<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 46 S.192</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">192</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>46</b></span> <span class="ft1"><b>Geschäfts-/Privatvermögen. Steuernachfolge. Übergangsbestimmungen.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Für die Steuerjahre bis 2000 ist das Steuergesetz 1983 noch integral,</b></span><br/> <span class="ft1"><b>also einschliesslich der Verfahrensbestimmungen, anwendbar</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw. I/2).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Privatentnahme durch definitive Verpachtung oder bloss vorläufige</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Verpachtung zur Überbrückung eines Schwebezustands?</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw. II/1/b/bb).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Der bei der Veräusserung von Grundstücken des Geschäftsvermögens</b></span><br/> <span class="ft1"><b>erzielte Kapitalgewinn unterliegt der Jahressteuer gemäss § 34 Abs. 2</b></span><br/> <span class="ft1"><b>StG, wenn er wegen Tod des Steuerpflichtigen nicht während einer</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ganzen Steuerperiode versteuert wird (Erw. II/2).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Die Steuernachfolge bezieht sich auch auf die Jahressteuer gemäss</b></span><br/> <span class="ft1"><b>§ 34 Abs. 2 StG, selbst wenn diese ihre Ursache im Tod des Steuer-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>pflichtigen hat und erst nachher festgesetzt werden kann (Erw. II/2/c).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 17. Mai 2001 in</span><br/> <span class="ft2">Sachen Erben M.G. gegen Entscheid des Steuerrekursgerichts.</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">A. E.B., der einen Landwirtschaftsbetrieb geführt hatte, verstarb</span><br/> <span class="ft4">am 10. Dezember 1964. Als gesetzliche Erben hinterliess er seine</span><br/> <span class="ft4">7 Geschwister M.G.-B., W.B., A.B., E.B., E.E.-B., W.B. und F.B. In</span><br/> <span class="ft4">seinen Nachlass fielen verschiedene Liegenschaften, die zu seinem</span><br/> <span class="ft4">Geschäftsvermögen gehört hatten. A.B. starb am 10. Dezember 1966</span><br/> <span class="ft4">und hinterliess die anderen 6 Geschwister als gesetzliche Erben.</span><br/> <span class="ft4">Diese unterzeichneten am 11. Juli 1967 einen Teilungsvertrag (par-</span><br/> <span class="ft4">tielle Erbteilung). Darin wurde festgehalten, seit dem Tod von E.B.</span><br/> <span class="ft4">hätten F.B. und A.B. das Heimwesen pachtweise bewirtschaftet, seit</span><br/> <span class="ft4">Dezember 1966 F.B. allein. Alle Erben verzichteten auf eine Zutei-</span><br/> <span class="ft4">lung nach Massgabe des bäuerlichen Erbrechts. An der Hofparzelle</span><br/> <span class="ft4">wurde F.B. eine lebenslängliche unentgeltliche Nutzniessung einge-</span><br/> <span class="ft4">räumt; hinsichtlich dieses Grundstücks wurde die Erbteilung bis zum</span><br/> <span class="ft4">Tod von F.B. aufgeschoben. Mit Bezug auf die übrigen Parzellen</span><br/> <span class="ft4">wurde beschlossen, sie möglichst bald und bestmöglich zu verkau-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonales Steuerrecht</span> <span class="page_no">193</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">fen; bis zum Verkaufszeitpunkt wurden sie F.B. gegen eine jährliche</span><br/> <span class="ft4">Entschädigung von Fr. 100.--/Jucharte zur Bewirtschaftung überlas-</span><br/> <span class="ft4">sen. Im Übrigen wurden die Fahrhabe und das Vermögen geteilt und</span><br/> <span class="ft4">die Abgeltung von Lohnansprüchen geregelt.</span><br/> <span class="ft4">B. Die Erbengemeinschaft teilte die Parzelle x und verkaufte im</span><br/> <span class="ft4">März 1991 das abparzellierte Tochtergrundstück (Parzelle y), wobei</span><br/> <span class="ft4">sie einen namhaften Gewinn erzielte.</span><br/> <span class="ft4">C. F.B. ergriff gegen die Veranlagung zu den Staats- und Ge-</span><br/> <span class="ft4">meindesteuern 1993/94, bei der ihr anteiliger Kapitalgewinn zum</span><br/> <span class="ft4">steuerbaren Einkommen geschlagen worden war, erfolglos Rechts-</span><br/> <span class="ft4">mittel. Mit ihrer Argumentation, Ende 1964 seien mit der Verpach-</span><br/> <span class="ft4">tung des Heimwesens an F.B. und A.B. die Grundstücke vom Ge-</span><br/> <span class="ft4">schäfts- ins Privatvermögen übergeführt worden, drang sie nicht</span><br/> <span class="ft4">durch. Vielmehr ging das Verwaltungsgericht unter Hinweis auf</span><br/> <span class="ft4">AGVE 1976, S. 176 f. und 1991, S. 404 davon aus, dass die endgül-</span><br/> <span class="ft4">tige Verpachtung von Geschäftsgrundstücken zwar grundsätzlich</span><br/> <span class="ft4">eine Überführung ins Privatvermögen darstelle und dies auch bei der</span><br/> <span class="ft4">Verpachtung durch die Erbengemeinschaft an einen oder mehrere</span><br/> <span class="ft4">Miterben gelte. Eine bloss vorübergehende Verpachtung zur Über-</span><br/> <span class="ft4">brückung eines Schwebezustands zeitige demgegenüber noch keine</span><br/> <span class="ft4">derartige Rechtsfolge. Die Zeitspanne zwischen dem Erbgang und</span><br/> <span class="ft4">der im Juli 1967 erfolgten partiellen Erbteilung stelle einen solchen</span><br/> <span class="ft4">Schwebezustand dar. 1967 und später sei keine Überführung ins Pri-</span><br/> <span class="ft4">vatvermögen anzunehmen, weil sie eine ausdrückliche Willenserklä-</span><br/> <span class="ft4">rung gegenüber den Steuerbehörden erfordert hätte; dies gelte auch,</span><br/> <span class="ft4">wenn die Verpachtung von den Beteiligten aus damaliger Sicht mög-</span><br/> <span class="ft4">licherweise als dauernd angesehen worden sei (VGE vom 3. Februar</span><br/> <span class="ft4">1998; eine staatsrechtliche Beschwerde wies das Bundesgericht ab).</span><br/> <span class="ft4">D. M.G.-B. starb am 8. November 1992. Die Steuerkommission</span><br/> <span class="ft4">veranlagte ihre Erben zu einer Jahressteuer 1991.</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">I. 2. Im vorliegenden Fall geht es um die Jahressteuerveranla-</span><br/> <span class="ft4">gung 1991. Das neue Steuergesetz (nStG) vom 15. Dezember 1998</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">194</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">sieht in § 263 Abs. 1 und § 265 vor, dass für die Steuererhebung,</span><br/> <span class="ft4">Verfahren, Fälligkeiten und Bezug der Steuern ab 2001 das neue</span><br/> <span class="ft4">Recht gelten soll, während gemäss § 261 nStG die Steuern für die</span><br/> <span class="ft4">früheren Steuerjahre nach den Vorschriften des bisherigen Rechts,</span><br/> <span class="ft4">d.h. nach dem StG vom 13. Dezember 1983 festzusetzen sind. Dies</span><br/> <span class="ft4">gilt, wie schon bisher in der aargauischen Steuergesetzgebung, nicht</span><br/> <span class="ft4">nur für die materiellen Normen, sondern auch für die Verfahrensvor-</span><br/> <span class="ft4">schriften und den Steuerbezug (AGVE 1995, S. 429 Erw. bb; Bern-</span><br/> <span class="ft4">hard Meier, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Muri/BE</span><br/> <span class="ft4">1991, § 193 N 2a, 3 ff.).</span><br/> <span class="ft4">II. 1. a) Die Beschwerdeführer sind der Meinung, im Steuerver-</span><br/> <span class="ft4">fahren von F.B. sei zu Unrecht entschieden worden, die Parzelle 420</span><br/> <span class="ft4">habe Geschäftsvermögen dargestellt. Gestützt auf neue Beweismittel</span><br/> <span class="ft4">machen sie geltend, damit sei schlüssig dokumentiert, dass mit dem</span><br/> <span class="ft4">Tode von E.B. unmittelbar und nahtlos eine definitive Verpachtung</span><br/> <span class="ft4">als Endzustand begonnen habe.</span><br/> <span class="ft4">Formell hat der Entscheid im Verfahren F.B., auch soweit es</span><br/> <span class="ft4">sich um den gleichen Sachverhalt handelt, keine verbindliche Wir-</span><br/> <span class="ft4">kung. Dazu kommt, dass es nicht angeht, die Beschwerdeführer eine</span><br/> <span class="ft4">allfällige nachlässige Prozessführung im früheren Fall, auf die sie ja</span><br/> <span class="ft4">keinen Einfluss hatten, entgelten zu lassen (vgl. auch AGVE 1987,</span><br/> <span class="ft4">S. 196 f.). Die Vorbringen sind somit zu prüfen, wobei aber auf die</span><br/> <span class="ft4">(den Beschwerdeführern bekannte) Begründung in den früheren Ent-</span><br/> <span class="ft4">scheiden verwiesen werden kann, soweit die neuen Vorbringen nicht</span><br/> <span class="ft4">geeignet sind, sie zu erschüttern.</span><br/> <span class="ft4">b) aa) (...) (Diese Beweismittel) belegen somit nur den Sach-</span><br/> <span class="ft4">verhalt, von dem das Verwaltungsgericht und das Bundesgericht</span><br/> <span class="ft4">ohnehin ausgegangen sind, und können die damalige Begründung</span><br/> <span class="ft4">folglich nicht in Frage stellen.</span><br/> <span class="ft4">bb) Die Beschwerdeführer berufen sich weiter auf den einge-</span><br/> <span class="ft4">reichten Entwurf der Teilungsvereinbarung, erstellt durch Notar G.</span><br/> <span class="ft4">und datiert mit September 1965, auf einen undatierten und nicht un-</span><br/> <span class="ft4">terzeichneten Entwurf für eine Teilungsvereinbarung, der dem Notar</span><br/> <span class="ft4">offenbar als Grundlage diente und wo handschriftlich der Pachtbe-</span><br/> <span class="ft4">ginn per 1. Januar 1965 eingefügt worden war, und auf ein Schreiben</span><br/> <span class="ft4">von Notar G. vom 29. Juli 1965 als Nachweis, dass der Notar bereits</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonales Steuerrecht</span> <span class="page_no">195</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">unmittelbar nach dem Tod von E.B. zur Regelung der Erbangelegen-</span><br/> <span class="ft4">heiten beigezogen worden sei; zudem beantragen sie, dass dazu Zeu-</span><br/> <span class="ft4">gen zu befragen seien. Nach ihrer Auffassung lässt sich damit bewei-</span><br/> <span class="ft4">sen, dass der vom Verwaltungsgericht angenommene Schwebezu-</span><br/> <span class="ft4">stand bereits kurz nach dem Tod von E.B. beendet wurde.</span><br/> <span class="ft4">Diese Schriftstücke sind keineswegs geeignet, die Annahme</span><br/> <span class="ft4">eines Schwebezustands bis zum Abschluss des Teilungsvertrags am</span><br/> <span class="ft4">11. Juli 1967 zu widerlegen, denn ein derartiger Schwebezustand</span><br/> <span class="ft4">wird nicht mit der Aufnahme von Vertragsverhandlungen, sondern</span><br/> <span class="ft4">mit deren <i>Abschluss</i> beendet. Im Gegenteil sind sie ein klares Indiz</span><br/> <span class="ft4">dafür, dass sich die Erbengemeinschaft über die Zuteilung der ein-</span><br/> <span class="ft4">zelnen Nachlasswerte nach dem Tod von E.B. während längerer Zeit</span><br/> <span class="ft4">nicht einig wurde. Auch der Bestätigung des Notars vom 8. Dezem-</span><br/> <span class="ft4">ber 1975 ist zu entnehmen, dass der Teilungsvertrag als Kompro-</span><br/> <span class="ft4">misslösung aus den divergierenden Ansprüchen der Erben entstand.</span><br/> <span class="ft4">Im ersten Entwurf wie auch im Entwurf des Notars war vorgesehen,</span><br/> <span class="ft4">dass A.B. und F.B. sämtliche Nachlassgrundstücke samt Gebäuden in</span><br/> <span class="ft4">Pacht erhalten sollten, und zwar für so lange, wie ihnen die Bewirt-</span><br/> <span class="ft4">schaftung gesundheitlich möglich war. Mit der Teilungsvereinbarung</span><br/> <span class="ft4">vom 11. Juli 1967 wurde demgegenüber festgelegt, dass F.B. an der</span><br/> <span class="ft4">Hausparzelle die lebenslängliche und unentgeltliche Nutzniessung</span><br/> <span class="ft4">eingeräumt werde, dass die übrigen Grundstücke möglichst bald und</span><br/> <span class="ft4">bestmöglich verkauft würden, wobei bei Uneinigkeit jeder Erbe das</span><br/> <span class="ft4">Recht habe, die sofortige öffentliche Versteigerung zu verlangen, und</span><br/> <span class="ft4">dass bis zur Veräusserung diese Grundstücke F.B. gegen</span><br/> <span class="ft4">Entschädigung zur Bewirtschaftung überlassen würden. Daraus er-</span><br/> <span class="ft4">gibt sich, dass von einer Einigung über eine dauerhafte Verpachtung</span><br/> <span class="ft4">keine Rede sein kann. Im Teilungsvertrag wurde vielmehr eine blos-</span><br/> <span class="ft4">se Überlassung zur Bewirtschaftung statuiert, weil die Dauer und die</span><br/> <span class="ft4">Kündigungseinschränkungen einer Pacht die vorgesehene baldige</span><br/> <span class="ft4">Veräusserung verunmöglicht hätten. Mit den Bestimmungen des Tei-</span><br/> <span class="ft4">lungsvertrags ist die Annahme, es habe eine dauerhafte und verbind-</span><br/> <span class="ft4">liche, ab 1965 gültige Verpachtung der Liegenschaften stattgefunden,</span><br/> <span class="ft4">schlechterdings nicht zu vereinbaren.</span><br/> <span class="ft4">cc) Entgegen der Behauptung in der Beschwerde hat das Ver-</span><br/> <span class="ft4">waltungsgericht nicht argumentiert, der Notar sei erst 1967 beigezo-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">196</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">gen worden, was zeige, dass bis dahin ein Schwebezustand ge-</span><br/> <span class="ft4">herrscht habe. Der Zeitpunkt des Beizugs spielt denn auch keine</span><br/> <span class="ft4">Rolle, entscheidend ist vielmehr, wann und in welcher Art es zu einer</span><br/> <span class="ft4">definitiven Einigung kam.</span><br/> <span class="ft4">dd) (...)</span><br/> <span class="ft4">ee) Die Argumente in der Beschwerde und die neuen Beweis-</span><br/> <span class="ft4">mittel sind somit nicht geeignet, die Richtigkeit des Entscheids im</span><br/> <span class="ft4">Verfahren von F.B. in Frage zu stellen.</span><br/> <span class="ft4">2. a) Die Beschwerdeführer bestreiten, dass der Teilveräusse-</span><br/> <span class="ft4">rungsgewinn aus dem Verkauf der Parzelle y mittels einer Jahres-</span><br/> <span class="ft4">steuer 1991 bei der Erbengemeinschaft veranlagt werden dürfe. Die</span><br/> <span class="ft4">Gesamtrechtsnachfolge bei einem Erbfall bewirke, dass das Vermö-</span><br/> <span class="ft4">gen und die Schulden per Todestag auf die einzelnen Erben über-</span><br/> <span class="ft4">gingen. Demzufolge müsste jeder Erbe in den Steuerjahren 1993/94</span><br/> <span class="ft4">für seinen Anteil am Gewinn besteuert werden, was allerdings wegen</span><br/> <span class="ft4">der Rechtskraft der Veranlagungen nicht mehr möglich sei.</span><br/> <span class="ft4">b) Gemäss § 34 Abs. 2 StG (in der Fassung vom 26. Januar</span><br/> <span class="ft4">1988, in Kraft seit 1. Januar 1989; ursprünglich § 34 lit. f StG) un-</span><br/> <span class="ft4">terliegen Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken des Ge-</span><br/> <span class="ft4">schäftsvermögens, sofern der Gewinn nicht während einer ganzen</span><br/> <span class="ft4">Steuerperiode versteuert wird, einer getrennt vom übrigen Einkom-</span><br/> <span class="ft4">men berechneten Jahressteuer zum Tarif A, mindestens aber zum</span><br/> <span class="ft4">Steuersatz vom 8%. Mit Bezug auf diese Gewinne sollen Bemes-</span><br/> <span class="ft4">sungslücken, die im System der Vergangenheitsbemessung entstehen,</span><br/> <span class="ft4">geschlossen (Walter Koch, in: Kommentar zum Aargauer Steuerge-</span><br/> <span class="ft4">setz, § 34 N 2, 31; Urs Ursprung, ebenda, § 10 N 5) und die Besteue-</span><br/> <span class="ft4">rung sichergestellt werden. Dies hängt zusammen mit dem Bestre-</span><br/> <span class="ft4">ben, mit Grundstücken erzielte Gewinne auf jeden Fall zu besteuern</span><br/> <span class="ft4">und so die wertschöpfenden Leistungen der Allgemeinheit, die häu-</span><br/> <span class="ft4">fig zur Gewinnerzielung beigetragen haben, wieder dem Fiskus zu-</span><br/> <span class="ft4">zuführen (AGVE 1990, S. 202 ff. = StE 1991, B 42.31 Nr. 4). Aus</span><br/> <span class="ft4">welchen Gründen diese Einkünfte im Kanton Aargau nicht voll steu-</span><br/> <span class="ft4">erbar sind, spielt für die Anwendbarkeit von § 34 Abs. 2 StG keine</span><br/> <span class="ft4">Rolle. Als Ursache kommt unter anderem eine Bemessungslücke</span><br/> <span class="ft4">wegen Beendigung der Steuerpflicht infolge Tod des Steuerpflichti-</span><br/> <span class="ft4">gen in Betracht (Koch, a.a.O., § 34 N 31 [der Titel vor N 31 "ausser-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonales Steuerrecht</span> <span class="page_no">197</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">kantonaler Liegenschaftenhändler" ist zu eng]). Derartige Regelun-</span><br/> <span class="ft4">gen sind in keiner Weise aussergewöhnlich (vgl. z.B. Art. 47 DBG</span><br/> <span class="ft4">und dazu Marco Duss/Daniel Schär, in: Kommentar zum schweizeri-</span><br/> <span class="ft4">schen Steuerrecht, Bd. I/2a [DBG], Basel/Genf/München 2000,</span><br/> <span class="ft4">Art. 47 N 1 und 4 i.V.m. Maja Bauer-Balmelli/Philip Robinson,</span><br/> <span class="ft4">ebenda, Art. 8 N 20).</span><br/> <span class="ft4">c) Der Veräusserungsgewinn wurde im Jahre 1991 und somit zu</span><br/> <span class="ft4">Lebzeiten der Erblasserin M.G.-B. erzielt. Weil sie bereits 1992 starb,</span><br/> <span class="ft4">war es unmöglich, bei ihr den Gewinn in der Steuerperiode 1993/94</span><br/> <span class="ft4">als Einkommen zu besteuern (vgl. auch AGVE 1980, S. 350). Die</span><br/> <span class="ft4">Voraussetzungen für die Anwendung von § 34 Abs. 2 StG sind somit</span><br/> <span class="ft4">gegeben.</span><br/> <span class="ft4">Die Jahressteuer wird zum Zeitpunkt des Zufliessens geschul-</span><br/> <span class="ft4">det, sofern zu diesem Zeitpunkt die subjektive Steuerpflicht erfüllt ist</span><br/> <span class="ft4">(Koch, a.a.O., § 34 N1e). Steuerpflichtig war demzufolge M.G.-B.</span><br/> <span class="ft4">Nach ihrem Tode im Jahre 1992 traten die Erben in ihre Rechte und</span><br/> <span class="ft4">Pflichten ein (§ 7 Abs. 1 StG). Die Steuernachfolge bezieht sich nicht</span><br/> <span class="ft4">nur auf rechtskräftig festgesetzte, sondern auch auf erst festzuset-</span><br/> <span class="ft4">zende Steuern, wie beispielsweise die Jahressteuer auf Einkünften,</span><br/> <span class="ft4">die der Erblasserin vor dem Tod zugeflossen sind (Ursprung, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft4">§ 7 N 2). Auch für die Letzteren bewirkt sie keine Veränderung der</span><br/> <span class="ft4">Besteuerung; die Veranlagung erfolgt so, wie sie gegenüber der Erb-</span><br/> <span class="ft4">lasserin zutreffend gewesen wäre. Die Meinung der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft4">rer, zufolge Steuernachfolge seien sie je für ihren Anteil am Ver-</span><br/> <span class="ft4">äusserungsgewinn zum Steuersubjekt geworden, findet im Gesetz</span><br/> <span class="ft4">keine Stütze. Ihre sinngemässe Begründung, die vor dem Tod der</span><br/> <span class="ft4">Erblasserin angefallenen Veräusserungsgewinne müssten steuerlich</span><br/> <span class="ft4">gleich behandelt werden wie Gewinne, welche die Erben nach ihrem</span><br/> <span class="ft4">Tod aus der Veräusserung von Nachlassvermögen erzielen, weil sonst</span><br/> <span class="ft4">der Tod zu einer Schlechterstellung führe, ist abwegig. Es handelt</span><br/> <span class="ft4">sich offenkundig um Sachverhalte, die sich in wesentlicher Hinsicht</span><br/> <span class="ft4">(Steuersubjekt) unterscheiden.</span><br/></div> </div> </body> </html>