<h2>SubmittedText<h2><p>Im Februar 2019 publizierte das BLW die Verkaufsstatistik von Pflanzenschutzmitteln für die Jahre 2008 bis 2017. Es unterstrich dabei den Abwärtstrend bei der Gesamtverkaufsmenge und einen Rückgang bei Glyphosat von 29 Prozent für den gesamten Zeitraum und 45 Prozent für 2017.</p><p>Die Zunahme der Verkaufsmenge von auch für die biologische Landwirtschaft zugelassenen Wirkstoffen (plus 40 Prozent) erklärte das BLW mit der Zunahme der für den Biolandbau genutzten Landwirtschaftsfläche sowie dem Umstand, dass immer mehr konventionell produzierende Betriebe diese Produkte einsetzten, anstelle von Pestiziden, die ausschliesslich für die konventionelle Landwirtschaft zugelassen sind.</p><p>Auch wenn die Mengenreduktion erfreulich ist, so lautet der Auftrag des Bundesrates, wie er in der Motion 13.3367 der WBK-N formuliert ist oder im Aktionsplan Pestizidreduktion vom 6. September 2017, die Risiken des Pestizideintrages zu halbieren.</p><p>Ich danke dem Bundesrat daher für die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was sagt die Reduktion der Verkaufsmenge über die Reduktion der Risiken des Pestizideinsatzes aus?</p><p>2. Kann der Bundesrat aufgrund der Verkaufsmengen gesicherte Aussagen dazu machen, ob die Risiken des Pestizideinsatzes in der Schweiz seit September 2017 insgesamt zu- oder abgenommen haben?</p><p>3. Welche vergleichenden Aussagen können betreffend die Toxizität (Human- und Ökotoxikologie) und die Risiken der Gruppen der Herbizide, Fungizide und Insektizide gemacht werden?</p><p>4. Müssten, um die Risiken des Pestizideintrages senken zu können, nicht vorab die Einträge von besonders toxischen Stoffen reduziert werden?</p><p>5. Hat der Bundesrat einen Ausstiegsplan für die am stärksten wirkenden toxischen Stoffe? Wenn ja, wie sieht er aus? Wenn nein, bis wann liegt er vor?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die vom BLW veröffentlichten Statistiken zeigen einen Anstieg der Verkaufsmengen bei Produkten, die im biologischen Landbau eingesetzt werden, sowie einen Rückgang bei den anderen Produkten. Insgesamt sind die Mengen rückläufig. Die oben beschriebene Tendenz kann positiv sein, ist aber nur bedingt dazu geeignet, eine endgültige Schlussfolgerung betreffend Entwicklung des Risikos zu ziehen.</p><p>Der Rückgang bei den ausserhalb des biologischen Landbaus verwendeten Produkten kann zwei Ursachen haben: die Anwendung von alternativen Bekämpfungsmethoden, zum Beispiel der mechanischen Unkrautbekämpfung, oder die Verwendung von Produkten, die eine geringere Dosierung erfordern. Falls der festgestellte Rückgang auf die Verwendung alternativer Methoden oder weniger toxischer Produkte zurückzuführen ist, kann von einer Risikominderung gesprochen werden. Falls aber auf Produkte ausgewichen wird, die toxischer sind, kann das Gesamtrisiko zunehmen.</p><p>In Anbetracht der oben erwähnten Tendenz gibt es keinen Grund zur Annahme, dass das Gesamtrisiko zunimmt. Nichtsdestotrotz ist es nicht möglich, basierend auf den Verkaufszahlen eine definitive Schlussfolgerung zur generellen Entwicklung des Risikos zu ziehen. Dazu sind Indikatoren erforderlich, die die Toxizität der verschiedenen Substanzen und die eingesetzten Mengen berücksichtigen. Solche Indikatoren werden von Agroscope im Rahmen des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel entwickelt.</p><p>3. Ohne präzisere Indikatoren ist es derzeit nicht möglich, die Entwicklung der Risiken zwischen den verschiedenen Gruppen von Pflanzenschutzmitteln zu vergleichen.</p><p>4./5. Es existieren verschiedene Massnahmen zur Minderung des Risikos im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Reduzierung des Einsatzes von Substanzen mit höherem Risiko stellt eine der Methoden dar, um dies zu erreichen. Während der Vernehmlassung zur Agrarpolitik AP 22 plus hat der Bundesrat vorgeschlagen, im Rahmen der Direktzahlungen den Verzicht auf die Verwendung solcher Substanzen zu fördern.</p><p>Gleichzeitig wird die Überprüfung der Bewilligungen alter Pflanzenschutzmittel fortgesetzt, um auf Grundlage des heutigen Kenntnisstandes sicherzustellen, dass die heute geltenden Anforderungen gleichermassen erfüllt sind. Diese Anforderungen sind verschärft worden: Was vor 20 Jahren noch zulässig war, ist es heute nicht mehr unbedingt. Diese Überprüfung führt in manchen Fällen dazu, dass die Bewilligung für die Vermarktung widerrufen wird, und in zahlreichen anderen Fällen zu einer Verschärfung der Anwendungsbedingungen der überprüften Produkte.</p>  Antwort des Bundesrates.