<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 48 S.243</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Opferhilfe</span> <span class="page_no">243</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>IX. Opferhilfe</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>48</b></span> <span class="ft3"><b>Opferhilfe, Genugtuung (Art. 12 Abs. 2 OHG).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Grundsätzliche Verbindlichkeit des Zivil- oder Strafurteils hinsicht-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lich der Frage, wer als indirektes Opfer Anspruch auf Genugtuung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>hat, ebenso hinsichtlich der Höhe der Genugtuung, sofern diese vom</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Zivil- oder Strafrichter in einem streitigen Verfahren festgesetzt</b></span><br/> <span class="ft3"><b>wurde.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 10. Mai 2006 in Sa-</span><br/> <span class="ft6">chen C.B. gegen Kantonalen Sozialdienst.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">Der Vater der damals 16-jährigen Beschwerdeführerin versuchte</span><br/> <span class="ft8">seine Ehefrau (Mutter der Beschwerdeführerin) zu töten und ver-</span><br/> <span class="ft8">letzte sie schwer. Im Strafverfahren wurde der Täter verurteilt, der</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführerin eine Genugtuungssumme von Fr. 7'500.-- zu</span><br/> <span class="ft8">zahlen, doch war das Geld bei ihm nicht eintreibbar.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">1./1.1. Gemäss Art. 12 Abs. 2 OHG kann dem Opfer einer</span><br/> <span class="ft8">Straftat unabhängig von seinem Einkommen eine Genugtuung ausge-</span><br/> <span class="ft8">richtet werden, wenn es (kumulativ) schwer betroffen ist und beson-</span><br/> <span class="ft8">dere Umstände es rechtfertigen. Dem direkten Opfer (Art. 2 Abs. 1</span><br/> <span class="ft8">OHG) werden sein Ehegatte, seine Kinder und Eltern sowie andere</span><br/> <span class="ft8">Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahe stehen, bezüglich der</span><br/> <span class="ft8">Geltendmachung von Entschädigung und Genugtuung gleichgestellt,</span><br/> <span class="ft8">soweit ihnen Zivilansprüche gegenüber dem Täter zustehen (Art. 2</span><br/> <span class="ft8">Abs. 2 lit. c OHG). Dazu hat das Bundesgericht festgehalten, dass -</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">244</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">entsprechend dem Zweck der Opferhilfe - dem direkten Opfer nahe</span><br/> <span class="ft8">stehende Personen Entschädigung und Genugtuung gemäss Art. 11</span><br/> <span class="ft8">ff. OHG nur geltend machen können, soweit ihnen ein entsprechen-</span><br/> <span class="ft8">der Zivilanspruch zusteht. Ein opferhilferechtlicher Genugtuungsan-</span><br/> <span class="ft8">spruch darf nicht von weniger strengen Voraussetzungen abhängig</span><br/> <span class="ft8">gemacht werden als ein zivilrechtlicher. Das bedeutet, dass als indi-</span><br/> <span class="ft8">rektes Opfer nur Genugtuung nach Art. 12 Abs. 2 OHG geltend ma-</span><br/> <span class="ft8">chen kann, wer nach Art. 47 oder allenfalls 49 OR Anspruch auf eine</span><br/> <span class="ft8">Genugtuung hat (BGE vom 8. Juni 2005, 1A.69/2005, Erw. 2.2; BGE</span><br/> <span class="ft8">vom 7. Dezember 2000, 1A.196/2000, Erw. 2b, in ZBl 102/2001,</span><br/> <span class="ft8">S. 494 f.).</span><br/> <span class="ft8">1.2./1.2.1. Zu beurteilen, ob einer Person, die dem direkten Op-</span><br/> <span class="ft8">fer nahe steht, ein Zivilanspruch gegenüber dem Täter zusteht (Art. 2</span><br/> <span class="ft8">Abs. 2 lit. c OHG), fällt in die Kompetenz des Zivilrichters (oder des</span><br/> <span class="ft8">Strafrichters, wenn dieser gleichzeitig über Zivilansprüche entschei-</span><br/> <span class="ft8">det; diese Konstellation ist im Folgenden mitgemeint, wenn einfach</span><br/> <span class="ft8">vom Zivilrichter oder Zivilprozess die Rede ist). Für die Opferhilfe-</span><br/> <span class="ft8">behörde handelt es sich um eine Vorfrage ausserhalb ihres Sachkom-</span><br/> <span class="ft8">petenzbereichs. Nach einem allgemein geltenden Grundsatz ist sie</span><br/> <span class="ft8">berechtigt, über eine solche Vorfrage selbstständig zu entscheiden</span><br/> <span class="ft8">(und insbesondere bei Verfahren, die eine speditive Erledigung er-</span><br/> <span class="ft8">fordern und daher eine Sistierung nur ausnahmsweise zulassen, ist</span><br/> <span class="ft8">sie dazu sogar verpflichtet), wenn die sachkompetente Behörde dar-</span><br/> <span class="ft8">über noch nicht entschieden hat; an einen bereits ergangenen Ent-</span><br/> <span class="ft8">scheid der sachkompetenten Behörde ist sie dagegen grundsätzlich</span><br/> <span class="ft8">gebunden (Ulrich Häfelin/Georg Müller, Allgemeines Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft8">recht, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 58 ff. m.H.). Diese</span><br/> <span class="ft8">Grundsätze müssen auch im Bereich von Art. 2 Abs. 2 lit. c OHG</span><br/> <span class="ft8">gelten, zumal dort ausdrücklich auf das Zivilrecht verwiesen wird</span><br/> <span class="ft8">("<i>Zivilanspruch</i> gegenüber dem Täter"). Das Bundesgericht hat denn</span><br/> <span class="ft8">auch festgehalten, dass hier das OHG "fait toutefois clairement réfé-</span><br/> <span class="ft8">rence aux notions de droit civile" (BGE vom 8.</span> <span class="ft8">Juni 2005,</span><br/> <span class="ft8">1A.69/2005, Erw. 2.2), und demgemäss die Bindung an den Ent-</span><br/> <span class="ft8">scheid des Zivilrichters betont, jedenfalls insoweit, als gestützt auf</span><br/> <span class="ft8">das OHG keine Genugtuung zugesprochen werden darf an Personen,</span><br/> <span class="ft8">deren Anspruch vom Zivilrichter verneint wurde (erwähnter BGE</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Opferhilfe</span> <span class="page_no">245</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">vom 8. Juni 2005, Erw. 2.2; vgl. auch BGE vom 12. Juni 2003,</span><br/> <span class="ft8">1A.208/2002, Erw. 3.2, sowie erwähnter BGE vom 7. Dezember</span><br/> <span class="ft8">2000, Erw. 2b, in ZBl 102/2001, S. 494 f.). Angesichts des in Art. 2</span><br/> <span class="ft8">Abs. 2 lit. c OHG statuierten direkten Zusammenhangs mit der Re-</span><br/> <span class="ft8">gelung im Zivilrecht kann dies nicht nur einseitig zu Lasten der Op-</span><br/> <span class="ft8">fer gelten, sondern bedeutet konsequenterweise ebenfalls, dass die</span><br/> <span class="ft8">Genugtuung nach OHG bei Personen, deren Anspruch vom Zivil-</span><br/> <span class="ft8">richter rechtskräftig bejaht wurde, grundsätzlich nicht verweigert</span><br/> <span class="ft8">werden darf (VGE II/10 vom 24. Februar 2005 [BE 2005.00256],</span><br/> <span class="ft8">S. 6).</span><br/> <span class="ft8">1.2.2. Der KSD lehnt diesen Schluss ab mit der Begründung,</span><br/> <span class="ft8">nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bestehe in reinen Rechts-</span><br/> <span class="ft8">fragen keine Bindung (BGE 129 II 312 ff.; erwähnter BGE vom</span><br/> <span class="ft8">12. Juni 2003, Erw. 2.2). Die Präjudizien beschlagen indessen nicht</span><br/> <span class="ft8">den vorliegend streitigen Sachverhalt und lassen sich auf diesen nicht</span><br/> <span class="ft8">übertragen. Das Bundesgericht hat erkannt, dass die vom Zivilrichter</span><br/> <span class="ft8">festgesetzte <i>Höhe der Entschädigung für das direkte Opfer</i> für den</span><br/> <span class="ft8">OHG-Bereich nicht verbindlich sei (BGE 129 II 315 ff.), was ange-</span><br/> <span class="ft8">sichts der unterschiedlichen rechtlichen Grundlagen (siehe Art. 13</span><br/> <span class="ft8">Abs. 1 OHG; BGE 129 II 315; 125 II 173 f.) nichts als selbstver-</span><br/> <span class="ft8">ständlich ist. Ebenso leuchtet es ohne weiteres ein, dass eine Bin-</span><br/> <span class="ft8">dungswirkung nur besteht, soweit der Zivilrichter über eine <i>strittige</i></span><br/> <span class="ft7"><i>Frage</i> entschieden hat, nicht aber wo sein Urteil auf einem gericht-</span><br/> <span class="ft8">lich nicht überprüften Vergleich oder einer Vereinbarung der Parteien</span><br/> <span class="ft8">beruht (BGE 124 II 11 ff.; erwähnter VGE vom 24. Februar 2005,</span><br/> <span class="ft8">S. 6).</span><br/> <span class="ft8">Bezüglich der <i>Höhe der Genugtuung für das direkte Opfer</i> hat</span><br/> <span class="ft8">das Bundesgericht gleich entschieden und dies ebenfalls damit be-</span><br/> <span class="ft8">gründet, dass die Entschädigungssysteme unterschiedlich seien. Es</span><br/> <span class="ft8">ist aber nicht zu verkennen, dass - anders als bei der Entschädigung -</span><br/> <span class="ft8">die rechtlichen Grundlagen bei der Genugtuung denjenigen im Zivil-</span><br/> <span class="ft8">recht weitgehend entsprechen. Deshalb hat das Bundesgericht hier zu</span><br/> <span class="ft8">Recht festgehalten, dass die Anwendung der zivilrechtlichen Krite-</span><br/> <span class="ft8">rien "grundsätzlich gerechtfertigt" bzw. dass davon "nicht zu weit"</span><br/> <span class="ft8">abzuweichen sei (erwähnter BGE vom 12. Juni 2003, Erw. 2.4; 128</span><br/> <span class="ft8">II 53 ff.; 125 II 173; 123 II 216). Bei der Frage, wer als dem direkten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">246</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Opfer <i>nahe stehende Person einen eigenen Anspruch auf Genugtu-</i></span><br/> <span class="ft7"><i>ung</i> habe, ist der Konnex zum Zivilrecht, wie bereits ausgeführt,</span><br/> <span class="ft8">noch enger.</span><br/> <span class="ft8">1.2.3. Damit ist noch nicht gesagt, von der Regel, dass der vom</span><br/> <span class="ft8">Zivilrichter in einem streitigen Verfahren anerkannte Anspruch eines</span><br/> <span class="ft8">Opferangehörigen auf Genugtuung für den Bereich der Opferhilfe</span><br/> <span class="ft8">verbindlich ist, dürfe überhaupt nie abgewichen werden. Die Frage,</span><br/> <span class="ft8">unter welchen Voraussetzungen ein Abweichen zulässig erscheint,</span><br/> <span class="ft8">muss hier nicht näher erörtert werden. Spezielle Umstände, die den</span><br/> <span class="ft8">vorliegenden Fall zu einem solchen Ausnahmefall stempeln könnten,</span><br/> <span class="ft8">werden nicht angeführt und sind denn auch nicht ersichtlich.</span><br/> <span class="ft8">1.3. Im Berufungsverfahren vor Obergericht beantragte der Tä-</span><br/> <span class="ft8">ter, die Genugtuungsforderung der Beschwerdeführerin sei vollum-</span><br/> <span class="ft8">fänglich abzuweisen. Dieser Antrag wurde abgewiesen mit der - nä-</span><br/> <span class="ft8">her ausgeführten - Begründung, die Beeinträchtigungen, welche die</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführerin durch die Taten erlitten habe, erreichten die In-</span><br/> <span class="ft8">tensität, welche für die Zusprechung einer Genugtuung gemäss</span><br/> <span class="ft8">Art. 49 OR gefordert werde. Dem ist aufgrund der bejahten Bin-</span><br/> <span class="ft8">dungswirkung zu folgen. Im Übrigen würde sich diese Beurteilung</span><br/> <span class="ft8">ohnehin auch bei materieller Überprüfung als zutreffend erweisen.</span><br/> <span class="ft8">Die Ungewissheit, ob die schwer verletzte Mutter ihre Verletzungen</span><br/> <span class="ft8">überleben würde, der spätere Suizidversuch der Mutter aus Angst vor</span><br/> <span class="ft8">einer Folgetat, dazu auch die eigene Angst wegen der anhaltenden</span><br/> <span class="ft8">massiven Drohungen des Vaters waren geeignet, bei der im Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft8">der Tat 16-jährigen Beschwerdeführerin eine tiefe und länger dau-</span><br/> <span class="ft8">ernde existenzielle Verunsicherung auszulösen und sie in ihrer Ent-</span><br/> <span class="ft8">wicklung nachhaltig zu beeinträchtigen; sie musste sich denn auch in</span><br/> <span class="ft8">psychotherapeutische Behandlung begeben ... Derartige Existenz-</span><br/> <span class="ft8">ängste von Unmündigen beim drohenden Verlust der Eltern oder ei-</span><br/> <span class="ft8">nes Elternteils rücken den Sachverhalt in die Nähe des tatsächlichen</span><br/> <span class="ft8">Verlusts, wie dies von der Rechtsprechung zu Art. 49 OR und Art. 12</span><br/> <span class="ft8">Abs. 2 OHG als Voraussetzung einer Genugtuung für Personen, die</span><br/> <span class="ft8">einem körperlich geschädigten Opfer nahe stehen, verlangt wird (er-</span><br/> <span class="ft8">wähnter BGE vom 12. Juni 2003, Erw. 3.2; 125 III 417 und insbe-</span><br/> <span class="ft8">sondere 419 ff.). Sie stellen einen entscheidenden Unterschied zu</span><br/> <span class="ft8">denjenigen Fällen dar, auf die sich der KSD beruft (erwähnte BGE</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Opferhilfe</span> <span class="page_no">247</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">vom 8. Juni 2005 und 12. Juni 2003), wo <i>Eltern</i> wegen der Verlet-</span><br/> <span class="ft8">zung ihres Kindes Genugtuung verlangten.</span><br/> <span class="ft8">Die angefochtene Verfügung ist demzufolge aufzuheben.</span><br/> <span class="ft8">2. Die Beschwerdeführerin fordert eine Genugtuung in der</span><br/> <span class="ft8">Höhe, wie sie im Straf- bzw. Adhäsionsverfahren zugesprochen</span><br/> <span class="ft8">wurde. Der KSD hat sich dazu nicht, auch nicht eventualiter, geäus-</span><br/> <span class="ft8">sert.</span><br/> <span class="ft8">Wurde in einem streitigen Zivilverfahren eine Genugtuungs-</span><br/> <span class="ft8">summe festgesetzt, so ist grundsätzlich von dieser auszugehen. Wohl</span><br/> <span class="ft8">trifft es zu, dass der Rechtsgrund der Leistungen nach OR und nach</span><br/> <span class="ft8">OHG nicht identisch ist und dass in einem Fall der Täter, im anderen</span><br/> <span class="ft8">der Staat leistungspflichtig ist; doch rechtfertigt dies nicht, die Ge-</span><br/> <span class="ft8">nugtuung nach OHG generell tiefer festzusetzen (vorne Erw. 1.2.2).</span><br/> <span class="ft8">Ein allgemeiner Vorbehalt ist nach der Rechtsprechung des Verwal-</span><br/> <span class="ft8">tungsgerichts lediglich dort angebracht, wo der Genugtuung wegen</span><br/> <span class="ft8">des schweren Täterverschuldens (auch) eine pönale Funktion zu-</span><br/> <span class="ft8">kommen soll, da diese nur möglich ist, wenn der Täter selber die Ge-</span><br/> <span class="ft8">nugtuung bezahlen muss (VGE II/53 vom 11. Juni 1999</span><br/> <span class="ft8">[BE 98.00399], S. 10).</span><br/> <span class="ft8">Im Urteil des Bezirksgerichts wurde das schwere Verschulden</span><br/> <span class="ft8">des Täters bejaht. Soweit dieses auch als genugtuungserhöhend ge-</span><br/> <span class="ft8">würdigt wurde, standen keine pönalen Überlegungen dahinter. Die</span><br/> <span class="ft8">Beurteilung bezog sich auf das Erleben und die Beeinträchtigung der</span><br/> <span class="ft8">Opfer, besonders deutlich bei der Beschwerdeführerin. Das Gleiche</span><br/> <span class="ft8">gilt für das Obergerichtsurteil. Dem Sachrichter steht bei der Bemes-</span><br/> <span class="ft8">sung der Genugtuungssumme in Würdigung der massgebenden Um-</span><br/> <span class="ft8">stände ein weiter Beurteilungsspielraum zu, und direkte Vergleiche</span><br/> <span class="ft8">zu anderen Fällen von Persönlichkeitsverletzungen infolge Tötung</span><br/> <span class="ft8">oder Verletzung der körperlichen Integrität eines nahen Angehörigen</span><br/> <span class="ft8">sind nur beschränkt möglich (vgl. BGE 125 III 421). In Anbetracht</span><br/> <span class="ft8">der erlittenen Beeinträchtigungen (vorne Erw. 1.3) erscheint die der</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführerin zugesprochene Summe angemessen. Es ist kein</span><br/> <span class="ft8">Grund ersichtlich, sie herabzusetzen, gerade im Vergleich mit den</span><br/> <span class="ft8">höheren Summen beim Verlust eines Elternteils (vgl. Peter Gomm,</span><br/> <span class="ft8">in: Kommentar zum Opferhilfegesetz, 2. Auflage, Bern 2005, Art. 12</span><br/> <span class="ft8">N 38) und den im Fall BGE 125 III 412 zugesprochenen Fr. 20'000.-.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">248</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Somit ist die Beschwerde vollumfänglich gutzuheissen (zur Verzin-</span><br/> <span class="ft8">sung siehe BGE 131 II 227 f.; 129 IV 152 f.; Gomm, a.a.O., Art. 12</span><br/> <span class="ft8">N 36).</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>