<h2>SubmittedText<h2><p>Der frühere Umweltminister Baden-Württembergs, Ulrich Müller, beurteilte die mit der Schweiz vergleichbaren Opalinustonschichten wie folgt: "Die in Baden-Württemberg vorkommenden Tone und Tonsteine sind nach Meinung von Fachleuten zur Lagerung von Wärme entwickelnden radioaktiven Abfällen nicht geeignet."</p><p>Warum beurteilt der Bundesrat die Eignung von Opalinuston zur Endlagerung von radioaktiven Abfällen völlig anders als die Regierung von Baden-Württemberg?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für die Entsorgung der hochaktiven Abfälle hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) das kristalline Grundgebirge der Nordschweiz untersucht. Nach langjährigen Untersuchungen beantragte sie dem Bundesrat im Dezember 2002 die Genehmigung des gesetzlich geforderten Entsorgungsnachweis aufgrund des Projektes Opalinuston Zürcher Weinland. Der Entsorgungsnachweises ist der Nachweis über die grundsätzliche Machbarkeit der Entsorgung radioaktiver Abfälle in einer bestimmten geologischen Schicht. Nach Abschluss einer umfassenden Überprüfung und einer positiven Bewertung des Nachweises durch die Bundesbehörden sowie aufgrund internationaler Expertisen hat der Bundesrat den Entsorgungsnachweis am 28. Juni 2006 gutgeheissen.</p><p>Die Wahl des Opalinustons als einziges bevorzugtes Wirtgestein für ein Lager für hochaktive Abfälle in der Schweiz wurde vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) als nachvollziehbar und plausibel beurteilt. Der homogen ausgebildete, äusserst feinkörnige Opalinuston mit seinem hohen Tonmineralgehalt weist eine sehr geringe hydraulische Durchlässigkeit auf. Der in der Nordschweiz vorliegende Opalinuston mit einer Mächtigkeit von rund 100 Metern besitzt ein sehr hohes Rückhaltevermögen für radioaktive Stoffe, was die Wahl dieser Gesteinsformation als bevorzugtes Wirtgestein rechtfertigt.</p><p>Die deutsche Expertengruppe "Schweizer Tiefenlager" teilt die Bewertung des Ensi und der Nagra, dass der Opalinuston das bevorzugte Wirtgestein für ein Tiefenlager für hochaktive Abfälle in der Schweiz ist. Aufgrund der Verbreitung und der Tiefenlage des Opalinustons in der Schweiz sowie wegen seiner Lagerungsverhältnisse kommt nur ein eng umrissenes Gebiet in der Nähe der Grenze zu Deutschland für ein Tiefenlager infrage. Aus der Sicht der Expertengruppe "Schweizer Tiefenlager" sind keine alternativen Standortgebiete für ein Lager für hochaktive Abfälle erkennbar.</p>