B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3557/2012 U r t e i l v o m 11 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______, geboren (…) vertreten durch lic. iur. Claudia Tamuk, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 27. Juni 2012 / N_______ D-3557/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs - verfahren (VwVG, SR 172.021), des Bun desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs - gericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110), des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus länderin- nen und Ausländer (AuG, SR 142.20), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen - rechte und Grundfrei heiten (Europäische Menschenrechtskon vention, EMRK, SR 0.101), des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstel lung der Flücht - linge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30), des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107), des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kri - terien und Verfahren zur Be stimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dubli n-Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit - gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsan gehöri-D-3557/2012 Seite 3 gen in einem Mitgliedstaat ge stellten Asylantrags zuständig ist (Dublin - II-VO), der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. Septem- ber 2003 mit Durch führungsbestimmungen zur Dublin -II-VO (DVO Dublin), des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent schä- digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 2 3. April 2012 im B.______ ohne Einreichung von Identitätsdokumenten um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 3. Mai 2012 die Personalien des Beschwer deführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte, dass er dabei unter anderem angab, am (…) geboren und so mit noch minderjährig zu sein, dass das BFM am 9. Mai 201 2 dem als minderjährig geltenden Be - schwerdeführer unter Anwesenheit einer Vertrauensperson das recht li- che Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien, wo sich der Beschwerdeführer nach seinen Angabe vor seiner Einreise in die Schweiz aufgehalten und um Asyl ersucht hatte, gewährte (vgl. BFM - Protokoll A10), dass der Beschwerdeführer erklärte, er wolle nie mehr nach Italien zu - rückkehren, habe er doch im Camp in Italien nicht telefonieren können und das Essen sei schlecht gewesen (vgl. A10 S. 4), dass dem Beschwerdeführer von der zuständigen kantonalen Behörde am 15. Mai 2012 in Anwendung von Art. 17 Abs. 3 Bst. c AsylG eine Vertrauensperson beigeordnet wurde, dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) e rgab, dass der Beschwerdeführer am 6. Au-D-3557/2012 Seite 4 gust 2011 illegal in Italien eingereist war und am 21. Oktober 2011 in Italien um Asyl nachge sucht hatte, dass das BFM am 6. Juni 201 2 die italienischen Behörden in Anwen - dung von Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin -II-VO um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte (vgl. A16), dass in der Folge keine Stellungnahme der italienischen Behörden er - folgte, dass das BFM mit – am 29 . Juni 2012 eröffneter – Verfügung vom 27. Juni 2012 in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d Asy lG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 23. April 2012 nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Italien anordnete, wobei die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung (A rt. 19f VO Dublin) – bis spätestens am 21. Dezember 2012 zu erfolgen habe, dass gleichzeitig festgestellt wurde, einer allfälligen Beschwerde kom - me keine aufschiebende Wirkung zu (Art. 107a AsylG) dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertre terin vom 4. Juli 2012 an das Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Ent scheid frist- und formgerecht Beschwerde erhob, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschie ben- den Wirkung der Beschwerde und Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht wurde, dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Juli 2012 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls end gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), D-3557/2012 Seite 5 dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse a n deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bezi ehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werde n können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über - prüfen (Art. 32 -35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be schwer- deinstanz grundsätzl ich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent - scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun - gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich D-3557/2012 Seite 6 grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – na- mentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von Vollzugshinderni s- sen – in den Dublin -Verfahren bereits vor Erlass des Nichteintretensen t- scheides stellen (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2.), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl - suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch - führung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zu - ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuches eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Ver- ordnung und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-Verordnung; vgl. auch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Ver- fahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), dass der Beschwerdeführer, stellt man auf seine vom BFM nicht in Zweifel gezogenen Angaben zum Alter () ab, als Minderjähriger zu betrachten ist, dass in der Beschwerde in verfahrensrechtlicher Hinsicht geltend g e- macht wird, der Antrag vom 23. Mai 2012 auf Akteneinsicht vor Erlass der Verfügung sei von der Vorinstanz ohne Begründung nicht berücksichtigt worden, dass im Weiteren dem Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung durch das BFM lediglich das rechtliche Gehör betreffen d einer allfälligen Wegweisung nach Italien gewährt worden s ei und er seine Asylgründe nicht habe geltend machen können, weshalb eine ungenügende Sachver- haltsfeststellung vorliege und die angefochtene Verfügung aufzuheben sei, dass hinsichtlich der Rüge, das BFM habe das Gesuch vom 23. Mai 2012 um Akteneinsicht vo r Erlass der Verfügung ohne Begründung nicht b e- rücksichtigt und die Akten erst zusammen mit der angefochtenen Verf ü- gung ausgehändigt, festzustellen ist, dass dem Betroffenen in der Regel kein Recht auf vorgängige Stellungnahme bezüglich Fragen der rechtl i- chen Beurteilung und Würdigung von Tatsachen einzuräumen ist, es sei denn, die Behörde gedenke, sich in ihrem Entscheid auf einen völlig u n- üblichen, nicht voraussehbaren Rechtsgrund abzustützen (vgl. BVGE 2007/21 E. 10.2 mit verschiedenen Hinweisen; vgl. PATRICK SUTTER in: D-3557/2012 Seite 7 Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 29 Rz. 14; vgl. auch EMARK 2001 Nr. 8, EMARK 2000 Nr. 29 E. 5, EMARK 1994 Nr. 13 E. 3b.), dass, beruht der Entschei d weder auf nachträglich eingetretenen oder den Parteien unbekannten tatsächlichen Umständen noch auf neuen, u n- vorhersehbaren Rechtsgrundlagen, somit der Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt ist (vgl. PATRICK SUTTER a.a.O., Rz. 12), dass im vorliegenden Fall das BFM durch das Vorgehen, die Aktenein- sicht erst zusammen mit der Entscheidfällung zu gewähren , den A n- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht verletzt hat, dass sich auch die weitere Rüge des Beschwerdeführers, er habe keiner- lei Möglichkeit gehabt, seine Asylgründe im Rahmen einer Anhörung dar- zulegen, als unbegründet erweist, da in Dublin -Verfahren keine ordentl i- che Anhörung stattfindet, sondern der asylsuchenden Person – wie vor- liegend geschehen – nach der summarischen Befragung das rechtliche Gehör gemäss Art. 36 Abs. 2 AsylG gewährt wird, dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eurodac"-Datenbank ergab, dass dieser am (…) in Italien ein Asylgesuch eingereicht hatte, dass das BFM Italien am 6. Juni 2012 um Übernahme des Beschwerde- führers gestützt auf 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung ersuchte, dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in Art. 20 Abs. 1 Bst. b Dublin -II-Verordnung vorgesehenen Frist unbean t- wortet lie ssen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung), dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Italien ein Asylgesuch ein- gereicht zu haben, und auch die Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates u n- bestritten blieb, dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit It a- liens für die Durchführung des Asylverfahrens ausging, dass in der Beschwerde ohne näheren Angaben oder Einreichung von Beweismitteln geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer sei in Italien D-3557/2012 Seite 8 bisher nic ht zu seinen Asylgründen angehört worden und seine Aufen t- haltsbewilligung sei nicht mehr verlängert worden, weshalb die konkrete Gefahr einer Kettenabschiebung nach Nigeria und damit eine Verletzung des Grundsatzes des Non-Refoulement bestehe, dass es angesichts der Vermutung, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens zuständige Staat respektiere seine aus dem internationalen Recht fliessenden Verpflichtungen, dem Beschwerdefüh- rer obliegt darzutun, gestützt auf welche ernsthaften Hinweise die Annah- me naheliegt, dass die italienischen Behörden in seinem Fall die staat s- vertraglichen Verpflichtungen nicht respektieren und ihm den notwend i- gen Schutz nicht gewähren werden (vgl. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84-85 und 250; Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 in der Rechtssache C-411/10 und C-493/10), dass der Beschwerdefü hrer im vorliegenden Fall keine konkreten A n- haltspunkte geltend macht, wonach Italien, bei welchem es sich um einen Signatarstaat der EMRK und der FK handelt, seine staatsvertraglichen Verpflichtungen missachten und den Beschwerdeführer in seinen Heimat- staat zurückschaffen würde, dies unter Missachtung des Non -Refoule- ment Gebotes oder von Art. 3 EMRK, dass im Weiteren in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Aufna h- mebedingungen für Asylsuchende in Italien seien sehr schwierig, dass der Beschwerdeführer bei einer Überstellung nach Italien riskieren würde, ohne Existenzgrundlage und unter menschenunwürdigen Bedi n- gungen leben zu müssen, was gegen Art. 3 EMRK verstosse, dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Überstellung nach Italien nicht einer dem internationalen Recht und insbesondere Art. 3 EMRK widerspr e- chenden Behandlung ausgesetzt ist, dass Italien indessen Vertragspartei der FK, der EMRK und der FoK ist, dass es jedenfalls nicht in der Verantwortung der schweizerischen Asy l- behörden liegt auszumachen, ob der Beschwerdeführer nach einer Über- stellung zufriedenstellende Lebensbedingungen vorfindet, D-3557/2012 Seite 9 dass der Beschwerdeführer beweisen oder glaubhaft machen muss, dass seine dortige Behandlung gegen Art. 3 EMRK verstösst, dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Pr ü- fung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtu ngen einhalte, dem Beschwerdeführer obliegt, diese Vermutung umzustossen, wobei er ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen hat, dass die Behörden des in Frage stehenden Staates in seinem konkreten Fall das Völkerrecht verletzen und ihm nicht den notwendigen Schutz gewähren oder ihn menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Europä- ischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84- 85 und 250 ; ebenso Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2 011 in der Rechtssache C -411/10 und C-493), dass der Beschwerdeführer bezüglich der Frage der Betreuung von Asy l- suchenden nicht beweisen oder mittels eines konkreten Anha ltspunktes glaubhaft machen kann, dass die Lebensbedingungen in Italien so schlecht sind, dass die Überstellung in dieses Land die EMRK verletzen würde, dass insbesondere nicht erstellt ist, dass Italien gegen die Bestimmungen der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitglied- staaten ("Aufnahmerichtlinie", ABl. L 31 vom 6. Februar 2003, S.°18) ver- stösst, dass auch der Umstand, dass es sich beim Beschwerdeführer um ei - nen unbegleiteten Minderjährigen handelt, nicht gegen seine Rück füh- rung nach I talien spricht, dass unbegleitete Minderjährige nach Kenntnis des Bundesver wal- tungsgerichts in Italien beispielsweise einen Anspruch auf Beher ber- gung durch die Gemeinde haben, weshalb der Einwand in der Be - schwerde, der Beschwerdeführer verfüge dort üb er keine Unterkunft, nicht stichhaltig erscheint, zumal es dem weitgehend selbständigen, bald volljährigen Beschwerdeführer zuzumuten ist, sich mittels Hilfs or- ganisation respektive juristischer Hilfe um die Durchsetzung seiner diesbezüglichen Ansprüche z u bemühen (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.6), D-3557/2012 Seite 10 dass unter diesen Umständen entgegen den Beschwerdevorbringen keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Be schwerde- führer würde im Falle einer Rückkehr nach Italien in eine exi stenzielle Notlage gera ten, weshalb die Überstellung nach Italien auch unter dem Blickwinkel des Kindeswohl nicht zu beanstanden ist, dass daher keine Veranlassung besteht, die Bestimmung über das Selbsteintrittsrecht im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO anzuwenden, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einge treten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei - sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs.1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An - spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bund esamt zu Recht ange ord- net wurde, dass im Rahmen des Dublin -Verfahrens, bei dem es sich um ein Über - stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständi - gen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmass - nahmen im Sinne von A rt. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung soweit notwendig vielmehr bereits im Rahmen des Dublin -Verfahrens stattfinden muss (vgl. vorgehende Erwägungen), dass in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass der Beschwerdeführer demnach nicht darzutun vermag, in wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts erhebli- chen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festst ellt oder un ange- messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass angesichts der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 6 Bst. b VGKE auf die Auferlegung von Verfahrenskosten ver - zichtet wird. D-3557/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand: