<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorzulegen, mit dem der Käuferin oder dem Käufer eines elektronischen Geräts die Möglichkeit eingeräumt wird, bei einem Mangel, der nicht der Nutzerin oder dem Nutzer zugeschrieben werden kann, bis fünf Jahre nach dem Kauf von der Verkäuferin oder vom Verkäufer zu verlangen, dass das Gerät repariert oder der gesamte Kaufpreis zurückerstattet wird. Für verschiedene Produkte können unterschiedliche Fristen vorgesehen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Gewährleistungsrecht ist bereits Gegenstand einer Vielzahl von Vorstössen. Mit dem Postulat 18.3248 Marchand-Balet, "Geplante Obsoleszenz. Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten schützen" wurde der Bundesrat beauftragt, einen rechtsvergleichenden Bericht über die Rechtslage in Bezug auf Produkte, deren Lebensdauer absichtlich verkürzt wurde, zu erstellen. Bereits am 19. Juni 2020 hat der Bundesrat seinen Bericht "Steuerliche und weitere Massnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft" in Erfüllung des Postulates 17.3505 Vonlanthen "Die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Prüfung steuerlicher Anreize und weiterer Massnahmen" verabschiedet. Darin wurde angekündigt, verschiedene Massnahmen in Bezug auf das Gewährleistungsrecht einer vertieften Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen zu unterziehen, darunter eine Reparaturoption, oder eine befristete Beweislastumkehr. Der Bundesrat hat auch die Frage aufgeworfen, ob eine Verlängerung der Gewährleistungsfrist im Hinblick auf die Ziele der Kreislaufwirtschaft volkswirtschaftlich effizient sein könnte, falls passende Produktekategorien und Fristlängen gewählt werden. Er hat sich bereit erklärt, dies zu prüfen. Weitere neue Fragestellungen ergeben sich aus der fortschreitenden Digitalisierung, beispielsweise zur Gewährleistung bei vernetzten Geräten im Zusammenhang mit dem sogenannten Internet of Things (IoT). Angesichts des engen Zusammenhangs dieser verschiedenen Fragestellungen beabsichtigt der Bundesrat, eine Gesamtanalyse zur Modernisierung des Gewährleistungsrechts vorzunehmen. Die Resultate dieser Analyse sollen in das Massnahmenpaket zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft einfliessen, welches der Bundesrat im Rahmen der Berichterstattung "Grüne Wirtschaft" bis spätestens Ende 2022 angekündigt hat. Den Ergebnissen dieser Arbeiten sollte nicht vorgegriffen werden. </p><p>Wie der Bundesrat in seinen Stellungnahmen zu den Motionen 19.4594 Streiff, "Kreislaufwirtschaft. Längere Gerätelebensdauer durch längere Garantiefristen" und 17.3178 Streiff, "Fairness für Konsumenten, mehr Schutz für die Umwelt" ausgeführt hat, bestehen jedoch auch grundsätzliche Bedenken gegen die mit der vorliegenden Motion verlangte Verlängerung der Gewährleistungsfrist auf bis zu fünf Jahre für bestimmte Produktkategorien. Die Richtlinie 1999/44/EG zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter und die neue Richtlinie 2019/771/EU vom 20. Mai 2019 über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte des Warenkaufs, zur Änderung der Verordnung (EU) 2017/2394 und der Richtlinie 2009/22/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 1999/44/EG sehen eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren vor. Dies wird in der überwiegenden Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten und namentlich den Nachbarstaaten der Schweiz so umgesetzt. Während längere Gewährleistungsfristen möglicherweise die Wettbewerbsstellung hochwertiger Produkte im Handel verstärken könnten, würde die Motion mutmasslich zu einer Benachteiligung für Schweizer Verkäufer führen, welche in den meisten Fällen die finanziellen Folgen der erweiterten Gewährleistung alleine tragen müssten. Sie kann daher zu diesem Zeitpunkt auch inhaltlich nicht unterstützt werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.