<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2002.00023</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106722&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2002.00023</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>ausserordentliche Einkünfte (Steuerjahr 1998)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausserordentliche Einkünfte, Bemessungslücke Es liegen keine ausserordentlichen Einkünfte vor, wenn die im Lückenjahr ausgerichtete Substanzdividende gleich hoch war wie die Dividenden der vorangegangenen vier Jahre.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSERORDENTLICHE EINKUNFT">AUSSERORDENTLICHE EINKUNFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEMESSUNGSLÃCKE">BEMESSUNGSLÃCKE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEMESSUNGSSYSTEM">BEMESSUNGSSYSTEM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIVIDENDE">DIVIDENDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINKOMMENSQUELLE">EINKOMMENSQUELLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN">EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERIODISCH">PERIODISCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuerrechtliche GrundsÃ¤tze mit Verfassung ST: STEUERHARMONISIERUNG">STEUERHARMONISIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SYSTEMWECHSEL">SYSTEMWECHSEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 154 lit. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 269 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 275 StG</span><br/><span class="gerade">Art. 69 StHG</span><br/><span class="ungerade">Art. 72 StHG</span><br/><span class="gerade">Art. 73 StHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. D. ist zu 50 % am Aktienkapital der seit 1969 bestehenden E. AG beteiligt. Im Jahr 1998 schÃ¼ttete ihm die Gesellschaft fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 1997, das sie mit Verlust abgeschlossen hatte, eine Dividende von Fr. 100'000.- aus. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das kantonale Steueramt wÃ¼rdigte die Dividende mit EinschÃ¤tzungsentscheid vom 7. Dezember 2000 und Einspracheentscheid vom 30. Januar 2001 als ausserordentliches Ein­­kommen und veranlagte die Eheleute D. hierfÃ¼r mit einer separaten Jahressteuer.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">II. Die Steuerrekurskommission I hiess den Rekurs der Pflichtigen gut und stellte fest, diese hÃ¤tten keine steuerbaren ausserordentlichen EinkÃ¼nfte erzielt.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">III. Das kantonale Steueramt beantragte dem Verwaltungsgericht mit Beschwerde vom 15. MÃ¤rz 2002, es sei die Dividendenzahlung der E. AG von Fr. 100'000.- im Steuerjahr 1998 als separat zu besteuernde ausserordentliche Einkunft zu veranlagen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Steuerrekurskommission I und die Pflichtigen schlossen auf Abweisung der Be­schwerde; letztere verlangten die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. a) Ausserordentliche EinkÃ¼nfte, die im Kalenderjahr 1998 oder in einem in diesem abgeschlossenen GeschÃ¤ftsjahr erzielt wurden und nach altem Recht â d.h. unter der Herrschaft des frÃ¼heren, auf 1. Januar 1999 aufgehobenen Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) â zusammen mit dem Ã¼brigen Einkommen im Steuerjahr 1999 zu besteuern gewesen wÃ¤ren, unterliegen laut § 275 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) in seiner ursprÃ¼nglichen Fassung in der Steuerperiode 1999 einer separaten Jahressteuer, soweit sie die mit ihrer Erzielung zusammenhÃ¤ngenden oder ausserordentlichen Aufwendungen sowie die verrechenbaren Verluste Ã¼bersteigen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Als ausserordentliche EinkÃ¼nfte gelten gemÃ¤ss Abs. 2 dieser Vorschrift Kapitalabfindungen fÃ¼r wiederkehrende Leistungen, aperiodische VermÃ¶gensertrÃ¤ge wie EinkÃ¼nfte aus der VerÃ¤usserung oder RÃ¼ckzahlung von Obligationen mit Ã¼berwiegender Einmalverzinsung und Substanzdividenden, Lotteriegewinne und realisierte stille Reserven wie Kapital- und Aufwertungsgewinne auf geschÃ¤ftlichen VermÃ¶genswerten, die AuflÃ¶sung von RÃ¼ckstellungen und die Unterlassung geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndeter Abschreibungen und RÃ¼ckstellungen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Der Bundesgesetzgeber hat â aus Anlass des Ãbergangs vom ursprÃ¼nglich festgelegten Differenzsteuerverfahren zum Jahressteuerverfahren bei dem den Kantonen frei stehenden Wechsel des Systems der zeitlichen Bemessung â mit Novelle vom 9. Oktober 1998, in Kraft seit 1. Januar 1999, Art. 69 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) abgeÃ¤ndert. Er hat neu in Abs. 1 bestimmt, dass die Einkommenssteuer der natÃ¼rlichen Personen fÃ¼r die erste Steuerperiode (n) nach dem Wechsel der zeitlichen Bemessung von der Vergangenheits- zur Gegenwartsbemessung gemÃ¤ss Art. 16 StHG nach neuem Recht veranlagt wird. Laut Art. 69 Abs. 2 StHG unterliegen ausserordentliche EinkÃ¼nfte, die in der Steuerperiode vor dem Wechsel oder in einem GeschÃ¤ftsjahr erzielt werden, das in dieser Periode abgeschlossen wird, fÃ¼r das Steuerjahr, in dem sie zugeflossen sind, einer vollen Jahressteuer; vorbehalten bleibt Art. 11 Abs. 2 und 3 StHG (Satz 1). Aufwendungen, die mit der Erzielung der ausserordentlichen EinkÃ¼nfte unmittelbar zusammenhÃ¤ngen, kÃ¶nnen abgezogen werden (Satz 2). Nach Art. 69 Abs. 3 StHG gelten als ausserordentliche EinkÃ¼nfte insbesondere Kapitalleistungen, aperiodische VermÃ¶gensertrÃ¤ge, Lotteriegewinne sowie ausserordentliche ErtrÃ¤ge aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit. Bei einem Wechsel im Sinn von Art. 16 StHG, d.h. von der Vergangenheits- zur Gegenwartsbemessung mit einjÃ¤hriger Steuerperiode, gelten gemÃ¤ss Art. 69 Abs. 7 StHG die Abs. 1 bis 6 dieser Bestimmung ab 1. Januar 1999 (Satz 1). Vorbehalten bleiben die kantonalen Verfahren zum Wechsel der zeitlichen Bemessung, die von Art. 69 Absatz 1 abweichen und am 1. Januar 1999 in Kraft stehen (Satz 2).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">c) Aus Art. 69 Abs. 7 StHG ergibt sich, dass die Abs. 1 bis 6 dieser Bestimmung ab 1. Januar 1999 fÃ¼r Kantone â wie den Kanton ZÃ¼rich â gelten, welche die zeitliche Bemessung wechseln und hierfÃ¼r kein vom Jahressteuerverfahren abweichendes Verfahren (z.B. das Differenzsteuerverfahren) vorgesehen haben, das bereits am 1. Januar 1999 in Kraft ist. Der Bundesgesetzgeber hat sich mit dieser â zeitlich spÃ¤teren und daher vorgehenden â An­ordnung Ã¼ber die Regelung von Art. 72 Abs. 1 und 2 StHG hinweggesetzt, wonach erst nach Ablauf der achtjÃ¤hrigen Ãbergangsfrist, also ab 1. Januar 2001, das Bundesrecht des StHG direkt Anwendung findet, wenn ihm das kantonale Steuerrecht widerspricht. Angesichts der zeitlichen Dringlichkeit der Umsetzung in das kantonale Recht kann nicht beanstandet werden, dass der Regierungsrat insoweit gestÃ¼tzt auf Art. 72 Abs. 3 StHG die erfor­derlichen vorlÃ¤ufigen Vorschriften mit Verordnung des Regierungsrats Ã¼ber den Vollzug von Art. 69 StHG vom 14. Oktober 1998 [OS 54, 718] getroffen hat. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Aufgrund von § 1 der erwÃ¤hnten regierungsrÃ¤tlichen Verordnung unterliegen demnach im Jahr 1998 oder in einem GeschÃ¤ftsjahr, das in diesem Jahr endet, anfallende aus­ser­ordentliche EinkÃ¼nfte, die nach den bemessungsrechtlichen Bestimmungen des alten Steuergesetzes (vom 8. Juli 1951) im Steuerjahr 1999 zu besteuern gewesen wÃ¤ren, in Abweichung von § 275 Abs. 1 StG (siehe vorstehend ErwÃ¤gung 1a), im Steuerjahr 1998 â so­mit nicht in der Steuerperiode 1999 â gesamthaft einer separaten Jahressteuer.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">2. a) Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts (vgl. RB 1992 Nr. 26 = StE 1994 B 64.1 Nr. 2) ist bei der Auslegung des Begriffs der ausserordentlichen EinkÃ¼nfte nicht nur auf die drei typischen Beispiele der Kapitalabfindungen, der Liquidations- und der Lotteriegewinne abzustellen. Entscheidend ist vor allem der Zweck, der diesem Be­griff im Rahmen der gesetzlichen Bemessungsordnung der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheitsbemessung zukommt, welche kraft § 56 ff. des gemÃ¤ss § 268 StG auf­gehobenen Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 fÃ¼r die Steuerjahre bis 1998 galt und nach § 49 ff. in Verbindung mit § 269 StG mit dem Wechsel zur Gegenwartsbemessung fÃ¼r die Steuerjahre ab 1999 beendet wird. Das System der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheitsbemessung beruht nÃ¤mlich auf der Fiktion, das Einkommen des dem Steuerjahr vorangegangenen Kalenderjahrs sei gleich hoch wie jenes des Steuerjahrs (RB 1986 Nr. 48 mit Hinweisen). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Zweck der Sonderregelung der ausserordentlichen EinkÃ¼nfte ist es, mit der Steuergerechtigkeit nicht zu vereinbarende erhebliche DisparitÃ¤ten zwischen wirtschaftlicher<br/> LeistungsfÃ¤higkeit und Steuerbelastung zu beheben. In diesem Licht sind EinkÃ¼nfte dann als ausserordentlich zu wÃ¼rdigen, wenn sie aperiodischer Natur sind, also wirtschaftlich nicht dem entsprechenden Bemessungsjahr zugeordnet werden kÃ¶nnen, ferner wenn sie nicht aus einer Quelle fliessen, aus welcher der Steuerpflichtige normalerweise sein Einkommen schÃ¶pft. Schliesslich kÃ¶nnen auch EinkÃ¼nfte allein aufgrund ihrer ungewÃ¶hnlichen HÃ¶he als ausserordentlich gelten (RB 1994 Nr. 42). Alle EinkÃ¼nfte, deren zweimalige Be­rÃ¼cksichtigung bei der Steuerbemessung zu Beginn der Steuerpflicht als stossend und unvereinbar mit dem LeistungsfÃ¤higkeitsprinzip erscheinen wÃ¼rde, sind nÃ¤mlich ausserordentliche EinkÃ¼nfte im Sinn des Gesetzes und mÃ¼ssen demzufolge nach dem PrÃ¤judiz des Verwaltungsgerichts vom 21. November 2001 (SB.2001.00036, verÃ¶ffentlicht auf http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung) auch bei Beendigung des Bemessungssystems der Sonderregelung von § 275 Abs. 1 und 3 StG bzw. von Art. 69 Abs. 1 StHG bzw. von § 1 des diese Bestimmung vollziehenden regierungsrÃ¤tlichen Verordnung unterworfen werden. Denn es ist kein sachlicher Grund dafÃ¼r erkennbar, weshalb der kantonale Gesetzgeber fÃ¼r den sys­tembedingten Wechsel von der Vergangenheits- zur Gegenwartsbemessung mit der AufzÃ¤hlung in § 275 Abs. 2 StG (in der ursprÃ¼nglichen Fassung) einen anderen Begriff der ausserordentlichen Einkommenselemente gewÃ¤hlt haben sollte als fÃ¼r den auf anderen TatbestÃ¤nden â ZwischeneinschÃ¤tzung (§§ 59 ff. aStG) oder Beendigung der Steuerpflicht (§ 58 aStG) â beruhenden Bemessungswechsel. Die AufzÃ¤hlung einzelner Arten von aus­serordentlichen EinkÃ¼nften in § 275 Abs. 2 StG kann infolgedessen dem Sinn und Zweck dieser Norm nach vernÃ¼nftigerweise nur beispielhaft und nicht als abschliessend verstanden werden. Entgegen dem durch die AufzÃ¤hlung insoweit zu engen Wortlaut sind somit alle Dividenden - nicht nur Substanzdividenden - als ausserordentliche EinkÃ¼nfte zu wÃ¼rdigen, welche die vorstehend umschriebenen, von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen erfÃ¼llen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Die Frage, ob die streitbetroffene, im Jahr 1998 zugeflossene Dividende 1997 der E. AG in HÃ¶he von Fr. 100'000.- eine ausserordentliche Einkunft des pflichtigen Ehemanns darstellt, ist infolgedessen ausschliesslich unter dem Gesichtswinkel des vorliegend noch an­wendbaren Bemessungssystems der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergan­gen­heits­be­mes­sung und im Licht der hierzu soeben (unter ErwÃ¤gung a) wiedergegebenen Ãberlegungen der Rechtsprechung zu beantworten. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">aa) Die Rekurskommission I hat erwogen, die E. AG habe dem pflichtigen Ehemann seit 1993 eine gleich bleibend hohe Dividende von Fr. 100'000.- ausgerichtet, wel­che die Gesellschaft in den Jahren 1996 und 1997 aus Reserven bzw. Gewinnvortrag frÃ¼herer Jah­re finanziert habe. Somit habe dieser im Jahr 1998 weder eine erstmalige noch eine ein­malige DividendenausschÃ¼ttung erhalten. Angesichts der gleich hohen Dividende im Be­messungs- und im Steuerjahr kÃ¶nne auch von einem erheblichen Auseinanderklaffen zwischen der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit und der Steuerbelastung des EmpfÃ¤ngers kei­ne Rede sein. WÃ¤re die streitbetroffene Dividende zu Beginn der Steuerpflicht ausgeschÃ¼ttet worden, so wÃ¤re deren zweimalige BerÃ¼cksichtigung bei der Steuerbemessung kei­nes­falls stossend und daher mit dem LeistungsfÃ¤higkeitsprinzip sehr wohl vereinbar gewesen. Demnach sei die Dividende nicht als ausserordentliche, sondern als ordentliche Einkunft zu betrachten.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">An diesem Ergebnis vermÃ¶ge der Umstand nichts zu Ã¤ndern, dass es sich um eine Sub­stanzdividende handle, welche nicht dem Gewinn des abgelaufenen GeschÃ¤ftsjahrs ha­be entnommen werden kÃ¶nnen, sondern (ganz oder teilweise) aus frÃ¼her geÃ¤ufneten Reserven bzw. dem Gewinnvortrag frÃ¼herer GeschÃ¤ftsjahre habe finanziert werden mÃ¼ssen. Zwar sei eine Substanzdividende regelmÃ¤ssig als aperiodischer VermÃ¶gensertrag zu wÃ¼rdigen, doch bedeute das nicht, dass sie deswegen auch eine ausserordentliche Einkunft bilde. Aus der allein massgeblichen Sicht der beim EmpfÃ¤nger der Substanzdividende anzuwenden­den Bemessungsregeln wÃ¤re dies vielmehr nur dann der Fall, wenn die Nichtbesteuerung der Dividende eine erhebliche DisparitÃ¤t zwischen wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤higkeit des empfangenden AktionÃ¤rs und dessen Steuerbelastung bewirkte, was nicht der Fall sei. Hin­zu komme, dass auch die 1997 ausgerichtete Dividende des GeschÃ¤ftsjahrs 1996 (zum Teil) eine Substanzdividende gewesen sei. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">bb) In der Tat sind Substanzdividenden â jedenfalls aus der Sicht der ausschÃ¼ttenden Gesellschaft â aperiodische VermÃ¶gensertrÃ¤ge. Beim empfangenden AktionÃ¤r bilden sie jedoch nur dann ausserordentliche EinkÃ¼nfte, wenn sie eine mit der Steuergerechtigkeit nicht vereinbarende â mithin erhebliche â DisparitÃ¤t zwischen dessen wirtschaftlicher Leis­tungsfÃ¤higkeit im Bemessungsjahr und der Steuerbelastung bewirken. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Aus der bemessungsrechtlich massgebenden Sicht des AktionÃ¤rs entstammen Dividen­den ungeachtet dessen, auf welche Art sie von der Gesellschaft finanziert werden, dersel­ben, grundsÃ¤tzlich periodisch fliessenden Einkommensquelle. Die gesetzliche Fiktion, das Einkommen des dem Steuerjahr vorangegangenen Kalenderjahrs sei gleich hoch wie je­nes des Steuerjahrs, bedingt deshalb die PrÃ¼fung, ob das betreffende Einkommen im Bemes­sungs- bzw. Steuerjahr im Vergleich mit dem periodischen Fluss der Einkommensquel­le und unter BerÃ¼cksichtigung von deren Natur zu einer unhaltbaren Verzerrung von wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤higkeit und Steuerbelastung des Steuerpflichtigen fÃ¼hrt. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Wie die Rekurskommission I zutreffend dargelegt hat, ist dies vorliegend nicht der Fall. Der pflichtige Ehemann hat seit zehn Jahren eine gleich bleibend hohe Dividende er­hal­ten, so dass die im Jahr 1998 erfolgte AusschÃ¼ttung keine DisparitÃ¤t zwischen wirtschaft­­­licher LeistungsfÃ¤higkeit und Steuerbelastung bewirkt hat. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Kritik des kantonalen Steueramts ist unbegrÃ¼ndet: Ob ein Einkommenszufluss beim Steuerpflichtigen zu einer unhaltbaren Verzerrung von wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤hig­­keit und Steuerbelastung fÃ¼hrt, beurteilt sich aufgrund der in Frage stehenden bestimmten Einkommensquelle. Die Kompensation einer Quelle durch eine andere fÃ¤llt daher aus­ser Betracht. Die vom Steueramt fÃ¼r seine Auffassung angefÃ¼hrten Beispiele, etwa des Lot­to­gewinns, erweisen sich mithin als untauglich. Der Gesetzgeber hat im Ãbrigen entgegen der Meinung des Steueramts die ausserordentlichen EinkÃ¼nfte nicht unabhÃ¤ngig davon de­fi­niert, ob sie ein Auseinanderfallen von wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤higkeit und Steuerbelas­tung bewirken. WÃ¤re dem so, dann erwiese sich eine derartige gesetzliche Bestimmung als sachwidrig und somit als willkÃ¼rlich, weil der Zweck der besonderen Besteuerungsordnung fÃ¼r ausserordentliche EinkÃ¼nfte einzig darin besteht, nicht haltbare durch das Bemessungssystem bedingte DisparitÃ¤ten zu beheben.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">3. ...</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">4. Der vorliegende Entscheid betrifft einen Sachverhalt, der in die Zeit der in Art. 72 Abs. 1 StHG vorgesehenen achtjÃ¤hrigen, am 31. Dezember 2000 abgelaufenen Frist zur Anpassung der kantonalen Gesetzgebung an das Steuerharmonisierungsgesetz fÃ¤llt. WÃ¤h­­rend der Ãbergangsfrist sind die Vorschriften dieses Gesetzes nicht anwendbar, und zwar selbst dann, wenn der Kanton sein Steuerrecht bereits an das Gesetz angepasst hat (BGE 123 II 588 E. 2d S. 587). Die in Art. 73 StHG gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide vorgesehene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit zur ÃberprÃ¼fung der Anwen­­dung des kantonalen Steuerrechts selbst dann nicht vor dem 1. Januar 2001 zulÃ¤ssig, wenn das kantonale Recht dem Steuerharmonisierungsgesetz bei dessen Inkrafttreten bereits entspricht oder diesem spÃ¤ter, jedoch vor dem 1. Januar 2001, angepasst wird. WÃ¤hrend der Ãbergangsfrist sind bei der Rechtsanwendung somit einzig die Schranken der verfassungsmÃ¤ssigen Rechte zu beachten, deren Verletzung mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rÃ¼gen ist (Art. 84 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die entschiedene Sache liegt jedoch insofern anders, als sich der Gesetzgeber selber Ã¼ber die Anpassungsfrist von Art. 72 Abs. 1 StHG hinweggesetzt hat (siehe vorstehend Er­wÃ¤gung 1c). Unter den gegebenen besonderen UmstÃ¤nden kÃ¶nnte vertreten werden, dass aus­nahmsweise die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Sinn von Art. 73 StHG bzw. § 154 Abs. 1 StG zulÃ¤ssig wÃ¤re. DarÃ¼ber hat aber das Bundesgericht zu befinden. Das Verwaltungs­­gericht begnÃ¼gt sich deshalb mit dem vorliegenden Hinweis an die Parteien und verzichtet auf eine entsprechende Rechtsmittelbelehrung im nachfolgenden Entscheiddispositiv.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. <span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>