A bteilung IV D -2749/2007 sch/bah {T 0/2} U rteil vom 27. Juli 2007 M itw irkung: R ichter H ans Schürch, M artin Zoller, G érard Scherrer G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Sudan, vertreten durch D aniel W eber, Fürsprecher, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 11. A pril 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer Araber m it letztem W ohnsitz in A._______, verliess sein H eim atland eigenen Angaben gem äss am 2. Februar 2007 und ge- langte am 25. Februar 2007 in die Schw eiz, w o er am 27. Februar 2007 um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangszentrenbefragung, die am 15. M ärz 2007 in B._______ stattfand, sagte er aus, er sei nach dem Tod seines Vaters im M ai 2005 an die U niversität zurückgekehrt, w o er sich einer Partei (Front für die Befreiung des Sudan) angeschlossen habe. D ie Polizei habe ihn dreim al festgenom m en und einen Tag, beziehungsw eise eine W oche beziehungsw eise eineinhalb M onate festgehalten. D anach habe er H ausarrest erhalten; die Behörden hätten ihn alle drei Tage zu H ause aufgesucht, um zu sehen, w as er treibe. D ie M itglieder der Partei seien beschuldigt w orden, als Spione für die Janjaw eed zu arbeiten. Trotz des H ausarrests sei er nach C ._______ gegangen. N achdem er nach A._______ zurückgekehrt sei, sei er festgenom m en und zw ei Tage lang festgehalten w orden. Einige Zeit später sei er erneut nach C ._______ gegangen; die Behörden hätten nach ihm gefragt und ihn zu zehn Jahren G efängnis verurteilt, w orüber er von seinem O nkel inform iert w orden sei. Er sei noch vier bis fünf M onate lang in C ._______ geblieben und habe den Sudan zusam m en m it seiner M utter und seinen G eschw istern, die anschliessend in Lybien geblieben seien, verlassen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er die Fotokopie eines U rteils, ein Schuldiplom und den Todesschein seines Vaters ein. D as BFM führte, w iederum im Em pfangszentrum B._______, am 29. M ärz 2007 eine direkte Anhörung des Beschw erdeführers durch. D ieser m achte im W esentlichen geltend, er habe nach dem Tod seines Vaters an der U niversität studiert und Problem e m it den Sicherheitsleuten des Am en gehabt, w eil er Ende M ai 2005 Kontakt zu einer G ruppe aufgenom m en habe, die m it vielen Leuten über D arfur gesprochen habe. Er habe w egen der allgem einen Lage in D arfur einen H ass gegen die sudanesische R egierung em pfunden. Er habe an verschiedenen U niversitäten Flugblätter verteilt und einm al kurz gesprochen. Er sei erstm als auf einer Strasse des U niversitätsgeländes von der Polizei festgenom m en und in ein G efängnis gebracht w orden, als er und seine Kollegen m it anderen Leuten über D arfur und die Janjaw eed gesprochen hätten. M an habe ihn beschuldigt, dass er über Politik gesprochen habe. Er habe unterschreiben m üssen, dass er sich nicht m ehr gegen die R egierung äussern w erde und sei nach einem Tag freigelassen w orden. D ie zw eite Festnahm e sei Ende Juli 2005 an einer anderen U niversität erfolgt; er sei von den Am en-Leuten festgenom m en w orden. Zuerst sei er ins G efängnis gebracht w orden; am folgenden M orgen sei er m it einem Auto an einen ihm unbekannten O rt gebracht w orden. Er habe geholfen, auf einem bei der U niversität gelegenen Feld eine Bühne aufzustellen, von der aus zu den Leuten über die Lage in D arfur gesprochen w orden sei. Polizeileute hätten die Versam m elten angegriffen, w obei viele Leute geschlagen und festgenom m en w orden seien. Beinahe täglich sei er verhört, beschim pft und geschlagen w orden. M an habe ihm vorgew orfen, dass er sich nicht an den "Vertrag", w onach er nicht w eiter politisieren w erde, gehalten habe. N ach zirka eineinhalb M onaten sei er 3 freigelassen w orden. Er habe sich etw a eine W oche lang zu H ause aufgehalten und sei anschliessend an die U niversität zurückgekehrt. D er R ektor der U niversität habe ihn zu sich bestellt und ihm ein Schreiben überreicht, in dem gestanden sei, dass er von der U niversität ausgeschlossen w orden sei. Am folgenden M orgen seien Am en-Leute zu ihm nach H ause gekom m en, die ihm gesagt hätten, er dürfe das H aus nicht m ehr verlassen. Für lange Zeit sei er zu H ause geblieben, jeden Tag seien drei Am en-Leute zu Kontrollzw ecken vorbei gekom m en. Ende 2005 sei er nach C ._______ gegangen, w o er sechs bis sieben M onate geblieben sei. Er sei nach A._______ zurückgekehrt, w eil ihm sein O nkel und seine M utter geraten hätten, den Sudan zu verlassen. Sein O nkel habe ihm gesagt, die Behörden hätten nach ihm gefragt. Er habe sich einen M onat lang in A._______ aufgehalten und habe erfolglos versucht, einen auf einen anderen N am en ausgestellten Pass zu erhalten. D anach sei er nach C ._______ gegangen, w o er etw a drei M onate lang geblieben sei. B. M it Verfügung vom 11. April 2007 trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Art. 32 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht ein, und verfügte die W egw eisung sow ie deren Vollzug. C . M it Eingabe an das Bundesverw altungsgericht vom 18. April 2007 beantragte der Beschw erdeführer durch seinen Vertreter, die angefochtene Verfügung sei aufzu- heben und das BFM sei anzuw eisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und dieses m ateriell zu prüfen. Es sei ihm die vollum fängliche unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. D er Eingabe lagen ein M ilitärausw eis des Beschw erdeführers und eine Kostennote vom 18. April 2007 bei. D . M it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 20. April 2007 w urde das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage des Beschw erdeführers gutgeheissen. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 2 Vw VG w urde abgew iesen. D em BFM w urde G elegenheit zur Einreichung einer Vernehm lassung gegeben. E. D as Bundesam t beantragte in seiner Vernehm lassung vom 25. April 2007 die Ab- w eisung der Beschw erde. D ie Vernehm lassung w urde dem Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 30. April 2007 zur Kenntnis ohne R eplikrecht gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins-4 tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. G em äss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einrei- chung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben. D iese Bestim m ung fin- det jedoch keine Anw endung, w enn Asylsuchende glaubhaft m achen können, sie seien dazu aus entschuldbaren G ründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), oder w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) oder w enn sich auf G rund der Anhörung die N otw endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ). 4. 4.1 D as BFM begründete seinen Entscheid dam it, dass der Beschw erdeführer ein "Birth C ertificate" und die Kopie eines m ilitärischen R ückstellungsausw eises einge- reicht habe. D as in eine Plastikfolie eingeschw eisste "Birth C ertificate" sei kein R eise- oder Identitätspapier im Sinne des Asylgesetzes. Beim abgegebenen m ilitä- rischen R ückstellungsausw eis handle es sich ebenfalls nicht um ein Identitätsdo- kum ent im genannten Sinn; zudem liege er nur in Kopie vor. D ie Angabe, seine Ausw eise seien verloren gegangen, sei stereotyp. Seine Vorbringen seien offen- sichtlich unglaubhaft. D a er im Sudan nicht verfolgt w orden sei, hätte er sich neue R eisepapiere ausstellen lassen und den Sudan w ie ein gew öhnlich R eisender ver- lassen können. Er m üsste deshalb zw ingend über gültige R eisepapiere verfügen, die er den Asylbehörden hätte abgeben können, w as nicht geschehen sei. Es lä- gen deshalb keine entschuldbaren G ründe für das N ichteinreichen von rechtsge- nüglichen Identitätspapieren vor. Anlässlich der erfolgten Anhörung sei offenkundig gew orden, dass seine Vorbrin- gen in w esentlichen Punkten w idersprüchlich, unlogisch und substanzlos seien. Bei der Erstanhörung habe er eine einw öchige Inhaftierung erw ähnt und gesagt, die Behörden hätten ihn w ährend der D auer des H ausarrests alle drei Tage kont- rolliert. Er sei nach seiner Flucht später w ieder nach A._______ zurückgekehrt und w ieder unter H ausarrest gestellt w orden. Bei der Zw eitanhörung habe er die ein- w öchige Inhaftierung nicht erw ähnt, jedoch gesagt, er sei w ährend des H ausar-5 rests täglich behördlich kontrolliert w orden. Er habe nicht m ehr angegeben, nach der R ückkehr nach A._______ erneut unter H ausarrest gestellt w orden zu sein. H insichtlich der eineinhalbm onatigen Inhaftierung habe er vorerst angegeben, jeden Tag verhört w orden zu sein, w ährend er gleich darauf gesagt habe, er sei nicht verhört w orden. D ann habe er gesagt, m an habe auf seiner Schulter Zigaretten ausgedrückt, um gleich darauf anzugeben, m an habe ihm auf dem Arm Zigaretten ausgedrückt. D ie dort sichtbare N arbe könne allerdings ohne w eiteres von etw as anderem herrühren. Seine Angaben zum politischen Engagem ent seien äusserst knapp ausgefallen und liessen kein tatsächliches Erleben erkennen. D em eingereichten U rteil fehlten jegliche Elem ente für ein U rteil, w eshalb es als Fälschung betrachtet w erde. D er in Kopie eingereichte R ückstellungsausw eis w ürde ebenfalls gegen eine Verfolgung sprechen, denn zum Zeitpunkt der Ausstellung des D okum ents (28. N ovem ber 2005) hätte diese bereits bestanden. D ie Ausstellung des D okum ents zu diesem Zeitpunkt w eise auf behördliche Kontakte hin, denen sich eine verfolgte Person nicht aussetzen w ürde. D er Beschw erdeführer erfülle som it die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung derselben oder von W egw eisungsvollzugshindernissen seien nicht erforderlich. 4.2 In der Beschw erde w ird ausgeführt, der M ilitärausw eis, den er nun im O riginal bei- lege, sei von Freunden beschafft w orden, w eil er sich zum Zeitpunkt der Ausreise nicht getraut habe, persönlich bei den Behörden vorzusprechen. Er versuche, w ei- tere Bew eism ittel zu beschaffen und w erde diese nachreichen, sobald sie einträ- fen. Er habe den Behörden seine richtige Identität offengelegt und dazu D okum en- te abgegeben. Sein Vater sei durch die Janjaw eed getötet w orden, w as ihn politi- siert habe. D ie Erm ordung seines Vaters habe ihm die Augen geöffnet; er habe erst dann begriffen, w as in D arfur los sei und w elche R olle die R egierung dabei spiele. Er habe seit 1997 einen R eisepass und eine Identitätskarte besessen, die er in C ._______ in seinem Kleiderschrank aufbew ahrt habe. Eines Tages habe er festgestellt, dass die D okum ente nicht m ehr da seien; diese D arlegung entspreche den Tatsachen und sei nicht stereotyp. D as eingereichte U rteil habe er von seinem O nkel erhalten und er habe keine Veranlassung, an dessen Echtheit zu zw eifeln. Aufgrund der Aktenlage lägen konkrete Indizien und Anhaltspunkte vor, w elche seine Furcht vor einer real drohenden Verfolgung nachvollziehbar erscheinen lie- ssen. D ie Vorinstanz gehe von einem falschen beziehungsw eise unvollständigen Sachverhalt aus und w ürdige seine Vorbringen nicht korrekt. D es W eiteren w ird die Auffassung vertreten, der eingereichte M ilitärausw eis sei ein Identitätspapier im Sinne von Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311). Zudem lägen ent- schuldbare G ründe für das Fehlen rechtsgenüglicher Identitätspapiere vor. Seine Begründung, w eshalb er den Pass und die Identitätskarte nicht habe einreichen können, sei nicht stereotyp und entspreche der W ahrheit. Einen echten Pass habe er sich nicht m ehr ausstellen lassen können, w eil dazu seine Anw esenheit erfor- derlich gew esen w äre. Som it habe er glaubhaft gem acht, dass er nicht in der Lage sei, Identitätspapiere beizubringen. D as BFM behaupte in aktenw idriger W eise, die Vorbringen des Beschw erdeführers seien w idersprüchlich, unlogisch und substanzlos. D as BFM verletze in eklatanter W eise die geltende Praxis, denn die angeführten W idersprüche beträfen nicht 6 zentrale Punkte und seien von ihm ausgeräum t w orden. D ie Zw eitaussagen in der Bundesanhörung seien Korrekturen von unpräzisen, vorangegangenen Aussagen. Seine Aussagen zum politischen Engagem ent seien zw ar knapp, aber nicht ausflüchtig. Er sei erst kurz vor der Flucht politisiert w orden und kein politischer Profi. D ie Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sei gar nicht richtig geprüft w orden. Seine politische Tätigkeit und die allgem eine Lage im Sudan sprächen sehr w ohl gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs. 5. 5.1 D as BFM ist in seiner Verfügung zu R echt davon ausgegangen, dass der vom Be- schw erdeführer eingereichte G eburtsschein nicht als R eise- oder Identitätspapier im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu betrachten ist (vgl. das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -2279/2007 vom 11. Juli 2007 E. 6). Auch der erst auf Beschw erdeebene im O riginal eingereichte m ilitärische R ückstellungsausw eis ist angesichts der engen Auslegung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht als ausrei- chendes Identitätspapier zu w erten. Im oben erw ähnten U rteil w urde festgelegt, dass unter den Begriff des Identitätspapieres neben Identitätskarten noch andere Ausw eise w ie zum Beispiel ein Inlandpass fallen können. Ausw eise, die zw ar H in- w eise auf die Identität geben, aber in erster Linie einem anderen Zw eck dienen - w ie vorliegend der m ilitärische R ückstellungsausw eis, der hauptsächlich dem N achw eis dient, dass der Träger dieses Ausw eises (noch) nicht dienstpflichtig ist -, stellen keine Identitätspapiere im Sinne des Asylgesetzes dar. 5.2 D er Beschw erdeführer m achte bei seinen Befragungen geltend, er sei im Besitz ei- nes R eisepasses und einer Identitätskarte gew esen, die sein Vater im Jahre 1997 beschafft habe. Er habe die Papiere in seinem Kleiderschrank aufbew ahrt und ei- nes Tages seien diese nicht m ehr dort gew esen; m an nehm e diese Sachen im Su- dan nicht so ernst. Er habe den Verlust der D okum ente etw a im Jahre 2001 oder 2002 bem erkt. Abgesehen davon, dass sich der Beschw erdeführer w idersprüchlich dazu äusserte, w ann sein Vater den R eisepass für ihn beschafft habe (einm al sag- te er, dies sei 1997 geschehen, ein anderes M al behauptete er, sein Vater habe dies im Jahre 2000 getan), steht auch seine Aussage, m an nehm e diese Sachen im Sudan nicht so ernst, in keiner W eise in Ü bereinstim m ung m it der R ealität. D ie sudanesischen Bürger m üssen ständig eine Identitätskarte auf sich tragen und ris- kieren, im Falle einer Kontrolle verhaftet zu w erden, w enn sie ohne Identitätskarte unterw egs sind. Eine abhanden gekom m ene Identitätskarte w ird gegen Vorw eisen eines Polizeirapports ersetzt. D ie Behauptung des Beschw erdeführers, m an neh- m e im Sudan den Verlust von Ausw eispapieren nicht so ernst, entbehrt som it jegli- cher G rundlage. D a der Beschw erdeführer eigenen Aussagen gem äss öfters inner- halb des Sudans um herreiste, m uss er zw ingend im Besitz von Identitätspapieren gew esen sein. Zudem erw eist sich seine Aussage, er habe sich nicht um den Er- satz der verlorenen Papiere bem ühen können, da er im m er Problem e m it den Be- hörden gehabt habe, als haltlos, w ill er doch erstm als im Juli 2005 konkrete Prob- lem e m it den Behörden gehabt haben. Studenten sind im Sudan zudem verpflich- tet, nebst der nationalen Identitätskarte eine Studentenidentitätskarte auf sich zu tragen; eine Begebenheit, die der Beschw erdeführer nicht erw ähnte. Aufgrund all dieser U m stände geht das Bundesverw altungsgericht davon aus, der Beschw erde-7 führer habe sein H eim atland m it einem eigenen R eisepapier versehen und som it legal verlassen. D as R eisepapier reichte er jedoch nicht innerhalb von 48 Stunden und bis heute nicht ein. Seine Erklärungen dafür sind nicht stichhaltig, w eshalb keine entschuldbaren G ründe für das N ichteinreichen von Identitäts- und R eisepapieren vorliegen. 5.3 D as Bundesverw altungsgericht hat im zur Publikation vorgesehenen U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 5.7 festgehalten, dass der G esetzgeber im Zu- sam m enhang m it dem N ichteinreichen von Identitätspapieren in Bezug auf den Prüfungsum fang gegenüber den übrigen N ichteintretenstatbeständen eine Ver- schärfung einführen w ollte, um dem Anreiz, Identitätspapiere einzureichen, m ög- lichst grossen N achdruck zu verschaffen. Führt eine sum m arische Prüfung zum Ergebnis, dass der Asylgesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich er- füllt, ist auf das Asylgesuch einzutreten (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). Führt eine ebenso sum m arische Prüfung im Sinne von Art. 40 AsylG zum Ergebnis, dass der Asylgesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht erfüllt und offenkun- dig keine W egw eisungsvollzugshindernisse bestehen, w ird auf sein Asylgesuch nicht eingetreten. Ein N ichteintretensentscheid gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG im pliziert som it zw ingend das (offenkundige) Fehlen der Flüchtlingseigen- schaft, w as zum indest in der Begründung der Verfügung des BFM ausdrücklich festzuhalten ist. Ausgeschlossen ist das N ichteintreten gem äss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG jedoch in all jenen Fällen, die einer eingehenden Prüfung bedürfen und die nicht sum m arisch begründet w erden können. W eitere Abklärungen in diesem Sinne beziehen sich dem nach auf Sachverhaltsfragen w ie auch auf R echtsfragen. 5.4 D as Bundesverw altungsgericht teilt die in der Beschw erde vertretene Auffassung, das BFM habe dem Em pfangszentrenprotokoll eine zu grosse Bedeutung zuge- m essen, nicht. D ie vom Beschw erdeführer dargelegten Vorbringen w eisen zahlrei- che U ngereim theiten und W idersprüche auf: So hat er unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Festnahm en beziehungsw eise Festhaltungen und zum chronologi- schen Ablauf der Ereignisse gem acht. Anstelle von W iederholungen ist diesbezüg- lich auf die vorinstanzliche Verfügung zu verw eisen. In Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz geht auch das Bundesverw altungsgericht davon aus, dass das vom Beschw erdeführer eingereichte U rteil in Kopie als nicht authentisch zu beurteilen ist. Abgesehen davon, dass dem U rteil m ehrere Elem en- te fehlen, die zw ingend vorhanden sein m üssten - dem "U rteil" kann nicht einm al entnom m en w erden, w eshalb der Beschw erdeführer verurteilt w orden sein sollte -, w äre der urteilende Einzelrichter gar nicht zuständig für die Beurteilung von derart schw er w iegenden Straftaten, die eine G efängnisstrafe von 10 Jahren nach sich ziehen könnten. Zudem lässt sich die Aussage des Beschw erdeführers, er sei in Kenntnis dieses U rteils nochm als nach A._______, w o das U rteil gefällt w orden sein soll, zurückgekehrt, nicht m it der offensichtlichen G efahr, die er dam it eingegangen w äre (vgl. die obigen Ausführungen zur Ausw eispflicht und die zu erw artenden Kontrollen), vereinbaren. 5.5 Aus den vorstehenden Erw ägungen ergibt sich, dass für das BFM aufgrund der Aktenlage nach der Befragung vom 29. M ärz 2007 das N ichtbestehen der Flücht- lingseigenschaft einerseits und - w ie sich aus den nachfolgenden Erw ägungen zum Vollzug der W egw eisung ergibt - das Fehlen von W egw eisungsvollzugshin-8 dernissen andererseits gleicherm assen offenkundig w aren. Es sind keine Anhalts- punkte für die Annahm e zu erkennen, das BFM habe, um zu seiner so lautenden Erkenntnis zu gelangen, eine m ehr als bloss sum m arische m aterielle Prüfung vor- nehm en oder zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklärungen treffen m üssen. U nter den dargelegten U m ständen besteht auch im R ahm en des vorliegenden Be- schw erdeverfahrens kein Anlass zu einer w eiter gefassten Erhebung des Sachver- halts. Es erübrigt sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde einzuge- hen, da diese an der rechtlichen W ürdigung nichts zu ändern verm ögen. D as BFM ist dem nach zu R echt gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m . Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheidungen und M it- teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21).9 8. 8.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers in den Sudan ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 8.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Su- dan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w ären. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folter- ausschusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaub- haft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m it w eiteren H inw ei- sen). D ies ist ihm unter H inw eis auf die obigen Erw ägungen, w onach seine Vor- bringen nicht glaubhaft sind und davon ausgegangen w ird, er habe den Sudan le- gal verlassen, gerade nicht gelungen. Auch die allgem eine M enschenrechtssituati- on in Sudan lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzu- lässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise einer notw endigen, aber nicht durchführbaren m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). D as BFM geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, der Beschw erdeführer stam m e nicht, w ie von ihm geltend gem acht, aus der R egion D arfur. D ie Frage der (geographischen) H erkunft des Beschw erdeführers kann indessen offen gelassen w erden, zum al er sich eigenen Aussagen gem äss seit Jahren in A._______ aufhielt. D a seine Asylvorbringen als unglaubhaft gew ertet w urden, ist nicht davon auszugehen, dass er bei einer R ückführung in einen G liedstaat Sudans ausserhalb D arfurs - w o eine Situation allgem einer G ew alt vorherrscht - einer konkreten G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ausgesetzt w äre. Es sind auch keine individuellen, in der Person des Beschw erdeführers liegenden G ründe ersichtlich, w elche gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen. So handelt es sich beim Beschw erdeführer um einen jungen und offen- bar gesunden M ann m it guter Schulbildung, der angeblich ein Inform atikstudium begonnen hatte. Aufgrund seiner Ausführungen darf davon ausgegangen w erden, 10 dass er in A._______ über ein Beziehungsnetz verfügt. Angesichts der U nglaubhaftigkeit seiner Vorbringen ist schliesslich zu bezw eifeln, dass sich seine M utter und alle G eschw ister nicht m ehr im Sudan aufhalten. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung als zum utbar zu bezeichnen. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr allenfalls notw endigen R eisedokum en- te zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.5 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenverfügung vom 20. April 2007 die unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde und sich an den Voraussetzungen dazu nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Vertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Beila- genverzeichnis m it vorinstanzlicher Verfügung, Vollm acht und Kostennote, al- les im O riginal, der M ilitärausw eis w ird an die kantonale Behörde überm ittelt) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) (Beilagen: G eburtsurkunde, m ilitärischer R ückstellungsausw eis) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans Schürch C hristoph Basler Versand am :