Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. September 2015 (725 15 66 / 247) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und geltend gemachten Be- schwerden zu Recht verneint Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Roman Felix, Advokat, Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen Basler Versicherungen AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Die 1974 geborene A.____ war zuletzt als Reinigu ngskraft in verschiedenen Privat- haushalten tätig. In dieser Eigenschaft war sie bei der Basler Versicherungen AG (Basler) obli- gatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtber ufsunfällen versichert. Gemäss Schaden- meldung UVG vom 9. Dezember 2013 wurde A.____ am 16 . August 2013 beim Putzen ohn- mächtig und stürzte daraufhin mit einem Wassereimer und einem Mopp in der Hand die Treppe hinunter. Im Anschluss an das Unfallereignis arbeit ete sie zunächst normal weiter. Anlässlich Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer ersten medizinischen Untersuchung am 25. November 2013 diagnostizierte Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, einen Status n ach Schulterkontusion rechts mit mög- licher Rotatorenmanschettenruptur. Die Basler gewährte in der Folge die gesetzlichen Leistun- gen (Taggelder und Heilungskosten). Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse stellte sie mit Verfügung vom 2. Juni 2014 die Taggeldleistung en rückwirkend per 1. November 2013 ein. Zur Begründung führte sie an, dass sich gestützt auf die medizinische Beurteilung ihres beratenden Arztes ergebe, dass die anhaltend geklagten Schulterbeschwerden ab dem 1. November 2013 nicht mit überwiegender Wahrscheinlich keit durch das Unfallereignis vom 16. August 2013 ausgelöst worden seien. Die gegen die se Verfügung erhobene Einsprache wies die Basler mit Einspracheentscheid vom 16. Januar 2015 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vom 12. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie sinngemäss dessen Aufhebung sowie d ie Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass aufgrund der medizinischen Berichte von Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chiru rgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 13. März 2014 sowie von Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Me- dizin, Pharmazeutische Medizin und Sportmedizin, vom 7. Januar 2014 erstellt sei, dass die gegenwärtigen Schulterbeschwerden auf das Ereignis vom 16. August 2013 zurückzuführen seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 30. April 2015 beantra gte die Basler, vertreten durch Advokat Manfred Bayerdörfer, die Abweisung der Beschwer de, wobei sie einen Bericht von Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2 0. April 2015 einreichte. Hierzu führte sie aus, dass sie bei Dr. E.____ eine umfangreiche Stellungnahme zur Frage der Kausalität der aktuell diagnostizierten Bursitis eingeholt habe, da jen er in seinem Bericht vom 2. April 2014 nicht näher erläutert habe, weshalb die Bursitis als unf allfremd zu qualifizieren sei. Im Rahmen seiner umfangreichen Ausführungen sei erneut bestätig t worden, dass zwar die anfänglich auf- getretenen Schulterbeschwerden zumindest teilweise in e inem kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 16. August 2013 gestanden haben, in Be zug auf die Bursitis hingegen ab November 2013 eine überholende Kausalität eines unfallfremden Leidens vorliege. D. Mit Schreiben vom 28. Mai 2015 teilte Advokat Roman Felix dem Kantonsgericht mit, dass ihn A.____ mit der Wahrung ihrer Interessen beauf tragt habe. Gleichzeitig ersuchte er um Einsichtnahme in die Verfahrensakten. E. Mit Eingabe vom 6. Juli 2015 reichte A.____, vert reten durch Advokat Roman Felix, die Replik ein und stellte die folgenden Rechtsbegehren: Es sei der Einspracheentscheid vom 16. Januar 2015 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu ver pflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean- tragte sie die unentgeltliche Prozessführung mit Advokat Felix als unentgeltlichem Rechtsvertre- ter. Ergänzend brachte sie vor, dass sie weder zur Perso n oder den fachlichen Qualifikationen von Dr. E.____ angehört worden sei, noch seien ihr die an Dr. E.____ gestellten Fragen vorge- legt worden. Ferner habe die Beschwerdegegnerin währ end laufendem Beschwerdeverfahren Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht erneut einen Bericht bei Dr. E.____ veranlasst. Auch hi er sei sie im Vorfeld nicht darüber infor- miert worden. Dieses Vorgehen stelle eine Verletzung de s rechtlichen Gehörs sowie des Ge- bots der Waffengleichheit dar. Überdies würden diese B erichte nicht den sozialversicherungs- rechtlichen Beweisanforderungen genügen, weshalb der E ntscheid auch in materieller Hinsicht auf unzureichenden Unterlagen beruhe. F. Mit Duplik vom 13. August 2015 hielt die Basler an i hrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Sie führte aus, dass es einem Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss nicht verwehrt sei, den medizinischen Sachverhalt im Rahmen punktueller Abklärungen zu ergänzen. Bei der Aktenbeurteilung handle es sich sodann nicht um ein medizinisches Gutachten, sondern um einen versicherungsmedizinischen Bericht des beratenden Arztes, weshalb auch der Ein- wand der Beschwerdeführerin bezüglich Verletzung von M itwirkungsrechten nicht stichhaltig sei. Im Übrigen sei die von Dr. E.____ vorgenommene Schlussfolgerung zur Unfallkausalität der Schulterbeschwerden schlüssig und nachvollziehbar und könne nicht durch die Berichte der behandelnden Ärzte in Zweifel gezogen werden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 12. Februar 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht eine Verletzung der Verfahrensga- rantien, namentlich des rechtlichen Gehörsanspruchs sowie des Gebots der Waffengleichheit, geltend. Diese sieht sie zum einen darin verletzt, dass d ie Beschwerdegegnerin mit der Einrei- chung der Beurteilung von Dr. E.____ vom 20. April 201 5 Abklärungen in das laufende Be- schwerdeverfahren verlegt habe. Zum anderen sei sie wede r zur Person oder den fachlichen Qualifikationen von Dr. E.____ angehört worden, noc h habe ihr die Basler Gelegenheit einge- räumt, sich zu den Dr. E.____ vorgelegten Fragen zu äusse rn. Eine allfällige Verletzung der Verfahrensgarantien kann aufgrund deren formellen Ch arakters zur Aufhebung des angefoch- tenen Entscheids führen, ohne dass die Angelegenheit ma teriell beurteilt würde. Die Einwände Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführerin sind deshalb vorab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3). 2.2 Im Zusammenhang mit der Rüge betreffend die Einr eichung der Beurteilung von Dr. E.____ vom 20. April 2015 während des kantonalen Beschwerdeverfahrens ist zunächst auf die von der Beschwerdegegnerin angesprochene bundesger ichtliche Rechtsprechung zu ver- weisen, wonach verschiedene Bestimmungen im ATSG die Zu ständigkeiten im Administrativ- verfahren und im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren voneinander abgrenzen und dem Ge- bot der Einfachheit und Raschheit des Verfahrens nach Art. 61 lit. a ATSG dienen: 2.2.1 So prüft der Versicherungsträger nach Art. 43 Ab s. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt d ie erforderlichen Auskünfte ein. Das Gesetz weist somit dem Durchführungsorgan die Aufgabe zu , den rechtserheblichen Sachver- halt nach dem Untersuchungsgrundsatz abzuklären, und zwar r ichtig und vollständig, so dass gestützt darauf die Verfügung über die jeweils in Fra ge stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG) (vgl. BGE 132 V 374, E. 5 mit Hinweisen; vgl . auch Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2014, 8C_410/2008, E. 5.1). Den meisten, d urch das Sozialversicherungsrecht ver- sicherten anspruchsbegründenden Risiken (wie Krankheit, Unfall, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Beeinträchtigung der körperlichen oder psychischen Inte grität) liegen medizinische Sachverhal- te zugrunde. Zur Abklärung dieser medizinischen Sachverhal te ist die rechtsanwendende Be- hörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Ver- fügung zu stellen sind. In der obligatorischen Unfallversi cherung kann die Feststellung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhaltes unter ander em erfolgen durch die Berichte der behandelnden Ärzte, einschliesslich der Spezial- und Spitalärzte, die vom Unfallversicherer ein- geholten Arztberichte (gegebenenfalls auch angestellter Ärzte) sowie das vom Unfallversicherer in Auftrag gegebene Sachverständigengutachten (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hin- weisen; BGE 120 V 357 ff.). 2.2.2 Zu berücksichtigen ist aber, dass der Beschwerde als o rdentlichem Rechtsmittel nach Art. 56 ff. ATSG Devolutiveffekt zukommt. Das bedeutet, dass mit Einlegung des Rechtsmittels die Streitsache an die funktionell übergeordnete Rech tsmittelinstanz geht. Eingeschränkt wird dieser Effekt indessen durch Art. 53 Abs. 3 ATSG, welcher bestimmt, der Versicherungsträger könne eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid, geg en den Beschwerde erhoben wur- de, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Bes chwerdebehörde Stellung nimmt. Die formgültige Beschwerdeerhebung begründet (zusammen mit der Beschwerdeantwort des Ver- sicherungsträgers) demnach grundsätzlich die alleinige Zu ständigkeit des kantonalen Gerichts, über das in der angefochtenen Verfügung (bzw. im ange fochtenen Einspracheentscheid) gere- gelte Rechtsverhältnis zu entscheiden. Somit verliert de r Versicherungsträger die Herrschaft über den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in Bezug auf die tatsächlichen Verfü- gungs- und Entscheidungsgrundlagen. Entsprechend ist es d er Verwaltung grundsätzlich ver- wehrt, nach Einreichung des Rechtsmittels weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den Streitgegenstand betreffen und auf eine allfällige Änderung der Verfügung durch Erlass einer neuen abzielen (vgl. BGE 136 V 5, E. 2.5 m it Hinweis auf BGE 127 V 231, E. 2b/aa; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Januar 2014, 8C_410/2013, E. 5.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2.3 Ferner schliesst es auch die anzustrebende Raschheit des Verfahrens aus, dass die Verwaltung während des kantonalen Verfahrens umfangrei che und zeitraubende Zusatzabklä- rungen tätigt. Aufgrund der gebotenen Einfachheit des Prozesses kann der Versicherungsträger rechtsprechungsgemäss keine Abklärungsmassnahmen treffen, welche der Mitwirkung der ver- sicherten Person bedürften. Umfassendere Abklärungen wie eine medizinische Begutachtung mit Mitwirkung der versicherten Person oder vergleichbare zeitraubende Beweismassnahmen würden den Rahmen eines raschen Verfahrens sprengen. Er laubt sind der Verwaltung demge- genüber in aller Regel punktuelle Abklärungen (wie da s Einholen von Bestätigungen, Beschei- nigungen oder auch Rückfragen bei medizinischen Fachper sonen oder anderen Auskunftsper- sonen). Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im kantonalen Ver- fahren noch zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bi lden die inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität allfälliger weiterer Abklärungsmass- nahmen (BGE 136 V 6, E. 2.7 mit Hinweisen auf BGE 127 V 231, E. 2b/aa f.). 2.3 Verfügung und Einspracheentscheid der Basler waren zwar unter Hinweis auf die Kurzbeurteilung von Dr. E.____ vom 2. April 2014 beg ründet worden. Die mit der Vernehmlas- sung eingereichte, umfassende Aktenbeurteilung vom 20. April 2015 erfolgte aber ohne Mitwir- kung der Versicherten und verursachte keine namhafte zei tliche Verzögerung des Verfahrens. Sodann wurde sie der Beschwerdeführerin vor Durchführun g des zweiten Schriftenwechsels zugestellt, weshalb die Einreichung der Aktenbeurteilung , wie dies die Beschwerdegegnerin richtig feststellte, unter Berücksichtigung der obgenannten Kriterien grundsätzlich zulässig war. 2.4 Unbestritten ist ferner, dass sich die Beschwerdeführer in im Vorfeld der ärztlichen Be- urteilungen von Dr. E.____ nicht äussern konnte. Wie si ch aber aus dem eben Ausgeführten ergibt und die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Rep lik selbst darlegt, handelt es sich beim Bericht vom 20. April 2015 (wie auch vom 2. April 201 4) um einen versicherungsmedizinischen Bericht des beratenden Arztes und nicht um ein medizinisc hes Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG. Die von der Rechtsprechung in BGE 137 V 210 aufge stellten Grundsätze zur Stärkung der verfassungsrechtlich verankerten und auf Gesetzesstufe f estgeschriebenen Partizipations- rechte, die - sofern nicht IV-spezifisch - auch im Verfah ren der Unfallversicherung gelten (vgl. BGE 138 V 318 E. 6.1.1), kommen bei Berichten von versicherungsinternen Ärzten nicht zum Tragen. Damit erweist sich auch der Einwand der Besc hwerdeführerin, dass sie sich vor- gängig nicht zu den fachlichen Qualifikationen von Dr . E.____ sowie den zu ihm vorgelegten Fragen äussern konnte, als unbegründet. Selbst wenn man im Umstand, dass der Beschwerde- führerin der Bericht vom 20. April 2015 erst mit der V ernehmlassung bekannt wurde, allenfalls eine Verletzung des rechtlichen Gehörsanspruchs erkennen wollte, könnte dieser jedenfalls nicht als derart schwerwiegend betrachtet werden, dass er eine Rückweisung zu nochmaligem Entscheid unter Einhaltung der verfahrensmässigen Anfor derungen rechtfertigen würde. Die Rechtsprechung lässt eine Heilung einer nicht schwer wiegenden Gehörsverletzung – wovon im vorliegenden Fall auszugehen ist – dort zu, wo die bet roffene Person die M öglichkeit hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 42 N 9 f.). Die Beschwerdeführerin konnte sich im vorliegen den Verfahren, in welchem das Kan- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tonsgericht sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtsla ge frei überprüfen kann, zur Stellung- nahme von Dr. E.____ vom 20. April 2015 aber ausfüh rlich äussern. Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs kann deshalb als geheilt erachtet werden. 3. Materiell streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwe rdegegnerin die gesetzlichen Leis- tungen für die Folgen des Unfallereignisses mit Einspra cheentscheid vom 16. Januar 2015 zu Recht rückwirkend per 1. November 2013 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wie dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi cherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalide nrente, wenn sie infolge des Unfal- les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch ent steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingl iederungsmassnahmen der Invalidenver- sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ei n adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr ob liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifestiert bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit de r erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach- gewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversich erers erst, wenn der Unfall nicht die na- türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darst ellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich n ach dem schicksalsmässigen Verlauf ei- nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, li egt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (So zialversicherungsrecht – Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil d es Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 4.1 Wie bereits dargelegt, ist die rechtsanwendende Be hörde zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszusta ndes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bere ich der Medizin - regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. E. 2.2.1 hiervor). Das Gericht hat diese medizinisch en Unterlagen nach dem für den Sozi- alversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweisw ürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. o hne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu tet, dass das Sozialversiche- rungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da- nach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlage n eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini- sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztb erichtes ist demnach entschei- dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntn is der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und in der Beurteilung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach alleine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum V ersicherungsträger nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5.1 Zur Beurteilung der strittigen Frage sind die fo lgenden medizinischen Unterlagen von Relevanz: 5.2 Anlässlich einer ersten medizinischen Untersuchung im Anschluss an das Unfallereig- nis vom 16. August 2013 diagnostizierte Dr. B.____ am 25 . November 2013 einen Status nach Schulterkontusion rechts mit möglicher Rotatorenmanschettenruptur. Die Versicherte habe sich nach einem Treppensturz im August 2013 erst im November 2013 bei ihm in Behandlung bege- ben. Eine mögliche Commotio cerebri sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr beurteilbar gewesen. 5.3 Im Rahmen einer aufgrund des Verdachts auf eine Ro tatorenmanschettenruptur durchgeführten MRI-Untersuchung am 18. Dezember 2013 wu rden ein reizloses unauffälliges AC-Gelenk, ein bogig konfiguriertes Akromion sowie eine Spur von Flüssigkeit in der Bursa subacromialis im Sinne einer leichtgradigen Bursitis erho ben. Überdies wurde eine intakte Sup- ra- und Infraspinatussehne ohne Hinweise für eine Tend inopathie oder Ruptur, eine intakte lan- ge Bizepssehne, eine unauffällige Darstellung der Subsca pularissehne und das Fehlen einer osteochondralen Läsion festgestellt. Auch konnten keine H inweise auf alte oder frische Fraktu- ren festgestellt werden. 5.4 Am 1. Januar 2014 stellte Dr. D.____ die Diagnose einer Bursitis subacromialis links. Bezüglich der linken Schulter seien bisher keine Massna hmen getroffen worden, da die Schmerzen offenbar nicht so stark gewesen seien. Seit November 2013 bestünden diffuse aus- geprägte Schmerzen im Bereich der Schulter mit Bewegung s- und Kraftminderung im Alltag und bei der Arbeit. Die MRI-Untersuchung vom 18. Dezem ber 2013 habe bezüglich der Schmerzen eine ausgeprägte Bursitis subacromialis bei an sonsten unauffäliger Binnenstruktur gezeigt. Die im Rahmen der Konsultation durchgeführt en Tests für die Rotatorenmanschette seien unauffällig, aber mit starken Schmerzen verbunden. Zunächst sei eine Physiotherapie zur Schultermobilisation, allenfalls auch mit Lokalmassnahmen mit Ultraschall, in Erwägung zu zie- hen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Mit Stellungahme vom 13. März 2014 stellte Dr. C. ____ die Diagnose einer Quetsch- verletzung der Rotatorenmanschette und der Bursa rechts nach axialem Stauchungstrauma am 16. August 2013. Die Patientin habe sich beim Treppensturz mehrere Kontusionen, unter ande- rem auch an der rechten Schulter, zugezogen. Vor dem Unfallereignis hätte sie keinerlei Schul- terschmerzen beklagt. 5.6. Mit Kurzbericht vom 2. April 2014 berichtete Dr. E .____ zur Frage, welche Beschwer- den nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 16. August 2013 zurückzuführen sei- en, dass die durch die Schulterkontusion verursachten Beschwerden im November 2013 folgen- los verheilt seien. Ab diesem Zeitpunkt dominiere ein u nfallfremdes Leiden bei Vorbestehen einer Bursitis subacromialis. 5.7 Im Rahmen seiner versicherungsmedizinischen Stellungnah me vom 20. April 2015 führte Dr. E.____ aus, dass es durch den Treppensturz unbestritten zu Kontusionen gekommen sei. Bei einer Muskelkontusion bzw. einer Muskelprellung ha ndle es sich um eine Verletzung der Muskulatur durch eine direkte stumpfe Gewalteinwirkun g. Pathogenetisch komme es durch diese lokal zu einer Muskelhämatombildung mit konsekutiv u nmittelbar nach dem Trauma auf- tretendem lokalem Schmerz sowie gegebenenfalls zu Verh ärtungen und Bewegungseinschrän- kungen der betroffenen Muskulatur. Die Rehabilitationsze it hänge vom Ausmass und der Loka- lisation der Schädigung ab. So sei ein Abklingen der Sym ptome nach einer Prellung bereits nach wenigen Tagen möglich, in schweren Fällen könne der Heilungsprozess jedoch bis zu drei Wochen, bei nicht unmittelbarer Behandlung sogar bis z u drei Monaten, in Anspruch nehmen. Die diagnostizierten Kontusionen würden demnach auch die Beschwerden der Versicherten zeitnah zum Ereignis erklären. Bei der als einziger auff älliger Befund im Rahmen des MRI vom 18. Dezember 2013 erhobenen Bursitis subacromialis handl e es sich um eine akute oder chro- nische, meist seriöse Entzündung des Schleimbeutels zwischen Akromion und der Rotatoren- manschette. Häufigste Ursache sei eine Überlastung (Üb erkopftätigkeit oder Sportarten) oder die subakromiale Enge durch mechanische Einengung des R aums zwischen Akromion und Rotatorenmanschette durch osteophytäre Anbauten am Akromion oder Klavikulaunterrand oder durch Höhertreten des Humeruskopfes bei muskulärer Dsybala nce der Rotatoren- und Schul- tergürtelmuskulatur. Da die Versicherte einer schulterbe lastenden Tätigkeit nachgehe, sei eine Überlastung des Schultergelenks gegeben. Dafür spreche a uch der vorliegende Verlauf, im Rahmen dessen die Versicherte ab November 2013 eine Sch merzzunahme erlitten habe und jeweils nach Belastung der Schulter Beschwerden aufge treten seien. Des Weiteren sei im Rahmen der MRI-Untersuchung ein bogig konfiguriertes Arkomion erhoben worden, welches zu einer Einengung führe und ein subakromiales Impingeme nt begünstige. Auffallend sei auch, dass keine strukturellen traumatischen Läsionen ausgemacht w erden konnten, welche Hinwei- se für eine traumatische Ursache der Bursitis wären. Auch eine Verletzung der Bursa habe nicht festgestellt werden können. Die Schulterbeschwerde n seien demnach ab November 2013 nicht mehr als Folge der unfallbedingten Kontusion, so ndern im Rahmen der Bursitis subacro- mialis zu sehen, welche vorliegend auf einer Überlastun gssymptomatik und einem prädispositi- ven bogig konfigurierten Arkromion beruhe. Die durch Dr . C.____ am 13. März 2014 diagnosti- zierte Quetschverletzung der Rotatorenmanschette nach axi alem Stauchungstrauma sei un- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht wahrscheinlich, da eine Verletzung der Rotatorenmansche tte nicht habe nachgewiesen werden können und auch keine Sehnenverletzung dokumentiert sei. Was das axiale Stauchungstrauma angehe, so würde dieses voraussetzen, dass sich die Versiche rte beim Sturz versucht habe abzustützen. Dies sei in den Unterlagen aber nicht dokumentiert. Auch seien den medizinischen Unterlagen keine Ellenbogen- oder Handkontusionen zu e ntnehmen, welche ein Abstützen be- weisen würden. Dr. C.____ habe zudem nur eine chronisch verdickte Bursa und keine akute Bursitis diagnostiziert, wie sie bei einer Verletzung de r Bursa zu erwarten gewesen wäre. Dies sei auch ein weiterer Hinweis auf eine chronische Über lastung durch die schulterbelastende Tätigkeit der Versicherten und somit auf ein unfallfremdes Leiden. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurtei lung der Frage, ob die Schulterbe- schwerden mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwi egenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 16. August 2013 zurückzuführen seien, auf den Kurzbericht von Dr. E.____ vom 2. April 2014 und insbesondere auf dessen ergänzende Aktenbeurteilung vom 20. April 2015. Wie sich aus dem in Erwägung 2.4 Ausgeführten ergibt, sind die von der Rechtsprechung defi- nierten Anforderungen an die Einholung von Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG vorliegend nicht einschlägig, weshalb auch den Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf die Beweiswür- digung, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keine Rechnung getragen werden muss. Die Berichte von Dr. E.____ sind demnach insoweit z u berücksichtigen, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit der darin vo rgenommenen Schlussfolgerungen beste- hen (vgl. E. 4.2 hiervor). 6.1.1 Was die Einwände der Beschwerdeführerin bezüglich des Berichts von Dr. E.____ vom 2. April 2014 angehen, so ist ihr darin beizupflichte n, dass dieser Bericht nicht als alleinige Be- urteilungsgrundlage betrachtet werden kann. Die Kurzb eurteilung beschränkt sich im Wesentli- chen auf die Feststellung, es liege keine Kausalität vor, weil die Schulterkontusion rechts fol- genlos verheilt sei, und weil ab November 2013 ein unf allfremdes Schulterleiden bei Bursitis subacromialis dominiere. 6.1.2 Anders verhält es sich hinsichtlich der zulässig in da s Verfahren einbezogenen Akten- beurteilung vom 20. April 2015 (vgl. E. 2.2 ff. hie rvor). Darin setzt sich Dr. E.____ mit den we- sentlichen medizinischen Unterlagen auseinander und ver mittelt insgesamt ein vollständiges Bild des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Al sdann kommt er gestützt auf die sich bei den Akten befindlichen medizinischen Berichte ein leuchtend und überzeugend zum Schluss, dass die Schulterbeschwerden ab November 2013 mi t überwiegender Wahrschein- lichkeit keinen Zusammenhang (mehr) mit dem Unfall vo m 16. August 2013 aufweisen. Über- dies legt er auch unter Hinweis auf die divergierenden Aussagen des behandelnden Arztes Dr. C.____ nachvollziehbar dar, weshalb die Diagnose e iner Quetschverletzung der Rotatoren- manschette nach axialem Stauchungstrauma unwahrscheinlich sei und im vorliegenden Fall der Diagnose einer durch eine chronische Überlastung ausgel östen Bursitis der Vorrang gegeben wird. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Basler de m Bericht vom 20. April 2015 vol- len Beweiswert zuerkannte. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen zu keiner anderen Beurteilung der Kausalitätsfrage zu führen. Sie macht insbesondere gelt end, dass die Ausführungen von Dr. E.____ im Widerspruch zur Beurteilung von Dr. C.__ __ stünden, der als Ursache der Be- schwerden einzig den Sturz vom 16. August 2013 anführe und keine unfallfremden Ursachen festgestellt habe. Überdies halte er auch fest, dass sie vor dem Unfallereignis keinerlei Schul- terschmerzen aufgewiesen habe. Zunächst ist unter Hinweis auf das eben Dargelegte festzu- halten, dass sich Dr. E.____ ausführlich mit der von Dr. C.____ vertretenen Auffassung ausei- nandersetzt. Was die von Dr. C.____ diagnostizierte Quet schverletzung der Rotatorenman- schette bzw. der Bursa nach axialem Stauchungstrauma anbe langt, so legt Dr. E.____ nach- vollziehbar dar, dass eine Quetschung bzw. eine Kontusion nicht geeignet ist, eine Verletzung der Rotatorenmanschette auszulösen und dass ein Abklinge n der Symptome bei Kontusionen, je nach Ausmass und Lokalisation der Schädigung, innerha lb weniger Tage bzw. Wochen zu erwarten ist. Alsdann werden die Aussagen von Dr. E.___ _ auch gestützt durch den MRI- Befund vom 18. Dezember 2013, im Rahmen dessen eine un auffällige Binnenstruktur festge- stellt und der Verdacht auf eine Rotatorenmanschetten ruptur gerade nicht bestätigt werden konnte. Ferner weist Dr. E.____ überzeugend darauf hin , dass ein axiales Stauchungstrauma voraussetzen würde, dass sich die Versicherte beim Sturz a bzustützen versucht habe. In den Unterlagen sind aber weder Hand- und Ellenbogenkontu sionen noch zeitnah zum Ereignis diesbezügliche Schmerzen dokumentiert worden, welche auf eine solche Handlung hinweisen würden. Die von Dr. C.____ gestellte Diagnose einer Q uetschverletzung der Rotatorenman- schette vermag aber auch deshalb nicht zu überzeugen, weil er sich mit der anlässlich der MRI- Untersuchung erhobenen Bursitis subacromialis und der da mit verbundenen Möglichkeit einer chronischen Überlastung durch die von der Beschwerdeführ erin ausgeübte schulterbelastete Tätigkeit nicht auseinandersetzt. Auch auf das diagnost izierte bogig konfigurierte Akromion, welches den Ausführungen von Dr. E.____ zufolge als ei n die chronische Bursitis begünstigen- der Faktor zu werten ist, nimmt er keinen Bezug. Insofer n setzt er sich mit den anlässlich der MRI-Untersuchung erhobenen Befunden gar nicht auseinan der, die auf unfallfremde Faktoren hinweisen würden. Im Rahmen seiner Kausalitätsbeurteil ung ebenfalls nicht zu überzeugen vermag sodann die Aussage, dass die Versicherte vor dem Un fallereignis keinerlei Schulterbe- schwerden hatte, läuft sie doch auf die Schlussfolgerung hinaus, dass eine gesundheitliche Schädigung durch den Unfall verursacht gilt, weil sie si ch nach dem Unfallereignis manifestiert hat. Die betreffende Argumentation beruht im Ergebn is auf der Beweisformel "post hoc, ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufget reten ist (BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Beweiswürdigung erweist sich im unfallversicher ungsrechtlichen Bereich aber als unzulässig (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsger ichts [EVG, seit dem 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 29. November 2006, 207/06, E. 2.3). Soweit sich die Beschwerdeführerin zur Bekräfti gung ihres Standpunktes schliesslich auch auf die Berichte von Dr. D.____ vom 7. Januar 20 14 beruft, ist festzuhalten, dass diesen Dokumenten keinerlei Äusserungen bezüglich einer möglich en fortdauernden Kausalität der geklagten Schulterbeschwerden zu entnehmen sind. Vielm ehr werden die Ausführungen von Dr. E.____ durch die Aussage von Dr. D.____ untermaue rt, wonach bei der Beschwerdeführe- rin erst ab November 2013 ausgeprägte Schmerzen im Bere ich der Schulter ausgemacht wer- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht den konnten. Die zitierten Berichte sind demnach nicht ge eignet, die Kausalitätsbeurteilung von Dr. E.____ in Zweifel zu ziehen. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die medizinische Akt enlage zur Beurteilung der vorliegenden Streitfrage ausreichend ist. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweis- würdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des rele- vanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 131 I 1 53 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Demnach ist nicht zu beanstan- den, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die versicheru ngsmedizinische Beurteilung von Dr. E.____ vom 20. April 2015 den natürlichen Kausalzu sammenhang zwischen dem Unfaller- eignis vom 16. August 2013 und den über den 1. Novembe r 2013 hinaus bestehenden gesund- heitlichen Beschwerden verneinte. Damit hat sie ihre Le istungspflicht ab diesem Zeitpunkt zu Recht eingestellt. Die gegen den Einspracheentscheid vom 1 6. Januar 2015 erhobene Be- schwerde ist abzuweisen. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdever fahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Die obsiegende Beschwerdegegnerin ist zwar anwaltli ch vertreten, Art. 61 lit. g ATSG schränkt den Anspruch auf eine Parteientschädigung jedo ch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Die ausserordentlichen Kosten sind deshalb wettzuschlagen; 8.3 Abschliessend bleibt über den Antrag der Beschwerdef ührerin zu befinden, es sei ihr die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvert reter zu bewilligen. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältnisse es recht- fertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewillig t. Mit Inkraftsetzung des ATSG ist der im Wortlaut mit Art. 61 lit. f ATSG übereinstimmende Art. 108 Abs. 1 lit. f UVG aufgehoben worden. Damit hat sich inhaltlich nichts geändert und die bisherige Rechtsprechung des damaligen EVG zu Art. 108 Abs. 1 lit. f UVG hat weiterhin Geltung (Urteil des EVG vom 3. Juli 2003, U 114/03, E. 2.1). Gemäss dieser Rechtsprechung ist die unentgelt liche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bewilligen, wenn der Prozess nich t offensichtlich aussichtslos er- scheint, die Partei bedürftig und die anwaltliche Ver beiständung notwendig oder doch geboten ist (Urteil U. des EVG vom 7. Juli 2003, U 356/02, E. 3.1; ALEXANDRA RUMO -JUNGO , Rechtspre- chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bu ndesgesetz über die Unfallversi- cherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2003, S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 , Art. 61 Rz. 104). Diese Voraussetzungen sind vorliegen d gegeben: Die Bedürftigkeit der Versi- cherten kann gestützt auf die eingereichten Unterlagen bejaht werden, die Beschwerde kann nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden und d ie anwaltliche Vertretung war ge- boten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 2. März 2015 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zei taufwand von 7.5 Stunden und Ausla- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen von Fr. 18.-- ausgewiesen, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte vom 17. November 2003 (in der seit 1 Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar b ei unentgeltlicher Verbeiständung 200 Franken pro Stunde. Dem Rechtsvertreter der Beschwer deführerin ist deshalb für seine Bemühungen ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘650.25 (7.5 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 18.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1‘650.25 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Gesundheit Präsident Gerichtsschreiberin Vermerk eines allfälligen Weiterzugs