Abkommen vom 27. Oktober 2011 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2012/426/20120613/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2012/426/20120613"/><FRBRdate date="2012-06-13" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2011-10-27" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2012-06-13" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.975.247.5"/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 27 ottobre 2011 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica del Kosovo concernente la promozione e la protezione reciproca degli investimenti" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 27. Oktober 2011 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 27 octobre 2011 entre la Confédération suisse et la République du Kosovo concernant la promotion et la protection réciproque des investissements" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2012/426/20120613/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2012/426/20120613/de"/><FRBRdate date="2012-06-13" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2011-10-27" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2012-06-13" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2012/426/20120613/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2012/426/20120613/de/xml"/><FRBRdate date="2012-06-13" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2011-10-27" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2012-06-13" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.975.247.5 </docNumber></p><p> AS <b>2012 </b>3733; BBl <b>2012</b> 827</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung<i><authorialNote><p> Übersetzung des französischen Originaltextes.</p></authorialNote></i></p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 27. Oktober 2011</p><p>Von der Bundesversammlung genehmigt am 7. März 2012<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2012/425" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>2012</b> 3731</ref></p></authorialNote></p><p>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 13. Juni 2012</p><p> (Stand am 13. Juni 2012)</p></preface><preamble><p fedlex:role="heading"><i>Präambel</i></p><p>Der Schweizerische Bundesrat <br/>und<br/>die Regierung der Republik Kosovo,</p><p>vom Wunsche geleitet, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen der beiden Staaten zu verstärken,</p><p>im Bestreben, günstige Bedingungen für Investitionen von Investoren der einen Vertragspartei auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei zu schaffen und zu erhalten,</p><p>in der Erkenntnis, dass die Förderung und der Schutz von ausländischen Investitionen zur Mehrung des wirtschaftlichen Wohlstandes und der nachhaltigen Entwicklung in beiden Staaten beitragen,</p><p>in der Überzeugung, dass diese Ziele erreicht werden können, ohne allgemein anwendbare Gesundheits-, Sicherheits-, Arbeits- und Umweltschutzstandards zu lockern,</p><p>in der Absicht, Investoren zur Einhaltung von international anerkannten Standards und Prinzipien der Unternehmensverantwortung zu ermuntern,</p><p>haben Folgendes vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Begriffsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_1/para_u1"><content><p>Für die Zwecke dieses Abkommens:</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para_1/listintro">umfasst der Begriff «Investition» alle Arten von Vermögenswerten, die von einem Investor einer Vertragspartei auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei errichtet oder erworben worden sind und die Eigenschaften wie zum Beispiel den Einsatz von Kapital oder von anderen Ressourcen, die Erwartung von Gewinn oder Ertrag oder das Eingehen eines Risikos beinhalten, insbesondere, aber nicht ausschliesslich:</listIntroduction><item eId="art_1/para_1/lbl_a"><num>(a) </num><p>bewegliche und unbewegliche Vermögenswerte sowie sämtliche verwandten Rechte wie Dienstbarkeiten, Grundlasten sowie Grund- und Fahrnispfandrechte;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_b"><num>(b) </num><p>eine Gesellschaft oder Aktien, Anteilscheine und andere Formen der Beteiligung an einer Gesellschaft;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_c"><num>(c) </num><p>Forderungen auf Geld oder auf irgendwelche Leistungen, die einen wirtschaftlichen Wert aufweisen, ausser Forderungen, welche sich ausschliesslich aus Handelsverträgen über den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen ergeben;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_d"><num>(d) </num><p>Urheberrechte, gewerbliche Eigentumsrechte (wie Patente, Gebrauchsmuster, gewerbliche Muster oder Modelle, Handels- und Dienstleistungsmarken, Handelsnamen, Herkunftsangaben), «<i>Know-how</i>» und «<i>Goodwill</i>»;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_e"><num>(e) </num><p>Rechte, die durch Gesetz oder durch Vertrag oder Entscheid einer Behörde verliehen werden wie Konzessionen, Lizenzen, Genehmigungen und Bewilligungen.</p></item></blockList><p>Eine Änderung der Form, in welcher eine Investition getätigt oder reinvestiert worden ist, lässt deren Eigenschaft als Investition im Sinne dieses Abkommens unberührt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para_2/listintro">Es bezieht sich der Begriff «<i>Investor</i>» hinsichtlich jeder Vertragspartei auf:</listIntroduction><item eId="art_1/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>natürliche Personen, die nach dem Recht der betreffenden Vertragspartei als deren Staatsangehörige gelten. Ausgeschlossen sind natürliche Personen, die gleichzeitig Staatsbürger beider Vertragsparteien sind, es sei denn, sie hätten zum Zeitpunkt der Tätigung der Investition und die ganze Zeit danach ausserhalb des Hoheitsgebietes derjenigen Vertragspartei Wohnsitz gehabt, auf welchem die Investition getätigt oder erworben wurde;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>juristische Gebilde, einschliesslich Gesellschaften, Körperschaften, wirtschaftlicher Vereinigungen und anderer Organisationen, die nach dem Recht der betreffenden Vertragspartei konstituiert oder sonstwie rechtmässig organisiert sind, ihren Verwaltungssitz auf dem Hoheitsgebiet der betreffenden Vertragspartei haben und dort echte wirtschaftliche Tätigkeiten entfalten;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_c"><num>(c)  </num><p>juristische Gebilde, die nicht nach dem Recht der betreffenden Vertragspartei gegründet sind, jedoch im Eigentum von natürlichen Personen gemäss Buchstaben a oder von juristischen Gebilden gemäss Buchstaben b sind oder von diesen tatsächlich kontrolliert werden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_3"><num>(3)</num><content><p>Es umfasst der Begriff «Erträge» diejenigen Beträge, die eine Investition erbringt, und schliesst insbesondere Gewinne, Zinsen, Kapitalerträge, Dividenden, Lizenz- und andere Gebühren und Zahlungen, einschliesslich solcher in Form von Sachleistungen, ein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_4"><num>(4)</num><content><p>Es umfasst der Begriff «Hoheitsgebiet» hinsichtlich jeder Vertragspartei das Gebiet, über welches es Gerichtsbarkeit oder Souveränität in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht ausübt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Anwendungsbereich</heading><paragraph eId="art_2/para"><content><p>Dieses Abkommen ist anwendbar auf Investitionen auf dem Hoheitsgebiet einer Vertragspartei, die in Übereinstimmung mit deren Gesetzen und Rechtsvorschriften von Investoren der anderen Vertragspartei vor oder nach dem Inkrafttreten des Abkommens getätigt oder erworben wurden. Es ist jedoch nicht anwendbar auf Forderungen oder Streitigkeiten, die sich aus Ereignissen ergeben, welche vor dem Inkrafttreten dieses Abkommens entstanden sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Förderung, Zulassung</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>(1)</num><content><p>Jede Vertragspartei fördert auf ihrem Hoheitsgebiet nach Möglichkeit Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei und lässt diese Investitionen in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften zu.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>(2)</num><content><p>Hat eine Vertragspartei auf ihrem Hoheitsgebiet eine Investition zugelassen, so erteilt sie, in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften, alle erforderlichen Bewilligungen oder Genehmigungen im Zusammenhang mit einer solchen Investition, einschliesslich der Bewilligungen, welche für die Tätigkeit der vom Investor ausgewählten Führungskräfte und des technischen Personals notwendig sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jede Vertragspartei veröffentlicht unverzüglich oder macht sonst wie öffentlich verfügbar ihre Gesetze und Rechtsvorschriften sowie internationale Abkommen, welche Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei berühren können.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Schutz, Behandlung</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>(1)</num><content><p>Investitionen und Erträge von Investoren jeder Vertragspartei sind auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei jederzeit gerecht und billig zu behandeln, und sie geniessen dort vollen Schutz und Sicherheit. Keine Vertragspartei behindert auf irgendeine Weise durch ungerechtfertigte oder diskriminierende Massnahmen die Verwaltung, den Unterhalt, den Gebrauch, die Nutzung, die Erweiterung oder die Veräusserung solcher Investitionen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>(2)</num><content><p>Jede Vertragspartei gewährt auf ihrem Hoheitsgebiet Investitionen und Erträgen von Investoren der anderen Vertragspartei eine nicht weniger günstige Behandlung als jene, welche sie Investitionen und Erträgen ihrer eigenen Investoren oder Investitionen und Erträgen von Investoren irgendeines Drittstaates angedeihen lässt, je nachdem welche für den betroffenen Investor günstiger ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jede Vertragspartei gewährt auf ihrem Hoheitsgebiet Investoren der anderen Vertragspartei hinsichtlich Verwaltung, Unterhalt, Gebrauch, Nutzung oder Veräusserung ihrer Investitionen eine nicht weniger günstige Behandlung als jene, welche sie ihren eigenen Investoren oder den Investoren irgendeines Drittstaates angedeihen lässt, je nachdem welche für den betroffenen Investor günstiger ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_4"><num>(4)</num><content><p>Diese Behandlung gemäss Absätzen 2 und 3 gilt nicht für besondere Vorteile, welche eine Vertragspartei Investoren eines Drittstaates aufgrund einer bestehenden oder zukünftigen Mitgliedschaft in einer Freihandelszone, in einer Zollunion, in einem gemeinsamen Markt oder aufgrund von bestehenden oder zukünftigen Doppelbesteuerungsabkommen einräumt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_5"><num>(5)</num><content><p>Es besteht Einvernehmen darüber, dass sich die Verpflichtung zur Meistbegünstigung gemäss den Absätzen 2 und 3 nicht auf Mechanismen zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten erstreckt, die in anderen von der betroffenen Vertragspartei abgeschlossenen internationalen Abkommen im Zusammenhang mit Investitionen vorgesehen sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Enteignung, Entschädigung</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>(1)</num><content><p>Keine Vertragspartei trifft direkt oder indirekt Enteignungs- oder Verstaatlichungsmassnahmen oder irgendwelche andere Massnahmen derselben Art oder Wirkung gegenüber Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei (nachfolgend «Enteignung»), es sei denn, solche Massnahmen werden im öffentlichen Interesse getroffen, sind nicht diskriminierend, erfolgen in einem ordentlichen Verfahren und gegen eine umgehende, tatsächlich verwertbare und wertentsprechende Entschädigung. Diese Entschädigung hat dem Marktwert der enteigneten Investition unmittelbar vor dem Zeitpunkt zu entsprechen, als die enteignende Massnahme getroffen oder öffentlich bekannt wurde, je nachdem welcher Fall früher eingetreten ist, und wird gemäss anerkannten Bewertungsgrundsätzen ermittelt. Der Entschädigungsbetrag schliesst Zinsen zu einem üblichen Handelssatz ein, vom Zeitpunkt der Enteignung bis zu jenem der Zahlung gerechnet, wird unverzüglich in einer frei konvertierbaren Währung ausbezahlt und ist frei transferierbar.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ungeachtet von Artikel 11 (Streitigkeiten zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei), beinhaltet ein ordentliches Verfahren das Recht des betroffenen Investors einer Vertragspartei, der eine Enteignung durch die andere Vertragspartei geltend macht, seinen Fall einschliesslich der Bewertung der Investition und der Entschädigung in Übereinstimmung mit den Bestimmungen dieses Artikels unverzüglich durch eine gerichtliche oder eine andere unabhängige Behörde dieser Vertragspartei überprüfen zu lassen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Entschädigung von Verlusten</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>(1)</num><content><p>Hat ein Investor einer Vertragspartei, dessen Investitionen Verluste erlitten haben als Folge eines Krieges oder eines anderen bewaffneten Konfliktes, einer Revolution, eines Ausnahmezustandes, einer Rebellion, ziviler Unruhen oder eines anderen ähnlichen Ereignisses auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei, wird seitens der letzteren Vertragspartei hinsichtlich Rückerstattung, Vergütung, Entschädigung oder einer sonstigen Regelung eine Behandlung gewährt, die nicht weniger günstig ist als diejenige, welche sie ihren eigenen Investoren oder den Investoren irgendeines Drittstaates angedeihen lässt, je nachdem welche für den betroffenen Investor günstiger ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_6/para_2/listintro">Unbeschadet von Absatz 1 wird einem Investor einer Vertragspartei, welcher unter einem der in jenem Absatz bezeichneten Umstände auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei Verluste erleidet, die sich ergeben:</listIntroduction><item eId="art_6/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>aus der Beschlagnahme der Investition oder eines Teils derselben durch Streitkräfte oder Behörden der letzteren Vertragspartei; oder</p></item><item eId="art_6/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>aus der Zerstörung der Investition oder eines Teils derselben durch Streitkräfte oder Behörden der anderen Vertragspartei, ohne dass diese durch die Situation erforderlich war;</p></item></blockList><p>eine Rückerstattung oder Entschädigung gewährt, welche in beiden Fällen umgehend, wertentsprechend und tatsächlich verwertbar ist und die bezüglich der Entschädigung den Anforderungen von Artikel 5 dieses Abkommens entspricht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Freier Transfer</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_7/para_1/listintro">Jede Vertragspartei gewährleistet den uneingeschränkten und unverzüglichen Transfer in und aus seinem Hoheitsgebiet von Beträgen im Zusammenhang mit Investitionen, die auf deren Hoheitsgebiet von Investoren der anderen Vertragspartei getätigt worden sind, in einer frei konvertierbaren Währung, insbesondere von:</listIntroduction><item eId="art_7/para_1/lbl_a"><num>(a) </num><p>Anfangskapital und weiteren Beträgen für den Unterhalt oder die Ausweitung der Investition;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_b"><num>(b) </num><p>Erträgen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_c"><num>(c) </num><p>Zahlungen im Zusammenhang mit aufgenommenen Darlehen oder anderen vertraglichen Verpflichtungen, welche hinsichtlich der Investition eingegangen wurden;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_d"><num>(d) </num><p>Beträgen zur Deckung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verwaltung der Investition;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_e"><num>(e) </num><p>Gebühren und anderen Zahlungen, die sich aus Rechten gemäss Artikel 1 Absatz 1 Buchstaben c, d und e dieses Abkommens ergeben;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_f"><num>(f) </num><p>Einkommen und anderen Vergütungen von Personal, das im Zusammenhang mit der Investition aus dem Ausland rekrutiert wurde;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_g"><num>(g) </num><p>Erlösen aus der teilweisen oder vollständigen Veräusserung oder Liquidation der Investition, einschliesslich allfälliger Wertzunahmen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_h"><num>(h) </num><p>Zahlungen, die sich aus der Beilegung einer Streitigkeit ergeben.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sofern nicht anders mit dem Investor vereinbart, gewährleistet jede Vertragspartei die Transfers zum Wechselkurs, der am Tag des Transfers gemäss den geltenden Wechselkursbestimmungen derjenigen Vertragspartei anwendbar ist, auf deren Hoheitsgebiet die Investition getätigt wurde.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Subrogation</heading><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Erhält ein Investor einer Vertragspartei aufgrund eines Versicherungsvertrags für nicht-kommerzielle Risiken von einem Versicherer, der nach dem Recht dieser Vertragspartei zugelassen ist, eine Zahlung, so anerkennt die andere Vertragspartei den Übergang der Rechte und Ansprüche des Investors auf den Versicherer sowie das Recht des Versicherers, solche Rechte und Ansprüche kraft Subrogation im selben Ausmass wie der Rechtsvorgänger geltend zu machen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>GünstigereBestimmungen</heading><paragraph eId="art_9/para"><content><p>Enthalten Vorschriften in der Gesetzgebung einer Vertragspartei und die Rechts- oder Verwaltungspraxis dazu, spezifische Verpflichtungen, die in Bezug auf eine Investition eingegangen wurden oder zwischen beiden Vertragsparteien anwendbare völkerrechtliche Verpflichtungen Regeln, ob allgemeine oder spezifische, die Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei eine günstigere Behandlung zuerkennen als jene, die in diesem Abkommen vorgesehen ist, so gehen solche Regeln, in dem Masse als sie günstiger sind, diesem Abkommen vor.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Andere Verpflichtungen</heading><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Jede Vertragspartei hält alle schriftlichen Verpflichtungen ein, welche spezifisch in Bezug auf eine Investition eines Investors der anderen Vertragspartei eingegangen wurden und auf die sich der Investor bei der Tätigung oder Abänderung der Investition in gutem Glauben verlassen konnte, einschliesslich solcher, welche von subföderalen Körperschaften, lokalen Behörden und anderen Körperschaften, welche hoheitliche Gewalt ausüben, eingegangen wurden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Streitigkeiten zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>(1)</num><content><p>Streitigkeiten zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei über dessen Investition auf dem Hoheitsgebiet der ersteren, welche die geltend gemachte Verletzung dieses Abkommens betreffen, werden unbeschadet Artikel 12 dieses Abkommens (Streitigkeiten zwischen den Vertragsparteien) auf schriftliches Begehren einer den beiden Parteien der Streitigkeit (nachfolgend «Streitparteien») nach Möglichkeit einvernehmlich durch Beratungen beigelegt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_11/para_2/listintro">Führen die Beratungen innerhalb von sechs Monaten seit dem schriftlichen Begehren zu keiner Lösung, kann der Investor die Streitigkeit den allgemeinen Gerichten oder Verwaltungsgerichten der betroffenen Vertragspartei oder der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit unterbreiten. In letzterem Fall hat der Investor die Wahl zwischen:</listIntroduction><item eId="art_11/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID), errichtet durch das am 18. März 1965<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1968/982_1022_938" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.975.2</b></ref></p></authorialNote> zur Unterschrift aufgelegte Washingtoner Übereinkommen zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten zwischen Staaten und Angehörigen anderer Staaten (ICSID Konvention);</p></item><item eId="art_11/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>den Regeln der Zusatzeinrichtung des ICSID, wenn eine Vertragspartei aber nicht beide Vertragsstaaten der ICSID Konvention sind; oder</p></item><item eId="art_11/para_2/lbl_c"><num>(c) </num><p>einem Ad-hoc-Schiedsgericht, welches sofern von den Streitparteien nicht anders vereinbart, gemäss den Schiedsregeln der UNO-Kommission für internationales Handelsrecht (UNCITRAL) geschaffen wird.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jede Vertragspartei erteilt hiermit ihre uneingeschränkte und unwiderrufliche Zustimmung, eine Investitionsstreitigkeit der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit gemäss Absatz 2 zu unterbreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_4"><num>(4)</num><content><p>Hat der Investor die Investitionsstreitigkeit der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit gemäss Absatz 2 unterbreitet, ist diese Wahl der Gerichtsbarkeit endgültig.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_5"><num>(5)</num><content><p>Keine Vertragspartei gewährt diplomatischen Schutz oder macht einen völkerrechtlichen Anspruch geltend im Falle einer gemäss Absatz 2 der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit unterbreiteten Investitionsstreitigkeit, es sei denn, die andere Vertragspartei befolge den Schiedsspruch nicht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_6"><num>(6)</num><content><p>Schiedsverfahren auf der Grundlage dieses Artikels finden auf Antrag einer Streitpartei in einem Land statt, das Vertragspartei des am 10. Juni 1958<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1965/795_799_793" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR<b> 0.277.12</b></ref></p></authorialNote> in New York abgeschlossenen Übereinkommens über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_7"><num>(7)</num><content><p>Die betroffene Vertragspartei kann sich zu ihrer Verteidigung in keinem Zeitpunkt während des Verfahrens auf ihre Immunität berufen oder auf den Umstand, dass der Investor aufgrund eines Versicherungsvertrages eine Entschädigung für einen Teil oder die Gesamtheit des entstandenen Verlustes oder Schadens erhalten hat.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_8"><num>(8)</num><content><p>Ein gemäss Absatz 2 konstituiertes Schiedsgericht entscheidet die Streitigkeit in Übereinstimmung mit diesem Abkommen und anderen anwendbaren Regeln des Völkerrechts.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_9"><num>(9)</num><content><p>Der Schiedsspruch ist für die Streitparteien bindend und unterliegt keiner Berufung oder anderen Rechtsmitteln, die in der ICSID Konvention oder den vom Investor für das Verfahren gewählten Schiedsregeln nicht vorgesehen sind. Der Schiedsspruch wird von der betroffenen Vertragspartei unverzüglich als endgültiges und rechtskräftiges Urteil gemäss nationalem Recht vollstreckt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Streitigkeiten zwischen den Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>(1)</num><content><p>Streitigkeiten zwischen den Vertragsparteien in Bezug auf die Auslegung oder die Anwendung der Bestimmungen dieses Abkommens werden nach Möglichkeit durch direkte Beratungen beigelegt. Im Falle einer Einigung der Vertragsparteien bezüglich der Streitpunkte kann eine schriftliche Vereinbarung bezüglich der Auslegung oder der Anwendung des Abkommens getroffen werden, welche für alle auf der Grundlage dieses Abkommens konstituierten Schiedsgerichte bindend ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>(2)</num><content><p>Können sich die beiden Vertragsparteien innerhalb von sechs Monaten nach Entstehen der Streitigkeit nicht verständigen, so ist diese auf Begehren einer Vertragspartei einem Schiedsgericht zu unterbreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jede Vertragspartei ernennt einen Schiedsrichter; diese beiden Schiedsrichter bestimmen einen Angehörigen eines Drittstaates zum Vorsitzenden. Hat eine Vertragspartei ihren Schiedsrichter nicht ernannt und ist sie der Einladung der anderen Vertragspartei, innerhalb von zwei Monaten diese Ernennung vorzunehmen, nicht nachgekommen, so wird der Schiedsrichter auf Begehren der letzteren Vertragspartei durch den Generalsekretär von ICSID ernannt. Können sich beide Schiedsrichter nicht innerhalb von zwei Monaten seit ihrer Ernennung auf die Wahl des Vorsitzenden des Schiedsgerichts einigen, wird dieser auf Begehren einer Vertragspartei durch den Generalsekretär von ICSID ernannt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_4"><num>(4)</num><content><p>Ist der Generalsekretär von ICSID verhindert vorgenannte Aufgabe zu übernehmen oder ist er Staatsangehöriger einer Vertragspartei, so handelt der Präsident des Internationalen Gerichtshofes als Ernennungsbehörde. Ist der Präsident des Internationalen Gerichtshofes verhindert vorgenannte Aufgabe zu übernehmen oder ist er Staatsangehöriger einer Vertragspartei, werden die Ernennungen durch den Vizepräsidenten vorgenommen. Ist auch dieser verhindert oder Staatsangehöriger einer Vertragspartei, so werden die Ernennungen durch das amtsälteste Mitglied des Gerichtshofes vorgenommen, das kein Staatsangehöriger einer Vertragspartei ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_5"><num>(5)</num><content><p>Vorbehältlich der von den Vertragsparteien getroffenen Vereinbarungen regelt das Schiedsgericht sein Verfahren selbst. Das Schiedsgericht entscheidet die Streitigkeit in Übereinstimmung mit diesem Abkommen und den anwendbaren Regeln des Völkerrechts. Der Schiedsspruch des Schiedsgerichts ist für beide Vertragsparteien endgültig und bindend.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_6"><num>(6)</num><content><p>Jede Vertragspartei trägt die Kosten für ihr Mitglied des Schiedsgerichts und für ihre Vertretung im Schiedsverfahren. Die Kosten des Vorsitzenden und die übrigen Kosten werden von den Vertragsparteien zu gleichen Teilen getragen, sofern das Schiedsgericht nicht anders entscheidet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Beratungen</heading><paragraph eId="art_13/para"><content><p>Jede Vertragspartei kann Beratungen über alle Angelegenheiten vorschlagen, ausser über Streitigkeiten mit Bezug zu diesem Abkommen. Die Beratungen werden an einem auf diplomatischem Weg vereinbarten Ort und Zeitpunkt abgehalten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Schlussbestimmungen</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen tritt am Tage in Kraft, an dem beide Regierungen sich mitgeteilt haben, dass sie die rechtlichen Erfordernisse für das Inkrafttreten von internationalen Abkommen erfüllt haben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>(2)</num><content><p>Das Abkommen gilt für die Dauer von zehn Jahren. Sofern es nicht sechs Monate vor Ablauf dieser Frist durch schriftliche Mitteilung gekündigt wird, verlängert es sich unverändert um zwei Jahre, und so fort.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_3"><num>(3)</num><content><p>Im Falle einer schriftlichen Kündigung dieses Abkommens werden vorbehältlich einer anderen Vereinbarung die in den Artikeln 1–12 enthaltenen Bestimmungen während weiteren zehn Jahren für Investitionen angewandt, die vor dem Zeitpunkt der Beendigung getätigt wurden.</p></content></paragraph></article><signature><p><i>Zu Urkund</i><i> dessen</i> haben die von ihren Regierungen gehörig ermächtigten Unterzeichneten dieses Abkommen unterschrieben.</p><p>Geschehen zu Pristina am 27. Oktober 2011, im Doppel je in Französisch, Albanisch, Serbisch und Englisch, wobei jeder Text gleichermassen verbindlich ist. Im Fall von Abweichungen geht der englische Text vor.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:</p><p>Krystyna Marty</p></td><td><p>Für die<br/>Regierung der Republik Kosovo:</p><p>Mimosa Kusari-Lila</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>