<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Massnahmen werden gegenwärtig getroffen, um die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen (im Alter von etwa 15 bis 25 Jahren) in Sachen Strassenverkehrsprävention gezielt anzusprechen und angemessen zu sensibilisieren?</p><p>2. Wie will der Bundesrat sein Vorgehen optimieren, sodass mit den Massnahmen alle betroffenen Personen in der ganzen Schweiz lückenlos erreicht werden können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Eine gesamtschweizerische Übersicht über das Angebot an Sensibilisierungskursen für junge Erwachsene (16- bis 25-Jährige) besteht auf Bundesebene nicht. Die bekannten Kurse zielen inhaltlich primär darauf ab, die Einstellung, das Verantwortungsbewusstsein und das Risikoverhalten der jungen Menschen zu beeinflussen, um Verhaltensweisen mit überhöhtem Risiko im Strassenverkehr zu vermeiden. Differenzen zwischen den verschiedenen Schultypen bestehen bei der Einschätzung, ob das Thema im Rahmen der Schule überhaupt behandelt werden soll. Die Gymnasien sehen hier deutlich weniger Bedarf als die andern Schultypen. </p><p>Der Bund kann die Kantone zur Durchführung solcher Kurse nicht verpflichten. Die Kantone sind frei, ob und in welchem Umfang sie solche Kurse durchführen wollen. Im Vernehmlassungsverfahren zu Via sicura wollte der Bundesrat hier mehr Einfluss nehmen und die Kantone mit Leistungsvereinbarungen zur Durchführung solcher Kurse verpflichten sowie ihnen dafür finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Dieser Finanzierungsvorschlag hat im Vernehmlassungsverfahren aber keine Zustimmung gefunden, insbesondere auch nicht bei den Kantonen. Deshalb bleibt die Verkehrserziehung weiterhin eine Domäne der Kantone. Das Engagement des Bundes beschränkt sich auf die Förderung und Finanzierung von Lehrmitteln sowie das Leisten von finanziellen Beiträgen an private Organisationen, die solche Kurse anbieten. Zuständig für die Bewilligung solcher Beiträge ist der Fonds für Verkehrssicherheit (FVS). Gesamtschweizerisch haben im Jahr 2008 rund 42 000 Personen der Altersgruppe 16-25 Jahre an den vom FVS finanziell unterstützten Kursen teilgenommen.</p><p>2. Der Bundesrat hat am 3. Februar 2010 bei der Kenntnisnahme von den Vernehmlassungsergebnissen zu Via sicura und beim Entscheid über das weitere Vorgehen dem FVS den Auftrag erteilt, die Verkehrserziehung weiterhin zu fördern und bestehende Lücken nach Möglichkeit und im Rahmen der vorhandenen finanziellen Mittel zu schliessen. Der FVS sucht deshalb zusammen mit jenen privaten Organisationen, die heute schon solche Kurse gesamtschweizerisch oder regional anbieten (z. B. Touring-Club Schweiz, Road Cross), nach Wegen, um dieses Ziel zu erreichen. Dieser Weg erscheint erfolgversprechend, denn im laufenden Jahr (2010) werden an den vom FVS finanziell unterstützten Kursen voraussichtlich bereits 46 000 Personen der fraglichen Altersgruppe teilnehmen.</p>  Antwort des Bundesrates.