Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2024 112 Entscheid vom 20. März 2025 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Marco Lacher, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dr.iur. B.________, gegen Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Ergänzungsleistungen (Vermögensverzicht)2 Sachverhalt: A.Mit Gesuch vom 5. bzw. 7. November 2023 (Eingang bei der Ausgleichs- kasse Schwyz am 9.11.2023) meldete sich A.________ (geb. 19__; geschieden) zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur AHV-Rente (EL) an (vgl. AK-act. 1- 15). Mit Schreiben vom 17. November 2023 wurde sie von der Ausgleichskasse Schwyz zwecks Prüfung des EL-Anspruchs aufgefordert, einen Fragebogen aus- zufüllen und fehlende Unterlagen einzureichen (AK-act. 17). Mit Schreiben vom 23. November 2023 reichte A.________ den ausgefüllten Fragenbogen sowie ergänzende Unterlagen ein (vgl. AK-act. 18-59). B.Mit Schreiben vom 18. Dezember 2023 retournierte die Ausgleichskasse Schwyz A.________ die eingereichten Originalunterlagen und stellte ihr die Ver- fügung über die EL mit separater Post in Aussicht (AK-act. 64). Die Ausgleichs- kasse Schwyz schloss den Fall gleichentags ab, unterdrückte jedoch versehent- lich den Versand der Abweisungsverfügung (vgl. AK-act. 65 und 81-2/6). C.Am 4. Oktober 2024 erkundigte sich A.________ telefonisch bei der Aus- gleichskasse Schwyz über den Stand des Verfahrens (AK-act. 65). Mit Verfügung vom 7. Oktober 2024 verneinte die Ausgleichskasse Schwyz einen Anspruch der Versicherten auf EL, da das Reinvermögen infolge Vermögensverzichts die Ver- mögensschwelle überschreite (vgl. AK-act. 66). D.Dagegen liess A.________ am 5. November 2024 Einsprache erheben mit der sinngemässen Begründung, es würden keine Vermögensverzichte vorliegen und sie verfüge nicht mehr über ein Vermögen über Fr. 100'000.-- (vgl. AK- act. 74). Mit Einspracheentscheid Nr. 1228/24 vom 15. November 2024 wies die Ausgleichskasse die Einsprache im Sinne der Erwägungen und unter gleichzeiti- ger Bestätigung der Verfügung vom 7. Oktober 2024 ab (vgl. AK-act. 81). E.Gegen diesen Einspracheentscheid lässt A.________ mit Eingabe vom 17. Dezember 2024 (Postaufgabe: gleichentags) fristgerecht Beschwerde beim Ver- waltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den folgenden Rechtsbegeh- ren: 1. Der Einspracheentscheid sei aufzuheben und nach einer aktuellen Neuberechnung seien der Beschwerdeführerin ab Anspruchsgesuchstellung vom 9.11.2023 Ergänzungsleistungen zur AHV-Rente auszurichten. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ausgleichskasse.3 F.Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2025 beantragt die Ausgleichskasse Schwyz die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Mit Eingabe vom 3. Februar 2025 repliziert die Beschwerdeführerin. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) vom 6. Ok- tober 2006 gewähren der Bund und die Kantone Personen, welche die Voraus- setzungen nach den Art. 4 bis 6 ELG erfüllen, Ergänzungsleistungen zur De- ckung ihres Existenzbedarfs. Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a ELG haben unter anderem Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz Anspruch auf EL, wenn sie eine Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung beziehen. 1.1.2 Der Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung besteht ab Beginn des Monats, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist, sofern sämtliche ge- setzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 12 Abs. 1 ELG). 1.2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht gemäss Art. 9 Abs. 1 ELG dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen, mindestens jedoch dem höheren der folgenden Beträge: a. der höchsten Prämienverbilligung, die der Kanton für Personen festgelegt hat, die weder Ergänzungsleistungen noch Sozialhilfe beziehen; b. 60 Prozent des Pauschalbetrages für die obligatorische Krankenpflegeversi- cherung nach Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG. 1.2.2 Art. 9a Abs. 1 definiert Voraussetzungen hinsichtlich des Vermögens für einen Anspruch auf EL. Laut Art. 9a Abs. 1 ELG haben Personen Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie über ein Reinvermögen unterhalb der Ver- mögensschwelle verfügen; diese liegt bei alleinstehenden Personen bei Fr. 100'000.-- (lit. a). Ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen wird folglich daher erst geprüft, wenn das Vermögen unterhalb dieser Vermögensschwelle liegt (Ca- rigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 3. Auflage 2021, S. 225 Rz. 570). 1.2.3 Meldet sich eine Person neu für den Bezug von Ergänzungsleistungen an, ist für die Beurteilung, ob der zulässige Schwellenwert überschritten wird, dasje- nige Vermögen massgebend, das am ersten Tag des Monats vorhanden ist, ab dem der Ergänzungsleistungsanspruch besteht (Art. 2 Abs. 2 Verordnung über 4 die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELV; SR 831.301] vom 15.1.1971; Carigiet/Koch, a.a.O., S. 226 Rz. 572). Zum Vermögen einer EL-beziehenden Person gehören die in ihrem Eigentum stehen- den beweglichen und unbeweglichen Sachen, sowie ihre persönlichen und ding- lichen Rechte; deren Herkunft ist dabei unerheblich. 1.3.1Nach Art. 9a Abs. 3 ELG gehört auch das Vermögen zum Reinvermögen, auf das nach Art. 11a Abs. 2 - 4 ELG verzichtet wurde. Demnach werden auch die übrigen Einnahmen, Vermögenswerte und gesetzlichen oder vertraglichen Rechte als Einnahmen angerechnet, auf die ohne Rechtspflicht und ohne gleich- wertige Gegenleistung verzichtet wurde (vgl. Art. 11a Abs. 2 ELG). 1.3.2Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die anspruchsberechtigte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate - also gleichwertige - Gegen- leistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat. In diesem Fall kann sich der Versicherte nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang gefallen und al- lenfalls mangels entsprechender Beweise hypothetisches Vermögen entgegen- halten lassen (vgl. BGE 121 V 204 E. 4a/b). Die Voraussetzungen "ohne rechtli- che Verpflichtung" bzw. "ohne adäquate Gegenleistung" müssen indes nicht ku- mulativ erfüllt sein, es reicht aus, wenn alternativ eines der beiden Elemente ge- geben ist (vgl. BGE 131 V 329 E. 4.2 ff. m.H.) Ein Vermögensverzicht kann dem- nach auch vorliegen, wenn zwar eine angemessene Gegenleistung erbracht worden ist, hierzu aber keine rechtliche Verpflichtung besteht, oder eine Rechts- pflicht besteht, aber die Gegenleistung nicht angemessen ist (vgl. BGE 131 V 329 E. 4.4; Carigiet/Koch, a.a.O., S. 244 Rz. 630). 1.3.3In zeitlicher Hinsicht ist für die Berücksichtigung eines Vermögensverzichts in der EL-Berechnung grundsätzlich unerheblich, wie weit die Verzichtshandlung zurückliegt (vgl. BGE 146 V 306 E. 2.3.1; Urteil BGer 8C_12/2024 vom 4.7.2024 E. 6.1; je mit Hinweisen). Ein hypothetisches Vermögen ist demnach auch dann anzurechnen, wenn die Verzichtshandlung weit zurückliegt (vgl. BGE 120 V 182 E. 4 f.; Urteil BGer 9C_198/2010 vom 9.8.2010 E. 3.2). Der Aspekt des Zeitab- laufs wird durch die jährliche Reduktion gemäss Art. 17e ELV berücksichtigt. Da- nach wird der anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um Fr. 10'000.-- reduziert (Abs. 1). Dabei ist der Betrag des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichts unverändert auf den 1. Januar des Jah- res, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern (Abs. 2). 5 1.4.1Beim Fehlen von Einkommen oder Vermögen bzw. dessen Verbrauch han- delt es sich um anspruchsbegründende Tatsachen, welche aufgrund der allge- meinen Beweislastverteilung durch die leistungsansprechende Person zu bewei- sen sind (vgl. BGE 121 V 204 E. 6a; Carigiet/Koch, a.a.O., S. 84 Rz. 205). Im Fall einer ausserordentlichen Abnahme des Vermögens muss die Person, die um EL ersucht, die Umstände behaupten und, soweit möglich, nachweisen, die einen Vermögensverzicht ausschliessen, oder, dass dieses in Erfüllung einer gesetzli- chen Pflicht oder gegen eine angemessene Gegenleistung hingegeben worden ist. Diesbezüglich genügt der Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Ein Beweis wird daher als erbracht erachtet, wenn nach objektiven Kriterien gewich- tige Gründe gegeben sind, um eine Sachbehauptung als korrekt zu erachten an- gesichts anderer denkbarer Möglichkeiten, die aber vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht kommen. Bei Fehlen von Beweisen, das heisst, wenn die leistungsansprechende Person nicht in der Lage ist, einen Rückgang des Vermögens darzulegen oder dessen Gründe rechtsgenügend nachzuweisen, wird ein Verzicht auf Vermögen vermutet und ein hypothetisches Vermögen so- wie ein darauf entfallender Ertrag angerechnet (BGE 146 V 306 E. 2.3.2; siehe auch BGE 150 V 198, in: Pra 113 [2024] Nr. 47, E. 7.2.3.4.2; je mit Hinweisen). 1.4.2Das Verwaltungsverfahren sowie der erstinstanzliche Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz und dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung beherrscht (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c des Bundesgeset- zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000). Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz haben der Versiche- rungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Versicherten resp. die Parteien trifft hingegen eine Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 136 V 376 E. 4.1.1; BGE 110 V 48 E. 4a), vor allem in Bezug auf Tatsa- chen, die sie besser kennen als die (Verwaltungs- oder Gerichts-) Behörden und welche diese sonst gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnten (vgl. Urteil BGer 9C_669/2016 vom 20.12.2016 E. 7.1; Urteil BGer 9C_238/2015 vom 6.7.2015 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). 2.1Die Vorinstanz wies mit Verfügung vom 7. Oktober 2024 das Gesuch der Beschwerdeführerin mit der Begründung ab, ihr Reinvermögen überschreite die Vermögensschwelle. Sie ging dabei von einem Vermögen der Beschwerdeführe- rin per 1. November 2023 von Fr. 104'051.19 aus und rechnete ihr zudem einen Vermögensverzicht von Fr. 70'000.-- an (vgl. Vi-act. 66).6 2.2Im angefochtenen Einspracheentscheid führte die Vorinstanz in einem ers- ten Punkt aus, die Beschwerdeführerin weise in den Jahren 2010 (Fr. 50'000.--), 2011 (Fr. 39'000.--), 2013 (Fr. 22'000.--), 2014 (Fr. 24'000.--), 2015 (Fr. 39'000.--) und 2022 (Fr. 16'000.--) Vermögensrückgänge auf, welche sie nicht habe bele- gen können und deshalb als Vermögensverzichte zu berücksichtigen seien. Die Beschwerdeführerin ginge fälschlicherweise davon aus, dass es sich um einen Vermögensverzicht aus übermässigem Verbrauch handle. Die diesbezüglichen Ausführungen und Berechnungen in der Einsprache gingen fehl. Zur Berechnung der Vermögensveränderungen sei das Guthaben gemäss Wertschriftenverzeich- nis (Ziff. 900) der Steuerveranlagungsverfügungen massgebend. Davon werde der zulässige Verbrauch gemäss Rz. 3532.12 ff. der Wegleitung über die Ergän- zungsleistungen zur AHV und IV (WEL; gültig ab 1.4.2011), Stand 1.1.2025 in Abzug gebracht. Die Ausgleichskasse Schwyz habe sowohl die Kursgewinne als auch die Konkursverluste (recte wohl: Kursverluste) berücksichtigt; ebenso weite- re von der Beschwerdeführerin belegte Ausgaben. Da die Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren keine weiteren Ausgaben für die Jahre 2010, 2011, 2013, 2014, 2015 und 2022 vorgelegt habe, verbleibe es bei den oben genannten Ver- mögensabnahmen. Die einzelnen Vermögensverzichte amortisierten sich wie folgt: Jahr Verzichtsvermögen vor Amortisation Unbelegte Rückgänge Amortisation Total Verzichts- vermögen 2010 + 50'000.00 2011 50'000.00 + 39'000.00 = Fr. 89'000.00 2012 89'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 79'000.00 2013 79'000.00 + 22'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 91'000.00 2014 91'000.00 + 24'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 105'000.00 2015 105'000.00 + 39'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 134'000.00 2016 134'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 124'000.00 2017 124'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 114'000.00 2018 114'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 104'000.00 2019 104'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 94'000.00 2020 94'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 84'000.00 2021 84'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 74'000.00 2022 74'000.00 + 16'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 80'000.00 2023 80'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 70’000.00 2024 70'000.00 ./. 10'000.00 = Fr. 60'000.00 In einem zweiten Punkt stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin weise per 1. November 2023 ein Vermögen von Fr. 174'051.19 (inkl. Vermögensver- zicht von Fr. 70'000.--) auf. Da die Verfügung versehentlich erst am 7. Oktober 2024 versandt worden sei, sei zu prüfen, ob das Vermögen seither die Vermö- gensschwelle unterschreite. Die Beschwerdeführerin weise per 24. Oktober 2024 ein Vermögen von Fr. 150'022.28 (inkl. Vermögensverzicht von Fr. 60'000.--) auf. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass das Vermögen der Beschwerdeführe- rin sowohl per 1. November 2023 als auch per 24. Oktober 2024 die Vermögens- schwelle überschreite.7 2.3Mit Beschwerde vor Verwaltungsgericht lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen Folgendes vorbringen: -Das durch die Vorinstanz versäumte Jahr dürfe keine negativen Folgen für die Beschwerdeführerin haben. Die Vorinstanz verletze mit ihrem Vorgehen Art. 23 Abs. 1 und 2 ELV. Der EL-Anspruch sei der Beschwerdeführerin ab der Gesuchstellung und anhand der aktuellen Zahlen zu gewähren. -Sie halte an ihrer Auffassung fest, dass einzig der Tatbestand des Vermö- gensverzichtes durch übermässigen Verbrauch zu prüfen sei. -Die Beschwerdeführerin habe für die Jahre 2010 ff. lückenlos alle Bankbelege und damit alle Bankbewegungen ausgewiesen. Diese seien alle über die C.________ erfolgt. Den Bankbelegen sei zu entnehmen, welcher Betrag wo- hin oder an wen geflossen sei. Selbsterklärend sei es, dass die Beschwerde- führerin bei einer zehnjährigen Aufbewahrungspflicht von Buchhaltungsbele- gen, die Kaufquittungen für allfällige Reisen, medizinische Hilfsmittel, Lebens- haltungskosten ganz allgemein etc. bis Ende 2013 nicht mehr lückenlos vor- weisen könne, sofern sie dazu aus EL-rechtlichen Gesichtspunkten überhaupt verpflichtet wäre, was bestritten werde. -Bei der Beschwerdeführerin lägen keine Tatbestände i.S.v. Art. 17b lit. a ELV vor. Sie habe keine Nachkommen und somit nie irgendwelche Unterstüt- zungspflichten gegenüber Kindern gehabt. Sie habe keine Verwandten, die ih- rer finanziellen Hilfe bedurft hätten. Die Beschwerdeführerin lebe in einem gut situierten Umfeld. Sie habe weder Schenkungen vorgenommen noch Erbvor- züge oder risikobehaftete Darlehen gewährt. Sie sei noch nie in einem Spiel- casino gewesen oder hätte durch Spielen und Wetten regelmässige Spiel- schulden geäufnet. Sie habe auch noch nie einer für sie ungünstigen Erbtei- lung zugestimmt oder eine Liegenschaft zu günstig verschreiben lassen. Die im einstigen Miteigentum mit ihrem geschiedenen Ehegatten gestandenen Liegenschaften hätten diese beide an Dritte verkauft, ohne dabei (selbstlos) auf Gewinn verzichtet zu haben. Wenn die Beschwerdeführerin solch aufge- zählte Finanzverschiebungen nicht beweisen könne, dann schlicht deshalb, weil solche eben gar nicht stattgefunden hätten. Negative Tatsachen seien nicht zu beweisen. Hinsichtlich der Liegenschaften in D.________ und E.________ lägen Beweise im Recht. Die Liegenschaften hätten bei der Vor- instanz nicht zu Beanstandungen geführt. -Die Gründe für den Vermögensabfluss seien schnell erklärt: Die Beschwerde- führerin habe das Geld für sich verwendet. Der Rückgang des Vermögens sei auf die hohen Lebenshaltungskosten zurückzuführen, was wiederum mit den lückenlos eingereichten Bankbelegen bewiesen werde. Die Beschwerdeführe-8 rin habe neben Ausflügen, dem Ausgehen, den Reisen, Konzertbesuchen, der Kleideranschaffung, Auslagen für den Lebensgenuss etc. schon immer gerne Freunde und Bekannte eingeladen und bei sich zu Hause grosszügig bewirtet. Das sei nicht nur während der Ehezeit, sondern auch und möglicherweise noch mehr danach, als alleinstehende Frau, der Fall gewesen. Die Einladun- gen hätten in jüngster Vergangenheit altershalber, aber auch aus finanziellen Gründen, abgenommen. Aus alledem folge, dass die Beschwerdeführerin über den zu betrachtenden Zeitraum zwar Vermögen verbraucht habe, jedoch lediglich der Tatbestand von Art. 17b lit. b ELV (gestützt auf Art. 11a Abs. 3 ELG) zu prüfen sei. -Die Beschwerdeführerin habe einen erhöhten Lebensstandard gepflegt und nun im doch hohen Alter realisiert, dass es für den Existenzbedarf nicht mehr lange reiche. Es stehe damit der Tatbestand von Art. 11a Abs. 3 ELG zur Dis- kussion (Art. 17b lit. b ELV). Es gelte festzuhalten, dass der Beschwerdeführe- rin kein Vorwurf zu machen sei. Die Beschwerdeführerin habe das statistische Lebensalter längst erreicht, pflichtteilsgeschützte Erben habe sie nicht, auf die sie aus moralischer Sicht noch Rücksicht nehmen müsste und mitnichten ha- be sie mit Blick auf einen EL-Bezug missbräuchlich ihr Geld gebraucht. -Die 89-jährige Beschwerdeführerin beziehe seit ihrem 63. Altersjahr und damit seit 26 Jahren, eine AHV-Rente. Auch wenn es für die Berücksichtigung eines Vermögensverzichts gemäss Art. 17b lit. a ELV in der EL-Berechnung mögli- cherweise unerheblich sein könne, wie weit die Verzichtshandlung zurücklie- ge, müsse die Behörde darlegen können, weshalb sie welchen Beginn des Betrachtungszeitraums festlege. Vorliegend sei die Vorinstanz 14 Jahre, bis ins Jahr 2010, zurückgegangen. Wären es elf oder zwölf Jahre gewesen, läge gemäss Berechnung der Vorinstanz bereits kein Verzicht mehr vor. Die Vor- instanz würde nicht darlegen, weshalb sie sich für das Jahr 2010 als Beginn der Betrachtungsphase festgelegt habe. Das sei Willkür. Ohne anderweitige Anhaltspunkte sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz mehr als zehn Jahre - gemäss der allgemein geltenden zehnjährigen Verjährungsfrist - zurückgegangen sei. Es liege von Vornherein kein Fall von Art. 17b lit. a ELV vor. Selbst wenn dem so wäre, so habe die Vorinstanz den Betrachtungszeit- raum nicht willkürfrei festgelegt. -Die Beschwerdeführerin sei seitens der Vorinstanz aufgefordert worden, ihre Lebenshaltung seit mindestens dem Jahr 2010 darzulegen. Das Vorgehen der Vorinstanz werde als schikanös betrachtet. Die Vorinstanz hätte sich lediglich - gestützt auf die seit 1.Januar 2021 geltende neue Gesetzgebung - mit einem allfälligen Vermögensverzicht seit 2021 beschäftigen dürfen.9 -Gemäss Einspracheentscheid soll das Vermögen der Gesuchstellerin per 1. November 2023, ohne Berücksichtigung eines angeblichen Vermögensver- zichts von Fr. 70'000.--, Fr. 104'051.19 betragen haben. Damit werde die Grenze des Reinvermögens knapp überschritten. Es dürfe jedoch nicht ange- hen, dass nun zulasten der Beschwerdeführerin ein Jahr zugewartet werde, im Wissen darum, dass das Vermögen mit dem Zeitablauf abnehme. Es sei von aktuellen Zahlen auszugehen. Die Gesuchstellerin weise per 24. Oktober 2024 ein Vermögen bei der C.________ von Fr. 73'421.37 aus. Bei gleichblei- bendem Wert des Schmuckes von Fr. 12'601.-- und Bargeld von Fr. 4'000.-- resultiere ein Reinvermögen von Fr. 90'022.37, womit die Grenze von Fr. 100'000.-- unterschritten sei. Die Vorinstanz sähe dies gleich, würde jedoch noch einen Vermögensverzicht von Fr. 60'000.-- dazurechnen, was nicht zulässig sei. 2.4Vernehmlassend führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Beschwer- deführerin verweise auf die eingereichten Bankbelege. Es könne jedoch nicht auf Aufgabe der Verwaltung sein, in Belegen nach rechtserheblichen Tatsachen und Beweismitteln zu suchen und geltend gemachte Aufwendungen mit den übrigen eingereichten Unterlagen (Bankauszügen) auf ihre EL-rechtliche Begründetheit hin zu überprüfen. Es falle auf, dass in einigen Jahren das Gesamtvermögen bei der C.________ gemäss Steuerverzeichnis der C.________ nicht mit dem ver- steuerten Vermögen gemäss Veranlagungsverfügungen übereinstimme. Aus diesen Unstimmigkeiten lasse sich schliessen, dass die Beschwerdeführerin nebst den Bankkonti und Wertschriften bei der C.________ noch über andere Vermögenswerte verfügt haben musste. Deshalb würden die eingereichten Ban- kauszüge ohnehin nicht ausreichen, um aufzuzeigen, dass die Geldhingabe im Austausch einer adäquaten Gegenleistung oder infolge einer Rechtspflicht erfolg- te. Der pauschale Hinweis auf hohe Lebenshaltungskosten reiche im Hinblick auf den Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht aus. Die Be- schwerdeführerin bringe vor, dass negative Tatsachen nicht zu beweisen seien. Sie verkenne dabei, dass es sich beim ganzen oder teilweisen Fehlen von Ein- kommen und Vermögen um anspruchsbegründende Tatsachen handle, die von der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht darzutun und zu be- legen seien. Es sei auch unerheblich, wie weit die Verzichtshandlung zurücklie- ge. Ein hypothetisches Vermögen sei auch dann anzurechnen, wenn die Ver- zichtshandlung weit zurückliege. Die Prüfung des Vermögensverzichts sei (rück- wirkend) somit an keine Frist gebunden. Bei Neuanmeldungen prüfe die Aus- gleichskasse Schwyz die Vermögensentwicklungen praxisgemäss 15 Jahre zurück. Dies stelle keine Willkür dar. Die Ausgleichskasse Schwyz habe bereits im Einspracheverfahren das Vermögen per 24. Oktober 2024 berücksichtigt. Die 10 Beschwerdeführerin bestreite weder das Vermögen per 1. November 2023 noch das Vermögen per 24. Oktober 2024, mit Ausnahme des jeweiligen Vermögens- verzichts. 2.5Replizierend macht die Beschwerdeführerin geltend, aufgrund der zehnjäh- rigen Aufbewahrungspflicht von Buchhaltungsbelegen etc. verfüge sie nicht mehr über alle Dokumentationen zu ihren Vermögensverhältnissen von vor über zehn Jahren. So habe sie beispielsweise auch keine Steuererklärungen aus den Jah- ren 2010, 2011 oder 2013 mehr zur Hand, aus welchen die allfälligen Differenzen zwischen den Veranlagungsverfügungen und den Steuerverzeichnissen der C.________ erklärt werden könnten. Immerhin habe sie bei ihren Unterlagen ein ausgedrucktes Übersichtsblatt zur direkten Bundessteuer und kantonalen Steuer 2021 wiedergefunden. Darauf habe sie einen Zettel gefunden mit dem Hinweis, dass sie die Steuererklärung 2021 für ihr erstes Gesuch an die Ausgleichskasse eingereicht hätte. Interessant dabei sei, dass sie auf dem ausgedruckten Über- sichtsblatt seinerzeit ein Fragezeichen beim steuerbaren Vermögen angebracht habe. Sie habe sich wohl gewundert, aber die Angelegenheit nicht weiterverfolgt und damit die Veranlagungsverfügung später auch nicht angefochten. Es dürfte durchaus die Möglichkeit bestehen, dass sie zumindest im Jahr 2021 nicht kor- rekt veranlagt worden sei; diese Veranlagung sei jedoch nicht angefochten wor- den. Sie habe gegenüber Behörden nie absichtlich unwahre Angaben gemacht, um irgendwelche Vorteile zu erheischen. Es sei ihr wichtig festzuhalten, dass sie stets transparent über ihre Vermögensverhältnisse Auskunft erteilt habe. Auch beim aktuellen Gesuch habe sie wahrheitsgemässe Angaben getätigt und alle ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen zur Prüfung des Gesuches eingereicht. 3.1Vorab gilt es auf die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Thematik der Verfahrensdauer einzugehen. Soweit sie in diesem Zusammenhang (zumin- dest sinngemäss) geltend macht, ihr EL-Anspruch sei ab der Gesuchstellung (per November 2023) und anhand der aktuellen Zahlen im Zeitpunkt des Einspra- cheentscheides (per 24. Oktober 2024) zu gewähren, kann ihr nicht gefolgt wer- den. 3.2Für die Beurteilung, ob der zulässige Schwellenwert überschrittenen wird, ist dasjenige Vermögen massgebend, das am ersten Tag des Monats vorhanden ist, ab dem der Ergänzungsleistungsanspruch besteht (Art. 2 Abs. 2 ELV; vgl. vorstehende E. 1.2.3). Gestützt darauf prüfte die Vorinstanz - wenn auch auf- grund eines Versehens reichlich spät (vgl. Art. 21 Abs. 1 ELV) - zu Recht, ob die Vermögensschwelle per 1. November 2023 überschritten war oder nicht. Folgte man der Argumentation der Beschwerdeführerin, würde sie gesetzeswidrig profi-11 tieren, wenn sie ihren EL-Anspruch ab Zeitpunkt der EL-Anmeldung (November 2023; vgl. Art. 12 Abs. 1 ELG), jedoch unter Berücksichtigung des in der Zwi- schenzeit abgenommenen Vermögens per Oktober 2024 geltend machen könn- te. 3.3Wenn die Vorinstanz im Einspracheentscheid zusätzlich auch das Vermö- gen bzw. die Vermögensschwelle per 24. Oktober 2024 prüfte, kann dies höchs- tens so verstanden werden, dass sie den Sachverhalt als rechtserheblich erach- tete, wie er sich bis zum massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheides entwickelt hatte und infolgedessen der Beschwerdeführerin aufzeigen wollte, dass der Anspruch auf EL - unter Berücksichtigung der aktuelleren Vermögens- zahlen per 24. Oktober 2024 - auch per Oktober 2024 nicht bestanden hätte. Daraus kann die Beschwerdeführerin jedoch für die Prüfung des Anspruchs per November 2023 nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie legt im Übrigen auch nicht dar, inwiefern das durch die Vorinstanz zwischen EL-Anmeldung und Verfügung versäumte Jahr für sie negative Folgen hatte. Dasselbe gilt für die Rüge, wonach die Vorinstanz Art. 23 Abs. 1 und 2 ELV verletzt habe. Für die Bestimmung der Vermögensschwelle ist nicht Art. 23 ELV, sondern Art. 2 Abs. 2 ELV massge- bend (vgl. Carigiet/Koch, a.a.O., S. 234 FN 750; siehe vorstehende E. 1.2.3 und E. 3.1). 3.4Streitig und zu prüfen ist somit im Folgenden, ob das Vermögen der Be- schwerdeführerin per 1. November 2023 mit oder ohne Vermögensverzicht die Vermögensschwelle von Fr. 100'000.-- überschritten hat und ihr deshalb kein An- spruch auf Ergänzungsleistungen zukommt. 4.1.1Die Vorinstanz stellte sowohl in der Verfügung als auch im Einspracheent- scheid ein Vermögen der Beschwerdeführerin per 1. November 2023 (ohne Ver- mögensverzicht) von insgesamt Fr. 104'051.19 fest (vgl. AK-act. 66; S. 4 Ziff. 16 Einspracheentscheid). Dieser Betrag ergibt sich aus den Akten (Schmuck Fr. 12'601.-- [AK-act. 6] + Bargeld Fr. 4'000.-- [AK-act. 18-3/4 und 21] + Kon- ti/Wertschriften C.________ Fr. 87'450.19 [ohne Marchzinsen; AK-act. 19 und 20-2/3]). 4.1.2Per 24. Oktober 2024 belief sich das Vermögen der Beschwerdeführerin (ohne Vermögensverzicht) auf noch insgesamt Fr. 90'022.37, was ebenfalls ak- tenkundig ist (vgl. Schmuck Fr. 12'601.-- [AK-act. 6] + Bargeld Fr. 4'000.-- [AK- act. 18-3/4 und 21] + Konti/Wertschriften C.________ Fr. 73'421.37 [AK-act. 76- 1/2]; vgl. die minimale Abweichung im Einspracheentscheid [S. 4 Ziff. 18]).12 4.2Die Beschwerdeführerin bestreitet diese Vermögen weder im Einsprache- noch im Beschwerdeverfahren. Ihr Vermögen belief sich demnach am hier rele- vanten Zeitpunkt auch ohne Berücksichtigung eines Vermögensverzichts auf über Fr. 100'000.--, was den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine EL per 1. November 2023 von vornherein ausschliesst. Die Beschwerde erweist sich in- sofern bereits an dieser Stelle als unbegründet. 4.3Da die Überschreitung der Vermögensschwelle knapp ist, das Vermögen (ohne Vermögensverzicht) im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens unter die Vermögensschwelle sank, die Vorinstanz im Einspracheentscheid das Vermögen zusätzlich per 24. Oktober 2024 prüfte, die Vorinstanz den EL-Anspruch per Ok- tober 2024 aufgrund des zusätzlichen Vermögensverzichts verneinte, sich die Frage nach dem Vermögen bzw. dem Vermögensverzicht in naher Zukunft wie- der stellen könnte und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurtei- lung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der strei- tigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abstellt (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b), rechtfertigt es sich dennoch, die Ausführungen der Vorinstanz zum Vermögens- verzicht zu überprüfen. 5.1Bei der Vermögensverzichtsberechnung vergleicht die Vorinstanz die Ver- mögenswerte von zwei aufeinander folgenden Steuerveranlagungen. Stellt sie eine Reduktion fest, die vom Versicherten nicht hinreichend erklärt werden kann, rechnet sie in diesem Umfang einen Vermögensverzicht an (vgl. VGE II 2018 45 vom 26.6.2018 E. 4.1; siehe zur Berechnung des Vermögenverzichts auch Urteil BGer 9C_667/2021 vom 17.5.2022). 5.1.1Die von der Vorinstanz festgehaltenen Vermögensstände der Beschwerde- führerin lassen sich anhand der sich in den Akten befindenden Steuerveranla- gungsdaten 2008 bis 2021 (AK-act. 16) sowie der Steuererklärung 2022 (AK- act. 15) verifizieren. Die Richtigkeit dieser Vermögensstände stellt die Beschwer- deführerin nicht in Abrede. Dabei ist unerheblich, dass sich das Vermögen gemäss den Veranlagungsverfügungen in gewissen Jahren (2010, 2011, 2013 und 2021) von demjenigen gemäss Vermögensverzeichnis der C.________ un- terscheidet, zumal sich Ersteres als jeweils höher erweist (vgl. AK- Vernehmlassung S. 2 Ziff. 3). Dass die veranlagten Vermögenswerte nicht dem tatsächlichen Vermögen der Beschwerdeführerin entsprachen, wird von keiner Seite nachgewiesen, zumal die Angaben in den Steuerveranlagungsverfügungen als erstellt zu gelten haben (vgl. VGE II 2019 6 vom 22.5.2019 E. 6.1; VGE II 2018 45 vom 26.6.2018 E. 5.1). 13 5.1.2Gestützt darauf stellte die Vorinstanz bei der Beschwerdeführerin in den Jahren 2010 (Fr. 50'000.--), 2011 (Fr. 39'000.--), 2013 (Fr. 22'000.--), 2014 (Fr. 24'000.--), 2015 (Fr. 39'000.--) und 2022 (Fr. 16'000.--) unerklärte Vermö- gensrückgänge fest (vgl. Berechnungsblatt vom 18.12.2023 [AK-act. 61]). 5.1.3Anhand dieser Vermögensrückgänge hat die Vorinstanz sodann - unter Berücksichtigung der jährlichen Verminderung des Verzichtsvermögens um Fr. 10'000.-- (Art. 17e ELV) - einen Vermögensverzicht per 2023 von Fr. 70’000.-- bzw. per 2024 von Fr. 60'000.-- errechnet (vgl. vorstehende E. 2.2; AK-act. 66; S. 3 f. Ziff. 11 Einspracheentscheid). 5.2Die Beschwerdeführerin macht nun geltend, es liege von vornherein kein Fall eines Vermögensverzichts durch Veräusserung vor (Art. 11a Abs. 2 ELG i.V.m. Art. 17b lit. a ELV), sondern es sei einzig der Tatbestand des Vermögens- verzichtes durch übermässigen Verbrauch zu prüfen (Art. 11a Abs. 3 ELG i.V.m. Art. 17b lit. b ELV). Dies geht aus folgenden Gründen fehl. 5.2.1Am 1. Januar 2021 traten die geänderten Bestimmungen des ELG sowie der ELV in Kraft (EL-Reform; Änderung vom 22. März 2019, AS 2020 585; BBl 2016 7465). Der Einspracheentscheid der Vorinstanz datiert vom 24. Okto- ber 2024 und bezieht sich auf das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 5. bzw. 7. November 2023, wobei die Ergänzungsleistungen ab diesem Zeitpunkt geltend gemacht werden. Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) sind hier die Bestimmungen des ELG in der ab 1. Januar 2021 geltenden Fassung anwendbar. 5.2.2Gestützt auf Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 22 März 2019 (EL-Reform) gelten die Absätze 3 und 4 des am 1. Januar 2021 in Kraft getretenen Art. 11a ELG nur für Vermögen, das nach Inkrafttreten dieser Änderung (also ab 1. Januar 2021) verbraucht worden ist. Da die Bestimmung von Art. 11a Abs. 2 ELG darin nicht aufgeführt wird, gilt sie auch für Vermögen, auf das vor dem Inkrafttreten der Änderungen verzichtet wurde (vgl. Urteil BGer 8C_12/2024 vom 4.7.2024 E. 4.2.2 und 4.2.5 m.H.). 5.2.3Die Vorinstanz hat den Vermögensverzicht betreffend die Jahre 2010, 2011, 2013, 2014, 2015 und 2022 nicht mit Art. 11a Abs. 3 und 4 ELG, d.h. mit einem übermässigen Vermögensverbrauch, sondern mit Verzicht auf Vermö- genswerte i.S.v. Art. 11a Abs. 2 ELG (vgl. WEL 3531.01 ff.) begründet. Das ist nicht zu beanstanden. Denn wie vorstehend dargelegt, ist zum einen eine An- wendung von Art. 11a Abs. 3 und 4 ELG für Vermögen, das bis Ende 2020 ver- braucht worden ist, (zugunsten der Versicherten) ausgeschlossen (vgl. auch 14 WEL Rz. 3533.01), zum andern gilt Art. 11a Abs. 2 ELG auch für Vermögen, auf das vor dem Inkrafttreten der Änderungen verzichtet wurde. Für das Jahr 2022 wäre zwar die Prüfung eines übermässigen Vermögensver- brauchs i.S.v. von Art. 11a Abs. 3 ELG denkbar gewesen. Diese Bestimmung er- gänzt Art. 11a Abs. 2 ELG in dem Sinne, als der Vermögensverbrauch auch bei gleichwertiger Gegenleistung eine gewisse Obergrenze nicht überschreiten darf. Sie kommt somit auf belegte Vermögensrückgänge zur Anwendung (vgl. Urteil BGer 8C_12/2024 vom 4.7.2024 E. 4.2.3 m.H.). Vorliegend steht jedoch gerade in Frage bzw. hat die Vorinstanz verneint, dass ein Teil des Vermögensrückgan- ges im Jahr 2022 belegt war. 5.2.4Bereits nach altem Recht wurden bei der Bemessung der Ergänzungsleis- tung auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, als Ein- nahmen angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG). Ein Verzicht war jedoch nicht allein deswegen anzunehmen, weil jemand vor der Anmeldung zum Ergänzungs- leistungsbezug über seinen Verhältnissen gelebt haben könnte. Die Rechtspre- chung hat betont, dass keine gesetzliche Handhabe für eine wie auch immer ge- artete "Lebensführungskontrolle" bestehe. Für die Beurteilung eines Vermögens- verzichts im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG hat sie auf die beiden Kriterien der fehlenden Rechtspflicht resp. der fehlenden adäquaten (gleichwertigen) Ge- genleistung abgestellt. Dies galt ausdrücklich auch für Konstellationen, in denen jemand vor der Anmeldung zum Leistungsbezug über seinen Verhältnissen ge- lebt hatte. Gemäss dem nach bis Ende 2020 geltenden Recht war es daher mit Ausnahme einiger Tatbestände nicht relevant, wie viel und wofür jemand sein Vermögen ausgegeben hatte, sofern der Vermögensverminderung eine adäqua- te Gegenleistung gegenüberstand. Vor allem war auch irrelevant, in welchem Zeitraum das Geld ausgegeben wurde und in welchem Verhältnis die Ausgabe zum Gesamtvermögen stand. Im neuen Recht werden die erwähnten Kriterien nunmehr ausdrücklich genannt (Art. 11a Abs. 2 ELG); dabei soll die bisherige Definition des Vermögensverzichts erhalten bleiben. Die neue Bestimmung hat daher keine Änderung der bisherigen Praxis in Bezug auf Einkommens- oder Vermögensverzichte zur Folge (vgl. Urteil BGer 8C_12/2024 vom 4.7.2024 E. 4.2.2 f. m.H.). Es ist daher zulässig, eine Vermögensabnahme vor dem Jahr 2021 mit einem al- lenfalls gehobenen Lebensstandard zu erklären. Darauf bezieht sich die Recht- sprechung, wonach keine Lebensführungskontrolle erfolgen darf (BGE 115 V 352 E. 5d). Es spielt mithin keine Rolle, ob Ausgaben für als durchschnittlich empfun- dene Bedürfnisse oder für solche eher ausgefallener Art getätigt wurden, sofern und soweit die erhaltene adäquate Gegenleistung mit überwiegender Wahr-15 scheinlichkeit nachgewiesen ist (vgl. Urteil BGer 8C_1039/2008 vom 25.2.2009 E. 3.2.2). Entscheidend ist einzig, ob die versicherte Person den Vermögens- rückgang mit adäquater Gegenleistung belegen kann (vgl. Meier/Renker, Eck- punkte und Probleme der EL-Reform, Staatliche Lebensführungskontrolle ab Al- ter 55?, SZS 1/2020, S. 2 ff., S. 5 mit Verweisen). 5.3.1Im Abklärungsverfahren reichte die Beschwerdeführerin eine Zusammen- stellung/Übersicht über die Rechnungen ein, welche die Ausgaben der Jahre 2012 bis 2022 belegen sollen (vgl. AK-act. 35), reichte Rechnungen ein (vgl. AK- act. 36-46) und verwies auf die zur Verfügung gestellten Kontoauszüge der Jahre 2010 bis 2022 der C.________ (vgl. AK-act. 18). Die Vorinstanz hat in ihrer Be- rechnung die konkret behaupteten und belegten Ausgaben sowie die vorge- brachten Börsenschwankungen bzw. Kursverluste als Vermögensabnahmen berücksichtigt (vgl. AK-act. 61-63). Soweit sich die Beschwerdeführerin darüber hinaus pauschal auf ihre hohen Le- benshaltungskosten beruft und dabei auf die Kontoauszüge verweist, hat sie auf- grund ihrer Mitwirkungspflicht die geltend gemachten Ausgaben zu konkretisie- ren. Wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt, ist es nicht Aufgabe der Verwaltung (und auch nicht des Gerichts), in einem Stapel von zahlreichen Bankkontoauszü- gen nach rechtserheblichen Tatsachen und Beweismitteln zu suchen (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.4.2; siehe auch EGV-SZ 2018 B 2.2 E. 4.2.4). Abgesehen davon sind an den Untersuchungsgrundsatz geringere Anforderungen zu stellen, wenn die Parteien, wie hier die Beschwerdeführerin, anwaltlich vertreten sind (vgl. Ur- teil BGer 9C_377/2021 vom 22.10.2021 E. 5.3.3 mit Verweis auf BGE 138 V 86 E. 5.2.3). Wird eine Vermögensabnahme mit einem - allenfalls gehobenen - Le- bensstandard begründet, ist dafür der Beweis zu erbringen (vgl. vorstehende E. 5.2.4; siehe auch Urteil BGer 9C_934/2009 vom 28.4.2010 E. 4.2.2). 5.3.2Der Beschwerdeführerin ist der Nachweis offen gestanden, dass kein tat- bestandlicher Vermögensverzicht vorlag bzw. sie nicht ohne rechtliche Verpflich- tung oder ohne adäquate Gegenleistung auf Vermögen verzichtet hat. Seitens der Beschwerdeführerin wurden keine zusätzlichen Ausgaben belegt. Der Nach- weis über die weiteren pauschal vorgebrachten Lebenshaltungskosten (Ausflüge, Konzertbesuche, Reisen, Kleideranschaffung usw.), welche nicht schon von der Vorinstanz berücksichtigt wurden, ist der Beschwerdeführerin nicht gelungen. Die Durchsicht der von der Beschwerdeführerin eingereichten Kontoauszüge lässt keine andere Beurteilung zu. 5.4Unbehelflich sind auch die weiteren Rügepunkte der Beschwerdeführerin.16 5.4.1Entgegen ihrem Vorbringen entspricht es der Rechtsprechung und stellt auch keine - indirekte - Lebensführungskontrolle dar, wenn von ihr verlangt wird, nachzuweisen, dass nicht mehr vorhandenes Vermögen in Erfüllung einer recht- lichen Pflicht oder gegen eine adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist (vgl. Urteil BGer 9C_301/2023 vom 2.5.2024 E. 7.3.2). 5.4.2Die Beschwerdeführerin hätte sodann entgegen ihrem Vorbringen nicht zu beweisen gehabt, dass keine Finanzverschiebungen stattgefunden hätten, son- dern sie hatte den Beweis darzubringen, dass für die festgestellten Vermögens- verminderungen bzw. die behaupteten hohen Lebenshaltungskosten eine adäquate Gegenleistung gegenüberstand, um so den Entlastungsbeweis dafür anzutreten, wie das Vermögen verwendet wurde. 5.4.3Zudem enthält Art. 11a Abs. 2 ELG (wie bereits Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG) im Gegensatz zu Art. 11a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 ELG keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung eines Vermögensverzichts. Entgegen der Auf- fassung der Beschwerdeführerin sind daher die zivilrechtlichen Verjährungsre- geln nicht anwendbar und der Vermögensverzicht ist grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung zu berücksichtigen. Ein hypothetisches Vermögen ist somit auch dann anzurechnen, wenn die Verzichtshandlung sehr lange zurückliegt, da eine solche Massnahme gerade darauf abzielt, die missbräuchliche Gewährung von Ergänzungsleistungen zu verhindern. Andernfalls hätte es die versicherte Person in der Hand, auf ihr Vermögen etwas mehr als zehn Jahre vor Bezug einer AHV- Rente im Sinne von Art. 11a Abs. 2 ELG zu verzichten, ohne dass ihr dies bei der Geltendmachung von Ergänzungsleistungen vorgehalten werden könnte (vgl. Urteil BGer 8C_12/2024 vom 4.7.2024 E. 6.1 m.H.). Eine zeitliche Beschränkung, d.h. eine Verjährung, ist nicht vorgesehen (vgl. Meier/Renker, a.a.O., S. 4 f. mit Verweis auf Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl. 2015, Art. 11 N 480). Das hat konsequenterweise auch zu gelten, wenn wie hier, die versicherte Per- son bereits seit Jahren eine AHV-Rente bezieht und sich zum EL-Bezug anmel- det. Es erweist sich daher nicht als willkürlich, wenn die Vorinstanz im vorliegen- den Fall ab EL-Anmeldung 15 Jahre zurück, d.h. bis ins Jahr 2008, die Vermö- gensentwicklungen der Beschwerdeführerin prüfte (vgl. Berechnungsblatt vom 18.12.2023 [AK-act. 61]). Sie hätte theoretisch auch die früheren Jahre überprü- fen können und dürfen. 5.4.4Soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend macht, es bestehe keine Pflicht zur Aufbewahrung von Belegen für zehn Jahre und länger zurück- liegende Vorgänge, ist ihr entgegenzuhalten, dass die leistungsansprechende 17 Person sich im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht an der Abklärung des rechtser- heblichen Sachverhalts zu beteiligen hat (vgl. vorstehende E. 1.4). Es entspricht wohl einer Erfahrungstatsache, dass in der Regel nicht jede (Klein-)Auslage do- kumentiert bzw. entsprechende Belege aufbewahrt werden (vgl. VGE II 2019 6 vom 22.5.2019 E. 5.4; VGE II 2018 28 vom 26.6.2018 E. 4.2.6). Die Beschwerde- führerin ist zwar über mehrere Jahre zurück erstaunlich gut dokumentiert. Trotz- dem hat sie bei einer ausserordentlichen Abnahme des Vermögens diejenigen Tatsachen zu behaupten und soweit möglich auch zu belegen, die einen Vermö- gensverzicht ausschliessen. Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, trägt sie die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Pflicht oder gegen eine adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist (vgl. Ur- teil BGer 8C_12/2024 vom 4.7.2024 E. 6.2 m.H.). 5.5Aufgrund des Gesagten ist das Vorliegen einer adäquaten Gegenleistung bzw. eine rechtliche Verpflichtung für die festgestellten Vermögensrückgänge in den Jahren 2010, 2011, 2013, 2014, 2015 und 2022 nicht hinreichend belegt, weshalb die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat und die Vorinstanz demnach die Vermögensrückgänge in den genannten Jahren zu Recht als Vermögensverzicht qualifiziert hat. Die Vorinstanz hat der Be- schwerdeführerin somit zu Recht einen Vermögensverzicht von Fr. 70'000.-- (per 2023) bzw. Fr. 60'000.-- (per 2024) angerechnet. 6.Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist somit abzuweisen. 7.Das Verfahren ist kostenlos; das Gesetz (ELG) sieht für Streitigkeiten über Leistungen keine Kostenpflicht vor (vgl. Art. 61 f bis ATSG). Dem Verfahrensaus- gang entsprechend ist der unterliegenden Beschwerdeführerin keine Parteien- tschädigung zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG). 18 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Kosten erhoben noch eine Parteientschädigung zuge- sprochen. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (2/R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A). Schwyz, 20. März 2025 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 31. März 2025