Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Februar 2015 (720 14 343 / 31) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung der Frage, ob der Beschwerdeführer in Anbet racht seines fortgeschrittenen Al- ters auch in einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gel- ten und die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten kann Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Gian Sandro Genna, Rechtsanwalt, Herrengasse 22, Postfach 663, 3000 Bern 7 gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1952 geborene A.____ hatte sich am 14. Oktob er 2009 unter Hinweis auf unfallbe- dingte Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. In der Folge führte die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft berufliche Massnahmen durch und zog vom zuständigen Unfallversicherer, der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA), die Akten bei. Nach zusätzlichen Abklärungen der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwerblich-beruflichen Verhältnisse ermittelte die IV -Stelle beim Versicherten einen Invaliditäts- grad von 15 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte sie - n ach durchgeführtem Vorbescheidver- fahren - mit Verfügung vom 15. Mai 2012 einen Anspru ch von A.____ auf eine Rente ab. Eine von A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gian Sand ro Genna, gegen diese Verfügung er- hobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Basel-Landsc haft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 11. April 20 11 in dem Sinne gut, als es die ange- fochtene Verfügung aufhob und die Angelegenheit zur e rneuten Abklärung im Sinne der Erwä- gungen an die IV-Stelle zurückwies (Verfahren 720 12 183 / 75). In Nachachtung dieses Urteils gab die IV-Stelle bei Dr . med. B.____, Rheumatologie FMH, In- nere Medizin FMH, manuelle Medizin SAMM, ein rheumato logisches Gutachten in Auftrag, wel- ches dieser am 11. Juli 2012 erstattete. Aufgrund der Ergebnisse, zu denen der Gutachter darin gelangte, ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten nunmehr für die Zeit ab 31. August 2010 (Ablauf des Wartejahres) einen IV-Grad von 60 % und ab 27. Juni 2011 einen solchen von 28 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stel le A.____ mit Verfügung vom 29. September 2014 für den Zeitraum vom 1. August 20 10 bis 30. September 2011 eine befris- tete Dreiviertelsrente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. Oktober 2011 kein Rentenan- spruch mehr bestehe. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, wiederum vertr eten durch Rechtsanwalt Dr. Gian Sandro Genna, am 28. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin bean- tragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm ab 1. August 2010 und bis auf Weiteres eine unbefristete Dreiviertelsrente a uszurichten. Eventualiter sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und es sei die Angelegenhe it zu neuer Sachverhaltsabklärung und zu einem neuen Entscheid in der Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfol- ge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. November 2014 beantr agte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 28. Oktober 2014 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Nachdem das Kantonsgericht die Angelegenheit mit Ur teil vom 11. April 2013 zur wei- teren Abklärung des medizinischen Sachverhaltes an die IV -Stelle zurückgewiesen hatte, gab diese bei Dr. B.____ ein rheumatologisches Gutachten in Auftrag. In seinem umfangreichen, am 18. Dezember 2013 erstatteten Gutachten hielt der genannte Facharzt folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) Posttrau matische OSG-Arthrose links und fortge- schrittene USG-Arthrose links mit/bei (1.1) Status nac h Arthroskopie linkes OSG: Anteromedia- ler Knorpelschaden, kein Einblick auf das Mausbett, überdehntes Ligamentum fibulo-calcaneare (Indikationsstellung zur offenen Revision) am 04.07.1985; (1.2) Status nach Osteotomie des linken Innenknöchels, Feststellung eines Mausbettes von 1 x 2cm Grösse, Forage und Spon- giosaplastik, Osteosynthese mittels Malleolarschraube und S pickdraht am 23.10.1985; (1.3) Status nach Metallentfernung am linken Innenknöchel am 27.06.1986; (1.4) Status nach Arthro- skopie linkes OSG: Verwachsenes und gereiztes Gelenk, welc hes debridiert wird, Malazie am Talus und Tibia, Entfernung von 2 mobilen osteochondra len Fragmenten, Resektion einer ein- geklemmten medialen Plica und Forage des sklerosierten M ausbettes mit zirkulären Knorpel- schuppen am 26.08.1997; (1.5) Status nach arthroskopisch er Arthrolyse linkes OSG am 03.01.2002; (2) Posttraumatische OSG-Arthrose rechts und beginnende USG-Arthrose rechts mit/bei (2.1) Status nach OSG-Distorsion rechts am 15.10 .1998; (2.2) Status nach Arthroskopie rechtes OSG, arthroskopischer Teilsynovektomie im OSG recht s, Revision der Peronaealseh- nen und ausgedehntes Debridement der Peronaeus brevis-S ehne rechts am 15.12.1998; (2.3) Status nach OSG-Distorsion rechts am 11.09.2009; (2.4) Status nach Neurolyse des Nervus suralis rechts bei Neuropathie des Nervus suralis am 23.02.2010. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten Ber uf führte Dr. B.____ in seinem Gutach- ten aus, der Explorand habe zuletzt als Chauffeur eines Kleinbusses gearbeitet. Mit diesem habe er Kinder zu Hause abgeholt, in die Schule oder den Kindergarten gefahren und nach Schulschluss wieder heimgefahren. In einer derartigen T ätigkeit sei von einer 60 %-igen Ar- beitsfähigkeit auszugehen, wobei der Versicherte auf ein Fahrzeug mit einem Automatik- Getriebe angewiesen sei, damit der linke Fuss nicht übermässig eingesetzt werden müsse. Das Profil einer zumutbaren Verweistätigkeit umfasse eine Arbeit, bei welcher der Explorand vor- wiegend sitzen, gelegentlich die Position wechseln, auf stehen und etwas herumgehen könne. Vorausgesetzt sei sodann, dass er nicht über 10kg heben, sto ssen oder ziehen, nicht auf un- ebenem Untergrund gehen, nicht auf Leitern oder Gerü ste steigen und nicht in der Hocke oder repetitiv bückend arbeiten müsse. Für eine Tätigkeit, welche diese Einschränkungen respektie- re, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bezogen au f ein Ganztagespensum. Die 20 %-ige Einschränkung in einem derartig leichten Profil ergebe sich, weil der Versicherte den Fuss zeit- weilig entlasten, hochlagern und bei Bedarf allenfalls auch einmal kühlen müsse. 5.2 Am 19. Dezember 2013 äusserte sich Dr. med. C.___ _, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, nach Ei nsichtnahme in das Gutachten des Dr. B.____ und in die übrigen medizinischen Akten zur Frage des Beginns und des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit. Dabei gelangte er zur Auffassung, dass für eine leidensangepasste Tätig- keit, wie sie Dr. B.____ umschreibe, vom 15. September 2009 bis 8. August 2010 eine vollstän- dige Arbeitsunfähigkeit und anschliessend eine solche von 50 % bestanden habe. Seit 27. Juni 2011 sei hingegen bis auf Weiteres von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. B.____ in sei- nem rheumatologischen Gutachten vom 18. Dezember 201 3 und der RAD-Arzt Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 19. Dezember 2013 gelangt si nd. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten ab Ende August 2010 (Ablauf des War tejahres) bis 26. Juni 2011 die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50 % und in der Zeit danach, d.h. ab 27. Juni 2011, ganztags mit einer Leistungseinschränkung von 20 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten des Dr. B.____ vom 18. Dezember 2013 weist weder formale noch inhaltli- che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verla ngt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten ab gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinan- der und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. I nsbesondere nimmt der Gutachter auch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit d es Versicherten vor. Zu ergänzen bleibt, dass dieser medizinische Sachverhalt und die vorinstanzliche W ürdigung desselben vom Versi- cherten in seiner Beschwerde - zu Recht - nicht in Fra ge gestellt werden. Somit kann von zu- sätzlichen Ausführungen hierzu abgesehen werden. 6. Der Beschwerdeführer beanstandet, die IV-Stelle ha be es unterlassen, die Verweistä- tigkeiten näher zu konkretisieren, welche ihm gemäss der gutachterlichen Beurteilung zumutbar sein sollen. Dies stelle eine Verletzung der der IV-Ste lle laut Art. 43 Abs. 1 ATSG obliegenden Pflicht zur vollständigen Abklärung des massgebenden Sachverhaltes dar. 6.1 Gemäss der oben (vgl. E. 3.2 hiervor) zitierten Be stimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszuge- hen. Ein solcher Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ei n gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist eine n Fächer verschiedenster Tätigkei- ten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus- setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren ver langt werden, die unter Be- rücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege benheiten des Einzelfalles zu- mutbar sind. Anderseits sind an die Konkretisierung von A rbeitsgelegenheiten und Verdienst- aussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen (S ozialversicherungsrecht - Recht- sprechung [SVR] 2008 IV Nr. 62 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zutref fend festhält, ergibt sich aus dem rheumatologischen Gutachten des Dr. B.____ vom 18. Deze mber 2013, dass dem Beschwer- deführer aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung trotz gesundheitlicher Einschränkun- gen nach wie vor ein weites Betätigungsfeld auf dem i n Frage kommenden Arbeitsmarkt offen steht. Wenn die Vorinstanz deshalb aufgrund dieses fach ärztlich umschriebenen Anforderungs- profils ohne weiteres davon ausgegangen ist, dass die Res tarbeitsfähigkeit auf dem allgemei- nen ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar ist, so beruht dies weder auf einer mangelhaften Feststellung des Sachverhalts noch verstösst es sonst wie geg en Bundesrecht. Insbesondere kann nicht gesagt werden, dass dem Versicherten eine zumu tbare Tätigkeit nur in so einge- schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbe itsmarkt praktisch nicht kennt o- der dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkomme n eines durchschnittlichen Arbeitge- bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden S telle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 2008 IV Nr. 62 E. 5.2 mit Hinweisen). 7. Der Beschwerdeführer bestreitet sodann, dass er in An betracht seines fortgeschritte- nen Alters auch in einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt (vgl. E. 6.1 hiervor) noch als vermittelbar gelten und die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten kann. 7.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein in validitätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die e iner versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermö- gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und sei ner Folgen, der absehbare Um- stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruk- tur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbild ung, beruflicher Werdegang oder An- wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit Hinweisen). 7.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitr aum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen all fälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Als massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fallen grundsätzlich der Tag, ab dem eine volle oder teilweise Erwerbstätig- keit medizinisch zumutbar ist, jener des Rentenbeginns r esp. der Änderung des Rentenan- spruchs, weiter der Zeitpunkt, in dem eine Arbeitsfähig keit aus medizinischer Sicht feststeht, oder derjenige des Verfügungserlasses in Betracht. Wie d as Bundesgericht im Entscheid 138 V 457 ff. präzisiert hat, ist für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu beantworten ist, auf das Feststehen der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen. Vorliegend verschaffte das von der Verwaltung eingeholte Gutachten des Dr. Jelk vom 18. Dezember 2013, welches nach dem oben Gesagten (vgl. E. 5.3 hiervor) die mass gebende medizinische Grundlage für den Rentenentscheid bildete, Klarheit darüber, dass bzw . in welchem Umfang dem Versicher- ten die Ausübung einer Erwerbstätigkeit aus medizinischer Sicht zumutbar ist. Im konkreten Fall ist demnach hinsichtlich des Zeitpunktes, in welchem übe r die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit entschieden werden konnte, auf den 18. Dezember 2013, das Datum, an wel- chem Dr. Jelk sein Gutachten ablieferte, abzustellen. De r Beschwerdeführer war in diesem Zeitpunkt 61 1/2 Jahre alt. 7.3 Wie das Bundesgericht im Urteil M. vom 10. Septembe r 2013 (8C_345/2013) aufzeigt, hatte es sich schon verschiedentlich mit Fällen von Versiche rten zu befassen, in denen sich die Frage stellte, ob diese angesichts ihres fortgeschrittene n Alters in einem als ausgeglichen un- terstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten un d die ihr verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten konnten. So hatte laut der vom Bu ndesgericht im genannten Urteil in E. 4.3.2 wiedergegebenen Kasuistik das damalige EVG einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den hypothetischen a usgeglichenen Arbeitsmarkt gleich- wohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilf sarbeiten auf dem hypothetischen, ausge- glichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden, und der Versicher- te zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpen- sums arbeitsfähig war (Urteil B. vom 5. August 2005, I 376/05, insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Eidgenössische Versicherungsgericht auch die Verwertba rkeit der Restarbeitsfähigkeit ei- nes (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufg rund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheumatologi sche und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (Urteil S. vom 2 2. Januar 2007,I 304/06, E. 4.1 und 4.2). Schliesslich erachtete das Bundesgericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten, der für körperlich leichte Arbeiten, die abwechslungswe ise sitzend oder stehend ausgeführt werden können, ohne regelmässiges Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häu- fige Arbeiten über der Horizontalen und ohne regelmä ssige Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80 % arbeitsfäh ig, auf eine Anstellung für intakt (Ur- teil F. vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). Vern eint wurde die Verwertbarkeit der Restar- beitsfähigkeit hingegen bei einem über 61-jährigen V ersicherten, der über keine Berufsausbil- dung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmo- torischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass, desse n Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem vo n den Fachleuten der Berufsbera- tung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde (Urteil S. vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.2 und 3.3). A ls unverwertbar erachtet wurde auch die 50 %-ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitiert e Arbeitsfähigkeit eines knapp 64- jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähi gkeit einschränkenden Beschwerden (Urteil W. vom 4. April 2002, I 401/01, E. 4c und d), ebenso eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat alten Versi cherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil R. vom 19. März 2009, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9C_437/2008, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Jüngst hat das Bundesgericht bei einem 60 Jahre alten Versicherten, welcher in seiner über 20 Jahre dau ernden Tätigkeit als Hotelportier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und b ehinderungsbedingt nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein kann, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm we- gen seiner Krankheit sowohl Schichtdienste als auch das F ühren von Fahrzeugen und Maschi- nen nicht mehr möglich sind, erkannt, er würde mit über wiegender Wahrscheinlichkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber mehr fin den (Urteil K. vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012 E. 3.2). 7.4 Vorliegend ist der Beschwerdeführer insoweit eing eschränkt, als er wegen verschiede- ner gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Bereich bei der Füsse nur noch Arbeiten verrichten kann, bei denen er vorwiegend sitzen, gelegentlich die Position wechseln, aufstehen und etwas herumgehen kann. Vorausgesetzt ist zudem, dass er in ei ner solchen Tätigkeit nicht über 10kg heben, stossen oder ziehen, nicht auf unebenem Untergrun d gehen, nicht auf Leitern oder Ge- rüste steigen und nicht in der Hocke oder repetitiv bückend arbeiten muss. Für Tätigkeiten, wel- che diese Einschränkungen respektieren, besteht eine Arb eitsfähigkeit von 80 % bezogen auf ein Ganztagespensum. Zu beachten ist sodann, dass an den oberen Extremitäten keine Behin- derungen bestehen, somit ist der Beschwerdeführer in einem breiten Spektrum von Tätigkeiten wie etwa Sortier- und Überwachungsarbeiten oder einf achen administrativen Tätigkeiten nur in geringem Masse - laut Dr. B.____ im Umfang von 20 % - eingeschränkt. Im Lichte der dargeleg- ten Grundsätze und der relativ hohen Hürden, welche d as Bundesgericht für die Unverwertbar- keit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in casu einen iv-rechtlich erheblichen fehlenden Zugang des Beschwerdefüh- rers zum Arbeitsmarkt verneint hat (vgl. auch das auf eine m vergleichbaren Sachverhalt beru- hende Urteil M. des Bundesgerichts vom 10. September 2013, 8C_345/2013, E. 4.3.3). 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 8.1 Laut den massgebenden medizinischen Akten war der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres (31. August 2010) bis 26. Juni 2011 in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig (vgl. E. 5 hiervor). Gestützt auf diesen Sachverhalt hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 29. September 2014 für den genannten Zeitraum den zur Ermitt- lung des Invaliditätsgrades erforderlichen Einkommensvergl eich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutba rem Invalideneinkommen für die be- treffende Periode vom 31. August 2010 bis 26. Juni 2011 einen IV-Grad von 60 % ermittelt. Dieses Ergebnis ist - wie die ihm zu Grunde liegende Ber echnung - nicht zu beanstanden. Es ist denn auch vom Versicherten in der vorliegenden Besch werde zu Recht nicht in Frage ge- stellt worden. Diesbezüglich kann deshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 29. September 20 14 verwiesen werden. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuhalten, dass die IV-S telle für den Zeitraum vom 31. August 2010 bis 26. Juni 2011 in zutreffender Weise von einem Invaliditätsgrad des Versi- cherten von 60 % ausgegangen ist. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Strittig und zu prüfen ist hingegen der Invalidi tätsgrad für die Zeit danach, d.h. ab 27. Juni 2011, in welcher der Versicherte laut den massge benden medizinischen Einschätzun- gen (vgl. E. 5 hiervor) in einer leidensadaptierten Tätigkeit wieder zu 80 % arbeitsfähig war. 8.2.1 Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügu ng für den hier interessierenden Zeit- raum ab Juni 2011 ein Valideneinkommen des Versicherten in der Höhe von Fr. 61‘925.-- ermit- telt. Dieses Ergebnis ist nicht zu beanstanden und es wird denn auch vom Beschwerdeführer - zu Recht - nicht in Frage gestellt. Es kann deshalb voll umfänglich auf die entsprechende Be- rechnung der IV-Stelle in der Verfügung vom 29. September 2014 verwiesen werden. 8.2.2 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch reali- sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von d er beruflich-erwerblichen Situati- on auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret st eht. Übt diese nach Eintritt der In- validität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkom- men gleichzusetzen, wenn - kumulativ - besonders stabile Ar beitsverhältnisse gegeben sind, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Sozialloh n zur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinwe isen). Der Versicherte weist in seiner Be- schwerde darauf hin, dass er vom August 2010 bis Oktobe r 2012 in einem Pensum von 50 % als Schulbuschauffeur gearbeitet habe. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei des- halb auf den Lohn abzustellen, den er in dieser Täti gkeit erzielt habe. Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer ha t diese Stelle per Ende Oktober 2012 verloren und er ist seither keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Somit kann bei der In- validitätsbemessung - jedenfalls ab diesem Zeitpunkt - n icht mehr auf einen effektiv erzielten Verdienst abgestellt werden. Dazu kommt, dass der Versich erte in dieser Tätigkeit als Schul- buschauffeur die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht voll ausgeschöpft hat, war er doch laut den massgebenden medizinischen Einschätzungen (vgl. E. 5 h iervor) im hier interessierenden Zeitraum ab 27. Juni 2011 in einer leidensadaptierten Tätigkeit (wieder) zu 80 % arbeitsfähig. 8.2.3 Da der Versicherte nach dem Gesagten im vorliegend massgebenden Zeitraum ab 27. Juni 2011 keine zumutbare leidensangepasste Tätigk eit ausgeübt hat, hat die IV-Stelle das Invalideneinkommen richtigerweise unter Beizug der Tab ellenlöhne der Schweizerischen Lohn- strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermi ttelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Laut Tabelle TA1 der LSE 2010 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Au fgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftig- ten Männer im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 4'901.-- (LSE 2010, Privater Sektor, Tabel- le TA1, Männer, Total Ziff. 02-96). Dabei ist zu beach ten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht un d auf die durchschnittliche Wochen- arbeitszeit des Jahres 2011 von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 03/2014 S. 88 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 5'109.30. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2011 erfolgten Nominallohnentwicklung von + 1,0 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 2012, S. 21, Tabelle T1.1.10, Männer, Total) anzupassen, was ein Invaliden- einkommen von Fr. 5'160.40 pro Monat bzw. ein Jahresgeh alt von Fr. 61'925.-- ergibt. Da der Versicherte laut den massgebenden medizinischen Unterlagen (vgl. E. 5 hiervor) in einer sol- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig ist, resultiert f ür den Beschwerdeführer grundsätzlich, wie die IV-Stelle zutreffend ermittelt hat, ein Invalideneinkommen von Fr. 49'540.--. 8.2.4 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE er hobenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesam t höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 8.2.5 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefocht enen Verfügung einen Abzug vom Tabel- lenlohn von 10 % vorgenommen. Demgegenüber ist der Be schwerdeführer der Auffassung, dass sich in seinem Fall die Gewährung des Maximalabzuges v on 25 % rechtfertige. Dieser Betrachtungsweise des Versicherten kann nicht beigepflic htet werden. Eine allfällige, auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückzuführende Lohn einbusse ist mit dem vorgenom- menen Abzug von 10 % ausreichend abgedeckt, zumal die vorh andenen Einschränkungen mit der Annahme einer 20 %-igen Leistungseinbusse bei der A usübung eines Ganztagespensums schon in erheblichem Masse berücksichtigt sind. Weitere Krite rien, die eine Erhöhung des Ab- zuges vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenige der Dienstjahre der Versicherten ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei ei nfachen und repetitiven, dem Anforde- rungsniveau 4 der LSE entsprechenden Tätigkeiten in d er Regel keinen Anlass zu einem (wei- teren) Abzug vom Tabellenlohn geben (vgl. BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Unter Würdigung der ge- gebenen Umstände und in Berücksichtigung der in Betrach t fallenden Merkmale lässt sich des- halb - entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführer s - die Vornahme eines höheren Ab- zuges nicht begründen. 8.2.6 Kürzt man mit der IV-Stelle den oben (E. 8.2.3 hiervor) ermittelten Tabellenlohn von Fr. 49'540.-- um 10 %, so ergibt dies für den Beschwer deführer, wie die IV-Stelle wiederum zu- treffend ermittelt hat, ein massgebendes Invalideneink ommen von Fr. 44'586.-- (Fr. 49‘540.-- x 90 %). 8.3 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invaliden einkommen von Fr. 44'586-- dem Valideneinkommen von Fr. 61'925.-- (vgl. E. 8.2.1 hie rvor) gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 17’339.--, was einen Invaliditäts grad des Versicherten von 28 % ergibt. Auch in diesem Punkt ist die Berechnung der IV-Stelle nicht zu beanstanden. 9.1 Gestützt auf den für den Zeitraum vom 31. August 20 10 (Ablauf des Wartejahres) bis 26. Juni 2011 ermittelten Invaliditätsgrad von 60 % h at die IV-Stelle dem Versicherten in der angefochtenen Verfügung vom 29. September 2014 zu Re cht ab 1. August 2010 eine Dreivier- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht telsrente zugesprochen. Nach Art. 88a Abs. 1 IVV der Ver ordnung über die Invalidenversiche- rung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, für die Herabsetzun g oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen we rden kann, dass sie voraussicht- lich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne we- sentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Nach dem Gesagten liegt beim Versicherten ab 27. Juni 2 011 lediglich noch ein IV-Grad von 28 % vor. In Berücksichtigung der genannten Bestimmung b esteht der Anspruch auf die Drei- viertelsrente noch während dreier Monate seit Eintritt dieser Verbesserung der Erwerbsfähig- keit, also noch bis Ende September 2011. Für den Zeitra um danach besteht in Anbetracht des ermittelten Invaliditätsgrades von 28 % kein Rentenanspruch mehr. 9.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle d em Versicherten in der ange- fochten Verfügung vom 29. September 2014 zu Recht für d ie Periode vom 1. August 2010 bis 30. September 2011 eine befristete Dreiviertelsrente z ugesprochen hat. Ebenfalls nicht zu be- anstanden ist sodann, dass sie in dieser Verfügung gleich zeitig einen (weiteren) Rentenan- spruch mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 abgelehnt hat. Die vom Versicherten gegen die genann- te Verfügung erhobene Beschwerde erweist sich demnach al s unbegründet, weshalb sie abge- wiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht