<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 396/99 Gb </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Hofer </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 30. April 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, </div> <div class="para">General Guisan-Strasse 40, 8401 Winterthur, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans Schraner, </div> <div class="para">Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">W.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Dr. Felix Rüegg, Weinbergstrasse 18, 8001 Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- W.________, geboren 1948, erlitt am 18. Juni 1992 </div> <div class="para">einen Verkehrsunfall, als sie an einer Strassenkreuzung </div> <div class="para">stand, um rechts abzubiegen und das nachfolgende Fahrzeug </div> <div class="para">nicht rechtzeitig anhielt. Am 29. Juni 1992 begab sie sich </div> <div class="para">wegen Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Drehschwindel </div> <div class="para">und Sehstörungen beim Lesen zu Dr. med. H.________ in </div> <div class="para">Behandlung, welcher gemäss Bericht vom 9. September 1992 </div> <div class="para">radiologische Untersuchungen und ein CT der HWS veranlasste, </div> <div class="para">die Schmerzen als Druckempfindlichkeit der HWS-Seitenfortsätze </div> <div class="para">objektivierte, eine depressive Verstimmung vorfand </div> <div class="para">und die Diagnose eines Schleudertraumas der HWS stellte; </div> <div class="para">ferner veranlasste er eine physiotherapeutische und </div> <div class="para">medikamentöse Behandlung und gab die Arbeitsunfähigkeit mit </div> <div class="para">100 % ab 29. Juni 1992 bis auf weiteres an. Lic. phil. </div> <div class="para">X.________ fand anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung </div> <div class="para">eine neuropsychologische Funktionsstörung primär </div> <div class="para">tiefer Hirnstrukturen, welche sich bei insgesamt gutem </div> <div class="para">Gesamtleistungsniveau in Form von starken Störungen der </div> <div class="para">kontinuierlichen Daueraufmerksamkeit manifestierten; empfohlen </div> <div class="para">wurde eine neuropsychologische Therapie (Bericht </div> <div class="para">vom 19. September 1992). Dr. med. M.________ bestätigte in </div> <div class="para">seinem Gutachten vom 4. Dezember 1992 eine weiterhin praktisch </div> <div class="para">vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen </div> <div class="para">wie auch in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit </div> <div class="para">und empfahl die Weiterführung von medizinischen und </div> <div class="para">beruflichen Massnahmen. Die neuropsychologische Rehabilitation </div> <div class="para">zeigte nur langsam Fortschritte und die Arbeitsfähigkeit </div> <div class="para">konnte lediglich auf rund 10 % gesteigert werden </div> <div class="para">(Bericht lic. phil. X.________ vom 19. Januar 1993). Wegen </div> <div class="para">akuter Suizidalität und chronischer depressiver Entwicklung </div> <div class="para">wies Dr. med. H.________ die Versicherte am 5. März 1993 in </div> <div class="para">die Psychiatrische Klinik Y.________ ein. Am 23. April 1993 </div> <div class="para">konnte sie in die regelmässige Kontrolle und Therapie des </div> <div class="para">Psychiaters Dr. med. S.________ und des Hausarztes entlassen </div> <div class="para">werden (Bericht vom 10. Mai 1993). Wegen fortbestehender </div> <div class="para">Beschwerden ordnete die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft </div> <div class="para">(nachfolgend: Winterthur), bei welcher </div> <div class="para">W.________ für Berufs- und Nichtberufsunfall versichert </div> <div class="para">ist, eine interdisziplinäre Begutachtung durch die </div> <div class="para">Rehabilitationsklinik Z.________ an, wo ein zervikales und </div> <div class="para">cervicothoracales, vertebragenes Schmerzsyndrom mit eingeschränkter </div> <div class="para">Beweglichkeit, erhöhtem Haltetonus, verspannter </div> <div class="para">Nackenmuskulatur, Druckdolenz über allen Halswirbelkörpern, </div> <div class="para">reduzierter muskulärer Belastbarkeit der Nacken-Schultergürtelmuskulatur </div> <div class="para">sowie eine mittelschwere neuropsychologische </div> <div class="para">Hirnfunktionsstörung diagnostiziert wurden (Gutachten </div> <div class="para">vom 25. September 1995). Eine SPECT-Untersuchung am Institut </div> <div class="para">für Nuklearmedizin des Spitals B.________ ergab einen </div> <div class="para">pathologischen Befund (Bericht vom 24. Januar 1997). Am </div> <div class="para">8. Mai 1996 erliess die Winterthur eine Verfügung, mit welcher </div> <div class="para">sie W.________ bis Frühjahr 1999 zwei- bis dreimal </div> <div class="para">jährlich zwölf Physiotherapiesitzungen sowie eine Integritätsentschädigung </div> <div class="para">für das zervikale und cervico-thoracale </div> <div class="para">vertebragene Schmerzsyndrom in Höhe von Fr. 4860.- zusprach </div> <div class="para">und weitergehende Leistungen ab 1. März 1996 ablehnte. </div> <div class="para">Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 15. Mai 1997 </div> <div class="para">fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher </div> <div class="para">W.________ die weitere Übernahme der Heilbehandlungskosten </div> <div class="para">und die Ausrichtung eines Taggeldes sowie die Zusprechung </div> <div class="para">einer Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von </div> <div class="para">73 % und eine Integritätsentschädigung von 55 % verlangte, </div> <div class="para">wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit </div> <div class="para">Entscheid vom 23. September 1999 insofern gutgeheissen, als </div> <div class="para">der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem </div> <div class="para">Unfall vom 18. Juni 1992 und den (bis 1995) bestehenden </div> <div class="para">Beschwerden bejaht und die Sache an die Winterthur zurückgewiesen </div> <div class="para">wurde, damit sie die erforderlichen medizinischen </div> <div class="para">Abklärungen zum weiteren Krankheitsverlauf, dessen Auswirkungen </div> <div class="para">auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit und zur Kausalität </div> <div class="para">allfälliger neu hinzugetretener Gesundheitsstörungen </div> <div class="para">durchführe und in der Folge über den Leistungsanspruch neu </div> <div class="para">verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Die Winterthur lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen mit dem Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid </div> <div class="para">sei aufzuheben. Zur Begründung wird im Wesentlichen </div> <div class="para">vorgebracht, die Latenzzeit von einer Woche zwischen dem </div> <div class="para">Unfall und dem Auftreten von Beschwerden schliesse den Kausalzusammenhang </div> <div class="para">aus. Zudem habe die Versicherte keine Verletzungen </div> <div class="para">der HWS erlitten. Auch seien die für die Adäquanz </div> <div class="para">massgebenden Kriterien bei dem als leicht zu qualifizierenden </div> <div class="para">Unfallereignis nicht erfüllt. </div> <div class="para">W.________ lässt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">beantragen und nebst einem Gutachten des Instituts </div> <div class="para">für Unfallrekonstruktion in A.________ vom 18. Januar 2000 </div> <div class="para">die Berichte der Rehaklinik R.________ vom 1. April 1999, </div> <div class="para">des Dr. med. H.________ vom 5. Januar 2000 und des Dr. med. </div> <div class="para">L.________ vom 7. Februar 2000 einreichen. Das Bundesamt </div> <div class="para">für Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Im vorinstanzlichen Entscheid werden die für die </div> <div class="para">Leistungspflicht des Unfallversicherers insbesondere bei </div> <div class="para">Schleudertraumen der HWS geltenden Regeln zutreffend dargestellt, </div> <div class="para">sodass darauf verwiesen werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- a) Nach den Angaben des erstbehandelnden Arztes </div> <div class="para">Dr. med. H.________ hat die Beschwerdegegnerin beim Unfall </div> <div class="para">vom 18. Juni 1992 ein Schleudertrauma der HWS erlitten </div> <div class="para">(Bericht vom 9. September 1992). Die gleiche Diagnose findet </div> <div class="para">sich auch in den Berichten des Neurologen Dr. med. </div> <div class="para">C.________ vom 28. August 1992 und des Neuropsychologen </div> <div class="para">lic. phil. X.________ vom 19. September 1992. Im Bericht </div> <div class="para">der psychiatrischen Klinik Y.________ vom 10. Mai 1993 ist </div> <div class="para">die Rede von einer depressiven Reaktion nach HWS-Schleudertrauma. </div> <div class="para">Im Gutachten der Rehabilitationsklinik Z.________ </div> <div class="para">vom 25. September 1995 werden ein zervikales und cervicothoracales, </div> <div class="para">vertebragenes Schmerzsyndrom mit eingeschränkter </div> <div class="para">Beweglichkeit, erhöhtem Haltetonus, verspannter Nackenmuskulatur, </div> <div class="para">Druckdolenz über allen Halswirbelkörpern und </div> <div class="para">reduzierter muskulärer Belastbarkeit der Nacken-Schultergürtelmuskulatur </div> <div class="para">sowie eine mittelschwere neuropsychologische </div> <div class="para">Hirnfunktionsstörung diagnostiziert. Subjektiv gab die </div> <div class="para">Versicherte Konzentrationsprobleme und damit verbundene </div> <div class="para">rasche Ermüdbarkeit an. Auch klagte sie über Nackenbeschwerden </div> <div class="para">und Kopfschmerzen mit Schmerzausstrahlungen in </div> <div class="para">den rechten Arm und in den Kopf sowie über Schlafstörungen. </div> <div class="para">Die Nackenmuskulatur zeigte erhebliche Verspannungen vor </div> <div class="para">allem rechtsseitig, wobei eine gute Übereinstimmung zwischen </div> <div class="para">den von der Versicherten angegebenen Beschwerden und </div> <div class="para">den objektiv erhebbaren Befunden festgestellt werden konnte. </div> <div class="para">Neuropsychologisch fand sich eine massive Konzentrationsstörung </div> <div class="para">mit herabgesetzter Daueraufmerksamkeit, eine </div> <div class="para">leichte Störung der sprachlichen und visuellen Erfassungsspanne </div> <div class="para">sowie eine leichte Störung des sprachlichen Gedächtnisses. </div> <div class="para">Die psychiatrische Untersuchung ergab keine Hinweise </div> <div class="para">auf ein psychotisches Erleben oder auf eine endogene </div> <div class="para">depressive Komponente. Der zunächst als leicht empfundene </div> <div class="para">Unfall habe einen erheblichen Knick in der Leistungsfähigkeit </div> <div class="para">bedeutet. Das verminderte Leistungsvermögen sei sehr </div> <div class="para">wahrscheinlich der Anstoss für die sich entwickelnde Depression </div> <div class="para">gewesen und habe schliesslich zu einer massiven </div> <div class="para">Symptomatik einschliesslich Suizidalität geführt. Gesamthaft </div> <div class="para">betrachtet ist der Zustand nach Ansicht der Gutachter </div> <div class="para">mit erheblicher, stark überwiegender Wahrscheinlichkeit auf </div> <div class="para">das Unfallereignis zurückzuführen. Zu diesem Schluss kamen </div> <div class="para">die Experten, obwohl die Versicherte angab, sie habe nach </div> <div class="para">der Kollision vorerst keinerlei Beschwerden verspürt und </div> <div class="para">sei nach dem Ausfüllen des Unfallprotokolls ihrer beruflichen </div> <div class="para">Tätigkeit als Mütterberaterin nachgegangen und obwohl </div> <div class="para">gemäss Unfallmeldung erst nach einer Woche Verspannungen </div> <div class="para">der Nackenmuskulatur, Sehstörungen, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche </div> <div class="para">auftraten. Vom 3. Februar bis 3. März </div> <div class="para">1999 weilte die Beschwerdegegnerin in der Rehaklinik </div> <div class="para">R.________, wo ein Status nach HWS-Distorsion mit konsekutivem </div> <div class="para">zervikozephalem Symptomenkomplex, Zervikobrachialgie </div> <div class="para">rechts, mittelschweren neuropsychologischen Defiziten und </div> <div class="para">posttraumatischer Anpassungsstörung diagnostiziert wurden. </div> <div class="para">Die anhaltende Schmerzproblematik habe die Patientin zusammen </div> <div class="para">mit den neuropsychologischen Defiziten und der posttraumatischen </div> <div class="para">Anpassungsstörung in ihrer psychophysischen </div> <div class="para">Belastbarkeit eingeschränkt, welche durch therapeutische </div> <div class="para">Massnahmen zufriedenstellend beeinflusst werden konnte </div> <div class="para">(Bericht vom 1. April 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Ist ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert und </div> <div class="para">liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit </div> <div class="para">einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, </div> <div class="para">Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Reizbarkeit, </div> <div class="para">Affektlabilität, Depression, Wesensveränderungen </div> <div class="para">usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen </div> <div class="para">dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bzw. </div> <div class="para">Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page360">BGE 117 V 360</a> </div> <div class="para">Erw. 4b). Nicht erforderlich ist, dass der Unfall mit einem </div> <div class="para">Bewusstseinsverlust oder einer Amnesie verbunden war und </div> <div class="para">die typischen Beschwerden bereits unmittelbar nach dem </div> <div class="para">Unfall aufgetreten sind (zur Latenzzeit vgl. RKUV 1995 </div> <div class="para">Nr. U 221 S. 113). Stellen sich Schmerzen im Nacken- und </div> <div class="para">Kopfbereich erst einige Wochen nach dem (Auffahr-)Unfall </div> <div class="para">ein und wird die Diagnose eines HWS-Schleudertraumas erst </div> <div class="para">einige Monate später erstmals erwähnt, ist dieser mit </div> <div class="para">Zurückhaltung zu begegnen (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29). Wie </div> <div class="para">die Vorinstanz zutreffend festhält, können nach heutiger </div> <div class="para">medizinischer Erkenntnis bei einem Schleudertrauma der HWS </div> <div class="para">indessen auch ohne nachweisbare pathologische Befunde noch </div> <div class="para">Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle der verschiedensten </div> <div class="para">Art auftreten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page363">BGE 117 V 363</a> Erw. 5 d/aa). Des </div> <div class="para">Weitern ist zu berücksichtigen, dass es für die Bejahung </div> <div class="para">des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall </div> <div class="para">für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache </div> <div class="para">darstellt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page360">BGE 117 V 360</a> Erw. 4b). Die Schwere des Unfallereignisses </div> <div class="para">und der dabei erlittenen Verletzungen ist beim </div> <div class="para">Schleudertrauma der HWS nicht bei der Beurteilung des </div> <div class="para">natürlichen Kausalzusammenhangs, sondern bei der Adäquanzbeurteilung </div> <div class="para">zu berücksichtigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Im Lichte der dargelegten Rechtsprechung lässt es </div> <div class="para">sich nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz den natürlichen </div> <div class="para">Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 18. Juni 1992 </div> <div class="para">bejaht hat. Zum einen steht auf Grund der im Wesentlichen </div> <div class="para">übereinstimmenden ärztlichen Berichte mit dem Beweisgrad </div> <div class="para">der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Versicherte </div> <div class="para">ein HWS-Schleudertrauma erlitten hat; zum andern </div> <div class="para">klagt sie glaubhaft über Beschwerden, die zum typischen </div> <div class="para">Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören. So hat sie </div> <div class="para">bereits anlässlich ihres ersten Arztbesuches vom 29. Juni </div> <div class="para">1992 über Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Drehschwindel </div> <div class="para">und Sehstörungen und in der Folge auch über neuropsychologische </div> <div class="para">Probleme in Form von Konzentrationsstörungen </div> <div class="para">geklagt. Diese Störungen haben zu einer Beeinträchtigung </div> <div class="para">der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit geführt, welche bis </div> <div class="para">heute angedauert hat. Von einer ergänzenden medizinischen </div> <div class="para">Expertise zur natürlichen Kausalität kann abgesehen werden, </div> <div class="para">da davon keine neuen, für die Beurteilung relevanten Gesichtspunkte </div> <div class="para">zu erwarten sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-90%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page94">BGE 124 V 94</a> Erw. 4b, 122 V </div> <div class="para">162 Erw. 1d mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Was die für den Leistungsanspruch vorausgesetzte </div> <div class="para">Adäquanz des Kausalzusammenhangs betrifft, macht die </div> <div class="para">Winterthur geltend, die Vorinstanz habe die Anwendung der </div> <div class="para">bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei psychischer Fehlentwicklung </div> <div class="para">auf unzureichender Grundlage verneint. Ob es sich </div> <div class="para">bei den im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen </div> <div class="para">Beeinträchtigungen um blosse Symptome des erlittenen Traumas </div> <div class="para">oder um eine selbstständige (sekundäre) Gesundheitsschädigung </div> <div class="para">handelt, beurteilt sich auf Grund der Art und </div> <div class="para">Pathogenese der Störung, des Vorliegens konkreter unfallfremder </div> <div class="para">Faktoren und des Zeitablaufs. Hiezu ist festzustellen, </div> <div class="para">dass der Unfall zwar zeitlich mit einer Verschlimmerung </div> <div class="para">der vorbestandenen Schwerhörigkeit und Versorgung mit </div> <div class="para">Hörgeräten zusammengefallen ist, was sich psychisch sicher </div> <div class="para">belastend ausgewirkt hat. Eindeutig im Vordergrund stand </div> <div class="para">die psychische Problematik im Frühjahr 1993, als die </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin zur stationären Behandlung in der Psychiatrischen </div> <div class="para">Klinik Y.________ weilte, wo die Diagnose </div> <div class="para">einer reaktiven Depression nach HWS-Schleudertrauma mit </div> <div class="para">starker neurotischer Komponente (Versagensängste, geringe </div> <div class="para">Frustrationstoleranz, Kränkungsneigung und schlechtem </div> <div class="para">Selbstwertgefühl) gestellt wurde (Schreiben der Klinik vom </div> <div class="para">16. September 1993). Nach sechswöchiger Behandlung hatte </div> <div class="para">die Versicherte sich jedoch bereits wieder so weit erholt, </div> <div class="para">dass sie das Leben aus eigenen Kräften in die Hand nehmen </div> <div class="para">konnte. Anlässlich des psychosomatischen Konsiliums der </div> <div class="para">Rehabilitationsklinik Z.________ vom 9. August 1995 wirkte </div> <div class="para">sie nur noch leicht depressiv und war diese Komponente </div> <div class="para">einer Therapie durchaus zugänglich. Als Hauptauslöser der </div> <div class="para">psychischen Dekompensation wurde das Unfallereignis </div> <div class="para">bezeichnet. Dieses habe einen erheblichen Knick in der </div> <div class="para">körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bewirkt, </div> <div class="para">welche wiederum Anstoss für die Entwicklung einer </div> <div class="para">Depression gegeben habe. Im Zeitpunkt der Beurteilung war </div> <div class="para">als zusätzliche Belastung die Kündigung des Arbeitsplatzes </div> <div class="para">und die Unsicherheit bezüglich des künftigen Lebensweges </div> <div class="para">bedeutend für die psychische Stabilität, weshalb den Ärzten </div> <div class="para">eine begleitende Gesprächstherapie als indiziert erschien. </div> <div class="para">Auf Grund dieser ärztlichen Angaben ist eine psychische </div> <div class="para">Problematik zwar gegeben, doch ist sie nicht derart </div> <div class="para">ausgeprägt und steht sie nicht ganz im Vordergrund (BGE 123 </div> <div class="para">V 99 Erw. 2), sodass sich nicht beanstanden lässt, wenn die </div> <div class="para">Vorinstanz die Adäquanzbeurteilung nicht nach <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page133">BGE 115 V 133</a> </div> <div class="para">vorgenommen hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Die Auffahrkollision vom 18. Juni 1992, bei der </div> <div class="para">sich die Beschwerdegegnerin ein Schleudertrauma der HWS zuzog, </div> <div class="para">ist im Rahmen der Einteilung, wie sie nach der Rechtsprechung </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 117 V 366</a> Erw. 6a) für die Belange der Adäquanzbeurteilung </div> <div class="para">vorzunehmen ist, mit dem kantonalen </div> <div class="para">Gericht und entgegen den Einwendungen der Winterthur als </div> <div class="para">Grenzfall zwischen einem leichten und mittelschweren Unfall </div> <div class="para">zu qualifizieren. Weder die verhältnismässig geringfügigen </div> <div class="para">Beschädigungen an den beteiligten Personenwagen noch der </div> <div class="para">Umstand, dass der Aufprall des auffahrenden Fahrzeuges </div> <div class="para">nicht mit einer hohen Geschwindigkeit erfolgte, erlauben </div> <div class="para">die Annahme, es habe sich um einen leichten Unfall im Sinne </div> <div class="para">der Rechtsprechung, vergleichbar einem gewöhnlichen Sturz, </div> <div class="para">gehandelt. </div> <div class="para">Im vorliegenden Fall ist weder das Kriterium der </div> <div class="para">besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit </div> <div class="para">des Unfalles noch dasjenige der Schwere oder </div> <div class="para">besonderen Art der erlittenen Verletzungen gegeben. Auch </div> <div class="para">liegt keine ärztliche Fehlbehandlung vor. Bejaht hat die </div> <div class="para">Vorinstanz die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der </div> <div class="para">ärztlichen Behandlung, der Dauerbeschwerden und von Grad </div> <div class="para">sowie Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Die Winterthur bestreitet </div> <div class="para">die Richtigkeit dieser Beurteilung und erachtet sämtliche </div> <div class="para">Kriterien als nicht erfüllt. Mit dem kantonalen Gericht </div> <div class="para">ist aber festzustellen, dass die ärztliche Behandlung, zu </div> <div class="para">welcher entgegen der Ansicht der Winterthur im vorliegend </div> <div class="para">interessierenden Zusammenhang auch die Psychotherapie zu </div> <div class="para">zählen ist, ungewöhnlich lange dauerte. Die Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">unterzog sich zunächst einer physiotherapeutischen </div> <div class="para">Behandlung, welche gemäss Verfügung der Winterthur vom </div> <div class="para">8. Mai 1996 noch bis Frühjahr 1999 weiterzuführen war (vgl. </div> <div class="para">auch Bericht der Rehaklinik R.________ vom 1. April 1999). </div> <div class="para">Hinzu kam ab 12. Oktober 1992 die Behandlung des Psychiaters </div> <div class="para">Dr. med. S.________, welche nach einem stationären </div> <div class="para">Klinikaufenthalt im Jahre 1993 im Frühjahr 1994 abgeschlossen </div> <div class="para">wurde. Vom 15. Oktober 1992 bis 9. Mai 1994 stand die </div> <div class="para">Versicherte in neuropsychologischer Therapie des lic. phil. </div> <div class="para">X.________. Die ärztliche Behandlung in Form von Physiotherapie </div> <div class="para">dauerte im Zeitpunkt des Einspracheentscheides somit </div> <div class="para">über vier Jahre, was als ungewöhnlich lang zu bezeichnen </div> <div class="para">ist. Auch das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit </div> <div class="para">ist als erfüllt zu betrachten. Die Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">war nach dem Unfall zunächst vollständig und ab Januar </div> <div class="para">1993 zu 90 % arbeitsunfähig. Vom 3. März 1993 bis 20. Juni </div> <div class="para">1993 bestand erneut vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab </div> <div class="para">21. Juni wieder 90 %-ige. Gemäss Gutachten der Rehabilitationsklinik </div> <div class="para">Z.________ vom 25. September 1995 betrug die </div> <div class="para">Arbeitsunfähigkeit 64 %. Schliesslich leidet die Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">zwar nicht ununterbrochen, aber häufig an ausstrahlenden </div> <div class="para">Nackenschmerzen, welche mit den objektiv erhebbaren </div> <div class="para">Befunden übereinstimmen, sodass auch das Kriterium </div> <div class="para">der Dauerschmerzen als erfüllt gelten kann. Weil die massgebenden </div> <div class="para">Kriterien in gehäufter Weise gegeben sind, hat die </div> <div class="para">Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen </div> <div class="para">dem Unfall und den bestehenden Beschwerden zu Recht bejaht. </div> <div class="para">Mit der Anerkennung des adäquaten Kausalzusammenhangs </div> <div class="para">ist indessen nichts über das Ausmass der Beeinträchtigung </div> <div class="para">der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ausgesagt. Es wird vielmehr </div> <div class="para">Sache der Winterthur sein, zu prüfen, inwieweit eine </div> <div class="para">Arbeitsunfähigkeit bestand und über die der Versicherten im </div> <div class="para">Einzelnen zustehenden Versicherungsleistungen zu verfügen. </div> <div class="para">In diesem Sinne ist der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid </div> <div class="para">zu bestätigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft </div> <div class="para">hat der Beschwerdegegnerin für das Verfahren </div> <div class="para">vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine </div> <div class="para">Parteientschädigung von Fr. 2500.- (einschliesslich </div> <div class="para">Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Zürich und dem Bundesamt für </div> <div class="para">Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 30. April 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>