<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2016.00761</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=216865&amp;W10_KEY=13013508&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2016.00761</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.01.2017</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausschluss wegen fehlender Unterzeichnung der Selbstdeklaration im Teilnahmeantrag; überspitzter Formalismus? Die Rechtsprechung, wonach nicht berücksichtigte Anbietende zur Beschwerde gegen ihren Ausschluss aus dem Vergabeverfahren legitimiert sind, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens führt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen können, gilt auch im Präqualifikationsverfahren (E. 1.3). Beim Ausschluss wegen Missachtung wesentlicher Formerfordernisse wie der Unterschrift wird grundsätzlich ein strenger Massstab angelegt, doch ist ein überspitzter Formalismus zu vermeiden. Von einem überspitzten Formalismus ist eher dann auszugehen, wenn der Mangel auf eine Unklarheit der Ausschreibungsunterlagen oder ein offensichtliches Versehen des Anbieters zurückzuführen ist, als wenn er von diesem bewusst in Kauf genommen wurde (E. 2.1). Aufgrund der Formulierung der Ausschlussgründe und den Ausführungen der Behörde im Verfahren liegt es näher, dass die Anbietenden den Teilnahmeantrag als Ganzes und nicht lediglich die Selbstdeklaration unterzeichnen sollten. Nach dem Vertrauensprinzip ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass sich die Unterschrift des mit Spiralbindung an den Teilnahmeantrag gehefteten Begleitschreibens auf den gesamten Teilnahmeantrag bezieht und damit die Selbstdeklaration mit umfasst. Eine fehlende Unterzeichnung des Teilnahmeantrags, die nach Ablauf der Eingabefrist nicht nachgeliefert werden könnte, liegt damit klarerweise nicht vor (E. 2.3). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMERFORDERNIS">FORMERFORDERNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃQUALIFIKATION">PRÃQUALIFIKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERSPITZTER FORMALISMUS">ÃBERSPITZTER FORMALISMUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHRIFT">UNTERSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSEHEN">VERSEHEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 4a Abs. I lit. b IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="ungerade">§ 25 SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=32472" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2016.00761</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">4. Januar 2017</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Lukas Widmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, Verwaltungsrichterin Maja SchÃ¼pbach Schmid, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Laura Diener.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A GmbH, vertreten durch RA B, und/oder RA C,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Stadt ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Submission,</b></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben:</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Stadt ZÃ¼rich, Amt fÃ¼r Hochbauten, erÃ¶ffnete mit Ausschreibung vom 28. Oktober 2016 ein selektives Submissionsverfahren betreffend den Ersatz der Inspizienten-Anlagen an den beiden SpielstÃ¤tten des Schauspielhauses ZÃ¼rich (Dienstleistungskategorie, BAV 60514). Nach Eingang der TeilnahmeantrÃ¤ge wurde die Bewerbung der A GmbH mit VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Hochbauten vom 23. November 2016 vom Verfahren ausgeschlossen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen gelangte die A GmbH mit Beschwerde vom 2. Dezember 2016 an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und die Bewerbung der BeschwerdefÃ¼hrerin wieder in das PrÃ¤qualifikationsverfahren aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zudem beantragte sie eine ParteientschÃ¤digung. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 5. Dezember 2016 wurde angeordnet, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin einstweilen, bis zum Entscheid Ã¼ber das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vorlÃ¤ufig wieder in das PrÃ¤qualifikationsverfahren aufzunehmen und so zu behandeln sei, wie wenn kein Ausschluss erfolgt wÃ¤re.</p> <p class="Sachverhalt2">Die Stadt ZÃ¼rich, Amt fÃ¼r Hochbauten, beantragte am 20. Dezember 2016 die Beschwerde vollumfÃ¤nglich abzuweisen und die der Beschwerde einstweilen erteilte aufschiebende Wirkung sofort zu entziehen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (VGr, 9. Februar 2011, VB.2010.00389, E. 1 mit Hinweisen). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie die §§ 2 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. September 2003 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der Entscheid Ã¼ber die PrÃ¤qualifikation im selektiven Vergabeverfahren ist selbstÃ¤ndig mit Beschwerde anfechtbar (Art. 15 Abs. 1<sup>bis</sup> lit. c IVÃ¶B).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen ihren Ausschluss aus dem Vergabeverfahren legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen; andernfalls fehlt ihnen das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; § 21 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Ob eine solche reelle Chance besteht, ist aufgrund der gestellten AntrÃ¤ge und Parteivorbringen zu prÃ¼fen (vgl. BGr, 15. September 2014, 2C_380/2014, E. 4.9). Diese Rechtsprechung gilt grundsÃ¤tzlich auch bei Beschwerden gegen PrÃ¤qualifikationsentscheide (VGr, 17. September 2015, VB.2015.00390, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2">Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndete den Ausschluss aus dem Verfahren mit der fehlenden handschriftlichen Unterschrift der BeschwerdefÃ¼hrerin auf dem Deckblatt der Selbstdeklaration. </p> <p class="Erwgung2">Aufgrund der vorliegenden Akten ist davon auszugehen, dass die Chance fÃ¼r die PrÃ¤qualifikation der BeschwerdefÃ¼hrerin bei einer Aufhebung des angeordneten Ausschlusses intakt bliebe, zumal lediglich eine relativ geringe Anzahl von Bewerbungen vorliegt. Die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin ist zu bejahen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die AntrÃ¤ge auf Teilnahme im selektiven Verfahren mÃ¼ssen innerhalb der Frist schriftlich oder, soweit die Vergabestelle dies zulÃ¤sst, per Fax oder elektronische Ãbermittlung erfolgen und vollstÃ¤ndig eintreffen (§ 25 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 [SubmV]).</p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss § 4a Abs. 1 lit. b IVÃ¶B-BeitrittsG werden Anbietende von der Teilnahme ausgeschlossen, wenn sie wesentliche Formerfordernisse missachtet haben, unter anderem durch fehlende Unterschrift. Bei der Beurteilung solcher MÃ¤ngel ist im Interesse der Vergleichbarkeit der Angebote und des Gleichbehandlungsgrundsatzes ein strenger Massstab anzulegen. Die Rechtsfolge des Ausschlusses ist allerdings nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um einen wesentlichen Mangel handelt; einen Ã¼berspitzten Formalismus gilt es zu vermeiden (VGr, 16. April 2015, VB.2015.00113, E. 3.2, mit weiteren Hinweisen und auch zum Folgenden; 28. September 2011, VB.2011.00316, E. 5.1.1 mit weiteren Hinweisen; Peter Galli et al., Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2013, N. 456 f.). Von einem Ã¼berspitzten Formalismus ist eher dann auszugehen, wenn der Mangel auf eine Unklarheit der Ausschreibungsunterlagen oder ein offensichtliches Versehen des Anbieters zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, als wenn er von diesem bewusst in Kauf genommen wurde.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihrem Teilnahmeantrag ein Schreiben voran gestellt, worin der Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die beigelegten Unterlagen unter anderem eine seriÃ¶se, exakte und professionelle AusfÃ¼hrung des Planermandats zugesichert wird. Dieses Schreiben ist original unterzeichnet. Nicht unterschrieben hat die BeschwerdefÃ¼hrerin dagegen, wie die VergabebehÃ¶rde zu Recht geltend macht, die â im Ãbrigen ausgefÃ¼llt â eingereichte Selbstdeklaration.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>GemÃ¤ss dem Ausschreibungsformular Selbstdeklaration hatte die VergabebehÃ¶rde unter der Marginale AusschlussgrÃ¼nde auf Folgendes hin: "Zu spÃ¤t eingetroffene, nicht vollstÃ¤ndig ausgefÃ¼llte, nicht handschriftlich unterzeichnete AntrÃ¤ge auf Teilnahme (inklusive Selbstdeklaration) â¦ werden gestÃ¼tzt auf § 4a Abs. 1 lit. b IVÃ¶B-Beitrittsgesetz ausgeschlossen."</p> <p class="Urteilstext">Es ist nicht ersichtlich, dass fÃ¼r die damit ausdrÃ¼cklich verlangte Unterzeichnung des Teilnahmeantrags eine besondere Stelle im Antrag vorgesehen worden wÃ¤re. Auch nach den erlÃ¤uternden Angaben der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort bleibt unklar, ob nach ihrer Auffassung der gesamte Teilnahmeantrag oder bloss die Selbstdeklaration hÃ¤tte unterzeichnet werden mÃ¼ssen. Jedenfalls liegt es mit der dargelegten Formulierung der AusschlussgrÃ¼nde nÃ¤her, dass ein Anbieter den Teilnahmeantrag als Ganzes unterzeichnen sollte. Dies jedenfalls hat die BeschwerdefÃ¼hrerin getan: Beim selbst verfassten und eingereichten Deckblatt handelt es sich offenkundig um eine unterschriftliche BestÃ¤tigung des Teilnahmeantrags und nicht etwa â wie die Beschwerdegegnerin zum Vergleich erwÃ¤hnt â um einen Begleitzettel des Sekretariats oder dergleichen. Bei einer Beurteilung nach dem Vertrauensprinzip (vgl. dazu BGr, 22. Januar 2014, 2C_1055/2012, E. 2.1, mit Hinweisen) ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Unterschrift auf den gesamten Teilnahmeantrag und damit auch auf die mit eingereichte Selbstdeklaration bezogen hat. Mit der Unterschrift auf dem Deckblatt des gesamten Teilnahmeantrags hat die BeschwerdefÃ¼hrerin letztlich sogar mehr visiert, als wenn sie "nur" das Deckblatt der inliegenden Selbstdeklaration unterzeichnet hÃ¤tte. Eine fehlende Unterzeichnung des Teilnahmeantrags, die nach Ablauf der Eingabefrist nicht nachgeliefert werden kÃ¶nnte (vgl. Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang/Marc Steiner, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2013, Rz. 482), liegt damit klarerweise nicht vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Wenig Sinn macht sodann die Bemerkung der Beschwerdegegnerin, es sei unzumutbar, bei selektiven Verfahren, wo oft 70 bis 100 AntrÃ¤ge eintreffen wÃ¼rden, Ã¼berall in den Unterlagen nach der Unterschrift zu suchen. Zum einen ist die Unterschrift vorliegend geradezu augenfÃ¤llig auf dem Deckblatt und damit an vorderster Stelle der mit Spiralringen gehefteten Eingabe an die VergabebehÃ¶rde angebracht. Zum anderen kann keine Rede davon sein, dass hier die Anzahl in der GrÃ¶ssenordnung von gegen 100 Bewerbungen vorliegen wÃ¼rde; selbst Ã¼ber eine weniger auffÃ¤llige Unterschrift als hier hÃ¤tte deshalb kaum hinweggesehen werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Von Seiten der Beschwerdegegnerin ist im Ãbrigen nicht in Abrede gestellt worden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin â wie diese mit der Beschwerde geltend machte â das Formular Selbstdeklaration versehentlich nicht unterzeichnet hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin das Deckblatt ihres Teilnahmeantrags unterzeichnet hat und dass nach dem Vertrauensgrundsatz davon auszugehen ist, dass sich diese Unterschrift auf den gesamten Teilnahmeantrag und damit auch auf die Selbstdeklaration als Bestandteil des Teilnahmeantrags bezogen hat. Vor diesem Hintergrund ist es als Ã¼berspitzten Formalismus zu werten, dass die Beschwerdegegnerin den Teilnahmeantrag ausschloss, weil die Unterschrift nur auf dem Deckblatt des Teilnahmeantrags anstatt an der vorgesehenen Stelle im Formular Selbstdeklaration bzw. an anderer Stelle im Antrag geleistet worden war.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Damit erweist sich der Ausschluss der Bewerbung der BeschwerdefÃ¼hrerin als rechtswidrig. Dies fÃ¼hrt unter Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung der AusschlussverfÃ¼gung vom 23. November 2016. Die Bewerbung der BeschwerdefÃ¼hrerin ist wieder in das PrÃ¤qualifikationsverfahren aufzunehmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit diesem Urteil wird das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG) und ist sie in Anwendung von § 17 Abs. 2 lit. a VRG zu verpflichten, die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren angemessen zu entschÃ¤digen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der geschÃ¤tzte Auftragswert Ã¼bersteigt mutmasslich den im Staatsvertragsbereich massgeblichen Schwellenwert Art. 1 lit. a der Verordnung des WBF vom 23. November 2015 Ã¼ber die Anpassung der Schwellenwerte im Ã¶ffentlichen Beschaffungswesen fÃ¼r die Jahre 2016 und 2017 SR 172.056.12. Gegen diesen Entscheid ist daher die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zulÃ¤ssig, sofern sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 lit. f BGG); andernfalls steht nur die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde wird die AusschlussverfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 23. November 2016 aufgehoben und die Bewerbung der BeschwerdefÃ¼hrerin wieder in das PrÃ¤qualifikationsverfahren aufgenommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren mit Fr. 2'000.-- zu entschÃ¤digen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt, Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Sofern diese nicht zulÃ¤ssig ist, kann subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerden sind innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦ </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>