Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. September 2013 / 219 (725 13 174) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beurteilung der unfallkausalen Gesundheitsbeeinträchtigung; Zeitpunkt des Fallab- schlusses; Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit; Aufforderung zum Berufs- wechsel und Einräumung einer Übergangsfrist bei der Ausrichtung von Taggeld Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thom men, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach 1 gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen (4.62405.10.3) A. Der 1977 geborene A.____ war vom 14. April 2010 b is im Frühjahr 2011 bei der Firma B.____ GmbH als Hilfsschaler angestellt und in dieser Eig enschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 15. Oktober 2010 verunfallte A.____ bei einer Frontalkollision zweier Autos. Da- bei erlitt er diverse Verletzungen am Unterarm, am S chädel, im Abdominal- und Thoraxbereich und am Becken. Die SUVA erbrachte in der Folge zunächst die gesetzlichen Leistungen (Heil- kosten, Taggelder). Mit Verfügung vom 10. Januar 2012 stellte sie fest, dass bei A.____ auf Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine 50%ige Arbeitsfähigke it bestehe, weshalb das Taggeld ab dem 1. Februar 2012 auf 50% reduziert werde. Mit ein er weiteren Verfügung vom 17. Juli 2012 verneinte die SUVA eine Leistungspflicht betreffend di e vom Versicherten geltend gemachten Rückenbeschwerden aufgrund des fehlenden Kausalzusammenhang s mit dem Unfall vom 15. Oktober 2010. Mit Schreiben vom 20. August 2012 kün digte die SUVA sodann an, die Tag- geldleistungen per 30. September 2012 einzustellen. I n ihrer Verfügung vom 4. Oktober 2012 sprach die SUVA A.____ für die verbleibende Beeinträcht igung aus dem Unfall vom 15. Oktober 2010 eine Invalidenrente entsprechend eine m Invaliditätsgrad von 15% ab 1. Oktober 2012 zu. Gegen diese drei Verfügungen erh ob A.____ jeweils Einsprache. Mit Ein- spracheentscheid vom 7. Mai 2013 wies die SUVA alle Einsp rachen ab, soweit darauf eingetre- ten wurde. Sie bestätigte, dass zwischen dem Unfall und den geklagten Rückenbeschwerden kein genügender Kausalzusammenhang bestehe und sowohl d er Fallabschluss wie auch die Bemessung der Invalidität korrekt durchgeführt worden seien. Über die Frage der Integritätsent- schädigung sei noch nicht mittels Verfügung entschieden w orden, weshalb auf das betreffende Rechtsbegehren nicht eingetreten werde. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten du rch Daniel Altermatt, Advokat, mit Eingabe vom 10. Juni 2013 Beschwerde beim Kantonsgeric ht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei der angef ochtene Einspracheentscheid aufzuhe- ben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Sachve rhalt in medizinischer Hinsicht neu abzuklären; weiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen , dem Beschwerdeführer über den 1. Februar 2012 hinaus und weiterhin Taggeldleistung en basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100% zu entrichten und es sei dem Beschwerdeführer f ür das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Altermatt als u nentgeltlichem Rechtsbeistand zu ge- währen; alles unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung f ührte der Beschwerdeführer aus, dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt in medizinischer Hinsicht nicht umfassend abgeklärt habe. Die kreisärztlichen Beurteilungen würden nicht au sreichen, um die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festzulegen. Die behandelnden Ärzte hä tten überdies nachdrücklich darauf hingewiesen, dass eine polydisziplinäre Begutachtung an gezeigt sei. Es sei ferner davon aus- zugehen, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreich t sei und der Fallabschluss ent- sprechend verfrüht vorgenommen worden sei. Eventualiter sei der Anspruch des Beschwerde- führers auf eine Integritätsentschädigung zu prüfen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Juli 2013 schloss die B eschwerdegegnerin auf voll- umfängliche Abweisung der Beschwerde samt aller Beweisa nträge und beantragte die Bestäti- gung des Einspracheentscheids vom 7. Mai 2013. Zur Begrün dung verwies sie in erster Linie auf den ergangenen Einspracheentscheid und bekräftigte , dass der Fallabschluss korrekt vor- genommen und der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt worden sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____, so dass die örtl iche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. In ihrer Verfügung vom 10. Januar 2012 reduzierte die Beschwerdegegnerin ab 1. Februar 2012 die ausgerichteten Taggelder um 50%. Mit Schreiben vom 20. August 2012 und Verfügung vom 4. Oktober 2012 hat die Beschwerdege gnerin die Taggeldleistungen und sinngemäss die Übernahme der Heilbehandlungskosten per 3 0. September 2012 eingestellt. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über diese Daten hinaus weiterhin Anspruch auf (volle) Taggeldleistungen und die Übernahme der H eilbehandlungskosten hat und vernei- nendenfalls ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad des Beschwerdefüh- rers korrekt festgelegt hat. Da über den Anspruch auf ein e allfällige Integritätsentschädigung im Rahmen der angefochtenen Verfügungen und des angefoch tenen Einspracheentscheids vom Versicherungsträger noch nicht entschieden wurde, kann d iese Frage im vorliegenden Verfah- ren nicht beurteilt werden (vgl. BGE 125 V 414 E. 1a). 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. 3.2 Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist d ie versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Ar t. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tag- geld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per son Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist . Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet wer den kann und allfällige Eingliede- rungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschloss en sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde e rhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Ab s. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenr ente festgesetzt oder, falls kein Renten- anspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer g rundsätzlich nur unter der Vo- raussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereigni s und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, I ntegritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam- menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (B GE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitl ichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahme n der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zus ammenhangs genügt für die Begrün- dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen). 3.4 Im Entscheid 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgerich t einlässlich mit der Thematik befasst, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen und – gegebenenfalls – den Anspruch auf eine Invalidenre nte und eine Integritätsentschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesgericht, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem vo n der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden könne und allfällige Einglieder ungsmassnahmen der Invalidenversiche- rung abgeschlossen seien (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz n icht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbe- dingt beeinträchtigt, bestimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzge- ber verdeutliche dabei, dass die durch weitere Heilbeh andlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genüg ten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). 4.1 Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht v on Amtes wegen und ohne Bin- dung an die Parteibegehren für die richtige und voll ständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (vgl. THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 443 f. Rz 2 ff.). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweis- führungspflicht begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicher ungsprozess tragen mithin die Partei- en in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im F alle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiese n gebliebenen Sachverhalt Rechte ab- leiten will (L OCHER , a.a.O., S. 451 Rz 41). Nach der Praxis des Eidgenössisch en Versiche- rungsgerichts (EVG, heute: Schweizerisches Bundesgericht , Sozialrechtliche Abteilungen) liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen dem zufolge bei der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfra gen liegt sie bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des Anspruches beruft (vgl. Krank en- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Diese Beweis- regeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Be weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinl ichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinwei- sen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stü tzt sich der angefochtene Entscheid hin- gegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zwei- feln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztliche n Feststellungen ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27 . Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 4.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natu r von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 17 5 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5.1 Vorliegend ist zwischen den Parteien in erster Linie strittig, ob der medizinische Sach- verhalt genügend abgeklärt worden ist. Von der Beantwortung dieser Frage hängt es ab, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zunächst die Taggelder red uziert und danach den Fall unter Einstellung der Übernahme der Heilbehandlungskosten un d der Taggelder abgeschlossen und einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers geprüft hat. 5.2 Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medi- zinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.2.1 Gemäss Austrittbericht des D.____spitals vom 26. Okt ober 2010 erlitt der Versicherte beim Unfall vom 15. Oktober 2010 eine distale Unterarm fraktur links, ein Schädel-Hirn-Trauma mit Nasenbeinfraktur und Weichteilhämatom frontal, ei n stumpfes Abdominaltrauma mit im CT sichtbaren Hämatom in der Faszia Gerota, eine Thorax- so wie eine Beckenkontusion links. Ausserdem wurde der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsreaktion geäussert. 5.2.2 Mit Bericht vom 28. Dezember 2010 diagnostizierte Dr. med. E.____, D.___spital, beim Patienten neu ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS ) des linken Handgelenks. Der Patient beklage ausserdem eine eingeschränkte Nasen atmung durch das linke Nasenloch sowie Restbeschwerden beider Flanken sowie im Unterbauch nach der Becken- und Thora- xkontusion. Der Patient bleibe zu 100% arbeitsunfähig. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.3 Dr. med. F.____, FMH Chirurgie, stellte mit Be richt vom 8. Februar 2011 fest, dass sich betreffend die geklagten Thoraxbeschwerden sowohl klinisch wie auch röntgenologisch und CT- graphisch kein Anhalt für eine Pathologie im Bereich d es Sternums bzw. Xiphoids zeige. Es ergebe sich somit kein somatisches Korrelat für die Beschwerden des Patienten. 5.2.4 Mit Schreiben vom 23. März 2011 berichtete Dr. m ed. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dass der Versicherte seit September 2010 be i ihm in psychiatrischer und psy- chotherapeutischer Behandlung stehe. Im Fokus der Behand lung stünden seit Beginn die Er- eignisse vom 29. Mai 2005, als der Patient vom geschiede nen Ehemann seiner heutigen Ehe- frau überfallen und mit Messerstichen verletzt worden sei. Die aktuellen Unfallfolgen spielten in seiner Behandlung derzeit bloss noch eine untergeordne te Rolle. Der Patient sähe die Unfall- folgen vor allem im Zusammenhang mit dem Überfall, da er glaube, dass der Unfall absichtlich herbeigeführt worden sei, um ihm und seiner Ehefrau zu schaden. Aufgrund der Ereignisse im Jahr 2005 zeige sich der Patient nach wie vor stark verun sichert. Die Ereignisse hätten zur Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung (I CD-10 F43.1) sowie zu einer andau- ernden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (I CD-10 F62.0) geführt. Es bestehe weiterhin der Verdacht auf eine somatoforme Störung (ICD-10 F45.8) mit linksseitiger Schmerzsymptomatik sowie Verdacht auf eine rezidivierende d epressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1). Eine kulturell bedingte Komponente scheine bei der Ge- samtproblematik eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen . Die Arbeitsfähigkeit sei bisher stets durch die somatischen Beschwerden begründet worden. 5.2.5 Mit Arztbericht vom 8. April 2011 hielt der beha ndelnde Hausarzt Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, in Absprache mit Dr. I .____, FMH Rheumatologie und Physi- kalische Medizin und Rehabilitation, fest, dass ab 11. Ap ril 2011 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu bejahen sei. 5.2.6 Am 27. April 2011 fand eine kreisärztliche Unter suchung des Versicherten statt. Der zuständige Kreisarzt Dr. med. J.____, FMH Chirurgie, ber ichtete gleichentags, dass der Versi- cherte Schmerzen im linken Arm, ausstrahlend bis zur Schu lter, eine deutliche Einschränkung der Funktion der linken Hand, Schmerzen im Thorax und im Bereich des distalen Sternums be- klage. Bei der Untersuchung hätten sich reizlose Narbenve rhältnisse am linken Vorderarm ge- zeigt; die Trophik sei weitgehend normalisiert, die Hau ttemperatur sei links jedoch noch etwas kühler. Palpatorisch bestünde eine Druckdolenz im Bereich des Handgelenkspaltes sowie der Handwurzel in Verlängerung des zweiten Strahles. Die Ha ndgelenksbeweglichkeit sei links im Vergleich zu rechts geringgradig eingeschränkt. Die Fin gerfunktion sei frei und auch die Sensi- bilität sei intakt. Die linke Schulter sei frei beweg lich, wobei Schmerzen im Bereich der linken Scapula geklagt würden. Paravertebral thorakal bestehe links ein leicht erhöhter Muskeltonus. Eine kursorische Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS) habe eine Druckdolenz im lum- bosakralen Übergang sowie im Bereich des dorsalen Becken kamms rechts gezeigt. Diagnosti- ziert werde ein Status nach Autounfall am 15. Oktober 2010 mit distaler Vorderarmfraktur links, einem Schädel-Hirn-Trauma mit Nasenbeinfraktur und We ichteilhämatom frontal, einem stump- fen Abdominaltrauma mit im CT sichtbaren Hämatom in d er Faszia Gerota, einer Thorax- kontusion sowie einer Beckenkontusion links und dem Verdach t auf eine posttraumatische Be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lastungsstörung sowie ein Status nach offener Repositio n und Plattenosteosynthese der dista- len Radiusfraktur und der distalen Ulnafraktur nach Absch wellung der Weichteile am 22. Oktober 2010; ein Status nach Reposition der Nasenbeinfraktur am 22. Oktober 2010 sowie nach passagerem CRPS am linken Vorderarm. Die Unfallka usalität bezüglich der gestellten Diagnosen sei gegeben. Der Versicherte klage ausserdem seit März über lumbale Rücken- schmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein. Echtzeitlich sei en keine Rückenbeschwerden mit Ischialgie dokumentiert, weshalb diese Beschwerden als un fallfremd anzusehen seien. Auf- grund der geklagten diffusen Schmerzen anlässlich der Unte rsuchung sei auf eine erhebliche psychische Überlagerung zu schliessen. Die festgestellte 50% ige Arbeitsfähigkeit könne einst- weilen bestätigt werden. Therapeutisch werde eine stationäre Rehabilitation empfohlen. 5.2.7 Im Triage-Assessment der K.____ vom 9. Mai 2011 wird festgehalten, dass sich eine entsprechende biomechanische Beurteilung nach den üblichen Beurteilungsschemata erübrige, da keine Beschwerden der Halswirbelsäule (HWS) dokume ntiert seien. Solche Beschwerden wären aufgrund der in der technischen Bewertung ermittelten Fahrzeugbelastung jedoch grund- sätzlich vorstellbar. 5.2.8. Der Beschwerdeführer befand sich vom 17. Mai 201 1 bis zum 15. Juni 2011 in der sta- tionären Rehabilitation in der Klinik L.____. Im Au strittbericht vom 21. Juni 2011 bestätigte die Ärzteschaft der Klinik im Wesentlichen die betreffend de n Unfall vom 15. Oktober 2010 gestell- ten Diagnosen. Ausserdem diagnostizierten sie im Zusamme nhang mit dem Unfall eine schmerzhafte Funktionseinschränkung des linken Handgelenks be i weitgehend regredientem CRPS und neuromartiger Schmerzen über der Basis metacarp ale II links; eine eingeschränkte Nasenatmung links; ein myofasziales Schmerzsyndrom am Schult ergürtel links, persikapulär sowie über dem Xiphoid sowie ein Zervikalsyndrom. In psychi atrischer Hinsicht werde ein Ver- dacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi schen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie auf Anpassungsstörung mit Angst und depr essiver Reaktion (ICD-10 F43.22) diagnostiziert. Als weitere Diagnosen seien ein Status n ach Überfall mit Messerstichverletzun- gen am Nacken und rechten Ohr am 29. Mai 2005 mit psyc hiatrischer Diagnose einer post- traumatischen Belastungsstörung und einer andauernden Pe rsönlichkeitsstörung sowie einem Verdacht auf somatoforme Störung und Verdacht auf rezidivierende depressive Störung im Ver- lauf; seit Ende März 2011 Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein; ein Status nach Kontusion des Mittelfusses rechts am 13. September 2010 (a bgeheilt); eine arterielle Hyperto- nie sowie eine Adipositas Grad I festzuhalten. Der Patient beklage Dauerschmerzen am Xiphoid mit Schme rzverstärkung und Auslösung von Husten bei Drücken und tiefer Einatmung, Schmerzen im B ereich des linken Schulterblattes, Schmerzen am Nacken und Rücken lumbal seit dem Unfall m it Ausstrahlung nach beiden Sei- ten und neu auch ins rechte Bein bis zum Fuss. Die Nacken - und Rückenschmerzen seien an- dauernd, verstärkt beim Liegen und konstant beim Sitzen. Zusätzlich empfinde der Patient ein- schiessende Schmerzen tief lumbal ohne Ausstrahlung ins r echte Bein. Er verneine Husten- schmerz, gebe allerdings blitzartige Schmerzen tief lumba l durch die Aussenseite des rechten Beins beim Niesen an sowie vermehrter Schwindel und Schmerzen am Hinterkopf bei raschem Drehen des Kopfes oder raschem Gehen. Die Schmerzen im B ereich der Weichteilverletzung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht am linken Auge seien noch vorhanden, hätten sich jedoch g ebessert. Im Bereich der Narbe am linken Handgelenk würden bei Bewegung und lokalem Druck Schmerzen mit Ausstrahlung in den Zeigefingen auftreten. Das linke Handgelenk schmerze bei Bewegungen in allen Richtun- gen. Die linke Hand schwitze vermehrt, sei manchmal kält er und in der Farbe rötlicher und dunkler. Die Finger der linken Hand könne der Patient bewegen, empfinde aber Taubheitsge- fühle. Durch das linke Nasenloch könne er schlechter atmen und auch sonst habe er Mühe, insbesondere mit dem tiefen Durchatmen. Der Patient be klage ferner Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, allgemeine Kraftlosigkeit sowie Unfallerinnerungen und Unfallträume. Die während des Klinik-Aufenthaltes durchgeführte Rönt genaufnahme des linken Handgelenks hätte konsolidierte Frakturen gezeigt. Im Rahmen des h andchirurgischen Konsiliums empfahl Dr. med. M.____, FMH Plastische, Rekonstruktive und Ästh etische Chirurgie und Handchirur- gie, die vollständige Osteosynthesematerialentfernung. Ein MRI des Schädels am 31. Mai 2011 habe ergeben, dass keine Traumafolgen, jedoch eine al tersungemässe Leukenzephalopathie und initiale Mikroangiopathie vorliegen würden. Am 1 9. Mai 2011 seien ausserdem Röntgen- aufnahmen der HWS angefertigt worden, die mässige ve ntrale Spondylophyten an den Wirbeln C5 und C6 gezeigt hätten. Im neurologischen Konsilium empfahl PD Dr. med. N.____, FMH Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, die Dur chführung einer weiteren neurovas- kulären Untersuchung inklusive Doppler-Sonographie. Eine neuropsychologische Untersuchung sei nicht angezeigt. Ferner wurden Röntgenaufnahmen der LWS angefertigt. Hier hätten sich eine eher flache Lordose, eine diskrete skoliotische Fehlh altung mit Überhang nach rechts, mögliche Schmorl’sche Knötchen sowie diskrete degenerative Veränderungen mit einem dis- kreten ventralen Spondylophyten gezeigt. Es seien keine tr aumatisch bedingten knöchernen Läsionen ersichtlich gewesen. Eine weitere Abklärung mittels MRI sei empfehlenswert. Die psy- chosomatische Abklärung durch lic. phil. O.____ habe ein e eingeschränkte Schmerzproblema- tik in verschiedensten Körperregionen, bei welcher aufr echterhaltende psychosoziale Faktoren wie Schmerzfokussierung, Schulden und Schonverhalten ver mutet würden, ergeben. Der Ver- dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung habe sich nicht bestätigen können. Seit dem Unfall bestehe jedoch eine leichte, diffuse ängst lich-depressive Symptomatik mit Vergess- lichkeit, unklaren Bedrohungsgefühlen, Schlafproblemen und einer leichten vegetativen Auslen- kung, die am denkbarsten einer Anpassungsstörung zugeordne t werden könne. Gesamthaft betrachtet seien die präsentierten Beschwerden aufgrund der Diagnosen sowie der klinischen und radiologischen Befunde aus somatischer Sicht nur zum Teil erklärbar. Der Patient habe eine sehr geringe Belastungsfähigkeit gezeigt und es sei eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt worden. Das Schmerzverhalten sei undiffere nziert bzw. nicht adäquat. Es habe im Rahmen des Aufenthalts keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden können; auch die körperliche Leistungsfähigkeit u nd Belastbarkeit hätten auf geringem Niveau nicht wesentlich gesteigert werden können. Der Pat ient habe berichtet, dass er von der stationären Rehabilitation nicht habe profitieren können. Die Tätigkeit als Hilfsschaler sei aktuell nicht zumutbar. Eine Zumutbarkeitsbeurteilung betreffe nd die arbeitsrelevante Bewegungsein- schränkung des rechten Handgelenks und des diagnostizierten C RPS könne erst nach Durch- führung der Osteosynthesematerialentfernung erfolgen. Die Prognose für eine berufliche Wie- dereingliederung sei jedoch aufgrund der Symptomausweitung als eher schlecht einzustufen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.9 Ein am 28. Juni 2011 durchgeführtes MRI der LWS und des Iliosakralgelenks (ISG) ergab einen Flachrücken thorakolumbal und lumbal sowie e ine Hyperlordose lumbosakral. Es läge keine lumbale Instabilität vor. Aufgezeigt werden könnten Residuen Schmorl’scher Knöt- chen an den Wirbeln L2 und L3 sowie in der Deckplatte L5. Es zeigten sich ferner multisegmen- tale initiale Osteochondrosen mit beginnender Dehydr ation der Bandscheiben; ausserdem ini- tiale Spondylarthrosen an den Wirbeln L5 und S1, beid seits mit Reizergüssen, rechts ausge- prägter als links. Es lägen keine Diskushernien oder ander weitige Neurokompressionen vor. Es zeige sich eine sehr kräftige, symmetrische Psoas- und Rückenmu skulatur sowie ein normal konfiguriertes ISG. Eine Sacroileitis liege nicht vor. E benso habe sich kein Status nach Wirbel- körperfrakturen oder posttraumatische Spondylolysen manifestiert. 5.2.10 Mit Arztbericht vom 29. August 2011 stellte PD Dr. med. P.____, FMH Chirurgie und Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass die vom Pati- enten berichtete Beschwerdesymptomatik nicht konsistent zu i nterpretieren sei. Die beklagten Schmerzen seien einerseits diffus und andererseits bloss teilweise mit den objektivierbaren Ver- letzungen in Verbindung zu bringen. Da der Patient se lbst zu einer Osteosynthesematerial- entfernung eher gleichgültig bis anlehnend entgegenstünde, hätte er ihm empfohlen, vorerst mit einem operativen Eingriff zuzuwarten. Er verspreche sich v on einem operativen Eingriff keine wesentliche Verbesserung insbesondere im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit des Patienten. 5.2.11 Am 8. Dezember 2011 berichtete der Kreisarzt D r. med. Q.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, von der gleichentags durchgeführten kreisärztlichen Untersuchung des Versicherten. Aus klinischer S icht zeige sich unbestritten am linken Unterarm ein CRPS im Sinne einer Schwellung, einer leichten lividen Verfärbung, einer Hyperästhesie sowie einer Bewegungseinschränkung des Hand gelenks, insbesondere in Supi- nation und Flexion. Unfallfremd seien die Schmerzen an der LWS ohne strukturelle Unfallfolgen und ohne erst- und echtzeitberichtlichen Bezug, ebenso die Beschwerden an der HWS und ze- rebral. Die Druckdolenz über dem linken Auge sei uner heblich und somit unbedeutend, die Na- se habe ihre Achse nicht verändert, sei jedoch am Nasenr ücken verbreitert. Hier liege kein er- heblicher Integritätsschaden vor. Die Behandlung des l inken Arms sei noch nicht abgeschlos- sen, eine Operationsindikation bestehe indessen gemäss aus führlicher Abklärung nicht. Auch nach Ansicht des Kreisarztes ergebe sich aktuell keine In dikation zur Metallentfernung. Unfall- kausal seien dem Versicherten bezüglich der Belastung des l inken Unterarms knapp ganztags leichte bis selten mittelschwere Arbeiten ohne Vibratio n, Nässe, Kälte oder Zugluft und ohne vermehrte Umwendebewegungen im Sinne einer Handgelen ksrotation zumutbar. Zu unterlas- sen seien mittelschwere und schwere manuelle Tätigkeiten . Für den Kreisarzt bestehe mit Si- cherheit keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Er halte in Bezug auf dieses Leiden aktuell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, abgeglichen mit dem allgemeinen Arbeitsmarkt, für angebracht. 5.2.12 Dr. med. R.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, und PD Dr. med. S.____, FMH Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie, bestätigten mit Sprechstundenberich t vom 20. Dezember 2011, dass das CRPS erneut im Stadium I vorliege. Aus versicherungsmedizinischer und rechtlicher Sicht lasse sich zwar eine 50%ige Arbeitsfähigkeit rechtfertigen. Es scheine aufgrund der Befunde jedoch Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht illusorisch, den körperlich tätigen Patienten in diesem Umfang wieder ins Berufsleben zu integ- rieren. 5.2.13 Mit Bericht vom 1. März 2012 stellten Dr. S.____ und Dr. med. T.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, fest, dass die Röntgenbefunde unve ränderte Verhältnisse im Vergleich zur Untersuchung vom 19. Dezember 2012 zeigen würden. Das C RPS sei regredient. Der Patient sei in seinem alten Beruf weiterhin zu 100% arbeitsunfä hig. Die Arbeitsunfähigkeit in einem an- deren Beruf bleibe zu evaluieren. Die behandelnden Ä rzte empfehlen aufgrund der Komplexität des Falles die Durchführung eines polydisziplinären Gutachtens. 5.2.14 PD Dr. med. U.____, FMH Chirurgie und Handch irurgie, berichtete am 15. Juni 2012, dass der Patient über dauernd zunehmende Schmerzen und Taubheit der lateralen Beinseite klage. Mit ihm sei besprochen worden, dass die Schmerzen aufgrund der mit MRI-Befund vom 2. Juni 2012 sichtbar gemachten paramedianen Diskusherni e L5 und S1 mit rezessaler Kom- pression der Nervenwurzel S1 rechts erklärbar seien, di e Hernie aber nicht zwingend für die Schmerzen verantwortlich sei. 5.2.15 Mit Schreiben vom 16. Juli 2012 nahm der Krei sarzt Dr. J.____ eine medizinische Be- urteilung der Kausalität der Rückenbeschwerden vor. Dab ei kam er zum Schluss, dass die ge- klagten Rückenbeschwerden nicht in einem kausalen Zusamme nhang mit dem Unfall vom 15. Oktober 2010 stünden. Echtzeitlich seien keine lumba len Rückenschmerzen dokumentiert. In der bildgebenden Abklärung hätten sich ferner keine strukturell objektivierbaren unfallbeding- te Veränderungen im Bereich der LWS gezeigt. Vielme hr seien deutliche degenerative Verän- derungen im Bereich der LWS, insbesondere im lumbosa kralen Übergang, sichtbar geworden. In diesen degenerativen Veränderungen sei die Ursache für die Beschwerden des Versicherten zu sehen. 5.2.16 Mit Arztbericht vom 25. Juli 2012 stellte Dr. m ed. V.____, Neurologische Poliklinik am D.____spital, fest, dass beim Patienten ein multiples Schmerzsyndrom nach einem Verkehrsun- fall bestehe. Eine am 20. März 2012 durchgeführte Dop pler-Sonographie betreffend die festge- stellten Marklagerläsionen habe einen regelrechten Befu nd der extrakraniellen zerebralen Arte- rien im Karotisversorgungsgebiet gezeigt. Die ergänzend en Laboruntersuchungen auf Vaskuli- tiserkrankungen seien unauffällig ausgefallen. Die Markl agerläsionen seien damit am ehesten mikroangiopathischer Genese. 5.2.17 Am 15. August 2012 fand eine erneute kreisärztl iche Untersuchung des Versicherten statt. Dr. Q.____ hielt im entsprechenden Bericht fest, dass in Bezug auf die unfallkausalen Be- schwerden keine relevante Änderung verglichen mit der kre isärztlichen Untersuchung vom 8. Dezember 2011 eingetreten sei. Sowohl in Bezug auf die unfallfremde HWS-Problematik wie auch die Beurteilung einer zumutbaren Tätigkeit könne deshalb auf den entsprechenden Bericht verwiesen werden. Das CRPS am linken Unterarm habe sich ebenfalls nicht relevant verändert. In Bezug auf die geltend gemachten Beschwerden der L WS sei auf die Beurteilung von Dr. J.____ zu verweisen. Es fehle an jeglichen traumati schen Befunden. Gleiches gelte für die HWS. In Bezug auf den Thorax und das Abdomen sowie auf die somatischen Beschwerden im Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesicht (Nasenbein, Weichteilhämatom) bestünden keine e rheblichen Restfolgen und keinerlei funktionelle Einschränkungen. In unfallfremder Hinsicht sei die Problematik des Versicherten vielschichtig. Es bestehe der dringende Verdacht einer som atoformen Schmerzstörung; es be- stünden auch positive Waddell-Zeichen, wobei keine ob jektivierbare Befunderhebung vorliege, welche die Beschwerdesymptomatik erklären könnte. Die psychi atrische Situation sei bisher nicht herausgearbeitet. Es müsste klinisch eruiert werden , ob eine Belastungssituation sozio- emotional vorliege oder die Schmerzsituation im Zusamme nhang zu einer psychiatrischen Grundproblematik stehe. Eine Erhaltungstherapie werde nicht als erforderlich angesehen, na- mentlich sei die jetzt durchgeführte Therapie mit Psych opharmaka als unfallfremd einzustufen. Gesamtmedizinisch und vom sozialen Aspekt her mache der Vers icherte nicht den Eindruck, einer regelmässigen Arbeit nachgehen zu können. Dies liege vor allem an den nicht objektivier- baren Schmerzangaben am ganzen Körper, die Schmerzausw eitung und das Ineinanderflies- sen von Arm- und Rückenbeschwerden, was sich nicht durch die somatischen Unfallfolgen er- klären lasse. Unfallkausal seien dem Versicherten knapp ganztags leichte bis selten mittel- schwere Arbeiten ohne Vibration, Nässe, Kälte oder Zugl uft und ohne vermehrte Umwendebe- wegungen im Sinne einer Handgelenksrotation zumutbar. Zu unterlassen seien mittelschwere und schwere manuelle Tätigkeiten. Es bestehe weiterhin mit Sicherheit keine 100%ige Arbeits- unfähigkeit aus unfallkausaler Sicht. 5.2.18 Gemäss Arztbericht vom 8. August 2012 von den Dr es. R.____ und S.____ habe sich der Befund seit Februar 2012 nicht wesentlich veränder t. Der Patient sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig. 5.2.19 Die Dres. U.____ und W.____ hielten mit Arztbe richt vom 8. Oktober 2012 fest, dass der Patient im Juni die Schmerztherapie abgebrochen ha be und sich nun mit Schmerzexazer- bation im Bereich der linken Hand, der linken Schul ter, des Nackens, des rechten Beins sowie lumbal vorstelle. Es habe eine Schmerzverschlechterung i m Vergleich zum Juni stattgefunden, insbesondere eine Verschlechterung des Gesamtzustands. Die psych ische Situation trage si- cher negativ zum Heilungsverlauf bei. Eine interdisziplinä re Begutachtung sei dringend vorzu- nehmen. 5.2.20 Die Dres. S.____ und T._____ wiesen mit Arztbe richt vom 18. Februar 2013 nochmals ausdrücklich darauf hin, dass eine multidisziplinäre Begut achtung des Patienten dringend an- gezeigt sei. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass der Patient sowohl somatische wie auch psychiatrische Probleme habe. Eine abschliessende Beurteil ung könne deshalb aus handchi- rurgischer Sicht nicht vorgenommen werden. 5.2.21 Mit Arztbericht vom 22. Februar 2013 diagnosti zierte Dr. med. X.____, FMH Neurolo- gie, ein persistierendes, schwer therapierbares Schmerzsynd rom mit Betonung am linken Schultergürtel und Arm bis zum Handbereich links (bei sekundärem CRPS an der linken Hand), chronischem Zervikalsyndrom mit linksbetonten posttraumatisch en Kopfschmerzen, chroni- schem lumbovertebralem Schmerzsyndrom mit ischialgieformen Schmerzen im rechten Bein bei Status nach Polytrauma nach Verkehrsunfall. Der Pa tient beklage Schmerzen an verschie- denen Lokalisationen des Körpers, namentlich im linken A rm, und könne nach eigenen Anga- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben die linke (nicht-dominante) Hand kaum noch einsetz en. Des Weiteren beklage der Patient starke Schmerzen in der linken Schulter und im Nackenber eich, ausstrahlend über den Kopf, ohne Migräne. Zudem bestünden Schmerzen im Lumbalber eich mit Ausstrahlung auf der rech- ten Gesässhälfte und im ganzen Bein; der Patient gehe am Stock. Ausserdem bestünden star- ke Schmerzen mit Herniation im Oberbauch. Im psychischen und kognitiven Bereich beklage er vermehrte Vergesslichkeit, Traurigkeit und Schlafstörunge n, ausserdem Schwindel bei raschen Kopfbewegungen mit Schwarzwerden vor Augen. Bei der kl inischen Untersuchung habe sich eine eindeutige, schmerzbedingte Bewegungseinschränkung des linken Arms, handbetont, so- wie des rechten Beins gezeigt. Die Diagnose eines CRPS vermöge die Beschwerden des linken Arms gut zu erklären. Im rechten Bein habe kein eindeuti ger Hinweis auf eine Beeinträchtigung von lumbosakralen Nervenwurzeln eruiert werden können. Aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms bestehe eine sekundäre Depressivität, welche medikamentös behandelt werde. Obwohl ihm nicht alle Unterlagen vorlägen, bes tehe aus seiner Sicht zweifelsohne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter, auch ein e leichtere Tätigkeit erachte er als nicht zumutbar. 5.3 Die Beschwerdegegnerin stütze sich bei der Beurteil ung des vorliegenden Falls vollum- fänglich auf die kreisärztlichen Beurteilungen der Dres. J.____ und Q.____ und ging demzufol- ge davon aus, dass der Fall per 30. September 2012 abg eschlossen habe werden können und der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit vo ll arbeitsfähig sei. Der Beschwerdefüh- rer bestreitet die genügende Abklärung des vorliegenden Sachverhalts und bringt namentlich vor, dass die kreisärztlichen Beurteilungen nicht genügen würden, um die Arbeitsfähigkeit fest- zulegen, und die behandelnden Ärzte eine polydisziplinä re Begutachtung für dringend ange- zeigt halten. 5.4 Wie in Erwägung 4.2 hiervor ausgeführt, prüft das Gericht frei, ob die verfügbaren Un- terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen R echtanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheiden d, ob dieser für die streitigen Be- lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen ber uht, in Kenntnis der Vorakten abgege- ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusa mmenhänge einleuchtet und seine Schlussfolgerungen begründet sind. Rechtsprechungsgem äss sind an versicherungsinterne Beurteilungen, wie die vorliegenden Berichte der Kre isärzte Dres. J.____ und Q.____, strenge Anforderungen zu stellen und bereits bei geringen Zwei feln an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2; vgl. oben Erwägung 4.3). Solche Zweifel liegen vorliegend entge- gen der Ansicht des Beschwerdeführers jedoch nicht vor. 5.4.1 Bezüglich der geklagten HWS- und LWS-Beschwerden begründen die Dres. J.____ und Q.____ schlüssig und nachvollziehbar, dass kein kausaler Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. Oktober 2010 vorliege. Ausserhalb der ärztlichen Untersuchungen beklagte der Be- schwerdeführer zwar schon relativ früh Schmerzen im Kreu z (Protokoll der Besprechung vom 13. Dezember 2010, SUVA-Akte Nr. 9) bzw. im Rücken (Pr otokolle der Telefonate vom 21. Januar 2011, SUVA-Akte Nr. 25, und vom 24. Februar 2011, SUVA-Akte Nr. 35). Die diver- sen bildgebenden Untersuchungen, namentlich die im Rahmen des stationären Rehabilitations- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufenthalts angefertigten Röntgenaufnahmen und die a m 28. Juni 2011 durchgeführte MRI- Untersuchung zeigten jedoch bloss degenerative Veränd erungen (Skoliose, Flachrücken) ohne traumatische Genese. Festzuhalten ist ferner, dass der Be schwerdeführer gemäss Angaben des behandelnden Psychiaters (Protokoll des Telefongesp rächs vom 7. April 2011, SUVA-Akte Nr. 53) im April 2011 wegen einer unfallfremden Ischialgie in Behandlung war und im Juni 2012 mittels MRI eine Diskushernie im Bereich L5 und S1 festg estellt wurde, welche gemäss Dr. U.____ die Schmerzen des Beschwerdeführers erklären könnte. Die HWS- und LWS- Beschwerden des Beschwerdeführers stehen damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfall. Für eine unfallkausale Ver- schlechterung einer vorbestehenden degenerativen Symptom atik liegen in den vorliegenden Unterlagen keinerlei Anhaltspunkte vor. 5.4.2 Ebenso wurde auf kognitiver bzw. neurologischer E bene kein unfallkausaler Befund erhoben. Die festgestellten Marklagerveränderungen sind gemäss sämtlichen vorliegenden Arztberichten auf eine altersungemässe Leukenzephalopathie zurückzuführen, die mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit mikroangiopathischer Genese und damit unfallfremd ist. 5.4.3 Die kreisärztlichen Beurteilungen vermögen auch in psychiatrischer Hinsicht weitge- hend zu überzeugen. Zwar erachtet Dr. Q.____ eine Ausarbeitung der psychiatrischen Situation als wünschenswert. In Anbetracht der übrigen diesbezüglich en Unterlagen scheint eine solche jedoch – zumindest im Rahmen des unfallversicherungsrecht lichen Verfahrens – nicht unab- dingbar. Der Beschwerdeführer war bereits vor dem Unf all in psychiatrischer Behandlung. Mit Bericht vom 23. März 2011 führte der behandelnde Psychi ater Dr. G.____ aus, dass der Unfall vom 15. Oktober 2010 bloss noch eine untergeordnete Rol le in seiner Behandlung spiele. In einem Telefongespräch vom 7. April 2011 bestätigte D r. G.____ ausserdem, dass aus psychi- scher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (Protokoll de s Telefongesprächs vom 7. April 2011, SUVA-Akte Nr. 53). Auch die psychosomatische Beurte ilung in der Klinik L.____ führt zu keinem anderen Schluss. Als unfallkausal wird lediglich eine leichte, diffuse ängstlich- depressive Symptomatik, die am denkbarsten mit einer Anpassungsstörung in Einklang zu brin- gen ist, genannt. Eine relevante Einschränkung der Arbe itsfähigkeit wird nirgendwo festgehal- ten. Der Beschwerdeführer bringt indessen auch nicht vor, inwiefern eine auf den Unfall zurück- zuführende psychische Einschränkung vorliegen soll. 5.4.4 Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, dass die K reisärzte nachvollziehbar lediglich betreffend die Beschwerden der linken Hand bzw. des lin ken Arms eine unfallkausale Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen haben. Dem Beschwerdeführer sind nach Ein- schätzung der Kreisärzte unter Berücksichtigung dieser Einsch ränkung knapp ganztags leichte bis selten mittelschwere Arbeiten ohne Vibration, Nässe, Kälte oder Zugluft und ohne vermehrte Umwendebewegungen im Sinne einer Handgelenksrotation zumutbar. Zu unterlassen seien mittelschwere und schwere manuelle Tätigkeiten. Dieser Einschätzung ist zu folgen. Die von den behandelnden Ärzten zum Teil festgestellte vollständ ige Arbeitsunfähigkeit wird von diesen nicht näher begründet. Vielmehr scheinen die behandel nden Ärzte bei ihrer Einschätzung auch die weiteren, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichk eit auf den Unfall zurückzuführenden Beschwerden sowie sozio-ökonomische Umstände zu berücksichtig en, die vorliegend keine Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rolle spielen dürfen. Unklar bleibt aufgrund ihrer An gaben auch, ob sich die von ihnen festge- stellte Arbeitsunfähigkeit bloss auf den angestammten Beruf als Hilfsschaler oder auch auf eine angepasste Tätigkeit bezieht. 5.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass zur Erm ittlung des massgeblichen Sachverhalts auf die kreisärztlichen Untersuchung abgestellt werden kann. Die übrigen vorhan- denen medizinischen Unterlagen vermögen an den dort fes tgehaltenen Einschätzungen keine Zweifel zu wecken. Eine weitere Abklärung des Gesundhei tszustands erübrigt sich damit. Die Kreisärzte begründen schlüssig und nachvollziehbar sowie i n Kenntnis der Vorakten, nach ei- genen Untersuchungen und unter Berücksichtigung aller ge klagten Beschwerden die unfallkau- salen Einschränkungen des Beschwerdeführers. Die Beschwerde ist somit in diesem Punkt abzuweisen. 6. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass seine A rbeitsfähigkeit durch weitere The- rapiemassnahmen gesteigert werden könne und ein medizin ischer Endzustand deshalb im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 30. September 2012 no ch nicht erreicht gewesen sei. Er verweist diesbezüglich auf einen weiteren einmonatigen stationären Aufenthalt in der Klinik Y.____. Aus den vorliegenden medizinischen Akten wird de utlich, dass beim Beschwerdeführer seit längerem ein unveränderter Befund vorliegt, welch er in erster Linie mit Schmerz-, Physio-, Ergo- und Wassertherapien sowie medikamentös behandelt werde. Es handelt sich dabei je- doch augenscheinlich in erster Linie um Erhaltungsther apien, nicht um medizinische Heilbe- handlungen. Damit mag sich der Gesundheitszustand des Be schwerdeführers subjektiv ver- bessern. Die Frage, ob eine namhafte Besserung noch m öglich ist, bestimmt sich rechtspre- chungsgemäss jedoch allein nach Massgabe der zu erwartend en Steigerung oder Wiederher- stellung der Arbeitsfähigkeit. Unbedeutende Verbesser ungen genügen nicht (vgl. oben Erwä- gung 3.4; BGE 134 V 115 E. 4.3; Urteil des Bundesger ichts vom 18. März 2009, 8C_725/2008, E. 6). Für eine solche Verbesserung sind in den vorlieg enden Unterlagen keine Anhaltspunkte ersichtlich. Namentlich wurde eine diskutierte Osteosynthe sematerialentfernung nicht durchge- führt, weil davon keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwartet wurde. Die Symptomatik des Beschwerdeführers wird denn auch von Dr. X.____ als schwe r therapierbar beschrieben. Nach Lage der Akten kann somit ohne weitere Abklärungen ges agt werden, dass die vorgenomme- nen und gegebenenfalls noch vorzunehmenden Therapiema ssnahmen keinen bedeutenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Der Fallabschluss auf den 30. September 2012 ist damit grundsätzlich nicht zu beanstanden. 7.1 Schliesst der Unfallversicherer den Fall unter Einste llung der vorübergehenden Leis- tungen ab, so hat er gleichzeitig einen Anspruch der ve rsicherten Person auf eine Invalidenren- te und – gegebenenfalls – auf eine Integritätsentschädi gung zu prüfen. Während Letzteres mangels eines Anfechtungsobjekts vorliegend nicht zur Diskussion steht, hat die Beschwerde- gegnerin den Rentenanspruch geprüft und dem Beschwerd eführer in der Verfügung vom 4. Oktober 2012 bzw. im angefochtenen Einspracheentsch eid vom 7. Mai 2013 eine Invaliden- rente entsprechend einer Erwerbsunfähigkeit im Umfang von 15% zugesprochen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva liditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 7.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 4 . Oktober 2012 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie sowohl das Invaliden- wie auch das Vali- deneinkommen anhand der Tabellenlöhne der Schweizeri schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik, konkret LSE 2010, Tabe lle TA 1, Total Männer, Anforderungsni- veau 4, ermittelt und einen leidensbedingten Abzug vo n 15% vorgenommen. Der Beschwerde- führer beanstandet die Höhe des Validen- und Invalide neinkommens – zu Recht – nicht. Auch der vorgenommene leidensbedingte Abzug von 15% erweist sich in Anbetracht der bloss „knapp“ ganztägigen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistä tigkeit und den leidensbedingten Ein- schränkungen an der linken, nicht-dominanten Hand als ang emessen. Nicht anzurechnen sind indessen die fremde Nationalität und das damit verbun dene sprachliche Defizit des Beschwer- deführers, da diese letztgenannten Elemente durch die W ahl des Anforderungsniveaus 4 be- reits angemessen berücksichtigt sind bzw. sich in diesem Anforderungsniveau nicht (zusätzlich) lohnmindernd auswirken. Die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin ist somit nicht zu beanstanden. 8.1 Fraglich und zu prüfen ist indessen noch, ob die R eduktion der Taggelder von 100% auf 50% mit Verfügung vom 10. Januar 2012 korrekt vorg enommen wurde. Noch vor Fallab- schluss begründete die Beschwerdegegnerin die Reduktion de r Taggelder damit, dass dem Beschwerdeführer gemäss kreisärztlicher Untersuchung vom 8. November 2011 wiederum ganztags geeignete leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien und auf dem allge- meinen Arbeitsmarkt somit wieder eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. 8.2 Der Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung setzt eine zumindest teilweise Ar- beitsunfähigkeit voraus (Art. 16 Abs. 1 UVG), deren Gr ad für die Bemessung des Taggeldes von Bedeutung ist. Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dau- er wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksich- tigt (Urteil des Bundesgerichts vom (Urteile des Bundesg erichts vom 19. April 2013, 8C_838/2012, E. 3.1, vom 17. Dezember 2010, 8C_803/20 10, E. 3.2.1 und vom 20. August 2008, 8C_173/2008 mit weiteren Hinweisen). Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der Schadenminderungspflicht einen Berufswec hsel vorzunehmen hat, so hat der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpa ssung an die veränderten Verhält- nisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergang sfrist einzuräumen, während wel- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht cher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt (Urteile d es Bundesgerichts vom 19. April 2013, 8C_838/2012, E. 3.1, vom 17. Dezember 2010, 8C_803/20 10, E. 3.2.1 und vom 20. August 2008, 8C_173/2008 mit weiteren Hinweisen). Diese Übe rgangsfrist bemisst sich nach den je- weiligen Umständen des Einzelfalles. In der Praxis der sozialen Krankenversicherung, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sinngemäss auch im Bereich der sozialen Unfall- versicherung gilt, wurden Zeiten von drei bis fünf Mona ten als angemessen betrachtet (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2008, 8C_173/2008 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch: Urteile des Bundesgerichts vom 19. April 2013, 8C_838/2 012, E. 3.1 und vom 17. Dezember 2010, 8C_803/2010, E. 3.2.1). 8.3 Mit Verfügung vom 10. Januar 2012 reduzierte die Beschwerdegegnerin per 1. Februar 2012 die Taggelder um 50%. Unbestrittenermassen war de r Fallabschluss, welcher per 30. September 2012 verfügt wurde, zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema. Nach dem kreisärzt- lichen Bericht von Dr. Q.____ vom 8. Dezember 2011, won ach nach dem unter Erwägung 5.4 hiervor Ausgeführten abgestellt werden kann, war dem Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Untersuchung eine mindestens 50%ige Tätigkeit in einem angepassten Beruf zumutbar. An- lässlich der nachfolgenden Besprechung mit der Beschwerde gegnerin am 9. Dezember 2011 kündigte die zuständige Sachbearbeiterin gestützt auf di e Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätig- keit eine Reduktion der Taggeldleistungen an. Der Besch werdeführer habe sich dem entgegen- gesetzt und auf einem bereits gescheiterten Arbeitsversuc h im Rahmen des invalidenversiche- rungsrechtlichen Verfahrens verwiesen. Den Akten ist som it zu entnehmen, dass der Be- schwerdeführer frühestens am 9. Dezember 2011 und späte stens am 10. Januar 2012 um sei- ne medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer de m Leiden angepasste Tätigkeit wusste und von der Beschwerdegegnerin aufgefordert worden war, einen Berufswechsel vorzunehmen. Dass die behandelnden Ärzte, namentlich die Dres. H.___ _ und I.____, den Beschwerdeführer teilweise bereits ab April 2011 in der angestammten Tä tigkeit als zu 50% arbeitsfähig erachte- ten, kann im Hinblick auf die unterschiedlichen Einschätzun gen der Arbeitsfähigkeit durch die verschiedenen behandelnden Ärzte nicht massgeblich sein. So erachtete die Ärzteschaft der Klinik L.____ die angestammte Tätigkeit bloss einen Mo nat später als unzumutbar. Unter die- sem Blickwinkel muss auch die Bestätigung der von den Dres. H .____ und I.____ festgelegten 50%igen Arbeitsfähigkeit durch den Kreisarzt Dr. J.____ am 27. April 2011 gesehen werden. Fest steht jedenfalls, dass der Beschwerdeführer erstmals a m 9. Dezember 2011 mündlich und am 10. Januar 2012 schriftlich aufgefordert worden ist, einen Berufswechsel vorzunehmen. Folglich ist dieser Zeitpunkt für die Auslösung der zu gewährenden Übergangsfrist massgeblich. Eine solche Übergangsfrist wurde dem Beschwerdeführer jedoch augenscheinlich nicht einge- räumt. In der Verfügung vom 10. Januar 2012 wurde die Taggeldreduktion auf Ende Monat an- gekündigt, bereits in der Besprechung vom 9. Dezember 2011 war eine Reduktion der Taggel- der auf 1. Januar 2012 vorgesehen. Dieses Vorgehen ist im Hinblick auf die unter Erwägung 8.2 zitierte Rechtsprechung nicht zulässig. Dem Beschwerdeführ er hätte ab 9. Dezember 2011 bzw. ab 10. Januar 2012 eine Übergangsfrist von drei b is fünf Monaten eingeräumt werden müssen, während welcher noch das volle Taggeld auszurichten gewesen wäre. In Berücksichti- gung der Umstände des Falles, namentlich der beruflich en und persönlichen Situation des Be- schwerdeführers sowie seiner Weigerung, die festgestell te Arbeitsfähigkeit in einer angepass- ten Tätigkeit zu akzeptieren, erscheint eine drei- bis vie rmonatige Übergangsfrist bis zum Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 30. April 2012 angemessen. In teilweiser Gutheissung d er vorliegenden Beschwerde ist nach dem Ausgeführten festzustellen, dass der Beschwerdeführ er bis zum 30. April 2012 Anspruch auf ein volles Taggeld der SUVA hat. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdever fahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschw erdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Vorliegend obsiegt der Be schwerdeführer insofern, als ihm das volle Taggeld bis zum 30. April 2012 zugesprochen wird . Er obsiegt im vorliegenden Prozess demnach lediglich teilweise, weshalb ihm nur eine red uzierte Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen ist. Der Rechtsvert reter des Versicherten macht in sei- ner Honorarnote vom 9. September 2013 eine Entschädig ung von insgesamt Fr. 1‘394.20 gel- tend. Dieser Betrag setzt sich aus einem Honorar von Fr. 1‘250.– (Aufwand von 5 Stunden à Fr. 250.– ), aus Auslagen von Fr. 41.– sowie aus der M ehrwertsteuer von Fr. 103.20 zusam- men. Die Forderung erweist sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen grundsätzlich als angemessen. Im Hinblick auf das teilweise Obsiegen des Beschwerdeführers, erscheint es angemessen, ihm eine Part eientschädigung im halben Um- fang des von seinem Rechtsvertreter geltend gemachten Ho norars zuzusprechen. Der Be- schwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine reduzierte P arteientschädigung in der Höhe von Fr. 697.15 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 9.3 In der vorliegenden Beschwerde ersucht der Beschwerde führer um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung. Gemäss § 22 Abs. 1 und 2 VPO wird der beschwerdeführen- den Person, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich als aussichts- los erscheint, von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten der Beweismassnah- men befreit. Unter den gleichen Voraussetzungen wird einer Partei der kostenlose Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin gewährt, sofern dies zur Wah rung ihrer Rechte notwendig er- scheint. Mit Eingabe 12. Juli 2013 reichte der Beschwerde führer eine Bestätigung der Gemein- de C.____ ein, wonach er seit dem 1. April 2012 von der Sozialhilfe unterstützt wird. Damit wies er seine prozessuale Bedürftigkeit für das vorliegende Verfahren hinreichend aus. In Anbetracht der teilweisen Gutheissung kann die vorliegende Beschwer de zudem nicht als aussichtslos be- zeichnet werden. Die Voraussetzungen für die Bewilligu ng der unentgeltlichen Verbeiständung sind demnach gegeben, weshalb das betreffende Gesuch zu bewilligen ist. Für seine restlichen, durch die reduzierte Parteientschädigung nicht abgedeckte n Bemühungen ist der Vertreter des Beschwerdeführers demnach aus der Gerichtskasse zu entschädige n. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.– pro Stund e. Dem Vertreter des Beschwerdeführers ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 508.15 (2.5 Stunden à Fr. 180.– sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 20.50 und 8% Mehrwertsteuer im Umfang von Fr. 37.65) auszurichten. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gema cht, wonach eine Partei, der die Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird de r Einspracheent- scheid vom 7. Mai 2013 insoweit aufgehoben, als er den Taggeldan- spruch des Beschwerdeführers per 1. Februar 2012 auf 50% herab- setzt, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer bis zum 30. April 2012 Anspruch auf ein volles Taggeld der SUVA hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 697.15 (inkl. A uslagen und 8% MwSt.) zu bezahlen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 508.15 (inkl. Auslagen und 8% MwSt.) aus der Geri chtskasse aus- gerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 1. Februar 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_102/2014 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht