B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1829/2012 U r t e i l v o m 6 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, Richterin Elena Avenati-Carpani, Gerichtsschreiberin Karin Wagner. Parteien X._______, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Avenue Edmond- Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Freiwillige Versicherung AHV/IV, Verfügung SAK vom 31. Januar 2012. C-1829/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am 6. Dezember 1962 geborene Schweizerische Staatsangehörige X._______ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführerin) lebt in Israel und ist am 5. Juni 1997 der freiwilligen schweizerischen Alters - und Hinterlassenenversicherung (im Folgenden: freiwillige Versicherung) bei- getreten (Vorakten 1). B. Mit Beitragsverfügung vom 27. November 2009 (Vorakten 9) wurde der Beitrag für das Jahr 2008 auf Fr. 889.90 festgesetzt. Die Versicherte b e- zahlte am 13. Januar 2009 den Betrag von Fr. 930. - auf das angegebene Konto ein. Am 1. Dezember 2009 wies da s Beitragskonto einen Saldo zugunsten der Versicherten von Fr. 40.10 auf (Vorakten 9a). C. Mit Datum vom 10. Juni 2010 stellte die Schweizerische Ausg leichskasse (im Folgenden: Vorinstanz oder SAK) der Versicherten die Beitragsverf ü- gung für die Beitragsperiode 2009 über Fr. 918.75 zu und setzte ihr eine Frist von 30 Tagen für die Bezahlung (Vorakten 11). Im Juni 2010 wies das Beitragskonto einen Negativsaldo von Fr. 878.65 auf. D. Mit Mahnung vom 30. August 2010 (Vorakten 12) sandte die SAK der Be- schwerdeführerin einen Kontoauszug und wies sie darauf hin, dass die Beiträge für das Jahr 2009 noch nicht bezahlt worden seien und das Kon- to einen Saldo zu ihren Ungunsten von Fr. 878.65 aufweisen würde, we l- cher in 30 Tagen auszugleichen sei, andernfalls Verzugszinsen erhoben werden würden. E. Nach unbeantworteter erster Mahnung mahnte die SAK die Versicherte am 29. Oktober 2010 mit eingeschriebenem Brief ein zweites Mal (Vorak- ten 13) und wies darauf hin, dass die Nichtbezahlung von Beiträgen zum Ausschluss aus der Versicherung führe. F. Am 14. Januar 2011 (Vorakten 14) schloss die Vorinstanz die Versicherte wegen nicht vollständigen Bezahlens der Beiträge 2009 von der freiwilli- gen Versicherung gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung vom C-1829/2012 Seite 3 26. Mai 1961 über die freiwillige Alters -, Hinterlassenen- und Invaliden- versicherung (VFV, SR 831.111) aus. G. Mit Schreiben vom 29. November 2011 (Vorakten 17) gelangte die Ver si- cherte an die SAK und nahm Bezug auf ein Telefongespräch von derse l- ben Woche. Die Versicherte erhob gegen die Ausschlussverfügung sin n- gemäss Einsprache und machte geltend, es sei ihr nicht klar gewesen, wann sie hätte bezahlen müssen. Mit wenig Verspätun g habe sie alles bezahlt. H. Mit Einspracheentscheid vom 31. Januar 2012 (Vorakten 19) trat die SAK auf die Einsprache nicht ein, mit der Begründung, die Einsprache sei zu spät erfolgt. Im Weiteren wies die SAK darauf hin, dass selbst bei rech t- zeitiger Einsp racheerhebung die Einsprache hätte abgewiesen werden müssen, da die Versicherte bis 31. Dezember 2010 statt Fr. 878.65 nur Fr. 800.- einbezahlt habe. I. Mit Eingabe vom 30. März 2012 (Posteingang: 5. April 2012) reichte die Beschwerdeführerin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Ausschlussverfügung (act. 1), mit der Begründung, sie habe nur einen minimalen Betrag nicht bezahlt und sei der deutschen Sprache nicht mächtig. J. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2012 (act. 3) beantragte die Vorin- stanz die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefocht e- nen Verfügung, mit der Begründung, die Einsprache sei zu spät erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe den Beitrag für die Beitragsperiode 2009 im Restbetrag von Fr. 78.65 nicht rechtzeitig bezahlt. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie der deutschen Sprache nicht mächtig sei, vermöge nichts zum Vorteil der Beschwerdeführerin zu ändern, da sie rechtzeitig um eine Übersetzung hätte bemüht sein müssen. Dieser Rest- betrag ergebe sich denn auch aus dem Kontoauszug vom 15. Juni 2012 für die Zeit vom 1. Januar 2008 bis 15. Juni 2012 (Vorakten 21): Danach hätte die Versicherte der SAK am 20. Dezember 2010 einen Betrag von Fr. 800.- überwiesen, so dass das Kont o am 20. Dezember 2010 einen Saldo zu ihren Ungunsten von Fr. 78.65 aufgewiesen hätte. Dieser Saldo sei jedoch von der SAK infolge des Ausschlusses aus der freiwilligen Ver-C-1829/2012 Seite 4 sicherung ausgebucht und das K onto auf Null gestellt worden (vgl. Re kti- fikation vom 13. Januar 2011 von Fr. 76.25 und Storno des Verwaltungs- kostenbeitrags am 14. Januar 2011 von Fr. 2.30). K. Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eing e- gangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 85 bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hin- terlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) beurteilt das Bundesverwal- tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurtei- lung der Beschwerde zuständig. 1.2 Laut Art. 3 Bst. d bis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesg e- setz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversich e- rungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Einspracheverf ü- gung vom 31. Januar 201 2 berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist daher zur Beschwerde leg iti- miert (Art. 59 ATSG; vgl. auch Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c VwVG). 1.4 Die Beschwerde wurde formgerecht eingereicht (Art. 52 des Bundes - gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs verfahren [VwVG, SR 172.021]). C-1829/2012 Seite 5 Gemäss Art. 60 ATSG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach Eröffnung der Verfügung einzureichen, wobei die Frist am Tag nach der Mitteilung an die entsprechende Partei zu laufen beginnt (Art. 20 Abs. 1 VwVG). Der angefochtene Einspracheentscheid vom 31. Januar 2012 wurde zwar eingeschrieben an die Zustelladresse in Israel versendet, die Vorinstanz hat den ihr obliegenden Nachweis des Eröffnungszeitpunktes jedoch mangels Zustellungsnachweis nicht erbringen können und die Rechtze i- tigkeit der Beschwerde einreichung in ihrer Vernehmlassung auch nich t bestritten, womit zugunsten der Beschwerdeführerin davon auszugehen ist, dass die Rechtsmittelfrist eingehalten wurde. Grundsätzlich kann im Beschwerdeverfahren nur Streitgegenstand sein, was bereits Gegenstand des vorinstanzlichen Entscheides gewesen i st (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 mit Hinweisen) , es sei denn es bestünden Gründe, den Gegenstand des Verfahrens ausnahmsweise auszu weiten (vgl. hierzu BGE 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen). Vorliegend bildet der Nichteintretensentscheid de r Vorinstanz vom 31. Jan uar 2012 den A n- fechtungsgegenstand. Die Vorinstanz verfügte in diesem Einspracheen t- scheid jedoch nicht nur das Nichteintreten, vielmehr hielt sie zusätzlich in den Erwägungen fest, dass selbst bei rechtzeitiger Einsprache, diese a b- zuweisen gewesen wäre, da statt Fr. 878.65 nur der Betrag von Fr. 800. - einbezahlt worden sei. Die Vorinstanz äusserte sich damit nicht nur fo r- mell betreffend der Frist, sondern materiell zur Frage, ob der Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung zurecht erfolgte. Aus prozessö konomi- schen Gründen ist daher vorliegend der Streitgegenstand auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin zurecht aus der freiwilligen Versicherung aus- geschlossen wurde, auszudehnen. Somit ist auf den Antrag der B e- schwerdeführerin, wonach der Ausschluss aus d er freiwilligen Versich e- rung rückgängig zu machen sei, einzutreten. Da die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die form - und fristge- recht eingereichte Beschwerde einzutreten. 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht ist angesichts des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Pa r- teien gebunden (vgl. Art. 62 VwVG). Es kann im Rahmen seiner Kognition (vgl. Art. 48 VwVG) die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entsche id im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz C-1829/2012 Seite 6 abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 2. 2.1 In materieller Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe- standes Geltung haben (BGE 130 V 329). Mangels anderslautender ei n- schlägiger Bestimmungen im Abkommen vom 1. Oktober 1985 über die soziale Sicherheit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem St aat Israel (SR 0.831.109.449.1), und weil es sich bei der B e- schwerdeführerin um eine schweizerische Staatsangehörige handelt, fi n- den für das vorliegende Verfahren das AHVG, die Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters - und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) und die Verordnung vom 26. Mai 1961 über die freiwillige Al- ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111) A n- wendung. 2.2 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens kann die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbra uchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des Entscheids gerügt we r- den (Art. 49 VwVG). 3. Vorliegend strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin rechtzeitig gegen die Ausschlussverfügung Ei n- sprache erhoben hat, gegebenenfalls ist weiter zu prüfen, ob die SAK die Beschwerdeführerin zu Recht aus der freiwilligen Versicherung au s- schloss. 3.1 Der Vorinstanz ist nicht gelungen, den Zeit punkt der Zustellung ihrer eingeschrieben versandten Ausschlussverfügung vom 14. Januar 2011 (Vorakten 14) mittels Zustellungsnachweis zu erbringen. Aus den Akten ergeben sich auch sonst keine Hinweise, auf den Zustellungszeitpunkt. Einzig verweist die Bes chwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 29. N o- vember 2011 (Vorakten 17) auf ein Telefongespräch zwischen ihr und der Vorinstanz, welches "diese Woche" (also im November 2011) stattgefu n- den haben soll. In den Akten findet sich keine Telefonnotiz, welche Au s- schluss über das Telefongespräch geben würde. Zugunsten der B e- schwerdeführerin ist aber davon auszugehen, dass sie die Vorinstanz C-1829/2012 Seite 7 wohl nach Erhalt der Ausschlussverfügung anrief. Daher ist nach Treu und Glauben davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die Aus- schlussverfügung erst im Monat November 2011 erhalten hat und somit fristgerecht innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt Einsprache erhob. 3.2 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Unrecht auf die Einsprache der Beschwerdeführerin nicht eintrat. Demzu- folge wäre an sich die angefochtene Einspracheverfügung aufzuheben und die Beschwerde aus diesem Grund gutzuheissen. Da allerdings der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens auch auf die Frage der materi l- len Richtigkeit der angefoch tenen Verfügung ausgedehnt wurde (vgl. E. 1.4 hiervor), ist nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beschwe r- deführerin zurecht aus der freiwilligen Versicherung ausschloss. 4. Zunächst sind die im vorliegenden Fall anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze aufzuführen. 4.1 Art. 2 Abs. 1 AHVG bestimmt, dass Schweizer Bürger und Staatsa n- gehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft oder Eur o- päischen Freihandelsassoziation, die nicht in einem Mitgliedstaat der E u- ropäischen Gemeinschaft oder Freihandelsassoziation leben, der freiwilli- gen Versicherung beitreten können, falls sie unmittelbar vorher während mindestens fünf aufeinanderfolgenden Jahren obligatorisch versichert waren. Der Bundesrat erlässt ergänzende Vorschriften über die freiwillige Versicherung; er bestimmt insbesondere die Frist und die Modalitäten des Beitritts, des Rücktritts und des Ausschlusses. Ferner regelt er die Fes t- setzung und Erhebung der Beiträge sowie die Gewährung von Leistu n- gen. Er kann die Bestimmungen betreffend die Dauer der Beitragspflicht, die Berechnung der Beiträge sowie den Beitragsbezug den Besonderhe i- ten der freiwilligen Versicherung anpassen (Art. 2 Abs. 6 AHVG). 4.2 Gemäss Art. 5 VFV sind die Versicherten gehalten, der Auslandsve r- tretung, der Ausgleichskasse und der IV-Stelle für Versicherte im Ausland alle zur Durchführung der freiwilligen Versicherung benötigten Angaben zu machen und auf Verlangen deren Richtigkeit zu belegen. Gemäss Art. 2 Abs. 3 AHVG werden Versicherte, welche die nötigen Auskünfte nicht erteilen oder ihre Beiträge nicht fris tgerecht bezahlen, aus der frei willigen Versicherung ausgeschlossen. C-1829/2012 Seite 8 4.3 Art. 13 VFV regelt die Voraussetzungen des Ausschlusses. Nach Art. 13 Abs. 1 lit. a VFV werden Versicherte, die ihren Jahresbeitrag bis zum 31. Dezember des f olgenden Kalenderjahres nicht vollständig bezahlen, aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen. Vor Ablauf der Frist stellt die Ausgleichskasse den Versicherten eine eingeschriebene Ma h- nung mit Androhung des Ausschlusses zu (Art. 13 Abs. 2 VFV). Werd en fällige Beträge nicht bezahlt, so ist innert zweier Monate schriftlich unter Ansetzung einer Nachfrist von 30 Tagen zu mahnen. Wird auch die Nach- frist nicht eingehalten, so hat die Ausgleichskasse eine letzte Zahlung s- frist anzusetzen und auf die Folgen der Nichtzahlung aufmerksam zu ma- chen (Art. 17 Abs. 2 VFV). 4.4 Der Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung stellt nach der bu n- desgerichtlichen Rechtsprechung einen äusserst schwerwiegenden Ei n- griff in die Rechtsstellung des Betroffenen dar. Es ist daher unerlässlich, dass der Betroffene weiss, wie er den Ausschluss abwenden kann. Aus diesem Grund wurde in Art. 13 Abs. 2 VFV festgelegt, dass eine Mahnung vor Ablauf der in Art. 13 Abs. 1 VFV vorgesehenen Frist ergehen muss (vgl. BGE 117 V 97 E. 2c und Urtei l des Bundesgerichts H 224/04 vom 28. April 2005 E. 4.3). 4.5 Der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung der Mahnungen obliegt der Verwaltung. Weil der Sozialversicherungsprozess von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, handelt es sich da bei nicht um die subjektive Beweisführungslast (Art. 8 ZGB), sondern in der Regel nur um die sogenannte objektive Beweislast in dem Sinne, dass im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 103 V 65 E. 2a mit weiteren Hinweisen). 4.6 An den der Vorinstanz obliegenden Nachweis der ordnungsgemässen Zustellung der Mahnungen sind relativ hohe Anforderungen zu stellen, handelt es sich beim Ausschluss aus der fr eiwilligen Versicherung doch um einen schwerwiegenden Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C -4305/2012 vom 16. N o- vember 2012 und C-1473/2011 vom 30. Juli 2012 E. 1b ff., je mit Hinwe i- sen). Dieselben hohen Anforderungen sind auch an den Beweis des Zeitpun k- tes der Eröffnung der Ausschlussverfügung zu stellen (vgl. hierzu die U r-C-1829/2012 Seite 9 teile des Bundesgerichts I 528/01 vom 3. Juni 2003 E. 2.2. und I 738/01 vom 18. April 2002 E. 1b ff. je mit Hinweisen). 5. 5.1 Wie weiter oben erörtert (vorne E. 4.6), handelt es sich beim Au s- schluss aus der freiwilligen Versicherung um einen schwerwiegenden Eingriff in die Recht sstellung der Betroffenen, womit an die ordnungsg e- mässe Zustellung der Mahnungen relativ hohe Anforderungen zu stellen sind. Vorliegend konnte d ie Vorinstanz die Zustellung ihrer Mahnungen vom 30. August 2010 (Vorakten 12) und 29. Oktober 2010 (Vorakten 13) nicht rechtsgenüglich (mittels Zustellnachweis für den eingeschriebenen Brief) nachweisen. Ebenso wenig lässt sich auch aus dem Verhalten der B e- schwerdeführerin schliessen, ob und wann diese die fragliche n Mahnun- gen erhalten hat. Damit fehlt eine der unabdingbar notwen digen Voraus- setzungen für den Ausschluss der Beschwerdeführerin aus der freiwill i- gen Versic herung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge richts C - 2973/2006 vom 19. Mai 2008), weshalb die Beschwerde auch aus di e- sem Grund gutzuheissen ist. 5.2 Hinzukommt, dass am 20. Dezember 2010 die von der Beschwerd e- führerin getätigte Zahlung im Betrag von Fr. 800. - bei der SAK einging (Vorakten 21). Diesbezüglich machte die Beschwerdeführerin in ihrer Ein- sprache vom 29. November 2011 (Vorakten 17) denn auch geltend, "alles bezahlt" zu haben. 5.2.1 Es ist somit festzustellen, dass am 20. Dezember 2010 bei der SAK ein Betr ag in Höhe von Fr. 800. - einging und das Konto danach einen Saldo zu Ungunsten der Beschwerdeführerin von Fr. 78.65 aufwies. Die Vorinstanz hätte die Beschwerdeführerin darauf hinweisen müssen, dass nicht der gesamte Betrag bei ihr einging, da wie nachfolgend zu zeigen sein wird, sich ein Ausschluss wegen eines nicht fristgerecht bezahlten Restbetrages als unverhältnismässige Massnahme erweist. 5.2.2 Das Bundesgericht hat im Entscheid H 149/05 vom 7. September 2006 festgehalten, dass der Grundsatz der Verhältni smässigkeit im g e- samten Verwaltungsrecht zu beachten sei. Die Verhältnismässigkeit setzt voraus, dass die Massnahme das geeignete Mittel zur Erreichung des angestrebten Zieles ist, dass der Eingriff nicht über das hinausgeht, was zur Erreichung des Zweckes erforderlich ist und dass zwischen Ziel und C-1829/2012 Seite 10 Mitteln ein vernünftiges Verhältnis besteht (E. 3.3.1 des genannten En t- scheides mit weiteren Hinweisen.). Wie das Bundesgericht im zitierten Entscheid festhält, hat der Ausschluss wegen unvollständiger Bezahlung des Jahresbeitrages zum Ziel, zu verhindern, dass die Verwaltung die Beitragsforderungen im Ausland auf rechtlichem Weg eintreiben muss. Auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, dass mit dem Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung ein schwerwieg ender Eingriff in die Rechtsstellung der versicherten Person vorgenommen wird, da sie d a- nach der freiwilligen Versicherung lebenslang nicht mehr beitreten darf. 5.2.3 Im vorliegenden Fall verblieb nach den obigen Ausführungen eine Restschuld für das Jahr 2009 von Fr. 78.65, welche im Vergleich zu den früheren, ordentlich beglichenen Jahresbeitragsforderungen (das Be i- tragskonto wies am 1. Dezember 2009 einen Saldo zuguns ten der B e- schwerdeführerin auf , vgl. Vorakten 9a ) als relativ geringfügig zu b e- zeichnen ist. 5.2.4 Die Zahlungsbereitschaft der Beschwerdeführerin lässt sich bereits aus der Zahlung vom 20. Dezember 2010 (Vorakten 21) ableiten. Ange- sichts des relativ geringfügigen Beitragsausstandes ist festzuhalten, dass der verfügte Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung keine verhäl t- nismässige Massnahme darstellte. 5.2.5 Die Beschwerdeführerin ist der Vollständigkeit halber aber darauf hinzuweisen, dass sie bei zukü nftigen Überweisungen dafür zu sorgen hat, dass der gesamte geschuldete Betrag der SAK gutgeschrieben und allfällige Spesen zu ihren Lasten verrechnet werden. 5.3 Als weiteres Zwischenergebnis ergibt sich, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Unrecht aus der freiwilligen Versicherung ausg e- schlossen hat und die angefochtene Verfügung vom 14. Januar 2011 auf- zugehen ist. Auch in diesem Punkt ist die Beschwerde begründet. 6. Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für einen Ausschluss der Beschwerdeführerin aus der freiwilligen AHV -Versicherung nicht erfüllt, weshalb sich die Beschwerde als begründet erweist und gutzuheissen ist. Der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 31. Januar 2012 sowie ihre Verfügung vom 14. Januar 2011 sind aufzuheben und die Besch werde- führerin bleibt weiterhin der freiwilligen Versicherung unterstellt. C-1829/2012 Seite 11 7. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 7.1 In Anwendung von Art. 85 bis Abs. 2 Satz 1 AHVG sind keine Verfa h- renskosten zu erheben. 7.2 Weder die Vorinstanz als Bundesbehörde (vgl. BGE 127 V 205), noch die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin – da aus den Akten nicht ersichtlich ist, dass dieser unverhältnismässig hohe Kosten entsta n- den wären – haben Anspruch auf eine Parteientsc hädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bunde s- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Es folgt das Urteilsdispositiv) C-1829/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Einspracheentscheid der Vorin - stanz vom 31. Januar 2012 und die Ausschlussverfügung vom 14. Januar 2011 werden aufgehoben, und die Beschwerdeführerin bleibt weiterhin der freiwilligen Versicherung unterstellt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Parteien t- schädigung zugesprochen. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. ______; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Karin Wagner Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: