Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern Direction de la justice, des affaires communales et des affaires ecclésiastiques du canton de Berne Münstergasse 2 3011 Bern Telefon 031 633 76 76 Telefax 031 633 76 25 Unser Zeichen: 26.11 - 17.23 FRL/kna Bern, 21. August 2018 Ihr Zeichen: DIE JUSTIZ-, GEMEINDE- UND KIRCHENDIREKTION DES KANTONS BERN hat in der Disziplinarsache gegen Notar A. und Notarin B. beide …………………………………………. betreffend allfällige Berufspflichtverletzungen (Meldung der Revisionskommission des Verbands bernischer Notare vom 29. März 2017 sowie Meldung der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 11. April 2017 ) erwogen: 1. 1.1 Mit Eingabe vom 29. März 2017 reichte der Hauptrevisor namens und im Auftrag der Revisionskommission des Verbands bernischer Notare (nachfolgend: Revko VbN) bei der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (nachfolgend: JGK) eine Anzeige - 2 - gegen Notar A. und gegen Notarin B. wegen des Verdachts des Verstosses gegen Notariatsvor- schriften ein. Der Hauptrevisor meldete der JGK folgenden Sachverhalt: Anlässlich der Nachrevision vom 1. Dezember 2016 im Büro A. und Partner Notare sei auch die von den Notaren beherrschte A. Verwaltungen AG geprüft worden. Dabei hätten die Revisoren festgestellt, dass in drei Fällen Liegenschaften vermittelt worden sei en, wofür Entschädigungen vereinbart respektive bezogen worden seien, die als Provisionen verstanden werden könnten. Im ersten Fall, in welchem die Erbengemeinschaft C . Auftraggeberin gewesen sei, sei gemäss Verkaufsauftrag eine Honorarpauschale von 1.95% des Kaufpreises vereinbart worden. Diese Pauschale wäre bei Abschluss des Kaufvertrages fällig gewesen, und zwar unabhängig davon, ob der Verkauf an einen von der Beauftragten vermittelten Käufer oder an einen Drittkäufer er- folge. Bei einem angenommenen V erkaufserlös von CHF 3'500'000.00 hätte somit eine Hono- rarpauschale von CHF 68'250.00 resultiert. Für den Fall der Kündigung durch die Auftraggeberin oder den Fall, dass infolge Verschulden der Auftraggeberin oder aus Gründen, die die Beauf- tragte nicht zu vertreten habe, kein Abschluss zustande komme, sei eine Aufwandentschädigung von CHF 250.00 pro Stunde vereinbart worden. Gemäss Ausführungen der Notare habe die Auf- traggeberin von einem Verkauf Abstand genommen, obwohl die Beauftragte einen valablen Käu- fer vermittelt habe. Den Revisoren seien die Leistungserfassung und die Rechnung (ca. CHF 30'000.00) vorgelegt worden. In der Buchhaltung seien indessen nur die Auslagen von CHF 331.00 erfasst worden, da die Honorarrechnung von der Auftraggeberin bestritten worden sei. Im zweiten Fall, in welchem Herr D. Auftraggeber gewesen sei, sei gemäss Verkaufsvereinba- rung bei einem angenommenen Verkaufserlös von CHF 380'000.00 eine Pauschalentschädi- gung von CHF 18'700.00 vereinbart worden. Diese Pauschalentschädigung sei bei Abschluss des Kaufvertrages fällig gewesen. Sollte der Auftraggeber nach Vorliegen einer Kaufzusage und der entsprechenden Finanzierungsbestätigung vom Verkauf zurücktreten, wären 80% der vo r- genannten Pauschale geschuldet gewesen. Für den Fall, dass die Beauftragte keinen Käufer gefunden hätte, habe sich keine explizite Regelung gefunden. Der Betrag von CHF 18'700.00 sei als Ertrag verbucht. Eine detaillierte Leistungserfassung bestehe nach A ngaben der Notare nicht, könne aber auf Verlangen der Klientschaft erstellt werden. Im dritten Fall, in welchem Frau E. Auftraggeberin gewesen sei, sei die gleiche Regelung wie im Fall von Herrn D. vereinbart worden, wobei eine Pauschalentschädigung von C HF 19'800.00 abgemacht worden sei . Als Ertrag seien CHF 21'384.00 (CHF 19'800.00 plus 8% MWST) ver- bucht worden. Nach Ansicht der Revko VbN würden die Notare A. und B. gegen Ziffer 3 Bst. c i.V.m. Bst. g des Kreisschreibens der Justiz -, Gemeinde - und Kirchendirektion an die im Notariatsregister des Kantons Bern eingetragenen Notarinnen und Notare über den Liegenschaftshandel, die Liegen- schaftsvermittlung und die Liegenschaftsverwaltun g vom 20. Dezember 2012 (nachfolgend: Kreisschreiben) verstossen. - 3 - 1.2 Mit Schreiben vom 11. April 2017 teilte die Steuerverwaltung des Kantons Bern der JGK mit, dass ihr im Rahmen der Vera nlagung eine Honorarrechnung der A. Verwaltungen AG auf- gefallen sei, welche nahelege, dass Notar A. und Notarin B. eine mit dem Notariat unvereinbare Liegenschaftsvermittlung vorgenommen hätten. Die Steuerverwaltung reichte der JGK die Rech- nung der A. Verwaltungen AG vom 5. November 2015 ein, mit welcher die A. Verwaltungen AG von der Erbengemeinschaft der Frau F. für die Verkaufsbemühungen betreffend eine Stockwer- keinheit eine einmalige Abschlusspauschale von CHF 18'700.00 verlangte. 1.3 Mit Verfügung vom 21. April 2017 teilte das bei der JGK zuständige Amt für Betriebs- wirtschaft und Aufsicht ( nachfolgend: ABA) Notar A. und Notarin B. mit, dass das gegen sie mit Meldung der Revko VbN vom 29. März 2017 angehobene Verfahren auf den von der Steuerver- waltung des Kantons Bern gemeldeten Fall betreffend die Erbengemeinschaft von Frau F. aus- gedehnt werde. 1.4 Mit Eingabe vom 30. Juni 2017 nahmen die Notare zur Meldung der Revko VbN vom 29. März 2017 sowie zur Meldung der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 11. April 2017 Stellung und bestritten in den vier gemeldeten Fällen von angeblicher Liegenschaftsvermittlung das Vorliegen einer Unvereinbarkeit der Manda tsabwicklung mit dem Kreisschreiben. Die Notare führten zur gelegentlichen Liegenschaftsvermittlung bzw. zum Ausübenlassen einer unvereinbaren Tätigkeit durch Dritte Folgendes aus: In den gemeldeten Fällen sei der jeweilige Auftrag nicht durch die Notare selbst, sondern auf fremde Rechnung durch einen Dritten, nämlich die A. Verwaltungen AG, ausgeführt worden. Die beurkundende Notarin halte an der A. Verwal- tungen AG eine einzige Aktie und verfüge über keine Zeichnungsberechtigung oder Organstel- lung. Demzufolge sei diese Gesellschaft selbstredend weder durch die Notarin massgeblich be- einflusst noch von ihr beherrscht. Die Notarin sei infolgede ssen weder in unzulässiger Weise beteiligt (keine Beteiligung von mehr als einem Drittel des Gesellschaftskapitals oder der Stim- men in der Generalversammlung) noch wirke sie in unzulässiger Weise mit (keine rechtliche oder faktische Organ - und Geschäftsfüh rungsfunktion). Aus Sicht der Notare liege in den vorliegen- den Fällen schon allein deshalb keine unvereinbare Tätigkeit der Notarin B. vor. Weiter gelte eine Tätigkeit, ein Geschäft dann als unvereinbar mit der Ausübung des Notariats- berufs, wenn die Tätig keit durch Dritte wie Verwandte ausgeübt werde. Im vorliegenden Fall habe der Bruder der beurkundenden Notarin, Herr G., welcher als einziger über das im Handels- register eingetragene Zeichnungsrecht bei der A. Verwaltungen AG verfüge, die Tätigkeit aus- geübt. Ein unzulässiges Ausübenlassen setz e jedoch voraus, dass der Notar auf den Dritten Einfluss ausübe und am Geschäft ein Interesse habe. Nicht zuzurechnen seien dem Notar die Tätigkeiten eines Dritten, die dieser in völliger und sichtbarer Unabhängigkeit vom Notar ausübe. Hierbei würden die bisherigen Tätigkeiten des Dritten, seine Berufsbildung und sein Fachwissen Anhaltspunkte für die unabhängige Ausübung bilden. Herr G. habe die Weiterbildung zum Master of Advanced Studies UZH in Real Estate absolviert. Er übe seine Tätigkeit in der A. Verwaltun- gen AG völlig unabhängig, eigenständig und auf eigene Rechnung aus. Die A. Verwaltungen AG führe eine eigene Buchhaltung und bewirtschafte hauptsächlich Mehrfamilienhäuser im Auftrag - 4 - ihrer Kunden. Da sie am wirtschaftlichen Ergebnis der AG nicht beteiligt sei, habe sie an der Geschäftsführung ihres Bruders weder ein wirtschaftliches Interesse noch übe sie irgendeinen Einfluss auf dessen Berufsausübung aus. Ihr Bruder handle völlig unabhäng ig und einzig im Interesse der Klientschaft. Aus diesen Gründen werde ein unzulässiges Ausübenlassen einer unvereinbaren Tätigkeit durch den Bruder vollumfänglich bestritten. Sollte wider Erwarten dennoch das Ausübenlassen einer unvereinbaren Tätigkeit dur ch einen Dritten bejaht werden, führten die Notare zur gewerbsmässigen Liegenschaftsvermittlung Fol- gendes aus: Die genannten Fälle hätten sich auf Eigeninitiative der jeweiligen Auftraggeber ge- stützt auf langjährige Kundenbeziehungen ergeben. Tatsächlich b estehe jeweils ein Zusammen- hang mit der haupt- oder nebenberuflichen Tätigkeit der Notarin. So seien beispielsweise in den Fällen C. und F. die erbrechtlichen Fragen der Familien durch die Notarin geregelt worden. Die A. Verwaltungen AG biete sich w eder auf der Homepage, noch über den im Handelsregister eingetragenen Zweck, noch in anderer Weise als Liegenschaftsvermittler in an. Sie trete in keiner Art und Weise nach aussen hin als Liegenschaftsvermittler in in Erscheinung. Die Mandat sab- wicklungen würden sowohl der Regelmässigkeit als auch der Systematik und Planmässigkeit entbehren. Die Häufung von vier Mandaten innerhalb zweier Jahre sei aussergewöhnlich und stelle eine reine Zufälligkeit dar. Das Vorliegen einer gewerbsmässigen Liegenschaftsvermittlung werde infolgedessen vollumfänglich bestritten. Zur Liegenschaftsvermittlung gegen Provisi on führten die Notare aus, es seien mit den jeweiligen Auftraggebern gemäss Kreisschreiben zulässige Honorare vereinbart worden und ein vom Kauf- preis unabhängiges (ausgenommen Fall C.), ebenfalls gemäss Kreisschreiben zulässiges Kos- tendach festgelegt worden. Dies ergebe sich aus der jeweiligen Bezeichnung "Abschlusspau- schalen bzw. pauschalisierte Aufwandentschädigung". Diese Honorare würden sich nac h dem gebotenen Zeitaufwand und einem angemessenen Stundenansatz ergeben. Der im Übrigen branchenübliche angewandte Honoraransatz von CHF 250.00 pro Stunde ergebe beispielsweise im Fall D. gerundet 75 Stunden, was einem Aufwand von gerundet neun Tagen ents preche. In diesem Fall habe es nachweichlich 11 separate Einzelbesichtigungen und vier separate Einzel- besprechungen vor Ort gegeben; die übrigen 30 Stunden würden sich aus diversen Telefonaten mit der Eigentümerschaft, Behörden und Interessenten, aus sämtl icher Korrespondenz sowie aus der Erstellung der Verkaufsdokumentation ergeben. Dieser entstandene Aufwand sei für den Kunden jederzeit nachvollziehbar gewesen. Der einzige der vier Fälle, in welchem es nicht zum Verkauf gekommen sei, sei der Fall C. gewesen. In diesem Fall sei, entsprechend dem von den Parteien unterzeichneten Verkaufsauftrag, gemäss den Vorgaben des Kreisschreibens, ein Ho- norar nach Aufwand (CHF 250.00 pro Stunde) in Rechnung gestellt worden. Es sei somit in je- dem Fall faktisch ein nicht erfolgsabhängiges Honorar (angemessener Stundenansatz von CHF 250.00 als Basis) nach Zeitaufwand geschuldet gewesen. Dies sei gestützt auf das in Frage stehende Kreisschreiben zulässig. Das Vorliegen einer unzulässigen Liegenschaftsvermittlung gegen Provision werde vollumfänglich bestritten. - 5 - Die Notare hiel ten sodann fest, dass sämtliche Tatbestandselemente der gelegentlichen und infolgedessen mit dem Notariat verei nbaren Liegenschaftsvermittlung gemäss Kreisschreiben zweifelsfrei gegeben seien. Das Vorlie gen einer unvereinbaren Tätigkeit werde vollumfänglich bestritten. Schliesslich führten die Notare hinsichtlich der Beurkundung der Kaufverträge aus, dass sämtli- che Verträge auf ausdrücklichen Wunsch der jeweiligen Käuferschaft durch Notarin B. beurkun- det worden seien. Die Notarin habe die Käuferschaft über die Möglichkeit die Beurkundung durch einen anderen Notar vornehmen zu lassen aufgeklärt. Die Käufer seien faktisch jederzeit frei gewesen einen anderen Notar zu wählen. Nachweislich sei in k einem Fall Druck ausgeübt wor- den, dass A. Verwaltungen AG mit dem Verkauf beauftragt oder das Geschäft bei A. und Partner Notare beurkundet werden solle. So habe namentlich keine entsprechende Verpflichtung in einer Verkaufsdokumentation oder ähnlichem bestanden. Wo eine Doppelrolle bestanden habe, so beispielsweise im Fall C., habe die Notarin die Vertragsverhandlungen nachweislich nicht par- teiisch geführt, sondern ausdrücklich die Interessen beider Parteien vertreten. Die Käuferschaft H. (Fall D.) habe ausdrücklich Notarin B. gewünscht, da sie der französischen Sprache mächtig sei und Notarin B. in der Lage gewesen sei, den Vertrag zweisprachig zu erstellen und zu beur- kunden. Durch den zweisprachigen Vertrag seien die Interessen beider Parteien gleichermassen gewahrt gewesen und die Neutralität der Notarin gegeben gewesen. Im Fall F. habe die Käuferin die Notarin ebenfalls ausdrücklich gewünscht. Die Neutralität der Notarin sei gegeben gewesen, da in diesem Fall schliesslich das im Grundbuch eingetragen e Vorkaufsrecht ausgeübt worden sei. Sodann habe die Käuferschaft J. im Fall E. ausdrücklich Notarin B. gewünscht. 1.5 Mit Schreiben vom 7. Juli 2017 ersuchte das ABA die Notare A. und B. um Zustellung von Kopien der Kaufverträge, welche Notarin B. in den Fällen E., F. und D. nach erfolgreicher Vermittlung der Liegenschaften öffentlich beurkundet hat. Zudem wurden die Notare darum ge- beten, ihre Stellungnahme vom 30. Juni 2017 mit Zeiterfassungen betreffend die Vermittlungs- tätigkeiten zu ergänzen, fa lls solche vorliegen sollten. 1.6 Mit Schreiben vom 18. August 2017 reichten die Notare die drei vom ABA verlangten Kaufverträge (E., F., D.) mit den jeweiligen Zeiterfassungen ein. 1.7 Mit Schreiben vom 23. August 2017 schloss das A BA den Schriftenwechsel. Über die Frage, ob eine disziplinarrechtliche Sanktion gegen die Notare angezeigt sei, wurde Notar A. und Notarin B. ein Entscheid der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion in Aussicht gestellt. 2. Gemäss Art. 38 Abs. 2 Bst. c i.V.m. Art. 1 des Notariatsgesetzes vom 22. November 2005 (NG; BSG 169.11) ist die JGK zuständig für die Durchführung von Disziplinarverfahren, die sich gegen im Notariatsregister des Kantons Bern eingetragene Notare richten. Sie wird dabei gestützt auf Art. 46 Abs. 1 NG entweder von Amtes wegen oder auf Anzeige hin tätig. In Erm angelung spe- zialrechtlicher Verfahrensvorschriften richtet sich die Durchführung des Disziplinarverfahrens - 6 - nach den Regeln des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21). Die JGK ist im Rahmen der ihr obliegenden polizei lichen Aufsicht über die Notare verpflichtet, einer Anzeige nachzugehen, die erforderlichen Untersuchungen einzuleiten und im Bedarfsfall auch die erforderlichen Massnahmen anzuordnen (vgl. hierzu JACOBI, N. 13 zu Art. 39 NG, in: Kommentar zum Notariatsrec ht des Kantons Bern, Prof. Dr. Stephan Wolf [Hrsg.], Bern 2009 [zit.: KNB], mit weiterführenden Hinweisen). 3. 3.1 Die Revko VbN und die Steuerverwaltung des Kantons Bern meldeten der JGK insge- samt vier Fälle, in welchen der Verdacht bestehe, dass Notar A. und Notarin B. an Liegenschafts- vermittlungen beteiligt gewesen seien , welche mit der Ausübung des Notariatsberufs nicht ver- einbar seien. Es gilt damit nachfolgend zu prüfen, ob die Notare durch die angezeigten Liegen- schaftsvermittlungen gegen das Gebot der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung und gegen das Ansehen des Notariats gemäss Art. 4 Abs. 3 NG verstossen haben. 3.2 Art. 4 NG legt fest, welche Tätigkeiten mit der Ausübung des Notariatsberufs nic ht ver- einbar sind. Die in Art. 4 NG aufgezählten Unvereinbarkeitsgründe bezwecken die Sicherstellung der Unabhängigkeit des Notariats, die Erhaltung der wesentlichen Arbeitskraft des Notars für die Ausübung der Notariatstätigkeit sowie die Wahrung des Anse hens des Notariats (vgl. KNB - WOLF/PFAMMATTER, N. 1 ff. zu Art. 4 NG). Gemäss der in Art. 4 Abs. 3 NG enthaltenen General- klausel darf der Notar keine dauernde oder gelegentliche Tätigkeit ausüben, die mit einer unab- hängigen und einwandfreien Berufsausübung oder mit dem Ansehen des Notariats nicht verein- bar ist. Unvereinbar sind namentlich Spekulationsgeschäfte jeglicher Art sowie die Übernahme von Bürgschaften oder Garantien im Zusammenhang mit der Berufsausübung. Der Notar darf eine solche Tätigkeit auch ni cht durch Dritte ausüben lassen. Für die Beantwortung der Frage, ob die Vermittlung einer Liegenschaft durch die Notare eine unvereinbare Tätigkeit gemäss Art. 4 NG darstellt, ist sodann das Kreisschreiben der JGK an die im Notariatsregister des Kantons Be rn eingetragenen Notarinnen und Notare über den Liegen- schaftshandel, die Liegenschaftsvermittlung und die Liegenschaftsverwaltung vom 20. Dezem- ber 2012 (nachfolgend: Kreisschreiben) heranzuziehen. Nach der Praxis der Verwaltungsge- richts des Kantons Bern is t das Kreisschreiben als Verwaltungsverordnung trotz mangelnder Gesetzeskraft zu beachten, wenn und soweit seine Anwendung nicht gegen gesetzliche Bestim- mungen verstösst und eine einzelfallgerechte Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Best- immungen zulässt bzw. die rechtlichen Vorgaben überzeugend und praktikabel konkretisiert (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. November 2014, in: Bernische Verwal- tungsrechtspflege [zit. BVR] 2016 S. 147 E. 3.1.2 f.). Das Verwaltungsgericht des Kant ons Bern hat sich bisher in zwei Fällen zur Rechtmässigkeit des Kreisschreibens geäussert. Im Urteil vom 5. November 2014 (vgl. BVR 2016 S. 147 ff.) kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass - 7 - Ziffer 3 Bst. e des Kreisschreibens, welcher sich zur Beteilig ung an und Mitwirkung in Immobili- engesellschaften äussert, eine einzelfallgerechte und praktikable Konkretisierung von Art. 4 Abs. 3 NG darstellt. Im Urteil vom 8. Dezember 2017 (vgl. BVR 2018 S. 139 ff.) hielt das Verwaltungs- gericht sodann fest, dass die Ziffer 3 Bst. c des Kreisschreibens (Liegenschaftsvermittlung gegen Provision) sowie die Ziffer 4 Bst. b des Kreisschreibens (gelegentliche Liegenschaftsvermittlung auf Honorarbasis) ebenfalls als sachgerechte und praktikable Konkretisierun gen von Art. 4 Abs. 3 NG zu betrachten sind. In Anlehnung an Art. 4 Abs. 3 NG, wonach Spekulationsgeschäfte jeglicher Art mit der Berufs- ausübung unvereinbar sind, hält Ziffer 3 Bst. c des Kreisschreibens explizit fest, dass die Lie- genschaftsvermittlung g egen Provision oder gegen eine Entschädigung, die nicht dem gebote- nen Zeitaufwand entspricht und/oder auf einen überhöhten Stundenansatz basiert, mit der Aus- übung des Notariatsberufs nicht vereinbar ist (vgl. auch den Entscheid 26.11-15.27 der JGK vom 30. September 2016, E. 3.2). In der Lehre und gemäss konstanter Praxis galt bzw. gilt die Lie- genschaftsvermittlung gegen Provision seit langem als mit dem Ansehen des Notariats unver- einbar (vgl. KNB-WOLF/PFAMMATTER, N. 16 ff. zu Art. 4 NG; PETER RUF, Notariatsrecht, Langent- hal, 1995, Rz. 448). Dabei ist es unerheblich, ob eine solche provisionsabhängige Vermittlung regelmässig oder nur gelegentlich erfolgt; in beiden Fällen ist sie mit der Ausübung des Notari- atsberufs unvereinbar . So ist denn auch die Neutralit ät der Urkundsperson nicht erst dann ge- fährdet, wenn eine Vielzahl von Immobiliengeschäften getätigt wird; vielmehr trägt auch bereits die Vermittlung einzelner Liegenschaften gegen Provision die Gefahr der Kollision der persönli- chen Interessen der Urkunds person mit denjenigen der Klientschaft (vgl. BVR 2016, S. 147 E. 4.3.3). Nebst einer Provisionsvereinbarung gilt gemäss Praxis der JGK bereits eine Liegen- schaftsvermittlung gegen Ausrichtung eines erfolgsabhängigen Honorars – als spekulatives Ge- schäft – als mit dem Gebot der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung und mit dem Ansehen des Notariats nicht vereinbar (vgl. Entscheid 26.11 -15.27 der JGK vom 30. September 2016 E. 3.2). Dagegen erklärt Ziffer 4 Bst. b des Kreisschreibens die gelegentliche L iegenschaftsvermittlung auf Honorarbasis als mit der Ausübung des Notariatsberufs vereinbar. Dabei muss das Vermitt- lermandat auf Initiative des Auftraggebers hin entstehen. In der Regel besteht ein Zusammen- hang mit der haupt- oder nebenberuflichen Tätigkei t des Notars. Das Honorar hat sich nach dem gebotenen Zeitaufwand und einem angemessenen Stundenansatz zu richten. Als Richtwert kann der für die Notare branchenübliche Stundenansatz herangezogen werden. In Übereinstimmung mit Art. 4 Abs. 3 letzter Satz NG hält Ziffer 3 Bst. g des Kreisschreibens schliesslich fest, dass auch das Ausübenlassen unvereinbarer Tätigkeiten durch Dritte, wie ins- besondere Gesellschaften, mit der Ausübung des Notariatsberufs nicht vereinbar ist. Das Aus- übenlassen liegt dann vor, wenn der Notar auf einen Dritten Einfluss ausübt und am Geschäft ein Interesse hat. - 8 - 3.3 Sowohl die Anzahl der Fälle (vier Fälle in zwei Jahren) sowie der Umstand, dass die vier Vermittlungsgeschäfte jeweils in Kombination mit anderen Notariatsgeschäften zustande ka- men, lassen darauf schliessen, dass keine gewerbsmässige Liegenschaftsvermit tlung vorliegt. Auch die an sich zulässige gelegentliche Liegenschaftsvermittlung muss jedoch in korrekter Form vorgenommen werden. In einem ersten Schritt gilt es daher zu prüfen, ob es sich bei den vier angezeigten Liegenschaftsvermittlungen um unzulässige Liegenschaftsvermittlungen gegen Ausrichtung von Provisionen gemäss Ziffer 3 Bst. c des Kreisschreibens oder um zulässige ge- legentliche Liegenschaftsvermittlungen auf Honorarbasis gemäss Ziffer 4 Bst. b des Kreisschrei- bens handelte. Falls unzulässige Liege nschaftsvermittlungen vorliegen, ist sodann zu prüfen, wem diese Liegenschaftsvermittlungen zuzurechnen sind. Schliesslich muss die Frage beant- wortet werden, ob die anschliessende Beurkundung der Kaufverträge über die vermittelten Lie- genschaften eine disziplinarische Sanktion zur Folge hat. 3.3.1 Am 2. April 2015 unterbreitete die A. Verwaltungen AG Frau E. eine Offerte für "die Übernahme des Verkaufs" des Grundstücks I.-Grundbuchblatt Nr. 4705-14. In der Folge stimmte Frau E. dem insbesondere als "ausschliesslichen Verkaufsauftrag" bezeichneten Angebot der A. Verwaltungen AG zu. In Bezug auf die Entschädigung trafen die Parteien in Ziffer 1 des Ver- trags folgende Ver einbarung: "Bei einem Vertragsabschluss mit einem Käufer über die genannte Eigentumswohnung wird für den Auftrag, unabhängig von den Bemühungen der Auftragnehmerin, eine einmalige Abschlusspauschale von CHF 19'800.00 (zzgl. Mwst nach am Datum der Rechnungsstellung gültigem Satz) fällig. Bei dies em Betrag handelt es sich um eine pauschalisierte Aufwandentschädigung. In der Pauschalen sind sämtliche Büroauslagen wie namentlich für das Erstellen der Verkaufsdokumentation, sowie Kopien, Porti, Telefon -, Druck-, Fax- und Autospesen, Büromaterial, etc. inbegriffen." Nach erfolgreicher Vermittlung des Grundstücks, welches mit Kaufvertrag vom 29. Juni 2015 zu einem Kaufpreis von CHF 515'000.00 an Herrn J. übertragen wurde, stellte die A. Verwaltun- gen AG Frau E. am 25. Juni 2015 einen Betrag von CHF 21'384.00 ( einmalige Abschlusspau- schale von CHF 19'800.00 plus Mehrwertsteuer von CHF 1'584.00) für ihre Verkaufsbemühun- gen in Rechnung. Massgebend für die Beantwortung der Frage, ob es sich bei der Vermittlung des fraglichen Grundstücks um eine zuläs sige Liegenschaftsvermittlung auf Honorarbasis im Sinne von Ziffer 4 Bst. b des Kreisschreibens oder um eine unzulässige Liegenschaftsvermittlung gegen Ausrich- tung einer Provision gemäss Ziffer 3 Bst. c des Kreisschreibens handelte, sind der Wortlaut des zwischen der A. Verwaltungen AG und von Frau E. vereinbarten Vermittlungsauftrags sowie der Wortlaut der Rechnung der A. Verwaltungen AG vom 25. Juni 2015. Der Wortlaut der oben zitierten Vertragsbestimmung über die Entschädigung bei einer Vermitt- lung der Liegenschaft lässt keinen Zweifel daran, dass die A. Verwaltungen AG mit Frau E. ein erfolgsabhängiges Honorar vereinbart hat, was gemäss Praxis der JGK – wie die Vereinbarung einer Provision – mit dem Kreisschreiben und damit mit dem Gebot der unabhängigen und ein- wandfreien Berufsausübung und mit dem Ansehen des Notariats generell nicht vereinbar ist (vgl. - 9 - Entscheid 26.11-15.27 der JGK vom 30. Septemb er 2016 E. 3.21). Aus dem Wortlaut von Ziffer 1 des Vertrags geht klar hervor, dass Frau E. der A. Verwaltungen AG nur im Fall eines Ver- tragsabschlusses mit einem Käufer ein Honorar schuldet. Eine Entschädigung auch bei Nicht- vermittlung des Grundstü cks ist nicht vorgesehen. Die Erfolgsabhängigkeit bildet damit den Kernpunkt der vertraglich vereinbarten Honorarregelung. Daran ändert auch Ziffer 6 des Vermitt- lungsauftrags nichts, wonach 80% der "Abschlusspauschale" geschuldet sei, "sollte die Eigen- tümerschaft von einem Kauf Abstand nehmen, obwohl eine verbindliche Verkaufserklärung inkl. Finanzierungsnachweis vorliegt". Zu berücksichtigen ist sodann, dass die im vorliegenden Fall getroffene Vereinbarung einer "ein- maligen Abschlusspauschale", bei welche r es sich um eine "pauschalisierte Aufwandentschädi- gung" handle, grundsätzlich nie zu einer Bejahung einer (gelegentlichen) Liegenschaftsvermitt- lung auf Honorarbasis im Sinne von Ziffer 4 Bst. b des Kreisschreibens führen kann, da sich ein Honorar nach dem gebotenen Zeitaufwand gerade nicht aufgrund eines zum voraus bestimmten Betrags ermitteln lassen kann. Mit anderen Worten kommt die (vorgängige) Vereinbarung einer Abschlusspauschale, die unabhängig von den tatsächlich erbrachten Vermittlungsbemühungen festgelegt wird, im Ergebnis der Vereinbarung einer Provision gleich. Es kann damit festgehalten werden, dass die A. Verwaltungen AG und Frau E. vorliegend ein erfolgsabhängiges Honorar, welches zudem unabhängig von den tatsächlich erbrachten Vermitt- lungsbemühungen bestimmt wurde, vereinbart hatten. Diese Vereinbarung ist sowohl aufgrund der Erfolgsabhängigkeit als auch aufgrund der fehlenden Abhängigkeit zwischen den zu leisten- den Vermittlungsarbeiten und der voraus bestimmten Entschädigung für die (erfolgreiche) Lie- genschaftsvermittlung mit dem Kreisschreiben und damit mit dem Gebot der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung und mit dem Ansehen des Notariats nicht vereinbar. Zum gleichen Ergebn is gelangt man nach Durchsicht der Rechnung der A. Verwaltungen AG vom 25. Juni 2015. In dieser Rechnung wurde unter dem Titel "Honorar" folgende Arbeiten auf- geführt: Erstellen der Verkaufsdokumentation, diverse Telefonate und Korrespondenzen mit Kaufinteressenten, diverse Objektbesichtigungen, diverse Telefonate und Korrespondenzen mit der Eigentümerschaft und diverse Besprechungen mit der Eigentümerschaft. Seitens der A. Ver- waltungen AG wurde in der Rechnung vom 25. Juni 2015 darauf verzicht et, die für die Arbeiten benötigte Anzahl der Stunden und ein anwendbarer Stundenansatz anzugeben. Dies hat zur Folge, dass der Rechnung vom 25. Juni 2015 unter dem Titel "Honorar" kein konkreter Rech- nungsbetrag über die effektiv erbrachten Leistungen entn ommen werden kann. Gleich verhält es sich mit der Höhe der Auslagen. Diese wurden zwar umschrieben, jedoch nicht zahlenmässig ausgewiesen. Erst am Schluss der R echnung vom 25. Mai 2015 hielt die A. Verwaltungen AG unter dem Titel "Honorar und Auslag en" fest, dass eine einmalige Abschlusspauschale von CHF 19'8000.00 sowie zusätzlich Mehrwertsteuern von CHF 1'584.00 und damit ein Betrag von insgesamt CHF 21'384.00 geschuldet sei. Es kann damit festgehalten werden, dass die A. Ver-- 10 - waltungen AG einen Betrag in Rechnung gestellt hat, der sich unabhängig von den konkret er- brachten Vermittlungsbemühungen ergibt, da diese nicht im Einzelnen zeitlich ausgewiesen wur- den. 3.3.2 Erst im Rahmen der Instruktion des vorliegenden Verfahrens reichten die Notare A. und B. eine undatierte Zusammenstellung der "Arbeitsverrichtung" im Zusammenhang mit dem Verkauf des Grundstücks I.-Grundbuchblatt Nr. 4705-14 ein. Danach habe der Arbeitsaufwand für die Vermittlung der Liegenschaft total 80 Stunden und 35 Minuten betragen, welche mit einem Ansatz von CHF 250.00 pro Stunde respektive mit einem Ansatz von CHF 120.00 pro Stunde multipliziert wurden. Gemäss der Zusammenstellung der Notare habe damit ein Honorar von insgesamt CHF 22'101.50 resultiert (inkl. Auslagen v on CHF 535.20 und Mehrwertsteuer von CHF 1'637.15). Der effektive Arbeitsaufwand ist im vorliegenden Fall gar nicht relevant, da die Maklervereinba- rung klar darauf schliessen lässt, dass eine erfolgsabhängige Honorarvereinbarung vorliegt. Eine solche Vereinbarung ist schon generell unzulässig. Der effektive Arbeitsaufwand würde nur dann eine Rolle spielen, wenn an und für sich eine zulässige Honorarvereinbarung vorläge und somit nur noch zu prüfen wäre, ob das in Rechnung gestellte Honorar dem gebotenen Ze itaufwand entspricht. Dies ist vorliegend jedoch gerade nicht der Fall. Ohnehin wäre der Beweiswert dieser undatierten Zusammenstellung für den Nachweis der tatsächlich erbrachten Vermittlungstätig- keiten jedoch fraglich, da gemäss An zeige der Revko VbN vom 29. März 2017 im Z eitpunkt der Bürorevision am 1. Dezember 2016 keine detaillierte Leistungserfassung für die Verkaufsbemü- hungen vorlag. Demnach besteht die Möglichkeit, dass die undatierte Zusammenstellung erst nachträglich zwecks (vergeblicher) Herleitu ng eines gebotenen Zeitaufwands erstellt wurde. Der Arbeitsaufwand wird teilweise nur monatsweise erfasst (z.B .: „Juli-September: Aufschaltung In- serat, Beantwortung Email -Anfragen, Diverse Telefonate, Organisation Besichtigungstermine“). Aus der Aufwandzusammenstellung geht zudem nicht hervor, wer welche Arbeiten geleistet hat. Da die beiden Notare gemäss ihren eigenen Ausführungen in der A. Verwaltungen AG nicht operativ tätig sind, erscheint ein durchgehender Honoraransatz von CHF 250.00 pro Stunde als hoch. Es ist kaum anzunehmen, dass sämtliche Arbeiten durch (juristisch) geschultes Fachper- sonal vorgenommen wurden. Gestützt auf die erst im Rahmen der Inst ruktion des vorliegenden Verfahrens eingereichte Stundenzusammenstellung kann daher nicht darauf geschlossen wer- den, dass das Honorar anhand des Zeitaufwands errechnet wurde. Zwar mag die Zusammen- stellung belegen können, dass die A. Verwaltungen AG einen nicht unbedeutenden Arbeitsauf- wand hatte. Entscheidend ist jedoch allein, dass aufgrund der gesamten Aktenlage von ausge- richteten Honoraren ausgegangen werden muss, die nicht anhand des gebotenen Arbeitsauf- wands errechnet wurden (vgl. Urteil des Verw altungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dezem- ber 2017, BVR 2018, S. 139 ff. E. 4.4.4 f.). - 11 - Zusammenfassend steht somit fest, dass der zwischen Frau E. und der A. Verwaltungen AG abgeschlossene Vermittlungsauftrag mit dem Notariatsberuf, dem Gebot der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung und mit dem Ansehen des Notariats nicht vereinbar ist. 3.3.3 Am 9. Juni 2015 bzw. am 13. November 2015 unterbreitete die A. Verwaltungen AG der Erbengemeinschaft der Frau F. sel. respektive Herrn und Frau D. je eine Offerte für die "Über- nahme des Verkaufs" des Grundstücks B. 4 (K./S.) Grundbuchblatt Nr. 3768-84 bzw. des Grund- stücks B. 4 (K./S.) Grundbuchblatt Nr. 3779 -10. Der in der Folge in beiden Fällen abgeschlos- sene Vermittlungsauftrag wies den gl eichen Inhalt auf wie im Fall von Frau E. (vgl. Ziff. 3.3.1 hievor). Die A. Verwaltungen AG stellte der Erbengemeinschaft der Frau F. am 5. November 2015 einen Betrag von CHF 20'196.00 (einmalige Abschlusspauschale von CHF 18'700.00 plus Mehrwertsteuer von CHF 1'496.00) in Rechnung. Herrn D. wurde seitens der A. Verwaltun- gen AG am 13. Juli 2016 ebenfalls ein Betrag von CHF 20'196.00 (einmalige Abschlusspau- schale von CHF 18'700.00 plus Mehrwertsteuer von CHF 1'496.00) für die Vermittlungsbemü- hungen in Rechnung gestellt. Die Rechnungen der A. Verwaltungen AG waren dabei gleich for- muliert wie im Fall von Frau E. Mit Verweis auf die Ausführungen in Ziff. 3.3.1 f. im Fall von Frau E. kommt die JGK auch in den Fällen der Erbengemeinschaft der Frau F. sel. und von Herrn D. zum Schluss, dass eine unver- einbare Liegenschaftsvermittlung vorlag, da die Entschädigungsvereinbarung erfolgsabhängig war und unabhängig von den konkret geleisteten Vermittlungsarbeiten festgelegt wurde. Die von den Notaren eingereichten undatierten Zusammenstellungen der "Arbeitsverrichtungen" im Zu- sammenhang mit den Liegenschaftsvermittlungen vermögen an diesem Ergebnis nichts zu än- dern. 3.3.4 Bereits am 10 . Oktober 2014 schloss die A. Verwaltungen AG mit der Erbengemein- schaft des Herrn C. sel. einen "Verkaufsauftrag " betreffend das Grundstück B. 3 (M./W.) Grund- buchblatt Nr. 690 ab. Darin wurde insbesondere vereinbart, dass für den Fall des Zustandekom- mens eines Kaufvertrags um das genannte Grundstück eine einmalige Abschlusspauschale von 1.95% des für die Liegenschaft beurkundeten Kaufpreises (zuzüglich Mehrwertsteuer) geschul- det ist. In der Folge kam es jedoch nicht zur Handänderung des Grundstücks, weshalb seitens der A. Verwaltungen AG keine kaufpreisabhängige Entschädigung für ihre Vermittlungsbemü- hungen in Rechnung gestellt wurde. Die generelle Unzulässigkeit dieser Form der Liegenschaftsvermittlung liegt auf der Hand. Ein vom erzielten Kaufpreis abhängiges Honorar ist nichts anderes als eine unzulässige Provision. 3.4 Zusammenfassend steht somit fest, dass die A. Verwaltungen AG in vier Fällen mit dem Notariatsberuf unvereinbare Liegenschaftsvermittlungen vorgenommen hat. In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, inwiefern diese unvereinbaren Liegenschaftsvermittlungen Notar A. und / o- der Notarin B. zuzurechnen sind. Wie in Ziffer 3.2 hievor bereits erwähnt, hält Ziffer 3 Bst. g des Kreisschreibens – in Übereinstim- mung mit Art. 4 Abs. 3 letzter Satz NG – fest, dass auch das Ausübenlassen unvereinbarer - 12 - Tätigkeiten durch Dritte, wie insbesondere Gesellschaften, mit der Ausübung des Notariatsbe- rufs nicht vereinbar ist. Das Ausübenlassen liegt dann vor, wenn der Notar auf einen Dritten Einfluss ausübt und am Geschäft ein Interesse hat. Gemäss den vorliegenden Akten sowie den Akten im Administrativverfahren der JGK 25.60 - 15.89 betreffend die Notare A. und B. ist davon auszugehen, dass Notar A. Mehrheitsaktionär der A. Verwaltungen AG ist. Dagegen verfügt Notarin B. lediglich über eine Aktie der A. Verwal- tungen AG. Infolgedessen übt Notar A. als beherrschender Aktionär auf die AG Einfluss aus und er hat an ihren Geschäften ein Interesse. Es spielt keine Rolle, dass offenbar die operative Ver- antwortung bei seinem Sohn G. liegt. Entscheidend ist einzig, dass Notar A. wegen seiner Mehr- heitsbeteiligung am Aktienkapital die A G beherrscht und Einfluss nehmen könnte. Seitens Notar A. liegt somit ein Ausübenlassen durch Dritte bzw. durch die A. Verwaltungen AG im Sinne von Ziffer 3 Bst. g des Kreisschreibens vor. Die Handlungen der A. Verwaltungen AG sind Notar A. notariatsrechtlich somit direkt zuzurechnen. Demnach kann festgestellt werden, dass Notar A. mit der Ausübung des Notariatsberufs nicht vereinbare Liegenschaftsvermittlungen durch die A. Verwaltungen AG ausüben liess. Dadurch hat Notar A. gegen das Gebot der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung und gegen das Ansehen des Notariats gemäss Art. 4 Abs. 3 NG verstossen. 3.5 Demgegenüber hat Notarin B. nicht gegen Ziffer 3 Bst. g des Kreisschreibens verstos- sen. Sie besitzt nur eine Aktie der A. Verwaltungen AG und hat in dieser keine Organstellung. Angesichts der fachlichen Unabhängigkeit des Bruders G. kann davon ausgegangen werden, dass Notarin B. keinen Einfluss auf die A. Verwaltungen AG hatte. Sie hat jedoch in den Fällen von Frau E., der Erbengemeinschaft der Frau F. sel. und von Herrn D. nach erfolgreicher Ver- mittlung durch die A. Verwaltungen AG die daraus resultierenden Kaufverträge verurkundet. Zwar können die unzulässigen Liegenschaftsvermittlungen der A. Verwaltungen AG Notarin B. nicht direkt zugerechnet werden. Es ist jedoch zu prüfen, ob Notarin B. mit der Verurkundung der vorgängig erwähnten Kaufverträge in anderer Weise Berufspflichten verletzt hat. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hatte nämlich in seinem Urteil vom 8. Dezember 2017 (vgl. BVR 2018 S. 139 ff. E. 5.2.3) zu prüfen, ob ein Notar seine Berufspflicht verletzt hat, weil er in einem Fall eine Liegenschaft gegen eine kaufpreisabhängige Provision durch eine Gesell- schaft vermitteln liess und anschliessend den Kaufvertrag selber beurkundete. Das Verwaltungs- gericht des Kantons Bern kam dabei insbesondere zum Schluss, dass Notare, die eine Gesell- schaft Liegenschaften gegen Provision vermitteln lassen, in solchen Fällen bei der anschlies- senden Beurkundung nicht mehr als unparteiisch betrachtet werden können. Vermittelt ein Notar eine Liegenschaft gegen Provision und beurkundet er anschliessend noch den Kaufvertrag, liege darin nicht nur ein Verstoss gegen die Unvereinbarkeitsvorschriften gemäss Art. 4 NG, sondern werde überdies die Interessenwahrungspflicht gemäss Art. 37 NG gegenüber den Beteiligten verletzt. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern stellte im bereits erwähnten Urteil an anderer Stelle fest (vgl. BVR 2018 S. 139 ff. E. 3.2), dass das Ansehen des Notariats nicht nur beein- trächtigt werde, wenn die Urkundsperson in einem konkreten Fall von einem offensichtlichen - 13 - Interessenkonflikt betroffen sei. Vielmehr reiche es aus, dass sie eine Nebenerwerbst ätigkeit ausübe, mit der eine Möglichk eit von Interessenkonflikten verbunden sei; es verhalte sich inso- weit ähnlich wie mit den Ausstandspflichten, denen andere Amtsträger unterstehen und die ge- meinhin schon dann greifen, wenn ein objektiver A nschein von Befangenheit bestehe . Im Gegensatz zu dem vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern am 8. Dezember 2017 beur- teilten Fall, wurden die unzulässigen Liegenschaftsvermittlungen hier nicht von der verurkunden- den Notarin vorgenommen. Dennoch stellt sich die Frage, ob Notarin B. aufgrund ihrer familiären und beruflichen Nähe zu ihrem Vater im konkreten Verurkundungsgeschäft noch als unparteilich angesehen werden kann (vgl. zur Unparteilichkeitspflicht als Teilgehalt der Interessenwahrungs- pflicht: KNB-PFAMMATTER, N 10 ff. zu Art. 37 NG). Wie bereits vorgängig erwähnten, müssen die Liegenschaftsvermittlungen der A. Verwaltungen AG direkt Notar A. zugerechnet werden. Im vorliegenden Fall liegt somit bei Notarin B. insofern ein objektiver Anschein von Befangenheit im Zusammenhang mit d er öffentlichen Beurkundung der vorgängig erwähnten Kaufverträge vor, weil ihr Vater ein wirtschaftliches Sonderinteresse an der Verurkundung der vermittelten Ver- träge hatte. Wäre es nicht zum Abschluss der erwähnten Verträge gekommen, wären zumindest grosse Teile der Vermittlungshonorare nicht geschuldet gewesen. Es spielt keine Rolle, ob sich Notarin B. in den konkreten Verurkundungen unparteilich verhalten hat. In Berücksichtigung der oben zitierten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern reicht bereits die Möglichkeit eines Interessenkonflikts aus, um die öffentliche Beurkundung der erwähnten Kauf- verträge durch Notarin B. als mit dem Ansehen des Notariats nicht vereinbar erscheinen zu las- sen. Zwar kann nicht jedes Sonderinteresse einer beliebigen Drittperson zum Anschein eines Interessenkonflikts bei einer Urkundsperson führen. Das Verwaltungsgericht hat jedoch wohl nicht zufällig auf die Ausstand spflichten von Amtsträgern verwiesen. Zur Abgrenzung der recht- lichen Relevanz bei Sonderinteressen von Drittpersonen können somit die notariatsrechtlichen Ausstandspflichten analog herangezogen werden. Dies gilt zumindest für Art. 32 Abs. 1 Bst. b NG, wonach eine Notarin von der Verurkundung ausgeschlossen ist, wenn eine Person aus dem Kreis der Verwandten in gerader Linie (Eltern, Kinder) beteiligt ist. Die JGK kommt daher zum Schluss, dass Notarin B. die Interessenwahrungspflicht (Teilgehalt der Unparteilichkeitspflicht) verletzt hat. 4. 4.1 Verletzt der Notar vorsätzlich oder fahrlässig Berufspflichten oder verstösst er gegen die Bestimmungen des Notariatsgesetzes und seiner Ausführungserlasse, das Gebot der unab- hängigen und einwandfreien Berufsausübun g oder gegen das Ansehen des Notariats, wird er unabhängig von der vermögens - und strafrechtlichen Verantwortlichkeit disziplinarisch bestraft (Art. 45 Abs. 1 NG). In leichten Fällen kann von einer Bestrafung abgesehen werden, wenn anzunehmen ist, dass der Notar den Beruf künftig einwandfrei ausüben werde (Art. 45 Abs. 2 NG). - 14 - 4.1.1 Wie in Ziffer 3.3 f. hievor ausgeführt, hat Notar A. vorliegend insofern das Gebot der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung und das Ansehen des Notariats verletzt, als er durch die A. Verwaltungen AG Grundstücke einerseits unabhängig von den tatsächlich er- brachten Vermittlungsbemühungen gegen Ausrichtu ng einer einmaligen Vermittlungspauschale und andererseits erfolgsabhängig vermitteln liess. Von einem leichten Fall im Sinne von Art. 45 Abs. 2 NG k ann sowohl aufgrund der Höhe des erzielten Honorars als auch angesichts des Umstandes, dass die Berücksichtigung bzw. Einhaltung der Unvereinbarkeitsgründe gemäss Art. 4 NG eine der zentralen Pflichten im Rahmen der haupt - und nebenberuflichen Tätigkeit eines Notars darstellt, nicht ausgegangen werden . Notar A. ist deshalb mit einer disziplinarischen Sanktion zu belegen. 4.1.2 Wie in Ziffer 3.5 hievor ausgeführt, hat Notarin B. insofern Berufspflichten verletzt , als sie trotz bestehendem Interessenkonflikt Kaufverträge öffentlich beurkundet hat. Notarin B. ist deshalb ebenfalls mit einer disziplinarischen Sanktion zu belegen. 4.2 Art. 47 Abs. 1 NG sieht als Disziplinarmassnahmen den Verweis, eine Busse von bis zu CHF 20'000.00, die Suspendierung des Eintrages im Notariatsregister für die Dauer von einem Monat bis zu zwei Jahren und die Löschung des Eintrages im Notariatsregister vor. Dieser Massnahmenkatalog ist einerseits abschliessend, andererseits nach der Schwere der Sanktion in aufsteigender Reihenfolge gegliedert. Bei der Festsetzung der konkreten Massnahme ist stets das Prinzip der Verhältnismässigkeit zu beachten (vgl. zum Ganzen auch KNB -GLATT- HARD, N. 1 ff. zu Art. 47 NG, mit weiteren Hinweisen). Das alte Notariatsgesetz des Kantons Bern vom 28. August 1980, welches bis am 30. Juni 2006 in Kraft war, sah explizit vor, dass die Diszip- linarstrafe nach dem Verschulden des Notars bestimmt werde, unter Berücksichtigung seiner Be- weggründe und der gefährdeten oder verletzten Interessen sowie nach der Art und Weise der bisherigen Berufsausübung (Art. 43 aNG). Zwar fehlt im neuen Notariatsgesetz ein expliziter Hin- weis auf die Bemessung. Der Vortrag des Regierungsrates an den Grossen Rat betreffend das Notariatsgesetz vom 16. März 2005 (zit.: Vortrag NG) hält jedoch im Bereich des Disziplinarwesens ausdrücklich fest, dass die bisherigen Regelungen zur disziplinarischen Verantwortlichkeit ohne materielle Änderungen ins neue Recht übernommen wurden (vgl. Vortrag NG Ziff. 3.30, S. 12). Das Abstellen auf das konkrete Verschulden unter Berücksichtigung der Beweggr ünde, der tan- gierten Interessen sowie der bisherigen Berufsausübung ergibt sich letztlich auch aus der Anwen- dung des Verhältnismässigkeitsprinzips und ist daher in der Lehre unbestritten (vgl. dazu KNB - GLATTHARD, N. 35 zu Art. 45 NG, mit Verweis auf die altrechtliche Rechtsprechung; vgl. u.v. auch Entscheid der JGK 26.11-13.9 vom 9. September 2014, E. 5.2). Reicht eine mahnende Strafe aus, um zu bewirken, dass ein fehlbarer Notar seinen Beruf inskünf- tig wieder e inwandfrei ausüben wird, so darf folglich nicht über einen Verweis oder eine Busse hinausgegangen werden (vgl. hierzu auch KNB-GLATTHARD, N. 6 und 36 zu Art. 45 NG sowie N. 4 zu Art. 47 NG, mit weitergehenden Hinweisen auf die einschlägige Rechtsprechung). - 15 - 4.3 4.3.1 Die JGK würdigt das Verschulden von Notar A. als schwer. Die Liegenschaftsvermitt- lung gegen Ausrichtung einer Provision, einer einmaligen Vermittlungspauschale (unabhängig von den tatsächlich erbrachten Vermittlungsbemühungen) oder eines erfolgsabhängigen Hono- rars stellt einen der Hauptfälle der Unvereinbarkeit mit der Ausübung des Notariatsberufs im Sinne von Art. 4 NG dar. Das Verbot einer solchen Liegenschaftsvermittlung bildet einen Grund- pfeiler der Wahrung der Unabhängigkeit des Nota rs. Eine Missachtung dieses zentralen Unver- einbarkeitsgrunds ist daher mit einer Busse am ober sten Strafrahmen zu ahnden. Die A. Verwaltungen AG hat durch die Vermittlung der Grundstücke eine unabhängig von den tatsächlich erbrachten Vermittlungsbe mühungen festgelegte Vermittlungspauschale bzw. ein er- folgsabhängiges Honorar von rund CHF 57'000.00 erzielt, welches Notar A. aufgrund seiner Mehrheitsbeteiligung an der AG wirtschaftlich zuzurechnen ist. In einem ergangenen Entscheid der JGK im Zusammenhang mit unzulässigen Liegenschaftsvermittlungen wurde bei einer er- wirtschafteten Provision von rund CHF 73'000.00 eine Busse von CHF 15'000.00 ausgespro- chen (vgl. Entscheid 26.11 -15.27 der JGK vom 30. September 2016). In einem anderen Ent- scheid der JGK betreffend unzulässiger Liegenschaftsvermittlung, welcher vom Verwaltungsge- richt des Kantons Bern mit Urteil vom 8. Dezember 2017 ( vgl. BVR 2018 S. 139 ff.) bestätigt wurde, auferlegte die JGK dem fehlbaren Notar eine Busse von CHF 15'000.00 bei eine r erziel- ten Provision von CHF 90'000.00 (vgl. Entscheid 26.11 - 13.94 der JGK vom 20. September 2016). In diesem Fall wurde jedoch die lange Verfahrensdauer strafmindernd berücksichtigt. Der vorliegende Fall ist mit den früheren Entscheiden vergleichbar, s o dass vorliegend eine Busse in der Höhe von CHF 15'000.00 als angemessen qualifiziert wird . 4.3.2 Die JGK würdigt das Verschulden von Notarin B. als mittelschwer. Indem die Notarin trotz bestehendem Interessenkonflikt die Kaufverträge über die von der A. Verwaltungen AG vermittelten Kaufverträge öffentlich beurkundet hat, hat sie in massgeblicher Weise gegen die Unvereinbarkeitsregeln gemäss Art. 4 NG und die Interessenwahrungspflicht verstossen. Dabei zählt die Einhaltung dieser Unvereinbarkeitsreg eln zu den zentralen Pflichten der Notarinnen und Notare, was im Rahmen der Strafzumessung entsprechend zu gewichten ist. Demgegen- über ist zugunsten der Notarin festzuhalten, dass ihre bisherige Berufsausübung zu keinen Be- anstandungen geführt hat. Aufgrund dieser Umstände erscheint vorliegend eine Busse in der Höhe von CHF 7‘500.00 als angemessen. 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die auf CHF 700.00 bestimmten Kosten nach den Grundsätzen von Art. 107 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 8 der Verordnung über die Gebühren der Kantonsverwaltung vom 22. Februar 1995 (Gebührenver ordnung [GebV; BSG 154.21]) Notar A. und Notarin B. je hälftig zur Bezahlung auferlegt. - 16 - Demnach wird erkannt: 1. Notar A. wird zu einer Busse von CHF 15'000.00 verurteilt. 2. Notarin B. wird zu einer Busse von CHF 7‘500.00 verurteilt. 3. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 700.00, werden Notar A. und Notarin B. je hälf- tig zur Bezahlung auferlegt. 4. Diese Verfügung ist wie folgt zu eröffnen: - A und Partner Notare, Notar A., ………………………… (mit eingeschriebenem Brief) - A und Partner Notare, Notarin B., ………………………… (mit eingeschriebenem Brief) - der Revisionskommission des Verbands bernischer Notare, ……………… (mit A-Post) - Steuerverwaltung des Kantons Ber n, Geschäftsbereich Recht und Koordination, Post- fach, 3001 Bern Die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektorin Evi Allemann Regierungsrätin Rechtsmittelbelehrung Dieser Entscheid kann mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde innert 30 Tagen seit Eröffnung schriftlich beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern, an- gefochten werden. Die Beschwerde ist mindestens im Doppel einzureichen und muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Bewei smitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; greifbare Beweismittel sind beizulegen.