Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 10. Dezember 2019 (400 19 240) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Berechnung des Einkommens der unterhaltspflichtigen Partei im vorsorglichen Mass- nahmeverfahren: Spesenentschädigungen werden als Ei nkommen angerechnet, wenn die betroffene Partei nicht belegt, dass damit konkrete Auslagen ersetzt werden (E 4.1 ff). Abweichen vom bundesgerichtlichen Schulstufenmodell bei sechs Kindern (drei volljäh- rige und drei minderjährige Kinder), wovon fünf bei der Mutter leben und die jüngsten drei Kinder die Primarschule besuchen (E. 8.2). Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiberin Karin Wiesner Parteien A.____ , Kläger und Berufungskläger gegen B.____ , Beklagte Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen/Ehescheidung Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 19. September 2019 A. Die Ehegatten A.____ und B.____ heirateten am 13. M ai 2002. Sie haben die sechs Kin- der C.____ (geb. TT.MM.JJJJ), D.____ (geb. TT.MM.JJJJ), E._ ___ (geb. TT.MM.JJJJ), F.____ (geb. TT.MM.JJJJ), G.____ (geb TT.MM.JJJJ) und H.____ (geb. TT.MM.JJJJ). Die Ehegatten leben seit dem 9. August 2016 getrennt. Im Rahmen ein es Eheschutzverfahrens vor dem Zivil- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht kreisgericht Basel-Landschaft West verpflichtete der Geri chtspräsident mit Entscheid vom 16. August 2018 den Ehemann, der Ehefrau mit Wirkung ab 1 . November 2017 für die Kinder mo- natliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CH F 4'476.00 zuzüglich ihm ausbezahlter Kinder-/Ausbildungszulagen zu bezahlen. Gleichzeitig wu rde festgestellt, dass mit diesem Un- terhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt der Kinder F.____, G.____ und H.____ nicht gedeckt war. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlten j e CHF 174.00 (Betreuungsunterhalt). Weiter wurde festgehalten, dass ein allfällig an den Ehemann ausbezahlter Bonus zur Zahlung des nicht gedeckten Betreuungsunterhalts dienen soll. B. Am 25. Februar 2019 reichte der Ehemann am Zivilkreisg ericht Basel-Landschaft West die Scheidungsklage ein. Mit Verfügung vom 6. März 2019 der SUVA wurde dem Ehemann rückwirkend ab 1. November 2017 eine Invalidenrente von monatlich CHF 2'502.10 zugespro- chen. Die Ehefrau beantragte mit Eingabe vom 24. Apri l 2019, es sei der Ehemann in Abände- rung des Entscheids vom 16. August 2018 mit Wirkung ab 1. März 2019 eventualiter 1. Mai 2019 zu verpflichten, der Ehefrau für die Kinder F.___ _, G.____ und H.____ und für sich selbst monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 6'616.00 zuzüglich allfällig dem Ehemann für diese ausbezahlte Kinder-/Ausbildungszulagen zu bezahlen, wovon CHF 1'090.00 Barunterhalt und CHF 941.00 Betreuungsunterhalt für F.____, CHF 903.00 Barunterhalt und CHF 941.00 Betreuungsunterhalt für G.____, CHF 831.0 0 Barunterhalt und CHF 941.00 Be- treuungsunterhalt für H.____ und CHF 969.00 für die Ehefrau zu bestimmen seien. Zudem sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau gestützt auf Art. 286a Abs. 1 ZGB CHF 8'352.00 eventualiter CHF 9'396.00 zu bezahlen. Alles unter o/e -Kostenfolge. Mit Eingabe vom 15. Juli 2019 beantragte der Ehemann abschliessend, es seien die Anträge der Ehefrau abzuweisen und er sei bei seiner Bereitschaft zu behaften, der Ehe frau ab 1. Mai 2019 bis Mitte August 2019 einen Gesamtunterhalt von CHF 3'454.00 und ab 15. August 2019 einen solchen von CHF 2'793.00 zu bezahlen. C. Mit Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerichts B asel-Landschaft West vom 19. September 2019 wurde der Ehemann in Abänderung des Entscheids vom 16. August 2018 mit Wirkung ab 1. Mai 2019 verpflichtet, monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge für die Kinder F.____, G.____ und H.____ im Betrag von C HF 4'717.00 zuzüglich allfällig dem Ehemann ausbezahlter Kinderzulagen zu bezahlen, wovon CHF 680.00 Bar- und CHF 1'008.00 Betreuungsunterhalt für F.____, CHF 528.00 Bar- und CHF 1'008.00 Betreuungsunterhalt für G.____ und CHF 485.00 Bar- und CHF 1'008.00 Betreuungsunterhalt für H.____ bestimmt wur- den. Zudem wurde er verpflichtet, der Ehefrau mit W irkung ab 1. Mai 2019 monatliche und vo- rauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 564.00 zu bezah len. Schliesslich wurde der Ehe- mann verpflichtet, der Ehefrau für die Kinder F.___ _, G.____ und H.____ gestützt auf Art. 286a Abs. 1 ZGB CHF 9'396.00 zu bezahlen. D. Gegen den Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkre isgerichts Basel-Landschaft West vom 19. September 2019 erklärte der Ehemann, vert reten durch Advokat Marco Albrecht, mit Eingabe vom 10. Oktober 2019 an das Kantonsgeri cht Basel-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, die Berufung. Er beantragte, es seien die Zif fern 1 – 4 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und es sei der Berufungskläger bei seiner Be reitschaft zu behaften, der Berufungs- beklagten ab 1. Mai 2019 monatlich für F.____ CHF 830 .00, davon CHF 175.00 Betreuungsun- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht terhalt, für G.____ CHF 678.00, davon CHF 175.00 Be treuungsunterhalt, für H.____ CHF 635.00, davon CHF 175.00 Betreuungsunterhalt und für die Ehefrau CHF 474.00 zu be- zahlen. Unter o/e-Kostenfolge. E. Mit Berufungsantwort vom 30. Oktober 2019 beantragt e die Ehefrau, vertreten durch Ad- vokat Andreas H. Brodbeck, die Abweisung der Berufung, so fern darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Auf die Begründung der Vorinstanz und die Ausführungen in den Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – in de n Erwägungen eingegangen. F. Mit Verfügung vom 4. November 2019 schloss der Präsiden t der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts den Schriftenwechsel und stellte den P arteien den Entscheid aufgrund der Ak- ten in Aussicht. Erwägungen 1. Der Entscheid des Scheidungsgerichts über vorsorgliche Massnahm en ist gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO mit Berufung anfechtbar, wobei in vermögensrechtlichen Angelegen- heiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der Streitw ert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechts- begehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Bei wiederkehrenden Leis- tungen wie Unterhaltsbeiträgen gilt der Kapitalwert als Streitwert. Im vorliegenden Berufungs- verfahren ist der erforderliche Streitwert ohne Weiteres erreicht. Das Berufungsverfahren betref- fend vorsorgliche Massnahmen ist ein summarisches Verfahren (Art. 248 lit. d ZPO), weshalb die Berufung gemäss Art. 311 Abs. 1 i.V. mit Art. 314 Abs. 1 ZPO innert zehn Tagen seit Zustel- lung des begründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureiche n ist. Der angefochtene Entscheid wurde dem Rechtsvertreter des Ehemannes am 30. Septemb er 2019 zugestellt. Die Berufung vom 10. Oktober 2019 wurde am 9. Oktober 2019 der Post übergeben und erfolgte somit frist- gerecht. Da auch die weiteren Formalien eingehalten sind, ist auf die Berufung einzutreten. Zu- ständig für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerich- te Basel-Landschaft, welche im summarischen Verfahren er gangen sind, ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts. 2. Massnahmen, die das Eheschutzgericht angeordnet hat, dau ern im Ehescheidungsver- fahren weiter, können jedoch vom Scheidungsgericht im Rahmen der vorsorglichen Massnah- men aufgehoben oder abgeändert werden, wobei die Bestimmungen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft, mithin Art. 179 Abs. 1 ZGB, sinngemäss anwe ndbar sind (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZPO). Solche Massnahmen können für die Dauer des Schei dungsverfahrens vorsorglich abge- ändert werden, wenn nach Eintritt der Rechtskraft des M assnahmeentscheids eine wesentliche und dauernde Änderung eingetreten ist oder die tatsäch lichen Umstände, die dem Massnah- meentscheid zugrunde lagen, sich nachträglich als unrichtig erwiesen haben. Eine Änderung ist ferner angebracht, wenn sich der Entscheid nachträgli ch im Ergebnis als nicht gerechtfertigt herausstellt, weil dem Massnahmegericht die Tatsachen nic ht zuverlässig bekannt waren. An- dernfalls steht die formelle Rechtskraft des Eheschutz- bzw. des Präliminarentscheids einer Abänderung entgegen. Eine Abänderung ist ferner ausg eschlossen, wenn die Sachlage durch Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eigenmächtiges, widerrechtliches, mithin rechtsmissbräuch liches Verhalten herbeigeführt wor- den ist (BGer 5A_622/2014 vom 17. Februar 2015 E. 2. 3; 5A_522/2011 vom 18. Januar 2012 E. 4.1; 5P.473/2006 vom 19. Dezember 2006 E. 3). 3. Die Vorinstanz bejahte eine erhebliche Veränderung der Verhältnisse aufgrund des Errei- chens der Volljährigkeit des Sohnes E.____ sowie des verä nderten Einkommens des Eheman- nes und berechnete in der Folge den vom Ehemann zu leistenden Unterhaltsbeitrag neu. Strittig war insbesondere die Höhe des Einkommens des Ehemann es. Einig war man sich bezüglich der Einkommen bei der I.____ AG von CHF 17'816.00 sow ie bei der J.____ AG im Betrag von CHF 14'155.00 exklusive Kinderzulagen. Beim Einkommen bei der K.____ rechnete die Vo- rinstanz dem Ehemann ein solches von CHF 48'601.00 gemä ss Lohnausweis 2018 an. Der Ehemann habe keinen Vertrag und keine Vereinbarung m it der Arbeitgeberin eingereicht, wo- nach der Nettojahreslohn der K.____ eine Entschädigung für alle Unkosten und Spesen enthal- te. Der Ehemann erziele somit ein gesamtes Erwerbseinko mmen von CHF 80'572.00 pro Jahr, demnach von CHF 6'714.00 pro Monat. Zuzüglich der SUV A Rente von CHF 2'502.10 erreiche sein monatliches Gesamteinkommen folglich CHF 9'216.00. Der Kläger habe sein Arbeitspen- sum bis heute nicht reduziert und eine behauptete Redu ktion stehe auch nicht unmittelbar be- vor. Zudem habe die SUVA ihm ein Invalideneinkommen vo n CHF 110'271.00 errechnet. Sein derzeitiges Einkommen liege jedoch bereits darunter und betrage lediglich CHF 93'772.00 (inkl. Kinderzulagen). Eine weitere Reduktion sei nicht angez eigt, weshalb ihm die SUVA Rente voll- umfänglich anzurechnen sei. Das vom Ehemann beantragte h ypothetische Einkommen sei der Ehefrau hingegen nicht anzurechnen. Die Parteien sei en Eltern von sechs Kindern, welche die Ehefrau hauptsächlich betreue. Davon seien drei im Pr imarschulalter und der jüngste Sohn sei erst im Sommer 2019 in den Kindergarten eingetreten. Überdies sei die Ehefrau seit über 20 Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen. Unter diesen besonderen Umständen sei davon ab- zusehen, die Ehefrau zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu verpflichten. Soweit die Parteien keine Veränderungen geltend gemacht und keine aktuellen Belege eingereicht hätten, würden die Zahlen der Unterhaltsberechnung im Eheschutzentschei d vom 16. August 2018 übernom- men werden. Somit resultiere ein monatlicher und vorau szahlbarer Unterhaltsbeitrag für die Kinder von insgesamt CHF 4'717.00 zuzüglich Kinderzul agen. Zusätzlich habe der Ehemann der Ehefrau einen Ehegattenunterhaltsbeitrag von mona tlich CHF 564.00 zu leisten. Gemäss SUVA-Verfügung vom 6. März 2019 werde dem Ehemann mi t Wirkung ab 1. November 2017 eine Invalidenrente der SUVA in Höhe von CHF 2'502.10 pro Monat ausgerichtet. Es sei davon auszugehen, dass der Ehemann im März oder April 2019 e ine Nachzahlung der bisherigen Renten von über CHF 40'000.00 erhalten habe. Damit h ätten sich seine finanziellen Verhältnis- se seit März 2019 ausserordentlich verbessert und die Nachzahlung der Unterhaltsbeiträge, die zur Deckung des gebührenden Unterhalts der Kinder fehlte n, sei ihm zuzumuten. Demgemäss sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau für die Kinder F.____, G.____ und H.____ zur Deckung des Fehlbetrags gemäss Art. 286a Abs. 1 ZGB CHF 9'396.00 zu bezahlen. Spesenabzug von 25% 4.1 Der Ehemann macht mit seiner Berufung zunächst gelt end, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie ihm ein zu hohes Einkommen bei der K.____ ange- rechnet habe. Der Spesenanteil im Umfang von 25% sei i n § 8 des Reglements für den Einsatz Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der nebenberuflichen Schätzerinnen und Schätzer der K .____ vom 25. November 2008 gere- gelt. Dieses Reglement habe er bereits im Eheschutzver fahren und erneut im Scheidungsver- fahren eingereicht. Die abzuziehenden Spesen seien somit belegt und zu berücksichtigen. Als Ergänzung habe er die Erklärung seines Treuhänders ins Re cht gelegt, wonach die Entlöhnung bei der K.____ AHV-pflichtig sei. Es handle sich demnach um eine Bruttoentschädigung, in wel- cher bereits 7.7% Mehrwertsteuer enthalten seien. Zuzüglich der Fahrtspesen und der weiteren Auslagen erreiche man einen Spesenabzug von 25%. Ferner habe er einen Screenshot seiner Steuererklärung 2017 eingereicht, welche den Nettoloh n bei der K.____ von CHF 30'785.00 festhalte. Die Steuerverwaltung habe ihm denn auch led iglich den um 25% reduzierten Netto- lohn für das Jahr 2017 veranlagt. Deshalb sei sein red uzierter Lohn massgebend, womit sich sein Einkommen im Vergleich zum von der Vorinstanz err echneten Betrag um CHF 1'000.00 verringere. 4.2 Gemäss Art. 272 ZPO stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Diese sogenannte soziale oder eingeschränkte Untersuchungsmaxime verpflichtet das Gericht nicht zur eigentlichen Erforschung des Sachverhalts. Sie aufer legt ihm bloss die Pflicht, eine unbe- holfene oder schwächere Partei zu unterstützen (BGer 5A_ 565/2015 vom 24. November 2015 E. 4.2.1; 5A_2/2013 vom 6. März 2013 E. 4.2, in: FamP ra.ch 2013 S. 769). Das Gericht trifft dabei im Wesentlichen eine verstärkte Fragepflicht währ end der mündlichen Verhandlung (vgl. Art. 273 Abs. 1 ZPO) und die Pflicht, die Parte ien zur Einreichung fehlender Beweismittel aufzufordern. Umfangreiche Ermittlungen sind nicht no twendig (BGer 5A_251/2016 vom 15. August 2016 E. 2.3.1; 5A_875/2015 vom 22. April 2016 E. 3.2.2; ANNETTE SPYCHER , in: Ber- ner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, N. 5 zu Art. 272 ZPO). Demge- genüber gilt nach Art. 296 Abs. 1 ZPO die uneingeschr änkte Untersuchungsmaxime, soweit in familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange be troffen sind. Dies gilt auch, wenn in ei- nem vorsorglichen Massnahmeverfahren über Kinderbelange zu entscheiden ist, wie hier be- treffend den Unterhalt ( ANNETTE SPYCHER , a.a.O., N. 4 zu Art. 272 ZPO und N. 5 zu Art. 296 ZPO; vgl. auch BGE 142 III 612 E. 4.3). Die Geltung der eingeschränkten oder vollen Untersu- chungsmaxime ändert nichts an der Beweislast und enthebt die Parteien nicht davon, an der Sammlung des Prozessstoffes mitzuwirken (Art. 160 ZPO; BG er 5A_875/2015 vom 22. April 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 139 III 278 E. 4.3 ; ANNETTE SPYCHER , a.a.O., N. 6 zu Art. 272 ZPO und N. 7 zu 296 ZPO). Es obliegt ihnen, dem Gericht die rechtserheblichen Tatsachen zu unterbreiten und es auf die verfügbaren Beweismittel hinzuweisen (BGer 5A_645/2016 vom 18. Mai 2017 E. 3.2.3). Spesenentschädigungen werden als Einkommen angerechnet, wenn die betroffene Partei nicht belegt, dass damit reale Ausla gen ersetzt werden. Ein im Steuerrecht reglementarisch vorgesehener Verzicht auf den Nachweis e ffektiver Spesenauslagen kann nicht unbesehen im ehe- resp. unterhaltsrechtlichen Kont ext zur Anwendung gelangen, in dem die Parteien eine Beweis- bzw. Glaubhaftmachungslast be züglich der entscheidrelevanten Tat- sachen trifft (Kassationsgericht des Kantons Zürich, Entsche id vom 15. November 2006 – AA060076; FamPra.ch 2007, S. 162-165 Regeste). Die B eweislast für die geltend gemachten Spesen im Umfang von 25% des Einkommens des Ehemannes be i der K.____ trägt somit der Ehemann. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Der Ehemann vermag den geltend gemachten Abzug von 2 5% mit keinem einzigen Be- leg zu beweisen. Er begnügt sich mit dem Hinweis auf da s Reglement, die Erklärung seines Treuhänders sowie den Steuerabzug. § 8 des Reglements d er K.____ erwähnt lediglich, dass die Schätzungen nach Aufwand entschädigt würden und in diesen Honoraren alle Spesen so- wie die Mehrwertsteuer inbegriffen seien. Daraus erw ächst dem Ehemann jedoch kein An- spruch auf Abzug einer Spesenpauschale. Der Ehemann hät te seine Aufwendungen wie Fahr- kosten, Verpflegung, Kopien etc. konkret belegen müssen. A uch die Erklärung seines Treuhän- ders sowie der getätigte Steuerabzug für das Jahr 2017 vermögen daran nichts zu ändern. Auf- grund des lediglich behaupteten und daher unbeachtlich en Spesenaufwands im Umfang von 25% hat die Vorinstanz dem Ehemann zu Recht den vollen L ohn der K.____ von CHF 48'601.00 angerechnet. Reduktion des Arbeitspensums um 30% 5.1 Der Ehemann führt in seiner Berufung weiter aus, e s sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz ihm keine Reduktion seines Arbeitspensums um 30% zugestehe. Er habe trotz starker körperlicher Behinderung voll gearbeitet, um ei n einigermassen gutes Familieneinkom- men zu erzielen. Mit Eingang der SUVA Rente vom 6. Mä rz 2019 müsse er berechtigt aber auch verpflichtet sein, das Arbeitspensum seiner realen Leistungsfähigkeit anzupassen und somit nur noch 70% zu arbeiten. Für die Neuberechnung des Unterhaltsbeitrags sei deshalb von einem monatlichen Erwerbseinkommen von CHF 3'964.00 sowie der SUVA Rente von mo- natlich CHF 2'500.00 auszugehen, was zu einem monatlich anrechenbaren Einkommen von CHF 6'464.00 führe. 5.2 In der SUVA-Verfügung vom 6. März 2019 wird beim Ehe mann für das Jahr 2017 von einem Invalideneinkommen von CHF 110'271.00 ausgegange n. Daraus folgt, dass der Ehe- mann aufgrund der Einschränkung von 30% ohne Unfall ei n Valideneinkommen von CHF 157'530.00 erzielen könnte. Deshalb wird seitens der SUVA für die Leistungseinbusse von 30% eine monatliche Rente im Betrag von CHF 2'502.10 gewährt. Die Vorinstanz stellt zu Recht fest, das aktuelle Einkommen des Ehemannes betrage lediglich CHF 93'772.00 (inkl. Kinderzulagen) und liege somit bereits unter dem als möglich erachteten Invalideneinkommen der SUVA von CHF 110'271.00 (inkl. Kinderzulagen). D eshalb sei eine weitere Reduktion des Einkommens grundsätzlich nicht angezeigt. Dieser Auffassu ng gilt es vollumfänglich beizu- pflichten, zumal die Vorinstanz dem Ehemann ein Jahresein kommen von CHF 110'592.00 (Er- werbseinkommen CHF 6’714.00 und SUVA Rente von CHF 2' 502.00 = CHF 9'216.00 pro Mo- nat) anrechnet, das heisst ein Gesamteinkommen etwa gle icher Höhe wie das von der SUVA ermittelte Invalideneinkommen. Überdies verlangt die Erfüllung der Unterhaltspflicht die Aus- schöpfung aller finanziellen, intellektuellen und/oder körperlichen Ressourcen im Rahmen des gesundheitlich Möglichen. Es besteht eine Erwerbspflich t (BGE 123 III 1, 7 E. 3e m. Nw.; z. B. auch Pflicht zur Übernahme einer unselbständigen Tätigkeit: BGE 126 IV 131 zu Art. 217 Abs. 1 StGB, dazu Art. 289 N 17 f.), welche dem Selbstverwir klichungsanspruch des Unterhalts- schuldners vorgeht, da nicht nur sein, sondern auch das Persönlichkeitsrecht des Berechtigten zu achten ist, zu dessen Entfaltung angemessener Unterhalt unentbehrlich ist (FOUNTOULAKIS/BREITSCHMID , in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch , Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Band I, 2014, Art. 276 N 25). Nötigenfalls wäre gar ein hypothetisches Einkommen anzurech- nen. Autokosten von CHF 500.00 6.1 Der Ehemann moniert in seiner Berufung ferner die willkürliche Anrechnung im Grund- bedarf der Ehefrau von CHF 500.00 für Autokosten. Die Argumentation der Vor- instanz, wonach er keine Veränderung in Bezug auf diese Kosten und deren Notwendigkeit gel- tend gemacht habe, sei falsch. Die Vorinstanz hätte nach ständiger Rechtsprechung eine total neue Berechnung vornehmen und die Berechtigung jeder einzelnen Position neu überprüfen müssen. Er habe bereits im Eheschutzentscheid vom 16. Aug ust 2018 die Anrechnung der Au- tokosten von CHF 500.00 beanstandet, den Entscheid aber nicht angefochten, da er mit dem damals festgesetzten Unterhaltsbeitrag knapp habe leben können. Daraus könne jedoch keine Anerkennung der Autokosten gefolgert werden. Die Ein rechnung von Autokosten rechtfertige sich bei Grundbedarfsrechnungen einzig im Sinne von Gew innungskosten bei der Berufsaus- übung, aus krankheitsbedingten Gründen und allenfalls bei gehobenen Lebensverhältnissen. Diese Voraussetzungen seien vorliegend jedoch nicht geg eben, weshalb diese Position im Grundbedarf der Ehefrau zu streichen sei. 6.2 Wie bereits unter Ziffer 2 hiervor ausgeführt, kann der Ehegatten- und Kindsunterhalt gemäss Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 179 ZGB abgeän dert werden, wenn sich die tatsächli- chen Verhältnisse erheblich und dauerhaft verändert haben oder bisher falsch ermittelt wurden. Der Ehemann macht bezüglich der monierten Autokosten ke ine Veränderung der Verhältnisse geltend, sondern die falsche Ermittlung derselben. In dem Fall reicht der Hinweis, dass auch eine andere Lösung möglich gewesen wäre, nicht aus. Es muss ein qualifizierter Fehler, ein offensichtlicher Irrtum des Richters vorliegen. Das Abän derungsverfahren darf nicht zu einer blossen Wiedererwägung bereits beurteilter Fragen füh ren (Entscheid des Einzelrichters im Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen vom 3. Juni 2005 – RF.2005/23; FamPra.ch 2005, S. 904 – 905). Vorliegend vermag der Ehemann jedoch keinen qualifizierten Fehler der Vo- rinstanz oder gar einen offensichtlichen Irrtum des Richt ers zu belegen, derartige Einwände werden in der Berufung erst gar nicht erhoben. Der H inweis, die Autokosten seien im Ehe- schutzverfahren beanstandet worden, reicht nicht aus, anso nsten das Abänderungsverfahren zu einer blossen Wiedererwägung der bereits rechtskräftig beurteilten Frage nach den Autokos- ten führte, weshalb dieser Einwand nicht gehört wer den kann. Ferner geht der Ehemann fehl in der Annahme, ein Abänderungsverfahren würde eine Neu beurteilung einer jeden einzelnen Position der Berechnung des ursprünglichen Entscheids nach si ch ziehen. Das Bundesgericht hat diesbezüglich festgestellt, dass die Anpassung an die veränderte Sachlage so geschehen kann, dass die früher angeordnete Massnahme ergänzt, in sa chlicher oder zeitlicher Hinsicht beschränkt oder aber ganz aufgehoben wird. Zu beachten ist dabei das Verhältnismässigkeits- prinzip. Eine vollständige Neuberechnung des Unterhalt s ist unzulässig (BGer 5A_547/2012 vom 14. März 2013). Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht die Za hlen der Unterhaltsberech- nung im Eheschutzentscheid vom 16. August 2018 übernommen , soweit die Ehegatten keine Veränderungen geltend gemacht und keine aktuellen Belege eingereicht haben. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verletzung des rechtlichen Gehörs 7.1 Der Ehemann bringt weiter vor, bereits mit Eingabe vo m 14. Mai 2019 den Beweisantrag gestellt zu haben, dass die Ehefrau das erbschaftsamtlich e Inventar einzureichen habe, aus welchem sich mögliche Einnahmen aus Kapitalerträgen erg äben. Die Vorinstanz habe diesen Antrag nicht einmal behandelt, was als Verletzung seine s Anspruchs auf rechtliches Gehör zu betrachten sei. Der angefochtene Entscheid sei allein aus diesem Grund aufzuheben. 7.2 Dieser Vorwurf beschlägt vorab den Beweisführungsanspru ch nach Art. 8 ZGB sowie Art. 152 Abs. 1 ZPO. Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört, dass das Gericht alle erheb- lichen, rechtzeitigen und formgültigen Vorbringen der Parteien würdigt und die ihm anerbotenen Beweismittel abnimmt. Hierbei unterliegt das Recht au f Beweis den massgebenden prozedura- len Vorschriften (vgl. dazu MÜLLER/SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 863, mit Hinweis auf BGE 121 I 306 E. 1b S. 309). Be i vorsorglichen Massnahmen kann dem Gehörsanspruch eine geringere Tragweite zukommen (BGE 13 9 I 189 E. 3.3). Der Ehemann verlangt im Rahmen der ehelichen Auskunftspflicht nach Ar t. 170 ZGB die Edition des erb- schaftsamtlichen Inventars. Dem Protokoll zur vorinstanzliche n Verhandlung vom 5. Juni 2019 kann entnommen werden, dass die Ehefrau ihrer Auskunftsp flicht gemäss Art. 170 ZGB nach- gekommen ist, lässt ihr Rechtsvertreter doch verlauten, die geltend gemachte Erbschaft stehe drei Erben in Form eines Grundstücks mit einer alten H ütte darauf zu. Ein Ertrag werde durch diese Erbschaft nicht generiert. Darauf entgegnet der Rechtsvertreter des Ehemannes, was aus der Erbschaft anfallen werde, werde sicherlich einmal eine Rolle spielen. Aus der Formulierung des Rechtsvertreters des Ehemannes muss geschlossen werden, da ss er zum jetzigen Zeit- punkt keine weiteren Auskünfte bezüglich der Erbschaft ve rlangt, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, darauf zurückkommen wird. Am Antrag auf Edition des erbschaftsamtlichen Inventars wurde demnach nicht festgehalten. Somit liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Hypothetisches Einkommen der Ehefrau 8.1 Der Ehemann kritisiert in seiner Berufung überdies, d ass der Ehefrau kein hypotheti- sches Einkommen von monatlich mindestens CHF 2'000.00 an gerechnet worden sei. Es sei offenkundig, dass mit dem Eintritt des jüngsten Kindes i n den Kindergarten im August 2019 die Pflicht für die Ehefrau zur Aufnahme einer 50%igen E rwerbstätigkeit entstanden sei. Sie habe seit September 2018 gewusst, dass sie sich per August 2019 um eine Arbeitsstelle bemühen müsse. Sie habe weder diesbezügliche Suchbemühungen noch solche für Drittbetreuungsmög- lichkeiten belegt. Die Ehefrau sei ab dem Jahr 2014 als Buchhalterin tätig gewesen, den ent- sprechenden Arbeitsvertrag habe er eingereicht. Zudem h abe sie sich lediglich noch um drei minderjährige Kinder zu kümmern, die nur noch eine tei lweise Betreuung benötigten. Somit be- stünden vorliegend nicht ansatzweise spezielle Verhältnisse, die ein Abweichen vom bundesge- richtlichen Grundsatz einer Verpflichtung der Ehefrau z u einer 50%-Tätigkeit rechtfertigen wür- den. Deshalb sei ihr ein Erwerbseinkommen von CHF 2'000.00 pro Monat anzurechnen. 8.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine Pfl icht zur Aufnahme oder Aus- dehnung einer Erwerbstätigkeit durch den bisher nicht oder teilzeitlich erwerbstätigen, kinderbe- treuenden Ehegatten nur zu bejahen, wenn keine Mögli chkeit besteht, auf eine während des gemeinsamen Haushalts gegebene Sparquote oder vorüberg ehend auf Vermögen zurückzu- greifen, wenn die vorhandenen finanziellen Mittel – a llenfalls unter Rückgriff auf Vermögen – Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht trotz zumutbarer Einschränkungen für zwei getrennte Hau shalte nicht ausreichen und wenn die Aufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit unter d en Gesichtspunkten der persönlichen Verhältnisse des betroffenen Ehegatten (Alter, Gesundh eit, Ausbildung u. ä.) und des Arbeits- marktes zumutbar ist. Diese Voraussetzungen müssen kumulati v erfüllt sein (BGE 130 III 537, 542 E.3.2). Angesichts des errechneten Überschusses durch di e Vorinstanz stellte sich vorlie- gend grundsätzlich die Frage, ob die Ehefrau im Rahmen des vorsorglichen Massnahmeverfah- rens überhaupt zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verpflichtet werden kann. Der Ehemann stützt seine Argumentation auf BGE 144 III 481, wonach der Ehefrau zugemutet werden könne, ab Eintritt des jüngsten Kindes in die P rimarschule einer Erwerbstätigkeit von 50% nachzugehen. Der erwähnte Bundesgerichtsentscheid h ält in Erwägung 4.7.6 fest, dass für den Normalfall dem hauptbetreuenden Elternteil ab der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50% zuzumuten sei. In Erwägung 4.7.9 des besagten Entscheids wird relativiert, dass von der soeben aufgest ellten Richtlinie aufgrund pflichtgemäs- ser richterlicher Ermessenausübung im Einzelfall abgewich en werden könne. Beispielsweise dürfe Berücksichtigung finden, dass bei vier Kindern die verbleibende ausserschulische Betreu- ungslast (Aufgabenhilfe, Vorkehrungen im Krankheitsfal l, Kindergeburtstage, Hilfestellung bei der Ausübung von Hobbys etc.) deutlich grösser als bei nu r einem Kind und deshalb eine Er- werbstätigkeit von 50% gemäss Schulstufen allenfalls ni cht zumutbar sei. Bei drei minderjähri- gen Kindern von insgesamt sechs Kindern, wovon fünf vo n der Ehefrau noch zu betreuen sind, kann nicht ohne Weiteres vom Normalfall ausgegangen wer den. Denn selbst wenn das jüngste von sechs Kindern bereits schulpflichtig ist, ist bei mehre ren Kindern insgesamt eine grössere ausserschulische Betreuungslast gegeben. Der Ehefrau ist es daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht zumutbar, ihre Erwerbstätigkeit ne ben der hauptsächlichen Betreuung der fünf Kinder gemäss Schulstufenmodell aufzunehmen. Die A bweichung vom Schulstufenmodell ist daher angezeigt. Nachzahlung nach Art. 286a Abs. 1 ZGB 9.1 Der Ehemann führt schliesslich aus, er könne nicht gest ützt auf Art. 286a ZGB zur Nachzahlung verpflichtet werden, da sich seine Einkomme nsverhältnisse wie ausgeführt nicht verbessert hätten. 9.2 Art. 286a Abs. 1 ZGB gibt dem Kind einen Anspruch, bei einer ausserordentlichen Ver- besserung der finanziellen Situation des unterhaltspflichtigen Elternteils nachträglich für die letz- ten fünf Jahre die Leistung der fehlenden Beträge zur Deckung des gebührenden Unterhalts einzufordern. Als erste Voraussetzung muss somit im Entsch eid über den Unterhalt festgehal- ten worden sein, dass der gebührende Unterhalt der Ki nder mangels Leistungsfähigkeit des Ehemannes mit den festgelegten Unterhaltbeiträgen n icht gedeckt werden konnte. Als zweite Voraussetzung müssen sich die finanziellen Verhältnisse de s Unterhaltspflichtigen seit der Festlegung des Unterhaltsbeitrags ausserordentlich verbe ssert haben. Laut Botschaft ist dies vor allem der Fall, wenn sich die Vermögenssituation des unterhaltspflichtigen Elternteils ver- bessert hat, beispielsweise als Folge einer Erbschaft, Sch enkung oder Lotteriegewinn ( SABINE AESCHLIMANN/JONAS SCHWEIGHAUSER , in FamKommentar Scheidung, Band I, 3. Aufl., N 40ff. zu den Art. 276-293 ZGB; vgl. Botschaft Kindesu nterhalt, BBl 2014 588). Überdies ist der Anspruch auf Nachzahlung der Fehlbeträge innerhalb von einem Jahr ab Kenntnis von der aus- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht serordentlichen Verbesserung geltend zu machen (Abs. 2). Es handelt sich um eine Verwir- kungsfrist, die von Amtes wegen zu beachten ist (vgl. Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 588). 9.3 Im vorliegenden Fall stellt Ziffer 7.2 des Eheschutzents cheids vom 16. August 2018 des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West fest, dass mit dem fe stgelegten Unterhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt der Kinder F.____, G.____ und H.____ nicht gedeckt sei. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlten je CHF 174.00 (Be treuungsunterhalt). Zudem wird dem Ehemann mit Verfügung vom 6. März 2019 rückwirkend ab 1 . November 2017 eine Invaliden- rente von monatlich CHF 2'502.10 zugesprochen. Der Ehem ann hat somit nach Eintritt der Rechtskraft der SUVA-Verfügung, vermutlich im April 2019, ein Kapital von über CHF 40'000.00 für bisher aufgelaufene Invalidenrenten erhalten (17 Monate à CHF 2'502.10 = CHF 42'535.70). Seine finanziellen Verhältnisse haben sich mit der Rent enrückzahlung demnach ausseror- dentlich verbessert. Die Voraussetzungen zur Bezahlung der fehlenden Beträge zur Deckung des gebührenden Unterhalts der drei Kinder sind folglich erfüllt. Zudem ist die einjährige Verwir- kungsfrist gemäss Art. 286a Abs. 2 ZGB mit Geltendmachun g des Anspruchs der Ehefrau vom 25. April 2019 gewahrt. Weder im vorinstanzlichen Verf ahren noch im vorliegenden Berufungs- verfahren hat der Ehemann je den Erhalt der Rentenna chzahlung im Umfang von über CHF 40'000.00 bestritten. Deshalb hat die Vorinstanz d ie fehlenden Beträge von November 2017 bis April 2019 (18 Monate à CHF 522.00) korrekt a uf CHF 9'396.00 festgesetzt und den Ehemann zu Recht gestützt auf Art. 286a Abs. 1 ZGB zur Bezahlung dieses Betrags verpflich- tet. 10 . Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die Berufu ng vollumfänglich abzuweisen ist. Somit ist abschliessend über die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens zu befinden. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind dem Ehema nn in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 i.V. mit 95 Abs. 1 ZPO die Kosten des Berufungsverfahrens wie auch eine angemessene Parteientschädigung zu Gunsten der Ehefrau aufzuerlegen. Die Entscheidgebühr für das vorlie- gende Berufungsverfahren wird in Anwendung von § 9 Ab s. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. a der Ver- ordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170.31) auf CHF 2‘000.00 festgesetzt. Der Rechtsvertreter der Ehefrau hat mit Ein gabe vom 6. November 2019 seine Ho- norarnote eingereicht. Darin macht er ein Honorar v on CHF 3'030.00 und Auslagen von CHF 87.30 geltend, bzw. ein Gesamthonorar von CHF 3' 357.35 inkl. Mehrwertsteuer. Das Ho- norar entspricht einem Aufwand von etwas mehr als 10 St d. à CHF 300.00, was angesichts der 10-seitigen Berufungsantwort angemessen ist und auch e inem Vergleich mit dem vom Rechts- vertreter des Berufungsklägers geltend gemachten Honorar im Gesamtbetrag von CHF 4'431.75 (13.5 Std. à CHF 300.00) standhält. Übe rdies hat der Ehemann die Höhe der Honorarnote des gegnerischen Rechtsanwalts auch nicht ge rügt. Die Honorarnote des Rechts- vertreters der Ehefrau ist folglich im geltend gemachten Umfang von CHF 3'357.35 (inkl. Ausla- gen und MWSt) zu genehmigen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt : ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 2'000.00 für das Berufungsverfahren wird dem Ehemann auferlegt. Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Ko stenvorschuss von CHF 2'000.00 verrechnet. 3. Der Ehemann hat der Ehefrau eine Parteientschädigung von CHF 3'357.35 (inkl. Auslagen von CHF 87.30 und MWSt von CHF 240.05) zu bezahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin Karin Wiesner