Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 11. Juni 2014 (820 08 198) ____________________________________________________________________ Leistungen aus öffentlich-rechtlichem Vertrag Vereinbarkeit eines öffentlich-rechtlichen Vertrags mit dem Äquivalenzprinzip / Rückwei- sung durch das Bundesgericht Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Beat Walther , Gerichtsschreiber Marius Wehren Parteien A.____ SA , Klägerin , vertreten durch Dr. Fabrizio Gabrielli , Advokat gegen Schweizerische Eidgenossenschaft , Beklagte , vertreten durch Dr. Dieter Völlmin, Advokat Betreff Vereinbarung vom 07. Juli 2000 / Rückweisun g (Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 19. März 2008) A. A.____ SA plante im Jahr 1998 die Erstellung ein es die Städte Genf, Lausanne, Bern, Basel und Zürich verbindenden Glasfaserkabelnetzes. Dafür sollten entlang der Nationalstras- sen Rohre verlegt werden, in welche die Glasfaserka bel eingeführt werden. Am 7. Juli 2000 trafen die A.____ SA und der Kanton Basel-Landschaf t nach längeren Verhandlungen eine Vereinbarung, gemäss welcher die A.____ SA in eigen er Regie und auf eigene Kosten eine Kabelrohranlage mit 24 Rohren mit einem Durchmesser von 40 mm entlang der A2 auf dem Gebiet des Kantons Basel-Landschaft erstellt. Im Gegenzug erhält sie ein auf 25 Jahre befriste- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tes Nutzungsrecht für 12 Rohre, während die anderen 12 Rohre dem Kanton zur Verfügung stehen (Ziffern 1.4, 2.3 und 12.1 der Vereinbarung). Weiter wurde vereinbart, dass sich der Kanton an den Erstellungskosten der Infrastruktur durch B ezahlung der Kosten für die Liefe- rung, das Versetzen und die Prüfung von 10 Rohren bet eiligt, während 2 Rohre, welche vom Kanton benützt werden dürfen, von der A.____ SA kost enlos zur Verfügung gestellt werden (Ziffer 2.3 der Vereinbarung). Die Vereinbarung wur de von den Parteien im September 2000 unterzeichnet und am 25. Oktober 2000 vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) genehmigt. B. In der Folge erklärte die A.____ SA, dass sie die V ereinbarung vom 7. Juli 2000 zufol- ge Verstosses gegen Art. 35 Abs. 4 und Art. 37 Abs. 1 des Fernmeldegesetzes (FMG) vom 30. April 1997 für ungültig erachte. Nachdem zwischen d en Vertragsparteien keine Einigung zustande kam, erhob die A.____ SA am 23. Dezember 2002 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, eine verwaltungsgerichtliche Klage gegen den Kanton Basel-Landschaft. Sie stellte unter a nderem das Begehren, es sei der Be- klagte zur Zahlung von Fr. 10'853'704.-- nebst 5 % Zin s seit dem 5. Februar 2001 zu verpflich- ten. Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 22. Februar 2006 wurde die Klage der A.____ SA ab- gewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. C. Die von der A.____ SA gegen den Entscheid des Kanto nsgerichts erhobene Be- schwerde wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 19. März 2 008 teilweise gutgeheissen und der angefochtene Entscheid wurde aufgehoben, soweit darin die Klage der Beschwerdeführerin auf Zusprechung einer Entschädigung abgewiesen wurde. Die Sache wurde zur Neubeurteilung des Entschädigungsanspruchs der Beschwerdeführerin an das Kantonsgericht zurückgewiesen. D. Mit Präsidialverfügung vom 7. Juli 2008 hielt das Ka ntonsgericht fest, dass gestützt auf den Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts die gegenübe rgestellten Leistungen der Klä- gerin und des Beklagten zur Prüfung der Einhaltung des Äquivalenzprinzips näher zu bestim- men seien. Dies gelte in Bezug auf folgende Leistung en: die Zusatzkosten, die der Klägerin für die Erstellung von 12 weiteren Rohren für den Beklagt en entstanden seien (Punkt 1); die Kos- ten, die der Klägerin entstanden wären, wenn sie anst elle der Benutzung der Infrastrukturanla- gen des Kantons (6.75 km) eigene solche Anlagen hätte erstellen müssen (Punkt 2); die Höhe der Wertverminderung durch die Benutzung des Standstreifens (Punkt 3); die Höhe der Gebühr für die Bewilligungserteilung und für die Bauplatzi nstallation (Punkt 4). Zur Klärung der ersten drei Punkte sei eine Expertise erforderlich. Den Parteien wurde Gelegenheit gegeben, in grund- sätzlicher Weise zu diesem Thema Stellung zu nehmen und dem Kantonsgericht einen Exper- ten vorzuschlagen. E. Am 28. August 2008 teilte der Rechtsvertreter des K antons Basel-Landschaft mit, ge- mäss dem per 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Art. 5 6 Abs. 1 der Nationalstrassenverord- nung (NSV) vom 7. November 2007 übernehme der Bund a ls Gesamtrechtsnachfolger zusam- men mit dem Eigentum sämtliche mit dem Bau, Ausbau un d Unterhalt der Nationalstrassen verbundenen Schuldverhältnisse der Kantone und sei namentlich zur Geltendmachung von An- sprüchen aus Werkverträgen und aus Auftragsverhältnissen mit Unternehmen, Ingenieuren und Ingenieurinnen sowie Architekten und Architektinnen b erechtigt. Namens des Kantons Basel-Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft sowie der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurd e beantragt, es sei der Kanton Basel-Landschaft als Beklagter aus dem Verfahren zu entl assen und es sei vom Eintritt der Schweizerischen Eidgenossenschaft, vertreten durch das Bunde samt für Strassen (ASTRA), in das Verfahren als Beklagte Vormerk zu nehmen. F. Mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 13. Mai 2009 wurd e der Kanton Basel- Landschaft in Gutheissung des Antrags auf Parteiwechsel aus dem Verfahren entlassen und die Schweizerische Eidgenossenschaft wurde als Beklagte in das Verfahren aufgenommen. G. Am 13. Juli 2009 reichte die Beklagte eine Stellung nahme im Sinne der Präsidialverfü- gung vom 7. Juli 2008 ein, in welcher sie sich zur Bewer tung der Leistungen der Parteien im Allgemeinen vernehmen liess und dem Kantonsgericht Exper tenvorschläge unterbreitete. Im Weiteren stellte sie den Antrag, es sei der Klägerin vo r Anordnung einer Expertise Frist zu set- zen zur Bezifferung einer auf die Planungs-, Projektieru ngs- und Baukosten des Streckenab- schnitts Basel-Landschaft beschränkten Forderung, wobei ne bst den andere Teilabschnitte be- treffenden Rechnungen auch die Doppelbelastungen der Rechtserwerbskosten (Dienstbarkei- ten), Verzugszinsen und Finanzierungskosten zu eliminieren seien. Im Weiteren beantragte sie, es seien im Rahmen der anzuordnenden Expertise über die Punkte 1 bis 3 der Verfügung vom 7. Juli 2008 hinaus weitere Punkte zu klären. H. Die Klägerin führte in ihrer Stellungnahme vom 30 . September 2009 aus, dass die ge- mäss Verfügung vom 7. Juli 2008 im Rahmen einer Experti se zu klärenden Fragen nicht zweckmässig bzw. zu eng formuliert seien. Im Weiteren unter breitete sie dem Gericht einen Expertenvorschlag. I. Mit Präsidialverfügung vom 20. Oktober 2009 wurde de r Klägerin Frist gesetzt, ihre Forderung nachvollziehbar zu begründen und zu substantii eren. Dabei sei insbesondere darauf zu achten, dass die Forderung auf die im Streckenabschnitt des Kantons Basel-Landschaft ent- standenen Kosten zu beschränken sei. J. Am 10. Februar 2010 reichte die Klägerin dem Kanto nsgericht eine Eingabe ein, in welcher sie die aus ihrer Sicht im Lichte der Erwägunge n des Bundesgerichts massgebenden Leistungen der Parteien definierte und bezifferte. Zu sammen mit ihrer Eingabe stellte sie dem Kantonsgericht im Rahmen von Sammelbeilagen sämtliche Bu chhaltungsunterlagen betreffend die Kosten der Kabelrohranlage für die gesamte Strecke in der Schweiz zu. K. Mit Eingabe vom 28. Mai 2010 stellte die Beklagte den Antrag, es sei die Eingabe der Klägerin vom 10. Februar 2010 gestützt auf § 6 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 aus dem Recht zu weisen. L. Mit Verfügung vom 30. Juni 2010 wurden die nach Abschluss des bundesgerichtlichen Verfahrens beim Kantonsgericht eingereichten Beweismittel der Klägerin aus dem Recht gewie- sen und an diese zurückgesandt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht M. Am 28. Februar 2011 erteilte das Kantonsgericht B.____, dipl. Bauing. ETH/SIA und dipl. Wirtschaftsing. FH, C.____ AG, den Auftrag zur E rstellung eines Gutachtens. Der Fragen- katalog war dem Experten – nachdem den Parteien das re chtliche Gehör gewährt worden war – vorgängig übermittelt worden. Am 16. November 2011 e rstattete der Experte sein Gutachten (nachfolgend: Gutachten). N. Mit Stellungnahme zum Gutachten vom 30. Januar 201 2 machte die Beklagte geltend, dass sich der Experte bei seinen Schätzungen in wesentlich en Teilen auf die Eingabe der Klä- gerin vom 10. Februar 2010 abgestützt habe, wobei er jedoch die Stellungnahme der Beklagten vom 28. Mai 2010 unberücksichtigt gelassen habe. Dies führ e zu einem formellen Mangel der Expertise. Die Beklagte beantragte, es sei das Expertisev erfahren mit einem anderen, unvor- eingenommenen Experten zu wiederholen, eventualiter seien dem Experten – unter Zustellung der Eingabe der Beklagten vom 28. Mai 2010 – Ergänzun gsfragen zu unterbreiten. Die Klägerin stellte in ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2012 eb enfalls den Antrag, es seien dem Exper- ten Ergänzungsfragen zu unterbreiten. O. Mit Verfügung vom 22. Februar 2012 wurde dem Exper ten die Stellungnahme der Be- klagten vom 28. Mai 2010 zugestellt mit der Bitte um Mitteilung, ob das Gutachten in Kenntnis dieser Eingabe anders ausgefallen wäre. Am 12. April 2 012 reichte der Experte seinen ergän- zenden Bericht (nachfolgend: Zusatzgutachten I) ein. P. Am 26. November 2012 wurden dem Experten diverse Erg änzungsfragen unterbreitet, welche er mit Bericht vom 5. April 2013 beantwortete (nachfolgend: Zusatzgutachten II). Q. Mit Stellungnahme vom 5. Juni 2013 erneuerte die B eklagte ihren Beweisantrag, es sei das Expertiseverfahren mit einem anderen, unvoreingeno mmenen Experten zu wiederholen, soweit das Kantonsgericht die Klage nicht infolge von d er Klägerin zu vertretender fehlender Substantiierung und Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht abweise. R. Die Klägerin teilte mit Schreiben vom 12. Juni 201 3 mit, dass zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Stellungnahme verzichtet werde. Eine ausführl iche Stellungnahme an der kommenden Hauptverhandlung bleibe ausdrücklich vorbehalten. S. Mit Verfügung vom 25. September 2013 wurde der Fa ll der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Den Parteie n wurde Gelegenheit eingeräumt zur Einreichung einer allfälligen weiteren schriftlichen Eingabe. T. Mit Eingabe vom 15. Januar 2014 erneuerte die Klä gerin ihr Begehren, es sei die Be- klagte unter o/e Kostenfolge zur Bezahlung von Fr. 10 '853'704.-- nebst Zins zu 5 % seit 5. Feb- ruar 2001 an die Klägerin zu verurteilen, Mehrforde rung vorbehalten (Rechtsbegehren gemäss Ziffer 2 der Klage). In verfahrensrechtlicher Hinsicht w urde beantragt, es seien dem Experten sämtliche Unterlagen zur Verfügung zu stellen, namentli ch auch diejenigen, welche sie am 10. Februar 2010 eingereicht habe. Zudem seien dem Exp erten sämtliche Fragen zur Beant- wortung vorzulegen, welche die Klägerin dem Kantonsgericht unterbreitet habe. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht U. Die Beklagte stellte mit Eingabe vom 15. Januar 201 4 das Begehren, es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen. Eventualiter sei der Entscheid auszustellen und es sei das Experti- severfahren mit einem anderen, gerichtlich zu bestimmen den, unvoreingenommenen Experten zu wiederholen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gestützt auf den Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts hat das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, über die von der Klägerin geltend gemachte Ent- schädigung neu zu befinden (vgl. Urteil des Bundesgerich ts 2A.414/2006 vom 19. März 2008 E. 12.1). Soweit zwischenzeitlich mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 13. Mai 2009 anstelle des Kantons Basel-Landschaft die Schweizerische Eidgenosse nschaft als Beklagte in das Ver- fahren aufgenommen wurde, ändert dies nichts an der Zuständigkeit des Kantonsgerichts. Letz- tere ist gestützt auf den Grundsatz der "perpetuatio f ori", wonach die einmal begründete Zu- ständigkeit eines Gerichts im Fall einer Rechts- oder Sa chverhaltsänderung erhalten bleibt, un- geachtet der Regelung von Art. 35 lit. a des Bundesge setzes über das Bundesverwaltungsge- richt (VGG) vom 17. Juni 2005, welche in Bezug auf Str eitigkeiten aus öffentlich-rechtlichen Verträgen des Bundes die Klage an das Bundesverwaltungs gericht vorsieht, nach wie vor ge- geben (vgl. BGE 124 V 130 E. 3b; Urteil des Bundesger ichts 6B_179/2012 vom 14. September 2012 E. 2 mit Hinweisen). 2. Das kantonale Gericht, an welches das Bundesgericht ei ne Sache zurückweist, ist – ebenso wie das Bundesgericht selbst, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird – an die rechtlichen Erwägungen im Rückweisungsentscheid gebunden (vgl. U LRICH MEYER /J OHANNA DORMANN , in: Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, Basel 2011 , Art. 107 N 18). We- der das kantonale Gericht noch das Bundesgericht dürfen si ch deshalb in ihrem neuen Ent- scheid auf Erwägungen stützen, welche das Bundesgericht im Rückweisungsurteil ausdrücklich oder sinngemäss verworfen hat. Der neue Gerichtsentscheid darf dagegen mit Erwägungen begründet werden, welche im letztinstanzlichen Rückweisun gsurteil noch nicht angeführt wur- den oder zu denen sich das Bundesgericht noch nicht geäusse rt hat (vgl. Urteil des Bundesge- richts 2C_54/2013 vom 28. März 2013 E. 1.3 mit Hinweisen). 3. Gemäss den Erwägungen im Rückweisungsentscheid des Bunde sgerichts ist der Wert der im Rahmen des Äquivalenzprinzips zu berücksichtigenden Leistungen der Parteien näher zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.414/2006 vo m 19. März 2008 E. 10.5). Da die damit zusammenhängenden Sachverhaltsfragen teilweise E xpertenwissen voraussetzen, hat das Kantonsgericht im Instruktionsverfahren die Begutachtu ng verschiedener Fragen durch einen Experten angeordnet. Der Experte erstattete in der Folge ein Gutachten und zwei Zusatz- gutachten. Den Parteien wurde jeweils vorgängig das rech tliche Gehör zum gerichtlichen Fra- genkatalog gewährt und es wurde ihnen im Anschluss daran Gelegenheit eingeräumt, zu den Gutachten Stellung zu nehmen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1.1 Die Klägerin rügt in diesem Zusammenhang eine V erletzung des rechtlichen Gehörs. Sie sieht eine solche zunächst darin begründet, dass dem Experten nicht sämtliche von ihr for- mulierten Fragen vorgelegt worden seien. 4.1.2 Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweiz erischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseit s stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht dar. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu r Sache zu äussern, erhebliche Be- weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung erheblicher Beweise ent weder mitzuwirken oder sich zumin- dest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 127 I 54 E. 2b mit Hinweisen). Indessen sind Beweise im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs nur über jene Tatsachen abzunehmen, die entscheidwesentlich sind. Gelangt die Behörde bzw. das Gericht im Rahmen ei ner antizipierten Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass ein Beweis keine zusätzlichen Erkenntnisse herbeiführt, so kann darauf verzichtet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.722/20 01 und 1P.723/2001 vom 6. Mai 2002 E. 2.2.3 mit Hinweisen). Keine Verletzung des rec htlichen Gehörs liegt mithin vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat u nd ohne Willkür in vorweggenom- mener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überze ugung durch weitere Beweiserhe- bungen nicht geändert würde (vgl. BGE 136 I 229 E. 5 .2 und 5.3). Vorliegend reichen – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – das ergangene Guta chten sowie die beiden Zusatzgutach- ten als Beweismittel aus und es kann davon abgesehen wer den, dem Gutachter sämtliche von den Parteien vorgeschlagenen Fragen zu unterbreiten. Der damit verbundene Verzicht auf eine zusätzliche Beweisabnahme stellt entgegen der Auffassung der Klägerin keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar und die in diesem Zusammenhang e rhobene Rüge erweist sich als un- begründet. 4.1.3 Die Klägerin macht im Weiteren geltend, ihr re chtliches Gehör sei dadurch verletzt worden, dass das Kantonsgericht mit Verfügung vom 30. Juni 2010 von ihr eingereichte Be- weismittel aus dem Recht gewiesen habe. Inhaltlich geh e es dabei um die Beilagen zu ihrer Eingabe vom 10. Februar 2010, welche dem Experten bei der Erstellung seiner Expertise hätten dienen sollen. 4.1.4 Mit ihren Ausführungen bezieht sich die Klägerin auf die von ihr mit Eingabe vom 10. Februar 2010 eingereichten Sammelbeilagen I und II, welche die Buchhaltungsunterlagen bzw. Bankbelege der Klägerin betreffend das Gesamtpro jekt der Kabelrohranlage in der Schweiz umfassen. Dazu ist festzustellen, dass die Kläge rin gemäss ihren eigenen Ausführun- gen bereits im ersten Rechtsgang sämtliche relevanten Kostenzusammenstellungen, Zahlungs- belege und Rechnungen einreichte (vgl. Replik vom 28. No vember 2003, S. 7). Die entspre- chenden Unterlagen standen dem Experten im Rahmen der Erstellung seines Gutachtens un- bestrittenermassen zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich und wird von der Klägerin auch nicht substantiiert dargelegt, inwiefe rn ihr aus der Rücksendung der vorstehend Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht genannten Sammelbeilagen ein Rechtsnachteil erwachsen se in soll. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich auch unter diesem Gesichtspunkt als unbegründet. 5.1 In materieller Hinsicht ist vorab strittig, welches die gestützt auf die Vereinbarung vom 7. Juli 2000 erbrachten und bei der Prüfung des Äquivalenzprinzips einander gegenüber zu stel- lenden Leistungen der Parteien sind. 5.2.1 Die Klägerin macht in ihrer Eingabe vom 10. Fe bruar 2010 geltend, dass für die Prü- fung der Frage, ob die Vereinbarung vom 7. Juli 2000 das Äquivalenzprinzip wahre, zu ihren Gunsten im Wesentlichen folgende Leistungen zu berücksich tigen seien: Erstens die Tragung der Planungs-, Finanzierungs- und Baukosten bzw. der We rt der Übertragung des Eigentums an 32,18 km Kabelrohranlage und zweitens die Tragung d er Mehrkosten der Projektänderung von 12 auf 24 Rohre (zuzüglich einer "Unternehmermarge"), welche als Folge der Zusatzbestel- lung von 12 Rohren entstanden seien. Zugunsten der Bekl agten seien folgende Leistungen zu berücksichtigen: Die Einräumung eines Nutzungsrechts an d er kantonseigenen Kabelrohranla- ge für 12 Rohre für eine Dauer von 25 Jahren sowie d ie Beteiligung des Kantons an den Erstel- lungskosten der Kabelrohranlage durch Bezahlung eines Betrags von Fr. 2'030'999.95. In ihrer Stellungnahme vom 29. Oktober 2010 zum gerichtlichen F ragenkatalog an den Experten führt die Klägerin aus, ihre Leistung gemäss der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 bestehe darin, dass sie eine Anlage mit 24 Rohren erstellt habe und diese entschädigungslos in das Eigentum der Beklagten übergegangen sei. Die Leistung der Beklagten bestehe darin, dass sie der Klägerin ein 25-jähriges Nutzungsrecht an 12 Rohren dieser Anla ge gewährt habe. Diese beiden Leis- tungen müssten im Rahmen der Expertise bewertet werden . Bleibe der Wert des Nutzungs- rechts hinter dem Wert der Anlage mit 24 Rohren zurück, so sei das Äquivalenzprinzip verletzt und die Beklagte müsse einen Ausgleich in Geld leisten. Die Frage nach den Kosten der ur- sprünglich geplanten Anlage mit 12 Rohren sei nur desha lb relevant, weil sich anhand dieser der Wert des 25-jährigen Nutzungsrechts bestimmen lasse. In ihrer Stellungnahme vom 16. Juli 2012 führt die Klägerin erneut aus, die Frage nach de n Kosten einer Anlage mit 12 Rohren in Verbindung mit der Ermittlung der Lebensdauer der A nlage diene einzig dazu, den Wert des 25-jährigen Nutzungsrechts zu ermitteln. Nach einem Mehraufwand einer Anlage mit 24 Rohren im Vergleich zu einer Anlage mit 12 Rohren sei weder gefragt noch sei dieser Punkt relevant. 5.2.2 Der Auffassung der Klägerin bezüglich der im R ahmen des Äquivalenzprinzips zu ihren Gunsten zu berücksichtigenden Leistungen kann nicht gefolgt werden. Das Bundesgericht führ- te in diesem Zusammenhang in seinem Rückweisungsentscheid aus, dass das Kantonsgericht die vertraglichen Leistungen, welche die Klägerin für die Einräumung des 25-jährigen Nutzungs- rechts an 12 Rohren erbringe, den Kosten gegenüberstell e, die erwüchsen, wenn sie die 12 Rohre für sich selber gebaut hätte und sie gemäss Art. 3 7 FMG in ihrem Eigentum stünden. Es gehe davon aus, dass zwischen den beiden Beträgen kein o ffenkundiges Missverhältnis beste- hen dürfe. Diese Argumentation entspreche im Wesentlichen der Regelung von Art. 38a Abs. 2 aFDV bzw. Art. 78 Abs. 2 FDV. Danach dürfe die Entschädigung für die Nutzung von Infrastruk- turanlagen des Strasseneigentümers höchstens die geschätzten Kosten für die Verlegung eige- ner Leistungen ausmachen. Zu den Aufwendungen, die d er Klägerin für die Erstellung einer eigenen Kabelrohranlage für 12 Leitungen entstanden wären, zähle das Kantonsgericht in ers- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter Linie die Baukosten. Dazu addiere es eine Gebühr fü r die Benutzung des Verwaltungsver- mögens, weil gemäss Art. 35 Abs. 4 FMG nur die Inanspru chnahme von Grund und Boden im Gemeingebrauch kostenlos sei. Ausserdem rechne es Gebühren für die strassenrechtliche Be- willigung und für die Bauplatzinstallation hinzu. Es er wähne weiter die Kosten für den Rückbau der verlegten Kabelrohranlage, messe diesem Aufwand ab er wegen der Schwierigkeit der nä- heren Bezifferung keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Dem so ermittelten Betrag stelle das Kantonsgericht die Baukosten für die Kabelrohranlage mit 24 Rohren gegenüber, für welche die Klägerin nach dem Vertrag aufzukommen habe. Das Äquival enzprinzip sei nach Auffassung des Kantonsgerichts gewahrt, wenn dieser Betrag die Bau kosten für die 12 von der Klägerin benutzten Rohre zuzüglich der zuvor genannten Gebühren f ür die Benutzung des Verwaltungs- vermögens sowie der erforderlichen Bewilligungen nicht wesentlich übersteige. Mit anderen Worten dürften die Mehrkosten für die Erstellung der 12 vom Kanton zusätzlich bestellten – von der Klägerin nicht genutzten – Rohre nicht erheblich vom Betrag der erwähnten Gebühren ab- weichen. Die Forderung der Klägerin nach einer hälftigen Kostenteilung sei vom Kantonsgericht zu Recht zurückgewiesen worden. Hätte die Klägerin ledi glich eine Kabelrohranlage für ihre eigenen Bedürfnisse gebaut, hätte sie deren Kosten vol lumfänglich tragen müssen. Dement- sprechend könne sie vom Kanton Basel-Landschaft allein d ie Zusatzkosten verlangen, welche ihr die Erstellung der weiteren 12 Rohre verursacht ha be. Die Gegenüberstellung der Leistun- gen der Parteien, anhand derer im angefochtenen Ent scheid die Einhaltung des Äquivalenz- prinzips geprüft werde, sei im Grundsatz nicht zu beansta nden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.414/2006 vom 19. März 2008 E. 9.3-9.5). Gestützt auf diese Erwägungen steht fest, dass im Rahmen der Prüfung des Äquivalenzprinzips einzig die Zu satzkosten – notabene ohne die von der Klägerin geltend gemachte "Unternehmermarge", für welche in der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 keine Grundlage ersichtlich ist – für die Erweite rung der Anlage von 12 auf 24 Rohre als anrechenbare Leistung der Klägerin zu berücksichtigen sind. 5.2.3 Dies ergibt sich nicht zuletzt auch aus dem Urte il des Bundesgerichts betreffend die im Wesentlichen analoge Vereinbarung der Klägerin mit d em Kanton Bern vom 16. Mai 2000 (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.296/2006 und 2A.301/2006 vom 19. März 2008). Darin führte das Bundesgericht zur Frage der Wiederherstellungspflic ht sowie der Frage, ob die Übertra- gung des Eigentums an der Kabelrohranlage im Rahmen d es Äquivalenzprinzips als Leistung der Klägerin gegenüber der Beklagten zu berücksichtigen sei, folgendes aus: Es sei keines- wegs sicher, dass die Kabelrohranlage nach Ablauf der v ereinbarten 25-jährigen Nutzungsdau- er zu einer Wertreduktion der Nationalstrasse führe. Wie es sich damit verhalte, sei vielmehr offen und im heutigen Zeitpunkt nicht zuverlässig zu beurt eilen. Es sei denkbar, dass im Jahr 2025 weiterhin ein Interesse an der Nutzung der Kabe lrohre bestehe und der Kanton Bern die- se wiederum – möglicherweise sogar für eine lange Daue r – weitervermieten könne. Diesfalls würde die Anlage für den Strasseneigentümer – selbst b ei Annahme eines gewissen Unter- haltsbedarfs – nicht eine Minderung, sondern eine Er höhung des Werts seines Eigentums be- wirken. Zudem sei unklar, ob der Strasseneigentümer selbst bei einem Verzicht auf eine weitere Nutzung der Kabelrohranlage überhaupt ein Interesse an deren Entfernung habe. Sei somit ungewiss, ob der Wegfall der Wiederherstellungspflicht i m Jahr 2025 einen Minderwert des Strasseneigentums bewirke, so könne darin nicht eine Wert reduktion gemäss Ziff. 8.1 der Ver- einbarung gesehen werden. Der Wegfall der Wiederher stellungspflicht sei die logische Folge Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der von den Parteien getroffenen Eigentumsregelung. D er Kanton Bern habe damit das Eigen- tum an der neu erstellten Kabelrohranlage erhalten mit der Chance, diese auch nach Ablauf der 25-jährigen Nutzungsdauer gewinnbringend vermieten zu können. Umgekehrt sei damit die Pflicht der A.____ SA entfallen, bei Aufgabe der Nut zung von zwölf Rohren den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen, zu der sie als Eigentümerin verpflichtet gewesen wäre. Als solche hätte die A.____ SA ihre Rohre auch länger als 25 Jah re benutzen können und hätte höhere Gewinnchancen gehabt. Dem Verzicht auf die Wiederherste llungspflicht stehe somit die Erlan- gung des Eigentums an der ganzen Anlage gegenüber. Der Kanton Bern führe selber aus, dass er die Vereinbarung in diesem Sinn verstanden habe und der Wegfall der Wiederherstellungs- pflicht die Gegenleistung für die Einräumung des Eigentums darstelle (vgl. Urteil des Bundesge- richts 2A.296/2006 und 2A.301/2006 vom 19. März 2008 E. 8.2). 5.2.4 Die vorstehenden Erwägungen sind mit Blick auf den Umstand, dass die im Kanton Basel-Landschaft geschlossene Vereinbarung vom 7. Juli 2000 in Bezug auf die hier interessie- renden Punkte einen analogen Inhalt aufweist wie die Vereinbarung im Kanton Bern vom 16. Mai 2000, ohne weiteres auf das vorliegende Verf ahren übertragbar. Zwar hat das Bundes- gericht in seinem Rückweisungsentscheid offen gelassen, ob die Klägerin gemäss Art. 35 Abs. 2 FMG zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zusta nds der Nationalstrasse bzw. zur Tragung der Rückbaukosten verpflichtet sei (vgl. Urtei l des Bundesgerichts 2A.414/2006 vom 19. März 2008 E. 7.3). In seinem die Vereinbarung im Kanton Bern betreffenden Urteil hat es indes festgehalten, dass Ziffer 15 (der Vereinbarung i m Kanton Bern) die Klägerin nur in einem sehr bescheidenen Umfang zur Wiederherstellung verpfli chte. Die vorinstanzliche Feststellung sei deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vereinbarung die Klägerin mit Bezug auf die Kabel- rohranlage von der Pflicht zur Wiederherstellung des ur sprünglichen Zustands entbinde. Die Vereinbarung im Kanton Basel-Landschaft vom 7. Juli 200 0 enthält in Ziffer 15 eine gleichlau- tende Regelung, weshalb auch bezüglich dieser Vereinbar ung davon auszugehen ist, dass der Erlangung des Eigentums an der Kabelrohranlage der We gfall der Wiederherstellungspflicht gegenübersteht. Die beiden Leistungen stehen demnach – entsprechend den Erwägungen des Bundesgerichts im Parallelverfahren im Kanton Bern – i n einem Austauschverhältnis zueinan- der, weshalb sie bei der Prüfung des Äquivalenzprinzips nicht zu berücksichtigen sind. Gleich- zeitig erübrigen sich damit weitergehende Abklärungen zur Lebensdauer der Kabelrohranlage und deren Restwert nach Ablauf der 25-jährigen Vertra gsdauer sowie zu den Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands und die in diesem Zusammenhang stehenden Beweisanträge der Parteien sind abzuweisen. 5.3 Als Leistungen der Beklagten sind im Rahmen des Äqui valenzprinzips die Gebühren bzw. der Wert für die Benutzung des Verwaltungsvermögen s sowie die Gebühren für die stras- senrechtliche Bewilligung und die Bauplatzinstallation zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 2A.414/2006 vom 19. März 2008 E. 9.3). Eben falls sind – wie nachfolgend aufzu- zeigen sein wird – allfällige Erschwernisse für den Unter halt bzw. eine Wertminderung der Nati- onalstrasse sowie die Zahlungen des Kantons Basel-Landschaf t an die Erstellungskosten der Anlage zugunsten der Beklagten zu berücksichtigen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Im Folgenden sind nach dem Gesagten zunächst die Zusatzkosten, welche der Kläge- rin aus der Erweiterung der Anlage von 12 auf 24 Rohre entstanden sind, zu bestimmen. Strittig ist vorab, auf welcher Grundlage die entsprechenden Kosten zu ermitteln sind. 6.2.1 Die Klägerin macht in ihrer Eingabe vom 10. F ebruar 2010 geltend, dass die Kabel- rohranlage mit 24 Rohren gegenüber der Anlage mit 1 2 Rohren nicht ein blosses "Mehr" dar- stelle, sondern etwas "Anderes". Bei der erstellten Anl age mit 24 Rohren handle es sich insbe- sondere deshalb um ein anderes Projekt, weil die ursprün glich geplante Anlage mit 12 Rohren im Grünstreifen hätte verwirklicht werden sollen, während die Anlage mit 24 Rohren auf Wunsch des Kantons Basel-Landschaft im Standstreifen verlegt worden sei. Dies habe nicht nur wesent- lich höhere Baukosten nach sich gezogen, sondern auch ein e Neuplanung des Projekts erfor- derlich gemacht. Letztlich könnten die Mehrkosten der Anl age mit 24 Rohren nur in Kenntnis der hypothetischen Kosten für die Anlage mit 12 Rohre n ermittelt werden. Da die Anlage mit 24 Rohren jedoch keine erweiterte Anlage mit 12 Rohren sei, könne die Klägerin die hypotheti- schen Kosten für die Erstellung der Anlage mit 12 Rohr en gerade nicht dadurch darlegen, dass sie von den Aufwendungen für die Errichtung der Anlage mit 24 Rohren einige Positionen ab- ziehe. Vielmehr müsste sie darlegen, welche Kosten im Fall der hypothetischen Errichtung der Anlage mit 12 Rohren auf dem Gebiet des Kantons Basel- Landschaft angefallen wären. Bereits die Bestimmung der tatsächlichen Kosten für die Errich tung der Anlage mit 24 Rohren stelle sich bei einem Projekt der vorliegenden Grössenordnung, welches für die ganze Schweiz ge- plant und errichtet worden sei, jedoch als ausserordent lich schwierig dar. Bei der Anlage mit 12 Rohren bestehe die zusätzliche Schwierigkeit, dass diese ga r nicht gebaut worden sei. Von der Klägerin könne daher nicht erwartet werden, dass sie im Grunde mit ihrer Darstellung das Er- gebnis der vom Kantonsgericht noch einzuholenden Experti se exakt vorhersage. Sie vertrete indes den Standpunkt, dass die vorstehenden Ausführungen in Verbindung mit dem Beweisan- gebot zur Einholung einer entsprechenden Expertise ausreichend seien, nicht zuletzt auch des- halb, weil im vorliegenden Verfahren die Untersuchung smaxime gelte. Sollte das Kantonsge- richt wider Erwarten davon ausgehen, dass die Klägerin dennoch im Einzelnen darlegen müsse, auf welchen Betrag sich die fiktiven Kosten für die Err ichtung der hypothetischen Anlage mit 12 Rohren auf dem Gebiet des Kantons Basel-Landschaft belau fen hätten, versuche sie nachste- hend, einen entsprechenden Wert darzustellen. Die Kläg erin führt in der Folge aus, dass sich gemäss ihren eigenen Schätzungen die hypothetischen Koste n für die nicht verwirklichte Anla- ge mit 12 Rohren auf Fr. 9'630'628.70 belaufen würd en. Die Mehrkosten gegenüber der ver- wirklichten Anlage mit 24 Rohren, deren Gesamtkosten sich auf Fr. 22'227'939.18 belaufen hät- ten, seien mit Fr. 12'881'018.70 zu beziffern. Letztlich könne jedoch erst die vom Kantonsgericht einzuholende Expertise Klarheit über die hypothetischen Kosten für die nicht verwirklichte Anla- ge mit 12 Rohren bringen. 6.2.2 Die Beklagte führt dazu in ihrer Eingabe vom 28 . Mai 2010 im Wesentlichen aus, die Klägerin habe bis anhin stets gefordert, dass die Beklagte den hälftigen Kostenanteil der Kabel- rohranlage zu übernehmen habe. Sowohl das Kantonsgeri cht als auch das Bundesgericht hät- ten rechtskräftig entschieden, dass die Klägerin sich als L eistung zu Gunsten der Beklagten lediglich die ihr tatsächlich entstandenen Zusatzkosten für die Erstellung der weiteren 12 Rohre anrechnen lassen könne. Die Behauptung der Klägerin, wonach die dem Kanton Basel-Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft offerierten und ausgeführten 12 zusätzlichen Rohre zu einem grundsätzlich neuen Projekt geführt hätten, indem die angeblich ursprüngli ch im Grünstreifen geplante Kabelrohran- lage im Wesentlichen im Standstreifen verlegt worden s ei, sei unzutreffend. Nach den Berech- nungen der Beklagten befänden sich auf einem Streckenab schnitt von 2'200 m Leitungen im Standstreifen, während 910 m im Fahrstreifen liegen und rund 100 m der Strecke Querungen darstellen würden. Für einen Streckenabschnitt von run d 6'750 m sei Verwaltungsvermögen in Anspruch genommen worden, der überwiegende Rest der v on der Klägerin auf 32'761 m bezif- ferten Gesamtlänge der Anlage liege im Grünstreifen oder gar ausserhalb des Autobahnperime- ters. Dies ergebe sich aus den eigenen Aufstellungen der Klägerin in ihrer Eingabe vom 10. Februar 2010. Eine Verlegung in den Standstreif en sei ausschliesslich im Abschnitt Rast- platz Tenniken bis in den Bereich Nordportal Tunnel Obe rburg erfolgt. Für diesen Abschnitt be- stehe eine Vereinbarung zwischen der Klägerin und dem K anton Basel-Landschaft, wonach für diesen Streckenabschnitt die Kosten hälftig geteilt werden, da dort die zusätzlichen 4 Rohre mit einem Durchmesser von 120 mm des Kantons mitverlegt word en seien. Der entsprechende Betrag in der Höhe von Fr. 2'338'387.95 sei vom Kanton bezahlt worden, was sowohl das Kan- tonsgericht als auch das Bundesgericht rechtskräftig ent schieden hätten. Der Beweisantrag auf Einholung einer Expertise zu hypothetischen Kosten sei s odann nicht nur prozessual unzuläs- sig, sondern auch untauglich, da die Kabelrohranlage mit 12 Rohren mit einer wenig ins Ge- wicht fallenden Erweiterung tatsächlich gebaut worden sei und keine Hypothese darstelle. 6.2.3 Soweit die Klägerin geltend macht, die Zusatzk osten seien anhand der Differenz zwi- schen einer ursprünglich geplanten hypothetischen Anlage mit 12 Rohren und den Kosten der tatsächlich erstellten Anlage zu ermitteln, kann ihr nich t gefolgt werden. Die Klägerin und der Kanton Basel-Landschaft haben sich in der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 auf die Errichtung einer Kabelrohranlage mit 24 Rohren geeinigt. Mit d ieser Vereinbarung wurde der Klägerin das Recht eingeräumt, bei den gemäss dem technischen Bericht (Anhang A1) und den Plänen (An- hang A2) bestimmten Punkten Lichtwellenleiter-Kabel e inzuführen, über die Infrastruktur des Werkeigentümers zu führen und von dort wieder vom Grun dstück der Nationalstrasse wegzu- führen (Ziffer 1.3 der Vereinbarung). Das Projekt, we lches die Nutzung der Infrastruktur entlang der A2 auf dem Gebiet des Kantons Basel-Landschaft und d ie Verlegung von insgesamt 24 Rohren von 40 mm Durchmesser beinhaltet (Ziffer 1.4 de r Vereinbarung), wurde in der Folge entsprechend der Vereinbarung bzw. den massgebenden Plänen erstellt. Es wurde mithin – wie die Beklagte in ihrer Eingabe vom 28. Mai 2010 zutreff end ausführt – eine 12 Rohre (mit)um- fassende Kabelrohranlage tatsächlich erstellt. Ob die K lägerin ursprünglich ein anderes Projekt einer Kabelrohranlage mit 12 Rohren verfolgte, kann für die Bestimmung der Zusatzkosten der 12 zusätzlichen Rohre nicht massgebend sein. Diese sind vielmehr ausgehend von der tatsäch- lich erstellten und genutzten Infrastruktur zu ermitteln und nicht – wie die Klägerin geltend macht – anhand der Kosten einer ursprünglich geplanten hypothetischen Kabelrohranlage mit 12 Rohren. 6.2.4 Dieser Schluss drängt sich auch aus einem anderen Gru nd auf: Der Klägerin wurde gestützt auf die Vereinbarung vom 7. Juli 2000 die N utzung der vorhandenen Infrastruktur des Kantons ermöglicht. Dem Experten wurde in diesem Zusammenhang die Frage nach den Mehr- kosten gestellt, welche angefallen wären, wenn die Kab elrohranlage ohne Benutzung der Infra- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht strukturanlagen des Kantons Basel-Landschaft (Tunnel und Brücken) hätte gebaut werden müssen. Der Experte führt in diesem Zusammenhang aus, d ass im Falle eines Ersatzes für die Nutzung der vorhandenen Kunstbauten mit grossen zeitlichen sowie finanziellen Folgen zu rechnen gewesen wäre (Gutachten, S. 19). Die Klägerin hält in ihrer Eingabe vom 16. Juli 2012 einem entsprechenden Vorbringen der Beklagten im Zusamm enhang mit dem Wert für die Be- nutzungsmöglichkeit des Verwaltungsvermögens entgegen, dass die Wahl der Linienführung ohne Vereinbarung vom 7. Juli 2000 heute nicht eruier bar sei. Soweit sie dennoch geltend macht, es sei bezüglich der Mehrkosten von einer ursprüng lich geplanten hypothetischen Ka- belrohranlage mit 12 Rohren auszugehen, wären jedoch auch allfällige ohne die Möglichkeit der Nutzung des Verwaltungsvermögens entstandene Mehrkosten ei nzubeziehen, was von der Klägerin indes nicht geltend gemacht wird. Die Argume ntation der Klägerin erweist sich nach dem Gesagten insofern als widersprüchlich, als sie für d ie Ermittlung der Mehrkosten bezüglich gewisser Punkte auf das der Vereinbarung vom 7. Juli 20 00 zugrunde liegende Projekt abstel- len und in Bezug auf andere Aspekte von einer ursprüngli ch geplanten hypothetischen Anlage mit 12 Rohren ausgehen möchte. 6.2.5 Schliesslich ist festzustellen, dass die Klägerin die von ihr behauptete ursprünglich geplante Kabelrohranlage in keiner Weise mit entsprech enden Unterlagen belegt. Zwar stellt das Kantonsgericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest (§ 12 Abs. 1 VPO). Es kann indes von vornherein nicht Kosten einer – nicht näher definier ten – hypothetischen Kabelrohranlage mit 12 Rohren ermitteln. Damit kann auch der Forderu ng der Klägerin, wonach der Experte die Kosten einer solchen Anlage detailliert und nachvollzieh bar hätte budgetieren müssen, nicht gefolgt werden. Die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge auf Begutachtung so- wie Zeugenbefragungen sind demnach abzuweisen. 6.3.1 Entsprechend dem Resultat der vorstehenden Erwä gungen wurde der Experte im Rahmen des Zusatzgutachtens II aufgefordert, die Me hrkosten der Erweiterung auf 24 Rohre unter der Annahme zu beziffern, dass keine Umprojektieru ng des Bauprojekts stattgefunden habe (vgl. Zusatzgutachten II, S. 2). 6.3.2 In Beantwortung dieser Frage beziffert der Exper te die reinen Zusatzkosten der Erwei- terung der Anlage von 12 auf 24 Rohre mit Fr. 5‘178 ‘657.-- (inkl. MWST). Dabei geht er von zusätzlichen Baukosten in der Höhe von Fr. 4'489'309.-- (inkl. MWST), zusätzlichen Kosten für Planung und Bauleitung in der Höhe von Fr. 346'791.- - (inkl. MWST) sowie zusätzlichen Finan- zierungskosten in der Höhe von Fr. 342'557.-- aus. Der E xperte hält fest, dass die fraglichen Kosten ("Verzichtsminderkosten") bei einem Verzicht auf ein e Erweiterung um 12 auf 24 Rohre in der Schlussabrechnung nicht aufgelaufen wären. Gestützt darauf würden sich kalkulatorische Restkosten für ein Solitär-Projekt mit 12, evtl. 14 Ro hren von rund Fr. 17'049'280.-- (inkl. MWST) ergeben (vgl. Zusatzgutachten II, S. 4). Zur Wa hl seiner Berechnungsmethode nimmt der Experte nicht näher Stellung. Diesbezüglich fall en einerseits die Berechnung anhand eines Prozentsatzes an den Gesamtkosten ("top down") oder di e Quantifizierung anhand der konkret zu ermittelnden zusätzlichen Aufwendungen ("bottom up") in Betracht. Aus der vorgenommenen Herleitung der Mehrkosten ist ersichtlich, dass der Experte eine Verbindung der beiden Metho- den vornahm, indem er bezüglich gewisser Kosten von den konkreten Aufwendungen ausging Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht und die übrigen Kosten – unter Anwendung eines teilw eise bestrittenen Kostenteilers – anhand eines prozentualen Anteils an den von der Klägerin geltend gemachten Gesamtkosten ermittelte (vgl. Zusatzgutachten II, S. 2 ff.). 6.3.3 Die Klägerin hält in ihrer Eingabe vom 15. Ja nuar 2014 zur obgenannten Schätzung des Experten fest, dass dieser den Wert der von der Klägerin erstellten Infrastruktur im Rahmen seines Gutachtens vom 5. April 2013 über die von der D._ ___ AG verrechneten Einheitspreise hergeleitet habe, wobei er pauschale Zuschläge für Pl anung und Bauleitung (20 %) sowie Fi- nanzierungskosten (5 %) gemacht habe. Über diese Herleit ung habe er unter Berücksichtigung der zur Verfügung gestellten Information einen Wert der Infrastruktur von Fr. 22'227'939.-- er- rechnet. Dabei habe er die durch die Zusatzbestellung verursachten Mehrkosten für die Erwei- terung der Anlage auf 24 Rohre auf Fr. 5'178'659.-- beziffert und die Kosten für ein Solitär- Projekt mit 12, evtl. 14 Rohren auf Fr. 17'049'280.-- geschätzt. Es könne damit davon ausge- gangen werden, dass der Wert der von der Klägerin erst ellten Infrastruktur Fr. 22'227'939.-- betrage. Gestützt darauf ist festzustellen, dass die Beziff erung der Zusatzkosten durch den Ex- perten – jedenfalls in Bezug auf die gemäss Ziffer 5.3 .1 vorstehend massgebende Grundlage für deren Bemessung – mit Fr. 5'178'657.-- (inkl. MWS T) von der Klägerin nicht in Frage gestellt wird. 6.3.4 Die Beklagte wendet demgegenüber ein, dass der E xperte in den Positionen 8 bis 10 auf Seite 3 des Zusatzgutachtens II von dem von ihm ermit telten generellen Faktor von 0,2 ab- gewichen und die diesbezüglichen Kostenpositionen häl ftig den Parteien zugewiesen habe. Dies widerspreche den bundesgerichtlichen Vorgaben, wona ch nur die Zusatzkosten berück- sichtigt werden dürften und nicht ein genereller Koste nteiler für das Gesamtprojekt in Anwen- dung gebracht werden könne. Demnach sei auch in Bezu g auf die genannten Positionen ein Faktor von 0,2 anzuwenden. Im Weiteren sei nicht ersicht lich, weshalb Finanzierungskosten bereits ab Oktober 1999 berechnet würden, obwohl die zu sätzlichen 12 Rohre erst im Februar 2000 geplant und beschlossen worden seien. Wie es sich da mit verhält, kann letztlich offen ge- lassen werden, zumal – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – selbst unter Zugrundelegung der vom Experten vorgenommenen Bezifferung der Zusatzkos ten nicht von einer Verletzung des Äquivalenzprinzips auszugehen ist. 7.1.1 Als Leistung der Beklagten ist vorab die Gebühr b zw. der Wert für die Benutzungsmög- lichkeit des Verwaltungsvermögens (Tunnel und Brücken) wäh rend 25 Jahren zu berücksichti- gen. Das Bundesgericht führte in diesem Zusammenhang au s, dass Art. 35 Abs. 4 FMG ledig- lich die kostenlose Inanspruchnahme von Grund und Boden im Gemeingebrauch für den Bau und Betrieb von Telekommunikationsleitungen regle, h ingegen nicht ausschliesse, dass für die Nutzung von Verwaltungsvermögen bzw. der schon vorhandenen Infrastruktur des Strassenei- gentümers gemäss Art. 30 der Nationalstrassenverordnung ( NSV) vom 7. November 2007 ver- traglich ein Entgelt vereinbart werde. In der Zwischen zeit bilde auch der nach dem Vertrags- schluss erlassene Art. 38a Abs. 2 bzw. Art. 78 Abs. 2 der V erordnung über Fernmeldedienste (FDV) in der Fassung vom 7. März 2003 bzw. 9. März 2007 eine Grundlage, um das Entgelt für die Nutzung einer Kabelrohranlage des Strasseneigentümers zu regeln (vgl. Urteil des Bundes- gerichts 2A.414/2006 vom 19. März 2008 E. 8.4). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1.2 Gestützt auf die Erwägungen im Rückweisungsentsche id des Bundesgerichts (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.414/2006 vom 19. März 200 8 E. 10.4-10.5) wurde dem Experten die Frage nach dem Wert für die Benutzungsmöglichkeit d es Verwaltungsvermögens unterbrei- tet. 7.1.3 Der Experte hält in diesem Zusammenhang fest, da ss der Kanton Basel-Landschaft der Klägerin im Jahr 2000 in Form einer Gebühr eine Art "Miete" für die Nutzung der bestehen- den Tunnel und Brücken vorgeschlagen habe, welche seiner zeit von der Klägerin akzeptiert worden sei. Er verweist auf das Protokoll vom 25. Febru ar 2000 über eine Besprechung zwi- schen Vertretern der Klägerin und des Kantons Basel-Landschaft, wonach die jährlichen Benut- zungsgebühren für Brücken und Tunnel im Kanton Basel-La ndschaft Fr. 102'222 (exkl. MWST) betragen würden und die Klägerin diese Summe akzeptiert habe. Der Experte hält fest, dass als Kostenbasis im damaligen Zeitpunkt die Einheitspreise von Fr. 1.50 pro Laufmeter Brücken und Fr. 1.20 pro Laufmeter Tunnel zu Grunde gelegt worde n seien. Hochgerechnet auf einen Zeit- raum von 25 Jahren hätte dies eine Gebühr von Fr. 2'5 55'550.-- (exkl. MWST) ergeben. Dieser Wert widerspiegle die Resultate der damals geltenden Grundlagen, welche für die Kalkulation einer Gebühr herangezogen worden seien (Anschaffungskosten der Bauwerke, Abschreibungs- dauer, Benutzungsgrad durch die Trasse). An diesen Grun dlagen habe sich seiner Meinung nach nichts verändert, sodass davon ausgegangen werden kö nne, dass diese Werte nach wie vor Gültigkeit hätten (vgl. Gutachten, S. 21 f.). 7.1.4 Die Klägerin bezeichnet die entsprechenden Ausf ührungen des Experten in ihrer Stel- lungnahme vom 16. Juli 2012 als angemessen. Sie führt aus, es sei nachvollziehbar und zutref- fend, dass der zwischen den Parteien vereinbarte Preis den Wert für die Benutzungsmöglichkeit widerspiegle. Die Klägerin hatte denn auch bereits in ihrer Replik vom 28. November 2003 den entsprechenden Wert für die Benutzungsmöglichkeit des Ve rwaltungsvermögens von Fr. 2'747'216.25 (inkl. MWST) nicht bestritten. Dami t ist vorderhand – ohne auf die Einwände der Beklagten einzugehen – auf einen Wert in dieser H öhe abzustellen. 7.2.1 Im Weiteren hat das Kantonsgericht bereits im er sten Rechtsgang darauf hingewiesen, dass in der Vereinbarung die Wertminderung der Nation alstrasse, welche durch die Benutzung des Standstreifens entstanden sei, nicht berücksichtigt wer de. Die Lebensdauer des Belages werde durch die Benutzung jedoch reduziert, was mit e ntsprechenden Kostenfolgen verbunden sei (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassun gs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 22. Februar 2006 [820 02 473] S. 48). 7.2.2 In Ziffer 8.1 der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 wird unter dem Titel "Benützungsge- bühren" folgendes festgehalten: "In Übereinstimmung m it Art. 35 Abs. 4 Fernmeldegesetz vom 30. April 1997 werden keine Nutzungsgebühren für die Nutzung des Bodens erhoben, unter Vorbehalt einer kantonalen Gebühr im Zusammenhang mi t einer Wertreduktion der bestehen- den Anlagen, von Erschwernissen für den Unterhalt des Eigentümers, von Haftungsrisiken bei Bauarbeiten auf eigenen Anlagen." Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der analogen Regelung in der Vereinbarung im Kanton Bern vom 16. Mai 2000 festgehalten, dass die Erlaub- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nis, die Infrastruktur im Standstreifen zu verlegen, kei ne Leistung darstelle, für welche der Kan- ton Bern eine Entschädigung verlangen könne. Allerdings dürfe der Kanton für den allenfalls erhöhten Verwaltungsaufwand, der ihm durch die Verle gung im Standstreifen erwachse, kos- tendeckende Gebühren erheben. Zulässig sei jedoch allein die Erhebung von Verwaltungs- und nicht auch von Benutzungsgebühren. Soweit der Kanton B ern im vorinstanzlichen Verfahren eine Entschädigung wegen Wertverminderung des Standstreifens geltend mache, könne er sich dafür auf Ziffer 8.1 der Vereinbarung stützen, welche eine solche Gebührenerhebung ausdrück- lich vorbehalte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.296/200 6 und 2A.301/2006 vom 19. März 2008 E. 9.2/9.3). Im Lichte dieser Erwägungen des Bun desgerichts sind eine allfällige Wertver- minderung der Nationalstrasse sowie Erschwernisse für de n Unterhalt des Eigentümers entge- gen der Auffassung der Klägerin gestützt auf Ziffer 8.1 der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 als im Rahmen des Äquivalenzprinzips anrechenbare Leistung der Beklagten zu berücksichtigen. Dem Experten wurde dementsprechend die Frage unterbreitet , ob aufgrund der Benutzung des Stand- und Fahrstreifens eine Wertverminderung der Nat ionalstrasse entstanden bzw. ob dies- bezüglich ein erhöhter Unterhalts- und Erneuerungsbeda rf gegeben sei (vgl. Gutachten, S. 28 ff; Zusatzgutachten II, S. 16). 7.2.3 Der Experte führt dazu aus, dass aus der Benutzung des Standstreifens sowie des Fahrstreifens keine substanzielle Wertverminderung der Na tionalstrasse entstanden sei. Die Kabelrohrtrasse verlaufe auf grossen Distanzen ausserhalb des Standstreifens, d.h. entweder in der Böschung oder überhaupt im Kulturland auf Gemein degebiet. Auch die Nutzung der Fahr- streifen sei nur in vereinzelten Situationen zum Tragen gekommen – namentlich wenn eine Querung der Fahrbahn unumgänglich geworden sei – un d deren Anteil am Gesamtbauwerk sei klein. Standstreifen und Fahrstreifen würden nutzungssei tig keine Einschränkung erfahren. Der entfernte und wieder ersetzte Asphaltstreifen habe in der Regel qualitativ gleichwertig wieder- hergestellt werden können (vgl. Zusatzgutachten II, S. 16 f.). Indes entstehe durch die Zurverfü- gungstellung des Standstreifens aus folgenden Gründen e in höherer finanzieller Aufwand: Durch den Aufbruch des Standstreifens und das Wiederverg iessen und Schliessen mit Asphalt seien in der Regel zwei Fugen innerhalb des Belags auf dem Standstreifen entstanden. Diese Fugen seien schadenanfällig, insbesondere im Winter bei Befahren mit den Pflügen zur Schneeräumung. Sie würden früher oder später an verschi edenen Orten Schadstellen aufwei- sen, welche kontinuierlich wieder instand gestellt werden müssten, damit einerseits die Ge- brauchstauglichkeit (keine grossen Löcher), aber v.a. auch die Dauerhaftigkeit sichergestellt werden könnten. Wenn als Modell davon ausgegangen wer de, dass eine Equipe mit 3 bis 4 Mann mit Fahrzeug und Kleinmaterial für die Kontrolle der gesamten Strecke und die Reparatur ca. 4 Tage benötige und dies ab dem 11. Jahr regelmässig notwendig sei, so entstünden der Beklagten dadurch Mehrkosten in der Höhe von ca. Fr. 300' 000.-- innerhalb von 15 Jahren. Grössere bauliche Massnahmen seien darin nicht enthalten . In Bezug auf den Fahrstreifen be- stehe einerseits gegenüber dem Standstreifen eine höh ere Belastung durch den Verkehr. An- derseits würden Reparaturen an Belägen im Fahrstreifen normalerweise die Einengung der Nationalstrasse auf einen Fahrstreifen bedingen, was mit Mehraufwand verbunden sei. Im Be- reich der Fahrstreifen sei der Aufwand daher 2-3 Mal so hoch pro analoge Masseinheit. Insge- samt schätzt der Experte den Mehraufwand, welcher in Bezu g auf Standstreifen und Fahrstrei- fen aufgrund der Erstellung der Kabelrohranlage entsteht, auf Fr. 500'000.-- (exkl. MWST). Die- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht ser anfallende Zusatzaufwand im Unterhalt über 25 Jah re könne einem allfälligen Minderwert gleichgestellt werden (vgl. Gutachten, S. 28 ff.; Zusatzgutachten II, S. 16 f.). 7.2.4 Die Klägerin macht geltend, dass der Experte i m Zusammenhang mit den fraglichen Kosten Schätzungen mache, welche bezüglich des Aufwands und den Ansätzen nicht nachvoll- ziehbar seien. Der Wert dieser Aussagen sei nicht nachv ollziehbar, zumal der betriebliche Un- terhalt gemäss Art. 9 der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 der Klägerin obliege. 7.2.5 Ob ein Gericht die in einem Gutachten oder Fac hbericht enthaltenen Erörterungen für überzeugend hält oder nicht und ob es dementsprechend d en Schlussfolgerungen des Exper- ten folgen soll, ist eine Frage der Beweiswürdigung. D asselbe gilt für die Frage, ob ein Gutach- ten in sich schlüssig ist. Das Gericht darf in Fachfragen nic ht ohne triftige Gründe von Gutach- ten abweichen und muss Abweichungen begründen. Erschein t indes dem Gericht die Schlüs- sigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaf t, hat es nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben. Das Abst ellen auf eine nicht schlüssige Exper- tise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Bew eiserhebungen kann gegen das Ver- bot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) verstossen (vgl. BGE 130 I 337 E. 5.4.2). 7.2.6 Vorab ist festzustellen, dass Ziffer 9 der Vereinb arung vom 7. Juli 2000 einzig den Un- terhalt an der Kabelrohranlage ("Infrastruktur") und nicht den hier in Frage stehenden Unterhalt an der Nationalstrasse betrifft. Dem entsprechenden E inwand der Klägerin kann daher von vornherein nicht gefolgt werden. Sodann bringt die Kl ägerin in materieller Hinsicht keine sub- stantiierten Einwände gegen die Schätzung des Experten vor. Die in diesem Zusammenhang gemachten Ausführungen des Experten sind denn auch schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf vollumfänglich abgestellt werden kann. Der Beklagten ist demnach für die Zurverfügung- stellung des Standstreifens und des Fahrstreifens eine Le istung in der Höhe von Fr. 538'000.-- (inkl. MWST) anzurechnen. 7.3 Was den vom Experten geschätzten Aufwand für die Kon trolle und Instandhaltung der Schächte in der Höhe von Fr. 300'000.-- (exkl. MWST) anb elangt, so handelt es sich dabei um Unterhalt an der Kabelrohranlage, zumal die Schächt e Bestandteil der Kabelrohranlage bzw. der "Infrastruktur" im Sinne von Ziffer 1.1 der Vere inbarung vom 7. Juli 2000 bilden. Gemäss Ziffer 9 der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 trägt je doch die jeweilige Partei die Kosten des be- trieblichen und baulichen Unterhalts der von ihr genut zten Infrastruktur. Es liegen in diesem Zusammenhang somit keine im Rahmen des Äquivalenzprinzips zu berücksichtigenden Leis- tungen der Parteien vor. Von weiteren Beweismassnahmen in diesem Zusammenhang ist dem- nach abzusehen und die entsprechenden Beweisanträge sind abzuweisen. 7.4.1 Im Weiteren sind die erfolgten Zahlungen des K antons Basel-Landschaft als anre- chenbare Leistung der Beklagten zu berücksichtigen. 7.4.2 Die Klägerin führt dazu in ihrer Eingabe vom 10 . Februar 2010 wie auch in ihrer Schlusseingabe vom 15. Januar 2014 aus, dass sich der Kanto n Basel-Landschaft gemäss Zif- fer 2.3 Abs. 2 der Vereinbarung vom 7. Juli 2000 an den Erstellungskosten der gesamten Ka- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht belrohranlage mit 24 Rohren durch Bezahlung von Fr. 3 .-- pro Meter und Rohr für 10 Rohre zu beteiligen gehabt habe. Der Kanton Basel-Landschaft h abe eine entsprechende Zahlung in der Höhe von Fr. 2'030'999.95 geleistet. Demnach anerkenn t die Klägerin eine Beteiligung der Be- klagten an den Kosten der Kabelrohranlage mit 24 Rohr en in der Höhe von Fr. 2'030'999.95. Ergibt sich bereits unter Berücksichtigung einer Zahlung in der genannten Höhe, dass das Äquivalenzprinzip eingehalten ist, so braucht auf die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Einwände der Beklagten nicht weiter eingegangen zu werden. 8.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen sind im Rah men der Prüfung des Äquiva- lenzprinzips die Zusatzkosten für die Erweiterung der Kabe lrohranlage von 12 auf 24 Rohre in der Höhe von Fr. 5‘178‘657.-- als Leistung der Kläger in zu berücksichtigen. Als Leistung der Beklagten ist der Wert für die Benutzung des Verwaltung svermögens in der Höhe von Fr. 2'747'216.25, der Wert für die Benutzung des Stan d- und Fahrstreifens in der Höhe von Fr. 538'000.-- sowie eine Beteiligung an den Kosten d er Kabelrohranlage mit 24 Rohren in der Höhe von Fr. 2'030'999.95, insgesamt somit ein Betra g in der Höhe von Fr. 5'316'216.20, zu veranschlagen. Bereits aus einer Gegenüberstellung der vo rstehend aufgeführten Leistungen der Parteien ergibt sich ein Überschuss der Leistungen der Beklagten in der Höhe von Fr. 137'559.20. Damit steht fest, dass die von der Klä gerin gestützt auf die Vereinbarung vom 7. Juli 2000 geschuldete Leistung jene der Beklagten in ihrem Wert nicht übertrifft. 8.2 Unter diesen Umständen kann offen gelassen werden, ob die Gebühr für die (strassen- rechtliche) Bewilligungserteilung, für welche das Kan tonsgericht im ersten Rechtsgang einen Betrag von Fr. 630'860.-- in Anschlag brachte, den Anforderungen an das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip entspricht und in der genannten Höhe als Leistung der Beklagten zu berück- sichtigen ist. Ebenfalls unterbleiben können weitere Be weismassnahmen in Bezug auf die Fra- ge, ob im Rahmen der Durchführung von Arbeiten/Sanier ungen an der Nationalstrasse Zusatz- kosten wegen Anpassungen und Änderungen an der Kabelro hranlage entstehen. Der Experte führt in diesem Zusammenhang aus, dass er Bauarbeiten an der Nationalstrasse im Verlauf der Vertragsdauer sowie Schnittstellen mit dem bestehende n Kabelrohrblock als wahrscheinlich erachte, jedoch keine abschliessende Übersicht über entspre chende Projekte und künftige Bauarbeiten habe (vgl. Gutachten, S. 25; Zusatzgutachten II, S. 14). Schliesslich braucht auf die Rügen der Beklagten im Zusammenhang mit dem Nachweis b zw. der Substantiierung der Leis- tungen der Klägerin im Streckenabschnitt Basel-Landschaft, der Ermittlung der Zusatzkosten für die Erweiterung der Kabelrohranlage von 12 auf 24 R ohre sowie der Höhe der Zahlungen des Kantons Basel-Landschaft ebenso wie den Antrag der Beklagten auf Wiederholung des Experti- severfahrens mit einem anderen Experten nicht weiter eingegangen zu werden. 8.3 Die Klage erweist sich nach dem Gesagten auch hinsi chtlich der geltend gemachten Verletzung des Äquivalenzprinzips bzw. der Entschädigungsf orderung der Klägerin als unbe- gründet. Sie ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 9.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht liegend sind die Verfahrenskosten – einschliesslich der Kos ten des ersten Rechtsgangs – dem Ausgang des Verfahrens entsprechend der Klägerin aufzuerlegen. 9.2 Nach § 52 Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 können die Gerichte für ihre Verricht ungen Gebühren bis 60'000 Franken er- heben. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem Wert und der Bedeutung der Sache sowie nach dem Arbeits- und dem Zeitaufwand (§ 52 Abs. 2 GO G). Der Gebührenrahmen für einen Endentscheid der Fünferkammer beträgt gemäss § 18 der V erordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT) vom 15. November 2010 Fr. 500.-- bis F r. 30'000.--. Die Gebühren können unter anderem in Verfahren mit umfangreichem Aktenmat erial sowie komplizierten rechtlichen oder tatsächlichen Verhältnissen bis auf das Doppelte des ordentlichen Ansatzes erhöht werden (§ 3 Abs. 2 GebT). Im vorliegenden Fall ist die Gericht sgebühr mit Blick auf die umfangreichen Verfahrensakten sowie die Komplexität der zu beurteilen den Rechts- und Sachverhaltsfragen auf Fr. 45'000.-- festzusetzen. Hinzu kommen Gutachten skosten von Fr. 89'888.65 (inkl. MWST) sowie Dolmetscherkosten von Fr. 360.--. Der Klägerin sind somit Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 135'248.65 aufzuerlegen. 9.3.1 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilwei se obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Gemeinden und andere Träger öffen tlicher Aufgaben haben Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern der Beizug eines Anwal ts bzw. einer Anwältin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO Satz 2). 9.3.2 Die Beklagte macht geltend, dass die Regelung von § 21 Abs. 2 VPO einzig den An- spruch des Kantons auf eine Parteientschädigung verneine und auf die Schweizerische Eidge- nossenschaft nicht anwendbar sei. Diese habe somit gestütz t auf die allgemeine Regelung von § 21 Abs. 1 VPO Anspruch auf eine Parteientschädigung. Soweit in § 21 Abs. 2 VPO auf "ande- re Träger öffentlicher Aufgaben" verwiesen werde, könn e sich dies nur auf kantonale oder kommunale Träger öffentlicher Aufgaben beziehen. Selbst wenn das Kantonsgericht die Schweizerische Eidgenossenschaft als Trägerin öffentliche r Aufgaben im Sinne dieser Bestim- mung erachten würde, bestehe ein Anspruch auf eine Pa rteientschädigung, zumal der Beizug eines Anwalts vorliegend zweifellos gerechtfertigt gewesen sei. 9.3.3 Wie bereits ausgeführt, wird dem Kanton keine Pa rteientschädigung zugesprochen und haben Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufga ben Anspruch auf eine Parteientschä- digung, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwä ltin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Der Kanton hat gemäss dieser Regelung somit unter keinen Umständen einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Nach ständiger basellandschaftlicher Gerichtspraxis steht sodann Gemeinden und anderen Trägern öffentlicher Aufgaben – gemeint sind hier in erster Linie öf- fentlich-rechtliche Körperschaften und Anstalten ausserhalb der Zentralverwaltung – ein An- spruch auf eine Parteientschädigung zu, wenn für eine angemessene Prozessvertretung rechtli- ches Spezialwissen gefordert ist, das über die bei der Rec htsanwendungstätigkeit erforderli- chen Kenntnisse der Behörde hinausgeht und über welche s gemeindeeigene Rechtsdienste Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht bzw. die jeweiligen öffentlich-rechtlichen Organisatio nen normalerweise nicht verfügen. Diese Praxis gilt sowohl für das Beschwerdeverfahren als auch das Klageverfahren (vgl. KGE VV vom 8. Dezember 2010 [820 09 456] E. 6.2 mit Hinweisen). 9.3.4 Zur Frage, ob der Schweizerischen Eidgenossenschaf t eine Parteientschädigung zu- steht, enthält die Verwaltungsprozessordnung keine ausdrückliche Regelung. Es ist davon aus- zugehen, dass der kantonale Gesetzgeber bei der Regelun g von § 21 Abs. 2 VPO nicht in Be- tracht gezogen hat, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft Partei in einem kantonalen Verwaltungsprozess sein könnte. Er hat mit anderen Worten nicht an die Konstellation gedacht, welche dem vorliegenden Fall zugrunde liegt. Der Bekla gten ist demnach insofern beizupflich- ten, als sich die in § 21 Abs. 2 VPO genannten "andere n Träger öffentlicher Aufgaben" auf kan- tonale und kommunale öffentlich-rechtliche Organisatio nen beziehen und die Schweizerische Eidgenossenschaft bzw. öffentlich-rechtliche Körperschafte n und Anstalten des Bundes nicht darunter fallen. Entgegen der von ihr sinngemäss vertretenen Auffassung kann jedoch in Bezug auf § 21 Abs. 2 VPO nicht von einem qualifizierten Schw eigen des Gesetzgebers ausgegangen werden mit der Folge, dass dem Bund im Gegensatz zum Kan ton und den Gemeinden sowie den anderen Trägern öffentlicher Aufgaben ein Anspruc h auf Parteientschädigung gemäss der allgemeinen Regelung von § 21 Abs. 1 VPO zusteht. Vielm ehr ist diesbezüglich von einer rich- terrechtlich zu schliessenden echten Lücke auszugehen (vgl. dazu BGE 135 III 385 E. 2.1; 138 II 1 E. 4.1). Dabei ist vom Grundsatz auszugehen, dass der Kanton in keinem Fall Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Der Gesetzgeber setzt dam it im Fall des Kantons die erforderli- che juristische Fachkompetenz in jedem Fall voraus. Ledigl ich bei Gemeinden oder kantonalen und kommunalen Trägern öffentlicher Aufgaben ausserhalb der Zentralverwaltung kann – unter bestimmten Voraussetzungen – eine Parteientschädigung in Ausnahmefällen zugesprochen werden. Was jedoch im Fall des Kantons gilt, muss ohne w eiteres auch für die Schweizerische Eidgenossenschaft gelten. Es wäre jedenfalls nicht einz usehen, weshalb der Schweizerischen Eidgenossenschaft, welche im vorliegenden Fall zweifello s über die erforderlichen Fachkennt- nisse verfügt, anders als dem Kanton gestützt auf die kant onale Verwaltungsprozessordnung ein Anspruch auf eine Parteientschädigung zustehen sollte. 9.3.5 Nach dem Gesagten ist der Beklagten im vorliegend en Verfahren in analoger Anwen- dung von § 21 Abs. 2 VPO keine Parteientschädigung zuz usprechen. Die Parteikosten sind demzufolge wettzuschlagen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Klage wird abgewiesen, soweit darauf ein getreten wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 135'248.6 5 werden der Kläge- rin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 96'280.-- verrechnet. Die Klägerin hat demzufolge restliche Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 38'968.65 zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber