B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1831/2012 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Anna Kühler. Parteien A._______, geboren B._______, Iran, vertreten durch Stefan Hery, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. März 2012 / N _______. D-1831/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am 13. Dezember 2008 von Teheran aus und reiste über die U._______ sowie ihm unbekannte Länder am 20. Dezember 2008 in die Schweiz ein, wo er am 7. Januar 2009 um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Kurzbefragung gemäss Art. 26 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) im Empfangs - und Verfahren s- zentrum (EVZ) C._______ vom 13. Januar 2009 sowie de r Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 AsylG vom 20. Januar 2009 machte er zur Begrün- dung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er habe den Iran verla s- sen müssen, weil sein Leben dort in Gefahr gewes en sei, da die Behö r- den ihn beim Ausgang einer Kirche g esehen und ihn daraufhin festg e- nommen hätten. Er sei drei T age lang festgehalten und dabei auch ge- schlagen worden und sei nur frei gekommen, weil er einen Soldaten be- stochen und 24 Stunden später das Land ver lassen habe. Da es im Iran verboten sei, zum Christentum zu konvertieren, sei er dort gewaltsamen Übergriffen ausgesetzt. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer zwei Gerichtsvorladungen nach. B. Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 12. März 2012 – eröffnet am 13. März 2012 – ab, stellte fest, der Be- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Auf die Begründung wird in den Erwägungen eingegangen. C. Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 4. April 2012 (Poststem- pel) gegen diesen Entschei d Beschwerde beim Bundesverwaltungsg e- richt und beantragte, die Verfügung des BFM vom 12. März 2012 sei voll- umfänglich aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren, eventualiter sei wegen subjektiver Nachfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und deshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei die Un- zulässigkeit bzw. Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festz u- stellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen , subeventualiter sei die Verfügung des BFM aufzuheben und die Sache zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne D-1831/2012 Seite 3 von Art. 65 Abs. 1 des Verwal tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und von der E r- hebung eines Kostenvorschusses abzusehen. Der Beschwerde wurden verschiedene Dokumente zur Stützung der Vor- bringen des Beschwerdeführers betreffend seine Hinwendung zum christ- lichen Glauben und seine Konversion, beigelegt, welche – soweit wesent- lich – in den Erwägungen einzeln aufgeführt und behandelt werden. D. Mit Eingabe vom 12. April 2012 (Poststempel) reichte der Beschwerd e- führer ein Schreiben seines Patenkindes nach. E. Mit Zwischenverfügung vom 14. Mai 2012 wies das Bundes verwaltungs- gericht die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab, da es die Beschwerde als aussichtslos beurteilte. Es forderte den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss in der Hö- he von Fr. 600. - zu entrichten, andernfalls auf die Beschwerde nicht ei n- getreten werde. Der verlangte Kostenvorschuss wurde am 18. Mai 2012 fristgerecht geleistet. F. Mit Eingabe vom 16. August 2012 (Poststempel) reichte der Beschwerde- führer ein Schreiben von D._______ ein, in welchem dieser seiner B e- fürchtung Ausdruck gibt, der Beschwerdeführer wäre im Fall einer Rüc k- kehr in den Iran ernsthaften Nachteilen ausgesetzt. G. Mit Eingabe vom 28. August 2012 liess der Beschwer deführer ein Arz t- zeugnis vom 24. August 2012 nachreichen. Gemäss der darin enthalt e- nen Diagnose leide er unter einer schweren Depression und einer Tra u- matisierung in der Kindheit und Jugendlichenzeit. Das Bundesverwaltungsgerichts zieht in Erwägung: D-1831/2012 Seite 4 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreff ende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, au sser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 1 7. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt in casu nicht vor , weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mi t drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Die Schweiz gewährt Flüchtlingen grundsätzlich Asyl (Art. 2 Abs. 1 AsylG). Flüchtlinge sind Personen , die in ihrem He imatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-D-1831/2012 Seite 5 tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu we rden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Dabei muss d ie Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft ge macht werden (Art. 7 AsylG). Diese ist glaubhaft gemacht , wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlic h- keit für ge geben hält. Vorbringen sind insbesondere dann unglaubhaft , wenn sie in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wide r- sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden. 3.2. Als Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG gelten auch Personen, die erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder w e- gen ihres Verhaltens nach der Ausreise ernsthaften Nachteilen ausg e- setzt sind (sog. subjektive Nachfluchtgründe). Massgebend für das Vo r- liegen s ubjektiver Nachfluchtgründe ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten der asylsuchenden Person als staatsfeindlich einstufen und diese deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforde- rungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden jedoch als Flüchtling e vorläufig aufgenommen, da die Ausschaffu ng in ihr Heimat - oder Her kunftsland unzulässig ist (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Ab s. 2 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu ve r- stehen und mithin unabhängig davon anzuwenden, ob Nachfluchtgründe missbräuchlich gesetzt worden sind oder nicht. Es ist daher nicht en t- scheidend, welchen mutmasslichen Zweck die asylsuchende Person durch ihre exilpolitischen Tätigkeiten zu erreichen versucht (v gl. auch BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). D-1831/2012 Seite 6 4. 4.1. Vorweg ist die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht und des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör zu prüfen. 4.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung der Verfügung soll es dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher; verlangt wird aber, dass die Begründung eines Ent scheides so abgefasst wird, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (vgl . LO- RENZ KNEUBÜHLER, in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, N. 6 ff. zu Art. 35; BVGE 2007/30 E. 5.6), was nur der Fall ist, wenn sich s o- wohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Dabei muss sich die verfüge n- de Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Behörde hat allerdings wenigstens die Überlegungen kurz anzuführen, von denen sie sich leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid stützt, wobei sie sich auf die w e- sentlichen Gesichtspunkte beschränken kann ( Entscheidungen und Mi t- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 3 E. 4a-b S. 25). Die Begründungsdichte richtet sich nach dem Verfü- gungsgegen-stand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich g e- schützten Interessen des Betroffenen – und um solche geht es bei der Frage der Gewährung des Asyls – eine sorgfältige Begründung verlangt wird (BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f., EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1. S. 256). 4.3. Der Beschwerdeführer bringt vor , falls das BFM vom Amt (…) des Kantons E._______ über die Konversion des Beschwerdeführers info r- miert gewesen sei, h abe es seine Begründungspflicht beziehungsweise den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Es hab e zu den Aktenst ü- cken A15 bis A 21 keine Stellung genommen. Verschiedene Einträge im Aktenverzeichnis betreffend diese Akten würden darauf schliessen la s- sen, dass es über die Konversion des Beschwerdeführers informiert g e- wesen sei. D-1831/2012 Seite 7 4.4. Eine Durchsicht der Akten A15 bis A21 ergibt, dass das BFM vor E r- gehen der angefochtenen Verfügung nicht über die Konversion des B e- schwerdeführers informiert wurde. A15 enthält eine Meldung der Z._______ vom 19. Januar 2009, wonach sich der Beschwerdeführer im EVZ C._______ über Husten und Halsbeschwerden beklagt habe, A16 und A17 betreffen die Überweisung des Personalausweises beziehung s- weise dessen Übersetzung und der beiden Vorladu ngen durch das Amt (…) des Kantons E._______ an das BFM und A18 betrifft die Verbuchung des sichergestellten iranischen Personalausweises. Gemäss A19 best e- hen beim Dienst (…) keine staatsschutzrelevanten Hinweise bezüglich des Beschwerdeführers und A20 betrifft die Übermittlung des Originalfüh- rerscheins und dessen Übersetzung an das BFM durch das Amt (…) des Kantons E._______. In A21, einem Schreiben von X.______ vom 5. Sep- tember 2010 wird zwar darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer habe den Iran aus reli giösen Gründen verlassen, da er sonst inhaftiert und womöglich hingerichtet würde. Er habe sich entschlossen, seine u r- sprüngliche Religion, den Islam, zu verlassen und Christ zu werden, und habe damit automatisch das Todesurteil auf sich gezogen. Hauptanliegen in diesem Schreiben war indessen, dass der Beschwerdeführer seit mehr als eineinhalb Jahren auf einen Entscheid warte und diese Situation für ihn unerträglich sei. Im Schreiben vom 5. September 2010 wird lediglich der Entschluss einer Konversion mitgeteilt, ob und wann diese tatsächlich stattfinden soll, wurde jedoch nicht gesagt, obwohl der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt gemäss dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Taufschein vom 8. August 2009 bereits getauft war. Weder das Amt (…) des Kantons E._______ noch die dem Beschwerdeführer in Religionsfr a- gen am nächsten stehenden Personen informierten die Vorinstanz über die Konversion des Beschwerdeführers, die am 8. August 2009 mit der Taufe formell vollzogen wurde. Bei dieser Sachlage bestand für das BFM keine Veranlassung, diesbezügliche Erwägungen oder Ausführungen betreffend die Akten A15 bis A21 in seine Verfügung aufzunehmen, we s- halb die Begründungspflicht und der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt wurden. Der Rückweisungsantrag ist deshalb abzuweisen. 5. 5.1. Der Beschwerdeführer macht in materieller Hinsicht mit Beschwerde geltend, aufgrund seiner Verhaftung wegen des Verdachts der Apostasie durch die iranischen Behörden und seiner – in der Schweiz erfolgten – Konversion zum Christentum habe er begründete Furcht, im Fall einer Rückkehr in den Iran durch die Behörden verfolgt zu werden. D-1831/2012 Seite 8 5.2. Nachfolgend soll zunächst auf die geltend gemachte Verhaftung durch die iranischen Behörden eingegangen werden. 5.2.1. Das BFM beurteilte die geltend gemachte Verhaftung durch die ira- nischen Behörden als nicht glaubhaft , weshalb es zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer die Flüch tlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfül le. Die Vorbringen würde n zahlreiche Ungereim t- heiten sowie Unklarheiten aufweisen und enthielten unlogische und real i- tätsfremde Aussagen. Es widerspreche insbesondere der Logik des Ha n- delns, dass der Beschwerdeführer bei der Befragung in der Haft vor den Behörden angegeben habe, er habe seine Freundin vor der Kirche abg e- holt, da es allgemein bekannt sei, dass im Iran eine nicht verheiratete Partnerschaft nicht erlaubt sei und sich zwei junge Leute, welche nicht in direkter verwandtschaftlicher Beziehung stehen, theoretisch nicht alleine treffen dürften. Da sich d er Beschwerdeführer mit ei ner solchen Aussage zusätzlich belasten würde, entstünden erste Zweifel an seiner Glaubwür- digkeit. Auch seine realitätsfremden und teils widersprüchlichen Angaben bezüglich seiner Flucht aus der Haft liessen Zweifel an der Glaubhafti g- keit seiner Aussagen aufkommen. So habe er bei der Befragung zur Per- son angegeben, er habe durch Bestechung eines Soldaten fliehen kö n- nen, während er bei der Bundesanhörung ausgesa gt habe, sein Onkel habe einen Unteroffizier bestochen, so dass dieser ihn habe fliehen la s- sen. Seine Aussagen zur angeblichen Bestechung seien insgesamt äus- serst vage und widersprüchl ich ausgefallen. Es widerspreche der Logik des Han delns, dass der Beschwerdeführer sich nach der angeblichen Flucht aus der Haft noch nach Hause begeben und s ich dort aufgehalten habe, und er habe hierzu ohnehin widersprüchliche Angaben zur Dauer des Aufenthalts zu Hause gemacht. Auch die eingereichten Beweismittel, namentlich die zwei Gerichtsvorladungen, könnten an dieser Einschä t- zung nichts ändern, da solche Dokumente nicht fälschungssicher und im Iran leicht käuflich erwerbbar seien, und es sich bei den eingereichten Dokumenten um Kopien handle, bei denen die einzelnen Zeilen han d- schriftlich ausgefüllt worden seien. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, weshalb die iranischen Behörden den Beschwerdeführer vorladen soll ten und nicht bereits einen Haftbefehl ausstellen würden, da er ja angeblich aus der Haft geflohen sei. 5.2.2. Der Beschwerdeführer hält dieser Würdigung durch das BFM in seiner Eingabe vom 4. April 2012 entgegen, dass der Abfall vom Glauben gemäss dem Koran dem Verrat an der islamischen Gemeinde gleic h- komme, was mit dem Tod bestraft werden soll, weshalb es für ihn u n-D-1831/2012 Seite 9 denkbar gewesen sei, den Kirchenbesuch zuzugeben. Dies sei der Grund dafür gewesen, dass er abgestritten habe, in der Kirche gewesen zu sein. Als einzige Erklärung übriggeblieben sei ihm , dass er seine Freundin vor der Kirche abgeholt habe. Mit Bezug auf seine Flucht aus der Haft seien einzig die Aussagen bezüglich der Bezeichnung "Unteroffizier" wider- sprüchlich gewesen , was darauf zurückzuführen sei, dass der Dolme t- scher den höherrangigen Soldaten als Unteroffizier bezeichnet habe, ob- schon ein solcher Beg riff in Farsi nicht existiere. Ansonsten hätten die Aussagen zur Flucht aus der Haft in beiden Inte rviews übereingestimmt. Es sei zudem bekannt, dass es einen Untersuchungsbefehl brauche, um ein Haus zu durchsuchen, und dass ein solcher erst nach 24 Stunden ausgestellt werden könne , weshalb der Beschwerdeführer das Risiko eingegangen sei, noch n ach Haus e zurückzukehren. Da er in seinem Heimatland wegen des Verdachts auf Apostasie bereits inhaftiert sowie misshandelt worden sei und ihm nur über Bestechung die Fl ucht gelun- gen sei, müsste er im Fall einer Rückkehr in den Iran mit ernsthaften Nachteilen im S inne von Art. 3 AsylG rechnen, weshalb ihm die Flüch t- lingseigenschaft zuzusprechen und ihm Asyl zu gewähren sei. 5.2.3. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgericht s sind die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers berechtigt, und seine Einwände vermögen nicht, diese Zweifel zu beseitigen. Es ist insbesondere festzuhalten, dass die Aussagen des Beschwerdeführers zur angeblichen Bestechung äusserst vage und ungenügend substantiiert sind. Es fehlt ihnen an der erforderlichen Begründun gsdichte und Real i- tätsnähe, weshalb sie in der pauschalen Art und Weise, wie sie von ihm vorgebracht werden, nicht zu überzeugen vermögen. In der Beschwerde- schrift erst finden sich nähere Ausführungen dazu , worin jedoch zu U n- recht vorgebracht wird, der Beschwerdeführer habe in beiden Interviews übereinstimmend gesagt, sein Onkel habe einen Freund, der Unteroffizier sei. Dieser Freund habe einem Soldaten, der den Beschwerdeführer vom Gefängnis zum Gericht hätte bringen soll en, das Schmiergeld gegeben, das der Onkel bezahlt habe. So detailliert und in dieser Weise hatte der Beschwerdeführer seine angebli che Bestechung vorher jedoch nicht ge- schildert. Auffallend ist zudem, dass sich der Beschwerdeführer nicht wei- ter darum bemühte, seine Darlegungen zu substanzi ieren. So gab er be i- spielsweise bei der Anhörung zu Protokoll, er habe nicht gewusst, wo er festgehalten worden sei, weil ihm jeweils die Augen verbunden worden seien, wenn sie ihn irgendwohin gebracht hätten. Mit de m Einwand kon- frontiert, sein Onkel habe ja gewusst, wo er festgehalten worden sei, di e- ser hätte es ihm sagen können, antwortete der Beschwerdeführer, sie D-1831/2012 Seite 10 hätten nicht genug Zeit gehabt, um über solche Sachen zu sprechen, er sei so durcheinander gewesen, dass er nicht daran gedacht habe , seinen Onkel nach dem Ort des Gefängnisses zu fragen (vgl. act. A10/17, S. 12 F92 ff.). Selbst wenn in Anbetracht der geltend gemachten Flucht davon auszugehen ist, dass die unmittelbar folgenden Schritte zu planen waren und deshalb die Klärung gewisser Fragen nic ht sofort erledigt werden konnte, ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer zu e i- nem späteren Zeitpunkt kein Interesse zeigte herauszufinden, wo er in einer Zelle festgehalten worden sei. Dieses Verhalten ist umso weniger erklärbar, als er in Kontakt mit seinen Familienangehörigen war, um sich seine Identitätspapiere in die Schweiz schicken zu lassen (vgl. act. A1/12, S. 5 Ziff. 14; act. A10/17, S. 3), und er somit Gelegenheit zu Nachfo r- schungen hatte. Auch weitere Ungereimtheiten wie et wa der – wie das BFM zu Recht einw endet, der Logik des Handelns widersprechende – geltend gemachte Aufenthalt des Beschwerdeführers in seinem Haus nach der Bestechung und der Flucht sowie die widersprüchlichen Aussa- gen zur Aufenthaltsdauer in seinem Haus lassen seine Aussagen als un- glaubhaft erscheinen. Insgesamt sprechen – in Würdigung der gesamten Vorbringen – überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachve r- haltsdarstellung. Die Ausführungen durch das BFM sind somit zu bestäti- gen, zumal auch den vorinstanzl ichen Erwägungen zu den eingereichten Vorladungen nichts Substanziiertes entgegengesetzt wird. 5.3. Da eine Vorverfolgung des Beschwerdeführers nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts fehlt, kommt es darauf an, ob ihm in seinem Herkunftsstaat künftig ein e Verfolgung droht. N achfolgend soll daher auf den mit Beschwerde vorgebrachten Einwand eingegangen werden, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz zum Chris tentum konvertiert sei und hier aktiv seinen Glauben lebe, weshalb er aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG als Flüchtling vor läufig aufzunehmen sei. 5.3.1. In seiner – nach wie vor geltenden – Einschätzung aus dem Jahr 2009 in BVGE 2009/28 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass der Übertritt vom muslimischen Glauben zum Christentum zwar von den (zu- meist jungen) muslimischen Iranerinnen und Iranern als Ausdruck des po- litischen Protests gegen die iranische Regierung verstanden werde, dass indessen der Übertritt allein grundsätzlich zu keiner (individuellen) staatl i- chen Verfolgung führe, sofern der Konverti t den absoluten Machta n- spruch der Muslime respektiere und nicht missionierend tätig werde. Eine Verfolgung durch den iranischen Staat komme erst dann zum Tragen, D-1831/2012 Seite 11 wenn der Glaubenswechsel aufgrund einer missionierenden T ätigkeit be- kannt werde und zugleich Aktivitäten des Konverti ten vorliegen, die vom Regime als Angriff auf den Staat angesehen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4. S. 360 f.). Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsg e- richts wurden Konvertiten nach der Amtseinsetzung von Präsident Ahma- dinejad seitens der iranischen Behörden in verstärktem Mass Verfo l- gungshandlungen und Druc kversuchen, welche die Konverti ten zur Rückkehr zum Islam bewegen sollen, ausgesetzt. Eine Konversion im Ausland beziehungsweise in d er Schweiz ist demg e- genüber differenzierter zu beurteilen, weil nämlich solche Übertritte nach den Erkenntnissen der schweizerischen Asylbehörden nicht selten "org a- nisiert" werden, um sich ein entsprechendes Anwesenheitsrecht in der Schweiz beziehungsweise im betreffenden Aufenthaltsland zu erwirken. Ein derart organisierter "Glaubenswechsel" würde aber nicht ernsthaft und nachhaltig erscheinen, weshalb im Falle einer Rückkehr in den Iran auch nicht mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG gerec h- net werden müsste, zumal die diskrete und private Glaubensausübung im Iran auch ausserhalb des Islam s grundsätzlich möglich ist. Bei Konvers i- onen im Ausland ist daher – soweit möglich – die christliche Überzeugung eines Asylgesuchstellers im Einzelfall ei ner näheren Überprüfung zu u n- terziehen. Mithin vermag eine christliche Glaubensausübung im Iran dann Massnahmen auszulösen, wenn sie hierzulande aktiv und sichtbar nach aussen praktiziert wird und im Einzelfall davon ausgegangen werden muss, dass das heima tliche Umfeld von einer solchen aktiven, allenfalls gar missionierende Züge annehmenden Glaubensausübung erfährt (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.5 S. 362). Sollten nämlich nahe Familienangehör i- ge extrem fanatische Muslime sein, kann der Übertritt zum Christentum zu nachhaltiger Denunzierung bei iranischen Sicherheitsdiensten führen. Zudem kann der Übertritt zum Christentum immer auch als "Hochverrat, Staatsverrat, Abfall von der eigenen Sippe und dem eigenen Stamm" g e- sehen werden. Bei Konversionen im Ausland muss daher bei der Prüfung im Einzelfall neben der Glaubhaftigkeit der Konversion auch das Au s- mass der öffentlichen Bekanntheit für die betroffene Person in Betracht gezogen werden. 5.3.2. Mit Bezug auf die Frage nach der Anerkennung des Beschwerd e- führers als Flücht ling aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen ist festzuhalten, dass gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts angenommen wird, eine christliche Glaubensausübung im Iran vermöge dann Massnahmen auszulösen, wenn sie hierzulande aktiv und sichtbar D-1831/2012 Seite 12 nach aussen praktiziert wird und im Einzelfall davon ausgegangen we r- den muss, dass das heimatliche Umfeld von einer solchen aktiven, alle n- falls gar missionierende Züge annehmenden Glaubensausübung erfährt (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4 S. 360 f.). Der Beschwerdeführer reichte, um seine Vorbringen mit Hinweis auf se i- ne Hinwendung zum christlichen Glauben und seine Konversion zu stü t- zen, verschiedene Dokumente zu den Akten:  einen Bericht von F._______, Theologe , Evangelische Kirchg e- meinde G._______, vom 20. März 2012,  einen Taufschein der evangelisch -reformierten Landeskirche H._______ vom 8. August 2009,  ein Schreiben von I._______, Diakon des katholischen Pfarramtes J._______, vom 26. März 2012,  ein Bestätigungssc hreiben von D._______, Kapuzinerkloster K._______, vom 22. März 2012,  ein Schreiben von L._______, Partnerin des Beschwerde führers, vom 25. März 2012,  ein Schreiben von M._______ vom 27. März 2012,  ein Schreiben von N._______ vom 26. März 2012,  Fotos der Taufe in der evangelischen Kirche in O._______,  ein Schreiben von D._______ vom 12. August 2012. Für den vorliegenden Fall stellt sich die Situation aufgrund der vorstehe n- den Erwägungen sowie der Aktenlage und in Berücksichtigung der in die- sem Zusammenhang während des Verfahrens eingereichten Beweismittel wie folgt dar: Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er mit den christlichen Grundsätzen vertraut sei, sich diese gar zu eigen gemacht habe und er den christlichen Glauben intensiv praktiziere. Gemäss Bericht von F._______, Theologe, Evangelische Kirchgemeinde G._______, habe er sich an vielen Diskussionen zu Themen wie christliche Nächstenliebe und die Bergpredigt beteiligt und sei "nach eingehender Prüfung" getauft wo r- den. Er habe regelmässig an Gottesdiensten teilgenommen und im Rel i- gionsunterricht von der Situation der Christen im Iran erzählt. Gemäss Bericht von I._______, Diakon des katholischen Pfarramtes J._______, trage er seinen Glauben nach aussen und kommuniziere offen darüber, D-1831/2012 Seite 13 was anlässlich eines ökumenischen Jugendlagers auch zu heftigen Aus- einandersetzungen und Diskussionen mit muslimischen Gläubigen g e- führt habe, weshalb I._______ überzeugt sei vom "wahrhaftigen Gla u- benswechsel" des Beschwerdeführers. D ieser sei überdies bestens in seiner Gemeinde integriert. Wie D._______ in seinem Schre iben vom 12. August 2012 darlegt, habe der Beschwerdeführer in einem Deutsc h- kurs anlässlich einer Diskussion über die Abstimmung zur Minarettba u- verbots-Initiative klar bekannt, dass er mit dem Islam "nichts mehr anfa n- gen konnte und zum Christentum übergetreten sei". Daraufhin habe ein Mitschüler aus dem arabischen Raum hinter vorgehaltener Hand "Verr ä- ter" gesagt. Dieser Mitschüler, ebenfalls Asylsuchender, sei inzwischen aus der Schweiz weggewiesen worden. Unter den verbleibenden Asyls u- chenden im Kurs sei die Konversion des Beschwerdeführers bekannt g e- wesen und bei den heutigen Kommunikationsmitteln sei die Wahrschei n- lichkeit sehr gross, dass die Nachricht weiter verbreitet worden sei. Bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers in den Iran sei es nicht ausg e- schlossen, dass die Behörden seinen Spuren nachgehen und seine Ko n- version entdecken würden, selbst wenn er sich im Iran als Mohammed a- ner ausgebe. Die zahlreichen Briefe, m it denen sich verschiedene Personen für den Beschwerdeführer einsetzen, zeugen von seinen Aktivitäten und seinem Engagement, sich mit Vertretern des christlichen Glaubens auseinander- zusetzen. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer angeführten Verfo l- gungsfurcht aufgrund der in der Schweiz erfolgten Taufe und der Au s- übung c hristlicher Aktivitäten im Rahmen der Kirchgemeinde, insbeso n- dere durch die Teilnahme an Gottesdiensten und dem Gedankenau s- tausch mit Gemeindemitgliedern, ist jedoch nicht anzunehmen, dies sei in casu dem heimatlichen Umfeld des Beschwer deführers zur Kennt nis ge- langt. Auch wenn er in einem Einzelfall um seines Glaubens willen a n- lässlich einer kirchlichen Veranstaltung sogar eine (verbale) Auseinander- setzung mit Vertretern anderer Glaubensrichtungen in Kauf nahm, ändert dies nichts an der Einschätzung, dass seine Glaubensausübung nicht derart aktiv oder missionierend war, dass sie den Anforderungen für die Anerkennung der subjektiven Nachfluchtgründe gemäss der bundesver- waltungsgerichtlichen Praxis genügen könnte. Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass aufgrund der heutigen Kommunikationsmittel be- liebig mehr Möglichkeiten bestehen, eine Nach richt weltweit zu verse n- den, so dass auch die Nachricht einer Konversion des Beschwerdefü h- rers theoretisch unbegrenzt verbreite t werden kann. Angesichts des Um- stands, dass der Beschwerdefüh rer keine öffentliche Bekanntheit g e-D-1831/2012 Seite 14 niesst, ist jedoch nicht anzunehmen, dass er allein aufgrund dieser Mög- lichkeit im Falle einer Rückkehr in den Iran mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG rechnen müsste. Daher erscheint das Vorbringen, der Beschwerdeführer habe aufgrund seines Verhaltens in der Schweiz eine Gefährdungssituation geschaffen, weshalb er aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe als Flüchtling vorläufig aufzunehmen se i, vor dem Hintergrund der bundesverwaltungsgerichtl i- chen Pr axis als unbegründet. Es gelingt dem Beschwerdeführer somit nicht, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 6. Die Ablehnung eines Asylgesuchs hat in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt und es besteht zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde. 7. 7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des B undesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flücht lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Ru - din/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des D-1831/2012 Seite 15 Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine P erson in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Ar t. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Vorliegend ist der Vollzug der Wegweisung in Beachtung dieser massgeb- lichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung de r Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht. 7.3. 7.3.1. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut bar, wenn si e im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). 7.3.2. Vorliegend lassen w eder die allgemeine Lage im Iran noch indivi- duelle Gründe auf ei ne konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen, weshalb der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu beu r- teilen ist. Es ist insbesondere festzuhalten, dass der Beschwerdeführer eine 12-jährige mit Matura abgeschlossene Schulbildung genossen hat und über eine Arbeitserfahrung als Taxifahrer verfügt, weshalb Aussichten auf ein gesichertes Einkommen bestehen und nicht zu befürchten ist, er könnte bei einer Rückkehr in seine Heimat in eine konkret existenzbedr o- hende Lage geraten, zumal er in seinem Hei matstaat ein familiäres und soziales Beziehungsnetz vorfindet. D-1831/2012 Seite 16 7.3.3. Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann im Rahmen der Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs g e- schlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt, wobei als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet wird, welche zur Gewäh r- leistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unz u- mutbarkeit liegt jedenfalls dann noch nicht vor, we nn im Heimat - oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Gemäss dem mit Eingabe vom 28. August 2012 eingereichten Verlauf s- bericht eines Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie vom 24. August 2012 leidet der Beschwerdeführer an einer schweren Depre s- sion und einer Traumatisierung in der Kindheit und Jugendlichenzeit. Er sei am 28. Juni 2012 zum ersten Termin erschienen und komme derzeit wöchentlich zu einstündigen Therapiegesprächen. Er spreche über Tra u- matisierungen, die er aufgrund seiner Zugehörigkeit zur christlichen Mi n- derheit erlitten habe, befinde sich seit 2008 in der Schweiz, müsse, da er über keinen anerkannten Asyl -Status verfüge, in einer Asyl -Unterkunft wohnen und habe lediglich Fr. 8. - für den täglichen Lebensunterhalt zur Verfügung. Dies alles führe zu einer sich immer weiter verschlechternden psychischen Gesamtsituation. Aufgrund seines gegenwärtigen Status sei es ihm verwehrt, aus eigener Kra ft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er sei sehr durch die Androhung eingeschüchtert, jederzeit von Polize i- beamten aus der Schweiz ausgeschafft zu werden. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten gesundheitlichen Beschwe r- den begründen keine Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Denn die geltend gemachte psychische Belastung dürfte n ach Ansicht des Gerichts (zur Hauptsache) auf den negativen Asylentscheid und die damit zusammenhängende ungewisse Situation zurückzuführen sein und stellt somit eine Reaktion auf die drohende Ausschaffung dar. So wurden die angeführten Leiden beim Beschwerdeführer erst nach dem negativen Asylentscheid diagnostiziert, obwohl die Traumatisierung unter anderem mit Vorgängen in der Kindheit und Jugendlichenzeit begründet w ird. Im Bericht wird auf eine Zugehörigkeit zur christlichen Minderheit im Iran B e- zug genommen, obwohl der Beschwerdeführer erst in der Schweiz zum Christentum konvertierte, weshalb die Ursache der angegebenen Kran k-D-1831/2012 Seite 17 heit – sollte sie auf Ereignissen im Heim atland beruhen – nicht feststell- bar ist. Einer mit der Rückschaffung einhergehenden psychischen D e- kompensation kann mit einer geeigneten psychiatrischen Betreuung im Zeitraum der Rückschaffung begegnet werden. In diesem Zusamme n- hang ist auch festzuhalten, dass im Iran nicht vom Fehlen psychiatrischer Betreuungsmöglichkeiten und medikamentöser Behandlung auszu gehen ist. Sollten nach der Rückkehr etwaige psychische Probleme anhalten, so bestünde – gegebenenfalls mit finanzieller Unterstützung im Rahmen e i- ner medizinischen Rückkehrhilfe i.S.v. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG – die Möglichkeit, entsprechende medizinische Angebote in Anspruch zu ne h- men. Mithin sprechen auch keine medizinischen Gründe gegen die Z u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 7.4. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat- staat ist schliesslich möglich , da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515). 7.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich beurteilt. Nach dem Gesagten ist der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegwei sung zu bestätigen und eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bunde s- recht verle tzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvol l- ständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 18. Mai 2012 in gleicher Höhe bezahlten Kosten- vorschuss zu verrechnen. D-1831/2012 Seite 18 (Dispositiv nächste Seite) D-1831/2012 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und mit dem in gleicher Höhe bezahlten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Anna Kühler Versand: