<h2>SubmittedText<h2><p>1989 wurde das Bundesamt für Forstwesen im Zuge diverser Umstrukturierungen in das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) integriert. Kantone und Berufsorganisationen wehrten sich gegen diese Massnahme damals heftig und kritisierten die fehlende Konsequenz der Planung.</p><p>1998 waren im Buwal, zum Nachteil des Forstwesens, neue Umstrukturierungen angesagt. Im neuen Organigramm finden sich die Bereiche des Forstwesens in verschiedenen Verwaltungseinheiten verstreut, ohne gemeinsame Leitung. Man muss annehmen, dass nach dem Rücktritt des gegenwärtigen Direktors neue Veränderungen folgen. Die Kantone befürchten, dass die jüngste Entwicklung zu einer generellen Schwächung des Forstwesens führt.</p><p>1. Auf dem Wege der Interpellation frage ich den Bundesrat, ob er bereit ist, sich dafür einzusetzen, dass der Nachfolger des eidgenössischen Forstdirektors eine starke Stellung innerhalb des Departementes hat, dass er über eine Ausbildung im Bereich des Forstwesens verfügt und dass er Mitglied der Direktion des Buwal ist.</p><p>2. Für das Forstwesen sind Bund und Kantone gemeinsam zuständig, was eine enge Zusammenarbeit zwischen den entsprechenden Behörden erfordert. Die Organisation des Forstwesens, wie sie die Bundesbehörden vorsehen, ist aber geeignet, ein gemeinsames Vorgehen der Gemeinwesen zu behindern. Ist sich der Bundesrat dieser Gefahr bewusst, und ist er bereit, eine differenziertere Lösung zu suchen, die eine umfassende, soziale und ökonomische Bewirtschaftung des Waldes ermöglicht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Forstwesen ist sowohl in ökonomischer wie auch in ökologischer Hinsicht für unser Land von grosser Bedeutung. Der Forstpolitik ist daher unter dem Gesichtspunkt der Schutzwirkung wie auch der nachhaltigen Nutzung des Waldes ein hoher Stellenwert einzuräumen. Im besonderen verdient die Holzwirtschaft unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, sowohl in ihrer Funktion für den Arbeitsmarkt als auch für die Bewirtschaftung einer unserer wenigen natürlichen Ressourcen (vgl. auch die Antwort des Bundesrates vom 31. März 1999 auf die dringliche Einfache Anfrage Weyeneth vom 3. März 1999, 99.1008).</p><p>Die Reorganisation des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) stellt sich dieser politischen Wertung keineswegs entgegen. Die Forstdirektion geniesst im BUWAL denn auch zu Recht im Rahmen ihres Leitbildes und der Amtsstrategie einen bemerkenswerten Handlungsspielraum. Sie wird von der Amtsleitung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützt und spielt keineswegs eine Aussenseiterrolle. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Die Forstdirektion ist vor kurzem reorganisiert worden und bildet heute eine klar definierte Einheit, die von einer 3-köpfigen Geschäftsleitung unter dem Vorsitz des Forstdirektors geführt wird. Im Zusammenhang mit der Reorganisation des BUWAL und dem baldigen, altersbedingten Weggang des Forstdirektors ist eine Verkleinerung der Geschäftsleitung auf zwei Personen vorgesehen. Es wird dadurch aber weder der Titel des Forstdirektors bzw. einer Forstdirektorin noch die Struktur dieser Einheit in Frage gestellt. Schliesslich werden alle forstlichen Geschäfte unter der Federführung der Forstdirektion bearbeitet; sie werden nicht auf mehrere Verwaltungseinheiten des Amtes verzettelt.</p><p></p><p>Das BUWAL umfasst in Zukunft im Wesentlichen drei Führungsbereiche, nämlich die beiden Fachbereiche "Natur-/Landschaftsschutz, Wald und Wasser" und "Emissionen" sowie den Koordinationsbereich. Die beiden Fachbereiche werden durch zwei vom Bundesrat am 31. März 1999 gewählte Vizedirektoren geleitet. Diese bilden zusammen mit dem Direktor und dem stellvertretenden Direktor die Amtsleitung.</p><p></p><p>Zu Frage 1</p><p>Der für den Fachbereich "Natur-/Landschaftsschutz, Wald und Wasser" zuständige Vizedirektor, der nicht Forstingenieur, aber praxiserfahrener Doktor der Naturwissenschaften ist, wird zusammen mit dem neuen Forstdirektor für eine kompetente und effiziente Wahrung der forstlichen Interessen nach innen (BUWAL, Bundesverwaltung) wie nach aussen (Kantone, Öffentlichkeit, Verbände) sorgen.</p><p></p><p>Zu Frage 2</p><p>Ohne massgebliche Mitwirkung der Kantone können die forstpolitischen Grund-sätze weder bestimmt noch umgesetzt werden. Die neue Führungsstruktur des BUWAL schwächt diese Feststellung keineswegs ab. Die enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen wird auch in Zukunft die unabdingbare Basis für eine erfolgreiche Forstpolitik bilden.</p>  Antwort des Bundesrates.