Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 9. März 2016 (810 15 295) ____________________________________________________________________ Submission Zeitliche Gültigkeit der GAV-Bestätigung, ausschreibungswidriger Preisvorbehalt Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsri chter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret , Edgar Schürmann, Gerichts- schreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin , vertreten durch Christoph Schärli , Rechtsanwalt gegen Bau - und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 29, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____ AG , Beigeladene Betreff Submission Gymnasium C.____, Sanierung Gebä udehülle (Entscheide der Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel- Landschaft vom 28. und 29. September 2015) A. Die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons B asel-Landschaft (BUD) schrieb am 21. Mai 2015 das Vergabeverfahren "Projekt: 126820 - Gymnasium C.____ / Sanierung Gebäu- dehülle, Laboreinrichtungen, Teilprojekt 1.1 - 1.4 und Teilprojekt 2.2. - 2.6“ im kantonalen Amts- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht blatt aus. Eingabetermin war der 22. Juli 2015. Die A .____ AG, reichte ein vom 17. Juli 2015 datiertes Angebot ein und legte diesem ein Schreiben d er Zentralen Paritätischen Berufskom- mission (zpk) E._____gewerbe F._____ vom 19. Januar 2015 bei, in welchem Letztgenannte bestätigte, die A.____ AG sei dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das E._____gewerbe unter- stellt. Betreffend die Einhaltung der GAV-Bestimmunge n durch den Betrieb sei der zpk E._____gewerbe zum heutigen Zeitpunkt nichts Nachteiliges bekannt. Mit Verfügung vom 28. September 2015 schloss die BUD d ie A.____ AG vom genannten Ver- gabeverfahren mit der Begründung aus, das Angebot erfülle das Eignungskriterium 1 (Allgemei- ne Anforderungen: – vollständiges und fristgerecht ein gereichtes Angebot, – Nachweis über die Einhaltung der Arbeitsbedingungen GAV/ILO, der Gleich stellung sowie der Integrität durch die Anbieterin / den Anbieter) nicht. Die BUD führte in ihrer Verfügung aus, im Dokument “Anforde- rungen an Anbieterinnen und Anbieter“, welches integr ierender Bestandteil der Ausschrei- bungs- und Angebotsunterlagen sei, sei betreffend Nachweis GAV-Einhaltung stipuliert worden, dass der Nachweis in Form einer Bestätigung über die da uernd und vollumfängliche GAV- Einhaltung gemäss § 1 der Verordnung zum Beschaffungsgese tz (Beschaffungsverordnung, BeV) vom 25. Januar 2000 beizulegen sei. Bestätigungen ohne Angabe einer Gültigkeitsdauer dürften bei Einreichung (Eingabetermin) nicht älter a ls sechs Monate ab Ausstellung sein. Die mit dem Angebot eingereichte GAV-Bestätigung, ausgestellt durch den D._____verband (recte: zpk E._____gewerbe F._____), datiert vom 19. Januar 20 15, weise keine Gültigkeitsdauer aus. Demzufolge entspreche die beigelegte GAV-Bestätigung zu m Zeitpunkt des Eingabetermins vom Mittwoch, 22. Juli 2015, nicht mehr den verfahrensbestimmenden Vorgaben. Mit Verfügung vom 29. September 2015 erteilte der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regie- rungsrat) den Zuschlag für den Auftrag an die B.____ AG. B. Am 8. Oktober 2015 erhob die A.____ AG, vertreten durch Christoph Schärli, Rechtsan- walt, beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Be- schwerde mit den Rechtsbegehren, der Beschwerde sei zunäch st superprovisorisch und da- nach definitiv die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Ziff. 1); es seien die Ausschlussverfügung vom 28. September 2015 sowie die Zuschlagsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. September 2015 aufzuheben und der Beschwerdeführerin der Zuschlag zu erteilen (Ziff. 2); eventualiter seien die Ausschlussverfügung vom 28. Septemb er 2015 und die Zuschlagsverfü- gung vom 29. September 2015 aufzuheben und die Beschw erdegegnerin anzuweisen, den Zu- schlag der Beschwerdeführerin zu erteilen (Ziff. 3); es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich- ten, die vollumfänglichen Akten einzureichen und es sei de r Beschwerdeführerin Akteneinsicht zu gewähren (Ziff. 4); es sei das Angebot der Beschwerdeführerin gegenüber der Beigeladenen vertraulich zu behandeln (Ziff. 5); es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen und der Be- schwerdeführerin Gelegenheit zu geben, zur Beschwerdean twort sowie zu den Akten der Be- schwerdegegnerin Stellung zu nehmen (Ziff. 6); unter K osten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Ziff. 7). Im Wesentlich en machte die Beschwerdeführerin gel- tend, dass gemäss § 1 Abs. 6 BeV, auf welchen die Beschwe rdegegnerin den Ausschluss des Angebots der Beschwerdeführerin aus dem Verfahren st ütze, die Bestätigung bei Einreichung des Angebots und nicht im Zeitpunkt des Eingabetermins ( vorliegend der 22. Juli 2015) nicht älter als sechs Monate sein dürfe. Damit erfülle die GA V-Bestätigung die gesetzlichen Vorga- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben. Im Übrigen sei der Ausschluss aus dem Verfahren unve rhältnismässig und überspitzt for- malistisch, weshalb der Ausschluss willkürlich und aufzuhebe n sei. Die Aufhebung der Aus- schlussverfügung führe dazu, dass die Beschwerdeführerin au f den ersten Rang zu stehen komme, weshalb ihr der Zuschlag zu erteilen sei. C. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2015 erteilte das Geri chtspräsidium der Beschwerde su- perprovisorisch die aufschiebende Wirkung und den jeweil igen Parteien Frist zur Einreichung der Stellungnahme zum Verfahrensantrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung und zur Vernehmlassung in der Hauptsache. Die BUD teilte vor dem Hintergrund des Beschlusses des Ka ntonsgerichts vom 29. April 2015 im ähnlich gelagerten kantonsgerichtlichen Verfahren Nr . 810 15 49/52 mit, dass sie keine Ein- wände gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung erhebe. Die beigeladene B.____ AG liess sich – wie im ganzen nachfolgenden Verfahren – ni cht vernehmen. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2015 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt. D. In ihrer Vernehmlassung in der Hauptsache vom 12. N ovember 2015 beantragte die BUD die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolg e. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie das Begehren, es sei das beschleunigte Verfahr en anzuordnen. Sie stellte fest, dass es sich um ein Versehen ihrerseits handle, da die Beschwer deführerin nicht eine Bestätigung des D._____verbandes, sondern der zpk E._____gewerbe F.__ ___ eingereicht habe. Im We- sentlichen führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der Ge setzgeber “Eingabe“ und “Einrei- chung“ synonym verstanden habe. Zudem sei der massgeblich e Zeitpunkt für die Gültigkeit der GAV-Bestätigung in dem von der Beschwerdeführerin unt erzeichneten Formular “Anforderun- gen an Anbieterinnen und Anbieter“ explizit erklärt w orden. Die GAV-Bestätigung habe somit die gesetzlichen und die in den Ausschreibungsunterlagen stipulierten Anforderungen nicht er- füllt, weshalb der Mangel zumindest als mittelschwer b ezeichnet werden müsse, was unter Be- rücksichtigung der Praxis der Vergabestelle ein Ausschluss aus dem Verfahren zur Folge ha- ben müsse. Sie verwies diesbezüglich unter anderem auf den im damaligen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftigen Entscheid vom 28. Oktober 2015 im V erfahren Nr. 810 15 49/52. Mit Ein- gabe vom 19. November 2015 reichte die BUD die Akten ein und verwies auf das Gebot der vertraulichen Behandlung von Angeboten gemäss § 9 lit. f des Gesetzes über öffentliche Be- schaffungen (BeG) vom 3. Juni 1999. Mit präsidialer Verfügung wurde das Akteneinsichtsrecht im Sinne der Erwägungen bewilligt. Mit Schreiben vom 9. Dezember 2015 erklärte das Gericht, dass der Antrag der BUD auf Durchfüh- rung des beschleunigten Verfahrens gegenstandlos sei, weil das Gericht diesem Antrag mit der Gewährung von verkürzten Fristen bereits nachkomme. In der Replik vom 22. Dezember 2015 wiederholte die Beschwerdeführerin ihre bereits in der Beschwerde vom 8. Oktober 2015 gestellten Anträge, ände rte jedoch das Rechtsbegehren Zif- fer 1 insofern, als dass der Beschwerde weiterhin defini tiv die aufschiebende Wirkung zu ertei- len sei. Des Weiteren wurde der Antrag auf Akteneinsic ht und einen zweiten Schriftenwechsel nicht mehr gestellt. Das Rechtsbegehren 3 wurde dahinge hend ergänzt, als dass subeventuali- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter die Angebotsbewertung unter Einbezug des Angebots der Beschwerdeführerin nach den bekanntgegebenen Kriterien vorzunehmen sei. Die Beschwe rdeführerin beantragte zudem, es sei ihr im Rahmen ihres Replikrechtes Gelegenheit zu geb en, zu den Vorbringen der Be- schwerdegegnerin betreffend die neu bekannt gewordenen und in der Replik vom 22. Dezem- ber 2015 neu gerügten Tatsachen im Rahmen eines weite ren Schriftenwechsels Stellung zu nehmen. Die Beschwerdeführerin machte unter anderem n eu geltend, dass die Offerte der Bei- geladenen mangelhaft und unvollständig sei. Dennoch sei die Beigeladene nicht vom Verfahren ausgeschlossen worden. Damit habe die Beschwerdegegner in in rechtswidriger Weise die An- gebote unterschiedlich behandelt. Die BUD beantragte in ihrer Duplik, es sei kein dritter Schriftenwechsel durchzuführen. Inhaltlich erklärte sie, dass das Angebot der Beigeladenen einersei ts keine Mängel aufweise und ande- rerseits die von der Beschwerdeführerin bemerkten Punkte, selbst wenn diese als Mängel zu qualifizieren wären, keinen Ausschluss rechtfertigen würden. Des Weiteren sei belegt, dass das Angebot der Beschwerdeführerin am 18. Juli 2015 noch nicht bei der Beschwerdegegnerin ein- getroffen gewesen sei und somit auch im Zeitpunkt der effektiven Eingabe die GAV-Bestätigung älter als sechs Monate gewesen sei. E. Mit Verfügung vom 27. Januar 2016 überwies das Gerich tspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung. Die Beschwerdeführerin erhiel t eine peremptorische Frist zur Einrei- chung einer allfälligen Stellungnahme. In ihrer Stellungnahme vom 9. Februar 2016 stellte d ie Beschwerdeführerin im Sinne eines Subeventualantrages das neue Begehren, dass die Vergabe verfügung der Beschwerdegegne- rin vom 29. September 2015 aufzuheben und das Vergabeverfahren neu durchzuführen sei. Die Beschwerdeführerin machte unter anderem geltend, dass die Beschwerdegegnerin mit jedem Schriftenwechsel weitere Unterlagen einreiche, mit we lchen sie offenbare, dass sie das verga- berechtliche Gebot der Gleichbehandlung der Anbieteri nnen und Anbieter bei der Prüfung der Angebote krass missachtet habe. Die Beschwerdeführerin gehe davon aus, dass allenfalls noch weitere Unterlagen über die Gespräche mit der Beigela denen vorhanden seien und dass sich aus der (ihr aufgrund des Geschäftsgeheimisses nicht zuge stellten) Bewertung der Fachplaner G.____ AG und dem Angebot der Beigeladenen weitere nachträglich erfolgte unzulässige An- passungen im Angebot der Beigeladenen ergeben würden. Die BUD reichte am 22. Februar 2016 und die Beschwerdeführerin am 25. Februar 2016 je eine weitere Stellungnahme ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 30 BeG in Verbindung mit § 31 lit. e und f BeG sowie § 43 Abs. 2 des Ge- setzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16. Dezember 1993 kann gegen den Ausschluss aus d em Vergabeverfahren und gegen den Zuschlagsentscheid innerhalb von 10 Tagen Besch werde beim Kantonsgericht er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hoben werden. Soweit das BeG nichts anderes vorsieht, rich tet sich das Verfahren nach der VPO (§ 30 Abs. 5 BeG). Das Gericht wendet dabei das Re cht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 VPO). 2.1. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befu gt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Diese Voraussetzunge n müssen kumulativ erfüllt sein. Er- forderlich ist somit neben der formellen Beschwer (Teiln ahme am Verfahren vor der Vorinstanz bzw. keine Möglichkeit zur Teilnahme) zusätzlich eine mat erielle Beschwer in der Form eines besonderen Berührtseins sowie eines aktuellen Interesses an der Beschwerdeführung. Letzte- res besteht im praktischen Nutzen, der sich ergibt, wenn ein Beschwerdeführer mit seinem An- liegen obsiegt und dadurch seine tatsächliche oder rechtl iche Situation unmittelbar beeinflusst werden kann (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verf assungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 18. Dezember 2013 [810 12 167] E. 1.2; vgl. a uch BGE 140 II 214 E. 2.1; A LFRED KÖLZ /ISABELLE HÄNER /MARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz 940 ff.). 2.2. In Lehre und Rechtsprechung war die Frage der B eschwerdelegitimation gegen Vergabeentscheide sowie die Prüfungspflicht der Beschw erdeinstanz im Rahmen des Eintre- tens lange umstritten, namentlich ob im Rahmen der ma teriellen Beschwer vorausgesetzt ist, dass die Beschwerde führende Partei eine realistische Cha nce auf den Zuschlag hat oder ob die Legitimation schon aus der blossen Teilnahme am Ve rgabeverfahren fliesst (vgl. die Dar- stellung bei PETER GALLI /A NDRÉ MOSER /E LISABETH LANG /M ARC STEINER , Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz 1301 ff.; ROBERT WOLF , Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide, in: Schweizerisches Zentralblatt für S taats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003 S. 11 f.; K ÖLZ /HÄNER /BERTSCHI , a.a.O., Rz 1927). In seiner ständigen Praxis und im E in- klang mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ( vgl. z.B. Urteil des Bundesver- waltungsgerichts [BVGer] B-3526/2013 vom 20. März 2014 E. 1.5) und verschiedener kantona- ler Verwaltungsgerichte (vgl. z.B. Urteil des Verwaltung sgerichts [VGer] GR vom 4. August 2014 [U 14 40] E. 3a; Urteil des VGer FR vom 12. Augu st 2008 [602 2008-74] E. 3d) erachtete das Kantonsgericht einen im Vergabeverfahren nicht ber ücksichtigten oder ausgeschlossenen Anbieter unabhängig von dessen konkreten Chancen auf den Zuschlag als formell und materiell beschwert (vgl. statt vieler: KGE VV vom 4. Juni 2014 [ 810 14 27] E. 1; vom 14. November 2012 [810 12 170] E. 1.2). 2.3. Das Bundesgericht hat die Voraussetzungen der materi ellen Beschwer bei Rechts- mitteln gegen Vergabeentscheide unlängst im Entscheid 2C_380/2014 vom 15. September 2014 (BGE 141 II 14 E. 4) höchstrichterlich geklärt. En tsprechend diesem Entscheid hat das Kantonsgericht die kantonsgerichtliche Praxis der höchstrich terlichen Rechtsprechung bezüg- lich der materiellen Beschwer dahingehend angepasst, dass nicht berücksichtigte oder ausge- schlossene Anbieter zur Beschwerde gegen Vergabeentscheid e nur befugt sind, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit d em eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu eine r Wiederholung des Submissi- onsverfahrens führt, in dem sie ein neues Angebot einre ichen können; andernfalls fehlt ihnen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht das schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung (KG E VV vom 28. Oktober 2015 [810 15 49/52] E. 2.5; vom 21. Januar 2015 [810 14 314] E. 2). 2.4. Die Beschwerdeführerin wurde aus dem Vergabeverf ahren ausgeschlossen, weil die von ihr eingereichte GAV-Bestätigung im Zeitpunkt d es Eingabetermins vom 22. Juli 2015 älter als sechs Monate war. Wie das Protokoll der Öffnun g der Angebote vom 22. Juli 2015 zeigt, hat die Beschwerdeführerin ein Angebot in der Höhe von Fr. 542‘680.25, die Beigeladene eines in der Höhe von Fr. 559‘945.65 (bereinigter Preis gemäss Zuschlagsverfügung in der Hö- he von Fr. 600‘106.85) und die zwei weiteren Anbieter innen ein Angebot von jeweils über Fr. 700‘000.-- eingereicht. Die Beschwerdeführerin h at damit das günstigste Angebot einge- reicht. Gemäss Ausschreibung wurde der bereinigte Angebo tspreis mit 100 % gewichtet. Sollte sich der Ausschluss der Beschwerdeführerin aus dem Verfahre n als gesetzeswidrig erweisen, so hätte die Beschwerdeführerin eine reelle Chance, de n Zuschlag zu erhalten. Sollte sich der Ausschluss der Beschwerdeführerin aus dem Verfahren als re chtmässig und der Zuschlag an die Beigeladene als unzulässig erweisen, so könnte dies du rchaus zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens führen, in dem die Beschwerdeführe rin ein neues Angebot einreichen könnte. Ihre Legitimation ist demzufolge gegeben. Da auch die übrigen formellen Vorausset- zungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 3. Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO grundsätz- lich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts beschränkt. Die Unangemessenheit kann nach § 45 Abs. 1 lit. c und § 45 Abs. 2 VPO nur in hier nicht inte- ressierenden Ausnahmefällen überprüft werden. 4.1. Die Beschwerdeführerin macht vorerst geltend, ihr A ngebot datiere vom 17. Juli 2015. Die mit dem Angebot eingereichte GAV-Bestätigu ng vom 19. Januar 2015 sei bei Einrei- chung noch nicht sechs Monate alt gewesen, da der Zeitp unkt der Einreichung der Offerte und nicht der Eingabetermin vom 22. Juli 2015 massgeblich s ei. Auch für den Fall, dass der Einga- betermin vom 22. Juli 2015 massgeblich sein sollte, stelle der Ausschluss des Angebots auf- grund der minimen Überschreitung der sechsmonatigen Gül tigkeitsdauer eine Verletzung des Verbots des überspitzten Formalismus und des Verhältnismässi gkeitsprinzips dar. Zudem verstosse der Ausschluss gegen den Grundsatz der wirtschaftlich en Verwendung der öffentli- chen Mittel. Überdies sei die Nachweispraxis der Beschwerdegegnerin zur Einhaltung der GAV- Bestimmungen untauglich. 4.2. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpun kt, für die Einhaltung der sechsmonatigen Dauer sei der Tag des Eingabetermins vom 22. Juli 2015 und nicht der effekti- ve Zeitpunkt der Einreichung der Offerte massgeblich. Zud em habe die sechsmonatige “Gültig- keit“ der GAV-Bestätigung vom 19. Januar 2015 bis und m it 18. Juli 2015 gedauert. Am 18. Juli 2015 sei die Offerte aber noch nicht bei der Beschwer degegnerin eingetroffen. Deshalb sei die GAV-Bestätigung auch für den Fall, dass der Eingabeterm in im Sinne der Beschwerdeführerin verstanden werde, bei Eingang der Offerte bei der Besch werdegegnerin älter als sechs Monate Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen. Im Übrigen verletze der Ausschluss aus dem Verfah ren weder das Verbot des über- spitzten Formalismus noch das Verhältnismässigkeitsprinzip. 5.1.1. Angebote sind schriftlich, vollständig und innert der angegebenen Frist einzureichen (§ 23 Abs. 1 BeG). Unvollständige oder verspätet eing etroffene Angebote werden ausgeschlos- sen (§ 23 Abs. 2 BeG). Nach § 8 lit. c BeG wird in der Regel ausgeschlossen, wer die Eig- nungskriterien nicht oder nur teilweise erfüllt oder kei nen entsprechenden Eignungsnachweis erbringt und nach § 8 lit. e BeG, wer Angaben und N achweise nicht rechtzeitig beibringt oder von der zuständigen Stelle angeordnete Kontrollen nich t zulässt. Nach § 5 BeG darf in der Re- gel nur beauftragt werden, wer beteiligter Arbeitge ber oder beteiligte Arbeitgeberin eines GAV ist. Dieser GAV muss die angebotene Arbeitsleistung zum Gegenstand haben oder branchen- verwandt und für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh mer mindestens gleichwertig sein (Abs. 1). Die Anbietenden müssen ferner für Leistungen, die in der Schweiz erbracht werden, die dauernde und vollumfängliche Einhaltung der GAV nachweisen (Abs. 2 lit. a). Gemäss § 1 Abs. 6 BeV dürfen GAV-Bestätigungen ohne Angabe einer Gültigkeitsdauer bei Einreichung des Angebots nicht älter als sechs Monate sein. 5.1.2. Nach § 21 Abs. 2 lit. h BeG hat die publiziert e Ausschreibung Ort und Zeitpunkt der Einreichung der Angebote anzugeben. 22 Abs. 2 BeG statuiert, dass für den Fall, dass während der Eingabefrist Ausschreibungsunterlagen geändert werde n, alle Anbieterinnen und Anbieter gleichzeitig und rechtzeitig darüber informiert werd en müssen. Nach § 12 Abs. 1 lit. k BeV ge- ben die Ausschreibungsunterlagen Ort und Termin für die Eingabe und die Öffnung des Ange- bots an. Aus den gesetzlichen Unterlagen lässt sich entneh men, dass die Begriffe Einreichung und Eingabe nicht einheitlich verwendet werden. In den Ausschreibungsunterlagen befindet sich das Formu lar der Zentralen Beschaffungsstelle des Kanton Basel-Landschaft mit dem Titel “Anforderung en an Anbieterinnen und Anbieter“. Hier hat die Anbieterin zwischen den Varianten, dass ih re Firma dem GAV unterstellt ist, dem GAV nicht unterstellt ist oder dass für die betreffende Branche kein GAV bestehe zu unter- scheiden und das Zutreffende anzukreuzen. Bei der Varian te, dass die Firma dem GAV unter- stellt ist, wird neben dem dafür anzubringenden Kreuz festgehalten, dass der Nachweis in Form einer Bestätigung über die dauernde und vollumfängliche Einhaltung des GAV gemäss § 1 BeV zu erbringen sei. Als zweites wird hier in blauer Schrif t hervorgehoben angebracht und mit Aus- rufezeichen markiert, dass “Bestätigungen ohne Angabe ei ner Gültigkeitsdauer bei Einreichung (Eingabetermin) nicht älter als 6 Monate ab Ausstellungsdatum“ sein dürften. Auf dem Formular wird überdies umrandet ausgeführt, dass im Falle von Missa chtung unter anderem dieser Be- dingung das Angebot aus dem Verfahren ausgeschlossen we rden könne. Dieses Formular muss von den Anbietern unterzeichnet werden. Die Vergabestelle präzisiert in diesem Formular den gesetzlichen Wortlaut von § 1 Abs. 6 BeV, nämlich, dass Bestätigungen ohne Angabe einer Gültigkeitsdauer bei Einreichung des Angebots nicht ält er als sechs Monate sein dürfen, indem sie in Klammern hinter dem Wort Einreichung das Wort E ingabetermin aufführt. In den Aus- schreibungsunterlagen wurde als Eingabetermin und Angeb otsöffnung “Mittwoch, 22.07.2015; 10:00 Uhr“ genannt. Damit sind allfällige Unklarheite n, ob der Zeitpunkt der Einreichung der konkreten Offerte oder der Eingabetermin vom 22. Juli 2015 massgeblich ist, beseitigt. Daraus Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgt, dass die GAV-Bestätigung der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitpunkt älter als sechs Monate war. 5.1.3. In den Ausschreibungsunterlagen wurde unter Zif fer 3.2.1 “Eignungskriterien“ festge- halten, dass die Prüfung der Eignung des Anbieters auf Grund der eingereichten Unterlagen und Nachweise zu den unten stehenden Eignungskriterien e rfolge. Nur bei Erfüllung aller Eig- nungskriterien erfolge die Bewertung nach den Zuschlagskri terien. Es folgte das Eignungskrite- rium 1 mit der Überschrift “Allgemeine Anforderungen“ mit dem nachfolgenden Inhalt: “- Vollständig und fristgerecht eingereichtes Angebot. - Nachweis über die Einhaltung der Arbeitsbedingungen (GAV/ILO), der Gleichstellung sowie der Integ- rität durch die Anbieterin/den Anbieter.“ Die Ausschreibungsunterlagen enthalten eine Liste, in welcher die Dokumente aufgeführt wer- den, welche einzureichen sind. In der Liste werden unt er anderem der Nachweis über die Ein- haltung der Arbeitsbedingungen (GAV/ILO) und die GA V-Bestätigung der Paritätischen Kom- mission genannt. Es wird ausdrücklich erklärt, dass die aufg eführten Dokumente fester Be- standteil der Ausschreibungsunterlagen und in der nachfo lgenden Reihenfolge als Gesamtpa- ket einzureichen seien. In den Ausschreibungsunterlagen befindet sich das obgenannte Formu- lar der Zentralen Beschaffungsstelle des Kanton Basel-L andschaft mit dem Titel “Anforderun- gen an Anbieterinnen und Anbieter“. Auf dem Formula r wird – wie oben erläutert – überdies umrandet ausgeführt, dass im Falle von Missachtung unter a nderem dieser Bedingung das An- gebot aus dem Verfahren ausgeschlossen werden könne. 5.1.4. Die Ausschreibungsunterlagen sind unmissverständli ch und ausführlich. Die Offerenten werden darin umfassend über die Notwendigkeit der Ei nreichung einer GAV-Bestimmung, wel- che nicht älter als sechs Monate ab Ausstellungsdatum sein darf, und die möglichen Folgen bei Missachtung dieser Voraussetzung informiert. Der Hinweis auf die sechsmonatige Gültigkeits- dauer wird zudem noch optisch hervorgehoben. Die Beschwe rdeführerin hat in ihrer Offerte angekreuzt, dass ihre Firma dem GAV unterstellt ist und dieses Formular, worin auch festgehal- ten wird, dass die Bestätigung ohne Angabe einer Gült igkeitsdauer im Zeitpunkt des Eingabe- termins nicht älter als sechs Monate ab Ausstelldatum sein darf, unterzeichnet eingereicht. 6.1. Den Formvorschriften kommt im Submissionsverfahren – insofern, als sie im Dienste der Gewährleistung wichtiger Vergabeprinzipien wie des Prinzips der Gleichbehandlung der Submittenten und ihrer Angebote stehen – ein hoher Stellenwert zu (G ALLI /M OSER /L ANG /S TEI - NER , a.a.O., Rz 456). Es entspricht dem Zweck und Charakte r des Submissionsverfahrens, dass sowohl seitens der Offerenten wie auch seitens der V ergabeinstanz bestimmte Formvor- schriften eingehalten werden müssen, deren Missachtung de n Ausschluss der betreffenden Offerte oder die Ungültigkeit des Vergabeverfahrens n ach sich ziehen kann. Nicht jede Unre- gelmässigkeit vermag aber eine solche Sanktion zu rechtfertigen. Vom Ausschluss einer Offerte oder von der Ungültigerklärung des Verfahrens darf abge sehen werden, wenn der festgestellte Mangel relativ geringfügig ist und der Zweck, den die in Frage stehende Formvorschrift verfolgt, dadurch nicht ernstlich beeinträchtigt wird (vgl. Urte il des Bundesgerichts 2P.176/2005 vom 13. Dezember 2005 E. 2.4 mit Hinweisen). Die Vollständigkeit der Angebote ist für einen korrek- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten und transparenten Vergleich der Offerten von grun dlegender Bedeutung. Unvollständigen Angeboten gegenüber ist deshalb in Nachachtung des Gl eichbehandlungsgrundsatzes eine strenge Haltung am Platz (vgl. H ERBERT LANG , Offertenbehandlung und Zuschlag im öffentli- chen Beschaffungswesen, in: ZBl 2000 S. 335; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2D_34/2010 vom 23. Februar 2011 E. 2.3). Eine Unvollständigkeit i m Sinne von § 23 Abs. 1 BeG und damit ein Ausschlussgrund ist jedoch nur dann anzunehmen, wenn der Mangel eine gewisse Schwere aufweist. Als Folge des Verhältnismässigkeitsprinzips darf e in Anbieter wegen unbedeutender Mängel der Offerte nicht ausgeschlossen werden (GALLI /M OSER /L ANG /S TEINER , a.a.O., Rz 444). 6.2. Aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerisch en Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 wird das Verbot des überspitzten Formali smus abgeleitet. Überspitzter Formalis- mus liegt vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvor schriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die B ehörde formelle Vorschriften mit übertrie- bener Schärfe handhabt oder an Rechtsvorschriften überspannte Anforderungen stellt und dem Bürger den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt. Ni cht jede prozessuale Formstrenge steht mit diesem Grundsatz in Widerspruch, sondern nur jene, die durch kein schutzwürdiges Interesse mehr gerechtfertigt ist und zum blossen Selbstzweck wird. Ansonsten sind prozessua- le Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe Abwicklung des Verfahrens sowie die Durch- setzung des materiellen Rechts zu gewähren. Das Bundesverwa ltungsgericht leitet aus dem Verbot des überspitzten Formalismus ab, dass dem Anbieter in bestimmten Fällen Gelegenheit zu geben ist, um den ihm vorgehaltenen Formmangel zu be heben (Zwischenentscheid des BVGer 2007/13 vom 13. März 2007 E. 3.2). In diesem Sin ne kann der Ausschluss als unver- hältnismässig erscheinen, wenn lediglich Bescheinigungen (etwa betreffend Bezahlung der Steuern) fehlen, deren Nachreichung sich nicht auf da s Preis-/Leistungsverhältnis der Offerte auswirkt. Demgegenüber ist der Ausschluss wegen nicht fristge rechter Einreichung von Eig- nungsnachweisen nicht zu beanstanden. Offerten, deren fehlende Angaben sich auf das Preis-/ Leistungsverhältnis auswirken können, sind ebenfalls zwing end auszuschliessen (G ALLI /M O- SER /L ANG /S TEINER , a.a.O., Rz 446 f.). 6.3. Beim Entscheid darüber, ob ein Angebot auszuschlie ssen ist, kommt der Vergabestelle ein erhebliches Ermessen zu. Ein Ermessen besteht auch hi nsichtlich der Frage, ob die Unvoll- ständigkeit eines Angebots als Ausschlussgrund zu qualifiziere n oder bei der Bewertung der Zuschlagskriterien negativ zu werten ist (vgl. D ANIELA LUTZ , Die fachgerechte Auswertung von Offerten – Spielräume, Rezepte und Fallstricke, in: Ak tuelles Vergaberecht, Zürich 2008, S. 225). Zu beachten gilt jedoch, dass gewisse Formfehl er derart gravierend sind, dass der Ausschluss des betreffenden Angebots zwingend ist (M ARTIN BEYELER , Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, Zürich 2012, Rz 1747 f.). In diesen F ällen steht der Vergabebehörde kein Ermessen zu, sondern das Angebot ist aus Gleichbehandlungsg ründen zwingend auszu- schliessen. Ab welcher Schwere ein Formfehler zwingend den Ausschluss der Offerte verlangt, lässt sich nicht allgemein formulieren, sondern ist im E inzelfall zu entscheiden (vgl. M ARTIN BEYELER , Anmerkungen zum Entscheid des BVGer 2007/13, publizier t in: Baurecht [BR] 2007 S. 84 f.). Nach der Rechtsprechung ist ein Angebot n amentlich dann zwingend vom Verfahren auszuschliessen, wenn es sich in Bezug auf wesentliche Pun kte als unvollständig erweist (vgl. Entscheid des BVGer 2007/13 E. 3.4; Aargauische Gerichts - und Verwaltungsentscheide Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht [AGVE] 2005 S. 254 E. 2.1.1). Zu einem Ausschluss führe n muss beispielsweise das Fehlen ganzer Angebotsteile oder von Angaben, welche sich auf da s Preis-/Leistungsverhältnis einer Offerte auswirken (vgl. D ANIELA LUTZ , a.a.O., S. 225; vgl. zum Ganzen KGE VV vom 16. De- zember 2009 [810 09 248] E. 3.2 ff.; vom 16. Mai 2012 [810 11 378] E. 4.2; vom 26. April 2006 [810 05 367] E. 5.2). 6.4. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass abhän gig von der Schwere des Regel- verstosses gewisse Fehler zum Ausschluss führen müssen, andere zw ingend nicht zum Aus- schluss führen dürfen und andere zum Ausschluss führen kön nen (vgl. B EYELER , a.a.O., Rz 1746 ff.). Dementsprechend wird zwischen geringfügige n, mittelschweren und schwerwie- genden Verletzungen vergaberechtlicher Vorschriften ge sprochen (vgl. zum Ganzen KGE VV vom 4. Juni 2014 [810 14 27] E. 5.1 ff.). 7.1. Ein geringfügiger Fehler liegt immer dann vor, wenn er sich auf die Mi ssachtung einer Vorschrift beschränkt, die mit Blick auf die vergaberechtl ichen Grundsätzen der Wirtschaftlich- keit, der Gleichbehandlung und des Wettbewerbs verglei chsweise unwesentlich oder gar ganz unerheblich ist oder wenn eine an sich zwar durchaus wesen tliche Vorschrift nur ganz leicht und mit kaum oder gar nicht spürbarem Ergebnis verletzt w ird. Typischerweise betreffen solche Bagatell-Offertfehler Formvorschriften und es fliesst au s der entsprechenden Verletzung kein spürbarer Wettbewerbsvorteil für den fraglichen Bieter. Darüber hinaus können auch ganz ge- ringfügige unerlaubte inhaltliche Abweichungen von de n Ausschreibungsvorgaben Bagatellfeh- ler sein, jedoch sind inhaltliche Fehler häufig beziehu ngsweise schon bei recht geringem Um- fang als von mittelschwerer Natur einzustufen, weil im G runde fast jede inhaltliche Abweichung gleichsam automatisch das offerierte Preis-/Leistungsverhä ltnis berührt und damit jedenfalls potentiell auch wettbewerbswirksam ist und im Übrigen re gelmässig ein Leistungsversprechen beinhaltet, das der Auftraggeber so nicht gewollt ha t. Angebote mit geringfügigen Missachtun- gen vergaberechtlicher Offertregeln dürfen vom Vergabe verfahren nicht ausgeschlossen wer- den, denn eine solch kompromisslose Durchsetzung der Angebotsregeln wäre mit Blick auf den Wirtschaftlichkeitsgrundsatz unverhältnismässig; der Ausschl uss einer geringfügig fehlerhaften Offerte, die aus der Regelverletzung keinen (nennenswert en) Wettbewerbsvorteil zieht, wäre überspitzter Formalismus. Soweit das überhaupt erforderl ich ist, kann die Vergabestelle den Bieter zur Nachbesserung des geringfügigen Fehlers auffordern (BEYELER , a.a.O., Rz 1750 ff.). 7.2. Zwischen der Kategorie der schwerwiegenden und jen er der geringfügigen Verletzun- gen vergaberechtlicher Angebotsvorschriften reiht sich di e Kategorie der mittelschweren Verstösse ein: Eine Offerte verletzt dann die Angebotsregeln in mittelschwerer Weise, wenn die Verletzung weder derart schwer wiegt, dass ihre Berücksic htigung die Gleichbehandlung und den Wettbewerb im Vergabeverfahren erheblich beeintr ächtigen würde, noch derart leichtge- wichtig ist, dass ein Ausschluss als überspitzt formalistisch er scheinen würde. Die mittelschwe- re Verletzung von vergaberechtlichen Angebotsvorschriften führt in der Regel dazu, dass die Offerte wohl einen leichten Wettbewerbsvorteil erring t, oder sie hatte zur Wirkung, dass der Bieter eine besondere Bequemlichkeit bei der Offertstellung genoss, doch bleiben die Folgen im Ergebnis gleichwohl unwirksam, bewirken also nicht kausa l die Zuschlagserteilung auf die frag- liche Offerte. Bei einem mittelschweren Fehler kann also gesagt werden, dass der Zuschlag auf Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht die fehlerhafte Offerte auch dann erteilt worden wär e, wenn der fragliche Vorteil gar nicht vorlä- ge – der Vorteil ist also nicht entscheidend für die Zusc hlagserteilung. Mitunter liegt im Fehler abgesehen davon ohnehin kein spezieller Vorteil für de n Bieter, so dass sich gegebenenfalls nur die Frage stellen kann, ob der Fehler dazu führt , dass das Angebotene erheblich vom Wil- len des Auftraggebers mit Bezug auf das angestrebte Gesch äft abweicht. Offerten mit mittel- schweren Verletzungen vergaberechtlicher Angebotsvorschrift en darf die Vergabestelle aus- schliessen – aber sie darf sie auch im Verfahren belassen : Es liegt insoweit ausschliesslich im Ermessen der Vergabestelle, ob sie die mittelschwer fehl erhafte Offerte ausschliessen oder berücksichtigen will. Soweit die Offerte im Verfahren bleibt und wenn das der Gleichbehandlung der übrigen Bieter zuträglich ist, kann und soll die Ve rgabestelle den Bieter zur Nachbesserung seiner Offerte auffordern, ansonsten (wenn der Bieter der Korrektur nicht zustimmen will) gleichwohl ausschliessen. Das Ermessen, das der Vergabeste lle betreffend Entscheid über Ausschluss oder Nichtausschluss einer mittelschwer fehlerh aften Offerte zukommt, ist pflicht- gemäss und daher widerspruchsfrei auszuüben. Widerspruchsfrei heisst, dass die Vergabestel- le alle Offerten mit in ihrer Schwere vergleichbare n Fehlern je nachdem im Verfahren belassen oder eben ausschliessen muss (B EYELER , a.a.O., Rz 1756 ff.; vgl. auch M ARTIN BEYELER , An- merkungen zum Zwischenentscheid des BVGer B_93/2007, publiziert in: BR 2007 S. 207 f.). 7.3. Ein schwerwiegender Offertfehler, welcher zwingend zum Ausschluss bzw. zur Nicht - berücksichtigung beim Zuschlag führen muss, liegt immer da nn vor, wenn die Offerte verspätet eingereicht wird, wenn sie inhaltlich erheblich von d en durch die Vergabestelle aufgestellten Bedingungen abweicht oder wenn ihre Form erheblich von derjenigen abweicht, die sie gemäss den gesetzlichen Regeln und den Vorgaben der Vergabest elle hätte annehmen müssen (BEYELER , a.a.O., Rz 1747). 8.1. Da bei der Entscheidung, ob eine unvollständige Of ferte vom Verfahren auszuschlies- sen ist, oder allenfalls die Gelegenheit zu geben ist, die fehlenden Unterlagen nachzureichen, allgemeine Grundsätze wie der Gleichbehandlungsgrundsatz, das Verhältnismässigkeitsprinzip, das Transparenzgebot, das Gebot des überspitzten Formalism us und Grundsätze der Wirt- schaftlichkeit eine massgebliche Rolle spielen, rechtfertigt sich ein Blick auf Entscheide anderer Kantone. 8.2. Das Zürcher Verwaltungsgericht hat entschieden, dass das Fehlen einer Referenzliste in der Offerte trotz entsprechender Vorschrift in den Au sschreibungsunterlagen im konkreten Fall keine Verletzung wesentlicher Formvorschriften da rstelle, da die betreffende Anbieterin im Beilagenverzeichnis ihres Angebots auf die Referenzliste h ingewiesen, aber nach dem Vorbrin- gen der Vergabebehörde die Liste gleichwohl nicht bei gelegt habe. Damit sei das Fehlen der Referenzliste klar als Versehen erkennbar gewesen. Ein A usschluss dieser Anbieterin rechtfer- tige sich umso weniger, als die Zuschlagsempfängerin unbe strittenermassen ebenfalls keine Referenzliste eingereicht habe, die Vergabebehörde aber diesbezüglich geltend gemacht habe, diese sei von früheren Aufträgen her bekannt. Dabei ve rstosse es gegen den Gleichbehand- lungsgrundsatz, dass die Vergabebehörde bei einer Anbi eterin auf früher namhaft gemachte Referenzen abstelle, während der anderen nicht einma l Gelegenheit gegeben werde, die Refe- renzliste nachzureichen, wenn diese trotz des Verweises im Beilagenverzeichnis angeblich ver- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gessen worden sei. Bereits aus diesem formellen Grund s ei der Zuschlag aufzuheben (Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich [VB.2001.00215] vom 23. November 2001). In einem weiteren Fall ist das Zürcher Verwaltungsgerich t zum Schluss gekommen, der Anbie- ter dürfe in einem Submissionsverfahren, in welchem die Ausschreibungsunterlagen die Einrei- chung einer Referenzliste verlangten, nicht einfach darau f vertrauen, dass die von ihm ausge- führten Aufträge für die Gemeindeverwaltung bereits bekannt seien und für die Bewertung ge- nügten. Obschon der Anbieter in Folge Nichteinreichu ng der in der Ausschreibung verlangten Referenzliste aus dem Verfahren hätte ausgeschlossen werd en können, sei es auch zulässig gewesen, auf den Ausschluss zu verzichten, aber sein Angebot unter dem Kriterium “Erfahrung“ mit null Punkten zu bewerten (Urteil des Verwaltungsge richts Zürich [VB.2003.0028] E. 3.5, zitiert in: GALLI /M OSER /L ANG /S TEINER , a.a.O., Rz 460). Das Aargauer Verwaltungsgericht hat seine Ausschlusspraxis wegen Verletzung wesentlicher Formvorschriften in einem Fall vom 25. Oktober 2005 zusammengefasst. Umstritten war, ob die Beschwerdeführerin die verlangte Selbstdeklaration ih rem Angebot beigefügt hatte. Unterge- ordnete Mängel eines Angebots dürften nach Auffassung des Gerichts im Rahmen der Offertbe- reinigung beseitigt werden. Betreffe die Unvollständig keit wesentliche Punkte des Angebots, müsse es ausgeschlossen werden. Insofern liege ein ähnlic her Sachverhalt vor wie bei einem bei der Vergabestelle verspätet eingetroffenen Angebo t, welches von Gesetzes wegen ausge- schlossen werden müsse. Das Verwaltungsgericht hob den Aussc hluss der beschwerdeführen- den Offerentin im Wesentlichen mit der Begründung auf , dass die Informationen, welche in der Selbstdeklaration und in den fehlenden Seiten der Offerte hätten gemacht werden müssen, den der Offerte beigelegten Unterlagen hätten entnommen werden können. Zudem hätte das Ver- schweigen der nachgefragten Angaben in der Selbstdeklar ation nichts enthalten, aus deren bewusstem Verschweigen sich die Beschwerdeführerin irgendei nen Vorteil hätte verschaffen können (Urteil des Verwaltungsgerichts Aargau vom 25. Okto ber 2005, publiziert in: AGVE 2005 Nr. 52 S. 252 ff.). 8.3. Das Zürcher Verwaltungsgericht hielt in einem Entsc heid aus dem Jahre 2010 fest, dass sich das Vergaberecht gerade bei der Offerteingabe durch eine besondere Formstrenge ausweise. Es schützte den Ausschluss einer Offerte, in welche r negative Einheitspreise bzw. reine Platzhalterpreise enthalten waren und führte aus, dass wenn die Vergabebehörde in den Ausschreibungsunterlagen ausdrücklich bekannt mache, dass sie keine negativen Ein- heitspreise oder reine Platzhalterpreise akzeptiere und solche Eingaben vom Vergabeverfahren ausschliesse, im Fall einer Widerhandlung der Ausschluss streng gehandhabt werden dürfe. Dieser stelle keinen überspitzten Formalismus dar, auch wenn die betreffenden Positionen ge- ringfügiger Natur seien (Urteil des Verwaltungsgericht s Zürich [VB.2010.00402] vom 15. De- zember 2010 E. 2.3). 9.1. Der Kanton Basel-Landschaft (so wie auch der Kant on Basel-Stadt, vgl. §§ 5 - 8 des Gesetzes über öffentliche Beschaffungen des Kantons Basel-St adt vom 20. Mai 1999, welche genau gleich wie die Bestimmungen §§ 5 - 8 BeG laute n) hat im Vergleich zu anderen Kanto- nen in seiner Gesetzgebung zum Vergabeverfahren der Ein haltung der GAV-Bestimmungen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dem Nachweis derselben einen besonderen Stellenwert gegeben. So befassen sich die §§ 5 und 6 BeG mit den Arbeitsbedingungen und damit in der Regel mit dem GAV und dem Nachweis der Einhaltung des GAV und der Kontrolle. D ie Nichtgewährleistung der Arbeitsbe- dingungen hat in der Regel den Ausschluss aus dem Verfah ren zur Folge (§ 8 BeG). § 1 BeV befasst sich eingehend mit dem Nachweis der Einhaltung der GAV und statuiert in Abs. 6, dass Bestätigungen ohne Angaben einer Gültigkeitsdauer bei Einreichung des Angebots nicht älter als sechs Monate sein dürfen. Der Kanton Basel-Stadt kenn t in § 2 Abs. 5 der Verordnung zum Gesetz über öffentliche Beschaffungen vom 11. April 2000 die identische Regelung. Andere Kantone verlangen hingegen vom Offerenten “lediglich“ eine Selbstdeklaration über die Einhal- tung der GAV-Bestimmungen. So regelt z.B. der Kanton Zürich die Einhaltung der GAV- Bestimmungen in § 8 Abs. 3 der Submissionsverordnung des Kantons Zürich vom 23. Juli 2003 dahingehend, dass die Anbietenden auf Verlangen die E inhaltung der Arbeitsschutzbestim- mungen und der Arbeitsbedingungen sowie die Erfüllun g der Zahlungspflichten gegenüber So- zialinstitutionen und der öffentlichen Hand nachzuweisen oder die Vergabestelle zur Nachprü- fung zu bevollmächtigen haben. In der Landratsvorlage 1998-078 vom 21. April 1998 de s Kantons Basel-Landschaft betreffend das Gesetz über öffentliche Beschaffungen und Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVÖB) wird zu § 5 BeG ausgeführt, dass die Nennung der GAV in Abs. 1 als Regel die Bedeutung unterstreiche, welche diesen beigemessen würde. Wei- ter wird ausgeführt, dass für den Zuschlag alle Anbietenden in Frage kämen, welche die Einhal- tung der GAV in der Offerte schriftlich nachweisen wür den. Ausschlaggebend sei die Bestäti- gung durch die vom Kanton vorgesehene Stelle, dass die GAV, welche als schützenswerte Norm vorgegeben seien, tatsächlich eingehalten würden . § 5 Abs. 2 BeG habe in erster Linie zum Ziel, Sozialdumping abzuwehren, womit ein öffentli ches Interesse geschützt werde. Die Arbeitsschutzbestimmungen und Arbeitsbedingungen nach d en gesetzlichen Vorschriften (Ar- beitsgesetz, Unfallversicherungsgesetz) würden zum zwingen den Recht des Bundes gehören, was bedeute, dass ihre Einhaltung nicht in der Dispositi onsfreiheit des Anbieters (Arbeitgebers) liege und der Kanton darüber keine Vorschriften erlassen dürfe. Es könne somit ausschliesslich von den privatrechtlichen Vereinbarungen zwischen den Sozi alpartnern, den GAV, sofern sol- che bestünden, die Rede sein. Wo vertragliche Vereinb arungen zwischen den Sozialpartnern fehlen würden, werde nach § 5 Abs. 3 BeG ersatzweise au f orts- und branchenübliche Bedin- gungen abgestellt. 9.2. Des Weiteren wurde in den Ausschreibungsunterlagen und im von der Beschwerdefüh- rerin unterzeichneten Formular in klarer und hervorge hobener Weise der Inhalt der massgebli- chen Bestimmungen zum Nachweis der Einhaltung des GAV und die Folgen bei Nichtbeach- tung festgehalten. 9.3. Der klassische Inhalt eines GAV beinhaltet Bestimmung en über den Abschluss, Inhalt und Beendigung des Einzelarbeitsvertrages (normative B estimmungen), Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien unter sich (schuldrechtliche Bestimmungen) und Bestimmungen über Kontrolle und Durchsetzung des GAV. G egenstand der normativen Best- immungen können Regelungen über den Lohn, den 13. Mo natslohn, Entschädigungen, die Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lohnfortzahlung bei Verhinderung wegen Krankheit, Mu tterschaft und Militärdienst, Ferien, Ar- beitszeitvorschriften und Erweiterung des Kündigungsschut zes sein (www.seco.admin.ch/the- men/00385/00420/00430/00431/). So statuiert § 1 Abs. 1 BeV, dass Anbietende, die beteiligte Arbeitgeber eines GAV sind, mit jedem Angebot eine schr iftliche Bestätigung der zuständigen Paritätischen Kommission vorzulegen haben, dass der GAV, i nsbesondere bezüglich Arbeits- zeit, Löhne, Lohnzuschläge und Sozialleistungen, einge halten wird. Die Nichteinhaltung von GAV kann somit unter anderem zu tieferen Lohnkosten füh ren. Dies wiederum kann dazu füh- ren, dass ein Unternehmen zu tieferen Preisen als ein Un ternehmen, welches den GAV einhält, offerieren kann. Die Einhaltung des GAV kann sich somit auf das Preis-/Leistungsverhältnis auswirken. 9.4. Wie das Kantonsgericht bereits in seinem Urteil vom 28. Oktober 2015 (810 15 49/52) entschieden hat, stellt aufgrund der klaren und streng en gesetzlichen Regelungen im Kanton Basel-Landschaft und der unmissverständlichen Ausschreibungs unterlagen die Einreichung einer gesetzes- und ausschreibungswidrigen GAV-Bestätigung somit sicherlich nicht lediglich einen geringfügigen Mangel dar, womit der Ausschluss au s dem Verfahren möglich bzw. zwin- gend ist. Die Frage, ob es sich um eine schwere oder mit telschwere fehlerhafte Offerte handelt, kann offen gelassen werden. Handelt es sich um eine schwer e fehlerhafte Offerte, ist die Be- schwerdeführerin auf jeden Fall aus dem Verfahren auszuschliessen. Ist die Fehlerhaftigkeit als mittelschwer einzustufen, so liegt der Entscheid des Ausschl usses im Ermessen der Vergabe- stelle. Die gesetzlichen Vorschriften sind klar und die Ve rgabestelle hat in ihren Ausschrei- bungsunterlagen unmissverständlich darauf hingewiesen, dass die GAV-Bestätigung bei Einrei- chung des Angebots nicht älter als sechs Monate sein dürfe, die Einreichung der GAV- Bestätigung zwingend erforderlich sei und das Angebot be i Missachtung dieser Bedingung aus dem Verfahren ausgeschlossen werden könne. Praxisgemäss schl iesst die Vergabestelle, An- bieter, welche mangelhafte Nachweise der Einhaltung d er GAV einreichen, aus dem Verfahren aus. Damit hat die Vergabestelle ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt und die Beschwerdefüh- rerin ohne Aufforderung zur Nachreichung einer gesetzeskonformen GAV-Bestätigung aus dem Verfahren ausgeschlossen. Die Beschwerde ist damit in diesem Punkt abzuweisen und die Ver- fügung betreffend Ausschluss nicht aufzuheben. 10.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerd e geltend, der Beigeladenen hätte der Zuschlag nicht erteilt werden dürfen, weil deren Offerte an schwerwiegenden Fehlern leide. So moniert die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 22. Dezember 2015, dass beim Angebot der Beigeladenen sowohl das Inhaltsverzeichnis als auch di e Planbeilagen und Planverzeich- nisse und somit zwingend mit dem Angebot einzureichende U nterlagen gänzlich gefehlt hätten. Zudem sei eines der zwei vorzulegenden Referenzobjekte beim Eignungskriterium 2 ein Indust- rielabor und kein Schullabor, weshalb das Eignungskriterium nicht erfüllt worden sei. Dazu habe das Angebot der Beigeladenen einen unzulässigen Vorbehalt in Bezug auf den offerierten Preis enthalten. Die Beigeladene habe sich ausdrücklich vorbe halten, den offerierten Preis bei einem steigenden Eurokurs nach oben anzupassen. Das Angebot der Beigeladenen sei zur Ange- botsbewertung zugelassen worden und habe dann auch de n Zuschlag erhalten. Die Vergabe- behörde habe damit ihr Ermessen in Bezug auf die bei den Offerten vollständig nach anderen Massstäben angewendet. Es liege eine krasse Ungleichbehandlung der Anbieter vor. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.1. Als nächstes wird auf den den Offertpreis der Beigeladenen betreffenden Vorwurf der Beschwerdeführerin eingegangen. Die Beigeladene legt e ihrer Offerte ein Schreiben bei, in welchem sie erklärt, in der Schweiz Laboreinrichtungen de r Firma H.____ zu vertreiben. Auf- grund der langen Bauphase und weil sie in Euro bei d er Firma H.____ einkaufe, gelte dieses Angebot mit dem aktuellen Stand des Eingabedatums vom 21. Juli 2015. Eventuelle Wäh- rungsschwankungen müsse sie leider geltend machen. Gemäss Protokoll der Angebotsbespre- chung zwischen der Vergabestelle und der Beigeladenen vom 10. September 2015 akzeptierte die Beigeladene die Wegbedingung dieses von ihr gemachten Vorbehalts. 10.2.2. Die Beschwerdegegnerin erklärt in ihrer Verne hmlassung vom 18. Januar 2016, dass dieser Punkt habe geklärt werden müssen, da die Beigela dene fälschlicherweise von einer lan- gen Bauphase betreffend die von ihr offerierte Leist ung ausgegangen sei, was auch ihrem Be- gleitschreiben vom 21. Juli 2015 habe entnommen werde n können. Im Rahmen der Angebots- bereinigung habe dieses offensichtliche Missverständnis jed och bereinigt werden können. § 25 Abs. 2 BeG halte denn auch fest, dass Rückfragen zur Klär ung des Offertinhaltes zulässig sei- en. Die Beigeladene habe im Rahmen der Angebotsberei nigung auf Rückfrage klargestellt, dass eventuelle Währungsschwankungen nicht geltend gemacht würden. 10.2.3. In ihrer Eingabe vom 9. Februar 2016 rügt d ie Beschwerdeführerin, dass die Beigela- dene die Möglichkeit erhalten habe, einen ausschreibung swidrigen Preisvorbehalt zurückzuzie- hen und damit ihren Angebotspreis anzupassen. Diese “B ereinigung“ sei preis-/leistungsrele- vant gewesen. 10.2.4. Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Verneh mlassung vom 22. Februar 2016 aus, dass die Beschwerdeführerin offenbar die standardisierte Vorgehensweise in Vergabeverfahren verkenne. Zu dieser gehörten auch die im Anschluss an die Offertöffnung stattfindenden Ange- botsbesprechungen. Diese würden mit allen Offerente n geführt, deren Angebote nicht bereits aus offensichtlichen Gründen vom Verfahren ausgeschlossen worden seien. In diesen Gesprä- chen ginge es darum, allfällige Missverständnisse zu klären , konkrete Fragestellungen anzu- sprechen und “abzufragen“, ob der Unternehmer z.B. die heiklen Punkte des Bauablaufs be- dacht habe. Die Beigeladene sei bei ihrem Angebot – wie im Rahmen der Angebotsbespre- chung deutlich geworden sei – fälschlicherweise von eine r mehrjährigen Bauphase (2016 – 2020) ausgegangen. Dieses Missverständnis sei anlässlich der Besprechung geklärt worden (Etappe 1: 01.01.2016 - 01.03.2017 – gemäss Aussage der Beschwerdegegnerin sei im Proto- koll der Angebotsbesprechung fälschlicherweise der 01. 03.2016 statt 01.03.2017 vermerkt –, Etappe 2: 01.01.2019 - 01.01.2020). Dies habe dazu ge führt, dass der im Angebot mit Blick auf die vermeintlich lange Bauzeit angebrachte Vorbehal t bezüglich Eurokurs-Schwankungen ent- fallen sei. Des Weiteren seien die Termine angepasst wo rden und zwar in dem Sinne, dass die vorgegebenen Termine, welche entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin sehr wohl garantiert worden seien, noch einmal zu Ungunsten der Beigeladenen verschoben worden sei- en. Anstelle einer Fertigstellung der ersten Etappe bi s am 1. März 2017 sei eine Fertigstellung für Ende September 2016 zugesagt worden. Dies sei unte r Berücksichtigung des laufenden Schulbetriebs erfolgt und ganz sicher nicht im Interesse der Beigeladenen gewesen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.5. Die Beschwerdeführerin erläutert in ihrer Ve rnehmlassung vom 25. Februar 2016, dass – da keine anderen Protokolle betreffend Angebotsbespr echung vorliegen würden –, nur die Beigeladene die Möglichkeit erhalten habe, Fehler ode r “Missverständnisse“ im Angebot zu “bereinigen“. Zudem sei die Terminanpassung an der Be sprechung zu Gunsten der Beigelade- nen erfolgt. Die ursprünglich vorgesehenen längeren B auphasen seien der Grund für den an- gebrachten unzulässigen Preisvorbehalt gewesen, da die B eigeladene das Preisrisiko ihres unternehmerischen Entscheids, die Laboreinrichtungen in Deutschland einzukaufen, aufgrund des momentanen volatilen Euro-Kurses nicht habe tragen w ollen. Die Verkürzung der Liefer- termine sei deshalb zum Vorteil der Beigeladenen erf olgt, während alle anderen Anbieter (wel- che mit den längeren Terminen kalkuliert hätten) bena chteiligt worden seien. Der Rückzug ei- nes Vorbehalts stelle eine unzulässige Angebotsänderung dar. 10.3. Bevor auf die Problematik des Preisvorbehalts un d dessen Wegbedingung ein- gegangen wird, wird der Vorwurf der Beschwerdeführer in, die Beschwerdegegnerin habe den Angebotspreis der Beschwerdeführerin inklusive MwSt. dem Angebotspreis der Beigeladenen ohne MwSt. gegenübergestellt und damit das Ergebnis v erfälscht, behandelt. Wie die Be- schwerdeführerin zu Recht ausführt, divergieren der off erierte Preis gemäss Angebot und der bereinigte Preis des Angebots der Beigeladenen nicht u nerheblich. Die B.____ AG hat gemäss Offertöffnungsprotokoll ein Angebot in der Höhe von F r. 559‘945.65 eingereicht. Dass der Zu- schlag alsdann zu einem höheren Preis (Fr. 600‘106.85) erteilt wurde, basiert jedoch auf einem Schreib- bzw. Rechnungsfehler der Beigeladenen und steh t – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – in keinem Zusammenhang mit der Mw St. Gemäss dem für das Offertöff- nungsprotokoll wesentlichen Angebot setzte sich der Nett opreis inkl. MwSt. so zusammen: “Brutto CHF 558‘548.00, …, Abzüge 0.5% CHF - 2‘792.7 5, Baureklame CHF - 250.00, MwSt. 8.0 % CHF 44‘440.40, Netto inkl. MwSt. CHF 559‘945.65“. Beim Addieren der genannten Zahlen wird aber offensichtlich, dass ein Versehen (Zahl 5 statt 9) vorliegt, ergibt doch die so errechnete Summe nicht Fr. 559‘945.65, sondern Fr. 599 ‘945.65. Die Beschwerdegegnerin hat diesen Fehler offenbar als Schreib- bzw. Rechenfehler qualifiziert und ihn korrigiert. Der Vor- wurf der Beschwerdeführerin geht somit ins Leere. 10.4.1. Es ist zu prüfen, ob der mit einem Vorbehalt v ersehene offerierte Angebotspreis aus- schreibungskonform ist und allenfalls ob die Wegbedingun g dieses Vorbehalts zulässig war. In Ziff. 2.2.5 der Ausschreibungsunterlagen wird festgehalten, dass die Preise der einzelnen Posi- tionen die vollständige, fertige Arbeit umfassen würd en. Eingeschlossen seien Lieferung, Ver- packung, Transport und das Abladen auf die zugewiesenen Lagerplätze oder an die Verwen- dungsstelle. Dies gelte auch für reine Lieferungen. Der Transport und das Abladen erfolgten auf eigene Gefahr der Unternehmung, beziehungsweise des Lieferanten. Die Angebotspreise seien absolute Endpreise. Gemäss Ziff. 2.3 der Ausschreibungsun terlagen ist das Angebot während sechs Monaten ab Eingabetermin verbindlich. Letzteres wird auch in Ziff. 3.12 der Ausschrei- bung festgehalten. In Ziffer 2.4 wird die Teuerung g eregelt. Nach Ziff. 2.4.1 Ausschreibungsun- terlagen gelten Festpreise bis Werkvollendung, sofern die Werkvollendung innert zwölf Monaten ab Zuschlagsentscheid erfolgt. In Ziff. 2.4.2 wird die Verrechnung von Preisänderungen bei Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungserbringungen, die sich über mehr als zwölf Monate ab Zuschlagsentscheid erstrecken, geregelt. 10.4.2. Gemäss den unmissverständlichen Ausschreibungsunter lagen sind die Angebotspreise absolute Endpreise. Der Endpreis ist der endgültige, einschließlich aller Aufschläge, Zusatzkos- ten oder Ähnliches vom Kunden zu bezahlende Preis für ei ne Ware oder Dienstleistung (http://www.duden.de/rechtschreibung/Endpreis, zuletzt besucht am 7. März 2016). Da der Of- fertpreis der Beigeladenen von den Schwankungen des Eur o-Kurses abhängig gemacht wurde und damit variabel war, hat sie ein Angebot ohne abso luten Endpreis eingereicht. Als erstes kann folglich festgehalten werden, dass die Beigeladene eine nicht ausschreibungskonforme Offerte eingereicht hat. 10.5.1. Die Beschwerdegegnerin macht – wie bereits aus geführt – geltend, der Preisvorbehalt beruhe auf einem Missverständnis, welches im Rahmen der Angebotsgespräche rechtmässig beseitigt worden sei. Auf dem Angebotsblatt (Angebo t 370 Laboreinrichtungen) wird bezüglich Ausführungstermine festgehalten: “Etappe 1: 01.01.2016 – 01.03.2017; Etappe 2: 01.01.2019 – 01.01.2020“. Gemäss Ausschreibung wurde unter dem Tite l “Ausführungstermin“ (Ziff. 2.10) erklärt, dass der Baubeginn im Januar 2016 und das Bauen de im Dezember 2019 stattfänden. In den Ausschreibungsunterlagen wurden die Massnahmen in den Bauetappen 2015, 2016/2017 und 2018/2019 jeweils umschrieben (S. 7 f.). Des Weiteren wurde festgehalten, dass die Grobtermine dem der Ausschreibungsunterlagen be iliegenden Rahmenterminplan zu entnehmen seien (S. 20). Alle Anbietenden verfügten bei der Ausarbeitung der Offerte über diese Informationen. Im Protokoll der Angebotsbesprechung wurden die von der Unternehmung garantierten Rah- mentermine geändert. Der vorgesehene “Arbeitsbeginn 1. Etappe 01.01.2016 - 01.03.2016“ (recte: 01.03.2017) wurde auf Anfang Juli bis Ende Sep tember 2016 geändert. Der vorgesehe- ne “Zwischentermin für 2. Etappe 01.01.2019 - 01.01. 2020“ wurde ganz gestrichen. Das vorge- sehene “Arbeitsende 01.01.2020“ wurde auf Ende September 2016 geändert. 10.5.2. Gemäss § 25 BeG sind Verhandlungen über Preise und Preisnachlässe unzulässig, soweit nicht das freihändige Verfahren durchgeführt wi rd (Abs. 1). Hingegen sind Rückfragen zur Klärung des Offertinhaltes in jedem Verfahren zulässig. Aus dem Verhandlungsverbot ergibt sich das Prinzip der grundsätzlichen Unveränderbarkeit der Angebote. Auch aufgrund der Er- läuterungsbegehren der Vergabestelle dürfen die betr effenden Anbietenden ihr Angebot nicht abändern, sondern nur Klarstellungen und Präzisierungen von vorhandenen Offertinhalten im Hinblick auf die Offertbereinigung liefern. So hält § 25 Abs. 1 BeV ausdrücklich fest, dass im offenen, im selektiven und im Einladungsverfahren nach Ablauf der Eingabefrist ein Angebot nicht mehr verändert werden darf (Abs. 1). Die Aufarbe itung auf eine einheitliche Vergleichsba- sis durch die Auftraggebenden stellt keine Veränderung des Angebotes dar (Abs. 2). Abklärun- gen zur Aufarbeitung zu Vergleichszwecken sind in einer A ktennotiz festzuhalten (Abs. 3). Die Ziehung einer klaren Trennung zwischen zulässiger Berichtigung gemäss § 24 Abs. 4 BeV bzw. zulässiger Aufarbeitung eines Angebotes gemäss § 25 Abs. 2 BeV einerseits und unzulässiger Veränderung des Angebotes andererseits ist äusserst schwierig. Weder das BeG noch die BeV Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht machen diesbezüglich weitere Aussagen. Nach der Praxis de s Kantonsgerichts ist eine Berei- nigung der Angebote grundsätzlich nur denkbar als vertief te Prüfung, in deren Rahmen techni- sche und rechnerische Überlegungen gestattet sind, um die objektive Vergleichbarkeit der ein- gegangenen Offerten herzustellen. Diese Prüfung darf a ber nicht zu einer Änderung der Ange- bote führen und entsprechende Verhandlungen in der Bereinigungsphase sind unzulässig (KGE VV vom 25. November 2009 [810 09 279 - 281] E. 3.2.2 ). Eine Ergänzung von Angeboten wird nur in sehr engem Rahmen zugelassen. Darunter fallen i m Wesentlichen die Berichtigung of- fensichtlicher Fehler sowie allfällige Erläuterungen. Solche Erläuterungen dürfen jedoch nicht dazu dienen, den Inhalt des Angebots nachträglich zu än dern. Eine nachträgliche Präzisierung eines Angebots kommt nur in Frage, wenn es sich um unt ergeordnete Nebenpunkte handelt oder ein Missbrauch aufgrund der Umstände nicht denkba r ist, da ansonsten Unklarheiten in der Offertstellung dazu missbraucht werden könnten, best immte Leistungsinhalte absichtlich offen zu lassen, um das Angebot nachträglich, in Kennt nis der Konkurrenzofferten, anzupassen (GALLI /M OSER /L ANG /S TEINER , a.a.O., Rz 710 f.). Die Beigeladene hat durch den bezüglich Euro- Schwankungen getätigten Vorbehalt eine Offerte mit e inem variablen Preis und damit ohne Endpreis eingereicht. Aufgrund der Angebotsbesprechung hat die Beigeladene den Vorbehalt zurückgezogen und damit den Inhalt des Angebots nachträ glich geändert. Dass die Änderung des Preises preis-/leistungsrelevant ist, braucht nicht weiter erläutert zu werden, umso mehr als der Preis das einzige Zuschlagskriterium war (Ziff. 3.2. 2 Ausschreibungsunterlagen). Die Be- schwerdegegnerin macht geltend, die Beigeladene sei fäl schlicherweise von einer langen Bau- phase ausgegangen. Gemäss Ausschreibungsunterlagen dauert e die ganze Bauphase vom 1. Januar 2016 bis 2020, wobei die erste Etappe vom 1. Januar 2016 bis 1. März 2017 und die zweite Etappe vom 1. Januar 2019 bis 1. Januar 2020 vorge sehen war. Von dieser Länge der Bauphase mussten alle Anbieter ausgehen. Auch die er ste Etappe betrug 14 Monate. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beigelade – auch wenn n ur die Länge der ersten Bauphase be- rücksichtigt wird – fälschlicherweise von einer langen Bauphase ausgegangen sein soll. Auch ihr Begleitschreiben, in welchem sie erklärt, dass sie auf grund der langen Bauphase die Euro- Schwankungen geltend machen müsse, lässt keinen allfälli gen Irrtum der Beigeladenen bezüg- lich Länge der Bauphase erkennen. Vielmehr handelt es sich – auch nur bei Berücksichtigung der ersten vierzehnmonatigen Bauphase – um eine lange Bauphase, welche die Beigeladene dazu bewog, das Risiko des volatilen Eurokurses nicht trage n zu wollen. Es ist nicht ersichtlich, worin der Irrtum der Beigeladenen, der hätte geklärt werden müssen und dürfen, bestanden haben soll. Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin di e Bauphase der ersten Bauetappe nachträglich verkürzt hat, vermag daran nichts zu ändern. 10.6. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass die Beigeladene bezüglich eines abso- lut zentralen Punktes eine nicht ausschreibungskonforme O fferte eingereicht hat. Diese Verlet- zung der Offertbedingungen wurde in Missachtung von § 2 5 BeG korrigiert und damit das An- gebot in rechtswidriger Weise nachträglich geändert. Die Beigeladene hätte aufgrund des feh- lenden Endpreises und aufgrund des Nichtvorliegens von Umständen, welche eine Berichtigung dieses Fehlers legitimiert hätten, aus dem Verfahren ausgeschlossen werden müssen. 11. Im Übrigen hat die Vergabestelle vorliegend auch das Gleichbehandlungsgebot (vgl. § 1 Abs. 1 lit. d BeG) schwerwiegend verletzt. Die Besch werdegegnerin hat auf der einen Seite Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei der Beurteilung, ob das Angebot der Beschwerdeführ erin aufgrund der Einreichung einer älter als sechsmonatigen GAV-Bestätigung auszuschliessen ist , ihr Ermessen streng ausgeübt und die Beschwerdeführerin aus dem Verfahren ausgeschlossen. Auf der anderen Seite hat die Beschwerdegegnerin aber eine in einem absolut zentralen Punkt nicht ausschreibungskonforme und an einem schweren Mangel leidende Offerte nicht vo m Verfahren ausgeschlossen sowie in Verletzung des Verhandlungsverbots und des Transparenzge bots (vgl. § 1 Abs. 1 lit. a und § 9 Abs. 1 lit. a BeG) die nachträgliche Änderung der Offerte der Beigeladenen zugelassen. 12. Aus den obigen Darlegungen ergibt sich, dass der Zusch lagsentscheid zu Unrecht an die Beigeladene erfolgt ist, da die Beigeladene auch aus dem Verfahren hätte ausgeschlossen werden müssen. Die Beschwerde ist insofern gutzuheissen, al s der Zuschlagsentscheid an die Beigeladene aufzuheben ist. Bei dieser Sachlage kann of fen bleiben, ob die übrigen Rügen der Beschwerdeführerin betreffend Mangelhaftigkeit der Offerte der Beigeladenen berechtigt sind. 13.1. Beschliesst das Gericht die Aufhebung des Zuschlages, so kann es gemäss § 30 Abs. 4 BeG in der Sache selbst entscheiden oder die Sache mit verbindlichen oder ohne verbindliche Anweisungen an die Auftraggeberin zurückweisen. Ein ref ormatorischer Beschwerdeentscheid kann dann getroffen werden, wenn der Sachverhalt voll ständig ist und sofern nur (noch) eine Beschwerde führende Partei für den Zuschlag in Frage ko mmt bzw. bei zwei grundsätzlich er- folgreichen Beschwerdeführerinnen feststeht, dass sich das eine Angebot gegenüber dem an- deren als das wirtschaftlich günstigere erweist (G ALLI /M OSER /L ANG /S TEINER , a.a.O., Rz 1405; ANDRÉ MOSER , Überblick über die Rechtsprechung 1998/99 zum öffentl ichen Beschaffungswe- sen, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2000, S. 686). 13.2. Vorliegendenfalls wurde die Beschwerdeführerin zu Recht aus dem Verfahren ausge- schlossen und die Beigeladene zu Unrecht nicht aus dem V erfahren ausgeschlossen, weswe- gen ihr zu Unrecht der Zuschlag erteilt wurde. Demzufol ge liegt keine Beschwerdeführerin vor, welche für den Zuschlag in Frage käme. Die Angelegenhe it ist folglich zur Neuausschreibung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 14.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Da sich die Beigeladene nicht am Ver- fahren beteiligt hat, wird sie bezüglich Kosten nicht belangt. Gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrensko sten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Den kantonalen Behörden können gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfah- renskosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht i n Anspruch nehmen. Im vorliegen- den Fall ist die Beschwerdeführerin mit ihrem Begehre n, es sei die Zuschlagsverfügung aufzu- heben, durchgedrungen, jedoch nicht mit ihrem Antrag, es sei ihr der Zuschlag zu erteilen, eventualiter die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ihr de n Zuschlag zu erteilen. Aufgrund der gesamten Umstände erscheint es daher angemessen, der Besch werdeführerin Verfahrenskos- ten in der Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen. Da der B eschwerdegegnerin im vorliegenden Fall keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, wird der hypothetisch auf sie entfallende Ver- fahrenskostenanteil nicht erhoben. Der Beschwerdeführeri n ist der zuviel geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 900.-- zurückzuerstatten. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 14.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seiner Honorarnote vom 7. Dezember 2015 für die Zeitperiode vom 2. bis 8. Okto ber 2015 einen Aufwand von 10 Stun- den und 35 Minuten à Fr. 320.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 84.-- und 8 % MwSt. und in seiner Kostenaufstellung vom 9. Februar 2016 für die Zeit vom 7. Dezember 2015 bis 7. Januar 2016 29 Stunden und 15 Minuten (wovon 1 Stunde und 5 Minu ten von einer anderen im gleichen Büro tätigen Anwältin erbracht wurde) à Fr. 320.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 10.-- und 8 % MwSt. Dies ergibt einen Gesamtbetrag von Fr. 13‘867.90 . Gemäss § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (Tarifordnung) vom 1 7. November 2003 beträgt das Honorar Fr. 200.-- bis Fr. 350.-- pro Stunde, je nach Schwieri gkeit und Bedeutung der Sache, der damit verbundenen Verantwortung und der persönlichen und fin anziellen Verhältnisse der zahlungs- pflichtigen oder der auftraggebenden Person. Das Kantonsgericht erachtet im vorliegenden Fall für den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Stun denhonorar von Fr. 250.-- als ange- messen. Unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführeri n bezüglich des Rechtsbegeh- rens, es sei ihr der Zuschlag zu erteilen, nicht obsiegt h at, erachtet das Kantonsgericht eine reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdeg egnerin in der Höhe von pauschal Fr. 6‘500.-- inklusive Auslagen und 8 % MwSt. als gerechtfertigt. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d er Zuschlagsentscheid des Regierungsrates Nr. 1552 vom 29. September 2015 aufgehoben und die Angelegenheit zur Neuausschreibung an die Vorinstan z zurückge- wiesen. 2. Der Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 500 .-- wird der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. Der zuviel bezahlt e Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 900.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker- stattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von pauschal Fr. 6‘500.- - (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen we rden die Par- teikosten wettgeschlagen. Vorsitzender Gerichtsschreiberin