18. Juni 1993 N 1391 Motion Suter Für den ausserobligatorischen Bereich der beruflichen Vor- sorge kann der Bundesrat demnach nur allgemeine Empfeh- lungen an die Kantone richten. 4. Wie hievor dargelegt, sieht die Verfassungs- und Gesetzes- ordnung im Bereich der beruflichen Vorsorge nicht vor, dass der Bundesrat Massnahmen zur organisatorischen Verbesse- rung der kantonalen Aufsichtstätigkeit beschliessen kann. Für effizienzsteigernde Massnahmen im Sinne des Motionärs durch den Bundesrat direkt besteht demnach kein Raum. Im Rahmen der anstehenden BVG-Revision ist der Bundesrat jedoch bereit, dem aufsichtsrechtlichen Aspekt bei der Durch- führung der beruflichen Vorsorge besonders Rechnung zu tra- gen und insbesondere dem Umfeld bzw. der schwieriger ge- wordenen Wirtschaftslage mit ihren Auswirkungen auf die Vor- sorgeeinrichtungen und die Versicherten Beachtung zu schenken. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 93.3180 Motion Suter Straffung der Bundesverwaltung Restructuration de l'administration fédérale Wortlaut der Motion vom 19. März 1993 Der Bundesrat wird aufgefordert, mit dem Sparen auch in der Verwaltung Ernst zu machen und folgende Verwaltungsabtei- lungen je zu einer Einheit zu verschmelzen oder in einem be- stehenden Bundesamt einzugliedern, nämlich: a Verschmelzung von Militär- und Sozialversicherung; b. Zusammenlegung von Personalamt und Versicherungs- kasse; c. Schaffung eines Bundesamtes für Ausländerfragen und Flüchtlinge; d. Überführung des Bundesamtes für Konjunkturfragen in das Biga. Texte de la motion du 19 mars 1993 Le Conseil fédéral est chargé de veiller à prendre aussi des mesures d'économies dans l'administration et d'opérer les restructurations suivantes: a. fusion de l'assurance militaire et des assurances sociales; b. regroupement de l'Office fédéral du personnel et de la Caisse fédérale d'assurance; c. création d'un Office fédéral des étrangers et des réfugiés; d. attribution de l'Office fédéral des questions conjoncturelles à l'Ofiamt. Mitunterzeichner- Cosignataires: Allenspach, Aubry, Berger, Binder, Borer Roland, Bühler Simeon, Camponovo, Cavadini Adriano, Chevallaz, Cincera, Comby, Couchepin, Daepp, Dar- bellay, Dettling, Dreher, Eggly, Eymann Christoph, Fischer- Hägglingen, Fischer-Seengen, Frey Claude, Friderici Charles, Früh, Giezendanner, Giger, Gobet, Gros Jean-Michel, Gysin, Hafner Rudolf, Hegetschweiler, Jenni Peter, Kern, Leuba, Loeb François, Mamie, Mauch Rolf, Miesch, Moser, Mühle- mann, Nabholz, Marbel, Perey, Philipona, Pini, Poncet, Rohr- basser, Rutishauser, Rychen, Sandoz, Savary, Scheurer Rémy, Schmied Walter, Seiler Hanspeter, Spoerry, Stamm Luzi, Steinemann, Stucky, Theubet, Tschopp, Tschuppert Karl, Wanner, Weder Hansjürg, Wittenwiler, Wyss Paul, Zwah- len.Zwygart (66) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Gegenwärtig ist-je nach Ausgang der Mehrwertsteuerabstim- mung und der Auswirkungen des zweiten Sanierungspakets - mit jährlichen Defiziten von gegen 5 Milliarden Franken zu rechnen. Bis 1995 dürfte die Bundesschuld so auf 85 Milliar- den Franken steigen, wobei in dieser Schätzung die voraus- sichtliche Schuld aus der Arbeitslosenversicherung von dann- zumal rund 10 Milliarden Franken noch nicht enthalten ist und zusätzlich noch erhebliche Schulden der SBB anfallen. Schon heute bezahlt der Bund tagtäglich 9 Millionen Franken an Schuldzinsen. In dieser sehr schwierigen Situation sind auch vermehrte Sparanstrengungen in der Bundesverwaltung not- wendig. Die Motion verlangt die Aufhebung kostspieliger Doppelspu- rigkeiten im Aufbau der Bundesverwaltung: Die Ausgliede- rung der Militärversicherung ist nicht gerechtfertigt; es handelt sich um eine Sozialversicherung wie die Invaliden- oder Unfall- versicherung. Eine Zusammenlegung ist ohne weiteres zu be- werkstelligen, ohne dass die Versicherten irgend einen Lei- stungsabbau zu befürchten hätten. Auch zwischen den Bun- desämtern für Ausländerfragen und für Flüchtlinge bestehen zahlreiche Ueberschneidungen, Verflechtungen und Querver- bindungen; hier lassen sich durch die geforderte Verschmel- zung ebenfalls rationellere Abläufe herbeiführen und damit Personal und Kosten ohne Leistungseinbusse einsparen. Die gleiche Ausgangslage ist sodann im Verhältnis zwischen Per- sonalamt und Versicherungskasse gegeben. Was schliesslich das Bundesamt für Konjunkturforschung anbelangt, ist vor- weg festzuhalten, dass der Bund lediglich einer Konjunkturfor- schungsstelle bedarf, bestehen doch daneben allein in der Schweiz noch etliche private, von der Wirtschaft getragene Forschungsstellen, die das Ergebnis ihrer Arbeit ohne wei- teres der Bundesverwaltung zur Verfügung stellen. Hierfür ei- gens ein Bundesamt zu schaffen, ist ohnehin überrissen, zu- mal an der ETH im KOF sehr kompetent und unabhängig (von der Zentralverwaltung) mit Bundesmitteln Konjunkturfor- schung betrieben wird. Soweit damit für die Bedürfnisse des Bundesrates und der Bundesverwaltung überhaupt noch besondere Abklärungen zur Konjunkturentwicklung notwendig sind, liegt es nahe, diese Untersuchungen im und durch das Biga, das sich ja mit der Binnenwirtschaft befasst, durchzuführen und wahrzu- nehmen. Das Bundesamt für Konjunkturforschung kann somit ohne Not aufgehoben und - mit seinem Restbestand - in das Biga überführt werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. Juni 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral dui juin 1993 Der Bundesrat teilt die Ansicht des Motionärs, dass bei der or- ganisatorischen Gestaltung der Bundesverwaltung den Maxi- men der Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit und Sparsamkeit Nachachtung zu verschaffen ist. Er beabsichtigt, im Rahmen der Regierungs- und Verwaltungsreform 1993 mittels einer Re- vision des Verwaltungsorganisationsgesetzes die Organisati- onskompetenz des Bundesrates den veränderten Gegeben- heiten anzupassen. Die departementalen Führungsstrukturen sollen inskünftig rascher und besser mit den sachlichen Erfor- dernissen in Uebereinstimmung gebracht werden können. Eine Zusammenlegung von Bundesämtern ohne vorgängige materielle Prüfung ihrer Konsequenzen auf die Aufgabenerfül- lung und auf die départementale Führungssituation erachtet der Bundesrat als nicht zweckmässig. Er ist aber bereit, die in der Motion geforderten strukturellen Vereinfachungen zu un- tersuchen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulatSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Suter Straffung der Bundesverwaltung Motion Suter Restructuration de l'administration fédérale In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3180 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.06.1993 - 08:00 Date Data Seite 1391-1391 Page Pagina Ref. No 20 022 887 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.