<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>UV.2016.00190</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p>III. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Annaheim<br/>Sozialversicherungsrichterin Fehr<br/>Gerichtsschreiber Schetty</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 8. November 2017</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführer</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Rechtsanwalt Christos Antoniadis</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Antoniadis Advokaturbüro</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Badenerstrasse 89, 8004 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">SWICA Versicherungen AG</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">im Jahre 1975</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> geborene </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___ </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">war seit dem </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1. Oktober 2014</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> bei der Y.___ als Chefkoch angestellt und als solcher bei der SWICA Versicherungen AG (Swica) gegen die Folgen von Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">triebs- und Nicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">betriebsunfällen versichert. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 24. Juni 2015 verunfallte er mit seinem e-scooter und zog sich schwere Kopfverletzungen zu (Urk. 9/1, Urk. 9/8 S. 3). Mit Verfü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung vom 4. Januar 2016 kürzte der Unfallversicherer die Geldleistung in An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wendung von Art. 37 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) um 50 % (Urk. 9/113). Mit Strafbefehl vom 4. April 2016 wurde der Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cherte wegen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung, Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder sowie mehrfacher fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln mit einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- bestraft, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren (Urk. 3). Nach erfolgter Einsprache gegen die Verfügung vom 4. Januar 2016 (Urk. 9/118) hielt die Swica mit Einspracheentscheid vom 6. Juli 2016 im Ergeb</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nis an der getroffenen Einschätzung fest (Urk. 9/133 = Urk. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 7. September 2016 Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerde und beantragte, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuhe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ben und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen auszurich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegne</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rin (Urk. 1 S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2016 beantragte die Beschwerdegegne</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rin Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2016 wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Christos Antoniadis, Zürich, als un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">entgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt; weiter wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 11).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">Hat die versicherte Person den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich herbeigeführt, so besteht gemäss Art. 37 Abs. 1 UVG kein Anspruch auf Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">cherungsleistungen, mit Ausnahme der Bestattungskosten.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">Gemäss Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">alversicherungsrechts (ATSG) können der versicherten Person, die den Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">cherungsfall vorsätzlich oder bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt oder verschlimmert hat, die Geldleistungen vo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">r- übergehend oder dauernd gekürzt oder in schweren Fällen verweigert werden. Nach Art. 21 Abs. 2 ATSG werden Geldleistungen für Angehörige oder Hinter</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">lassene nur gekürzt oder verweigert, wenn diese den Versicherungsfall vorsätz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">lich oder bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">geführt haben.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn die versicherte Person den Unfall grob fahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn die versicherte Person im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei ihrem Tode Hinterlas</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">senenrenten zustehen würden. Nach der Rechtsprechung handelt grobfahrlässig, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge veraussehbare Schädigung zu vermeiden (BGE 118 V 305 E. 2a). Bei Fehlverhalten im Strassenverkehr ist grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG in der Regel dann anzu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">nehmen, wenn in ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfall eine elementare Verkehrsvorschrift oder mehrere wichtige Verkehrsregeln schwerwiegend ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">letzt wurden. Der Begriff der groben Fahrlässigkeit nach Art. 37 Abs. 2 UVG ist in diesen Fällen weiter zu fassen als derjenige der groben Verletzung von Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">kehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG), welcher ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt (Bundesgerichtsurteil 8C_263/2013 vom 19. August 2013 E. 4.2; BGE 118 V 305 E. 2b).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">Ebenso in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG können der versicherten Per</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">son die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden, wenn sie den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung eines Verbre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">chens oder Vergehens herbeigeführt hat. Hat die versicherte Person im Zeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungEinzug">punkt des Unfalles für Angehörige zu sorgen, denen beim Tode der versicherten Person Hinterlassenenrenten zustünden, so werden Geldleistungen höchstens um die Hälfte gekürzt. Stirbt die versicherte Person an den Unfallfolgen, so können die Geldleistungen für die Hinterlassenen in Abweichung von Art. 21 Abs. 2 ATSG ebenfalls höchstens um die Hälfte gekürzt werden (Art. 37 Abs. 3 UVG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Für die Kürzung einer Geldleistung infolge eines Verbrechens oder Vergehens (Art. 37 Abs. 3 UVG) ist es notwendig, dass zwischen dem Unfall und der straf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">baren Handlung ein Kausalzusammenhang besteht. Dabei wird im Gegensatz zu Art. 37 Abs. 2 UVG kein schuldhaftes Verhalten vorausgesetzt. Auch muss der Unfall nicht durch die strafbare Handlung selbst herbeigeführt worden sein, sondern es genügt, wenn sich der Unfall anlässlich der Ausübung eines Verbre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chens oder Vergehens ereignet. Der Gefahrenbereich, welcher von Art. 37 Abs. 3 UVG erfasst wird, ist umfassender als die strafbare Handlung und schliesst auch sämtliche unmittelbar damit zusammenhängenden Geschehensabläufe mit ein, so etwa die Flucht nach Verzicht oder Abbruch des deliktischen Verhaltens. Massgebend ist demnach ein sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Unfall und dem Verbrechen oder Vergehen (Urteil des damaligen Eidge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nössischen Versicherungsgerichts vom 20. Februar 2002, U 186/01, E. 4a mit Hinweis auf Rumo-Jungo, Die Leistungskürzung oder -verweigerung gemäss Art. 37-39 UVG, Diss., Freiburg i.Ue. 1993, S. 190 ff. und Maurer, Schweizeri</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 481 f.). Wenn beispielsweise ein Versicherter ein Motorfahrzeug entwendet, bei der Fahrt die Verkehrsregeln be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">achtet und durch alleiniges Verschulden eines anderen Motorfahrzeughalters verunfallt, so sind die Leistungen gleichwohl – nach Art. 37 Abs. 3 UVG - zu kürzen (Maurer, a.a.O., S. 482 Ziff. 2c).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Ob der Versicherte die Invalidität bei Ausübung eines Verbrechens oder Verge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hens herbeigeführt hat, beurteilt sich danach, ob sein Verhalten ein Verbrechen oder Vergehen im Sinne des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) darstellt. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Vergehen sind </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">dabei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Taten, die mit Freiheit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht sind (Art. 10 Abs. 3 StGB), </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Übertretungen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">solche, die mit Busse bedroht sind (Art. 103 StGB).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass der Beschwerdeführer wegen diverser Übertretungstatbestände ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">urteilt worden sei, so dass die Anwendung von Art. 37 Abs. 3 UVG ausser Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tracht falle und eine Leistungskürzung im Sinne von Abs. 2 zu prüfen sei. Der Beschwerdeführer habe in fahrunfähigem Zustand ohne Helm ein Rotlicht überfahren und damit sich selbst und andere gefährdet. Die Verletzung dieser elementaren Verkehrsregeln sei kausal zum Unfall, so dass die Kürzung der Taggelder um 50 % angemessen und die angefochtene Verfügung im Ergebnis zu bestätigen sei (Urk. 2 S. 3 f.).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass für die Beurteilung der Angetrunkenheit auf die Kürzungssätze gemäss BGE 120 V 224 abzustellen sei. Bei 1.04 Gewichtspromillen sei von ei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ner Kürzung von höchstens 20 % auszugehen. Dass der Cannabiskonsum zum Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug und zum Sturz geführt habe, sei vorlie</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gend nicht erstellt. Weiter sei das Missachten des Rotlichts nicht unfallkausal gewesen; auch bestehe für einen e-scooter keine Helmpflicht. Der Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führer habe für sein Verhalten gewiss eine Kürzung seiner Versicherungsleis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungen zu gewärtigen, diese sei aber in Beachtung der Rechtsprechung auf 20 % anzusetzen (Urk. 1 S. 4 f.).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Strafbefehl vom 4. April 2016 wurde der Beschwerdeführer im Zusammen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hang mit dem Selbstunfall vom 24. Juni 2015 der mehrfachen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes schuldig gesprochen; allein das Fahren ohne Haft</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pflichtversicherung stellt dabei ein Vergehen dar (Urk. 3, Art. 96 Abs. 2 Satz 1 SVG). Da dabei ein sachlicher Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen zu ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">neinen ist, hat der Beschwerdeführer den Unfall nicht bei Ausübung eines Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gehens herbeigeführt, so dass – entsprechend der Einschätzung der Parteien – eine Prüfung der Leistungskürzung gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG zu erfolgen hat.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seinen e-scooter im Unfallzeitpunkt mit einer Alkoholkonzentration von mindestens 1.04 Gewichtspromillen gelenkt hat. Gemäss pharmakologisch-toxikologischem Gutachten vom 15. Juli 2015 ist die Fahrunfähigkeit auch aufgrund der festgestellten THC-Menge erstellt (vgl. Urk. 9/106 S. 2). Allein aufgrund der Fahrunfähigkeit, welche für das Unfallge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schehen wohl von zentraler Bedeutung gewesen ist, erscheint eine Leistungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kürzung angezeigt. Bei Unfällen unter Alkoholeinfluss bestimmt sich der Kür</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zungssatz gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nach dem Ausmass der Trunkenheit. Bei einer Alkoholkonzentration von 0.8 bis 1.2 Gewichtspromillen beträgt die Kürzung in der Regel 20 % (vgl. etwa Urteil U 346/04 des vormali</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 29. Juni 2005 E. 2.2 mit Hin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weisen). Eine solche Kürzung erscheint auch im vorliegenden Fall – entspre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chend den Ausführungen des Vertreters des Beschwerdeführers – dem Verschul</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">den des Beschwerdeführers angemessen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Weiter ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer bei der Fahrt keinen Helm getragen hat und es bleibt zu prüfen, ob ihm dies vorzuwerfen ist. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass das fragliche Gefährt nicht typenge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nehmigt ist und demzufolge auf der öffentlichen Verkehrsfläche gar nicht ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fahren werden darf (Urk. 9/71/6, Urk. 9/71/12). Die Stadtpolizei Zürich ordnete das Fahrzeug der Kategorie Motorfahrrad mit Elektromotor (max. 1.0 kW, 30 km/h oder 45 km/h) zu, bei einer Höchstgeschwindigkeit gemäss Hersteller von 30 km/h und einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h (Urk. 9/71/6). Für die entsprechende Fahrzeugkategorie besteht Helmpflicht (Fahrradhelm, Art. 3b Abs. 3 lit. c der Verkehrsregelverordnung; VRV). Bei einer analogen Anwendung dieser Bestimmung auf den fraglichen e-scooter wäre demnach ohne weiteres von einem grobfahrlässigen Verhalten des Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deführers auszugehen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Auch wenn man davon ausginge, dass der e-scooter mangels Zulassung nicht von der Helmpflicht gemäss Art. 3b Abs. 3 lit. c VRV erfasst wäre, würde dies zu keinem anderen Ergebnis führen. Bei Fehlen einer rechtlichen Vorschrift kann dann von Grobfahrlässigkeit gesprochen werden, wenn bezüglich des ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">botenen Verhaltens ein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht (RKUV 1994 Nr. U 198 S. 224). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In Bezug auf die weit verbreite</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">t</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">en e-bikes besteht für die Fahrzeugkategorie mit einer Tretunterstützung über 25 km/h </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bis 45 km/h aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Sicherheitsgründen die Pflicht, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wenigstens </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nen Fahrradhelm zu tragen (Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3b </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3 VRV). Bei einem Fahrzeug mit einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h erscheint es damit ohne weiteres </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ebenso </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">geboten, einen Fahrrad</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">helm zu tragen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Insgesamt ist das Nichttragen eines Helmes als grobfahrlässig zu qualifizieren, was zu einer weiteren Kürzung der Taggeldleistungen führen muss (vgl. dazu auch BGE 121 V 45). Dabei kann insbesondere die Schwere von Kopfverletzun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen bei Zweiradfahrern durch einen Helm massgeblich vermindert werden (BGE 121 V 45 E. 3c). Dies erscheint auch im vorliegenden Fall ohne weiteres nach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vollziehbar, insbesondere angesichts der Endlage des Kopfes am Unfallort (Urk. 9/71/19). Eine Kürzung der Leistungen um weitere 10 % erscheint dem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nach als angemessen (vgl. hierzu BGE 121 V 45).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zu prüfen bleibt, ob die Missachtung des Rotlichts im Zusammenhang mit dem Unfall steht. Entsprechend der Aussage der Auskunftsperson Z.___ führte das Überfahren des Rotlichts nicht zu einer direkten Kollision mit dem vortrittsberechtigten Verkehr (Urk. 9/71/7). Auch die Übersichtsaufnahmen vom Unfallort zeigen eine relevante Fahrstrecke zwischen dem Lichtsignal und der Sturzposition (Urk. 9/71/17-19), so dass eine Kausalität zwischen der Missach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tung des Rotlichts und dem Unfall nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen ist.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zusammenfassend ist demnach sowohl hinsichtlich der Fahrunfähigkeit als auch des Nichttragens eines Helmes von einem grobfahrlässigen Verhalten des Beschwerdeführers auszugehen, welches sich massgeblich auf den Unfall aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gewirkt hat. In Würdigung aller Umstände erscheint in Anwendung von Art. 37 Abs. 2 UVG eine Kürzung der Taggeldleistungen im Umfang von 30 % als an</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gemessen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dies führt in Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids, insoweit dieser eine weitergehende Kürzung der Leistun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen vorsah.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem unentgeltli</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine angemessene Prozessentschä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">digung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61 lit. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie nach Einsicht in die Honorarnote vom 6. Oktober 2017 (Urk. 14), auf Fr. 1'040.10 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">setzen ist.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Juli 2016 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Taggeldleistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 24. Juni 2015 in Anwendung von Art. 37 Abs. 2 UVG um 30 % gekürzt werden.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Beschwerdegegnerin wird </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">verpflichtet, </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Christos Antoniadis, Zürich, </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">ei</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">ne Prozessentschädi</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">gung von Fr. 1‘040.10</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> (</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">) zu bezahlen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwalt Christos Antoniadis</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">SWICA Versicherungen AG</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Gesundheit</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">5.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>GräubSchetty</p></div> </div></body></html>