Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. August 2022 (720 21 325 / 182) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision einer IV-Rente: Rückweisung an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung der Fragen nach dem Status der Versicherten (Voll- oder Teilerwerbstätige) und - falls von einer Teilerwerbstätigkeit auszugehen ist - nach dem Ausmass, in welchem die Beschwerde- führerin im Haushaltbereich beeinträchtigt ist Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Sonja Ryf, Advokatin, Advokatur am Fluss, Totentanz 4, Postfach 1059, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1979 geborene A.____ war vom 1. Dezember 2000 bis 31. Oktober 2010 als Pfle- geassistentin tätig, wobei sie zuletzt ein Teilzeitpensum von 60 % ausübte. Am 25. Juni 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf psychische Gesundheitsbee inträchtigungen bei der Eidge- nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistunge n an. Nach Abklärung der ge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftl ichen Verhältnisse ermittelte die IV- Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwend ung der gemischten Bemessungsme- thode - mit Anteilen von 70 % an Erwerbs- und von 30 % an Haushalttätigkeit - ab 11. Januar 2011 einen Invaliditätsgrad von 11 % und ab 4. Mai 20 12 eine solchen von 53 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügu ng vom 20. Februar 2014 ab 1. Mai 2012 eine halbe Rente zu. Im Rahmen eines im Februar 2017 von Amtes wegen eing eleiteten Revisionsverfahrens veran- lasste die IV-Stelle erneute Abklärungen der gesundheit lichen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse der Versicherten. Gestützt auf deren Erge bnisse teilte die IV-Stelle der Versicher- ten am 25. Juni 2021 mit, dass man bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt habe, die sich auf die Rente auswirke. Der Invaliditätsgrad betrage zwar neu 58 %, es bestehe aber weiterhin Anspruch auf die bisherige In validenrente. Nachdem sich A.____ mit diesem Ergebnis nicht einverstanden erklärt hatte, erli ess die IV-Stelle auf Ersuchen der Versi- cherten am 7. September 2021 - nach durchgeführtem Vo rbescheidverfahren - eine beschwer- defähige Verfügung, mit der sie festhielt, dass die Ver sicherte unverändert Anspruch auf eine halbe Rente habe. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Sonja Ryf, am 11. Oktober 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen aus der IV auszurichten. Es sei ihr "eine IV-Rente aufgrund ei- ner Erwerbsunfähigkeit von 100 % rückwirkend per 1. Jan uar 2018 (Zeitpunkt der Einführung von Art. 27 bis IVV) zuzusprechen." Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenf olge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung m it ihrer Rechtsvertreterin zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2021 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerde- führerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche V erbeiständung mit Advokatin Sonja Ryf als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2021 bea ntragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 2. Juni 2022 gela ngte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass die zwischen den Parteien hauptsächlich strit tigen Fragen nach dem Status der Versicherten (Voll- oder Teilerwerbstätige) und - fall s weiterhin von einer Teilerwerbstätigkeit auszugehen sei - nach dem Ausmass, in welchem die Beschwerd eführerin im Haushaltbereich beeinträchtigt sei, gestützt auf die vorhandene Aktenla ge nicht abschliessend beurteilt werden könnten. Der Sachverhalt bedürfe diesbezüglich weiterer Abklärung. Das Kantonsgericht zog deshalb in Betracht, die angefochtene Verfügung auf zuheben und die Angelegenheit zur Prü- fung und Abklärung der aufgeworfenen Fragen sowie zur anschliessenden Neuentscheidung an Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die IV-Stelle zurückzuweisen. In Berücksichtigung der bunde sgerichtlichen Rechtsprechung, wonach der Beschwerde führenden Partei auch dann Gele genheit zum Rückzug der Be- schwerde zu geben ist, wenn eine rentenzusprechende oder, wie es vorliegend der Fall ist, eine den bisherigen Rentenanspruch bestätigende Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurü ckgewiesen werden soll (BGE 137 V 314), beschloss es, den Fall auszustellen und der V ersicherten vorab Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde zurückzuziehen. F. Mit Eingabe vom 19. Juli 2022 teilte die Versiche rte mit, dass sie an ihrer Beschwerde festhalte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf d ie - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 11. Oktober 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19 . Juni 2020 beschlossene Ände- rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kra ft. Die vorliegend angefochtene Verfü- gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgeme inen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmu ngen des IVG und diejenigen der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (AT SG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendb ar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie- dergegeben, zitiert und angewendet. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die vo raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Während die IV-Stelle in der angefochtenen Verfüg ung vom 7. September 2021 als Ergebnis des von ihr im Februar 2017 von Amtes wegen ei ngeleiteten Revisionsverfahrens festgehalten hat, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf die ihr seit 1. Mai 2012 ausgerich- tete halbe Rente habe, beantragt diese beschwerdeweis e, es sei ihr rückwirkend ab 1. Januar 2018 eine ganze Rente zuzusprechen. 5. Die Versicherte macht in ihrer Beschwerde geltend, dass die IV-Stelle in der angefoch- tenen Verfügung vom 7. September 2021 ihre Begründun gspflicht in erheblicher Weise verletzt habe. Bei diesem Einwand handelt es sich um eine Rüge formeller Natur. Sollte sich diese als zutreffend erweisen, könnte dies zur Aufhebung der ang efochtenen Verfügung führen, ohne dass die Angelegenheit materiell beurteilt würde. Der betreffende Einwand wäre daher eigent- lich vorab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3). Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, ist die Angelegenhei t nun allerdings ohnehin zur weiteren Abklärung und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Somit kann aber an die- ser Stelle von weiteren Erörterungen zu dieser Thematik abgesehen werden. 6. In materieller Hinsicht ist strittig, ob die IV-Stel le im Rahmen des von ihr eingeleiteten Revisionsverfahrens zu Recht eine Erhöhung der laufende n halben Rente der Versicherten ab- gelehnt hat. 6.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderu ng des Gesundheitszustands revi- dierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebene m Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Ver- besserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewö hnung oder Anpassung an die Behinde- rung (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Ein Revision sgrund ist ferner gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dasselbe muss schliesslich auch gelten, wenn es in nerhalb der gemischten Me- thode zu einer Änderung in der Aufteilung der Antei le an Erwerbs- und Haushalttätigkeit (z. B. zu einer Erhöhung oder Reduktion des bisherigen Erwerbspensums) kommt. 6.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2 .3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 20. Februar 2014 in An wendung der gemischten Methode mit den Anteilen von 70 % an Erwerbs- und von 30 % an Hau shalttätigkeit und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 53 % ab 1. Mai 2012 eine halbe Rente zu. Im Rahmen eines von ihr von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens nahm die IV-Stelle eine vertiefte Prüfung der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesundheitlichen und der hauswirtschaftlichen Verhältni sse vor. Gestützt auf ihre Abklärungs- ergebnisse ermittelte die IV-Stelle - wiederum in An wendung der gemischten Methode mit den Anteilen von 70 % an Erwerbs- und von 30 % an Haushal ttätigkeit - nunmehr einen Invaliditäts- grad von 58 %. Vorerst mit Mitteilung vom 25. Juni 202 1 und anschliessend mit einer auf Ersu- chen der Versicherten erlassenen beschwerdefähigen Verf ügung vom 7. September 2021 be- stätigte sie deshalb, dass die Versicherte weiterhin Anspr uch auf eine halbe Rente habe. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnis- sen eingetreten ist, die eine revisionsweise Erhöhung der bis anhin ausgerichteten Rente recht- fertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Z eitpunkt der Rentenverfügung vom 20. Februar 2014 bestanden hat, mit demjenigen im Ze itpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 7. September 2021. 7. In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt geht die IV-Stelle in Würdigung des von ihr eingeholten psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. B .____, Psychiatrie und Psychothera- pie FMH, vom 11. März 2019 (samt ergänzender Stellungn ahme vom 2. Juli 2020) und der Be- urteilungen von C.___, Facharzt für Psychiatrie und Psych otherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 9. Januar 2020 und 24. Juni 2021 davon aus, dass der Ge- sundheitszustand der Versicherten seit der Rentenverfügun g vom 20. Februar 2014 unverän- dert geblieben sei. Im Erwerbsbereich sei daher weiter hin von einer 80 %-igen Arbeitsunfähig- keit für sämtliche Tätigkeiten des ersten Arbeitsmarktes auszugehen. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit Juni 2020 verschlechtert, weshalb im Erwerbsbereich nunmehr eine vollständige Arbe itsunfähigkeit ausgewiesen sei. Sie stützt sich dabei auf Berichte von Dr. med. D.____, Inne re Medizin FMH, vom 30. März 2021 und Dr. med. E.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 13. April 2021, die ihr jeweils eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestieren. Wie die IV -Stelle in ihrer Vernehmlassung zu Recht geltend macht, basieren die beiden Zeugnisse der behan delnden Ärzte jedoch auf den bereits bekannten Diagnosen und den damit verbundenen Einschr änkungen, so dass sich daraus kei- ne neuen Aspekte ergeben. Insbesondere vermögen sie eine anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustands der Versicherten nicht schlüssig zu beleg en. Im Zusammenhang mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin ist deshalb die bunde sgerichtliche Rechtsprechung zu be- achten, wonach eine abweichende medizinische Einschätzung von im Wesentlichen unverän- derten tatsächlichen Verhältnissen nicht zu einer mate riellen Revision führt (BGE 115 V 308 E. 4a/bb). Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Diffe- renzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abwei cht, obwohl sich der beurteilte Gesund- heitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des me- dizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2. 3) zurückzuführen (Urteil des Bun- desgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit Hinweisen). Wie die IV-Stelle zutref- fend ausführt, handelt es sich bei den Einschätzungen d er Dres. D.____ und E.____, wonach bei der Versicherten von einer vollständigen Arbeitsunf ähigkeit auszugehen sei, um solche ab- weichenden Beurteilungen der Auswirkungen eines unverä nderten Gesundheitszustands. Sie sind daher revisionsrechtlich unbeachtlich. Eine revisionsweise Erhöhung der laufenden halben Rente der Versicherten wegen einer erheblichen Verschle chterung ihres Gesundheitszustands bzw. ihrer Arbeitsfähigkeit fällt demnach nicht in Betracht. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.1 hiervor), ist di e laufende Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands revi dierbar. Ebenso stellt auch ein Wechsel der Methode der Invaliditätsbemessung einen - e igenständigen - Revisionsgrund dar. Dasselbe muss auch gelten, wenn es innerhalb der gemischt en Methode zu einer Änderung in der Aufteilung der Anteile an Erwerbs- und Haushaltt ätigkeit (z. B. zu einer Erhöhung oder Re- duktion des bisherigen Erwerbspensums) kommt. Die IV-Stel le ermittelte den Invaliditätsgrad der Versicherten in der Rentenverfügung vom 20. Februa r 2014 in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit Anteilen von 70 % an Erwerbs- und von 30 % an Haushalttätigkeit. In der vorliegend angefochtenen Revisionsverfügung vom 7. S eptember 2021 stellte sie sich auf den Standpunkt, dass die Invaliditätsbemessung unverändert auf diese Weise zu erfolgen habe. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, im vorliegenden Revisionsverfahren lasse es sich nicht mehr länger rechtfertigen, die Invalid ität weiterhin in Anwendung der ge- mischten Methode zu ermitteln. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall voll erwerbstätig wäre, was zur Folge habe, dass die In validitätsbemessung nunmehr nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen habe. Die Voraussetzungen für eine Rentenrevision seien deshalb gegeben. 8.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sond ern in welchem Pensum sie hypo- thetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit H inweisen). Bei im Haushalt tätigen Ver- sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiäre n, sozialen und erwerblichen Verhält- nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega- bungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 146 E. 2c). Die Sta tusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Ve rfügung (hier: 7. September 2021) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 mit Hinweisen). 8.3 Im Rahmen des im Februar 2017 von Amtes wegen ein geleiteten Rentenrevisionsver- fahrens füllte die Abklärungsperson der IV-Stelle zusa mmen mit der Versicherten am 30. Oktober 2020 den “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“ aus. Darin erklärte die Versicherte auf die Frage, wie viele Stunden sie heute ohne gesundheitliche Einschränkungen berufstätig wäre, dass sie in einem Vollpensum einer au sserhäuslichen Erwerbstätigkeit nach- gehen würde. Die Betreuung ihres Sohnes würde bereit s heute - wegen ihres Gesundheitszu- stands - vollumfänglich durch den Kindergarten und das Ta gesheim übernommen. Bei einer vollen Erwerbstätigkeit würde die Kinderbetreuung auf dieselbe Weise organisiert; allenfalls würde sie auch die Arbeitszeiten flexibel gestalten. Im “Abklärungsbericht Haushalt“ vom 14. Januar 2021 gab die Abklärungsperson im Abschnitt “Heutige Erwerbstätigkeit ohne ge- sundheitliche Einschränkungen“ die Schilderung der Versi cherten wieder, wonach sie bei voller Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesundheit in einem Vollpensum erwerbstätig wäre. In ihren Bemerkungen zu dieser Erklärung hielt die Abklärungsperson fest, aus ihrer Sicht könne di e geltend gemachte Erhöhung auf ein Vollpensum in Anbetracht der aktuellen familiären Si tuation nicht nachvollzogen werden. Ent- gegen der Aussage der Versicherten sei nach wie vor von e inem Erwerbspensum von 70 % auszugehen, "zumal der Sohn nun im gleichen Alter (5 Jahre alt) ist wie die Tochter bei der erstmaligen Rentenprüfung." Es erscheine unwahrscheinlich , dass sich die Versicherte mit ei- nem Pensum von 100 % trotz flexiblen Arbeitszeiten mit Nachschichten etc. noch zusätzlich um die Kinderbetreuung und die Haushaltarbeiten kümmern könnte. 8.4 Die IV-Stelle stützte sich bei ihrem Entscheid, wo nach die Invalidität der Versicherten weiterhin in Anwendung der gemischten Methode mit An teilen von 70 % an Erwerbs- und von 30 % an Haushalttätigkeit zu bemessen sei, vollumfängli ch auf die Einschätzung und die ge- schilderte Argumentation ihrer Abklärungsperson. Diesem Ergebnis der vorinstanzlichen Be- weiswürdigung kann nun aber aus verschiedenen Gründen nicht gefolgt werden. 8.4.1 Vorab ist festzuhalten, dass sich die - ausgesproche n kurz ausgefallene - Begründung der IV-Stelle nicht mit sämtlichen relevanten Aspekten auseinandersetzt. Sie vermag deshalb bereits aus diesem Grund nicht zu überzeugen. So kann de n Akten beispielsweise entnommen werden, dass sich die wirtschaftliche Situation der Famil ie seit der damaligen Rentenzusprache insoweit verschlechtert hat, als mittlerweile das Einkom mens des Ehemannes der Lohnpfän- dung unterliegt. Der Beschwerdeführerin und ihrer Fam ilie steht daher aktuell ein geringeres Einkommen zur Bestreitung des Lebensunterhalts zur Verfügung als im Zeitpunkt der ursprüng- lichen Rentenzusprache. Vor diesem Hintergrund ist es d urchaus vorstellbar, dass die Be- schwerdeführerin - wie von ihr geltend gemacht - ihr hypothetisches Erwerbspensum von bisher 70 % im Gesundheitsfall auf ein Vollpensum ausgedehnt oder zumindest (beispielsweise auf 80 %) erhöht hätte, um diesen Einkommensrückgang jeden falls ein Stück weit auszugleichen. Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass nach der Rechts prechung ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist, wenn in dem für die Methodenwahl massgeblichen hypotheti- schen Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind (vgl. E. 6.1 hiervor und die dorti- gen Hinweise auf die Rechtsprechung). Auf die Frage, ob hier allenfalls ein solcher eigenstän- diger Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegen könnte, ist die IV-Stelle in keiner Weise eingegangen. Sie hat jedenfalls nicht oder zumi ndest nicht hinreichend begründet, wes- halb hier ein entsprechender Revisionsgrund nicht bejaht werden kann. 8.4.2 Ebenfalls nicht überzeugend begründet die IV-St elle ihre Feststellung, wonach bei der Versicherten im Haushaltbereich (weiterhin) keine Einsch ränkung bestehen soll. Diese Ein- schätzung ist schon insofern bemerkenswert, als die Versichert e offenbar seit November 2020 neu zusätzlich durch eine Spitex-Mitarbeiterin, an der en Kosten sich die Ausgleichskasse Ba- sel-Landschaft über die Ergänzungsleistungen beteiligt, in der Haushaltführung unterstützt wird. Auf diesen Aspekt gehen der Abklärungsdienst nur knapp un d die IV-Stelle gar nicht mehr ein. Erstaunlich ist sodann die massive Diskrepanz der Einschränkungen im Erwerbs- und im Haus- haltbereich: Während bei der Versicherten aufgrund ih rer psychischen Erkrankung im Erwerbs- bereich von einer 80 %-igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten des Arbeitsmarkts aus- zugehen ist, soll im Haushaltbereich überhaupt keine Ei nschränkung bestehen. Ein dermassen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht grosser Unterscheid zwischen den jeweiligen Einschränkungen i n den beiden Bereichen mag zwar auch bei psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen in Ausnahmefällen möglich und erklärbar sein, er muss aber, um als schlüssig bewertet we rden zu können, sorgfältig und über- zeugend begründet werden, was hier nicht in ausreichendem Masse der Fall ist. 8.4.3 Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Einsch ränkung im Haushaltbereich ist so- dann auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach der Ab klärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Bestimmung des Ausmasses physisch bedin gter Beeinträchtigungen zuge- schnitten ist. Leidet die versicherte Person - wie im vor liegenden Fall - an einer psychischen Erkrankung, kommt den ärztlichen Stellungnahmen zu den gesundheitlich bedingten Ein- schränkungen erhöhtes Gewicht zu. Stehen die Ergebnisse der Abklärung vor Ort dazu im Wi- derspruch, kommt in der Regel der fachmedizinischen Einsch ätzung der Fähigkeit der versi- cherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, Vorrang zu. Denn für die Abklärungsper- son ist es häufig nur beschränkt möglich, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bunde sgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.3 mit Hinweisen). Vorliegend f inden sich in den medizinischen Akten kei- ne fachärztlichen Beurteilungen der Fähigkeit der Ver sicherten, ihre Aufgaben im Haushaltbe- reich zu erfüllen. Entgegen der Ausführungen der IV- Stelle in der ursprünglichen Rentenverfü- gung vom 20. Februar 2014 lässt sich dem damals eingeholten psychiatrischen Gutachten hier- zu nichts entnehmen und auch das im aktuellen Revisionsverfahren in Auftrag gegeben psychi- atrische Gutachten äussert sich nicht zu dieser Frage. Di esbezüglich ist der massgebende me- dizinische Sachverhalt unvollständig abgeklärt. 8.5 Als Ergebnis lässt sich demnach festhalten, dass die stri ttigen Fragen nach dem Status der Versicherten (Voll- oder Teilerwerbstätige) und - falls weiterhin von einer Teilerwerbstätig- keit auszugehen ist - nach dem Ausmass, in welchem die Besch werdeführerin im Haushaltbe- reich beeinträchtigt ist, heute nicht abschliessend beur teilt werden können. Der Sachverhalt bedarf diesbezüglich weiterer Abklärung. In einem ersten Schritt gilt es, die Methodenwahl unter Berücksichtigung der seit der ursprünglichen Rentenzuspra che erfolgten Sachverhaltsänderun- gen - wie z.B. des Umstands, dass das Einkommen des Ehemann es nunmehr einer Lohnpfän- dung unterliegt - nochmals zu beurteilen. Wird an de r Anwendung der gemischten Methode festgehalten, so ist dies einlässlicher als bisher zu begr ünden. Sodann ist - bei einem Festhal- ten an der gemischten Methode - zum einen zu prüfen un d zu begründen, ob weiterhin von der bisherigen (70 % / 30 %) oder von einer der aktuellen Situation angepassten Aufteilung der An- teile an Erwerbs- und Haushalttätigkeit auszugehen ist. Zum andern bedarf die Einschränkung der Versicherten im Haushaltbereich einer nochmaligen Abklärung. Zu diesem Zwecke ist ei- nerseits eine fachärztliche (psychiatrische) Beurteilung d ieser Frage einzuholen und anderseits ein neuer Abklärungsbericht Haushalt durch eine mit d er Angelegenheit noch nicht betraute Abklärungsperson erstellen zu lassen. Anschliessend wird die IV-Stelle gestützt auf die Ergeb- nisse der Aktenergänzung über das Vorliegen eines Revisio nsgrunds bzw. über den weiteren Rentenanspruch der Versicherten neu zu befinden haben. 9. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Besch werde in dem Sinne gut- zuheissen ist, als die angefochtene Verfügung der IV-Ste lle Basel-Landschaft vom 7. Septem- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ber 2021 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Prüfung und Abklärung der aufgewor- fenen Fragen sowie zur anschliessenden Neuentscheidung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin machte in ihrer ersten Honorarnote vom 12. Januar 2022 einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 40 Minuten und in der ergänzenden Kost ennote vom 19. Juli 2022 einen sol- chen von 3 Stunden und 5 Minuten geltend. Wie der detaillierten Abrechnung zu entnehmen ist, beinhaltet dieser Gesamtaufwand nun allerdings auch Bemühungen von 1 Stunde und 55 Minu- ten, die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens bis zum Er lass der angefochtenen Verfügung erbracht wurden. Bei der Bemessung der Parteientschädi gung für das versicherungsgerichtli- che Verfahren kann aber nur der im Rahmen des eigent lichen Beschwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zustellung der Verfügung entstandene Aufwand berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass vorliegend aus der Honorarnote vom 12. Januar 202 2 ein Aufwand von 13 Stunden und 45 Minuten, der sich umfangmässig in Anbetracht der sich st ellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen noch als angemessen erweist, entschädigt werde n kann. Zusammen mit den in der ergänzenden Honorarnote vom 19. Juli 2022 ausgew iesenen Bemühungen von 3 Stunden und 5 Minuten ergibt sich somit ein entschädigungsberech tigter Gesamtaufwand von 16 Stun- den und 50 Minuten. Die Bemühungen sind zu dem von der Rechtsvertreterin geltend gemach- ten Stundenansatz von Fr. 200.--zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in den beiden Honorarnoten ausgewiesenen Auslagen von insges amt Fr. 435.80. Der Rechtsvertrete- rin der Beschwerdeführerin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘095.25 (16 Stunden Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht und 50 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 435.80 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid a n den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 7. Septe mber 2021 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Prüfu ng und Abklä- rung im Sinne der Erwägungen und zur anschliessenden N eubeurtei- lung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr.4‘095.25 (inkl. Au slagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht