B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1394/2014 U r t e i l v o m 8. A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______ Türkei, vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Februar 2014 / N (…). D-1394/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Hei - matstaat am (…) 2013 (…) und gelangte (…) am (…) 2013 illegal in die Schweiz. Am 13. Mai 2013 suchte er in B._______ um Asyl nach. Am (…) 2013 fand im dortigen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) eine ers- te Befragung statt. Am (…) 2013 wurde er in C._______ durch das Bu n- desamt in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) angehört. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in D._______ in der Provinz E._______. Er sei seit dem Jahr (…) nach Brauch verheira- tet und habe (…) Kinder, welche sich zusammen mit seiner Ehefrau in der Türkei befänden. In den Jahren 2000 bis 2003 sei er in F._______ gewe- sen, wo er ein Asylgesuch gestellt habe. Er sei Mitglied des deutschen (…) gewesen. Für diesen habe er (…). Sein Asylgesuch sei abgelehnt worden. Nach (…) in Haft sei er in die Türkei zurückgekehrt. Der Grund für seine erneute Ausreise aus dem Heimatstaat seien Sch i- kanen und Diskriminierungen im Zusammenhang mit seinem Namen g e- wesen, welche begonnen hätten, als er im Alter von (…) Jahren in G._______ eine Stelle angetreten habe. Bei der Arbeit oder auch bei Per- sonenkontrollen habe er jeweils Schwierigkeiten bekommen und sei manchmal weggeführt und auch geschlagen worden. Man habe von ihm insbesondere wissen wollen, weshalb er den Namen "A._______" trage und ob dieser bewusst so "terroristisch" ausgewählt worden sei . Er sei auch von Polizisten dazu aufgefordert worden, seinen Namen zu wec h- seln. Zudem sei er mehrmals für einige Stunden festgenommen und dann wieder freigelassen worden. Während seines (…) Militärdienstes ab dem Jahr (…) sei er von seinen Vorgesetzten be schimpft und geschlagen worden. Auch andere Familienmitglieder hätten aufgrund ihres Familie n- namens Probleme bekommen. So lebe zum Beispiel sein H._______ seit (…) Jahren in F._______. Am (…) 2011 sei sein I._______ als Märtyrer getötet worden. Dieser hätte sich zuvor einer Guerilla-Gruppierung der PKK angeschlossen und sei in (…) erschossen worden. Seither sei er – der Beschwerdeführer – allge- mein noch mehr unter Druck gesetzt und viermal verhaftet worden. D-1394/2014 Seite 3 Nach seiner Ausreise hätten sich die Behörden bei seiner Ehefrau d a- nach erkundigt, ob er sich in (…) aufhalte. Im Übrigen sei sein e Familie nicht behelligt worden. A.b Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. A.c Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seinen Nüfus zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 13. Februar 2014 – eröffnet am (…) 2014 – stellte das Bundesamt fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das As ylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die We g- weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und beauftragte den Kanton J._______ mit dem Vollzug. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers hielten den An- forderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht stand. So möchten die Beschimpfungen und Schikanen im Zusammenhang mit seinem Namen für ihn zwar sehr unangenehm gewesen sein, seien aber nicht als erns t- hafte Nachteile im Sinne des AsylG zu qual ifizieren, welche einen Verbleib im Heimatland verunmöglichten oder unzumutbar machten. Z u- dem sei er eigenen Angaben zufolge nicht bereit, seinen Namen zu ä n- dern. Das BFM gehe davon aus, dass eine in asylrelvantem Ausmass verfolgte Person eine solche Massnahme vornehmen würde, um weiteren Verfolgungsmassnahmen zu entgehen. Die geltend gemachten Nachteile seien somit asylrechtlich nicht relevant. Schliesslich sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 17. März 2014 (Datum des Poststempels) an das Bun- desverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter unter Kosten- und Entschädigungsfolge, es sei die ang e- fochtene Verfügung aufzuheben, festzustellen, dass er die Flüch tlingsei- genschaft erfülle, und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unz u- lässigkeit und Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen und als Fol- ge davon die vorläufige Aufnahme anzuordnen . In prozessualer Hinsicht wurde unter Beilage einer Fürsorgebestätigung der Verzicht auf die Erhe-D-1394/2014 Seite 4 bung eines Kostenvorschusses beantragt. Auf die Begründung wird, s o- weit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom (…) 2014 teilte das Bundesverwaltungsge- richt dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gege n Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Das vorliegende Verfahren war zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung des AsylG vom 14. Dezember 2012 – mithin am 1. Februar 2014 – hängig, weshalb vorliegend das neue Recht gilt (vgl. Abs. 1 der entsprechenden Übergangsbestimmungen). 2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerde- führer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist d aher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie D-1394/2014 Seite 5 Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Mithin ist auf die Beschwerde einzutreten. 3. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die z ulässigen Rügen bestimmen sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 4. In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung mit drei Richtern oder drei Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG kann auch in diesen Fälle n auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet werden. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, we- gen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un- erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlic h sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 In der Rechtsmitteleingabe wird ausgeführt, der Beschwerdeführer stamme aus einer kurdischen Familie, die sich seit lan ger Zeit für die kur- dische Sache engagiere und aufgrund ihres Engagements immer wieder Repressionen ausgesetzt gewesen sei, wobei zwölf nahe und entfernte Verwandte namentlich erwähnt werden, welche aus politischen Gründen und aufgrund ihrer ethnischen Her kunft ermordet beziehungsweise ver- folgt und benachteiligt worden seien. Der Beschwerdeführer sei während mehrerer Jahre wegen seines Namens und der politischen Aktivitäten D-1394/2014 Seite 6 seines verwandtschaftlichen Umfelds beleidigt, schikaniert, festgeno m- men und bedroht worden. Aus diesem Grund sei er nicht in der Lage g e- wesen, ein normales Leben zu führen. Seit dem Tod seines I._______ sei der Druck unerträglich geworden. Vor diesem Hintergrund wird unter Hinweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen A syl- rekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 6 und 1994 Nr. 5 das Vorliegen ei- ner Reflexverfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG geltend gemacht. Im Ü b- rigen habe sich an der Menschenrechtslage in der Türkei ausser ein paar kosmetischen Gesetzesänderungen nichts geände rt. Die türkischen B e- hörden würden sich nicht immer an die rechtsstaatlichen Grundprinzipien halten, namentlich wenn die betreffende Person im Zusammenhang mit der PKK beziehungsweise Barış ve Demokrasi Partisi (Partei des Fri e- dens und der Demokratie, BDP) ins Visier der Behörden gerate (…). 6.1.1 Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr ist den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung beizupflichten (vgl. Sac h- verhalt Bst. B), welche sich nach einer Überprüfung der Akten als zutre f- fend erweisen. So ist der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge erstmals zirka im Jahr (…) beziehungsweise als er sich im Alter von (…) Jahren nach G._______ begeben habe, um zu arbeiten, im Zusammen- hang mit seinem Namen behelligt worden (…). Er sei in der Türkei nich t politisch aktiv gewesen und a usser seinem I._______, welcher sich zirka im Jahr (…) der PKK angeschlossen habe (…), habe k ein Mitglied der Familie Kontakte zu dieser oder ähnlichen politischen Organisationen g e- pflegt (…). Bis zur Bestattung des I._______, welcher am (…) 2011 in (…) als Märtyrer gefallen sei, habe die Familie ein normales Leben führen können (…). Erst ab diesem Zeitpunkt seien dem Beschwerdeführer wei- tere Schwierigkeiten entstanden, indem er immer wieder (auch bei der Arbeit) gestört und b is zu seiner Ausreise (…) Mal festgenommen und während dreier bis fünf Stunden festgehalten worden sei (…). Unter di e- sen Umständen ist im Zusammenhang mit den geltend gemachten Behel- ligungen, welchen der Beschwerdeführer wegen seines Namens ausg e- setzt gewesen sei, das Bestehen eines unerträglichen Drucks, dem er ab dem Jahr (…) bis zur Ausreise nach F._______ im Jahr 2000 und von der Rückkehr in die Türkei im Jahr 2003 bis zur Bestattung seines I._______ im (…) 2011 ausgesetzt gewesen wäre, und der den Verbleib im Heimat- staat verunmöglicht oder unzumutbar gemacht hätte, in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu verneinen. Für diese Einschätzung spricht zudem, dass der Beschwerdeführer in F._______ zwar um Asyl nachgesucht h a- be, sich indes um sein dortiges Asylverfahren wenig beziehungsweise nicht gekümmert habe, bis er eines Tages von der Polizei erfahren habe, D-1394/2014 Seite 7 dass das Asylverfahren abgeschlossen sei und er zwecks Ausschaffung in Haft genommen worden sei (…). 6.1.2 Des Weiteren ist auch das Bestehen einer Reflexverfolgung zu ver- neinen. Eine solche wurde vom Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren einzig im Zusammenhang mit seinem am (…) 2011 getöteten I._______, jedoch nicht bezüglich der übrigen (…) in der Beschwerde er- wähnten oder weiteren Verwandten geltend gemacht. Zwar können in der Türkei Angehörige von verfolgten Personen auch heute noch – unter be- stimmten Umständen – Reflexverfolgungsmassnahmen erleiden, indes besteht eine solche Gefahr bei Angehörigen von bereits inhaftierten oder ehemals verfolgten Personen in aller Regel nicht und nehmen behördl i- che Nachforschungen gegenüber Familienangehörigen von politisch missliebigen Personen bezüglich Intensität in der Regel kein asylbeachtli- ches Ausmass an . Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflexverfolg ung zu werden, ist vor allem dann gegeben, wenn nach einem flüchtigen F a- milienmitglied gefahndet wird und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit de r gesuchten Person in engem Kontakt steht. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn ein nicht unbedeutendes politisches Engagement seitens des Reflexverfolgten für illegale politische Organis a- tionen hinzukommt (vgl. EMARK 1994 Nr. 5). Die diesbezüglichen Aussa- gen des Beschwerdeführers erscheinen in diesem Lichte besehen alles andere als plausibel: So sei er im Zusammenhang mit seinem I._______ zum einen erst nach dessen Tötung behördlich behelligt worden (…); zum andern sei er seit dem Tod seines I._______ bis zur Ausreise aus der Türkei im (…) 2013 lediglich (…) Mal festgenommen worden, und zwar zusammen mit weiteren Jugendlichen aus dem Dorf, vor diesem Zei t- punkt jedoch viel öfter (…). Mithin scheinen sich diese geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen nicht gezielt gegen den Beschwerdeführer als I._______ des getöteten PKK-Kämpfers gerichtet zu haben. Auch handelt es sich bei diesem nicht um eine n flüchtigen Aktivsten und war der B e- schwerdeführer selbst politisch nicht aktiv, weshalb das Interesse der Be- hörden an seiner Verfolgung gering gewesen sein dürfte. Dies umso mehr, als er erklärt hatte, die Behörden hätten ihm vorgeworfen, dass ihm der Anschluss seines I._______ an die PKK bekannt gewesen sei und er ihnen dies nicht mitgeteilt h abe (…) beziehungsweise sie hätten wissen wollen, ob sein I._______ von der Familie in die Berge geschi ckt worden sei und ob die Familienangehörigen ein entsprechendes Vorgehen ebe n- falls in Betracht ziehen würden (…). Nach dem Gesagten gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, das Betroffensein von asylrelevanten Reflexver- folgungsmassnahmen glaubhaft zu machen. D-1394/2014 Seite 8 6.2 In Würdigung der gesamten Umstände und Vorbringen des B e- schwerdeführers erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da diese an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vor instanz hat demnach das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 7. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2009/5 0 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 Ausländergesetz [AuG, SR 142.20]). 8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun - gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän - ders in den Heimat -, Herkunfts - oder in einen Drittstaat entgegenste - hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 8.1.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Per sonen, die die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK er- füllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb- liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG veranke rte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschi e- bungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der D-1394/2014 Seite 9 Wegweisung in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens v om 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlic her oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung droht. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ein er nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausg e- setzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefäh r- dung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, das s ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, m.w.H.). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annah- me, dem Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr in sein Heimatland eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen, zumal es ihm – wie oben unter Ziff. 6 der Erwägungen festgehalten wurde – nicht gelungen ist, eine aktuelle Verfolgungssituation darzutun. 8.1.3 Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, we nn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748; 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). Der aus der Provinz E._______ stammende Beschwerdeführer hat eige- nen Angaben zufolge den Grundschulunterricht während (…) Jahre b e- sucht und zuletzt als (…) in K._______ gearbeitet (…). Im Alter von (…) D-1394/2014 Seite 10 Jahren ging er nach G._______, um zu arbeiten. Im Übrigen war er im el- terlichen (…) tätig (…). Nebst seiner kurdischen Muttersprache spricht er auch Türkisch und ein wenig (…). Seine nächsten Familienangehörigen (…) sind nach wie vor in D._______ wohnhaft, wo ein L._______ des Be- schwerdeführers nunmehr für den (…) verantwortlich ist (…). Er ist noch jung und leidet – soweit aktenkundig – an keinen, geschweige denn schwerwiegenden, gesundheitlichen Problemen. Demnach liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entge- gen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Auffassung – sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als z umutbar bezeichnet wer- den. 8.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4 Insgesamt hat das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt e i- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1394/2014 Seite 11 D-1394/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: