<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00083</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106701&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00083</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.06.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 25.02.2003 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aussichtsschutz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nichteintreten der BRK wegen privatrechtlicher Natur der Streitsache<br/><br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten. Ein Parteiwechsel wegen Veräusserung der Liegenschaft ist zulässig (E. 1).<br/>Die Baurekurskommissionen beurteilen öffentlichrechtliche Streitigkeiten (E. 2a).<br/>Der angefochtene Gemeinderatsbeschluss zielte auf Abänderung bzw. Aufhebung von Dienstbarkeiten nach ZGB (E. 2c).<br/>Die Richtlinien der Gemeinde stellten keine Rechtsnormen dar; neben dem ZGB bestand mit der NHV eine klar öffentlichrechtliche Grundlage für den Denkmalschutz. Es ist somit zweifelhaft, ob sich die Beschwerdeführenden zu Recht auf die Interessentheorie berufen (E. 2e).<br/>Die Subordinationstheorie spricht für das Vorliegen eines privatrechtlichen Verhältnisses; den weiteren Abgrenzungstheorien kommt wenig Bedeutung zu (E. 3f+g)<br/>Die BRK ist zu Recht auf den Rekurs nicht eingetreten (E. 2h).<br/>Der Erlass öffentlichrechtlicher Schutzmassnahmen ist nicht ausgeschlossen (E. 2i).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSICHT">AUSSICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIENSTBARKEIT">DIENSTBARKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENTHEORIE">INTERESSENTHEORIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICH-RECHTLICH">ÃFFENTLICH-RECHTLICH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIWECHSEL">PARTEIWECHSEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBORDINATIONSTHEORIE">SUBORDINATIONSTHEORIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERORDNUNG">VERWALTUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 329 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 352 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Gemeindeversammlung X beschloss am 26. Juni 1968, die Grund­stÃ¼cke da­ma­lige Kat. Nr. 01 und 02, insgesamt ca. 141 Aren Wiesland im "M", sowie damalige Kat. Nr. 04, ca. 48 Aren Ackerland im "N", zu erwerben. Der Gemeinderat, der entspre­chend Antrag gestellt hatte, beabsichtigte damit, die Aussicht in den betroffenen Lagen zu schÃ¼t­zen, mÃ¶glichst gÃ¼nstig Land in der GrÃ¼nzone zu erwerben und jedenfalls teilweise als Bau­land zu erschliessen. Ende 1970 wurde der Be­vÃ¶lkerung ein Projekt fÃ¼r einen Aussichts­weg und eine GrÃ¼nzone als "Augustfeierplatz" vorgestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Vertrag vom 18. Januar 1971 verkaufte die Gemeinde das im 1968 erworbenen Gebiet gelegene GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 08 an G. Der Kaufver­trag bestimmte unter anderem, der KÃ¤ufer verpflichte sich, auf dem Kaufsobjekt eine Baute im Rahmen der geltenden Bau­­ordnung der Gemeinde X zu erstellen, und aner­kenne die einen integrierenden Ver­trags­bestandteil bildenden Richtlinien fÃ¼r Neubauten auf GemeindegrundstÃ¼cken an der Aussichtsstrasse, Ã¼ber deren Einhaltung oder Nichteinhaltung der Gemeinderat endgÃ¼ltig entscheide. Zwecks Absicherung dieser Bau- und PflanzungsbeschrÃ¤nkungen vereinbarten die Parteien die Errichtung von Dienstbar­keiten. Einen Ã¤hnlichen Kaufvertrag Ã¼ber das GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 09 schloss die Gemeinde am 17. Mai 1972 mit dem Ehepaar A ab. Die Gemeinde verkaufte danach weitere Parzel­len aus dem 1968 erworbenen Bestand, unter anderem diejenigen mit Kat. Nrn. 11-14 und 16. Die entsprechenden KaufvertrÃ¤ge enthiel­ten ebenfalls Klauseln betreffend Bau- und PflanzbeschrÃ¤nkungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 21. August 2001 beschloss der Gemeinderat X, die auf den Liegen­schaf­ten Kat. Nrn. 11-14 und 16 lastenden Personaldienstbarkeiten mit Bezug auf die PflanzbeschrÃ¤n­kun­gen lÃ¶schen zu lassen. Das Notariat und Grundbuchamt Z wurde ersucht, nach Eintritt der Rechtskraft dieses Beschlusses die entsprechenden Ãnderungen vorzubereiten und dem Gemeinderat sowie den jeweiligen GrundeigentÃ¼mern zur Unterzeichnung zuzustellen. Als Rechtsmittel gegen diesen Beschluss bezeichnete der Gemeinderat den Rekurs an den Bezirksrat Z.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A1 und A2 sowie G erhoben gegen den Beschluss des Gemeinderats X am 3. Ok­tober 2001 Rekurs an die Baurekurskommission II, zusÃ¤tzlich zum gleichentags an­hÃ¤ngig gemachten Rekurs an den Bezirksrat, mit dem Hauptantrag, es sei der angefochtene Beschluss aufzu­heben. Mit Beschluss vom 29. Januar 2002 trat die Baurekurskommission auf das Rechts­mittel nicht ein mit der BegrÃ¼ndung, es liege keine Ã¶ffentlichrechtliche Streitigkeit im Sinn von § 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 26. Mai 1959/<br/> 8. Juni 1997 (VRG) vor, weshalb die Baurekurskommission zu deren Beurteilung nicht zustÃ¤ndig sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Die Rekurrenten wandten sich am 7. MÃ¤rz 2002 gegen den Beschluss der Bau­rekurskommission II mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragten dessen Aufhebung und die RÃ¼ckweisung der Streitsache an die Kommission zur materiellen Be­urteilung. Die Baurekurskommission II beantragte am 12. April 2002 Abweisung des Rechtsmittels, ebenso der Gemeinderat X mit Beschwerdeantwort vom 14. Mai.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vertreterin der BeschwerdefÃ¼hrenden teilte dem Gericht am 29. Mai 2002 mit, G habe die Liegenschaft an B verkauft, und ersuchte um Bewilligung eines entsprechenden Parteiwechsels.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Gegen Entscheide der Baurekurskommissionen ist nach § 41 VRG die Be­schwerde an das Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig. Da vorliegend keine Spezialnorm eine ab­weichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht und die Ã¼brigen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf das Rechtsmittel einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der beantragte Parteiwechsel wegen der VerÃ¤usserung der Liegenschaft durch G an B ist zulÃ¤ssig (Al­fred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungs­rechts­pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 106). Das Rubrum des Entscheids ist entspre­chend anzupassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach § 329 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) wer­den Streitigkeiten in erster Instanz durch die Baurekurskommission entschieden, wo das Gesetz nichts anderes bestimmt. Unter Streitigkeiten sind dabei nur solche zu verste­hen, in den es um die Anwendung Ã¶ffentlichen Rechts geht (JÃ¼rg WÃ¤densweiler, Der Rechts­schutz im Planungs- und Baugesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1987, S. 86). Dazu gehÃ¶ren unter nachfolgend zu prÃ¼fenden Voraussetzungen auch solche, die sich auf das vor Erlass des PBG geltende Recht stÃ¼tzten bzw. immer noch stÃ¼tzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 352 PBG blieben altrechtliche Massnahmen des Natur- und Heimat­schutzes nach Inkraftsetzung des Gesetzes auch dann in Kraft, wenn sie in einem diesem widersprechenden Verfahren oder mit abweichender ZustÃ¤ndigkeit erlassen wurden. Diese Bestimmung betrifft Massnahmen Ã¶ffentlichrechtlicher Natur; sie stellt eine Ausnahme zu § 347 PBG dar, wonach alle dem Gesetz widersprechenden Vorschriften mit dessen In­krafttreten aufgehoben wurden. Massnahmen, die ebenfalls Zwecken des Natur- und Hei­matschutz dienten, aber privatrechtlicher Natur waren, wurden hingegen durch das PBG nicht ausser Kraft gesetzt, sondern blieben in ihrer rein zivilrechtlichen Geltung davon unberÃ¼hrt. Vorliegend ist deshalb zu prÃ¼fen, ob es sich bei den Massnahmen, die durch den Beschluss des Gemeinderats X aufgehoben wurden, um solche Ã¶ffentlichrecht­licher Natur handelte, denen § 352 PBG weitere Geltung unter dem neuen Recht zuer­kannte, und ob deshalb eine Streitigkeit im Sinn von § 329 PBG vorliegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die mit Gemeinderatsbeschluss vom 21. August 2001 teilweise aufgehobenen Bau- und PflanzbeschrÃ¤nkungen wurden als privatrechtliche Dienstbarkeiten im Grund­buch eingetragen. Bereits in verschiedenen KaufvertrÃ¤gen hatten sich Er­werber der im streitbetroffenen Bereich gelegenen GrundstÃ¼cke verpflichtet, Dienstbar­keitsvertrÃ¤ge abzuschliessen, oder schlossen sie KaufvertrÃ¤ge mit Dienstbarkeitsklausel ab. Zum Teil verwiesen die Ver­trÃ¤ge zusÃ¤tzlich auf die Richtlinien fÃ¼r Neubauten auf Gemeinde­grund­stÃ¼cken und erklÃ¤r­ten diese fÃ¼r verbindlich. Somit zielt der bei der Vorinstanz ange­foch­tene Gemeinderatsbeschluss auf die AbÃ¤nderung bzw. teilweise Aufhebung von Dienst­barkeiten im Sinn des Zivilgesetzbuchs (ZGB).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Vorliegend geht es nicht unmittelbar darum, bestimmte <i>Rechtsnormen </i>dem pri­vaten oder dem Ã¶ffentlichen Recht zuzuordnen. Vielmehr ist die Natur eines <i>Rechtsanwen­dungsaktes </i>zu bestimmen. DafÃ¼r kann nicht direkt auf die Theorien der Abgrenzung von Ã¶ffentlichem und privatem Recht (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allge­meinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 202 ff.) zurÃ¼ckgegriffen werden, son­dern es ist zu prÃ¼fen, ob die dem Akt zu Grund liegenden Normen dem Ã¶ffentlichen oder dem privaten Recht angehÃ¶ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen vor, bereits auf den 1. Januar 1967 â also noch vor Erwerb der streitbetroffenen GrundstÃ¼cke durch die Gemeinde â sei das Bundes­gesetz Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz in Kraft getreten, das den Heimatschutz im We­sentlichen den Kantonen Ã¼berlassen habe. Diese bzw. die Gemeinden hÃ¤tten noch vor Er­lass entsprechender Gesetze vertragliche Regelungen zum Schutz von Objekten treffen mÃ¼ssen. Der Gemeinderat habe zudem ergÃ¤nzend zu den Dienstbarkeiten auf die damalige Bauordnung abgestÃ¼tzte Richtlinien erlassen, die zwar primÃ¤r als an die BehÃ¶rden gerich­tete Verwaltungsverordnungen zu qualifizieren seien, jedoch ebenso gegenÃ¼ber den KÃ¤u­fern des damaligen Gemeindelandes angewandt worden seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>SinngemÃ¤ss berufen sie sich damit auf die Interessentheorie. Danach sind alle die­jenigen Normen dem Ã¶ffentlichen Recht zuzuordnen, die ausschliesslich oder vorwiegend Ã¶ffentliche Interessen verfolgen (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 209 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Richtlinien der Gemeinde stellen allerdings nach herrschender Auffassung nicht Rechtsnormen dar (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 59 mit Hinweisen). Zwar kÃ¶nnen sie fÃ¼r das interne VerhÃ¤ltnis mÃ¶glicherweise als Verwaltungsverordnungen qualifiziert wer­den, da sie die Anweisung an die GemeindebehÃ¶rden beinhalteten, GrundstÃ¼cke nur unter Aufnahme der darin enthaltenen Klauseln in die KaufvertrÃ¤ge zu verÃ¤ussern. Gegen eine Geltung als objektives Recht auch gegenÃ¼ber Privaten spricht aber die Tatsache, dass sie nicht als formeller Beschluss eines Gemeindeorgans ausgewiesen wurden, nicht datiert waren und auch keine Ã¼bergeordneten Rechtsgrundlagen auffÃ¼hrten. Zudem waren sie teil­weise nicht imperativ abgefasst, sondern sprachen blosse Empfehlungen aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Bezug auf die Anwendung des ZGB kann das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼h­renden dahin gehend verstanden werden, dass sich die Gemeinde zur ErfÃ¼llung der Ã¶ffent­lichen Aufgabe des Schutzes von Natur und Heimat mangels eigentlicher Ã¶ffentlichrechtli­cher Normen auf dieses als subsidiÃ¤res Ã¶ffentliches Recht abstÃ¼tzen musste. Der Be­schwer­degegner wendet allerdings zutreffend ein, dass damals mit der Verordnung betref­fend den Natur- und Heimatschutz vom 9. Mai 1912 (NHV; ZÃ¼rcher Gesetzessammlung der am 1. Januar 1961 in Kraft stehenden Erlasse, Bd. 5, S. 151 ff.) bereits eine unzweifel­haft Ã¶ffentlichrechtliche Grundlage fÃ¼r den Landschaftsschutz bestand, die dem Gemein­derat wohl die geeigneten Mittel in die Hand gegeben hÃ¤tte (vgl. insbes. § 1 Abs. 2 lit. d und § 3 NHV), obwohl PflanzbeschrÃ¤nkungen nicht ausdrÃ¼cklich vorgesehen waren (§ 2 Abs. 2 NHV). Dies spricht gegen eine Qualifikation des Dienstbarkeitsrechts des ZGB als ergÃ¤n­zendes Ã¶ffentliches Recht. In einem Ã¤lteren Entscheid (RB 1962 Nr. 21=ZBl 63/1962, S. 510) hatte das Verwaltungsgericht den Rechtsstreit Ã¼ber den Bestand einer als Grund­dienstbarkeit oder mit obligatorischer Wirkung begrÃ¼ndeten BaubeschrÃ¤nkung zu Lasten eines einem Gemeinwesen gehÃ¶renden GrundstÃ¼cks fÃ¼r privatrechtlich befunden, ausge­nommen, die BeschrÃ¤nkung sei durch Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrag begrÃ¼ndet worden. Die KaufvertrÃ¤ge, welche die streitbetroffenen Bau- und PflanzbeschrÃ¤nkungen enthalten, sind privatrechtlicher Natur, da die Gemeinde damit in erster Linie Ã¼ber FinanzvermÃ¶gen ver­fÃ¼gte. Die BeschrÃ¤nkungen sind â vor allem aus Sicht der KÃ¤ufer â als blosse Nebenpunkte anzusehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob sich die BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht auf die Interessentheorie berufen, ist somit sehr zweifelhaft: Zwar verfolgten die streitbetroffenen Massnahmen auch Ã¶ffentliche Interessen. Insbesondere die Errichtung der Freihaltezone zwischen Aussichts- und Berg­strasse, die den freien Blick auf den See zugunsten der Allgemeinheit sichert, zeigt jedoch auf, dass dieses Ã¶ffentliche Interesse relativ bescheiden ist. Die Richtlinien der Gemeinde stellten zudem keine Rechtsnormen dar, wÃ¤hrend das Dienstbarkeitsrecht des ZGB grund­sÃ¤tzlich dem Privatrecht zugerechnet wird, nur ausnahmsweise der Verwirklichung Ã¶ffent­licher Interessen dient und wegen des damaligen Bestandes "konkurrierender" eindeutig Ã¶ffentlichrechtlicher Bestimmungen kaum ein Grund dafÃ¼r besteht, es vorliegend als er­gÃ¤nzendes Ã¶ffentliches Recht anzusehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Die Subordinationstheorie (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 208) fÃ¼hrt allein angewandt zum Ergebnis, dass keine Ã¶ffentlichrechtlichen Akte vorliegen: Zwar formulierte die Gemeinde offenbar im Wesentlichen die in den frÃ¼hen Siebzigerjahren abgeschlossenen KaufvertrÃ¤ge und bestand nachdrÃ¼cklich auf der Ãbernahme ihrer Richtlinien. Dieser Umstand Ã¤ndert aber nichts daran, dass die darin festgelegten Bau- und PflanzbeschrÃ¤nkungen nur deshalb Geltung beanspruchen konnten, weil sie Vertragsbestandteil wurden und die KÃ¤ufer den ent­sprechenden Klauseln zustimmten. Die Schutzmassnahmen wurden somit nicht einsei­tig-hoheitlich festgelegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Den weiteren in Lehre und Rechtsprechung zur Abgrenzung herangezogenen Theorien kommt keine ausschlaggebende Bedeutung zu: Die Funktionstheorie entspricht weitgehend der Interessentheorie (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 210), wÃ¤hrend die modale Theorie, die auf die Ausgestaltung der Sanktion einer Normverletzung abstellt, fÃ¼r das Vorliegen privatrechtlicher Akte spricht, aber umstritten ist (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 210a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>h) Der angefochtene Beschluss des Gemeinderats X vom 21. August 2001 zielte somit auf die Aufhebung privatrechtlicher Dienstbarkeiten. Hingegen wandte der Ge­mein­derat darin keine Ã¶ffentlichrechtlichen Normen an. Der strittige Beschluss stellt folglich kein taugliches Anfechtungsobjekt eines Rekurses an die Baurekurskommission im Sinn von § 329 ff. PBG dar; diese ist zu Recht auf das bei ihr anhÃ¤ngig gemachte Rechts­mittel nicht eingetreten. Die Beschwerde ist abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>i) Anzumerken ist, dass der Erlass Ã¶ffentlichrechtlicher Schutzmassnahmen fÃ¼r die fraglichen Objekte durch die Gemeinde grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich ist (§ 203 Abs. 1 lit. b, § 211 Abs. 2 PBG). Den BeschwerdefÃ¼hrenden steht es frei, insbesondere durch Gebrauch der politischen Rechte auf kommunaler Ebene (vgl. §§ 40 ff. des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926) auf eine entsprechende Ãnderung der Nutzungsplanung (§ 2 lit. c, § 205 lit. a PBG) hinzuwirken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>