<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00046</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205157&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00046</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nutzungsplanung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gestaltungsplan "Dorfzentrum" in Küsnacht; Erweiterung des Perimeters für die Gestaltungsplanpflicht auf die Fläche zwischen Kohlrain- und Fähnlibrunnenstrasse; Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs "wesentliches öffentliches Interesses" im Sinne von § 48 Abs. 3 PBG.<br/><br/>Wenn § 48 Abs. 3 PBG für die Festlegung einer Gestaltungsplanpflicht ein "wesentliches" öffentliches Interesse an einer solchen zusätzlichen planerischen Grundlage als einer weiteren Stufe zwischen Grundnutzungsplanung und Baubewilligung voraussetzt, so ist damit ein qualifiziertes öffentliches Interesse gemeint (E. 4). Aus den genannten Berichten der Ortsplanungskommission Küsnacht ergibt sich in keiner Weise, worin dieses wesentliche Interesse für die Ausdehnung der Gestaltungsplanpflicht auf die (im Zwischenbericht noch nicht erfasste) Fläche zwischen Kohlrain- und Fähnlibrunnenstrasse liegen soll. Im Bericht "Grobkonzept und Vorgaben für die Gebietsplanung Gestaltungsplan Dorfzentrum" werden zwar für die einzelnen Teilbereiche des Gestaltungsplangebiets Inhalte definiert, jedoch genau für den vorliegend umstrittenen Teil des Planungsperimeters werden überhaupt keine zusätzlichen Inhalte festgelegt (E. 4). Die Ausdehnung der Gestaltungsplanpflicht auf die streitbetroffenen Grundstücke verletzt daher § 48 Abs. 3 PBG; sie ist namentlich aus Verhältnismässigkeitsgründen nicht mit der verfassungsrechtlich gewährleisteten Eigentumsfreiheit vereinbar (E. 4). <br/>Gutheissung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNGSPLAN">GESTALTUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: SONDERNUTZUNGSPLÃNE">SONDERNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WESENTLICHES INTERESSE">WESENTLICHES INTERESSE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 26 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 36 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 46 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 48 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 48 Abs. III PBG</span><br/><span class="gerade">§ 83 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit BeschlÃ¼ssen vom 12., 19. und 26. Januar sowie 2. Februar 2004 revidierte die Gemeindeversammlung KÃ¼snacht die kommunale Nutzungsplanung 1994. Dabei wurde unter anderem der Perimeter fÃ¼r die Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum", welcher bisher nur die Parzelle Kat.Nr. 01 umfasste, auf die GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08 und 09 erweitert. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangten A, B und die C AG an die Baurekurskommission II mit dem Antrag, den Zonenplan insoweit aufzuheben, als die Gestaltungsplanpflicht auf ihre GrundstÃ¼cke Kat. Nrn. 04, 05, 06 und 07 ausgedehnt worden sei. Die Rekurskommission wies das Rechtsmittel nach DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins am 7. Dezember 2004 ab; die Rekurskosten von Fr. 3'570.- auferlegte sie den Rekurrenten; ParteientschÃ¤digungen sprach sie nicht zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 1. Februar 2005 erneuerten die unterlegenen Rekurrenten ihren Rekursantrag; verfahrensrechtlich beantragten sie die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins und die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Auf PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 2. Februar 2005 hin prÃ¼fte die Baudirektion (welche die Vorlage mit Ausnahme der streitbetroffenen GrundstÃ¼cke bereits am 7. Juli 2004 genehmigt hatte), ob die Genehmigung auch bezÃ¼glich dieser GrundstÃ¼cke erteilt werden kÃ¶nne, was sie mit VerfÃ¼gung vom 25. April 2005 bejahte. Die Gemeinde KÃ¼snacht beantragte dem Verwaltungsgericht hierauf am 30. Mai 2005 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. Die Baurekurskommission II verzichtete am 10. Mai 2005 auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) und § 329 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Behandlung der vorliegenden eine kommunale Nutzungsplanung betreffenden Beschwerde zustÃ¤ndig (RB 1998 Nr. 26). Die im Rekursverfahren unterlegenen GrundeigentÃ¼mer sind zur Beschwerdeerhebung ohne weiteres le­gi­timiert (§ 21 VRG). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Als erste Rechtsmittelinstanz Ã¼berprÃ¼fen die Baurekurskommissionen kommuna­le NutzungsplÃ¤ne grundsÃ¤tzlich mit voller Kognition nicht nur auf ihre GesetzmÃ¤ssigkeit, sondern auch auf ZweckmÃ¤ssigkeit und Angemessenheit hin (§ 20 VRG). Soweit den Gemeinden bei der Festsetzung der Bau- und Zonenordnung allerdings Planungsautonomie zu­steht, insbesondere wenn es fÃ¼r die Beurteilung auf die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse ankommt, haben sich die RekursbehÃ¶rden bei der Ermessenskontrolle ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Sie dÃ¼rfen dann korrigierend eingreifen, wenn sich die kommunale LÃ¶sung aufgrund Ã¼berkommunaler Interessen als unzweckmÃ¤ssig erweist oder den wegleitenden Zielen und GrundsÃ¤tzen der Raumplanung widerspricht. Im Ãbrigen heben sie im Rahmen der Ermessenskontrolle die kommunale Planfestsetzung nur dann auf, wenn deren UnzweckmÃ¤ssigkeit oder die Unangemessenheit offensichtlich ist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 20; Walter Haller/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, Rz. 1073 f.). DemgegenÃ¼ber ist das Verwaltungsgericht bei der ÃberprÃ¼fung von Rekursentscheiden Ã¼ber kommunale Nutzungsplanungen gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 und 2 VRG auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die fÃ¼r die Beurteilung erheblichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse ergeben sich mit hinreichender Klarheit aus den vorliegenden Akten. Ein Augenschein des Verwaltungsgerichts ist nicht erforderlich, zumal bereits die Baurekurskommission einen solchen vorgenommen hat. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Bau- und Zonenordnung regelt die Ãberbaubarkeit und die Nutzweise der GrundstÃ¼cke, soweit diese nicht abschliessend durch eidgenÃ¶ssisches oder kantonales Recht bestimmt sind (§ 46 Abs. 1 PBG). Zu diesem Zweck wird der nicht von Ã¼bergeordneten Zonen und nicht von Waldareal erfasste Gemeindebann rechtsverbindlich in Bauzonen, Erholungszonen, Freihaltezonen und Reservezonen unterteilt (§ 46 Abs. 2 PBG). Es sind Bauzonen unterschiedlicher AusnÃ¼tzung, Bauweise und/oder Nutzweise vorzusehen (§ 48 Abs. 1 PBG mit AufzÃ¤hlung der in Betracht kommenden Zonentypen in Abs. 2). Besteht ein wesentliches Ã¶ffentliches Interesse, beispielsweise des Ortsbild- und Landschaftsschutzes, des Aussichtsschutzes, des Immissionsschutzes oder ein solches an einer differenzierten baulichen Verdichtung, kann mit der Zonenzuweisung festgelegt werden, dass fÃ¼r bestimmte Teilbereiche ein Gestaltungsplan festgelegt werden muss (§ 48 Abs. 3 PBG). Mit GestaltungsplÃ¤nen werden gemÃ¤ss § 83 PBG fÃ¼r bestimmt umgrenzte Gebiete Zahl, Lage, Ã¤ussere Abmessungen sowie Nutzweise und Zweckbestimmung der Bauten bindend festgelegt, wobei von den Bestimmungen Ã¼ber die Regelbauweise und die kantonalen MindestabstÃ¤nde abgewichen werden darf (Abs. 1). FÃ¼r die Projektierung ist ein angemessener Spielraum zu belassen (Abs. 2). Der Gestaltungsplan hat auch die Erschliessung sowie die gemeinsamen AusrÃ¼stungen und Ausstattungen zu ordnen, soweit sie nicht schon durch einen Quartierplan geregelt sind; er kann Festlegungen Ã¼ber die weitere Umgebungsgestaltung enthalten (Abs. 3). Erfordern die UmstÃ¤nde (insbesondere in weitgehend Ã¼berbauten Gebieten) keine umfassende Regelung, kann sich der Inhalt eines Gestaltungsplans auf einzelne Anordnungen beschrÃ¤nken (Abs. 4).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission hat die Einwendungen der Rekurrenten, die Ausdehnung des Gestaltungsplanperimeters auf ihre zwischen der Kohlrain- und der FÃ¤hnlibrunnenstrasse liegenden, teilweise mit neueren GebÃ¤uden Ã¼berstellten GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 04, 05, 06 und 07, lasse sich nicht auf ein wesentliches Ã¶ffentliches Interesse stÃ¼tzen und widerspreche dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip, im Wesentlichen aus folgenden ErwÃ¤gungen verworfen: </p> <p class="Urteilstext">Der Gemeinde gehe es darum, die kÃ¼nftige Entwicklung des Gebiets "Bahnhof/Parkplatz ZÃ¼richstrasse" sowie des historisch gewachsenen Dorfkerns zusammenzufÃ¼gen und aufzuwerten, ohne die Gestaltung im Einzelnen bereits heute festzulegen. Zur Erreichung dieses Ziels bilde der streitbetroffene Gestaltungsplan ein zulÃ¤ssiges und taugliches Mittel. Als Verkehrsknotenpunkt stelle der Bahnhof ein "natÃ¼rliches Zentrum" dar, welches jedoch heute durch ein zufÃ¤llig wirkendes, unkoordiniertes Nebeneinander von Ã¼berbauten und unbebauten TeilrÃ¤umen charakterisiert sei; Nutzung und Architektur der Teilbereiche seien derart unterschiedlich, dass kein einheitliches, harmonisches Erscheinungsbild gegeben sei, was durch die die Teilbereiche voneinander trennenden Verkehrswege und FussgÃ¤ngerverbindungen zusÃ¤tzlich akzentuiert werde. Damit erweise sich die Ausdehnung der Gestaltungsplanpflicht auf die seeseitig der Bahngeleise gelegenen GrundstÃ¼cke als sinnvoll und zweckmÃ¤ssig; insbesondere ermÃ¶gliche sie, dass neben der lang gezogenen, relativ schmalen Parzelle Kat.Nr. 08 auch die angrenzenden FlÃ¤chen und die dort bestehenden baulichen VerhÃ¤ltnisse bei der Projektierung von Neu- und Umbauten genÃ¼gend berÃ¼cksichtigt werden. Mit ihrem Einwand, ihre Parzellen seien bereits mehr als hinreichend erschlossen, wÃ¼rden die Rekurrenten verkennen, dass ein Gestaltungsplan nicht nur der HerbeifÃ¼hrung der Baureife diene; mit dem streitbetroffenen Plan liesse sich insbesondere auch eine Reduzierung oder gar Teilaufhebung von VerkehrsflÃ¤chen realisieren. Die Erweiterung ermÃ¶gliche im Ãbrigen nicht nur eine bessere Feinabstimmung der Planung auf die bereits bestehenden BedÃ¼rfnisse, sondern lasse auch mehr Planungsfreiheit zu, was die BerÃ¼cksichtigung auch kÃ¼nftiger Entwicklungs- und ÃberbauungswÃ¼nsche ermÃ¶gliche. Der BefÃ¼rchtung der Rekurrenten, die Ausarbeitung eines Gestaltungsplans erfordere unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig viel Zeit, sei insofern unbegrÃ¼ndet, als das Fehlen dieses Plans allfÃ¤lligen Baugesuchen gemÃ¤ss der Regelung von § 235 PBG nicht beliebig lang entgegengehalten werden kÃ¶nne; vielmehr wÃ¤re die Gemeinde gegebenenfalls verpflichtet, einen solchen Plan innert lÃ¤ngsten drei Jahren zu erlassen. Zudem habe die Gemeinde mit der Projektierung bereits begonnen; gemÃ¤ss Beschluss vom 15. September 2004 habe der Gemeinderat vom Bericht der Steuerungsgruppe "Zentrumsentwicklung" betreffend "Grobkonzept und Vorgaben fÃ¼r die Gebietsplanung Gestaltungsplan Dorfzentrum" zustimmend Kenntnis genommen und die Steuerungsgruppe angehalten, den Gestaltungsplan Dorfzentrum vorzubereiten und bis spÃ¤testens 11. August 2005 eine Vorlage fÃ¼r einen Planungskredit zu unterbreiten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Zwischenbericht der Ortsplanungskommission KÃ¼snacht vom 5. Februar 2003 zur Teilrevision der Bau- und Zonenordnung 1994 sollte die bestehende Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum" fÃ¼r das Ã¶stlich der Geleise gelegene Parkplatzareal an der ZÃ¼richstrasse auf das Bahnhofareal westlich der Geleise einschliesslich der dort parallel zu den Geleisen verlaufenden Kohlrainstrasse erweitert werden. Damit werde die MÃ¶glichkeit geschaffen, "die bereits urbanen Teile von KÃ¼snacht grosszÃ¼gig, bedÃ¼rfnisgerecht und nach stÃ¤dtebaulichen GrundsÃ¤tzen zu Ã¼berbauen", wobei auch der Strassenraum "in stÃ¤dtebauliche Ãberlegungen einbezogen werden" kÃ¶nne. Vorbehalten wurde dabei eine nochmalige Erweiterung der Gestaltungsplanpflicht auf die FlÃ¤che zwischen Kohlrainstrasse und FÃ¤hnlibrunnenstrasse. Diese in der Zone W4 ohne Baumassenziffer liegende FlÃ¤che umfasst die GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 04 und 05 mit dem darauf befindlichen neueren Mehrfamilienhaus der BeschwerdefÃ¼hrerin 3 sowie die sÃ¼dlich anschliessenden GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 06 und 07 der BeschwerdefÃ¼hrer 1 und 2, wobei Kat.Nr. 06 mit einem Ã¤lteren GebÃ¤ude Ã¼berbaut ist, wÃ¤hrend Kat.Nr. 07 unÃ¼berbaut und fÃ¼r sich allein unÃ¼berbaubar ist. Ferner umfasst die genannte FlÃ¤che das weiter sÃ¼dlich anschliessende moderne GeschÃ¤ftsgebÃ¤ude Kohlrainstrasse. Bei der weiteren Bearbeitung der Vorlage wurde die Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum" auch auf diese FlÃ¤che ausgedehnt. Im Schlussbericht der Ortsplanungskommission vom 2. Oktober 2003 bzw. in der Weisung des Gemeinderats vom 30. Oktober 2003 zuhanden der Gemeindeversammlung wird diese Erweiterung planlich festgehalten; eine BegrÃ¼ndung dazu findet sich jedoch nicht; die AusfÃ¼hrungen zur Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum" decken sich mit jenen im Zwischenbericht. Wie bei den im Schlussbericht behandelten weiteren Arealen mit Gestaltungsplanpflicht wird einzig auf den neuen Art. 44a BZO hingewiesen. GemÃ¤ss dieser Bestimmung gilt fÃ¼r die im Zonenplan speziell gekennzeichneten Gebiete im Interesse einer qualitativ guten Bebauung die Pflicht zur Ausarbeitung eines Gestaltungsplans (vgl. zur Geschichte der BZO-Revision auch VGr, 21. April 2004, VB.2004.00028).</p> <p class="Urteilstext">Wenn § 48 Abs. 3 PBG fÃ¼r die Festlegung einer Gestaltungsplanpflicht ein "wesentliches" Ã¶ffentliches Interesse an einer solchen zusÃ¤tzlichen planerischen Grundlage als einer weiteren Stufe zwischen Grundnutzungsplanung und Baubewilligung voraussetzt, so ist damit ein qualifiziertes Ã¶ffentliches Interesse gemeint (vgl. VGr, 3. Juni 1993, VB.1993.00067). Aus den genannten Berichten der Ortsplanungskommission ergibt sich in keiner Weise, worin dieses wesentliche Interesse fÃ¼r die Ausdehnung der Gestaltungsplanpflicht auf die (im Zwischenbericht noch nicht erfasste) FlÃ¤che zwischen Kohlrain- und FÃ¤hnlibrunnenstrasse liegen soll. Was die Beschwerdegegnerin in der Rekurs- und in der Beschwerdeantwort diesbezÃ¼glich vorgebracht hat, vermag ein wesentliches Ã¶ffentliches Interesse an der genannten Erweiterung des Perimeters eben so wenig zu begrÃ¼nden. Insbesondere lÃ¤sst sich ein derartiges qualifiziertes Interesse nicht aus dem "Grobkonzept fÃ¼r die Zentrumsplanung Dorf" samt darin enthaltenen "Vorgaben fÃ¼r die Gebietsplanung Gestaltungsplan Dorfzentrum" ableiten, von welchem der Gemeinderat KÃ¼snacht mit Beschluss vom 15. September 2004 zustimmend Kenntnis genommen hat. Das genannte Konzept umfasst mit dem "Zentrum" der Gemeinde KÃ¼snacht ein verhÃ¤ltnismÃ¤ssig weitrÃ¤umiges Gebiet, das in verschiedene Teilgebiete aufgeteilt wird. Der Perimeter der Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum" wird davon nur von zwei Teilgebieten berÃ¼hrt, nÃ¤mlich dem GÃ¼terschuppen-Areal SBB zwischen Bahnlinie und Kohlrainstrasse sowie dem Parkareal an der ZÃ¼richstrasse Ã¶stlich der Bahnlinie. Die fÃ¼r das Teilgebiet "GÃ¼terschuppen-Areal SBB" genannten Ziele lassen die mit dem Zwischenbericht zur BZO-Revision vorgesehene Erweiterung des Perimeters fÃ¼r die Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum" auf das SBB-Areal zwischen Bahngeleisen und Kohlrainstrasse als gerechtfertigt erscheinen, was denn auch von den BeschwerdefÃ¼hrern anerkannt wird. FÃ¼r eine weitergehende Ausdehnung auf die unter anderem die streitbetroffenen GrundstÃ¼cke umfassende FlÃ¤che zwischen Kohlrain- und FÃ¤hnlibrunnenstrasse fehlen jedoch sowohl konkrete Zielsetzungen wie auch plausible Ãberlegungen. Im Bericht "Grobkonzept und Vorgaben fÃ¼r die Gebietsplanung Gestaltungsplan Dorfzentrum" werden zwar fÃ¼r die einzelnen Teilbereiche des Gestaltungsplangebietes Inhalte definiert, jedoch genau fÃ¼r den vorliegend umstrittenen Teil des Planungsperimeters werden Ã¼berhaupt keine zusÃ¤tzlichen Inhalte festgelegt. Dass dort erwÃ¤hnt wird, dass der Bereich der Kohlrainstrasse im Zusammenhang mit der Neukonzeption des GÃ¼terschuppenareals gestalterisch aufgewertet worden soll, vermag jedenfalls ein qualifiziertes Ã¶ffentliches Interesse fÃ¼r die streitbetroffene Ausdehnung nicht darzutun. Das gilt in erster Linie fÃ¼r die mit einem neueren Mehrfamilienhaus Ã¼berbauten GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 04 und 05 der BeschwerdefÃ¼hrerin 3, angesichts der gÃ¤nzlich fehlenden Substanziierung besserer GestaltungsmÃ¶glichkeiten aber auch fÃ¼r die GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 06 und 07 der BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2, ungeachtet dessen, dass das Ã¤ltere GebÃ¤ude auf Kat.Nr. 06 mÃ¶glicherweise einmal durch eine NeuÃ¼berbauung ersetzt wird. Im Ãbrigen hat der Gemeinderat KÃ¼snacht denn auch im Beschluss vom 15. September 2004 eingerÃ¤umt, dass der Verzicht auf den Einbezug der streitbetroffenen FlÃ¤che (bzw. deren Ausklammerung aufgrund eines diesbezÃ¼glichen Rechtsmittelentscheids) "keine gewichtigen Auswirkungen" auf die Zentrumsentwicklung habe.</p> <p class="Urteilstext">Wenngleich der Beschwerdegegnerin in § 48 Abs. 3 PBG mit dem unbestimmten Rechtsbegriff des "wesentlichen Ã¶ffentlichen Interesses" ein erheblicher Beurteilungs- und Ermessensspielraum eingerÃ¤umt wird, den sie im Rahmen ihrer kommunalen Planungsautonomie ausschÃ¶pfen darf, setzt dies doch voraus, dass sie im Streitfall ein solches Interesse konkret darzulegen vermag. Daran fehlt es hier nach dem Gesagten. Auch den ErwÃ¤gungen der Baurekurskommission kann ein solches konkretes Interesse nicht entnommen werden, erschÃ¶pfen sich diese doch weitgehend in allgemeinen AusfÃ¼hrungen darÃ¼ber, dass es planerisch und stÃ¤dtebaulich sinnvoll sei, das zufÃ¤llig wirkende, unkoordinierte Nebeneinander von Ã¼berbauten und unbebauten TeilrÃ¤umen im Zentrumsgebiet zu einem zusammenhÃ¤ngenden Ganzen zu verbinden. Diese Zielsetzung wird mit der erwÃ¤hnten Zentrumsplanung, zu welcher zurzeit das Grobkonzept vorliegt, offenkundig zweckmÃ¤ssig angestrebt; sie vermag aber die streitbetroffene Ausdehnung des Gestaltungsplanperimeters "Dorfzentrum" nicht zu rechtfertigen. Letztere Massnahme verletzt daher § 48 Abs. 3 PBG; sie ist namentlich nicht mit der verfassungsrechtlich gewÃ¤hrleisteten Eigentumsfreiheit vereinbar (Art. 26 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV). Unter dem Gesichtswinkel des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips (Art. 36 Abs. 3 BV) lÃ¤sst sich der Einbezug aller vier streitbetroffenen GrundstÃ¼cke nicht mit dem Gebot der Erforderlichkeit, der Einbezug der Parzellen Kat.Nrn. 04 und 05 zudem auch nicht mit dem Erfordernis der Geeignetheit vereinbaren. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Ob die Beschwerdegegnerin bei diesem Verfahrensausgang vom Perimeter der Gestaltungsplanpflicht lediglich die hier streitbetroffenen GrundstÃ¼cke oder auch die weiteren Parzellen ausnehmen will, die gemÃ¤ss Zwischenbericht der Ortsplanungskommission im Perimeter noch nicht enthalten waren (insbesondere das GeschÃ¤ftshaus Kohlrainstrasse), bleibt ihr Ã¼berlassen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Rekurskosten von Fr. 3'570.- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, die auch die Gerichtskosten zu tragen hat (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Die Beschwerdegegnerin ist gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 VRG zu verpflichten, den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Rekursverfahren und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.- (je Verfahren und Person Fr. 500.-), also insgesamt fÃ¼r beide Verfahren Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu zahlen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Baurekurskommission II wird aufgehoben. Der Beschluss der Gemeindeversammlung KÃ¼snacht vom 2. Februar 2004 wird insoweit aufgehoben, als damit der Perimeter mit Gestaltungsplanpflicht "Dorfzentrum" auf die GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 04, 05, 06 und 07 ausgedehnt worden ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten von Fr. 3'570.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Diese wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden binnen dreissig Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden binnen 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen), zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>