Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom (730 16 276) ____________________________________________________________________ Krankenversicherung Forderungen des Krankenversicherers für Prämien und Kostenbeteiligungen. Im Zu- sammenhang mit der Mitwirkungspflicht des mit der P rämienforderung belasteten Versi- cherten hat dieser substantiiert darzulegen, weshalb der von der Krankenkasse ermittelte Forderungsbetrag unzutreffend sei. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei ber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen CSS Kranken -Versicherung AG , Abt. Recht & Compliance , Tri b- schenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Am 23. März 2016 leitete die CSS Kranken-Versich erung AG (im Folgenden: CSS) gegen A.____ die Betreibung ein für ausstehende Prä mien der obligatorischen Krankenpflege- versicherung der Monate September 2015 bis Dezember 2015 in der Höhe von Fr. 1‘335.60 nebst 5% Zins seit 30. Oktober 2015 und für ausstehende Kostenbeteiligungen in der Höhe von Fr. 675.70 sowie für Mahnspesen von Fr. 150.--. Nac hdem der Versicherte gegen den betref- fenden Zahlungsbefehl Nr. 21618063 des Betreibungsa mts B.____ vom 5. April 2016 Rechts- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorschlag erhoben hatte, erliess die CSS am 16. Juni 2016 eine Verfügung, mit welcher sie den Rechtsvorschlag in der erwähnten Betreibung aufhob. B. Am 15. Juli 2016 reichte der Versicherte bei der CSS eine Einsprache gegen die Ver- fügung vom 16. Juni 2016 ein und beantragte sinngemäs s deren Aufhebung mit der Begrün- dung, die eingeforderten Beträge seien bereits bezahlt. C. Mit Einspracheentscheid vom 8. August 2016 wies die C SS die Einsprache des Versi- cherten ab. Zur Begründung hielt sie fest, dass der vom Versicherten geschuldete Betrag nach wie vor nicht beglichen worden sei. Hiergegen erhob der Versicherte mit Postaufgabe vom 5. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und ersuchte sinngemäss um Aufhebung des ange- fochtenen Einspracheentscheids mit der Begründung, dass de r geltend gemachte Ausstand mittlerweile bezahlt worden sei. Mit Schreiben vom 7. September 2016 wies das Kantonsgericht den Beschwerdeführer darauf hin, dass seine Beschwerde n icht unterzeichnet worden sei und seiner Beschwerde kein Beweismittel beiliege, aus welch em hervorgehen würde, dass er den von der CSS eingeforderten Zahlungsausstand beglichen ha be. Es setzte ihm deshalb eine unerstreckbare Frist bis zum 21. September 2016, um dem Gericht die entsprechenden Zah- lungsbelege und eine unterzeichnete Beschwerde einzure ichen. Mit Eingabe vom 20. Septem- ber 2016 reichte der Beschwerdeführer einzig ein unterzeichnetes Exemplar seiner Beschwerde vom 4. September 2016 ohne Nachweis weiterer Beweismittel ein. D. Die CSS schloss mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2016 auf Abweisung der Be- schwerde. E. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2016 hielt der Beschwer deführer im Wesentlichen fest, dass ihm zu Unrecht vorgeworfen werde, die strittigen Präm ien und Kostenbeteiligungen nicht be- zahlt zu haben. Seine am Monatsende jeweils regelmässig bezahlten Rechnungen würden per Gesamtbetrag bei der Post einbezahlt. Es sei ihm daher nicht gut möglich, die Bezahlung der strittigen Zahlungen per Kontoauszug zu beweisen. Es mü sse eindeutig die Unschuldsvermu- tung gelten, da er die fraglichen Beträge im guten G lauben beglichen habe. Es könne nicht sein, dass er infolge allfälliger Fehlbuchungen durch die Post die Rechnungen doppelt bezahlen müsse. Auf die Vorbringen der Parteien ist - soweit notwend ig - in den nachfolgenden Erwägungen ein- zugehen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungs- prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall beläuft sich der Streitwert auf Fr. 2’011.30 zuzüglich Mahnkosten von Fr. 150.--. Die Angelegenheit ist daher präsidial zu ent- scheiden. 3.1. Nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Kran kenversicherung (KVG) vom 18. März 1994 muss sich jede Person mit Wohnsitz in der S chweiz für die Krankenpflege versi- chern. Mit anderen Worten besteht ein gesetzlich vorgeschriebenes Versicherungsobligatorium. Gemäss Art. 61 ff. KVG in Verbindung mit Art. 90 der Verordnung über die Krankenversiche- rung (KVV) vom 27. Juni 1995 ist jede versicherte Person ebenso verpflichtet, hierfür im Voraus monatlich zu bezahlende Prämien zu entrichten. 3.2. Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien o der Kostenbeteiligungen nicht, so hat ihr der Krankenversicherer nach mindestens einer schrift lichen Mahnung eine Zahlungsauffor- derung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen e inzuräumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzugs hinzuweisen (Art. 64a Abs. 1 KVG in der s eit 1. Januar 2012 geltenden Fas- sung). Der Krankenversicherer hat von Gesetzes wegen be i Verzug in der Bezahlung der Prä- mien das Vollstreckungsverfahren einzuleiten (Art. 64a Ab s. 2 KVG). Dabei muss er die Zah- lungsaufforderung bei Nichtbezahlung von Prämien und Kostenbeteiligungen spätestens drei Monate ab deren Fälligkeit - getrennt von allfällige n anderen Zahlungsausständen - zustellen (Art. 105b Abs. 1 KVV, in der ab Januar 2012 geltend en Fassung). Bezahlt die versicherte Per- son ihre fälligen Prämien oder Kostenbeteiligungen i nnerhalb der angesetzten Frist nicht, so muss der Krankenversicherer die Betreibung anheben (vgl . Art. 64a Abs. 2 KVG). Die in Art. 105b genannte Frist ist eine reine Ordnungsvorschrif t, deren Nichteinhaltung weder die Verwirkung des Anspruch auf die Ausstände noch auf eine betreibungsrechtliche Durchsetzung bewirkt. Die einzige Konsequenz deren Nichteinhaltung i st, dass die Sanktionsfolgen von Art. 64a Abs. 2 KVG nicht eintreten können (vgl. dazu G EBHARD EUGSTER , Krankenversiche- rung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale S icherheit, Ulrich Meyer [Hrsg.], 2. Auflage, Basel 2006, Rz. 1028). 4. Wurde das Vollstreckungsverfahren eingeleitet und wir d durch die betroffene Person Rechtsvorschlag erhoben, so ist der Versicherer befugt, na chträglich eine formelle Verfügung zu erlassen und nach Eintritt der Rechtskraft die Betreib ung fortzusetzen. Für eine direkte Fort- setzung der Betreibung ohne Durchlaufen des eigentlichen Rechtsöffnungsverfahrens nach Art. 80 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) vom 11. April 1889, in der revidierten Fassung vom 16. Dezember 1994, gilt als Voraussetzung, dass das Dispositiv der Krankenkassenverfügung auf die hängige Betreibung B ezug nimmt und den Rechtsvor- schlag ausdrücklich - gegebenenfalls auch nur teilweise - als aufgehoben erklärt. Die Kranken- kasse hat deshalb in ihrer Verfügung nicht bloss einen so zialversicherungsrechtlichen Sachent- scheid über die Verpflichtung der versicherten Person zu einer Geldzahlung zu fällen, sondern gleichzeitig als Rechtsöffnungsinstanz über die Aufheb ung des Rechtsvorschlages zu befinden (vgl. BGE 119 V 331 E. 2b). Schliesslich hat das zuständig e Versicherungsgericht im Rahmen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines allfälligen Beschwerdeverfahrens den Bestand und die Höhe der Forderung der Kranken- kasse zu prüfen. Erst wenn dessen Urteil, welches auch die Rechtsöffnung bestätigt, in formelle Rechtskraft erwachsen ist, kann die Betreibung fortgesetzt werden. 5.1 Der Sozialversicherungsprozess ist gemäss Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 vom Untersu- chungsgrundsatz beherrscht, welcher besagt, dass das Ger icht von Amtes wegen für die richti- ge und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sach verhaltes zu sorgen hat (vgl. BGE 108 V 197 E. 5; vgl. dazu auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich 2009, Art. 61 Rz. 60 und Art. 43 Rz. 9 m.w.H.). Der Untersuchungsgru ndsatz gilt aber nicht uneingeschränkt, sondern wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien ergänzt (vgl. BGE 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen). Dazu gehört auch die Substantiierungspflich t, welche besagt, dass die wesentli- chen Tatsachenbehauptungen und -bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten sein müs- sen (vgl. FRITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 208). 5.2 Im Zusammenhang mit der Mitwirkungspflicht des mit der Prämienforderung belasteten Versicherten hat dieser substantiiert darzulegen, weshalb der von der Krankenkasse ermittelte Forderungsbetrag unzutreffend sei (vgl. ZAK 1991 S. 1 26 E. II/1b). Die erhobenen Einwände müssen überprüfbar sein (vgl. Urteil des Eidgenössischen Ver sicherungsgerichts [EVG], seit dem 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen, vom 29. September 2004, H 21/04, E. 4.3). Hat die Krankenkasse den eingeklagten Forderungsbetrag zeitlich und mass- lich spezifiziert, genügt mit Blick auf das Verhältnis zwische n Untersuchungsgrundsatz und Mit- wirkungspflicht ein blosser Verweis des Versicherten in d er Beschwerdebegründung auf eine eigene Aufstellung der von ihm getätigten Zahlungen den gestellten Anforderungen nur dann, sofern der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwirkung spflicht durch erläuternde Bezug- nahme auf die Kontoübersicht und andere von der Kranke nkasse eingereichte Akten darzutun in der Lage ist, wie und gestützt worauf er einen abw eichenden Forderungsbetrag ermittelt hat. Zur Substantiierungspflicht gehört in diesem Zusammenhang schliesslich aufzuzeigen, dass die Krankenversicherung den Sachverhalt unrichtig, unvollstä ndig oder unter Verletzung wesentli- cher Verfahrensbestimmungen festgestellt habe (vgl. KGE SV vom 10. März 2008 Nr. 86 E. 4.2 und vom 8. Februar 2008 Nr. 57 E. 4.2). 5.3 In Bezug auf die Begleichung der Prämienschuld g ilt nach der Rechtsprechung - in Anlehnung an Art. 86 f. OR - der Grundsatz, dass nacht rägliche Zahlungen vorab zur Tilgung der älteren Prämienschulden zu verwenden sind (vgl. BGE 112 V 6; ZAK 1988 S. 602; SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 213). Im Rahmen des Versicherun gsverhältnisses ist dem Prämien- schuldner in diesem Zusammenhang ein Erklärungsrecht im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OR nur dann einzuräumen, falls keine berechtigten Interessen der Verwaltung entgegen stehen, welche praktisch nur darin bestehen können, eine drohende Bei tragsverjährung zu verhindern (vgl. SVR 2000 AHV Nr. 13 S. 43). 6.1 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer seine KVG-Pr ämien für die Monate September 2015 bis Dezember 2015 in der Höhe von Fr. 1‘335.60 ( 4 x Monatsprämie à Fr. 333.90; vgl. Versicherungs-Police 2015 vom 30. September 2014, Be ilage 12 zur Vernehmlassung der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht CSS und angefochtener Einspracheentscheid, Ziffer 2.3) sowie seine ausstehende Kostenbetei- ligungen in der Höhe von insgesamt Fr. 675.70 (vgl. Leistungsabrechnungen der CSS vom 21. August, 11. September, 18. September sowie 16. O ktober 2015, Beilagen 3 bis 6 zur Ver- nehmlassung der CSS) beglichen hat. Der Beschwerdeführe r bestreitet die von der CSS gel- tend gemachte Forderung mit der bereits einspracheweise vorgebrachten Begründung, dass er die strittigen Beträge bereits vollständig bezahlt ha be. Er vermag diese Behauptung jedoch in keiner Weise zu substantiieren. Obschon er mit Einschreiben vom 7. September 2016 aufgefor- dert worden war, dem Gericht eine entsprechende Postqui ttung oder eine Belastungsanzeige einzureichen, hat der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. September 2016 einzig noch ein- mal ein unterzeichnetes Exemplar seiner Beschwerde eing ereicht und dabei festgehalten, dass wohl ein Fehler in der Buchhaltung der Beschwerdegegnerin vorliegen müsse. Bis heute hat der Versicherte jedoch keinerlei Belege eingereicht, welche seine behauptete Zahlung beweisen würden. Demgegenüber ist festzustellen, dass die CSS ihre Forderu ng zeitlich und masslich nachvoll- ziehbar spezifiziert hat. Aus den von ihr eingereichten A kten ergibt sich, dass der Beschwerde- führer im Jahre 2015 bei der Beschwerdegegnerin obli gatorisch krankenpflegeversichert war. Seine monatlich geschuldete Prämie belief sich dabei auf Fr. 333.90. Die Prämienausstände für die Zeit ab September bis Dezember 2015 belaufen sich mithin auf Fr. 1‘335.60 (vgl. Prämienaufstellung der CSS vom 6. Oktober 2016 , Beleg 14 der Vernehmlassung der CSS; Prämienabrechnungen der CSS, Belege 1 und 2 der Vernehmlassung der CSS). Zuzüg- lich den nicht beglichenen Kostenbeteiligungen über in sgesamt Fr. 675.70 (vgl. erwähnte Leis- tungsabrechnungen der CSS, Beilagen 3 – 6 der Verneh mlassung der CSS) ergibt sich eine Restschuld des Versicherten in der Höhe von Fr. 2‘011.30, wie sie von der CSS im angefochte- nen Einspracheentscheid vom 8. August 2016 korrekt festgesetzt worden ist. 6.2 Wenn der Beschwerdeführer - wie bereits in seiner vorangehenden Einsprache - ein- wendet, seiner Krankenkasse den strittigen Betrag bereits überwiesen zu haben, ist ihm zu ent- gegnen, dass dieser Einwand nicht überprüfbar ist. Mit B lick auf seine Mitwirkungspflicht ver- mag die ohne jeglichen Beleg erhobene Rüge jedenfal ls in keiner Weise aufzuzeigen, dass die Krankenversicherung den Sachverhalt allenfalls unrichtig , unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hätte. Es kann an dieser Stelle vollumfäng- lich auf das oben Gesagte verwiesen werden (vgl. Erwägung 5.2 hievor). Entgegen der von ihm in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 vertreten en Auffassung kann in diesem Zu- sammenhang insbesondere auch nicht gesagt werden, dass es nicht möglich sei, die Beglei- chung der strittigen Schulden zu belegen. Weil der Beschw erdeführer seine Rechnungen bei der schweizerischen Post der eigenen Darstellung zufolge bar einbezahlt hat, wäre es ihm ohne weiteres möglich gewesen, einen entsprechenden Beleg für die getätigten Einzahlungen bei- spielsweise in Form einer Kopie der im Postcheque-Buch v ermerkten Zahlungen samt Post- stempel oder der einzelnen Einzahlungsquittungen einzu reichen. Dies aber hat er unterlassen. Der weitere Einwand des Beschwerdeführers, wonach ein B uchhaltungsfehler bei der Be- schwerdegegnerin vorliegen müsse, vermag unter diesen Um ständen nicht zu überzeugen. Weil keine Belege vorliegen, welche mit den strittigen Prämienforderungen in Verbindung ge- bracht werden können oder denen zu entnehmen wäre, da ss der Beschwerdeführer diesen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausstand zwischenzeitlich tatsächlich beglichen hat, ist die von der Kasse geltend gemachte Forderung nicht zu beanstanden. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer – teils via Betreibungsamt – im Jahre 2014 diverse Zahlungen im Um fang von gesamthaft CHF 8‘861.75 geleistet hat. Diese Zahlungen betrafen allesamt nich t die hier im Streit stehenden Schulden, sondern wurden vielmehr an die dazumal ebenfalls noch o ffenen Forderungen für diverse Prä- mien der Jahre 2012 und 2013 sowie für frühere Kostenb eteiligungen, Spesen, Zinsen sowie Betreibungskosten angerechnet (vgl. Prämienaufstellung der CSS vom 6. Oktober 2016, Beleg 14 der Vernehmlassung der CSS; Vernehmlassung der CSS S. 2). Es ist in diesem Zusam- menhang darauf hinzuweisen, dass Zahlungen des Schuldn ers bei mehreren fälligen Schulden an diejenige Schuld anzurechnen sind, für die der Schu ldner zuerst betrieben worden ist oder – wenn noch keine Betreibung vorliegt – an die früher verfallene Schuld (Art. 87 Abs. 1 OR). In Anlehnung an Art. 87 OR gilt rechtsprechungsgemäss som it der Grundsatz, dass nachträgliche Zahlungen vorab zur Tilgung der ältesten Beitragsschulden zu verwenden sind (BGE 112 V 6; ZAK 1988 S. 602; SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 213). Die V orgehensweise der CSS ist diesbezüg- lich nicht zu beanstanden. Gestützt auf die schlüssige Aktenlage resultiert, dass die Forderung der CSS im Umfang so- wohl der offen gebliebenen Prämienausstände für die M onate September bis Dezember 2015 über Fr. 1‘335.60 als auch der Kostenbeteiligungen vom 21. August 2015, vom 11. und 18. September 2015 und vom 16. Oktober 2015 über insge samt Fr. 675.70, mithin im Gesamt- umfang von Fr. 2‘011.30, zu Recht besteht. Die Beschwe rde ist bei diesem Ergebnis abzuwei- sen. 7.1 Wenn die versicherte Person Aufwendungen verschulde t, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, kann der Versicherer gemäss Art. 105b Abs. 2 KVV in der ab 1. Januar 2012 anwendbaren Fassung angemessene Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht. Die CSS macht in diesem Zusammenhang Mahnkosten im Umfang von Fr. 150.-- geltend. Gemäss Art. 14 Ziffer 3 ihres Regl ements für die Versicherungen nach KVG (Ausgabe Januar 2014) ist sie berechtigt, bei nicht fristg erechter Bezahlung der Prämien Ausla- gen für Mahnungen zu Lasten der versicherten Person zu e rheben. Die von der Kasse unter diesem Titel vorliegend geltend gemachten Mahnkosten im Umfang von Fr. 150.-- hätten bei fristgerechter Bezahlung der strittigen und wiederholt gemahnten Ausstände ohne Weiteres vermieden werden können. Die von der Kasse geltend gemach te Inkonvenienz erweist sich demnach als rechtmässig und ist – in Bezug auf die wieder holten Mahnungen der CSS (vgl. Belege 1 bis 6 der Vernehmlassung der CSS) - im Übrigen auch hinsichtlich ihrer Höhe als angemessen zu bezeichnen. Sie ist demnach ebenfalls vom Beschwerdeführer zu tragen. 7.2 Mit In-Kraft-Treten des ATSG wurde in Art. 26 AT SG eine auch auf dem Gebiet der Krankenversicherung anwendbare gesetzliche Grundlage für die Erhebung von Verzugszinsen auf ausstehende Prämienforderungen geschaffen. Der Sat z für den Verzugszins auf fälligen Prämien beträgt nach Art. 26 Abs. 1 ATSG fünf Prozent im Jahr (Art. 105a KVV). Zu prüfen bleibt, ab wann vorliegend Verzugszinsen geschuldet sind. Nach Art. 102 Abs. 1 des Schweize- rischen Obligationenrechts (OR) wird der Schuldner bei einer fälligen Verbindlichkeit erst durch Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt. Entsprechend gilt der Versicherte ab Zustellung der Mahnung des Versicherers als säumig (vgl. Art. 105l Abs. 2 KVV). Soweit die Kasse auf ihre ausstehenden Prämienforderungen die Verzugszinsen integ ral ab 30. Oktober 2015 auf die gesamthaft strittigen Prämienausstände geltend gemacht hat, scheint sie mithin übersehen zu haben, dass die Verzugszinsen erst ab Zeitpunkt der Mahnun g der einzelnen Prämienbetreff- nisse geschuldet sind. Vorliegend hat die CSS den Versich erten erstmals mit Mahnung vom 22. Oktober 2015 für die ausstehenden Prämien der Mona te September und Oktober 2015 und mit Mahnung vom 12. Dezember 2015 für die Prämienschulden der Monate November und De- zember 2015 in Verzug gesetzt. Für die entsprechenden A usstände über je Fr. 667.80 ist ein Verzugszins demnach erst ab dem sie betreffenden Datum der Mahnung geschuldet. Dies bedeutet, dass der Beschwerdeführer auf den für S eptember und Oktober 2015 geschul- deten Prämienbetrag von Fr. 667.80 ab 22. Oktober 20 15 und anschliessend ab 12. Dezember 2015 auf die für November und Dezember 2015 geschulde ten Prämienausstände jeweils 5% Verzugszinsen zu leisten hat. 7.3 Was schliesslich die Betreibungskosten betrifft, so bil den diese selber nicht Gegen- stand des Rechtsöffnungsentscheides. Der Rechtsöffnungsrichte r verfügt jedoch im Urteilsdis- positiv über deren Zusprechung (vgl. A NDRÉ PANCHAUD /M ARCEL CAPREZ , Die Rechtsöffnung, Zürich 1980, § 164; Urteil des Kantonsgerichts, Abteil ung Sozialversicherungsrecht [KG SV] i.S. S. vom 9. April 2003 [735 02 504] E. 6). Gemäss Art. 68 SchKG hat grundsätzlich der Schuldner die Betreibungskosten zu tragen. Dazu gehöre n in jedem Falle die Kosten für den Zahlungsbefehl (vgl. Urteil des EVG vom 2. Februar 2006, K 112/05 E. 5.1 mit weiteren Hinwei- sen). Der Versicherte ist Schuldner im Betreibungsverfah ren, weshalb auch die Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 73.30 (vgl. Zahlungsbefehl vo m 5. April 2016, Beleg 8 der Vernehm- lassung der CSS) von ihm zu übernehmen sind. 8. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren kosten los, sodass keine Verfahrenskos- ten zu erheben sind. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 21618063 des Betrei- bungsamtes B.____ vom 5. April 2016 wird im Umfang vo n Fr. 2‘011.30 nebst 5% Zins auf Fr. 667.80 ab 22. Okto ber 2015, 5% Zins auf Fr. 667.80 ab 12. Dezember 2015 und Mahnkost en von Fr. 150.— aufgehoben und es wird der CSS Kranken-Ver sicherung AG in diesem Umfang die definitive Rechtsöffnung erteilt. 3. Die Betreibungskosten von Fr. 73.30 werden dem Besc hwerdeführer auferlegt. 4 Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht