Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer Geschäfts-Nr.: UE170255- O/U/BEE Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Oberrichterin lic. iur. A. Meier und Oberrichter lic. iur. A. Flury sowie Gerichtsschreiberin Dr. iur. C. Schoder Beschluss vom 24. April 2018 in Sachen A.X., Beschwerdeführerin gegen Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, Beschwerdegegnerin betreffend Nichtanhandnahme Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt- schaft IV des Kantons Zürich vom 28. August 2017, C-5/2016/10004019 - 2 - Erwägungen: I. 1. A.X. erstattete am 27. November 2015 und mit Ergänzungen vom 11. D e- zember 2015, 10. Februar 2016, 20. April 2016 und 24. Juni 2016 Strafan- zeige gegen das behandelnde Ärzte- und Pflegepersonal des Uni versitäts- spitals Zürich (USZ) wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung und fahrlässiger Tötung zum Nachteil ihres Vaters B.X., geboren am tt. Februar 1937. Dieser wurde am 5. August 2015 wegen Leberkrebs operiert. In den frühen Morgenstunden des 20. August 2015 erlitt er einen Herzstil lstand und als Folge davon einen schweren Hirnschaden. B.X. (†) verstarb am tt. Au- gust 2015 im USZ. Die dannzumal zuständige Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich eröffne- te am 2. Februar 2016 ein Straf untersuchungsverfahren gegen Unbekannt. Am 20. Februar 2017 trat sie das Verfahren aufgrund einer neuen Aufg a- benverteilung zwischen den Staatsanwaltschaften des Kantons Zürich an die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich ab. Diese beauftragte das Institut für Rechtsmedizi n der Universität Zürich (IRM), ein Aktengutachten zu allfälligen medizinischen Behandlungsfehlern zu erstellen. Das Gutachten ging am 19. Juli 2017 ein. Die Anzeigeerstatterin nahm am 7. August 2017 zum Gutachten Stellung und beantragte die Befragung von zwei Pflegefach- personen sowie die Einholung einer zweiten rechtsmedizinischen Einschä t- zung. 2. Mit Verfügung vom 28. August 2017 (Urk. 3/1) erliess die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahmeverfügung (recte: Einstellungsverfügung), da g e- mäss dem rechtsmedizinischen Gutachten des IRM keine Hinweise auf eine Sorgfaltspflichtverletzung des Spitalpersonals und folglich kein Ve rdacht auf ein strafbares Verhalten vorlägen. - 3 - 3. Mit Eingabe vom 13. September 2017 (Urk. 2; Beilagen, Urk. 3) erhob A.X. bei der III. Strafk ammer des Obergerichts Zürich Beschwerde mit dem sinn- gemäss gestellten Antrag, die Strafuntersuchung sei fortzusetzen. 4. Mit Präsidialverfügung vom 26. September 2017 (Urk. 5) wurde der B e- schwerdeführerin aufgegeben, innert 30 -tägiger Frist eine Prozesskaution von CHF 2'500. -- zu leisten, und angedroht, dass bei Nichtleisten der Kaut i- on auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Die Kaution ging rechtzeitig bei der Gerichtskasse ein (vgl. Urk. 7). 5. Am 29. Oktober 2017 reichte die Beschwerdeführerin eine Ergänzung der Beschwerdeschrift (inkl. Beilagen) ins Recht (Urk. 8 und Urk. 9). 6. Mit Eingabe vom 8. November 2017 schloss die Staatsanwaltschaft auf B e- schwerdeabweisung und verzichtete im Übrigen unter Verweis auf die B e- gründung der angefochtenen Verfügung und das rechtsmedizinische Gu t- achten auf Stellungnahme zur Beschwerde (Urk. 12). Die Beschwerdeführe- rin liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen. 7. Infolge neuer Konstituierung der III. Strafkammer des Obergerichts ergeht dieser Beschluss in einer anderen Besetzung als angekündigt. II. 1. 1.1 Der V erstorbene ist Opfer im Sinn von Art. 116 Abs. 1 StPO. Als Opfer gilt nach dieser Bestimmung die geschädigte Person, die durch die Straftat in i h- rer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beei n- trächtigt worden ist. Die Beschwerdeführerin ist Tochter des Verstorbenen und gehört als solche zum Kreis der nahen Angehörigen des Opfers im Sinn von Art. 116 Abs. 2 StPO. 1.2 Den Opferangehörigen stehen die gleichen Rechte wie dem Opfer zu, sofern sie Z ivilansprüche geltend machen (Art. 117 Abs. 3 StPO). Zivilansprüche - 4 - sind Forderungen, die sich aus dem Zivilrecht ergeben und ordentlicher- weise vor den Zivilgerichten durchgesetzt werden müssen (BGE 141 IV 1 E. 1.1). Im Strafverfahren können Zivilansprüche adhäsionsweise geltend ge- macht werden (vgl. Art. 122 und Art. 126 StPO). Die Opferangehörigen müssen eigene Zivilansprüche gegen den Straftäter geltend machen (Art. 122 Abs. 2 StPO ). In Betracht kommen in erster Linie Versorgerschaden (Art. 45 Abs. 3 OR) und Genugtuung ( Art. 47 OR). Im vorliegenden Fall steht eine mutmasslich begangene Straftat im Rahmen einer medizinischen Behandlung am Universitätsspital Zürich (USZ) zur Dis- kussion. Beim USZ handelt es sich um eine Anstalt des kantonalen öffentl i- chen Re chts mit eigener Rechtspersönlichkeit (§ 1 des Gesetzes vom 19.9.05 über das Universitätsspital Zürich [USZG; LS 813.15]). Im Kanton Zürich kommt bei Haftungsansprüchen gegenüber Organisationen des kan- tonalen öffentlichen Rechts mit eigener Rechtsper sönlichkeit bzw. gegen- über ihren Organen und gegenüber den in ihrem Dienst stehenden Pers o- nen, soweit sie öffentlich -rechtliche Verrichtungen ausüben, das Gesetz vom 14. September 1969 über die Haftung des Staates und der Gemeinden s o- wie ihrer Behörden und Beamt en ( Haftungsgesetz; LS 170.1) zur Anwen- dung ( § 3 Haftungsgesetz). Der g eschädigten Person steht kein Anspruch gegen die Angestellten zu (§ 4 i.V.m. § 6 Abs. 4 Ha ftungsgesetz). Demnach sind a llfällige Forderungen der Beschwerdeführerin nicht zivilrechtlicher, sondern öffentlich -rechtlicher Natur. Öffentlich-rechtliche Forderungen kön- nen nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht wer den (BGE 141 IV 380 E. 2.3.1; 131 I 455 E. 1.2.4) . Sie sind in einem separaten Staats- haftungsverfahren durchzusetzen. Dies führt zur Frage, ob den Opferangehörigen, die anstelle einer zivilrecht- lichen eine öffentlich -rechtliche Forderung geltend machen, aufgrund des Wortlauts von Art. 117 Abs. 3 StPO die Berechtigung zur Anfechtung einer Nichtanhandnahme- oder Einstellun gsverfügung fehlt. Den Gesetzesmate- rialien kann diesbezüglich nichts entnommen werden (vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung der Strafprozessordnung vom 21.12.2005, BBl 2006 1170 - 5 - f.; AB 2006 S 1011; AB 2007 N 952), was darauf schliessen lässt, dass sich der Bundesgesetzgeber des Problems nicht bewusst war und sich jedenfalls nicht bewusst gegen die Beschwerdelegitimation von Opferangehörigen mit öffentlich-rechtlichen Forderungen aus Sta atshaftungsrecht entschied. 1.3 Die Voraussetzung der Geltendmachung von Zivilansprüchen wird auch zur Eingrenzung der Legitimation der Privatklägerschaft zur Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht (Art. 78 ff. StPO [recte: BGG]) verwendet. Nach Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG bedarf die Legitimation zur Beschwerde in Strafsachen eines rechtlich geschützten Interesses an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids. Zu den Beschwerdeberechtigten gehört u.a. die Privatklägerschaft, wobei für sie zusätzlich vorausgesetzt ist, dass sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung ihrer Zivilanspr ü- che auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Macht die geschädigte Person anstelle von Zivilansprüchen öffentlich -rechtliche Forderungen aus Staatshaftung geltend, tritt das Bundesgericht, von Ausnahmen bei Gewalt- delikten abgesehen (vgl. E. II/1.5 hiernach), auf die Beschwerde nicht ein (BGer, Urteile 6B_1074/2017 vom 27.11.17 E. 2; 6B_619/2017 vom 14.11.17 E. 4; 6B_691/2017 vom 7.7.17 E. 1; 6B_514/2017 vom 18.5.17 E. 2). In der Lehre wird diese restriktive Legiti mationspraxis kritisiert. Dagegen wird hauptsächlich vorgebracht, der Entscheid im Strafpunkt könne nicht nur auf Zivilforderungen, sondern auch auf öffentlich -rechtliche Haftungsansprü- che der geschädigten Person gegen den Staat Auswirkungen haben. Wenn beispielsweise ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tatbegehung eingestellt werde, so habe der Umstand, dass der Täter/der Staatsangestellte nur noch wegen Fahrlässigkeit belangt werden könne, auf die öffentlich -rechtliche Forderung der geschädigten Person Ausw irkungen. Es sei beim Zivilgericht und beim Staatshaftungsgericht gleichermassen von einer faktischen Bi n- dung an das Strafurteil auszugehen. Aus diesem Grund müsse die gesch ä- digte Person ungünstige Strafurteile oder Einstellungsbeschlüsse vor Bu n- desgericht anfechten können, unabhängig davon, ob zivilrechtliches oder ö f-- 6 - fentlich-rechtliches Haftungsrecht zur Anwendung komme ( MARC THOMMEN, in: Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 81 N. 40 f.; DERS., Die Opfer staatlicher Gewalt vor Bu ndesgericht, in: Toujours agité - jamais abattu, Festschrift für Hans Wiprächtiger, 2011, S. 89 ff.; OMAR ABO YOUSSEF, Die Legitimation des Geschädigten zur Beschwerde in Straf- sachen, in: forumpoenale 5/2010 S. 316 ff.). 1.4 Diese Kritik lässt sich auf Art. 117 Abs. 3 StPO übertragen. Nach dieser Be- stimmung haben die nahen Angehörigen eines Opfers Verfahrensrechte, wenn sie Zivilansprüche stellen. In diesem Fall sind sie ohne Weiteres legi- timiert, Nichtanhandnahme- oder Einstellungsverfügungen mit strafpr ozes- sualer Beschwerde anzufechten. Wie oben gezeigt, können sich s olche Ver- fügungen aber auf öffentlich-rechtliche Haftungsansprüche der nahen Ang e- hörigen aus Staatshaftung gleichermassen wie auf Zivilforderungen gegen- über dem Straftäter auswirken. Unter dem Blickwinkel des Rechtsgleich- heitsgebots (Art. 8 BV) ist daher nicht einzusehen, weshalb die nahen An- gehörigen eines Opfers die Nichtanhandnahme oder Einstellung eines Straf- verfahrens bei einer zur Anzeige gebrachten Straftat in einem privaten Spital anfechten können, der kantonale Rechtsmittelweg gegen die Nichtanhand- nahme- oder Einstellungsverfügung ihnen dagegen versagt bleibt, wenn sich die mutmassliche Straftat in einem öffentlichen Spital ereignete. Für die be- troffenen Angehörigen ist dies e Unterscheidung schwer nachvollziehbar (vgl. in diesem Sinn H EINZ AEMISEGGER, Zur Umsetzung der Schweizerischen Strafprozessordnung, in: Liber Amicorum für Andreas Donatsch, 2012, S. 260). Es liegt darin ein Element der Willkür. Ein Teil der Lehre plädiert deshalb dafür, den Begriff "Zivilansprüche" in dem Sinne neu auszulegen, dass darunter die aus der mutmasslichen Straftat re- sultierenden "Haftungsansprüche" zu verstehen sind, unabhängig davon, ob die Haftungsgrundlage zivil - oder öffentlich-rechtlicher Natur ist (T HOMMEN, a.a.O., Art. 81 N. 41 ; zurückhaltender aber AEMISEGGER, a.a.O., S. 261, und ABO YOUSSEF, a.a.O., S. 317, die bezüglich Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG eine Gesetzesrevision vorschlagen). Diese die Bestimmung von Art. 81 Abs. - 7 - 1 lit. b Ziff. 5 BGG betreffende, neue Auslegung ist bei Art. 117 Abs. 3 StPO ebenfalls angebracht. 1.5 Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch das konventions - und ver- fassungsrechtlich garantierte Recht auf Leben (Art. 2 Ziff. 1 EMRK, Art. 10 Abs. 1 BV) und das Verbot der Folter und jeder anderen Art grausamer, un- menschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung (Art. 3 EMRK, Art. 10 Abs. 3 BV) . Aus diesen Garantien erwächst der geschädigten Person und ihren Angehörigen ein Anspruch auf eine wirksame und vertiefte amtliche Untersuchung der Todesumstände oder der Misshandlung (JENS MEYER-LADEWIG/BERTOLD HUBER, in: Handkommentar EMRK, 4. Aufl. 2017, Art. 2 N. 21 ff.; J ÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 55 f., je mit zahlrei chen Hinweisen auf die Recht- sprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Im Vordergrund stehen Fälle der Gewaltanwendung durch staatliche Organe. Der Anspruch auf eine wirksame und vertiefte amtliche Untersuchung gilt aber auch in an deren Fällen, wenn ein Mensch auf zweifelhafte Art zu Tode kommt. Der Staat ist namentlich verpflichtet, Todesfälle von Patienten in ärztlicher Obhut zu untersuchen und allfällige Verantwortliche zur Rechen- schaft zu ziehen (M ÜLLER/SCHEFER, a.a.O., S. 56). Unter Abstützung auf diese Garantien bejaht e das Bundesgericht in Fällen staatlicher Gewaltausübung ein rechtlich geschütztes Interesse der B e- troffenen an der Aufhebung eines Entscheids, mit dem die Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen einen Beamten abgelehnt oder die Untersuchung eingestellt wurde (BGE 139 IV 121 E. 4.2; 138 IV 86 E. 3; 131 I 455 E. 1.2.5; BGer, Urteile 6B_891/2014 vom 9.12.14 E. 1.2; 6B_340/2013 E. 1.3.3.1; 1B_355/2012 vom 12.10.12 E. 1.2.2; 6B_274/2009 vom 16.2.10 E. 3.1.2.2). Die Legitimation der geschädigten Person zur Beschwerde in Strafsachen im Sinn von Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG wird in diesen Fällen direkt aus den konventions- und verfassungsrechtlichen Garantien abgeleitet (vgl. dazu H EINZ AEMISEGGER/ANNETTE DOLGE, in: Praxiskommentar zum Bundesg e- richtsgesetz (BGG), 2. Aufl. 2013, Art. 81 N. 45 ; HANS-JÖRG SEILER, Einfluss - 8 - des europäischen Rechts und der europäischen Rechtsprechung auf die schweizerische Rechtspflege, in: Zeitschrift des bernischen Juristenvereins [ZBJV] 150/2014, S. 312 und S. 324). Als weiteren Schritt anerkannte das Bundesgericht den Anspruch auf eine wirksame und vertiefte Untersuchung auch bei fahrlässig begangenen T ö- tungsdelikten (BGE 135 I 113 E. 2.1) und entschied, dass die Beschwerde- führer, welche sich als nahe Angehörige im Schutzbereich von Art. 2 Ziff. 1 EMRK und Art. 10 Abs. 1 BV befinden, am Ermächtigungsverfahren, wel- ches zum Entscheid über die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen einen mit einem Strafverfolgungsprivileg ausgestatteten Beschuldigt en führt, un- abhängig vom einschlägigen Verfahrensrecht als Parteien beteiligt werden müssen (BGE 135 I 113 E. 2 .2 und 2.3). Unter Heranziehung dieses Bun- desgerichtsurteils entschied die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts Aargau in einem Fall fahrlässiger Tötung du rch Unterlassen (Art. 117 StGB), dass die nahen Angehörigen - obschon sie keine zivilrecht- lichen Ansprüche gegen den Beschuldigten, sondern öffentlich -rechtliche Ansprüche gegen den Kanton Aargau aus Staatshaftung geltend machten - ungeachtet des einschlägigen Verfahrensrechts direkt gestützt auf Art. 2 Ziff. 1 EMRK und Art. 10 Abs. 1 BV die Möglichkeit haben müssen, sich am Strafverfahren gegen den beschuldigten Beamten als Parteien zu beteiligen (Entscheid SBK.2011.262 vom 23.12.11, publ. in: CAN - Zeitschrift für kan- tonale Rechtsprechung 2013 Nr. 40, wobei eine Minderheit der Beschwer- dekammer eine abweichende Meinung äusserte; kritisch im Sinne der Mi n- derheitsmeinung auch G ORAN MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, in: Basler Kom- mentar zur s chweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 115 N. 49a). Die hiesige Kammer trat in ähnlichen Fällen ebenfalls, allerdings ohne nähere Begründung, auf Beschwerden von Opferangehörigen mit öffentlich - rechtlichen Ansprüchen gegen Nichtanhandnahme - oder Einstellungsverfü- gungen ein (vgl. OGer ZH , III. SK, Beschlüsse UE130049 vom 2.5.13 [B a- deunfall an öffentlicher Schule]; UE120024 vom 5.12.13 [Todesfall im Ver- lauf des Vollzugs einer Ausschaffung]). - 9 - Der Anspruch auf eine wirksame und vertiefte amtli che Untersuchung (Art. 2 Ziff. 1 EMRK, Art. 10 Abs. 1 BV) legt ebenfalls nahe, den Angehör igen eines Tötungsopfers Parteistellung und somit die Befugnis zur StPO -Beschwerde einzuräumen, wenn sie öffentlich- rechtliche Haftungsansprüche geltend ma- chen (vgl. in diesem Sinn LAURENT MOREILLON/AUDE PAREIN-REYMOND, CPP- Code de procédure pénale, 2. Aufl. 2016, Art. 117 N. 30). 1.6 Nach dem Gesagten ist die Legitimation der Beschwerdeführerin als nahe Angehörige des Opfers zur Erhebung einer strafprozessualen Besch werde gegen die Einstellungsverfügung aufgrund einer am Gleichbehandlungsge- bot (Art. 8 BV) ausgerichteten, verfassungskonformen Auslegung von Art. 117 Abs. 3 StPO bzw. direkt gestützt auf Art. 2 Ziff. 1 EMRK und Art. 10 Abs. 1 BV zu bej ahen. Die Beschwerdeführerin hat einen Strafantrag gestellt (Urk. 13/2). Sie hat zwar bis anhin keine Forderungen geltend gemacht, doch sind solche im Falle eines Schuldspruchs evident (Entschädigung für Bestattungskosten, Genugtuung). Die weiteren Voraussetzungen des Sac h- entscheids sind erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1 Gemäss der angefochtenen Verfügung der Staatsanwaltschaft liegt der Strafanzeige folgender Sachverhalt zugrunde: B.X. (†) sei am 5. August 2015 wegen eines bösartigen Lebertumors im USZ operiert worden. Da er viel Blut verloren habe, habe er Bluttransfusionen erhalten. Am 8. August 2015 sei es zu einem einmaligen Vorhofflimmern gekommen. Das Vorhof- flimmern sei auf der Intensivstation behandelt und B.X. (†) anschliessend in die Abteilung … verlegt worden. Am 10. August 2015 habe der Verstorbene weitere zwei Bluttransfusionen erhalten, da der Hämoglobinwert tief gew e- sen sei. B.X. (†) habe über Müdigkeit und Albträume geklagt. Zudem sei er teilweise verwirrt gewesen. Am 19. August 2015 sei der Hämoglobinwert er- neut tief gewesen, weshalb eine Beobachtung der Werte und bei weiterem Abfall Bluttransfusionen verschrieben worden seien. In der Nacht vom 19. - 10 - auf den 20. August 2015, um 1.00 Uhr, habe B.X. (†) einen "Erste Hilferuf" abgesetzt und über Kurzatmigkeit geklagt. Die herbeigerufene Pflegefac h- person habe die Sauerstoffsättigung, den Puls und den Blutdruck kontro l- liert. Die Werte seien normal gewesen. Der Verstorbene sei daraufhin wä h- rend rund zwei Stunden allein gelassen worden. Um 02.45 Uhr habe B.X. (†) erneut einen Hilferuf getätigt. Die Pflegefach person habe eine zunehmende Dyspnoe und Rasselgeräusche beim Einatmen festgestellt. Deshalb habe die Pflegefachperson B.X. (†) ein Medikament zum Inhalieren ge geben und die Nachtärztin informiert. Um welche Uhrzeit B.X. (†) von der Nachtärztin untersucht worden sei, sei nicht bekannt, da die Einträge nac hträglich erfolgt seien. Es sei en eine Kurzatmigkeit, ein Stridor und Rasselgeräusche festge- stellt und ein Lungenödem diagnostiziert worden. B.X. (†) sei d araufhin, auf dem Bettrand sitzend und inhalierend, im Krankenzimmer allein gelassen worden, während die Ärztin im Stationszimmer dessen Krankengeschichte studiert und die Er stellung eines Lungenröntgenbildes angeordnet habe. Als die Pflegefachperson bei B.X. (†) vorbeigeschaut habe, sei dieser infolge ei- nes Herzstillstands bewusstlos auf dem Bett gelegen. B.X. (†) sei reanimiert und in der Folge mit schwersten Hirnschäden auf die Intensivstation verlegt worden. Da di e Hämoglobin- und Hämatokritwerte erneut tief gewesen se i- en, habe B.X. (†) Bluttransfusionen erhalten. Nach drei Tagen sei die Pati- entenverfügung umgesetzt und die lebenserhaltenden Massnahmen einge- stellt worden. Am 28. August 2015 sei der Tod eingetreten (Urk. 3/1 S. 2-3). Die Staatsanwaltschaft schloss ein vorsätzliches Handel n oder Unterlassen seitens des Spitalpersonals aus, weshalb der Tatbestand des Aussetzens (Art. 127 StGB) , bei dem es sich um eine Vorsatztat handle, nicht erfüllt worden sein kön ne. Von der Anzeigeerstatterin sei ein vorsätzliches Ha n- deln/Unterlassen denn auch nicht geltend gemacht worden (Urk. 3/1 S. 3) . Für eine Sorgfaltspflichtverletzung seitens der involvierten Ärzte und Pflege- fachpersonen gebe es keine Anhaltspunkte, weshalb di e Erfüllung der Tat- bestände der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Tötung ebenfalls auszuschliessen sei. Die Staatsanwaltschaft stützte sich bei dieser Schlussfolgerung auf ein Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der - 11 - Universität Zürich (IRM) vom 12. Juli 2017, das auf der Grundlage der Kran- kengeschichte erstellt worden sei. Die Nachkommen des Verstorbenen hät- ten die Durchführung einer Autopsie ausdrücklich abgelehnt. Aus dem Gu t- achten gehe hervor, dass die Ursache des Herzstillstands anhand der Kran- kengeschichte nicht bestimmt werden könne. Abgesehen von der Atemnot hätte es laut Gutachten in der Nacht vom 19. auf den 20. August 2015 keine Anhaltspunkte für eine bedrohliche Herzkreislaufsituation gegeben. Auch die Atemnot sei unspezifisch gewesen, da B.X. (†) bereits in der Ve rgangenheit gelegentlich Sauerstoff benötigt habe. Aus rechtsmedizinischer Sicht sei der plötzliche Herztod nicht voraussehbar gewesen. Im Gegenteil habe aufgrund der bekannten Vorerkrankungen, insbesondere der schweren Herzkrankheit, jederzeit mit einem plötzlichen Tod infolge eines akuten Herzversagens ge- rechnet werden müssen. Eine Folge der Operation habe ausgeschlossen werden können. Die involvierten Ärzte seien deshalb von einem natürlichen inneren Geschehen als Todesart ausgegangen (Urk. 3/1 S. 4). Hinsichtlich der einzelnen Beanstandungen der Anzeigeerstatterin ergebe sich aus dem Gutachten Folgendes: Es sei nicht erforderlich gewesen, den Verstorbenen auf eine Risikopatientenliste aufzunehmen, da ältere Patien- ten sehr häufig an einer koronaren Herzerkrankung litten und der grösste Teil der Patienten demnach auf eine solche Liste aufgenommen werden müsste. Zudem sei der Zustand von B.X. (†), insbesondere dessen Blutwer- te, ausreichend kontrolliert worden (U rk. 3/1 S. 4 -5). Der tiefe Hämoglobi n- wert sei nicht lebensbedrohlich gewesen. Daher habe es keinen akuten Handlungsbedarf gegeben (Urk. 3/1 S. 5). D as Vorhofflimmern sei nur ein- mal aufgetreten und entsprechend korrigiert worden . Ein einmaliges Vorhof- flimmern sei ebenfalls nicht als lebensbedrohlich einzustufen (Urk. 3/1 S. 7 ). Die Operation zur Entfernung des Lebertumors sei zumindest bis am 19. August 2015 komplikationslos verlaufen. Nach der Operation sei der Her z- kreislauf jedenfalls stabil gewesen (Urk. 3/1 S. 7). Es komme häufig vor, dass Patienten nach einer Operation einige Zeit verwirrt seien. Da sich der Verwirrtheitszustand von B.X. (†) gebessert habe, die Hämoglobin - und Hä- matokritwerte dagegen gleich geblieben seien, könne die Verwirrtheit nicht - 12 - auf den tiefen Hämoglobinwert zurückgeführt werden (Urk. 3/1 S. 7). Der Vorwurf der ungenügenden Überwachung von B.X. (†) in der Nacht vom 19. auf den 20. August 2015 sei unbegründet. Dessen Gesundheitszustand h a- be nicht als kritisch eingeschätzt werden müs sen. Die von B.X. (†) beklagte Kurzatmigkeit sei nicht lebensbedrohlich gewesen. Der Entscheid, zwei Liter Sauerstoff pro Minute abzugeben, sei aus rechtsmedizinischer Sicht nac h- vollziehbar und entspreche gängiger Praxis. Als die zuständige Pflegefac h- person später eine zunehmende Atemnot und Rass elgeräusche festgestellt habe, habe sie richtigerweise die Nachtärztin informiert und den Patienten inhalieren lassen (Urk. 3/1 S. 5). Als die Nachtärztin normale Vitalparameter (Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung), aber Rasselgeräusche fes t- gestellt habe, habe man B.X. (†) an die Bettkante gesetzt und ihm ein atemwegerweiterndes Medikament zum Inhalieren verabreicht. Zudem habe die Ärztin eine Röntgenaufnahme der Lunge und eine Blutentnahme veror d- net (Urk. 3/1 S. 6) . Aus rechtsmedizinischer Sicht sei auch nicht zu bea n- standen, dass die Ärztin und die Pflegefachperson das Krankenzimmer ver- lassen hätten, um im Stationszimmer die Krankengeschichte und die Pfl e- gedokumente zu studieren, da B.X. (†) kreislaufstabil gewesen sei. Dass der Patient ausgerechnet in diesem Moment einen Herzstillstand erlitten habe, sei nicht voraussehbar gewesen (Urk. 3/1 S. 6). Wie lange B.X. (†) ohne Kreislauf auf dem Bett gelegen habe, sei nicht eruierbar. Jedoch müsse da- von ausgegangen werden, dass dies nur von kurzer Dauer gewesen sei, da andernfalls die Reanimationsbemühungen erfolglos verlaufen wären. Ob der Todeseintritt durch eine schnellere Reanimation hätte verhindert werden können, sei fraglich, zumal die Ursache des Herzstillstands nicht bekannt sei (Urk. 3/1 S. 6). 2.2 Die Beschwerdeführerin wandte (zusammengefasst) im Wesentlichen ein, die Nachtärztin und die Pflegefachperson hätten die Bedeutung der Atemnot als Anhaltspunkt für die bedrohliche Herzkreislaufsituation verkann t. In den acht Tagen vor dem Herzstillstand habe B.X. (†) keinen Sauerstoff benötigt. Dass er in der Nacht vom 19. auf den 20. August 2015 plötzlich Atemnot ge- habt habe, sei ein Hinweis auf eine bedrohliche Herzkreislaufsituation gew e-- 13 - sen (Urk. 2 S. 2). Die Nachtärztin und die Pflegefachperson hätten sich in dieser Nacht von den anderen Vitalparametern täuschen lassen und das kurz bevorstehende Versterben von B.X. (†) übersehen. Demen tsprechend hätten sie es unterlassen, lebensrettende Sofortmassnahmen einzu leiten (Urk. 2 S. 2, 3, 5). Die Nachtärztin sei über den schlechten Gesundheitsz u- stand von B.X. (†) denn auch nicht hinreichend informiert gewesen, als sie die Nachtschicht angetreten habe (Urk. 2 S. 4). Des Weiteren sei der Ärztin und der Pflegefachperson vorzuwerfen, dass sie B.X. (†) nicht permanent überwacht hätten, so dass der Herzstillstand zu spät bemerkt worden sei (Urk. 2 S. 3 -4; Urk. 8 S. 1 ). Der Herzstillstand sei auf die Blutarmut von B.X. (†) nach der Leberoperation zurückzuführen. Entgegen der ärztlichen An- ordnung habe man es unterlassen, den Hämoglobinwert zu beobachten, und dem Patienten demzufolge zu wenig Bluttransfusionen verabreicht (Urk. 2 S. 7; Urk. 8 S. 2 ). Schliesslich beanstandete die Beschwerdeführerin, die Kran- kengeschichte sei nicht seriös geführt worden, der Umgang mit den Angehö- rigen sei unprofessionell gewesen und man habe seitens des USZ versucht, die Behandlungsfehler zu vertuschen, indem man den Angehörigen die N a- men des involvierte Ärzte- und Pflegepersonals nicht resp. nicht vollständig mitgeteilt habe (Urk. 2 S. 6). Das rechtsmedizin ische Gutachten des IRM sei nicht eindeutig ausgefallen. Zudem gebe das Gutachten keine Antwort auf die Frage, weshalb neben der Ärztin auch die Pflegefachperson das Kran- kenzimmer von B.X. (†) n ach den Hilferufen in der Nacht vom 19. auf den 20. August 2015 habe verlassen dürfen. Das Gutachten beschäftige sich nur mit der Ärztin (Urk. 2 S. 8). Bis heute habe sie, die Beschwerdeführerin, kein klärendes Gespräch mit der Pflegefachperson führen könn en. Der Antrag zur Befragung des Pflegepersonals sei abgelehnt worden (Urk. 2 S. 9). 3. Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Untersuchung, wenn sich aus den I n- formationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf die Eröffnung, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO). Die Nichtanhandnahme wird verfügt, sobald aufgrund der - 14 - Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftat- bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Ver- fahrenshindernisse bestehen oder aus den in Art. 8 StPO genannten Grü n- den auf eine St rafverfolgung zu verzichten ist (Art. 310 Abs. 1 lit. a- c StPO). Hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffnet, stellt sie das Verfah- ren ein, wenn u.a. kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO), oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO). Bei der Frage, ob ein Strafverfahren über eine (def i- nitive) Verfahrenseinstellung durch die Untersuchungsbehörde erledigt wer- den kann, gilt der Grundsatz "im Zweifel für die Anklageerhebung" ("in dubio pro duriore"). Danach darf eine Einstellung grundsätzlich nur bei klarer Straf- losigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen verfügt wer- den (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 186 E. 4.1). 4. Wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht oder fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt, macht sich wegen fahrlässiger Tötung (Art. 117 StGB) oder fahrlässiger Körperverletzung (Art. 125 StGB) strafbar. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die F olge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht be- denkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichti g- keit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den U m- ständen und nach seinen persönlichen Verhä ltnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Damit der Erfolgseintritt auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückgeführt werden kann, muss der Taterfolg für den Täter vorau s- sehbar und vermeidbar sein (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 130 IV 7 E. 3.2). Zudem setzt die Fahrlässi gkeitshaftung voraus, dass das pflichtwidrige Verhalten im konkreten Fall erfolgsrelevant ist ( M ARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MA- EDER, in: Basler Kommentar zum Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, Art. 12 N. 117 ff.; STEFAN TRECHSEL/MARC JEAN-RICHARD-DIT-BRESSEL, in: Praxiskommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 3. Aufl. 2018, Art. 12 N. 40). Die Sorgfaltspflichten eines Arztes richten sich nach den Umständen des Einzelfalles, namentlich nach der Art der Eingriffs oder der Behandlung, den - 15 - damit verbundenen Risiken, dem Beurteilungs - und Bewertungsspielraum, der dem Arzt zusteht, sowie den Mitteln und der Dringlichkeit medizinischer Massnahmen. Der Arzt handelt unsorgfältig, wenn sich sein Vorgehen nicht nach den durch die medizinische Wi ssenschaft aufgestellten und generell anerkannten Regeln richtet und dem jeweiligen Stand der Wissenschaft nicht entspricht (BGE 134 IV 175 E. 3.2; BGer, Urteil e 6B_1031/2016 vom 23.3.17 E. 6.4; 6B_408/2013 vom 18.12.13 E. 4.2). 5. Wie alle Beweismittel unter liegen auch Gutachten der freien richterlichen Beweiswürdigung. Kriterien bilden die Vollständigkeit, die Nachvollziehbar- keit und die Schlüssigkeit des Gutachtens. In Fachfragen darf das Gericht allerdings nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen und muss allfällige Abweichungen begründen (BGE 133 II 384 E. 4.2.3; 130 I 337 E. 5.4.2). 6. Der Krankengeschichte resp. dem rechtsmedizinischen Gutachten ist zu entnehmen, dass B.X. (†) an Leberkrebs, einer Verf ettung und Entzündung der Leber , Nierenkrebs, einer durch Herzkranzschlagaderverkalkungen be- dingten koronaren Herz krankheit, Alter szucker, Bluthochdruck, leichtem Körperübergewicht, Zysten in der Bauchspeicheldrüse, einer Jodallergie (Verdacht) und einer Lähmung eines Gesichtsnervs litt (Gutachten S. 2). Im Zeitpunkt seines Versterbens war B.X. (†) 78 Jahre alt. Die Gutachter des IRM konnten die Ursache des Herzversagens allein an- hand der Krankengeschichte nicht ausmachen. Die Angehörigen widersetz- ten sich der Durchführung einer Autopsie (Gutachten S. 5); sie wäre heute nicht mehr möglich. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass dem involvierten Spitalpersonal keine Fehler unterliefen, die Vitalparameter und Hämoglobinwerte des Pat i- enten genügend kontrolliert wurden und aufgrund der Vorerkrankungen mit dem plötzlichen Tod des Patienten jederzeit gerechnet werden musste. Das Herzversagen in der Nacht vom 19. auf dem 20. August 2015 war aus rechtsmedizinischer Sicht nicht vorhersehbar (Gutachten S. 6 -7 und S. 9) . - 16 - Das Gutachten ist nachvollziehbar begründet, schlüssig und vollständig. Der Einwand der Beschwerdeführerin, das Gutachten sei nicht eindeutig ausge- fallen, trifft offensichtlich nicht zu. Indem die Beschwerdeführerin als Laie i h- re eigene, teilweise auf Recherchen im Internet (Wikipedia, Pflege- Wiki etc.) abgestützte Meinung derjenigen der rechtsmedizinischen Experten entge- gensetzt, vermag sie das Gutachten jedenfalls nicht rechtsgenüglich in Zwei- fel zu ziehen. Ebenso wenig trifft der Einwand der Beschwerdeführerin zu, dass sich die Gutachter bezüglich des Alleinlassens des Patienten in der Nacht vom 19./20. August 2015 nur mit dem Vorgehen der Ärztin , nicht auch mit demj enigen der Pflegefachperson befasst hätten . Die Gutachter hielten explizit fest, dass sowohl die Nachtärztin als auch die Pflegefachper son das Zimmer verliessen, das Studieren der Pflegedokumente und der Krankenge- schichte bei einem kreislaufstabilen Menschen aber durchaus angebracht war (Gutachten S. 9). Es gibt somit insgesamt keinen Grund, an der Stic h- haltigkeit des Gutachtens zu zweifeln und abweichende Schlüsse zu ziehen. Da aus rechtsmedizinischer Sicht keine Hinweise auf ein sorgfaltswidriges Verhalten seitens des Spitalpersonals vorliegen, ist aus rechtlicher Sicht ein fahrlässig begangenes Körperverletzungs- oder Tötungsdelikt aus zuschlies- sen. Wie im Gutachten festgehalten, ist beim Versterben von B.X. (†) auf- grund seines damaligen Gesundheitszustands und seines Alters von einem natürlichen Geschehen auszugehen. Bei dieser klaren Beweislage ist die Ablehnung der beantragten Befragu ng zweier Pflegefachpersonen resp. die Einstellung des Strafverfahrens mangels eines hinreichenden Tatver dachts nicht zu beanstanden. Ein Schuldspruch wegen des Todesfalles ge gen eine in die Behandlung und Pflege von B.X. (†) involvierte Person erscheint als in höchstem Masse unwahrscheinlich. Damit erweist sich die Einstellung des Strafverfahrens als gerechtfertigt. Die weiteren von der B eschwerdeführerin vorgebrachten Kritikpunkte (unseriöse Führung der Krankengeschichte, un- professioneller Umgang mit den Angehörigen, Geheimhaltung der Daten des involvierten Personals) haben auf das Entscheidergebnis keinen Einfluss. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet. - 17 - 7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. Diese sind in Anwendung von § 2 Abs. 1 lit. b- d und § 17 Abs. 1 GebV OG auf CHF 1'500.-- festzusetzen und von der geleisteten Prozesskaution von CHF 2'500. -- zu beziehen. Der Rest der Kaution ist der Beschwerdeführerin unter Vorbehalt des Verrechnungsrechts des Staates zurückzuerstatten. Die Zusprechung einer Entschädigung fällt ausser Betracht. Es wird beschlossen: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 1'500. -- festgesetzt, der Beschwerdeführe- rin auferlegt und von der geleisteten Prozesskaution bezogen. Der Restbe- trag der Kaution wird der Beschwerdeführerin - unter Vorbehalt des Ve r- rechnungsrechts des Staates - zurückerstattet. 3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an: − die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde); − die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, ad C -5/2016/10004019 (gegen Empfangsbestätigung); sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an: − die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 13) (gegen Empfangsbestätigung); − die Zentrale Inkassostelle der Gerichte. 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schrift-- 18 - lich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwer- devoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. Zürich, 24. April 2018 Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer Präsident: lic. iur. Th. Meyer Gerichtsschreiberin: Dr. iur. C. Schoder