B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2600/2012 U r t e i l v o m 2 9 . M a i 2 0 1 2 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richterin Robert Galliker, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch Rechtsanwalt Gabriel Püntener, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. April 2012 / N (…). E-2600/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, I. dass die Ehefrau des Beschwerdeführers – eine aus Jaffna stammende Tamilin mit letztem Wohnsitz in B._______ – am 8. März 2010 in der Schweiz ein Asylgesuch stellte, das sie im Wesentlichen mit Nachteilen begründete, welche sie wegen ihrer Verbindungen zu den Liberation T i- gers of Tamil Eelam (LTTE) erlitten habe, dass das BFM mit (unangefochten gebliebener) Verfügu ng vom 3. Juni 2010 dieses Asylgesuch unter Hinweis auf die Unglaubhaftigkeit der ge l- tend gemachten Asylgründe abwies, die Ehefrau des Beschwerdeführers indessen wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufnahm, dass die (…) später in der Schweiz geborenen Kinder des Ehepaars vom BFM in die vorläufige Aufnahme ihrer Mutter einbezogen wurden, dass das BFM – nach Gewährung des rechtlichen Gehörs – mit Verfü- gung vom 4. April 2012 die vorläufige Aufnahme der Angehörigen des Beschwerdeführers unter Hinweis auf die Verbesserung der Sicherheit s- lage in Sri Lanka wieder aufhob, dass die – durch den gleichen Rechtsvertreter wie der Beschwerdeführer vertretenen – Angehörigen diese Aufhebungsverfügung mit Beschwerde vom 10. Mai 2012 beim Bu ndesverwaltungsgericht anfochten (Verfahren E-2570/2012), II. dass der Beschwerdeführer , ebenfalls ein ursprünglich aus Jaffna stam- mender Tamile, eigenen Angaben zufolge Sri Lanka im Juni 2010 verliess und am 23. Juni 2010 in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs - und Verfahrenszent- rum (EVZ) Basel vom 2. Juli 2010 sowie der Anhörung zu den Asylgrün- den vom 19. Juli 2010 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er habe die LTTE schon während der Schulzeit unte r-E-2600/2012 Seite 3 stützt und sei ihnen nach einem Umzug ins Vanni-Gebiet im Jahr 1995 als Mitglied beigetreten, dass er für die LTTE soziale Aufgaben wahrgenommen habe (insbeson- dere Schutz der Bevölkerung vor Luftangriffen und Unterstützung beim Bestellen der Felder, Förderung des Schulunterrichts, Organisation von Essen und Kleidern für die Kinder, Tätigkeit eines Hilfskochs), aus g e- sundheitlichen Gründen jedoch keine Waffenausbildung erhalten habe, dass Fotografien, die ihn bei diesen Tätigkeiten gezeigt hätten, sowie Namenslisten der sri-lankischen Armee zugespielt worden seien, worauf diese ab (…) mehrmals nach ihm gefahndet habe, dass er ungefähr zwischen (…) und (…) bei einem Luftangriff am (…) ver- letzt und in einem LTTE-Spital gepflegt worden sei, dass er ab (…) nicht mehr für die LTTE gearbeitet habe und im gleichen Jahr nach Colombo gezogen sei, dass er dort seine Frau geheiratet habe, und sie danach unter anderem in C._______ und B._______ gelebt hätten, dass einer seiner Brüder wegen dessen Verbindungen zu den LTTE ver- haftet und im Gefängnis nach ihm gefragt worden sei, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 5. April 2012 – eröffnet am 11. April 2012 – ablehnte und die Weg- weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, und diese Verfügung im Wesentlichen mit der Unglaubhaftigkeit der Asylvo r- bringen begründete (hinsichtlich der Mitgliedschaft bei den LTTE zudem mit der fehlenden flüchtlingsrechtlichen Relevanz), dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Mai 2012 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und inhaltlich die Aufhebung der Verfügung unter Rückweisung an das BFM zum neuen Entscheid, eventuell unt er Gewährung des Asyls und subeventuell unter Anordnung einer vorläufigen Aufnahme beantragen liess, dass er in prozessualer Hinsicht um Koordination seines Beschwerdeve r- fahrens mit demjenigen seiner Angehörigen (betreffend Aufhebung der vorläufigen Aufnahme) ersuchte, E-2600/2012 Seite 4 dass mit der Beschwerde unter anderem Kopien von drei den Bruder des Beschwerdeführers betreffenden Dokumenten (Certificate of Reintegrat i- on, Detention Attestation und durch die International Organization für Mig- ration [IOM] ausgestellte Identitätskarte ) sowie eine Vielzahl von Beric h- ten und Dokumenten zur Lage in Sri Lanka zu den Akten gereicht wu r- den, dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 15. Mai 2012 unter and e- rem feststellte, die beiden Beschwerdeverfahren würden vom Gericht k o- ordiniert behandelt, und einen Antrag auf Ansetz en einer Frist zur Einre i- chung allfälliger zusätzlicher Beweismittel abwies, und das Bundesverwaltungsgericht erwägt, dass es auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De- zember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vor- liegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die b e- schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), E-2600/2012 Seite 5 dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom heutigen Tag in gle i- cher Besetzung über das Rechtsmittel des Beschwerdeführers sowie über die Beschwerde seiner Angehörigen betreffend Aufhebung der vo r- läufigen Aufnahme entscheidet (und auch dieses abweist), dass vorliegend gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriften - wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihr em Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati o- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorha ndensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, und Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf g efälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Beschwerde im W e- sentlichen ausführt, er habe im erstinstanzlichen Asylverfahren auf Anra- ten anderer Tamilen zwecks Vermeidung einer sofortigen Auslieferung an Sri Lanka – sowie zum Schutz der LTTE – seine Asylgründe falsch ange- geben (vgl. Beschwerde S. 5 f.), dass er in Wirklichkeit nämlich (…) bei den LTTE eine (…) absolviert ha- be, danach – (…) habe und im Jahr (…) vom Chef dieser Organisation zum (…) geholt sowie mit der Überprüfung der Loyalität von LTTE - Aktivisten beauftragt worden sei, E-2600/2012 Seite 6 dass (…) ihm persönlich befohlen habe, sich als (…) in D._______ zu in- stallieren, um dort insbesondere (…) zu besorgen und (…), dass er diese Tätigkeiten, von der seine Ehefrau keine Kenntnis gehabt habe, bis (…) weitergeführt habe, dass er, nachdem ihm nun klar geworden sei, dass die Wiedererstarkung der LTTE ausgeschlossen sei, seine wahren Asylgründe endlich offenle- gen könne und müsse (vgl. Beschwerde S. 6), dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung im EVZ mit einem Merkblatt auf seine Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des Sachve r- halts gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG hingewiesen worden ist (vgl. Pr o- tokoll S. 2), dass er zu Beginn der Summarbefrag ung ausdrücklich auf die Ve r- schwiegenheitspflicht der mitwirkenden Personen sowie auf seine Mitwi r- kungs- und die Wahrheitspflicht hingewiesen wurde sowie darauf, "dass ein Missachten dieser Pflichten sich negativ auf seinen Asylentscheid auswirken" könne und auf Frage hin bestätigte, diese Punkte verstanden zu haben (vgl. a.a.O.), dass das Vorbringen, es sei ihm nun klar geworden sei, dass die Wiede r- erstarkung der LTTE ausgeschlossen sei, weshalb er seine wahren Asy l- gründe nun endlich offenlegen könne, scho n deshalb nicht plausibel ist, weil er selber die LTTE bereits anlässlich der Anhörung vom 19. Juli 2010 als "ausgerottet" bezeichnet hatte (vgl. Protokoll S. 12), dass die Vorstellung in keiner Weise plausibel erscheint, eine tatsächlich verfolgte Person würde unter den gegebenen Umständen ohne jede Not rund zwei Jahre lang mit der Offenlegung ihrer echten Fluchtgründe z u- warten und auf diese Weise die – diesfalls mit einer Lebensgefährdung verbundene – Ausfällung eines negativen Asylentscheids provozieren, dass die Rüge, das BFM habe den Untersuchungsgrundsatz und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt sowie den Sachverhalt unvollständig festgestellt, weil es ihn vor fast zwei Jahren letztmals ang e- hört und ihn vor dem Entscheid weder erneut nach der aktuellen individu- ellen Gefährdungslage befragt noch ihn zur Einreichung einer schriftl i- chen Stellungnahme aufgefordert habe, offensichtlich unbegründet ist, weil der Untersuchungsgrundsatz die Asylbehörden nicht zu ergänzenden E-2600/2012 Seite 7 Abklärungen verpflichtet, wenn der Sachverhalt – wie vorliegend – als er- stellt erscheint, dass auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe seiner Mitwir- kungspflicht Genüge getan, zumal er dem BFM jederzeit für eine weitere Anhörung zur Verfügung gestanden wäre (vgl. Beschwerde S. 7), ang e- sichts der Begründung des Asylgesuchs unzutreffend ist , weil die Mitwir- kungspflicht nach Lehre und Praxis auch die Pflicht umfasst, wahrheit s- gemässe und vollständige Angaben zum Sachverhalt zu machen (vgl. be- reits Entscheidungen und M itteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 1995 Nr. 18 S. 186 ff.), dass sich der Beschwerdeführer – der sein Asylgesuch zugegebene r- massen mit einer falschen Begründung versehen und diese während der gesamten Dauer des erstinstanzlichen V erfahrens nicht von sich aus b e- richtigt hat – sich auf den geradezu grotesken Standpunkt zu stellen scheint, das BFM trage die Verantwortung für die falsche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, weil er selber die Berichtigung seiner Asylvorbringen nur im Rahmen einer Anhörung (oder auf explizite Auffo r- derung mit Fristansetzung hin) hätte vornehmen können (vgl. Beschwe r- de S. 7), dass von einer unvollständigen Sachverhaltsabklärung des BFM auch vor dem Hintergrund des Grundsatzurteils des Bundesve rwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011 (Urteil E-6220/2006, zur Publikation unter BVGE 2011/24 vorgesehen) nicht die Rede sein kann (vgl. Beschwerde S. 8), dass das BFM den Sachverhalt auch offensichtlich nicht "wegen fehle n- dem Beizug von länderspezifische n Informationen und Länderberichten" unvollständig festgestellt hat (vgl. Beschwerde S. 8 f.), dass zusammenfassend einerseits festzuhalten ist, dass das BFM den Sachverhalt korrekt und vollständig festgestellt und die prozessualen Rechte des Beschwerdeführers nicht verletzt hat, sich auch die beantra g- ten weiteren Abklärungen durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. B e- schwerde S. 10) als überflüssig erweisen, und der Hauptantrag des B e- schwerdeführers (Kassation der angefochtenen Verfügung) abzuweisen ist, dass andererseits der Beschwerdeführer sich auf seinen protokollierten Aussagen behaften lassen muss und die (ihm vorgängig angedrohten) Folgen der Verletzung seiner Mitwirkungspflicht zu tragen hat, E-2600/2012 Seite 8 dass das BFM in der angefochtenen Verfügung mit überzeuge nder B e- gründung darlegt, aus welchen Gründen die bei den Anhörungen prot o- kollierten Asylgründe unglaubhaft sind, dass die protokollierten Aussagen nach Durchsicht der Akten in der Tat als unsubstanziiert, widersprüchlich und lebensfremd qualifiziert werden müssen, dass der Beschwerdeführer sich in seiner Beschwerde mit den von der Vorinstanz aufgelisteten Unglaubhaftigkeitsargumenten inhaltlich in keiner Weise auseinandersetzt, sondern sich darauf beschränkt, das Vorliegen höchst abenteuerlicher neuer Asylg ründe zu behaupten und dies mit der faktischen Aufforderung zu verbinden, das erstinstanzliche Asylverfahren sei nun – auf der von ihm soeben ausgewechselten Sachverhaltsgrund- lage – nochmals durchzuführen, dass ein solches prozessuales Verhalten missbräuchlich erscheint und als mutwillige Prozessführung zu qualifizieren ist, dass angesichts der offenkundigen Unglaubhaftigkeit der ursprünglich geltend gemachten Asylgründe das Vorgehen des BFM nicht recht nach- vollziehbar erscheint, den Aspekt der Mitgliedschaft zu den LTTE einer Prüfung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz zu unterziehen – dieses Vor- bringen mithin nicht ebenfalls explizit als unglaubhaft zu bezeichnen –, zumal gerade diese Aussagen von einem auffälligen Mangel an so g e- nannten Realitätskennzeichen geprägt sind, dass die Frage der Glaubhaftigkeit der behaupteten Mitgliedschaft inde s- sen letztlich offenbleiben kann, weil der Beschwerdeführer deswegen bis- her keiner Verfolgung ausgesetzt war und bei der vorliegenden Aktenlage nicht anzunehme n ist, er müsse deswegen befürchten, in Zukunft Nachteile im Sinn von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu erleiden, dass das Gleiche hinsichtlich der Narben gilt, die der Beschwerdeführer offenbar (…) aufweist (vgl. EVZ-Protokoll S. 6, Protokoll der Anhörung vom 19. Juli 2010 S. 5 f. und 11 f.), zumal diese auf einen der Luftangriffe zurückzuführen seien, denen zweifellos ein grosser Teil der im früheren Kampfgebiet Sri Lankas lebenden Menschen ausgesetzt war, dass an diesen Feststellungen weder die vielen mit der Besch werde ein- gereichten Dokumente und Lageberichte noch der Umstand etwas zu ä n- dern vermag, dass offenbar ein Bruder des Beschwerdeführers (…) vom E-2600/2012 Seite 9 Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in einem (…) besucht und am (…) als "reintegrated" aus einem andern solchen Zentrum entlas- sen wurde (vgl. Beschwerdebeilagen 3-5), dass es dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht gelingt, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen o der zumindest glaubhaft zu m a- chen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch im Ergebnis zu Recht ab- gelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 A bs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.), dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar o der nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax / Rudin / Hugi Yar / Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Au sreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), E-2600/2012 Seite 10 dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich er- hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Re- foulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass daher aus den Vorbringen des Beschwerdeführers – auch unter Be- rücksichtigung seiner ethnischen Zugehörigkeit – keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte für eine ihm in Sri Lanka drohende menschen- rechtswidrige Behandlung im Sinn von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfa s- sung der Schweizerischen Eidgenosse nschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 g e- gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende B e- handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Ko n- vention vom 4. November 1 950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich werden (vgl. EGMR [Gros- se Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, B e- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen), dass insbesondere auch al lein aufgrund von bestehenden Körpernarben noch kein "real risk" für eine dem Beschwerdeführer im Falle der Rüc k- kehr nach Sri Lanka drohende menschenrechtswidrige Behandlung da r- getan ist (vgl. BVGE 2011/24, a.a.O., E. 10.4.2), dass zwar die allgemeine Men schenrechtssituation in Sri Lanka nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 auch heute noch in verschied e- ner Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist (vgl. a.a.O. E. 8 m.w.H.), dass jedoch in Bezug auf den Beschwerdeführer gestützt auf die obigen Erwägungen keine konkreten Hinweise dafür vorhanden sind, er könnte den sri -lankischen Sicherheitskräften zum heutigen Zeitpunkt in spezif i- scher Weise als verdächtig erscheinen, weshalb auch unter den derzeit herrschenden Bedingungen in Sri Lanka kein konkrete r Anlass zur A n- nahme besteht, ihm drohe eine entsprechende Gefährdung, dass sich der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf grund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), E-2600/2012 Seite 11 dass die vom BFM bei der Bejahung der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs erwähnte Praxis durch das Bundesverwaltungsgericht in seinem Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 vollumfänglich bestätigt worden ist, dass gemäss diesem Urteil weder im Distrikt Jaffna (Nordprovinz) , aus welchem der Beschwerdeführer ursprünglich stammt und wo er den Grossteil seines bisherigen Lebens verbracht hat, noch bezüglich der Or- te Colombo, C._______ oder B._______, wo er ebenfalls Wohnsitz ve r- zeichnet hatte, eine Situation allgemeiner Ge walt herrscht und die polit i- sche Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. BVGE 2011/24 a.a.O. E. 13.2.1), dass für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nac h Beendigung des Bürgerkriegs im Mai 2009 verlassen haben, der Wegweisungsvollzug zurück in dieses Gebiet als grundsätzlich z u- mutbar zu beurteilen ist, wenn davon ausgegangen werden könne, dass die betreffende Person auf die gleiche oder eine gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zurückgreifen kann, die im Zeitpunkt der Ausreise b e- standen hatte, und dem Wegweisungsvollzug dorthin zurück auch ande r- weitig nichts entgegensteht (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.1 f.), dass der Beschwerdeführer seinen Angaben zufolge übe r Geschwister verfügt, die Wohnsitz in D._______ beziehungsweise E._______ haben (vgl. EVZ -Protokoll S. 4) und – entgegen der von ihm geäusserten A n- sicht (vgl. Beschwerde S. 17 f.) – davon auszugehen ist, dass er dort über ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz verfügt, das ihm und seiner Familie nötigenfalls bei der Reintegration behilflich sein kann , zumal die Verwandten sie bereits bei der Ausreise finanziell unterstützt hätten (vgl. Protokoll der Anhörung vom 19. Juli 2010 S. 4), dass die gesundheitlic he Situation des Beschwerdeführers, der bei den Anhörungen angegeben hatte, unter "so was wie (…)" zu leiden (vgl. a.a.O., S. 12), in der Beschwerde nicht thematisiert wird, weshalb davon ausgegangen werden darf, dass auch diesbezüglich kein Vollzugshinde r- nis besteht, dass bei der vorliegenden Aktenlage davon auszugehen ist, dass der Be- schwerdeführer für sich und seine Angehörigen in Sri Lanka eine wir t- schaftliche Existenzgrundlage wird aufbauen können und nicht davon E-2600/2012 Seite 12 auszugehen ist, die Familie gerate bei einer Rückkehr in eine existenzbe- drohende Situation, weshalb der Wegweisungsvollzug als zumutbar zu qualifizieren ist, dass der Vollzug schliesslich auch möglich ist, da keine Vollzugshinde r- nisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es dem Beschwerdeführer ob- liegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, in - wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzen, den rechtser- heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellen oder una n- gemessen sein sollte (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei- sen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die – angesichts der mutwill i- gen Prozessführung erhöhten – Kosten von Fr. 1'000.– (Art. 1-3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwe r- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) sind. (Dispositiv nächste Seite) E-2600/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Eveline Chastonay Versand: