<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2021.00135</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222108&amp;W10_KEY=13013468&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2021.00135</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.02.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Steuererlass (Staats- und Gemeindesteuern 2012)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Steuererlass: Ein Gesuch um Steuererlass der Pflichtigen wurde rechtskräftig abgewiesen. Der Pflichtige ersucht erneut um Steuerlass. Er macht eine Notsituation geltend, weil er das Ganze aus einem Verkauf erhaltene Geld in der Höhe von 1,3 Millionen Franken verspielt habe, weil er in einen Konflikt mit seiner Familie geraten sei und sein Geld habe loswerden wollen.] Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass ihre Vorinstanzen zu Recht nicht auf die Erlassgesuche eingetreten seien, weil diese erst nach Zustellung der Zahlungsbefehle gestellt worden seien (E. 2.1). Die Pflichtigen beantragen die Revision des rechtskräftigen Erlassentscheids. Revisionsgesuche sind nur im Einschätzungs- bzw. Veranlagungsverfahren zulässig, nicht jedoch im Bezugsverfahren (E. 2.2). Die Zahlungsbefehle sind jeweils vor den Erlassgesuchen ergangen. Die Vorinstanzen sind zu Recht nicht auf die Wiedererwägungsgesuche eingetreten und die Vorinstanz hat die Rekurse zu Recht abgewiesen (E. 2.3). Soweit die Pflichtigen anmerken, dass die Zahlungsbefehle der betroffenen Steuerschulden nicht gegenüber der Pflichtigen ergangen seien, weshalb diese als neue Erlassgesuche zu behandeln seien, ist darauf nicht einzutreten, da dies nicht Gegenstand der vorinstanzlichen Verfahren war (E. 3). Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REVISION">REVISION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERERLASS">STEUERERLASS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=56300" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SB.2021.00135<br/> SB.2021.00136</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">2. Februar 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. Gemeinde C, vertreten durch das Steueramt,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Kanton ZÃ¼rich, vertreten durch das kantonale Steueramt,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerschaft,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Steuererlass<br/> (Staats- und Gemeindesteuern 2012 sowie</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Direkte Bundessteuer 2012),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die Gemeinde C wies das ''Revisionsbegehren'' von A und B (nachfolgend: die Pflichtigen) um Erlass der noch offenen Staats- und Gemeindesteuern 2012 im Betrag von Fr. â¦ (inkl. Zinsen und Betreibungsspesen) mit Entscheid vom 16. Juni 2021 ab bzw. trat auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch nicht ein, da sich insbesondere die VerhÃ¤ltnisse seit dem letzten Erlassentscheid vom 7. Juni 2016 nicht geÃ¤ndert hÃ¤tten und Ã¼berdies bereits vor dem Erlassgesuch ein Verlustschein fÃ¼r die Steuern vorliegen wÃ¼rde. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Das kantonale Steueramt ZÃ¼rich, Gruppe Bezugsdienste, trat auf das ''Revisionsbegehren'' der Pflichtigen um Erlass der noch offenen direkten Bundessteuer von 2012 im Betrag von Fr. â¦ (inkl. Zinsen und Betreibungsspesen) mit Entscheid vom 2. Juni 2021 nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Gegen den Entscheid der Gemeinde C betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2012 erhoben die Pflichtigen am 14. Juli 2021 Rekurs bei der kantonalen Finanzdirektion mit dem sinngemÃ¤ssen Antrag, es sei das Gesuch um Steuererlass gutzuheissen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Gegen den Entscheid des kantonalen Steueramts vom 2. Juni 2021 betreffend die direkte Bundessteuer 2012 erhoben die Pflichtigen am 30. Juni 2021 Rekurs bei der Finanzdirektion mit dem sinngemÃ¤ssen Antrag, es sei das Gesuch um Steuererlass gutzuheissen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Die Finanzdirektion vereinigte die beiden Verfahren, da es sich um dieselben Pflichtigen und dieselbe Sach- und Rechtslage handle und wies beide Verfahren mit Entscheid vom 15. November 2021 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 21. November 2021 beantragte der Pflichtige den Erlass der noch offenen Staats- und Gemeindesteuern 2012 und der direkten Bundessteuer 2012.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 24. November 2021 wurde der Pflichtigen, B, aufgrund fehlender Unterschrift als Solidarschuldnerin vom Verwaltungsgericht Frist angesetzt, zu erklÃ¤ren, ob sie am Verfahren teilnehmen mÃ¶chte. Zudem wurde den Pflichtigen Frist zur Bezahlung einer Kaution angesetzt und die beiden Verfahren Ã¼ber den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2012 sowie der direkten Bundessteuer 2012 vereinigt. Die Kaution ging fristgerecht ein. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2021 reichten die Pflichtigen die BestÃ¤tigung ein, dass die Ehefrau am Verfahren teilnehmen mÃ¶chte. ErgÃ¤nzend wurde festgehalten, dass gegen die Ehefrau kein Zahlungsbefehl betreffend die offenen Steuerschulden 2012 ergangen sei, weshalb sie beim Gemeindesteueramt C in ihrem Namen ein Erlassgesuch eingereicht hÃ¤tten. Somit wÃ¼rden sie beantragen, dass die neuen Gesuche mit der vorliegenden Beschwerde zu vereinen seien. </p> <p class="Urteilstext">Es folgten keine weiteren Eingaben. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Erlassverfahren SB.2021.00135 betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2012 (Revision) und SB.2021.00136 betreffend direkte Bundessteuer 2014 (Revision) betreffen dieselben Pflichtigen sowie dieselbe Sach- und Rechtslage, weshalb diese bereits mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 24. November 2021 vereinigt wurden.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Streitgegenstand ist die im Rechtsmittelbegehren enthaltene Rechtsfolgebehauptung im Rahmen des Umfangs der angefochtenen VerfÃ¼gung. Prozessthema kann nur sein, was auch Gegenstand der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung war beziehungsweise nach richtiger Gesetzesauslegung hÃ¤tte sein sollen. Auf Begehren, Ã¼ber welche die Vorinstanz weder entschieden hat noch hÃ¤tte entscheiden sollen, ist nicht einzutreten (vgl. VGr, 6. Dezember 2017, SB.2017.00094/95, E. 1.2.1 und die auch auf das Steuerrecht anwendbaren §§ 52 Abs. 1 in Verbindung mit 20a Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]; VGr, 12. September 2012, VB.2012.00394, E. 1.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Nach § 183 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) kÃ¶nnen Steuerpflichtigen, deren LeistungsfÃ¤higkeit durch besondere VerhÃ¤ltnisse, wie aussergewÃ¶hnliche Belastungen durch den Unterhalt der Familie, andauernde Arbeitslosigkeit oder Krankheit, UnglÃ¼cksfÃ¤lle, Verarmung, ErwerbsunfÃ¤higkeit oder andere UmstÃ¤nde beeintrÃ¤chtigt ist, die Staats- und Gemeindesteuern ganz oder teilweise erlassen werden. Der Entscheid Ã¼ber den Steuererlass der Staats- und Gemeindesteuern steht der betroffenen Gemeinde zu und derjenige Ã¼ber die direkte Bundessteuer dem kantonalen Steueramt. Beide Entscheide kÃ¶nnen sodann mittels Rekurs an die Finanzdirektion und hernach mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 184 Abs. 1, § 185 Abs. 1 und 2 StG sowie Art. 167g Abs. 1 DBG i.V.m. § 185 Abs. 1 und 2 StG). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>Das Verwaltungsgericht darf bei einer Beschwerde, die sich gegen einen vor- oder erstinstanzlichen Nichteintretensentscheid richtet, jedoch lediglich Ã¼berprÃ¼fen, ob die Beurteilung der Eintretensfrage an beschwerdefÃ¤higen RechtsmÃ¤ngeln leidet. Ein weitergehender materiell-rechtlicher Entscheid ist dem Gericht hingegen verwehrt (BG, 26. Mail 2004, 2A.495/2003, E. 1.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.5 </b>Gegenstand des Steuererlassverfahrens bildet sodann allein der Erlass von Steuern, wÃ¤hrend die ÃberprÃ¼fung oder Berichtigung einer fehlerhaften EinschÃ¤tzung im Erlassverfahren grundsÃ¤tzlich nicht mehr mÃ¶glich ist (Felix Richner et al. [Hrsg.], Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 4. A., ZÃ¼rich 2021, § 183 StG N. 4). Bezugsfragen wie die Abschreibung von Steuerforderungen zufolge Uneinbringlichkeit etc. sind mit der Anfechtung der Schlussrechnung oder im Rahmen eines Begehrens um Zahlungserleichterungen nach § 177 StG vorzubringen und kÃ¶nnen ebenfalls nicht Gegenstand des Steuererlassverfahrens bilden. Auch betreibungsrechtliche Fragen kÃ¶nnen nicht Gegenstand eines Erlassverfahrens bilden. Sodann sind aufsichtsrechtliche Beschwerden wegen pflichtwidriger AmtsfÃ¼hrung, Rechtsverweigerung oder RechtsverzÃ¶gerungen durch Verwaltungs- und EinschÃ¤tzungsbehÃ¶rden gemÃ¤ss § 111 StG bei der Finanzdirektion und hernach beim Regierungsrat zu erheben, wÃ¤hrend ein direkter Weiterzug eines Entscheids der Finanzdirektion an das Verwaltungsgericht ausgeschlossen ist (VGr, 8. Juli 2021, SB.2020.00120, E. 2.1 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.6 </b>GemÃ¤ss Rz. 5 der Weisung der Finanzdirektion Ã¼ber Erlass und Abschreibung von Staats- und Gemeindesteuern vom 14. MÃ¤rz 2016 ([ZStB], nachfolgend: Weisung) tritt die ErlassbehÃ¶rde auf Erlassgesuche nicht ein, die nach Zustellung des Zahlungsbefehls eingereicht werden. Gleiches gilt fÃ¼r die direkten Bundessteuern gemÃ¤ss Art. 167 Abs. 4 DBG.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Vorinstanz erwog, dass sowohl der Gemeinderat C betreffend den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2012 wie auch der Kanton ZÃ¼rich betreffend den Erlass der direkten Bundessteuer 2012 zu Recht nicht auf die, erst nach Zustellung der entsprechenden Zahlungsbefehle, gestellten Erlassgesuche eingetreten sei, weshalb auf die weiteren AusfÃ¼hrungen zu den finanziellen VerhÃ¤ltnissen der Pflichtigen nicht weiter einzugehen und die Rekurse abzuweisen seien.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Pflichtigen machen nicht geltend, die Gesuche seien vor Ausstellen der Zahlungsbefehle gestellt worden und fÃ¼hren hierzu lediglich aus, dass nicht ein neues Erlassgesuch eingereicht worden sei, sondern die Revision des Erlassentscheids vom 30. MÃ¤rz 2016 beantragt werde, weshalb die Vorinstanzen zu Unrecht nicht auf ihre Revisionsgesuche eingetreten seien. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.1 </span></b>Nach § 155 Abs. 1 StG bzw. Art. 147 Abs. 1 DBG kann eine rechtskrÃ¤ftige VerfÃ¼gung oder ein rechtskrÃ¤ftiger Entscheid auf Antrag oder von Amtes wegen zugunsten des Steuerpflichtigen revidiert werden, wenn erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden, wenn die erkennende BehÃ¶rde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel, die ihr bekannt waren oder bekannt sein mussten, ausser Acht gelassen oder in anderer Weise wesentliche VerfahrensgrundsÃ¤tze verletzt hat, oder wenn ein Verbrechen oder ein Vergehen die VerfÃ¼gung oder den Entscheid beeinflusst hat. In diesem Zusammenhang gelten als erhebliche Tatsachen grundsÃ¤tzlich diejenigen, die nachtrÃ¤glich entdeckt werden, nicht aber solche, die nachtrÃ¤glich eingetreten sind (Looser in: Zweifel/Beusch, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer [DBG], 3. A., Basel 2017, Art. 147 N. 10, mit Hinweisen). Eine Revision ist zudem ausgeschlossen, wenn der Antragsteller als Revisionsgrund vorbringt, was er bei der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hÃ¤tte geltend machen kÃ¶nnen (§ 155 Abs. 2 StG bzw. Art. 147 Abs. 2 DBG; BGE 111 Ib 209 E. 2). Das Revisionsbegehren muss innert 90 Tagen nach Entdeckung des Revisionsgrunds, spÃ¤testens aber innert zehn Jahren nach ErÃ¶ffnung der VerfÃ¼gung oder des Entscheids eingereicht werden (§ 156 StG bzw. Art. 148 DBG).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Im Erlassverfahren finden die Bestimmungen zur Revision nach § 155 StG und nach Art. 147 ff. DBG keine (sinngemÃ¤sse) Anwendung, da jeweils in § 185 Abs. 2 StG und Art. 167g Abs. 4 DBG lediglich auf die §§ 147 bis 154 StG respektive auf die Artikel 132 bis 135 DBG und 140 bis 145 DBG verwiesen wird. Somit sind Revisionsgesuche nur im EinschÃ¤tzungs- bzw. Veranlagungsverfahren zulÃ¤ssig, nicht jedoch im Bezugsverfahren. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Diese Gegebenheit wurde den Pflichtigen im Entscheid der Gemeinde C vom 17. Juli 2020, im Entscheid des kantonalen Steueramts vom 2. Juni 2021 sowie bereits in der VerfÃ¼gung des kantonalen Steueramts vom 29. MÃ¤rz 2021 betreffend Steuerbezug ausfÃ¼hrlich dargelegt. Beide Vorinstanzen nahmen an, dass die Pflichtigen deshalb ein WiedererwÃ¤gungsgesuch stellen wollten, nahmen es als solches entgegen und prÃ¼ften die Voraussetzungen. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.4 </b>Die Pflichtigen machen in ihrer Beschwerde an das Verwaltungsgericht vom 21. November 2021 nun erneut geltend, dass die Voraussetzungen einer Revision gegeben seien ohne substanziiert darzulegen, welche Voraussetzungen sie als gegeben erachten oder sich mit den gesetzlichen Grundlagen auseinanderzusetzen, weshalb darauf nicht weiter einzugehen, jedoch bei der Kostenverteilung zu berÃ¼cksichtigen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Zahlungsbefehle jeweils vor den ''Revisionsgesuchen'' resp. WiedererwÃ¤gungsgesuchen zum Erlass der Steuern ergingen. Der Zahlungsbefehl betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2012 erging am 2. November 2017 und somit vor dem WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 5. Juni 2020. Gleiches gilt fÃ¼r die direkte Bundessteuer 2012, bei denen der Zahlungsbefehl am 26. Februar 2019 des Betreibungsamts Pfannenstiel am 8. MÃ¤rz 2019 und mithin vor Einreichung des wiedererwÃ¤gungsweisen Erlassgesuchs vom 15. MÃ¤rz 2021 zugestellt wurde. Daraus folgt, dass die Vorinstanzen zu Recht nicht auf die WiedererwÃ¤gungsgesuche eingetreten sind und die Vorinstanz die Rekurse zu Recht abwies.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Mit als ''Replik'' bezeichneten Schreiben vom 1. Dezember 2021 merkten die Pflichtigen an, dass die Zahlungsbefehle der betroffenen Steuerschulden, sowohl der Staats- und Gemeindesteuern 2012 als auch der direkten Bundessteuer 2012, nicht gegenÃ¼ber der Ehefrau und Pflichtigen ergangen seien, weshalb die Pflichtige neue Erlassgesuche an das Gemeindesteueramt und das kantonale Steueramt gestellt hÃ¤tte. Sie baten darum, die neuen Gesuche mit dem vorliegenden Verfahren zu vereinigen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die unter neuem Datum gestellten Gesuche kÃ¶nnen wie in Ziff. 1.2 dargestellt nicht Gegenstand dieses Verfahrens sein, da die Vorinstanzen darÃ¼ber nicht entschieden haben. Somit ist auf das Begehren der Vereinigung der neu gestellten Gesuche mit dem vorliegenden Verfahren nicht einzutreten. Anzumerken ist jedoch, dass sowohl die Gemeinde C und das kantonale Steueramt in ihren Entscheiden einlÃ¤sslich geprÃ¼ft haben, ob sich die VerhÃ¤ltnisse der solidarisch haftentenden Pflichtigen verÃ¤ndert haben und ob deshalb auf ein WiedererwÃ¤gungsgesuch einzutreten sei. Beide Instanzen haben dies verneint, weshalb die Pflichtigen nicht davon ausgehen kÃ¶nnen, dass die erneuten Gesuche durch die Vorinstanzen anders beurteilt werden wÃ¼rden.</p> <p class="Urteilstext">Damit sind die Beschwerden abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Erlassverfahren ist grundsÃ¤tzlich kostenfrei. Bei einem offensichtlich unbegrÃ¼ndeten Erlassgesuch kann der gesuchstellenden Person aber eine vom Zeitaufwand abhÃ¤ngige Spruch- und SchreibgebÃ¼hr auferlegt werden (vgl. Weisung, Rz. 58). Die grundsÃ¤tzliche Kostenfreiheit gilt Ã¼berdies nur fÃ¼r das verwaltungsinterne Verfahren, nicht aber fÃ¼r das anschliessende Rechtsmittelverfahren (§ 185 StG in Verbindung mit § 19 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 [VO StG]). Gleichwohl sieht die verwaltungsgerichtliche Praxis aufgrund der oftmals besonderen VerhÃ¤ltnisse bei Steuererlassgesuchen hÃ¤ufig von einer Kostenauflage ab (vgl. § 151 Abs. 3 in Verbindung mit § 185 Abs. 2 StG; vgl. zum Ganzen VGr, 6. Dezember 2017, SB.2017.00094/95, E. 4.1). Auch wenn sich die GerichtsgebÃ¼hr im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren gemÃ¤ss § 3 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (GebV VGr) in der Regel am Streitwert orientiert, ist der besonderen Natur des Erlassverfahrens Rechnung zu tragen. Es rechtfertigt sich deshalb, die GerichtsgebÃ¼hr primÃ¤r am Zeitaufwand des Gerichts zu bemessen und mÃ¤ssig zu veranschlagen, insbesondere, wenn lediglich die (erstinstanzliche) Eintretensfrage zu beurteilen ist.</p> <p class="Erwgung2">Vorliegend rechtfertigt es sich, den Pflichtigen die reduzierten Gerichtskosten aufzuerlegen, da sie trotz eingehender BegrÃ¼ndung der UnzulÃ¤ssigkeit eines Revisionsbegehrens durch die Vorinstanzen erneut ein Revisionsbegehren stellten und sich trotz juristischen Kenntnissen nicht genÃ¼gend mit den Darlegungen der Vorinstanzen auseinandersetzten. Da sich die PrÃ¼fung auf die (erstinstanzliche) Eintretensfrage beschrÃ¤nken konnte und den Besonderheiten des Erlassverfahrens Rechnung zu tragen ist, rechtfertigt sich ungeachtet des Streitwerts eine GerichtsgebÃ¼hr von je Fr. 500.-. Die Gerichtskosten werden mit der bereits geleisteten Kaution verrechnet.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Eine UmtriebsentschÃ¤digung wurde nicht beantragt und steht den Pflichtigen aufgrund ihres Unterliegens und mangels entschÃ¤digungspflichtiger Aufwendungen ohnehin nicht zu (§ 185 Abs. 2 in Verbindung mit § 152 StG und § 17 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG steht bei Entscheiden Ã¼ber den Erlass von Abgaben lediglich dann zur VerfÃ¼gung, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus anderen GrÃ¼nden um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 83 lit. m BGG). Ansonsten ist lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG zulÃ¤ssig.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde im Verfahren SB.2021.000135 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde im Verfahren SB.2021.000136 wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Verfahren SB.2021.000135 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr fÃ¼r das Verfahren SB.2021.000136 wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte, unter solidarischer Haftung fÃ¼r den gesamten Betrag auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>