B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1757/2013 U r t e i l v om 8 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richter Markus König, Gerichtsschreiberin Simona Risi. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Februar 2013 / N (…). E-1757/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer, ein Tamile aus B._______ (Distrikt Jaffna) mit letztem Wohnsitz in C._______ (Distrikt Vavuniya), seinen Heimatstaat am 23. Oktober 2009, indem er mit einem gefälschten Reisepass auf dem Luftweg von Colombo über Frankreich nach Rom gelangte. Am 28. Oktober 2009 reiste er mit einem Persone n- wagen weiter in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs - und Ver- fahrenszentrum Basel um Asyl nachsuchte. Anlässlich der der Befragung zur Person vom 2. November 2009 und der Anhörung vom 15. Dezember 2009 brachte er im Wesentlichen vor, er habe von 1996 bis Ende 2002 als Chauffeur für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gearbeitet. Ab September 2002 habe er mit seiner Familie in B._______ gewohnt und sei von 2003 bis 2006 in einem (…)geschäft angestellt gewesen. In jener Zeit habe er die LTTE in seiner Freizeit unterstützt. Seit Ende 2005 sei er von paramilitärischen Gruppen oder der Sri Lanka Army (SLA) verfolgt worden. So hätten zivil gekleidete Personen etwa fünfmal im Laden seines Arbeitgebers nach ihm gesucht. Ausserdem sei er zweimal durch Soldaten verprügelt worden, nachdem Landminen explodiert seien. Im Juli 2007 sei er, aufgrund der Suche nach ihm, ins Vanni-Gebiet gezogen. In jenem Jahr habe man ihn bei seinen Eltern zu Hause gesucht und aufgrund seiner Abwesenheit das Haus zer- stört. Von August 2007 bis Ende 2008 beziehungsweise Anfang 2009 ha- be er wiederum als Chauffeur für die LTTE gearbeitet und monatlich 4'500 Sri-Lanka-Rupien verdient (damals rund Fr. 45.00). Seine Aufgabe habe im Wesentlichen darin bestanden, für die LTTE Lebensmittel zu transportieren und verwundete LTTE-Kämpfer von einem Treffpunkt hinter der Front aus zum Spital zu fahren. Er habe alles getan, was die LTTE von ihm verlangt hätten. So habe er auch grosse Pakete transportiert, de- ren Inhalt er nicht gekannt habe. Aufgrund seiner Tätigkeiten hätten ihm Nachteile durch ihm unbekannte , zivil gekleidete Personen gedroht, was ihn zur Flucht bewogen habe. Von März 2009 an bis kurz vor der Ausrei- se im Oktober jenes Jahres habe er sich bei seinem Onkel in C._______ bei Vavuniya versteckt gehalten. Dort sei er einmal beziehungsweise zweimal in der Stadt von zwei Personen angehalten worden, die sich sei- ne Adresse aufgeschrieben hätten. Danach seien im Oktober 2009 zwei- mal Mitglieder der SLA beziehungsweise paramilitärischer Gruppierungen vorbeigekommen. Er sei aber beide Male nicht zu Hause gewesen , son- dern habe sich auf dem F eld hinter dem Haus aufgehalten . Am E-1757/2013 Seite 3 20. Oktober 2009 sei er nach Colombo gereist und habe drei Tage später das Land verlassen. Nach seiner Ankunft in der Schweiz sei er weiterhin gesucht worden. Zum Nachweis seiner Identität reichte er seine I dentitätskarte zu den Ak- ten. B. Mit Verfügung vom 28. Februar 2013 – eröffnet am 2. März 2013 – wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ab und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug an. C. Dagegen gelangte der Bes chwerdeführer mit Eingabe vom 2 . April 2013 an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuheben und die Sache sei an das BFM zurückzuweisen, eventualiter sei der Entscheid des BFM aufzuheben und die Sache sei zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, subeventualiter sei ihm Asyl zu gewähren und subsubeventualiter seien die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung unter Feststellung der Unzulässigkeit oder Unz u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aufzuheben. In verfahrensrechtl i- cher Hinsicht ersuchte er um Mitteilung des Spruchgremiums, um Anse t- zung einer Frist von 30 Tagen zum Beleg der finanziellen Verhältnisse sowie der Wohnsituation seiner Familienangehörigen, um Instruktion s- handlungen betreffend die bei der vorinstanzlichen Anhörung überse t- zende Dolmetscherin sowie um eine ergänzende Anhörun g durch das Bundesverwaltungsgericht. Der Beschwerdeführer legte als Beweismittel 63 Beilagen (Berichte vo n Menschenrechtsorganisationen, Internet- und Zeitschriftenartikel) ins Recht. D. Mit Schreiben vom 5. April 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. E-1757/2013 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die besch werdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht. Der Be - schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf diese ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schriften- wechsel verzichtet. 4. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe in mehrfacher Hi n- sicht seinen Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bun-E-1757/2013 Seite 5 desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 29 VwVG) verletzt und den Sachverhalt u n- richtig und unvollständig erhoben. Diese formellen Rügen sind vorab zu behandeln, da sie geeignet sein könnten, eine Kassation der vorinstanzli- chen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfah- ren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes , 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4.1 Zunächst bringt der Beschwerdeführer vor, sein Anspruch auf rechtl i- ches Gehör sei dadurch verletzt worden, dass er über drei Jahre vor E r- lass des vorinstanzlichen Entscheids letztmals angehört worde n sei (vgl. E. 4.1.1 nachfolgend). Des Weiteren sei das rechtliche Gehör durch den Einsatz einer ungeeigneten Dolmetscherin bei der eingehenden Anh ö- rung verletzt worden (vgl. E. 4.1.2). Ferner habe das BFM entgegen den in BVGE 2011/24 für die Beurteilung d er Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs genannten Voraussetzungen seine aktuellen Lebens - und Wohnverhältnisse und das Vorhandensein begünstigender Faktoren in Sri Lanka nicht abgeklärt und damit den Anspruch auf rechtliches Gehör ver- letzt (vgl. E. 4.1.3) . Auf diese Rügen wird nachfolgend im Einzelnen ei n- gegangen. 4.1.1 Die eingehende Anhörung im vorliegenden Asylverfahren fand am 15. Dezember 2009 statt; der vorinstanzliche Entscheid erging am 28. Februar 2013. In diesem Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das BFM, indem dieses es versäumt habe, ihn vor Erlass der angefochtenen Verfügung erneut a n- zuhören oder ihm zumindest Gelegenheit zur Einreichung einer Stellun g- nahme zu geben. Ob ein Asylgesuchsteller die Flüchtl ingseigenschaft er- fülle und ob der Vollzug der Wegweisung zulässig oder zumutbar sei, müsse nämlich immer ausgehend vom aktuellen Sachverhalt und der a k- tuellen Gefährdungssituation beurteilt werden. Die Situation in Sri Lanka habe sich seit der letzten Anh örung grundlegend gewandelt. Aktuell liege eine andere Verfolgungsstruktur vor als zur Zeit der Anhörung. Zudem habe er bei den vorinstanzlichen Befragungen darauf hingewiesen, dass nach seinem Verschwinden aus dem Distrikt Jaffna im Jahre 2006 dort nach ihm gesucht worden sei. Noch heute würden bei seinen Eltern r e- gelmässig Angehörige der SLA sowie Mitglieder paramilitärischer Kräfte vorbeigehen und sich nach seinem Aufenthaltsort sowie dem Zeitpunkt seiner Rückkehr erkundigen. Dieser Umstand sei für die B eurteilung der E-1757/2013 Seite 6 aktuellen asylrelevanten Verfolgung massgeblich und hätte vor Erlass der Verfügung zwingend durch das BFM abgeklärt werden müssen. Er habe den Behörden diesbezüglich jederzeit zur Verfügung gestanden und sei damit seiner Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG nachgekommen. Hinsichtlich dieser Rüge ist festzuhalten, dass beim Ergehen des vor - instanzlichen Entscheids die Ordnungsfrist von Art. 37 AsylG nicht ei n- gehalten wurde. Daraus lässt sich indes kein Recht des Beschwerdefü h- rers ableiten, wonach er vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung ein weiteres Mal hätte angehört werden müssen. Die Untersuchungspflicht der Behörden findet ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht eines Asylg e- suchstellers (vgl. Art. 8 AsylG), der auch die Substanziieru ngslast trägt (vgl. Art. 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdefüh- rer nach seiner Anhörung vom 15. Dezember 2009 bis zum Ergehen der angefochtenen Verfügung keine aktuellen Ereignisse zu Ha nden des BFM zu vermelden hatte, weshalb dieses zu Recht darauf verzichtete, ihn nochmals anzuhören oder ihm Gelegenheit zu geben, schriftlich Stellung zu nehmen. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges e r- heblich verändert hat. Nach dem Gesagten erweist sich die Rüge als u n- begründet. 4.1.2 Der Beschwerdeführer rügt überdies die bei der Anhörung vom 15. Dezember 2009 bestandene Situation. So falle auf, dass das Prot o- koll der Befragung zur Person phasenweise eine grössere Dichte und mehr Informationsgehalt aufwe ise als das Anhörungsprotokoll, welches von extremer Oberflächlichkeit geprägt sei. Es entstehe fälschlicherweise der Eindruck, als habe er jeweils nur kurz auf die entsprechenden Fragen geantwortet. Dies liege dara n, dass die bei der Anhörung eingesetzte Dolmetscherin einen mutmasslich malaysisch tamilischen Dialekt gespro- chen habe, welcher für ihn über weite Strecken nicht verständlich gew e- sen sei. Auch sie habe ihn nicht verstanden, weshalb es bei der Überse t- zung viele Rückfragen gegeben habe. Da es sich bei der Dolmetscherin um eine ältere Frau gehandelt habe, habe er sich aus Respekt vor ihr nicht getraut, die Verständnisschwierigkeiten anzusprechen. Zudem ver- füge er über lediglich geringe Schulbildung und sei in einem bäuerlichen Milieu sozialisiert worden, weshalb er nicht in der Lage gewesen sei, die Initiative zu ergreifen und auf den Mangel hinzuweisen. Die vom BFM bemängelte fehlende Konkretheit, Detailliertheit und Differenziertheit se i- ner Vorbringen lasse sich jedenfalls durch die ungeeignete Übersetzerin erklären, mit deren Einsatz die Vorinstanz seinen Anspruch auf rechtl i-E-1757/2013 Seite 7 ches Gehör verletzt habe. Es sei daher beim BFM zu erheben, welche Übersetzerin bei der Anhörung vom 15. Dezember 2009 eingesetzt wor- den sei, woher diese stamme, in welcher Zeitperiode sie beim BFM b e- schäftigt gewesen sei, welche Qualifikation ihr für ihre Übersetzungslei s- tung ausgestellt worden sei und wo sie sich heute aufhalte. Sodann sei sie einer Lingua-Analyse zu unterziehen, um die Qualität ihrer tamilischen Sprachkenntnisse, hinsichtlich eines speziellen Dialektes, abzuklären. Nach Durchsicht des Protokolls der ein lässlichen Anhörung (vgl. die vor - instanzliche Akte A6/15) kann das Bundesverwaltungsgericht die durch den Beschwerdeführer gerügten Mängel nicht bestätigen. Dieser gab zu Beginn der Anhörung an, die Dolmetscherin gut zu verstehen (vgl. A6/15 F1 S. 1) und machte zu deren Übersetzungsleistu ng weder während der Befragung noch danach negative Anmerkungen. Am Ende der Anhörung wurde er durch den Sachbearbeiter darüber informiert, dass aus der Sicht des BFM nun alle Fakten erhoben seien, die für die Beurteilung seines Asylgesuchs wesentlich seien. Darauf angesprochen, ob er (Beschwerde- führer) etwas beizufügen habe, gab er zur Antwort, die Fragen beantwo r- tet zu haben, welche ihm gestellt worden seien. Auf die erneute Nachfra- ge des Sachbearbeiters hin sagte der Beschwerdeführer , er brauche S i- cherheit, da er in Sri Lanka noch immer gesucht w erde. Die a bschlies- sende Frage, ob davon aus zugehen sei, dass er alles habe sagen kö n- nen, was für sein Asylgesuch wichtig sei, bejahte er. Schliesslich wurde er noch gefragt, ob es weitere als die erwähnten Gründe gebe, welche g e- gen eine Rückkehr nach Sri Lanka s prechen würden. Hierzu brachte er (einzig) vor, er habe bisher mit seiner Familie keinen Kontakt gehabt (vgl. A6/15 F145 -148 S. 13). Der Beschwerdeführer hatte somit hinreichend Gelegenheit, seine Asylgründe darzulegen. Verständigungsschwierigke i- ten zwischen ihm und der Übersetzerin sind aus dem Protokoll nicht e r- sichtlich und er stellte auch keine Rückfragen. Verständigungsschwierig- keiten bei der Anhörung scheinen auch durch die Hilfswerkvertretung (HWV) nicht beobachtet worden zu sein, ansonsten entsprechende A us- führungen in deren Protokoll zu er warten gewesen wären. Die HWV ver- zichtete jedenfalls auf Anmerkungen. Überdies erscheinen die Antworten des Beschwerdeführers auf die gestellten Fragen durchgängig als relativ kurz und knapp. Allein daraus sind jedoch keine Übersetzungsmängel abzuleiten, zumal er sich auch anlässlich der Befragung zur Person nicht wesentlich ausführlicher äusserte (vgl. A1/9 Ziff. 15 S. 5). Sofern der Be- schwerdeführer Einwände gegen die Dolmetscherin gehabt hätte, wäre er gehalten gewesen, diese bei der Anhörung vorzubringen . D as Vorbrin- gen, es habe sich bei der Übersetzerin um eine ältere Frau gehandelt, E-1757/2013 Seite 8 weshalb er es nicht gewagt habe, Verständn isschwierigkeiten anzuspre- chen, ist unbehelflich. Dem Beschwerdeführer konnte, insbesondere a n- gesichts der Wichtigkeit der Anhörung für die Beurteilung seines Asylg e- suchs, ohne Weiteres und zwar auch unter Berücksichtigu ng seiner an- geblich geringen Schulbildung, zugemutet werden, sich gegen den Ei n- satz der Dolmetscherin auszusprechen. Nachdem keine Hinweise für ei- ne mangelhafte Übersetzung bestehen, erscheinen die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerdeschrift als nachgeschoben; eine Verle t- zung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich und das Protokoll der Anhörung ist verwertbar. Daher ist der Antrag des Beschwerdeführers auf Überprüfung der Übersetzerin vollumfänglich abzuweisen. 4.1.3 Sodann führt der Beschwerdeführer aus, dass die Vorinstanz zwar auf das Grundsatzurteil BVGE 2011/24 und die dort festgehaltenen Krit e- rien zur Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1 S. 510 f.) Bezug nehme, diese jedoch vorliegend nicht angewendet habe. Obwohl die Vorinstanz ausdrücklich darauf hi n- weise, dass für Personen, deren letzter Aufenthalt in der Nordprovinz län- gere Zeit zurückliege, die aktuellen Lebens- und Wohnverhältnisse sowie das Vorhandensein begünstigender Faktoren zu prüfen sei, habe sie kei- ne entsprechenden Abklärungen vorgenommen. Zur Zeit der vor - instanzlichen Befragungen habe seine Familie noch im Vanni -Gebiet ge- lebt, erst heute würden sie wieder im notdürftig reparierten Haus in der Gegend von Jaffna leben und mit Gemüseanba u einen Teil des Einkom- mens erwirtschaften. Der wesentliche Teil ihrer finanziellen Mittel stamme von seinen (Beschwerdeführer) regelmässigen Geldzahlungen, ohne welche die Familie nicht überleben könnte. Bei seine Rückkehr würde dieser Geldfluss versiegen , womit für ihn kein tragfähiges Beziehung s- netz vorhanden wäre. Hätte die Vorinstanz entsprechend seinem A n- spruch auf rechtliches Gehör den Sachverhalt abgeklärt, so wäre klar geworden, dass keinerlei begünstigende Faktoren vorliegen würden, we l- che einen Vollzug der Wegweisung als zumutbar erscheinen lassen wü r- den. Soweit der Beschwerdeführer mit dieser Rüge erneut die fehlende noch- malige Gewährung des rechtlichen Gehörs vor dem Erlass des Entsche i- des bemängelt, ist auf die vorangehende Erwägung 4.1.1 zu verweisen. Demnach konnte sich das BFM bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auf die Angaben des Beschwerdeführers stützen, ohne ihm ein weiteres Mal Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben . Hinsichtlich des Tatbestandselements, wonach seine Familie im Zeitpunkt E-1757/2013 Seite 9 des Entscheides noch im Vanni -Gebiet gelebt habe und nun wieder im Distrikt Jaffna ansässig sei, sowie betreffend die übrigen Ausführungen des Beschwerdeführers zur aktuellen Situati on seiner Familie, ist auf die nachfolgenden materiellen Erwägungen zur Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs zu verweisen (vgl. E. 9.2.4). An dieser Stelle ist indes Fo l- gendes anzumerken: Obgleich der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht (vgl. Art. 35 VwVG) durch das BFM nicht rügt, muss festgestellt werden, dass sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nach einer allgemeinen Darlegung der Rechtsprechung sehr knapp zur Erfüllung der Zumutbarkeitskriterien im Falle des Beschwerdeführ ers äusserte. So bezog es sich lediglich auf dessen Herkunftsort im Distrikt Jaffna und stellt e fest, dass keine individuellen Gründe gegen den We g- weisungsvollzug sprechen würden und der Beschwerdeführer mit seinen Angehörigen über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfüge. Diese Ausfüh- rungen vermögen den Anforderungen an die Begründungsdichte gerade noch zu genügen, wobei mit Blick auf die Rechtsprechung grundsätzlich ein vertiefteres Auseinandersetzen mit den einzelnen Zumutbarkeitskri te- rien erwartet werden müsste (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.2 S. 510 f.). Da es dem Beschwerdeführer indes möglich war, die vorinstanzliche Verf ü- gung sachgerecht anzufechten ( vgl. Art. 13 der Konvention vom 4. N o- vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101] ) und das Bundesverwaltungsgericht in der L age ist, deren Rechtmässigkeit zu überprüfen, hat das BFM seine Begründung s- pflicht im vorliegenden Fall nicht verletzt. 4.2 Der Beschwerdeführer moniert sodann die unvollständige und unrich- tige Sachverhaltsabklärung durch die Vorinstanz. B egründet wird diese Rüge insbesondere damit, dass seine Aktivitäten zu Gunsten der LTTE von 1996 bis 2009 weder vollständig noch chronologisch geordnet abg e- klärt worden seien und auch hinsichtlich seiner heutig en Gefährdungssi- tuation sowie der individuellen Verhältnisse im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka keine Abklärungen durch das BFM vorgenommen worden seien (vgl. E. 4.2.1 nachfolgend) . Zudem habe die Vorinstanz den Sachverhalt dadurch unvollständig festge stellt, da ss sie zur Beurteilung der Flüch t- lingseigenschaft keine länderspezifischen Informationen und Länderb e- richte beigezogen habe (vgl. E. 4.2.2). 4.2.1 Die Rüge der ungenügenden Abklärung der Aktivitäten zu Gunsten der LTTE in den Jahren 1996 bis 2009 sowie der aktuellen Gefährdung begründet dieser einerseits mit der mangelhaften Übersetzungsleistung, was angesichts obiger Ausführungen (vgl. E. 4.1.2) fehlschlägt. Zum An-E-1757/2013 Seite 10 deren führt er aus, die Frage, in welchem Rahmen und mit welcher Inte n- sität er während mehr als 10 Jahren Hilfsleistungen für die LTTE erbracht habe, sei für die Beantwortung der Frage, ob er aktuell in Sri Lanka noch als Unterstützer der LTTE gesucht werde, von erheblicher Bedeutung. Das BFM habe es jedoch versäumt, die diesbezüglichen Fakten zu erhe- ben; ebenso wenig habe es seine aktuelle Verfolgung abgeklärt. Er habe bereits darauf hingewiesen, dass nach wie vor bei seinen Eltern regel- mässig nach seinem Aufenthalt und dem Zeitpunkt der Rückkehr gefragt werde. Dieser Umstand sei ebenfalls noch vollständig abzuklären. Zudem habe die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs ungenügend erhoben . Es rechtfertige sich daher, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an das BFM z u- rückzuweisen. Im Zug e der Neubeurteilung müsse er zwingend, insb e- sondere zur aktuellen Situation, durch die Vorinstanz oder das Bunde s- verwaltungsgericht nochmals angehört werden. Diese Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich als unbegründet. Zwar gilt im Asylverfahren der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Für das erstinstanzl i- che Asylverfahren bedeutet dies, dass das BFM zur richtigen und vol l- ständigen Ermittlung und Feststellung des rechtserheblichen Sachve r- halts verpflichtet ist. Asylsuchende sind aber andererseits verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und müssen insbesonde- re angeben, weshalb sie um Asyl nachsuchen (Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). Wie bereits in E. 4.1.2 dargelegt, hatte der Beschwerdeführer ausre i- chend Gelegenheit, seine Asylgründe darzulegen, zu welchen ihm dive r- se Fragen gestellt wurden. Dass seine Antworten – wie ebenfalls bereits in E. 4.1.2 erwähnt – relativ knapp und unsubst anziiert ausgefallen sind, kann dem BFM nicht als unvollständige Sachverhaltsermittlung vorgeha l- ten werden. Nachdem der Beschwerdeführer den Inhalt und die Vollstän- digkeit des Anhörungsprotokolls nach erfolgter Rückübersetzung unte r- schriftlich genehmigte, muss er sich seine Aussagen entgegenhalten la s- sen. Seine Einschätzung, er sei ungenügend befragt worden, kann durch das Bundesverwaltungsgericht nicht getei lt werden. Vielmehr versäumte er es durch seine wenig aus sagekräftigen Antworten, ein klares Bild de r angeblich erlittenen Verfolgung zu geben und macht überdies auch auf Beschwerdeebene keine hinreichend konkretisierenden Ausführungen betreffend seine Tätigkeiten für die LTTE und die anhaltende Suche nach ihm. Aufgrund der vorliegenden Akten war die Vorinstanz ohne Weiteres berechtigt und in der Lage, abschliessend über das Asylgesuch zu en t- scheiden, da der massgebliche Sachverhalt als vollständig erstellt be-E-1757/2013 Seite 11 trachtet werden kann. Eine erneute Anhörung des Beschwerdeführers ist somit nicht erforderlich und das diesbezügliche Begehren ist abzuweisen. 4.2.2 Eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts durch das BFM erblickt der Beschwerdeführer ferner darin, dass die Vorinstanz zur Beur- teilung der Flüchtlingseigenschaft keine länderspezifischen Informationen beigezogen habe. Im Aktenverzeichnis würden sich keine Hinweise auf Länderberichte und auch keine Aktennotiz über d ie Berücksichtigung län- derspezifischer Informationen befinden. Daraus müsse geschlos sen wer- den, dass das BFM solche für seine Entscheidfindung nicht beigezogen habe. Ansonsten wäre bekannt, dass die sri -lankischen Behörden, die über beinahe den gesamten Aktenbestand der LTTE verfügen würden, ihnen bekannte Unterstützer der LTTE nach wie vor systematisch verfo l- gen würden, insbesondere wenn sie , wie er, über Jahre im Vanni -Gebiet gelebt hätten. Hinzu komme, dass abgewiesene tamilische Asylsuche n- de, welche aus Exilzentren der LTTE , wie der Schweiz , nach Sri Lanka zurückgeschafft würden, alleine aufgrund ihres Auslandaufenth alts sy s- tematisch durch die Behörden verfolgt würden und auch besonders g e- fährdet seien, durch paramilitärische Kräfte extralegal liquidiert zu we r- den. Zur Pflicht des BFM, den rechtserheblichen Hintergrund korrekt a b- zuklären und die dabei herangezogenen L änderinformationen und - berichte offenzulegen, habe sich das Bundesverwaltungsgericht im Urteil E-5688/2012 vom 18. März 2013 geäussert und sei zum Schluss g e- kommen, dass es nicht zulässig sei, wenn das BFM pauschal auf eine Einschätzung und einen Sachverhalt verweise, ohne die entsprechenden Quellen und die konkreten Beweismittel zu benennen. Im Widerspruch dazu habe das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D -980/2012 vom 11. März 2013 behauptet, Fachwissen als solches könne nicht ediert wer- den und die Begrü ndungspflicht diene nicht der Offenlegung von Amt s- wissen. Es sei jedoch ohne Weiteres möglich und erforderlich, dass bei einer grundlegenden Einschätzung der Sicherheitslage die verwendeten Quellen offen gelegt würden, zumal nur so der Beweis (bzw. eine st rin- gente Beweisführung) möglich sei. Er (Beschwerdeführer) sei jedenfalls in der Lage, die verfügbaren Informationen zu Sri Lanka offen zu legen und den Beweis für die bestehende Situation anzutreten. Die Weigerung des BFM und des Bundesverwaltungsgerichts , sich mit der seit dem E r- lass des Grundsatzentscheids BVGE 2011/24 eingetretenen sachve r- haltsmässigen Änderung der Lage in Sri Lanka auseinanderzusetzen und aktuelle Länderinformationen beizuziehen, stelle eine Rechtsverweig e- rung dar und bedeute, dass jed er Entscheid sowohl des BFM als auch des Gerichts zum Vorneherein mit einem Makel behaftet sei. Derartige E-1757/2013 Seite 12 Entscheide würden permanent das Risiko einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK beinhalten. Das vorliegende Verfahren sei daher mit Verweis auf das Urteil E -5688/2012 an die Vorinstanz zurückzuweisen, zumindest aber sei diese anzuweisen, die aufgestellten Behauptungen zu beweisen. Des Weiteren müsse ihm (Beschwerdeführer) eine Frist von 30 Tagen zur Einreichung zusätzlicher Beweismittel hinsichtlich der finanziel- len Verhältnisse und der Wohnsituation seiner Familienangehörigen in B._______ angesetzt werden. Zunächst ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass das BFM seine Vorbringen als unglaubhaft einschätzte und diese Beurteilung fo r- mell hinreichend begründete, weshalb der Beizug von länderspezifischen Informationen für die Beurteilung der individuellen Flüchtlingseigenschaft grundsätzlich nicht notwendig war. Die Berücksichtigung solcher Quellen wäre zur Beurteilung der Frage nach der generellen Verfolgung von aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehrenden tamilischen Asylsuchenden angezeigt. Eine derartige Verfolgung wurde vom Beschwerdeführer indes erstmals auf Beschwerdeebene vorgebracht und ist nach gültiger Recht- sprechung des Bundesve rwaltungsgerichts nicht gegeben (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.4 S. 495 ff. und nachfolgend E. 7.4). Daher war das BFM nicht gehalten, sich in der angefochtenen Verfügung mit dieser Thematik zu befassen, womit es sich erübrigt, auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers einzugehen. Soweit der Beschwerdeführer mit seiner Rüge auch die Beurteilung des Wegweisungsvollzugs durch die Vori n- stanz bemängelt, ist anzumerken, dass diese sich dabei auf die aktuelle Rechtsprechung (samt dazugehöriger Quellen) bezieht (vgl. E. II/1 und II/2 der angefochtenen Verfügung mit Verweisen auf BVGE 2011/24, E. 12 und 13 S. 509 -514), worin keine unrichtige oder unvollständige Sac h- verhaltsfeststellung oder mangelhafte Beweisführung erblickt werden kann. Dieser Beurteilung hält d er Beschwerdeführer eine eigene Analyse entgegen (vgl. dazu nachfolgend E. 7.3 in fine ). Bereits an dieser Stelle ist jedoch festzuhalten, dass alleine in einer von der Ansicht eines Be- schwerdeführers abweichenden Beurteilung eines Sachverhalts durch e i- ne Behörde keine Rechtsverweigerung erblickt werden kann. Die Ansetzung einer Frist zur Einreichung zusätzlicher Beweismittel hi n- sichtlich des Wegweisungsvollzugs erweist sich im Übrigen nicht als er- forderlich, da d er Beschwerdeführer im Verlaufe des relativ langen vor- instanzlichen Verfahrens ausreichend Zeit hatte, entsprechende Doku- mente erhältlich zu machen. Der Antrag ist daher abzuweisen. E-1757/2013 Seite 13 4.3 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen des B e- schwerdeführers als unbegründet. Es besteht in diesem Zusammenhang folglich kein Grund, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die S a- che zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, weshalb die en t- sprechenden Rechtsbegehren abzuweisen sind. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder v er- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Die Vorinstanz begründete ihren abweisenden Entscheid mit der U n- glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. So habe er ang e- geben, für die LTTE Verletzte transportiert zu haben. Bei der eingehenden Anhörung sei er zur Anzahl und zum genauen Ablauf dieser Transporte befragt worden, jedoch nicht in der Lage gewesen, dazu nur annähernd konkrete Angaben zu machen. Seine Antworten seien stereotyp und nichtssagend ausgefallen. Hätte er die geltend gemachten Aufträge für die LTTE wirklich verrichtet, so wären genauere Angaben betreffend die Häufigkeit und den Ablauf der Transporte oder spezielle Vorkommnisse zu erwarten gewesen. Auch zur Frage, warum er gesucht worden sei und woher jene Personen von seiner Unterstützungstätigkeit gewusst hätten, habe er nichts Konkretes anzugeben vermocht. Selbst wenn er nur von Dritten erfahren habe, dass er gesucht worden sei, müsste er in der Lage sein, konkretere Angaben dazu zu machen. So wäre zu erwarten, dass er zumindest etwas über das von den Verfolgern bei den Eltern oder seinem Onkel Gesprochene oder zu von diesen ausgesprochenen Drohungen zu berichten wüsste. Im Weiteren habe er nichts über die Identität der ihn angeblich bedrohenden Personen zu berichten vermocht. Die diesbezüg-E-1757/2013 Seite 14 lichen Antworten seien äusserst diffus geblieben. Da er die geschilderten Kernvorbringen nicht hinreichend substanziiert habe, könnten ihm diese nachfolgenden Drohungen nicht geglaubt werden. Es sei davon aus zu- gehen, dass der Beschwerdeführer nicht einer Verfolgung im Sinne seiner Vorbringen ausgesetzt gewesen sei und bei einer Rückkehr keine b e- gründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung habe . Das Asylge- such sei daher abzuweisen. 6.2 Dagegen bringt der Beschwerdeführer insbesondere vor, er habe die LTTE von 1996 bis 2009 unterstützt, im Wesentlichen durch seine Anstel- lung als deren Chauffeur. Diese Tätigkeit sei den sri-lankischen Behörden aus der Auswertung der von den LTTE beschlagnahmten Akten ohne j e- den Zweifel bekan nt. Bei einer Rückkehr würde er daher verfolgt, we s- halb er die Flüchtlingseigenschaft erfülle. Da er bis heute als LTTE - Unterstützer gesucht werde, sei davon auszugehen, dass er im Informat i- onssystem erfasst worden sei und die Immigrationsbehörden am Flugh a- fen darin Einsicht nehmen könnten. Bei Abruf dieser Daten würden sie unmittelbar über seine Vergangenheit informiert, was mit Sicherheit eine Verhaftung zwecks weiteren Abklärungen zur Folge hätte, wobei die d a- mit verbundene Haft für ihn mit der realen Gefahr von Folter und weiteren unvorhersehbaren Konsequenzen verbunden wäre. Auch für den Fall, dass er nach einiger Zeit entlassen würde, bestehe infolge der Aktivitäten paramilitärischer Gruppierungen in Zusammenarbeit mit den Behörden die unmittelbare Gef ahr, dass er Opfer extralegaler Gewalt und Tötung würde. Zudem gehöre er, unabhängig von der dargelegten individuellen Verfolgungsgefahr, zur sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Personen, die in der Schweiz um Asyl nachgesucht hätten und habe des- halb begründete Furcht, ernsthaften Nachteilen wie Verhaf tung und Ver- hören unter Anwendung von Folter ausgesetzt zu werden (vgl. zur dies- bezüglichen Argumentation nachfolgend E. 7.4). 7. Im Folgenden ist im Sinne einer Gesamtwürdigung zu prüfen, ob die Vo r- instanz dem Beschwerdeführer zu Recht die Gewährung von Asyl ve r- weigerte. 7.1 Der Beschwerdeführer nimmt auf Beschwerdeebene zur Prüfung der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen durch das BFM keine Stellung. Vie l- mehr bezieht er sich ausschliesslich auf die Asylre levanz seiner anläs s- lich der vorinstanzlichen Befragungen gemachten Ausführungen sowie auf die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund seiner Zugehörigkeit E-1757/2013 Seite 15 zur Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden. Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob das BFM zu Recht von der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen ausging und deren Asylrelevanz daher nicht beurteilt werden muss. Sodann ist auf die Argumentation des Beschwerdeführers hinsichtlich der vorgebrachten Kollektivgefährdung rückkehrender tamil i- scher Asylsuchender einzugehen. 7.2 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wide r- sprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tat- sachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen au f g e- fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für g e- wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Pe r- son. Eine Behauptung gilt bere its als glaubhaft gemacht, wenn die urte i- lende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek- te wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer G e- samtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit de r Sachverhalts- darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 1-3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). 7.3 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das BFM z u Recht von der Unglaubhaftigkeit der b e- schwerdeführerischen Vorbringen ausgegangen ist. Diesbezüglich kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden, denen sich das Gericht vollumfänglich anschliesst. Insbesondere die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner angeblichen Tätigkeit als Chauffeur für die LTTE erweisen sich als sehr oberflächlich. So konnte er weder konkrete Angaben zu seinen Aufgaben, im Besonderen zu den angeblich durchg e-E-1757/2013 Seite 16 führten Verletztentransporten und deren Ablauf (vgl. A6/15 F78-89 S. 7 f.), noch zu seinem letzten Arbeitstag machen (vgl. A6/15 F47 ff. S. 5). Auch die Vorbringen hinsichtlich der angeblichen Suche nach ihm überzeugen in keiner Weise, zumal er abgesehen von der mehrmaligen Erkundigung nach ihm durch Unbekannte in Jaffna und C._______ keine Probleme geltend machte. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass er zu Beginn der Anhörung vorbrachte, er habe seit seiner Ankunft in der Schweiz ve r- sucht, mit seinem Onkel in C._______ Kontakt aufzunehmen, was indes nicht geklappt habe (vgl. A6/15 F7 S. 2). Im Widerspruch dazu gab er im Verlauf der Befragung an, er sei auch nach seiner Flucht in die Schweiz bei seinem Onkel in C._______ von unbekannten Verfolgern gesucht worden; diese hätte n gesagt, er müsse in ihrem Büro vorbeikom men. Er habe mit seinem Onkel gesprochen, der ihm dies erzählt habe (vgl. A6/15 F124 ff. S. 11). Auf Vorhalt des Befragers gab der Beschwerdeführer an, er sei nun 45 Tage in der Schweiz und habe nach 45 Tagen Kontak t zu seinem Onkel gehabt (vgl. A6/15 F128 S. 11). Damit vermag er die darge- legte Ungereimtheit indes nicht zu erklären. Bezeichnenderweise macht er auch auf Beschwerdeebene keine substanziierten Angaben zu seiner angeblich langjährigen Tätigkeit für die LTTE und die daraus erwachsene individuelle Verfolgung durch die sri -lankischen Behörden beziehung s- weise paramilitärische Gruppierungen. Stattdessen versucht er in unb e- helflicher Weise, seine oberflächlichen Angaben anlässlich der Befragu n- gen im vorinstanzli chen Verfahren durch die angeblich mangelhafte Übersetzungsleistung der Dolmetscherin bei der einlässlichen Anhörung zu erklären (vgl. dazu bereits E. 4.1.2). Soweit er schliesslich eine rege l- mässige aktuelle Suche nach ihm durch die SLA sowie Angehörige p ara- militärischer Kräfte geltend macht (vgl. die Beschwerdeschrift S. 5), ist festzuhalten, dass es sich dabei ebenfalls um unsubstanziierte Ausfü h- rungen handelt. Somit vermag der Beschwerdeführer die geltend gemachte langjährige Tätigkeit für die LTTE und eine damit zusammenhängende Suche nach ihm nicht glaubhaft zu machen. Es sind auch keine Hinweise vorhanden, wonach von den LTTE oder den sri -lankischen Behörden eine Akte über ihn angelegt worden wäre, aufgrund welcher ihm im Falle einer Rückkehr Verfolgung drohen könnte. Deshalb erübrigt es sich, die Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerdeführers zu prüfen und auf dessen diesbezüg- liche Ausführungen zur aktuellen Lage in Sri Lanka (vgl. S. 13 -42 der Be- schwerdeschrift inklusive dazugehörige Beilagen ) ei nzugehen, da diese am Ergebnis des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern vermögen. E-1757/2013 Seite 17 7.4 Der Beschwerdeführer macht überdies eine Zugehörigkeit geltend zur Gruppe von Personen, welche in einem Land mit grosser tamilischer D i- aspora ein Asylgesuch eingereicht h ätten und bei der Rückkehr nach Sri Lanka aus diesem Grunde ernsthaften Nachteilen ausgesetzt seien. 7.4.1 In diesem Zusammenhang führt der Beschwerdeführer insbesonde- re aus, nach Art. 3 Abs. 1 AsylG könnten auch bestimmte soziale Gru p- pen Zielobjekte einer asylrelevanten Verfolgung sein. Bei diesem Asyl- grund sei nicht das individuelle Schicksal, sondern jenes der sozialen Gruppe sachverhaltsmässig zu erfassen und zu beurteilen. Im Falle rüc k- kehrender tamilischer Asylsuchender ergebe sic h die asylrelevante Ve r- folgung daraus, dass diese bereits aufgrund der Asylgesuchstellung in der Schweiz wegen eines Generalverdachts der Unterstützung der LTTE bei einer Rückkehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit und in gravi e- render Weise verfolgt würden. Die Gefährdung dieser Gruppe ergebe sich aus zahlreichen Berichten. So werde seit längerem von Menschenrecht s- organisationen und Medien laufend über zahlreiche Fälle tamilischer Rückkehrender berichtet, welche bei ihrer Ankunft in Sri Lanka bezi e- hungsweise einige Zeit danach von den Behörden verhaftet und während der Haft gefoltert worden seien. In diesem Zusammenhang verweist der Beschwerdeführer auf 12 Internetartikel und Berichte vo n Mensche n- rechtsorganisationen, datierend zwischen Mai 2012 und Februa r 2013 (Beilagen 11, 42 -43, 45 -48, 52, 58 -59 der Beschwerdeschrift sowie der Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] vom 15. November 2012: ADRIAN SCHUSTER, Sri Lanka: Aktuelle Situation – Update und die UNHCR Eligibility Guidelines for Asessing the International Protection Needs of Asylum-Seekers from Sri Lanka vom 21. Dezember 2012). Da- zu führt er aus, bei den in den Berichten dokumentierten Fällen von Ver- haftung und Folter von abgewiesenen Asylsuchenden nach der Rückkehr handle es sich gerade nicht um Personen mit individuellen Verbindungen zu den LTTE. Stattdessen werde der Vorwurf der Unterstützung der LTTE durch die Behörden bei der Rückkehr generell erhoben, selbst wenn ke i- ne effektiven Gründe für die Annahme einer solchen Tätigkeit vorlieg en würde. Dieses systematische Vorgehen zeige auf, dass unabhängig von den individuellen Gründen jeder zurückgeschaffte tamilische Asylsuche n- de mit den gleichen Vorwürfen konfrontiert werde. Besonders gefährdet seien insbesondere diejenigen Rückkehrenden, welche in einem Land mit einer grossen tamilischen Diaspora um Asyl nachgesucht hätten. Seit Dezember 2012 habe sich die Sicherheitslage im Norden Sri Lankas z u- dem verschärft; die Regierung mache vor allem die politischen Aktivitäten der Tamilen im Ausland für den befürchteten beginnenden neuen Au f-E-1757/2013 Seite 18 stand der Tamilen verantwortlich. Die Kontrollen und Verhöre zurückg e- schaffter Asylgesuchstellender unter Anwendung von Folter würden daher umso strenger ausfallen. Zusammenfassend ergebe sich bei einer korrek- ten Würdigung der eingereichten Beweismittel, dass diese mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt würden. Der Beschwerdeführer, welcher zu dieser sozialen Gruppe gehö- re, erfülle daher die Flüchtlingseigenschaft und es sei ihm Asyl zu gewäh- ren. 7.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich in BVGE 2011/24 ei n- gehend mit der Frage, ob generell davon ausgegangen werden müsse, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende, die aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren würden, alleine aufgrund ihrer langen Landesab- wesenheit respektive allenfalls in Verbund mit ihrem langjährigen Aufen t- halt in der Schweiz generell als Dissidente beziehungsweise Oppositi o- nelle wahrgenommen würden (vgl. a.a.O. E. 8.4 S. 495-497). Diese Frage verneinte es und wies darauf hin, dass weder das UNHCR noch andere Organisationen bisher auf eine diesbezügliche, generell drohende Gefahr hingewiesen hätten. Dies schliesse indessen nicht aus, dass abgewies e- nen tamilischen Asylsuchenden im Einzelfall nahe Kontakte zu LTTE- Kadern unterstellt werden könnten, was allenfalls eine konkrete Gefäh r- dung bedeuten würde. Die Einschätzung einer diesbezüglich gearteten Gefahr könne aber nicht generell vorgenommen werden, sondern hänge von den individuellen Gegebenheiten im Einzelfall ab. Je näher eine Pe r- son in das Umfeld der defi nierten Risikogruppen (vgl. dazu im Einzelnen a.a.O. E. 8 S. 493-498) gerate, desto höher müsse die entsprechende Gefahr eingeschätzt werden, seitens der Behörden der Entfaltung mis s- liebiger politis cher Kontakte respektive Tätigkeiten bezichtigt und in der Folge in asylbeachtlichem Ausmass verfolgt zu werden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asylgesuch eingereicht hat, vermag nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu füh- ren. Der Beschwerdeführer gehört keiner Risikogruppe im Sinne von BVGE 2011/24 an. Inwiefern er ins Umfeld der genannten Risikogruppen gelangt sein sollte, wird überdies weder dargele gt noch ist dies ersich t- lich. Das Bundesverwaltungsgericht geht – entgegen der in der B e- schwerde vertretenen Ansicht – auch in Anbetracht der jüngeren Lag e- entwicklung in Sri Lanka nicht davon aus, abgewiesene tamilische Asy l- gesuchsteller liefen generell Ge fahr, asylrechtlich relevanter Verfolgung ausgesetzt zu werden. Es verkennt nicht, dass die Menschenrechtslage E-1757/2013 Seite 19 in Sri Lanka insgesamt noch immer mit Mängeln behaftet is t. Infolge der stetigen Beobachtung der Lage in Sri Lanka , sieht das Gericht indessen aktuell keine Veranlassung, die in BVGE 2011/24 festgelegte Pra xis zu ändern, wie dies in der Beschwerde gefor dert wird. Vielmehr ist die dort vorgenommene Lageeinschätzung weiterhin zutreffend und wird in der jüngsten Einschätzung des UNHCR vom 21. Dezember 2012 (vgl. a.a.O.) betreffend die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka be s- tätigt (vgl. das Urteil D-1424/2012 vom 3. April 2013 E. 8.1 m.w.H.). Auch im neusten Bericht der SFH wird klar zum Ausdruck gebracht, es gebe keine Hinweise, dass sä mtliche Rückkehrenden systematisch entführt, verhaftet oder gefoltert würden (vgl. SFH, a.a.O., S. 20 ff.). Die übrigen durch den Beschwerdeführer angeführten Quellen betreffen sodann im Wesentlichen Einzelfälle von nach Sri Lanka zurück gekehrten bezi e- hungsweise zur zwangsweisen Rückführung vorgesehenen abgewiese- nen Asylsuchenden aus Indien, Grossbritannien und Kanada (vgl. die Bei- lagen 11, 20, 44, 46, 50 -58, 60 und 61). Insbesondere im Bericht von Human Rights Watch vom 15. September 2012 wird zwar auf zwei Fälle von freiwillig nach Sri Lanka zurückkehrenden Tamilen hingewiesen, de- ren Asylgesuche durch die schweizerischen Behörden abgewiesen wo r- den waren . Ein Zusammenhang der erlittenen Verfolgung mit dem Au f- enthalt in der Schweiz war indes lediglich bei einem der beiden Asylsu- chenden ersichtlich; so sei diesem durch die sri-lankischen Behörden ge- sagt worden, man wisse über seine Aktivitäten in der Schweiz Bescheid (vgl. Beilage 45, S. 7 f.). Der Beschwerdeführer hingegen macht ein exi l- politisches Engagement nicht geltend. Die Berichte des Immigration and Refugee Board of Canada vom 22. August 2011 und vom 12. Februar 2013 (Beilagen 42 und 43) schliesslich weisen auf verschiedene Quellen hin, die von Fällen von Folter berichten, insbesondere betreffend aus Grossbritannien nach Sri Lanka zurückkehrende abgewiesene Asyls u- chende. Ebenso wird auf andere Berichte verwiesen, wonach Folter nur in seltenen Fällen und nicht in genereller Weise angewendet werde. Somit kann davon ausgegangen werden, dass auch nach Konsultation der vom Beschwerdeführer eingereichten Quellen (vgl. insbesondere die Beilagen 11, 20, 29, 42-48, 50-58, 60-62) rückkehrenden Tamilen gemäss geltender Rechtsprechung nicht in genereller Weise unmenschliche Be- handlung droht (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.4 S. 495 ff. und E. 10.4.2 S. 503 f. sowie die kürzlich ergangenen Urteil e D-692/2013 vom 10. April 2013 E. 5.6.3, D-1424/2012 vom 3. April 2013 E. 8.1, D-980/2012 vom 11. März 2013 E. 7.1). E-1757/2013 Seite 20 7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende oder unmittelbar drohende asylrechtlich relevante Verfolgung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Aktuell kann ihm keine begr ündete Furcht vor Verfolgung bei einer Rückkehr in seine Heimat zuerkannt werden. Das BFM hat das Asylgesuch somit zu Recht abgelehnt. 8. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksich- tigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Au f- enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen und macht dies auch nicht geltend. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 9. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweis ungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502; W ALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 9.1 9.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendein er Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem E-1757/2013 Seite 21 Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.1.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge - fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kan n der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung mit beachtli- cher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbot e- nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Eur o- päischen Gerichtshofes für Mensch enrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Gr osse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Be schwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). In diesem Zusammenhang führt der Beschwerdeführer aus, aufgrund der dokumentierten Ereignisse bei der Rückschaffung tamil i- scher Asylsuchender insbesondere aus Grossbritannien müsse mit übe r- wiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass jeder zurückgeschaffte Asylgesuchstellende jederzeit Opfer einer Verhaftung oder von Verhören unter Anwendung von Folter werden könne. Au ch bei ihm (Beschwerdeführer) sei aufgrund seiner Vorgeschichte und durch seinen Aufenthalt im Ausland von einer solchen überwiegenden Gefahr auszugehen, weshalb die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs fes t- zustellen sei. E-1757/2013 Seite 22 Der Beschwerdeführer führt nich t aus, inwiefern er konkret durch Folter oder eine andere Art grausamer und unmenschlicher Behandlung bedroht wäre, sondern beruft sich auf eine generelle Foltergefahr für rückkehre n- de tamilische Asylbewerber, welche für das Gericht indes nicht erstellt ist. Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem eur o- päischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904 /07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende erns t- hafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2 S. 503 f. und anstelle vieler etwa das Urteil D -931/2013 vom 10. April 2013 E. 6.2.2). Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhalt s- punkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswi d- rige Behandlung im Heimatland drohen. Entgegen den beschwerdeführ e- rischen Ausführungen ist – wie bereits in Erwägung 7.4.2 festgestellt – nicht in genereller Weise davon auszugehen, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka unmenschliche Behandlung. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unz u- lässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2 S. 503 f.). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung ins - besondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung aus- gesetzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situatio n allgemeiner G e- walt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet E-1757/2013 Seite 23 sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung ni cht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrschein- lichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitsz u- stands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367 mit weiteren Verweisen). Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 9.2.1 Gemäss Einschätzung in BVGE 2011/24 hat sich die Lage i m Dist- rikt Jaffna, aus welchem der Beschwerdeführer stammt, und in den südli- chen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar weitgehend normalisiert; es herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt und die politische Lage ist nicht mehr dermassen angespannt, dass eine Rückkehr als generell u n- zumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Situation drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug dorthin eine sorgfältige, zurückhaltende Beu r- teilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, bei der auch das zei t- liche Element (Ausreise vor oder nach dem Ende des Bürgerkrieges im Mai 2009) gebührend zu berücksichtigen ist (vgl. a.a.O. E. 13.2.1 S. 510 f.). Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisu ngsvollzug als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder eine gleichwertige Lebens - und Wohnsituation zurüc k- greifen kann, die im Zeitpunkt der Ausreise geherrscht hat, und dem Wegweisungsvollzug dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte Au f- enthalt der betreffenden Person in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Mai 2009) oder gehen konkrete Umstände aus den Verfa h- rensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise mass- geblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit ei- nes Vollzuges hin zu überprüfen. In diesem Zusammenhang erscheinen für das Bundesverwaltungsgericht namentlich die Existenz eines tragfäh i- gen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebliche Fakt o- ren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vo r-E-1757/2013 Seite 24 liegen, is t die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo, zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2 S. 510 f.). 9.2.2 Das BFM erachtete den Vollzug der Wegweisung in den Distrikt Jaffna aufgrund der Entwicklung als zumutbar, da weder die vor Ort her r- schende Sicherheitslage noch individuelle Gründe dagegen sprechen würden. Mit seinen Angehörigen verfüge der Beschwerdeführer zudem über ein tragfähiges Beziehungsnetz. 9.2.3 Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, es würden klare Hinwei- se bestehen, dass er im Falle einer Rückkehr jederzeit Opfer einer Fes t- nahme, Verschleppung oder Tötung durch die Sicherheitskräfte oder p a- ramilitärische Gruppen werden könnte. Wie bereits erwähnt, würden zu- rückkehrenden Tamilen bereits am Flughafen Verhöre und Verhaftung drohen, verbunden mit der Gefahr der Misshandlung. Die Gefahr von Ver- folgung durch die Behörden oder durch paramilitärische Gruppierungen bestehe auch im Zuge des Registrierungsprozesses (vgl. dazu die B e- schwerdeschrift S. 19-22 und S. 28 -30), der momentan im Norden und Osten des Landes durchgeführt werde. Ihn (Beschwerdeführer) betre f- fend komme hinzu, dass er bei einer Rückkehr über kein tragfähiges, s o- ziales, wirtschaftliches und familiäres Netz verfüge, das ihn unters tützen könnte. So würden seine wieder in B._______ lebenden Familienangehö- rigen nur deshalb überleben, weil er hier erwerbstätig sei und seiner F a- milie regelmässig Geldzahlungen zukommen lasse. Vom Gemüseanbau und dem Ausführen von Transporten alleine könn te die Familie nicht überleben. Aufgrund des nur begrenzt vorhandenen Bodens sei es nicht möglich, den Gemüseanbau bei seiner Rückkehr aus zubauen. Er könn e somit nicht auf eine Unterstützung durch seine Familie zählen. Im Norden Sri Lankas sei zudem von einer grossen Verarmung der tamilischen B e- völkerung auszugehen. So seien gemäss dem Bericht der SFH vom 15. November 2012 ( ADRIAN SCHUSTER, Sri Lanka: Aktuelle Situation – Update) 55% der Personen nicht in der Lage, ihren Lebensmittelbedarf durch eigene Arbeit zu decken und müssten dementsprechend unterstützt werden. Daher sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festz u- stellen. 9.2.4 Zunächst ist – wie bereits in Erwägung 4.1.3 festgehalten – darauf hinzuweisen, dass von der Vorinstanz grundsätzlich eine eing ehendere Auseinandersetzung mit den genannten Zumutbarkeitskriterien zu erwa r- ten gewesen wäre. Zudem lebte die Familie des Beschwerdeführers im E-1757/2013 Seite 25 Zeitpunkt der einlässlichen Anhörung im Vanni-Gebiet und nicht im Dis t- rikt Jaffna (vgl. A6/15 F133 S. 12). Diesen Wissensstand legte das BFM seinem Urteil zu Grunde und stellte dennoch sinngemäss fest, der B e- schwerdeführer verfüge im Distrikt Jaffna über ein tragfähiges Bezi e- hungsnetz, was gemäss den Akten im Zeitpunkt der Anhörung jedoch nicht vorhanden gewesen zu sein scheint. Nachdem sich diese Einschät- zung indes aktuell aufgrund der Ausführungen auf Beschwerdeebene, wonach die Familie heute wieder in B._______ lebe, nachträglich als z u- treffend erweist, ist die angefochtene Verfügung in dieser Hinsicht nicht mehr zu beanstanden. Hinsichtlich der durch den Beschwerdeführer geltend gemachten Gefahr der Festnahme, Verschleppung oder Tötung im Falle einer Rückkehr ist auf die Erwägungen 7.4 und 9.1.2 zu verweisen. Diese Einwendungen sowie die Ausführungen im Zusam menhang mit der geltend gemachten Gefährdung aufgrund der Registrierungspraxis der sri -lankischen Behör- den vermögen angesichts der Feststellungen in BVGE 2011/24 (vgl. dort E. 13.2.1 S. 511) keine Situation allgemeiner Gewalt oder unzumutbare Bürgerkriegsfolgen glaubhaft zu machen. Sodann verliess der Beschwe r- deführer seinen Heimatstaat erst fünf Monate nach dem Ende des Krie- ges. Vor der Ausreise wohnte er während knapp acht Monaten bei se i- nem Onkel in C._______ bei Vavuniya. Mittlerweile leben seine Eltern und seine Schwester mit deren Familie wieder im angeblich notdürftig re- parierten Haus der Familie in B._______ (Distrikt Jaffna), wo der B e- schwerdeführer aufgewachsen ist (vgl. die Beschwerdeschrift S. 4). Auch sein Bruder und dessen Familie leben in derselben Ortschaft. Daher kann angenommen werden, dass er im Haus seiner Familie auf eine Wohns i- tuation zurückgreifen kann , die mit jener im Zeitpunkt der Ausreise gleichwertig ist. Er ist zudem mit seinen (…) Jahren noch relativ jung und gemäss Akten gesund. Seine Familie betreibt Gemüse anbau und führt Transporte aus, woran er sich nach der Rückkehr allenfalls wird beteiligen können. Zudem hat er in seiner Heimat im Dienstleistungssektor gearbei- tet (vgl. A1/9 Ziff. 8 S. 2 ) und konnte in der Schweiz während gut zwei Jahren Berufserfahrung als Mitarbeiter in der Küche sowie als Allroun d- mann sammeln. Aufgrund dieser Erfahrungen bestehen reelle Chancen , dass er in seinem Heimatstaat wirtschaftlich wie der wird Fuss fassen können, ohne länger als vorübergehend auf finanzielle Unterstützung durch seine Familie angewiesen zu sein . In diesem Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass wir tschaftliche Schwierigkeiten wie bei- spielsweise eine hohe Arbeitslosigkeit keine existenzbedrohende Situat i- on darstellen, welche den Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat als E-1757/2013 Seite 26 unzumutbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6 S. 591; BVGE 2009/52 E. 10.1 S. 757; EMARK 2003 Nr. 24 E. 5.e S. 159). Es ist überdies davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner aktuellen Erwerbstätigkeit nicht gänzlich ohne finanzielle Mittel nach Sri Lanka zurückkehren wird. Sofern erforderlich wird er zunächst auch auf die Unterstützung seines in C._______ lebenden Onkels zählen können, welcher ihm gemeinsam mit einem weiteren Onkel bereits die Ausreise fi- nanzierte (vgl. A10 F78 S. 9). Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit als zumutbar. 9.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10. Zusammenfassend hat das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt ei- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. Mit dem vorliegenden Entscheid wird der Antrag des Beschwerdeführers um Mitteilung des Spruchgremiums gegenstandslos. Die übrigen prozessualen Anträge wurden bereits in den vorangehenden Erwägungen 4.1.2, 4.2.1 und 4.2.2 abgewiesen. 12. Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten, welche aufgrund ausser- ordentlichen Aufwands auf Fr. 1200.- zu erhöhen sind, dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-1757/2013 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer werden erhöhte Verfahrenskosten von Fr. 1200. - auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Simona Risi Versand: