<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 35 S.205</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">205</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3"><b>35</b></span> <span class="ft3"><b>Verhältnismässigkeit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung trotz feh-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lender Selbst- oder Fremdgefährdung bei sofortiger Rückfallsgefahr im</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Falle einer Entlassung.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 30. September 2008 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen J.T. gegen die Verfügung des Bezirksarzt-Stellvertreters X.</span><br/> <span class="ft4">(WBE.2008.295).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">4.</span><br/> <span class="ft6">4.1. (...)</span><br/> <span class="ft6">4.2.</span><br/> <span class="ft6">4.2.1. - 4.2.3. (...)</span><br/> <span class="ft6">4.2.4.</span><br/> <span class="ft6">Für das Verwaltungsgericht steht aufgrund der Krankenge-</span><br/> <span class="ft6">schichte, der ärztlichen Aussagen und des an der heutigen Verhand-</span><br/> <span class="ft6">lung gewonnenen Eindrucks fest, dass der Beschwerdeführer nach</span><br/> <span class="ft6">wie vor behandlungsbedürftig und auch behandlungsfähig ist. Er hat</span><br/> <span class="ft6">seinen Habitualzustand offensichtlich noch nicht erreicht. Die Ein-</span><br/> <span class="ft6">schätzung des Beschwerdeführers, er sei stets freundlich und koope-</span><br/> <span class="ft6">rativ und daher könne er entlassen werden, kann aufgrund seines</span><br/> <span class="ft6">momentanen - nach wie vor psychotischen und misstrauischen - Zu-</span><br/> <span class="ft6">standbildes nicht ausreichen, um entlassen zu werden. Eine mildere</span><br/> <span class="ft6">Massnahme als eine Zurückbehaltung - beispielweise eine ambulante</span><br/> <span class="ft6">Behandlung - ist unter den gegebenen Umständen noch nicht erfolg-</span><br/> <span class="ft6">versprechend. Ohne eine Stabilisierung und einem geschützten Um-</span><br/> <span class="ft6">feld besteht das hohe Risiko, dass der Beschwerdeführer schnell</span><br/> <span class="ft6">wieder in den gleichen Zustand wie vor der Einweisung fällt. Aus-</span><br/> <span class="ft6">serhalb der Klinik wird er wieder konfrontiert mit den Menschen, mit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">206</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">denen er sich in einem Konflikt wähnt, was der Beschwerdeführer in</span><br/> <span class="ft6">seinem noch immer instabilen Zustand noch nicht verkraften könnte</span><br/> <span class="ft6">und was zu baldiger erneuter Eskalation führen würde. Bei dieser</span><br/> <span class="ft6">Ausgangslage liegt es im eigenen wohlverstandenen Interesse des</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführers, dass die stationäre medikamentöse Behandlung</span><br/> <span class="ft6">optimal eingestellt und konsequent fortgeführt wird. Auch wenn</span><br/> <span class="ft6">keine akute Fremd- oder Selbstgefährdung (mehr) vorliegt, kann dem</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer die erforderliche persönliche Fürsorge zur Zeit</span><br/> <span class="ft6">einzig durch die Fortsetzung der stationären Behandlung mit einer</span><br/> <span class="ft6">kontrollierten regelmässigen Medikation und einem geschützten Um-</span><br/> <span class="ft6">feld erwiesen werden, ansonsten ein schneller Rückfall mit erneuter</span><br/> <span class="ft6">Klinikeinweisung vorprogrammiert wäre. Aufgrund seiner misstraui-</span><br/> <span class="ft6">schen Haltung und der Abneigung gegen die Medikation ist eine pro-</span><br/> <span class="ft6">fessionelle Nachbetreuung noch nicht sichergestellt. Die früheren</span><br/> <span class="ft6">Klinikaufenthalte haben aber gezeigt, dass sich der Zustand des Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführers durch eine genügend lange stationäre Behandlung</span><br/> <span class="ft6">jedes Mal verbesserte, sodass er zwischen den jeweiligen Hospitali-</span><br/> <span class="ft6">sationen gute Phasen erlebte.</span><br/></div> </div> </body> </html>