B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5904/2009 U r t e i l v o m 1 6 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richter Bruno Huber, Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch Barbara Frei-Koller, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wegweisung und Vollzug; Verfügung des BFM vom 14. August 2009 / N (…). E-5904/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer seinen He i- matstaat Sri Lanka am 26. September 2008 und gelangte am 29. Se p- tember 2008 in die Schweiz. Gleichentags ersuchte er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl. Anlässlich der Kurzbefragung vom 1. Oktober 2008 im EVZ und der Anhörung vom 24. Juni 2009 zu den Asylgründen machte der seit dem 26. November 2008 rechtsvertr e- tene Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend: Er sei ethnischer Tamile und stamme aus B._______, wo er während elf Jahren die Schule besucht habe. Im Jahre 2007 habe er ein dreimonat i- ges Zwangstraining bei de n LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) ab- solvieren müssen . Nach ei nem Wohnsitzwechsel nach C._______, im Sommer 2008, sei er einma l einige Tage von der Armee festgehalten worden, wobei seine Tante beziehungsweise sein Onkel seine bedin- gungslose Freilassung habe erwirken können. Die Ausreise aus Sri Lanka sei auf Entscheid seines Vaters beziehungsweise seines Onkels und vor dem Hintergrund der Zwangsrekrutierung seines Bruders durch die LTTE im Jahre 2007 erfolgt. Im Besitze eines vom Schlepper beschafften, g e- fälschten und mit seiner Fotografie versehenen (…) Reisepasses sei er von Colombo auf dem Luftweg nach Italien und auf dem Landw eg weiter in die Schweiz gereist . Seinen eigenen Reisepass und seine Identität s- karte habe er vor der Abreise dem Schlepper aushändigen müssen. In B._______ verfüge er noch über seine Eltern und zwei Geschwister , in Colombo zur Zeit über eine Tante und in C._______ über weitere Ver- wandte. Weitere lebten in der D._______, in E._______, in F._______ und in G._______. Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer eine beglaubigte Kopie se i- nes Geburtsscheines zu den Akten. Ferner stellte er eine Kopie seines beim Schlepper befindlichen Reisepasses in Aussicht. B. Mit Verfügung vom 14. August 2009 – eröffnet am 17. August 2009 – lehnte das BFM das Asylgesuch ab. In der Begründung qualifizierte es die geltend gemachten Vorbringen als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) beziehungswe i- se als nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG, weshalb der B e- schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Gleichzeitig ve r- fügte das Bundesamt seine Wegweisung aus der Schweiz, wobei es den E-5904/2009 Seite 3 Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich erachtete. Auf die detaillierte Begründung der Verfügung wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. C. In der Beschwerdeeingabe vom 1 6. September 2009 beantragte der Be- schwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung betreffend die Wegweisung und den Wegweisungsvollzug , die Anordnung der vo r- läufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzuges sowie in prozessualer Hinsicht im Wesentlichen die G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Verfahrenskosten inklu- sive den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und den einstweiligen Verzicht auf Vollzugshandlungen. Für die Begründu ng wird, soweit wesentlich, auf die Erwägungen verwiesen. D. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Se p- tember 2009 wurde der legitime Aufenthalt des Beschwerdeführers wä h- rend des Beschwerdeverfahrens fest gestellt, antragsgemäss auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses verzichtet und der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen sp ä- teren Zeitpunkt in Aussicht gestellt. E. Am 20. Dezember 2011 wurde die Vorinstanz vom Bundesverwaltungsge- richt zur Vernehmlassung bis zum 9. Januar 2012 – auf Antrag des BFM erstreckt bis zum 20. Januar 2012 – eingeladen. Mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2012 beantragt e das BFM die A b- weisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerde- führer seitens des Bun desverwaltungsgerichts unter Beilage des BFM - Berichts vom 22. Dezember 2011 betreffend eine Dienstreise nach Sri Lanka, auf dessen Erkenntnisse sich das BFM in der Vernehmlassung teilweise stützt, zur Kenntnis gebracht. In seiner Replik vom 22. Februar 20 12 hielt der Beschwerdeführer se i- nerseits an den gestellten Anträgen fest. Auf den detaillierten Inhalt des Schriftenwechsels wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. E-5904/2009 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung bes onders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet gemäss den Beschwerdeanträgen die Prüfung der Rechtmässigkeit der verfügten Wegweisung und des angeordneten Wegweisungsvollzuges. Demgege n- über wurden die Dis positivziffern 1 und 2 der vorinstanzlichen Verfügung (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und Ablehnung des Asylgesuchs) nicht angefochten; diese sind somit in Rechtskraft erwachsen. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). E-5904/2009 Seite 5 3. 3.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 3.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 ). Dies wird v om Beschwer deführer denn auch nicht bestritten. 4. 4.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 4.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat ent gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus- länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer No tlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. E-5904/2009 Seite 6 Nach Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Vollzug nicht möglich, wenn die Auslände- rin oder der Ausländer wed er in den Heimat - oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann. 5. 5.1. In seiner Verfügung vom 14. August 2009 erkannte das BFM den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich. Die Zuläs- sigkeit erg ebe sich aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und somit der Grundsatz der Nich t- rückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde, sowie mangels Anhaltspunkten für eine dem Beschwerdeführer im Fall e einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohende und durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Stra- fe oder Behandlung. Im Zusammenhang mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges stellte das Bundesamt zwar das im Mai 2009 eingetretene Ende des Bürgerkrieges, nicht aber eine massgebliche Ver- besserung der Sicherheits- und Menschenrechtslage im Norden und O s- ten des Landes fest, weshalb e in Vollzug in diese Region nicht zumutbar erscheine. Aufgrund der ihm zustehenden Niederlassungsfreiheit könne der Beschwerdeführer aber in südlichen und westlichen Landesteilen, beispielsweise im Grossraum Colombo, Wohnsitz nehmen, wo eine Stabi- lisierung und Verbesserung der Sicherheitslage absehbar sei. Vorliegend sprächen auch keine individuellen Gründe gegen eine solche alternative Wohnsitznahme, zumal sich eine Tante des Beschwerdeführers in C o- lombo aufhalte, dort ein Haus besitze und – aufgrund hierzu offensichtlich widersprüchlicher Angaben des Beschwerdeführers – dort auch einen Wohnsitz und ein breiteres Familiennetz habe. Auch dürfe davon ausg e- gangen werden, dass seine in D._______ und in Drittländern lebenden Verwandten Unterstützung leisten könnt en. Der Beschwerdeführer verf ü- ge im Übrigen über eine abgeschlossene Schulbildung. Der Vollzug der Wegweisung erscheine somit zumutbar. Ausserdem sei der Vollzug tec h- nisch möglich und praktisch durchführbar. 5.2. In seiner Rechtsmitteleingabe wendet sich der Beschwerdeführer einzig gegen die vom BFM festgestellte Zumutbarkeit des Wegweisung s- vollzuges. Hierzu bekräftigt er zunächst zusammenfassend den geltend gemachten Verfolgungssachverhalt. Ferner macht er auf seine fortg e- schrittene Integration in der Schweiz, insbesondere seine er worbenen Deutschkenntnisse und seine Stelle als Verkäufer in einem Lebensmitte l-E-5904/2009 Seite 7 geschäft aufmerksam. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz habe sich die Sicherheitslage in Colombo seit dem Kriegsende nicht entspannt, zu welcher Einschätzung das Bundesverwaltungsgericht gemäss einem U r- teil vom 26. August 2009 und das UNHCR in einem aktuellen Bericht g e- langt seien. Aufgrund der somit in Colombo herrschenden Situation al l- gemeiner Gewalt, seines jungen Alters, seiner tamilischen Ethnie, der LTTE-Zugehörigkeit seines Bruders, der Stationierung seiner Eltern in e i- nem Lager in C._______ und sein es Ausreisezeitpunktes kurz vor der sich abzeichnenden Niederlage der LTTE sei er bei einer Rückkehr in un- zumutbarer Weise gefährdet, zumal auch das Notstandsrecht in Sri Lanka noch in Kraft sei. Für eine alternative Wohnsitznahme in Colombo fehlten ihm zudem die praxisgemäss geforderten besonders begünstigenden Faktoren in Form eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehung s- netzes und einer gesicherten Einkommens - und Wohnsituation. Er habe stets im Vanni-Gebiet gelebt und zu Colombo habe er keinen Bezug. Dort wohne zwar, wie er richtigzustellen habe, seine Tante. Ein über diese Person hinausgehendes Beziehungsnetz habe er dort aber nicht, und die Tante sei nicht gewillt oder bereit , ihn aufzunehmen und zu unt erstützen. Damit falle das Kriterium der gesicherten Wohnsituation dahin . Die v o- rinstanzliche Annahme einer gesicherten Einkommens - und Wohnsituati- on sei im Weiteren realitätsfremd, da er kein Singhalesisch spreche, qu a- lifikationslos und ohne Berufserfahrung sei und sich die Lebensbedingun- gen für Tamilen in Colombo allgemein schlecht präsentierten. 5.3. In seiner Vernehmlassung vom 11. Januar 2012 hält das BFM an seinen bisherigen Standpunkten und Erwägungen fest. Ergänzend macht es darauf aufmerksam, dass sich die Lage in Sri Lanka und insbesondere in Colombo seit der Beschwerdeeinreichung weiter beruhigt habe , Tami- len nicht mehr registrierungspflichtig seien und Razzien nicht mehr vor- kämen, sondern nur gezielte Festnahmen von tatsächlichen LTTE - Angehörigen erfolgten. Der Beschwerdeführer sei nie Mitglied der LTTE gewesen. Sein angebliches LTTE -Training im Jahre 2007 sei als u n- glaubhaft erkannt worden und würde im Falle einer Rü ckführung heute ohnehin keine Gefährdungssituation begründen. Gemäss den aus einer Dienstreise des BFM im September 20 10 gewonnenen Erkenntnissen seien sogar ehemalige Kaderleute der LTTE zurückgeführt worden, ohne dass es zu Sicherheitsproblemen gekommen sei. Im Weiteren hält das BFM daran fest, dass die Beziehung des Beschwe rdeführers zu seiner Tante in Colombo intensiver sein müsse, als von ihm nunmehr dargestellt. Gemäss seinen Angaben habe sie nämlich seine Freilassung bewirkt , und das Argument von aus ihrer Sicht bestehenden Sicherheitsbedenken E-5904/2009 Seite 8 bei einer Beherbergung des Beschwerdeführers sei mit dem Wegfall von gegen Tamilen gerichteten generellen Kontrollen und Razzien ebenfalls hinfällig geworden. Sodann bekräftigt das Bundesamt das Unterstü t- zungspotenzial seitens weiterer im Ausland wohnhafter Verwandter des Beschwerdeführers. Die fehlenden Singhalesisch -Kenntnisse seien a n- gesichts des grossen Bevölkerungsanteils der Tamilen in Colombo nicht relevant. Schliesslich verweist die Vorinstanz auf die Erf ahrung des B e- schwerdeführers als Geschäftsführer eines Lebensmittelgeschäfts in der Schweiz, welche sich positiv auf seine (Re -)Integrationsfähigkeit in Sri Lanka auswirke. 5.4. Replikweise wendet sich der Beschwerdeführer zunächst gegen die vom BFM erkannte Be ruhigung der Sicherheitslage für Tamilen. Gemäss dem Dienstreisebericht des BFM und neueren Berichten der Schweizeri- schen Flüchtlingshilfe ( SFH) könne näml ich nicht ausgeschlossen we r- den, dass die Registrierungspflicht in gewissen Vierteln Colombos de fac- to wieder eingeführt worden sei , wie Feststellungen in Vierteln mit gro s- sem tamilischem Bevölkerungsanteil ergäben. Viele Tamilen liessen sich neuerdings freiwillig bei der Polizei registrieren, um mögliche Probleme zu vermeiden. Im weiteren sei zwar die N otstandsgesetzgebung im Sep- tember 2011 aufgehoben worden, jedoch sei die Antiterrorgesetzgebung nach wie vor in Kraft. Diese erlaube präventive Haft ohne Anklage oder Gerichtsverfahren für Personen, die der Verbindung zu den LTTE oder der Unterstützung die ser Organisation verdächtigt würden. Zu erwähnen sei ebenso die genaue Überprüfung abgewiesener tamilischer Asyls u- chender bei der Wiedereinreise auf dem Luftweg in Colombo. Diese seien potenziell mannigfachen Verdächtigungen und Anschuldigungen im Z u- sammenhang mit den LTTE und damit der Gefahr unbegrenzter Festha l- tung, Erpressung und Folter ausgesetzt. Als Bruder eines LTTE -Mitglieds und mit seinem jahrelang unter LTTE-Kontrolle gestandenen Herkunftsort sei er diesem Risiko besonders aus gesetzt. Nach aktuel ler Rechtspr e- chung des Bundesverwaltungsgerichts sei ein Wegweisungsvollzug in sein Herkunftsgebiet ( B._______, Vanni-Gebiet) nicht zumutbar , und die Annahme einer innerstaatliche n Aufenthaltsalternative erfordere beso n- ders begünstigende Umstände in Form e ines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie die Aussicht auf eine gesicherte Ei n- kommens- und Wohnsituation. Diesbezüglich bekräftigt der Beschwerd e- führer, keinen engen Kontakt zu seiner Tante in Colombo zu haben und sich auch sonst auf keine Beziehungen abstützen zu können . Die zwar zahlreichen Tamilen in Colombo stellten kein soziales Beziehungsnetz dar. Die Tante sei nicht bereit, ihn langfristig zu unterstützen. Die fehle n-E-5904/2009 Seite 9 den Singhalesisch -Kenntnisse seien zudem in einem neuen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (D-6272/2009) als durchaus vollzugshinde r- lich erkannt worden. Mangels Beziehungsnetz und Singhalesisch - Kenntnissen habe er keine reelle Aussicht, innert nützlicher Frist eine Stelle zu finden. Der Vollzug der Wegweisung sei somit unzumutbar. 6. 6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwung en zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (B V, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschieb ung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lank a ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka mit beachtlicher Wah r- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer E-5904/2009 Seite 10 Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi ge gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Dies gelingt ihm nicht. Auch die allgemeine Menschenrechts- situation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zei t- punkt nicht als unzuläs sig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vol l- zug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrecht- lichen Bestimmungen zulässig. Der Beschwerdeführer verzichtet in seiner Beschwerde denn auch auf die Beantragung der Feststellung der Unz u- lässigkeit des Wegweisungsvollzuges und beschränkt sich auf d as Be- gehren bestreffend Feststellung der Unzumutbarkeit (vgl. die nachfolgen- den Erwägungen). 6.2. 6.2.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten G e- fahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Ve r- sorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiede r- bringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. das zur Publikation bestimm- te Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-6220/2006 vom 27. Ok- tober 2011 E. 11.1 und BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.2.2. Im oben erwähnten Urteil vom 27. Oktober 2011 hat das Bunde s- verwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des srilankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 und der militärisch vernichtenden Niederlage der LTTE eine aktualisierte Beurteilung vorgenommen. De m-E-5904/2009 Seite 11 zufolge ist seit dem Ende des bewaffneten Konflikts von einer erheblich verbesserten Menschenrech ts- und Sicherheitslage auszugehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich präsentiert. In das s o- genannte "Vanni-Gebiet" – die Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördlichen Teile der Distrikte von Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna -Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend – ist eine Rückkehr aufgrund der weitgehend ze r- störten Infrastruktur und der Verminung weiterhin unzumutbar. In das ü b- rige Staatsgebiet – insbesondere auch die Ostprovinz und die nicht zum Vanni-Gebiet gehörenden Gebiete der Nordprovinz – ist der Wegwe i- sungsvollzug grundsätzlich zumut bar, zumal dort insbesondere keine S i- tuation allgemeiner Gewalt festzustellen ist. B ei aus der Nordprovinz stammenden Personen ist dabei zu differenzieren. Für Personen, die die- ses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verla s- sen haben, ist die Rückkehr als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die se Personen auf die gleiche oder gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zurückgreifen kön- nen und dem Wegweisungsvollzug auch anderweitig nichts entgege n- steht. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nordpr o- vinz indessen längere Zeit zurück oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Aus- reise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären. Liegen keine b e- günstigenden Faktoren wie die Exis tenz eines tragfähigen Beziehung s- netzes und die konkrete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminiums und der Wohnsituation in der Nordprovinz vor, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namen t- lich im G rossraum Colombo, zu prüfen (vgl. Urteil E -6220/2006 E. 13.2.1.2 – 13.3). Der Beschwerdeführer stammt unbestrittenermassen aus dem Vanni - Gebiet. Ein Vollzug der Wegweisung dorthin wird auch nach der aktual i- sierten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich als nicht zumutbar erachtet . Es ist deshalb vorliegend zu prüfen, ob eine a l- ternative Wohnsitznahme in einem nicht zum Vanni -Gebiet gehörenden Teil Sri Lankas als zumutbare Ausweichmöglichkeit in Frage kommt. Vo r- aussetzung hierfür sind begünstigende Faktoren insbesondere in Form eines tragfähigen Beziehungsnetzes und der konkreten Möglichkeit der Sicherung des Existenzminiums und der Wohnsituation. Das Bundesver- waltungsgericht erachtet in Stützung der diesbezüglic hen vorinstanzl i- chen Erkenntnisse die Hauptstadt Colombo als eine für den Beschwerde-E-5904/2009 Seite 12 führer zumutbare Wohnsitzalternative zum Herkunftsort B._______. D a- bei ist als Anknüpfungspunkt – seit der Replikeingabe nunmehr unbestrit- tenes Faktum – der langjährige Woh nsitz einer Tante des Beschwerd e- führers in Colombo zu erwähnen. Diese besitzt dort ein Haus, wo sie sich aufhält, wenn sie nicht zwischenzeitlich zu Besuchszwecken bei ihrer Tochter in D._______ weilt. Den Lebensunterhalt bestreiten sie und ihr Mann aus Üb erweisungen besagter Tochter (vgl. vorinstanzliche Akten A12 S. 5). Aus diese r offenbar einzigen persönlichen Bez iehung kann zwar noch kein eigentliches Beziehungsnetz zugunsten des Beschwerde- führers in Colombo abgeleitet werden. Dieser kann sich aber auf das etablierte Beziehungsnetz dieser Tante und ihres Mannes abstützen , von dessen Bestehen und Tragfähigkeit ausgegangen werden darf . Die vom Beschwerdeführer angeführte ungenügende persönliche Beziehungsnähe zu dieser Tante ist aus den bereits vom BFM ang eführten Gründen anzu- zweifeln. Unbesehen dessen ist nicht die persönliche Beziehungsnähe in erster Linie von Relevanz, sondern die Frage, ob dem Beschwerdeführer die Wiederaufnahme dieser verwandtschaftlichen Beziehung zuzumuten ist. Dagegen sprechende Grü nde vermag er nicht darzutun. Abgesehen davon bildet der Umstand eines hohen tamilischen Bevölkerungsanteils in Colombo als Basis für die Erweiterung des eigenen Beziehungsnetzes durchaus eine begünstigende Grundlage, wenngleich sie von der Vori n- stanz als Argumentationselement gegen die fehlenden Singhalesisc h- Kenntnisse überbewertet wird. Aus den Ausführungen des Beschwerd e- führers geht hervor, dass die Tante nicht in der Lage sei, ihn über längere Zeit zu unterstützen. Diesem Argument ist entgegenzuhalten, dass der Beschwerdeführer ein weit verzweigtes Netz von Verwandten in der D._______, E._______, F._______ und G._______ hat, deren Unterstüt- zung er beispielsweise bereits bei der Finanzierung der Reise in die Schweiz hat in Anspruch nehmen können. Es ist nicht einzusehen, we s- halb er zumindest in einer ersten Phase – und allenfalls ergänzend zu Rückkehrhilfeleistungen – nicht wieder auf eine solche Unterstützung würde zählen können, bis er eine wirtschaftliche Eigenständigkeit erreicht haben wird. In diesem letzteren Zusammenhang ist in Erwägung zu zi e- hen, dass er mit seinen heute (…) Jahren, seinem gemäss den vorli e- genden Akten guten Gesundheitszustand, seiner soliden Schulbildung und den in der Schweiz erworbenen Erfahrun gen als (…) eines Lebens- mittelladens gute Voraussetzungen mitbringt, um mittelfristig in Colombo in existenzsicherndem Umfang erwerbstätig zu werden . Diesbezüglich wird ihm insbesondere seine in der Schweiz unter Beweis gestellte Inte g- rationsfähigkeit (inklusive eine gewisse Sprachbegabung) zugutekom- men. Diese (Re-)Integrationsfähigkeit vermag auch die inzwischen drei-E-5904/2009 Seite 13 einhalbjährige Landesabwesenheit zu relativieren. Schliesslich ist es dem Beschwerdeführer, welcher nie LTTE-Mitglied war und dieser Organisat i- on in den Augen der srilankischen Behörden objektiv betrachtet auch nicht nahe stand, unbenommen, seine Wohnsitznahme in Colombo fre i- willig polizeilich registrieren zu lassen, um seine subjektiv empfundene Furcht vor negativen behördlichen Einwirkungen in sein Alltagsleben ein- zudämmen. Aus der Berufung des Beschwerdeführers auf den analog he- ranzuziehenden Vergleichsfall (D-6272/2009) kann dieser im Übrigen nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal die bei der betreffenden Person festgestellten fehlenden Singhalesisch-Kenntnisse nur ein en von mehre- ren vollzugshinderlichen Faktoren darstellten . Aufgrund des gewonnen Ergebnisses der Zumutbarkeit einer Wohnsitznahme in Colombo kann of- fen bleiben, ob der zwar in der Nordprovinz, aber ausserhalb des Vanni - Gebiets gelegene Ort C._______, wo der Beschwerdeführer ebenfalls über verwandtschaftliche Beziehungen verfügt, als weitere zumutbare Aufenthaltsalternative in Frage kommt. 6.2.3. Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Bundesamt den Voll- zug der Wegweisung des Bes chwerdeführers nach Sri Lanka unter B e- rücksichtigung der vorliegenden Akten und in Abwägung sämtlicher Um- stände zutreffend als zumutbar erkannt hat. 6.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). Der Beschwer- deführer verzichtet denn auch auf die Beantragung der Feststellung der Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges. 6.4. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zum utbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sach verhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. E-5904/2009 Seite 14 8. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Ver- fahrenskosten ist abzuweisen, da der Beschwerdeführer be i Einreichung der Beschwerde erwerbstätig war und seine angebliche damalige Fürso r- geabhängigkeit unbelegt blieb. Weiter ist er aktuell erwerbstätig und b e- zieht keine Fürsorgeleistungen. Die nach Art. 65 Abs. 1 VwVG vorausg e- setzte Mittellosigkeit ist daher nicht erfüllt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer - deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reg lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-5904/2009 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: