<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 76 S.316</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">316</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>76</b></span> <span class="ft2"><b>Zertifizierung.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Es liegt im Ermessen der Vergabestelle, auf welche Weise sie die Qua-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lität eines Angebots berücksichtigen und beurteilen und welches Ge-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wicht sie hierbei Zertifikaten beimessen will. Es ist nicht zu beanstan-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den, dass die Vergabestelle einer "offiziell" anerkannten QS-Zertifi-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zierung einen höheren Stellenwert beimisst als einem firmeneigenen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Qualitätsmanagementsystem.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">317</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 30. Juli 2002 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen S. gegen Gemeinderat Gansingen.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">6. a) Beim Teilkriterium "Qualitätssicherung" erhielten die QS-</span><br/> <span class="ft1">zertifizierten Anbieter 100 Punkte. 75 Punkte wurden für ein sich im</span><br/> <span class="ft1">Aufbau befindendes Qualitätsmanagement-System vergeben, und 50</span><br/> <span class="ft1">Punkte bekam, wer über ein baustellenbezogenes Qualitätsmana-</span><br/> <span class="ft1">gement-System verfügt. Der Beschwerdeführer erwähnte in seiner</span><br/> <span class="ft1">Offerte das "eigene QS System", und wurde dafür mit 50 Punkten</span><br/> <span class="ft1">bewertet. In der Beschwerde wird (sinngemäss) eine Besserbewer-</span><br/> <span class="ft1">tung des firmeneigenen QS-Systems, das jeweils baustellenspezifisch</span><br/> <span class="ft1">erarbeitet wird, verlangt.</span><br/> <span class="ft1">b) Das Verwaltungsgericht hat in seiner Rechtsprechung wie-</span><br/> <span class="ft1">derholt festgehalten, aus einer Qualitätszertifizierung lasse sich nicht</span><br/> <span class="ft1">zwangsläufig ein unmittelbarer Qualitätsvorsprung gegenüber nicht-</span><br/> <span class="ft1">zertifizierten Unternehmungen ableiten; die Zertifizierung sei le-</span><br/> <span class="ft1">diglich ein Indiz für Qualität, nicht mehr; ebenso gut könne z.B. auch</span><br/> <span class="ft1">eine Referenzliste Auskunft über die Qualifikation einer Unterneh-</span><br/> <span class="ft1">mung geben (VGE III/87 vom 14. Oktober 1997 [BE.1997.00189] in</span><br/> <span class="ft1">Sachen St. u. Mitb., S. 6 f.; III/1 vom 8. Januar 2002</span><br/> <span class="ft1">[BE.2001.00372] in Sachen R. AG, S. 14; vgl. auch Peter Gauch /</span><br/> <span class="ft1">Hubert Stöckli, Vergabethesen 1999, Thesen zum neuen Vergabe-</span><br/> <span class="ft1">recht des Bundes, Freiburg 1999, S. 20 f.). Daraus darf nun aber -</span><br/> <span class="ft1">wie das Verwaltungsgericht ebenfalls festgestellt hat -, nicht ge-</span><br/> <span class="ft1">schlossen werden, die Vergabestelle dürfe nicht auf eine solche</span><br/> <span class="ft1">Zertifizierung abstellen. Letztlich ist es Sache der Vergabestelle, auf</span><br/> <span class="ft1">welche Weise sie die Qualität eines Angebots berücksichtigen und</span><br/> <span class="ft1">beurteilen will, und in ihrem Ermessen liegt es grundsätzlich auch,</span><br/> <span class="ft1">welches Gewicht sie solchen Zertifikaten beimessen will (VGE</span><br/> <span class="ft1">III/155 vom 15. Dezember 2000 [BE.1997.00372] in Sachen ARGE</span><br/> <span class="ft1">Argovia A1, S. 26; erwähnter VGE in Sachen R. AG, S. 14). Die von</span><br/> <span class="ft1">der Vergabestelle im vorliegenden Fall vorgenommene Bewertungs-</span><br/> <span class="ft1">abstufung und vor allem die Tatsache, dass sie einer "offiziell" aner-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">318</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">kannten QS-Zertifizierung einen höheren Stellenwert beimisst als</span><br/> <span class="ft1">einem firmeneigenen Qualitätsmanagement-System, ist vor dem</span><br/> <span class="ft1">Hintergrund der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu</span><br/> <span class="ft1">beanstanden. Dem Umstand, dass bei den Zuschlagsempfängerinnen</span><br/> <span class="ft1">nur zwei der drei Unternehmen über ein anerkanntes QS-Zertifikat</span><br/> <span class="ft1">verfügen, während die E. AG ebenfalls "nur" ein firmeninternes</span><br/> <span class="ft1">Qualitätsmanagement kennt, ist ebenfalls durch eine entsprechende</span><br/> <span class="ft1">Schlechterbewertung Rechnung getragen worden. Auch in Bezug auf</span><br/> <span class="ft1">die Bewertung der "Qualitätssicherung" lässt sich somit weder eine</span><br/> <span class="ft1">Ermessensüberschreitung noch eine Ungleichbehandlung feststellen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>