<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00256</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205393&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00256</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.10.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 28.08.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Heilanpreisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Frage der Zulässigkeit der Bezeichnung einer Produktelinie mit "Clinique water therapy"; Heilanpreisung.<br/><br/>Die Produktelinie "Clinique water therapy" umfasst Fuss-, Hand- und Körpercremes, Waschgel sowie Körperspray. Diese Produkte sind Gebrauchsgegenstände und gehören zu den kosmetischen Mitteln. Hinweise irgendwelcher Art auf eine krankheitsbildende, -lindernde oder -verhütende Wirkung von Gebrauchsgegenständen sind verboten (E. 1). <br/>Das Wort "Therapy" oder zu Deutsch "Therapie" mag zwar im Alltag auch allgemein nur als Methode zur Bekämpfung irgendeines Mangelzustandes verstanden werden. Nichtsdestotrotz ist der Begriff aber im fraglichen Umfeld der Körperpflege eindeutig medizinisch besetzt. Der Produzent, welcher diesen Begriff wohl gerade wegen seiner Anlehnung an die medizinische Terminologie wählt, muss sich unter diesen Umständen auch die medizinische Interpretation des Begriffes entgegenhalten lassen. Hinzu kommt im vorliegenden Fall, dass der Begriff "Therapy" in Kombination mit "Water" verwendet wird und damit ein neuer Terminus entsteht, der eine spezifische medizinisch-therapeutische Methode benennt. Zu Recht hat deshalb die Gesundheitsdirektion bereits im Fall VB.2004.00346 darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung kosmetischer Produkte mit einem Begriff wie "Therapie" zu einer Verwässerung der Grenze zwischen Kosmetika und Arzneimittel führt (E. 3.2).<br/>Abweisung (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSMETIKA">KOSMETIKA</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRODUKTEBEZEICHNUNG">PRODUKTEBEZEICHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERAPIE">THERAPIE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art./§ 3 GebrV</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 3 Abs. II GebrV</span><br/><span class="gerade">Art./§ 21 GebrV</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 21 Abs. II GebrV</span><br/><span class="gerade">Art. 5 lit. b LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 Abs. I LMG</span><br/><span class="gerade">Art. 14 Abs. II LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 23 LMG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 16. Dezember 2003 verfÃ¼gte das Kantonale Labor ZÃ¼rich gegenÃ¼ber der A GmbH, dass die von ihr importierte Produktelinie "Clinique Water Therapy" ab sofort nur noch ohne die Bezeichnung "Therapy" abgegeben werden dÃ¼rfe. Gleichzeitig gab es der Wareninhaberin Gelegenheit, dem Kantonalen Labor bis zum 12. Januar 2004 allfÃ¤llige VerwertungsvorschlÃ¤ge bekannt zu geben. Eine gegen diese VerfÃ¼gung gerichtete Einsprache der A GmbH wies das Kantonale Labor am 11. August 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob die A GmbH am 23. August 2004 Rekurs an die Gesundheitsdirektion und beantragte, der Einspracheentscheid sowie die VerfÃ¼gung vom 16. Dezember 2003 seien aufzuheben. Das Verfahren wurde Anfangs Oktober 2004 unter Hinweis auf ein damals vor Verwaltungsgericht hÃ¤ngiges Verfahren mit Ã¤hnlichem Sachverhalt und gleichen Rechtsfragen (VB.2004.00346 betreffend Aroma Therapy Energy Duschgel) sistiert. Nach der rechtskrÃ¤ftigen Erledigung des genannten Gerichtsverfahrens nahm die Gesundheitsdirektion das Rekursverfahren wieder auf und wies das Rechtsmittel am 11. Mai 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Rekursentscheid erhob die A GmbH am 13. Juni 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die VerfÃ¼gungen des Kantonalen Labors vom 16. Dezember 2003 und vom 11. August 2004 sowie die RekursverfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion vom 11. Mai 2005 seien aufzuheben unter Kostenfolgen zulasten des Kantonalen Labors und der Gesundheitsdirektion.</p> <p class="Urteilstext">Die Gesundheitsdirektion beantragte am 27. Juni 2005 die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonale Labor verzichtete am 7. Juli 2005 auf eine Stellungnahme.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin importierte Produktelinie umfasst Fuss-, Hand- und KÃ¶rpercremes, Waschgel sowie KÃ¶rperspray. Diese Produkte sind GebrauchsgegenstÃ¤nde im Sinne von Art. 5 lit. b des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 Ã¼ber Lebensmittel und GebrauchsgegenstÃ¤nde (Lebensmittelgesetz, LMG, SR 817.0) und gehÃ¶ren zu den kosmetischen Mitteln im Sinne von Art. 21 der Verordnung vom 1. MÃ¤rz 1995 Ã¼ber GebrauchsgegenstÃ¤nde (GebrV, SR 817.04, vgl. auch Anhang 2 zur GebrV). Solche wirken lokal auf die gesunde Haut und ihre Organe, auf die SchleimhÃ¤ute des Mundes oder der Ã¤usseren Genitalregionen oder auf die ZÃ¤hne. Die darin enthaltenen Stoffe dÃ¼rfen bei der Resorption keine inneren Wirkungen entfalten (Art. 21 Abs. 2 GebrV). Nach Art. 14 Abs. 1 LMG dÃ¼rfen GebrauchsgegenstÃ¤nde bei bestimmungsgemÃ¤ssem oder Ã¼blicherweise zu erwartendem Gebrauch die Gesundheit nicht gefÃ¤hrden. Nach Art. 14 Abs. 2 LMG kann der Bundesrat zu diesem Zweck Anforderungen an GebrauchsgegenstÃ¤nde und deren Beschriftung festlegen sowie die Verwendung bestimmter Stoffe einschrÃ¤nken oder verbieten. GemÃ¤ss Art. 3 GebrV muss die Bezeichnung, Anpreisung, Aufmachung und Verpackung von GebrauchsgegenstÃ¤nden (Etiketten, Packungen, Prospekte usw.) so gestaltet sein, dass keine Gefahr einer gesundheitsschÃ¤digenden Verwendung des Gebrauchsgegenstandes besteht (Abs. 1). Hinweise irgendwelcher Art auf eine krankheitsheilende, -lindernde oder -verhÃ¼tende Wirkung (zum Beispiel medizinische oder therapeutische Eigenschaften, desinfizierende oder entzÃ¼ndungshemmende Wirkungen, Ã¤rztliche Empfehlungen) von GebrauchsgegenstÃ¤nden sind verboten (Abs. 2). Erlaubt sind jedoch Hinweise auf kariesverhÃ¼tende Eigenschaften von Zahn- und Mundpflegemitteln (Abs. 3).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GestÃ¼tzt auf das in Art. 3 Abs. 2 GebrV enthaltene Verbot ordnete das Kantonale Labor an, dass die fragliche Produktelinie nur noch ohne die Bezeichnung "Therapy" abgegeben werden dÃ¼rfe. Es erwog, Art. 3 Abs. 2 GebrV diene der Abgrenzung der GebrauchsgegenstÃ¤nde gegenÃ¼ber den Heilmitteln. Die "Water Therapy" oder "Hydrotherapie" oder "Wasserheilkunde" sei ein Teilbereich der Medizin, die Produktebezeichnung suggeriere daher eine Heilwirkung. Dieser Eindruck werde durch den Zusatz "Clinique" noch verstÃ¤rkt, auch wenn diese kosmetische Marke mittlerweile bekannt sei. Vertriebskanal und Aufmachung seien keine eindeutigen Kriterien fÃ¼r die Charakterisierung eines Produktes als Kosmetikum, zumal es genÃ¼gend Firmen gebe, die sowohl Kosmetika als auch Arzneimittel vertrieben. Es sei nicht ausschlaggebend, dass die Marke "Clinique Water Therapy" im Schweizerischen Markenregister eingetragen sei. Das Institut fÃ¼r geistiges Eigentum kÃ¶nne nicht die RechtmÃ¤ssigkeit der Marke hinsichtlich aller lebensmittelrechtlichen Bestimmungen Ã¼berprÃ¼fen, und die Markeneintragung entbinde nicht von der Pflicht zur Selbstkontrolle nach Art. 23 LMG.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Im Rekursentscheid Ã¼bernahm die Gesundheitsdirektorin diese Argumentation im Wesentlichen. ZusÃ¤tzlich lehnte sie es ab, SchlÃ¼sse aus der anderweitigen Verwendung des Begriffs "Therapie" im Bereich der SchÃ¶nheitsprodukte zu ziehen, da die Rekurrentin kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht habe. Zudem sei das Kantonale Labor nur fÃ¼r das Gebiet des Kantons ZÃ¼rich zustÃ¤ndig, Vertreiber mit ausserkantonalem Sitz seien von den dortigen BehÃ¶rden zu Ã¼berprÃ¼fen. Der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit werde gewahrt, da der Rekurrentin kein absolutes Vertriebsverbot, sondern nur die Ãnderung des Produktenamens auferlegt worden sei. Ob die Produktelinie in Europa zugelassen sei, und was der EuropÃ¤ische Gerichtshof dazu festhalte, habe keine rechtliche Wirkung auf die Schweiz.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>DemgegenÃ¼ber stellt sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auf den Standpunkt, Art. 3 Abs. 2 GebrV dÃ¼rfe nicht streng nur nach dem Wortlaut und schematisch, sondern mÃ¼sse einzelfallbezogen angewendet werden. Kosmetika wÃ¼rden die Erhaltung des guten Zustandes der Haut, entsprechende Arzneimittel deren Heilung bezwecken; dieser Ãbergang sei fliessend. FÃ¼r den Konsumenten komme es lediglich auf die Wirkung des Produktes an, nicht aber darauf, ob dieses als Arzneimittel oder als Kosmetikum vertrieben werde. Es sei zu prÃ¼fen, ob die Kennzeichnung im konkreten Fall beim Ã¼blichen Adressatenkreis zur irrtÃ¼mlichen Annahme fÃ¼hre, die Ware habe eine krankheitsheilende, -lindernde oder verhÃ¼tende Wirkung. Der Begriff "Therapy" oder zu Deutsch "Therapie" werde schon lange nicht mehr ausschliesslich als Heilbehandlung, sondern im alltÃ¤glichen Sprachgebrauch auch im Ã¼bertragenen Sinn als Methode zur Erreichung eines bestimmten Zwecks verstanden. Bei der Bezeichnung "Clinique Water Therapy" werde der Begriff in diesem Sinne verwendet. Der angesprochene Konsument erkenne, dass dabei das Wasser als Naturprodukt zur Hautpflege und nicht als medizinische Heilmethode eingesetzt werde. Auch andere Firmen wÃ¼rden fÃ¼r kosmetische Hautpflegemittel die Bezeichnung "Therapie" verwenden. Die beanstandeten Waren seien auch eindeutig als kosmetische Erzeugnisse aufgemacht und wÃ¼rden ausschliesslich in ParfÃ¼merien und Kosmetikabteilungen von KaufhÃ¤usern verkauft. Die Bezeichnung "Clinique Water Therapy" gebe in der EU keinerlei Anlass zu Verboten, was Zweifel an der vorgenommenen Auslegung erwecke und die Einholung eines SachverstÃ¤ndigengutachtens erfordert hÃ¤tte. "Clinique" sei nach 30-jÃ¤hrigem Gebrauch eine so bekannte Marke, dass der angesprochene Verbraucher nicht (mehr) irrtÃ¼mlich annehme, sie habe etwas mit Heilmitteln zu tun. Der Markenname verdeutliche gerade, dass es sich beim Produkt um ein reines SchÃ¶nheitsprodukt handle. Eine TÃ¤uschungsgefahr sei daher ausgeschlossen. Das Verbot die Bezeichnung "Clinique Water Therapy" zu verwenden, sei unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, weil es gar nicht dazu geeignet sei, den im Gesundheitsschutz liegenden Gesetzeszweck herbeizufÃ¼hren.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Anwendbarkeit von Art. 3 Abs. 2 GebrV sowie die Gesetzes- und VerfassungskonformitÃ¤t der Bestimmung stellt die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht nicht in Frage. Das Bundesgericht hat das in der Lebensmittelgesetzgebung enthaltene Verbot der Heilanpreisung fÃ¼r Lebensmittel und GebrauchsgegenstÃ¤nde in der Vergangenheit bereits mehrfach fÃ¼r zulÃ¤ssig erklÃ¤rt (BGE 127 II 91 E. 3 betreffend Kuh-Lovely-Werbung; BGr, 23. Juni 2000, 2A.47/2000, ZBl 103/2002, S. 30, E. 2 betreffend Schlank-CrÃ¨me; BGr, 19. Juni 2002, 2A.62/2002, SIC 8/2002, S. 615 betreffend Schlechtwetter Bad und Muskel Vital Bad). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Bei der Auslegung und Anwendung der fraglichen Verordnungsbestimmung wirft die BeschwerdefÃ¼hrerin den Vorinstanzen zu Unrecht eine zu starre, schematische und wortgetreue Auslegung vor. Nach den oben angefÃ¼hrten Entscheiden des Bundesgerichts dient das Verbot von Art. 3 Abs. 2 GebrV der Abgrenzung der kosmetischen Mittel gegenÃ¼ber den Heilmitteln und soll verhindern, dass die Heilmittelgesetzgebung unterlaufen wird. Nach Art. 3 Abs. 2 GebrV unzulÃ¤ssig sind alle Hinweise auf eine krankheitsheilende, -lin­dernde oder -verhÃ¼tende Wirkung. Ob ein bestimmter Hinweis in diesem Sinne zu verstehen ist, hat sich daran zu orientieren, wie ein mutmasslicher Adressat einen solchen verstehen darf. Wird bei der Anpreisung von Kosmetika etwa auf spezielle KrankheitszustÃ¤nde hingewiesen oder werden medizinisch besetzte Methoden zur Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten genannt, so darf ein Adressat dies durchaus im medizinischen Sinn verstehen und darauf vertrauen, dass das entsprechende Produkt als Heilmittel geprÃ¼ft und zugelassen ist. </p> <p class="Urteilstext">Das Wort "Therapy" oder zu Deutsch "Therapie" mag zwar im Alltag, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin durchaus mit Recht vorbringt, auch allgemein nur als Methode zur BekÃ¤mpfung irgendeines Mangelzustandes verstanden werden. Nichtsdestotrotz ist der Begriff aber im fraglichen Umfeld der KÃ¶rperpflege eindeutig medizinisch besetzt. Der Produzent, welcher diesen Begriff wohl gerade wegen seiner Anlehnung an die medizinische Terminologie wÃ¤hlt, muss sich unter diesen UmstÃ¤nden auch die medizinische Interpretation des Begriffes entgegenhalten lassen. Offenbar verspricht er sich von dieser Wortwahl ja gerade mehr Wirkung als von der Verwendung eines weitergefassten, allgemeinen Begriffs. Hinzu kommt im vorliegenden Fall, dass der Begriff "Therapy" in Kombination mit "Water" verwendet wird und damit ein neuer Terminus entsteht, der eine spezifische medizinisch-therapeutische Methode benennt. Auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen der Gesundheitsdirektion hierzu kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).</p> <p class="Urteilstext">Vom Sachverhalt her und den damit aufgeworfenen Rechtsfragen ist der hier zu beurteilende Fall vergleichbar mit demjenigen des unter der Bezeichnung "Aromatherapie" vertriebenen Duschgels (vgl. <span>VGr, </span>11. November 2004, VB.2004.00346). Das Verwaltungsgericht erwog dazu, es spiele grundsÃ¤tzlich keine Rolle, welcher Stellenwert der Aromatherapie als Therapiemethode der Naturheilkunde im gesamten Bereich medizinischer Therapien zukomme. Auch komme es nicht darauf an, dass der Begriff Aromatherapie nur im Zusammenhang mit einem Duschgel verwendet werde. Das Verbot des Hinweises auf therapeutische Eigenschaften gelte grundsÃ¤tzlich fÃ¼r alle Kosmetikprodukte. Von solchen Produkten werde sich der Durchschnittskonsument zwar dank deren spezifischen Ã¤usserlichen Anwendung und angesichts des in Art. 21 Abs. 2 GebrV enthaltenen Verbots, innere Wirkung zu entfalten, generell keinen allzu grossen medizinisch-therapeutischen Nutzen versprechen. Zu Recht habe aber die Gesundheitsdirektion in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung kosmetischer Produkte mit einem Begriff wie <span>"</span>Therapie<span>"</span> zu einer VerwÃ¤sserung der Grenze zwischen Kosmetika und Arzneimittel fÃ¼hre. Da auch Arzneimittel in Formen angeboten werden, die rein Ã¤usserlich auf der Haut angewendet oder â wie die Ã¤therischen Ãle der Aromatherapie â inhaliert wÃ¼rden, mÃ¼ssten mÃ¶gliche Verwechslungen zwischen Arzneimitteln und kosmetischen Produkten durch eine klare Abgrenzung vermieden werden<span>. </span></p> <p class="Urteilstext">Andere, ausserhalb von Art. 3 Abs. 2 GebrV liegende Abgrenzungskriterien, wie sie die BeschwerdefÃ¼hrerin im Einzelnen berÃ¼cksichtigt haben will, sind demgegenÃ¼ber nicht tauglich. So ist nicht nachvollziehbar und wird auch nicht weiter dargelegt, inwiefern sich im vorliegenden Fall die Aufmachung oder Ausstattung der kosmetischen Produkte von den als Heilmitteln zugelassenen KÃ¶rpercremes etc. unterscheiden sollen. Die massgebenden Gesetze und Verordnungen enthalten keine Vorschriften darÃ¼ber, welche Aufmachung ein bestimmtes Produkt aufweisen muss, damit es nicht als Arzneimittel, sondern nur als kosmetisches Mittel zu qualifizieren ist. Auch der Abgabekanal, also der konkrete Verkaufsort, lÃ¤sst keine eindeutigen RÃ¼ckschlÃ¼sse zu, da gerade die Arzneimittel der Kategorie E frei von allen Personen und damit auch ausserhalb von Apotheken und Drogerien abgegeben werden dÃ¼rfen (Art. 27 der Verordnung Ã¼ber die Arzneimittel vom 17. Oktober 2001 (Arzneimittelverordnung, VAM, SR 812.212.21). Schliesslich erweist sich auch der verwendete Markenname keineswegs als taugliches Abgrenzungskriterium, da der Gesetzgeber den Produzenten nicht verbietet, unter einer bestimmten Marke gleichzeitig Kosmetika und Arzneimittel zu vertreiben. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nichts ableiten kann die BeschwerdefÃ¼hrerin sodann aus dem Vergleich mit der Gesichtscreme "Biotherm Source ThÃ©rapie", von der sie gar nicht behauptet, sie werde vom Kantonalen Labor oder einer anderen schweizerischen BehÃ¶rde ausdrÃ¼cklich zugelassen. </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Anwendung des schweizerischen Rechts schliesslich muss ohne Bedeutung bleiben, ob die EuropÃ¤ische Union die fragliche Produktebezeichnung zulÃ¤sst.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die angefochtene VerfÃ¼gung verlangt nicht, dass die beanstandeten Produkte gar nicht mehr abgegeben werden dÃ¼rfen, sondern nur, dass bei ihrer Abgabe kÃ¼nftig auf die Bezeichnung "Therapy" zu verzichten sei. Damit werden die GrundsÃ¤tze der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit eingehalten. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt in diesem Zusammenhang zu Unrecht, dass das ausgesprochene Verbot nicht geeignet sei, den Zweck der Verbotsnorm herbeizufÃ¼hren. Dient Art. 3 Abs. 2 GebrV â wie oben ausgefÃ¼hrt â der Abgrenzung der kosmetischen Mittel gegenÃ¼ber den Heilmitteln, so ist das gestÃ¼tzt darauf ausgesprochene Gebot durchaus geeignet, die zulÃ¤ssige Zielsetzung der Bestimmung zu verwirklichen. Die Kritik der BeschwerdefÃ¼hrerin stellt letztlich mehr die Zwecktauglichkeit der Verordnungsbestimmung selber als diejenige der darauf beruhenden VerfÃ¼gung in Frage. </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss erweist sich die Beschwerde als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung hat sie nicht verlangt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>