<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00315</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107346&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00315</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.07.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Prozessuales (E. 1). Streitgegenstand (E. 2). Das PBG (§ 50) lässt den Gemeinden bei der Ausgestaltung der Kernzonenbestimmungen einen weiten Spielraum. Die BZO Meilen enthält relativ offen formulierte Anforderungen an die Gestaltung und lässt insbesondere auch neuzeitliche Neu- und Umbauten zu (E. 4b); die Baurekurskommission darf Entscheide der Baubehörde, die sich auf solch kompetenzgemäss erlassenes kommunales Recht stützen, nur mit Zurückhaltung überüfen (E. 4c).<br/>Gemäss der BZO Meilen dürfen gewisse Gebäude in der Kernzone abgebrochen bzw. neu erstellt werden, wenn dies eine Verbesserung des Ortsbildes bewirkt. Wenn die Baubehörde zum vertretbaren Schluss gelangt, dass das Bauvorhaben eine Verbesserung des Ortsbildes bewirkt, hat die Baurekurskommission dieses Auslegungsergebnis zu respektieren (E. 5a); dasselbe gilt für die vertretbare Auffassung der Baubehörde, dass die Dachform des Bauvorhabens ortsüblich sei (E. 5b). Die Gemeinden dürfen in ihren Kernzonenbestimmungen von den kantonalrechtlichen Grenzabständen abweichen (E. 5c).<br/>Die Baubewilligung darf kommunale Behörden nicht generell und im Voraus ermächtigen, von den Bauvorschriften abzuweichen; Ausnahmen sind vielmehr im konkreten Einzelfall zu bewilligen (E. 6).<br/>Teilweise Gutheissung der Beschwerden (E. 7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNG">GESTALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSBILD">ORTSBILD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNBESTIMMTER RECHTSBEGRIFF">UNBESTIMMTER RECHTSBEGRIFF</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 3 lit. II BZO Meilen</span><br/><span class="gerade">Art. 12 lit. I BZO Meilen</span><br/><span class="ungerade">§ 50 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 50 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 29. Mai 2001 erteilte die Baukommission der Gemeinde V A, B und C die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Umbau des Wohnhauses an der T-Strasse sowie fÃ¼r den ersatzlosen Abbruch des bestehenden Anbaus an der Nordwestseite und die Erstellung eines neuen Anbaus anstelle des Bestehenden an der SÃ¼dostseite dieser Liegenschaft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 28. August 2001 ergÃ¤nzte die Baukommission V die Baubewilligung mit dem Hinweis, dass die am 24. April 2001 ergangene Bewilligung der kantonalen Baudirektion betreffend das Bauvorhaben in einem geschÃ¼tzten Ortsbild von Ã¼berkommunaler Bedeutung âBestandteil des baurechtlichen Verfahrensâ bilde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen die Bewilligungen der Gemeinde und der Baudirektion liess die Nachbarin F Rekurs an die Baurekurskommission II erheben. Die Rekurskommission vereinigte die Verfahren und hiess die Rekurse am 20. August 2002 unter Aufhebung der beiden Bewilligungen gut.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 23. September 2002 liessen A, B und C dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Rekursentscheids und BestÃ¤tigung der angefochtenen Bewilligungen, eventuell RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz sowie die Kostenauflage an die Be­schwerdegegnerin und deren Verpflichtung zu einer ParteientschÃ¤digung beantragen. In prozessualer Hinsicht sei die Beschwerdeantwort den BeschwerdefÃ¼hrenden zur Stellungnahme, eventuell zur Kenntnisnahme zuzustellen und es sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren. Unter dem nÃ¤mlichen Datum liess auch die Gemeinde V Beschwerde erheben und ebenfalls Aufhebung des Rekursentscheids und Wiederherstellung der angefochtenen Bewilligungen beantragen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. September 2002 wurden die beiden Beschwerdeverfahren vereinigt und Frist zur Beschwerdebeantwortung bzw. Vernehmlassung angesetzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission beantragte am 22. Oktober 2002 Abweisung, die Baudirektion am 29. Oktober 2002 Gutheissung beider Beschwerden. Die Beschwerdegegnerin liess am 28. November 2002 Abweisung der Beschwerden unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen beantragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 23. Januar 2003 verpflichtete das Verwaltungsgericht die Bauherrschaft zur Einreichung eines Modells des Bauvorhabens und ordnete einen Augenschein an. Dieser sowie die anschliessende Schlussverhandlung fanden am 27. Mai 2003 statt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids sowie die Parteivorbringen werden, soweit erforderlich, in den nachfolgenden EntscheidungsgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) SÃ¤mtliche Prozessvoraussetzungen sind erfÃ¼llt; insbesondere ist die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde zur Beschwerde befugt, um die richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts durchzusetzen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 21 Rz. 65).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen, es sei ihnen die Beschwerdeantwort zur Stellungnahme, ev. zur Kenntnisnahme zuzustellen. Nachdem die Zustellung zur Kenntnisnahme mittlerweile erfolgt ist, ohne dass die Antragsteller GrÃ¼nde geltend gemacht haben, die einen weiteren Schriftenwechsel erfordern wÃ¼rden, kann auf einen solchen verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Beschwerdegegnerin macht in verfahrensmÃ¤ssiger Hinsicht geltend, das Verwaltungsgericht habe mit Beschluss vom 23. Januar 2003 die privaten Beschwerdegegner zur Einreichung eines Modells verpflichtet, das mindestens die Volumetrie des Bauvorhabens im Kontext mit den umliegenden Bauten darstelle; diesen Anforderungen entspreche das eingereichte Modell nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dieser Einwand ist zutreffend; das eingereichte Modell zeigt nur den unter Schutz gestellten Altbau sowie den daran angebauten Neubau, nicht jedoch die Bauten auf den angrenzenden GrundstÃ¼cken. Nachdem beim Augenschein das Bauvorhaben ausgesteckt war, hat das Verwaltungsgericht jedoch gleichwohl einen hinreichenden Eindruck von den VolumenverhÃ¤ltnissen zwischen dem geplanten Neubau und den Bauten auf den NachbargrundstÃ¼cken gewinnen kÃ¶nnen, so dass sich die Einforderung eines umfassenderen Modells erÃ¼brigt. Dass beim Augenschein eine Visierstange nicht mehr vorhanden war, Ã¤ndert daran nichts. Sie markierte den Neubau auf der Seite des Altbaus; das Zusammenspiel mit dieser Baute lÃ¤sst sich indessen anhand des eingereichten Modells beurteilen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Das bestehende HauptgebÃ¤ude ist ein dreigeschossiges Wohnhaus, das mit verwaltungsrechtlichem Vertrag vom 10./19. April 2001 unter Schutz gestellt wurde; der Eintrag der entsprechenden Ã¶ffentlich-rechtlichen EigentumsbeschrÃ¤nkung wurde vom Eintritt der Rechtskraft der im vorliegenden Verfahren umstrittenen Baubewilligung abhÃ¤ngig gemacht. Das dieser Bewilligung zugrunde liegende Projekt sieht abgesehen von der weitgehenden Wiederherstellung des Originalzustands der Fassaden des geschÃ¼tzten Wohnhauses die fast vollstÃ¤ndige Neugestaltung der inneren Raumaufteilung und den Abbruch des nord­westlichen, strassenseitigen Anbaus vor. Sodann soll der sÃ¼dÃ¶stliche zweigeschossige Anbau mit einem Durchlass fÃ¼r den frÃ¼heren Flurweg durch einen dreigeschossigen, wÃ¼rfelfÃ¶rmigen BaukÃ¶rper ersetzt werden, der durch ein den Flurweg Ã¼berstellendes Treppenhaus mit dem Wohnhaus verbunden und mit einem nur leicht geneigten Pultdach versehen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die Baurekurskommission ist aufgrund eines Augenscheins ihres Referenten und des SekretÃ¤rs zum Schluss gekommen, der geplante Anbau, der die zulÃ¤ssige Baumassenziffer bis zum letzten Kubikmeter ausnÃ¼tze, sei Ã¼berdimensioniert und bereits aufgrund seines Volumens von erdrÃ¼ckender Dominanz. Insbesondere der Durchblick auf den geschÃ¼tzten Kernbau und die DachflÃ¤che des GebÃ¤udes an der T-Strasse werde durch den geplanten Neubau weitgehend verdeckt. Besonders vom rekurrentischen GrundstÃ¼ck und der Dorfstrasse her betrachtet werde keine Verbesserung des Ortsbilds erzielt, sondern die Sicht auf den unter Denkmalschutz stehenden Kernbau weitgehend verstellt. Damit seien bereits mangels Verbesserung des Ortsbildes die Voraussetzungen des Art. 3 Abs. 2 Satz 2 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde V vom 25. MÃ¤rz 1997 (BZO) und damit fÃ¼r einen Neubau innerhalb des alten GebÃ¤udegrundrisses nicht erfÃ¼llt. Zudem entspreche der Neubau, bei dem es sich nicht um einen blossen Anbau handle, auch nicht den Neubauvorschriften. Das nur schwach geneigte, flachdachÃ¤hnliche Pultdach stelle keine in der nÃ¤heren Umgebung bei einem Hauptbau Ã¼bliche Dachform dar und sei deshalb gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 BZO unzulÃ¤ssig. Auch hinsichtlich seiner Gestaltung lasse der Neubau jede RÃ¼cksichtnahme auf die Umgebung vermissen; er Ã¼bernehme kein einziges Element der umliegenden Bauten und erklÃ¤re den Kontrast allein zum architektonischen Programm. Insbesondere die Fassadenstruktur und die kubische Form des Neubaus seien dem hergebrachten Ortsbild gÃ¤nzlich fremd. So weise der Neubau Fenster auf, die im Ortsbild in dieser Form nicht anzutreffen seien; ihre Anordnung lasse grosse MauerflÃ¤chen entstehen, die der klein­massstÃ¤blichen Umgebung fremd seien. Auch Dimension und Formate der Fenster sowie ihre teilweise Anordnung Ã¼ber Eck seien im bestehenden Ortsbild beispiellos. Die in jeder Hinsicht neuen Gestaltungselemente harmonierten nicht nur in keiner Weise mit der umliegenden Bausubstanz, sondern es fehle ihnen dazu auch jeder Bezug. Die geltend gemachte Aufwertung des bestehenden Kernbaus falle nicht entscheidend ins Gewicht, da das Absetzen des Neubaus praktisch kaum erkennbar sei und wegen des Treppenhausanbaus, dem Balkon Ã¼ber dem Hauseingang und der Dachterrassenerweiterung der Eindruck zweier zusammengebauter GebÃ¤ude Ã¼berwiege. Weil die GebÃ¤udehÃ¶he des Neubaus Ã¼ber der TraufhÃ¶he des Altbaus liege, werde dieser dominiert. Sodann wÃ¼rden wesentliche Teile der SÃ¼dostfassade des Kernbaus durch den Neubau verstellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die Baurekurskommission habe den massgeblichen Sachverhalt ungenÃ¼gend festgestellt, indem sie die bauliche Umgebung nur selektiv wahrgenommen und insbesondere fÃ¼r die Beschreibung des Ortsbilds nur die Bauten der nÃ¤chsten Umgebung berÃ¼cksichtigt habe. Dadurch, dass sie der ablesbaren Praxis der Gemeinde bei der zeitgemÃ¤ssen Entwicklung des Ortsbilds keine Rechnung trage, greife die Rekurskommission in den Ermessensspielraum der Gemeinde ein. Sodann verkenne sie, dass das Bauvorhaben mit der Aufwertung des denkmalgeschÃ¼tzten KerngebÃ¤udes durch den Abbruch des strassenseitigen Anbaus, dem Ersatz des verunglÃ¼ckten Anbaus aus den Nachkriegsjahren durch den modern gestalteten Neubau und der sorgfÃ¤ltigen Abstimmung der Volumina von Kern- und Neubau insgesamt eine deutliche Verbesserung des Ortsbilds ergebe. Die WÃ¼rdigung des als Ã¼berdimensioniert bezeichneten Neubaus, der die nach Art. 3 Abs. 2 BZO zulÃ¤ssigen Neubaumasse ausschÃ¶pfe, sei offensichtlich rechtsverletzend. Das vorgesehene, nur leicht geneigte Pultdach sei eine in der Umgebung verschiedentlich vorkommende Dachform, so auch beim in jÃ¼ngerer Zeit erstellten Anbau der Beschwerdegegnerin. Auch bezÃ¼glich Volumen und Fassadengestaltung fÃ¼ge sich der Neubau in das GefÃ¼ge der Kernzone ein; so sei das Mass der Fenster auf den geschÃ¼tzten Hauptbau abgestimmt, und der Wechsel von Symmetrie und Asymmetrie bei ihrer Anordnung sei kernzonentypisch und fÃ¼ge sich gut in den Kontext zum Hauptbau ein. Wenn die Baurekurskommission das Fehlen der Ã¼blichen Leibungen und Gesimse bemÃ¤ngele, so verlange sie eine architektonische Anbiederung, welche die Praxis der Gemeinde mit guten GrÃ¼nden ablehne. Die Vorinstanz verkenne, dass der Neubau durch die mit dem Treppenhauszwischenbau realisierte Absetzung des Neubaus vom geschÃ¼tzten Altbau und den Verzicht auf ein steiles SchrÃ¤gdach, den Altbau deutlich aufwerte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde weist ebenfalls darauf hin, dass dank des Bauvorhabens das denkmalgeschÃ¼tzte KerngebÃ¤ude weit besser als bisher zur Geltung komme und sich deshalb und wegen der KlÃ¤rung der baulichen Situation ein deutlicher Gewinn fÃ¼r das geschÃ¼tzte Ortsbild ergebe. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz entsprÃ¤chen Dimension sowie kubische Form einschliesslich Dachform dem ortsbildtypischen Bestand. Auch bei bestehenden Bauten wÃ¼rden flach- und pultdachartige Anbauten die TraufhÃ¶he des HauptgebÃ¤udes erreichen oder leicht Ã¼berragen. Der Anforderung von Art. 12 Abs. 1 BZO, dass bei neuzeitlichen Neu- und Umbauten bezÃ¼glich Einordnung und Gestaltung auch der vorhandenen Architektur besonders Rechnung zu tragen sei, erfÃ¼lle der Neubau, und zwar entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch hinsichtlich Mass und Anordnung der Fenster; wenn diese die Ã¼blichen Leibungen und Gesimse vermisse, so gehe sie autonomieverletzend zu weit ins Detail und Ã¼berschreite damit die von ihr selbst anerkannten Grenzen ihrer PrÃ¼fungsbefugnis. GrÃ¶ssere unbefensterte MauerflÃ¤chen seien auch bei Ã¤lteren GebÃ¤uden festzustellen. Der Neubau sei deutlich vom Altbau abgesetzt und ordne sich diesem klar unter. Die nÃ¤here bauliche Umgebung sei sehr heterogen und der Neubau ordne sich auch in dieser Hinsicht gut ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Beschwerdegegnerin hebt hervor, dass das BaugrundstÃ¼ck in einem Ortsbild von Ã¼berkommunaler Bedeutung liege und der Neubau umgeben sei von Schutzobjekten. Die Information, was am geschÃ¼tzten Ortsbild als Einheit erhaltenswert sei, lieferten die einzelnen inventarisierten Schutzobjekte. Massstab fÃ¼r den Neubau bilde in hohem Mass der unter Schutz gestellte Altbau, an den der Neubau angebaut werden solle. Der Neubau nehme indessen, wie die Vorinstanz zutreffend erkannt habe, kein einziges Gestaltungselement der das Ortsbild prÃ¤genden Bauten auf. Mit dem erklÃ¤rtermassen in moderner Architektursprache erstellten Anbau werde der Auftrag, das Ortsbild zu erhalten, preisgegeben. Alt- und Neubau seien zwei selbstÃ¤ndige WohnblÃ¶cke, die durch ein gemeinsames Treppenhaus erschlossen wÃ¼rden; diese Art der GebÃ¤udeorganisation, die zudem eine Auskernung des Altbaus mit sich bringe, sei fÃ¼r das Ortsbild untypisch. Die vom Zonenzweck geforderte EinfÃ¼gung ins bestehende Ortsbild werde von den BeschwerdefÃ¼hrenden zu Unrecht als Anbiederung diskreditiert. Von einer Aufwertung des Altbaus und einem HÃ¶chstmass an Erhaltung schutzwÃ¼rdiger innerer Substanz kÃ¶nne angesichts des Ã¼berdimensionierten Neubaus und der Auskernung des Altbaus keine Rede sein. Wegen seiner zentralen Lage im Ortsbild und der allseitigen Sichtbarkeit werde der Bau ins Auge springen, neue MassstÃ¤be setzen und die bestehenden Bauten abwerten. Dass in der Kernzone in neuerer Zeit Ã¤hnliche architektonische Fehlleistungen bewilligt worden seien, rechtfertige keinen Verzicht auf den gebotenen Ortsbildschutz.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die streitbetroffene Liegenschaft ist Teil eines Ortsbilds von regionaler Bedeu­tung und liegt gemÃ¤ss Art. 1 BZO in der Kernzone KA 4.5. Auf das geschÃ¼tzte Ortsbild hat die Gestaltung des Bauvorhabens gemÃ¤ss § 238 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) besondere RÃ¼cksicht zu nehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Kernzonenplan ist das bestehende Wohnhaus samt Anbauten rot punktiert dargestellt. Somit darf es laut Art. 3 Abs. 2 BZO umgebaut oder ersetzt werden, sofern es das herkÃ¶mmliche Erscheinungsbild und das bisherige GebÃ¤udeprofil beibehÃ¤lt; es darf abgebrochen und innerhalb des alten GebÃ¤udegrundrisses nach den Neubauvorschriften neu erstellt werden, wenn dies eine Verbesserung des Ortsbilds bewirkt. Nach Art. 3 Abs. 4 BZO kÃ¶nnen zudem beim Um- oder Ersatzbau bei allen bestehenden GebÃ¤uden aus GrÃ¼nden der Hygiene, des Verkehrs und des Ortsbilds oder aufgrund von NutzungsÃ¤nderungen Abweichungen vom GebÃ¤udeprofil oder Erscheinungsbild bewilligt oder angeordnet werden, wenn dies keine wesentliche Verschlechterung des Ortsbildes zur Folge hat oder wenn dies eine Verbesserung des Ortsbilds bewirkt. Art. 5 BZO regelt die fÃ¼r Neubauten geltenden Grundmasse und Art. 12 Abs. 1 BZO hÃ¤lt bezÃ¼glich der Gestaltung allgemein fest, dass bei neuzeitlichen und traditionellen Neu- und Umbauten sowie Aussenrenovationen bezÃ¼glich Einordnung und Gestaltung dem Massstab und der Eigenart des Ortsbildes sowie der vorhandenen Architektur besonders Rechnung zu tragen ist. BezÃ¼glich der Gestaltung der DÃ¤cher bestimmt Art. 13 Abs. 1 BZO, dass nur solche mit der in der nÃ¤heren Umgebung Ã¼blichen Neigung und Dachform zulÃ¤ssig sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 50 Abs. 1 PBG umfassen Kernzonen schutzwÃ¼rdige Ortsbilder, wie Stadt- und Dorfkerne oder einzelne GebÃ¤udegruppen, die in ihrer Eigenart erhalten oder erweitert werden sollen. Zu diesem Zweck kÃ¶nnen die Gemeinden besondere Vorschriften Ã¼ber die Stellung der Bauten, die Erscheinung der GebÃ¤ude, den Kubus, die Dachformen, die Farbgebung, die Materialien und dergleichen aufstellen und dabei von der kantonalrechtlichen Regelung Ã¼ber die Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde und die GebÃ¤udehÃ¶he abweichen (§ 50 Abs. 2 und 3 PBG). Je nach Grad der SchutzwÃ¼rdigkeit des Ortskerns kÃ¶nnen Kernzonenvorschriften in Frage kommen, welche fÃ¼r Neu- und Umbauten die gleichen Masse, Kubaturen, Stellung und Erscheinung vorschreiben, wie sie die bestehenden Altbauten aufweisen (Robert Imholz, Die Denkmalschutz-Bestimmungen des zÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetzes, Dokumente und Informationen zur Schweizerischen Orts-, Regional- und Landesplanung Nr. 67/Juli 1982, S. 34, 42). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Um den unterschiedlichen VerhÃ¤ltnissen gerecht werden zu kÃ¶nnen, lÃ¤sst das kantonale Recht den Gemeinden bei der Ausgestaltung ihrer Kernzonenbestimmungen bewusst einen weiten Spielraum. Je nach Kernzonenart kann die Erhaltung des Bestehenden, die Anpassung an das Ortsbild oder die Erweiterung eines Ortskerns im Vordergrund stehen. Besonders bei der Frage, wie die bauliche Anpassung von Ersatz- oder Neubauten an das bestehende Ortsbild erfolgen soll, sind unterschiedliche LÃ¶sungen mÃ¶glich. Zahlreiche Bauordnungen verlangen eine sehr weit gehende Anpassung, indem sie beispielsweise vorschreiben, dass Neubauten in GrÃ¶sse, kubischer Gestaltung, Fassade, Material, Farbe und Umgebungsgestaltung der bestehenden, das Ortsbild prÃ¤genden Ãberbauung zu entsprechen hÃ¤tten, oder als Dachform SatteldÃ¤cher mit ortsÃ¼blicher Ausgestaltung verlangen. Die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde V dagegen formuliert die Gestaltungsanforderungen offener, indem sie in Art. 12 Abs. 1 lediglich bestimmt, dass bei neuzeitlichen und traditionellen Umbauten sowie Aussenrenovationen bezÃ¼glich Einordnung und Gestaltung dem Massstab und der Eigenart des Ortsbilds sowie der vorhandenen Architektur besonders Rechnung zu tragen sei, und sich in Art. 13 Abs. 1 nicht auf eine bestimmte Dachform festlegt, sondern die in der nÃ¤heren Umgebung Ã¼bliche Neigung und Dachform zulÃ¤sst. Zur besseren Handhabung des weiter gefassten Rahmens hat die BaubehÃ¶rde gemÃ¤ss Art. 12 Abs. 5 BZO geeignete Fachleute fÃ¼r die architektonische, gestalterische und ortsbildschÃ¼tzerische Beratung beizuziehen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Ist zu prÃ¼fen, ob eine Baute den kommunalen Kernzonenvorschriften und dem Gestaltungsgebot von § 238 Abs. 2 PBG entspricht, steht der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde bzw. der gemÃ¤ss Ziffer 1.4.1.3 des Anhangs zur Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) fÃ¼r den Schutz des Ã¼berkommunalen Ortsbilds zustÃ¤ndigen Baudirektion eine von den Rechtsmittelinstanzen zu beachtende besondere Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu. Sodann handelt es sich bei den Kernzonenvorschriften um kompetenzgemÃ¤ss erlassenes kommunales Recht, dessen Auslegung durch die kommunalen BehÃ¶rden nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung zu schÃ¼tzen ist, wenn sie vertretbar und nicht rechtsverletzend ist. Auch insofern haben sich die kantonalen Rechtsmittelinstanzen bei der ÃberprÃ¼fung zurÃ¼ckzuhalten (RB 1981 Nr. 20; VGr, 19. Mai 1988, BEZ 1988 Nr. 14 E. 1h).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Was die in erster Linie streitige Ãbereinstimmung des Bauvorhabens mit den Kernzonenvorschriften betrifft, so ist vorab zu prÃ¼fen, ob damit die gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 Satz 2 BZO fÃ¼r einen Neubau vorausgesetzte Verbesserung des Ortsbilds erreicht wird. BauplÃ¤ne und Modell sowie der anlÃ¤sslich des Augenscheins gewonnene Eindruck zeigen, dass die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde diese Frage, bei deren Beantwortung sie Ã¼ber ein erhebliches Beurteilungsermessen verfÃ¼gt, ohne Rechtsverletzung bejahen konnte. Insbesondere ist es nicht rechtsverletzend, wenn die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde Art. 3 Abs. 2 Satz 2 BZO so auslegt, dass die Wirkung des Bauvorhabens fÃ¼r das Ortsbild insgesamt zu wÃ¼rdigen ist, das heisst nicht der Neubau fÃ¼r sich allein, sondern auch der ersatzlose Abbruch des strassenseitigen Anbaus betrachtet werden muss. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Ersatz des bisherigen rÃ¼ckseitigen Anbaus durch den grÃ¶sseren Neubau kompensiert den ersatzlosen Abbruch des strassenseitigen Anbaus. Durch diesen Abbruch kann die Westfassade in ihrer ursprÃ¼nglichen Form wieder hergestellt werden, wodurch, wie bereits die Baudirektion in ihrer angefochtenen VerfÃ¼gung vom 24. April 2001 festgehalten hat, zumindest strassenseitig bezÃ¼glich Volumen und Erscheinungsbild eine deutliche Verbesserung fÃ¼r das Ortsbild erreicht wird. RÃ¼ckseitig stellt der Ersatz des aus den 40er oder 50er Jahren stammenden, keine besonderen QualitÃ¤ten aufweisenden Anbaus jedenfalls keine Verschlechterung des Ortsbilds dar. Der neue Anbau ist fÃ¼r sich allein gut proportioniert und konsequent gestaltet; sein Volumen ist dem Altbau und den umliegenden GebÃ¤uden angepasst und die heikle Schnittstelle zum Altbau ist mit dem gegenÃ¼ber der SÃ¼dwest-Fassade zurÃ¼ckversetzten Treppenhaus gut bewÃ¤ltigt. Die Auffassung der Baurekurskommission und der Beschwerdegegnerin, dass der Neubau nicht hinreichend vom Altbau abgesetzt sei, sondern der Eindruck des Zusammenbaues Ã¼berwiege, lÃ¤sst sich aufgrund des (von der Baurekurskommission soweit ersichtlich nicht beigezogenen) Modells nicht nachvollziehen. Insgesamt erweist sich damit die Auffassung, das Bauvorhaben bewirke eine Verbesserung des Ortsbilds, als vertretbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die GrÃ¼nde, welche die Baurekurskommission fÃ¼r ihre gegenteilige Auffassung anfÃ¼hrt, vermÃ¶gen dagegen einen Eingriff in den Beurteilungsspielraum der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde nicht zu rechtfertigen. Allein der Umstand, dass der Neubau die zulÃ¤ssige Baumassenziffer ausschÃ¶pft und er rund doppelt so gross sein wird wie der bestehende Anbau, macht ihn nicht Ã¼berdimensioniert. Wie der Augenschein gezeigt hat, wird der Neubau zwar einen deutlichen Akzent zwischen dem Altbau und der Liegenschaft der Beschwerdegegnerin setzen, aber weder von der T-Strasse noch von der Dorfstrasse her als dominant wahrgenommen werden oder fÃ¼r das Dorfbild wesentliche Durchblicke verdecken. Es trifft wohl zu, dass der Neubau fÃ¼r die Beschwerdegegnerin Nachteile bezÃ¼glich Belichtung und Ausblick mit sich bringt, doch darf dies nicht mit einer BeeintrÃ¤chtigung des Ortsbilds gleichgestellt werden. Soweit der Neubau den massgeblichen Vorschriften entspricht, kÃ¶nnen die Nachbarn keinen Schutz der bestehenden Belichtungs- oder AussichtsverhÃ¤ltnisse beanspruchen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin macht bezÃ¼glich des Ortsbilds weiter geltend, der Neubau nehme kein einziges Gestaltungselement auf, das mit den das Ortsbild prÃ¤genden Bauten korrespondiere; wenn in der Baubewilligung erklÃ¤rt werde, dass âein in moderner Architektursprache formulierter Anbauâ erstellt werde, so gebe die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde damit den Auftrag zur Erhaltung des Ortsbildes preis. Diese Auffassung verkennt die Zielsetzung der Kernzonen, welche gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 PBG schutzwÃ¼rdige Ortsbilder umfassen, die in ihrer Eigenschaft erhalten und erweitert werden sollen, sowie den Umstand, dass Art. 12 Abs. 1 BZO ausdrÃ¼cklich festhÃ¤lt, dass neben traditionellen auch neuzeitliche Neu- und Umbauten mÃ¶glich sein sollen, welche beide bezÃ¼glich Einordnung und Gestaltung dem Massstab sowie der Eigenart des Ortsbilds und der vorhandenen Architektur besonders Rech­nung zu tragen haben. Anders als die Beschwerdegegnerin anzunehmen scheint, ist damit ein in moderner Architektursprache formulierter Anbau keineswegs von vornherein unzulÃ¤ssig. Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde hat in ihrer Beschwerdeschrift sowie anlÃ¤sslich des Augenscheins die gestalterische QualitÃ¤t des Neubaus in Bezug auf das gegebene bauliche Umfeld Ã¼berzeugend dargelegt; ihre WÃ¼rdigung, das Bauvorhaben weise die geforderte besondere QualitÃ¤t in Bezug auf Einordnung und Gestaltung auf, ist nachvollziehbar und jedenfalls vertretbar. Dem Einwand der Baurekurskommission, der Neubau Ã¼bernehme kein einziges gestalterisches Element der umliegenden Bauten, hÃ¤lt die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde zutreffend entgegen, dass neben Volumen und GebÃ¤udehÃ¶he sowohl GrÃ¶sse als auch Platzierung der Fenster und damit die Fassadengestaltung auf den Altbau abgestimmt seien; der gegenteiligen Auffassung der Baurekurskommission kann aufgrund der Akten und des Modells nicht gefolgt werden. Die Ãbernahme herkÃ¶mmlicher Bauelemente, wie Leibungen und Gesimse der Fenster, wird dagegen von Art. 12 Abs. 1 BZO, der ausdrÃ¼cklich auch neuzeitliche Neu- und Umbauten zulÃ¤sst, nicht verlangt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 238 Abs. 2 PBG, wonach auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes besondere RÃ¼cksicht zu nehmen ist, enthÃ¤lt keine Ã¼ber Art. 12 Abs. 1 BZO hinausgehenden Gestaltungsanforderungen. Entgegen der Auffassung der Baurekurskommission wird auch diese Bestimmung nicht verletzt. Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, im kommunalen Inventar der schutzwÃ¼rdigen Objekte sei auch der durch den Neubau zu ersetzende Anbau verzeichnet gewesen, so Ã¼bersieht sie, dass die definitive Bestimmung des Schutzumfangs erst durch Massnahmen im Sinn von § 205 PBG erfolgt. Dieser wurde hier mit dem Unterschutzstellungsvertrag vom 10./19. April 2001 bestimmt und umfasst lediglich den Haupt- und nicht den zum Abbruch vorgesehenen rÃ¼ckseitigen Anbau. Da die Eintragung der vereinbarten Ã¶ffentlich-rechtlichen EigentumsbeschrÃ¤nkung von der Rechtskraft der streitigen Baubewilligung abhÃ¤ngig gemacht wird, muss geschlossen werden, dass sich der Schutz der rÃ¼ckwÃ¤rtigen Fassade nicht auch auf den Fassadenabschnitt bezieht, wo bereits der bisherige Anbau mit dem Altbau verbunden war und neu das Treppenhaus angebaut werden soll. Der Einwand, durch den Anbau werde gegen die Unterschutzstellung verstossen, erweist sich deshalb als unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Baurekurskommission hÃ¤lt die Kernzonenvorschriften auch insofern fÃ¼r verletzt, als der âAnbauâ, der offensichtlich ein Hauptbau sei, ein nur schwach geneigtes, flachdachÃ¤hnliches Pultdach aufweise; das entspreche nicht Art. 13 Abs. 1 BZO, wonach in der Kernzone nur DÃ¤cher mit der in der nÃ¤heren Umgebung Ã¼blichen Neigung und Dachform zulÃ¤ssig seien. Die BeschwerdefÃ¼hrenden halten dieser Auffassung entgegen, es seien in der Umgebung des BaugrundstÃ¼cks zahlreiche mehrgeschossige (An-)Bauten mit Flach- oder leicht geneigten PultdÃ¤chern vorhanden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Augenschein des Verwaltungsgerichts hat bestÃ¤tigt, dass in der benachbarten Kernzone mit dem Neubau vergleichbare Bauten vorkommen, die ebenfalls FlachdÃ¤cher bzw. flachdachÃ¤hnliche Bedachungen aufweisen. Nicht zuletzt trifft dies auch fÃ¼r den Anbau der Beschwerdegegnerin zu. Es ist deshalb nicht rechtsverletzend, wenn die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde das beim Neubau geplante flach geneigte Pultdach als Dach mit einer in der nÃ¤heren Umgebung Ã¼blichen Neigung und Dachform gewÃ¼rdigt hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt an den bereits im Rekursverfahren erhobenen EinwÃ¤nden fest, das Bauvorhaben entspreche auch insofern nicht den Kernzonenvorschriften, als es sich nicht dem Grundriss des abzubrechenden Anbaus entspreche und GrenzabstÃ¤nde verletze.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das geplante GebÃ¤ude hÃ¤lt sich unbestrittenermassen insofern nicht an den bisherigen Grundriss als es gegen SÃ¼dosten eine um ca. 35 cm geringere und gegen Nordosten ein um ca. 25 cm grÃ¶ssere Ausdehnung aufweist. Hingegen braucht der Umstand, dass der Neubau anders als der anzubrechende Anbau im Erdgeschoss keinen Durchlass fÃ¼r den bisherigen Flurweg offen lÃ¤sst, nicht als Abweichung vom bisherigen Grundriss aufgefasst zu werden; jedenfalls ist eine solche Auslegung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 BZO nicht rechtsverletzend.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Art. 3 Abs. 4 BZO lÃ¤sst Abweichungen vom bisherigen Grundriss unter anderem aus GrÃ¼nden der Wohnhygiene zu, sofern dies keine wesentliche Verschlechterung des Ortsbilds zur Folge hat oder wenn dies eine Verbesserung des Ortsbilds bewirkt. Diese Voraussetzungen sind hier erfÃ¼llt. Durch die geringere Ausdehnung des GebÃ¤udes gegen SÃ¼dosten, wo das Haus der Beschwerdegegnerin gegenÃ¼berliegt, wird durch den grÃ¶sseren GebÃ¤udeabstand die Wohnhygiene verbessert. Eine Verschlechterung des Ortsbilds ergibt sich nicht, wie bereits ausgefÃ¼hrt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ErfÃ¼llt das GebÃ¤ude die Voraussetzungen fÃ¼r einen nach den Neubauvorschriften zulÃ¤ssigen Ersatzbau im Sinn von Art. 3 Abs. 2 BZO, so hat es sich nicht an die GrenzabstÃ¤nde gemÃ¤ss Art. 5 BZO zu halten; eine solche von den kantonalrechtlichen GebÃ¤udeabstÃ¤nden abweichende Regelung der Gemeinde kann sich auf § 50 Abs. 2 PBG stÃ¼tzen. Auch die RÃ¼ge der Grenzabstandsverletzung ist damit unbegrÃ¼ndet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Im Rekursverfahren hat die Beschwerdegegnerin sodann geltend gemacht, die Baubewilligung sei auch deshalb aufzuheben, weil die Verfahren der Gemeinde und der Baudirektion nicht koordiniert worden seien, weil die Gesuchsteller nicht zur Einreichung des Baugesuchs befugt gewesen seien, weil das GrundstÃ¼ck wegen des im Bereich des rÃ¼ckseitigen Anbaus verlaufenden Flurwegs nicht baureif und weil eine Ausnahmebewilligung auf Vorrat erteilt worden sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie die Baurekurskommission zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, ist die anfÃ¤nglich mangelhafte Koordination der Verfahren durch den Beschluss der Baukommission V, mit dem auch die VerfÃ¼gung der Baudirektion erÃ¶ffnet wurde, nachtrÃ¤glich geheilt worden. Sodann kann in zustimmendem Sinn auch auf die ErwÃ¤gungen der Baurekurskommission betreffend die Befugnis der Gesuchsteller zur Einreichung des Baugesuchs verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG; vgl. auch RB 1983 Nr. 106 = BEZ 1983 Nr. 18 sowie Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 113 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Umstand, dass im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung die Aufhebung des Flurwegs Nr. 151 bzw. Kat.Nr. 567 noch nicht rechtskrÃ¤ftig war, hat die BaubehÃ¶rde mit der Auflage gemÃ¤ss Dispositiv Ziffer 14 Rechnung getragen, wonach vor Baubeginn die Aufhebung rechtskrÃ¤ftig sein mÃ¼sse. Das ist eine gemÃ¤ss § 321 Abs. 1 PBG zulÃ¤ssige Nebenbestimmung, welche der insofern fehlenden Baureife hinreichend Rechnung trÃ¤gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Berechtigt ist hingegen der Einwand der Beschwerdegegnerin gegen Dispositiv Ziffer 8 der Baubewilligung, womit kommunale Amtsstellen wie Denkmalpflege, Feuerpolizei, Bauamt usw. ermÃ¤chtigt werden, Abweichungen von Vorschriften zuzulassen, wenn dadurch denkmalpflegerisch bessere LÃ¶sungen erzielt werden und schÃ¼tzenswerte Bauteile erhalten werden kÃ¶nnen. Ob gestÃ¼tzt auf die massgeblichen Ausnahmebestimmungen, insbesondere § 220 PBG, solche Ausnahmen bewilligt werden kÃ¶nnen, wird die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde im konkreten Einzelfall zu prÃ¼fen haben. Die generelle ErmÃ¤chtigung ist unzulÃ¤ssig und die Aufhebung der Baubewilligung bezÃ¼glich Dispositiv Ziffer 8 im Ergebnis gerechtfertigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. Damit erweisen sich die Beschwerden als weitgehend begrÃ¼ndet. DemgemÃ¤ss ist der Rekursentscheid aufzuheben und sind die Baubewilligung der Baukommission V mit Ausnahme von Dispositiv Ziffer 8 sowie die VerfÃ¼gung der Baudirektion vollstÃ¤ndig wieder herzustellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da die BeschwerdefÃ¼hrer fast vollstÃ¤ndig obsiegen, sind die Gerichtskosten sowie die Kosten des Rekursverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Diese ist zudem fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (MwSt. inkl.) an die privaten BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Im Rekursverfahren haben die privaten BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung nicht beantragt, weshalb ihr entsprechender Antrag im Beschwerdeverfahren als unzulÃ¤ssige Erweiterung des Streitgegenstands abzuweisen ist. Der weitgehend unterliegenden Beschwerdegegnerin stehen ParteientschÃ¤digungen von vornherein nicht zu. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerden werden teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden die Baubewilligung der Baukommission V vom 29. Mai 2001/28. August 2001 mit Ausnahme von Dispositiv Ziffer 8 und die VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 24. April 2001 vollstÃ¤ndig wieder hergestellt. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 280.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'280.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten des Beschwerde- und des Rekursverfahrens werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">4.<span> </span>Die Beschwerdegegnerin wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.-- (MwSt. inkl.) an die privaten BeschwerdefÃ¼hrer verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen von der Rechtskraft des Entscheids an gerechnet.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal"><span>5. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>