<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">6A.102/2001/kra </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> K A S S A T I O N S H O F </div> <div class="para"> ************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 9. Januar 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des </div> <div class="para">Kassationshofes, Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, </div> <div class="para">Kolly, Karlen und Gerichtsschreiber Luchsinger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> _________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Christoph Tschurr, Bellerivestrasse 59, Postfach, Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Z ü r i c h, 1. Kammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> betreffend </div> <div class="para"> Entzug des Führerausweises (<span class="artref"><artref id="CH/741.01/16" type="start"></artref>Art. 16 und 17 SVG</span><artref id="CH/741.01/17" type="end"></artref>) </div> <div class="para">(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des </div> <div class="para">Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 1. Kammer, vom </div> <div class="para">12. Juli 2001), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- X.________ fuhr am 27. Juli 1999, nachdem er in </div> <div class="para">verschiedenen Lokalen im Kreis XXX in Zürich eine nicht </div> <div class="para">näher bestimmte Menge Alkohol konsumiert hatte, zur Kreu- </div> <div class="para">zung A.________-/B.________strasse. Dort fiel er einem </div> <div class="para">Taxichauffeur und dessen Fahrgästen auf, weil er am Steuer </div> <div class="para">seines Personenwagens eingeschlafen war. Die Fahrgäste des </div> <div class="para">Taxis sprachen X.________ an und stellten eine starke </div> <div class="para">Alkoholisierung und anormale Sprechweise fest. Dieser ging </div> <div class="para">nicht auf die ihn zur Rede stellenden Personen ein und </div> <div class="para">fuhr in der Folge dem Taxi von der erwähnten Kreuzung bis </div> <div class="para">zur A.________strasse XXX nach, wobei er sein Fahrzeug in </div> <div class="para">einer Schlangenlinie teilweise sogar über die Gegenfahr- </div> <div class="para">bahn und über das Trottoir lenkte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich entzog </div> <div class="para">X.________ wegen dieses Vorfalls am 18. Mai 2000 den Füh- </div> <div class="para">rerausweis für die Dauer von vier Monaten. Es berücksich- </div> <div class="para">tigte dabei insbesondere, dass ihm wegen Vereitelung einer </div> <div class="para">Blutprobe der Führerausweis bereits 1994 für einen Monat </div> <div class="para">entzogen worden war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Regierungsrat und das Verwaltungsgericht des </div> <div class="para">Kantons Zürich wiesen die von X.________ gegen die Ent- </div> <div class="para">zugsverfügung erhobenen Rechtsmittel am 18. April 2001, </div> <div class="para">bzw. am 12. Juli 2001 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- X.________ hat Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim </div> <div class="para">Bundesgericht erhoben und beantragt, es sei der Entscheid </div> <div class="para">des Verwaltungsgerichts aufzuheben und die Sache zur </div> <div class="para">Neubeurteilung an diese Instanz zurückzuweisen. Even- </div> <div class="para">tualiter sei ihm der Führerausweis für die Dauer von zwei </div> <div class="para">Monaten zu entziehen und der Vollzug so auszugestalten, </div> <div class="para">dass er weiterhin seiner Arbeit nachgehen könne. Ferner </div> <div class="para">sei ihm für die vorinstanzlichen Verfahren die unentgelt- </div> <div class="para">liche Rechtspflege zu gewähren. Er stellt ebenfalls ein </div> <div class="para">Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren </div> <div class="para">vor Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bil- </div> <div class="para">den einerseits die Rechtmässigkeit des angeordneten Füh- </div> <div class="para">rerausweisentzugs und anderseits die Verweigerung der un- </div> <div class="para">entgeltlichen Rechtspflege in den Verfahren vor dem Re- </div> <div class="para">gierungsrat und dem Verwaltungsgericht. Im ersten Punkt </div> <div class="para">ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht </div> <div class="para">ohne weiteres zulässig (<span class="artref">Art. 24 Abs. 2 SVG</span>). Die Gewährung </div> <div class="para">der unentgeltlichen Rechtspflege in den vorinstanzlichen </div> <div class="para">Verfahren richtet sich dagegen nach kantonalem Verfahrens- </div> <div class="para">recht, dessen Anwendung das Bundesgericht im Rahmen der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht überprüft. Es ist je- </div> <div class="para">doch nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses möglich, </div> <div class="para">im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren geltend zu </div> <div class="para">machen, die Anwendung des kantonalen Verfahrensrechts ver- </div> <div class="para">letze verfassungsmässige Rechte, wenn der kantonale Ent- </div> <div class="para">scheid zugleich in der Hauptsache angefochten wird (BGE </div> <div class="para">123 I 275 E. 2e S. 278). Vorliegend rügt der Beschwerde- </div> <div class="para">führer zumindest implizit, der Entscheid des Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichts missachte seinen verfassungsmässigen Anspruch auf </div> <div class="para">unentgeltliche Rechtspflege gemäss <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span>. </div> <div class="para">Dieser Vorwurf kann nach dem Dargelegten dem Bundesgericht </div> <div class="para">ebenfalls mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde unterbreitet </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen </div> <div class="para">erfüllt sind, ist auf das Rechtsmittel vollumfänglich </div> <div class="para">einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Der Beschwerdeführer rügt in erster Linie, der </div> <div class="para">ihm gegenüber ausgesprochene Führerausweisentzug sei so- </div> <div class="para">wohl hinsichtlich der vorgesehenen Vollzugsform und als </div> <div class="para">auch bezüglich der festgesetzten Dauer bundesrechtswidrig. </div> <div class="para">Beide Fragen sind nachstehend gesondert zu prüfen (E. 3 </div> <div class="para">und 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am Rand wirft der Beschwerdeführer dem Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht ferner eine Verletzung seines Anspruchs auf </div> <div class="para">rechtliches Gehör vor, weil es seinen Antrag, der Führer- </div> <div class="para">ausweisentzug sei auf seine Freizeit zu beschränken, über- </div> <div class="para">haupt nicht geprüft habe. Diese Rüge ist unbegründet. Es </div> <div class="para">trifft zwar zu, dass die Formulierung im angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid, wonach der Regierungsrat und das Verwaltungs- </div> <div class="para">gericht zur Prüfung eines solchen Antrags gar nicht befugt </div> <div class="para">seien, missverständlich erscheinen mag. Aus der Begründung </div> <div class="para">ergibt sich indessen, dass das Verwaltungsgericht die Zu- </div> <div class="para">lässigkeit eines auf die Freizeit beschränkten Vollzugs </div> <div class="para">des Führerausweisentzugs sehr wohl prüfte und dabei zu </div> <div class="para">einem negativen Ergebnis gelangte. Hielt es die beantragte </div> <div class="para">Vollzugsform bereits von vornherein für unzulässig, so </div> <div class="para">brauchte es sich mit dem Inhalt des Antrags - d.h. mit den </div> <div class="para">Vollzugsmodalitäten - nicht näher auseinanderzusetzen. Es </div> <div class="para">trifft demnach nicht zu, dass das Verwaltungsgericht auf </div> <div class="para">die vom Beschwerdeführer verlangte Form des Vollzugs des </div> <div class="para">Führerausweisentzugs lediglich während der Freizeit über- </div> <div class="para">haupt nicht einging. Von einer Verletzung des rechtlichen </div> <div class="para">Gehörs kann daher nicht gesprochen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Nach Ansicht des Beschwerdeführers legt <span class="artref">Art. 17 </span></div> <div class="para">Abs. 1 SVG lediglich die Mindestdauer des Entzugs des Füh- </div> <div class="para">rerausweises fest und lässt die Vollzugsform in zeitlicher </div> <div class="para">Hinsicht offen. Es sei daher möglich, den Ausweisentzug </div> <div class="para">lediglich während der arbeitsfreien Zeit zu vollziehen. In </div> <div class="para">seinem Fall entspreche es mit Blick auf seine berufliche </div> <div class="para">Situation dem Gebot der Verhältnismässigkeit, den Entzug </div> <div class="para">auf die Zeit von 18.00 bis 06.00 Uhr montags bis samstags </div> <div class="para">und auf den ganzen Sonntag zu beschränken. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Das Strassenverkehrsgesetz regelt in <span class="artref">Art. 17 </span></div> <div class="para">SVG die Dauer des Führerausweisentzugs. Es setzt die mini- </div> <div class="para">male Entzugsdauer grundsätzlich auf einen Monat fest. Für </div> <div class="para">gewisse Widerhandlungen gelten jedoch höhere Mindestdau- </div> <div class="para">ern, und bei Sicherungsentzügen erfolgt der Entzug auf </div> <div class="para">unbestimmte Zeit. Beim Warnungsentzug bemisst sich die </div> <div class="para">konkrete Dauer vor allem nach dem Verschulden, dem Leumund </div> <div class="para">des Motorfahrzeugführers und der beruflichen Notwendig- </div> <div class="para">keit, ein Fahrzeug zu führen (Art. 33 Abs. 2 der Verord- </div> <div class="para">nung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum </div> <div class="para">Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976 [VZV; SR 741.51]). </div> <div class="para">Beim Sicherungsentzug auf unbestimmte Zeit wird eine </div> <div class="para">Probezeit von mindestens einem Jahr angesetzt, vor deren </div> <div class="para">Ablauf der Führerausweis auch bedingt nicht ausgehändigt </div> <div class="para">werden darf (<span class="artref">Art. 17 Abs. 1bis SVG</span>; <span class="artref">Art. 33 Abs. 1 VZV</span>). </div> <div class="para">Für längere Zeit entzogene Ausweise können im Übrigen nach </div> <div class="para">sechs Monaten unter angemessenen Auflagen bedingt wieder </div> <div class="para">erteilt werden (<span class="artref">Art. 17 Abs. 3 SVG</span>). Weitere Vorschriften </div> <div class="para">über die zeitliche Ausgestaltung des Führerausweisentzugs </div> <div class="para">kennt das Bundesrecht nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Umfang des Ausweisentzugs wird im Strassen- </div> <div class="para">verkehrsgesetz selber nicht geregelt (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-IB-22%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page22">BGE 105 Ib 22</a> </div> <div class="para">E. 2b S. 25). <span class="artref">Art. 34 Abs. 1 VZV</span> stellt den Grundsatz auf, </div> <div class="para">dass ein Führerausweisentzug für alle Motorfahrzeugkatego- </div> <div class="para">rien gilt. Einzig aus medizinischen oder gewerbepolizei- </div> <div class="para">lichen Gründen verfügte Entzüge können auf einzelne Kate- </div> <div class="para">gorien beschränkt werden. Zur Milderung von Härtefällen </div> <div class="para">sieht <span class="artref">Art. 34 Abs. 2 VZV</span> zudem einen sogenannten differen- </div> <div class="para">zierten Entzug vor, bei dem die Behörde die Entzugsdauer </div> <div class="para">für verschiedene Ausweiskategorien unterschiedlich anset- </div> <div class="para">zen kann, wobei jedoch die gesetzliche Minimaldauer für </div> <div class="para">alle Kategorien eingehalten werden muss. Dagegen regelt </div> <div class="para">das Verordnungsrecht des Bundes die Frage nicht ausdrück- </div> <div class="para">lich, ob der Entzug auch auf bestimmte Verwendungsarten </div> <div class="para">des Fahrzeugs (z.B. Verbot von Fahrten während der Frei- </div> <div class="para">zeit) beschränkt werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Aus der Tatsache, dass sich die massgeblichen Be- </div> <div class="para">stimmungen zu der vom Beschwerdeführer verlangten Voll- </div> <div class="para">zugsform nicht ausdrücklich äussern, kann entgegen der An- </div> <div class="para">sicht der kantonalen Instanzen noch nicht geschlossen wer- </div> <div class="para">den, es liege eine Gesetzeslücke vor. Es fragt sich viel- </div> <div class="para">mehr, ob sich den angeführten Normen auch auf dem Weg der </div> <div class="para">Auslegung keine Antwort entnehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Gesetzgeber hat den vorübergehenden Entzug </div> <div class="para">des Führerausweises gemäss <span class="artref"><artref id="CH/741.01/16/3" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/16/2" type="start"></artref>Art. 16 Abs. 2 und 3 SVG</span><artref id="CH/741.01/16/3" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/3" type="end"></artref> als </div> <div class="para">fühlbare Warnung an jene Motorfahrzeuglenker eingeführt, </div> <div class="para">deren Verhalten voraussehen lässt, dass sie es an Sorgfalt </div> <div class="para">und Rücksichtnahme fehlen lassen werden. Die Behörden </div> <div class="para">sollten durch frühzeitige Warnung der gefährlichen Fahrer </div> <div class="para">Unfällen zuvorkommen (Botschaft des Bundesrates zum Ent- </div> <div class="para">wurf eines Bundesgesetzes über den Strassenverkehr vom </div> <div class="para">24. Juni 1955, BBl 1955 II 1, S. 23; Botschaft über die </div> <div class="para">Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 27. August 1986, </div> <div class="para">BBl 1986 III 209, S. 221). Auch die bundesgerichtliche </div> <div class="para">Rechtsprechung hat stets erklärt, der Warnungsentzug stel- </div> <div class="para">le eine Administrativmassnahme mit präventivem und erzie- </div> <div class="para">herischem Charakter dar. Sie bezwecke, den Lenker zu mehr </div> <div class="para">Sorgfalt und Verantwortung zu erziehen und ihn dadurch von </div> <div class="para">weiteren Verkehrsdelikten abzuhalten. Diese Funktion des </div> <div class="para">Warnungsentzugs ist auch in der jüngsten Praxis, die den </div> <div class="para">gleichzeitigen strafähnlichen Charakter der Massnahme </div> <div class="para">stärker betont, nicht in Frage gestellt worden (BGE 125 II </div> <div class="para">396 E. 2a/aa S. 399; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-225%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page225">123 II 225</a> E. 2a/bb S. 228; 116 Ib </div> <div class="para">146 E. 2a S. 148). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der vom Beschwerdeführer angestrebte auf die </div> <div class="para">Freizeit beschränkte Führerausweisentzug stünde mit dem </div> <div class="para">dargestellten gesetzgeberischen Ziel im Widerspruch. Der </div> <div class="para">fehlbare Lenker soll nach den Vorstellungen des Gesetzge- </div> <div class="para">bers vielmehr für eine gewisse Zeit vollständig vom Führen </div> <div class="para">eines Motorfahrzeugs ausgeschlossen werden. Die beabsich- </div> <div class="para">tigte erzieherische Wirkung des Warnungsentzugs würde in </div> <div class="para">Frage gestellt, wenn der fehlbare Lenker weiterhin - wenn </div> <div class="para">auch nur ausserhalb der Freizeit - Motorfahrzeuge führen </div> <div class="para">dürfte. Ebenso würde die Verkehrssicherheit beeinträch- </div> <div class="para">tigt, wenn ein Lenker trotz schwerer Widerhandlungen nicht </div> <div class="para">vorübergehend ganz vom Motorfahrzeugverkehr ausgeschlossen </div> <div class="para">würde. Aus diesen Gründen hat die bundesgerichtliche </div> <div class="para">Rechtsprechung auch den sogenannten differenzierten Aus- </div> <div class="para">weisentzug gemäss <span class="artref">Art. 34 Abs. 2 VZV</span> restriktiv gehand- </div> <div class="para">habt. So hat sie erklärt, es wäre stossend, wenn ein </div> <div class="para">Lenker, der den Verkehr mit einem Fahrzeug einer be- </div> <div class="para">stimmten Kategorie in schwerer Weise gefährdet hat, den </div> <div class="para">Ausweis für Fahrzeuge einer anderen Kategorie mit einem </div> <div class="para">möglicherweise noch grösseren Gefährdungspotential be- </div> <div class="para">halten könnte (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-IB-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">BGE 109 Ib 139</a> E. 1 S. 141). Ferner ver- </div> <div class="para">langt das Bundesgericht, dass der Entzug für die verschie- </div> <div class="para">denen Ausweiskategorien im gleichen Zeitraum wirksam wird, </div> <div class="para">da der fehlbare Lenker sonst möglicherweise überhaupt nie </div> <div class="para">ganz auf das Führen von Motorfahrzeugen verzichten müsste </div> <div class="para">(Urteil A.237/1980 vom 19. Juni 1981, in RDAF 1983 S. 359, </div> <div class="para">E. 3a). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Lichte des dargestellten gesetzgeberischen </div> <div class="para">Zwecks, der dem Warnungsentzug gemäss <span class="artref"><artref id="CH/741.01/16/3" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/16/2" type="start"></artref>Art. 16 Abs. 2 und 3 </span></div> <div class="para">SVG<artref id="CH/741.01/16/3" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/3" type="end"></artref> zu Grunde liegt, erscheint eine zeitliche Beschränkung </div> <div class="para">der Massnahme auf die Freizeit als ausgeschlossen. Die </div> <div class="para">kantonalen Instanzen, die sich bisher zu dieser Frage zu </div> <div class="para">äussern hatten, sind zum gleichen Resultat gelangt (vgl. </div> <div class="para">die Hinweise bei René Schaffhauser, Grundriss des Stras- </div> <div class="para">senverkehrsrechts, Bd. III, Bern 1995, N. 2466). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Der Beschwerdeführer hält das dargestellte </div> <div class="para">Verständnis des Warnungsentzugs offenbar für überholt. Er </div> <div class="para">betont den strafähnlichen Charakter des Warnungsentzugs </div> <div class="para">und verlangt, dass dieser noch täter- und resozialisie- </div> <div class="para">rungsspezifischer ausgestaltet werde als die bei Wider- </div> <div class="para">handlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz auszuspre- </div> <div class="para">chenden strafrechtlichen Sanktionen. Es sei deshalb nicht </div> <div class="para">nachvollziehbar, wieso die bei der Strafverbüssung mög- </div> <div class="para">liche Form der Halbgefangenschaft nicht auch beim Vollzug </div> <div class="para">des Führerausweises gemäss <span class="artref"><artref id="CH/741.01/16/3" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/16/2" type="start"></artref>Art. 16 Abs. 2 und 3 SVG</span><artref id="CH/741.01/16/3" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/3" type="end"></artref> mög- </div> <div class="para">lich sein solle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts ver- </div> <div class="para">steht den Warnungsentzug wohl nicht mehr allein als Ver- </div> <div class="para">waltungsmassnahme, sondern betont auch deren strafähn- </div> <div class="para">lichen Charakter, was in gewissen Belangen die analoge </div> <div class="para">Anwendung der im Bereich des Strafrechts geltenden Regeln </div> <div class="para">rechtfertige (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-225%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page225">BGE 123 II 225</a> E. 2a/bb S. 228, 464 E. 2a </div> <div class="para">S. 465; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-22%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page22">121 II 22</a> E. 3 S. 25 f.; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-504%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page504">120 Ib 504</a> E. 4b S. 507). </div> <div class="para">Sie hat aber wie erwähnt auch in den jüngsten Entscheiden </div> <div class="para">stets daran festgehalten, dass der Warnungsentzug trotz </div> <div class="para">seines strafähnlichen Charakters eine von der Strafe unab- </div> <div class="para">hängige Verwaltungssanktion mit präventiver und erzieheri- </div> <div class="para">scher Funktion darstellt (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-396%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page396">BGE 125 II 396</a> E. 2a/aa S. 399; </div> <div class="para">123 II 464 E. 2a S. 465). Der Rückgriff auf strafrecht- </div> <div class="para">liche Grundsätze rechtfertigt sich daher nur dort, wo die </div> <div class="para">gesetzliche Regelung des Warnungsentzugs lückenhaft oder </div> <div class="para">auslegungsbedürftig ist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-504%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page504">BGE 120 Ib 504</a> E. 4b S. 507; </div> <div class="para">123 II 225 E. 2a/bb S. 228 f.). Entgegen der Auffassung </div> <div class="para">des Beschwerdeführers lässt das Strassenverkehrsrecht hin- </div> <div class="para">sichtlich der Vollzugsform indessen keinen Raum für eine </div> <div class="para">analoge Anwendung der strafrechtlichen Bestimmungen über </div> <div class="para">die Halbgefangenschaft gemäss Art. 4 der Verordnung 1 zum </div> <div class="para">Schweizerischen Strafgesetzbuch vom 13. November 1973 </div> <div class="para">(VStGB 1; SR 311.01) und Art. 1 der Verordnung 3 zum </div> <div class="para">Schweizerischen Strafgesetzbuch vom 16. Dezember 1985 </div> <div class="para">(VStGB 3; SR 311.03). Wie bereits dargelegt wurde, </div> <div class="para">schliesst zwar das Gesetzes- und Verordnungsrecht eine </div> <div class="para">zeitliche Staffelung des Vollzugs des Warnungsentzugs </div> <div class="para">nicht bereits auf Grund seines Wortlauts, wohl aber auf </div> <div class="para">Grund seines Sinns und Zwecks aus (E. 3a und b). Der </div> <div class="para">Beschwerdeführer verkennt, dass der Warnungsentzug gerade </div> <div class="para">nicht täter- und resozialisierungsspezifischer ausgestal- </div> <div class="para">tet ist als die Sanktionen des Strafrechts. Für solche Er- </div> <div class="para">wägungen besteht vielmehr nur Raum im Rahmen seines er- </div> <div class="para">zieherischen und präventiven Zwecks. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das geltende Recht bietet demnach keine Grundlage </div> <div class="para">für einen Vollzug des Warnungsentzugs lediglich während </div> <div class="para">der arbeitsfreien Zeit, wie ihn der Beschwerdeführer ver- </div> <div class="para">langt. Eine solche Vollzugsform würde eine Änderung der </div> <div class="para">massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen voraussetzen. Die </div> <div class="para">Revision des Strassenverkehrsgesetzes, welche die Eidge- </div> <div class="para">nössischen Räte vor kurzem verabschiedet haben, sieht </div> <div class="para">ebenfalls keine Änderung in dem vom Beschwerdeführer ge- </div> <div class="para">wünschten Sinn vor. Das Recht des Warnungsentzugs ist im </div> <div class="para">Gegenteil von strafrechtlichen Erwägungen stärker ver- </div> <div class="para">selbständigt und verschärft worden (vgl. Botschaft des </div> <div class="para">Bundesrates zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom </div> <div class="para">31. März 1999, BBl 1999 S. 4462, 4485 f.; vom Parlament </div> <div class="para">beschlossene Vorlage vom 14. Dezember 2001, BBl 2001 </div> <div class="para">S. 6499 ff.). </div> <div class="para"> d) Die Beschwerde erweist sich demnach als unbe- </div> <div class="para">gründet, soweit damit die von den kantonalen Behörden an- </div> <div class="para">geordnete Vollzugsform kritisiert wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Im angefochtenen Entscheid wird erklärt, die vom </div> <div class="para">zuständigen Amt festgesetzte Entzugsdauer von vier Monaten </div> <div class="para">bewege sich im Rahmen des ihm vom Bundesrecht eingeräumten </div> <div class="para">Ermessens und sei daher nicht zu beanstanden. Der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer kritisiert diese Auffassung als unzutref- </div> <div class="para">fend. So habe das Verwaltungsgericht nicht sämtliche zu </div> <div class="para">seinen Gunsten sprechenden Umstände berücksichtigt; weiter </div> <div class="para">habe es die massgeblichen Gesichtspunkte teilweise falsch </div> <div class="para">gewichtet; schliesslich habe es nicht erkannt, dass eine </div> <div class="para">viermonatige Entzugsdauer dem Grundsatz der Verhältnismäs- </div> <div class="para">sigkeit zuwiderlaufe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG</span> beträgt die </div> <div class="para">Dauer des Führerausweisentzugs mindestens zwei Monate, </div> <div class="para">wenn der Lenker in angetrunkenem Zustand gefahren ist. Ist </div> <div class="para">ein Lenker innert fünf Jahren seit Ablauf eines früheren </div> <div class="para">Entzugs wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand erneut in </div> <div class="para">diesem Zustand gefahren, beläuft sich nach <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. d SVG die minimale Entzugsdauer auf ein Jahr. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die kantonalen Instanzen sind gestützt auf </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG</span> zu Recht von einer minimalen </div> <div class="para">Entzugsdauer von zwei Monaten ausgegangen. Da der frühere </div> <div class="para">Entzug im Tatzeitpunkt bereits über fünf Jahre zurücklag, </div> <div class="para">findet <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. d SVG</span> keine Anwendung. Das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht durfte den früheren Vorfall aus dem </div> <div class="para">Jahre 1993 hingegen bei der Beurteilung des automobilis- </div> <div class="para">tischen Leumunds berücksichtigen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-134%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page134">BGE 121 II 134</a> E. 3d </div> <div class="para">S. 136 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Im dargestellten Rahmen ist die Dauer des War- </div> <div class="para">nungsentzugs nach den Umständen festzusetzen (<span class="artref">Art. 17 </span></div> <div class="para">Abs. 1 SVG). Massgebend für die Bemessung sind vor allem </div> <div class="para">die Schwere des Verschuldens, der Leumund als Motorfahr- </div> <div class="para">zeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motor- </div> <div class="para">fahrzeug zu führen (<span class="artref">Art. 33 Abs. 2 VZV</span>). Alle Umstände </div> <div class="para">sind dabei gesamthaft zu würdigen, und es ist im Einzel- </div> <div class="para">fall die Entzugsdauer so festzusetzen, dass die mit der </div> <div class="para">Massnahme beabsichtigte erzieherische und präventive </div> <div class="para">Wirkung am besten erreicht wird (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-44%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page44">BGE 124 II 44</a> E. 1 </div> <div class="para">S. 46). Den kantonalen Behörden steht bei der Bemessung </div> <div class="para">der Entzugsdauer ein weiter Spielraum des Ermessens zu. </div> <div class="para">Das Bundesgericht greift nur ein, wenn dieses Ermessen </div> <div class="para">überschritten oder missbraucht wurde. Dies ist namentlich </div> <div class="para">der Fall, wenn die kantonalen Behörden einzelne Umstände </div> <div class="para">zu Unrecht ganz ausser Acht lassen oder in einer un- </div> <div class="para">haltbaren Weise gewichten (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-IB-163%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page163">BGE 115 Ib 163</a> E. 3 S. 166). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der angefochtene Entscheid geht von diesen Be- </div> <div class="para">messungskriterien aus. Der Beschwerdeführer wirft dem Ver- </div> <div class="para">waltungsgericht zu Unrecht vor, es habe gewisse Umstände </div> <div class="para">- namentlich ausserhalb von <span class="artref">Art. 33 Abs. 2 VZV</span> liegende </div> <div class="para">Gründe - völlig ausser Acht gelassen und den Grundsatz der </div> <div class="para">Verhältnismässigkeit nicht beachtet. Er verkennt bei sei- </div> <div class="para">ner Kritik, dass die rechtsanwendenden Behörden nicht </div> <div class="para">gehalten sind, sich in erschöpfender Weise zu allen Um- </div> <div class="para">ständen zu äussern. Das Verwaltungsgericht hat auch in </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 33 Abs. 2 VZV</span> nicht genannte Gesichtspunkte berück- </div> <div class="para">sichtigt, ihnen indessen - namentlich mit Bezug auf eine </div> <div class="para">behauptete drohende Arbeitslosigkeit, Fürsorgeabhängigkeit </div> <div class="para">und mangelnde Zahlungsfähigkeit für Unterhaltsbeiträge - </div> <div class="para">keine massgebliche Bedeutung bei der Festsetzung der Ent- </div> <div class="para">zugsdauer beigemessen. Zu prüfen ist daher einzig, ob das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht bei der Gewichtung und gesamthaften </div> <div class="para">Würdigung der verschiedenen Umstände im Rahmen des ihm </div> <div class="para">zustehenden Ermessens geblieben ist. </div> <div class="para"> c) Der Beschwerdeführer wendet sich zunächst ge- </div> <div class="para">gen die Beurteilung des Verschuldens im angefochtenen Ent- </div> <div class="para">scheid. Es treffe zwar zu, dass dieses objektiv betrachtet </div> <div class="para">schwer wiege. Bei Berücksichtigung seiner subjektiven Si- </div> <div class="para">tuation und der nach der Tat gezeigten Einsicht und Reue </div> <div class="para">erscheine es jedoch in einem viel milderen Licht, als das </div> <div class="para">Verwaltungsgericht annehme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Zur Begründung dieser Ansicht beruft sich der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer zu Unrecht auf verminderte Zurechnungsfä- </div> <div class="para">higkeit. Selbst wenn eine solche im Tatzeitpunkt bestanden </div> <div class="para">haben sollte, würde dies an seiner vollen Verantwortlich- </div> <div class="para">keit unter dem Gesichtspunkt der actio libera in causa </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 12 StGB</span>) nichts ändern (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IV-292%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page292">BGE 117 IV 292</a> E. 2b </div> <div class="para">S. 295 f.). Der Beschwerdeführer ist denn auch mit Straf- </div> <div class="para">befehl der Bezirksanwaltschaft vom 17. Januar 2000 des </div> <div class="para">Fahrens in angetrunkenem Zustand ohne Verminderung der </div> <div class="para">Zurechnungsfähigkeit für schuldig erklärt worden, und er </div> <div class="para">hat diese Verfügung nicht angefochten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Ebenfalls fehl geht der Einwand des Beschwerde- </div> <div class="para">führers, er habe sich bei der Trunkenheitsfahrt nicht mehr </div> <div class="para">an seine frühere Verurteilung wegen Vereitelung einer </div> <div class="para">Blutprobe aus dem Jahr 1993 erinnern können, was sein Ver- </div> <div class="para">schulden milder erscheinen lasse. Entscheidend ist indes- </div> <div class="para">sen nicht diese Tatsache, sondern dass dem Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer vor dem Trinkbeginn die frühere Verurteilung noch </div> <div class="para">bewusst sein musste. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht durfte es im Übrigen auch </div> <div class="para">ablehnen, im Verkauf des Privatwagens des Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rers rund anderthalb Monate nach der Trunkenheitsfahrt ein </div> <div class="para">Zeichen von besonderer Einsicht und Reue zu sehen. Tat- </div> <div class="para">sächlich legt der Beschwerdeführer nicht näher dar, dass </div> <div class="para">er sein Auto aus Reue und nicht aus anderen Gründen ver- </div> <div class="para">kauft hat. Dem Verkauf kommt aber vor allem deshalb kein </div> <div class="para">erhebliches Gewicht zu, weil der Beschwerdeführer damit ja </div> <div class="para">keineswegs vollständig auf das Führen von Motorfahrzeugen </div> <div class="para">verzichtet, sondern solche im Berufsalltag weiterhin </div> <div class="para">lenkt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Auch der automobilistische Leumund des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers wurde vom Verwaltungsgericht als Umstand </div> <div class="para">gewürdigt, der für eine Erhöhung der gesetzlichen Min- </div> <div class="para">destentzugsdauer spreche. Es berücksichtigte in diesem </div> <div class="para">Zusammenhang wie erwähnt (E. 4a) zu Recht den 1993/1994 </div> <div class="para">erfolgten Ausweisentzug wegen Vereitelung einer Blutprobe. </div> <div class="para">Die vom Beschwerdeführer erwähnte Tatsache, dass er erheb- </div> <div class="para">lich mehr Fahrten als der Durchschnittsbürger unternehme, </div> <div class="para">lässt seine Tat aus dem Jahre 1993 nicht in einem milderen </div> <div class="para">Licht erscheinen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) Das Verwaltungsgericht hat weiter der berufli- </div> <div class="para">chen Angewiesenheit des Beschwerdeführers auf ein Motor- </div> <div class="para">fahrzeug kein grosses Gewicht beigemessen. Es ging zwar </div> <div class="para">grundsätzlich von einer erhöhten Massnahmenempfindlichkeit </div> <div class="para">aus, verwies aber zugleich darauf, dass der Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer selber erklärt habe, er verrichte in einem erheblichen </div> <div class="para">Umfang Büroarbeiten, was nicht auf eine intensive Beschäf- </div> <div class="para">tigung im Aussendienst hinweise. Der Beschwerdeführer be- </div> <div class="para">tont demgegenüber, für die Kundenbesuche auf das Auto </div> <div class="para">nicht verzichten zu können. Seine Massnahmenempfindlich- </div> <div class="para">keit werde dadurch erhöht, dass es seine finanziellen Ver- </div> <div class="para">hältnisse auch nicht zuliessen, während des Entzugs einen </div> <div class="para">Chauffeur zu entschädigen oder unbezahlten Urlaub zu </div> <div class="para">nehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung </div> <div class="para">der Massnahmenempfindlichkeit zu berücksichtigen, in wel- </div> <div class="para">chem Mass ein Fahrer aus beruflichen Gründen auf seinen </div> <div class="para">Führerausweis angewiesen ist (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-572%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page572">BGE 123 II 572</a> E. 2c </div> <div class="para">S. 575). Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer als Disponent für Umzüge die Wohnungen der </div> <div class="para">Kunden besichtigen muss, um anschliessend Offerten ausar- </div> <div class="para">beiten zu können. Eine Angewiesenheit auf ein Motorfahr- </div> <div class="para">zeug ist damit grundsätzlich zu bejahen, doch ist sie </div> <div class="para">nicht mit der Situation etwa eines Berufschauffeurs zu </div> <div class="para">vergleichen. Ein vorübergehender Entzug verunmöglicht ihm </div> <div class="para">die Berufsausübung nicht vollständig. Aus dem Schreiben </div> <div class="para">der Arbeitgeberin geht hervor, dass eine Kündigung nur </div> <div class="para">erfolgen müsste, wenn der Beschwerdeführer längere Zeit </div> <div class="para">auf den Führerausweis verzichten müsste. Bei dieser </div> <div class="para">Sachlage hat das Verwaltungsgericht sein Ermessen nicht </div> <div class="para">überschritten, wenn es der Massnahmenempfindlichkeit des </div> <div class="para">Beschwerdeführers kein grosses Gewicht einräumte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> f) Schliesslich sprechen nach Auffassung des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers in seinem Fall weitere, in <span class="artref">Art. 33 Abs. 2 </span></div> <div class="para">VZV nicht genannte Umstände für eine möglichst geringe </div> <div class="para">Entzugsdauer. So drohten ihm bei einem mehr als zweimona- </div> <div class="para">tigen Entzug die Entlassung und damit die Arbeitslosigkeit </div> <div class="para">sowie Fürsorgeabhängigkeit. Das Verwaltungsgericht hat </div> <div class="para">diesen Umständen indessen zu Recht keine Bedeutung beige- </div> <div class="para">messen. So steht nicht fest, dass der Beschwerdeführer bei </div> <div class="para">einem mehr als zweimonatigen Entzug seine heutige Stelle </div> <div class="para">verlieren würde; vielmehr lässt das Schreiben der Arbeit- </div> <div class="para">geberin vom 7. Februar 2000 eher das Gegenteil vermuten. </div> <div class="para">Im Übrigen ist offen, ob der Beschwerdeführer bei einem </div> <div class="para">Verlust der jetzigen Stelle arbeitslos und damit fürsor- </div> <div class="para">geabhängig würde. Die vom Beschwerdeführer beklagten </div> <div class="para">Nachteile sind vielmehr die Folge jedes Führerausweisent- </div> <div class="para">zugs. Bei der Bemessung der Entzugsdauer sind sie nur zu </div> <div class="para">berücksichtigen, wenn sie ein besonderes Ausmass annehmen </div> <div class="para">und den Ausweisinhaber besonders hart treffen. Solche </div> <div class="para">Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> g) Die von den kantonalen Instanzen festgesetzte </div> <div class="para">Entzugsdauer von vier Monaten erweist sich auch bei ge- </div> <div class="para">samthafter Betrachtung aller Umstände nicht als bundes- </div> <div class="para">rechtswidrig. Sie bewegt sich durchaus im Rahmen ver- </div> <div class="para">gleichbarer Fälle. In einem neueren Entscheid hielt das </div> <div class="para">Bundesgericht gegenüber einem Lenker, der nach 5 Jahren </div> <div class="para">und neun Monaten wiederum in angetrunkenem Zustand ge- </div> <div class="para">fahren und beruflich stark auf das Auto angewiesen war, </div> <div class="para">ebenfalls eine Entzugsdauer von vier Monaten für ange- </div> <div class="para">messen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-44%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page44">BGE 124 II 44</a> E. 2 S. 47). In einem anderen Fall </div> <div class="para">setzte es die Dauer auf drei Monate fest, doch lag hier </div> <div class="para">der frühere Entzug fast sieben Jahre zurück und das </div> <div class="para">Tatverschulden wog wesentlich leichter (Urteil 6A.49/2001 </div> <div class="para">vom 30. Oktober 2001, E. 2d). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> h) Die Beschwerde ist daher auch insoweit unbe- </div> <div class="para">gründet, als die Entzugsdauer gerügt wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Es bleibt zu prüfen, ob die Verweigerung der </div> <div class="para">unentgeltlichen Rechtspflege in den kantonalen Rechts- </div> <div class="para">mittelverfahren den verfassungsmässigen Anspruch gemäss </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> verletzt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach der genannten Verfassungsbestimmung be- </div> <div class="para">steht ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege nur für </div> <div class="para">Rechtsbegehren, die nicht aussichtslos erscheinen. Aus- </div> <div class="para">sichtslosigkeit liegt vor, wenn die Gewinnaussichten </div> <div class="para">beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren. Da- </div> <div class="para">gegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich </div> <div class="para">Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage </div> <div class="para">halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Mass- </div> <div class="para">gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finan- </div> <div class="para">ziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung </div> <div class="para">zu einem Prozess entschliessen würde (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=22.12.2001&amp;to_date=10.01.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-265%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page265">BGE 125 II 265</a> E. 4b </div> <div class="para">S. 275). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Verwaltungsgericht erachtet die vom Be- </div> <div class="para">schwerdeführer gestellten Rechtsbegehren als aussichtslos. </div> <div class="para">Dieser Beurteilung ist ohne weiteres zuzustimmen, soweit </div> <div class="para">der Beschwerdeführer eine Reduktion der Entzugsdauer ver- </div> <div class="para">langt hat. Alle seine Rügen zu diesem Punkt erwiesen sich </div> <div class="para">als offensichtlich unbegründet. Weniger eindeutig ist hin- </div> <div class="para">gegen, ob auch das Begehren um Beschränkung des Entzugs </div> <div class="para">auf die Freizeit als aussichtslos zu bezeichnen ist. </div> <div class="para">Tatsächlich wird diese Frage im Gesetzes- und Verord- </div> <div class="para">nungsrecht nicht ausdrücklich geregelt, und eine höchst- </div> <div class="para">richterliche Praxis bestand dazu bisher nicht. Allerdings </div> <div class="para">belegt dies allein noch nicht, dass ein entsprechendes </div> <div class="para">Begehren reelle Erfolgschancen hatte. Es ist viel eher </div> <div class="para">anzunehmen, dass eine Anrufung des Bundesgerichts bisher </div> <div class="para">gerade deshalb unterblieb, weil ein entsprechendes Be- </div> <div class="para">gehren für chancenlos gehalten wurde. Die vorstehenden </div> <div class="para">Erwägungen (E. 3) zeigen denn auch, dass das gestellte </div> <div class="para">Begehren bei der geltenden Rechtslage nicht als aussichts- </div> <div class="para">reich gelten konnte. Die Verweigerung der unentgeltlichen </div> <div class="para">Rechtspflege in den kantonalen Verfahren verletzte daher </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6.- Aus diesen Gründen ist die Verwaltungsgerichts- </div> <div class="para">beschwerde vollumfänglich abzuweisen. Das auch vor Bundes- </div> <div class="para">gericht gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen </div> <div class="para">Rechtspflege ist ebenfalls abzuweisen (E. 5). Die Kosten </div> <div class="para">des bundesgerichtlichen Verfahrens sind dem Beschwerde- </div> <div class="para">führer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen </div> <div class="para">Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der </div> <div class="para">Direktion für Soziales und Sicherheit und dem Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht, 1. Kammer, des Kantons Zürich sowie dem </div> <div class="para">Bundesamt für Strassen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> _____________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 9. Januar 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para"> des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html></html>