<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 49 S.204</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">204</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft1"><b>49 Veranlagung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand (§ 144</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Abs. 2 StG).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Mittelflussrechnung, wenn eine Buchhaltung geführt wird (Erw. 3/a,</b></span><br/> <span class="ft1"><b>b/aa).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- In der Regel ist davon auszugehen, dass der Lebensaufwand jeden-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>falls den betreibungsrechtlichen Notbedarf erreicht (Erw. 3/b/bb).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 27. März 2001 in</span><br/> <span class="ft2">Sachen U.S. gegen Entscheid des Steuerrekursgerichts.</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">3. a) Bei selbstständigerwerbenden Steuerpflichtigen, die eine</span><br/> <span class="ft4">Buchhaltung führen, ist es zweckmässig, zur Vermögensentwick-</span><br/> <span class="ft4">lungs-/Lebensaufwandrechnung eine Mittelflussrechnung zu erstel-</span><br/> <span class="ft4">len. Massgeblich sind dabei nur die tatsächlichen Einnahmen und</span><br/> <span class="ft4">Ausgaben. Aus der Mittelflussrechnung ergibt sich, welche Mittel</span><br/> <span class="ft4">dem Steuerpflichtigen für den Lebensaufwand effektiv zur Verfü-</span><br/> <span class="ft4">gung stehen.</span><br/> <span class="ft4">b) aa) Mittelflussrechnung aufgrund der Buchhaltung und der</span><br/> <span class="ft4">Steuererklärung:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonales Steuerrecht</span> <span class="page_no">205</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <br/> <center><img alt="agve-2001-205.gif" src="http://agve.weblaw.ch/img/public/agve-2001-205.gif"/></center> <br/> <span class="ft4">Aus der Mittelflussrechnung ergibt sich deutlich, dass die</span><br/> <span class="ft4">Selbstdeklaration des Beschwerdeführers nicht zutreffend sein kann.</span><br/> <span class="ft4">Die verbleibenden Mittel für die Lebenshaltung decken den Privat-</span><br/> <span class="ft4">aufwand, selbst wenn er tief angesetzt wird, bei weitem nicht.</span><br/> <span class="ft4">bb) Bei der Berechnung des Lebensaufwands ist in der Regel</span><br/> <span class="ft4">davon auszugehen, dass der Verbrauch eines Steuerpflichtigen auch</span><br/> <span class="ft4">bei sehr sparsamer Lebensführung jedenfalls den betreibungsrecht-</span><br/> <span class="ft4">lichen Notbedarf erreicht. Der Beschwerdeführer macht allerdings</span><br/> <span class="ft4">geltend, er lebe äusserst sparsam, indem er kaum ausgehe und für Es-</span><br/> <span class="ft4">sen, Kleider und Unterhaltung fast nichts ausgebe. Nun ist es zwar</span><br/> <span class="ft4">aufgrund seiner persönlichen Verhältnisse nicht unglaubhaft, dass er</span><br/> <span class="ft4">selten ausgeht; auf der anderen Seite ergibt sich aus den Akten aber</span><br/> <span class="ft4">auch, dass er sich dort, wo die Kosten ausgewiesen sind, namentlich</span><br/> <span class="ft4">bei Versicherungen, aber auch beim Fahrzeugaufwand, nicht als be-</span><br/> <span class="ft4">sonders zurückhaltend erweist. Dies spricht dagegen, bei den nicht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">206</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">nachweisbaren Posten, wie bei den Ausgaben für den täglichen Be-</span><br/> <span class="ft4">darf, die von ihm angegebenen aussergewöhnlich tiefen Beträge zu</span><br/> <span class="ft4">übernehmen. Vielmehr erscheint es auch im vorliegenden Fall rich-</span><br/> <span class="ft4">tig, der Regel zu folgen und den betreibungsrechtlichen Grundbedarf</span><br/> <span class="ft4">als objektivem Massstab nicht zu unterschreiten.</span><br/> <span class="ft4">Es ist daher in einem ersten Schritt der betreibungsrechtliche</span><br/> <span class="ft4">Grundbetrag (auf Grundlage der "Richtlinien für die Berechnung des</span><br/> <span class="ft4">betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93</span><br/> <span class="ft4">SchKG", Kreisschreiben des Obergerichts vom 13. Dezember 1993</span><br/> <span class="ft4">[im Folgenden: Richtlinien]) mit der Deklaration des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft4">führers, einschliesslich der Aufrechnungen der Steuerbehörden, zu</span><br/> <span class="ft4">vergleichen. Erweist sich der Privataufwand gemäss (korrigierter)</span><br/> <span class="ft4">Selbstdeklaration als zu gering, wird die Differenz zum betreibungs-</span><br/> <span class="ft4">rechtlichen Grundbetrag als Mehraufwand aufgerechnet. Dazu kom-</span><br/> <span class="ft4">men die Auslagen, die nicht im Grundbetrag enthalten sind.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonales Steuerrecht</span> <span class="page_no">207</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <br/> <center><img alt="agve-2001-207.gif" src="http://agve.weblaw.ch/img/public/agve-2001-207.gif"/></center> <br/> <span class="ft2">1) Der betreibungsrechtliche Notbedarf setzt sich zusammen aus einem</span><br/> <span class="ft2">Grundbetrag (pauschal Fr. 1'010.--/Monat) plus Zuschlägen für bestimmte</span><br/> <span class="ft2">weitere Auslagen. Im Grundbetrag sind enthalten: Nahrung, Kleidung und</span><br/> <span class="ft2">Wäsche einschliesslich deren Instandhaltung, Körper- und Gesundheits-</span><br/> <span class="ft2">pflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles sowie Auslagen</span><br/> <span class="ft2">für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas. Nicht enthalten sind Kranken-</span><br/> <span class="ft2">kasse und Fahrkosten, die als Zuschläge zum Grundbetrag hinzukommen.</span><br/> <br/> <span class="ft2">2) Aufrechnung Fahrzeugkosten im Durchschnitt Fr. 2'600.--. Von den Fahr-</span><br/> <span class="ft2">zeugkosten gemäss Buchhaltung entfallen gegen 80 % auf Abschreibun-</span><br/> <span class="ft2">gen. Dieser Anteil ist auch hier abzuziehen, da es sich dabei nicht um</span><br/> <span class="ft2">Auslagen handelt; verbleiben Fr. 550.--.</span><br/> <br/> <span class="ft4">c) Aus obiger Aufstellung ergibt sich eine Unterdeckung des</span><br/> <span class="ft4">Privataufwands von rund Fr. 20'200.--. Den Unsicherheiten der Ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">208</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">mögensvergleichsrechnung wird praxisgemäss durch Abrundung des</span><br/> <span class="ft4">Ergebnisses Rechnung getragen. Es rechtfertigt sich, vorliegend eine</span><br/> <span class="ft4">Einkommensaufrechnung in Höhe von Fr. 18'000.-- vorzunehmen.</span><br/> <span class="ft4">(Redaktioneller Hinweis: Auf eine staatsrechtliche Beschwerde</span><br/> <span class="ft4">gegen diesen Entscheid ist das Bundesgericht nicht eingetreten.)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>