Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. März 2013 (720 12 304 / 50) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit / Würdigung des poly- disziplinären Gutachtens Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1970 geborene A.____ war vom 1. Juni 2006 bis 30. Juni 2007 als Reinigungs- und Servicemitarbeiterin beim Café B.____ angestellt. Am 2 9. Mai 2007 meldete sie sich unter Hin- weis auf verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigunge n bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Mit Verfügu ng vom 19. Juli 2007 wies die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) das Gesuch um Arbei tsvermittlung ab, da die Versicherte aktuell zu 100% arbeitsunfähig sei. Mit Verfügung vom 26. September 2007 wurde ferner das Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente abgewiesen, da das Wartejahr noch nicht erfüllt sei. Am 19. März 2008 meldete sich A.____ erneut bei der IV -Stelle zum Bezug von Leistungen an. Nach weiterer Abklärung der gesundheitlichen, erwerbli chen und hauswirtschaftlichen Verhält- nisse inklusive Einholung eines bidisziplinären Gutachtens bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) ermittelte die IV-Stelle einen Invali ditätsgrad von 20%. Gestützt auf dieses Er- gebnis lehnte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahre n mit Verfügung vom 13. Oktober 2010 den Anspruch auf eine IV-Rente ab. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat André Baur, am 16. November 2010 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherun gsrecht (Kantonsgericht), und be- antragte in erster Linie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente. Mit Vernehmlassung vom 22. Dezemb er 2010 teilte die IV-Stelle dem Kantonsgericht mit, dass sie eine umfassende polydisziplinäre Begutachtung vornehmen wolle, weshalb die angefochtene Verfügung lite pendente aufg ehoben werde. Die Beschwerde wurde in der Folge mit Beschluss der Präsidentin vom 10. Janua r 2011 infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. Nach Einholung eines polydisziplinären Gutachtens durch d ie Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) und Durchführung eines Vorbescheidverfahrens ermittelte die IV-Stelle einen Inva- liditätsgrad von 30% und lehnte den Anspruch von A._ ___ auf eine Invalidenrente mit Verfü- gung vom 6. September 2012 erneut ab. B. Gegen die Verfügung erhob A.____, weiterhin vert reten durch Advokat André Baur, mit Eingabe vom 5. Oktober 2012 Beschwerde beim Kantonsgerich t mit den Begehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdef ührerin rückwirkend ab 1. September 2008 eine ganze Invalidenrente auszurichten ; eventualiter sei zu Lasten der Be- schwerdegegnerin ein interdisziplinäres Gutachten zur A rbeits- und Leistungsfähigkeit der Be- schwerdeführerin sowie ein Gutachten zur Verwertbarkeit der Restarbeits- bzw. Leistungsfähig- keit auf dem freien Arbeitsmarkt einzuholen und danach e rneut über den Leistungsanspruch zu entscheiden. Subeventualiter beantragte die Beschwerd eführerin die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklär ungen. Ferner seien die Ansprüche der Beschwerdeführerin spätestens ab 1. September 2010 mit 5% p.a. zu verzinsen; alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Be gründung führte die Beschwerde- führerin im Wesentlichen aus, dass zur Ermittlung der in validisierenden Arbeitsunfähigkeit auf die aussagekräftigen Berichte der behandelnden Ärzte abz ustellen sei. Ferner sei im Rahmen des Einkommensvergleichs beim Invalideneinkommen ein lei densbedingter Abzug von mindes- tens 20% vorzunehmen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. November 2012 beant ragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, dass die Kritik am eingeholten Gutachten unbe- rechtigt sei. Der medizinische Sachverhalt sei hinreiche nd abgeklärt und weitere Abklärungen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien nicht angezeigt. Die Voraussetzungen eines leidensb edingten Abzugs seien ferner nicht erfüllt, weshalb auch diese Rüge fehl gehe. D. Mit Replik vom 29. November 2012 änderte die Beschw erdeführerin ihr Begehren da- hingehend, dass ihr bereits rückwirkend ab 1. April 2008 eine ganze Invalidenrente auszurich- ten sei. Zur Begründung führte sie aus, dass die erste A nmeldung zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle vom 29./30. Mai 2007 für den Rentenbeginn massgeblich sei. Im Übrigen hielt die Be- schwerdeführerin an ihren Ausführungen grundsätzlich fest. E. In ihrer Duplik vom 3. Januar 2013 hielt die Beschwe rdegegnerin an ihren Begehren und Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 5. Oktober 2 012 ist demnach einzutreten. 2. In ihrer Replik vom 29. November 2012 hat die Beschw erdeführerin ergänzend vorge- bracht, dass sie sich erstmals am 30. Mai 2007 und damit vo r Inkrafttreten der 5. IV-Revision bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet habe. Anwendbar sei damit, insbesondere in Bezug auf die Frage eines allfälligen Rentenbeginns, der bis zum 31. Dezember 2007 geltende aArt. 48 IVG. Im Zusammenhang mit der Prüfung des anwendbaren Rechts ist vorab auf dieses Vorbringen einzugehen. 2.1 Am 1. Januar 2008 ist die Änderung des IVG vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision) in Kraft getreten. In intertemporalrechtlicher Hinsicht sehen deren Schlussbestimmungen eine – im vorliegenden Fall nicht weiter interessierende – Sonderregelung betreffend die Besitz- standswahrung bei Taggeldern für laufende Eingliederu ngsmassnahmen vor. In Bezug auf den Rentenanspruch enthalten die Schlussbestimmungen dagegen keine übergangsrechtliche Son- derregelung. Für die Beurteilung der Frage, welches Recht bei der Beurteilung des Rentenan- spruchs Anwendung findet, ist deshalb auf die allgemein en Kriterien des intertemporalen Rechts abzustellen (vgl. BGE 132 V 220 E. 3.1.1). Danach gilt der Grundsatz, dass diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des r echtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 259 E. 3.5 mit Hinweis). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat als weisungsberechtigte Auf- sichtsbehörde gestützt auf Art. 64 und Art. 64a Abs. 1 l it. b IVG im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 Weisungen zur 5. IV-Revision und zum Intertemporalrecht erlassen. Da- nach ist grundsätzlich dasjenige Recht anwendbar, welche s bei Eintritt des Versicherungsfalles in Geltung stand. Ist der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 eingetreten, so gilt demnach altes Recht und die versicherte Person kann sich noch in nerhalb eines Jahres seit Eintritt des Versicherungsfalles ohne Einbusse an Rentenleistungen b ei der IV anmelden (vgl. Art. 48 Abs. 2 IVG [in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fass ung]). Tritt der Versicherungsfall hin- gegen ab 1. Januar 2008 oder später ein, so ist das neue Recht anwendbar. In diesem Fall ent- steht der Rentenanspruch grundsätzlich erst sechs Monate nach Anmeldung bei der IV (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Ausgenommen davon sind jedoch jene Fälle, in denen das Wartejahr noch vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann und im Jahr 2008 erfüllt wurde. Diesfalls ist die Rente abweichend von Art. 29 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung ab Ab lauf des Wartejahres auszurichten. Auch wenn das Gericht an die Verwaltungsweisungen nicht gebunden ist, weicht es praxisge- mäss nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn diese ei ne überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Damit wird dem Bestreb en einer rechtsgleichen Gesetzesan- wendung Rechnung getragen (vgl. BGE 133 V 591 E. 6.1 ). Das trifft auf die genannte Weisung des BSV zu. 2.3 Vorliegend ist die Beschwerdeführerin gemäss den v orliegenden Akten in ihrer ange- stammten Tätigkeit seit dem 13. April 2007 (vgl. Arbeit geberfragebogen vom 4. Juni 2007, IV- Akten Dokument Nr. 7; Meldung der Arbeitsunfähigkeit Ko llektiv-Taggeld C.____ Versicherun- gen AG vom 20. Juni 2007, IV-Akten Dokument Nr. 33), spätestens jedoch seit dem 3. Mai 2007 (vgl. Arztbericht für Erwachsene, Dr. med. D.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 4. Juli 2007, IV Akten Dokument Nr. 8) vollständig arb eitsunfähig. Das Wartejahr für den Ren- tenanspruch begann somit spätestens am 3. Mai 2007 zu la ufen und endete am 4. Mai 2008. Die Renten begründende Invalidität (Versicherungsfall gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 und Art. 4 Abs. 2 IVG in V erbindung mit Art. 28 ff. IVG; vgl. BGE 137 V 417 ff.) wäre demnach nach dem 1. Januar 2008 ei ngetreten, weshalb der strittige Ren- tenanspruch grundsätzlich gemäss den ab 1. Januar 2008 g eltenden, neuen Rechtsgrundlagen zu beurteilen ist. Hingegen hat das Wartejahr noch vor d em 1. Januar 2008 zu laufen begon- nen. Die Auszahlung einer allenfalls geschuldeten IV-R ente hätte demnach in Abweichung die- ses Grundsatzes bereits nach Ablauf des Wartejahres, somi t spätestens im Mai 2008, zu erfol- gen. 3. Materiell strittig und im Folgenden zu prüfen ist , ob die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt hat. Massgebe nd ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 6. Septemb er 2012 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe- fugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn si e zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 4 0% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, gei stigen oder psychischen Gesundheits- schaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei lweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird das Er werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh rung allfälliger Eingliederungsmassnah- men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichen er Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkomme n). Der Vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 f. E. 2a und b). 3.3 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet damit die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte. Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechu ng des damaligen Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozi alrechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (vgl. BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die r echtsanwendende Behörde – die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist e s, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstä tigkeiten als die zuletzt ausgeübte Be- rufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemein en, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozial- versicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E . 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverf ahren sinngemäss Anwendung (vgl. Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berich- te von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht d er Erfahrungstatsache Rechnung tra- gen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsre chtliche Vertrauensstellung in Zweifels- fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patie nten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Bewe iswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnd er Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf deshalb nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt- nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten blei ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte w ichtige – und nicht rein subjektiver ärztli- cher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner- kannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Unter den Parteien umstritten ist vorliegend insbeson dere die Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der Beschwerdeführerin. 5.1 Zu dieser Frage sind die folgenden medizinischen Un terlagen zu berücksichtigen: 5.1.1 Der behandelnde Arzt Dr. med. D.____, Allgemei ne Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Arztbericht an die IV-Stelle vom 21. April 2008 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: eine Sichelzellenanämie, Thalassämie mit Splenomegali e; eine chronische Hepatitis B; eine schwere Depression mit Erschöpfungszuständen; eine Lumboischi algie, rechts mehr als links; Knieschmerzen beidseits und Hypertonie. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Status nach Operation einer inkarzerierten Nabelhernie im August 2002 sowie rezidivierende Magen- und Bauchschmerzen. Die Versicherte sei als Hilfs arbeiterin seit dem 3. Mai 2007 bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Denkbar wäre ei ne höchstens sitzende, leichte manuelle Tätigkeit von zwei Stunden am Tag. Die Prognose sei eher ungünstig. 5.1.2 Mit Bericht an die IV-Stelle vom 29. Mai 2008 st ellte Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Anpassungsstörungen mit gemischten Störu ngen von Gefühlen und So- zialverhalten sowie eine rezidivierende depressive Störung , gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom fest. Diese Diagnosen hätten eine Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit; psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkungen auf die A rbeitsfähigkeit lägen nicht vor. Die Versicherte sei seit Behandlungsbeginn im Januar 2004 zu 100% arbeitsunfähig. Tätigkeiten im Sinne einer Arbeit ausserhalb des gewohnten Haushalts seien ihr nicht mehr zumutbar. Sie habe bereits grosse Mühe, den Haushalt zu bewältigen. Die Therapiemöglichkeiten seien aus psychiatrischer Sicht ausgeschöpft, die Prognose sei als eher ungünstig zu beurteilen. 5.1.3. Prof. Dr. med. F.____, Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, und Dr. med. G.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, stell ten im hepatologischen Untergutachten vom 16. April 2009 die Diagnosen einer chronischen habe-Antigen-negativen Hepatitis B, cona- tal oder über Transfusion in der Türkei 2002, im Verl auf habe-Antigen-Negativierung zwischen September 2002 und Januar 2003 mit erhöhten Transamin asen, einer Viruslast von 280 Mio IU/ml und einer persistierenden Splenomegalie bei una uffälliger Lebersonographie; einer sym- ptomatischen Splenomegalie; einer Eisenmangelanämie be i Thalassaemia intermedia und Si- chelzellanämie; einem Status nach inkarzerierter Nabelh ernie; einem Status nach Ovarial- zysten-Operation sowie einer Depression. Davon hätten di e Eisenmangelanämie, die Spleno- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht megalie und die Depression Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Bei der Versicherten bestehe eine hochreplikative chronisch-aktive Hepatitis B. Eine anti virale Therapie sei dringend indiziert. In- wieweit die beklagte allgemeine Müdigkeit durch die He patitis B verursacht werde, sei letztlich nicht eindeutig zu klären, könne jedoch nicht ausgeschlossen werden. Im Vordergrund schienen jedoch die schwere Eisenmangelanämie und die hämatologische Grundkrankheit zu liegen. Aus hepatologischer Sicht werde keine wesentliche Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit erkannt, ausser für den Einsatz in der Gastronomie, als zahntechn ische Angestellte bzw. in Berufen, in denen durch Verletzung der Haut das Blut der Patienti n mit Klienten oder Nahrungsmitteln in Kontakt kommen könnte. Die ausgeprägte Splenomegalie verhindere ausserdem die Arbeitsfä- higkeit für schwere bis mittelschwere Tätigkeiten. Für einfache Arbeiten ohne körperliche Tätig- keit werde keine Einschränkung erkannt. 5.1.4 Gemäss dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen bidisziplinären psy- chiatrisch-neurologischen Gutachten der asim vom 24. August 2008 seien mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine somatoforme autonome Funktionsstörung des Gastrointestinaltraktes, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein Verdach t auf hypochondrische Störung zu diagnostizieren. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien Probleme in der Lebensführung, ein chronisches Zervikozephalsyndrom mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp mit migränifor- mer Komponente und ohne radikuläres Reiz- oder sensomot orisches Ausfallsyndrom sowie ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradikulärem S chmerzsyndrom ohne sensomo- torisches Ausfallsyndrom. Aus rein neurologischer Sicht sei keine Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit zu postulieren. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich b ei multiplen funktionellen Diagno- sen, die vermutlich weitgehend im Zusammenhang mit Pro blemen in der Lebensführung stün- den, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in jeder Verweistätigkeit von 20%. 5.1.5 Gemäss Bericht von Dr. med. H.____, Gastroenterol ogie FMH, vom 25. Oktober 2010 bestehe derzeit in Bezug auf die chronische Hepatitis B keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, ausser für den Einsatz der Patientin in der Gastronomie und in Heilberufen. 5.1.6 Dem Bericht von Dr. D.____ vom 5. November 2010 ist zu entnehmen, dass die Versi- cherte im Rahmen eines Eisenmangels, tiefem Blutdruck un d Anämie an chronischer Müdigkeit und Schwindel sowie verschiedenen Gelenkbeschwerden leide . Mehrmalige Infusionen mit Eisenpräparaten hätten keine oder keine dauernde Besseru ng gebracht. Bei deutlicher Ver- schlechterung des Hepatitis B-Verlaufs sei eine Leberbiopsie durchgeführt worden. 5.1.7 Gemäss Stellungnahme von pract. med. I.____, Facha rzt für Psychiatrie und Psychothe- rapie, Regional-ärztlicher Dienst (RAD), vom 2. Dezember 2010 sei keine gesamt-medizinische Diskussion unter Einbezug der hämatologischen Situation d er Versicherten geführt worden. Da jedoch zwischen depressiver Symptomatik einerseits und Müdigk eit und Antriebslosigkeit in Zusammenhang mit der schweren Eisenmangelanämie Interf erenzen und gegebenenfalls Ver- stärkungen anzunehmen seien, sei eine abschliessende polydi sziplinäre Begutachtung mit den Disziplinen Psychiatrie, Neurologie, Hämatologie und internistischer Fallführung durchzuführen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.8 Dres. med. J.____, Hämatologie FMH, und K.____ , Hämatologie FMH, berichten am 6. Januar 2011 über die Untersuchung der Versicherten vom 23. November 2010 und 21. Dezember 2010 und halten fest, dass die Versicherte vor allem durch die Anämie in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sei. Vorgenommen wurd e eine in der Zukunft fortzusetzende parentale Eisensubstitution. 5.1.9 Dem Bericht von Prof. Dr. med. L.____, Hämatolo gie FMH, und Dr. K.____, Hämatolo- gie FMH, vom 9. Juni 2011 zufolge klage die Versicherte w eiterhin über konstante Müdigkeit und leichte Druckgefühle, teilweise mit Schmerzen im O berbauch links. Die Einnahme von Ei- sentabletten habe keine Wirkung gezeigt. Bei der Verla ufskontrolle vom 24. Mai 2011 wurde eine parentale Eisensubstitution durchgeführt. Von w eiteren Eiseninfusionen werde aufgrund des aktuell stabilen klinischen Zustands abgeraten. 5.1.10 Mit Gutachten vom 9. Februar 2012 stellte die Ärzteschaft der ABI folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: eine Anämie bei Alpha-Thalassämie und Sichelzellenano- malie mit Splenomegalie und Eisenmangel; eine hochrep likative chronisch aktive Hepatitis B und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine anhaltende somatoforme Sch merzstörung mit generalisiertem Schmerzsyndrom, eine latente Hypothyreose, eine Hiatushern ie unter Refluxösophagitis bei Status nach Laparotomie bei axialer Hiatushernie (1990), eine Endometriose Stadium II (Erstdi- agnose Februar 2011) bei Status nach Adnexektomie und Endometriumdestruktion Ovar rechts im Februar 2011 sowie ein Status nach zweimaliger Nabelhernien-Operation zu diagnostizieren. In der fachärztlichen allgemeininternistischen Fallführung wird von Dr. med. M.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, ausgeführt, dass die Versicherte i n erster Linie über Kraft- und Energielo- sigkeit, Erschöpfung und Ganzkörperschmerzen klage. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen, der anamnestischen Angaben und der erhobe nen Untersuchungsbefunde stünden aus allgemeininternistischer Sicht eine schwere therapieresistente Anämie multifaktorieller Ätio- logie bei bekannter Alpha-Thalassämie und Sichelzella nomalie sowie ein therapieresistenter Eisenmangel mit konsekutiv erklärbarer Müdigkeit im Vord ergrund. Im Kontext der Hämoglobi- nopathie fände sich eine ausgeprägte Splenomegalie mi t rezidivierenden Abdominalgien. Daneben fände sich eine hochreplikative chronisch aktive Hepatitis B mit leicht erhöhten Tran- saminasen. Aus rein hämatologischer Sicht könnten der V ersicherten nach telefonischer Rück- sprache vom 21. Dezember 2011 mit Dr. med. N.____, Ste llvertreter und Leitender Arzt Häma- tologie, Universitätsspital Basel, aufgrund der bekann ten Thalassämie und zusätzlichen Sichel- zellanomalie mit konsekutiver Anämie und symptomatischer Splenomegalie körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit Käl teexpositionen und auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsangestellte bleiben d nicht mehr zugemutet werden. Für kör- perlich leichte, wechselbelastete Tätigkeiten bestehe e ine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30%. Dr. M.____ hält ferner fest, dass der Versicher ten aufgrund der Hepatitis B eine Ein- schränkung der Leistungsfähigkeit von 20% attestiert wer den könne. Die Einschränkungen aus hämatologischer und hepatologischer Sicht ergänzten sich bezüglich möglicher Pausen, es be- stehe kein additiver Effekt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der psychiatrischen Fachbegutachtung von Dr. med. O.____ , Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zufolge würden bei der Versicherten eine leichte d epressive Episode mit depressiven Verstimmungen, Ängsten, Antriebsstörungen, erhöhter Mü digkeit am Tag, Schlafstörungen in der Nacht mit Albträumen und traumatischen Erinnerungen sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit ausgeweiteten somatischen Beschwerden, insbesondere am Bewegungs- apparat, vorliegen. Es bestünden deutlich ausgeprägte p sychosoziale und emotionale Belas- tungsfaktoren. Aus den Akten würden auch deutlichere de pressive Phasen ersichtlich. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe, bedingt durch die vorliegen de depressive Störung und insbeson- dere der daraus folgenden erhöhten Ermüdbarkeit, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Die somatoforme Schmerzstörung wirke sich nicht einsch ränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die höhere Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch den behandelnden Psychiater Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und seine Diagnose einer Anpassungs- störung könnten nicht nachvollzogen werden, der entsprechende Bericht sei ungenau. Gemäss neurologischer Fachbeurteilung durch Dr. med. P._ ___, Neurologie FMH, stünden nach Angaben der Versicherten Schmerzen am ganzen Körpe r im Vordergrund, bei starker Druckempfindlichkeit sämtlicher Gelenke und Muskeln. Sie könne keinen fokalen Schmerz an- geben. Aus rein neurologischer Sicht fänden sich keine An haltspunkte für eine neurologische Grunderkrankung. Insbesondere fehlten Anhaltspunkte für eine radikuläre Symptomatik oder eine Störung der langen Bahnen sowie für eine Polyne uropathie-Symptomatik. Differenzialdia- gnostisch stehe ein Zusammenhang zur Sichelzellenanämie zu r Diskussion. Dabei handle es sich jedoch nicht um eine eigentliche neurologische Erkra nkung, so dass diesbezüglich die in- ternistisch-hämatologische Beurteilung ausschlaggebend sei. Aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In der Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schlu ss, dass der Versicherten körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten sowie T ätigkeiten, die eine Kälteexposition voraussetzen, bleibend nicht mehr zugemutet werden könnten. Für körperlich leichte und adap- tierte Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungs fähigkeit von 70%. Die Einschränkungen aus psychiatrischer und allgemeininternistischer Sicht wür den sich bezüglich möglicher Pausen ergänzen, es bestehe kein additiver Effekt. Das Pensum kö nne vollschichtig umgesetzt werden mit einem erhöhten Pausenbedarf von 15 Minuten pro S tunde und einem leicht reduzierten Rendement. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der U ntersuchungsbefunde, der vorlie- genden Dokumente und der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten werde davon ausgegangen, dass die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit seit dem 3. Mai 2007 bestehe. 5.1.11 Mit Stellungnahme vom 2. April 2012 bekräftigt der behandelnde Dr. D.____ seine Ein- schätzung, dass die Versicherte bei einer leichten Tätigkei t lediglich im Umfang von zwei Stun- den täglich arbeitsfähig sei. 5.1.12 Der behandelnde Dr. E.____ bestätigt mit Schr eiben vom 15. April 2012 die Diagnose einer mittelschweren depressiven Erkrankung. Die lebensbedrohliche Splenomegalie wirke sich auf die depressive Symptomatik und die psychiatrische Schmer zsymptomatik verstärkend aus. Die beiden psychiatrischen Diagnosen seien ferner nicht getrennt zu betrachten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefoc htenen Verfügung bei der Beurtei- lung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit d er Beschwerdeführerin vollumfäng- lich auf die Ergebnisse des Gutachtens der ABI und ging davon aus, dass der Beschwerdefüh- rerin die Ausübung einer körperliche leichten Tätigkeit im Umfang von 70%, vollschichtig reali- sierbar, zuzumuten sei. 5.3 Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und S pezialärzten volle Beweiskraft zuzuer- kennen, wenn diese aufgrund eingehender Beobachtunge n und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, und solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Experti- se sprechen. Vorliegend liegen solche Anhaltspunkte – en tgegen der Auffassung der Be- schwerdegegnerin – beim der Verfügung zugrundeliegend en Gutachten der ABI jedoch vor, weshalb letztlich bei der Beurteilung des medizinischen Sa chverhalts nicht abschliessend dar- auf abgestellt werden kann. So stützt sich das Gutachten bezüglich der hämatologischen Be- schwerden und Erkrankungen im Wesentlichen auf die telefonischen Auskünfte von Dr. N.____. Indessen finden sich in den Akten keine Schriftstücke die ses Spezialisten; ein Gesprächsproto- koll des geführten Telefonats liegt ebenfalls nicht vor. Augenscheinlich hat Dr. N.____ die Be- schwerdeführerin nicht selbst untersucht. Ferner wird au s den Akten nicht deutlich, welche Un- terlagen Dr. N.____ für die Erörterung des vorliegend en Falls zur Verfügung standen und mit welchem Wissen er seine Schlussfolgerungen gezogen hat. S chliesslich geht aus dem Gutach- ten der ABI nicht eindeutig hervor, ob sich Dr. N.____ überhaupt zur Arbeits- und Erwerbsfähig- keit der Beschwerdeführerin geäussert hat. Aufgrund de r Komplexität dieser Problematik (schwere therapieresistente Anämie multifaktorieller Ätiologie bei bekannter Alpha-Thalassämie und Sichelzellanomalie sowie ein therapieresistenter Ei senmangel) wäre jedoch die hämatolo- gische Untersuchung und Begutachtung der Beschwerdeführ erin durch einen Spezialisten un- abdingbar gewesen. So hat auch der RAD-Arzt pract. med . I.____ bereits mit Aktennotiz vom 2. Dezember 2010 festgehalten, dass das erste Gutachten der asim aufgrund der fehlenden hämatologischen Untersuchung als mangelhaft anzusehen se i und mit Aktennotiz vom 1. April 2011 die Notwendigkeit einer hämatologischen Begutach tung bekräftigt. Der Arztbericht von Prof. L.____ und Dr. K.____ vom 9. Juni 2011 wird von den begutachtenden Ärzten der ABI erwähnt, lässt überdies jedoch keine weitere Beurteilu ng der hämatologischen Problematik zu, da er sich – abgesehen von einem Hinweis, dass die Leist ungsfähigkeit durch die Anämie be- einträchtigt sei – nicht zur Arbeitsfähigkeit der Be schwerdeführerin äussert. Auch betreffend die hepatologische Problematik fehlt eine spezialärztliche Untersuchung. Das Gutachten stützt sich diesbezüglich auf die Ausführungen von Dr. F.____ vom 16. April 2009 und von Dr. H.____ vom 25. Oktober 2010, bejaht im Gegensatz zu diesen jedoch einen Einfluss der Hepatitis B auf die Arbeitsfähigkeit. Das Gutachten der ABI vermag schlies slich insbesondere in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge nicht zu überzeugen. Die begutachtenden Ärzte stellen zwar in hämatologischer Hinsicht eine Einschränkung der A rbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten in der Höhe von 30%, in hepatologischer Hinsicht eine solche von 20% und in psychiatrischer Hinsicht eine solche von 20% fest, verneinen aber jeden additiven Effekt, da sich die Ein- schränkungen bezüglich möglicher Pausen ergänzen würden. I m Raum stehen derweil drei Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diagnosen, namentlich die Anämie, die Hepatitis und die depressive Störung, bei denen jeweils Müdigkeit und Antriebslosigkeit als massgebliches Symptom für die Einschränkung in der Ar- beitsfähigkeit angegeben werden. Angesichts der diagno stizierten Leiden und der Beurteilung der Leistungsfähigkeit in den einzelnen Disziplinen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die hepa- tologischen Einschränkungen einerseits und die psychiatrische n Limitierungen andererseits neben den hämatologischen Leiden keine weitergehende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit begründen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeg egnerin wird nicht schlüssig begrün- det, weshalb sich diese Einschränkungen gegenseitig kompensieren sollen. Der blosse Verweis auf einen erhöhten Pausenbedarf vermag die Verneinu ng additiver Effekte nicht zu stützen. Hinzu kommt, dass aktenkundig von ärztlicher Seite die Mögl ichkeit von gegenseitigen Wech- selwirkungen zwischen den verschiedenen Krankheiten, namen tlich auch einer Auswirkung der somatischen Beschwerden auf die psychiatrische Problemati k, angesprochen wird (vgl. Akten- notiz des RAD-Arztes pract. med. I.____ vom 2. Dezember 2010; Schreiben von Dr. E.____ vom 15. April 2012), womit sich das Gutachten ebenfalls nicht auseinandersetzt. Für eine ab- schliessende Beurteilung der Leistungsfähigkeit erscheine n somit spezialärztliche hämatologi- sche und hepatologische Untersuchungen und eine Konsensual beurteilung der Einschränkun- gen mit besonderem Augenmerk auf allfällige Interfer enzen, Verstärkungen und Wechselwir- kungen zwischen den verschiedenen Diagnosen angezeigt. Eine solche Begutachtung rechtfer- tigt sich um so mehr, als die von der Ärzteschaft der A BI beurteilte Leistungsfähigkeit von der- jenigen der behandelnden Ärzte deutlich abweicht, wenn gleich auf deren Berichte mangels schlüssiger Begründung und Vollständigkeit ebenfalls nich t abgestellt werden kann. Aus dem Ausgeführten folgt, dass eine zuverlässige Beurteilung d es medizinischen Sachverhalts ohne eine ergänzende Abklärung nicht möglich ist. 6.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung könn en die Sozialversicherungsge- richte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streit sache zur neuen Begutachtung an die Ver- waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut- achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahr en anderweitig erhobenen Sachver- halt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig häl t oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. E ine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge- klärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff. E. 4.4.1 ff.). 6.2 Da die Beschwerdegegnerin vorliegend nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurtei- lung der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorg enommen hat (vgl. Erwägung 5.3) und es nicht Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Die angefochtene Verfügung vom 6. September 2012 ist folglich aufzuheben und die Angelegenheit ist an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung zurückzuweis en. Diese hat die Beschwerdeführerin in hämatologischer, psychiatrischer, hepatologischer und n eurologischer Hinsicht umfassend begutachten zu lassen, wobei mittels einer Konsensualbeurteilung der Spezialärzte eine vertief- te Auseinandersetzung über mögliche Interferenzen, Wech selwirkungen und Verstärkungen zwischen den somatischen Beschwerden untereinander und zwisch en den somatischen Be- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerden und der psychiatrischen Problematik zu erfolgen ha t. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über d en Rentenanspruch der Beschwerde- führerin neu zu verfügen haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6.3 Damit erübrigt sich das Vorbringen der Beschwerdef ührerin, die Beschwerdegegnerin habe, indem sie trotz der Einwendungen der Beschwerdefü hrerin keine konsensuale Lösung bei der Wahl der Begutachtungsstelle angestrebt habe, ihre Mitwirkungsrechte und damit im Verfahren der Begutachtung die in BGE 137 V 210 ff. aufgestellten Vorgaben verletzt. Auf der Grundlage des auf den 1. März 2012 in Kraft getretene n, neu gefassten Art. 72 bis IVV hat das BSV das Zuweisungssystem "SuisseMED@P" etabliert, dem alle Gutachteninstitute ange- schlossen sind, die über eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesamt verfügen. Die Vergabe der MEDAS-Begutachtungsaufträge erfolgt nach dem Zufallsprinzip (Art. 72 bis Abs. 2 IVV). Das Verfahren der Auftragsvergabe für polydiszipli näre Gutachten via SuisseMED@P richtet sich nach Anhang V des Kreisschreibens über das Ver fahren in der Invalidenversiche- rung (KSVI; gültig ab 1. Januar 2010, Stand: 1. Februar 2013). Ergänzend ist festzuhalten, dass zwar ein Konsens über die Gutachterstelle erstrebenswert ist, darauf aber kein Rechtsanspruch besteht (vgl. BGE 137 V 210, E. 3.4.2.6; Urteil des Bu ndesgerichts vom 9. Mai 2012, 9C_950/2011, E. 1.1 und 3.4; Urteil des Sozialversicher ungsgerichts des Kantons Zürich vom 27. März 2012, IV.2012.00101, E. 2.6). Allfällige Vo rbringen gegen die ausgewählte Gutachter- stelle wären von der Beschwerdeführerin im Rechtsmittelve rfahren nach Erlass der Zwischen- verfügung vom 8. Juli 2011 anzubringen gewesen, die jedoch unangefochten blieb. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ve rfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführerin al s obsiegende Partei ist demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzuspreche n. Der in der Honorarnote vom 29. November 2012 für das vorliegende Verfahren gelte nd gemachte Zeitaufwand von Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 18 Stunden und 55 Minuten erweist sich in Anbetracht de r sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen, zumal ein Anteil des zeitli chen Aufwands zu einem reduzierten Tarif für juristische Volontäre verrechnet wird. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Ho- norarnote ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 359.30. Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteientschädigung in der geltend gemacht en Höhe von Fr. 4'078.10 (8:25 Stunden à Fr. 250.-- + 10:30 à Fr. 125.-- + A uslagen von Fr. 359.30 zuzüglich 8 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bund esgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 6. Sept ember 2012 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorin- stanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4'078.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entrichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht