Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 25. Februar 2014 (400 13 327) ___________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Eheschutz – Regelung des Getrenntlebens, insb. der Kinderbelange Besetzung Präsidentin Christine Baltzer Gerichtsschreiber Andreas Linder Parteien A. ____, vertreten durch Advokatin Dr. Sabine Aeschlimann, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen, Klägerin und Berufungsklägerin gegen B. ____, vertreten durch Advokat Roger Wirz, Anton von Blarerweg 2, 4147 Aesch, Beklagter Gegenstand Eheschutz / Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichtspräsi- denten Laufen vom 18. November 2013 A. Die Parteien sind seit 7. November 1997 verheirate t. Aus der Ehe gingen die gemeinsa- men Kinder, C. ____, geboren am 5. Juni 1998, und D . ____, geboren am 15. Februar 2000, hervor. Mit Eingabe vom 26. April 2013 machte die E hefrau beim Bezirksgericht Laufen ein Eheschutzverfahren anhängig. Am 19. Juni 2013 führt e der Bezirksgerichtspräsident Laufen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine erste mündliche Eheverhandlung durch. Auf Wunsch beider Parteien liess er anschlies- send eine amtliche Erkundigung bei der Kinder- und Juge ndpsychiatrie Baselland einholen. Am 22. Oktober 2013 wurden die beiden Kinder der Parte ien durch die Gerichtsschreiberin des Be- zirksgerichts angehört. Anschliessend wurde am 18. November 2013 eine zweite Eheschutz- verhandlung abgehalten und der Fall in Bedacht genommen. In der Folge wurde den Ehegatten mit Entscheid vom 18. November 2013 das Getrenntleben be willigt. Das eheliche Domizil im X. ____ in Y. ____ wurde dem Ehemann zur weiteren Bewoh nung zugewiesen und die Ehefrau aufgefordert, das eheliche Domizil unter Mitnahme ihrer persönlichen Effekten bis zum 28. Feb- ruar 2014 dauerhaft zu verlassen (Ziff. 1). Die beiden gemeinsamen Kinder der Parteien wurden für die Zeit der Trennung unter die Obhut des Vaters gestellt und die Mutter wurde berechtigt, die Kinder auf ihre Kosten an jedem zweiten folgenden Wochenende ab Freitagabend bis Sonn- tagabend zu sich zu Besuch zu nehmen (Ziff. 2). Ferner wurde festgehalten, dass der Ehemann für den laufenden ordentlichen Unterhalt der beiden Kinder aus alleinigen Kräften aufzukommen habe. Kinderunterhaltsbeiträge der Mutter würden desh alb keine gesprochen. Der Ehemann wurde dazu verpflichtet, der Ehefrau ab dem Zeitpunk t der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes für die Dauer der Trennung einen Ehegatte nunterhaltsbeitrag von CHF 926.00 mo- natlich zu leisten (Ziff. 4). Die Gesuche der Parteie n um unentgeltliche Rechtspflege wurden abgewiesen. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 800 .00 wurden zu 5/8 dem Ehemann und zu 3/8 der Ehefrau auferlegt. Überdies habe die E hefrau dem Ehemann eine reduzierte Parteientschädigung von pauschal CHF 600.00 zu zahlen (Ziff. 5). B. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2013 liess die Ehefrau, v ertreten durch Advokatin Dr. Sabine Aeschlimann, gegen den Entscheid des Bezirksge richtspräsidenten Laufen vom 18. November 2013 Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landsc haft, Abteilung Zivilrecht, einrei- chen. Sie beantragte, Ziff. 1 des besagten Entscheids s ei aufzuheben und die eheliche Liegen- schaft im X. ____ in Y. ____ für die Dauer des Getrenn tlebens der Ehefrau zuzuweisen. Der Ehemann sei aufzufordern‚ die eheliche Liegenschaft inn ert angemessener Frist unter Mitnah- me seiner persönlichen Effekten dauerhaft zu verlassen. Ev entualiter, falls die Liegenschaft dem Ehemann zugewiesen würde, sei der Ehefrau nach Ab schluss des Berufungsverfahrens eine neue angemessene Frist zum Verlassen der ehelichen Liegenschaft anzusetzen. Sodann sei Ziff. 2 des besagten Entscheids aufzuheben und es seie n die gemeinsamen Kinder der Par- teien, C. ____ und D. ____, unter die Obhut der Kin dsmutter zu stellen. Zugunsten des Kinds- vaters und der beiden Töchter sei ein angemessenes Besuc hsrecht festzulegen. Eventuell sei Ziff. 2 des Entscheids aufzuheben und es sei ein gerichtl iches Fachgutachten betreffend die Frage der Obhutszuteilung bei einer neutralen Institu tion einzuholen. Bis zum Vorliegen dieses Fachgutachtens seien die gemeinsamen Kinder der Parteie n vorläufig unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen. Zugunsten des Kindsvaters und der b eiden Töchter sei ein angemesse- nes Besuchsrecht festzulegen. Gleichzeitig sei dem Kindsvater eine Frist anzusetzen, innert der er die eheliche Liegenschaft vorläufig zu verlassen hab e. Subeventuell sei Ziff. 2 des Ent- scheids aufzuheben und es sei der Kindsmutter ein Besuchsrec ht an jedem zweiten Wochen- ende von Freitagabend bis Sonntagabend sowie ein wöche ntliches Besuchsrecht an zwei Nachmittagen unter der Woche inkl. zwei Übernachtungen e inzuräumen. Zudem sei ihr ein Fe- rienrecht während der Hälfte der Schulferien der Kind er einzuräumen. Ferner sei Ziff. 4 des be- sagten Entscheids aufzuheben und der Ehemann sei zu verpf lichten, ab Auszug aus der eheli- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Liegenschaft der Ehefrau und den beiden Töchtern m onatliche und monatlich vorauszahl- bare Unterhaltsbeiträge in der Höhe von mindestens CHF 3'900.00 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen; davon CHF 1’000.00 zuzüglich allfällige Kin derzulagen für die Kinder sowie CHF 1'900.00 für die Ehefrau. Eventualiter sei Ziff. 4 de s Entscheids aufzuheben und es sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau noch während sechs M onaten ab Auszugsdatum einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbei trag von CHF 1'586.00 zu bezahlen, anschliessend einen solchen von CHF 926.00. Schliesslich sei Ziff. 5 des angefochtenen Ent- scheids aufzuheben und die ausserordentlichen Kosten seien wettzuschlagen, unter o/e Kos- tenfolge. In der Begründung wurde vorab die Ehegeschichte geschi ldet und zusammenfassend ausgeführt, die Berufung richte sich in erster Linie ge gen die Zuteilung der Obhut über die bei- den Töchter C. ____ und D. ____ an den Ehemann. Als Folge davon würden auch die übrigen vom Bezirksgericht Laufen festgelegten Trennungsfolgen, namentlich die Zuteilung der eheli- chen Liegenschaft, die Unterhaltsregelung und die Kost enverteilung von der Ehefrau nicht ak- zeptiert. Die Vorinstanz stütze ihre Ansicht hauptsächlich auf einen Bericht des KJP, bei dessen Erstellung die Ehefrau nur marginal involviert worden sei und bei dem es sich um ein Parteigut- achten handle. Es lasse sich damit nicht belegen, dass di e Ehefrau an einer psychischen Krankheit leide. Sowohl die Aussagen von C. ____ wie auch die Bestätigung der behandelnden Psychiaterin der Ehefrau würden ein anderes Bild zeigen . Die Vorinstanz übergehe diese Be- weismittel ohne Begründung und würdige die Beweise da mit willkürlich. Die bisherige Rollen- verteilung, die Möglichkeit der persönlichen Betreuung und die Stabilität der Verhältnisse wür- den für eine Zuteilung der Obhut an die Ehefrau sprechen. Im Gegensatz dazu würde bestritten, dass die Zuteilung der Obhut an den Berufungsbeklagten dem Wohl der Kinder entspreche. Einmal abgesehen davon, dass der Ehemann noch nie die vol le Verantwortung für die Kinder übernommen habe und bis heute kein klarer Plan vorlieg e, wie der Ehemann dies handhaben wolle, würden auch die von ihm an den Tag gelegten Verhaltensweisen grösste Bedenken we- cken. Auf die einlässliche Begründung der Berufung ist in den Erwägungen zurückzukommen, soweit dies notwendig ist. C. In der Berufungsantwort vom 11. Januar 2014 liess der Ehemann, vertreten durch Advo- kat Roger Wirz, beantragen, dass die Berufung abzuweisen sei. Eventualiter, für den Fall, dass die eheliche Liegenschaft in Y. ____ für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau zugewiesen werden sollte, sei dem Ehemann eine angemessene Frist zu m Verlassen derselben einzuräu- men, und Ziffer 2 des Entscheides des Bezirksgerichts Laufen vom 18. November 2013 aufge- hoben werden sollte, sei ein Gutachten bei einer Fach stelle zur Frage der Obhutszuteilung und einer Gefährdung des Kindswohles einzuholen und bis zu d essen Vorliegen die Obhut über die gemeinsamen Kinder der Parteien, C. ____ und D. ____ , vorläufig dem Ehemann zuzuteilen, subeventuell sei dem Ehemann ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen und sei der Ehemann bei seiner Bereitschaft zu behaften, d er Ehefrau ab Aufnahme des Getrennt- lebens für den Bedarf der beiden Töchter Unterhaltsbe iträge in der Höhe der Kinderrenten von je CHF 582.00 zu bezahlen und seien weitergehende Unt erhaltsbegehren der Ehefrau abzu- weisen; unter o/e Kostenfolge. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen der Begründung der Berufungsantwort legt e der Ehemann seine Sicht der Dinge ausführlich dar. Es treffe zu, dass für den Gerich tspräsidenten zu Laufen der Bericht des KJP Bruderholz vom 2. September 2013 von grosser Bedeutu ng gewesen sei - und zwar völlig zu Recht. Die Ehefrau versuche, diesen Bericht aus der We lt zu schaffen, indem sie ihn als „Parteigutachten“ und die Fachpersonen des KJP Bruderh olz als vom Ehemann beeinflusst und unprofessionell darstelle. Sie verkenne bzw. verschweige da bei aber wesentliche Tatsachen, argumentiere teilweise aktenwidrig und gebe auch den Inhalt des Berichtes teilweise in irrefüh- render Weise wieder. Die von der Ehefrau angeführten anderen Kriterien für die Obhutszutei- lung würden dahinter zurücktreten. Sie sprächen ohnehin nicht für den einen oder den anderen Ehegatten, und schon gar nicht würden sie in einem Au smass zu Gunsten der Ehefrau und ge- gen den Ehemann sprechen, dass es angesichts des Berichts de r KJP Bruderholz verantwortet werden könnte, die Kinder unter die Obhut der Mutter zu stellen. Die einlässliche Begründung in der Berufungsantwort wird in den Erwägungen wiederzugeben sein, sofern dies angezeigt ist. D. Mit Verfügung vom 13. Januar 2014 wurde der Schriften wechsel geschlossen und die Parteien zu einer Parteiverhandlung vor die Präsident in des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, geladen. Ferner wurde eine vorg ängige persönliche Anhörung der Kinder, C. ____ und D. ____, durch die Präsidentin des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, angesetzt und eine Vertretung der beiden genannten Kinder dur ch Advokatin Esther Wyss Sisti angeord- net. In der Folge wurden die Kinder in Anwesenheit der Beiständin am 19. Februar 2014 einzeln durch die Präsidentin angehört. Die wesentlichen Erge bnisse der Anhörungen werden, soweit tunlich, in den Erwägungen auszuführen sein. Zur heutigen kantonsgerichtlichen Verhandlung sind die Berufungsklägerin mit Advokatin Dr. Sabine Aeschlimann und der Berufungsbeklagte mit Advokat Roger Wirz erschienen. Zu- dem ist Advokatin Esther Wyss Sisti als Vertreterin der K inder anwesend. Eingangs werden die Anwesenden über die Ergebnisse der Anhörung der Kind er informiert und wird das mass- gebliche Protokoll verlesen. Anschliessend wird der Kindesvertreterin das Wort erteilt. Sie bean- tragt, dass den Töchtern das Recht zu geben sei, im Haus w ohnen zu bleiben. Ferner sei den Kindern ein ausgeglichener Kontakt mit beiden Eltern zu ermöglichen, wobei nebst einem Be- suchsrecht an jedem zweiten Wochenende von Freitag bis Son ntag noch wöchentlich eine Übernachtung beim Elternteil, der nicht im Haus bleibe , zu gestatten sei. Individuell seien so- dann weitergehende Kontakte zwischen den Kindern und de m ausziehenden Elternteil nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder vorzusehen. Schl iesslich seien die Ferien der Kin- der hälftig zwischen den Eltern aufzuteilen. Den Kind er sei es ein vordringliches Anliegen, ge- meinsam im Haus in Y. ____ zu bleiben. Die Mutter sei wohl etwas präsenter im Haus, so dass es möglicherweise besser sei, wenn sie im ehelichen Domizi l bleibe. Der Vater habe sich aller- dings für das Haus auch stark engagiert. Abschliessend betont die Kindesvertreterin, dass nach ihrer Ansicht kein Fachgutachten notwendig sei und die n otwendigen Entscheidgrundlagen vor- handen seien. Daraufhin werden die Parteien im Hinbl ick auf eine Einigung über die streitigen Modalitäten der Trennung einlässlich informell durch di e Präsidentin des Kantonsgerichts, Ab- teilung Zivilrecht, befragt. Nachdem ein Vorschlag des Gerichts für eine gütliche Verständigung durch den Ehemann verworfen wird, halten die Rechtsvert reter der Parteien und die Vertreterin der Kinder ihre mündlichen Vorträge. Soweit die Part eivertreter der Ehegatten in ihren Plädo- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht yers von den Darlegungen in den Rechtsschriften abweichen, ist auf ihre entsprechenden Aus- führungen in den Erwägungen zurückzukommen. Erwägungen 1. Gegen einen Eheschutzentscheid kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO Berufung erho- ben werden. Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinsch aft unterliegen dem summari- schen Verfahren (Art. 271 lit. a ZPO). Die Berufung i st schriftlich und begründet innert zehn Ta- gen seit Zustellung des begründeten Entscheides bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V. mit Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend wurde der Fall anlässlich der Eheschutzverhandlung vor dem Bezirks- gericht Laufen vom 18. November 2013 in Bedacht geno mmen und der begründete Entscheid der Ehefrau anschliessend am 2. Dezember 2013 schriftli ch eröffnet. Die Rechtsmittelfrist ist durch Postaufgabe der Berufung vom 11. Dezember 2013 so mit eingehalten. Der Kostenvor- schuss von CHF 1‘400.00 wurde valuta 20. Dezember 2013 e benfalls fristgerecht geleistet. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide d er Präsidien der Bezirksgerichte, die im summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig. 2.1 Mit Entscheid vom 18. November 2013 bewilligte der Bezirksgerichtspräsident Laufen den Ehegatten A. ____ und B. ____ das Getrenntleben. Das eheliche Domizil in Y. ____ wurde dem Ehemann zur weiteren Bewohnung zugewiesen und die Ehe frau aufgefordert, das Haus unter Mitnahme ihrer persönlichen Effekten bis Ende Februar 2014 dauerhaft zu verlassen. Die bei- den gemeinsamen Kinder der Parteien wurden für die Z eit der Trennung unter die Obhut des Vaters gestellt und die Mutter wurde berechtigt, die Kinder auf ihre Kosten an jedem zweiten Wochenende ab Freitagabend bis Sonntagabend zu sich zu Besuch zu nehmen. Ausserdem wurde festgehalten, dass der Ehemann für den laufenden Unterhalt der beiden Kinder aufzu- kommen habe. Kinderunterhaltsbeiträge der Mutter würd en deshalb keine gesprochen. Der Ehemann wurde sodann verpflichtet, der Ehefrau ab dem Zeitpunkt der Aufhebung des ge- meinsamen Haushaltes für die Dauer der Trennung einen Ehegattenunterhaltsbeitrag von mo- natlich CHF 926.00 zu leisten. Die Gesuche der Parteie n um unentgeltliche Rechtspflege wur- den abgewiesen. Die Gerichtskosten wurden zu 5/8 dem Ehe mann und zu 3/8 der Ehefrau auf- erlegt. Überdies wurde die Ehefrau verpflichtet, dem E hemann eine reduzierte Parteientschädi- gung von CHF 600.00 zu zahlen. Die Berufung der Ehefrau richtet sich in erster Linie gegen die Zuteilung der Obhut über die beiden Töchter an den Ehemann. Als Folge davon werden auch die weiteren Regelungen des Getrenntlebens, insbesonder e die Zuweisung der ehelichen Wohnung an den Ehemann, die Unterhaltsregelung und d ie Kostenverteilung des erstinstanzli- chen Entscheides von der Ehefrau angefochten. Nicht streitig sind hingegen die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes und die Verweigerung der unent geltlichen Rechtspflege für das vo- rinstanzliche Verfahren. Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfa hren der Untersuchungsgrund- satz. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und nicht an die Parteivorbringen gebunden ist. Betreffend die Bin dung an die Parteianträge gilt für die Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lange der Ehegatten untereinander die Dispositionsmaxim e. In Kinderbelangen gelten demge- genüber die Offizial- und die Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO). 2.2 Im Berufungsverfahren können neue Tatsachen nur noch be rücksichtigt werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden und wenn sie trotz z umutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Da im Berufungsverfahren indes auch die Vorschriften über das erstinstanzliche Verfah ren sinngemäss anzuwenden sind, stellt sich regelmässig die Frage, ob in denjenigen Verf ahren, in denen der Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären ist, mithin in den Verfahren, d ie der Untersuchungsmaxime unterste- hen, neue Tatsachen und Beweismittel in analoger Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO bis zur Urteilberatung vorgebracht werden können. Dies ist in de r Literatur umstritten. Das Bundesge- richt hat indes eine solche analoge Anwendung abgelehn t und festgehalten, dass einzig Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (BGE 138 lll 626 E 2.2) . Deshalb ist auch in den Verfahren, die der Untersuchungsmaxime unterstehen, Art. 317 Abs. 1 ZPO zu beachten. Allerdings kön- nen die Parteien vorbringen, in der ersten Instanz sei d ie Untersuchungsmaxime verletzt wor- den, indem gewisse Fakten unberücksichtigt geblieben seien. Falls dies zutrifft, sind die ent- sprechenden Vorbringen zu berücksichtigen. 3.1 Im Zusammenhang mit der Zuteilung der ehelichen Wohnu ng an die Parteien kam die Vorinstanz zum Schluss, dass primär dem Interesse der unmünd igen Kinder, am angestamm- ten Domizil zu bleiben, Rechnung zu tragen sei. Das Bezirks gericht widmete sich daher in der Begründung des Entscheids einlässlich der Zuweisung der Ob hut über die beiden Töchter. Es stellte zuerst die Kriterien für die Kinderobhutszuteil ung dar, wobei für das Bezirksgericht fest- stand, dass sich beide Parteien in der Vergangenheit wi e auch gegenwärtig um das Wohl der Kinder bemüht hätten und beiderseits einen grossen Teil der Erziehungsfähigkeitskompetenz erfüllen würden. Es galt zudem als feststehend, dass der Vater tagsüber einem Verdienst nach- gehe, welcher ein mehr oder weniger 100-prozentiges Pensum beanspruche, während die Ehe- frau als Teilzeiterwerbstätige mehr Zeit im gemeinsamen Haushalt gegenwärtig sei. In der Fol- ge setzte sich die Vorinstanz ausführlich mit den Vor- un d Nachteilen für die Sicherstellung des Kindeswohls auseinander und bemühte dabei insbesondere die Beurteilung durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland (KJP), welche auf die In itiative des Ehemannes hin, die bei- den Töchter seit dem 16. Mai 2013 begleitet und unt er welcher Regie am 27. Juni 2013 auch eine Familiensitzung stattfand. Aus dem besagten Bericht der KJP vom 2. September 2013 und der Kinderanhörung komme klar zum Ausdruck, dass die Ehefra u nicht über unerhebliche Stre- cken eine Unberechenbarkeit aufweise, unter welcher die Kinder leiden würden. Wesentlich sei, dass ein verbales Aufbrausen durch die Ehefrau über eine repräsentativ lange Zeit die Familie belastet habe und nach wie vor ernsthaft zu befürchten sei, was für die Kinderobhutszuteilungs- frage von entscheidender Bedeutung sei. Der Ehemann h abe sich aus einer Situation der Ver- zweiflung, jedenfalls einer glaubhaft vorgebrachten V erunsicherung heraus an die KJP gewen- det. Sein Hilferuf komme nicht von ungefähr und sei er nst zu nehmen. Die Art und Weise, wie der psychiatrische Fachbericht zustande gekommen sei, schein e aus dem Hintergrund sowie aus dem Aspekt heraus, dass der Ehemann die Trennung bi s heute gar nicht wolle und alles daran setze, die Familie zu erhalten, als unverdächtig. Eine prozesstaktische Manipulation der Kinder scheine zudem höchst unwahrscheinlich, denn diese hätten sich nicht für oder gegen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Elternteil geäussert. Seitens des Ehemanns, erachtete die Vorinstanz hingegen sämtliche Kriterien, die es benötigt um die Kinderobhut zugesprochen zu erhalten, als erfüllt. 3.2 Die Beklagte schildert in der Berufungsschrift die Grün de der ehelichen Schwierigkeiten, die später zur Trennung führten, aus ihrer Sicht. Sie habe Unregelmässigkeiten in den finanziel- len Belangen der Familie festgestellt und sich daher v eranlasst gesehen, das Gericht anzuru- fen. Der Ehemann habe die beiden Töchter im Hinblick auf die Gerichtsverhandlung vom 19. Juni 2013 kurzfristig und hinter ihrem Rücken beim KJP Bruderholz für eine kinderpsychiat- rische Behandlung angemeldet. Erst unmittelbar vor dem Gerichtstermin sei sie vom Ehemann darüber informiert worden. Anlässlich der Verhandlung habe der Ehemann dann überraschend ein Schreiben des KJP Bruderholz präsentiert in dem - ohne dass der KJP die Kindsmutter je- mals gesehen oder gehört habe - bestätigt werde, dass d ie beiden Töchter durch die psychi- sche Instabilität der Kindsmutter sehr belastet und verun sichert seien. Zudem behaupte der Ehemann bis heute, dass die gesamte Krise der Familie e inzig und allein auf den psychischen Zustand der Ehefrau zurückzuführen sei. Die Vorinstanz h abe die massgeblichen Kriterien für Zuteilung der Obhut an einen Elternteil nicht abgeh andelt, sondern gehe davon aus, dass auf Seiten der Kindsmutter bereits die Erziehungsfähigkeit eingeschränkt sei, da es an einem aus- gewogenen persönlich-emotionalen Kontakt zwischen der Ki ndsmutter und den Kindern fehle und die Kinder durch die fehlende psychische Stabilität der Kindsmutter gefährdet seien. Diese Ansicht stütze die Vorinstanz hauptsächlich auf den Beric ht des KJP Bruderholz vom 2. Sep- tember 2013 und den darin enthaltenen Ausführungen. Bei diesem Bericht handle es sich letzt- lich um ein einseitig durch den Berufungsbeklagten in Auftrag gegebenes Parteigutachten‚ wel- ches ohne Wissen der Kindsmutter initiiert worden sei. Der Berufungsbeklagte lässt entgegnen, im Vorfeld der Eheaudienz vom 19. Juni 2013 sei das Ehe- und Familienleben stark durch die extreme psychische Instabilität der Ehefrau belastet gewesen. Diese habe sich in häufigen, abrupten Stimmungswechseln geäussert‚ die von immer wiederkehrenden aggressiven Ausbrüchen und Wutanfällen wieder zu Äusserungen starker emotionaler Anhänglichkeit gegenüber dem Ehemann gewe chselt hätten. Es treffe zweifellos zu, dass für den Gerichtspräsidenten zu Laufen der Bericht des KJP Bruderholz vom 2. September 2013 von grosser Bedeutung gewesen sei - u nd zwar völlig zu Recht. Die Ehe- frau versuche, diesen Bericht aus der Welt zu schaffen, in dem sie ihn als Parteigutachten und die Fachpersonen des KJP Bruderholz als vom Ehemann bee influsst und unprofessionell dar- stelle. Sie verkenne bzw. verschweige dabei aber wesentlich e Tatsachen, argumentiere teilwei- se aktenwidrig und gebe auch den Inhalt des Berichtes tei lweise in irreführender Weise wieder. Die von der Ehefrau angeführten anderen Kriterien fü r die Obhutszuteilung würden dahinter zurücktreten. Sie würden ohnehin nicht für den einen o der den anderen Ehegatten sprechen, und schon gar nicht würden sie in einem Ausmass zu Gunsten d er Ehefrau und gegen den Ehemann sprechen, dass es angesichts des Berichts der KJP B ruderholz verantwortet werden könnte, die Kinder unter die Obhut der Mutter zu stellen. 3.3 Die Obhut ist Teil der elterlichen Sorge und umfasst di e tägliche Betreuung und Pflege des Kindes sowie die Befugnis, über den Aufenthaltsor t des Kindes zu entscheiden (Art. 301 ZGB). Während der Ehe üben die Eltern die Obhut gem einsam aus. Die Obhut kann jedoch durch richterlichen Entscheid oder durch Entscheid der Ki ndesschutzbehörde von der elterli- chen Sorge getrennt und einem Elternteil alleine zuge sprochen werden. Bei einer gerichtlichen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Regelung des Getrenntlebens im Rahmen eines Eheschutzver fahrens (Art. 176 Abs. 3 ZGB) wird meist nur die Obhut einem Elternteil alleine üb ertragen. Die übrigen Elemente der elterli- chen Sorge bleiben wegen des vorübergehenden Charakter s von Eheschutzmassnahmen in der gemeinsamen Verantwortung der Eltern, soweit das Kindeswohl dies zulässt. Für die Zutei- lung der Obhut an einen Elternteil gelten grundsätzli ch die gleichen Kriterien wie im Schei- dungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des Kindes Vorrang vor allen anderen Über- legungen, insbesondere vor den Wünschen der Eltern. Vor ab muss die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. Ist diese bei beiden Elternteil en gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzut eilen, der die Möglichkeit hat und dazu bereit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Voraussetzung ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Unter Umständen kann die Möglichkeit der persönlich en Betreuung auch dahinter zurück- treten (Urteil 5C.212/2005 vom 25. Januar 2006 E. 4. , in: FamPra.ch 2006 S. 753). Schliesslich ist - je nach Alter der Kinder - ihrem eindeutigen Wu nsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten oder die Forderung, dass eine Zutei- lung der Obhut von einer persönlichen Bindung und ec hter Zuneigung getragen sein sollte (vgl. BGE 115 II 206 E. 4a; 115 II 317 E. 2 und 3; 117 II 353 E. 3; Urteil 5A_798/2009 vom 4. März 2010 E. 5.3; BGE 136 I 178 E. 5.3; Urteil 5A_905/20 11 vom 28. März 2012 E. 2.1). Bei der Be- urteilung der für die Obhutszuteilung massgebenden Kri terien verfügt das Sachgericht über ein weites Ermessen (vgl. zitierte Urteile). 3.4 Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, geht mit der Berufungsklägerin einig, dass das Bezirksgericht Laufen im angefochtenen Ent scheid die massgeblichen Kriterien für die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil nicht bzw. nur unzureichend abhandelte. Die Vor- instanz stützte sich für seinen Entscheid im Wesentlichen blo ss auf den Bericht des KJP Basel- land vom 2. September 2013 und versäumte es, das Zustan dekommen dieses Bescheids hin- reichend kritisch zu hinterfragen. Es wurde zwar zutreffen d festgehalten, die Beurteilung der KJP sei keinesfalls eine gerichtliche Expertise und sei au f einseitigen Anstoss des Ehemannes zustande gekommen. Im Rahmen der Darstellung der Chron ologie der Ereignisse werden die im fraglichen Bericht enthaltenen Ausführungen gleichw ohl übernommen. Nach Ansicht des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, erscheint es in der Tat erstaunlich, dass der KJP in sei- nem Bericht vom 2. September 2013, mithin nach einem einzigen persönlichen Zusammentref- fen mit der Ehefrau anlässlich einer Familiensitzung, d ie Vermutung aufstellte, auf Seiten der Ehefrau liege eine bipolare affektive Störung vor. Di e entsprechenden Angaben basieren offen- sichtlich allein auf Aussagen des Ehemannes anlässlich sein es Erstgesprächs beim KJP vom 29. April 2013, so dass erhebliche Vorbehalte bezüglich der Qualität der Verlautbarung ange- bracht sind. Es mutet mehr als befremdlich an, wenn die behandelnde Fachpsychologin nach einem Einzelgespräch mit dem Ehemann und einer geme insamen Besprechung mit Ehemann und Kindern in der Bestätigung vom 22. Mai 2013 fest hält, die psychische Instabilität der Kindsmutter sei die Ursache der Verunsicherung der Kinde r. Vor dem Hintergrund der Ehekrise der Parteien und der anstehenden Trennung ist desglei chen nicht nachvollziehbar, wie die Fachpsychologin zum Schluss kommen kann, die psychische Belastun g der Töchter sei einzig und allein auf die Verfassung der Ehefrau zurückzuführen . Das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, teilt sodann die Ansi cht der Vorinstanz nicht, dass der Bericht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht des KJP vom 2. September 2013 sog. unverdächtig zustande gekommen ist, weil der Ehemann die Trennung nicht gewollt und alles daran setze, die Familie zu erhalten. Allein die Anmeldung der Kinder bei der KJP im Vorfeld der Eheschutzverhandl ung ohne Konsultation der Kindsmut- ter schliesst ein gänzlich „unverdächtiges“ Zustandekommen des Berichts aus. Im Weiteren illustriert auch die von der Berufungsklägerin beigebr achte E-Mailkorrespondenz, dass sich der Ehemann gegenüber Drittpersonen wenig sensibel über se ine Ehefrau vernehmen lässt. Ent- gegen der Meinung der Vorinstanz stehen die fraglichen Feststellungen der KJP sodann auch nicht im Einklang mit den Aussagen der Kinder anlässlich der Anhörung. Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, veranlasste im Rechtsmittelverfahren eine neuerliche Anhörung der beiden Töchter der Parteien, einerseits um dem persönlichkeitsbezogenen Mitwirkungsrecht der Kinder zu entsprechen, andererseits um sich einen persönlichen Ein druck über die aktuelle Situation zu verschaffen. Die Kinder liessen sich anlässlich dieser Anhö rung vom 19. Februar 2014 aus- führlich zu ihrem Alltag in der Schule und in der Fr eizeit vernehmen, wobei die ältere Tochter sich auch zu den Schwierigkeiten zwischen den Eltern äussert e. Sie führte insbesondere aus, sie habe kein Bedürfnis nach weiteren Sitzungen beim K JP. Der Vater habe ihr damals erklärt, die Mutter sei krank, womit er sie etwas überrumpelt hab e. Die Mutter habe ihr allerdings ge- sagt, sie sei gesund. Nach ihrer eigenen Wahrnehmung se i die Mutter nicht krank, sondern le- diglich gestresst. Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht , gewinnt jedenfalls aus den vorlie- genden Akten und der heutigen Befragung der Parteie n nicht den Eindruck, dass die Beru- fungsklägerin psychisch angeschlagen wäre. Aus den Akten erg ibt sich vielmehr, dass beide Ehegatten in psychiatrischer Behandlung waren bzw. immer noch sind. Es kann als allgemein- notorisch gelten, dass sich eheliche Schwierigkeiten in ei ner Partnerschaft unterschiedlichst manifestieren. Der Schluss des Bezirksgerichts, dass ein wiederholtes verbales Aufbrausen der Mutter für die Frage der Obhutszuteilung von entschieden der Bedeutung sei, entbehrt mithin einer hinreichenden Grundlage. Nach dem Vorstehenden finden sich keine Vorbehalte, welche die Erziehungsfähigkeit der Ehefrau ausschliessen würden , so dass die weiteren Kriterien für die Zuteilung der Obhut zu prüfen sind. In diesem Zusa mmenhang ist für das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, anlässlich der heutigen Parteibef ragung auffällig geworden, dass väterli- cherseits gewisse Einschränkungen bei der Bindungstoleranz bestehen. Mit Bindungstoleranz wird die Fähigkeit und Bereitschaft eines Elternteils bezeichnet, die Bindungen des Kindes zum anderen Elternteil, bzw. zu anderen wichtigen Personen , zu respektieren und zu fördern bzw. ihre Aufrechterhaltung wenigstens zu tolerieren. Der Ehemann scheint eher dazu zu neigen, die Gewährung des Kontaktes zum getrennt lebenden Elterntei l einschränken zu wollen, was sich insbesondere im Zusammenhang mit dem Zustandekommen der Abklärung der KJP ohne Rücksprache mit der Beklagten deutlich manifestierte. Für eine Zuteilung der Obhut über die Kinder an die Kindesmutter sprechen für das Kantonsgeri cht vorweg, die bisher gelebte Rollen- teilung, die Möglichkeit der persönlichen Betreuung un d die Kontinuität der Verhältnisse. Die Ehefrau kümmerte sich seit der Geburt weitaus überwieg end um die Töchter, organisiert den gesamten Alltag der Kinder, hilft ihnen bei den Hau saufgaben, kocht am Mittag, bringt sie zum Musikunterricht, vereinbart Termine und organisiert die Drittbetreuung, wenn sie an freien Nachmittagen nicht persönlich für die Kinder schauen ka nn, was vom Ehemann grundsätzlich alles nicht bestritten wird. Der Vater fährt die Kinde r zwar regelmässig zur Schule und kümmer- te sich während des Auszugs der Mutter kurzfristig allein e um die beiden Töchter, allerdings ist die Ehefrau mit ihrem Arbeitspensum von rund 40 % den noch allemal besser in der Lage, die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kinder persönlich zu betreuen, zumal der Ehemann bislang nahezu einem Vollerwerb nachgeht. Die beiden Kinder sind nunmehr bereits in einem Alter , in welchem sie nicht einer dauernden Betreuung bedürfen, freilich besteht nach wie vor ein erhöhter Bedarf an persönlicher Anwe- senheit eines Elternteils. Die Kinder lassen denn auch persönlich anlässlich der Anhörung und durch ihre Vertreterin durchscheinen, dass sie sich den V erbleib in der heutigen Umgebung zusammen mit der Mutter etwas besser vorstellen können. Die Kontinuität der bestehenden Verhältnisse lassen das Kantonsgericht, Abteilung Zivilre cht, daher in der Summe der Argu- mente zum Schluss kommen, dass die Berufung gutzuheissen ist und die gemeinsamen Kinder der Parteien, C. ____, geb. 5. Juni 1998, und D. ___ _, geb. 15. Februar 2000, unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen sind. 4.1 Das Eheschutzgericht entscheidet über die vorübergehende Zuteilung der ehelichen Lie- genschaft an eine der Parteien nach Zweckmässigkeit und una bhängig davon, wer Eigentümer oder Mieter ist. Kann nicht eindeutig ausgemacht werde n, wem das Haus oder die Wohnung den grösseren Nutzen bringt, so hat derjenige auszuziehen , dem es unter Würdigung aller Um- stände eher zuzumuten ist. Was unter „Zweckmässigkeit“ und „grösserem Nutzen“ im Einzelnen zu verstehen ist, haben Gerichtspraxis und Lehre verdeutli cht. Im Vordergrund der Beurteilung stehen das Interesse der Kinder, in der gewohnten und ve rtrauten Umgebung bleiben zu dür- fen, und die Erfahrungstatsache, dass der alleinstehende Ehegatte als Einzelperson rascher eine Wohnung findet als der andere Ehegatte mit den Kindern, sowie Gründe beruflicher und gesundheitlicher Art, wenn ein Ehegatte in der ehelichen Liegenschaft seinen Beruf ausübt oder ein Geschäft betreibt oder wenn die Wohnverhältnisse a uf besondere Bedürfnisse eines ge- brechlichen oder invaliden Familienmitglieds zugeschnitt en sind (vgl. Urteil 5A_766/2008 vom 4. Februar 2009 E. 3, in: FamPra.ch 2009 S. 422). 4.2 In vorliegender Konstellation steht ausser Frage, dass di e eheliche Wohnung in Abände- rung des vorinstanzlichen Entscheids nunmehr der Berufun gsklägerin zuzuweisen ist. Das von den beiden Kindern in der Anhörung vom 19. Februar 2014 manifestierte Interesse, in der ge- wohnten und vertrauten Umgebung im Haus in Y. ____ bl eiben zu dürfen, gebietet dies fraglos so. Die Parteien stellen denn auch in ihren Rechtsschrift en nicht in Frage, dass den erwähnten Interessen der Kinder ein Vorrang vor allen anderen K riterien zukommt. Die Liegenschaft steht im Übrigen ohnehin im Alleineigentum der Ehefrau. Ferner lassen die Erfahrungstatsache, dass der alleinstehende Ehemann als Einzelperson rascher ei ne Wohnung findet als die Ehefrau mit den Kindern, und das zusätzliche Faktum, dass die Ehefrau in der ehelichen Liegenschaft einer ergänzenden beruflichen Tätigkeit nachgeht (Praxis für angewandtes Feng Shui), keinen Zwei- fel, dass die eheliche Liegenschaft im X. ____ in Y. ___ _ für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau zuzuweisen ist. Dem Ehemann ist eine angemessene Frist von zwei Monaten anzuset- zen, die eheliche Liegenschaft unter Mitnahme seiner p ersönlichen Effekten dauerhaft zu ver- lassen. 5.1 Dem Elternteil, dem die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das unmündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen per sönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Dieses Recht steht dem Betroffenen um seiner Per sönlichkeit willen zu. Es ist allgemein anerkannt, dass aufgrund des schicksalhaften Eltern-Kind-V erhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und be i dessen Identitätsfindung eine entschei- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dende Rolle spielen kann (BGE 130 III 585 E. 2.2.2). Dies ist mit ein Grund, weshalb selbst dem urteilsfähigen Kind mit Bezug auf den persönlichen Ve rkehr mit seinen Eltern kein Selbstbe- stimmungsrecht zusteht (vgl. BGE 100 II 76 E. 4.b). Freil ich ist auf die Meinung des (urteilsfähi- gen) Kindes angemessen Rücksicht zu nehmen (Art. 301 Abs. 2 ZGB). Selbst wenn dieses sog. "Pflichtrecht" in erster Linie dem Interesse des Kinde s dient, steht es dem sorge- bzw. obhuts- berechtigten Elternteil nicht zu, eigenmächtig zu ent scheiden, ob der persönliche Verkehr der Kinder mit dem anderen Elternteil notwendig ist oder nicht. Namentlich sollen allfällige Differen- zen zwischen den Eltern nicht zum Abbruch der Beziehungen der Kinder zum nicht sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteil führen. 5.2 Die vorstehenden Erwägungen haben ergeben, dass die ge meinsamen Kinder der Partei- en unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen sind. De m Ehemann und Vater ist allerdings ein über das übliche Mass hinausgehender persönlicher Verkehr mit den Kindern einzuräumen, zumal sich die Beziehung zwischen dem Vater und den Töcht ern grundsätzlich als harmonisch präsentiert. Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, er achtet es daher als angemessen, den Kindsvater zu berechtigen, die Kinder im folgenden Umf ang auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: jeden Donnerstagnachmittag nach Schulschluss bis Freitagmor- gen, Schulbeginn (inkl. Übernachtung) sowie jedes zweite Wochenende von Donnerstagnach- mittag nach Schulschluss bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. Fe rner wird der Kindsvater berechtigt, die Kinder für die Dauer von sechs Wochen pro Jahr und die Hälfte der Feiertage zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen; die Ausübung des Ferie nbesuchsrechts hat der Kindsvater mindestens einen Monat im Voraus mit der Kindsmutter a bzusprechen. Über ein weitergehen- des Besuchsrecht des Kindsvaters können sich die Parteien u nter Berücksichtigung der Wün- sche und Bedürfnisse der Kinder im gegenseitigen Einvern ehmen selbstverständlich direkt un- tereinander zu verständigen. Um der latenten Gefahr vo n ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen den Eltern im Zusammenhang mit der Ausübung d es Besuchsrechts und vorhande- nen Defiziten in der entsprechenden Kommunikation der Parteien zu begegnen, hält es das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, in Anwendung von Art. 308 Abs. 2 i.V. mit Art. 315a Abs. 1 ZGB aber als angezeigt, die zuständige Kindesschutzbehö rde zu beauftragen, für die beiden Kinder eine Erziehungsbeistandschaft zu errichten. Der B eistand sollte insbesondere die Eltern und die Kinder in sämtlichen Belangen, welche die Erziehung und Ausbildung betreffen, beraten und unterstützen, über die Besuchsmodalitäten unter Einbezug der Beteiligten entscheiden und generell bei Konflikten der Eltern im Hinblick auf die Ausübung des Besuchsrechts vermittelnd einwirken. Darüber hinaus sind die Parteien gemäss Art. 172 Abs. 2 ZGB gerichtlich zu ermah- nen, zum Wohle der gemeinsamen Kinder die gegenseitige Kommunikation zu verbessern. Ins- besondere ermutigen oder zwingen sie die Kinder nicht, gegen den anderen Elternteil Partei zu ergreifen. Sie haben es grundsätzlich zu vermeiden vor d en Kindern Negatives über den ande- ren Elternteil zu sagen oder diese als Boten zu gebrau chen. Die Parteien sind schliesslich noch auf die Möglichkeit einer Mediation hinzuweisen (Art. 214 Abs. 1 resp. 297 Abs. 2 ZPO), welche sie darin unterstützen soll, selbst eine gütliche Lösung für ihre Konflikte zu erarbeiten. 6. Nach der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes, hat das G ericht auf Begehren eines Ehegatten die Geldbeiträge, die der eine Ehegatte d em andern schuldet, festzusetzen. Dabei geht das Gericht grundsätzlich von der bisherigen, ausdr ücklichen oder stillschweigenden Ver- einbarung der Ehegatten über die Aufgabenteilung un d Geldleistungen aus, die der ehelichen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemeinschaft eine bestimmte Struktur gegeben haben (Ar t. 163 Abs. 2 ZGB). Ist aber eine Wiederherstellung des gemeinsamen Haushaltes nicht mehr zu erwarten, gewinnt das Ziel der wirtschaftlichen Selbstständigkeit zunehmend an Bedeutung (vgl. BGE 137 III 385 E. 3.1; 130 III 537 E. 3.2; 128 III 65 E. 4a). Die vorstehenden Erwä gungen haben ergeben, dass die eheliche Liegenschaft für die Dauer des Getrenntlebens der Ehef rau zuzuweisen ist und die beiden ge- meinsamen Kinder unter die Obhut der Kindsmutter zu ste llen sind. Dementsprechend ist die Unterhaltsberechnung anzupassen, wobei die Methode der Grundbedarfsberechnung mit an- schliessender Überschussverteilung beizubehalten ist. Der monatliche Grundbedarf des Ehemannes beläuft sich auf eine Summe von CHF 3‘423.00. Er basiert auf einem Grundbetrag für N ahrung, Kleidung und Wäsche ein- schliesslich deren Instandhaltung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungsein- richtung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslage n für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. für Alleinstehende von CHF 1‘200.00. Im Weiteren sind dem Ehemann mut- massliche Wohnkosten von CHF 1‘400.00 inkl. Nebenkosten ei nzurechnen, zumal sich das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, vergewisserte, dass fü r diesen Betrag eine ausreichende Anzahl an geeigneten Mietobjekten mit drei und mehr Zimmern in der Nähe der vormaligen ehelichen Liegenschaft (Bezirke Laufen und Thierstein) zu r Verfügung steht. Ferner sind die Prämien der Krankenversicherung von CHF 200.00, Auslage n für die Benützung des öffentli- chen Verkehrs von CHF 73.00, unbestrittene Auslagen für sog. besondere Krankheitskosten von CHF 100.00 und ein geschätztes Steuerbetreffnis von C HF 300.00 einzukalkulieren. Den Kosten für die Ausübung des erweiterten persönlichen Ver kehrs wird mit einer Aufteilung des Grundbetrages der Kinder Rechnung getragen und dem K indesvaters ein anteiliger Betrag von CHF 150.00 angerechnet. Der Grundbedarf der Ehefrau mit den Kindern ergibt sodann eine Summe von CHF 5‘455.00. Er setzt sich aus dem Grundbetrag für Alle inerziehende von CHF 1‘350.00 und dem reduzierten Grundbetrag für die beiden Kinder von CHF 1‘050.00 (2 x CHF 600.00 – CHF 150.00) zusammen. Dazu kommen der Aufwand für die Lie genschaft, bestehend aus Hypothe- kar- und Baurechtszinsen von CHF 695.00 und geschätzten öff entlich-rechtlichen Abgaben und Unterhaltskosten von CHF 300.00, die obligatorischen Kr ankenversicherungsprämien von CHF 295.00, die Auslagen für die Benutzung des öffentlich en Verkehrs von CHF 165.00, die unbe- strittenen weiteren besonderen Auslagen für die Kinde r von CHF 250.00 sowie die sog. beson- deren Krankheitskosten von CHF 150.00. Die aktuellen A uslagen für die Z. ____ Schule belau- fen sich nunmehr nachweislich auf CHF 1‘000.00 und für die Steuern ist ein Betrag von CHF 200.00 einzukalkulieren. Das Gesamteinkommen des Ehemannes von CHF 7‘207.00 ist grundsätzlich nicht im Streite. Soweit er sich in der Berufungsantwort und anlässlich des heutigen Parteivortrages da- rauf beruft, es sei ihm nicht zuzumuten, trotz Erreichens des AHV-Alters weiterhin einer Er- werbstätigkeit nachzugehen, ist ihm entgegenzuhalten, d ass er bis auf Weiteres in der Pflicht steht, dieses Einkommen weiterhin zu erzielen. Einerseits musste er mit der relativ späten Va- terschaft davon ausgehen, über das ordentliche Rentenalte r hinaus einem Erwerb nachzuge- hen, um den notwendigen Bedarf der Kinder zu finanzie ren. Andererseits hat er auch gegen- über seiner Ehefrau für eine Übergangsfrist, welche a llerdings im vorliegenden Verfahren noch nicht zu definieren ist, einen Betrag zu leisten, bis di ese die ehebedingten Nachteile aus der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht bislang praktizierten Aufgabenteilung wettgemacht hat. Zumal der Ehemann darüber hinaus bereit war, selbst bei einer Zuteilung der Obhut an i hn einem Vollerwerb nachzugehen, muss dies erst recht gelten, wenn die Obhut über die Kinder nun der Mutter zugeteilt wird. Das Ein- kommen der Ehefrau bei der W. ____ AG ist somit bis auf weiteres auf CHF 2‘000.00 zu belas- sen. Dazu kommen allerdings noch die zusätzlichen Einkünfte aus den Feng Shui Beratungen, welche sich eingestandenermassen auf CHF 1‘000.00 belauf en. Zu den vorgenannten Ein- kommen sind die Prämienverbilligungen der Krankenversiche rung von CHF 125.00 (Ehemann) resp. CHF 252.00 (Ehefrau mit Kindern) zuzuschlagen. De r Überschuss zwischen der Summe der Einkommen von CHF 10‘584.00 und der Summe des Gr undbedarfs beider Parteien von CHF 8‘878.00 ergibt einen Betrag von CHF 1‘706.00, w elcher im Verhältnis von rund 40 % zu 60 % zwischen den Ehegatten aufzuteilen ist. Im Ergebnis wird der Ehemann daher verpflichtet, ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft der Ehefrau für ihren Unterhalt monatlich und im Voraus einen Beitrag von CHF 625.00 sowie an den Unt erhalt der beiden Kinder monatlich und im Voraus einen Beitrag von je CHF 518.00 zuzüglich d er Kinderzulagen von je CHF 200.00 und der Kinderrente der AHV von je CHF 582.00 zu bezahlen. 7.1 Die Vorinstanz setzte die Gerichtskosten auf CHF 800.00 fest und auferlegte die Kosten zu 5/8 dem Ehemann und zu 3/8 der Ehefrau. Überdies ha be die Ehefrau dem Ehemann eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 600.00 zu zahle n. Das Bezirksgericht erwog dazu, zwar obsiege der Ehemann weitgehend, insbesondere bet reffend den zentralen Punkt der Kin- derobhuts- und Domizilzuweisung. Andererseits unterlieg e er immerhin in Bezug auf die aller- dings keinen nennenswerten Untersuchungsaufwand generie renden Trennungsvor- aussetzungen und sei er vor allem diejenige Person, we lche die wirtschaftlichen Grundlagen der Ehe hauptsächlich trage, so dass sich gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO eine massvolle Abweichung von der reinen Prozessergebnisrelevanz rechtf ertige. Aus demselben Grund schulde die Ehefrau dem Ehemann eine entsprechend erheb lich reduzierte Parteientschädi- gung. Die Beklagte beantragt, dass die besagte Ziffer d es Dispositivs aufzuheben sei und die sog. ausserordentlichen Kosten wettzuschlagen seien. Sie m oniert, dass nicht ersichtlich sei, weshalb von der verbreiteten Praxis abgewichen werde, wonach in erstinstanzlichen eherechtli- chen Verfahren die o-Kosten zu halbieren und die Anwal tskosten wettzuschlagen seien. Eine Kostenverteilung, die sich am Prinzip von Gewinnen und Verlieren orientiere, erscheine zumin- dest in erstinstanzlichen familienrechtlichen Verfahren nicht angezeigt. 7.2 Gemäss bewährter Praxis sind die Gerichtskosten eines ersti nstanzlichen Verfahrens mit Bezug auf Kinderbelange unabhängig vom Verfahrensaus gang den Parteien grundsätzlich je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen, wenn die Parteien un- ter dem Gesichtspunkt des Kindesinteresses gute Gründe zur Antragstellung hatten. Die Kos- ten- und Entschädigungsfolgen der weiteren Punkte wie auch die Frage nach dem Kinderunter- haltsbeitrag richten sich demgegenüber nach Obsiegen und Unterliegen. Mit Bezug auf die Kin- derbelange hatten beide Parteien gute Gründe für ih re Anträge, weshalb ihnen diese Kosten je zur Hälfte aufzuerlegen sind. Hinsichtlich der Zuteilun g der ehelichen Wohnung und der damit verbundenen Auszugsfrist für den Gesuchsgegner bildet die Zuteilung den Kern des Antrags, wohingegen die Auszugsfrist eine untergeordnete Modali tät darstellt. Die Anpassung dieser Modalität zieht daher keine eigenständige Kostenfolge nach sich. Indem die Vorinstanz die Zu- teilung der ehelichen Wohnung aufgrund der Zuteilun g der Obhut über die Kinder vornahm, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde dieser Punkt vollumfänglich von einem Kinderbelang abhängig gemacht. Es rechtfertigt sich daher ebenfalls eine hälftige Kostentragung. Bezüglich der Unterhaltsbeiträge verlangte die Gesuchstellerin im erstinstanzlichen Verfahren für sich persönlich und die gemeinsamen Kinder insgesamt CHF 4‘200.00 pro Monat, während der Ehemann die Abweisung des Unterhaltsbe- gehrens der Ehefrau beantragte und gleichzeitig verlan gte, dass diese ihm für den Bedarf der beiden Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge von je CHF 800.00 zuzüglich allfällig ihr ausgerich- tete Kinderzulagen, und für sich selber einen Unterha ltsbeitrag von CHF 1‘200.00 zu bezahlen habe, wobei eine Mehrforderung vorbehalten wurde. I m Ergebnis wurde die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners nach erfolgter Korrektur des Entscheide s für die Dauer des Getrenntle- bens auf einen monatlichen Beitrag von CHF 625.00 an die Ehefrau sowie einen Unterhaltsbei- trag an die beiden Kinder von je CHF 518.00 zuzüglich der Kinderzulagen von je CHF 200.00 und der Kinderrente der AHV von je CHF 582.00 festges etzt. Im Ergebnis obsiegt die Gesuch- stellerin leicht. Ganzheitlich betrachtet obsiegen die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren in den Kinderbelangen wie auch hinsichtlich der Wohnungszu teilung je zur Hälfte. Bezüglich der Höhe der Unterhaltsbeiträge obsiegt die Ehefrau minim. Insgesamt erscheint daher eine hälftige Auferlegung der vorinstanzlichen Kosten angemessen. Bei di esem Ergebnis haben sich die Parteien gegenseitig auch keine Parteientschädigung zu leisten und haben sie diese Kosten selbst zu tragen. Nach dem Gesagten ist die Berufung in diesem Punkt ebenfalls gutzuheissen. 8. Abschliessend ist noch über die Verteilung der Prozesskost en für das Berufungsverfahren zu befinden. Grundsätzlich werden die Kosten dem Ausgang des Verfahrens entsprechend der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO ). Dieser Grundsatz gilt sinngemäss auch für die Rechtsmittelinstanz (BOTSCHAFT ZPO, S. 7296). In Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. h GebT erscheint vorliegend unter Berücksicht igung des tatsächlichen Streitinteres- ses der Parteien, des Zeitaufwandes des Gerichts und der S chwierigkeit des Falles eine Ge- richtsgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 3‘000.00 angemessen. Umstritten waren im vorliegenden Berufungsverfahren im Wesentlichen die Zuteilung der Obhut über die Kinder, die Zuweisung der ehelichen Wohnung, die Regelung des per sönlichen Verkehrs zwischen den Eltern und den Kindern, der Umfang des Ehegatten- un d Kinderunterhaltsbeitrags sowie die Regelung der vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungs folgen. Die Berufungsklägerin ist mir ihren Anträgen fast durchwegs durchgedrungen, allei n die Regelung des persönlichen Ver- kehrs zwischen Kindesvater und den Töchtern, die Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB und die Ermahnung der Par teien sowie in geringerem Masse die Regelung der Geldbeiträge für die Dauer des Getrenntlebens lassen es als angebracht erschei- nen, dass der Berufungsklägerin 1/5 und dem Berufungsbe klagten 4/5 der Gerichtskosten auf- zuerlegen sind. Die Kosten für die Vertretung der Kind er, welche durch eine tarifkonforme Ho- norarnote in der Höhe von CHF 3‘894.75 inklusive der h eutigen Verhandlungsdauer durch Ad- vokatin Wyss Sisti ausgewiesen wurden, sind von den Parteie n allerdings je zur Hälfte zu tra- gen. Bei diesem Ergebnis hat der Berufungsbeklagte auch einen Anteil von 3/5 der Honorarnote von Advokatin Dr. Sabine Aeschlimann zu übernehmen. Der Berufungsbeklagte hat der Beru- fungsklägerin folglich eine reduzierte Parteientschädigu ng in der Höhe von CHF 3‘672.20 zu bezahlen. Die weitergehenden Kosten der Parteivertreter haben die Parteien selbst zu tragen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Die Berufung wird gutgeheissen. Das Urteil des Bezirksge richtspräsidenten Laufen vom 18. November 2013 wird aufgehoben und lautet neu wie folgt: 1. Die eheliche Liegenschaft im X. ____ in Y. ____ w ird für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau zugewiesen. Der Ehemann ha t die eheli- che Liegenschaft bis 1. Juni 2014 unter Mitnahme seine r persönlichen Effekten dauerhaft zu verlassen. 2. Die gemeinsamen Kinder der Parteien, C. ____, ge b. 5. Juni 1998, und D. ____, geb. 15. Februar 2000, werden unter die Obhut der Kindsmut- ter gestellt. 3. Der Kindsvater wird berechtigt, die Kinder im fo lgenden Umfang auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: - jeden Donnerstagnachmittag nach Schulschluss bis Freitag morgen, Schulbeginn (inkl. Übernachtung); - jedes zweite Wochenende von Donnerstagnachmittag nach Schul- schluss bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. Ferner wird der Kindsvater berechtigt, die Kinder fü r die Dauer von sechs Wochen pro Jahr und die Hälfte der Feiertage zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen; die Ausübung des Ferienbe suchsrechts hat der Kindsvater mindestens einen Monat im Voraus m it der Kinds- mutter abzusprechen. Über ein weitergehendes Besuchsrecht des Kindsvaters haben sich die Parteien unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfn isse der Kinder im gegenseitigen Einvernehmen direkt untereina nder zu ver- ständigen. 4. Die KESB Laufental w ird beauftragt, für die Kinder C. ____, geb. 5. Juni 1998, und D. ____, geb. 15. Februar 20 00, eine Erzie- hungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB zu erricht en. Der Beistand ist insbesondere mit folgenden Aufträgen zu betrauen: - Beratung und Unterstützung der Eltern sowie der Kin der in sämtli- chen Belangen, welche die Erziehung und Ausbildung betreffen; - Entscheid über die Besuchsmodalitäten unter Einbezug der Beteilig- ten; - Vermittlung bei Konflikten der Eltern im Hinblick au f die Ausübung des Besuchsrechts. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Die Parteien werden richterlich ermahnt, zum Wohle der gemeinsamen Kinder die gegenseitige Kommunikation zu verbessern. Insbe sondere ermutigen oder zwingen sie die Kinder nicht, gegen den anderen El- ternteil Partei zu ergreifen. Sie vermeiden es grunds ätzlich vor den Kindern Negatives über den anderen Elternteil zu sagen oder diese als Boten zu gebrauchen. Die Parteien werden auf die Möglichkeit einer Mediation hingewiesen. 6. Der Ehemann wird verpflichtet, ab Auszug aus der ehe lichen Liegen- schaft der Ehefrau für ihren Unterhalt monatlich und i m Voraus einen Beitrag von CHF 625.00 sowie an den Unterhalt der be iden Kinder monatlich und im Voraus einen Beitrag von je CHF 518. 00 zuzüglich der Kinderzulagen von je CHF 200.00 und der Kinderre nte der AHV von je CHF 582.00 zu bezahlen. 7. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 800.00 werd en den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die Parteien haben sich gegenseitig keine Par- teientschädigung zu leisten und diese Kosten selbst zu tragen. II. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren in der Höhe von CHF 3‘000.00 werden zu 1/5 der Berufungsklägerin und zu 4/5 dem Beru- fungsbeklagten auferlegt. Die Kosten für die Vertretun g der Kinder in der Höhe von CHF 3‘894.75 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Der Berufungsbeklagte hat der Berufungsklägerin eine re duzierte Parteient- schädigung in der Höhe von CHF 3‘672.20 zu bezahlen. Die weitergehenden Kosten der Parteivertreter haben die Parteien selbst zu tragen. Präsidentin Christine Baltzer Gerichtsschreiber Andreas Linder 7. Mai 2014: Der Ehemann hat gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht eingereicht. Das Verfahren ist rechthän- gig (5A_337/2014).