B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6386/2013 U r t e i l v o m 7 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, Sri Lanka, vertreten durch Martina Culic, Rechtsanwältin, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, C._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Rechtsverzögerung / N _______. D-6386/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus D._______ stammende Beschwerdeführer verliess sein Heimat- land Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 3. September 2007. Auf dem Luftweg sei er nach E._______ gelangt, wo er sich währe nd zweier Mo- nate auf gehalten habe. Am 10. November 2007 sei er nac h F._______ rücküberstellt worden. Gleichentags sei er erneut ausgereist und mit dem Flugzeug nach G._______ gelangt, von wo er seine Reise auf dem Landweg Richtung H._______ fortgesetzt habe. Am 16. und 28. Novem- ber 2007 sei er an der I._______ Grenze festgehalten und jeweils nach G._______ rücküberstellt worden. Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in G._______ sei er am 25. Februar 2008 illegal in die Schweiz einge- reist, wo er gleichenta gs im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in J._______ ein Asylgesuch stellte . Am 11. März 2008 wurde im EVZ die Kurzbefragung durchgeführt und am 3. April 2008 wurde der Beschwe r- deführer vom BFM zu seinen Asylgründen angehört. Zur Begründung seines Gesu chs führte er im Wesentlichen an, seit dem Jahr 2007 habe die Armee nach ihm gesucht, weil er Kontakt zu Fre i- heitskämpfern gehabt und für die se auch Unterstützungstätigkeiten au s- geübt habe. Zudem habe er an politischen Veranstaltungen teilgeno m- men, wobei m an von ihm Fotos gemacht habe, welche in Zeitungen ab- gedruckt worden seien. I m Jahr K._______ sei sein Bruder von der A r- mee festgenommen worden und habe L._______ Jahre im Gefängnis verbracht. Während der Friedenszeit habe man diesen freigelassen, wor- auf er in M._______ um Asyl ersucht habe und seither als anerkannter Flüchtling dort lebe. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer diverse B e- weismittel (gerichtliche Unterlagen betreffend seinen Bruder) zu den A k- ten. B. Mit Entscheid des BF M vom 7. April 2008 wurde der Beschwerdeführer für den weiteren Aufenthalt dem Kanton O._______ zugewiesen. C. Am P ._______ heiratete der Beschwerdeführer eine in der Schweiz l e- bende sri-lankische Staatsangehörige. D-6386/2013 Seite 3 D. Mit Schreiben vom 30. Juli 2013 und 25. September 2013 erkundigte sich der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz sinngemäss nach dem Verfah- rensstand, beziehungsweise fragte an, wann er mit einem Entscheid rechnen könne. E. Mit Antwortschreiben vom 23. Oktober 2013 teilte das BFM dem B e- schwerdeführer mit, infolge der zurzeit hohen Geschäftslast sei das Ve r- fahren noch hängig und es sei nicht möglich, ihm auf ein bestimmtes D a- tum hin einen Asylentscheid in Aussicht zu stellen. F. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 1 4. No- vember 2013 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde wegen Recht s- verzögerung und beantragte, es sei festzustellen, dass das vorliegende Asylverfahren durch die Vorinstanz verzögert worden sei (Rechtsbegeh- ren 1) , und die Vorinstanz sei anzuweisen, umgehend einen Asylen t- scheid zu fällen (Rechtsbegehren 2). In verfahrensrechtlicher Hinsicht er- suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De- zember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 19. November 2013 wurde der Vorinstanz in Anwendung von Art. 57 VwVG Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeräumt. H. Am 29. November 2013 nahm die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung Stellung zur eingereichten Beschwerde. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2013 wurde dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung zugestellt und ihm die Möglichkeit eingeräumt, sich dazu bis zum 19. Dezember 2013 zu äussern. Der Beschwerdeführer replizierte mit Schreiben vom 9. Dezem- ber 2013. D-6386/2013 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfechtbaren Verfügung kann wie gegen die Verfügung selbst Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 46a VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beu r- teilung der vorliegenden Beschwerde und en tscheidet auf dem Gebiet des Asyls – eine Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bu n- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110] liegt nicht vor – endgültig (Art. 105 des Asylgesetz es vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). 1.2 Die Rechts verweigerungs- und Rechtsverzögerungsbeschwerde ist akzessorisch zum Hauptverfahren, weshalb sich die Beschwerdebefugnis nach der Legitimation im Hauptverfahren richtet. Demnach ist zur B e- schwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenomme n hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefochtene Verfügung b e- rührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). Hiervon ausgehend wäre der Beschwerdeführer zu r Beschwerde gegen die allfällig abschlägige Beurteilung seines Asylgesuchs befugt, womit er zur Beschwerde gegen das unrechtmässige Verweigern und Verzögern eines solchen Entscheides legitimiert ist (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.1–3.3). 1.3 Die Rechtsverweigerun gs- und Rechtsverzögerungsbeschwerde u n- terliegt keiner peremptorischen Frist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 Abs. 2 VwVG). Der Beschwerdeführer reichte seine Beschwerde in gültiger Form ein (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Auf jene ist somit einzutreten. 2. 2.1 Das Verbot der Rechtsverweigerung respektive Rechtsverzögerung ergibt sich aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101). Gemäss dieser B e-D-6386/2013 Seite 5 stimmung hat jede Person unter anderem Anspruch auf ei ne Beurteilung ihrer Sache innert angemessener Frist. Diese Verfassungsgarantie gilt für alle Sachbereiche und alle Akt e der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 312 = Pra 2006 Nr. 37 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). 2.2 Eine Rechtsverweigerung liegt vor, wenn eine Behörde sich weigert, eine Verfügung zu erlassen, obwohl sie dazu aufgrund der einschlägigen Rechtsnormen verpflichtet wäre. Hinweise auf eine solche Rechtsverwe i- gerung ergeben sich indessen aus den Akten keine und werden vom B e- schwerdeführer auch nicht behauptet. 2.3 2.3.1 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Le h- re und Praxis auszugehen, wenn die Behörde sich zwar bereit zeigt, den Entscheid zu treffen, dies aber nicht innert der Frist tut, die nach der N a- tur der Sache objektiv noch als angemessen erscheint. Die Angemessen- heit der Dauer eines Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu beurteilen; ein Verschulden der Behörde ist nicht vorausgesetzt, weshalb sie das Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, w enn sie wegen Personalmangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist verfügt (BGE 107 Ib 160 E. 3c, BGE 103 V 190 E. 5; FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, in: Waldmann/Weissenber- ger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 46a N 20). In B e- tracht zu ziehen sind sodann namentlich die Komplexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Behörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie einzelfallspezifische En t- scheidungsabläufe (vgl. zum Ganzen BGE 130 I 312 = Pra 2006 Nr. 37 E. 5.1; MÜLLER, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 46a VwVG). Nach den in Art. 37 AsylG festgelegten, bis am 31. Januar 2014 gültigen erstinstanzlichen Verfahrensfristen sind Entscheide nach aArt. 38 sowie Art. 39 und 40 AsylG in der Regel innerhalb von 20 Arbeitstagen nach der Gesuchstellung zu treffen ( aAbs. 2) beziehungsweise in der Regel inne r- halb von drei Monaten, wenn weitere Abklärungen nach aArt. 41 erforder- lich sind ( aAbs. 3), und grundsätzlich innerhalb von zehn Arbeitstagen, wenn es sich um Nichteintretensentscheide handelt ( aAbs. 1). Nach den neuen, ab 1. Februar 2014 geltenden erstinstanzlichen Verfahrensfristen sind Nichteintretensentscheide in der Regel innerhalb von fünf Arbeitst a- gen nach Gesuchstellung oder nachdem der betroffene Dublin-Staat dem Ersuchen um Überstellung zugestimmt hat, und in den übrigen Fällen in D-6386/2013 Seite 6 der Regel innerhalb von zehn Arbeitstagen nach der Gesuchstellung zu treffen (Art. 37 Abs. 1 und 2 AsylG). 2.4 In seiner Beschwerdeschrift führte der Beschwerdeführer i m Wesent- lichen an, seit Einreichung seines Asylgesuchs am 25. Februar 2008 se i- en mittlerweile über fünf Jahre und acht Monate vergangen. Am P ._______ habe er seine heutige Frau Q._______ geheiratet. Diese sei ihrerseits seit dem R._______ in der Schweiz. I hr Asylgesuch sei im Mai 2009 entschieden worden . Ihr sei die vorläufige Aufnahme gewährt wo r- den und seit S._______ sei sie erwerbstätig. Er selbst habe vier Mal e r- folglos um eine Arbeitsbewilligung ersucht. 2.5 In seiner Vernehmlassung hielt das BFM fest, aufgrund der hohen Geschäftslast habe es das Asylgesuch nicht innert nützlicher Frist en t- scheiden können. Es werde jedoch alles daran setzen, die aufgelaufenen Pendenzen abzubauen. Sodann habe das BFM per 3. Oktober 2013 b e- schlossen, die Behandlung von Asylgesuchen sri-lankischer Staatsange- höriger, die nicht klarerweise zu einem positiven oder einem negativen Entscheid mit vorläufiger Aufnahme führten, auszusetzen . Dieser B e- schluss des Amtes gelte, bis genauere Erkenntnisse über die aktuelle La- ge in Sri Lanka vorlägen. Die Befragung (recte: Anhörung) des B e- schwerdeführers sei am 3. April 2008 erfolgt. Um sein Gesuch und damit seine aktuelle Gefährdungssituation abschliessend beurteilen zu können, müsse er vom BFM nochmals angehört werden. Diese Anhörung erfolge sinnvollerweise erst, nachdem dem Amt die neuen Erkenntnisse über die aktuelle Lage in Sri Lanka vorlägen und die diesbezügliche Asyl - und Wegweisungspraxis feststehe. Das BFM versichere hiermit, dass es den Beschwerdeführer umgehend nach Vorliegen der erwähnten Erkenntni s- se zu einer Anhörung vorladen und sein Gesuch anschliessend entsche i- den werde. Das BFM ersuche deshalb, von der Ansetzung einer Erled i- gungsfrist abzusehen und die Beschwerde abzuweisen. 2.6 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, er sei seit T._______ Jahren verheiratet und sie hätten schon lange geplant, eine Familie zu gründen, dies jedoch bisher hinausgezögert, weil sie den noch ausstehenden Asylentscheid hätten abwarten woll en. Zur zeit sei seine Ehefrau U._______. Er habe zahlreiche Stellenangebote und würde sofort eine Arbeitsstelle finden, doch würden ihm die kantonalen Behö r- den dies mit Verweis auf seinen N-Status verunmöglichen. Es möge zwar stimmen, dass die Vorinstanz zur Abklärung der allgemeinen Lage für rückkehrende Tamilen in S ri Lanka noch Zeit brauche, jedoch liege es D-6386/2013 Seite 7 nicht an ihm, dass er bereits seit fast sechs Jahren auf seinen Asylen t- scheid warte. Diese n Umstand habe allein die Vorinstanz zu verantwo r- ten. Angesichts der überlangen Verfahrensdauer ersuche er – falls die Beantwortung der Frage, ob ihm Asyl zu gewähren sei, noch länger daue- re – um die umgehende Erteilung der vorläufigen Aufnahme, was ihm den Antritt einer Arbeitsstelle ermögli chen würde , damit er für seine Familie sorgen könne. 3. Das BFM vermag in seiner Verneh mlassung nicht stichhaltig zu erklären, inwiefern es wegen nicht selbst zu verantwortender Umstände bis heute – beziehungsweise bis spätestens am 3. Oktober 2013, dem Beschluss des BFM bezüglich Behandlung der Verfahren sri -lankischer Staatsangehöri- ger – nicht hätte in der Lage sein sollen, über das Asylgesuch vom 25. Februar 2008 zu befinden. Die Anhörung durch das BFM wurde am 3. April 2008 durchgeführt und die für einen Entscheid massgebenden Beweismittel waren seit dem Zeitpunkt der Befragung vom 11. März 2008 vorhanden (vgl. A2/8 S. 5) . Mit Ausnahme de s Antwortschreibens des BFM hinsichtlich der zweimaligen Anfrage nach dem Stand des Asylver- fahrens sind dem Dossier aber keine Hinweise über irgendwelche von ihm getätigte oder veranlasste Vorkehrungen zu entnehmen. Zwar ist dem Bundesverwaltungsgericht die hohe Geschäftslast der Vorinstanz bekannt, und es ist nachvollziehbar, dass nicht jedes einzelne Asylverfah- ren innerhalb der gesetzlichen Behandlungsfrist abgeschlossen werden kann. Verfahren, die länger dauern, sind unvermeidbar, was in der Fo r- mulierung von Art. 37 Abs. 1 und 2 AsylG – beziehungsweise in derjen i- gen von Art. 37 aAbs. 1–3 AsylG – ("in der Regel") zum Ausdruck kommt. Unabhängig des aktuellen, d.h. seit dem 3. Oktober 2013 geltenden B e- schlusses des BFM bezüglich allfällig veränderter Asyl - und Wegwe i- sungspraxis betreffend sri-lankische Gesuchsteller ist dagegen die völlige Untätigkeit im vorliegenden Verfahren seit der durchgeführten Anhörung vom 3. April 2008 nicht hinnehmbar, zumal di e Beweismittel der Vorin- stanz bereits seit dem 11. März 2008 vorlagen und somit bis zum B e- schluss des BFM vom 3. Oktober 2013 mehr als fünfeinhalb Jahre ver- strichen sind. Im Übrigen bezweckt das Asylverfahren den Schutz höch s- ter Rechtsgüter wie Leib, Leben und persönlicher Freiheit (Art. 3 Abs. 2 AsylG), weshalb in diesen Fällen grundsätzlich eine beförderliche B e- handlung der Gesuche sachlich geboten ist. 4. Es ist demzufolge festzustellen, dass das Beschleunigungsgebot von D-6386/2013 Seite 8 Art. 29 Abs. 1 BV verletzt ist, und die Rüge der Rechtsverzögerung e r- weist sich als begründet. Die Beschwerde vom 13. November 2013 ist bezüglich des ersten Rechtsbegehrens gutzuheissen. 5. Der Beschwerdeführer beantragt in seinem zweiten Rechtsbegehren, die Vorinstanz sei anzuweisen, im vor liegenden Verfahren umgehend einen Asylentscheid zu fällen. 5.1 Aufgrund der Verhaftung von zwei weggewiesenen sri-lankischen Rückkehrern in Sri Lanka, deren Asylgesuche abgelehnt worden waren, ordnete das BFM eine Abklärung der in diesem Zusammenhang stehe n- den Fragen an. Gemäss einer Medienmitteilung des BFM vom 3. Oktober 2013 wird die Behandlung von Asylgesuchen, die vermutlich zu einem negativen Entscheid führen, ausgesetzt, bis genauere Erkenntnisse über die Gründe für die Inhaftierungen sowie über die aktuelle Lage in Sri Lan- ka vorliegen. Die Vorinstanz verweist denn auch in ihrer Vernehmlassung auf diesen Umstand. Sie wird deswegen eine ergänzende Anhörung des Beschwerdeführers anordnen, welche indessen in nachvollziehbarer Wei- se erst nach Vorliegen der Abklärungsergebnisse und der daraus zu zi e- henden Schlüsse durchgeführt werden kann. Der Beschwerdeführer, der in seiner Replik um umgehende Anordnung der vorläufigen Aufnahme e r- suchte, sofern die Behandlung seines Asylgesuches noch länger dauere, verkennt, dass ein Nichteintretens - oder ein negativer Asylentscheid zu treffen und darauf abstützend die Wegweisung anzuordnen ist (vgl. Art. 44 AsylG), bevor allenfalls eine vorläufige Aufnahme zu verfügen ist. Da ein Wegweisungsvollzug während eines hängigen Asy lverfahrens grundsätzlich nicht möglich ist (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.65), ist es grundsätzlich auch ausgeschlossen, eine vorläufige Aufnahme – diese stellt eine Ersatzmassnahme für eine nicht vollziehb a- re Wegweisung dar (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.74) – während des la u- fenden Asylverfahrens anzuordnen. Ob die Wegweisung vollziehbar ist, ist unter anderem aufgrund der vorinstanzlichen Analyse der Situation in Sri Lanka zu entscheiden und nicht abhängig vom Wunsch des B e- schwerdeführers, in der Schweiz zu arbeiten. 5.2 Dem Begehren des Beschwerdeführers auf umgehende Behandlung seines Asylgesuches beziehungsweise um Anordnung der vorläufigen Aufnahme vor Fällung eines As ylentscheides kann in Anbetracht der Sach- und Rechtslage nicht entsprochen werden. Der diesbezügliche An-D-6386/2013 Seite 9 trag ist deshalb abzuweisen. Das BFM ist jedoch anzuweisen, das Asy l- gesuch des Beschwerdeführers nach Festlegung der Asyl - und Wegwei- sungspraxis betref fend sri -lankische Staatsangehörige beförderlich zu behandeln. 6. Die Akten gehen an das BFM zurück, verbunden mit der Anweisung, das Gesuch vom 25. Februar 2008 nach Festlegung der Asyl - und Wegwei- sungspraxis betreffend sri -lankische Staatsangehörige zügig zu beha n- deln und die vom BFM an gezeigte erneute Anhörung des Beschwerd e- führers beförderlich in die Wege zu leiten. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass den Begehren des Beschwerde- führers teilweise zu entsprechen ist, indem eine Rechtsverzögerung fes t- zustellen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 8. 8.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit vorliegendem Urteil gegenstandslos. 8.2 Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Verzicht auf die Er- hebung von Verfahrenskosten ist infolgedessen als gegenstandslos zu betrachten. 8.3 Gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG ist der bedürftigen Partei in einem nicht aussichtslosen Verfahren ein Anwalt zu bestellen, wenn sie nicht ims tan- de ist, ihre Sache selber zu vertreten. Dabei ist ausschlaggebend, ob die Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendigerweise der professionellen ju- ristischen Hilfe eines Anwaltes bedarf (v gl. bspw. dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2 S. 232 f.). Das vorliegende Verfahren erscheint weder in tatsäch- licher noch in rechtlicher Hinsicht besonders komplex und auch das Nichtbeherrschen einer Amtssprache kann für die Beigabe eines Anwa l- tes nicht als ausschlaggebend erachtet werden, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung abzuweisen ist. Eine amtliche Ve r- beiständung gemäss Art. 110a AsylG kommt nicht in Betracht, weil diese Bestimmung nicht auf die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes hängigen Beschwerdeverfa h- ren anwendbar ist (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 Abs. 4) und die Voraussetzungen gemäss Art. 110 a D-6386/2013 Seite 10 Abs. 1 AsylG ohnehin nicht erfüllt sein dürften (vgl. Art. 110 a Abs. 2 AsylG). 8.4 Obsiegende und teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). Vorliegend ist von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. Die Rechtsvertreterin reichte mit ihrer Rechtsmi t- teleingabe eine Kostennote vom 14. November 2013 zu den Akten. Darin werden ein Aufwand von {…….}. Nicht enthalten sind die Aufwendungen für das Abfassen der Replik vom 9. Dezember 2013. Auf das Nachfordern einer Ergänzung der Kostennote kann verzichtet werden, da die diesb e- züglichen Kosten zuverlässig abgeschätzt werden können. Die Kostennote vom 14. November 2013 ist als überhöht zu qualifizieren, da beispielsweise {…….}. (Dispositiv nächste Seite) D-6386/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird bezüglich der Feststellung der Rechtsverzögerung gutgeheissen; im Übrigen wird sie abgewiesen. 2. Das BFM wird angewiesen, nach Festlegung der Asyl - und Wegwe i- sungspraxis betreffend sri -lankische Staatsangehörige das Asylgesuch zügig zu behandeln und die angezeigte erneute Anhörung des B e- schwerdeführers beförderlich in die Wege zu leiten. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung wird a b- gewiesen. 5. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschäd i- gung in der Höhe von Fr. 500.– zu entrichten. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: