B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6815/2013 U r t e i l v o m 1 0 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richter Frank Seethaler, Richterin Eva Schneeberger, Gerichtsschreiberin Patricia Egli. Parteien X._______ & Co, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Marco Balmelli und Prof. Dr. Pascal Grolimund, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA, Vorinstanz. Gegenstand Sorgfalts- und Meldepflichten zur Bekämpfung der Geldwäscherei, Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen. B-6815/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die X._______ & Co (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist eine Kommanditgesellschaft im Sinne von Art. 594 ff. OR mit Sitz in W._______. Die Beschwerdeführerin verfügt zur Ausübung ihrer Tätigkeit in der Schweiz über eine Bewilligung als Bank und Effektenhändlerin der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA (nachfolgend: Vorinstanz). Die Beschwerdeführerin ist eine auf Vermögensverwaltu ng spezialisierte Privatbank und konzentriert sich bei ihrer Geschäftstätigkeit grundsätzlich auf Geld- und Anlagefragen von in - und ausländischen Privatkunden s o- wie auf die Vermögensverwaltung von institutionellen Kunden. A.b Das Konkursamt des Kantons Z._______ gelangte mit Schreiben vom 10. April 2012 an die Vorinstanz und informierte diese über ein la u- fendes Konkursverfahren gegen A._______. Das Konkursamt hatte in diesem Zusammenhang die Beschwerdeführerin mittels mehrerer Schre i- ben in der Zeitspanne vom 9 . Juni 2010 bis 6. September 2011 aufgefor- dert, Auskunft über bestehende und/oder bereits saldierte Konten betre f- fend A._______ zu erteilen. A._______ wurde in der Folge vom Amtsg e- richt Y ._______ mit Urteil vom 11. November 2011 wegen Bankrotts g e- mäss § 283 Abs. 1 Nr. 1 und § 283a Nr. 1 des deutschen StGB zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Aufgrund dieses Urteils vom 11. November 2011 stellte das Konkursamt fest, dass von einem Konto von A._______ bei der Beschwerdeführerin am 20. November 2009 ein Betr ag von EUR 1'070'860.68 bar abgehoben und am selben Tag auf das Konto von B._______ bei der Beschwerdeführerin wieder einbezahlt wurd e. Das Konkursamt machte geltend, dass diese Aktion bezweckt habe, der Kon- kursmasse Geld zu entziehe n. Vor diesem Hintergru nd stellte d as Kon- kursamt des Kantons Z._______ der Vorinstanz die Unterlagen zur Pr ü- fung und eventuellen Anordnung aufsichtsrechtlicher Massnahmen zu. A.c Mit Schreiben vom 22. Mai 2012 verlangte die Vorinstanz unter ande- rem Auskunft über die Kontobeziehungen der Beschwerdeführerin mit A._______ und B._______ sowie Ang aben zur Bartransaktion vom 20. November 2009. Aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen ergab sich, dass A._______ am 20. November 2009 den G e- schäftssitz der Beschwerdeführerin in W._______ aufsuchte, um eine Barschenkung in der Höhe von EUR 1'070'860.68 an die ebenfalls anwe- sende (Angaben zum Verwandtschaftsgrad) B._______ vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin stellte für diese Barschenkung vom 2 0. Novem-B-6815/2013 Seite 3 ber 2009 je einen Beleg über eine Auszahlung und eine Einzahlung aus. Eine physische Übergabe des Geldes hat indessen nicht stattgefunden. Das Geld wurde lediglich intern transferiert. Nach den An gaben der B e- schwerdeführerin war die Barsc henkung v on A._______ an B._______ am 20. November 2009 steuerlich motiviert. Die Bartransaktion sei get ä- tigt worden, um den Bezug zwischen zwei Konten nicht offenlegen zu müssen. In der Folge verlangte die Vorinstanz weiter Einblick in die U n- terlagen der Beschwerd eführerin betreffend die am 6. September 2007 erfolgte Barschenkung von A._______ an (Angaben zum Verwand t- schaftsgrad) C._______ in der Höhe von EUR 500'000.–. Auch bei dieser Transaktion wurde das Geld nicht physisch bei der Beschwerdeführerin aus- und einbezahlt, sondern intern transferiert. Die Beschwerdeführerin stellte gleichwohl für die Barschen kung vom 6. September 2007 zwei Transaktionsbelege über eine Auszahlung und eine Einzahlung aus. G e- mäss den Angaben der Beschwerdeführerin standen auch bei die ser Transaktion steuerliche Überlegungen im Vordergrund. A.d Am 26. Oktober 2012 informierte die Beschwerdeführerin die Vori n- stanz darüber, dass sie am 1. Oktober 2012 der Meldestelle für Geldw ä- scherei eine Meldung gestützt auf Art. 9 GwG (SR 955.0) in Bezug auf C._______ erstattet habe. A.e Die Vorinstanz teilte der Beschwerdeführerin am 25. Januar 2013 mit, dass sie aufgrund der erfolgten Abklärungen gegen sie ein eingreifendes Verwaltungsverfahren eröffnen werde. In der Folge wurden mehrere Ei n- vernahmen durchgeführt. Mit Schreiben vom 2. August 2013 liess die Vor- instanz der Be schwerdeführerin den provisorisch erstellte n Sachverhalt zukommen und lud diese zur Stellungnahme ein. Die Beschwerdeführerin hat sich am 5. September 2013 zur Sache vernehmen lassen. B. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2013 stellte die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt habe (Ziff. 1 des Dispositivs). Die Vorinstanz werde einen Prüfbeauftra g- ten einsetzen, welcher im Sinne der Verfügungserwägungen die korrekte Anwendung von Art. 9 GwG und Art. 8 der Vereinbarung über die Sta n- desregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken ( VSB 08; in Kraft seit 1. Juli 2008) durch die Beschwerdeführerin überprüfen und zuhanden der Vorin- stanz Bericht erstatten werde ( Ziff. 2 des Dispositivs). Der Beschwerd e- führerin wurden schliessl ich Verfahrenskosten von Fr. 69'000.– auferlegt (Ziff. 3 des Dispositivs). Zur Begründung der Verfügung bringt die Vori n-B-6815/2013 Seite 4 stanz im Wesentlichen vor, die Beschwerdeführerin habe in ihren G e- schäftsbeziehungen im Zusammenhang mit der Barschenkung von A._______ an B._______ vom 20. November 2009 und im Zusamme n- hang mit der Barschenkung von A._______ an C._______ vom 6. Sep- tember 2007 ihre Meldepflichten im Sinne von Art. 9 GwG verletzt und sei den Abklärungspflichten gemäss Art. 6 GwG nur ungenügend nachg e- kommen. Damit habe sie aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer ve r- letzt. Im Übrigen habe sie auch mit dem Ausstellen von irreführenden Be- scheinigungen im Zusammenhang mit diese n Transaktionen aufsicht s- rechtliche Bestimmungen schwer verletzt (Art. 8 VSB 08 resp. Art. 8 VSB 03). C. Gegen diese Verfügung vom 25. Oktober 2013 führt die Beschwerdefü h- rerin mit Eingabe vom 3. Dezember 2013 Beschwerde beim Bundesve r- waltungsgericht. Sie b eantragt, die Verfügung vom 25. Oktober 2013 sei unter Kostenfolge aufzuheben. In ihrer Begründung bringt die Beschwer- deführerin im Wesentlichen vor, ihr sei keine Verletzung der Meldepflicht nach Art. 9 GwG oder der Abklärungspflichten nach Art. 6 GwG vorzuwer- fen. Zudem seien im Zusammenhang mit den Transaktionen vom 6. Sep- tember 2007 und vom 20. November 2009 keine Belege unvollständig oder in anderer Weise irreführend ausgestellt worden, weshalb Art. 8 VSB 08 resp. Art. 8 VSB 03 nicht verletzt seien. In einem Eventualstandpunkt bringt die Beschwerdeführerin zudem vor, selbst wenn aufsichtsrechtliche Bestimmungen verletzt worden wären, seien diese als entschuldbar und keinesfalls als schwere Verletzung von aufsichtsrechtlichen Vorschriften zu qualifiziere n. Die von der Vorinstanz ergriffenen Massnahmen seien daher unverhältnismässig. D. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2014 die Abweisung der Beschwerde. E. Mit Replik vom 2. April 2014 hält die Beschwerdeführerin an ihren Antr ä- gen und Ausführungen vollumfänglich fest. F. In ihrer Eingabe vom 28. April 2014 verzichtet die Vorinstanz auf die Ei n- reichung einer Duplik und verweist in tatsächlicher und rechtlicher Hi n-B-6815/2013 Seite 5 sicht vollumfänglich auf die angefochtene Verfügung sowie auf die Ve r- nehmlassung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von B e- schwerden gegen Entscheide der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA (Art. 31 VGG i.V.m. Art. 5 VwVG und Art. 33 Bst. e VGG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 FINMAG [SR 956.1]). Ein Ausschlussgrund ( Art. 32 VGG) liegt nicht vor. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese berührt und hat daher ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG). Sie ist somit zur Beschwerde- führung legitimiert. Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde fristgemäss bezahlt und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG). Dieser Grundsatz gilt vorbehältlich des Entzugs der aufschiebenden Wirkung und spezialgesetzlicher Regelungen (Art. 55 Abs. 2 und Abs. 5 VwVG). Da vorliegend einer Beschwerde die aufschi e- bende Wirkung nicht entzogen wurde und auch keine spezialgesetzliche Regelung diesbezüglich besteht, kommt der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu (Art. 53 FINMAG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG). Die Beurteilung des eventualiter gestellten verfahrensrechtlichen Antrags der Beschwe r- deführerin, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, falls eine Ausnahme vom gesetzlichen Regelfall vorliegen sollte, erübrigt sich daher. 3. Gemäss dem in Art. 12 VwVG verankerten Untersuchungsgrundsatz stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Der Untersuchungs- grundsatz bezieht sich dabei auf die Abklärung der rechtserheblichen Tat- sachen, welche die tatbeständlichen Voraussetzungen der anwendbaren Rechtsnorm erfüllen ( PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 12 N. 28). Als Beweismittel über e r- hebliche Tatsachen kann auch ein Parteigutachten herangezogen we r-B-6815/2013 Seite 6 den. Die Beweiskraft eines solchen Gutachtens ist zwar nicht dieselbe wie bei einem von der Behörde eingeholten Sachverständigengutachten; es ist aber in die Beweiswürdigung einzubeziehen, sofern es als schlü s- sig erscheint, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei ist und keine Indizien gegen seine Zuverlässigkeit bestehen ( BERNHARD WALDMANN/PHILIPPE WEISSENBERGER, in: Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 19 N. 16). Das von der Beschwerdeführerin als Beweis im Zusa m- menhang mit dem Vorwurf der Verletzung von Art. 9 GwG eingebrachte Gutachten von Prof. Dr. Mark Pieth vom 2. Dezember 2013, das Gutach- ten von PD Dr. Christoph B. Bühler zur Frage der Verletzung von Art. 8 VSB vom 2. Dezember 2013 und das Gutachten von Prof. Dr. Felix Uh l- mann betreffend Regulierung der FINMA vom 8. März 2013 werden vor diesem Hintergrund in die vorliegende Beweiswürdigung miteinbezogen, wobei sich ein direkter Bezug auf die Gutachten erübrigt, da deren Inhalt vollständig in die Beschwerde aufgenommen wurde. Gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG bindet die Begründung der Begehren die Beschwerdeinstanz in keinem Fall e. Diese Bestimmung ist Ausdruck des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wege n. Demzufolge e r- mittelt die Beschwerdeinstanz im konkreten Fall das einschlägige Recht selber und misst ihm den ihres Erachtens richtigen Sinn bei, ohne in i r- gendeiner Weise an die von den Parteien in ihren Eingaben vorgetragene Rechtsauffassung gebunden zu sei n. Das bedeutet insbesondere, dass die Beschwerdeinstanz befugt ist, eine angefochtene Verfü gung mittels Motivsubstitution zu schützen ( THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 62 N. 37 ff.; MADELEINE CAMPRUPI, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 62 N. 15). 4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihr könne keine Verletzung der Melde- pflicht nach Art. 9 GwG bzw. der Abklärungspflicht nach Art. 6 GwG vor- geworfen werden. Mit Blick auf die Abklärungspflicht nach Art. 6 GwG führt die Beschwerde- führerin insbesondere aus, i m Fokus ihrer Abklärungen und d er darauf beruhenden Beurteilung habe ihre Kundin B._______ gestanden. Nach der Information des Konkursamtes Z._______ über den Konkurs von A._______ im Juni 2010 habe sie zuerst das Konto von B._______ ge- sperrt. Weiter habe sie B._______ am 5. Mai 2011 zum Schenkungsvor- gang befragt. Wie das in der Folge in Auftrag gegebene Rechtsgutachten B-6815/2013 Seite 7 vom 19. August 2011 verdeutliche, habe dabei der Fokus einzig auf der Strafbarkeit von B._______ sowie auf der Rückzahlung der Gelder au f- grund insolvenzrechtlicher Bestimmungen gelegen. Schliesslich habe sie die Rückzahlung der Vermögenswerte an die Insolvenzmasse überwacht, womit aus ihrer Optik der rechtmässige Zustand insoweit wieder herg e- stellt worden sei. Sie habe damit entsprechend ihrer Verpflichtungen g e- mäss Art. 6 GwG den aus ihrer Optik wesentlichen Sachverhalt abgeklärt. Anhaltspunkte für weitere Abklärungen oder eine Meldung nach Art. 9 GwG hätten nicht bestanden. In Bezug auf den Vorwurf der Verletzung von Art. 9 GwG betont die B e- schwerdeführerin im Weiteren, es liege keine Verletzung der Meldepflicht vor, weil es an einem Vermögenswert fehle, der aus einem Verbrechen herrühre. Art. 9 GwG knüpfe an den Tatbestand von Art. 305bis StGB an und sei daher gleich auszulegen wie diese strafrechtliche Bestimmung. Die v orliegend zur Diskussion stehenden Konkursdelikte seien jedoch nicht als Vortaten im Sinne von Art. 305bis StGB zu qualifizieren. Führe die Vortat zu keinem Vermögenszuwachs beim Täter, so rührten die betroffe- nen Vermögenswerte nicht aus einem Delikt her u nd könnten daher auch kein Geldwäschereiobjekt sein. Im Falle der Konkursdelikte hätte der T ä- ter die Vermögenswerte der Konkursmasse zuführen sollen, habe dies aber unterlasse n. Auch wenn dieses Verhalten Verbrechenscharakter aufweisen könne, ändere dies n ichts daran, dass die Vermögenswerte aus der Geschäftstätigkeit des Täters herrührten. Schliesslich sei die Geldwäscherei eine Verwertungstat, welche die Vollendung einer Tat vor- aussetze. Das Konkursdelikt sei jedoch erst mit Konkurseröffnung abg e- schlossen. Eventualiter sei davon auszugehen, dass der gute Glaube die Surrogatskette und somit den Geldwäschereitatbestand begrenz e. Selbst wenn von einer autonomen Auslegung von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG ausgegangen werde, würden die vorliegenden Sachverhalte nicht erfasst, da die zwei Schenkungen beim Täter des Konkursdelikts keinen ökon o- mischen Vorteil begründen würden und es bei den gutgläubigen B e- schenkten an der Tatbeteiligung fehle. 4.1 Das seit 1. April 1998 in Kraft stehende Geldwäschereigesetz dient namentlich der Bekämpfung der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und der Sicherstellung der Sorgfalt bei Finanzgeschäften ( Art. 1 GwG). In Ergä n- zung zu den strafrechtlichen Bestimmungen soll das Geldwäscher eige- setz verhindern, dass Gelder verbrecherischen Ursprungs in den ordentli- chen Geldkreislauf gelangen. Das Geldwäschereigesetz leistet mit seinen Sorgfalts- und Verhaltenspflichten einen eigenständigen Beitrag zur B e-B-6815/2013 Seite 8 kämpfung der Geldwäscherei und dient darüber hinaus der Deliktspr ä- vention, der Risikoverminderung für die Finanzintermediäre und schlies s- lich der Aufrechterhaltung des Ansehens des Finanzplatzes Schweiz (Botschaft zur Umsetzung der revidierten Empfehlungen der Groupe d'ac- tion financière [GAFI] vom 15. Juni 2007, BBl 2007 6276 [nachfolgend: Botschaft GAFI]; vgl. auch CHRISTOPH K. GRABER, in: Das neue GwG, 3. Aufl. 2009, Art. 1 N. 1; RALPH WYSS, in: GwG, Geldwäschereigesetz [nachfolgend: Kommentar GwG], 2. Aufl. 2009, Art. 1 N. 2, 5). Die Geld- wäschereigesetzgebung zielt insbesondere auch darauf, die für die Geldwäscherei verantwortlichen Personen zu ermitteln und strafrechtlich zu belangen (Botschaft zum Bundesgesetz zur Bekämpfung der Geldw ä- scherei im Finanzsektor vom 17. Juni 1996 [Geldwäschereigesetz, GwG], BBl 1996 III 1102, 1116 [nachfolgend: Bot schaft GwG]; BGE 134 III 529 E. 4.2). Dem Geldwäschereigesetz liegt somit eine umfassende Zielse t- zung zu Grunde, welche über den Zweck und das Instrumentarium des Strafgesetzbuches hinausreicht (Botschaft GwG, S. 1102, 1113). 4.2 Der Finanzintermediär hat die wirtschaftlichen Hintergründe und den Zweck einer Transaktion oder einer Geschäftsbeziehung abzuklären, wenn sie ungewöhnlich erscheinen und ihre Rechtmässigkeit nicht e r- kennbar ist (Art. 6 Abs. 2 Bst. a GwG) oder Anhaltspunkte vorliegen, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren ( Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG). Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG stellt dabei kein zusätzlicher Tatbestand dar, sondern lediglich die Hervorhebung von besonders ungewöhnlichen Geschäften im Sinne von Art. 6 Abs. 2 Bst. a GwG (vgl. WERNER DE CAPI- TANI, in: Kommentar, Einziehung, Organisiertes Verbrechen, Geldwäsche- rei, Band II, 2002, Art. 6 N. 5, 144). Als Anhaltspunkte im Sinne von Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG haben bereits schwache Verdachtsmomente zu gelten (vgl. DE CAPITANI, a.a.O., Art. 6, N. 156 ff.; MICHAEL REINLE, Die Meld e- pflicht im Geldwäschereige setz, 2007, Rz. 422; GRABER, a.a.O., Art. 6 N. 7). 4.3 In engem Zusammenhang mit der Abklärungspflicht in Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG steht die Meldepflicht des Finanzintermediärs gemäss Art. 9 Abs. 1 GwG. Der Finanzintermediär muss der Meldestelle für Geldw ä- scherei ( Art. 23 GwG) unverzüglich Meldung erstatten, wenn er weiss oder den begründeten Verdacht hat, dass die in die Geschäftsbeziehung involvierten Vermögenswerte aus einem Verbrechen he rrühren ( Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG). Vermögenswerte, die aus einem Verbrechen "herrühren" sind insbesondere Vermögenswerte, die durch ein Verbr e- chen erlangt wurden ( vgl. DE CAPITANI, a.a.O., Art. 6 N. 152). Als Verbre-B-6815/2013 Seite 9 chen gelten gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB Taten, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind ( vgl. DAVE ZOLLINGER, in: Kommentar GwG, Art. 305bis N. 12; BGE 126 IV 255 E. 3a). Als begründet ist ein Ver- dacht anzusehen, wenn er auf einem konkreten Hinweis oder mehreren Anhaltspunkten beruht, die auf eine verbrecherische Herkunft der Verm ö- genswerte hindeuten (Botschaft GwG, S. 1130; GRABER, a.a.O., Art. 9 N. 8; DANIEL THELESKLAF, in: Kommentar GwG, Art. 9 N. 9; DE CAPITANI, a.a.O., Art. 9 N. 40; Entscheid d es Bun desgerichts 4A_313/2008 vom 27. November 2008 E. 4.2.2.3). Hat der Finanzintermediär konkrete Kenntnisse davon, dass ein Strafverfahren wegen einer schweren Straftat gegen seinen Kunden an gehoben wurde und die betroffenen Verm ö- genswerte damit in Zusa mmenhang stehen könnten, so muss er sich in der Regel für eine Meldung nach Art. 9 GwG entscheiden ( vgl. ZOLLIN- GER, a.a.O., Art. 305ter StGB N. 26; GRABER, a.a.O., Art. 9 N. 11; CARLO LOMBARDINI, Banques et blanchiment d'argent, 2e éd., 201 3, Rz. 501 f.). Im Zweifel ist immer eine Meldung zu erstatten ( vgl. THELESKLAF, a.a.O., Art. 9 N. 9; DE CAPITANI, a.a.O., Art. 9 N. 43 ff.; THOMAS ZWIEFELHOFER, Die Sorgfaltspflichten des liechtensteinischen Geldwäschereirechts ve r- glichen mit den entsprechenden Bestimmun gen des schweizerischen Rechts, 2007, S. 446 f.). Die Meldung muss unverzüglich erfolge n. Damit ist der Zeitpunkt gemeint, in dem das Wissen eintritt bzw. der Verdacht sich erhärtet hat, dass Vermögenswerte mit deliktischem Umfeld in die Geschäftsbeziehung involviert sind (vgl. THELESKLAF, a.a.O., Art. 9 N. 15). 4.4 Ausgangspunkt der Gesetzesauslegung bildet der Wortlaut der B e- stimmung. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist weiter ab- zustellen "auf die Entstehungsgeschichte der Norm und ihren Zweck s o- wie auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit and eren Bestimmun- gen zukommt" (BGE 131 II 697 E. 4.1 m.H.). Eine verbindliche Rangfolge der verschiedenen zu berücksichtigenden Auslegungselemente ist weder in der Rechtsprechung noch in der Lehre erarbeitet worden (vgl. ERNST A. KRAMER, Juri stische Methodenlehre, 3. Aufl. 2010, S. 170 ff. m.H.). Vielmehr bekennen sich das Bundesgericht und die herrschende Leh re zum Methodenpluralismus, der keiner Auslegungsmethode einen grun d- sätzlichen Vorrang zuerkennt (vgl. BGE 134 I 184 E. 5.1, BGE 134 II 249 E. 2.3, BGE 133 V 57 E. 6.1; ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, N. 128 ff.). Es sollen jene Methoden kombiniert werden, die für den konkreten Fall im Hinblick auf ein vernünftiges und praktikables Ergebnis am meisten Über- zeugungskraft haben (vgl. ULRICH HÄFELIN/ GEORG MÜLLER/FELIX UHL- MANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N. 217 m.H.). B-6815/2013 Seite 10 4.5 Im Juni 2010 informierte das Konkursamt Z._______ die Beschwerde- führerin über den Konkurs von A._______ Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, waren mit Blick auf die damaligen Umstände Anhaltpunkte vor- handen, die weitere Abklärungen der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 6 GwG bedingten. Die Beschwerdeführerin belegte denn auch in der Folge das Konto von B._______ am 15. Juli 2010 mit einer bankinternen Sperre und führte eine Befragung von B._______ durch, um die Hinte r- gründe der Barschenkung von A._______ an B._______ in der Höhe von EUR 1'070'860.68 vom 20. November 2009 abzuklären. Die Beschwerde- führerin gab zudem in Erfüllung ihrer Abklärungspflicht nach dem Gel d- wäschereigesetz ein Rechtsgutachten in Auftrag. Dieses Gutachten vom 19. August 2011 hielt fest, dass sich A._______ mit der Barschenkung an B._______ vom 20. November 2009 nach deutschem Recht strafbar g e- macht hatte, da er sein Vermögen trotz drohender oder sogar eingetret e- ner Zahlungsunfähigkeit dem Insolvenzverfahren entzogen hatte ( §§ 283 und 283a des deutschen StGB ). Dieser Straftatbestand entspricht in der Schweizer Rechtsordnung Art. 164 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der als Strafdr o- hung eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vorsieht und damit ein Verbrechen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB darstellt. Auf- grund dieser Abklärungen lag somit ein konkreter Hinweis vor, dass die Vermögenswerte der T ransaktion vom 20. November 20 09 aus einer strafbaren Handlung herrührte n. Ein weiterer Hinweis erfolgte Ende O k- tober 2011, als der Strafverteidiger von A._______ mit Schreiben vom 27. Oktober 2011 um die Rückführung der Gelder an die Insolvenzmasse bat und informierte, dass im November 2011 eine mündliche Verhandlung vor dem Strafgericht Y ._______ (D) stattfinden werde und A._______ mit einer empfindlichen Freiheits strafe rechnen müss e. Mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz ist festzuhalten, dass unter Würdigung aller Umstände die Anhaltspunkte am 19. August 2011, spätestens aber Ende Oktober des gleichen Jahres einen begründeten Verdacht im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG in Bezug auf die Geschäftsbeziehung zu B._______ ergaben. Die Beschwerdeführerin wäre daher verpflichtet g e- wesen, in Bezug auf B._______ spätestens ab den genannten Zeitpun k- ten unverzüglich eine Meldung an die Meldestelle für Geldwäscherei (Art. 23 GwG) zu erstatten. Gleiches gilt mit Blick auf ihre Geschäftsb e- ziehung in Bezug auf C._______. Vor dem Hintergrund der Informationen zu A._______ hätte die Beschwerdeführerin auch mit Blick auf die Ba r- schenkung von A._______ an C._______ in der Höhe von EUR 500'000.– vom 6. September 2007 einen begründeten Verdacht im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 haben und daher unverzüglich eine Meldung an die Meldestelle für Geldwäscherei erstatten müssen. B-6815/2013 Seite 11 4.6 Aus dem Vorstehenden folgt, dass die Vorinstanz zu Recht festg e- stellt hat, dass die Beschwerdeführerin vorliegend in Bezug auf B._______ und C._______ ihre Abklärungspflichten im Sinne von Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG und die Meldepflicht im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG verletzt hat. 4.7 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. 4.7.1 Die von der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Abklärungspflicht nach Art. 6 GwG betonte Fokussierung ihrer Abklärungen auf B._______ und deren Strafbarkeit verkennt, dass die Abklärungspflichten nach Art. 6 GwG der breiten Zielsetzung des Gesetzes entspr echend (vgl. dazu E. 4.1) die gesamten wirtschaftlichen Hintergründe und Zwecksetzungen einer Transaktion oder einer Geschäftsbeziehung umfasse n. Der Finanz- intermediär kann sich daher keineswegs auf die Abklärung des allfällig strafbaren Verhaltens nur ein es Vertragspartners und die Wiederherste l- lung des rechtmässigen Zustandes beschränken. Vielmehr ist gestützt auf Art. 6 GwG bei entsprechenden Anhaltspunkten unter Einbezug weiterer involvierter Personen abzuklären, ob die Vermögenswerte allenfalls aus einem Verbrechen herrühren. Verdichten sich die Anhaltspunkte zu einem begründeten Verdacht, ist ohne Verzögerung eine Meldung gestützt auf Art. 9 GwG an die Meldestelle für Geldwäscherei zu erstatten (vgl. dazu E. 4.3). 4.7.2 Weiter erweist sich die von der Beschw erdeführerin vertretene Aus- legung von Art. 9 GwG als nicht überzeugend. Gemäss Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG muss ein Finanzintermediär unverzüglich Meldung e r- statten, wenn er den begründeten Verdacht hat, dass die in eine G e- schäftsbeziehung involvierte n Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren. Der Wortlaut dieser Bestimmung verweist zu ihrer Auslegung klarerweise nicht auf Art. 305bis StGB. Vielmehr knüpft die Meldepflicht nach grammatikalischer Interpretation einzig an das Bestehen eines be- gründeten Verdachts an, dass die Vermögenswerte aus einem Verbr e- chen stammen könnten. Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG verweist mit der Verwendung des Begriffs des "Verbrechens" einzig auf Art. 10 Abs. 2 StGB. Verbrechen sind nach dieser Bestimmung Taten, die mit Freiheits- strafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Gestützt auf die grammat i- kalische Auslegung von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG genügt somit der begründete Verdacht, dass die Vermögenswerte aus einer Tat herrühren, die mit einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht ist, um eine B-6815/2013 Seite 12 Meldepflicht des Finanzintermediärs auszulöse n. Zusätzliche Kriterien in Bezug auf die Tat, wie beispielsweise der von der Beschwerdeführerin angeführte Vermögenszuwachs beim Täter, sind nach dem klaren Wor t- laut von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG nicht vorausgesetzt. Da die Gläu- bigerschädigung durch Vermögensminderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bedroht und damit ein Verbrechen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB dar- stellt, begründen Vermögenswerte aus einer solchen Tat nach grammat i- kalischer Auslegung eine Meldepflicht nach Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG. 4.7.3 Ein von der Beschwerdeführerin betonter Zusammenhang zwischen Art. 9 GwG und Art. 305bis StGB ist einzig in Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 GwG vorhanden, nach dem eine Meldepflicht besteht, wenn der Finanzin- termediär weiss oder den begründeten Verdacht hat, dass die in die G e- schäftsbeziehung involvierten Vermögenswerte im Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung nach Art. 260ter Ziff. 1 StGB oder 305bis StGB stehen. Wie die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht anführt, sind die eine Meldepflicht auslösenden Tatbestände in Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1-4 GwG nicht kumulativ, sondern alternativ zu verstehen. Der Tatbestand von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG, der einen begründeten Verdacht auf eine verbrecherische Herkunft der Vermögenswerte genügen lässt, ve r- mag bereits für sich genommen die Meldepflicht der Beschwerdeführerin zu begründen. Die Vorinstanz stützt ihren Vorwurf denn auch einzig auf eine Verletzung von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG. 4.7.4 Aus systematischer Sicht bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die Voraussetzung der Meldepflicht in Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG, nach dem die V ermögenswerte "aus einem Verbrechen herrühren" mü s- sen, gleich auszulegen sei wie die analoge Formulierung in Art. 305bis StGB. Die Vorinstanz betont diesbezüglich jedoch zu Recht, dass eine solche Interpretation d ie unterschiedlichen Zielsetzungen der Best im- mungen ausser Acht liesse. Das Geldwäschereigesetz leistet zwar einen Beitrag zur direkten Bekämpfung der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB), dient darüber hinaus jedoch weiter der Deliktsprävention, der Risikove r- minderung für die Finanzintermediäre und sc hliesslich der Aufrechterhal- tung des Ansehens des Finanzplatzes Schweiz (Botschaft GAFI, S. 6276; Botschaft GwG, S. 1102, 1116; GRABER, a.a.O., Art. 1 N. 1; WYSS, a.a.O., Art. 1 N. 2, 5). Die in Art. 9 GwG verankerte Meldepflicht der Finanzinte r- mediäre stellt die zentrale Bestimmung zur Erreichung dieser Ziele dar (vgl. GRABER, a.a.O., Art. 9 N. 1; THELESKLAF, a.a.O., Art. 9 N. 3; LOM-B-6815/2013 Seite 13 BARDINI, a.a.O., Rz. 475 ). Art. 9 GwG liegt somit eine umfassendere Zwecksetzung als Art. 305bis StGB zu Grunde. Aus teleologischer Sicht ist Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG dementsprechend so auszulegen, dass ein möglichst grosser Kreis von Vermögenswerten, bei denen ein b e- gründeter Verdacht auf verbrecherische Herkunft besteht , gemeldet wird. Eine wie von der Beschwerdefüh rerin vertretene restriktive Auslegung , nach der Konkursdelikte von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG nicht erfasst seien, da sie keine Vortaten im Sinne von Art. 305bis StGB darstellten, vermag daher mit Blick auf den Zweck von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG nicht zu überzeuge n. Schliesslich ist auch zu bezweifeln, dass die von der Beschwerdeführerin vertretene Auslegung zu einem vernünftigen, praktikablen Ergebnis führen würd e. Eine solche Auslegung von Art. 9 GwG würde nämlich bedingen, dass der Finanzintermediär vor einer Mel- dung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG abklärt, aus welche r Art von Verbrechen die Vermögenswerte stammen und ob es sich dabei um Taten handelt, die als Vortaten im Sinne von Art. 305bis StGB zu quali- fizieren sind oder nicht. Diese detaillierten Abklärungen sind dem Finanz- intermediär jedoch regelmässig nicht möglich, haben doch nur die Melde- stelle für Geldwäscherei und gegebenenfalls die Strafverfolgungsbehö r- den Zugang zu Informationen, die eine verlässliche Subsumtion u nter ei- nen bestimmten Tatbestand ermöglichen ( vgl. THELESKLAF, a.a.O., Art. 9 N. 12; DE CAPITANI, a.a.O., Art. 9 N. 52a; MATHIAS PINI, Risk Based A p- proach – ein neues Paradigma in der Geldwäschereibekämpfung , 2007, S. 67 ff.). Vor diesem Hintergrund erübrigen sich Weiterungen zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin zu Tatbestand und Rechtsnatur der Geldwäscherei in Art. 305bis StGB. 4.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin b e- züglich der Geschäftsbeziehunge n zu B._______ und C._______ ihrer Abklärungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG ungenügend nachg e- kommen ist. Da vorliegend spätestens Ende Oktober 2011 ein begründe- ter Verdacht vorlag, dass die von A._______ an B._______ und C._______ gemachten Barschenkungen aus einem Verbrechen (Art. 164 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) herrühren, wäre die Beschwerdeführerin zudem zu einer Meldung an die Meldestelle für Geldwäscherei verpflichtet gewesen. Es liegt somit eine Verletzung von Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG und Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG vor. 5. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass sie im Zusammenhang mit den vorliegend relevanten Transaktionen weder Art. 8 VSB noch andere B-6815/2013 Seite 14 Bestimmungen des Aufsichtsrecht s verletzt habe. Der Tatbestand von Art. 8 VSB setze erste ns eine wahrheitswidrige Bescheinigung voraus und zweitens müsse sich die wahrheitswidrige Angabe auf einen releva n- ten Sachverhalt beziehe n. Die vorliegenden für die Transaktionen vom 20. November 2009 und 6. September 2007 ausgestellten Ein- und Aus- zahlungsbelege seien keine wahrheitswidrigen Bescheinigungen. Die Ein- und Auszahlungsbelege hielten in keiner Weise fest, noch werde der Ein- druck erweckt, dass ein physischer Vorgang stattgefunden hab e. In den Belegen werde einzig von Auszahlungen, von ausbezah ltem Betrag, von Einzahlungen, von einbezahltem Betrag und von einer Belastung bzw. von einer Gutschrift auf dem jeweiligen Konto gesproche n. Selbst wenn die Bescheinigungen als wahrheitswidrig betrachtet würden, sei der Ta t- bestand von Art. 8 VSB nicht erf üllt, da keine aktive Unterstützung zur I r- reführung oder Täuschung einer ausländischen Behörde bewirkt worden sei. Die Beschwerdeführerin weist weiter darauf hin, dass die Vorinstanz ein generelles Verbot von Kassageschäften, die im weitesten Sinn steuer- liche Fragen im Ausland aufwerfen könnten, annehm e. Indem die Vori n- stanz dieses Verbot auf zwei Kassageschäfte der Jahre 2007 und 2009 anwende, verstosse sie gegen das Legalitätsprinzip, gegen das Verbot der Rückwirkung von Rechtssätzen bzw. eventualiter gegen die Regeln über die Praxisänderung. 5.1 Nach Art. 3 Abs. 2 Bst. c BankG wird der Bank die zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit notwendige Bewilligung der FINMA nur erteilt, wenn die mit der Verwaltung und Geschäftsführung der Bank betrauten Pers o- nen einen guten Ruf geniessen und Gewähr für eine einwandfreie G e- schäftstätigkeit bieten. Darüber hinaus hat auch die Bank als Institut das Gewährserfordernis zu erfüllen ( vgl. CHRISTOPH WINZELER, in: Basler Kommentar zum Bankengesetz, 2. Aufl. 2013, Art. 3 N. 23 m.w.H.). Die Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit gebietet, dass die Bank keine rechts - und sittenwidrigen Geschäfte tätigt ( vgl. BGE 111 Ib 126 E. 2a). Darunter ist zunächst die Beachtung der Rechtsordnung, d.h. der Gesetze und der Verordnungen, namentlich im Banken- und Börsenrecht, aber auch im Zivil - und Strafrecht sowie des internen Regelwerkes der Banken sowie Standesregeln zu verstehen (vgl. Urteil des Bundesge- richts 2A.261/2004 vom 27. Mai 20 04 E. 1; BVGE 2010/39 E. 4.1.3, BVGE 2008/23 E. 3.1). Mit anderen Worten ist es mit dem Gebot ei n- wandfreier Geschäftstätigkeit nicht zu vereinbaren, wenn das Geschäft s- gebaren der Banken gegen deren Standesregeln verstösst ( vgl. WINZE- LER, a.a.O., Art. 3 N. 27; BEAT KLEINER/RENATE SCHWOB, in: Basler Ko m- mentar zum Bankengesetz, 2005, Art. 3 N. 16, 25, je m.H.). Das Erfor-B-6815/2013 Seite 15 dernis der Gewähr einer einwandfreien Geschäftstätigkeit ist namentlich nicht gewahrt, wenn eine Bank einem Kunden bei der Abwicklung eines Geschäfts hilft, das eine – selbst nur eventuelle – Täuschung der in- oder ausländischen Behörden bezweckt (vgl. BGE 111 Ib 126 E. 2a). Gemäss Art. 8 der Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfalt s- pflicht der Banken (VSB 08 [in Kraft seit 1. Juli 2008]; identisch mit Art. 8 VSB 03) ist es den Banken untersagt, Täuschungsmanövern ihrer Ve r- tragspartner gegenüber Behörden des In - und Auslandes, insbesondere gegenüber Steuerbehörden, durch unvollständige oder auf andere Weise irreführende Bescheinigungen Vorschub zu leiste n. Gemäss Rz. 54 VSB 08 fallen unter dieses Verbot auch routinemässig erstellte Belege , zu de- nen namentlich Gutschrifts - und andere Belastungsanzeigen gerechnet werden. Bescheinigungen gelten als unvollständig, wenn zur Täuschung von Behörden relevante Sachv erhalte unterdrückt werden (Rz . 55 VSB 08). Eine irreführende Bescheinigung liegt vor, wenn Sachverhalte zur Täuschung von Behörden wahrheitswidrig dargestellt werden, beispiel s- weise durch die Angabe falscher Gutschriftenempfänger bzw. Bela steter (Rz. 56 VSB 08). Gemäss Praxis der Aufsichtskommission der Schweize- rischen Bankiervereinigung dürfen insbesondere Bescheinigungen über Barbezüge nebst anschliessender Bareinzahlung nur ausgestellt werden, wenn der Barbezug tatsächlich erfolgt. Mit anderen Worten verstösst es gegen die Standesregeln, wenn ein Barbezug bescheinigt wird, der effek- tiv nicht erfolgt ist ( vgl. BARBARA BRÜHWILER/KATHRIN HEIM, Vereinbarung über die Standesregeln z ur Sorgfaltspflicht der Banken [VSB 08] , Praxis- kommentar, 2. Aufl. 2008, Art. 8 N. 6 m.w.H.; LOMBARDINI, a.a.O., Rz. 133 ff.). Die Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken ist von der Vorinstanz bzw. von der EBK als Mindeststandard anerkannt (FINMA-RS 08/10 Selbstregulierung als Mindeststandard). 5.2 Die Beschwerdeführerin stellte für die Schenkung von A._______ an B._______ in der Höhe von EUR 1'070'860.68 vom 20. November 2009 zwei unterschiedliche Belege aus: Zum einen den auf den 20. November 2009 datierten Beleg, der eine "Auszahlung" von EUR 1'070'860.68 be- stätigt und auf dem unter "Betrag erhalten" die Unterschrift des Kunden steht. Der Beleg enthält zudem den Hinweis: "Sie wurden bedient von: D._______". Zum anderen stellte die Besch werdeführerin einen auf den 20. November 2009 datierten Beleg über eine "Einzahlung" aus, mit dem die Gutschrift der Beschwerdeführerin auf dem Konto der Kundin über EUR 1'070'860.68 quittiert wird. Auf dem Beleg steht zudem: "Sie wurden bedient von: D._______". Unbestrittenermassen ging die Beschwerdefüh-B-6815/2013 Seite 16 rerin auch bei der S chenkung von A._______ an C._______ am 6. Sep- tember 2007 gleich vor und erstellt e für die Schenkung zwei Transakt i- onsbelege. Auf de m Beleg einer Auszahlung vom 6. September 2007 bestätigte der Kunde unterschriftlich den Erhalt eines Betrages von EUR 500'000.–, wobei er gemäss dem Be leg von E._______ bedient wurde. Gemäss dem auf den 6. September 2007 datierten Beleg einer Einza h- lung wird weiter bestätigt, dass die Beschwerdeführerin auf dem Konto des Kun den den Betrag von EUR 500'000.– gutgeschrieben hat, wobei der Kunde gemäss Beleg von E._______ bedient wurde. Bei diesen von der Beschwerdeführerin anlässlich der Schenkungen von A._______ aus- gestellten Belegen handelt es sich unbestrittenermassen um Bescheini- gungen im Sinne von Art. 8 VSB 08 resp. Art. 8 VSB 03 . Zudem stellen die Belege Sachverhalte wahrheitswidrig dar und sind daher irreführend . Weder am 6. September 2007 noch am 20. November 2009 fand eine physische Über gabe der entsprechenden Vermögenswerte am Schalter der Beschwerdeführerin statt; vielmehr wurde ein interner Tr ansfer der Vermögenswerte gemacht. Die von der Beschwerdeführerin ausgestellten Belege über Aus - und Einzahlungen erwecken jedoch klarerweise den Eindruck, dass jeweils das Geld physisch aus der Kasse der Beschwe r- deführerin genommen und dem Kunden übergeben wurde resp. physisch von den Kunden am Schalter der Beschwerdeführerin einbe zahlt wurde. Die Angaben der Namen der jeweils bedienenden Person auf den B e- scheinigungen weisen offensichtlich auf eine persönliche Übergabe der Geldbeträge am Schalter der Besc hwerdeführerin hin, genauso wie die unterschriftliche Bestätigung über den Erhalt des Betrages resp. die Gu t- schrift der Beschwerdeführerin auf den Konti der Kunden. Durch die Aus- stellung getrennter Belege für die Auszahlungen und Einzahlungen waren zudem d ie effektiv an den Transaktionen beteiligten Personen nicht e r- sichtlich. Die von der Beschwerdeführerin für die Trans aktionen vom 6. September 2007 und vom 20. November 2009 ausgestellten Belege stellen somit irreführende Bescheinigungen im Sinne von Art. 8 VSB 08 resp. Art. 8 VSB 03 dar. Hinsichtlich der Beweggründe von A._______ führte die Beschwerdefü h- rerin selber an, die Schenkung vom 20. November 2009 sei aus damal i- ger Sicht steuer lich motiviert gewese n. Die Bart ransaktion sei getätigt worden, um den B ezug zwischen zwei Konten nicht offenlegen zu mü s- sen. A._______ habe Nachforschungen der deutschen Steuerbehörden unterbinden wolle n. Gemäss der Beschwerdeführerin standen auch bei der Transaktion vom 6. September 2007 steuerliche Überlegungen im Vordergrund. Die Beschwerdeführerin hat dementsprechend mit der Au s-B-6815/2013 Seite 17 stellung der irreführenden Aus - und Einzahlungsbelege für die Transakt i- onen vom 20. November 2009 und 6. September 2007 nach ihrer Auffas- sung einem Täuschungsmanöver ihres Vertragspartners gegenüber den deutschen Steuerbehörden Vorschub geleistet. Damit hat die Beschwe r- deführerin die in Art. 8 VSB 08 resp. Art. 8 VSB 03 definierten Standesre- geln zur Sorgfaltspflicht der Banken missachtet. Mit dieser Verletzung der Standesregeln wurde auch das Gewährs erfordernis nach Art. 3 Abs. 2 Bst. c BankG nicht gewahrt. 5.3 Aus dem Vorstehenden folgt, dass die Beschwerdeführerin die Sta n- desregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken ( Art. 8 VSB 08 resp. Art. 8 VSB 03) verletzt hat. Damit bot sie auch keine Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Bst. c BankG. Die Vori n- stanz hat damit zu Recht festgestellt, dass die Beschwerdeführerin au f- sichtsrechtliche Bestimmungen verletzt hat. Vor diesem Hintergrund erüb- rigen sich Weiterungen zu den von der Vorinstanz alternativ vorgebrac h- ten Ausführungen zur rechtlichen Beurteilung von effektiv stattgefundenen Bartransaktionen und den diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerd e- führerin. 6. Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich eventualiter vor, selbst we nn aufsichtsrechtliche Bestimmungen verletzt worden wären, seien diese als entschuldbar und keinesfalls als schwere Verletzungen von aufsicht s- rechtlichen Vorschriften zu qualifiziere n. Sie habe zu keinem Zeitpunkt mutwillig Vorschriften verletzt, sondern habe in nachvollziehbarer Weise und aus berechtigtem Grund davon ausge hen können , sich rechtsko n- form zu verhalte n. Die Einsetzung eines Untersuchungsbeauftragten nach Art. 36 FINMAG erübrige sich daher und sei nicht verhältnismässig. 6.1 Verletzt eine Beaufsichtigte oder ein Beaufsichtigter die Bestimmu n- gen eines Finanzmarktgesetzes , zu denen auch das Geldwäschereig e- setz und das Bankengesetz zählen (Art. 1 Abs. 1 Bst. f und Bst. d FIN- MAG) oder bestehen sonstige Missstände, so sorgt die FINMA für die Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustandes ( Art. 31 FINMAG). Ergibt das Verfahren, dass die oder der Beaufsichtigte aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt hat, und müssen keine Massnahmen zur Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustandes mehr angeordnet werden, so kann die Vorinstanz eine Feststellungsverfügung erlassen (Art. 32 FINMAG). Die Vorinstanz kann auch eine unabhängige und fach- kundige Person damit beauftragen, bei ei ner oder einem Beaufsichtigten B-6815/2013 Seite 18 einen aufsichtsrechtlich relevanten Sachverhalt abzuklären (Art. 36 Abs. 1 FINMAG). Der Ausdruck "schwere Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen" in Art. 32 FINMAG bildet einen unbestimmten Rechtsbegriff, dessen Ausl e- gung und Anwendung als Rechtsfrage grundsätzlich ohne Beschränkung der richterlichen Kognition zu überprüfen ist (vgl. Urteile des Bundesver- waltungsgerichts B-4066/2010 vom 19. Mai 2011 E. 8.3.1 und B -5121/ 2011 vom 31. Mai 2012 E. 8.1.1). Nach konstanter Pr axis und Doktrin ist indes Zurückhaltung auszuüben und der rechtsanwendenden Behörde ein gewisser Beurteilungsspielraum zuzugestehen, wenn diese den örtl i- chen, technischen oder persönlichen Verhältnissen näher steht oder über spezifische Fachkenntnisse ver fügt. Das Gericht hat nicht einzugreifen, solange die Auslegung der Verwaltungsbehörde als vertretbar erscheint (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-19/2012 vom 27. November 2013 E. 9.3.6 und B-798/2012 vom 27. November 2013 E. 9.3.4). Bezüg- lich der Fr age, ob die Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen schwer ist, ist der FINMA daher ein gewisser fachtechnischer Beurte i- lungsspielraum einzuräumen (vgl. PETER CH. HSU/RASHID BAHAR/SILVIA FLÜHMANN, in: Basler Kommentar FINMAG, 2. Aufl. 2011, Art. 32 N. 22). Der Vorinstanz kommt bei der Wahl der zu treffenden Massnahmen nach FINMAG ein weiter Ermessenspielraum zu (vgl. KATJA ROTH PELLANDA, in: Basler Kommentar FINMAG, 2. Aufl. 2011, Art. 31 N. 10 m.H.). Na- mentlich kommt ihr bei der Umschreibung der Aufgaben eines Unters u- chungsbeauftragen im Sinne von Art. 36 FINMAG im Rahmen des g e- setzlichen Einsatzbereichs ein grosses technisches Ermessen zu (vgl. BGE 132 II 382 E. 4, BGE 131 II 306 E. 3.1.3; BENEDIKT MAURENBRE- CHER/ANDRÉ TERLINDEN, in: Basler Kommen tar FINMAG, 2. Aufl. 2011, Art. 36 N. 12). Die finanzmarktrechtlichen Massnahmen müssen jedoch – wie jedes staatliche Handeln – verhältnismässig sein ( zur Einsetzung ei- nes Beobachters durch die EBK vgl. BGE 126 II 111 E. 4 f.). Sie sollen mit anderen Worten nicht über das hinausgehen, was zur Wiederherstellung des gesetzmäs sigen Zustands erforderlich ist. Der Grundsatz der Ve r- hältnismässigkeit verlangt, dass eine behördliche Massnahme für das E r- reichen eines im übergeordneten öffentlichen oder privaten Inte resse lie- genden Ziels geeignet, erforderlich und für den Betroffenen zumutbar ist. Zulässigkeitsvoraussetzung bildet mithin eine vernünftige Zweck -Mittel- Relation (vgl. BGE 136 II 43 E. 3.3, BGE 131 II 306 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_898/2010 vom 29. Juni 2011 E. 3.1). B-6815/2013 Seite 19 6.2 Aus dem Vorstehenden folgt, dass die Beschwerdeführerin mehrfach ihre Abklärungspflichten im Sinne von Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG nur unge- nügend wahrgenommen und ihre Meldepflicht gestützt auf Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG nicht erf üllt hat (vgl. E. 4). Dabei gilt es zu beachten, dass der Abklärungspflicht nach Art. 6 GwG und der Meldepflicht gestützt auf Art. 9 GwG für die Realisierung der mit dem Geldwäschereigesetz verfolgten öffentlichen Interessen zentrale Bedeutung zukommt (vgl. be- reits Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-2318/2006 vom 23. Juni 2008 E. 6.1.1 Ziff. 5). Die Meldepflicht nach Art. 9 GwG ist die Schnittstel- le zwischen den Sorgfaltspflichten der Finanzintermediäre und den Mass- nahmen der Strafverfolgungsbehörden (vgl. REINLE, a.a.O., N. 238). Die Vernachlässigung dieser Meldepflicht verhindert eine effektive Geldw ä- schereibekämpfung und läuft damit de r Zwecksetzung des Geldwäsch e- reigesetzes entgegen (vgl. THELESKLAF, a.a.O., Art. 9 N. 3; LOMBARDINI, a.a.O., Rz. 475). Verletzungen der Pflichten in diesem Bereich sind daher als schwer einzustufen. Entsprechend sind Verletzungen von Art. 9 GwG auch strafrechtlich sanktioniert. Sowohl die vorsätzliche als auch die fahr- lässige Verletzung von Art. 9 GwG zieht die strafrech tlichen Konsequen- zen gemäss Art. 37 GwG nach sich. Insoweit spielt es vorliegen d keine Rolle, dass die Beschwerdeführerin nach ihren Vorbringen nicht mutwillig gehandelt haben will, auch wenn ein mutwilliges bzw. mindestens eve n- tualvorsätzliches Vorgehen nach den Umständen auf der Hand liegt. Wei- ter hat die Be schwerdeführerin gegen Art. 8 VSB 08 (bzw. Art. 8 VSB 03) verstossen (vgl. E. 5). Indem sie die Standesregeln nicht gewahrt hat, bot sie auch keine Gewähr für eine einwandfreie Gesch äftstätigkeit im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Bst. c BankG. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine zentrale Norm, die nicht nur auf den Schutz der Bankgläubiger , sondern auch auf die Vertrauenswürdigkeit der Banken und des Finanzplatzes Schweiz zielt ( BGE 111 Ib 126 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 2A.261/2004 vom 27. Mai 2004 E. 1; BVGE 2010/39 E. 4.1.3, BVGE 2008/23 E. 3.1). Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beansta n- den, dass die Vorinstanz in Ausübung ihres Ermessensspielraums die Handlungen der Beschwerdeführerin als s chwere Verletzungen von auf- sichtsrechtlichen Be stimmungen gewertet und eine F eststellungsverfü- gung nach Art. 32 FINMAG erlassen hat. 6.3 Aufgrund der Aktenlage und den Vorbringen der Beschwerdeführerin liegt zudem die Annahme nahe, dass die Nichtvornahme der Meldung im Sinne von Art. 9 GwG und das Erstellen von irreführenden Bescheinigun- gen nicht nur situati ve Handlungen darstellen, die auf punktuellen Fehl- einschätzungen beruhen. Vielmehr scheint die Beschwerdeführerin gene-B-6815/2013 Seite 20 rell eine restriktive Auslegung von Art. 9 GwG und Art. 8 VSG 08 zu ver- treten. Auch lässt sie eine Einsicht in das Unrecht ihrer Handlungen ve r- missen; im Gegenteil versteigt sie sich in einer Verteidigung ihrer eindeu- tig unzulässigen Vorgehensweise n. Es besteht daher durchaus ei n An- fangsverdacht im Sinne von Art. 36 Abs. 1 FINMAG, der die Einsetzung eines Untersuchungsbeauftragten zur Abklärung dieser aufsichtsrechtlich relevanten Sachverhalte rechtfertigt. Ein solcher Anfangsverdacht genügt für die Anordnung eines Untersuchungsbeauftragten; entgegen der A n- nahme der Beschwerdeführerin ist es insbesondere nicht erforderlich, dass bereits eine Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen festg e- stellt wurde (vgl. MAURENBRECHER/TERLINDEN, a.a.O., Art. 36 N. 13). Die Anordnung der Vorinstanz gestützt auf Art. 36 Abs. 1 FINMAG erweist sich zudem als geeignet, die mit den vorliegend relevanten aufsicht s- rechtlichen Bestimmungen (Art. 9 GwG, Art. 8 VSB 08) verfolgten öffentli- chen Interesse zu erreichen (vgl. dazu E. 4.1). Indem die Vorinstanz für die Tätigkeit des Untersuchungsbeauftragten zeitliche Einschränkung en vorgibt und auch Beschränkungen betreffend Art der zu untersuchenden Geschäftsbeziehungen festlegt, geht die angeordnete Massnahme nicht über das N otwendige hinaus . Schliesslich erweist sich die Massnahme der Vorinstanz mit Blick auf die zentrale Bedeutung der betroffenen ö f- fentlichen Interessen auch als zumutbar. 6.4 Aus dem Vorstehenden folgt, dass die Vorinstanz zu Recht schwere Verletzungen von aufsichtsrechtlichen Bestimmungen festgestellt hat. Die von der Vorinstanz angeordn ete Massnahme gestützt auf Art. 36 Abs. 1 FINMAG erweist sich zudem als verhältnismässig. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin gegen die im Geldwäschereigesetz vorg esehene Abklärungspflicht ( Art. 6 Abs. 2 Bst. b GwG) und die Meldepflicht ( Art. 9 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 GwG) ve r- stossen sowie die Standesregeln (Art. 8 VSG 08 resp. Art. 8 VSG 03) und damit das Gewährserfordernis ( Art. 3 Abs. 2 Bst. c BankG) verletzt hat. Dementsprechend hat sie aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer ve r- letzt, weshalb sich die Feststellungsverfügung der Vorinstanz nach Art. 32 FINMAG als gerechtfertigt erweist. Zudem hält die Einsetzung eines U n- tersuchungsbeauftragten zur Abklärung der in der Verfügung bestimmten aufsichtsrelevanten Sachverhalten gestützt auf Art. 36 Abs. 1 FINMAG vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip stand. B-6815/2013 Seite 21 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin als voll- ständig unterlegene Partei die Kosten des Verfahrens , bestehend aus Spruchgebühr, Schreibgebühren und Barauslagen, zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwie- rigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und der finan ziellen Lage der Parteien ( Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 VGKE). Die Verfa h- renskosten belaufen sich vorliegend mit Blick auf die Schwierigkeit der behandelten Rechtsfragen und den zu ihrer Klärung notwendigen R e- cherchen auf insgesamt Fr. 14'000.–. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird nach Rechtskraft des Urteils zur Bezahlung der Ve r- fahrenskosten verwendet. Die Beschwerdeführerin hat als vollständig unterlegene Partei keinen An- spruch auf Parteientschädigung ( Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). B-6815/2013 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die V erfahrenskosten von Fr. 14'000.– werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird nach Eintritt der Rechts- kraft des vorliegenden Urteils zur Bezahlung der Verfahrenskosten ve r- wendet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Patricia Egli Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden ( Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu entha l- ten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 12. Juni 2014