<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00357</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105888&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00357</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.01.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nichteintreten des Regierungsrats wegen versäumter Rekursfrist: Zuständigkeit und Eintreten (E. 1). Fristeinhaltung und Beweislage (E. 2). Beschwerdegrund (E. 3). Anspruch auf Beweisabnahme und antizipierte Beweiswürdigung (E. 4). Überprüfung des Sachverhalts durch das VGr (E. 5a). I.c. erbringt der Bf den Beweis für die Unrichtigkeit des Poststempels (E. 5b+c). Gutheissung und Rückweisung an VI.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANTIZIPIERTE BEWEISWÃRDIGUNG">ANTIZIPIERTE BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISABNAHME">BEWEISABNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POSTSTEMPEL">POSTSTEMPEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 17 lit. II ANAG</span><br/><span class="ungerade">§ 11 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 22 lit. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 50 lit. II d VRG</span><br/><span class="gerade">§ 51 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Mit VerfÃ¼gung vom 8. Dezember 1999 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Si­cher­heit das Gesuch von A, geboren 1952, betreffend Einreise und Aufent­halt seiner in der TÃ¼rkei wohnhaften SÃ¶hne tÃ¼rkischer StaatsangehÃ¶rigkeit B (geboren 1982) und C (geboren 1986) ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen die VerfÃ¼gung vom 8. Dezember 1999 wurde mit einer Eingabe, die vom 10. Januar 2000 datiert ist, Rekurs an den Regierungsrat erhoben. Mit Beschluss vom 6. Sep­tember 2000 trat der Regierungsrat auf das Rechtsmittel infolge VerspÃ¤tung nicht ein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 16. Oktober 2000 erhob A Beschwerde beim Verwaltungs­gericht. Er liess beantragen, der Nichteintretensbeschluss des Regierungsrates des Kantons ZÃ¼rich vom 6. September 2000 sei aufzuheben und der Regierungsrat anzuweisen, auf den Rekurs vom 10. Januar 2000 einzutreten und diesen materiell zu entscheiden. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Kantons ZÃ¼rich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Staatskanzlei des Kantons ZÃ¼rich liess im Auftrag des Regierungsrats am 1. No­­­vember 2000 Abweisung der Beschwerde beantragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Parteivorbringen sowie die AusfÃ¼hrungen gemÃ¤ss angefochtenem Regierungs­ratsbeschluss werden ‑ soweit erforderlich ‑ nachstehend wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremden­polizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen­steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in der Fassung vom 8. Juni 1997). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Auf­enthalts‑ und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person ei­nen bundesrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspfle­ge­gesetzes vom 16. Dezember 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) haben ledige Kinder unter 18 Jahren grundsÃ¤tzlich Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung, sofern sie mit ihren Eltern zu­sam­­menwohnen. <span>Sei­nem systematischen Zusammenhang nach bezieht sich Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG zwar nur auf nachzugsberechtigte auslÃ¤ndische Eltern. Weil dies jedoch eine Schlechterstellung auslÃ¤ndischer Kinder von Schweizer BÃ¼rgern zur Folge hÃ¤tte, ist aus GrÃ¼n­den der Rechtsgleichheit Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG in solchen FÃ¤llen analog anzu­wen­den (BGE 118 Ib 153 E. 1b). </span>Einen Rechtsanspruch begrÃ¼ndet auch Art. 8 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK), wel­che Vorschrift einem ledigen und minderjÃ¤hrigen Kind das Zusammenleben mit seinen in der Schweiz wohnenden Eltern garantiert, sofern diese Ã¼ber ein gefestigtes Auf­enthalts­recht in der Schweiz verfÃ¼gen und die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und in­takt ist (vgl. BGE 118 Ib 153 E. 1c; BGE 119 Ib 81 E. 1c). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der BeschwerdefÃ¼hrer besitzt das Schweizer BÃ¼rgerrecht und hat die Absicht be­kundet, seine SÃ¶hne aus der ersten Ehe (geboren 1982 und 1986) in die Schweiz nachzu­ziehen. <span>Die analog geltenden Anspruchsvoraus­set­zungen von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG sind daher grundsÃ¤tzlich erfÃ¼llt. Zudem macht der BeschwerdefÃ¼hrer eine tatsÃ¤chlich ge­lebte und intakte Beziehung zu seinen Kindern geltend, weshalb auch die Voraussetzung von Art. 8 Abs. 1 EMRK als erfÃ¼llt zu betrachten sind. Auf die Beschwerde ist somit ein­zutreten.</span></span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. </span><span>a) GemÃ¤ss § 22 Abs. 1 VRG ist der Rekurs innert 30 Tagen seit Mitteilung der angefochtenen Anordnung bei der Rekursinstanz schriftlich einzureichen. Der Tag der Er­Ã¶ffnung der angefochtenen VerfÃ¼gung ist bei der Fristberechnung nicht zu berÃ¼cksichtigen. Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag oder ein staatlich anerkannter Feiertag, so endigt sie am nÃ¤chsten Werktag. Samstage und Ã¶ffentliche Ruhetage im Lauf der Frist werden mitge­zÃ¤hlt (§ 11 Abs. 1 VRG). Der Rekurs muss spÃ¤testens am letzten Tag der Frist bei der Be­hÃ¶rde eintreffen oder zu deren Handen der schweizerischen Post Ã¼bergeben sein (§ 11 Abs. 2 VRG). Die Rekursfrist ist eine gesetzliche Verwirkungsfrist; wird sie nicht einge­halten, ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beweislast fÃ¼r das Einhalten der Frist trÃ¤gt die handelnde Partei; sie hat fÃ¼r die Rechtzeitigkeit den vollen Beweis zu erbringen (</span><span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼­rich 1999,<span> § 11 N. 7). Als Beweis fÃ¼r die Ãbergabe an die Schweizerische Post dient grundsÃ¤tzlich der Poststempel. Dem Absender steht jedoch der Beweis offen, dass die Annahme der Sendung durch die Post schon vor der Abstempelung stattgefunden hat oder dass ein unrichtiger Stem­­pel angebracht worden ist (ZBl 62/1961 S. 539; BGE 109 Ib 183 E. 3b). Der Einwurf in den Briefkasten der Post reicht aus, sofern der Beweis der Rechtzeitigkeit durch Zeugen oder andere Beweismittel erbracht werden kann (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 11 N. 8 mit Hin­wei­sen). Die Ã¼berwiegende Wahrscheinlichkeit der Rechtzeitigkeit genÃ¼gt nicht, sondern es muss der volle Beweis dafÃ¼r erbracht werden (BGE 119 V 7 E. 3c).</span></span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Unbestritten ist, dass die Rekursfrist am 10. Januar 2000 endete. Die Rekurs­schrift trÃ¤gt das Datum vom 10. Januar 2000 und wurde in einem mit Fr. 5.- frankierten Couvert der Schweizerischen Post Ã¼bergeben, welches, gefolgt von der Unterschrift des Rechtsanwalts, den handschriftlichen Vermerk trÃ¤gt: âBitte noch heute 10.01.00 abstem­pelnâ. Abgestempelt wurde das Couvert am 11. Januar 2000, 13.00 Uhr, im Briefzentrum ZÃ¼rich 1 (Sihlpost; act. --). Mit Schreiben vom 4. Februar 2000 lud die Staatskanzlei den Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers zum Beweis der Rechtzeitigkeit ein. Mit Eingabe vom 6. MÃ¤rz 2000, unter Beilage eines BestÃ¤tigungsschreibens der RechtsanwÃ¤ltin E vom 3. MÃ¤rz 2000, machte der Vertreter geltend, er habe das Couvert am 10. Januar 2000 zwi­schen 22.30 und 23.00 Uhr in den automatisch bis 24.00 Uhr geleerten Brief­kas­ten an der Sihlpost eingeworfen. Die Rekursschrift enthÃ¤lt oberhalb der Adresse den Ver­merk âEinschreibenâ (act. --). Sie wurde in ein Couvert mit Fenster verpackt, durch welches die Adresse samt diesem Vermerk sichtbar ist; auf dem Fenster wurde dieser Ver­merk jedoch durch Rechtsanwalt D mittels schwarzem Kugelschreiber durchgestri­chen (act. --). Wie die Vorinstanz richtig festhielt, steht fest, dass der Rechts­anwalt die Rekursschrift nicht mehr eingeschrieben versenden wollte, was denn auch ge­schah. Die Vorinstanz liess bei der Post verschiedene Fragen in diesem Zusammenhang abklÃ¤ren (act. --).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) </span><span>Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht kann laut § 50 Abs. 2 lit. d VRG die Verletzung einer Form‑ und Verfahrensvorschrift gerÃ¼gt werden, wenn sie "we­sentlich" ist. Zu den in jedem Fall als wesentlich zu betrachtenden Vorschriften gehÃ¶ren alle in Art. 29 und 30 BV enthaltenen Rechtsschutzgarantien, deren Verletzung als formel­le Rechtsverweigerung gerÃ¼gt werden kann (<span>KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl,</span> § 50 N. 102). Zum An­spruch auf rechtliches GehÃ¶r sind auch die Verfahrenspflichten der BehÃ¶rden, welche als Konkretisierung der Untersuchungsmaxime gelten, zu zÃ¤hlen (RenÃ© Rhinow/­Heinrich Kol­ler/­Christina Kiss, Ãffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel und Frankfurt a.M. 1996, N. 204, 316 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) </span><span>Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann jede fÃ¼r den Ent­scheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts angefochten werden (§ 51 VRG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung unter anderem dann, wenn Ã¼ber rechtser­hebliche UmstÃ¤nde keine Beweise erhoben oder solche unzutreffend gewÃ¼rdigt werden; un­vollstÃ¤ndig ist sie, wenn nicht alle entscheidungswesentlichen Tatsachen berÃ¼cksichtigt wurden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 51 N. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers macht einerseits die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, insbesondere die unterlassene Beweisabnahme sowie andererseits eine willkÃ¼rlich BeweiswÃ¼rdigung und damit eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts gel­tend. Er weist darauf hin, dass zwar die Zeugeneinvernahme im Verwaltungsverfahren nicht vorgesehen sei, es jedoch zulÃ¤ssig und zumutbar gewesen wÃ¤re, RechtsanwÃ¤ltin E als Auskunftsperson einzuvernehmen. Zudem wÃ¤re die schriftliche Eingabe der Rechts­an­wÃ¤l­tin bzw. ganz allgemein der Beweiswert der offerierten Beweismittel ohnehin nachvoll­zieh­bar zu wÃ¼rdigen gewesen. Bereits aus diesem Grunde sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und die an Vorinstanz zur erneuten Beurteilung und WÃ¼rdigung der offerierten Beweismittel zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die BehÃ¶rde hat die Pflicht, angebotene Beweise abzunehmen, sofern sie nicht vÃ¶llig untauglich erscheinen, ein bestimmtes Faktum zu beweisen, und es auf den zu be­weisenden Sachverhalt rechtlich ankommt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 11 N. 10; Rhinow/­Kol­ler/­Kiss N. 318). Der Anspruch auf Beweisabnahme bezieht sich allerdings nur auf Be­weis­­mittel, die im anwendbaren Verfahrensrecht vorgesehen sind. Die BehÃ¶rde hat dabei nach pflichtgemÃ¤ssem Interesse zu entscheiden, welche angebotenen Beweismittel rechts­erheblich sind. Auf die Abnahme entsprechender Beweismittel kann dann ver­zichtet wer­den, wenn die beantragten Beweiserhebungen keinen Einfluss auf den Verfah­rensgang ha­ben (antizipierte BeweiswÃ¼rdigung; RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schwei­ze­ri­sche Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 82 B III b; BGE 122 V 157 E. 1d; RB 1995 Nr. 12). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Den VerwaltungsbehÃ¶rden steht das Recht der Zeugeneinvernahme zur Ermittlung des Sachverhalts nicht zu (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 14). Hingegen ist es ihnen erlaubt, Auskunftspersonen zu befragen (§ 7 Abs. 1 VRG). Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst ausfÃ¼hren, dass die Vorinstanz auf die Einvernahme der Augenzeugin verzichtet habe, obwohl ihre Befragung angeboten worden sei (act. --). Die Vorinstanz hat gemÃ¤ss ihrer Vernehm­las­sung auf die Befragung der Augenzeugin im Sinne einer Auskunftsperson verzichtet, da diese bereits eine schriftliche Stellungnahme abgegeben habe (act. --). Der Regierungsrat war somit aufgrund der antizipierten BeweiswÃ¼rdigung der Ansicht, dass sich aus der Be­fragung von RechtsanwÃ¤ltin E keine Neuerungen fÃ¼r das Verfahren ergeben wÃ¼rden. Da es im Ermessen der VerwaltungsbehÃ¶rde steht zu entscheiden, ob ein Beweismittel ei­nen Ein­fluss auf den Verfahrensgang hat oder nicht, ist in diesem Vorgehen keine Verlet­zung des rechtlichen GehÃ¶rs, insbesondere der Pflicht zur Beweisabnahme, zu sehen. So­mit liegt keine Verletzung im Sinne von § 50 Abs. 2 lit. d VRG vor, weshalb eine RÃ¼ck­weisung an die Vorinstanz nicht zwingend erscheint (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 103).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Zur Sicherung der materiellen RechtmÃ¤ssigkeit der verwaltungsgerichtlichen Urteile kann das Gericht das tatsÃ¤chliche Fundament jeder angefochtenen VerfÃ¼gung Ã¼ber­prÃ¼fen. Das Verwaltungsgericht unterliegt insofern keinerlei KognitionsbeschrÃ¤nkungen und ist insbesondere nicht an die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanzen gebunden. Der Beschwerdegrund von § 51 VRG hat einen engen Bezug zu dem von § 50 Abs. 2 lit. d VRG. Jedoch beruht die unrichtige BeweiswÃ¼rdigung nicht auf einer Verletzung wesentli­cher Verfahrensvorschriften (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 51 N. 4). Folglich bedarf es nicht zwin­­gend einer RÃ¼ckweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz. Vielmehr kann das Verwaltungsgericht festgestellte MÃ¤ngel selbstÃ¤ndig beheben und wÃ¼rdigt das Ergebnis der Untersuchung frei (§ 7 Abs. 4 VRG). Dabei muss die BeweiswÃ¼rdigung auf einem sachli­chen Grund basieren (Rhinow/Koller/Kiss N. 914).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht die unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch eine unzutreffende WÃ¼rdigung des Schreibens von RechtsanwÃ¤ltin E geltend. Im weiteren fÃ¼gt er an, dass die Vorinstanz es unterlassen habe, eine nachvollziehbare Be­grÃ¼ndung ihrer freien BeweiswÃ¼rdigung anzubringen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Schreiben der Post vom 20. April 2000 erlÃ¤utert, dass Sendungen, die als ein­geschriebener Brief erkannt werden, fÃ¼r die spezielle Behandlung beiseite gelegt und nicht im Nachtdienst, sondern erst am nÃ¤chsten Morgen erledigt werden. Eine Stempelung erst am Nachmittag des darauffolgenden Tages sei aber eher die Ausnahme und heute nicht mehr nachvollziehbar. Diese Darstellung schliesst nicht aus, dass ein vor 24.00 Uhr einge­wor­fener Brief, welcher als eingeschriebener Brief erkannt und dadurch fÃ¼r die spezielle Be­­handlung auf die Seite gelegt wurde, am Nachmittag abgestempelt wurde. Der Be­schwer­­defÃ¼hrer legt in nachvollziehbarer Weise dar, dass die Rekursschrift wahrscheinlich auf Grund der Frankierung von Fr. 5.- und dem â zwar durchgestrichenen, aber noch lesba­ren â Vermerk âEingeschriebenâ als spezielle Sendung zur Seite gelegt und nicht mehr am Abend des 10. Januar 2000 abgestempelt wurde. Anschliessend wurde die Sendung wohl er­neut untersucht und bemerkt, dass der Vermerk gestrichen und die Sendung somit als nor­­male A-Post-Sendung aufgegeben worden war. Da der Poststempel ohnehin lediglich eine widerlegbare Vermutung darstellt, muss der BeschwerdefÃ¼hrer zum Beweis der Un­richtigkeit desselben zugelassen werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Diesen Beweis erbringt der BeschwerdefÃ¼hrer durch das BestÃ¤tigungsschreiben der Augenzeugin E vom 3. MÃ¤rz 2000 (act. --). Als RechtsanwÃ¤ltin untersteht sie der er­hÃ¶h­ten standesrechtlichen und anwaltsrechtlichen Sorgfaltspflicht und ist sich der straf­rechtlichen Problematik der falschen Beweisaussage und der weiteren erheblichen Fol­gen bewusst. Durch die Aussage der Augenzeugin hat der BeschwerdefÃ¼hrer somit den Be­weis fÃ¼r die Rechtzeitigkeit der Einreichung des Rekurses erbracht, weshalb die Vorin­stanz auf den Rekurs hÃ¤tte eintreten mÃ¼ssen. <span>Demnach </span>ist die Beschwerde gutzuheissen, der Be­schluss des Regierungsrates vom 6. September 2000 aufzuheben und die Akten sind zur ma­teriellen Rekursbehandlung dem Regierungsrat zu Ã¼berweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss vom 6. September 2000 wird auf­gehoben und die Akten zur materiellen Entscheidung an den Regierungsrat zurÃ¼ckge­wiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>