Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. September 2018 (720 18 157 / 247) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhaltes; die IV-S telle hat zu Recht auf das von ihr eingeholte bidisziplinäre Gutachten abgestellt und gestützt darauf einen Rentenanspruch der Versicherten abgelehnt Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Tobias Treyer, Advokat, BALEX Advokatur & Notariat, Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1976 geborene A.____ war zuletzt bei der B._ ___ AG in X.____ als Call Center Agentin in einem 50%-igen Pensum angestellt. Am 22. Januar 2015 (Eingang) meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression bei der Eidgenöss ischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach gesundheitlichen und erwerb lichen Abklärungen, nach erfolglos Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchgeführten beruflichen Massnahmen sowie nach durchg eführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein en Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom 4. April 2018 ab. B. Gegen die Verfügung vom 4. April 2018 erhob A.__ __, vertreten durch Tobias Treyer, Advokat, am 4. Mai 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozial- versicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Verfügung der IV-Stelle vom 4. April 2018 sei vollumfänglich aufzuheben. Es sei dur ch das Gericht ein neutrales, umfassen- des, psychiatrisches Obergutachten in Auftrag zu geben, we lches sich mit sämtlichen sich in den Akten befindlichen Arztberichten und Gutachten ausei nandersetze, ihren Gesundheitszu- stand beurteile und ihre medizinisch bedingte Einschränku ng der Arbeitsfähigkeit rückwirkend per 1. Oktober 2015 bis heute bestimme. Ihr sei spätestens per 1. Oktober 2015 eine angemes- sene IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahren srechtlicher Hinsicht stellte die Be- schwerdeführerin folgende Anträge: Es sei bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, Manuelle Medizin SAMM, eine schriftliche Ste llungnahme zum Gutachten von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Dezember 2016 und der Stel- lungnahme von Dr. D.____ vom 24. Mai 2017 einzuholen. Es sei bei Dr. C.____ ein Bericht über die jüngste Untersuchung im April 2018 einzuhol en. Es sei ihre Mutter vorzuladen und zu ihrem Aktivitätsniveau (Tagesablauf, Haushaltsarbeite n etc.) zu befragen. Es sei ihr Lebens- partner vorzuladen und zu ihrer psychosozialen Funktionsfä higkeit zu befragen. Zur Begrün- dung brachte sie im Wesentlichen vor, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____ nicht beweiskräftig sei. Es sei unvollständig, widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. C. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Mai 2018 schloss die B eschwerdegegnerin auf Abwei- sung der Beschwerde. D. Am 9. Juli 2018 reichte die Beschwerdeführerin, vert reten durch Advokat Treyer, eine kurze ergänzende Stellungnahme ein und hielt an ihren Anträgen fest. Am 12. Juli 2018 ver- zichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere Stellungnahme dazu. E. Am 3. August 2018 verfügte das Kantonsgericht unter anderem, dass auf die Einholung einer schriftlichen Stellungnahme von Dr. C.____ sowie die Befragung der Mutter und des Le- benspartners der Beschwerdeführerin vorerst verzichtet werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – Beschwerde vom 4. Mai 2018 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte nen Verfügung vom 4. April 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erw erbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsun- fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperliche n, geistigen oder psychischen Gesund- heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in B etracht kommenden allgemeinen Ar- beitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein- zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1 ). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.6 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.7 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Renten- anspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbe- messung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstä tige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in der bis Ende Dezem- ber 2017 gültigen Fassung). 3.8 In Bezug auf die Bemessung der Invalidität aufgrun d der gemischten Methode ist zu beachten, dass Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV in der ab dem 1. Januar 2018 gelten den Fassung be- stimmt, dass sich die Berechnung des Invaliditätsgrads in Be zug auf die Erwerbstätigkeit bei Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereic h nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht inv alid geworden wäre, auf eine Voller- werbstätigkeit hochgerechnet wird. Nach der Rechtspre chung des Bundesgerichts kann die Invaliditätsbemessung mittels der gemischten Methode nach dem neuen Berechnungsmodell gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV in der Fassung vom 1. Dezember 2017 i m Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der Versicher ten erst ab dem Zeitpunkt des Inkraft- tretens dieser Bestimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (U rteil des Bundesgerichts vom 30. Januar 2018, 8C_462/2017, E. 5.3 mit Hinweisen). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/ 00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra- tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falles liegen za hlreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, wel che sich für den vorliegenden Ent- scheid als zentral erweisen. 6.2 Am 24. Juni 2015 erstellte Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zu Handen der L.____ ein psychiatrisches Gutachten. Als Diagn ose mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit hielt Dr. E.____ eine rezidivierende de pressive Störung, aktuell mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F33.1 / ICD-10 F33.2) bei erstmaliger depressiver Erkran- kung postpartum 2010/2011 fest. Derzeit bestehe eine 1 00%ige Arbeitsunfähigkeit in der ange- stammten Tätigkeit als Callcenter Agentin. Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit beziehe sich auf jeg- liche Form von Tätigkeit. Sie begründe sich mit der mit telgradig schweren depressiven Symp- tomatik, der Erschöpfung, der raschen Ermüdbarkeit, der Antriebsarmut und Einbussen ihrer kognitiven Funktionen. Mit einer Wiederaufnahme einer Tätigkeit im Bereich eines Arbeitstrai- nings sei ab August 2015 zu rechnen. Die berufliche Massna hme sollte mit einem Pensum von 20% täglich begonnen werden, mit langsamer Steigerun g bis zum Erreichen eines 50% Pen- sums. Die Beschwerdeführerin benötige eine wohlwollende Arbeitsatmosphäre, einen Vorge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzten mit Verständnis und Nachsicht sowie die Flexibilit ät eines Arbeitsplatzes bezogen auf ihr schwankendes Leistungsniveau. Ebenso sollte man dem Mo rgentief Rechnung tragen. Eine flexible Arbeitszeiteinteilung, mit Tätigkeiten auch in den Nachmittag hinein, erscheine aus ak- tueller psychiatrisch gutachterlicher Sicht sinnvoll. 6.3 Auch Dr. C.____ erstellte zu Handen der L.____ am 28. März 2016 ein psychiatrisches Gutachten. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä higkeit hielt er eine rezidivierende de- pressive Störung gegenwärtig mittelgradige (bis formell schwere) depressive Episode (ICD-10 F33.2) sowie differentialdiagnostisch ein persistierendes Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts- syndrom im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0) fest. Ohne E influss auf die Arbeitsfähigkeit be- stünden akzentuierte selbstunsichere und zwanghafte Persö nlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der beruflichen T ätigkeit als Callcenter Agentin sei anhand der objektiven und semiobjektiven Befunde, der Krankhei tsentwicklung und der angegebenen Beschwerden erheblich und zu 100% eingeschränkt. Die Be schwerdeführerin habe über ihre Kraftlosigkeit, ihr Morgentief, ihren unruhigen Schl af und ihre Unfähigkeit, etwas zu Hause aus eigener Initiative zu unternehmen, berichtet. Subjekti v seien Konzentrations- und Merkfähig- keitsstörungen angegeben worden. Bei der orientierende n Prüfung der kognitiven Leistungsfä- higkeit habe sich für die Merkfähigkeit, geprüft durch das Erinnern lassen von drei Begriffen, nach ca. 15 Minuten, ein pathologischer Befund ergeben. Sie habe sich an zwei von drei Begrif- fen erinnern können. Für die Konzentrationsfähigkeit, geprüft durch einen Rechentest (Subtrak- tion 100 minus 7 fortgesetzt), habe sich auch ein patholo gischer und verlangsamter Befund er- geben. Ihre Anstrengungen, richtige Zahlen zu benennen, seien zu beobachten gewesen. 6.4 Im Auftrag der IV-Stelle erstellte Dr. D.____ am 12. Dezember 2016 ein psychiatrisches Teilgutachten und diagnostizierte mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leicht- bis mittelgra diger Episode (ICD-10 F33.0/1). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hiel t er akzentuierte (abhängige) Persön- lichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fest. Dr. D.____ führte in seiner Beurteilung aus, dass sich anläss- lich der aktuellen Untersuchung anamnestisch folgende Symp tome hätten eruieren lassen: Ein Morgentief mit bedrückter, trauriger, gereizter Stimmu ng, Gefühllosigkeit, Zukunftsängste, ver- minderte Energie, Erschöpfungsgefühle, Müdigkeit, Ver gesslichkeit, verminderte Konzentrati- onsfähigkeit, Gewichtsverlust sowie ein nicht sehr gutes Selbstvertrauen. Diese Symptome würden die zur Diagnosestellung einer depressiven Episod e notwendigen Kriterien erfüllen. Gemäss Angaben der Versicherten würden diese Beschwerden jeweils bis nachmittags um 16.00 oder 17.00 Uhr dauern, danach würden sich die B eschwerden bessern, abgesehen von der gereizten Stimmung. Solche depressiven Phasen würde n mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern. Im Jahre 2010 sei es nach der Geburt ihrer Tochter zu einer ersten depressiven Phase gekommen. Diese habe etwa ein Jahr gedauert. Zwi schen den Depressionen gebe es auch immer wieder Phasen, in denen es ihr besser gehe , die Stimmung stabiler und ausgegli- chener, vor allem weniger gereizt und das Morgentief weniger ausgeprägt sei. Solche besseren Phasen würden ebenfalls mehrere Monate dauern. Aktuel l befinde sich die Versicherte in einer depressiven Phase. Aufgrund der Tatsache, dass solche depr essiven Phasen schon seit dem Jahre 2010 auftreten würden, sei in diagnostischer Hinsi cht insgesamt von einer rezidivieren- den depressiven Störung auszugehen. Der Schweregrad der Depression sei aktuell als leicht- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht bis mittelgradig zu beurteilen. Insbesondere liessen sich keine absolute Freud-, Lust- oder Inte- ressenlosigkeit nachweisen. Zudem würden sich die depressiven Beschwerden im Verlaufe des Nachmittags jeweils verbessern. Während der aktuellen Untersuchung hätten auch keine kogni- tiven Beeinträchtigungen festgestellt werden können. Z u einem lediglich leichten bis mittel- schweren Schweregrad der Depression passend sei auch die T atsache, dass die Versicherte über einen Tagesablauf berichte, dem zu entnehmen se i, dass sie die anfallenden Alltagsarbei- ten weitgehend problemlos erledigen könne. Die Haus haltsarbeiten könne sie weitgehend allei- ne erledigen, zeitweise werde sie jedoch von ihrer Mutt er und von ihrem Lebenspartner dabei unterstützt. Aufgrund der Beschwerden von Seiten der re zidivierenden depressiven Störung mit einem gemittelten leichten bis mittleren Schweregrad lasse sich aus psychiatrischer Sicht ins- gesamt eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten Tä- tigkeit als Callcenter Agentin als auch in der früheren Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und in einer alternativen Tätigkeit begründen. Dabe i mitberücksichtigt sei eine gewisse Vermin- derung der Leistungsfähigkeit. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit Ende 2010. Ebenfalls im Auftrag der IV-Stelle erstellte Dr. med. F.____, FMH Neurologie, am 10. Dezember 2016 ein neurologisches Teilgutachten. Er konnte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit feststellen. Ohne Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit diagnostizierte er ein Kon- vexitätsmeningeom parietal links. Teilweise habe die Versicherte bei der anamnestischen Erhe- bung etwas Mühe mit der Aufmerksamkeit und Konzentratio n bekundet, teilweise aber auch nicht. Konkrete Hinweise für kognitive Defizite, insbesond ere organisch bedingte, hätten sich nicht ergeben. Bekannt sei, dass depressive Störungen häufig von kognitiven Defiziten begleitet würden. Aus neurologischer Sicht liege keine fassbare U rsache für solche kognitiven Defizite vor. Auch der Umstand, dass die Ausprägung über die Zeit offenbar wechselhaft gewesen sei, spreche insbesondere nicht für eine degenerative neurologische Erkrankung. Das diagnostizier- te Meningeom sei angesichts der Gutartigkeit, der geri ngen Grösse, der Lokalisation und auch aufgrund dessen, dass es möglicherweise schon seit Jahren un verändert bestehe, keine Ursa- che für kognitive Störungen. Da sich aus rein neurologischer Sicht keine Krankheit mi t Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren lasse, könne als gemeinsame interdiszipl inäre Beurteilung diejenige des psy- chiatrischen Gutachtens uneingeschränkt übernommen werden. 6.5 Am 10. März 2017 erstellte die Klinik G.____ in X. ____ einen Kurzbericht / Überwei- sungsbericht zu Handen des behandelnden Psychiaters der Ve rsicherten, Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie. Die untersuchenden Ärzte diagnostizierten eine rezidivie- rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Ep isode (ICD-10 F33.11). Sie hätten den Eindruck, dass die Patientin in ihrer Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt sei. Sie habe ihnen über eine Belastbarkeit von zuletzt 20% in einer geschü tzten Arbeitsumgebung im Rahmen ei- nes IV-Integrationsversuches berichtet. Dies erscheine ih nen vor dem Hintergrund des aktuell gesehenen Krankheitsbildes plausibel. Auch berichte die Versicherte, dass die schrittweisen Steigerungsversuche des Pensums nicht gelungen seien. Aus diesem Grund habe man den Integrationsversuch abgebrochen und ihre Akte sei nun in der Rentenabklärung. Die ebenfalls Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der Patientin berichtete rezente vertrauensärztliche Einschätzung mit einer Arbeitsfähigkeit von 70% könnten sie nicht nachvollziehen. 6.6 Am 24. Mai 2017 nahm der Gutachter Dr. D.____ zu Handen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) beider Basel Stellung zum Gutachten von Dr. C.____ vom 28. März 2016, zum Untersuchungsbericht der Klinik G.____ vom 10. März 2017 sowie zu einem Schreiben des Rechtsvertreters vom 4. April 2017. Dr. D.____ führte aus, dass Dr. C.____ die Konzentrations- und Merkfähigkeit anhand von zwei einfachen Tests, die weder standardisiert noch verlässlich seien, abgeschätzt habe. Des Weite- ren beschreibe Dr. C.____ die affektive Modulationsfäh igkeit als gut und gleichzeitig den Affekt als deutlich gedrückt und ratlos. Diese beiden Befund e würden sich gegenseitig ausschliessen und seien nicht nachvollziehbar. Insgesamt müsse der Psycho status im Gutachten von Dr. C.____ als unvollständig, widersprüchlich und vermischt mit subjektiven Angaben beurteilt werden. Ausserdem habe Dr. C.____ das soziale Umfeld der Versicherten nur oberflächlich exploriert. Zudem fehle im Gutachten von Dr. C.____ d ie Angabe, dass die Versicherte auch immer wieder bessere Phasen erlebe. Schliesslich verwies Dr. D.____ noch einmal auf die Tat- sache, dass er mittels Blutkonzentrationsbestimmung einen Tr ittico-Wert unterhalb des Norm- bereichs eruiert habe. Dies deute darauf hin, dass die Beschwerdeführerin das Medikament kaum oder jedenfalls nicht regelmässig einnehme. Zum Bericht der Klinik G.____ sei zu erwähnen, dass die ser äusserst knapp sei, die Diagnose nicht begründet werde, und wiederum subjektive Angabe n mit objektiven Befunden vermischt würden. Ausserdem sei eine 80%ige Einschränkung der A rbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Eine 80%ige Einschränkung könnte aufgrund eines schwere n, jedoch nicht mittelgradigen Schweregrades der Depression begründet werden. Das Ausmass der Einschränkung werde auch nicht näher begründet, weshalb er dazu keine Stellung nehmen könne. Zusammenfassend hielt Dr. D.____ fest, dass die Argumente im Gutachten von Dr. C.____ und im Bericht der Klinik G.____ sowie im Schreiben des An walts nicht in einem Ausmass zu über- zeugen vermöchten, dass er sich dazu gezwungen sähe, bezügl ich der in seinem Gutachten gestellten Diagnosen und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eine Änderung vorzunehmen. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 4. April 2018 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf das bidiszip- linäre Gutachten der Dres. D.____ und F.____ vom 10. bzw. 12. Dezember 2016 sowie die Be- urteilung durch ihren RAD ab. Sie ging demzufolge davo n aus, dass die Versicherte zu 30% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Diese Einschrä nkung beziehe sich sowohl auf die zu- letzt ausgeübte Tätigkeit als auch auf jede andere Tätigkeit. Daran ist nichts auszusetzen. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rah men des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht pertise sprechen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtli ch, die Anlass geben könnten, die Er- gebnisse im Gutachten der Dres. D.____ und F.____ in Frage zu stellen oder gar davon abzu- weichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das bidisziplinä re Gutachten die rechtsprechungs- gemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilu ngsgrundlage in jeder Hinsicht er- füllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berück- sichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der B eurteilung der medizinischen Situation ein und nimmt insbesondere eine hinreichen de Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. Sodann weist das Gutachten keine Widersp rüche auf und es setzt sich auch hinlänglich mit den bei den Akten liegenden (abweiche nden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. 7.2 Das neurologische Teilgutachten von Dr. F.____ wird durch die Beschwerdeführerin zu Recht nicht bemängelt. Hingegen beanstandet sie das psyc hiatrische Teilgutachten von Dr. D.____ in einigen Punkten. Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist jedoch nicht geeignet, Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens von Dr. D.____ vom 12. Dezember 2016 zu we- cken. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin enthält das Gutachten von Dr. D.____ sehr wohl eine sachgemässe Konsistenzprüfung (vgl. insbesondere d ie Ausführungen auf den Sei- ten 22 und 23 des psychiatrischen Teilgutachtens mit weiteren Verweisen). Ausserdem hat sich Dr. D.____ auch mit dem gescheiterten Belastbarkeitstraining auseinan- dergesetzt. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass seine Ausführungen dazu nicht nachvoll- ziehbar seien. Dem kann nicht beigepflichtet werden. D r. D.____ führt dazu auf Seite 16 seines Gutachtens aus, dass ein Belastbarkeitstraining in der I.____ vorzeitig abgebrochen worden sei, unter anderem wegen körperlich und psychisch mangelnder E nergie. Das Arbeitspensum habe nicht über zwei bis drei Stunden pro Tag gesteigert we rden können. Aus rein psychiatrischer Sicht lasse sich das Scheitern dieses Belastbarkeitstraining s nicht hinreichend erklären, zumal der Schweregrad der Depression insgesamt lediglich als l eicht- bis mittelgradig zu beurteilen sei. Auf Seite 18 des Gutachtens verweist Dr. D.____ z udem auf den Bericht der I.____ vom 19. Januar 2016. Im Bericht der I.____ vom 19. Januar 2016 wurde festgeh alten, dass die Versicherte in fünf Monaten kein Arbeitspensum von drei Stunden an vier Tag en habe erreichen können. Sie sei mit dem Pensum nicht da, wo sie sein müsste. Sie habe in der freien Wirtschaft keine Chance und sei somit nicht vermittelbar. In einem weiteren Be richt vom 26. Januar 2016 berichtete die J.____ GmbH über das bei ihr durchgeführte Bewerbungsc oaching. Es wurde unter anderem festgehalten, dass die Versicherte mehrmals Termine abgesa gt habe oder diese hätten ver- schoben werden müssen. Ausserdem habe der Coach während des Coachings von der Versi- cherten die Eigeninitiative und den Willen bzw. die Mo tivation für einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt vermisst. Ein Vorwärtskommen sei nicht möglich gewesen und die Planung sei immer wieder an die Situation der Beschwerdeführe rin angepasst worden. Des Weiteren Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde im Bericht ausgeführt, dass die Versicherte aufgr und der geringen Präsenzzeit und ent- sprechend geringer Leistungsfähigkeit aktuell nicht in den ersten Arbeitsmarkt eingliederbar sei. Der Coach habe den aktiven Willen, die Motivation und das Engagement von der Beschwerde- führerin, eine Arbeitsstelle zu suchen oder entsprechend mitzuarbeiten, vermisst. Das Coaching sei gemäss Rücksprache mit der zuständigen Eingliederungsf achperson frühzeitig beendet worden, da auch das Training als administrative Mitarb eiterin in der I.____ in Y.____ frühzeitig abgebrochen worden sei. Wenn Dr. D.____ unter anderem gestützt auf seine Begutachtung sowie auf diese beiden Berichte der erfolglos durchgefü hrten Massnahmen zum Schluss ge- langt, dass deren Scheitern rein aus psychiatrischer Sich t nicht hinreichend erklärbar sei, er- scheint dies durchaus nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, dass Dr. D. ____ der einzige Arzt sei, welcher bei ihr keine kognitiven Defizite festgestellt habe. Dem ist entgegenzuhalten, dass die diesbezügli- chen Aussagen in den verschiedenen Gutachten und Berichte n der anderen Ärzte weitestge- hend auf die subjektiven Angaben der Versicherten abge stellt wurden. Auch Dr. F.____ stützt die kognitiven Einschränkungen wohl auf ihre Angaben. Er führte zwar auf Seite 10 seines Gut- achtens Folgendes aus: „Objektiv bekundete die Explorandin anlässlich der anamnestischen Erhebungen teilweise etwas Mühe mit der Aufmerksamkeit und Konzentration, dann aber wie- der auch nicht.“ Im weiteren Verlauf hielt Dr. F.___ _ aber auch fest, dass sich keine konkreten Hinweise für kognitive Defizite, insbesondere organisch bedingte, ergeben hätten. Eine detail- lierte Untersuchung sei nicht erfolgt. Aus neurologisch er Sicht liege keine fassbare Ursache für solche kognitiven Defizite vor und auch der Umstand, dass d ie Ausprägung über die Zeit offen- bar wechselhaft gewesen sei, spreche insbesondere nich t für eine degenerative neurologische Erkrankung (vgl. auch E. 6.4 hiervor). Dr. C.____ wie derum führte zwar immerhin zwei Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit durch (siehe dazu die be iden durchgeführten Tests auf Seite 10 des Gutachtens von Dr. C.____ und E. 6.3 hiervor). M it Dr. D.____ ist aber festzuhalten, dass diese beiden Tests nicht sonderlich aussagekräftig erscheinen (vgl. E. 6.6 hiervor). Anzumerken ist des Weiteren, dass gemäss den vorliegenden medizinischen Berichten nie eine (teil-)stationäre Massnahme empfohlen oder gar durchgef ührt wurde. Dieser Umstand spricht gegen das Vorliegen einer (mittel-)schweren Depression u nd gegen das Bestehen einer anhal- tenden Arbeitsunfähigkeit von 100%. Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, machte diesbezüglich nachvollziehbare Ausführungen in ihrem Bericht vom 14. Juni 2017. Darauf kann verwiesen werden. Schliesslich ist im vorliegenden Fall zudem die Zeitachse zwischen den verschiedenen Gutach- ten und Arztberichten zu berücksichtigen. Dr. E.____ hat die Versicherte im Sommer 2015 be- gutachtet. Dr. D.____ erstellte sein Gutachten im Winte r 2016 und somit eineinhalb Jahre spä- ter als Dr. E.____. Auch Dr. C.____ begutachtete die Beschwerdeführerin immerhin neun Mo- nate früher als Dr. D.____. Aufgrund der unterschiedl ichen Begutachtungszeiträume sowie auf- grund der Tatsache, dass die Versicherte an einer rezidi vierenden depressiven Störung leidet und jeweils monatelang bessere und dann jeweils monate lang schlechtere Phasen erlebt, ver- mögen die teilweise divergierenden ärztlichen Auffassungen das Gutachten von Dr. D.____ erst recht nicht in Zweifel zu ziehen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Schwer nachvollziehbar ist die Aussage von Dr. D.__ __, dass die 30%ige Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit seit Ende 2010 bestehe. Diese rückwirkende Beurteilung der Arbeits- unfähigkeit erscheint problematisch, sie vermag aber im vorliegenden Fall an der Validität des Gutachtens nichts zu ändern. Die Anmeldung bei der IV er folgte erst Anfang Januar 2015 und für den relevanten Zeitraum kann auf das Gutachten und die darin gezogenen Schlussfolgerun- gen abgestellt werden. 7.4 Abschliessend bleibt darauf hinzuweisen, dass die Besc hwerdegegnerin in der ange- fochtenen Verfügung keinen Einkommensvergleich vorgenommen hat. Dies ist aber im Hinblick auf die medizinische Aktenlage bzw. die medizinische Würdig ung des vorliegenden Falles nicht notwendig. Bei einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von lediglich 30% kann darauf verzich- tet werden. 7.5 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und F.___ _ abgestellt hat. Bei der Beschwerde- führerin liegt demnach eine Arbeitsunfähigkeit von 30% vor. Nach Ablauf des Wartejahres be- stand damit eine Invalidität von unter 40%, weswegen k eine rentenbegründende Invalidität ge- geben ist. Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspru ch der Versicherten zu Recht abge- lehnt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ve rfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfah renskosten in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorl iegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb sie die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ve rrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 26. November 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 9C_823/2018 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht