B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3012/2013 U r t e i l v o m 2 3 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Jean-Pierre Monnet, Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Hans Peter Roth, Büro Timur, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. April 2013 / N (…). E-3012/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______ (…), verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am (…). Auf dem Luf t- weg gelangte er (…) und von dort in einem Auto am 16. September 2009 in die Sch weiz; gleichentags suchte er um Asyl nach. Am 22. September 2009 wurde er zur Person befragt (BzP); die Anhörung zu den Asylgrü n- den erfolgte am 2. Oktober 2009. Zur Begründung seines Gesuches brach te der Beschwerdeführer vor, dass (…) vier Personen zu ihm nach Hause gekommen seien und ihn be- fragt hätten, weil er dort noch nicht lange gewohnt habe. Am (…) seien erneut vier respektive acht Personen zu ihm nach Hause gekommen und hätten ihn befragt ; insbesondere hätten sie wissen wollen, ob seine Ge- schwister Mitglieder der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) seien. Er habe Angst gehabt, zu Hause zu bleiben, und sich deshalb in einem nahe gelegenen Plantagehäuschen versteckt. Zwei Tage darauf seien wiede r- um Unbekannte zu ihm nach Hause gegangen und hätten seine Frau nach ihm gefragt, sie geschlagen und die Kinder zu Boden gestossen. Diese Leute hätten geglaubt, er sei Mitglied der LTTE, doch sei er nie po- litisch oder religiös aktiv gewesen. Er sei in seinem Versteck geblieben, bis seine Ausreise organisiert gewesen sei. Der Beschwerdeführer reichte zur Stützung seiner Vorbringen seine sri - lankische Identitätskarte, Geburtsregisterausz üge, einen Heiratsschein und ein Foto der Familie zu den Akten. B. Mit am 27. April 2013 eröffneter Verfügung vom 25. April 2013 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt aus, die Vorbringen hie lten den Anforderungen an die Glaubwürdigkeit (recte: Glaubhaftigkeit) gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass die Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 27. Mai 2013 liess der Beschwerdeführer diesen Entscheid anfechten. Er beantragte in materieller Hinsicht die Au f-E-3012/2013 Seite 3 hebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Gewährung von Asyl, eve n- tualiter die Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit der Weg- weisung sowie die vorläufige Aufnahme in der Schweiz. In formeller Hi n- sicht beantragte er den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses. D. Am 29. Mai 2013 bestätigte der Instruktionsrichter den Eingang der B e- schwerde. Mit Zwischenverfügung vom 5. Juni 2013 teilte er dem Beschwerdeführer mit, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten , und forderte ihn unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall auf, innert Frist eine Fürsorgebestätigung nachzureichen oder einen Ko s- tenvorschuss von Fr . 600.– zu leisten. In der Folge bezahlte der B e- schwerdeführer fristgerecht den Kostenvorschuss. E. In seiner Vernehmlassung vom 8. Juli 2013 nahm das BFM zu den Be- schwerdevorbringen bezüglich der in der Verfügung aufgezeigten Wide r- sprüche Stellung und beantragte die Abweisung der Beschwerde. F. Mit Replik vom 26. Juli 2013 machte der Beschwerdeführer weitere Au s- führungen zu den fraglichen Widersprüchen und reichte den Internetau s- druck einer Medienmitteilung vom 6. Juni 2009 zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so E-3012/2013 Seite 4 auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind vo r- liegend erfüllt. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlin gen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ern sthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Un glaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Zur B egründung seines angefochtenen Entscheides führt das BFM aus, die eingereichten Geburtsurkunden und der Heiratsschein vermöch- ten den asylrelevanten Sachverhalt nicht glaubhaft zu machen. Aus der Geburtsurkunde seines Sohnes sei jedoch ersichtlich, dass dieser im (…) in (…) zur Welt gekommen sei, weshalb die Aussage, die Familie sei erst im (…) dorthin gezogen, kritisch hinterfragt werden müsse. E-3012/2013 Seite 5 Anlässlich der BzP habe der Beschwerdeführer vermutet, die Leute, we l- che ihn am (…) aufgesucht hätten, seien von der Eelam People's Democ- ratic Party (EPDP) und der Fieldbike Group gewesen ; den zweiten Be- such habe er denselben Leuten zugeschrieben und angegeben, er habe sich gefürchtet, Mitarbeitende des Roten Kreuzes könnten mit "dieser Gruppierung" in Kontakt stehen . Anlässlich der Anhörung habe er die EPDP und die Fieldbike Group nicht mehr erwähnt und vorgebracht, am (…) seien vier Soldaten zu ihm gekommen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie er Mitglieder der tamilischen EPDP mit Singhalesisch sprechenden Armeeangehörigen hätte verwechseln können. Bei der Anhörung habe er weiter geltend gemacht, die Leute, welche beim zweiten Vorfall am (…) zu ihm gekommen seien, seien Mitglieder der Armee und der People's L i- beration of Tamil Eelam (PLOTE) gewesen. Diese Aussagen würd en den Angaben anlässlich der BzP widersprechen , und die Vermischung ve r- schiedener paramilitärischer Gruppen erwecke den Anschein, er habe die geltend gemachte Verfolgung gar nicht erlebt. Die Angaben des Beschwerdeführers zur Anzahl der Verfolger seien in- konsistent. Im Rahmen der BzP habe er angegeben, am (…) seien vier Personen zu ihm nach Hause gekommen, an der Anhörung hingegen ha- be er von ungefähr acht Leuten gesprochen. Auch hinsichtlich des Inhaltes des zweiten Vorfalls sei der Wahrheitsg e- halt seiner Aussagen anzuzweifeln. Er habe angegeben, Mitglieder der Armee und der PLOTE hätten ihn bezichtigt, an Attentaten gegen sie b e- teiligt gewesen zu sein, in der BzP jedoch nicht erwähnt, terroristischer Machenschaften beschuldigt worden zu sein. Diese Angaben seien daher als nachgeschoben und somit zweifelhaft zu bezeichnen. Wenn er b e- zichtigt worden sei, in Attentate involviert gewesen zu sein, sei zudem seine anfängliche Aussage, EPDP-Leute seien an den ersten beiden Zwi- schenfällen beteiligt gewesen, nicht nachvollziehbar. Seine Aussagen würden dadurch willkürlich anmuten und sie seien als unglaubhaft zu qualifizieren. Die Angaben, wer von seinem angeblichen Versteck in einem Plantag e- häuschen gewusst habe, seien ebenfalls widersprüchlich. Im Übrigen w i- derspreche es der Logik des Handelns, dass ihm die angeblichen Verfo l- ger verboten hätten, zur Polizei zu gehen, da die sri -lankische Armee eng mit der Polizei zusammengearbeitet habe und die Mehrheit der Leute aus dem Vanni-Gebiet bei Verdacht auf LTTE -Unterstützung in spezielle La- ger gebracht würden, ohne sich bei der Polizei beschweren zu können. E-3012/2013 Seite 6 4.2 In der Beschwerde wird dieser Argumentation entgegengehalten, der Beschwerdeführer sei im (…) aufgewachsen und habe bis 2007 unter Kontrolle der LTTE gelebt. Aus diese m Grund und weil eine Schwester LTTE-Mitglied gewesen sei und etliche weitere Verwandte im Vanni - Gebiet leben würden, habe er vermutlich den Verdacht des Militärs erregt und müsse bei einer Rückkehr mit Nachstellungen und grossen Probl e- men rechnen. Auch seitens der Milizen drohe ihm Gefahr. Dass er anlässlich der Anhörung nicht mehr gesagt habe, dass es am (…) Mitglieder der EPDP und der Fieldbike Group gewesen seien, welche ihn aufgesucht hätten, sei nur ein scheinbarer Widerspruch. Zwei der Mo- torradfahrer seien eindeutig als Militärpersonen zu erkennen gewesen. Die Bezeichnung Fieldbike Group beziehe sich auf eine militärische Trup- pengattung, welche meist mit Motorrädern unterwegs sei. Die Bezeic h- nung EPDP sei eine Falschinterpretation. Der Beschwerdeführer habe ei- nen tamilischen Begriff verwendet, welcher umgangssprachlich alle Mil i- zen umschreibe. Er habe bei der Anhörung nicht von vier Soldaten g e- sprochen. Soldaten würden kaum Tamilisch sprechen und Übersetzer be- nötigen, welche sie aus den Reihen tamilischer Milizen rekrutierten. Da er kein Singhalesisch spreche, hätte er sich mit den Soldaten gar nicht u n- terhalten können, wenn keine Dolmetscher dabei gewesen wären. Auch der zweite angebliche Widerspruch könne aufgelöst werden. Bei der Anhörung habe der Beschwerdeführer präzisiert, dass am (…) etwa acht Personen bei ihm gewesen seien. Ein Teil dieser Gruppe sei nämlich beim Eingangstor zu seinem Grundstück geblieben. Unter den vielen Leuten am Tor seien auch viele Nachbarn sowie Passanten gewesen, was ledig lich eine Schätzung der Anzahl der Soldaten und PLOTE - Milizen erlaubt habe. Vier Personen seien in s Haus gekommen. Das Bundesamt entwickle eine eigenartige Definition des Glaubwürdigkeit s- begriffes (recte: Glaubhaftigkeitsbegriff) und lege seiner Beurteilung eige- ne Interpretationen der geschilderten Handlungsabläufe zugrunde, we l- che nicht einer zwingenden Logik entspringen und durchwegs zum Nac h- teil des Beschwerdeführers ausgelegt würden. 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, die behauptete Verfolgung durch die sri -lankische Armee und durch pa- ramilitärische Gruppierungen glaubhaft zu machen. E-3012/2013 Seite 7 5.2 5.2.1 Wie das Bundesamt zu Recht feststellte, machte der Beschwerd e- führer wider sprüchliche Angaben zur Identität seiner Verfolger und zur Anzahl Personen, welche ihn (…) aufgesucht haben sollen. Diese Wider- sprüche vermochte er auf Beschwerdeebene nicht aufzulösen. 5.2.2 Die Behauptung, er habe in der BzP einen allgemeinen Begriff für Milizen verwendet, welcher fälschlicherweise als EPDP übersetzt worden sei, vermag nicht zu überzeugen, da es einerseits im Befragungsprotokoll keine Hinweise auf Missverständnisse oder eine ungenaue Übersetzung gibt, und er anderseits in der Anhörung keine Milizen erwähnte, welche (…) zusammen mit den Soldaten zu ihm gekommen seien. Auch die E r- klärung, da singhalesische Soldaten in der Regel kein Tamilisch sprechen würden, sei es eine Selbstverständlichkeit , dass sie nicht oh ne tamil i- sches Hilfspersonal angerückt seien, ist unbehelflich. Anlässlich der A n- hörung sprach der Beschwerdeführer ausdrücklich von vier Soldaten und führte zudem aus, diese hätten auf Singhalesisch gerufen (vgl. Akten BFM A 7/11 S. 3, 5). Weiter scheint auch das Argument, am (…) seien insgesamt etwa acht Personen zu ihm gekommen , aufgrund einer Me n- schenansammlung von Nachbarn und Passanten habe er die genaue An- zahl nicht eruieren können, nicht tauglich, um den Widerspruch zur ersten Aussage, wonach es sich um vier Personen gehandelt habe, zu erklären, zumal er anlässlich der BzP keine weiteren Soldaten, Milizen oder Zivi l- personen erwähnte (vgl. A 1/14 S. 6). Wie das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung zutreffend feststellt, brachte der Beschwerdeführer erst bei der Anhörung vor, von Armee- und PLOTE-Mitgliedern beschuldigt worden zu sein, sich an Attentaten bete i- ligt zu haben. Dieses Vorbringen ist mit seiner Aussage anlässlich d er BzP , er sei (…) "erneut von ihnen" (Mitgliedern der Fieldbike Group und der EPDP) befragt worden, nicht vereinbar (vgl. A 1/14 S. 6). Die persön- liche Glaubwürdigkeit von Asyl suchenden ist unter anderem dann fra g- lich, wenn diese im Laufe des Verfahrens Vorbringen steigern oder unb e- gründet nachschieben. Das B FM äussert daher be rechtigte Zweifel am Wahrheitsgehalt des vorgebrachten Terrorverdachts seitens der PLOTE. Dass der Beschwerdeführer bei der Befragung daran gehindert worden wäre, diesen wichtigen Verfolgungsgrund zu nennen, ist nicht ersichtlich. In der Beschwerde werden die ihm angeblich vorgeworfenen terrorist i- schen Machenschaften nicht erwähnt , und zur Einschätzung der Vori n- stanz, wonach die entsprechenden Ausführungen nicht geglaubt würden, E-3012/2013 Seite 8 nimmt der Beschwerdeführer nicht Stellung, weshalb sich weitere Ausfüh- rungen hierzu erübrigen. Hingegen führt er in der Beschwerde aus, nach dem Vorfall vom (…) ha- be er seine Familie aus dem Flüchtlingslager abgeholt und in sein Haus gebracht (vgl. Beschwerde S. 2), bevor er zum Roten Kreuz gegangen sei, um Anzeige zu erstatten. Anlässlich der Befragungen brachte der Be- schwerdeführer diesen Sachverhalt jedoch nicht vor, sondern erklärte, sie hätten in dieser Nacht nicht zuhause übernachtet, er habe seine Frau und die Kinder tags darauf zurückgebracht und sich zum Roten Kreuz beg e- ben (vgl. A 7/11 S. 4) respektive in jener Nacht hätten sie noch zuhause geschlafen, in der nächsten dann nicht mehr (vgl. A 7/11 S. 7). Von seiner Familie seien damals drei seiner Schwestern, von zweien von ihnen die Ehemänner, ein Bruder, seine Mutter sowie seine 15 Nichten und Neffen im Flüchtlingscamp gewesen (vgl. A 7/11 S. 7). Die Aussage in der B e- schwerde widerspricht somit seinen bisherigen Vorbringen. Zum im angefochtenen Entscheid aufgeführten Widerspruch bezüglich der Personen, die von seinem Verstec k im Plantagehäuschen gewusst hätten, nahm der Beschwerdeführer nicht Stellung. 5.2.3 Nach dem Gesagten stellt das Gericht fest, dass es dem Beschwer- deführer nicht gelingt, die vom Bundesamt aufgeführten Widersprüche aufzulösen; auch auf Beschwerdeebene entsteht kein schlüssiges Bild der vorgebrachten Verfolgungssituation. 5.3 5.3.1 Der Beschwerdeführer macht weiter sinngemäss geltend, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Risikogru p- pe von Personen, welche verdächtigt würden, mit den LTT E in Verbi n- dung zu stehen oder gestanden zu haben, da er bis (…) immer in von den LTTE kontrolliertem Gebiet gelebt habe und eine seiner Schwestern LTTE-Mitglied gewesen sei. 5.3.2 Von entscheidender Relevanz ist vorliegend die Lagebeurteilung des Gerichts, wie sie im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 (vom 27. Oktober 2011) einlässlich zur Darstellung gelangt. Gemäss diesem Urteil hat sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts die allgemeine Lage in Sri La n- ka erheblich verbessert. Die Situation in der Ostprovinz hat sich weitg e- hend stabilisiert und normalisiert . Di e Lage in der Nordprovinz ist g e- bietsweise sehr unterschiedlich; in den Gebieten, die bereits seit längerer E-3012/2013 Seite 9 Zeit unter Regierungskontrolle stehen (in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar), herrscht keine Situa- tion allgemeiner Gewalt, und die politische Lage ist nicht dermassen a n- gespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet von Sri Lanka (die Provinzen North Central, North Western, Central, Wes tern [namentlich Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamuwa und die Uva-Provinz) stammen und dorthin zurückkehren, ist der Weg weisungs- vollzug grundsätzlich zumutbar (vgl. a.a.O. E.13.3). Gemäss diesem Grundsatzurteil sind Personen einer erhöhten Verfo l- gungsgefahr ausgesetzt, die gewissen Risikogruppen angehören. Zu di e- sen Risikogruppen gehören namentlich der politischen Opposition ve r- dächtigte Personen, kritisch auftretende Journalisten und Medienscha f- fende, Menschenrechtsaktivisten und Vertreter regime kritischer Nichtr e- gierungsorganisationen, weiter Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder diesbe züglich juristische Schritte einleiten, sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kon takte zu den LTTE unterstellt werden beziehungs weise die über beträchtliche f i- nanzielle Mittel verfügen (vgl. a.a.O. E. 8.1 bis 8.5). 5.3.3 Nachdem die Vorbringen des Besc hwerdeführers den Anforderu n- gen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen verm ögen, ist nicht davon auszugehen, er werde der politischen Opposition verdächtigt. Allein d ie Tatsache, dass er in von den LTTE kontrolliertem Gebiet gelebt hat, führt gemäss der vorstehend erwähnten Rechtsprechung nicht zu einer erhö h- ten Verfolgungsgefahr. Der Beschwerdeführer, welcher eigenen Angaben zufolge für die Regierung gearbeitet und die LTTE nie als Kämpfer unter- stützt hat, gehört keiner in Bezug auf die Flüchtlingseigensc haft relevan- ten Risikogruppe an, weshalb ihm nach Auffassung des Gerichts vor dem Hintergrund seiner Lageanalyse im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka keine Verfolgung droht. 5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, er habe ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlebt oder befürchten müssen oder er müsse solche für die Z u- kunft befürchten. Die Vorinstanz hat somit zu Recht seine Flüchtlingse i- genschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. E-3012/2013 Seite 10 6. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht a n- geordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9, m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den ge setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Ab s. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtung en der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Da dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigenschaft z u- kommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschie bungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzu- ges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs - und völ- kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno ssenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Im Lichte dieser Bestimmungen sind keine Anhaltspunkte dafür auszumachen, der Beschwerdeführer wä- re im Falle einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt. Er gehört keiner in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft relevanten Ris i- kogruppe an, weshalb nicht davon auszugehen ist, ihm drohe im Rahmen der routinemässigen Überprüfung bei der Rückkehr eine unmenschliche Behandlung. Die allgemeine Menschenrechtssitua tion in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als u n- zulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). Eine andere Ei n- schätzung vermag auch der Verweis des Beschwerdeführers auf den von einem Richter des britischen "High Court" verfügten Vollzugsstopp betref- fend eine Gruppe abgewiesener tamilischer Asylsuchender nicht zu recht- fertigen. Auch die britischen Behörden gehen nicht von einer generellen E-3012/2013 Seite 11 Unzulässigkeit des Vollzugs aus, sondern nehmen – gleich wie das Bu n- desverwaltungsgericht und der Europäischen Gerichtshof für Mensche n- rechte (EGMR) – jeweils eine einzelfallbezogene individuelle Prüfung vor. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Wie vorstehend ausgeführt, nahm das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 eine umfassende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Ko n- flikts die allgemeine Lage in diesem Land erheblich verbessert. Die Situa- tion in der Ostprovinz hat sich weitgehend stabilisiert und normalisiert, so dass der Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet der Ostprovinz als grundsätzlich zumutbar zu erachten ist (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist sehr unterschiedlich. So herrscht in den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrik- te Vavuniya und Mannar (mit anderen Worten: die Nordprovinz unter Aus- schluss des sogenannten Vanni -Gebietes) keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem ist die politische Lage nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich allerdings beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeit s- kriterien auf. Nebst der allgemeinen Zumutbarkeit ist dabei auch dem zeitlichen Element Rechnung zu tragen. Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich z u- mutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass di e- se auf die gleiche oder eine gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zu- rückgreifen können, die im Zeitpunkt der Ausreise geherrscht hat, und dem Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der E-3012/2013 Seite 12 letzte Aufenthalt in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Be- endigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen konkrete Umstä n- de aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben können, sind die aktuell vo r- liegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu überprüfen. In di e- sem Zusammenhang erscheinen namentlich die Existenz eines tragfähi- gen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebliche Fakt o- ren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vo r- liegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatl ichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1). 7.3.3 Der gemäss Aktenlage gesunde Beschwerdeführer hat Sri Lanka nach Beendigung des Krieges und der Niederlage der LTTE im Mai 2009 verlassen. Er lebte von (…) bis zu seiner Ausreise (…) in B._______ ([…], Nordprovinz) und arbeitete bei der Post in C._______. Gemäss sei- nen Angaben leben seine Frau und seine beiden Kinder in D._______. Es ist daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass er in D._______ auf eine gleichwertige Wohn - und Lebenssituation z u- rückgreifen kann, wie sie bei seiner Ausreise geherrscht hat, und es ihm möglich sein wird, dort wieder Arbeit zu finden und sich sozial zu rei n- tegrieren. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückke hr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als mö g- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserhebli chen Sachverhalt richtig und E-3012/2013 Seite 13 vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 17. Juni 2013 in gleicher Höhe bezahlten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-3012/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Sarah Straub