Steuerrekursgericht des Kantons Zürich 1. Abteilung 1 SB.2017.1 + 2 Entscheid 19. September 2017 Mitwirkend: Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichterin Christina Hefti und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli In Sachen Vereinigung A, Beschwerdeführerin/ Rekurrentin, vertreten durch B, Präsident, dieser vertreten durch RA lic.iur. C, gegen 1. Schweizerische Eidgenossenschaft, Beschwerdegegnerin, 2. Staat Zürich, Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Dienstabteilung Recht, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Steuerbefreiung (Aufhebung Direkte Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern ab 1.1.2016) - 2 - 1 SB.2017.1 + 2 hat sich ergeben: A. Unter dem Namen "Vereinigung A " wurde 1960 ein Verein im Sinn von Art. 60 ff. ZGB gegründet; dies als Zürcher Sektion einer gesamtschweizerischen Vereini- gung. Im Folgenden wird unter "Verein" diese Zürcher Sektion verstanden. Bereits im Jahr 1971 hat die Finanzdirektion den Verein von der Steuer be- freit. Sie erwog, der Verein bezwecke im Sinn seiner Statuten vom 10. November 1960 in uneigennütziger Weise die Hilfe zugunsten unbemittelter, betagter Personen und übernehme damit eine Aufgabe mit fürsorgerischem Charakter; nach ständiger Praxis rechtfertige diese Zielsetzung eine Steuerbefreiung wegen Gemeinnützigkeit. Die aus- gesprochene Steuerbefreiung hatte in der Folge bis und mit Steuerjahr 2015 Bestand. Mit Schreiben vom 9. Februar 2016 teilte das kantonale Steueramt dem Ver- ein mit, die 1971 verfügte Steuerbefreiung werde überprüft, weshalb darum gebeten werde, diverse aktuelle Unterlagen einzureichen. Dieser Aufforderung kam der Verein mit Eingabe vom 7. März 2016 nach, wobei neben den aktuell noch geltenden Statuten vom 26. Februar 1999 auch neue Statuten vorgelegt wurden; letzteres mit dem Hin- weis darauf, dass an der bevorstehenden Generalversammlung vom 16. März 2016 die entsprechende Statutenrevision beschlossen werde. Mit Schreiben vom 8. April 2016 teilte das kantonale Steueramt dem Verein mit, die Prüfung der eingereichten Unterlagen habe ergeben, dass unter anderem ge- sellige bzw. ideelle sowie politische Zwecke verfolgt würden und deshalb mangels Gemeinnützigkeit die Steuerbefreiung nicht mehr erteilt werden könne. Der Verein liess sich dazu am 5. Mai 2016 durch seinen Präsidenten schriftlich vernehmen. Dieser machte geltend, der Verein übe noch immer eine Tätigkeit im Interesse des Gemein- wohls aus, weshalb die Steuerbefreiung weiterhin zu gewähren sei. Hinzuweisen sei im Übrigen darauf, dass der Verein in Anerkennung der äusserst wichtigen Tätigkeiten für die Rentnerinnen und Rentner der Stadt Zürich vom städtischen Sozialdepartement seit Jahrzehnten mit jährlichen Beiträgen unterstützt werde. Es wäre unverständlich, wenn diese Unterstützung via Steuern der Stadt und dem Kanton wieder abgeliefert werden müsste. - 3 - 1 SB.2017.1 + 2 Das Steueramt der Stadt Zürich liess sich auf Einladung des kantonalen Steu- eramts am 6. Juni 2016 zur Frage der Fortführung der Steuerbefreiung des Vereins vernehmen; sich noch an den Statuten vom 26. Februar 1999 orientierend sprach es sich im Grundsatz dagegen aus; dies unter Hinweis auf politische Tätigkeiten des Ver- eins. Mit Schreiben vom 9. Juni 2016 orientierte das kantonale Steueramt den Ver- ein einerseits über die Stellungnahme der städtischen Steuerbehörde. Andrerseits wurde dem Verein in Aussicht gestellt, ihm in Anerkennung seiner Tätigkeit en – wie insbesondere Milderung von Alterseinsamkeit und Sozialberatung – die Steuerbefrei- ung auch weiterhin zu gewähren, wenn sichergestellt werde, dass in Zukunft uneigen- nützig im steuerrechtlichen Sinn gehandelt werde und insbesondere keine politischen Tätigkeiten mehr verfolgt würden. Hingewiesen wurde in letzterem Zusammenhang auf Demonstrationen, Volksinitiativen, Referenden und Petitionen. Der Vereinspräsident antwortete mit Schreiben vom 30. August 2016 dahin- gehend, dass die politischen Tätigkeiten lediglich ein Nebenprodukt der übrigen Ver- einstätigkeiten seien bzw. aus diesen hervorgingen. Am ehesten lasse sich der Verein mit der steuerbefreiten Pro Senectute vergleichen. Die Steuerbefreiung sei deshalb weiterhin zu gewähren, wie dies denn auch in allen anderen Kantonen und gesamt- schweizerisch in Bezug auf die gesamtschweizerische Vereinigung und deren ve r- schiedene Sektionen der Fall sei. Nach einem weiteren Schriftenwechsel, welcher zu keiner Annäherung der Parteistandpunkte führte, erliess das kantonale Steueramt am 2. November 2016 eine anfechtbare Verfügung, mit welcher die Steuerbefreiung des Vereins aufgehoben und der Verein mit Wirkung ab 1. Januar 2016 der Steuerpflicht unterstellt wurde. Die Be- gründung ging zusammengefasst dahin, dass der Verein politische Zwecke verfolge, was einer Steuerbefreiung wegen Verfolgung von gemeinnützigen Zwecken entgegen- stehe. B. Mit Ei nsprache vom 30. November 2016 liess der Verein die Fortführung der Steuerbefreiung verfechten; dies vorab aus Gründen der Rechtsgleichheit, seien doch auch zahlreiche anderen Organisationen (wie etwa die ehemalige "Erklärung v on Bern", heute "public eye" ) politisch tätig und gleichwohl steuerbefreit. Unverständlich - 4 - 1 SB.2017.1 + 2 sei sodann die Ungleichbehandlung mit ihren Schwesterorganisationen und der natio- nalen Muttergesellschaft, welche alle steuerbefreit seien. Hinzuweisen sei erneut au f die Unterstützungsbeiträge der Stadt Zürich als Anerkennung für die soziale Arbeit. Nicht möglich sei es im Übrigen, die Steuerbefreiung gegen Ende 2016 rückwirkend auf Anfang 2016 aufzuheben. Mit Entscheid vom 27. Januar 2017 wies das kantonale Steuer amt die Ein- sprache ab. Es erwog, die Begründung der Aufhebungsverfügung habe weiterhin Be- stand. Auf das Rechtsgleichheitsgebot könne sich der Verein nicht berufen, weil die Steuerbefreiungen in den angeführten Beispielen nicht von der gleichen bzw. der hie- sigen Behörde erteilt worden seien. Dem Vorwurf der unzulässigen Rückwirkung sei sodann zu entgegnen, dass bei Aufhebung der Steuerbefreiung gemäss Rechtspre- chung des Bundesgerichts die Aufhebung mit Wirkung ab der Steuerperiode gelte, in welcher das Überprüfungsverfahren eingeleitet worden sei. C. Hiergegen liess der Verein am 24. Februar 2017 Beschwerde und Rekurs einreichen mit dem Antrag, die Steuerbefreiung für die direkte Bundessteuer sowie die Staats- und Gemeindesteuern weiterhin zu gewähren; zudem wurde die Zusprechung einer Parteientschädigung verlangt. Zur Begründung wurde geltend gemacht, der Ver- ein sei weder eine politische Partei, noch eine politische Gruppierung und gemäss Sta- tuten parteipolitisch und in Fragen der Religion neutral. Der Entzug der Steuerbefrei- ung beinhalte eine rechtsungleiche Behandlung gegenüber zahlreichen anderen, steuerbefreiten Institutionen; darunter auch solche mit Domizil im Kanton Zürich, bei welchen also sehr wohl die gleiche Behörde zuständig sei. Die Steuerbefreiung sei damit nicht auf zuheben und schon gar nicht wäre im Übrigen eine rückwirkende Auf- hebung zulässig. Das kantonale Steueramt schloss am 24. März 2017 auf Abweisung der Rechtsmittel. Den gleichen Antrag stellte die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) in Bezug auf die ihren Bereich betreffende direkte Bundessteuer in ihrer Stellungnah- me vom 11. April 2017; dies unter Verweis auf die Begründungen des kantonalen Steueramts in den verschiedenen Rechtsschriften. Der Verein liess sich hierzu mit Eingabe vom 27. April 2017 vernehmen und dabei insbesondere bemängeln, dass die ESTV keine eigene Begründung abgegeben - 5 - 1 SB.2017.1 + 2 habe; mit Blick auf die angeführten schweizweiten Beispiele steuerbefreiter Institutio- nen wäre es deren Pflicht gewesen, sich zur Frage der Rechtsgleichheit zu äussern. Weitere Stellungnahmen gingen nicht ein. Die Kammer zieht in Erwägung: 1. a) Nach Art. 56 lit. g Satz 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes- steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 61 lit. g Satz 1 des Steuer gesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind von der Steuerpflicht befreit die juristischen Personen, welche öffentliche oder gemeinnützige Zwecke verfolgen, und zwar für den Gewinn und das Kapital, die ausschliesslich und unwiderruflich diesen Zwecken gewidmet sind. b) Damit eine Institution wegen Erfüllung öffentlicher Zwecke steuerbefreit werden kann, muss sie Aufgaben erfüllen, die zu den Obliegenheiten des Gemeinw e- sens gehören (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 56 N 56 ff . DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 61 N 58 ff. StG, je mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Die öffentliche Zielset zung kann in der Übernahme von Aufgaben im Bereich des Spital - und Bestattungswesens, der Lieferung von Elektrizit ät, Gas und Wasser, der Abfallbeseitigung, der Förderung der Regionalplanung, der Wohneigentumsförderung, der Förderung von Kunst und Kultur, der Wirtschaftsförderung usw. bestehen. Mit Rücksicht auf den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Allgemeinheit der Besteuerung (Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999) ist der Begriff des öffentlichen Zwecks restriktiv auszulegen. Die Verfolgung öffentlicher Zwecke im Sinn von Art. 56 lit. g DBG bzw. § 61 lit. g StG ist nach ständiger Rechtsprechung nur da anzunehmen, wo durch öffentlichrechtlichen Erlass oder Verwaltungs akt einer juris- tischen Person die E rfüllung einer bestimmten öffentlichen Aufgabe überbunden wor- den ist (BGE 131 II 1). c) Für die Steuerbefreiung wegen Verfolgung von gemeinnützigen Zw ecken müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein (vgl. zum Folgenden: Ric h- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 56 N 61 ff. DBG und § 61 N 63 ff. StG): - 6 - 1 SB.2017.1 + 2 aa) Im steuer rechtlichen Sinn gemeinnützig ist die – statutengemässe und tatsächliche – Betätigung zur Förderung der öffentlichen Wohlfahrt, durch die zugun s- ten einer unbeschränkten Vielzahl Dritter uneigennützig auf Dauer Opfer erbracht wer- den ( BGr, 2. Juli 1991, ASA 60, 623 = StE 1992 B. 71.63 Nr. 9; RB 1994 Nr. 33 = ZStP 1994, 273 ; VGr, 7. Mai 1992, StE 1993 B 71.63 Nr. 11 = StR 1993, 383 = ZStP 1992, 271). Sie liegt deshalb vor, wenn die Leistungen ausschliesslich in altruist i- scher Art und Weise Dritten zugutekommen, ohne dass dabei Eigeninteressen, persön- liche wir tschaftliche Interessen der juristischen Person oder ihrer Mitglieder verfolgt werden (Markus Reich, Gemeinnützigkeit als Steuerbefreiungsgrund, ASA 58, 465 ff). Gemeinnützigkeit im Sinn des Gesetzes ist im Wesentlichen durch die fol gen- den Merkmale geprägt: - Förderung einer im Interesse der Allgemeinheit liegenden Aufgabe; - Uneigennützigkeit; - Opferbringen; - offener Destinatärkreis; - gegenwärtiger gemeinnütziger Dienst; - dauernde gemeinnützige Bindung. bb) Als Förderung der öffentlichen Wohlfahrt gilt auf jeden Fall jede Tätigkeit, welche das Gemeinwesen in der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützt (RB 1994 Nr. 33 = ZStP 1994, 273; VGr, 7. Mai 1992, StE 1993, B 71.63 Nr. 11 = StR 1993, 383 = ZStP 1992, 271; RB 1982 Nr. 120, 1970 Nr. 57). Erforderlich ist, dass die T ätigkeit in einem engeren oder weiteren positiven Wirkungsbezug zum Pflichtenkreis des G e- meinwesens steht. Dieser Pflichtenkreis umfasst namentlich die Fürsorge (für Jugend- liche, Studierende, Betagte, Invalide usw.), den Gesundheitsdienst, die Kranken pflege, die Förderung der Kultur und Wissenschaft sowie den Denkmal -, Heimat- und Umwelt- schutz. Gemeinnützig ist aber allgemein grundsätzlich jede von der Allgemeinheit her gesehen als fördernswert betrachtete Tätigkeit (BGE 114 lb 277; BGE 87 I 19). Ge- meinnützig können deshalb auch Aufgaben sein, die das Gemeinwesen nicht selber übernehmen könnte, da der staatlichen Betätigung auf dem Gebiet der Wohlfahrtspfle-- 7 - 1 SB.2017.1 + 2 ge Grenzen gesetzt sind. Ob eine bestimmte Aktivität im Interesse der Allgemeinheit liegt, beurteilt sich nach der jeweils massgebenden Volksauffassung (Reich, 469). cc) Gemeinnützigkeit wird nur angenommen, wenn erhebliche Leistungen im Dienst der Allgemeinheit erbracht werden (R eich, 468 ff.). Dass die Allgemeinheit aus der Tätigkeit einer gemeinnütz igen Institution Nutzen zieht, ist aber nicht erforderlich. Es genügt, wenn die Zwecksetzung von der Mehrheit der Bevölkerung als fördernswert angesehen wird (v gl. VGr, 31. Mai 1985, StE 1986 B 71.63 Nr. 1 für den Kulturaus- tausch zwischen der Dritten Welt und der Schweiz bejaht). Eine bloss nützl iche oder ideelle – d.h. nicht wirtschaftliche – Tätigkeit genügt dagegen nicht für die Steuerbe- freiung (RB 1994 Nr. 33 = ZStP 1994, 273 ; VGr, 7. Mai 1992, StE 1993 B 71.63 Nr. 11 = StR 1993, 383 = ZStP 1992, 271). Denn ideales Handeln setzt keine Förderung des Gemeinwohls voraus (Reich, 469 f.). Vereine mit ideellen, geselligen oder vorwi egend die persönlichen, wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Interessen seiner Mi tglieder verfolgenden Zwecken wie Studentenverbindungen, Musikgesellschaften, Sport-, Turn- und Schützenvereine, Schachclubs, Liebhabervereine und Zünfte können deshalb nicht von der Steuerpflicht befreit werden. Diese Institutionen stehen zwar häufig im allgemeinen öffentlichen Interesse und fördern auch entsprechende Zwecke. Gleich- wohl ist ihnen die Gemeinnützigkeit abzusprechen, da die persönlichen Interessen der Mitglieder sowie die Pflege der Kameradschaft im Vordergrund stehen. dd) Die gemeinnützige Tätigkeit muss unter Ausschluss persönlicher Intere s- sen auf das Wohl Dritter ausgerichtet sein (Uneigennützigkeit; vgl. R eich 471 ff.). Die Institution darf nicht gleichzeitig den eigenen Interessen oder denjenigen ihrer Mitgli e- der dienen (RB 1985 Nr. 31 = StE 1987 B 71.63 Nr. 2). Dies schliesst insbes ondere reine Selbsthilfeorganisationen (Bau- , Bürgschafts -, Versicherungsgenossenschaften usw.) von der Steuerbefreiung aus (VGr, 25. Februar 1986, StE 1987 B 71.63 Nr. 4 = StR 1987, 273; vgl. auch BGr, 2. Februar 2009, 2C_592/2008). So kann ein Fachver- band, der u. a. die Förderung der Wissenschaft bezweckt, dafür keine Steuerbefreiung beanspruchen, wenn die Wissenschaftsförderung mit der eigentlichen Tätigkeit als Fachverband eng verbunden ist (RB 1987 Nr. 17 = StE 1988 B 71.63 Nr. 6). Auch In- dustrieforschung, welche an sich wissenschaftlich ist und insoweit gemeinnützige Zwe- cke verfolgt, ist nicht uneigennützig (RB 1983 Nr. 78 = ZBl 85, 329). Gemeinnützig ist nur die Hilfe für andere. - 8 - 1 SB.2017.1 + 2 ee) Eine politische Tätigkeit wird in Lehre und Rechtsprechung seit jeher nicht als gemeinnützig im steuerrechtlichen Sinn anerkannt. Das gilt namentlich für die Tätig- keit von politischen Organisationen und politischen Parteien. Auch wenn deren Exi s- tenz im Interesse einer funktionierenden Demokratie liegt, erfüllen si e keine gemei n- nützigen Zwecke, da sie in erster Linie die Interessen i hrer Mitglieder vertreten (BGr, 2. April 2009, 2C_77/2007; Danielle Yersin, Le statut fiscal des partis politiques, ASA 58, 106; Kreisschreiben Nr. 12 der ESTV vom 8. J uli 1994 betreffend die Steuer- befreiung juristischer Personen, die öffentliche oder g emeinnützige Zwecke oder Kul- tuszwecke verfolgen sowie betreffend die Abzugsfähi gkeit von Zuwendungen; Greter/ Greter, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die di- rekte Bundessteuer, 3. A., 20 17, Art. 56 N 40 DBG). Der Ste uerbefreiung wird dabei auch entgegengehalten, dass sich der Staat politischen Grup pierungen gegenüber neutral zu verhalten hat; eine Beeinflussung der politischen Mei nungsbildung darf des- halb weder durch Subventionierung noch durch steuerliche Privilegierung stattfinden (VGr, 7. Mai 1992 = StE 1993 B 71.63 Nr. 11 mit Hinweisen). Auf Kantonsebene sind im Kantonsrat vertretene politische Parteien allerdings aufgrund von § 61 lit. h StG steuerbefreit. ff) Gemeinnützigkeit ist nur dann gegeben, wenn mit den Leistungen an Dritte erhebliche personelle oder finanzielle Opfer erbracht werden (RB 1994 Nr. 33 = ZStP 1994, 273, VGr, 7. Mai 1992, StE 1993 B 71.63 Nr. 11 = StR 1993, 383 = ZStP 1992, 271; RB 1985 N rn. 30 und 31), wenn also der Leistung keine Gegenlei s- tung gegenübersteht. Opfer können erbracht werden durch Leistungen aus dem Ertrag eines Vermögens oder durch Verzicht auf Ertrag des eigenen Vermögens, durch Lei s- tungen aus dem Vermögen selbst, unentgeltliche Arbeit, Mitgliederbeiträge, Verzicht auf Forderungen, Spenden usw., aber auch in Beiträgen Dritter oder des Gemeinw e- sens. gg) Eine wirtschaftliche Betätigung der Institution schliesst eine Steuerbefrei- ung regelmässig aus. Ein nach wirts chaftlichen Gesichtspunkten geführtes Unterneh- men, das Gewinne erzielt und diese gemeinnützigen Zwecken zuführt, erbringt keine Opfer; der unmittelbare Zweck der Institution besteht darin, ein wirtschaftliches Unte r- nehmen zu führen, dessen Erträge nur mitt elbar einem allfällig gemeinnützigen Zweck zukommen (BGE 64 I 327 für den Zürcher Frauenverein für alkohol freie Wirtschaften betr. Krisenabgabe). - 9 - 1 SB.2017.1 + 2 hh) Grundsätzlich muss die gemeinnützige Tätigkeit einem unbeschränkten Kreis von Personen zugutekommen. Eine Einschränkung ist insoweit gestattet, als sich dies aus der Umschreibung des statutarischen Zwecks ergibt (RB 1994 Nr. 33 = ZStP 1994, 273; VGr, 7. Mai 1992, StE 1993 B 71.63 Nr. 11 = StR 1993, 383 = ZStP 1992, 271). In diesem Rahmen soll jedoch jeder mann Nutzniesser der gemei n- nützigen Täti gkeit sein können. Hat dagegen nur ein zum Voraus bestimmter enger Kreis von Pers onen Zugang zur gemeinnützigen Tätigkeit, ist eine Steuerbefreiung nicht möglich. Diese Voraussetzung erfüllt daher jedenfalls ein Wirk en der juristischen Person nicht, welches nur ihren Mitgliedern dient. Dies schliesst Fachverbände (RB 1987 Nr. 17 = StE 1988 B 71. 63 Nr. 6), Berufsverbände (StGr BL, 9. Juli 2010, StE 2012 B 71.63 Nr. 27; BGr, 2. Juli 1991, ASA 60, 623 = StE 1992 B 71.63 Nr. 9 ), Handelskammern, landwirtschaftliche Vereine, Industrievereine, Arbeitgeber - und A r- beitnehmerorganisationen, Familienstiftungen usw. von der Steuerbefreiung aus. ii) Nicht die Statuten allein sind massgebend für die Steuerbefreiung wegen Verfolgung gemeinnütziger Zwecke. Vielmehr müssen Tätigkeit, Einkommen und Ve r- mögen der juristischen Person aktiv auf den gemeinnützigen Zweck ausgerichtet sein. Der steuerbefreite Zweck muss also auch tatsächlich verfolgt werden (RB 1994 Nr. 33 = ZStP 1994, 273, VGr, 7. Mai 1992, StE 1993 B 71.63 Nr. 11 = StR 1993, 383 = ZStP 1992, 271; RB 1983 Nr. 31, 1982 Nr. 120). Eine steuerrechtliche Privilegierung rechtfertigt sich sodann nur, wenn die g emeinnützige Tätigkeit auf Dauer ausgerichtet ist und die Statuten sic herstellen, dass eine Zweckentfremdung der Mittel ausg e- schlossen ist (RB 1983 Nr. 31). Das Vermögen muss auch bei einer allfälligen Liquida- tion gemeinnützigen Zwecken verhaftet bleiben oder dem Gemeinwesen zur Verfügung gestellt werden; ein Rückfall an den Stifter oder die Mitglieder der Institution ist ausg e- schlossen. 2. a) Im vorliegenden Fall fehlt es unbestrittenermassen an einem öffentlichen Leistungsauftrag an den Verein; zur Diskuss ion steht damit allein die Steuerbefreiung aufgrund der Verfolgung von gemeinnützigen Zwecken. aa) In den Gründungsstatuten, welche 1971 zur Steuerbefreiung führten, wur- den Vereinszweck und -tätigkeiten wie folgt umschrieben: - 10 - 1 SB.2017.1 + 2 " Der Verein bezweckt: a) die Förderung und Unterstützung aller Bestrebungen, die darauf aus- gerichtet sind, die soziale Lage unbemittelter Alten, Invaliden, Witwen und Waisen zu verbessern, insbesondere durch Verbesserung der Leistungen von Bund, Kanton und Gemeinde (AHV, Altersbeihilfe, Witwen- und Waisen-Fürsorge). b) Die Förderung der Geselligkeit, um der Vereinsamung der alleinste- henden Alten und Witwen entgegen zu wirken. Der Verein sucht diesen Zweck zu erreichen durch: a) Veranstaltungen von aufklärenden Versammlungen, Einleitung von Bewegungen, Motionen, Initiativen und Eingaben an Behörden etc. b) Sozialberatung c) Veranstaltungen, die der Geselligkeit und Belehrung dienen. d) Eingaben an Behörden, Institutionen und Unternehmungen für verbillig- ten Eintritt an Veranstaltungen der Unterhaltung und der Belehrung. e) Veranstaltungen von Ausflügen und Exkursionen." Die aktuellen Statuten vom 16. März 2016, welche also im Zeitpunkt der angefochtenen Aufhebungsverfügung beachtlich waren (und welche die aktenkun- digen Statuten vom 26. Februar 1999 ablösten), geben nunmehr Folgendes vor: Zweck Art.2 (Zweck) Die Vereinigugn A hat zum Ziel die kollektive und individuelle Verteidigung der materiellen Interessen und die soziale Anerkennung der pensionierten Men- schen und der Menschen, die an einem Handicap leiden, der Witwen und Waisen und jener Menschen, die Anrecht auf Sozialleistungen haben. Art.3 (Unabhängigkeit) Die Vereinigung A ist parteipolitisch und in Fragen der Religion neutral. Art. 4 (Handlungsmittel) Die Vereinigung A informiert die Bevölkerung über die Bedeutung von Wirt- schafts-, Steuer- und Sozialpolitik in Bezug auf jene Personen, die sie nach ih- rem Selbstverständnis verteidigt. Sie kann Volksinitiativen und Referenden lancieren oder unterstützen und sie kann auch auf das Recht auf Petitionen zurückgreifen. - 11 - 1 SB.2017.1 + 2 Sie kann Unterstützung in Rechts-, Steuer- und Sozialfragen anbieten, ebenso bei kulturellen Aktivitäten und bei solchen der Bildung und des Vergnügens. Wenn nötig, bedient sie sich externer Spezialisten. Sie kann punktuelle Aktio- nen beschliessen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Am 16. März 2016 hat der Verein sodann folgendes Leitbild verfasst: Leitbild Die Vereinigung A ist zwar parteipolitisch und religiös neutral, aber sie ist kei- ne neutrale Organisation, denn es gibt keine Neutralität zwischen Fortschritt und Rückschritt. Humanität bedeutet Sorge um das Wohlergehen auch aller alten und invaliden Menschen. Humanitäre Arbeit im Interesse der Rentnerin- nen und Rentner muss aufs engste mit politisch fortschrittlichem Denken ver- bunden sein, denn der Sinn jeden Fortschritts kann nur der sein, auch das Le- ben möglichst vieler alter und invalider Menschen lebenswerter zu machen. Umgekehrt kann reaktionäres Denken und Handeln niemals gleichzeitig hu- manitär sein, da es nicht den Interessen und dem Wohlergehen alter und inva- lider Menschen Rechnung trägt. Die Vereinigung A fördert die Selbsthilfe der Seniorinnen und Senioren der Schweiz und den Generationendialog. Sie ver- tritt die Forderungen der Seniorinnen und Senioren bei den zuständigen Stel- len. Zusätzlich kümmert sich die Vereinigung A um die Freizeitgestaltung ihrer Mitglieder. Die Vereinigung A ist über ihren gesamtschweizerischen Dachver- band Mitglied der Vereinigung D . Die V ereinigung D i st zusammen mit dem Verband E Trägerin des Schweizerischen Rates F. Auf lokaler und regionaler Ebene handelt die Vereinigung A selbständig, auf nationaler Ebene handelt sie auch selbständig oder bedient sich der Vereinigung D und des Rates F. bb) Entscheidend sind neben diesen selbsterklärten Zielvorgaben die effekt i- ven Tätigkeiten des Vereins. Einblick bieten diesbezüglich die vom Präsidenten erstell- ten Jahresberichte, welche Jahr für Jahr ähnlich sind (vgl. Jahresberichte 2013/14 , 2014/15 und 2015/16). Stellvertretend zeigt der Jahresbericht 2015/16 das folgende Bild (fett hervorgehoben sind mögliche politische Aktivitäten, auf welche unter lit. c/cc nachfolgend einzugehen ist): - 12 - 1 SB.2017.1 + 2 Berichtsjahr 2015/16 03.03.2015 Leichte Wanderung der Limmat entlang bis Hardturm 05.03.2015 Generalversammlung 07.03.2015 Nationale Frauendemo in Bern gegen die Erhöhung des Rentenalters 11.03.2015 Lotto 18.03.2015 Entwicklungsgebiete Zürich-West – Vortrag von G 18.03.2015 Leichte Wanderung dem Rhein entlang nach Eglisau 25.03.2015 Begegnungsnachmittag mit dem Blindenbund Zürich 01.04.2015 Bildvortrag über Brutvögel von H 07.04.2015 Wanderung bis Kloster Fahr und weiter nach Dietikon 08.04.2015 Lotto 12.04.2015 Blaskapelle 15.04.2015 Vitus – Ein Film von Fredi M. Murer 16.04.2015 Besuch in der Stadtgärtnerei 21.04.2015 Wanderung von Bäretswil über Rosinli nach Oberhittnau 22.04.2015 Musik mit Mario 29.04.2015 Giovanni Segantini – Kunstvortrag von I 30.04.2015 1. Mai-Vorfeier im Volkshaus 01.05.2015 1. Mai: Umzug, Kundgebung, Infostand auf dem Festareal 05.05.2015 Wanderung mit ad hoc-Ziel 08.05.2015 Infoveranstaltung zu den Abstimmungsvorlagen vom 14.6.2015 12.05.2015 Literaturclub 13.05.2015 Ziemlich beste Freunde – Filmnachmittag 19.05.2015 Wanderung durch die Rebberge über dem Thurtal nach Ossingen 20.05.2015 Lotto 21.05.2015 Besuch im Zirkus Knie mit Gratiseintritt für Mitglieder 26.05.2015 Literaturclub 02.06.2015 Wanderung mit Grillplausch 03.06.2015 Bildvortrag über Brasilien von J 09.06.2015 Literaturclub 16.06.2015 Wanderung entlang der Glatt nach Glattfelden 23.06.2015 Boule-Spiel in der Klus 26.06.2015 Ganztägiger Ausflug ins Emmental 30.06.2015 Boule-Spiel in der Klus (Ersatztermin) 01.07.2015 Lotto 07.07.2015 Wanderung im Landforst dem Krebsbach entlang bis Gattikon 15.07.2015 Filmnachmittag: Weisses Rössel am Wolfgangsee 21.07.2015 Dem Wildbach entlang nach Rorbas 01.08.2015 Internationalistischer 1. August – Gemeinschaftszentrum Wipkingen 04.08.2015 Dem Elephantenbach entlang 12.08.2015 Gesundheitsvortrag von K: Man zeigt Haut 19.08.2015 Filmnachmittag: Ernstfall in Havanna 25.08.2015 Literaturclub 01.09.2015 Wandern durch Wald, Feld und Wiesen im Wehntal 02.09.2015 Griechenland: Vortrag von L 09.09.2015 Filmnachmittag: Usfahrt Oerlike 15.09.2015 Literaturclub 18.09.2015 Ganztägiger Ausflug: Mit dem Schiff auf dem Vierwaldstättersee 23.09.2015 Lotto 29.09.2015 Die Operettenbühne Hombrechtikon präsentiert: Prinz Methusalem 30.09.2015 Bildvortrag von M: Die 4 Jahreszeiten in den Alpen 01.10.2015 Besuch im Kulturama mit exclusiver Führung durch die Direktorin 06.10.2015 Wanderung rund um den Katzensee 03.11.2015 Wanderung: Oberembrach – Embrach – Rorbas 12.01.2016 Literaturclub 12.01.2016 Industrie und Kultur in Winterthur: Durch die Altstadt zum Römerholz 20.01.2016 Lesung - Ephraim Kishon: Silvester 22.01.2016 Abstimmungsvorlagen vom 28.02.2016: Präsentation und Diskussion 26.01.2016 Literaturclub 27.01.2016 Lotto 03.02.2015 Filmnachmittag: Salam Aleikum 09.02.2016 Literaturclub 12.02.2016 Wasserplausch im Wärmebad Käferberg 24.02.2016 Lotto - 13 - 1 SB.2017.1 + 2 08.03.2016 Literaturclub 09.03.2015 Filmnachmittag: Die drei von der Tankstelle mit Heinz Rühmann 16.03.2016 Generalversammlung Diese Aktivitäten wurden zum Teil dank einer Zusammenarbeit mit dem Alterszentrum N realisiert. Diverse Gespräche im Bereich der Sozialberatung wurden sowohl telefonisch wie auch persönlich geführt. Im Auftrag der Vereinigung A erstellte die Firma O Steuerer- klärungen, wobei ein namhafter Rabatt für Mitglieder zur Anwendung kam. Von unserer Publikation „Vereinigung A-INFO“ wurden in der Berichtszeit 6 Nummern herausgegeben. Die Arbeiten an einer neuen Homepage wurden zu einem guten Zie- le geführt. Die Vereinigung A ist on line! Wir haben uns an den Aktivitäten der gesamtschweizerischen Vereinigung beteiligt, und, als Vertreter der gesamtschweizischen Vereinigung, an den Aktivitäten der Ver- einigung D sowie des Rates F. Im Rahmen der gesamtschweizerischen Vereinigung wurde auch Pressearbeit geleis- tet, wobei die Sektion Zürich für die Aktivitäten in der Deutschen Schweiz zuständig war. Im Rahmen von Arbeitsgruppen der Vereinigung D und des Rates F beteiligten wir uns intensiv an den Arbeiten für Vernehmlassungen und Studien im Rahmen der sozialen Sicherheit. Unsere Organisation zählte Ende 2013 301 Mitglieder, steigerte sich auf Ende 2014 auf 308 Mitglieder und fiel jetzt per Ende 2015 auf 302 Mitglieder zurück. Bei meinen Freundinnen und Freunden im Vorstand, der Programmkommission und der Redaktion möchte ich mich herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit im abgelau- fenen Vereinsjahr bedanken. Speziell verdankt sei die Arbeit von P und Q, die alle Mitglieder mit Geburtstagskarten überraschten und betagte Jubilare mit runden Geburtstagen sogar persönlich besucht haben. Nicht vergessen seien auch R, S und T, die die Wanderungen organisiert und betreut haben, U für die Betreuung des Vereinigung A-Info, sowie V und W für ihre Revisionsarbeit. b) Die Jahresberichte lassen damit zunächst erkennen, dass der Grossteil der Aktivitäten die Durchführung von geselligen Anlässen (Lotto- und Spielveranstaltungen, Wanderungen, Filmvorführungen etc.) betri fft. Bei verschiedenen Anlässen wird dabei auch Wissen vermittelt , welches insbesondere im Alter von Interesse ist (z.B. Vortrag betreffend "Lesegerät für Sehbehinderte" oder "Venengesundheit"). aa) Im Rahmen der anfangs 2016 eingeleiteten Überprüfung der seit 1971 gewährten Steuerbefreiung vertrat das kantonale Steueramt mit Blick auf diese geselli- gen Tätigkeiten zunächst den Standpunkt, dass der Verein nicht gemeinnützig handle; vielmehr biete er seinen Mitgliedern die Möglichkeit zur Freizeitgestaltun g an. An der Gemeinnützigkeit fehle es auch, soweit der Verein (wie im Geschäftsbericht vermerkt) durch die Firma O Steuererklärungen erstellen lasse, wobei für die Vereinsmitglieder - 14 - 1 SB.2017.1 + 2 namhafte Rabatte zur Anwendung gelangten (vgl. Schreiben an den Verein vom 9. Juni 2016). bb) Dieser Auffassung stellte der Vereinspräsident mit Schreiben vom 30. Au- gust 2016 entgegen, dass die Tätigkeit des Vereins keineswegs auf die Mitglieder be- schränkt sei; alle Aktivitäten stünden Jedermann/frau offen, insbesondere natürlich Rentnerinnen und Rentner. Weder werde jemand abgewiesen, der etwa an einer Wan- derung teilnehmen möchte, noch jemand, der Beratung in Anspruch zu nehmen wün- sche. Zum Beispiel der Steuererkl ärungen sei folgendes zu bemerken: Während vieler Jahre sei das Ausfüllen der Steuererklärungen mit eigenen Kräften vorgenommen wor- den und habe jeder Ratsuchende Hilfe erhalten, ob Mitglied oder nicht. Die Beratungs- tätigkeit mit eigenen Kräften bestehe weiterhin, z.B. im Bereich Ergänzungsleistungen, Rentenprobleme und Testamente; lediglich die Steuererklärungen seien infolge gros- ser Belastung ausgegliedert worden. Nichtmitglieder würden bei alledem ebenso un- entgeltlich Rat erhalten wie Mitglieder, wobei die Gelegenheit allerdings zur unverbind- lichen Mitgliederwerbung genutzt werde. cc) In der Folge hat das kantonale Steueramt i n der Aufhebung sverfügung unter Bezugnahme auf diese Ausführungen des Präsidenten festgehalten, dass gesel- lige bzw. gesellschaftliche Tätigkeiten grundsätzlich nicht steuerbefreiungsfähig sei en. In Anerkennung der Tätigkeiten des Vereins wie insbesondere Milderung von Alters- einsamkeit und Sozialberatung auf freiwilliger Basis für alle Rentner könnte die Steuer- befreiung insoweit weiterhin gewährt werden. Die Aufhebung der Steuerbefreiung wur- de alsdann allein noch damit begründet, dass der Verein politische Zwecke verfolge. dd) Dieser Sichtweise ist in Bezug auf die Fortführung der Steuerbefreiung unter dem Aspekt der allen Rentnerinnen und Rentnern zugute kommenden und damit gemeinnützigen Vereinstätigkeiten ohne weiteres zuzustimmen. Andernfalls wäre denn auch nicht nachvollziehbar, dass der Verein seit Jahrzehnten öffentliche Subventionen erhält bzw. mit jährliche n Beiträgen aus dem Altersfonds der Stadt Zürich unterstützt wird (vgl. zu den Unterstützungsbeträgen 2016- 2018: Fondsverfügung des Sozialde- partements der Stadt Zürich vom 11. Januar 2016). c) Im Folgenden bleibt damit allein zu prüfen, ob der Verein in einem Ausmass politische Zwecke verfolgt, welche der über 45 Jahre hinweg gewährten Steuerbefrei- ung nunmehr entgegenstehen. - 15 - 1 SB.2017.1 + 2 aa) Ausgehend von der Zweckbestimmung des Vereins gemäss Art. 2 der Statuten (Kollektive und individuelle Verteidigung der materiellen Interessen und sozia- le Anerkennung insbesondere der pensionierten Menschen), hält die Steuerbehörde in der Aufhebungsverfügung fest, dass der Vereinszweck gemäss Art. 4 der Statuten vom 16. März 2016 mit folgenden Mitteln verfolgt werde: - Dokumentation und Information der Öffentlichkeit - Einsitznahme in Fachgremien und Begleitgruppen - Beratung von Behörden, Bevölkerungsgruppen und Privatpersonen; - Verfassen von Stellungnahmen, Vernehmlassungen, Petitionen, Initiativen; - Teilnahmen an Demonstrationen; - Beratung und Vertretung der Mitglieder bei der Durchsetzung individueller Rechte. Diese Aufzählung zeige, dass sich der Verein sämtliche politischen Mittel vor- behalte und damit nicht gemeinnützige, sondern politische Zwecke verfolge. bb) Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass mit Blick auf die Tatsache, dass der Verein seit 45 Jahren steuerbefreit ist, diese Begründung äusserst rudimentär ausge- fallen ist; sie beschränkt sich auf eine allgemeine Auflistung von statutarisch vorgege- benen Vereinstätigkeiten und enthält dergestalt keinerlei Hinweise auf konkret ausge- übte politische Aktivitäten. Die Begründung vermag sodann in verschiedener Hinsicht nicht zu überzeugen: Zunächst fehlt dem Grossteil der aufgelisteten Tätigkeiten von vornherein der direkte Bezug zu politischen Aktivitäten; ein solcher ist lediglich bei folgenden steuer- behördlich genannten Positionen erkennbar: - Verfassen von Stellungnahmen, Vernehmlassungen, Petitionen, Initiativen; - Teilnahme an Demonstrationen. Diese Tätigkeitsbeschreibung en der Steuerbehörde entspr echen allerdings nicht exakt den damit sinngemäss angesprochenen Vorgaben von Art. 4 der Statuten , welche lauten: - 16 - 1 SB.2017.1 + 2 - Sie (die Vereingung A) kann Volksinitiativen und Referenden lancieren oder unterstützen und sie kann auch auf das Recht auf Petitionen zurückgreifen. - Sie (die Vereinigung A) kann punktuelle Aktionen beschliessen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Abgesehen davon, dass die Steuerbehörde damit die letztere Statutenvorgabe kurzerhand als "Teilnahme an Demonstrationen" interpretiert, fehlt es insbesondere an Ausführungen darüber, weshalb die statutarisch vorgesehenen Vereinstätigkeiten mit politischem Akzent nunmehr einen Umfang erreicht haben sollen, welche die ansons- ten zugestandene Gemeinnützigkeit der gesamten Vereinstätigkeit in den Hintergrund drängen soll. Solche Ausführungen, unter Nennung von konkreten Beispielen der poli- tischen Aktivitäten, wären vor allem deshalb notwendig, weil sich auf Ebene der Statu- ten mit Blick auf politisch motivierte Vereins aktivitäten kaum etwas geändert hat. So lauteten di e entsprechenden Bestimmun gen in den Gründungsstatuten, welche per 1971 zur Steuerbefreiung führten, wie folgt (vgl. vorstehend lit. a/aa): Der Verein sucht diesen Zweck zu erreichen durch: a) Veranstaltungen von aufklärenden Versammlungen, Einleitung von Bewegungen, Motionen, Initiativen und Eingaben an Behörden etc. Der Verein hat für die Umsetzung seiner Zweckbestimmung in den Statuten also schon seit jeher auch Tätigkeiten vorgesehen, welche in den Bereich von politi- schen Aktivitäten fallen. Wenn die Steuerbehörde bei der 1971 erteilten Steuerbefrei- ung davon ausging, dass diesen politischen Tätigkeiten insgesamt kein Gewicht zu- kommt, welches der Gemeinnützigkeit entgegensteht, wäre zu erwarten, dass dieselbe Steuerbehörde substanziiert begründet, weshalb dies 45 Jahre später nun nicht mehr der Fall sein soll. Dabei hätte sie einerseits die vorgelegten Geschäftsberichte, welche detailliert Aufschluss über die konkreten Vereinstätigkeiten geben, würdigen können sowie andrerseits beispielsweise auch die Informationsangaben, welche der Verein auf seiner Internet-Homepage zu seinen Tätigkeiten macht. cc) Holt man eine solche Würdigung nach, zeigt sich, dass die Geschäftsbe- richte nicht darauf schliessen lassen, dass politische Aktivitäten den Vereinsallt ag do- minierten. Von den im Vereinsjahr 2015/16 angeführten rund 70 Vereinsanlässen ist bei weniger als fünf Anlässen auf politische Aktivitäten zu schliessen, so etwa bei der - 17 - 1 SB.2017.1 + 2 Teilnahme an der nationalen Frauendemo gegen die Erhöhung des Rentenalters am 7. März 2015, bei den Aktivitäten rund um den 1. Mai 2015 und bei einer am 22. Janu- ar durchgeführten Infoveranstaltung zu Abstimmungsvorlagen (vgl. Geschäftsbericht 2015/16 in lit. a/bb vorstehend). In etwa das gleiche Bild zeigt sich in Bezug auf die Vereinsjahre 2013/14 und 2014/15. Die gelebte Vereinstätigkeit lässt damit den Verein nicht in die Nähe einer politischen Vereinigung rücken. Der Erklärung des Präsidenten entsprechend, erscheinen die politischen Aktivitäten vielmehr als Nebenprodukt der übrigen Vereinstätigkeiten (vgl. dessen Schreiben vom 30. August 2016 ). So liegt es auf der Hand, dass sich ein Verein, welchem das Wohl der Rentnerinnen und Rentner am Herzen liegt, politischen Fragen, welche sich auf das Leben der älteren Generation auswirken, nicht entziehen kann oder dass er sich dort zu Wort meldet, wo beispiels- weise im Rahmen der Sozialpolitik ältere Menschen betroffen sind. Wenn ein solcher Verein zu sozialpolitischen T hemen, wie aktuell etwa die Altersreform 2020, Stellung bezieht, ist das also völlig normal (vgl. dazu etwa den Beschluss der steuerbefreiten Pro Senectute, die Altersreform 2020 zu unterstützen: www.prosenectute.ch/de/enga- gement/politik/av-2020.html). Ebenso ist nahel iegend und a llgemein bekannt, dass in Gesetzgebungsverfahren, welche für die ältere Generation von besonderer Bedeutung sind (z.B. im Bereich der Gesundheit oder der Altersvorsorge), die Meinung von Verei- nigungen, welche die Interessen von Rentnerinnen und Rentnern vertreten, eingeholt werden oder anderweitig in den Gesetzgebungsprozess einfliessen. Letzteres macht die Vereinigungen noch nicht zu politischen Vereinigungen. Die Grenze ist wohl dort zu ziehen, wo die Vereinsaktivitäten vorab darauf ausgerichtet sind, im Rahmen einer von den Mitgliedern getragenen Parteiideologie die politische Meinungsbildung zu beein- flussen (vgl. dazu etwa die Nichtgewährung der Steuerbefreiung im Fall eines politi- schen Vereins, welche vom Steuerrekursgericht mit Entscheid vom 12. Juli 2013 ge- schützt wurde; 1 SB.2013.1+2). Hiervon ist beim streitbetroffenen Verein nach dem Gesagten noch nicht aus- zugehen. Zwar hat der Verein im Internet einen Informationsflyer aufgeschaltet, auf welchem er sich als "politischer Verein mit soz ialistischer Ausrichtung" bezeichnet und zeigen die über die Vereinshomepage zum Download bereit gestellten " Vereinigung A- Info's", dass der Verein politisch "mittelinks" orientiert ist und sich in verschiedenem Zusammenhang auch klar gegen bürgerliche Positionen ausspricht. Diese politische Grundausrichtung allein ist jedoch kein Grund, dem Verein die seit 45 Jahren gewährte Steuerbefreiung zu entziehen. Im Vordergrund steht für die Steuerbefreiung die Ge- meinnützigkeit der Vereinstätigkeit ; ob dabei der ge meinnützige Einsatz (z.B. für Kin-- 18 - 1 SB.2017.1 + 2 der, Senioren, minderbemittelte Menschen, Tiere, Natur - und Heimatschutz, Umwelt- schutz etc.) letztlich auf linkem oder bürgerlichem Gedankengut basiert, ist nicht ent- scheidend; dies jedenfalls solange nicht, als es dem Verein primär um die gemeinnüt- zige Zielsetzung geht und nicht darum, Parteipolitik zu betreiben. Vorliegend zeigt die Vereinsgeschichte, dass der Verein, der eng mit der Geschichte der AHV verbunden ist, von Beginn weg von Menschen aus linken Organisationen (z.B. der PdA) getragen wurde. Im Lauf der Jahre hat aber eine Öffnung stattgefunden und gemäss Statuten ist der Verein denn auch parteipolitisch neutral. Die politische Grundausrichtung war bei alledem für die Steuerbehörde kein Grund, per 1971 die Steuerbe freiung nicht zu ge- währen und sie wurde nunmehr – 45 Jahre später – denn auch nicht zur Begründung der Aufhebung herangezogen. Auch für das Steuerrekursgericht besteht bei dieser Lage der Dinge kein An- lass, der Steuerbefreiung die politische Grundausri chtung des Vereins entgegenzuhal- ten. Es erübrigt sich damit, dem Verein zu seinem Webauftritt noch das rechtliche Ge- hör zu gewähren, nachdem die entsprechenden Informationen im steuerbehördlichen Verfahren nicht thematisiert worden sind. dd) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Verein insgesamt nicht als politische Gruppierung erscheint, sondern als Verein, welcher sich in gemeinnützi- ger Weise vorab für die Zürcher Rentnerinnen und Rentner einsetzt. Letzteres ergibt sich insbesondere auch aus dem bereits erwähnten Umstand, dass der Verein von der Stadt Zürich subventioniert wird, denn die Qualifikation als politische Gruppierung stünde nicht nur der Steuerbefreiung, sondern auch der öffentlichen Subventionierung entgegen (vgl. vorstehend E. 2c/ee). Die städtischen Unterstüt zungsbeiträge für die Jahre 2016-2018 wurden dabei wie folgt begründet (vgl. Fondsverfügung des Sozial- departements vom 11. Januar 2016): " Die Vereinigung A […] ist die älteste sozialpolitische RentnerInnen- Organisation der S tadt Zürich und besteht seit über 40 Jahren. Sie fördert und unterstützt alle Bestrebungen, die soziale Lage der Rentne- rinnen und Rentner menschwürdig zu gestal ten. Die Organisation bie- tet ihnen verschiedene Dienstleistungen an. Seien es Aktivitäten wie Wanderungen, kulturelle und politische Veranstaltungen und Ausflüge wie auch eine Sozialberatung, die beim Erstellen der Steuererklärung oder bei Schwierigkeiten mit Ämtern Hilfe leistet. In Anerkennung der - 19 - 1 SB.2017.1 + 2 äusserst wichtigen Tätigkeit für Rentnerinnen und Rentner der Stadt Zürich ist das Sozialdepartement bereit, die Organisation für die Jahre 2016-2018 erneut mit je einem Beitrag von Fr. X zu unterstützen." Geht das städtische Sozialdepartement in diesem Sinn für die Jahre 2016 bis 2018 von der Gemeinnützigkeit des Vereins aus, ist im Einklang dazu auch die Steuer- befreiung fortzuführen. Die im Gegensatz dazu von der städtischen Steuerbehörde befürwortete und von der kantonalen Steuerbehörde verfügte Aufhebung der Steuerbe- freiung lässt sich damit nicht halten. d) Nicht näher einzugehen ist bei dieser Lage der Dinge auf das von Seiten des Vereins eingebrachte Argument der rechtsgleichen Behandlung. Anzumerken dazu ist lediglich, dass tatsächlich wünschenswert wäre, wenn sich die ESTV in Fällen, wo sich ein Verein beim Thema Steuerfreiheit auf die Rechtsgleichheit beruft, mit eigener Begründung vernehmen liesse. Denn bei der Steuerbefreiung geht es auch um die Befreiung von der direkten Bundessteuer. Insoweit ist es auch Aufgabe der ESTV si- cherzustellen, dass Vereine schweizweit gleich behandelt werden, und kann es insbe- sondere nicht angehen, dass gleichartige Vereine bzw. kantonale Sektionen von schweizweit tätigen Vereinen unterschiedlich behandelt werden, weil kantonale Steu- erbehörden verschiedene Massstäbe bei der Gewährung der Steuerfreiheit anwenden (vgl. auch E. 4f im bereits erwähnten Entscheid des Steuerrekursgerichts vom 12. Ju- li 2013; 1 SB.2013.1+2). 3. a) Diese Erwägungen führen zur Gutheissung von Beschwerde und Rekurs. Der angefochtene Einsp racheentscheid ist aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Verein weiterhin von der direkte n Bundessteuer sowie den Staats- und Gemeinde- steuern befreit ist. b) Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin bzw. dem Rekur sgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 171 Abs. 2 i.V.m. § 151 Abs. 1 StG). Der Beschwerdeführerin bzw. Rekurrentin ist sodann eine Parteientschädi- gung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes - 20 - 1 SB.2017.1 + 2 über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Demgemäss erkennt die Kammer: 1. Die Beschwerde und der Rekurs werden gutgeheissen. Der Einspracheentscheid des k antonalen Steueramts vom 27. Januar 2017 wird aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin/Rekurrentin weiterhin von der direkten Bundessteuer sowie der Staats- und Gemeindesteuer befreit ist. […]