanzliche Richter bestellte am 17. Dezember 2020 die L.________ AG als Gutachterin und beauftragte sie mit der Beantwortung der Expertenfrage, welches der aktuelle Wert der G.________ AG beziehungs- weise der 300 Inhaberaktien des Unternehmens sei. Er hielt in Klammern fest, die Unternehmensbewertung sei unter Anwendung verschiedener gängiger Be- rechnungsmethoden (Ertragswert, Substanzwert, Praktikermethode, Discoun- ted Cash Flow) vorzunehmen und gestützt darauf sei der Wert des Unterneh- mens bzw. der Aktien mittels einer Mischrechnung zu ermitteln (Vi-act. 77). Die L.________ AG bewertete die G.________ AG in ihrer Unternehmensbewer- tung wie folgt (Vi-act. 88 S. 6):Kantonsgericht Schwyz 58 Substanzwert: Fr. 764’000.00 Ertragswert: Fr. 0.00 Praktikermethode: Fr. 255’000.00 DCF-Methode: Fr. 0.00 Wie bereits der Vorderrichter zitierte, kamen die Gutachter in ihrer Bewertung vom 30. Juli 2021 zu folgendem Schluss (Vi-act. 88 S. 3 und 7): Aufgrund der materiellen Verluste und Cash-Drains der Geschäftsjahre 2017 bis 2020 sowie der negativen Erwartungen 2021/2022 resultiert „technisch“ ein negativer Ertrags- und DCF-Wert. Unter der Annahme einer positiven Fortführungsbeurteilung und der damit verbundenen Werthaltigkeit der Substanz per 31.12.2020 erachten wir das per 31.12.2020 resultierende Eigenkapital in der Höhe von TCHF 764 als angemessenen Unternehmenswert. Aufgrund der negativen Ergebnisse 2018-2020, dem hieraus stark bean- spruchten Eigenkapital per 31.12.2020 sowie den negativen Plandaten 2021/2022 und dem erläuterten benötigten, jedoch aufgrund der positiven Fortführungsbeurteilung mittelfristig erwarteten Effort zur Realisierung von ausgeglichenen nachhaltigen Ergebnissen erachten wir den Substanzwert in der Höhe von TCHF 764 als anwendbare Grösse. Am 4. November 2021 beantwortete die L.________ AG die Ergänzungs-/Er- läuterungsfragen der Parteien. Als Grund für die Anwendung des Substanz- werts als angemessen Unternehmenswert führte sie aus, dieser diene bei Gesellschaften mit positiver Fortführungsprognose als Mindestwert einer Unter- nehmensbewertung, basierend auf der Grundlage, dass bei nachhaltig negativen Planergebnissen eine Liquidation und somit Realisation des Substanzwerts die bewertungstechnisch beste Option darstelle (Vi-act. 108 S. 4). cc) Die Frage, nach welcher Methode bzw. nach welchem Massstab ein Ver- mögensgegenstand zu bewerten ist, ist eine Rechtsfrage. Die Wertermittlung und Schätzung des tatsächlichen Werts eines Unternehmens ist hingegen Sachfrage (BGer 5A_361/2022 vom 24. November 2022 E. 3.3.1). Wie das Kantonsgericht Schwyz 59 Bundesgericht festhält, stellt die Bewertung eines Unternehmens hohe Anfor- derungen an Fachwissen, denn Unternehmen sind nach den anerkannten Grundsätzen der Betriebswirtschaftslehre zu bewerten, was den regelmässigen Beizug von Experten erklärt, denen diese Grundsätze vertraut sind und die in deren Anwendung geübt sind. Obwohl auch die Überprüfung von gerichtlichen Expertisen der freien Beweiswürdigung unterliegt, hat sich der Richter Zurück- haltung aufzuerlegen. Das gilt namentlich auch für Unternehmensbewertungen, weil die von der Rechtsprechung aus dem Gesetz abgeleiteten Vorgaben nur dann richtig angewandt werden, wenn sie im Einklang mit den Grundsätzen der Betriebswirtschaftslehre ausgelegt werden. Soweit die zur Anwendung ge- brachten Bewertungsmethoden als Rechtsfragen zu überprüfen sind, wird der Richter etwa beurteilen können, ob der Experte eine Methode wählte, die nach- vollziehbar, plausibel, anerkannt ist, in vergleichbaren Fällen verbreitete An- wendung findet, begründetermassen besser oder mindestens ebenso bewährt ist wie andere Methoden und den Verhältnissen im Einzelfall Rechnung trägt (BGer 4C.363/2000 vom 3. April 2001 E. 3b). Auch wenn es sich bei der Frage nach der Methode der Unternehmensbewertung um eine Rechtsfrage handelt, darf das Gericht nur aus triftigen Gründen von einer Expertise abweichen (BGer 5A_224/2023 vom 8. Dezember 2023 E. 2.3.2). dd) Die Substanzwertmethode gehört zu den traditionellen Bewertungsme- thoden. Basis ist die Unternehmensbilanz zu einem bestimmten Stichtag (Lan- genegger, in: Lardi/Dürr/Roullier [Hrsg.], Unternehmensnachfolge / Succession d’entreprise, 2. A. 2022, S. 211). Der Substanzwert entspricht dem am Bewer- tungsstichtag vorhandenen Eigenkapital, das heisst der Differenz zwischen den Aktiven und den Verbindlichkeiten einer Unternehmung (OGer ZH, Beschluss und Urteil LC220025-O/U vom 10. Februar 2023 E. 3.1.3.2). Er berechnet sich aus der Summe von Eigenkapital (Aktienkapital, Reserven Gewinnvortrag, Ge- winn) zuzüglich der stillen Reserven, abzüglich der latenten Gewinnsteuern auf den stillen Reserven (Althaus/Bohnenblust, a.a.O., S. 686). Der Liquidations- wert stellt denjenigen Wert dar, der nach Tilgung aller Schulden und Verkauf Kantonsgericht Schwyz 60 des gesamten Vermögens verbleibt. Ausgangspunkt für die Ermittlung des Liquidationswerts ist der Substanzwert, der um die vollen latenten Steuern auf allfälligen stillen Reserven und den Ausschüttungssteuerlasten auf den offenen und stillen Reserven und einem allfälligen Bilanzgewinn vermindert wird (Lautenbach-Koch/Meier-Mazzucato, Rechtliche Aspekte bei der Unterneh- mensbewertung und Unternehmensbewertung im Güterrecht, in: TREX 6/2016, S. 354; Althaus/Bohnenblust, a.a.O., S. 686). Laut Gutachten deckt sich der Nettosubstanzwert per 31. Dezember 2020 mit dem Eigenkapital gemäss ge- prüfter Jahresrechnung 2020, weil gemäss den vorliegenden Grundlagen und aufgeführten Informationen keine stillen Reserven bzw. Bewertungsdifferenzen bestehen (Vi-act. 88 S. 6). Der Kläger stellt zur Höhe des Liquidationswerts kei- nerlei Behauptungen auf und macht auch nicht geltend, inwieweit dieser unter dem Substanzwert liegen soll. Entsprechende Vorbringen hätten sich insbeson- dere deshalb aufgedrängt, weil der Gutachter den Substanzwert als Mindest- wert bezeichnete und von der Werthaltigkeit der Substanz ausging. Seine Be- hauptungen, mit dem Verkauf der Vorräte von über 1.5 Mio., der Betriebsein- richtungen von Fr. 90’580.00 oder der EDV-Anlagen von Fr. 67’700.00 könne nie der in der Bilanz erwähnte Betrag erzielt werden (vgl. ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 20 f.), blieben unbegründet. Im Weiteren beanstandet der Kläger den vom Gutachter ermittelten Substanzwert nicht. Ausserdem gilt für Vorräte ein doppeltes Niederstwertprinzip. Entweder ist nach dem Kostenwertprinzip (Anschaffungs- oder Herstellungskosten) oder nach dem Tageswertprinzip (Veräusserungswert abzüglich noch anfallender Kosten am Bilanzstichtag) zu bilanzieren, abhängig davon, welcher Wert tiefer ist (Haag/Neuhaus, in: Watter/ Vogt [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 6. A. 2024, Art. 960c OR N 4). Der Ansicht des Klägers, dass die Vorräte um über 20 % tiefer zu bewerten seien, weil sie angeblich zu über 90 % im EU-Raum gekauft worden sein sollen, kann demnach nicht ohne Weiteres gefolgt werden. Im Übrigen verweist der Kläger in diesem Zusammenhang weder auf erstinstanzliche Vorbringen noch beanstandet er, dass die erste Instanz Vorbringen von ihm zu Unrecht nicht berücksichtigt habe. Ob oder inwieweit es sich um neue Vorbringen handelt, Kantonsgericht Schwyz 61 lässt sich damit nicht ohne Weiteres sagen. Es ist wie erwähnt nicht Aufgabe des Gerichts, die erstinstanzlichen Eingaben nach entsprechenden Ausführun- gen zu durchsuchen. Der Begründungsobliegenheit kommt er insoweit nicht nach (OGer ZH, Beschluss und Urteil LC220025-O/U vom 10. Februar 2023 E. 3.1.4.2; vgl. auch E. 1c oben). Überschlagsmässig kann deshalb bei Aktiven von Fr. 2’086’158.09 abzüglich eines Fremdkapitals von Fr. 1’322’019.06 von einem Liquidationswert von rund Fr. 764’000.00 ausgegangen werden (siehe auch BGE 136 III 209 E. 6.4.3 [Wertermittlung ohne Berücksichtigung konkreter Liquidationskosten]). Zu beachten ist dabei auch, dass der Fortführungswert häufig als Bandbreite angegeben wird und das Bundesgericht die Grundsätze der Unternehmensbewertung auch dann noch als erfüllt ansieht, wenn der Li- quidationswert „im Schwankungsbereich” (des Fortführungswerts) liegt, den der Gerichtsgutachter für seine Schätzung abgab (+/- 10 %; Meier-Mazzucato, Unternehmensbewertung im Güterrecht: Wertver- änderungen bei Errungenschaftsbeteiligung, in: TREX 1/2020, S. 13; BGer 5A_387/2010 vom 14. September 2010 E. 5.3). Das vom Kläger mit Be- rufung eingereichte Schreiben der Steuerverwaltung Schwyz vom 13. Oktober 2021 betreffend Vermögenssteuerwert der G.________ AG per 31. Dezember 2020 (ZK1 2023 5, KG-act. 1/3) kann im Übrigen aus noven- rechtlicher Sicht nicht berücksichtigt werden (vgl. auch E. 1e oben), nachdem die Begründung des Klägers für das verspätete Einreichen, nämlich dass erst der vorinstanzliche Richter mit seiner falschen Methodenwahl Anlass zu dessen Einreichung gab (vgl. ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 24), nicht greift, weil der Wert der Aktien bereits davor umstritten war, die Beklagte einen wesentlich höheren Wert der Aktien geltend machte und der Erstrichter überdies das Gutachten der L.________ AG den Parteien am 13. August 2021 zustellte (Vi-act. 89). Weshalb er das Schreiben trotzdem nicht spätestens an der Hauptverhandlung vom 4. Mai 2022 noch hätte einbringen können, erklärt der Kläger nicht und ist auch nicht ersichtlich. Davon abgesehen lässt sich aus dem Steuerwert nicht auf die Höhe des Verkehrswerts schliessen. Schliesslich handelt es sich bei den „Indikativen Wertüberlegungen” der U.________ AG (Vi-KB 39) einerseits, im Kantonsgericht Schwyz 62 Gegensatz zum Gutachten der L.________ AG, nicht um ein gerichtliches Gutachten. Andererseits wies der Vorderrichter zu Recht darauf hin, dass die dortigen Autoren die Möglichkeit eines abschliessenden Werturteils verneinten und lediglich unter der Verwendung der stark eingeschränkten vorliegenden In- formationen den Ertrags- wie auch den Unternehmenswert der G.________ AG per 31. Dezember 2018 auf Fr. 0.00 bezifferten, unter Berücksichtigung der noch weiter zurückliegenden Jahre 2016 bis 2018 (vgl. Vi-KB 39 S. 3 und 7 f.). Mit dem Erstrichter ist damit von einem Unternehmenswert der G.________ AG von Fr. 764’000.00 auszugehen. Bei diesem Schluss erübrigen sich weitere Ausführungen zu den Beanstandungen der Beklagten hinsichtlich des von der Gutachterin ermittelten Ertrags- und Unternehmenswerts (vgl. ZK1 2023 4, KG-act. 9 S. 6 ff.). Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass das Gericht bei Vorliegen eines unvollständigen, unklaren oder nicht gehörig begründeten Gutachtens auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen (erst) dann ein Ober- gutachten einzuholen hat, wenn eine Erläuterung oder Ergänzung die Mängel des Gutachtens nicht zu beseitigen vermochte oder wenn eine Verbesserung von vornherein keinen Erfolg verspricht (Dolge, in: in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Art. 188 ZPO N 8 f.). 6. Zusammenfassend sind die Berufungen je teilweise gutzuheissen und das angefochtene Urteil ist im Sinne der Erwägungen anzupassen. a) Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Beide Parteien ersuchen ungeachtet des Ausgangs des Berufungsverfahrens um Anpassung der erstinstanzlichen Kosten- und Ent- schädigungsregelung, wonach die Kosten zu 2/3 zulasten der Beklagten zu 1/3 zulasten des Klägers gehen. aa) Der erstinstanzliche Richter verneinte das Vorliegen von Billigkeitsgrün- den, die ein Abweichen von der Grundnorm von Art. 106 ZPO erfordern würden. Kantonsgericht Schwyz 63 Die Parteianträge betreffend Scheidungspunkt, die Kinderbelange (ausgenom- men Kinderunterhalt) sowie Teilung der Vorsorge seien weitgehend überein- stimmend. In Bezug auf den Scheidungspunkt sei indessen zuungunsten der Beklagten zu berücksichtigen, dass sie sich anfänglich auf den fehlenden Ab- lauf der Trennungsfrist berufen und deshalb weder Editionsunterlagen einge- reicht noch an einer Einigungsverhandlung teilgenommen habe. Hinsichtlich der Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträge sowie des Güterrechts habe keine Partei obsiegt, die Anträge des Klägers lägen jedoch insbesondere bei den Unterhaltsbeiträgen, aber auch bei den Ausgleichszahlungen, aufgrund des massiven Überklagens der Beklagten wesentlich näher bei den im Urteil ge- sprochenen Beträgen (angef. Urteil E. 7.1). bb) Der Kläger argumentiert in seiner Berufung, die Beklagte sei im Schei- dungspunkt unterlegen, indem sie ihren diesbezüglichen Antrag zurückgezogen habe. Die durch die unbestrittenen Kinderbelange und die BVG-Teilung verur- sachten Kosten seien zu vernachlässigen. Mit den geforderten Unterhaltsbei- trägen von Fr. 20’000.00, davon lebenslängliche nacheheliche Unterhaltsbei- träge von Fr. 9’000.00, habe die Beklagte massiv überklagt. Er habe sich zu Kinderunterhaltsbeiträgen von total Fr. 1’220.00 verpflichtet wissen wollen und beantragt, dass kein nachehelicher Unterhalt zuzusprechen sei. Die erste In- stanz habe Kinderunterhaltsbeiträge von total Fr. 3’180.00 bzw. Fr. 2’480.00 (ab 1. Januar 2024) gesprochen und den Antrag auf nachehelichen Unterhalt abgewiesen. Güterrechtlich habe die Beklagte Fr. 5’000’000.00 verlangt und Fr. 110’000.00 habe er ihr zugestanden. Gemäss erstinstanzlichem Urteil solle sie Fr. 560’000.00 erhalten. Sowohl bei der Unterhaltsfrage als auch im Güter- recht unterliege die Beklagte deshalb infolge massiven Überklagens mindes- tens zu 9/10. Die Kosten seien mithin zu 4/5 der Beklagten und zu 1/5 ihm auf- zuerlegen (ZK1 2023 4, KG-act. 1 Rz 36 ff.). Die Beklagte bezeichnet diese Überlegungen/Berechnungen des Klägers einerseits als falsch, andererseits beanstandet sie die fehlende Berücksichtigung von Art. 107 ZPO. Quotenbe- rechnungen seien gerade dann unangebracht, wenn Parteien ihre Vorbringen Kantonsgericht Schwyz 64 auf die ihnen zugänglichen Unterlagen abstützen würden, die richtigen Vermögenswerte nicht abschliessend bekannt seien und mit Gutachten erst zu klären seien sowie sich immer wieder Änderungen und Veränderungen bedingt durch die Verfahrensdauer und/oder äussere Umstände wie die Corona-Epide- mie einstellen würden (ZK1 2023 4, KG-act. 9 S. 12). cc) Die Beklagte verlangt mit Berufung eine hälftige Kostenverteilung und be- anstandet die fehlende Berücksichtigung von Art. 107 ZPO. Im Kanton Aargau würden die Verfahrenskosten ausnahmslos in allen familienrechtlichen Verfah- ren gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO den Parteien je hälftig auferlegt und die Parteikosten wettgeschlagen. Unter Verweis auf Art. 107 Abs. 1 lit. a und b ZPO ruft die Beklagte sodann in Erinnerung, dass sie die Klageantwort vor Co- rona eingereicht habe, welche Epidemie den Geschäftsverlauf der G.________ AG erheblich negativ beeinflusst habe. Hinsichtlich des Werts deren Aktien, der durch das Gutachten ermittelt worden sei, habe sie auf die im Eheschutzverfah- ren eingereichten Steuerbewertungen 2013 bis 2017 mit Steuerwerten von über Fr. 10 Mio verwiesen. Der Ausgang in strittigen Ehescheidungsverfahren sei im- mer schwierig zu prognostizieren. Weil das Verfahren vor erster Instanz vier Jahre gedauert habe und güterrechtlich von der Coronakrise beeinflusst worden sei, sei nicht nur Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO, sondern seien auch lit. a, lit. b und lit. f erfüllt (ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 19 f.). Der Kläger hält dem entgegen, dass es sich bei Art. 107 ZPO um eine „Kann”-Bestimmung handle. Zudem weist er auf das grosse Ermessen des Gerichts hin. Zwar könne in einem Eheschei- dungsverfahren zu Beginn vieles unklar sein, im Zeitpunkt der Hauptverhand- lung oder spätestens des Schlussvortrags seien die Verhältnisse und das Be- weisergebnis jedoch auch der Beklagten bekannt gewesen, weshalb sie die Möglichkeit gehabt habe, ihre Rechtsbegehren anzupassen, worauf sie aber verzichtet habe (ZK1 2023 5, KG-act. 11 Rz 49 ff.). dd) Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten (d.h. Gerichtskos- ten und Parteientschädigung, Art. 95 Abs. 1 ZPO) der unterliegenden Partei Kantonsgericht Schwyz 65 auferlegt. Obsiegte keine Partei vollständig, werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familienrechtli- chen Verfahren kann das Gericht von diesen Grundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit c ZPO). Ebenfalls kann es von den Verteilungsgrundsätzen abweichen, wenn die Klage zwar grundsätzlich, aber nicht in der Höhe der Forderung gutgeheissen wurde und diese Höhe vom gerichtlichen Ermessen abhängig oder die Bezifferung des An- spruchs schwierig war (Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO), wenn eine Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst war (Art. 107 Abs. 1 lit. b ZPO) oder wenn andere besondere Umstände vorliegen, die eine Verteilung nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen (Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO). Bei Art. 107 ZPO handelt es sich nach seinem Wortlaut um eine „Kann“- Bestimmung. Das Gericht verfügt im Anwendungsbereich dieser Regelung nicht nur über Ermessen, wie es die Kosten verteilen will, sondern insbesondere auch bei der Frage, ob es überhaupt von den allgemeinen Verteilungsgrundsät- zen nach Art. 106 ZPO abweichen will. Gemäss Bundesgericht stellt Art. 107 ZPO immer eine Ausnahme vom Grundsatz von Art. 106 ZPO dar, so- dass sie restriktiv und nur bei Vorliegen besonderer Umstände anzuwenden ist. Die allgemeinen Grundsätze der Kostentragung sollen nicht ausgehöhlt werden (BGE 143 III 261 E. 4.2.5 = Pra 107/2018 Nr. 95; Maier, Kostenfolgen in famili- enrechtlichen Prozessen, in FamPra 4/2019, S. 1140). Das Bundesgericht ver- neint bei Streit um Kinderbelange eine systematische hälftige Kostenauflage gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO aus Billigkeit (BGer 5A_457/2022 vom 11. November 2022 E. 3.6.2; BGer 5A_783/2022 vom 25. Januar E. 3.3.2). In Anbetracht dessen vermag die Beklagte mit dem alleinigen pauschalen Hinweis auf die Praxis im Kanton Aargau noch keine Anwendung von Art. 107 ZPO zu rechtfertigen. Anderweitige Gründe, die ein Abstellen auf besagte Bestimmung rechtfertigen würden, macht sie nicht geltend. Sie stützt sich auch auf Art. 107 Abs. 1 lit. a und lit. b ZPO. Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO ist auf den Fall der sog. Überklagung ausgerichtet. Nach Art. 290 lit. c ZPO sind in der Scheidungs- klage Rechtsbegehren zu den vermögensrechtlichen Folgen der Scheidung zu Kantonsgericht Schwyz 66 stellen. Während die Parteien bei Geltung der Offizialmaxime nicht verpflichtet sind, Rechtsbegehren zu stellen, sind diese im Anwendungsbereich der Dispo- sitionsmaxime nach Art. 84 Abs. 2 ZPO zu beziffern. Namentlich sind unter- halts- und güterrechtliche Forderungen bereits bei Einleitung des Scheidungs- verfahrens (auch) in betragsmässiger Hinsicht zu bestimmen. Die Parteien kön- nen ihre Rechtsbegehren im Verlauf des Verfahrens indes unter den Voraus- setzungen von Art. 227 und 230 ZPO ändern (Stalder, Rechtsbegehren in fami- lienrechtlichen Verfahren, in: FamPra 1/2014, S. 55). Eine Beschränkung der Klage ist jederzeit zulässig (Art. 227 Abs. 3 und 230 Abs. 2 ZPO). Die Beklagte bezifferte ihre Unterhalts- und Güterrechtsforderungen bereits in ihrer Klageant- wort (KG-act. 30 S. 2 ff.) und reichte damit keine unbezifferte Forderungsklage (vgl. Art. 85 ZPO) ein, bei der eine Bezifferung auch erst im Schlussvortrag er- folgen kann (vgl. BGer 5A_847/2021 vom 10. Januar 2023 E. 4.3 betreffend güterrechtliche Forderung). Sie hätte ihre Begehren aber jederzeit und voraus- setzungslos noch reduzieren können. Eine solche Beschränkung gilt indes als Teilrückzug, was mit entsprechenden Kostenfolgen verbunden ist (Moret, Aktenschluss und Novenrecht nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2014, N 1013). Ein Teilabstand entspricht teilweisem Unterliegen (Urwyler/Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 106 ZPO N 6). Nichtsdestotrotz zwang der alleinige Umstand, dass insbe- sondere eine Bezifferung im Güterrecht und im Speziellen eine Bewertung der Aktien der G.________ AG, unter anderem auch wegen der Corona-Krise, sich nicht leicht gestaltete, den Vorderrichter nicht dazu, seine Kostenverteilung auf Art. 107 ZPO abzustützen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Beklagte bei Unzumutbarkeit, unter Darlegung der Erfüllung der Bedingungen nach Art. 85 Abs. 1 ZPO (BGE 148 III 322 E. 2 f.), eine unbezifferte Forderungsklage hätte erheben können. Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO bildet schliesslich lediglich einen Auffangtatbestand (BGE 139 III 33 E. 4.2).Kantonsgericht Schwyz 67 Für die Frage des Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO) bzw. des Ausgangs des Verfahrens (Art. 106 Abs. 2 ZPO) ist entscheidend, in welchem Mass die Par- teien im Ergebnis mit ihren Rechtsbegehren durchdringen (BGE 148 III 182 E. 3.2). Nicht zu beanstanden ist zunächst, dass der Vorderrichter die weitge- hend übereinstimmenden Anträge der Parteien (Scheidungspunkt [unter Berücksichtigung der anfänglichen Berufung der Beklagten auf den fehlenden Ablauf der Trennungsfrist], Vorsorgeausgleich, elterliche Sorge und Obhut, Be- suchsrecht) in seiner Würdigung miteinbezog und nicht „vernachlässigte”, wie der Kläger dies vertritt. Bei übereinstimmenden Anträgen sind die darauf entfal- lenden Prozesskosten grundsätzlich je hälftig von den Parteien zu tragen (KG GR, Urteil ZK1 2022 10 vom 5. Dezember 2022 E. 4.6). Bei einer vermögensrechtlichen Streitigkeit kann sodann der prozentuale Anteil des Ob- siegens und Unterliegens berechnet werden. Entscheidend ist die Differenz zwi- schen dem im Rechtsbegehren gestellten Antrag und dem zugesprochenen Be- trag im Entscheid, welches aber nicht das einzige Kriterium darstellt (Sutter- Somm/Seiler, a.a.O., Art. 106 ZPO N 10). So kann das Gewicht, das den An- trägen der Parteien beigemessen wird, nach verschiedenen Kriterien beurteilt werden: ihrer Bedeutung im Streitfall, dem zugesprochenen Betrag oder der verursachten Arbeit (BGer 5D_108/2020 vom 28. Januar 2021 E. 3.2). Die Be- klagte beanstandet die vom Kläger ermittelte Obsiegen- und Unterliegenquote als falsch, ohne dies näher zu erläutern. Auch wenn aber dem Unterhalt und dem Güterrecht grösseres Gewicht beigemessen wird, weil die finanziellen Be- lange vorliegend im Vordergrund standen und den grossen Teil der Aufwendun- gen ausmachten, erscheint eine Verteilung der Kosten, die im Übrigen zu rund einem Drittel aus den Gutachterkosten bestehen, im Verhältnis von 1/3 zu 2/3 angemessen, nachdem hinsichtlich der elterlichen Sorge und Obhut, dem Be- suchsrecht sowie dem Vorsorgeausgleich die Beklagte gleichermassen als ob- siegend angesehen werden kann und sie immerhin im Laufe des Verfahrens selber die Scheidung beantragte. Auch mit den geringfügigen Anpassungen im Berufungsverfahren (Erhöhung [bis Ende 2026] und Reduktion [ab 2027] der Kantonsgericht Schwyz 68 Unterhaltsbeiträge für F.________ sowie Reduktion der vom Kläger zu bezah- lenden offenen Unterhaltsbeiträge) bleibt es bei der vorderrichterrichterlichen Kostenverteilung bzw. ist keine Anpassung angezeigt (siehe auch E. 6b unten). Dispositivziffer 14 ist damit zu bestätigen. ee) Die Beklagte moniert schliesslich, dass der erstinstanzliche Richter die dem Kläger angefallenen Anwaltskosten auf Fr. 75’000.00 und ihre lediglich auf Fr. 50’000.00 beziffert habe (vgl. ZK1 2023 5, KG-act. 1 S. 18 f.). Der Erstrichter stufte den Aufwand des Klägers als um einiges höher ein als denjenigen der Beklagten, die sich in weiten Teilen auf ein relativ pauschales Behaupten und Bestreiten beschränkt habe (angef. Urteil E. 7.2). Die Beklagte stellt Letzteres nicht in Abrede und setzt sich mit dieser Begründung nicht auseinander. So legt sie nicht dar, weshalb diese Feststellung nicht zutreffen soll, sondern lässt zu- sammengefasst vorbringen, dass die Anzahl der Eingaben oder deren Umfang nicht auf eine unterschiedliche zeitliche Beanspruchung schliessen lasse, weil unnötige Eingaben ohnehin unbeachtlich wären und jede Eingabe auch Auf- wand bei der Gegenseite auslöse. Mit diesen allgemeinen Vorbringen zeigt sie weder auf, dass oder welche Eingaben des Klägers nicht geboten gewesen wären, noch dass ihre Behauptungen und Bestreitungen nicht pauschal geblie- ben wären. Ebenso wenig ergibt sich aus dem Gesetz eine Vermutung ge- schweige denn eine bindende Vorgabe, dass Parteien in einem Verfahren in etwa den gleichen Aufwand haben. Mithin ist Dispositivziffer 15 zu bestätigen. b) Der vorliegenden Beurteilung lagen zwei Berufungen zugrunde. Der Kläger drang mit seiner Berufung hinsichtlich der beantragten Reduktion des von ihm gemäss Dispositivziffer 12 des angefochtenen Entscheids an die Be- klagte auszurichtenden Betrags von Fr. 31’790.00 (auf Fr. 7’571.15) im Umfang von Fr. 5’727.00 durch. Güterrechtlich ersucht er um eine Besserstellung um gut Fr. 170’000.00, mit welchem Antrag er vollständig unterliegt. Ebenfalls un- terliegt er hinsichtlich der beantragten Abänderung der vorderrichterlichen Kantonsgericht Schwyz 69 Kosten- und Entschädigungsregelung. Die Beklagte ihrerseits obsiegt betref- fend Kindesunterhalt insoweit, als der Kläger für F.________ bis Ende 2026 monatlich Fr. 1’750.00 anstatt Fr. 1’590.00 zu bezahlen hat. Gleichzeitig unter- liegt sie diesbezüglich aufgrund der von Amtes wegen vorgenommenen Reduk- tion von Fr. 670.00 auf Fr. 640.00 ab dem Jahr 2027. Im Weiteren unterlag auch sie mit ihren Anträgen, namentlich um Verpflichtung des Klägers zur Zahlung von nachehelichem Unterhalt, um Erhöhung der vom Kläger noch zu bezahlen- den offenen Unterhaltsbeiträge von Fr. 31’790.00 auf Fr. 66’021.60 sowie mit der verlangten Anpassung der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungs- regelung. Insgesamt erscheint es aufgrund des jeweils vernachlässigbaren Durchdringens der Parteien mit ihren Berufungsanträgen angemessen, dass jede Partei die Kosten ihrer Berufung übernimmt, die in etwa gleich hoch aus- fallen. Entsprechend sind die Kosten des Berufungsverfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen gegenseitig wettzu- schlagen. 7. Entscheide über Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten sind gemäss Art. 301 lit. b ZPO dem Kind, welches das 14. Altersjahr vollen- dete, zu eröffnen, selbst wenn es am Verfahren selber nicht teilnahm (Michel/Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Art. 301 ZPO N 6 und 16). Vom Zweck der Bestimmung her genügt es, dass dem Kind der Entscheid in- soweit eröffnet wird, als es durch ihn direkt betroffen wird (Schweighauser, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Band II, 4. A. 2022, Art. 301 Anh. ZPO N 12; ders., in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O. Art. 301 ZPO N 11; Stalder/van de Graaf, in: in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], a.a.O., Art. 301 ZPO N 1; Bieri/Bollinger-Bär, in: Spühler [Hrsg.], ZPO annotée, 2023, Art. 301 ZPO N 3; Spycher, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, 2012, Art. 301 ZPO N 5). Der vorliegende Entscheid ist E.________ und F.________ damit aus- zugsweise mitzuteilen;- Kantonsgericht Schwyz 70 erkannt: 1. Die Berufungsverfahren ZK1 2023 4 und 5 werden vereinigt. 2. In teilweiser Gutheissung der Berufungen werden die Dispositivziffern 7 und 12 des Urteils des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 7. Dezember 2022 aufgehoben und wie folgt ersetzt: 7. Der Ehemann/Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt von Sohn E.________ und Tochter F.________ folgende Unterhaltsbeiträge je zuzüglich allenfalls bezogener Kinder-/Ausbildungszulagen zu bezahlen (derzeitiger Bezug durch die Ehefrau/Mutter), zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats: Für Sohn E.________ (Barunterhalt): - Fr. 890.00 ab Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils bis 31.12.2024 - Fr. 605.00 ab 01.01.2025 Für Tochter F.________ (Barunterhalt): - Fr. 1’750.00 ab Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils bis 31.12.2026 - Fr. 640.00 ab 01.01.2027 Diese Unterhaltsbeiträge sind ausdrücklich über die Mündigkeit von Sohn E.________ und Tochter F.________ hinaus zu ihren Handen weiterhin an die Ehefrau/Mutter zu entrichten, solange sich die Kinder in ordentlicher Erstausbildung befinden, bei der Ehefrau/Mut- ter wohnhaft sind und keine eigenen Ansprüche gegen den Ehe- mann/Vater i.S.v. Art. 277 Abs. 2 ZGB geltend machen oder eine andere Zahlstelle bezeichnen. 12. Der Ehemann wird sodann verpflichtet, der Ehefrau für ausstehende Unterhaltsbeiträge bis zum Urteilszeitpunkt Fr. 26’063.00 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils. Im Übrigen werden die Berufungen abgewiesen, soweit auf sie eingetre- ten wird.Kantonsgericht Schwyz 71 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 30’000.00 werden je zur Hälfte (je Fr. 15’000.00) den Parteien auferlegt und von den jeweiligen Kostenvorschüssen (je Fr. 25’000.00) bezogen. Die Restbeträge (je Fr. 10’000.00) werden den Parteien zurückerstattet. 4. Die Parteientschädigungen werden gegenseitig wettgeschlagen. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streit- wert übersteigt Fr. 30’000.00. 6. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), E.________ und F.________ (je auszugsweise [1/R]: vorinstanzliche Dispositivziffer 9 sowie Dispositivziffer 2 Ziffer 7) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten sowie zur Vornahme der entsprechenden Meldungen) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 17. Oktober 2024 amu