B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6673/2012/wif U r t e i l v o m 23 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren (…), Kongo (Kinshasa), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. November 2012 / N […]. D-6673/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Hei- matstaat am 17. August 2011 und gelangte über B._______, Äthio pien und Italien am 29. August 2011 in die Schweiz, wo er am 31. August 2011 ein Asylgesuch stellte. Dazu wurde er am 13. Septe mber 2011 sum ma- risch befragt. Die Anhörung fand am 29. Oktober 2012 statt. A.b Dabei machte der Beschwerdeführer christlichen Glaubens mit letz - tem Wohnsitz in C._______ im Wesentlichen geltend, kurz vor der Au s- reise Mitglied des Mouvement de la Liberation du Congo (MLC) gewo r- den zu sein. Am 29. Juli 2011 sei sein Cousin D._______, mit dem er die Wohnung geteilt habe, aus der Haft geflohen. Am 13. August 2011 habe er ihn zusammen mit dem Kollegen E._______ erfolglos gesucht. Am Abend dessel ben Tages habe die Polizei bei ihm zuhause nach D._______ gefahndet. Dabei seien Waffen und weiteres, ihn belastendes Material im Zusammenhang mit der MLC be schlagnahmt worden. Die Waffen seien von einem Verwandten und D._______ in der Wohnung de- poniert worden. In Anbetracht dieser Sachlage sei er fest genommen und abgeführt worden. Im Gefängnis sei er massiv misshan delt worden, wes- halb er am 15. August 2011 das Bewusstsein verlo ren habe. Tags darauf sei er in ein Spital eingewiesen worden. Dort sei er v on einem als Arzt verkleideten Mitglied der MLC kontaktiert wor den. Dieses habe den be- handelnden Arzt bestochen. In der Folge sei er in ein anderes Spital ve r- legt worden. Ein weiterer bestochener Arzt habe ihm von dort aus die Flucht ermöglicht. Er habe s ich nach F._______ begeben und bei einem Bekannten der Fluchthelfer gewohnt. Am 19. August 2011 habe ihm sein Schwager mitgeteilt, dass E._______ von den Sicherheitskräften, welche von ihm den Aufenthaltsort des Beschwerdeführers hätten in Erfahrung bringen wollen, e rschossen worden sei und ihn die Polizei in C._______ suche. Auch die Familie des getöte ten E._______ suche nach ihm. Am 21. August 2011 sei während seiner Abwe senheit in der Wohnung des Bekannten in F._______ nach ihm gefahndet worden. Er habe davon tele- fonisch erfahren und das Land in An betracht dieser Sachlage am 28. Au- gust 2011 auf dem Luftweg verlassen. A.c Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer eine Verlustbestätigung seiner Identitätskarte zu den Akten. B. D-6673/2012 Seite 3 B.a Mit Verfügung vom 23. November 2012 – eröffnet am 26. November 2012 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings- eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz. Die Vorinstanz begründ ete ihren Ent- scheid mit der fehlenden Glaubhaftigkeit der Vorbringen. Der Beschwer- deführer sei nicht in der Lage gewesen, die angebliche Zugehörig keit zum MLC angemessen zu substanziieren. Die Person, welche Waf fen in seiner Wohnung deponiert habe, s ei von ihm unterschiedlich bezeich net worden, nämlich als blosser Verwandter beziehungsweise gros ser Br u- der. Ferner habe er die Haft von D._______ ungereimt zu Protokoll gege- ben. Es sei davon auszugehen, dass er sich auf einen konstruierten Sachverhalt abstütze. B.b Den Vollzug der Wegweisung in das Heimatland des Beschwerdefüh- rers erachtete das BFM für zulässig, zumutbar und möglich. Er habe sich zumindest die letzten Jahre vor der Ausreise in C._______ aufgehalten. Er dürfte dort entsprechend genügend ve rankert sein und über ein sozi a- les wie höchstwahrscheinlich auch verwandtschaftliches Beziehungsnetz verfügen. Überdies habe er eine vergleichsweise sehr gute Ausbildung. C. C.a Mit Eingabe vom 21. Dezember 2012 beantragte der Beschwerdefüh- rer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der vor instanzlichen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylge- währung, eventualiter die Fest stellung der Unzulässigkeit beziehungs - weise Unzumutbarkeit des Weg weisungsvollzugs verbunden mit der vo r- läufigen Aufnahme in der Schweiz so wie die un entgeltliche Rechtspflege (Art. 65 des Ver waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) samt Entbindung von der Vorschusspflicht. Zur Be- gründung legte er dar , vor der Haft nur für kurze Zeit Mitglied des MLC gewesen zu sein und keine führende Funktion innegehabt zu haben. Vor diesem Hintergrund könne ihm mangelnde Kenntnis über Belange dieser Gruppierung nicht als Unglaubhaftigkeit für seine Vor bringen angelastet werden. Im Weiteren habe er die Person, welche in seiner Wohnung Waf- fen deponiert habe, bei der Anhörung als Bruder bezeichnet und bei der Summarbefragung nicht als solchen erwähnt; dies liege aber daran, dass es sich gar nicht um einen leiblichen Bruder handle. Auch die angeblichen Ungereimtheiten im Zusammenhang mit D._______ seien bei korrekter Interpretation der relevanten Protokollstellen nicht vorhanden. Die letzte Begegnung mit ihm, seine Festnahme und seine Flucht hätten sic h am selben Datum ereignet. Im Ergebnis habe er glaubhaft dargelegt, im He i-D-6673/2012 Seite 4 matland asylrelevant verfolgt worden zu sein. Nach dem Gesagten würde ein allfälliger Vollzug der Wegweisung gegen die relevanten gesetzlichen Bestimmungen verstossen. Auch in C._______ sei die Situation der Men- schenrechte prekär. Der Eingabe lag ein Presseartikel zur Situation vor Ort bei. D. Mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2013 stellte das Bundesverwal - tungsgericht die aufschiebende Wirkung der Beschwerde fest, hiess das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses. Dasjenige gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wurde abgewiesen. E. Mit Vernehmlassung vom 31. Januar 2013 beantragte das BFM die A b- weisung der Beschwerde. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründe für seine mangelnde Kenntnis von Belangen des MLC sei in A n- betracht seines Bildungsprofils nicht stichhaltig. Zudem stehe seine Ide n- tität nicht fest. Das eingereichte Identitätsdokument weise Fälschung s- merkmale auf. F. In der Replik vom 19. Februar 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisherigen Vorbringen fest. Der Vorwurf der angeblichen Fälschung des eingereichten Identitätsdokuments sei vom BFM erst in der Vernehmlas - sung erhoben worden. Jedenfalls s ei ihm Frist zur Belegung der Echtheit des Dokuments einzuräumen respektive Art. 32 Abs. 2 VwVG zu berüc k- sichtigen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen ei nes Ausliefe-D-6673/2012 Seite 5 rungsersuchens des Staates, vor welchem die b eschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausge setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den D-6673/2012 Seite 6 Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. Der Beschwerdeführer beantragte in der Replik vom 19. Februar 2013 die Einräumung einer zusätzlichen Frist zur Untermauerung der Echtheit des eingereichten Identitätsdokuments beziehungsweise die Berücksichtigung einer weiteren Eingabe im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 VwVG. Eine solche Eingabe ist indes nicht eingegangen. Ohnehin lässt sich im vorl iegenden Fall die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen auch ohne weitere diesbezügli - che Eingaben schlüssig beurteilen, weshalb keine Fristansetzung erfolgte (vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG). 5. 5.1 Es erscheint nicht als ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland beispielsweise wegen eines Verwandten polizeilich kontaktiert oder sogar vorübergehend festgehalten wurde. Eine zielg e- richtete behördliche Suche aus politischen Gründen und damit eine asy l- relevante Verfolgung vermochte er demgegenüber nicht glaubhaft zu ma- chen. 5.2 So fällt auf, dass seine Angaben zur MLC ausgesprochen dürftig au s- gefallen sind (A 20/13 Antworten 25 ff.). Da er aber geltend macht, in die - sem Zusammenhang namentlich wegen D._______ verfolgt worden zu sein, hät ten von ihm i m Sinne der zutreffenden vorinstanzlichen Erw ä- gungen auch in Anbetracht eines allfällig erst kürzlich erfolgten Beitritts detaillierte und nachvollziehbare Aussagen zur Bewegung erwartet we r- den können , sollte er tatsächlich mit ihr behördlich in Verbindung ge- bracht worden sein. Im Weiteren sind die vom BFM festgestellten Ung e- reimtheiten im Zusammenhang mit der genauen Bezeichnung eines Ve r- wandten und dem zeitlichen Ablauf des Schicksals von D._______ im Sinne gewisser Beschwer devorbringen möglicherweise nicht zentral für die Feststellung der Unglaubhaftigkeit der vorgebrachten behördlichen Verfolgung; die Erklärung des Beschwerdeführers, die letzte Begegnung mit D._______, dessen Festnahme und dessen Flucht aus dem Gefän g- nis hätten sich am selben Datum e reignet, mutet indes gleichwohl reic h- lich konstruiert an. Klarer weise nicht nachvollzogen werden kann sodann die Aussage, ein MLC -Mitglied habe sich als Arzt ausgeg eben, um ihn aus dem behördlichen Ge wahrsam zu befreien: Denn selbst wenn er im Sinne sei ner Aussagen tat sächlich ein bescheidenes Engagement für diese Bewegung entfaltet hätte, wäre nicht einleuchtend, weshalb sich ein D-6673/2012 Seite 7 MLC-Verantwortlicher ausgerechnet für ihn als Person ohne jegliche Mar- kanz im politischen Pro fil eingesetzt haben sollte. Bezeichnenderweise sind seine Schilderungen zur Flucht aus dem Spital und den Ereignissen in F._______ ausgesprochen stereotyp aus gefallen und erwecken in ke i- ner Weise den Ein druck von tatsächlich Er lebtem oder Befürchtetem (A 20/13 Antworten 8 ff.). Weitere Beschwerdevorbringen, welche sich auch auf die allgemeine Situation vor Ort beziehen, vermögen mangels Stic h- haltigkeit ebenfalls keine konkret drohende Verfolgung aus asylrelevanten Motiven glaubhaft zu machen. Aus dem eingereichten Presseartikel kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Schliesslich ist nach dem Gesagten auch nicht glaubhaft, dass er durch die Familie des angeblich erschossenen Kollegen aus den geltend gemachten Gründen verfolgt wird. 5.3 Unter Berücksichtigung d er gesamten Umstände folgt, dass d er Be- schwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaub - haft machen konnte. Die Vorinstanz hat die Flücht lingseigenschaft zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über d ie vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. De zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge - mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flücht -D-6673/2012 Seite 8 lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu mache n (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslä nders in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un - menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr - dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahre n keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus - schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei - ner nach Art. 3 E MRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand - lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses D-6673/2012 Seite 9 müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei - sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vo m 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allge - meine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungs - vollzug zum heutigen Zeitpunkt entgegen den Beschwerdevor bringen nicht als unzulässig er scheinen. Nach dem Gesag ten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be- stimmungen zulässig. 7.4 7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.2 Hinsichtlich der allgemeinen Situation in Kongo ( C._______) kann auf die detaillierte, in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizer i- schen Asylrekurskommission (EMARK) 2004 Nr. 33 E. 8.1 – 8.3 S. 232 ff. publizierte Lageanalyse verwiesen werden, welche das Bundesverwa l- tungsgericht als im Wesentlichen weiterhin zutreffend erach tet (vgl. die s- bezüglich beispielsweise Urteile des Bundesverwaltungs gerichts E - 1177/2010 vom 24. März 2010, D -565/2012 vom 8. Februar 2012, E - 1495/2012 vom 18. Dez ember 2012 und D -2328/2012 vom 11. Februar 2013). Demnach erweist sich er Voll zug der Wegweisung in diese s Land nicht als generell unzumutbar. 7.4.3 Der Beschwerdeführer lebte in C._______, verfügt über eine gute Schulbildung, ein Diplom als Mechaniker und Ar beitserfahrung im Stra s- senhandel. Zudem dürften vor Ort nach wie vor soziale Anknüpfungs - punkte bestehen. Überzeugende Beschwerdeargumente für eine andere Sichtweise fehlen. Entsprechend ist nicht davon auszuge hen, er gerate nach der Rückkehr in eine existenzgefährdende Situation. 7.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. D-6673/2012 Seite 10 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Beschwerdever fahrens wären dessen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Bu n- desverwaltungsgericht hat jedoch das Gesuch um Gewährung der un ent- geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit In struk- tionsverfügung vom 17. Januar 2013 gutgeheissen; es besteht auf grund der Akten kein Anlass, auf diesen Entscheid zurückzukommen. (Dispositiv nächste Seite) D-6673/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän - dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: