B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1066/2012 U r t e i l v o m 2 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), und deren Ehemann B._______, geboren am (…), und deren gemeinsames Kind C._______, geboren am (…), Kosovo, alle wohnhaft (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Februar 2012 / N (…). E-1066/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden – Ashkali mit letztem Wohnsitz in D._______ – eigenen Angaben zufolge den Kosovo am 14. Januar 2012 verliessen und über ihnen unbekannte Länder auf dem Landweg am 17. Januar 2012 illegal in der Schweiz einreisten, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nachsuchten, dass sie anlässlich der Kurzbefragungen im EVZ E._______ vom 3. Feb- ruar 2012 sowie der direkten Bundesanhörungen vom 20. Februar 2012 zur Begründung ihrer Asylgesuche im Wesentlichen geltend machten, wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Ashkali sei der Beschwerdeführer am 13. November 2011 in F._______ von zwei Albanern zusammengeschla- gen, bedroht und aufgefordert worden, Kosovo zu verlassen, dass diese ihn mit einem Holzstock auf den Rücken geschlagen und ihm mit den Fäusten einen Zahn ausgeschlagen hätten, dass er aufgrund dieser Verletzungen ins Spital in G._______ eingeliefert worden sei, wo er bis zwei Tage vor Silvester habe bleiben müssen, dass er vor diesem Hintergrund entschieden habe, Kosovo mit seiner Familie zu verlassen, wozu er zur Finanzierung ihrer Ausreise den Schmuck seiner Frau, zwei Fernsehgeräte sowie einen Holzkochherd verkauft habe, dass seine Ehefrau dieselben Gründe geltend machte und darüber hi n- aus ausführte, sie hätten in Kosovo keine Arbeit und keine Ruhe, dass die Beschwerdeführerenden zur Unterstützung ihrer Aussagen eine Röntgenaufnahme der Lunge des Beschwerdeführers vom 13. November 2008 sowie fünf MRI -Aufnahmen des Kopfes des Beschwerdeführers vom 5. Januar 2009 und eine Kopie des Identitätsausweises des Vaters der Beschwerdeführerin sowie dessen Todesschein aus dem Jahr 1999 als Beweismittel zu den Akten reichten, dass das BFM mit Verfügung vom 20. Februar 2012 – gleichentags mündlich eröffnet – gestützt auf Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Be - schwerdeführenden nicht eintrat, deren Wegweisung aus der Schweiz sowie und deren Vollzug anordnete, E-1066/2012 Seite 3 dass das BFM im Wesentlichen ausführte, angesichts der innenpolit i- schen Situation in Kosovo habe der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009 Kosovo als verfolgungssicheren Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet, weshalb auf Asylgesu- che kosovarischer Staatsangehöriger nicht eingetreten werde, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung, dass derartige Hinweise, die eine widerlegbare Vermutung der Verfo l- gungssicherheit gemäss Art. 6 a Abs. 2 Bst. a AsylG umstossen könnten, im vorliegenden Fall nicht ersichtlich seien, dass sich die von den Beschwerdeführenden ins Recht gelegten Rön t- gen- und MRI -Aufnahmen (Röntgenaufnahme der Lunge vom 13. N o- vember 2008, MRI-Aufnahmen des Schädels vom 5. Januar 2009), wel- che die Ende des Jahres 2011 erlittenen Schläge auf den Kopf des B e- schwerdeführers beweisen sollten, nicht auf den dargelegten Sachverhalt beziehen würden, dass die Einreichung derartiger Beweismittel den Vorbringen bezüglich der Ende des Jahres 2011 erlittenen Schläge die Glaubwürdigkeit (recte: Glaubhaftigkeit) entziehe, dass auch der Erklärungsversuch des Beschwerdeführers, er sei Ana l- phabet und wisse nicht, welches Datum darauf stehe, nicht gehört we r- den könne, zumal er selbst als Analphabet wissen sollte, ob die besagten Aufnahmen vor wenigen Wochen gemacht worden seien, dass zudem fehlerhafte Daten ausgeschlossen werden könnten, weil di e- se in den MRI-Aufnahmen eingelesen seien und im Falle des Röntgenbi l- des das Datum zwar handschr iftlich angebracht sei , dieses in zeitlicher Hinsicht jedoch in keiner Weise mit de n geltend gemachten Tätlichkeiten übereinstimme, so dass ein Fehler auszuschliessen sei, dass zwar vereinzelte Benachteiligungen und Schikanen gegenüber Roms nicht restlos ausgeschlossen werden könnten, der Staat allerdings selbst Übergriffe durch Drittpersonen nicht billige oder unterstütze und solche Vorfälle auch in Kosovo Straftatbestände darstellen würden, die strafrechtlich verfolgt würden, dass es zwar in einzelnen Fällen vorkommen könne, dass Behördenve r- treter mit niedrigen Chargen die notwendigen Untersuchungsmassna h- men trotz wiederholtem Intervenieren nicht einleiten würden, dennoch E-1066/2012 Seite 4 bestehe die Möglichkeit, gegen fehlbare Beamte auf dem Rechtsweg vor- zugehen und die zustehenden Rechte bei höheren Instanzen einzufo r- dern, da der kosovarische Staat bestrebt sei, Verfehlungen von Beamten zu ahnden, dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelingen würde, die Ve r- mutung fehlender Verfolgung gemäss Art. 6 Abs. 2 Bst. a AsylG zu wider- legen, so dass in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylges u- che nicht einzutreten sei, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 24. Februar 2012 – Da- tum Poststempel – gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsge- richt Beschwerde erhoben und dabei beantragten, die angefochtene Ver- fügung sei aufzuheben und auf die Asylgesuche sei einzutreten, eventua- liter sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren, dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unent geltli- chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Ab s. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und even- tualiter um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ersuchten, dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, dass die vorinstanzlichen Akten am 27. Februar 2012 vollständig beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die besc hwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, E-1066/2012 Seite 5 dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung b e- sonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung ha ben und daher zur Einreichung der B e- schwerde legitimiert sind, weshalb auf die frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung einer allfäll i- gen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat (Art. 55 Abs. 2 VwVG), dass daher auf das Begehren, die aufschiebende Wirkung sei wiederhe r- zustellen, mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 -35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Bes chwerde- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Beschwerdeinstan z – sofern sie den Nichteintretensen t- scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbst ständigen mat eriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [ EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs b e- reits materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht die s- bezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Besc hwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Besc hwerdeentscheid nur su mmarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), E-1066/2012 Seite 6 dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend kein Schriftenwechsel durchgeführt wurde, dass vorab die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung zu b e- handeln ist, dass hierzu in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen ausgeführt wu r- de, das BFM habe sich bei seiner Entscheidfindung lediglich von den a n- gebrachten Daten auf den Röntgenaufnahmen leiten lassen und daher zu Unrecht auf die pauschale Unglaubhaftigkeit ihrer Vorbringen geschlos- sen, dass dieser Einwand insoweit zu kurz greift, als das BFM bei seiner En t- scheidfindung unter anderem auch die ins Recht gelegten Röntgenau f- nahmen hat prüfen müssen, um sicherzustellen, dass keine widerlegbare Vermutung der Verfolgungssicherheit gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG vorliegt, dass seine Behauptung, er sei in gutem Glauben gewesen, dass die D a- ten der Aufnahmen der Wahrheit entsprächen, ansonsten er sich wohl kaum selbst blossgestellt hätte, daran nichts zu ändern vermag, dass auch der Erklärungs - und Entkräftungsversuch in der Beschwerd e- schrift, wonach der Dolmetscher ein Albaner gewesen sei, weswegen der Beschwerdeführer grosse Angst gehabt h abe, weitere Details zu erzä h- len, nicht zu überzeugen vermag und als Schutzbehaup tung zu werten ist, zumal die Beschwerdeführenden die Authentizität der Protokolle u n- terschriftlich bestätigt und diesen nichts entsprechendes entgegenhalten haben, dass nach dem Gesagten nicht einsehbar ist, inwiefern das BFM den Sachverhalt unvollständig festgestellt haben sollte, weshalb die entspr e- chende Rüge nicht zu hören ist, dass im Weiteren – unter Hinweis auf die geltend gemachte Verfolgungs- situation in der Heimat – beantragt wurde, es sei die vorinstanzliche Ve r- fügung aufzuheben und das BFM anzu weisen, auf das vorliegende Asy l- gesuch einzutreten, dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe -Country-Regelung) E-1066/2012 Seite 7 nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hin weise auf eine Verfolgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge kosovarische Staatsangehörige, der Bundesrat den Kosovo mit Beschluss vom 6. März 2009 zum "safe country" im obgenannten Sinn erklärt hat und auf diese Einschätzung im Rahmen der p eriodischen Über prüfung (vgl. Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht zurückgekommen ist, dass somit die formelle Voraussetzung für den Erlass eines Nichteintr e- tensentscheides – in Übereinstimmung mit dem BFM – gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist, dass zu prüfen bleibt, ob das BFM im Weiteren zu Recht erwogen hat, aus den Akten würden sich keine Hinweise ergeben, welche die in Bezug auf den Kosovo bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit wider- legen könnten, dass bei Art. 34 Abs. 1 AsylG praxis gemäss derselbe weite Verfolgung s- begriff wie in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG zur Anwe n- dung gelangt (zu den beiden erstgenannten Bestimmungen vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247), welcher nicht bloss ernsthafte Nachteile nach Art. 3 AsylG, sondern auch die von Menschenhand verursachten We g- weisungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus- länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) umfasst (vgl. EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c.aa S. 35 f., EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247), dass ausserdem ein im Vergleich zum – bereits erleichterten – Beweis- mass des Glaubhaftmachens nochmals reduzierter Massstab anzuwe n- den ist und auch bei Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft werden muss, sobald in den Akten Hinweise au f Verfolgung (im soeben erläuterten Sinn) zu ve r- zeichnen sind, deren Unglaubhaftigkeit nicht schon auf den ersten Blick erkannt werden kann (EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.), dass sich die Beschwerde inhal tlich auf eine sinngemässe Wiederholung der bisherigen Aussagen der Beschwerdeführenden beschränkt, und z u- sätzlich ausgeführt wird, ein Wegweisungsvollzug nach Kosovo sei für sie nicht zumutbar, weil sie bei einer allfälligen Rückkehr mit erneuten B e- drohungen und körperlichen Angriffen rechnen müssten, E-1066/2012 Seite 8 dass sie keine Bleibe mehr hätten und aufgrund ihrer Ethnie sowie der fehlenden Bildung es für sie aussichtslos sei, eine Arbeitsstelle zu finden, dass die im Zusammenhang mit der nicht widerlegten Vermutun g fehlen- der Verfolgung abgefassten vorinstanzlichen Erwägungen nach einer Überprüfung der Akten und unter Berücksichtigung der Beschwerdeei n- gabe als zutreffend zu erachten sind und zwecks Vermeidung von Wi e- derholungen darauf verwiesen werden kann, dass die Vorbringen, nicht mehr viele Familienmitglieder in Kosovo zu haben sowie die angedrohte Kündigung ihrer Unterkunft erstmals auf Be- schwerdeebene geltend gemacht werden und durch nichts belegte B e- hauptungen sind, dass ferner zu erwähnen ist, dass die Beschwerdeführerin bereits anläss- lich der Erstbefragung nebst den Asylgründen ihres Ehemannes ausge- führt hat, sie hätten in Kosovo weder Arbeit noch Ruhe, weshalb sie K o- sovo verlassen hätten (vgl. A6/11 S. 7), dass damit davon auszugehen ist, der von den Beschwe rdeführenden geltend gemachte Fluchtgrund sei auf die allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingung in ihrer Heimat zurückzuführen, womit of- fensichtlich keine Verfolgung zum Ausdruck gebracht wird, dass auch die Ausführungen in der Beschwerdeschrift, wonach die B e- schwerdeführenden bereits aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Ashkali eine Verfolgung zu vermuten hätten, an dieser Feststellung nichts zu ä n- dern vermögen, dass vielmehr gerade der Hinweis auf die soziale Zugehörigkeit der B e- schwerdeführenden zu den Ashkali verdeutlicht, dass die angeblich erlit- tenen Nachteile nicht Folge von gezielt gegen sie gerichteten Verfo l- gungsmassnahmen sind, sondern auf das soziale Gefälle in Kosovo zu- rückzuführen sind, unter dem ein beträchtlicher Teil der dortigen Bevölke- rung zu leiden hat, dass im Umstand, dass die Beschwerdeführenden in Kosovo in wir t- schaftlicher und sozialer Hinsicht benachteiligt gewesen sein mögen, auch kein von Menschenhand verursachtes Wegweisungshindernis im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesge- setzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), zu erblicken ist, E-1066/2012 Seite 9 dass bei dieser Sachlage darauf verzichtet werden kann, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwer de näher einzugehen, da sie an der vorst e- henden Einschätzung nichts zu ändern vermögen, dass demzufolge die Auffassung des BFM, wonach im vorliegenden Fall keine Hinweise auf eine Verfolgung im Sinne der vorgenannten Besti m- mungen bestehen, zu bestätigen ist, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat vorliegend der Ka nton keine Aufenthalts- bewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer so l- chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21 ), weshalb die verfügte Wegwe i- sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmu ngen steht und zu be s- tätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311], BVGE 2009/50 E.9 S. 733, mit weiteren Hinweisen), dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG) , dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völker rechtli- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebl i- che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG und Art. 33 FK verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtl i-E-1066/2012 Seite 10 chen Non -Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass überdies mit Blick auf die allgemeine Situation in Kosovo keine An- haltspunkte ersichtlich sind, die auf eine den Beschwerdeführenden dort drohende menschenrechtswidrige Behandlung schliessen liessen, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumu tbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Kosovo noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle ihrer Rück- kehr schliessen lassen, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat gelegentlich als (…) gear- beitet hat (vgl. A 5/12 S. 10), was angesichts der wirtschaftlichen und so- zialen Gegebenheiten vor Ort nicht ungewöhnlich erscheint, dass zudem davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführenden auf die Unterstützung ihrer Familien zählen können, zumal (Angaben zu F a- milienangehörigen) der Beschwerdeführerin eigenen Aussagen gemäss in D._______ sowie (Angaben zu Familienangehörigen) des Beschwerde- führers in F._______ leben (vgl. A6/11 S. 5, A5/12 S. 5), dass sie damit in ihrem Heimatland über ein familiäres Beziehungsnetz verfügen, welches ihnen in der ersten Zeit aushelfen könnte, dass darüber hinaus (…) der Beschwerdeführerin sowie (…) des B e- schwerdeführers im Ausland leben (vgl. A6/11 S. 8, A5/12 S. 6), welche ihnen allenfalls finanzielle Unterstützung leisten könnten, dass demzufolge nicht zu erwarten ist, die Beschwerdeführenden würden bei einer Rückkehr nach Kosovo in eine existenzbedrohende Situation geraten, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht unzumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführen den in den He i- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), E-1066/2012 Seite 11 dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege g e- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde nach dem Gesagten als aussichtslos erwies, dass das Gesuch um Verzicht auf die Er hebung eines Kostenvorschu s- ses angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstand s- los geworden ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600. - (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-1066/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: