Interpellation Seiler Hanspeter 936 N 23 juin 1988 2. Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat vorzusehen, damit bei der Beurteilung der Bodenbelastung Bund und Kantone nach einheitlichen Kriterien zusammenarbeiten? Texte de l'interpellation du 18 mars 1988 Les connaissances dont on dispose actuellement sur l'état de la pollution des sols en Suisse par des substances nocives sont fort lacunaires. C'est à cette conclusion qu'ar- rivé une étude préliminaire exécutée dans le cadre du Pro- gramme national de recherches sur l'utilisation du sol en Suisse. Le réseau national de mesures pour observation de la charge du sol en polluants («NABO») doit permettre de remédier autant que possible à cette situation. Compte tenu de la grande importance qu'a l'observation de la charge du sol en polluants pour le maintien de la fertilité de nos sols, le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivantes: 1. Les postes de travail prévus pour le «NABO» suffisent-ils à assurer dans des délais utiles la mise sur pied du réseau national de mesures pour l'observation de la charge du sol en polluants? 2. Quelles mesures le Conseil fédéral pense-t-il prendre pour que Confédération et cantons coopèrent en appliquant des critères uniformes dans le domaine de l'appréciation des charges polluantes grevant le sol? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bühler, Daepp, Fischer- Hägglingen, Hess Otto, Luder, Müller-Wiliberg, Nebiker, Rutishauser (8) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. Juni 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er juin 1988 Gemäss Verordnung des Bundesrates über Schadstoffe im Boden vom 9. Juni 1986 obliegt es der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrikulturchemie und Umwelthy- giene (FAC), Liebefeld, ein gesamtschweizerisches Mess- netz zur Beobachtung der Belastung des Bodens mit Schad- stoffen zu betreiben. Die beiden Fragen lassen sich wie folgt beantworten: 1. Der Aufbau des Messnetzes wird durch das Bundesamt für Umweltschutz und die FAC gefördert. Der Bundesrat hat der FAC ab 1988 zwei zusätzliche Personalstellen zugeteilt. Voraussichtlich bis Ende 1990 werden die 100 vorgesehe- nen Referenzstandorte festgelegt sein. Es ist zurzeit offen, ob die materiellen und personellen Mittel in Zukunft genü- gen, um die Kantone im Zusammenhang mit der Bodenbela- stung beraten und deren Tätigkeit koordinieren zu können. 2. Die Beurteilung der Bodenbelastung durch Bund und Kantone nach einheitlichen Kriterien ist wichtig. Die dazu notwendigen rechtlichen Grundlagen sind vorhanden. Zudem wurden vom Bundesamt für Umweltschutz und von der FAC in Zusammenarbeit mit anderen Anstalten des Bundes eine Wegleitung und Erläuterungen zur erwähnten .Verordnung herausgegeben. Es werden Tagungen und Kurse durchgeführt. Die FAC unterstützt die Kantone im Rahmen des Möglichen und koordiniert ihre Tätigkeit gesamtschweizerisch. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Bodenuntersuchungen wird vorbereitet. Zu erwähnen ist noch, dass einige Kantone für ihre Bodenschutzfachstel- len beträchtliche Mittel einsetzen. Schliesslich hat der Bundesrat im Zusammenhang mit dem Raumplanungsbericht 1987 die Prüfung von Möglichkeiten der Verbindung von quantitativem und qualitativem Boden- schutz (Bodenschutzkonzept) vorgesehen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 88.322 Interpellation Seiler Hanspeter Schlechtwetterentschädigung in der Tourismusbranche Indemnisation pour cause d'intempéries. Professions ressortissant au tourisme Wortlaut der Interpellation vom 1. März 1988 Die misslichen Witterungsverhältnisse im Sommer 1987 und in der ersten Hälfte der Wintersaison 1987/1988 haben in vielen Erwerbsgruppen der Tourismusbranche zu erhebli- chen Einkommenseinbussen geführt. Betroffen wurden dabei insbesondere jene Erwerbstätigen, deren berufliche Tätigkeit in Bereichen der Tourismuswirtschaft (z. B. Skileh- rer/Bergführer, Angestellte von Seilbahnunternehmungen, Angestellte in Saisonbetrieben des Gastgewerbes) Haupter- werb ist oder als Zuerwerb zum unentbehrlichen Bestandteil des Gesamteinkommens zählt. Dieser Zuerwerb ist in den meisten Fällen unabdingbare Voraussetzung zur Erhaltung von Arbeitsplätzen im Berggebiet. Die Tatsache, dass aufgrund dieser Erwerbstätigkeiten jähr- lich einige Millionen Franken in die Arbeitslosenkasse flies- sen, bis jetzt aber eine Bezugsberechtigung infolge fehlen- der gesetzlicher Grundlage nicht möglich war, empfindet man nicht nur als Verstoss gegen das Prinzip der rechtsglei- chen Behandlung aller Branchen: damit wird auch die Sicherung des Einkommens eines Teils der einheimischen Bevölkerung gefährdet. Dies läuft zudem der Berggebiets- förderung, wie sie in den regionalen Entwickungskonzepten von den Bundesbehörden unterstützt wird, eindeutig zu- wider. Der Bundesrat wird deshalb um Stellungnahme zu folgen- den Fragen gebeten: 1. Ist der Bundesrat bereit, alle Massnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen für die einheimische Bevölkerung auch im Berggebiet zu fördern und zu unterstützen? 2. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass zur Aufrecht- erhaltung von Berglandwirtschaftsbetrieben auch die Zuer- werbsmöglichkeiten in touristischen Berufsgruppen gesi- chert und gefördert werden müssen? 3. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass für Arbeitneh- mer, deren Einkommen vorwiegend oder zu einem erhebli- chen Teil einer Tätigkeit im touristischen Bereich entstammt, der soziale Schutz sinnvoll verstärkt werden sollte? 4. Ist der Bundesrat bereit, die gesetzlichen Voraussetzun- gen zu schaffen, um in ausgewiesenen Härtefällen unver- schuldete Einkommenseinbussen in den erwähnten Berufs- gruppen durch eine Bezugsberechtigung von Schlechtwet- terentschädigung zu mildern? Texte de l'interpellation du 1er mars 1988 Les mauvaises conditions météorologiques que nous avons connues pendant l'été 1987 et la première moitié de l'hiver 1987/1988 ont causé de sérieux manques à gagner à de nombreuses catégories de personnes dont l'activité dans le secteur touristique (p. ex. moniteurs de ski, guides de mon- tagne, employés d'entreprises de remontées mécaniques, employés d'exploitations saisonnières dans l'hôtellerie et la restauration) constitue leur principale source de revenus ou représente, comme source de revenu accessoire, une acti- vité lucrative dont ils ne peuvent se passer financièrement. De tels revenus d'appoint sont souvent indispensables au maintien d'emplois en région de montagne. Une partie de ces revenus vient chaque année alimenter les caisses de l'assurance-chômage à raison de plusieurs millions de francs. Pourtant, faute de base légale, les personnes qui paient des cotisations sur de tels revenus n'ont pas droit aux prestations. Cet état de fait est ressenti comme une violation23. Juni 1988 N 937 Interpellation der freisinnig-demokratischen Fraktion du principe de l'égalité de traitement entre les différentes branches de l'économie et met en péril le revenu d'une partie de la population vivant en région de montagne. Il est par ailleurs évident que cette réglementation va à rencontre des efforts entrepris dans le cadre de la politique d'aide aux régions de montagne, efforts que la Confédération soutient par le biais des programmes de développement régionaux. Le Conseil fédéral est prié de bien vouloir répondre aux questions suivantes: 1. Est-il prêt à promouvoir et à soutenir toutes les mesures propres à sauvegarder les emplois des personnes vivant dans les régions de montagne? 2. N'est-il pas lui aussi d'avis qu'il estJndispensable de maintenir et de multiplier les possibilités de gain accessoire dans le secteur touristique si l'on veut préserver les exploita- tions agricoles de montagne? 3. Ne pense-t-il pas qu'il serait opportun de renforcer la protection sociale des personnes dont la majeure partie ou une part importante du revenu provient d'une activité dans le secteur du tourisme? 4. Le Conseil fédéral est-il prêt à créer des bases légales permettant d'intervenir dans les cas de rigueur excessive et de verser une indemnité pour cause d'intempéries aux per- sonnes travaillant dans le secteur touristique qui, sans qu'elles en soient responsables, ont subi un grave manque à gagner? Mitunterzeichner - Cosignataires: Blatter, Bühler, Daepp, Mari, Luder, Neuenschwander, Oester, Rutishauser, Rychen, Schmidhalter, Schwab, Wyss William, Zölch, Zwygart (14) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. Mai 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 mai 1988 1. Für das Berggebiet verfügt der Bund über drei regional- politische Instrumente, nämlich das Bundesgesetz über die Investitionshilfe in Berggebieten, das Bundesgesetz über die Förderung des Hotel- und Kurortkredites sowie das Bundesgesetz über die Bürgschaftsgewährung und Zinsko- stenbeiträge in Berggebieten. Diese dienen unter anderem dazu, Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung zu fördern und zu unterstützen. Der Bundesrat ist bereit, diese Massnahmen auch in Zukunft nach Massgabe der regiona- len Entwicklungskonzepte einzusetzen. 2. Die Bergbauern sind infolge der saisonal bedingten Beschäftigungsschwankungen und der technischen Fort- schritte zunehmend auf die teilzeitlichen Erwerbsmöglich- keiten ausserhalb der Landwirtschaft, die Abwanderungen ausschliessen, angewiesen. Insbesondere während der Win- tersaison bietet die Touristikbranche verschiedenste Erwerbsmöglichkeiten an, die sich relativ gut mit den land- wirtschaftlichen Tätigkeiten vereinbaren lassen. Der Bun- desrat unterstützt deshalb die Bestrebungen, die Bergland- wirtschaft stärker in die Bereiche des Tourismus zu integrie- ren; beide Erwerbsbranchen sind nämlich in grossem Aus- mass voneinander abhängig. 3./4. Zwar sind gewisse Erwerbsausfälle dieser Berufsgrup- pen bereits durch andere Leistungsarten der Arbeitslosen- versicherung abgedeckt. Dennoch ist der Bundesrat der Meinung, dass die Frage der Ausdehnung der Schlechtwet- terentschädigung auf ausgewiesene Härtefälle in der Touris- musbranche im Lichte der Ergebnisse des zurzeit laufenden Vernehmlassungsverfahrens zur Teilrevision des Arbeitslo- senversicherungsgesetzes überprüft werden muss. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 87.460 Interpellation der freisinnig-demokratischen Fraktion 700-Jahrfeier der Eidgenossenschaft Interpellation du groupe radical-démocrate Célébration du 700e anniversaire de la Confédération Wortlaut der Interpellation vom 16. Juni 1987 Der Bundesrat wird angefragt, wie er sich nach der Ableh- nung der CH 91-Vorlagen durch die fünf innerschweizeri- schen Kantone am Abstimmungssonntag vom 26. April 1987 und damit nach dem Scheitern des geplanten Projekts die Durchführung einer würdigen 700-Jahrfeier der Eidgenos- senschaft vorstellt. Insbesondere interessieren die Schlussfolgerungen, die der Bundesrat aus dem kürzlich vom Stiftungsrat der CH 91 erstatteten Bericht zieht. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob das Jubiläum mit einer Landesausstellung verknüpft werden soll, oder ob nicht durch andere Veranstaltungen der Weg der Schweiz, ihre Geschichte und Aufgabe heute und in Zukunft sowie unsere Verbundenheit mit der Welt aufge- zeigt und die Gemeinschaft in unserem Bundesstaat geför- dert werden könnte. Texte de l'interpellation du 16 juin 1987 Le Conseil fédéral est prié d'expliquer comment il se repré- sente la célébration, avec la dignité voulue, du 700e anniver- saire de la Confédération, après le rejet par les cinq cantons de Suisse centrale, lors du vote du 26 avril 1987, du projet CH 91 tel qu'il a été initialement formulé. Il nous intéresse particulièrement de connaître les conclu- sions que le gouvernement tire du rapport récemment déposé par le conseil de fondation CH 91. Il a y lieu de se demander si cet anniversaire doit être marqué par une exposition nationale ou s'il ne serait pas préférable de manifester par d'autres moyens la singularité de la Suisse, son histoire, son rôle présent et futur, ses rapports avec le reste du monde, d'une manière qui tende à renforcer les liens confédéraux. Sprecher - Porte-parole: Auer Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. August 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 août 1987 Nach der Ablehnung der CH 91-Vorlagen durch die Stimm- bürger der Kantone der Innerschweiz hat sich der Bundesrat mehrmals über die dadurch entstandene Situation und das weitere Vorgehen unterhalten. Er hat am 24. Juni 1987 die Kantonsregierungen und den Stiftungsrat CH 91 über seine Entschlüsse orientiert. Diese lassen sich wie folgt zusam- menfassen. Vorerst ist einmal festzustellen, dass es infolge Ablehnung der CH 91-Vorlagen durch die Stimmbürger der Inner- schweizer Kantone nicht möglich ist, im Jahre 1991 eine Landesausstellung durchzuführen. Hingegen ist der Bun- desrat der Meinung, dass die hohe Tradition der Landesaus- stellungen erhalten bleiben soll. Die siebte Landesausstel- lung sollte deshalb noch vor Ende dieses Jahrhunderts stattfinden. Bei dieser Sachlage ist es nun erforderlich, die 700-Jahrfeier umso würdiger und kraftvoller zu begehen. Dieser AnlassSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Seiler Hanspeter Schlechtwetterentschädigung in der Tourismusbranche Interpellation Seiler Hanspeter Indemnisation pour cause d'intempéries. Professions ressortissant au tourisme In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 14 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.322 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1988 - 08:00 Date Data Seite 936-937 Page Pagina Ref. No 20 016 472 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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