<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00352</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206352&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00352</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.12.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Leistungen an die Fremdplatzierung der Kinder; Rückerstattung der Leistungen nach einem Erbanfall<br/><br/>Die grundsätzliche Verpflichtung zur Rückerstattung (ohne den Betrag genau zu nennen, weil genauer Erbschaftsanteil noch ungewiss) ist ein Vorentscheid, der anfechtbar ist (E. 2).<br/>Rechtsgrundlagen zum Anspruch auf Sozialhilfe und zur Rückerstattung von Sozialhilfeleistungen (E. 3).<br/>Leistungen an die Fremdplatzierung der Kinder sind Sozialhilfeleistungen (E. 5.1). Auslegung des Rückerstattungstatbestands von § 27 SHG. Bei einem dauernd fremdplatzierten Kind liegt ein eigener sozialhilferechtlicher Wohnsitz vor. Die Leistungen kommen ihm zu und können deshalb von einem Elternteil, der durch eine Erbschaft in finanziell günstige Verhältnisse gelangt ist, nicht zurückgefordert werden (E. 5.2). Konstellationen, in denen dieses Auslegungsergebnis zu einer Ungleichbehandlung führen kann (E. 5.3).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBSCHAFT">ERBSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Privatrecht UR: Zivilgesetzbuch ST: FAMILIENRECHT">FAMILIENRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREMDPLATZIERUNG">FREMDPLATZIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERUNTERHALT">KINDERUNTERHALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNG">RÃCKERSTATTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFERECHTLICHER WOHNSITZ">SOZIALHILFERECHTLICHER WOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORENTSCHEID">VORENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 27 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 37 Abs. III lit. c SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 48 Abs. III VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 276 ZGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 285 Abs. I ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. III lit. c ZUG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 54</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Im Februar 2002 erteilte die VormundschaftsbehÃ¶rde X der Jugend- und Familienberatung den Auftrag, die familiÃ¤re Situation der Familie (das heisst der Eltern A und B sowie der 1997 bzw. 1999 geborenen Kinder D und E) im Hinblick auf Vormundschafts- und Kindesschutzmassnahmen abzuklÃ¤ren. Am 8. Oktober 2002 ordnete die VormundschaftsbehÃ¶rde fÃ¼r die Eheleute A und B eine Beistandschaft im Sinn von Art. 392 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) an. Am 3. Juni 2003 ordnete die VormundschaftsbehÃ¶rde fÃ¼r die beiden Kinder eine Beistandschaft im Sinn von Art. 308 Abs. 1 ZGB an. Am 25. Februar 2004 stimmte der Gemeinderat X der vorÃ¼bergehenden Platzierung von D und E bei der Pflegefamilie F zu und erteilte hierfÃ¼r Gutsprache fÃ¼r die anfallenden Kosten von Fr. 185.-/Tag/Kind zuzÃ¼glich Nebenkosten von Fr. 120.-/Monat/Kind, unter Befristung der Kostengutsprache bis lÃ¤ngstens Ende Februar 2005 sowie unter Hinweis auf den noch festzusetzenden Elternbeitrag. Die beiden Kinder wurden am 22. MÃ¤rz 2004 in der Pflegefamilie aufgenommen. Die VormundschaftsbehÃ¶rde X setzte am 26. Oktober 2004 den Elternbeitrag rÃ¼ckwirkend auf 22. MÃ¤rz 2004 auf insgesamt Fr. 2'000.- pro Monat fest. Am 7. Juni 2005 stimmte die VormundschaftsbehÃ¶rde X der WeiterfÃ¼hrung der Fremdplatzierung von D und E bei der sozialpÃ¤dagogischen Pflegefamilie F zu; gleichzeitig befristete sie die Kostengutsprache von Fr. 11'340.- pro Monat bis Ende Februar 2006. Am 6. Dezember 2005 beschloss die VormundschaftsbehÃ¶rde X, die Fremdplatzierung von D und E bei der sozialpÃ¤dagogischen Pflegefamilie F werde per 10. Februar 2006 (Beginn Sportferien) beendet.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X erfahren hatte, dass A aus dem (noch nicht verteilten) Nachlass seines am 24. September 2005 verstorbenen Vaters "einen grÃ¶sseren Geldbetrag" (Pflichtteil von drei Vierteln der Erbschaft) erhalten werde (vgl. 8/6/10), beschloss sie am 20. Dezember 2005, die vom MÃ¤rz 2004 bis Dezember 2005 aufgelaufenen Kosten der Fremdplatzierung der beiden Kinder im Betrag von Fr. 196'735.- wÃ¼rden zurÃ¼ckgefordert (Disp. Ziffer 1). Sobald A Ã¼ber die Erbschaft verfÃ¼gen kÃ¶nne, habe er die aufgelaufenen Fremdplatzierungskosten im Umfang der Erbschaft zurÃ¼ckzuerstatten (Disp. Ziffer 2).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen gelangten A und B mit Rekurs vom 17. Januar 2006 an den Bezirksrat Y. Sie beantragten, die VerfÃ¼gung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 20. Dezember 2005 vollumfÃ¤nglich aufzuheben und festzustellen, dass fÃ¼r die den jeweils vereinbarten Elternbeitrag Ã¼bersteigenden Fremdplatzierungskosten fÃ¼r die beiden Kinder D und E kein RÃ¼ckerstattungsanspruch bestehe; eventuell sei Disp. Ziffer 2 der VerfÃ¼gung dahin abzuÃ¤ndern, dass bei der Berechnung der RÃ¼ckerstattungsforderung ein Freibetrag von Fr. 40'000.- berÃ¼cksichtigt werde. Der Bezirksrat Y hiess den Rekurs am 20. Juni 2006 im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gut. Wie sich aus Letzteren ergibt, entsprach er damit im Wesentlichen dem Eventualbegehren der Rekurrierenden.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 5. September 2006 beantragten A und B dem Verwaltungsgericht, den Rekursentscheid des Bezirksrats Y vollumfÃ¤nglich aufzuheben und die RÃ¼ckerstattungsforderung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Wie sich aus der BeschwerdebegrÃ¼ndung ergibt, soll damit der Rekursentscheid insoweit aufgehoben werden, als darin der Rekurs abgewiesen worden ist. Der Bezirksrat Y und die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X verzichteten ausdrÃ¼cklich bzw. stillschweigend auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Im Zeitpunkt, in welchem die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde die RÃ¼ckforderung der den Elternbeitrag Ã¼bersteigenden Kosten der Fremdplatzierung durch formelle VerfÃ¼gung geltend machte (mit Beschluss vom 20. Dezember 2005), stand der Umfang der Erbschaft des BeschwerdefÃ¼hrers 1 nicht genau fest. Dementsprechend wurde in diesem Beschluss kein bestimmter RÃ¼ckerstattungsbetrag, sondern lediglich die grundsÃ¤tzliche Verpflichtung zur RÃ¼ckerstattung im Umfang der anfallenden Erbschaft festgelegt und wurde im dagegen erhobenen Rekurs der Antrag als Feststellungsbegehren formuliert; danach habe die RekursbehÃ¶rde festzustellen, dass der geltend gemachte RÃ¼ckerstattungsanspruch nicht bestehe. Dem Beschluss vom 20. Dezember 2005 kommt in diesem Sinn lediglich die Bedeutung eines Vorentscheids zu. Der Bezirksrat ist stillschweigend davon ausgegangen, dass ein solcher Vorentscheid mit Rekurs anfechtbar sei. Dem ist zuzustimmen: Das Verwaltungsrechtspflegegesetz umschreibt die Voraussetzungen fÃ¼r die selbstÃ¤ndige Anfechtung von Vorentscheiden nur hinsichtlich der Beschwerde an das Verwaltungsgericht (in § 48 Abs. 3 VRG); wegen des Grundsatzes der Einheit des Verfahrens mÃ¼ssen aber unter den nÃ¤mlichen Voraussetzungen Vorentscheide von VerwaltungsbehÃ¶rden auch mit Rekurs an die (erstinstanzliche) RechtsmittelbehÃ¶rde angefochten werden kÃ¶nnen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 54, § 48 N. 14). Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen fÃ¼r eine selbstÃ¤ndige Anfechtung des Beschlusses vom 20. Dezember 2005 in analoger Anwendung von § 48 Abs. 3 VRG erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Diese soll nach § 15 SHG das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt (Abs. 1). Kindern und Jugendlichen ist eine ihren BedÃ¼rfnissen angepasste Pflege und Erziehung sowie eine ihren FÃ¤higkeiten entsprechende persÃ¶nliche FÃ¶rderung und Ausbildung zu ermÃ¶glichen (Abs. 3). Das Sozialhilfegesetz regelt in § 26 die RÃ¼ckerstattung unrechtmÃ¤ssig bezogener und in § 27 die RÃ¼ckerstattung rechtmÃ¤ssig bezogener wirtschaftlicher Hilfe. RechtmÃ¤ssig bezogene wirtschaftliche Hilfe kann unter anderem ganz oder teilweise zurÃ¼ckgefordert werden, wenn der HilfeempfÃ¤nger aus Erbschaft, Lotteriegewinn oder anderen nicht auf eigener Arbeitsleistung zurÃ¼ckzufÃ¼hrenden GrÃ¼nden in finanziell gÃ¼nstige VerhÃ¤ltnisse gelangt (§ 27 Abs. 1 lit. b SHG). Der RÃ¼ckerstattungsanspruch erstreckt sich auf Leistungen, die der HilfeempfÃ¤nger fÃ¼r sich selbst, seinen Ehegatten wÃ¤hrend der Ehe und seine Kinder wÃ¤hrend ihrer UnmÃ¼ndigkeit erhalten hat (Abs. 2). Wirtschaftliche Hilfe, die jemand fÃ¼r sich selbst wÃ¤hrend seiner UnmÃ¼ndigkeit oder bis zum Abschluss einer in dieser Zeit begonnen Ausbildung bezogen hat, ist nicht zurÃ¼ckzuerstatten (Abs. 3 Satz 1). FÃ¼r die Kosten des Aufenthalts in einem Jugendheim gilt dies bis zum 22. Altersjahr (Abs. 3 Satz 2).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X (die wie die VormundschaftsbehÃ¶rde mit dem Gemeinderat identisch ist) stÃ¼tzte ihre RÃ¼ckforderung in tatsÃ¤chlicher Hinsicht auf den Erbanfall des BeschwerdefÃ¼hrers 1 und in rechtlicher Hinsicht auf § 27 Abs. 2 lit. b SHG. Dagegen wandten die BeschwerdefÃ¼hrenden schon im Rekursverfahren ein, der ihren Kindern zustehende Unterhaltsanspruch nach Art. 276 ZGB entspreche bezÃ¼glich der Kosten der Fremdplatzierung dem durch die VormundschaftsbehÃ¶rde festgesetzten Elternbeitrag von monatlich Fr. 2'000.-. WÃ¤ren die BeschwerdefÃ¼hrenden der diesbezÃ¼glichen Verpflichtung nicht nachgekommen und wÃ¤re dessen ErfÃ¼llung daher vom Gemeinwesen Ã¼bernommen worden, so kÃ¶nnte Letzteres den Anspruch gegenÃ¼ber den Eltern gestÃ¼tzt auf Art. 289 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 279 ZGB vor dem Zivilrichter einklagen. Dieser Anspruch der Kinder im Umfang des festgesetzten Elternbeitrags sei jedoch nicht streitig, da die BeschwerdefÃ¼hrenden ihrer diesbezÃ¼glichen Verpflichtung stets nachgekommen seien. Streitig sei die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte RÃ¼ckforderung der den Elternbeitrag Ã¼bersteigenden Kosten der Fremdplatzierung. Diese Kosten kÃ¶nnten nur unter den Voraussetzungen von § 27 SHG zurÃ¼ckgefordert werden, und diese Voraussetzungen seien hier nicht erfÃ¼llt. Mit der Fremdplatzierung hÃ¤tten die Kinder einen eigenen UnterstÃ¼tzungswohnsitz im Sinn von § 37 Abs. 3 lit. c SHG und Art. 7 Abs. 3 lit. c des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1977 Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger (ZustÃ¤ndigkeitsgesetz, ZUG) begrÃ¼ndet, mithin ab diesem Zeitpunkt keine UnterstÃ¼tzungseinheit mehr zusammen mit den Eltern gebildet. Damit komme der von der Beschwerdegegnerin fÃ¼r die RÃ¼ckerstattung angerufene § 27 Abs. 1 lit. b SHG nicht zum Zug; vielmehr greife § 27 Abs. 3 SHG Platz, wonach wirtschaftliche Hilfe, die "jemand fÃ¼r sich selbst wÃ¤hrend seiner UnmÃ¼ndigkeit" bezogen habe, nicht zurÃ¼ckerstattet werden mÃ¼sse.</p> <p class="Urteilstext">Dieser Argumentation hÃ¤lt der Bezirksrat im Wesentlichen entgegen: Es treffe nicht zu, dass der bezÃ¼glich der streitbetroffenen Fremdplatzierungskosten festgesetzte Elternbeitrag dem zivilrechtlichen Unterhaltsanspruch der Kinder entspreche; Ã¤ndere sich nÃ¤mlich die LeistungsfÃ¤higkeit der Eltern, so Ã¤ndere sich damit nach Art. 285 Abs. 1 ZGB auch der Unterhaltsanspruch des Kindes. Zudem kÃ¶nne eine sich aus dem Sozialhilferecht ergebende RÃ¼ckerstattungspflicht fÃ¼r wirtschaftliche Hilfe nicht mit dem Hinweis auf die ErfÃ¼llung der zivilrechtlichen Unterhaltspflicht in Abrede gestellt werden. Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG und § 37 Abs. 3 lit. c SHG befassten sich als reine ZustÃ¤ndigkeitsbestimmungen nicht mit Fragen der RÃ¼ckerstattung sozialhilferechtlicher Leistungen und des familienrechtlichen Unterhaltsanspruchs der Kinder. Auf § 27 Abs. 3 SHG kÃ¶nnten sich die BeschwerdefÃ¼hrenden sodann von vornherein nicht berufen, weil die Anwendung dieser Bestimmung voraussetze, dass die Kinder selber durch die Erbschaft in gÃ¼nstige VerhÃ¤ltnisse (im Sinn von § 27 Abs. 1 lit. b SHG) gelangt wÃ¤ren, was hier nicht zutreffe. Fraglich sei einzig, ob im vorliegenden Fall § 27 Abs. 2 SHG einer RÃ¼ckerstattung entgegenstehe, was dann anzunehmen wÃ¤re, wenn die streitbetroffenen Fremdplatzierungskosten nicht als Leistungen im Sinn dieser Bestimmung zu qualifizieren wÃ¤ren. Diese Frage, die die Rechtsprechung bisher offen gelassen habe, sei zu verneinen. Eine solche Auslegung von § 27 SHG entspreche auch "Sinn und Geist" des Gesetzes. Denn es sei nicht einzusehen, weshalb gerade Fremdplatzierungskosten vom Grundsatz ausgenommen werden sollten, dass (nicht durch eigene Arbeitsleistung) in gÃ¼nstige VerhÃ¤ltnisse gelangte SozialhilfeempfÃ¤nger zur RÃ¼ckerstattung der Leistungen verpflichtet werden kÃ¶nnten (Rekursentscheid E. 5.2 und 5.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach zutreffender Auffassung der Parteien handelt es sich bei den Leistungen, welche die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung der den festgesetzten Elternbeitrag Ã¼bersteigenden Fremdplatzierungskosten erbracht hat, um wirtschaftliche Hilfe im Sinn von § 14 ff. SHG. Die BeschwerdefÃ¼hrenden bestreiten aber, dass diese im Sinn von § 27 Abs. 2 SHG rÃ¼ckerstattungspflichtig seien, da die Kinder mit der Fremdplatzierung einen eigenen UnterstÃ¼tzungswohnsitz begrÃ¼ndet und wÃ¤hrend der Dauer dieser Fremdplatzierung keine UnterstÃ¼tzungseinheit mit den Eltern mehr gebildet hÃ¤tten. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Mit der Auslegung von § 27 SHG (in der damals gÃ¼ltigen, im Wesentlichen aber gleich wie heute lautenden Fassung) hat sich das Verwaltungsgericht im Urteil VB.2002.00041 vom 11. April 2002 (RB 2002 Nr. 64) befasst. Zu beurteilen war dort die RÃ¼ckerstattungsforderung gegen einen in gÃ¼nstige VerhÃ¤ltnisse geratenen Ehemann fÃ¼r Leistungen, die wÃ¤hrend der Dauer des Getrenntlebens an seine Frau und die mit ihr zusammenlebenden Kindern ausgerichtet worden waren. Das Gericht erwog, der BeschwerdefÃ¼hrer habe selber keine wirtschaftliche Hilfe bezogen, nach dem Wortlaut von § 27 SHG sei aber nur rÃ¼ckerstattungspflichtig, wer selbst wirtschaftliche Hilfe bezogen habe. Wenn sich § 27 Abs. 2 SHG auch auf Leistungen zugunsten des Ehegatten wÃ¤hrend der Ehe und zugunsten der Kinder wÃ¤hrend deren UnmÃ¼ndigkeit beziehe, so beschrÃ¤nke dies nur den Umfang der RÃ¼ckerstattungspflicht. Eine historische, systematische oder teleologische Auslegung wÃ¼rde keine Anhaltspunkte fÃ¼r einen anderen vom Wortlaut abweichenden Inhalt der Bestimmung sprechen. Das Verwaltungsgericht kam daher zum Schluss, dass die fraglichen Leistungen nicht zurÃ¼ckgefordert werden kÃ¶nnen, hielt dabei aber fest, dass dem Entscheid keinerlei prÃ¤judizielle Wirkungen in FÃ¤llen zukomme, in denen Ã¼ber die RÃ¼ckforderbarkeit von Fremdplatzierungskosten zu entscheiden sein werde. </p> <p class="Erwgung2">Ausgehend von diesem VerstÃ¤ndnis von § 27 SHG ist im vorliegenden Fall entscheidend, wer als BezÃ¼ger der wirtschaftlichen Hilfe zu gelten hat, ob allein die fremdplatzierten Kinder oder neben ihnen auch deren Eltern. Ausgangspunkt fÃ¼r eine Antwort bildet § 14 SHG, der die Anspruchsvoraussetzungen fÃ¼r den Bezug wirtschaftliche Hilfe umschreibt. FÃ¼r FamilienangehÃ¶rige kann hiernach nur Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe erhoben werden, wenn diese den gleichen Wohnsitz haben. Nach seinem Sinn und Zweck kann dieser Zusatz nur dahingehend verstanden werden, dass die FamilienangehÃ¶rigen eine UnterstÃ¼tzungseinheit bilden mÃ¼ssen. Wenn ein unmÃ¼ndiges Kind auf Dauer nicht bei den Eltern wohnt, so hat es gemÃ¤ss § 37 Abs. 3 lit. c SHG und Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG einen eigenen sozialhilferechtlichen Wohnsitz und bildet eine von den Eltern unabhÃ¤ngige UnterstÃ¼tzungseinheit. Auch wenn die genannten Bestimmungen die inner- und interkantonale ZustÃ¤ndigkeit regeln und hier daher nicht direkt anwendbar sind, so kÃ¶nnen sie gleichwohl zur Ermittlung des Inhalts von § 14 SHG herangezogen werden (zur Funktion und Auslegung von § 37 Abs. 3 lit. c SHG und Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG vgl. RB 2002 Nr. 62). DemgemÃ¤ss geht auch das Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch davon aus, dass die RÃ¼ckerstattungspflicht ein Zusammenwohnen der hilfeempfangenden Person mit dem RÃ¼ckerstattungspflichtigen zur Zeit des Hilfebezugs voraussetzt, was bei dauernd fremdplatzierten Kindern nicht der Fall sei (Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, herausgegeben von der Abteilung Ã¶ffentliche Sozialhilfe des kantonalen Sozialamtes, Ziff. 2.5.3/§ 27 SHG/S. 1).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Es ist zwar nicht zu verkennen, dass diese enge Auslegung von § 27 SHG nicht in jeder Hinsicht befriedigen kann. Zu Recht hat bereits der Bezirksrat darauf hingewiesen, dass damit Eltern benachteiligt wÃ¼rden, fÃ¼r deren Kind lediglich ambulante Massnahmen durch die Sozialhilfe finanziert wÃ¼rden und die daher weiterhin eine UnterstÃ¼tzungseinheit mit dem Kind bildeten. Auch im erwÃ¤hnten Entscheid vom 11. April 2002 (RB 2002 Nr. 64) hat das Verwaltungsgericht ein gewisses Unbehagen mit der getroffenen LÃ¶sung zum Ausdruck gebracht, dabei aber darauf hingewiesen, dass auch die andere Betrachtung zu stossenden Ergebnissen fÃ¼hren kÃ¶nne. Gleiches gilt auch bei Fallkonstellationen wie der vorliegenden. Wenn der VermÃ¶gensanfall der Eltern bereits vor der Fremdplatzierung erfolgt wÃ¤re, so wÃ¤ren die ElternbeitrÃ¤ge gemÃ¤ss den SKOS-Richtlinien zur Bemessung der ElternbeitrÃ¤ge an fremdplatzierte Kinder zu bemessen gewesen (H.3). Nach diesen ist in der Regel dem aktuellen Einkommen der Eltern ein Anteil von rund 10 % des VermÃ¶gens jÃ¤hrlich hinzuzurechnen, wenn dieses den Freibetrag der Richtlinien Ã¼bersteigt. Von der Differenz zwischen dem Bedarf und dem um den VermÃ¶genszehntel erweiterten Einkommen kann rund die HÃ¤lfte als Beitragsleistung von den Eltern gefordert werden. Bei Anwendung dieser Richtlinie und einer Fremdplatzierung der Kinder von rund 2 Jahren wÃ¼rde demnach das gleiche VermÃ¶gen zu weniger als 10 % beansprucht, wÃ¤hrend bei einer RÃ¼ckerstattung nach § 27 SHG dieses grundsÃ¤tzlich bis auf den VermÃ¶gensfreibetrag gemÃ¤ss den Regeln zu den ErgÃ¤nzungsleistungen in Anspruch genommen werden kÃ¶nnte. HÃ¤tte etwa der BeschwerdefÃ¼hrer im vorliegenden Fall bereits vor der Fremdplatzierung ein VermÃ¶gen von angenommen Fr. 200'000 geerbt, so wÃ¤re dieses fÃ¼r die rund 23 Monate der Fremdplatzierung mit zusÃ¤tzlichen ElternbeitrÃ¤gen von ca. Fr. 19'000 belastet worden. Weil der Erbanfall nun aber erst spÃ¤ter erfolgt ist, kÃ¶nnten die Eltern bei einem angenommenen Erbschaftsbetrag in gleicher HÃ¶he im Rahmen der RÃ¼ckerstattung nunmehr mit Fr. 160'000 beansprucht werden.</p> <p class="Urteilstext">Um diese stossende Ungleichbehandlung zu vermeiden, mÃ¼sste die SozialhilfebehÃ¶rde den ihr im Rahmen der Kann-Formulierung von § 27 Abs. 1 Ingress SHG zugestandenen Ermessensspielraum dermassen stark strapazieren, dass der RÃ¼ckforderungstatbestand in diesen FÃ¤llen grundsÃ¤tzlich in Frage gestellt wird. Es erscheint aus rechtsstaatlicher Sicht nicht Ã¼berzeugend, wenn den Ã¶rtlichen SozialbehÃ¶rden in solchen FÃ¤llen zugemutet wÃ¼rde, innerhalb einer solchen Bandbreite die angemessene LÃ¶sung fÃ¼r den RÃ¼ckerstattungsumfang zu finden. Vielmehr liegt es am kantonalen Gesetzgeber, den Kreis der rÃ¼ckerstattungspflichtigen Personen, die Voraussetzungen und den Umfang der RÃ¼ckerstattungspflicht mittels einer klaren Regelung zu umschreiben. Dabei ist auch in Rechnung zu stellen, dass die RÃ¼ckerstattung wirtschaftlicher Hilfe in der neueren sozialhilferechtlichen Diskussion eher als politisch-psychologisches Symbol denn als Finanzierungsquelle fÃ¼r die Sozialhilfe angesehen oder gar als "archaische" Eintrittsbarriere bezeichnet wird (vgl. Felix Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. A., Bern etc. 1999, S. 176 f.; Judith Widmer, VerhÃ¤ltnis der VerwandtenunterstÃ¼tzungspflicht zur Sozialhilfe in Theorie und Praxis, ZÃ¼rich 2001, S. 102 f.). </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist demgemÃ¤ss gutzuheissen.</p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 in Verbindung mit § 70 VRG). Sie hat ausserdem die obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrenden angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 20. Dezember 2005 und der Rekursentscheid des Bezirksrates Y vom 20. Juni 2006 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Beschwerde- und das Rekursverfahren binnen 30 Tagen nach Zustellung dieses Entscheids eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu zahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>