B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1530/2012 U r t e i l v o m 2 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Markus König, Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. Februar 2012 / N (…). E-1530/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein sri -lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in (…) (Distrikt Jaffna, Nordprovinz), verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am (…). Er gelangte auf dem Luftweg über Doha (Katar) nach Zürich, wo er am 30. Januar 2009 am Flughafen um Asyl nachsuchte. Am 31. Januar 2009 erfolgte seine Befra- gung zur Person (im Folgenden: BzP) durch die Flughafenpolizei und am 12. Februar 2009 fand se ine direkte Anhörung durch das BFM statt. Mit Verfügung vom 18. Februar 2009 bewilligte ihm das Bundesamt die Ei n- reise in die Schweiz zur Prüfung seines Asylgesuchs und wies ihn für die Dauer des Verfahrens dem Kanton St. Gallen zu. B. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer vor, aufgrund seines Berufs als (…) habe er im Jahre 2004 ein zehntägiges Training bei den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) absolvieren und für diese Organisation in den Jahren 2003 und 2004 (…) müssen. Dabei habe er bemerkt, dass in den (…) Sprengstoff versteckt gewesen sei. Nachdem im Jahre 2006 das Friedensabkommen ausser Kraft gesetzt worden sei, habe er der Armee etwa fünf - bis sechsmal sein (…) auslei- hen müssen. Als er sich im Febr uar 2007 geweigert habe, sei er von den Soldaten aufgefordert worden, sich tags darauf im Armee -Camp zu me l- den. Er sei dort geschlagen und mit einem Glas am Oberarm verletzt worden. Man habe ihm vorgehalten, dass sein jüngerer Bruder den LTTE angehöre und seine Familie im LTTE-Gebiet wohne. Es sei ihm vorgewor- fen worden, dass auch er zu den LTTE gehöre. Er sei mit der Auflage, sich zu melden, freigelassen worden; einen Monat lang habe er täglich seine Unterschrift leisten müssen. Danach sei er noch dreimal bei Raz- zien aufgefordert worden, seine Unterschrift im Camp zu leisten. Ende 2007 sei sein Bruder von den LTTE zwangsrekrutiert worden, eben- so einer seiner Cousins, der bei Kampfhandlungen gestorben sei. Wie er nach seiner Flucht von seiner Tante erfahren habe, seien alle jene Perso- nen, die wie er (…) ins Gebiet von (…) gemacht hätten, erschossen wor- den. Am (…) sei er nachts von unbekannten Männern aufgesucht, in einem Van mitgenommen und an einen ihm nicht bekannten Ort gebracht wo r- den. Die Unbekannten hätten ihm gesagt, sie würden ihn jetzt erschie s-E-1530/2012 Seite 3 sen. Dann hätten sie ihn mit einem Wachsoldaten zurückgelassen. Dieser habe ihn auf das Versprechen hin, an einer bestimmten Stelle 100 000 Rupien zu deponieren, freigelassen. Er habe das Versprechen eingelös t; daraufhin sei er am (…) an den Strand gegangen, um seine Überfahrt nach (…) zu organisieren. Er habe sich zunächst beim (…) versteckt und sei dann am (…) mit einem Fischkutter nach (…) gefahren worden; von dort sei er am (…) mit Hilfe eines Schleppers aus Sri Lanka ausgereist. Für die weiteren Aussagen wird auf die Akten und die nachstehenden E r- wägungen verwiesen. C. Mit am 16. Februar 2012 eröffneter Verfügung vom 14. Februar 2012 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, lehnte das Asylgesuch vom 30. Januar 2009 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Auf die Begrü n- dung wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. D. Der Beschwerdeführer liess diese Verfügung durch seinen Rechtsver tre- ter mit Eingabe vom 19. März 2012 beim Bundesverwaltungsgericht a n- fechten. Er beantragte in materieller Hinsicht die Aufhebung der ang e- fochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an das BFM zur vollständigen und richtigen Feststellung des rechtser heblichen Sachver- haltes sowie zur Neubeurteilung. Eventualiter sei ihm unter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren, subeventualiter unter Au f- hebung der Dispositivziffern 4 und 5 die Unzulässigkeit, subsubeventual i- ter die Unzumutbarkeit d es Wegweisungsvollzugs festzustellen. In pr o- zessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm vollständige Akteneinsicht, insbesondere in das (BFM -)Aktenstück A10/5, zu gewähren, dies unter Ansetzung einer angemessenen Frist zur Beschwerdeergänzung. Weiter sei dem unterzeichneten Anwalt vor der Gutheissung der Verwaltungsb e- schwerde eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kos- tennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen und ihm mitzuteilen, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welc he Bundesve r- waltungsrichterin und welcher Gerichtsschreiber oder welche Gericht s- schreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren betraut seien und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken würden. In den Ausführungen zur materiellen Begründung der Beschwerde wurde zudem beantragt, falls die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werde, sei er erneut direkt zu seiner heutigen Gefährdung anzuhören, es seien E-1530/2012 Seite 4 die notwendigen Länderinformationen beizuziehen, und es sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel anzusetzen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er zahlreiche Dokumente (Beil a- gen 2-16 gemäss Verzeichnis auf S. 21 der Beschwerdeschrift) ein. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Dok umente wird in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Zwischenverfügung vom 30. März 2012 hielt der Instruktionsrichter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, wies den Antrag auf Bekanntgabe des Spruchgrem i- ums ab, g ewährte antragsgemäss Einsicht in das vorinstanzliche Akte n- stück A 10/5, verlegte den Entscheid über die weiteren Verfahrensanträge gegebenenfalls auf einen späteren Zeitpunkt und forderte ihn unter A n- drohung des Nichteintretens auf, innert Frist einen Kos tenvorschuss von Fr. 600.– einzuzahlen oder eine Fürsorgebestätigung einzureichen. Der Beschwerdeführer bezahlte den Kostenvorschuss fristgerecht. F. In der Vernehmlassung vom 16. April 2012 hielt das BFM an seiner ange- fochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. G. Der Beschwerdeführer machte mit Eingabe vom 9. Mai 2012 von dem ihm mit Verfügung vom 24. April 2012 eingeräumten Replikrecht Gebrauch und bekräftigte seine Beschwerdevorbringen. Zudem reichte er weitere Beweismittel (Beil agen 1 -11 gemäss Verzeichnis auf S. 5 der Replik) sowie eine Kostennote seines Rechtsvertreters zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Gericht ist daher zu-E-1530/2012 Seite 5 ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind e r- füllt. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer rügt mehrere Verfahrensmängel, insbesondere die Verletzung des rechtlichen Gehörs und die unvollständige respektive u n- richtige Abklärung des Sachverhaltes. Diese Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Ve r- fügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vor mali- gen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297; A LFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Ver waltungsrechtspfle- ge des Bundes; 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ande r- seits stellt es ein persön lichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ei n- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor E r- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bew ei- se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen B e- weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher B e- wiese entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der E-1530/2012 Seite 6 Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbri n- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfi n- dung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristge- rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre- ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid g e- gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz di e wesentlich- en Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 4.2 4.2.1 In der Beschwerde wird vorgebracht, die angefochtene Verfügung verletze den Anspruch des Beschwerdeführers auf vorgängige Anhörung und damit das rechtliche Gehör, weil die letzte An hörung am 31. Januar (recte: 12. Februar) 2009, somit vor Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka im Mai 2009, stattgefunden und die Vorinstanz es unterlassen habe, ihn nochmals anzuhören. Da sich die dortige Situation heute anders darstelle als im Zeitpunkt d er Bundesanhörung, hätte ihn das BFM unter Berüc k- sichtigung des Grundsatzes der Aktualität von Asylentscheiden erneut be- fragen oder ihm zumindest Gelegenheit zu einer schriftlichen Stellun g- nahme geben müssen, ansonsten dies zu einer unvollständigen und u n- richtigen Abklärung des Sachverhaltes führe. Bezüglich dieser Rüge ist festzuhalten, dass die Untersuchungspflicht der Behörden ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht eines Gesuchstellers findet (Art. 8 AsylG), der auch die Substanziierungslast trägt (Art . 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer nach seiner letzten Befragung vom 12. Februar 2009 bis zum Ergehen der a n- gefochtenen Verfügung keine aktuellen Ereignisse zu Handen des BFM zu vermelden hatte, weshalb das Bundesamt zu Recht keine weiteren Ab- klärungen vornahm und darauf verzichtete, ihn nochmals anzuhören. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Situa- tion in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges erheblich geändert E-1530/2012 Seite 7 hat, zumal die Vorinstan z bezüglich dieser Veränderung ausreichend i n- formiert ist. 4.2.2 In der Beschwerde wird weiter gerügt, die Vorinstanz habe den A n- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, weil die Maximaldauer einer Anhörung – welche gemäss Richtlinien des BFM vier Stunden betrage – um eine Stunde überschritten worden sei. Der Beschwerdeführer bezieht sich bei seiner Rüge offensichtlich auf die "Qualitätskriterien – Anhörung zu den Asylgründen" des BFM . Die darin vorgesehene Anhörungsdauer von höchstens v ier Stunden stellt lediglich einen Richtwert dar, Ausnahmen sind explizit vorgesehen. So soll die b e- fragende Person im Fall, dass der entscheidrelevante Sachverhalt innert dieser Zeitspanne nicht abschliessend erstellt werden kann, die Vorau s- setzungen dafü r schaffen, dass die notwendigen zusätzlichen Instrukt i- onsmassnahmen effizient getroffen werden können. Dass dies vorliegend unterlassen worden wäre, wird weder vom Beschwerdeführer behauptet noch ist dies dem Protokoll zu entnehmen. Die Anhörung wurde vie lmehr durch eine kurze Pause unterbrochen (vgl. Akten BFM 14/20 nach F 72), so dass die Anhörungsdauer nicht zu beanstanden ist. 4.2.3 Der Beschwerdeführer rügt weiter, in der angefochtenen Verfügung sei mit keinem Wort darauf eingegangen worden, dass eine rseits nicht nur sein Bruder, sondern auch sein Cousin von den LTTE rekrutiert wo r- den sei, und er anderseits eine Narbe am Oberarm habe, weil er von e i- nem Soldaten mit einem Glas geschlagen worden sei. Indem das BFM auf diese rechtserheblichen Sachverhaltselemente nicht eingegangen sei, verletze es das Recht auf Würdigung der Parteivorbringen, die damit z u- sammenhängende Begründungspflicht und das rechtliche Gehör. Es trifft zu, dass die beiden Vorbringen in der angefochtenen Verfügung nicht e r- wähnt worden sind. Jedoch rechtfertigt es sich nicht, daraus auf eine Ver- letzung der Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs zu schliessen. Die genannten Vorbringen betreffen keine wesentlichen Punk- te des Sachverhalts. Der Beschwerdeführer hat zwar ohne Nenn ung ei- nes Namens einen Cousin erwähnt, aber er hat nicht ausgeführt, inwi e- fern dessen Lebensgeschichte einen direkten Bezug zu seiner eigenen hätte. Hinsichtlich der Narbe ist festzuhalten, dass er diese anlässlich der Anhörung gezeigt hat. Dem Befragungsv erlauf ist indessen zu entne h- men, dass das diesbezügliche Vorbringen weniger auf die Narbe an sich, als vielmehr auf den Grund, aus welchem ihm ein Soldat die Verletzung zugefügt habe soll, gerichtet war (vgl. A 14/20 FN 74 [Mitte], 100). Die E-1530/2012 Seite 8 Narbe hat im Gesprächsverlauf keine eigenständige Bedeutung erhalten, so dass der Vorinstanz kein Vorwurf gemacht werden kann, wenn sie in der angefochtenen Verfügung zwar jene Festnahme erwähnt hat, auf die Verletzung jedoch nicht eingegangen ist. Die Begründung in de r ang e- fochtenen Verfügung gibt insgesamt in rechtsgenüglicher Weise Au f- schluss darüber, aus welchen Gründen das BFM das Asylgesuch des Be- schwerdeführers abgelehnt hat, was sich nicht zu letzt auch daraus ers e- hen lässt, dass er in der Lage war, die Ver fügung sachgerecht anzufech- ten. Die erhobene Rüge der Verletzung der Be gründungspflicht ist daher als unbegründet zu bezeichnen. 4.2.4 In der Beschwerde wird schliesslich vorgebracht, das BFM habe die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel bei der Sachverhalts- feststellung nur unvollständig festgehalten und sei auf diese auch nicht unter den rechtlichen Erwägungen eingegangen. Dies stelle eine Verle t- zung des Rechts auf Prüfung der Parteivorbringen, der Begründung s- pflicht und damit des rechtlichen Ge hörs dar. Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz eine Notiz, das Gepäcklabel und den Führerschein des B e- schwerdeführers in der angefochtenen Verfügung nicht erwähnt hat, aber es ist nicht erkennbar und wird vom Beschwerdeführer auch nicht darg e- legt, inwief ern diese Beweismittel entscheidwesentlich sein sollten. Der Vorinstanz ist deshalb nicht vorzuwerfen, dass sie sich mit diesen B e- weismitteln nicht auseinandergesetzt hat. 4.2.5 Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, inwiefern der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden wäre. 5. 5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bstn. a-e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mit- wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzu- geben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der A n- hörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Ver letzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die E-1530/2012 Seite 9 Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwi d- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch ge würdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollstä n- dig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 630). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserhebl ichen Sachverhalt, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Be- schwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde li e- gende Beweiswürdigung als fehlerhaft rügt und sich mit der angefocht e- nen Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltung s- rechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 1997, S. 79 f.; Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-36/2008 vom 30. November 2011, E. 5.1). 5.2 5.2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe, indem sie ihm kei- ne Gelegenheit zur Stellungnahme zur aktuellen Situation gegeben habe, den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festge stellt, da sämtliche E r- eignisse, welche sich in den vergangenen über drei Jahren zugetragen hätten, und Tatsachen, welche er erst nach seiner letzten Anhörung erfah- ren habe, nicht in die Beurteilung des rechtserheblichen Sachverhaltes miteinbezogen worden seien. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen in den vorstehenden Erwägu n- gen 4.2.1 verwiesen werden. Es bestand kein Anlass, eine weitere Anh ö- rung durchzuführen respektive weitergehende Fragen zu stellen. Au f- grund der Aussagen des Beschwerdeführers war d avon auszugehen, dass er seine Asylgründe vollständig dargelegt hatte. Die Rüge, wonach die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig festgestellt habe, ist nach dem Gesagten unbegründet. 5.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Bundesamt habe den Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt, da es das Grund - satzurteil des Bundesverwaltungsgerichtes 2011/24 vom 27. Oktober 2011 nicht berücksichtigt habe. Das BFM habe die dort aufges tellten Kri- terien nicht beachtet und die notwendigen Sachverhaltsabklärungen nicht vorgenommen. E-1530/2012 Seite 10 Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft nicht explizit auf das Grundsatzur- teil Bezug n immt. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass sie die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht berücksichtigt hätte. Sie führte in ihrer Verfügung vom 14. Februar 2012 aus, der Beschwerdeführer verfüge nicht über ein Prof il, das ihn zum heutigen Zeitpunkt gegenüber den sri -lankischen Behörden noch verdächtig machen könnte. Daraus ist ersichtlich, dass das BFM durc h- aus die Flüchtlingseigenschaft unter Berücksichtigung der in BVGE 2011/24 aufgeführten Risikoprofile geprüft h at. Die Rüge, es habe das Profil des Beschwerdeführers und seine asylrelevante Gefährdung nicht korrekt erfasst und die notwendigen Abklärungen nicht getätigt, ist de s- halb unbegründet. 5.2.3 Der Sachverhalt, so die weitere Rüge, sei gemäss der Beschwerde auch deshalb unvollständig abgeklärt worden, weil das Bundesamt es un- terlassen habe, länderspezifische Informationen zu erheben, und weil sich keine Länderberichte bei den Akten befinden würden. Auch sei das gegenüber dem Zeitpunkt der letzten Anhörung durc h die Entwicklung in Sri Lanka veränderte Gefährdungsprofil nicht abgeklärt worden. Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich – insbesondere auch in Be- rücksichtigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2011/24) – nicht, dass das BFM die aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung keine Länderberichte erwähnt wu r- den und sich keine solchen in den Akten finden, kann nicht der Schluss gezogen w erden, von der Vorinstanz seien keine Länderberichte oder sonstige länderspezifische Informationen berücksichtigt worden. Da sich ferner das BFM mit ausreichender Begründung und unter Hinweis auf die Sicherheitslage und die Lebensumstände im heutigen Zeitp unkt zum Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefocht e- nen Verfügung keine hinreichenden Anhaltspunkte zu entnehmen, welche den Schluss zuliessen, es habe den Sachverhalt unvollständig abgeklärt respektive seine Begründungspflicht verletzt. 5.2.4 Somit wurde der relevante Sachverhalt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vom Bundesamt hinreichend abgeklärt. Der A n- trag in der Rechtsmittelschrift, es seien zusätzliche Abklärungen vorz u- nehmen, ist abzuweisen, da nicht ersichtlich ist, inwiefern diese geeignet wären, zu einer anderen Einschätzung der flüchtlingsrechtlichen Rel e-E-1530/2012 Seite 11 vanz der Vorbringen zu führen. Die Rüge, der Sachverhalt sei unvollstä n- dig erhoben worden, erweist sich daher als unbegründet. 6. 6.1 Bei dieser Sachlage bes teht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb der Antrag des Beschwerdeführers, die Verfügung des BFM vom 14. Februar 2012 sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und wegen u n- vollständiger oder unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sachve r- haltes aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, a b- zuweisen ist. 6.2 Da die Vorinstanz den Sachverhalt richtig und vollständig abgeklärt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt hat, b e- steht vorliegend kein Grund, auf Beschwerdestufe eine zusätzliche Anh ö- rung durchzuführen. Der Beschwerdeführer hat auch im vorliegenden Verfahren hinreichend Gelegenheit gehabt, zu seinen Asylgründen und seiner heutigen Situation Stel lung zu nehmen, und er hat sich in der B e- schwerde und den weiteren Eingaben ausführlich geäussert sowie zah l- reiche Beweismittel eingereicht. Der Antrag, er sei erneut anzuhören und es sei ihm eine Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel anzusetzen, ist daher abzuweisen. 7. 7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibe s, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 7.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlich - en Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblic h auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-1530/2012 Seite 12 7.3 Nach der Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, d ie ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, oder wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft solche Nachteile befürc h- ten muss. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor künft i- ger Verfolgung muss nicht nur sachlich und zeitlich kausal für die Ausre i- se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, sondern auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. Entsprechend sind Veränderungen der objektiven Situation im Heimatland im Zeitraum z wischen Ausreise und Asylentscheid zugunsten und zulasten der asylsuchenden Person zu b e- rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1; BVGE 2007/31 5.3, je m.w.H.). 7.4 Das BFM führte zur Begründung seines Entscheides aus, die sri - lankische Armee hätte den Besch werdeführer im (…) sowie bei späteren Razzien nicht aus der vorübergehenden Haft entlassen, wenn sie ihn ta t- sächlich politischer Aktivitäten zugunsten der LTTE verdächtigt hätte. Die vorübergehende Festnahme sowie die auferlegte Meldepflicht seien z u- dem bereits mangels Intensität asylrechtlich nicht beachtlich, zumal diese Massnahmen für den Beschwerdeführer keine konkreten Verfolgung s- massnahmen nach sich gezogen hätten. Darüber hinaus würden solche Personenkontrollen einzig darauf abzielen, die Infiltrieru ng von LTTE - Kämpfern in die Zivilgesellschaft zu unterbinden, was in asylrechtlicher Hinsicht keine relevante Verfolgungssituation darstelle. Der Beschwerd e- führer verfüge nicht über ein Profil, das ihn zum heutigen Zeitpunkt g e- genüber den sri-lankischen Behörden noch verdächtig machen könnte. Er sei eigenen Angaben zufolge zu keinem Zeitpunkt Mitglied der LTTE g e- wesen. Seine Aktivitäten für die Bewegung lägen zudem (…) Jahre zu- rück. Im Übrigen habe er sich nicht mehr für die LTTE betätigt, seitdem er im (…) von den sri -lankischen Behörden vorübergehend in Haft geno m- men worden sei. Aus den Akten seien somit keine genügend konkreten Hinweise dafür zu erkennen, welche darauf hindeuten würden, dass er im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit erheblicher Wahrsc heinlichkeit damit zu rechnen habe, in absehbarer Zukunft seitens der heimatlichen Behörden Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. An dieser Einschätzung vermöge auch der Umstand nichts zu ändern, dass sein Bruder Mitglied be i den LTTE gewesen sei. Aus Sri Lanka seien keine Fälle bekannt, wo Familienangehörige von LTTE - Mitgliedern an deren Stelle von den sri -lankischen Behörden zur Veran t- wortung gezogen würden. Die Vorbringen würden den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AslyG nicht standhalten. E-1530/2012 Seite 13 Schliesslich seien erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit zumindest eines Teils der Vorbringen festzustellen. So könne die vom Beschwerd e- führer geltend gemachte Entführung im Jahre (…) nicht geglaubt werden. An der BzP habe er davon gesprochen, dass es sich bei den Entführern um (…) Soldaten gehandelt habe. Bei der Anhörung habe er hingegen ausgeführt, von (…) Unbekannten entführt worden zu sein. An der BzP habe er des Weiteren vorgebra cht, man habe ihm gedroht, ihn zu e r- schiessen, worauf er die Soldaten angefleht habe, ihn gegen Geld gehen zu lassen. Bei der Anhörung habe er jedoch nicht mehr geltend gemacht, ihm sei mit Erschiessen gedroht worden. Zudem widerspreche es nach allgemeiner Erfahrung der Logik des Handelns, dass eine von Kriminellen entführte und gefangene Person lediglich durch ein Lösegeldversprechen freikomme, ohne sicherzustellen, dass das Geld auch wirklich ausbezahlt werde. Dass er von einem der Entführer freigelassen worden sei, wä h- renddem sich die anderen Täter verköstigt hätten, und dies lediglich mit dem Versprechen, die abgemachte Summe später in einem Kanal zu platzieren, würde angesichts des kriminellen Aspekts der Entführung nicht einleuchten. Zudem könne nicht geglaubt werden, dass er für die LTTE (…) von (…) nach (…) (…) habe, da seine diesbezüglichen Schilderu n- gen widersprüchlich seien. So habe er zunächst angegeben, beim Abl a- den eines (…) sei der Deckel der Verpackung aufgegangen, so dass er habe sehen können , dass Sprengstoff darin gewesen sei. Später in de r- selben Anhörung habe er indessen vorgebracht, als er einen (…) ausge- laden habe, hätten sich einige Schrauben gelockert, und dadurch habe er sehen können, dass Sprengstoff darin gewesen sei. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Der Beschwerdeführer stamme aus (…), Distrikt Jaffna. Der Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat sei zumutbar, da weder die vor Ort her r- schende Sicherheitslage noch individuelle Gründe gegen einen Weg - weisungsvollzug sprechen würden. 7.5 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, zahlreiche Sachve r- haltselemente seien bislang offen gebliebe n. So sei der Bruder B._______ des Beschwerdeführers im Jahre (…) nach Kanada geflüc h- tet, wo er noch heute lebe. Der Bruder C._______ (Jahrgang […]) habe im (…) ebenfalls flüchten müssen. Die Eltern seien zwischenzeitlich an ih- ren Heimatort zurückgekehrt; sie seien dort im (…) und (…) vom E-1530/2012 Seite 14 D._______ aufgesucht und nach seinem Verbleib befragt worden. Der Bruder E._______ (Jahrgang […]) lebe bei den Eltern und gehe noch zur Schule. Für die (…)aufträge der LTTE habe er (Beschwerdeführer) jeweils Kontakt zu ein em Mann namens F._______ gehabt, welcher politischer Verantwortlicher für die Gegend (…) und ein (…) gewesen sei. Dieser sei offenbar am (…) inhaftiert worden und arbeite inzwischen mit der Armee zusammen, weshalb davon auszugehen sei, dass er alles über s eine frü- heren Tätigkeiten für die LTTE verraten habe. Ein Kollege Namens G._______, welcher für die LTTE beim (…) tätig gewesen sei, sei im Jah- re 2006 verhaftet und später getötet worden; dieser habe um seine (…)tätigkeit gewusst. Weiter habe er (Beschwerd eführer) sich seit seiner Ankunft in der Schweiz exilpolitisch engagiert. So sei er beispielsweise am (…) und (…) an Demonstrationen in (…) gewesen. Die Argumentation des BFM, wonach er an der BzP von (…) Soldaten und bei der Anhörung von (…) Unbekannten gesprochen habe, verkenne, dass er anlässlich der Anhörung erklärt habe, dass es (…) Personen ge- wesen seien, die ihn aus dem Haus geholt hätten, und eine Person habe im Auto gewartet und sei anschliessend gefahren. Die Feststellung des BFM, er habe anlässlich der Anhörung nicht erwähnt, dass diese ihm g e- droht hätten, ihn zu erschiessen, sei unter Hinweis auf die entsprechende Stelle im Anhörungsprotokoll falsch. Die beiden vom Bundesamt ang e- führten Widersprüche seien damit nicht existent. Wenn die Vorinstanz mit der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handelns argumentiere, w o- nach es nicht nachvollziehbar sei, dass eine von Kriminellen entführte Person durch Lösegeldversprechen freikomme, so sei festzuhalten, dass es für Personen des westeuropäischen Kulturkr eises unzählige nicht e r- klärbare Sachverhalte in einem von paramilitärischen Kräften durchzog e- nen Bürgerkriegsgebiet gebe. Insofern könne auch dies nicht zur Anna h- me der Unglaubhaftigkeit führen. Bezüglich des Sprengstofftransportes in (…) sei erstens fes tzuhalten, dass eine Holzverpackung durchaus Schrauben und einen Deckel haben könne, der sich öffne, wenn sich die Schauben gelockert hätten. Zweitens bestehe die grosse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Unterschied der beiden Angaben rein aus der Übersetzung ergeben habe, da eine präzise Übersetzung, dass ein Deckel oder eine Seitenwand des (…) sich geöff- net habe, kaum möglich gewesen sein dürfte. Unter Hinweis auf die der Beschwerdeschrift beigelegten Länderinform a- tionen und Medienberichte (vgl. Beilagen 2-16) sowie die Rechtsprech -E-1530/2012 Seite 15 ung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) macht der Beschwerdeführer weiter geltend, die sri -lankische Regierung halte auch nach Aufhebung der Emergency Regulations am Prevention of Te r- rorism Act (PTA) an ihren Massnahmen fest, was deren Wille, auch in Zu- kunft sämtliche (früheren) Unterstützer der LTTE zu bekämpfen und b e- strafen, klar widerspiegle. Das Bundesgericht verneine, dass abgewies e- ne tamilische Asylsuchende rein aufgrund ihres Aufenthaltes in der Schweiz als Oppositionelle wahrgenommen würden. Dies schliesse aber eine Gefährdung im Einzelfall nicht aus. Abgewiesene tamilische Asyls u- chende würden durch das D._______ überprüft. Für die Dauer der Abklä- rungen würden die betroffenen Personen gestützt auf den H._______ auf unbestimmte Dauer in Haft genommen, und sie seien dort mangels Ve r- fahrensgarantien der Willkür der Behörden ausgesetzt. Angesichts des Vorgehens der sri -lankischen Behörde zur Identifizierung ehemaliger Unterstützer der LTTE sei davon auszug ehen, dass das Trai- ning und die (…)tätigkeiten des Beschwerdeführers entdeckt worden se i- en. Es bestehe weiter die Gefahr, dass die erwähnten Personen (F._______ und G._______) ihn verraten hätten. Seine Freilassung im (…) könne nichts über die heutige Gefährdungslage aussagen, da die Tätigkeiten für die LTTE erst mit dem Verrat durch Mi t- wisser und der Auswe rtung der beschlagnahmten LTTE -Akten vollu m- fänglich bekannt geworden seien, was nach Kriegsende und somit nach seiner Freilassung geschehen sei. Die Ent führung durch Paramilitärs (…) zeige, dass ein gewisser Verdacht gegen ihn bestanden habe. Er habe sich exilpolitisch engagiert, was ihn zusätzlich verdächtig mache. Die A k- tualität seiner Verfolgung zeige sich daran, dass das D._______ seit sei- ner Flucht mehrmals bei seinen Eltern nach ihm gefragt habe. Aus den genannten Gründen ergebe sich die Unzulässigkeit des We g- weisungsvollzugs insbesondere wegen drohender Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrec h- te und Gru ndfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Im Übrigen sei der Wegwe i- sungsvollzug auch als unzumutbar zu erachten. Es liege eine konkrete Gefährdung nach Sri Lanka zurückkehrender Tamilen vor. Auch nach der Einreise bestehe eine Gefährdung im Zuge des dargelegten Regis trie- rungsprozesses. 7.6 Die Vorinstanz stellt sich in der Vernehmlassung auf den Standpunkt, es sei nicht davon auszugehen, dass die heimatlichen Behörden von den E-1530/2012 Seite 16 Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Schweiz Kenntnis genommen hätten, da die blosse Tei lnahme an niederschwelligen Massenveransta l- tungen keinesfalls das Ausmass eines Engagements erreichen dürfte, welches das Interesse der Behörden wecken könnte. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeitsprüfung sei ihm insofern recht zu geben, als dass der erwähnte Widerspruch tatsächlich ein Versehen sei. Dies ändere jedoch nichts an der Einschätzung bezüglich der Flüchtlingseigenschaft. 7.7 Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik fest, mehrere Tamilen hät- ten einen Drohbrief von Spitzeln, welche für den sri -lankischen Geheim- dienst arbeiten würden, oder von Mitgliedern paramilitärischer Gruppi e- rungen erhalten. Es werde darin unter anderem der Name eines gewi s- sen I._______ angeführt, welcher in Sri Lanka hingerichtet worden sei. Dieser sei ein (…) von ihm gewesen, habe (…) und sei mehrmals von ihm (…) worden. Er weist auf drei (beigelegte) Zeitungsausschnitte zum Tod von J._______ vom (…) hin, welcher am (…) und ebenfalls als (…) gearbeitet habe. Aus dessen Schicksal folge seine Gefährdung. Die aktuelle Verfolgungsgefahr ergebe sich weiter aus dem neu eing e- reichten (…), mit welchem die LTTE den (…) ins (…) registriert hätten. Das Original dieses Formulars sei jeweils bei den LTTE geblieben, der (…) habe eine Kopie erhalten. Es sei davon auszugehen, dass d ie Origi- nal-(…) zwischenzeitlich von den sri -lankischen Behörden ausgewertet worden seien und somit Belege für seinen regen Kontakt in (…) vorliegen würden. G._______ habe um seine (…)tätigkeit für die LTTE gewusst. Nachdem dieser im Jahre (…) verhaftet w orden sei, habe er mit dem Armeeg e- heimdienst zusammengearbeitet. Es sei davon auszugehen, dass er auch über seine Tätigkeit informiert habe. Schliesslich weist der Beschwerdeführer unter Hinweis auf ein Arztzeu g- nis darauf hin, die Misshandlungen durch Arm eeangehörige hätten bei ihm permanente Rückenprobleme hinterlassen. 8. 8.1 Es ist unbestritten, dass die allgemeine Men schenrechtssituation in Sri Lanka auch heute noch in verschiedener Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist. Während sich die Siche rheitslage seit dem Ende des Bürgerkrieges weitgehend stabilisiert hat, ist eine weitere Verschlecht e-E-1530/2012 Seite 17 rung der Menschenrechtslage, namentlich hinsichtlich der Meinungsäu s- serungs- und Pressefreiheit, eingetreten (vgl. BVGE 2011/24, welches ei- ne detaillierte und aktualisierte Lageanalyse beinhaltet). Gemäss Rech t- sprechung des Bundesverwaltungsgerichts sehen sich Personen, die b e- stimmten Risikogruppen angehören, einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Zu diesen Risikogruppen gehören namentlich Personen, die auch heute noch verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu st e- hen beziehungsweise gestanden zu sein, kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, Menschenrechtsaktivisten und regimekritische Nichtregierungsorganisationen-Vertreter, ferner Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder diesbezüglich ju- ristische Schritte einleiten, sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden oder die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen (vgl. a.a.O. E. 8). Innerhalb der Risikogruppen muss im Einzelfall untersucht werden, ob die individuellen Begebenheiten eine asylrelevante Verfolgungsgefahr zu begründen vermögen. Namentlich bildet nach Auffassung des Gerichts der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, kein ausreichendes Kriterium für eine asylrechtlich relevante Gefährdung (auch) zum heutigen Zei t- punkt, ist doch davon auszugehen, dass pr aktisch die gesamte Bevölk e- rung in den ehemals von den LTTE kontrollierten Gebieten mit diesen in irgendeiner Weise in Kontakt war. Die Wahrscheinlichkeit eines konkreten Verfolgungsrisikos setzt vielmehr ein entsprechendes besonderes Profil der betreffend en Person voraus (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts D-3747/2011 vom 13. Juli 2012 E. 5.5). Diese Einschätzung steht mit der vom Beschwerdeführer zitierten Rechtsprechung des EGMR im Einklang und entspricht auch den Darstellungen in den von ihm eing e- reichten Berichten betreffend die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka (vgl. UNHCR, UNHCR eligibility guidelines for assesing the in- ternational protection needs of asylum-seekers from Sri Lanka, Juli 2010; SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE (SFH), Sri Lanka: Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011). 8.2 Soweit der Beschwerdeführer Repressalien durch die LTTE geltend gemacht hat, kann eine Verfolgung von dieser S eite aus heutiger Sicht ausgeschlossen werden, nachdem diese Organisation im gesamten Staatsgebiet von Sri Lanka als zerschl agen gilt (vgl. BVGE 2011/24 E. 9.1.1). E-1530/2012 Seite 18 8.3 Aufgrund der Aktenlage ist nicht davon auszugehen, der Beschwerde- führer verfüge über ein Profil, dass vor dem Hintergrund der vorgenan n- ten Kriterien auf eine begründete Furcht vor asylrelevanter Gefährdung geschlossen werden müsste. Er war nach eigener Darstellung nicht Mi t- glied der LTTE, hat jedoch im Jahre (…) bei der Organisation ein (…)tägiges Training absolvieren und in der Folge (…) für die LTTE au s- führen müssen. Es deutet nichts darauf hin, dass diese Aktivitäten diej e- nigen zahlreicher anderer Leute erheblich überschritten hätten, zumal das Training und die (…) während des Waffenstillstandes ausgeführt worden sind und der Beschwerdeführer danach nur noch im Gebiet (…) als (…) tätig gewesen ist (vgl. A 7/29 S. 3). Zudem ist zu berücksichtigen, dass ihm nach der Vorladung in das Armee-Camp, wo er eigenen Angaben zu- folge geschlagen und am Oberarm verletzt worden sei, bloss eine Melde- pflicht auferlegt worden ist und keine weitergehenden Massnahmen g e- troffen worden sind. Die Meldepflicht ist vor dem Hintergrund des damal i- gen Bürgerkrieges als gängige staatliche Sicherheitsmassnahme zu ve r- stehen. Daraus wie aus dem Umstand, dass er bei der Ausreise in C o- lombo seinen Reisepass vorgelegt hat und unter seiner wahren Identität erfasst worden ist, ist zu schliessen, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise von den sri -lankischen Behörden nicht als prono ncierter Regimegegner wahrgenommen und gesucht worden ist. Selbst wenn er beziehungswe i- se (…) im Jahre (…) von den LTTE registriert worden und die betreffe n- den Unterlagen der Armee zwischenzeitlich zur Kenntnis gelangt sein sollten, könnte dies nicht zur A nnahme einer begründeten Furcht vor z u- künftiger Verfolgung führen, nachdem eigenen Angaben zufolge das A b- solvieren eines Trainings zur damaligen Zeit "problemlos und die Lage normal" war (vgl. A 14/20 FN 46 -48). Ferner kann der Beschwerdeführer aus dem Ums tand, dass zwei seiner Brüder geflohen sind und einem Bruder in Kanada ein Aufenthaltsrecht zugesprochen wurde, nichts zu seinen Gunsten ableiten. In der zu den Akten gegebenen " (…)" von B._______ sind keine Gründe für eine Zuerkennung der Flüchtlingse i- genschaft genannt. Ein Zusammenhang der Flucht des Bruders und de s- sen Schutzgewährung im Ausland mit den vorgebrachten Problemen ist somit nicht glaubhaft gemacht. Aus der Passkopie von B._______ geht allerdings hervor, dass jener Pass am (…) ausgestellt worden ist, woraus zu schliessen ist, dass die sri -lankischen Behörden jedenfalls bis zu j e- nem Zeitpunkt nicht davon ausgegangen sind, der Bruder gehöre dem nahen Umfeld der LTTE an. Dies steht im Widerspruch zur Behauptung, die sri -lankischen Behörden hätten bereits im Jahre (…) erfahren, dass sein Bruder bei den LTTE sei, weshalb er geschlagen und verletzt worden sei (vgl. A 14/20 FN 100). Die erstmals auf Beschwerdeebene vorg e-E-1530/2012 Seite 19 brachten Rückenschmerzen und das entsprechende Arztzeugnis lassen keine Rückschlüsse auf die Ursache der diagnostizierte Impressionsfra k- tur zu, so dass die behaupteten Misshandlungen damit nicht bewiesen werden. Die Dokumente bezüglich des Todes verschiedener Kontaktpe r- sonen lassen weder Rückschlüsse auf die Gründe deren Verschwindens noch auf eine mögliche Verbindung zum Beschwerdeführer zu. Dass di e- se oder weitere Personen dessen angebliche Aktivitäten für die LTTE ver- raten hätten, wird damit nicht bewiesen und erscheint nicht plausibel. Gleiches gilt für die angebliche Entführung im Ja hre (…). Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass nicht glaubhaft sei, eine von Kr i- minellen entführte und gefangene Person werde lediglich durch Lös e- geldversprechen freigelassen, ohne sicherzustellen, dass das Geld auch wirklich ausbezahlt werd e. Ebenso ist die Be hauptung, Angehörige der (…) hätten sich nach dem Verbleib des Beschwerdeführers erkundigt, nicht geeignet, eine asylrechtlich relevante Gefährdung zu begründen. 8.4 Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer sein Heimatland wäh- rend d es Bürgerkrieges verlassen hat, sich seit vier Jahren in der Schweiz aufhält und ein Asylgesuch eingereicht hat, vermag nicht zur An- nahme einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, er bewege sich i m nahen Umfeld der LTTE. Die auf Beschwerdeebene vorgebrachte exilpolitische Tätigkeit ist durch nichts belegt und beschränkt sich auf die behauptete Teilnahme an zwei Kundgebungen. Die in der Eingabe vom (…) erwähnten anony- men Drohbriefe betreffen den Bes chwerdeführer offensichtlich nicht pe r- sönlich. Es besteht daher kein Anlass zur Annahme, er habe sich in einer Art und Weise exilpolitisch betätigt, die ihn beson ders exponieren würde. Somit liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, er könnte wegen der Beteil i- gung an exilpolitischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im Si n- ne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein. 8.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und die Vorinstanz dessen Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 9. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-E-1530/2012 Seite 20 spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 10. 10.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 10.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völke r- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigenschaft zukommt, ist das flüch t- lingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Ab s. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich viel - mehr nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Besti m- mungen (Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Im Lichte dieser Bestimmungen sind keine A n- haltspunkte dafür auszumachen, der Beschwerdeführer wäre im Falle e i- ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt. Der We g- weisungsvollzug ist demnach zulässig. 10.3 10.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im vorstehend wiederholt z i- tierten Grundsatzurteil BVGE 2011/24 eine umfassende Analyse der Si - tuation in Sri Lanka vor. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts die allgemeine Lage erheblich verbessert. Die Situation in der Ostprovinz hat sich weitgehend stabilisiert und normalisiert, so dass der E-1530/2012 Seite 21 Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet dieser Provinz al s grun d- sätzlich zumutbar zu erachten ist (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist sehr unterschiedlich. So herrscht in den Gebieten, die b e- reits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in d en südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar (mit anderen Worten: die Nordprovinz unter Ausschluss des so - genannten Vanni-Gebietes) keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem ist die politische Lage nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich allerdings beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeit auf. Nebst den allgemeinen Zumutbarkeitskriterien ist dabei auch dem zeitl i- chen Element Rechnung zu tragen. Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, i st der Wegweisungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich z u- mutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass sie auf die gleiche oder gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zurückgrei- fen können, die im Zeitpunkt der Ausreise gehe rrscht hat, und dem We g- weisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte Aufenthalt in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Beend i- gung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten herv or, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorli e- genden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu überprüfen. In diesem Zusammenhang erscheinen namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebliche Faktoren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vor liegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übr i- gen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1). 10.3.3 Der gemäss Aktenlage alleinstehende, (…)-jährige Beschwerd e- führer, der Sri Lanka (…) vor der Beendigung des Krieges und der Ni e- derlage der LTTE im Mai 2009 verlassen hat, stammt aus dem Distrikt Jaffna, wo er gemäss eigenen Angaben von seiner Geburt an bis kurz vor der Ausreise gelebt hat. Er hat eine gute Schulbildung sowie eine Ausbi l-E-1530/2012 Seite 22 dung als (…) absolviert und war mehrere Jahre als (…) sowie (…) tätig. Seine Eltern, ein Bruder und eine Tante leben in der Heimat, und es darf aufgrund seiner beruflichen Aktivitäten davon ausgegangen werden, dass er dort über einen grösseren Freundes - und Bekanntenkreis verfügt. U n- ter diesen Umständen liegen hinreichend günstige Faktoren vor, die es ihm ermöglichen, eine neue Existenz aufzubauen. Es ist nicht davon au s- zugehen, dass er bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine ex i- stenzielle Notlage geraten wird. Soweit angeführt wird, der Beschwerdeführer leide aufgrund der im (…) erlittenen Misshandlungen unter permanenten Rückenschmerzen, fällt auf, dass im vorinstanzlichen Verfahren keine gesundheitlichen Probleme geltend gemacht worden sind, was umso eher zu erwarten gewesen w ä- re, als er auf seine Narben, die angeblich auf das gleiche Vorkommnis zu- rückzuführen seien, hingewiesen hat. Nachdem er auch nicht darlegt, i n- wiefern er durch die Rückenschmerzen beeinträchtigt werde, stellen di e- se kein Wegweisungsvollzugshindernis dar. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 10.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513-515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuwei sen. Der Antrag, es sei vor Gutheissung der vorliegenden Beschwerde dem unterzeichneten Recht s- anwalt eine angemessene Frist zur Einreichung einer Kostennote zur B e- stimmung der Parteientschädigung anzusetzen, erweist sich unter diesen Umständen als hinfällig. E-1530/2012 Seite 23 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer - deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 16. April 2012 in gleicher Höh e geleiste- ten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-1530/2012 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und K._______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger Versand: