<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00115</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205220&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00115</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.07.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufstockung eines Einfamilienhauses: Überprüfung der Ausnützungsberechnung. Die Vorinstanz hat die gerügte Ausnützungsüberschreitung zu Recht durch eine eigene Berechnung überprüft. Ihr Vorgehen verstösst nicht gegen das Willkürverbot (E. 3.1). Den Beschwerdeführenden fehlt es nicht am Rechtsschutzinteresse (E. 3.2). Da die von der Beschwerdegegnerschaft eingereichte Ausnützungsberechnung die grössere Genauigkeit als diejenige der Beschwerdeführenden aufweist und überdies nicht substanziiert in Frage gestellt wird, ist auf diese Berechnung abzustellen (E. 4.2). Treppenflächen sind als Erschliessungsflächen im Sinn von § 255 Abs. 1 PBG anrechenbar. Zu Recht hat die Vorinstanz festgehalten, dass die von einem Geschoss ins andere führenden Treppen jeweils zur Hälfte einem Geschoss zuzuteilen sind. Dadurch wird dem Gedanken Rechnung getragen, dass Treppen Geschosse verbinden, also einen Bezug zu zwei Geschossen aufweisen. Diese Berechnungsart ist im vorliegenden Fall umso sachgerechter, als auch das Untergeschoss - wenn auch nach § 255 Abs. 2 PBG nicht anrechenbare - Wohnräume aufweist und der vom Erdgeschoss ins Untergeschoss führenden Treppe somit Erschliessungsfunktion zukommt (E. 4.3). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNÃTZUNG">AUSNÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNÃTZUNGSBERECHNUNG">AUSNÃTZUNGSBERECHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSFLÃCHE">ERSCHLIESSUNGSFLÃCHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSFUNKTION">ERSCHLIESSUNGSFUNKTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREPPE">TREPPE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREPPENFLÃCHE">TREPPENFLÃCHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERGESCHOSS">UNTERGESCHOSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)">WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 255 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 255 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 70</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><a id="Text26">Die Hochbaukommission Richterswil erteilte am 11. Mai 2004 C und D die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r eine Aufstockung des GebÃ¤udes Assek.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der L-Strasse in Richterswil.</a></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhoben A und B am 14. Juni 2004 Rekurs an die Baurekurskommission II und beantragten die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung. Sie rÃ¼gten eine unzulÃ¤ssige Aufteilung des Baubewilligungsverfahrens, eine Ãberschreitung der zulÃ¤ssigen AusnÃ¼tzung sowie eine Verletzung des Grenzabstands.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II hiess am 8. Februar 2005 den Rekurs von A und B teilweise gut und ergÃ¤nzte die angefochtene Baubewilligung mit einer Nebenbestimmung, wonach das geplante Obergeschoss so zu verschieben oder zu verkleinern sei, dass zum GrundstÃ¼ck der Rekurrenten der gesetzliche Grenzabstand von 4 m eingehalten werde. Im Ãbrigen wies die Baurekurskommission den Rekurs ab, soweit sie darauf eintrat, und bestÃ¤tigte die Baubewilligung der Hochbaukommission Richterswil vom 11. Mai 2004 im Ã¼berprÃ¼ften Umfang.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 14. MÃ¤rz 2005 beantragten A und B dem Verwaltungsgericht, den Entscheid der Baurekurskommission II vom 8. Februar 2005 sowie die Baubewilligung vom 11. Mai 2004 aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft. Die Baurekurskommission sowie C und D beantragten Abweisung der Beschwerde; Letztere schlossen zudem auf Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Die Hochbaukommission Richterswil liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">C und D reichten mit der Beschwerdeantwort vom 1. April 2005 eine AusnÃ¼tzungsberechnung des Architekten F vom 31. MÃ¤rz 2005 ein. Das Verwaltungsgericht ordnete hierauf am 29. April 2005 einen zweiten Schriftenwechsel an und setzte A und B eine Frist zur Einreichung einer Replik. Diese Frist verstrich unbenÃ¼tzt.</p> <p class="Urteilstext">Die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz sowie die Vorbringen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, nachfolgend wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf das rechtzeitig erhobene Rechtsmittel einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Vor Verwaltungsgericht streitig ist nur noch, ob mit der zusÃ¤tzlich geschaffenen NutzflÃ¤che die zulÃ¤ssige AusnÃ¼tzung Ã¼berschritten werde. Die Baurekurskommission fÃ¼hrte hierzu aus, die Angaben in der AusnÃ¼tzungsberechnung seien derart dÃ¼rftig, dass die Berechnung kaum nachvollziehbar sei. Zudem fehle eine Berechnung, die das geplante Obergeschoss mit einschliesst. Die Vorinstanz nahm deshalb â mittels Nachmessung in den GrundrissplÃ¤nen â eine eigene Berechnung vor. Sie rechnete dabei von den TreppenflÃ¤chen die HÃ¤lfte (Erdgeschoss ins Untergeschoss) bzw. die ganze FlÃ¤che (Erdgeschoss ins Obergeschoss), insgesamt 6,7 m<sup>2</sup> TreppenflÃ¤che an. FÃ¼r das Erdgeschoss ermittelte die Baurekurskommission eine FlÃ¤che von ca. 116 m<sup>2</sup> und fÃ¼r das Obergeschoss eine solche von ca. 50 m<sup>2</sup>, was eine totale anrechenbare FlÃ¤che von rund 172,7 m<sup>2</sup> und damit eine Ãberschreitung der zulÃ¤ssigen AusnÃ¼tzung um 1,7 m<sup>2</sup> ergab. Diese Ãberschreitung liegt nach Auffassung der Vorinstanz noch innerhalb eines Toleranzbereichs von 1 %.</p> <p class="Urteilstext">Zu dieser AusnÃ¼tzungsberechnung wenden die BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrer Rechtsmittelschrift ein, die Baurekurskommission habe zu Recht den im Erdgeschoss projektierten "Abstellraum" mit einer FlÃ¤che von 8 m<sup>2</sup> sowie eine TreppenflÃ¤che von 6,7 m<sup>2</sup> angerechnet. Bei der Berechnung der Ã¼brigen der Wohnnutzung dienenden FlÃ¤chen sei die Kommission jedoch in Ungenauigkeiten verfallen. Der Wert von etwa 116 m<sup>2</sup> fÃ¼r die ErdgeschossflÃ¤che sei zu tief. Nach einer von den BeschwerdefÃ¼hrenden in Auftrag gegebenen AusnÃ¼tzungsberechnung des ArchitekturbÃ¼ros G AG betrage die anrechenbare FlÃ¤che im Erdgeschoss einschliesslich TreppenflÃ¤che 125,65 m<sup>2</sup> und im Obergeschoss 55,05 m<sup>2</sup> inklusive die HÃ¤lfte der TreppenflÃ¤che. Total ergebe sich so eine anrechenbare FlÃ¤che von 180,7 m<sup>2</sup>, womit die zulÃ¤ssige GeschossflÃ¤che von 171 m<sup>2</sup> um fast 10 m<sup>2</sup> deutlich und nicht nur um einen Wert Ã¼berschritten werde, der innerhalb einer Toleranzgrenze von 1 % liege. Die Baurekurskommission habe mit ihrer fehlerhaften Berechnung auch gegen das Gebot der Ermittlung des Sachverhalts von Amts wegen und gegen das WillkÃ¼rverbot verstossen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die private Beschwerdegegnerschaft beantragte in ihrer Beschwerdeantwort, auf die Beschwerde sei mangels eines Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, da die behauptete AusnÃ¼tzungsÃ¼berschreitung problemlos durch eine Verkleinerung des neuen Obergeschosses und eine RÃ¼ckversetzung der vom benachbarten GrundstÃ¼ck abgewandten Fassade korrigiert werden kÃ¶nnte. Dies brÃ¤chte den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht den geringsten Vorteil. Im Weiteren reichten die privaten Beschwerdegegner eine neue AusnÃ¼tzungsberechnung des ArchitekturbÃ¼ros F vom 31. MÃ¤rz 2005 ein, welche die anrechenbaren FlÃ¤chen des bestehenden Geschosses mittels einer Lasermessung und die anrechenbaren FlÃ¤chen des neuen Obergeschosses aufgrund der tatsÃ¤chlich projektierten Bauart sowie unter BerÃ¼cksichtigung der von der Vorinstanz verlangten RÃ¼ckversetzung des neuen Obergeschosses um 9 cm ermittelt habe. Nach dieser Berechnung werde die zulÃ¤ssige GesamtausnÃ¼tzung von 171 m<sup>2</sup> um 4,21 m<sup>2</sup> Ã¼berschritten. Die Vorgabe der Baurekurskommission, die HÃ¤lfte der FlÃ¤che der Treppe vom Erdgeschoss ins Untergeschoss anzurechnen, sei allerdings falsch, denn diese FlÃ¤che gelte nicht als "dazugehÃ¶rige ErschliessungsflÃ¤che" im Sinn von § 255 Abs. 1 PBG. Anrechenbar sei nur die FlÃ¤che der Treppe, welche vom Erdgeschoss ins Obergeschoss fÃ¼hre. Damit entfalle die von Architekt F fÃ¼r die Treppe eingesetzte FlÃ¤che von 2,66 m<sup>2</sup>. Die an die AusnÃ¼tzung anrechenbare GesamtflÃ¤che belaufe sich auf 172,55 m<sup>2</sup>; die AusnÃ¼tzungsÃ¼berschreitung von 1,55 m<sup>2</sup> liege daher noch im Toleranzbereich von 1 %.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden erhobenen formellen EinwÃ¤nde sind unbegrÃ¼ndet. GemÃ¤ss § 20 Abs. 1 VRG kÃ¶nnen mit dem Rekurs alle MÃ¤ngel des Verfahrens und der angefochtenen Anordnung geltend machen. Die ÃberprÃ¼fungsbefugnis der Baurekurskommission ist daher â anders als jene des Verwaltungsgerichts (vgl. § 50 Abs. 1 VRG) â von vornherein nicht beschrÃ¤nkt. Die Vorinstanz verfiel nicht "in WillkÃ¼r", sondern hat zu Recht mittels einer eigenen Berechnung den von den BeschwerdefÃ¼hrenden erhobenen Einwand Ã¼berprÃ¼ft, die zulÃ¤ssige AusnÃ¼tzung werde durch das Bauprojekt Ã¼berschritten. Ob diese AusnÃ¼tzungsberechnung inhaltlich richtig war, wird nachfolgend zu prÃ¼fen sein.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Abzulehnen ist auch der Antrag der privaten Beschwerdegegnerschaft, mangels eines Rechtsschutzinteresses der BeschwerdefÃ¼hrenden sei auf deren Rechtsmittel nicht einzutreten, da eine allfÃ¤llige AusnÃ¼tzungsÃ¼berschreitung durch die RÃ¼ckversetzung der vom benachbarten GrundstÃ¼ck abgewandten Fassade korrigiert werden kÃ¶nne, was diesen keinen Vorteil bringe. Ein fehlendes Rechtsschutzinteresse ist nach der Praxis etwa dort anzunehmen, wo von vornherein<i> </i>feststeht, dass die Gutheissung der Beschwerde die behauptete BeeintrÃ¤chtigung vom RechtsmittelklÃ¤ger nicht abzuwenden vermag, dass also die Anerkennung der Rechtswidrigkeit und die entsprechende Ãnderung oder Aufhebung des Verwaltungsakts diese Einwirkungen auf den RechtsmittelklÃ¤ger unberÃ¼hrt lassen. Am Rechtsschutzinteresse fehlt es, wo der Entscheid dem Anfechtenden nicht verschaffen kann, was er anstrebt, das heisst, wo die Durchsetzung des materiellen Rechts den verfolgten Prozesszweck unzweifelhaft<i> </i>nicht zu erreichen vermag. Ein fehlendes Rechtsschutzinteresse des Nachbarn nimmt die Praxis insbesondere dann an, wenn ein Projektmangel durch eine fÃ¼r diesen bedeutungslose Nebenbestimmung geheilt werden kann (RB 1987 Nr. 3, 1980 Nr. 7). Diese Ausgangslage ist hier indessen nicht gegeben. Denn das von der BeschwerdefÃ¼hrenden verfolgte Ziel der Reduktion der anrechenbaren RaumflÃ¤che beim Bauprojekt, wÃ¼rde auch dann erreicht, wenn die nutzbare FlÃ¤che durch Verschiebung der abgewandten Fassade verkleinert wÃ¼rde. Demzufolge kann nicht gesagt werden, dass eine ProjektÃ¤nderung den BeschwerdefÃ¼hrenden keinen Vorteil verschafft, und es kann ihnen kein fehlendes Rechtsschutzinteresse vorgeworfen werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das BaugrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 ist nach der geltenden Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Richterswil (BZO) der zweigeschossigen Wohnzone zugeteilt mit einer maximalen AusnÃ¼tzungsziffer von 30 % (Art. 3 BZO). Bei der gegebenen GrundstÃ¼cksflÃ¤che von 570 m<sup>2</sup> ergibt dies vorliegend eine maximale anrechenbare GeschossflÃ¤che von 171 m<sup>2</sup>. ZulÃ¤ssig sind laut Art. 3 BZO in der Wohnzone W2 zwei Vollgeschosse, ein Dachgeschoss sowie ein anrechenbares Untergeschoss, in welchem gemÃ¤ss Art. 6 Abs. 2 BZO hier hÃ¶chstens 42,75 m<sup>2</sup> (und nicht 85,5 m<sup>2</sup> gemÃ¤ss Rekursentscheid, E. 4c/aa) zu Wohnzwecken genutzt werden darf.</p> <p class="Urteilstext">Das GebÃ¤ude Assek.-Nr. 01 wird nach dem projektierten Ausbau ein Untergeschoss sowie zwei Vollgeschosse (Erdgeschoss und Obergeschoss) aufweisen. Das bestehende und vom Umbau nicht tangierte Untergeschoss Ã¼berschreitet das in Art. 6 Abs. 2 BZO festgelegte zulÃ¤ssige Ausbaumass nicht und ist daher in Anwendung von § 255 Abs. 1 PBG bei der Ermittlung der AusnÃ¼tzungsziffer nicht anzurechnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Baurekurskommission errechnete aufgrund der BauplÃ¤ne im Erdgeschoss und im Obergeschoss eine anrechenbare FlÃ¤che von ca. 172,7 m<sup>2</sup>, wobei es die vom Untergeschoss ins Erdgeschoss fÃ¼hrende TreppenflÃ¤che nur zur HÃ¤lfte, jene vom Erdgeschoss ins Obergeschoss ganz anrechnete. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden mit der Beschwerdeschrift eingereichte Berechnung vom 4. MÃ¤rz 2005 des ArchitekturbÃ¼ros G AG ermittelte aufgrund der BauplÃ¤ne bei gleicher Berechnungsart hinsichtlich der TreppenflÃ¤chen eine anrechenbare GeschossflÃ¤che von 180,7 m<sup>2</sup>. Die von der privaten Beschwerdegegnerschaft im Beschwerdeverfahren eingereichte Berechnung von Architekt F schliesslich kommt â wiederum bei gleicher Berechnungsart hinsichtlich der TreppenflÃ¤chen â auf eine relevante GeschossflÃ¤che von 175,21 m<sup>2</sup>. Die unterschiedlichen Resultate der beiden im Beschwerdeverfahren eingereichten Berechnungen rÃ¼hren daher, dass die Berechnung von Architekt F das bestehende Erdgeschoss genau mittels Lasermessung ermittelt und im Obergeschoss einerseits die von der Baurekurskommission angeordnete RÃ¼ckversetzung der Fassade um 9 cm berÃ¼cksichtigt und anderseits eine grÃ¶ssere WandstÃ¤rke fÃ¼r den Holzbau von 35 cm gegenÃ¼ber 30 cm nach den BauplÃ¤nen annimmt. Da die Berechnung von Architekt F die grÃ¶ssere Genauigkeit aufweist und nicht substanziiert in Frage gestellt wurde, kann auf diese abgestellt werden. Die zulÃ¤ssige AusnÃ¼tzung von 171 m<sup>2</sup> GeschossflÃ¤che wird nach dieser Berechnung um 4,21 m<sup>2</sup> Ã¼berschritten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der Einwand der Beschwerdegegner, entgegen der Rechtsauffassung der Baurekurskommission sei die TreppenflÃ¤che vom Erdgeschoss ins Untergeschoss Ã¼berhaupt nicht anzurechnen, ist unbegrÃ¼ndet. Anrechenbar sind laut § 255 Abs. 1 PBG alle dem Wohnen, Arbeiten oder sonst dem dauernden Aufenthalt dienenden oder hierfÃ¼r verwendbaren RÃ¤ume in Vollgeschossen unter Einschluss der <i>dazugehÃ¶rigen ErschliessungsflÃ¤chen</i> â wozu auch TreppenflÃ¤chen zu zÃ¤hlen sind â und SanitÃ¤rrÃ¤ume samt inneren TrennwÃ¤nden. Zu Recht hat die Vorinstanz festgehalten, dass die von einem Geschoss ins andere fÃ¼hrenden Treppen jeweils zur HÃ¤lfte einem Geschoss zuzuteilen sind. Dadurch wird dem Gedanken Rechnung getragen, dass Treppen Geschosse verbinden, also einen Bezug zu zwei Geschossen aufweisen. Diese Berechnungsart ist im vorliegenden Fall umso sachgerechter, als auch das Untergeschoss â wenn auch laut § 255 Abs. 2 PBG fÃ¼r die AusnÃ¼tzungsziffer nicht anrechenbare â WohnrÃ¤ume aufweist und die Treppe vom Erdgeschoss ins Untergeschoss somit eine Erschliessungsfunktion erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Weist ein Bauvorhaben inhaltliche oder formale MÃ¤ngel auf, so kann die Baubewilligung gemÃ¤ss § 321 Abs. 1 PBG mit der gebotenen Nebenbestimmung verknÃ¼pft werden, wenn die MÃ¤ngel ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden kÃ¶nnen. Dies trifft hier fÃ¼r die AusnÃ¼tzungsÃ¼berschreitung von 4,21 m<sup>2</sup> zu, welche ohne weiteres auf verschiedene Arten durch Verkleinerung des geplanten Obergeschosses korrigiert werden kann. Wie diese Korrektur genau vorzunehmen ist, obliegt der Bauherrschaft. Die Baubewilligung vom 11. Mai 2004 ist daher mit einer Nebenbestimmung zu versehen, wonach die private Beschwerdegegnerschaft der Hochbaukommission Richterswil abgeÃ¤nderte BauplÃ¤ne zur Bewilligung einzureichen hat, welche eine Verkleinerung der anrechenbaren GeschossflÃ¤che um 4,21 m<sup>2</sup> bei einer AussenwandstÃ¤rke im Obergeschoss von 35 cm ausweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten je zur HÃ¤lfte den privaten Parteien aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). In gleicher Weise sind die Rekurskosten neu zu verlegen. Da keine der Parteien in Ã¼berwiegendem Ausmass obsiegt, sind in Anwendung von § 17 Abs. 2 VRG sowohl fÃ¼r das Rekurs- als auch fÃ¼r das Beschwerdeverfahren keine ParteientschÃ¤digungen zuzusprechen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 32).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="MsoNormal">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss der Hochbaukommission Richterswil vom 11. Mai 2004 wird mit folgender Nebenbestimmung ergÃ¤nzt:</p> <p class="MsoNormal">"Vor Baubeginn sind der BaubehÃ¶rde abgeÃ¤nderte BauplÃ¤ne zur Bewilligung einzureichen, welche eine Verkleinerung der anrechenbaren GeschossflÃ¤che um 4,21 <span>m<sup>2</sup></span> bei einer AussenwandstÃ¤rke im Obergeschoss von 35 cm ausweisen."</p> <p class="MsoNormal">Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</p> <p class="MsoNormal">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 150.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'650.-- Total der Kosten.</p> <p class="MsoNormal">3. Die Gerichtskosten sowie die Kosten des Rekursverfahrens werden unter solidarischer Haftung fÃ¼r einen Drittel zu je einem Sechstel den BeschwerdefÃ¼hrenden 1.1 und 1.2 sowie der Beschwerdegegnerin 1.1 und dem Beschwerdegegner 1.2 und zu einem Drittel der Hochbaukommission Richterswil auferlegt.</p> <p class="MsoNormal">4. Dispositivziffer III des Rekursentscheids wird aufgehoben; fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>