A bteilung I A -4379/2007 {T 0/2} U rteil vom 29. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Jürg Kölliker (Vorsitz); R ichterin Florence Aubry G irar- din; R ichter Beat Forster; G erichtsschreiber Sim on M üller. A._______ Beschw erdeführer, vertreten durch lic. iur. D r. R enato C ettuzzi, via C abione 11f, 6900 M assagno, gegen ETH -B eschw erdekom m ission, Postfach 6061, 3001 Bern, Vorinstanz betreffend Sistierung, R echtsverzögerung, Entscheid der ETH -B eschw erdekom m issi- on vom 4. Juni 2007. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Entscheid vom 13. Juli 2004 stellte die ETH -Beschw erdekom m ission fest, die von der Eidgenössischen Technischen H ochschule Zürich (ETH Z) gegen A._______ auf den 30. April 2004 ausgesprochene Kündigung des Arbeitsverhältnisses sei gültig. M it Schreiben vom 2. N ovem ber 2006 er- suchte A._______ um R evision dieses Entscheides, da ein Strafverfahren betreffend die Ereignisse, die zur Kündigung führten, eingestellt w orden sei. B. M it Brief vom 19. Februar 2007 forderte A._______ die ETH Z auf, ihm eine Abgangsentschädigung zu bezahlen. D ieses Begehren w ies die ETH Z m it Schreiben vom 12. April 2007 ab. A._______ erhob dagegen am 14. M ai 2007 Beschw erde an die ETH -Beschw erdekom m ission. C . M it Verfügung vom 4. Juni 2007 w urde das Verfahren vor der ETH -Be- schw erdekom m ission betreffend die Abgangsentschädigung sistiert. D . G egen diese Sistierungsverfügung erhebt A._______ (in der Folge Be- schw erdeführer) R echtsverzögerungsbeschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht und beantragt, die Sistierung sei aufzuheben und die ETH - Beschw erdekom m ission sei anzuw eisen, die Beschw erde unverzüglich zu behandeln. D er Beschw erdeführer stellt zudem ein G esuch um Erlass der Verfahrenskosten. Er m acht geltend, die im vorliegenden Verfahren betref- fend Abgangsentschädigung m assgebende Frage des Verschuldens sei nicht G egenstand des R evisionsverfahrens. E. D ie ETH -Beschw erdekom m ission beantragt in ihrer Stellungnahm e vom 12. Juli 2007 die Abw eisung der Beschw erde. Sie bringt vor, bei der Ab- w eisung des R evisionsgesuchs sei das Verschulden des Beschw erdeführ- ers an der Kündigung ohne Zw eifel erstellt. D as R evisionsverfahren sei deshalb für das vorliegende Verfahren von präjudizieller Bedeutung. F. In seiner Eingabe vom 12. August 2007 hält der Beschw erdeführer sinnge- m äss an seinen Ausführungen und Anträgen fest. G . M it Entscheid vom 21. August 2007 hat die ETH -Beschw erdekom m ission das R evisionsgesuch abgew iesen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. G em äss Art. 46a des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) kann gegen das unrecht- m ässige Verw eigern oder Verzögern einer anfechtbaren Verfügung Be- schw erde geführt w erden. D er Beschw erdeführer verlangt in seiner Be- schw erde aber die Aufhebung einer Sistierungsverfügung und m acht m it- hin nicht die unrechtm ässige Verw eigerung oder Verzögerung einer Verfü- gung geltend. D ie Beschw erde ist dam it ungeachtet ihrer Bezeichnung nicht als R echtsverzögerungsbeschw erde im Sinne von Art. 46a Vw VG , sondern als Verw altungsgerichtsbeschw erde gegen die Sistierungsverfü- gung entgegen zu nehm en. Eine R echtsverzögerungsbeschw erde w äre im 3 Ü brigen auch offensichtlich unbegründet, hat doch die Vorinstanz bereits drei W ochen nach Eingang der Beschw erde über die Sistierung befunden. 2. G em äss Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. O ktober 1991 über die Eidgenössischen Technischen H ochschulen (ETH -G esetz, SR 414.110) in Verbindung m it Art. 31 und 33 Bst. e des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) sind Ent- scheide der ETH -Beschw erdekom m ission beim Bundesverw altungsgericht anfechtbar. Auf das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht findet das Verw altungsgerichtsgesetz Anw endung. Im Ü brigen richtet sich das Verfahren gem äss Art. 37 VG G grundsätzlich nach dem Vw VG . 3. Zur Beschw erde ist nach Art. 48 Abs. 1 Vw VG berechtigt, w er vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenom m en hat, durch die angefochtene Verfü- gung besonders berührt ist und ein aktuelles, schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Als form eller Adressat hat der Be- schw erdeführer ohne w eiteres ein aktuelles schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung der Sistierungsverfügung. Auf die im Ü brigen form - und fristgerecht eingereichte Beschw erde ist daher einzutreten. 4. D er Beschw erdeführer bestreitet das Vorliegen eines Sistierungsgrundes und m acht geltend, zw ischen dem Verfahren betreffend die R evision des Kündigungsentscheides und dem Verfahren um Auszahlung einer Ab- gangsentschädigung bestehe kein enger Zusam m enhang. G egenstand des vom R evisionsverfahren betroffenen Entscheides sei lediglich die G ül- tigkeit der Kündigung. Im Zusam m enhang m it der Ausrichtung einer Ab- gangsentschädigung sei dagegen die Frage des Verschuldens entschei- dend. 4.1 D ie Vorinstanz bringt dagegen vor, der Ausgang des R evisionsverfahrens sei für die Beurteilung, ob eine Abgangsentschädigung geschuldet sei, präjudiziell. W erde das R evisionsbegehren abgew iesen, gelte das Ver- schulden des Beschw erdeführers als erstellt und eine Abgangsentschädi- gung sei nicht geschuldet. 4.2 Eine Behörde kann auf Antrag oder von Am tes w egen ein bei ihr hängiges Beschw erdeverfahren bei Vorliegen besonderer G ründe bis auf w eiteres bzw . bis zu einem bestim m ten Term in oder Ereignis sistieren, dies na- m entlich dann, w enn sich unter den gegebenen U m ständen ein sofortiger Entscheid über die Beschw erde m it Blick auf die Prozessökonom ie nicht rechtfertigen w ürde. D ies ist insbesondere der Fall, w enn der Entscheid m assgeblich vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängt (BG E 123 II 1 E. 2b m it H inw eis, Entscheid des Bundesverw altungsgerichts vom 3. M ai 2007 A-842/2007). D er Verw altungsbehörde kom m t ein erheblicher Beurteilungsspielraum beim Entscheid über eine Sistierung zu (BG E 119 II 386 E. 1b m it H inw eisen). D er Ausgang des R evisionsverfahrens ist zum indest geeignet, den Ent- scheid über eine Abgangsentschädigung zu präjudizieren. So w äre im Fal- le der R evision des Kündigungsentscheides das Vorliegen eines Kündi- gungsgrundes gem äss Art. 12 des Bundespersonalgesetzes vom 24. M ärz 4 2000 (BPG , SR 172.220.1) erneut zu prüfen. D iese Frage w äre auch für die Beurteilung des Verschuldens und dam it für den Anspruch auf Ausrich- tung einer Abgangsentschädigung m assgebend. Zw ar ist theoretisch denk- bar, dass im R evisionsverfahren das Vorliegen eines Kündigungsgrundes bejaht w ürde, ohne ein Verschulden des Beschw erdeführers anzunehm en. Ein solcher unverschuldeter Kündigungsgrund w urde aber bisher von keiner Seite vorgebracht. Im Falle der R evision des Entscheides w ird dam it auch die Frage des Verschuldens zu prüfen sein. Eine präjudi- zierende W irkung des R evisionsverfahrens ist dam it ohne w eiteres zu be- jahen. D ie Vorinstanz hat dem nach zu R echt einen Sistierungsgrund ange- nom m en. 4.3 D ie Beschw erde erw eist sich dam it als unbegründet und ist abzuw eisen. 5. D er Beschw erdeführer beantragt den Erlass der Verfahrenskosten für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht. G em äss Art. 34 Abs. 2 BPG ist das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht, ausser im Falle von M utw illigkeit, kostenlos. Vorliegend w erden denn auch keine Verfahrens- kosten erhoben. Auf das G esuch um Erlass der Verfahrenskosten ist dam it m angels R echtsschutzinteresse nicht einzutreten. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschw erdeführer als unter- liegend und hat dam it gem äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Auf das G esuch um Erlass der Verfahrenskosten w ird nicht eingetreten. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet (m it G erichtsurkunde): - dem Beschw erdeführer (Beilage: Schreiben der Vorinstanz vom 27. August 2007) - der Vorinstanz (Beilage: Schreiben des Beschw erdeführers vom 12. Au- gust 2007) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Jürg Kölliker Sim on M üller5 R echtsm ittelbelehrung Entscheide des Bundesverw altungsgerichts auf dem G ebiet der öffentlich- rechtlichen Arbeitsverhältnisse können m it Beschw erde beim Bundesgericht angefochten w erden, sofern es um eine verm ögensrechtliche Angelegenheit geht, bei w elcher der Streitw ert m indestens 15'000 Franken beträgt oder bei der sich eine R echtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BG G ]; SR 173.110). Bei einer nicht verm ögensrechtlichen Angelegenheit ist die Beschw erde nur zulässig, w enn sie die G leichstellung der G eschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BG G ). Steht die Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten offen, so ist sie innert 30 Tagen seit der Ausfertigung des angefochtenen U rteils zu erheben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42. 48, 54 und 100 BG G ).