<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie Universitäten, ETHZ, EPFL, Pädagogische Hochschulen und Fachhochschulen den öffentlichen Zugang zu Qualifikationsverfahren auf Bachelor- und Masterstufe ermöglichen können für Personen mit akademischem Hintergrund, welche den jeweiligen integralen Studiengang in der Schweiz nicht oder nur teilweise absolviert haben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Meinung der Postulantin, dass die Grundsätze der Durchlässigkeit und des lebenslangen Lernens wichtig sind.</p><p>Das Schweizer Bildungssystem wie auch die Schweizer Hochschulen tragen diesen Grundsätzen in mehrfacher Hinsicht Rechnung: swissuniversities führt eine Liste über die Gleichwertigkeit ausländischer Maturitätsabschlüsse, die zu einem Hochschulstudium in der Schweiz qualifizieren. Studierende ohne anerkannte Vorbildungsausweise können nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung zum Studium an einer Schweizer Hochschule zugelassen werden. Hochschulen sehen im Zusammenhang mit dem Konzept des lebenslangen Lernens vor, dass Studierende frühere, auch ausserhalb der Hochschule erworbene Studienleistungen, Kenntnisse und/oder relevante Berufserfahrung anrechnen und so das Studium verkürzen können. Zu nennen sind u.a. flexible Lernangebote, aber auch spezielle Passerellenangebote für Abgängerinnen und Abgänger der höheren Berufsbildung.</p><p>Für Inhaberinnen und Inhaber ausländischer Hochschulabschlüsse, die zu einem reglementierten Beruf qualifizieren, bestehen definierte Anerkennungsverfahren für die Berufszulassung in der Schweiz. Erfüllt der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin die Anforderungen nicht, so werden Ausgleichsmassnahmen definiert, die es nachzuholen gilt. Zudem kann eine mehrjährige klinische Tätigkeit in der Schweiz zu einem direkten Zugang zur eidgenössischen Prüfung in Humanmedizin führen, so dass das eidgenössische Diplom ohne weitere Studien in der Schweiz erworben werden kann. Bei ausländischen Hochschulabschlüssen, die in einen nicht-reglementierten Beruf führen, beurteilt alleine der Arbeitgeber, ob die mit dem Diplom ausgewiesenen Kompetenzen seinen Anforderungen entsprechen. Diesem Zweck dient auch das "Diploma supplement", welches Angaben über die Studieninhalte, Kompetenzziele, aber auch die berufliche Verwendbarkeit des Abschlusses enthält. Inhaberinnen und Inhabern ausländischer Abschlüsse kann zudem die Schweizerische Informationsstelle für Anerkennungsfragen Swiss ENIC eine Anerkennungsempfehlung für den Arbeitgeber ausstellen. Auch Geflüchtete, die über einen Hochschulabschluss verfügen, aber ihren Abschluss nicht genügend dokumentieren können, haben die Möglichkeit, eine Diplomerläuterung von swissuniversities zu beantragen. Diese beschreibt die durchlaufene Hochschulbildung und zeigt auf, wie Swiss ENIC den Abschluss einstufen würde, wenn ein Diplom vorhanden wäre. Die Empfehlungen von Swiss ENIC werden von den Arbeitgebern in der Schweiz gut akzeptiert.</p><p>Die Einrichtung einmaliger "Abschlussprüfungen" mit öffentlichem Zugang zum Erwerb eines schweizerischen Hochschulabschlusses, wie es die Postulantin fordert, sind im Hochschulsystem nicht umsetzbar: Abschlussprüfungen im Hochschulbereich werden im Bolognasystem weniger stark gewichtet und prüfen nicht mehr alle im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten am Studienende.</p><p>Die Leistungsüberprüfungen bilden im Sinn des 'Constructive Alignments' einen integralen Bestandteil der Lehrveranstaltungen während des ganzen Studiums. Teilweise erfolgen Prüfungen sogar nach jeder einzelnen Lehrveranstaltung.</p><p>Aus den erwähnten Gründen erachtet der Bundesrat eine weitere Prüfung als nicht angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.