<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2006.00015</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205904&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2006.00015</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Direkte Bundessteuer 2001</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Schuldzinsenabzug/Dumont-Praxis<br/><br/>Der Pflichtige erhielt von seinem Vater zwei mit 6 % verzinste Darlehen in Höhe von je Fr. 1 Mio. Angesichts dessen, dass die Darlehenszinsen seit Jahren zum Darlehenskapital eines weiteren, zinslos gewährten Darlehens geschlagen werden, ist nicht ersichtlich, welche Bedeutung die Zinspflicht der ersten beiden Darlehen überhaupt noch haben konnte. Es muss angenommen werden, dass jedenfalls seit der Übertragung der Zinsen auf das Kapital des zinslosen Darlehens die Zinspflicht rechtsgeschäftlich nicht (mehr) gewollt war, weshalb der Schuldzinsenabzug zu verweigern ist.<br/>Nach der Dumont-Praxis des Bundesgerichts sind anschaffungsnahe Kosten, die der Erwerber einer neu erworbenen, vom bisherigen Eigentümer vernachlässigten Liegenschaft zur Instandstellung in den ersten fünf Jahren aufwenden muss, grundsätzlich nicht abzugsfähig. Bei Erwerb einer nicht vernachlässigten Liegenschaft können dagegen auch die anschaffungsnahen Kosten abgezogen werden, soweit sie für den normalen, periodischen Unterhalt und nicht zum Nachholen unterbliebenen Unterhalts aufgewendet werden. Dass die Pflichtigen fast das Dreifache des Erwerbspreises zusätzlich in die Liegenschaft investiert haben, legt die Vermutung nahe, dass es sich um eine über den ordentlichen Unterhalt oder die Nachholung eines derartigen Unterhalts hinausgehende Instandstellung im Sinn einer umfassenden Umgestaltung und Restaurierung der aus dem 18. Jh. stammenden Gebäude handelt. Die Vorinstanz hat daher zu Recht den Schluss gezogen, die getroffene Verständigung zwischen dem Steueramt und den Pflichtigen über die Unterhaltskosten sei nicht gesetzmässig. Die Vorinstanz hat den Pflichtigen jedoch das rechtliche Gehör verweigert. Rückweisung zum Neuentscheid.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSCHAFFUNGSNAHE KOSTEN">ANSCHAFFUNGSNAHE KOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSERFORDERNIS">BEGRÃNDUNGSERFORDERNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWÃRDIGUNG">BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DARLEHEN">DARLEHEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIREKTE BUNDESSTEUER">DIREKTE BUNDESSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DUMONT-PRAXIS">DUMONT-PRAXIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LIEGENSCHAFTENUNTERHALT">LIEGENSCHAFTENUNTERHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOVENVERBOT">NOVENVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESTAURIERUNG">RESTAURIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RULING">RULING</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULDZINSENABZUG">SCHULDZINSENABZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SIMULATION">SIMULATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERHALTSKOSTEN">UNTERHALTSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSTÃNDIGUNG">VERSTÃNDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERZINSUNG">VERZINSUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 32 Abs. II DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 Abs. I lit. a DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 123 DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 Abs. I OR</span><br/><span class="gerade">Art. 313 OR</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Eheleute A und B wurden am 30. April 2004 bzw. 31. Mai 2005 vom kantonalen Steueramt fÃ¼r die direkte Bundessteuer 2001 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ veranlagt. Das Steueramt liess dabei die Schuldzinsen von Fr. 120'000.-, welche der Ehemann aus einem von dessen (im Jahr 2004 verstorbenen) Vater, D, 1983 und 1987 erhaltenen zu 6 % verzinslichen Darlehen von Fr. 2 Mio. schuldete, nicht zum Abzug zu. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte es an, es erscheine als unwahrscheinlich, dass die jÃ¤hrlich zum Kapital eines weiteren gegenÃ¼ber dem Vater bestehenden â jedoch zinslosen Darlehens â zu schlagenden Zinsen je bezahlt wÃ¼rden. Ausserdem stellte sich das Steueramt auf den Standpunkt, die vom Ehemann fÃ¼r dessen Liegenschaft in X (ausserkantonal) aufgewendeten Kosten von insgesamt Fr. 386'196.- seien â entsprechend der Ãbereinkunft mit dessen Vertreter â lediglich in HÃ¶he von Fr. 276'196.- als werterhaltend anrechenbar. Im Einspracheentscheid vom 31. Mai 2005 erhÃ¶hte es das steuerbare Einkommen jedoch auf Fr. â¦, indem es nunmehr lediglich noch Unterhaltskosten von Fr. 20'000.- zum Abzug zuliess, da die Ã¼brigen Liegenschaftenkosten "anschaffungsnah" im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien und daher als wertvermehrende Aufwendungen nicht abgezogen werden kÃ¶nnten. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 30. Juni 2005 Beschwerde. Mit Beschluss vom 23. September 2005 vereinigte die Steuerrekurskommission II das Beschwerdeverfahren mit dem Rekursverfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2001 und gab den Pflichtigen Gelegenheit, zu der in Aussicht genommenen HÃ¶herveranlagung Stellung zu nehmen. Diese liessen sich am 5. Dezember 2005 vernehmen. Die Steuerrekurskommission II wies die Beschwerde am 5. Januar 2006 ab, wobei sie das steuerbare Einkommen auf Fr. â¦ erhÃ¶hte. Sie verweigerte einerseits den Abzug der fraglichen Schuldzinsen und liess nur noch Aufwendungen von zusammen Fr. 9'544.- als Liegenschaftsunterhaltskosten zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 17. Februar 2006 liessen die Pflichtigen dem Verwaltungsgericht beantragen, das steuerbare Einkommen fÃ¼r die direkte Bundessteuer 2001 sei auf Fr. â¦, eventualiter auf Fr. â¦ festzusetzen. Ausserdem verlangten sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Sachverhalt2">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission II auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Beschwerde. Die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>FÃ¼r die Beschwerde an das Verwaltungsgericht als weitere verwaltungsunabhÃ¤ngige kantonale Instanz im Bereich der direkten Bundessteuer gelten laut Art. 145 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer (DBG) die Vorschriften von Art. 140 bis 144 DBG Ã¼ber das Beschwerdeverfahren vor der kantonalen Rekurskommission "sinngemÃ¤ss".</p> <p class="Erwgung2">Die nur sinngemÃ¤sse Anwendung der Bestimmungen Ã¼ber das Verfahren vor der Rekurskommission gestattet unterschiedliche Regelungen, die sich aus der Natur eines zweistufigen gerichtlichen Instanzenzugs ergeben. Bei einem solchen System liegt eine Verengung der Kognition mit BeschrÃ¤nkung des Novenrechts fÃ¼r die zweite Instanz aber nahe. Sie liegt im Interesse der VerfahrensÃ¶konomie und ist geeignet, einer missbrÃ¤uchlichen ProzessfÃ¼hrung entgegenzuwirken (BGE 131 II 548 E. 2.2.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Soll die erstinstanzliche Beschwerde die allseitige, hinsichtlich Rechts- und Ermessenskontrolle unbeschrÃ¤nkte gerichtliche ÃberprÃ¼fung der Einspracheentscheide der VeranlagungsbehÃ¶rde auf alle MÃ¤ngel des Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens hin (Art. 140 Abs. 3 DBG) ermÃ¶glichen, muss sich die Aufgabe der zweitinstanzlichen Beschwerde, welche die ÃberprÃ¼fung der Entscheidung eines Gerichts und nicht diejenige einer VerwaltungsbehÃ¶rde zum Gegenstand hat, sinnvollerweise auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nken (BGE 131 II 548 E. 2.5).</p> <p class="Erwgung2">Demnach kÃ¶nnen mit der (zweitinstanzlichen) Beschwerde an das Verwaltungsgericht alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekurskommission zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich somit lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (vgl. RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die vom Gesetzgeber offenkundig gewollte Aufgabenteilung von erster und zweiter Beschwerdeinstanz lÃ¤sst es ebenfalls als sachgerecht erscheinen, neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel bei der Anfechtung des gerichtlichen Entscheids der Rekurskommission nur zuzulassen, wenn es sich um echte Noven handelt, namentlich um neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel, die auf einem Revisions- oder Nachsteu­ergrund beruhen oder der StÃ¼tzung von geltend gemachten Rechtsverletzungen dienen, die ihrer Natur nach neuer tatsÃ¤chlicher Vorbringen oder Beweismittel bedÃ¼rfen (BGE 131 II 548 E. 2.2.2). Neue, erstmals vor Verwaltungsgericht gestellte Rechtsbegehren mÃ¼ssen schliesslich allgemein zulÃ¤ssig sein, sofern sie sich nicht auf Tatsachen und Beweismittel stÃ¼tzen, welche unter das Novenverbot fallen (zum kantonalen Recht: vgl. RB 1999 Nr. 149).</p> <p class="Erwgung2">Die Rechtslage kann mit derjenigen im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren vor Bundesgericht verglichen werden. GemÃ¤ss Art. 105 Abs. 2 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG) bindet nÃ¤mlich die Sachverhaltsfeststellung das Bundesgericht, wenn eine richterliche BehÃ¶rde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollstÃ¤ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat, woraus sich in solchen FÃ¤llen die UnzulÃ¤ssigkeit neuer Tatsachen und Beweismittel ergibt (BGE 130 II 149 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). Somit befindet sich das durch Auslegung der Verweisungsvorschrift von Art. 145 Abs. 2 DBG gewonnene Novenverbot im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren auch in Ãbereinstimmung mit Art. 98a Abs. 3 OG.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Von den EinkÃ¼nften werden gemÃ¤ss Art. 33 Abs. 1 lit. a Satz 1 DBG die privaten Schuldzinsen im Umfang der nach den Art. 20 und 21 DBG steuerbaren VermÃ¶gensertrÃ¤ge und weiterer Fr. 50'000.- abgezogen.</p> <p class="Erwgung2">Schuldzinsen sind VergÃ¼tungen, die Entgelt des Schuldners an den GlÃ¤ubiger fÃ¼r das ihm wÃ¤hrend einer im Voraus bestimmten oder unbestimmten Dauer zur VerfÃ¼gung ge­stellte und rÃ¼ckzahlbare Kapital bilden und als Quote desselben regelmÃ¤ssig in Prozen­ten berechnet werden (RB 1992 Nr. 24). FÃ¼r das gewÃ¶hnliche Darlehen unter Privaten geht Art. 313 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) allerdings von der Unverzinslichkeit aus. Der Ka­pitalzins muss also im Gegensatz zum kaufmÃ¤nnischen Verkehr (Art. 313 Abs. 2 OR) aus­drÃ¼cklich vereinbart werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Pflichtigen machen fÃ¼r das Jahr 2001 Schuldzinsen von Fr. 120'000.- geltend, welche der Ehemann aus einem von dessen mittlerweile verstorbenen Vater, D, 1983 und 1987 gewÃ¤hrten Darlehen von Fr. 2 Mio. schuldete, das zu 6 % zu verzinsen war. </p> <p class="Erwgung2">FÃ¼r die AbzugsfÃ¤higkeit der Schuldzinsen ist entscheidend, ob das verzinsliche DarlehensgeschÃ¤ft dem Ã¼bereinstimmenden wirkli­chen Willen der Beteiligten â des Ehemanns und dessen Vater â entsprochen hat und nicht bloss als ScheingeschÃ¤ft (Simulation) vor­geschÃ¼tzt worden ist. Denn Grundlage jeden gÃ¼ltigen RechtsgeschÃ¤fts ist gemÃ¤ss Art. 18 Abs. 1 OR der Parteiwille und nicht die nach aussen dargebotene Rechtsgestaltung. So kÃ¶nnen simulierte GeschÃ¤fte zum Einen dazu dienen, das Vorhandensein eines VertragsverhÃ¤ltnisses vorzutÃ¤uschen, obwohl zwischen den Parteien Ã¼berhaupt kein solches entstehen soll; zum Anderen kann durch den Abschluss des ScheingeschÃ¤fts von den Parteien das Verdecken eines wirklich beabsichtigten VertragsverhÃ¤ltnisses angestrebt sein, wobei diesfalls nicht nur ein simulierter Vertrag, sondern auch ein dissimuliertes (verdecktes) GeschÃ¤ft vorhanden ist. Das ScheingeschÃ¤ft kann auch in einer Teilsimulation bestehen, bei der nur eine oder einzelne Vertragsbestimmungen, z.B. falsche Angaben Ã¼ber die Verzinsung, vorgetÃ¤uscht sind (BGE 117 II 382 E. 2a). Die Simulationsabrede bedarf keiner besonderen Form und kann sich auch aus dem konkludenten Verhalten der Beteiligten ergeben (BGE 112 II 337 E. 4).</p> <p class="Erwgung2">Die zivilrechtliche Rechtsfolge, dass das simulierte RechtsgeschÃ¤ft als ungÃ¼ltig, das ver­deck­te RechtsgeschÃ¤ft hingegen (unter Vorbehalt der Einhaltung allfÃ¤lliger Formerfordernisse) als verbindlich zu wÃ¼rdigen ist (vgl. dazu Wolfgang Wiegand in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 3. A., Basel 2003, Art. 18 N. 51 ff.), muss auch fÃ¼r das Steuerrecht gelten. Der Steuerpflichtige soll gestÃ¼tzt auf Art. 33 Abs. 1 lit. a Satz 1 DBG von seinen EinkÃ¼nften nicht fiktive, sondern nur die tatsÃ¤chlich geschuldeten Schuldzinsen in Abzug bringen kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b>Nach Art. 123 DBG stellen die VeranlagungsbehÃ¶rden zusammen mit dem Steuerpflichtigen die fÃ¼r eine vollstÃ¤ndige und richtige Besteuerung massgebenden tatsÃ¤chlichen und rechtlichen VerhÃ¤ltnisse fest. Dabei hat sich im Steuerrecht die allgemeine Beweislastregel herausgebildet, dass die SteuerbehÃ¶rde die steuerbegrÃ¼ndenden Tatsachen nachzuweisen hat, der Steuerpflichtige dagegen jene Tatsachen, welche die Steuerschuld mindern oder auf­heben (BGr, 22. Februar 1993, ASA 62 [1993/94], 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa). Die Anforderungen an die VollstÃ¤ndigkeit der Sachdarstellung der SteuerbehÃ¶rde dÃ¼rfen dabei nicht Ã¼berspannt werden, ist diese doch fÃ¼r die Ermittlung der steuerbegrÃ¼ndenden Tatsachen im Wesentlichen auf die Mitwirkung des Steuerpflichtigen ange­wiesen. Ist der von der BehÃ¶rde angenommene Sachverhalt aufgrund bestimmter Anhaltspunkte sehr wahrscheinlich, rechtfertigt es sich, dem Steuerpflichtigen fÃ¼r die behauptete ge­genteilige Tatsache den Gegenbeweis zu Ã¼berbinden (BGr, 8. Februar 1991, ASA 60 [1991/92], 408 mit Hinweisen). Dieser setzt eine spÃ¤­tes­­tens in der Beschwerdeschrift zu liefernde substanziierte Sachdarstellung voraus (vgl. RB 1987 Nr. 35 fÃ¼r das kantonale Recht).</p> <p class="Erwgung2">Im Ãbrigen haben sich die BehÃ¶rden bei der Sachverhaltsfeststellung vom Grundsatz der freien BeweiswÃ¼rdigung leiten zu lassen. Sie dÃ¼rfen und mÃ¼ssen aufgrund ihrer frei gebildeten Ãberzeugung ohne Bindung an formale Beweisregeln darÃ¼ber befinden, ob eine Tatsache als verwirklicht oder nicht verwirklicht zu betrachten ist. Diese Ãberzeugung bildet sich unter BerÃ¼cksichtigung aller durch die Untersuchung und Beweiserhebung zutage getretenen UmstÃ¤nde aufgrund der Erfahrung. Sie braucht nicht in einer absoluten Gewissheit zu bestehen, die jede andere MÃ¶glichkeit ausschliesst. Es genÃ¼gt, wenn sie von der Lebenserfahrung und Vernunft getragen und auf sachliche GrÃ¼nde abgestÃ¼tzt ist (vgl. Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, Basel etc. 2000, Art. 130 DBG N. 24).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Der pflichtige Ehemann erhielt von seinem im Jahr 2004 verstorbenen Vater, D, gemÃ¤ss schriftlichen Vereinbarungen vom 5. Dezember 1983 und 29. Juni 1987 je ein Darlehen von Fr. 1 Mio. Diese Darlehen waren nach den beiden VertrÃ¤gen dazu bestimmt, dem Pflichtigen die Ãbernahme bzw. die Neuzeichnung von jeweils 1'000 Aktien der E AG zu ermÃ¶glichen, welche fÃ¼r die Darlehen als Sicherheit zu dienen hatten. Sie waren nach den vertraglichen Bestimmungen zu verzinsen, und zwar ab 1. Januar 1984 bzw. 1. Juli 1987 mit jÃ¤hrlich 6 %. Der Pflichtige war aufgrund der Vereinbarungen berechtigt, die Darlehen jederzeit ganz oder teilweise zurÃ¼ckzuzahlen, wÃ¤hrend sein Vater an eine sechsmonatige KÃ¼ndigungsfrist gebunden war. Nach unbestrittener Feststellung der Rekurskommission schlossen Vater und Sohn sodann offenbar spÃ¤ter â zu einem aktenmÃ¤ssig nicht bekannten Zeitpunkt und in nicht bekannter Form â einen weiteren Vertrag, der ein zinsloses Darlehen des Vaters zum Gegenstand hatte, das jedenfalls seit 1997 jeweils jÃ¤hrlich um die vertraglich geschuldeten Zinsen der erwÃ¤hnten beiden verzinslichen Darlehen von insgesamt Fr. 120'000.- erhÃ¶ht wurde und sich Ende 2001 auf Fr. 1'575'000.- belief. Aufgrund der Akten ergibt sich ausserdem, dass der Pflichtige von seinem im Ausland wohnhaften Vater in den Jahren 1998 bis 2001 Schenkungen im Gesamtbetrag von Fr. 3'546'000.- erhalten hatte.</p> <p class="Erwgung2">Angesichts dessen, dass die Darlehenszinsen von Fr. 120'000.- seit Jahren zum Darlehenskapital des zinslos gewÃ¤hrten Darlehens geschlagen werden, ist nicht ersichtlich, welche Bedeutung die Zinspflicht der beiden ersten Darlehen Ã¼berhaupt noch haben konnte. Die Pflichtigen bleiben denn auch sachliche ErklÃ¤rungen fÃ¼r diese von Vater und Sohn gewÃ¤hlte Vertragskonstruktion schuldig. Des Weiteren ist nicht einsehbar, weshalb die ersten beiden Darlehen verzinslich waren, wÃ¤hrend das dritte zinslos sein sollte. Nachdem der Vater des Ehemanns diesem ausserdem noch Schenkungen von rund Fr. 3,5 Mio., also praktisch in gleicher HÃ¶he wie die Darlehen, hat zukommen lassen, kann erst recht nicht nachvollzogen werden, welchen Sinn die Zinsklausel machen sollte, zumal Darlehen unter Privaten nach Art. 313 Abs. 1 OR nur dann verzinslich sind, wenn die Verzinsung verabredet ist. Unter diesen UmstÃ¤nden muss das Gericht annehmen, dass jedenfalls seit der Ãbertragung der Zinsen auf das Kapital des zinslosen Darlehens die Zinspflicht zwischen Vater und Sohn rechtsgeschÃ¤ftlich nicht (mehr) gewollt war und diese in Wirklichkeit die Zinslosigkeit auch der ersten beiden Darlehen vereinbart hatten. Ob auch die RÃ¼ckzahlung der Darlehen vorgetÃ¤uscht war, kann offen bleiben.</p> <p class="Erwgung2">Somit sind die geltend gemachten Schuldzinsen von Fr. 120'000.- nicht zum Abzug zuzulassen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Bei Liegenschaften im PrivatvermÃ¶gen kÃ¶nnen nach Art. 32 Abs. 2 DBG die Unterhaltskosten, die VersicherungsprÃ¤mien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen werden (Satz 1). Das EidgenÃ¶ssische Finanzdepartement bestimmt, wieweit Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, den Unterhaltskosten gleichgestellt werden kÃ¶nnen (Satz 2). Die Unterhaltskosten und die diesen gleichgestellten Investitionen werden in der bundesrÃ¤tlichen Verordnung vom 24. August 1992 Ã¼ber den Abzug der Kosten von Liegenschaften des PrivatvermÃ¶gens bei der direkten Bundessteuer, in der Verordnung der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung vom 24. August 1992 Ã¼ber die abziehbaren Kosten von Liegenschaften des PrivatvermÃ¶gens bei der direkten Bundessteuer sowie in der Verordnung des EidgenÃ¶ssischen Finanzdepartements vom 24. August 1992 Ã¼ber die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien nÃ¤her umschrieben. Nicht abzugsfÃ¤hig sind gemÃ¤ss Art. 34 DBG die Ã¼brigen Kosten und Aufwendungen, insbesondere laut lit. d die Aufwendungen fÃ¼r die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von VermÃ¶gensgegenstÃ¤nden.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt fÃ¼r neu erworbene Liegenschaften die so genannte Dumont-Praxis (vgl. BGE 99 Ib 362; BGE 123 II 218; BGr, 2. Februar 2005, StE 2005 A 23.1 Nr. 10, E. 2.1): Handelt es sich um eine vom bisherigen EigentÃ¼mer vernachlÃ¤ssigte Liegenschaft, so sind die Kosten, die der Erwerber zur Instandstellung in den ersten fÃ¼nf Jahren aufwenden muss, grundsÃ¤tzlich nicht abzugsfÃ¤hig (vgl. Art. 1 Abs. 1 Satz 2 der </span>bundesrÃ¤tlichen Verordnung vom 24. August 1992 Ã¼ber den Abzug der Kosten von Liegenschaften des PrivatvermÃ¶gens bei der direkten Bundessteuer). Geht es dagegen um eine nicht vernachlÃ¤ssigte Liegenschaft, kann der neue EigentÃ¼mer die "anschaffungsnahen" Kosten in Abzug bringen, soweit sie fÃ¼r den normalen, periodischen Unterhalt und nicht zum Nachholen unterbliebenen Unterhalts aufgewendet werden. Davon zu unterscheiden ist der Fall, wo der neue EigentÃ¼mer die Liegenschaft renoviert, um deren Miet- oder Pachtertrag zu steigern, oder wo eine auch selbst genutzte Liegenschaft ganz oder teilweise umgebaut oder einer neuen Nutzung zugefÃ¼hrt wird. Insofern dienen die Ausgaben nicht dazu, die Liegenschaft in ihrem bisherigen vertrags- oder nutzungsmÃ¤ssigen Zustand zu erhalten, sondern zielen darauf ab, die Einkommensquelle zu verbessern (BGE 123 II 218 E. 1e; <span>BGr, 2. Februar 2005, StE 2005 A 23.1 Nr. 10, E. 2.1</span>). Die Dumont-Praxis bezweckt, den Steuerpflichtigen, der eine im Unterhalt vernachlÃ¤ssigte Liegenschaft kauft, um sie zu renovieren, steuerlich nicht besser zu stellen als denjenigen Steuerpflichtigen, der eine bereits renovierte Liegenschaft erwirbt (BGr, 11. Juni 1999, ASA 70 [2001/02], 155 E. 3d).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Als steuermindernde Tatsachen sind die Unterhaltskosten vom hier­fÃ¼r beweisbelasteten Steuerpflichtigen geltend zu machen und hinsichtlich Bestand und Um­fang nachzuweisen (vgl. <span>BGr, 22. Februar 1993, ASA 62 [1993/94], 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa). Um der Rekurskommission die ÃberprÃ¼fung und rechtliche WÃ¼rdigung zu ermÃ¶glichen, muss d</span>ieser Nachweis durch eine substanziierte Sachdarstel­lung an­getreten werden, die spÃ¤testens innerhalb der Beschwerdefrist vorgetragen werden muss (vgl. RB 1964 Nr. 68; RB 1975 Nrn. 54, 55, 64 und 82; RB 1976 Nr. 77; RB 1977 Nr. 60; RB 1978 Nr. 71 am Ende; RB 1981 Nr. 90). Als substanziiert gilt eine Sachdarstellung, die hinsichtlich Art, Motiv und Rechts­grund alle Tatsachenbehauptungen enthÃ¤lt und somit ohne weitere Untersuchung, aber un­ter Vorbehalt der Beweiserhebung die rechtliche WÃ¼rdigung der geltend gemach­ten Steu­er­auf­hebung oder ‑minderung erlaubt. Bei ungenÃ¼gender Substanziierung ist von Amtes wegen keine Un­tersuchung durchzufÃ¼hren, um die fehlenden Grundlagen zu beschaf­fen (vgl. RB 1975 Nr. 64; RB 1981 Nr. 90; RB 1987 Nr. 35). Denn es <span>ist insbesondere der BehÃ¶rde nicht zuzumuten, in den Akten nach Tatsachen zu forschen, die der Steuerpflichtige mit allfÃ¤llig angebotenen Beweismitteln mutmasslich beweisen mÃ¶chte, oder aufs Geratewohl offerierte Beweise abzunehmen, in der Ungewissheit darÃ¼ber, ob Ã¼berhaupt und bejahendenfalls welche rechtserheblichen Tatsachen da­mit bewiesen werden sollten. </span>Eine unvollstÃ¤ndige Sachdarstellung kann somit nicht im Be­weis­verfahren nachgeholt werden, dient doch dieses vielmehr nur noch dazu, die Rich­tig­keit des substanziiert dargelegten Sachverhalts zu Ã¼berprÃ¼fen. Entsprechend gehÃ¶rt zur Mitwirkung des Steuerpflichti­gen die Beschaffung oder Bezeichnung von Beweismitteln, anhand derer sich die Richtig­keit des dargelegten Sachverhalts ergibt (Martin Zweifel, Die Verfahrenspflichten des Steu­er­pflich­ti­gen im SteuereinschÃ¤tzungsverfahren, ASA 49 [1980/81], 518). Insbesondere muss er die Art der strei­ti­gen Lieferungen und/oder Leistungen so genau bezeichnen, dass sich diese ohne wei­te­res steuerlich qualifizieren lassen (vgl. RB 1980 Nr. 69). Seinen tat­sÃ¤ch­li­chen Auf­wand hat er durch Vorlage quit­tierter Rechnungen oder anderer Zah­lungs­be­le­ge nach­zu­wei­sen (vgl. RB 1982 Nr. 107). ErfÃ¼llt der Steu­er­pflich­ti­ge die­se An­for­de­run­gen nicht, so ha­ben die Aufwen­dun­gen unbe­rÃ¼ck­sich­tigt zu blei­ben (vgl. RB 1980 Nr. 72). Nur soweit ihm Substanziierung und/oder Beweisleistung aus GrÃ¼nden, die er nicht zu vertreten hat, nicht mÃ¶glich oder nicht zumutbar sind, kann er sich, hinreichende SchÃ¤tzungsgrundlagen vorausgesetzt, auch auf SchÃ¤tzungen berufen (vgl. RB 1987 Nr. 35). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b><span>Das SteuerrechtsverhÃ¤ltnis ist ein Ã¶ffentlichrecht­li­ches SchuldverhÃ¤ltnis, das die Steuerschuld zum Gegenstand hat, deren Bestand und Umfang ausschliesslich durch das Ge­setz bestimmt wird. Deshalb haben Steuer‑ und RechtsmittelbehÃ¶rden insbesondere die Steuer­fakto­ren aufgrund der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten zu ermitteln und ist ihnen unter­sagt, mit dem Steuerpflichtigen Ver­ein­ba­run­gen zu tref­fen, wel­che vom Ge­setz abweichen, oder ihren Entscheiden sol­che Steu­er­ab­ma­chun­gen zu­grun­de­ zu­ legen. </span>Die VerstÃ¤ndigung zwischen SteuerbehÃ¶rde und Steuerpflichtigen ist im Steuergesetz nicht geregelt und entbehrt daher einer ausdrÃ¼cklichen gesetzlichen Grundlage. Indessen ist es durchaus mÃ¶glich, sich mit der SteuerbehÃ¶rde Ã¼ber bestimmte Elemente des steuerrechtlich relevanten Sachverhalts zu verstÃ¤ndigen (vgl. RB 1992 Nr. 30). Derartige VerstÃ¤ndigungen binden die Steuer-(justiz)-behÃ¶rden, sofern und soweit sie â anders als die unzulÃ¤ssigen Steuerabmachungen bzw. -abkommen â auf eine gesetzmÃ¤ssige EinschÃ¤tzung abzielen (vgl. RB 1996 Nr. 39). Eine gestÃ¼tzt auf eine VerstÃ¤ndigung erfolgte EinschÃ¤tzung kann nach stÃ¤n­diger Rechtsprechung ohne weiteres auf dem Rechtsmittelweg weitergezogen werden und ist die VerstÃ¤ndigung durch die RechtsmittelbehÃ¶rde ohne EinschrÃ¤nkung auf ihre GesetzmÃ¤ssigkeit hin Ã¼berprÃ¼fbar (vgl. RB 1996 Nr. 39). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) verankerte Grund­satz des rechtlichen GehÃ¶rs umfasst unter anderem das Recht, sich zu allen erheblichen Gesichtspunkten vorgÃ¤ngig eines Entscheids zu Ã¤ussern (vgl. etwa BGE 126 I 15 E. 2 mit weite­ren Hinweisen). Dies gilt auch fÃ¼r rechtliche Beurteilungen, wenn eine BehÃ¶rde sich auf juristische Argumente zu stÃ¼tzen gedenkt, mit deren Heranziehung der Steuerpflichtige nicht rechnen musste (BGE 126 I 19 E. 2c/aa mit weiteren Hinweisen; vgl. RB 2003 Nr. 91; RB 2002 Nr. 115). Solchenfalls ist dem Steuerpflichtigen vor dem Entscheid Gelegenheit zu geben, da­zu Stellung zu nehmen. Insbesondere muss dieser berechtigt sein, neue, bisher nicht vorgebrachte tatsÃ¤chliche und rechtliche GegengrÃ¼nde geltend zu machen und neue BeweisantrÃ¤ge zu stellen.</p> <p class="Erwgung3">Aus dem verfassungsmÃ¤ssigen GehÃ¶rsgrundsatz sowie aus Art. 116 Abs. 1 und Art. 143 Abs. 2 DBG fliesst auch das Recht auf einen begrÃ¼ndeten Entscheid. Die BegrÃ¼ndung ist jedenfalls so abzufassen, dass der Steuerpflichtige dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu erkennen und die Ãberlegungen, welche die BehÃ¶rde ihrer Entschei­dung zugrunde gelegt hat, nachzuvollziehen (vgl. BGE 119 Ia 264 E. 4d; BGE 121 I 54 E. 2c). Auf diese Weise soll der Steuerpflichtige beurteilen kÃ¶nnen, ob und mit welchen Argumenten er den Entscheid auf dem Rechtsmittelweg weiter­ziehen will. Schliesslich ermÃ¶glicht die vorinstanzliche BegrÃ¼ndung der Rechtsmittel­behÃ¶rde die ÃberprÃ¼fung der angefochtenen Entscheidung. Auch eine Rechtsmittelinstanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlÃ¤sslich auseinanderset­zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrÃ¼cklich widerlegen. Sie kann sich auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrÃ¤nken (BGE 117 Ib 64 E. 4; BGE 121 I 54 E. 2c).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die pflichtigen Eheleute haben in den Jahren 1997 und 1998 in X (ausserkantonal) verschiedene zusammenhÃ¤ngende Liegenschaften zum Preis von insgesamt Fr. 1'212'005.- erworben. HierfÃ¼r haben sie in den darauf folgenden Jahren 1998 bis 2001 gesamthaft Aufwendungen von Fr. 3'243'582.56 getÃ¤tigt. FÃ¼r das in Frage stehende Jahr 2001 haben sie von Kosten in HÃ¶he von Fr. 782'245.- einen Betrag von Fr. 386'196.- einkommensmindernd geltend gemacht, welchen das kantonale Steueramt im Veranlagungsverfahren gestÃ¼tzt auf eine VerstÃ¤ndigung mit den Pflichtigen im Umfang von Fr. 276'196.- anerkannt hat.</p> <p class="Erwgung2">Der Rekurskommission ist beizupflichten, dass der Umstand, dass die Pflichtigen "anschaffungsnah" fast das Dreifache des Erwerbspreises zusÃ¤tzlich in die Liegenschaft investiert haben, die Vermutung nahe legt, dass es sich um eine Ã¼ber den ordentlichen Unterhalt oder die Nachholung eines derartigen Unterhalts hinausgehende Instandstellung im Sinn einer umfassenden Umgestaltung und Restaurierung der aus dem 18. Jahrhundert stammenden GebÃ¤ude handelt, welche auf eine eigentliche Neueinrichtung und tief greifende Erweiterung der Nutzung der Liegenschaft hinauslÃ¤uft. Die Vorinstanz hat sodann einleuchtend dargelegt, dass diese Vermutung anhand verschiedener im Zeitraum von 1998 bis 2001 ausgefÃ¼hrter Arbeiten erhÃ¤rtet werde: So hÃ¤tten sich allein die Architekturleistungen auf Ã¼ber Fr. 360'000.-, die Bauarbeiten auf rund Fr. 1 Mio., die Malerarbeiten auf Fr. 200'000.-, die Ausgaben fÃ¼r BodenbelÃ¤ge (Stein und Holz) auf Ã¼ber Fr. 160'000.- und die Kosten fÃ¼r Spengler- und Dachdeckerarbeiten auf Ã¼ber Fr. 230'000.- belaufen. Ausserdem sei ein Schwimmbad eingebaut sowie allein fÃ¼r Marmor in Bad und KÃ¼che Ã¼ber Fr. 50'000.- und fÃ¼r den Garten rund Fr. 200'000.- aufgewendet worden. </p> <p class="Erwgung2">Angesichts dieser Sachlage durfte die Rekurskommission â wie vor ihr das kantonale Steueramt als EinsprachebehÃ¶rde â im Licht der Dumont-Praxis des Bundesgerichts zu den anschaffungsnahen Liegenschaftsaufwendungen den Schluss ziehen, dass die im Jahr 2004 getroffene VerstÃ¤ndigung zwischen dem kantonalen Steueramt und den Pflichtigen, wonach im Jahr 2001 getÃ¤tigte Aufwendungen im Gesamtbetrag von Fr. 276'196.- als Unterhaltskosten zu betrachten seien, nicht gesetzmÃ¤ssig sein kÃ¶nnte. Sie hat die ordentlichen Unterhaltskosten, welche das kantonale Steueramt in Anwendung von Art. 130 Abs. 2 DBG nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen auf Fr. 20'000.- geschÃ¤tzt hatte, auf Fr. 9'544.- herabgesetzt und die Pflichtigen, weil somit eine HÃ¶hereinschÃ¤tzung in Frage stand, zu Recht hierzu angehÃ¶rt.</p> <p class="Erwgung2">Die Rekurskommission hat zutreffend erwogen, dass allfÃ¤llige neue tatsÃ¤chliche Behauptungen der Pflichtigen in deren Eingabe vom 5. Dezember 2005 nicht zu hÃ¶ren seien, denn andernfalls liefe dies auf eine nicht zulÃ¤ssige Erstreckung der Beschwerdefrist hinaus. Indessen kann dem angefochtenen Entscheid nicht in nachvollziehbarer Weise entnommen werden, welche Tatsachenbehauptungen der Pflichtigen in ihrer Eingabe vom 5. Dezember 2005 gegenÃ¼ber der Beschwerdeschrift neu und daher nicht zu berÃ¼cksichtigen seien. Ausserdem hat sich die Rekurskommission nicht nÃ¤her zu den von den Pflichtigen im Eventualbegehren gestÃ¼tzt auf Art. 32 Abs. 2 Satz 2 DBG sowie die Verordnung des EidgenÃ¶ssischen Finanzdepartements vom 24. August 1992 Ã¼ber die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien geltend gemachten Aufwendungen geÃ¤ussert und dargelegt, aus welchen tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen GrÃ¼nden sie die Anrechnung dieser Aufwendungen abgelehnt hat.</p> <p class="Erwgung2">Dergestalt hat die Rekurskommission den Pflichtigen das rechtliche GehÃ¶r verweigert. Diesen Mangel wird sie im 2. Rechtsgang beheben mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2">Es ist anzumerken, dass die Rekurskommission dann, wenn sie die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer und den Rekurs betreffend die Staats- und Gemeindesteuern im gleichen Verfahren vereinigt, die beiden zu fÃ¤llenden Entscheide â den Beschwerdeentscheid (Art. 143 DBG) und den Rekursentscheid (§ 149 f. des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997) â in der BegrÃ¼ndung klar auseinander zu halten hat (BGE 130 II 509 E. 8), was hier nicht hinreichend geschehen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Da einerseits die BeschwerdefÃ¼hrenden hinsichtlich des Schuldzinsenabzugs unterliegen und anderseits der Ausgang des Verfahrens mit Bezug auf die Liegenschaftskosten letztlich weitgehend ungewiss ist, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten zu 2/3 den BeschwerdefÃ¼hrenden und zu 1/3 der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG). Den BeschwerdefÃ¼hrenden steht bei diesem Verfahrensausgang keine ParteientschÃ¤digung zu (Art. 64 VwVG des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 und Art. 145 Abs. 2 DBG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Steuerrekurskommission II zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Ãber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen hat die Steuerrekurskommission II im Neuentscheid zu befinden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'100.-- Total der Kosten</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden je zu 1/3 den BeschwerdefÃ¼hrenden, unter solidarischer Haftung fÃ¼r 2/3 der Kosten, und zu 1/3 der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">7. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>