200 19 618 IV SCJ/PES/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 19. Februar 2020 Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schütz Gerichtsschreiber Peter A.________ vertreten durch Fürsprecher B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 18. Juni 2019 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 2 Sachverhalt: A. Ein erstes Gesuch um Massnahmen für die berufliche Eingliederung des 1994 geborenen A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde- führer) wurde von der IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Be- schwerdegegnerin) mit Verfügung vom 21. Oktober 2010 mit der Begrün- dung abgewiesen, aufgrund der medizinischen Unterlagen liege kein Ge- sundheitsschaden vor. Die intellektuellen Fähigkeiten des Versicherten lägen mit einem Gesamt-IQ von 86 nicht im iv-relevanten Bereich (Antwort- beilage [AB] 11). Im Rahmen einer zweiten Anmeldung für eine berufliche Integration vom Mai 2016 (AB 12 i.V.m. AB 15) veranlasste die IV-Stelle für die Zeit vom 7. November bis 4. Dezember 2016 eine Arbeitsmarktliche-Medizinische Abklärung (AMA) des Versicherten in der Abklärungsstelle C.________ (AB 30). Da der Versicherte trotz Aufforderung zur Mitwirkung im Sinne von Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allge- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nicht wie gefordert an der Massnahme teilnahm (vgl. AB 38 sowie Abklärungsbericht AMA vom 23. Dezember 2016 [AB 39 S. 4 ff.]), wurde diese per 23. No- vember 2016 abgebrochen (AB 34). Hierauf wies die IV-Stelle nach ent- sprechendem Vorbescheid (AB 35) das Leistungsbegehren des Versicher- ten hinsichtlich beruflicher Massnahmen mit Verfügung vom 30. Januar 2017 (erneut) ab. Aufgrund der fehlenden Mitwirkung werde das Dossier geschlossen (AB 42). Im Juli 2017 erfolgte eine weitere Anmeldung des Versicherten bei der In- validenversicherung (AB 43). In der Folge veranlasste die IV-Stelle wieder- um eine AMA in der Abklärungsstelle C.________, diesmal für die Zeit vom 23. Oktober bis 19. November 2017 (AB 57). In deren Verlauf wurde der Versicherte lic. phil. F.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, für eine neuropsychologische Abklärung zugewiesen (vgl. Bericht Neuropsychologische Abklärung vom 13. November 2017 [AB 67 S. 2 ff.] sowie Abklärungsbericht AMA vom 29. November 2017 [AB 68 S. 5 ff.]). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 3 Am 12. Februar 2018 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten sodann Kos- tengutsprache für einen Arbeitsversuch in der Abklärungsstelle C.________ vom 26. Februar bis 27. Mai 2018 (AB 75). Auf den 15. März 2018 wurde der Arbeitsversuch abgebrochen (AB 82) und nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine psychiatrische Begutachtung des Versicherten durch Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Kinder- und Jugend- psychiatrie und -psychotherapie in Auftrag gegeben (vgl. AB 81, 89, 91, 93, 97). Das entsprechende Gutachten datiert vom 11. Oktober 2018 (AB 101.1 S. 3 ff.). Am 31. Oktober 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicher- ten mit, es seien keine weiteren Eingliederungsmassnahmen angezeigt. Das Dossier werde deshalb im Eingliederungsmanagement geschlossen (AB 107). Mit Vorbescheid vom 2. April 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine umfassende Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Man- gels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bestehe kein Anspruch auf IV-Leistungen (AB 112). Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 13. Mai 2019 Einwand. Gemäss Gut- achten liege eine massgebliche Invalidität vor, weshalb er Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe (AB 120). Am 18. Juni 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicher- ten unter Stellungnahme zu den erhobenen Einwänden ihrem Vorbescheid entsprechend ab (AB 125). B. Gegen diese Verfügung vom 18. Juni 2019 (AB 125) erhob der Versicher- te, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 20. August 2019 Be- schwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Ver- fügung sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente der Invalidenver- sicherung zuzusprechen – unter Kosten- und Entschädigungsfolge.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 4 Mit Beschwerdeantwort vom 17. September 2019 beantragt die Beschwer- degegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. In seiner Stellungnahme vom 4. November 2019 hierzu hält der Beschwer- deführer vollumfänglich an der Beschwerde resp. seinem Rechtsbegehren auf eine ganze Rente fest. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Be- schwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vor- instanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge- setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 18. Juni 2019 (AB 125). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer An- spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 5 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 2.2Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön- nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, erfolgt gemäss höch- strichterlicher Rechtsprechung anhand eines strukturierten normativen Prü- fungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti- gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge- sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava- tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Liegt auch unter dem Ge- sichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 eine versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato- ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 6 tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich- baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re- gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato- ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel- ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner- kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge- sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi- katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308). 2.3Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga- benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab- lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen- dung des 18. Altersjahres folgt. 2.4Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 7 Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.5Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheits- zustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erhe- ben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sach- verständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitli- chen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich be- gründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per- son noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV Nr. 75 S. 231 E. 4.1.1). 2.6Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 8 nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 2.7Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). 3. 3.1In medizinischer Hinsicht stützt sich der angefochtene Entscheid im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten des Dr. med. D.________ vom 11. Oktober 2018 (AB 101.1 S. 3 ff.). Laut Dr. med. D.________ liegen beim Beschwerdeführer eine gemischte Angststörung (ICD-10: F41.3), eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung mit unreifen und abhängigen Anteilen (ICD-10: F60.6), eine Lernbehinderung (ICD-10: F81.9), eine Rechenstörung (ICD-10: F81.2) sowie eine leichte Form des Stotterns (ICD-10: F98.5) vor. Gemäss Gutachten ergab die Befunderhebung keine Hinweise für Be- wusstseins- oder Orientierungsstörungen. Der Beschwerdeführer sei während der Untersuchung zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person uneingeschränkt orientiert und die chronologische Erinnerung lebensge- schichtlicher Ereignisse sei gut gewesen. Hinsichtlich Aufmerksamkeit und Gedächtnis hätten sich leichte Auffassungsstörungen gezeigt; Erklärungen hätten zum Teil wiederholt werden müssen. Die Merkfähigkeit sei nicht be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 9 einträchtigt gewesen. Die Konzentrationsleistung sei im Gesprächsverlauf nicht auffällig gewesen. Subjektiv seien Störungen des Lernens beklagt worden (AB 101.1 S. 13.). Das Gespräch sei während der gesamten Explo- rationsdauer gut führbar gewesen. Es hätten sich keine aufgelockerten Assoziationen, kein Gedankenabreissen und auch keine Störungen im Sin- ne einer Zerfahrenheit oder Inkohärenz gezeigt. Das Denken sei geordnet gewesen. Denkstörungen im Sinne einer Hemmung, einer Verlangsamung, einer Sperrung oder Neologismen hätten sich nicht gefunden. Jedoch seien fixierte kognitive Überzeugungen und Denkmuster zu eigenen Defiziten festzustellen gewesen. Es seien ausgeprägte Versagensängste angegeben und über Angstanfälle mit kognitiven und vegetativen Symptomen in Leis- tungssituationen berichtet worden. Zwangsgedanken und Zwangsimpulse seien verneint worden. Berichtet worden sei ein Bestreben nach Ordnung von zwanghaftem Charakter. Stereotypien oder Tics seien nicht beobacht- bar gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf wahnhaftes Erleben, auf Sinnestäuschungen oder Halluzinationen oder auf Ich-Störungen gefunden. Die Grundstimmung habe ausgeglichen, euthym gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei vorhanden gewesen, der affektive Rapport gut. Das Empfinden von Freude und Lust sei nicht als vermindert geschildert worden. Die Zukunftsvorstellungen seien diffus und mit besorgter Stim- mung verknüpft gewesen. Es hätten sich deutliche Hinweise für Selbstunsi- cherheit gezeigt. Während der gesamten Exploration habe eine angemes- sene spontane Gestik und Mimik bestanden. Es hätten sich keine Hinweise auf psychomotorische Verlangsamung oder Beschleunigung gefunden. Tageszeitabhängige Beschwerden seien keine genannt worden (AB 101.1 S. 14). Die Messung der kognitiven Fähigkeiten sei im Rahmen des bisherigen IV- Verfahrens erfolgt. Mit der neuropsychologischen Abklärung durch lic. phil. F.________ vom 13. November 2017 (AB 67 S. 2 ff.) liege ein aktuelles und plausibles Ergebnis hinsichtlich der eingeschränkten kognitiven/intel- lektuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers vor (vgl. AB 101.1 S. 16). Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung habe bisher nicht stattgefunden. Entsprechende Empfehlungen von Fachpersonen seien nicht umgesetzt worden. Die gemachten Angaben des Beschwerdeführers zu den Beschwerden und Funktionseinbussen (Angst-/Stressreaktionen, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 10 Überforderungssituationen) seien mit den beobachteten und in den Akten beschriebenen Reaktionen konsistent und plausibel (AB 101.1 S. 18). Der Beschwerdeführer könne sich in Kontakten freundlich und kooperativ zei- gen und er zeige eine intrinsische Motivation zur Veränderung seiner Situa- tion und den Willen zum Arbeiten. In ihn nicht belastenden und/oder über- fordernden sozialen Situationen habe er eine gute emotionale Ausdauer und ein gutes Durchhaltevermögen. Einfache, klar strukturierte und ein- schrittige Arbeiten in einem klar strukturierten Rahmen (wie beispielsweise einfache Reinigungsarbeiten oder Gartenarbeiten) mit geringer Anforde- rung an Selbständigkeit und eigene Planung könne er mit genügender Qualität ausführen. Mit raschen Wechseln sei er sowohl im Denken wie mit der praktischen Umsetzung schnell überfordert. Die Flexibilität des Be- schwerdeführers sei vermindert und zeitlichem Druck sei er nicht gewach- sen. Er habe kaum etablierte Problemlösungsstrategien noch besitze er die Fähigkeit zu spontanen eigenen Ideen und zum Experimentieren. In Kom- bination mit geringer Frustrationstoleranz wirke sich dies negativ auf die Lern- und Leistungsfähigkeit aus. Aufgrund seines Gesundheitsschadens benötige er zur Einarbeitung in für ihn neue oder wenig bekannte Tätigkei- ten vermehrten Instruktions-, Anleitungs- und Kontrollaufwand sowie mehr Zeit, mehr Anleitung und mehr Übung. Einfache Hilfstätigkeiten (vorwie- gend körperlich, repetitiv, stark strukturiert, genau definiert, unter Anleitung bzw. genauen Vorgaben und weitgehend nicht selbständig durchgeführt) könnten mit einer reduzierten Leistungsfähigkeit von ca. 40% erledigt wer- den, allerdings nur in einem geschützten Arbeitsumfeld. Aufgrund der feh- lenden Belastbarkeit sei eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt – auch teil- zeitlich und angepasst – nicht realistisch (AB 101.1 S. 18). 3.2Das psychiatrische Gutachten des Dr. med. D.________ vom 11. Oktober 2018 (AB 101.1 S. 3 ff.) erfüllt sämtliche der in Erwägung 2.6 hiervor genannten, von der Rechtsprechung an medizinische Expertisen gestellten Anforderungen und erbringt damit hinsichtlich psychischen Ge- sundheitszustands des Beschwerdeführers vollen Beweis (vgl. E. 2.7 hier- vor). Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprächen, sind keine ersichtlich. Insbesondere ergeben sich keine Wider- sprüche zur Beurteilung der AMA-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, welche beim Beschwerdeführer aus-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 11 geprägte akzentuierte Persönlichkeitszüge (unreif, emotional instabil, ängstlich-vermeidend, selbstunsicher) resp. differentialdiagnostisch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) diagnostiziert hat (AB 68 S. 27). Seit Dezember 2018 soll der Beschwerdeführer durch Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch betreut werden (vgl. AB 118). Die Inter- vention auf psychiatrischer Ebene erachtete bereits die Psychiaterin Dr. med. G.________ im Abklärungsbericht AMA vom 29. November 2017 als dringlichste Massnahme (AB 68 S. 29). Wenn der Beschwerdeführer mit der Aufnahme einer psychiatrischen Behandlung dennoch bis Dezem- ber 2018 zugewartet hat, wendet die Beschwerdegegnerin gegen den gel- tend gemachten Rentenanspruch zu Recht ein, die Behandlungsoptionen seien noch nicht ausgeschöpft (vgl. dazu E. 3.4 nachfolgend). Was schliesslich die Behandlung durch Dr. med. E.________ anbelangt, kann diese mit Bezug auf den vorliegend massgeblichen Überprüfungszeitpunkt nicht als lege artis und konsequent durchgeführt betrachtet werden, ersuch- te doch Dr. med. E.________ die Beschwerdegegnerin erstmals Mitte April 2019 um Zustellung der IV-Akten (AB 118), aus welchen sich aufgrund der von der Beschwerdegegnerin veranlassten medizinischen und beruflichen Abklärungen der psychiatrische Interventionsbedarf erst ableiten lässt. Bei dieser Sachlage durfte die Beschwerdegegnerin mit Fug auf die Einholung eines Berichts von Dr. med. E.________ verzichten. Ebenso wenig besteht unter diesen Umständen für das Verwaltungsgericht hierzu Anlass. Dies gilt umso mehr, als sich den gesamten Akten nichts entnehmen lässt, was vom psychiatrischen Gutachter Dr. med. D.________ unerkannt oder ungewür- digt geblieben wäre. Aufgrund der Akten, insbesondere der AMA-Abklärungsberichte (vgl. AB 39 S. 4 ff., AB 68 S. 5 ff.), ist erstellt und denn auch unbestritten, dass der Be- schwerdeführer in körperlicher Hinsicht nicht beeinträchtigt ist. Damit er- weist sich der medizinische Sachverhalt mit dem sich hinsichtlich kognitiver Fähigkeiten des Beschwerdeführers auf die schlüssige neuropsychologi- sche Abklärung durch lic. phil. F.________ vom 13. November 2017 (AB 67 S. 2 ff.) stützenden, nach dem Dargelegten in medizinisch-psychiatrischer Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 12 Hinsicht voll beweiskräftigen Gutachten des Dr. med. D.________ vom 11. Oktober 2018 (AB 101.1 S. 3 ff.) als rechtsgenüglich abgeklärt. Etwas anderes wird von den Parteien auch nicht geltend gemacht. 3.3Hinsichtlich kognitiver Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass die neuropsychologische Abklärung durch lic. phil. F.________ einen IQ von 75 – 76 und damit einen IQ im unteren Normbe- reich ergeben hat (AB 67 S. 8 und S. 11). Gemäss ICD-10 wird erst bei einem IQ von unter 70 von einer Intelligenzminderung gesprochen (ICD-10: F7x.x), welche die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen in der freien Wirtschaft herabsetzen kann, wobei ein IQ von 50 – 69 als leichte Intelligenzminde- rung bezeichnet wird, mit welcher viele Erwachsene arbeiten, gute soziale Beziehungen unterhalten und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten können (ICD-10: F70). Damit steht fest, dass die kognitiven Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers mit einem IQ von 75 – 76 nicht in einem Bereich liegen, dem Krankheitswert zukommt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. September 2008, 8C_119/2008, E. 6.3.1 sowie Entscheid des Eid- genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 6. März 2006, I 775/05, E. 4.1). Zu prüfen bleibt, ob der psychischen Pro- blematik des Beschwerdeführers in einer gesamthaften Würdigung der massgebenden Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 aus juristischer Sicht eine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden kann (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 54). Diese Beurteilung ist gestützt auf die medizinische Fakten- lage und damit in sachverhaltlicher Hinsicht im Wesentlichen gestützt auf die neuropsychologische Abklärung durch lic. phil. F.________ (AB 67 S. 2 ff.) und insbesondere das psychiatrische Gutachten des Dr. med. D.________ (AB 101.1 S. 3 ff.) vorzunehmen (E. 3.4 hiernach). 3.4Hinweise auf ein aggravatorisches Verhalten des Beschwerdefüh- rers oder eine ähnliche Konstellation im Sinne der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 finden sich vorliegend nicht (vgl. AB 67 S. 9). In der Be- schwerdeantwort, S. 3 Ziff. 8, macht die Beschwerdegegnerin geltend, die Tatsache, dass der Beschwerdeführer noch nie längerdauernd eine Thera- pie wahrgenommen habe, spreche gegen einen hohen Leidensdruck und stelle somit einen Ausschlussgrund dar. Dem kann nicht gefolgt werden. Ein Ausschlussgrund liegt lediglich dann vor, wenn die Leistungseinschrän-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 13 kung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung – insbesondere einem sekundären Krankheitsgewinn – beruht und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten sind. Der Umstand, dass die Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft sind, ist unter dem Aspekt des Behandlungserfolgs resp. des behandlungs- und eingliederungsanamnes- tisch ausgewiesenen Leidensdrucks zu würdigen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f. und E. 4.4.2 S. 304 sowie die nachfolgenden Aus- führungen). Eine erhebliche Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ist vorliegend in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (siehe Beschwerdeant- wort, S. 4, Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde) gestützt auf die gutachterliche Befunderhebung (AB 101 S. 12 ff.; vgl. E. 3.1 hiervor) wie auch die übrigen Akten (vgl. AB 68 S. 26 und 40) zu verneinen, wobei die ansonsten zu bestätigenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin da- hingehend zu ergänzen sind, dass immerhin gemäss Mini-ICF-APP in eini- gen Bereichen für Arbeit und Soziales relevante Beeinträchtigungen vorlie- gen (vgl. AB 101 S. 15 sowie E. 3.1 hiervor). Als wichtiger Schweregradindikator erheblich ins Gewicht fällt vorliegend, dass bislang noch keine länger andauernde psychiatrische Behandlung konsequent durchgeführt worden ist und demzufolge die Therapiemöglich- keiten nicht ausgeschöpft sind (vgl. dazu auch E. 3.2 hiervor). Dies obwohl der Gutachter in Bestätigung des bereits im Abklärungsbericht AMA vom 29. November 2017 für dringlichst gehaltenen Interventionsbedarfs (AB 68 S. 29) ausdrücklich darauf hinweist, medizinische Massnahmen in Form einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung könnten mit hin- länglicher Wahrscheinlichkeit die Auswirkungen der fehlerhaften Persön- lichkeitsentwicklung verbessern und damit positive Effekte auf die Leis- tungsfähigkeit ausüben (AB 101.1 S. 19). In Übereinstimmung mit der neu- ropsychologischen Abklärung (vgl. AB 67 S. 11) ist gemäss Gutachten je- doch nicht davon auszugehen, dass die eingeschränkten kognitiven/intel- lektuellen Fähigkeiten behandelt werden können (AB 101.1 S. 19). Hinsichtlich Komorbiditäten ist festzuhalten, dass die seit Kindesalter be- stehenden kognitiven Schwierigkeiten den Beschwerdeführer nicht gehin-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 14 dert haben, eine Ausbildung auf EBA-Niveau abzuschliessen (siehe AB 17 S. 6) und dass somatischerseits keinerlei Komorbiditäten bestehen. In Bezug auf den Komplex „Persönlichkeit“ wurde beim Beschwerdeführer eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung attestiert. Indessen weist die Beschwerdegegnerin mit Recht darauf hin, dass die Eingliede- rungsbemühungen in erster Linie wegen unentschuldigten Fernbleibens sowie mangelnder Motivation (vgl. AB 39 S. 8, AB 68 S. 18) gescheitert sind und dass sich weder das fehlende Abmelden noch die mangelnde Motivation mit dem Gesundheitsschaden hinreichend begründen lassen (vgl. Beschwerdeantwort, S. 5). Zum Komplex „sozialer Kontext“ ist zu bemerken, dass sich der Beschwer- deführer gemäss Gutachten an den Wochenenden mit Freunden trifft und im Sommer 2018 mit Kollegen für zwei Wochen im Ausland in den Ferien war (AB 101.1 S. 12). Dies spricht gegen einen erheblichen Schweregrad der bei ihm diagnostizierten ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung wie auch der gemischten Angststörung und lässt auf gewisse Ressourcen schliessen. Auch das in den Unterlagen geschilderte Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers (vgl. AB 101.1 S. 11 f.) lässt sich mit einer vollständi- gen Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft nicht ohne weiteres verein- baren. Ein Leidensdruck des Beschwerdeführers ist sodann nicht ausgewiesen. Die AMA-Ärztin Dr. med. G.________ empfahl in ihrem Bericht „dringend“ die umgehende Aufnahme und konsequente Durchführung einer psycho- therapeutischen Behandlung (AB 68 S. 27). Der Beschwerdeführer wurde in der Folge in der Sprechstunde für ADHS vom 19. März bis 24. April 2018 ambulant untersucht (AB 101.2); auch hier wurde ein medikamentöser Be- handlungsversuch kombiniert mit einer Psychotherapie empfohlen. Die Behandlung wurde gemäss Angaben im Gutachten im Mai 2018 beendet, „weil keine Themen mehr zu klären gewesen seien“ (AB 101.1 S. 12). Seit Dezember 2018 wird der Beschwerdeführer offenbar durch Dr. med. E.________ betreut (vgl. AB 118); es wird nicht geltend gemacht und es bestehen auch keine Hinweise darauf, dass diese Therapie noch andauert.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 15 3.5In einer gesamthaften Würdigung der massgebenden Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 kann nach dem Dargelegten der psychischen Pro- blematik aus rechtlicher Sicht keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden. Da den kognitiven Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers für sich allein kein Krankheitswert zukommt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist damit die Auffassung der Beschwerdegegnerin zu bestätigen, wonach beim Be- schwerdeführer kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt. Die angefochtene Verfügung vom 18. Juni 2019 (AB 125) ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 4. 4.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. 4.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2020, IV/19/618, Seite 16 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.