Steuerrekursgericht des Kantons Zürich 1. Abteilung 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 Entscheid 16. Januar 2012 Mitwirkend : Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli In Sachen 1. A, 2. B, Beschwerdeführer/ Rekurrenten, gegen 1. S c hw ei zeri s ch e Ei d ge no ss en sc haf t , Beschwerdegegnerin, 2. S t a at Z üri c h, Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 - 2 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 hat sich ergeben: A. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) deklarierten in der Steuererkl ärung 2008 einen Betrag von Fr. 472'804.-, entsprechend GBP 308'966.-, als Wert von in s- gesamt 20 Lebens -/Rentenversicherungen. Unter Ei nbezug der übr igen Aktiven und der Passiven gaben sie ein steuerbares Vermögen von Fr. 1'484'000. - an. Das steuer- bare Einkommen lautete auf Fr. 76'800. - (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 77'800. - (Staats- und Gemeindesteuern). Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 2008 führte die Steuerko m- missärin u.a. hinsichtlich der deklarierten Lebens-/Rentenversicherungen eine Unte r- suchung durch. Mit Hinweis bzw. Entscheid vom 1. März 20 11 erhöhte sie das steue r- bare Einkommen u.a. um (umgerechnet) Fr. 21'870. - als (Netto-)Vermögensertrag der Pflichtigen aus der Rückzahlung von zwei Lebensversicherungen im Jahr 2008. Das steuerbare Einkommen setzte sie derart auf Fr. 100'300.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 101'300. - (Staats- und Gemeindesteuern) fest. Das ste uerbare Vermögen übe r- nahm sie gemäss Steuererklärung. B. Gegen die Einschätzung der Staats - und Gemeindesteuern erhoben die Pflichtigen am 2. April 2011 Einsprache mit dem Antrag, von der Aufrechnung eines Vermögensertrags im Zusammenhang mit der Rückzahlung der Lebensversicherungen zu verzichten, da es sich um rückkaufsfähige Policen handle. Eventualiter se ien die bezahlten Versicherungsprämien als Investitionskosten abzuziehen und die Umrec h- nung von GBP zu den Kursen der Jahre vorzunehmen, in denen die jeweiligen Zahlun- gen erfolgt seien. Diesfalls resultiere aus der Veräusserung der Versicherungspolicen kein Gewinn mehr, sondern ein Verlust. Das kantonale Steueramt nahm diese Einsprache auch als solche gegen die Veranlagung der direkten Bundessteuer e ntgegen und hiess beide Rechtsmittel am 30. Mai 2011 teilweise gut. Dabei reduzierte es den aus der Rückzahlung der Versiche- rungen resultierenden (Netto -)Erlös um die geleisteten Versicherungsprämien auf Fr. 7'235.-. Das steuerbare Einkommen ergab sich nu nmehr mit Fr. 85'600. - bzw. Fr. 86'600.-. - 3 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 29./30. Juni bzw. 8. Juli 2011 erneuerten die Pflichtigen den Einsprache antrag, eventualiter sei die Umrechnung der ausgerich- teten Versicherungsleistungen und der bezahlten Prämien zu den jeweils aktuellen (Devisen-)Kursen vorzunehmen. Das kantonale Steueramt schloss am 11. August 2011 auf Abweisung der Rechtsmittel, ebenso die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) am 19. Okt o- ber 2011 hinsichtlich der Beschwerde. Die Pflichtigen reichten am 2./5. Dezember 2011 eine ausführliche Replik ein. Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. a) Nach Art. 20 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die direkte Bunde s- steuer vom 14. Dezember 1990 (in der hier massgebenden Fassung vom 19. Mä rz 1999, DBG) sind insbesondere Zinsen aus Guthaben als Erträge aus beweglichem Vermögen steuerbar, einschliesslich ausbezahlter Erträge aus rückkaufsfähigen Kap i- talversicherungen mit Einmalprämie im Erlebensfall oder bei Rückkauf, ausser wenn diese Kapitalversicherungen der Vorsorge dienen (Satz 1). Als der Vorsorge di enend gilt die Auszahlung der Versicherungsleistung ab dem vollendeten 60. Alter sjahr des Versicherten aufgrund eines mindestens fünfjährigen Vertragsverhältnisses , das vor Vollendung des 66. Altersjahres begründet wurde (Satz 2). In diesem Fall ist die Lei s- tung steuerfrei (Satz 3). Die Steuerbarkeit bzw. Steuerfreiheit von Erträgen aus solchen rückkaufsfähigen Kapitalversicherungen mit Einmalprämie entspricht der R egelung in Art. 7 Abs. 1ter des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990/19. März 1999 (StHG). Handelt es sich bei der rückkaufsfähigen Kapitalversicherung nicht um eine solche mit Einmalprämie sondern um eine solch e mit jährlich wiederkehrender Prämie, so ist der aus ihr resultierende Vermögensanfall, d.h. auch der dabei erzielte Ertrag, kraft Art. 24 lit. b DBG bzw. Art. 7 Abs. 4 lit. d StHG in jedem Fall, d.h. ohne dass die Versicherung der Vorsorge dienen muss, steuerfrei. Die Unterstellung der Ertr äge aus - 4 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 rückkaufsfähigen Kapitalversicherungen mit Einmalprämie unter die Einkommenssteu- er nach Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG bzw. Art. 7 Abs. 1 ter StHG bildet daher nur die Aus- nahme dieses Grundsatzes (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkomme ntar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 20 N 84 ff.). Liegt weder Ertrag a us einer rückkaufsfähigen Kapitalversicherung mit Ei n- malprämie, die der Vorsorge dient, noch ein Vermögensanfall aus rückkaufsfähiger Kapitalversicherung mit periodisch wiederkehrender Prämie vor, ist d ie Kapitalleistung aus einer Lebensversicherung kraft Art. 16 Abs. 1 bzw. Art. 20 Abs. 1 DBG als Ein- kommen bzw. Vermögensertrag steuerbar (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 22 N 98). b) Die (private) rückkaufsfähige Kapitalversicherung nach Art. 24 lit. b DBG, bei welcher der Vermögensanfall einkommenssteuerbefreit ist, muss auf einem priva t- rechtlichen Versicherungsvertrag gemäss Bundesgesetz über den Versicherungsve r- trag vom 2. April 1908 (VVG) beruhen. Der Versicherungsvertrag nach diesem Gesetz kommt in der Regel zustande, indem der künftige Versicherungsnehmer einen Antrag auf Abschluss einer Versicherung stellt und der Versicherer diesen Antrag a nnimmt (Art. 100 Abs. 1 VVG i.V.m. Art. 1 OR). Die Annahmeerklärung des Versicherers ge- schieht dabei häufig durch Zusendung der Versicherungspolice. Letztere stellt bloss eine Vertragsurkunde dar, welche die gegenseitigen Rechte und Pflic hten der Parteien umschreibt (Art. 11 Abs. 1 VVG). Sie qualifiziert nicht als Wertpapier, sodass die A n- sprüche aus dem Versicherungsvertrag auch ohne sie abgetreten werden können (Kuhn/Müller-Studer/Eckert, Privatversicherungsrecht, 2. A., 2002, S. 165 ff., auch zum Folgenden). Die Versicherungspraxis weist allerdings der Police vielfach beson dere rechtliche Funktionen zu, welche die Police über den Rang einer gewöhnlichen B e- weisurkunde erheben, sie aber dennoch nicht zum Wertpapier machen. G ebräuchlich sind die Inhaber- und die Ordreklausel, welche Legitimationswirkungen haben und da- mit die Po lice zu einer qualifizierten Beweisurkunde aufwerten. Der Versicherer darf diesfalls seine Leistung mit befreiender Wirkung nur an den Versiche rten ausrichten, der sich durch die Police mit Inhaber-/Ordreklausel ausweist. Die Rückkaufsfähigkeit ist eine Besonderheit der Lebensversich erungen und nur bei diesen anzutreffen. Rückkaufsfähig sind solche Lebensversich erungen, bei denen die Risikoversicherung mit einem Sparvorgang verbunden ist und daher ein De-- 5 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 ckungskapital angesammelt wird . Der Versicherte kann einseitig den Versicherung s- vertrag aufheben und die Ansprüche am Deckungskapital in Höhe des Rüc kkaufwerts geltend machen (Art. 90 Abs. 2, 91 Abs. 2 und 3, Art. 98 VVG). Unter rückkaufsfähigen Kapitalversicherungen werden steuerlich all jene Lebens versicherungen verstanden, bei denen der Eintritt des versicherten Ereignisses (Alter und/oder Tod) und damit die Auszahlung der Versicherungssumme an den Berechtigten (Vers icherungsnehmer oder Begünstigten) gewiss ist (Art. 90 Abs. 2 VVG und Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 24 N 44). c) aa) Für die Steuerfreiheit des Vermögensanfalls aus rückkaufsfähigen L e- bensversicherungen ist unerheblich, ob das Kapital auf einmal oder in Raten ausb e- zahlt wird. Der Charakter als Kapitalzahlung geht nicht verloren, wenn das Kapital nicht mit einer einmaligen Zahlung, sondern in Teilbeträgen während längerer Zeit ausb e- zahlt wird (Zeitrente). bb) Ebenso wenig massgebend ist, ob die steuerpflichtige Person, welche die Auszahlung erhält, die rückkaufsfähige private Kapitalver sicherung ursprünglich auch selbst abgeschlossen hat (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 24 N 52, auch zum Fo l- genden). Diese Person kann die Versicherung vielmehr auch während der Laufzeit käuflich erworben haben. Dies kommt vor allem bei angesparten britischen oder ameri- kanischen so genannten Secondhand-Policen, traded endowment policies (TEP), vor. cc) Bei solchen Secondhand- oder Gebrauchtpolicen ist nicht das Leben des Käufers der Police versichert, sondern weiterhin das der ursprünglich versicherten Per- son. Der Erwerber ist nicht nur Käufer der Police , sondern gleichzeitig Inhaber der Po- lice, d.h. er wird mit dem Policenkauf gegenüber der Versicherungsgesellschaft zum neuen Versicherungsnehmer. Bei Vertragsablauf oder Tod der versicherten Pe rson erhält er die Versicherungssumme samt allfälliger Überschussbeteiligung bzw. Schlussboni etc. und nicht die ursprünglich berechtigten Personen (ursprünglicher Ver- sicherungsnehmer oder Begünstigter). Dies setzt allerdings voraus, dass er sämtliche Rechte und Pf lichten aus dem Versich erungsvertrag – insbesondere auch die Pflicht zur weiteren Entrichtung der periodisch geschuldeten Versicherungsprämie (keine Einmalprämie) – vom bisherigen Inhaber unwiderruflich abgetreten erhält. Der Käufer muss sich alsdann gegenüber der Versicherungsgesellschaft als neuer Versicherungs- nehmer ausweisen, ansonsten er seinen Anspruch auf die Versicherungslei stung nicht - 6 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 geltend machen kann und die Versicherungsgesellschaft seine Prämienza hlung auch nicht befreiend entgegennehmen muss . Dies e Ausweisung kann der Erwerber durch die Police (mit oder ohne Inhaber -/Ordreklausel) und/oder durch eine separate unwi- derrufliche Abtretungserklärung des Veräusserers bewirken, welche Dokumente er von diesem bzw. vom allenfalls beauftragten Versiche rungsmakler beim Erwerb der Vers i- cherung erhält . Dem Käufer wird darauf von der Versicherungsgesellschaft eine Kenntnisnahmebestätigung über seinen Status als neue r Versicherungsnehmer aus- gehändigt. Der Vermögensanfall aus einer solchen rückkaufsfähigen Secondhand-/Ge- brauchtlebensversicherung ist beim Erwerber der Versicherung ebenso steuerfrei wie beim Veräusserer bzw. bei demjenigen, welcher ursprünglich die Versicherung abg e- schlossen hat und der vielfach vorher die versicherte Person war (Richner/Frei/Kauf- mann/Meuter, Art. 24 N 52, auch zum Folgenden) . Voraussetzung ist jedoch, dass der Erwerber seine Berechtigung als Versicherungsnehmer nachweis t, ebenso wie das Vorliegen einer weiterhin rückkaufsfähigen Lebensversicherung mit periodischer Versi- cherungsprämie und weiterbestehendem Risikoschutz (vgl. hierzu nachfolgend E. 1. c) dd) sowie die vorgesehene Auszahlung der Versicherungssumme an ihn. Diese B e- weisleistungspflicht des Erwerbers ergibt sich aus dem im Steuerrecht allgemein gült i- gen Grundsatz, dass der Steuerpflichtige steueraufhebende bzw. -mindernde Umstän- de darzutun und nachzuweisen hat, während es an der Veranlagungsbehörde liegt, steuerbegründende oder -erhöhende Tatsachen nachzuweisen (Richner/Frei/Kauf- mann/Meuter, Art. 123 N 77 mit Verweisungen). Der Beweis ist mittels der Police , der unwiderruflichen Abtretungserklärung des bisherigen Versicherungsne hmers und/oder der erwähnten Kenntisnahmebestätigung des Versicherers zu erbringen. dd) Diese Beweisleistungspflicht ist vor dem Hintergru nd zu verstehen, dass an sich rückkaufsfähige (britische) Lebensversicherungen oftmals vor ihrem Verkauf an einen Dritten in rückkaufsfähige Erlebensfallversicherungen umgewandelt werden, bei denen der Versicherer weder ein Todesfall - noch sonst ein Versic herungsrisiko mehr trägt. Diese Vertragsänderungen sind in einem oder mehreren Policennachträgen ("endorsements") festgehalten. Dergestalt handelt es sich bei diesen Versicherungen nurmehr um reine Sparversicherungen, selbst wenn der Käufer einer solchen Versiche- rung (Investor) mittels Abtretung von Rechten und Pflichten aus dem Versicherung s- vertrag formell die Stellung als neuer Versicherungsnehmer übernimmt. Weil kein Ve r-- 7 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 sicherungsrisiko mehr besteht, liegt keine rückkauf sfähige Kapitalversicherung im Sinn von Art. 24 lit. a DBG mehr vor, sodass der Vermögensanfall aus einer solchen Vers i- cherung auch nicht mehr einkommenssteuerfrei ist . Der Erwerber einer (britischen) Secondhandpolice tätigt daher in der Regel eine Investition zu reinen Anlagezwecken, bei welcher die Hingabe eines bestimmten Kapitals im Vordergrund steht (Schweizeri- sche Steuerkonferenz, Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle zur beruflichen Vo r- sorge und Selbstvorsorge, Stand: Sommer 2011, Register 7/2). Mithin hat der Erwerber einer Secondha ndpolice zweifelsfrei nachzuweisen, dass die Versicherung weiterhin das ursprüngliche Versicherungsrisiko abdeckt und daher immer noch eine rückkaufs- fähige Lebensversicherung (mit periodischer Prämie) darstellt . Dies ist am ehesten durch Vorlage der Versic herungspolice samt allen Nachträgen möglich, kann aber auch durch die unwiderrufliche Abtretungserklärung des bisherigen Versicherung s- nehmers erbracht werden, sofern aus dieser Erklärung hervorgeht, dass es sich immer noch um eine rückkaufsfähige Lebensversicherung mit intaktem Risikoschutz handelt. 3. a) Die Pflichtigen erhielten im Jahr 2008 die streitigen Zahlungen von zwei britischen Versicherungsgesellschaften, der C und der D , im Betrag von GB P 15'756.18 bzw. GBP 18'106.10. Allerdings ist nur die e ntsprechende Abrechnung der letzteren Gesells chaft aktenkundig , währendem diejenige der C von den P flichtigen trotz Auflage vom 3. Dezember 2010 nicht eingereicht wurde. b) aa) Die Policen zu d iesen zwei Versicherungen liegen unstreitig nicht vor, da sie von den Pflichtigen ebenfalls nicht vorgelegt wurden. Auf diesbezügliche Auflage der Steuerkommissärin vom 15. Februar 2010 produzierten die Pflichtigen vielmehr nur die Policenkopie eine r andern Versicherungsgesellschaft, der E in Edinburgh, zu den Akten. Sie hielten dafür, die Originalpolicen lägen bei der F in London, da sie dort als Pfand für ein zum Erwerb weiterer Policen aufgenommenes Darlehen hinterlegt wo r- den seien. In der Beschwerde bzw. im Rekurs fügten sie an, bei Ablauf der Versich e- rung hätten die Policen alsdann den Versicherungsgesellschaften eingesandt we rden müssen, sodass sie diese nicht mehr einreichen könnten . Diese Umstände mögen zwar zutreffen, sind jedoch von den Pflichtigen im vorliegenden Verfahren selber zu vertreten, da sie beweis belastet sind. Mit andern Worten enthebt sie d er Beweisnot- stand, der sich durch diese behaupteten Umstände allenfalls einstellt, nicht von der Pflicht, das Vorliegen einer rückkaufsfähigen Lebensversicherung mit weiterbestehen-- 8 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 dem Risikoschutz und deren Übe rgang auf sie nachzuwei sen sowie die Fo lgen der diesbezüglichen Beweislosigkeit zu tragen. bb) (Unwiderrufliche) Erklärungen der bisherigen Versicherungsnehmer über die Abtretung sämtlicher Rechte und Pflichten aus de n beiden streitbetroffenen Versi- cherungsverträgen an die Pflichtigen und/oder Kenntnisnahmenbestätigungen der Ver- sicherer über den Status der Pflichtigen als neue Versicherungsnehmer fehlen ebenso. Die Existenz solcher Erklärungen wird von den Letzteren nicht einmal geltend g e- macht. cc) Einen gewissen Ersatz für eine solche Erklärung könnte zwar in der "Kauf- bestätigung/Rechnung" der G Ltd. vom 3. November 2000 über den Erwerb der Vers i- cherung der C erblickt werden, jedoch werden damit lediglich die Daten der "bestellten" Policen durch die Pf lichtigen mitgeteilt, ohne dass der Policenkauf selber – wie in der Rechnung vorgesehen – von den Pflichtigen mittels Unterschrift best ätigt worden ist . Zudem handelt es sich nicht um eine Bestätigung der Versicherungsgesellschaft, son- dern mutmasslich bloss um diejenige des den Kauf vermittelnden Versicherungsbr o- kers. Auch geht daraus nicht hervor, was für eine Art von Versicherung der "bestellten" Police zugrundeliegt. Schliesslich fehlt unstreitig eine entsprechende "Kaufbestät i- gung/Rechnung" für die zweite Versicherung der D. Die an deren Stelle von den Pflich- tigen vorgelegten Unterlagen über die Erhöhung e ines Bankdarlehens zum Erwerb verschiedener Policen und die Bestellung entspr echender Faustpfänder (darunter die Police der D), enthalten keinerlei Ang aben zur Abtretung der Versicheru ngen an die Pflichtigen und stellen daher ebenfalls keinen Ersatz für die erwähnte Erklärung des Versicherers dar. dd) Nicht weiter hilft den Pflichtigen sodann die Abrechnung über die bei Ver- sicherungsablauf an sie ausg erichteten Leistungen der D in der Höhe von GB P 18'106.10 vom 26. Febru ar 2008 . Zwar stammt die Abrechnung von der Versich e- rungsgesellschaft selber, sodass daraus indirekt zu schliessen ist, diese habe die Pflichtigen wohl als Berechtigte der ausgerichteten Leistungen a ngesehen. Allerdings geht aus ihr nicht hervor, ob es sich bei der Versicherung tatsächlich noch um eine rückkaufsfähige Lebensversicherung (mit periodischer Prämie oder Einma lprämie mit Vorsorgecharakter), bei der das Versicherungsrisiko (Ableben des ursprünglichen Ver- sicherungsnehmers vor Ablauf der Versicherung) weiter bestand, handelte. Nur bei - 9 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 einer solchen Versicherung wäre der Vermögensanfall aber nach dem Gesagten steu- erbefreit. Eine Abrechnung des anderen Versicherers, der C, über die Auszahlung der Versicherungsleistung fehlt – wie erwähnt – ohnehin. ee) Sodann liegt auch keine Kenntnisnahmebestätigung der betroffenen zwei Versicherer über den Status der Pflichtigen als neue Versicherungsnehmer vor. Dass eine solche Bestätigung an sich erhältlich wäre, zeigt das entsprechende Schre i- ben des Versicherers einer andern Police, der E, vom 2. Oktober 2001. ff) Schliesslich sind auch die eingereichten Auszüge des Kontos der Pflicht i- gen bei der F aus dem Jahr 2008 nicht be weisbildend, da sie keinerlei Ang aben über die streitigen Versicherungen enthalten, sondern nur mögliche Prämienzahlungen ausweisen. gg) Anzumerken ist, dass die Pflichtigen i n der Replik vom 2./5. Deze m- ber 2011 zwar ausführlich beteuern, bei den streitigen zwei Versich erungspolicen blei- be die ursprünglich versicherte Person bzw. deren Leben weiterhin versichertes Risiko der Versicherungsgesellschaft, da es sich um eine "Fixed Term", d.h. um eine von A n- fang an bestehende Erlebensfallpolice mit Versicherungsschutz bei vor zeitigem Ve r- sterben der versicherten Person handle, bei der eine Umwandlung in eine Versich e- rung mit festem Ablauf ohne Risikoschutz nicht möglich sei. Indessen vermögen sie diese Beteuerungen nicht nachzuweisen. Auch kann angesichts von ausländ ischen Verträgen nicht von einer notorischen, d.h. allgemein oder zumindest dem Steuerr e- kursgericht bekannten Vertragsausgestaltung mit den behaupteten Folgen bei Abtr e- tung des Vertrags ausgegangen werden. c) Nach alledem ist es den Pflichtigen nicht gelungen, den Nachweis dafür zu erbringen, dass die streitigen zwei Auszahlungen Vermögensanfall aus rückkaufsfäh i- gen Lebensversicherungen mit intaktem Risikoschutz darstellen. Sie machen sodann nicht geltend, bei den zwei Versicherungen sei eine Einmalprämie geschuldet gewesen und sie hätten der Altersvorsorge im Sinn von Art. 20 lit. a DBG gedient, sodass der Vermögensanfall aus diesem Grund einkommenssteuerfrei sei. Die Auszahlungen sind daher gemäss Art. 16 Abs. 1 bzw. 20 Abs. 1 DBG mit der Einkommenssteuer zu erfas- sen. - 10 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 4. a) In betraglicher Hinsicht sind d ie Auszahlungen der Versicherungsgesel l- schaften über GBP 18'106.07 und GBP 15'756.18 nicht streitig sowie aufgrund der eingereichten Kontoauszüge auch nachgewiesen. Von diesen Auszahlungsbeträgen sind die Erwerb skosten sowie die von den Pflichtigen nach dem Erwerb der Versicherungen geleisteten periodischen Prämien als weitere Investitionskosten abzuziehen . Darin sind sich die Parteien zu Recht e inig. Streitig ist jedoch, zu welchen Umrechnungskursen diese in GBP angefallenen Kosten zu berücksichtigen sind. Während das kantonale Steueramt sie ohne Umrechnung vom Erlös in Abzug bringt und erst die derart gebildete Differenz von GBP (zum damaligen Kurs) in Schweizer Franken umrechnet, wollen die Pflichtigen die Umre chnung bereits im Zeitpunkt der Zahlung der Investitionskosten vornehmen und den umgerechneten Kostenbetrag erst danach vom (ebenfalls umgerechneten) Erlös in Abzug bringen. b) Beim Streit zwischen den Parteien geht es um die Frage, wie Währung s- gewinne b zw. -verluste auf den für den Erwerb der Versicherungspolicen getätigten Investitionskosten zu berücksichtigen sind. Die Pflichtigen finanzierten diese Kosten aus ihrem Privatvermögen. Gewinne aus der Veräusserung solchen Verm ögens sind kraft ausdrücklicher Bestimmung in Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei. Gleiches muss d a- her auch für die auf diesem Vermögen erlittenen Verluste gelten. Damit ist klar, dass die Pflichtigen den auf den fraglichen Investitionskosten erlittenen Währungsverlust mit dem erzielten Verm ögensertrag nicht verrechnen können, sondern diesen selber zu tragen haben. Der Einwand der Pflichtigen , sie müssten gleich behandelt werden wie Besi t- zer von so genannten Zero-/Discontbonds, geht fehl, da sie keine solchen Wertpapiere veräusserten und di e Berücksichtigung von Währungsgewi nnen bzw. -verlusten bei diesen Titeln vom Gesetzgeber gewollt ist (Markus Reich in: Kommentar zum Schwe i- zerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 7 N 50 StHG und Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 20 N 8 und 18 f. DBG ; StRK I, 13. Septembe r 2002, 1 ST.2002.286 und BStRK, 25. September 2003, 4 DB.2003.14). Nicht weiter hilft den Pflichtigen schliess- lich auch der Vergleich mit juristischen Personen bzw. mit Personen, die eine kau f- männische Buchhaltung führen, sofern die Verluste auf dem Geschäftsvermögen ange- fallen sind, da die zwei streitbetroffenen Versicherungspolicen ihrem Privatvermögen angehören und sie so insofern nicht über Geschäftsvermögen verfügen. - 11 - 1 DB.2011.107 1 ST.2011.166 c) Die Ermittlung des zu besteuernden Nettoerlöses ist im Üb rigen nicht bestritten und beläuft sich gemäss zutreffender Berechnung des kantonalen Steue r- amts im Einspracheentscheid auf Fr. 896.- (C) bzw. Fr. 6'339.- (D). 5. § 16 Abs. 1 und 3 Satz 1 und § 24 lit. b des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) entsprechen Art. 16 Abs. 1 und Abs. 3 sowie Art. 24 lit. b DBG bzw. Art. 7 Abs. 4 lit. d StHG. Daraus folgt, dass die Erwägungen zur direkten Bundessteuer auch für die kantonalen Steuern gelten (Urteil 2C_868/2008 vom 23. Oktober 2009 E. 2.1, in: StE 2010 B. 23. 1 Nr. 68). Demnach unterliegt der bei Ablauf der zwei Versich erungen erzielte Nettoerlös auch bei den Staats- und Gemeindesteuern der Einkommenssteuer, und zudem im gleichen Umfang. 6. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten de n Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Die Zusprechung einer Parteientschädi- gung entfällt (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 und § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Rekurs wird abgewiesen. […]