Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. April 2016 (720 15 314 / 102) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Das Verwaltungsgutachten lässt eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Ar- beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung da- rauf abgestellt werden kann. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , vertreten durch Dr. Alex Hediger , Advokat , Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1961 geborene A.____ arbeitete bis 31. März 2013 teilzeitlich als Serviceangestellte im Restaurant W.____ in X.____. Am 4. März 2013 mel dete sie sich unter Hinweis auf Ge- dächtnis-, Konzentrations- und Schlafstörungen, Zit tern, rasche Ermüdbarkeit sowie Freudlo- sigkeit und Interessensverlust bei der Eidgenössisc hen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlic hen, erwerblichen und hauswirtschaftli- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landsc haft (IV-Stelle) in Anwendung der ge- mischten Bemessungsmethode – mit Anteilen von 65% an Er werbs- und von 35% an Haus- haltstätigkeit – einen Invaliditätsgrad von 1%. Nach Du rchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte sie deshalb mit Verfügung vom 3. September 201 5 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, am 5. Oktober 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 3. September 2015 sei ihr mit Wirkung ab 1. März 2013 basierend auf einem IV-Grad von mindestens 70% ei ne ganze Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltli- chen Rechtspflege mit Advokat Dr. Hediger als Rechtsvertre ter. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzu reichenden medizinischen Unter- lagen beruhe. Ferner sei zur Berechnung des IV-Grads ni cht die gemischte, sondern die allge- meine Methode des Einkommensvergleichs heranzuziehen. C. Mit Verfügung vom 7. Oktober 2015 wurde der Beschwe rdeführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Dr. Hediger als Rechtsvertreter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 24. November 2015 schloss d ie IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf di e – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 5. Oktober 2015 ist einzutrete n. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochten en Verfügung vom 3. September 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1) 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Zu den psych ischen Gesundheitsschäden gehören somit neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelisch e Abwegigkeiten mit Krank- heitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelisc hen Verfassung und damit invali- denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beein trächtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gute n Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass d es Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente , wenn sie zu mindestens 60%, auf Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindes- tens 40% invalid ist. 4.2.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.2.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; bzw. Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.2.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Renten- anspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbe- messung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstäti ge zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 5.1 Streitig ist zunächst, nach welcher Methode der In validitätsgrad der Beschwerdeführerin zu bemessen ist. 5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwei lig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechung des EVG aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte , wenn keine gesundheitliche Beein- trächtigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen versichert en Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver hältnisse ebenso wie allfällige Erzie- hungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und B egabungen zu berücksichtigen. Die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 3. September 2015) entwickelt haben. 5.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Besc hwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 136). Während im Zivil- und Strafverfahren die richterliche Überzeugung grundsätzlich auf den vollen Beweis gründet, hat das Gericht im Sozialversicherungsrecht sein en Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarst ellung zu folgen, die es von allen mögli- chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 5.4 Vorliegend ging die IV-Stelle davon aus, dass die V ersicherte als Gesunde zu 65% einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 35% im Haushalt beschäftigt wäre, was zur Anwendung der gemischten Methode führt. Zur Beg ründung verwies sie im Wesentli- chen auf den beruflichen Werdegang und die familiäre Situation der Beschwerdeführerin und hielt fest, dass diese vor Beginn ihrer Erkrankung in ei nem Gesamtpensum von lediglich 65% gearbeitet habe und zudem nicht ersichtlich sei, dass sie eine Erhöhung des Arbeitspensums angestrebt hätte. Auch nach der Scheidung im Jahr 2008 sei sie zu keinem Zeitpunkt zu 100% erwerbstätig gewesen. Demgegenüber macht die Beschwerdef ührerin – unter Hinweis auf ihre im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" vom 7. August 2014 wiedergegebenen Angaben – geltend, sie wäre ohne gesundheitliche Beei nträchtigungen zu 100% erwerbstätig, weshalb die Bemessung der Invalidität nach der Methode des Einkommensvergleichs zu erfol- gen habe. Bei dieser Sachlage ist fraglich, in welche m Umfang die Beschwerdeführerin im vor- liegend massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses im Gesundheitsfall tatsächlich er- werbstätig gewesen wäre. Diese Frage kann letztlich abe r offen bleiben, denn – wie weiter un- ten (vgl. E. 10 hiernach) zu zeigen sein wird – hat es keine Auswirkungen auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens, ob der IV-Grad in Anwendung der allgemeinen oder der gemischten Methode bemessen wird. 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Sc hlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behan delnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunt er im Hinblick auf ihre auftrags- rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien- ten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiell en Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass ei ne Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vor nherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betr euung durch behandelnde Ärzte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der ander en Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut- achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen E xperten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelange n (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vor behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein sub- jektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspe kte benennen, die im Rahmen der Begut- achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur teil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 7. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 8. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im W esentlichen die folgenden medizini- schen Unterlagen zu berücksichtigen: 8.1 Die Versicherte befand sich vom 12. Juni 2013 bis 4. September 2013 stationär in der Klinik B.____. Im Austrittsbericht vom 4. September 2013 wurden ein Alkoholabhängigkeitssyn- drom, derzeit abstinent in beschützender Umgebung (ICD -10 F10.21) und eine gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F3 3.4) diagnostiziert. Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich testpsycholog isch leichte bis deutliche Ein- schränkungen der attentionalen und in Teilbereichen de r exekutiven Funktionen gezeigt. Insge- samt würden die Befunde einer leichten bis mittelschwer en, unspezifischen neuropsychologi- schen Störung entsprechen. Betroffen seien vor allem die Aufmerksamkeit und komplexe exe- kutive Funktionen. Die Ergebnisse seien mit den bestehende n psychiatrischen Diagnosen ver- einbar. Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit sei gr undsätzlich möglich. Bei Tätigkeiten mit hohen kognitiven Anforderungen dürfte die Funktionsfähigkeit aber eingeschränkt sein. 8.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. C.____, FMH Neurologie, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem bidisziplinären Gutachten. Am 21. März 2014 stellte Dr. C.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein mässig ausgeprägtes, linksbetontes Cer- vico-thorako- sowie ein Lumbovertebralsyndrom ohne neurol ogische Ausfälle, ohne relevante Funktionseinschränkungen und leichte kognitive Defizite, differentialdiagnostisch im Zusam- menhang mit chronischem Substanzkonsum oder im Rahmen ei ner psychiatrischen Erkran- kung, fest. Der Versicherten sei die bisherige Tätigkeit im Gastgewerbe wegen der Rückenbe- schwerden und den leichten kognitiven Defizite nicht mehr zumutbar. Da der Verlauf der Rückenprobleme nicht genügend rekonstruiert werden kö nne und deshalb eine retrospektive Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung nicht möglich sei, gelte die Einschränkung ab dem Datum der Begutachtung. Ange- passte und intellektuell nicht überdurchschnittlich anspru chsvolle Arbeiten seien aus neurologi- scher Sicht in einem vollen Pensum ohne weitere Einschrä nkungen zumutbar. Am 17. April 2014 diagnostizierte Dr. D.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende de- pressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünde n ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtiger Abstinenz (ICD-10 F10.20), akzentuierte (abhängige, ängstlich-vermeidende) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) und schädlicher Gebrau ch von Cannabis (ICD-10 F12.1), Sedativa (ICD-10 F13.1) und Kokain (ICD-10 F14.1). Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, insbesondere der Müdigkeit, der wechselhaften Stimmung, des Gewichtsverlusts, des häufig auftretenden Gefühls allgemeiner Sinnlosigkeit und der manchmal auftretenden Sui- zidgedanken bestünde in der bisherigen und in alternat iven Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% ohne zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit. Es sei davon auszugehen, dass die Einschränkung schon seit Jahren bestande n habe. Kognitiv anspruchs- volle Tätigkeiten oder Arbeiten im Service seien der V ersicherten nicht mehr zumutbar. In Be- zug auf die Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. E. ____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, hielt Dr. D.____ fest, dass in diagnostischer Hinsicht keine erheblichen Diskrepanzen bestünden. Anlässlich des Telefonats am 27. Februar 2014 habe Dr. E.____ allerdings ein am- nestisches Syndrom erwähnt. Aufgrund der Tatsache, dass eine Depression vorliege, könne aber kein amnestisches Syndrom diagnostiziert werden. Entg egen der Ansicht von Dr. E.____ bestünde aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde au ch keine Persönlichkeitsstörung. Vielmehr sei von akzentuierten Persönlichkeitszügen auszug ehen. Diese hätten jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Weiter gehe Dr. E. ____ davon aus, dass die Versicherte auf- grund von massiven Gedächtnis- und Konzentrationsstörung en vollständig arbeitsunfähig sei. Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde bestünden h eute keine massiven kognitiven Beeinträchtigungen. Möglicherweise sei es infolge der Abstinenz zu einer wesentlichen Verbes- serung der kognitiven Fähigkeiten gekommen. Gesamthaft b etrachtet sei die Versicherte im Umfang von 20% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 8.3 Am 10. April 2015 nahm Dr. E.____ zum Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 21. März 2014 und 17. April 2014 Stellung. Er hielt fest, dass die Versicherte – entgegen der Beurteilung im Gutachten – psychisch schwer krank und aufg rund der affektiven Störungen, der kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie den massiven Gedäch tnis- und Konzentrationsstö- rungen in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Zunächst sei das Gutachten von Dr. D.____ inhaltlich oberflächlich und teilweise wide rsprüchlich. So sei die Exploration unvoll- ständig und die Beschwerden der Versicherten seien relati viert, bagatellisiert und entwertend dargestellt und der psychopathologische Befund sei mangelhaft beschrieben worden. Die Beur- teilung im Gutachten sei weder objektiv noch nachvollziehb ar. Zudem habe sich der psychiatri- sche Gutachter weder bei ihm noch beim Hausarzt über de n Gesundheitszustand der Versi- cherten erkundigt. Aufgrund der bisherigen medizinischen Berichte werde deutlich, dass sich die Versicherte nicht an Regeln und Verpflichtungen hal ten könne und sich den Konsequenzen ihres Verhaltens nicht bewusst sei. Das aktuelle Leiden de r Versicherten sei überhaupt nicht exploriert worden. Sie werde von ihrem Freund manipu liert und sei von ihm abhängig. Sie sei nicht in der Lage, sich für ihre Bedürfnisse in dieser Be ziehung durchzusetzen. Die Einschät- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zung, wonach die depressive Störung leichtgradig sei, sei typisch für die versicherungsabhän- gigen Gutachter. Aktuell müsse die Schwere der depressiven Verstimmung aber mindestens als mittelgradig eingestuft werden. Aufgrund der ihm zug estellten Unterlagen sowie der oberfläch- lich angegebenen Beschwerden sei es dem Gutachter auch nicht möglich gewesen, eine Per- sönlichkeitsstörung zu erkennen. Um die kognitive Leistungs fähigkeit der Versicherten beurtei- len zu können, sei eine neuropsychologische Testung angezei gt. Aufgrund der Verlaufs, der Diagnosen, der affektiven, vegetativen, psychomotorischen, formalgedanklichen und kognitiven Störungen seien die psychophysischen und psychosozialen Leistungen der Versicherten erheb- lich beeinträchtigt. Durch die Chronifizierung sowie die langjährige Arbeitsunfähigkeit sei sie auf dem Arbeitsmarkt kaum einsetzbar. Daher sei die Einschätzu ng, wonach die Versicherte im Umfang von 80% arbeitsfähig sein soll, nicht nachvollziehbar. 8.4 Am 14. September 2015 hielt Dr. E.____ im Wesent lichen fest, dass die Versicherte psychisch schwer angeschlagen sei und ihr gemäss Mini-ICF-APP auf dem offenen Arbeits- markt keine Tätigkeit mehr zumutbar sei. Aufgrund der be stehenden kognitiven Einbussen sei die Versicherte nicht in der Lage, einfache Aktivitäten des täglichen Lebens ohne fremde Hilfe zu überwinden. 9.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollum- fänglich auf die Ergebnisse im bidisziplinären Gutachte n der Dres. C.____ und D:____ vom 21. März 2014 und 17. April 2014 und ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten an- gepasste Tätigkeiten im Umfang von 80% zumutbar seien. 9.2.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 21. März 2014 und 17. April 2014 beruht au f einer eingehenden Untersuchung der Versicherten und es berücksichtigt auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem geht es einlässlich auf die Beschwerden ein und vermittelt ein hinreichendes Bild über den Gesundheitszustand der Versicherten. Es wir d deutlich, dass die Versicherte nebst einem Cervico-thorako- sowie einem Lumbovertebralsyndrom ohne neurologische Ausfäl- le und ohne relevante Funktionseinschränkungen eine derzeit leicht ausgeprägte rezidivierende depressiven Störung sowie leichte kognitive Defizite, diff erentialdiagnostisch im Zusammen- hang mit chronischem Substanzkonsum oder im Rahmen einer p sychiatrischen Erkrankung aufweist. Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde kann weder ein amnestisches Syn- drom noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert we rden. Vor diesem Hintergrund ist auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit na chvollziehbar begründet. Demnach ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin angepasste u nd intellektuell nicht überdurch- schnittlich anspruchsvolle Arbeiten im Umfang von 80% zum utbar sind. Insgesamt ist die Beur- teilung im Gutachten sowohl in der Darlegung der me dizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überze ugend und lässt eine zuverlässige Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu, weshalb die IV-Stelle bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage darauf abstellen durfte. 9.2.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdefü hrerin nichts zu ändern. Wenn sie sich auf die ausführlichen Kritik des behandelnden Psychi aters Dr. E.____ beruft, wonach die Beurteilung insbesondere im psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ vom 17. April 2014 inhaltlich oberflächlich und zudem weder objektiv noc h nachvollziehbar sei, gilt es zunächst zu berücksichtigen, dass mit Blick auf die beweisrechtlich bedeu tsame Verschiedenheit von Be- handlungs-/ Therapieauftrag einerseits und Begutachtun gsauftrag andererseits auch die Ein- schätzungen behandelnder Spezialärzte mit besonderer Sorg falt zu würdigen sind (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4 mit Hinweisen). Der Kritik des behand elnden Psychiaters, wonach das Gutach- ten von Dr. D.____ nicht objektiv sei, kann nicht gefol gt werden. Jedenfalls ergeben sich weder aus den Akten noch aus den Stellungnahmen von Dr. E.___ _ vom 10. April 2015 und 14. September 2015 Anhaltspunkte dafür, dass der psychia trische Gutachter nicht lege artis vorgegangen wäre. Zudem benennt Dr. E.____ keine Asp ekte, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären und die Beurteilung von Dr. D.____ vom 17. April 2014 in Frage zu stellen vermöchten. Zwar ist Dr. E.____ insofern beizupflichten, als im Rahmen der Begutachtung keine aktuelle neuropsychologische Testung durchgeführt wurde. Da aber der neurologische Gutachter Dr. C.____ in se inem Gutachten vom 21. März 2014 nachvollziehbar darlegte, dass die Versicherte bloss leicht e kognitive Defizite aufweise und auch im Bericht der Klinik B.____ – trotz bestehender kognitiver Störung – eine berufliche Tä- tigkeit als zumutbar erachtet wurde, ist davon auszugehen , dass der Versicherten auf dem ers- ten Arbeitsmarkt eine angepasste Arbeit grundsätzlich mö glich ist. Insgesamt vermögen die Vorbringen von Dr. E.____ die ausschlaggebende Beweiskraf t des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ nicht in Zweifel zu ziehen. V ielmehr lässt es eine zuverlässige Beur- teilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu, weshal b in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) darauf abgestellt werden kann. 10. Gestützt auf die massgebende Beurteilung der Dres. C.____ und D.____ ist davon aus- zugehen, dass der Versicherten eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 80% möglich und zumutbar ist. Selbst wenn den Ausführungen der Beschwerdeführerin gefolgt und angenommen würde, die Invalidität nach der Methode des Einkomme nsvergleichs zu bemessen wäre (vgl. E. 5.4 hiervor), liesse sich daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechts anwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzunehmen wäre und die Berechnung auch von der Versicherten nicht beanstan det wurde, erübrigt sich eine detail- lierte Auseinandersetzung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkommensvergleich. Es ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass die Beschwe rdeführerin ein rentenausschliessen- des Erwerbseinkommen erzielen könnte. Die angefochtene Verfügung, mit welcher der An- spruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente verneint w urde, ist demnach nicht zu beanstan- den. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Da ihr mit Verfügung vom 7. Okto- ber 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, gehen die Verfahrenskosten vor- läufig zu Lasten der Gerichtskasse. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Verfügun g vom 7. Oktober 2015 die unentgeltli- che Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Hono rar bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Be schwerdeführerin hat in seiner Honorar- note vom 6. April 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 12,18 Stunden und Auslagen von Fr. 389.-- geltend gemacht, was sich um fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemesse n erweist. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘051.-- (12 ,18 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Ausla- gen von Fr. 389.-- + 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 3‘051.-- (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) au s der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht