Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. April 2018 (810 17 276) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Sozialhilfebezug Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Daniel Ivanov, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Jenny Rohr Beteiligte 1. A. ____ , Beschwerdeführer, 2. B.____, Beschwerdeführerin, 3. C.____, Beschwerdeführerin, 4. D.____, Beschwerdeführerin, Beschwerdeführerinnen 3 und 4 gesetzlich vertreten durch Beschwer- deführer 1 und 2, diese wiederum vertreten durch Dieter Roth, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Nic htverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1331 vom 26. September 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der tunesische Staatsangehörige A.____ (geb. 1975) h eiratete am 30. Oktober 2002 in Tunis die rund 40 Jahre ältere Schweizer Bürgerin E._ ___ (geb. 1936). Im Rahmen des Famili- ennachzugs reiste A.____ am 16. November 2002 mit der A bsicht des dauernden Verbleibs zu seiner Ehefrau in die Schweiz ein und erhielt in der Folge die Aufenthaltsbewilligung. Nach sei- ner Einreise arbeitete A.____ ab Mai 2003 zunächst bei der Firma F.____ AG. B. Am 25. Mai 2005 verstarb die Ehefrau von A.____. In der Folge wurde die beantragte Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ m it Verfügung des Bundesamts für Migra- tion (BFM) vom 28. Dezember 2005 verweigert und dessen Wegweisung angeordnet. C. Seit dem 1. August 2007 musste A.____ von der Sozia lhilfe unterstützt werden und hatte im November 2010 Sozialhilfeleistungen in der Hö he von insgesamt Fr. 98‘064.55 bezo- gen. D. Vom 1. Oktober 2010 bis 6. Januar 2011 nahm A.____ an einem Integrationspro- gramm teil. Ab dem 15. Februar 2012 war er bei der Firma G._____ AG in Basel arbeitstätig. E. Gestützt auf ein Wiedererwägungsgesuch wurde A.____ nach längerem Verfahren am 22. Januar 2010 erneut eine Aufenthaltsbewilligung er teilt. Das Gesuch von A.____ um Ertei- lung der Niederlassungsbewilligung wurde am 5. September 2014 bewilligt. F. Am 4. März 2011 wurde A.____ aufgrund der bis zu d iesem Zeitpunkt bezogenen So- zialhilfeleistungen von rund Fr. 100‘000.-- vom Amt fü r Migration (AfM) des Kantons Basel- Landschaft verwarnt. Die Sozialhilfeunterstützung wurde schliesslich am 30. Juni 2012 mit ei- nem Gesamtbetrag von Fr. 124‘244.55 eingestellt. G. Nach der Heirat mit der tunesischen Staatsangehörige n B.____ (geb. 1983) am 6. Juli 2012 stellte A.____ am 2. Dezember 2014 ein Gesuch um Familiennachzug. Mit Schreiben des AfM vom 3. März 2015 wurde A.____ mitgeteilt, dass er zu rzeit nicht über genügend finanzielle Mittel verfüge, weshalb die Gefahr einer Sozialhilfeabhängigkeit bestehe und dem Gesuch nicht entsprochen werden könne. Das Gesuch um Familiennachzu g könne erst erneut geprüft wer- den, wenn A.____ den Nachweis über das Vorhandensein g enügender finanzieller Mittel er- bringe und ein Fürsorgerisiko ausgeschlossen werden könne. Am 17. März 2015 erhielt B.____ die Aufenthaltsbewilligung. Sie geht bislang in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nach, son- dern sorgt für die beiden gemeinsamen Töchter C.____ (geb. 2016) und D.____ (geb. 2017). H. Aufgrund seiner Arbeitseinstellung, seines wiederh olten Fehlverhaltens und fehlender Bereitschaft zur Führung eines sachlichen Gesprächs wurde A.____ die Stelle bei der G.____AG per 30. September 2015 gekündigt. Nach Ausschöpfung der Leistungen der Arbeits- losenkasse bezieht die Familie seit Juli 2017 vollumfängl ich Sozialhilfe. Die Höhe der Sozialhil- feleistungen belief sich vom 1. August 2007 bis 30. Juni 2012 auf Fr. 124‘244.55 und vom 1. Oktober 2015 bis Ende August 2017 auf Fr. 25‘454.25 , d.h. insgesamt auf Fr. 149‘698.80 (Stand: August 2017). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Mit Schreiben vom 1. März 2016 wies das AfM A.____ un d B.____ darauf hin, dass sie seit Oktober 2015 ergänzend zu Arbeitslosengeldern durch die Sozialhilfebehörde unterstützt würden. Man erwarte von A.____, dass er raschmöglichst w ieder eine neue Anstellung finde und so finanziell unabhängig werde. Die Aufenthaltsbe willigung von B.____ habe man vorerst lediglich um 6 Monate verlängert. J. Am 8. Mai 2017 verfügte das AfM nach vorgängiger Ge währung des rechtlichen Ge- hörs den Widerruf der Niederlassungsbewilligungen von A.____ und C.____ sowie die Nichtver- längerung der Aufenthaltsbewilligung von B.____ und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz bis spätestens am 8. Juni 2017 an. Zur Begründun g führte es im Wesentlichen aus, dass A.____ den Widerrufsgrund der dauerhaften und erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit nach Artikel 63 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes über die Au sländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 erfülle. Trotz einer Aufenthaltsd auer von 14.5 Jahren in der Schweiz habe sich A.____ nicht erfolgreich integrieren können. Aufgrund der Sozialhilfeabhängigkeit und der schlechten Prognose betreffend den künftigen Unterstützungsbedarf überwiege das öffentli- che Interesse an der Wegweisung von A.____ und seiner Familie das persönliche Interesse der Familie am Verbleib in der Schweiz. K. Die von A.____ und B.____ sowie C.____, alle vertr eten durch Dieter Roth, Advokat, gegen die Verfügung des AfM vom 8. Mai 2017 erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft mit Entscheid vom 26. September 2017 ab und ordnete an, dass A.____ und B.____ die Schweiz bis spätestens am 31. Dezember 2017 zu verlassen hätten. L. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2017 erhoben A.____ un d B.____ sowie die Kinder C.____ und D.____, alle weiterhin vertreten durch Di eter Roth, Advokat, gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 26. September 2017 Beschwerde bei m Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht m it den Begehren, es sei der Ent- scheid des Regierungsrats vom 26. September 2017 vollumfän glich aufzuheben, es sei vom Widerruf der Niederlassungsbewilligungen abzusehen, es sei die Aufenthaltsbewilligung or- dentlich zu verlängern und es sei auf die Wegweisung au s der Schweiz zu verzichten. Für den Fall des Unterliegens sei den Beschwerdeführern die un entgeltliche Rechtspflege und Verbei- ständung mit dem Unterzeichneten als Rechtsbeistand zu be willigen. Am 11. Dezember 2017 reichten die Beschwerdeführer die Begründung ein. M. Der Regierungsrat liess sich mit Schreiben vom 2. Janua r 2018 vernehmen und bean- tragt die Abweisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge. N. Mit Präsidialverfügung des Kantonsgerichts vom 9. Janu ar 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Ferner wurde das Gesuch der Beschwerdeführer um un- entgeltliche Rechtspflege bewilligt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurt eilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. Auch die weiteren formellen Voraussetzun gen sind erfüllt, sodass auf die Be- schwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochte nen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist, ob der Widerruf der Niederlassungsbe willigungen des Beschwerdeführers und der Beschwerdeführerin 3 bzw. die Nichtverlängerun g der Aufenthaltsbewilligung der Be- schwerdeführerin 2 und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolg- ten. 4.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG kann die Niederlassun gsbewilligung widerrufen wer- den, wenn ein Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, dauerhaft und in erhebli- chem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Die Niederlassun gsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnung sgemäss in der Schweiz aufhalten, kann nicht mehr nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG widerruf en werden (Art. 63 Abs. 2 AuG). Der Be- schwerdeführer reiste am 16. November 2002 im Rahmen d es Familiennachzuges in die Schweiz ein und lebte demnach im Zeitpunkt der erstinsta nzlichen Verfügung vom 8. Mai 2017 noch nicht 15 Jahre in der Schweiz. Er kann sich somit vo n vornherein nicht auf einen mehr als fünfzehnjährigen ununterbrochenen und ordnungsgemässen Aufenthalt berufen. Demnach be- urteilt sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung vorliegend nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG. 4.2 Was die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführe rin 2 anbelangt, so teilt diese ge- mäss Art. 43 Abs. 1 AuG das rechtliche Schicksal der Niederl assungsbewilligung des Be- schwerdeführers. 5.1 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, d ass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Verfügung des AfM weniger als 15 Jahre in der Schweiz gelebt habe und deshalb die Niederlassungsbewilligung gestützt auf Art. 63 Ab s. 1 lit. c AuG widerrufen werden könne. Sie führte aus, dass auch die im Zeitraum von 2007 bis 2 012, mithin vor der Erteilung der Nie- derlassungsbewilligung erhaltenen Sozialhilfeleistungen zu berücksichtigen und relevant seien. Insgesamt habe der Beschwerdeführer über einen Zeitrau m von mehr als sieben Jahren Sozi- alhilfeleistungen bezogen, weshalb rückblickend von einer gewissen Dauerhaftigkeit gespro- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen werden könne. Weiter zeige der Beschwerdeführer ke inerlei Perspektiven auf, welche eine günstige Prognose rechtfertigen könnten. Seit der Kündigung seiner Stelle im Jahr 2015 habe der Beschwerdeführer keine sichtbaren Bemühungen unternommen, um finanziell wieder selbständig zu werden. Die Vorinstanz führt weiter aus, dass selbst bei einer Neuanstellung des Beschwerdeführers im Gastronomiebereich das Einkommen fü r die Ernährung einer vierköpfi- gen Familie voraussichtlich nicht ausreichen und eine wei tere Sozialhilfeabhängigkeit bestehen bleiben würde. Dementsprechend sei im Rahmen einer Zukunftsprognose davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch längerfristig keiner exis tenzsichernden Erwerbstätigkeit nach- gehen werde und sich damit nicht nachhaltig von der Unt erstützung der öffentlichen Hand wer- de lösen können. Aufgrund der Geburt der zweiten Tocht er im Jahr 2017 sei es auch der Be- schwerdeführerin 2 derzeit nicht zuzumuten, einer bezah lten Arbeit nachzugehen. Die Voraus- setzungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewillig ung gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG seien somit erfüllt. 5.2 Die Beschwerdeführer bringen dagegen vor, der Wide rrufsgrund sei nicht erfüllt, weil dem Beschwerdeführer nicht die gesamte für die Famili e ausgerichtete Sozialhilfeunterstützung zugerechnet werden könne. Trotz der Anwendbarkeit von Ar t. 63 Abs. 1 lit. c AuG sei massge- bend, dass er seit fast 15 Jahren ununterbrochen und ord nungsgemäss in der Schweiz lebe, weshalb vom Widerrufsrecht nach Art. 63 Abs. 1 lit. c Au G nur sehr zurückhaltend Gebrauch gemacht werden dürfe. Zudem sei die angesetzte Ausreise frist des AfM bis spätestens am 8. Juni 2017 vorauseilend erfolgt, um ihn und seine F amilie vor der Geburt des zweiten Kindes und vor Ablauf der 15-jährigen Aufenthaltsdauer aus de r Schweiz wegzuweisen. Es treffe nicht zu, dass die Familie dauerhaft und in erheblichem Masse auf Sozialhilfe angewiesen sei. Der grösste Teil der Sozialhilfeleistungen stamme aus dem Jahr 2007, mithin aus der Zeit vor der Erteilung der Niederlassungsbewilligung und der Bewil ligung des Familiennachzugs. Damals habe der Beschwerdeführer aufgrund des Tods seiner erst en Ehefrau eine schwere Lebenskri- se durchlebt und es sei zu vermehrten Hospitalisierungen gekommen. Dies dürfe vorliegend nicht zu seinem Nachteil ausgelegt werden. Die Familie sei zur Zeit des Widerrufs der Nieder- lassungsbewilligung zwar bei der Sozialhilfe angemeldet gewesen, habe sich jedoch praktisch vollumfänglich aus dem Zwischenverdienst und den Leistun gen aus der Arbeitslosenversiche- rung finanziert, welche den Leistungen der Sozialhilfe nicht gleichgesetzt werden dürften. Durch seine guten Deutschkenntnisse und aufgrund seiner beruflichen Erfahrung sei der Beschwerde- führer imstande, in absehbarer Zeit wieder Arbeit in vollem Pensum zu finden. Im Weiteren sei festzustellen, dass er die Entlassung bei der Firma G.__ __ AG im Jahr 2015 nicht mutwillig herbeigeführt habe. Ihm sei innerhalb seines relati v schlecht bezahlten Kellnerjobs immer mehr verantwortungsvolle Führungsarbeit übertragen worden. Dies habe ihn teilweise überfordert und nicht mehr seinem vereinbarten Arbeitspensum und seine r Lohneinstufung entsprochen. Es sei im Übrigen nicht gerechtfertigt, eine Familie nach fast 15 Jahren aufgrund der beruflichen Quali- fikation des Ehemannes und des dadurch begründeten tie feren Einkommens wegzuweisen. Eine Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin 2 falle zurzeit aufgrund der zwei Kleinkinder aus- ser Betracht. Die Beschwerdeführerin 2 wolle jedoch in wenigen Jahren mindestens teilweise einer Beschäftigung nachgehen. Aus den dargelegten Grü nden sei die Sozialhilfebedürftigkeit nur vorübergehend und zudem unverschuldet, weshalb die Prognose einer andauernden und erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit unzutreffend sei. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.1 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemä ss Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG kommt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Fürsorgelei stungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Le bensunterhalt sorgen wird. Nach gel- tender Praxis ist der Widerrufsgrund der Sozialhilfeab hängigkeit nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt, wenn konkret die Gefahr einer fortgesetzten u nd erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit besteht; blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Nebe n den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle En twicklung auf längere Sicht abzuwä- gen; massgeblich sind die finanziellen Verhältnisse der Familie in ihrer Gesamtheit (Urteil des Bundesgerichts 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.1 mit Hinweisen). Inwiefern die Fürsor- geabhängigkeit im konkreten Fall auf ein Selbstverschulde n des Beschwerdeführers zurückzu- führen ist, spielt einzig bzw. erst im Rahmen der Prüfu ng der Verhältnismässigkeit der auslän- derrechtlichen Massnahme eine Rolle (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.2). 5.3.2 Für die Beurteilung der Erheblichkeit des Sozialh ilfebezugs ist die Gesamtsumme der bisher entstandenen Sozialhilfeleistungen massgebend. Hinsichtlich der Höhe des Bezugs kann ein Sozialhilfebezug bereits ab einem Betrag von Fr. 50‘000.-- als erheblich gelten (Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1 .3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). Der Beschwerdeführer hat gemäss den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz von August 2 007 bis Juni 2012 Sozialhilfeleistun- gen in der Höhe von Fr. 124‘244.55 und von Oktober 20 15 bis August 2017 Sozialhilfeleistun- gen in der Höhe von Fr. 25‘454.25, insgesamt somit Fr. 149‘698.80 (Stand: August 2017) bezo- gen. Seit Juli 2017 ist die Familie des Beschwerdeführ ers zudem unbestrittenermassen wieder vollumfänglich auf Sozialhilfe angewiesen. Damit ist f estzustellen, dass der bisher erfolgte So- zialhilfebezug des Beschwerdeführers zweifellos als erhebl ich zu bezeichnen ist. Dass in die- sem Zusammenhang die vor der Erteilung der Niederlassung sbewilligung bezogenen Sozialhil- feleistungen nicht berücksichtigt werden dürften, ist entg egen der Ansicht der Beschwerdefüh- rer nicht der Fall. Ferner ist festzuhalten, dass es bezü glich der Erheblichkeit keine Rolle spielt, wer für den Bezug der Sozialhilfe verantwortlich war, da Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG nicht nur die Sozialhilfeabhängigkeit der ausländischen Person, sondern auch von Personen, für welche letz- tere verantwortlich ist, miteinschliesst. 5.3.3 Hinsichtlich der Erfüllung des Kriteriums der Daue rhaftigkeit ist gemäss der Rechtspre- chung des Bundesgerichts nicht die gegenwärtige Sozialhil feabhängigkeit entscheidend, son- dern die Zeitspanne, in welcher diese rückblickend andaue rte, sowie die Prognose, ob auch für die weitere Zukunft Unterstützung geleistet werden muss ( Urteil des Bundesgerichts 2C_795/2008 vom 25. Februar 2009 E. 4.3). Von einer Dauerhaftigkeit ist auszugehen, wenn die Bezüge der Sozialhilfe mindestens zwei Jahre gedauer t haben (Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1.3; 2C_1085 /2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). Massgebend ist allerdings auch eine Prognose zur vo - raussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation in Berücksichtigung der Einkommensaus- sichten sämtlicher Familienmitglieder. Vorliegend ist i n Anbetracht der seit 2007 über längere Zeiträume bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit das ret rospektive Element der Dauerhaftigkeit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht erfüllt. Ferner ist höchstwahrscheinlich damit zu rechnen , dass die Beschwerdeführer auch künftig unterstützungsbedürftig bleiben werden. Denn sel bst wenn der Beschwerdeführer eine neue Anstellung finden würde, ist aufgrund der Lohnsit uation im Gastronomiebereich nicht da- mit zu rechnen, dass sich die vierköpfige Familie vollständi g von der Sozialhilfe loslösen kann. Ebenfalls ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin 2 – nicht zuletzt aufgrund der famili- ären Situation mit zwei Kleinkindern – in absehbarer Z eit ein Einkommen erzielen können wird. Somit liegt auch bezüglich der voraussichtlichen Entwicklun g der finanziellen Situation eine ne- gative Prognose vor. Die Vorinstanz bejahte daher zu R echt das Bestehen einer konkreten Ge- fahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhä ngigkeit. Damit sind die Voraussetzun- gen des Widerrufsgrunds nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt. 5.4.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes ist Grundvorau ssetzung für den Widerruf der Bewilligung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligu ng ist indes nur gerechtfertigt, wenn er sich gestützt auf eine im Einzelfall vorzunehmende Interess enabwägung als verhältnismässig erweist (Art. 96 Abs. 1 AuG). Nach dem Grundsatz der V erhältnismässigkeit muss eine Verwal- tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt we rden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016 , N 514 ff.). Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (vgl. M ARTINA CARONI , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinne n und Ausländer, Bern 2010, N 3 zu Art. 51; ANDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Aus- länderrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 8.48). Verlang t ist insofern eine Abwägung der sich ge- genüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung bzw. Belassung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müs- sen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschulden s des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers w ährend diesem, der Grad seiner In- tegration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohen- den Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). Die Notwendigkeit einer Interessenabwägung ergibt sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950. Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt die Konvention eine A bwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Aufrechterhaltung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Widerruf, wobei die Entscheidungskriterien nahezu identisch sind. Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als v erhältnismässig erweist, grundsätz- lich auch vor Art. 8 EMRK standhält. 5.4.2 Vorab kann festgehalten werden, dass der Widerru f der Niederlassungsbewilligung der Durchsetzung der öffentlichen Interessen dient. Namentl ich ist sie eine geeignete Massnahme, um einen weiteren Sozialhilfebezug und die damit verb undene Belastung des Fiskus zu verhin- dern. Ferner ist keine mildere Massnahme ersichtlich, zumal der Beschwerdeführer bereits am Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. März 2011 wegen seines Sozialhilfebezugs verwarnt wo rden war und er bzw. seine Familie sich trotzdem nicht nachhaltig von der Sozialhilfe zu lösen vermochte. 5.4.3 Die Beschwerdeführer machen geltend, dass die aktu elle Sozialhilfebedürftigkeit nicht selbstverschuldet sei. Namentlich habe der Beschwerdeführe r die Kündigung durch die Firma G.____ AG nicht mutwillig herbeigeführt. Es dürfe zu dem nicht sein, dass beruflich schlecht qualifizierte Personen wegen ihres tiefen Lohns nach 15-jährigem Aufenthalt in der Schweiz ihre Niederlassungsbewilligung verlieren. Mit seiner bi sherigen Berufstätigkeit in der Schweiz und seiner intensiven Arbeitssuche in den letzten Monaten habe der Beschwerdeführer gezeigt, dass er nichts anderes anstrebe, als zu arbeiten und wirtsch aftlich auf eigenen Füssen zu ste- hen. 5.4.4 Wie der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid zutreffend erwog, bestehen gewis- se Anhaltspunkte, dass der Sozialhilfebezug des Beschwerde führers in den Jahren 2007 bis 2010 im Zusammenhang mit seinen psychischen Problemen n ach dem Tod seiner ersten Ehe- frau stand. Der Beschwerdeführer konnte sich dank seiner F estanstellung bei der G.____AG denn auch während einer gewissen Zeit von der Sozialhil fe lösen, weshalb ihm im September 2014 auch die Niederlassungsbewilligung erteilt und a m 17. März 2015 der Familiennachzug bewilligt wurde. Nach der Kündigung seiner Stelle im Jahr 2015 und dem Auslaufen der Leis- tungen der Arbeitslosenversicherung ist die Familie seit Juli 2017 indes wieder vollumfänglich auf Sozialhilfeleistungen angewiesen. Die Vorinstanz e rwog, dass der Beschwerdeführer sein Arbeitsverhältnis leichtfertig aufs Spiel gesetzt habe und die erneute Arbeitslosigkeit auf sein Verschulden zurückzuführen sei. Sie verweist in diesem Zusam menhang auf Abklärungen des AfM, wonach sich die Firma G.____AG trotz Differenzen um den Arbeitnehmer bemüht habe. So gehe aus Aktenberichten hervor, dass mit dem Beschwerde führer mehrere Gespräche ge- führt worden seien, unter anderem wegen Trunkenheit u nd seinem aufbrausenden und un- freundlichen Verhalten. Diesen Ausführungen der Vori nstanz werden vom Beschwerdeführer nicht substantiiert widerlegt. Den Akten zufolge wurd e der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2013 von seinem Arbeitgeber verwarnt und konnte seine L eistungen in den beiden Folgejahren 2014 und 2015 nicht nachhaltig verbessern. Der Vorinstanz ist somit insofern beizupflichten, als der Beschwerdeführer das Anstellungsverhältnis bei der F irma G.____AG durch sein eigenes Verhalten aufs Spiel setzte. Bei der Frage, ob den B eschwerdeführer ein Verschulden an der Sozialhilfebedürftigkeit trifft, geht es im Weiteren d arum, ob er alles Zumutbare unternommen hat, eine Arbeitsstelle zu finden und damit eine Unter stützung durch das Gemeinwesen zu ver- meiden. Dazu ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführe r seit der Kündigung im Jahr 2015 trotz breitem Stellenangebot im Gastronomieberei ch nicht gelungen ist, eine neue Anstel- lung zu finden. Auch liegen keine Unterlagen vor, welch e die vom Beschwerdeführer geltend gemachte intensive Arbeitssuche belegen würden. In den Akten befindet sich lediglich ein Be- werbungsschreiben ohne Adressat. In dieser Hinsicht ist de m Beschwerdeführer vorzuhalten, dass er es trotz wiederholter behördlicher Aufforderunge n und der ausländerrechtlichen Ver- warnung unterlassen hat, sich ernsthaft um eine Arbeitsst elle zu bemühen. Demnach hat er nicht alles Zumutbare unternommen, um eine Unterstützu ng durch das Gemeinwesen zu ver- meiden. Entsprechend kann nicht gesagt werden, die Sozia lhilfeabhängigkeit sei nicht selbst- verschuldet. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.5 Zu prüfen ist, ob sich die Wegweisung der Beschw erdeführer unter den weiteren As- pekten als verhältnismässig erweist. Die Beschwerdeführer machen hierzu geltend, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz stark verwurzelt sei und e in enges Verhältnis zum Land pfle- ge. Er sei im Jahr 2002 in die Schweiz eingereist und h abe bis zur Wegweisungsverfügung des AfM während 14.5 Jahren hier gelebt. Er sei dementsprechend gut in der Schweiz integriert und habe im Gastronomiebereich verschiedene Arbeitsstellen innegehabt. Weiter sei die Wegwei- sung einer hier ansässigen Familie mit zwei Kleinkindern unverhältnismässig. Eine Rückkehr nach Tunesien würde für die Familie einer Tragödie g leichkommen und für sie einen schwer- wiegenden persönlichen Härtefall bedeuten. Die Arbeit slosigkeit in Tunesien sei derzeit sehr hoch und die medizinische Versorgung prekär, was für ein e Familie mit zwei Kleinkindern un- zumutbar sei. Die Familie sei zudem gut in der Schweiz i ntegriert. Sie habe namentlich Kontak- te zu Mitmenschen aus der Schweiz und sei willens, Deutsch zu lernen. 5.4.6 Der Regierungsrat anerkennt grundsätzlich ein gro sses privates Interesse des Be- schwerdeführers und seiner Familie an einem Verbleib i n der Schweiz und geht davon aus, dass eine Wegweisung mit Unannehmlichkeiten verbunden se i. Auch könne der Beschwerde- führer in strafrechtlicher Hinsicht ein einwandfreies Ve rhalten vorweisen und sei sprachlich gut integriert. Die Vorinstanz macht jedoch geltend, dass der Beschwerdeführer trotz der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz in beruflicher Hinsicht zu wenig integriert sei. Ausdruck davon sei insbesondere die anhaltende Sozialhilfeabhängigkeit. Die Vorinstanz kam deshalb zum Schluss, das öffentliche Interesse an einer Vermeidung steigender Sozialhilfekosten überwiege die privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz. Der Beschwerdeführer spreche gut Franzö- sisch und Deutsch und habe hier im Gastronomiebereich gear beitet, weshalb durchaus Chan- cen bestünden, dass er im Heimatland Arbeit finde und F uss fassen könne. Die Beschwerde- führerin 2 habe zudem bis vor kurzem in Tunesien gelebt und auch der Beschwerdeführer habe sein Heimatland immer wieder besucht. Zwar werde die Rückkehr mit zwei Kleinkindern zweifel- los mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Eine Rückkehr sei der Familie indes zuzumu- ten. 5.4.7 Der Beschwerdeführer reiste im Jahr 2002 im Alt er von 27 Jahren in die Schweiz ein und lebt seit nunmehr über 15 Jahren in der Schweiz. Der lange Aufenthalt spricht grundsätzlich für ein beachtliches Interesse des Beschwerdeführers am Ve rbleib in der Schweiz. Neben der Dauer des Aufenthaltes ist zudem zu würdigen, dass der Beschwerdeführer in strafrechtlicher Hinsicht ein einwandfreies Verhalten vorzuweisen hat, w as dafür spricht, dass er die hiesige Rechtsordnung akzeptiert und sich danach richtet. Der Be schwerdeführer spricht sowohl Deutsch als auch Französisch und pflegt den sozialen Konta kt zu Einheimischen. Insofern ist grundsätzlich von einer erfolgreichen Integration auszugehen. In beruflicher Hinsicht vermochte der Beschwerdeführer jedoch nie richtig Fuss zu fassen. Zwar war er während seines Aufent- halts in der Schweiz in verschiedenen Unternehmen tätig . So arbeitete der Beschwerdeführer nach seiner Einreise ab Mai 2003 zunächst bei der Firm a F.____AG. Zwischen August 2007 und Juni 2012 musste er durch die Sozialhilfe unterstützt werden. Vom 1. Oktober 2010 bis zum 6. Januar 2011 nahm er an einem Integrationsprogramm teil und vom 15. Februar 2012 bis zum 30. September 2015 war er bei der G.____AG in Basel tätig. Im Anschluss daran bezog er Leis- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungen der Arbeitslosenversicherung. Seit Juli 2017 is t der Beschwerdeführer bzw. seine Fami- lie wieder vollumfänglich von der Sozialhilfe abhängi g. Wie bereits dargelegt, liegen keine An- haltspunkte vor, dass sich der Beschwerdeführer seit der Kün digung seiner Stelle bei der G.____AG ernsthaft um eine Stelle bemüht hätte. In s einem Heimatland Tunesien absolvierte der Beschwerdeführer eine Servicefachschule mit Diplom u nd arbeitete von 1993 bis 2001 als Kellner (inkl. Weiterbildung zum "Chef de Rang") in d iversen Hotels in Tunesien. In diesem Be- reich können ihm seine Berufserfahrung und seine Deutschke nntnisse den beruflichen Einstieg erleichtern und beim Aufbau einer neuen Existenz behilf lich sein. Einer Rückkehr stehen auch insofern keine unüberwindbaren Hindernisse im Weg, als der Beschwerdeführer seine prägen- den Jahre in seinem Heimatland verbracht hat und ihm die dortigen kulturellen und sozialen Gepflogenheiten somit geläufig sind. Der Beschwerdefüh rer reiste in den vergangenen Jahren denn auch mehrmals freiwillig nach Tunesien, wo er au ch die Beschwerdeführerin 2 während eines Aufenthalts kennenlernte. Die Beschwerdeführerin 2 reiste sodann erst im Jahr 2015 in die Schweiz ein, weshalb ihr – ebenso wie den beiden Ki ndern, deren soziale Bindungen sich aufgrund ihres Alters noch vollständig auf die Eltern au srichten – die Rückkehr in die Heimat ohne weiteres zumutbar ist. Inwiefern im Fall einer We gweisung eine gesundheitsgefährdende Situation drohen soll, ist entgegen der Argumentation der Beschwerdeführer nicht ersichtlich und wird von ihnen auch nicht substantiiert aufgezeigt. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wird die Rückkehr der Familie mit zwei Kleinkindern mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Von einem Härtefall, welcher die Wegweisung als u nzumutbar erscheinen liesse, kann im vorliegenden Fall indes nicht gesprochen werden. 5.4.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die öffentlich en Interessen an der Beendi- gung des Aufenthalts der Beschwerdeführer in der Schw eiz deren private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. Damit erweist sich d er Widerruf der Niederlassungsbewil- ligungen des Beschwerdeführers und der Beschwerdeführeri n 3 sowie die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin 2 und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz als verhältnismässig. Die Beschwerde ist d emnach vollumfänglich abzuwei- sen. 6.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten zu befinden . Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Ver fahrenskosten umfassen die Gerichtsge- bühr und die Beweiskosten und werden in der Regel und in angemessenem Ausmass ganz oder teilweise der unterliegenden Partei – im vorlieg enden Fall den Beschwerdeführern – aufer- legt (§ 20 Abs. 3 VPO). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu Lasten der Gerichtskasse. 6.2 Die Parteikosten sind ausgangsgemäss wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführer ist eine Entschädigun g aus unentgeltlicher Verbeistän- dung auszurichten. Der in der Honorarnote vom 7. Febru ar 2018 geltend gemachte Aufwand erweist sich für das Verfahren vor Kantonsgericht als ang emessen. Der Stundenansatz beträgt gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinne n und Anwälte vom 17. November 2003 bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Das Honorar ist damit auf Fr. 1‘849.60 (inkl. Auslagen und 8% bzw. 7.7% MWST) festzusetzen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3. Die Beschwerdeführer werden ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nach- zahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung d er unentgeltlichen Rechtspflege der Ge- richtskasse belasteten Kosten verpflichtet sind, sobald sie d azu in der Lage sind (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsor ganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführer 1-3 haben die Schweiz bis spätest ens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden den Be- schwerdeführern auferlegt. Zufolge Bewilligung der un entgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der G erichts- kasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge B ewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertrete r der Be- schwerdeführer ein Honorar von Fr. 1‘849.60 (inkl. Ausla gen und 8% bzw. 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 28. August 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_714/2018) erhoben.