B. Gerichtsentscheide 3561 31 JuG) Gebrauch gemacht hat, indem er unter dem Tit el Verwaltungsrecht s- pflege das Obergericht als einzige kantonale Instanz – mithin also als Vers i- cherungsgericht – für Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung bestimmte; bekanntlich unterliegen diese Zusatzversicherungen nach Art. 12 Abs. 3 des erwähnten Bundesgesetzes über die Krankenversi cherung (KVG; SR 832.10) dem VVG. Was die Anwendbarkeit von Art. 28 A bs. 1 lit. c JuG anbelangt, so sind nach einem allgemeinen Grundsatz materielle Bestimmun- gen auf die bei ihrem Inkrafttreten bereits hängigen Verfa hren nicht anwen d- bar (vgl. Art. 82 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinden Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), formelle dagegen schon. De s- halb ist das Obergericht auch für die masslic he Beurteilung der Verrec h- nungsforderung zuständig, die in dem von der Swica geltend gemachten U m- fang von Fr. 5'198.60 als ausgewiesen zu bezeichnen ist, zumal dieser auch vom Beschwerdeführer nicht näher bestritten wird. […] OGer, 19.01.2011 3561 Abklärung an Ort und Stelle im Rahmen eines Revisionsverfahrens b e- treffend Hilflosenentschädigung und Intensivpflegezuschlag. Aus den Erwägungen: 3.2 Vorliegend unterliess es die IV -Stelle im Hinblick auf die Revision der Hilflosenentschädigung und der Entschädigung für lebensprakti sche Begle i- tung, die gemäss N 8130 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH; gültig ab 01.01.2010) gebotene Abklärung an Ort und Stelle (AOS) vorzunehmen; in diesem Zusammenhang ist jedoch darauf hinzuweisen, dass es in der einschlägigen Vorschrift von Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) heisst, die Verwaltung könne Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen, s odass fraglich ist, ob sich die zitierte Verwaltungsweisung von N 8130 KSIH noch im Ra h- men dieser Bestimmung hält. Abgesehen davon richten sich Verwaltungswei- sungen an die Durchführungsstellen und sind vom Sozialversicherungsgericht nur zu berücksichtigen, wenn sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen (BGE 132 V 200 E 5.1.2). Nachdem anlässlich der (ersten) Abklärung vor Ort die Einschätzung des zusätzlichen Arbeitsaufwandes zwischen der Mutter des Versicherten und der Abklärungsperson d er IV-Stelle beträchtlich diver gierte, wäre dies auch in A nbetracht der vorliegenden Eingabe zu erwarten, sodass B. Gerichtsentscheide 3561 32 dem Ergebnis der AOS von vornherein nur eine sehr beschränkte Aussag e- kraft zukommen könnte, diese mithin wenig bzw. gar keinen Sinn machen würde. Abgesehen davon wurde die AOS erst nach der Verfügung vom 10. Mai 2007, womit dem Versicherten die mit der vorliegend angefochtenen Verfügung nunmehr gekürzten höheren Leistungen zugesprochen worden wa- ren, durchgeführt. Vor diesem Hintergrund verzichtete die IV -Stelle zu Recht auf eine weitere AOS, legte den Fall aber in Nachachtung von Art. 69 Abs. 4 IVV nach Vorliegen des Gutachtens von Dr. XY dem regionalärztlichem Dienst ( RAD) zur Beurteilung vor. Den for mellen Vorschriften wurde seitens der IV-Stelle somit in angemessener Weise Rechnung getragen. 3.3 Bei dieser Sichtweise spielt die von der IV -Stelle in der Beschwerd e- antwort aufgeworfene Frage, ob nicht eher ein Wiedererwägungs - denn ein Revisionsfall vor liege, keine ent scheidende Rolle, da nach der hier vertret e- nen Auffassung auch in einem Revisionsver fahren bei einem Sachverhalt wie dem vorliegenden auf die vom Beschwerde führer beantragte AOS verzichtet werden durfte. Am Rande sei in diesem Zusammenhang jedoch erwähnt, dass die IV - Stelle in der Verfügung vom 10. Mai 2007, womit die mit der vorliegend ang e- fochtenen Verfügung vom 3. Juni 2010 aufgehobenen bzw. herabgesetzten Leistungen an den Versicherten erhöht wor den waren, tatsächlich Bede nken hinsichtlich der Höhe des Betreuungs-Mehraufwandes geltend gemacht hatte, der überdies erst auf Einwand des Versicherten auf die ursprüngliche Verf ü- gung vom 5. April 2007 hin heraufgesetzt worden war. Hinsichtlich ei nes Wie- dererwägungsgrundes entscheidender wäre aber wohl der Umstand, dass der Versicherte gemäss Abklärungsbericht vom 9. Juni 2006 selbständig stehen und gehen könne, sodass schon damals eher nicht von einer schweren Hilfl o- sigkeit i.S.v. Art. 37 Abs. 1 IVV auszugehen war; jedenfalls deuten das spät e- re Gutachten Dr. XY vom 16. Oktober 2008 und die Angaben der Kranke n- schwester der Kinderspitex vom 23. Dezember 2008, wo nach dieser in den letzten drei Jahren grosse Fortschritte gemacht habe, in diese Richtung. Unter diesen Umständen hätte allenfalls ein Wied ererwägungsgrund aufgrund einer anfänglichen rechtlichen Unrichtigkeit ( Urteil BGer 9C_845/2009, E. 3.2; vgl. zur Abgrenzung von der prozessualen Revision nach Art. 53 Abs. 1 des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] aufgrund einer anfänglichen tatsächlichen Unrichtigkeit BGE 135 V 201 E. 5.1) vorgelegen, der jedoch gegenüber dem bereits beja h- ten Revisionsgrund (Ziff. 3.1 hiervor) zurückzutreten hätte (vgl. Urteil BGer 8C_1012/2008, E. 2.1). Umso grosszügige r wirken unter diesen Umständen aber die dem Versicherten bisher gemäss Verfügung vom 10. Mai 2007 ge- währten Leistungen bzw. umso gerechtfertigter wirkt di e vorliegend angefoch- tene Verfügung, womit diese aufgehoben bzw. herabgesetzt wurden. Falls j e- doch nur ein Grund für eine Wiedererwägung und nicht für eine (ordentliche B. Gerichtsentscheide 3562 33 oder ausseror dentliche) Revision vor läge, wäre der Verzicht auf eine AOS ohnehin rechtens. Die Beschwerde ist mithin so oder anders abzuweisen. OGer, 16.02.2011 3562 Rechtliches Gehör. Wird im Rekursverfahren durch das instruierende Depar- tement bei einer fachkundigen Amtsstelle im eigenen Departement ein Amt s- bericht eingeholt, so sind dem Sachverständigen die vollständigen Akten vo r- zulegen und den Parteien ist Gelegenheit einzuräumen, Ergän zungsfragen zu stellen. Aus den Erwägungen: 2. [Es wird festgestellt, dass die Ergänzung eines Amtsberichts durch denselben Mitarbeiter der Amtsstelle keine Vorbefassung im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. c VRPG darstellt.] 2.1 Schwerer wiegt der Einwand, dass die Einholung dieses Amtsberichts erfolgt sei, ohne dass den Parteien Gelegenheit zu Ergänzungsfragen g e- währt wurde und ferner, dass dem in Statikfragen Sachverständigen A. die Baubewilligungsakten nur unvollständig zur Verfügung gestanden haben. Vorab ist dazu festzustellen, dass es sich beim Amtsbericht von A. nicht bloss um eine Auskunft im engeren Sinn, sondern um einen Amtsbericht mit gu t- achterlichem Charakter handelt, wurde doch A. als Ingenieur FH aufgrund seines statischen Fachwissens beigezogen. Zur Beurteilung der Statik des 2007 bewilligten Gebäudes, der Balkonstützen und der Stützmauer hätten ihm jedenfalls die vollständigen Baugesuchsunterlagen zur Verfügung gestellt werden müssen. Zudem sieht Art. 12 Abs. 3 VRPG für die Befragung von Auskunftspersonen ohnehin vor, dass die Parteien diesen Ergänzungsfragen stellen können. Dieser Anspruch besteht selbstredend auch dann, wenn die Befragung schriftlich erfolgt. 2.2 [Es wird festgestellt, dass dem Sachverständigen nicht alle Baug e- suchsakten zur Verfügung standen und dass den Parteien sowie insbesond e- re der Beschwerde führenden Gemeinde keine Möglichkeit zu Ergänzung s- fragen eingeräumt worden ist .] Dass insbesondere bei einem Amtsbericht mit gutachterlichem Charakter den Parteien kein Anspruch auf Erg änzungsfragen zustehen soll, wie dies die Vorinstanz unter Hinweis auf einen Ko mmentar zu Art. 12 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsver- fahrensgesetz; VwVG; SR 172.021) glauben machen will, ist mit Art. 12 Abs. 3 VRPG, welcher für das kantonale Verwaltungsverfahren mas sgebend ist, nicht zu vereinbaren. Der Hinweis auf das Bundesverwaltungsverfahren geht aber auch deshalb fehl, weil andere Kommentatoren einen A nspruch auf