Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Juni 2014 (720 13 303 / 145) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf IV-Rente verneint; Gesundheitssituation durch die Vorinstanz genügend abgeklärt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Vijitha Schniepper- Muthuthamby Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Matthias Steiner , Adv o- kat, Gerbergasse 26, Postfach 644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 geborene A.____ erlitt im Jahr 2002 ein en Unfall bei der Arbeit und verletzte sich dabei am rechten Ellbogen. Am 30. April 2011 stürzte er auf der Treppe auf seinen rechten Arm. Bei diesem Unfall wurde die Diagnose einer tra umatisch ausgelösten mittelschweren Ul- narisneuropathie im rechten Sulcus gestellt. Die SU VA erbrachte für die beiden Unfälle bis 31. Januar 2013 die gesetzlichen Heilkosten- und Ta ggeldleistungen. Ab 1. Februar 2013 rich- tet sie nun an A.____ für die verbliebenen Beeinträ chtigungen nebst einer Integrationsschädi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung für den ersten Unfall eine Invalidenrente für di e unfallbedingte Erwerbseinbusse von 13% aus. Zwischenzeitlich meldete sich A.____ am 21. Oktober 2011 ( Eingang) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung unter Hinweis auf den Unfall vom 30. April 2011 zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ve rhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 17. Septembe r 2013 einen Rentenanspruch gestützt auf einen IV-Grad von 17% ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 21. Oktobe r 2013 Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrech t (Kantonsgericht). Er beantragte darin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer Rente sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er begrün dete die Beschwerde damit, dass er nicht nur Probleme im rechten Ellbogen habe, sondern auch im Schultergürtel und im Nacken. Auch sei das Herz nicht gesund und in der Zwischenzeit hab e er einen Psychiater aufsuchen müssen. C. Mit Verfügung vom 19. November 2013 gewährte das K antonsgericht dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Prozessführung. D. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 liess sich die IV-St elle vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. E. Der Beschwerdeführer reichte am 23. Dezember 2013 (E ingang) dem Kantonsgericht ein Schreiben in italienischer Sprache ein. Dieses Schreib en liess das Kantonsgericht amtlich übersetzen. Im Schreiben führte der Beschwerdeführer i m Wesentlichen aus, dass er trotz ge- sundheitlichen Schwierigkeiten stets gearbeitet habe. Nach den Unfällen am Arbeitsplatz und im Haus habe sich seine Gesundheit sehr verschlechtert. Er könne aufgrund seiner Schmerzen nicht mehr in der angestammten Tätigkeit arbeiten. Es s ei zudem sehr schwierig, eine geeigne- te Arbeitsstelle zu finden. Zudem sei für ihn die finanzielle Unterstützung von seinem Sohn sehr beschämend. F. Mit Eingabe vom 11. Februar 2014 beantragte der Beschwerdeführer, neu vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Steiner, es sei eine psychia trische Begutachtung zu veranlassen und es sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung mit se inem Rechtsvertreter zu bewilligen. Er begründete dies damit, dass keine ausführlichen Berichte zur psychiatrischen Behandlung vor- liegen würden, weshalb er die Stellungnahme von Dr. med. B.____, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Januar 2014 einreiche. G. Mit Verfügung vom 19. Februar 2014 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Steiner. H. Die IV-Stelle reichte ihre Duplik vom 13. März 2014 ein und hielt an ihrem Abweisungs- antrag fest. Der eingereichte Arztbericht von Dr. B.__ __ lasse keine neuen Schlussfolgerungen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu. Der darin diagnostizierten anhaltenden somatoforme n Schmerzstörung komme rechtspre- chungsgemäss nur ausnahmsweise invalidisierender Charakter zu. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 l it. b des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die form- und fri stgerecht eingereichte Beschwerde vom 21. Oktober 2013 ist demnach einzutreten. 2. Zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführ ers. Massgebend ist der Sach- verhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verf ügung vom 17. September 2013 ent- wickelte. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für da s IV-Verwaltungsverfahren sinnge- mäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.5 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperli- che Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von A rt. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme eines psychischen Ges undheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst ein e fachärztlich (psychiatrisch) Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannt en Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6, 131 V 50 E. 1.2 ). Wie jede andere psychische Beeinträchti- gung begründet indes auch eine diagnostizierte anhalt ende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine V ermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensi v und konstant behindern, kön- nen den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. In diesen Fällen geht man von der ausnahmsweisen Unüberwind barkeit der somatoformen Schmerzstörung aus. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall an- hand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht di e Feststellung einer psychischen Komor- bidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weite- re Faktoren, so: (1) chronische körperliche Begleiterkran kungen; ein mehrjähriger, chronifizier- ter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progred ienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; (2) ein sozialer Rückzug in allen Belangen de s Lebens; (3) ein verfestigter, thera- peutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verla uf einer an sich missglückten, psy- chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer K rankheitsgewinn; „Flucht in die Krank- heit“); (4) das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behand- lung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) t rotz kooperativer Haltung der versi- cherten Person (BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriter ien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzun- gen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (ULRICH MEYER -BLASER , Der Rechts- begriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung i n der Sozialversicherung, in: Schaffhau- ser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, S t. Gallen 2003, S. 77; BGE 131 V 50 f. E. 1.2; vgl. zum Ganzen auch A NDREAS BRUNNER /N OAH BIRKHÄUSER , Somatoforme Schmerz- störung – Gedanken zur Rechtsprechung und deren Folgen für die Praxis, insbesondere mit Blick auf die Rentenrevision, in: BJM 2007, S. 169 ff.). 6. Für die Beurteilung der Frage, ob die IV-Stelle zu Recht den Anspruch auf Invalidenren- te abgelehnt hat, liegen diverse medizinische Berichte vor. 6.1 Das Kantonsspital C.____, Klinik für Orthopädische C hirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Kantonsspital), hielt mit Bericht vom 12. Juli 2011 als Diagnose eine Ulnariskompressionsneuropathie im Sulcusabschnitt am rechten Ellbogen nach Kontusions- trauma am 30. April 2011 fest. Es sei eine Operation a m 25. Juli 2011 vorgesehen. Mit Operati- onsbericht vom 26. Juli 2011 hielt das Kantonsspital fest, dass eine Dekompression des Nervus ulnaris und eine subkutane Vorverlagerung komplikation slos vorgenommen worden seien. Im Bericht vom 6. Oktober 2011 führte das Kantonsspital a us, dass sich der postoperative Verlauf soweit komplikationslos gestaltet habe. Die Erholungszeit n ach der vorgenommenen Operation betrage bis zur Wiedererlangung der vollen Sensibilität und damit auch der Kraft im Bereich der Hand 1,5 Jahre. Aus handchirurgischer Sicht sei der Versich erte ab 17. Oktober 2011 zu 50% arbeitsfähig, wobei ihm eine ganztags leichte Tätigkeit ohne Belastung des rechten Armes zu- mutbar sei. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Der Kreisarzt der SUVA hielt im Bericht vom 3. Nove mber 2011 fest, dass dem Versi- cherten leichte Tätigkeiten ganztags, manchmal auch kna pp mittelschwer zumutbar seien, je- doch ohne Vibration, ohne Arbeiten in Nässe, Kälte un d Zugluft sowie ohne Stück- und Zeitak- kordtätigkeiten mit der rechten Hand. 6.3 Gemäss Bericht des Kantonsspitals vom 2. Februar 2012 sei der Versicherte aus hand- chirurgischer Sicht weiterhin im Rahmen des Zumutbaren, wie vom SUVA-Kreisarzt festgelegt, arbeitsfähig. Mit Zwischenbericht vom 18. Juli 2012 wu rde festgehalten, dass die erwartete Besserung nach Vorverlagerung des Nervus ulnaris im Verl auf nun einzutreten scheine. Dies habe neurographisch auch durch Dr. med. D.____, FMH Ne urologie, bestätigt werden können. Die vom Versicherten geklagten Beschwerden stünden etwas in Diskrepanz zum objektiven Befund der rechten Hand, in der sich keinerlei Atrophien oder Funktionseinschränkungen hätten objektivieren lassen können. Weiterhin sei der normale Einsatz der rechten Hand möglich. 6.4 Die SUVA kam in ihrem Kreisarztbericht vom 20. Dezemb er 2012 zum Schluss, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht ein Endzustand insofer n eingetreten sei, als dass der Zustand über ein Jahr nun praktisch unverändert vorlieg e. Zumutbar sei dem Versicherten in Bezug auf den rechten Ellbogen ganztags leichte Tätigke iten unter Meidung von schnellen Pro-/Supinationsbewegungen, ohne Vibration, ohne Nä sse, Kälte und Zugluft und ohne mittel- schwere und schwere Belastungen. Es sei momentan von ein em operativen Eingriff nicht mit einer erheblichen Besserung zu rechnen. Die Beschwerden a m linken Ellbogen seien unfall- fremd. 6.5 Gemäss Abschlussbericht des Kantonsspitals vom 11. Febr uar 2013 bestehe klinisch nun nach rund 1,5 Jahre nach der Ulnarisvorverlagerung eine Verbesserung der Motorik und partiell auch der Sensibilität an den ulnarisinnervierten Fingern. 6.6 Die IV-Stelle holte gestützt auf die vorgenannt en Akten weiter einen Bericht beim Haus- arzt Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Medizin, ein. De r Hausarzt hielt mit Bericht vom 5. März 2013 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkei t chronische multifaktorielle Schulter- /Armschmerzen rechts betont bei Status nach Dekompression d es Nervus ulnaris rechts und subkutane Vorverlagerung 7/2011 mit posttraumatischer m ittelschweren Ulnarisneuropathie im Sulcus nervi ulnaris rechts, Periarthritis humero-scapular is (PHS) rechts mit Tendinopathie und Teilruptur der SSS rechts und AC-Gelenkarthrose rechts, Ellbogenarthrose rechts nach Radius- köpfchen-Fx rechts 2002 sowie bei einem Myofascialem Schmer zsyndrom fest. Weiter führte der Hausarzt aus, dass der Versicherte vom 30. April 2011 bis 16. Oktober 2011 vollständig und vom 17. Oktober 2011 bis 3. November 2011 zu 50% arbeitsu nfähig gewesen sei. Seit 3. November 2011 sei er wieder im Rahmen des Zumutbar en arbeitsfähig. Ferner hielt der Hausarzt fest, dass die bisherige Tätigkeit aus medizinische r Sicht nicht mehr zumutbar sei. In einer Verweistätigkeit sei der Versicherte jedoch für leichte Tätigkeit ohne schnelle Pro-/Supinationsbewegungen ganztags arbeitsfähig. Di ese Auffassung vertrat der Hausarzt bereits in einem Bericht vom 10. November 2011. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.7 Weiter holte die IV-Stelle einen Bericht bei Dr. D.____ ein. Dieser reichte diverse Berich- te ein, welche er jeweils an den Hausarzt des Versicherte n zugestellt hatte. Hervorzuheben ist dabei der aktuellste Bericht vom 29. Januar 2013, wori n er zusammenfassend festhielt, dass das Ergebnis der Ventralverlagerung des Nervus ulnaris rechts als gut bezeichnet werden müs- se. Die vor der Ventralverlagerung noch klinisch feststellbaren deutlichen Paresen in sämtlichen ulnarisinnervierten kleinen Handmuskeln seien jetzt klinisch nicht mehr nachweisbar. Entspre- chend hätten sich die vor allem motorischen Leistungsparam eter im Sulcus am Ellbogen deut- lich verbessert. Seit der letzten Untersuchung im Mai 20 12 hätten sich die Leistungsparameter nicht mehr weiter verbessert, seien aber auch nicht schl echter geworden. Insgesamt habe man Schwierigkeiten die ausgeprägten Klagen über Beschwerde n und Behinderungen mit dieser im Jahr 2011 operierten Ulnarisneuropathie zu erklären. I nsbesondere sei im hypästhetischen Ge- biet auch keine Allodynie entstanden. Es bleibe auch u nklar, weshalb die rechte Hand nicht wesentlich mehr eingesetzt werde. Die sicherlich vorhanden e Hypästhesie im Ulnarisinnervati- onsgebiet sollte insgesamt weniger behindernd sein als z.B. eine Hypästhesie im Mediangebiet. 6.8 Der Hausarzt Dr. E.____ bat mit Schreiben vom 22. Juli 2013 das Spital F.____, den Versicherten zu untersuchen. Gleichzeitig hielt er fest, dass wahrscheinlich auch der Beizug eines Psychiaters sinnvoll wäre. 6.9 Mit Bericht vom 24. September 2013 hielt das Spit al F.____, Abteilung Rheumatologie, als Diagnosen ein chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom beidseits, rechtsbetont, so- wie einen Verdacht auf chronisch rezidivierende depressive Episoden fest. Mit Bericht vom 28. Oktober 2013 hielt das Spital F.____ sodann als Dia gnosen einen hochgradigen Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung, ein chronisches zervikobrac hiales Schmerzsyndrom beid- seits, rechtsbetont, sowie chronisch rezidivierende depre ssive Episoden fest. Es führte zudem aus, dass die laborchemische Untersuchung bis auf einen l eichtgradigen Vitamin-D-Mangel unauffällig ausgefallen sei. Ebenfalls hätten keine en tzündlichen Veränderungen in der vom Spital G.____ durchgeführten 3-Phasen-Skelett-Szintigraphie vom 4. Oktober 2013 nachgewie- sen werden können. Hingegen seien in der Untersuchung d egenerative Veränderungen in bei- den Ellbogen, deutlich linksbetont, sowie in beiden Gl enohumeral- und Sternoclaviculargelen- ken, weniger ausgeprägt in beiden Händen und Knien, festgestellt worden. Insgesamt scheine das Ausmass der geklagten Beschwerden nicht mit dem Ausmass de r degenerativen Verände- rungen zu korrelieren, sodass insbesondere auch auf dem Hintergrund einer depressiven Symptomatik von einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen sei. 6.10 Der Psychiater Dr. B.____ hielt im Schreiben vom 10. Januar 2014 als Diagnosen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung fest. Rheumatolo gisch bestehe ein chronisches zer- vicobrachiales Schmerzsyndrom beidseits. Die Symptomatik ha be sich durch die Behandlung mit Cymbalta und Mirtazapin nicht wesentlich gebessert. Massive Belastungsfaktoren seien die aktuelle Arbeitslosigkeit und die daraus resultierende prekäre finanzielle Lage. 7.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seine r angestammten Tätigkeit als Bau- arbeiter als vollständig arbeitsunfähig gilt. Die inv olvierten Ärzte sind sich ferner einig, dass der Beschwerdeführer in leidensangepasster Tätigkeit vollstän dig arbeitsfähig sei. Dies wird durch Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Beschwerdeführer bestritten. Er habe nicht nur gesundheitliche Probleme im rechten Ellbo- gen, sondern auch im Schultergürtel, im Nacken sowie a m Herz. Diese Beschwerden konnten durch die Ärzte nicht hinreichend objektiviert werden un d es liegen auch keine Arztberichte vor, welche eine gegenteilige Meinung vertreten. 7.2 Der Beschwerdeführer rügt des Weiteren, die psychia trische Situation sei durch die IV- Stelle ungenügend abgeklärt worden. Wie bereits in E rwägung 2 festgehalten, ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü gung vom 17. September 2013 entwi- ckelt hat, massgebend. Vor Erlass der angefochtenen Verfü gung überwies der Hausarzt den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 22. Juli 2013 dem S pital F.____ zur rheumatologischen Untersuchung mit dem Hinweis, dass wahrscheinlich ein Beiz ug eines Psychiaters sinnvoll wä- re. Er führte darin kurz aus, dass bedingt durch den frustranen Verlauf mit schon langer Arbeits- losigkeit und existentiellen Problemen es nebst somatischen Beschwerden auch zu einer de- pressiven Verstimmung gekommen sei. Bis zu diesem Schreiben vom 22. Juli 2013 ist den Ak- ten kein Hinweis auf eine depressive Verstimmung zu entne hmen. Der IV-Stelle kann nicht vor- geworfen werden, dass sie aufgrund des einzigen Hinweises des Hausarztes den Versicherten hätte psychiatrisch abklären müssen. Insbesondere auch deshal b nicht, weil die depressive Verstimmung im Zusammenhang mit invaliditätsfremden Faktoren erwähnt wurde. 7.3 Würden die nach Erlass der angefochtenen Verfügun g ergangenen Arztberichte berück- sichtigt werden, würde das Gericht nicht zu einem ande ren Ergebnis gelangen. Die Abteilung Rheumatologie des Spitals F.____ diagnostizierte im B ericht vom 28. Oktober 2013 nebst hochgradigem Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstöru ng und einem chronischen zervi- kobrachialen Schmerzsyndrom beidseits, rechtsbetont, chr onisch rezidivierende depressive Episoden. Zunächst ist fraglich, ob auf die psychiatrische Diagnose durch die Abteilung Rheu- matologie abgestellt werden kann. Insbesondere auch des halb, weil der behandelnde Psychia- ter Dr. B.____ in seinem Schreiben vom 10. Januar 20 14 keine depressive Episode erwähnt. Vielmehr diagnostizierte Dr. B.____ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Zudem machten weder das Spital F.____ noch Dr. B.____ Ausfüh rungen dazu, ob ihre Diagnosen Auswirkungen auf die Arbeitsunfähigkeit hätten. Unabhä ngig davon vermögen anhaltende so- matoforme Schmerzstörungen nur ausnahmsweise eine Invalid ität im Rechtssinne zu begrün- den (vgl. E. 5.5 hiervor). Die Kriterien hierfür sind vorliegend nicht erfüllt. Den Berichten des Spitals F.____ oder von Dr. B.____ ist kein Hinweis auf eine ausgeprägte psychische Komorbi- dität zu entnehmen. Insbesondere führt Dr. B.____ w ie der Hausarzt lediglich die aktuelle Ar- beitslosigkeit und die daraus resultierende prekäre fin anzielle Lage als massive Belastungsfak- toren auf, wobei es sich um invaliditätsfremde Faktoren handelt. Einzig das Kriterium einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung könnte allenfal ls noch bejaht werden. Dies genügt jedoch nicht zur Bejahung der Unüberwindbarkeit. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht keine weiteren Abklä- rungen in Bezug auf die somatischen wie auch psychiatrische n Beschwerden vorgenommen hat. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seine r angestammten Tätigkeit als Bauar- beiter vollständig arbeitsunfähig ist. In somatischer Hi nsicht ist jedoch genügend abgeklärt wor- den, dass der Beschwerdeführer in einer Verweistätigke it für leichte Tätigkeit ohne schnelle Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Pro-/Supinationsbewegungen ganztags arbeitsfähig ist. Die somatoforme Schmerzstörung gilt als überwindbar, sodass sie keine Invalidität begründet. D ementsprechend erweist sich die Be- schwerde als unbegründet und ist abzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten zu überbinden si nd. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 19. November 2013 die un entgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse ge- nommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 19. Februar 2014 die unentgeltliche Ver- beiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Hono rar bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des B eschwerdeführers hat in seiner Honorar- note vom 22. April 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 6 Stunden und 3 Minuten sowie Auslagen von Fr. 83.-- geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Dem Rechtsver- treter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'293.-- (6 Stunden und 3 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 83.--) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘293.-- (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht