<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, eine Studie erstellen zu lassen, in der die Auswirkungen der Viertagewoche auf die Beschäftigungslage dargelegt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat verweist auf die Antwort, die er im Februar 1997 auf das Postulat Aguet (96.3637) "4-mal-6-Stunden-Tag" gab, sowie auf jene, die er kürzlich auf das Postulat Rennwald (98.3260) "Arbeitszeitverkürzung. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt" gab. </p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, wie wichtig die Frage der Auswirkungen einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung auf die Beschäftigung ist. Als Erstes möchte er jedoch daran erinnern, dass die meisten empirischen Studien zu diesem Thema keine nennenswerte positive Wirkung auf die Beschäftigung festgestellt haben.</p><p>Im oben erwähnten Postulat gibt der Verfasser keinerlei Hinweise auf die Konsequenzen, die sein Vorschlag zur generellen und substanziellen Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf die Löhne haben würde. Die Annahme, dass keine Lohnanpassung nach unten zu erwarten wäre, erscheint eher unrealistisch. Laut Bundesrat ist diesbezüglich bereits bekannt, dass die Arbeitszeitverkürzungen, die zu einer über das Produktivitätswachstum hinausgehenden Verteuerung der Arbeitskraft führen oder welche die Arbeit gegenüber dem Kapital benachteiligen, sich ganz generell negativ auf die Beschäftigung auswirken. Denn die allgemeine - und unweigerlich beträchtliche - Einkommensverringerung, die daraus resultieren würde, könnte sich für die Arbeiter in den unteren Lohnklassen als untragbar erweisen. Dazu kommt noch, dass die Arbeiter (und nicht nur die letztgenannte Kategorie), für die eine Kürzung der Arbeitszeit nicht willkommen wäre, sich bereit erklären würden, über längere Zeit Überstunden zu leisten, oder aber versuchen würden, den Einkommensverlust durch eine Nebenbeschäftigung zu kompensieren. Ein solches Verhalten würde einer Aufteilung der Arbeit auf mehrere Personen im Wege stehen. Zudem könnten für die Arbeitslosen keine Stellen freigemacht werden.</p><p>Zahlreiche Wirtschaftsfachleute sind sich dagegen einig, dass die Einführung von neuen flexiblen Arbeitszeitmodellen, die nicht mit einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung gleichzustellen sind, ausgesprochen positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Diese Modelle werden momentan in einer von der Aufsichtskommission für den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Studie untersucht, deren Resultate auf Ende 1998 erwartet werden. Diese werden so bald als möglich veröffentlicht.</p><p>Angesichts der Fülle von bereits erstellten Studien und Analysen vertritt der Bundesrat die Ansicht, dass die vom Verfasser des Postulates gestellte Frage kaum durch neue Studien auf makroökonomischer Ebene erhellt würde und dass man die Untersuchungen künftig konzentriert in die von den meisten Wirtschaftsfachleuten empfohlene Richtung weiterführen sollte: die freiwillig zwischen Arbeitgeber und Angestellten vereinbarte Flexibilisierung der Arbeitszeit (siehe oben erwähnte Studie). Der Bundesrat wird jedoch aufmerksam verfolgen, wie sich die Lage weiterentwickelt, und neue Studien in Auftrag geben, sobald ein entsprechender Bedarf entsteht.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.