<h2>SubmittedText<h2><p>Ich lade den Bundesrat ein, im Rahmen der Revision des Hochschulförderungsgesetzes die folgenden gesetzlichen Regelungen über den Zugang von Spät- und Wiedereinsteigern zu Ausbildungsgängen an den eidgenössisch subventionierten Universitäten vorzusehen:</p><p>1. Wer mindestens 25 Jahre alt ist und sich über eine abgeschlossene Berufslehre und Berufs- oder Familienerfahrung ausweist, kann nach Bestehen einer auf die wesentlichen Anforderungen des entsprechenden Fachstudiums ausgerichteten Aufnahmeprüfung zum betreffenden Studiengang zugelassen werden.</p><p>2. Die Universitäten sind verpflichtet, solche Aufnahmeprüfungen gegenseitig anzuerkennen.</p><p>3. Bestandene Zwischenprüfungen an einer eidgenössisch subventionierten Universität berechtigen zum prüfungsfreien Übertritt an die nächsthöhere Stufe des entsprechenden Ausbildungsgangs jeder anderen eidgenössisch subventionierten Universität.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Motionärs, dass die berufliche Umorientierung bzw. ein Wiedereinstieg in den Beruf oder in ein Studium insbesondere für Frauen von grosser Bedeutung ist. Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums an einer Schweizer Universität ist in der Regel ein anerkannter Maturitätsausweis, wobei allerdings verschiedene Universitäten auch Ausnahmen zulassen, wie dies u. a. einer Empfehlung des Europarates von 1997 zur Zulassung zum Hochschulwesen entspricht.</p><p>Der Bundesrat folgt bei seiner Universitätsförderungspolitik dem Leitbild eines einheitlichen Tertiärbereichs; er strebt die Schaffung eines schweizerischen Hochschulnetzes an, in welchem alle Hochschulen (d. h. die kantonalen Universitäten, die ETH sowie die Fachhochschulen) eng zusammenarbeiten und damit den Studierenden den Quereinstieg erleichtern bzw. Übertrittsmöglichkeiten bieten. Die Universitäten haben im Zusammenhang mit der vom Bund unterstützten Mobilitätsförderung in den letzten Jahren die Ausbildungsgänge der meisten Fachbereiche aufeinander abgestimmt; die von der Schweizerischen Hochschulkonferenz empfohlene Einführung des europäischen Kreditsystems wird diese Harmonisierung der Studiengänge weiter vorantreiben und die Übertritte oder Quereinstiege erleichtern. Ferner wird sich positiv auswirken, dass die gymnasiale Maturität (dank der 1995 erlassenen neuen Maturitätsanerkennungsregelung) flexibler geworden ist und das Zusammenwirken mit der beruflichen Maturität erleichtert.</p><p>Die Festlegung der Studienzulassungsbedingungen ist indessen grundsätzlich Sache der Kantone bzw. der Universitäten, deren Autonomie in den letzten Jahren durch entsprechende kantonale Gesetze verstärkt wurde. Sie kann deshalb nicht einseitig in einem Bundesgesetz erfolgen. Der Entwurf für ein neues Universitätsförderungsgesetz sieht deshalb vor, dass Bund und Kantone im Rahmen der neu zu schaffenden Schweizerischen Universitätskonferenz Regelungen treffen und Rahmenordnungen erlassen können, welche die gegenseitige Anerkennung von Studienzeiten und -leistungen sowie den Übergang von den Fachhochschulen zu den universitären Hochschulen erleichtern. Der ETH-Rat und der Fachhochschulrat ihrerseits haben sich am 17. September 1998 auf eine gemeinsame Erklärung über die gegenseitige Anerkennung der Studienleistungen und die Übertritte geeinigt.</p><p>Mit diesen verschiedenen Neuerungen wird gewissen Anliegen des Motionärs entsprochen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.