JAAC64.16 Entscheid des Schweizerischen Bundesrates vom 15. Dezember 1997, auch erschienen in Kranken- und Unfallversicherung, Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 2/3/1998, S. 153 ff. Art. 53 al. 2 LAMal. Art. 48 PA. Qualité pour recourir. Exclusion de l’action populaire. - Selon l’art. 53 al. 2 LAMal, la procédure de recours au Conseil fédéral est régie par la loi fédérale sur la procédure administrative. La qualité pour recourir s’examine d’après l’art. 48 PA (consid. 2). - Chaque recourant, même s’il agit à titre d’assuré, doit être touché plus que quiconque par la décision attaquée et démontrer l’existence d’un lien particulier et important avec l’objet litigieux. L’action populaire, c’est-à-dire un recours visant uniquement la sauvegarde d’intérêts publics, n’est pas admis (consid. 2.1). Art. 53 Abs. 2 KVG. Art. 48 VwVG. Beschwerdelegitimation. Ausschluss der Popularbeschwerde. - Gemäss Art. 53 Abs. 2 KVG richtet sich das Beschwerdeverfahren bei Beschwerden an den Bundesrat nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz; die Beschwerdelegitimation ist nach Art. 48 VwVG zu beurteilen (E. 2). - Jeder Beschwerdeführer, auch wenn er als Versicherter handelt, muss durch den angefochtenen Entscheid stärker als jedermann betroffen sein und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen. Eine Popularbeschwerde, d.h. eine Beschwerde in Wahrnehmung allein öffentlicher Interessen, ist auch in diesem Beschwerdeverfahren unzulässig (E. 2.1). 1Art. 53 cpv. 2 LAMal. Art. 48 PA. Diritto di ricorrere. Esclusione dell’azione popolare. - Giusta l’art. 53 cpv. 2 LAMal, la procedura di ricorso al Consiglio federale è retta dalla legge federale sulla procedura amministrativa; il diritto di ricorrere va giudicato in base all’art. 48 PA (consid. 2). - Ciascun ricorrente, anche se agisce come assicurato, deve essere colpito più di chiunque dalla decisione impugnata e dimostrare l’esistenza di un rapporto particolare e degno di nota con l’oggetto del contendere. Non è ammessa l’azione popolare, vale a dire un ricorso inteso unicamente a salvaguardare interessi pubblici (consid. 2.1). A. Am13.August1997genehmigtederRegierungsratdesKantonsAargau eineVereinbarungzwischendemAargauischenKrankenkassen-Verband, derVereinigungAargauischerKrankenhäuserunddenvieraargauischen Rheuma-undRehabilitationskliniken(R+R-Kliniken),darunterderR+R-Klinik S.LetztereisteineKonkurrentinderKlinikP,derenExponentendievier Beschwerdeführersind. AusdenErwägungen: 1. (Rechtsweg[27]) 2. GemässArt.53Abs.2KVGrichtetsichdasBeschwerdeverfahren beiBeschwerdenandenBundesratnachdemBundesgesetzüber dasVerwaltungsverfahren. Dabeihandeltessichumeinengängigen Verweis,welcherohneweiteresauchdieverfahrensrechtlicheFrageder Beschwerdelegitimationumfasst. AusdiesemGrundeistdieBeschwerdelegitimation-vorbehältlicheiner allfälligengegenteiligenSondernormdesKVG(s. dazuhinten,E.4)-nach Art.48VwVGzubeurteilen. 2.1. ZurVerwaltungsbeschwerdeberechtigtistnachArt.48Bst.aVwVG, werdurchdieangefochteneVerfügungberührtistundeinschutzwürdiges InteresseanderenAufhebungoderÄnderunghat. DasInteressekannsowohl rechtlicheralsauchblosstatsächlicherArtseinundbrauchtmitdemInteresse, dasdurchdievomBeschwerdeführeralsverletztbezeichneteNormgeschützt wird,nichtübereinzustimmen. DerBeschwerdeführermussjedochdurchden angefochtenenEntscheidstärkeralsjedermannbetroffenseinundineiner besonderen,beachtenswerten,nahenBeziehungzurStreitsachestehen;die tatsächlicheoderrechtlicheSituationdesBeschwerdeführersmussdurchden AusgangdesVerfahrensbeeinflusstwerdenkönnen( BGE116Ib323 f.). 2.2. VordemInkrafttretendesKVGbeurteiltederBundesratdie BeschwerdelegitimationimBereichderKrankenversicherunginderRegel ohnenähereBegründungnachArt.48Bst.aVwVG. HinundwiederwiesderBundesrataufdieÜbereinstimmungdieser BestimmungmitArt.103Bst.aOGhin(z.B.indeminderVPB48.46nicht vollständigpubliziertenEntscheiddesBundesratesvom18.April1984in 2SachenX.gegendenRegierungsratdesKantonsZürichunddenVerbandder KrankenkassendesKantonsZürich,inwelchemderBundesratinSachen HebammentarifdieBeschwerdelegitimationeinereinzelnenHebammebejaht hatte). NäherStellungzurFragederBeschwerdelegitimationnahmderBundesrat ineinemEntscheidvom7.November1990( VPB56.44),inwelchemersich -wennauchohneausdrücklicheErwähnung-aufArt.48Bst.aVwVGstützte. ErbejahtedabeiunterHinweisauf BGE114V95 E.2,VPB48.45undBBl 1962 II1285f. dieBeschwerdelegitimationallerineinemKantonwohnhafter MitgliedervonKrankenkassen. Ergingdabeiallerdingsdavonaus,dassdie substantielleErhöhungdesÄrztetarifswesentlichewirtschaftlicheFolgen fürdieVersichertenhabenkönneunddiesedaherstärkerdennjedermann betroffenseienbeziehungsweiseineinerbesondersbeachtenswerten BeziehungzurStreitsachestünden. 2.3. InsoweitdasBundesgerichtimBereichderKrankenversicherung überVerwaltungsgerichtsbeschwerdenzubefindenhatte,äusserte essichnurseltenzurFragederBeschwerdelegitimation,weildiese zumeistoffenkundigwarunddahernichtnäherbegründetwerden musste(insbesondereBeschwerdendurchVersichertebetreffend Versicherungsleistungen,BeschwerdenvonVertragsparteienoder BeschwerdeninZuständigkeitsstreitigkeiten,beiwelchensichdie BeschwerdelegitimationausderParteistellungimvorinstanzlichenVerfahren ergab). GingdasBundesgerichtaufdieFragederBeschwerdelegitimation näherein,stützteessichaufArt.103Bst.aOG,welcherinhaltlichmitArt.48 Bst.aVwVGübereinstimmt( BGE111V342 ff.). 2.4. MitBlickaufdieRegelungenimVerwaltungsverfahrensgesetzundim BundesrechtspflegegesetzlehneninkonstanterRechtsprechungundim EinklangmitderDoktrinsowohlderBundesrat(gestütztaufArt.48Bst.a VwVG)alsauchdasBundesgericht(inAnwendungvonArt.103Bst.aOG) dieZulässigkeitderPopularbeschwerde,dasheissteinerBeschwerdein WahrnehmungalleinöffentlicherInteressen,ab( BGE116Ib323 f.,119 Ib60,121II43ff.u. 121II176ff.; VPB57.21A ,57.42und59.41; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege,2.Aufl.,Bern1983,S.149; Alfred Kölz / Isabelle Häner,VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedes Bundes,Zürich1993,S.147f.,Rz.239und241; Pierre Moor,Droitadministratif, Vol.II,Lesactesadministratifsetleurcontrôle,Berne1991,Ziff.5.6.1,S.411f.; René Rhinow / Heinrich Koller / Christina Kiss ,ÖffentlichesProzessrechtund JustizverfassungsrechtdesBundes,Baselu.Frankfurta.M.,1996,Rz.1264; Peter Saladin,DasVerwaltungsverfahrensrechtdesBundes,Basel1979, S.174f.,Ziff.20.331). AllerdingsmachtdiegrosseZahlmöglicherBeschwerdeführereine BeschwerdenochnichtzurPopularbeschwerde,wennfüralledie VoraussetzungenderBeschwerdelegitimation(schutzwürdigesInteresse bzw. Betroffenheit)vorliegen. 3.1. DieBeschwerdelegitimationgehörtalsRechtsmittelvoraussetzungzuden besonderenProzessvoraussetzungen,dievondenParteiennachzuweisen sindundderenVorliegenvonAmteswegenzuprüfenist(Gygi,a.a.O.,S.73f.; 3Kölz/Häner,a.a.O.,S.111f.,Rz.184ff.;Rhinow/Koller/Kiss,a.a.O.,Rz.947ff., insbesondere950;Saladin,a.a.O.,S.169f.,Ziff.20.1,S.173,Ziff.20.31,und S.186,Ziff.20.35). 3.2. DieBeschwerdeführermachtenaberinihrerBeschwerdekeinestärkere BetroffenheitalsjedermannodereinebesondersbeachtenswerteBeziehung zumStreitgegenstandgeltend;sieargumentiertenalleinmitderZulässigkeit derPopularbeschwerde. NunwarallerdingsaufgrunddesWohnsitzesderBeschwerdeführerund desObligatoriumsderKrankenpflegeversicherungauchohnebesondere GeltendmachungseitensderBeschwerdeführerbekannt,dassdiesedurch denangefochtenenTarifzumindestformalinihrerStellungalsVersicherte betroffenwaren,wasabernochkeineBeschwerdelegitimationbegründet. DasssiedurchdenangefochtenenGenehmigungsbeschlussnichtinhöherem MassalsandereVersichertedesKantonsAargaubetroffensind,habensie sogarausdrücklichbestätigt. IhreBeschwerdeerfolgtdaherzwecksWahrung öffentlicherInteressenundstellteineunzulässigePopularbeschwerdedar. 3.3. Insämtlichenvorne(E.2.2)geschildertenPräzedenzfällenwarden BeschwerdeführerneinestärkereBetroffenheitalsjedermannodereine besondersbeachtenswerteBeziehungzumStreitgegenstandzuzubilligen. AmweitestengespanntwardieBeschwerdelegitimationineinemFall, inwelchemsieallenineinemKantonwohnhaftenMitgliedernvon Krankenkassenzugebilligtwurde;dabeiistaberzubeachten,dassnochkein Versicherungsobligatoriumbestand,dieZahlderKrankenkassenmitglieder sichmithinnichtmitderWohnbevölkerungdeckte,undesumeine substantielleErhöhungeinesÄrztetarifsging,weshalbdavonausgegangen wurde,dassdieserTarifwesentlichewirtschaftlicheFolgenfürdie Versichertenhabenkönne. EinFall,inwelchemdieEinwohnereinesganzenKantonsohneBegründung ihrerBetroffenheit,blossaufgrundihrerEigenschaftalsVersicherte,als beschwerdelegitimiertbetrachtetwordenwären,istnichtbekannt. Es erscheintauchnichteinsichtig,weshalbhier-ohnegesetzlicheGrundlage- vomallgemeinenGrundsatzabgewichenwerdensollte,dassdieBetroffenheit beziehungsweisedasschutzwürdigeInteresseanderBeschwerdeführungzu begründenist. DerBundesratgehtjedenfallsdavonaus,dassdieEigenschaft alsVersichertemitWohnsitzineinembestimmtenKantonnochnicht genügt,umjedenfürdiesenKantonerlassenenodervereinbartenSpitaltarif anfechtenzukönnen. InderBotschaftdesBundesratesvom6.November1991überdieRevision desKrankenversicherungsgesetzeswirdklarfestgehalten,dasssichdas BeschwerdeverfahrennachdemVerwaltungsverfahrensgesetzrichtensoll (BBl1992 I188). ImÜbrigenerweistsichdieBedeutungdervorliegendenBeschwerde fürdieBeschwerdeführer-abgesehenvonihrenindiesemKontext nichtschutzwürdigenInteressenalsKonkurrentenderRheuma-und RehabilitationsklinikS.-ohnehinalsgeringundimSinnevonArt.48Bst.a VwVGwohlkaumschutzwürdig. DieBeschwerdeführerbestätigennämlich, dassfürdieRheuma-undRehabilitationsklinikS.vonanrechenbarenKosten vonrundFr.254.-(Fr.253.72)ausgegangenwerdenkann,wasaufgrundder 4vomAKVgeliefertenZahlvonPflegetageninderallgemeinenAbteilung derRheuma-undRehabilitationsklinikS.imJahre1996(20784)fürsieals VersicherteimFalleeinerGutheissungderBeschwerdenurminimefinanzielle Auswirkungenvonrund2RappenproMonathätte(20784Pflegetageà Fr.5.28[DifferenzzumangefochtenenTarifvonFr.259.-]=Mehrkostenpro JahrvonFr.109739.52,wassichindenMonatsprämienmitrund2Rappen auswirkt). 4. DieBeschwerdeführerberufensichdarauf,Art.53KVGstatuiere dieZulässigkeitderPopularbeschwerde,weshalbesgarnichtnötigsei, imSinnevonArt.48Bst.aVwVGeinschutzwürdigesInteresseander Beschwerdeführungdarzutun. ZurBegründungverweisensieaufdieBotschaftdesBundesratesunddas ErgebnisderparlamentarischenBeratungenderentsprechendenBestimmung desbundesrätlichenEntwurfs(Art.45;BBl 1992 I188). Sieschilderndabei ausführlichdenVerlaufderBeratungeninsbesondereimStänderat,welcher vorerstbeschlossenhatte,dieBeschwerdelegitimationeinschränkender zuregelnalsgemässfrüheremRechtundinsoweithinterdenEntwurfdes Bundesrateszurückging. InderDifferenzbereinigungliessdannaberder StänderatseinenVorschlagwiederfallenundschlosssichdemNationalratan, welcherambundesrätlichenEntwurffesthielt(zusammenfassendesVotumdes BerichterstattersimStänderat,Huber,AB 1994 S 94). DakeinabweichenderBeschlusszustandekam,ergibtsichohneweiteres, dassgemässKVG-wieinderBotschaftdesBundesrateserwähnt-inSachen BeschwerdelegitimationentsprechendderfrüherenRegelungunterder HerrschaftdesBundesgesetzesvom13. Juni1911(KUVG,AS 1995 1363) weiterhindasVerwaltungsverfahrensgesetzAnwendungfindet. AuchunterdemneuenKVGistdaherderBundesratfürdieFrageder BeschwerdelegitimationohneweiteresvonderAnwendbarkeitdesVwVG ausgegangen. NichtsandieserSachlageändertauchdasvondenBeschwerdeführern zitierteVotumdesfrüherenVorstehersdesEidgenössischenDepartementsdes Innern(EDI)imStänderat,inwelchemdiesererklärte,dassgemässfrüherem RechtauchdieVersichertenbeschwerdelegitimiertgewesenseien. Ausdem ganzenKontextistnämlichdavonauszugehen,dassalsselbstverständliche Voraussetzunggalt,dassdieVersichertennachdenRegelndesanwendbaren Verfahrensrechts,nämlichdesVwVG,übereinebesondersbeachtenswerte BeziehungzumStreitgegenstandverfügtenoderstärkerbetroffensein musstenalsjedermann,damitsiezurBeschwerdelegitimiertwaren. 5. DasichdieBeschwerdeführerausschliesslichdaraufberufen,Art.53 KVGstatuieredieZulässigkeitderPopularbeschwerde,beziehungsweise ihreStellungalsimKantonAargauVersichertebegründeihre Beschwerdelegitimation,istaufdieBeschwerdenichteinzutreten. DadervorliegendeEntscheidalleindieLegitimationderBeschwerdeführer unddamiteineEintretensfragebetrifft,beschränktesichauchderAnspruch derBeschwerdeführeraufrechtlichesGehöraufjenenBereich,derGrundlage derEntscheidungbildet( Georg Müller inKommentarBV,Basel/Bern/Zürich 1996Art.4,Rz.108). 5DarüberhinausbestandimvorliegendenVerfahren,dassich-auchwenn ausverfahrensökonomischenGründenbereitsStellungnahmenzurSache eingingen-vorerstaufdieFragederBeschwerdelegitimationbeschränkt,kein AnspruchaufAkteneinsicht(Gygi,a.a.O.,S.155). DieInstruktionsbehörde desBundesrates,diedenBeschwerdeführernnurbezogenaufdiestrittige LegitimationsfrageAkteneinsichtgewährte,hatdaherdenAnspruchder BeschwerdeführeraufrechtlichesGehörnichtverletzt. [27]sieheVPB64.13 E.1.1. 6Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 64.16 - Entscheid des Schweizerischen Bundesrates vom 15. Dezember 1997, auch erschienen in Kranken- und Unfallversicherung, Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 2/3/1998, S. 153 ff. In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2000 Année Anno Band 64 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 004 655 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.