B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-874/2013 U r t e i l v o m 2 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Martin Scheyli Parteien A._______, geboren [...], Demokratische Republik Kongo (Kongo-Kinshasa), vertreten durch lic. iur. Philippe Degoumois, Rechtsanwalt, [...], Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. Januar 2013 D-874/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin ist Staatsbürgerin der Demokratischen Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) und stammt aus der Stadt Kinshasa. Gemäss ihren eigenen Angaben verliess sie ihren Heimatstaat am 10. April 2011 auf dem Luftweg in Richtung Frankreich. Am 11. April 2011 reiste sie ille- gal in die Schweiz ein und stellte gleichentags beim Empfangs - und Ver- fahrenszentrum Vallorbe ein Asylgesuch. Das Bundesamt fü r Migration (BFM) befragte sie am 3. Mai 2011 summarisch sowie am 6. September 2011 eingehend zu den Gründen ihres Asylgesuchs. Zwischenzeitlich wurde sie für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Thurgau zug e- wiesen. B. Die Beschwerdeführerin machte im Rah men der Befragungen zur B e- gründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, sie habe ihren Heimatstaat wegen eines Vorfalls verlassen, der sich am 27. September 2010 abgespielt habe. An jenem Tag sei sie bei ihrer Freundin B._______, der Tochter des Gene rals C._______, zu Besuch gewesen, wobei sie auch dort übernachtet habe. Während der Nacht seien alle im Haus anwesenden Personen durch Soldaten verhaftet und mitgenommen worden. Sie sei in ein Gefängnis gebracht worden, wo sie in den folgen- den Tagen wiederholt nach dem Aufenthaltsort des Generals C._______ gefragt worden sei, wobei man sie geschlagen und vergewaltigt habe. Nach einiger Zeit sei sie durch einen Soldat en, der mit ihr Mitleid gehabt habe, aus dem Gefängnis gebracht worden. Dieser unbekannte Soldat habe sie zum Flughafen gefahren, sei mit ihr nach Paris geflogen und habe sie bis in die Schweiz begleitet. Des Weiteren führte sie aus, dass sie krank sei und deswegen ärztliche Behandlung benötige. Anlässlich ih- rer Befragungen gab die Beschwerdeführerin als Beweismittel eine ko n- golesische Verlustbescheinigung bezüglich ihrer Identitätspapiere ab. C. Mit Zwischenverfügung vom 8. September 2011 forderte das BFM die Beschwerdeführerin zur Einreichung eines medizinischen Berichts in Be- zug auf die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme auf. Mit Ei n- gabe an das Bundesamt vom 16. September 2011 wurde ein entspr e- chendes ärztliches Zeugnis übermittelt. D. Mit Schreiben vom 7. Februar 2012 ersuchte das BFM die schweizer i-D-874/2013 Seite 3 sche Botschaft in Kinshasa um Abklärung verschiedener Fragen in Bezug auf die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin und deren Lebensu m- stände in ihrem Heimatstaat. E. Mit Schreiben vom 5. Juni 2012 übermittelte die schweizerische Botschaft in Kinshasa dem BFM einen Bericht de r von ihr mit der Durchführung der Abklärungen beauftragten lokalen Vertrauensperson. Daraus geht im We- sentlichen hervor, dass sämtliche Angaben der Beschwerdeführerin b e- züglich ihrer ehemaligen Wohnadresse und der dort lebenden Personen nicht zutreffend seien. Des Weiteren ist dem Bericht zu entnehmen, dass verschiedene Aussagen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Aufenthalt im Haus des Generals C._______ nicht den Tatsachen entsprächen. F. Mit Zwischenverfügung vom 23. August 2012 erteilte das BFM der B e- schwerdeführerin in Bezug auf die Botschaftsabklärungen das rechtliche Gehör. G. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das BFM vom 20. September 2012 nahm die Beschwerdeführerin zu den Ergebnissen der Botschaftsabkl ä- rungen Stellung. Dabei rügte sie unter anderem, die Einsicht in die Akten betreffend die Botschaftsabklärungen sei nicht rechtskonform erfolgt. Mit der Eingabe wurde als Beweismittel ein Exemplar der kongolesischen Zeitung "La Référence Plus" vom 3. Dezember 2010 übermittelt. H. Mit Zwischenverfügung vom 26. September 2012 erteilte das BFM der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Botschaftsabklärungen erneut das rechtliche Gehör, unter Beilage von Kopien der betreffenden Aktenstücke. I. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das BFM vom 25. Oktober 2012 reichte die Beschwerdeführerin zu den Ergebnissen der Botschaftsabkl ä- rungen eine weitere Stellungnahme ein. Dabei übermittelte sie als B e- weismittel drei Photographien sowie eine schriftliche Erklärung einer Dritt- person. J. Mit Verfügung vom 18. Januar 2013 lehnte das BFM das Asylgesuch der D-874/2013 Seite 4 Beschwerdeführerin ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Die Ablehnung des Asylgesuchs begründete das Bundesamt damit, die Asylvorbringen seien nicht glaubhaft. Hin sichtlich des Vollzugs der Wegweisung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe angegeben, in Kinshasa bei ihrer Mutter und ihren jüngeren Geschwistern gewohnt zu haben; darüber hinaus aber h a- be sie versucht, ihre wahre Identität und ihre Lebensumstände in Kinsha- sa zu verheimlichen. Nachdem auch die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin nicht erheblicher Natur seien, sei der Vollzug der Wegweisung daher als zumutbar zu erachten. K. Diese Verfügung focht die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihres Rechts- vertreters vom 19. Februar 2013 beim Bundesverwaltungsgericht an. Da- bei beantragte sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Fest- stellung ihrer Flüchtlingseigenschaft sowie die Gewährung des Asyls . Mit der Eingabe reichte die Beschwerdeführerin unter anderem ein ärztliches Zeugnis, eine schriftliche Erklärung einer Drittperson sowie zwei Berichte bezüglich der politischen Situation in der Demokratischen Republik Ko n- go ein. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für den En t- scheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. L. Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 27. Februar 2013 wurde die Beschwerdeführerin zur Leistung eines Ko s- tenvorschusses von Fr. 600. – aufgefordert, mit Frist bis zum 14. März 2013. M. Mit Einzahlung vom 14. März 2013 wurde der verlangte Kostenvorschuss geleistet. N. Mit Vernehmlassung vom 5. April 2013 hielt das BFM vollumfänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführerin wurd e davon mit Schreiben vom 10. April 2013 Kenntnis gegeben. O. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 17. April 2013 beantragte die B e- schwerdeführerin, es seien ihr die unentgeltliche Prozessführung im Si n-D-874/2013 Seite 5 ne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetze s vom 20. De- zember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie die unentgeltliche Rechtsve r- beiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG zu gewähren. P. Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 24. April 2013 wurden die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und um un- entgeltliche Rechtsverbeiständung abgewiesen. Q. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 30. April 2013 reichte die B e- schwerdeführerin ein Schreiben ihres Rechtsvertreters an ihre Ärztin s o- wie zwei ärztliche Zeugnisse ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden gegen Verf ü- gungen, die ge stützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM erlassen worden sind, entscheidet das Bu n- desverwaltungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betref- fend Personen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vo r- liegt, vor welchem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet - zung von Bundesrec ht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt we r- den (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. Die Beschwerdeführerin ist legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht ein- gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). D-874/2013 Seite 6 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird e ine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Ras - se, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei - len ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausge- setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefähr - dung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner - träglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei sen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flücht - lingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor- bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich w i- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richti g- keit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwi e- gen oder nicht (so die ständige Praxis der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK], welche für die Rechtsprechung des Bun - desverwaltungsgerichts einen nach wie vor gültigen Masss tab bildet; vgl. etwa Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs - kommission [EMARK] 1996 Nr. 27 E. 3c/aa). Dabei ist auf eine objekti - vierte Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgun gsschicksals ist eine die eigenen Er - lebnisse betreffende, substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheits - gemässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekenn - zeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der G laubhaftma- chung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinsti m- mung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und D-874/2013 Seite 7 Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. G laubhaft ist eine Sachverhaltsdar - stellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftma - chung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarste l- lung sprechen (EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a). 3.4 Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die soeben aufgeführten Kriterien der Glaubhaftmachung angesichts der Aussagen der Beschwe r- deführerin anlässlich der du rchgeführten Anhörungen nicht erfüllt sind. Wie durch das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgehal- ten wurde, vermochte die Beschwerdeführerin keinerlei konkrete Ang a- ben zur Person ihrer angeblichen Freundin B._______, der Tochter des Generals C._______, zu machen. Zwar will sie B._______ seit längerer Zeit gekannt haben und oft im Haus der Familie C._______ gewesen sein, wobei sie auch öfters dort übernachtet habe . Jedoch wusste sie auf entsprechende Fragen hin (Protokoll der Zweitbefragung, S. 5 f., 10) w e- der zu sagen, wie alt ihre Freundin sei, noch ob diese gearbeitet oder studiert habe, noch ob sie Geschwister habe. Des Weiteren sind auch ih- re Angaben zu den Umständen ihrer angeblichen Flucht aus dem G e- wahrsam der kongolesischen Sicherheit skräfte – wonach ihr ein Soldat, der mit ihr Mitleid gehabt habe, zur Flucht aus dem Gefängnis verholfen und sie unverzüglich per Flugzeug aus dem Land gebracht und bis in die Schweiz begleitet habe – als weit überwiegend unwahrscheinlich und somit unglaubhaft zu erachten. Angesichts des soeben Gesagten erübrigt es sich, auf weitere Unstimmigkeiten in den Aussagen der Beschwerd e- führerin einzugehen, und es ist diesbezüglich auf die angefochtene Ve r- fügung zu verweisen. 3.5 Ergänzend ist festzustellen, dass auch die Ergebnisse der auf Veran- lassung des BFM durchgeführten Abklärungen der schweizerischen Bo t- schaft in Kinshasa gegen die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen der B e- schwerdeführerin sprechen. Daraus geht im Wesentlichen hervor, dass eine Schwester des Gener als C._______ ausgesagt habe, die B e- schwerdeführerin nicht zu kennen. Weiter befinde sich auf dem Gelände des Hauses kein Schwimmbad, wie durch die Beschwerdeführerin be- hauptet, und auch die angegebene Adresse sei nicht korrekt. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin im Ra h- men des rechtlichen Gehörs im vorinstanzlichen Verfahren wie auch mit der Beschwerdeschrift im vorliegenden Verfahren die Ergebnisse der D-874/2013 Seite 8 Botschaftsabklärungen in Zweifel gezogen beziehungsweise Erklärungen für die genannten Unstimmigkeiten vorgebracht hat. Indessen beziehen sich diese Vorbringen auf Details – so die genaue Adresse des Hauses des Generals C._______; die Frage, ob es sich bei jener Person, die aussagte, die Beschwerdeführerin nie im Haus des Gener als gesehen zu haben, um dessen Schwester oder um eine Cousine handle –, die nichts daran zu ändern vermögen, dass die Ergebnisse der Botschaftsabkläru n- gen eindeutig gegen die Annahme sprechen, die Beschwerdeführerin sei mit der Tochter des Generals C._______ befreundet gewesen und habe in dessen Haus verkehrt. 3.6 Weiter ist hinsichtlich des im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Exemplars der kongolesischen Zeitung "La Référence Plus" vom 3. Dezember 2010 festzustellen, dass darin zwar unter dem Titel " avis de recherche - insécurité à Kinshasa" ein Text enthalten ist, der im Wesentli- chen die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verfolgungsge- schichte wiedergibt. Angesichts dessen, dass die Asylvorbringen der B e- schwerdeführerin aufgrund zahlreicher Mängel und Unstimmigkeiten mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht den Tatsachen entsprechen, ergeben sich jedoch erhebliche Zweifel am Aussagegehalt dieses B e- weismittels. Unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände – so auch des in der ange fochtenen Verfügung enthaltenen Hinweises, dass es sich beim fraglichen Text um eine fiktive Suchanzeige handeln dürfte – ist festzustellen, dass dem genannten Zeitungsexemplar keine Bewei s- tauglichkeit zukommt. 3.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das BFM z utreffenderweise zur Einschätzung gelangt ist, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien nicht glaubhaft. Das Bundesamt hat folglich ihr Asylgesuch zu Recht a b- gelehnt. 4. 4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es i n der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 4.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. auch BVGE 2009/50 E. 9 sowie EMARK 2001 Nr. 21). D-874/2013 Seite 9 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 5.2 5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 A bs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung in die Demokr a- tische Republik Kongo ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil die Beschwerdeführerin – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachtei- len im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin ergeben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte für die Annahme, dass sie im Falle einer Au s- schaffung in die Demokratische Republik Kongo mit beachtlicher Wah r- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausge setzt wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 2001 Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Eu ropäischen Gerichtshofs für Mensche n- rechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Beschwerde Nr. 37201/06, Pa- ra. 124 ff., jeweils mit weiteren Hinweisen). Der Vollzug der Wegweisung D-874/2013 Seite 10 ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtl i- chen Bestimmungen zulässig. 5.3 5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 5.3.2 In Bezug auf den Heimatstaat der Beschwerdeführerin, die Demokratische Republik Kongo (Kongo -Kinshasa), ist gestützt auf eine publizierte Lageanalyse der ehemaligen Schweizerischen Asylreku rs- kommission (EMARK 2004 Nr. 33), die im Wesentlichen als weiterhin zutreffend zu erachten ist (vgl. bspw. die Urteile des Bundesverwal - tungsgerichts D-2328/2012 vom 11. Februar 2013 E. 7.3, E-89/2013 vom 12. Februar 2013 E. 7.5, D‑4815/2012 vom 26. Februar 2013 E. 6.4, E-6087/2010 vom 15. Mai 2013 E. 8.2.1 f.), in allgemeiner Hinsicht Folgendes festzuhalten: Zwar spielen sich in einigen Regio - nen des Landes, so insbesondere im rohstoffreichen Osten, seit länge - rer Zeit bewaffnete Konflikte ab. Im Westen d es Landes und insbeson - dere in der Region um die Hauptstadt Kinshasa haben sich die politi - sche Situation und die Sicherheitslage in den letzten Jahren jedoch beruhigt. Somit ist festzustellen, dass in der Demokratischen Republik Kongo keine landesweite Bürgerkriegssituation oder Situation allge - meiner Gewalt herrscht. Gleichwohl gilt die Rückkehr von Personen aus diesem Staat nur unter bestimm ten Umständen als zumutbar. Von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist dann auszugehen, wenn sich der letzt e Wohnsitz der betroffen en Person in der Haupt - stadt Kin shasa oder einer anderen, über einen Flughafen verfügenden Stadt im Westen des Landes befand, oder wenn die Person in einer dieser Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt. Trotz Vor - liegens dieser Kriterien erscheint der Vollzug der Wegweisung jedoch nach Prüfung und Abwägung der individuel len Umstände in aller Regel insbesondere auch dann als nicht zumutb ar, wenn es sich bei der zu - rückzuführenden Person um eine alleinstehende, über kein so ziales oder familiäres Netz verfügende Frau handelt. D-874/2013 Seite 11 5.3.3 Es erweist sich somit von entscheidwesentlicher Bedeutung, ob die aus Kinshasa stammende Beschwerdeführerin in ihrer Herkunfts - stadt über ein ausreichendes familiäres oder anderweitiges soziales Netz ve rfügt. Diesbezüglich gab die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Anhörungen zu Protokoll, sie habe in Kinshasa zuletzt mit ihrer Mutter und ihren beiden jüngeren Geschwistern zusammengelebt. Ihre Mutter sei Verkäuferin und für den Lebensunterhalt der Famil ie aufge - kommen. In Kinshasa würden ausserdem zwei Tanten und ein Onkel mütterlicherseits leben. Gemäss den Abklärungen der schweizerischen Botschaft in Kinshasa soll sich zwar herausgestellt haben, dass die von der Beschwerdeführerin angegebene Wohna dresse in Kinshasa nicht korrekt ist. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sich die Be - schwerdeführerin sowohl im Rahmen des betreffenden rechtlichen Ge - hörs im vorinstanzlichen Verfahren als auch auf Beschwerdeebene in ausführlicher Weise darum bemüht hat, zu belegen, dass sie tatsäch- lich mit ihrer Mutter an der von ihr angegebenen Adresse in Kinshasa lebte. So reichte sie Photographien des betreffenden Wohnhauses so - wie zwei schriftliche Erklärungen von Drittpersonen ein – unter ande - rem der Eigentümerin des Wohnhauses –, die bestätigen, dass die Mutter der Beschwerdeführerin auch zum heutigen Zeitpunkt an der fraglichen Adresse wohnhaft s ei. Angesichts dieser wiederholten , mit Beweismitteln unterlegten Versicherungen der Beschwerdeführerin be- steht für das G ericht kein Anlass , diese Angaben in Zweifel zu ziehen , und es ist somit von einer gesicherten Unterkunft in Kinshasa auszu - gehen. Nachdem von der Mutter vor der Ausreise der Beschwerde - führerin der Lebensunterhalt der Familie sichergestellt wurde und zu - dem in Kinshasa weitere Verwandte leben, ist das Vorhandensein eines ausreichenden familiären Netzes zu bejahen . Der Vollzug der Wegweisung ist folglich unter diesem Aspekt als zumutbar zu bezeich - nen. 5.3.4 Weiter ist im vorliegenden Fall auf die von der Beschw erdeführerin geltend gemachten gesundheitlichen Probleme einzugehen. 5.3.4.1 Im vorinstanzlichen Verfahren br achte die Beschwerdeführerin vor, sie leide unter Schmerzen im Unterleib. Wie sich aus dem diesbezüg- lich eingereichten ärztlichen Zeugnis ergibt, gingen d iese Schmerzen auf verschiedene Infektionen zurück, die medikamentös erfolgreich behandelt wurden. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung zutreffenderwei se festgestellt, dass diese Probleme – die in der Zwischenzeit erfolgreich D-874/2013 Seite 12 behandelt worden sein dü rften – nicht gegen die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. 5.3.4.2 Auf Beschwerdeebene wurde mit Eingabe vom 30. April 2013 vorgebracht, die Beschwerdeführerin leide unter psychischen Problemen, die gegen den Vollzug der Wegweisung in ihren Heimat staat sprechen würden. Aus den diesbezüglich eingereichten Beweismitteln, zwei medi- zinischen Berichten des Externen Psychiatrischen Diensts Sirnach vom 10. und vom 23. April 2013, geht im Wesentlichen Folgendes hervor: Am 19. März 2013 sei die Beschwerdefü hrerin wegen Verdachts auf eine Angststörung dem Dienst zur Behandlung zugewiesen worden. Sie habe berichtet, dass sie seit zwei bis drei Monaten unter starken Schlafstöru n- gen leide, wobei sie Angstträume und starkes Herzklopfen habe. Als B e- lastungsfaktor nenne sie, dass sie von ihrer besten kongolesischen Freundin verdächtigt werde, ihr im Januar 2013 das Portemonnaie g e- stohlen zu haben. Dabei wurden durch die Beschwerdeführerin im Z u- sammenhang mit der Erhebung des Krankheitsverlaufs auch ihre Asy l- gründe w iedergegeben. Als Diagnose wurde eine posttraumatische B e- lastungsstörung, verbunden mit einer mittelgradig depressiven Episode mit somatischem Syndrom , festgestellt. Die Beschwerdeführerin ersche i- ne in wöchentlichen Abständen zu psychiatrischen, psychother apeuti- schen und sozialdienstlichen Gesprächen. Sie werde medikamentös b e- handelt, wobei immer wieder Suizidgedanken präsent seien. 5.3.4.3 Es ist zunächst festzuhalten, dass unklar erscheint, worauf die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin überhaupt zurückzufü h- ren sind. Einerseits wurde im Rahmen der psychiatrischen Abkläru n- gen des Gesundheitszustands auf die Fluchtgeschichte der Beschwe r- deführerin abgestellt, die sich allerdings, wie zuvor ausgeführt, als u n- glaubhaft erwiesen hat. Andererseits ist vo n einem Konflikt der B e- schwerdeführerin mit ihrer besten Freundin als ursächliche Belastung die Rede . Dabei werden zwar in einer Nebenbemerkung Suizidgeda n- ken der Beschwerdeführerin angesprochen, aber ohne weitere Ausfü h- rungen zur Intensität und zur Ernsth aftigkeit damit verbundener Ris i- ken. Im Übrigen geht aus der vorliegenden Diagnose hervor, dass es sich um eine mittelgradige psychische Belastungssituation handelt, die mittlerweile seit rund einem halben Jahr durch Gesprächstherapie und unter Einsatz ein es Antidepressivums behandel t wird . Somit ist zwar nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin im Falle des b e- vorstehenden Vollzugs der Wegweisung erneut mit gewissen, mögl i- cherweise kurzfristig auch ernsthafteren psychi schen Schwierigkei ten D-874/2013 Seite 13 konfrontiert sein könnte. Es ist jedoch davon auszugehen, dass solche Probleme hauptsächlich auf die Tatsache der bevorstehenden Rüc k- schaffung in die Demokratische Republik Kongo zurückzuführen w ä- ren. Einer solchen psychischen Belastungssituation kann mit geeign e- ter psychiatri scher Betreuung im Zeit raum der Rückschaffung bege g- net werden. Sollten die psychi schen Probleme im Hei matstaat anha l- ten, so hätte die Beschwerdeführerin – gegebenen falls mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung im Rahmen einer medizinischen Rückkeh r- hilfe gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG – die M öglichkeit, ent spre- chende medizini sche An gebote in Anspruch zu nehmen. Derartige Möglichkeiten bestehen in Kinshasa etwa durch das Centre Neuro - Psycho-Pathologique du Mont Amba, das über eine psychiatrische A b- teilung verfügt und auch Gratisbehandlungen anbietet, durch das von katholischen Nonnen unterhaltene Zentrum TELEMA oder durch Ang e- bote verschiedener internationaler Organisationen (vgl. auch die Urte i- le des Bundesverwaltungsgerichts D-3149/2008 vom 26. Juli 2011 s o- wie E -6087/2010 vom 15. Mai 2013). Auch insofern erscheint somit im Falle eines Vollzugs der Wegweisung in die Demokratische Republik Kongo keine auf gesundheitliche Beeinträchtigungen zurückzuführende konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG gegeben (vgl. dazu auch EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b). 5.4 Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung ma n- gels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG ist. 5.5 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug stehen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmun - gen und sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 6. Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten der Beschwe r- deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 D-874/2013 Seite 14 über die Kosten und Entschädigungen vor d em Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Des Weite- ren sind die Verfahrenskosten mit dem in gleicher Höhe geleisteten Ko s- tenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-874/2013 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 600. – werden der B e- schwerdeführerin auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kos- tenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Martin Scheyli Versand: