<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.510/2002/leb </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 25. Oktober 2002 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Hungerbühler, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter Müller, Bundesrichter Merkli, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Merz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, vertreten durch Alain Yake, Zürichstrasse 65, 8600 Dübendorf, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ausländeramt des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, </div> <div class="para">9001 St. Gallen, </div> <div class="para">Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ausschaffungshaft gemäss <span class="artref">Art. 13b ANAG</span>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, vom 20. September 2002. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Der nach eigenen Angaben aus der Elfenbeinküste stammende A.________ (geb. 1982) wurde am 18. September 2002 in Ausschaffungshaft genommen. Der Einzelrichter der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (im Folgenden: Haftrichter) prüfte und bestätigte diese am 20. September 2002. A.________ gelangte hiergegen mit Postaufgabe vom 15. Oktober 2002 an das Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Ausländeramt sowie die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen haben auf "Abweisung der Beschwerde" geschlossen. Darauf hat sich A.________ mit Schreiben vom 22. Oktober 2002 ergänzend geäussert. Das Bundesamt für Flüchtlinge hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Nach <span class="artref">Art. 37 Abs. 3 OG</span> wird das bundesgerichtliche Urteil in der Regel in der Sprache des angefochtenen Entscheids - hier demnach auf Deutsch - verfasst. Auch wenn der Beschwerdeführer seine Eingaben auf Französisch formuliert hat, rechtfertigt es sich nicht, davon abzuweichen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die als Verwaltungsgerichtsbeschwerde entgegenzunehmende Eingabe erweist sich als offensichtlich unbegründet, soweit darauf einzutreten ist, weshalb sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> unter Verweisung auf die eingehenden Ausführungen im Entscheid des Haftrichters erledigt werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.1 Gegenstand des Haftprüfungsverfahrens bildet ausschliesslich die Rechtmässigkeit der Ausschaffungshaft, nicht auch die Asyl- und Wegweisungsfrage (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-217%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page217">BGE 125 II 217</a> E. 2 S. 220, mit Hinweis). Soweit der Beschwerdeführer vom Bundesgericht die Aufhebung bzw. Wiedererwägung des Wegweisungsentscheids sowie die Gewährung der vorläufigen Aufnahme ("admission provisoire") beantragt, ist auf seine Eingabe nicht einzutreten. Die entsprechenden Begehren sind gegebenenfalls bei den zuständigen Behörden (u.a. Bundesamt für Flüchtlinge) zu stellen. Ob der Beschwerdeführer daneben den Haftentscheid als solchen rechtsgenügend, d.h. sachbezogen (vgl. <span class="artref">Art. 108 Abs. 2 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IB-134%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page134">BGE 118 Ib 134</a> ff.), angefochten hat, kann dahin gestellt bleiben, da dieser ohnehin kein Bundesrecht verletzt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.2 Was die Haftvoraussetzung des Bestehens eines Aus- oder Wegweisungsentscheids betrifft, kann der Haftrichter die Frage der Rechtmässigkeit der Weg- oder Ausweisung nur in eng begrenztem Rahmen aufwerfen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-59%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 121 II 59</a> E. 2 S. 61 ff.). Er muss sich im Prinzip bloss vergewissern, ob ein Weg- oder Ausweisungsentscheid ergangen ist, und kann die Rechtmässigkeit eines derartigen Entscheids nicht überprüfen, und zwar weder im Grundsatz noch hinsichtlich der Modalitäten der Wegweisung (beispielsweise die Bestimmung des Landes, wohin der Ausländer weggewiesen werden soll). Das gilt ausgesprochen für - wie hier - im Asylverfahren ergangene Wegweisungsentscheide, wo sowohl durch die Bedürfnisse des Asylverfahrens bedingte prozessuale Besonderheiten bestehen als auch spezifische materielle Kriterien (insbesondere hinsichtlich der Bewertung einer Verfolgungssituation im Land, wohin der Ausländer weggewiesen werden soll) massgeblich sind; Entscheide der vom Gesetzgeber hiefür speziell eingesetzten Fachorgane sind für den Haftrichter bindend (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-II-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page193">BGE 128 II 193</a> E. 2.2.2 S. 198; Urteil 2A.241/2002 vom 28. Juni 2002, E. 2.2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Wohl ist nach <span class="artref">Art. 13c Abs. 5 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; SR 142.20)</span> die Haft zu beenden und hat der Haftrichter die Genehmigung der Ausschaffungshaft zu verweigern, wenn sich erweist, dass der Vollzug der Weg- oder Ausweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen undurchführbar ist. Vorliegend mögen sich die Verhältnisse in der Elfenbeinküste seit dem Zeitpunkt, da über die Wegweisung befunden wurde (Herbst 2001), verändert haben. Doch auch unter diesen Umständen liegt es gegebenenfalls am Betroffenen, bei der zuständigen Behörde eine Wiedererwägung (bzw. eine Revision) des Wegweisungsentscheids zu beantragen (vgl. 125 II 217 E. 2 S. 221; Urteil 2P.198/2002 vom 3. Oktober 2002, E. 3.1). Ein solches Begehren hat der Beschwerdeführer hier offensichtlich am gleichen Tag, an dem er an das Bundesgericht gelangt ist, beim Bundesamt für Flüchtlinge gestellt. Im Übrigen ist die Haft nicht schon deshalb zu beenden, weil Zweifel bezüglich der Möglichkeit oder Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bestehen, sondern bloss dann, wenn für die Undurchführbarkeit des Vollzugs der Entfernungsmassnahme triftige Gründe sprechen; es muss praktisch feststehen, dass sich die Ausschaffung - innert der zulässigen Höchstdauer der Haft (vgl. <span class="artref">Art. 13b Abs. 2 ANAG</span>) - nicht (mehr) wird realisieren lassen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-217%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page217">BGE 125 II 217</a> E. 2 S. 220, mit Hinweisen). Das ist vorliegend derzeit nicht der Fall. Wie der Haftrichter zutreffend festgehalten hat, stehen momentan weder der genaue Zeitpunkt der Ausschaffung noch das Herkunftsland des Beschwerdeführers fest. Bisherige Untersuchungen der Behörden haben ergeben, dass dieser möglicherweise gar nicht aus der Elfenbeinküste stammt, sondern allenfalls aus Mali. Unter diesen Umständen ist der angefochtene Entscheid, auch mit Blick auf das Bestehen von Haftgründen nach Art. 13b Abs. 1 lit. b und c in Verbindung mit <span class="artref">Art. 13a lit. e ANAG</span>, nicht bundesrechtswidrig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Dies schliesst nicht aus, dass die kantonalen Behörden je nach der weiteren Entwicklung die Frage der Ausschaffungshaft neu zu prüfen und allenfalls veränderten Umständen im Rahmen eines Haftentlassungsgesuchs (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 124 II 1</a> E. 3a S. 5 f.) oder von Amtes wegen (vgl. zu den entsprechenden Pflichten der Fremdenpolizei: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=18.10.2002&amp;to_date=06.11.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 124 II 1</a> E. 2c S. 5) Rechnung zu tragen haben werden. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dem Verfahrensausgang entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>); mit Blick auf dessen Einkommens- und Vermögensverhältnisse rechtfertigt es sich indessen, von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (vgl. <span class="artref"><artref id="CH/173.110/154" type="start"></artref>Art. 154 und 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153^a" type="end"></artref>). Damit und weil dem Beschwerdeführer keine Anwaltskosten erwachsen sind, kann das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos abgeschrieben werden. Parteientschädigungen werden nicht geschuldet (vgl. <span class="artref">Art. 159 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren </div> <div class="para">nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos abgeschrieben. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Ausländeramt und der Verwaltungsrekurskommission, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, des Kantons St. Gallen sowie dem Bundesamt für Flüchtlinge schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 25. Oktober 2002 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>