Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 5. Juni 2019 (460 18 362) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbsmässiger Betrug, Veruntreuung und qualifizierte ungetreue Geschäftsbesor- gung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Susanne Afheldt (Ref.), Richter Daniel Häring, Richterin Helena Hess, Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A.____ , Privatkläger gegen B.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Häner, Advokaturbüro TRIAS AG, Salinenstrasse 25, Postfach, 4133 Pratteln 1, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Gewerbsmässiger Betrug etc. (Berufung des Beschuldigten und Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Jul i 2018 wurde B.____ des ge- werbsmässigen Betrugs sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt; dies in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 47 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. In Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von CHF 7‘372.-- wurde B.____ von der Anklage des mehrf achen gewerbsmässigen Betrugs freigesprochen. Sodann wurden diverse beschlagnahmte O rdner, Unterlagen, Schriftsachen und weitere Gegenstände zur Vernichtung eingezogen. Der aus der Verwertung des auf die C.____ GmbH eingelösten Mercedes Benz R63 AMG (Kontro llschild ZG 6____) stammende Erlös in der Höhe von CHF 32‘525.10 wurde gemäss Art. 7 0 Abs. 1 StGB eingezogen. Des Weiteren wurde B.____ bei seiner Anerkennung behaftet , dem A.____ in solidarischer Haftung mit D.____ CHF 418‘602.25 zu bezahlen. Ferner wurden B.____ in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kost en des Vorverfahrens von CHF 43‘675.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 24‘000.- -, auferlegt. Schliesslich wurde er- kannt, dass die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von insgesamt CHF 25'394.-- aus der Gerichtskasse entrichtet werden, wobei der Beschu ldigte gestützt auf Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO verpflichtet wurde, dem Staa t die Kosten der amtlichen Verteidigung zu- rückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differe nz zwischen der amtlichen Entschädi- gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es se ine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau- ben. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachf olgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 6. Juli 2018 m eldete der Beschuldigte mit Schrei- ben vom 10. Juli 2018 die Berufung an. In seiner Beru fungserklärung vom 6. Dezember 2018 beantragte der Beschuldigte, es sei das angefochtene U rteil unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates vollumfänglich aufzuheben. Im Sinne von B eweisanträgen wurde zudem begehrt, es seien E.____, F.____, G.____, H.____, I.____, J.___ _, K.____ und L.____ als Zeugen zur Sache zu befragen sowie Auszüge aus dem Reisepass des Be schuldigten und ein Kaufbeleg vom 22. Januar 2009 bezüglich einer SIM-Karte von M.__ __ zu den Akten zu nehmen. Mit Ein- gabe vom 16. Januar 2019 präzisierte der Berufungskläger seine Berufungserklärung dahinge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht hend, dass er unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staate s von sämtlichen Vorwürfen freizu- sprechen sei. Schliesslich reichte der Beschuldigte mit Dat um vom 16. Mai 2019 ‒ entgegen der mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, A bteilung Strafrecht, vom 7. März 2019 ergangenen Feststellung, wonach die Begründung der Berufung des Beschuldigten ge- stützt auf Art. 346 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art . 405 Abs. 1 StPO im Rahmen des Partei- vortrages vor den Schranken des Kantonsgerichts erfolgen wird ‒ seine Berufungsbegründung ein. C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ih rer Anschlussberufungserklärung vom 19. Dezember 2018 was folgt: Es sei der Beschuldigte des mehrfach begangenen ge- werbsmässigen Betrugs sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung schuldig zu erklären, und es sei die gegen den Berufungskläger vorinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten nach Er- messen des Kantonsgerichts zu erhöhen; dies alles unter Ko sten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschuldigten. Darüber hinaus begehrte die Staatsanwaltschaft, auf die Berufung des Beschuldigten sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen; dies wiederum unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Mit Schrei- ben vom 25. Februar 2019 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf eine ergänzende Be- gründung der bereits summarisch begründeten Anschlussberufungserklärung verzichtet. D. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vo m 4. Januar 2019 wurde fest- gehalten, dass der Privatkläger weder Berufung noch An schlussberufung erhoben hat. Ebenso wurde ‒ unter Bezugnahme auf das Schreiben des Rechtsvertreters des Beschuldigten vom 27. Dezember 2018 bezüglich Beendigung des Mandatsverh ältnisses ‒ festgestellt, dass die Voraussetzungen der amtlichen Verteidigung auch im Beru fungsverfahren vorliegen und Rechtsanwalt Philippe Häner unverändert als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten einge- setzt ist. Mit Verfügung vom 18. Januar 2019 wurde das Gesuch des Beschuldigten vom 9. Januar 2019 um Wechsel der amtlichen Verteidigung abgewiesen. Mit weiterer Verfügung vom 5. Februar 2019 wurde ‒ unter Verweis auf die Verfügung vom 18. Januar 2019 ‒ auf das neuerliche Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung vom 1. Februar 2019 nicht eingetre- ten. Sodann wurde mit Verfügung vom 7. März 2019 das Sistierungsgesuch des Beschuldigten vom 22. Februar 2019 abgewiesen. Mit nämlicher Verfügu ng wurde auf die vorgängige Einho- lung einer schriftlichen Berufungsbegründung seitens des Beschuldigten verzichtet. Ebenfalls Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Verfügung vom 7. März 2019 wurden ausserdem in te ilweiser Gutheissung der Beweisan- träge des Beschuldigten gemäss dessen Berufungserklärung vom 6. Dezember 2018 die einge- reichten Auszüge aus seinem Reisepass sowie der Kaufbeleg vom 22. Januar 2009 bezüglich einer SIM-Karte von M.____ zu den Akten genommen; hi ngegen wurde der Antrag des Be- schuldigten, es seien acht namentlich genannte Personen als Zeugen vor dem Berufungsge- richt zur Sache zu befragen, abgewiesen. Ferner wurde m it Verfügung vom 29. Mai 2019 ‒ un- ter Hinweis auf die vom Beschuldigten selbst und seinem Rechtsvertreter eingegangenen Ver- schiebungsgesuche, jeweils datierend vom 28. Mai 2019 ‒ festgestellt, dass die auf Montag, 3. Juni 2019 um 10:30 Uhr angesetzte Parteiverhandlu ng vor dem Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Strafrecht, in jedem Fall stattf indet. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Kantonsgericht ein ärztliches Zeugnis d es Landeskrankenhauses N.____, da- tierend vom 31. Mai 2019, einzureichen. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 3. Juni 2019 der Antrag des Beschuldigten auf Abbietung und Neuansetzun g der Hauptverhandlung abgewie- sen. Zugleich wurde dessen Eventualantrag um Verschiebung der Hauptverhandlung auf den 4. Juni 2019 gutgeheissen und in diesem Sinne die Hau ptverhandlung vom 3. Juni 2019 unter- brochen. In diesem Zusammenhang wurde der Beschuldigte bei seiner dahingehenden Zusi- cherung behaftet, dem Kantonsgericht am Dienstag, 4. Juni 2019 ab 10:00 Uhr zur Befragung zur Verfügung zu stehen. E. Anlässlich der ‒ auf Gesuch des Beschuldigten am 3. Juni 2019 unterbroch enen und auf den Folgetag verschobenen ‒ Parteiverhandlung vom 4. Juni 2019 sind der Berufungskl äger mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Philipp e Häner sowie Daniel Vögeli als ausser- ordentlicher Vertreter der Staatsanwaltschaft anwesend. Auf die von den Anwesenden getätig- ten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein- gegangen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formalien und Verfahrensgegenstand 1.1 Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vor liegenden Rechtsmittel ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit lit. b EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen U rteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de- nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worde n ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverl etzungen, einschliesslich Überschrei- tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverh altes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in alle n angefochtenen Punkten umfassend über- prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 A bs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be- rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen se it Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgeri cht innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufun gserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend inn erhalb von 20 Tagen seit Empfang der Beru- fungserklärung schriftlich zu erklären. Die Legitimation d es Beschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert un d diejenige der Staatsanwaltschaft in Art. 381 Abs. 1 StPO. Der von der Staatsanwaltschaft geäusserten Ansicht, wonach auf die Berufung des Beschuldig- ten nicht einzutreten sei, weil dessen Antrag auf blo sse Kassation des Gesamturteils, einzig begründet mit der Wiederholung der zulässigen Rügegrü nde, derart unspezifisch und ohne Fallbezug sei, dass er den Anforderungen an eine Beru fungserklärung nicht genüge, ist zu ent- gegnen, dass dem Berufungskläger in Anwendung von Art. 4 00 Abs. 1 StPO Frist gesetzt wor- den ist, um seine Erklärung zu verdeutlichen, was er mit Eingabe vom 16. Januar 2019 ‒ nicht zuletzt im Lichte der Rechtsprechung zum Verbot des übe rspitzten Formalismus (Art. 29 BV) und zum Willkürverbot (Art. 9 BV) ‒ in rechtsgenüglicher Weise getan hat (vgl. LUZIUS EUGSTER , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung , 2. Auflage, Basel 2014, N 3 zu Art. 400 StPO, mit Hinweisen). Nachdem also in casu d as angefochtene Urteil ein taugliches Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl der Beschuldigte als a uch die Staatsanwaltschaft beru- fungs- bzw. anschlussberufungslegitimiert sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsmittel- fristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachg ekommen sind, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die beiden Rechtsmittel einzutreten. 1.2 Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 6. Juli 2018 ha ben sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft ein Rechtsmittel ergriffen. Während der Beschuldigte in seiner Be- rufung einen vollumfänglichen Freispruch von allen An klagepunkten beantragt hat, hat die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung lediglich die rechtliche Qualifikation des zu beur- teilenden Sachverhaltes sowie das erstinstanzliche Straf mass beanstandet. Gestützt hierauf ist grundsätzlich das gesamte angefochtene Urteil Gegenstand der Berufungsverhandlung, in An- wendung von Art. 404 Abs. 1 StPO jedoch mit folgende n Ausnahmen: Nicht zu beurteilen sind der Freispruch des Beschuldigten von der Anklage des me hrfachen gewerbsmässigen Betrugs in Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von C HF 7'372.-- (Dispositiv-Ziffer 2), die unwi- derrufliche Löschung der forensisch gesicherten Daten nach der Rechtskraft des Urteils (Dispo- sitiv-Ziffer 5), die Entschädigung an die amtliche Verte idigung, mit Ausnahme der Rückzah- lungsverpflichtung des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs . 4 lit. a und lit. b StPO (Dispositiv- Ziffer 8), die mit Einverständnis des Beschuldigten ve rfügte Einziehung von diversen beschlag- nahmten Gegenständen zur Vernichtung (Dispositiv-Ziffer n 3a und b), die Einziehung des aus der Verwertung des auf die C.____ eingelösten Mercedes Benz R63 AMG stammenden Erlöses in der Höhe von CHF 32'525.10 (Dispositiv-Ziffer 4) sow ie die Behaftung des Beschuldigten bei seiner Anerkennung, dem A.____ in solidarischer Haftun g mit D.____ CHF 418'602.25 zu be- zahlen (Dispositiv-Ziffer 6). 2. Ausführungen der Parteien (….) 3. Beweiswürdigung und Sachverhalt (…) Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Tatbestand des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betr ugs 4.1 a) Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs unt er anderem schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereich ern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. Handelt der Täter gewerbsmässig, wird er mit Freiheitsstrafe bis zu zeh n Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft (Art. 146 Abs. 2 StGB). Auf de r objektiven Seite kann das tatbestand- mässige Geschehen in vier Stadien aufgelöst werden: a) da s motivierende Verhalten, das im Normalfalle eine Täuschung ist, aber nicht zu sein bra ucht; b) als Erfolg dieses Verhaltens die Setzung eines Motivs beim anderen, das auf einem Irrtum beruhen muss; c) eine dadurch moti- vierte Vermögensverfügung des anderen; d) einen durch die Verfügung herbeigeführten Ver- mögensschaden (G ÜNTER STRATENWERTH / GUIDO JENNY / FELIX BOMMER , Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Auflage, Bern 2010, § 15 N 4, mit Hinweisen). b) Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6 B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.3) zeichnet sich der Tatbestand des Betrugs als "Beziehungsdelikt" dadurch aus, dass der Täter das Opfer durch motivierende, kommunikative Einwirkung dazu veranlasst, sich selbst durch die Vornahme einer Vermög ensverfügung zugunsten des Täters oder eines Dritten zu schädigen. Das Opfer trägt folglich zur eigenen Vermögensschädigung bei (BGE 135 IV 76 E. 5.2; BGer 6B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 7.1). Angriffsmittel des Be- trugs ist die Täuschung. Als solche gilt jedes Verhalten , das darauf gerichtet ist, bei einem an- dern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung h ervorzurufen. Die Täuschung ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, mit der auf die Vo rstellung eines anderen eingewirkt wird (BGE 135 IV 76 E. 5.1). Die Erfüllung des Tatbestande s erfordert darüber hinaus Arglist. Betrü- gerisches Verhalten ist strafrechtlich nur relevant, wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit täuscht. Dieses Erfordernis ist e rfüllt, wenn er ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniff e bedient. Einfache falsche Angaben sind arglistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der mög lichen Überprüfung abhält oder er Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach den Umständen voraussieht, dass jenes die Überprüfun g der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2; 128 IV 18 E. 3a; je mit Hinweisen). Arglist sch eidet hingegen aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätt e vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die Schutzbedürftigkeit des Betro ffenen im Einzelfall entscheidend. Rück- sicht zu nehmen ist namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unter- ordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind besondere Fach kenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen, wie sie etwa im Rahme n von Kreditvergaben Banken bei- gemessen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermit verantwortung erfordert die Erfül- lung des Tatbestandes indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt wal- ten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grund- legendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechen d entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, so ndern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwor tung kann nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2, mit zahlreichen Hinweisen), denn mit einer engen Auslegung des Betrugstatbestandes würden die sozialadäquate Geschäftsaus- übung und damit der Regelfall des Geschäftsalltags bet rugsrechtlich nicht geschützt. Selbst ein erhebliches Mass an Naivität des Geschädigten hat nicht in jedem Fall zur Folge, dass der Tä- ter straflos ausgeht (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). Anwend ungsfälle nicht arglistiger Täuschungen betreffen in der bisherigen Rechtsprechung insbesondere Banken und sonst im Geldanlagen- geschäft berufsmässig tätige Personen als potenzielle Opfer. Bejaht wird Arglist demgegenüber bei Ausnutzung des gierig-vertrauensselig-unseriösen Gewi nnstrebens gewöhnlicher Leute (BGer 6B_497/2014 vom 6. März 2015 E. 3.4.2, mit Ver weis auf G UNTER ARZT , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 67 ff. zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die Täuschung muss beim Verfügungsberechtigten ferner einen Irrtum hervorrufen oder ihn in einem so lchen bestärken. Zwischen dem täuschen- den Verhalten und dem Irrtum muss ein Kausal- bzw. Mot ivationszusammenhang bestehen. Der Täter muss mithin auf die Vorstellung des Opfers ei nwirken. Irrtum ist eine Diskrepanz zwi- schen Vorstellung und Wirklichkeit. Dabei setzt der Irrtum nicht voraus, dass sich der Getäusch- te jeweils konkrete Vorstellungen über den ihm vorgelegten Vorgang macht. Es genügt, dass er Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Sinne eines Mitbewusstseins von der Korrektheit des Vor ganges ausgeht (BGE 118 IV 35 E. 2c), d.h. die falschen Angaben für möglich hält. Sch liesslich setzt der Tatbestand eine irr- tumsbedingte Vermögensverfügung des Getäuschten voraus, wodurch dieser sich selbst bzw. das seiner tatsächlichen Verfügung unterliegende Vermögen eines Dritten unmittelbar schädigt. Dabei müssen Getäuschter und Verfügender, nicht aber V erfügender und Geschädigter iden- tisch sein (BGE 133 IV 171 E. 4.3; 128 IV 18 E. 3b; 12 6 IV 113 E. 3a). Ein Vermögensschaden liegt vor, wenn das Vermögen des Täuschungsopfers nach V ornahme der irrtumsbedingten Vermögensverfügung in seinem Gesamtwert ‒ durch Verringerung der Aktiven oder Vermeh- rung der Passiven ‒ tatsächlich verringert ist. Dies ist auch der Fall, w enn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaft lichen Wert vermindert ist, d.h. wenn der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen Bilanzier ung durch Wertberichtigung oder Rück- stellung Rechnung getragen werden muss (BGE 142 IV 34 6 E. 3.2; 129 IV 124 E. 3.1; 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c; je mit Hinweisen; BGer 6 B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3 und 7.4). Massgebend für den Zeitpunkt der Schädigung ist der Abschluss des Verpflichtungs- geschäfts. Eine vorübergehende Schädigung genügt, und sp äterer Ersatz schliesst Betrug mit- hin nicht aus. Da der Schaden im Risiko begründet liegt, vermag den Täter auch eine Rückzah- lung nicht zu entlasten (BGer 6B_507/2016 vom 9. Aug ust 2016 E. 1.3.4; 6B_236/2009 vom 18. Januar 2010 E. 2.3; 6B_406/2008 vom 12. Dezember 2 008 E. 2.4.3.2, mit Hinweisen; siehe auch: BGE 123 IV 17 E. 3d; 121 IV 104 E. 2c; 120 IV 122 E. 6b/bb; 105 IV 102 E. 1c; je mit Hinweisen). c) Auf der subjektiven Seite erfordert der Betrug zweier lei: den Vorsatz und die Bereiche- rungsabsicht. Der Vorsatz muss sich auf die Verwirklichung sämtlicher objektiver Tatbestands- merkmale richten, also sowohl das motivierende Verhalten und das Setzen eines Motivs beim Betroffenen, wie dessen Verfügung und die Vermögensschä digung – einschliesslich des Moti- vationszusammenhangs zwischen ihnen – umfassen. Dass Eventuald olus genügt, ist unbestrit- ten (S TRATENWERTH / JENNY / BOMMER , a.a.O., § 15 N 58 ff.). Bereicherungsabsicht setzt vo - raus, dass die Absicht des Täters selbst dann, wenn er die B ereicherung bloss für möglich hält, auf Erlangung des Vorteils gerichtet ist; er will die Bereicherung für den Fall, dass sie eintritt. Dies bedeutet, dass die Bereicherung zwar nicht ausschliessl iches Motiv des Handelns sein muss, sie muss aber zumindest mitbestimmend sein. Damit genü gt eine bloss eventuelle Ab- sicht in diesem Zusammenhang nicht (S TEFAN MAEDER / MARCEL ALEXANDER NIGGLI , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 271 zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) Für die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit geht die Rech tsprechung vom Begriff des berufsmässigen Handelns aus. Der Täter handelt berufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet , aus der Häufigkeit der Einzelakte inner- halb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestreb ten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Beru fs ausübt. Vorausgesetzt ist, dass der Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er i n der Absicht gehandelt hat, ein Er- werbseinkommen zu erzielen, und dass aufgrund seiner Tat en geschlossen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestan d fallenden Taten bereit gewesen (BGE 119 IV 129; BGer 6B_861/2009 vom 18. Februar 2010 E . 2.1; M ARCEL ALEXANDER N IGGLI / CHRISTOF RIEDO , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Ba sel 2019, N 89 ff. zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen). Dass es tatsächlich gelin gt, einen namhaften Gewinn zu erzie- len, ist nicht erforderlich, es genügt die entsprechen de Absicht. Wesentlich ist, dass der Täter relativ regelmässige Einnahmen anstrebt; er muss sich dara uf eingerichtet haben, durch die deliktische Tätigkeit einen relevanten Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensge- staltung zu erzielen (N IGGLI / RIEDO , a.a.O., N 99 zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen). Die Ge- werbsmässigkeit fasst die einzelnen Delikte (gleich ob voll endet oder nur versucht) zu einer rechtlichen Einheit zusammen (G ÜNTER STRATENWERTH / WOLFGANG WOHLERS , Schweizeri- sches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Auflage, Ber n 2013, N 10 zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen). 4.2 a) Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz zum Schluss gekom men, dass das vorgängig um- schriebene, dem Beschuldigten zur Last gelegte Verhalten sowohl in Bezug auf die vier zu Leb- zeiten von O.____ erfolgten Darlehen im Umfang von in sgesamt CHF 1'487'800.-- als auch auf die nach deren Ableben getätigten Transaktionen im B etrag von total CHF 153'176.90 den Tat- bestand des (einmaligen) gewerbsmässigen Betruges erfüllt . Dieser Ansicht vermag sich das Kantonsgericht nicht anzuschliessen, was sich wie folgt be gründet: Zuzustimmen ist dem Straf- gericht in einem ersten Schritt, dass das Tatbestandsmerkm al der Täuschung zweifellos gege- ben ist. So hat B.____ gegenüber D.____ genauso wie s päter gegenüber den Strafbehörden stets angegeben, die Gelder seien direkt oder indirekt für bestimmte Investitionen und in diesem Zusammenhang für die Finanzierung von Projekten bestimmt gewesen. Im Zentrum haben die Goldgeschäfte in Afrika (wofür in erster Linie die er sten beiden Darlehen bestimmt gewesen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind), Russlandprojekte sowie Geschäfte mit brasilianisch en Partnern gestanden (wofür grund- sätzlich das dritte und das vierte Darlehen hätten dienen sollen; Protokoll KG S. 7 ff.). Ungeach- tet dieses Zweckes hat der Beschuldigte aber alle Darl ehen faktisch unmittelbar nach deren Überweisung zu seinen Gunsten für private Zwecke verb raucht. Da er mit den Darlehen keine nachweisbaren, konkreten Projekte finanziert hat, muss zwingend davon ausgegangen werden, dass er offenbar überhaupt keinen effektiven Willen zur Investition und zur Rückzahlung der Gelder mitsamt eines entsprechenden Gewinns gehabt hat. Hätte er nämlich einen solchen Willen gehabt, dann hätte er die Investitionsmittel ni cht unmittelbar nach deren Eingang für sei- ne privaten Bedürfnisse verbrauchen dürfen, weil er hi erdurch ja zufolge komplett fehlender Eigenmittel logischerweise gar keine Möglichkeit mehr geh abt hat, tatsächlich zu investieren. D.____ hat seine Leistung in der Vermittlung der Darl ehen von O.____ gesehen, wofür er von B.____ als Gegenleistung drei bis vier Millionen, besser sechs Millionen (Franken), erwartet hat (AA 10.01.012). Seine Hauptmotivation für die Empfehlung an O.____ zur Darlehensgewährung sei gewesen, sich selber zu sanieren auf Grundlage diversif izierter Geschäfte (AA 10.01.014). Nach seinen Angaben hat er immer aus dem gleichen Grund mit B.____ weitergemacht; das Ziel habe darin bestanden, seine finanziellen Altlaste n entsorgen zu können. Es sei darum ge- gangen, wie er seine Schulden wegbringe. Die Hoffnu ng sei einfach immer grösser gewesen, dass es doch noch funktioniere (AA 10.01.036, AA 10.01. 066). Selbst als die Rückzahlungen nach Ablauf der vertraglich festgelegten Darlehensdauer ausgeblieben sind, hat D.____ weitere Darlehen aus dem fremden Vermögen ausgerichtet. Er habe der C.____ dennoch Darlehen gegeben, weil B.____ immer Versprechungen abgegeben habe, dass er mache, dass er bringe (AA 10.01.016, AA 10.01.090). D.____ hat dem Beschul digten die Gelder überwiesen, weil er irrtümlich damit gerechnet hat, dass dieser sie in bestim mte, angekündigte Projekte investieren würde. Er hat sich selbst finanziell vollständig erholen w ollen und ist davon ausgegangen, dass sich die Investitionen irgendwann rentieren würden, womit dem Vermögen von O.____ genauso wie seinem eigenen gedient gewesen wäre. Auch die spä teren Transaktionen im Jahr 2011 hat D.____ im Hinblick auf die vermeintlichen Investitionstät igkeiten von B.____ vorgenommen. Diesbezüglich ist er irrtümlich davon ausgegangen, dass der Beschuldigte bereits die vereinbar- ten Investitionen getätigt hat und er ihn aufgrund vo n Verzögerungen vorübergehend finanziell über Wasser halten müsse, bis sich die Investitionen schliessli ch rentieren würden. Tatsächlich hat B.____ jedoch (allenfalls abgesehen von einem klei nen und heute nicht mehr nachweisba- ren Anteil des ersten Darlehens in Bezug auf Goldgeschäf te in M.____) zu keinem Zeitpunkt geplant, mit den Geldern Investitionen zu tätigen; vi elmehr hat er die von D.____ erhaltenen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Darlehen jeweils vom ersten Tag an fortdauernd für pri vate Belange verwendet, womit der Be- schuldigte im Resultat D.____ über den beabsichtigten V erwendungszweck der überwiesenen Gelder gleichermassen wie über die Risiken, die Gewinn aussichten und den Rückzahlungswil- len getäuscht hat. An diesem Fazit vermögen auch die E inwendungen des Beschuldigten im Berufungsverfahren nichts zu ändern. Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass D.____ dem Beschuldigten die namhaften Beträge nicht deshalb ha t zukommen lassen, damit dieser ein sorgloses Leben führen kann, sondern, um sich mit den er hofften Provisionen aus den Ge- schäften von B.____ selber finanziell sanieren zu können. Indem dieser aber die erhaltenen Gelder nahezu ausschliesslich und unmittelbar nach deren Überweisung für private Belange eingesetzt und in der Folge entweder überhaupt keine oder zumindest ‒ wie im Fall des angeb- lichen Goldhandels in M.____ ‒ keine konkret nachvollziehbaren und seriösen Investitione n getätigt hat, hat er den Darlehensgeber ohne Frage getäuscht. b) Zu monieren und in diesem Sinne dem Berufungskläger Recht zu geben ist hingegen, dass im täuschenden Verhalten des Beschuldigten in casu keine Arglist erkennbar ist. Das Strafgericht hat diese darin erblickt, dass der Beschuldi gte ein ganzes Lügengebäude errichtet habe, indem er angeblich hochlukrative Geschäfte behaup tet, ohne zu investieren Renditen in Aussicht gestellt und eine nicht existierende Geschäftstäti gkeit vorgespiegelt habe. Weiter hät- ten arglistige Manöver dergestalt stattgefunden, dass der Beschuldigte zwei Rückzahlungen von zehn Prozent auf die jeweilige Darlehenssumme vorgen ommen habe, wodurch er mangels tatsächlicher Investitionstätigkeit habe Verlässlichkeit v ortäuschen wollen. Unter diesen Um- ständen sei es D.____ weder möglich noch zumutbar gewesen , zu überprüfen, ob die Investiti- onen auch wirklich getätigt worden seien. Diese Schlussf olgerung trifft nach Auffassung des Kantonsgerichts im vorliegenden Fall aus folgenden Überl egungen nicht zu: Korrekt ist, dass der Beschuldigte bzw. die C.____ am 15. Juni 2009 den B etrag von CHF 14'860.-- und am 23. Juli 2009 denjenigen von CHF 23'920.-- auf ein K onto von O.____ überwiesen hat, was ge- nau zehn Prozent der ersten beiden Darlehenssummen zu G unsten der C.____ entsprochen (AA 10.01.015) und vermutungsweise dazu gedient hat, ei ne erfolgreiche Investition vorzugau- keln. Ansonsten jedoch vermag das Kantonsgericht im Ve rhalten des Beschuldigten weder die Errichtung eines Lügengebäudes noch die Vornahme beso nderer Machenschaften zu erken- nen. Gleichermassen ist nicht ersichtlich, weshalb die Überprüfung der offenbar falschen Anga- ben des Beschuldigten für D.____ nicht oder nur mit bes onderer Mühe möglich oder nicht zu- mutbar gewesen sein soll. Schliesslich hat der Beschuldig te D.____ auch nicht von der mögli- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Überprüfung abgehalten oder nach den Umständen vor aussehen können, dass jener die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Ve rtrauensverhältnisses unterlassen werde, zumal nicht jede Geschäftsbekanntschaft schon ein Vertrauensverhältnis begründet (vgl. MAEDER / NIGGLI , a.a.O., N 112 zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen). Vie lmehr ist zu konstatieren, dass D.____ den Behauptungen des Beschuldigten einfach bedingungslos geglaubt und dem- entsprechend grundlos, aus eigener Entscheidung und vo n Anfang an auf jegliche Dokumenta- tionen, Sicherheiten und Kontrollmechanismen verzichtet hat. Hierzu erhellend sind dessen im Vorverfahren gegenüber der Staatsanwaltschaft getätigten und nachfolgend exemplarisch zitier- ten Depositionen. So hat D.____ auf die Frage, was di e C.____ mit den Vermögenswerten aus dem Vermögen von O.____ gemacht habe und wo sich dies e befänden, dargelegt: "Das weiss ich nicht. Ich ging auf das Wort von B.____" (Einvernahm e vom 30. Mai 2012; AA 10.01.004). Weiter hat er auf die Frage, welche Gewähr bestanden habe zum Zeitpunkt, als die Vermö- genswerte aus dem Vermögen von O.____ der C.____ übertragen worden seien, dass der Wert erhalten bleibe und die C.____ diese zurückerstatte, a usgeführt: "Als Anhaltspunkt für die Rückzahlung hatte ich nur das Wort von B.____. (…) Ich we iss nicht, wie die Geschäfte funktio- nierten" (Einvernahme vom 30. Mai 2012; AA 10.01.004). Ferner hat D.____ nicht gewusst, wie der Beschuldigte mit dem Goldhandel hat Geld verdiene n wollen, er hat keine Kreditwürdig- keitsprüfung gemacht, und er hat weder in die Geschäfts bücher der C.____ geschaut noch in irgendeiner Form deren Bonität geprüft (Einvernahme vom 31. Mai 2012; AA 10.01.014). Auch hat der Beschuldigte D.____ nicht erklären können, wie er die angebliche Rendite in der Höhe von zehn Prozent der ersten beiden Darlehen erwirtschaf tet hat (Einvernahme vom 31. Mai 2012; AA 10.01.015). D.____ hat überhaupt nicht gew usst, was die C.____ genau macht, und die ganze Geschichte anlässlich der Einvernahme vom 20. Juni 2012 als seine eigene Dumm- heit bezeichnet (AA 10.01.067 f.). Weiter hat er anl ässlich der Einvernahme vom 21. Juni 2012 nach der Durchsicht einer E-Mail von P.____ vom 25. Ma i 2012 deponiert: "Es ärgert mich der- massen, dass ich geistig ausgeklickt bin von der ersten Sekun de, seit Beginn der ganzen Tra- gödie, das geht ins Jahr 1996 zurück. (…) Es war nicht Bere chnung, sondern einfach nur Hoff- nung, Hoffnung, Hoffnung. Ich hatte einfach Vertraue n zu B.____, obwohl es gar keinen Grund gab" (AA 10.01.070). Sodann hat D.____ auf die Frage, welche Gewähr zum Zeitpunkt des Ver- tragsschlusses bestanden habe, dass die C.____ ihrer Verp flichtung gegenüber O.____ nach- kommen werde, angegeben: "Ich ging auf die Ausführunge n von Herrn B.____, weil sie über- zeugend dargelegt waren. Seine Äusserungen über das Goldgeschäft waren überzeugend. Und dann die hohe Rendite" (Einvernahme vom 28. Juni 201 2; AA 10.01.103). Auf die Nachfrage, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ob eine hohe Renditeaussicht nicht eine besondere Prüf ung des Geschäfts erforderlich mache, hat D.____ zugegeben: "Das ist landläufig so. Ich hab e die besondere Prüfung nicht vorge- nommen" (Einvernahme vom 28. Juni 2012; AA 10.01.10 3). Schliesslich hat D.____ auf die Frage, was die Sicherheit für O.____ gewesen sei und we lche Gewähr für die Rückzahlung der CHF 600'000.-- an diese bestanden habe, ausgeführt: " Bezüglich Sicherheit war sicher nichts abgemacht. Die Gewähr bestand, weil Herr B.____ für mich in dieser Sache glaubwürdig war" (Einvernahme vom 28. Juni 2012; AA 10.01.113). c) Selbst wenn das Verhalten des Beschuldigten trotz der fraglos zumutbaren Überprü- fungsmöglichkeiten durch D.____ als arglistig zu qualifi zieren wäre, würde eine diesbezügliche Strafbarkeit unter dem Aspekt der Opfermitverantwor tung entfallen. Wie vorgängig dargelegt, kann zwar praxisgemäss die zum Ausschluss der Strafbarkeit d es Täuschenden führende Op- fermitverantwortung nur in Ausnahmefällen bejaht wer den. In casu liegt allerdings nach Dafür- halten des Kantonsgerichts eine solche Leichtfertigkeit au f Seiten von D.____, welche das all- fällig betrügerische Verhalten des Beschuldigten in den Hintergrund treten lässt, vor. Dies ergibt sich daraus, dass D.____ ‒ seines Zeichens keine unerfahrene, in einer Notlage ste ckende oder sonstwie beeinträchtigte Person mit einer besonder en Schutzbedürftigkeit, sondern im Gegenteil ein über besondere Fachkenntnisse und Geschä ftserfahrung verfügender eidgenös- sisch diplomierter Buchhalter und berufsmässiger Vermögen sverwalter ‒ den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit fraglos hätte vermeiden könn en. Ein solches Mindestmass lässt D.____ jedoch komplett vermissen, indem er von vornh erein die grundlegendsten Vor- sichtsmassnahmen bewusst ausser Acht gelassen hat. So hat D.____ ohne erkennbaren Grund und entgegen jeglichen geschäftlichen Usanzen keine Hin tergrundinformationen zum Beschul- digten oder dessen (überschuldeten) Firma eingeholt, trotz fehlenden Verständnisses dessen Geschäftstätigkeiten keine Sicherheiten vereinbart un d trotz des Ausbleibens eines erkennba- ren geschäftlichen Erfolges in Form der vereinbarten Rückzahlungen bzw. Renditen unbesehen und fortlaufend weitere Darlehen in steigender Höhe gewährt. D.____ hat einzig und allein dem Prinzip Hoffnung bzw. dem Wort von B.____ vertraut, ob wohl er diesen erst relativ kurz vorher kennengelernt hat und objektiv betrachtet überhaupt keine Veranlassung hierfür bestanden hat; ganz im Gegenteil hat er sogar schon im Januar 2009 ge wusst, dass der Beschuldigte einer früheren Verpflichtung aus dem Jahre 2007 zur Rückzahlung von € 15'000.-- nicht nachge- kommen ist (AA 10.01.036, AA 10.01.065). Hinzu kommt, dass kein irgendwie geartetes Gefälle zu Lasten von D.____ bestanden hat, nachdem er über ein e in Geschäftsbelangen klar qualifi- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziertere Ausbildung als der Beschuldigte (Lehre als KFZ-M echaniker; Protokoll KG S. 6) und sicherlich auch über mehr Geschäftserfahrung als dieser ver fügt hat. Nachdem davon auszu- gehen ist, dass die Verantwortungslosigkeit von D.____ den Erfolg der Täuschung erst ermög- licht hat und nach Lehre und Praxis nicht jedes täuschen de Verhalten im Geschäftsverkehr strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen soll (vgl. STEFAN TRECHSEL / DEAN CRAMERI , in: Trechsel / Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich / St. Gallen 2018, N 7 zu Art. 146 StGB, mit Hinweise n), ist festzuhalten, dass das dermassen dilettantische Verhalten von D.____ mangels Betroffen heit der Allgemeinheit in casu keinen strafrechtlichen Schutz verdient (vgl. M AEDER / NIGGLI , a.a.O., N 72 zu Art. 146 StGB, mit Hin- weisen). Gestützt auf diese Erwägungen mangelt es in concreto am Tatbestandselement der Arglist, weshalb in diesbezüglicher Gutheissung der Berufung d es Beschuldigten und demnach in ent- sprechender Abänderung des angefochtenen Urteils sowie i n impliziter Abweisung der An- schlussberufung der Staatsanwaltschaft der Berufungskläger vom Vorwurf des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betruges nach Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB freizusprechen ist. 5. Tatbestand der (mehrfachen) Veruntreuung 5.1 a) Nachdem der Beschuldigte vom Vorwurf des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betrugs freigesprochen wird, bleibt zu prüfen, ob der ihm zu r Last gelegte Sachverhalt als (mehrfache) Veruntreuung zu qualifizieren ist. Eine Veruntreuung b egeht nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in sei nem oder eines anderen Nutzen verwendet. Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_150/201 7 vom 11. Januar 2018 E. 3.2) gilt als anvertraut, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Inte- resse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es zu ver wahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern. Der Tatbestand von Art. 138 Ziff . 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in denen ‒ anders als bei der Veruntreuung von Sachen gemäss Abs. 1 derselben Bestimmung ‒ zivil- rechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht g egeben oder zumindest zweifelhaft ist. Bei der Tatvariante von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erwirbt der Treuhänder an den erhaltenen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Werten Eigentum. Er erlangt daher nicht nur eine tat sächliche, sondern auch eine rechtliche Verfügungsmacht. Die ins Eigentum des Treuhänders überg egangenen Werte sind jedoch be- stimmt, wieder an den Berechtigten zurückzufliessen. In d iesem Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Tre ugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Die Werterhaltungspflicht bzw. das Anvertrauen eines Vermögenswerts kann auf ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung beruhen. Massgebend ist, ob dem Täter die Verfügungsmacht über den Vermögenswert von einem anderen bewusst und freiwillig übertragen wird (BGE 133 IV 21 E. 6.2, mit Hinweisen ). Eine Werterhaltungspflicht liegt in der Regel vor, wenn die verabredungswidrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und mit der Vereinbarung eines bestimmten Verwendungszwecks dem R isiko einer Schädigung entge- gengewirkt werden soll (BGE 129 IV 257 E. 2.2.2, mit Hinweisen). Die Rechtsprechung nimmt eine Verletzung der Werterhaltungspflicht beispielsweise bei der vertragswidrigen Verwendung eines Darlehens im Hinblick auf einen Grundstückkauf (BGE 120 IV 117 E. 2) oder eines Bau- kredits (BGE 124 IV 9 E. 1) oder bei einer Investition anvertrauter Gelder in eine Kapitalanlage an, sofern die Gelder dazu bestimmt sind, später ‒ allenfalls mit einer bestimmten Rendite ‒ wieder an den Anleger zurückzufliessen (BGer 6B_1046/201 5 vom 28. April 2016 E. 1.3; 6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 5.4.2, mit Hinweise n). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuung von Vermögenswerten in ei nem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu verei- teln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1, mit Hinweisen). Der T äter verwendet die Vermögenswerte un- rechtmässig, wenn er sie entgegen den erteilten Instrukti onen gebraucht, sich mithin über den festgelegten Verwendungszweck hinwegsetzt (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1, mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen BGer 6S.56/2004 vom 3. Juli 2004 E. 4) kommt eine unrechtmässige Verwendung eines anvertrauten Vermögenswe rtes nur in Betracht, wenn der Treuhänder verpflichtet ist, dem Treugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Bei einem Darlehen, bei dem kein bestimmter Verwendungszweck verabredet ist, besteht keine Pflicht des Borgers zur ständigen Werterhaltung. Der Bo rger darf mit dem Darlehen nach sei- nem Belieben wirtschaften. Er ist einzig verpflichtet, es zum vertraglichen oder gesetzlichen Termin zurückzuerstatten (vgl. Art. 318 OR). Die Annahme einer Veruntreuung fällt deshalb ausser Betracht. Anders kann es sich dagegen verhalten, w enn das Darlehen für einen be- stimmten Zweck ausgerichtet worden ist. Dann ist im Einzel fall zu prüfen, ob sich aus der ver- traglichen Abmachung eine Werterhaltungspflicht des Bo rgers ergibt (BGE 120 IV 117 E. 2f). Demgemäss kommt die Annahme einer Veruntreuung in Bet racht, wenn der Verwendungs- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht zweck des Darlehens im Hinblick auf das Interesse des Darleih ers an der Begrenzung seines Verlustrisikos festgelegt worden ist (BGE 124 IV 9 E. 1d; HANS WIPRÄCHTIGER , Entwicklungen im revidierten Vermögensstrafrecht, AJP 1999 S. 379 ff.). b) Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Han deln in unrechtmässiger Berei- cherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich be i der Veruntreuung von Vermö- genswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jeder- zeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2, mit Hinweisen). 5.2 a) Die Staatsanwaltschaft hat dem Beschuldigten eventuali ter ‒ d.h. bei Nichterfüllung des Tatbestandes des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betruges ‒ den Vorwurf der mehrfachen Veruntreuung vorgehalten. So habe dieser sich bzw. der von ihm beherrschten C.____ durch den Vermögensverwalter von O.____, D.____, vier Haupt darlehen im Umfang von CHF 148'600.-- (bzw. € 100'000.--, erstes Darlehen vom 20. Januar 2009), CHF 239'200.-- (zweites Darlehen vom 3. Februar 2009), CHF 500'000.- - (drittes Darlehen vom 20. April 2009) und CHF 600'000.-- (viertes Darlehen vom 8. April 201 0) überweisen lassen, um diese wie von ihm selbst behauptet für einen bestimmten Zweck zu investieren. In der Folge habe er sich aber die anvertrauten Gelder angeeignet und in Bereicherungsabsicht für eigene Zwecke verwendet. Gleichermassen habe er die weiteren Darlehen in der Höhe von CHF 8'000.-- (Transaktion Nr. 7 vom 11. Mai 2011), CHF 24'742.-- (Transaktion Nr. 8 vom 6. Juni 2011), CHF 5'895.-- (Transak- tion Nr. 9 vom 26. Juli 2011), CHF 16'000.-- (Transa ktion Nr. 10 vom 21. Dezember 2011), CHF 38'539.90 (Transaktion Nr. 16 vom 18. Mai 2011), CHF 60'000.-- (Transaktion Nr. 18 vom 19. August 2011) und CHF 7'372.-- (Transaktion Nr. 1 9 vom 13. Januar 2012) aus dem Nach- lass der inzwischen verstorbenen O.____ vom Nachlassverwalte r bzw. Willensvollstrecker D.____ entgegengenommen, sich angeeignet und in Bere icherungsabsicht für eigene Zwecke verwendet. Dabei hätten von Anfang an kein Rückzahlungswi llen, keine Rückzahlungsbereit- schaft und keine Ersatzbereitschaft bestanden. Diesen Vo rwürfen entgegnet der Beschuldigte, im Zweifel sei davon auszugehen, dass keine Klausel bestand en habe, welche eine Werterhal- tungspflicht seinerseits beinhaltet hätte. Des Weite ren sei nicht auszuschliessen, dass die Dar- lehen unbefristet gewährt worden und in der Folge zu keinem Zeitpunkt gekündigt worden sei- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht en. Hinzu komme, dass gemäss Darlehensvertrag nie die Rede gewesen sei von einer sicheren Anlage. b) Die Bestreitungen des Beschuldigten vermögen gestützt a uf die Aktenlage sowie aus fol- genden Überlegungen nicht zu überzeugen: Aus dem erst en Darlehensvertrag vom 20. Januar 2009 über den Betrag von € 100'000.-- bzw. CHF 148'600.-- (AA 10.10.003 f. bzw. SD DAR 30.05.125 f.) geht in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" he rvor, dass sich der Zeitrahmen der Inan- spruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal vier Wochen beläuft. Ausserdem ist in "§ 3 Zinsvereinbarung" eine Vergütung von 80 % abgemacht worden. Über- dies ist in "§ 5 Sicherung" vereinbart worden, dass das Darlehen über die Warenversicherung der AGF (angeblich grösste französische Versicherungsgesellsch aft) auf Totalverlust mitversi- chert ist. Sodann ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" abgemacht worden, dass der Vertrag mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet. Für das zweite Darlehen gibt es zwar keinen schriftlichen Vertrag, allerdings sollen gem äss den Aussagen des Beschuldigten und von D.____ die gleichen Bedingungen gegolten habe n wie beim ersten Darlehensvertrag (AA 10.01.107 f.). Aus dem dritten Darlehensvertrag vo m 10. April 2009 über den Betrag von CHF 500'000.-- (SD DAR 30.10.013 f.) geht wiederum in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, dass sich der Zeitrahmen der Inanspruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal vier Wochen beläuft. Als Vergütung ist diese s Mal in "§ 3 Zinsvereinbarung" ein Entgelt von CHF 30'000.-- vorgesehen gewesen. In "§ 5 S icherheiten" ist vermerkt worden, dass die Bezahlung der Ware per "Letter of Credit" an den Verkäufer erfolgt und ein Verlust der Gelder ausgeschlossen ist. Sodann ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" wiederum abgemacht worden, dass der Vertrag mit der Rückerstattung, spätesten s nach vier Wochen endet. Aus dem vierten Darlehensvertrag vom 29. März 2010 über den Betrag von CHF 600'000.-- (SD DAR 30.20.001 f.) geht in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, dass sich der Zeitrahmen der Inanspruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal drei Monate be- läuft. Als Vergütung ist in diesem Fall in "§ 3 Zinsver einbarung" ein Zins von 3 % vorgesehen gewesen. In "§ 5 Sicherheiten" ist wiederum vermerkt wor den, dass die Bezahlung der Ware per "Letter of Credit" an den Verkäufer erfolgt und ein Verlust der Gelder ausgeschlossen ist. Schliesslich ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" ebenf alls abgemacht worden, dass der Ver- trag mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) Weiter steht neben der bereits in den einzelnen Darl ehensverträgen integrierten Zweck- vereinbarung ("Warenlieferung") auch aufgrund der zahl reichen Aussagen des Beschuldigten und von D.____ fest, dass die Darlehen nicht zur beliebig en Verwendung, sondern im Hinblick auf einen bestimmten Zweck gewährt worden sind. So hat der Beschuldigte zu der im Vertrag genannten Warenlieferung ausgeführt, es sei darum geg angen, das Gold zwecks Schmelzung in die Raffinerie nach Antwerpen zu bringen (AA 10.0 1.101). Mit dem (ersten) Darlehen hätten die Ausfuhrtaxe, die Zertifizierung der Papiere, die Versicherung, der Transport, die Schmelz- probe sowie das Gold bezahlt werden sollen (AA 10.01 .043, AA 10.01.101, Protokoll SG S. 4, Protokoll KG S. 8). Bezüglich des zweiten Darlehens über den Betrag von CHF 239‘200.-- hat B.____ dargelegt, er habe dieses bei D.____ nachorde rn müssen, weil die Afrikaner plötzlich nicht mehr nur 50 Kilogramm, sondern neu 300 Kilogram m Gold hätten verkaufen wollen. Das erste und das zweite Darlehen seien für den Kauf und d en Transfer des Goldes gewesen. (AA 10.01.044 ff.). Der dritte Darlehensvertrag über CHF 500‘000.-- ist gemäss B.____ wiede- rum für Investitionen gedacht gewesen, um die ganzen "Fees" zu bezahlen (AA 10.01.046). In einer späteren Einvernahme hat er angegeben, Zweck der Darlehen sei die Finanzierung von Projekten gewesen, er mache aber keine genaueren Angaben dazu (AA 10.01.147). Zu diesem Darlehen hat D.____ zu Protokoll gegeben, B.____ hab e ihm erzählt, dass das Afrika-Geschäft nicht laufe und er ein anderes Investment-Programm verm ittelt habe, dieses Mal mit brasiliani- schen Partnern. Der Beschuldigte habe ihm erst viel späte r gesagt, dass dieses Investment- Programm nicht funktioniert habe, und dass die Investoren ihre Gelder bereits verpfändet hät- ten, womit ein Investment verunmöglicht worden sei (AA 1 0.01.085). Auch das vierte Darlehen ist nach den Angaben von B.____ für Investitionen im B ereich Projektfinanzierung und für die Bezahlung von "Fees" vorgesehen gewesen, wobei er in d iesem Zusammenhang sogenannte Russlandprojekte erwähnt hat. Er habe D.____ gesagt, da ss er nachfinanzieren und beim Pro- jekt Russland die Kosten übernehmen und einzahlen müsse ( AA 10.01.149 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht geht B.____ er neut auf die Investitionen im Zusam- menhang mit den vorgängig erwähnten Goldgeschäften in Afrika und den Russlandprojekten ein und bestätigt, dass er die Darlehen zu Investitionszwe cken erhalten habe und dass diese teilweise für die Bezahlung der Transportkosten, Koste n für die Versicherung, Schmelzkosten etc. bestimmt gewesen seien (Protokoll SG S. 4 ff.). V or dem Kantonsgericht deponiert er, mit den Geldern aus dem dritten und vierten Darlehensvertr ag hätten Investitionen in Russland ge- tätigt werden sollen, nähere Angaben zum Zweck könne er aber nicht machen (Protokoll KG S. 9). Wie bereits vorgängig festgehalten (vgl. oben E . 3.3.e), steht zusammenfassend fest, Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass der Beschuldigte durchwegs darlegt, die ersten vier Darlehen seien der C.____ für be- stimmte Investitionen und Projektfinanzierungen (insbeso ndere Goldgeschäfte in Afrika, dane- ben unspezifizierte Russlandprojekte und ein angebliches Br asiliengeschäft) gewährt worden. Nebst dem eigentlichen Ankauf des Goldes hätten mit ihn en die weiteren Aufwendungen im Zusammenhang mit den Investitionen beglichen werden soll en (Gebühren, Ausfuhrtaxen, Ver- sicherung, Transport, Schmelzprobe, Zertifizierung der P apiere etc.). Entgegen diesen Ausfüh- rungen hat B.____ jedoch ‒ abgesehen von zaghaften und lediglich mit rudimentäre n Doku- menten belegten Bemühungen im Bereich des Goldhandels in M.____ ‒ keine nachvollziehba- ren Investitionen getätigt oder sonstige Finanzierunge n vorgenommen. Substantiierte schriftli- che Belege für Geschäftstätigkeiten wie Investitionen in Gold oder Vermittlung von Finanzierun- gen existieren keine. Für die Jahre 2009 und 2010 lässt si ch unter den Finanztransaktionen keine einzige Geschäftstätigkeit der C.____ bzw. von B.___ _, der die C.____ geführt hat und für diese auch buchführungspflichtig gewesen wäre, nachw eisen. Auf der anderen Seite ist zu konstatieren, dass die zahlreichen Bewegungen auf den Ko nten der C.____ bei der Credit Suisse bzw. bei der Liechtensteinischen Landesbank insgesamt keinen anderen Schluss zulas- sen, als dass B.____ die vier Darlehen in einer Gesamthöhe von CHF 1‘487‘800.-- nahezu aus- schliesslich für seine eigenen privaten Interessen verwende t hat. Darauf hinzuweisen ist so- dann, dass neben der bereits vertraglich festgelegten Kla usel zur Rückerstattung ‒ jeweils spä- testens nach vier Wochen ‒ die C.____ in einer Aufstellung der Investitionen vo n O.____ vom 16. April 2010 den 31. Juli 2010 als Rückzahlungstermin f ür alle vier Darlehen erklärt hat (AA 51.07.041 f.). d) Praxisgemäss liegt eine Werterhaltungspflicht in der R egel vor, wenn die verabredungs- widrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und m it der Vereinbarung eines bestimm- ten Verwendungszwecks dem Risiko einer Schädigung entgegengewirkt werden soll. Bei einem Darlehen, bei dem kein bestimmter Verwendungszweck verab redet ist, besteht grundsätzlich keine Pflicht des Borgers zur ständigen Werterhaltung. In casu ist es gestützt auf die vorste- hend wiedergegebenen Erkenntnisse erstellt, dass sowohl e in konkreter Verwendungszweck als auch ein bestimmter Rückzahlungstermin als wesentliche Vertragsbestandteile vereinbart gewesen sind. Insofern ist eine Werterhaltungspflicht bezüglich der dem Beschuldigten bzw. der C.____ gewährten vier Darlehen zweifellos zu bejahen. D.____ hat davon ausgehen dürfen, dass der Beschuldigte bei einer vertragsgemässen Verwend ung der Gelder über die Mittel zur Rückzahlung des Darlehens verfügen werde, sodass sich sein V erlustrisiko aufgrund des Ver- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht wendungszwecks in Grenzen gehalten hat. Hätte er gewusst, dass der stark überschuldete und über kein regelmässiges Einkommen verfügende Beschuldigte das Geld nahezu ausschliesslich zur Bestreitung seines Lebensunterhalts verwenden würde, hätte er die Darlehen sicherlich nicht gewährt, da der Verlust der Gelder in diesem Fa ll absehbar gewesen wäre (vgl. BGer 6S.56/2004 vom 3. Juli 2004 E. 5). Wenngleich sich D.___ _ bei der Darlehensgewährung über- aus leichtgläubig präsentiert hat ‒ was vorgängig beim Tatbestand des Betruges zum Aus- schluss der Arglist geführt hat ‒ ändert dies nichts daran, dass sich B.____ über den fe stgeleg- ten Verwendungszweck hinweggesetzt und in der Folge die ihm bzw. der C.____ in der Form von vier Darlehen anvertrauten Vermögenswerte unrechtm ässig verwendet hat. Dass der Be- schuldigte im Übrigen vorsätzlich und in unrechtmässiger B ereicherungsabsicht gehandelt hat, steht ausser Frage, nachdem er die erhaltenen Vermöge nswerte nahezu ausschliesslich in sei- nem eigenen Nutzen verwendet hat, ohne dass er zufolg e fehlender Vermögenswerte sowie eines anderweitigen Einkommens fähig und gewillt gew esen wäre, sie jederzeit bzw. überhaupt irgendwann zu ersetzen. Im Ergebnis ist damit der Besch uldigte in Bezug auf die vier Darlehen im Umfang von gesamthaft CHF 1'487'800.-- der mehrfachen Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu erklären. e) Anders zu beurteilen ist hingegen die Situation im H inblick auf die weiteren Überweisun- gen aus dem Nachlass von O.____ (Transaktionen Nr. 7 bis Nr. 10, Nr. 16 und Nr. 18; in Bezug auf Nr. 19 ist der Beschuldigte bereits vom Strafgerich t rechtskräftig von Schuld und Strafe frei- gesprochen worden). Begünstigter bei den Transaktionen Nr. 7 (am 11. Mai 2011 im Umfang von CHF 8‘000.--), Nr. 8 (am 6. Juni 2011 im Umfang von CHF 24‘742.--), Nr. 9 (am 26. Juli 2011 im Umfang von CHF 5‘895.--) und Nr. 10 (am 21. Dezember 2011 im Umfang von CHF 16‘000.--) ist der Beschuldigte selbst und nicht die C.____ gewesen, wobei die jeweilige Überweisung mit der Mitteilung „Vorschuss“ auf sein Priva tkonto bei der Credit Suisse erfolgt ist. Diese Gelder haben dem Beschuldigten als private U nterstützung gedient. Nicht erstellt ist in diesem Zusammenhang, dass diese nachträglichen Darlehe n mit einer bestimmten Zweck- bindung im geschäftlichen Sinne verknüpft gewesen wären, weshalb diesbezüglich in Anwen- dung der vorgängig zitierten Praxis auch keine Werterha ltungspflicht bestanden hat. Gleiches gilt für die Transaktion Nr. 18 (am 19. August 2011 i m Umfang von CHF 60‘000.--), welche mit der Mitteilung „Vorschuss B.____" auf das Konto der C.__ __ geflossen ist. Zur Transaktion Nr. 16 (am 18. Mai 2011 im Umfang von CHF 38‘539.90) ist es gekommen, nachdem B.____ gemäss seinen Angaben eine grosse Rendite aus seinen Geschäften erwartet hat und ein Haus Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat kaufen wollen, wobei das Geld für die Steuer und den Grundbucheintrag bestimmt gewesen sind. Diese Überweisung ist an Rechtsanwalt Dr. Q.__ __ gegangen mit der Mitteilung „Objekt R.____ und Grundbucheintrag/B.____“. Hieraus lässt sich offensichtlich ebenfalls kein im Zu- sammenhang mit den angeblichen Goldgeschäften und wei teren Investitionen stehender Ver- wendungszweck ableiten, womit auch hier nicht von einer Werterhaltungspflicht auszugehen ist. Demnach ist der Beschuldigte in Bezug auf die Transakt ionen Nr. 7-10, Nr. 16 sowie Nr. 18 in der Höhe von total CHF 153'176.90 aus dem Nachlass von O .____ von der Anklage der mehr- fachen Veruntreuung freizusprechen. 6. Tatbestand der (mehrfachen) qualifizierten unget reuen Geschäftsbesorgung 6.1 a) Im Weiteren ist der Beschuldigte vom Strafgericht des untauglichen Versuchs der mehrfa- chen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldi g erklärt worden. Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung wird in Art. 158 St GB normiert. Danach wird mit Freiheits- strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördli- chen Auftrages oder eines Rechtsgeschäftes damit betraut ist , Vermögen eines anderen zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beauf sichtigen, und dabei unter Verlet- zung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der ande re am Vermögen geschädigt wird (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Handelt der Täter i n der Absicht, sich oder einen andern un- rechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe vo n einem Jahr bis zu fünf Jahren er- kannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGE 142 IV 346 E. 3.2) ist Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB, wer in tatsäch- lich oder formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, mit welcher dieser über das fremde Ver- mögen verfügen kann. Geschäftsführer ist auch, wem die S tellung ohne formelle Einräumung nur faktisch zukommt (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190 E. 2b; 105 IV 106 E. 2; 100 IV 113 f.). Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt aber auch bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht wirtschaftlichen Wert vermindert ist (BGE 129 IV 124 E . 3.1; 123 IV 17 E. 3d; 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c mit Hinweisen). Zwischen der Verletzu ng der Treuepflicht und dem Vermö- gensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Die im G esetz nicht näher umschrie- bene Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung be steht in der Verletzung jener spezifi- schen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch bezüg- lich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. de s Geschäftsherrn treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b). Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem jewei- ligen Grundverhältnis. b) Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz g enügt. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Ve rmögensschädigung und den Kausal- zusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Liegt neben Vorsatz auch die Absicht unrechtmässiger Bereicherun g vor, wird die Tathandlung nach Ziff. 1 Abs. 3 von Art. 158 StGB qualifiziert. Ersatzb ereitschaft kann die Absicht unrechtmässi- ger Bereicherung ausschliessen (MARCEL ALEXANDER NIGGLI , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 136 ff. zu Art. 158 StGB, mit Hinweisen). c) Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eine s Verbrechens oder Vergehens be- gonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende od er tritt der zur Vollendung der Tat gehören- de Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten , so kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Nach dem Wortlaut der Norm mu ss der Täter mit der Ausführung der Tat begonnen haben. Dies erfordert implizit, dass er zuvor ei nen auf ihre Begehung gerichteten Entschluss gefasst hat. Vom vollendeten Delikt unterscheid et sich der Versuch dadurch, dass der objektive Tatbestand nur zum Teil verwirklicht wird, während der subjektive Tatbestand hier wie dort erfüllt sein muss. Zum Tatentschluss gehört stet s der Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Erfordert der Tatbestand zusätzlich subjektive Un rechtsmerkmale, so müssen nach einhelliger Auffassung auch sie gegeben sein. Nach der Praxis des Bundesgerichts wird zum Beginn der Ausführung jede Tätigkeit gerechnet, die nach dem Plan, den sich der Täter ge- macht hat, auf dem Weg zum Erfolg den letzten entschei denden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusse rer Umstände, die eine Weiterverfol- gung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1; NIGGLI / MAEDER , a.a.O., N 1 ff. zu Art. 22 StGB, mit Hinweisen). Art . 22 Abs. 1 StGB umfasst sowohl den taugli- chen wie auch den untauglichen Versuch und stellt alle Ve rsuchsarten in der Rechtsfolge Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht gleich, mit Ausnahme des untauglichen Versuchs aus grobem Unverstand, welcher nach Art. 22 Abs. 2 StGB straflos bleibt (NIGGLI / MAEDER , a.a.O., N 44 zu Art. 22 StGB). 6.2 a) Im vorliegenden Fall ist der Berufungskläger der Ansicht , dass er weder der Vermögens- verwalter von O.____ gewesen sei noch der Willensvollstre cker bezüglich ihres Nachlasses, weshalb ihm auch keine Verletzung einer Treuepflicht an zulasten sei. Wie die Staatsanwalt- schaft indes zu Recht darlegt, gehen diese Einwendunge n an der Sache vorbei. Dem Beschul- digten wird in diesem Zusammenhang nicht zur Last geleg t, eine strafbare Handlung zu Lasten von O.____ begangen zu haben, sondern vielmehr, als Gese llschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der C.____ GmbH im Zeitraum ab Januar 2009 bis ca. Januar 2012 in Verlet- zung der ihm obliegenden Pflichten mittels unzähliger Transaktionen einen erheblichen Teil, wenn nicht gar alle der der Gesellschaft aus dem Vermög en und dem Nachlass von O.____ in Form von Darlehen zugegangenen Vermögenswerte im Umf ang von CHF 148'600.-- (bzw. € 100'000.--, erstes Darlehen vom 20. Januar 2009), CH F 239'200.-- (zweites Darlehen vom 3. Februar 2009), CHF 500'000.-- (drittes Darlehen vom 20. April 2009), CHF 600'000.-- (viertes Darlehen vom 8. April 2010) und CHF 60'000.-- (Tran saktion Nr. 18 vom 19. August 2011) ent- zogen und dadurch die C.____ geschädigt zu haben, um sic h selbst im entsprechenden Um- fang unrechtmässig zu bereichern. b) Diesbezüglich ist zufolge fehlender substantiierter Ein wände seitens des Beschuldigten wiederum in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO unter Verweis auf die Darlegungen der Vor- instanz (vgl. E. I.3 S. 66 f.) Folgendes festzuhalten: Aus den Akten ergibt sich, dass die Be- günstigte der vier Darlehen sowie der Transaktion Nr. 18 nicht der Beschuldigte, sondern die C.____ als juristische Person gewesen ist. Gestützt auf die vorgängigen Erwägungen zum rechtserheblichen Sachverhalt sowie zu den Tatbeständen des Betrugs und der Veruntreuung steht sodann fest, dass der Beschuldigte in der Folge dies er sukzessive die ursprünglich auf ihren Konten gutgeschriebenen Gelder aus dem Vermögen und dem Nachlass von O.____ ent- zogen und sie für die Befriedigung seiner privaten Bedü rfnisse verwendet hat. Als Gesellschaf- ter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der C.__ __ ist der Beschuldigte ohne Zweifel mit der Aufgabe betraut gewesen, deren Vermögen zu verwal ten. Entgegen dieser Pflicht hat B.____ durch den Missbrauch der der C.____ zugeflossene n Gelder für eigene Zwecke das Vermögen der Gesellschaft durch Verminderung der Aktiven im Umfang von CHF 1'547'800.-- Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht geschädigt. Zwischen der Verletzung der Treuepflicht de s Beschuldigten, d.h. dem Entzug der Gelder, und dem dadurch eingetretenen Vermögensschaden ist ohne Weiteres ein Kausalzu- sammenhang gegeben. Dass der Beschuldigte vorsätzlich gehan delt hat, steht angesichts des vorstehend mehrfach wiedergegebenen Sachverhaltes genaus o ausser Frage wie seine un- rechtmässige Bereicherungsabsicht und die fehlende Ersatzb ereitschaft. Anzumerken ist an dieser Stelle allerdings, dass das Stammkapital der C.__ __ Ende 2008 und Anfang 2009 nicht gedeckt gewesen ist und deren Buchhaltung für die Jahre 2009 und 2010 keine werthaltigen Investitionen zu entnehmen und als Geldzuflüsse einzig di e Überweisungen aus dem Vermö- gen bzw. dem Nachlass von O.____ ersichtlich sind. Gleiche rmassen bestehen weder Hinwei- se, wonach im Jahre 2011 eine irgendwie geartete Gesch äftstätigkeit erfolgt sein soll, noch dass die Gesellschaft über irgendwelche Aktiven verfügt hät te. Demzufolge ist die C.____ be- reits vor der ersten Darlehensgewährung am 20. Januar 2009 überschuldet gewesen. Aussicht auf eine Sanierung hat ebenfalls zu keinem Zeitpunkt b estanden, zumal die Gesellschaft offen- sichtlich über kein tragfähiges Geschäftskonzept verfügt ha t. Indem also im Zeitraum der delik- tischen Tätigkeit bei der C.____ effektiv weder Kapital noch Reserven vorhanden gewesen sind, ist eine Schädigung der Gesellschaft am durch den Tatbestand der ungetreuen Ge- schäftsbesorgung geschützten Vermögen praxisgemäss gar nicht me hr möglich gewesen, wo- mit es im Ergebnis beim untauglichen Versuch geblieben ist. Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte in Abweisung seiner diesbezüglichen Beruf ung und dementsprechend in Be- stätigung des angefochtenen Urteils des untauglichen Ve rsuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 (Abs. 1 und Abs. 3) StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu erklären. 7. Strafzumessung 7.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerf lichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wi e weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage gewesen ist, die Ge fährdung oder Verletzung zu vermei- den (Abs. 2). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn d as Gericht zu der Strafe der schwersten Straf- tat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). 7.1.2 Praxisgemäss hat das Gericht ausgehend von der objektiven Tatschwere das Verschul- den zu bewerten. Es hat gestützt auf Art. 50 StGB – wonach das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung f estzuhalten hat – im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernde und welche verschuldenserhöh ende Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatv erschuldens zu gelangen (BGE 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschie- denen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht a uf Umstände ausdrücklich ein- gehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen o der Prozenten anzugeben, wie es die ein- zelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings hat das Ge- richt das Gesamtverschulden zu qualifizieren und die Gesa mteinschätzung des Tatverschul- dens im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Versch ulden entspricht, innerhalb des zur Ver- fügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so erm ittelte Strafe kann dann gegebenen- falls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Tä terkomponenten verändert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7). Die tat- und täterangemessene Str afe ist grundsätzlich innerhalb des or- dentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden S trafbestimmung festzusetzen. Die- ser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr we it gefasst worden, um sämtlichen kon- kreten Umständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer a uch in der Praxis verbreiteten Auffas- sung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses ne uen Rahmens die Strafe nach den übli- chen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Der ordentli che Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Für die Bildung einer Gesamtstrafe hat das Gericht in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafra hmens festzusetzen. Bei der Bestim- mung des Strafrahmens für die schwerste Straftat ist von der abstrakten Strafandrohung aus- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht zugehen. In einem zweiten Schritt hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter Einbezug der ande- ren Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweiligen Umstän- den Rechnung zu tragen hat. Die Bildung einer Gesamt strafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verh ängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Das Gericht kann somit auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm- verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (BGE 138 I V 120 E. 5.2). Im Übrigen drängt das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung vermehrt darauf, dass die Formulierung des Verschul- dens und die Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2; vgl. auch BGer 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.). 7.1.3 Grundsätzlich kann das Gericht nur auf eine Gesamtfreiheitsstrafe erkennen, wenn es für jede Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (konkret e Methode, BGE 138 IV 120 E. 5.2, mit Hinweisen). Das Bundesgericht (vgl. zum Ganzen BGer 6B_ 523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2) hält in seinem Entscheid 6B_483/2016 vom 3 0. April 2018 unter Hinweis auf den Ge- setzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts aus drücklich am Prinzip der Zuläs- sigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Straf en unter Anwendung der konkreten Me- thode fest (E. 3.3.4 und E. 3.5.4). Weiter bekräftigt das Bundesgericht die Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe und Geldstrafe (E. 3.3.3). Zum metho dischen Vorgehen präzisiert das Bundes- gericht, dass in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind und anschliessend geprüft werden muss, aus welchen Einzelst rafen Gesamtstrafen zu bilden sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen Taten unter- einander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder ge ringeren Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Gesamtschuld beitrag des einzelnen Delikts geringer zu veranschlagen ist, wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammen- hang stehen (BGer 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3 .5.4, E. 4.1 und E. 4.3). Gleichzeitig bestätigt das Bundesgericht im Urteil 6B_483/2016 grund sätzlich die Zulässigkeit von Ausnah- men von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Rechtsprechung (E. 2.4 mit Hinweisen und E. 4.3), so wenn – unter Beachtung d es Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Gesa mtstrafe als Einsatzstrafe für die Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und de ren Dauer für die weiteren Delikte an- gemessen erhöht wird (BGer 6B_849/2016 vom 9. Dezembe r 2016 E. 1.3.2; 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene Straf taten zeitlich und sachlich derart eng mit- einander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftr ennen und für sich allein beurteilen lassen (BGer 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4). 7.2.1 Während der Beschuldigte hinsichtlich der konkreten St rafzumessung keine spezifischen Anträge geltend macht und vielmehr einen vollumfänglichen Freispruch in allen Anklagepunkten beantragt, begehrt die Staatsanwaltschaft im Gegensat z dazu eine angemessene Erhöhung des erstinstanzlichen Strafmasses bei einer Verurteilung wegen mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs bzw. eine Bestätigung der vorinstanzlich ausgesproch enen Strafe bei einer Verurtei- lung wegen mehrfacher Veruntreuung. Die Tatsache, dass der Beschuldigte in teilweiser Gut- heissung seiner Berufung und dementsprechender Abänderu ng des erstinstanzlichen Urteils von der Anklage des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betrugs f reigesprochen und demgegen- über der mehrfachen Veruntreuung (wobei in Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 und Nr. 18-19 ein Freispruch vom entsprechenden Vorwurf erfolgt) sowie des untauglichen Ver- suchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbe sorgung schuldig erklärt wird, er- hellt, dass von Seiten des Kantonsgerichts eine neue Str afzumessung vorzunehmen ist. Ge- mäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues U rteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen E rmessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die ein zelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2) . Im vorliegenden Fall ist der Beschul- digte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts und den vorliegenden Entscheid der mehrfachen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) sowie d es untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB in Ver- bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig zu sprechen. D abei liegt der ordentliche Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe nicht unter drei Tagessätzen u nd einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahm ens strafschärfend zu gewichten. Nach Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Umstand, wonach die strafbaren Handlungen teilwei- se nicht zum Erfolg geführt haben, strafmildernd berücksichtigen. Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kanton sgericht für die Bildung einer Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Straf rahmen – ausgehend von der abstrak- ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu be stimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und st rafmindernden Umständen, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Vorliegend weisen sowohl der Tatbestand der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 StGB als auch derjenige der qu alifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB einen abstrakten St rafrahmen von maximal fünf Jahren Freiheitsstrafe auf. In casu beinhaltet jedoch die Veru ntreuung unter Berücksichtigung aller strafzumessungsrelevanten Faktoren zweifellos den höheren Unrechtsgehalt, weshalb dieses Delikt die schwerste Straftat darstellt; dies gilt umso me hr, als es bei der qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung beim untauglichen Versuch geb lieben ist. Bei der Festlegung der Einsatzstrafe geht das Kantonsgericht in concreto unter Ber ücksichtigung der vorgängig darge- legten Rechtsprechung des Bundesgerichts zufolge der engen Verknüpfung der einzelnen De- likte untereinander von einer gesamtheitlichen Würdigun g aller Veruntreuungen aus. Dabei ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten erheblich verschuldenserhöhend zu würdigen, dass der Beschuldigte in einem Zeitraum von rund fünfz ehn Monaten (konkret vom 20. Januar 2009 bis zum 8. April 2010) insgesamt vier Darlehen mi t ansteigenden Beträgen im überaus stattlichen Umfang von gesamthaft CHF 1'487'800.-- zu seinem eigenen Nutzen zweckentfrem- det und dadurch eine einzelne Person in diesem massiven A usmass geschädigt hat. Gleicher- massen negativ zu gewichten ist, dass der Beschuldigte die ihm bzw. seiner Gesellschaft zuge- flossenen Gelder nahezu ausschliesslich für private egoistische Zwecke verwendet hat, ohne in einer Notlage zu sein und ohne in Betracht zu ziehen, seine Bedürfnisse mittels einer legalen Arbeitstätigkeit zu befriedigen. Festzustellen ist in d iesem Zusammenhang, dass die Tatsache, wonach der Beschuldigte die Geschäftsdarlehen für sein Luxusleben eingesetzt hat, verschul- denserhöhend über die Begriffsnotwendigkeit beim Tatbe stand der Veruntreuung hinausgeht. Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten ins Gewicht, dass es der Beschuldigte geradezu dreist ausgenutzt hat, dass es D.____ als Vermögensverwalter von O.____ im Prinzip egal gewesen ist, was mit deren Gelder passiert, solange er sich selbs t eine Provision von den Darlehen ver- sprochen hat. Entlastend erscheint demgegenüber, dass dem Beschuldigten die deliktische Tätigkeit aufgrund des geradezu dilettantischen Verha ltens von D.____ sehr leicht gemacht worden ist und diesem folgerichtig kein verwerfliches Ve rhalten, welches über den Aufwand für die Erfüllung des Tatbestandes hinausgehen würde, vor zuwerfen ist. Bei der Bewertung der subjektiven Tatschwere ist zu konstatieren, dass der Beschul digte direktvorsätzlich gehandelt Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat, was allerdings beim Tatbestandsmerkmal der Bereiche rungsabsicht vorausgesetzt wird und von daher neutral zu gewichten ist. In Würdigung a ller tatbezogenen Umstände erachtet das Kantonsgericht im Ergebnis das Tatverschulden in Bezug auf den Tatbestand der mehrfa- chen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB als mitt elschwer. Dies hat in Anbetracht des abstrakten Strafrahmens zur Folge, dass dem vorgängig de finierten Verschulden entsprechend eine Strafe im Bereich von 28 Monaten als angemessen ei ngestuft wird. Dieses hypothetische Strafmass erhellt, dass als Strafart nur eine Freiheitsstrafe in Betracht zu ziehen ist. 7.2.3 In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht diese Einsatzstrafe von 28 Monaten Frei- heitsstrafe unter Einbezug der weiteren Straftat zu e iner Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat. An dieser Stelle ist darauf hin- zuweisen, dass für den Tatbestand der qualifizierten unge treuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB die abstrakte Strafandro hung eine Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf Jahren vorsieht. Selbst wenn gestützt auf Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB die Verhängung einer Geldstrafe beim Grundtatbestand möglich wäre, würde unter Berücksichtigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion auf die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Be- schuldigten sowie die präventive Effizienz zu achten is t, für das Kantonsgericht nur die Ausfäl- lung einer Freiheitsstrafe in Frage kommen, zumal der v orliegende Tatbestand in einem äus- serst engen Zusammenhang mit demjenigen der Veruntreu ung steht, welcher bereits zu einer Einsatzstrafe von 28 Monaten Freiheitsstrafe geführt hat . Damit ist im Ergebnis das Asperati- onsprinzip zur Bildung einer Gesamtstrafe in casu ohne Weiteres anwendbar. Im Hinblick auf den Anklagepunkt der ungetreuen Geschäftsbesorgung ist bei der Bewertung der objektiven Tatschwere primär zu gewichten, dass der Tatbestand im (untauglichen) Versuchsstadium nach Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieben ist. Ausserdem kann dem Schutz der Vermögensinteres- sen der Gesellschaft, nachdem diese im Tatzeitraum übe rschuldet gewesen ist, von vornherein nicht die gleiche Bedeutung zugemessen werden wie bei e inem aktiven Unternehmen, bei wel- chem allenfalls noch Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen . Negativ zu beachten ist hingegen, dass die C.____ zufolge fehlender Geschäftstätigkeit off enbar nur zum Zwecke der Bereiche- rung des Beschuldigten gegründet worden ist. Ebenfalls zu dessen Ungunsten ins Gewicht fällt, dass er der Gesellschaft einen hohen Betrag im Umfang vo n CHF 1'547'800.-- entzogen hat. Dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches Motiv rein pekuniärer Natur gewesen ist. Nach diesen Ausführungen ist in Bezug auf den Tatbestand des untauglichen Versuchs der m ehrfachen qualifizierten unge- Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht treuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB von einem relativ leichten Verschulden auszugehen, womit sich in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine Erhöhung der Einsatzstrafe um einen Mo nat auf eine Gesamtstrafe von 29 Monaten Freiheitsstrafe rechtfertigt. 7.2.4 Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt aufgru nd der besonderen Täterkomponen- ten, welche in casu für alle Straftaten gleichermassen g elten, anzupassen. In Bezug auf die massgeblichen Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse , Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren ist unter Verweis auf die Ausführun gen der Vorinstanz (vgl. E. II.4 S. 68 ff.) zusammenfassend festzuhalten, dass der Beschuldigte in der Nähe von S.____ im Kreise sei- ner Familie in ordentlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, neun Jahre lang die Schule be- sucht und danach eine Lehre als KFZ-Mechaniker erfolgrei ch abgeschlossen hat. In der Folge hat er mehrere Jahre als Kaufmann bei verschiedenen Firm en gearbeitet, bevor er sich ca. im Jahre 1985 im Fahrzeugbereich selbstständig gemacht hat. Ungefähr im Jahre 1992 hat er Pri- vatkonkurs angemeldet und ist danach in die neuen Bunde sländer gezogen, wo er erneut eine Firma im Bereich Fahrzeughandel gegründet hat, welche ebenfalls Konkurs gegangen ist. So- dann hat er in Österreich ungefähr im Jahre 2000 wie derum eine Gesellschaft im selben Ge- schäftszweig gegründet, die aber 2004 auch Konkurs gegang en ist. Gleichermassen ist die Firma B.____, T.____, im Jahre 2012 in Konkurs gefallen. Schliesslich hat er im Jahre 2007 die C.____ GmbH gegründet, über welche im Jahre 2013 der Konkurs eröffnet worden ist. Zum heutigen Zeitpunkt gibt der Beschuldigte an, im Hande l mit alten chinesischen Wertpapieren tätig zu sein, welche aber bisher gemäss seinem Eingest ändnis keinen Gewinn abgeworfen haben. Über ein legales eigenes Erwerbseinkommen verf ügt der Beschuldigte offenbar seit dem Jahre 2005 nicht mehr, der Lebensunterhalt wird p rimär von seiner Ehefrau bestritten. Gemäss seinen Angaben vor Kantonsgericht hat der Beschul digte Schulden im Umfang von rund € 130'000.--. B.____ hat drei Töchter und lebt mit se iner Familie zusammen in Österreich. Trotz dieses Umstandes ist eine besondere Strafempfindl ichkeit, welche praxisgemäss nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen ist (vgl. H ANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 150 zu Art. 47 StGB, mit Hinweisen), nicht zu erkennen. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes d es Beschuldigten liegen keine ver- lässlichen Dokumente vor, welche Anlass zu Bemerkungen geben würden. Einsicht oder Reue werden nicht vorgebracht. Dies alles ist soweit neutral zu werten. Eindeutig negativ ins Gewicht fällt hingegen, dass der Beschuldigte vom Landesgericht N.____ am 30. September 2014 we- Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Betrugs und schweren Betrugs zu einer Geldstrafe von € 1'200.-- verurteilt worden und er somit in einem ähnlichen Deliktsbereich während des laufenden Verfahrens rückfällig geworden ist. Leicht zu seinen Gunsten spricht, wie dies bereits die Vorinstanz erkannt hat, die lange Dauer des Strafverfahrens, wobei dies aber wieder teilweise relativiert wird durch das Verhalten des Beschuldigten, indem dieser erstens nach anfänglich em Interesse die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens abgelehnt hat und zweitens der ursprünglich angesetzten Hauptver- handlung vor dem Strafgericht unentschuldigt ferngeblieben ist, worauf diese hat neu angesetzt werden müssen. Nach diesen Erwägungen drängt sich aufgrun d der besonderen Täterkompo- nenten eine Anpassung der tatbezogenen Strafe im Sinn e einer Erhöhung um einen weiteren Monat auf. 7.2.5 Im Resultat ist somit bezüglich des Beschuldigten eine tat- und täterangemessene Strafe von 30 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvoll- zug nach Art. 42 Abs. 1 StGB bereits aus formellen Grün den ausgeschlossen, möglich ist hin- gegen der teilbedingte Vollzug. Diesbezüglich bestimmt Art. 43 Abs. 1 StGB, dass das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilwei- se aufschieben kann, wenn dies notwendig ist, um dem Ve rschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. Damit eine teilbedingte Strafe ve rhängt werden kann, müssen die materi- ellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten S trafvollzuges gemäss Art. 42 StGB erfüllt sein. Erst wenn das Gericht die Anwendung zunäch st einer bedingten und anschliessend einer teilbedingten Strafe verneint hat, kommt eine unbedingte Strafe zum Zuge. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist wie nach Art. 42 Abs. 1 StGB anhand einer Gesamt- würdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung einzufliessen haben neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund s owie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Die persönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheids, also bis zum Urteilsda- tum, miteinzubeziehen. Wenn und soweit die Legalprogn ose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt Art. 43 StGB, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Kann das Fehlen einer ungünstigen Prognose nur unter Berücksi chtigung der Warnwirkung des zu vollziehenden Strafteils gestellt werden, ist es allenfa lls sinnvoll, zum Mittel des teilbedingten Strafvollzugs zu greifen (ROLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 11 ff. zu Art. 43 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). Gemäss diesen Erwägungen ist festzustellen, dass ausgehend von den per sönlichen Verhältnissen des Be- Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten, namentlich den Tatsachen, wonach dieser mit seiner Familie zusammenlebt und seine Ehefrau offenbar in der Lage ist, ein ausreichend es Erwerbseinkommen zu erzielen, im Sinne des Gesetzes keine schlechte Prognose zu stellen i st; dies trotz des Umstandes, dass B.____ mit seinem aktuellen chinesischen Wertpapierhandel nach wie vor ein undurchsichtiges und kaum rentables Geschäftsmodell betreibt. Insofern i st dem Beschuldigten gestützt auf die im Ergebnis nicht negative Legalprognose der teilbedin gte Vollzug der zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe zu gewähren. Bei der Festsetzung des unbedingt zu vollziehenden Teils sind die Schranken von Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB zu beachten, wonach der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen darf und sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens sechs Monate betragen müssen. Im Übrigen liegt es im richterli- chen Ermessen, die genaue Höhe der zu vollziehenden Strafe festzusetzen, wobei das Verhält- nis der Strafteile so festzulegen ist, dass darin die Wah rscheinlichkeit der Legalbewährung des Beschuldigten einerseits und dessen Tatschuld anderersei ts hinreichend zum Ausdruck kom- men (SCHNEIDER / GARRÉ , a.a.O., N 17 ff. zu Art. 43 StGB, mit Hinweisen; BGE 134 IV 1 E. 5.6). Gemessen an diesen Grundsätzen erachtet es das Kantons gericht in Einschätzung der Relati- on zwischen der einigermassen günstigen Prognose und dem gesamthaft gesehen an der unte- ren Grenze liegenden mittelschweren Verschulden als ange messen, den unbedingt zu vollzie- henden Anteil der Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahre n auf ein Jahr festzusetzen. Den letzt- lich nicht vollends auszuräumenden Zweifeln an der Lega lbewährung des Beschuldigten ist mit einer leicht erhöhten Probezeit von drei Jahren für d en bedingten Teil der Strafe von eineinhalb Jahren Freiheitsstrafe Rechnung zu tragen. Demzufolge ist in teilweiser Gutheissung der Berufung de s Beschuldigten sowie in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft und in Abände rung des erstinstanzlichen Urteils der Berufungskläger der mehrfachen Veruntreuung sowie des untauglichen Versuchs der mehr- fachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schul dig zu erklären und zu einer teilbe- dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 30 Monaten bzw. zweieinhalb Jahren, mit einem unbe- dingten Strafanteil von einem Jahr und einer Probezeit von drei Jahren für den bedingten Straf- anteil von eineinhalb Jahren, zu verurteilen. Von der Anklage des (mehrfachen) gewerbsmässi- gen Betrugs ist der Beschuldigte hingegen freizusprechen. Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Kostenfolge Bei diesem Verfahrensausgang ‒ indem einerseits die Anschlussberufung der Staatsanwal t- schaft abgewiesen und andererseits die Berufung des Beschu ldigten in dem Sinne teilweise gutgeheissen wird, als dieser erstens insgesamt von der A nklage des mehrfachen gewerbs- mässigen Betrugs und zweitens zusätzlich im Hinblick auf di e nachträglichen Transaktionen vom Vorwurf der mehrfachen Veruntreuung freigesprochen wird, weshalb die erstinstanzlich ausgesprochene, unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten auf eine teil- bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten reduziert wird ‒ rechtfertigt es sich nach Art. 428 Abs. 1 StPO, die ordentlichen Kosten de s Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 30'300.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 30'0 00.-- [zwölf Stunden Hauptverhandlung zu jeweils CHF 2'500.--/h] sowie Auslagen von CHF 300.- -) im Umfang von zwei Dritteln (= CHF 20'200.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Umf ang von einem Drittel (= CHF 10'100.--) zu Lasten des Staates zu verteilen. Zu folge Bewilligung der amtlichen Vertei- digung wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Rec htsanwalt Philippe Häner, ein Honorar gemäss dessen Honorarnote vom 4. Juni 2019 ‒ zuzüglich sechseinviertel Stunden Aufwand für die Hauptverhandlung plus eine Stunde Aufwand für den Weg ‒ in der Höhe von insgesamt CHF 6'759.90 (30,833 Stunden Aufwand zu jeweils CHF 200.--/h plus CHF 110.-- Auslagen und CHF 483.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgeri chtet. Gestützt auf Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO wird der Beschuldigte zur Rückzahlung der Ent schädigung der amtlichen Verteidi- gung im Umfang von zwei Dritteln (= CHF 4'506.60) an den Kanton Basel-Landschaft verpflich- tet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erla uben. Nachdem schliesslich der Beschul- digte im kantonsgerichtlichen Verfahren zwar von einige n Vorwürfen freigesprochen, im Ergeb- nis aber trotzdem hinsichtlich der massgebenden und übe rwiegenden Anklagepunkte schuldig erklärt wird, besteht keine Veranlassung, an der strafg erichtlichen Kostenverteilung eine Ände- rung vorzunehmen. Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vo m 6. Juli 2018, auszugsweise lautend "1. B.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs sowie des unta ugli- chen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Ge- schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten, in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 47 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. B.____ wird von der Anklage des mehrfachen gewerbsmässi- gen Betrugs in Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von Fr. 7‘372.-- freigesprochen. 3. (…) 4. Der aus der Verwertung des auf die C.____ eingelösten Merce- des Benz R63 AMG (Kontrollschild ZG 6.____) stammende Verwertungserlös in der Höhe von Fr. 32‘525.10 wird g emäss Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. 5. (…) 6. B.____ wird bei seiner Anerkennung behaftet, dem Tr ägerverein A.____ Fr. 418‘602.25 zu bezahlen. Die Haftung ist e ine solida- rische mit D.____. 7. B.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Ver- fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 43‘675.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 24‘000.--. 8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von Honorar 2013 bis 2017 (96 Std. à Fr. 200.--) Fr. 19 ‘200.00 Porto Fr. 23.00 Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht Telefon Fr. 44.00 Kopien Fr. 1‘972.20 Fahrspesen Fr. 9.10 Zwischentotal 1 Fr. 21‘248.30 Mehrwertsteuer 8 % Fr. 1‘699.85 Total Honorar 2013 bis 2017 Fr.22‘948.15 Honorar 2018 inkl. HV (10 h 45 min. à Fr. 200.--) Fr . 2‘150.00 Porto Fr. 18.00 Telefon Fr. 10.00 Kopien Fr. 79.00 Fahrspesen Fr. 14.00 Zwischentotal 2 Fr. 2‘271.00 Mehrwertsteuer 7,7 % Fr. 174.85 Total Honorar 2018 Fr. 2‘445.85 Total Honorar 2013 bis 2018 Fr.25‘394.00 abzgl. Akontozahlungen Fr. 19 ‘090.30 Endbetrag Fr. 6‘303.70 werden aus der Gerichtskasse entrichtet. B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau- ben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidi- gung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Diffe- renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO)." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten u nd in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltsch aft in den Ziffern 1 und 2 wie folgt geändert : 1.a) B.____ wird der mehrfachen Veruntreuung sowie des untaug- lichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreue n Ge- schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 Jah - Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren und 6 Monaten , mit einem unbedingten Strafanteil von 1 Jahr und einer Probezeit von 3 Jahren für den bedingten Strafanteil, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB , Art. 158 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 43 StGB , Art. 44 Abs. 1 StGB , Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB. b) In Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 sow ie Nr. 18-19 wird B.____ von der Anklage der mehrfachen Veruntreuung freigesprochen . 2. B.____ wird von der Anklage des mehrfachen gewerbsmäs- sigen Betrugs freigesprochen . Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 30'300.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 30'00 0.-- sowie Auslagen von CHF 300.--) gehen im Umfang von zwei Dritt eln (= CHF 20'200.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Um fang von einem Drittel (= CHF 10'100.--) zu Lasten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten, Rechtsanwalt Philippe Häner, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 6'759.90 (inklusive Haup tverhand- lung, Auslagen und CHF 483.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Umfang von zwei Dritteln (= CHF 4'506.60) an den Kanton Basel-Landschaft verpf lichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Ar t. 135 Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann Gegen diesen Entscheid ist Beschwerde beim Bundesgericht erhoben worden.